Nr. 290 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, U. Dezember (930 Wietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für ( mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig. Platzvorschrist 20*, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma? Filler, sämtlich in Bietzen. richten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $rnE^t^orsen fein. Durch weitere Eingriffe der Behörden in die vertraglichen Beziehungen kann der arztliche R a ch w u ch s für unabsehbare Zeit von der kassenärztlichen Tätigkeit serngehalten und zur Erwerbslosigkeit v e r u r teilt werden. Voller Empörung über die Zurücksetzung ihrer in den Lebensrechten des De- russstandcs begründeten Vorschläge hält die Deutsche Aerzteschaft die durch die Rotverordnung herbeigesuhrte weitere Einschränkung der ärztlichen Berufs-, Vertrags- und Wirt- fchaftssrelheit für u n a n n e h m b a r. Bleiben die Verordnungen bestehen, zwingen sie die Deutsche Aerztoschatt zur Opposition gegen das heutige System der Krankenver- sicher u n g , dessen Aenderung der Stand mit allen zulässigen Mitteln erkämpfen wird. Auch Laval au -er Kabinettsbildung gescheitert. Rätselraten um den neuen Kandidaten. Paris, 10. De;. (WTB.) Pierre Laval Hal heute mit mehreren politischen Persönlichkeiten, namentlich mit Briand und herriot weiter verhandelt. Letzteren forderte er nochmals offiziell auf, dem Eintritt der Radikalen in das kabi- nett die Wege zu ebnen. Er gab gleichzeitig die Portefeuilles bekannt, die er ihnen Vorbehalten wolle. Die Radikalen sollen das Angebot mit der Begründung abgelefjnl haben, daß sie gegen den Eintritt Tardieus und eines Vertreters der Gruppe Warin in das kabi- nett seien. Sie sollen sich aber geneigt gezeigt haben, dem Kabinett gegenüber wohlwollende Reu- tralität zu üben, wenn ihm weder Tordieu noch ein Mitglied der Gruppe Marin angehöre, selbst wenn kein Radikaler in der Kombination vertreten wäre. Laval hat darauf auf die Kabinettsbildung verzichtet Die meisten Blätter rechnen damit, dah ein r a - dikoler Senator, in erster Linie Steeg, mit der Bildung der Regierung betraut werden könnte. Auch Louis B a r I h o u wird wieder genannt, und vom „Echo de Paris" Laval trotz feines Scheiterns wieder auf den Schild erhoben. Man wäre Oie Friedenspreise für Kellogg und Söderblom. Oslo, 10. Dez. (WTB.) Die Aeberrenyung der Röbel-Friedenspreise an den früheren amerikanischen Staatssekretär Kellogg und den schwedischen protestantischen Erzbischof Söderblom fand heute mittag in Gegenwart des Königs und des Kronprinzen im Robel-Jlnstitut statt. Premierminister Mo winkel hob in einer Ansprache die Verdienste Kelloggs und Erzbischof Söderbloms hervor. Aus der Mitarbeit Briands und Kelloggs entstand der heutige Weltpakt, der sozusagen alle Kultumationcn bindet. Unser Ziel muß sein, den Völkern begreiflich zu machen, daß es nicht genügt, den Krieg als Verbrechen zu brandmarken, sondern daß es möglich ist, mit allen Gefühlen und allen Sinnen zu erkennen, daß die Ermordung Tausender von Menschen zur Regelung eines internationalen Konflikts nicht entschuldbarer ist, als die Ermordung eines einzelnen zur Regelung einer Privatangelegenheit. Es ist das große Verdienst Rathan Söderbloms. die geistige Macht zugunsten des Kampfes für den Frieden verwendet zu haben. Als einer der größten Kirchenmänner hat er den ungeheuren Einfluß verstanden, den gerade die Kirche in diesem Kampfe haben kann. Kellogg betonte in seiner Dankrede, er habe das Vertrauen zu der Menschheit, dah alle Schwierigkeiten mit friedlichen Mitteln gelöst werden würden. Die Hauptsache sei, die Menschen darüber auszuklären, daß es bessere Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten gebe, als das Mittel sozialisten angenommen. Einstimmige Annahme findet die Auf r ückun gs sperre bis 31. März 1932. Auf Landbundantrag wird die Regierung ersucht. ,innerhalb kürzester Frist ein 0 ldungsgesetz vorzulegen". Der vcyluß des Landbundantrages mit Einzelanregun- gen wird der Regierung als Material überwiesen Die Eingaben des Reichsbundes der höheren Beamten und der Derwaltungs- und 3u- stlzbureau-Beamten werden durch die Beschlüsse für erledigt erklärt. Die Regierung soll außerdem auf Gemeinden und Gemeindever- bande emwirken. die gleichen Kürzun- 9en der Dl enstbezüge vorzunehmen und eventuell Maßnahmen gegen ablehnende Körperschaften ergreifen. Oie Verkaufssonntage vor Weihnachten. Abg. Wesp (3entr.) begründet den Antrag, nur noch zwei Verkaufssonntage (iii- ferner und goldener) vor Weihnachten freizugeben weim auch in den benachbarten Bezirken die gleichen Maßnahmen getroffen sind. ^r£c,t8?Vniftcr Morell erilärt. Hessen habe die m e i st en geschlossenen Sonn- a g e und Preußen möge erst einmal das nach. in x f gegenwärtigen Rotzeit wollen wir dem Handel und Gewerbe keine weitere E i n s ch r a n k u n g d e r V e r k a u f s m ö g l i ch - " öumuten, wenn nicht auch Preußen ein ^Ik6L habe sogar' beim Reichs geäußert, am Heilig- abend die Wirtichaiten um 19 Uhr zu schließen. ^'s chaß des Reichstages hat heute viesen Be.a-luß ge,aht.) Der Antrag wird für e r l e d i g t erklärt. Kampagnen für die Revision der Verträge ergebe. Ein weißer Rabe. Verständnis für Deutschlands Haltung in der Abrüstungsfragc. London, 11. Dez. (WTB. Funkspruch.) Zur Beendigung der Arbeit der vorbereitenden Ab- rüstungskommission schreibt 3. A. Spenzer im ..Rews Chronicle": Die russische Rote Armee wirst ihren Schatten auf Ost-Europa und gibt den Rationen, die sich dadurch bedroht fühlen, einen Vorwand, bewaffnet zu bleiben. Weiter nach Westen ist die scaüzösisch - italienisch-jugoslawische Lage eine ständige Quelle der Unruhe, die als Hindernis für die Abrüstung erklärt wird. Wie aber die Gründe oder Entschuldigungen auch lauten mögen — die anderen Rationen müssen im Auge behalten, daß es unmöglich sein wird, Deutschland die Abrüstung auf die Dauer aufzuzwingen. Es handelt sich nicht lediglich um die Frage von Rüstungen, es ist auch eine Frage des nationalen Stolzes und der nationalen Stellung. Sogar die deutschen Pazifisten sind der Meinung, daß die Wiederbewaffnung ihres Landes zwar nicht wünschenswert ist, daß aber das Erdulden einer erzwungenen Entwaffnung bei voller Rüstungsfreiheit für die anderen Rationen eine Demütigung bedeutet, die n i ch t für immer fortbauern kann. Graf Bern- storffs Methode in Genf, an diese Tatsache zu erinnern, mag ermüdend und lästig fein, aber sie dient einem guten Zweck. Aus aller Well. Dav Schicksal von Wegeners Grönlandexpedition. Mit dem dänischen Dampfer „Disk o" ist soeben ■dngenteur Schiss aus Grönland in Kopenhagen ixr ber Kamarujuk auf Grönland die Vivtorschlltten montiert hat, die Professor Wege- n e r auf feiner Expedition benutzt. Schiss erklärte, er glaube nicht, daß man Grund zur Besorgnis wegen Wegener habe. Wegener sei ein sehr erfahre- ner Mann und kenne die grönländischen u altnisse so gut, daß ihm kaum etwas zu- gestoßen fern durfte. Er wäre wahrscheinlich längst nach Kamarujuk zuruckgekehrt von seiner Fahrt auf Dao Grönländers, wo er Dr. Georgi zu Hilfe körn' men wollte. Wenn man bisher noch nichts von Wegener gehört habe, so komme das einfach daher daß es ihm wegen d e r a t m o s p h ä r i f ch e n Verhältnisse bisher noch nicht möglich gewesen fei öie Funkverbindung zwischen Kama- des Krieges. Erzbischof Söderblom betonte m seiner Rede, er habe die Empfindung, das; der Friedenspreis ihm als dem Vertreter der ökumenischen Bewegung für die größere Einigkeit der christlichen Kirchen verliehen worden sei, und widmete dem Andenken Alfred Röbels herzliche Worte. Oie Robelprrisfeier in Stockholm. Stockholm, 10. Dez. (WTB.) Die heutige Verteilung der Nobelpreise erhielt einen besonders feierlichen Charakter durch das verhältnismäßig seltene vollzählige Erscheinen der Preisträger. Der feierliche Akt, der nun zum dreißigsten Male heute, am Todestage des Stifters, vorgenommen wurde, vollzog sich in dem traditionellen Rahmen des Konzert- Palastes. Die Mitglieder der Regierung, des diplomatischen Korps und die hervorragendsten Pcr önlichkeiten des schwedischen Kulturlebens waren erschienen. Rach der Ankunft des Königs und der königlichen Familie wurde die Feier durch eine Begrüßungsansprache des Präsidenten der Robel-Stiftung, Gouverneur Ham» marskjöld, eröffnet. Von berufenen Gelehrten wurden die Verdienste der einzelnen Preisträger hervorgehoben. Der König überreichte sodann den Preisträgern Professor Venkata- Raman (Kalkutta), Professor Hans Fischer (München), dem Oesterreicher Professor Land- st e l n e r vom Rockefeller-Institut in Reuyork und dem amerikanischen Schriftsteller Sinclair Lewis die Preise nebst Urkunden und Me- daillen. Oie Rotariaisgebuhren. Darmfiabt, 10. Dez. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.15 Uhr bei schlecht besetztem Haus. Zur Beratung stehen die beiden Vorlagen zur A e n- berung des Notariatsgesetzes. Die Gesetzentwürfe sehen eine ftärfere ^Beteiligung Des Staates an den Gebühren vor. Der Staat erhält ab 1.3anuar 1931 von den gemeinschaftlichen Gebühren bis 300 RM 5 v. H., von dem Mehrbetrag bis 800 RM 15 v.H., bis 1000 NM 25 v.H., bis 1200 RM. 35 o.H., bis 1600 RM. 45 v.H., bis 2000 RM. 55 v.H., bis 3000 RM. 65 o. H. und von dem Mehrbetrag 75 v.H. Eine geringere als die gesetzliche Gebühr kann der Notar nur mit Zustimmung des Justizministers vereinbaren. Abg. Best (VRP.) beantragt eine weit ft ä r » fere Heranziehung ber Notariats- geb u h r e n und Offenlegung der Neben- einkünfte der Rechtsanwaltnotare Den Amtsgerichten solle ein Teil der Notariats- geschäste wieder übertragen werden Abg. Dr. Werner (Rats.) ist erfreut, daß die Koalition jetzt die seit Jahren von der Opposition geforderte stärkere Heranziehung der Notariats- gebuhren mitmache. Der Staat hätte hier schon lahrelang M i l lionenbeträgc herein- holen können. Abg.Riepoth (DVP.) hält an der Ansicht per Reformbedürftigkeit des Notariats fest, lehnt jedoch den Antrag Best als in seiner gegenwärtigen Fassung undurchführbar ab. QTbg. Dr. v. Hetmo11 (Ldbd.) widerspricht ebenfalls dem Antrag Best. Eine Herabsetzung der Gebühren sei notwendig. Staatsrat v. E i f f lehnt die Vorschläge des Abg. Best ab, da sie eine Beseitigung des hessischen Rotariats zum Ziele hätten. DieR uhe- gehalts- und Hinterb l i ebenenaus- gaben stehen in keinem Verhältnis zu den Einnahmen aus dem Rotariat. Die jetzige Vorlage erbringe 200 000 Mark Mehreinna hmen. Rach Repliken der Abg. Lux (S ), Dr. Werner (RS.), Dr. Best (VRP.) und des Staatsrats von E,ff werden die Gesetzesänderungen einstimmig g e n e h m i g t. Der Gesetzentwurf, der den Justiz- Minister ermächtigt, die Gewährung des be - dingten Strafaufschubs den Gerichten zu übertragen, wird einstimmig verabschiedet. O e Aenderungen der Besoldungsordnung. der Abstimmung über die Aenderun- gen der Desoldungsordnung werden die Vorlagen mit den Anträgen der Koalitionspar- teien gegen die Stimmen der Deutschen Volks- Partei, der Volksrechtspartei, der Deutschnatio- nalen, des Landbundes und der Rational- Qwoikenlos. ©heiter. (jnaib dmcckl ® woiKig. • DfutcM •Reflex * Sehnet a Q'aupeln. b Neoei K Gewitter.® Windstille. O. sehr •eientei Ost russige» Südsüdwest ’S stürmischer Nordwesl Oie Pleite tiiegen mit dem Winde. Die oeiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien vereinten Orte mit gleichen» auf Meeresniveau umoerrchneieB Luftdruck r^etrervoraussagc. Der hohe Druck über Frankreich hat sich nach dem südlichen Deutschland und der Schweiz ausgebreitet. Diesiges und nebliges Wetter mit Temperaturen um Null und darunter herrschen in ihm. Der zu erwartende Witterungsumschlag, welcher ja gestern schon über Irland zu erkennen war, hat rasch weitere Fortschritte gemacht. Im Raume zwischen Island und Irland ist ein kräftiges Fallgebiet erschienen, von dessen Rückseite sich Ausläufer bereits über Frankreich erstrecken. Die Warmluftwelle und das an sie gebundene Regengebiet wird unseren Bezirk überqueren und vorübergehend wieder Temperatur- anstieg bringen. Mit dem raschen Drehen der Winde nach Westen zu gelangt jedoch alsbald maritime fubjere Lust zum Vorschub, welche unbeständiges Wetter verurwcht. Dabei sinken die Temperaturen erneut, die Wolkendecke wird durchbrochen und wnroolten, in deren Begleitung Schauer auftreten, . "Lachten lür Freitag: Rach stärkerer Eintrübung mit Riederschlägen und Erwär- mung wieder wechselnd wolkig, kühler, lebhafte südliche, dann nach Westen drehende Winde. Aussichten für Samstag: Kälteres und wechselhaftes Wetter mit vereinzelten Regen-, in höheren Lagern Schnecschauern. Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags 3Z Grad Celsius, abends 0,6 Grad, am 11. Dezember: morgens 1,1 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum - 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe: am 10. Dezember: abends 0,8 Grad; am 11. Dezember: morgens 0,8 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. rujuf und Godhavn herzustellen. Es fei wohl möglich, daß aus diesem Grunde der ganze Winter vergehe, ehe man etwas von Wegener hören werde. Ingenieur Schiff sagte bann weiter, zuletzt habe er Professor Wegener ungefähr am 27. September 45 Kilometer von der Küste getroffen, als Wegener mit seinen Eskimos und einigen Hundeschlitten sich auf dem Marsch zu D r. Georgi befand. Am 5. Oktober habe Schiff selber Kamarujuk verlassen, um sich an Bord des „Disko" einzufchisfen. Erst auf der Reise nach Dänemark habe er erfahren, daß man sich in Berlin Sorge um das Schicksal Wegeners mache. Er selber, Schiff, habe einen außerordentlich schweren Schnee sturm erlebt, denselben Schneesturm, den auch Wegener vermutlich habe durchmachen müssen. Damals befand sich Schiff bereits auf dem Wege nach der Küste mit dem Motorschlitten, den er unterwegs probiert hatte. Der Wetterumschlag sei ganz plötzlich gekommen und habe eine außer- orbent l i d> e Kälte mit sich gebracht. Tagelang seien Himmel lind Erde ineinandergeflossen gewesen. Es sei ein furchtbares Wetter gewesen. Er habe dieses Wetter überstanden, und er hoffe zuversichtlich, von Wegener das gleiche. Schwere Verfehlungen — bei der Breslauer Ortskrankenkasse. Zn der Verwaltung der Breslauer Allgemeinen Ortskrankenkasse sind schwere Verfehlungen aufgedeckt worden, die jahrelang zurückreichen und dem Reich einen Schaden von etwa 2 0 0 0 0 0 Mark verursacht haben. Es handelt sich um Mehrberechnungen, die Zwei Abteilungsleiter der Krankenkasse dem Hauptversorgungsamt gegenüber gemacht haben, durch die dem Versorgungsamt eine Mehrbelastung von etwa 40 000 Mk. jährlich und insgesamt 200 000 Mk. in den letzten fünf Jahren erwuchsen. Der Vorstand der Krankenkasse hat gegen die schuldigen Beamten ein Dienstverfahren eröffnet und Strafmaßnahmen beantragt. Um die Angelegenheit restlos aufzuklären, hat die Or skrankcnkasse eine Generalrevision durch eine Berliner Treuhandgesellschaft angeordnet, die auch den übrigen Betrieb genau prüfen fotL Gerichtliches Rachspiel zur Leningrader Verkehrskatastrophe. Wegen der Leningrader Verkehrskatastrophe, bei der infolge des Zusammenstoßes einer Straßenbahn mit einem Eisen- bahnzug 28 Personen getötet und 19 verletzt wurden, hatten sich?16 Angestellte, die dia Schuld an dem älnglück tragen sollen, vor dem Leningrader Gerich-shof zu verantworten. Der Prozeß endete mit der Verurteilung fämt- licherAngeklagten, und zwar erhielten die acht Hauptangeklagte', darun er der Sla.ionschef und der Straßenbahnsührer, eine Gefängnisstrafe von je 10 wahren; die übrigen acht Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von einem Hahr bis zu fünf Jahren verurteilt. Schweres BauungUitf in Reuyork. Sn der Höhe des 10. Stockwerkes eines Reubaues brach das Gerüst zusammen. Fünf Maurer stürzten in die Tiefe und wurden auf der Stelle getötet. Acht andere vermochten sich an herabhängenden Seilen festzuhaiten und konnten durch die Fenster in das Haus gezogen werden. 2Z ito our: o 53 1 ClkN *3 r erdtenX—z Aus der Provinzialhaupistadt. Dietzen, den 11. Dezember 1930. Raffe Führ. Schnee ist gefallen; und dann hat sich das lustige Flockengestöber in einen feinen kalten Sprühregen verwandelt. Du flehst an der Haltestelle der Straßenbahn. Raßkalter Wind zieht dir durch Mantel und Rock bis in das Innerste, dah dir ein Frösteln nach dem andern über den Qiüdcn läuft Wenn nur die Fütze warm wären! Aber deine dünnen Stiefel mit den durchlässigen Rählen schützen immer weniger gegen das Gemisch von Schnee und Wasser, in dem du umherstampft. Es „schlägt durch". Was nützt es, datz du zu Haus Schuh und Strumpfe wechselst? Auch der heiße Tee, selbst mit einem Schutz Alkohol, bringt dir nicht das ersehnte Wohlbehagen. Der Kopf wird heitz. die Fuße bleiben kalt; du legst das Thermometer ein — und siehe, deine Körperwärme ist auf über 38 Grad Eclsius gestiegen. WaS ist eigentlich geschehen? Der Mensch gehört bekanntlich zu den ..eigenwarmen" Geschöpfen. die durch Regelung ihrer Körperwärme llch den wechselnden Wärmeverhältnissen der Umwelt anpassen können. Dieser Anpassung lind aber Grenzen geletzt. Gegen dauernde Auskühlung kommt schlietzlich die beste Wärmeregelung nicht auf- Beim Stehen im nassen Schnee ist deinen Fützen und dem in ihnen kreisenden Blutstrom durch die nasse, kalte Futzbekleidung dauernd Därme entzogen worden; außerdem hat dich der Zugwind im ganzen ausgekühlt. Die Ausküh- hing hat aber naturgemätz vor allem die Haut der unbedeckten Teile betroffen; deshalb haben ihre empfindlichen Dlutgefätze sich verengert und das Blüt In die inneren Organe abgedrängt. Do ist nicht nur eine Auskühlung, sondern auch eine unregelmäßige Blutverteilung entstanden, die gewisse Teile des Körpers, besonders die Schleimhäute des Aachens, der Rase und des Kehlkopfes in ihrer Widerstandsfähigkeit herab- geletzt hedeutlich, weil er zwar die äußere Feuchtigkeit nicht hinein, aber die innere Ausdünstung auch nicht hcrauslätzt. Mäntel aus dichtem Lodenoder ähnlichem Stofs sind vorzuziehen. Dagegen sind Gummiüberschuhe für das Schlackerwetter unübertrefflich. In dieser Beziehung sind die Russenstiefel der Damen sehr brauchbar, wenn man dafür sorgt, datz der aus dem hohen Stiefel herausragende Beinteil ebenfalls geschützt wird Während man fo für die Verteidigung sorgt, darf man den Angriff nicht vergessen, nämlich die Wärmeerzeugung durch gesteig'rte Muskel- tätiglch. Du hättest besser getan, dich in Trab SU setzen und so nach Haus zu streben, als frierend und schimpfend auf die Bahn zu warten. Mach' aber nicht unterwegs in deiner Stammkneipe Halt, um einen Grog zu trinken, denn damit steigerst du nicht deine Körperwärme, sondern du erzeugst nur ein trügerisches Wärmegefühl D. K. G. S. Oer Ladenschluß am Weihnachts-Heiligabend. Im neuesten Amtsverlündigungsblatt macht das KreiSamt Dietzen daraus aufmerksam, datz nach dem Gesetz vom 13. Dezember 1929 am 2 4. Dezember lWeihnacht»-Heiligabend) offene Verkaufsstellen nur bis 17 Uhr, und Verkaufsstellen, die ausschliehlich oder überwiegend Lebensmittel, Genußmittel oder Blumen verkaufen, nur bis 6 Uhr für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein dürfen. Diese Vorschriften gelten auch für die Verkaufsstellen von Konsum- und ähnlichen Vereinen, sowie für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbsmätzige Me Rechtsarundlaae für den SlaMomimffar. ßin Gesetz zur Sicherung der Haushaltsführung der hessischen Gemeinden. Därmftadt, 10. Dez 'WHP., Der hessische Innenminister unterbreitet heute dem Landtag einen Gesetzentwurf, der bte Sicherung der Haushaltsführung der Gemeinden, Kreise und Provinzen ermöglichen soll auch in den Fällen, wo die Selbstverwaltungsgremien versagen. Der vom Innenminister zu bestellende Kommissar hat auch das Recht, die Ausgaben nachzuprüfen. — Der Geseygebungsausschutz des Landtags befähle sich heute eingehend mit der Vorlage; der Entwurf hat den Ausschuß in folgender Fassung verlassen in der er voraussichtlich auch am Donnerstag im Plenum Annahme finden wird Artikel I Unterläßt es ein Stadtrat (Ge- meinderat), die für eine ordnungsgemäße Haushaltsführung in einem Rechnungsjahr erforderlichen Beschlüsse zu sassen. so werden die nach den Gesehen notwendigen Beschlüsse des Stadtrats (Gemeinderats) durch die Verordnungen eines vom Minister des Innern zu bestellenden Staatskommissars ersetzt. Der Staats- tommissar ist insbesondere verpflichtet, alle Ausgaben unter dem Gesichtspunkt äußer st er Sparsamkeit nachzuprüfen. Er seht nach Feststellung der hiernach notwendigen Ausgaben die Einnahmen und tnsbesondere die zur Deckung des Fehlbetrages erforderlichen Steuerausschläge Gebühren und Abgaben fest. Artikel II: Der Oberbürgermeister (Bürgermeister- ist verpflichtet, dem Etaatskommissar alle Unterlagen und Vorarbeiten zu liefern, die von dem Staatskommissar zur Vorbereitung seiner Anordnungen verlangt werden, und ihm hierbei alle gewünschte Unterstützung zu gewähren. Er hat die getroffenen Anordnungen durchzuführen. Artikel III Beschlüsse des Stadtrats «Ge- meinderats). die Anordnungen des Staatskommissars widerrufen, sind ungültig. Im Lause des Rechnungsjahres etwa notwendige Aenderungen der getroffenen Anordnungen können nur von dem Staatskommissar verfügt werden. Artikel IV: Die Artikel i bis III gelten entsprechend für die Kreise und Provinzen. Artikel V; Dieses Gesetz tritt mit dem auf seine Verkündung folgenden Tag in Kraft. Die Wirksamkeit des Gesetzes ist aus die Rechnungsjahr e 1930 und 193 1 beschränkt. Die von der Dolkspartei und dem Landbund gestellten Abänderungsanträge wurden vom Ausschuß abgelebnt Feilbieten außerhalb offener Verkaufsstellen. Sie gelten nicht für Apotheken und den Handel mit Weihnachtsbäumen Kursus über landwirtschaftliches Genossenschaftswesen. Das Landwirtschaftliche Institut der Landes- Universität Gießen veranstaltet, gemeinsam mit den landwirtschastuchen Genosscnschacks-Derbän- den, am Freitag, 12., und Samstag, 13. Dezember, in der Reuen A. la der Unw.r i.äl den vierten Kursus über landwirtschaftliches Genossenschaftswesen. Das Programm sieht eine Reihe von Vorträgen und Besichtigungen vor. Es werden nach der offiziellen Begrüßung durch Se. Magnifizenz den Rektor Pros. Dr. Eger und Eröffnung durch Prof Dr. Sessous sprechens am Freitag Prof Dr. A u l e r. Gießen, tbcr „Bilanzaufbau und Bilanz- Prüfung" und Direktor Strasburger, Darmstadt, über „Die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Dienste der Getreidewirtschaft" Diesen Vorträgen schließt sich eine Aussprache an. Um 11.15 Uhr findet eine Tagung der Vereinigung der Freunde des Seminars für landwirtschaftliches Genossenschaftswesen statt, nachmittags folgen Besichtigungen. Am Samstag sprechen Dr. P s a s f, Gießen, über „Absatzkrise und Landwirtschaft"; Generaldirektor Dr. Hamann, Darmstadt, über „Die gegenwärtige Lage und Zukunft des deutschen Obst-, Gemüse- und Gartenbaues" und Oberfinanzrat Pros. Dr. H i 11 r i n g h a u s. Berlin, über „Genossenschaftliche Kreditpolitik" Auch hier folgt den Vorträgen eine Aussprache. Die Teilnahme an diesem Kursus ist unentgeltlich. (Rähe- res in der heutigen Anzeige.) Taten für Freitag, 12 Dezember. Sonnenaufgang 7.55 Uhr. Sonnenuntergang: 1551 Uhr. — Mondaufgang. 23.46 Uhr. Monduntergang 12.32 Uhr. 1821: der französiiche Dichter Gustave Flaubert in Rouen geboren. • (Hictzcncr Wochen Marktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160, Kochbutter von 130 an, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 33 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3*/z bis 4, Aepfel 25 bis 40, Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 80 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 80 bis 100, Rüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund, Tauben (Stück) 50 bis 70, Eier 17 bis 18. Blumenkohl 30 bis 70, Salat 15 bis 20, Endirien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, La-ch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Kartoffeln der Zentner 2,20 bis 2,50, Weißkraut 3 Wirsing 4, Rotkraut 5 Mk. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Oberhessischer Geschichtsverein Vortrag von Professor Mommsen (Marburg) über „Emil Ludwig und die deutsche Geschichtswissenschaft", 20.15 Uhr, im Hörsaal 44 des Vorlesungsgebäudes D. H. V. Vortrag „Was muß der Kaus- mannsgehilfe von seiner Biersicherung wissen", 20.30 Uhr, im Heim, Lonystrahe 18. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Lichtbildervortrag von Prof. Dr. G. Schott, Direktor der Deutschen Seewarte. Hamburg, 20.15 Uhr, in der Reuen Aula. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Delikatessen" und „Kunstschützen". — Astoria- Lichtspiele: „Schneeschuh-Banditen" und „Der fliegende Bräutigam". - AuS dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben Morgen, 19.30 Uhr, unter ber Spielleitung von Peter Za sott „Rose Bernd", Schauspiel von Gerhart Hauptmann. - Am Samstag gelangt das diesjährige Weihnachtsmärchen. „Goldmarie und Pechmarick' von Aloys Prasch unter der bewährten Märchenspielleitung von Kar! Dolck zur erstmaligen Ausführung. Von feiten der Spielleitung ist alles aufgeboten worden, den Kindern einen eindrucksvollen, buntfarbigen Märchennachmittag, voller Vorweihnachtsfreude, zu beicheren. Beginn der Vorstellung 15.30 älhr Es gelten ermäßigte Preise. ” AufgehobeneStraßensperre. Mitgeteilt vom Oberhessiichcn Automobil Club E. V (A. v. D.) Gietzen: Die Sperre der Straßenstrecke Grund-Schwalheim Bad Salzhausen ist ab 11. Dezember ausgehoben. ** Die '21 us ft e 11 u n g von Wanderge werbescheinen und Gewerbelegitimationskarten für 193 1. Das Kreisamt Gießen macht im neuesten Amtsverkündigungsblatt erneut darauf aufmerksam, daß Anträge auf Ausstellung von Wandergewerbescheinen und Kewerbclegitima- tumstarten für das Kalenderjahr 1931 so zeitig bei dem Polizeiamt Gießen bzw. bei Den Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises gestellt werden müssen, daß die Gesuchsteller zu Anfang nächsten Jahres im Besitze der nachgesuchten Ausweispapiere find. Die ausgeferiigten Wandergewerbescheine wer- den vorn Kreisamt unmittelbar an die zuständigen Finanzämter abgegeben und von diesen nach Ber- wendung des gesetzlichen Urkundenstempels und nach Regelung der Wandergewerbesteuerfrage an die Wandergewerbetreibenden ausgehändigt. Die Wandergewerbescheine müssen also bei dem Finanz- a m t abgeholt werden, das persönliche Erscheinen der Antragsteller beim Kreisamt ist zwecklos Der über weitere Borschristen für die Ausstellung von Wandergewerbescheinen und Gewcrbclcgitimation»- tarten im unklaren ist, möge sich rechtzeitig beim Polizeiamt Gießen bzw. bei den Bürgermeistereien der Landgemeinden erkundigen, dabei aber sich beeilen, damit fein Antrag zeitig genug bearbeitet werden kann. Erleichterung der Drucksacyen- Werbung. DaS Reichspostministerium teilt mit: Zugunsten der Werbung für den Warenumsatz hat die Deutsche Reichspost mit sofortiger Wirkung die Vorschriften über die Versendung von Drucksachenkarten mit anhängender Antwortkarte zu der ermäßigten Gebühr von 3 Pf wesentlich erleichtert. Die Freimachung einer Drucksachendoppelkarte mit einer 3-Psennig-Marte ist künftig auch dann zulässig, wenn die Antwortkarte neben den üblichen Ausdrucken zur Vorbereitung der Antwort noch sonstige W rbeausdrucke des Absender- der Doppelkarte enthält. Die Antwortkarte steht Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitage- oder in der Samstagenummer des GieOener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens Im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf jetzt also bis aus die für die Anschrift bestimmte rechte Hälfte der Vorderseite und bis auf den für die Antwort vorgesehenen Teil restlos für Werbeaufdrucke zur Verfügung. Die 5-Piennlg- Gebühr bleibt nur für solche Drucksachendoppelkarten bestehen, deren anhängender Teil keine Antwortkarte darstellt, sondern lediglich gedruckte Mitteilungen an den Empfänger enthält. *• 5rt ft ablauf für R e n t e n a n t r ä g e In der Angestelltenversicherung. Durch Gesetz vom 7. März 1929 ist die Wartezeit in der Angestelltenversichecung allgemein aus 60 Beitragsmonate herabgesetzt worden. Das Gesetz ist mit Wirkung vom l.März 1929 In Kraft getreten. Ist ein Leistungsantrag vor diesem Zeitpunkt rechtskräftig abgewiesen, oder ein Antrag überhaupt nicht gestellt worden, weil die Wartezeit nicht erfüllt war, so kann, wenn nach dem Gesetz vom 7. März 1929 die Wartezeit erfüllt ist. die Rachprüfung beantragt werden. Der Antrag muß aber bis zum Schlüsse des Iahres 1930 gestellt sein. * E i n w a n d e r u n g s rn ö g l i ch k« i t nach Kanada. Born Reifebureau der Hamburg- Amerika-Linie, Gießen. S.'ltersweg 93, wird uns mitgeteiPt: Die deutschen Schiffahrtsgesellschaften Hamburg-Amcrika-Linie, Hamburg, und Rord- deutscher Llvyd, Bremen, find von der kanadi- fchen Einwanderung-,, ehörde dahingehend benachrichtigt worden, daß bis auf weiteres an Frauen und minderjährige Kinder aus den bisher von der kanadischen Regierung atö bevorzugt angesehenen Ländern, zu denen auch Deutschland gehört, das kanadische Visum ohne besondere Einreiseerlaubnis erteilt wird. Allerdings müssen die Ehemänner bzw. Väter solcher Frauen und Kinder bereits in Kanada ansässig sein. (Schluß des redaktionellen Teils.) Dieder naht das Deihnachtsfest. Fürforgende Liebe sinnt, mit welchen Gaben sie Freude bereiten kann. In heutiger schwerer Zeit wird man in erster Linie zum vraktischen Geschenk greifen. Nennen wir z B. nur Maggi's bewährte Erzeugnisse: Maggi's Würze, Maggi's Suppen, Maggi's Fleischdrühwürsel. die in jedem Haushalt willkommen sind Durch ihre vielseitige Verwendbarkeit helfen sie nicht nur Fleisch, Kohlen und Gas sparen, sondern erleichtern außerdem der Hausfrau die Kochnrbeit 407D M e T* ■ MM T - Was sagte schon der alte homer vor 2800 JAHREN UND WAS WURDE ER HEUTE SAGEN? i „Wein erfrischt des Menschen Herz,"sagte er damals, als | der Tabakgenuß noch unbekannt war. Heute, im Zeitalter der nervenaufreibenden Technik, würde er fortfahren: „Und Tabak beruhigt seine Nerven." Wir empfehlen Ihnen deshalb unsere guten Zigaretten, die nur besten, ausgereiften und würzigen Tabak enthalten. ZIGARETTENFABRIK MAKEDON G. M. ß. K, MAINZ Q |y 2 E R N FREI Generalvertretung: J.Meyer-Höckell, Frankfurt am Main, Staufenstraße 2, Tel. 73884 Wirtschafisnol zwingt zum Nachdenken Weihnachtskerzen Paket 0.38 07629 Soweit Vorrat reicht! 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Dezember 1930. Die Trauerfeier findet Freitag, den 12. Dezember, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. . . ___________ Staufenberg verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots einen Simmentaler Bullen. Angebote find bis zum Montag, dem 15. L 2IL, nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. wo die Bedingungen bekanntgegeben werden. 8332D Für den Weihnachtsbaum: Christbaumschmuck in großer Auswahl in allen Preislagen Feenhaar.............Karton 0.15 Kerzenhalter..........Dutzend 0.35 mit Kugelgelenk...Dutzend 0.60 Schokol.-WeihnachtsmännerO. 10-0.65 Staufenberg, den 9. Dezember 1930. Hessische Bürgermeisterei Staufenberg. Meyer. Warenabgabe nur an Mitglieder! 5% Rückvergütung! Unterstützung in Sterbefällen bis zu RM. 100.' des Morgenrocks Ullsteinschnitte Stadttheater Freitag, 12. Dez., ö 19V,b. geg 22'/,.Uhr 10 Zceilag.Mu. vm. Gewöhnliche Greife Hofe Bernd Schauspiel in fünf Akten von Gerhart Hauptmann. r -Vereine । Deolsclmalionale Volkspartei Wir bitten unsere Shin lieber, sich an der Samstag, dem 13. Dezbr. 1930, abends 8-30 Uhr, in der Tnrnballe ICetwaldsganenI ffattnnöenben Stahlhelm Kundgebung (Redner: Cberftlt Duestcrderg) recht zahlreich zu be- leiltgen. 18336U Der Vorstand. Nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief heute morgen 3V, Uhr sanft mein innigstgeliebter guter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Schwiegervater, Großvater, Sobn. Bruder, Schwager und Onkel Hilmar Krause, Schaffner im Alter von 45 Jahren. Geschenke für den Vater: Hosenträger.....Stück 1.40 bis 2.50 Herrensocken ... .Paar 2.00 bis 2.80 Virkenbesenreiser-Verkaus. Dienstag, den 16. l. 2H., werden von 10 Ahr ab etwa 65 Gebund Besenreifig aus der Försterei Harbach öffentlich gegen Barzahlung versteigert. Zusammenkunft beim Staubehälter im Forstort Klösgesrod, an der Straße Lindenstruth—Queckborn. 8334D hessisches Forslamt Grünberg. Konsum -Verein Gleisen und Umgegend e. G. m. b. H. Für die Hausbäckerei: GEG-Backpulver.......Beutel 0.08 Geraspelte Kokosnuß.... Pfund 0.44 Mandeln, süße */4 Pfund 0.35 u. 0.45 Bourban-Vanille i. Gl........0.40 GEG-Vanillezucker.....Beutel 0 06 GEG-Vanillezuckerglasur Beutel 0.25 Zitronat................Pfund 1.80 Orangeat..............Pfund 1.00 Zwangsversteigerung 60X30 Am Donnerstag, dem 12. Februar 1931, vormittags 10 Uhr, wird im Amtsgerichfs- gebäude, Zimmer 204, das im Grundbuche von Gießen dem Hermann Kopp in Gießen zugeschriebene Anwesen Neustadt Nr. 21 und 23 8329D Slur 1, Ur. 956 = 174 qra hofreite, geschätzt 21 920 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel im Stadthaus, Bergstrage 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 8. Dezember 1930. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo Ortsgerichtsvorsteher. inkl. Fl. 130 • n „ L60 Rotweine: 1928er Ober-Ingelheim er inkl. Fl. 1.20 1928er ZellerSchw.Herrg. ,, ,, 135 Priorato................ „ 1.50 Billige Seefische 3ür Deute und Freilos emufeDie: üeften SchellM o. S. lmtefdin.tiöfO.O.45 Denen Kabeljau o. 8. imAusschnillW.0 45 Delle Ziiels oon 8a- üeilau.....pfö 0.50 nefie Ziiels o. sitzell- fiflD......M.0 80 uefte Filets a. Golü- öorfd) - M 060 tiefte HorOfee-fiot- zungen M.1.00 üefteüoröfee-5(Dol- len. grotie M. 0 90 leüenöe soieseilaro- fen.......M.l.50 lev. Schielen vlti 2.10 leö. Aale- W. 1.70 leb. hechte -M. 1.70 Nur alle feinste Qualität! A.MVW. möustiurg 15 Sei. 3612 8i2id Geschenke für die Mutter: Bettkolter............9.80 und 8.50 Kissenbezüge .. .Stück 2.60 und 3.35 Hemdentuch . . .Meter 0.75 bis 1.05 Damenstrümpfe . .Paar 1.95 bis 4.55 Schürzen m allen Preislagen Damentaschentücher.... Stück 0.40 Wäschetruhen...............10.80 Statt jeder besonderen Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein innigstgeliebter, treubesorgter Lebensgefährte, mein guter Vater und Schwiegervater, unser geliebter Grobvater, Schwiegersohn, Onkel und Pate Herr Ludwig Hainer Eisenbahninspektor i. R. heute morgen kurz nach Vollendung seines 74. Lebensjahres nach schwerem in Gottergebenheit getragenem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Hainer, geb. Corvinus Ludwig Hainer und Frau nebst vier Enkelkindern. Gießen (Gnauthstr. 14), Nürnberg (Glockenhofstr. 43), 10. Dez. 1930. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 12. Dezember, nachmittags 31/, Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Friedhofes aus statt Beileidsbesuche dankend verbeten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die Kranz- und Blumenspenden beim Hin- scheiden unseres lieben Entschlafenen Kenn Clemens Scbwdtfeger sagen wir auf diesem Wege unseren herzt Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 11. Dezember 1930. Altangesehene rheinische Tuchfabrik sucht für den Vertrieb ihrer Kammgarnstoffe und Tuche an Private kaunonsfahtge Vertreter die als Berirksleiter selbst und mit Unter« Vertretern den Berfauf erfolgreich betreiben tönnen. Nur vonunbednigtemArbeus- getit beseelte Herren belieb, sich au meld. u. K. Aa. 2099 an Rndo» Blosse, Aachen. [.,wV für leichiverkäufUche moderne Universal- Tischlerei-Maschine für Gienen und Umgegend gesucht. Hohe Provision,- auch kur Händler geeignet. Angebote mit näher. Angabe über Tätigkeit und Beruf ufro. unter K. R. 9254 bef. Rudolf Moste. ft dl« a. Rb. _____________ |S3 tiV Alice-Frauen-Verein Gießen Abt. Bienenkorb Bei der heute stattgefundenen Verlosung sind folgende Losnummern mit Gewinnen gezogen worden: gz-»o Ofenschirme Kohlenfüller. ftoblcnkatteu, Qfcn- Vorsetzer, ^erdampfschaleu in großer Auswahl I8292A Edgar Vorrmann, Elsenhaodlung I Gut erhaltene Herren - Anzüge Gr. 50- 52, darunter 1 A-ratfr u. 1 Gehrock- anzug, sowie Siteiel privat vreisiv. z. vrk. 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Nr. 290 Drittes Blatt Eiebener Anzeiger (General-Anzriger für Gberheffen) Donnerstag, U. Dezember 1930 Wirtschaft. Oer Vergleich beim Laubacher Dorschußverein. D Laubach. 9.Dez. Heute vormittag fand im Saale des .Solmfer HoseS"^ der gerichtliche Verhandlungstermin über den Dergleichsvorschlag mit den am Der- gleichsversayren beteiligten Gläubigern des D o r- schuhvereinS e. G. m. b. H Laubach statt. too)u etwa 150 Gläubiger erschienen waren. Der bei Gericht eingereichte Dergleichsvorschlag lautete wie folgt: „1. Die sämtlichen Gläubiger werden mit der ganzen Höhe ihrer Forderung befriedigt. 2. Die Heimzahlung der Guthaben erfolgt innerhalb drei Jahren, spätestens am 1. Oktober 1933. Zwischenzeitliche Rückzahlungen werden im Der- hültn:S der Eingänge prozentual getätigt. 3. Alle Gutheben werden ab 1. 3uli 1930 mit Dem jeweiligen Reichsbankdiskont'ah verzinst. Die Aufwertungsguthaben-Derzinsung erfolgt nach den gesetzlichen Destimmungen. Aach Aufhebung derselben findet ebenfalls eine Derzinsung in Höhe deS jeweiligen Reichsbankdiskont.ahes statt. 4. Die Z nsen ter Guthaben werden jährlich fällig und nach Ablauf des verflossenen Jahres bezahlt. 5. Verrechnungen von Guthaben und Schuldkonten find statthaft. 6. Forderungen bis zum Detrage von 40 Alk. werden bei der ersten Rate voll ausbezahlt. 7. Die Erfüllung des Vergleichs ist durch Verwertung der Aktivmasse und Einzahlung der Ge- schäftsyuthaben gegeben. Von besonderer Eicher- heitSlelstung wird Abstand genommen." Zunächst konnte festgestellt werden, daß von 897 Gläubigern deS Dorschuhvereins bereits 578 Dew DergleichSvorschlage zugestimmt hatten. Somit ist die erforderliche einfache Mehrheit der Stimmen mit der entsprechenden Mehrheit des Einlagekapitals vorhanden. Die Entscheidung über die Bestätigung des Zwangsvergleiches wird das Gericht am 16. d. M. verkünden. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrtaen Schweinemarkt in Gießen standen 119 Ferkel und 2 Läufer zum Verkauf. Man bezahlte für sechs Wochen alte Ferkel 24 bis 28 Mk., sechs bis acht Wochen alte Ferkel 26 bis 30 Mk., acht bis dreizehn Wochen alte Ferkel 30 bis 35 Mk., Läufer 70 bis 80 Mk. — Tendenz: mäßig, äleberstand. Lchweincniarkt in Nidda. △ Aidda. 10. Dez. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt war mit 426 Ferkeln und Einlegern beschickt. Es hatten sich viele Kauflustige eingefunden. Die Ferkelpreise waren daher anfangs pro Kops 3—4 Mark höher, als auf dem letzten Marit vor 6 Wochen, sanken aber bis zum Schluß wieder auf den früheren Stand. 3m Durchschnitt kostete ein Stück: 6 Wo- chen alt: 20 bis 22 Mark, 8 Wochen alt: 27 bis 30 Mark, 10 Wochen alt: 32 bis 34 Mark. Einleger wurden mit 36 bis 40 Mark das Stück bezahlt. Zum Schlüsse wurden die 6 Wochen alten Ferkel billiger und noch für 15 und 16 Mark das Stück verkauft. * Die Eosinroggenpreiserhöhung. Der Verkaufspreis für Eofinroggen, dessen Bezug zur Einführung zolloerbilligter iiuttergerste in glei- chcr Menge berechtigt, ist, wie WTB.-Handelsdienst erfahrt, mit sofortiger Wirkung um 5 RM. auf 175 RM. je Tonne heraufgesetzt worden. Der Ver- kausspreis für Kartoffelflocken in der gleichen Korn- bination bleibt vorerst unverändert auf 170 RM. je Tonne. Frankfurter Börse. 5 ranksurt a. M., 11. Dez. Tendenz: erneut schwächer. — Bereits im heutigen Vormittagsverkehr setzten sich die Kursabschläge fort, und man hörte erneut recht schwache Kurse. Zu Beginn des offiziellen Marktes verstärkte sich die Abgabcneigung. Es sollen wieder kleine Auskand-Derkaufsaufträge an den Markt gajcmmcn fein, so daß auch die Baissepartei tr>iÄre Vorstöße unternahm. Bei der Auf- nahmeunlW der Börse führte diese Lage zu teilweise beträchtlichen Einbußen. Die gestrige schwache Aeuhorker Börse, die unter stür- mischen. Lärmszenen verlaufene Aeichstagssitzung und weitere Dankschwierigkeiten in den Der- m rügten Staaten trugen ebenfalls zu der erneuten Abschwächung der Börse bei. Die weiter feste Haltung der Mark machte demgegenüber keinen Eindruck. Die llmsatztätigkeit bewegte sich in den engsten Grenzen, doch war in vereinzelten Papieren das Geschäft etwas lebhafter. Die Kursrückgänge betrugen auf allen Märkten ziem - lich einheitlich 1 bis 2 Prozent. Am Chemiemarkt eröffneten 3.-G.-Farben mit minus 0,91 Prozent relativ gut behauptet, doch senkte sich der Kurs dieses Papieres nach Festsetzung der ersten Quotierungen auf 128,5 Prozent. Don Elektrowerten waren AEG. mehr angeboten und lagen mit minus 2 Prozent unter Pari. Licht & Kraft und Schlickert büßten je 1,5 Prozent ein. Stark angeboten waren auf unkontrollierbare Gerüchte Lahmeyer, die ca.. 8 Prozent niedriger taxiert wurden. Recht schwach lagen außerdem Siemens und Felten, die je 3 Proz. einbüßten. Am Montanaktienmarkt gaben Gelsenkirchen, Mannesmann und Rheinstahl bis 1,25 Prozent nach. Dauunternehmungcn büßten bis 2 Proz. ein. Wayß L Freitag konnten sich aber um 2 Prozent bessern. Angeboten waren auf eine wahrschein.iche Dividendenreduklion Süddeutsche Zucker, die im Derlause 3 Proz. verloren. Bis 3 Proz^ schwächer setzten noch Deutsche Linoleum, Salzdetfurth und Hapag ein. Doy internationalen Werten gaben Chadeaktien auf die Pesetenschwäche zirka 5 Mark nach. Deutsche Anleihen knapp gehalten. Ausländer still. Pfandbriefe still bei kleinen Deränderungen. 3m Der- lause kam die Abwärtsbewegung der Kurse zum Stillstand, doch war gleichzeitig eine große Geschäftslosigkeit festzustellen. Die Umfähe kamen immer mehr zum Stillstand. Die Kurse lagen auf dem ermäßigten "Niveau behauptet. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 4,75 Proz. erhöht. 2lm Devisenmarkt war der Verkehr f a st vollkommen geschäftslos. Madrid erneut schwach, die Schweiz und die Reichsmark dagegen fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1904, gegen Pfund 20,33, London gegen Kabel 4.858750, gegen Paris 123,60, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 45,00. gegen Schweiz 25,0450, gegen Holland 12.0575. Berliner Börse. "Berlin, 11. Dez. Hatte man schon den Eindruck gewonnen, als wenn sich die Eröffnung der heutigen Börse ziemlich behaupten könnte, so ergab ein Vergleich der ersten Aotierungen mit den "Bor- tags°Sch!ußkursen, besonders bei den Aebenmärk- ten, doch erhebliche Abschwächungen. Während die Rückgänge im allgemeinen sich in 1- bis l,5prozentigen Grenzen hielten, verloren 3lse Bergbau, Kali-Aschersleben, Westeregeln, Chadeaktien, Hirsch Kupfer und 3ulius Berger 4 bi8 6 Prvz. bzw. Mark. Auch Elektrische Lieferungen lagen 3 bis 5 Prozent niedriger, da man anscheineno für diese Gesellschaft aus den gemeldeten Unrcgllmäß gkriten bei cc: Bayerischen Cleltw Rückwirkungen befürchtet. Lahmeyer, die ebenfalls als Großaktionär an diesem Unternehmen beteiligt sind, erschienen zunächst sogar mit "Minus- Minus-Zeichen. Während daS Ausland auch heute eher wieder als Abgeber auf trat, zeigte die Speku- I lation zunächst eher Deckungsneigung. CS fehlte jede Anregung, und die Nachrichten, die aus der Wirtschaft Vorlagen, waren eher ungünstiger Natur. So diskutierte man die gemeldete Lohnsenkung im oberschlesischen Steinkohlenbergbau, die Preissenkungspolitik der ReichZposl, den Bericht der Banken im Rahmen der Ausführungen des 3nstituts für Konjunkturforschung, die ergebnislosen Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau, den Schiedsspruch im Danlgewerbe usw. Dor allem beschäftigte man sich aber mit der schwachen Neu- Yorker Börse von gestern und den Dorgängen in bet Neuyorker Bankwelt. (Mehrere Filialen der Dank United States of America muhten sich umfangreiche Abhebungen gefallen lassen, so daß sofort eine Nachtsihung bei der Federal Reserve Bank einberusen wurde.) Deutsche Anleihen lagen knapp gehalten. Ausländer geschäftslos. Oester- reichische Staatsanleihe von 1914 verloren 1 75 Prozent. Pfandbriefe und Reichsschuldbuchforde- ' ruHgen nicht einheitlich. Die Geldsätze waren unverändert. Tagesgeld war eher leichter. Nach den ersten Kursen hielt die Unluft der Börse an. Während zunächst nur le:ch e Kursabbröckelungen feft- zustellen waren, verstärkte sich die Abgabeneigung, -7lzM>nkrB30 0.5 1928 1929 A ifJ J A S O N' 1930 Statistik der Arbeitslosigkeit vom 31. Juli 1928 bis 30. November 1930. Die letzten Veröffentlichungen über den Stand der Arbeitslosigkeit in Deutschland weisen die Zahl von 3,76 Millionen auf. In den beiden letzten Novemberwochen sind allein über 200 000 Personen erwerbslos geworden. und da so gut wie keine Aufnahmeneigung bestand, gingen die Kurse mehrprozentig zurück. ÄED.. die ebenfalls an dem Bayerisch n Clektro-Skandal interessiert sind, unterschritten im Verlaufe die Parigrenze. 3n Bankaktien, speziell in Danatbank und Reichsbank, kam Auslandware heraus, auch in RWE. und Siemens. Auch Rheinisch-Westfälische Elektrizität gaben im Verlaufe weiter nach. Salzdetfurty. die sich zu den ersten Kursen behaupten konnten, verloren im Verlaufe 5,5 Prozent. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 11. Dez. Auftrieb: 94 Rinder, 869 Kälber, 357 Schafe, 1355 Schweine. Es kosteten: beste Mast- und Saugkälber 71 bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 70, geringe Kälber 61 bis 65; Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel, Weidemast, 45 bis 48, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 38 bis 44, fleischiges Schafvieh 30 bis 37 Mark. Schweine nicht notiert. Marktverlauf. Kälber mittelmäßig; Schafe lebhaft, ausverkauft; Schweine ruhig, ausverkauft. Preußen. Kreis Wetzlar. *S‘ehlar, 10. Dez. Unter dem Protektorat des Landrats M i ß veranstalteten die im Kreisverband zusammengeschlossenen ©eflügel- zuchtvereine des Kreises Wetzlar ^Wetzlar, Hochelheim, Hörnsheim, Lützellinden und Dorlar) am Samstag und Sonntag hier die zweite Verbandsausstellung. Als Preisrichter fungierten die von führenden deutschen Geflügelschauen her bekannten Herren Wulf. Leipzig, und B r a u n, Frankfurt a. M. Die gut beschickte Ausstellung war ein Zeugnis eifriger und ernster Arbeit der Züchter und gab einen Ueberblid über die Fortschritte in der heimischen Geflügelzucht, die während der letzten Zeit zu verzeichnen waren. Den Züchtern wurden als Lohn für ihre wertvolle Arbeit ansehnliche Preise zuteil. ch Launsdach, 10.Dez. Der Turnverein Launsbach hielt am Sonntag seinen dies- jährigen Theaterabend ab, der einen guten Desuch aufzuweisen hatte. Zur Aufführung gelangten zwei Theaterstücke, ein Schwank und ein Drama, die durch die gute Wiedergabe durch Mitglieder des Vereins reichen Beifall sanden. 6 Kinzenbach, 10.Dez. Die Masernepi- d e m i e ist hier soweit abgeflaut, daß der ausgesetzte Schulunterricht der zweiten Klasse wieder aufgenommen werden konnte. Büchertisch. — Herr und Mädchen. Roman von Karin Michaelis. Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin. (490.) — Ein Roman, der meisterhaft gestaltet ist und den Leser mit tiefer Ergriffenheit erfüllt. Die Handlung, in deren Mittelpunkt ein naives Mädchen und ein auf der sozialen Stufenleiter höher stehender Mann erscheinen, führt den Leser in dänische Derhältnisic und vermittell ihm zugleich anschauliche und eindrucksvolle Bllder. Dem Buche, das sehr spannend und in feingeformter Sprache geschrieben ist, kann man eine gute Empfehlung mitgeben. — Friedrich Lindemann: EinMann ging von Bord. Stuttgart. Engelhorns Ro- manbibliothek Band 1040 41. Leinen 3,50 Mark. (560) — 3n diesem Südsee-Roman zieht eine bunte Bilderreihe an uns vorüber: Verkommene Häfen, paradiesische 3n?eln, grauenhafte Stürme, zauberische Eüdsee-Nächte. Seeleute, Händler und Wilde sind die handelnden Gestalten; im Mittelpunkt ein junger Lord, der das beengende Dasein des traditionsgebundenen Erben flieht, weil er im freien Spiel der Kräfte, zur See und unter ben Wilden, das Glück der Persönlichkeit zu finden hofft. — K ö rperschönheit durch Körper- kraining. Zweckmäßig ineinandergreifende Körperbildung und Körperpflege nicht einseitige« Muskeltraining. Von A. Glucker, Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer und Mitglied der verschiedensten Fachverbände. Mit 27, zum Teil ganzseitigen Bildern auf Kunstdruckpapier. Preis nur 1,25 Mk.. soeben erschienen im Süddeutschen Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart, Dirkenwald- straße 44. (371.) — Kindergymnastik in Spiel und Seim. Das schöne gesunde Kind durch lebendige Dewegungssormen und natürliche Ernährung. Von Liso Mar und Frit Bahro. Mit 17 Bildern auf Kunstdrucktafeln. Preis 1.25 Mk. — So muß der Zuckerkranke leben! Aerztliche Ratschläge für die Lebensweise de« Diabetikers. Mit Diätanweisungen nach modernen Grundsätzen für leichte, mittelschwere und schwere Fälle. Von Dr. med. H. Malten, Baden- Baden. Mit Bildern. Preis 2 Mk. — D i e wirksame Bekämpfung des vorzeitigen Alterns. Von Dr. med. H. Malten, Baden-Baden, mit 15 Bindern, Preis 2 Mk. Neue Auflage (6. bis 13. Tausend); sämtlich im Süddeutschen Verlagshaus G. m. b. H. Stuttgart, Dirkenwaldstraße 14, erschienen. (628) — We 1 dwerk und Volk. Von Egon von Kap Herr. Reclams Unioersal-Bidliothek, Leipzig. Gebunden 80 Pf. (351.) — Kapherr geht an die breite Menge des Publikums heran, an das Volk, und mir glauben, daß der Leser ihn voll und ganz verstehen wird. — Spemanns Alpe n-Kalender. 26. (Jahrgang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Dieser altberühmte Kalender bringt herrliche Alpenaufnahmen und Tourenbeschreibungen, mit besonderer Berücksichtigung auch der Skihochtouristik. Preis 2,40 Mk. (466) — Epemanns Foto-Kalen der. 1. 3ahr- gang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Spitzenleistungen neuzeitlicher Lichtbildkunst. Preis 2,40. (467) — Spemanns Frauen-Kalender. 1. Jahrgang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Ein schöner Kalender für die lebenstüchtige, schaffensfrohe Frau. Preis 2,40 Mk. (465) — Spemanns Kun st-Kalender. 29. 3ahrgang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Vorzügliche Wiedergaben klassischer Kunst und Architektur, Porträts führender Persönlichkeiten auf dem Kunstgebiet, angewandte Kunst in Musterbeispielen. Preis 2,40 Mk. (464) — Philosophisch - literarischer Ab - reiß - Kalender für 1931. "Bearbeitet von Aektor Th. Lage. 3. Scheibles Verlag, Ed. Nähr, Kiel. Preis 2,50 Mark. (539.) — Kirchliche Nachrichten. israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 13. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.35 und 5.15 Uhr. Israelitische Retigionsgesellschaft. Sabbatfeier den 13. Dezember. Freitag abend 4 Uhr; Samstag vormittags 8.30; nachmittags 4.30; Sabbatausgang 5.15; Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4 Uhr. Jranffurt a. M Berlin Datum 10 12 11 12 10 12. 11 12 65.75 6l 69 Allgemeine Deutsche Eredikanll. 10 219 129.65 128,75 111 148,25 129.5 110,5 a.M. 101,75 I 99,75 72,51 73,75 117 116,25 46,5 i 47.5 85 58,5 124,5 124,25 105 61,4 60,8 83,5 21,95 22,1 111 18,3 18 • 62,5 12,5 12,65 2,8 64,5 36,75 3,1 35 36,5 35 2,9 150 I 140 I 70 133 26,25 2,45 24,25 107,25 0,25 151 109.25 110,25 225.75 44.13 81,5 Hama TanwfiÄiff . . Nordbeuticher Lloyd . . 6 . 6 . 8 . 8 . o 8K iC 10, 8 7 7 7 6 116 154 107 103,5 105,5 102,25 66,4 156,25 0 0 e 10 8 0 0 145 146 221 70.5 71 129,75 61,75 Ülnfar.,» flur< 6% -• 6 w . 9 10 10 , 7 10 10 8 150 1 140 i 63.25 31.4 146 147 220 38,5 110.5 283 166 131 58,5 61.4 98.75 1.45 2,85 26,4 2,5 . s 10 11 16 , 8 1( 107,5 117.13 157,25 44,25 110,5 284 6 9 5 6 b vchillß- hird 15 12 18 14 13'/. (5dilu5« für# 44,25 44,75 82 67.13 158 125 68,75 99,25 100,75 124 111,25 149,5 67,25 61 151 71 105.5 116,75 155 101.13 120,5 104,75 116 86,25 109 110.25 226 44 44,75 82,5 45,13 77 71 165 62 78,5 65.65 37,13 66,25 60 149,5 71 62 31.4 141 142,25 220 Barmer Bankverein . . . Berliner HandelegeleMchast . Commerz- unD Privat-Bank . tannflABier und Narioualöank Deutsche Bank und XUcontD-OefeUjdjaft, . . . Dresdner 8an! ..... Reichsbank 101,65 121,5 108 117,75 88 68,5 99 100,75 123 1-Ubr- 8 r« 157 I 124 , 129,75 62 12,4 6,45 35 80 | 63,5 59 62.5 100 77.5 88 106 . 114 • Rheinische Elektrizität Lchiciiiche (Üetnuttäl, (Bdiudeti & do. . . . Siemens & Halste . < Transraoto..... Labmeyer L To.. . < L-S.S.......... Bergmann ...... Elektr. LieserungSgelelllchaft Lichl und fltaft..... Felten & Guilleaume . . Seielllchaii für Elektrische I ®. Narb en-Industrie Dunamti Rubel . . . ScheideanNalk.... Goldlchmldt .... RütgerSwede .... Metallgelelllchafi. . . Cetetatgte Stahlwerke Ciaoi Minen . . Kaliwerke Alchertleben Kaliwerke Westeregeln Sollwerte Salzdetsurth 44 44,5 80,5 79,75 106,4 23,6 105.75 30 84,75 77 68.5 159 59,5 77 5 Unternehmungen .... io Hamburger ElektrizttLtS-Dede 10 $6011)0 Holz mann . . Zementwerk Heldelbe^ Gementroed 8 ad flott. Kode & Frevtag . . Buberu» ..... Deutsche Erdöl . . • diener Steinkohle . • Gelsenkirchen« . • • Harvenet . . . • Hoc ich Ellen. .... Iiie Bergbau .... Klöcknerwerie . . • Söln-Rcuellen ... Mannermann-Röbrr» Öanelelbet Bergbau . Cbedtblef Eiscnbcdars Obcrschles. Rotsroede. Dbönir Bergbau . . Rheinische Braunkohlen -thewsiahl ... BieMOoet* . . . 4% Cefteneiditidie Soldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrenke 4% OeKerreichiiche Einheitliche Rente ... 4% UngadfÄt Goldrente .... 4% Ungarische StaatSrenke V. 1910 454% dergl. von 1919 4% Ungarische Rronenrente 4% Türkische ZoUanlelhe von 1911 4% Türkische Bagdadbahu-Lnl Serie l . . 4% Betel. Serie 0 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ... . . . Rumänische vereinh Rente von 1913 . . 8tainänti$e wtttafc Stetie . 166,5 131,5 59.5 62,5 99 79,5 79.75 107 24 106,75 4,5 77 Schultheiß Patzenhos« C (miede...... euu ....... Bemberg ..... flelb'tcfi Walbhol . . flelKtofl SIchas'enbura Gbatlottenburget Wasse Dessauer Gas . . . Daimler Mowren . . Deutsche Lmoleum . Maschinenbau SU®. . Sol Automobil . . Ctrnftein & Scopel • Leonhard Tietz . . . Evenska .... Veoijenmarkt Berlin — Frankfurt • . . 6 . . . O ... 6 . . . 8 3L. . 8 . . 10 . . 10 • . . 9 ee to Rtanthxttet Maschinen @ rinnet Hevltgenliaedk . . . Iunghane Lechwerke...... IRamtraftwede HöchO c Mtag ..... Gebt. Roeder .... Lctgi & Haefsner . . GL»h«ulche ZE, • Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Dahinter den Papieren angeführten Ziffern geben die L)öhe der zuletzt bejchlosienen Dividende an. - Relchsbankdiskont 5 o H., Lornbardzinsfuß 6 o. S). "16*1. . . 10 . . V) . . Iß IO 109.25 10 110,5 18I 224 Vamourg-Ämerila Bakei . . . ,557 10,535 10,555 ytatien. . . 21,935 21,975 21.92 21,96 London. .. Renn ort . 20,339 20,379 20,339 20,379 4.1865 4,1945 4,186 4.194 Paris. . . . Schweiz .. 16,45 16,49 16,453 16,493 81,13 81.29 81.185 81,345 Span ton . 46,22 46.32 45,35 45,45 Japan . . . •Kto de 3an. Dien in D.' 2,081 2,085 2.078 2.082 0,404 0,406 0,406 0,408 Ceft abgeft 58,90 59.02 58,93 59,05 Prag . . . 12.419 12.439 12.422 12,442 Belirad . . 7,405 7,419 7,410 7,424 Bndap.'st. . 71,21 73,35 73,21 73,35 Bulcarien 3,034 3,040 3,036 3.042 Lissabon 18,82 18,86 18,805 18,845 Danzig. . . «onst-.mi» 81,82 1,784 81,48 1,789 81,345 1,784 81,505 1,789 Atben. . . 5,427 5,437 5,427 5,437 tunmda . . 4.185 4.193 4,183 4,191 Urn uaä. . 3,207 3,213 3,177 3,183 Lairs ,,4 20,86 20,90 80,86 80,96 DerLicherWeihnachlsmartt Stenographische We Kämpfe in Gießen Barstädten be st eben au Reichhaltigkeit tötet W । Schweine- und Krämermarkt, Austrieb von 9 bis 10 LLHr 8297D Reichhaltige Weihnachts-Ausstettungen in allen Geschäften! Kupferschmied. 8294[) 8299 D Mer Bank Samstags u Sonntags Konzert Gute Verpflegung -2981 d29bl ■ Günstigste Gelegenheit zu Weihnachts-Einkäufen! empfiehlt ihre hervorragenden Qualitätsbiere Spezialität „Helfenquell“ GRÖSSTE BRAUEREI OBERHESSENS BRAUEREI IHRING MELCHIOR rich von Lemmers: 1. Preis: Luise Reinhardt: 2. Preis: August Schott. Für die Weihnachtsfeiertage »St. Hubertus« Starkbier ueorgRollhaus Lieh Obst Gemüse Südfrüchte Blumen Kränze Buketts Samen Restaurant Zur Stadl Kietzen LICH /Giefeener Straße Wir vergüten für Spareinlagen bis auf weiteres 6'A Prozent und nehmen Einlagen von 1 RH an entgegen Kassenstunden: täglich von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr Postscheckkonto 67827 Frankfurt a. M. Fernsprecher 232 ---- 8296r mern gesetzten Zahlen sind das Ergebnis des Vorjahres. Kreis Friedberg. " Wülfersheim, 10. Dez. In der letzten Nacht wurde hier in ein F r i s e u r g e s ch ä f t einge- b r o ch e n. Dem Täter fielen eine Anzahl Toilette- gegenstände der verschiedensten Art im Werte von 150 bis 170 Mark in die Hände. Bei der polizeilichen Nachforschungen wurden gute Finger- und Fußspuren oorgefunden. Inftallationen für Licht, Kraft, Waffer Größtes Lager in: Motoren Wafcbmafcbinen und Hausbaltungs- gegenftänden 82930 HeinrichWalz _____LI CH (Oberbelfen) —'aren, als auch insbesondere ihre Güte, Solidität und Vreiswürdigkeit betrifft, ilnö sie wissen auch, daß sie den Einwohnern der umliegenden Gemeinden in alljährigen Geschäfts- beziehungen ihre Leistungsfähigkeit nachgewiesen haben, daß diese zu iynen Vertrauen haben. Und wenn nun am Montag der allbekannte Licher Weihnachtsrnarlt seine alte Anziehungskraft wieder beweist und die Besucher des Marktes durch die Stadt wandeln, werden sie an den Auslagen der Geschäfte sehen, daß man auch in Lich auf der Höhe ist und daß alle Weihnachtswünsche hier befriedigt werden können. Oberheffen. 8 Alten-Buseck, 10. Dez. Den Arbeitern und Arbeiterinnen der hiesigen Filiale der Zigar- renfabrik Carl Cm melius, Gießen, ist infolge der Zoll- und Steucrcichvhung für Tabakcrzeug- nisse gekündigt worden. Der Betrieb wird ab 20 Dezember st i l l g c l e g t werden. Dies bedeutet einen schweren wirtschaftlichen Schlag für unsere Gemeinde, zuinal außerdem noch eine große Anzahl hiesiger Arbeiter ihren Verdienst seither in Zigarren- fabriken von Gießen, Wieseck und Rödgen fanden. • Beuern, 10. D.z. Hier veranstaltete der Landcsverein für Innere Mission in der Kirche einen Filmvortrag „Wunder der Schöpfung". Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Gemeindegesang und eine Ansprache des Ortsgeistlichen gaben der Feier den würdigen Rahmen. Der Ertrag einer Kollekte, der dem neu zu errichtenden Krüppelheim von Rieder- Ramstadt und der Inneren Mission zusließen soll, brachte den Betrag von 86 Mark. — Der , Den Mä rkten einer Stadt kommt heute nicht inehr die große Bedeutung zu, wie in früheren Iahrhunderten. Der moderne Verkehr, Eisenbahnen und Automobile, haben heute die räumlichen Entfernungen überwunden und die Städte einander nähergerückt. Für billiges Geld ist es möglich, in ein paar Stunden eine Reise zu unternehmen, die früher mit großen Beschwerden oft Tage in Anspruch nahm. Damit ist auch die überragende wirtschaftliche Bedeutung, die früher eine Stadt für ihre ganze Umgebung hatte und die sie zu besonderen Zeiten zum Verkehrszentrum für diese machte, entschwunden. Der frühere Zwang, feine Einkäufe in der nächstgelegenen Stadt zu machen, hat einer größeren Beweglichkeit der Bevölkerung Platz gemacht. Damit ist die Möglichkeit für die Geschäfte einer Stadt gegeben, in das Wirtschaftsgebiet einer anderen Stadt überzugreifen. Die Konkurrenz, die früher nur am Platze zwischen den einzelnen Geschäften bestand, hat mit verschärfter Heftigkeit zwischen den einzelnen Städten eingesetzt. Mit großaufgezogener Werbung suchen die Geschäfte der einzelnen Städte sich zu überbieten, älnd hier beginnt darum auch die Aufgabe der Stadtverwaltung selbst, ihre Gewerbetreibenden in dem Bestreben, die Käufer von auswärts an sich zu ziehen und damit ihren älmsatz und ihre Steuerkraft zu erhöhen, zu unterstützen, die sogenannte Verkehrswerbung. Auf diesem Gebiete begegnen sich Kommunen, Verkehrsvereine und Wirtschaftsvertretungen und arbeiten Hand in Hand. Ratürlich ist es hier wie überall. Ie größer eine Gemeinde ist, desto mehr Steuerkraft steht hinter ihr und desto mehr Geldmittel kann sic auch für diese Zwecke ausgeben, ilnö es ist nicht zu verkennen: der heutigen Welt muß imponiert werden. Ie größer eine Werbung aufgezogen ist, desto mehr fällt sie ins Auge und desto mehr wirkt sie. Die prächtigen Auslagen der großen Geschäftshäuser, der strahlende Lichterglanz ihrer Schaufenster finden bei der breiten Menge meist mehr Beachtung, als die einfacheren, aber doch ebenfalls gediegenen Ausstellungen kleiner Laden- geschäfte. Der aufmerksame und überlegende Beobachter müßte sich sagen, daß die Ladengeschäfte in der Kleinstadt aus denselben Fabriken und Großhandelsgeschäften ihre Waren beziehen, wie diese großen Kaufhäuser auch, und daß schon allein die Konkurrenz derselben sie zwingt, in der Güte auf. der Höhe zu bleiben. Ia, es wirft sich sogar die Frage auf, ob das Ladengeschäft in der Kleinstadt nicht noch billiger verkaufen kann, als das Kaufhaus der großen Stadt. Denn der Glanz und die Pracht, die großen Spesen der Aufmachung müssen doch auch bezahlt werden, auch der große Warenhausbesitzer kann sie nicht aus eigner Tasche zusetzen, sie müssen immer erst wieder aufgebracht werden, ilnö eins hat der Ladeninhaber der Kleinstadt meistenteils bestimmt vor dem großen KaufhauSbesitzer voraus: die persönlich e D e r b i n b u n g m i t ö c m Ä ä u f c r. In oft jahrzehntelangen geschäftlichen Beziehungen hat man sich kennengelernt. Man weiß, was man voneinander zu halten hat. Der Geschäfts- inhober hat mehr Verständnis für den einzelnen Käufer, er kann ihn meljt beraten und ihm das Brauchbarste für diese oder jene Zwecke an- bictcn. ilnö wenn dann zu Hause sich der Käufer den Einlauf besieht, ist er oft doch weit besser bedient, als wenn er, auf sich allein gestellt, etwas mitgenommen hat, was mitunter gar nicht für ihn paßt. .ilnb so sehen auch die Licher Geschäfte dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft in »Ruhe entgegen. Sie wissen, daß sie alles aufgeboten haben, um In der Konkurrenz mit den Rach- Barstädten bestehen zu können, sowohl was die älteste Mann der Gemeinde, Herr Kaspar Walther, feierte in geistiger und körperlicher Frische seinen 87. Geburtstag. = Beltershain, 10. Dez. Ein hiesiger Einwohner machte seinem Leben durch Erschie - ßen ein Ende. D.r Mann war seit Iahren sehr schwer nervenleidend. Eine Rentensache, die längere Zeit lief, wurde letzthin abgelehnt. Vermutlich hat der Bedauernswerte aus Verzweiflung darüber den verhängnisvollen Schritt getan. Die Gemeinde hatte übrigen« für ihn eine Beihilfe bewilligt. l_I Großen-Lin den, 10. Dez. In der jüngsten G e m e i n d e r a t s s i tz u n g wurde die vom Fürsorgeausschuß unter Beacktung der staatlichen Richtlinien vorbereitete Zuteilung von Winter- beihilfen für Arbeitslose, Ausgesteuerte usw. einstimmig genehmigt. Rach Mitteilung des Bürgermeisters sollen etwa 80 Personen mit Beihilfen bedacht werden. — Die Hundesteuer für die Gemeinde wird für 1931 in dec bisherigen Höhe erhoben. — Als Vertreter für die De- zirkssparkasse Gießen wurde der Beigeordnete Karl Weigandt gewählt. — Die Repa- raturen an der Wasserleitung für 1931 wurden dem Installateur Heinrich Weigandt III. durch Auslosung übertragen. — Die Viehzählung in hiesigepi Ort ergab folgende Bestände: Pferde 68 (65), Rindvieh 556 (520), Schafe 127 (99), Schweine 985 (791), Ziegen 326 (319), Fed-rvieh 5490 (5254), Bienenstöcke 24 (13). Die in Klam- Als Abschluß der diesjährigen Vereinstätigkeit veranstaltete die I. Reichst ur zschrift- gesellschaft „Gabelsberger" undDa- menabteilung e. 2. Gießen ein Welt- schreiben, dem auch ein Schön- und Richtigschreiben angegliedert war. Geschrieben wurde nur nach der Einheitskurzschrisl, und zwar in den Abteilungen 60 bis 240 Silben. Insgesamt wurden 71 Arbeiten abgeliefert. Das Wettschreibergebnis ist folgendes: Schnellschrelben. 2 4 0 Silben: 1. und Ehrenpreise: Kurt Moosdorf und Georg Wahl. 180 (Silben: 1. und Ehrenpreise: FritzDörf- ner und Dvra Heß: 1. Preis: Friedrich von Lemmers. 140 Silben: 1. und Ehrenpreise: Aenne Thein und Oskar Winzer: 1. Preise: Auaust Schott und Otto Wahl. 120 Silben. 1. und Ehrenpreise: KätheDe- muth, Erna Reininger, Herta Kreye, Emmy Overbeck: 1. Preise: Adam Carl, Karl Brückel, 2. Preise: Otto Rühl, Heinrich Schmieder. 1 0 0 Silben: 1. und Ehrenpreise: Fritz Hederich, Minni Schmitz, Luise Reinhardt, Else Leinweber, Lilly Dikomcit: 1. Preise: Aenne 5cnöt, Karl Bree, Gertrud Schäfer, Marianne Schreiner: 2. Preise: Käthe Iudt, Heinrich Dörr: 3. Preis: Franz Trauth. 8 0 Silben: 1. und Ehrenpreise: Else Link° mann, Irma Volk, Wilhelm Hofmann: 1. Preise: Konrad Sänger, Karl Marth: 2. Preis: Friedel Fischer. 60 Silben: 1. und Ehrenpreise: Adolf Schmitz, Else Trebing, Irmgard Schnabel: erste Preise: Annemi Steinberger, Margarete Karcher, Gustcl Prang: 2. Preis: Erika Lich. Schön- und Richligschreiben. Derkehrsfchrist: 1. und Ehrenpreis: Friedrich von Lemmers (außer Konkurrenz), 1. und Ehrenpreise: Heinrich Graf, Konrad Sänger, Otto Wahl, Annemi Steinberger, Luise Reinhardt: 1. Preise: Margarete Karcher, Theodore Heinz, Erna Reininger: 2. Preise: Gertrud Schäfer, Adam Earl, Irmgard Schnabel: 3. Preise: Karl Marth, Else Trebing, Else Leinweber. Redeschrift: 1. und Ehrenpreis: Fried- Kirche und Schule. Dekanatskonferenz in Gießen. Die letzte Dekanatskonferenz der ev. GeistlichendesDekanatsGießen dieses Iahres tagte am Dienstag im Markussaal zu Dießen unter dem Vorsitz des Dekanstellvertret-rs Pfarrer Sattler, Wieseck. Er gedachte des verstorbenen Pfarrers Hartmann, Alten-Buseck, dessen Andenken in der üblichm Weise geehrt wurde. Unter den amtlichen Mitteilungen befand sich auch ein Hinweis auf den in Gießen am 14. -oanuar 1931 stattfindenden Kurfud-fur neben» amtliche Bücherei lei ter. Pfarrer Lenz, Gießen, berichtete über die von ihm geleitete Dekanatsbibliothek, Pfarrer Büchner, Treis, über den Feiierveriicherungsverband der evangelischen Geistlichen in Hessen. Pfarrer Lic. Waas, Gie- nen, hielt einen Vortrag über: „Proletarischer Glaube und die Kirche. Eine lebhafte Aussprache schloß sich» an. Der Kurzschriftverein von 18 61 mit Damenabteilung hielt anläßlich des 30fähri- gen Bestehens der 'Samenabteilung ein Iubi- läumswettschreiben in der Goetheschule ab. Die Beteiligung war gut, denn nicht weniger als 103 Arbeiten wurden abgeliefert, und zwar 71 beim Schnellschreiben und 32 beim Schön- und Rich- tigschrciben. Tie Preisträger waren: Schnellschreiben. 2 0 0 Silben: Ehrenpreis Wilhelm Rieß. 160 S.: 1. und Ehrenpreise: Olga Pfeiffer, Helmut Zschunke, Fritz Reh. 140 S.: 1. und Ehrenpreise: Heinrich Mosbach, Luise Schade, Friedrich Gorges, Anni Lanio, Lina Kiefer, Ellh Rieß, Helmut Eckhardt, Elfe Dikomeit, August Decker. 120 S.: 1. und Ehrenpreise: August Schwalb, Richard Strauch, Ewald Wagner, Irma Levi. 2. Preis: Ludwig Schön. 1Ö0 Silben. 1. und Ehrenpreise: Wilhelm Honig, Heinrich Volk, Ernst Häuser, Ernst Eckhardt, Robert Rieß. 2. Preise: Emmi Größer, Irmgard Sonneborn, Wilhelm Paulus, Helene Hofmeister, Martha Seiferth. 3. Preise: Karl Hof, Lotte Kopp, Ludwig Herbert, Hans Schmidt. 80 S.: 1. und Ehrenpreise: Otto Wack, Geno Weihl, Elisabeth Wall, Karl Peter, gerb. Doluminslli, Friedrich Hofmann, Hans Werner, Heinrich Winther, Manfred Seligmann. 1. Preise: Walther Hällmayer, Emil Iost, Else Schüßler, Irma Selig: Alfred Grün: 2. Preise: Heinrich Schlamp, Ottilie Lamm, Berthi Gabriel, Philipp Schlamp, Hans Westrupp: 3. Preis: Ria Kahl. 60 S.: 1. und Ehrenpreise: Maria Derzbach, Irma Peter, Franz Koch, Emmi Reich, Karl Müller, Anm Schmittdiel, Paula Reuser: 2. Preis: Luise Decker. Preis-Schön- und Richtigschreiben. Verkehrsschrift: 1. und Ehrenpreise: Emil Iost, Rich. Strauch, Franz Koch. 1. Preis: ®. Häuser. 3. Preise: Hch. Volk, Friedr. Gorges, Wilh. Honig, Lotte Kopp, O. Wack, E. Eckhardt. Redeschrift: 1. und Ehrenpreis: Richard Strauch. 2. Preise: Emst Häuser, Friedrich Gorges, Emil Iost. 3. Preise: Hans Schmidt, Wilhelm Paulus, Heinrich Mosbach. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt, die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Großes Rehschlachten im Gießener Stadlwald. Die Ausführungen des Einsenders in Rr. 284 de« Gießener Anzeigers vom 4. Dezember kann und muß jeder wahre Weidmann nur unterstreichen. Schade ist nur, daß, falls die Angaben einwandfrei feftliegen, die Iagdpächter nicht namentlich benannt und damit an den Pranger gestellt wurden. Selbstverständlich leisten die nicht genügend durchgearbeiteten Iagdpachtverträge und in zweiter Linie auch die Hess. Iagdordnung derartigem Abschlachten von Rehwild direkt einen Vorschub. Disher hat es leider der hessische Staat noch nicht für nötig gehalten, sich die berechtigten preußischen Iagdverordnungen zu eigen zu machen, die in jeder Weise solchen Aasjägereien einen gewissen Riegel vorschieben. Schalenwild, und zwar Rot-, Dam- und Rehwild, darf nur mit der Kugel geschossen werden. Geht die Rehbockjagd zu, dann geht die Iagd auf weibliches Rehwild auf, d. h. es kann nicht ■ jedes ankommende Stück Rehwild einfach mit Schrot bespritzt werden, sondern der Säger muh, wie man es von jedem weidgerechten Säger auch ohne Gesetz verlangt, das Stück erst genau ansprechen, ehe er den Schuß abgibt. Ein mit der Kugel beschossenes Stück Wild gibt genügend Schweiß, um eine Rachsuche vorzunehmen, während dies beim Schrotschuß nicht der Fall ist. Man hört häufig nach Schluß des Triebes auf die Frage: „Was haben Sie geschossen?" die Antwort: „Sch habe vorbeigeschossen." Meistens hat aber das Stück doch etwas abbekommen und verendet dann nach tage- oder wochenlangen Qualen jämmerlich. Warum hat es der Hess. Sagdklub noch nicht über sich gebracht, die Destrebungen des Reichsjagdbundes durch seinen Beitritt zum Wohle der deutschen Sagd zu unterstützen? _ Warum hat es der Hess. Sagdklub mit den übrigen Iagdklubs und Hegevereinen in Hessen weiterhin noch nicht fertiggebracht, andere für die Sagb und das Wild bessere Iagdgesehe für Hessen zu erreichen? H. Hensell. Besucht den M WIMM OIH MW,15. WM Empfehl« meine eelbstangeLertig- len, handge ä in inerten kupfernen Waschkessel in jeder Fasson und Größe, blitzblank gescheuert. 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Ä schafter It Liste der i der Enter davon not Sonnino h nellenangri gerade die scheidungen zur Entschei ^mperiali j Italien t das die ( KlkW Von M,. ^andesverb M Erforsch . Seitdem' °«Tr>deW schulten, tchrer bedeut einer andere heimlichem e, °n noch die! h^ute sch^ e ÄS k.lvolli Frische S Dies ist Sg Sh? li-Ö SB- Mbtn j“bt flfgnetp’?fTn 1 ,oit4V°öci hlbft ßJ^nbii h J'N c$i fW&un Nr. 290 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Donnerstag, U. Dezember (930 Deutschland der Krieg erklärt werden. Delcasse arbeitet fieberhaft an einer Vermittlung, umsonst. Da wird P o i n c a r e vorgeschickt. 3n einem Telegramm vom 21. April an den Zaren beschwört er ihn, einen Vruch zu vermeiden. llnb der Zarlenkt e i n. Der Londoner Pakt trägt das Datum des 26. April. Sechs Tage später und der Durchbruch der russischen Front hätte wohl noch einmal die Lage verschoben. So aber sind die Würfel gefallen — ein Monat nach der Unterschrift, am 26. Mai, marschiert Italien. Vier Wochen blieben, um die Zustimmung des Parlaments in Rom zu erringen. Wie man weih, ein schweres Werk. Rur die Kriegserklärung an Oesterreich (23. Mai) konnte durchgcsetzt werden. Pigaud hot sicher Recht, wenn er die Bedeutung des diplomatischen Erfolges der französischen und englischen Diplomatie unterstreicht. Italien wurde wirklich das Zünglein an der Waage. Aber die eigentliche Auswirkung des verhängnisvollen Londoner Paktes merken wir erst jetzt, in der Rachkriegszeit. Vittorio Denetv hielt nicht, was Rom erwartete. Dalmatien ist nicht in italienischer Hand, Korsika dagegen eine auf die Brust Italiens gerichtete Pistole geworden. Wo sind die versprochenen Kolonien? Der Brenner erweist sich als e i n Danaergeschenk. Ist doch Italien mehr denn je auf Deutschland angewiesen. Ein isolierte- Italien kann der französischen Hegemonie unmöglich widerstehen. Unb die Riegel an der Mausefalle, Suez und Gibraltar, haben erst durch die Vernichtung der deutschen Flotte ihre furchtbare Bedeutung erhalten. Es ist verständlich, daß man daher in Rom wenigstens die vollständige Einhaltung des Londoner Vertrages, die Auszahlung des In- tcrvcntionspreifes, verlangt. Aber Die Adria, i! mare amato, ist um nichts weniger bitter geworden, denn dort, wo der Oestcrreicher stand, steht jetzt der Slawe, und der ist eine Schild- wache des großen Alliierten, der lateinischen Schwester. Wir hoben alles gegeben, sagen ihr die Italiener ins Gesicht, du aber nichts! Win ermöglichten deinen Sieg, du aber verbaust unS den Weg zur Zukunft. Sollen wir kein Recht haben, unzufrieden zu sein? Oer unzufriedene Sieger. Enthüllungen über den Geheimvertrag zwischen Italien und der Entente aus dem Jahre 1915. Von unserem römischen ^.-Korrespondenten. Eines der starken Hindernisse auf dem Wege zum europäischen Frieoen erblicken die diplomatischen Kabinette in der unverschleierten Unzufriedenheit Italiens, die praktisch zum Zerfall der Entente und zur Verschärfung des Gegensatzes zu Frankreich geführt hat. Gebt man der römischen Verstimmung nach, so gerät man über die natürlichen Reibungsflächen, die heute so viel von sich reden machen und durch die Ramcn Tunis und Korsika nur angedeutet, durch die Auseinandersetzungen über Kolonial- und Hcgemoniefragen beleuchtet werden zu dem berühmten Londoner Pa k t, dem Gebeimvertrag, der Italiens Eintritt in den Krieg und — den Preis dafür festlegt. Ein Preis, der nach römischer Meinung nach Erreichung des Zieles nicht voll bezahlt worden ist. Guerra vinta, pace perduta! hieß das Schlagwort dann, Krieg gewonnen, Friede verloren. Hatten die Alliierten in kritischer Stunde mehr versprochen, als sie halten konnten? Es ist lehrreich, zu sehen, wie damals um Döltargeschicke geschachert, auf welche Weise es schließlich fertig gebracht wurde, einen neuen und entscheidenden Bundesgenossen für den „heiligen Kreuzzug" zu gewinnen. Wenn jetzt Licht in das Dunkel dec Kabinette fällt, so verdanken wir es vor allem einem Franzosen, Albert Pingaud, dem Archivleitcr des Auswärtigen Amtes am Quai d'Orsay. Pingaud berichtet auf Grund bisher unbekannter Zeugnisse u. a. in der „Revue de la France": Die italienischen Staatsmänner hatten nie ein Hehl daraus gemacht, daß Italien außenpolitisch von England abhänge, der einzigen Macht, die die italienische Küste vor der französischen Flotte schützen konnte. 11 nb in Paris hatte man längst die Sicherheit, daß Italien nicht gegen die lateinische Schwester losschlagen werde. In der Wilhelmstraße dagegen beachtete man nicht einmal das zynische Geständnis Trubeh- kois, daß es für die Entente ja ganz nützlich sei, wenn Italien im Dreibund verbliebe, wo es nicht schade und den anderen Mächten nicht durch Forderungen lästig werden könnte. Es bedurfte schon eines außergewöhnlichen Maßes von Raivi- tät, in den ersten Augusttagcn des Iahres 1914 ernstlich auf das Erscheinen italienischer Hilfstruppen nördlich des Brenners zu rechnen, wenn man damals auch nicht gewußt hat, was wir jetzt durch Pingaud erfahren, daß die Versucher, die sich dem italienischen Außenminister Marquis Di San Giuliano näherten, zwar nicht eine Zusage italienischer Hilfe für die Entente, aber immerhin schon die Erlaubnis erzielten, Italien Versprechungen machen zu dürfen. Zunächst stehen Trient und T r i e st im Mittelpunkt der Verhandlungen. Cs ist zweifelhaft, ob auch bei einer weniger starren Ablehnung Franz Iosephs mehr als die vorläufige Reutralität Italiens für Oesterreich zu gewinnen gewesen wäre. Italien leitete aus dem Artikel? des Dreibundvertrages bereits das Recht für sich ab, sein Ohr auch den Ententemächten zu leihen. Am 18. Februar 1915 erhält der Botschafter Italiens in London, I m p e r i a l i. eine Liste der Bedingungen, unter denen sich Italien der Entente anschließen würde. Grey durfte davon noch nichts wissen, denn der vorsichtige Sonnino wollte erst die Ergebnisse des Dardanellenangriffs abwarten, aber schließlich war cs gerade die Furcht, von den orientalischen Entscheidungen ausgeschlossen zu werden, die Italien zur Entscheidung drängte. Am 4. März überreicht Imperiali in Downing Street sein Memorandum. Italien verlangte außer Trient und Triest, was die Entente bereits zugestanden hatte, Diplomaten bitten zum Tee... i Brennpunkte der Berliner Geselligkeit. — Begehrte Orientalen. — Zechtabende in der ägyptischen Gesandtschaft. — Oesterreichs und Bayerns Gesandte lieben die Musik. — Diplomatischer Empfang gegen Eintrittsgeld. — Brasiliens Gesandter, ein Meister des Bridgespiels. Von Bella Eleve mann-Zromm. eine Vergrößerung seines Kolonialbesitzes, einen Anteil an dem türkischen Erbe und die ganze gegenüberliegende Adriaküste mit den vorgelagerten Inseln und Albanien. Hier traf seine Begehrlichkeit auf die Interessen Serbiens und die Pläne Rußlands. Saso- noff verhielt sich daher kühl, Delcasse dagegen hoffte, daß «Italien auch Rumänien, vielleicht sogar Griechenland und Bulgarien mitreißen würde, und fand als Fürsprec^rr Italiens eine Unterstützung durch den Großfürsten R i k o l a u s, der vor allem einen neuen Kriegsschauplatz gegen Oesterreich brauchte. Aber es zeigte sich bald, daß die aktenmäßigen Forderungen Roms noch viel weiter gingen. Trient wurde darin bis zum Brenner verstanden, Triest mit Einschluß Istriens und der Halbinsel Sabioncello. Die Küste von Ragusa abwärts sollte neutralisiert werden, um Serbien den maritimen Stützpunkt C a t t a r o zu entziehen. In Kleinasien wird Adalia mit Umgebung begehrt, in Critdea eine Abrpndung, desgleichen in Somaliland und Libyien. Für die Erfüllung aller dieser Wünsche stellte Italien den Kriegseintritt in Aussicht, unter der Bedingung, daß es die Wucht des österreichischen Angriffs nicht allein zu tragen habe. Ein Teil der Oesterreicher sei in Galizien festzuhalten, die österreichische Flotte (von Lissa her in unliebsamer Erinnerung) durch die französisch-englische zu blockieren. Von einer Verpflichtung zum Angriff aus Deutschland war keine Rede. Hatten schon Grey und Delcasse an dem Memorandum einiges auszusehen, so war S a s o - n o s f als Beschützer der Südslawen natürlich peinlich berührt. Zäh mußte hinter den Kulissen gerungen werden, vor allem um Dalmatien. Es gelang den Russen, die Italiener von der Rarcnta bis zur Kerka zurückzuschieben, der serbische Schützling mußte doch zu dem ihm zu- gedachten Bosnien auch ein Küstenland haben. Italien klammert sich an Zara und die Inseln, die aber für die Entwicklung einer südslawischen Seemacht unerläßlich sind. In diese Verhandlungszeit fallen die Bemühungen Bülows, Italien bei der Stange zu halten. (Sonnino spielt beide Teile gegeneinander aus, läßt bei der Entente durchblicken, daß Italien die Entscheidung zugunsten der Mittelmächte noch immer offen lasse. Sasonoff antwortet mit der Verbreitung von Gerüchten über einen Sonderfrieden zwischen Wien und Petersburg. Die Verhandlungen geraten auf den toten Punkt. Hier seht nun die französische Diplomatie wieder geschickt ein, unterstützt von Paleoloque in Petersburg. Italien ringt jetzt nur noch um die Inseln Lesina, Curcola, Meleda und um Sabioncello. Anderseits machen der Fall Przemhsls und die rumänische Gefahr Bülow und die Oesterreicher nachgiebiger. Durian, der neue österreichische Außenminister, läßt sich von Sonnino Vorschläge über den Preis der italienischen Reutralität machen — auf mehr wagt man schon nicht mehr zu hoffen. Das Unwetter von Gorlice zieht herauf, Frankreich trüngt vor Qlrgft, I allen zu ter i:ren. Delcasses Verrnittlungsvorschlag wird endlich nach langem Hin und Her angenommen, denn Italien seinerseits fürchtet den Sonderfrieden Oesterreichs mit Rußland und im Gefolge den Zorn des Bundesgenossen. Arn 14. April nimmt Grey von Imperiali die Entscheidung Roms entgegen. Italien tritt also an die Seite der Entente — aber erst einen Monat nach Unterzeichnung der Verträge. Reues Feilschen um den Zeitpunkt. Sasonoff droht, alle Zugeständnisse zurückzunehmen, wenn die italienischen Truppen nicht spätestens am 1- Mai losschlagen. Gleichzeitig müsse an Heber die Festlichkeiten und Empfänge der Diplomatie, des Adels und der Hochfinanz, über die teuren Toiletten der mehr oder weniger schönen Damen dieser Gesellschaftskreise erfährt man alles Wissenswerte aus den ausführlichen Berich- ten der Zeitungen — wenigstens in England und in Amerika. In Deutschland kümmert man sich um das Gesellschaftliche viel weniger, denn bei uns hat man andere Sorgen. In der Rot der Zeit sind die Festlichkeiten eingeschränkt worden, und in den Ballsälen ist viel Platz zum Tanzen, da es an Besuchern fehlt. Dennoch gibt es auch heute zahlreiche Leute, deren höchster Ehrgeiz es ist, eine Einladung zu einer exklusiven Veranstaltung zu erhalten und eine handgestochene Karte zu empfangen, auf der zu lesen ist: „Der Botschafter von ... reich und Frau R. R. bitten zum Tee". Das erhöht das Selbstbewußtsein, und es gibt die Gelegenheit, später leichthin im Bekanntenkreis zu erzählen, wen man in der Tier- gartenstrahs oder in einem Palais Unter den Linden ge'ehen hat. Die neue Saison hat begonnen und mit ihr der Kampf um den Vorzug, zur führenden Gesellschaft zu gehören. Wie energisch man sich um die „Dazugehörigkeit" bemüht, das wissen nur die Presseattaches und die Sekretäre der Legationen. Sie werden angefleht, Einladungen zu vermitteln. Denn an der Spitze der privaten Geselligkeit der Metropole stehen nun einmal die Empfänge der Diplomaten. Da die Bälle etwas in den Hintergrund getreten find, trifft man sich eben bei kleineren Diners und Soupers auf den vielbesuchten — man könnte beinahe sagen: vielumkämpften — routs, von denen drei an einem Rachmittag „erledigt" werden können. In früheren Iahren lag der Schwerpunkt und die Hauptanziehungskraft wohl in den Salons der englischen und der französischen Botschaft. Heute, wo Sport alles ist, sind die Fecht- abende, die der temperamentvolle ägyptische Gesandte in seinem Palais veranstaltet, viel- begehrte Anziehungspunkte. Im Salon Dr. H a s - fan Rachat Paschas war es zum ersten Winterempfang zum Bersten voll. Der junge Diplomat hatte zu ägyptischer Musik geladen, und eine schlanke Tänzerin versuchte diskret anzudeuten, wie in ihrer Heimat getanzt wird. Der apostolische Runtius, dessen karmoisinrote Kops- bcbcdung in der Menge der Gäste austauchte, unterhielt sich derweilen mit den Botschaftern von England und Frankreich: er stand unter dem elektrisch angestrahlten, überlebensgroßen! Oelbild Königs Fuad I., den man ja auch in Berlin kennt, und zu dessen Thronbesteigungsfeier — diesmal war es der 13. Iahreslag dieses Ereignisses — annähernd 400 Personen ihren Tce in der Berliner ägyptischen Gcsandtschast tranken. Begehrt sind auch die Einladungen zum türkischen Dotschafterpaar. Die orientalischen Exzellenzen sind jung, fesch und beliebt. Da sie selbst rr'cran dabei sind, muh „man“ auch bei ihnen sein. Der Botschafter reitet, spielt Tennis — foga«. linkshändig, weil eine Kriegsverletzung feinen rechten Arm gelähmt hat, und seine Frau modelliert, musiziert, gehört Chrenausschüssen an — und ist nebenbei eine Prinzessin ägyptischen Geblütes. Der französische Botschafter, ein Verehrer schöner Frauen und köstlicher Bücher, liebt nicht die rauschenden Feste. Er fördert Kunstausstellungen, deren Protektorat er übernimmt, und unterstützt die kulturellen und politischen Bestrebungen der Deutsch-französischen Gesellschaft. Auch das englische Botschafterpaar, dessen schlankes Töchterchen zu den begehrtesten jungen Damen der Berliner Gesellschaft gehört, steht nicht gerne im Mittelpunkt geselliger Veranstaltungen. Der einzige Sohn des Diplomaten studiert in München, und wer sie kennt, konnte alle vier Ruin - bolds sowohl in Bayreuth als in Oberammergau zu den Festspielen in ihrem Luxusauto vorfahren sehen. Die russische Botschaft erwartet erst in diesen Tagen den neuen Herrn aus Moskau. Bei Krestinskis war cs immer sehr gemütlich, es gab überdies reichlich Kaviar — allerdings meist nur auf den Sandwiches zu den Tee-Empfängen. Der Salon der Sacke tts, der nordamerikanischen Exzellenzen, war bis zum Rovember verwaist. Das Dotschafterpaar hatte seinen Urlaub zu einer Amerikafahrt benutzt. Die zwei großen Empfänge, die Mrs. Sackett dieser Tage in ihrem Privatheim — einem kleinen Schlößen im tiefsten alten Westen — gegeben hat, genügten für die erneute Feststellung, welche reizenden Gast- Krebsfurcht und Kurpfuschertum. Von Univ.-professor Or.A.Dietrich-Tübingen, Vorsitzendem des LandesverbandesWürttembergu.Hohenzollern zur Erforschung und Bekämpfung des Krebses. Seit dem Jahre 1926 hat in Deutschland die Zahl der Todesfälle an Krebs diejenige der Tuberkulose überschritten. So ist eine gefürchtete Doltsfeuche in ihrer Bedeutung für die allgemeine Gesundheit von einer anderen Krankheit abgelöst worden, die noch unheimlicher erscheint, da ihr Wesen und ihre Ursachen von noch vielen Rätseln umgeben sind. Wir begegnen heute schon einer Krebsfurcht, die leicht genährt wird durchvieleDeröffenllichungen in Tageszeitungen und Zeitschriften, wenn sie auch die beste Absicht verfolgen, durch Aufklärung die Krebskranken einer frühzeitigen Behandlung zuzusühren. Wir wollen nur kurz die Frage streifen, ob eine wirkliche Zunahme von Krebserkrankungen be. steht. Dies ist keineswegs sicher aus den Statistiken zu entnehmen. Vielmehr sind es die Fortschritte der ärztlichen Unterfuchungsmethoden, die viele, früher, unerkannte Fälle von Krebs erfaßen lasscn.vor allem dadurch, daß die inneren Organe durch die Röntgen- sttahlen einer genaueren Untersuchung zugänglich wurden. Auch bringt die Erhöhung des Durchschnitt- alters mehr Menschen in die krebsgefährdeten Altersstufen als vordem. Wir sind jedenfalls weit davon entfernt, irgendwelche Einflüsse des heutigen Kulturlebens, wie Ernährung, Wohnweise, Verkehr, Rauch- und Autogase und was sonst noch behauptet wird, sürdiescheinbareZunahmeder Krebser krankun- gen verantwortlich machen zu können. Wenn also der Fortschritt ärztlichen Wis. sens und ärztlicher Kunst häufiger und früher Krebs erkennen läßt, so ist cs auffallend, daß die Krebsfurcht den Kranken vielfach vom Artt wegtreibt. Bei der Tuberkulofe ist heute der Standpunkt überwunden, dem man noch vor etlichen Jahrzehnten be- Segnete, daß die Feststellung der Erkrankung gleich, fam das Todesurteil bedeutet. Die Eriolge der Heil« stättenbehandlung haben sich zu lief eingeprägt und selbst Schwerkranke halten sich an der Hoffnung aufrecht. Demgegenüber wirkt das Wort„Krebs" läh. menh und niederschmetternd auf den Betroffenen und, was noch schlimmer ist, ost auf feine ganze Umgebung. Vergeblich ist es, darauf hinzuweisen, daß der Erkran- hing kein Makel anhaftet, daß keine Möglichkeit derAnsteckung besteht und daß vor allem dieBrük- ken der Lebensfreude noch nicht abgebrochen werden müßen. Vertrauen ist nötig und Entschlossenheit. Dem» neben frühem Erkennen ist und bleibt die tatkräftigste Behandlung ein Weg zur Heilung. Daß eine eingreifende Operation kein Ideal einer ärztlichen Behandlung ist, weiß niemand beffer als der Chirurg oder Frauenarzt selbst, aber in der schwerwiegenden Entscheidung zwischen operativem Eingriff und anderen Methoden, z. D. der Strahlenbehandlung kann nur die Erfahrung leiten, die möglichste Sicherheit des Erfolges allen anderen Wünschen und Bedenken voranstellt. Krebssurcht, die den Entschluß lähmt, ist aber ein schweres Hemmnis. Eie ist vor allem ein Feld, auf dem das Kurpsus ch er tum sich unheilvoller als auf allen anderen Gebieten entfallen kann. Die Anfänge einer Krebsneubildung sind so unbestimmt, daß man zunächst noch nicht von einer Krankheit sprechen kann, sondern nur von verdächtigen, örtlichen Anzeichen. Der von Krebssurcht Ergriffene wird daher leicht auf die beruhigende Versicherung hören, daß kein Krebs vorliege, auch wenn ein Arzt ihn auf die gefährliche Möglichkeit hingewiesen hat. Es gehört viel llnwißenheit und Gewißenlosigkeit dazu, wenn jemand, der nicht mit allen Hilfsmitteln und Erfahrungen der medizinilchen Wißenschaft ausgerüstet ist, bei dem Verdacht einer beginnenden Krebser- krankung die schwerwiegende Entscheidung treffen will. Das gilt schon für die äußerlich sichtbaren Geschwülste oder Geschwüre, z. B. der Brustdrüse, in viel höherem Maße aber von den Krebsdttdungen innerer Organe. Die Möglichkeit der Feststellung wächst mit der Gründlichkeit der Untersuchung und ärztlichen Beobachtung. Cs ist staunenswert, zu welcher Leichtgläubigkeit die Krebsfurcht führt, um sich dieser Wahrheit zu verschließen und der oberflächlichsten Beruhigung kritiklos nachzugeben. _ Wie viel Unheil schon durch Verhindern einer frühzeitigen gründlichen Untersuchung eingerichtet wird, weiß jeder Arzt, zu dem die Kranken später kommen. An die Öffentlichkeit bringt davon nichts; denn meist muß der Arzt schweigen, um nicht durch die unerbittliche Erkenntnis die Verzweiflung des getäuschten Kranken ausbrechen zu laßen. Ebenso wie ein Hinwegtäuschen über Krebsge^ahr ist aber die Methode mancher Kurpfuscher verhäng- nisvoll, eine Krebskrankheit, die gar nicht besteht, festzustellen, um bann mit Aehandlungserfolgen alängen zu können. Die Furcht hält auch hier ben Kranken im Bann und kann seinen seelischen Zustand schwer erschüttern, so daß es später dem zugezogenen Arzt schwer wird, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Scheinerfolge werden oft mit Bezeugungen glaubwürdiger gemacht, daß vorher von einem Arzt Krebs festgestellt gewesen oder gar der Kranke aufgeqeben worden sei. Geht man derartigen Zeugnissen nach, so läßt sich ihre Haltlosigkeit meist leicht erweisen. Das traurigfte Kapitel ist aber die Dehandlungs- weise der Kurpfuscher. Es gibt nichts aus dem Abfall- topf der Jahrhunderte, was nicht wieder aufgegriffen und zur neuesten, erfolgreichsten Methode gestempelt wird. Daß oberflächliche Geschwüre der Haut, auch wenn sie krebsverdächtig sind, durch zerstörende Salben verschiedener Art zur Heilung gebracht werden können, ist altbekannt, nur liegt die Gefahr in der Verallgemeinerung solcher Erfolge, deren Zuverlät- sigkeit sehr begrenzt ist. Eine genaue ärztliche Beurteilung ist unerläßlich, ob eine derartige Behandlung angezeigt ober ob sie bedenklich ist. Die Versäumnis des richtigen Zeitpunktes ist nicht einzuholen. Von allen inneren, auch tiefer greifenden äußeren Krebswucherungen ist aber mit Bestimmtheit zu sagen, daß keine innerliche Behandlungswelle irgendwelchen Erfolg verspricht. Eine solche Methode hätte sich schon die Well erobert. Frühe Zerstörung oder Entfernung des wuchernden Gewebes ist allein aussichtsreich. Run hat die Operation, die bisher allein in Frage kam, einen Bundesgenossen erhallen in der Strahlenbehandlung durch Röntgenstrahlen oder Radium. Die richtige Anwendung der Bestrahlung ist heule wohl eine ganz besondere Kunst. Die Erfolge sind noch keineswegs völlig befriedigend. Raft los wird an der Verbesserung gearbeitet. Unzulängliche Strahlenbehandlung aber ist un- heilooller als jede Unterlaßung. Wenn Kurp'uscher Strahlenbehandlung und Radiumkuren anpreisen, so liegt eine Ausnützung der Leichtgläubigkeit vor, gegen die leider untere Gesetze zu geringe Handhabe geben. Den Höhepunkt vor tiUem bildet eine Anpreisung, die mir kürzlich in die Hand kam, in der Krebsheilung durch Mangnelisieren und durch Suggestion zugesichert wurde. Der Suggestion zugänglich sind solche Krankheiten, bei denen die Beschwerden, namentlich nervöser Menschen, größer sind als die unmittelbaren körperlichen Folgen. Die Krebs- Wucherungen stehen aber außerhalb des Einflußes des Rervensystems. Schmerzen und Beschwerden lassen sich hinwegläutchen, das Forlschreiten der Wucherung ist nicht aufzuhalten. Auch der Arzt darf den Glauben an irgendwelche Hilfe nicht zerstören, der den Unheilbaren aufrecht erhält; doch stehen ihm mehr Mittel zur Verfügung, die dem Kranken sein Leiden erleichtern und das Fortschreiten aufhalten als die Suggestion. Derartigen Kranken die richtige Fürsorge zuzuwenden, ist heule das vornehmste Bestreben. Es gehört mehr dazu als die Mittelchen, die der Kurpfuscher anzuwenden vermag. Wehe aber dem Wahn, durch seelische Einwirkungen dem Krebs selbst Einhall gebieten zu können. Der Mensch unserer Zeit hat verlernt, sich dem Schicksal demütig zu beugen. Seiner Härle zu begegnen gibt uns aber die Wißenschaft die Kraft, der Vertrauen und Entschloßenheil gegenüberstehen muß. Krebsfurcht wird aus Unwissenheit geboren, und das Kurpfuschertum bemächtigt sich ihrer zum Unheil derer, die Wißen retten könnte. Wir stehen in Deutschland hinter anderen Ländern zurück, z. B. Schweden und Nordamerika. Dort hat das Wort Krebs schon den Schrecken verloren, und einer tatkräftigen frühen Behandlung wird weitgehendes Vertrauen entgegengebracht. Bei uns bemühen sich Ausschüße und Landesverbände für Krebsbekämpfung, die Erforschung und Behandlung der Krebs- krankyeit zu organisieren. Wer die Fortschritte der letzten Jahrzehnte verfolgt hat, muß das Erreichte anerkennen, wenn es auch dem Kranken, der sichere Hilfe sucht, noch gering erscheinen mag. Was unS in erster Linie nollut, ist die Krebsfurcht zu überwinden und Vertrauen an ihre Stelle zu sehen. Hiermit wird die Kurpfuscherei dort eingedämmt, wo sie am verderblichsten wirkt. Heirat mit Bubikopf verboten! Der Stadtrat von Moonyard im Staate Te- nesscy hat verboten, daß Mädchen mit Bubikopf heiraten. (Männern ist es vorderhand noch erlaubt.) Alle Standesbeamten sind angewiesen, keine Braut mit Bubikopf zu trauen. An dem Sage, als man das neue Edikt bekanntgab, standen vierzig Paare auf dem Standesamt „Startbereit“, und da von den vierzig Bräuten vierzig einen Bubikopf trugen, wurden alle wieder nach Hause geschickt. 35 der Bräutigame fetzten sich und die Bräute in Autos und fuhren (in Amerika ist das möglich) einfach in die nächste Stadt, wo sie anstandslos getraut wurden. Fünf Männer aber erklärten, warten zu wollen, bis ihren Bräuten die Haare wieder gewachsen wären. Und die Bräute? Waren die damit einverstanden? Zudem: Gibt es in ganz Amerika keine Zopffabriken mehr? Cs ist doch nur verboten, mit Bubikopf zu heiraten; was die Frauen nach der Trauung mit ihren Haaren machen, geht doch niemanden etwas an! Hochschulnachrichten. *7 Ernannt wurde der Privatdozent an der Universität Berlin, Landrichter Dr. Helmut ü d L zum ordentlichen Professor für bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Handelshochschule Mannheim als Rachfolger von Prof. Lautner. Stadtvorstandssihung in Alsfeld. Alsfeld, 10.Dez. 3n der letzten Stadtvorstandssitzung wurde zunächst die 21 b - rechnung über denPrämienmarkt 1930 vorgelegt. Biese schließt mit einer Gesamteinnahme von 9655,43 Mk. und mit einer Gesamtausgabe von 10 821,73 Mk. ab, so daß sich ein Fehlbetrag von 1166,30 Mark ergibt, der aus dem noch vorhandenen Rest des Marktfonds gedeckt wird, womit dieser aufgebraucht ist. Wie der Vorsitzende berrwrtte, ist an diesem Ergebnis hauptsächlich der Rückgang der Einnahmen aus der Marktverlosung schuld, da der 2lbsatz der Lose immer mehr zurückgeht, was auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zurückzuführen sei. Der Vorsitzende teilte mit, daß 'Verhandlungen im Gange seien, um die P r ä - mienmärkte in Oberhessen so zu regeln, geb er die neuen Dewvhner dieses Schmuckkäst- chens sind. Bei den ersten Diplomatentees am Rand des Tiergartens ging es sehr musikalisch zu. 2Iuf dem Empfang im Haus des neuen rumänischen Gesandten Professor Lasca spielte Theophile De- metriescu, der Bruder der Gesandtin, Bach, Mozart, Chopin und Rachmaninoff voll Liebe und Verständnis. Auch dort erschien der apostolische Runtius an der Spitze des diplomatischen Korps. Der Geschäftsträger, Minister 2Iurelian, der in Berlin, viel gute Freunde hat, half der Hausfrau bei der ungewohnten Beschäftigung des Repräsentierens! denn bei Professor Tascas war es bisher nicht üblich, Gesellschaften im großen Stil zu geben — was seinen Vorgängern, den eleganten Comnänes, ein Leichtes war. 2llS Rektor der Hochschule in Bukarest lebte der dort sehr verehrte Lehrer ganz zurückgezogen mit seiner Frau und der anmutigen Tochter. Rur ein oder zwei 21bende der Woche gehörten den Schülern, die abwechselnd zu einem Imbiß in das Haus des Gelehrten kamen und von denen erzählt wird, daß sie bei der 2lbreise des neu ernannten Gesandten nach Berlin den Zug so dicht umlagerten, daß er kaum abfahren tonnte. In der österreichischen Gesandtschaft rief eine Künstlerin zu einer Stunde Musik. Die liebenswürdigeHausfrau, die Gattin Dr. F r a n k s, geborene Margarete Wit, spielte mit dem Cellisten Gregor P i a t i g o r s k y Werke von Beethoven, Bach und Weber. Hauskonzerte in der Dendler- firahe kehren jetzt regelmäßig wieder, und es ist allemal ein unbeschreiblicher Genuß, die kultivierte Musik in den schönen Räumen genießen zu dürfen. Dort traf man eine illustre 2luslese Berliner Musiker und Musiksachverständiger, Professor Klemperer, den Komponisten Schönberg, Professor Schnabel und Franz von Mende l s o h n, der in seinem Hause köstliche musikalische 2lbende gibt, auf einer Rokokobühne in einem Rokokosaal — musikalische Schäferspiele, die von den ersten Künstlern der Reichshauptstadt dargestellt werden. 2luch der ritterliche Gesandte Bayerns, Dr. von P r e g e r, liebt die Musik. Das Palais in der Voß-Straße, mit der imvo- santen. durch das ganze Gebäude gehenden Mar- mvrhalle, zu deren beiden Seiten Freitreppen emporführen, ist eins der prächtigsten in Berlin. Die Gäste werden in ernsten, würdigen Räumen empfangen, die mit schwerer Seide in grün und in tiefem Rot tapeziert sind. Ein Eßzimmer im süddeutschen Barock führt zum festlich lichten Marmorsaal, wo man musiziert. Diese Räume dienen aber nicht nur der Repräsentation. Da gibt es einige Damen im Berliner Westen, die seit Iahren viel für den Mittelstand tun. 2luch ihnen öffnet der Gesandte zweimal jährlich sein Heim, um ein Konzert zugunsten ihrer stets leeren Kassen zu geben. Müßig zu sagen, daß die Karten reihenden 2lbsah finden! Welche beseligende Möglichkeit der noch nicht ganz „Arrivierten", wenigstens gegen Bezahlung einmal Tee in einer Gesandtschaft zu trinken, Im Ianuar erzählt man dann in St. Moritz davon; niemand kann dort kontrollieren, daß es ein „bezahlter Tee" war. Im Zeichen der Wohltätigkeit kommt man auch zu Frau von Siemens, zu Dr. M a m r o t h von der AEG., und im Sommer in den Garten des jeweiligen Außenministers. In dem italienischen Palais in der Bic- toriastrahc wohnt seit einem halben Iahre Frau Orsini Baroni, Tochter des im Iahre 1925 verstorbenen Geheimrats Gutmann von der Dresdner Dank. 2118 sie vor Monaten von Konstantinopel nach Berlin übersiedelte, brachte sie ein kleines Reh mit, von dem sie sich nicht trennen wollte, und das im Berliner Zoo einquartiert touröe, wo es jeden Morgen von seiner schönen Pflegemutter gefüttert wird. Zum ersten Empfang beim griechischen Gesandten und Frau Poiitis stauten sich dieser Tage die Autos vor der Gesandtschaft. Die zierliche Griechin mit dem graumelierten Bubenkopf und dem jungen Gesicht ist eine liebenswürdige Dame In einer eindrucksvollen Halle erwartete das Gesandtenpaar seine Gäste. In den nach dem Garten liegenden Festräumen herrschte lebhafteste Unterhaltung bei Tee und Cocktail. Feierliche Ruhe lag über den Salons an der Straßenfront; dort zelebrierten die Unentwegten ihren Bridge. Daß der elegante Minister von Brasilien, Dr. Ad. Guerra-Duval. einer der besten und deshalb begehrtesten Bridgepartner der Deichshauptstadl ist, soll nicht verschwiegen werden. Frau Staatssekretär W e i s m a n n ist aber in dieser Kunst ebenfalls schwer zu schlagen und kann sich im Bridgespiel wohl mit den amtlich akkreditierten Gesandten messen. daß NH die Marktstadk« nicht gegen- seitigKonkurrenz machen. Die Abrechnung wurde genehmigt. Der Geschichts- und Altertumsverein der Stadt Alsfeld, der seither eingetragener Verein war, will die Rechtsfähigkeit, weil für ihn bedeutungslos, aufgeben und als nicht rechtsfähiger Verein weiter bestehen bleiben. Der Stadtvorstand erklärte sich mit der nach der Satzung dadurch formell notwendig gewordenen Uebertragung und Rückübertragung des Vereins» vermogens einverstanden. Eine Anzahl alter Wassermesser soll gegen neue, von der Firma Friedrich Holtmann in Wetzlar zu liefernde Wassermesser nach den näheren Erläuterungen des Stadtbaumeisters umgetauscht werden. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende die neue Losholztaxe für das Wirtschaftsjahr 1931 bekannt, woraus sich ergab, daß die Preise allgemein niedriger gesetzt sind als im vorausgegangenen Wirtschaftsjahr. Am Schlüße der öffentlichen Sitzung fand eine AusspracheüberdenPreisabbau statt, worüber der Vorsitzende berichtete. Rach Angabe der hiesigen Bäckermeister, unter Vorlage einer Zusammenstellung der Brotpreise, besitzt die Stadt Alsfeld mit die niedrigsten Brotpreise von ganz Hessen, so daß ein weiterer Preisabbau nicht mehr möglich erscheint. GroßerEinbruchsdiebstahlinJriedberg WSR. Friedberg. 10. Dez. In der vergangenen Rächt erbeuteten Einbrecher in der Tabakwarengroßhandlg. Becker & Co. (wie von uns gestern schon kurz berichtet. D. Red.) ungefähr 40 Mille Zigaretten, einen Zentner Tabak und ansehnliche Mengen Süßwaren (Schokolade usw.). Der Schaden beträgt etwa 2000 Mk. Als Täter kommen zwei bis drei Männer in Frage, die ihr Diebesgut wahrscheinlich mit einem Kraftwagen abtransportierten. Vor etwa vierzehn Tagen wurde in der gleichen Straße ein Schneidergeschäft durch Einbrecher ausgeräumt. SJL-Spoit Handball der Reickswehr. Gießen — Fulda 10:3. Am Mittwochnachmittag standen sich auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 die Auswahlmannschaft des hiesigen Bataillons und des in Fulda stationierten Artillerie-Regiments in einem Ausscheidungsspiel um die Divisionsmeisterschaft gegenüber. Der Kampf, der sich in sehr lebhaften Formen abspielte, sah die Gießener in starker Feldüberlegenheit, die die Fuldaer kaum zum Zug kommen ließ. Bereits zur Halbzeit stand das Spiel 6:2 für Gießen. Die zwttte Spiel- halfte sah die hiesigen Soldaten abermals in Front, die Gäste vermochten lediglich noch einen Treffer zu erzielen, während die Infanteristen noch viermal erfolgreich waren und sich die Fuldaer mit 10:3 geschlagen bekennen mußten. Die hohe Riederlage der Gäste war im besonderen auf die wenig überzeugende Leistung ihres Torhüters zurüc^usühren. Der Schiedsrichter Dirke n st o ck von der Spleldereinigung 1900 entschied korrekt und hatte kein allzuschweres Amt. Die Fuldaer Artilleristen scheiden mit dieser Riederlage aus der Runde um die Divisionsmeisterschaft aus. Die siegreiche Mannschaft wurde von dem anwesenden Dataillonskommandeur belobigt. Tanzturnier in Gießen. Der Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes hielt unter der Mitwirkung des Tanzklubs „Rot-Weih". Gießen, im großen Saale des Gesellschaftsvereins ein Tanzturnier ab, das sich eines guten Zuspruchs erfreute. Das Turnier stand unter der Leitung des Herrn A. P. Hartmann- Cmersen. die Turniermusik wurde von der Tanz-Turnier-Kapelle Schillinger, Wiesbaden, gestellt. In der Gäste-Klasse siegten als erstes Paar: Herr Iacoby—Frl. Cnhvldt, Frankfurt am Main, als zweites Paar: Herr Steinmann— Frl. Schmidt, Heidelberg, als drittes Paar: Herr Ertkmann—Frl. Poppert, Gießen. — In der E -Klasse siegten als erstes Paar: Herr Seipp—Frl. Schmittgall, Gießen, Rot- Weih-Klub, Gießen, als zweites Paar: Herr Dr. Minder—Frl. Cottö, Rot-Weih-Klub, Gie- henf als drittes Paar: Herr und Frau Theis, Rot-Weih-Klub, Gießen. — In der B - Klasse belegte den ersten Platz He/r Paul— Frl. Eurich, Rot-Weih-Klub, Dad°Rauheim, den zweiten Platz Herr und Frau Daur, Dlau- Weih-Klub, Dad Homburg, der dritte Platz brachte den Paaren Herr Kobel—Frl. Schupp, Rot-Weih-Klub, Gießen, sowie Herr Harre— Frl. von Daer, Blau-Weiß-Kasino, Mannheim, ein Unentschieden. — In der Sonder- X-Klasse siegten als erstes Paar: Herr Fernand—Frl. Iohn, Rot-Weih-Klub, Daü-Rau- heim, als zweites Paar: Herr Dr. Dachmann— Frl. Dachmann, Doston-Klub, Düsseldorf, als drittes Paar: Herr Billers—Frl. Dürckner, 2tot- Weih-Klub, Dad-Rauheün. Billard-Sport. Slädlekampf Gießen — Frankfurt. Am Sonntag weilte der Frankfurter Billard- Klub bei dem 1. Gießener Billard-Klub zu einem Städtekampfvorspiel der 2. Klasse zu Gast. Die Spiele wurden im Klublokal Cafe Amend ausgetragen. Schöner Sport wurde auch in dieser Klasse gezeigt, stand doch manche Partie bis zur letzten Aufnahme vollkommen offen. Sieger des Vorspiels blieb der 1. Gießener Billard-Klub mit 1299; 1091 Bällen, einem Vorsprung von 208 Bällen. Das Rückspiel findet am 14. Dezember in Frankfurt im Klubheim des Frankfurter Billard- Klubs in der Akademie Donhauser statt. Oie deutschen Reiter am Korridor. »ung des Stafettenrittes von Lüneburg 'rffenburg, Pommern, Danzig und Ostpreußen nach Tilsit. Die letzten am Montag der Presse übermittelten Nachrichten betrafen das Pas- GN-Winter 1930/31. Zusammenschluß der Skiläufer.—Internationale und nationale Veranstaltungen. Wenn man die organisatorischen Vorbereitungen der großen europäischen Skiverbände einer Vorschau unterzieht, so darf man getrost sagen, daß die WinteriPortzeit außerordentlich viel verspricht. Ob sie ebensoviel hält, bleibt abzuwarten. Wir dürfen nie »ergeben, daß wir in einer Periode stark wechselnder Witterung leben und daß der Winterwettergott gerade unseren deutschen Veranstaltern im letzten Iahre mehrere dicke Strich» durch die Rechnungen machte. Immerhin ist der Gedanke beruhigend, daß der organisatorische Zusammenschluß in der europäischen Skiwelt wieder einige erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen hat. In München ist bei der letzten Hauptversammlung des DSV. die Zusammenarbeit zwischen deutschen und österreichischen Sklläufern auf eine hoffentlich dauerhafte Basis gestellt worden. Unter Wahrung der vollen Selbständigkeit der beiden Skiverbände deutscher Zunge ist als Dachverband ein Deutscher und Oesterreichischer Skiverband gegründet worden. Er hat als allgemeine Punkte: „Vertiefung der Beziehungen in sportlicher und völkischer Hinsicht", als Sonderziele: die Herausgabe einer einheitlichen Wettlaufordnung, die gemeinsame Regelung der Termine, die gegenseitige Anerkennung der Kampfrichter und Skilehrer und vor allem die Veranstaltung einer „Grohdcutschen Meisterschaft" alle vier Iahre auf sein Programm gesetzt. Ziffernmäßig zeigt der Deutsche Stiverbano auch zu Anfang dieses Winters einen erneuten und erfreulichen Aufschwung. Mit 73 145 aktiven Mitgliedern der verschiedenen Landesverbände, darunter 21 626 Iugendlichrn, nimmt der deutsche Skilauf in der europäischen Skibewegung eine recht beachtliche Stellung ein. Allerdings bleibt nach wie vor zu wünschen, daß Reichsverband und Landesverbände ihr Augenmerk in Zukunft mehr als bisher auf systematische Erziehung der Masse zum Skilauf richten möchten. Die sommerliche Llnglücksstatistik der Berge läht befürchten, daß auch der kommende Winter mit seiner voraussichtlich stark zunehmenden Stisrequenz durch mangelnde Erfahrung und unsachgemäße Ausübung des Schneelaufs, besonders im Hochgebirge, wieder zahlreiche Opfer fordern wird; eine Befürchtung, deren Richtigkeit sich leider statistisch schon im letzten Winter nachweisen lieh. Die sehr dornige Frage der Ernennung und der Anstellung fachlich geprüfter Skilehrer unter strikter Unterdrückung der wilden Amateurskilehrer, die meist nur Schaden aber keinen Ruhen unter der Iu- gend stiften, wird hier brennend und bedarf endlich einmal einer einwandfreien, das Interesse der Lehrer wie der Schüler wahrenden Losung. Eine llebersicht über die hauptsächlichen Termine des Winters darf mit der Feststellung beginnen, daß Deutschland der Entwicklung seiner skisportlichen Stellung entsprechend, zu Beginn des nächsten Iahres, vom 13. bis 16. Februar, die Internatio- naleEuropameisterschaft, die sogenannten „F2S.°Rennen", übertragen, erhielt, die im Herren Deutschlands, in Oberhof, ausgetragen werben sollen. Sie umfassen, wie üblich, den 17- Kilometer-Langlauf, den kombinierten Sprunglauf, die Sprungeinzellonkurrenz und den 50- Kilometer-Dauerlauf. Eine Woche vorher werden, ebenfalls in Thüringen, und zwar in Lauscha-Ernstthal, vom 5. bis 8. Februar die deutschen Meisterschaften umstritten. fieren bet Stafettenbotschasten am Montag 14-45 Uhr. Um 4.10 Uhr war Mecklenburg durchrttten und der Stab wurde in Strasburg an die Pommern abgegeben, nachdem in Neubrandenburg eine Botschaft des Reiteroerbandes Mecklenburg-Strelitz für den Reiteroerband Ostpreußen mitgegeben worden war. In Neubrandenburg sowohl als in Woldeak waren Tausende zusammengekommen, um die Reiter zu begrüßen. In Woldegk fand Platzkonzert statt. Trotz dichtesten Nebels wurde die Zeit für die Strecke durch Mecklenburg-Strelitz noch um 10 Minuten unterboten. Die Stafette ging dann weiter in Richtung Anklam über die Inseln Usedom und Wollin. Am Montag 22.30 Uhr wär Wollin erreicht. Der Uebergang über das Wasser vollzog sich glatt. Der Ritt durch Hinterpommern über Kolb erg, Köslin und Stolp verlief trotz dichtesten Nebels ohne Zwischenfall. 13.23 Uhr erreichte der letzte pornmer- sche Reiter die Grenze des polnischen Korridors bet Groß-Boschpol. Ueberall zeigte die Bevölkerung das regste Interesse für den Stafettenritt. 15.25 Uhr wurde die Stafette in Zopot von dem Danziger Reiter übernommen. Untersuchung gegen Hertha. Die sensationelle 7 D-Riederlage, bie~am-letzten Sonntag der deutsche Meister Hertha, DSC. Der- lin gegen den Lokalgegner Rorden-Rordwest erlitt, hat jetzt den BDDB. veranlaßt, gegen Hertha eine älntersuchung einzuleiten. Allerdings haben die Spieler der Hertha bereits beim Ehrenrat ihres Vereins eine solche Untersuchung beantragt und erklärt, daß unglückliche älmstände zu dem Ergebnis geführt hätten. Doch kein Zusammenschluß der Radfahrerverbände! Der Zusammenschluß der Radfahrer zur „Deutschen Radfahrerschaft" muß als vorläufig gescheitert betrachtet werden. Auf der Dessauer Iahreshauptversammlung des Dundes Deutscher Radfahrer beschloß man, aus Prestigegründen die neue Verbindung mit den anderen Verbänden nicht einzugehen, da der DDR. in diesem Falle auf seine Hoheitsrechte verzichten müsse. Die Vereinigung Deutscher Radsportverbände hatte den CBertrag bereits einige Tage vorher ohne jegliche Dedenken unterzeichnet, doch hat der DDR. nun alle Hoffnungen wieder zunichte gemacht. Erich Rademacher wieder Clubmeister. Im Magdeburger Wilhelmsbad brachte der deutsche Wasserballmeister, Hellas Magdeburg, seine Klubmeisterschaften über 100 Meter KraÄ und 200 Meter Brust zum Austrag. Weltrekordmann Erich Rademacher bewies auf seiner Spezi alstrecke erneut, daß er noch heute zu den besten Schwimmern Deutschlands zu rechnen ist. „Ete" erzielte am Freitag über 200 Meter Brust die ausgezeichnete Zeit von 2:50,5. In der kurzen Kraulstrecke gab es eine äleberraschung, als es dem erst 15jährigen Günther Iabufch gelang, in 1 D4,8 den Titel vor Ioachim Rademacher an sich zu bringen. Kurze Gporinotizen. Der deutsche Skilehrer LudwigDöck aus Resselwang im Allgäu wurde als Trainer für die amerikanische Olympiavertretung verpflichtet. Böck war bei den letzten Winterspielen in St. Moritz der Beste der Mttteleuropäer und leitete auch in Oslo das Training der Deutschen - bei den Europameisterschaften. e Der Kongreß der Eisläufer findet unter dem Vorsitz des Schweden Salchow in den Tagen vom 22. bis 24. Mai in Wien statt. 3 n Toulouse besiegte der Stuttgarter Hockey-Klub den dortigen HK. mit nicht weniger als 14:2 (Halbzeit 8:1) Treffern. Mitteldeutscher Hochschulmeister im Fußball wurde am Dienstag die Technische Hochschule Dresden, deren Mannschaft im Endspiel über den Titelverteidiger Universität Leipzig 4:2 (2:0) triumphierte. Plahsperre wurde Über 2llemannia WormS aus Anlaß der Vorgänge beim Verbandsspiel gegen den Sportverein Wiesbaden verhängt. « Für das Schneider-Pokal-Rennen 1931 haben bisher nur Frankreich und Italien vier Maschinen gemeldet. Englands Teilnahme ist immer noch sehr fraglich, nachdem eine diesbezügliche Sitzung in London ergebnislos verlief. (Schluß des redaktionellen Teils.) Reue Rezepte sind allen Hausfrauen willkommen, besonders bann, wenn sich solche auch schwächeren Haushaltskassen anpassen lassen. Diesem llmstand hat die bekannte Firma Dr. August Oetker, Bielefeld, Rechnung getragen durch Herausgabe einer neuen Sammlung wohlerprobter Dackrezepte. Die Sondergruppe „Weihnachts- gebäcke" dürfte jetzt größtes Interesse finden. 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Sr tat vor noch. Hans Gesellschaftsverein O. (Klub) Lichtspielhaus Gießen Giefaen Reste weit unter Preis Heinrich Hochstätter 833 ID 8108 A Billige Seefische Körnen oe Ortsgruppe Gießen 1. 2. - MAGGI J2 i e T ? I 1 n a h m e i s t u n e n t g e 1 t 1 i c h ! Verbindung und wandte Linoleum -Teppiche Linoleum -Vorlagen Llnoleum-LAufer er! dah ein und ven Infolge Verhinderung der Mitglieder der Darmstädter Staatsoper findet gelegentlich der am Samstag, dem 13. Dezember 1930 vorgesehenen Veranstaltung ein Billiges Linoleum Stückware von RM. 3.90 p. qm an Paar mordsgrohe Augen dabei ansahen, es ihm im Ohre nachklang: „'Ans Felsen, aquf, du 'ier er!" Astoria-Lichtspiele Heute bis einschließlich Sonntag, 14. Dezember Doppel-Programm: Genossenschaftliche Kreditpolitik. 11-90 Uhr: Aussprache. Alle Arbeitslust verdarb ihm das. Gr war wütend. Auf sich, auf Eva und___ allem auf das Mädel, das aussah, als wenn cs stark von der Sonne verbrannt wäre. Donnerwetter, das war wirkltch verblüffend. Danz mechanisch gehorchte der Mann dem seltsamen Defehl, und er sah die dunklen Augen auf sich gerichtet, während der rote Mund bat: ..Ao sein du triste, Sennor 'Ans Felsen, ich weihen tobo!“ 2llso sie wustte alles! Eva hatte gesprochen. Wahrscheinlich war diese bildhübsche Spanierin eine Verwandte des Don Juans, den er hahte. Da wäre natürlich jede Freundschaft Sünde. Er sagte schroff: „Kümmern Sie sich nicht um meine Angelegenheiten, mein Fräulein", unb wanbte sich wieder. Verstanden hatte Paquita Lasanovas kein Wort. Der schwere Sah überstieg ihren deutschen Wortschatz, den sie sich durch einen Heuten Leitfaden auf der Reife zugelcgt, bei weitem Wcr der Tonfall sagte ihr ungefähr, was der Wann gemeint haben konnte. Sie schrie schon wieder aus Leibeskräften: „Sennor 'Ans Fellen, ven aqui, du ier 'er!" Aber Ans Fellen kam nicht mehr 'ier Er ellte in sein Bureau und ärgerte sich, ihn, während er zeichnete, immer wieder war nun doch an Eva erinnert worden, und sein -Zorn erhob sich jäh. Er wollte nichts mehr von ihr wissen und mit niemand etwas zu tun haben, der Irgendwie mit chr in stand. Praktisches Weihnachtsgeschenk MAGGI5 Würze-MAGGI5 Suppen in Würfeln - MAGGI5 Fleischbrühwürfel Hut-Richter Marktstraße 24 Telephon 221 e Seit 1897 anerkannt leistungsfähiges Spezialhaus _________________________________________P7771 Er lüftete sehr steif den Hut sich ab. Verblüfft starrte ihm Paquita v___ Felsen war doch eben noch so vergnügt gewesen. So lieh sie ihn nicht gehen. Er tat chr doch so leid. Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Vechthold Lrounlchwelg Aud Egede Hissen /Paul Richter in Schneeschuh- Banditen Eine mitreißende Hetzjagd auf Skiern. Tempo und Spannung umgibt diesen Film aus den herrlichen Schneefeldern Skandinaviens Der fliegende Bräutigam Eine ganz tolle Sache In 5 Akten --- 82« Eintrittspreise für groß und klein: Mk. 0.30,0.50 0.75. 1.00. Karten -Vorverkauf an der Tageskasse und beim Reisebüro Loeb. Selters «-er. 82430 Streich Konzert derMiMapelle unter Leitung des Obermuslkmelstera Löb er statt Der Vorstand. _____ 8339D Sie ries mit Aufgebot chrer ganzen Lungen- krast: „Sennor 'AnS Felsen, ven aqui, du ier *6t!“ Paquita Eafanovas! sagte er leise vor sich hin. Der Home pahte gut zu seiner Trägerin, er brückte beutllch aus, dah sie dunkel war, während Eva Hirtberg nach heller Dlondheit klang, ging es ihm durch den Sinn. Cr nahm sich vor, nicht mehr in die Rähe des Zaunes zu gehen, der bas Grundstück seiner Eltern von dem Evas trennte. And er blieb seinem Vorsatz auch treu. Zwei Tage lang! Am dritten um die Mittagsstunde aber kam sein Fuh in die verdächtige Rähe deS Terrains, das er sich selbst verboten. Und da stand die zierliche Person und rief ihm ganz vorwurfsvoll entgegen: „Sennor 'Ans Felsen, wo ast du gebleibt?" Sie war lehr stolz auf den Satz. Sie trieb bei Eva so eifrig deutsche Sprachstudien, dah diese sich über ihren Fleist sehr verwunderte. Sie hatte keine Ahnung, dah es aus dem Grunde geschah, um Hans Felsen zu trösten, beim Pa- quita hatte ihr nichts erzählt von ihrem De- kanntwcrden mit dem Aachbar. Hans Felsen wollte nicht lachen, aber es zuckte doch um seinen Mund bei dem Anruf der zierlichen Spanierin. Er konnte nicht widerstehen. Er kämpfte noch tagtäglich so viel mit seinem Aerger über Eva, dah cs ihm eine förmliche Erholung bedeutete, das Kauderwelsch des Er machte eine bittende Gebärde und zeigte auf die Augen, schüttelte dabei den Kopf. Das sollte heihcn: Vicht weinen! Paquita verstand ihn. Sie lächelte schon wieder. Eben hatte Eva vom Fenster aus die zwei am Zaun entdeckt. Sie stand wie eine Bildsäule. Sie beobachtete, wie eifrig sich die beiden unterhielten mit Hilfe sämtlicher vorhandener Glledmahen, und ihr schien es, als hätte sie plötzlich die Erklärung für Paquita» wilde Sprachstudien gefunden. Es dauerte lange, bis Paquita ins Haus kam. Sie fragte sie hastig: .Auf welche Weise haben Sie denn HanS Felsen kennengelernt, Paquita?" Die Spanierin erzählte ihr von dem Tag. als der erste Schnee gefallen, der nun schon wieder weggeschmolzen war, und Gva wunderte sich, dah Hans Felsen einem Gast ihres Hauses auch nur die geringste Aufmerksamkeit schenkte. Paquita schwärmte ihr vor: .Sr ist ein lieber Mann, aber er lacht über mein Deutsch. Ich muh es rascbcr lernen." Gva fiel ein, dah Vaquita HanS FelsenS Bild in ihrem Zimmer stehen hatte, und es kamen ihr ganz eigentümliche Gedanken, die sie verwirrten. Von nun an sah sie die beiden oft am Zaune miteinander sprechen um die Mittagsstunde. Aber sie tat, als merke sie es nicht mehr. Eines Tages aber lief sie Hans selbst in den Weg, dicht vor ihrem Hause. Er blieb stehen. „Eva, bitte, auf ein Worb" MWWelkr mit Ball Samstag, 13. Dezember, Liebigshöhe. Saalöffnung 8 tlhr Beginn 9 llhr Es labet herzlich ein: Der Vorstand 83301» Er konnte nicht anders, er platzte laut lsS. Das war ja wirklich zum Schieber_ I. ihr weh und sollte sein Leid veressen! Die puppenzierliche Sennorita aus dem Lande, wo die Stterkämpfc zuhause sind, war daS Amüsanteste, was eS auf Erden gab. Paquita blickte ihn betroffen an. Auf den Erfolg ihres so sorgfältig zusammengesuchten SatzcS war sie nicht gefaht gewesen. Es kränkte sie und die Tränen traten ihr in die Augen. Du lieber Himmel, sah das nun erst reizend aus. Hans Felsen zuckte es durch den Sinn, dah dunkle Mädchen eigentlich viel schöner waren alS blonde. Das Landwirtschaftliche Institut der Hessischen Landesuniversität veranstaltet in Gemeinschaft mit den Genossen schaftsverbänden des Landes am 12. und 13. Dezember d. J. in der Neuen Aula einen %. Kursus über landiDirtscftaftlicftes Senossensdiaftsiresen. mit folgender Vortragsfolge: Freitag, den 12. Dezember 1930r 8-30 Uhr: ErÖffüllIlg 8.45—9.26 Uhr: Herr Professor Dr. Aul er- Gießen: Bilanzaufbau und Bilanzprüfung. 9.30—10.10Uhr: Herr Direktor Strasburger- Darmstadt: Die Jandwirt- schäft L Genossenschaften im Dienste der Getreidewirtschaft Pause. 10.40 Uhr: Aussprache. 1L15 Uhr: Tagung der Vereinigung der Freunde des Seminars für ländliches Genossenschaftswesen Gießen e. V. Nachmittags: Besichtigungen. Samstag, den 13. Dezember 1930i 8.30-9.10 Uhr: Herr Dr. Pfaff-Gießen: Absatzkrise und Landwirtschaft 9.15—10.10 Uhr: Herr Generaldirektor Dr. Hamann- Darmstadt: Die gegenwärtige Lage und Zukunft des deutschen Obst-, Gemüse- und Gartenbaues. Pause. 10.45—1L25 Uhr: Herr Oberfinanzrat Professor Dr. Hiilringhaus-Berlln: de blickte chn befremdet an. Er stotterte verlegen: .Ich habe es mir ander« überlegt, Sva, jedenfalls bin ich zu dem Schluß gekommen, wir sollten nicht wie Fremde mit einander sein. Wollen alles als ein Mistverständ nis auffassen und Frieden schließen. Wollen wieder Freunde sein, wie vorher, ehe ich dir von meiner Liebe redete." Evas ganz eigentümliche Gedanken über Paquita und Hans Felsen verdichteten sich, gewannen an Wahrscheinlichkeit. Aber ihr fiel bei den Worten des Jugendfreundes ein Stein vom Herzen. Freudig gab sie Antwort: .Gern erfülle ich deinen Wunsch, sehr gern, also — wollen wieder gute Freunde sein wie vor--Nun, sagen wir, wie vor dem Irrtum." Sr ergriff ihre Hand. .Tausend Dank, Eva, du bist ein lieber Mensch. And nun darf ich wohl ab und zu wieder kommen, nicht wahr? Hcbrigens hast du interessanten Besuch, ich unterhalte mich manchmal über den Zaun mit der jungen Dame." Gva nickte: .Ich weih, sie lernt ja bei mir mit förmlicher Raserei die deutsche Sprache, anscheinend, um mit dir praktische KonversationSübun- gen zu treiben." Sr lochte. .Ich bin gar nicht richtig zum Traurigsein gekommen über deinen Verlust. Paquita Casanovas deutsche Unterhaltungen haben mich mit Gewalt in eine vergnügte Stimmung hineingetrieben und mir unver'ä tnismähig schnell über meine Enttäuschung w.ggeholfen." Am nächsten Tage erschien Frau Baurat Felsen. »Eva, ich wollte dieses Haus eigentlich niemals mehr betreten, aber ich must dich um etwas bitten, es geht nicht anders." Eva bot ihr Platz an. .Ich bin zu ollem bereit, wenn eS in meiner Macht steht, die Ditte zu erfüllen." Die Dame seufzte langonhaltend und der Seufzer zog sich noch durch das, was sie sagte, wie ein schmerzlicher Rachklang. .Sva, du mustt dafür sorgen, dah dein Besuch recht bald, womöglich umgehend, abreift. HanS. der sich früher des Mittags, wenn er nach Hause kam, angenehm und nett mit meinem Mann und mir unterhielt, stürzt jetzt, ohne noch seinen Rachtisch zu berühren, den er sonst so gern gegessen, in den Garten, gleichviel, waS für Wetter draußen ist upd steht dann mit dem Mädchen, deinem Besuch, am Zaun und unterhält sich. Ich habe einmal gelauscht. Sie kann kein Deutsch und er kein Spanisch. Aber das scheint beide nicht zu stören, jedenfalls reden sie unaufhörlich miteinander oder machen sich Zeichen wie Taubstumme. Das Mädel muß weg, man kann sonst gar nicht wissen, auf was für tolle Ideen Hans noch in seiner Verzweiflung verfällt." (Fortsetzung folgt.) Samstag, den 13. Dezember nachmittags 3.30 Uhr, und Sonntag, den 14. Dezember, vorm. 11.18 Uhr: 2 Vorstellungen für die Gießener Jugend! Ein Tag bei Micky-Maus Mädeichens anzuhören. Sr merkte, eS stimmte ihn froh. Er sagte: „Ich habe gearbeitet." Ob sie ihn verstand, war ihm nicht klar, denn sie wiegte wie in aufrichtiger Tellnahme den schmalen Kops mit dem kohlschwarzen Haar hin und her. Sr fragte, wie eS chr in Deutschland gefiele und unterstützte die Frage durch Zeichen. Aber sie verstand ihn nicht, sondern radebrechte, was sie sich inzwischen zurechtgclcgt hatte und was chr ein tadelloses Deutsch schien. ..Sennor 'Ans Felsen, du tun mich weh, du sollen die Leid veressen." Paquita fühlle die Verpflichtung, etwas zu sagen. HanS Fellen tat ihr so bitter leib. Wie unglücklich mutzte er sein, trotzdem er vorhin gelacht hatte. Aber manchmal steckt in solchem La- chen Verzweiflung, stellte die neunzehnjährige Weltweisheit Paquita EasanovaS fest. So ein Mensch ist eben nur froh, durch irgend etwaS ReueS von seinen traurigen und schweren Gedanken abgelsckt zu werden, ging es chr durch den Ztops. Sie sagte, indem sie auf sich zeigte: „Ich de Sspanna." Er nickte: „Ich de Lllemanial" Jetzt lachte Paquita hellauf, und dann redete sie eifrig auf den Mann ein. Sie hatte das Bedürfnis, einen armen, unglücklich Liebenden trösten zu müssen. Sie redete mit dem Mund, den Augen, den Händen und Deinen gleichzeitig, um sich verständlich zu machen. Teilweise Aückte es auch. Hans Felsen aber fand die neue Rachbarin sehr drollig und vergast darüber völlig, dah er eigentlich gar nichts mehr mit der Rachbarschaft zu tun haben wollte. Sr vergast es fast, recht- zeittg ins Bureau zu gehen. Als man sich trennte, schob ihm Paquita die Rechte über den Zaun entgegen, und er fand das blaugefrorene Pfötchen der Südländerin rührend. Sie sagte: „Ich rufe mir: Paquita EasanovaS." Er fand den Ramen sehr klangvoll, er wustte nicht, dah Casanovas in Spanien sehr häufig und alltäglich ist. Er wollte sich nun ebenfalls vorstellen. Sie kam ihm zuvor: „Du sein Sennor 'Ans Felsen!" Er nickte und dachte, wie hübsch sich da- anhörte von den roten Lippen: Airs Felsen. Aber woher wustte sie, wer er war? Eva muhte mit chr über ihn gesprochen haben. Er wird jeder Fisch geschuppt, brat- oder kochfertig gemacht Fischhaus .Cuxhaven" .Marktstraße Zi «“A Telephon 2417 Herren- und Knaben- Bekleidung aus dem regulären Lager aussortiert, da mit kleinen Schönheitsfehlern oder nicht mehr so ganz modern. g3(8A Verkauf beginnt Freitagvormittag. Hosen aller Art, Joppen, Windjacken, Anzüge, Gummimäntel, Lodenmäntel schw. Wintermäntel, hellfarbige Wintermäntel, Stoffreste und am Stück Westen usw. Theodor Köhler,Gießen Nur Marktstraße 23 Der Liebling für jung und alt und andere lustigh und ent- ÄÜckende Märchenfilme bringen wir in einer großen Sonder-Tonfilm-Vorstellung I Hlcky-Haue als fahrender Sänger Blckpflan« bei der Feuerwehr Mlcky-Haue: Wie lernt man fliegen? Blcky-Baas: Ein Schiff streicht durch die Wellen Zinnsoldaten Märchen Der verzauberte Wald Märchen | 2 göttliche Unterhaltungsstunden für jung und alt Wer seinen Kindern eine besondere Freude bereiten will, der lasse sie diese heiteren Sondervorstellungen besuchen! Wer sich an der Freude und dem Jubel der Juxend ergötzen, wer sich für 2 Stunden die Sorgen des Alltags vertreiben will, der komme, sehe und höre! Jedes 10. Kind erhält von der Micky-Maus eine Micky-Anstecknadel als Beschenk Wissen Sie schon teaMiele Praktische Weihnachtsgeschenke daß Sie Schirme Kleiderstoff Reste Sie können. 07632 8346 D mation und der Gegenwart. 07624 Freitag, d. 12. Dez.. 20.15 Uhr, im Realgymnasium, Ludwißstraße. part Eintritt frei. 8. T. 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