Dienstag, V. November 1930 180. Jahrgang Nr. 261 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cm« un6 Dtrlag: viÄHI'Ich« UnioerStäU-Bud). tmö Steinönicteret B. Lang« In fitefien. Lchnftltilung und S-schLftsstille: Schulftratze 7. 6r)d)e ini iüglich.nutzer Sonnlays anb Feiertag« vettaaen Vre Illustriert« vtetzen« FamilienblLNei Heimat >m Bild Dl« Scholle monats-Bejugsprtls; ?-?f> Reichsmark und 30 Reichspfenmg für Träge» lohn, auch bei Richter» Beinen «mzelnerRummern folg« höhere! Gewalt, zernfprechanschlüsie anterSammelnummer2251 fln|d)ritl für Drahtnach» richten Bnjeiger •leben. postfchecklonto: ZranNurt am Main 11686 Lnnaqme von flnjeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Das Riesenflugschiff Do X nach glatter Fahri in England gelandet. London, 10.7lot>.16£ajr (WTB). Das Flugschiff Do X, das heute vormittag um 10 Llhr in Amsterdam ausgestiegen war, ist nach einer wegen eines Motorendesettes aus der Iuidersee notwendig gewordenen Fahrtunterbrechung um 11 llhr 45 Minuten erneut aufgestiegen und nach glatter Fahrt über die Nordsee um 15 llhr 32 Minuten im Flughafen Ealshot bei Portsmouth glatt gelandet. Der erste Flugbericht. An Bord DoX, Calshot, 10.Olob. 9Uhr. (Copyright Wolsfs telegr. Bureau) Alles ist an Bord. Holländische Marine kommt auf einem Schiff längsseits und spielt die deutsche und holländische Aationalhymne. — 9.50 Uhr: Die Motoren werden angeworfen. — 10 Uhr: Wir rollen auf die Zuider See hinaus, blauer Himmel und Sonnenschein. Die Motore müssen Warmlaufen. — 10.30 Uhr: Passieren Fort Pampus und Leuchtturm. Motorboote begleiten uns. — 10.46 Uhr: Start. An Bord 16 Mann Besatzung und 21 Passagiere, Totalgewicht 46 Tonnen. Seegana mittet Startzeit 35 Sekunden. Steigen sehr rasch. Boe. Am Steuer beide Piloten. Dr. Dornier tm Kommandoraum. Lady Hatz hängt den Talismankater der Weltreise ans Fenster. Alles richtet sich gemütlich ein. plötzlich Ueberraschimg. wir landen. Ein Oel- kühlerlräger ist gerissen, wird aber sofort repariert, während der Reparatur herrscht in der Bar Hochbetrieb. Neuer Start um 1128 Uhr. Startzeit 34 Sekunden. 3n 300 Meter Höhe über Amsterdam. 12.05 Uhr: Zündholzstadt Zaandam. Heber den Aord- seekanal zum Meer Durch diesige Schicht bricht Sonne. Unten grünes flaches Land nut unge- zählten Wasserrinnen. Wir fliegen über Dünen, die wie eine Wüste wirken. Links im Dunst liegt Haarlem. Immer noch Dünen. Hartmann singt an Bord. Alles in bester Stimmung. 12.25 Uhr: N o r dwei"k. Die Nordsee ist erreicht. Steuern 2,32 Grad, fliegen die Küste entlang. Scheve- ningen brnmt In Sich'.. Endlichdasweite, weite Meer, das sich fern am Horizont in Wolken verliert. Das Wasser zeigt eine graugrüne schmutzige Farbe, von der weihe Wellenköpfe sich abheben. 12.30 Uhr. Uebersliegen Haag, rechts Cumuluswolken toer'en Phantast.sche Schatten aufs Meer. Links große, grüne Ebene mit viel Besiedlung. Tausende von Menschen toinlen. Sirenen pfeifen. Uebersliegen Blurnen- tulturen. Hunderte von niedrigen Häusern mit in der Sonne glitzernden Glasdächern. Hoek van Holland. Immer der Küste entlang. Wetter sehr schön. Dr. Dornier unterhält sich in der Bar mit den Pressevertretern. Ueberall das gleiche Gefühl der Sicherheit und Bequemlichkeit. Die Motoren laufen gut. wir entfernen uns von der Küste. Alles lehnt sich in die weichen Polster und freut sich an dem wundervollen Flug. Um 13,20 Uhr: Zeebrügge. 2rnmer weiter der Küste entlang. Gute Fahrt. 175 Kilometer in der Stunde. 13.30 Uhr: Dünkirchen. Tau- sende von Menschen winken. Man kann die Begeisterung vom Flugzeug aus erkennen. Flughöhe 200 Meter. Weer sehr bewegt. An Bord ist es gemütlich wie in einer großen Stube. Man läuft hin und her, blickt da und dort zu den Bullaugen hinaus oder pendelt zwischen Bar und Kmhe. Cs ist wirklich vollkommen ruhig in der Luft. Eitel wacht mit seinen treuen Mechanikern über die Motor«. Er lächelt zufrieden. Schildhauer steuert, Flugkapitän Merz sitzt daneben und nimmt sein Mittagessen. Kapitän Christiansen ist glücklich. 13.45 Uhr. Wir haben die Hälfte des Weges zurückgelegt. Ueber das grüne Meer begleitet uns der Schatten des Flugschisfes. Soeben kreuzt er einen Passagierdampfer. An Deck jubelt alles hinaus. Die Sirenen heulen. Schon vorbei. Der Dampfer wird kleiner und kleiner, ein Fünkchen, ein Nichts, das weile Meer. Beide Ufer unsichtbar. Ls liegt um uns die riesige Wasserfläche, auf der die Sonne eine goldene Brücke baut. 14.10 Uhr: Die weihe Steilküste von England kommt in Sicht. Zehn Minuten später passieren wir Dover. Es wird sehr neblig. Trotzdem wir nur 500 Meter von der Küste entfernt sind, ist diese nicht zu sehen. Ortstelegramm an den Reichsverkehrsminister: Haben Amsterdam, wo der Do X glänzende Aufnahme fand, wegen Nebels erst heule verlassen können, '^aifieren soeben Dover, sind auf dem Fluae nach Cal- shot. Ergebene Grüße Besatzung Do X. — Es ist wieder klare Sonne, Küste ganz siach, wenig Häuser. 14.35 Uhr schneiden Landspitze von Dungeneß. Flughöhe 180 Meter. Sehr böig. Do X reagiert nur träge und langsam. Schreibmaschinen klappern. Journalisten machen ihre Berichte für Cal - shot fertig. 14.5OUHr Drig thon in 150 Meter Höhe passiert. Kilometerlanger Strand. Die Küste wird steinern. Senkrecht ins Meer fallende Kreidefelsen sehen aus, als ob ein Profil der Erde geschnitten wäre. 3m Abstand von 500 Meter längs der Küste weiter. Zwei Sportflugzeuge begleiten unS über Portsmouth. Riese und Zwerge. Großes zweimotoriges Wasserflugzeug kommt nebenhergef[ogen. Die Leute an Bord erhalten dadurch einen Begriff von der Größe des DoX 15.40Uhr: Calshot kommt in Dicht. Wir fliegen in die Ducht, deren Einfahrt durch drei Forts gesperrt ist. Passieren die Lotsenschule. DoX braucht keine Lotsen. Ein Wasserflugzeug kommt auf uns zu, ein zweites, drittes, viertes, bald sind es zehn, bann fünfzehn. 16.10 Uhr: wir kreisen über der Flugstation Lalshot, Tausende von Menschen, Riesenschlangen von Autos am Strande. Noch eine elegante Kurve und Do X landet. Zur gleichen Zeit landen rechts und links je fünf Wasserflugzeuge. Ls sieht aus, als ob eine große Gans mit ihren Kücken zu Wasser geht. Gute Absperrung. Das Polizeiboot läßt niemanden heran. Zwei kleine Schaluppen kommen mit großen Do X-Fahnen längsseits. Zehn Minuten pater liegt das Flugschiff vor Anker. Wieder eine Etappe in reibungslosem Fluge ohne geringste Störung hinter uns. Passagiere sind begeistert. Allen tut es leid, daß der Flug zu Ende ist. Die Strecke Amsterdam—Southampton war in drei Stunden 51 Minuten zurückgelegt. Durchschnittsgeschwindigkeit 175 Kilometer. Zoll- und Pahfragen schnell erledigt. Die Passagiere gehen mit dem Motorboot nach Southampton. Die Besatzung bleibt an Bord. Dann kommt die Nacht. W.r bleiben bis zum 13. hier. Am Mittwoch wird der Prinz von Wales an Bord erwartet. Nächste Etappe Bordeaux. Gehobne Stimmung an Bord. Lady Drummond Hay berichtet über ihre Eindrücke. C a l s h o t, 10. Nov. (Copyright Wolffs Telegraphisches Bureau.) Lieber ihre Eindrücke an Bord des Do X berichtet eine der F.ugteil- nehmerinncn, Lady Drummond Hay, u. a.: "Wir erleben den Beginn einer neuen Aera im Weltverkehr", sagte Dr. Dornier zu mir, als das riesige Flugzeug über die erregte See dahrn- jagte. Dr. Dornier gab zu, daß er sich glücklich fühle. Er bemerkte, die erste erfolgreiche Heberquerung der offenen See durch sein riesiges Flugboot betrachte er als ein Zeichen, daß sich der Traum seines Lebens verwirklichen werde. „3$ selbst'', berichtet Lady Drummond Hay weiter, ,mache die gleichen Empfindungen durch wie bei meinem ersten großen Zeppelinflug im 3ahre 1928. Die gleiche aehobene Stimmung herrscht auf der Kommandobrücke, in den Navi- galions- und Maschinenräumen, wie bei dem Zeppelin. Eine andere Aehnlichkeit ist das Gefühl äußerster Sicherheit und Bequemlichkeit aus dem Passagierdeck. Es ist kaum eine Bewegung zu verspüren und der furchtbare Lärm der zwölf Motoren mit ihren 7500 Pserdekräften störte die Unterhaltung im Passagierraum keineswegs". Ein anderer Flugteilnehmer Karl v. Wiegand berichtet: Der Do X lag bei dem Fluge völlig ruhig in der Luft. Trotz eines Gegenwindes von 50 Stunde..iilometer. Dr. Dornier nimmt mit seiner Frau persönlich an dem Fluge nach Lissabon teil, um das Derhalten dieses Riesen der Lüfte, den sein Gehirn ersonnen hat, in praxi zu beobachten. Die Tatsache, daß Station zwei derartige riesige Flug- Maschinen bestellt hat, hat in 3 u g o - f la toi en 3nteref,e erregt, was sich in der Anwesenheit des Majors Krakow vom jugoslawischen Luftfahrtministerium äußert. Es war e i n schöner Flug bei angenehmem Wetter. Der Empfang des Do X durch die Engländer in Calshot war herzlich. Dr. Dornier und seine Gattin gingen abends als Gäste von Lady Stoay- thling nach London. Der Abflug nach Bordeaux dürste nicht vor Donnerstag erfolgen, da so viele Leute das neue Luftwunder zu besichtigen wünschen. Die pretefentunuMtiion der MchMgienmg. Erfolgreiche Verhandlungen mit dem Bäcker- und Metzgergewerbe. preisfenmng für Backwaren. Berlin, 10. Nov. (WTB.) Amtlich. 3m Reichsmini st erium für Ernährung und Landwirtschaft fanden in den letzten Tagen mehrfach Verhandlungen mit den Vertretern der Spitzenorganisation der Deutschen Bäcker- Innungen, dem Zweckoerband der Bäckermeister Groß-Berlin und der Vereinigung der Brotfabrikanten Groß- Berlin statt, die am Montag zum Abschluß gebracht wurden. Die Vertreter des Bäckergewerbes und der Brotfabrikanten wiegen bei den Verhandlungen darauf hin, daß die Brotpreife sich fortlaufend den Mehlpreisen angepaht hätten und daß die derzeitige Spanne zwischen beiden in der Hauptsache auf die Erhöhung der allgemeinen Abgaben und Unkosten zurück- zusühren sei. Sie erklärten sich jedoch unter voller Würdigung der allgemeinen Notlage und mit Rücksicht auf die von der Reichsreglerung zu ihrer Behebung und zur Senkung der össentlichen Abgaben und Lasten eingeleiteten bzw. in Aussicht genommenen Maßnahmen zu folgenden Abmachungen bereit: 1. Bäckergewerbe und Brotfabrikanten verpflichten sich, grundsätzlich der Forderung des Reichsminiske- riums für Ernährung und Landwirtschaft entsprechend, das Brot in Zukunft einheitlich nach Gewicht zu verkaufen. 2. Anstelle des für die Zeit vom 3. bis 9. November für Groß-Berlin maßgeblichen Tafel- gewichtes von 1225 Gramm für das Roggenbrot wird in Zukunft ein E i n h e i t s g e w i ch t von 1 2 5 0 Gramm für das Normalbrot treten. 3. Der Preis für das Normalbrot von 1250 Gramm wird bei gleichbleibender Qualität in Berlin ab 13. November von 50 Rpfg. auf 46 Rpfg. gesenkt. Die Reichsregierung erkennt die Opferwilligkeit des Bäckergewerbes und der Brotfabrikanten, die darin zum Ausdruck kommt, daß die Preisspanne für das Normalbrot bei gleichzeitiger Erhöhung des Gewichtes gesenkt wird, voll und ganz an. Sie erwartet, daß nicht nur die einzelnen Bäcker und Brotfabrikanten den Vereinbarungen ihrer Vertreter mit dem Reichsernährungsministerium vollauf Rechnung fragen, sondern daß auch die übrigen an der Brotversorgung beteiligten Gruppen sich der allgemeinen Preissenkung in einer weise anschliehen. daß sie für den einzelnen Verbraucher fühlbar wird. Die „Germania", Zentralverband deutscher Bäckerinnungen, stellt fest, daß gegenwärtig noch keine Voraussetzungen für eine Senkung des Brots gegeben sind, da die Lohnunkosten, soziale Lasten, Steuern, Werktarife und andere Llnkosten sogar erhöht worden sind; so sind die Mehls.reise in den kehlen Wochen um 3 Mk. je Doppelzentner und mehr gestiegen, was eine Verteuerung des Brotpreises um mehr als 2 Pf. je Kilogramm ausmacht. Das Däckerhandwerk erklärt sich aber, dem Ernst der Wirtschaftslage Rechnung tragend, bereit, Vorleistungen zu machen, d. h. mit der Preissenkung voranzugehen unter der Do.ausfetzung, daß sich die Reicheregierung nachdrücklichst dafür einsetzt, daß die die Trotpreisherstellung belastenden Hnkosten, Löhne, Steuern, soziale La st en, Werktarife usw. gesenkt werden. 3nsbesondere seht das Däcker- handtocr: als selbstverständlich voraus, daß die Reichsregierung sich mit allem Nachdruck gegen jede Preiserhöhung, insbesondere auf dem Mehlmarkt, wendet. Unter diesen Voraussetzungen erklären sich die im Zweck- ver^and der Bäckermeister Groß-Berlin zu- sanunengefchlossenen Bäckermeister bereit, bis auf auf weiteres den Brotpreis ao Donnerstag, den 13. November 1930, für das 2Vr-Pfund-Roggenbrot vn 0,50 auf 0,46 Mk. zu senken. Aus dieser Preissenkung in Groß-Berlin darf aber nicht die Folgerung gezogen werden, als ob allgemein i m R e i ch die Drotpreise gesenkt werden können. Es wird Ausgabe von Besprechungen zwischen dem Reichsernährungsministerium und dem Ger- mania-Deroand sein, die notwendigen Unterschiede in der Preisgestaltung zu klären und die durch die Entwicklung jeweils notwendigen Trotpreisveränderungen scstzustellen. Preissenkungsbesch uß des Deutschen F eischerverbandes. Berlin, 10. Nov. (WTB. Amtlich.) 3m Rahmen der Preissenkungsaktion der Reichsregierung fanden in den letzten Tagen im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wiederholt B e- sprechungen mit den Vertretern des Fleischergewerbe s statt. Hierbei wurde festgestellt, daß die Schweinefleischpreise im Monat Oktober gegenüber dem September d. 3. beträchtlichzurückgegangen snck> und daß die derzeitigen Preise für Schweinefleisch den Schweinemarktpreisen gefolgt und angepaßt sind. 3m Hinblick auf die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse hat der Deutsche Fleischerverband folgenden Entschluß gefaßt: „Das Fleischergewerbe erkennt an, daß in Anbetracht der wirtschaftlichen Notlage ein allgemeiner Preisabbau, auch für Lebensmittel, burchgeführt werben muh. An bit verbanbsmitglieber wirb beshald bie Aufforbe- rung gerichtet, auf ber Grundlage bet Einkaufspreise unter Berücksichtigung ber Steuern, Gebühren unb sonstigen Lasten, bie bas Fleischergewerbe zu tragen hat, scharf zu kalkulieren und bie Spanne für Schweinefleisch um 5 Rpf. je pf unb zu senken. Das Fleischergewerbe gibt eine v o r l e i st u n g, blt nur eine begrenzte sein kann unb nur ausrecht- erhalten wirb, wenn bie van ber Reichsregierung auf ber ganzen Linie zugesaglen Abbaumaßnahmen sich schnellstens auswirken werben, unb wenn bie Länber unb insbesondere auch bie G e m e i n b e n auf keinen Fall b l« hohen Abgaben unb C a ft en beibehalten, fonbetn im Gegenteil ebenfalls erheblich herabsehen." Die Reichsregierung begrüßt diesen Beschluß des Deutschen Fleischerverbandes, der dem Ernst der Zeitumstände Rechnung trägt. Sie erwartet, daß nicht nur die Ladenfleischer dieser Auffvrde- rung Folge leisten, sondern daß auch die übrigen! an der Fleischversorgung beteiligten Gruppen, darunter die Konsumvereine, sich dem Vorgehen; des Deutschen Fleischerverbandes anschliehen. Der Bezirksverein Berlin im Deutschen Fleischerner* band erklärt hierzu, daß er vom Dienstag, dem 11. November, dem Beschluß seines Reichsverban- des entsprechend, den Preis für Schweinefleisch um 5 Pf. je Pfund herabsetzt. Die Senkung der Brot- und Fleischpreise in Gießen. lieber bie Entwicklung der Brotpreife In Gießen im verlaufe ber letzten Monate wirb uns auf Anfrage von bem vorsihenben ber Gießener Bäckerinnung, Obermeister L o e b e t, folgenbes mitgeteilt: Der vierpfunblaib (2000 Gramm) Brot kostete Anfang August 85 Pf., Anfang September 80 Pf^ Anfang Oktober 75 Pf., gegen- ro ä r H g 7 0 P s.; ber Zweipfunblaib (1000 Gramm) Brot kostete Anfang August 43 Pf., Anfang September 40 Pf., Anfang Oktober 38 Pf., seit Anfang November 35 Pf. — Zum vergleich weist Herr Loe- ber barauf hin, bah bas vierpfunbroggenbrot in Darmstabt heute noch 80 Ps., bas vierpsunbmisch- brot 92 Pf. (letzteres in Gießen 80 Pf.) kostet, bas gleiche Brot in Offenbach heute für 78 Pf. bzw. 88 Pf. verkauft wirb. Heber die Fleischpreise in Gießen wird uns auf Anfrage von bem Geschäftsführer Boeck von ber Giehener Mehgerinnung folgenbes erklärt: Ls kostete bas Pfund Schweinefleisch Anfang August 1,10 bis 1,40 Mk., je nach Qualität, Anfang September 1,00 bis 1,40 Mk., seit Anfang Oktober 0,90 bis 1,20 Mk.; bas Pfunb Rinbfleisch An- fang August 1,30 bis 1,36 Mk., September Oktober 1,24 bis 1,30 Mk., seil Anfang November 1,20 bis 1,28 Mk.; bas Pfunb Kalbfleisch Anfang Au- qust 1,30 bis 1,36 Mk., seit Anfang September 1,24 bis 1,30 Mark. 3m Spiegel der Presse. Berlin, II. Nov. (END.) Die Senkung bet Preise für Schweinefleisch und Brot wird nut in einem Teil der Berliner Morgenblätter besprochen. — Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" (volkspart.) und ber ^Börsen» Courier" (dem.) unterstreichen besonders die Tatsache, daß es sich um eine freiwillige Vereinbarung zwischen Gewerbe und Regierung handelt. Trotz aller Hemmungen unb Widerstände, so schreibt die -Deutsche Allgemeine Zeitung" ist man nach den Ereignissen ber letzten Tage zu sagen berechtigt, daß die 3dee de« Lohn - und Preisabbaues marschiert. Man soll auch nicht das Ausmaß kritisieren, sondern es ist im Gegenteil höchste Zeit, daß man allgemein den Pfennig wieder ehren le rn t. Den Hauptvorteil von einer allgemeinen Verbilligung der Arbeitskraft und ber sonstigen wirtschaftlichen Leistungen im weitesten Sinne toerben diejenigen haben, die durch diese Maßregeln in den Produktionsprozeß wieder eingegliedert werden können. — Der .Börsen-Courier" nennt die Senkung bet Gestehungskosten schon im Hinblick auf den Außenhandel eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Preissenkung sei ihre auf die Dauer unausbleibliche Folge, deren Eintritt durch Verringerung ber Handelsspanne nur beschleunigt, nicht aber vor jeglicher Lohnminderung abge- toartet toerben könne. — Die agrarische .De u t- sche Tageszeitung" und die deutschnatio- nale .Deutsch« Zeitung" sprechen von eine» bescheidenen Anfang und von einem mageren Ergebnis der Preissenkungsaktion. Die..Deutsche Zeitung" sieht in der Preisherabsetzung nicht mehr alS eine schöne Veste der Reichsregierung. Volkspartei und Koalitionskrisis in Thüringen. Weimar, 9. Rov. (LU.) Der Landesvertretertag der Deutschen Volkspartei, dem man wegen der Koalitionskrise in Thüringen große Beachtung schenkte, billigte die Erklärung der volksparteilichen Fraktion im Landtage, durch die der ernste Wille der Deutschen Volkspartei. mit der gegenwärtigen Regierung auchweiterhinzusammenzuarbeiten. eindeutig bekundet wird. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß dieser Wille zur Zusammenarbeit bei den anderen Koalitionsparteien im gleichen Maße vorhanden sei. Der Fraktionsführer der Deutschen Volkspartei sprach sich gegen Reu- Wahlen in Thüringen aus, bei denen die Gefahr bestehe, das; eine sozialdemokratisch-kommunistische Mehrheit zustandekomme, machte aber die Zustimmung seiner Partei zu dem nationalsozialistischen Vertrauensvotum für die Gesamtregierung davon abhängig, daß der wirtschaftsparteiliche Abgeordnete und Ministerialrat G erst e n h a u e r. der von den übrigen Regierungsparteien als Rachfolger des in den Wartestand versetzten Ministerialdirektors Dr. Iahn im Innenministerium vorgeschlagen wird, nicht befördert werde, da er für die Volks- parbei untragbar sei. Für die Volks- Partei handle es sich hier um eine grundsätzliche Frage, eine Frage des Systems, eine Frage, ob Postenjägereiund Futterkrippenwirtschaft von der Partei geduldet werden solle. Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Volkspartei, D i n g e l d e y, führte u. a. aus, daß der Wahlerfolg der Rationalsozialisten vom 14. September doch die Hoffnung lasse, daß die 107 nationalsozialistischen Abgeordneten Schichten des deutschen Bürgertums hinter sich hätten, die lediglich durch die Schicksals- schläge der letzten Zeit in eine Stimmung der Verzweiflung getrieben worden seien, die aber in Wirklichkeit keineswegs so- z.i a l i st i s ch eingestellt seien. Die Begrenzung der Dienstzeit Abrüstungsdebatte in Genf Genf. 10. Rov. (WTB.) Im Vorbereiten- den Abrüstungsausschuß wurde heute die Aussprache über die Frage der Dienstzeit fortgesetzt. Rachdem der deutsche Antrag, die Begrenzung des Iahreskontingents in die Konvention aufzunehmen, an dem Widerstand der Mehrheit gescheitert ist, haben die Fragen, über die man heute vormittag diskutierte, vom Gesichtspunkt einer wirksamen Abrüstung nut« mehr geringe praktische Bedeutung. Die deutsche Delegation hat infolgedessen an der Diskussion heute vormittag nicht mehr teilgenommen. Die Aussprache drehte sich in der Hauptsache um einen polnischen Antrag, die Höchstdienstzeit auf eine bestimmte Anzahl von Mo - natenfe st zulegen. Der Konventionsentwurf selbst geht nicht so weit. Aus einer Erklärung des polnischen Vertreters ging deutlich hervor, daß der Antrag in erster Linie sich gegen D-u h l a n d wendet. In Rußland beträgt die Dienstzeit drei bis vier Iahre. Litwinow sprach gegen den polnischen Antrag und wies darauf hin, daß die Frage der Beschränkung der Dienstzeit keine praktische Bedeutung habe, nachdem der Ausschuß erst jetzt wieder die Herabsetzung des Iahreskontingents und die Beschränkung der ausgebildeten Reserven und im vorigen Iahre die Herabsetzung des Heeresmaterials a b g e l e h n t habe. Die Vertreter Frankreichs und I a p a n s lehnten jede über den Entwurf hinausgehende Bindung in der Frage der Dienstzeit ab. Es wurde ein Antrag angenommen, der für die Dienstzeit eine H ö ch st z i f f e r festsetzt, die von keinem Staat überschritten werden darf. Entsprechend dem französischen Vorbehalt wurde beschlossen, daß der betreffende Paragraph aus die Land-, See- und Luftstreilkräfte Anwendung finden soll. Einigung der Seemächte. Italien hält feine'-Vorbehalte aufrecht. Gens, 10.Rov. (Sil.) Die vertraulichen Verhandlungen zwischen den fünf Seemächten der Londoner Flottenkon^ereriz England, Frankreich, Amerika, Japan und Italien, die am Samstag zunächst ohne Ergebnis verlaufen waren, sind am späten Sonntagabend auf Wunsch des amerikanischen Botschafters Gibson von neuem ausgenommen worden. Wiederum wurde über die Eingliederung der Londoner „Limitationsmethoden" m dos im Abrüstungsausschuß zur Verhandlung stehende Abkommen verhandelt. Die Vertreter Italiens haben den Standpunkt vertreten, daß die endgültige Entscheidung über die Ziffern und die Methoden der Flottenabrüstung nur auf der kommenden allgemeinen Abrüstungskonferenz fallen könne. Die italienische Regierung hält ihren auf der Londoner Flottenkonferenz eingenommenen Standpunkt in allen Punkten aufrecht, insbesondere die italienischen Vorbehalte hinsichtlich der Flottengleichheit mit Frankreich. Die italienische Regierung ist in den Verhandlungen sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat für sich die Möglichkeit des Baues von Schlachtschiffen, über die auf der Londoner Konferenz als oberste Grenze festgesetzte Gröhe von 25 000 Tonnen hinaus in Anspruch genommen. Lediglich um den beschleunigten Abschluß der Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission herbeizuführen, hat sich die italienische Regierung bereiterklärt, die Londoner „Limitationsmethoden" in das Abkommen ein« zugliedern. Der englische Vorschlag, einen Marinesachverständigen-Ausschuß einzusetzen, der die Ausdehnung der Londoner Limitationsmetho- denauch aufdieübrigen nicht im Londoner Abkommen beteiligten Mächte prüfen soll, wurde als zweckmäßig anerkannt. Das endgültige Ergebnis der österreichischen Aaiionalratswahlen. Wien. 11. Roo. swTV. Funkspruch.) Rach der jetzt vorliegenden genauen Uebersich« über die bei Die Deutsche Gtudenteuschast ehrt die Toten von Langemarck. Der Zug der Berliner Studenten durch den Potsdamer Lustgarten zur Garnisonkirche, wo eine Gedenkfeier für die Toten von Langemarck stattfand. i W t: H L 8 ■O * « 4 1 n um ■ •> K-MM' »S:' Die Feier in Potsdam. Potsdam. 9. Rov. (Til.s An allen Hochschulen des deutschen Sprachgebietes, also auch an den deutsch-österreichischen, sudetendeutschen und Danziger, hielt am Sonntag die De u t s che S t u- dentenschaft Gedenkfeiern für die bei Langemarck gefallenen deutschen Studenten ab. Der Kreis 10, Brandenburg, ehrte seine Toten i n d e r Garnisonkirche in Potsdam, wo sich die Studenten der Berliner Hoch.chulen, eine große Zahl von Ehrengästen, darunter die Rektoren und viele Professoren der Berliner Hochschulen, die Generale v. Francois, von der Goltz,von D o m m e s , Oberbürgermeister Dc. Rauscher mit Vertretern des Magistrats Potsdam, Vertreter der Potsdamer Reichsbehörden, der Regierung und der Reichswehr versammelten. Rach kurzen Begrühungsworten des Kreisleiters Hoppe hielt Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. D. See berg die Gedenkrede, in der er u. a. sagte, dieses große Beispiel gläubiger Hingabe an daS Vaterland, das die jugendlichen Helden von Langemarck beseelt habe, lege der deutschen akademischen Iugend für alle Zeiten die verantwoctungs?olle Verpflichtung begeisterter Racheiferung auf. Der daran anschließenden Verlesung des amtlichen Berichts der Obersten Heeresleitung für den Sturm von Langemarck vom 11. November 1914 folgte die Bekanntgabe einer Entschließung der Deutschen Studentenschaft, in der die Mahnung ausgesprochen wurde, allezeit für des Vaterlandes Aufstieg zur Freiheit mit demselben Opfermut sich einzusetzen, wie es das Angedenken der gefallenen Kommilitonen erfordere. Dem einmütigen Bekenntnis zu dieser Gesinnung gab ein schlichtes Gelöbnis der Versammlung Ausdruck. den Raiionalratswahlen am Sonntag abgegebenen Stimmen erhielten von den Parteien, welche Mandate errungen haben: die Christlich-Sozialen 1 306 121, der S chober- B lock 422 141, der h e i- ma t - v l o ck 228 229, die Sozialdemokraten 1 509 755. Die Gesamtzahl der bürgerlichen Stimmen betrug 2 128 737, der marxistischen Stimmen 1 529 434 gegen 2 085 772 bzw. 1 555 754 im Jahre 1927. Aus aller Well Tagung des Deutschen Anwaltvereins. Die Abgeordnetenversammlung des Deutschen Anwalt-Vereins Hal in ihrer Münchener Tagung eine Entschließung gesaht, in der es u a heißt: Die Anwaltschaft weiß, daß sie in der gegenwärtigen Rotlage trotz ihrer eigenen Bedrängnis ihr Opfer beisteuern muß Sie wird sich daher mit einem mäßigenprozentualenAbschlag auf ihre Armenrechtsgebühren, auch in E h e s a ch e n . auf die Dauer der Rot abfinden. Sie lehnt aber mit Entschiedenheit ab a) jede Erhöhung der amtsgerichtlichen Zuständigkeit, b) jede weitere Beschränkung der Rechtsmittel. — Als berufene Vertreterin der Rechtsuchenden betrachtet sie die von der Regierung vorgeschlagenen Maßregeln als eine Verkümmerung der Rechtssicherheit und des Rechtsschutzes, insbesondere für die Minderbemittelten. Zwei Todesopfer der Schlägerei In Hilden. Die schweren politischen Zusammenstöße in Hilden bei Düsseldorf, über die bereits berichtet wurde, Haden zwei Todesopfer gefordert, während ein drittes Opfer, ein Mädchen, noch in Lebensgefahr schwebt. Heber die Air- sache des Zusammenstoßes wird bekannt, daß diese auf die Weigerung der Kommunistengruppe aus Düsseldorf-Gerresheim zurückzuführen ist, der Auflösungsanordnung der Polizei nachzukom- men. Bei dem sich dann entwickelnden Tumult wurden vier Personen schwer, mehrere leicht verletzt. Ein Toter hat einen Lungenschuh, einer einen Kopfschuß. Das schwerverletzte Mädchen mußte einer Schädeloperation unterzogen werden und schwebt noch in Lebensgefahr. Bei der Durchsuchung des Hildener Dolkshauses, in das die Kommunisten sich zurückgezogen hatten, wurden Schußwaffen, Messer und Schlagringe beschlagnahmt. Mehrere Kommunisten wurden verhaftet. Wildwest in Berlin-Wedding. Seit Tagen versuchten die Kriminalbeamten der Berliner Dienststelle BI den vor etwa 14 Tagen aus der Irrenan st alt in Halle entwichenen Berliner Einbrecher Paul Colanus wieder einzufangen Die Beamten hatten in Erfahrung gebracht, daß Colanus in einem Lokal am Wedding verkehrte. Drei Kriminalbeamte entdeckten Montag nachmittag, daß Colanus sich in dem Lokal befand. Außer ihm waren darin noch etwa 30 bis 35 Personen. Ein Kriminalbeamter ging auf Colanus zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. Der zweite wollte ihm die Handkette anlegen, während der dritte feine Dienstwaffe bereit hielt. Ehe die Beamten Colanus in die Mitte nehmen konnten, griff das Publikum mit Biergläfern, Stühlen und Stöcken die Kriminalbeamten an. Trotzdem gelang es den beiden Beamten, die Colanus gefaßt hielten, den Verbrecher aus dem Lokal herauszuziehen, während der dritte Beamte im Lokaleingang stehen blieb und versuchte, die Verfolger abzuwehren. Plötzlich packte ein noch Unbekannter seine Hand, um ihm die Waffe zu entringen. In diesem Augenblick ging ein Schuß los und die Kugel ging dem Beamten durch die Hand. Jetzt hatten die Gäste im Lokal freien Weg. Obwohl blutüberströmt, ließen die Beamten Colanus nicht los, sondern brachten ihn noch 200 Meter weit b i s zu ein er Autodroschke. hier wurde ein Kriminalbeamter z u Boden geschlagen und mit Füßen getreten. Der zweite stürzte gleichfalls und Colanus wurde jetzt frei. Als sich die Beamten aufrafften, konnten sie noch in die Droschke flüchten und mit ihr entkommen. Der dritte Beamte konnte nicht mehr in die Droschke hinein. Das Publikum verfolgte jedoch unter den Rufen: „Schlagt die Bluthunde tot!" die Autodroschke, wodurch es dem brüten verletzten Beamten ebenfalls glückte, zu entkommen. Die Menge war inzwischen auf etwa 500 bis 800 Personen angewachsen, sie wurde schließlich vom Ueberfallkommando zerstreut. Cola- nu9 konnte natürlich nicht mehr gefunden werden. Großer versicherungsschwindel in Ostpreußen. Vor einigen Monaten war in Rastenburg der 30 Iahre alte Möbelhändler Safran unter sehr merkwürdigen Umständen verschwunden. Das Gebäude des Schwiegervaters, namens Platt, war in der Wahlnacht abgebrannt und man hatte später unter den Trümmern eine Leiche gefunden, die zunächst nicht.identizi- ziert werden konnte. Da Safran plötzlich verschwunden war, nahm man zunächst an, daß es sich um seine Leiche handelte, tatsächlich handelte es sich aber um einen zweiten „ Fall Tetzner", einem Versicherungsvertrag in größtem Umfang. Wie sich nämlich später herausstellte, war Safran in einem Kraftwagen geflüchtet, nachdem er Betrügereien in größerem Umfange verübt hatte. Ieht wurde Safran nach langem Suchen der Kriminalpolizei in Wittenberge (Elbe) im Berlin-Hamburger D-Zug verhaftet, als er sich aus dem Wege nach Amerika befand. Safran wurde zuletzt in Spandau ermittelt, wo er am Freitag den D-Zug nach Hamburg bestieg. Auf Grund der Personalbeschreibung konnte der Wittenberger Krimina po.izei Safran in dem Augenblick festnehmen, als er auf dem Bahnsteig eine Erfrischung einnahm. Zunächst versuchte er zu leugnen und zeigte Au sw eis - Papiere auf den Ramen des Zimmermanns Hans Augustin vor. Da die darin enthaltene Personalbeschreibung aber auf ihn nicht zutraf, sagten ihm die Beamten auf den Kopf zu, daß er der Gesuchte sei. Bei einer Leibesvisitation fand man in seiner Hosentasche eine geladene Pistole und einen Abschiedsbrief an feine Frau, aus dem zu entnehmen war, daß Safran sich mit Selbstmordgedanken getragen hatte. Die Verhaftung tarn Safran so überraschend, daß er fein Vorhaben nicht ausführen konnte. Safran hat eingeräumt, daß er den Brand angelegt hat und daß er monatelang bei dem Bruder einer Angestellten in Berlin Unterschlupf gefunden hatte. Während feines Aufenthaltes in Berlin ist Safran nur des Abends ausgegangen. Er hat während der ganzen Zeit Englisch und Spanisch gelernt. Safran gibt über alles genau Auskunft, nur über die Leiche, die man im verbrannten Hause fand, verweigert er jede Angabe. Es wird angenommen, daß Safran sich für sein Verbrechen eine Leiche besorgt hat. Man glaubt, daß er die Leiche eines vor wenigen Tagen begrabenen Mannes herausgescharrt hat, ihr seine Kleider anzog, und ihr dabei Uhr mit Kette und Ring zusteckte. Daß er einen Mord begangen hat, wird nicht angenommen. Schweres Verkehrsunglück. In Saarbrücken fuhr ein Lieferauto auf einen von einer Frau gezogenen Handwagen auf. Die Frau war sofort tot, zwei ihrer sie begleitenden Kinder wurden sehr schwerverletzt. Der Tod der Frau ist um so tragischer, als sie Mutter von fünf Kindern ist. Die hessische höhere Schule erneut in Gefahr. Von der Pressestelle des Hessischen Philologenvereins werden wir in einem Schreiben vom 10. November um Aufnahme folgender Ausführungen gebeten: Es ist ein tragisches Verhängnis, daß die hessische höhere Schule nicht der Ruhe und Stetigkeit teilhaftig werden foll, deren sie zur Entfaltung ihrer erziehenden und bildenden Kräfte bedarf. Schon seit Iahren sehen sich alle die, welche die Bedeutung unseres höheren Bildungswesens für Gegenwart und Zukunft von Volk und, Staat erkannt haben, ohne Unterlaß gezwungen, sich schützend vor die durch immer wiederholte Angriffe mächtiger Feinde schwer bedrängte und in ihren Grundlagen erschütterte hessische höhere Schule zu stellen. Dreimal hintereinander hat man im Ablaus weniger Iahre die höhere Schule Hessens zum Gegenstand bedenklicher und folgeschwerster Sparexperimente gemacht. 1925 und 1927 führten äußerliche und schematische finanzielle Erwägungen zu brutalen Eingriffen in das empfindliche WLck unseres höheren Dildungswesens, und vor einem halben Iahre erst hat man im Staatsvoranschlag für 1930 die Zahl der Lehrer an unseren hessischen höheren Lehranstalten erneut um 52 verringert. Unerträgliche Uebersüllung der Klassen und stärkste Belastung der Lehrer waren die Folgen dieser Sparmaßnahmen und wirkten sich um so katastrophaler aus, als sie in eine Zeit fallen, in der die Schulreform die höhere Schule vor neue und schwere Aufgaben stellte. Obwohl von fachkundiger ©eite immer wieder mahnend darauf hingewiesen wurde, daß die unheilvollen Auswirkungen dieser wiederholten Sparexperimente notwendigerweise zu einem bedenklichen Rückgang der Leistungshöhe unserer höheren Schule führen müsse, bereitet sich in diesen Tagen ein neuer, geradezu vernichtender Schlag gegen das höhere Schulwesen Hessens vor. Daß man allen ernsten Warnungen und aller besseren Einsicht zum Trotz in gewissen politischen Lagern den abwegigen Gedanken weiter verfolgen wird, den Staat durch einen Abbau der Bildung zu festigen, zeigte Ende des vergangenen Monats das Sparprogramm des Hessischen Landbundes, das radikal den Abbau von l/3 unserer höheren Schulen verlangt. Mit der Grundtendenz dieses Vorstoßes einer Partei stimmt es leider durchaus überein, wenn sicherem Vernehmen nach das Finanzministerium zum Staatshaushaltsplan für 1931 verlangt, daß erneut 97 Stellen an höheren Schulen auf den Inhaber gesetzt, also in Zukunft eingespart und ganze Schulen aufgehoben werden sollen. Dieser konzentrische Angriff von Regierung und Parteien ist zwingende Qxranlaffung, die jüngste Entwicklung und den heutigen Stand des hessischen höheren Schulwesens einmal rückhaltlos daczu- 1 legen und die Schlagworte und Argumente, mit denen dieser Vemich.ungsseldzug gegen die höhere Schule geführt wird, öffentlich auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Zur Rechtfertigung dieses Sturmlaufs wider das höhere Bildungswesen könnte man, so scheint es zunächst, auf die so häufig besprochene „Inflation" der höheren Schulen, auf die „ungesunde Vermehrung" und das „anormale Anschwellen" dieser Bildungseinrichtungen Hinweisen. Wie steht es in dieser Hinsicht mit dem hessischen höheren Schulwesen? In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse ganz anders, als es die von jenen oberflächlichen Schlagworten geschaffene öffentliche Meinung annimmt: Die Zahl der höheren Knabenschulen, deren Kosten der Staat trägt, ist in Hessen heute nicht nur nicht großer, sondern sogar geringer, als sie 1913 war. Die höheren Mädchenschulen dagegen zeigen eine Zunahme, die sich leicht dadurch erklärt, daß gerade die Entwicklung des höheren Mädchenschulwesens infolge politischer und wirtschaftlicher Gründe nach dem Krieg einen starken Antrieb bekam: politische Gleichberechtigung der Frau, Vermehrung der Zahl der berufstätigen Frauen. So hat Hessen heute 57 staatliche höhere Knabenlehranstalten, während es 1913 deren 66 aufwies. Der Vergleich der Vollanstalten führt zu demselben Ergebnis: Während heute der hessische Staat die Kosten für 20 Vollanstalten trägt, hatte er 1913 22 Vollanstalten zu unterhalten. Wo in den letzten Iahren ein Ausbau von früheren Richtvollanstalten zu Vollanstalten erfolgte, haben die Gemeinden, teils auch öte Eltern in Form eines besonders hohen Schulgeldes die Kosten übernommen; der Ausbau erfolgte also nicht zu Lasten des Staates. Einzig und allein das Lyzeum Dingen ist vom Staate nach dem Krieg zu einer Dollanstalt ausgebaut worden. Die Behauptung also, daß die Zahl der höheren Schulen Hessens gestiegen sei, ist nicht stichhaltig; sie ist eine Irreführung der öffentlichen Meinung. Und wie verhält es sich mit dem sogenannten „Anschwellen" der einzelnen Schulen, mit der Behauptung von der „Auspowerung der Volksschule durch die höhere Schule"? Da ist zunächst zu betonen, daß die Zunahme der Schülerzahlen der höheren Schulen in den Rachkriegsjahren eine allgemein feststellbare Erscheinung ist, aber auf der Unterstufe heute schon ganz deutlich eine rückläufige Bewegung sich vollzieht. Daß die Prozentzahl der Grundschüler, die in die Sexta der höheren Schule übertraten, 1930 geringer war als in den vorhergehenden Iahren, haben statistisch Erhebungen in Hessen, Preußen und Thüringen erwiesen, die übrigens auch zeigten, daß der Prozentsatz in Hessen hinter dem preußischen zurückbleibt. Ebenso offenbart eine Zusammenstellung der Gesamtschülerzahl der höheren Schulen Hessens, wenn man aus den schon erwähnten Gründen die höheren Mädchenschulen nicht in die Rechnung einbezieht, eine kontinuierliche Abnahme seit 1921, so daß die Gesamtschülerzahl der höheren KnabenschulenHessens im Iahre 1929 noch unter dem Stand von 1909 bleibt. Wenn also die Behauptung von der „Inflation" auf den heutigen Zustand zutreffen foll, dann muh bei uns in Hessen diese Inflation schon vor 20 Iahren unerkannt und unbeanstandet von Regierung, Parlament und Oeffentlichkeit bestanden haben! Wenn so auch die Schülerzahl auf der Unter- und Mittelstufe und entsprechend die Gesamt- schülerzahl im Rückgang begriffen ist, so tritt auf der anderen Seite die Zunahme der Schülerzahl auf der Oberstufe klar zutage. Aber das ist eine Erscheinung, mit der Hessen, ja noch nicht einmal Deutschland allein da steht. Es wird immer noch nicht genügend bedacht, daß die Zunahme der Schülerzahl, die die Oberstufe durchläuft und den Erwerb des Reifezeugnisses erstrebt. Gegen die Tabaksteuererhöhung. Im Hessischen Landtag hat der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Werner folgenden Antrag ein» gebracht: Die von der Regierung Brüning geplante außergewöhnliche Erhöhung des Tabakzolls von 80 auf 4 0 0 Mark je Doppelzentner muß mit Rücksicht auf die verheerenden Folgen einer solchen Maßnahme für Hunderttausende von Unternehmern, Angestellten, Arbeitern, Händlern, Vertretern usw. entschieden bekämpft werden. Das Ergebnis für die Reichsfinanzen wird selbst bei einer so enormen Verteuerung des Rauchtabaks und der Zigarren sehr gering fein, weil der Verbrauch an Tabakwaren reißend abnehmen muß, wodurch natur, gemäß auch die Arbeitslosigkeit zu- nimmt. In Ansehung der großen Bedeutung der Tabakindustrie für das Hessenland beantrage ich einen Beschluß des Landtags, der die hessische Regierung auffordert, bei der Reichsregierung gegen die geplante Tabakzollerhöhung sofort energisch Ein- s pruch zu erheben. in wirtschaftlichen Gründen bedingt und eine Seite des großen internationalen Arbeitslosen- problemS ist. Es ist deshalb eine Utopie, zu glauben, man könne durch schulorganisatvnsche Maßnahmen wie die Einschränkung der Zahl der Schulen diese Erscheinung beseitigen. Sie 'st not- gedrungen entstanden, weil die jungen Menschen keine Hntertunft im Berufsleben fanben; sie wird von selbst verschwinden, wenn die Wirtschaft wieder erstarkt uünd ein Angebot von Arbeitskräften erheischt. Es ist ein übles politisches Kurpfuschertum, wenn man einen Volkswirtschaft- lichen Krankheitszustand dadurch peilen zu können wähnt, daß man an seinen schulischen Auswirkungen herumkuriert- Wie steht es nun mit den Ersparnissen, die durch die neuen 2lbbaupläne erreicht werden sollen? Was würde für die Staatssinanzen etcha bei der Befolgung des radikalen Rezeptes des Landbundes gewonnen werden? Die Schüler der aufgehobenen Schulen würden zum Teil in andere höhere Schulen Hessens übertreten. Run sind aber bekanntlich infolge der früheren Sparmaßnahmen die Klassen der höheren Schulen Hessens im Durchschnitt schon über das noch erträgliche Maß hinaus aufgesüllt. Ein Zustrom neuer Schüler würde also in den meisten Fällen zur Teilung von Klassen führen: die Ersparnis ist recht illusorisch. Das Ergebnis wäre auch negativ, wenn die Schüler der abgebauten höheren Schulen in die Volksschulen übertreten würden, weil die Klassen der Volksschule ebenso überfüllt sind wie die der höheren Schule. Die Ersparnis wäre in diesem Falle noch aus einem anderen Grunde problematisch: dem Thüringer (I) Gutachten des Reichssparkommissars ist zu entnehmen, daß der Zuschuhbedarf für die hessischen höheren Schulen, auf den Kopf der Bevölkerung ausgeschlagen, unter'dem Reichsdurchschnitt liegt, während der Alschußbedarf für die hessischen Volksschulen sich auf das Doppelte des Reichsdurchschnitts beläuft. Und wenn die ehemaligen Schüler einer abgebauten höheren Schule sich sofort einem Beruf zuwenden? Dann würde sich bei der heutigen Lage das Heer der Arbeitslosen noch vermehren, dem Staat würden neue Lasten erwachsen. Auch vom sozialen Standpunkt auS sind die schwersten Bedenken gegen die vom Landbund empfohlene gewaltsame Methode zu erheben. Wer wäre der Leidtragende, wenn das Reh von höheren Schulen, das sich fetzt über Hessen ausspannt. weitmaschiger würde? Der finanziell leistungsfähige Vater würde auch dann nach kraft dieses Vorteils Mittel und Wege finden, seinem Sohn eine höhere Schulbildung zuteil werden zu lassen. Aber der finanziell Schwächere müßte oft darauf verzichten, sein Kind, das vie''"icht über beste Anlagen zu einer vertieften geistigen Bildung verfügt, einer höheren Schule zu^u, uhren. Der Vorschlag, die Zahl der höheren Schulen zu vermindern, die jetzt über daS Land so verteilt sind, daß sie dem Begabten bei möglichst geringen finanziellen Aufwendungen seiner Eltern den Aufstieg zur höheren Bildung ermöglichen, klingt wie ein Hohn aus den Artikel 146 der Reichsver- sassung, wie eine Verleugnung einer Grundidee des heutigen Staates. Auf die Pläne der Regierung trifft dasselbe zu, toafl eben zu den Vorschlägen des Landbundes gesagt wurde, soweit diese Pläne auf den Abbau von Schulen zielen. Den Absichten der Regierung, eine wettere und einschneidende Verminderung der Zahl der Lehrkräfte vorzunehmen, ist mit allem Rachdruck entgegenzuhalten, daß bereits die Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre und dieses Jahres zu einer das Werk der Erziehung und des Unterrichts auf Schritt und Tritt hemmenden Höhe der Klassenbesuchsziffer und zu einer Ueberspannung der Belastung der Philologen gesührt haben, die auf die Dauer nicht zu ertragen ist. Der hessische Philologe ist am Ende seiner Kraft. Wenn man ihm nun durch erneute Verminderung der Stellen noch mehr auf Würbet, dann muß darunter notgedrungen die Qualität und Intensität der Erziehungs- und Bildungsarbeit leiden. Ein schematischer Stellenabbau führt zu einer Senkung der Bildungshöhe unseres Volkes. Aus diesen Gründen lehnt die Berufsorganisation der hessischen Philologen, der Hessische Philologenverein, jeden schematischen und mechanischen Abbau im Bildungswesen ab. Dabei ist er durchaus bereit, sinnvolle und gangbare Wege auffinden zu Helsen, auf denen der Staat ohne Gefährdung der Bildungshöhe unseres Rachwuchses zu einer Ersparnis im höheren Schulwesen kommen kann. Einen solchen sinnvollen Wea stellt nach der Ueberzeugung des Hessischen Philologenvereins die schärfere Betonung des Leistungsprinzips der höheren Schule dar. Er hat auf Grund der Beratungen einer vor kurzem stattgefundenen Dertreterversammlung, die sich in einmütiger Ueberzeugung zu diesem Standpunkt bekannte, der Regierung Richtlinien unterbreitet, die eine wirkungsvolle Möglichkeit zur Ausscheidung der für die höhere Schule ungeeigneten Schüler bieten und auf diese Weise zu einer organischen, aus der Bildungsaufgabe Der höheren Schule abgeleiteten Einsparung führen sollen. In diesem Sinn leistet der hessische Pllologen- vereln positive Mitarbeit, um den Staatssinanzen jede zwecklose Belastung durch Ausgaben für das höhere Schulwesen zu ersparen. Sie sagt aber gleichzeitig vor aller Oeffentlichkit allen jenen schädlichen Bestrebungen schärfsten Kampf an, die nun zum vierten Male innerhalb kurzer Zeit die höhere Schule Hessens zum Gegenstand rein schematischer, in ihrem finanziellen Ergebnis recht zweifelhafter und dazu sozial bedenklicher Sparmaßnahmen machen. (Stefantenpanif in London. Aus Anlaß deS Lord-MayortageS sand am Montag in den Straßen Londons ein großer U m,z u g statt, der im Zeichen Der Weltreichstagung stand. An dem Festzug nahm auch eine Elefantengruppe teil Durch eine rot an- gestrichene Löwenfigur, die von Studenten getragen wurde cheuten die Elefanten vlötzlich und gingen n*. erhobenen Rüsseln und unter lautem Trompeten gegen ihren vermeintlichen Feind los. Es entftanb ein riesiges Durcheinander. Die große Zuschauermenge flüchtete, ebenso auch die Student en, die die Löwenfigur fallen ließen. Rund 50 Personen, zum größten Teil Frauen und Kinder, wurden in dem Gedränge verletzt. Ein Teil von ihnen mußte in Krankenhäuser überführt werden. Die Elefanten konnten schließlich wieder gebändigt werden. Schon vorher hatte sich an einer anderen Stelle ein ernster Zwischenfall ereignet, als einer der Elefanten plötzlich auf die Menge losglng, die entsetzt flüchtete. In diesem Fall lieh der Elefant seine Wul an einem Laternenpfahl aus, bis er durch gütliches Zureden feines Wärters wieder beruhigt werden konnte. Die Elefanten nahmen zum erstenmal an dem alljährlichen Umzuge teil. Sie sollten in ihrer bunten Aufmachung die Schätze Indien- verkörpern. Die Zahl der Schaulustigen, die in den Londoner Straßen Ausstellung genommen hatten, ging in die Hunderttausende. Auch aus der Provinz waren große Menschenmassen herbeigeströmt, um sich Den Festzug anzusehen. Strafkammer Gießen. * G i e ß e n, 7. Rov. Auf dem hiesigen Wochenmarkt wurde gelegentlich der Rahrungsmittelkon- trolle Butter beanstandet, die, wie die durch daS Chemische Untersuchungsamt vorgenommenc Untersuchung ergab, einen viel zu hohen Wassergehalt und dementsprechend einen zu geringen Fettgehalt hatte. Gegen den Verkäufer Der Butter wurde wegen Vergehens gegen das Gesetz betreffend den Verkehr mit Butter usw. Anklage erhoben. Da das Amtsgericht Gießen den betreffenden Landwirt aus subjektiven Gründen reisprach, verfolgte die Staatsanwaltschaft gegen tiefes Urteil Berufung. In der heutigen Ver- Ijanblung kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß dem Angeklagten bei Anwendung der nötigen Sorgfalt der hohe Wassergehalt der Butter hätte auffallen müssen. Unter Aushebung deS erstinstanzlichen Urteil- wurde et zu einer Geldstrafe von 20 Mk. evtl, zwei Tagen Hast verurteilt. Wegen Diebstahls von zwei Windjacken war ein wiederholt vorbestrafter junger Mann durch da- Amtsgericht Bad-Rauheim zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seine gegen dieses Urteil verfolgte Berufung hatte insofern Erfolg, als dem Angeklagten der Diebstahl trotz erheblicher Verdachtsmomente nicht einwandfrei nachgewiesen werden konnte. Da seine Behauptung, er habe die Windjacke gesunden, nicht ausreichend zu widerlegen war, hielt das Gericht nur eine Fundunterschlagung für erwiesen und verurteilte ihnzuzweiWochenGefängniS. Durch daS Amtsgericht Homberg war ein Kaufmann wegen Betrug- zu 30 Mk Geldstrafe, evtl. 6 Tagen Gefängnis, verurteilt worden. Er hatte einem Landwirt versprochen, den ihm von diesem mltgcgetcnen Geldbetrag an dessen Gläubiger abzullefern. In Wirklichkeit dachte er gar nicht daran, sondern war von vornherein gewillt, das Geld für sich zu behalten. Da der eigentliche Empfänger ihm noch einen größeren Geldbetrag schuldete. Das Gericht erblickte in diesem Verhalten des Angeklagten ebenfalls eine betrügerische Handlungsweise und verwarf kostenfällig dessen Berusung. Wcttcrvoraussattc Durch kräftigen Baromctcranftieg über den britischen Inseln hat sich das Maximum des Hochdruckgebietes nördlich oerlagert und zeigt über Irland annähernd 780 mm Luftdruck. Dadurch haben sich die Druckgegensäge erheblich verstärkt und die Isobaren sind im Grenzgebiet zwischen hohem und tiefen Druck eng jufammengebrängt. Mithin werden unter lebhafter Lustbewegung kühle ozeanische Luft- massen nach Deutschland befördert, die besonders Im nördlichen Teil das Wetter ziemlich unbeständig gestalten. Mit dem noch anhaltenden Kaltluftzustrom wird zwar mit der Zeit das Hochdruckgebiet nach dem Festlande angesaugt, so daß für später eine Besserung zu erwarten ist. allerdings kommt es vorerst noch zu wechselhaster Bewölkung, die durch Aufheiterung unterbrochen wirb; ganz vereinzelt finb leichte Schauer nicht ausgeschlossen. Die Abkühlung macht weitere Fortschritte. Aussichten für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung und Aufheiterung, weitere Abkühlung, vorübergehend auch leichte Schauer nicht ausgeschlossen. Lufttemperaturen am 10. November: mittags 9,6 Grad Celsius, abends 7,3 Grad; am 11. November: morgens 6,7 Grad. Maximum 11,5 Grad, Minimum 5,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am W November: abends 8,4 Grad; am 11. November; morgen» 6,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,6 mm. Die Detterlaae Ui .oni O 5011 "'s Tour' Wien* b, <1 2) *-e _o ■ans rrarixk^ 2 (Kt0 9 —fr i ilia< OwoiKtmos. ontiitt onai» DcdetM. ® wolkig. ® oadtckl «Reoe* w Sehnte a Qraupein. s HtOet K Gewitter @uind$uiit.«O-> «hr •eichte» Ost »lässige» tudtudwesi -s Uurmueher »tordwejl oit pfene fliegen mit dem winde Pie Beiden Stationen stehenden Zit> •en gehen die Temperatur an Pie Limen ecrDmden Orte mit gleichem tut neeresmeeau umgerechoelen Luftdruck Zum Schuh gegen Halsentzündung und Erkältung ‘RanftcroinA I PAsniUM _J ■Riggs Eine Radpartie mit steifem Kragen und eilige-- $ schnürter Taille ... oh, köstliche Erholung! | Wo war da Freiheit der Bewegung? Wo Sinn • för Zweckmäßigkeit? In dieser Zeit, wo alles { unnatürlich — alles verschroben war, kam man auf die Cigarette mit Mundstück. 30 Jahre später, wo alles sich frei bewegt — alles zweck-* mäßig ist, raucht man — ohne Mundstück, KAH $ selbstverständlich ohne Mundstück J 7671D im 30. Lebensjahre. XIII. 7669 D Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. Nov., nachm. 3 Uhr statt. Allendorf a d. Lahn, Wiesede, den 10. November 1930. In tiefer Trauen Ludwig Hofmann Marie Hofmann Familie Joh. Volk Ludwig Hofmann Fr. Kersting. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Sonntag abend um 7 Uhr entschlief nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, meine liebe Mutter, gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina Hofmann, geb.Volk Todesanzeige. Heute früh 5 Uhr entschlief sanft nach einem mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber, unvergeßlicher Mann, mein treusorgender Vater. Schwiegervater. Großvater, Schwager und Onkel Herr Robert Osinsky im 79. Lebensjahre. ... . ... . Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auguste Osinsky, geb. Günther. Gießen (Ludwigstr. 12 III), Braunfels a.d.L., Guben, den 10.Nov. 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. November, nachm. IV» Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 07000 Gestern nacht verschied plötzlich nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Christoph Grölz Eisenbahnarbeiter 1. R. im Alter von 72 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Grölz. geb. Dort Wilhelm Grölz und Braut Karl und Ludwig Grölz Familie Karl Schneider nebst allen Angehörigen, Daubringen, den 11. November 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. November, nachmittags 3.45 Uhr statt Kavallerie-Verein Gieken e. V. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Ableben unseres Heben Kameraden Herrn Bokroliizier Philipp Wolf geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. Nov.. nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 7679V Wieder eingetroffen! Boni« verbürgt echt.Klee-Linde, edle deutsche Qualität, verland nach auswärts. 5- und 10-Pfund-Cimer. Pfund 1,35 ML. auch lose. BocauSbenellung. fönnen abgeholt werden. Kräuterhaus Jung, Schulstr S Svrlalgeschäft für verbürgt reine Natur- bontge. — Hoftür oben gra iS. 75261) MeM Großer Preissturz! Ab Mittwoch früb 9 Uhr frische ButUlir 7)18A Frischer grober Schellfisch o. fi. 3-4* -pfundig..... l'iunb 35 -z tm Ausichnitt......Pfund 40 -z ff. blütenbcller Kabeljau o. K. 5—Sufünötn........Pfund 45 4 im Ausschnitt......Pfund 50 4 | LeclachS 0. K.. feinste Nordsee- Warr .......Pfund 35 4 iw AuSfchniit .. .Pfund 40 4 Feinste Nordseeschellfi,che m K. Pntnd............75 4 5^LdK.«=®I 06996 a. ö.^tey. Anzeiger erbeten. junges mööOjen sucht Stellung bet zwei alten aUetniteh. Veiuen für halbtags oder bis nach dem Spülen. Schr. Aug. u. 06981 a. d. G Anz. | Verkäufe | Haus 4x3 Zimmer, ©arten» Südviertel, für 17 uOO U)it b.5000Mk. Anz. zu verk. 1 bis 2Wobng. bezieht). J. Baer, 1 ftani. 29. Bealehbare ueuzeitl. eingerichtete 106997 Villen and Etagenhttuser in beiten Vagen, zu verkaufen. Beziehbare ö b i 7- Zimmer wohnnngen per so ott zu ver m. Nah. durch 6 Katz, LadelgitraBe 45. Morgen Mittwoch, pünktlich um 1 Uhr, versteigere ich im „Löwen" Neuenweg 28: 7678D fünf Kinderwagen, sechs Puppenwagen, ein Herrenrad, zwei Motoren, ein Bett mit Keil und Federzeug, einen Bücherschrank, ein Sofa, einen Küchenschrank, ein Schlafzimmer, einen Waschtisch, eine Schreibmaschine, ein Motorrad u. v. a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Harimeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Mittwoch billiger Fischtag! Kochtische. Bratfische, Filets Fischhaus Cuxhaven Marktstrnße 23 ,6O7A Telephon "2417 DHV. 7675V Unsre Forderungen und Ziele in der Sozial politik! Vortrag von Kreisgeschäftsführer Klaue, Frankfurt, nm Donnerstag, den 13. Nov., abends 8.30 Uhr, Verbandsh., Lonystr. 18. Es Ist Pflicht jeden Mitgliedes, sich darüber zu unterrichten, welche sozialpolitischen Forderungen wir an die Parteien und an die Regierung stellen. Arn rmttwoch, 12. November 1930, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Nachmittags 2 Uhr: Neuenweg 28 (im „Löwen"): 7655D einen Schaufenstereinsah mit War- morplatte und Aussatz (2,31 m lang, 0,65 m tief), einen Fleifchwols, einen kleinen Fleifchwols für üraflbelrieb Sohne Säule), eine Schnellwaage, 10 kg Tragkraft), zwei Gas-Wurst- esset, Fleischsägen, Spalter, Abziehstahle, Arbeilsschürzen für INehger, Satinkitlel, zwei Wolljacken, eine grötzere Dadie Wurstgewürze, INes- ser und Scheiben für Fleischwölfe, rindlederne Schuhe und Stiefel mit Holzsohlen, holzbollen, eine .größere Anzahl Schwartensäcke, eine größere Partie Konservensalz. Ferner größere Waschtöpfe, eiserne Türen für Kesselfeuerungen, Guh- groppen, Ofenrohrrofetten, Wäschetrockner, Waffeleisen, Baumsägen, verschiedene Werkzeuge (Kneifzangen, Bohrer), einen Vorschlaghammer, emaillierte Schüsseln, Bratpfannen, Lhrislbaumsländer, Waschbretter, zwei neue Schreibmaschinentische, einen Rollschrank für Formulare und Pavier. 2. Ferner voraussichtlich: Wöbet und Hausgeräte aller Art. Versteigerung zu 1 bestimmt. Verkauf aus freier Hand: einen Brutapparat. Die Versteigerung des Dreschwagens mit Zubehör findet nicht statt. Funker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 M A 11 /Z in Onkel Moll’g ist soeben eingenickt. Kein Wunder! Die hereinbrechende Dämmerung und die gemütliche Wärme, die ihn umgibt, seitdem er den schönen Dauerbrandofen vom Häuser hat, waren gewiß Grund genug. Na, seien wir nicht neidisch und gönnen ihm das Schläfchen. Wir können es ja auch so haben. Auch Sie werden genau so zufrieden In Ihrer Wohnung sein, wenn Sie sich einen Ofen vom Häuser zulegen. Vor den rauhen Winterstürmen weichen und sich Ins behagliche Heim zurückziehen, das ist wohl der Wunsch eines Jeden. Hierbei macht gerade der Ofen große Sorge. Lassen Sie sich diese Sorge von mir abnehmen. Besuchen Sie meine Ofenausstellung in meinen Räumen. Sie werden mit der großen Auswahl zufrieden sein. 6555A J. B. HAUSER, GB ESS EN AM OSWALDSGARTEN Es steht fest dah unsere Heilkräuter sich als beliebte Mittel bei viel. Unpästlichkeiien und Beschwerden bewähren. — Beste Qualitäten und sachlichen Rat beim Fachdrogist 7676D Emil Karn Schulstrake Bei Blutarmut,Nervenschwäche und deren Folgeerscheinungen: Ferromaron Flaschen zu Mk. 2J5 u. 3.00. Fabrik: Engelapotheke. In allen Apotheken zu haben. Herzlichen Dank für die zahlreichen Glückwünsche, Blumen und Geschenke, sowie für den schönen Gesang anläßlich unserer goldenen Hochzeit Friedrich Mlh. Naumann und Frau Zohannette, geb. Wagner Mein-Linden, 11. November 1930 06993 Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte ünlversal-Hellsalbe „Gentarln“. Wirkung überraschend. Preis 1.50 u. 2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Hauptniederlage: Engelapoth. Gießen. 230V Christbäume Suche in (Sieben in nur gut. Geschäfts!. in großen Mengen ahzugeben durch kürzt!. Rentamt, Ortenberg GTezeen). 7673D uckerkranke: Nur noch ,,Faekol“, weil ohne Spritze, ohne strenge Diätkur, ohne Bciutstörunß Arzt 1. vielfach er probt Ständig neueEr folgst berichte. Fordern Sie sofort kostenlos Probeu.hochfnteress.Abhandlg Uran-O.m.b.H. Berkenbrück 34 (Spree). für Koloulalwarengesch. geeignet, mit Lagerraum, Büro und Wohnung. Evtl, kommt auch Uebernabme eines beste- Kostenlos holen wir Sie mit unserem Auto ab oder vergüten Ihnen die Bahnfahrt dritter Klasse, wenn Sie zum Einkauf von 100 Mark an zu uns kommen. Kostenlos bringen wir Ihnen sämtliche bei uns gekaufte Betten und Schlafzimmer und holen auch kostenlos Ihre Betten zum Reinigen und Ihre Matratzen und Keile zum Aufarbeiten morgens ab und bringen Ihnen dieselben abends wieder. Sie brauchen diese somit über Nacht nicht zu entbehren. Aalarheiien °m« 3teil. Wollmatr. 6«- 3teiLKapokmatr. 6.- 3teil. Roßhaarm. 8.- Reinigen für ein Deckbett 2.- für ein Plumeau1.50 für ein Kopfkiss 0.50 Bettbarcbent 130 cm br.,3.75,2.50 160 cm br.,4.80,3.25 Beliieflern. cn Pfd. 3.50,2.75, |,üU Balbdaunen. cn Pfd. 6.75,5.80, wieder neue schwarze Wolken am Himmel dahin. Der wilde Wind ist Herr in Feld unb„ Flur. Die letzten bunten (Blätter müssen von den Däuii.en. Auch in den Städten und Dörfern treibt er sein Spiel. Die Ziegel werden von den Dächern gerissen, die Fensterläden und Schieferplatten klappern und rasseln. Dcrnn wieder kommt ein Regenschauer, hart und dröhnend schlagen die schweren Tropfen an unsere Fenster. An solchen Tagen fühlen wir uns wohlgeborgen hx der traulichen Wärme unseres Zimmers, in der (Nähe des Ofens. Wir hören wohl, wie es draußen braust und brummt, wie der Regen klatscht, aber desto behaglicher erscheint uns unsere Stube. Die letzten (Blumen des Gartens stehen auf dem Tisch und erzählen noch von den Sonnentagen. Kein Mensch kann ohne ein wenig Poesie sein. Und wenn uns die Ratur draußen im Stich läßt, laden wir uns andere Freunde ein. — Schon als Kinder wußten wir, daß in die Eintönigkeit der nebligen, regenschweren Ro- vembertage ein Lichtstrahl fiel, das war der Martins tag. Es war beinahe ein halber Feiertag. Der Vater und die Mutter gingen auf den Martinsmarkt und kauften uns die Winterkappe, oder ein warmes Halstuch. Sie vergaßen aber nie, uns einen „Mirtesmann" mitzubringen. Das war ein gebackenes Männchen aus Kuchenteig, schmeckte aber hundertmal besser, als Kuchen, D 2000 in Madrid. König Alfons XIII. (X) besucht mit seinem Gefolge das Junkersflugzeug G38 (D 2000) auf dem Flugplatz von Madrid. Z;1' Gießener Giadttheaier. Gastspiel der Konrad-Dreher-Truppe. Zweimal Dauemtheater: nach der schwerblütigen Menschenkunst der Thoma-Truppe vom Tegernsee erlebte man gestern die leichtflüssig-harmlose Dialekt-Drastik im Kulissenscherz der Münchener Wanderbühne Konrad Drehers, dessen behäbiger Humor seinerzeit bis ins gelobte Land Amerika gedrungen ist. * Gemeinsam ist beiden Gastspielen die bodenständige Mundart als theatralisches Ausdrucksmittel: unterschieden sind sie durch die ungleichartige Dedeutung des Dialekts im Gesamtwerk: unterschieden ferner durch das Format sowohl der Darstellung als auch des Dargestellten hier und dort. Der imponierenden inneren Geschlossenheit der Thoma-Truppe steht hier ein Ensemble durchschnittlich provinziellen Ranges gegenüber, zusammengehalten und weit überragt nur von der abgeklärten Gestaltung seines nun über siebzigjährigen Direktors, der schon im Jahre 1891 sein Schlierseer Bauerntheater gründete. * Gespielt wird „Der wundertätige Antonius", Dolksstück aus eigener Werkstatt mit Gesang in drei Akten nebst einem Vorspiel von Richard Manz und Jenny Dreher: in diesen vier Bildern haben sich grobkörniger Humor und unmißverständlicher Situationswitz mit handgreiflicher Sentimentalität zu einer dem Publikum leicht eingehenden und bekömmlichen Mischung verbunden, dergestalt zwar, daß Die Komik alleweil das letzte Wort behält, wie es in einem heiteren Dolksstück auch fein muh, damit jedermann befriedigt heimkehrt aus der illusionistisch besseren Welt des Theaters, wo die Probleme des Lebens meist soviel leichter und erfreulicher gelöst werden als in der rauhen Wirklichkeit: Die hat man auf zwei Stunden ganz vergessen, und das ist es eben, was viele heute vom Theater verlangen oder erwarten. * Die Fabel ist einfach. Sie beginnt im Vorspiel mit Der schmerzlichen und tränenschweren Trennung eines jungen Liebespaares. Der Bub Darf nicht Vertaten, weil seine Mutter ihn vor Jahren,_ als er auf Den Tod Damteberlaa, mit einem Gelübde zum geistlichen Beruf bestimmt hat. Das Stück selbst begibt sich vierzig Jahre später. Der junge Toni von damals kommt als alter Laienbruder Antonius und als Einsiedelmann in eine kleine Bauerngemeinde, wo er mit gesundem Mutterwitz ein rechter Wunderta.er für seine Dauern wird, Helfer und Tröster in ihren mancherlei Sorgen und Röten Leibes und Der Seele. Wobei ihm (ein recht erheiterndes Motiv) Das von seinem klausne- rischen Vorgänger hinterlassene, vollzählige unb ausführliche Sündenregister aller Gemeindemit- glieDcr unvermutet günstige Dienste leistet. Den höchst dramatischen Akzent erhält indessen das einsiedlerische Idyll mit einer für beide Teile jählings überraschenden Wiederbegegnung. Der Antonius, der noch immer seiner dem frommen Gelöbnis geopferten Jugendliebe wehmutsvoll nachtrauert. frnDet unter seiner zahlreichen Klientel eines schönen Morgens Die verlassene Resi von damals wieder. Die sich inzwischen zu einer furchtbar bösen Sieben unD einem maulfertighandgreiflichen Hausdrachen ausgewach en hat,... womit Die anfängliche Rührung alsaalD kuriert ist und in eine ernüchterte unD enDgültig Verzicht leistenDe Heiterkeit umschlägt. Diesen wunderwirkenden unD vom Geben geprüften EinsieDelmann Antonius spielt — was eine respektable unD ehrlichen (Beifalls würdige Leistung ist ' - der siebzigjährige Konrad Dreher: nicht allein mit dem unvordringUch trockenen Humor, der seinen Ruf weithin begründet hat, sondern auch und Darüber hinaus, indem er Der Gestalt Dieses altgetoorDenen Klosterbruders gewinnende menschliche Züge verleiht: indem er franziskanische Milde mit gemütvoller Ueberlegenheit und weltoffenem Duck zu verbinden weiß. e 3m übrigen wurde unter der kräftig Pointierenden Regie von Karl S ch ö p P mit vollsstuck- mäßiger Unbekümmertheit gespielt. Dom Ensemble wären Emmy Sourmann und Karl Schopp als die derbdrasttschen Hintermoserleute. Hans W e s e n b e ck und Theodora K r a u ß als jugenD- liches Liebespärchen zu nennen. — Das Publikum war in angeregter Stimmung und spendete herzlichen (Beifall. mix. Oer Schulkamerad. Don Harry Schreck. Damals, als wir uns um Gleichungen mit zwei Unbekannten bemühten oder in hoffnungslosen Sahfetzen aus französisch erklärten, daß Der gute Admiral im Garten sitze unD weine — Damals war er einfach Da. Gewöhnlich faß er in einem Matrosenanzug auf Der Rachbarbank. Er hanDelte mit Briefmarken, gab nur selten geliehene Bücher zurück unD schrieb die lateinischen UcbungSarbciten ab, während er als Gegenleistung feine Hilfe bei geometrischen Ausgaben anbot. Er hatte in Der (Regel einen großen Bruder und sand im übrigen stets etwas „gemein“ oder „verrückt" ... Wir nahmen ihn ohne viel Federlesens hin wie Den Klassenaufsatz über Die 3ungfrau von Orleans, Den Schulausflug unD Die vielen anDern ähnlichen Dinge, mit Denen man ein knabenhaftes Derstänbnis angemessen speiste. Rach einiger Zeit verschwanD er jeDoch eines Tages unversehens. Denn er Pflegte still seine mittlere Reife erworben zu haben unD war nun willens, Die Schule zu verlassen, für Die wir angeblich nie gelernt hatten, um in Das Geben hinauszuwanDem, für Das wir angeblich immerzu gelernt hatten. — Meistens gedachte er den Postweg emzufchlagen oder sonst etwas Achtbares und Lebenstüchtiges zu werden. Er ging Davon ab unD fchieD als Rebengestalt aus Dem wimmelnDen Farben» Film, Der unsere Schulzeit hieß, unD in Dem wir aus Den ichsüchtigsten Gründen die Hauptrolle zu spielen glaubten. Ein anderer rückte auf die Rachbarbank, verlangte Beistand fürs Griechische und half in der sphärischen Trigonometrie —: Der SchulkameraD batte eine andere (Inkarnation erhalten — unD Die hielt toieDer einige Zett vor. Später verlor er Dann alle Einzelzüge und blieb als (Begriff bestehen. Wenn er dann aber nach zehn ober zwanzig 3obren wieder auftaucht, plötzlich auf einer Straße ftebenbleibt, uns forschend und nachdenklich an- sieht, mit halber Unsicherheit auf uns zugehl und fragend unseren Ramen nennt — Dann aber ist er auf einmal recht heftig unD nicht einfach da. 3m Gegenteil, er Dringt nicht weniger über» rolchend in unser Lebensgefüge als ein Wallen- steinischer Kürassier in einen Untergrunbbahnhof ober ein mittelalterlicher Minnesänger auf ben Flugplatz von Taschkent. Wer einen Schullamera- ben wiebersieht ist ebenso erstaunt unb ebenso Verlegern Denn er kommt gar nicht aus Aschaffenburg oder Gauban, %>o er hinter einem Schalter sitzt, wie er uns fröhlich erzählt: er kommt gerabes- wegs aus einer ziemlich verschütteten Ganbfchaft unserer Seele, Die sich nun vor Dem Erinnern in langsamer Verschiebung toieDer aufrollen und abfruften soll. Aber während Die HänDe sich herzhaft schütteln, dröhnend auf Die Achseln klopfen, Die Herzen in gefaßter Rührung zertauen möchten unD Die Gehirne auf ebenso muntere wie arglose Worte sinnen — unterdessen späht Der Blick auf Den gutmütigen Mann, Der uns mit praller Duzbrüderschaft anf bringt Unb flehe ba, ein gespenstisches Abenteuer beginnt: unsichtbar schlägt Der Malrosenanzug immer noch um ben Geib bes Schulkameraben — unsichtbar schreibt er noch immer ab — hilft er in Geometrie. Unb wenn wir bies sehen, möchten wir schnell äußern, Daß ber gute Abmiral wei- nenb im Garten sitze. Doch wir äußern bas nicht. Wir sagen vielmehr mit verschmitztem Gachen: „Hallo, altes Haus!": unb bann schlagen wir einanber vor, unser Wiedersehen mit einigen Flaschen Wein zu feiern und von nun an in einen regelmäßigen Briefwechsel zu treten. (Das ist unser Opfer an die Vergangenheit!) 3ch weih nicht, ob Rapoleon während seiner berühmten Hundert Tage einen Schulkameraden toiebergetrofien hat. Unb ob Kant ihm begegnete, als er bas Kapitel über die Schönheit als Symbol der Sittlichkeit schrieb. Denn unsre historischen Gehrbücher, aus denen wir niemals für die Schule, sondern für das Geben lernten, konnten bisweilen schauerlich schweigsam sein ... Aber das ist gewiß: auch Rapoleon hätte ihm auf die Achseln geschlagen und ihn mit verschmitztem Gächeln „altes £auä“ genannt Unb auch Kant, ber Alleszermalmer, hätte ben Schulkameraden unter den Arm gefaßt und geäußert daß man das Wiedersehen mit einigen Flaschen Wein feiern müsse, unb daß man von jetzt an in einen regelmäßigen Briefwechsel treten wolle. Denn vor unseren Schulkameraden sind wir alle wehrlos und gleich. ober gar Brötchen. Die Form toar uns wohl die Hauptsache. Hrtfere Gedanken flogen bann schon weiter; denn in einigen Wochen kam der Riko- laus. Da gab es einen Mann aus Lebkuchenteig, mit aufgctlebtem bunten Kopf und dem bekannten Säckchen auf dem Rücken. Wenn erst einmal Leb- kuchengeruch das Zimmer erfüllte, konnte ja das schönste Fest, das Weihnachtsfest nicht mehr fern sein. — Richt für jeden ist der Martinstag ein Freuden- tag; denn aus den Dörfern müssen jetzt die Pachtgelder und Zinsen bezahlt werden. 3n den Städten und größeren Gemeinden hat man schon allgemein den 1. Oktober zu diesem „Einnahmetao" erklärt. Auf dem Lande aber wird erst bezahlt, wenn die gesamte Ernte eingebracht ist. Das wird, besonders auch in diesem Jahre, manche schlaflose Rächt geben. Wohl auch vor vielen hundert Fahren, als noch der „Zehnte" abgeliefert werden muhte, darunter, wie üblich, die Martins- gans, war das ein harter Tag. Die schönste Gans aber behielt man sicherlich für sich selber. Run ist der Martinstag nicht mehr der gefürchtete „Zehntetag", die Abgaben werden fürsorglich auf das ganje Fahr verteilt, damit wir nicht zu übermütig werden. Die Martinsgcvns soll uns aber bleiben. w. tlnser neuer Roman. Fn der morgigen Ausgabe des Gießener Anzeigers werden wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romans beginnen; wir bringen das jüngste Werk einer im Fn- und Auslande sehr geschätzten Erzählerin, die zu den erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart gehört, und deren ungemein spannende Romane in zahlreichen führenden Zeitungen und Zeitschriften, sowie in Buchausgaben schon Millionen von Lesern erfreuten. Unfer neuer Roman heißt: „Oer Dreizehnte" von Anny von pantmys, deren in unserer „Fllustrierten" erschienener Roman „Durch fremde Schuld!" sich eines auher- ordentlichen Erfolges zu erfreuen hatte. 2m Mittelpunkt des neuen Romans steht die unter seltsamen Umständen erfolgte verbrecherische Tat des „Dreizehnten", eines Unbekannten in der Maske eines Clowns, am Rosenmontag, Un- begreiflich erscheint alles — aber unentmutigt sucht der Held der Erzählung nach Spuren, um den Unbekannten zu finden, bis ihm nach Fahren die überraschende Aufklärung gelingt, die seine Rachforschungen belohnt. Dcr Roman ist indessen kein Kriminalroman im üblichen Sinne. Die Erzählerin hat zwei nicht alltägliche Liebesgeschichten sehr reizvoll in die Geschehnisse verwoben, welche die vortreffliche, liebenswürdige Erzählungsgabe der vielaelesenen Autorin im besten Lichte zeigen. — Wkr hoffen unseren Lesern mit diesem außerordentlich spannenden Roman eine besondere Freude zu machen. Konzert des Mandolinen und Gitarrenvereins „Neapolita". Obgleich Mandoline und Gitarre keine typisch deutschen Instrumente sind, hat sich ihre Verwendung bei uns in den letzten Jahren mehr und mehr eingebürgert. Es gibt heute in Deutschland eine ganze Reihe von Vereinen, die das Spielen der Mandoline und der Gitarre regelmäßig pflegen und gelegentlich in Orchesterkonzerten an die Oesfentlich- keit treten. Tritt die Mandoline als Soloinstrument auf, so ist ihr Ton nicht sehr tragfähig und voll und neigt zu metallisch-hartem Klang. Wird sie da- '■ gegen chorisch, d. h. also in einem Orchester verwen- _ bet, so ist man erstaunt, welche Klangwirkungen sich hierbei erzielen lassen. Daß es dabei auf sehr präzises Zusammenspiel und reine Intonation jedes Spielers ankommt, ist selbstverständlich. Gitarren und Lauten, gelegentlich auch ein Balalaika, dienen in solchem Orchester in der Hauptsache zur Vertretung der Bässe und Mittelstimmen. Am vergangenen Sonntag hatten wir Gelegenheit, das Mandolinen- und Gitarren- O r ch e st er des Vereins „N e a p o l i t a", der in jedem Jahr mit einem Konzert an die Oesfentlich- feit tritt, zu hören. Eine interessante, geschickt zusammengestellte Dortragssolge bot vorzüglichen Ein- blick in die Verwendungsmöglichkeiten des Orchesters. Die verschiedensten Werke, am Schluß sogar ein Straußscher Walzer, wurden in gutem Zusammenspiel, technisch sehr sicher zu Gehör gebracht und bewiesen die erfreulichen Leistungen des Vereins, der sich unter seinem tüchtigen Leiter Hans Sonntag- Gießen immer mehr entwickelt und dessen Musizierfreudigkeit sich unschwer erkennen ließ. ' Eine besondere Note bekam die Veranstaltung durch das Auftreten einer Gitarre-Solistin: Frl. Luise Walker (Wien), die in geradezu ver- bläffender Weise eine technische Fertigkeit und Sicher- heit auf ihrem Instrument bewies, die von Stück zu Stück mehr in Erstaunen setzte. Aber auch in musikalischer Beziehung war ihr Spiel durchaus auf der Höhe, so daß es eine reine Freude war, ihr zuzuhören. War der Beifall schon nach der ersten solistischen Darbietung sehr stark, so steigerte er sich am Schluß noch mehr, und Frl. Walker mußte eine Zugabe spenden. Auch die Leistungen des Orchesters, das feinem Führer, Herrn Sonntag, den Erfolg des sehr gut besuchten Konzerts zu verdanken hat, wurden mit lebhaftem, verdienten Beifall bedacht. Gictzcner Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160 Pf. (Kochbutter von 130 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 4 Mk), Weißkraut 5 bis 6 (pro Zentner 3 Mk.), Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk.), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 5 bis 6. Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2.20 bis 2,50 Mk.). Kürbis 8 bis 10, Aepfel 25 bis 40, Vi.nen 20 Li 3 40, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 40 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne ICO bis 110, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 110 pro Pfund; Tauben 50 bis 70, Eier 16, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 20 bis 30, Endivien 10 bis 15. Oberkohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 pro Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Geschäft mit Amerika", 20 bis 22 Ufrr. — GDA.: Karlchens Heiterer Abend, 20 UI>r, in der Reuen Aula. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Komm zu mir zum Rendezvous'. — Astoria-Lichtspiele: ..Die Herrin der Luft" und „Das brennende Schiff". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: j,eute, 20 Uhr, erstmalige Wiederholung des mit großem Erfolg aufgeführten Lust- fpieles: „Geschäft mit Amerika" unter der Spielleitung von Karl 23 o l cf. Bei seiner Erstaufführung fand das Lustspiel allgemeine Zustimmung. — Freitag Erstaufführung von Schillers Trauerspiel „Äa- bale und Liebe". — Der G oethe-Dund teilt uns mit: Am Sonntagvormittag findet die erste Deranstaltung in dem vom Stadttheater und dem Goethe-Bund gemeinsam für diesen Winter wieder vorgesehenen KammersPielzhklus statt. Zur Aufführung kommt ein Dühnenspiel des bekannten fränkischen Dichters Fulius Maria Becker: „Der Drückengeist". Ein Märchen, ein Spiel von Liebe und Tod. Die Darbietungen des KammersPielzhklus haben sich von Fahr zu Fahr einer größeren Anteilnahme unserer Bürgerschaft erfreuen können, so daß wohl auch dieses Fahr die Veranstaltungen wieder starkes Fntercsse finden dürften. (Siehe gestrige Anzeige.) — Die Gießener Ortsgruppe für deutscheFrauenkulturzigtam Mittwoch im (Safe Amend eine Ausstellung rumä.üicher Stickereien, Blusen, Decken, Kinderkleidchrn u. a.m. Die Arbeiten, von Deutchrumäninnen ausgeführt, sind käuflich zu erwerben. Außerdem stellt Fräulein Kranz, Butzbach, graphisch? und kunstgewerbliche Arbeiten aus. (Räheres in der heutigen Anzeige, ) ** Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse muß planmäßig spätestens bis zum 14. November, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahme geschehen. E i n Autounfall ereignete sich gestern Äcn 17 und 18 Uhr auf der Landstraße en Lehnheim und Stangenrod. Dort war in einer Kurve ein aus Hungen stammendes und mit vier Personen besetztes Mietauto gegen einen Daum gefahren, wobei der Kraftwagen so erheblich beschädigt wurde, daß er abgeschleppt werden mußte. Von den vier Insassen blieben zwei unverletzt, während ein dritter erhebliche Wunden am Kopfe davontrug und der Chauffeur leichtere Verletzungen im Gesicht erlitt. Ein vorbeikommender Kraftfahrer aus Gießen brachte mit seinem Lieferauto den aus zahlreichen Kopfwunden stark blutenden Mann schleunigst nach Grünberg, wo ihm ärztliche Hilfe zuteil wurde. Dcr Verletzte stammt aus Steinheim bei Hungen. " Metallbildhauer Küchler hatte am Samstag und Sonntag im Hotel Prinz Carl eine Ausstellung seiner Arbeiten veranstaltet, die zahlreichen Besuch sand. Die Ausstellung verdiente auch alle Beachtung. Der Künstler stellte Ringe. Gürtelschnallen. Dosen, Droschen, einen Reliquienschrein, Schalen und noch manches andere zur Schau, Dinge, die in ihrer Art durchweg den selbständig Schaffenden verrieten. Die meisten der Schmuckgegenstände waren in Silber getrieben, sehr sorgfältig und mit viel handwerklichem Geschick hergestellt. Zugleich bewiesen die Gegenstände neben einer sicheren ornamentalen Gestaltung bei größter Einfachheit einen Reichtum der Ideen, der angenehm überraschte. Verschiedene Arbeiten, in Emaille ausgeführt oder durch Emailleeinlagen dezent in der Farbwirkung gehoben, legten Zeugnis ab von starker eigener Prägung und viel Kultur; besonders bemerkenswert waren einige geschnittene Steine. Erfreulich war cs, zu hören, daß das Fnteresse für gute kunstgewerbliche Arbeit in der letzten Zeit stärker in Erscheinung trat. ** Gemeinde-Abend der Lukas - Gern e i n d e. Am Sonntagabend sprach vor zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern im Saale der Lukas- gemeinde Reichsbahnamtmann Dörr über „Das Reisen in alter Zeit". Der Redner griff weit zurück, zeigte besonders die Entwicklung des Verkehrswesens in Deutschland und erinnerte an das Aufkommen der Kutschen im Mittelalter und an die Streitigkeiten, die die Einführung dieser Fahrzeuge in Deutschland zwischen den einzelnen Ständen im Gefolge hatte. Bestanden doch zu jener Zeit Vorschriften darüber, mit wieviel Pferden der Ritter, der Freiherr, der Graf, der Fürst oder Reichsgraf seine Kutsche bespannen durfte. Der Vortragende vergaß auch nicht, die Wegeoerhältniss^ der damaligen Zeit in den Kreis seiner Betrachtungen zu ziehen, Wegeverhältnisse, die den Gemeindeobersten der damaligen Zeit viel mehr Kopfschmerzen verursacht haben mochten, denn heute — von den Reisenden, den Pferdehaltern, den unmittelbar Beteiligten ganz zu schweigen. Interessante Einzelheiten aus der Zeit der ersten Chaise, des Landauers, der ersten Postwagen, wußte der Redner sehr lebendig und humorvoll darzustellen; wozu noch eine Menge chronistisches Material schlaglichtartig die Verhältnisse in früheren Zeiten klarlegte. Der Redner ging zum Schluß kurz auf die Eisenbahn und besonders auf die Entwicklung des Gießener Bahnwesens ein und fand mit feinen Ausführungen den lebhaften Beifall der Versammlung. Der Abend brachte außerdem noch einige gesangliche Darbietungen. Perlen der deutschen Liedkunst, verständnisvoll wiedergegeben, bereiteten den Zuhörern einen hohen Genuß. Um die gesanglichen Darbietungen machten sich die Damen Toni Otto, Hilde Wohlfahrt, Gretel W ö l k e r , Martha Neuling, Frau Herta Meyer und Frau Zondervon verdient. Frau Dr. Fischer am Klavier war eine sichere Begleiterin. Der Abend nahm einen sehr guten Verlauf. •• ,„Ma h a< — Auf den Inseln der tausend Wunder." Unter diesem Titel l ef in einer Frühvorstellung am Sonntag im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, ein Kulturfilm, der durch seine Eigenart jedermann zu gesteigerter Aufmerksamkeit veranlaßte. Fn sehr guten und künstlerisch gesehenen Bildern erstand vor den Zuschauern die Schönheit der Fnseln Fava und Bali. Aus dem modernen und seltsam vermischten Trubel der Stadt Batavia auf Fava heraus wird dcr Beschauer durch diese Bilder in den Urwald geführt, sieht neue Siedlungen entstehen, be- merkt überrascht die beispiellose Fruchtbarkeit des tropischen Urwaldes und die kochenden Schlammseen der vulkanischen Fnsel^Man hatte weiter Gelegenheit, die geschickten Händtz-der Ia- vancrinnen am Webstuhl bei der Kunst des Batikens zu bewundern und nebenbei einen Ueberblick über Tabak- und Zuckerbau zu gewinnen. Zu dem eindrucksvollsten, was der Film zu geben vermochte, gehörten aber die Bilder > von den Eruptionen des Krakatau, jenes Vulkans im Meer, der unablässig große Mengen Lava turmhoch in die Luft schleudert und dem Beschauer in solchen Augenblicken einen grandiosen Anblick bietet. In den letzten Akten spiegelt sich die wundersame Fnsel Bali im Filmbild, dcr uns so grotesk anmutende religiöse- Ritus der Eingeborenen ersteht vor dem Auge des Zuschauns in seinen typischsten Formen. Prozessionen der Hindus. Verbrennungsfeierlichkeiten und noch manches andere geben dem Film das Gepräge des Außerordentlichen. "DieSchützengesellschast l929 feierte am Samstagabend in dem schön dekorierten Saale der „Liebigshöhe" ihr 4. Stiftungsfest. Der Vorsitzende, Kaufmann Gvndner, gab in seiner Begrüßungsansprache einen ku zen Ueberblick über die Tätigkeit der Gesellschaft, um gleichzeitig auf die guten Erfolge in schießsportlicher Hinsicht hin- zuweilen. Der musikalische Teil des Abends wurde von der Ka'Mle Weller-Eißbrvd bestritten, die mit ihren Darbietungen reichen Beifall fand. Auch der Quartettverein Gießen unter Leitung von Musiklehrer Leib erfreute durch den Vortrag mehrerer Lieder. Die Fugendgruppe d?S Marine- Vereins entbot dem festgebenden Verein durch Flaggenzeichen herzliche Glückwünsche zum Stiftungsfest. außerdem wartete sie mit zwei Pyramiden. einem lebenden Bild und einem schönen Einakter „Fidele Seeleute" auf. Sehr gut war auch der von Mitgliedern des Radfahrer-Vereins von 1885 gefahrene Ler-Schmuckreigen. Allgemeine Bewunderung fand das 2er-Kunstfahren der Gebrüder V o n - ® i f f (Radllub Germania). Den Abschluß der Veranstaltung bildete Ball. •* Der Dienenzüchterverein Gießen und Umgegend hielt am Sonntag im „Tannhäuser" seine übliche Monatsversammlung ab. Rach Worten der Begrüßung gab der Obmann des Vereins, Herr Bodenbender. verschiedene geschäftliche Mitteilungen bekannt, von denen u. a. zu erwähnen ist, daß der Vertrag mit der Gothaischen Hastpflichtverficherungsgesellschaft mit dem 31. Dezember d. 2. abläuft und von diesem Termin ab der Haffpflichtschuh der Mitglieder von dem Versicherungsvercin des Deutschen 2m- kerbundes übernommen wird. Den Höhepunkt der Tagung bildete ein Vortrag von Dr. Freuden- st e i n vom Zoologischen Fnstitut Marburg über „Fmkerei in England". Reicher Beifall lohnte die klaren und instruktiven Ausführungen. Rach kurzer Aussprache konnte der Vorsitzende mit Dan- kesworten an den Redner die Versammlung schließen. SrnWUto-eMomiin Roman von Hans Friedrich. Urheber-Rcchtss^utz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Schluß.) 2n der Hütte war Weißkugl der erste, der feine Sprache Wieders and. „Run hat dos Kahenviech doch noch Unglück gebracht!" Ratürlich, es konnte auch gar nicht anders fein. Rur schade, daP es akkurat die Trude erwischt hatte! Strobl kam nach etlichen Minuten kreuzlahm durch die Tür gehumpelt. Sein Gesicht hatte'alle Farbe verloren. Leise seufzend sank er auf einen Stuhl. „Ru is nix aus der guaten Kameradschaft g'worden", sagte der Cellist und dachte an den Eröffnungsmarsch damals im Kaffeehaus, als sie „Alte Kameraden" mit Schneid und Schwung spielten. Er machte sich daran, sein 2nftrument in den Kasten zu legen und den Bogen am Halter zu befestigen. Schwaihofer wagte einen Blick durch die Tür. Als er niemand mehr draußen gewahrte, kehrte er zurück. „Rix da, Weißkugl! Wird net eing'packt! Weiter geht's!" rief er mit einem 2uchzer. Er goß die Gläser randvoll, kommandierte: »Ex!" Sogar Strobl ließ sich nichts anmerken, beteiligte sich in einer Art Galgenhumor. »Was nützt es zu trauern und den Kopf hängen zu lassen?" rief ihm der Hüttenbesiher auf munternd zu. „Futsch is futsch und hin is hin!" Weißkugl faßte als einziger die Geschichte ernster auf. Gr war schon immer bibelfest und hatte auch jetzt ein Sprüchlein bei der Hand: „Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat im Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen." „Halts Maul, altes Waschweib!" fauchte ihn der Gereizte an. Weißkugl nahm die Geige wieder aus dem Kasten, und während er den Bogenbezug mit Kolophonium bearbeitete, bewegten sich seine blassen Lippen, indem er unhörbar leise sagte: „Der FranU is so viel ein boshaftiger Mensch, dem dreht Der Teuxl noch's G'nack um!“ Es war kein Wunsch — das hätte der Gutmütige nicht fertig gebracht — nein, nur eine Befürchtung. 2a, und dann ging die Hatz erst richtig an! Das war ein Singen und Klingen in der Hüfte, daß die regentrüben Scheiben flirrten! Man gab sich Mühe, die innere Leere durch lauten Uebermut zu ersetzen. Zwischendurch kochte Weih- fugl, der von allen der Vernünftigste blieb, „a Schalele Kaffee." „Da trinkt!" drängte er seinen Festgenossen das braune Gebräu auf. „Könnf's brauchen, Wenns net mit Rachtbeginn 's Delirium haben wollt!" Und sie tranken alles, was er ihnen vorletzte. 24. Man saß zu viert an einem reservierten Tisch beim QLbenbeffen. Eine tief innerliche Fröhlichkeit würzte das Mahl. „Wir mußten erst die weite Fahrt ins Hochgebirge machen, um uns alle wiederzufinden!" lachte Peter Hansen, fein Glas hebend. Von dem Erlebnis auf dem Berge wurde nicht mehr gesprochen. Keiner wußte, daß die blonde Frau, die rechtzeitig aus der Hütte geflohen war. 2rma Hansen hieß. Gertrud und Erdmute fanden schnell den erforderlichen Kontakt. Das Freundschaftsverhältnis dehnte sich auch auf sie aus. „Und du. Trude, willst kontraktbrüchig werden?" Mit diesen Worten rührte Heinz an die nächste Zukunft. Seine Frau nickte gleichgültig. „Für die Kapelle trägt Strobl die Verantwortung. Es wird ihm nicht schwerfallen, beizeiten eine Ersatzkraft aufzutreiben. Ich habe mein Honorar vorsichtigerweise erst gestern abgehoben und büße nichts ein.“ „Ahnung?" lächelte Heinz. Sie neigte stumm den Kopf. „2ch war mir von Anfang an klar darüber, daß Franz Strobl nicht zur Kameradschaft taugte.. So urgemütlich und fidel war es noch nie in der „Post" des Herrn Riml. Und so gut schmeckte der Tiroler „Reathel" seit langem nicht. Frohsinn steckt an. Das merkte vor allem Heinz Gutenberg. Verstohlen griff er nach der Hand seiner Frau, preßte sie, glaubte den Schlag ihres Herzens zu spüren. „Wie gut, daß du gekommen bist!" lobte er beglückt. Sie sah ihm in die Augen, bekannte: „Es war ein Martyrium für unS beide." Er nickte zustimmend. „2a, und doch war diese Trennung heilsam. Erst in der gerne, Im Losgelöstsein merkt man, wie sehr einen das Gefühl Der Zusammengehörigkeit verbindet." „2st doch ein gescheiter Mann, dieser Dr. Berger", lobte Trude. „Denn ohne seinen Vorschlag wären wir beide nie auf diesen Gedanken gekommen." War es Zufall, war es Fügung, daß jetzt wie auf ein geheimes Stichwort auf beiden Seiten von Heinz' Abenteuer auf dem Grieskofel erzählt wurde? Mute sprach flüsternd auf ihren Vater ein, den sie draußen im Flur abgefangen hatte. „2ch habe Herrn Gutenberg zweihundert Schilling geborgt. Er ha/tte sein Geld bei einer Hochtour, die wir gemeinsam unternahmen, verloren und stand mittellos da. 2hm ganz allein hast du den Auftrag von Riml zu verdanken. Er hat so geschickt für unsere Motoren geworben und Schwaihofer aus dem Felde geschlagen, daß ich es nur für recht und billig halte, wenn du--“ Hansen fiel feiner Tochter spontan ins Wort: „Donnerwetter, solch ein patenter Kerl ist er?“ Und lachend: „Ich dachte immer, Romanschreiber seien zu nichts nutze." Rach kurzem Rachdenken zwinkerte er Mute: mit den Augen zu. „Laß mich nur machen, Kleines. Der Mann verdient seine Provision besser als unser Vertreter." Als sie den Speisesaal wieder betraten, warnte Mute ihren Vater noch schnell: „Aber bitte geschickt anfangen I Er ist in Geldsachen sehr feinfühlig." Hansen lachte beschwichtigend. Mittlerweile hatte auch Heinz Frau Trude von seinem Mißgeschick erzählt. „Ich Pechvogel hätte bis zum Eintreffen neu angeforderten Vorschusses nur mit Salz und Brot vorlieb nehmen müssen. Da sprang Mute hilfreich ein. Ich stehe tief in ihrer Schuld." Trude sagte nur das eine Wort: „Pracht- mädel!" Es kam ihr aus dem Herzen. Und dann — Peter Hansen hatte den besten Spezialwein aus Rimls Keller anfahren lassen — nahm der Motorenindustrielle den Schriftsteller beiseite, steckte ihm rasch ein paar Geldscheine zu. „Rehmen Sie, und meinen herzlichsten Dank dazu. Wie ich erfuhr, haben Sie sich um den Auftrag Riml stark bemüht. Run drängt es mich, Ihnen erkenntlich zu sein. Zweihundert Schilling haben Sie von meiner Tochter. Hier haben Sie die Quittung zurück. Die Sache betrachten wir als erledigt. Dreimal soviel haben Sie jetzt erhalten als Provision für Ihre gütige Vermittlung." Er schüttelte ihm dankbar die Hand. Gutenberg war ganz verblüfft. „Wer hat Ihnen Denn gesagt, daß ich den Auftrag--“ „Riml!" fiel ihm Hansen schnell und geistesgegenwärtig ins Wort. Da bedankte sich Gutenberg und ging freudestrahlend zu seiner Frau an den Tisch. 3a, wenn Riml selber es sagte, Dann muhte es wohl seine Richtigkeit haben. RachDem das Wiedersehen ausgiebig begossen worden war und Mitternacht heranrückte, erhob sich Mute, reichte allen Die Hand zum Abschied. „Ich fahre morgen mit Dem Rad los. Vater benützt Den Zug. Er wird natürlich etwas eher daheim sein, als ich." „Gin liebes Menschenkllrd!" sagte Trude, der Enteilenden nachblickend. Gleich Darauf verabschiedete sich auch Peter Hansen. Er war ehrlich müDe. „Die FreunDschaft mit Mute war mir Gewinn“, pflichtete Gutenberg bei. „Wenn wir heimkommen, wirst Du meinen Brief finden, Den ich Dir von der Haimrachalp aus geschrieben habe ..." TruDe lächelte, streichelte verstohlen die Hand ihres Gatten. „Mein Mann hat wieder einmal fabelhaftes Glück gehabt." Und er fügte mit schelmischem Blick hinzu: „Wie immer!“ Dann gingen sie, dicht aneinandergeschmiegt, wie ein ganz junges Liebespaar, an Der Ache entlang, über Die Holzbrücke nach dem Hause an Der Windachschlucht. Ueber Dem Röderkogel glänzte in strahlenDer Helle die Venus. — * * * Drei Tage später unterbrachen sie auf der Heimreise in Garmisch die Fahrt, saßen ein Stündchen mit Dr. Berger und Frau zusammen. „Gott sei Dank, daß ich Sie beide wiederseh'I“ lachte Der Gönner des Dichters, und man merkte es ihm an, daß ihm wirklich ein Stein Dom Herzen fiel „Sie glaubten gewiß, Herr Doktor, daß ich mit auf irgendeinem Ferner den Hals gebrochen hätte", forschte Gutenberg. „Rein — Schlimmeres ..." Dann schwieg sich Der Verlagsdirektor aus. Seine Befürchtung, das Glück Der jungen Eheleute könne durch Die Trennung in Scherben gehen, war ein Trugschluß. Gutenberg erzählte. Von Dem Erleben der Personenkette, die Schicksal und eigener Wille zusammengefügt und wieder gelöst hatte. Frau Dr. Berger hatte leuchtende Augen, als sie einen Zwischenruf anbrachte: „Sie tapfere, kleine Frau!" Ihr Blick streichelte Trude. Rachdem Gutenberg geendet hatte, entstand ein kleines Schweigen. Dann griff Dr. Berger zum Glase, sagte befriedigt: „So, mein lieber Gutenberg, nun setzen Sie sich hin und schreiben dies alles in Roman- form nieder. Ueberschrift: „Drei Menschen — ein Roman!" Wie Sie das machen, ist Ihre Sache. Mittlerweile haben Sie die nötige Distanz zu Den Ereignissen erlangt, die zur künstlerischen Gestaltung nottoenDig ist. Das wird ein Stück Geben, wie wir es brauchen. Und wenn Sie Dabei nicht ein Hoheslied auf die Treue Ihrer Frau schreiben, werfe ich Sie zum Tempel hinaus!" Und der Dichter schloß: „Mit Leib und Seele haben wir diesen Roman erlebt, und mit Herzblut will ich ihn schreiben!" Die baMspie mit der einem g Aeihe di erster Li den Oluf letzte Le Tabellen ..Kurhess man fest Klasse fd bingg un. der von Erscheine und Kam Spielen b Lehre ziel nen Dill, stimmt in die Punkt, mal Gegn in ihnen Aas jebci Aendigkei als TJotbi' iah man Spiklv irc Ni».b L traten W gezeichnet KopfbaU um binahon 1 einer der konnte. Gäste, lnn aus. S--s imb Halle einen e>nv beide Part Zum v. sand sich. mähigenL gesetzt in Führung konnte der zählige Sha gelassen. . ßrinö immei zunächst ni Üebetetfet Minuten s Zusammen! bares drit! net anschei etwas mep Gelegenheit Ehrentor i Gästestüm« hener Tor. hmg eines war. Die gungen zu Damit ab blieb ebe diesem f)at sich d Aussichten 1900 nicht Die Lig> Groben-lö! sich aeschla mit o:.'i etn Mannschas mäßig leid dem Publ spiel dürs: konnte gec bestehen, d fügte und hatte. Die 1 Ä' im., Sä ZN 1 Wlttl t JWunlii ’ iironn Ml V- Co.i -6$ K- ss K N ■iS g.jt.-'Sport Wirtschaft Serlin $ronffurt a. Ul 11 11 10 11. 11 II 10. II — Frankfurt a. ZIL Devisenmarkt Berlin 51,13 23,3 8,6 6,8 6,8 26,5 3 23,5 18,5 26,7 3 100 97 97 87 98,5 53,75 6,55 89 50,75 51,4 98,25 93,25 85,7 100 97 97 94,5 86,9 98,5 53,7 6,65 !9 8,6 14,13 6,8 4,1 4,25 4,25 Handball der Reichswehr. 1. Kompanie 3.-R. 15 (kombiniert) gegen Io. Ullendorf a. d. Lumda 4:1. Die 1. Kompanie stellte in Ullendorf eine kombinierte Mannschaft. die sich überraschend schnell zusammengefunden hatte. Schon in der ersten Halbzeit konnten die Soldaten nach mehreren mißlungenen Angriffen das Führungstor durch den Mittelstürmer cinsenden. dem aber die Turner sofort einen Treffer durch Strafstoß entgegensetzten. In der zweiten Halbzeit erhöhten die Soldaten stark das Tempo und schossen durch ihren Innensturm drei weitere Tore. Die Turner 1,65 4,05 53,4 6,55 23,5 18,65 19,75 1,65 4.2 53,5 6,6 4% Oesterretchtsche »olDrente . . 4,20% DtfterretöW Stlterrente 4% Cefterreidjiiite Einheitliche Rente 4% Ungarische Soldrente .... 4% Ungarische Staat-reale v. 1910 4Vi% Beigl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente <% rllrkische Zollanlelbe von 1911 4% TürNIche Vagdadbahn-Arü Serie I . . . . 4% brtfll. Serie 11....... 6% RumLniich« vereinh. Rente von 1908 ......... 4H% Rnmüntiche vereinh. Reute von 1919 .......... 1% Rumänische vereiuh. Reute . setzten chren Gästen eine sehr gute Verteidigung entgegen in der der Torhüter besonders angenehm auf fiel. DaS Spiel war äußerst fair und zeigte spannende Momente. Trotz des glatten VodenS wurde sehr flott gespielt. Segelflug im Harz. Auf dem Seeberg bei Vraunschweig-Vornecke vollbrachte Polizeimajor Angerburg (Magdeburg) mit dem ülebungSilugzeua .Willi Faber mit einem Dauerflug von 1:31:35,4 Stunden eine bisher in Mitteldeutschland noch nicht erreichte Leistung. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Spieren angeführten Ziffern geben die höbe der julegt besoffenen Dividenden. - iüeSbantWont 5 o h, 2ombarb3m5fuf, 6 ».$>. man eher schwächere Kurse hören, die dann aber von besseren ersten Votierungen adgelöst wurden. Einerseits blieb das Angebot geringfügig, anderseits zeigten die Danken an einigen Märkten Kaufinterefse und , die Spekulation Deckungsneigung. Die ülmsatztätigkeit war aber im allgemeinen wieder sehr klein. Eine Einheitlichkeit in der Kursgestaltung war nicht festzustellen. Schisfahrtsaktien lagen, angeblich auf Auslandabgaben, ziemlich matt und verloren bis zu 1,5 Prozent. Zellstoff Aschaffenburg gingen um 4,60 Prozent zurück, Svenska büßten 3 Mark ein, anderseits konnten Veichsbank und Kali Aschaffenburg je 2 Prozent gewinnen. Die Vach- richt über die Verschlechterung des Geschäftsgangs der Harpencr Bergbau blieb auf den Montanmarkt ziemlich einflußlos: auch der Har- pencr Kurs erfuhr keine Veränderung, er hatte sich wohl schon vorher diesem Rückgang angepaßt. Das neue Oustric-Opfer, die amerikanische Dank Mounroe & Co. in Paris, wurde besprochen, ebenso die ziemlich unbedeutende Zahlungsstockung in Mannheim (Lefv Langenbach), ohne daß dies auf die Tendenz nennenswerten Einfluß ausübt«. Deutsche Anleihen waren nur knapp gehalten. Ausländer lagen wenig verändert. Der Pfandtriefmarkt war noch unentwickelt. Reichsschuldbuchforderungen bis zu 1 Prozent schwächer. Am Geldmarkt setzte sich die Erleichterung für Tagesgcld mit 4 bis 6 Prozent fort; die übrigen Sätze blieben unverändert. Diese G e l d - erleichterung gab der Spekulation auch im Verlaufe Veranlassung zu Deckungen, so daß sich das Kursniveau bis zu 2 Prozent erholen konnte. Später machte sich die herrschende Orderlosigkeit aber wieder fühlbar, und. beeinflußt durch schwache Kunstseideaktien (auf holländische Meldungen) und den weiteren Rückgang der Schiffahrtswerte und Svenska-Aktien (im Einklang mit Veuyork), bröckelten die Kurse später wieder etwas ab, teilweise wurde das Anfangsniveau etwas unterschritten. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 10. Vov. Vach den Preissteigerungen der Vorwoche machte sich an der Produktenbörse zu Beginn des neuen Berichtsabschlusses eine Reaktion geltend. Bereits am Wochenfchluß hatte sich an der Küste stärkeres Angebot von Weizen und Roggen gezeigt, das sich heute eher noch vergrößert hatte. Die Forderungen waren allerdings zunächst noch wenig nachgiebig, Gebote roaren jedoch nur auf in 4 bis 5 Mark er» mäßigem Viveau erhältlich. Die Ülmsahtätigkeit blieb infolgedessen eng begrenzt. Am Lieferungsmarkt lagen die Anfangsnotierungen für beide Brotgetrcidearten 3,50 Mark unter Samstagschluß. Die heute zum erstenmal in dieser Saison notierten Maisichten wurden mit einem normalen Aufgeld von 7,50 Mark gegenüber Märzlieferung gehandelt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung.) Nächtliche Ruhestörer. I In der Rächt vom Samstag aus Sonntag verursachte ein Kraftfahrer mit seinem Wagen im Hofe des Cafe Amend ruhestörenden Lärm dadurch, daß er seinen nicht einige Male, sondern zehn- bis zwölfmal anlaufen ließ, so daß sämtliche Bewohner des Viertels-aus dem Schlafe geschreckt wurden. Die Ülhr zeigte 2.15 nachts. Da dies öfters vorkommt, ist es doch Sache der Polizei, ein Augenmerk auf solche Ruhestörer zu richten. Ich hoffe, daß in Zukunft die Polizei sich Deti Cache annimmt und somit die Bewohner des Viertels keinen Grund zur Selbsthilfe haben. Heinze. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1S00 Gießen — Wiesenbach 3:1. Vach drei Viederlagen der dritte Sieg und zudem über den Tabellendritten läßt erhoffen, daß die Blau-Weißen am Schluß der Saison doch wieder in der Spitzengruppe zu finden smo. Der Sportverein Wiesenbach zeigte bis letzt die schwächste spielerische Leistung. Vur großer Eifer zeichnete die Mannschaft aus und verhinderte eine höhere Viederlage. Die Gießener, die erstmals, bis auf den rechten Läufer omplett an- traten führten bis zum Seitenwechsel ein ausgezeichnetes Spiel vor. In Ballbehand.ung und Kopfbalttechnik waren sie ihren Gasten be» wei- tem überlegen. Der Ball lief in schöner Korn- bination von Mann zu Mann, ohne daß sich einer der Gegner in den Besitz desselben setzen konnte. Vach dem Seitenwechsel kamen auch die Gäste mit Rückenwind, hin und wieder ganz gut auf. Das Spiel war jederzeit fair durchgefuhrt und hatte in Schiedsrichter Henkel (Wetzlar) einen einwandfTien Spielleiter dem allerdings beide Parteien sein Amt sehr leichtmachen. Zum Spielverlauf: Die Spielvereinigung fand sich sehr schnell und brachte durch planmäßigen Spielaufbau das Tor des Gegners fortgesetzt in Gefahr. Schon in der achten Minute schloß der Halbrechte einen Alleingang mit dem Führungstreffer ab. Mitte der ersten Halbzeit konnte der Rechtsaußen auf 2:0 erhöhen. Unzählige Chancen wurden bis zur Pause ausgelassen. , „ Vach Wiederbeginn zeigte sich 1930 trotz Gegenwind immer noch tonangebend. Vs reichte aber zunächst nicht zu weiteren Erfolgen, da im älebereifer alles versiebt wurde. Erst nach 20 Minuten schoß der Mittelstürmer nach gutem Zusammenspiel mit dem Halblinken ein unhaltbares drittes Tor. Damit gaben sich die Gießener anscheinend zufrieden und liehen die Gäste etwas mehr aufkommen. Diese nutzten auch eine Gelegenheit 15 Minuten vor Spielschluh zum Ehrentor aus. Ein verunglückter Schuß eines Gästestürmers landete unverhofft hoch im Gießener Tor, während 1900s Torwart in Erwartung eines scharfen Schusses zu Boden gegangen war. Wiesenbach machte noch einige Anstrengungen zur Verbesserung des Ergebnisses, hatte damit aber keinen Erfolg, den Einheimischen blieb ebenfalls weitere Deute versagt. Mit diesem Spiel wurde die Vorrunde beendet. 1900 hat sich den dritten Tabellenplatz erkämpft. Die Aussichten für die zweite Runde sind deshalb für 1900 nicht ungünstig. Die Ligareserve konnte den Vorspielsieg gegen Großen-Buseck nicht wiederholen, sondern mußte sich geschlagen bekennen. Die Viederlage ist aber mit 6:3 etwas reichlich hoch ausgefallen. Die dritte Mannschaft siegte in Garbenteich 4:1 verhältnismäßig leicht. Der Schiri batte mit dem Gegner und dem Publikum seine liebe Vot, ein kleines Vachspiel dürfte nicht ausbleiben. — Die vierte Elf konnte gegen Leihgesterns erste Mannschaft nicht bestehen da der Gastgeber über gutes Können verfügte und zudem den Vorteil des eigenen Platzes hatte. Die junge blauweiße Elf unterlag 6:7. DfB. Gießen. Die Ligamannschast verlor nun auch das Verbandsspiel gegen „Hessen" Hersfeld und zwar mit der recht hohen Tordifferenz von 0:4. Vach einem guten Start in dieser Serie nun eine Reihe von Mißerfolgen, deren Ursache wohl In erster Linie in der von Spiel zu Spiel wechselnden Ausstellung zu suchen ist. Wenn man die letzte Leistung mit der im Treffen gegen den Tabellenersten und voraussichtlichen Meister DfD. „Kurhessen" Marburg gezeigten vergleicht, muh man feststellen, daß die Mannschaft um eine Klasse schlechter geworden ist. Reben den allerdings unvermeidbaren Umstellungen ist es aber Der von Riederlage zu Riederlage stärker in Erscheinung tretende Mangel an Selbstvertrauen und Kampfgeist. Wenn man aus den letzten Spielen bezüglich der Ausstellung die richtige Lehre zieht und die Mannschaft den geschlossenen Willen zum Sieg aufbringt, sollte sie bestimmt in der Lage sein, noch manchem Gegner die Punkte abzunehmen. — VfB. war zum erstenmal Gegner der Hersfelder „Hessen" und lernte in ihnen eine typische Kampfmannschaft kennen. Was jeder einzelne an Start und Laufvermögen, Wendigkeit usw. zeigte, konnte allen VsD.ern als Vorbild dienen. Auch in der Ballbehandlung sah man bei den Einheimischen solides Können. Was ihnen im Zuspiel sehlte, ersetzten sie durch । ihren unermüdlichen Eifer. Gießen lieferte die schlechteste Partie der Saison. Der Spielverlauf: Rach einer Viertel- , stund« offenen Feldspiels und beiderseitiger Angriffe gebt »Hessen" in Führung. Rachdem VfB. zwei Chancen zum Ausgleich ausgelassen hat, erhöht die Platzmannschaft in der 20. Minute auf 2:0. Pausenstand. Kurz nach Wiederbeginn bucht Hersfeld seinen dritten und wenig spater seinen vierten Treffer. Ieht erst bemühten sich die VsD.er und versuchten, Dem Spiel eine Wendung zu geben. Aber es war äu spät, es blieb beim 4:0 für Hersfeld. Während die Liga- refen« dem Terminkalender nach spielfrei war, hatte die dritte Mannschaft gegen die zweite Dutenhofens auf deren Platz zum Verbands- fpiel anzutreten. Dutenhofen sagte aber ab und vergab Die Punkte kampflos. Die AH.-Mannschaft hatte in Der Fußballelf Des Ruderklubs .Hassia" einen ebenbürtigen Gegner, den sie nach hartem Kamps nur knapp mit 4:3 zu schlagen vermochte. Mit 3:0 gewann die Al»3ugcnD im Gesellschaftsspiel gegen die IugenDmannschaft des Turnvereins Wieseck. Die Gäste zeigten recht gute Einzelleistungen, kamen aber gegen Die besser eingespielten DfD.er nicht auf. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 I — VfL. Wetzlar II 5:0. 1900 II — VfL. Wetzlar I 1:6. Die beiden ersten Mannschaften von VfL. Wetzlar und Gießen 1900, Die übrigens Die beiden einzigen Lahnkreisvereine sinD, Die zu den DSB.- Meisterschaftsspielen gemeldet haben, tarnen am vergangenen Sonntag gegen die zweiten Garnituren zu den erwarteten Punkten. Der Sieg fiel aber in beiden Fällen nicht so leicht, wie die Ergebnisse vermuten lassen. Die Reserven leisteten tapferen Widerstand, und es ist in erster Linie Dem besseren Stehvermögen der ersten Vertretungen zuzuschreiben, wenn sie in der zweiten Spielhälfte diesen Widerstand zu brechen vermochten. Denn zu Halbzeit stand es für 1900s Erste, in der sich die beiden Ersatzstürmer recht gut anliehen, erst 2:0, und die VfL -Leute muhten sogar mit einem mageren 1:0 Die Seiten wechseln. Bis dahin hatte Die Hintermannschaft von 1900s zweiter Elf Die mit Elan vorgetragenen Angriffe Der Wetzlarer zum Scheitern gebracht, ganz besonders tat sich Der Torwart hervor, durch dessen prächtige Paraden die bestgemeintesten Würfe nichts eineinbrachten. Handball im Gan Hessen (O.T.) To. Münchholzhausen I — Mto. Giehen II 6:5. Am Sonntag fuhr Die zweite Mannschaft des Männerturnvereins nach Münchholzhausen, um gegen die erste Des Dortigen Turnvereins Das festgesetzte Pflichtspiel auszutragen. Der Platz befanD sich in einer so schlechten Verfassung, Dab Der Schiedsrichter den Sportplatz für spielunfähig erklärte. Auf Bitte Der Gastgeber entschloß man sich zu einem Freundschaftsspiel. Da die Mtv.-Rkannschast nur mit acht Mann antrat, muhte sie sich mit 6:5 schlagen lassen. Io. Heuchelheim 1. Jugend — Mto. Giehen 1. Jugend 3:2. Die erste Iugendmannschast trug in Heuchelheim das fällige Verbandsspiel aus. Die Mtv.- Jugend, Die das Spiel mit nur neun Mann bestreiten muhte, hielt sich gut und konnte bis zum Ablauf der regulären Spielzeit das Resultat von 2:2 halten. Da der Schiedsrichter vier Minuten nachspielen lieh, gelangten die Heuchelheimer in dieser Zeit durch einen Straf Wurf zu den zwei Punkten. Io. 1846 I — I. u. Spv. Marburg I 4:6 (1:1). Mit dieser Viederlage ist die erste Mannschaft wohl endgültig ins Hintertreffen geraten. Das Halbzeitergebnis 1:1 konnten die Giehener kurz nach der Pause auf 3:1 zu ihren Gunsten stellen. Dann aber drehte Marburg auf. Die 1846er muhten sich den Ausgleich gefallen lassen. In Den letzten Minuten stellten die Gäste durch zwei Tore Den Sieg sicher. Io. 1846 Jugend — Marburg Jugend 14:2 (6:1). Sehr gut gefiel die Iugend des Platzvereins, die Den Marburgern eine ganze Klasse überlegen war und sie mit einer 14:2-Rlederlage nach Hause schickte. ^inhtrmorff in Gießen. Auf dem heutigen Rindvieh-(Vu.^vieh-)Markt in Gießen standen 1420 Stück Großvieh und 156 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragend« Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mark, 2. Qualität 300 bis 500, 3. Qualität 200 bis 350 Mark; b) Schlatztkühe 150 bis 400 Mark; d) Rinder, halb- bis dreivierteljährig. 125 bis 225 Mk., Rinder. Dreiviertel- bis zweijährig. 200 bis 300 Mk., Rinder, tragend. 330 bis 500 Mark; e) Kälber 55 bis 65 Pfennig das Pfund Lebendgewicht. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preis« über Votiz. Marktverlauf: Mittelmäßig, geringer Ueberftanb, Schlachtvieh wenig begehrt. - Mehlpreiserhöhung. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl Spezial 0 um abermals 0.25 Mk. auf 42.50 Mk. für 100 Kilogramm ab Mühlenstation erhöht. . ' Von der Fran Hurter Börse. Vom 1. Dezember ab wird die fortlaufende Votiz der tatsächlichen Umsätze für nachfolgende Wertpapiere an der Frankfurter Börse eingestellt: Aktien der Lokomotivsabrik Krauß L Co , der Vereinigte Schuhfabriken Berneis-Wessels und der Voigt & Haeffner-AG. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., H.Rov. Tendenz: ge- schöftslos. — Im heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung unter Dem Einfluh der überwiegend schwächeren Auslandbörsen und der weitere Kreise ziehenden Qustric-Affäre in Frankreich eher schwächer, zumal bei den Banken kaum Aufträge Vorgelegen haben sollen. Der offizielle Beginn des Marktes brachte Dann überwiegend fester« Kurse. Die jetzt energisch in Angriff genommene Preissenkungs- altion Der Regierung, wodurch Die Lohnsenkung eher gerechtfertigt sei, machte einen vorteilhaften Eindruck. Gestern stand man Dem neuen Lohn- ab kommen in Der Metallindustrie noch skeptisch gegenüber. Die Kulisse schritt in einzelnen Spezialwerten zu Deckungen, so daß in der Mehrzahl Besserungen bis IProzent eintraten. Das Geschäft beschränkte sich nur auf ganz vereinzelte Wert«. Mehr in Den Vordergrund traten Elektroaktien, von denen AEG. und Siemens bis IProzent gewannen. Am Chemie- martt eröffneten Farben und Holzverkohlung nur wenig verändert. Der Montanmarkt zeichnete sich durch große Geschäftslosigkeit aus. Don Kaliaktien lagen Salzdetfurth 1 Prozent fester. Am Markte Der KunstseiDeaktien konnten Aku nach der Abschwächung an Der Abendbörse 1 Prozent zurückgewinnen. Am Bankenmarkt war Die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, Doch überwogen fleine Besserungen. Bauuntemehmungen waren knapp gehalten. Am Rentenmarkt waren von deutschen Anleihen Altbesih weiter etwas gedrückt. Von Ausländem konnten Bosnier weiter IProzent anziehen. Mexikaner lagen dagegen weiter etwas schwächer. Im Verlaufe ging die Umfafctätigfeit noch weiter zurück, so daß sich bei der Orderlosigkeit eher kleine Abschwa- ch u n g c n ergaben. Stärker angeboten waren Montan-, Kunstseide- und Schisfahrtspapiere. Der Satz für Tagesgeld war mit 3,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1976, gegen Pfund 20,3870, London gegen Kabel 4,8568, gegen Paris 123,65, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid (sehr fest) 4210, gegen Schweiz 25,0325, gegen Holland 12^0660. Berliner Börse. Berlin, 11. Vov. Auch heute war Die Cr- öffnungstendenz der Börse trotz überwiegend ungünstiger Momente recht widerstandsfähig. Vormittags und an der Vorbörse konnte Sa).uß- l ^nlan-j» für* | ki rs ture | flurd Datum 6% Deutsche Reich«anteite von 1927 .... ..... 7% Teutldje Reich-aalelhe von 1929 .......... SeutW Onl.»efi)löL'€d)Ulb mit Aueloi.-Rechten ..... ohne tIu4lD|.»9?ed)te . . 8% Ho«. SolUflaat von 1929 (tüdiablb 102%)...... Cbrrbcilcn Provinz • Anleihe mit Auslol.-Rechten..... Deutsche Komm. 6ammelabt Anleihe Serie I .... 8% ftrankj. Hrw.'Bant «oldvle XIII unlfinbbat die 1934 . . 7% itranfl Pnp.-Bonk Soldpfe unfüuBbat bi< 1932 ... 4%% Rheinische Hop.-Vant Slau. Goidpse....... 8% Br. Landelptandbriesanstalt, Psandbricse R. >9 • 8% Pr LandesptaaobriekanstaU, fiomm.-Cbl. 8L8O...... 7% Pr. Lander»'andbriesanNalt, PsandbrieseR 21...... V.E.Ä. abg. vorMeg»-Obligationen. rüdAoblbai 1932 ..... Banknoten. Serlin, 10. November ffltlb 25rltf Arnen'ani'-he Noten..... 4.184 4,204 Sclgildtc Noten ....... 58,30 58,54 Täntidie Noten ....... 111,86 112,30 20,337 20,417 Fronzuülchc Noten ...... 16.445 16.505 Holländische Noten....... 168,34 169,02 Htalirntidif Noten ....... 21,87 21,95 Norwegi'che Noten....... 111,83 112,27 Den tim-Oesterreich, i 100 Schilling 58,88 59,12 SiumäniidK Noten....... 2,47 ' 2,49 Schwedische Noten....... 112,13 112,57 Schweiler Noten ....... 81,28 81.60 Spanische Noten........ 47.70 47.90 Dchechoiiowalliche Noten..... 12.39 12,45 Ungarische Noten ..... 73,18 73,48 T-ranfhirt a. Dl. Berlin Frankfurt a. Ul. | Berlin Schluß-! tur» I ilnfang* Kurs Schluß-j turt ’ i-Uhr- flurd Schluß-! Anfang« turs 1 Kurs furei fiur« Datum 10 11- 11 11 10. il. 11. 11. Datum 10 II 11 11 10- 11 11 11 Oomtwra-Arnento Polet . - - ' Hamburg-Südam Damvilchill - ° Hanta Tampfldiiff.....W Norddeuticher Lloyd . . . . - 8 Allgemeine Teutschedreditanst. 10 «armer Bankverein ... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Eommen- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bant und Dirconto-GeleUichatt, ... 10 Dresdner Bank......10 Reickrbant........12 ...................*■ iSifltt LiesentngrgrlelNckwst. io Licht und grast......10 .gelten ä Guilleaume . . . IVi GeielÜchalt für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Clf!trt)itati-Öede 10 Chemische Gwlmzität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schütten S (lo ...... 11 Siemens & Halste ..... 16 IranetaDlo.........* vabmetjetÄtto.. ..... lfi Deutsche Grd öl .»•••••” Essener Steinkohle .•••••» Geilenkirchener.......* Harpener ■ ••••** Lj? Hocich Eile«........•J’ I'ie Bergbau .•••••• l$ Slöchierwerke Nöln-Neueiien ...••••; Manne-munn-RSbren . • • • Man-lelder Bergbau . .... Oberichte!. Eisentedarl . . . . Oberschles. Ilokrwerke Rheinische Dcaunkohleu . . 1< «heinftahl ........ Riebet ............V 74 73 97 101.25 131 115 151 110,75 111 227 H4.75 121,75 94,5 119,5 179,5 147 53,75 87 84 72 66 172 — — 101,5 114,25 111,25 115,75 180,25 67 73,5 160 123,5 73,75 97,25 101,25 1 130.25 115 151 110,65 111,25 226,5 115 135 115,25 121,5 95 119,5 111 114 133,13 179 146 54,5 67,5 87 83,65 74,5 220 70,25 78,5 '2,13 39,25 75,5 66,5 171,25 77,13 72 A 72,4 97,13 101,5 1 130 114.25 151 110,75 111,25 228,5 115 133,5 123 119,25 110 114,25 132,9 180,75 54,25 67 36,25 83,6 75,75 218,5 71 80 71,75 39.6 40,25 1 75,25 1 66,75 ! 170,13 78,4 Bereinigte Stahlwerke . . . • • Otavi Minen......16 '■ Kaliwerke A|cher«leben ... 10 Kaliwerke Westeregeln . . . io Kaliwerke Salzdetsurth ... 15 <1. G. Narten.Invustrie ... 12 Tvnamit Nobel........ ......................" Goldlchmidt ......... Rütgerswerke........® Metallgeiellickafk.......= LbiliVV Hoi,mann ......’ Zementwerk Heidelberg . • 10 Eementwrrk Karlstadt. ... 10 öatiB & tzrevtag......6 Echuttdet» Bahenholer ... 16 Ostwerke......... -lku . .f........ Bemterg......... Hcllttoff SBalbbol .... 18 /. AellstoN «ichofsenburg . . . 12 Gbarlottrnburfiet Walter . - Deiiauer ®ai . ■•••••* Daimler Motoren......u Deutsche Linoleum...... Maschinenbau ......J Rat. Automobil . . • • • • O Lrenstein & Koppel .... . 6 Leonhard Tietz ...••• 1° Evenika ....... Rrantturter Watthinen . . . . - Gripner ...... • • Hevtigenstaedt ...••••< yunghans - - - Lechweeke. - ■ • • • • • • • Mainkrallloerke Höch» a. SR.. . t Mag ......« Gebt. Roeder.......1( Boigt« Hoessner...... Süddeutsche Zucker • • • « 1 68 34.75 191 193 262 140,75 134 44 49,5 87 77,5 69,5 71,5 89 24,5 122,5 116 15,75 28 — 27,25 — 73 — — 150 132,5 Illis »IHM gl 1 1 1 Igl । । । । । । । । । । । 1,11111111 34'25 191 193,5 263,5 140,5 44,5 49.9 36,25 76,5 53,25 177 141,5 71,75 72 109,5 80,65 83,25 109,65 24,5 122,25 35,5 47,75 117,5 280 16,25 28 27,25 71 150 133 344 193 262 140,5 43,5 49,75 177 142 70,75 71 109,5 76 83.25 109,5 24,5 121,75 36 47,25 ! 118 | 27 L ! Z — 10 Novemder . 11 November «rnnicht Selb Houerung Aric timmchk Kotierung Geld orte Ämst.-Nott. 168,68 169,02 168,77 169,11 Buen-Aire- 1,444 1,448 1,440 1,444 Brss-Antw 58,45 58,57 58,46 58,58 Christian ia - 112,12 112,34 112,13 112,35 Kopenhagen 112,12 112,34 112,13 112,35 Stockholm - 112,38 112,60 112,41 112,63 Helstngiorö- 10,55 10,57 10,551 10.571 Ätalicn. . . 21,94 21,98 21,94 21.98 London. . . 20,357 20,397 20,365 20.405 öieunorl . . 4,192 4,200 4,1930 4,2010 Paris.... 16,469 16,509 16,469 16.509 Schweiz . . 81,33 81,49 81.335 81.495 Spanien. 47,95 48,05 48,35 48.45 Japan - - . 2,081 2,085 2,081 2,085 «ülo de Jan 0,424 0,426 0,429 0,431 Dien in D-- Celt. abgeft 59,03 59,15 59,065 59,185 Prag . . . 12,432 12,452 12,437 12,457 $3e(jrab . 7,428 7,442 7,428 7,442 DudapcK. 73,440 73,485 73,355 73,495 Dukoarien 3,037 3,043 3.040 3,046 L'ttabon 18,80 18,84 18,80 18,84 Tanzig. . 81,44 81,60 81.42 81,58 Konstantin- 1,784 1,789 1,784 1,789 Alden. . 5,43 5.44 5,43 5,44 Canada 4,1945 4,2025 4,196 4,204 Urn uap. 3,357 3,363 3,357 3,363 Cairo .. 20,885 20,925 20,885 20,925 Oberheffen. Bürgermeister-Tagung in Ilidda. h. Nidda. 10. Rov. Der Kreisverein Büdingen des Hess. Landgemeinde- tages hielt hier eine Versammlung ab. zu der als Vertreter des Kreisamts Büdingen Regie- rungsrat Weber, als zweiter Referent Ver- waltungsamtmann Strauch ans Darmstadt und fast alle Bürgermeister des Kreises erschienen waren. Der Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Albrecht. Düdelsheim, widmete zu Beginn dem verstorbenen Bürgermeister unb Schriftführer des Vereins Steder, Lindheim, einen Rachruf. Dann bewillkommte er dessen Rachfolger, Bürgermeister Lipp. Lindheim, sowie Bürgermeister Rull mann, Ridda, als neue Vereinsmitglieder. Zum neuen Schriftführer wurde Bürgermeister Betz. Riittel-Gründau, bestimmt. Zuerst erstattete dann Regierungscat Weber ein Referat über die Versicherungen der Hebammen. Den folgenden Vortrag über den „11 n - fallversicherungsverband der hessischen Städte undGemeinden" hielt Ver- w^tungsamtmann Strauch Rachdem Reg.°Rat Weber auf Grund einer Zuschrift der Brandversicherungskammer über die Anschaffung von Motorfeuerspritzen berichtet hatte, brachte der Vorsitzende die sehr wichtige Frage der Wvhlfahrtserwerbslosen zur Sprache, die unbedingt geregelt werden müsse. Schließlich gab er dem Wunsch Ausdruck, daß durch das in Aussicht gestellte Gemeindegesetz auch die Rechte der Bürgermeister gewahrt werden. Gemeinderat in Büdingen. !! Büdingen, 10. Nov. Der Gemeinderat faßte in seiner jüngsten Sitzung den Beschluß, die Straßenbeleuchtung, insbesondere des Weges „Am Rosenkränzchen", zu verbessern, da von der Bürgerschaft darauf hingewiesen wurde, daß die Einbrüche der letzten Zeit nur deshalb mit Erfolg durchgeführt werden konnten, weil den Dieben die teilweise herrschende Dunkelheit zugute kam. Anlieger des Breul führten Beschwerde darüber, daß die Stadt einem Landwirt ein Stück der Straße vor seinem Keller verkauft hatte; der Gemeinderat lehnte die Beschwerde als unbegründet ab. Ein Kostenvoranschlag für die Herstellung eines Zufahrtsweges zum Friedhof wurde genehmigt. Einem Anträge des Deutschnationalen Handlungsgehilfenoerbandes um Ueberlassung eines Saales im Volksschulgebäude wurde stattgegeben. Der Turngesellschaft wurde die Turnhalle für Turnübungen am Sonntag zur Verfügung gestellt. Einen Antrag auf Errichtung einer Diamantschleife- reiin Büdingen soll nähergetreten werden, die Angelegenheit wurde vorerst aber der Finanz- und Nechtskommission überwiesen. Weiierial-Sänger-Bund. df. L a n g s d o r f, 10. Nov. Gestern tagte hier der Vorstand des Wettertal-Sängerbundes. Alle fünf Vereine hatten ihre Vertreter entsandt. Zu der Sitzung waren auch der Gauvorsitzende Rinker und Gauchormeister Müller sowie der Gauschriftführer Koch (Nonnenroth) erschienen. Nach Eröffnung und Begrüßung durch den Bundesvorsitzenden Glück (Langsdorf) berichtete Gauvorsitzender Rinker über den Vertretertag in Offenbach und gab Auskunft über mehrere Fragen. Die Versammelten beschlossen, im kommenden Jahr einem, dem ersten, Gauliedertag zuzustimmen, doch wünschte man einstimmig, zunächst von einer Wertung abzusehen, um nicht schon beim ersten Zusammentreffen des am 2. Februar d. I. gegründeten Gaues Mißstimmung hochkommen zu lassen. Endgültig wird über diese Angelegenheit erst auf dem am kommenden Sonntag in Münster stattfindenden Bundestag des „Chattia"- Bundes abgestimmt werden. Der Wettertal-Bund entsendet dorthin zwei Vertreter, weil die Sache Gausache ist. In Münster wird dann auch der Pflichtchor für 1931 bestimmt werden, der ein Volkslied fein soll. Landkreis Gienen. LJ Groß en-Linden, 10. Rov. Gestern fand im Saale der Gastwirtschaft „Post" die diesjährige Herb st Versammlung des Kriegervereins statt. Der 1. Vorsitzende, Kam. Wilhelm Poft, begrüßte die Kameraden, sein besonderer Gruß galt dem jederzeit anwesenden Alt- Oie Verkrastung der Landpofl. Eine Konferenz in Buhbach. - Oer südliche Teil des Kleebachiales will mit der Postbestellung von Wehlar fort. pb. Butzbach, 10. Rov. Vor etwa vier Wochen hatte eine Kommission unter Führung des Bürgermeisters Dr. 2 «ns en bei der Ober» postdirektivn Darmstadt vorgesprochen, um dort die Wünsche der Stadt Butzbach, sowie der Orte der Umgebung hinsichtlich der Post- bestellung und der P e r s o nenbe f ö r ö e - rung durch Postkraftwagen vorzubrm- gen. Seitens der Oberpostdirektion Darmstadt wurde eingehcirde Prüfung der vorgebrachten Wünsche zugesagt. Heute vormittag sand nun auf dem hiesigen Rathause eine eingehende Besprechung über diese Angelegenheit statt. Seitens der Reichspost waren als Vertreter erschienen Abteilungsdirektor Klüssendorf von der Oberpostdirektton Frankfurt (Main), Postrat Wittich von der Oberpostdirektion Darmstadt und Oberpostmeister Liebig, der Vorstand des hiesigen Postamts. Weiter waren erschienen Bürgermeister Dr. San* s e n und die Beigeordneten P l v ch und Wittig seitens der Stadtverwaltung, ferner Bürgermeister Dr. Reumann von Groß-Rechtenbach, sowie die Bürgermeister und Ortsvorsteher von Ebersgöns, Groß-Rechtenbach, Niederkleen, Cleeberg, Dornholzhausen, Holzheim, Rieder- Weisel, Langenhain-Ziegenberg, Hochweisel, Ostheim bei Butzbach und Obermörlen. Ferner nahmen noch ein Teil der Vertreter der Kraftomnibus- und Runds ahrtunternehmungen Direktor V i l l e r. Heidelberg, sowie die Autogesellschaft Frer- t a g. Rach Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Jansen betonte Abteilungsdirektor Klüssendorf von vornherein, daß für die Postverkraftung die Hauptfrage der liebergang des Privatunternehmens Freitag auf die Reichspost sei. Komme dieser liebergang zustande, dann würden sich alle weiteren Fragen im Benehmen mit den in Betracht kommenden Ortschaften, die in die Postverkraftung einbezogen werden sollten, rasch regeln lassen. Da die Regelung in erster Linie eine Finanzfrage sei, so würden zunächst nur die Wünsche der einzelnen 'Orte entgegenzunehmen sein,* späterhin würde dann die weitere Frage der llehemahme der Wagen von der Firma Freitag besonders besprochen. Veteranen Müller. Nach der Rechnungsprüfung wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Am diesjährigen Totensonntag soll, wie alljährlich, nach gemeinsamem Kirchgang am Kriegerdenkmal ein Kranz für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden niedergelegt werden. Das diesjährige Wintervergnügen wird am 10. Januar bei Kamerad Faber abgehalten. Der 1. Vorsitzende berichtete dann über den Bezirkstag in Gießen und über den Verbandstag in Dornholzhausen. Für die Schießabteilung sollen zu Beerdigungen Windjacken angeschafft werden. Zum Schluß machte der Vorsitzende auf den am 23. November stattfindenden Vortrag des Schriftstellers Reuter über das Thema „Gang über die Schlachtfelder Frankreichs" und „Wie sehen unsere Kriegergräber heute in Feindesland aus?" aufmerksam. f Allendorf a. d. Lda., 10. Nov. Gestern nachmittag hielt derBienenzüchtervereinL um= datal seine Herbstversammlung in der Gastwirtschaft Ranft, dahier, ab. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen berichtete der Vorsitzende, Lehrer Schmidt (Kesselbach), über das neue Honigschutzgesetz, das am 1. Oktober in Kraft getreten ist, und das viele langjährige Forderungen der deutschen Imker zum Schutze des deutschen Honigs gegen den Auslandhonig und Kunsthonig erfüllt. Aus der Aus- fplache ergab sich, daß der neugegründeten Südwestdeutschen Honigverwertungsgesellschaft in Frankfurt wegen ihrer unbefriedigenden Zahlungsbedingungen von den Anwesenden keine Liebe entgegengebracht wird. Auch der gewünschten Dotierung dieser Gesellschaft mit je 10 Mark pro Imker steht man aus sozialen Gründen ablehnend gegenüber. Der Vor- Dürgermeister Dr. Reumann (Groß-Rechten- bach) äußerte sich dahin, daß die Orte Dornholzhausen, Rieder- und Ober-Kleen, sowie Ebersgöns wünschten, daß ihre Postbestellung von Butzbach ans erfolgen mochte und nicht von Wetzlar, da sie bann früher bedient würden, nnd ihre wirtschaftlichen Interessen fast voll und ganz nach Butzbach neigten. 3n gleichem Sinne äußerte sich auch Bürgermeister Hohn von Cleeberg. Bürgermeister Diehl (Hochweisel) erläuterte in eingehender Weise die seitherige Befahrung der Strecke Butzbach—Langenhain—Ziegenberg, und betonte dabei, daß auf seine Bemühungen hin die Straße nach Hochweisel einer gründlichen Erneuerung unterzogen worden sei. Aus eine Anfrage hinsichtlich der zukünftigen Befahrung der einzelnen Strecken wurde Postrat Wittich angegeben, daß zunächst die Befahrung in gleicher Weise, wie dies von der Firma Freitag geschehen, erfolgen solle, es würden soweit wie möglich die Interessen der einzelnen Orte berücksichtigt. Weiter betonte er, daß infolge der Postverkraftung die Orte Hausen, Cspa und Weiperfelden in Zukunft eine bessere Verbindung als seither erhalten würden, da dann täglich die Postzustellung erfolgen würde. Es wurde auch die Frage der teilweisen Befahrung der Strecken der Buhbach- Licher Bahn durch Autobuffe der Kraftverkehrs- gesellschaft hesfen an Stelle von fahrplanmäßigen Zügen angeschnitten, und seitens des Vertreters von Holzheim betont, daß zur Zeit die Verbindung von diesem Orte nach Butzbach ungünstiger geworden sei, als früher,.wo die Firma Freitag die Strecke Holzheim—Butzbach noch befuhr. Aus die Frage, ob die seitherbigen Garantieleistungen der Stadt und Gemeinden an Freitag gegebenenfalls auch der Reichspost gegenüber erfolgen würden, äußerten sich die 'Vertreter der Gemeinden dahin daß dies zunächst der Zustimmung der einzelnen Gemeinderäte bedürfe, die aber nicht verneinend ausfallen dürfte. Rach Schluß der Aussprache fand noch eine interne Besprechung mit der Firma Autoverkehr Freitag statt. sitzende empfiehlt, bei Erkrankung von Bienenvölkern sofort das Bienenseucheninstitut des Professors Dr. Freudenstein (Marburg) um Rat zu fragen, der kostenlos erteilt wird. ri. L i ch, 10.Rov. Der hiesige Landjugendbund veranstaltete am Samstagabend in der Turnhalle sein diesjähriges Hecbstvergnügen. Der Leiter des Bundes, Herr Karl Ludwig, begrüßte die Teilnehmer. Trotz der wirtschaftlich schlechten Lage, so führte er aus, lasse es sich der Landjugendbund nach getaner harter Arbeit nicht nehmen, einige Stunden in fröhlicher Geselligkeit zu verbringen. Ein Vorspruch von Frl. Margarete Koch erntete reichen Beifall, ebenso fand ein flott aufgeführtes Theaterstück alle Anerkennung. Die Kapelle Sommer füllte mit guter Musik den übrigen Abend. Eine Verlosung sand viele Interessenten. Die Veranstaltung nahm den besten Verlauf. Kreis Schotten. V Gedern, 9. Rov. Am Mittwochnachmittag fand hier eine Lehrerversammlung des Bezirkes Gedern statt,'zu der sich auch Lehrer aus den Orten Wenings, Herbstein, Schotten, Ulrichstein und Ortenberg eingefunden hatten. Obmann Häusel leitete die stattliche Versammlung. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Vortrag des ersten Schriftführers des Landes-Lehrervereins Horn (Darmstadt). In längeren Ausführungen setzte sich der Redner mit dem Reichsfinanzprogramm in seinen Wirkungen auf die Beamtenschaft auseinander. Einer besonderen Betrachtung unterzog er die vorgesehene sechsprozentige Gehaltskürzung für alle Beamten des Reiches, die er, falls sie Wirklichkeit werden sollte, als den schwersten Schlag, der je gegen die Beamten und Lehrer geführt worden sei, bezeichnete. Weiter beschäftigte sich der Redner mit den hessischen Sparmaßnahmen und übte Kritik am Kultusministerium, das in den letzten Jahren allein 722 Lehrerstellen abgebaut habe, dazu eine höhere Gehälterkürzung als das Reich, eine Linderung der Dienstaltersgrenze, die Sperrung der Aufrückungsmöglichkeiten und eine Sonderbelastung der Anwärter durchführen wolle. Der Vortrag löste eine lebhafte Aussprache aus. Im Anschluß daran sprach Kreisobmann M ü l le r über das Thema „Stellenbesetzung". Die Versammlung faßte im Zusammenhang damit eine Entschließung, in der die Besetzung jeder ausgeschriebenen Stelle gefordert wurde. Auch dieser Punkt hatte eine lebhafte Aussprache zur Folge. Kreis Alsfelv fr* Alsfeld, 10. Nov. In der Nacht auf Samstag wurde hier von unbekannten Tätern in der Tilemann-Schnabelstraße ein größerer Wäsche» diebstahl verübt. Es wurde itrsgefamt vier Besitzern die in ihren Gärten aufgelegte Wäsche im Werte von etwa 120 Mark entwendetlVie in letzter Zeit in den umliegenden Ortschaften Eudorf, Zell, Heimertshausen gleichfalls verübteiMWäschediebstähle lassen die Vermutung auf kommen, vaß es sich hierbei um dieselben Täter handelt. Die polizeilichen Nachforschungen führten bis jetzt zu keinem Ergebnis. * Bernsfeld, 9. Rov. Bei der hiesigen Treibjagd wurden 61 Hasen und 14 Rehe erlegt. Das Ergebnis darf als sehr befriedigend bezeichnet werden, um so mehr, da noch viel Wild geschont wurde. Preußen. Kreis Marburg. WSR. Marburg, 10. Rov, Zwei Landwirtssöhne aus Riederwetter, der 18jährigeA n d r e a s Derghöfer und der 19jährige Heinrich Goos, wurden gestern abend auf der Landstraße bei Riederwetter von einem Personenauto umgerannt und übersah- ren. Derghöfer erlitt schwere äußere und innere Verletzungen, an deren Folgen er heute nacht in der Marburger Klinik, wohin man ihn gebracht hatte, verstarb. Goß wurde leichter verletzt und konnte nach Anlegung eines Verbandes nach Hause entlassen werden. W M Kanäle schwemmen den Kaffee zu den Auf- bereitunaspSätzen ... Das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen wird entfernt und der Kaffee getrocknet, verlesen, eingesackt. Unter den vielen Millionen Sack Kaffee der Welternte die besten herauszufinden, ist eine besondere Kunst. Die besten Kaffeekenner bestätigen, daß Kaffee Hag, der bekannte coffeinfreie Bohnenkaffee, aus ganz hervorragenden Sorten besteht und an Geschmack und Aroma garnicht zu Ober, treffen ist. Versuchen Sie einmal 4 Wochen lang den vollkommen unschädlichen Kaffee Hag, und Sie werden sich von seinen geschmacklichen und gesundheitlichen Vorzügen überzeugt haben. . . , . ......'imi’iuiiMH«-" • ._____ . . - ................... MAGGI5 Fleischbrühe um,, Zum Kochen von Gemüsen Ausstellung Mittwoch, den 12. November, von 4 bis 10 Uhr, im Cafö Araend. Rumänische Stickereien Graphische und kunstgewerbl. Arbeiten (Frl. Kranz, Butzbach). Zur Unkostendeckung Eintritt 20 Pfg. Ullstein-Schnitte Vogue-Schnitte vorrätig bei Seltersweg 7505 A MM»A ss.“ü Siadlplan ans Einwohner- und Geschäfisverzeichnlffen von 2 Stadien und 74 Ortsaemeinden mit etwa 1OOOOO Einwohnern nebst wertvollem Wirt- spa«'ö- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / Preis40Reichsmark oderheMcher Adreßbuchverlag, Gießen, Schulfir.7 Ein Waggon = 112 Zentner Tafeläpfel haltbarste Sorte zum Einkellern, vom qi Q Besten das Allerbeste, ä Zentner RM. Ein Waggon = 155 Zentner Tafel- u. Wirtschaftsäpfel ä Zentner RM. 34.- 30.- 28.- 25.- und XxJe" Früchtehaus Pinh Erklärung ? Der in der Nr. 261 der Oberhessischen Volkszeitung erschienene Bericht erfährt meinerseits keine öffentliche Entgegnung, da ich meinen Anwalt mit der weite: en Verfolgung der Angelegenheit beauftragt habe. 07004 Carl Seibert, Wieseck. Die große Not in wirtschaftlicher, politischer und sittlicher Beziehung, deren Ursachen und einzige Abhilfe. Oeffentlicher Vortrag Freitag, den 14. November, 20.15 IJhr, im Real* gym näsln in (Ludwigstraße), part. Eintritt frei. S. T. A. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift übersichtlich angeordnet sorgfältig gedruckt dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Bewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Lieferung schnell, gut und preiswert BrOhl’eche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Wir suchen zum möglichst sofortigen Eintritt lür den Bezirk Gießen (Domizil Gießen) zum Besuch von Groß- und Kleinhandel einen rührigen, arbeitsfreudigen Reisenden zum Verkauf eines Markenartikels. Herren, die flotte Verkäufer sind u. denen an Dauerstellung gelegen ist, wollen Bewerbungen mit Bild, Zeugnisabschriften und Angabe von Gehaltsansprüchen einsenden an 7674V Werner & Mertz AG., Mainz Unfiank. Umschlag m. genauer Adresse beifügen.