Samstag, N. Oktober 1050 180. Jahrgang Nr. 258 Erstes Blatt GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Prutf und Verlag: vrühl'Iche Uniotrfitäts-Bnd). und Steln6ru iagt>ch.autzer Sonntags anb Feiertag» Beilagen: Du 3llu|trtertt vtetzenei Familienblätt« Heimat im Bill» Die Scholle monatsBejugsprets: 2.20 Reichsmark unb 30 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanlchlüffe anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giesten. Pottscheckkonto: granlfurtam Main 11688. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorfchrift 20" , mehr. Chefrebakteur. Dr. Friebr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für ben übrigen Teil Lrnst Dlumfchein unb für den Anzeigenteil Max Filier, fämtlid) in ©leben. w Was wirb im neuen Reichstag werben? Zwang zur Klärung Die Trauerseier für die Opfer des k 101 der Westminster Abbey. Die Reihen der Särge in nationalen Fühlung zu nehmen beabsichtige. Nach dem „Lokalanzeiger" soll sich Dr. Schot, in Die Volkspartei unb bas Reichskabinett. Eine Entschließung vertagt. Berlin, 10.Oft. (TU.) Die Reichstags. der Fraktionsfihung bei Behandlung der Lurttus- ftife auch auf die Ausführungen des Reichsbanf- Präsidenten Dr. Luther bezogen haben. Nie Haltung der Sozialdemokraten. Gegen dieAufHebung der Notverordnungen (Berlin, 11. Oft. ((SUS.) Die sozialdemo- fraiischen Reichstagsabgeordneten Brei 1 scheid. Müllerund Wels halten gestern nachmittag mit dem Reichskanzler eine längere Unterteilung. Unter der Überschrift „Was wird werden?" schreibt der „Vorwärts". Die Sozialdemokratie will zunächst den Versuch maajcn, auf dem Wege der ordentlichen Gesetzgebung diejenigen Bestimmungen der Rot» Verordnungen zu beseitigen, gegen die sich der Widerstand der Massen richtet. Diese Haltung Im Westen an der Zeit und durchaus im Geist« Slresernanns, sich mit aller Energie und einem neuen frischen Elan, den der von seinem Rachfolger reichlich oft und unseres Erachtens häufig durchaus zu Unrecht als Kronzeuge angerufene ©trefemann gewiß ausgebracht hätte, auf den Osten zu werfen und auf die großen Probleme, mit deren Lösung Deutschlands Schicksal aufs engste verknüpft ist. Der Liquidationsvertrag mit Polen war gerade kein vielversprechender Anfang auf diesem neuen Wege und die von weiten Kreisen in Deutschland als schwächlich und einer Großmacht unwürdig empsundene Haltung der Wilhelmstraße gegenüber Litauen, das durch ein offenbar listig ausgetifteltes Spiel mit verteilten Rollen zwischen feiner Genfer Vertretung, den Kownoer und Memeler Gewalthabern sich seinen vor dem Völkerbund übernommenen Verpflichtungen für Einhaltung der ohnehin überständigen Memelkonvention zu entziehen sucht, verstärkt den Eindruck, als ob man es im Auswärtigen Amt in der Behandlung der Ostprobleme allzu oft an der nötigen Initiative fehlen lasse. Die Lage war für den deutschen Außenminister in Genf diesmal gewiß nicht leicht, aber wir sind davon überzeugt, daß Stresemanns Temperament und sein Blick für die Erfordernisse der Situation es gewiß nicht zu dem offensichtlichen Fiasko hätten kommen lassen, mit dem sein Rachfolger nach Hause zurückkehren muhte, ©trefemann hätte sich sicher nicht die fast unwiederbringlich günstige Gelegenheit entgehen lassen, nach Bekanniwerden des Ergebnisses der Reichstagswahl auf das Anwachsen des Radikalismus in Deutschi and und seine tieferen außenpolitischen Alrfarfjen ttxrr* nend hinzuweisen und daran die ernste Mahnung zu knüpfen, nun endlich an die Stelle der Gewalt Kapelle der Flugzeugregimenter Trauermärsche. Der Gottesdienst war vom Anfang bis zum Ende äußerst eindrucksvoll. Zu gleicher Zeit wurde i n der katholischen Kathedrale Wefirn i n st e r im Beisein des Kardinalerzbischofs eine feierliche Totenmesse zelebriert, der 3000 Menschen beiwohnten. In der Stille der Nacht überführten Mannschaften der Luftstreitkräfte die Särge der Opfer von „R101" nach der Westminster- Halle. Eine große Menschenmenge wohnte der Ueberführung bei. Mehrere hundert Kränze sind niedergelegt worden, darunter auch Kränze von Dr. Eckener und der Besatzung des Luftschiffes „Graf Zeppelin" Besonders dankbar wurde anerkannt, daß der deutsche Rundfunk darum gebeten hat, den Gottesdienst in der St. Pauls*Äathe- dra!e auch nach Deutschland zu übertragen. Das ist das erste Mal, schreibt die „Daily Mail", daß man feit dem Kriege eine derartige Bitte der deutschen Ration erhalten habe. Dr. E cke n e r ist heute abend in London eingetroffen. Lange vor dem Beginn des Trauergottesdienstes für die Opfer der Katastrophe des „R101" stand vor d e r St. Pauls-Kathedrale eine dichte Menschenmenge, die die Umgebung des Gotteshauses ganz ausfüllte. Im Innern der Kirche war kein einziger Sitz frei. Cs dauerte eine halbe Stunde, bevor die Mitglieder des Kabinetts, die Beamten des Flugwesens, die Offiziere des Heeres und der Marine, das Diplomatische Korps in seiner Gesamtheit, die Minister der Dominions, die indischen Fürsten und andere Persönlichkeiten ihre Plätze besetzt hatten. Die schwarze Kleidung beherrschte das Bild; nur die ausländischen Militärattaches und die Gruppe um den Lord- Mayor von London zeichneten sich durch ihre farbigen Amtstrachten aus. Punkt 12 Uhr mittags empfing die Geistlichkeit am Tore der Kathedrale den Prinzen von Wales, der als Vertreter des Königs erschienen war. Als dieser Platz genommen hatte, erhoben sich alle Anwesenden und sangen das Nationallied. Bor dem Gottesdienst spielte die der Sozialdemokratie bezweckt, den Versuch von Kommunisten und Rationalsozialisten, ein wüfteS Durcheinander zu schassen und dadurch den Boden für die Diktatur zu bereiten, zu vereiteln. Die restlose Aushebung der nun einmal seit Wochen in Krast befindlichen Rot- verordnungen, ohne daß etwas anderes an ihre Stelle gesetzt wird, wurde die schwerste Erschütterung der öffentlichen Finanzen bedeuten. Die Sozialdemokratie wird sich deshalb dafür cinscyen, daß ein Weg befchritten wird, durch den den Rotverordnungen die Gistzähne ausgebrochen werden, ohne daß solche Gcsahren auftreten, wie fie durch eine restlose Aushebung der Rotverordnungen entstehen müßten. Die Sozialdemokratie wird verlangen, daß die Rotverordnungen in einem Ausschuß des Reichstags beraten werden, dec in sachlicher Arbeit Abänderungen vorzu- nehmen hat. soll bann geschehen? Wir trauen es der hohen politischen Intelligenz des schweigsamen Kanzlers durchaus zu, daß er im stillen Kämmerlein auch diese für das Schicksal seines Kabinetts und seines Programms entscheidende Frage schon bis zu Ende durchdacht hat. Denn er wird sich ja auch darüber klargewvrden sein, daß die Reformen, die sein Sanierungsprogramm anfünbigt, ihrer ganzen Natur nach sich gegen bas System bes offenen ober ver- chleierten Staatssozialismus richten, bas bislang im Schwange war, baß sie also auch nicht mit ber So- zialbemokratie, ber Trägerin bieses^ystems, fonbern nur im Kampfe gegen bie S o 3 1 a l b e m0 • tratie durchgesetzt werben können. Hinlängliche Beweise für biefe These find bas Trauerspiel der Hilserdingschen Sanierungsexpcrimente, der Austritt der Sozialdemokraten aus ber Regierung ber ®ro- ficn Koalition, als mit ben Reformen ernst gemacht werben sollte, unb ihr Kampf gegen bie Notverorb- nungen Die Duldung burch bie Sozialbemokratie fann also für bas Kabinett Brüning bestenfalls n u r ein Notbehelf fein, um ihm überhaupt erst einmal freie Bahn zu schaffen, lein Programm dem neuen Reichstag vorzulegen. Aber es fragt sich boch — unb ber Kanzler wirb bies gewiß auch getan haben —, ob mit einer bloßen kurzen Vertagung einer ber Natur ber Sache nach schier unvermeid- lichen Krisis für bie Regierung irgenb etwas gewonnen ist unb ob es nicht bester wäre, sich ohne Zaubern nad) anberen Möglichkeiten umzufehen. Man sollte boch nicht vergessen, baß bas Wablergeb- nis mag es auch noch so sehr von augenblicklichen Verärgerungen unb Enttäuschungen beeinflußt ge- wesen sein, für bas bisherige System ein ausge- fprocfienes Mißtrauensvo'um bedeutete, wenn auch die Sozialbemokratie vorerst noch immer bie stärkste Partei auch im neuen Reichstage geblieben ist. 45 Man sollte dies um so weniger, als neuerdings fein, aus welchen Erwägungen man ihr bie Möglichkeit gibt, ihre Sanierungsarbeit fortzusetzen. Be- benklich wird für sie erst bie Lage, fobalb bie Sozialbemokratie bem Druck ihres linken Flügels nachgibt unb ben Lohn für ihre Tolerierunaspolitik in Form von sozial-, steuer- ober zollpolitischen Zu- geftänbnissen verlangt. Das wirb natürlich bei ber stärken Konkurrenz Der rabifalen Parteien um bie Gunst ber Massen nicht lange auf sich warten lassen, zumal ber Wahlspruch bes Herrn Wels: es ist bester, mit ben Masten zu irren, als gegen sie recht zu behalten, bei ber Mehrheit ber Bereinigten Sozial- demokratie immer noch hoch im Kurse steht. Was auch innerhalb der Parteien, die bislang die Politik der Regierung stützten, gegen einzelne Mitglieder des Kabinetts, wie auch gegen sein Sanie- rungsprogramm —, besser gesagt darüber, was man in ihm mit Recht vermißt - sich eine Berstimmung geltend macht, die der Kanzler nicht unterschätzen sollte. Da ist einmal der unglückselige Prozeß der Ulmer Reichswehroffiziere vor dem Reichsgericht, für den ja wohl der Reichswehrminister Groener an sich verantwortlich zeichnet, bei dem aber doch Herr Joseph Wirth, der auf seinem Kriegspsade gegen Thüringen und den nationalsozialistischen Minister Frick nicht auf seine Kosten gekommen ist, der spiritus rector gewesen au sein scheint. Schwerer wiegt die Enttäuschung, die man auch im Lager der Regierungsparteien über unsere A u ß e n - Politik auf der Genfer Völkerbundstagung empfindet. Die Konservativen sprechen offen aus, daß die bloße Entgegennahme des Berichts des Außenministers im Reichskabinett keineswegs die Billigung der Genfer Politik des Herrn Dr. Curtius durch seine Ministerkollegen bedeutet habe. Und innerhalb der Dolkspartei, der eigenen Partei des Ministers, machen sich Strömungen geltend, die auf den Rücktritt von Eurlius hinarbeiten. Es ist an sich gleichgültig, ob sie im ersten Anlaus mit ihrer Forderung durch dringen werden, wesentlicher ist die Einsicht des Kanzlers, daß die Außenpolitik des Herrn Dr. Eurtius im Volke ohne Echo bleibt. Schon die Versicherung des Ministers bei Ueber- nähme seines Amtes nach dem Tode Stresemanns, daß die Außenpolitik in den alten Bahnen fortgeführt werde, war eine gewisse Enttäuschung für die, die in der Rheinlandräumung eine 3 ä ■ s u r in unserer Außenpolitik sehen wollten und meinten, es sei nun nach gesicherter Rückendeckung Seit bald zwei Wochen liegt das Sanierungs- Programm der Reichsregierung der Oefsentlichteit vor, seit dem vergangenen Montag hat der Reichs- kanzler auch seine informatorischen Besprechungen mit ben Parteiführern abgeschlossen. Er hat bazu erheblich länger gebraucht, als ursprünglich oorge- sehen war. Aber nachdem seinem Versuch, ben Reichstag zu einem früheren Termin als bem 13 Oktober einzuberufen, erstaunlicherweise kein Erfolg beschie- fraklion ber Deutschen v 0 lkspartei ben war, hatte es natürlich für ihn keine Eile mehr, Qm Freitagnachmittag eine Sitzung ab, bie bis benn bevor bie parlamentarische Maschine in Gang lu blc Späten Abenbstunben bauerte. Die Beratung gesetzt ist, konnte vom Kabinett «AS "'chts weiter unb Beschlußfassung über das Regierungsprogramm geschehen, als geschehen ift D.e P°^'en scheinen Montag vertagt. Inzwischen fol- a™ot> »iD*noTfuÄ" Z°» bähen, und auch >°» elngeleltde Verhandlungen über ba, Programm die Parlamentsbureaukratie wibmet sich unter reich- mit anberen Parteien sortgesuhrt werden, licher Zeitoerschwenbung mit Inbrunst ben sog Die Fraktion setzte einen Ausschuß ein, ber var- technischen Vorbereitungen für bie Unterbringung schlage jur Ausgestaltung des Regie- ber beträchtlich vermehrten Schar ber Volksboten, rungsprogramms machen soll. Ls wirb aus- anscheinenb ohne übergroße Rücksicht auf bie zwin- örü(flid) versichert, baß ein Antrag aus A b- flcnbe Notwenbigkeit, so schnell nie nur irgend Berufung des Reichsaußenministers denkbar mit ber parlamentarischen Arbeit zum Ziele °^usung oes nt a) » vorgelegen zu kommen. Aber am kommenben Montag muß es vr. L u r 11 u s ver jranion n,cy,vorge.egen nun boch so weit sein, unb wir wollen nur hoffen, habe. daß mit ber biesmal gewiß nicht ganz leichten Präfi- Den Beratungen ging eine Besprechung dentenwahl unb ber Bilbung bes Bureaus kein schiech- zwischen dem Reichskanzler unb bem ter Anfan ggemacht wird, der womöglich auch für das Parteiführer ber Deutschen Volkspartei Dr. Scholz Tempo der folgenben Gesetzgebungsarbeit mafjgebenb oorau9> jn her Dr. Brüning bem Abg. Dr. Scholz werden könnte. Es wird sich bann Dcrmutlid) Darum |ejnc Auffassung über bie innenpolitische Lage bar- hanbeln, zu erroartenbe Anträge auf “ “ f H ” 9 legte. Auf Grund dieser Besprechung hat bann bie ?cn,r bie°ja"bekanntlich" bi? ^Auslösung' des vorigen Rcichstagsfraktion der Deustck^n vottspartei ihre Reichstags veranlaßt hatten, unb Mißtrauensvoten Beratungen 0 h n e Beschlußfassung abge- gegen bas Gesamtkabinett ober einzelne Minister, brachen. Jnsbesonbere hat man es daraufhin bie bie zum Teil bereits angefünbigt sinb, zur Debatte aus weiteres unterlassen, vom Reichsauhen- zu stellen. Dabei wirb es sich dann schnell heraus- Minister Dr. Curtius bas Ausscheiben aus stellen müssen, ob ber neue Reichstag überhaupt ge- & e m ft a binett zu verlangen. Die verhanblun- willt ist, bem Kabinett Brüning bie Möglichkeit bi(, bU? DVP. mit ben übrigen Regierung-- ,»• f*- WJÄ? ber Notverorbnungen ober durch Annahme eines ben sachlichen Inhalt be» Reglerungspro- Mißtrauensootums ben Reichskanzler zum Rücktritt gramms, wie auf besten parlamentarische zwingen will. Damit würbe natürlich auch das Behandlung erstrecken, von dem Verlauf unb Dietrichsche Sanierungsprogramm in der Versen- Ausgang dieser Verhandlungen dürste bie Volks- kung verschwinben, die monatelangen Vorarbeiten parteiliche Reichstagsfraktion vermutlich ihre roei- roären umsonst geleistet unb nach einer Regierungs- jcrc Haltung abhängig machen. krisis in der bei uns üblich geworbenen Sange Djf BcrUncr Börsenzeitung" vermag ergänzend XV” aÄ”S ,u ber.ch.eu dof, sich d,e vera.ungen .N °r,^ Clni, überhaupt nod) etwa" au fünieren gibt. um die »tage drehten, ob sich die vvp nach Einzelne Parteivorstände und Reichstagssraktionen st ä r k e r von der Regierung Brüning haben inzwischen getagt unb aus ihren Beschlüssen di st anzieren unb dementsprechend den A u h e n. ergeben sich schon gewisse Anhaltspunkte für bie m i n l ft e r Dr. Curtius zum Rücktritt Beurteilung ber Aussichten für bie Regierung im ausforbern solle. Wie verlautet, habe ber neuen Parlament. Die Fraktionen, bie bisher die Rcld)9ranilcr Dr. Brüning bie Deutsche Volkspartei ^rfonhXu“ w'siea taffen ^-'°e3urü»gd«-^h°n. ’S Ä >ur Jotge “iif't'’ Wentger auö also nur möglich, ben oerschiebenen Klippen — Auf- diesem Grunde, als infolge von 6 i n ro i r r u n - ijebung ber Notverorbnungen unb Mißtrauens- gen einer außenstehenden finanj- Dotum — zu entrinnen, wenn ein Zusammengehen politischen Persönlichkeit, deren Namen der Opposition verhindert wird. Aber bei ber ge- vorläufig noch nicht genannt werden solle, habe sich schwächten Haltung ber Mitte der gemäßigten ble jrQftion schließlich dahin entschieden, von einer Rechten genügt nicht elnmal m federn Falle Stimm .A^^ss in ber Angelegenheit Curtius Ab- 3S!, da/df/R°gf°rung M yall kommt, cs stand ,n nehmen. Line gemtffe v°ü- dürfte dadet ist auch bazu Zuzug aus bem Oppositionslager not- allerdings auch bie Erwartung gespielt haben, bah wenbig. Vorerst sinb jeboch bie Aussichten für bas die bevorstehende parlamentarische Entwicklung schon Kabinett noch nicht einmal so hoffnungslos, wie es halb zu einer Entscheidung über die Besetzung bes nach bieser Schilderung ber Lage ben 2In(d)em Außenministeriums führen und die Deutsche Volkshaben könnte Die sozialdemokratische tei bamlf oon der Notwendigkeit, selbst Stellung Srattion hat bereits getagt unb wenn man „ en|l)Ebcn (önnlt „och der „Vorfen. h"eü"n.ch 1L?n7n " “».Int W ^^e °vp. n»gen de, in der Fraktionssitzung zunaihst einmal die ge- j Regierungsprogramms auch mit den DeuNch' mäßigte Tonart Oberwasser zu haben, der Flügel um Braun, Hermann Müller unb Hilferbing nämlich, der vorerst einen offenen Konflikt mit der Re- gierunq vermieden sehen möchte, weil er von einem solchen ein Heranrücken ber Mitte nach rechts unb unter Umftänben auch ein gänzliches Abgleiten aus bem parlamentarischen Fahrwasser befurchten mußte. Die Sozialdemokraten werben also vermutlich zu- nächst bem Kabinett Brüning keine Schwierig, ketten machen, sie werben es „tolerieren", rote ber parlamentarische Fachausdruck für dieses sehr unklare und gefährliche Verhältnis lautet. Sie haben bereits zu erkennen gegeßen, baß sie bie Anträge auf Aushebung ber Notverorbnungen ablehnen werden. Sie werden wohl auch bem Ueb erb r urfun gs - l r e b i t zustimmen, für besten Aufnahme bie Jxe- tfierung umgehenb bie Billigung bes Reichstags in einer Vorlage erbitten muß, bie zugleich bie gesetz- lidje Verpflichtung zur Abbeckung aller kurzfristigen Schulben innerhalb ber brei nächsten Etatsjahre enthält. Unb es scheint fast so, als ob bie Sozial- bemotratie auch Mißtrauensvoten, bie anbere Oppositionsgruppen gegen bie Regierung einbringen werben — bie Nationalsozialisten haben eine solche Aktion bereits angetünbigt —, ablehnen werben mit ber Begrünbung, sie lasse sich ihre Politik nicht von Nationalsozialisten ober Kommunisten vorschreiben, ein abgegriffener Vorwanb, bem natürlich nur taktische Bedeutung zukommt. Aber ber Regierung mag es gleichgültig die wirtschaftliche Vernunft treten zu lassen und Deutschland von Reparationslasten, unter denen es zusammenzubrechen droht, zu befreien, wenn man Wert darauf legt, es als Damm gegen die rote Flut des Bolschewismus intakt zu erhalten. Stresemann, der einst selber in Genf die Minderheitenfrage als eines der für die Zukunft des Völkerbundes entscheidenden Probleme aufgerollt hat, hätte es, von anderen Unterlassungen oder Fehlgriffen ganz zu schweigen, gewiß nicht versäumt, sich dem koirzentrischen Angriff der Minderheitengegner unter Führung Driands zu stellen und dem anmaßenden Hohn des Franzosen auf der Stelle die richtige Antwort zu geben. In der gleichen Linie liegt es auch, daß das Sanierungsprogramm der Reichsregierung mit einigen Andeutungen über das große außenpolitische Ziel der so große Opfer von allen Volksschichten heischenden innerpolitischen Reformen hinweggeht. Warum wurde nicht gesagt, daß wir, solange nicht unser öffentlicher Haushalt in Ordnung gebracht ist, große Auslandkredite brauchen, und daß diese ständige Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern ein Hindernis für uns ist, in unserer Außenpolitik die energische Sprache zu führen, die notwendig ist, um unsere Interessen durchzusetzen? Warum wurde nicht ausgeführt, daß wir nicht eher mit Aussicht auf Erfolg eine Revision des Voungplans fordern können, bis wir das von Parier Gilberts Berichten einseitig unterrichtete Ausland davon überzeugt haben, daß wir taten, was in unserer Macht stand, zur Sanierung unserer Staatsfinanzen? Man hat gegen unsere Vorkriegspolitik in der Aera Bülow und Bethmann Hollweg oft und mit Recht eingewandt, daß wir „am mißverstandenen Bismarck" laboriert hätten. Es scheint fast, daß nun der Bureaukratie des Auswärtigen Amts „dermihverstandene Stresemann" allzutief in den Knochen steckt, und daß es erst eines kräftigen Durchzugs bedarf, um aus der Wilhelmstrahe die Gespenster zu verscheuchen, die der einst Stresemann stets gegenwärtigen Erkenntnis im Wege stehen, daß auch die Stimme des eigenen Volkes, zumal, wenn sie sich so elementar und unzweideutig kundtut, wie am 14. September, ein wertvolles Moment ist. das man mit Ruhen in sein außenpolitisches Kalkül einstellen kaum Dem Reichskanzler möge jedoch die Welle der Enttäuschung und des Unwillens, die sich gegen den Leiter der deutschen Außenpolitik geltend macht, eine erneute Warnung sein, nicht die psychologischen Imponderabilien zu unterschätzen, die in sturmbewegten Zeiten, wie den unsrigen, eine besondere Bedeutung gewinnen. Er kann für fein Kabinett Belastungen personeller Art nicht gebrauchen und er muh stets dessen eingedenk bleiben, daß der entschiedene Reformwille des Volkes sein fester Bundesgen o s s e ist, wenn er sein Sanierungswerk gegen einen arbeitsunfähigen oder sich der Mitarbeit versagenden Reichstag durchsetzen muh. Oer Lleberbrückungskredit. Die Verhandlungen mit einem amerikanischen Bankentonsortium abgeschlossen. Berlin, 10. Oft. (ERD.) Der Lieber- brückungskredit für das Reich, der von einem Konsortium unter Führung des amerikanischen Bankhauses Lee, Higginson & Co. gewährt wird, ist perfekt geworden, wenn er auch noch nicht formell unterzeichnet ist. Der Kredit beläuft sich auf 12 5 Millionen Dollar. Die Verzinsung beträgt 4,75 Prozent, dazu kom nt 1,25 Prozent Provision p. a. Die Laufzeit in z->ei Jahre, jedoch hat das Reich das Recht, in der Zwischenzeit zu jedem halbjährlichen Termin z u - rückzuzahlen, und zwar auch teilweise. Voraussetzung für den Kredit ist die vom Parlament zu beschließende Bildung eines Tilgungsfonds nach früherem Muster. Gehaltskürzung für die Behördenangesteltien. Kündigung der Einzelverträge Berlin, 10. Okt. (ERB.) Wie wir erfahren, wird als Folge der Kürzung der Deamtenbezüge auch eine Minderung der Dien st b e - züge der unter den Angestelltentarifvertrag fallenden Reichsange st ellten^ erfolgen. In dem bezüglichen Erlah des Reichsfmanzministers vom 4. Oktober an die Reichsbehörden wird zur fristgerechten Kündigung der laufenden Einzelverträge sämtlicher bei der Reichsverwaltung beschäftigten Angestellten aufgefordert. Diese vorforguche Kündigung, die zum 31.März 1931 erfolgen solle, bezweckt den Abschluß neuer Einzelverträge, die eine Kürzung der Dienstbezüge mit Ausnahme der Kinderzuschläge um6 Prozent vorsehen: über den Abschluß wird zu gegebener Zeit noch besondere Mitteilung durch das Reichsbesoldungsblatt ergehen. Die geplante Maßnahme wird auch gegenüber den an der Reichsgrenze beschäftigten Angestellten, auch wenn ihr dienstlicher Wohnsitz im Auslande liegt, sowie gegenüber allen sonstigen im Auslande beschäftigten Angestellten durchgeführt werden. Von der geplanten Kürzung der Dienstbezüge werden unmittelbar betroffen 30 000 Reichsangestellte: die der Reichsbahn und der Reichspost sind in diese Zohlen nicht eingerechnet. Im Fall, daß Lander und Gemeinden sich dem Vorgehen des Reiches anschließen, werden 300 000 Personen derselben Kürzung ihres Einkommens unterworfen, die für die Beamten vorgesehen ist. Nationalsozialismus und Katholische Kirche. Anfragen an den Bischof von ^iainz. München, 10. Okt. (TLl.s Zu der Stellung- nähme des Bischofs von Mainz gegen den Rationalsozialismus schreibt am Freitag der „VölkischeBeobachte r", daß von der Seite des nationalsozialistischen Abgeordneten Gottfried Feder eine endgültige Stellungnahme erfolgen wird. Im „Völkischen Beobachter" veröffentlicht ein ungenannter katholischer G e i st l i che r drei Anfragen, in denen es u. a. heißt: Ist es dem bischöflichen Ordinariat von Mainz bekannt, daß sich unter den Mitgliedern der RSDAP. auch eine größere Anzahl katholischer Priester befindet? Welche „Verfügungen" gedenkt ein bischöfliches Ordinariat von Mainz gegen jene Priester zu treffen, die als nationalsozialistisch gesinnte Seelsorger nach trie vor mit besonder Liebe ihr Amt seelsorglich zu betreuen sich Gegen Kapitalflucht und MWastspessimiSmus. ($.n Warnruf Louis Hagens. - Wiederherstellung des Vertrauen«. Berlin, 11.Okt. (ERB.) Der Vorsitzende der Kölner Industrie- und Handelskammer Bankier Louis Hagen wandte sich in der Vollsitzung der Handelskammer in scharfen Worten gegen übertriebenen Wirtschaftspessimismus und gegen die Kapitalflucht. Die deutsche Wirtschasi, sagte er, stimmt den Reformplänen der Regierung zu, um wenigstens für eine gewisse Zeit eine Beruhigung zu erreichen. Dennoch herrscht augenblicklich in Deutschland eine allgemeine Kopflosigkeit. Die Kapitalflucht nimmt ein verderbliches Ausmaß an, obwohl nach dem Dafürhalten vieler besonnener Leute irgendein Zweifel an der deutschen Währung ein absoluter Unfinq ist. Die deutsche Währung i st und bleibt fest, und die Reichsbank hat genügend Mittel zur Verfügung, ein Unheil abzuwehren, von dem die ganze Welt betroffen würde. Wir müssen das Vertrauen wieder h e r st e l l e n , das in den letzten Wochen abhanden gekommen ist. Zur Kapitalflucht liegt nicht die gering st e Veranlassung vor. Die deutsche Wirtschaft, der Handel und das Bankwesen sind auf soliden Fundamenten aufgebaut. Es ist nichts geschehen, was den Glauben an die deutsche Wirtschaft in der Weise erschüttern kann, wie es in der letzten Zeit geschehen ist. Wenn es so weitergeht, werden Katastrophen hervorgerufen, unter denen die ganze Welt leiden wird. Wir müssen dafür sorgen, daß die Achtung, die die deutsche Wirtschaft auch im Ausland seit Dezennien gefunden hat, erhalten bleibt. Ohne das ausländische Vertrauen und ohne ausländischen Kredit kann die deutsche Wirtschaft nicht fortbestehen und ist ein Aufbau nicht möglich. Kein litauischer Wahiersolg in Memel. Was sagt der Völkerbund zum Woribruch Kownos? Ruhiger Verlaus der Wahlen. Keine Mandalsverfchicbung zu erwarten. Memel, 10. Oft. (WTB.) Die Wahlen zum Memelländischen Landtag sind nach den bisher vorliegenden Meldungen überall ohne Zwischenfälle verlaufen. Das Hauptinteresse im gegenwärtigen Wahlkampf dreht sich darum, wie die neu aufgestellte Wirtschaftspartei, deren Hauptgegnerin die Me me l l ä n d i sch e V o l f s p o r t e i ist, bei diesen Wahlen abschneiden wird. Rach den aus einzelnen Stimmbezirken Memels vorliegenden Ergebnissen hat die Wirtschaftspartei den 10. bzw. 15. Teil der Stimmen Är Volkspartei errungen, so daß im günstigsten Falle die Wirtschaftspartei ein bis zwei Abgeordnete in den neuen Landtag schicken dürfte. Im großen und ganzen dürften sich bei den einzelnen Parteien keine Mandatsverschiebungen ergeben. Alle Parteien werden durch die größere Wahlbeteiligung einen Stimmenzuwachs zu verzeichnen haben. In Memel-Stadt wurden insgesamt 14 585 Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung betrug80bis85Prozent, verschiedentlich sogar 90 Prozent. Von den abgegebenen Stimmen erhielten die Memelländische Dolkspartei 7964 Stimmen, die neu au^aestellte Wirtschaftspartei 833, die Sozialdemokrate. 2990, die Kommunisten 1665, die Litauische Dolkspartei 634 Stimmen: die Rational-Litauischen Splitterparteien haben nur wenige Stimmen erhalten. Vom Lande liegen erst Einzelergebnisse vor, die einen abschließenden Meberbhd noch nicht gestatten. Man nimmt indessen an, daß die Landwirtschaftspar- t e i, die bisher zehn Abgeordnete hatte, in gleicher Stärke in den neuen Landtag einziehen wird. Die Memelländische Dolkspartei, die ebenfalls zShn Mandate hatte, wird vielleicht acht bis neun Mandate im neuen Landtag erhalten. Die Sozialdemokraten (bisher drei Mandate), haben an Stimmenzahl zugenommen, während die Kommunisten (bisher zwei Mandate) Stimmenverluste erlitten haben. Soweit sich übersehen läßt, haben die Rational-Li- tau er trotz des großen Zuzugs keinen Gewinn zu verzeichnen. Sie hatten im alten Landtag insgesamt vier Sitze inne. Die neu aufgestellte Wirtschafts Partei wird, wenn sie vom Lande keinen Stimmenzugang erhält, wohl kein Mandat erhalten. Ern endgültiges Ergebnis ist vor Samstagnachmittag nicht zu erwarten. Unter Zensur. Wie die Pressefreiheit in Memel aussah. Berlin, 10. Okt. (TU.) Wie Litauen die Auf. Hebung der Pressezensur während des Wahlkampfes im Memelgebiet eingehalten hat, zeigt ein Blick in die memelländischen Zeitungen. In der „Memelländischen Rundschau" heißt es in einem Wahlartikel: „Endlich kann auch ein freies Wort gesprochen worden. Der Kriegszustand im Memelgebiet, der jetzt vier Jahre andauert, ist eine Maßnahme." Was für eine Maßnahme der Kriegszustand ist, nämlich eine völlig ungerecht- fertigte, das dürfte nicht gesagt wer- den, das hat der Kriegszensor trotz des litauischen Versprechens in Genf aus dem oben angeführten Satz herausgestrichen. Auf diese Weise wer- den auch die Wahlreden der Kandidaten der memelländischen Mehrheitsparteien „bearbei- t e t", so daß oft d i e unsinnigsten Entstel- lungen herauskommen. So heißt es: „Hoffentlich kann jetzt den Memelländern die Wahrheit gesagt werden und es kann ihnen vorgehalten werden, worauf es jetzt, bei dieser Wahl, in letzter Stunde ankommt." Es folgt eine Zensurlücke, da der litauische Zensor die Wahrheit offenbar nicht vertragen kann. Ganz besonders hat es die litauische Zensur auf die Reden der memelländischen Abgeordneten, die in Genf die Memelbeschwerde vertreten haben, abgesehen. Dagegen dürfen sich die litauischen Propagandaredner in den Wahlversammlungen in hämischen und herabsetzenden Bemerkungen über das Genfer Ergebnis und die offenbare Ohnmacht Deutschlands, Sjtauen zur Durchführung der Genfer Abmachungen zu zwingen, ergehen. Deutscher Protest in Genf. Eine zynische Antwort Litauens an den Völkerbund. K o w n o , 10. Oft. (WTB.) Die Litauische Telegraphenagentur meldet: Heute hat der General- sekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond dem litauischen Außenminister Dr. Zaunius folgendes Telegramm gesandt: Ich beehre mich, Ihnen informationshalber folgendes aus Berlin eingetroffene Telegramm zu über- senden, das ich bereits dem Berichterstatter des Völkerbundes H a m b r o übersandt habe: Der deutsche Außenminister Eurtlus hat am 30. September den Völkerbundsrat über die von der litauischen Regierung gemachten Versprechungen hinsichtlich der am 10. Oktober in Memel stattfindenden Wahlen informiert. 3m Hinblick auf die Versprechungen der litauischen Regierung hat der Rat beschlossen, vorläufig hie Beschwerde des Memelgebiets nicht zu behandeln. 3ch bedauere aber, Sie informieren zu muffen, daß, trotzdem bereits mehr als eine Woche feit dieser Zeit verstrichen ist, die litauische Regierung ihr Versprechen nicht erfüllt hat. Der Bestand der Wahlkommission wurde zwar geändert, aber s o spat, daß die wahlkommission erst am Donnerstagabend eine Zusammenkunft abhalten konnte. Der Bestand des Direktoriums de» Rlemelgebiete» blieb b i s fetzt unverändert, und die Pressezensur blieb auch in Geltung. Das Ziel der Genfer Vereinbarungen, freie Wahlen zu gewähren, konnte also nicht erreicht wer- den, da die Wahlen bereits am Freitag stattfanden. 3d) halte es deshalb für meine Pflicht, Sie darüber zu informieren und gleichzeitig zu ersuchen, über den Stand der Dinge dem Berichterstatter zu berichten. Die litauische Regierung hat am Freitag telegraphisch ihre Antwort nach Genf abge- sandt. In dieser Antwort stellt Litauen die Behauptung auf, daß alle in Genf getroffenen Abmachungen erfüllt worden seien. Die litauische Regierung scheut sogar nicht davor zurück, Protest gegen die angeblich ungerechtfertigten deutschen Dorwürfe zu erheben. Tatsache ist, wie die zahlreichen Zensurlücken in den memelländischen Blättern beweisen, daß die Zensur, wie dies vereinbart worden war, nicht nur nicht aufgehoben, sondern in den letzten Tagen vor der Wahl zum memelländischen Landtag noch verschärft worden ist. Die Umbildung des Memeler Landesdirektoriums ist so spät erfolgt, daß auch hier unzweifelhaft eine Verletzung der Vereinbarungen vorliegt. Da die memelländischen Landtagswahlen unter schärfstem litauischen Terror stattgefunden haben, so fällt die Umbildung der Wahlkommission, die übrigens auch erst nach vielen Schwierigkeiten erfolgt ist, kaum noch ins Gewicht und von einer Erfüllung der litauischen Verpflichtungen kann nicht die Rede sein. Man kann gespannt fein, wie der Völkerbund auf die so offenbar unwahren Behauptungen der litauischen Regierung reagieren wird. erkühnen? Es ist Tatsache, daß ein bekannter deutscher Bi-schof nicht minder bekannten Priestern seiner Diözese die Mitgliedichaft bei der RSDAP. nicht nur nicht verboten, sondern erklärt hat, die Entscheidung hierüber dem Gewissen des einzelnen überlassen zu wollen. Im übrigen heißt es in den Anfragen, daß in den Reihen nationalsozialistisch gesinnter katholischer Priester Bestrebungen im Gange seien, zum Zusammenschluß zwecks Abwehr von Angriffen und Verleumdungen solcher Art, wie sie in dem Erlaß des Mainzer Domkapitels zum Ausdruck kämen. Keine Begnadigung der Reichstvehroffiziere. Berlin, 10. Oft. (TU. Drahtmeldung.) Amt - l i ch wird mitgeteilt: Der Reichspräsident hat das von einem Verteidiger der drei vorn Reichsgericht verurteilten Reichswehroffiziere an ihn gerichtete, in der presse veröffentlichte Gesuch um Begnadigung mit der Begründung abschlägig beschieden, daß die Notwendigkeit gerade in politisch bewegter Zelt dienstliche Zucht und Unterordnung in der Reichswehr unerfdjüttert aufrechtzuerhalten, die gnadenweise Aushebung des Urteils und — wenigstens zur Zeit — auch eine Milderung der Strafe nicht z u i ä h t. Der neue Kurs in Braunschweig. Entfernung eines sozialdemokratischen Gcschichtsletzrbnchs. Braunschweig, 10. Okt. (TU.) Der neue nationalsozialistische Kultusminister Dr. Franzen hat die vom bisherigen sozialdemokratischen Kultusminister Sievers für den Geschichtsunterricht bestimmten „Geschichtsbilder", aus denen die großen ©ereilten der deutschen Vergangenheit gestrichen waren und denen von führenden Männern des Deutschen Lehrer-Vereins vorgeworfen wurde, daß sie eine Fälschung der Geschichte bedeuteten, ab sofort für den Schulgebrauch verboten. Don der katholischen Lehrerschaft war bereits unter Sievers erreicht worden, daß sie aus den katholischen Dolksschulen Braunschweigs zurückgezogen wurden. In dem Franzenschen Erlah heißt, es: Aus der Geschichte des Stammlandes soll jedes Kind die Liebe zu seiner engeren Heimat, aus den Leistungen des deutschen Volkes und den Taten seiner großen Männer ein starkes deutsches Ratronalgesühl gewinnen. An der geschichtlichen Erkenntnis deutschen Wesens und Werdens muß besonders in den gegenwärtigen und kommenden Rotzeiten der Wille zur nationalen Selbstbehauptung des Volkes und das Bewußtsein der sozialen Verantwortlichkeit gegenüber der deutschen Volksgemeinschaft erweckt und festgegründet werden. Ohne die nachhaltige Pflege des deutschen Volkstums sind die in Artikel 148 Absatz 1 der Reichsverfassung geforderten Bestrebungen im Geiste der Völker- Versöhnung unzulänglich. Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie. Lohnkürzungen um 8 oder 6 Prozent. Berlin, 10. Okt. In der Lohnstreitigkeit der Berliner Metallindustrie hat die Schlichterkammer unter Vorsitz des Vortragenden Rats Dr. Völkers folgenden Schiedsspruch gefällt: Die bisherigen Tarifmindestlöhne der Arbeiter über 18 Jahre werden in allen Lohnklassen um 8 Prozent, der jugendlichen Arbeiter unter 18 Jahren und der Arbeiterinnen um 6 Prozent gekürzt. Die Akkordberechnungsgrundlagen ändern sich in gleichem Ausmaße. Den Parteien wird von der Schlichterkammer empfohlen, zu prüfen, ob und in welchem Umfange durch Kürzung der Arbeitszeit Wiedereinstellung von Arbeitslosen bewirkt werden kann. Soweit der bisherige Bestand an Arbeitskräften nicht aufrechterhalten werden kann, wird den Arbeitgebern empfohlen, durch ArbeitsstreckungEnt- lassungen größeren Ausmaßes zu vermeiden. Frist der Erklärung: 18. Oktober. Bei der Verkündung des Schiedsspruches führte 1 der Vorsitzende aus: Die Schlichterkammer ist überzeugt, daß eine Lohnsenkung erforderlich ist, um die Gestehungskosten der Wirtschaft zu senken, um damit der immer, mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit zu steuern. Es ist sozialpolitisch richtiger, die Löhne, die in Zeiten eines guten Ganges der Geschäfte festgesetzt sind, zu senken, als durch Festhalten an dem bisherigen Lohnniveau die Krise zu verschärfen und weitere Arbeitskräfte der Arbeitslosigkeit, anheimfallen zu lassen. Bei. dem Ausmaß des Lohnabbaues konnte dem Antrag der Arbeitgeber nicht entsprochen werden, weil sich der Lohnabbau in sozialpolitisch erträglichen Grenzen halten muh. Die Frage der Arbeitszeitverkürzung ist von der Schlichterkammer eingehend geprüft worden. Die Schlichterkammer muhte sich insoweit auf eine Empfehlung an die Parteien beschränken, weil die Arbeitszeitbestiyimungen zur Zeit un- gekündigt weiterlaufen. Die Sprengung der Sfaalspartei Die Jungdeutscheu verlassen auch die Reichstagsfraktion Berlin, 10. Oktober. (TU.) Die sechs der Volksnationalen Reichsvere.nigung angehörenden Reichstagsabgeordneten haben an den Vorsitzenden der Fraktion der Deutschen Staatspartei einen Brief gerichtet, in dem es heißt: Nachdem vom Reichsaktionsausschuh der Antrag der Volksnationalen, die Partei auf föderativer Grundlage und damit die Reichstagsfraktion zu erhalten, a b g e l e h n t worden ist, und nachdem- Herr Minister Dr. Höpker-Aschoff in einer Pressekonferenz erklärt hat, daß der3ungdeutfche Orden durch feine Mitwirkung an der Staatspartei sich nur mit Hilfe der demokratifchen Organisationen größeren Einfluß und größere Macht habe verfchaffen wollen, sehen wir uns zu unferem Bedauern genötigt, unseren Austritt aus der Fraktion der Staatspariei anzumelden. Eine Teilnahme an der Fraktionsfihung am Montag dürfte sich unter diesen Umständen erübrigen, und wir bitten, von einer Einladung Abstand zu nehmen. Wie die TU. weiter erfährt, werden die jungdeutschen Abgeordneten sich keiner anberen Fraktion an sch ließen: also selbständig bleiben. Damit ist der Reichstag um zwei Splittergruppen unter Fraktro ns starke reich e r. Die volksnationalen Abgeordneten wollen unter sich bleiben. Sie sind sich wahrscheinlich im klaren darüber, daß sie geschlossen von keiner anderen Fraktion ausgenommen werden. Die Besprechungen einiger ihrer Vertreter mit der Fraktion des Christlich-sozialen Dolksdienstes haben sich zerschlagen, weil von der Seite des Dolksdienstes darauf hingewiesen wurde, daß in dieser Fraktion kein Raum für die jungdeutsche Sonderpolitik gegen das Reichswehrministerium ist. Was die Demokraten machen werden, ist noch völlig ungewiß. Ein Zusammenschluß fraktioneller Art mit der Deutschen Dolkspartei kommt einstweilen nicht in Frage, so lange für die Dolkspartei nicht auch die Möglichkeit gegeben ist, diese mittel- parteiliche Front gleichzeitig weiter nach rechts auszudehnen. Der bürgerliche Sieg in Finnland. Die Wahlen zum finnischen Reichstag, deren Ergebnis sich infolge der schlechten Verbindungen erst nach mehr als einer Woche übersehen läßt, scheinen nun doch gegenüber dem ersten Eindruck eine Lleberraschung zu bringen. Die Sozialdemokraten hat en bestimmt damit gerechnet, daß es ihnen unter Zuzug der kommunistischen Stimmen gelingen wurde, mindestens ein Drittel der Reichstagssitze zu bekommen und dadurch die antikommuni st i- sche Lappogesehgebung, die zur Annahme einer qualifizierten Mehrheit bedarf, zu verhindern. Die Kommunisten, denen die Aufstellung eigener Kandidaten unmöglich war, haben auch aus taktischen Gründen die Parole für die Sozialisten ausgegeben. Infolge des allgemeinen Stimmungsumschwungs, den die Lappo- bewegung gebracht hat, ist aber doch offenbar eine s o starke Verschiebung unter den Wählerschichten eingetreten, daß die llnter- stühung nicht ausreichte. So ist es gekommen, daß die Sozialdemokraten nicht, wie sie ursprünglich ausgerechnet hatten, die Zahl ihrer Mandate von 59 auf 71 steigern konnten — womit das Drittel gegen eine Verfassungsänderung erreicht worden wäre — sondern nur auf höchstens 67, wahrscheinlich sogar nur 66 Sitze kommen. Der ganze Rest der 23 Sitze, die die Kommunisten bisher innehatten, geht auf die bürgerlichen Parteien über, hauptsächlich auf die eigentliche Lappo- Partei, bie ihre Fraktionsstärke verdreifacht und von 14 auf 42 steigt. Die Annahme der Lappogesetze, die auf eine Ausrottung des Kommunismus hinarbeiten, ist also gesichert ib fÄo!itn 8e $1|pn' WbL'»' W»» ur "dustrie. 'Kent. Sös üb»! °bntiQ(rr S*1 «« ? m ivel. 9 Oer Ar. Ader bis- W ausrecht, :,Wgebetn ^ahez V- 18.Otto^ Kniches sührie chlerkainiuer ist '"kung er, >W,ohn Br h i8;?!19 teil y uchtiger, bie 7 Tanges der fr als durch Lohnniveau die ce Arbeitskäste -u lassen. Der konnte dein An« ^rochen lverden lalpolitisch lten muh. Die 1 ift von der st tootben. Die )tocit aus eine beschränken, a zur Zeit un- laatzpM lsscn auch tion I Die schs der ng angehvrenden n den Vorsitzen- taatspartci einen it: lausschuh der An- die Partei aus j e und damit die 'n, abgelehnt tu Minister Dr. prelletonferenj he Orden durch tryariei sich nur . Qrganisaiivnen inb grössere en, sehen wir uns öiigt, unseren sraklion der n. «Ine leiinahme Montag dürste sich brigen, und wir ibsland zu nehmen. werden die jung' ,er anderen Irak« digbieibenDa' ici Splitter- nsstärkerei- en Abgeordneten ib sich wahrschm- e geschlossen von mmen werden. Sw Vertreter mit der VollsdienstF ha' : Seite des Volks- rde, daß tn dieser Ätsche Sond^ ifterüun A den, ist noch v°l HCi kommt em-, »eiter nach e6ieS .MS * SJttÄ «errx so- L^mtnd-' Mgss^^s,,. ikoln^un kLAs , Infolge v $>**? *;Jt ch!^ i >mmri^ölUien f?Ä Klus der provinnalbauptsiavi Giehen, den 11. Oktober 1930. Erntedankfest. Das Erntedankfest ist ursprünglich ein rein bäuerliches Fest gewesen. So schildert es der große schweizerische Volksschriststeller Jeremias G o t t h e l f mit kraftvollen Zügen in feinem „Uli der Pächter". Die Arbeit des Landmanns, das Hasten beim Einbringen der Ernte, das Grntesest selber werden hier höchst anschaulich vorgeführt. Erntefestgedanken treten an ver- fchiedenen Typen zu Lage. Boran steht der Gedanke, daß Gott auch der Herr der Ernte ist und daß Wachstum und Gedeihen auf der Flur von ihm abhängen. Der alte, geizige, mißtrauische und geistig engbegrenzte Joggelt „bedachte nicht, daß säen und wässern der Mensch kann, aber nicht das Gedechen geben. Ob dicht oder dünn das Korn auf dem Acker steht, ob aufrecht oder ob es aus dem Boden liegt, das ist Gottes Sache. Wer es zu treffen wüßte allezeit, wüßte, ob viel oder wenig säen gut sei, ein kalter Winter käme oder ein milder, der wäre eben ein Hexenmeister, aber solche gibt eö nicht, es ist ein einziger, der dieses weih, eben der, der kalte oder milde Winter macht, und der ist Gott." An Uli dem Pächter erscheint der rastlos fleißige Landmann, den wir in Hessen ebenso gut finden, wie dort im Kanton Bern, der Mann, der pflügt und säet und dem Boden mit zäher Mühe seinen Ertrag abringt. Dreneli, Ulis Gattin, eine der schönsten Frauengestalten der deutschen Literatur, ist die gutherzige Frau, die fremde Hot mit- empfindet und den Armen mit vollen Händen von ihrem Erntesegen spendet. Diese Gedanken bewegen uns auch an dem diesjährigen Erntefeste. Wieder haben die deutschen Fluren ihren Segen gespendet. Das deutsche Land hat besonders in der Zeit unmittelbar vor der Ernte seinen eigentümlichen Reiz. Unseren Zeitgenossen erscheint eine Alpen- und Schwarzwaldlandschaft als der Inbegriff der Äatur- schönheit, sie bewundern die steil zum Strome abfallenden Schieferberge im Rheintal, den Harz mit seinen Radelwaldungen, die deutsche Ebene aber mit ihren Aeckern ist ihnen langweilig und unschön. Unsere Borfahren sahen die Landschaft anders. Das Alpengebiet kam ihnen unheimlich vor, dort war alles unwegsam, rauh und neblig, dort wohnte der „Drachen alte Brut", aber im Reformationszeitalter und auch noch später nannte man das ebene Land, etwa bei Karlsruhe oder in Sachsen, eine schöne „lustige" Gegend. Luther wendet oft den Ausdruck „lustig" an, wenn er eine schone Landschaft schildern will. Wir tvollen von Gebirgslandschaften wahrlich nicht gering denken, aber wir wollen auch lernen, die Schönheit der deutschen Ebene zu sehen. Die weiten Fluren der Wetterau und das Flachland der norddeutschen Tiefebene mit Kartoffel- und Kornfeldern weisen auch eine eigentümliche Schönheit auf, es ist der Reiz der Fruchtbarkeit, der hier zur Geltung kommt. Dieser Reiz war auch in diesem Jahre wahrzunehmen, ein Erfolg der Arbeit des Landmanns, eine Auswirkung vor allem des göttlichen Willens. Lieber die Arbeit des Landmanns sehen wir hinaus auf alle Arbeit, die in unserem Lande mit redlicher Mühe getan wird. Hier bietet sich uns heute ein trostloses Bild. Schwer liegt unser wirtschaftliches Leben darnieder, unsere Erwerbslosen zählen nach Millionen, Hart lastet aus ihnen der Fluch der Untätigkeit und der Druck der Rot. Einst war Deutschland ein Land reger Arbeit, überall rauchten die Schlote, pochten die Hämmer, surrten die Treibriemen der Maschinen, aber wie überhaupt ein Stern nach dem anderen am deutschen Himmel auslöschte, so ging es auch mit unserem Wirtschaftsleben. Es liegt heute vor uns wie ein vom Hagelschlag vernichtetes Kornfeld, es erinnert an Obstbäume, deren Blüte ein Opfer des Maifrostes geworden ist. Daß das so ist, daran sind die Menschen schuld: die größte Schuld tragen unsere Gegner, die unserem Bolke Verträge aufgezwungen haben, die es so eincngen, daß es sich in der Arbeit kaum noch regen kann. Menschliche Sünde, menschlicher Egoismus haben das verschuldet. Soll es besser werden, so müssen die europäischen Regierungen die Einsicht gewinnen, daß zwischen den einzelnen Völkern eine Schicksalsgemeinschast besteht und daß man ein großes Volk nicht niedcrtreten kann, ohne der ganzen Menschheit moralisch Schaden zu tun. In der Rot dieser Zeit seht der Christ seine Hoffnung auf Gott, von dem der Psalmist in einem alten Erntelieds nicht nur fagt: „Du suchest das Land heim, du wässerst es und machst es sehr reich. Du lässest ihr Getreide wohl geraten“, sondern auch: „Der du stillest das Toben der Völker", und von dem ein anderer Psalm kündet: „Er wird den Erdboden recht richten und die Völker regieren rechtschaffen. Und der Herr ist des Armen Schuh, ein Schutz in der Rot." H. B. OerZoribildungSkursderMedizmischen Fakultät beendet. Mit dem heutigen Tag geht der einwöchige Fortbildungskursus, den die hiesige Medizinische Fakultät heuer wie im vorigen Jahr im Herbst gehalten hat, zu Ende. Er war hauptsächlich für praktisch tätige Aerzte bestimmt: es waren deshalb fast alle Fächer der Medizin in Vorträgen und Demonstrationen vertreten, die meistens von den Direktoren der Kliniken und Institute selbst gehalten wurden. Besonderes Gewicht war auf praktische klinische Demonstrationen gelegt, die an vier Rachmittagen in den Kliniken vorgeführt wurden. Am Mittwochnachmittag fand wiederum, wie im vorigen Jahr, eine Fahrt nach Bad-Rauheim statt, wo im dortigen Balneologifchen Institut der Universität Gießen zuerst ein Bortrag mit Demonstration von Kreislaufkranken gehört wurde. Darnach hatte die Kurverwaltung zur Sprudelbesichtigung Thealerverein Giepen. In der letzten Zeit ist an unsere Mitbürger tn Stadt und Land wiederholt die Ausforderung gerichtet worden, mehr als bisher ihr Interesse der wirtschastlichenStützung deS Gießener Stadttheaters durch regeren Besuch der Vorstellungen zuzuwenden. Die Leiter der maßgebenden behördlichen Stellen und die Führer der Gießener Stadtratsfraktionen haben sich in diesem Sinne an die Öffentlichkeit gewandt, ein Werbetag des Stadttheaters selbst mit Ansprachen des Bürgermeisters Dr. Seid und des Intendanten Dr. P r a f ch verfolgte den gleichen Zweck, und auch in den Spalten unseres Blattes ist wiederholt ein dahingehender Mahnruf an Stadt und Land gerichtet worden. Erfreulicherweise find diese Aufsorderungen nicht ohne Erfolg geblieben, immerhin wird noch genug zu tun sein, um die wirtschaftliche Grundlage unseres StadttheaterS so weit zu nerftärten, daß sie genügend Tragfähigkeit für die Anforderungen der künftigen, unter dem Zeichen allgemeiner Wirtschaftsnot stehenden Spielzeit besitzen wird. Bei dieser Sachlage richtet sich das Augenmerk u. a. auch au^d i e Mitbürger, die sich in früheren Jahren zur Förderung des Stadttheaters in dem Theaterverein Gießen zusammengeschlossen hatten. Während der Theaterbauverein im Jahre 1926 beim Uebergang des Stadttheaters auf die Stadt Gießen sich auflöste, besteht der Theaterverein organisatorisch auch heute noch, nur ruht seine Tätigkeit seit längerer Zeit vollständig, da sein Vereins- zweck, auf unserer Bühne Operngastspiele in die Wege zu leiten, die er auch finanziell zustande brachte, jetzt von der Theaterleitung wahrgenommen wird. Für die Zukunft dürste eine wiederbeginnende Tätigkeit des Theatervereins ober wohl auf wesentlich andere Weise zu verwirklichen sein. Es würde sich darum handeln, in der Form des Theatervereins eine Gemeinschaft von Bürgern zu schaffen, die ihre Aufgabe darin sehen, das Gießener Stadttheater propagandistisch und in gewissem Ausmaße auch finanziell zu unterstützen. Diese Hilfe könnte ermöglicht werden durch die Schaffung eines starken Abonnentenstammes, oder auch dergestalt, daß die Dereinsmitglieder — ähnlich wie beim Konzertverein — bei Zahlung eines gewissen Beitrages das Anrecht auf einen Tyeaterplatz unter Verrechnung des Vereinsbsitrages bekämen. Eine ähnliche Organisation ist in der jüngsten Zeit in Frankfurt a. M. durch die Gründung eines „Vereins Frankfurter Opernhilfe" geschaffen worden. In diesem Verein erhält jedes Mitglied gegen Zahlung eines Beitrags von 3 Mark jährlich zwei Gutscheine im Werte von je 1,50 Mk., die bei der Abnahme von Theaterkarten voll in Zahlung genommen werden. Außerdem stehen den Mitgliedern dieses Vereins besondere Vergünstigungen dadurch zu, daß unter den Vereinsmitgliedcrn Freikarten zum Besuche der Oper ausgelost und schließlich für die Dereinsmitglie- der Sonderveranstaltungen vorgesehen werden. Auf einer Grundlage dieser oder ähnlicher Art könnte sicherlich auch für unser Gießener Stadttheater noch mancherlei getan werden, und man könnte dazu wohl auch mit gutem Recht die Mithilfe der Bürger im Kreise Gießen und in der Provinz Oberhessen in Anspruch nehmen^ da ja die Gießener Bühne nicht nur für die Stadt Gießen, sondern als Prooinzbühne auch für die Einwohner- schäft der ganzen Provinz Oberhessen vorhanden ift. Einem Theaterverin aus dieser Grundlage wäre es vielleicht auch möglich, die Unterstützung durch leistungsfähigere Mitbürger mit einem höheren Beitragssatz zu gewinnen, die dadurch entweder mehr Gutscheine für sich erlangen würden, ober mit ihrer erhöhten Zahlung eine allgemeine Stärkung der Vereinsfinanzen zwecks vermehrter Zuführung von Mitteln an das Stadttheater bewirken könnten. Durch zweckmäßige organisatorische Maßnahmen wäre es wohl ohne besondere Schwierigkeiten zu erreichen, eine solche Einrichtung neben dem Abonnement als Ergänzungsmaßnahme durlh- zuführen. Sachdienliches Material für den Aufbau einer solchen Organisation könnte man gegebenenfalls durch Umfrage bei anderen Städten gewinnen, und auf diesem Rüstzeug wäre wohl auch hier eine leistungskräftige Tbeaterhilfe auf^ubauen. ilm von vornherein möglichst günstige Verhältnisse für eine gedeihliche Lösung der Aufgabe zu schaffen, wäre es wohl ratsam, daß sich die führenden Männer des Theatervereins für den Aufbau einer solchen Theatcr-Rothilfe zur Verfügung stellen. Man hätte dann nicht mut den reichen Schah von Erfahrungen, der in den Kreisen der leitenden Herren des Theatervereins vorhanden ist, von vornherein als organisatorischen Vorteil an der Hand, sondern man würde auch als Vorkämpfer für den neuen Weg Herren am Werke sehen, deren Persönlichkeit unb Arbeitsbeispiel anfeuemd auf weite Kreise der Bürgerschaft wirken würde. Erforderlich erscheint es aber, ungesäumt zur Inangriffnahme der Arbeit zu schreiten, damit das Werk möglichst rasch in Kraft treten kann. und zum Besuch des Rachmittags- und Abend- konzertes im Kurhaus eingeladen. Auch in Gießen boten außerhalb des wissenschaftlichen Programms abendliche Veranstaltungen den Teilnehmern Anregung und Unterhaltung. Am Sonntag, 5. Oktober, abends, hatte die Eröffnungssitzung die Kursisten mit den Dozenten unserer Medizinischen Fakultät in dem geräumigen, sehr geschmackvollen Saal des neuen Studentenheimes vereinigt. Am Montagabend führte Herr Dr. M o m b e r t, ordentlicher Professor der wirtschaftlichen Staatswissenschaften an der Hessischen Landesuniversität, das schwierige aktuelle Problem „Kultur und Wirtschaft im neuen Deutschland" in fesselnder Weise vor Dozenten und Aerzten aus. Am Donnerstagabend sprach Herr Beigeordneter Privatdozent Dr. Hamm über „Moderner Städtebau" ui b zeigte einen sehr gut gelungenen Film dazu: der Vortrag interessierte in Hinsicht auf die beim Städtebau mitspielenden sozialen und hygienischen Fragen besonders den Kreis der Aerzte. Am Dienstagabend hatte der Konzertverein in entgegenkommender Weise ein Sonderkonzert veranstaltet, in dem eine hervorragend begabte Pianistin, Fräulein Edeltraut Raab, eine Tochter unserer Stadt, Kompositionen von Dach, Beethoven und Chopin vortrug: Herr Privatdozent Lic. Saun brachte unbekannte altenglische Lieder und bekannte deutsche Lieder in vorzüglicher Weise zu Gehör. Gestern abend hatte die Stadt Gießen die Teilnehmer und ihre Angehörigen zum Besuch des Stadttheaters einge- laden, was besonders dankbar begrüßt wurde. Darnach fand in den Räumen des Hotel Schütz eine kurze Schlußsitzung statt. An dem Kurs nahmen etwa 80 Aerzte teil, unter denen sich etwa 20 beamtete Aerzte Hessens befanden. Die übrigen Aerzte stammen zum großen Teil außerhalb Hessens her, aus Baden, Bayern, dem Saarland, Württemberg, Thüringen, aus dem Harz, dem Rheinland, der Mark Brandenburg, aus Ostpreußen, dem Erzgebirge usw. Gichcner Wochenmarltpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Kochbutter von 130 Pfennig an, Butler 160 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 4 Mk), Weißkraut 5 bis 6 (pro Zentner 3 Mk.), Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk.), gelbe Ruben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Bohnen 15 bis 20, Llnterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 35 dis 40, Feldsalat 100 bis 110, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 3.5 bis 4 (pro Ztr. 2,50 bis 2,80 Mk.). Aepfel 30 bis 50, Birnen 15 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 40 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 50 bis 70. Eier 15, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 6 bis 10. Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 pro Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Bornottzcn. — TageskalenderfürSamstag. Reichs, verband der Zioildienstberechtigten: Monatsversammlung mit Vortrag, 21 Uhr, in der „Stadt Lich". — Kaoallerieverein: Monatsversammlung, 20 Uhr, im Vereinslokal. — Eisenbahn-Fahrbeamtenverein: Versammlung, 20 Uhr, im Dereinslokal. — Theater- Vereinigung: Stiftungsfest, 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße' „Der Greifer". — Astoria- Lichtspiele: „Kameraden" und „Kabarettzauber". — Tageskalender für Sonntag. Goethe- Bund: Dolksbildungstag, 10 Uhr, Großer Hörsaal der Universität, 17 Uhr, Reue Aula. — Stadttheater: „Wasserscheu", 18 Uhr bis 20.30 Uhr. — VHE.: Wanderung, Abfahrt 8.22 Uhr. — Mto.: Ehrung der Sieger, 16.30 Uhr, Liebigshöhe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Greifer": vormittags 11.15 Uhr: „Tirol". — Astoria-Lichtspiele: „Karne- raden" und „Kabarettzauber". ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. •• Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt unS: Den Besuchern der Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater am nächsten Sonntag steht ein besonderer theatralischer Genuß bevor. Es ist der Intendanz gelungen, eine der ersten Berliner Bühnen, das Deutsche Künsllertheater, zu einem Gastspiel in Gießen zu verpflichten. Dr. Robert Klein, einer der ersten deutschen Regisseure (lange Zeit Mitarbeiter der Reinhardt-Bühnen), hat sich theatralisch das Ideal gesetzt, dem Berliner Starwesen dadurch ein Ende zu bereiten, daß er mit den ersten Schauspielkrä, ten der Großstadt führende Ensemble-Gastspiele herausbringt. In seinem Gießener Gastspiel „Wasserscheu" von Maugham sind prominente Schauspieler- namcn wie Leopoldine Konstantin, Hanna Ralph, Lola Chluth, Christel Grape vertce!en, ohne daß die Aufführung einem einzelnen Prominenten gilt. Maugham, der Autor dieses neuen Lustspiels, ist in Gießen durch fein Stück „Finden Sie, daß Konstanze sich richtig verhält?" bekannt. Beginn der 'Vorstellung 18 Llhr, Ende gegen 20.30 Uhr. '* Geschäfts-Erweiterungsbau. Am Mittwochvormittag hat die Firma Robert Haas Rachfolger, Inh. Georg Falken st ein, Seltersweg 18, nach dem Abschluß mehrmonatiger 11m- bauarbeiten ihren wesentlich erweiterten Geschäftsraum dem Publikumsverkehr zugänglich gemacht. An Stelle des früheren beengten Ladenlokals sieht man jetzt einen wesentlich erweiterten Verkaufsraum, dessen Errichtung dadurch möglich war, daß an der Rückfront des Hauses ein Geländestück zu dem Geschäftsunternehmen hinzugenommen wurde. Rach dem Entwürfe des Architekten Echumacyer ist unter sorgfältiger Anwendung neuzeitlicher Gesichtspunkte für Ge- schäftshausbauten ein Werk erstanden, mit dem der Firmeninhaber vor den kritischen Blicken seiner Kundschaft gut bestehen kann. Sowohl in der Inneneinrichtung, wie auch in dec Gestaltung der Schausensteranlage macht das Gescyustshaus Haas heute einen sehr vorteilhaften Eindruck. Bei der Inneneinrichtung des großen Verkaufsraumes hat man xweckmätzige Gliederung walten lassen und ist auch auf die Schaffung von Anprobierraum für die Kundschaft bedacht gewesen. Ferner hat man für moderne und wirksame Beleuchtung gesorgt, die auch der Schaufensterauslage ein eindrucksvolles Bild verleiht. Die Firma, die in diesem Jahre auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken kann, hat mit der Reugestaltung chres Geschäftsraumes unserer Hauptverkehrs- "rcnc c'ne (T"1 pracyt. Die ilmbauarbeiten wurden vonDer Firma Abermann ausgeführt, für die Lieferungen wurde — mit Ausnahme von Lpezialarbelten — das heimische Handwerk unb Gewerbe tn Anspruch genommen. •• (Ein Zwölfender. Der Hirsch, den der Gasthausbesitzer G a u b erlegte war nicht, wie gestern berichtet, ein Neunender, sondern ein Zwölfender. •• Deuts che Friedensgesellschaft. In einer Versammlung am Donnerstagabend im Cafö Leib sprach Generalmajor a. D Dr. h- c. Freiherr von Schoenaich über das Thema: „Dom preußischen General zum Pazisisten und Republikaner". Der Redner ging zunächst auf einige eigene Erkenntnisse ein, die ihn veranlaßten, Pazifist zu werden. Er wandte sich in feinen weiteren Ausführungen gegen den Krieg, besonders gegen den Krieg der Zukunft, der nach seiner Ansicht nur mit technischen Mitteln geführt werde und schlirnmste Folgen haben müsse. Der Redner sprach dann über die Gegensätze, die «dem Kapitalismus und dem Sozialismus und gab der Meinung Ausdruck, daß weder Kapitalismus, noch Sozialismus die völlige Herrschaft in der Welt für die Zukunft übernehmen, sondern eine glückliche 'Verbindung zwischen beiden das Bestimmende sein werde. Freiherr von Schoenaich referierte weiter über Fragen der Staatsform, über Kolonialpolitik, Paneurvpa und betonte in jedem Falle das Prinzip der Gewaltlosigkeit. Er bekannte sich als Freund des Gewerkschaftsgedankens und gab der Meinung Ausdruck, ein nächster Krieg könne nut dann vermieden werden, wenn jeder Arbeiter organisiert sei und der Kriegsdienst geschlossen verweigert werde. Rach einer kurzen Pause beantwortete der Redner die an ihn gerichteten Fragen. Oie Wetterlage. Aber« & TL -e 25Z ’arts Uten L Toi Klrü» i-£ ''\o1 lentkz, OVorktnlos.® ntiter 3 neio bedecet »«voitig. • bedeut •Reoe’V «5cbr.ee o Oraupein ■ Hebei K Gewitter.®Windstille.»^ $ew leichter O$i missioe' Südsüdwest Q stürmischer Mordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem Winde Oie beiden Stationen siebenden Zahlen geben die Temperatur an Die Linien verbinden Orte mit gleichem auf neeresmveau umgerechneten LuUdruc* Wettervoraussage. Rach der raschen Besserung der Wetterlage macht der Witterungsumschlag weitere Fortschritte. Der hohe Luftdruck, dessen Einfluß während der vergangenen Rächt durch starken Temperaturrückgang zur Geltung kam, zieht nach den Balkanländern ab. Von dem neuen Rordmeerfallgebiet, welches sich weiter ostwärts ausbreitet, hat sich an der Südseite eine Teilstörung abgezweigt, die in den heutigen Morgenstunden über Frankreich lag. Heber Westdeutschland haben dadurch die Winde schon wieder nach Süden gedreht, Temperaturanstieg macht sich bemerkbar und das Barometer zeigt fallende Tendenz. Bei dem älm- schlag, der sich zunächst einstellt, sind wieder Rieärschläge zu erwarten, jedoch dürften sie In unserem Bezirk nicht von stärkerer Art sein. Aussichten fürSonntag: Wärmer und Temperaturausgleich, vorwiegend wolkig, zeitweise Regen, südliche bis südwestliche Winde. Aussichten für Montag: Wieder kühler, bewölkt mit Aufklaren, meist trocken. Lufttemperaturen am 10. Oktober, mittags, 11,6 Grad, abends 3,6 Grad: am 11. Oktober, morgens, 3,2 Grad Celsius. Maximum 12,2 Grad, Minimum 1,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 5 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiese am 10. Oktober, abends, 11,6 Grad, am 11. Oktober, morgens, 7,4 Grad Celsius. Sprechstunden der tncocution. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen cs Modern und elegant. Literatur C133 kostenloa s- Zum Zähneputzen, merkt Euch wohl, nimmt man die Pasta von ODOL V-- 22^ ' ' "' ~ -*• »e 2_______________________________ = " ' .....—' - - -- ~ Karl Klein im 52. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Die G. B. Germania. Martha Klein und Kinder I. A.: Pfeiffer S973D 6970 U Herr Karl Klein Frau Lina Hartmann, geb. Burkhard Benner, Krumm & Sauer. im 63. Lebensjahr. Gießen, 11 Oktober 1930. 6970 D Gießen (Moltkestraße 24). den 10. Oktober 1930. Herr Karl Klein Gießen, den 10. Oktober 1930. 6970D Frau Marie Luh, Seb. Weigand im Alter von tast 69 Jahren. Frau Clotilde Riegel (Droben-Lind en, den 10. Oktober 1930. Riege« 06322 Gießen, den 11 Oktober 1931 69621 Schönes, nerdumtfl. Geld. [6925V Familie Heinrich Fleck. Gießen, den 11. Oktober 1930. i 6j24 Danksagung Fran Bürgermeister Welz, Seb. Alles Holzheim, den 11. Oktober 1930. U632I [Stellenangebote! zu oernneten 06323 Dammitr. 34 v. Ecke Nordanlage. Herzen worden auch als Laaer raum ob. Aum Einsiell. von Möbeln a. verm. oew6 -öammurake 4. E. Graichcn L Co Le vzig N 41 Mehr als 20 Jahre war der Verstorbene in unserem Hause tätig. Er war ein Mann von seltener Gewissenhaftigkeit und Treue, dessen Tod wir auts schmerzlichste bedauern. Rechnungen liefert Brühl, Oleßen Zwei schöne, aer bcrrirboftlidie Z Aim. Wangen mit Balkon u Gart., i. Etnia niltenh ruS, beiie, fonnige Vane. beschlaanabineiret, zusammen ob. getr. >os. a vermiet. Näh. 21. Becker. SIcd er- strafte 9. Tel 3804. E ec Lessing. geb. Riegel Tido Mönckelierg, geb. Rlegei Hann Koberstein Gustav Lessing. Garagen in bet Händelstrahe zu uermieten. 5841D Näheres Frank futter Str. 29 p. Wir verlieren in ihm einen guten Menschen und treuen Freund, dessen Andenken bei uns in Ehren fortleben wird. Vertreter unb Reisebamen tüt Privaikrind- fchaft, für bahn- brecheube frei- verkäufliche Gesunbheuskuren bet höchster Provision iow.Taaes- speien lucht #WV Franz Köhler. Leivzia v. 1 Dösner Weg *23 Die Beerdigung findet Montag, den 13.Oktober, nachm. 31/? Uhr, vom Trauerhaus, Bahnhotstr. 119, aus statt Für die zahhosen Beweise mitfühlender Teilnahme, die uns beim Heimgang unserer guten Mutter Vertreter mönl.bei Landwirten etnoeL m. la Ret, i. u.aUbek.Artikel such, b. hoh.Proo. Täglich 3-4-Zimmer-Wolinung von zwei berusstät. Damen aes. Kaiserallee. über Sirafte. Lubwigsvl. beoorz. Schr. Angebote unt. 06*231 a. b. <9ieft.Anz. Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben Alten Herrn E Zimmer zu oennteien 06275 Cttanl ge 40 III. Heute entschlief nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Groß' mutter, Schwester und Schwägerin Gestern abend verschied nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Schöne 3-ZinwwoM m. Küche v.rud.Miet. s. fas. gei. Drin lich- keiiöschein vorhanb. Schr. Slnneb. u. 06311 an b. Gieft. Anz. erb. rmi. fflohn unü tiöUaljimniei in nutem Hause an flebtlbeten Heim ab 1. 9100., evtl. etwas irüoei z. verm. «M Südanlage 17 v. Kleine Neheuer mit Stall, auch als Vager neein^ Löwen- gasse 11, zu verm. '.i<äbere8 A. Becker. Sleplerhr. 9. [6433p Vertreter betSlonbitoreienunb Bäckereien beitens bekannt, für etnge- führte Ariilel aeaen Hobe Provision aei. Schr. Ang. uni.06263 an ben Gieft.Anzeig. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Luh VIL, Rangiermeister i.R. Zimmer nut möbl., et. L., sev. Eing.. Nähe b. Kliniken z. verm. 06335 Franks. Str. 71 I. Gut eingerichieteS Wohn- und Schlaf- zimmer an älteren besseren Herrn zu verm. 43 »7 Babnbofstr. 67 I. Schöne 5-7-ZimmJ. m.Zentralhzg, Bab, Stadtmitte, sofort zu verm Schr. Ana. u. ii9671 > n. b. Gft. Arn. Zeschlagnahmefreie Wohnung (4 Räume« sofort zu verm. Zu erfragen In ber Geschäfts!! b. Gieft. An- 06281 Die Angestellten und Arbeiter der Firma Benner, Krumm & Sauer In tiefer Trauer: Georg Hartmann Fritz Hartmann und Frau Heinrich Liebermann und Frau und 2 Enkelkinder. Ecke Frankfurter S bubrrtitcafcc grofte tfoberne 4-3lM.Mll. zu oermieien. 5529t) Haas.Schubertftr.2 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust meines lieben Mannes, so wie lür die vielen Kranzspenden und die tröst reichen Worte des Herrn Pfarrers Weher sage ich auf diesem Werre herzlichen Dank. Nachruf Am 10. Oktober starb unser langjähriger Kollege 2fiülmööl Zimmer alsb. z veriu. M1ID Südanlage 9 v- Sehr nettes Wohn-». Scblalz. gut heizbar u. el V., I Zimmer m.2Bett., 1 etnz Zimnr. mögt, fof zu verm. 06327 Franks. Str.31 II. Tüchtiges Mädchen sofort gesucht. [06313 Franklnrter Str. 83 miiimiiiiiiiiiimiiiiiuiiiiiii Schöne, grofte 3-Zimnißr=Wohng. mit Bab ob 1. 11. 30 zu vermieten 06 76 Sranifurter 5Il 139 u. iiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiiii Schöne 3-4-Zimmer- wohnung mit Küche it. Bab für sofort ober sväierges. Schr Angeb. u.6^54D an ben Gieft. Anzeig. | Vermietungen | ©roje 8-Zim. woim. tnmnten bet Stabt, freie Aussicht aui Anlagen, neu herge- richtei. Zentralhzg. Babufw- ruh. HauS sof. z. orm.. evtl, auch geteilt Im 2 Küchen«. Schrtfil. Angeb. unt. 6968Da.d. Gieft Anz. DleBee. 4igung ßndet aufWunsch der Verstorbenen in aller Stille statt 6951 D | Mietgesuche | Zu mieten gesucht 5 6-3im.- Mn. in ruhiger Vage. Schöne S-Zimm r- Wobnung kann getauscht werben. Schr. Angebote unt 06249 a. b. Gieft. Anzeiger. Statt hartem rür die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, insbesondere dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte sowie dem Gesangverein „Heiterkeit“, dem Kavalierieverein Gießen, Schlachterverein „Brüderschaft“, der Altersvereinigung sowie allen Freunden und Bekannten sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Dr. med. Bruno Frensdilag Oberstein (Nahe) — aktiv 1916-17 geb. Schwarzmann durch schnn.- Blumensuenden und zu gehende Worte zum Ausdruck gebracht sind, sagen wir unseren innigsten Dank. Gisela Koberstein, geb. Rebegew. Vertreter zum Verkauf eines neuenAuiterariikels anVtehhalter gesucht Düsseldorf lW3V Poitschltehfach 575. Elektriker kann mit zirka 800 M. selbstän- bige Existenz gründen m. gr. Verblenfimög- lichk. Anfiag.au Postlagerk. 276 Wiesbaden. Nachruf Am 10. Oktober verstarb nach langer Krankheit unser treuer Freund und Mitarbeiter Zimmer fomri z. । erm. 06331 Moltkestr. 2 i Gut möbliert. I06818 Simmei? ei. V.. Schreibtisch, Chaiselongue, < vrm. tanogr Vb.-Vl. 7 o. GroircS, not möbl. Jirnmev il Be ti, nut el. vom 15. Oft. ab zu vermieten 062'6 Srantfurter Str. 12 o. Gul mööL Zimmer ievtl.Wohn u.Schlas- ztmmeri zu vm. Ludwigflr. 27 v. Suche 3-Zimni.-Wohi]g. eotL beschlagnahme- tre . Schr. Angeb. u. 06314 a.b. Gieft. Anz. 2 leere 3immer aufteihalb ber Stabt von venf. Lehrerin au mieten geiucht. Schi Ang. u. 06194 an ben Gieft. Anz. Exumenskanbibat sucht sauberes Simmet? in ruhiger Lage, evtl, mil Zentralheizung, für 15. Oki. Schr. Ang. m.Preis u. 69 2D a. b.G.Anz. 3 3’mmer u.Üüne ab 15.10.30 ui vermieten 06254 Sroföorfer srr. 141 EanoiDoljniing iNeubau«. 3 grofte Zimmer mit Küche i'JZäbe Gieftens, Bahnit.» f. sofort zu verm. Schr. Ang. u. 06:i2i> a. b. Gteh. Anz. Heute abend verschied sanft in dem Henn nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Gießen (Ederstraße 16), Chemnitz, Kassel, Hamburg, den 10. Oktober 1930. Lediger WWl für Lieferwagen sof. gesucht. Zu erfr.in b. Geschäfisst. 69721) Gröfteres Geschäft sucht per fofort ober später MlllU (Mädchen»; nicht foribtlblingsschui- pflichtig. Schr. Ang. n. 68731) q. b. G Anz. güufinönnifitier Etiriiofl zum sofortigen Eintritt von hiesiger Grofthanblung gesucht. Schrtfil. Angebote unter 06251 an ben Gieft. Anz. yieitautat'on6beir. sucht junges (otwD Koch- Lehrmädchen Zu erfr. in ber Ge- schäftsn. b. Gft. Anz. Ehrliches, in Küche u. Hausarbeit durchaus erfahrenes MMN zur felbftänb. Führung meines kleinen Haushalts iMuiter unb Sohnf f. fotott ober später gesucht. Kaiser-Magazin SelterSweg 2. [,*«»9 In einen Einfam.- Haushalt m. Garten ittche ich z. l.Nov. ein nur gut emvfohl. gesundes,arbeitsfreub. Mädchen baS gut kocht u. selbst äud. arbeitet. 06a” Frau Arch. Völker (Sieften,2lulwegV0 Lehrmädchen aud guter Familie zum 1. November 30 gesucht. (162J6 Wild. Wir a, SelterSweg 10. Stellengesuche Sdilosser gevr. Heizer u. Maschinist fuebt Beschäl- tigunp.Derf. ist gew^ auch tede and. Arbeit b. befch. Ansprüchen ».übernehmen. Schr. Ang.u. 06.302 a.d.G.A. Jüngere Fran die »n besserem Haushalt gebient hat, sucht für tagsüber Beschäftigung tm Haushalt ober Geschäft. Schrift!. Angeb. u. 06292 a. b. Gieft. Anzeiger erb. Gut emvf. ^Mädchen (26J.)suchtStelleals Stötze। in befl. Haushalt. In allen HauSarb., fow. Bügeln u.Näden erf. Fluchen Hartung, Gießen, Westanl. 81. Suche z. 15. ob. 1. 11 Stelle als Stütze b Fauillienanschluft und Taschengeld. Kenntn. im Nähen, Kochen u. Krankenpflege vothanb.Schr. Ang.u.06^32 i.d.G.A. Jung., kinderliebes Mädel tm 17. Lebensjahre, mit höh. Schulbtlbg, svitzl btellnng in besserem Hause. Schr. Augeb u.0ti291 an d. Gieft Anzeiger. Für junges Mädchen. 17Jahie ali.auS guter Familie, wird Lehrstelle als Mifiin gef. Schrtfil. Angeb. U.6966D ad. Gieft. A. Verkäufe | Junger MMO (8 Mocken alt) billig zu verkaufen. 06298 Bergstrafte 20. Eisschrauk gebt, vreisw. abzugeben. Schr. Ang. u. 06306 an den G. A. 3:30 Leghorn vreisw. ab^uflcb.08283 Bhilivvi Gr. Steinweg 16 Lunge und Legehühner zu verkaufen. 06277 Kroldorler Straße 10. Geschält;- u. Wohnhaus m. Scheune u.Dleben- gebäube in beit. Ge. schäfislage lEckhaus am Marktplatz) für jebes Geschält auch Metzgerei geeign.,zu günstig. Bedingung, zu verkaufen ev. zu verpacht. Offerten u. Anfragen an^andw. Buchstelle Grünberg 2 Lief erwagai 13/39PSDi?t,715PS Adler, fahrbereit u. ve steuert, wegen Platzmangels biutg zu verk. Off. u. Nr. 696 an Mitleid. Ann.- Erv.,Plockitr.5 tW10 Personenwagen mit Aufsatz, fahrbereit, zu jedem annehmbaren Preise abzugeben. 06279 Bleiberger Weg 95. NSU 500 ccm, bill.zu verk. Zu erfrag. inder Ge- schäfiSst. d. G. A. Zn verk.: 1 Erzen t.- Presse. 1 Frtktions- svindelvrefle, beide wen. gebr^ 1 Druckbank f. Schreiner ob. Drechsler, 1 Werk- itaitoien, 1 Schleifst ein, einige Riemen- scheiben. — Näheres C. Becker. Kepler- ftr. 9, Del. 3804. <«» Urehstroiiinio'.or^PS 220/380 Bolt mit Schlelfringanker u. Anlasser iTitan),1450 Umbtcl)., wie neu, RM.l40.mit voll.Ga- rant.DeSgl. vreisw. IStürfl-PS-BBC. Ing. K. Ciönscb, Lieh,Tel.‘254 • <*289 Neue und gebrauchte in allen Preislagen auch mietweise ober gegen kleine Raten. Bürobedarfshaus Fran« V ogt &Co. (Dieben. t,,4A Vabenloal: Seltersweg 44. Reparaturwerkstatt Bokohaus, Goethestr.32,Ruf2464 Sl. fiero, fflasofen u. petroieumoien gegen Barzahlung zu verkaufen. 06-s3T Wilbclmitrafte 35. Gut erhalt, etfernes Kinderbett zu verkaufen. 06288 Iheringstrafle 9II, r. Etn feiner, neuer Berreu-Faieioi.mitil. Gr., ganz mob., billig zu verkaufen. 06282 Zu erfr. i. d>Gefchst. d. Gtehener An teig. la Tasel- Birnen <.'.> Bildern von Eurt Corrtnih. Freitag, 17. CfU von 20 bi'' 22 Uhr: 3. ^reitag-Hboö. BrfL Gewöonliche Preise vlk pllNZkW unü oer ßinlüniet Lustspiel in 5 BU« dern von Enget und Grünwaib. Sonniag, 19. CfL» von 18btsgeg.21 Uhr Aufter Abonnement FrembenvorsteUunt< Ermäftigte Preise SöilnöetQonoeö Schauspiel in vier Akten i9 Bildern) von Carl ZuckmayeL Nr. 258 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzriger für Oberhessen)5amstag, 11. Oktober 1950 Oie weltwirtschaftliche Verflechtung. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Äerlin. Die 11. Dölkerbundsversammlung hat mit zwei bemerkenswerten Aeußerungen über den Bolker- Eninb geschlossen. Pessimistisch sprach sich Lord Robert Cecil aus, bei dem vielleicht auch Persönliches mitsprach, denn er äußerte, er spräche vielleicht das letztemal im Völkerbünde, und er vermochte auch nicht, zum Teil durch eigene Schuld mit seinem Gedanken der Anpassung der Dölkerbundssahung an den Kelloggpakt irgendwelche Erfolge zu erzielen. Optimistisch glaubte der Präsident der Versammlung, der Rumäne T i t u l e s c u. sprechen zu können. Die Wahrheit scheint uns in der Mitte mit Rei- oung nach der pessimistischen Seite zu liegen. Vorwärtsgebracht hat der Völkerbund auch diesmal sehr wenig, nichts Entscheidendes, und deutlicher als jemals ist ihm wohl gesagt geworden, daß dieAbrüstungsfrage sein,Zen- t r a l p r o b l e m ist, an dem er vollständig scheitern kann. Aber zunächst ist er da, und Deutschland bleibt gar nichts anderes übrig, als in ihm» nach seinen Interessen und Rotwendigkeiten zu arbeiten. Und schließlich stellt er einen Mechanismus dar, der in der Lage sein soll oder sein kann, einen drohenden Krieg am Ausbruch zu hindern. Die Frage ist aber, ob die drohenden Konflikte: Frankreich-Italien u. a. überhaupt nach der alten Weise und an den Stellen ausbrechen werden, an denen die Völkerbundsmaschinerie ein immer engeres Gitterwerk von friedensichernden Paragraphen aufrichten möchte. Die Einsicht für die Frage oder vielmehr in die Tatsache, dah sich die Welt ringsum in den letzten zehn Iahren gewaltig verändert hat, ist in Gens noch kaum vorhanden. Ausdruck dafür war in der letzten Zeit vor allem und eindringlich das Ergebnis der deutschen Reichstagswahl. Diesem Ergebnis stand man in Genf ratlos und, was mehr ist, v ö l l i g verständnislos gegenüber. Dah an der Zunahme deS Radikalismus die Politik der anderen Seite zu einem sehr beträchtlichen Teile schuld ist, will man nicht einsehen. Dah in der deutschen Reichstagswahl eine gewaltige wirtschaftliche und soziale Verschiebung zum Ausdruck kam, indem über die Hälfte der deutschen Reichstagswählcr „sozialistisch" wählten, das kann man offenbar dort noch nicht einsehen, begreift man namentlich in Frankreich heute überhaupt noch nicht. Ein Beweis dafür ist zum Beispiel der letzte Artikel von Eduard H e r r i o t : „Die europäische Lage, Paneuropa mit Hitler?" Gr läßt wohl die Einsicht erkennen, dah jetzt in Deutschland eine Iugend herangekommen ist, schon wahlberechtigt, die den Krieg nicht mehr gesehen und nicht gekannt hat. Aber er dringt nicht tiefer ein in die Veränderungen und Verschiebungen, deren Ausdruck diese Reichstogswahl war, und mit denen die Auseinandersetzungen um Krieg und Frieden sich immer mehr auf verschiedene Ebenen verlegen. Dos gilt nicht nur für Deutschland, wenn auch dieses besonders in einer Wirtschaftskrise ist, die immer tiefergreifend die ganze Lage bestimmt. Die Welt ist in einer solchen Krise. Wir können dieses Wort tatsächlich nehmen, seitdem zu der alten Unruhe in Ostasien und den Spannungen im Vorderen Orient jetzt die immer weiter um sich greifende revolutionäre Bewegung in Südamerika gekommen ist. Wenn man aus Iapan auch wenig hört, so ist das noch kein Beweis dafür, dah nicht auch dieses Land von der Weltwirtschaftskrise heimgesucht sei. Die Krise aber ruft innerpolitische Spannungen wach oder löst sie aus, zwingt jedenfalls die Regierungen, sich mit der inneren Lage vornehmlich zu beschäftigen, und macht sie mehr oder min- Kronprinz Michael von Rumänien besichtigtdasdeutscheRiesenflugzeug038 u 1 i ' :Vi y Links: Michael, der kleine Kronprinz von Rumänien, auf dem Bukarester Flugplatz. — Rechts: Kronprinz Michael in der Führergondel des Riesen-Junkers-Flugzeugs. der unfähig oder wenigstens schwach, eine überlegte, auf lange Sicht angelegte Außenpolitik zu betreiben. Das aber wird jetzt auf Monate hinaus die Situation auch bleiben! Trotzdem aber ist die Auhenpolitik nicht gewissermaßen aus Eis gelegt. Die Wirt- schoftsverhandlungcn in Genf haben zu greicharen Ergebnissen nicht geführt. Das konnten sie auch nicht. Aber sie haben die Rotwendigkeit der Zusammenarbeit zur Ueberwindung der Krise deutlich gemacht, wie es Macdonald bei der Eröffnung der britischen Reichskonferenz sehr gut formuliert hat: „Die Probleme der Weltwirtschaftskrise können von keinem Volk allein gelöst oder überwunden werden. Ie weiter die Zivilisation fortschreitet, desto deutlicher wird, daß Wohlfahrt oder Armut eines Landes zugleich Wohlfahrt oder Armut anderer Länder bedingen." Das ist auch unser» Meinung, ist auch absolut richtig und muß für jede Regierung Deutschlands, von welcher Richtung sie auch komme, Richtschnur sein. Kein Land braucht notwendiger als Deutschland neben dem Entschluß und der Bemühung zur inneren Festigung die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den anderen, sowohl für die Wirt- schastsgesundung im allgemeinen, wie für die Befreiung von den unwirtschaftlichen Tributlasten im besonderen. Der Kalender für eine solche wirtschaftliche Zusammenarbeit ist ja nun nicht ganz klein. Eben hat die britische Reich skonfercnz begonnen, die ganz überwiegend eine Reichswirt- schaftskonfcrenz mit den bekannten Programmen sein wird. Am 14. Oktober soll eine neue Agrartonserenz der südöstlichen und östlichen Agrarstaatcn in Bukarest zusammentreten — gerade diese Bewegung, die von Bukarest und Warschau aus angeregt worden war, hat besonders auf die Genfer Wirtschaftsbe- sprcchungen eingewirkt. Am 14. Rovember beginnt die Wirtschaftstonferenz des Völkerbundes. Im Januar wird bei der Ratstagung die erste Tagung des „Studien- komiteesfüreine europäische Union" eröffnet werden. Das ist eine ganze Reihe von Zusammenkünften, also ein Zeichen der Einsicht und des Willens, daß zusammengearbeitet werden muß. Freilich kommt dabei noch zweierlei in Betracht. Einmal: da die Weltwirtschastskrise nicht in allen Ländern gleichmäßig scharf, insonderheit Frankreich heute von ihr noch nicht betroffen ist, eine Klärung in der internationalen Handelspolitik noch längst nicht zur Genüge vorhanden ist, und Interessengegensätze und Machtgesichts- prnkte mit hereinspielen, ist das Tempo dieser Konferenzarbeit viel zu langsam und zu gemächlich. Wer aus dem Lande höchster Wirtschaftsnot, wie Deutschland, kommt, wünschte immer wieder schärfere Töne, lebhaftere Farben, und wenn die anderen ihr das nicht geben, müssen die deutschen Vertreter eben das ihre tun. Denn es geht dabei doch auch um unsere Sache und um unsere Rot! Das zweite ist: in diesen Erörterungen einer Zusammenarbeit gegen die Wirtschaftskrise fehlt vollständig Rordamerika. Wir hören aus Rordamerika Aeußerungen der Befriedigung, dah die Regierung Brüning ein wirklich energisches und umfassendes Arbeitsprogramm aufgestellt habe, ein durchgreifendes Sanierungs- Programm, mit dem die oft wiederholten Forderungen des Reparationsagenten wenigstens im Anfang erfüllt werden sollen. Man ist in Amerika ja auch bereit, Deutschland durch einen sogenannten Ueberbrückungskredit über die jetzige Lage hinwegzuhelfen. Darüber hinaus aberhören wir höchstens Betrachtungen, dah das Fallen der Rohstofspreise für Deutschland günstig fei, weil seine Einfuhr gröhtenteils aus Rohstoffen, seine Ausfuhr ans Fertig- oder Halbfabrikaten bestehe, und dah Deutschland die jetzige Krise schon überwinden werde. Das ist ganz schön, evenso wie ähnliche Aeußerungen der maßgebenden Londoner Presse. Aber schließlich müßte man sich in Amerika nun auch sagen, dah man auch selbst mit dieser Krise zusammenhängt. Die Arbeitslosigkeit im eigenen Lande lehrt das. Die Krise in Südamerika trifft Rordamerika ebenfalls, und in Europa, in Deutschland sind genug amerikanische Werte investiert, um Veranlassung zrt einer ilcbcrlcgung der Situation zu geben. Es ist doch eine sonderbare Erscheinung, dah maßgebende Männer — Owen D. Voung und Parker Gilbert meinen wir in erster Linie — in mühseliger Arbeit einen Zusammenhang zwischen der deutschen Reparationslast und den interalliierten Schulden hergestellt, daß sie in der B. I. Z. das vermittelnde Instrument des internationalen Kapitalismus unter amerikanischer Führung geschaffen haben und dah sie nun, obwohl draußen und drinnen die Krisenzeichen sich mehren, ganz passiv dastehen, wie auch der Präsident der Vereinigten Staaten selbst. Da alle diese Männer die großen Zusammenhänge ohne jeden Zweifel übersehen, die durch den Sturz der Rohstvffpreise die Steigerung des Goldwertes, die Absatzstockung in Fertigfabrikaten, die landwirtschaftliche Rot im eigenen Lande so deutlich werden wie irgendmoglich, wie gesagt, da diese Männer alles das begreifen, so bleibt für ihre Haltung immer nur die Erklärung: ‘21 n g ft vor einer vorhandenen und beschränkten öffentlichen Meinung, namentlich angesichts der kommenden Wahlen zum Kongreß. Kann aber nicht bei diesen Wahlen gerade aus der wirtschaftlichen Rot heraus für die herrschende republikanische Partei eine sehr unangenehme Ucber- raschung entstehen? Diese Sorge ist nicht unsere Sache, wohl aber ist unsere und Europas Sache gar sehr, dah Rordamerika bei den 'Tier- Handlungen und Bemühungen, die Weltwirt- schaftsirise zu überwinden, nicht so abseits stehe wie bisher. Wirtschaftskrise und Weltspartag. Wer in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit und des Darniederliegens der Wirtschaft vom Sparen spricht, muß auf den Einwand gefaßt sein, daß ein Hinweis auf das Sparen in solchen Zeiten nicht recht am Platze sei. Sparen könne erst dann in Frage kommen, wenn der notwendige Lebensunterhalt, das Existenzminimum, gesichert ist. Diesem Einwand läßt sich naturgemäß nicht viel Stichhaltiges entgcgenßalten, man kann nur sagen, daß in solch schweren wirtschaftlichen Zeiten der Rutzen einer rechtzeitig geübten Spartätigkeit, der Zweck des Spar- Pfennigs als Rotgroschen, offenkundig wird. Die starke Unsicherheit der wirtschaftlichen Konjunktur zwingt den einzelnen, etwas zur Sicherung seiner Zukunft zu tun, und eine Sparrücklage ist nun einmal die beste vorsorgliche Zukunftssicherung. Zweifellos wäre die Auswirkung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise noch fühlbarer, wenn nicht das in den letzten Iahren neu gebildete Sparkapital vielen einen gewissen Rückhalt geboten hätte und noch bietet. Die Beziehungen zwischen Sparkapitalbildung und Wirtschaftskrise haben jedoch noch eine andere wichtige Seite. Von überallher ertönt der Ruf nach Kapital zur Ueberwindung des wirtschaftlichen Tiefstandes. Es wird Kapital zur Ankurbelung der Wirtschaft, zur Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms und zur Wiedereingliederung des Arbeitslosenheeres in das Erwerbsleben gefordert. Da genügend Kapital nicht zur Verfügung steht, müssen Kredite aus öffentlichen Mitteln, also letzten Endes aus Steuern, gewährt werden, ober man richtet den Blick auf das Ausland, das jedoch selbst unter Krisenerscheinungen zu leiden hat. So ergibt sich von selbst die Rotwendigkeit der heimischen Kapitalbildung bei den inländischen Sparinstituten: sie ist die geeignetste und billigste Form der Kapitalbeschaffung. Sie gewährleistet auch die richtige Verwendung der Kapitalien an der richtigen Stelle. So erweist schon diese kurze Uebcrlegung die Berechtigung des Weltspartages auch in diesem Iahre. Der Weltspartag soll zum Rachdanken über die Lebensfrage unserer Wirtschaft, die Sparkapitalbildung, anregen. Tordenskjöld stapelt tief. Don Harry Schreck. Als das-nicht eben gewöhnliche Gefährt mit einem dröhnenden Rasseln vor dem in Glas und Metall schimmernden Verkaufsraum hielt, konnte der Geschäftsführer ein befremdetes Erstaunen nicht ganz unterdrücken. Gleichwohl schritt er, zu einem wohlerzogen erfreuten Lächeln entschlossen, auf den nicht weniger greifen als verkommenen Wagen zu, von dessen klapperndem Trittbrett ein breiter, stiernackig gebauter Herr vorsichtig den Weg zur Bordschwelle suchte. .Hallo", äußerte der stiernackige Herr, „da wäre man wieder!" Der Geschäftsführer gewahrte, daß ihm der Besucher nicht unbekannt war: er erinnerte sich, baß er vor zehn Tagen bei ihm in der Vester- brogade aufgetaucht war, um einen Scheibenwischer zu kaufen und gleichzeitig eine doppelte Rummernschildbeleuchtung zu bestellen. Falls ihn sein Gedächtnis nicht irreführte, hatte der Käufer auch seinen Ramen angegeben: er hieß ... jawohl natürlich... er hieß ©mörrebaflcr; und auf jeden Fall war er aus Charlottenlund. Anscheinend war der stiernackige Herr nicht allein gekommen. Denn wie ein näheres Zusehen herausbrachte, bemühte sich eine schmächtige, aber sorgfältig gekleidete Gestalt aus der eingesunkenen Gruft des Führersitzes heraufzuklettern —: als sie sich nicht ohne Mühe über die Mittellehne geschlängelt hatte, die kein Faustschlag aus ihrer Ruhelage zerrte, erwies sie sich als ein mürrischer Graukopf, der besorgten Blicks um sein eigentümliches Fayrzeug k^rumstrich und mit einem Schraubenschlüssel zu werkeln begann... Es ergab sich, daß dies Gebaren die ungeschminkte Heiterkeit des stiernackig gebauten Begleiters hervorrief und ihn zu der scherzenden Erkundigung verleitete, ob cs nicht vorteilhafter wäre, die immerhin noch leidlich brauchbaren Reifen abzuhalftern und dann das Pflaster der Vesterbrogade beherzt in einen amerikanischen Wagenfrieohos zu verwandeln, auf dem fich der altfränkische Kasten samt seinem asthmatischen Motor vortrefflich ausnehmen werde. Ein übellauniges Knurren antwortete auf den witzigen Antrag. Da sich der Angexedete offensichtlich immer mehr in seine Schraubereien verlor, blieb bei dem zu sprühenden Bemerkungen Aufgelegten nichts anderes übrig, als einen geneigteren Zuhörer ausfindig zu machen: „Eine Seele von einem Wagen ist das..zwinkerte er wohlwollend dem ein wenig bekommenen Geschäftsführer zu, „... eine treue Seele von Wagen, nicht' wahr? Verläßt ihren Besitzer, dem sie nun einmal gehört, durch geschlagene sechsundzwanzig Iahre nicht!" Der Geschäftsführer gab zu, daß man das Treue nennen könnte. Dennoch schien es ihm angemessen, nicht allzu unverhohlen an der scherzhaften Betrachtung Herrn Smörrebakkers teilzunehmen: man konnte nicht ahnen, zu welchem Bchufe der mürrische Schraubenschlüfselmensch nach Kopenhagen gefahren war: cs mochte vielleicht fein, daß er in feiner ländlichen Abgeschiedenheit den Entschluß gefaßt hatte, diese abgetakelten vier Rä- der zum alten Eisen zu werfen und eine Limow- fine zeitgemäßeren Zuschnitts zu erwerben. Leider sah sich diese Hoffnung schon im nächsten Augenblick enttäuscht: auf die schüchterne Anfrage, ob der Herr vielleicht einige der letzten Modelle zwanglos zu besichtigen gedenke, schnaufte der Befragte ingrimmig vor sich hin, um dann unzweideutig zu verstehen zu geben, daß sich von ihm aus die gesamten sogenannten letzten Muster zum Henker hinscheren sollten, der sie ausnahmslos auf seinen Scheiterhaufen schmeißen und dort verbrennen dürfte. Der stiernackige Herr Smörrebakker barst fast vor Vergnügen. „Sie sind wirklich ein tapferer Bursche, junger Mann", keuchte er den Geschäftsführer zwischen zwei lärmenden Lachausbrüchen an. „Sie denken, daß der Herr hier einen neuen Wagen tauft...? Wenn Sie wüßten, was wir in Charlottenlund schon gelacht haben, als er gestern mit diesem Klepper ankam und vor dem Eisenbahnhotel abstoppte. Aber der kann es einem geben, versichere ich Ihnen: ,ein Baron Tordensköld', sagt er, kann schließlich fahren, wie er will.'" „Aber aetoiß doch", lächelte der Geschäftsführer verbindlich. „He, und hat er nicht Recht?", grunzte der Fahrtgenosse, „wer kann es sich heute erlauben, mit solch einem Gerümpel durch die Welt zu kreuzen? Ein Baron Tordenskjöld ... ganz richtig, ein Baron Tordenskjöld! Wenn unsereins das wagte, nicht wahr? Er wäre schon hopp und hin, wenn er bloß auf dem Kutscherbock da säße. Ueberhaupt, was braucht unsereins nicht alles, um sich durch fein Leben zu schlagen! Eigentlich sollte man mit so einem alten Wagen froh fein —I“ Mittlerweile war der Baron Tordenskjöld mit seiner Schraubenschlüsselei ins Reine geraten. Er verstaute fein Handwerkszeug und gab die Erklärung ab, daß er einen elektrischen Zigarrenanzünder für sein Gefährt zu besehen wünsche. Als der Geschäftsführer ihm vorschlug, das Geforderte im Vorführraum zu betrachten, knurrte er zwar irgendetwas Unwirsches durch die Zähne: nichtsdestoweniger aber zeigte er sich bereit, dem höflichen Anerbieten zu folgen. „Bleiben Sie an keinem Wagen hängen!", witzelte Smörrebakker. „Aber ich darf Sie doch vielleicht ohne jede Verbindlichkeit Ihrerseits über den Vorteil unsres neuen Doppelvergasers unterrichten", äußerte der Geschäftsführer nicht ohne einige Hoffnung, „sein doppeltes Ansaugrohr hat hier Anschluß an Die Motorgehäuse-Entlüftung. Uebrigens ist die Der- windungsfreiheit des Rahmens vorzüglich. Und dann müssen Sie bedenken: die Rahmenmitteltraverse! Dazu die verlängerte Motorhaube! Schließlich die Rockenwelle!" „Und was geht mich das an ...?“, fragte Tordenskjöld ungerührt. „An Stelle der bislang üblichen Spindel mit gleitender Mutter verwenden wir neuerdings die in Kugeln gelagerte Globoidschnecke, in welche eine gehärtete Scheibe eingreift", wagte der Geschäftsführer noch hinzuzufügen. „Iunger Marrn", fuhr ihm Tordenskjöld dazwischen, „als Sie noch gar nicht geboren waren, habe ich mich schon aufs Lenken verstanden. Streichen Sie fich Ihre Glo- boidschnecke aufs Butterbrot und legen Sie die Rahmenmitteltraverse darüber!" Gleichwohl war man unterdessen bei der Limousine angelangt, die nach den Bekundungen des Geschäftsführers den denkbar besten elektrischen Zigarrenanzünder vorzuweisen hatte. „Stoßfreie Lenkung... auf dem Rürburgring zwölfmal bewährt ... unbegrenzt haltbare Farben... bequeme Polsterung", konnte sich der Geschäftsführer zu bemerken nicht enthalten. „Diese Karre hält keine sechsundzwanzig Iahre aus. So viel ist gewiß —I", erwiderte Tordenskjöld trocken. „Machen Sie doch erst einen Versuch!", meckerte Smörrebakker. „Und wenn Sie mir das funkelnagelneue Dings da gegen meinen alten Kasten umtauschen wollten — ich denke nicht daran", sagte Tordenskjöld, „denn bei dem Tausch könnten bloß Sie gewinnen, junger Mann. Daß mein Wagen fein Diertel- jahrhundert aushält, sehen Sie. Aber ich weiß nicht, wessen Ihr Ding da fähig ist." „Gewiß, gewiß!", lächelte der Geschäftsführer, „aber es käme doch nur auf eine kleine Probefahrt an. Wenn Sie vielleicht gleich jetzt einmal..." „Ein altes Auto ist mir lieber", sagte Torden- skjold schlicht. „Pasten Sie auf!“, keuchte Smörrebakker^ den das Vergnügen an einem neuen spaßigen Einfall fast sprengte, „wenn Sie erst einmal in einem richtigen Wagen hocken, kommen Sie überhaupt nicht mehr zurück und lassen uns Ihren Rumpler auf dem Halse.. .1" „Ich müßte ein schöner Dummkopf fein“, knurrte Tordenskjöld, „ich wäre doch hirnverbrannt, toenn ich Ihnen meinen Wagen auch nur als Pfand daließe." „Hehe, wir werden schon aufpaffen“, brüllte Smörrebakker ... * „Run.., bann paffen Sie auf“, sagte Tordenskjöld, während die Geschäftsleitung den Wagen fahrfertig machen ließ, „passen Sie recht ordentlich auf!“ „Sechs Minuten Fahrt werden Sie bereits davon überzeugen, daß diese Limousine sich gewissermaßen selbst bezahlt", lächelte der Geschäftsführer. „Soll mich nicht wundern", murrte Tordenskjöld, indem er den Fuß wuchtig auf den Gashebel fetzte, „mein eigner Wagen hat sich auch selbst bezahlt." * Als eine Viertelstunde herum war, fiel dem Geschäftsführer etwas ein. Er wandte sich an Herrn Smörrebakker: „Kennen Sie ihn... hm... eigentlich gut?!“ „Er kam doch erst gestern nach Charlottenlund!", antwortete Smörrebakker fröhlich. „So. Unb woher wissen Sie denn, baß er Baron Torbenskjölb ist?" „Er hat es boch selber gesagt“, meinte ber Stiernackige, „und dann — wer kann es sich sonst erlauben, mit solch einer Klapperbüchse herumzufahren?“ ♦ Rach Verlauf einer weiteren halben Stunde beschloß der Geschäftsführer, die Polizei zu benachrichtigen. Als er den Fernsprecher anhob, murmelte Smörrebakker verstört: „Daß es Hochstapler gibt, habe ich gewußt. Aber daß einer mit einem alten verkommenen Auto sozusagen tiefstapelt ..." „Man kann sich heutzutage nicht einmal mehr auf die Ehrbarkeit eines alten Autos verlassen", bemerkte ber Geschäftsführer eisig, „zumal wenn es als Pfand gelten fall.“ Knegsfchuld-ebaiie mit poincare. Eine französische Veröffentlichung. - Poincars sott Rede stehen. Son Dr. Gustav Roloff, o. ö. profeffor Nirgends wird die Versailler These von der Kriegsschuld der Mittelmächte hartnäckiger vertreten als in Frankreich. Alle Interessen sind ja hier mit dem Schuldspruch verkuppelt: die politischen, die finanziellen und nicht zuletzt die persönlichen der 1914 maßgebenden Persönlichkeiten, von denen einige, voran Poincare, im politischen Leben noch eine große Nolle spielen und natürlich nicht zugeben wollen, beim Kriegsausbruch wie beim Friedensschluh uneh^ lich gehandelt zu haben. Aber auch in Frankreich ist die Aufklärungsarbeit nicht ohne Wirkung geblieben. Im Jahre 1926 begann ein Mitglied der Ehrenlegion, Georges Demartial, in amerikanischen und französischen Zeitschriften einen Kampf gegen das Versailler Dogma und seine wissenschaftliche Behandlung in Frankreich, wurde aber nicht etwa mit geistigen Waffen bekämpft, sondern vergewaltigt: er wurde auf fünf Jahre auS der Liste der Legion gestrichen, weil er die Ehre Frankreichs verletzt habe. Empört über diesen Terror, der offenkundig dem bösen Gewissen entsprang, trat ein anderer Ehrenlegionär, Nene Gerin, für Demartial ein, mit der öffentlichen Aufforderung an den Groh- kanzler, ihn ebenfalls zu maßregeln, aber man scheute offenbar den Skandal und lieh ihn ohne Antwort. Gerin wollte aber eine öffentliche Diskussion erzwingen, er bearbeitete die Zeitungen und veranlaßte schließlich niemand geringeren als Poincare, ihm Nede und Antwort zu stehen. Unter scharfer Kritik der Gesamt- Politik der Entente, insbesondere der Haltung Poincares vor und nach dem Kriege, veröffentlichte er 14 Fragen an Poincare über die Vorgeschichte des Krieges und forderte ihre öffentliche Beantwortung. „Wenn Frankreich", schrieb er, „in Wahrheit die erste moralische Macht der Welt ist, muh es seinen Auf stärken und behaupten durch den Beweis, daß es nichts von denen zu fürchten hat, die die Wahrheit suchen, und daß es. wo es notwendig ist, seine Irrtümer anzuerkennen versteht." Poincare hat sich zur Beantwortung herbeigelassen, und jetzt liegen in einem kürzlich erschienenen Buche Fragen und Antworten vor (Gehn, les responsabilitSs de laguerre, Paris, Payot). Wir können hier nur einige Züge zur Eharak- teristik Poincares hervorheben. Seine große advo- katorische Fähigkeit wie seine Skrupellosigkeit offenbart sich hier wie in seinen Neben und seinen Denkwürdigkeiten: er überschüttet den Gegner mit einem Schwall von Worten und Argumenten, läßt nicht selten unbequeme Ausführungen beiseite und bringt weitschweifige Betrachtungen über Dinge, die mit dem Gegenstand nur lose oder gar nicht in Verbindung (teilen, beweist auch umständlich Dinge, die niemand bestritten hat, um durch Kenntnis mit Dokumenten zu prunken und die Aufmerksamkeit der Leser von der Hauptsache abzulenken. Aber der Kenner durchschaut sofort die Antauglichkeit der Mittel. Eine der Hauptanklagen Gerins ist, daß Poincare, wie die Berichte des russischen Botschafters Iswolski dartun. den Angriffswillen Rußlands gestärkt habe, dadurch, daß er schon im Jahre 1912 aus Anlaß der Dalkanver- Wicklungen der Petersburger Regierung die französische Unterstützung in einem Kriege zwischen Deutschland und Rußlands versprochen habe, nicht nur, wie es das französisch- 'russische Bündnis vorschrieb, für den Fall eines Angriffs durch die Mittelmächte, sondern auch, wenn Rußland durch einen Angriff auf Oesterreich das Eingreifen Deutschlandshervorrufe. Entrüstet lehnt der Geschichte an der Universität Gießen. Poincare diese Behauptung ab. Schon im Jahre 1921 und 1922 habe er offiziell erklärt, daß er nie mehr als die Erfüllung der Allianz t>er- sprochen unb diese stets auf einen Angriff durch die Mittelmächte beschränkt habe: jetzt wiederholt er die Versicherung auf Ehrenwort: alle entgegenstehenden Berichte Iswolskis seien Fälschungen oder Mißverständnisse seiner Worte. Wem sollen wir mehr glauben, Iswolski oder Poincarö? Zunächst ist ein Mißverständnis Iswolskis ausgeschlossen. Nicht einmal, sondern ein halbes duhendmal berichtet er ausführlich über Poincares Aeutzerungen: er schildert ausführlich, wie Poincarö zur „diplomatischen" Anterstützung Rußlands in seinen Verhandlungen mit Oesterreich Demonstrationen zu Wasser und zu Lande in Aussicht gestellt und die Aussichten für einen allgemeinen Krieg als günstig hingestellt hat. And cinevorsähliche Fälschung? Sollte der Botschafter seiner Negierung eine Anter- stühung verheißen haben, die nicht versprochen war? Er hätte sie ja dadurch zu einem Kriege gegen die Mittelmächte treiben können, den sie dann unter Umständen allein hätte bestehen müssen! Das erscheint völlig ausgeschlossen, und zudem hatten der russische Botschafter in London mid der russische Militärbevollmächtigte in Pans genaudenselbenEindruck von der Poin- careschen Politik wie Iswolski. Noch eine andere Betrachtung spricht gegen die Zuverlässigkeit Poincares. Wie bekannt, hat im Jahre 1912 die russische Regierung beträchtliche Summen an die französische Presse verteilen lassen, um sie für ihre offensive orientalische Politik zu gewinnen, und nach Iswolskis Berichten hat sich Poincare an diesem Geschäft mit großer Lebendigkeit beteiligt. Auch hier bestreitet Poincare die Glaubwürdigkeit des Russen: er sei nur widerwillig auf diesen unmoralischen Handel eingegangen und habe sich von der Ausführung ferngehalten. Leider stehen dieser Versicherung entgegen die Zeugnisse von drei anderen Russen, des Ministerpräsidenten Kokowzow und zweier Finanzagenten in Paris, die durchweg Iswolskis Darstellung bestätigen. Poincare wird uns nicht überzeugen, daß auch diese drei übereinstimmend ihn mißverstanden oder falsches Zeugnis abgelegt hätten. r Indessen zur Kritik der Poincareschen Glaubwürdigkeit können wir ihn selb st als Zeugen anrufen. Im Jahre ’921 hat er in mehreren Vorträgen erklärt, er ^abe von dem entscheidenden Faktor in der Entstehung des Balkankrieges von 1912, dem Bündnis zwischen Serbien und Bulgarien im März 1912, lange nichts erfahren, da die russische Regierung, die darum wußte, ihn geflissentlich im Dunkeln gelassen habe. Erst nach Monaten, im Juni, habe er zufällig durch eine Indiskretion davon erfahren. Zu seinem Anglück kam aber ungefähr gleichzeitig mit jener Versicherung aus russischen Quellen zum Vorschein, daß er unmittelbar nach Abschluß des Bündnisses offiziell durch Rußland von der Tatsache und dem Hauptinhalt des Bündnisses unterrichtet worden ist. In seinen Denkwürdigkeiten vom Jahre 1926 wagt er deshalb seine erste Behauptung nicht mehr aufrechtzuerhalten, sondern erzählt ganz unbefangen, als ob er nie etwas anderes gesagt hätte, daß ihm jene Mitteilung gemacht worden sei. Aber auch das ist noch nicht, das schwerste Geschütz, das sich gegen Poincares Wahrheitsliebe ausfahren läßt. Die französische Regierung hat laut ihrer eignen offiziellen Mitteilung am 30. Juli 1914, als die russische Regierung bereits gegen Oesterreich mobilisiert hatte und die Verhandlungen sich zwischen den Kaisermächten immer mehr zuspihten und jede weitere militärische Maßregel Rußlands notwendig den Krieg herbeiführen mußte, folgende Depesche nach Petersburg gerichtet: „Es wäre opportun, daß Rußland nicht unmittelbar eine Maßregel träfe, die Deutschland den Vorwand böte für eine völlige oder teilweise Mobilmachung seiner Streitkräfte." And das französische Auswärtige Amt wie das Kriegsministerium erläuterten der russischen Botschaft den Sinn der Depesche noch genauer: Rußland möge öffentlich erklären, daß es seine Mobilisation im Interesse des Friedens verlangsamen werde, aber heim- I i ch könne es seine Vorbereitungen fort- setzen oder gar verstärken, wenn es sich dabei nur der in die Augen fallenden Massentransporte enthalte. Deutlich genug empfiehlt hier Frankreich seinem Bundesgenossen, nach Kräften zu rüsten, aber es vor den Deutschen zu verbergen. Am das französische friedliche Gesicht zu retten, gibt Poincare in seinen Denkwürdigkeiten der fatalen Depesche kurz entschlossen folgenden Text: „Cs wäre opportun, daß Rußland in den Maßregeln der Vorsicht und der Verteidigung, zu denen es glaubt, schreiten zu müssen, nicht unmittelbar eine Maßregel für eine völlige oder teilweise Mobilmachung seiner Streitkräfte ergreift." Also, aus einem Vorschlag, heimlich zu rüsten, um den Gegner desto besser überfallen zu können, macht er einen Rat, sich jeder Mobilmachung zu enthalten! Nebenbei: die Fälschung war nicht nur gewissenlos, sondern auch töricht, denn ein solcher Rat wäre am 30. Juli viel zu spät gekommen, da die französische Regierung ganz genau wußte, daß Rußland schon am 28. Juli vier Militärbezirke — mindestens 13 Armeekorps — mobil gemacht und einige Tage vorher schon andere Vorbereitungen getroffen hatte. Er rechnet eben auf die Ankenntnis und die Oberflächlichkeit seiner französischen Leser, die sich um die Akten nicht kümmern. An einer anbern Stelle spricht Poincare von jener Teilmobilmachung der Russen, und auch da kann er das Fälschen nicht lassen: er macht aus den vier Militärbezirken vier Armeekorps, reduziert also die Mobilmachung auf weniger als ein 'Drittel des tatsächlichen Vorgangs. Schon wiederholt ist öffentlich auf diese Verdrehungen hingewiesen worden: Poincars hat dazu geschwiegen. Dieser Tage begann in Berlin das Gastspiel des Theaters Tokujiro Tsut- sui. Anser Mitarbeiter schildert hier aus eigener Anschauung das seltsame Thea^erleben im modernen Tokio. Japan, das Land mit dem doppelten Gesicht, das nach dem Osten und dem Westen blickt, hat naturgemäß auch ein Theater, das zwei voneinander ganz verschiedene Gesichter zeigt. Gerade auf dem Gebiet des Theaters tritt der Riß klar zutage, der das Bild dieses Landes so zwiespältig macht. Tokio mit einem guten Dutzend großer Theater hat beinahe ebensvviele Kunstrichtungen. Wenn man aus einer Straße in die andere biegt, sieht man dicht nebeneinander die expressionistischen Plakate, die ein Stück von Georg Kaiser oder Paul Claudel ankündigen, und die holzschnittmäßigen, in schweren Rahmen gefaßten Szenenbilder aus Stücken, die man seit dreihundert Jahren unverändert gibt; unverändert im Spiel, im Kostüm, in der Sprache. Somit ist kein Zweifel, daß Iswolskis Bericht vom Jahre 1912 zu Recht besteht: Poincarö hat die Bundespflicht Frankreichs ausgedehnt auf jede Verwicklung, bei der Deutschland beteiligt war, auch auf einen Angriff Rußlands auf die Mittelmächte und dadurch die kriegerischen Neigungen in Petersburg bewußt gesteigert. Ebenso hat er im Jahre 1914 gehandelt. In einem wichtigen Punkte ist das bereits oben nachgewiesen, aber wir können noch die Zeugnisse des englischen Cntentegenossen anführen. Nach dem Bericht Buchanans, des englischen Botschafters in Petersburg, hat Poincare persönlich während seines Aufenthalts in Petersburg (20. bis 22. Juli 1914) mit Sasonow, dem Minister des Auswärtigen, verabredet. Oesterreich, dessen Sühneforderungen für die Ermordung des Erzherzogs täglich erwartet wurden, keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Serbiens gestatten zu wollen, und der französische Botschafter Paleologue hat entsprechend den Weisungen seines Meisters nach der Veröffentlichung des Wiener Altimatums Rußland unbedingt der Hilfe Frankreichs versichert, wenn es seine Ausführung durch Krieg verhindern wolle, ja er hat dem russischen Minister vorgetragen, auch ohne Beistand Englands brauche man den Kampf mit den Mittelmächten nicht zu scheuen. Daß die sofort einsetzenden russischen Rüstungen, die, wie jedermann wußte, eine Verständigung ungeheuer erschweren oder gar unmöglich machen mußten, bei ihm lebhafte Zustimmung gefunden haben, ist daher nicht verwunderlich, kurz die französische Politik trägt im Jahre 1914 einen noch stärkeren offensiven Charakter als im Herbst 1912. Immer wieder muß man daran erinnern, mit welchen Waffen der Rechtsgrund, auf dem der Versailler Spruch ruht, verteidigt wird, und wenn man seine Hohlheit erkannt hat, ist es Zeit, an einen älteren Ausspruch Poincaräs zu erinnern, den er freilich in feiner letzten Arbeit nicht wiederholt hat: „Wenn es nicht die Zentralmächte gewesen sind, die den Krieg verursacht haben, warum sollen gerade sie verurteilt werden, den Schaden zu be» zahlen? Folgt nicht aus einer geteilte« Verantwortlichkeit gerechterweise stets eine Aus- | teilung der Kosten?" („Temps". 27. Dezember 1920). Es ist etwa so, wie wenn bei uns heute neben den großen Revuetheatern eine Truppe der Commedia dell'Arte unverändert auftreten würde. Es ist der Reiz des eigentlichen japanischen Theaters, des Kabuki, daß seine Kunst Muße gehabt hat, sich seit dem frühen 17. Jahrhundert ungestört zu entwickeln. Wobei die Entwicklung in einem sehr asiatischen Sinne zu verstehen ist: cs ist nämlich an dem einmal Bestehenden unablässig gearbeitet worden, ohne daß an seinem Wesen etwas geändert wurde. Was fremde Besucher von Geschmack an Japan immer wieder rühmen, die Vollkommenheit des Handwerklichen, das macht auch den Reiz des Kabuki aus, einen Reiz, dem alle ohne Anterschied verfallen, auch ohne die Sprache und sogar ohne den Sinn der Theaterstücke recht zu verstehen. Der japanische Schauspieler beginnt seine Karriere im vierten oder fünften Lebensjahr. Er wird in irgendeiner stummen Kinder- rolle auf die Bühne gesetzt, möglichst in der Nähe seines Vaters, der gewöhnlich auch Schauspieler Die „Pferdefüße" kommen! Japanisches Theater in Deutschland. — Oer Werdegang des japan scheu Schau- spie!erS.-OseiberühmteSchauspiererfamilien.-OeusscheStückeimKernen Osten. Von W. K. von Nohai-a. WUM-rinNi» Lfioman von Hans Friedrich. Arheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten „Karl, bischt nit brav!" rief die dicke Schwabin an der anderen Seite des Tisches, als ihr etwa siebenjähriger Sohn den in den Kaffee gefallenen Zucker mit den Fingern herausholen wollte. And der biedere Herr Vater meldete seine Autorität ergänzend an: „Das isch nit erlaubt!" „Ich will heute noch weiter", gestand jetzt Gutenbergs Nachbarin. „Ich kenne das Wetter- stein-Gebirge schon, war bereits mehrmals in Garmisch-Partenkirchen. Aber wenn ich in die Alpen fahre, zieht es mich immer wieder zu vorübergehendem Besuch hierher. Ist ein paradiesisches Fleckchen Erde." Im weiteren Verlauf der Unterhaltung stellte es sich heraus, daß Fräulein Erdmute Hansen aus Dresden, Tochter des bekannten Motoren- Industriellen, auf einer Studienreise begriffen war. „Sie müssen nämlich wissen, daß ich ein Malweib bin!“ lachte sie. „And daheim bin ich regelrecht durchgebrannt. Ich sollte mit meiner Mutter an die See fahren. Das war mir zu langweilig." And sehr offenherzig fortfahrend: „Man kennt doch den Betrieb ... Nach den ersten fünf oder sechs Tagen wird das Meer und die Sonne abgelebt, und der Tanz kommt auss Tapet. Da hab' ich mich kurz entschlossen auf mein Motorrad gesetzt und bin losgefahren." Sie sah die Wirkung ihrer Offenbarung im verblüfften Mienenspiel ihres Nachbarn. „Nicht wahr, Herr —" „Gutenberg, Heinz Gutenberg!" beeilte er sich, die versäumte Vorstellung nachholend. „Herr Gutenberg, meine Deichte hat sie aus dem Konzept gebracht? In mir hätten Sie keinen Ausreißer vermutet?" fragte sie in ihrer gewinnenden, schelmischen Art. Ihr Landsmann wehrte ab. And ein leichtes Oluf atmen war in feiner Stimme. „Aber nein! Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, mein gnädiges Fräulein. Mir kam nur eben zum Bewußtsein, daß wir uns bereits feit gestern kennen." Ihr Erstaunen ignorierend, trumpfte er schalkhaft auf: „Jawohl, feit gestern nachmittag!" Erdmute Hansens Gesicht wurde besinnlich. Ihre Augen bekamen dabei einen nach innen gerichteten Ausdruck. Sie schüttelte den Kops. „Das müßte eine sehr einseitige Bekanntschaft gewesen sein..." sagte sie nachdenklich. Nun bekannte er Farbe. „Allerdings. Ich sah Sie nämlich vom Auto aus. Es war zwischen Augsburg und Lands- berg, als wir Sie überholten." Sie rührte in ihrem Kaffee, gestand neidlos: „Ich bin von vielen Wagen abgehängt worden. Meine Maschine ist nur mittelstark." Gutenberg entzündete sich eine Zigarre, sagte dann nicht ohne Schwung: „Aber keiner wird sich Ihr Profil so gemerkt haben wie ich!" „Dann bin ich also eine sehr merkwürdige Person ...“ quittierte sie mit befreiendem Lachen. „Ein sehr schönes Menschenkind!" dachte Gutenberg, ohne das Kompliment auszusprechen. Auf der Terrasse wurde es allmählich stiller. Die Berge lockten. Auch die Schwabenfamilie rüstete zum Aufbruch. Sie wollte ins Höllental, wie aus der laut geführten Unterhaltung hervorging. Die Malerin und der Schriftsteller faßen nun noch allein am Tisch. Allein mit ihren Gedanken und Worten, die nicht immer dieselben waren. 3. Dr. Berger schloß seine Frau in die Arme. Sie war schon seit vierzehn Tagen in Garmisch und hatte ihn sehnsüchtig erwartet. „Mausi, freust dich, daß ich da bin?“ Die blühende, vollschlanke Frau mit der Note südlichen Typs und Temperaments schmeichelte ihre Wange an die des Mannes. „Du Böser kommst reichlich spät! Hat dich die Rotationsmaschine nicht fortgelassen?" Seufzend sagte er etwas von Dertreterschwie- rigtciten und Arbei tsüberlastung. „And die Buben?" „Lassen dich herzlichst grüßen!" Er lächelte, wie man über ein großes, geliebtes Kind lächelt, verstehend und nachsichtig. Seit zehn Jahren war er mit dieser wundervollen Frau verheiratet. And er hatte feit jener Zeit nicht aufgehört, sie zu lieben. Ilse war trotz ihrer drei Lebensjahrzehnte ein junges Mädel geblieben: Anschmiegend und von jenem Reiz, der den Mann immer fieber fesselt. And bei allem Verständnis für : .e begehrlichen Wünsche des Gatten jene kleine Fermate haltend, die halb Keuschheit, halb frauliche Klugheit ist. „Weißt du —" fuhr sie dann im Zimmer munter fort, „wer unten konzertiert?" Er zog die Schultern hoch, während er mit den Händen in das Waschwasser fuhr. Ilse hatte sich ihm gegenüber auf das Kopfende des Diwans gesetzt. Aus ihren Augen strahlte die Freude der Aeberraschung. „Der Strobl-Franz!" Platzte sie schließlich heraus, weil der Herr Gemahl nicht aus feiner Ruhe zu bringen war. „Der Herrgottsgeiger 7* Sie nickte lebhaft. „Gr hat mich schon erkannt und freut sich rein närrisch auf dich." Dr. Berger sah mit einem langen Blick zu seiner Frau herüber. „Hat er sich dir auch nicht ins Herz gespielt, der Musikus?" fragte er gut gelaunt. Sie verzog den Mund und zappelte mit den Deinen wie ein übermütiges Kind. „Ach du!" rief sie mit gelindem Vorwurf. „Wo ich mein Herz doch nur für dich reserviert hab'!" Nachdem sich Dr. Verger gewaschen und umgezogen hatte, gingen sie hinab in den Speisesaal, um zu Abend zu essen. Das Mahl verlief ziemlich schweigsam. Nur mit den Augen flirteten die beiden verliebten Eheleute. Was doch vierzehn Tage Trennung zuwege bringen! „Du — Ilselein — seit zwei Wochen habe ich mich auf diesen Tag gefreut!" gestand der Doktor und hatte kaum einen Blick für seine Umgebung. Die onyxschwarzen Augen seiner Frau setzten ihn in Flammen. And in ihrer Stimme war ein verborgenes Locken, trotz dec ablenkenden Frage: „Wie kann man nur so verliebt sein?!" Zehn Jahre Lebensgemeinschaft, zwei Düben, die beide schon schulpflichtig waren — und noch immer das gärende Drängen der Honigmonde im Dlut! Das war in der Hauptsache das Verdienst Frau Ilses. Dieses elsenbeinhäutige Geschöpf war eine Meisterin der Che. Alle Ehre für diese Diplomatie, Kunst, Taktik oder wie man es nennen will! Jetzt setzte die Musik ein. Salon-Orchester. Violine, Cello, Klavier. Deirn ersten süßen ©eiaenlaut sah Dr. Derger auf. Natürlich, der Strobl! Ilse nickte lächelnd. „Den hatt'st schon wieder vergessen, gelt? Aber nun bringt er sich von selber in Erinnerung, der Geiger von Gottes Gnaden." 3a, so war es auch. Franz Strobl, der junge Wiener, spielte die Stcaußschen Walzer, daß der Meister selbst zufrieden gewesen wäre, wenn er es hätte hören können. Rosen aus dem Süden. Das war noch Musik! Bewegung, Feuer, Schmelz und süße Innigkeit. And der Geiger riß die Spieler der anderen Instrumente mit fort, daß jeder fein Bestes zum Gelingen des Ganzen gab. Dor einem Jahr schon hatte Franz Strobl während der Vorsaison hier gespielt und war an einem lustigen Abend auch mit Herrn und Frau Dr. Berger aus Chemnitz bekannt geworden. Damals hatten sie den genialen Geiger eingeladen, bei ihnen in der Wohnung zu spielen, wenn ihn sein Weg einmal nach Sachsen führen sollte. Bisher hatte er nicht Folge leisten können, aber die Freude des Wiedersehens war dennoch groß. Erst in der Pause gewahrte der Wiener seine Freunde an einem der Hinteren Tische. Der Saal war während der Essenszeit überfüllt und nur schwer zu übersehen. „Meine Augen werden immer schlechter...' entschuldigte sich Strobl nach der ersten Begrüßung. mit einer raschen Kopfbewegung seine schwarzglänzende Mähne zurückwerfend. „Immer noch unbeweibt?" fragte Dr. Berger nach einer Weile mit luftigem Augenzwinkern. Strobl schob die Anterlippe vor. „Die ich einmal gewollt hab, hat mich öer* schmäht. Nun getrau ich mich an keine andre heran.“ „Sie Aermster werden sich zu trösten gewußt haben.. ", sagte Frau Ilse und blieb ganz ernsthaft dabei. Die beiden roten Flecken auf den Wangen des hübschen Kerls vertieften sich. „Reden wir nicht davon!" seufzte er gewollt komisch — und war doch vielleicht ein bißchen wahre Trauer dabei... Auf Bergers Veranlassung brachte die Bedienung noch ein Glas für Strobl. Er folgte der Einladung gern. Die frohen Stunden vom vorigen Jahre lebten wieder auf. „Wissen Sie noch, wie wir damals gescherbelt haben?" schwelgte der Wiener in Erinnerung. And in Dialekt verfallend: „Ah, dös war a Gaudi!" 3a man hatte die flotten Tänze nicht vergessen, die der Geiger so zu spielen wußte, das) sie ins Blut gingen wie Spätlese vom Rhein. Bei einer guten Zigarre und einem noch besseren Tropfen plauderte es sich für die wenigen Minuten der Musikpause sehr angenehm. Die Fröhlichkeit und gute Laune der Gästeschar, die mit Höhenluft-Appetit den Speisen zusprach, wirkte ansteckend. Während einer Gesprächspause kam Frau 3lf* ein Gedanke, der sich ihr auch gleich auf bi* Zunge drängte. „Arno, sag mal: Wie ist die Sache mit Heinz Gutenberg ausgegangen?" Sie sah erwartungsvoll ihrem Gatten ins Gesicht und gewahrte deshalb nicht den Farbenwechsel in Strobls Antlitz. Dr. Berger zog die Brauen hoch. Aus seiner Stirn standen Falten. „Hoffentlich gut..." erwiderte er nach einer kleinen Verzögerung. Seine Frau lachte unterdrückt. „Wie? Hoffentlich gut? Ich verstehe dich nicht!" Er sah ein, daß er eine nähere Erklärung geben mußte, obwohl ihm dieses Thema nicht besonders angenehm war. (Fortsetzung folgt) ist, oder seine« Lehrers. Später hat er als ..unsichtbarer" Bühnenarbeiter — sür den japanischen Beschauer hinreichend „unsichtbar" gemach' durch schwarze Kleidung und schwarze Kapuze — bei offener Szene den Schauspielern behilflich zu sein, ihnen Sitzpolster unterzuschieben, ihre Kostüme in den schönsten Falten zu drapieren. „Leichen" beiseite zu schaffen, die Lampen zu regulieren. Hierbei, und indem er stets hilfsbereit im Schatten der großen Mimen hockt, hat er Gelegenheit genug, den Geist des noblen uralten japanischen Theaters durch alle Poren einzu- saugen, so daß er die erforderliche Begeisterung auforingen mag, um die schwere eigentliche Schule des Schauspielers durchzumachen, in welcher er neben Sprechen, Singen und Agieren noch Tanzen, Fechten und Akrobatik. Der Natur der Asiaten gemäß erbt sich der Spielstil des großen Meisters im Lehrling fort wenn dieser mit etwa fünfzehn oder sechzehn Jahren dem Publikum als vollwertiger Schauspiele, vorgestellt wird, nimmt er den Familiennamen seines Vaters oder Meisters und einen poetischen Vornamen an, der ebenfalls unter denen der großen Meister der Vergangenheit ausgewählt wird. So gibt es heute z. B. für die ganz großen Schauspieler nur drei Namen: Ichikawa, Ichi- mura und Nakamura: und oft genug finde» man. daß ein Stück mit umfangreichem Per- fonenverreichnis ausschließlich von Nakamuras oder 3-j.,imura6 oder sonst einer einzigen Fa- » milk gespielt wird. 3a, es gibt Stücke, die seit alters nur von den Mitgliedern einer bestimmten Familie dargestellt werden dürfen. Das Spiel eines solchen Ensembles ist kein naturalistisches Spiegelbild des Lebens, sondern ein höchst stili- siertcs, ausgewogenes Werk, das einerseits an die Oper, anderseits an das Ballett gemahnt. Musik. Dichtung, Malerei, Schauspiel und Tanz sind im Kabuki zu einem Idealkunstwerk von selten gesehener Einheitlichkeit verschmolzen. Ein Vertreter dieses Theaters ist auch T o k u - j i r o T s u t s u i, der nach einer triumphalen Tournee durch London, Paris und die anderen Großstädte Europas mit seinem Ensemble stach Deutschland kommt: nur daß er, geschickt und geschmackvoll wie er ist, dem europäischen Geschmack insoweit entgegenkommt, als er die weiblichen Nollen durch Schauspielerinnen darstellen läßt. Das eigentliche Kabuki kennt nur männliche Schauspieler: Frauenrollen wurden und werden von den Onnagata, den Frauendarstellern. gespielt. Das ist eine Maßnahme, zu der man sich bereits vor zweieinhalb Jahrhunderten entschloß, um die „moralische Anstalt" des Theaters auch tatsächlich moralisch reinzuhalten. Das führende Theater des Kabuki ist dos Kabuki-Za in Tokio, das eine Bühne von 29 Meter Breite besitzt, wohl die größte Bühne der Welt. Merkwürdigerweise wird gerade dasjenige Theater Tokios, das den Namen Kaiserliches Theater trägt, zu Experimenten benutzt, allerdings zu Erperimenten ganz eigener Art. Man läßt da z. B. männliche Nollen durch weibliche Darsteller spielen, während die weiblichen Nollen durch Männer beseht werden: so wird ein heilloses Durcheinander erzeugt, durch das sich ein Fremder nicht mehr hindurchfindet. Man sagt, daß die weibcrseindliche Tradition des Kabuki in diesem Hous zugunsten einiger hochgestellten Frauenliebyaber durchbrochen wurde. Jedenfalls spielt das Kaiserliche Theater, das neben dem also vergewaltigten klassischen Theater hauvt- sächlich den billigen Schwank pflegt, künstlerisch eine ebenso geringe Nolle wie die drei oder vier anderen Theater ähnlicher Richtung, deren Parkett man daher auch hauptsächlich von Geishas bevölkert sieht, an die man Freikarten vergeben hat, damit irgendwoher „Leben in die Bude" kommt. Ernster zu nehmen ist schon Kategorie 3 tm japanischen Theaterleben: das naturalistische moderne Theater, dos etwa dem Ibsentheater oder dem Hauptmanntheater deS beginnenden 20. Jahrhunderts entspricht. Man spielt da Problemstücke: Japaner im Kamps mit den Fragen, die ihnen die Entwicklung des Geistes und der Materie in den vergangenen Jahrzehnten vorlegt. Man spielt sie. da der Japaner ein geborener Schauspieler ist, gut. jedoch ohne jeden Stil, kraß naturalistisch und in der Allerweltssprache der Problemstücke unserer Zeit. Neben den japanischen Autoren spielt man dort auch sehr gern Tolstoi, Hauptmann Sudermann, selbst M e y e r - F ö r - sters „A l t - He i d e l be rg" hat dort noch entzücken können. In einer engen Nebenstraße steht die Wellblechbaracke des „Kleinen Theaters" von Tokio, wird DaS ist die Dühne der gewagten Erperimente, da konnte man - ein Wagnis dos nur wenige, deutsche Theater. von den übrigen europäischen ganz zu schweigen, unternehmen würdenI — Wedekinds ..Frühlings Erwachen" völlig ungekürzt sehen, ferner Kaisers „Zweimal Oliver", E l a u d e l s „Tausch". Shaw, Toller und Hasenclever auf Japanisch. Dieselbe Truppe hat als bisher einzige in der Welt Remargues „ImWesten nichts Neues" dramatisiert zur Aufführung gebracht, die Zensur hat das Stück durchgelas- fen allerdings mit 97 Streichungen! Die Mitglieder dieser Truppe rekrutieren sich aus Studenten. Intellektuellen. Künstlern: ihre Tätigkeit ist rege, und alle Jahre werden Gastspiele in der Provinz unternommen. Sagte ich nicht, das Theater sei ebenso zwiespältig, ebenso bunt und unfaßbar wie das ganze Leben in Japan? Dort spielt man noch tjon mittags bis mitternachts, vier bis fünf Stucke in einer Vorstellung, die Schauspieler gehen vor der Premiere an den Gräbern der von ihnen darzustcllenden Helden beten, damit von ihrem Geist ein Hauch auf sie komme, nach jedem Auftritt nehmen sic ein Dad, und sie fuhren diefelben Namen wie ihre Kollegen tm 17. oder 18. Jahrhundert, dort ist das Theater etn verlängertes Voschiwara: und hier wieder spielt man kühn die Stücke, an die selbst ein deutscher Theaterdirektor nicht ohne Scheu herangeht. Was dos nun mit dem „Pferdefuß" auf sich hat? Der geringe japanische Schauspieler, der .Komparse", darf höchstens mit einem untalentierten Kollegen zusammen die vier Beine eines Dühnenpferdes aus Holz und Stoff mar- deren. Daher bezeichnet man gern die ganze D'lde spöttisch als „Pferdefüße". Aber wenn heute Nakamura Ganjiro oder ein an- öerer Fürst der japanischen Dühne Premiere hat, so lädt er die Botschafter, die Gesandten und andere prominente Fremde ein, und die höchsten unter ihnen empfängt er in der Garderobe. DaS ist — durch die Allmacht der Kunst — aus den .Pferdefüßen' geworden, die man einstmals in trockenen Flußbetten ansiedelte, damit man sicher war wenn die Regenzeit kommt, wird man das Pack loSl Rundfunkprogramm. Sonnlag, 12. Oktober. 7 bis 8.15 von Homburg Hafenkonzert. 8.15 biS 9.15 Morgenfeier. 10 Orgelkonzert. 10.30. -Rhythmus, Musik und Erziehung", Vortrag von Iaques-Dalcroze 11 von Duisburg Rheinische Dichtertagung. 11.30: Stunde des Chorgesangs 12.55. Mittagsständchen. 14: Doktor Dolittles Abenteuer: Die schwimmende Insel. 15: Stunde des Landes 16: Nachmittagskonzert. 17: „Wein- herbst im Zobergäu" 18: „Rheinische Charakterbilder Joseph Görres". Vortrag von Privat- dozent Dr. Kurt Rheindorf. 18.25: „Rundfunt- oortrag und Rundfunkpublikum". 19.30 vorn Frankfurter Opernhaus Fidelio. 22.30: von Köln Letzter Teil des EndkampfeS um die deutsche Echwergewichtsmeisterschaft. 22.45 bis 0.30: Unterhaltungsmusik Montag, 13. Oktober. 7.30 bis 8.30. Frühkonzert auf der Kino-Orgel. 11.30 von Hersfeld: Lullusfest. 13: Schallplattenkonzert. 16. Nachmittagskonzert. 18.05: „Wedekind-Erinnerungen", Vortrag von Universitäts- Professor Dr. Artur Kutscher, München. 18.35 Stunde der Bühne. 19.20: „Richter und Verteidiger", Gespräch zwischen Amtsgerichtsrot Dr. Alfred Unger, Berlin, und Rechtsanwalt Dr. Max Alsberg, Berlin. 19.50: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Stunde der Kammermusik: Konzert des Roth-Quartetts 21.15: Phädra, Trauerspiel. Dienstag, 14. Oktober. 7.30 bis 8.30. Frühkonzert. 12.20: MittagS- ständchen. 15: Hausfrouennachmittag. 16: Nach- mittogskon»ert. 18.05: „Freistaat Hessen und Süd- Westdeutschland", Vortrag von Minister Leuschner, Darmstadt. 18.35: „Von deutsch-evangelischer Missionsorbeit in Japan", Vortrag von Mis- sicns-Inspektor Pfarrer Devaranne. 19.05: „Buchstabe und Mensch — ein Kapitel für Rund- funkhörer und Radiosprecher." 19.30: Operettenkonzert. 20.15: Willy Duschhoff (Berlin) liest aus Balzac: „Oberst Chabert". 20.45: Beliebte Ouvertüren 21.30: Ferruccio Dusoni, Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 15. Oktober. 7.30 bis 8.30. Frühkonzert 12.20: Schallplattenkonzert 15: Stunde der Jugend. 16: Nachmittags- konzert. 18.05: „Was wird 1932 aus den Aufwertungshypotheken ?", Vortrag über den neuen Stand der Aufwertungsgesehgebung von Dr. Theo Dauer. 18 35: „Zum 2000. Geburtstag des römischen Dichters Vergil", Vortrag von Prof. Dr. Eugen Fehrle, Heidelberg. 19.05: „Landschaft und Mensch im Morgenlande", Dortrog von Ewald Danse. 19.30 von Leipzig. Rummelplatz, Hörspiel. 21: Italienischer Abend Donnerstag, 16. Oktober. 7.30 bis 8.30. Von Gießen: Militärkonzert: erstes (hessisches) Grenadierbataillon des 15. Infanterie-Regiments. Gießen: Leitung. Obermusikmeister Löber. 12.20. Schallplattenkonzert: Sinfoniekonzert. 15.: Stunde der Jugend. 16: Nachmittogskonzert. 17.55: „Eine Diertelstunde Deutsch". 18.05. Zeitfragen. 18.35: „Detriebs- wirtschaftliche Fragen im Handwerk", Vortrag von Dr. Fochtmann. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Reportage aus dem Dürger- Hospital. 20: Sinfonie-Konzert. 20,45: Fantasien im Dremer Ratskeller. 21.30. Unterhaltungskonzert. 1 bis 2.30 Internationales Austauschprogramm. Freitag, 17. Oktober. 7.30 bis 8.30 Frühkonzert. 12.20: Volkslieder der Nationen. 15: Erziehung und Dildung. 16: Konzert. 18.05: Buch und Film. 18.35: Aerzte- Vortrag. 19.05: „Gibt es Anhaltspunkte zur Feststellung der Studienbegabung?" Derufskund- licher Vortrag. 19.30 (Frankfurter Opernhaus): Der Tenor der Herzogin. Samstag, 18. Oktober. 7.30 bis 8.30. Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk: „Wie ein Landkreis verwaltet wird". 12.20: Schallplattenkonzert: Jacques Offenbach. 14.30: Stunde der Jugend 15.30: Von Groß-Gerau: Uebergabe des Gruppenwasserwerks „Gerauer Land". 16: Nachmittagskonzert. 18.05: „Politische Wandlungen im Weltkrieg", Vortrag von Dr. Paul Beyer. 18.30. „Erlebnisse aus der De- sahungszeit", Gespräch zwischen Paul Mewe und Paul Laven. 18.50: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Die Instrumente des Orchesters. 20: Aus Homburg v. d. H. Kabarett-Vorträge. 21: Der erste Schuß. 23 bis 0.30: Tanzmusik. (Schluß des redaktionellen Teil».) Eine unzulängliche, mangelhafte Verdauung bildet häufig den Ausgangspunkt zu ernsten Erkrankungen. Ein sicheres Arbeiten der Derdauungsorgane ist daher für die Erhaltung der Gesundheit unerläßlich. Verdau- ungvstörungen, Magenbeschwerden, Sodbrennen usw. können sofort durch ein einfaches Mittel beseitigt werden Das seit Generationen bekannte und noch immer unübertroffene „Bullrich-Salz" ist die beste Unterstützung für einen seine Funktionen nur mangelhaft ausübenden Magen. 6947v Das Klima eines Landes ist bestimmend für feine kulturelle Entwicklung. Der beste Beweis hierfür ist wohl die Weltgeltung Europas, das zum größten Teile der gemäßigten Zone angehört Freilich bringt die gemäßigte Zone, besonders in ihrer nördlichen Breite, auch Unannehmlichkeiten. Zu ihnen gehört die Gefahr der Erkältung. Glücklicherweise hat der erfinderische Menschengeist auch hiergegen Schutz- und Heilmittel gefunden. Das Bekannteste sind wohl die echten „Kaiser'? Brust Caramellen", die es auch Menschen mit empfindlichen Atmungsorganen er möglichen, ohne besondere Gefahr für ihre Gesundheit über die rauhe Jahreszeit hinwegzukommen. __________________________________________6584 V Persil billiger! Das war eine Tat, die von sich reden macht! An jedem Doppelpaket spart die Hausfrau von jetzt ab einen ganzen Groschen extra und an dem Normal- pafet die Hälfte! Aber noch eins: Doppelter Nutzen winkt der Hausfrau, die Persil so gebraucht, wie es die Vorschrift will. d. h. ein Paket auf je drei Eimer Wasser, ohne jeden verteuernden Zusatz Nur einmaliges Kochen der Wäsche in kaltbereiteter Persillauge — das ist das ganze Geheimnis._______ Korpulenz macht alt Korpulente und »um Starkwerden Veranlagte nehmen früh, mittags und abends 2-3 Toluba- Sterne, die in Apothebeken zu haben sind. dasfeunstet arbeiten, u (Ser in, Stahlegestochene unser mhrckat. —-5 tstonsarbe iqaretten, > Statt besonderer Anzeige 06187 Verlobte Käthe Schön, geb. Scheller Gießen (Weserstraße 19), 12. Oktober 1930 C6297 Lich, Oktober 1930 06301 Adolf Weber usw. billigst d96i>D Verlobte Holzwarenfabrik E.H. Müller, Gießen Original Sack 06264 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Lang-Göns, Oktober 1930 06308 5848 A Zwickau i. Sa., im Oktober 1930 Fernruf 3177 Liebigstraße 13 6957 D Statt Karten! Frankfurter Straße 150 Zu meinem Nachmittag- u. Abend- Unterricht in 6971D VundderZrontsoldaten.OrtSgruppeGießen Karwendelgebirge Wclterstein gebirge LU <9491) Schwaab’s Weinstuben Süßer Traubenmost 697 ID Hallstadt Dirndlgruppe Sie im 6766 A l Vrr . RWer8utzl»ms> Heller Raupenleim ist der beste und behält am längsten seine Klebkraft. Bewährte Fabrikate hiervon erhalten dankt allen Gießener Bürgern, die gelegentlich des 11. Michsfrontsoldatentages den hier unter- gebrachtenKameraden bereitwilligsiQuartiere für Mann und Fahrzeuge zur Verfügung gestellt haben Marie Kaiser Karl Frey Das Leutaschtal Leutaschklamm, Dreitorspitze, Hochmunde 2661 m Oberleutasch,Öfel- kopf, Wettersteinwand, Lautersee. Ole Verlobung meiner Tochter (Elisabeth mit Herrn Studienreferendar Hermann Kratz gebe ich bekannt Gretel Hahn Ernst Langsdorf Meine Verlobung mit Fräulein Elisabeth Schön, Tochter des verstorbenen Arztes Herrn Dr. med. Frih Schön und seiner Gemahlin Käthe, geb. Scheller, gebe ich bekannt Pustertal Möhlbach, Kloster Sonnenburg, Brunneck, Weisberg, Toblach. Hermann Kratz Studienreferendar ! Der (Stahlhelm! Pflüge mit neuest. Körpern für alle Bodenarten Drillmaschinen neuester Konstruktion Acker- und Saateggen Düngerstreuer für alle Dungarten Kartoffelgraber neuest. Konstruktion.fürlu.2 Zugtiere Kartoffeldämpfer Häckselmaschinen Strohschneider Rodheimer Straße 11 0629< Wie Gebirge und Täler entstehen (Geolog. Film v. Prof. F. Solger) EM-Betten (Stahl u.Holz) Polet, Stahl- matr.,Klnderb.,Chniw>L, an jeden. Teilzahlg. Katal.fr. Eiaenmöbelfabrik Suhl.Th. Patsch, Matrei, Gossensaß, Innsbruck, Brenner, Klausen, Runkelstein, Sterzing, Bozen, Meran, Riva und Torbole am Gardasee Das Oberinntal Neuders, Pfunds, Land eck, Ried, Tösens, Stuben, Hochfinstcrmünz, Am Rechenpaß. Schützen Sie Ihre Obstbäume gegen losektenirab indem Sie jetzt Leimringe zum Fangen des Frostsnanners anlegen Sonder - Angebot in Tafelbestecken (von d. Fabrik direkt an denVerbraucher) Schwerste versilberte Ausführung. 100 g, schöne Muster zu äußerst Preis. 72teil. Garnitur 115 Mk. Auf Wunsch rost fr. Klingen. 30jähr.Garant.Teilzahl. Schreiben Sie heute noch unt. 06310 a. d. Gieß, Anz. Annahme v. Weihnacbtsaufträgen. Weifmäben. praktischem Zu. schneiden,Hand- u. Maschinennähen, Flicken, Sticken und anderen Handarbeiten nehme ich noch Anmeldungen entgegen. Frau Felber, Frankfarter Str. 31 n Pitztal Wenns, DieTschir- gantspitze 3472 m Mittelberggletscher Berchtesgaden Wimbachklamm, Hochkalter, Reiter, Alp, Hintersee, Almbachklamm, "Watzmann, Hoher Göll, Königssee, St. Bartholomä. rissige Häuf, Pickel, Mitesser unreinenleint beseitigen und verhindern Obstpressen, Obstmühlen sowie alle Maschinen und Ersatzteile für d. Landwirtschaft M. Rosenthal Möbel-Berkauf Wegzugs halber aus herrschattl. Hause Kämmeriäger Milberg kommt nach Gießen und Umgebung und verklär Natten, Mäuse, Käfer Wanzen usw. nach neuestem Verfahren. Garantiere s. Erfolg auf ein Jahr. Schristl. Bestellung unter 6952D an den Gretz. Anzeig, erbet. Zhre Vermählung geben hierdurch bekannt Erich 3unfer und Frau liefet geb. Westecker Ihre Vermählung geben bekannt Heinrich Senner und Frau Gretel, geb. Günther Gießen, den 11. Oktober 1930 Salzkammergut DerAussee, Gmunden, Traunkirchen, St.Wolfgang. Erla- kogel 1750 m üb. d. M., Ebensee, Salzburg, Hofgastcin, Bad Gastein Waldrestaurant n. Sommerfrische „Hubertus“ Beuern (Kr. Hieben) idyllisch gelegener Ausflugsort inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Familien aufenthalt. Wochenend. Solide Preise. Von der Bahnstation Gr.-Buseck in 50 Min.erreichbar. Autolinie in 10 Minuten. Inh.: Heinrich Baier. Tiimam 89/200cm gr.m.gsp.Füllg. IrRn 15cm tf.Fttr.und ßekldg. ■ Wl UH Mk.26.— p.Stück, Haustüren, Glasabschlüsse, Fensterläden Garmisch - Partenkirchen und Mittenwald Die Partnachklamm im Winter Zugspitze Höchster Berg Deutschlands 2964 m über dem Meere taiMeinriiÄii Bahnhofstraße — Ecke Wolkengasse Telephon 3403 Gemeinden,Obst-und Gartenbauvereine erhalten beim Bezüge Rabatt! verkaufen: [06266 1 Speisezimmer «dunkel Eiche) 1 Schlafzimmer lhell Eiche) Polstermöbelaarnitur Antiker Schrank, Küchenschrank Küchentisch, Flurgarderobe Küchengeschirr. — Anzusehen vom 13. bis 16. Okt., norm, von 11 bis 1, nachm. von 4 bfß 5 Uhr. Stevbanttratze 7, Auskünfte tnRechrS-, Drras-,Famrl.-Ange- legendeiten, Gesuche, Verträge. Beobachlungen. Uebermachg. und Ermittlungen preiSw- streng dlSkr. u. an all. Orten ert u. erledigt Detektiv- Burean-n.Auikunitel Inh.K.Gerz.Bad-Nan- helm, Knratr. 17. HsnanraKHs Homöopathie Biochemie nach Dr. Madaus. Leihgestern, Bahn bofstrake (Nähe Bahnhof Okofe« LinseniSvrechstund. lägt. 9—4 Uhr nutzer Mittwochs. 06319 B. Dönch, Iridologe. Aevv 28 Jahre alt, evangelisch, möchte rwe«s Äeirat einfaches, häusliches Mädchen fennen= lernen. Zuschriften unter 69271) an den Gietzener Anzeiger. Fräulein, 44 Jahre, wünscht nnt Herrn zwecks späterer Heirat bekanntzuwerden. Diskretion zugesich. Schristl. Angebote u. 06317a. d. Gietz. Anz. Suche f. mein Kind, l3/« Jahr alt, liebev. Wegeflelle Schr. Angeb. u. 06336 a. d. Gietz. Anz. erb. Gelegenh eit zum Wäschetrocknen für oen Winter. «smD ÄmWahrnnaaberB 161 Orlenberger Kalle-Ml Pferde-, Fohlen-, Rindvieh- und Sch weine-Markt zu Ortenberg (Hessen) vom 26. bis cinschl. 30. Okt. 1930. Am 27. und 28. Oktober 1930 Bferöe- unö3of)len-mor(t, am 28. Oktober 1930 and) Hinooteit-u. Sdjiueinemarn Zum Krämer-Markt am 28. II. 29. ctt. 1930 werden Anmeldungen am 27.Okt. 1930, von 9—11 Uhr vormitt, im Raibause entgegengenommen. Donnerstag, 30. Okt. vorm. 10 Ubr im „Gasthaus zur Post" Große Verlosung von 5 Fohlen, 4 Rindern Schweinen und landwirtschastlichenGeräten sowie sonstigen Gebrauchsgegenständen. 6931 Äruchenbrücken Gießen Friedberg Riegelpfad 90 11. Oktober 1930 Der Donnerkogel Preise der Platze: Mittelloge 2.50, Saalloge 2. — , Seitenbalkon 1.50, Rang 1.50,1. Platz 1.50 2. Platz 1.20, 3. Platz 0.80. Vorverkauf ab 6. Okt.: Reisebüro Loeb, Seltersweg, Theaterkasse. Schüler nur Montagnachmittag halbe Preise. Lichtspielhaus Gießen Sonntag,12.0kt Montag, 13.0kt. vorm. 11 y4 Uhr nachm. 4 Uhr Einl. 10.45, Ende 1 Einl.3.30, Ende 5.45 Nur zwei Vorführungen des bedeutendsten Deutsch-Oesterreich. Alpen-Kulturfilms TIROL und die Baverisdien Algen bei Berchtesgaden, Bannisth- Parlenbirchen und Millenwald Ein Alpen-Kulturfilm in 5 Teilen mit besonder. Musikbearbeitung für den Film. Walter Mtershausen Fee Mtershausen, geb. Kock Vermahlte Gießen Dillenburg 11. Oktober 1930 6935 D Literatur Kurse und Einzel- stund., Privatunterricht in Jranzösilch und Englisch. U,WD Dr. Gisela TW, Alieemtrafle 13/11. Gutgeh., sehr wert« volles, ganz gering belastet. Hotel-Rest, sucht zw. Renovier. Rm.ioooo Hypothek.—Schristl. Ang. unr. 6969D an den Gietz. Anz. erb. Heute 4. Stiftungsfest der Gießener Theater-Vereinigung im Katholischen Vereinshaus Wir machen schon heute darauf aufmerksam, daß am 1. Januar 1931 allen Schuldnern, die mit der Zahlung ihrer Zinsen für Hypothek- und sonstige Darlehen über 4 Wochen vom Fälligkeitstage ab im Rückstände sind, ein um i'? Prozent erhöhter Zinssatz für die abgelausene Zinspcriode berechnet wird. 6928D Bezirkssparkasse Gießen. Bekanntmachung. Das am 1. Oktober 1930 fällig gewesene Holzgeld kann bis zum 20. Oktober b. 3. noch ohne Kosten an unsere Stadtkasse oder deren Postscheckkonto Nr. 13196 Frankfurt a. M. bezahlt werden. 6924D Hess. Bürgermeisterei Lich. 9. 23.: Ihring, Beigeordneter. Garder- und Enneberger-Tal Pflaurenz Ruine Michelsburg, Zwischenwasser Piccolein, Pederoa, St. Leonhard In den Dolomiten Im Tierser Tal, St. Cypran, Grasleitenhütte 2116 m üb.d. M., Grasleitenspitz. u. -Paß 2597 m ü. d. M., Mogonispitzen.Winklertürmc und Rosengartenspitze, im Tschocher- joch 2644 m ü. d. M., Marmalata 3314 m ü. d. M., höchster Gipfel für Dolomiten, Fensterltürme,Ver- nel 3205 m, Die Pala. Große Zinnen. Paternkofel. Der Monte Chri- stallo3199m.DerLangkofel3187m ü. d. M Der Monte Pelmo 3169 m. Tscheinerspitze. Grödner Tal. Die Tschierspitzen. Pischau-See. Bamberger Sattel. Berner Turm. Sella- Plateau. Sella-Gruppe mit Böspitze 3152 m ü. d. M. 6840 c Besteigung des Dachstein Am Gosausee. Die Simonyhütte Lieferungsvergebung. Für die Medizinische Klinik, die Frauenklinik und die Klinik für hautkranke zu Gießen soll die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug ufro. vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und die Muster können 'bei der Verwaltung an Werktagen (außer Samstag), nachmittags zwischen 3lZ> und 5K Uhr, eingesehen werden: Ledarfslisten werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen — mit entsprechender Anschrift versehen — an die gemeinsame Verwaltung obiger Kliniken bis spätestens Montag, den 27. Oktober 1930, mittags 12 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist sechs Tage. Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Kaufmanns Siegfried Haas in Gießen, Inhaber der Firma h. Lehmann in Gießen, Bahnhof- trahe 54, wird heute am 10. Oktober 1930, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. 6950D Der Geschäftsführer Bemann Kirchner in Gießen, Am vah^angsberg 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 28. Oktober 1930 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in i; 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange- mcldeten Forderungen auf Freitag, den 7. Tlovember 1930 vormittags 9 Uhr vor Dem unterzeichneten Gerichte, Saal 101, 1. Obergeschoß, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird ausgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabsolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 28. Jlo- vember 1930 Anzeige zu machen. hessisches Amtsgericht in Gießen. und HERBA-CREME Zu haben In Apotheken, Drogerien und Parfümerien. Herba-Seife RM —.65, 300/o verstärkt RM 1—. Herba-Creme In Tüben fetthaltig, fettfrei RM -.60, RM -.85, In Dosen fetthaltig RM -.60.- — Kr. 238 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Samstag, I'. Oktober (930 Der Geünbeegev Gallusmarkt findet Mittwoch, den 15., und Donnerstag, den 16. Oktober d. Ls., in bedeutend erweitertem Umfange auf dem stark vergrößerten Marktplatz statt, und laden wir zu zahlreichem Äesuche ein. • Pferde-, Rindvieh- und Gthweiuemnvkt findet Mittwoch, den 15. Oktober, statt. Oer Austrieb beginnt morgens s Uhr und endigt 9 Uhr. Anschließend Krämermarkt. Nachmittags Dolkcbelustigung mit Tanz. • Donnerstag, den 16. Oktober: ^rSmevmarkt, Verlosung und Volksbelustigung. • Extrazüge verkehren nach Gießen, Alsfeld, Londorf und Lich. «nn Hessische Bürgermeisterei Grünberg Oer Gallusmarkt als wirlschastlicher Mittelpunkt. Grünberg steht wiederum vor seinem bedeutendsten wirtschaftlichen Ereignis des Jahres: am kommenden Mittwoch und Donnerstag findet der weithin bekannte Gallusmarkt statt. Gallusmarkt in Grünberg, das heiht das wirtschaftliche Leben der beschaulichen Kleinstadt für fttoei. drei Tage zur Hochkonjunktur anschwellen lassen, heiht für die Bewohner einiger Dutzend umliegender Dörfer ein einziges Ziel haben, wohin zu gehen man sich das ganze Jahr über vorbereitet hat, heiht für Grünberg selbst das große Fest des Jahres feiern. Weit ist er bekannt und berühmt, der Grünberger Gallusmarkt; der wetterfeste Vogelsberger nennt ihn kurz „Gall- mährt", während sein südwestlicher Vachbar, der Bewohner der gesegneten Metterau, breit und behäbig vom „Gallmaht" spricht und der halbvornehme Städter ihn mit „Gallmarkt" bezeichnet. Schon aus diesen verschiedenen Rainen geht deutlich hervor, daß der Grünberger Gallusmarkt überall im Lande Hessen genannt wird und bekannt ist. Sogar in Amerika wird ganz sicher im Monat Oktober von ihm gesprochen, wenn sich dort hessische Landeskinder und besonders Grünberger zusammenfinden, um von der Heimat zu plaudern. Und welcher Zauber und welche Bedeutung sich erst in der Heimat an das Wort „Gallusmarkt" knüpft, das beweist die zu einem geflügelten Worte gewordene sagenhafte Antwort jenes Grün- berger Schulbübleins, wonach er mit unter die „hohen christlichen Feiertage" zu rechnen ist, das beweist aber auch, dah er hierzulande eine ganze Jahreszeit aus dem Kalender verdrängt hat; denn von den, Herbst svricht hier kein Mensch, hier heiht es nur „ver'm Gallmährt", „im de Gallmährt erim" und „nooch'm Gallmährt". So lebt er in der Vorstellung von jung und alt als „das Ereignis" im Jahre, von dem das ganze Jahr über gesprochen wird, auf das sich alles freut und wofür alles aufs beste in Ordnung gebracht wird. Und wenn die in der Ferne wohnenden Grünberger das ganze Jahr ihre Heimat nicht gesehen haben, im Herbst erwacht die Sehnsucht nach der Vaterstadt, der Zauber des Gallus- marltes zieht sie an mit unwiderstehlicher Gewalt. Jahrhunderte alt ist der Gallusmarkt, verlieh doch im Jahre 1481 der Kaiser Friedrich III. aus dem Hause Habsburg der Stadt Grünberg das Recht, am St. Kalixtenabend (14. Oktober) einen „freien Jahrmarkt" zu beginnen. Eigentlich hätte der Markt daher „Kalixtenmarkt" heißen müssen, aber die Grünberger nannten ihn nach dem berühmten „Freiheitsbrief" des Landgrafen Heinrich I. von Hessen, den dieser airläßlich seines Besuches am St. Gallustage (16. Oktober 1272) der Stadt ausstellte, in dankbarer Erinnerung an dieses wichtige Ereignis „Gallusmarkt", da ja auch dieser Tag den Schluß des ursprünglich dreitägigen Marktes (14. bis 16. Oktober) macht. So ist er zu seinem Aamen gekommen der altehrwürdige Freund, hat Jahrhunderte überdauert, hot gute und schlechte Zeiten gesehen und war bis ins vorige Jahrhundert einer der besuchtesten Märkte Mitteldeutschlands. Auch heute noch übt er stets seine Anziehungskraft auf die Umgebung aus und ist das Herbst-Stelldichein für den vorderen Vogelsberg, die Rabenau, das Busecker Tal u. a. Dieses lebhafte Interesse weiter Bevölkerungskreise findet seine natürliche Begründung einerseits in der wirtschaftlichen Bedeutung oes Marktes selbst, anderseits in der Tatsache, daß man in Grünbergs Mauern während und nach den Stunden des Marktgeschäftes mancherlei frohe Geselligkeit findet, die in dem ewigen Einerlei des Alltags, insbesondere auch für die schwer arbeitende Landbevölkerung, eine willkommene Zerstreuung bildet. Deshalb ist es dem einfachen Bauers- und Arbeitsmann, der sich den Sommer hindurch auf seiner Scholle mühsam plagt, Bedürfnis, den Gallusmarkt zu besuchen. Da er das Jahr über öfters nach Grünberg kommt, so will er auch beim Gallusmarkt dabei lein, einmal um den Marktrummel mitzuerlebcn, zum anderen aber auch sind es sehr reale Dinge, die ihn herführen: An- oder Verkauf von Ferkeln, Anschaffung notwendiger Geräte und Gegenstände des täglichen Bedarfs, vor allem Winterware; dies alles wird am Gallusmarkt erledigt. Gerade für den Landwirt ist die Zeit besonders günstig, denn bis Mitte Oktober sind die dringendsten Feldarbeiten beendet, er hat einen äleberblick über seine Futtervorräte und kann danach seinen Viehbestand einrichten, überflüssiges Vieh abstoßen oder neues kaufen; durch den Verkauf seiner Erzeugnisse hat er die nötigen Barmittel in den Händen und kann an allerlei Anschaffungen denken, die er in den geldknappen Sommermonaten sich nicht leisten konnte. Und die Grünberger Geschäftswelt, die sich für den Gallusmarkt ganz besonders rüstet, — ein Blick auf die zahlreichen Anzeigen in diesem Blatte beweist dies — bietet alles auf, um den Marktbesuchern mit allem dienen zu können. Sind für sie doch diese Markttage wohl die Tage, die ihnen die größte Ernte des Jahres bescheren. Seit langem haben sie vorgesorgt; besonders Bäcker und Metzger müssen an den beiden vorhergehenden Tagen mit Hochbetrieb arbeiten, um für den Markt gerüstet au sein, und an den Markttagen haben alle Hände vollauf zu tun, um die Kunden zu bedienen und jede Rachfrage zufriedenzustellen. Groh ist oft der Umsatz, der bei gutem Marktverlauf in manchen Geschäften erzielt wird. Kein Wunder, denn schier unübersehbar ist die Menschenmenge, die zu Fuß, zu Wagen, mit Rad, mit Auto oder mit der Bahn, die außer den verstärkten fahrplanmäßigen Zügen noch Sonderzüge laufen läßt, nach Grünberg hereinkommt. Unaufhörlich ergießt sich ein Menschenstrom durch die Straßen, in den Geschäften staut sich die Menge der Käufer, und der Markt auf der Käswiese ist bis in die späten Abendstunden stets mit einer dichten Menge belagert; übertrifft doch nach vorsichtiger Schätzung die Schar der Marktbesucher oft weit die Zahl 10 000. Da herrscht überall reges Leben und Treiben, Musikbanden und Harfenmädchen durchziehen die Straßen und eilen von Wirtschaft zu Wirtschaft, um ihre Weisen, besonders die neuesten Schlager, hören zu lassen, Blinde, Krüppel und Invaliden mit Drehorgel oder Ziehharmonika sitzen an allen Straßenecken und den Zugängen zum Markte, leiern ihre eintönigen Melodien ab und bitten um milde Gaben. Auf dem Markte lange Reihen von Verkaufsständen, die in mehreren Gassen angeordnet sind und allerlei Waren enthalten, darunter besonders auffallend ein oder mehrere „wahre Jakob". Immer Und immer wieder preist er seine Waren mit lautem Rufen und Schreien als die allerbilligsten an, durch seinen treffeirden, nie versiegenden Mutterwitz ist er stets von einer Schar Schau- und Kauflustiger umlagert und was für ihn die Hauptsache ist, seine Sachen finden immer wieder ihren Liebhaber. Dicht daneben der Juxplatz mit seinen Ständen mit Spielsachen, Zuckerzeug und was sonst das Herz der Kinder erfreut, ferner Schiffsschaukel, Karussell, Schießbude, Panorama, Tierschau. Schnellphotographie, Wahrsagerbude, Ent- fessclungskünstler, Degenschlucker, Feuerfresser und vieles andere mehr. Mit hochtönenden Worten laden die Besitzer dieser Buden zum Besuche ein, „die hier gebotene, nie wiederkehrende Gelegenheit", ihre einzigartige Sehenswürdigkeit zu besichtigen, ja nicht zu versäumen. Sie alle finden stets Zuspruch, denn der Marktrummel bringt es mit sich, daß an diesem Tage das Geld lockerer in der Tasche sitzt als sonst und man deo Wissenschaft halber sich zum Besuche der einen oder anderen Sehenswürdigkeit herbeilüßt. So dauert das Leben und Treiben auf dem Markte bis in die späte Rächt, während der Verkehr in der Stadt nicht minder stark ist. Alle Wirtschaften und Gasthäuser sind stets voll besetzt, in mehreren Sälen der Stadt hat sich die Jugend der Dörfer eingefunden, um dem Tanze zu huldigen, und die reichen Vorräte der Bäcker und Metzger finden rasche Abnahme. Der Verlauf des Gallusmarkles spielt sich folgendermaßen ab: Dienstagabend findet nach einem Platzkonzert der Fcuerwehrlapelle auf dem Marktplatz und einer Ansprache des Beigeordneten auf dem Rathaus die Hissung der Marktfahne in den Farben der Stadt (blau-weih-rot> statt. Seit 1928 wird dieser alte Brauch, der jahrzehntelang geruht hatte, wieder geübt und dadurch angedeutet, dah die Stadt für drei Tage unter Marktrecht steht. II. a. besagt dies, daß man auf dem Markte den Anordnungen des Marktmeisters und seiner Gehilfen, die alle mit einem langen Säbel ausgerüstet sind, Folge zu leisten hat, ferner, daß die Polizeistunde für die Dauer des Marktes aufgehoben ist. Am Mittwochmorgen findet Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt statt, der dieses Jahr auf der Lehmkaute abgehalten wird, da der Platz auf der Käswiese infolge des Herbstwetters von den Schweinehändlern, die meist mit Autos kommen, nicht befahren werden kann. So muhten diese im vorigen Jahre etwas abseits an den Wegen Aufstellung nehmen, was zu Klagen Veranlassung gab. Diesem Ülebelstande will man durch die jetzige Anordnung abhelfen. Außerdem ist am Mittwoch sowie auch am Donnerstag Krämermarkt und Volksbelustigung, was beides tote stets auf der Käswiese stattfindet. Richt unerwähnt soll bleiben, bah auch dieses Jahr wieder die Schmückung der Stadt, ähnlich wie im vorigen Jahre, mit den von der Marktkommission bescAfflen Fahnen und Wimpeln erfolgt, wodurch das Straßenbild ein buntes Gepräge erhält. Wie schon seit einer Reihe von Jahren findet wieder eine Verlosung statt, die am zweiten Tage in der Turnhalle vorgenommen wird. Sind so alle Vorbereitungen getroffen und macht auch der Wettergott ein gutes Gesicht, so kann der Gallusmarkt, die „Grimmerger Kirmes", Einzug halten. Grünberg wird seine Ehre darin sehen, die Erwartungen seiner Gäste vollauf zu erfüllen. K. W. Empfehle in großer Auswahl Damen- und Kindermäntel Gummimäntel, Paleto s und Ulster Herren-, Knabenanzüge Stoffe aller Art, Strickwaren sowie Unterzeuge - Alles in cgi7D bester Qualität zu den billigsten Preisen Rudolf Römer,Grünberg Verkauf nur In dem Laden! Bahnhofswirtschaft in Grünberg (im Bahnhof) Ab 1. Oktober übernommen. - Beste Biere Vorzügliche Weine — Gute Verpflegung Am GallusmarktSpezialgerichte zu billigsten Preisen Emil Backfisch, Grünberg (Hess.) (Früher in Gießen) 69,8l) Gallusmarkt Grünberg Hotel zum wilden Mann empfiehlt seine Lokalitäten. Am Gallusmarkt in den unteren Räumen 6871 0 bayer. Stimmungs-Kapelle (Damenbedienung). — Vorzügliche Küche, gut gepflegte Biere, vorzügliche weine. Am 2. Gallusmai kitag im Saale Ball Es ladet freundlichst ein Karl Wetzlg. Ga lusmarkt Grünberü i.H. Hotel zum Hirsch la Weine, Münchner Biere bekannt gute Küche Mittagessen im Saal mit Konzert 1315Uhr Am 15 Oktober 1930, abends 8 Uhr; BALL Leitung: Tanzlehrer Schneidt, Laubach Eintritt: Herren RM. 1.50, Damen RM. 1 - He Reichswehrkapelle • Intant.-Regt. Nr. 15 Im Restaurant erstklassige Stimmungs- Kapelle! Beste Humoristik Damen - Bedienung! 687GD Es ladet freundlichst ein: Hermann Eiertänzer Sdiuhe kauft man gut und ballig! Schuhhaus Sdiweißguth Inhaber Fr. Hofmann .... Grünberg Zum Gallusmarkt 6916D in großer Auswahl Damen-, Herren- u. Kinderkleidung AI e Manufaktur-varen u. Weißwaren, Unterkleider, Strickwesten, Pullover, Lumberjacks Sonntag, den 12. Oktober, ist mein Geschäft von 11 bis 6 Uhr geöffnet! Ich gebe an diesem Tage sowie in der Gallusmarktwoche a f alle Waren 10 Prozent Rabatt! “;0~ Herrn. Aug. Christ GrQnberg Kartoöelwäicher,G:ohüs‘ Leistung garantiert 60 Pfd. Je Minute. Trommel verzinkt — Bewflbit in Grob-, Mittel- and Kleinbetrieben, Haushaltungen usw. 68691 > Alle Landmaschinen und Geräte F.C. Weiß Nacht,iDhMSchrcer Grtinberg (Hennen) 5 Fernspredier: Grünberg Nr. 10. •HteiHHMMHMHttHWHHMCttMe Unbedingt zuverlässig bedient Sie das moderne Uhrenfacbßesdiatt K. H. Pfeffer, Grünberg Trauringe, Modesdimuck Geschenkartikel Moderne Ware / Niedrige Preise / Vielseitige Auswahl Einwandfreie Qualität 69düD •eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeoeeeeeeeeeeeeeee* Singer Maschinen altbekannt. Erleichterte Zahlungs- bed ngungen. Mäßige Monatsraten Singer Nähmaschinen-Aktiengesellsch. Gießen Marktplatz 18 Vertretung u. Niederlage in Grünberg We ß Nachfolger, H. Schroer, Marktplatz 69111 • Cafe und Konditorei „Zum Taunus“ GrQnberg, Neustadt 29 empfiehlt seine neuhergerichtete Gaststätte GALLUSMARKT Donnerstagabend 6959D Tanzkränzchen Alleinige Herstellung u. Versand von Weizen- u. Roggen- schrotorot u. Schrotzwieback für Magen- u. Zuckerkranke Dec Grünberger Gallusmarkt OJL-Spoit Der Wanderpreis des hessischen Staatspräsidenten ausgestettt. Die Plakette des hessischen Staats- präfibenten Dr. A b e l u n g, die für den H e s- scnwettkampf i in Sinn ft turnen in Darmstadt vom Gau Hessen mit 1841 Punkten errungen werden tonnte, ist im Sporthaus Schwan, Mäus- burg, zur Schau gestellt. Die sehenswerte Plakette ein Wanderpreis, zeichnet sich durch vornehme künstlerische Gestaltung aus. Amtliche Spieltermine für Sonntag, 12. Oktober. Vezirksliga. Süd: Spielverein Kassel — Borussia Fulda: Germania Fulda — Hermannia Kassel: Kurhessen Marburg — Hessen f)ersfclb; Sport Kassel — FC. Ockershausen. Nord: SC. 05 Göttingen — SB. Göttingen: FC. Grone — Kurhessen Kassel: Einbeck 05 — Großalmerode. 1. Vezlrkvklasse (Gruppe Lahn). 1900 Gießen — Germania Marburg: Breidenbach — Herborn: Kirchhain — Frohnhausen; Wallau — Wiesenbach. 1. vezirksklasse (Gruppe Hannover). Holzminden — Ostrode: BfB. Northeim — Blau- Weiß Göttingen; Lauterberg — Sp. top. Northeim; Wißenhausen — Sp. Einbeck. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Das erstemal in der neuen Saison spielt die Ligamannschaft auf eigenem Platz, »Germania" Marburg ist der Gegner. Die Gießener haben damit den schwersten Geyner vor sich, der alle bisher ausgetragenen Spiele für sich entscheiden konnte. Marburg ist ohne Derlustpunkt und 1900 ohne Gewinnpunlt, obwohl in der Spielstärke der beiden Kontrahenten kaum ein nennenswerter Llnterschied besteht. Marburgs größere Schnelligkeit wird durch der Gießener besseres technisches Können ausgeglichen. Die Gießener sollten sich die Tatsache vor Augen halten, daß sie im vergangenen Jahr den Gegner vom Sonntag selbst in Marburg der Meisterschaft entthronten und in Gießen Unentschieden spielten. Das Spiel am Sonntag, dessen Ausgang mit großer Spannung erwartet werden dürfte, sollte in Schiedsrichter Thrift- Horas einen zuverlässigen Spielleiter haben. 1900 muß zu diesem Kampfe mit Ersah für die Spieler Hoymann, Zeiler, Schneider, Best und Langsdorf antreten. Die Ligareserve muß zum Verbandsspiel nach Steinbach. Der Gegner ist nicht allzu gefährlich, indessen hat der Platz seine Tücken. Auch in diesem Spiel muß 1900 auf fünf gesperrte Spieler verzichten. Ein Sieg sollte trotzdem im Rahmen deS Möglichen liegen. Die dritte Mannschaft empfängt auf dem Sportplatz an der Lieoigshöhe die erste Elf Garbenteichs. Der Ausgang dieser Begegnung ist bei gleicher Spielstärke nicht vorauszusagen. Die vierte Els ist spielfrei. Die erste Jugend hat die Jugend Heuchelheims in einem Gesellschaftsrück- spiel vor dem Ligaspiel als Gegner. Oer VfB. ohne Spiel. Am kommenden Sonntag ruht der Fußballbetrieb im VfB. fast ganz. Während die Ligamannschaft, Ligareserve und wahrscheinlich wohl guch die gesamte Jugendabteilung spielfrei ist. tritt lediglich die dritte Mannschaft auf eigenem Plah zum fälligen Derbandsspiel an. Der Gegner ist die erste Elf des Fußballvereins Leihgestern. Die Platzmannschaft sollte einen knappen Sieg landen können. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. In der Handball-Abteilung der Spielvereinigung 1900 ist der Handballbetrieb wieder ausgenommen worden. Die erste Mannschaft tritt am kommenden Sonntag dem Tv. Garbenteich auf dessen Platz gegenüber. Die Gießener sind sich der Schwere ihrer Aufgabe wohl bewußt. Es wird viel davon obhängen, wie lange die Mannschaft der Spieloereinigung braucht, um sich zu finden. In dieser Hinsicht wird der Gastgeber, der auch in der neuen Saison noch ungeschlagen ist, viel voraus haben. Die zweite Mannschaft wird wahrscheinlich ohne Spiel bleiben. Handball im Männerturnverein (O.T). Am Sonntag gelangen auf dem Mtv.-Plahe am Schisfenberger Weg wieder zwei Handball-' Derbandsspiele zum Austrag. Die erste Mannschaft des hiesigen Männerturnvereins empfängt die gleiche Mannschaft des Turnvereins Alsfeld. Die Einheimischen werden dieses Spiel, wenn auch nur mit knappem Resultat, voraussichtlich für sich entscheiden können. Die zweite Mannschaft hat, ebenfalls auf eigenem Platze, ein schweres Spiel vor sich; die Männerturner haben gegen die erste Mannschaft des Turnvereins Großen-Linden, den Tabellen-Ersten der A-Klasse, das festgesetzte Derbandsspiel auszutragen. Die erste Jugendmannschaft fährt nach Wetzlar und wird dort einen horten Kampf zu bestehen haben. Die Mannschaft, die aus diesem Spiel als Sieger hervorgeht, wird man wohl als den künftigen Gou-Jugendmeister betrachten können. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Zum letzten Berbandsfpiel der Vorrunde empfängt die 1. Mannschaft di« Elf des Tv. Lauterbach. Die Gaste sind in diesem Jahre in die Meisterklasse aufgestiegen und haben demgemäß noch nicht die nötige Spielerfahrung, um den alten Vereinen erfolgreich die Spitze bieten zu können. 1846 darf aber den Gegner nicht unterschätzen. Handball im T. V. Klein-Linden. Am Sonntag weilt die 1. Iugendmannschaft des hiesigen Turnvereins In Lützellinden, um dort ein Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft des dortigen Turnvereins auszutrogen. Ciily Außem geschlagen. Beim Tennisturnier in Meran zeigt es sich, daß ein großer Teil der Spieler bereits vollkommen außer Form ist, was bei der vorgerückten Saison auch weiter nicht wundernehmen kann. Am Donnerstag gab es durch die Niederlagen von Cilly Außem und Christian Boussus zwei große Ueberroschungen. Cilly Außem verlor gegen die Französin Adamoff 3:6, 4:6, während Christian Boussus nach matten Leistungen von dem Wiener Matejka glatt 6:0, 6:4 geschlagen wurde. * Bei regnerischem Wetter wurde bas Meraner Tennis-Turnier am Freitag fortgesetzt. Der Oesterreicher Matejka sicherte sich durch einen leichten 6:0, 6:0»Sieg über den Dresdener Haensch die Teilnahme an der Schlußrunde: das Vorschluhrun- denspiel Duplaix-Artens mußte beim Stande von 9:9 im ersten Satz wegen Dunkelheit abgebrochen werden. — Im Finale der Damen-Konkurrenz um den Lenz-Pokal fertigte Cilly Außem die Polin Jedrzejowsko nach Kampf mit 6:0, 2:6, 10:8 ab. — Im Herren-Doppel besiegten Frenz-Heine die Wiener Groß Haberl 8:10, 6:2, 7:5, Wetzel-del Bono unterlagen Graf SalM'Grasser 6:3, 3:6, 6:3. — Im Gemischten Doppel schlugen Frl. Rost-v. Kehrltng das Paar Frl. Adamoff-Glasser 6:3, 6:3. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 12. Oktober. 17. Sonntag nach Trinitatis. Erntedankfest. Stadtklrche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr: 18: Pfr. Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Dfr. Bechtolsheimer 18: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal Pfr. Lic. Waas. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Elisabeih- üleinkinderfchule. 9.45: Pfr. Lic. Waas: 11: Kinder- kirche für die Petrusgemeinde: Pfr. Lic. Waas: 18: Pfr. Lic. Waas. — Konfirmandensaal Ciebigffr. 56. 14: Taubftummengottesdienft; Pfr. Bechtolsheimer.-— Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienft; Abendmahl für die weibliche Jugend. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst: anschließend Feier des hl. Abendmahls: Kollekte für den Evangel. Bund. — Alten- Buferf. IC: Erntedankfest: Frauenchor; Kollekte für die örtlichen Anstalten: 13. — Kirchberg. 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar; 13.30: Mainzlar. Hausen-Garbenteich. Erntedankfest. 10: Hausen; Mitwirkung des Frauenchors; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. Erntedankfest. 13: Hauptgottesdienst; Kirchenchor; Kollekte für die kirchliche Krankenpflege; 14: Kinderkirche. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Deffingen. 10. katholische Gemeinden. Samstag, den 11. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 12. Oktober. 18. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt; 14: Nosenkranzandacht mit Segen; 15: Jungfrauenkon- gregation. — Grünberg. 9.45: Messtz mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt; Christenlehre. — Cich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Metze mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 13. Oktober. Caubach. 7.30 Uhr: Messe für Verstorbene. Dienstag, den 14. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen. Mittwoch, den 15. Oktober. Hungen. 6.30 Uhr: Messe für Verstorbene. Freitag, den 17. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen: Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Dienstag, 14., und Mittwoch, 15. Oktober: Laubhüttenfeftende. Dienstag: Vorabend 5.30 Uhr, morgens 8.30. — Mittwoch: Vorabend 5.30; Jugendgottesdienst; nachmittags 5.45; Festesausgang 6.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Montag, 13. Oktober: morgens 6.15 Uhr. — Dienstag, 14. Oktober, und Mittwoch, 15. Oktober: S ch l u ß s e st und Gesetzessreude. 1. Tag: Vorabend 5.25 Uhr; morgens 8; nachmittags 4. 2. Tag: Vorabend 6.25- Jugendfeier; morgens 8; nachmittags 4; Feftesausgang 6.20. — Wochengottesdienft: morgens 6.30; abends 5 Uhr.________________________________ Sonntagsdienst d.Aerzte u.Avotbeken nm 12 10.30 Frl.vr.Güriler. vr Nenmann-Svenge^H^schapoth. Zahnarzt: Ur. Baum. 'D Präsident Cooiidge Präsident Cooiidge, der letzte Präsident der Vereinigten Staaten, einer der besten Wirtschaftskenner der Welt, vertritt den Standpunkt, daß ohne Insertion kein Blühen des Handels möglich wäre. In einer Rede über Insertion prägte er den Satz: „Advertising is the life of trade-Insertion ist das Leben des Handels!“ Erhältlich (.Apotheken uDrogerien Vertrieb f.USA. GlogauöCQ Chicago Rnllrirh - fa/i “ Sodbrennen .WWW 250gr0.60. Tabletten 025 ut 50 3n guter Lage der Bahnhofstraße Laden lit oder ohne Nebenräume für CngroS-und )etattgefchäfl geeignet,au vermieten. »u ertragen Bahnhofstraße 71. 06323 In oberbess.Landstädtcben. e iwa 2500 Ein ro- lit ausgedehnter Landkimbschast, Knotenp. tit Bahnlinien, ist in bester Geschäftslage irhdnev Laden mit 2 Schaufenstern 'agerräumen u. eo. Wohnung alsbald an stv. Unternehmen zu vermieten. Geeig- et für alle Branchen, betonders Schnh- Hircn oder Radio- und Elektr. Art. Schr. lttgebote unter Nr. 06.104 an den Gieß. Anz. Erstlingssirickwarenfabrik in Württemberg, sehr leistungsfähig, sucht bestens elngelührten Vertreter für (iiefien und Umgebung bei hoher Provision. Angebote unter S. B. 3406 durch Rudolf Moese, Stuttgart. 6945V Grundsolide Existenz! Größt. Berk. Schlager. Erfind, erst. Ranges, D. R. P., Waschautomat, wäscht selbst- täiig jedes Quant. Wäsche in all. Vorhand. Waschtesseln von 40 - 200 Llr. Inhalt ohne elektr Strom. Grösste Schonung der Wäsche. Sertengroßfabrikation. Berkaufvvr. nur !Di. 28,50. Lagert). Ved. ca. M. 800, - bar. Jnteress. Ang. u.HD.4l I0B38 Vlan die Ann.- Erv. D. Schürmann, Düsseldorf. WeMWIM Bom Havöhalt unabhängige kräftige Ehefrauen oderFamtlien mit erwachsenen Töchtern. abgebaute Beamte-Nenteneinpsänger tiiw. für Verteilung von Lebensmitteln an unsere nachgewtesenc Privatkundschast ge- sucht. Utcnülicn und Tranöportmtttel werd, zur Bersügung gestellt. Bewerber müssen einen lustigen Meiler mit Fenster sowie NeineSicherheit in irgendcincrForm stellen köttnen. Angebote von Bewerbern, wohn- basi in Vobar,erbeten unter H.G.1661 <61)55V) an den Gießener Anzeiger. Telephon 2741 und 2742 3937D Frankfurt am Main 6931V 6946 V 6934 V Döbcl» (Sa.). [06218 E5 fi ii gemäßen Vertretung. 6963 D BimiBeüer,®öt!lnofn.Brln3imireditnr.l txxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx: :xxxxxxxxXxxixjmxxsrxxxx: Bezirks -Vertretung für die seit 20 Jahren weltbekannte Clemen-Schokolade •Vertretung • für Gießen und Bezirk zu vergeben. AuSsübrl. schristl. Angebote mit Lichtbild nur bestens eingefübrtcr Herren erbeten an Schokoladcsabrik (Siemen & Cohn, „8. E.A. Ring Stopfbuchsen-Packung .'ist an etngcfübrtc Nach-Jngenienre'zu vergeben. (6965V „8. E. A. King'-Vertrieb, Berlin W 16. Gr. Umsatz! Höchster Verdienst! Scbnellkoc lapparat I Geschlitzt! Ein einziger in btr Küche und jeder Tops ist ein Schnellkoch- topf. 80 o Ersparnis! Detailpreis c-. RM. 7,40. Dae ist der Volkskochapparati Nur ernste, tüchtige Interessenten, die je n. Bezirk NM. 200 bis NM. 1500 verfügb. hab., wollen atiSstlhrl. schieiben anFa.E.W.Friedrich, Stuttgart, Kasernenstraße 49. WWeM M 600.- ooo rntlr ntonnliltn verdienen rührige, bei Landwirten gut etngesiihrte Herren durch lieber- nahme einer konkurrenzlosen zett- neditlon Kegeier, Berlin SW 68. Perfekte Stenotypistin mit längerer PrartS von hiesigem industriellen Werk für sofort, spätestens jedoch zum 1. November 1936, in Dauerstellung gesucht. Schritt. Angebote mit Zeugnisabschriften erbeten unter 6953D an den Gießen. Anzeiger. Radio Gelegenheit Netzempsänger mit vnutfptecbcr, zusam. 75 »rill. W'ederver- käufer Rabatt. 6omV Schreiber, Frank- surt a.M.,Atatnzer- landsirane 114n III. iStvckwerk beachten) PELZ- Mäntel u. Kragen werden umgearbet- tet und nett angefer- tigt. Schr. Ang. unt. 06287 a. d. Gieß. An». Eotinenöet Bnöienft wird vertrauenswürdigen Herren und Damen durch Verkauf niemer schwer verulberten Markenbenecke direkt ab Fabrik an Private aut Teilzahlung geboten. (6921V Krill BooS, Besteckiabrik, Düsseldorf 4k». liu-lilsn (lapanlscho Selhstverteldieine) Kurse für Damen und Herren. Wer nimmt teil1? Schrnil. Angeb. unt. 06278 an den Gieß. Anzeiger. Rentable Existenz durch konkurrenzloses, uns allein patentiertes VerfahrenI Keine Fabrikation! Bereits erfolgreich einge tthrt bei Staatsbehörden, Handel Industrie usw. Wir vergeben die Llzenx für die noch treten Bezirke DentsdiiandS und Ausland. Erforderlich 3000 bis 5000 NM. Offerten unter „290G1* an Annoncen-Ex- Schneiderin nimmt uock, Kunden an, in und außer dein Hanfe. 06284 Löbcrstrafte ML Tüchtiger Geschäftsmann wünscht sich an cm. Unternehm, mit M-WO zu beteiligen. Nur v. gnt rentablen Unternehmen, wo da» Ka- pttal sichergestellt werden kann, werden Adressen unter 06273 an den Gieß. Anzeiger erbeten- Familie vom Lande sucht Kind in liebevolle Pflege »it nehmen Schi Ntl.Attgebote u. 06274 a. d. Gieß. Anz. AlteS, angesehenes Großunternehmen der Texittbvanche sucht für den frei gewordenen Bezirk Gießen n.DillkreiS zwei oder drei tüchtige Detail-Reisende bei allerbesten Verdienstmögltchkeiten unter Berücksichtigung einer hervorragend ichönen-Kollektion und zeitgemäßen Vicferungo- und Zahlungsbedingungen. Nur lulrflttb tüchtige eingeiührte Herren, detien an einer reellen Zusammenarbeit mit wirklich leistungsfähiger Firma gelegen ist, belieben Offerten mit Unterlagen ein- Aurctcben unter F. U. V. 950 durch Nudois Mosse. Hypothekengeld an I. Stelle, nur gute Wohn- und Geschäftshäuser, zu kulantesten Bedingungen in kürzester Zeit Bankhaus Herz & CO. ZielbewuBler Mitarbeiter als Vertreter eines führend. Fabrik unternehmens für den Bezirk (ließen-Wetzl ar gesucht. Alter nicht über 40 Jahre. Energ. und fleißig arbeitendem Herrn,derdurch uns ImVerkaufunterwiesen wird, hat hier die Möglichkeit, sich durch den Verkauf eines erstklassigen Erzeugnisses ein hohes Einkommen zu schaffen. Kurze Bewerbung mit Altersangabe und Lichtbild erb. u. 6936V an den Gieß. An zeig. MM... von wirklich guter Wascheversandfirma bei gutem Verdienst eine lohnende Vertretung Sitzen Wei» Zuschriften mit genauen An- gaben des gewünschten Bezirkes von Herren mit nur gutem Vus unter 6930D an den Gießener Anzeiger erbeten. Altrenommierte Hamburger Jmvort- firma sucht für ihre Abteilungen Südfrüchte, aetrockuete Früchte und Wie- ncnbonig eingeführte und gut empfohlene PttMt... Gell. An geb. mit Ncferenzen erbeten u. H. E. 7018 durch RadoH Mosso, Hamborg 1. mioneiitinwifti General-Verlrelung ’ an seriösen Herrn zu vergeben, der in der Lage ist, im bicfigeit Bezirk mit Untervertretern und Werbedameii aus Bestrah' lunaS-Avparate zu arbeiten. Pünktliche wöchentl 'i'TOO.’ Mahlung zugesichert. Off. sind zu richten an die Bertriebsstelle der Fa. Gebr. Pfeifer, Fabrik elektr. iMppai., Frankfurt n. M. Gr. Bockenheim. Str. B7. Henkel hat es wahr gemacht! Persil ist billiger geworden! Hetzt, Hausfrauen, nutzt den Vorteil aus! ,Oie Persilwäsche im Haushalt war immer am billigsten, der neue herabgesetzte Preis erhöht ihre Überlegenheit noch mehr! ünd daneben haben Sie die großen allgemeinen Vorzüge der Persilwäsche: nur einmaliges kurzes Kochen der Wäsche, ohne Reiben, ohne umständliche Handarbeit, ohne Extrableiche! Das sind Gewinne, die in die Zeit passen! Millionen Hausfrauen in aller Welt waschen heute nur noch mit Persil. Machen auch Sie sich seine unvergleichlichen Vorteile ganz zunutze: nehmen auch Sie für alle Wäsche nur Persil! Persil bleibt Persil! Neuer Preis: Normalpakel 40 pfg.,Ooppelpaket2'5 pfg. 2486 V Achten Sie immer auf die Originalpackung mit dem Namen Henkel im roten Felde. RADIO Spezialgeschält 06290 6781 A fas-ftflege-System 348L mit neuem „D“-Kontaktl 6937 V 6?3) A Hassia“ Rübenschneider Schrotmühlen Düngerstreuer sowie alle Iandwirischaftl. Maschinen u. Geräte Sorech Unterrichl MUNl-Wt " 11 nf/rrirfit in, Sriinribrrtt Unterricht im Schneidern 0163 U günstig. Krankheiten 06253 Photo Radio Telefunkendienst liefert 1490D PERTRIX Kapokmatratzen in Baumwolldrell zur Untersuchung und Beratung schmerzender Füße kostenlos bei uns zu sprechen. Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit zum Wohl Ihrer Füße. DAIMOH-ANODEN jfäues Verfahren W. Hornung, Frankf. Str. 11 neben Caf6 Bettler, kein Laden. Fachmännische Damen- bedienung. Anprobierraum vorhanden. Reparaturen billigst. Berlowltz, fliehen Porospr. 2328. Hüftenhalter / Corselets und Büstenhalter sowie Trikotagen für Damen und Herren finden Sie in grober Auswahl und Infolge günstigen Einkaufs und Ersparnis hoher Ladenmiete zu billigsten Preisen im Damplsägewerk Lollar V. Nuhu. 91. (9. Sprechstunde 8 bis 1, 3 bis 6 Uhr Sonntags von 8 bis 1 Uhr F. Braun. Stoffspezialhaus Plockstraße Nr. 16 6782A Pianos oder Harmoniums werden erstki. u. preiSw. gestimmt n. repariert durch Erwin Zollinger Klavtertechniker u. gevr. Stimmer. Berkaus von neuen u.flebr.'L u. Anfertigen von Tomen- und Kinder Kleidern und Wäsche erteilt (06312 Ona Petri,Voonstr-'ße 30" A. J.Tröster, Butzbach 1327D SS* Älteste Fachfirma Größte Erfahrung Durch vorteilhafte Fabrikations-Einrichtungen liefere äußerst günstig: Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 3170 Habe mich als Homöopath in Gieben, Babnhofatrabe 64 (neben Cafe Amend) niedergelassen Behandlung von akuten u. chronischen la Düngekalk stet- vorrätig 6533D C- Rübsamen. »>erntvr. 3650. Kur-geschnitteneS tati* am 13. und 14. Oktober. Während dieser beiden Tage Ist ein Wizard-Fußspezialist |yjSperrholz J-S.fc’g in Eiche. Gaboon u. Kiefer 3*25mm Si a ■ Bretter und Dielen aller Stärken, ä • • • schwedische und bayerische Hobel- «K breiter, Svalierlatten, E chen- u. Z o u« Buchen« Schnittwaren liefern in ■ n “’n allen Stärken IimD r-i-Wen Dfln & Go., Gießen ■ 2 £ o Telephon 3949. Latten in aUen Stärken prompt Helerhar IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIID Schuhhaus Herbert Gießen, Marktplatz 2. Kapokmatratzen Infolge direkten Importes und niedrigsten Börsenstandes: Steilige Kapokmatratze in bestem Leinendrell, Jacquard oder uni, mit 25 Pfund reiner Java-Kapok- ä gg Füllung, das Beste, was es gibt, für Bett- g große 100x200 cm ...................... ■ ■ Mk- 3teilige Kapokmatratze in Leinendrell II, g*g*QO bei gleicher Füllung, für Bettgr. 100 x 200 cm (kleinere Betten entsprechend billiger) Mk. Montag ff Brefem „ Hechte etreit>ende! Der Versicherungsagent Am end sucht Handwerker u. Gewerbetreibende zwecks Abschlüssen von Krankenkassenversicherungen auf. Er gibt sich als Beamter der berulssländigeo Südwestdeotschen VersidiernafisaDStalt Ifir selbst. Handwerker u. Gewerbetreibende a. Gegenseitigkeit. Sitz Franktnrt/M. aus und beruft sich auf übersandte Schreiben der Handwerkskammer Darmstadt. Wir machen darauf aufmerksam, daß Herr Amend nichts mit uns zu tun hat. und nicht berechtigt ist, in unserem Auftrage Abschlüsse zu tätigen. Wir weisen ferner daraut hin, daß außer Einschreibegebühren bei uns nichts Im Voraus erhoben wird und alle Werbebeamten uns. Anstalt Legitimationskarten besitzen,dievon unserer Direktion u. der Handwerkskammer Wiesbaden. Geschäftsst. Frankfurt, unterzeichnet sind. Südwestdentsche Versicherungsanstalt für selbständige Handwerker und Gewerbetreibende anl Gegenseitigkeit oeios Frankfurt a. M., Braubachstr. 18/22, Handwerkerhaus. Ihre Geschäftsdrucksachen •teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnleeen. Man etellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor. wie man Briefbogen, Briefumschläge, Poetkarten, Rechnungen, Beechüftekerten Ihres Haueee beurteilt. Legen Sie deehaib Wert 59-61. b) 55—58, c) 50—54 — Kälber b) 80—84, cj 75-79. d) 70—74. — Schafe al) (Weidemast) 48—52, b) (mittlere Mastlämmer) 44—47, c) (fleischiges Schafvieh) 38—43. — Schweine b) 57—59, c) 57 bis 59, d) 57—59, e) 56 bis 58. • • Arbeiterentlassungen auf dem Westerwald. Die Traunkohlmgrube „Qllefan- dria" bei Höhn im Westerwald hat wegen Absatzschwierigkeiten 150 Bergleuten gekündigt. Für die übrige Belegschaft, etwa 300 Mann, wird Kurzarbeit eingeführt. * Don der Frankfurter Börse. Dom 10. Oktober ab wird die Rotiz für Kommunalschuldverschreibungen alter Währung Serien 1 bis 24 und Serien 26 bis 50 der Hessischen Landes-Hypothekenbank in Darmstadt eingestellt. * Portlandcem entwerte Heidelberg - Mannheim ° Stuttgart A G., Heidelberg. Die Gesellschaft, Deren Aktienkurs auf Gerüchte von einer Dividendenermäßigung stark flurüdgegangen ist, teilen dem WTB.- Handelsdienst auf Anfrage mit, daß man zur Zeit noch nicht sagen könne, ob eine Dividendenreduktion eintreten müsse, denn vom Geschäftsjahr seien erst neun Monate abgelaufen. Anderseits sei bekannt, daß es der Baustoffindustrie ebensowenig gut gehe, wie den meisten anderen Industrien. Don einer Auswirkung des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung sei leider noch nichts zu spüren. Trotzdem sei der Pessimismus der Börse im Falle der Gesellschaft so wenig berechtigt, wie in zahlreichen anderen Fällen. Ein Kurs von 80 bis 86 Proz., wie er gestern genannt wurde, entspreche durchaus nicht dem inneren Wert der Aktien der Gesellschaft. Frankfurter Alrcnvbörsc. Frankfurt a. M , 11. Oft. Tendenz kräftig erholt. — Zum Wochenschluß konnte sich nach der starken Verflauung der beiden letzten Tage eine kräftige Erholung durchsetzen, die ihren Ausgang von der festen Tendenz der gestrigen Reuyorker Börse nahm. Die Stimmung wurde allgemein zuversichtlicher, und man glaubt, daß mit dem Zustandekommen des Ueberbrückungskredits nunmehr gerechnet werden kann. Außerdem hofft man, daß es nach der Fällung des Schiedsspruches zu einer Beilegung des Berliner Metallarbeiter tonfliktes kommen wird. Die Um fafttätigteit nahm jedoch keinen größeren Umfang an und beschränkte sich in der Hauptsache auf Deckungen; verschiedentlich sollen aber auch kleine Kauforders von außen her vorgelegen haben. Beträchtlich erholt waren vor allem Kaliwerte; Aschersleben plus 4,5 n. H., Westeregeln plus 6 v. H. und Salzdetfurth plus 10 v. H. Auch Elektrowerte waren stärker gebessert. AEG., Licht & Kraft, Felten, Schuckert & Siemens waren 3,5 bis 6 v. H. höher. Kunst- seideaktien ebenfalls bis 6 v. H. erholt. Am Montanmarkt betrugen die Kursgewinne 1,5 bis 4 v. H.» am Schiffahrtsmarkt 2 o. H. Banken qcroannen 1 bis 3 v. H. zurück, wahrend Farben eher Geld eröffneten. An den übrigen Märkten ergaben sich durch, schni111ich Kurserholungen von 1,5 bis 3 n. H. Am Anleihemarkt waren von deutschen Anleihen Altbesitz 0,60 v. H. höher. Bon Ausländern lagen Türken schwacher Am Pfandbriefmarkt ließ das Angebot nach. Im Verlaufe waren die Kurse zunächst weiter leicht erhöht, die Geschäftstätigkeit ging jedoch zurück. Tagesgeld war zu den «teuer- zahlterminen weiter stark gefragt; der Satz wurde auf 5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt war weitere Nachfrage nach Devisen festzustellen. Man nannte Mark gegen Dollar 4.2050, gegen Pfund 20,43, London gegen Kobel 4,8590, gegen Poris 123,86, gegen Mailand 92,80, gegen Schweiz 25, gegen Holland 12,0430. Berliner Börse. Berlin, ll.Okt. Bon gestern zu heute hot sich an den Effektenmärkten eine kräftige Besserung der Stimmung und Kurse durchsetzen können. Im Einklang mit der Erholung in Neuyork hatte man schon im Vormittagsverkehr Kurse taxiert; die offiziellen Notierungen übertrafen diese Erwar hingen aber ganz erheblich. Es befriedigte, daß sich die gestrigen Gerüchte über Dr. Curtius nicht bewahrheiteten, daß man im Lohnkonflikt der Metall Industrie durch den Schiedsspruch wahrscheinlich zu einer Einigung kommen wird, daß die Dresdner Bank in ihrem neuesten Wirtschaftsbericht etwas optimistischer gestimmt ist, daß Geheimrat Louis Hagen gestern in Köln vor Kopflosigkeit gewarnt und sich gegen die Kapitalflucht ausgesprochen hat, daß der Ueberbrückungskredit so gut wie perfekt ist usw. Neben Deckungen der Spekulation kamen auch effektiv kleine Kaufaufträge zur Ausführung, für die nicht zuletzt dos jetzt erreichte niedrige Kursniveau Anlaß gegeben haben dürfte. Das Ausland, besonders die östlichen Börsen Wien, Prag und Budapest, bekundeten Deckungsneigung. So war es nicht verwunderlich, daß zahlreiche Kurse mit plus-plus erschienen und mehrprozentige Kurserholungen an der Tagesordnung waren. Buderus, Harpener, Hohenlohe, Klöcknerwerke, Köln-Neuessen, Mansfeld, Phönix, Rheinstahl, Rütgerswerke und Berliner Maschinen, Drenftein & Koppel, Schubert 8- Salzer, Aku und Bemberg waren einige von diesen Plus-Plus-Werten. Trotzdem waren Besserungen über 4 v. H. nur ganz vereinzelt. Salzdetfurth zogen um 6,5 d. H., Schultheis um 6 v. H. an und hatten die höchsten Steigerungen. Kursabschwächungen waren Ausnahmen und gingen nur vereinzelt über 1 v. H. hinaus. Chodeaktien verloren 4 Mark. Deutsche Anleihen waren behauptet. Von Ausländern lagen Bosnier und Türken bis zu 0,25 v. H. schwächer. Der Pfandbriefmarkt war ebenfalls etwas beruhigter. Das starke Angebot hat jedenfalls wesentlich nachgelassen. Der Geldmarkt war eher fester. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 v. H., nur vereinzelt 4 v. H., Mönatsgeld 5,5 bis 7,5 v. H.; Warenwechsel zirka 5,25 v. H., vereinzelt auch darüber. Nach den ersten Kursen war es zunächst weiter befestigt, später trat eine uneinheitliche Kursentwicklung zutage. Die Hauptspekulationspapiere büßten 1 bis 2 v. H. ihres vorher erzielten Gewinnes wieder ein. Salzdetfurth lagen 3 v. H. niedriger, als zum Anfang. Berliner Pror.rktcnmartt. Berlin, 10. Oft. Obgleich das Inlandange- bot von Brotgetreide weder zur Waggon- noch zur Wosserverladung relativ wenig gering ist, setzte sich die Abwärtsbewegung der Preise, für Roggen sogar in beschleunigtem Tempo, weiter fort. Die anhaltende Schwäche des Auslandes übt naturgemäß stimmungsmäßig auch einen gewissen Eindruck aus, in der Hauptsache dürften für den Rückgang jSdvch die bestehenden Loger- schwierigfeiten und der teilweise dringliche Geldbedarf der Landwirtschaft verantwortlich sein. Letzteres wirkt insofern mit, als die Landwirte Verkäufe von Effektivgetreide zur späteren Abnahme vornehmen, um sich Geld zu beschaffen, was wiederum stärkere Abgaben am Lieserungs- marfte zur Folge hat. Für Weizen und Roggen in effektiver Ware werden etwa zwei Mark niedrigere Preise genannt, die Preisrückgänge am Lieferungsmarkt hielten fich bei Weizen gleichfalls in diesem Rahmen, während sie bei Roggen 3,50 bis 4,50 Mark betrugen. Die erste Dotierung für Oktober-Roggen mußte zunächst wiederum ausgesetzt bzw. mit Minus-minus vorgenommen werden. Die Mühlen fordern für Weizen- und Roggenmehle nominell unveränderte Preise, das Geschäft ist außerordentlich still, Banfnotcn. Berlin ^ranffurt a. U>. 87,5 87,5 98,25 98,75 129,75 126,75 129 125,13 88 88,5 45,5 51,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 54,5 54 99 83,5 94,5 44,5 45 83,75 101 101 98 98 97 97 94,5 27,13 3,1 23,5 1,6 4.85 4,65 «TOafntrafttoede Höchst a.M.. . 8 8,13 8,75 3,2 6,75 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an 66 83 54,1 6,05 93 150 128 60 1,65 23,5 18,75 12 6 9 5 6 0 0 F 10 6 0 6 8 21 145 13 6 10 10 , 9 10 19 /8,5 125 41 44 91 21,75 148 41,5 44 91,5 1,75 4,55 10 10 . 8 29,25 92 75 53,5 6 50 56,25 110 41 46 91,25 54 62 113,5 Mwg....... Gebr. Roeder . . , Voigt & Haesfner , Süddeutsche Zucker 54,25 6 15 12 18 14 13*/. 12 . 8 . 9 , . 0 Philipp Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Cemcitlroerf Karlstadt. Wayh & Freytag . . 13 6,8 I. G. Narben Industrie . Tnnamil Nobel . . . . Scheideanftalt..... Goldschmidt . ... . Rütgettwcrke . - - Metallgelellichasl. . . . 26,9 3,1 1,9 23,5 19 19,7 1,7 4,6 54,25 5,7 strankfurter Maschinen Sriyner...... Heoligenstaedt . . . Iunghans..... Lechwerte 4% Oesterretchstche Golvrenre . . 4,20% Orsterreichtsche Silberrente 4% Oesterreichllche Einheitliche Rente........... 4% Ungarische Goldrente . . . ■ 4% Ungarische Etaatsrenle v. 1910 4V,% deögl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente . . 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie ........... 4% desgl. Gerte 11 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... Rumänische vereinh. Rente von 1913 4% Rumänische vereinh. Rente . 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 .......... 7% Deutsche ReichSanlethe von 1929 ......... • Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil Aullos.-Rcchlen....... DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte . . 8% He». BolkSstaat von 1929 trückzahlb. 102%)..... vberhessen Provinz - Anleihe mii Ausloi-Rechten...... Deulsckie Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 . 8% stranks. Hyp.-Bank Äoldpsc. XIII unkündbar bis 1931 . - . 7% Franks. Hyp-Bank Goldpsc unkündbar bis 1932 ..... 9 ... 8% Pr Landespianobriesanstalt, Komm.-Obl. R. 20 7% Pr. Landesp'andbriesanstalt, Pfandbriefe R. 21 - - - • • A.E.G abg. BorMegS- Obligationen. rückzahlbar 1932 ... CchulihetS Patzenhoser . Ostwerke....... Aku......... Bemberg Zellstofs Waldbos . . . Zellstoff Aschaffenburg . Eborlottenburger Wasser Dessauer (Maa..... Daimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . « Maschinenbau A.-G. . > Rot. AutomobU . . . « LrcnNein & Koppel . . Leonhard Tietz . . . . Svenska . ... . Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Reichsbankdiskont 5 v.H., Lombardzinsfuß 6 v.H. Frankfurt a. Ul. Jerlln Schlußkur« 1-Uhr- Kurs Schluß- kur« Anfang- Kur« Dalum 10 10 11 10 10 10. 11. 10 Bereinigte Stahlwerke .... Ltavi Minen......16'/» Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 1L 59 180.5 182 247,5 185 188 257 59 28,13 183,5 186 250,5 61,25 28.5 186,25 189,75 257 Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß- kur« 1-Uhr- Rur« Schluß« kur« Anfang- Kur« Datum 10 10. 11 10. 10 10 11 10 _ Derlin, 10 Okiobcr Geld 3rle( ‘ Amecikaniiche Roten...... 4.24 4,26 Belgische Roten........ 58,505 58,745 Dänische Roten ........ 112,18 112,62 Englische Roten........ 20,41 20,49 stronzüsische Roten ....... 16,46 16,52 Holländische Roten ....... 169,46 170,14 Italienische Roten........ Norwegische Noten....... 21,96 112,22 22,04 112,66 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59.08 59,32 SiumanildK Noten....... 2.472 2,492 Schwedische Noten....... 112,85 113,29 Schweizer Noten........ 81,74 82.06 Spanische Noten........ 42,41 42,59 Tichechoiiomokische Roten..... 12,43 12,49 Ungarische Noten ....... 73,32 73,62 Schluß-s für« | 1-Uhr- Rur« Schlußkur« Anfang- Kur« Datum 10 10. 11 10 10 10. 11. 10 Hamburg-Amerika Paket . - 71 73 72,5 73,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 — — 155 155,75 Hansa Dampsschiff..... 10 — — 121 121,5 Norddeutscher Lloyd .... 8 72 74 73,5 74,25 Allgemeine TeutlcheCreditanst. 10 _ — 100,4 100,5 Barmer Bankverein .... 10 101,5 102,25 102,65 102 Berliner Handelsgesellschaft . 12 126 — 126,25 127 Commerz, und Privat-Bank . 11 113 116 113,13 116 Darmstädter und Nationalbank 12 151,5 — 151,5 155 Deutsche Bank und Dtsconlo-Gesellschaft, . . . 10 111 111 111 111 Dresdner Bank...... 10 110 111 110,5 111 Reichsbani........ 12 203 206 203 204 A.E.G........... . t> 106,75 110,25 107,25 110 Bergmann........ . 9 — — 132 135 (Helft. Lieserungsgesellschaft. 10 — — 105 107,13 Licht und Kraft...... 10 108,5 113,75 109,5 174 stellen & Guilleaume . . . 7N 85 88,5 35.25 87,25 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 109 112,5 110 113 Hamburger ElektrizitätL-Werke 10 110,5 111,5 Rbemische Elekftizität . . . . 9 — 121 — Schlesische Elelftizttät. . . . 10 — 108 110,25 6diudeft & Co....... 11 121 126,5 122,13 126,l5 Siemens & Halske ..... 16 168 174 171 174 Iransradio . ....... . 8 —' 120 120,25 l'obmeyer & Co....... V — 135.5 132,5 — . 6 — 48 46,13 48,9 Deutsche Erdöl ...... . 6 55 56,5 53,5 57 Estenei Steinkohle . • • • • . 8 — — — ““ Gelsenkirchener...... . 8 87 — 87,5 90 Harpen« . ....... . 0 81,5 84,5 81,75 86,5 Hocsch Eisen. ....... 6Vi —' — 67,25 70,5 Ilse Bergbau....... 10 — 206 207 Klöcknerwerke ....... . 7 61,5 63,6 r1.75 64,5 Köln-Rcuessen..... • . 7 — — 66 70,25 ManneSmunn-Röhren . . . . 7 — 66,25 63 66,25 ManSfelder Bergbau .... Obcrichles. Eijenbedarf . . . . b 41 34,75 39,75 Lberschtcs. Kokewerke.... . 7 — — 65 66,6 Phönix Bergbau ..... 59 60,75 58 60,5 Rheinische Braunkohlen . . 10 168,5 — 169 171,5 Rheinstahl........ . 6 65 69,25 64,75 69 Rtebeck Montan...... 7,2 — — 83 — 66 68 10 Ostober 11 Oktober Amina» Notierung Amtlich, Kotierung 45 _ Geld Srir Geld Seiet ÄMst- 'Hott. 169.36 169.70 169,38 169,72 175 181 Buen.AireS 1,436 1,438 1,455 1.457 Brss-'Antw 58,565 58.685 58,57 58,69 136 139,75 Christtania - 112,33 112,55 112,33 112,55 50,75 56 Kopenhagen 112,33 112,55 112,35 112,57 57 61 Stockholm - 112,77 112.99 112,78 113,00 110,5 113,5 Helstngfors. 10,566 10,586 10,57 10,59 73 Italien. . . 21,98 22,02 21,985 22,025 77 78,5 London. . . 'HeunOtt . . 20.405 20,445 20.41 20,45 102,75 105,75 4,1995 4,2075 4.201 4,209 21 22,25 Paris. . . . 16,467 16,507 16,468 16,508 144,5 147 Schwei; .. 81,61 81,77 81,62 81,78 28,5 Spanien . 42.51 42.59 42,01 42,09 10,9 11 2,083 2,087 2,083 2,087 42 44 •Hio de Ian — — — —* 105,5 107 Dien in T - 290,25 292 Ceft abgest 59,225 59,345 59,28 59,40 Prag . . . . 12.465 12,485 12,467 12,487 19,5 — Äelirad . 7,449 7,463 7,453 7,467 28,5 —- Budapest. 73.495 73,625 73,535 73,675 —— — Bul arten 3,043 3,049 3.043 3,049 28 — Lissabon 18,825 18,865 18.825 18,865 — —— Tanüg. . Konst nttn. 81.535 81.695 81.58 81,74 — — 1.784 1,789 1.784 1,789 73 —— Athen. . 5,435 5,445 5,435 5,445 — — Canada 4,201 4,209 4,203 4,211 150 — llru uay. 3,307 3,313 3,247 3,253 127,5 — Cairo ■. 20,915 20,955 20,925 20,965 Lin stummer Diener der Bürgerschaft. Jtunbflong durch die Gießener automatische Fernsprechanlage. ,A u t o s a b a g I" WaS ist daS? So werden viele fragen. Ein Wort, eine Bezeichnung, die sehr vielen fremd ist, felbst denjenigen, die damit täglich in unmittelbarer Verbindung stehen. „Autosabag", das Wort hat es in sich, heißt auf gut Deutsch' „Automatische Sein« sprechanlagcnbau-Desellschaft. Sih: Berlin Diese Gesellschaft hat, wie in vielen deutschen Städten, in denen mittlerweile der automatische Fcrnsprechbetrieb eingeführt wurde, auch in Oießen, im Telegraphenamtsgcbäude an der Bahnhofstraße, die automatische Fernsprechanlage montiert. 3m März 1929 wurde mit den Arbeiten begonnen. Ende Juli wurde die Anlage, mit der man sich indessen längst vertraut gemocht hat, in Betrieb genommen. Die überaus umsang- reichcn Montagearbeiten konnten in 41/.- Monaten bewältigt werden. Ohne jede Storung arbeitete der komplizierte Apparat bis auf den heutigen Tag und er wird auch weiterhin als ein stummer und willfähriger Diener der Menschheit zur Seite stehen. Do, wo sonst menschliche Hand wirkte, füllt die Maschine den Platz aus. Die Maschine, sie gab bisher zu Klagen keinen Anlaß I Eine Führung an der Seite des Fachmannes läßt den Laien einen Einblick gewinnen in die Eigenheiten, in den Ausbau des großen Apparats, läßt ihn aber zugleich die Unsumme geistiger Arbeit ahnen, derer es bedurfte, bis die Maschine zu der Vollkommenheit gedieh, die sie heute bereits aufzuweisen hat. Wie funktioniert diese Anlage? 3m Kellergeschoß treffen, in verschiedenen starken Kabeln vereinigt, zusammengeführt aus den Straßenzügen bzw. Stadtteilen, Die Telephonleitungen der einzelnen Teilnehmer zusammen. Von hier aus sind die Kabel, aufgelöst in einzelne Leitungsdrähte, mit dem Hauptverteiler verbunden. Aach Aummcrn der Tcilneh- mer geordnet werden von hier aus die Drähte zum eigentlichen Wählapparat geführt. Zwischen dem Außenkabel und den Wähl- apparot befinden sich Sicherungen, die den empfindlichen Mechanismus vor jeder stärkeren Stromzufuhr schützen. Aimmt der Teilnehmer, der einen anderen Anschlußinhaber zu sprechen wünscht, in seinem Zimmer am Telephon den Hörer von der Gabel, so trifft der damit eingeschaltete Stromkreis über den Hauptverteiler hinweg auf den Dorwähler, der gewissermaßen das Anrusorgan darstellt. 3 m gleichen Augenblick ertönt das A m t s s r e i - zeichcn. Setzt nun der Anrufende die Aum- mernscheibe in Bewegung, so spielt sich solgender Vorgang ab: der Strom trifft über Hauptverteiler und über den Vorwähler hinweg auf den (automatisch vom Vorwähler gesuchten und vorbereiteten) 1. Gruppenwähler, der für die Tausenderwahl bestimmt ist. Re- laise setzen im gleichen Augenblick ein Kontaktstück auf elektromagnetischem Weg in Bewegung, der Kontaktarm strebt der gewählten Aum- mer entsprechend auf die dieser Rümmer analoge Stufe des in zehn Stufen, 0 bis 9 aufgeteilten Gruppenwählers. Mit diesem Vorgang ist zugleich die Verbindung zum 2. Gruppenwähler hergestellt. Dieser vermittelt die Hundertergruppen aus die gleiche Weise wie sein Vorgänger und stellt seinerseits zugleich die Berbtndung mit dem Leitungswähler her. Dieser ist ein Hebdrehwähler und hat zwei Funktionen zu erfüllen, nämlich die Vermittlung der Zehner und der E i n e r. Er ermittelt die Zehnerziffer (naturgemäß immer nur veranlaßt durch den an der Scheibe wählenden Teilnehmer) in der Form seiner Vorgänger durch die Hcbelbcw?gung, die Einer aber durch eine seitliche Drehbewegung, bis zu jenem Kvntalt^a ,n, der der gewählten Ziffer entspricht. Auf diese Weise ist die Aummer des gewählten Teilnehmers rekonstruiert worden, und die Verbindung hrrgestellt, der Stromkreis zwischen dem anrufenoen und dem angerufenen Teilnehmer ist geschlossen. Ein ebenso einsacher wie sinnreicher R u s - apparat, der der Anlage als eine an sich aber selbständige Maschine angegliedert ist, übernimmt durch das Klingelzeichen die Tenachrichti- aung des Angerusenen von der hergestellten Verbindung. Der gleiche Apparat meldet durch den bekannten S u m m e r t o n dem rufenden Teilnehmer die besetzte Le tung an. Der ganze Vorgang spielt sich - wie ja aus Der kurzen Zeit die zur Herstellung einer Verbindung notwendig ist, ersichtlich - in seinen Einzelheiten In Bruchteilen von Sekunden ab. 3n unmittelbarer Verbindung mit dem Wählapparat steht für jeden Teilnehmer ein Zähler bereit, dec aber erst dann in Funktion tritt, wenn ein Gespräch tatsächlich zustande kam. Eine falsche begonnene Verbindung, die noch rechtzeitig bemerkt wird, bzw. bemerkt wird bevor der irrtümlich Angerusene den Hörer abhebt, zählt nicht. Ter ganze Mechanismus ist an etwa drei Meter hohe Gerüste montiert. Der Hauptverteiler mit seinen vielen Einzelsichrrungen und seinem nur scheinbar sinnlosen Gewirr von Drähten bildet ein geschlossenes Ganzes. Die Dorwähler mit den Zählern sind jeweils zusammen mit den Leitungswählern verbunden, d e Gruppenwähler sind gesondert montiert. insgesamt verfügt die Gießener automatische Jernfpredjanlage über 2400 Vorwähler als Anrufsorgane. von denen 1926 an Leitungen angeschloßen sind. Gießen hat also 1928 Anschlüsse überhaupt. Zu den 2400 Dorwählern kommen außerdem noch 150 II. Dorwähler, die bei starkem Verkehr eine größere Auswahl unter den l. Gruppenwählern ermöglichen. Die Anlage verfügt weiter über 144 I. Gruppenwähler, über 144 II. Gruppenwähler und über 192 Leitungswähler, mit denen sich der Fernsprechbetrieb, gemäß der gemachten Er- fährungen, reibungslos durchführen läßt. 3m Falle von Störungen ist der Mechanismus durch Rücksicherungen, die sofort durch Klingel- oder Lichtsignal die Art der Störung anzeigen, geschützt. Der Fernverkehr, der ja auch eine nicht unwesentliche Rolle spielt, wird nach wie vor durch Menschenhand getätigt. Als Stromquelle steht das städtische Elektrizitätsnetz zur Verfügung. Gegen einen eventuellen Äusfall ist jedoch die Fernsprechanlage durch eine Akkumulatorenbatterie und einen mit einem Dhnamomotor gekuppelten Benzinmotor, der die Krafterzeugung übernehmen kann, gewappnet. Die Stadt Gießen ist mit dieser Anlage in die Reihe jener Städte gerückt, die in zeitgemäßem Geiste ihren Bürgern dient. Zugleich stellt die Anlage eine Stütze in wirtschaftlichem Sinne dar, denn die Zeitersparnis, die durch die wesentlich raschere Herstellung der Fernsprechverbindung in Erscheinung tritt, wird jeder Geschäftsmann, besonders aber jener, der viel zu telephonieren hat, sehr zu schätzen wissen. Oberheffen Einigung zwischen Abwaffer- geschädigten und der „Hefrag". • Vilbel, 10. Ott. Die Verhandlungen mit Werk „Ä e f r a g" in Wölfersheim wegen der Fische re ischä den durch Abwässer der Hefrag sind nunmehr zum Abschluß gekommen. In entgegenkommender und verständnisvoller Weise hat sich daS Werk, vertreten durch Ministerialrat W i n - disch, bereiterklärt, dem Abwasserkampfbund für daS Aiddagebiet zur Zahlung an die Geschädigten 6000 Ml. und 2000 Mk. für Fischeinsah zur Verfügung zu stellen. Wenn auch der Schaden damit nicht voll zur Abgeltung kommt, so lag es doch im 3nteresse der Parteien, die Sache durch gütliche Einigung zum Abschluß zu bringen. Die Zahlung der ersten Rate ist erfolgt, so daß die Geschädigten alsbald in den Besitz der Teilentschädigung kommen dürsten. Wesentlich beim Abschluß der Verhandlungen war die tatkräftige Mithilfe von Regierungsrat Dr. Mayer vom Kreisamt Friedberg. Landkreis Gießen. 0 Holzheim. 10. Ott. Gestern nachmittag wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung unser allzusrüh verstorbener Bürgermeister Heinrich Wetz II. zu letzten Ruhe oestatlel Im Auftrage der Gemeinde, der Schule, der Landwirtschaftlichen Genossenschaft, der Israelitischen Gemeinde, des Kreisamtes, für den Kreisverein der Bürgermeister des Kreijes Gießen, für die Kreisgenoßen- schäft wurden stränze niedergelegt. Außerdem ehrten Turn- und Kriegerverein, der Iungdeutsche Orden und die Kriegsbeschädigten den Verstorbenen, ebenfalls durch Kranzniederlegung. Der Gesangverein „Harmonie" und die Schulkinder widmeten ihm Lieder als letzten Gruß. In der überfüllten Kirche gab Pfarrer Weber in einer eindrucksvollen Ge- dächtnisrede ein treffliches Bild des Wirkens und Wesens des Verschiedenen. Die Beisetzungsfeier offenbarte, welch hoher Wertfchätzung sich der Verewigte erfreute. Seit 1919 war er hier Bürger- meister, fein Amt bekleidete er in vorbildlicher Treue. Unter seiner Amtsführung wurde u. a. die Feldbereinigung vorgenommen, die Ortsstraßen in beste Ordnung gebracht, Rathaus und Schulhäuser instand gesetzt, ehemalige Wüstungen in Obstanlagen um- gestaltet und ein Gefallenendenkmal gesetzt T A u s der nördlichen Wetterou, 10. Oft. Die Kartoffelernte, die In diesem Jahre sehr reichlich ausgefallen ist, kann als nahezu beendet betrachtet werden Die Preise liegen außer- ordentlich niedrig. Der Zentner Kartoffeln, wie sie der Acker bringt, wird mit 1,60 bis 1,75 Mark bezahlt. Ausgelesene Jndustrlekartoffeln kosten 2 bis 2,50 Mart - Für Fettschweine, die in großen Mengen angeboten sind, werden gegenwärtig 54 bis 55 Pf. pro Pfund Lebendgewicht bezahlte s. Utphe, 10. Oft. Da in unserer Gemeinde keine eigenen Schafe mehr gehalten werben, ist seit kurzem wieder eine etwa 200 Tiere zählende Herde des Schafbesltzers F u l d in Hain- chen zum Weidegang zugelassen. Die Gemeinde erhält hierfür die Summe von 300 Mark für Herbst und Winter und versteigert den Pferch. Aach diesem besteht bei den hohen Preisen für künstliche Düngemittel sehr starke Rachfrage. Dieser Tage wurde der Pferch für eine Reihe von Rächten versteigert, wobei für die einzelne Rächt 1,50 bis 2 Mark geboten wurden. Außerdem muß der Steigerer den Schäfer am Tag verköstigen und dessen beiden Hunden das Futter stellen. Interessant ist die seit alten Zeiten hier noch bestehende Einrichtung einer Koppelweide, die die Gemarkungen Inheiden, TraiS-Horlosf, Utphe einschließlich des GutSgeländes, sowie die Gemarkung der ausgegangenen Ortschaft Feldheim umfaßt. Alle dret Gemeinden sind deshalb berechtigt, ihre Herden nicht nur in der eigenen Gemarkung weiden zu lassen, sondern innerhalb dieses ganzen Bezirks, dec von der Hungener bis zur Berstädter Gemarkungsgrenze reicht. s. AusdemHorlofftal, 10. Oft. Zu einer Plage sind die im heurigen Herbst in ungeheuren Schwärmen austretenden Stare geworden. Taten sie sich seither an den einzeln hängenden Birnen und Zwetschen, die sie anpickten und herabwarfen, gütlich, so fallen sie jetzt über die Hausweintrauben her, die sehr reichlich tragen und jetzt reif werden. Wenn der Schaden nicht rechtzeitig bemerkt wird, ist in kurzer Zeit der ganze Traubenstock geplündert. Ebenso dauert die Mäuseplage unvermindert an, so daß viele Landwirte die Aussaat des Wintergetreides noch hinausschieben. An den Kartoffeln war bereits hier und da beträchtlicher Schaden durch Mäusescaß entstanden. Es steht jedoch ^u hoffen, daß die anhaltenden starken Regengüsse der letzten Zeit die Plage eindämmen werden, zumal man den Schädlingen mit allen möglichen Giften zu Leibe rückt. — Zur Zeit ist mqn mit dem Einbringen der Dickwurz beschäftigt, die in diesem Jahre eine Rekordernte geben, so daß der größte Teil mangels genügenden Kellerraumes im Feld eingemietet werden muß. Das ungewöhnlich starke Drckenwacl>stum ist außer den günstigen Witterungsverhältnissen Wohl auch dem Umstand zuzuschrelben, daß man im Laufe dieses Sommers ganz von dem sonst üblichen Beblättern der Dickwurz absehen konnte, da genügend anderes Grünsutier stets vorhanden war. Kreis Brrvingen. * Aidda , 9. Oft. Der Geslügelzucht- verein Aidda veranstaltet am 22. und 23. Aovember in der hiesigen Turnhalle eine Be- ziils-Geslügelausstellung. Als Preisrichter wurden die Herren Mogk, Echzell, und R ü b s a m e n, Gießen, gewonnen. Zu gleicher Zeit findet eine Kaninchenausstellung statt. Starkenburg. WSA. Darmstadt, 11. Ott. In der letzten Aacht gegen 0.30 Ußr ereignete sich auf der Eber- städier Chaussee bei Darmstadt ein schwerer Motorradunfall. Der Elektrotechniker Sendelbach aus Darmstadt fuhr mit seiner Maschine auf den Anhänger eines stehenden Lastkraftwagens auf und wurde sofort getötet. Sein Beifahrer Steinmetz, ebenfalls aus Darmstadt, erlitt schwere Schädel- und innere Verletzungen. Er wurde in das städtische Krankenhaus transportiert. Anscheinend waren die beiden Motorradfahrer in angeheitertem Zustande. preutzen. Ai reis Wetzlar 0 Aus dem Kreise Wetzlar, 8. Okt. Die letzte Schweinezwischenzählung hatte im Kreise Wetzlar folgendes Ergebnis: Haushaltungen mit Schweinen 8479, unter 8 Wochen alte Ferkel 3914, 8 Wochen bis noch nicht lJ2 Jahr alte Schweine 10 738, 1/2 bis noch nicht 1 Jahr alte: a) Zuchteber 36, b) trächtige Zuchtsauen 231, c) nichtträchtige Zuchtsauen 207, d) übrige Schweine 10 152; 1 Jahr alte und ältere: a) Zuchteber 29, b) trächtige Zuchtsauen 430, c) nichtträchtige Zuchtsauen 432, d) übrige Schweine 383. Die Gesamtzahl der Schweine betrug 26 552. ch Krofdorf, 10. Oft. Einen dreisten Schwindel verübte ein hiesiger Arbeiter, der in Aauborn bei Wetzlar durch die Ortsschelle befanntmachen ließ, daß er im Auftrage des Dreschrnaschinenbesihers Karl Wagner von hier die Gebühren für das Dreschen erheben wolle. Mit dem einkassierten Gelbe in Hohe von ungesähr 1 500 M k. verschwand er. Wie jetzt verlautet, ist er in Frankfurt verhaftet worden. ch Gleiberg, 9. Okt. Die alte Kirche, die von jeher ein Anziehungspunkt für Fremde war, wird mehr und mehr reparaturbedürftig. Das Gebälk ist an verschiedenen Stellen morsch geworden, die Männerbühne darf wegen Einsturzgefahr nicht mehr benützt werden, durch die Lage am Felsen ist die Kirche stark der Feuchtigkeit ausgesetzt, so daß der innere Verputz infolge Schimmelbildung im Aussehen beeinträchtigt wird. Um größere Kosten zu vermeiden, wäre es nötig, daß für die Instandsetzung der Kirche bald die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. d" Dutenhofen 10. Okt. Auf die kürzliche Ausschreibung des Wasserleitungs- b a u e s unserer Gemeinde sind zwölf Angebote eingegangen. Die Ausführung der Arbeiten ist in vier Losen vorgesehen. Die Gemeindevertretung hat den Zuschlag an folgende Firmen erteilt: Los 1 an R. erließ (Wetzlar) zu 60 686,40 Mark; Los 2 an Joh. Mütter (Dutenhofen) zu 25 894,80 Mark: Los 3 an Ludwig Wagner (Krofdorf) zu 11 432,70 Mark unter der Bedingung, daß Wagner sich mit dem Unternehmer Hildebrandt zu Dutenhofen in die Ausführung der Arbeit teilt; Los 4 an Friedrich Bechth 0 1 d (Dutenhofen) für 2447,32 Mark. Die Unternehmer sind verpflichtet, in erster Linie Wohlfahrtserwerbslose und im übrigen bedürftige Arbeitslose zu beschäftigen. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. Kreis Bieverikops. XX R 0 dheim a. d. Bieber, 8. Oft. Hauptlehrer Helwig hierselvst ist mit Wirkung ab 1. Oktober zum Rektor ermannt worden. Lehrer Scheibe von Fellingshausen wurde, ebenfalls zum 1. Oktober, die Lehrerstell« in Treisberg (Taunus) übertragen. Schulamtsbewerber Heinrich Heinz aus Wiesbaden übernimmt die erledigte Stelle in Fellingshausen. Spiclpkan der Hrnnrfnrtcr Theater. Opernhaus. Sonntag, 12. Oft., von 11.30 bis 12.30: Gedenkfeier für Emil Claar; 19.30 bis 22.15: Fidelio. Montag, 13., 19.30 bis nach 22.30: Zar und Zimmermann. Dienstag, 14. Oft., 18.30 bis nach 23: Lohengrin. Mittwoch, 15., 19 bis 22.45: Der Rosenkavalier.""Donnerstag, 16., 19.30 bis nach 22: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Freitag, 17., 19.30 bis 22.30: Der Tenor der Herzogin. Samstag, 18., 19.30 bis nach 22: Das Land des Lächelns. Sonntag, 19., 15 bis 17.30: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose. Fra Diavolo; 19.30 bis nach 22: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Montag, 20., 19.30 bis gegen 22.30: Don Juan. Schauspielhaus. Sonntag, 12. Oft., von .0 bis gegen 16.30 ilßr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose: Tartüfs. 19.30 bis gegen 23: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand. Montag, 13., 20 bis 22.15: Wiederaufnahme beantragt. Dienstag, 14. Oft., 19.30 bis gegen 23: Geschichte Gottfriedens von Der- lichingen mit der eisernen Hand. Mittwoch, 15., 20 bis gegen 22.30: Charleys Tante. Donnerstag, 16. 20 bis gegen 21.30: Tartüff. Freitag, 17., 20 bis gegen 22.30: Charleys Tante. Samstag, 18., 20 bis gegen 21.30:. Tartüff. Sonntag, 19., 16 bis gegen 17.30: Tartüff. 20 bis gegen 22.30: Charleys Tante. Montag, 20., 20 bis gegen 21.30: Tartüff. Eingesandt. An die Ortsfranfentaffe Gießen. Die meisten Krankenkassen des hiesigen Bezirks haben auf Grund der Aotverordnung der Reichsregierung ihre Beiträge herabgesetzt. Es wird deshalb nicht verstanden, daß die Ortskrankenkasse Gießen noch feine Ermäßigung vorgenommen hat. Diese ist jetzt unbedingt zu fordern, nachdem eine weitere Erhöhung der Erwerbslosenbeiträge erfolgt ist. B. Neues für den Büchertisch. — E. O. B 0 lfmann: Revolution über Deutschland. (Broschiert 5 Mf., Ccinenb. 6,50 Mark.) Verlag Gerhard Staling, Oldenburg i. O. (309.) Das Buch darf den Anspruch erheben, die erste große Darstellung der Revolution vom wissenschaitlichen wie vom psychologischen Gesichtspunkt aus zu sein. Es ist schwer zu sagen, ob die Bedeutung des Buches mehr in der Klarstellung der äußeren Zusammenhänge odrr in der unerhört dcama'.i ch?n Gestaltung lieg'. Das Werk setzt die große Darstellung der deutschen Gegen- wartsgeschichte fort, die Deumelburg mit seinem „Sperrfeuer um Deutschland" begonnen hat. Wir erleben erschüttert die erste Stunde der Revolution auf Schil- ligrcebe am 31. Oktober 1918, den Leidensweg der alten Armee, den Untergang der Flotte bet Scapa Flow, den verzweifelten Kampf des Offizierkorps gegen die SoldatenrcUe und seine ungeheuren seelischen Anstrengungen, den Weg zur neuen Zeit zu finden. Wir begleiten die Freiwilligenkorps auf ihren Zügen im Baltikum und gegen Spartakus in Deutschland, sehen das Glück und Ende Eisners und den Zusammenbruch der Rätediktatur. Ties erschüttert uns die Tragödie von Versailles mit dem für Deutschland verhängnisvollen Wechselspiel der großen „Vier" Ofsizierkorps in den entscheidenden Tagen der Friedensverhandlungen, und schließlich taucht vor uns die Kapp-Verschwörung auf, als vielleicht notwendige letzte Auseinandersetzung unversöhnlicher Kräfte. H. R. Berndorfs: „Diplomatische Unterwelt" (mit Wiedergabe von Geheimdokumenten im Anhang, Verlag Dieck & Co., Stuttgart, geheftet 5,50, gebunden 7,50 Mk.). — Dieses neue Buch zeigt auf Grund sonst streng verschlossener Quellen, was heute zwischen den Staaten wirklich gespielt wird. Die Menschen stehen überall aus dem Vulkan und wisien es nicht, und die Communiques der Staaten übernebeln alles. Berndorfs schreibt keine großen, gelehrten Wälzer, er erzählt wie bei einer Zigarette, was vorging, was im Staatenkampf vorgeschickte Männer und Frauen erlebten und wie sich dann die Waagschale der einzelnen Staaten schicksalsschwer hob und senkte. Aber er erzählt so, daß einem der Atem stockt. Die Unterwelt wirst die Völker gegeneinander. — Christa Anita Brück: Schicksale hinter Schreib »nasch inen. 376 Seiten 8°. Kartoniert 3,50, Leinen 5,50 Mk. Sieben-Stäbe- Derlag, Berlin NW 6, 1930. (123.) — Ein neuartiger Versuch zur sozialen Reportage, die zweifellos auf persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen der Verfasserin beruht. Sie schildert eine Reihe verschiedenartiger Typen von (größtenteils weiblichen) Bureauangestellten, und zwar vom Lager etwa der Stenotypistin oder ©clretärm oder Disponentin aus gesehen, d. h. also mit scharfer Betonung der in jedem Geschäftsbetrieb sich ergebenden sozialen Gegensätze. Das Buch ist aufrichtig, sicher ungeschminkt und regt zum Rach- benten an; es kommt aus einer bisher literarisch oder soziologisch kaum erfaßten Sphäre und darf gerade in unserer Zeit Interesse beanspruchen, wo viele Tausende voir Frauen und Mädchen ihren Lebensberuf im Bureau und hinter Schreibmaschinen gefunden haben. Aur —: wir glauben, daß die Autorin mit ihren persönlichen Erlebnissen, die die Grundlage des Buches bilden, vom Pech verfolgt gewesen ist, und daß es deshalb bedenklich erscheint, ihre Schilderungen blindlings zu verallgemeinern; das dürste doch Wohl ein der durchschnittlichen Wirklichkeit nicht ganz gerecht werdendes Bild ergeben. — Das Buch ist im übrigen nicht ungeschickt geschrieben; für eine spätere Auflage würden sich aber an manchen Stellen stilistische und drucktechnische Korrekturen empfehlen. — Zeitschriften. — Der K u n ft to a r t (Verlag G. D. W. Call- wey in München) eröffnet mit dem Oktoberheft 1930 feinen 44. Jahrgang. Wir empfehlen aus dem Inhalt vor allem einen Aussatz von Alver- des, der an die im vorigen Jahre zu früh verstorbene, sehr begabte Lyrikerin Maria Luise Weißmann erinnert; von ihr findet man schone Gedichte, die „Gartennovelle" aus dem Rachlaß und einen Essay über Bettina und Goethe. Aus dem Rußland-Roman „Zwischen Rot und Weiß" von E. E. Dwinger liest man einige ausgewählte Kapitel/ Recht lesenswert: die amerikanischen Glossen von Pelzet. Sehr gute Bilder; vor allem die vorzügliche Reproduktion der „Blauen Vase" von Cezanne, zwei ältere Stücke von Liebermann, Plastiken von Kolbe, Buchillustrationen des 19. Jahrhunderts (Dovö, Topffer, Rethel, Richter u. a.). Das Oktoberheft der „Zeitwende". C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung München, bringt u. a.: „Durch Zerstören lerne Aufbauen". Erinnerungen aus dem bolschewistifchen Sibirien. Der Verfasser, Oskar Bruhns, war im Frühjahr 1919 als Pfarrer der evangelischen Gemeinde, später auch noch als Lehrer am Gymnasium zu Jekaterinburg im Ural tätig. Er erlebte dort die Vertreibung der „Weißen" und den Einzug der „Roten" und die Aufrichtung der bolschewistischen Staats- und Wirtschaftsordnung. In anschaulichen, erschreckenden Bildern zeigen seine Erlebnisse, wie die Bolschewisten besonders auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet nur den ersten Teil ihrer Parole „Durch Zerstören lerne Aufbauen" wahrzumachen vermochten. Das bedrohliche Anwachsen der kommunistischen Stimmen in Deutschland ist Anlaß genug, daß wir uns ernstlich mit derartigen Erfahrungen aus der Wirklichkeit des Kommunismus auseinandersehen. Geradezu als ein westliches Seitenstück kann man den Beitrag von Dr. Johannes Schaltenmann ansehen „Die ame- rikanische Winschaft am Scheidewege". Diese ist, befruchtet Don einer aufs Praktische gerichteten Wissenschaft, zu einer gewaltigen Blüte gelangt. Cs fehlt auch nicht an Versuchen zu sozialpolitischen Reubildungen, die sich mit den Worten Wirtschaftsdemokratie mit Gewinn- und Desih- beleiligung der Arbeitenden am Betriebe umschreiben lassen. Sie sind nicht theoretisch konstruiert, sondern praktisch erprobt und haben xum Teil durch Steigerung der Produktion und Rentabilität f\i> bewährt. Trotz dieser Ansätze zu Reuem trägt Amerika aber noch immer das Gepräge des rücksichtslosesten Mammonismus. Z SHELL > AUTOOELE SHELL AUTOOELE au» dem SHELL KABINETT. £uverUL»»ig, preuwwt ,u>u*bchaplidi!