Nr. 212 Erster Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 11. September 1950 Erscheint täglich,anher Sonntag» nnb Feiertag» Beilagen: vre Illustrierte Vietzener Famllienblätt« Heimat im Bild Die Scholle fflonati Bejngsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Beid)spfcnntfl für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanlchlüße ■nter5ammemujnmtr2251 Anschrift für Drahtnach- richten Bnjelger «letze», poßscheckkonto: $ronffurtom Main 11688. GietzemrAMger General-Anzeiger für Oberheffen Dnid tmö Derlag: Vrühl'sche Universiläls buch. nnö Stcinömderei B. Lange in Giessen. 5chrift!ettung und Geschüflrstelle: Schnlttrasse 7. Annahme von Anzeiaen für die Tage»numm«r bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ave wärt» 10 Reichspfennig; für Ne« klamean zeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvvrschrift 20* . mehr. Chefredakteur Dr. Frredr 2vilh. Lange. Verantwortlich für Dolliilt Dr. ftr. Wild. Lange- für Feuilleton Dr tz.Tdynot; für den übrigen Ted Ernst Biumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen Gegen die Wahlfaulen. DlÜ Entfcheibung des Wahlau-aangS liegt diesmal ausschließlich bei den Waylfaulcn, es wird davon abhängen, in welchem Mähe es dem Äabmett gelingt, d i e Partei der Richt- Wähler, die mit ihren zehn Millionen bei der vorigen Wahl bei weitem die größte war, aufzurütteln und an die Urne zu bringen Denn baß von dieser Partei mindesten- neun Zehntel der bürgerlichen Mitte zuzurechncn wären, ist »war zahlenmäßig nicht nachzuweifcn, aber doch sehr wahrscheinlich. Sozialdemokraten, Kommunisten, Rationalsozialisten und Zentrum bringen bei ihrer guten Organisation ohnehin fast den letzten Mann an die Urne. Was au Hause bleibt, wird kaum für eine dieser Parteien stimmen, sondern würde seinen Stimmzettel vermutlich für eine der Gruppen abgegeben haben, die von Hugenberg bis Dietrich reichen. Wenn man nun bedenkt, daß der Prozentsatz der Richtwähler von Wahl zu Wahl gestiegen ist, wenn man bedenkt, daß wir bei den Wahlen zur Rationalversammlung noch eine durchschnittliche Beteiligung von 83 Prozent hatten, die 1928 auf fast 75 Prozent im ReichSburchfchnitt herunter ging — am niedrigsten war sie in Baden mit wenig über 60 Prozent — dann ist es verständlich, daß die Regierung sich den Kopf Aerbricht. wie fie den Kampf gegen Die Wahlträgheit am besten führt. 3n erster Reibe steht dabei der alte Gedanke der Wahlpflicht, der von feinen Anhängern nicht nur auS vollspfnchlogischen, fondern auch aus finanziellen Gründen empfohlen wird, weil er durch einen Zuschlag zur Einkommensteuer die Beteiligung an der Wahl erzwingen will. Aber diesem theoretisch sehr hübschen Vorschlag stehen praktisch sehr starke Bedenken im Wege: feder einzelne Wähler wird einen anderen Grund zur Entschuldigung seiner Richt- Wahl ansuhren, das würde also bedeuten, daß einige Millionen verschieden gelagerte Fälle zu prüfen wären. Dem aber ist unsere Verwai- tungsmaschine nicht gewachsen, fie würde auf Monate hinaus allen anderen Aufgaben ent- fogen. und da- finanziell« Ergebnis wäre unter eichen Umstanden voraussichtlich sehr dünn. Jedenfalls haben die Staaten, die mit der Wahlpflicht arbeiten, leine reine Freude daran Belgien macht erhebliche Anstrengungen, davon wieder herunterzukommen. 3m übrigen handelt es sich fast nur um kleiner« Länder oder einzelne Schweizer Kanton«, bei denen tue Uebersicht und die gegenseitige Kontrolle der Wähler größer ist Mit gesetzlichen Zwangsmitteln ist also wahr- sthetnlich nichts zu erreichen. Trotzdem muß die Regierung aber versuchen, um wenigsten- einen moralischen Druck auf die Wahlfaulen aus- Auübcn. Gelingt es nur, die Wahlbeteiligung auf Die Zahl von 1919 hcraufzufchrauben. dann be- bcdeutet das schon eine Wähler massevon drei Millionen, also fünfzig Man- Date, die mehr als ausreichen würden, um die Regierung zu einer ficheren Mehrheit zu verhelfen. Eigenartigerweise hat sich gezeigt, daß gerade die Frauen durchschnittlich schlechtere Wähler sind al- die Männer. Hier müßte also der Hebel in erster Linie anzu>eyen fein, denn gerade den Frauen muß doch gefühl-mäßig nahezubringen fein, wie dicht wir wieder vor einer neuen Krise stehen und baß deshalb wenigstens diesmal das Recht auf Wahl auch gleichzeitig die Pflicht zur Wahl in sich einfchiießt. Ein Wahlaufruf derWirtschasi Berlin, 10. Sept (IDIB.) Etwa 200 Vertreter der wirtschaft aller fcrroerbsjroeige nnb verschiedener partelridjtungen veröffentlichen einen Aufruf zur Reichstogsrvahl Am 14. September roirb ein neuer Reichstag gewählt werben. Die Wahl fällt in bie Zeit bitterer Wirtschaftsnot unb Unsicherheit in einer in biefem Ausmaß bisher nicht erlebten Arbeitslosigkeit. Um biefe Krise zu über- roinben, muß endlich eine illufionsfrele Politik trx r staatlichen unb wirtschaftlichen Jlotrocnbigtciten burchgeführt werben, bie, ber freien Betätigung unb der Kraftent- faltung der einzelnen Persönlichkeit möglichst Spielraum gewährend, die Gesetze der Privatwirtschaft beachtet, um auf volkswirtschaftlicher Grundlage dIe Voraussetzungen für eine Politik sozialer Gerechtigkeit unb Wohlfahrt zu schaffen. Die Wahlen vom 14. September müssen für eine solche Politik ber Staats- unb Wirtschastsnotwenbig- keiten die parlamentarische Grundlage schaffen. Ls handelt sich dabei um bas gemeinsame Schicksal aller, ber Arbeitnehmer nicht weniger als ber Unternehmer, ber Verbraucher wie ber Erzeuger, ber geroerblidjen Berufe wie ber Canb- wirtschaft, ber beamtlichen wie ber freien Berufe. Darum rufen wir, Männer aus den verschiedenen Zweigen ber gewerblichen Wirtschaft, alle auf, sich bei den Wahlen von nichts auberem leiten zu lassen, als von ernstem, klarem unb volkswirtschaftlichem Verantwortungsbewußtsein unb ihre Stimme den Männern unb Frauen zu geben, bieaufbem Boben ber Verfassung gemäß den hier aufgezeigten Richtlinien in p o f i - tloer Mitarbeit für bie Rettung b e s Staates, für bie Stärkung ber Volkswirtschaft, eiuzutreteu gewillt sind. Eröffnung der Völkerbundsversammlung. Oie Eröffnungssitzung. — Oer Rumäne Titulefcu zum Präsidenten gewählt.—Verhandlungen über den Bahnschuh im Saargebiet. —Roch in dieser Woche Entscheidung des Völkerbundes. Genf, 10. Sept. (WTB.) Die ordentliche Tagung der Völkerbunds Versammlung ist heute vormittag kurz vor 11 11 ßr von dem amtierenden Rat-Präsidenten Zumeta (Venezuela) eröffnet worden. Die Tagung findet nicht wie sonst im Reformation-faale statt, sondern in einem für diese Zwecke eigen- hergerichteten, mit allen technischen Reuerungen auSgestatteten .Bati- m e n t Glectoral" in der Rähe der Universität eines Monumentgcbäudk-, das ursprünglich der Versammlung des souveränen Genfer Volkes zum Zwecke der Stimmabgabe diente. Al- Vertreter Deutschlands nehmen an der heutigen Eröffnungssitzung Reichsaußenminister Dr. E u r t i u -. Botschafter a D. Graf D e r n ft o r f f und Ministerialdirektor Dr GauS teil. Die stellvertretenden Delegierten Deutschlands, die insbesondere bei den Arbeiten der verschiedenen Bersammlung-au-schüsf« mitzuwirken haben, werden erst in der nächsten Woche in Gens eintreffen. Die deutschen delegier- t e n haben entsprechend der Sitzordnung m der Reihenfolge des französischen Alphabets wiederum ihre Plätze in der ersten Reihe eingenommen unmittelbar vor der Präsidententrioüne. 3n der Versammlung sieht man u. a. den belgischen Außenminister Hyman-, den südafrikanischen Ministerpräsidenten Herhog und den österreichischen Bundeskanzler Schober. Für England sind außer Henderson wie im Vorjahre der Präsident des HandelSamts Graham und Lord Robert Cecil erschienen. Griechenland ist durch den Ministerpräsidenten DenizeIo - vertreten, Ungarn durch den ehrwürdigen Grasen A p p o n y i. 3n der Eröffnungsansprache warf der vorläufige Präsident der Dolkerbunds- versammlung Zumeta einen Rückblick auf die Arbeit de- Völkerbund«- feit der letzten Völker- bundSverfammlung. Gr sprach von der Kritik an Dem langsamen Fortfchreiten wichtiger, vom Völkerbund unternommener Arbeiten, die von den Hoffnungen der ganzen Kulturwelt begleitet wurden und hielt dieser Kritik, Der er nicht alle Berechtigung absprach. Den GrunDsatz „® i I e m i t Weil el" entgegen, der im 3ntevesse Der Gründlichkeit Des Werkes geboten sei. Er gedachte mit Worten Der Zustimmung Der 3 n i t i a t i v e B r i a n d S zur Befriedung Der Beziehungen Der europäischen Staaten unD wiDmetc Den seit Der letzten Tagung verstorbenen Staatsmännern unD Mitarbeitern des BölkerbunDes. vor allem Dem deutschen Außenminister Strefemann herzliche Worte der Anerkennung. Der Rat-Präsident gedachte weiter Fritjof Ra ns en-, des unerschrockenen Vorkämpfers Des FortfchritteS Der Menschheit und Des FrieDens unD Des Fürsorger- für Millionen von Kriegsopfern. Zum Präsidenten der Versammlung wurde in geheimer Wahl der erste rumänische Delegierte Titulescu mit 46 von 50 Stimmen gewählt TituleScu gehört dem Völkerbund al- Delegierter Rumäniens seit Bestehen an. Oer beste Redner des Völkerbundes. Vitola rnuicjcu, Präsident der neuen Pölkerbundsversammlung Lon Legatvs. Der erste Eindruck von dem Mann, den Der Völkerbund für seine soeben beginnende Tagung zu seinem Präsidenten gewählt hat, ist nicht gewinnend Titulescu sieht auS wie ein Asiat, ungefähr so, wie man sich etwa die Hunnen vorstellt, die Osteuropa überflutet hatten. Wenn dieser rumänische Staatsmann Den Wund aufmacht. fo erblickt man zwei Reihen mächtiger Zähne, die zu einem Raubtier zu gehören kleinen. Aber wenn er Dann zu sprechen beginnt. vergißt man sehr schnell da- unschöne Aeußere. 3m Plenum des Völkerbünde- hat man schon manchen hervorragenden Redner gehört. Schließlich ist B r i a n D ein großer Meister Der Redekunst und auch andere Rationen haben mit Vorliebe Künstler des Wortes nach Gens entsandt. Aber Titulescu ist unbestritten der beste Redner der bisher im Völkerbund ausgetreten ist. Wan kann nicht sagen, daß der 3nhalt seiner Ausführungen große Ucberrafchungen bringt. Da- ist nicht möglich, da Titulefcu ein Dipl o m a t ist, und Diplomaten feilen möglichst wenig ausplaudern, möglichst viel für sich behalten Aber die Art. in der Rikola Titulescu bekannte Gedankengänge als überraschende Reuig» keiten aufzutischen weiß, das Temperament, mit dem er seine Ausführungen unterstreicht, diese ganze rhetorische Kunstfertigkeit reißt auch kritische Zuhörer mit Man muß sich klarmachen, daß im Plenum deS Völkerbundes fast nur Skeptiker fitzen, Außenminister und Botschafter, Staatsmänner, die genau wissen, wie man feiner Stimme Leidenschaft verleiht ober wie man mit kühler Sachlichkeit spricht. Und Die ^Journalisten, Die mindestens ebenh wie Die Staatsmänner zum Völkerbund gehören, sind wahrscheinlich noch kritischer in ihrem Urteil, fie horchen Den Vorträgen und Den Diskufsionen wie Theaterkritiker, die die Effekte abwägen unD sparsam mit Dem Lob, großzügig mit Dem Tadel sind. Aber wenn Titulescu spricht, kann sich keiner von ihnen Der Meisterschaft Dieses Mannes entziehen, trotz einer hohen Stimme, die zunächst befremdet, und trotz einem Gesicht, da- nicht für den Redner einnimmt. Natürlich hat man Titulefcu nicht deshalb zum Präsidenten gemacht, weil er fo geistreich spricht unb die gelangweiltesten Außenminister noch anzu- regen weiß, yn Genf haben sich die Delegierten von 52 Staaten vereinigt, Darunter 24 Außenmini, ster unb Ministerpräsidenten Lolche Männer geben ihre Stimme nicht aus ästhetischen Gründen ab, und auch nicht, um einen bestimmten Mann zu ehren. sondern nur aus politischen Srroägun« gen. Man wollte die Ehre der Präsidentschaft einem kleineren Land zukommen lassen, weil sich die kleinen Mächte fiel» beschweren, daß sie im Völkerbund benachteiligi werden. Eine solche Ehrung k o st e t nichts, sie sichert Rumänien keine Vorteile und erfreu, doch das ganze rumänische Volk. Die Mehrheit für Titulescu war sehr groß, er hat von 51 Stimmen 46 erhallen. Wenn bie Präsidentschaft auch nicht dem Politiker, fyndern dem rumänischen Staat zugedacht ist, so ist sie doch geeignet, das Ansehen dieses Politikers in feinem Land und in der ganzen Welt beträchtlich zu erhöhen und noch mehr als bisher die Aufmerksamkeit auf ihn au lenken Nikola Titulefcu ist fetzt 47 Jahre alt Er wurde im Jahre 1883 in Craiova geboren und studierte Iura. 3m Jahre 1905 wurde er Professor an Der Jlnioer- fität von Bukarest, wo er einen Lehrstuhl für bürgerliches Recht erhielt. Erst ziemlich spat ging er in die Politik über. 3m flrieg, im Jahre 1917, wurde er rumänischer 5 i n a n 3 m i n I ft e r, und zwei Jahre darauf nahm er als Delegierter feines Landes an den Friedensoerkandlungen teil. Man sah shn in Versailles und er hat an den Verträgen von Trianon und Saint Germain nutgewirkt. 3m Völkerbund kennt man ihn seit einem Fahr- zehnt 3m 3ahre 1920 wurde er von Rumänien in Den Völkerbund entsandt und saß als ständiger Vertreter seines Landes im Dölkerbundsrat unb in den verschiedensten Kommissionen dieser 3nstitu- Hon. 3n der Abrnstungskommission waren häufig gute Redner beisammen, denn es galt, durch Rhetorik über die fehlende Abrüstung hinwegzutrösten, und dabei dürfte Titulefcu nicht fehlen, ebenso wie Der französische Delegierte Paul-Boncourt. Auch in juristischen Unterabteilungen Des Völkerbundes hat Titulescu mitgewirkt. 3n Bukarest verwaltete er in derselben Zeit das Finanzministerium, griff aber unter Umständen auch in die Außenpolitik über. 3mmer mehr rückte er in die vorderste Linie, und nach der Ausschaltung der beiden Bratianus ist sein Name noch häufiger als früher genannt worden. Das Finanzministerium oertaufchte Titulefcu bann EuropäischeGiaaismännerinGenf Don links nach rechts: Schober (Oesterreich), Henderson (England), Briand (Frankreich), Graf Apponyi (Ungarn), Dr. Sahm (Danzig). Don links nach rechts: Procope (Finnland), Zaleski (Polen), Grandi (Italien), Titulefcu (Rumänien), Benefd) (Tschechoslowakei). Unter Den Unterzeichnern des Aufrufs finden sich u. a. folgende flamen: Friedrich B e r g i u s - Heidelberg, Conrad von B 0 r f i g - Berlin, Carl vnisberg - Leverkusen, Hugo Eckener- Fried- richshofen, Abr. J r 0 ro e i n - Wuppertal-Elberfeld, Louis Hagen- Köln, Karl h a n I e l - Düsseldorf, Pßilipp Heineken- Bremen, Cornelius Freiherr HeyI z u hernsheim - Worms, Karl M eich i 0 r - Hamburg, Franz von Mendelssohn- Berlin. Alfred fleoen-Dumont - fiöln, 3ofcf Psch 0 rr - München, paul Slloerberg - ftöln, Fran; U r b I g - Berlin, Max M. Warburg- Hamburg. ReichSjufiizministerVredt sprich!. Tas ah (Programm brr Lsirtichastsparirt Stettin, 10. Sept. (WTB 1 Auf einer Versammlung Der Wirtschaft-Partei sprach Reichs- miniftcr Dr. Dredt. Der Minister wies darauf hin. Daß bie schwere Rot, in ber sich unser Vaterland befinde, bie Wirtschaftspartei dazu bewvgcn habe, in die Regierung einzutreten. Seit der Stabilisierung feien die Rcichsaus- gaben von 6 auf 13 Milliarden Mark gestiegen. Die Arbeitslosigkeit bereite unS heute Die größte Sorg«. Ob wir bereit- Den Höchststand erreicht haben, fei fchwer zu tagen. Die Steuern feien in Der heutigen Höhe nicht mehr tragbar. Die Wirt- fchaftSpartei hätte fchon in früheren 3aßren Den Antrag eingebracht, bie Ausgaben bei allen Ressorts um 10 Prozent zu senken. Dieter Antrag fei abgelehnt worben. 3eht habe man eingesehen, baß ohne AuS- gabenfentung nicht mehr toe i t e rgearbeitet werben könne: wir feien mit unterer Lteuerkraft z u Enbe. Untere Per- tonalauSgaben erreichten heute die Höhe von 15 Milliarben Mark im 3ahre. GS fei die große Frage, ob biete Summe auf die Dauer aufgebracht werden könne. Es fei anerkennenswert, führte Dr. Dredt sodann aus. daß uns bie Beamten über die schwierigen Verhältnisse hinweggeholten hätten, aber neben dem alten Beamtentum hab« sich ein neues Beamtentum breitgemacht, das nicht nach ßciftimg. sondern durch das Parteibuch in die Stellung hineingekommen sei. Damit müsse Halt gemacht werden Es gehe um die Frage, ob die Gehälter auf die Dauer garantiert werben konnten. Die Reichshilfe tolle bazu beitragen, Die Gehälter weiter bezahlen zu tonnen. Die heutige Regierung fei fest entschlossen. betonte ber Minister weiter, ausprivatwirt- schaftlicher Grundlage untere Finanzen in Ordnung zu bringen Von anderen Parteien werde gesagt, man solle es erst zum Zusam- rnenbruch kommen lassen. Wir hätten Awei Zusammenbrüche erlebt Der erste, der Zusammenbruch deS deutschen HeereS 1918, habe uns untere Stellung in ber Welt gekostet unb uns um 100 3ahre in ber Gefchichte zu rückgeworfen. Der zweite fei der Zusammenbruch Der Währung gewesen. Er habe unserem Volke daS gesamte Vermögen gekostet WaS gäbe es nach dem dritten Zusammenbruch noch zu retten? (Strenge Sicherheitsmaßnahmen in München. München, 10. Sept. (XU.) Die Polizeidirektion München hat zur Sicherung der Reichstagswahlen das Tragen von einheitlicher Kleidung lUniform, Bun- desttacht), sowie von Armbinden durch die die Zugehörigkeit zu einer politischen Vereinigung oder Schuhclnrichtung einer solchen zum Ausdruck gebracht wird, von SamStag vor den Wahlen bis Montagmittag 12 Uhr nunmehr zu jeder TageS- unb Aachtzeit verboten. mit dem Dotschafterposten in London, von dem er abberufen wurde, um rumänischer Außen- mi ni ste r zu werden. In dieser Eigenschaft hat er in der ersten Halste des Jahres 1928 eine überall beachtete Rundreise durch Europa angetreten, die ihn unter anderem auch nach Rom brachte, wo er wichtige Verhandlungen mit Mussolini führte. Bemerkenswert sind auch seine Verhandlungen mit Jugoslawien gewesen, in denen er sich für eine enge Verbindung der beiden Nachbarländer und für eine Stärkung der Kleinen Entente einsetzte. Im August 1928 wurde er wieder G e« f a n b t e r in London, und in dieser Eigen- schäft ist er jetzt auch nach Genf gereift. Der Zahnschutz im Saargebiet. Rückfragen bei der Saarregierung. Genf, 10. Sept. (WTD.) Heute nachmittag fand beim Generalsekretär des Völkerbundes eine Besprechung über die Regelung der Frage deS Dahnschuhes im Saargebiet statt. Außer Dr. C u r t i u s und D r i a n d nahm der italienische Delegierte S c i a l o j a , der an Stelle des nach Rom gereiften italienischen Außenministers Grandi getreten ist, an der Besprechung teil. Es handelte sich darum, auf Grund der gestrigen Verhandlungen des Rates einen Vorschlag auszuarbeiten, auf Grund dessen der Rat eine Entscheidung über den Dahnschuh in einer der nächsten Sitzungen zu treffen hat. Die Teilnehmer an der Besprechung sind übereingekommen, an d i e Regierungskommission des Saargebietes, die zur Zeit in Gens weilt, einige Fragenzu richten. Man glaubt, daß die Angelegenheit noch in dieser Woche geregelt wirb. Der Ausschuß hat sich also auf den Standpunkt gestellt, daß die Saarregierung selbst die Unterlagen für die Entscheidung liefern soll, ob eine sofortige Zurückziehung des Dahnschuhes möglich fei. Die von dem Ausschuß an den Präsidenten Wilton gerichteten Fragen werden geheimgehalten, sie sollen sich jedoch auf die Sicherung des Kohlentransports sowie des gesamten Durchgangsverkehrs des Saargebietes durch die örtliche Gendarmerie im Falle einer Zurückziehung de« Dahnschuhes beziehen. Oie Saarregierung für Zurückziehen des Bahnschuhes? Parts, 11. Sept (1BIB. Iunkfpruch.) Der Berichterstatter des „Journals" in Genf berichtet über di« gestrige Fühlungnahme wegen der Ablösung der 250 französischen Soldaten im Saargebiel, der Vorsitzende der Regierungskommission, Sir Ernest Wilton, habe erklärt, daß e» gar nicht schwierig fei, diese Soldaten zurückzuziehen. Unter diesen Umständen würde die Annahme der deutschen Forderung am Jreifag, also vor den Reichs- tagvwahlen. angekündigt werden. Der Berichterstatter stellt in diesem Zusammenhang die Jrage, ob dies genügen werde, um die deutschen Wähler für die Regierung zu gewinnen. Wie pilsudski den Wahlkampf führt. Verhaftung oppositioneller Führer. Berlin, 10. Dept. Der neue polnische Ministerpräsident Pilsudski, dessen mangelnde Hochachtung vor dem parlamentarischen System und seinen Vertretern hinlänglich bekannt ist, hat den Wahlkampf damit begonnen, daß er durch - die Polizei maßgebende Führer der Opposition verhaften ließ. So sind in Warschau führende Persönlichkeiten der Sozialdemokratischen Partei, der Bauernparteien, der Rationalen Arbeiterpartei und der Rational- demokraten ins Gefängnis geworfen worden. Auch auf die Provinz hat Pilsudski diese Methode des Wahlkampfes erstreckt. Ebenso hat er die Führer der ukrainischen Minderheit, die bekanntlich gegen die Warschauer Machthaber besonders feindlich eingestellt sind, hinter Schloß und Riegel bringen lassen. Diese Aktion der Regierung ist wahrscheinlich hervorgerufen worden, weil sich die Oppositionsparteien des Zentrums und der Linken z u einem W ahlblock gegen die Regierung zusammengeschlvssen hatten. Es muh abgewartet werden, ob der Ministerpräsident mit dieser Taktik der Vergewaltigung sein Ziel erreicht. Jedenfalls steht schon jetzt fest, daß di^-rnal vop freien Wahlen in Polen nicht die-Rede sein kann. Oer neue Bischof von Kattowitz. Berlin, 10. Sept. (HL) Wie der „Osservatore Romano" mitteilt, hat der Papst den Prälaten Sta- nislaw Adamski aus Polen zum Bischof der Diözese Kattowitz ernannt. Wie die „Ger- mania" dazu berichtet, wurde der neue Bischof 1875 in der ehemaligen Provinz Posen geboren, studierte in Posen Theologie und wurde im Jahre 1899 als Kathedralvikar nach Gnesen berufen. Be- onders ausgeprägt war feine Arbeit im polni- chenDereins- und später irnGenossen- chaftswesen. Reben dieser Arbeit auf roirt- chaftlichern Gebiete nahm er in ausgedehntem Maße an dem politischen und nationalen Leben der polnischen Bevölkerung in der Provinz Posen und später in Polen teil. Während der Revolution von 1918 wurde er in den Ober- ft en Volksrat der Polen in Pofen gewählt. 1919 wurde er Abgeordneter im gesetzgebenden Sejm und bekleidete von 1922 bis 1927 die Würde eines Senators der Republik Polen, lieber feine Haltung gegenüber den deutschen Katholiken zu sprechen, wäre verfrüht, und ebensowenig kann die Frage erörtert werden, ob der neue Bischof weiterhin sein besonderes Augenmerk auf das Genossenschaftswesen richten wird. Im früher preußi- schen Teil der Wojewodschaft Gnesen liegt eine Hauptstärke des Deutschtums unzweifelhaft in den stark ausgebildeten deutschen Gewerkschaften, Verbänden und Genossenschaften. Der Ruhrschiedsspru» verbindlich erklärt. Berlin, 10. Sept. (TU. Funkspruch.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Schiedsspruch vom 4. September 1930 für den Ruhrkohlenbergbau ist für verbindlich erklärt worden. Aufgaben -er Agrarpolitik in Gegenwart und Zukunft. Reichsernährungsminister Schiele über das Ziel seiner Arbeit. Berlin, 10. Sept. (TU.) Reichsernäh- rungsminister Schiele sprach in Berlin über „Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben der Agrarpolitik". Er führte u. a. aus: Wenn auf einem Gebiete Politik auf weite Sicht getrieben werden muß, so gilt das vor allem auch für die Landwirtschaft. Deshalb ist In keinem anderen Berufe ein so großes Maß von Vertrauen für die Zukunft nötig, wie in der Landwirtschaft. Wir dürfen es aber aus- sprechen: Es ist ein Anfang von entscheidender Bedeutung auf dem richtigen Wege gemacht. Das Steuer in der Agrarpolitik ist herumgeworfen. Ob wir den Kurs auch künftig werden halten können, hängt von der politischen Kräftegruppierung nach den Wahlen ab. Mit der Zollermächtigung, dem Vermahlungszwang und mit vorübergehender Reichsstühung lassen sich künftig die Weizen- Preise auf auskömmlicher Höhe halten. Auch der R o g g e n m a r k t weist deutliche Anzeichen der Gesundung auf. In engem Zusammenhänge mit der Entwicklung der Weizen- und Roggenmärkte steht die Marktlage für alle üZeigen Getreidesorten. Schwieriger ist die Lage des Hackfruchtbaues. Hier ist es entscheidend, ob es uns gelingt, durch geeignete Verwertung der Lieberschüsse im eigenen Lande eine auskömmliche Preisgestaltung für den Kartoffel- und Zuckerrübenbau zu sichern. Rur wenn rechtzeitig^ möglichst noch im Herbst, die überschüssigen Kartoffelmengen der techni- schenVerarbeitung zugeführt und den Speisekartoffelmärkten entzogen werden, kann einem Preissturz auf dem Kartoffelmarkt bei günstigem Ausfall unserer Ernte vorgebeugt werden. Für die Wiedergesundung unserer Milchwirtschaft ist mit der Kündigung des alten finnischen Handelsabkommens und dem Abschluß des neuen Vertrages die Bahn endlich frei geworden. Hand in Hand mit dem Schutz nach außen muß die besonders dringende 21 euer g a t ion unserer Erzeugungs- und Absatzverhältn isse erfolgen. Hierzu ist durch das neue Reichsmilchgesetz die notwendige gesetzliche Grundlage geschaffen. Günstigere Aussichten bieten sich auch für die Rinderzucht. Die Lebendvieheinfuhr ist namentlich durch die Zollerhöhung um nahezu 50 v. H. gesunken. Angesichts der feit Monaten zu beobachtenden, immer weiteren Zunahme der Schweinebe st finde ist die Preisentwicklung auch hier befriedigend. Besonderer Pflege bedürfen künftig auch der Obst-, Gemüse-, Wein-, Tabak - und Hopfenbau, sowie die Geflügelzucht. Durch die Erhöhung der autonomen Zölle für diese Erzeugnisse ist bereits die Richtung unserer künftigen Bemühungen vorgezeichnet. Eine wichtige Aufgabe der Zukunft wird es sein, den Geltungsbereich der O st h i l f e auszudehnen und allmählich aus der Osthilfe eine allgemeine Kredithilfe für die Landwirtschaft werden zu lassen. Es bestehen engste Zusammenhänge zwischen der Agrarpolitik und den unser Staatsleben gerade gegenwärtig beherrschenden politischen Entscheidungen auf wirtschaftlichen, sozialen, finanzpolitischen und staatsrechtlichen Gebieten. Die Wiederherstellung gesunder Wirtschaftsverhältnisse in der Landwirtschaft und Ersah der überflüssigen Lebensmitteleinfuhr durch eigene Erzeugung schafft Arbeit und Brot für über eine Million Menschen. Oie Revision -es Korridors. Oer Königsberger Oberbürgermeister Lohmeyer macht praktische Vorschläge für eine Lösung. Königsberg, 9. Sept. (TU.) In einer Unterredung mit einem Sonderberichterstatter des „Echo de Paris", der eine Studienreise durch Polen unternommen hat, antwortete Oberbürgermeister Dr. Loh. meyer auf die Frage, wie sich Deutschland die Revision der Korridorfrage denke, u. a. folgendes: Es fei Aufgabe des Völkerbundes, derartige Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen. Insbesondere sehe der Artikel 19 des Versailler Friedensdiktats die Möglichkeit einer Revision ausdrücklich vor. Bei den Verhandlungen in Versailles feien durch Polen die maß- gebenden Persönlichkeiten irregeführt worden. Die Provinz W e ft p r e u fj.,e n habe unzweifelhaft eine überwiegend deutsche Bevölkerung gehabt, ebenso der sog. Netze-Distrikt, während der übrige Teil der Provinz Posen eine überwiegend polnische Bevölkerung gehabt habe. Deutschland sei ein bitteres Unrecht angetan worden, da dieser Tatbestand nicht einwandfrei durch Volksabstimmung geklärt worden sei. Dies uns zugefügte Unrecht müsse die Welt wieder gutmachen, wenn wir zu einem Völkerfrieden kommen wollten. Zwei Forderungen stießen bei diesem Problem aufeinander, die deutsche, daß man nicht ein Land dadurch zerreißen könne, daß man ein anderes Land dazwischen schiebe, und die polnische,'einen Zugang zum Meer zu haben. Die natürliche Lösung dieser beiden sich überschneidenden Probleme fei die, daß West preußen und der Netze- Distrikt, die beide vor dem Kriege eine überwiegend deutsche Mehrbevölkerung hatten, wieder an Deutschland zurückfielen, das dieses Land folonifiert habe, daß dagegen der übrige Teil der früheren Provinz Posen, der überwiegend polnische Bevölkerung habe, bei Po- len verbleibe. Den Zugang zum Meer würde Polen durch eine Internationalisierung b#er Weichsel bekommen müssen und zwar in Verbindung mit der Einrichtung von F r e i fya f e n 30 n e n in Danzig und Kö - n i g 5 b e r g. Außerdem würde für Polen, das an der Ost- West-Verbindung im Korridor kein Interesse habe, die für Polen in ^Betracht kommende Süd-Nord- verbindung in ähnlicher Weise sicherzustellen fein, wie es zur Zeit für Deutschland mit der Ost-West- Verbindung sei. Man könne sogar daran denken, namentlich, wenn sich die Briandschen Pläne verwirklichen ließen, den Polen auch die. territoriale Oberhoheit über das Eisenbahn- gleise selbst zu übertragen, damit sie auch mit ihren eigenen Wagen und Lokomotiven und ihrem eigenen Personal die Züge fahren könnten. Auch das Interesse Frankreichs liege nicht darin, die offene Wunde Deutschlands .weiter schwären zu lassen, sondern zu einer wirklichen Verständigung mit feinem Nachbar Deutschland zu kommen, die für Frankreich mindestens ebenso wichtig fein müßte wie die Freundschaft zu dem weitab liegenden Polen. Würde die Dftfrage im obigen Sinne revidiert werden, dann wäre damit die Bahn frei für eine friedliche Zusammenarbeit der drei Volker Europas im Sinne der Völkerverständigung und des Weltfriedens. Max Hölz. Berlin. 10.Sept. Vor wenigen Tagen hatte Max Hölz in einer Berliner Wahlversammlung für das deutsche Volk Mordkolonnen nach dem Vorbild der russischen Tscheka verlangt. Wegen dieser Forderung ist er bereits mit den Gerichten in Konflikt gekommen. Aber nicht genug damit, er hat nun auch noch die Früchte feiner Hctz- politik am eigenen Leibe erfahren. In Bad Elster haben Rationalsozialisten keinen Augenblick gezögert, sich den kommunistischen Methoden der Wahlpropaganda anzupassen. Dabei ist Max Hölz auf dem Kampfplatz geblieben. Seine Freunde haben zwar schleunigst Meldungen in die Welt gesetzt, wonach er eine schwere Gehirnerschütterung erlitten haben soll. Ganz so schlimm wird es wohl nicht sein, denn Hölz hat noch Anweisung geben können, ihn zu seinen politischen Freunden nach Falken stein zu bringen. Er ist also dort wieder gelandet, wo er in den Rachkriegsjahren als Räuberhauptmann die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte, so daß schließlich Polizei und Militär aufgeboten werden mußte, um seinem gefährlichen Treiben ein Ende zu bereiten. Allzulange hat er im Sonnenburger Zuchthaus nicht gesessen. Er ist vor mehreren Jahren auf Grund einer Amnestie wieder f ne igelaffcn worden, hat Hann aber im Dienste der Kommunistischen Partei sich wieder als Dolksaufwiegler betätigt. Für diesen Wahlkampf ist ec in Moskau noch besonders geschult worden. Daß er nun selber ein Opfer der von ihm gepredigten Politik des Dolches und des Revolvers geworden ist, tft sein persönliches Pech. Oie Lappobewegung in Finnland. Helsingfors. 10. Sept. (TU.) Vergangene Rächt wurde einkommuni st ischerStadt- Derorbnetcn in Abo von unbekannten Tätern entführt. Rur mit einem Hemd bekleidet, wurde er in einen Kraftwagen gefetzt und einige Kilometer von der Stadt entfernt verprügelt und liegen gelassen, nachdem man ihm das Versprechen abgenommen hatte, seinen Stadtverordnetenplatz sofort aufzugeben. In St. Marie wurde ein kommunistischer Stadtverordneter auf ähnliche Weise entführt. In Pöytie wurde ein Angehöriger der Lappo-Dewegung bei einem Entführungsversuch von einem bekannten Kommunisten erschossen. Sämtliche kommunistischen Stadtverordneten in Helsingfors haben am Dienstag ihre Mandate niedergelegt, nachdem ein Teil von ihnen schon früher aus dem Stadtverordnetentollegium ausgetreten war. Aus aller Welt. Oie An-r^e-Tragödie. Die Zeitung „Dagens Nyheter" veröffentlicht heute einen Auszug aus dem Tagebuch Strindbergs, aus dem u. a. her vor geht, daß die Andree-Expedition am 14. Juli drei Tage nach ihrem Ballonaufstieg auf einer Eisscholle landete. Strinbberg hat auf einer handgezeichneten Karte die Ortsbestimmungen genau angegeben, so daß man d i e langsame Irrfahrt der Expedition in südlicher Richtung verfolgen kann. Der Marsch nach Süden dauerte nach den Aufzeichnungen fast drei Monate. Die Expedition blieb bis zum 22. Juli auf dem Ankerplatz und mußte am 27. eine Menge Gepäck zurücklassen, von da an betrug das Gewicht der Ladung nur noch 140 Kilogramm. Am 11. August wurde der 82. und am 7. September der 81. Breitengrad passiert. Am 12. September mußte der Proviant rationiert werden, und am 16. September gaben die Forscher den Versuch, den Marsch fortzusetzen, auf. Am folgenden Tage wurden die Gletscher von V i t ö n bemerkt. Die Eisscholle, auf der die Expedition eine Schneehütte gebaut hatte, zerbrach am 2. Oktober und am 5. Oktober mürben die Forscher Gefangene der Insel. Am 6. Oktober brach ein Schnee st urm aus. Nach dieser Aufzeichnung ist nur noch ein Wort vermerkt: „R e s i g n a t i v n". Nach dem 17. Oktober hatten Strinbberg b i e Kräfte verlassen, er war nicht mehr imftanbe, weiterzuschreiben. „Graf Zeppelins" Maskanflng. Moskau, 10. Sept. (WTB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" erschien, von zwei Sowjet- flugzeugstasfeln geleitet, um 10 ilf>r osteuropäischer Zeit über Moskau und kreiste zwei Stunden über der Stadt, von Hunderttausenden von Zuschauern jubelnd begrüßt. Die äußerst schwierige Landung am Landungsmast wurde mit Hilfe von Mannschaften der Sowjetluftfahrt musterhaft ausgeführt. Auf dem Landungsplatz befanden sich u. a. Vertreter der Zivil- und Militärluftfahrt sowie zahlreicher öffentlicher und wissenschaftlicher Organisationen, Mitglieder des diplomatischen Korps, der deutschen Botschaft und der deutschen Kolonie. Der Chef der Luftstreitkräfte der UdSSR. Baranow begrüßte Dr. Eckener namens der Regierung. Der deutsche Geschäftsträ^r, Botschaftsrat von Twardowski, der die Gäste namens der deutschen Botschaft und der deutschen Kolonie begrüßte, erklärte, der Besuch des „Graf Zeppelin" sei eine Betätigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion und wies auf die Leistungen des sowjetistischen Flugwesens hin. Er erwähnte im besonderen den Flug Moskau—Reuhork und den Orientflug, der zur Zeit von einem Sowjetflugzeuggeschwader unternommen wird. Ramens der Mannschaft und der Fahrgäste des „Graf Zeppelin" dankte D r. Eckener für den herzlichen Empfang und gab seinem Bedauern Ausdruck, daß die Wetterverhältnisse es ihm im vergangenen Jahre nicht erlaubten, Moskau zu besuchen. Allen Flugteilnehmern wurden Geschenke überreicht. Dr.. Eckener erhielt einen silbernen Pokal. Das Luftschiff ist heute um 16.40 Uhr zu seinem R ü ck - f l u g nach Friedrichshafen aufgestiegen. Schweres Straßenbahnunglück in Zürich. Ein schweres Straßenbahnunglück, bei dem zwei Frauen ums Leben kamen und zehn Personen verletzt wurden, ereignete sich in Zürich. In einem Straßenbahngleis waren drei Wagen aneinandergekuppelt auf bisher unbekannte Meise in Bewegung gekommen. Ehe der Vorgang bemerkt werden konnte, rollten die Wagen auf dem etwas abschüssigen Gelände aus dem Bahnhof hinaus. In einer Haltestelle fuhren die Wagen auf einen dichtbesetzten Straßenbahnwagen auf, der darauf ebenfalls in rasende Fahrt geriet. Der Fahrgäste bemächtigte sich eine furchtbare Panik. Ein Fahrgast versuchte, abzuspringen, blieb aber mit einer schweren Schädelverletzung liegen. In einer Kurve sprangen die Wagen aus den Schienen und der vorderste Wagen zerschellte an einer Mauer. Die nachfolgenden Wagen schoben sich in die Trümmer des ersten Wagens hinein. Aus den Trümmern erschollen fürchterliche Hilfeschreie. Glücklicherweise war ärztliche Hilfe gleich zur Stelle. Die zehn Verletzten wurden sofort in ein nahegelegenes Krankenhaus geschafft. Die beiden Toten konnten erst nach mehrstündiger Arbeit geborgen werden. Der Wagenführer blieb unverletzt, erlitt aber einen Nervenschock. Unter dem Eindruck des furchtbaren Unglücks unternahm der Leiter des Depots einen Selbstmordversuch. Eine $rau aus dem Fenster geworfen. Der 45jährige Schlächtermeister Brochnow verübte im Rorden Berlins eine unglaubliche Roheitstat. Er hatte eine 35jährige Frau namens Elly Liedtke auf der Straße kennengelernt. In seiner Wohnung entstand zwischen den beiden Streit, worauf der Schlächtermeister in Wut geriet und die Frau aus dem Fen st er warf. Bei dem Sturz aus dem ersten Stockwerk des Hauses trug die Frau schwere Brüche und innere Verletzungen davon. Das von Rachbarn herbeigerufene Ueberfall- ■ kommando mußte erst die vom Schlächtermeister verbarrikadierte Tür gewaltsam öffnen, um des Rohlings habhaft zu werden. Die Polizeibeamten konnten auch nicht verhindern, daß die über diesen unmenschlichen Vorfall erregte Menge den Täter schwer verprügelte. Großfeuer in der Osnabrücker Sladthalle. Mittwoch morgen brach in der Stadthalle, bis u. a. drei große - Versammlungssäle und ein Waisenhaus enthält, Feuer aus. Als es bemerkt wurde standen bereits der Bühnenraum und die Räume über dem Kesselhaus in Flammen und bald griff das Feuer auch auf den zweiten Kuppelsaal über. Die Feuerwehr war sehr schnell zur Stelle. Das Waisenh au s blieb unversehrt. Der große Kuppelsaal ist jedoch stark beschädigt worden. Vollkommen vernichtet ist die gesamte Bühneneinrichtung und die große Kuppel. Oie Wetterlage. Mrc 10 El fZ, 3E Uft naiD oedecm »worxia ® Deoecm • Regelt * Schnee & Graupeln ■ Nebel K Gewitter.@Wind$tllle.«O-» seh# leichter Ost y «nissiger "Südsoowesi Q stürmischer nordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Ole oeioen Stationen dienenden za* len gehen die Temperatur an. Die Limen reroindeo Orte mit gleiche® lut heeresnWtau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage, Die Südseite des skandinavischen Hochdruckgebiets bewirkt über Deutschland eine kontinentale Luftzufuhr, wodurch bereits wieder leichter Temperaturrückgang ftattgefunben hat. Der Einfluß des hohen Druckes hat sich bis jetzt noch nicht weiter über Deutschland durchgesetzt. Dagegen wandert bas westliche Tief nach Südfrankreich und dem Mittelländischen Meer ab. Wir haben außer Bewölkung keine wesentliche Beeinflussung durch die Störung zu erwarten. Aussichten für Freitag: Neblig-wolkig, auch aufheiternd, mäßig warm, trocken. Lufttemperaturen am 10. September: mittags 17,7 Grad Celsius, abends 15,7 Grad: am 11. September: morgens 14,9 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum 12,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. September: abends 19,2 Grad; am 11. September: morgens 15,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,5 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden, Aus der Prvvinzialhauptfiadt. Gießen, ben 11. ©eptember 1933. Kommerzienrat Adolf Klingspor 60 Zähre alt. 2m morgiaen 12. September begeht der Sc- niorchef der Zigarrenfabrik Alinglpor und ehrenamtliche Beigeordnete der ©tabt Gießen, Kommerzienrat 2 b o 11 Ktin gs por, leinen 60. ®t- burtStag. 2m 12 September 1870 in Viehen geboren, trat Adolf Kl in gspor nach dem Besuche de» Siebener Realgymnasium- und der Realschule in Alzey im Jahre 1888 In Da» Väter» liche Geschäft ein. Rachdem er hier di« Grundlagen seiner sausmünnischen und tabaksachlichen Au-bildung erhalten hatte, war er zur Vervollkommnung seines Dissen» In den Hanfastädten und in den wichtigsten Tabaketportplätzen de» Auslandes tätig. 3n die Heimat zuruckgekehrt, widmete er sich in jahrelanger Arbeit mit Tatkraft der Weiterentwickelung der Firma Kling- fpor. Da» Hou» hat — wie viele andere Firmen — natürlich auch durch Krieg und Jnfla- tion zu leiden gehabt, und infolgedessen erforderte es gerade im letzten Jahrzehnt angespannteste Arbeitsleistung dc» Jubilar», um Die Folgen der Kriegs- und JnflationSjahre so weit wie möglich auszuheben. 3n den KriegSjaycen war Adols Kling'por, der seine aktive Militärbienstzeit al» Sinjährig- Freiwilliger im Jnsanterle-Regiment 116 bei der Leiblompanie verbrachte und infolge schwerer Erkrankung al» dienstuntauglich au» Dem militärischen Dienstverhältnis auSgeschieden war, nach freiwilliger Gestellung im 3ahre 1914 zunächst in den staatlichen Munitionsfabriken in ©iegburg. später im Gefangenenlager zu Gießen tätig. Als kriegSbeschädigte Offizier« für dies« Ausgaben zur Verfügung standen, nahm er seinen Abschied und wirkte dann im Schlichtung»- und Einberufung»au»schuß. später al» Vorsitzender de» Schlichtungsausschusse» bi» zur Besetzung diese» Posten» durch einen beruflichen Vorsitzenden. Beben seiner geschäftlichen Tätigkeit widmete sich Adolf Klingspor schon in jungen Jahren der Arbeit für da» Allgemeinwohl. Sr wirkte im Rahmen der früheren Rationalliberalen Partei an den öffentlichen Aufgaben mit, wobei er sich so allgemeine» Vertrauen erwarb, daß er mit dem Vorsitz Der Stadt- und Krei»organisativnen der Rationalliberalen Partei betraut wurde. Im Juni 1905 wurde er von der Kausmannschoft zum Mitglied der Gießener Handelskammer gewählt. Deren stellvertretender Vorsitzender er seit 1. Januar 1920 ist' erst kürzlich konnte er da» Jubiläum seiner 2Sjährigen Zugehörigkeit zur Han- delSkammer begehen. In Anerkennung seiner Verdienste um Da» Gemeinwohl wurde er am 25. Ro- vember 1911 von dem früheren Großherzog zum Kommerzienrat ernannt. Vom 26. Januar 1919 bi» 27. Rovember 1921 war er Mitglied der verfassunggebenden Volkskammer Hessen», auS gesundheitlichen Rücksichten und wegen geschäftlich^- ikberbürbung lehnte er aber eine Dieder- Wahl in Den Landtag ab. Seit einer Reihe von Jahren wirkt er ferner al» Handelsrichter, ebenso ist er sei? langer Zeit ehrenamtliche» Mitglied deS Finanzgenchtü Darmstadt. Sein lebhafte» Interesse für die Belange unserer LandeSuniver- sität führte ihn in Die Reihe Der Gründer der Siebener Hochschulgesellschaft. Durch Stiftungen gab et seinem Interesse für die Universität auch nach außen hin sichtbaren Ausdruck. Die ^Universität stattete ihm ihren Dank Durch Die Ernennung zum Ehrensenator am 24. Januar 1923 ab In Der unmittelbaren Mitarbeit an den kvm- inunalea Ausgaben Der Stabt Gießen steht Adolf Klingspor seit 30. Juni 1919. An jenem Tage tour De er von Der Stadtverordnetenversammlung auf Die Dauer von 6 Jahren zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen, alS Rachfol- gcr für den Beigeordneten Geheimrat Emmeliu», gewählt. Am 2. Juli 1925 erfolgte seine Wiederwahl durch Die Stadtverordnetenversammlung aus weitere 6 Jahre. Durch LandeSgesetz vom 10. Dezember 1929 wurde aber die Amtszeit aller unbesoldeten Beigeordneten, Die in den Städten im Jahre 1925 wiedergewählt wurden, auf 9 Jahre verlängert, fo daß die jetzige Amtszeit des Beigeordneten Klingspor bis zum Jahre 1934 läuft. In der StaDtverwaltung ist Beigeordneter Klingspor Dezernent für den Schlachthof und die Fleischbeschau, für daS Markttoesen, einschließlich Pferdemarkt, für daS Stadtthcatcr und für da» Gebiet Der Schankkonzessionen; bi» zum Februar 1927 war et außerdem Leiter De» StandeSamtSwesenS. Den Deputationen und Ausschüssen für die vorstehend benannten kommunalen Arbeitsgebiete steht er als Vorsitzender vor. In unermüdlicher Tätigkeit und mit klugem Dlick für Die Erfordernisse der Sache und Der Zeit, aber auch mit viel Geschick in den mancherlei komplizierten Ausgaben seines kommunalen Arbeitsgebietes und bei den häufig widerstrebenden Meinungen in Der Bürgerschaft und im Stadtrat hat der Jubilar wertvolle produktive Arbeit für unser Gemeinwesen geleistet. AlS äußere» Merkmal seines verDienstvolten, uneigennützigen Wirkens ist Do» hohe Maß von Vertrauen unD Wertschätzung anzusehen. Da» ihm sowohl von Der Stadtverwaltung und vom Stadtrat, wie auch von weiten Kreisen der Bürgerschaft entgegengebracht wird. Bei vielen Mitbürgern, die in Kommerzienrat Klingspor den arbeitsfrohen und klug ab- wagenden Mitarbeiter im Dienste der Allgemeinheit, aber apch den allezeit liebenswürdigen und fiel» hilfsbereiten Menschen kennen und wertschätzen lernten, wird an seinem morgigen Geburtstage der Wunsch bestehen, daß es ihm vergönnt sein möchte, noch lange Jahre in Frische und Gesundheit sowohl in seiner Firma, wie auch für die Allgemeinheit tätig sein zu können. Oas Gießener GiudenienhauS. Don Der Pressestelle der ilniDcrfität Gießen wird mitgeteilt: Zu Beginn deS Winter-Semester- wird das neuerrichtete Gießener StudentenhauS seiner Bestimmung übergeben werden. Troy der überaus schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es gelungen, die Mittel zu beschaffen, um das Gebäude in seinem größten Teile bezugsfertig zu machen. Dies haben neben den Zuschüssen aus Reichsmitteln (Die durch Vermittlung des Deutschen Studentenwerks in Dresden eingegangen sind) und deS Hessischen Staates, neben den Beiträgen der Studentenschaft und der Dozenten Die zahlreichen Spenden ermöglicht. Die von Den hessischen Provinzen, Kreisen und Gemeinden, Oer Wahlkampf auf dem Höhepunkt. Oie Deutsche Dolkspariei im Wahlkampf. Arn Dienotagabentz trat die Deutsche volk»pariei zum zweiten Male mit einer Versammlung vor die Wählerschaft. Der hessische Spitzenkandidat und bi»- herige Reichstagsadacordnete Dingeld« y (Darmstadt) sprach im Laie Leid vor einer gut besuchten Versammlung zunächst über außenpolitische Fragen Er erinnerte Dabei an die außerordentlich schwierige Lage unsere« Volke« im Jahre 1923 und stellte jenen verhältnisten In kurzen Strichen die von Strese- mann vertretene Außenpolitik gegenüber, al» Deren Krönung Die frühere Befreiung Der Rheinlande von Der fremdländischen Besatzung zu verzeichnen war. Nunmehr sei da» Schwergewicht der deutschen Außenpolitik auf Die Rettung De» deutschen Osten» durch Neoidierung Der Dortigen Grenze zu legen, und Dabei muffe da» deutsche Volk in geschlossener Front zusammenstehen. Die Zusammenfassung aller Strafte sei weiterhin erforderlich, um die innere Sanierung Des Reiche» unaesäumt in Angriff zu nehmen. Die grunDliche Reform Der ÜebensgrunDlagen unseres Volkes fei geradezu Die Schicksalsfrage Deutschlands. Der ReDner kritisierte hierauf kurz Die Haltung Der Deutschnationalen unD Der Sozialdemo- kraten unD kam Dabei zu Dem Ergebnis, Daß mit einer nur aus Agitation eingestellten unD Die Unpopularität fürchtenden Politik, Die man vor allem auch bei Der Sozialdemokratie bemerke. Die Sanierungsarbeit nicht durchyeführt werden könne. Al» dringend notwendig bezeichnete Der Redner Die Aufrechterhaltung und Fortführung Des vom Kabinett Brüning begonnenen Sanierungswerkes durch ent- sprechende Gestaltung Der Mehrheitsoerhältniffe im Reichstage. Da» weitere große Ziel Der innerpolitischen Arbeit sei Die Reichsresorm, bei Der man nun endlich zur praktischen Tat kommen müsse. Im Zusammenhang damit seien auch die drängenden großen wirtschaftlichen und sozialen Reformen zu verwirklichen, denn es gehe nicht länger an, wie bisher etwa ein Drittel de» gesamten jährlichen Produktionsertrages allein für die Zwecke Der öffentlichen Wirtschaft zu leisten. Der Redner be- sprach sodann in kurzen Zügen Die Weltwirtschaftskrise unD ihre Auswirkungen, das Arbeitslosen. Sroblem, die Frage der Wiedergesunduna des Qittelftanbee, und bezeichnete die gedeihliche Lösung aller dieser Schwierigkeiten als unbedingt notwendig, um unsere Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Es handele sich Darum, für diese Aufgaben eine arbeitswillige und nnt politischer Be- sonnenhell tätige Mehrheit zu schassen. Eine Regierung diese» Willen» sei schon vorhanden. Die von den Nationalsozialisten vorgeschlagene Politik lehnte der Redner mit Entschiedenheit ab und erklärte Demgegenüber, daß alle bürgerlichen Parteien sich zur engen Gemeinschaftsarbeit mit zusammen- gefaßter Kraft vereinigen müfjtem um durch eine gründliche Reformgesetzgebung die Gesundung unsere» staatlichen Lebens herbeizusühren. In diesem Zusammenhang kam der Redner kurz auf die Vorgänge bei der Gründung der Deutschen Staatspartei zu sprechen, deren Verlauf er bedauerte Besonders bezeichnete er bas Bestreben der unbedingten Rück- sichtnahme auf die Sozialdemokratie ohne gleichzeitige entsprechende Einstellung zu den staatsbejahenden Kräften auf der rechten Seite als untragbar für Die ausgleichende Politik Der Deutschen Dolkspartei. Der Redner wie- dann noch kurz auf die innere Auseinandersetzung bei der Staatspartei hin und erklärte, wenn diese Partei nach den Wahlen gemeinsam mit der Deutschen DolkSpartei auf der von ihm gekennzeichneten Grundlage an der Reformarbeit teilnehmen wolle, werde sie sicherlich keine Ablehnung finden. Mit der Aufforderung. am Wahltage die zu staatsbejahender Mitarbeit bereiten Parteien der Mitte zu stärken und insbesondere die von der Deutschen Volks- partci empfohlene politische Linie zu unterstützen, schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Im Anschluß daran sprach nodj kurz ein Vertreter der jungen VolkSparteiler für die Un- terstützung der volk-parteilichen Politik zur Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft. Oie Oeutschnationale Volkspaetei. 3n der Wahlversammlung am Dienstagabend in der Turnhalle sprach Reichstagsabgeordneter Geh. Rat Dr. Q u a a h (Berlin) über daS Thema: .Steuerzahler, waS geschieht mit deinem Geld?". Der Redner behandelte zunächst die politische Rot des deutsches Volke», kam auf die geplante Wahlrcform und die Reichsreform zu sprechen und vertrat die Auffassung, daß die politische Rot unseres Volkes durch da- gegenwärtige System der Mehrheitsherrschaft begründet sei. Der Redner schilderte dann in längeren Ausführungen die Auswirkung dieser Mehrheit-Herrschaft im Deutschen Reich, kam auf die Verhältnisse in der preußischen Regierung zu sprechen und vertrat dabei den Standpunkt, daß die Regierungsgeschäfte de» Deutschen Reiches von Preußen wesentlich beeinflußt würden. Selbst In außenpolitischen Fragen mache Preußen seinen Einfluß bei der Reich-regierung mit Erfolg geltend. Anderseits sei öS ein großer Fehler, daß die ReichSregierung vom Reichstag abhängig fei, zumal durch den ständigen Wechsel der Regierung positive Arbeit nicht geleistet werden könne. Der Redner besprach hierauf die Ausgaben de- Reiche» gegenüber der Vorkriegszeit und forderte weitgehende Sparmaßnahmen. Außerdem müffe Deutschland von dem Spiel der Mehrheiten und von dem jetzigen Einfluß Preußen» freigemacht werden. Dagegen sei anderseits eine Einheit zwischen dem Reich und Preußen dringend notwendig. Da» derzeitige Wahlsystem habe sich al» unbrauchbar erwiesen und zur Zersplitterung de» deutschen Volke» beigetragen. Vorbildlich sei da» englische Wahlsystem Rotwendig sei für un» eine Politik, die sich nicht von Wirtschaft»interessen leiten .Ar beru'»'.ind six nur zur Zersplitterung bei. Der Redner kam dann auf die wirtschaftliche Rot unsere» Volke» zu sprechen, nahm Hirz Stellung tur Weimarer Verfassung, zeigte die 2u»toirfungen des DatoeS- und Doungplan» und vertrat Dabei die Auffassung. daß die Frage der Reparationen mit der innerpolitischen Entwicklung Deutschlands zu- sammenhänge Die Arbeitslosigkeit und die Rot der Landwirtschaft feien die Folgen der Tributwirtschaft Unsere Xributlaften seien oufgebaut auf Der Knegsfchuldlüge. die energisch bekämpft werden müffe. Die Erfüllung-Politik habe Die Inflation herbei geführt, da» Sparkapital vernichtet und die Kulturschichten zum Hungern gebracht. Wahlzeii von 8 bis 12 IWt- Jedermann gehe am nächsten (Sonntag bei» -eitenzur Wahl, möglichst schon vormittag-, oder am frühen Nachmittag! Um 12 Uhr (5 Uhr nachmittags) ist überall Wahlschluß! Deshalb: rechtzeitig wählen! Die Sozialdemokratie habe die Hilfe der Mittelparteien, namentlich feit 1923 die Hilfe der Deut- toen Volkspartei gewonnen. DaweSplan und Voungplan hätten zu einer rapide wachsenden inneren und äußeren Verschuldung geführt. Die Erfüllung-Politik ende in einer Tragödie der Jugend und deS Alter». In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner eingehend mit dem Marri-muS. Wer Deutschland von den Tributen befreien wolle, müsse es vor allem vom Marxi-mu- frei machen. Rach einigen Bemerkungen über die Absplitterungen bei der Deutschnationalen Dolkspartei sprach der Redner kurz übet die Kulturnot deS deutschen Volke-. Sr schilderte dabei die Einstellung seiner Partei zur Religion und zu den kulturellen Fragen, um sich dann mit dem Zentrum und dessen Zusammengehen mit der Sozialdemokratie zu beschäftigen. Zum Schluß erläuterte der Redner noch, wie sich seine Partei die künftige Gestaltung Deutschland» denkt, und welche Forderungen von der Deutschnationalen Volkspartei gestellt werden. Die Kleinstaaterei müsse beseitigt werden unter besonderer Berücksichtigung der Eigenart jede- Landes. Weitgehende Sparmaßnahmen und eine rücksichtslose Finanzreform seien dringend erforderlich. Die soziale Fürsorge muffe den Gemeinden übertragen werden. Dafür seien diese steuerlich selbständiger zu machen. Jede lieber- Produktion von Gesetzen und Verordnungen müsse vermieden werden. Die kommende Wahl sei nur der Ansang eine« Kampfe- zur Freimachung deS Deutschen Reiches von Dem Einfluß de« Zentrums und des Marxismus. Gozialdemoleatische Kundgebung. Die Sozialdemokratische Partei veranstaltete am Dienstagabend in der Volkshalle eine Wahlkund- gebung. Die von etwa 2500 Personen besucht war. Staatskanzler a. D. Dr. Renner (Wien) sprach zunächst über Das Thema „Die Deutsche Reichstags- wähl unD Oesterreich (Einheitsstaat)". Die Reichstagswahl am 14. September sei nicht nur für Oester- reich, sondern für ganz Europa von größtem Interesse. Oesterreich sei ein Teil Der Deutschen Nation, hoffentlich auch in naher Zukunft Durch Die Staats- gemeinschaft. Der Redner besprach Dann Die QJrünbe, Die zum Erlaß Der Notverordnung und zur Reichs- tagsauflösung führten. Die. sozialdemokratische Reichstagsfraktion hätte sich Dem Ansinnen, Die Le- bensnotroenDigfeiten Der arbeitenden Bevölkerung zu kurzen, nicht fügen können. Die Frage Der Arbeitslosenversicherung sowie Der Sozialversicherung sei außerordentlich schwierig infolge Der zerrütteten Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit fei eine Welterschei- nung, von Der u. o. auch England und Amerika mit schätzungsweise runD sechs Millionen Menschen betroffen mürben, sie sei aber nicht Die Folge Des Marxismus, sonDern eine Folge Des Weltkriegs Der Redner schilderte Dann Die trostlosen Verhältnisse in Oesterreich unD in Deutschland im Jahre 1918 nach Dem Zusammenbruch Es sei das Verdienst Dr. Strefemanns, daß Deutschland und Oesterreich heute als gleichberechtigte Staaten im Völkerbund waren, die Tore Dafür habe Die SoziolDemokratie geöffnet. In Den letzten zehn Jähren sei eine allmähliche ökonomische Erholung Deutschlands festzustellen. Ein Wendepunkt, Der Oesterreich angehe, flehe bevor. Das Reich solle eine einzige Gemeinschaft sein Der Anschluß an Deutschland wurde Durch Das Friedensdikkot verboten, aber Der Anschluß wurDe in Den Herzen bereits vollzogen. Oesterreich sei im Reiche notwendig ab Bindeglied Al» große» Ziel zu erstreben fei die europäische Staatengemeinschaft Sodann sprach Staatspräsident Dr Adelung (Darmstadt) über ^Dolk, Staat und Politik und die bevorstehende Reichstagswabl" E» sei dringend nötig, daß man sich im Wahlkampf ab wende von Terror, Gewalt und Durch die Gosse-Ziehen, man solle Achtung vor der Auffassung der anderen Volksgenossen haben. Sodann erörterte der Redner Die politischen Ereignisse Der letzten Monate im Reichstage, Die zur Auslosung führten unD legte Dabei Den Standpunkt der Sozialdemokratie zur Notverordnung, Ropffteuer usw Dar Die Dinge lägen Grunde sehr tief. Darum muffe man wissen, rote sich Die vielen Parteien als Willensgemeinschaften zu Den Fragen stellen Die rechte und Die linke Flügelpartei (Nationalsozialisten unD Kommunisten) lehnten Die Demokratie at» zur Verteidigung von Dolksrechten sei bei beiden Parteien kein Witte vorhanden, ‘löeiter wurden von dem Redner die übrigen Parteien Im Wahlkampf, dezro ihre Bestrebungen gewürdigt. Ein Volk. Das arm sei, könne nur noch armer werden, wenn seine geistigen Güter geschmälert würden. Wie die Sozialdemokratie zu nationalen Fragen stehe, habe sie u. a. im Ruhrkampf und im besetzten Gebiet gezeigt wo alle Co»l6|ungsbeftrebungen am Widerstande Der Arbeiterschaft scheiterten International sein heiße nicht antinational sein, und national sein heiße höchste kulturelle Ärafte entwickeln. Die Demo* fratie fei eine Staatsform, Der Inhalt gegeben wer- den solle durch den Sozialismus. Die Kundgebung nahm einen fachlichen und ruhigen Verlauf. Wahliumuli in Gießen. Gestern abend hielt die '2Iational|o»lalifNf4e deutsche Arbeiterpartei in der Turnhalle am O»- waldSgarten eine Versammlung ab, in der der hessisch Spitzenkandidat der Rationalsozialisten. Pastor a. D. Münchmeyer. sprach. Die Versammlung, über deren sachliche» Ergebnis wir noch berichten werden, war bei der festgesetzten Stunde de» Beginn» so stark überfüllt, daß der Zutritt zur Turnhalle polizeilich gesperrt wurde. Infolge de» großen Andranges veranstaltete die örtliche Parteileitung sofort eine Parallelver- fammhmfl im Safö Leib, in der ein junger Gießener Rationalsozialist namen» Bretz als Referent so lange sprach, bis der Kandidat Münch- meyer gegen 11,15 ll&r in dieser Versammlung erschien und nun seinerseits zu den Besuchern über die Ziele der Rationatsozialisten redete. Beide Versammlungen konnten ohne Störung durchgesuhrt werden: die Versammlung in der Turnhalle war kurz nach 11 Uhr, die im Lafe Leib gegen 1 Uhr zu Ende. AlS die Parallelversammlung im Easö Leib der vor der Turnhalle wartenden großen Menschenmenge angekündigt wurde, strömte diese sofort nach der Walltorstrahe, mit ihr aber auch viele politische Gegner der Rationalsozialisten, insbesondere zahlreiche Kommunisten. Die Poli^ei- beamten waren in Erwartung von Zwischenfällen nicht nur an der Turnhalle, sondern auch int Tase Leib rechtzeitig zur Stelle und sperrten dort alsbald den Saal ab, nachdem dieser voll besetzt war. Kommunistische Besucher mußten umfcbren. eine Anzahl von ihnen versuch'.e dann dadurch in den Saal zu gelangen, daß sie sich vom Hose au» über die Treppe nach dem Obergeschoß begaben, hier eine Tür einschlugen und dadurch Zugang zur Galerie dcS Saale» erlangten. Bei dieser Sachlage sah sich die Polizei gezwungen, die Galerie zu räumen ujtb im Anschluß daran die in der Walltorstraße sich stauende lärmende Menschenmenge zurückzudrängen. Leider widersetzte sich dabei ein Teil der Leute, so daß Die Polizeibeamten bedauerlicherweise aczwungen waren, von dem Gummiknüppel Georauch zu machen. Dor Der Turnhalle sammelte sich bann wieder eine große Menschenmenge an, die durch sorgsame Absperrungsmaßnahmen der Polizei von Dem Versammlungslokal fern gehakten wurde und sich besonders aus dem Bürgersteig bei Der Feuerwache aufhielt. Als nach Versammlungsschluß ein kleiner Trupp von uniformierten Nationalsozialisten in Der Richtung nach Dem (Lass Leib abmarschierte, Drängte eine starke gegnerische Menge lebhaft nach, wahrend Die nationalsozialistische Gruppe von etroa 10 Mann von Polizeibeamten geleitet wurde. An Dem Engpaß in Der Dammstraße wurde von Linksrodikalen der Versuch gemacht, über Die Nationalsozialisten herzufallen, und als die Polizei in Durchführung ihrer Sicherungsaufgabe wiederum zum Gummiknüppel greifen mußte, wurde sie heftig mit Steinen beworfen, wobei leider einige Beamte getroffen wurden. Zum Glück sind Deren Verletzungen aber leichterer Art. Während Die nationalsozialistische Gruppe im Sturmschritt nach Dem Eaf6 Leib eilte, wurde Die Menschenmenge von Der Polizei zurück- geDrängt, später folgte sie aber Den Beamten nach, als Diese sich zum Eafö Leib begaben Schließlich sah sich Die Polizei, Die in allen Teilen korrekt unD ohne unnötige Schärfe vorging, gezwungen, zur Verhütung von Unheil Die Walltorstraße auf weite Strecke hin wieder zu säubern, so daß sich Die viel- fach laut lärmende Menschenmenge in Der Hauptsache am Lindenplatz zusammenballte. Nach Versammlungsichluß gegen 1 Uhr begaben sich Die Nationalsozialisten, gefolgt von dem lieber- faUfommanbo Der Polriei, nach Dem nationalsozio- listischen Vercinslokal. An Der Ecke Sonncnstrahe- Reuenbäue entstand Dabei eine kurze Schlägerei zwischen zwei Männern, in die Die Polizei eingriff unD Die Äampshähne trennte, von Denen einer Durch seinen Gegner Verletzungen am Stopfe baoontrug. Die Polizei selbst brauchte erfreulicherweise von ihrer Waffe keinen Gebrauch mehr zu machen. von Privaten und au» der Industrie zügellosen sind. Von letzteren sind besonder» Die groben Zuwendungen Der BuderuS-Werke in Weylar und der 2C®. zu nennen. Die vollständige Fertigstellung de» Gebäudes wird allerdings erst Im kommenden Jahre erfolgen können. Aber schon jetzt kann die studentische Speisung in vollem Umfange darin ftattfin- den, schon jetzt werden die Arbeit-- und AusenthaltSräume, unter denen sich ein besonderer Aufenthalt-raum für Studentinnen befindet, und sämtliche Studentenwohnun- gen in Benutzung genommen, einschließlich des Evangelischen Theologcnheim». über dessen zwölf Plätze da- Hessische evangelische LandeSkirchen- amt verfügt. Aornotizen. — Tageskalender für Donner-tag. Christlich-Sozialer Volk »dienst: Wahlversammlung. 20.15 Lhr, im Gas6 Leib — Deutsche Staatspartei: zreite öffentliche Kun'gebung, Lass Leib. — DHD: Versammlung, 20.15 iltnr. Lony- straße 18. — Lichtspielhaus: .Der weiße Teufel". — Astoria-Lichtspiele: .Der fliegende Teufel von TeeaS' und .Die Orchideen-Tänzerin". — Deutsche Staatspartei. Nächsten Freitag abend im Cafs Leib Wahlkundgebung Es sprechen Kapitän z. S. a. D. v o n E g i d y und Frau Regierungsrat Keller. Siehe heutige Lnzeigc — Der Bund „Haus und Schule" ver-' anstallet am morgigen Freitag. 20 Uhr. im Johann es saal, einen Familienabend. (S. Anz) •• Lin Einbruch in eine Jagdhütte bei Butzbach wurde vor einigen Tagen verübt. Dabei wurden ;a»ei Ferngläser, einige Orommo- phonplatten, ein Photoapparat und einige kleinere Sachen gestohlen. Die poli^ilichen Ernnttelungen führten, rote polizeilich berichtet wird, zur Derhaf- tung Der Täter, und zwar eine» Gastwirte», eines Schuhmacher» und eines aktiven Polizeioberwacht- Meisters. Alle drei Einbrecher sind von Butzbach. •’ Eine Automobil-Sonderfchau veranstaltet gegenwärtig in dem Ladenraume im früheren Hotel Einhorn die hiesige Auto- mobilfirma Otto Faber. Sie zeigt Dort eine Anzahl BMW-KIeinwagcn der verschiedensten Bauart und in gediegener Ausstattung, die daS starke Interesse des Publikums finden. Es fmb bei dieser Sonderschau sowohl Zweisitzer-, alS auch Biersitzerwagen zu sehen, die sowohl für Familienzwecke, wie auch für Geschäftsbedürfnisse geeignet erscheinen. Die Ausstelluilg sei der Beachtung aller Interessenten empfohlen. Malerinnen ÄBiido Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Heuchelheim, den 11. September 1930. 6277 D Für die überaus zahlreichen und herzlichen Frau Rofa Pfeffer. Gießen, den 10. September 1930. 6232D 1863-1913 nachmittags 2 Uhr. KMMM1WU Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 9. September 1930. 6248 D •S ItariM Sertflatt °v Im Namen der Hinterbliebenen: Geschwister Müller und Zimmer. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 12. September, nachmittags 4 Uhr, in Heuchelheim, vom Trauerhause Gießener Str. 75 aus statt. in besserem Hause sofort zu vermteien. Schrift!. Angeb. unt. 05609 an d.Gteh.Auz. Beweife inniger Teilnahme beim Hinfeheiden meines geliebten Mannes danke ich herzlichft, auch im Namen aller Angehörigen. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dein Hinscheiden unserer unvergeßlichen Gießen, Frankfurt a. M., den 11. September 1930. _________________________________________ 6282D Stellengesuche) GekM. |g, möOdjen, 30 d. kochen kann, sucht Stellung t. Haust), ob. zu Kind, bei bescheid. Ansvr. Schr. Angeb. u. 5812 16273V) a.d.Gh.Auz. Der Vorstand. _________________62715) möblierte Zimmer mit Küche au ruhigen Mieter ab. Schr. Ansr. u. 05606 a. b. Gieh.Anz. am Schiffenberger Weg zu vermieten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Wilhelm Hardtmann II. Jenny, geb. Höxter sagen wir herzlichsten Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank. Zu erfragen bei Gebr. Bär. Markt- slrahe 29. [05610 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Amalie Hardtmann geb. Schenk nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 62. Lebensjahre am Dienstag, 9. Sept., 10.30 Uhr abends, zu sich zu nehmen. Unser lieber Alterskollege J. Appel ist am 9. d. M. verschieden. Wir verlieren einen guten, treuen Altersgenossen und werden seiner stets in Treue gedenken. Beerdigung: Donnerstag, den 11. September. 2 Zimmer möbliert,Arbeils- u. Schlafzimmer, von ruhig. Herrn gesucht. Schrift!. Angeb. nut Preisangabe unter 05612n. d.Gceh.Anz Kauim., 30 Jahre, sucht f. sofort möb!., mögl. ungestörtes Zimmer für einige Wochen. Schr.Ang. m.Preis u. 05613 a. b. G. Anz. Lausche schöne S-Zimmer-Wobng. mit Garten gegen 3—4 Zimmer mit Bab an kinder- lose, bessere Heute. 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Meit;8 n be?'Krichs t »ittuSurg hielt Jolle Nr. 2j2 Zweites Blatt Wietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Donnerstag, U. September (950 Wiewuri>einHessen1928gewählt? Oer Volksstaai Hessen bildet den 33. Wahlkreis. (Er zählte nach der letzten Volkszählung im Jahre 1925 1 358 719 Einwohner. Davon waren wahlberechtigt 913 365. Abgegebene gültige Stimmen wurden bei der Rcichstagswahl vom 20. Mai 1928 gezählt 596 055. Dos waren 65,9 Prozent. Ls entfielen auf die Sozialdemokraten 192376 (3 Mandate). Deutichnationale 20 627; Zentrum 95 280 (1 Mandat); Kommunisten 52 007 (1 Mandat durch Liftenver- bindung); Deutiche Volkspartei 67 127 (1 Mandat); Demokraten 37 521; Wirtjchastspartei 7825; Nationalsozialisten 11281; Christlich nationale Bauernpartei 79 706 (1 Mandat), Volksrechtportei 13 892; andere Parteien 18 413. Oie Provinz Oberheffen zahlte nach der Volkszählung von 1925 insgesamt 328 490 Einwohner Davon waren 218 218 wähl- berechtigt Bei der Reichstagswohl 1928 wurden 135 052 gültige Stimmen abgegeben Don diesen entfielen aus die Sozialdemokraten 42 767; Deutschnotionale 5758; Zentrum 6850; Kommunisten 6737; Deutsche Volkspartei 13 643; Demokraten 7516; Wlrtschostspartei 3089; Nationalsozialisten 2364; Christlich nationale Bauernpartei 40 083; Volksrechtpartei 2538, Evangelische Volksgemeinschaft 3202. Oer Kreis Gießen umfaßte nach der volks^ihlung von 1925 99 408 Einwohner, davon waren 67 207 wahlberechtigt. Abgegebene gültige Stimmen wurden 40 943 ae- Zählt Das waren 61,3 Prozent. E» entfielen au, -Sozialdemokraten 14 295; Deutschnotionale 2264; Zentrum 909, Kommunisten 1429; Deutsche Bolkspartei 5186; Demokraten 2381, Wirtschaft-partei 1790, Nationalsozialisten 686; Christlich nationale Bauernpartei 9400; Volksrechtportei 873; Evangelische Volksgemeinschaft 781. Oie Stadt Gießen zählte 1925 33 600 Einwohner, darunter 23 686 wahlberechtigte, von denen 14 824 gültige Stimmen abgegeben wurden. Das waren 62,9 Prozent Es entfielen auf Sozialdemokraten 4529; Deutschnationale 1475; Zentrum 791; Kommunisten 649; Deutsche Bolkspartei 3594; Demokraten 1273; Wirtschaftspartei 1002; Nationalsozialisten 205; Christlich nationale Bauernpartei 111; Dolksrechtpartei 527, Evangelische Volksgemeinschaft 457. Ersatztungen für Höhenforscher. Gauerstoffspnhen unter die Haut zur Bekämpfung der Höhenkrankheit. — Wie atmet man in Höhen über 4 000 Metern? — Ein Verfahren, das gleichzeitig zur Rettung scheintoter Kinder dient. — Eine zufällige Entdeckung. — Mißbrauch durch Kurpfuscher Von Dr. meb. Kurt Heymann Das Kernproblem bei den Versuchen Prof. Piccards, bis zu 16 000 Meter Hohe emporzustelgen. ist die Atmung in der sauerstoffarmen Höhenluft. Unser medizinischer Mit- arbeiier schildert eine eigenartige Methode, unter Umstanden diese auch bei Bergsteigern bekannte Schwierigkeit zu mildern. Der Plan Prosessor P i c c a r d s , bis in eine Höhe von 16 000 Meter oufzusteigen, setzt augenblicklich die ganze Welt in Aufregung. Man weiß, was es bedeutet, auf mitgeführte Sauerstoffbomben und Masken angewiesen zu sein. In der Höhe von 4000 Meter beginnt bekanntlich der Luftdruck so niedrig und die Sauerftosszufuhr so knapp zu werden, daß die Bergkrankheit, heule auch Luftkrankheit oder Höhenkrankheit genannt, mit ihren bekannten Er- ftickungserscheinungen auch dem Menschen mit völlig gesunden Organen zu schaffen macht. Dieser Zustand wirklichen Sauerstoffmangels ommt sonst kaum vor, bei allen anderen Erstickungsarten handelt es sich darum, daß an die Stelle des Sauerstoffs ein anderes Kos tritt, etwa Kohlenmonoxyd ober Kohlendioxyd Reiner Sauerstoffmangel, Anoxämie genannt, war es, der im Jahre 1874 zwei bedeutende Gelehrte, CrocöSpinelli und Sioel, bei einem wissenschaftlichen Ballonflug tötete. Sie waren die Opfer eines zwischen den Physiologen Mos so und Bert tobenden Streites, ot nämlich die Gefahren der Hohe in einem Mangel an Sauerstoff oder an Kohlensäure bestanden. Mosso der fest an den Kohlensauremungel mit folgenden Atemstillstand glaubte, schien recht zu beton,men Sein Gegner Bert, der die Flieger mit Sauerstoff versorgt hatte, war entsetzt. Man mochte ihm die schwersten Vor- würfe, fein Eigensinn sollte zwei bedeutende Männer in den Tod getrieben haben. Spater aber mußte man fierode Bert recht geben denn die Opfer der Höhen- ahrt waren nur mit dem Sauerstoff zu sparsam gewesen. Hätten sie den Schlauch zum Munde geführt. fo wären sie am Leben geblieben! Der Sauerstoffmangel hatte, wie wir heute wissen, das Atmungszentrum unerregbar für Kohlensäure ge- macht, die im Usberfluß vorhanden war. Bert ist vor der Geschichte Sieger geblieben, wenn er auch die wissenschaftliche Anerkennung seines Standpunkts nicht mehr erleben sollte. Heute sind wir nun übe*- die Physiologie der 6auerftoffcinahnung bis ins kleinste orientiert. Völlig ungelöst ist aber noch die Frage der sehr seltsamen Anwendungsart für Sauerstoss, die subkutane Sauer- stosfinjektion. Verfolgt man dieses Thema durch die zurückliegenden Jahrzehnte, so stößt man auf seltsame Widerspräche und rätselhaften Gelehrteneigen, sinn. In Deutschland hat die Methode wegen angeblicher Gefährlichkeit bis vor kurzem Ablehnung erfahren, in Frankreich kam sie zu vorübergehender Anerkennung, und dann geriet sie in Vergessenheit. Dennoc muh etwas an der Sache sein. In Holland, wo sich die Aerzte durch eine besondere Nüchternheit der Kritik auszeichnen, haben sich jetzt Kliniken der Frage angenommen Nach der Entdeckung des Sauerstoffs hat niemand an eine Einspritzung des Gases unter die Haut des Menschen gedacht. Nur der Florentiner Naturforscher Spallanzi versuchte es beim Salamander. Lust hielten damals die Mediziner in der Wundbehandlung für sehr gefährlich, im Gegensatz zu den Zulu- kaffem, die alle ihre Verwundeten auf Berge schleppten. damit Luft an die offenen Wunden körne, ein Verfahren, dos heule in der offenen Wundbehandlung moderner Aerzte anoewendet wird. Später ermutigten die Erfolge des Wasserstoffsuperoxyd» einige Mediziner zu eauerftoffemlpnpungcn. aber sie beab- sichtigten dabei nur eine örtliche Wirkung. Erst im Jahre 1900 kam ein Zufall der Heilkunde zu Hilfe. Der Arzt Dom ine in Valencia wollte einem Typhuskranken eine Serumeinspriyung unter die Haut machen, durch ein versagen der Spritze insi- zierte er aber statt dessen Luft. Die Wirkung war so günstig, daß er am nächsten Tage reinen Sauerstoff einspritzte. Der Patient genas, romine» Schüler erweiterten diese Erfahrung, 1902 erschien die erste Doklordissertotion über das Thema, vier Jahre später waren schon eine Menge Kranke mit Sauerstoff- einspritzungen behandelt. 1910 schlug Ramond in Frankreich diese Behandlung für Kranke mit Passage- Hindernissen der Lustrohre vor, und alle Arten von Erstickungszustanden wurden so behandelt. Gute Resultate bet Lungenentzündungen, besonder» nach Ope- rationen brachten es zuwege, daß sich endlich die Oessentlichkeit für die eigenartige Methode Inter- effierte; bi» 1914 folgten Arbeiten in Wien und Brüssel. Der Weltkrieg brachte dann vorläufig ein Ende In dieser Zeil forderte sogar der technische Fehler, daß bei der Einspritzung Lust in eine Bene geriet und der Tod eintrat, scharfe Kritik heraus Erst 1919 wurde das Thema wieder in Frankreich aktuell Jetzt wurde es endlich etwa» gründlicher studiert B a i> e u r versuchte die Sauerstäfseinspritzun- gen erst bei Harnvergiftung und machte dann Veröffentlichungen über die Bekämpfung der Höhen- krankheit. Er wurde zum Vorkämpfer der Methode. Kaum kam es aber zu einer, wenn auch umstrittenen Anerkennung, so meldete sich auch schon — der Rur- Pfuscher. Geschäftstüchtige Leute hatten davon gehört, daß man durch Einspritzung des Gases erst eine baUonartige Austreibung an die Iniektionsstelle hervorruft, die bald von selbst durch Aufsaugung verschwindet; nun kamen sie auf die tolle Idee, dies ausfallende Zu- und Abnehmen als Abmagerungs- erfchcinung auszugeben. Der Sauerstoff sollte Fett ansaugen Zahlreiche Leute fielen auf den plumpen Schwindel herein Bayeux war zeitweise der einzige, der bei Berg- und Luftkrankheit den Sauerstosf regelmäßig unter die Haut spritzte, besonders als Dorbeugungsmittel und dadurch eine Art Ersatzlunge in die Hautfalte schuf. Bei seinen sehr zahlreichen Expeditionen auf den Montblanc begleitete ihn stets ein Träger mit gefülltem Sauerftosszylinder; Bayeux machte sich In- jektionen, sobald er die bekannte Erstickungsdrohung Dcrlpurle Die caucrfloffmengcn die er einatmen mußte, verglich er mit denen, die er sich einspritzte Für die in Betracht kommenden Höhen erwies sich die Ueberlegenheit der Einspritzung über die Einatmung als sehr bedeutend. Wenn er 400 Meter ge- fliegen war. hatte er mit der (Einatmung 300 Liter verbraucht, wahrend das gleiche Ergebnis mÜ I einzigen Einspritzung von etwa 40u Kubikzentimeter erzielt wurde Auch vorbeugende kleine Injektionen waren vorzüglich. Mit dieser Technik siel ihm im Jahre 1925 eine Besteigung troß vorgerückten Lebensalters viel leichter als zehn Jahre vorher. Er behandelt auch den bekannten Forscher V a l I o t, nach dem das Observatorium auf dem Montblanc benannt ist. Beide waren über die größere Wirkung der Einspritzungen einig. Puls und Atmung besserten sich in Höhen von 4350 Meter ausfallend. Eine Spritze von 300 Kubikzentimeter hielt 20 Stunden vor. Bayeux ist dennoch mit seiner Forderung, überall auf Flugplätzen Vorrichtungen für subkutane Cauerstoffeinspritzungen anzubringen, nie durch- gedrungen. Und doch hat bis heute niemand seine Behauptung, daß die Einspritzung kleiner Mengen Sauerstoff der Inhalation großer Mengen überlegen ist, entkräften können. Allerdings kamen bis vor wenigen Jahren nur die Höhen zwischen 4000 und 6000 Meter in Betracht Nun zu den holländischen Versuchen. Sie lenken in verdienstvoller Weise die Aufmerksamkeit auf zahlreiche ungelöste Fragen, aber sie enthalten noch sehr oiel Zukunftsmusik. Melchior in SImersfoort hat für seine Doktorarbeit folgende Versuche nicht gescheut: In der Unterdruckkammer des Flugfeldes Soefterberg kann man den Sauerftofsdruck regulieren wie bei einer Höhenfahrt bis zu 6000 Meter Dort wurden nun an Melchior, der sich selbst 500 Kubikzentimeter Sauerstoss unter die Haut eingespritzt hatte, Messung von Puls und Atmung und Schreib- WalteroonMolo.der Nachfolger von Wilhelm von Scholz als Präsident der Deutschen Dichter- akademie, legte sein Amt nieder. Als Grund nimmt man an, daß die zahlreichen Angrisse, die wahrend Molos Amtszeit gegen ihn gerichtet wurden, ihn jetzt zu diesem Schritt veranlaßt haben. proben vorgenommen. Ein zweiter gleicher Versuch wurde gemacht ohne Sauerstoss. Melchior befand sich gegenüber der Anoxämie deutlich besser, al» er den Sauerstoff im Leibe hatte. Die Tätigkeit dieser pro- visorifchen Erfatzlunge unter M Bauchhaut beeinflußte Puls und Atmung günstig, fchob also tatsächlich die Anoxämie hinaus Leider tonnte die Sauer- stasseinspritzung in Hohen über 6000 Meter mit her Maske nicht mehr konkurrferen Die Methode wirb aber für Sergfteigungen ihren Werl behalten, und die vorbeugende Einspritzung wird die Bergkrankheit yinausschieben. Bayeux hatte sich ja von Hohen von 16 000 Meter noch nichts träumen lassen Dennoch bleibt der Methode noch eine andere wichtige Ausgabe, die Rettung der kleinen Menschenkinder, denen ihre erste Reise, der Ausstieg in diese Welt, zu schwer war, die scheintot geboren wurden. Bei ihnen wirkt die Sauerstoffspritze Wunder. Hier hat die Methode eine Zukunst, und da in den hollan» dilchcn Kliniken schon i'iclc Kinder durch sie in verblüffender Weise zu normaler Atmung kamen, sind gewiß die Arbeiten nicht umsonst gewesen. Schöffengericht Gießen. 'Dießen, 10. Sept. Am 14. Mat 1930 fanb in einem Saal zu Bad-Aauheim eine nationalsozialistische Versammlung statt. Unter den ctnxi 150 bis 170 Zuhörern waren etwa 60 Kommunisten auS Bad-Aouheim und Friedbergs ES kam bald zu wüsten Veschimpsungen der Nationalsozialisten, ohne daß die Urheber im einzelnen festgestellt werden konnten. Im Anschluß an eine Auseinandersetzung zwischen dem Versammlungsleiter und einem kommunistischen Abgeordneten kam eS zu erheblichen Unruhen. Die Bühne wurde von Kommunisten gestürmt. Der entftan* denen Prügelei, bei der Stuhlbeine und Gläser benutzt wurden, machte die energisch eingreifende Polizei bald ein Sude. Drei Kommunisten hatten sich wegen LandfriedensbruchS. Körperverletzung und Bedrohung heute zu verantworten. Der eine wurde freigesprochen, da er sich an den Ausschreitungen in feiner Weise beteiligt hatte. Die beiden anderen erhielten je zwei Wochen Gefängnis wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zweier Nationalsozialisten. Don der Anklage deS LandsriedenSbrachs wurden sie mangels ausreichenden Beweise- freigesprochen. Sin Schlosser von hier hatte auf der Ortskrankenkasse sich verschiedentlich unter falschem Hamen Kranken gelder auSzahken lassen und dabei auch Unterschriften gefälscht. Trotz feines Leugnens wurde er in eingehender Beweisaufnahme überführt und zu insgesamt fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Eugen Oiederichs f. Äon Or. Christian Aodegg. Der bekannte Verleger Dr. Eugen Diederichs ist im Atter von 63 Jahren in Sena g e ft o r b e n. Mit ihm verschwindet eine faszinierende Persönlichkeit, ein Mann, der nicht nur im geschäftlichen Sinne Verleger gewesen ist, sondern der seinen Beruf ab kulturelle Sendung auffaßte, und dessen Tätigkeit weit über Deutschlands Grenzen hinaus Anerkennung fanb. Er selbst hat einmal erzählt, daß die älteste Nachricht über seine Vorfahren aus dem Jahre 1552 stammt. Im Strafregister eines Braunschweiger Amtes heißt es: ,F)ans Diederichs und Jochim Säger haben sich zusamd bey den Haven geropft. Jeder verbrochen 2¥> Schilling." Die Rauflust seines Vorfahren hat sich bei Eugen Diederichs in Freude am geistigen Kampf gewandelt. Diederichs wurde am 22. Juni 1867 in Lönitz bei Naumburg geboren. Er wurde zunächst Land- wirt und sattelte erst im Jahve 1896 um. Damals hielt er sich längere Zeit in Italien auf, das er mit dem Törichter auf dem Rücken durchwandert«, und in Florenz ist dann fein Verlag entstanden, der im Jahre 1904 nach Jena verlegt wurde. Seine itattenische Zeit hat Diederichs einmal launig ge- schildert. Eine Dame schrieb ihm 30 Jahre nach der Gründung des Verlages, wie sie mit ihm in den Gärten von Taormina beim Sternenschein spazieren gegangen sei. „Als ich wieder in das Zimmer kam, warnte mich ein kleiner, buckliger Maler vor Ihnen und sagte: .Der Mann mit dem großen Hut ist ein Taugenichts! " — „Wieso?", fragte ich. — „Ja", sagte er, „der läuft hier schon acht Tage herum, aber haben oie ihn schon einmal malen gesehen?" Während er malen sollte, überlegte sich Diederichs, wie er feinen Verlag aufziehen könnte Einige Zeit darauf ritt er mit dem pädagogischen Reformer Ludwig Gurlitt auf Efeln von Pom- pqi aus den Vesuv hinauf Gurlitt war nach Diederichs Geständnis viel gelehrter als der junge Verleger. Aber trotz feiner Gelehrsamkeit konnte er mit seinem Esel nicht fertig werden, der vor jeder Distel stehen blieb, während der Landwirt Diederichs sein Tier meisterhaft regierte. „Aber schließlich", sagte Diederichs, „sind mir mit Hilfe von Lacrimae Christi doch noch auf den Vesuv an- gelangt" Aus seinen Wanderungen durch Italien pflegte sich Diederichs als ZeitungSkorrelpondent auszu- geben — er schrieb nämlich Wanderberichte für fein heimatliches Naumburger Kreisblatt. Sein Wanderleben endete dann in Florenz, wo er den Berlag eröffnete und daS berühmte Wappentier der Mediceer, den „Marzocco'. als Verlags- Wappen annektierte. Die Königin von 3taUen freute sich sehr darüber, daß lich ein deutscher Verleger in ihrem Land niedergelassen hatte, und der Verlag Diederichs war in Italien lange Zeit daS bekannteste deutsche Derlagsunlernehmen. Die Bücherserien, die Diederichs herausgebracht hat. zeigen in ihrer Vielfältigkeit das B;ld dieser einzigartigen Persönlichkeit der als Individualist unter den Verlegern seinem Unternehmen ganz den Stempel seines eigenen Charakters ausdrückte. Zu den wertvollsten Publikationen des Verlages gehören die zahlreichen Sagen- und Wärchenrechcn; daneben erschienen hier die Werke von Kierkegaard. Tolstoi und Spitteler. die Diederichs in 34jähriger Verlagsarbeit in Deutschland durchsetzte. Sehr bekannt wurde -autfc die von ihm herausgebrachte Zeitfchrift „Die Tat". Leber den Vogelzug. Neue Versuche und neue Probleme. Anläßlich der letzten Tagung der Gesellschaft Deut- scher Naturforscher und Aerzte teilte der frühere Leiter der Vogelwarte Soffitten, Prof Dr. Ioh. Thienemann, über feine Forschungen über den Vogelzug u. a. folgendes mit: Es sind zwei Methoden zu unterscheiden, die lokale Beobachtung auf der Kurischen Nehrung und das Verfolgen der Wanderwege bis zu den Winterherbergen. Der lokalen Beobachtung dient besonders die südlich von Rofsitten mitten in der Zugstrabe gelegene Beobachtungshütte U l m e n h o r st, wo der Vortragende während der Zugzeit wochen- und monatelang ganz weltabgeschieden wohnte, die Bedeutung dieses schlichten Häuschens besteht darin, daß der Beobachter immer zur Stelle ist, und daß so leicht keine Zugerscheinung unbeachtet bleiben kann. Hier wurden Messungen der Fluggeschwindig- kett der Vögel vorgenommen, um die Eigengefchwin- ötgleit zu ermitteln, hier konnten Untersuchungen über die Hohe »des Vogelzuges angeftellt werden, ebenso übet den Zug nach Alter und Geschlecht, man konnte ferner fcstfiellen, wie lange der Zug der einzelnen Vogelarten am Tage anhält, wie und wo in der Nacht gerüstet wird, wie es mit der Nahrungs- aufnahme während des Zuges steht, ob die Vögel überhaupt Vorbereitungen zur Reise treffen und wie sich Witterung und Vogelzug zueinander verhalten. Dem Verfolgen der Vögel auf ihren Reisen dient vor allem das Beringungsexperiment, das die Vogelwarte Rofsitten seit dem Jahre 1903 durchzuführen versucht. Der Vogel wird durch den Ring als kenntliches Einzelindividuum aus dem Spezies herausgehoben, man kann nun seinen Lebenslauf verfolgen und damit in die intimsten Geheimnisse des Tierlebens einbringen. In ver- hättnismäßig kurzer Zeit konnten die Reisewege verschiedener Logeliorten genau festgelegt werden, ein Tatsachenmaterial wurde geschaffen, auf dem weiter aufgebaut werden konnte. Thienemann ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß man am ehesten durch Anwendung von Experimenten und durch Benutzung der technischen Hilfsmittel der Neuzeit, die geeignet erscheinen, Raum und Zeit ju überwinden, in der Sogeljugs- jocjchung vorwärts kommen laqa, Der Vogelzugs- forscher, der sich mit den beweglichsten Geschöpfen zu befassen hat, darf nicht an der Scholle fleben, sondern muß immer versuchen, die Vogel auf ihren weiten Reisen zu verfolgen und zu beobachten, fei es durchs Telephon, durchs Auto, durch den Rundfunk oder durch Aufstellen von Poftentetten. Inter- efjanl waren Versuche aus den Jahren 1926, 1927 und 1928 mit aufgezogenen jungen Störchen, die im Herbst künstlich zuruckgehalten wurden, bis alle übrigen Artgenosfen die Heimat verlassen halten. Die Versuchsstörche waren bei ihrer Wanderung ganz auf sich angewiesen, und man bekam Ausschluß über das Orientierungsvermögen der Zugvogel. Ucberraschend günstige Resultate wurden erzielt, die demnächst in Buchform erscheinen sollen. Die Storche zogen ohne weiteres nach Süden oder Süd- often ab und konnten bis zur Insel Kreta verfolgt werden. Was den foaenannten „geheimen Vogel- zu g" betrifft, so muß man nach Ansicht von Prof. Thienemann einen doppelten Vogelzug unterscheiden; einen offenen, der sich vor aller Leute Augen abspielt, besonders an bevorzugten Stellen, wie auf der Kurischen Nehrung Er stellt den bei weitem kleinsten Teil der unermeßlichen Dogelscharen dar, die in jeder Zugperiode unterwegs sind lieber ihn liegt ein großes Material von ausgezeichneten No- tizon vor Die meisten Vogel ziehen bagegen geheim, entweder bei Nacht, oder am Tage, aber in einer Weise, daß sie sich der menschlichen Beob- achtung mehr oder weniger entziehen Durch jahrzehntelangen Aufenthalt auf einem exponierten Punkte wird man zu solchen Ansichten förmlich gedrängt. In manchen Vogelzugperioden bekommt man nichts zu sehen. Wie und wo sind sie gezogen? Dieser sog. „geheime SBogeljug" schließt viel von dem Rätselhaften und Geheimnisvollen in sich, das das ganze Problem umgibt. Prof. Thienemann hält auch die Einrichtung von sog „fliegenden Vogelwarten" für sehr geeignet, um vorwärts zu kommen. Eine Zentrale als Mittelpunkt, und von da aus an geeigneten Punkten Zweigstationen eingerichtet, von jahrelangem Bestände, nicht Gelegenheitsposten ober frei- willige Posten ober Sonntagsposten, sonbern fest besetzt, damit der Verlauf des Vogelzugs im Laufe der Jahre und Jahrzehnte nach und nach an recht vielen Punkten Deutschlands und der angrenzenden Länder ebenso genau feftgefegt wirb, wie es jetzt für Helgoland und Rojsitten geschehen ist, Große Strafkammer Gießen. * Gießen. 9. Sept. Ein Kaufmann von hier war vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 4662 Mark veru rteilt worden, weil er über 34 000 unversteuerte Zigarren in Verkehr gebracht hatte. Seine Berufung gegen das Urteil wurde zurückgewiesen. Das frei- s preche n de Urteil gegen seinen Buchhalter, der der Beihilfe angeklagt war, wurde betätigt, nachdem die Beweisaufnahme ergeben hatte, daß seine Behauptung, er habe von den Verfehlungen seines Dienstherrn nichts gewußt, nicht zu widerlegen war. Ein Druchmeister in Homberg war vom Schiöffengerichl Gießen von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. 3n dem von ihm beaufsichtigten Steinbruchsbetrieb war ein Arbeiter an einer Bruchwand mit schweren Verletzungen, denen er bald erlag, aufgefunden worden. Als Ursache wurde angenommen, daß ihn ein Stein oder Geröll getroffen habe: die Wand war vorschriftswidrig senkrecht und nicht in einem Winkel von höchstens 60 Grad abgebaut. Zeugen waren nicht vorhanden. Da die Strafkammer wie das Schöffengericht mit der, wenn auch entfernten Möglichkeit rechnete, daß der Unfall auf eine unbekannte Ursache, etwa einen ©turj zurückzuführen war, wurde das erste Urteil bestätigt. Tragischer Abschluß einer Sängerfahrt. - Schlitz, 10. Sept. Am Samstag war der unter Leitung von Musikdirektor Bischof (Frankfurt a.M.) stehende bekannte Sängerchor des Offenbacher Turnvereins einer Einladung des hiesigen Männergesangvereins „Harmonisches Kränzchen" gefolgt, um hier durch eine größere Konzertveranstaltung für das deutsche Lied zu werben. Nach dem eindrucksvollen Konzert mußte leider das sich anschließende gesellige Beisammensein uneruxirkt abgebrochen werden. Ein Offenbacher Sänger, der 51jährige Werkmeister A. Ott, wurde beim Tanze von einem Unwohlsein befallen. Auf dem Wege zum Arzt v e r s ch i e d er an den Folgen eines Herzschlags. Der so unerwartet aus dem Leben Abgerufene hinterläßt eine Witwe mit zwei Kindern. ZünfBerletzte bei einem Autobusunfall. WSN. Herborn, 10. Sept. Gestern vormittag geriet der Autovmnibus eines Pri- vatunternchmers in Strahebersbach, der mit fünf Arbeitern besetzt war, infolge des schlüpfrigen Bodens von der Fahrbahn ab und stieß mit aller Wucht gegen einen Baurn. Sämtliche Personen wurden verletzt: ter verheiratete Arbeiter Wilhelm Grems aus Strahebersbach erlitt einen Schädelbruch und muhte in das Herborner Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen Verletzten konnten nach Anlegung von Notverbänden nach Hause gebracht werden. Entwichener und wieder erwischter Messerschlucker. WSN. Frankfurt a. M., 10. Sept. Ein Strafgefangener namens Keiking hatte dieser Tage ein Messer verschluckt, so dah er zur Operation nach dem Krankenhaus gebracht werden muhte. Es gelang ihm dort, die mit der Messerschluckerei beabsichtigte Flucht zu bewerkstelligen. Noch am gleichen Tage konnte er aber in ter Wohnung seiner Braut wieder fest genommen und dem Krankenhaus erneut zugeführt werden. Am Spirituskocher tödlich verbrannt. WSN. Hanau, 10. Sept. Beim Hantieren mit einem Spirituskocher ist ein 30jähriges Mädchen in Groh-Steinheim tödlich ver- ’ 6 r a n n t. Das Mädchen hatte gestern um die' Mittagszeit vermutlich Spiritus auf den Kocher aufgeschüttet, wobei die Kleider Feuer fingen. Mit schweren Brandwunden am ganzen Körper wurde die Verunglückte in das Hanauer Landeskrankenhaus gebracht, wo sie in der Nacht ihren furchtbaren Verletzungen erlag. Festnahme eines Kalschgeldverbreiters. WSN. Worms, 10. Sept. Ein 24jähriger Zimmermann aus Worms wurde bei der Verbreitung alter Zwanzigmarkscheine auf frischer Tat festgenommen. Bei der Verbreitung des Falschgeldes nahm er die Hilfe f r e m d e r K i n d e r in Anspruch, die er unter Aushändigung der Zwanzigmarkscheine mit dem Einkauf von Zigaretten beauftragte. In einem Falle bediente er sich eines achtjährigen Jungen, der bisher noch nicht ermittelt werden konnte. Wirtschaft. llnfer Verbrauch an Auslandwaren. Wie hoch in Deutschland der V e r b r a u ch an Auslandwaren ist, geht aus der Hanoels- statistik hervor. Bei dem Getreide ist es besonders der Weizen, dessen Einfuhr gegen 1913 höher, während die Mais- und Gersteneinfuhr in den letzten Jahren erheblich niedriger geworden ist. Sehr hoch ist gegenwärtig die Kartoffeleinfuhr: während sich im Jahre 1913 — dem Werte nach — ein Einfuhrüberschuh von 7,3 Millionen ergab, betrug er im Jahre 1929 20.6 Mill. Mk. Noch stärker ist die Einfuhr von Gemüse und Küchengewächsen gestiegen (von 48 Millionen auf 142,8 Mill. Mk.j und die Einfuhr von Obst - und Südfrüchten. Die Einfuhr von ausländischem Obst betrug — dem Werte nach — 1929 gleich 211,9 Mill, gegen 8 Mill. Mark im Zähre 1913, die Südfrüchteeinfuhr 244,2 Mill, gegen 101,2 Mill. Mk. Sie Einfuhr von Kaffee, Tee und alkoholischen Getränken hat ständig zugenommen, ihre Gesamteinfuhr stellt einen Wert von 721 Mill, dar, gegen 437 Mill. 1913. Butter, Käse und Eier wurden in den letzten Zähren in großen Mengen eingeführt, und zwar 1344 000 Dz. Butter im Werte von 457,8 Mill. Mk. (1913: 542 000 Dz. im Werte von 118,7 Mill. Mk.). Die Eierernfuhr belief sich auf 1 681000 Dz. (280,2 Mill. Mk., gegen 1 688 000 Dz. (188,2 Mill. Mk.) 1913, die Käseeinfuhr stieg von 263 000 Ttz. im Werte von 262,6 Mill. Mk. auf 665 000 Dz. im Werte von 106,3 Millionen. Die Einfuhr von Geflügel, Wild und Süßwasserfischen ist geringer als vor dem Kriege, die Einfuhr von Fischkonserven hat stark zugenommen. Bei den Fertigwaren fällt besonders die Steigerung der Textil- und Eisenwaren ins Gewicht. Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung in den vergangenen Zähren: Einfuhr in Mill. Mk. Textilwaren (außer Garne) Leterwaren Holzwaren Kautschukwaren Papier und Papierwaren Bücher, Musiknoten Farben, Firnisse, Lacke Chemische Erzeugnisse Eisenwaren Maschinen (außer elektrische) Kraftfahrzeuge und »fahrräter Wasserfahrzeuge Erzeugnisse der Feinmechanik 1913 1927 1929 204 361 360 20 48 44 25 35 43 24 38 40 19 23 34 23 15 22 25 39 40 151 99 114 69 307 286 83 133 126 15 65 60 29 31 35 44 57 60 2/8 Millionen Arbeitslose. Aach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis 31. August hat in der zweiten Augusthälfte die Belastung der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge etwas zugenommen. Der Zugang an Hauptunterstühungsempfängern in ter Versicherung hält sich mit rund 11000 Köpfen in den Grenzen der vorjährigen Bewegung. Die Zahl der Krisenunterstühten ist um etwa 20 000 gestiegen. Damit hat die Belastung beider Unterstützungseinrichtungen zusammen einen Stand von 1 9 4 7000 Unterstützten erreicht. Die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden ist gleichfalls weiter gestiegen. Aach Abzug derjenigen, die noch in gekündigter oder ungekündigter Stellung, oder in Aotstandsarbeiten beschäftigt waren, muhten von den bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitsuchenden (einschließlich der üblichen Fluktuation des Marktes und eines gewissen Bestandteiles Erwerbsbeschränkter) am 31. August rund 2 8 7 3000 als arbeitslos gelten. * Weitere Bergarbeiterentlassungen im Ruhrbezirk. Beim Stillegungskommissar in Essen sind weitere Anträge auf Entlassung von Bergarbeitern eingegangen. Die Gewerkschaft Matthias Stinnes meldet unter dem 30. August die Entlassung von 500 Bergarbeitern auf ihrer Zeche „Matthias Stinnes Ill/IV“ an. Vom Mülheimer Dergwerksverein wird ebenfalls unter dem 30. August die Entlassung von 500 Arbeitern auf der Schachtanlage Der. Welheim angezeigt. Ferner meldet tee Kruppsche Verwaltung unter dem 3. September die Entlassung von 150 Arbeitern und Angestellten auf den Zechen „Hannover" und „Hannibal" an. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 11. Sept. Tendenz: behauptet. — Auch heute wurde die Börse im Hinblick auf den immer näher heranrückenden Wahltag von einer noch größeren Zurückhaltung beherrscht. Die Grundstimmung blieb aber unter dem Einfluß der festen gestrigen Auslandbörsen und verschiedener Hoffnungen auf eine bessere Zukunft widerstandsfähig. Das Geschäft konnte jedoch nur langsam in Gang kommen, da heute Aufträge kaum eingetroffen waren und die Spekulation in ihror abwartenden Haltung kein Znteresse zeigte, noch vor der Wahl Aeu- engagements einzugehen. Ungünstige Nachrichten waren nicht mehr hinzugekommen, aber es fehlte auf ter anderen Seite an Anregungen, die der Börse hätten von Außen fein können. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich schon bei kleinster Aachfrage zumeist gringf ügige Kurserholungen. Am Elektromarkt eröffneten Licht & Kraft und Schuckert um Bruchteile eines Prozentes höher, während in AEG. etwas Material herauskam, was aber nicht drückend wirkte: ter Kurs der AEG.-Aktie gab jedoch leicht nach. Farben waren knapp behauptet. Rütgers- werte unverändert. Am Montanmarkt traten Gelsenkirchen mit plus 1 Prozent etwas mehr hervor. Rheinstahl eröffneten dagegen I Prozent schwächer. 'Von Banken konnten Commerzbank und Dresdner Bank saft 1 Prozent gewinnen. Bauunternehmungen und die damit verwandten Unternehmungen waren meist etwas gedrückt. Sonst waren eigentlich besondere Bewegungen nicht zu verzeichnen. Erstnotierungen wurden nur in beschränktem Umfange festgesetzt. Am Renten-' markt konnten sich Altbesih wieder bessern, während von Ausländern Mexikaner heute etwas nachgäben. Auch im Verlaufe blieb die Umsatz- tätigfeit bescheiden. Die Spekulation verbtelt sich abwartend, und die Kurse waren gegen Anfang kaum verändert. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt war die Lage fast unverändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1981, gegen London 20,4150, gegen Paris 123,8250, gegen Mailand 92,84, gegen Madrid 44,10, gegen Schweiz 25,0575, gegen Holland 12,0760, London gegen Kabel 4,8622. Berliner Börse. Berlin, 11. Sept. Trotz des festen Schlusses der gestrigen Aeuyorker Börse und einiger freundlicher klingender Nachrichten aus der Wirtschaft (Verbindlichkeitserklärung des Ruhr- Schiedsspruchs) war schon im heutigen Vormittagsverkehr zu erkennen, daß die Spekulation auf Grund des bevorstehenden Ultimos weiter stärk st e Zurückhaltung üben würde. Zn der Tat stagnierte dann das Geschäft zu Beginn des offiziellen Verkehrs wieder vollkommen: die Kurse konnten sich aber im allgemeinen gut behaupten, und die Tendenz war recht wider st andsfähig. Zm Zusammenhang mit der festeren spanischen Valuta erzielten Chadeaktien einen Gewinn von 5,5 Prozent. NAG. waren in Erwartung der heutigen Aufsichtsratsbeschlüsse 2 Prozent höher, Siemens und Aschaffenburger Zellstoff waren ebenfalls leicht gebessert. Wesentlich schwächer waren nur Kanadazertisikate mit minus 2,25 Prozent, Nordwolle und Holzmann, die je 1,75 Prozent verloren, und Svenska, die 2 Mk. niedriger eröffneten. Aber auch in den Spezi alw er ten hielten sich die Umsätze in den engsten Grenzen. Auch am Rentenmarkt waren die Kursveränterungen gering. Von ausländischen Renten konnten Türkenlose 3 Prozent anziehen. Am Pfandbriefmarkt herrschte fast vollkommene Geschäftslosigkeit. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sätzen leicht. Auch nach den ersten Kursen änderte sich an der Interesselosigkeit: der Spekulation nichts. Der Geschäftsumfang war weiter sehr gering. Bei minimalen Umsätzen und nur geringfügig nach beiden Seiten veränderten Kursen blieb die Tendenz abwartend, aber widerstandsfähig. Motoren Deutz konnten um ein weiteres Prozent anziehen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M, 11. Sept. Auftrieb: 65 Rinder, 741 Kälber, 305 Schafe, 372 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80 bis 84 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 75 bis 79 Mk., geringe Kälber 70 bis 74; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 52 Mk., mittlere Mastlämmer, ältere Masthärnmel und gut genährte Schafe 43 bis 49; Schweine: heute nicht notiert. Marktverlauf: Kälber rege, später abflauend, ausverkauft. Schafe rege, ausverkauft. Schweine schleppend, gerätimt. Anmerkung: Wegen des israelitischen Dersöh- nungsfestes wird der Markt von Donnerstag, 2. Oktober, auf Freitag, 3. Oktober, verleg^werten. Berliner ProDnktcnmarkt. Berlin, 10. Sept. Völlig isoliert von ten Vorgängen am Weltmärkte steht der hiesige Produktenmarkt weiterhin im Zeichen ter Stützungsaktion. Das reguläre Geschäft an ter Produktenbörse gestaltet sich recht schwierig. Zu den Stühungspreisen liegt im Prompt- und Lieferungsgeschäft nach wie vor reichliches Angebot vor. Am Lieferungsmarkte blieben die Preise unter umfangreichen Stützungskäufen unverändert, von tem Angebot in prompter Ware findet nur ein Teil bei der Stützungsgefellfcha>t Unterkunft. Die Mühlen decken ihren angesichts tes schleppenden Mehlgeschäfts nur mäßigen Bedarf in Kahnmaterial, das sich bei . Weizen etwa 10 Mark, bei Roggen 15 Mark niedriger stellt, als die bei ter Stützung bewibtigtLn Preise. Weizen- und Roggenmehle haben bei unveränderten Forderungen kleinstes Bedarfsgeschäft. Eewinnauszug 6. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 27. Ziehungstag 9. September 1930 ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Bttoinne zu 6000 M. 332204 4 Gewinn- ,u 3000 M. 284122 327570 24 Gewinnezu 2000 M. 30845 89667 101793 153314 177814 188300 234501 250957 259988 279954 282959 316211 38 Gewinne ju 1000 M. 60789 82500 92205 95350 97837 109534 110808 132878 133346 143211 247260 249624 261012 290202 295094 296142 296869 311165 382723 70 Gewinne zu 500 M. 40399 94385 117168 124150 124546 138087 142046 156534 159024 184400 193636 208120 212004 241165 252630 257595 267168 272893 277128 286034 296304 297521 304182 308060 312410 331560 338770 341426 341733 345751 347211 356690 376534 381433 383431 256 Gewinns ju 300 M. 1362 2561 4840 9633 15137 23141 24445 27719 27879 29237 33430 34556 36208 36226 36445 37450 41101 43914 44256 46867 61144 63886 79987 81126 85943 88372 88925 89545 93257 99845 103642 109065 109337 110770 111469 116868 121784 130649 130820 132598 136619 139907 140342 143204 143648 149001 150200 160084 162376 165329 168952 171775 175201 177669 180160 182361 182996 185193 185538 189683 190611 192748 198023 211300 219443 222439 222454 223927 231546 233523 236230 238671 241854 247000 250037 256768 258306 260076 261223 261973 267573 270065 272457 272720 276295 278824 282117 283456 287286 287434 292217 296483 306198 308574 313047 317460 318944 322836 323088 326166 331536 332321 337138 339840 340019 341213 341907 348904 348923 355743 357462 361005 364383 367868 369385 371629 371666 373616 378461 378995 379223 379820 382864 383281 384704 389885 394603 398810 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 W. 144168 12 Gewinne zu 3000 W. 12384 22666 72437 230128 350843 368503 10 Gewinne zu 2000 M. 43488 75577 144423 176028 389683 40 Gewinn- ,u 1000 M. 19398 31419 33767 36041 48431 82055 98811 99465 108761 145338 163571 164225 273811 288825 291377 293434 296838 307276 321908 384501 66 Gewinne zu 600 W. 2437 25093 27045 43993 51877 84378 91233 93503 95268 95478 104335 124088 138962 140330 200803 203419 212747 218912 223532 236775 242972 262689 264124 286523 297141 300589 305120 336722 338246 357373 358477 380068 397037 168 Gewinns zu 300 M. 7813 8088 10796 16296 29276 31704 32032 40543 46196 47074 47309 48873 60170 62186 67107 68440 76452 87091 92968 95222 95697 98997 99576 107411 108960 109192 118357 123516 125638 128023 132861 137770 137893 141454 147561 155993 168268 172925 177535 178583 179755 196179 200503 205034 208440 209263 212026 214193 215599 234644 237612 241980 244699 250673 256835 258918 260908 261607 261733 274236 286568 291580 292213 292336 298080 309940 310131 317414 322719 331804 332301 332506 336206 337481 339670 340765 343380 345915 356782 372685 382056 383655 390420 399080 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 4 Gewinne zu je 25000, 10 zu je 10000, 10 zu je 6000, 18 zu je 3000, 60 zu je 2000, 102 zu je 1000, 294 zu je 500, 766 zu je 300. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende ax>. — Reichsbankdiskont 4 o.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franksurt a. M. | «Berlin Schluß-i (urd | 1-Uhr- 1 Kur» | Schluß- tur» Anfang» $turd Dalum 10. 9. 11 9 10 9- 11 9. 6% Deutsche üieiajaameiije von 1927 ......... 88,25 _ 88,25 7% Deutsche RelchSanleihe von 1929 .......... 101,5 101,75 Deutsche Anl..M>lös.»Schuld mii 8Iusloj Rechten....... 62 62,25 62,1 62,4 Dergi. ohne Auslos.-Rechte . . 7,9 7,8 7,8 8% He». Bollsstaat von 1929 irückzahlb. 102%)...... 95,5 _ 96 Oberhelien Provinz - Anleihe mli AuSlos.-Rechten....... 69,25 _ Deutlche komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 61,6 _ 61,5 8% Frantz. Hyp.-Bank Goldpse XIII unlündbar bis 1934 . . . 101 7% Frantz. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... 96,5 1%% Rheinische Hyp.-Bank Ligu. Goldpse......... 90,4 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Bsonbbriete R. 17...... 101 101 8% Pr. LandeSpiandbriesanstalt, Komm^Obl. 81. 20...... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt Pfandbriefe R. 10...... A.E.G. abg. BortriegS-Obligatio neu. rückzahlbar 1932 ..... 98 98 97 97 — — 4% Oesterreichilche Goldrente . . 4,20% Oesterreichilche Silberrente 27,75 3,4 27,9 3,5R 28 4% Oesterreichilche Einheitliche Rente........... _ 4% Ungarische Goldrente .... 25,25 — 25,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 20 — 20,4 4N% dergl.von 1913..... — —— — _ 4% Ungarische Kronenrente . . ■ 2,1 — 2,15 _ 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkisch- Bagdadbahn-Anl 5,2 — Serie 1.......... 4% deßgl. Serie II . . . - - • - 6% Rumänische veretnh. Rente 5,2 — _ 5,2 — — — von 1903 ........ • • 04% RumLntzche vereirch. Rente 9,35 — — — von 1918 .......... 15,8 15,75 t% Rumänische Verein-. Rente - 7,35 — 7,36 — Frankfurt a. Dl. Berlin Schluß, für# 1 »Uhr- Kurz Schluß» kurz Anfang- Kurz Dalum 10. 9. 11. 9. 10 9. 11. 9 vamburg'Ämerika Patei . . . f 91 — 90,25 90,5 Hamburg-Südam. Damptzchiss . 8 — 166 Hanla Tampslchtss..... 10 — — — Norddeutscher Lloyd .... . 8 90,25 — 90,4 90,9 Allgemeine DeutscheErrdttanst. 10 107,5 — 108 108 Barmer Bankverein .... 10 116,25 116 116,25 116 Berliner HandelSgelelllchoft . 12 143 — 143,75 143,25 Sommer)- und Privat.Bonk. 11 127,75 128,5 128,5 128,5 Darmstädter und Nakionalbank 12 180,25 — 180,5 180,5 Deutzche Bank und Dtsconto-Gelelllchast,. . . 10 123,25 — 123,25 123,75 Dresdner Bank...... 10 123,5 123,75 *123,25 123,75 Reichsbant........ 12 250 — 250 250 A.E.G........... . 8 137,75 137,5 137,75 137,6 Bergmann........ . 9 — — 166,5 166 Elektr. LieserungSgeselllchaft. 10 126,5 — Licht und Kraft...... 10 140,25 140,5 — 140,5 Felten & Guilleaume . . . iVt 106 — 107 106,5 Gefelllchast für Elektrische Unternehmungen .... 10 140,5 — 141,5 141,4 Hamburger ElektrizitätZ-Werke Rheinische Elektrizität . . . 10 — — 133,75 134,13 . 9 134 — 133,75 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — 138,5 138 Lchuckerl L Eo. . ..... 11 193,75 154 153,75 153,75 Siemens & Halo le ..... 16 195,5 195,5 196,75 Transradto ........ . 8 — — 119 Lahmeyer S To.. . • • . . 10 157,5 — 156,5 — Buderus......... . d 59 —- 58,65 Deutsche Erdöl ...... . 6 — — 73 73 . 8 — — Geilenkirchener ...... . 8 109 110 109,5 109,25 . 0 101,5 — 101,5 101,5 Hoejch Eilen. ....... 6K — —- 88 87,13 Flse Bergbau ....... 10 221 — — 221,13 Klöcknerwerke ....... . 1 80,25 —— 80 79,75 Köln-Neuessen....... . 7 — — 87,75 86,75 Monnesmann-Röhren . . • . 7 83,75 83,75 84,4 84,13 ManSselder Bergbau .... Oberschlel. Eilende darf . . . . 7 55,5 55 55 . b — — Oberschlel. ftoWioerfe.... . 7 — — 85,65 85,5 Phönix Bergbau...... 77 77 77,5 77,4 Rheinische Braunkohlen . . Rhetnstahl ........ 10 206 206,5 . 6 —w» 85,25 86,25 85,25 Riebe ä Mont« ...... 7,2 — Frankfurt a. M. Äerlin Schluß» l»Uhr- Schluß» Anfang» kurS Kurs tut» Kurs Datum 10 9. 11. 9 10 9- 11 9. Bereinigte Slahlwcrte . 78 _ 78 * 78 Otavt Minen..... . 16'/, _ 36,75 36,13 Kaliwerke Ascherkleben . . . 10 201 — 201 200,5 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth . . . 10 206,5 205,75 207 207 . . 15 326,5 327,5 327,5 F. G. Farben-Jndustrte . . . 12 151,65 151,5 151,65 151,6 Dynamit Nobel .... . . . 6 —M . . . V 141,5 56,25 141,5 Goldschmidt ..... . . . 6 56,25 56 Rüigerswecke ..... . . . 6 55,5 55,5 56,25 55,4 Metallgeiellschaft. ... . . . 8 103 — 102,5 Philipp Holzmann . . . . . . 7 84 84 82,25 Zementwerk Heidelberg . . 10 104 103 Cementwerk Karlstadt. . . . 10 120 — — _ Wavb & Freytag . . . . . . 8 61,65 61 61 — Schultheis Patzenhofer . . . 16 _ 249 248,5 Ostwerke....... . . 12 — — 199,75 199,5 Mu......... . . 18 83 —— 83,25 82,75 Bemberg....... . . 14 89 — 89,5 Zellstoff Waldhos . . . . 13'/. 132,25 — 131,5 132 Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 —— — 92,25 93 Charlottenburger Waller . . . 8 — — 93,5 93,5 Dessauer GaS ..... . . . 9 — — 134,9 134,5 Daimler Motoren . . . . . . 0 — —— 29,65 29,25 174 172,5 41,13 10 171,75 Rat. Automobil . . . . . . . 0 —w — _ Orenstetn & Koppel • • . . . 6 — — 58,13 58,13 . . ]0 135 315 _ 136 314,5 135,5 312,5 Svens ko..... • — Frankfurter Maschine» • . . . 4 22,5 —— 22,5 — Grttzner....... Heyliaenstaedt . . . . . . . 6 31 — 30,13 — . . . 0 — — — Funghan«....... ... 6 33,25 32,13 32,75 — Lechwerke....... ... 8 97,75 97,75 — — Mainkraftwerke Höchst a. SOL. . 8 79,5 — — Miag. ........ . . 10 85 —• — Gebr. Roeder . . . . . . 10 96 — — — Botgt & Haeffner . . . Süddeutsche Zucker • • • . . 9 .•10 151 143,5 143,75 151,75 143,75 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 10. September Geld »rief ' Amerikanische Roten...... 4,189 4,209 Belgische Noten........ 58,33 58,57 Dänische Noten......... 112,03 112,47 Englische Noten . •••••.. 20,365 20,445 Französische Noten ....... 16,455 16,515 Holländische Noten ....... 168,61 169,29 Italienische Noten........ 22,03 22,11 Rorwegische Noten....... 111,93 112,37 Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling 59,05 59,29 Rumänische Noten....... 2,48 2,50 Schwedische Noten ....... 112,38 112,82 Schweizer Noten ........ 81,49 81,81 x Spanische Noten ...... 44,81 44,99 Tschechoslowakische Noten. .... 12,40 12,46 Ungarische Noten........ 73,27 73,57 10 September 11. September Amtliche Ronening Amtliche Notierung Geld 3nef Geld »riet Amst.» 9' »tt. 168,84 169,18 168,83 169,17 Buen.-AireS 1,529 1,533 1,560 58,605 Brss-Antw- '58,485 58,605 58,485 1,564 Cbrtlttariia. 112,24 112,46 112,22 112,29 112,44 Kopenhagen 112,31 112,53 112,51 Stockhalm - 112,69 112,91 112,69 112,91 Helstngfors. 10,535 » 10,573 10,553 10,573 ytalicn. . . 21,975 22,015 21,97 22,01 London. . . 20,395 20,435 20,394 20,434 Relwork . . 4,1940 4,2020 4,1945 4,2025 Paris.... 16,465 81,365 16,505 16,465 16,505 Schweiz . . 81,515 81,48 81,54 Spanien . . 45,30 45,40 45,90 46,00 Japan ■ . . 2,068 2,072 2,075 2,079 >rito de Fan. Wien in D.» 0,426 0,428 0,422 0,424 Oest. abgest. 59,24 59,36 59,24 59,36 Prag .... Belgrad . . 12,451 12,471 12,451 12,471 7,428 7,442 7,431 7,445 Dudaoest. . Bulgarien. 73,44 3,037 73,58 3,043 73,44 3,037 73,58 3,043 Lissabon - . 18,83 18,87 18,81 18,85 Damig. . . Konstantin. 81,50 1,784 81,66 1,789 81,50 1,784 81,66 1,789 Athen. . . 5,435 5,445 5,445 5,455 Canada . . 1,1975 4,2055 3,403 4,1985 4,2065 llrn iuav. . 3,397 3,377 3,483 Lairs .». 20,905 20,945 20,905 20,945 Wliii i“1 2 * * * * * * * 10 L ®<“ Sei- » KS 'S vierGrup chen W auherF Dina AU Äbte-lE volles .oj» Torfti 6en sehen, W MMtM MerstM Ms), Odchen 1( Äeilsprung Jcteilissung Oberstufe Unterstufe Oberstufe Mädchens gerinnen. ■ merhnnenf folgend i Oberstu 2. Rudolf Wolf, @n genrod, 65 64 P.,'6. Wargols, Grünberg 59 P-! 8- II. Knab Mll, Gö Weiäartsk 68 P.14. ■ Schultheiß Melchior, ner, Grill Stangenw! 59 P.: 9., Helmut • Weickartsh 11. Ernst l genrod un 12. Karl Lauter, je Wilhelm Stangenri berg und 15. Karl und Ertr Emst $oi und Heil Karl Ho Lauter i 49 P.; 11 Eugen $e min Xrnbi berg, Hein Gründers je 46 P.; Audvlf K „Dieji 6260D Oberheffen. ^eichsjugendwetikämpfe in (5 rünberg. 4- Grünbera. 10. Sept. ®cftem würben auf bem Turnplätze bet bet Turnhalle bie ReichSjugendwettkämps« ouÄoelragen. ES beteiligten sich baran bie DolkSschulen von ©rünberg, ©öbelttrob, Lauter. Lumda, R«tn- hardtzhain, Stangenrod, Stockhausen unb Weickartshain. Dor Beginn ber Wettkämpfe turnten unter ber Leitung von Lehrer Wenzel bie Knaben ber betbcn ©rünbergcr Obcrflafien vier ©nippen Frei Übungen, betzgleichen die Mädchen drei Gruppen Freiübungen unb führten außerbem einen Bolktztattz auf. Die Schülerin Dina Michel, bie Mitglied ber Schülerinnen- Abteilung betz Turnvereins ist, zeigte bann in vollendeter Weife drei Gruppen Keulenübungen. Die Dorführungen fanden allgemeinen Beifall. AIS Wettkampf war für bie Oberstufe ber Knaben (7. unb 8. Schuljahr) ein Dierkampf vorge- fehen, beftehenb aus 75-Meter-Lauf, Weiispruna, Ballweitwurf und Kugelstoßen, während bie Unterstufe ber Knaben (6. Schuljahr unb abwärts), sowie die Ober- unb Unterstufe der Mädchen je einen Dreikampf: 75-Meter-Lc.ul, Dcitsprung unb Ballweitwurf autzführsen. Die Beteiligung wietz folaenbe Zahlen auf: Knaben- Oberstufe 27 Teilneymer, 10 Sieger: Knaben- Untcrftufe 109 Teilnehmer. 52 Sieger: Mädchen- Oberstufe 12 Teilnehmerinnen. 5 Siegerinnen: Mäbchen-Unterstufe 31 Teilnehmerinnen. 11 Siegerinnen. Die Gesamtzahl betrug 179 Teilneh- mer(innen), gegenüber 158 im Dorjahre. Nachfolgend die Siegerliste: I. Knaben- Oberßufe-1. Georg Wiehner, Lauter, 95 P.: 2. Rudolf Schmidt, Lauter, 71 P.: 3. Hermann Wolf, Grünberg, 67 P.: 4. Karl Müller, Stangenrod, 65 P.: 5. Heinrich Pfeffer, ®rünberg, 64 P: 6. Karl Becker, Göbelnrod und Walter Margvlf, ©rünberg, je 60 P.: 7. Willi Groh, ©rünberg unb Heinrich Hock. Weickartshain, je 59 P.: 8. Erich Port, ©rünberg, 56 Punkte. II. Knabcn-ilntcrftufe 1. Sieg Rudolf Müll, Göbelnrod, 71 P.: 2. Walter Theih, Weickart-Hain, 70 P.: 3. Rubi Heh, Grünberg. 68 P: 4. Helmut Schmidt. ©rünberg unb Albert L-chultheih. ötangenrob, je 67 P.: 5. Heinrich Melchior, Weickartshain. 66 P: 6. Erwin Wagner, ©rünberg, 63 P.: 7. Heinrich Wagner, Ötangenrob, 60 P: 8. ©evrg Siegfried, ®rünberg, 50 P 9. Heinrich Thom, ®rünberg. 58 P. 10. Helmut Rickel, Stockhausen, Erwin Rohn, Weickartshain und Karl Siek, ©rünberg, je 57 P.: 11. Ernst Rock, Lauter, Hermann Schäfer. Stangenrod und Karl Seid, ©rünberg, je 56 P.: 12. Karl 3be, ©rünberg und Erwin Junker, Lauter, je 55 P.: 13. Walter Hehler, Lumda, Wilhelm Jäger, ©öbelnrod und Armin Müller, Stangenrod, je 54 P.: 14. Karl Dietz, Grünberg und Paul Schmidt, Weickartshain, je53P.: 15. Karl Erb, ©öbelnrod. Fritz Reeb. ®rünberg und Erwin Winter, ©rünberg, je 51 P., 16. Smst Fomoss, ©rünberg, Heinrich Hopp. Lumda und Heinrich Sprankel, Lauter, je 50 P.: 17. Karl Hartmann, ettxfßaufen, Artur Schäfer, Lauter und Otto Schultheiß, Stangenrod, je 49 P.: 18. Willi Seibel, ©rünberg, 48 P.: 19. Eugen Aclchtenbeiner, ©rünberg, 47 P.: 20. Armin Dender, Lauter, Heinz Krommelbcin, ©rünberg, Heinrich Kühn, ©rünberg, Erwin Port, ©rünberg unb Karl Queckbörner, Stangenrod, je 46 P.j 21. Emil ©ßmert, Weickartshain, Rudolf KIM, Stangenrod, Adolf Kutscher, Stangenrod, Albert Jochim. Stockhaulen und Ewald Römer, ®rünberg. je 45 P: 22. Wilhelm Becker, Reinhcrrbtzhain und Ernst Stock, ©rünberg, je 44 P: 23 Richard Becker. Weickartshain, Heinz Misar, ©rünberg und Karl Schmidt. Lauter, je 42 P: 24. Karl Bogen- Hord. ReinharbShain 41 P.: 25. Heinrich Schepp, Lauter unb Emil Trüller, Weickartshain, je 40 Punkte Hl. M ä bch en »O be r st u f e 1. Dina Michel, ©rünberg. 66 P: 2. Lina Friedrich, ©rünberg, 50 P: 3. Emmi Seibel, ©rünberg. 45 P: 4. Minna Römer, ©rünberg unb Berta Menz, Lumba. je 44 P. IV. M ä bch e n » Unterstufe: 1. Anna Erb. Reinhardtzhain. 49 P: 2. Frieda Maikranz, Lumda und Else Reitz, ©rünberg. je 48 P.: 3. Marie ©raulich, Rein- hardtzhain unb Anni Rühl, Grünberg, je 46 P : 4. Elli Hostmann, ©rünberg. 45 P: 5. Erna List- mann, ©rünberg, Inge Wahl, ©rünberg und Emma Wenzel. Reinchardtzhain. je 43 P.: 6 Elisabech Schlüter, ©rünberg. 42 P.: 7. Marie Stiehl, ©rünberg. 41 Punkte. Landkreis Gießen. V Bersrod. 10. Sept. Da ber hiesige © e - mein beredt, ner seines AlterS Wegen sein Amt niedergelegt hatte, meldeten sich für diesen Posten vier Kandidaten. Daraufhin beschloß ber ©emclnberat, baß bie Gemeinde durch Wahl sich für einen ber Bewerber entscheiben sollte. In der ersten Wahl am 31. August erhielten an Stimmen Heinrich S chneiberll. 77. Ludwig Graulich ll. 58, Philipp Böcher 33 und Wilhelm Find 18. SS kam deshalb zwischen den beiden ersten zu einer Stichwahl, bie am vorigen Sonntag vorgenommen wurde. Hierbei ging Heinrich Schneidern, mit 113 Stimmen als Sieger auS dem Wahlkamps hervor. Kreis Undingen. △ Bloselb. 10. Sept Die schon wicberßolt gemelbete W i l d s ch Weinplage nimmt nicht ab, fonbern zu. Meist werben bie um den sog .Markwald" liegenden Grundstücke. Kartoffel- und DickWurzäcker von den Tieren verwüstet. Den Spuren nach zu urteilen, müssen ältere Sauen und Keiler von ansehnlichem Gewichte vorhanden sein. Bis jetzt Wurden in ber ©egend vier Schweine von geringerem Gewichte unb Alter erlegt. Preußen. Hotvieh-Ausstellung in Wetzlar. Wetzlar, 9. Sept. Aus dem Gelände des neuen ScplachtyofeS fand bie 27. Ausstellung unb Zuchtviehversteigerung be S Mi t- telbeutfchen Rotviehzüchterverban- deS statt. Aufgetrieben waren 60 Bullen. Rach ber Prämiieruna ber Tiere konnten u. a. folgenbe Züchter Preise entgegennehmen: Tiere mit Leistungsnachweis. Klasse I. Bullen 12 bis 15 Monate alt: Theod. Fischer. Hof Zwiefalten, 1 Pr., Otto Schneider, Hörnsbeim, 2a-Pr, Hch. Harbach VII., Großen-Duseck, 2k-PreiS, Christian Rupp. Oberweidbach 3c-Pr., Ferb. Engel. Hörnsheim. 3d- Preis. Klass« II. Bullen 15 Monate unb älter: Heinrich Albach. Burkhardsfelden, 2a- Preis. Ludw. Krug, Silberg. 2b-Pr., Anton Hartmannfehn, Hochelheim, 3a-PreiS, Johannes Becker III., Fronhausen, 3b-Pr., Heinr Tröller. ilnter-6elbertenrob, 3c-Pr. Tiere mit fieifhiBgieacßWei*. Klaffe III. Bullen 12 bi« 15 Monate alt: Anton Schmidt V. HSrnSheim, 2«- Preitz. Wilh. Althen, Reiskirchen. 3s-Pr, Louis Engel. Riederkleen, 4a-Pr, Wilhelm Braun III., Dornholzhausen, 4b-PretS. Klass« l\’. Bullen 15 Monate unb älter: Joh Friedr. Bach Hochelheim, 3»-Pr.. Dllh. Sallenberger, Griedelbach 3c-Pr.. Joh. 5rüßlmg\'l . Burkhards, 3d-Pr. Friedrich Mül- wählen muß am nächsten Sonntag jede stimmberechtigte Frau, jeder stimmberechtigte Mann! Jtur durch die Ausübung des Stimmrechts von allen Wahlberechtigten, insbesondere aber von den bisherigen Nichtwählern, kann der Mehrheitswille des Volkes für die künftige ge» fehgeberifche Arbeit Har festgelegt werden. Don dieser Märong hängt auch die Gestaltung jedes Einzelschicksals ab. Oie Tragweite der bevor« stehenden Mahl muß jedem die Erkenntnis bringen: Wahlrecht ist Wahlpflicht! ler II., Hörnsheim, 4a-Pr., Friedrich Rühl, Reiskirchen, 4d-Pr. Die Versteigerung der Dullen bracht« sehr rege Nachfrage bei entsprechend hohen Preisen. Don den auf getriebenen 60 Bullen Würben 58 verkauft. Die Preis« betrugen 400 bis 1250 Mk j« Stück, ber Durchschnittspreis 763 Mk. Der Züchter Theodor Fischer auf Hos Zwiefalten hatte bei der Prämiierung den 1. Preis erhalten unb erzielt« auch bei ber Versteigerung den höchsten Preis mit 1250 Mk. Erwerber dieses hochwertigen Tieres war die Hessische Landwirtschaft skamrner. Ferner erzielten hohe Preise ber Landwirt unb Züchter Heinrich Albach. Burk- harbSfelben (1130 Mk.j und Anton Schmidt, Hörnsheim. (1050 Mk.j. Tillkrcis. Herborn, 10. Sept. (WSN.) Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte zur sofort in Angriff zu nehmenden Durchführung des ersten Bau- abschnitts ber Dill-Regulierung in der Gemarkung Herborn 65 000 Mark. Zahlreiche Arbeitslos« finden durch die Inangriffnahme dieser umfangreichen Bauarbeiten für längere Zeit Beschäftigung. Die Gesamtkosten der Dill-Regulierung im Bezirk Herborn sind mit etwa j Million Mark veranschlagt. Zwetschenkuchen. Dem Verfasser B. be» Zwetschenkuchenartikel« in der Dienstagsnummer de» „(ließ. Anzeigers' tritt unser Lokatpoet H. E. mit folgenbem Hymnus zur Seite. Denn sich im Herbst die Blätter färbe Un vor statt' die Schnake sterbe, Un der Rebel wird zum Tau, Dann färbe sich die Quetsche blau. Un schon schnalze mit be Zunge Laut die Hilf un die Junge, Denn e» gibt Quetschekuche Wenn die Ernt' is In der Scheuer Un Mehl un Butter sein net teuer Un aach der Zucker billig I«, Dann steht fest, das is peroifi Daß selbst au» dem kleinste Hau« Strome süße Duste au«. Denn e» gibt Quetschekuche. Wenn eigelade die Bekannte, Die Onkel. Goode un die Tante, So stelle sie sich alle ei, Di« sollte e» aach annerscht sei. Sie bringe beste Appetit Un stasseedorfcht desonnerscht mit. Denn e» gibt Quetschekuche. Ob Preuße, Bayern oder Hesie Quetschekuche all' gern «sie. Selbst der größte Pessimist Wird ßinnerber zum Optimist. Er suhlt gesund sich wie e Fisch Un setzt sich freudig an den Tisch. Wenn e» gibt Quetschekuche. Ja, Quetschekuche is e Wort, Da» Geltung hott in Süd un Nord. Er gilt im Wcste wie im Ost Für e vielgepries ne Kost. Stimmt nut mir an e dreifach Hoch Un trenn'» sei muß, e vierfach noch. Da» gilt dem Quetschekuche. Kirche unb Schule. • ©roßcn-ßlnben, 11. Sept. Am nächsten Sonntagnachmittag 1,30 Uhr findet in hiesig«« Kirche daS diesjährig« JadreSsest be e Dekanats Gießen für Inner« Mission statt. Festprebiger wirb Direktor Röhricht von Darmstabt sein. Freunde ber Inneren Mission werben auf den Gottesdienst, an den sich ein« Rachversammlung, auch in der Kirch«, anschließen Wirb, hiermit aufmerksam gemacht. Berliner Sörfe. I Berlin, 11. Sept. (WTD. Funkspruch) Auch der heutige Frühverkehr lag sehr ruhig und ohne Ge- schast. Dor dem Wahltag ist selbst wahrend der Börsenzeit da» Interccsse der Spekulation so gering, daß man die Tendenz eine» jeden Freiverkehrs nur als abwartend bezeichnen kann. Am Devisenmarkt nannte man London argen Pari» 123,84 London gegen Mailand 92,84, London gegen Spanien 44,50, London gegen stabel 4,8625, London gegen Berlin 20,4150. Kabel gegen Berlin 4,1983. Kirchliche Aachnchien Israelitische Reiigionsgesellschasi. Sabbatseier den 13. August. Freitag abend 6 15 Uhr , Samstag vormittag 8, nachmittag» 4; Sabbatausgang 7.30 — Wochengottesdienst. Sonntag morgen» 5; an den übrigen lagen 5.30; abends 6 Uhr. Bond für christliche Erziehung in Hans und Schule FAMILIENABEND Freitag, 12. September, abends 8 Uhr im Johannessaal Vor trag mit Lichtbildern von Herrn Pfarrer Ausfeld über: „Die Jubiläumstagung zu Augsburg“ «mod Der Vorstand. »••••••••••••••«•♦•••••••। Wohnungstausch In unterem Hause b*rebnerüraße 33 wird zum 1. oder Uk Oktober d. I. eine 3-Zimmer Wohnung tret >62670 Mtigiieder unterer Genosienlchast, die eine (Mcacniuobnmiß zur 6erfununa tteflen können. wollen sich nnverzllgl.an unb wenden. Gießen, den 10. September 193b. Banaeuossenichait 1K94 zu Gießen t. ®. m. b. C>. Ter Vorstand. Pfund 50 PL Konsumverein Giehen uXmae^end e. G- m. b. H • 094 A 50 Pf. 40 Pf. 30 Pf. 30 Pf. 90 Pf. 50 Pf. 45 Pf. 43 Pf '. Pfund 60 Pf. V« Pfund 60 Pf. '« Pfund 65 Pf. */« Pfund 48 Pf. */, Pfund * « Pfund »/. Pfund '/. Pfund Pfund Pfund von 21 bis Pfund von 27 bie ‘ < Pfund 1 4 Pfund 55 Pfund 48 '. Pfund 55 ' 4 Pfund 38 Pfund 40 la Schinken, roh Saft-Schinken, gekocht---- Saft-Schinken, la, gekocht Zervelatwurst Schinken plockwurst Plockwurst Aufschnitt in verschiedenen Preislagen ‘.'4 Pfund von 40 bis 60 Pf. Warenabgabe nur an Mitglieder! Aasweiskarte ist jederzeit vorzuzeigen! Auf alle Waren 5% Rückvergütung! Die beste Sparkasse ist die Rückvergütung im Konsumverein. Sie erleichtert im Herbst die Einkäufe für den Winter- und Weihnachtsbedarf. PL Pf. Pf Pf. Pf. Fleiich- und Wuritwaren aus eigener Fleischerei la Ochsen-, Kalb- und Schweinefleisch zum günstigsten Tagespreis Salami wurst Westfälische Mettwurst- Oldenburger Mettwurst Teewurst Bierwurst Fleisch wurst Schweinewürstchen Rindswürstchen Leberwurst Blutwurst Hackbraten LeberkÄse . C. 658 durch Rudolf Mossc, Frankfurt a. M. I Vartgeuossenschaft 1894 zu Wietze« eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Vttam fite da Aktiva 5LK. 1. An Kapitalien-Konto........ 9077.52 2. An Immobilien-Konto: a) vor 1918 erbaute Häuser... 44400.00 b) nach 1918 erbaute Häuser... 151686.00 c) nach 1923 erbaute Häuser - ..1702585.18 1898671.18 3. An Hypotheken-Komo....... 143880.00 4. An Inventar-Konto......... 475.09 5. An Kassa-Konto............. 290.39 2052394.09 Gewinn- und V Toll 5L4t Zinsen für attsgenontmene Kapitalien ........................ 51340.45 Zinsen für Spareinlagen...... 221.74 Steuern und Abgaben......... 30685.18 Verwaltnngskosten............. 2740.00 Sonstige Ausgaben............ 4594.22 Unterhaltungskosten für Wohnhäuser........................ 14409.76 Zuweisung zum Straßenkosten- beitrags'Konto............... 8531.10 Abschreibung auf die nach 1923 erbauten Häuser............. 12085.27 Gewinn-Saldo................. 16771.07 141378.79 ? Zahv 1929* Passiva 5Ut 1. Ver Geschäftsanteil-Konto . 83988.12 2. Per Anleihen-Konto....... 1786575.88 3 Per Svareinlagen-Konto 13166.87 4. Per Reservefonds-Konto • •. 6132.73 5. Per Spezial-Reservefonds- Konto ...................... 60172.80 6. Per Aufwertungs-Konto - ■ • 32719.67 7. Per Straßenkostenbeitrags- Konto...................... 25665.87 8. Per Bürgersteigbeitrags- Konlo...................... 6400.00 9. Per Häuserunterhaltungs- Konto...................... 20801.08 10. Per Gewinn-Saldo........ 16771.07 2052394.09 Haben 51*41 Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien......................... 1684.44 Miete von Wohnungen......... 136673.35 Sonstige Einnahmen........... 3021.00 141378.79 Mitgliederbewegung im Jahr 1989. 1. Die Mitgliederzahl betrug Ende des Jahres 1928 ............................ 792 Zugang tm Jahre 1929............................ 49 841 Abgang tm Jahre 1929............................ 36 Mitgliederbestand am Schlüsse des Jahres 1929.............................. 805 2. Das Mitgliederguthaben betrug Ende des Jahres 1928*............ 72 541.89 SL.41 Das Mttgltederguthaben beträgt Ende des Jahres 1929 ........... 83 988.12 „ 3. Die Haftsumme der Genossen betrug Ende des Jahres 1928....... 182 000.00 51*41 Die Haftsumme der Genossen beträgt Ende deö Jahres 1929....... 191 200.00 „ Gießen, den 31. Juli 1930. Der Vorstand: Fourier. Wölfer. Hamann. Müller. Mann. Allendörser. Benk. <5itttobutts »uv ovdentlicben Hauptversammlung am Samstag, Sv. Sept., abends 8*/« Uhr, im Saal des GewerkschastshaufeS. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz für 1929. 3. Vertilgung über den Reingewinn aus 1929. 4. Bericht der RechnungSPrüfungskommission. 5. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 6259V 6. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat. 7. Abänderung des § 27 der Satzung. 8. Verschiedenes. Gießen, den 8. September 1930. Ter Vorstand und AnffichtSrat. Geschäfts-Drucksachen Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäfts karten Wählt Grundsatz der Edeka allezeit: Güte und Preiswürdigkeit! Edeka beim Einkauf von Lebensmitteln! 5 Prozent Rabatt! 6260 A