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Jahrgang Zreitag, Juli 1950 Eriche«»« «figlid),außer Sonntags und Feiertag» Beilagen f)te Illustriere Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Olonats-Beiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen etnzelnerRummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanichlüfie anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. postscheck'fonio: Sranffurtam Main 11686. Mtzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Drurf unö Verlag: Vrühl'fche Univerfilülr-Vuch- und Ste'.nöruderei R. Lange in Gießen. Sdfriftleitung und Gefchäftzftelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeiaen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschritt 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Derantwvrtlich für Politik Dr Fr. Wilh. Langem für Feuilleton Dr H.Tbgnot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (fließen. Die Grubenkatastrophe in Hausdorf. Schwierige Rettunasarbciten. — Keine Lebenden geborgen. - Nie Ursache des Unglücks. — Sollen die gefährdeten Schachte aufgegeben werden? cnlgegenftcUcn. Als gestern abend einer der Leicht- verunglückten mit den anwesenden Bergräten wieder in bie Grube einsuhr, um an Ort und Stelle die Vorgänge bei dein Unglück zu schildern. erlitt er einen Nervenschock und mußte wieder zu läge gebracht werden. Man hat seht unter Tage eine besondere Pumpe ausgestellt, um die kohlensäuregase zu verdrängen und der Rettungsmann,d)aft das Vordringen zu ermöglichen. Die (Erregung In hauvdors ist gewachsen, wobei besondere Gerüchte eine Rolle spielen Der einzige Ueberlebenbe aus bcr Abteilung 17, ble etwa 500 Meter von bem Ort ber Katastrophe entfernt war, erzählt, baß er versucht hat, ben Steiger telephonisch z u benachrichtigen. (Es sei lijm aber nicht geglaubt worben, baß seine Meibung zuträse. Später sei er bann mit ber Rettungsmannschaft erneut roleber eingefaßten Aus Bab (Eßarlottenbrunn find weitere Sanitätskolonnen zur Ablösung herbeigeeilt, ebenso neue Rettungsmannschaften mit den modernsten Sauer- floffapparalen. Die Rcttungs- und Ausräumungs- arbeiten erfuhren gegen Abend einen gewissen Stillstand, obgleich die Frischluftzufuhr gut sunktioniert, so daß die Rettungsmannschaften ohne Gasmaske arbeiten können Die Kohlen ft aub-, Stein- und kohlenmassen bereiten riesige Schwierigkeiten. Vie Lage in der Grube ändert sich fast mit jeder Minute. (Es ist ben einzelnen Leuten oft nur möglich, wenige Minuten an ber Rettungsarbeit teilzunehmen. Oie Ursache her Katastrophe. Ein stets (Kfäbrbetcr Bezirk. - Int ärmsten . deutschen Kohlenrevier. Neuro de, 11. Full. Dom Oberbergamt wird mitgeteilt: Die Gefahr der Kohlensäure« ausbriiche ist feit d e m Jahre 1 8 9 4 begannt. Nur drei bis biet Gruben, die in der Hauptsache Im Waldenburger Nedier liegen, find in dieser Weife gefährdet. Da- GaS kommt aus dem Erdinnern, aus den tie« feren Schichten der Erdrinde au- Spalten auf und verbreitet sich in die Kohlenflöze und In das benachbarte Gestein Beim Abla, tritt es bann zutage. Manche a aber fammeln sich die GaSmassen unter starkem Truck a und eS kommt zu NuSdrüchen. Die AuSvruchsgesahr hat auf der WenzeSlauS-Grube In der letzten Zeit -ugenommen. 3m Jahre 1929 wurden 35 Ausbrüche verzeichnet, ohne daß aber ein Ulen» fchenleben verloren ging. Don der Tergbaube« Hörde sind umfangreiche Maßnahmen getroffen worden, von denen man glaubte, daß sie die Sicherheit der Delegschaft unbedingt garan« tierten. An gefährdeten Stellen hat man nach Zurückziehung der Belegschaft durch Fern« - ü n b u n g das angesammelte ( a ( zur Explosion gebracht und dadurch jede Erstickungsgefahr für die dort arbeitenden Menschen beseitigt. Nach den bisherigen Erfahrungen haben die Ausbruche jedeSmal etwa 1000 Tonnen heraus« geschleudert. Beim jetzigen Ausbruch dürfte e t n Vielfaches dieser Menge herausgeschleudert worden sein. Die Arbeiter sind entweder durch E r st i ck u n g oder durch diese herausgeschleuder« ten GesteinSmafsen getötet worden. Eine Explosion hat nicht stattgefunden. Die Aus« rüftung der NettungSmannschasten war in Orb» nung, was ble Tatsache beweist, baß keiner ber Gasfchuhgeräteträger verunglückt ist. DaS Net« Bergmannsiod. Wieder haben die unheimlichen Raturgewalten sich stärker erwiesen als menschlicher Geist und Wille. 3m Waldenburger Kohlengebiet haben 160 brave Bergknappen durch den Einbruch von Kohlensäuregasen in den Schacht den Tod gefunden, weil auch die vorgeschrittene Technik noch kein Mittel kennt, um Ereignissen dieser Art zu begegnen. Die Schicksalsgemeinschaft, in die sich das deutsche Volk eigentlich mehr als je verwachsen fühlen sollte, wird den Opfern, die auf dem Felde der Arbeit geblieben find, ebenso wie ihren Hinterbliebenen, nicht nur die Teilnahme in Worten zuwenden. Der Berns des Bergknappen ist von Gefahren umgeben, die aber den, der schon durch Lieberlieferung an sie gewöhnt ist, nicht schrecken. Auch der Seemann, der Eisenbahner und Bauhandwerker ist ständig von Gefahr umlauert, die durch jene seelische Kraft abgewandt und gemeistert werden können, die wir Pflichttreue nennen. Cs ist schweigendes Heldentum, daß alle diese Männer der Arbeit auszeichnet, ein Heldentum, das sich nur erklären läßt, wenn wir der Arbeit selbst die höchsten sittlichen Werte »umessen. Es haben Tausende in Dergwerksschächten den Tod gefunden, wie auch Taufende von Seeleuten und Fischern von ihren Fahrten nicht zurückgetehrt sind. Immer aber wieder nimmt der Bergmann die Grubenlampe xur Hand, wie immer wieder auch der Hochsee- sischer seine Barke besteigt, ohne daran zu denken, das; der Tod ihn umlauert. Das schwere Grubenunglück, das den Kurl-Schacht in Hausborf bei Neurobe b troffen hat, dürfte bas größte fein, bas sich in der Nachkriegszeit ereignet hat. Die Kohlenstaubexplosion in bcr Hey- nitz - Grube bei Beutyen am 31. Januar 1923 forderte 112 Tote. Sie wurde noch übertroffen durch die Kohlenstaubexplosion in der Z c ch e „M i • nifter Stein" bei Dortmund am 11. Februar 1925, wo 135 Tote blieben. Die folgenden Gruben- katastrophen sind dann glücklicherweise nicht mehr von solchen Ausmaßen gewesen. Das vergangene Jahr hat leider größere Grubenunglücke zu verzeichnen Am 29. Juli die Schlagwetterexplosion in der „Glück-Helf-Friedens-Hoffnungs"-Grube im WOldenburger Revier mit 25 Toten, am 16. Aug. die Kohlenstaubexplosion im Bergwerk „Gottes- fegen" der Antonienhütte in Oberschlesien mit 16 Toten, am 15. und 16. September die beiden Explosionen durch schlagende Wetter in der de Wen- delschen „C h a r l e s" • ® r u b e in Kleinrösseln mit 24 Toten und am 27. November der Wassereinbruch in einen Schacht der Vereinigten Stahlwerke in Hamborn, der vier Todesopfer forderte. Bei der großen Gefahr, denen die Bergwerke trotz aller Sicherungsmaßnahmen immer wieder ausgesetzt sind, erscheint diese traurige Statistik gewiß niedrig. Wenn man aber bedenkt, wieviel Menschen durch solche Katastrophen in Mitleidenschaft gezogen werden, wieviele Familien den Ernährer verlieren, und wieviele Kinder dadurch ins Elend geraten, wird man bei der Betrachtung dieser Llnglücksliste fraglos $u einer anderen Einstellung kommen. Zum Glück darf man festste!len, daß der Umfang der Bergwerkskatastrophen geringer geworden ist. Man erinnere sich nur einmal an das Grubenunglück bei Cardiff im Jahre 1913, das 370 Todesopfer forderte, an das Unglück von Radbod, bei dem 335 Bergleute ums Leben kamen. Das größte Ausmaß hat aber wohl das Grubenunglück von Courriöres in Französisch-Lothringen zu verzeichnen, wobei 1200 Bergleute den Tod fanden. Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen wird es allerdings kaum möglich fein solche Kata- Blick auf die Wenzeslaus-Grube bei Hausborf, auf der bas furchtbare Unglück geschah -/V ftrophen endgültig aus der Welt zu schaffen. Man kann nur hoffen, daß die technischen Forschungen immer weiter vorangehen, um allmählich immer größere Sicherungsmöglichkeiten zu finden, die das Ausmaß der Grubenunglücke auf ein Mindestmaß herabdrücken. Kohlensäure-VerMungen. Bon sachkundiger Seite wirb mitgeteilt : Die grausige Bergwerks-Katastrophe bei Reu- rode in Schlesien weicht von anderen, leider nicht seltenen Grubenunglücken durch Gasaus- brüche insofern ab, als es sich hier nicht um daS Eindringen explosiver ober giftiger (Safe, deren ?efährlichster Bestandteil gewöhnlich das Koh- e n o x y d ist, handelt, sondern um den von Kohlensäure. Wenn diese sich auch von dem Kohlenoxyd, dem Giftträger in den Gasen unvollständiger Verbrennung, im Kohlendunst und im Leuchtgas, nur durch Mehrgehalt von einem Atom Sauerstoff unterscheidet, weicht sie in der Gistwirkung doch ganz außerordentlich von diesem ab. Das Kohlenoxyd stürzt sich mit Dehemenz aus die roten Blutkörperchen, verdrängt aus diesen, deren Aufgabe der Sauerstofftransport durch den Gesamtorganismus ist. das lebenspendende Element, und setzt sich selbst an seine Stelle. 'Die Kohlensäure zeigt feine Verwandtschaft zum Blutfarbstoff, sondern nur eine Reizwirkung auf nervöse Elemente, besonders die des Atemzentrums, die sie zunächst einmal außerordentlich erregt. Dies ist auch der Grund, daß man heute bei Unfällen ober Krankheiten, die mit einer Lähmung der Atmungstätigkeit einhergehen, gern dem zur Erleichterung ber Atmung gereichten Sauerstoff ein kleines Quantum der die Atmung anregenden Köhlensäure zusetzt. 3n größeren Mengen in der Atmungslust enthalten, geht die Neizung in Lähmung und Betäubung über und führt dadurch, selbst wenn daneben reichlich Sauerstoff vorhanden ist, zum Tode. Die Kohlensäure nimmt also eine Zwischenstellung zwischen hochgiftigen Gasen wie Kohlenoxyd, Phosgen oder Chlor und denen, die nicht geeignet sind, die Atmung zu unterhalten, wie Stickstoff ober Wasserstoff, ein. Ihre Eigenschaft, außerordentlich schwer zu sein und dadurch sich am Boden anzusammeln, sich nur sehr langsam mit den darüberliegenden Luftschichten zu mischen, sich dabei genügend zu verdünnen, um sich mit der Ventilation schnell zu verziehen, macht ihr Auftreten in abgeschlossenen, engen Räumen, also besonders in Bcrgwerks- stollen, äußer ft gefährlich. Durch geeignete Atemfilter ist, sofern es sich nicht um sehr hohe Konzentrationen handelt und noch ein ausreichendes Quantum Sauerstoff in der Atmosphäre vorhanden ist, ein Schuh möglich. ür. M. 92 Tote geborgen. Der Galtst der Bcrstunstsarbcitett. Hausborf, 11. Juli. (1DIB. Funkspruch.) Die Rettungsarbeiten auf bem Kurt-Schacht finb am Nachmittag wieder etwas in Fluß gekommen. Unter Führung von Bergrat Werne fuhren fünf neue hilfsmannfchasten ein. (Es gelang, eine Wetter- tür ju offnen unb fünf Tote, bie bahlnter lagen, zu bergen. Um 5 Uhr nachmittags konnten weitere fechs Mann geborgen werben Amtlich wirb jetzt mitgetellt, baß zur Belegschaft nicht 193, sonbern 211 Leute zählten, von benen bisher 92 tot geborgen sinb unb 70alsnochein- geschloffen gelten, weitere Tote finb bisher noch nicht geborgen worben, ba sich ben Rettungsmannschaften zu große Schwierigkeiten üegmtz 7929: 27 Tote Zobten Tote Saarrevier 1907. 1930: 2 Tote 1923:* 112 Tote 79 Tote \aHdmm o 0Dortmund . 1925: 1912. __ _ . -777 135 Tote Zeche-Radbodb. Hamm 1906:360Tote 1921: ZecheMont Cenis b.Hamm HatSe/iburg • faust Die Rettungsoerjuche. Anpasten der Gasmasken, Die Rettungsmannschaft steigt ein. Karte ber größten Grudenkatastrophen in Deutschland seit 1900. — In ber Mitte: Lagekarte des Unglücks- jchachts bei Hausborf in Schlesien. tungStoe rk im Waldenburger Bezirk ist gerade im vorigen Jahre vollkommen neu organisiert worden. Es gibt eine Rettungsstelle, die mit Spezialautos ausgerüstet ist. Das Rettungswesen im Bergbau wird überhaupt als vorbildlich angesehen. Auf telephonischen Anruf kommt nicht nur die HauptretlungSstelle des betreffenden Reviers, sondern auch die Rettungsstelle der Nachbarzeche. Auch auf der Wen- zeslaus-Grube ist das der Fall gewesen. Es standen viel mehr Rettungsmannschaften über Tage bereit, als unter Tage eingesetzt werden konnten. 3n den nächsten Tagen wird entschieden werden, ob die Grube st i l l g e l e g t werden muß oder nicht. Erwägungen darüber anzustellen, ob man überhaupt die drei oder vier Gruben, die durch Kohlensäureausbrüche gefährdet sind, stilllegen soll, steht das Bedenken entgegen, daß das Waldenburger Bergbaurevier, das eines der ärmsten Reviere von ganz Deutschland ist, keine Möglichleit zur anderweitigen Unterbringung der durch Stillegung freiwerdenden Bergleute bietet. 3m Knappschaststazareti von Reurove. Neu rode, 10.Juli. (TU.) Der Sonderberichterstatter der „TU." berichtet: Ein Besuch im Neuroder Knappschaftslazarett ergibt, daß das Befinden aller 49 dort eingelieferten geretteten Bergleute verhältnismäßig gut ist. Der sehr beschäftigte Chefarzt gibt bereitwilligst Auskunft über den Gesundheitszustand seiner Pfleglinge. Er glaubt mit ziemlicher Sicherheit, daß alle 4 9 s i ch erholen werden, wenn nicht irgendwelche Komplikationen eintreten. Die Kranken leiden noch an Atemnot und Brustschmerzen. Sie haben, soweit sie sich überhaupt bisher zu dem Unglück äußerten, noch nichts Wesentliches aussagen können. „Ls kam alles so plötzlich", sagt der eine, „mein Nachbar fragte mich, ob ich auch Atemnot spüre. Da sackte er schon zusammen und zugleich legte es sich auch mit drückender Last aus meine Brust. Ehe wir an weiteres denken konnten, verloren wir das Bewußtsein." Das zeugt davon, daß der Kohlensäureausbruch mit solcher Schnelligkeit und Heftigkeit gekommen ist, daß die Eingeschlossenen keine Zeit zur Ueberlegung mehr hatten. Im Gegensatz zu früheren Unfällen, wo es vielen noch möglich war, in die höher gelegenen Teile der Stollen zu klettern und so von dem Gase freizukommen, das wegen seiner Schwere am Boden lag. An sich ist die Kohlensäure ja kein Gift. Deshalb werden auch die Leichen nicht unnatürlich aufgedunsen, wie die Bergleute in ihrem ersten Entsetzen glaubten, sondern der Luftmangel führt ein langsames Einschlafen herbei. Friedlich, mit ruhigen Gesichtszügen wurden die Berunglückten aufgefunden, unkenntlich nur durch den Kohlenstaub und durch die Verletzungen durch herabstürzendes Gestein. Nur daraus ertlärt es sich, daß immer noch einige von den bereits Geborgenen nicht identifiziert . werden konnten. Bor dem Lazarett und Krankenhaus spielen sich herzzerreißende Szenen ab. Tafeln, auf denen die Namen der Toten und Verletzten verzeichnet sind, werden von den Angehörigen umlagert. Ruhig kommt ein Mütterlein mit der Tochter und sieht zur Tafel hin. Es glaubt nicht, daß der Ernährer unter den Toten sein kann. Aber die jungen Augen finden den Namen des Vaters schneller. Lind dann ein Erschrecken, ein Aufschrei, herzzerreißend der Anblick. Lind immer wieder erschütternde Szenen. Mütter, mit den Kindern auf den Armen, Schwestern, Dräute — sie alle klagen um geliebte Angehörige. Lind noch nimmt der Jammer kein Ende. Mit Dangen wartet man auf weitere Nachrichten über das Schicksal der noch Eingeschlossenen, die immer noch nicht geborgen werden konnten. Elen- und Jammer. Am Schauplatz der Katastrophe. N e u r o d e , 10. Juli. (Sonderbericht der T.-Li.) Lieber die Li r fache des Linglücks weiß man auch jetzt nur, daß es sich um einen Kohlensäureausbruch von ungeheurem Ausmaß handelt. Weithin vernehmbar war der dumpfe Knall, so daß die an Kohlensäureausbrüche gewohnte Devölkerung jähes Entsetzen befiel. Die Bergleute, die nach getaner Arbeit im Kreise ihrer Familie oder Kameraden sich befanden, stürzten eilig nach der Grube, als von schreckensbleichen Lippen, die nur stammelnd von dem Linglück Kunde gaben, der Alarmruf ertönte. Der Steiger S ch w e r d t - n e r von der 17. Abteilung fuhr seiner Abteilung sofort nach, um noch zu retten, was zu retten war. Aber er konnte nicht helfen. Als erstesTodesopfer wurde er geborgen. Der Steiger Hoffmann geriet bei dem Rettungsversuch in eine Stark st romleitung und fand gleichfalls den Tod. Die Devölkerung ist verzweifelt. Fast an keinem Haus ist der Todesengel vorübergegangen. Hier beklagt man zwei, dort drei Tote, dort sind es gar acht. Die Wöchnerin, die entbindet, ruft nach ihrem Mann, der den Tod fand. Biele hat das Leid starr gemacht. Sie schließen sich in ihren Häusern ein. Andere gehen mit tränenbefeuchtetem Gesicht durch die nächtlich stillen Straßen von Hausdorf. Cs ist ein Bild des Elends und Jammers, das diese an sich schon an Not und Elend gewöhnte Devölkerung betroffen hat. Bor dem Kriege betrug die Belegschaft des Kurtschachtes, des Llnglücksschachtes, 1400 Mann. Nach dem Kriege setzten die Entlassungen ein, setzte die Not ein. Noch vor kurzem sind 400 Bergarbeiter entlassen worden. Einige der Verunglückten standen vor der Entlassung. Sie wußten davon und nun hat sie vorher das Derymannslos ereilt. Niemand war auf das Linglück vorbereitet, da immer mit der Gefahr der Kohlensäureaus- brüche gerechnet wurde, hatte man sich auf sie eingestellt und sie allmählich reguliert. Man sorgte durch das maschinelle Schremm-Verf ähren durch Entlüftung für das Abziehen der Gase, oder man brachte durch Erschütterungsschießen mittels elektrischer Fernzündung die Gase rechtzeitig zur Entladung. Noch am Sonntag hatte man die Grube durch das Erschütterungsschießen gereinigt, so daß niemand an die Möglichkeit eines Kohlensäureausbruches dachte Lind nun haben sich die Naturgewalten als stärker erwiesen. Fest steht, daß der Kohlensäureausbruch auf dem Kurtschacht in Hausdorf, einem Nebenschacht, auf dem zur Zeit nur Deputatkohle gefördert wird, erfolgte, sich aber dann mit ungeheurer Geschwindigkeit nach Mölke, dem Hauptschacht, zuwandte. So befinden sich die Ein- geschlossenen noch im Kurtschacht, während die im Hauptschacht befindlichen Bergleute bereits geborgen werden konnten. Bom Mölke-Schacht aus, der besser ausgebaut ist als der Kurtschacht, werden auch in erster Linie die Bergungsarbeiten unternommen. Von hier ist auch der größte Teil der Toten geborgen worden. Die Teilnahme de« NeichöpeSsidenten. B e r l i n, 10. Juli. (WTD ) 5>cr Herr Reichspräsident hat an den Regierungspräsidenten in Breslau folgendes Telegramm gerichtet: Ties erschüttert durch die Nachricht von dem schweren Linglück, welches das schon so schwer heimgesuchte Neuroder Dergrevier durch die Katastrophe auf der Wenzeslaus-Grube erneut betroffen hat, bitte ich Sie, den Hinterbliebenen ider ums Leben gekommenen Bergleute den Ausdruck meiner aufrichtigen Teilnahme und den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Gott gebe, daß die noch in der Grube eingeschlossenen Bergleute gerettet werden. Als Beitrag zur ersten Hilfeleistung für die Hinterbliebenen lasse ich Ihnen sofort einen Betrag von 10 000 Mark überweisen. gez. von Hindenburg, Reichspräsident. * Weitere Beileidstelegramme gingen ein vom Reichskanzler, vom Reichsarbeitsminister, der preußischen Regierung mit 100 000 Mark für erste Hilfe und vom französischen Arbeitsminister. Oie Reichsbahn erhöht am 1. September ihre Personentarife. Berlin, 10. 3uli. (Amtlich.) Die finanziellen Schwierigkeiten der Reichsbahn haben sich im lausenden Geschäftsjahr durch den empfindlichen L i n - nahmerückgang infolge des Darniederliegens der wirtschaft besonders verschärft. Die Reichsregierung hat sich daher entschlossen, der auf Grund eines Beschlusses des Reichseisenbahnrates von der Reichsbahn beantragten allgemeinen mäßigen Erhöhung der perfonentarife zuzustimmen mit der Maßgabe, daß die Erhöhung erst am 1. September b. 3. in Kraft tritt. Der Mehrertrag aus dieser Erhöhung kann auf etwa 65 Millionen Mark geschäht werden. Da die vom Reich genehmigte Erhöhung der Stückgut-, Expreßgut- und Gütertarife der Reichsbahn etwa 70 Millionen Mark bringt, sind im ganzen etwa 135 Millionen Mark an Tariferhöhungen bewilligt. Die perfonentarife werden in folgender Weise erhöht: Der Fahrpreis 3. Klasse wird von 3,7 auf 4 pf. für den Kilometer, der Fahrpreis 2. Klasse von 5,6 auf 5,8 ps., der Fahrpreis 1. Klasse von 11,2 auf 11,6 pf. für den Kilometer erhöht. Der preis der Z u f ch t a g s k a r t e n für FD-, D- und Eilzüge bleibt unverändert. Mit der Erhöhung des Einheitssatzes der 3. Klasse aus 4 pf. mußte auch eine Erhöhung des Einheitssatzes der Zeitkarten erfolgen. Die Zeitkarten selbst bleiben um fast 10 v. f). unter den neuen Kilometerpreisen der 3. Klasse. Die preise der Monatskarten 3. Klasse steigen bei 5 Kilometer von 4,20 auf 5 Mk., bei 15 Kilometer von 11,60 auf 13 Mk., bei 30 Kilometer von 18 auf 20 Mk., die Arbeiterwochenkarten werden bei 5 Kilometer von 0,90 auf 1 Mk., bei 15 Kilometer von 2,40 auf 2,60 Mk., bei 30 Kilometer von 3,60 auf 4 Mark erhöht. Bei den Zeitkarten 2. Klasse werden die Einheitssätze ebenso wie die Linzelkarten erhöht. Die Bahnsteigkarten werden von 10 auf 20 pf. erhöht. Oer Reichsrat erhebt Einspruch gegen die Amnestie. Auch die hessische Regierung an der Seite Preußens gegen die Amnestierung. Berlin, 11. 3utl (VDZ.) 3m Reichsrat wurde gegen das Amnestiegeseh von der preußischen Regierung Linspruchserhebung beantragt Für den Einspruch wurden 28 Stimmen, dagegen 38 Stimmen abgegeben. Vorher war mit 50 gegen 9 Stimmen bei 7 Enthaltungen dahin entschieden worden, daß bei dem verfassungsändernden Charakter des Ameftiegefehes eine Stimme über ein Drittel der Stimmen zur Erhebung des Einspruches genügen. Danach hat also der Reichsrat Einspruch gegen das Amnestiegeseh erhoben, und der Reichstag wird sich noch einmal damit zu beschäftigen haben. Für den Einspruch stimmten die von einer Linkskoalition regierten Länder: Preußen, Baden, Hessen, Hamburg, Braunschweig, Anhalt, Lippe, Waldeck, Mecklenburg-Strelih, Schaumburg-Lippe und die preußischen Provinzen Sachsen und Hessen- Nassau. Das Reichskabinett wird nun die Vorlage nochmals dem Reichstag überweisen, der eine neue Schlußabstimmung über das Gesetz vornehmen muh. Der Reichstag hat nochmals mit Zweidrittelmehrheit das Gesetz zu bestätigen. Nachdem dies geschehen ist, hat der Reichspräsident die Entscheidung, ob das Gesetz verkündet werden soll ober nicht. * Die preußische Staatsregierung hat es also tatsächlich durchgefetzt, daß der Reichsrat gegen die vom Reichstag vor kurzem mit qualifizierter Mehrheit beschlossene Amnestie Einspruch erhoben hat. Die Kämpfe um die Begnadigung der sog. Fememörder werden also nunmehr von neuem einsetzen, weil jetzt der Reichstag noch einmal zu der ganzen Angelegenheit Stellung nehmen muß. Er hat seinerzeit, weil es sich bei der ganzen Amnestie um einen Eingriff in dieJustizhoheitder Länder handelt, eine Zweidrittelmehrheit aufgebracht, muh aber nun noch einmal dieselbe Abstimmung wiederholen. An sich wäre das ja höchst überflüssig, aber die Verfassung bestimmt es und Preußen hat erreicht, daß die Begnadigungen noch immer nicht Wirklichkeit werden können. Dos Verhalten Preußens und der übrigen sich für den Einspruch einsehenden Länderregierungen ist in der Tat geeignet, in weiten Kreisen des deutschen Volkes allerstärkstes Be» sremden hervorzurufen. Jeder weiß, daß die sogenannten Fememörder sich in den stürmischen Zeiten des Jahres 1923 zu Llngesehlich- feiten verleiten liehen, weil sie glaubten, ihr Vaterland gegen drohende Gefahren schützen zu müssen. Wenn ihre Taten auch verabscheuungswürdig sind, so entsprangen sie doch nicht unedlen Motiven. Die Separatisten dagegen, die gegen das Reich kämpften und die zahllose Morde und Greueltaten aller Art auf dem Gewissen haben, laufen straffrei herum, weil sie durch internationale Abmachungen geschützt sind. Wir bedauern es, dah sich im Reichsrat eine ausreichende Anzahl von Stimmen gefunden hat, um den preuhischen Einspruch zu unterstützen, dessen alleiniger Zweck ist, zu verhindern, daß unter die Vorgänge der Llnruhejahre endlich ein dicker Strich gezogen wird. Dietrichs Kamps um die Etatsanierung. Die Auffassung der Demokraten Gegen eine Liürgerabgabe, für eine Schankverzehrsteuer. Berlin, 11. Juli. (VDZ. I Der Vorstand der Demokratischen Partei trat am Donnerstag zu einer Sitzung zusammen, in der Reichstagsabgeordneter Dr. Reinhold über die politische Lage berichtete. In den letzten Tagen, so führte er aus, ist eine nicht unbeträchtliche Der- schiebung in der Situation dadurch eingetreten, dah die ursprünglichen Deckungsvor- schläge, die zunächst gegenüber den Vorschlägen des früheren Reichsfinanzministers Moldenhauer eine Verbesserung dargestellt hatten, durch das Entgegenkommen an die Rechte in einer Weise verschlechtert worden sind, die der demokratischen Reichstagsfraktion eine Zustimmung wahrscheinlich unmöglich machen wird. Die Reichsregierung hat sich auf Anregung der rechtsstehenden Parteien dem Gedanken einer ungestaffelten Bürgerabgabe, die die roheste Form der Kopfsteuev darstellt, genähert. Die Demokraten wollen, die unbedingt notwendige Sanierung der Gemeindefinanzen ohne eine Erhöhung der Real- st e u e r n durch eine wahlweise zu verwendende Schankverzehr st euer herbeiführen. Das politische Ziel der Demokraten bleibt nach wie vor eine Regierung der Großen Koalition, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen als die auf die Dauer allein sichere Regie- rungsgrundlage erscheint. In der Aussprache wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, daß eine Kopf st euer aus sozialen und auch finanziellen Gesichtspunkten a b - zu lehnen sei. Von allen Rednern wurde darauf hingewiesen, daß, gleichviel wie die Arbeitslosenversicherung jetzt saniert wird, die Gemeinden im Herbst durch den Ansturm der Wohlfahrtsarbeitslosen einer Mehrbelastung von 4 0 0 bis 500 M illionen ausgesetzt würden, die zu unübersehbaren Schwierigkeiten führen würde, wenn sie nicht rechtzeitig instand gesetzt werden, sich darauf einzurichten. Der zweckmäßigste Weg dafür ist die obligatorische Schankverzehrsteuer. Der Vertreter der demokratischen Partei im Steuerausschuh des Reichstages, Abg. Fischer, kennzeichnete die Lage der Fraktion kurz wie folgt: Die Fraktion lehnt ab die Regierungsvorlage zusammen mit der Bürgerabgabe: die Fraktion lehnt ab die Regierungsvorlage ohne die Bürgerabgabe. Die Fraktion ist unter 11m- ständen bereit, anzunehmen: die Regierungsvorlage verbunden mit einer Schankverzehrsteuer und einer s ubsidiären Bürgerabgabe. Der Redner erklärte, dah nach seiner Auffassung am diesjährigen Etat 150 bis 1 80 Millionen gespart werden können. Cs sei nötig, mit dem Reichs- sinanzminister in Verhandlungen zu treten, um weitere Ersparungen durchzuführen. Die demokratische Reichstagsfraktion schloß sich devl Standpunkt des Parteivorstandes an. Oie Sozialdemokraten gegen die Oeckungsvortagen. Berlin, 11. Juli. (DdZ.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschäftigte sich am Donnerstag mit der durch die Deckungsvorlagen der Regierung, die Anträge der Regierungsparteien über die Einschränkung der Darlehenspflicht des Reiches bei der Arbeitslosenversicherung sowie der Einführung der Kopf st euer und der durch die Beschlüsse des Sozialpolitischen Ausschusses geschaffenen Lage. Es herrschte Liebereinstimmung, daß alle diese Maßnahmen, die die Lasten der Wirtschaftskrise fast ausschließlich den unteren Volksschichten aufbürden, den schärfsten Wider st and der Sozialdemokratie herausfordern. Die vom Sozialpolitischen Ausschuß vorgenommenen Verschlechterungen der Leistungen der Arbeitslosen- und Krankenversicherung sowie die Aufhebung drr Darlehenspflicht des Reiches werden fftr die Stellung der Fraktion von entscheidender Bedeutung sein. Dietrichs Aussichten. Keine Parteiführerverhandlungen mehr. Berlin, 10. Juli. (TL1.) Zu dem Kampf um das Deckungsprogramm der Reichsregierung und die geplanten Ergänzungsvorschläge erfährt die „Telegraphen-Llnion" von unterrichteter Seite, daß das Reichskabinett von sich aus keine Parteiführerverhandlungen mehr abzuhalten gedenkt. Der Reichskanzler hat allerdings im Laufe des Donnerstagnachmittags den Führer der Bayerischen Volkspartei, Prälaten Dr. Leicht und den Führer der Demokraten, Staatssekretär a. D. Oscar Meyer, empfangen. Am späten Nachmittag fand auch eine Unter» redung zwischen dem Reichskanzler und dem Fraktionsführer der Deutschnationalen, JQ b e r f o b • ren, statt. Die ursprünglich für Donnerstag in Aussicht genommene gemeinsame Unterzeichnung der Initiativanträge zur Abänderung des Ar- beitslosenversicherungsgesetzes und zur Einführung der Gemeinde-Dürgerabgabe ist nicht erfolgt. In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, dah nunmehr im Steuerausschuh einzelne Ausschuhmitglieder von sich aus die entsprechenden Anträge einbringen werden, ebenso wie vermutlich auch die Demokraten ihren bekannten Antrag auf Einführung einer Gemeindegetränkesteuer Vorbringen werden. Der Steuerausschuh hätte dann über die Anträge zu entscheiden. Man nimmt an, daß sich für die Begrenzung der Darlehenspflicht des Reiches für die Arbeitslosenversicherung ebenso eine Mehrheit findet, wie für die Einführung einer Gemeindebürgerabgabe, während der demokratische Antrag auf eine Schankverzehrsteuer fallen dürfte. Das Oeckungsprogramm im Steuerausschuß. Berlin, 11.3ufi. (VDZ.) Der SteuerauS- fchuh des Reichstages trat in die Beratung der Deckungsvorlagen (Reichshilfe, Einkommensteuerzuschlag, Ledigensteuer, Ergänzungsetat) ein. Vom Abg. Schneider (D.) ist ein Antrag eingegangen, von der Reichshilfe diejenigen Behörden angestellten freizulassen, die der Deitragspflicht zur Arbeitslosenversicherung unterliegen. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich erklärte, die Regierung habe sich bemüht, Härten für die Dehördenangestellten dadurch zu vermeiden, daß nach § 4 Absatz II diejenigen Dehördenangestellten von der Reichshilfe befreit sind, die am 1. August 1930 nicht ein volles Jahr in Beschäftigung gestanden haben. Außerdem blieben die behördlich Angestellten bis zu einem jährlichen Arbeitslohn von 3285 Mark von der Reichshilfe befreit. Diesen Kreis noch zu erweitern, empfehle sich aus fiskalischen Grün- oen nicht. Abg. Dr. Rademacher (Dntl.) führte aus, eine Gesundung der Finanzen könne erst eintreten bei einer völligen Abkehr von der jetzigen Ausgabenwirtschaft. Es habe feinen Zweck, durch immer neue Teil- vorlagen ein Loch nach dem andern zu stopfen. Angesichts der furchtbaren Notlage des Reiches fei es notwendig, schon jetzt an das große Werk der Finanzreform heranzugehen und bis unfeiner Vollendung weiter zusammenzubleiben, was jetzt vorgelegt würde, fei ein Flickwerk, zu dem die ablehnende Haltung der Deutschnationalen bereits im Plenum begründet worden sei. Abg. Dr. Hoff (DVP.) erklärte kurz, die Deutsche Dolkspartei betrachte das Deckungsprogramm als Ganzes und könne den Einzelvorlagen nur zustimmen, wenn die gestern vorgelegten Ergänzungen durchgeführt werden. Abg. Föhr (Z.) führte aus, das Zentrum stehe dem vorliegenden Entwurf kühl gegenüber, aber es wünsche, dah die Finanzen schnell in Ordnung gebracht werden. Der dringende Wunsch, diese Aufgabe mit parlamentarischen Mitteln zu lösen, sei bestimmend für das Zentrum, die schweren Bedenken gegen Einzelheiten der Vorlage zurück- zustellen. Reichsfinanzminister Oieinch erklärte: Die Gesundung der Wirtschaft, verbunden mit der Minderung der Lasten für die Arbeitslosenversicherung sei nicht aussichtslos, wenn jetzt die Reichsfinanzen in Ordnung gebracht werden. Diese Gesundung der Wirtschaft ist aber nicht möglich, wenn jetzt die Deckungsvorlagen abgelehnt werden. Die Pumpwirtschaft können wir nicht fortsehen. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung, die Verwirklichung der Osthilfe und der anderen großen Vorlagen, ist nicht möglich, wenn die Reichskassen leer sind. Wenn die Deckungsvorlage abgelehnt wird, wenn die Arbeitslosenversicherung zusammenbricht und das Land durch Unruhen erschüttert wird, dann wird das Volk den Reichstag verantwortlich machen für das durch sein Verhalten entstandene wirtschaftliche Chaos. Abg. von Lindeiner-Wildau (Chr.» Nat.) erklärt, wir wollen die vorliegenden Entwürfe trotz mancher Bedenken verabschieden und dadurch die akute Finanznot beseitigen. Abg. Keil (Soz.): Wir sind bereit zur Mitarbeit an der finanziellen Sanierung des Reiches. Wir erwarten aber Auskunft auf die Frage, ob das Reich sich seiner Verpflichtung, für die Erwerbslosen zu sorgen, für die Zukunft entziehen will. Das wäre schon der Fall, wenn die Darlehnspflichk des Reichs für die Arbeitslosenversicherung aufgehoben oder auch nur begrenzt wird. Paragraph 1 des Reichshilfegesehes wurde mit 12 gegen 7 Stimmen der Deutschnationalen und Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. In der weiteren Debatte erklärte sich Reichsfinanzminister Dietrich damit einverstanden, im Paragraph 4 die Ausnahmen von der Reichshilfe dahin zu er» weitern, daß nur solche Angestellten herangezogen werden, die am l.August 1930 minde stens drei Jahre in Beschäftigung gestanden haben. 6in Antrag auf Tantiemenbesteuerung bei der Reichshilfe. Berlin, 10. Juli. (VDZ.) Zur Beratung der Reichshilfe im Steuerausschuß ist von der Bayerischen Volkspartei und der Wirtschafts Partei ein Antrag eingt gangen, der auch die Aufsichtsratstantiemen zur Reichshilfe heranziehen will. Es soll damit der Ausfall gedeckt werden, deü 6kn, Un^ Mehr 5*5.5 N? nntn ‘e,ne ■Ü’Ä* SÄ ft G ^lcht «len toitb L Schutz iS bie ent- A ebenso r?fen chren be« einer Gemeinde- n- ®er Steuer- SNe zu ent- TO für die A> M Teiches für !JW tat Mehr, 'vnmg einer Te- der demkMche teuer fallen bütitt, ograinm 'schuß. Der 6leuctau8< die Beratung der ®infcimnenfteuer« Mgsetat) ein. , l ist ein Antrag e diejenigen Belassen, die der nverficherung un« Dr. Dietrich h bemüht, Hörten dadurch zu ver- I diejenigen Be- chsW e befreit' nicht ein votier ien haben. Außer- Ingeftellten bis zu von 3285 Lark Diesen Kreis noch 1 fiskalischen Grün- Dntl) führte aus, n könne erst ein- lbkehr von der tfchaft. immer neue teil- mbern )u stopfen. Hage bei Reiche» das große TDctt m mb bi; y& farnmenzMeiben. fei ein Mwerk, tg der Seul|d)nalio- jnbet worden fei. erklärte kurz. Die ; das Deckungsprv- den Einzelvorlagen irstern vorgelegten rt werden. das Zentrum fiehr hl gegenüber, aber Ichnell in Ordnung mbc Wunsch, d ^ n Mitteln zu lostn, In-, » f*"K der Borlage zuru-t er Ökfri* Ä« Otötnmfl 9e^IO5, MlM> <>& Äti* TfcS & StSÜTS * S*EÄl*? > .^-sArbeits' Efä**' rtfchn^r Jl‘ ffJS weites &v am lt« ,n .) ^ift von w durch die Freilassung derjenigen Be- hördenangestellten entsteht, die in ihrer Stellung nicht so gesichert sind wie die Beamten. Waffensunde bei Berliner Nationalsozialisten. Berlin, 11.Juli. (EBB.) Die Berliner Kriminalpolizei hat in Privatwohnungen zahlreicher Angehöriger der Nationalsozialistischen Partei Haussuchungen nach Massen und Munition vorgenommen. Dabei wurden an verschiedenen Stellen der Stadt, besonders aber im Westen, umsangreiche Waffen" und Munitionsmengen beschlagnahmt. Die Inhaber der Wohnungen, in denen die Waffen vorgefunden wurden, sind verhaftet und dem Polizeipräsidium zuaeführt worden. (Sin seltsamer Zufall hat die Polizei auf die Spur dieser Waffenfunde gebracht. Bei Potsdam ereignete sich ein Zusammen st oh zwischen einem Auto und einem Motorradfahrer, bei dem der Polizeianwärter Kurt Dörre, bes. das Motorrad führte, mit seiner Begleiterin Elisabeth Hanke getötet wurden. Als man die Personalien der Toten feststellen wollte, fand man bei Dörre einen umfangreichen Schriftwechsel mit einem Hauptmann Hoppe. Der Briefwechsel sührte zu der Feststellung, dah in Berlin von Angehörigen der Nationalsozialistischen Partei ein Waffen- lager versteckt gehalten werde. Bei einer Durchsuchung der Wohnungen des getöteten Dörre und des Hauptmann Hoppe fand man eine Liste von Personen, die Waffen versteckt haben sollten. Die Kriminalpolizei nahm daraufhin auch in diesen Wohnungen Durchsuchungen vor und beschlagnahmte große Mengen von Waffen und Munition. Unmögliche Lage in Sachsen Unüberwindliche Schwierigkeiten der Regierungsbildung. Berkin, 10. Juli. Der neu gewählte Sächsische Landtag ist am Donnerstagmittag zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten, in der die Wahl des Präsidiums zur Tagesordnung stand. Die Frage der Regierungsbildung ist noch in keiner Weise weitergekommen. Es scheint sich aber zu bestätigen, daß die Deutsche Bolkspartei nicht bereit ist, in eine Regierung der Großen Koalition einzutreten. Hierfür wären überdies ihre Stimmen allein nicht ausreichend, sondern die 10 Stimmen der Wirtschaftspartei müßten hinzutreten, um eine Mehrheit zu erzielen. 3m übrigen wird der Gedanke einer marristenfreien Regierung weiter erwogen, wenngleich auch die Aussichten für diese Kombination nur gering sind, da die drei Demokraten und die zwei volksnationalen Abgeordneten erklärt haben, unter keinen Umständen einer Regierung in den Sattel zu verhelfen, in der die Nationalsozialisten den maßgebenden Einfluß ausüben. Auf der Rechten wird gegenwärtig eine Kombination geprüft, bei der ein Deutschnationaler — man spricht von Dr. Bang — das Ministerpräsidium erhalten würde, während das Innenministerium und dos Arbeitsministerium den National- l o z i a l i st e n zusie'.cn. Das Endergebnis der Ministerpräsidentenwahl hängt schließlich von gewissen Zufälligkeiten ab, insbesondere von der Frage, ob immer alle Abgeordnete vollzählig im Parlament versammelt sind. Kleine politische Nachrichten. 3m Reichstag gedachte Präsident Lobe der von dem Grubenunglück bei Hcrusdorf Betroffenen. Dann wurden Ausschußanträge auf Genehmigung zur Strafverfolgung von Abgeordneten erledigt. Der Antrag, der den deutschnationalen Abg. Graf Westarp betraf, wurde einstimmig abgelehnt, die übrigen wurden angenommen. Die Schlußabstimmung über das D r o t g e s e h ergab die Annahme mit 212 gegen 198 Stimmen bei 11 Enthaltungen. • Der dem Reichsrat vorliegende Antrag des früheren Reichsfinanzministers Moldenhauer auf Anrechnung seiner früheren Tätigkeit an der Städtischen Handelshochschule in Köln auf den Staatsdienst, durch den sich die ihm zustehende Pension von 22 000 auf 29000 Mark jährlich erhöhen dürfte, ist von der Tagesordnung a b g e s e tz t worden. e Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages begann die Einzelberatung der Novelle zur Krankenversicherung. Zunächst wurde beschlossen, dah der Erwerb von Grund st ücken durch Krankenkassen über einen vom Reichsarbeitsminister festgesetzten Kaufpreis hinaus der G enehmigung des Reichsver- sicherunosamts bedarf. Ferner wurde das Recht auf freiwillige Weiterverfiche- r u n g auf Einkommen vis zu 8400 Mark ausge- b^nt. Ein sozialdemokratischer Antrag, die Der» s i che rungspflicht in der Krankenversicherung in Anpassung an die Angestelltenversicherung auf Einkommen bis zu 8400 Mark auszudehnen, wurde abgelehnt. Aus aller Welt. Das Lübecker Säuglingssterben. Lübeck, 11. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die Zahl der Todesopfer bei den mit dem Tuberkuloscpräpa- rat gefütterten Säuglingen hat sich, nachdem in den letzten drei Tagen ein Stillstand eingetreten roar, nunmehr wieder um zwei weitere Todesfälle erhöht und damit"55 erreicht. Krank sind noch 64 Säuglinge, gebessert 73, gesund bzw. in ärztlicher Beobachtung 59. „Graf Zeppelins" Nordkapslug. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" passierte um 10 Uhr weit auf See die Stadt T r o rn s ö. Bei dem herrschenden Küstennebel war jedoch eine Beobachtung des Luftschiffes unmöglich. Bei herrlichstem Wetter überflog der „Graf Zeppelin" um 10.30 Uhr Die Stadt Hammerfest, warf einen Postbeutel ab und nahm dann Kurs auf das Nordkap. Spinale Kinderlähmung Im Elsaß. Die Straßburger Kinderklinik beherbergt gegenwärtig 32 an spinaler Kinderlähmung erkrankte Kinder. Es wurden 13 neue Fälle im Departement Unterrhein festgestellt. In einem Straßburger Vorort ist ein Krankheitsfall bereits tödlich verlaufen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 11. Juli 1930. Oie zugeschlagene Tür. 3n der Eisenbahn. Abtell 2. Klasse. Wan nimmt an ... Doch man soll nichts voraussetzen. Es ist besser. Zwei junge Damen, die sich leise unterhalten. Ein älterer Herr, der von den Mitreisenden keine Notiz nimmt, weil ihn der Inhalt der Zeitung zu sehr beschäftigt. Sin Ehepaar, das einander nicht mehr viel zu sagen hat. Oh bitte, das soll keine Bosheit sein. Zwischen Menschen, die einander jahrelang nahestehen und die harmonieren, ist kein Geschwätz nötig. Sie können miteinander im besten Einvernehmen stehen und können sich auf ihre Art sehr gut unterhalten, ohne daß sie viele Worte gebrauchen. Ein Pärchen steigt zu. Er vielleicht vierundzwanzig, sie neunzehn. „Alle müssen zu uns hereinkommen", sagt eine der jungen Damen, und es geht auch auf das erst in der vorigen Station -ugestiegene Ehepaar. Die beiden Eheleute beachten diese Bemerkung nicht, und das junge Paar hat es nicht gehört. Der junge Mann zieht die Tür zu. Krach! Man hätte ebenso gut eine Salve von zehn Karabinern abgeben können. Ein Wunder, daß die Scheibe noch ganz ist. Aber die Reichsbahn scheint sehr haltbares Glas zu verwenden. Die beiden jungen Damen fahren zusammen. Auch die Ehefrau erschrickt. Der junge Mann merkt, daß dieser Türenschlag nicht sehr angenehm berührte, er hätte es sehr erheblich merken müssen, denn dieser Krach konnte Mumien aus ihrem Schlaf wecken. Als ob nichts geschehen sei, als ob es die selbstverständlichste Sache von der Welt wäre, nimmt der junge Mann Platz. Dann unterhalten sich die beiden jungen Leute laut und unbekümmert, und es unterlaufen ihnen Worte und Gesten, die man möglichst auch im bekannten Kreise meidet. In der nächsten Station steigen sie aus. Tür auf, Tür zu! Krach! Wieder ein Donnerschlag. Die Tür ist ihm also beim ersten Zuschlag nicht aus der Hand gerutscht: nein, es ist Methode, die Tür zuzuschlagen. Natürlich hat eine solche Begebenheit nicht allxu viel auf sich. Immerhin muhte ich an ein Erlebnis denken, das ich im vorigen Jahre im Ausland hatte. Damals war einem Manne die Tür entglitten und mit kräftigem Krach zugeschlagen. „Oh, entschuldigen Sie", sagte er, „das war sehr unachtsam von mir." Die Mitreisenden nickten ihm freundlich zu, und ein zmn Scherben Aufgelegter sagte: „Hätten Die den Finger dazwischen gehabt,» hätte es weniger gepoltert." Man lachte, und die Angelegenheit war so beigelegt, dah sich eine recht nette Unterhaltung entwickelte. Die kleine Entschuldigung hat aber sicher dem Mann nicht weh getan. S. Oer Herr und die Hihe. Soll man oder soll man nicht, — seinen Rock ablegen (die Weste hängt schon lang im Schrank) und in Hemdärmeln herumlaufen? Ein anerzogenes Gefühl für „Angezogensein" hindert noch kurz, doch überzeugender ist die Hitze. Also läuft man in Hemd und Hose herum und junge Leute krempeln die Aermel auf und zeigen die braunen Arme. Ein sommerlich, gesundheitsstrahlendes Bild. Recht so, warum soll die Damenwelt allein vernünftig fein und Licht und Luft an die Haut lassen. So gern würden wir Männer unsere Kleidung umgestalten, — den ftt-Äragen abschaffen, wenn nur jemand käme und den Anfang macht. Zwar gibt es bereits einen Verein zur „Reform" der Herrenmode, aber seine Ideen sind noch so neu und wollen erst ausprobiert sein, da scheint uns doch zunächst eine allmähliche Umwandlung eher am Platz. Unb wie es scheint, ist sie da. Ein neues Kleidungsstück beginnt dem Herrn die Sommerkleidung angenehmer zu machen. Die Bluse hält ihren Einzug bei den Männern. Die Bluse und mit ihr die Hemdhose. Wenn man sich auch beim Tragen dieser leichten Kleidungsstücke das Schwitzen abgewöhnt, so ist doch appetitlicher das Unterkleid — die Hemdhose — darunter zu tragen. Diele Männer tragen ihre Oberhose am Gürtel, ein Behels wohl, aber nicht ideal, denn hier gerade treibt der Schweih durch die Einschnürung besonders stark. Da zeigt sich bie praktischere Seite der Bluse, die erlaubt, die Hosen nach wie vor am Hosenträger zu tragen; die Bluse hängt leicht über den oberen Hosenrand und verdeckt den Abschluß. Hoffen wir, daß sie dazu beiträgt, die Herrenkleidung umzugestalten, damit auch uns Männern die Erfahrung moderner Hygiene zugute kommt. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Soldatenleben, das heißt luftig fein“ und „Der Teufelsrepvrier". ** Der 1 1. August in Hessen. Zu der Meldung über den Verfassungstag und die entsprechenden Schulferien in Reffen wird darauf hingewiesen, daß diese Meldung auf einer Verordnung beruht, die schon seit zwei Jahren überholt ist. 3n Hessen ist der 11. August durch Beschluß des Landtags zum gesetzlichen Feiertag erhoben. Es gelten daher für ihn auch betreffend Arbeitszeit usw. die bestehenden Schutzvorschriften ** Personalien. In den Ruhestand treten am 1. August: der Oberforstmeister Gustav Krug zu Büdingen und der Forstrat Christian Walter zu Lengfeld, ferner der Oberrechnungsrat bei oer Hessischen Hauptstaatskasse Konrad Schuchmann zu Darmstadt. ** Oberhessischer Geschichtsverein. Am Sonntag, 20. Juli, findet ein Sommerausflug des Oberheffifchen Gefchichtsvereins nach Hirzenhain, Lißberg, Ortenberg, Selters und Konradsdorf statt. Es sei auf die Anzeige in der heutigen Ausgabe hingewiefen. * Probealarm. Das Hoch» und Tiefbauamt gibt bekannt, dah am SamStag, 15 Uhr. die Sirenen der Feuerwache probeweise ertönen werden. Es besteht also kein Anlaß zur Beunruhigung. " Vorsicht, Waldbrände! Im heutigen Anzeigenteil findet sich eine Bekanntmachung, in der nut Rücksicht auf bie bei trockener Witterung bestehenbe Gefahr ber Entstehung von Walb- bränben wiederholt darauf aufmerksam gemacht wird, daß jegliches Zeueranzünden im Walde und in dessen Nähe, sowie das Wegwerfen von glimmenden Streichhölzern, Zigarren- und Zigarettenresten usw. sehr gefährlich und streng verboten ist. *• Sonderzug zum Gesangswett- st r e i t in Büdingen. Anläßlich des am Sonntag, 13. Juli, in Büdingen stattfindenden Gesangs- Wettstreites verkehrt an diesem Tage ein Sonder- zug Gießen—Büdingen und zurück. Hinfahrt: Gießen ab 5.21 Uhr, Schifsenberg an 5.34, ab 5.35, Büdingen an 6.30 Uhr. Rückfahrt: Büdingen ab 19.31 Uhr, Nidda an 19.52, ab 19.53*, Schifsenberg an 20.25}, ab 20.27, Gießen an 20.36 Uhr. Beide Sonderzüge sind für den öffentlichen Verkehr (auch für Sonntagskarten) freigegeben. ** Wieder fehenslag der Artilleristen in Mainz. Am 30. und 31. August findet in der alten Garnifonstadt Mainz «in Wiedersehens- tag der ehemaligen Feldartilleris-Regimenter 27 und 63, sowie der Fußartillerieregimenler 3 (General- feldzeugmeister) und 18 statt, wozu heute schon eingeladen wird. " Deu t s ch na ti o n a l er Handlungs- gehilfen-Derband. Ein Ortsgruppentressen Gießen-Marburg-Wetzlar findet am Sonntag. 13. b. M., auf ber Burg Staufenberg statt. (Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.) *• Krüppelfürsorge-Lotterie. Am 25. unb 26. Juli findet die Ziehung der Gcld-Lotterie zugunsten ber Krüppelfürsorge statt. 5341 Gewinne werben verlost im Gesamtbeträge von 45 000 Mark, ber Höchftgewinn beträgt 10 000 Mark bei einem Lospreis von nur 1 Mark. Die Fürsorge für biese notleidenden Mitmen jen ist stets für eine besonders wichtige moralische unb soziale Aufgabe gehalten worden. In unserer Zeit der großen wirtschaftlichen Notlage, aber auch des starken sozialen Bewußtseins, wirb eine solche Wohltätigkeitsoeranstaltung warme Herzen unb offene Hände finben. (Näheres in ber heutigen Anzeige.) ** Zur N i cht i g st e l l u n g. Herr Fritz Hesse (Hungen), teilt uns zu bcm Bericht über bas Reit- unb Fahr-Turnier in Nidba mit, baß sein Pserb in ber Bielseitigkeitsprüfung nicht von ihm, sondern von Herrn Hermann Bender (Hungen), geritten wurde, der den 16. Preis erhielt. Von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, Bezirk Oberhessen, wird uns geschrieben: Im Laufe der letzten Wochen hat sich der Gefreite Alb. Fohr vorn hiesigen Bataillon einer Prüfung zur Erlangung des LehrscheineS der DLRG. erfolgreich unterzogen. Die Lehrscheinprüfung ist bie höchste und schwierigste Prüfung, bie bie deutsche Lebensrettungsgesellschaft abnimmt. Don dem Prüfling wird verlangt: Leitung eines Lehrganges im Retten, Kenntnis des Baues und Lebens des menschlichen Körpers, Kenntnis der wichtigsten Rettungsapparate, Kenntnis der Organisation der DLRG., eine praktische Lehrprobe im Schwimmen, eine halbe Stunde im stehenden oder 1000 Meter Schwimmen im fließenden Wasser, 25 Meter Streckentauchen, eine schriftliche Arbeit, deren Thema vom Hauptvorstand der DLRG. gestellt wird, usw. Die Bewerber müssen mindestens 20 Jahre alt sein. Die Inhaber des Lehr- scheines sind berechtigt, alle Prüfungen der DLRG. abzunehmen; sie arbeiten ehrenamtlich mit am Werk der Deutschen Lebensrettungsgesell- schaft. Mögen sich noch recht viele finden, die die Prüfung ablegen unb so für das Gesamt- wohl unseres Volkes arbeiten. Schwurgericht Gießen. ' Gießen, 8. Juli. Unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors S ch m a h l wurde heute gegen Frau R. wegen Anstiftung zum Meineid verhandelt. Die Angeklagte bestritt, sich schuldig gemacht zu haben. Die Beweisaufnahme ergab folgendes: Gegen Frau R. war im Winter 1928/29 ein Verfahren wegen Urkundenfälschung anhängig. Sie sollte drei Bestellscheine auf Staubsauger gefälscht haben. Bei ihrer polizeilichen Vernehmung gab sie einen Kaufmann M. als Zeugen an, ber die Bestellung eines Staubsaugers durch ihren Detter B. mitangehört habe. M. bestritt, dies gehört zu haben und behauptete vielmehr,- Frau R. wolle ihn zu dieser falschen Aussage verleiten. Frau R. wurde angeklagt. In dem ersten Termin erschien der Zeuge M. nicht. Später erklärte er unter Eid, er habe bie Bestellung burch ben Detter ber Frau R. mitangehört. Frau R. wurde trotzdem verurtellt und nahm das Urteil alsbald an. Gegen M. wurde ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet, bas mit seiner Verurteilung zu einem Jahr Zuchthaus enbete. Später wurde bann ein Verfahren gegen Frau R. wegen Anstiftung zum Meineib des M. eingeleitet. Während M. die Frau R. früher belastete, wollte er heute von nichts mehr wissen. Er habe lediglich eine Frage der Frau R., er habe doch die Bestellung ihres Vetters gehört, bejaht. Genaue Angaben wollte er nicht mehr machen können. Andere Zeugen bekundeten, bah Frau R. unb M. sich vor der Vernehmung des M. als Zeuge getroffen unb miteinander gesprochen hatten. Schließlich gab noch ber Vetter B. an, er habe keinen Staubsauger bestellt unb bie Angeklagte auch nicht ermächtigt, für ihn zu unterschreiben. Staatsanwalt Fischer stellte die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Es stehe zwar fest, daß M. einen Meineid geleistet habe; es sei aber seines Erachtens nicht mit völliger Sicherheit nachgewiesen, daß Frau R. chn hierzu angestiftet habe. Rechtsanwalt Dr. Katz beantragte die Freisprechung seiner Mandantin wegen Unschuld. Das Gericht sprach Frau R. mangels ausreichenden Beweises frei. Es wurde aber betont, daß sie die moralische Schuld an der ihr als unwahr bekannten eidlichen Aussage des M. trage. Oderheffen. Kreis Alsfeld. X Alsfeld, 7. Juli. Am vergangenen Samstag fand die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der De - ^irkssparkasfe Alsfeld im Sitzungssaale des Rathauses unter Leitung von Direktor Vo- geley statt. Aus dem von Direktor Dogeley vorgetragenen Geschäftsbericht über das Jahr 1929 ging hervor, dah das abgelaufene Jahr im Zeichen des Darnieder liegens der Wirtschaft stand. Der Umsatz hielt sich auf der Höhe des Jahres 1928, dagegen ist die Zahl der Geschäfte weiter gestiegen. Trotzdem ist bie Summe der Spareinlagen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter gestiegen und zwar um 770 646 Mark. Die Summe der reinen Spareinlagen betrug am 31. Dezember 1929 3 252 345 Mark. Der Gesamtumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 65 613 484 Mark. Der Reingewinn im Jahre 1929 beziffert sich nach der vorliegenden Bilanz auf 29 509 Mark. Die geprüfte Iahresrechnung für 1929 wurde ohne Beanstandung genehmigt. Die Verwendung des Reingewinns erfolgte gt» mäh den Vorschlägen der Verwaltung. AIS neues Mitglied wurde bie Gemeinde Gleimenhain ausgenommen. Rach Erledigung der Tagesordnung begaben sich die Vertreter der MitgUederver- fammlung in die durch An- unb Umbau des erworbenen früheren PostgebäudeS geschaffenen neuen Di en st räume der Kasse, wo in Form einer schlichten Feier die Inbetriebnahme der neuen Räume erfolgte. Direktor Dogeley gab in seiner einleitenden Ansprache einen Ueberdlick über die Entwicklung der Bezirkssparkasse Alsfeld feit dem Jahre 1827, biS zu welchem die ersten Anfänge der im Jahre 1835 offiziell gegründeten Kasse zurückreichen. Sr gab der Hoffnung Ausdruck, dah die neuen zweckmäßigen Räume zu einer weiteren günstigen Entwicklung der Kaffe beitragen möchten. RegierungSrat Strack überbrachte als Vertreter der Aufsichtsbehörde die Grüße und Glückwünsche des KreiseS unb deS KreisamtS Alsfeld für das neugeschaffene Heim der Kasse. Direktor Seipp von der Lande--- kvmmunalbank-Girozentrale Darmstadt überbrachte die Glückwünsche diese- Institut- und des hessischen Sparkassen- und Giroverbandes. Architekt Brand (Berlin) als der Schöpfer der neuen Räume berichtete über die Ausführung des An- und Umbaues des früheren Postgebäudes unter Hervorhebung der für einen Sparkassenbau zu berüc^ichtigenden fachmännischen Gesichtspunkte. Nach Beendigung der Feier sand eine Besichtigung der neuen Räume statt. Die Dezirkssparkasse Alsfeld hat mit deren Fertigstellung eine der modernsten Schalterhalle mit einer vorbildlichen Durcaueinrichtung bekommen, ebenso eine allen Erfordernissen der Derzeit entsprechende Tresoranlage. Di« ohne Prunk her- gestellten, einfach gehaltenen Räume, beren Herstellung eine nicht mehr länger ausschieboare Notwendigkeit war, gewähren nunmehr die Möglichkeit einer zweckentsprechenden Arbeitsleistung bei der Kasse. Das Obergeschoß ist vermietet; im Dachgeschoß ist eine Hausmeisterwohnung eingerichtet. -Berliner Börse. Berlin, 11. Juli. (WTB. Funkspruch.) Auf Grund des festen Schluffes auch der gestrigen Neu- Yorker Börse taxierte man im heutigen Frühverkehr die Stimmung weiter freundlich und nannte etwas höhere Kurse. (Farben 160,25, Siemens 216,50 unb Schuckert 173.) Die gemeldete Diskontermäßigung in der Schweiz fand Beachtung, und man erwartet im Zusammenhang hiermit anscheinend Rückkäufe des zurückfließenden deutschen Kapitals. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,63, London gegen Mailand 92,89, London gegen Spanien 41,3850, London gegen Schweiz 25,0450, London gegen Buenos 40,30, London gegen Kabel 4,8647, London gegen Berlin 21,39, Kabel gegen Berlin 4,1913. Oie Wetterlage. Ingfl m Mayei Tnors 20 SIC ©wolXenlos.© nener. ®naro oedeext, ® votna •oedten «Reget »Schnee & Graupein • Keoei K 0»- 'ter(§)uindjttuc-O X» leichter 051 missiger ludsuowes« C) 5turmöcho *orgwe5l Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oooen Stationen ziehenden Za» len gehen die Temperatur an. Pie Linien eerfeadeo Orte eit gleiche® . Gietz. Anz. A Gebrauchte Damen- und Herrenräder brautfan'Kak foSaM/kSafä! gegen Belohnung bet Joirannes Hofmann, Lützellinden 130. 0,375 . to-SiifcWrätiiSieJa./ Ortsgruppe Gießen. SamStag, iS.Juli, 8 llbr abends Reifeodenlachgroppe. 9 Utir abends HheWerlluenö m rnonotooetfiimmig. Kavallerieverein Gieß. e.V. Samstag. 12 Juli, abends 8'/r Ubr: Monals-Versammlung Da sehr wichtige Tagesordnung, Erscheinen eines jeden Kamerad, dringend erforderlich. [4996D Der Vorstand. Wer erteilt Unterricht in Russisch? Schr. Ang. m. Preis u.04368a d.Gieh.Anz. faeülilmein Gießen 0. Umgebung Sonntag, d. 13. d. M. 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Zwecks Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten wird ein weiterer Kredit von 2500 Mark zur Vornahme von Aotstandsarbeiten bewilligt. 3m ganzen finb bis jetzt 12 500 Mark für diesen Zweck ausgegeben worden. — Zur Verbesserung der Wasserzufübrung für das städtische Schwimmbad soll die durch Beschluß vom 13. Mai d 3. angeordnete direkte Wasser- Zuführung aus dem Mühlgraben verlängert wer- den bis oberhalb der Ausmündung dä Erlen- teiches in den Mühlgraben. Die Ausführung der Arbeit wird der Firma Heinrich und August Röhner übertragen. — Die Pflasterarbeitei; für die älmpflafterung der Baugasse werden dem Adam Hebeis in Alsfeld übertragen. — Die Rudergebühren für Bootsfahrten auf dem Erlenteich, die vielfach als zu hoch bemängelt wurden, werden ab 1. 3uli für eine Person für anderthalb Stunden auf 30, für jede weitere Person auf 20 Pfennig festgesetzt. — Eine Aenderung der Satzung der Freiwilligen Feuerwehr ist von dieser in der letzten Deneralver- sammlung beschlossen worden, zu welcher sahungs- gemäh der Gemeinderat, der Kreisausschuh und das Kreisamt ihre Genehmigung erteilen müssen. Durch die beabsichtigte Satzungsänderung sollen neben den aktiven Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr auch Inaktive und unterstützende Mitglieder xugelassen werden. Die beantragte Satzungsänderung wurde genehmigt. — Ein Antrag des D. H. V., Ortsgruppe Alsfeld, verlangt den weiteren Ausbau der kaufmännischen Berufsschule. 3n dem Antrag wird eine Erhöhung der Pflichtstundenzahl, die Anstellung harcptamtlicher Lehrkräfte, sowie die Einführung des Maschinenschreibens als Unterrichtsfach verlangt und gewünscht, dah der Verband durch zwei Mitglieder im Fortbildungschulvorstand vcrl.elen sei. Die Anträge wurden gemäß dem Vorschläge der Finanzkommission abgelehnt, der Antrag, durch Satzungsänderung auch Arbeitnehmer in den Schulvorstand zu berufen, soll dahin seine Erledigung finden, dah demnächst eine Revision der Zusammensetzung des Schulvorstandes für die Fortbildungsschule vorgenommen wird. — Am Schlüsse der Sitzung gab der Vorsitzende Aus- kunft über den am nächsten Montag stattfindenden Prämienmarkt, der erfreulicherweise dieselbe Anzahl von Anmeldungen zur Prämiierung bei den einzelnen Tiergattungen wie im vorigen 3ahre aufweist. Am Rachmittag findet auf dem Festplah eine reitersportliche Veranstaltung statt. Es ist ein starker Marktverkehr zu erwarten. L'anötrcie bir ken ch Lang-Göns, W. Juli. Am kommenden Sonntag begeht der älteste hiesige Gesangverein „Frohsinn" sein 75jähriges Vereinsjubiläum und verbindet damit einen Gesangsivettstreit, an dem sich fast 20 Vereine aus nah und fern beteiligen. Der rührige Verein und die weit und breit bekannte Gastfreundlichkeit unserer Bewohner werden allen Gästen einige angenehme Stunden bereiten. Das Fest wird auf dem bekannten Festplatze vor der Niederhofenstraße abgeholten. lH Lollar, 9. Juli. Eine öffentliche Sitzung des Gemeindeniates sand gestern abend statt. Aus der Tagesordnung sei als bemerkenswert festgehalten: De Israelitische Religionsgemeinschaft ersucht um ei. en Beitrag zur Reparatur der Synagoge. Gemäß dem Vorschlag der Finanzkommission werden 300 Mark bewilligt. — Wie in früheren Jahren so sollen auch die im Rj. 1930 begonnenen Bauten, soweit sie Wohnzwecken dienen, auf fünf Jahre auf Antrag von der Gemeindegrundsteuer befreit werden. — Die Bedürfnisfrage zu zwei Wirtschaftskonzessionsgesuchen, Hch. Schadeck VII. und Otto Nuhn II. wird be- Die Gefahren oes Gommers. Neue Forschungsergebnisse. Von Dr. W. Hofmann, Leipzig. Wie unsere Vorfahren zur Zeit des Frühlings ihre „Auffrischungskuren" unternahmen, benutzen wir heutzutage gerade die Zeit des Sommers, die Zeit der Hundstage zur Erholung. Gewiß ist es dann keinem übelzunehmcn, wenn er sorglos und erfreut alles das genießt, was die Patur in so reicher Fülle bietet. Wasser, Luft und Sonne. Alle drei sind ja heute anerkannte Faktoren, welche beim Aufbau, ebenso wie beim Wiederaufbau unseres erschöpften oder erkrankten Organismus eine bedeutende Rolle spielen. Alle drei haben auch ihre Gefahren und Tücken, die sich umgehen oder vermeiden lassen. 3m folgenden soll von den neuesten Forschungsergebnissen auf diesem Gebiete die Rede sein. Beginnen wir mit der Sonne, speziell mit der übermäßigen Sonnenbestrahlung, so haben wir drei Krankheitserscheinungen zu erwähnen, den Sonnenbrand, den Sonnenstich und den Hitz sch lag. Wir wissen ja heute, daß der Sonnenstich, allgemein gesprochen, ebenso wie der Hitzschlag, Erkrankungen sind, bei denen es im Organismus zu einer Wärmestauung kommt. Um also diesen beiden Erkrankungen, die sich in Uebelkeit, Brechreiz, Schwindelgefühl und Mattigkeit äußern, günstig zu beeinflussen, ist es nötig, die Bedingungen zu schaffen, die eine ungehinderte Abgabe, , gewissermaßen eine Verdunstung der im Körper befindlichen, giftigen Stoffwechselprodukte, die normalerweise von der Haut „abgeatmet" werden, zu schaffen. Man löst also die beengende Kleidung, schafft den Erschöpften an einen kühlen, schattigen Platz, an dem womöglich ein kleiner Luftzug herrscht. Ein Arzt sollte aber immer sofort zu Rate gezogen werden, da die individuelle Beschaffenheit des Erkrankten oft besondere Maßnahmen nötig macht. Wie es zu diesen Erkrankungen kommt, haben die Versuche von Amerikanern ergeben, welche an Hunden den Hitzschlag experimentell erzeugen konnten. Die Versuchstiere reagierten auf hohe Temperaturen, in denen sie für bestimmte Zeit gehalten wurden, genau so. wie der Mensch, mit Erschöpfung und Temperaturen, die unter der normalen logen. Auch über den Sonnenstich liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor, von denen hier ledig- Vom Einwanderer zur Maschine. Wit obigem Schlagwort kennzeichneten amerikanische Wissenschaftler in den Tagen, wo die Sonne der „Prosperität" noch im Zenith stand, den Umschwung, den das Abstoppen der Einwanderung und die allgemeine Einstellung auf eine mechanische „Masscnerzeugung" im Wirtschaftsleben des Volkes der Vereinigten Staaten seit dem großen Kriege hervorrief. Nachdem Onkel Sam aus einem „Weltschuldner" zu einem „Weltgläubiger" geworden war, konnte er sich gestatten, die „fixen Kosten" seines Produktions- apparates ins Unermeßliche zu steigern, um über desto billigere und gefügigere mechanische Arbeitskräfte zu verfügen, je mehr in die Furcht vor einem Masseneinstrom moderner Barbaren auf die Zufuhr bedürfnisarmer fremder Arbeitskräfte verzichten lieh. Unternehmer, wie Ford, die ihre Betriebe in einem Maße „mechanisieren" konnten, dah der erforderliche Lohnfonds für die Höhe der Gestehungskosten überhaupt nur noch eine geringe Rolle spielte, fingen an, das „Evangelium höherer Löhne" zu predigen, um ihrer „Massenerzeugung" durch immer größeren „Massenverbrauch" immer neuen Ansporn zu geben. Als die Absatzmöglichkeiten trotzdem mit der fortschreitenden Kapazität der Betriebe nicht Schritt halten konnten, ging man zu raffinierten neuen Methoden der Reklame, zum Abzahlungssystcm, zu allgemeiner Konsumfinanzierung, zur Züchtung von Modelaunen auf allen Gebieten des Verbrauchs und anderen Mitteln modernster „Verkaufswissenschaft" über. Das alles hat aber nicht zu verhindern vermocht, dah die Wirtschaftskrise, die die Prosperitätsperiode ablöste, um so verheerender in das Wirtschaftsleben der Union ein- brach, je länger ihr naturnotwendlges Eintreten künstlich verzögert worden war. 3nzwischen hat die „zweite industrielle Revolution" auch in anderen überseeischen Ländern ihre Kreise gezogen. 3n Kanada und Au - st r a l i e n, wie in Argentinien und anderen lateinamerikanischen Ländern ist, genau wie in den Vereinigten Staaten, auch die Landwirtschaft seit dem großen Kriege in einem Tempo mechanisiert worden, daß selbst in diesen dünn besiedelten Ländern Landflucht die städtischen Arbeitsmärkte überfüllen und alle massenhafte Einwanderung zu einem unerträglichen Uebel werden lieh. Traktor und Dresch- mäher haben in den Vereinigten Staaten seit 1925 je rund drei Millionen menschliche und tierische Arbeitskräfte entbehrlich gemacht und dennoch die Produktion nicht unwesentlich gesteigert. Was Wunder, dah auch Kanada aus denselben Gründen immer mehr mit seinem natürlichen Bevölkerungszuwachs auslommt, trotzdem cs seit 1910 seine Wcizenerzeugung verdreifachte. Inzwischen konnte die Kaufkraft der Bevölkerung mittel- und westeuropäischer Länder nur durch den Anleihemechanismus des Finanzkapitals der Union vor raschem Sinken bewahrt werden, während in den meisten asiatischen und osteuropäischen Ländern entweder revolutionäre Vorgänge oder politische Monopol- Wirtschaft den Außenhandel lahmlegte. Die ganze derzeitige Weltwirtschaft ist von dem Widerspruch zwischen einer zwangsläufig gesteigerten Kapazität moderner Betriebe und der Abnahme der Käuferzahl durch Freisetzung menschlicher Arbeitskräfte beherrscht. Massenhafte Arbeitslosigkeit in „alten" wie in „neuen" Ländern ist die Folge, während hemmungslose Mechanisierung auch landwirtschaftlicher Betriebe selbst so dünn bevölkerte Länder wie Australien und Kanada sich gegen Einwanderung aus dicht bevölkerten Ländern abschliehen läht. Das Problem, das die gegenwärtige allgemeine Wirtschaftskrise stellt, ist eine Schicksalsfrage für die Völker der weihen Rasse. Die sogenannte „zweite industrielle Revolution" findet ihren auffallendsten Ausdruck darin, dah die modernsten Methoden massenhafter Erzeugung landwirtschaftlicher Güter die den Küsten des pazifischen Ozeans benachbarten Ebenen bevorzugen: Westkanada, die Weststaaten der Union, Australien, die Mandschurei, Ostsibirien. Es gibt für die Dauer nur zwei Möglichkeiten, das Absahproblem zu lösen, das den zwangsläufig wachsenden Getreidemengen entspricht, die die Getreidefabriken, die den größten Ozean zu umsäumen beginnen, auf den Markt werfen. Entweder wird man es verstehen, innerhalb deS europäisch-amerikanischen Kulturkreises durch neue Formen der Kolonisation neue Absatzmärkte mit rasch wachsender Kaufkraft zu organisieren und dadurch zugleich die Kaufkraft der d ich t b e v ö l k e r t e n alten Kulturländer zu heben, indem man ihre Arbeitsmärkte entlastet: oder aber dieselben Kräfte, die heute jene Getreidefabriken organisieren, werden zu deren Ergänzung di« Kaufkraft Indiens, Chinas und Sowjetruhlands entwickeln. Es ist kein Zufall, daß der Außenhandel eines so alten Agrarlandes wie China die einheimische Bevölkerung von Jahr zu Jahr in größere Abhängigkeit von fremden Lebensmittelzufuhren bringt. Im Jahre 1929 führte China für zweihundert Millionen Silber-Dollar (etwa 400 Millionen Mark) Lebensmittel ein. wobei es sich mehr als zur Hälfte um Weizen und Weizenmehl handelt. Weizen schlägt in der Sphäre des modernen Industrialismus Reis, weil die Rcis- kultur einmal nur auf bestem und leicht künstlich zu bewässerndem Boden gedeiht und dann selbst bei ausgiebigster Anwendung moderner Maschinerie, wie auf amerikanischen Reisfar- men, noch viel menschliche Arbeit erfordert, jedenfalls lange nicht in dem Maße mechanisiert werden kann wie der Weizenbau, der zudem In immer unwirtlichere Gegenden, auf von Ratur immer dürftigerem Boden, vordringt. Modernes Verkehrswesen und landwirtschaftliche Maschinerie kann in China etwa dreimal soviel Boden der Gewinnung menschlicher Nahrung neu erschließen, wie heute angebaut ist, weil die Mühseligkeit herkömmlicher, gartenbauähnlicher Bestellung nur beste Böden in günstigster natürlicher Verkehrslage zu bewirtschaften gestattet. Vorläufig aber können die Getreidefabriken Kanadas, des Westens der Union, Australiens und Sibiriens die billige Versorgung ostasiatischer Industriebevölkerungen erleichtern, die bestimmt sein könnten, mit der Zeit jene Kaufkraft für die Massenerzeugung" der Neuen Welt zu entwickeln, die das verarmte und überschuldete Europa nicht zu erreichen vermag. Der Westwärtsdrang Weiher Menschen ist in der „Neuen Welt" abgelöst worden vom Westwürtsdrang mechanischer Kräfte, die den Inhabern eines Trustkapitals gehorchen, die es reizt, die Kaufkraft einer Milliarde asiatischer Menschen zu entwickeln, selbst wenn das „Abendland" dabei zugrunde geht. jaht. Cs handelt sich hierbei um alte, seit langen Jahren bestehende Wirtschaften, bei denen die Konzessionen noch auf den Namen der Dorbesitzer lauteten. — Als Hossenkkasten für die zur Zeit im Gange befindliche Kanalisation sind zwei gleichwertige Systeme zugelassen. Empfohlen wird das System Panse, Wetzlar. — Zur Angelegenheit der Beseitigung der Derkehrshinder- lich die neuesten angeführt werden sollen. Unh zwar hat der Schweizer Schwab berichtet, daß allein die Hirnveränderungen nach übermäßiger Sonnenbestrahlung so schwer sein können, dah sie allein für die Erllärung der Krankheit genügen. Es ist ein weiter Unterschied, ob die Sonnenstrahlen von der Haut aufgeiangen werden, oder ob sie tatsächlich ungehindert bis ins Blut oder bis in die einzelnen Organe des Körpers gelangen. Eine braune Haut schirmt nämlich die schädlichen Strahlen ab, so daß der braungebrannte Mensch sich ohne Schaden in der prallen Sonne auch längere Zeit bewegen kann. Da aber unsere Haut im alltäglichen Leben von Kleidung bedeckt ist, muß diese ^gesunde Bräune" erst in Sonne und Luft erzeugt werden. Zu welchen schweren Zuständen das sehr oft führen kann, beweist schon ein Besuch in einem Sonnenbad. Immer hat man dort Badende anzutreffen, die einseitig — eben nur dort, wo die Sonne hingetroffen hat —, mit einer roten Haut „bekleidet" sind, mit einer Haut, die sofort an einen gesottenen Krebs erinnert. Cs ist das Zeichen von übermäßiger Sonnenbestrahlung. Die Haut wehrt sich nämlich dagegen, bittet allerdings auch die schützenden Pigmentkörperchen, nur vermag sie das nicht ganz plötzlich, sondern auch sie muß sich an die Durchwanderung der braunen Pigmentkörperchen aus den Unterschichten an die Oberschichten „gewöhnen". Ist sie aber gewöhnt, d. h. hat sie schon etwas gebräunt — das erreicht man durch weniger langes, aber öfteres Derweilen in der Sonne, Brünnette schon an der Luft —. so tritt diese Folgeerscheinung nicht mehr auf. Diese Reaktion kann nun geradezu stürmisch verlaufen, d. h. die davon Betroffenen erkranken an Sonnenbrand, der ganz schwere Formen annehmen kann. Der Gletscherbrand beim Hochtouristen ist genau dasselbe. Auch bei dieser Erkrankung sollte sofort ein Arzt zu Rate gezogen werden. Vor allen Dingen sind aber Linderungsversuche mit Hilfe von kaltem Wasser durchaus falsch, sie können die Erkrankung evtl, nur verschlimmern. Gerade das sieht man am meisten, weil gegen Brennen oder Brand ja immer einfach Wasser genommen wird. Aber nicht nur in diesem Falle bringt das Wasser seine Gefahren In Deutschland ertrinken jährlich immer noch 20 000 Menschen. Wie es zu diesem plötzlichen Tod durch Ertrinken gesunder Menschen kommen kann, ist noch nicht einwandfrei geklärt. Dr. P. F. Petersen n i s s e (Treppen vor den Häusern Dölp und Zimmermann, Hauptstraße 91 und 93) liegt ein Bericht des Hochbauamtes Gießen vor, wonach bei einer Beseitigung der Treppe vor dem Dölp- schen Anwesen dieses Haus seinen bisherigen Charakter und sein gutes Aussehen, die Straße ihr städtebauliches Bild verlieren würden. Der Gemeinderat nimmt mit Entrüstung von diesem nimmt an, daß durch den Sturz ins Wasser — es kommt dabei also zu einer plötzlichen Tempe- raturfenfung — eine starke Ausatmungspressung eintritt, welche zu einer Unterbrechung des Lungenkreislaufes führt. Diese bedingt wiederum eine Leerung der linken Herzkammer, so daß kein Blut ins Gehirn gelangen kann. Dadurch wird das Atmungszentrum gelähmt, und es kommt also zu Bewußtlosigkeit, schließlich zu Erstickung. Anscheinend spielt dabei die Größe des Herzens eine ausschlaggebende Rolle. Fast alle durch Plötzlichen Fall ins Wasser Ertrunkenen weisen nämlich ein kleines Herz auf. Anders liegt die Sache bei Sprüngen ins Wasser. Hierbei kann es durch falsche Kopfhaltung beim Auftreffen auf das Wasser zu einer Zerreißung des Trommelfelles kommen. Nun bringt kaltes Wasser in das mittlere und innere Ohr, was zu einer Lähmung des statischen Organs unsres Körpers fichrt. Auf dem Lande würde ein davon Betroffener einfach Umfallen. Fällt nun aber — so etwas kann auch dem geübtesten Schwimmer pa'sieren — ein Mensch unter diesen Umständen im Wasser um, so muß er unweigerlich ertrinken, da er die Orientierungsmöglichkeit über Oben und Unten sofort verliert. Am meisten gefährdet sind natürlich die Leute, bei denen früher einmal eine Erkrankung des Ohres zu einer teilweisen Zerstörung des Trommelfelles geführt hat. Diese tonnen fi:1' nur durch einen festen Verschluß des Gehörgr mit Hilfe eines Pfropfens schützen, der am t: _.t aus nicht entfetteter Watte besteht. Schließlich sei noch einer anderen Gefahr gedacht: das ist der gleichzeitige Genuß von Obst mit Wasser. Lange Zeit hat man nicht gewußt, worin die Gefahr besteht. Erst die eingehenden Untersuchungen von Gros haben hier ergeben, daß der ungeheuer großen Quellbarkeit der Zellulose die Schuld zu geben ist. Er stellte nämlich fest, daß 250 Gramm Herzkirschen — der Sommer ist ja auch die Jahreszeit der Kirschen — mit 500 ccm Wasser zu der doppelten Maste aufquellen tonnen. Die Aufquellung und Gasentwicklung ist mitunter so stark, daß eine Zerrung des feinen Gewebes stattfindet, so daß es zu einer Entzündung des Magen-Darmkanals, namentlich bei Kindern und Leuten mit ohnehin schon geschädigtem Magen kommt. Die Sommerhitze mit ihrer Begünstigung aller Fäulnis- und Zersetzungsvorgänge spielt hierbei keine unerhebliche Rolle. Ebenso gefährlich sind Stachel- beeren und Wasser, weil es hierbei nach dem Genuß sogar zu Darmverschluß und — waS viel Gutachten Kenntnis und beschließt, di« Angelegenheit der Provinzialdirektion vorzulegen. — Die Gemeinden sind von dem KreiSamt aufgc« fordert, Stellenpläne der vorhandenen voll- beschäftigten Deamtenposten aufzustellen und vor- zulegcn. Der Gemeinderat befchsteßt, je eine Stelle des GemeinderechnerS, PolizeidienerS und Flurschützen aufzunehmen. — Der Gemeinderat fast den Beschluß, daß bei der jetzigen Durchführung der Kanalisationsanlage der vor dem Kriege angelegte Teil in gleicher 'Weise zu vervollkommnen ist, d. h. daß insbesondere alle Dachkandel, Spülküchen. Höfe usw. in vorschriftsmäßiger Weise an den EntwässerungS- kanal anzuschließen sind. -8- Londorf, 10. Juli. Die hiesige landwirtschaftliche Berufsschule besuchte dieser Tage mit ihren beiden Klassen den Selgenhof bei Ulrichstein, das Versuchs- und Mustergut der Landwirllchastskammer. Außer den mustergültigen Stall- und Hosanlagen mit neuzeitlichen Einrichtungen (Silo, Heuablader usw.) wurden vor allem bte Weiden und das Vogelsberger Rotvieh einer genauen Besichtigung unterzogen. Weiterhin wurde den Schülern von der mustergültigen Führung ein Einblick in die landwirtschaftlichen Verhältnisse des Dogelsberges gegeben. Die Schüler konnten wertvolle Eindrücke, besonders auf dem Gebiete der Weidetechnik, mit nach Hause nehmen. Besonderer Dank gebührt der Landwirtschaftskammer für die Erlaubnis zum Besuche und dem Verwalter des Selgenhofes, Dipl.-Landwirt Adelberger, für di« hervorragende Führung. Abschließend darf woyl noch gesagt werden, daß der Selgenhof fein Ziel, ein Mustergut für die Landwirtschaft zu sein, in kürzester Zeit erreicht haben wird. ch Aus dem mittleren ßumbatal 10. Juli. Mit dem Schnitt der Sommergerste ist vielerorts begonnen worden. Durch starken Regen ist vielfach Lagerfrucht entstanden, was ein Qlbcmten mit Maschinen unmöglich macht. Recht schönen Stand zeigen die Hackfrüchte. Nur klagen unsere Landwirte allgemein über starke Verunkrautung. Die Frühkartoffeln stehen in Blüte. Die ergiebigen Regenfälle find den Futterfeldem und den Wiesen sehr zu statten gekommen. In den Gärten stehen alle Gewächse in voller Entwicklung. Die Ernte der Stachelbeeren und Johannisbeeren ist im Gange. Sie fällt vorzüglich aus. Die Bohnen und Gurken stehen in Blüte. Leider zeigen letztere die fast alljährlich auftretende Fleckenkrankheit, wodurch der Ertrag wesentlich vermindert wird. Das Kraut und andere Gemüsepflanzen werden stark von den Raupen der Kohlweißlinge heimgesucht. ! Hungen, 9. Juli. Dieser Tage feierte der Gesangverein „Liederkran z", der auf beachtenswerter Höhe steht, das Fest seines 40jährigen Bestehens, verbunden mit der zweiten Fahnenweihe. Eingeleitet wurde das Fest durch einen Kommers unter Mitwirkung des Gesangvereins „Eintracht" und des Radfahrervereins. Der Vorsitzende des „Liederkranz", Hch. Köhler, sprach herzliche Begrüßungsworte, und Bürgermeister Fendt beglückwünschte namens der Stadt den festgebenden Verein. Lieder der beiden Gesangvereine und zwei schöne Radreigen des Radfahrervereins, sowie Konzertstücke der Festkapelle verschönerten den Abend. Am Sonntagvormittag wurde durch den Dirigenten des „Liederkranz". Lehrer Schmidt, nachdem der Verein das Lied „Den GMallenen" gesungen hatte, am Gefallenendenkmal ein Kranz niedergelegt, worauf der Verein am Festgottesdienst teilnahm. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug zum Festplahe. Nach dem Degrüßungschor des Vereins und einem von Fräulein Anni Frutig vorgetragenen Prolog begrüßte der Vorsitzen^: des Vereins die Festgäste. Bürgermeister Fendt sprach ebenfalls herzliche Degrüßungsworte. Der Vorsitzende des „Horlosf-Wettertalsängerbundes". K. Bender, beglückwünschte den Verein zu seinem Jubiläum. Pfarrer Bock hielt die Wcihe- rede. Fräulein Minna Röder überreichte mit einem schön gesprochenen Prolog die von den Frauen und Ehrenjungfrauen gestiftete Fahnenschleife, und der Gesangverein „Eintracht" ließ gefährlicher ist — zu einer Darmlähmung kommen kann. Aus dem hier Gesagten geht wohl ohne weiteres hervor, wie zahlreich die Gefahren sind, die uns umgeben. Kennt man die aber, — und dazu soll dieser Aufsatz beitragen — so sind sie leicht zu umgehen und zu vermeiden. Oie Zische in der Sprache. Den stummen Fischen hat die Sprache mancherlei Bereicherung zu verdanken. Da ist vor allem das Zeitwort stschen zu nennen samt dem Hauptwort Fischer(in): die entsprechenden Ableitungen mausen, flöhen, krebsen haben kein Hauptwort erzeugt, der Fischfang hat ja für Millionen Menschen die größte Bedeutung. Wie krebsen fangen schlechtweg bedeuten kann, so ist stschen auch auf anderes anwendbar als auf Fische, besonders auf Dinge, die man durch List zu erlangen sucht, sogar auf Menschen. Christus heißt den Petrus und seinen Gefährten beim Fischfang Menschen fischen, mit Beziehung auf ihr ehemaliges Gewerbe. Bevorzugte Werber fischen anderen ein Mädchen weg, womöglich einen Goldfisch, d. i. ein reiches Mädchen, ehemals sagte man dafür auch Karpfen mit Rogen. Das Streben nach unlauterem Gewinn bezeichnet dieAedensart „imTrüben fischen", d.h. eine allgemeine Verwirrung benutzen, um etwas zu gewinnen, und zwar ungesehen, wie dec Fischer bei trübem Wasser. Dieselbe Redensart gebrauchen auch Franzosen, Italiener und Engländer. Während wir nach Lob Haschen, sucht man im Englischen Komplimente zu fischen, und wie der Engländer rät, Fische nicht zu kochen, bevor man sie geangelt hat, so haben wir das Sprichwort: Man soll nicht rufen: Holt Fisch«, «h« man sie hat. Don einem, der sich nicht anlocken oder anführen läßt, heißt es: er beißt nicht an, nämlich an den Köder: man ködert auch einen Menschen, wenn auch mit anderen Mitteln als mit einem Regenwurm. Dom Angelsport kommt der Aus- druck „nach etwas angeln1*. Da der Fisch nicht als Fleisch gilt — der Katholik darf auch Freitags Fisch eßen — besagt die Verneinung: Nicht Fisch, nicht Fleisch, soviel wie nichts Ordentliches. Unwahrscheinliche Ausreden, auch verdächtige, sittlich bedenkliche Handlungen, bezeichnet man als faule Fische, die lein Mensch mag. Einem faulenden Fisch wird in allen Sprachen ein lästiger Gast verglichen: Ein Gast ist wie ein Fisch, er bleibt nicht lange frisch. Don einem Gemeinwesen, das an der Verderbtheit seiner Leiter krankt, heißt eS: der Fisch fängt am Kopfe an zu stinken. Q M. durch feinen Vorsitzenden L Schneider einen Fahnennagel überreichen. Mit zwei vom „Horloff-Wettertalbund" wirkungsvoll vorgetragenen Massenchören begann dann das Singen, das manch« schöne Leistungen zeigte, man konnte beobachten, daß der Bundesdirigent Lehrer Dietrich seinen Bund fest in der Hand hat. -S- Eberstadt, 10. 3uli. Schon in den letzten trockenen Iahren machte sich ein starker Wassermangel bei unserer Wasserleitung bemerkbar. Der tägliche Wasserbedarf unseres Ortes beträgt etwa 75 Kubikmeter, während die jetjige Wasserleitung nur etwa 60 Kubikmeter täglich liefert. In den vorhergehenden Jahren wurde versucht, durch Erschließung neuer Quellen diesem älebelstande abzuhelfen. Ein Wünschelrutengänger stellte damals eine Wasserader oberhalb des Dorfes fest. Da erinnerten sich alte Leute, in ihrer Kindheit davon gehört zu haben, daß einige Einwohner sich eine private Wasserleitung angelegt hatten. In diesem Iahre nun stellte man Nachforschungen nach dieser alten Wasserleitung an und fand sie auch tatsächlich in einiger Tiefe. Da sie vermutlich schon vor etwa hundert Iahren angelegt worden ist, fand man keine Röhren, sondern das Wasser floh in einem mit Steinen ausgelegten Kanal. Da dieser Kanal teilweise eingestürzt war, konnte das Wasser nicht an die Oberfläche kommen, sondern versickerte in den Hintergrund. Eine Einführung in den Hochbehälter ist wegen der tieferen Lage nicht möglich. Das Wasser wird daher direkt in die Ortsleitung eingesührt. Zugeführt werden auf diese Weise täglich etwa 45 Kubikmeter Wasser, so daß selbst bei noch größerer Trockenheit der Wasserbedarf unseres Ortes vollauf gedeckt ist. Man ist in einigen Tagen mit den Arbeiten zu Ende. Besonderer Dank gebührt der Tatkraft unseres Bürgermeisters, der keine Mühe und Arbeit scheute, um die Wasserkalamität des Dorfes zu beseitigen. -8- O b e r - B e s s i n g e n . 10. Iuli. Seit einigen Tagen hat man mit der Getreideernte begonnen. Nachdem die Wintergerste schon restlos eingefahren ist, seht jetzt der Schnitt von Sommergerste und Roggen ein. Infolge der Trockenheit ist das Getreide auf manchen Aeckern notreif geworden, so daß der Schnitt besondere Eile hat und sich die Arbeit sehr häuft. Leider ist infolge der starken Lagerung die Anwendung von Maschinen kaum möglich, außerdem ist auch ein teilweise starkes Auftreten von Ackerunkräutern der schnellen Erledigung der Arbeit nachteilig. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 10. Iuli. Zu dem heutigen Schweinemarkt waren 536 Ferkel angefahren. Es wurden gezahlt für Ferkel von 6—8 Wochen 22—28 Mk., von 8—10 Wochen 30—35 Mk., von 10—12 Wochen 45—48 Mk. Der Handel war schr flott, der Markt war ausverkauft. Kreis Büdingen. y. Bad Salzhausen, 10.Iuli. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurde hier in der Billa des Dankdirektors Deutsch e i n - gebrochen. Berschiedene Gegenstände und oares Geld fielen dem Dieb in die Hände. Man schätzt den Schaden auf etwa 2000 Maick. Die Untersuchung ist eingeleitet. Kreis Schotten. Gonterskirchen, 9. Iuli. Die hiesige Kirche wird zur Zeit renoviert. Der Gottesdienst ist in den Grafschen Saal verlegt. Die Lnstandsehungsarbeiten, die sich auf das Innere und Aeußere erstrecken, werden noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Gleichzeitig ist ein Anbau an der Nordseite vorgesehen, der die vorhandenen Sitzplätze um siebzig vermehren wird. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 17 000 Mk., zu denen das Landeskirchenamt einen Zuschuß von 1000 Mk. gewährt. Der älteste Teil der Kirche, der massige Turm, entstammt dem späten Mittelalter. Er nimmt die ganze Breitseite der Kirche ein und ist unten als Chor ausgebaut. Die Glocken liegen im Dachstuhl. An der Traufe befinden sich Hauben mit Dchallöchern. Die Sakristei mit ihrem spätgotischen Fenster dürfte um das Iahr 1500 erbaut worden sein. Die Wiederherstellungsarbeiten werden den Reiz unserer interessanten Landkirche mit ihrem mittelalterlichen Turme noch erhöhen. Kreis -Usfclv. W Alsfeld, 10. Iuli. Heute morgen gegen 4 Ahr wurde die Freiwillige Feuerwehr durch die Feuersirene alarmiert. Cs war in der Alsfelder Möbelfabrik Feuer ausgebrochen, und zwar in der Entsteubungsanlage, wo das Sägemehl im Exhaustor sich entzündet hatte. Durch das sofortige wirksame Eingreifen der Feuerwehr gelang es, das Feuer alsbald zu löschen, so daß ein größerer Brandschaden verhütet werden konnte. Der Betrieb der Fabrik erleidet durch den Brand nur eine geringe Störung. Aeber die Gntstehungsursache des Feuers werden Ermittelungen angestellt. — Am Nachmittag zuvor wurde die hiesige Motorspritze nach dem benachbarten Orte Leusel angefordert, woselbst in dem Anwesen des Metzgers Klein Feuer cmsgebrochen war, welchem die Scheune zum Opfer fiel. Auch das Wohnhaus wurde im Dachstuhl durch das Feuer beschädigt. Zwei weitere Typhus-TodessäUe in Darmstadt. D a r m st a d t, 10. Juli. (WSN.) In der vergangenen Nacht sind im Elisabethenstist zwei weitere betagte Insassinnen im Alter von 84 und 79 Iahren an Paratyphus gestorben. In Lebensgefahr schwebt noch eine 94jährige Frau. Wirtschaft. Die deutsche Auiomobilindustrie. Die Abschlüsse der großen deutschen Automobilfabriken für 1929 liegen jetzt fast vollzählig vor. Schon ein allgemeiner Aeberblick über die Ergebnisse bei den einzelnen Gesellschaften läßt erkennen, daß die Automobilindustrie noch immer schwer um ihre Existenz kämpfen muh. So konnte die Daimler-Benz AG. 1929 wiederum keine Dividende herauswirtschasten. Die Bayerischen Motorenwerke waren gezwungen, ihre Dividende von 14 auf 7 Prozent zu ermäßigen. Nur N S A., die bekanntlich jetzt unter der Herrschaft der italienischen Automobilfabrik Fiat stehen, hat sich entschlossen, die Dividendenzahlung mit 4 Prozent wieder aufzunehmen. Völlig ausgefallen ist aber die Dividende bei den Horch-Werken für 1928/29, die im Borjahr noch 8 Prozent ausschütten konnten, und bei den Wanderer-Werken, die das Iahr zuvor 6 Prozent bezahlten. Noch nicht bekannt ist das Resultat bei der Nationale Automobilfabriken AG. Diese Verzögerung ist auf geplante Sanierungsmaßnahmen und Zusammenschlußverhandlungen zurückzuführen. Als eine der letzten bedeutenden Gesellschaften haben die Adlerwerke ihre Ab- schlußzifsern für die Zeit vom 1. November 1928 bis 31. Dezember 1929 (einschließlich Zwischengeschäftsjahr) bekanntgegeben. Wenn auch das Unternehmen, wie erwartet, nach der Sanierung dividendenlos bleibt, so ist doch aus den bekanntgegebenen Ziffern die aufsteigende Linie unverkennbar. Offenkundig wird die günstige Entwicklung besonders aus den Umsahziffern. Der Umsatz in Automobilen stieg 1928'29 gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent stückmähig und um 25 Prozent wertmäßig. Der Gesamtumsatz betrug vom 1. Oktober 1928 bis 31. Dezember 1929 80 Millionen Mark: für 1927/28 (zwölf Monate) 57 Millionen Mark. Auch das laufende Iahr zeigt eine recht erfreuliche weitere Umsatzver- mehrung. Die Aktionäre können also trotz der Dividendenlosigkeit mit dem Resultat durchaus zufrieden fein, zumal man hoffen kann, daß das Unternehmen bei dem jetzt eingeschlagenen Kurs auch bald wieder zu einer Rendite kommen wird. Daimler-Benz konnte bei einem doppelten Aktienkapital von 50 Millionen Mark den Borjahres- umsah von 130 Millionen Mark halten. Allgemein kann man behaupten, daß die deutsche Autoindustrie in zähem Kampfe den Vorsprung des Auslandes besonders in technischer Hinsicht erreicht hat. Was aber die Preisfrage angeht, so ist es wohl in vielen Fällen geradezu unmöglich, mit den großen amerikanischen Automobil- Produzenten zu konkurrieren, die infolge ihres riesenhaften Umsatzes eine ganz andere Preiskalkulation vornehmen können. Es ist deshalb auch die immer wieder gestellte Forderung nach einem genügenden Z o l l s ch u tz berechtigt und zu unterstützen, wenigstens so lange, bis sich die Verhältnisse in Deutschland einigermaßen geklärt haben. Auch die Automobilindustrie wird das ihre tun, um durch Zusammenfassung von gleichgearteten Betrieben oder Arbeitsgemeinschaften eine größere Stoßkraft zu bekommen und fo auch wieder zu einer Rentabilität zu gelangen. Wenn es auch um diese Fragen in letzter Zeit still- geworden ist, so darf man doch annehmen, daß die Zusammenschlußprojekte fortlaufend Gegenstand von Unterhandlungen find. Neue Oiskoniermäßigungen. Zürich, 10. Iuli. Die Schweizerische Nationalbank in Zürich hat den Diskont von 3 auf 2,5 Prozent und den Lombardzinsfuh von 4 auf 3,5 Prozent ermäßigt. Bombay, 10. Iuli. Die Dank von Indien ermäßigte den Diskont von 6 auf 5 Prozent. * • Paul Schlesinger-Trier L Co., Frankfurt a. M. Wie gemeldet wird, hat die Bankfirma, bei der vor einigen Tagen das Vergleichsverfahren eröffnet wurde, ihren Gläubigern einen von der AG. für Wirtschaft und Verwaltung, Frankfurt a. M. ausgearbeiteten neuen Status per 27. Iuni 1930 vorgelegt, nach dem den Passiven von insgesamt 1 515 860 Mk. Aktiven von 122 026 gegenüberstehen. Da bei der Annahme des Dergleichsvorschlags auf die Befriedigung von rund 465 000 Mk. Berwandten- forberungen und einer Mündelforderung von 20 000 Mk. verzichtet wird und von Freunden der Firmeninhaber mindestens 20 000 Mk. in bar zur Verfügung gestellt werden, werden nur 1 013 346 Mk. am Verfahren beteiligte und 17 000 Mark am Verfahren nicht beteiligte Gläubiger zu befriedigen fein aus einer Teilungsmasfe von etwa 125 000 Mk. Das ergibt für den Ver» gleichsfall eine Quote von etwa 12,5 Prozent. Forderungen bis zu 100 Mk. sollen voll, bis 200 Mk. mit 75 Prozent, bis 300 Mk. mit 50 Prozent und bis 500 Mk. mit 30 Prozent befriedigt werden. * Süddeutsche Immobilien-Gesellschaft AG.. Frankfurt a. M. Die Generalversammlung, in der 19 Aktionäre 2,15 Mill. Mark Aktien vertraten, beschloß, den Verlust von 141 927 Mk. vorzutragen (i. V. 8 Proz. Dividende). Auf verschiedene Anfragen und Anregungen von Aktionären wurde von der Verwaltung erklärt, daß die Verhältnisse bei der Gesellschaft vollkommen klar seien, da verwickelte Daugeschäfte und uferlose Engagements nichts eingegangen worden seien. Gegen die Entwicklung der all- ?«meinen Wirtschaftslage sei man natürlich macht- os. Die von Aktionärsseite angeregte Liquidation des -Unternehmend komme nicht in Frage, da man mit verhältnismäßig sehr niedrigen Unkosten arbeite. Ueber die Geschäftslage wurde noch mitgeteilt, daß man hoffe, ein in der Schwebe befindliches größeres Geschäft zum erfolgreichen Abschluß zu bringen. Neubauten seien für 1930 nicht mehr in Aussicht genommen. * Der einigte Faßfabriken AG., Kassel. In der Bilanzsitzung wurde der Abschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt, der einen Verlust von etwa 22 000 Mark ausweist, dem die gesetzliche Reserve von 175 000 Mark gegenübersteht. Die Lag« der Faßindustrie ist zur Zeit recht ungünstig, da die überwiegende Mehrheit der Brauereien infolge der Dierpreis- erhöhung und der allgemein ungünstigen Lage einen Absahrückgang zu verzeichnen hat. Diesen allgemein ungünstigen Verhältnissen hat sich auch der Kasseler Betrieb nicht entziehen können. Die weitere Entwicklung wird ganz davon ab- hängen, wie sich in den kommenden Monaten der Auftragseingang gestaltet. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 11. Iuli. Tendenz: behauptet. — Der sehr feste gestrige Schluß der Neuyorker Börse und die Diskontsenkung derSchweizerNationalbank stimmte im heutigen Vormittagsverkehr weiter freundlich. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs war die Stimmung nicht mehr ganz so zuversichtlich, da auf der anderen Seite Tatsachen wie die Erhöhung der P er s onen tarif e bei der Reichsbahn und der nicht gerade ermutigend« Wi r t s ch a f t s b e r i ch t der Dresdner Dank als Druck empfunden wurde. Auch war der Ordereingang von Auslandseite wieder sehr gering, so daß kaum eine nennenswerte Geschäftsbelebung eintreten konnte. Die Kulisse war in der Hauptsache auf sich selbst angewiesen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, bei einer sehr geringen Aufnahmelust. Doch blieben heute größere Verluste wie Gewinne eine Seltenheit. Etwas mehr gedrückt eröffneten am Chemiemarkt I.-G.-Farben mit minus 1,13 Prozent, Rütgerswerke lagen knapp gehalten. Die UmfaötätigJeit am Elektromarkt war sehr bescheiden. In den führenden Werten kam eine Erstnotiz erst spät zustande. Lechwerke notierten zirka 1 Prozent schwächer. Am Kunst- seidenmarkt waren Atu erneiÄ etwas gebessert und weiter leicht erhöht, doch wurde, wie in allen Fällen, auch hier der höhere Vorbörsenkurs nicht erreicht. Montanwerte lagen ebenfalls still und wenig verändert. Danken waren bis zu 1 Prozent abgeschwächt. Einiges Interesse bestand für Kaliaktien, die sich leicht bessern konnten. Zellstoffwerte waren unverändert. Deutsche Anleihen lagen ebenfalls uneinheitlich. Im Verlauf« machte sich auf holländische Käufe stärkere Nachfrage nach Aku-Aktien bemerkbar, die gegen Anfang zirka 4 Prozent gewannen. Die Gesamtstimmung wurde hiervon ausgehend beeinflußt, so daß die befürchteten innerpolitischen Schwierigkeiten, sowie die starke Kupferpreissenkung nicht mehr iten, anfänglichen ungünstigen Einfluß ausüben konnten. Auf fast allen Märkten traten Besserungen um Bruchteile eines Prozentes ein. Das Geschäft erfuhr aber keine wesentliche Belebung, da die Spekulation immer noch sehr zurückhaltend war. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4Prozent weiter versteift. Am Devisenmarlt nannte man Mark gegen Dollar 4,1900, gegen Pfund 20,3860, London gegen Kabel 4,8650, gegen Paris 123,65, gegen Mailand 92,89, gegen Madrid 41,40, gegen Schweiz 25,0425, gegen Holland 12,0975. Berliner Börse. Berlin? 11. Iuli. Entgegen den Erwartungen des Vormittagsverkehrs eröffnete die heutige Dorfe enttäuschend in unsicherer Haltung. Die Ausland-Deckungskäufe, die gestern in ziemlich erheblichem Maße zu beobachten waren, hatten nachgelassen, und dies gab der Spekulation, die sich hierbei gestern begeistert hatte, Veranlassung zu Glattstellungen bzw. zur Zurückhaltung. Im Vergleich zu den gestrigen Schlußnotierungen lagen die heutigen Anfangsnotierungen meist behauptet, und nur selten waren Ausschläge von 1 bis 3 Prozent nach der einen oder anderen Seite, meist durch Zufallsorders verursacht, festzustellen. Chadeaktien besserten sich um weitere 3 Mark, Svens ka notierten 2,25 Mark höher, Aschaffenburger Zellstoff gewannen 2,5 Prozent. Bemerkenswert war auch die Festigkeit der Montecatini, die auf 47,5 nach 45,75 Prozent anzogen. Als besonder- schwach sind dagegen Draubank minus 3Prozent, Reichsbank minus 2Prozent, sowie Schlesische Gas, die 3Prozent verloren, zu nennen. Deutsche Anleihen wiesen nut geringe Veränderungen auf. Von den Ausländern gaben Bosnier weiter nach, wobei die Meldung eines Mittagsblattes, daß di« zu einem vorläufigen Abschluß gekommenen Verhandlungen ein noch ungünstigeres Ergebnis gezeigt hätten, als erwartet wurde, verstimmte. Auch der Pfandbriefmarkt lag heute nicht mehr so lebhaft wie gestern. Am Geldmarkt wat «ine Versteifung im Zusammenhang mit dem gestrigen Steuertermin zu erkennen: eine Veränderung der Sähe trat jedoch nicht ein. Auch im Verlause überwog die Abgabeneigung bei der Spekulation, was Kursrückgänge von 1 bis 2 Prozent zur Folge hatte. Man rückte die ungünstigen Momente immer mehr in den Vordergrund, befürchtet vor allem Schwierigkeiten in de r Innenpolitik durch die Demokraten, und war von dem weiteren Rückgang der Zinn- und Kupferpreise sichtlich verstimmt. Auch die nunmehr beschlossene Personentariferhöhung bei derReichs- b a h n, die weitere Zunahme der Feierschichten im Bergbau trugen zu der weiteren Abschwächung der Stimmung bei, während man die freundlicheren Momente des Vormittagsverkehrs (festes Neghork, Schweizer Diskontsenkung, die Meldung von einer deutschen Industrie-Anleihe an die Türkei, di« mit neuen türkischen Aufträgen verbunden feien, das älmsichgreifen des belgischen Kohlenarbeiterstreikes) kaum noch beachtete. Eine Sonderstellung nahm der Aku- Markt ein. Auf gebessertes Kaufinteresse zog bet Kurs dieses Papieres im Verlaufe auf 103 Prozent an, und diese Festigkeit beeinflußte auch Die übrige Börse später in günstigem Sinne. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenauftröge find lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jrantfun a. 211. Berlin Schluß«! für« | l«Uhr« Nur« Schluß« für« Anfang, Kur« Datum 10. 7. 11. 7. 10. 7. 11. 7. 6% Deuinye oreuyeameiye von 1927 ....... 88,25 _ 88,5 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... 103,5 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mii Austos.-Rechien....... 60 60,15 60 60,1 Desgl. ohne Auslos^Rechte . . 8,9 8,7 8,9 8,9 8% Hess. Bolksstaat von 1929 lrückzahlb 102%)...... 96,75 97 Oberhessen Provinz • Anleihe mit Aurlos.-Rechten...... 57 _ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 59 _ 58,75 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse XIII unkündbar bi« 1934 . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bi« 1932 . . 101,75 _ 96,25 4%% Rheinische Hyp.-Bank Ltyu Goldpse........ 90,3 8% Pr. LandeSpsandbrtesanstalt, Psandbriese R. 17...... 101 101,5 8% Pr Landerptandbriesanstalt. Äomm^Cbl. R. 20...... 7% Pr. Landerptandbriesanstalt, Psandbriese R. 10...... 97,5 97,5 1 96,5 96.5 A.E.G. abg. Borkrieg«-Obligationen, rückzahlbar 1932 .... 1 — <% Oesterretchtlche Golbrente . . 4,20% Oesterreichische Gilbencnte 4% Oesterreichliche Einheitliche Rente.......... ♦% Ungarische Goldrenle .... 4% Ungarische StaatScente V. 1910 4%% bHfll.eon 1913 . . . - 4% Ungarische Kronenrente . . 4% Türkische Zollanleide von 1911 4% Türkische Vagdadbahn-Anl Serie I........ 4% desgl. Serie II ...... • 6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ......... IY*% Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente 26,75 2,9 — 26,9 2,95 — 1,9 — _ _ 23,2 — 23,3 23,75 — ■— 20,25 —- •— 20,9 20,8 1,8 1,8 —W— 5 — 1,95 5,2 5 — 3,13 5,1 5 5,05 9,5 — 9,7 — 16 — 16,1 — 7,65 7.65 7,75 Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß« für« l'Uhr« Kurs Schluß« turs Anfang« Kur« Datum 10. 7. 11. 7. 10. 7. 11. 7. vamvurg-Amertka Palei . . i 98,25 — 98,75 98,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 — — -- Hansa Dampfschiss..... 10 — — —— — Norddeutscher Lloyd .... 8 98 98 98,75 111 98,13 Allgemeine Deutsche Creditan st. 10 111 — 111,5 Barmer Bankverein .... 10 120,5 120 120 120 Berliner Handelsgesellschaft . 12 156,5 — 156,5 157,5 Commerz- und Privat-Bank . 11 139,75 138,5 139,75 138,5 Darmstädter und Nalionalbank Deutsche Bank und 12 201,25 — 202,25 201,5 Dtüronto-GeseUschast, . . . 10 132 —— 131,5 131 Dresdner Bank ...... 10 132 132 131,5 131,5 Reichsbank ........ 12 257,5 256,5 257,5 255 A.E.G........... . 8 151,5 151 151,4 180 151,6 Bergmann........ . 9 Slektr. LieserungSgesellschast. 10 140 — 140,5 140,5 Licht und Kraft...... 10 149,25 — 148,5 147,5 Kelten & Guilleaume . . . Gesellschaft für Elektrische 1V1 109,5 — 110 109 Unternehmungen .... 10 149,5 — 149 147,5 Hamburger Elektrizitäts-Werke Rheinische Elektrizität . . . 10 . 9 133 _ 133,75 133 133,75 134 schlesische Elettrizitäl. . . . 10 _ 146 143 Schuckert L Co. ..... . Siemen» & Halske ..... 11 172,75 170,5 172 170,25 16 216 214 Z14,5 215,5 Dronsrabto ........ . 8 116 Lahmeyer L Co.. ..... 10 160,5 72,5 160,13 72,5 Buderus . ........ . b _ 73,25 Deutsche Erdöl...... . 6 —— — 85,5 85,25 Essener Steinkohle ..... . 8 — — 127,5 Gelsenkirchener ...... . 8 125,25 124,5 125,65 125,5 Harpener. ....... Hoesch Eisen. ....... alle Bergbau ....... Klöcknerwerke . ...... . 0 6Vi 10 . 7 119 Illi 119,4 95 240 96 119,25 95,5 95/) Köln-Neuessen....... . 7 — 92,25 92,5 Mannesmann-Rühren . . . . 7 94 _ 94 94 Mansselder Bergbau . . . . Oberschlei. Eisenbedarf . . . . 7 _ 65.5 65,6 . 5 Oberschles. KokSwerke. . . . . 7 — —— 93,25 93 Phönix Bergbau...... ey. 16,25 — 86,5 86,13 Rheinische Braunkohlen . . 10 — 221,75 220,5 Rheinstohl ........ RIebeck Montan...... . 6 7,2 101,5 101,5 101,5 101,5 Jranffuri a. Ul. «Berlin Schluß-s für« 1 t«Uhr« Kur« Schluß« tur« Anfang- Kur« Datum 10. 7. 11. 7. 10. 7. 11. 7. Bereinigte Stahlwerke Otavt Minen .... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth • 16'/. . 10 . 10 . 16 203,5 207 363 207,5 86.25 42,75 204 207,5 362,5 86 42,5 202 208,13 363,25 g. G. Farben-Industrie Dynamit Nobel . . . Scheideanstalt. . . . Goldschmidt .... Rütgerswerke .... Metallgelellschask. . . • • . 12 . . 6 . . v . . 6 . . 6 . . 8 160,25 59,5 58,25 113 159,13 58 160,25 60,5 58,5 114,25 160 59,5 57,5 Philipp Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Cemcntwerk Karlstadt. Wayh & ffreytag . . • • . . 7 . 10 . 10 . . 8 86 109 125 76 76 76,5 87,5 Schultheis Patzenhofer . Ostwerke....... Aku......... Bemberg....... Zellsloss Waldhos . . . Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wasser Dessauer Ga» ..... Daimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . . Maschinenbau A.«G. . • Rat. Automobil .... Orenstein & Koppel • . Leonhard Tietz .... SvenSka....... • . 16 . 12 . 18 . 14 18'/. . 12 . . 8 . . v . . 0 *. *. c> . . v . . 6 . 10 100 100 144,5 107,5 12,9 201 150 100,25 103 144,5 107,5 198 288,5 237 99,5 100 145 108,5 100,75 148,4 32 199,5 46,75 68,5 150,13 308 288 235,5 100,5 146 108,5 100 147,5 32,13 199,8 68,75 141 310 .srantsurter Maschinen .... 4 Gritzner ...... 6 Heyligenstaedt ....... v Iunghan». ........ 6 Lechwerke..........8 Mainkraftwerke Höchst a. M.. .8 Miag..........10 I Gebr. Roeder ...... 10 | Polat & Haesfner ...... v 1 Süddeutsche Zucker .... 10 25 37 93 80 96 103 148 157 92,25 96 22,25 30,5 16,25 96 147,5 156,5 95,75 Banknoten. Serlin, 10. Juli ®elF Brief Amerikanische Noten ...... 4,172 4,192 Belgische Noten ....... 58,53 58,77 Dänische Noten ........ 111,93 112,37 Englische Noten ....... 20,34 20,42 Französische Noten ....... 16.46 16,52 Holländische Noten ....... 168,06 168,74 Italienische Noten........ 21,99 22,07 Norwegische Noten....... 111,98 112.42 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59,20 59,44 Rumänische Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten ....... 112,30 112,74 Schweizer Noten ....... 81,27 81,59 Spanische Noten ........ 48,95 49,15 Tschechoslowakische Noten..... 12,40 12,46 Ungarische Noten ..... . 73,10 73,40 Devisenmarkt Berlin — Arankfurl a. Ul 10.3ub 11. Juli Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung 2rir' Geld »ric Amst.-Nott. 168,37 168,71 168,37 168,71 Buen. Aires 1,505 1,509 1,507 1,511 Brff-Antw. 58,465 112,17 58,585 112,31 58,46 58,58 Christiania. 112,14 112,33 Kopenhagen Stockholm - 112,19 112,51 112,41 112,73 112,15 112,41 112,37 112,71 Helsingfors. 10,54 21,935 10,56 10,536 10,556 Italien. . . 21,975 21,93 21.97 London. . . 20,37 20,41 20,365 20,405 Neuyork .. 4,188 4,196 4,186 4,196 Paris.... 16,465 16,505 16,465 16,505 Schweiz . . 81,32 81,48 81,32 81,48 Spanien • ■ 49,25 49,35 49,10 49,20 Japan - - - 2,071 2,075 2,071 2,075 Plo de Jan- 0,454 0,456 0,454 0.456 Wien in D-» Oest- abfleft 59,16 59,28 59,14 59,29 Prag . . . 12,426 12,446 12,421 12,441 Pelirad - - 7,423 7,437 7,423 7,442 Budapest. . 73,32 73,46 73,30 73,44 Bulgarien . 3,037 3,043 3,029 3,035 Lissabon . 18,78 18.82 18.80 18,84 Danzig. . . 81,42 81,58 81,42 81,58 Konstantin. 1,784 1,789 1,784 1,739 Athen. . 5,425 5,435 5,425 4,186 5,435 Canada 4.186 4,194 4,194 Nrn ucrv . 3,576 3,584 4,576 3,584 Cairo • . 20,82 20,89 20,88 20,92 Geschichten aus aller Welt. Kopenhagener Porzellan (s) Warschau. Eine gewiß niedliche Geschichte, die zudem noch den Vorzug hat, nicht erfunden zu sein, passierte dieser Tage aus einem Warschauer Gericht. Einen reichen polnischen Kaufmann trifft in einem vornehmen Restaurant auf der Marszalkvwska das Mißgeschick, eine Tasse durch eine unbedachte Bewegung auf den Fußboden zu werfen und zu zerbrechen. Er ist natürlich bereit, dem Wirt den Schaden zu ersehen und läßt diesen rufen. Erstaunt horcht er aber auf, als dieser — über 1000 Zloty (500 Mark) dafür verlangt. Ja, sagt er, die Tasse stamme aus einem Service aus Kopenhagener Porzellan, das diesen Wert besitze. Ls sei aber völlig wertlos, wenn auch nux eine Tasse sehle. Deshalb. ... Der Kaufmann protestiert. Da der Wirt auf seiner Forderung besteht, geht er zum Kadi. Lind dort entwickelt sich zwischen dem Richter und dem geschäftstüchtigen Wirt folgendes Zwiegespräch- „Sie behaupten also, das ganze Service repräsentiere diesen großen Wert, während die Einzelteile wertlos seien?" — „Jawohl, Herr Richter." — „Gut, in diesem Falle hat der Kaufmann T. nichts zu bezahlen, — denn die von ihm zerbrochene Tasse ist wertlos." — Der Wirt soll ein sehr langes und keineswegs geistreiches Gesicht gemacht und sich darauf mit der freiwilligen Zahlung einer Entschädigung von 10 Zloty durch den Kaufmann einverstanden erklärt haben. Sterbt nicht aus Liebe! (o) Tokio. Wer heute Tokio, Vokohama oder Kobe besucht, kann ein merkwürdiges Schauspiel erleben. Auf hohen Stangen werden Plakate durch die Straßen getragen, die das außergewöhnliche Interesse aller Passanten erregen. Fragt man einen Japaner noch dem Sinn der geheimnisvollen Inschrift, so erhält man etwa folgendes zur Antwort: Seit langer Zeit ist die japanische Regierung in einem Kampf mit einem besonders heimtückischen Feind begriffen, dem Selbstmord. Er hat sich au einer förmlichen Seuche entwickelt, insbesondere unter jungen Liebesleuten. Lind da hat die Regierung eben zu dem modernsten Mittel der Propaganda für eine Idee gegriffen, sie macht Reklame. Denn auf diesen Schildern wird zu Veranstaltungen eingeladen, die unter dem Motto stehen: „Sterbt nicht au- Liebel", und zu dem Besuch von Kinovorstellungen, die die alten japanischen Sitten verherrlichen, die durch die europäische Zivilisation und durch die — amerikanischen Filme gelitten haben. Es ist im allgemeinen nicht so, wie man in Europa annehmen mag oder wie vielleicht das Auftreten Japan- auf den großen Konfereiuen glauben machen kann, daß Japan Europa schon vollkommen verdaut hat. Der alte japanische Familien- und Ahnenkult ist auch heute noch überall im Lande lebendig und lehnt die modernen Begriffe über Ehe und Liebe ab, die durch das »Gift der europäischen Zivilisation" und im besonderen Maße durch die amerikanischen Filme Einzug halten. Richt die persönlichen Reiaungen sind bei einer ehelichen Verbindung in Japan ausschlaggebend, sondern der Wunsch deS Familienrates! nicht Subjekte sind japanische Liebende und Ehekandibaten, die nach freiem Ermessen ihre Wahl treffen können, sondern Objekte des Willens der Ahnen, der vorherrscht. Aber die Jugend hat doch schon genug von dem amerikanisch-europäischen Gift getrunken, um seine Süßigkeit auSgekostet zu haben... Lind wo der grausame Wille der Ahnen das Ideal einer Reigung mit gefühlloser Hand zu zerstören sucht, dort bleibt scheinbar eben nur ein Mittel, der Selbstmord. Rach einer Statistik ist der Selbstmord im jugendlichen Alter geradezu zu einer Epidemie geworden, die sich immer weiter ausbreitet. Die Regierung sucht vorläufig dem Liebel durch gütliches Zureden, durch Reklame, durch Schaffung einer eigenen Filmproduktion und Zollerhöhung auf die amerikanischen Filme zu begegnen, die so verhängnisvoll Stimmung für die freien Beziehungen zwischen den Geschlechtern, für die Reigungsehe und für die .unjapanische" Liebe gemacht haben. Sie will aber sogar weiter gehen und — den Selbstmord verbieten und bestrafen Rur weiß sei noch nicht recht, wie. Wenn die Feuerwehr ihren Durst löscht . . . (p) Bukarest. Eoracol ist eine Stadt im Königreich Rumänien. Mit allen westlichen Errungenschaften der Reuzeit reichlich ausgestattet. Eoracol besaß bis vor kurzem nicht nur eine vorbildlich geschulte städtische Feuerwehr, sondern sogar eine allen Anforderungen entsprechende Feuerwehrkaserne. Es war einmal; hellte hat Eoracol weder eine Feuerwehr noch eine einschlägige Kaserne mehr. Die Kaserne ist niedergebrannt und die Feuerwehrmannschaft wanderte ins Kittchen vom Kommandeur bis zum jüngsten Hilfslöscher. Diese zwei bedauerlichen Tatsachen hingen leider organisch miteinander zusammen. Die Kaserne geriet nämlich eines Rachts urplötzlich in Brand, und die Bemühungen der Bevölkerung, das Feuer zu löschen, blieben in Ermangelung von geeigneten Apparaten gänzlich erfolglos- Die wackere und, wie gesagt, vorbildlich geschulte Feuerwehr selbst konnte an der Löscharbeit aus technischen Gründen nicht gut teilnehmen; und beschränkte sich lediglich darauf, ihren Durst zu loschen. Man feierte nämlich in einer vom Zentrum weit entfernten Vorstadtkneipe den Geburtstag eines Kollegen. Da an der netten kleinen Fete die ganze Gesellschaft vollzählig teilnahm, ohne auch nur einen einzigen Diensthabenden au Hause zurückgelassen zu haben, wurde die Kaserne einfach ^schlossen. Dafür nahm man alle Dienstwagen mit auf den Bummel. Diese .Rebenum- stände" machten die Rettungsarbeit der Bürgerschaft von vornherein so gut wie unmöglich. Rachdem der Durst der Leute sormvollendet gelöscht war, kehrten sie gegen Morgengrauen mit frischfrohlichem Tuten beim, und wunderten sich nicht wenig, kein Heim vorzufinden. Eine halbe Stunde später sah dann die ganze Gesellschaft hinter schwedischen Gardinen. Es war einmal: Eoracol hatte eine städtische Feuerwehr und eine stolze Feuerwehrkaserne... Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Gießen. Anläßlich des 47. Stiftungsfestes der Verbindung Kalhol. deutscher Studenten chosso» Rhenania ist Samstag, den 12. Juli, 9 Uhr, Gcdächtnisgottesdienst fiir die verstorbenen und besonders die im Kriege gefallenen Mitglieder mit Generalkommunion und Predigt und Sonntag, den 13. Juli, 9 Uhr, Hochamt mit Predigt. Israelitische Gemeinden. Israelitische Rellgionvgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 12. Juli. Vorabend: 7.45 Uhr; morgens: 8.30 Uhr; abends: 8.55 und 9.35 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl^ Sabdatseier den 12. Juli. Freitagabend 7 45 Uhr ; Samstagvormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.35 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.15 Uhr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bi» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Der Mensch bringt die Anlage zu gesundem Haar mit auf die Welt. Wenn er dieses schöne Erbe im Laufe der Jahre verliert, so ist oft nur mangelhafte Pflege daran schuld. Zur Pflege des Haares und der Kopfhaut gehört vor allem eine regelmäßige und intensive Kopfwäsche. die das Haar geschmeidig und leicht frisierbar macht. Lim diese Wirkung zu erreichen, nimmt man das bekannte Pixavon-Sham- p o o n, das immer zu einer gepflegten und anmutigen Frisur verhilft. 2228v Jean Weisel, (Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. M88 Zur Gesundhallnnß । r»| Deshalb bei Luft- und Sonnenbädern wiederholt mit Sportcreme Mouson einreiben. Sie fördert das natür- lidie Bräunen der Haut, verhütet Sonnenbrand. — Vor Gebrauch die Haut trocken reiben. SPORTCREME rMOUSON xjruneAluminium-Dosen M-.25,-.50,1/- Oberhessischer Geschichtsverein SOMMER-AUSFLUG Sonntag, den 20. Juli 1930 4987d nach Hirzenhain, Lißberg, Ortenberg, Selters, Konradsdorf Die Führung haben übernommen die Herren Univ.-Prof. Dr Rauch, Lehrer Sauer, Ober-Lais, Lehrer Heusohn, Lorbach. — Abfahrt mit Post-Omnibus um 9 Uhr vorm. vom Ludwlgsplatz (Fahrpreis je nach Beteiligung 4—5 RM.) Mittagessen in Hirzenhain (im Kasino des Eisenwerks); trockenes Gedeck 1.50 RM. — Ankunft in Gießen gegen 7 Uhr nachmittags. — Anmeldung bis spätesten* 17. Jnli erbeten. Der Vorsitzende: Ur. Ebel. ninimimnmminmimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiii SPORTPLATZ 1900 Sonntag, den 13. Juli, ab vormittags 8 Uhr IWelsterschaftskämpfe Stemmen * Ringen * Boxen * Tauziehen Am Start 150 Konkurrenten Ab 8 Uhr abends auf der Llebigshöhe Preisverteilung • Unterhaltung »Tanz I. Kraft- und Sportklub 1893, GieOen. 04337 Seht her....! Was Sie schon immer suchten, finden Sie besonders Jetzt bei mir: -jqoi den besseren Anzugzum -jqo Rabatt zeitgem. billigeren Preis Rabatt Fachleute wie ich machen Ihnen keine Wippchen vor, bei mir werden Sie bald merken, daß es keine Kleidung gibt, die besser wäre. Herren-Anzüge ein- und zweireihig, moderne Formen und Farben, gute Qual., jetzt 28.00, 36.00, 48.00, 57.00, 68.00, 72.00 Herren-Anzüge erprobte Qual., teils aus eigener Schneiderei und teils aus ersten Berliner Werkstätten. Ersetzt. Maß. 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Volksfest Die Musik wird ausgeführt von der gesamten Kapelle des Ausbildungs-Äatl. Infanterie-Regiments Nr. iS, Marburg l^ahnj, unter persönlicher Leitung des Herrn Musikmeisters Große. — Es laden freundlichst ein: wsd Der Festausschuß Oer Festwiri Es ist ein Pendelverkehr der Diebertalbahn eingerichtet (Sonntagskarten) Theater-Cafe Ernst Ludwig Morgen Samstag, 4 Uhr Tanz-Tee Abends - Gesellschafts-Tanz Eisspezialitäten - Erfrischungen Ermäßigte Preise I 04371 Badefreuden - Photofreuden I im Strandbad gibt es immer lustige Szenen, die wert sind, geknipst zu werden! Angenblicksbilder sind die schönsten. Aber ein „flinker“ Apparat gehört dazu. Sie finden ihn (gar nicht teuer) bei Photo- Winte rhoff Kreuzplatz 9 4834 A Wissenschaftliche Werke Sondergeolet uer Brühl'schen Druckerei /gjxD.H.V. Brlspppeölreta Gießen—Marburg-Wetzlar am Sonntag, dem 13. Juli d. J. auf der Burg Staufenberg (Burg-Restaurant Bieraul. ihfahpb Gießen ab 1L34 bis Lollar oder flUlulin, Gießen ab 3.09 bis Daubringcn Für Unterhalt mit Tanz ist gesorgt. 4998D Der Vorstand. Weiterverkauf landwirtschafil. Gegenstände, Haus- und Küchengeräte, Oefen, außerdem 60 Rodelschlitten, 135 verz. Wärmflaschen, 70 Wärmkruge, 36 Bratpfannen, 130 Kinderspielgarnituren, 100 Portiergarnituren usw. 49990 aus Treuhandmaffe Samstag, von vormitt. 6 bis nachmitt. 6 Uhr, Frankfurter (Sfr. 34, Hintergebäude. s. Kirchner, Treuhänder. Größere Bezirksvertretung von leistungsfähiger Kannparkahse, Aki ien-GesellMchaft, mit günstigen Tarifen und guten Bezügen 5005V zu vergeben. Herren, die bereits mit Erfolg im Bausparkassen wesen gearbeitet, oder solche, die sich im Versicherungsgewerbe bewährt, außerdem möglichst eigenes Büro sowie Vertreterstab haben, bevorzugt. Bausparkasse Westmark A-fi, Köln, Schwerthof Zuckerkranke IZJIV Wie Lie obneHungeru zuckerfrei werden, ioat Jedem unentgeltlich Pb. Hergert,Wiesbaden, Rückertetr.169 Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Heinrich Schwab und Frau Gertrud, geb. Rosenau Gießen Wetzlar den 12. Iuli 1930 04358 Gisela Oie Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Eugen Magnus und Frau Aenne, geb. Oieh Gießen, den 10. Juli 1930 (z. 3- Gvangel. Schwesternhaus) 04376 Oie glückliche Geburt ihrer Tochter zeigen hocherfreut an Prof. Woenckhaus und Frau Lisabeth, geb. Lyncker Gießen, den 9. Iuli 1930 4985D Statt Kotten! Für die uns in so reichem Maße anläßlich unserer Der- mählung erwiesenen Aufmerksamkeiten banken wir herzlich Äaupraktikant Emil Lang und Frau Elfriede, geb. Steckenmeffer Gießen, den 11. Juli 1930. 04363 EieenbahoFahrkarten L, 1L und 111. Klasse Fahrscheinhefte, Schlafwagen- u. Platzkarten Besorgung von Hotelzimmern 4608D Schiffs- u. Flugpassagen / Vermittlung v. Auto- Gesellschaftsfahrten / Gesellschaftsreisen Hapag-Reisebüro Gießen Vertretung des Mitteleuropäischen Reisebüros Adreßbuch Siadlplan und Einwohner- und Geschästsverzeichmssen von 7 Städten und 74 OttSgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirf- schasts» und kulturgeschichtlichen Sonderabschnltt / Preis 10Reichsmark Oberhessischer Adreßbuchverlaa, Gießen, Schnlstr.7 4837 A Hier haben Sie die Brille, durch die Sie bessere Zeiten sehen, nämlich die gewaltig herabgesetzten Preise in unserem Weitere sensationelle Angebote 0.38 | Strümpfe | Kinder-Söckchen, vorzügliche Qualität mit farbigem Wollrand Größe 7-10 4-6 -------------------- 1 —3 0.58 0.48 Damen-Wochenendstrümpfe, kräftige Qualität, mit Laufmasche 0.65 Serie II TüT Sene' Damenstrümpfe, feinster, kräft. 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Unser Heimatgau stellt 22 Kampfrichter und 9 Riegenführer und Rechner, die die Gauleitung bestimmt hat. Aus Gießen und näherer Umgebung feien genannt: an Kampfrichtern Gauoberturnwart Will (Gießen), Karl Reuter (Gießen), W. Lang (Lang-Göns), Fritz Rinn (Heuchelheim), Wilhelm ße i'b (Krofdorf), Gau- frauhiturnroart R. Paul (Gießen), Karl Erb (Gießen): an Riegenführern und Rechnern: Karl Huske (Gießen), Hrch. Dechert (Gießen), W. Weiß (Großen-Linden), Ludwig Schneider (Gießen). Die Meldungen für die Spiele, das Schwimmen und die leichtathletischen Meisterschaften liegen noch nicht vor. Insgesamt kann aber mit rund 3000 Wettkämpfern in Hanau gerechnet werden. Handball-Lokaltreffen To. 1846 — Mio. (1. und 2. Mannschaften). Arn nächsten Sonntag kommen auf dem Mtv.- Platz am Schiffenberger Weg zwei Handball- Freundschaftsspiele zum Austrag, denen die ganze Gießener Sportwelt schon lange Zeit mit großem Znteresse entgegensieht. Die alten Lokalgegner. Turnverein 1846 und Männerturnverein, werden sich mit den ersten und zweiten Mannschaften in Freundschaftsspielen gegenüberstehen. Wenn man die bei den Lokaltreffen seither erzielten Spielergebnisse betrachtet, so kann man feststellen, daß meistens sehr knappe Resultate — mit nur einem Tor Unterschied — erzielt wurden, ein Beweis dafür, daß auf beiden Seiten mit einem ungewöhnlichen Kampfeseifer gespielt wurde, obwohl mitunter der eine der beiden Vereine bei den Derbandsspielen an der Spitze und der andere am Ende der Tabelle stand. Da auch zur Zeit die ersten Mannschaften der beiden Vereine gleiche Spielstärke besitzen, wird man wohl auch am nächsten Sonntag wieder mit einem knappen Resultat rechnen müssen, zumal der Männerturnvcrcin ohne die zur Zeit in Urlaub befindlichen Reichswehrsoldaten Salz, Rehren, Dohn und Decker antreten müssen. — Bei den zweiten Mannschaften hat die Mtv.-Mannschast ein kleines Plus, und wird, vorausgesetzt, daß sie in stärkster Aufstellung antritt, das Spiel mit knappem Resultat für sich entscheiden können. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. B. Kommenden Sonntag hält der Sportverein „Hessen" 1911 Frankenberg (Eder) seine leichtathletischen Wettkämpfe ab. Die 1900er, die seit Zähren die Veranstaltung beschickt haben, entsenden auch dieses Zahr eine Vertretung in das schöne Eder- städtchen. Sie wird sich was die Aktiven angeht, in erster Linie aus jüngeren Kräften rekrutieren, denen wieder einmal ein breiteres Betätigungsfeld eingeräumt werden soll. Inwieweit unter diesen Umständen mit Erfolgen zu rechnen ist. muß abgewartet werden. Die Spielvereinigungsleute werden jedenfalls gegen die Vertreter der kurhessischen Vereine, die wohl das Gros der Teilnehmer stellen dürften, einen schweren Stand haben. Mit etwas größerer Zuversicht kann man der Teilnahme der Zugendlichen entgegensehen. Die vorgesehenen Leute haben in dieser Saison schon verichicdentlich Proben ihres guten Könnens abgelegt und werden wohl auch in Frankenberg nicht txrfagen. V. f.B. Leichtathletik. Am kommenden Sonntag steht der Waldsport- Platz im Zeichen leichtathletischer Wettkämpfe. Die Frauen- und Iugendubteilung stehen den gleichen des VfL. Wetzlar im Klubkampf gegenüber. Als Konkurrenzen sind sämtliche Strecken von 50 bis 800 Meter sowie mehrere Staffeln, außerdem Hoch- und Weitsprung. Kugelstoßen und Diskuswerfen vorgesehen. Dei den Frauen, die übrigens ihren ersten Klubkampf austragen, steht das erneute Zusammentreffen der Dezirksrneisterin Frl. Pfaff, VfL., und Frl. Etzelmüller vom VfB. beim 800-Meter-Laus im Mittelpunkt. Beide lieferten sich schon mehrfach scharfe Kämpfe, die bis jetzt stets Frl. Pfaff, allerdings meist nur knapp, für sich entschied. Man ist gespannt, ob es der VfDerin diesmal gelingt, ihre Gegnerin zu schlagen. Auch in den anderen Konkurrenzen wird es durchweg scharfe Kämpfe geben. Die Zugendabteilung mußte schon in den verschiedenen Klubkämpfen der Vorjahre gegen die Zugend des VfL. Wetzlar die Ueberlegenheit derselben anerkennen. VfL. hat ganz hervorragende Kräfte in seinen Reihen, von denen der A-Zugendliche Kilo der Beste ist. Er hat schon im Diskuswerfen 40 Meter und im Kugelstoßen 14,5 Meter erreicht. Außerdem ist noch Marx als 100- und E u l l m a n n als 400-Meter-Mann zu nennen. Vorn DfD. ist es L u h, der im Diskuswerfen vielleicht an Kilo heranreicht. 3m Kugelstoßen dagegen kann er ihm nicht gefährlich werden. Jäger sollte sich die 400 Meter der A-ÄIaffe kaum nehmen lassen. 3n der 8-Klasse ist VfD. durch Schäfer. Simon, Stroh und Paulus verhältnismäßig gut vertreten: nur fehlen ihm die Werfer in dieser Klasse. Die Kleinen der C* und 0-Klasse werden sich ebenfalls recht interessante Kämpfe liefern. Man darf gespannt fein, wer den Klubkampf gewinnt, Leichialh etik-Meisterschasten des Lahn-Oünsberg-Gaues (AOT) Zum erstenmal trug der Lahn-Dünsberg-Gau seine Leichtathletikmeisterschasten auf dem schön gelegenen Gelände des W i h m a r c r Platzes aus. He Besetzung der einzelnen Konkurrenzen war sehr stark und brachte die erwarteten guten Stiftungen. Es gab auch einige Ueberraschungen, wie die Riederlage von^Schic- s e r st e i n im 100-Meter-Laus; allerdings ist zu bemerken, daß der Sieger Gr oh Haus nur durch Frühstart dieses Rennen gewann. Sämtliche weiteren Läuse brachten die erwarteten Sieger, bis auf die 4xl00-Meter-Staffel, welche wieder einmal an Ruttershausen ging. Die beste Leistung des Tages vollbrachte Schiefer st ein (Launsbach) mit 6,52 Meter im Weitsprung, ferner ist als besonders gut zu betrachten die Leistung von Hofmann (Alten-Duseck) im Steinstohen mit 7,95 Meter, der Speerwurf von Wifsemann (Lollar) mit 45,16 Meter, das Kugelstoßen von O lern oh (Kesselbach) mit 11,04 Meter und der Stabhochsprung von D e p l e r (Kinzenbach) mit 3,20 Meter. Die nicht so guten Zeiten in den Laufkonkurrenzen sind auf die schwere Dahn zurückzuführen. Rachstehend die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Großhaus, Lollar, 11,8 Sek.: 2. Sauer, Ruttershausen, 12 Sek.: 3. Schieferstein, Launsbach. Durch Frühstart kann Großhaus diesen Lauf gewinnen. 200 Meter: 1. Heitz, Rodheim, 26,7 Sek.: 2. Will, Ruttershausen, 26,8 Sek.; 3. Dep- ler, Kinzenbach. Erwarteter Sieg von Heitz, welcher allerdings schwer zu kämpfen hat, um Will zu schlagen. 400 Meter: 1. L. Depler, Kinzenbach, 61,4 Sek.: 2. W. Müller, Wieseck, 62,4 Sek.: 3. G. Herrmann, Wißmar. 800 Meter: 1. L. Depler, Kinzenbach, 2; 26,7 Min.; 2. Müller, Wieseck, 2:27,8 Min.: 3. Sons, Lollar. 3n Abwesenheit des Titelverteidigers Röhl, Wieseck, holte sich Depler beide Strecken sehr sicher vor dem jeweiligen 2. Müller. 1500 Meter: 1. Kachel, Waldgirmes, 4:47,2 Min.: 2. L. Depler, Kinzenbach, 4:50,8 Min.: 3. Dremer, Erda. Den Lauf gewann Grölz, Staufenberg, in 4,38 Wim, wurde aber disqualifiziert, wodurch Kachel, Wildgirmes, zu Meisterehren kam. 3000 Meter: 1. Grölz, Staufenberg, 10:12,2 Min.: 2. Kachel, Waldgirmes: 3. Sommer, Lollar. Auch In diesem Lauf siegte Grölz unangefochten in guter Zeit. 4X100-Meter- Stafsel: 1. Tv. Ruttershausen 49,9 Sek.: 2. SpG. Rodheim 50,4 Sek.: 3. Tv. Odenhausen 51,4 Sek. Dis zum letzten Wechsel liegt Rodheim noch in Führung, muß sich aber durch den guten Lauf des R. Schlußmannes um 1,5 Meter geschlagen bekennen. Hochsprung: 1. P. Schlierbach, Rodheim, 1,60 Meter: 2. Wissemann, Lollar, 1,55 Meter: 3. W. Frank, Lollar, 1,55 Meter (durch Stechen). Weitsprung: 1. R. Schieferstein, Launsbach, 6,52 Meter: 2. Schmidt, Rodheim, 6,08 Meter: 3. W. Leib, Kinzenbach, 5,94 Meter. Der Sieger erzielte bereits im Börkamps 6,47 Meter, um in der Entscheidung sich auf 6,52 Meter zu verbessern. Stabhochsprung: 1. W. Depler, Kinzenbach, 3,20 Meter: 2. Reeh, Rodheim, 3 Meter; 3. Arnold, Kesselbach, 2,90 Meter. Unangefochtener Sieg Deplers: auch die Leistungen des 2. und 3. sind gut. Kugelstoßen: 1. Olemotz', Kesselbach, 11,04 Meter: 2. Dietz, Lollar, 10,95 Meter: 3. Agel, Lollar, 10,47 Meter. Der Sieger Olemotz sollte bei mehr Technik noch Vi Meter weiter stoßen. Steinstohen: 1. W. Hofmann, Alten- Duseck, 7,95 Meter: 2. Agel, Lollar, 7,21 Meter: 3. Hasselbach, Rodheim, 6,71 Meter. Sehr sicherer Sieg des alten Kämpen Hofmann, welcher immer noch ein sehr gutes Können besitzt. Speerwerfen: 1. Wifsemann, Lollar, 45,16 Meter: 2. Schmidt, Rodheim, 44,44 Meter: 3. Pfeiff, Londorf, 43,69 Meter. Die Leistung des Siegers wurde bereits im Vorkampf erzielt, in welchem weitere drei Mann über 40 Meter kamen. Dietz, Lollar, konnte sich hier nicht faderen. Diskuswerfen: 1. Dietz, Lollar, 29,52 Meter: 2. W. Depler, Kinzenbach, 28,98 Meter: 3. Wifsemann, Lollar, 26,73 Meter. Mit dem dritten Wurf des Dorkampfes konnte sich Dietz an die Spitze setzen. Zugend-Ergebnisse: 100 Meter: 1. K. Klein, Lollar,- 12,5 Sek.: 2. Klinkel, Lollar,. 12 6 Sek.: 3. Sack, Reiskirchen: 4. Donderheid, Hausen, 12,8 Sek. Die Zeiten sind als sehr gut zu bezeichnen. 1500 Meter: 1. Deilborn, Dellnhausen, 4:50,4 Min.: 2. W. Hofmann II., Alten- Duseck, 4:50,8 Min.: 3. H. Krämer, Ruttershausen, 4:51,2 Min.: 4. Seipp, Reiskirchen, 4,51,4 Min. Am Start waren in diesem Lauf nicht weniger als 25 Teilnehmer. Die Zeiten der vier ersten sind als sehr gut zu bezeichnen. Hochsprung: 1. Hofmann II., Alten-Duseck, 1,55 Meter: 2. H. Winter, Launsbach 1,55Meter (durchstechen): 3 Grote Lollar, 1,40 Meter: 4. Oestreich Dorlar, 1,40 Meter (durch Stechen bei 1,45 Meter entschieden). Die beiden ersten sind noch sehr verbesserungsfähig. Weitsprung: 1. Rühl, Beuern, 5,91 Meter, 2. Braun, Daubringen, 5,68 Meter: 3. Klein, Lollar, 5,66 Meter: 4. E. Winter, Launsbach, 5,61 Meter. Eine sehr schöne Leistung des Siegers. Kugelstoßen: 1. E. Winter, Launsbach 13,57 Meter: 2. Balser, Reiskirchen, 13,26 Meter: 3. Braun, Daubringen, 12,10 Meter. Wohl das beste Ergebnis der Zugendleistungen. Speerwerfen: 1. Rühl, Beuern, 42,25 Meter: 2. Grote, Lollar, 40,60 Meter: 3. Benner, Londorf, 40 Meter. Vereinsbestleistung für Senioren: 1. Lollar 19 Punkte: 2. Kinzenbach 15 Punkte: 3. Rodheim 15 Punkte. Schwerathletik. . Zu den am Sonntag, 13. Zuli, auf dem Sport- pfat)*1900 stattsindenden Meisterschafts- kä mp f en im Ringen, Stemmen, Boxen, Hammer- und Gewichtwerfen, Stein- und Kugelstoßen, Tauziehen usw. sind über 150 Konkurrenten gemeldet, darunter fast sämtliche vorjährigen Gau- und Kreismeister vom 7. Kreis (Hessen) Deutscher Athletik-Sport-Verband 1891. — Vormittags Beginn der Meisterfchastskämpse im Stemmen der Zugend-, Alters- und aktiven Klassen, insgesamt 80 Konkurrenten. Anschließend Ra- senkrastsport und Leichtathletik: ferner Meist er - schastsringen der Zugend- und Altersklassen. — Rachmittags Entscheidungsringen der sieben aktiven Klassen, insgesamt zirka 80 Konkurrenten. — Es sind heiße Kämpfe zu erwarten, speziell im Ringen in den Feder-, Leicht» und Weltergewichtsklassen. Auch im Stemmen bürsten recht gute Leistungen erzielt werden. Am Start ist u. a. auch der junge Hersfelder Fr anzke, bekannter Meister im Hammerwerfen. — Ein Wettstreit in diesen Ausmaßen wurde seit Vorkriegszeiten in Gießen nicht veranstaltet: daher kann der Besuch jedem Znter- effenten empfohlen werden. (Vgl. heutige Anzeige.) . Orei Siege des Wassersport-Vereins Hellas in Offenbach. Der Rheinmeisler ;um zweitenmal geschlagen. Am 5. und 6. Zuli weilte der Wassersport-Verein Hellas Gießen in Offenbach und beteiligte sich dort an der Zubiläums- regatta des Süddeutschen Ruderverbandes. Die Veranstaltung brachte dem Wassersport-Verein Hellas einen vollen Erfolg, war er doch mit Ausnahme des Mannheimer Vorwärts der erfolgreichste Verein. Hellas ging im Zungmann- Einer, Zunior-Einer, Senior-Einer, Leichtge- wichts-Schüler-Vierer und dem ersten Schüler- Vierer an den Start. Zm Zungrnann-Einer konnte Karl Becker trotz feiner guten technischen Leistungen gegen feine körperlich bedeutend stärkeren Gegner nicht aufkommen und mußte eine Riederlage hinnehmen. Dagegen war dec Zunior- Einer sowohl als auch der Erste ^Senior-Einer eine sichere Sache für Albert Schöndorf. Er schlug feine Gegner in beiden Rennen ganz überlegen. Besonders bemerkenswert ist sein Sieg über den Rheinmeister G u t f r u ch t, Mannheim, welcher in diesem Iahre schon feine zweite Riederlage durch Schöndorf hinnehmen muhte. Schöndorf hat damit erneut den Beweis erbracht, daß er der beste Skuller des ganzen Verbandes und des Meistertitels würdig ist. 3m Leichtgewichts-Schüler-Vicrer ruderte die Mannschaft W. Dinges, L. Pfeil, E. Keibel, E. Walldorf, Steuer K. Becker einen sicheren Sieg nach Hause. Sie sicherte sich auf dem ersten Teil der Strecke einen Vorsprung von vier Bootslängen und lieh sich diesen Vorsprung bis zum Ziel nicht mehr streitig machen. Zm ersten Schüler-Vierer startete dieselbe Mannschaft ebenfalls. Sie konnte das Vorrennen ganz überlegen für sich entscheiden, muhte jedoch den Sieg im Hauptrennen Fechenheim überlassen. Trotz dieser knappen Riederlage hat die Mannschaft einen schönen Achtungserfolg errungen, indem sie den bedeutend stärkeren Gegnern den Sieg nicht leicht machte. Radspv'i im Lahngau. Am kommenden Sonntag, 13. Juli, findet das „Vierer-Mannschaftsfahren" des Lahn- gaues im BDR. statt. Der Start ist in Gießen in der Marburger Straße: die Strecke führt über Daubringen, Treis a. d. Lumda, Grünberg, Großen- Buseck und Rödgen; die Strecke wird zweimal durchfahren. Reitpferdeschau in Aachen. Die großen Leistungsprüfungen an der ersten Sch au deutscher Reitpferde zu Aachen-Brand Dom 18. bis 21. Zuli ergeben in der Zusammensetzung der Pferde nach Altersklassen und Gewichtsklassen ein interessantes Bild. Zedes an der Schau teilnehmende Pferd muh sich einer Leistungsprüfung unterziehen, welche aus einem 2000-Meter-GaloPP über Hindernisse besteht. Die Einteilung erfolgt in Zcchrgänge. Zn bezug auf das Gewicht der Pferde wird in leicht, mittet und schwer geteilt. Gesucht sind heutzutage vor allem ältere Pferde, die ein schweres Gewicht zu tragen vermögen. Gemeldet sind rund 180 Pferde für schweres Gewicht, rund 90 Pferde für mittleres Gewicht unv rund 50 Pferde für leichtes Gewicht. Di* groben deutschen Zuchtverbände beteiligen sich, soweit sie in die Zucht des Warmblutpferdes eingereiht sind, an der Schau. Besonders stark ist mit über 60 Pferden Ostpreuhen vertreten. Zn der Kollektion der Einzelaussteller findet man gegen 120 Pferde vertreten. Besonderes Aufsehen dürsten die vier Trakehner Zagdpferde erregen, die das Staatliche Hauptgestüt Trakeh- nen als die besten seiner Aufstellung von der Trakehner Auktion zurückgehalten hat, um sie in Aachen dem internationalen Publikum vorzustellen. An der Dressurprüfung für künftige Military-Pferde werden sich über 70 Pferde beteiligen. Die Reichswehr entsendet ihr bestes Material an Reitern und Pferden. Erweitertes Schöffengericht Gießen. Gießen, 9. Zull. Ein wiederholt vorbestrafter Händler war wegen Rückfalldiebstahls angeflagt. Von einem Kraftwagen, der in später Stunde vor einer Wirtschaft in Heuchelheim stand, waren fünf wollene Decken, die auf dem Motor lagen, gestohlen worden. Gelegentlich einer Durchsuchung anläß- lich einer anderen Strafsache waren bei dem Angeklagten xtoei von diesen gestohlenen Decken gesunden worden. Dazu kam noch, dah der Angeklagte in der Rächt, als die Decken entwendet wurden, in unmittelbarer Rähe des Autos gesehen worden war. Trotzdem wollte er jetzt nicht wissen, auf welche Weise 'er in den Besitz der Decken gekommen fei. Das Gericht hatte aber keinen Zweifel darüber, dah nur der Angeklagte der Dieb war. Unter Versagung mildernder Umstände wurde er wegen Rückfalldiebstahls zu einem Zahr vier Monaten Zuchthaus verurteilt. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter wegen eines Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Er hatte ein noch schulpflichtiges Mädchen in seine Wohnung gelockt und sich dann an diesem vergangen. Das Gericht erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Eine verheiratete Frau hatte das von ihrem Mann zum Bezahlen von Rechnungen erhaltene Geld anderweit verbraucht und dann aus zwei Rechnungen die Quittungen gefälscht. Als später dann die Beträge von den Gläubigern gemahnt wurden, veranlaßte sie ihren Mann, die von ihr gefälschten Quittungen den betreffenden Gläubigern vorzulegen. Wegen fortgesetzter schwerer Privaturkundenfälschung in Tateinheit mit Be- trugsversuch wurde sie unter Zubilligung mildernder Umstände zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrase von einer Woche Gefängnis verurteilt. Ein Bäckerlehrling, der die Prüfung als Kraft- wagensührer bestanden hatte, aber noch nicht im Besitz eines Führerscheins war, nahm auf seinem Motorrad, auf dem bereits fein Freund mitfuhr, noch eine dritte Person, einen verheirateten, in dem gleichen Ort wohnenden Mann mit, der angetrunken war. Dieser hatte dem jungen Mann so lange zugeseht, bis er schließlich in die gefährliche Fahrt eintoilligte. Durch die vorschriftswidrige Ueberbelastung des Motorrades wurde die Sicherheit in der Führung stark beeinträchtigt. Dos Motorrad schwankte hin und her. Trotzdem setzte der junge Mann mit seinen beiden Mitfahrern die Fahrt weiter fort, bis plötzlich vor einer Kurve das Motorrad von der Fahrbahn abkam und kurz daraus umschlug, wobei der Führer mit weniger bedeutenden Verletzungen davonkam, während der dritte Mitfahrer so erheblich verletzt wurde, dah er an dem folgenden Tage infolge eines Blutergusses in das Gehirn verstarb. Der Motorradführer wurde strafrechtlich für den Tod mitverantwortlich erklärt, da er unter keinen Umständen den Verstorbenen in angetrunkenem Zustande auf seinem Motorrad hätte mitnehmen dürfen. Wegen fahrlässiger Tötung wurde er mit Rücksicht auf die Sonderheit des Falles entgegen der sonstigen Hebung deS Gerichts, worauf insbesondere hingewiesen wurde, an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 1 0 0 Mk. und wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 30 M evtl, drei Tagen Gefängnis verurteilt. Daten für Lamstag, 12. Juli. Sonnenaufgang 3.56 Uhr, Sonnenuntergang 20.14 Uhr. — Mondaufgang 21.46 Uhr, Monduntergang 4.58 Uhr. 100 v. Ehr.: der römische Feldherr und Staatsmann Eajus Zulius Eäsar geboren; — 1536: der Humanist Desiderius Erasmus in Basel gestorben: — 1694: Eröffnung der Universität Halle: — 1868: der Dichter Stefan George ist Büdesheim geboren; — 1874: der Dichter Fritz Reuter in Eisenach gestorben; — 1919: Aushebung der Blockade gegen Deutschland; —1920: Abstimmungssieg der Deutschen in Ost- und West- preuhen. Ki O für den Schuh In den ersten 10 Jahren sollte jede Mutter ihr Kind ausschließlich mit der reinen, milden NIVEA KINDERSEIFE waschen und baden. Dem Kind wird dadurch später manche Sorge um die Erhaltungseinesguten Teints erspart bleiben. Nivea- Kinderseife ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hergesteUt 2 ___________________wzyso Preist 70 Pfg. Freilicht, Freiluft und Sonne! Und dazu NIVEA-CREME Des gibt gesunde Haut und schön gebräuntes Aussehen, —auch bei bedecktem Himmel; denn auch Wind und Luft bräunen den Körper. Aber trocken muss Ihr Körper sein bei direkter Sonnenbestrahlung. Und gut mit Nivea-Creme vorher einreiben l Sie vermindern dadurch die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes. Dank des nur ihr eigenen Gehalts an Eucerit dringt Nivea-Creme leicht in die Haut ein, und erst die eingedrungene Creme kann ihre wohl tu ende Wirkung voll zur Geltung bringen. / Also Nivea-Creme auch bet bedecktem Himmel/ In Dosen: RM o.20, o.30, o.60 und 1.20 Tuben aus reinem Zinn; RM o.60 u. 1.— wurde heute bezüglich der Firma Rinn 8i Lloos, Aktiengesellschaft, Heuchelheim, eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 5. Juni 1930 ist Abs. 2 des § 7 der Satzung geändert worden wie folgt: Jnsolange Herr Ludwig Rinn in Gießen Mitglied des aus mehreren Per sonen bestehenden Vorstandes ist, wird die Gesellschaft auch durch ihn allein vertreten; gleiches gilt für die Herren Dr. Karl Dönges in Heuchelheim und Hans Rinn in Gießen, infolange sie Mitglieder des Vorstandes find. * 50040 Gießen, den 2. Juli 1930. __________Hess,chcs Amtsgericht.__________ ^Bekanntmachung. Im städtischen Anwesen Lindenplatz 1 sind die seither von der Firma Hausrat gemieteten Ladenräume sofort zu ver- mieten. Angebote find im Städtischen Woh- I nungsamt, Lonystraße 2 I, abzugeben. Gießen, den 11. Jul» 1930. 4854C Der Oberbürgermeister. I. D.: Or. Hamm. Schweißfuß? Gerlachs Gehwol-Präservativ - Krem beseitigt Sdiweififuli. verhütel Wundlaufen,tüßbrennen Dose 0.50. 0.70, 1 — Su haben :Hed.-Drog. Kans Hindenburg, H. Eines, Viktoria- Drogerie E. Guth, Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nacht. tKtov Moderne Ställe ©träte Mir rentable Geflügelzucht Leghorn htlhnrr. Geflllgelhos In Mergentheim F5. Katalog kostenfrei. SAISON-AUSVERKAUF Nur einmal im Jahre — dann aber richtig und zwar Qualitäten von RoWIhÄCM JNH.GEORG FALKEN$TEIN/GIE&EN/£ELTER£WEG18 Ganz hervorragend preiswert: Reines Roggenbrot 4 ptd. 0.70 Heidelbeertorte Mk. 1.40 Kirschtorte Mk. 1.20 o«8o Streuselkuchen Mk. 1- Bäckerei Katz Zwangsversteigerung 46*28 Am Mittwoch, dem 16. Juli 1930, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebaute Zimmer 106 — 1 Obergeschoß — as im Grundbuche von Gießen dem Julius Jakob in Gießen zugeschriebene Anwesen Asterweg 12, Flur 1 Rr. 1379 = 139 qm Hofreite, geschätzt 22 770 Mark, versteigert. 41860 Die amtsgerichtliche Verfügung ist an ter Ortstafel Bergstr. 20 zur Einsicht aus- gehängt. Gießen, den 31. Mai 1930. 9.21. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die bei trockener Wit- terung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache Ich wiederholt darauf aufmerksam, daß jegliches Feuer- anzünden im Walde und in dessen Nähe, sowie das Wegwerfen von glimmenden Streichhölzern. Zigarren- und Zigaretten- reften usw. seyr gefährlich und streng ver- boten ist. 49750 Gießen, den 7. Juli 1930. Der Oberbürgermeister. I. D.: Qr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde heute bezüglich der Firma L. ttiing- spor, Gießen, eingetragen: Kaufmann Wil- Helm Klingspor ist mit Wirkung vom 1. Januar 1930 in die Firma als weiter persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1930 begonnen. 50030 Gießen, den 3. Juli 1930. Hessisches Amtsgericht.__________ Bullenverkauf. Die Gemeinde Klein-Linden beabsichtigt einen zum Sprung untauglichen erstklassi- gen Bullen auf dem Submissionsweg zu verkaufen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind mit der Aufschrift „Bullen- verkauf" bis längstens Mittwoch, 16. Juli L j.» nachmittags 2 Uhr, bei unterzeich netcr Behörde einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote stattfindet. Die Verkaufsbedingungen können vorher ein- gesehen werden. 49920 Zuschlagsfrist zwei Tage. Klein-Linden, den 11. Juli 1930. Hessische Bürgermeisterei. Jung.____________ Bekanntmachung. Der vom Gemetnderat beratene Voran- schlag für 1930 Rj. liegt vom 12. d. M an eine Woche lang auf dem Bürgermeisterei- geschäftszimmer zur Einsicht offen. Einwendungen gegen den Voranschlag können dort mündlich ober schriftlich vorgebracht werden. 49950 Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Großen-Duseck, den 11. Juli 1930. Hessische Bürgermeisterei Großen-Buseck. Gans. Damenstrümpfe, Seidenflor.... 2.—, 1.75, 1.25 Damenstrümpfe, Waschseide mit kleinen Fehlem 2.—, 1.25 Damenstrümpfe, Seide mit Flor 3.— Tennissöckchen 1.25, 0.75, 0.60 Damenhandschuhe, Trikot 1.20 Damenhandschuhe, Waschseide 2.75, 2.25 Damenhandschuhe, Glaceleder 4.50 Damenhandschuhe, Waschleder 4.75 Damenschlüpfer, Baumwolle 1.— Damenschlüpfer, Waschseide 2.50, 2.— Damenhemdchen, Baumwolle 1.— Damenhemdhosen, Baumwolle 2.20, 1.60 Damenhemdhosen, Waschseide 4.50 Damen-Unterkleider, Waschseide 4.50 Schlüpfer, dazu passend Z.- Damen-Westen mit und ohne Arm . .7. — , 5.— Damen-Pullover ohne Arm, 7. —, 5. —, 3. —,2.25 Damen-Badeanzüge 4.50, 3.50, 2.50, 1.50 Kinderstrümpfe, Knieform Baumwolle 1.50, 1.25, 1.-, 0.75 Kindersöckchen 0.90, 0.75, 0.50 Kinderhaferlsöckchen ab 0.60 Kinderschlüpfer, Baumwolle ...1.25, 1.-, 0.75 Kinderschlüpfer, Waschseide .. .1.50, 1. —, 0.75 Kinder-Unterkleider mit passenden Schlüpfern, Waschseide 6.-, 5. —,4.-, 3.- Kinder-Strickkleider 9.50, 7.50, 5.- Kinder-Spielanzüge und Kittel 6.-, 4.50, 3.-,2.25 Kindermäntelchen mit Hut.. 12.50, 10.50, 8.50 Kindersweater, B’wolle 2.50, 2.—, 1.50 Kinder-Sporthemden und Blusen 6.50, 5.50, 4.—, 3.— Kinder-Westen und Pullover 7.50, 5.—, 3 — Kinder-Badeanzüge 2. — , 1.50, 1.—, 0.75 Auf alle nicht besonders ermäßigte Sommerware,wie Kieler Waschkleidung, Drell-u.Bayemhosen usw 20% Rabatt ® Kurzwaren w"cn: a.ußcr .Wo.nc.und 10 % Rabatt 0 4812A Bin mit Neo - Kruschen - Salz außerordentlich zufrieden, möchte es unter keinen Umständen mehr missen! so schreibt Frau Th. O ... In München am 1. Mai 1930 und Äußert sich weiterhin wie folgt: „Nehme Nco-Kruschen-Solz seit 3Vi Jahren regel- mflßiff und habe immer guten Appetit sowie täglich regelmäßig iweimal Stuhlgang ohne den geringsten Darmreiz. Habe einigen meiner Bekannten Nco-Kruschen-Salz empfohlen, und sind diese auch sehr zufrieden.....gez. Unterschrift.“ Ein anderer Kruschen-Verbraucher. Herr Fr. Pt. . . . In Wattenscheid, schreibt am 22. April 1930 wörtlich wie folgt: ... - - . „Meine Frau gebraucht schon ungefähr o Jahre hindurch Neo-Kruschen-Salz, hauptsächlich wegen regelmäßigen Stuhlganges, und bat sich so daran gewöhnt, daß sie ohne Neo-Kruschen- Salz nicht mehr sein kann — es ist sozusagen schon eine Gewohnheit geworden. Alle anderen Mittel, die eie schon versucht hat. haben diese Regelmäßigkeit nicht herstellen können, darum sprechen wir Ihnen unseren besten Dank aus. gez. Unterschrift. Ferner schreibt Frau Wwe. E. K. In LNpzig-Gohlie am 30. April 1930 wie folgt: „Seit einigen Jahren verwende Ich Neo-Kruschen- Salz und konnte foststellen, daß Ich mit selbigem sehr zufrieden bin. Ich habe seit Jener Zeit einen geregelten Stuhlgang und habe Neo- Kruschen-Salz in meinem Bekanntenkreise sehr empfohlen..... gez. Unterschrift.“ (Originalschreiben liegen vor und können eingesehen werden.) Solche Anerkennungsschreiben gehen Tag für Tag ein und beweisen mehr als alle Worte. Beginnen auch Sie noch heute mit kruschen Sie werden zu dem gleichen Urteil gelangen und sogen: Es gibt nichts Besseres, ihre Lebensfreude und allgemeine Stimmung wird eine wesentliche Steigerung bzw. Besserung erfahren, denn Ihr Körper entschlackt sich, und die erforderliche innerliche Reinigung, die mit die Hauptsache fUr den Haushalt des menschlichen Organismus Ist, vollzieht sich ohne Anstrengung und ohne Irgendwelche lästigen Begleiterscheinungen. Ein Originalgins Neo-Kruschen-Salz kostet In Apotheken und Drogerien Mark 3.—, sein Inhalt reicht fllr 100 Tage. Aber hüten Sie sich vor angepriesenen Nachahmungen. Achen Sie auf den Namen Neo-Kruschen-Salz und die gelb/scbwarze Packung. Es gibt nur eine Einheitspackung. die In allen Ländern der Erde millionenfach Absatz findet und allgemein als das Wlrkungskrftftigsto und Hervorragendste fllr den Stoffwechsel Im menschlichen Organismus anerkannt Ist. Alle Schweine, zurückgebliebene mtd lolche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL ZS mengen. Verlangen Sie nur echtes Rastoi in Originalflafchen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel« apothebe Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Geschäfts-Drucksachen SS? Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftskart