Nr. 134 Erstes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch. 11. Juni 1950 (Er|d) n d u st r^ e für nächsten Donnerstag eingelaben worden, um über das Ausmaß der Preis- s£ SS &»»» L D - u N ch e n SB al t < V nid)? °l?höchslk ®üter dos Ausmah -selben etwas genaueres schienen und die daher der Frage der Wieder- “ J ® „li U tn p i f n p fi p n b n flin erreichung der Freiheit, die dem deutschen Kn LV Hner% e £ Volke durch die auf eine angebliche Schuld Deutsch- der Reichsarbeltsmrnister A eiE 1) e r geßenüber^üntKn, lönnff !° ->7 L ke"'7e u 1 e7e'g k?°"w^en E'"® wird die "än. und tS bezeichnen und h°alte dementsprechend auch die Lmp- Lhn-"und°Lch°tt-,umm- SAH pHid^mirb p^nfmat° hpm°9^nDti den Angestellten und leitenden Beamten be muß beachtet werden, daß auch dort nur die mnenminifters nicht stattzugeben. ü b e r t a r i f l i ch e n und nicht die tarif- Aich dem Attentat in Lissabon. Lissabon. 11. Juni. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend wurde die sterbliche Hülle des ermordeten Gesandten von Baligand von dem deutschen Friedhof an B ord des Kreuzers „Königsberg" gebracht. Ein vier- pänniger Wagen, der von einer Eskorte der republikanischen Garde begleitet war, trug den Sarg. Ihm folgten u. a. der Minister des Aus- Dr. Albert von Baligand t- wärtigen, der spanische Botschafter, eine Abordnung des diplomatischen Corps, das Personal der deutschen Gesandtschaft und des deutschen Konsulats, der Kaplan und zahlreiche Mitglieder deutschen Kolonie. Die Offiziere des deutschen Geschwaders nahmen am User den Sarg in Empfang, der in die Kajüte des Kommandanten gestellt wurde. Bei der Ankunft an Bord erwies die Besatzung des Admiralschiffes, mit den Offizieren an der Spitze, dem Toten die militärischen Ehren. Ein Oanktelegramm Hindenburgs. Berlin, 10. Juni. (WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg hat an den Präsidenten der Republik Portugal auf dessen Beileidskundgebung zum Tode des Gesandten Don Baligand nachstehendes Danktelegramm gerichtet: „Für die herzliche Anteilnahme, die Euer Exzellenz zugleich im Namen des portugiesischen Volke- anläßlich des tragischen Ablebens des Gesandten v. Daligand zum Ausdruck gebracht haben, spreche ich meinen tiefgefühlten Dank aus. Reichspräsident v. H i n d e nb u r g." Der Mörder des Gesandten. Danzig, 10. Juni. (TU.) Wie ergänzend bekannt wird, hat der Mörder des deutschen Gesandten von Baligand in Lissabon, Franz Riech o w s k i, nicht für Danzig optiert, sondern ist preußischer Staatsangehöriger. Er ist bereits in jungen Jahren wiederholt bestraft worden. Im Jahre 1908 erhielt er von der Danziger Amts- anwattschaft einen Verweis wegen Hausfriedensbruchs. 1909 und 1910 wurde er vom Schöffengericht in Danzig wegen Widerstandes gegen die Staats- gemalt, Beleidigung' und groben Unfugs zu Gefängnisstrafen verurteilt. Einige Jahre nach dem Kriege ergaben sich Zweifel an seiner Z u ° rechnungsfähigkeit, so daß er 1922 Aufnahme in der Heilanstalt Lauenburg in Pommern fand. Hier verblieb er bis April 1924. Darauf war sein Aufenthalt einige Zeit unbekannt. Später ging er wieder zur See. Oie Wetterlage. 15 Seydlsi 10 iDerdeeri' in mayei s dTö namott4 Ol26 4,, -HM-Berlln’Wp «SW"1 ; ~la (oruna Äus e Aesle lvng Siehe richtet Hega. 1929/30 hvchfrtz irre c Cntw" hen f bereits richt- ■ hener den oc Si'Mi gegeB Mn, Se"e F doch öc Hörerza gegen 1 starken schen haben s beit ent lmngsge hängig versetzt I auch klei Fortbesti ?u Helse die Dell schüssen Auherde Sieigeru: und die 2400 Mi jedoch tc nung in bundene durch z der letzt hin hin fahre zurückbl Progran Lage a etwa 7 reits schränki Tericht Gichen in dem halten, jährigen 3n der als Uerf Mta 1 auf dir hochschuli stattete i fen, den Kastenbei Kassenloa Taube Gegen Kr. Gulsci getrot kW 5’s|nc die det Aus der Provinzialhauptstadt. ® leben, den 11. 3uni 1630. Vo kshochschule Giehen. 3n der von dem ersten Vorsitzenden. Professor Messer, geleiteten Mitgliederversa mm- [und de- Verein» Volkshochschule Dieven e. D. erstattete — wie man uns berichtet — der Leiter der Volkshochschule. W. - e g a r, ben Bericht über da» Arbeltsjahr 1929 30. au» dem hervorging, daß die Volkshochschule in dem adgelausenen Lrbeitöjahr weitere Fortschritte gemacht hat. Hinsichtlich der Entwicklung der Volk-Hochschul arbeit in Dietzen selbst verwies der Berichterstatter aus den bereit» veröffentlichten ausführlichen Jahresbericht. Die oberhessische Arbeit der Dietzen« Volkshochschule hat sich ihrem Ziel, in den oberhessischen Städten und Landgemeinden Bildunasgemeinschaften auszubauen, die sich gegenseitig durch Lehrerau-tausch und materiell stützen, weiter angenähert. Wenn auch vereinzelte Fehlschläge zu verzeichnen sind, so weist doch > da« überraschend starke Anwachsen der Hörerzaht von etwa 800 im Jahr 1928 29 aus gegen 1400 im Jahr 1929 30 auch auf einen starken inneren Erfolg der etwa 66 oberhessi- schen Kurse hin. Dine Reihe von Derneinden Haden sich denn auch zu Beihilfen zu der Arbeit entschlossen, wodurch eine Reihe von Dil- dungsgemetnschaften nicht nur finanziell unabhängig geworden, sondern auch in die Lage versetzt sind die Giessener Zentrale durch, wenn auch kleine, Zuschüsse zu stützen und damit den Fortbestand der Giessener Volkshochschule sichern zu Helsen. Besonder- begrützen-wert ist jedoch die Gewährung von im ganzen 700 Mk. Zuschüssen durch die Kreise Giessen und Friedberg. Autzerdem ist aus» dankbarste zu verzeichnen die Steigerung des Staatszuschusses auf 2900 Mk und die des Zuschusses der Stadt Dietzen auf 2400 Mk. Die finanzielle Lage deS Vereins ist jedoch teil» durch die mit der raschen Ausdehnung in Dietzen selbst und in der Provinz verbundenen erheblichen Aufwendungen, teil» dadurch zur Zeit sehr ungünstig geworden, dass der letztjahrige Zuschutz der Stabt Dietzen Immerhin hinter den in den Erfahrungen der Vorjahre begründeten Erwartungen beträchtlich zurückblieb. Es war nicht möglich, das JahreS- prograrnm rechtzeitig der damit gegebenen neuen Lage anzupassen, so dass sich ein Desizit von etwa 750 Mk. ergibt, dessen Deckung durch bereits vorgonommmene erhebliche BctriebScln- schränkungen im Jahr 1930/31 gesichert ist. Der Berichterstatter wtcS darauf bin, datz, um in Dietzen auch im nächsten Winter die Arbeit in dem Umfang der früheren Jahre zu erhalten, eine rechtzeitige Bewilligung deS vor- lährigen städtischen Zuschusses Voraussetzung sei. In der Aussprache wiesen Rektor Schmidt als Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters und Rektor Reul als Vertreter de« StadtschulamteS auf die Bereitschaft der Stadt hin, die Volkshochschule nach Kräften zu stützen. Hieraus erstattet« der Kassenwart, Ludwig W e l l h a u - s e n, den von Bücherrevisor V a u b e l geprüften Kassenbericht. Die Versammlung entlastete den Kassenwart, und der Vorsitzende dankte Herrn V anbei für seine Mühewaltung. AuS der Vorstandswahl ist hervorzuheben, datz Mufik- lehrer Franz Bauer j r. zum zweiten Vorsitzenden gewählt wurde. Taten für Tonnerotag, 12 Joni Sonnenaufgang- 3.44 Uhr, Sonnenuntergang 20.15 älhr — Mondaufgang 22.10 Uhr. Mono- Untergang' 3.59 älhr. 1815: Gründung der Deutschen Burschenschaft in Jena. Vornotizen. — Tageskalenber für Mittwoch. Lichtspielhaus Bahnhof strotze .Karriere"; auf der Bühne: .Dastipiel de» EiSballetts Rose und Honeywith Morrison". (LiSbaliet im Lichtspielhaus Hervorragend« strafte der Ballettkunst hat zur Zelt das Lichtspielhaus Bahnhofftrahe zu Gast. Es ist das Ei » ba11ett Rose und Honey with Dorrifon mit acht Girls, die In einem abwechslungsreichen und flott verlaufenden Programm reizende Darbietungen der Ballettkunst bringen. Ist schon in dem Auftreten der Girls recht viel Schmitz und künstlerische Gewandtheit, so wird die» bei den beiden Solisten Role und Honen ganz besonder» erreicht. Hier bekommt man Leistungen zu sehen, die In Städten unserer Krätze nicht allzu oft geboten werden Besonder» interessant in der grotzen Fülle der tanzkünstlerischen '.'lussuhrungen ist da» (fleballetl, da» auf einer künstlichen Schlittschuhbahn vorgesuhrt wird. Die Schlittschuylauffläche wird auf der Bühne de» Lichtspielhauses in kurzer Zeit her- gestellt und besteht au» dein Ergebnis eines patentierten Verfahren», bei dem man es nicht mit Ei», aber doch mit einer Masse zu tun hat, die so glatt wie Ei» ist und fedensallo gute» Schlittschuhlausen ermöglicht Die schneidigen Eisballetteusen überraschen denn auch mit einer Schlittschuhkunst, die leider nur durch die etwas kleine Bühne nicht so zur Auswirkung kommt, wie man es beispielsweise im Berliner Eispalast sehen kann, die aber doch von einer Präzision und von einer künstlerischen Gediegenheit ist, vor der man alle Achtung Hoden mutz. Die Darbietungen diese» Ballett» als Ganze» verdienen sedensalls in vollem Auvmatze den autzer- orbentlid) lebhaften Beifall, der gestern abend nach dem Abschluß sedev Einzelaustretens und nach dem Ende der Gesamtdarbictungen durch da» Hau» b/aufte Cs darf wohl angenommen werden, bah das Gastspiel diese» Ballett», ba» noch einige Tage hier währt, auch weiterhin blc Beachtung ber Öreanbe einer guten Ballettkunst finbet • •• Sine 8 3 jährigc Mitbürgerin. Am 12. d. M. begeht Frau Elisabeth Seim Witwe geb.Becker, Hillebrandstratze II, in geistiger und körperlicher Frische ihren 83. Geburtstag. ** AuS dem Fen st er gestü r z t ist gestern vormittag der 11jährige Sohn der Witwe Anna Dümbel, Rodheimer Stratze 40. DaS Kind hat offensichtlich beim HinauSscbauen au» d'm Fenster da» llcbergctoicbt b.kommcn und stürzte aus dem Hochparterre aus die Straf',«. Mit einer Gehirnerschütterung, einem Bruch des linken Armes, einer Verstauchung deS rechten Arme» und anscheinend auch mit inneren Verletzungen mutzte der bedauernswerte Knabe nach Anlegung erster Verbände von der Freiwilligen SanilätSkolonn« vom Roten Kreuz der Ehirurgischen Klinik zugeführt werden. DaS Befinden deS Kindes war heute morgen den Umständen entsprechend befriedigend. •• Eine stattliche akrobatische Leistung vollführte zur Freude der Einwohner von Wiefeck ber Turner und Dachdecker Ernst v ch ö f f m a n n au» Wiefeck Am zweiten Pfingstfeiertag abend» gegen 22 Uhr betrat er in Wiefeck das hohe Seil einer Zirkuistruppc und legte den gefahrvollen Weg zweimal zurück, eine Leistung, die umso höher zu bewerten ist, alber Akrobat auf die wohlverdiente Gage verzichtete. Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitage- oder in der Samstagenummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens Im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags In der Geschäftsstelle auf " D i« Jagd im Kreis« Wetzlar. Der BezirkSausschutz In Koblenz hat für den Umfang des Kreises Wetzlar für da» lausend« Jahr di« Schonzeit für männliche Rehkä'.ber auf das ganze Jahr ausgedehnt. Weibliche Reh- kälber dürfen während der Zett vom l.Ro- vember blfl 31. Dezember erlegt werden. Amtsgericht Gießen. • ©leben, 27. Mal. Ein hiesiger Kaufmann fuhr am 7. Dezember v. I. nach 7 Uhr abend» von dem Oswaldsgarten her durch bl« Reustadt, Richtung Lahnbrücke. D» war dunstiges Wetter und ziemlich dunkel! die Stratze war natz. Etwa 20 Meter von ber Kreuzung Rordanlage-West- anlage entfernt gab er Signal, stietz aber mit einem anderen aus der Westanlage fommenben Auto zusammen. Diese» wurde infolge de- Anpralls herumgeschleudert und kam aus dem notz- glatten Boden zu Fall. Der ber llebertretung von Derkehrsvorfchristen angeklagte Kaufmann wurde mangel» Verschuldens s r e i g e f p r o ch « n. ES gelang Ihm, nachzuweisen, datz er vor der Kreuzung langsam gefahren ist und vor ihr rechtzeitig deutlich hörbare» Signal abgegeben Hal. Zwei andere ebenfalls den Strastenverkehr betreffenden Sachen mutzten zweck» weiterer Aufklärung vertagt tverden. In dem einen Fall bat der Angeklagte einem bei ihm beschäftigten Arbeiter aufgegeben, mit seinem Handwagen von der Wolkengasse aus auf dem gesperrten ©eite r 6 toe g nach dem Kreuzplatz zu fahren. Gr wurde angezeigt. Heute gab er di« Beschuldigung zu. beriet sich aber, um seine Frei- sprechiing zu erzielen, auf eine angeblich zwischen der Gelterswegvereinlgung und dem Lprcliistundcn dcr Nctmttion. 11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samttag nachmittag geschlossen Jflr unverlangt eingesandte Manuskripte ohne belgcfüflle» Hüdporto wird keine Gewähr übernommen (Sd)lufi de» redaktionellen Teil») Eine der wunderbarsten Geschichten unsere» Märchenschatze» ist ohne Zweifel die Erzählung vom Iungbiunnen ftiute wisstn wir. datz |< de ■ ein Jungbrunnen für Haut und Nerven ist. Steigern Sie seine erquldciibe und verjüngende Wirkung durch Zusatz von „Exlraparsümierl Naifer-Vorax". — 0» ist das Erzeugnis der Firma Heinrich Mack Nächst, Ulm a. d. D. 41l)4v Voliz«iamt zustande gekommene Vereinbarung. wonach es den einlchläaigen Selter»n>eg- anlicgem gestattet fei, die gesperrt« Strotze zu hemmen, um auf dem kürzesten Wege zu ihren Wohnungen und Lagern zu gelangen Ein auswärtiger Autofahrer war über den Lindenplatz in entgegengefetzter Richtung ge’abren. al» ber an geeigneter Stelle angebrachte deutlich sichtbare Richtungeanzeiger angibt. Io datz ba» Auto an ber Auefahrtsstelle. Musikalienhandlung Busch, mit der elektrischen Strotzenbahn zusommenstietz und den Transport gefährdete Der Autofahrer ist deshalb der fahrlässigen Gisenbahntransport- gefährdung noch § 31** Abi 1 de» RDtDB an- gekiogt. da die elektrischen Strotzenbohnen zu den Eisenbahnen im Sinn« ber angeführten De- en sind. „Ein grotzer Seedampfer auf dem Rhein." Vor einigen Dogen bat ba» neue Dapolin-Schiff „Stonos- fall“ der grösste 7onkbomps«r. bei je den Rhein vis Duisburg befuhren hol, am Puloburger Austen- Hofen festgemacht, um seine flüssige Aspholtlodung für bi? DAPG. zu Iosä>en E» ist bekannt, dost Asphalt sonst nur in fester Form in Fässern (brum») In ben Handel kam und vor der Hernien- bung geschmolzen werden mutzte. V ine Neuerung, ba» Produkt in heitzslüssigem terhitztem) Zustande zu versrächten, ist jetzt auch bei ber 'IWrforgung bco deutschen Binnenlonde» verwirklicht worden Die sich hieraus ergebenden Vorteile liege» aus der Hand. Do» Schiss, da» zur Flotte ber Dopolin- Gesellschaft gehört, ist hauptsächlich für den europäischen Seedienst bestimmt. 252ÖV XudiJunx und> fycd.nx' Xxfvr van. tpinerL tin Hudnut \diit v. ^c d' // Ye du. < (r//ifdd. rcr. uhent undgleichcrdid dK>n X ereenjugcnd/iche. verleiht! Gegen Gicht, Rheuma, Stein« und Stoffwechselleiden! - Ermäßigte pauschalkuren: Oie ersten 3 Wochen QJtinbcffb.): Pauschalpr. 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Staff KarfenI Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Dr. Friedrich Wilhelm loh und Frau Kiesel geb. Ziegenhain Giestcn 03664 Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Dege unseren herzlichsten Dank Reinhold Dolk und Frau, geb. Wagner Klein-Linden, den 11. Juni 1930 03712 Bekanntmachung. Der Voranschlag dcr Gemeinde Kuller»-1 Kausen für Rj. 1930 liegt vom 11. bi» ein schiietzlich 17. d. M. auf unserem Bureau I zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von Einwendungen offen. Ev ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen hoben. 4.164V Nuttershausen, den 10. Juni 1930. Bürgermeisterei Ruttershausen. Schwa rz Gartenmöbel In Holz und Eisen für Gaststätten aller Art Jacob DiesFranklorl a M.23 Lanßestr. 35 / Telephon Hansa 23854 _ Gelegenheit Piano neuwertig, nur drei Mvnaie gespielt, mit voller Garantie. 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Juni 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, dahier, zwangs-, weife gegen Barzahlung: 4368DI eine Schnellpresse, fünf Waren« schränke, einen Kassenschrank, drei Schreibmaschinen, ein Wirtschafts- büfett, ein Büfett, einen Teppich, eine Kredenz, eine Standuhr, einen Schreibtisch, einen Tisch mit neun Stühlen, einen Bücherschrank, einen Schrankgrammophon, eine Chaiselongue, zwei Holländer, 100 Kokos- besen, zwölf Roßhaarbesen, 15 Kinderklappstühle, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Kinderspiele, 40 Fahrleinen, fünf Waschleinen, 24 Fruchtfäcke, 20 Feldstühle, fünf Klappstühle, 100 Karton Christbaumschmuck. Bestimmt: einen neuen Fuchspelz, eine Schreibmaschine, gebraucht, Stoewer, Nr, 121 454. Sern, Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstraße 13, Telephon 4101. 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Seelachs..........Pfund 35 4 Seehecht.............Pfund 65 Goldbarsch..........Pfund 40 -- Nutzungen..........Pfund 60 4 Knurrhahn..........Pfund 30 -z Irische Fifchfilets-.-Pfund 60 4 Koteletts............Pfund 50,) Reinste engl. Matjes-Heringe Stück 25 e\, Matjes-Filets, St. 15«) Echte Sommer-Maltakartoffcln Pfund 25 H 3 Pfund 70«) Irische Tomaten. Kovfsalat, Sa- latgurken, neue Zwiebeln, frische Zuronen, Apfelsinen, Bananen Arische Tafetävfel, Pfund 60 4 3 Pfund 1.70 MMlMlM Badnbofttr.27 Fernfvr.3631 _______ 4180 A Trotz 0 beigs pr Umstand« denAe tischen 5 sich in gerade dets- u das ja einmal uns mi! begünffi damit ii <6er 2?i( Freiheit jedensall unsere < geben, t Eriahrui werten i Aer de einer s^ mlt ' Ls- ur sichtb "zwar fo! fuhr m tlvNS! auch aü berg g« das 2lu- ner N* orSentlio dies lln Mi obe lassen kor Es ift sührrkng jnnewoyn danke, dc Zollzuschl verlangen lenes au nationalei nen, wie jeden 5a* Presse de einfach, nölen uni Lande au: men, so e verte Zn meichen. bem kom IDftem, Gebäude lands in richtet w bergschen dessen a tig sogar Hinzu Hie es 1 Vereinig iik ausg deren 2 nötigens^ nicht ük Autar Lage, l Äohssoffl so zu fr kann. 3 die Huge Reparatil hviitischen nicht anb< Iröhnlichei beftmfafig mit allen gen. Cs i dah es I daß an a delskriege getofler tr heidr Dienstag der Unit)« Adolf o. el iur. h M jur hatnatf h heidetberc ö°iser-W bereits 6 roat, stet, ein. Die iff ber 2 „Harr M in Avlogj, terstadt 1 Nt v J* v« nannt. Als 5°öem ?ltsc der Qpi ^'lsensc toetf , L"°Z nand? ^ngel J öle" Mittwoch, N. Zuni 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. (34 Zweites Blatt „Sichtbare" Reparationen? Der deutschnationale Parteiführer hat sich in einer seiner letzten Reden unter anderem auch mit der AeparationSfrage besaht und dabei das Postulat aufgestellt, daß in der deutschen Handels- und Wirtschaftspolitik die Reparationen .sichtbar" gemacht werden mühten. Und zwar forderte er. dah die gesamte deutsche Einfuhr mit einem besonderen Repara- tionszollzuschlag belastet werde, der auch als solcher zu kennzeichnen sei. Hugen- berg ging hierbei von der Erwägung auS, dah das Ausland. dah insbesondere unsere Kriegsgegner handelspolitisch am deutschen Markt außer- ordentlich interessiert seien und dah man sich dies Interesse auf deutscher Seite getrost mit dem oben gekennzeichneten Zuschlag honorieren lassen könne. Es ist nicht zu leugnen, dah der Beweisführung auf den ersten Blick etwas Bestechendes innewohnt. Es ist ja auch ein au schöner Gedanke, dah unsere Kriegsgegner durch besondere Zollzuschläge die Reparationen, die sie von uns verlangen, selbst bezahlen sollen. Wir halten eS auch für falsch, die Forderung des deutschnationalen Parteiführers so rundweg abzulehnen, wie das bereits in teilweise hämischen, auf jeden Fall aber sehr unkritischen Glossen in der Presse der Linken geschehen ist. Allerdings: so einfach, wie es sich vielleicht die Deutschnationalen und ihre politischen Gesinnungsfreunde im Lande ausmalen, ist den Dingen nicht beizukom- men, so einfach lassen sich prinzipiell wünschenswerte Ziele in unserer Wirtschaftspolitik nicht erreichen. Denn es ist nicht zu leugnen, dah be' dem komplizierten Meistbegünstigungs- shstem, auf dem die Wirtschaftspolitik und das Gebäude der Außenhandelsbeziehungen Deutschlands in den letzten sechs Jahren wieder aufgerichtet worden sind, die Umsetzung der Hugen- bergschen Forderungen in die Praxis zum mindesten außerordentlich erschwert, gegenwärtig sogar unmöglich ist. Hinzu kommt eine politische Machtlosigkeit, die es uns nun einmal nicht, wie etwa den Bereinigten Staaten, gestattet, Hochschuhzollpoli- tik ausgeprägtesten Charakters zu treiben und deren Anerkennung durch die anderen Staaten nötigenfalls zu erzwingen. Wir verfügen endlich nicht über die notwendige wirtschaftliche Autarkie, das heiht, wir sind nicht in der Lage, unseren Lebensmittel- und industriellen Rohstoffbedarf aus den eigenen Bodenschätzen so zu decken, wie das Amerika jederzeit leicht kann. Bei genauerem Zusehen zeigt sich, dah die Hugenbergschen Forderungen aus besondere Reparationszölle angesichts unserer wirtschaftspolitischen und handelspolitischen Gesamtlage nicht anders wirken können als irgendwelche gc- wöhnlichen Zolltariferhöhungen. Sie würden uns bestenfalls neue langwierige Zollverhandlungen mit allen unseren Handelsvertragspartnern bringen. Cs ist aber tausend gegen eins zu wetten, dah es hierbei nicht bleiben würde, sondern dah an allen unseren Wirtschaftsgrenzen Handelskriege entstunden, deren Ausgang noch ungewisser wäre als der Zvllkarnps. den wir Jahre hindurch mit Polen zu führen hatten. Trotz allem bleiben die Anregungen Hugen- bergs prinzipiell beachtlich. Sie können unter Umständen den Anstoh zu einer grundlegenden Aenderung unseres ganzen handelspolitischen Systems führen, dessen jetzige Gestaltung sich in der Mehrzahl der Fälle praktisch nicht gerade besonders günstig für die deutsche Handels- und Zahlungsbilanz ausgewirkt hat. wie das ja auch von demokratischer Seite mehr als einmal offen zugegeben worden ist. Wir haben uns mit dem System der uneingeschränkten Meistbegünstigung einigermaßen sestgelaufen, wir sitzen damit in einer Zwangsjacke, die uns nach mancher Richtung hin die notwendige Bewegungsfreiheit raubt und die alles in allem bisher jedenfalls mit Erfolg verhindert hat baß wir unsere Zahlungsbilanz aktivieren konnten. Zugegeben. dah nach dem Kriege die notwendigen Erfahrungen auf dem Gebiete der wünschenswerten und der notwendigen Ein- und Ausfuhr Adolf von Harnack-s- Heidelberg, 10. 3uni. (TU. Funkspruch.) Am Dienstag um 18 Uhr starb im 79. Lebensjahr in der Universitätsklinik der wirkliche Geheimrat Prof. Adolf v. h a r n a d , Dr. theol. et phil., Dr. med. et jur. h. c., Präsident der kaiser-w ilhelm-Gesell- schaft zur Förderung der Wissenschaft. Exzellenz von harnack hatte sich auf der Reise -von Berlin nach Heidelberg zur Tagung der Generalversammlung der üaiser-wilhelm-Gesellfchaft leicht erkältet. Nachdem bereits eine Besserung des Befindens eingetreten war, stellte sich in den letzten Tagen hohes Fieber ein. Die Einäscherung soll in Berlin stattfinden, doch ist der Tag der Ueberführung noch nicht festgesetzt. Harnack entstammt einer altangesehenen lutherischen Theologenfamilie und wurde am 7. Mai 1851 in Dorpat als Sohn eines Professors der Theologie geboren. Er absolvierte in seiner Vaterstadt das Gymnasium und studierte daselbst auch Theologie. Im Jahre 1874 habilitierte er sich in Leipzig als Privatdozent, wurde dort zwei Jahre später außerordentlicher Professor und folgte 1879 einem Rufe als ordentlicher Professor nach Gießen. In gleicher Eigenschaft kam er 1886 nach Marburg, und 1889 nach Berlin. Hier wurde er 1890 zum Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt. 2lls Theologe war Harnack der Führer einer modernen Gruppe, die, ausgehend von Albrecht R i t f ch l und gestützt auf kritische Untersuchung der geschichtlichen Quellen, eine Versöhnung des Christentums mit dem Bewußtsein des naturwissenschaftlich Gebildeten anstrebt. Sein Hauptwerk ist seine dreibändige Geschichte des christlichen Dogmas. Bedeutsam ist auch seine Geschichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften. 1906 wurde Harnack zum Direktor der königlichen Bibliothek in Berlin ernannt Anfang 1914 wurde er in den erblichen Adelsstand versetzt. Harnack hat übrigens auch den evangelisch-sozialen Kongreß ins Leben gerufen und lange Jahre hindurch geleitet: außerdem hat er die Kaiscr-Wilhelms-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften geschaffen, deren Präsident er gewesen ift. Als Wissenschaft^ -5«- Persönlichkeit wurzelte der Gelehrte öui^uujö tu iXn Traditionen des neun- noch fehlten und daß diese Erfahrungen erst gesammelt werden mußten. Heute aber, da wir seit mehr als fünf Jahren wieder von der Meist- begünstiaungsklaufel des Versailler Diktats befreit sind, dürften genug Erfahrungen vorliegen, und man könnte jetzt vielleicht daran denken, das System der deutschen Handelspolitik mindestens für die Dauer des Reparationszwanges umzu- wandeln etwa in ein System der Kontingente oder sonstiger zweckentsprechender Maßnahmen, die die entbehrliche Einfuhr wirksamer als bisher drosseln, dem deutschen Export aber, ohne dessen Ausweitung an Reparationszahlungen auf die Dauer ja gar nicht zu denken ist, die Wege nach draußen besser als gegenwärtig ebnen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir aber die Anregungen des deutschnationalen Parteiführers noch einmal nach einer anderen Richtung hin ausweiten. Wie wäre es, wenn die Reichsregierung sich endlich dazu entschlöße, gewisse Steuerarten in bestimmten Prozentsätzen a l s Reparationssteuern zu deklarieren? Wir könnten uns vorstellen, dah man die Auswirkung der deutschen Tributlast wirksam und sichtbar machen könnte, indem man beispielsweise alle Tabakcrzeugnisse mit besonderen Banderolen für diesen Zweck versieht, indem man bestimmte Anteile der Lohn- und Einkommensteuer, die als solche ‘auf dem Lohnzettel erkenntlich gemacht werden müßten, hierfür bestimmt usw. Die fiskalischen und außenpolitischen Bedenken, die hiergegen sprechen, wiegen unseres Erachtens nicht so schwer wie die politisch-erzieherischen Vorteile, die die Reichsregierung bei konsequenter Durchführung dieses Systems aus die Wählerschaft erzielen kann. Rur wenn man jedem einzelnen immer wieder und täglich vor Augen führt, daß er selbst es ist, der die Reparationszahlungen aufzubringen hat. dann wird man in der gesamten Ration den Abwehrwillen großziehen, ohne den eine künftig« Revision der jetzigen Abmachungen schwerlich zu haben fein wird. Zwei deutsche pi-eisträg-'r. Links: Studienrat Dr. Anton Gabele (Koblenz) erhielt, wie bereits gemeldet, den Jugendpreis Deutscher Erzähler 1930 in Höhe von 10 000 Mark für seinen Bauernroman „Im Schatten des Schicksals". Rechts: Bildhauer Josef Henselmann (Mün- chen) erhielt den „Billa-Roinana"-Preis, her neben einem Barpreis von 2000 Mark die Gewährung von Wohnung und Atelier m der bei Florenz gelegenen Villa Romana umfaßt. Tumen, Sport und Spiel. pftngflrvünötrfabrf des Deu schen Nanuverbandes Die vom Oberrhrin- und Mainkreis des Deutschen Kanuverbandes während der Pfingsttage auf der Lahn veranstaltete 6. Wanderfahrt hat die an sie gestellten Erwartungen voll erfüllt. Don herrlichem Sommerwetter begünstigt, war die Veranstaltung ein Ereignis für die Städte im Lahntal. Wohl blieb die Beteiligung an der Fahrt ziffernmäßig hinter denen der letzten Pfingstwandprfahrten zurück, da sich mancher Paddler durch die vielen Schleusen der Lahn abhalten ließ, aber darunter litt nicht der herzliche Empfang, der den Kanuten durch die Bevölkerung zuteil wurde Schon am Dienstag begann die Lahnfahrt von Marburg aus. Es waren nur etwa 60 Boote, die die Fahrt über Gießen, Weilburg nach Runkel antraten. Arn Pfingstsamstag aber rollten Züge um Züge mit Paddlern in Runkel ein. ilm Ufer der Lahn wuchs aus dem Boden heraus eine Zeltstadt von über 200 Zelten, das Ziel vieler Schaulustiger. Die Feuerwehrtapelle gab. ein. Freikonzert und Begrüßungsansprachen wurden gehalten. Ein Fackelzug führte etwa 2000 Teilnehmer durch die festlich illuminierte Stadt. Stadt», Ufer- und Burgbeleuchtung erhöhte die Festesfreude. Für die verfchiedenen Begrüßungskommerse langten die Lokalitäten der Stadt nicht aus. Runkel hatte einen Fremdenverkehr wie nie zuvor. Am nächsten Morgen (1. Pfingstfeiertag) wurde die Wciterfahrt angetreten. Ebenso schnell wie die Zeltstadt erstanden war, verschwand sie auch wieder. Etwa 600 Boote machten sich aus die Reise talabwärts nach Diez. Dieses wurde gegen Abend erreicht. Auf der Brücke und an den beiden Ufern stauten sich die Menschenmengen. Böllerschüsse krachten, Musik spielte. Wieder schossen die Zelte wie Pilze aus dem Erdboden. 240 solcher Zelte zählte man. Den Höhepunkt der Veranstaltung in Diez bildete der Festabend im Hof von Holland, dieser konnte leider nicht alle Teilnehmer fassen. Es sprachen Vertreter der Regierung, der Vorsitzende des Lahntalverkehrsbundes und der Bürgermeister der zehnten Jahrhunderts: gegen spekulative ©c- schichtsphilofophie verhielt er sich skeptisch. Eine gewisse Rüchternheit und kühle Sachlichkeit kennzeichnen seinen Stil wie seinen Vortrag. Die neueren mystischen und metaphysischen Richtungen in der Theologie blieben ihm fremd. An seinem 78. Geburtstag wurde ihm zu Ehren das Harnack-Haus in Berlin-Dahlem ein- geweiht, das. von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft errichtet, als deutsches Auslandsinstitut für ausländische Gelehrte dienen soll. Verheiratet war Prof. v. Harnack mit einer Tochter des Prof. Thiersch. einer Enkelin des berühmten Agrikulturchemikers Liebig. Gießener Siadttheaier. Srcb Antoine Angermayer: »Flieg', roter Adler von Tirol!". Die neue Spielzeit wurde mit einem stärkeren und ernsteren Akkord eröffnet, als man es seither zu Beginn der sommerlichen Saison gewohnt war. Man hörte das im Herbst 1929 in Bremen uraurgefübrte, inzwischen mit großem Erfolg über viele Bühnen im Reich gegangene brciatiige Volksstück »Flieg, roter Adler von Tirol!" von Fred A. Angermayer. Ein Stück von ausgesprochen nationalem Tenor, unter Dauern am Brenner spielend, das seinem Thema nach eher von Schönherr stammen könnte, und das aus der Hand Angermayers, übrigens eines geborenen Oesterreichers (Linz 1889), immerhin ein wenig überraschend kommt, wenn man sein bisheriges Schaffen überblickt. Angermayer, der mit Stücken wie »Komödie um Rosa", ^Komödie um Mittag" und .Kirschwasser" wechselnden Erfolg hatte, als »Prophet und Rachahmer Georg Kaisers" in die Literaturgeschichte eingeführt wurde und sich in mancherlei merkwürdigen expressionistischen Versuchen gefiel, schrieb hier mit routinierter Feder ein ziemlich unliterarisches, sehr aktuelles Zeitstück, das allenthalben einer breiten und unmittelbaren Theaterwirksamkeit sicher fein kann. — obwohl cs stellenweise durchaus undramatisch geformt ist. In der Zentralgestalt der alten Eggthalerin, die den einsamen Ber^aslhos an der Brenner- Stadt Diez. Besonders vermerkt wurde die Anwesenheit des Ehrenvorsitzenden des Deutschen Kanu- verbandes. Aus allen Ansprachen heraus klang die Freude, daß der Deutsche Kanuverband die Lahn für seine Pfingstfohrt ausersehen hat. Der nächste Morgen (2. Feiertag) sah schon früh frohes Treiben in der Zeltstadt. Choralbläser vom Schloßhof und ein Feldgottesdienst waren das Zeichen zum Aufbruch, und unter Musik- klängen und den begeisterten Jubelrufen der Bevölkerung zogen die Kanuten weiter. Die Mineralquelle Fachinger hatte einen besonderen Empfang vorbereitet. Wimpelgeschmückt empfing sie die Paddler, labte sie durch einen Freitrunk, überraschte sie durch Festgeschenke und führte sie durch ihre Quellenanlage. Von hier aus grüßte Stadt um Stadt die stromabwärts sahrenden Paddler, überbrachten ihnen Grüße der Lahn- bevölkerung und ließen sie wissen, wie gern» die Paddler gesehen wurden. Am Abend aber fuhr die Flottille, etwa 600 Boote stark, in Obernhof ein. Während ein Teil der Paddler von hier aus die Heimfahrt antrat, wurde den bleibenden Kanuten wiederum ein herzlicher Empfang zuteil. Eine große Beleuchtung des Klosters Arnstein bildete den Abschluß der Wanderfahrt. Am Mittwochmoraen setzen etwa 350 Kanuten die Weiterfahrt bis Köln über Bad Ems. Koblenz und Mehlem fort. Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Laut Beschluß des Ausschusses für das Deutsch e T u r n - und Sport abzeichen und des Reichsjugendabzeichens des DRA. sind die Bedingungen für Gruppe I (Schwimmen) wie folgt festgelegt worden: A. Männer: a) Schwimmen über 300 Qlleter in 9 Minuten. In stehendem Wasser ober hin und zurück in fließendem Wasser. Ist der Strom zum Zurückschwimmen zu stark (die Entscheidung hierüber liegt lediglich in den Händen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwimmverband — Deutsche Turnerschaft, deren ausdrückliche Genehmigung vorliegen muß), so kann eine Zeit von 15 Minuten ohne Unterbrechung gc- grenze in Tirol noch rüstig beherrscht, die welschen'Blutes ist, aber seit Jahrzehnten auf deutschem Boden lebt, ist ein gleiches (inneres, menschliches und dramatisches) Problem beschlossen wie in Schickeies elsässischem »Haus im Schnakenloch": die ewige Friedlosigkeit deS zwischen zwei Vaterländern, zwischen zwei seelischen Bezirken im Ungewissen schwebenden Menschen an der Grenze. Freilich war bei Schickele das Problem wirklich ins Innere getrieben, gestaltet und ausgetragen. Bei Angermayer wird es angeschlagen und wieder verloren, wird das menschliche Problem ins politisch Aktuelle gewendet, der dramatische Kern in Episoden, Erzählungen und Tatsachenberichte aufgelöst, zerredet unb mit einer stellenweise sehr dick auf getragenen Gefühlsseligkeit und manchen handgreiflichen Symbolismen verwässert. Die Eggthalerin ist beschuldigt, eine Verräterin zu fein und die eigenen Landsleute zu bespitzeln: sw soll den Tod der Botenfrau verschuldet haben, die heimlich deutsche Zeitungen über die Grenze brachte und angeblich von den fremden Soldaten erschlagen wurde. Der Verdacht ist falsch, der Täter war ein Italiener: die Eggthalerin, anfangs von den Tirolern gemieden und gehaßt, ist zuletzt vollkommen gerechtfertigt: sie bricht chr trotziges (unb nicht immer begreifliches) Schweigen unb bekennt sich zum deutschen Lanb, wo sie groß geworden ist. und zu den Leuten diesseits der Grenze mit ihrer Rot, ihren Sorgen und Hoffnungen. Und zuletzt richtet He den roten Tiroler Adlerschild über dem House auf, das nicht mehr Grenzhof, sondern Tiroler Hof heißen soll für die Zukunft. Um die Eggthalerin herum eine Reihe geschickt gezeichneter Bauerngestalten: zwischen dem unausgetragenen Drama der alten Grenzbäuerin die wirkungsvoll inszenierten Episoden, Stimmungsbilder und Berichte aus Südtirol, die sicherlich »um großen Teil auf Tatsachenmaterial beruhen und mit viel Rachdruck und patriotischem Schwung auf die Bühne gebracht werden. Stellenweise allerdings auch mit einer Redseligkeit und theatralischen Pat^tik, die zu der schlichten, Wurzelhaften und verschlossenen Gemütsart des Bergvolkes wenig zu passen scheint. Auch kommt die Lösung, soweit es f" '• überhaupt eine j u-&en L.ai, em u schwömmen werden. Treibenlassen ist auf jeden Fall verboten. b) Grundschein der Deutschen Leben-re ttung-- Gesellschaft. B. Frauen: a) Schwimmen über 200 Meter in 7 Minuten. Der Rachsatz ist derselbe wie unter A. Männer. Urkunde hefte mit Wirkung vom 1. April b. 3. ab werden nur dann anerkannt, wenn jede Prüfung neben den Unterschritten der beiden Prüfungsabnehmer auch den Verband-stempel (Kreis-, Bezirks-, Gaustempel) trägt. Der bisher auch gültige Vereinsstempel wird allein nicht mehr als ausreichend anerkannt. Vorstehende Bestimmungen treten sofort in Kraft. Rach den neuen Bestimmungen werden Prüfungen für Männer und Frauen am kommenden Sonntag. 15. Juni, vormittags 11 Uhr. in der Müllerschen Badeanstalt in Gießen abgenommen. Teilnahme ohne vorschriftsmäßig ausgefülltes Urkunbehest ist ausgeschlossen. Um die SanddaUmeinerschafi der VT. vorwärts Breslau im Endspiel der Frauen. Ulm 6:0 (2:0) geschlagen. Vor nur wenigen Zuschauern standen sich im Wiederholungsspiele der Zwifä-enrunde zur F r auen» Handball m ei st erschuft der DT. die Mannschaften von Vorwärts Breslau, dem Titelverteidiger, und des süddeutschen Meisters, Turnerbund Ulm, gegenüber. Bis zur Halbzeit mußten die Süddeutschen bei ausgeglichenem Spiele zwei Tore des Gegners hinnehmen, ohne selbst eine ihrer zahlreichen Chancen ausnutzen zu können. Nach Pause lieferte der Breslauer Sturm ein ganz glänzendes Spiel und erzielte noch vier Tore, so daß Ulm mit einem Ergebnis von 6:0 ausgefchaitet wurde. — Im Endspiel am 22 Juni trifft nun Dor- märte Breslau in Breslau mit der Berliner Turner- schäft zusammen. ÄaS Marlnedentmal In Möltenort bei Mel. Die feierliche Einweihung des Denkmals. Wi Am Pfingstsonntag wurde das Ehrenmal für die 5132 Kriegsopfer der deutschen U-Bootflotte in Möltenort bei Kiel feierlich eingeweiht. Zahlreiche ehemalige Marineangehörige wohnten der Feier bei. zu überraschend, zu unvermittelt und zu ge- flisfentlich. — Die Aufführung, von Peter F a s s o 11 inszeniert, war eine tüchtige und abgerundete Leistung: die Regie hatte mit sicherem Instinkt die aktuelle unb populäre Theatralik ber Szenenfolge erkannt unb brachte bie zeitnahen Konflikte ber politischen Fabel mit kräftiger unb unmißverständlicher Steigerung zu lebhafter Wirkung. Mit ber Gestalt der alten Eggthalerin im Zentrum ber drei Akte verabschiedete sich Lieselotte Fuhrmann vom hiesigen Publikum. Es ist die letzte, große unb ernste Rolle, die sie bei unS zu spielen hat. Rach ihrer starken unb unvergessenen Leistung in den „Troerinnen" wirb es niemanden mehr überraschen, dieser noch sehr jugendlichen Schauspielerin in der Rolle einer Greisin zu begegnen. Sie Hot boch Wohl eine stille unb sicher gut begründete Vorliebe für derartige Figuren, und man muh sagen, daß sie auch hier wieder ihre Ausgabe ausgezeichnet gelöst hat. Man sah eine schöne, klare und kräftige Gestaltung aus einem Guß, — rund und sicher, ohne falsche Töne und unter anerkennenswertem Verzicht auf billige Effekte umrifsen. Fräulein Fuhrmann darf mit dieser Leistung, die gewiß zu den besten ihres reichhaltigen Repertoires zu zählen ist. einen großen Teil des Erfolges der Reueinstudierung für sich in Anspruch nehmen. Sie hätte sich kaum einen vorteilhafteren Abgang wünschen können. — Auch alle übrigen standen mit löblichem Eifer ihren Mann. Den Toni Eggthaler gab Wese - ner mit frischen Gefühlstönen und kräftigem Ausbruch: den Lorenz spielte Arzdorf kernig und bieder, — wie er im Buch steht. Ein paar gut ausgearbeitete Chargen boten Hais (Moserschmied). Hub (Fasserloisl). Haeser lJackl), Volck iKramer) und Louise Schubert- Jüngling (Kräuterwaberl,: Linkmann (Kapuziner) schien vom pathetischen Tlcberschwang seiner Rolle ein wenig beeinträchtigt, Dom- misch (Kramerpoldl) im Dialekt nicht ganz taktsicher. Ilse Jahn unb Georg Eilert in kleineren Ausgaben vervollstänbigten bas Ensemble. — Der Besuch war recht mäßig; der Beifall stark und einmütig. hth, - i Tag» feint! Klasse 3. in Griesheim seinerseits sein erstes Tor. Gießen bedrängte 4 Nachdruck verboten. 33 Fortsetzung. geschehen?' i f ein Wort, Herr Arras", bat Peter und hielt das ge- / -’m / er sie, zog und Stock dert Mark. Er setzte sie beide aus und verlor sie. Peter fühlte, daß irgend etwas geschehen war, dos seinen Untergang bedeutete. Gleichzeitig mit Wechsel Endsieg komme gerade von ihm", unterbrach seinen Mantel aus und legte Hut beiseite. Konstanze erbleichte. „Mm Gottes willen, was ist denn „Es ist nichts geschehen!" Individuum am Aermel fest. „Ach Sie, Herr Uhlstädt! — Ich wollte nicht met ... _ , , verringerte sich mehr und mehr. Schließlich fühlte er nur noch zwei Stücke zwischen den Fingern. Er betrachtete sie. Jede der Marken galt hun- mit seinen Spielmarken in der Tasche. Diese Bewegung wurde so mechanisch, daß er sie gar -hr wahrnahm. Das Häufchen Marken das Gästetor, mußte sich aber noch ein zweites Tor gefallen lassen. Halbzeit 2:0 für Griesheim. Im selben Maße, in dem die Gäfteels vor der Pause überlegen war, waren dies nachher die Einheimischen. Nachdem Gießen einige Zeit überlegen war, wurde es in di? Defensive gedrängt. Ein scharfgeschossener Freistoß führte zum dritten Tor Griesheims. Gießen fiel ab und mußte sich noch ein viertes Tor gefallen lassen. — Bei kompletter Mannschaft hätte Gießen an beiden Tagen bestimmt bessere Resultate erzielt. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen Ib — Kassel-Lichtenau I 2:2. Am ersten Psingstfeiertag trafen sich obige Mannschaften zum Rückspiel auf dem Trieb. Das Borspiel konnte Kassel hoch für sich entscheiden. Beide Mannschaften betraten in stärkster Ausstellung das Feld. Dom Anstoß ab entwickelte sich ein flottes Spiel, das auf beiden Seiten spannende Momente brachte. Gießen konnte bald durch einen schönen Angriff zum Führungstor zur Pause leisteten die Gäste mit dorn wind guten Widerstand. Rach dem wurde 1900 überlegen und konnte den 6:2 sicherstellen. Spiele der Jugend. Spielvereinigung 1900 Gießen. Pfingstspiele. 1900 kombiniert — Steinbach l 9:2 (3:1). 1900 III — Grünberg II 4:0 (2:0). 1900 IV Elmshausen I 6:2 (2:2). ö. Das vorgesehene Spiel der Ligareserve rade zum Bakkarat. Beim Trente et quarante ist heute nichts los." „Hören Sie, Herr Arras! Ohne Umschweife nicht wahr?" Peter verzog die Lippen und ein verunglücktes Lächeln erschien um seinen zuckenden Mund. „Ohne Umschweife also! Können Sie mir leihen? — Ich habe verloren." Der Verkrachte überlegte, verdrehte die Augen wie eine Filmdiva und fragte schließlich: „Wieviel?" Tausend Mark." Zahlbar?" Binnen achtundvierzig Stunden. „Alles binnen achtundvierzig Stunden." Helbing sah, wie Peters Gesichtsfarbe einer Leichenbläsfe wich. Es hatte den Anschein, als wäre Peter einer Ohnmacht nahe. „Wir werden sofort nach Hause fahren", sagte Kurt Helbing und zog den Halbbetäubten nach dem Ausgang zu. Peter war willenlos. Hätte er nur noch einen- geringen Rest von Energie besessen, so hätte ec geschrien: „Laßt mich hier an dem Ort, an den ich gehöre! Laßt mich hier, bis ich verrecke in den Armen Mammons!" Run aber war jeglicher Widerstand gebrochen. Er war kraftlos und nicht mehr fähig, selb-, ständig zu handeln. Als Konstanze am nächsten Abend gerade im Begriffe war, sich anzuziehen, und zu Peter zu gehen, klopfte es an ihre Tür. Kurt Helbing trat ein. Das erste, was-Konstanze auffiel, war Helbings ungewöhnlich ernstes Gesicht. Das zweite, was ihr auffiel, war, daß Helbing mit dem Sommermantel bekleidet war und Hut und Stock in der Hand trug. Er trat beinahe unhöflich rasch ein. „Haben Sie Zeit, Frau Konstanze?" fragte er überstürzt. „Ich wollte gerade zu Peter." „Dann darf ich Sie bitten, zu bleiben. Ich Peter erhob sich. Seine irren Blicke schweiften über die Galerie der Spieler und über die Zuschauer. Aber er erkannte kein einzelnes Gesicht. Vor seinen Augen tanzten alle die Menschen und drehten sich um ihn. Er hatte das Gefühl, als säße er auf einem Karussell. Er wankte, indem er nach dem anderen Teile des Saales schritt. Unsicher ging er, als hätte er beweglichen Boden unter den Füßen. Er hatte sein letztes Geld verspielt. Dieser Gedanke saß ihm nun stumpf im Hirn. Er hatte nicht einmal ein bestimmtes Ziel, als er jetzt in den Rebensaal ging. — Er bohrte die Hände in seine Taschen und kramte darin herum. Vielleicht steckte da doch noch irgendeine vergessene Marke. Aber er fand nichts. — Plötzlich lachte er ganz laut auf. Erst jetzt schien er wieder zur Besinnung zu kommen. Er konnte sich ja Geld borgen. Hier im Trente et quarantc-(5aal waren genug bekannte Gesichter. Da war dieser Graf von Mencken. Ein freundlicher alter Herr. Dort war Fräulein Paulinowitsch, eine alte Jungfer, die ihrer verlorenen Jugend und Schönheit hier am Spieltisch nachtrauerte. Da war Joachim Eulitz zu (Süden, ein früherer illanenleutnant, Rennreiter und Sportsmann. Da war ein kleiner, unscheinbarer Mensch, eine verkrachte Existenz, Arras nannte er sich. Er war wohl früher einmal Buchmacher gewesen oder Trainer oder vielleicht auch nur Stallmeister, das war ja auch einerlei, nicht wahr? Wenn er nur borgte, und Peter entsann sich, daß dieses zweideutige Subjekt ihm schon früher einmal, allerdings in einer weniger heiklen Situation, rettend beigesprungen war. Der Kleine lief ihm gerade in die Hände. 1. Iugend. In Gladenbach holte sie sich am 1. Feiertag eine unerwartete 2:1-Riederlage. Konsianze. CRoman von Rarl Heinz Äoigl. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau bon 1929 Me «n HU •w H & ■» $T. 5 PZ Ä7 ? «UftA her Sie Wa Köln o)oi buchgese (Sonbrnirtjc mit 1 Tier [teilte die L Ausstellern eusgeftellte lieren bef Aoiviehzüc der verschs bereit at des Derb, drm Ehr ausgezeill Samin Ehren Viehzucht dem Lei über bat Abteilung Heroorgeh der Slusst eine groß, in delonnten "ubing oon dies. Deubel geglichene ersten Pr Betrage i Eu-kirchtt Stabhoch: 1. Glaser, VfB. Duisburg, 3,45 Meter: 2. Jung 1900, 3,30 Meter: 3. Knözler, SD. Wiesbaden, 2,50 Meter. — Eine ganz ausgezeichnete Leistung des jugendlichen 1900ers, der sich technisch immer mehr vervollkommnet. Auf guter Bahn sollte Jung heute schon für 3,50 gut fein. Dreisprung: 1. Jung, 1900, 12,92 Meter; 2. Hofmann, 06 Betzdorf, 11 Meter; 3. Schlau, VfB. Diez, 10 Meter. — Der Sieg des 1900ers war nie gefährdet, obwohl er den Wettbewerb ohne besonderes Training bestritt. viermal über 6 Meter und bleibt verdienter Sieger vor dem guten Kalenberg. Schweden staffel: 1. VfL. Frankfurt 2:13; 2 Sp -Dgg. 1900 (Peters, Bepperling, Maus, Täuber!), Brustbreite zurück: 3. Sportverein Wiesbaden, 10 Meter. — Die 1900er führten beim letzten Wechsel klar, aber der glanzend laufende Frankfurter Schlußmann konnte Täuber t im Ziel noch abfangen. 3 X 1000 - Meter-Staffel: 1. Sp.-Vgg. 1900 (Glagow, Peters, Bepperling) 8:58; 2. 06 Betzdorf, 15 Meter zurück; 3. Blau-Wdiß Köln, 50 Meter. — Da der als Ersatzmann laufende Glagow sich sehr gut hielt und 8 Meter Vorsprung schaffte, konnten Peters und Bepperling einen leichten Sieg hrrauslaufen. Klasse 2. 800 Meter: 1. Peters, 1900, 2:14,4; 2. Dran- denburg, Polizü-Sp.-V. Frankfurt 2:14,5 Brust- breite zurück; 3. Sander, Sp.-V. Wiesbaden. — Die beiden ersten lieferten sich über die letzten 200 Meter einen hartnäckigen Endkampf, in dem der 1900er in einem unwiderstehlichen Antritt in den letzten Metern knapp nach vorn kam. Hochsprung: 1. Jakob, VsB. Gießen, 1,65 Meter: 2. Knöpler, SV. Wiesbaden, 1,65 Meter; 3. Hopsenmüller, 1900, 1,50 Meter. — Der 1900er ist hier von seiner Vorjahrsform noch weit ent» Ml« au dc-v um Holtunfl0 nunfl J Sie räbet VN 211.2®* gleich 35r preis del tum drri Geldpron in den e anderfolk rungencn eine -inagenDt gen zu Leck" v- Mlorrao Schotten), Handball der Sp.-Dg. 1900. 5p.-Dg. 1900 1. Junioren — Sportklub Germania Magdeburg 4:7 (1:5). ö. Trotz der Hitze war das Spiel am 2. Feiertag jederzeit schnell und spannend. Die Gäste stellten eine Elf, die in bezug auf Zusammenarbeit, Schnelligkeit und Schußsicherheit keine Wünsche offen ließen, obwohl ihr die Anstrengungen des Spiels vom ersten Feiertag — in dem sie die Iuniorenelf des westdeutschen Meisters Sportfreunde Siegen 8:4 schlagen konnten — noch in den Gliedern steckten. Das Spiel wurde seinem Charakter als Freundschaftsspiel gerecht, es war jederzeit fair. Die Leitung lag bei Birken st ock vom Platzverein in guten Händen. 1900'8 Elf lieferte dem Gegner ein sehr gutes Spiel, wenn auch einige Schwächen zutage traten. Der Torhüter war in der ersten Halbzeit reichlich unsicher; nach der Pause wurde er zusehends besser, war von da ab gut. Ganz ausgezeichnet arbeitete die Verteidigung, der kein Fehler unterlief; sie bildete für die systemvollen Angriffe der Germanen das schwerste Hindernis. Gleich gut in Zerstörung und Aufbau arbeitete die Läuferreihe, die die Hauptlast des Spiels zu tragen hatte. Gut war die Stürmerreihe, wenn auch hier bei weniger Eigensinn — besonders des Mittelstürmers und des Halbrechten — mehr an zählbaren Erfolgen erreicht worden wäre. Besser war hierin der linke Flügel, wenn auch der Außen zu wenig beschäftigt wurde. Der Rechtsaußen kam infolge einer am Vorsonntag erlittenen Verlust nicht zur vollen Entfaltung seines Könnens. Das bessere Verstehen in den Reihen der Gäste brachte diesen bei ausgeglichenem Spiel ein kleines Plus, das zu ihrem Sieg führte. Der Spielverlauf war sehr wechselvoll. Vom Anpfiff ab gingen die Magdeburger bis auf 5:0 davon, während den 1900crn der nötige Zusammenhalt mangelte, um zu zählbaren Erfolgen zu kommen. Kurz vor der Pause gelang dem Linksaußen 1900’6 ein prachtvolles Tor. Halbzeit 5:1! Rach der Pause hatte sich 1900’s Mannschaft gefunden, sie holte auf bis 5:4^bann tarnen die Gäste noch zu zwei schönen Toren. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Gutes Abschneiden in Altendiez. ö. Die Pfingstwettkämpse des Spv. 1911 Altendiez, die am 1. Feiertag vonstatten gingen, hatten eine ausgezeichnete Besetzung erfahren. M. a. waren am Start SV. 99 Düsseldorf mit dem deutschen Meister und Rekordmann Kilp; VfB. Duisburg, Blau-Weiß Köln, SpD. Wiesbaden, FSV. Frankfurt, VfL. Frankfurt und die beiden Gießener Vereine. Die 1900er waren insofern stark benachteiligt, als sie auf einige ihrer Besten, wie Emil Schäfer, Geist, Guhot, Weil, verzichten mußten. Wenn sie trotzdem vier erste, drei zweite und zwei dritte Siege erringen konnten, so stellen sie damit ihrem Können das beste Zeugnis aus. Die Leistungen lassen infolge der schlechten Bahn- und Platzverhältnisse nur eine relative Bewertung zu. Rachstehend die Ergebnisse der Konkurrenzen, jn denen 1900er siegten bzw. Plätze belegten. 100 Meter: 1. Kritz, FSV. Frankfurt, 12,4 i 2. Werner, VfL. Frankfurt 1 Meter zurück; 3. Hopfenmüller, 1900, Handbreite zurück. — Sehr f scharfer Kampf, aber schlechte Zeiten! 800 Meter: 1. Schilling, SV. 05 Mainz ' 2:13; 2. Bepperling, 1900, 2:13,4; 3. Kaufmann, FSV. Frankfurt, 6 Meter zurück. — Der 1900er läßt seinen Gegner auf der Strecke zu einigen Metern Vorsprung kommen, dieser taktische Fehler kostet ihn den Sieg, da er trotz guten Spurts nicht mehr ganz aufkommen kann. Weitsprung: 1. Maus, 1900, 6,10 Meter; 2. Kalenberg, VfB. Duisburg, 6 Meter; 3. Glaser, VfB. Duisburg, 5,95 Meter. — Maus springt Am ersten Feiertag lernte man auf dem 1900er Sportplatz eine sehr faire, junge Mannschaft aus Elmshausen (Kreis Marburg) kennen. Bis Rücken- Arras zog einen Schein aus seiner Brieftasche. Peter nahm das Geld entgegen. „Ich danke Ihnen. — Warten Sie!" Er schrieb die Summe auf feine Visitenkarte. Arras steckte die Karte zu sich. Rachdem Peter das Geld an der Kasse in Marken umgetauscht hatte, schlenderten sie hinüber zum Bakkarat-Tisch. Peter pointierte mit dem geringsten Einsatz. Er gewann. Er setzte abermafP und gewann wieder. Seht an! Vielleicht eine neue Glücksserie, nicht wahr? Er wagte einen höheren Einsatz. — Verloren. Rach kurzer Zeit waren die tausend Mark des kleinen Arras verschwunden. All das, was sich in den letzten zwei Stunden ereignet hatte, Peters Verlust und die Anleihe bei Arras, hatte Peter in einem Zustande unklaren und getrübten Bewußtseins erlebt. Er sah alles nur noch durch wallende Schleier. Auch das, was nun folgte, erlebte er in einem Zustand des Rausches. Er hatte an diesem Abend noch keinen Tropfen Alkohol zu sich genommen, dennoch taumelte er wie ein schwer Trunkener. Undeutlich nur merkte er, daß er mehrmals mit Leuten sprach, auf Visitenkarten ein paar Zahlen schrieb und die gleichen Zahlen in sein Rokizbuch eintrug. Ab und zu fühlte er Geld zwischen den Händen, dann wieder Spielmarken. Ab und zu pointierte er und immer aufs neue erkannte er, daß feine Hände leer waren Wieder sprach er mit Leuten, die er von hier nur vom Sehen und dem Ramen nach kannte. Immer wiederholte er diesen Menschen dasselbe: „Können Sie mir leihen? — Fünfhundert Mark oder tausend! Ich habe verloren." Regelmäßig kam die Gegenfrage: „Aus wie- lange?" Die Antwort: „Achtundvierzig Stunden." Es war ein Taumel, ein willenloses Tun. Man borgte ihm, man kannte ihn. Man hatte bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht mit ihm. Warum sollte nicht ein Spieler dem anderen helfen? Man konnte ja einmal in die gleiche Lage kommen. Peter spielte weiter. Das gleichmäßige, aufreizende Klappern der Mischmaschine, das vor jedem neuen Spiel ertönte, klang bald wie ein Dröhnen und Rauschen in seinen Ohren. Peter klimperte unausgesetzt V> ■ „Hallo! — Erlauben Sie mal — auf Technisch war 1900 dem Gegner überlegen, namentlich in der 2. Halbzeit, doch es fehlte der nötige Eifer und Wille zum Sieg. Diesen brachte der körperlich stärkere Gastgeber um so mehr auf und gewann dadurch das Spiel. 2. I u g en d. Diese führte die Psingskreise ins Siegerland. Am 1. Feiertag konnte sie nach schönem Spiel gegen die gleiche Jugend des VfB. Weidenau 7:0 gewinnen. Am folgenden Tag spielte sie gegen den Gastgeber DC. 07 Siegen. Wenn 1900 hier in Gießen 6:0 gewinnen konnte, so mußte es in Siegen diesmal mit einem 2:2 zufrieden sein, da der Gegner anstatt der zweiten fast die ganze 1. Jugend stellte. 3. Iugend. Am 2. Feiertag spielte sie gegen die Jugend des neugegründeten SV. Flensungen und verlor 5:3. V. f. D. Die Ligamannschaft mußte an beiden Pfingst- feiertagen den Sieg ihren Gästen überlassen. Am Pfingstsonntag verlor sie gegen „Germania" 94 Frankfurt mit 0:2. Beide Mannschaften enttäuschten. Die Platzelf machte einen müden und überspielten Eindruck. Rur selten sah man von ihr eine planmäßige und zügige Kombination. Allerdings mußte sie mit Ersah antreten. Das schleppende Tempo war nicht geeignet, das Treffen interessanter zu machen. Frankfurt hatte anfänglich etwas mehr vom Spiel. Im Anschluß an einen Kombinationsangriff erzielte „Germania" das Führungstor. VfB. bedrängte einige Zeit das Tor des Gegners, vermochte aber keinen zählbaren Erfolg zu erringen. Halbzeit 1:0 für Frankfurt. Rach dem Wiederanstoß zeigte sich der Gegner wieder überlegen. Die größere Schnelligkeit und Durchschlagskraft seines Sturmes brachten ihm im Verlaufe noch ein weiteres Tor ein. Erst eine Viertelstunde vor Schluß forcierte die VfB.-Clf das Tempo und versuchte, das Resultat zu verbessern, konnte aber lediglich Grünberg kam nicht zum Austrag. Eine aus fünf Ligaspielern. fünf Spielern der zweiten Els und einem Alten Herrn zusammen- gestellte Mannschaft trug ein Propagandaspiel in Steinbach (Kreis Gießen) aus und gewann, nachdem sie sich mit den Plahverhältnissen vertraut gemacht hatte (Platzbreite 39 Meter!), ganz nach Belieben mit 9:2 Treffern. 1900 lieh den Plah- verein anfangs etwas gewähren und auch zum Führungstor kommen, stellte dann aber bis zur Pause unter fortgesetzter Ueberlegenfjeit das Resultat auf 3:1. Rach dem Wechsel liehen die Gießener zunächst noch einen Erfolg der Steinbacher zu, als diese dann jedoch eine schärfere Spielweise anschlugen, war es um sie geschehen. In kürzer Spielfolge stand das Treffen 7:2 für Gießen, das sich dann nur auf Kombination beschränkte und im Verlaufe noch zwei Tore anreihte. Bei der Begegnung Grünberg II. — 1900 III. gab die bessere Technik der Gießener Dlauweihen den Ausschlag. Der 4:0-Sieg war in dieser Höhe verdient. dieser Empfindung nahm er noch etwas anderes wahr. Er sah ein bekanntes Gesicht: Kurt Helbing. Schon war Peter neben ihm. Helbing prallte erschrocken zurück. Er sah die durchfurchten Züge des Freundes, sah dessen irren Blick, gewahrte die von den Spielmarken schmutzigen Hände Peters, die leicht gitterten und eine maßlose, leidenschaftliche Erregung verrieten. „Ich wundere mich, dich hier zu sehen, Peter", entgegnete Helbing. Seine Stimme klang kühl und aus seinen Augen sprach Verachtung. Aber Peter hörte nicht die schneidende Stimme des Freundes und sah nicht dessen verletzenden Blick. „Ich bin hier — allerdings — warum denn nicht?" „Weil ich glaubte, dich hier nicht mehr zu sehen." Die Augen Petevß blickten stier und irre. „Ich dachte — ihretwegen..." Um Peters Mund zuckte es. Sein Haar war verwirrt. Sein Gesicht schien mit Schweih überzogen. Es sah aus wie glasiert. Das Vorhemd des Frackes war nicht mehr ganz sauber. Er stand nicht eine Sekunde lang ruhig, während er mit Kurt Helbing sprach. Der Bildhauer erkannte sofort an den Bewegungen, die Peter mit den Händen vollführte, und die aussahen, als schüttele er Marken in der hohlen Hand, den Zustand des Freundes. Er war rettungslos dem Spiel verfallen. Man hätte denken können, er sei berauscht, aber es war nur das Gift der Spielleidenschaft, das diese Wirkung hervorrief und ihn nur lallend die Worte hervorbringen ließ: „Willst du mir nicht leihen, Kurt?" „Rein, Peter." „Rennst du das Freundschaft?" Helbing antwortete mit einer Gegenfrage: „Hast du verloren?" „2a." „Wieviel?" „Ich weih es nicht." Sie liehen sich auf einem der roten Samtsofas, die an den Wänden des Saales standen, nieder, und Peter zog fein Rotizbuch aus der Tasche. Er blätterte lange und unsicher darin und reichte schltehlich das geöffnete Buch dem Freunde hin. „Du muht zusammenzählen." Helbings Mienen erstarrten, als er die Summe errechnet hatte. Peter hatte im ganzen fünfundvierzigtausendzweihundert Mark Spielschulden. Er ersah aus den Eintragungen, dah Peter dieses Geld an die verschiedensten Leute verloren hatte. Sinter den meisten Ramen hatte er sich die dresse seiner Gläubiger notiert. Es waren also zum größten Teil ihm selbst unbekannte Menschen. „Dis wann ist das Geld fällig?" fragte Kurt Helbing aus seinem tiefen Mitleid für Peter heraus. W das Eckenverhältnis auf 4:5 stellen. Am Pfingstmontag hatte die Ligamannschaft die Spielvereinigung 02 Fsm.-Griesheim zum Gegner. Obwohl sie dieses Treffen mit 0:4 verlor, konnte sie diesmal doch besser gefallen. Zum kleineren Teile Pech, zum größeren jedoch eine geradezu erschreckende Schußunsicherheit des Sturmes verhinderten einige sichere Erfolge der DfB.er, die allerdings zahlreichen Ersatz eingestellt hatten. Immerhin war das Spiel interessanter als das am Tag vorher. 3m übrigen erwies es sich auch hier wieder, daß die Platzelf völlig überspielt ist. In der nun beginnenden Sommerpause, die für sie gerade zur rechten Zeit kommt, hat sie reichlich Gelegenheit, sich durch intensives Training zu ihrer früheren Form wieder zurückzufinden. Griesheim war einige Zeit leicht überlegen. Danach verteiltes Spiel mit wechselseitigen Angriffen. Trotz der Hitze war das Tempo sehr flott. Bald erzielte G ' :“ „Aber Sie sind erregt. Erzählen Sie!" „Ich will mich kurz fassen," sagte er und vermied es, daß sich ihre Blicke kreuzten. „Peter hat gespielt." Das Wort klang scharf und es war, als dröhnte das ganze kleine Zimmer von seinem Widerhall. Langsam aber zusehends wich das Blut aus Konstanzes Wangen. Sie öffnete den Mund zu einer Frage, aber die Frage klang so leise, daß sie unterging in Kurt Helbings Erklärung: „Er hat gestern im Doltonklub über fünfundvierzigtausendzweihundert Mark verspielt." Konstanze war eine steinerne Figur. Schön war sie trotz ihrer Blässe. Schön und herb und überaus begehrenswert. Das gewahrte Kurt Helbing. Er sah es, während er sprach und Einzelheiten über Peters unglückliches Spiel berichtete. Er sog die Rähe dieser Frau in sich ein wie einen köstlichen Trank, der Erquickung brachte. Er sah das leise Beben ihrer Rasenflügel und ein gewaltiges Mitleid, gemischt mit heißen Wünschen erfüllte den Mann, der am Rande des Grabes stand und durstig war, jedweden letzten Rest von Freude, den ihm das Leben bot, inbrünstig zu schlürfen. (Fortsetzung folgt) * Dai des Verl bürobec den Schä bericht Hw Jahre gw richt ergib und eine < mögen des weiteren? der l.M Dr.Elah- den Sparr über ©ut Anträge: feitigung Jahre, ft Schäfer sprach. Di der aussc! den Dors! AIS nach stimmt ' wurde n „Die Ge sischer 3: Ausfuhr: öerftanbei bat Hot alle anbei Msprecher gelangen. Kassel strengte sich, nun mächtig an, konnte aber nicht verhindern, dah Gießen bis Halbzeit noch einmal erfolgreich war. Rach Seitenwechsel waren die Gäste ständig im Angriff und es gelang ihnen auch bald, ein Tor aufzuholen un5 im weiteren Verlauf den verdienten Ausgleich herzustellen. Vor diesem Spiel hatte die Iugendmannschast des Platzvereins die Jugend Reu-Isenburgs zum Gegner. In diesem Spiel konnten die besseren Einheimischen mit 3:1 Toren Sieger bleiben. Wieseck I — Sfeinau I 4:2. In Wieseck standen sich die Mannschaften gegenüber. Die Gäste aus dem vierten Bezirk stellten eine flinke, ausgeglichene Elf ins Feld. Vom Anstoß ab sah man ein flottes Spiel. Rach Verlauf einer Viertelstunde kam Wieseck zum Führungstor. Steinau, überrascht, glngnunmächtig aus sich heraus. Der Mittelstürmer der Einheimischen zeigte dann dem Leder durch Kopfball den Weg ins Retz. Wieseck führte 2:0, die Gäste wechseln ihren Hüter. Rach einem schönen Angriff konnte der Gäste-Rechtsaußen einsenden. Derselbe Spieler konnte im Rachschuh seiner Mannschaft den Ausgleich bringen. Doch wenige Minuten später stellte Wieseck das Halbzeitresultat 3:2 her. Auch nach Seitenwechsel folgte weiter flottes Spiel. Dem Linksauhen der Einheimischem gelang es dann, durch Alleingang das Resultat auf 4:2 zu stellen. Wieseck 1b — Kinzenbach l 5:3. Diese Mannschaften standen sich im fälligen Serienspiel gegenüber. Während Kinzenbach komplett antrat, stellte sich Wieseck mit Ersah dem Unparteiischen. Vom Anstoh ab entwickelte sich ein scharfes Spiel. Wieseck lieh seine sonstigen Stürmerleistungen vermissen. Kinzenbach kam bald zur Führung, um nach kurzer Zeit auf 2:0 zu erhöhen. Wieseck fehlte der sonst übliche Torschuh. Kinzenbach gelang es dann, seine Torzahl auf drei zu stellen. Erst kurz vor Halbzeit kam Wieseck zum ersten Tor. Halbzeit 1:3. Rach Seitenwechsel lag dann Wieseck mehr im Angriff. Eine Flanke brachte ihm sein zweites Tor. Die Gäste gaben nun alles her, doch gelang es Wieseck, den Ausgleich herzustellen und wenige Minuten später die Führung zu übernehmen und ihre Torzahl auf fünf zu erhöhen. Wieseck I — Siegen I 10:0. Am Psingstsamstagabend hatte Wieseck Siegen zu Gast. Während Wieseck eine vorzügliche Leistung bot, ließen die Gäste den inneren Zusam- menhalt vermissen. Bereits bei Halbzeit führte Wieseck 4:0. Wohl gaben die Gäste nach der. Pause alles her; sie konnten jedoch nicht verhindern, daß die schuhfreudigen Einheimischen ihrem Hüter noch sechsmal das Rachsehen gaben, während ein für sie gegebener Elfmeter glänzend abgewehrt wurde. Gießen I — Steinau I 5:1. Steinau war am zweiten Pfingstfeiertag in einem Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft Gießens auf dem Trieb zu Gast. Gießen war in diesem Spiel den Gästen dauernd überlegen. Diese ließen viel von ihren am Vorsonntag gegen Wieseck gezeigten Leistungen vermissen. Gießen gelang es, bis Halbzeit vier Tore vorzulegen. Auch nach der Pause blieb Gießen überlegen. Steinau verlegte sich fast nur auf die Verteidigung und erhöhte durch Selbsttor auf 5:0. Erst kurz vor Schluß tarnen die Gäste zu ihrem Ehrentor. Fronhausen I — Odenhausen I 5:3. In Fronhausen standen sich diese Mannschaften im Serienspiel gegenüber. Bei Halbzeit lautete das Resultat 2:2. Vach I — Burkhardsfelden I 3:4. Burkhardsfelden war zu Pfingsten im Westerwald zu Gast. 2m Spiel gegen Bach, das eine gute Mannschaft ins Feld stellte, konnten die Gäste knapp mit 3: 4 Toren Sieger bleiben. i\to\ 5:3. liefe Mannlchallcn i Halbzeit lautete benl 3:4. ngsten im Dester» ;n Jach, das eine eilte, konnten die eger bleiben. 5:1. singstleiertag itt dir echeMann- zu Galt. Giehen n dauernd übet« cen M Dorsonn» Leistungen der« jalbjeit vier Tore mfe blieb Sieben ch fast nur auf td) etlbfttor auf in die Gäste zu Stunden.' ^ichtssarbe ein r bw AnWn» ali &*«''i««1* jatbbtiaubl«« b«» et nur noch cm«"' ich verrecke m den mehr \M |cu" und iu * W- ^chtig -SL feg» »«ktren tz-'E , einem ^'^echtsauhen Vm Nachschub *®a #s Alleingang ,1 5:3. K im fälligen ^in^nbö^ lom< mit Ersah dem enttviclclle sich seine sonstigen unzenbach kam er Zeit auf 2.D ' sonst übliche ann, feine Tor« urz vor Halb« . Halbzeit 1:3. iefeck mehr im m sein zweite« M her, doch sich herzustellen ie Führung zu aus fünf zu er« 10:0. ! Dieseck Siegen vorzügliche Lei« inneren Zufam« Halbzeit führte Gäste nach der . >och nicht derhin« nhcimifchen ihrem fcn gaben, mäh« Ifmeter glänzen- rf-J Ä -» f» *!&■* rtzA Ji-'bÄ rJj Spiel oc einen nf(iiflci U^jrnfchen Ö8V*» C td« i»< r-'V- b” ■ JNoiorrad-stennen ,Hunb um Schotten". Zu dem 6. Motorrad-Rennen .Rund um Schotten", der größten sportlichen Beran- staltung Oberhessens, sind bereits zahlreiche Ren- nunaen erfolgt. Es findet in diesem Jahr am 27. 5ult auf der bekannten Rennstrecke Schotten— Rudingshain — Poppcnstruth — LudwigSbrun- nen — Götzen — Schotten statt. 3m Laus um die deutsche Meisterschaft für Motorräder werden 12 Runden ä 17,6 Kilometer gleich 211,2 Kilometer, im DogelSberglauf zwei Runden gleich 35,2 Kilometer gefahren. Der Wanderpreis der Stadt Schotten wird in diesem 3ahr zum drittenmal ausgctragen. Er ist mit einer Geldprämie von 100 Mart verbunden und geht in den endgültigen Besitz über bei zwei aufeinanderfolgenden oder drei außer der Reihe errungenen Siegen (beste Rundenzeit). Verteidiger dcS Preises sind Müller, Wiesbaden, und ® all, München. Dem eigentlichen Rennen geht eine Strahlenfahrt für Krafträder und «wagen voraus. Die umfangreichen Vorbereitungen zu dem Renntag sind bereits im Gange und werden von dem Vogelsberger Automobil- und Motorvadklub (1. Dors. Dr. Dambmann, Schotten), durchgeführt. Tagung des Verbandes Hessischer Zusiizbürobeamten • Mainz, 9. Juni. Hier fand eine Tagung des Verbandes der Hessischen Justiz- bürobeamten statt. Rach dem vom Vorsitzenden Schäfer-Darmstadt erstatteten Geschäftsbericht hat sich der Verband im abgelaufenen Jahre günstig entwickelt. Der Rechcnschastsve- richt ergibt eine Einnahme von 2 703,63 QRarf und eine Ausgabe von 2 132.41 Mark. Das Vermögen deS Verbandes beträgt 4 326,80 Mark. 3m weiteren Verlaufe der Verhandlungen referierte der 1. Vorsitzende des Hessischen Veamtenbundes Dr. E I a h-Darmstadt über die Stellungnahme zu den Sparmaßnahmen der Hessischen Regierung, über Gutachten des Reichssparkommissars, bte Anträge im Landtag auf Gehaltskürzung, Beseitigung der Kinderzuschläge vorn 16. bis 21. Zähre, sowie Angestelltenverhältnisse, während Schafe r-Darmstadt über Satzungsänderungen sprach. Die Dorstandswahl ergab die Wiederwahl der ausscheidenden Dorstandsmitglieder: neu in den Dorstand wurde Z a h n-Darmstadt gewählt. Als nächster Tagungsort wurde Offenbach bestimmt. Rach Beratung verschiedener Anträge wurde nachstehende Entschließung gesaht: „Die Generalversammlung des Verbandes Hessischer 3ustizbureaubeamten erklärt sich mit den Ausführungen des Hessischen Deamtenbundes einverstanden. 3nsbesondere sind wir dazu bereit, das Rotopfer »u leisten, aber nur dann, wenn alle anderen Kreise, die dazu in der Lage sind, entsprechend mit herangezogen werden." Hervorragende Erfolge der Vogelsberger T erzucht. Die Wanderausstellung der DLG. in Köln war von der o b e r h e s s i s ch e n Herdbuch g e s e l l f ch a f t für Vogelsberger (Landwirlschastskainmer-Ausfchuß für Obcrhesfen), mit 7 Tieren beschickt. Zur Deckung der Unkosten stellte die Landwirtschaftskammer in Darmstadt den Ausstellern einen Betrag von 120 Mark für jedes ausgestellte Tier zur Verfügung. In der aus 1& Tieren bestehenden Sammlung des mitteldeutschen Rotviehzüchterverbandes, ausgesucht aus 43 Tieren der verschiedensten Rotviehzuchten, waren 5 Vogelsberger aus Oberhessen vertreten. Die Sammlung des Verbandes wurde mit einem ersten Preis-und dem Ehrenpreis des Reichsernährungsministeriums ausgezeichnet. Ebenso wurde der oberhessischen Sammlung einen Is.Preis, ferner der Ehrenpreis des Verbandes mitteldeutscher Rotviehzüchter zugesprochen. Sie wurden außerdem in dem Bericht, den Prof. Dr. Kronacher (Berlin) über das ausgestellte Rotvieh in der Tierzuchtabteilung der DLG. erstattete, besonders lobend hervorgehoben. Zum ersten Male seit Beschickung der Ausstellungen der DLG. mit Rotvieh wurde eine größere Familie vorgestellt. Diese bestand aus sechs in Oberhessen gezüchteten Nachkommen des bekannten Bullen Attila, der mehrere Jahre in Rudingshain zur Zucht verwandt wurde. Drei von diesen Tieren waren von Altbürgermeister Deubel (Rudingshain) gezüchtet. Die ausgeglichene Familie erhielt einen wohlverdienten ersten Preis. Einen la-Preis und Ehrenpreis im Betrage von 300 Mark, gestiftet von dem Kreis Euskirchen, fiel der vorzüglichen, selbftgezüchtetcn Kuh vom Selgenhof „Maraa K zu. Einen weiteren ersten Preis erhielt die Kuh des als Viehpfleger und Diehfreund in Rotoiehzüchterkreisen allgemein bekannten Schmiedemeisters M ä r l e (Lich). Mit zweiten Preisen wurden bedacht: Die Bullen der Gemeinde Rudingshain und de» Guts- besitzers Th. Fischer (Hof-Zwiefalten), ferner die Kuh des Hch. L a u b a ch (Ober-Mockstadi». Auch das Rind des Karl Fischer II. (Rudingshain) erhielt einen zweiten Preis, während die Erstlingskuh von Altbürgermeister Deubel (Rudingshain), die als tragendes Rind am Wettbewerb teilnchmen sollte, aber auf der Ausstellung kalbte, nur eine Anerkennung erringen konnte. Im ganzen fielen der ober- hessischen Herdbuchgesellschaft für Vogelsberger für 7 ausgestellte Tiere in Köln zu: Ein erster Sammlungspreis, ein erst er Fomi- lien preis, zwei Ehrenpreise, sowie zwei erste Preise, vier zweite Preise und eine Anerkennung bei der Eintel- prämiierung. Die oberhessischen Vogelsberger haben also in Köln einen recht befriedigenden Erfolg erzielt, der hoffentlich dazu beitragen wird, daß Der Absatz von Vogelsberger Vieh, wie seither, weiter flott Donftottcn geht Wirtschaft. Oie Dresdner Bant zur Wirtschaftslage. Der Monatsbericht der Dresdner Bank Über die Lage der Wirtschaft, des Geld- und Kapitalmarktes im Juni führt u. a. folgendes aus: Im Einklang mit der Weltkonjunkturlage verharrt das deutsche Wirtschaftsleben noch immer im Zustande der Depression, und weder die faison- mäßige Frühjahrsbelebung, noch die rückläufige Tendenz der Geldsatze und Warenpreise haben der wirtschaftlichen Tätigkeit bisher einen stärkeren Auftrieb geben können. Insbesondere in den Produktionsmittelindustrien ist eine nennenswerte Besserung noch keineswegs zu verzeichnen — zum Teil hat sich die Gefamtlagc sogar weiter verschlechtert, — während in den Konsumgüterindustrien die Belebung hier und da weitere Fortschritte gemacht hak. Die Bautätigkeit hat noch immer keine stärkere Belebung erfahren. Hinsichtlich des Arbeitsmarktes wird gesagt, daß seine ungünstige Verfassung nicht lediglich als konjunkturell bedingte Erscheinung anzusehen ist, vielmehr daß sich darin auch die Nachwirkungen der im wesentlichen durch die Lohnpolitik der Gewerkschaften erzwungenen Rationalisierung bemerkbar machen. Wenn es heute im Hinblick auf die Lage des Arbeitsmarktes wünschenswert erscheint, daß sich die Rationalisierung künftig in weniger raschem Tempo vollzieht, so muß allerdings eine Revidierung der geltenden lohnpolitischm Grundsätze als Voraussetzung hierfür angesehen werden. Bei der Bedeutung, die das Preisniveau für den Wiederaufstieg der Konjunktur hat, erscheint es unumgänglich, daß die Lohnpolitik sich den ökonomifchen Erfordernissen anpaßt und nicht die normale Entwicklung durch, kreuzt, wobei entsprechende Preisreoidierungen seitens der Unternehmerverbände die selbstverständliche Folge bilden. Die Wirtschaft wird anderseits mit einer erneuten schweren Belastung infolge der Schwierigkeiten der öffentlichen Finanzwirtschaft rechnen müssen. Es zeigt sich immer wieder jene verhängnisvolle Wechselwirkung zwischen sozialen Lasten und Budgetdefizit, die ihren letzten Grund in der erschöpften Steuerfähigkeit der Wirtschaft hat, und die nur durch eine Lösung von der Ausgabenseite des Etats her beseitigt werden kann. Auch auf dem Geld- und Kapitalmarkt sind immer wieder die Folgen der verfehlten Wirtschaftsund Finanzpolitik zu spüren. Unter der Voraussetzung, daß das Gleichgewicht der internationalen Geldmarktlage nicht wieder durch Goldbewegungen gestört wird, ist zu hoffen, daß sich die ausländischen Kapitalmärkte nach der Unterbringung der Poung- anleihe auch für deutsche Emissionen wieder in stärkerer? Maße aufnahmefähig erweisen werden. • • Ermäßigung des Priva t diskon- t e s. Der Privatdiskont ist für beide Sichten um je 0,13 v. H. auf 3,68 v. H. ermäßigt worden. * Auflegung von Dchatzanweisun- gen der Reichspost. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, sind von der Reichsbank 50 Millionen Mk. unverzinsliche Schahanweisungen der Deutschen Reichspost, die, wie bereits gemeldet, am 15. 3uni 1931 fällig sind, voll untergebracht worden. * 300 Millionen Mark Entschädigung für d i e in Amerika beschlagnahmten deutschen Schiffe. 3n Sachen der den deutschen Reedereien zu zahlenden Entschädigung für die während des Krieges in den amerikanischen Hafen beschlagnahmten Schiffe ist soeben der Schiedsspruch gefällt worden. Der Schiedsrichter setzt die für die 94 beschlagnahmten Schiffe zu leistende Entschädigungssumme auf 74 243 000 Dollar- einschließlich der bis zum 31. Dezember 1928 fälligen Zinsen fest. Diese Summe ist um 30 Millionen Dollar höher al- die Summe, die seinerzeit die von dem Präsidenten Wilson eingesetzte Schäyungskommission genannt hatte. e Franksche Eisenwerke A G. Adolfshütte-Riederscheld (Dili- kreis). Die VeseUschaft erzielte 1929 nach Abzug der Unkosten, Steuern und Zinsen einen Bruttogewinn von 826 899 (766 683) Mk Rach Abschreibungen von 340 832 (335 203) Mk. und 194 145 (145 000) Mk. Rückstellungen verbleibt ein Reingewinn von 291 922 (286 479) Mk., woraus eine verminderte Dividende von 6 (i.D. 7) Prozent auf 4 Mill. Mk. AK. verteilt und 51 922 (6480) Mk. vorgetragen werden sollen. Rach dem Bericht wurden erst im dritten Quartal 1929 die Dersandzissern des Vorjahres erreicht, um von da ab fortschreitend über die Vorjahresziffern hinauszugehen. Die Ausfuhr fei durch die hohen Auslandzollfchranken und den scharfen Wettbewerb ausländischer Staaten, namentlich der USA., außerordentlich erschwert. Die bis jetzt fest erteilten Austräge für die Herbstsaison lassen wieder ein im Durchschnitt ausreichendes Geschäft erwarten. Auch könne von der starken Ermäßigung der Zinssätze eine allmähliche Belebung des Geschäftes erhofft werden. (GV. am 27. 3imi.) Maschinenfabrik Hartmann 2l®% Of send ach a. M. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen Bruttogewinn von 821 830 (634 210) Mk. Rach Abzug von 683 259 (518 613) Mk. Un- kosten und 76 750 (58 179) Mk. Abschreibungen verbleibt einschl. 19 057 Mk. Vortrag ein Reingewinn von 80 877 (83 502) Mk., woraus wieder 6 Prozent Dividende ajif 1 Mill. Mk. AK. verteilt werden sollen. Zum Vortrag verbleiben 15 095 Mk. Rach dem Bericht konnte der Umsatz weiter gesteigert werden. Ramentlich das Auslandgeschäft wurde erweitert: es fei gelungen, die Beziehungen im Ausland zu befestigen und neue Absatzgebiete zu gewinnen. 3n das neue 3ahr sei die Gesellschaft mit einem größeren Auftragsbestand als anfangs 1929 eingetreten, die ersten Monate hätten jedoch in Auswirkung der Wirtschaftskrise einen Rückgang der Aufträge gebracht. Da zahlreiche Anfragen vorlägen, könne bei Besserung der Wirtschaftslage mit guter Beschäftigung gerechnet werden. (GV. am 19. 3uni.) Frankfurter Börse. Frankfurt a. QU., 11. 3uni. Tendenz: gebessert. — Rach der gestrigen starken Abwärtsbewegung der Kurse machte sich heute eine allgemeine Besserung geltend. Die Spekulation schritt in Spezialwerten, zumal vereinzelt noch Sonderanregungen vorhanden waren, in stärkerem Ausmaße zu Rückdeckun- g e n. Die Reuyorker Börse war gestern gegen Schluß wieder etwas freundlicher. Auch die Lage am Markte der AG. für Verkehrswesen konnte sich wieder bessern, so daß zumal mit der endgültigen Entscheidung über die Höhe der amerikanischen Entschädigungen, wovon in erster Linie Hapag und Rorddeutscher Lloyd profitierten, die Sorge und der Mißmut über das Rotopfer in den Hintergrund traten. Die Tendenz war freundlich, und zum Teil ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse ganz erhebliche Kursavancen. 3m Vordergründe des Interesses standen Schifsahrtswerte. aber nur in Rorddeutscher Lloyd kam bei lebhafter Rachfrage vorläufig eine Erstnotiz zustande, mit Plus 4,5 Prozent. Sonst war im allgemeinen dos Geschäft verhältnismäßig klein, da der Ordermangel anhielt und jeder auskommenden GeschäftSbe'ebung hemmend im Wege stand. AG. für Verkehrswesen besserten sich um 5.5 Proz. Arn Montanmarkt war die Umsah- tätigfeÜ sehr gering to baß ansang- keine Ro- tierungen zustande kamen. Am Ehemiemarkt eröffneten 3.-G -Farben 1.5 Proz. und Deutsche Erdöl Jcicbt befestigt. Von Elektroaktien zogen AEG. 1,5 und Selten 1 Proz. an. Auch Karstadt konnten fich nach der gestrigen Abschwächung um 1.5 Prozent erholen. Zellstoff Aschaffenburg lagen weiter 1 Prozent fester. Renten hatten ebenfalls kaum Geschäft. Altbefiyanleihe waren weiter etwa- nachgebend. 3m Verlaufe blieb das Geschäft klein. Auf ®ctpinnmitnübmen traten gegen Anfang kleine Kursrückgänge ein. Schisfahrts- werte verloren bi- zu 1 Proz. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 Proz. unverändert leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1910, gegen Pfund 20.37, London gegen Kabel 4.8575, gegen Paris 123,73, gegen Mailand 92.77, gegen Madrid 40.50, gegen Schweiz 25,0650, gegen Amsterdam 12,0840. Berliner Börse. Berlin, 11.3uni. Ebenso wie die gestrig« Reuyorker Börse, die nach den starken Ao- schwächungen der letzten Zeit gegen Schluß des Verkehr- eine ansehnliche Befestigung aufweisen konnte, besserte sich schon beute vormittag auch am Berliner Platz die St immung für Effekten zusehends, nachdem man gestern abend in Frankfurt noch relativ schwache Kurse Horen konnte. Die Aktien der AG. für Verkehrswesen hatten zudem gestern abend einen neuen Tiefstand mit 84,5 Prozent erreicht 3n erster Linie war dieser Stimmungsumschwung auf eine Meldung zurückzuführen, welche die endgültige Entscheidung über die Höhe der deutschen Schisssentschädigungen in Amerika zum Gegenstände hatte und nach der die enbgültige Entscheidung heute gefallen ist. Die Schifffahrtswerte lagen, vornehmlich auf Hamburger Käufe, schon vormittags sprunghaft höher und konnten diesen Gewinn auch zu Qkginn der Börse ziemlich behaupten. Spritaktien gewannen biS zu 3 Prozent, Qkrger 4,5 Prozent. Bemberg, auf Hoffnungen, daß doch noch mit einer Dividende zu rechnen sei. ebenfalls 4,5 Prozent hoher. Kaliwerte bis 3,5 Prozent und die Mehrzahl der sonstigen Papiere bis zu 2 Prozent höher. Bemerkenswert war die Festigkeit der BORD, (plu- 2,5 Prozent), für die sich die Dividende- tajren zwischen 6 und 7 Prozent bewegten. Am Markte der AG. für Verkehrswesen war die Stimmung heute wesentlich beruhigter. DieS Papier erschien zwar zunächst mit MinuS- MinuS-Zeichen, wurde dann aber mit 92 Proz., also 7,5 Proz. über dem gestrigen Frankfurter AbendbörfenkurS zur Rotlz gebracht. Durch Schwäche fielen Bank für Elektrowerte minuS 3, Eifenbahnverkehr minus 1,75, Sarotti minuS 2,5 und Reichsbank minus 3,5 Proz. auf. Bei letzteren sprach man von Abgaben der Amsterdamer Arbitrage. Deutsche Anleihen waren kaum verändert. Ausländer freundlich. Bosnier 0,5 fester. Der Pfandbriefmarkt war sehr ruhig. Der Geldmarkt war weiter leicht. TageSgeld 3 bis 5, MonatSgeld 4,75 bis 6, Warenwechsel etwa 4,25 Prozent. Rach den ersten Kursen war die Umsatztätigkeit weiter klein, auch am SchissahrtS- markt ließ das Geschäst nach, überhaupt erfuhren die Rotierungen eine Senkung in kleinem MuSmaße. Später verstärkte sich, anscheinend aus Auslandabgaben, das Angebot etwas. Einzelne Werte, wie Spritwerte, Ql®® . Bemberg, AG. für Verkehrswesen verloren 1,5 biS 2 Pro;. Die Meldung üxr die Auslegung der Voung-Anleihe, die höhere Provision der Faktoren der amerikanischen Banken und der wahrscheinlich nicht 90 Pro^ überschreitende EmissionSkurS schien zu verstimmen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11.3uni. Heute konnte am Produktenmarkt keine Belebung beS Geschäftes eintreten, da erstens die AuSlandnotie- rungen schwächer lagen und zweitens das Angebot in Roggen ziemlich groß war. Doch waren gegenüber den letzten Quotierungen die Preise allgemein behauptet. Am Mehlmarkt war da- Geschäft schleppend, doch trat später etwas 3nter- esse für Weizenmehl hervor, so daß hier eine Besserung deS Preises um 0,25 Mark eintrat Roggenmehl hatte dagegen weiter schleppende- Geschäft, bei bis zu 0,25 Mark niedrigerem Kurse. Es wurden notiert: Weizen, Hektolitergewicht 78 Kilo, 325 bis 327,50; Roggen, Hektolitergewicht 72 Kilo 171 bis 172,50, Sommergerste für Brau zwecke 200; Hafer, inländischer, 165 bis 167,50; Weizenmehl, südd., Spez. 0, 45,50 biS 46,20; Roggenmehl 25 bis 26; Weizenkleie 6,90 biS 7; Roggenkleie 7 biS 7,25 Mark. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 o. H., Lombardzinsfuß 5,5 o. H. Arankfuri a. IR. Serlln Frankfurt a. Dl. Verl in Frankfurt 0. M. Serkin Banknoten. Schluß»: rum 1 1-Ubr- nuramvurg.«mercka Uotei . . . • 109.5 — 109 113.5 Vereuugre Stahl werte . 92.75 — 92.4 92.75 von 1927 ......... — 88,25 — Vamburg-Siibam. Dampfschiff. 8 — — 174 Ciao! Minen...... 16'/, - — 50 50.5 D>ollandttche Roten . . . 168 03 7% Deutsche Rcichkanleihe Hansa Tomvsschtff.....W - — — 150 Kaliwerke -ilcker-leben . . . 10 219 221,5 219 221 von 1929 .......... 104 — 104 Norddeutscher Liovb.....8 109.25 113,5 109,25 114.13 Kaliwerke Westeregeln . . . 1C 220.5 —— 220,5 224 111.80 59,075 teutldbe «nl.-Adlöl.-Cchuld ml: Allgemeine DeutscheLredltantt. 10 114.75 — . U? 115 Laliiverte Caljbeifunh . . . 15 408 — 406.25 407,5 Deuttch-cesterreich, 8 100 SckMtna «u«Ios. Rechten....... 58,3 58,1 58.3 58 «arm er Bankverein .... 10 — 125.25 125.5 125,5 Rumüinsche Roten . . . 2.425 Teifll. ohne Äu#lo|^Sed)te . . 8% Hell. Bolttttaat von 1929 10,3 — 10,25 10,4 Berliner Hanbeltgesellschaft . 12 Commerz- und Prioat-Bank. 11 171,5 149.5 149.5 171,5 149.5 172,25 150 3 narben-Jnbustri« . . Dvnamit Robe/..... t-ckei de anstatt ...... . 12 170,4 172 170,75 172.6 87.5 Echwedlsche Roten . . . Schweizer Roten .... 112,13 80.96 (rütfiablb. 103%)...... 95,75 — —• — Darmstädter und Narionalbank 12 226.5 — 226 5 227 . . 9 150 75 150 75 E panische Roten .... ... 50 25 50 45 Cbetbefirn Provin; - Anleihe mti Deutsche Bank und 139,5 140 139,75 fflolblAtnibi 5g 5sT 65,5 117.25 59 75 66,5 117,6 rcheckoiiowakische Roten. ... 12.42 12 48 «uelol.-Reckten...... 57 - — • Dtteonlo tßeseilschast, ... 10 — Unganlche Roten .... 72.95 71 Deutsche 8omm. Lammelabl. Anleihe Serie 1...... 8% trienfl. Hvp.-Bank «oldpfe XI11 unkündbar bU 193* . . . 58,25 — 58,25 - Dretdner Bank......10 Retchlbank........12 141 140.5 141 288.5 140 5 286 Metattgeselllchast..... . . 8 117.5 117,25 Deolfcnmarkl Berlin - Frankfurt a zn. — — — — K.a.e............e 161 162,25 161 162.25 $büip6 Hofmann .... . . 7 99,5 98.6 100 Juni 7% Frankl. Hyp.-Bank (Solbpft unkündbar bu 1932..... 185.25 185.25 vementwrrk ('»tMt ng . . 10 ■■ 94,5 — — — Slekn. Lieferung^esellschaft. 10 — — 151 Cementwerk Karlstadt. . . . 10 — — — stlmiUchr Roueruno Ami! ch» -lonerung Cbflb artet 4H% «betuliche Hop.-Bank 86.75 Licht und Kraft......10 Helten L Guilleaume . . . »elellschatl für elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Eiektrqltät»-Werte 10 Rheinische Etektruttät .... 9 Schlesticke ©rftrijliäi. ... 10 Sckucken & do.......11 Siemen« & Halils . . • • . 16 Dranrradio ......... 8 Lahmeyer & Co.......10 157 1 £ 1 1 l ।Ri 1 1 156.25 118.5 158 138 162 175,7s 241 168.25 157,75 119 157,5 176 242,25 Bsd6 ä Urrvtag .... . . 8 84,5 84,75 83.9 — «elb 25rtd 8% Br. 8»... ;>,],' ■ä ' .,.8:11 und möchte am liebsten die Roten hinschreiben, damit alle ihn gleich nachsingen könnten. Er wird wahrscheinlich nur in Paris möglich sein. Die Tobis hat ihn hergestellt, vielleicht wird man ihn also in Deutschland hören und sehen, aber ich habe große Furcht, daß ihm hier bei uns die Atmosphäre fehlen wird. Die Kinos sind abends trotz der hohen Preise überfüllt. Man spielt von 12 Ähr mittags bis nach Mitternacht, man hat jederzeit Zutritt, und diese durchlaufenden Programme haben unzweifelhaft ihre Vorteile. diesen Gerichtstisch treten, verkörpern sie das Gericht, sie sind in der Rolle. Cs ist unfaßbar, wie sie die Elastizität haben, nach zehn Sprechproben noch die gleiche Frische aufzubringen, aber es gelingt ihnen. Wenn der Regisseur „Aufnahme!" befiehlt, das ßid)t aus den Tausendwattlampen niederschmettert und die Totenstille der Tonfilmaufnahme beginnt, geht doch immer wieder durch das ganze Atelier bis zum letzten Komparsen das Frösteln der nervösen Erregung. Bald frösteln die deutschen, bald die englischen Darsteller: hier ist ein richtiges Lampenfieber in siedender Luft. Aufpeitschend und grausam muß die Gewißheit wirken, daß Mikrophon und Kamera jeden Tonfall und jede kleinste Geste überlebensgroß darstellen und festhalten. Kein Kritiker des Theaters könnte so intensiv sehen und hören, wie die mechanischen Apparate ... •ein, dann die deutschen. Jede Szene in zwei Sprachen. Dazu besteht der Film aus einem Mosaik winziger Miniaturszenen, ewig wandert die gewaltige Kemera von einer Ecke des Ateliers zur anderen, dauernde Unterbrechungen, ewiges Warten. Lind Arbeit. Riemals geht hier eine Handlung im Fluh vor sich, immer ist sie zerteilt, zusammenhanglos, ein Stückchen, ein kleines Drama für sich, das immer einen neuen Anlauf bedeutet. Aber man kann hier das Wunder der schauspielerischen Verwandlung und den Einfluß der Maske studieren. H o m o l k a hat die Würde des Vorsitzenden und die gleichbleibende Gemessenheit, Lilian die Frechheit seines Stromers und das Berlinernde des Dialekts, Gründgens aber die blasierte Arroganz seines Staatsanwalts. Sie sind sonst gar nicht so, aber wenn sie an „Der große Gabbo." Tonfilm ans Amerika. Berlin, im Iuni. ohne sie nicht leben kann. Er drangsaliert seine nächste Mitarbeiterin, die ihm rührend geduldig dient, weist sie hart von sich, um im nächsten Augenblick bitter zu bereuen. Seine Puppe muß ihm dazu helfen, den guten Kern in ihm, sein besseres Ich zum Leben zu erwecken. Es ist — wenn es ausgedrückt werden darf — die Stimme des Gewissens, die durch die tote Puppe Otto hörbar wird. Zu spät, denn die bewährte Mitarbeiterin und Gehilfin — von Betty Co m p - s o n wirklichkeitsnahe gespielt — verläßt den großen Gabbo, den Mann, den sie liebt. Wie sie beide wieder zusammentreffen, wie es der Künstler in seinem maßlos übersteigerten Selbst- bewuhtsein erleiden muß, daß die geliebte Frau das Weib eines anderen geworden ist, wie er seelisch zusammenbricht und einen Theat'erskandal massiven Formats heraufbeschwört, um, von einem dunklen Trieb geleitet, für immer von der Bühne abzutreten — das ist spannend und realistisch gespielt. Der Rovellenstoff ist nicht durch cm schlechtes Manuskript um seinen Inhalt gebracht worden. Auch nicht durch das Technische des amerikanischen Tonfilms. Sauber die Klangführung im großen und kleinen, subtil und geschmackvoll sogar die Singstimme der Frau, groß und gewaltig und wirklich anerkennenswert das Hineinzwingen der Massenchöre und des riesenhaften Orchesters in das akustische Aufnahmegerät. Denn mit Massen müssen die Amerikaner nun einmal anrücken, wenn es gilt, einen marktfähigen Tonfilm herzustellen. Da sind Revueszenen — alle gut, das soll nicht übersehen werden —, aber doch etwas zu reichlich. Hier wird wohl noch etwas wegzunehmen sein, ohne daß der Film die geringste Einbuße erleidet. Erich von Stroheim ist der „große Gabbo". Er hat sich in der Gewalt, auch dann noch, wenn ihm das Manuskript die lauten Töne vorschreibt. Stroheim weiß zu steigern, weiß Maß zu halten. Er erdrückt nicht seine Mitspieler und führt auch da das Spiel auf verständige Formen zurück, wo gesundes Spiel unwillkürlich eine Abwehr« S?Iun-9 gegen „Künstlerlaunen" einnimmt. Morgie (Babe) Ka n c, die brillante Charakter- tänzerln, wird hoffentlich in Zukunft häufiger zu sehen fern. — Der Dialog wird in deutscher Sprache gebracht, deutsche Künstler von Ruf haben bas ihrige dazu getan. -so- Hl. er Ich SM' 1 Die Ausgel endlich Dankes präside: taktische die 21 anleihe erträ besseren im eige lungen macht: aus Rc Londoi Person wieder lungen Änle derb man rneik Ha lich V Reich anleil ten nähme Reichs hunöer thekaris wäre fr bahn ii geengt regime, sogar n. die bish bezogen Mlöim Paris e tisch g damit b tisativni lars bei ausglei Cs sink dah de 2lmuiv der Ai Dritte' - ke Einzel natürl Stelle Siche absolut welche' plan fr Frage gar nie von dei Die Mobilis offen a der berühmte Chaplin, aber nicht einmal, sondern verdreißigfacht, dreihigmal in dreißig tief fremde und doch tief ihm ähnliche Leiber gebannt, dreißigmal verlegen wirbelnd sein Stöckchen, dreißigmal auf Kähnen auseinanderstrebenden Schuhwerks segelnd durch erheiterten Saal, in dreißig Händen dreihigmal zum Gruße schwenkend einen ramponierten Melonenhut. Das dauerte nicht lange. Seiner achtete man nicht viel. Ihn schob man in den Kreis zu den andern. Lind da jene, eifersüchtig einander zu übertreffen bemüht, verrenkter grüßten und angelegentlicher schwenkten Hüte und Stöckchen als er, der tief verstummt neben ihnen stand, begreift es sich schon fast von selbst, daß die Schiedsrichter keineswegs ihm den Preis zuerkannten, die beste Chaplin-Maske zu tragen, sondern einem andern, einem wirbelnd bewegten und beflissenen lebendigen Iüngling, der ihm so fremd war und so bald zurückgetaucht ins Wesenlose, wie ein nah in grauem Licht vorüberziehendes Schiff auf dem Ozean, das über kurz hinter Rebelschleiern verlöscht ist. Bon den einunddreißig, die sich bewarben, prämiierte man den berühmten Chaplin als neunten. Aber er, der tiefinnen ein zarter und zu Schwermut neigender Mann ist, wartete die Verteilung der Preise nicht ab. Das Gesicht in hochgeschlagenem Mantelkragen geborgen und stumm in Klage, stumm vor Zwiespalt in den Polsterwinkel seines großen Wagens gedrückt — so fuhr er nach Hause. Film-Stadt. Don Hans Heßler. Draußen auf dem Freigelände stehen noch die alten Bauten der alten Filme. Es ist noch nicht lange her, da regte hier auf der märkischen Heide der Bau eines schmucken Schiffes, das war die "Pacht der sieben Sünden": ein düsteres, graues Schloß, die „Chronik von Grieshuus": eine lange Großstadtstraße, die aus „Asphalt". Vor einiger Zeit konnte man noch die Hunnendörfer aus den „Ribelungen" sehen. Ist es schon merkwürdig, in einer Theaterpause durch eine aufgestellte Bühnendekoration zu gehen, so wirken diese alten Filmkomplexe noch viel geheimnisvoller: verwunschene Welten angesichts der Fabrikschornsteine von Reubabelsberg und seiner Villen. In diesen verfallenden Dingen aus Sperrholz, das Mauer bedeutet, und Farbe, die Iahr- tausende vortäuscht, schlummern noch die letzten Spuren von Filmromantik. Früher hatten auch die Atelierbauten noch etwas Freies, Heiteres, und Künstlerisches. Sie bestanden zum großen Teile aus Glas und erinnerten an Malerwerkstätten, an Bildhauer, an Photographen, an allerlei Künste. In diesem Tonfilmjahr ist auch das alles verschwunden, neue Häuser stehen da, die Tonfilmateliers, gewaltige Kuben mit glatten feindlichen Klinkerwänden, streng und hermetisch verschlossen. Einzelne Glasschuppen sind neu erstanden, aber sie enthalten mächtige Dynamos und starren von marmornen Schalttafeln. Die Technik bricht überall hervor, das Filmgelände mit seinen gläsernen Hallen hat sich in eine moderne Industriestadt verwandelt. Als es noch den stummen Film gab — aus dieser Reubabelsberger Stadt ist er endgültig verbannt — konnte man sich in den Häusern frei und ungezwungen bewegen, ohne anzuklopfen: man durfte auch reden, man störte keinen. Heute näherst du dich mit Zittern und Zagen den geheimnisvollen hermetischen Pforten. Auf Fußspitzen und ängstlichen Herzens schleichst du die Gänge entlang, es könnte ja sein, daß hinter einer Ecke ein Regisseur auftaucht: Sie haben mir mit Ihrem Auftreten die ganze Szene verpatzt! und verhaltenen Atems öffnest du die Tür zum Abhörraum, der wie ein gläsernes Mansardenstübchen unter der Decke angeklebt ist. Als der Tonfilm begann, war die Meinung, daß man von hier aus die ganze Atelierszene übersehen sollte — heute baut man dem Tonmeister Kulissen vor die Aussicht, er soll wahrscheinlich nicht allzu viel sehen. Das ist tückisch. Lieber dem letzten und eigentlichen Atelierportal hängt eine rote Lampe, aber da sie eben nicht leuchtet, darf man hinein. In eine stehende schwere Luft. Es riecht nach Tonfilm, der seine ganz eigene undefinierbare Atmosphäre hat: Leimfarbe, Schminke, Puder, Schweiß und der Geruch technischer Geräte, alles lagert in dieser unbeweglichen abgeschlossenen Luft schwer durcheinander. Lieberwältigend blendend toftö es, wenn aus der Höhe die vielen Tausendwattlampen . niederstrahlen, wenn die Scheinwerser aus allen ' Winkeln der Galerie ihre bläulichen Schwerter -spielen lassen. Auch Lilian Harvey, die es gewöhnt sein müßte, schließt dann unwillig die . Augen. Sie sitzt augenblicklich auf der Anklagebank, denn sie tvnfilmen „Hokuspokus" nach dem Goehschen Lustspiel, und sind bei der großen Gerichtsszene: bis zu einer gewissen Höhe ist die Atelierwand ganz mit Gerichtssaal verkleidet, darüber beginnt das Technische, die Lampen, die zu riesigen Trauben gebündelt sind. In dieser hermetischen Luft, aus der von oben tropische Wärme niederregnet, arbeiten! Denn es ist unermüdliche und zugefeilte Präzisionsarbeit, die vor den erbarmungslosen Augen und Ohren der Kamera und des Objektivs geleistet werden muß. Man kann Stunden verbringen, ohne mehr zu sehen als einige winzige Szenen von insgesamt zehn Minuten Dauer. Alles andere ist Vorbesprechung und Probe. Der Film wird deutsch und englisch gedreht; einmal nehmen die englischen Richter ihre Plätze am hohen Gerichtshof W 2.20 1 Reich lohn, schein tnfoli $< unter Ans-t fttll „Die Warschauer Ziiaöelle." Uraufführung im Univer um Berlin. Berlin, Anfang Iuni. Der Film dreht das Rad der Geschichte zurück: Wir stehen mitten in den Zeiten, da hart unterdrücktes polnisches Rationalbewußtsein sich auflehnt gegen das zaristische Regime. In der unterirdischen Verließen der Warschauer Zitadelle warten in resignierender Geduld die nach Sibirien verbannten Polen, die gegen die Staatsautorität aufbegehrt haben. Aus ihnen greift sich die russische Geheimpolizei den von Tatendrang allein noch erfüllten, aber unbesonnenen und gutgläubigen Studenten heraus, begnadigt ihn und läßt ihn laufen. Gut überwacht natürlich, um durch ihn die Zentrale der polnisch- revolutionären Bewegung zu entdecken. Heber- wältigt von der Freiheit, ist Doris Gorski noch weniger mißtrauisch als bisher gegen die Menschen seiner Hmtoelt; vom Weibe durch lange Haft getrennt, verfällt er um so leichter der Tänzerin, die eine Agentin der Geheimpolizei ist. Leider hat der mächtige Ches dieser staatlichen Einrchtung nicht das Wort „Liebe" in feine kühnen Berechnungen mit einkalkuliert, die Tänzerin vergißt zwar nicht ihren Dienst in dem schnell entflammten Rausch der Gefühle, wohl aber die strenge Pflichterfüllung. Lind auch dann noch, wenn eigentlich die Eifersucht entflammen sollte, wenn die Richte des Kommandanten der Zitadelle, des Tyrannen von Waschau, sich dem Studenten zuwendet, als geborene Polin mit ihm zusammen konspiriert und für den Geliebten schwere politische Schuld auf sich nimmt, versucht die Tänzerin zu retten, was eben noch zu 1 * * * s * * * retten ist: sie entlarvt den Offizier, der den Studenten Boris Gorski vernichten teilt, als Dieb des Geheimplans der Zitadelle, um das Todesurteil gegen den vermeintlichen Spion und gegen ihre Rebenbuhlerin ungültig zu machen. Wegen revolutionärer Propaganda müssen die beiden Liebenden dennoch in die Rächt von Sibirien. Eine Handlung, dem Schauspiel der Gabriele Z a p o l st a entnommen und in diesem Film ganz kinogerecht aufgemacht. Weil man aber dem Kino geben will, was des Kinos ist, übertreibt man allzu heftig, oft unerträglich. Das Spiel wird allzu sehr auf Schwarz gegen Weih eingestellt, die Handelnden sind entweder Schurken von Format, oder Menschen, die vor Edelmut und Güte nur so triefen. Es muß den Spielenden dabei nicht immer leicht gefallen fein, dem Manuskript zu folgen; trotzdem bringen sie — wohl mit Zustimmung der unbeherrschten Regisseure I. und L. Fleck — den Mut zu einem) viel zu breiten Spiel auf. Die Liebesszenen, ganz auf neue Süßlichkeit abgestimmt, beschworen in ihrer Eindringlichkeit und Länge Lachsalven herauf, die persönliche Wirkung Viktor V a r c o n i s als Student, La I a n a s der Tänzerin, Hilda Röschs als Richte den Generals mußte so stellenweise verloren gehen. Harry Halm konnte sich an ausladenden Gesten nicht genug tun. Lind doch — wie leicht wäre aus dem reichhaltigen Bildmaterial, das immer gut photographiert ist, ein gescheiter Spielfilm zu machen! Schere her und tüchtig geschnitten, dann wird sich der Zuschauer die „Warschauer Zitadelle" wohl gefallen lassen. Zumal der Film musikalisch von Bernhard H o m o l a ausgezeichnet untermalt ist, straffe, fast lineare Führung des Tons, der im Lignose-Hörfilm-Versahren gut und sauber herauskommt. -sn-. Der große Gabbo ist ein Bauchredner, der ... den Varietes der amerikanischen Provinz auftritt. Was nichts gegen sein Können sagen soll; er bringt das Beste auf seinem Gebiet in höchster Vollendung. Aber der Künstler in ihm hat irgendetwas Rervöses, Unberechenbares, das ihn zu einer unberechtigten Furcht vor dem Publikum der Welt verführt. Er ist sich seiner wohl bewußt und kann doch nicht gegen die Hemmungen an, die seinen Willen zermürben. Das Unausgeglichene in seiner Persönlichkeit und in I seinem Charakter drückt sich in dem Umgang mit I den Menschen aus; er verachtet sie. obwohl ex [ ausfindig zu machen und mit einem Preis zu bedenken. Und so ergab sich schließlich, wovon hier zu berichten ist: Der berühmte Chaplin, der tiefinnen ein zarter und zu Schwermut neigender Mann ist, hatte die Ankündigung jenes Maskenballes der Enterbten kaum an den Litfaßsäulen kleben gesehen, als ihn auch schon eine große Traurigkeit des Erinnerns übet tarn — Gedanken der Zeit, da er jung gewesen war, aber ein armer Hund und unberühmt, da er ein armer Hund und unberühmt gewesen war, aber jung. Und von solchen Gedanken zu einem Entschluß war für ihn, den Traumspieler seiner eigenen Wirklichkeiten, kaum mehr ein Schritt. Zu jenen fünfzigtausend gehörte er in seinem Herzen noch immer, sie wollte er erfreun, zu ihnen wollte er sich bekennen — er ließ seine erste Spielkleidung, längst vor aller Augen abergläubisch gehütet, eilends aus dem Atelier sich in seine Villa schaffen, er legte sie an, die weiten Hosen der Schwermut, das enge Iäckchen, rührend fadenscheinig und mühsam adrett, auf den heimlich schon gelichteten Scheitel stülpte er den ramponierten Melonenhut, den Witz von Schnurrbart klebte er sich an die rasierte Lippe, nun noch die traurig auseinanderstrebenden Riesenkähne des Schuhwerks, nun noch das Stöckchen — da stand er, der Verwandelte, der tragisch heitere Filmprinz, da stand er leibhaftig, Ebenbild seiner selbst, und setzte sich in sein großes Automobil und fuhr auf den Maskenball. So also kam es. So kam es, daß der berühmte Chaplin, in feiner Filmtracht den Tanz- faal betretend, nicht dem großen Rausch des Erkennens und der Verbrüderung, den er erwartet hatte, sich gegenüber sah, sondern dem gleichmütig sreundlichen Zuruf fünfzig umstehender Masken, einer Gleichmut und einer Freundlichkeit, die immerhin ausreichte, den ein wenig Verwirrten, den schon ein wenig Verblaßten mit sich zu ziehen, weiter zu schieben, vorwärts, wo auf einem Podium eine Jury sah. „Da ist noch ein Chaplin", rief einer. Hnö im gleichen Augenblick sah der wehmütige Zauberer, heiß erschreckend und in einem Winkel seines schweigsamen Herzen auch schon wieder schwankend, ob wirkliche Wirklichkeit oder vielleicht doch schon wieder ein Traum sei, was sich ihm darbot — er sah, daß da vor dem Podium der Iury puf einer freigehaltenen Insel des Tanzparketts er selbst sich bewegte, ex selbst, Finanz« oie pl,Ii nerung niähjg i bargen, Br Nöten Man to' Misch, hfc.tr 5,50 P annet nicht bf nalen 1 ^riedi >'nb ihr M d JWna! Lr &' Mki oie h [Men 'pfort !'4 de bahn k .künftig h’n 'n berm °us bi, un Pessar W U 0,.M leih/ Qlhal)| SP kann, a Reue Tonfilme in London und Paris Don Kurt Kersten. Jilm-Anekdoie. Don Robert Neumann. Der berühmte Chaplin hat kürzlich ein lächerliches und doch wieder gleichnishaft bedeutsames Erlebnis gehabt, das ihm, der tiefinnen ein zarter und zu Schwermut neigender Mann ist, für geraume Zeit alle Freude und allen Mut zu feiner gewichtlos gewichtigen Schattenarbeit benahm. Das kam so: In der amerikanischen Filmstadt Hollywood, die für die fünfhundert Spieler ein Paradies lunb für die fünfzigtausend, die wartend, darbend, hoffend, verzweifelnd drauhenstehen, eine Hölle ist — in Hollywood, in der Laune des Faschings, der auch für die ärmste Aermlichkeit noch einen Fetzen Flittergold übrig hat —, in Hollywood im Fasching, beschlossen die Enterbten und Ausgesperrten, die Rochnichtberühmten und Riemalsberühmten, beschlossen die Fünszigtau- send, sich eine Fastnacht zu richten, eine Rächt ohne Sorgen mitten in ihrem freudlosen Iahr. Lind da man das Angenehme mit dem Rühlichen, Kurzweil mit Reklame zu verbinden beflissen war, mit einer Reklame, die endlich aufhorchen lassen sollte die Herren der großen Filmkonzerne und ihnen vor Augen führen, daß unter den Draußenstehern manch einer und manch eine zu finden wäre, nicht weniger schön, bedeutend, lächerlich, rührend als die dort droben im Flimmer- licht — ergab es sich, daß auf jenem Feste der Fünfzig tausend zu Hollywood nicht einer, nicht zehn, sondern bald zweihundert der Maskengäste unabhängig voneinander darauf verfallen waren, bei dieser Gelegenheit nicht ihr eigenes Gesicht und Gehaben zur Schau zu stellen, sondern das eines jener Sterne, die übertreffen zu können jeder für sich überzeugt war. So also ergab es sich, daß da im Ballsaal dreißig Dalen- tinos wandelten, vierzig Greta Garbos, fünfzig und sechzig in anderen Masken — und da alle diese mühsam geschminkten und verlarvten Menschlein, deren jedes seinen Einfall für sich allein zu haben gehofft hatte, einander mißgünstig und in unaufrichtiger Heiterkeit zu mustern, abzuwägen, abzuschähen begannen, ergab es sich weiter, daß über kurz eine Iury auf einem Podium saß und sich mühte, unter all den Lilian Gishs unb Harold Lloyds die gelungendsten, den Vorbildern ähnlichsten Masken Die Filmsituation in Paris ist grundverschieden von der in London. London ist heute für Filme technisch der Exerzierplatz von Europa. Hier werden nicht nur zuerst die neuesten Amerikaner gezeigt, hier sind auch die technisch vollkommensten Ateliers. Wer heute wirklich wissen will, wo wir fi 1 mtechnssch stehen, muß nach London fahren. Lind wir sind in Gefahr, in Deutschland tatsächlich in die zweite Linie verdrängt zu werden. Das Sprachproblem im Tonfilm wird sich verhängnisvoller auswirken als man ahnt. In Paris ist man schon hinter London aus rein sprachlichen Gründen zurück. Die Tonfilme müssen erst übertragen werden. Der Sprechfilm, den Lubitsch gedreht hat: „Liebesparade", kam später nach Paris als nach London. (Wann wird er nach Deutschland kommen? Vielleicht nie! Das Bühnendrama ist heute leichter zu verbreiten als der Film. Die Situation für den Sprechfilm ist in der Tat besonders schwierig.) Auch der farbige Film hat Paris noch nicht erobert. Im Verlauf einer Woche war nicht ein einziger farbiger Film zu sehen. Dafür laufen einige deutsche stumme Filme („Geschlecht in Fesseln", „Menschen am Sonntag" und einige Liedtke- und Fröhlich- Filme). Der in Frankreich produzierte Tonfilm ist hier an der Spitze. Menj ou hat einen Film gemacht, in dem er einen seiner reichen, verwöhnten, eleganten Tunichtsgute spricht, der Film heißt „Mon gösse de pere" — das ist kaum zu übersetzen, es heißt etwa „Mein Vater ist ein Dussel". Menjou spielt hier, freier als sonst, einen älteren Bonvivant, der eine hübsche junge Geliebte hat; eines Tages erscheint plötzlich ein junger Amerikaner, der sich als seinen Sohn ausgibt und ihm beibringt, daß es auch so etwas wie „Arbeit" gibt. Ratürlich läßt sich Menjou nicht darauf ein, er legt gar keinen Wert darauf, zu arbeiten. Der Film ist belanglos, die Welt wird geschildert, wie sie von einem Luxushotel aus aussieht, aber es scheint immerhin beachtenswert, daß der sprechende Menjou sich erstaunlich frei spielt. Der Tonfilm steigert also die Möglichkeiten für den Schauspieler. Das war schon im Garbo-Film „Anna Christie" yt London zu beobachten. Dann ist ein Südseeexpeditionsfilm „Bei den Menschenfressern" zu nennen: man hört und sieht Feste der Insulaner — grauenhafte, aufregende, wirbelnde Totenfesttänze, man hört Gesänge, hört diese berauschten Menschen schreien, hört sie tremmeln und pfeifen — der Eindruck ist ungeheuerlich. Das Lied ist immer noch die Keimzelle, aus der sich cm guter Tonfilm entwickelt. Man spielt in Paris einen Straßensängerfilm „Unter den Dächern von Paris", er läuft im alten Molin Rouge auf dem Montmartre — es ist ein gaiu einfacher, berichtender Film —, etwa in der Art der „Menschen am Sonntag", aber voller Melodie und Klang, mit Gassenhauern, Chansons — ich finde ihn wundervoll Cs ist ein großer Irrtum, zu glauben, wir hätten in Deutschland bereits den Vorsprung, den der ausländische Tonfilm gehabt hat, eingeholt. Wir haben durch den Streit der Patentinhaber fast ein ganzes Iahr verloren; dieser Krieg, der zuletzt fast überhaupt nicht mehr beachtet wurde, ist von der Oefsentlichkeit lange nicht mit der verdienten Kritik bedacht worden. Man konstatiert beim Besuch der Londoner Kinos gegen das Vorjahr, daß der Tonfilm auf der ganzen Linie sich durchgefeht hat. Man spielt in namhaften Kinos nicht einen einzigen stummen Film! Der amerikanische und britische Tonfilm behaupten unumschränkt das Feld in der Form des Sprech- und Gesangfilms; vor allem aber jetzt in der Form des farbigen Films. Dieser farbige Film wird nun in der kommenden Saison den alten Film ganz zu verdrängen suchen. Schon jetzt sieht man hier überraschend viele farbige Filme. Man mag diese farbigen Filme geschmacklos finden, man mag sich gegen diese tatsächlich oft üblen kolorierten Bildchen wehren, — dieser Farbenfilm wird dem Publikum einfach aufgezwungen, und das Publikum wird nicht gefragt, ob es ihn sehen will. Cs fragt sich, wie sich die Entwicklung in Deutschland gestalten wird, wo das Publikum unzweifelhaft kritischer ist als in London. Ich habe den ersten Greta-Garb o-Sprech- film „Anna Christie" gesehen, es ist die Bearbeitung eines Stückes von O ' R e i 11; die Garbo entwickelt hier einen ganz neuen Typ, ihr romantischer Grundcharakter ist stark zurückgedrängt, sie spielt nicht mehr aufs Damenhafte hin, der Tonfilm zwingt die Schauspieler zur Realistik; sie müssen die Geste einsparen, ja ganz opfern; wir werden hier einen ganz neuen Typ von Ton- und Bewegungsschauspielern bekommen und stehen vielleicht am Beginn einer neuen, entscheidenden Periode der Schauspielkunst überhaupt. Die Garbo spielt in diesem Film ein Seemannsmädchen, das sich im Widerstand gegen den Vater seinen Geliebten erkämpft, sie hat zuvor allerlei Liebles durchgemacht, und als sich Der Vater dagegen verwahrt, daß sie zum Geliebten geht, legt sie mit einem Schlage los, debattiert und polemisiert, braust auf und tobt, und mit einem Male gewinnt diese Stimme einen wunderbaren ehernen Klang, — sie wird da ganz große, bewundernswerte Tragödin. Das ist Schauspielkunst großen Stils — eindrucksvoll und unvergeßlich. Dann sieht man ein romantisches Spiel „D e r Vagabundenkönig" — farbig, Sprech- und Tonfilm. In diesem Film marschieren Rotten von Vagabunden gegen einen König; bevor diese armen Hunde losmarschieren, hat sie ihr Daga- bunbentnnig aufgcheht, angefeuert und hat ein Lied angefangen zu fingen, — die ganze Bande heult und schreit, ivhlt, trampelt, marschiert, singt, — nun, das ist schon sehr schön und Mitreißend. Lind man müßte ja ein Rarr sein, um nicht begreifen zu wollen, welche Wirkungen der Tonfilm zu erreichen vermag. ■Vy r.