Dienstag, U. Mrz 1930
180. Jahrgang
Nr. 59 Erstes Blatt
Schluß der Aoungdeballe im Reichstag
Gefahr
Berlin. lb. März. (D. D. Z.) Die zweite Beratung der Voung-Gesehe wird fortgesetzt.
Abg. Schiele (Dnl.) erklärt, die einseitige Wirtlchaftspolitik und die Auslandverschuldung hätten dazu geführt, dah wir in den letzten sechs Jahren für 17 Milliarden Lebensmittel eingeführt hätten, obwohl davon mindestens zehn Milliarden auf der eigenen Scholle erzeugt werden konnten. Die Landwirtschaft sei am Ende ihrer Kraft. Das Bettovermögen der Dorkriegslandwirtschaft von 27 Milliarden sei auf 11 Milliarden ge-
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Dt Friedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Di H.THyriot; für den übrigen Teil Trust Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gienen
V erlin, 10. März. (OB Eigene Meldung.) Die beiden wesentlichsten Ereignisse der parlamen- larifchen Entwicklung des Montags find der Empfang de» Reichskanzlers beim Reichspräsidenten und die Verhandlungen zwischen den Fraktionen der Weimarer Koalition einschließlich der Bayern über ein neues Finoozprogramm. von anderer Seite ist behauptet worden, der Reichspräsident hätte dem Kanzler für deu Fall, dah die Parteien sich nicht über die Fi- nnnzfragen einigen würden, bereits die Ermächtigung zur Auflösung des Reichstags erteilt. Der Reichspräsident werde dann auch den Artikel 4 8 der R e i ch s v e r f o s s u n g heran- ziehen, von mahgebender Seite wird diese Darsiel, lung als eine Kombination bezeichnet. Richtig sei, dah zwischen dem Kanzler und dem Reichspräsidenten natürlich alle Möglichkeiten besprochen worden seien, die sich aus der augenblicklichen Lage ergeben können. Von irgendeiner Ermächtigung könne aber keine Rede fein-
Die Verhandlungen der Vertreter der Reichstags- froktloncn der Sozialdemokratie, des Zentrums, der Demokraten und tec Bayerischen Volkspartei währ- len bis gegen 23.30 Uhr. Heber ihr Ergebnis wird auf Grund einer Vereinbarung der Parteien zunächst Stillschweigen gewahrt, doch wird mitgeteilt, dah sie einen besriedigenden Verlauf genommen hätten. Es sickerte aber schon durch, dah die Lösung des Problems etwa in folgender Richtung liegen wird: Dem widerstand der Bayerischen Volkspartei gegen die B i e r ft e u e r soll dadurch Rechnung getragen werden, dah diese Steuer aus dem Reichsprogramm herausgenommen und den Ländern überlassen werden soll untor entsprechender Kürzung her Zuweisung an die Länder. Das würde praktisch darauf hinanslaufen. dah es den Bayern selbst überlass en bleibt, ob sie die bei ihnen besonders unpopuläre Biersteuer einführen oder den entsprechenden Betrag durch andere steuerliche Maßnahmen hereinholen wollen. Andererseits soll den wünschen der Sozialdemokraten und mancher Zentrumskreise entsprechend auf die Garantie von S 1 e u e r f e n k u n g e n zunächst verzichtet werden. Erwogen wird auch als Ausgleich für die fehlende Viersteuer die Zuweisung der ursprünglich den Ländern und Gemeinden zugedachten Mineralwasser st euer an das Reich. Um den noch verbleibenden ungedeckten Betrag ouszubringen, wurde, wie der „Vorwärts" meldet, erwogen, den e r ft e n Umsatz von Importwaren zu besteuern und die allgemeine Umsatzsteuer von 0,75 auf 0,80 v. h. zu erhöhen. Auch über den Gedanken eines Zuschlages zur Einkommen st euer ist laut „B. T. aufs neue verhandelt worden. Die Idee des einmaligen Zuschlags zur Einkommensteuer, die wieder aufgetauchl war, sand auch diesmal bei der Mehrheit keinen Anklang.
Das sind natürlich nur die Grundzüge des Deckungsprogramms, das die Parteien der Weimarer Koalition der Deutschen volkspartei vorlegen wollen. Lehnt die Volkspartei die Vorschläge der übrigen Parteien ab und vollzieht sie den Bruch mit ihnen dadurch, dah sie ihre Minister aus dem Kabinett zurückzieht, so ist damit noch keineswegs die Demis- sion der fetzigen Regierung gegeben. 3n diesem Falle wird vielmehr damit gerechnet, dah nach der Annahme des Poungplans, dem nach dem Finanzkonkordat der Weimarer Parteien ja auch Zentrum. Bayerische Volkspartei und Demokraten zustimmen würden, die Regierung versucht, die- s e s Weimarer F i n o n ; k o n k o r d a t im Reichstag durchzusehen. Ein versuch, der aussichtsreich erscheint, weil die Regierung dann sicherlich ein starkes Druckmittel in der Hand Hal mit der Drohung der Reichstagsauslösung. Gegen eine Reichstagsauslösung bestehen nämlich nicht nur bei den regierungstreuen Fraktionen starke Bedenken, zumal die Möglichkeit besteht, dah die Regierung nach der Auslösung ihre dringendsten finanzpolitischen Pläne unter Anwendung des Artikels 48 der Re 1 ch sve r faf fu n g durchsetzen könnte.
Die Prognose der Presse.
Noch starke Widerstände.
Berlin. 11. März. (TU.) Die Aussichten für die.Einigung der vier Regierungsparteien über das Finanzprogramm und für das Zustandekommen einer Regierung der Weimarer Koalition werden von den Berliner Blättern sehr verschieden beurteilt. Der „Vorwärts sagt über das Ergebnis der Besprechungen am Montag, dah man sich auf dem Wege zur Einigung befinde. Lieber die Haltung der Demokraten berichtet der „Börsen-Eourier“, dah sich
die Wirtschafts- und Zollpolitik, die von 1927 bis zum Amtsantritt der jetzigen Regierung geführt wurde. Der jetzigen Regierung blieb es Vorbehalten, im Interesse der Landwirtschaft entscheidende Aktionen aus dem Gebiete der Wirt- schafts- und Zollpolitik durchzusühren. Beim deutsch»polni s ch en Liquidations- a b k o m m e n lag uns vor allem am Schutz der deutschen Minderheit in Polen. Die Frage, ob das Abkommen eine Verfassungsänderung bedeutet, ist in einem Gutachten von den juristischen Sachverstänoigen des Reichssustiz- und des Reichsinnenministeriums verneint worden. Die Verbundenheit der Liquidations- abkommen mit dem Voungplan ergibt sich aus der Vereinbarung der Sachverständigen in Paris, dah frühere Lei st ungen nicht an« g er echnet werden sollen. Das war die Voraussetzung für die Festsetzung der Annuitäten. Diese in den Liquidationsabkommen verfügte Voraussetzung steht also nach dem Ergebnis der Pariser Sachverständigenverhand.ungen im engen Zusammenhang. Die Anrechnung des Wertes des an Polen abgetretenen Gebietes ist nach dem Ergebnis der Pariser Sachverständigen- konferenz unmög.ich.
Der Wert dieser Gebiete war von der Reparationskommission Polen angerechnet worden auf die alte Kapitalschuld. Unter diese Kapitaljchuld ist aber ein Sch 1 uhstrich gemacht worden durch die Vereinbarung der Pariser Sachoerständigenkonfe- renz. Diesen Teil der Sachverständigenvereinbarung hat Herr Schacht in seinem Memorandum weggelassen. (Lebhaftes hört! hört! bei den Regierungsparteien.) Daß das Abkommen im Interesse der deutschen Minderheiten in Polen liegt, ist uns von einem maßgebenden Vertreter vieler Minderheit bestätigt tootoen (Rufe rechts: „Wer ist das?"). Ich möchte den Rainen dieses Sejmabgeordneten lieber nicht nennen. Wir haben die bestimmte Zusicherung, dah die aus der polnischen Agrarreform befürchteten schädigenden Maßnahmen nicht eintreten werden. Der polnische Auhenminister hat in diesen Tagen erklärt, die polnische Regierung denke nicht daran, aus der Agrarreform eine Strafe zu machen, um mit ihrer Hilfe an Stelle der durch das Liquidationsabkommen gefallenen Möglichkeiten gegen den deutschen Besitz vorzugehen. (Abg. Stöhr (Rat.-Soz.): „Sind Eie ein polnischer Minister?" — Ordnungsruf des Präsidenten Löhe gegen Stöhr.) Wir verstehen die Sorge in den
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Das Finanzprogramm der Weimarer Koalition.
Zugeständnisse an Bayern und Sozialdemokraten. - Oie Steuersenkungspläne werden fallen gelüsten. - $ür die Deutsche Volkspartei unannehmbar. - Auch Widerstand bei den Demokraten.
auch für die Erledigung der Finanzaufgaben nichts mehr versprechen. Der gegenwärtige Zu- stand ist unerträglich geworden, und es würde e i n Gefühl der Erlösung durch den weitaus größten Teil des deutschen Volkes gehen, wenn jetzt Reichspräsident und Reichskanzler den Entschluß zum handeln fassen. Dos Volk erwartet die Tal!
Die Haltung der Bayerischen Volkspartei.
München, 10. März. (TU.) Die Bayerische Vollsparteikorrespondenz erwägt die Möglichkeit, dah das Finanzprogramm nicht zustande komme. Es sei dann ganz ausgeschlossen, dah das Zentrum zu den Vounggesehen ja sagen könne. Für die Bayerische Volkspartei würde unter solchen Umständen die Frage viel eher lauten, ob sie sich dann überhaupt noch mit ihrer schwierigen Haltung begnügen könne. (Gemeint ist die Stimmenthaltung.) Denn es sei sehr zu erwägen, ob es, rein auhenpolitisch gesehen, verantwortet werden könne, auch nur indirekt das Zustandekommen eincs R t fizicrungsvotums zu begünstigen, das auf so fürchterlich schwachen Fühen stehe. Die Parole der Sozialdemokraten: Ratifizierung um je- denPreis, ganz g eich, wiefie zustande komme, stelle, rein außcnpvlltisch betrachtet, eine nicht unbedenkliche Bescheidenheit dar. Wenn aber die Reichsregierung eine weitere Verzögerung nicht verantworten zu können glaube und sich auherstande sehe, mit mehr Erfolg als bishe. ihrer führenden Aufgaben zu begegnen, so wäre es vielleicht besser, jetzt die Kon- s e q u e n z z u z i e h e n , als in ein paar Wochen. Man solle es sich sehr überlegen, mit einem sich selb st dem Tode weihenden Kabinett eine politische Entscheidung, die Leben bringen soll, durchzusehen. Die Bayerische Volks- Partei ziehe das Risiko einer Verzögerung der Ratifizierung der Haager Gesetze einer Ratifizierung auf der schwankenden Grundlage ungeordneter oder nur scheinbar geordneter öffentlicher Finanzen vor. Die Verhandlungen der letzten Wochen hätten auch die Erkenntnis verstärkt, wie gering die Aussichten einer den deutschen Verhältnissen angemessenen sachlichen Finanzreform seien, solange so starkeRück- sichten auf die Sozialdemokratie genommen werden mühten.
ihre Zustimmung.
Abg. Graf zu Eulenburg (Dnl.) erklärt das deutsch-polnische Liquidationsabkommen für unannehmbar. Ganz unverständlich sei der Starrsinn, mit dem die Regierung an der lln- trennbarkeit dieses Abkommens von den übrigen Voung-Gesehen festhalte. Eine Befriedung im deutsch-polnischen Verhältnis werde durch das Abkommen nicht erreicht. Dr. Schacht habe mit vollem Recht gerügt, dah die Milliarden unberechnet geblieben sind, die Deutschland durch den Gebietsverlust an Polen geopfert hat. Der Protest der ostpreuhischen Wirtschaftsführer wird auch in den übrigen Ostprovinzen gebilligt.
Reichsauhenminister Or. CuriiuS:
Wie die deutschnationale Fraktion für die ganze Dawes-Politik von Anfang an die halbe Verantwortung trägt, so trägt sie — das weih der Abg. Schiele — auch die Verantwortung mit für
Ertcheini ioglid),au6ei Sonntags und Feiertag»
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beim Wirtschaftsflügel der Demokraten starker Wider st and gegen eine Beteiligung an einer Weimarer Koalition melde. Diese Angaben werden von der „ß. 21. Z." ergänzt, nach der von absolut zuverlässiger Seite verlautet, dah die Abgeordneten Fischer (Köln), Hummel und T a n tz e n hätten erkennen lassen, dah sie im Falle eines Beitritts der Demokraten zur Weimarer Koalition ihre Mandate niederlegen würden.
Gegen eine Beteiligung der Bayerischen Volkspartei an einer Weimarer Koalition bestehen in München beim Hauptvorstand der Partei sehr ernste Bedenk.'N. Dah bei den Besprechungen noch keine Einigung zustande kam, soll daraus zurüekzusühren fein, dah in den Abendstunden aus München die Nachricht eingetrosfen sei, dah der Parteivorsihende der Bayerischen Volkspartei, Scheffer, sich mit großer Deutlichkeit gegen die Bildung einer Weimarer Koalition ausgesprochen und eine Reise nach Berlin angetreten habe, um auf die Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei demgemäß einzuwirken. Die Aussichten für eine Verständigung mit der DVP. aus Grund eines Finanzprogramms der vier Parteien^ werden von der „Germania" nicht sehr günstig beurteilt. Die „D. 21. Z." zweifelt nicht daran, dah die Volkspartei angesichts des bevorstehenden Parteitages in Mannheim auf ihrem feierlichen Beschluß b e st eh e n bleibt.
Die „Kölnische Zeitung" fordert Auflösung des Reichstags.
Bon diesem Reichstag ist nichts Gutes mehr zu erwarten.
6 ö 1 n, 10. Mär,. (CJIB.) Die „kölnische Zeitung" schreibt zur parlamentarischen Lage u. 0.: Der Reichskanzler darf es keinesfalls daraf ankommen lassen, dah das Schicksal des Reuen Planes sich er st in der Abstimmung klärt, es muh vorher entschieden sein. Gelingt das nicht, so gibt es nur einen Ausweg: die Auflösung des Reichstags. Dann mag das Volk s e l b st urteilen und dafür Sorge tragen, dah seine Geschäfte künftig besser besorgt werden, wir halten die Auslösung pes Reichstags allerdings auch im Falle der Verabschiedung der Pounggesehe für notwendig; denn von diesem Reichstag können wir uns
Ostprovinzen, aber gerade wer diese Sorgen teilt, muß für das Abkommen eintreten. Biele dieser Sorgen werden durch das Abkommen weggeräumt. Was sonst zwischen uns und Polen steht, wird dadurch nicht aus der Welt geschafft. Gerade darum ist cs unverständlich, daß ostpreuhische Abgeordnete Gegner des Abkommens sind. Die deutsche Menschenbrücke im deutsch- polnischen Korridor und das deutsche Fundament in der abgetretenen Provinz Pofen bewahren Ostpreußen vor der Isolierung. Wenn Sie diese Drücke und dieses Fundament zerschlagen, ist Ostpreußen ganz isoliert. Wir aber wollen gegen Sie (nach rechts) diese Brücke erhalten und dafür sorgen, dah auf diesem Fundament die Brücke weiter steht. Darum mühten gerade die ostpreußischen Abgeordneten mit uns für das Abkommen eintreten. (Beifall bei den Regierungsparteien.)
Damit ist in der zweiten Beratung die Aussprache über die Vounggesehe beendet. Es wird die Vertagung der Abstimmung auf Dienstag beschlossen.
Es folgt der Bericht des Geschäftsordnungsausschusses, der die Genehmigung zur Strafverfolgung von sieben kommunistischen Abgeordneten teils wegen Hochverrats, teils wegen Beleidigung, weiter der nationalsozialistischen 2lbgeordneten Dr. Göbbels, "Bud) und Feder wegen Beleidigung und Religionsvergehens und zum Disziplinarverfahren gegen den Abgeordneten Berndt (Dn.). der wegen seines Verhaltens beim Volksbegehren als Schöneberger Bezirksbürgermeister diszipliniert werden soll und s e l b st um Aufhebung seiner Immunität x gebeten hatte.
Die Anträge des Geschäftsordnungsausschusses werden angenommen.
Dienstag: Die Abstimmung über die Vounggesehe in zweiter Beratung. Präsident Löbe bemerkt dazu, et reck)ne damit, daß die Abstimmung zwischen 16 und 17 Uhr vorgenommen werden könne. (Zuruf von den Kommunisten: „Ist bis dahin der Kuhhandel schon fertig?")
polnische Minverheiienpolitik.
Die Labotagc der deutschen Schule.
Kattowih. 11. März. (T.-U.) Der Maurer Peter P u s s 0 n , der Landwirt Josef S ch i w y , der Arbeiter Franz M e tz n e r und der Kutscher Viktor Hedwig, alle aus Ko- schentin, Kreis Lublinih, verbüßten seit dem 27. Februar in dem Gerichtsgefängnis in Tar- nowiy eine zweiwöchige Freiheitsstrafe als Opfer des Schulkampfes, der gegen die deutschen Minderheitenschulen in Ostoberschlesien in den letzten zwei Jahren seit dem Rc- gime des Wojwoden Graszinski besonders scharf geführt wird. Si§ hatten ihre Kinder in d i e deutsche M i n d e r h e i t e n s ch u l e in Koschentin angemeldet, die, obwohl 51 Kinder angemeldel waren, am 19. August 1927 aufgelöst wurde. Eine Anzahl Anmeldungen wurde, ohne Angabe von Gründen, als ungültig erklärt, so daß die Gesamtzahl der Schüler unter 40, der gesehlichenMin- destzahl, betrug. Von den Antragstellern wurden die vier genannten Täter von einem Woj- wodschaftsbeamten vernommen und vollständig gesetzwidrig über die Sprache der Kinder gefragt, obwohl bekanntlich die Erklärung der Erziehungsberechtigten genügt, dah er sich zur deutschen Minderheit bekennt. Die Protokolle, die der Woiwodschaftsbeamte ausgenommen hatte, wurden gefälscht und darin eine gegenteilige Erklärung ausgenommen. Die Erklärung der Erziehungsberechtigten wurde von der polnischen Behörde als mit der Wahrheit nicht vereinbar angesehen und ihnen ferner Beleidigung und Verleumdung des protokollierenden Beamten zugeschoben. Die Strafkammer des Bezirksgerichts in Tarnowih hat am 14. März 1929 sämtliche Angeklagten, obwohl sie glaubwürdig beteuerten, dah ihnen jede beleidigende Absicht ferngelegen habe, zu je zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Die gegen das Urteil eingereichte Revision sowie die Gnadengesuche blieben erfolglos und so muhten die vier Verurteilten ihre Freiheitsstrafe antreten, die sie zur Zeit noch verbüßen. Der Urteilsspruch hat die vier Deutschen, die bisher unbestraft sind, äußerst hart betroffen. Eine Bewährungsfrist, die sogar schlimmsten Verbrechern gewährt wird, ebenso die Umwandlung der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe wurde versagt.
Die Deuischenverfoigung inpolen
Ein Prozeß nach 7 Jahren. — Die gefährliche Gedenkmünze.
Berlin, 10. März. (Priv.-Tel.) Am kommenden Montag, 17. März, sollen endgültig die Hauptverhandlungen vor dem Bezirksgericht in Bromberg gegen zehn führende Persönlichkeiten des Deutschtums stattfinden. Die Danze Angelegenheit ist ein Musterbeispiel der polnischen Taktik gegenüber den Deutschen. Die Angeklagten sind fast alle Mitglieder des ehemaligen Deutschtumbundes in Bromberg, den die polnische Regierung bereit»
sunken. Ihr Anteil am Volkseinkommen betrage nur 5 v. H. Das durchschnittliche 3ahreseinkom» men des selbständigen Landwirtes und seiner mitarbcitenden Familienangehörigen sei vom Institut für Konjunkturforschung mit 500 Mark festgestellt worden, also nur die Hälste des Bezuges eines Arbeitslosen. 3m Osten sei die Rotlage der Landwirtschaft zu einer n a - tionalpolit ischen Gefahr geworden. 3m Westen wachse das Heer der Arbeitslosen, im Osten die Entvölkerung. Polen sei demgegenüber bestrebt, in planmäßiger Arbeit einen n a t i » onalbewuhten polnischen Bauernwall gegen das Deutschtum zu schaffen. Unter diesen Umständen sei das Polenabkommen vollkommen untragbar. Die bisherige Der- ständigungs» und Handelspolitik habe nicht den Weg zur nationalen Freiheit eröffnet. Seine Partei versage dieser Politik ihr Vertrauen und
GietzeimAiizeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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im Jahre 1923 auf Grund eines recht nichtigen und seltsamen Vorwandes aufgelöst hat. Die Polen haben nach dem Kriege in den früher deutschen Gebieten die alten vaterländischen Verbände verboten, und deren Organisationen wurden dann auch tatsächlich aufgelöst. Nun hotte aber der Kyffhäu - s e r b u n d eine Gedenkmünze herausgegeben, die alle ehemaligen Mitglieder erhalten sollten. Der Deutschtumsbund in Bromberg übernahm die Vermittlung für. die Verteilung dieser Gedenkmünzen in seinem Rayon und aus dieser völlig harmlosen Angelegenheit haben die Polen die angebliche Aufstellung verbotener Organisationen konstruiert und den Deutschtumsbund aufgelöst. Anscheinend hat aber auch den polnischen zuständigen Stellen das ihnen vorliegende Material zu einem Verfahren gegen die Führer des Deutschtumbundes bisher nicht genügt, denn erst setzt, nachdem der eigentliche Vorgang sieben Jahre zurückliegt, kommt es zur gerichtlichen Durchführung der Anklage Dor rund zwei Monaten wurden einiae der bekanntesten Mitglieder aus dem Vorstand des ehemaligen Deutschtumbundes verhaftet, mußten aber dann nach einiger Zeit wieder freigelassen werden. Das Vorgehen der polnischen zuständigen Stellen mit ihrer siebenjährigen Verschleppungstaktik, mit Verhaftungen, Haussuchungen usw widerspricht zweifellos dem Sinn einer loyalen Minderheitenpolitik, aber die Polen brauchten augenscheinlich Zeit, um eine „Schuld" der angeklagten Deutschen künstlich konstru- ieren zu können Es ist wohl kein Zufall, daß der Deutschtums-Prozeß gerade unter einer Regierung Bartels nun doch noch zustande gekommen ist, denn noch im Mai 1928 hat der Führer der deutschen Fraktion im polnischen Sejm eine Erklärung abgegeben, in der er feststellt, daß kaum ein anderer polnischer Premierminister sich jemals so von chauvinistischen Strömungen habe treiben lassen, wie j)err Bartels. Die gegen das Deutschtum gerichteten Strömungen seien unter seiner Regierung b e • sonders gestützt worden, was sich in der Beschränkung aller Rechtsgarantien ausgewirkt habe.
Oie Not der Landwirtschaft.
Rapide zunehmende Zwangs' Versteigerungen.
Berlin, 10. März. (QVB.) Die seit der Inflation anhaltende dauernd steigende Unrentabilität der deutschen Landwirtschaft hat zu einer ständigen Erhöhung der Zahl und des Umfanges der Zwangsversteigerungen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und Grundstücke geführt. Insgesamt stieg die Zahl der Zwangs- der st eigerungen von landwirtschaftlichen Grundstücken jeder Größe von 525 im Jahre 1924/25 auf 2367 Grundstücke im Jahre 1928/29. Der Fläche nach stieg in derselben Zeit die Ziffer von 2172 auf 50 432 Hektar. Aus einer vorn Landbund aufgestellten Uebersicht über die Entwickelung der Zahl und der Fläche der durchgeführten Zwangsversteigerungen land- und forst- wirtschafllicher Grundstücke geht zwar hervor, daß die Gesamtziffer seit dem Jahre 1926/27 bis 1928/29 leicht gesunken ist. Dieses Absinken ist aber auf die Abnahme der Versteigerungen in den allerkleinsten Betrieben von unter 2 Hektar zurückzuführen. Dagegen ist die Zahl der Zwangsversteigerungen der landwirtschaftlichen Betriebe über 2 Hektar ständig stark angestiegen. Auch im laufenden Rechnungsjahr wird nach den aufgestellten Berechnungen mit einem weiteren scharfen An st eigen gerechnet werden müssen. Am ausgeprägtesten ist das Ansteigen der Zwangsversteigerungsziffern in den mittelbäuerlichen Betrieben von 5 bis 50 Hektar. Roch wesentlich stärker als die Zahl der Zwangsversteigerungen ist die Gesamtfläche der zwangsversteigerten land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke gestiegen. Hier ist die Steigerung am stärksten bei den Betrieben über 100 Hektar. Auffallend hoch ist die Fläche der in der ersten Hälfte des laufenden JahreS versteigerten landwirtschaftlichen Grundstücke: Im 1. Halbjahr 1929/30 wurde nahezu der Umfang der zwangsversteigerten Grundstücke über 200 Hektar des ganzen Jahres 1928/29 mit 48 048 Hektar erreicht.
Oie Beisetzung des Großadmirals von Tirpih. München. 10.März. (LU.) Bei herrlichem Wetter fand am Montagmittag im Münchener Waldfriedhof unter großer Be eiligung die Beiss hungsfeier für Großadmiral von Tirpitz statt. Rachdem der Sarg im Kraftwagen von Ebenhausen her in die Rähe des Waldfriedhoses gebracht worden war, wurde er von einer militärischen Leichenparade unter der Führung des Generalmajors S t e p p u h n , des Jnfanterieführers des Aeichswehrtreises VII, zum Waldfriedhof gebracht. Hinter dem Sarg folgten die nächsten Familienangehörigen sowie der Befehlshaber des Wehrkreises VII, Generalleutnant Leeb. Inzwischen hatten sich um einen gegenüber der Kapelle des Waldfriedhofes aufgebauten Katafalk, der von einer großen Anzahl herrlicher Kranzspenden umgeben war, die Teilnehmer der Trauerfeier versammelt. Man sah u. a. den ehemaligen Kronprinzen Rupprecht von Bayern, den Prinzen Adalbert von Preußen als Vertreter des Kaisers, die Minister Stütze! und G ü r t n e r als Vertreter der bayerischen Regierung, Generaloberst Graf von Dothmer, den früheren Reichsinnenminister v. K e u d e l l, Admiral von Trotha, den Reichstagsabge- ordneten Schulz-Dromberg und die beiden Bürgermeister der Stadt München. Zu beiden Seiten des Katafalks hatten sich zahlreiche Militär- und Marinevereine, die vaterländischen Verbände und Studentenkorps mit ihren Fahnen ausgestellt. Der mit der Kriegsflagge bedeckte lorbcerbekränzte Ebenholzsarg, aus dem Admiralshut und Degen lagen, wurde von der Lafette aus den Katafalk gehoben, während sich die Fahnen senkten und zu beiden Seiten des Katafalks Marineoffiziere und Stahlhelmsührer die Ehrenwache übernahmen.
Pfarrer O. T r a u b hielt sodann die Trauerrede. in der er darauf hinwies, daß Sinn und Inhalt deS Lebens des Verstorbenen die Wacht für Deutschlands Ehre gewesen sei. Er habe in der Flotte das Rüstzeug gebaut für den Kampf seines Volkes. Der Seemann sei emporgewachsen zum Staatsmann. Er hinterlasse dem deutschen Volke und besonders der deutschen Jugend die Mahnung: Seid männlich und stark. Rach dem Gebet des Geistlichen hielt Admiral v. Trotha die GE'ächtnisrede. Das Leben des Großadmirals sei voll ernster Opferbereitschaft für ein freie-, große- Deutschland gewesen. Er habe die
Die Nachfolge Schachts.
Oie Kandidatur Luther.
Die Reichsregierung hat dafür gesorgt, daß die Reuwahl des Reichsbankpräsidenten im Eil- z u g t e m p o erfolgt. Eigentlich wäre es doch naheliegend gewesen, die paar Tage abzuwarten, bis das Reichsbankgeseh in seiner veränderten Fassung vom Reichstag verabschiedet war und bald darauf ratifiziert wurde, dann hätte man es nicht mehr notig gehabt, die ausländischen Mitglieder des Generalrates zu bemühen, die Reuwahl wäre eine rein deutsche Angelegenheit gewesen. Aber Herr Dr. Schacht ist in der Wilhelmstrahe so unbeliebt, daß man ihn lieber heute als morgen entfernen möchte, er könnte sich ja den Fall auch noch anders überlegen, also wird das Eisen geschmiedet, solange es heiß ist. Und die ganze Reuwahl vollzieht sich in einer Ueberstürzung. die sich später einmal bitter rächen kann. Allerdings, der Propagandaapparat der Reichsregierung, der sonst recht schwerfällig ist, arbeitet diesmal erfolgreich, die Kandidatur Dr. Luthers ist gestartet und auch schon so weit gefördert, daß die erforderlichen sechs deutschen Stimmen für ihn gesichert sind. Auch die ausländischen Mitglieder sind antelegraphiert worden, so daß mit einer an Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit Herr Dr. Luther, falls er nicht etwa selbst noch Schwierigkeiten machen sollte, das Rennen machen wird.
Er ist, wir sagten es schon, der Kandidat der Reichsregierung, die für ihre Einstellung anführt, daß der Reichsbantpräsident auch als Mitglied der Reparationsbank internationales Ansehen braucht, und daß Herr Dr. Luther als einer der Väter der Rentenmark darüber verfüge. Das ist gewiß richtig. Wer aber boshaft ist. kann doch vielleicht annehmen, daß der Grund sehr viel tiefer liegt: Herr Dr. Luther hat in der letzten Zeit eine starke politische Betriebsamkeit an den Tag gelegt, er wird genannt als eine der Persönlichkeiten, die in Frage kommen könnten, falls das Kabinett Müller ausgewirtschaftet hat. Was liegt also näher, als ihn aus der politischen Ebene zu entfernen und als Reichsbantpräsident gewissermaßen k a l t z u st e l l e n. Wobei freilich eine künftige Reichsregierung ihr blaues Wunder erleben kann, denn wie wir Herrn Dr. Luther kennen, wird er mindestens ebenso eifersüchtig über feine Stellung wachen wie Herr Dr. Schacht. Daß er für das Amt selbst alle Voraussetzungen mitbringt, ist zweifellos. Er hat in seiner bisherigen Tätigkeit als Finanzminister und Kanzler bewiesen, daß es ihm an Zähigkeit, Zielbewußtsein und Tatkraft nicht fehlt. In seinem Ramen liegt die Gewähr dafür, daß die Reichsbank ihre Stellung behaupten wird, daß sie auch international ihre Aufgabe erfüllen wird. Allerdings, auch Dr. Luther wird, was wir für keinen Fehler halten, oft genug a l s unbequemer Mah • n e r auf treten, um gerade vorn Standpunkt der Reichsbank aus nicht nur die Sanierung der Finanzen, sondern auch die Reichsreform in Fluß zu bringen.
Ablehnung der französischen Gicherheiis- iorderungen in London.
London, ll.MSrz. (WTB Funkspruch.) Die Bemühungen Briands um neue politische Garantien sind, wie sich aus der presse ergibt, an dem w iderstand Englands und Amerikas gescheitert. „Times" sagt: Die britische Regierung ist nach wie vor entschieden gegen ein „M ittelmecrlocarno“. Es wird jetzt versucht werden, einen Ausgleichsvorschlag zu fin- den. Es verlautet, daß Briand an eine Vereinbarung denkt, durch die die politische Frage einer späteren Konferenz Vorbehalten würde, die auf diplomatischem Wege vorzubereiten wäre. In diesem Falle würden die Zahlen des französischen Bauprogramms unverändert bleiben, aber spater entschieden vermindert werden, wenn eine Frankreich befriedigende Sicherheitsoereinba- rung zustande käme.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Briand hat eingesehen, daß weder Amerika noch England bereit sind, irgendwelche neuen Abmachungen zu schließen, die sie eventuell
zu kriegerischen Maßnahmen verpflichten könnten.
Der französische Korrespondent des „Daily Telegraph" betrachtet die französisch-amerikanischen Besprechungen über eine politische Garantie für Frankreich als beendet. Auch im verlaufe seiner Besprechungen mit Macdonald dürste der französische Außenminster festgestellt haben, daß in absehbarer Zeit keine Entwickelung in der von ihm gewünschten Richtung zu erwarten ist. vom Standpunkte Briand aus liege das Schwergewicht des ganzen Problems der Organisierung des Friedens in der amerikanischen Haltung gegenüber der Frage der Freiheit der Meere. Solange Amerika seinen Anspruch, zu Kriegszeiten ungestört handel auch mit Angreifernationen zu treiben, nicht ausgegeben habe, würden wohl die Sanktionsbestimmungen der völ- kerbundssahung nur a u f dem Papier stehen. Infolgedessen werde kein regionaler Pakt gegenseitigen Beistandes zur Durchführung von Sanktionen abgeschlosien werden.
Flotte ausgebaut, die im Weltkriege auch die stärkste Seemacht der Welt zum Erbeben gebracht habe. Im Auftrage des Reichswehrministers, des Chefs der Heeresleitung, und der bayerischen Reichswehrdivision widmete deren Führer, Generalleutnant L e e b, dem Großadmiral Kranzspenden. Unter dem Trauersalut des Militärs wurde dann der mit prächtigen Kranzspenden geschmückte Sarg in das Grab gesenkt.
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Der ungarische R e i ch s ve r w e s e r Admiral H o r t h y , richtete an den Ches der Marineleitung folgendes Telegramm: „Mit tiefem Bedauern vernahm ich die traurige Rachricht vom Hinscheiden Seiner Exzellenz des Großadmirals von Tirpih. Mit ihm ist nicht nur der Schöpfer der heldenhaften deutschen Flotte, sondern auch eines der Vorbilder des Seeoffizierkorps der gewesenen österreichisch » ungarischen Kriegsmarine dahingegangen. Ich bitte, mein tiefempfundenes Beileid entgegenzunehmen und der gesamten deutschen Reichsmarine zu verdolmetschen. gez. H o r t h Y."
Minister von Vrettenbach t.
Hannover, 10. März. (WTB.) Kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres ist heute früh in Bückeburg (£n. von Breitenbach, früherer preußischer Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten, gestorben
Staatsminister Dr. Paul von Breitenbach wurde 1850 in Danzig geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und kurzer Tätigkeit im preußischen Justizdienst trat er 1878 in den Eisenbahnverwaltungsdienst. 1897 wurde Dr. Breitenbach Präsident der Direktion Mainz, 1903 wurde ihm die Eisenbahndirektion Köln übertragen. 1906 wurde er zum Mintster der öffentlichen Arbeiten, zu dessen Wirkungskreis auch die Eisenbahnen gehörten, ernannt. 1909 wurde er in den erblichen Adelsstand erhoben. Dr von Breitenbach, der sich um die Entwickelung des Eisenbahnwesens hervorragend verdient gemacht hat, war in den letzten Jahren seiner Tätigkeit auch Vizepräsident des preußischen Staatsmi- n i st e r i u m s. Don diesem Amte wurde er am 9 November 1917 unter Verleihung des Ordens vom Schwarzen Adler entbunden. Schon einig« Wochen vor dem Umsturz hatte Exz. v. Breitenbach seinen Rücktritt auch als Eisenbahnminister einge- reicht, der dann mit der Bildung des ersten preu- ßischen Revolutionskabinetts erfolgte.
Mißglückter Hungermarsch von Leipzig nach Dresden.
Leipzig, 10. März. (WTB.) Die Kommunistische Partei hatte für gestern einen .Hungermarsch" von Leipzig nach Dreden angeordnet. Als sich in der Nähe von Park Meusdorf etwa 80 Teilnehmer versammelten, erschien in einem Auto ein Kommando der Polizei, das den Zug auflöste und 38 Mann fest nahm, die nach Leipzig in das Polizeipräsidium gebracht wurden. Ein Teil der zer- sprengten Zugteilnehmer sammelte sich wieder in der Nähe von Liebertwolkwitz und marschierte von dort nach Groh-Pösna. Dort wurde der Zug wiederum von der Polizei aufgelöst. 5 Personen wurden fettgenommen. Jrn Apollotheater sand gestern nachmittag anläßlich der internationalen Frauentagung eine kommunistische Versammlung
statt, nach deren Abschluß die Teilnehmer einen Zug 3U bilden versuchten, der jedoch sehr bald von dem Ueberfallkommando a u f g e l ö st wurde. Auch ein Versuch, vor der Versammlung einen Umzug durch die Weststraße zu veranstalten, wurde von der Polizei vereitelt, die einige Verhaftungen vornahm.
Verschärfung der Lage in Indien.
London, 10. März. (TU.) Die Lage in Indien hat sich inzwischen weiter verschärft. Gegen den Bürgermeister von ^Kalkutta ist ein H a s t b c fehl wegen verräterischer Tätigkeit ergangen, da er in verschiedenen Massenversammlungen gesprochen hat. In Bombay haben die Führer des Akali-Stammes Gandhi davon verständigt, daß sie ihm 5000 Mann aus ihren Reihen zur Verfügung stellen wollen. 3n Bombay find 26 mit der Durchführung der Propaganda Beauftragte verhaftet worden. Im Gebiet von Titaghur sind etwa 20 00? Arbeiter der Baumwollspinnereien in den Streik getreten.
Der Sonderkorrespondent des „Daily Expreß" in Qabarmati, dem Sitz der Schule Ghandis, meldet, daß 22 Bewohner der Schule Ghandis an Pocken erkrankt und drei von ihnen bereits gestorben seien. Gegenwärtig richte eine Pockenepidemie im ganzen Bezirk von Bombay große Verheerungen an. Ghandi habe sich aber durch diese Wendung in seinen Plänen nicht beirren las'en. Er erklärte, wenn er 70 Lakhs Rupien (10,5 Millionen Mark) aufbringen könnte, und wenn seine Freiwilligen seinen Weisungen folgen würden, dann könnte er versprechen, daß Indien beinahe ohne Zeitverlust Swaraj (Home- rule) erhalten werde. Er gab diese Erklärung nach der Gebetsstunde ab und fügte hinzu, die erste Gruppe der Freiwilligen werde aus 70 Bewohnern seines Hauptquartiers in Sabarmati bestehen. Unter seiner Führung würden diese 70 Freiwilligen denMarsch nachder Küste antreten, um Salz aus dem Meere zu gewinnen, um dem Salzmonopol der Regierung ein Ende zu machen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident empfing den Reichskanzler zum Vortrag über die politische Lage. Ferner nahm der Reichspräsident einen gemeinsamen Vortrag des Reichsministers des Auswärtigen, Dr. C u r t i u s , des Reichs» Ministers für Ernährung und Landwirtschaft. Dr. Dietrich, und des deutschen Gesandten in Warschau, Rauscher, über den deutsch-polnischen Handelsvertrag entgegen.
Der Reichspräsident hat dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika anläßlich des Hinscheidens des früheren Präsidenten Taft telegraphisch sein Beileid ausgedrückt.
Der Reichspräsident empfing aus Anlaß der in Berlin tagenden Generalsynode der Evangelischen Landeskirche der Alt- preußischen Provinzen Mitglieder der Generalsynode, unter ihnen die Generalsuperintenden- ten der östlichen Provinzen.
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Der Reichspräsident empfing die von dem chinesischen Gesandten begleitete t^ine- fische Marinekommission, die hier zu einem mehrwöchigen Besuch in Deutschland eingetroffen ist. e
Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat, wie laut „D. 21. Z." in politischen Kreisen verlautet, dem Reichspräsidenten zur Begründung seines Rücktritts ein längeres Schreiben zugehen lassen, in dem er seine Auffassung über die politische Lage, insbesondere über die Aussichten der Rcparationspolitik niedergelegt hat.
Aus aller Welt.
Explosionsunglück auf dem Uebungsplah Ohrdruf.
Auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes fanden zwei Soldaten des zur Zell hier weilenden AusbildunasbataillonsMarbura einen Blindgänger. Als sie sich unvorsichtigerweife und entgegen den Vorschriften damit zu schaffen machten, explodierte der Blindgänger. Don den beiden Soldaten wurde der eine aus der Stelle g e ■ tötet. Der andere erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Ohrdrufer Krankenhaus gebracht.
31 Tote beim Absturz eines Förderkorbes.
In der bei Johannisburg gelegenen Erowen- zeche riß das Seil eines Förderkorbes, wodurch, dieser 500 Meter in d i e Tiefe stürzte. Die in dem Korb gerade beförderten 28 eingeborenen Bergarbeiter wurden sämtlich getötet. Durch das Seil des fallenden Korbes wurde die Tür eines zweiten, mit ihm in Verbindung stehenden Fördcrkorbes aufgerifsen, wodurch drei europäische Ingenieure heraussielen und aus 300 Meter tödlich auf dem Zechengrand verunglückten.
lieber hundert Kinder lebendig b erb rannt
Eine ent etz'.iche Explosionskatastrophe, die den Tod von 104 Kindern verursachte, hat sich in der koreanischen Hafenstadt F u s e n ereignet. Als gelegentlich des 25. Jahrestages des Sieges von Mukden in der Dersammlungshalle der Chinkai-Marinestation eine Kinofe st Vorstellung vor Kindern im Gange war, explodierte plötzlich unter ungeheurer Flammenentwicklung ein zu Beleuchtungszwecken dienender Behälter mit Raphthagas und setzte den Zuschauerraum sofort in Brand. Rur 25 Kinder konnten unversehrt gerettet werden. Mehr aß hundert Kinder verbrannten bei lebendigem Leibe.
30 Tote bei einer Lisenbahnkatastrophe in Brasilien.
In der Rähe des Kurortes Therezopolis im Staate Rio de Janeiro entgleiste ein Eisenbahnzug und stürzte infolge Versagens der Bremse in eine 1 7 5 Weter tiefe Schlucht. Bis jetzt sind 30 Tote und 15 Verletzte gezählt bei deren Bergung sich erschütternde Szenen abspielten.
Zum Tode verurkellt
Im Prozeß gegen den wegen Mordes angeklag- ten 31jährigen landwirtschaftlichen Arbeiter Willy Schuemann aus Horst erkannte das Gericht in Flensbura auf Todesstrafe und fünf Jahre Zuchthaus. Schuemann hatte am 5. Januar auf dem Wege von Horst nach Hennstedt an einem jungen Mäochen ein Sittlichkeitsoerbrechen versucht. Aus Furcht vor Entdeckung und Bestrafung drückte er den Kopf feines Opfers in einen Wassergraben und führte so den Erstickungstod des Mädchens herbei. Schuemann leugnete zunächst, gestand dann aber die Tat ein. Schuemann ist bereits mehrfach wegen sittlicher Delikte vorbestraft.
Die Mettei-Iaae
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Montaa, 10. Marz. 1930,
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u 3000 KL 297023 337842 365418
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Aus Oer Provinzialhauptstadt
Drehen, den 11. März 1930.
Stimmen »e« Frühlings.
I14100 187982 195579 219885 238102 249441 264283 278584 285480 293128 387046
52 Gewinn. |u 600 M 18183 27091 48985 60344 61435 68920 76645 138709 198257 219798 224125 230582 265424 275527 278119 303076 306975
309032 312693 312712 320747 328196 332998
349330 330481 388225
'82 ,-n. .u 300 6495 10237 10954 16318
27940 30485 31302 31676 33368 39570 41741 44164
In der heutigen NachmiNagsztehung wurden Gewinn« übei 150 M. gezogen
232 Gewinn, ra 300 M. 2188 12921 13304 16693 20241 36533 37125 45090 47164 63324 69482 72338 72758
Mann tm Scheinwerferlicht ganz genau gesehen haben. Er trug einen gefüllten Sack auf dem Bücken und war ausfallend sch.ank. Den Polizei- beamten hat der Chauffeur auf der Rückfahrt nicht mehr gesehen. Ob die genannten drei Personen etwas mit der Tat zu tun haben, steht noch nicht fest.
— Gießener Frühjahrs-Pferde- markt. Mit dem diesjährigen Frühjahrspferde- markt in Gießen am 19. März ist wieder eine Lotterie verbunden. Der Ziehungsplan ist wesentlich geändert worden. Während bisher der Hauptgewinn aus einem Pferd bestand, besteht er jetzt aus einem Gespann (d. i. 2) Pferde. Der zweite Gewinn besteht aus einem Pferd usw. Die Gewinner lebender Gewinne erhalten auf Wunfch 80 v. H. des Wertes in bar ausgezahlt. Der Losepreis beträgt unverändert 1 Mark. Man kann also für diesen geringen Betrag werwolle Gewinne erhalten. Versuche jeder sein Gluck!
" Fünfzig Jahre Feuerwehrmann. Am 10. März konnte der Inhaber des „Schipka- passcs", Jean Arnold, auf eine 50jährige aktive Dienstzeit in der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstaltete am Montag die Wehr eine Feier zu Ehren des Jubilars. Die erste Ansprache hielt Branddirektor Braubach, der in anerkennenden Worten die Berdienste des Jubilars um die Wehr hervorhob und ihm im Ramen der Stadt, des Kreis- und Landesverbandes die herzlichen Glückwünsche und deren Dank abstattete. Hauptmann Wenzel überreichte hierauf die von dem Korps gewidmete Ehrenurkunde, in der ebenfalls der Anerkennung der Berdienste um die Wehr und den besten Wünschen für das fernere Wohl- ergehen des Jubilars Ausdruck verliehen wurde.
8n der heutigen VormMagszlebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 ®ett>1mt« in 10000 M. 158738
2 Gewinn« en 6000 KL 397153
12 ettrlnn. .n 3000 KL 72978 93711 209692
827137 354579 369548
16 ®rtn-nn. >u 2000 Kl. 29698 69307 67106 >11417 114249 302915 319581 325235
34 Gewinn, »u 1000 KT. 43555 62841 87365 1 05324 125750 171999 212016 217352 222627 237051 242634 283242 295113 337989 366818 370148 373966
96 »tiBlnn« 600 KL 11375 23702 37939 39389
17 Uhr. m t
** Der Aaturheilverein Gießen veranstaltete — wie man uns berichtet — im Rahmen seines Winterprogramms einen Kursus über praktische Ausführung der neuzeitlichen Ernährung. Als Leiterin war die Haushaltungslehrerin Fräulein Stoll, Frankfurt a.M., gewonnen, die in interessanter Weise das Gebiet behandelte und den vielen Kursteilnehmerinnen reichhaltige Anweisungen für die praktische Durchführung der neuzeitlichen Ernährung gab, aus denen hervorging, dah es mit ein wenig Praktischem Sinn jeder Hausfrau leicht möglich ist, ihren Haushalt auf die neu^itliche Ernährung umzustellen, die zur Erhaltung der Gesundheit urrerläßlich ist. Die Kursleiterin gab neben vielen Hinweisen auf den gesundheitlichen Wert der verschiedenen Ernährungsmittel eine große Reihe praktischer Rezepte, die zum größten Teil im Kursus auch praktisch durchgeführt wurden. Besonderes Interesse fanden u. a. die schmackhaft und hübsch angerichteten Rohkostgerichte. Der Kursus fand bei den Teilnehmerinnen große Anerkennung, weshalb in Kürze nochmals ein ähnlicher Kursus abgehalten werden soll.
Zm (fieromnrabe verblieben: 2 Prämier» zu ft 600000, 2 Gewinne zu je 25000, 10 zu fe lOUOfy 10 zu te 5000. 50 zu je 3000, 88 zu je 2000, 212 zu 1« 1000, *00 ju le 600, 1246 zu je LOO M.
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wphe In B* Lherezsraiit igleiste ein As» : Versagens da Meter tiefe Tote und 15 Der- :gung sich erschät.
lingseinzug .... , ,, , .
Und wir geben dem Buchfinken recht, der uns bei der Ankunft zu Hause vom Apfelbaum aus entgegensingt: Ich hab's schon lang gesagt, nicht wahr? Sein kurzes Liedchen ist ja immer das eines Siegers. Gerade der Schluß klingt be- sonders selbstherrlich und herausfordernd.
Ja. die Stimmen des Frühlings, sie sinden ihr Echo in unserem Her'est. Der Winter ist vorbei! Run kommen die Sonnentage. O.
(Schulfeier im Realgymnasium.
Im Realgymnasium Gießen f?nd am Freitagnachmittag eine Schulfeier statt, die gleichzeitig der Entlassung der 26 Abiturienten dienen so'lle. Die Turnhaie toar, dem feierlichen Anlaß entsprechend, in den Reichs- und Landcs'arben geschmückt, erwies sich aber trotz ihrer Größe kaum ausreichend, um die große Zahl der Erschienenen: Eltern. Freunde, Lehrer und Schüler der Anstalt zu fassen. Aber, mag auch der Raum etwas beengt gewesen sem, die Herzen und die Stimmung waren ersichtlich weit und froh: denn alles, was geboten wurde, stand auf beträchtlicher Hohe und zeugte von dem harmonischen Verhältnis, das seit Jahrzehnten zwischen Schule und Elternhaus, Lehrer und Schüler im Gießener Rea'gymncs.um traditionell ist und Immer bleiben möge.
Die ganze Feier verlief in zwei Teilen. Der erste brachte nach einem Dorspruch die Darbietungen des Schüler-Orchesters und des Schüler-Chors, beide unter der Leitung des Oberreallehrers Blaß. Es mag unentschieden bleiben, ob man dem exakten Spiel des Orchesters, um dessen Zustandekommen sich 05er- studicnrat Seiler besondere Berdienste erworben hat oder ob man den frischen Stimmen der Schüler den Preis zuerkennen will, — Orchester und Chor waren vorzüglich und folgten jeder noch so unmerklichen Führung des Dirigenten, der ganze Arbeit geleistet hatte. Deutsches Lied und deutsche Musik tn deutscher höherer Schule! Welche Bildungswerte sind hier vorhanden und können ausgeschöpft werden! ilnö in diesen künstlerischen Rahmen gespannt die Ansprache des Direktors der Schule. Das erste Mel, daß Ob.rstudiendirektor Angel berget nach se n r Versetzung von Grünberg nach Gießen vor die Elternschaft des Gießener Realgymnasiums hin- trat und seinen ersten Abiturienten Worte der Erinnerung und Mahnung mit auf den Lebensweg gab, die aus warmempfindenden Lchrer- herzen kommend, sicht ich auf alle Anwesenden, all und jung, tiefsten Eindruck machten: „Fertig" sein — und doch als ,W erdender" sich bescheiden und „dankbar" erweisen, im Sinne von Goethes „Faust" sich stets strebend bemühen — das ist der rechte Geist, der den Abiturienten hineinstellt in die Volksgemeinschaft, deren Glied und Führer er zu sein berufen ist. — Es mag wohl keinen unter den vielen Hunderten von Zuhörern gegeben haben, aus allerlei Stand und Beruf, Alter und Geschlecht, der sich dem Eindruck der männlich- ernsten Worte des Direktors hätte entziehen mögen. Und das ist recht und gut. Rimmt doch jeder abgehende Schüler, ob er will oder nicht, ein gutes Stück seiner Schule mit hinein in sein Leben. , r
Ein zweiter Teil der Schulfeier war absicht- lich der heiteren Muse gewidmet. Der unsterbliche „Spenglermeister Dimbächer", der leider vielen Gießenern unbekannt ist, trotzdem er ausdrücklich als Posse aus dem Gießener Volksleben bezeichnet wird — Gegenstück -um Darm-
Jur Ermordung des Polizeibeamten Kern.
1000 Mk. Belohnung.
WER. Frankfurt a.M., 10.März. Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat eine De- I lohnung von 10 0 0 Mark ausgesetzt für Mitteilungen, die zur Ermittelung und Heber- führung des oder der Täter führen, die in der Rächt zum Sonntag den Polizeiwachtmeister Kern erschossen. Die Beschreibung des der Tat dtüngend verdächtigen Kürschners Herbert Schulte, am 12. Juni 1908 zu Leipzig-Lindenau geboren, wird wie folgt ergänzt: Er ist 1.63 bis 1,65 Meter groß, mittelkräftig, hat blondes, nach hinten gekämmtes Haar, ist wahrscheinlich bartlos. hat große breite, eingebogene Rase, große, I abstehende Ohren, am linken Fuß und Ringfinger Rarben, währscheinlich am rechten Zeige- finger eine Warze und über der linken Augenbraue eine schräge, einen Zentimeter lange Rarbe: auf der Brust und an beiden Armen ist er tätowiert. , , ,
In der Mvrdnacht gegen 3.35 Uhr fuhr eine Kraftdro'chke mit Fahrgästen von Frankfurt a. M. Hauptbahnhof nach Schwanheim durch die Bruchfeldstraße und Hahnstrahe in Riederrad. In der Bruchseldstrahe zwischen Königslacherstraße und dem Haardtwaldplah sah der Chauffeur einen patrouillierenden Polizeibeamten. Es kann sich hierbei nur um den ermordeten Polizeiwachtmeister Kern gehandelt haben. In der Schwanheimer Straße zwischen dem Roten Hamm und der Kläranlage sah er zwei Radfahrer, einen Mann und eine Frau, die in der Richtung nach Schwanheim fuhren. Der Mann lenkte das Rad mit der linken Hand, während er in der rechten einen Gegenstand, der in Stoff eingewickelt war, es kann ein Sack gewesen sein, trug. Rach den Angaben des Chauffeurs trug der Mann einen dunklen Anzug. offenes Hemd, schwarze Schnürschuhe und eine blaue Schiffermühe. Die Frauensperson war dunkel bekleidet, ohne Hut, dunkelkarrierter Unterrock. Sie trug gescheiteltes Haar, das hinten in einen Knoten auslief. Die beiden Personen waren ungefähr 40 Jahre alt. Auf der Rückfahrt von. Schwanheim traf der Chauffeur die erwähnten beiden Radfahrer an der Schleife der Straßenbahn 1 am Haardtwaldplatz kurz vor 4 Uhr wieder. Sie fuhren diesmal ab^r in der Richtung Bruchseldstrahe. Reben den Radfahrern ging ein dritter Mann zu Fuß, der einen Sack auf dem Rücken trug. Dieser Mann war etwa 25 Jahre alt Er trug einen hellen Rock und eine ebensolche Weste, aber öuntle Hofen. Als Kopfbedeckung trug er eine dunkle Mütze (Sportschlappmühe). Der Chauffeur will diesen
Eine erhebende Feierstunde erlebten die Besucher der von der Männer- und Fcauenvereini- gung der Matthäusgemeinde am Sonntagabend in der Stadtkirche veranstalteten kirchenmusikalischen Passionsanbacht. Ein Kreis von bewährten Gießener Künstlern, erweitert durch zwei kunstbegabte Damen von auswärts, hatte sich in anerkennenswerter Weise in den Dienst der guten Sache gestellt und dadurch den Plan der Matthäusvereinigung zum schonen Ergebnis geführt.
Die Vortragsfolge war in drei Gruppen Ungeteilt worden. Die erste Gruppe unter dem Motto: „Suche Jesum und sein Licht!" brachte Kompositionen von Gaetano Pugnan.-Kreisler, Heinrich Schütz, 2oh. Seb. Bach und Max Reger: in der zweiten Gruppe unter dem Geleitwort: Der leidende Herr" hörte man Werke von Albert Decker, Lorenz Spengler, Max Reger und Alexander Winterberger: als Abschluß brachte die dritte Gruppe unter dem Motto: „Der sterbende Herr" Kompositionen von Joh. Wolfgang Frank, Sah von Heinr. Müller, Joh. Seb. Bach und Max Reger. m
Als Sängerinnen wirkten Frau Dr. W e y l, Gießen, und Frl. Käthe Gärtner, Klein-Linden, mit. Frau Weyl entzückte wieder mit den herrlichen Gaben ihres wundervollen Mezzo-Soprans, Frl. Gärtner bereitete mit ihrer klangschönen und umfangreichen Altstimme ebenfalls einen hohen Genuß. Beide Sängerinnen brachten mit einprägsamer In- nigteit die Passionsstimmung der Kompositionen heraus und bereiteten dadurch der andachtsvoll gestimmten Gemeinde ein starkes seelisches Erlebnis. Stadtorganist Heinz Simon, der schon vielfach bewährte Meister unserer Stadtkirchenorgel, war auf seinem Instrument den Sängerinnen ein Begleiter von erlesener künstlerischer Delikatesse, von feinstem musikalischem Fuhrertum: auch als Sänger mit einer sympathischen Baritonstimme lernte man Herrn Simon bei dieser Gelegenheit kennen. Musiklehrer Franz Bauer j r., Gießen, bereicherte auch bet dieser Gelegenheit mit seiner gereiften unb immer gern gehörten Biolinkunst die musikalische Gottesdienstfeier und vermochte in gleicher Weise wie die Sängerinnen den Zuhörern starke seelische Erbauung zu schaffen. Als Geigerin hörte man weiter noch Frl. Gertrud Neumann, Wetzlar, deren Kunst gleichfalls in starkem Maße befriedigen konnte. Schließlich sei noch mit Anerkennung der Gesänge der Knaben chor schule gedacht, die besonders mit einem dreistimmigen Chorgesang wirkte.
Wenn auch an der geweihten Stätte Vieser Feier lauter Beifall sich von selbst verbot, so darf doch gesagt werden, dah die sehr große Zahl der Zuhörer den Künstlern und der veranstaltenden Matthäus-Vereinigung In herzlichem Danke verbunden ist für diese seellsch erlebnis-
Das Schneeglöckchen läutet, in den Gärten blühen die Krokus, an sonnigen Abhängen kom- men die ersten Gänseblümchen. Du siehst es und wirst froh. Aber warum im Zimmer bleiben? Haben wir auch keinen Winter gehabt, so dürfen wir uns doch freuen, daß nun der Frichttng^ da ist. Und er ist wirklich da! Wir sehen es nicht nur, wir hören es auch. Kaum haft du die letzten Häuser hinter dir gelassen, so bleibst du schon überrascht stehen. Da trillert \x eine Lerche in der Lust! Die erste Stimme des Frühlings. Wohl lärmten und schwatzten die Stare schon lange in den Bäumen rings um die Stadt, aber die Lerche ist erst vor kurzem zurückgekommen von ihrer Reise. lind es lohnt sich, stehen zu bleiben. Du siehst sie nicht hörst sie nur, nicht eine, sondern viele. Die Luft ift voller Lerchengesang. Da kommt eine herunter aus dem Blau. Wie ein kleiner grauer Stein läßt sie sich fast senkrecht in den Kleeacker fallen. Du siehst sie da herumhuschen und di- ?*nt-
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lltil ni»h ^dergeiezi
reiche Passionsfeier.
Daten für Mittwoch, 12. März.
1365: Eröffnung der Wiener Universität: — 1607: der Dichter Paul Gerhardt in Gräfenhainichen ge- boren.
Gictzener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt:' Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 35,
Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20,
gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15,
Spinat 35 bis 40, Unter-Kohlrabi 8 bis 10,
Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 180 bis 200, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4*/t bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 50 bis 80 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 40, Endivien 40 bis 60, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 20 bis 25 Pf.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stadt- theater: „Die Heilige Flamme", 20 bis 22.15 Uhr. —Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Spionin". — Astoria.Lichtspiele: „Masken" und .^Luftpiraten".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend wird das große Erfolgstück „Die heilige Flamme" (Gastspiel Auguste Prasch-Grevenberg) zum erstenmal wiederholt. Beginn 20 Uhr. — Am Mittwoch. 12. März, spielt man das ausgelassene Schwankstück „Weekend im Paradies" zum drittenmal. Stürme der Heiterkeit erneuern sich bei jeder Ausführung immer wieder. — Am Donnerstag, 13. März, 3. Symphoniekonzert des Gießener Konzertoereins. Orchester des Darmstadter Landestheaters. — Als nächste Premiere ist am Freitag, 14. März, „Die Sache, die sich Liebe nennt" (This thing calfed love), Komödie in drei Akten von Edwin Burke, vorgesehen, lieber all, wo die Komödie ausgeführt wurde, halle sie einen großen Erfolg.
— Der Sinheitsverband der Eisen- bahner Deutschlands, OrüDcrtcaltung Gießen, veransta.t.t am rnorgllen Mittwochnachmittag im großen Hörsaal der Universität einen öffentlichen Vortrag mit Lichtbildern von Prof. Dr. Griesbach. Gießen, über das Thema: „Erregung und Ermüdung, ihr Rachweis und ihre Bedeutung für die Entstehung von Unfällen, insbesondere im Eisenbahnbetrieb." Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.
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Eine Eisenbahnerinnerung. Am heutigen 11. März sind 80 Jahre verflossen seit dem Tage, an dem zum erstenmal ein Eisenbahnzug zwischen Frankfurt und Friedberg verkehrte. Die Wain-Weser-Bahn wurde 1851 dem Verkehr über geben. Dis dahin fand auf den bereits fertig- gestellten Teilen eine Art Pendelverkehr statt. Aill der Strecke Frankfurt—Friedberg fanden schon 1848 Probefahrten statt, und am 11. März 1850 wurde der Verkehr auf dieser Teilstrecke eröffnet
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Herren, die 1—2000 Mk. Einlage machen können, bevorzugt. Offert, unt. Nr. 438 an Mitteid. Ann -Erv^ Gießen. [01567
Los 13. Ib-Kl.
2a- „ „ 14. 2b. „ „ 15. 3a. „ „ 16. 3b. „
Das Holz kann in drei Losen, aber auch insgesamt verkauft werden, deshalb müssen die Angebote die Gebote für je ein Los von zirka 115 fm und für insgesamt zirka 350 fm enthalten. Andere Angebote sind ungültig.
Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift ,Holzverkauf" bis spätestens
Dienstag, den 18. März mittags 12 Uhr der Bürgermeisterei Gedern einzusenden.
Zuschl'agsfrist 14 Tage. Die Verkaufs- bedinyungen der Gemeinde werden durch Einreichen von Geboten anerkannt.
Auskunft erteilt nach vorheriger Benachrichtigung der Gemeindeforftwart Klos, Gedern.
Ferner werden gemäß vorstehender Bekanntmachung verkauft aus verschiedenen Distrikten:
FichtenNuhrollen: 1 m lang, 5,7 rm; 2 m lang, 56,05 rm.
Zelluloseholz: 2 m lang 1. Kl. 15 rm; 2.Kl.
53 rm; 3. Kl. 65 rm; I m lang, 4,5 rm. Kurzgrubenholz: 1,25 m lang, dreiseitig
K, zirka 27 rm.
bote hierfür sind getrennt nach Klassen einzureichen. Das Holz wird jedoch insgesamt verkauft.
Gedern, den 7. März 1930.
Hessische Bürgermeisterei Gedern.
Müller.
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141
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7
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Mittwoch, Donnerstag, Freitag: Prima Rordsec-Schellfiiche
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Die Gemeinde Gedern verkauft im Wege des schriftlichen Angebots zirka 350 fm Fichtenstammholz la-—3a-Klasse hessischer Sortierung. Die Gebote sind getrennt nach Klassen ein^ureichen. Das Holz ist mit
J-B Käufer (rieften
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6to-o.6lftoiooitn-Wooöiiiog
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für das Gebiet Dillenburg, Wehlar, Gießen. Es kommen nur gelernte Eisenhändler in Frage und erhallen solche, die das Gebiet bereits bereist haben, den Vorzug. Führerschein 3a erforderlich.
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JbrtnSemerbungen auf Anzeigen ohne itomen Zeugnisse, Urkunden ob. sonst wichlige Papiere beizusügen: Abschriften genügen zur Ein! ifung v. Ansteiluna^verhand. unqen. Oft Ist und der Auftraggeber unbekannt und In diescnMIen tön» nen wir nicht« tun für d. Wiedererlangung der Sewerbungsunterlagen Gietzenev Anzeiger
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17. 3b Kl. 1 St. = 0,58 fm Abschnitte Kiefer (N).
Abschnitte Eiche (A).
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Das Nadelholz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Sämtliches Holz ist gerückt und lagert an guten zum größten Teil chaussierten Wegen. Die Verkaufs, bedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden.
Schriftliche Angebote sind nach Holzart, Sortiment und Klassen getrennt verschlossen mit der Aufschrift ,Nutzholzver- kauf" bis 18. März 1930, d>5 Ahr. an die Bürgermeisterei Annerod einzureichen, woselbst anschließend die Eröffnung erfolgt.
Annerod, 10. März 1930.
Hessische Bürgermeisterei.
Horn.
Gern. bJcmüie, 2-Pfd.-Tose 0.82
MMIIMO
Bahnhofstraße 27 Jernsvr. 3631
Abschnitte Hainbuche (Ä).
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Dienstag, 11. März (950
Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Nr. 59 Zweites Blatt
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Der Krieg im Dunkel"
Boxkampf in Buhbach.
Voxabteilung des Mlo. Gieszen gewinnt den Rückkampf gegen Buhbach mit 4:1 Punkten.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
o. Ter Start der 1900er Leichtathleten beim Frankfurter Hallensport fest am vergangenen Samstag war, wie im Vorjahre, auch diesmal wieder von schönen Erfolgen begleitet. Wenn auch manche nur als Achtungserfolge zu werten sind, so erscheinen sie doch nicht minder wertvoll in Anbetracht der außerordentlich starken Konkurrenz aus allen Teilen des Reiches. Die Meldungen wurden nahezu restlos erfüllt und machten eine Reihe von Dorkämpfen notwendig.
19 00 befte Waffe war wieder die3X1000- Meter-Staffel Obwohl für den stark indisponierten Mittelstreckler Depperling Ersah eingestellt werden muhte, schlug sich die Mannschaft ausgezeichnet und belegte in der guten Zeit von 8:07,2 Min. den dritten Platz hinter der bekannten Eintrachtstaffel (7: 54,3 M.) und DIK Frankfurt (8:06,5) vor Polizeisportverein Frankfurt, Sportverein 93 Darmstadt und Elektron Griesheim. Deim ersten Wechsel hatten die Spielvereinigungsleute, dank des guten Laufs von Tönges, bereits den dritten Platz inne. Run kam für den Ersatzmann Knigge die Feuerprobe. Er bestand sie glänzend, indem er auf den zweiten Platz auflief und mit etwa 8 Meter Dorsprung an P e t e r s übergab Dieser setzte auch sogleich Dampf auf und lag in der vorletzten Runde etwa 12 Meter vor DJK. Frankfurt erste Mannschaft. Die Gießener schickte sich nun an, den Schlußmann der zweiten Mannschaft des letztgenannten Dereins zu überrunden, als er fast eine halbe Runde lang von diesem Läufer in höchst unsportlicher Weise gesperrt wurde und so wertvolles Terrain verlor. Inzwischen war natürlich der Gegner herangekommen und vermochte den 1900er 15 Meter vor dem Ziel zu passieren.
Auch in den Sprinter st afseln spielte die Spielvereinigung 1900 eine gute Rolle. Die 5x60-Meter-Pendelstafset in der Aufstellung Geist, Seipp, Hopfenmüller, Guyot, Völker qualifizierte sich in dem von fünf Mannschaften bestrittenen Verlauf mit D S. C. 99 Offenbach zusammen für den Entlauf. Hier wurde nach annehmbaren Laufleistungen, jedoch zu vortausch mit wechselndem Glück. Der vielbejubeltc Punktsieger des Kampfes ist Wagenpfeil. — Ebenfalls im Mittelgewicht standen sich S) Naumann, Gießen, und K Schmidt, Butzbach, gegenüber. lleberrraschend war der Ausgang dieses Kampfes. Prächtig ist der Gießener in Schuß. Im Nahkampf, sowie auf Distanz ist er glatt der Bessere, zwei besonders schwere rechte flöten zeigen deutlich Wirkung bei Schmidt In der zweiten Runde stoppt der Butzbacher einen Angriff Naumanns mit einem schweren Blockstoß, der diesen sichtlich erschüttert. Eine Verletzung im Gesicht läßt den Gießener nicht mehr in Fahrt kommen Trotz verzweifelter Gegenwehr muß er den Sieg an Schmidt geben.
Halbschwergewichte Hier begegneten sich: G. Dernges, Gießen, und L. Spanner, Wetzlar. Rach ausgeglichener erster Runde und klarer Ueberlegenheit des Gießeners in der zweiten Runde konnte man auf einen Sieg Dernges' tippen. Dei einem außerordentlich heftigen Schlagaustausch erhielt Dernges, der seine Reichweite nicht voll auszuwerten verstand, einen starken Schlag mit dem Ellenbogen gegen die Hintere Schädelpartie, der ihn so stark hemmte, daß ihm ein Weiterkämpfen nicht möglich war. Unverständlicherweise gab der Ringrichter den Sieg an Spanner.
Als Ringrichter probierte sich D r o k e s ch, Wetzlar. Er hätte bei fast allen Kämpfen weit energischer durchgreifen müssen. Chefsekundant und Punktrichter Paul und Willy H a i n b a ch.
Wolf Hirth, der sehr erfolgreiche württembergische Sport- und Segelflieger, erhielt den Hindenburg- Pokal 1929.
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Kohlenmärkten auf nehmen. Sie können das um so eher tun, als der Absatz ihrer Kohlen in Deutschland ihnen den Kampsfonds liefert und auffüllt. Das ist schon keine Wirtschafts- und Handelspolitik mehr, das ist ein Schlag gegen die deutsche Wirtschaft, der die empfindlichste Stelle trifft. Wenn Polen wirklich nicht weih, wohin es mit seinem Kohlenübersluh soll, so mag es das deutsche Beispiel nachahmen: Feierschichten einzulegen.
Ist das Kohlenkontingent ein Fehlschlag, so gilt dies erst recht für das Schweinekontingent. Abgesehen davon, daß die deutsche Land- wirtschost den Dedarf an Schweinen völlig deckt, ist das den Polen zugedachte Kontingent sogar höher als die gesamte Einfuhr an lebenden und toten Schweinen im Jahr 1929. Es sind in diesem Jahre 140 000 lebende Schweine eingesührt worden, während Polen zunächst 200 000 Schweine liefern soll, eine Menge, die vom achtzehnten
Seit gestern läuft im Lichtspielhaus Bahnhof st ratze ein Film, der — nach dem 'Belud) am Abend zu schließen - eine nicht unbeträchtliche Anziehungskraft ausübt. Er heißt „D e r Krieg im Dunkel" und ist nach dem vor Jahren erschienenen Roman gleichen Namens von
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Ludwig Wolff ins Filmische übertragen worden, was zweifellos eine glückliche Idee war, wenn man sich an die Erzählung erinnert, wird man wissen, daß sie zu den gelungensten Arbeiten dieses entschieden talentierten Autors zu zählen ist, und daß sie stofflich und technisch eine ganze Reihe filmischer Anregungen und Möglichkeiten bietet Der Regisseur Fred Niblo hat das mit geschultem Blick erkannt und ausgenutzt Der Film kam überdies konjunkturmäßig zu einem günstigen Zeitpunkt heraus, da gerade in letzter Zeit mehrere Publikationen über die Vorgesch chte und Vorbereitung des Weltkrieges, insbesondere über die intereuropdifdjc Spionage der großen Mächte, erschienen sind und erhebliches Interesse in der Oeffentlichkeit gesunden haben Es kommt hinzu, daß die Regie für die große und die gesamte Handlung beherrschende weiblick)e Hauptrolle eine Darstellerin vom Range Greta Garbos einzusehen hatte. Man muß in der Tat nach dieser neuen Begegnung mit ihr er- kennen, daß ihr Weltruf verdient und übrigens keineswegs nur mit der zum Schlagwort geworbenen Kennmarke vom sex appeal zu begründen ist. Sie ist eine schöne Frau — das ist keine Neuigkeit und hat fick; herumgesprachen —, ober sie ist außer- dem auch eine MenschendarsteUerin ungewöhnlichen Ranges: dies ist entscheidend und wird vielleicht nicht immer gebührend betont; auch eine Filmdiva kann heute ihre ernsthafte internationale Wcrt- fd)ätzung auf die Dauer nicht allein mit dem Einsatz ihres schönen Gesichts und ihrer tadellosen Figur aufrechterhalten. Sie wirkt anfänglich ein wenig kühl und spröde, aber sie steigert sich im Laufe der Akte zu einer schauspielerischen Leistung von außerordentlicher Intensität ... fast unmerklich und mit den vornehmsten und diskretesten Mitteln der Gestaltung. Sie wird dabei von der Dramatik der Handlung blendend unterstützt. Es ist möglich, daß die Vorgänge manchmal phantastisch und unwahrscheinlich anmuten. Aber man kann in recht sachlichen Darstellungen über die historischen Vorgänge vieles lesen, was ebenso phantastisch und um wahrscheinlich anmutet und am Ende doch wohl • in irgend einer Form einmal Wirklichkeit gewesen sein muß. Uebrigens handelt es sich ja hier auch nicht um die einfache Wiedergabe von Tatbeständen oder eine dokumentarische Reportage, sondern um eine Romanhandlung und um einen Spielfilm, -der ungemein wirksam gemacht ist und der - in seinem zweiten Teil — eine aufs Publikum unmittelbar Übergehende Spannung erzeugt, wie man sie auch in gewiegten Kriminalstücken nicht alle Tage erlebt. Dies und die Darstellung — neben der Garbo unbekannte, aber tüchtige Spieler wie Conrad Nagel und Gustav o. Seyfsertitz — machen den großen Reiz d^st'S abenteuerlichen Films aus.
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st em Stilempfinden den gebundenen Zeitgeist der Komposition mit Lebensnahe zu erfüllen. Im „Charivary“ von Marais vermittelte er ein reizvolles Charakterstück. Dr. Johannes H o b o h in gab Proben des italienischen Meisters Domenico S c a r l a 11 i : drei einsätzige Konzertsonaten für Cembalo in C-Dur, OMoll und O-Dur. Das Kecke. Prickelnde, Kapriziöse, das dem Klavierstil Scarlattis besonders eigentümlich ist, stellte er fein pointiert heraus, dem Thematischen gewann er besondere Reize ab durch feinsinnige Ausnützung der durch die beiden Manuale gegebenen Klangmischungen, Steigerungen, wie am Schluß der Ö-Dur- Sonate, baute er so geschickt aus, daß dem Hörer die beschränkte Moou.ationssähigkeit des Cembalotones gegenüber dem heutigen Klavierklange nicht bewußt wurde. Zum andern aber wird es jedem klar geworden fein, daß die Werke dieser Periode der Klaviermusik erst durch die Wiedergabe auf dem Cembalo ihre vollen intimen, feingeistigen Werte zu entfalten vermögen. Die Triosähe: Sonate von Buxte- h u d e (^-Moll), Concerto E-Sur von Georg Phil. Telemann und Konzert in B-Sur von Jean Phil. R a m e a u bestätigten die besondere Eignung des Cembalos als Generalbaßinstru- ment; im Zusammenklang ergeben sich ungemein zarte, fast ätherisch verschwebende Klänge, im polyphonen Stimmgewebe konnte man eine ideale Durchsichtigkeit und Klarheit erleben. „La For- queray" (Rameau) zeigte im Aufbau zwar Abweichungen von dem uns geläufigen Ausbau der Fuge, wies aber in den freien Einschaltungen Momente von besonderer klanglicher Selikatesse auf. Interessant war es zu erkennen, wie bei Rameau im Vergleich zu der ..absoluten" Musik der Seutschen sich oußermusikalilche programmatische Anregungen ins Musikalische um- setzten; dafür war auch die Zugabe „Sam- bourin" von Rameau eine Destätigung. Vielleicht mag dieser ober jener skeptisch zum Konzert hingegangen sein, um so stärker mußte nachher jeder davon überzeugt sein, daß es sich hier nicht um ein historisches Experiment handelte, sondern daß hier kulturhistorische und musikalische Werte, die noch heute einem jeden reichen Gewinn zu geben vermögen, mit vollster Derech- tigung der Vergessenheit entrissen wurden.
Dr. H.
Am Sonntag veranstaltete der Turn- und Sportverein 1846 Butzbach einep Kampfabend, der einige recht intereffante Paarungen zeigte.
Bantamgewicht: Gustav Sommerlad, Gießen, ist gegen A. Theiß, Bugbach, der technisch Bessere und gewinnt in der zweiten Runde durch Aufgabe seines tapferen Gegners.
We ltergewicht: Der talentierte K. Beyer, Gießen, konnte gegen den hartnäckigen G Piel,
Feldwebel Hirschfeld (Allenftem) Cilly Äußern flegle im interna Henne (München) fteUh bei den stellte am Sonntag in Frank- tionalen Tennisturnier in Men- Eisrundrennen in Defterfunb furt a. M. einen neuen Hallen- tone über die französische Meisterin mit 198,7 km einen neuen Weltrekord im Kugelstoßen auf Mathieu Schnelligkeitsweltrekord auf
diesem Instrument seine ganze Liebe und Hingabe widmet. Rur ein starkes Interesse an der Sache vermag dem Bestreben der Wiedererweckung alter Instrumente Dauer zu verleihen; reiner Sensationslust wird nur ein kurzer Erfolg befchie- den sein.
Im Vergleich zum heutigen Cello, dessen Ton voller, sonorer, voluminöser, krescendoiähiger erscheint, ist der Klang der Viola da gamba weicher, dunkler, auch anmutiger, lieblicher, im Dekrescendo schwebender und nachgiebiger verklingend. Der Gamben-Kanlilene gegenüber würde der Ton unseres heutigen Klaviers als Begleitinstrument viel zu massig, vielleicht gar klangtötend sein. Mit dem Cembalo aber mischt er sich zu einer vornehmen Klangeinheit. Wenn zu diesen beiden Instrumenten die Violine in ihrer heutigen Klangintensität hinzutritt, so muß sie sich sehr starker Zurückhaltung befleißigen, um nicht die eigenartige Klangmischung in ihrer Wohlabgewogenheit zu beeinträchtigen. Das ließ sich z. D. in der ^-Moll-Sonate von Dietrich Buxte- h u b e , op I, 3 beobachten; in den späteren Triowerken fügte sich die Violine (Anton Huber) gemäß den akustischen Gegebenheiten der Aula vortrefflich ein. Don außergewöhnlichem Klangreiz ist der Ton der Viola d’amour, im Vergleich zur heutigen Dratsche bei weitem weicher, auch nicht so groß; in ihm schwingt etwas Silbriges mit durch die unter Griffbrett und Steg aufge- spannten Aliquotsaiten, die freischwingend jedesmal durch die in ihnen ruhenden Obertöne den angespielten Ton verstärken und klanglich verklären.
Es verdient besonders hervorgehoben au werden, daß die Vortragsfolge für die Soloinstru- mente nur Werke von folchen Meistern aufwies, die uns durch die Geschichte als hervorragende Vertreter chres Instrumentes überliefert worden sind. So spielte Anton Huber auf der Viola d’amour eine Sonate von Attilo A r i o st i, der sowohl als Opernkomponist als auch als Viola d'amour-Spieler in seiner Zeit besondere Geltung erlangt hat. Anton Huber verlieh dem Klang schwebende Weichheit; die Passagen prägte er mit galantem Zug aus und erfchloß im Doppelgrifs- unb Arpeggienspiel die klanglichen Eigenheiten seines Instruments. - Christian Döbereiner erteilte zwei klassischen Gambenkomponisten das Wort dem Pariser Sologambisten Marin Marais und Louis de Caix d Hervelois. In „Couplets de Foües“ (Marais) hatte er sich in der Abfolge der Variationen eine Ausgabe gestellt, in der et alle Möglichkeiten des Instrumentes sei es in virtuoser Entfaltung von Dogen- und FingertechniL fei es in Doppelgriffen und Arpeggien und in ausdrucksvoller Linie der Äantabilität, restlos zu erschöpfen vermochte, innerlich dabei völlig ausgehend, um mit feinGießener Konzertverein.
IX. Konzert: Döbcreincr-Trio.
Cs tonnte im Laufe der Zeit an dieser Stelle schon verschiedentlich auf die Tatsache hingewie- jen werden, daß mit der Entwicklung der Instrumentalmusik seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert die Instrumente an klanglicher Kraft gewonnen haben. In diesem klanglichen Wettbewerb mußte eine Reihe von überaus charakteristischen Instrumenten unterliegen und das Feld räumen, so bie_ Viola da gamba, und, abgesehen von einigen Stellen in Opern, die auf besondere Älangeffette hinzielen, ebenfalls die Viola d’amour. An sich betrachtet, ist diese Tatsache durchaus zu bedauern, da damit bedeutsame klangliche Werte stillgelegt wurden. Aber selbst die Violine hat seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ihre Klangfähigkeit bedeutend dadurch verstärkt, daß man an den Instrumenten den Hals schräger legte und den Steg erhöhte.
Hier und da hat man es schon immer wieder versucht, die alten Instrumente klanglich neu zu beleben, und die Geschichte unserer Musikinstrumente wird immer wieder auf den lebendigen Klang zurückgreifen müssen, foll sie nicht zu einer Art Herdariumswifsenschast erstarren.
Jedes Zeitalter hat seiner Kunst, insbesondere auch der Musik, ein individuelles Gepräge gegeben. Aber nicht nur eine Betrachtung des formalen Aufbaues der Werke und das Heraus- schälen ihres geistigen Gehaltes vermag diese Werte erschöpfend zu erfassen, der lebendige Klang jeder Zeitperiode verlecht dem ganzen erst die Wesenseigentümlid)keit. Wir empfinden es alle im Zeitalter des Radio mehr oder weniger unangenehm, wenn die menschliche Stimme durch den Lautsprecher überdimensional verstärkt wird. Ein ähnliches Verhältnis würde zutreffen, wenn man die alte Musik auf unfern klangkräftigeren Instrumenten wiederzugeben versucht. Man wird allerdings oft zu diesem Behelf greifen müssen, da nicht immer die alten Original- Instrumente vorhanden sind und nicht immer sachkundige Spieler dafür zur Verfügung stehen. Im allgemeinen wird man wohl meist in solchen Fällen eine nachgebende Rücksichtnahme auf den Originalklangcharakter feststellen können; am stärksten wird jedoch der Eindruck immer sein, wenn die Werke in ihrer ursprünglichen Klang- gestalt erstehen. Hierin interessante Einblicke gewährt zu haben, ist ein positiver Gewinn des Konzertes des Döbereiner-Trios.
Christian Döbereiner ist schon seit langem als einer unserer besten Gambenfpieler bekannt, und aus dem Eindruck, den man von ihm auf dem Podium haben konnte, ging hervor, daß er
Der unmögliche Vertrag.
Die Reichsregierung hat sich endlich entschlos- fen. Einzelheiten über Öen deutsch-polnischen Handelsvertrag mitzuleilen. Der Eindruck ist so ungünstig, daß er auch nicht dadurch gemildert wird, daß der Vertrag zunächst nur auf ein Jahr befristet werden foll. Daß dieser Handelsvertrag kein Tarifvertrag ist, also keine Zollbindung kennt, kann unmöglich als Gewinn für Deutschland gebucht werden. Und zwar deshalb nicht, weil die polnischen Zölle allgemein viel höher liegen als die deutschen Zölle. Sie gegenseitige Meistbe- g ü n ft i g u n g ist ebenfalls kein Vorteil für Deutschland, zumal es so hingestellt wird, daß Deutfchland inskünftig der Nutznießer des internationalen Handels mit Polen werden foll. Run zeigt die Äachprüfung des polnischen Außenhandels, daß der größte Teil der Einfuhr und Ausfuhr Polens über d i e Seehäfen gebt, wobei noch besonders anzumerken ist, daß das am stärksten nach Deutschland am polnischen Außenhandel beteiligte Land, nämlich Großbritannien. sicher nicht deutsche Schiffe für den Handel mit Polen heranziehen wird. Richt einmal Oesterreich braucht den Umweg über Deutschland zu wählen. Sie Tschechoslowakei kommt auch nicht in Frage, denn fie hat ja eine unmittelbare Grenze mit Polen, so daß höchstens der polnisch-italienische Warenhandel seinen Weg über Deutschland nehmen könnte. Aber der ist mengen- und wertmäßig so gering, daß es wirklich nicht zu verstehen ist, daß die offiziöse Darstellung diese Meistbegünstigung als einen Erfolg von größter Bedeutung für den deutschen Großhandel und die deutsche Seeschiffahrt be- zeich»et. Gerade wenn es sich um den internationalen Warenaustausch mit Polen handelt, wird kein Schiff ausgerechnet deutsche Häfen anlaufen, um dann den langen Eisenbahnweg bis zur polnischen Grenze zu benutzen.
Völlig untragbar für Deutschland ist das Kohlenkontlngent von 3,7 Millionen Tonnen. Cs ist nicht üblich, daß bei Handelsverträgen Kontingente für Erzeugnisse zugelassen werden, die das damit bedachte Dertragsland selbst überreichlich hervorbringL Was würde denn Polen gesagt haben, wenn die deutschen älwterhändler etwa ein deutsches Kohlenkontin- ge-U verlangt hätten, das sicher ebenso zweckmäßig wäre als umgekehrt das polnische Kohlenkontin- qent für Deutschland. Die Dinge liegen nicht so, daß es für Deutschland schließlich nicht darauf ankommt, drei oder vier Millionen Tonnen Kohlen mehr auf seinen Markt zu nehmen, nachdem ohnedies schon fünf Millionen Tonnen Kohlen auf die Halden gestürzt find. Wenn Polen seinen Kohlenüberfluh in Deutschland zu dem festgesetzten Zwangspreis loswerden kann, so erzielt es dadurch Gewinne, die es ihm möglich machen, die schwer erschütterte Ertragsfähigkeit seines Bergbaus wieder herzustellen. Das aber wird für Deutschland ganz andere Folgen haben als etwa nur die, daß Polen auch über die einjährige Frist hinaus Kohlen nach Deutschland liefert. Jedenfalls wird Polen alles daran sehen, sich über Jahr und Tag das Kohlenkontingent weiter zu sichern. Denn es Hal immerhin die Gewähr, diese Mengen in Deutschland absehen zu können, während die deutsche Industrie damit rechnen muh, dah die Polen die deutschen Waren nicht taufen. Roh gerechnet werden die Polen aus dem für Deutschland bestimmten Kohlen- fontingent 60 Millionen Mark ziehen, von denen fich mindestens 20 Millionen Mark als glatter Gewinn für Polen buchen lassen. Richt nur der westoberschlesische und niederfchlesische Bergbau wird durch die polnische Kohleneinfuhr gefährdet sein, fondern auch das Ruhrgebiet wird an den Folgen zu tragen haben, sobald die Polen in verschärfter Form den Wettbewerb auf anderen
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Butzbach, nur ein klares Unentschieden erringen. Piel ist in seinem Gewicht nur sehr schwer zu schlagen. — Ebenfalls im Weltergewicht trafen sich L. Klotz, Gießen, und Wilh. Dellen, Butzbad). Dieser Kampf wird eine sichere Sache des Gießener Klotz. Er ist und bleibt eine Klasse für sich. Velten kann nichts weiter, als fich tapfer schlagen. Mil ungeheurem Mut greift er Klotz an, wird zweimal hart angeschlagen. Klotz kann ihn jedoch nicht entscheidend erwischen und wird hoher Punktsieger
Mittelgewicht: Den dramatischen Kampf des Abends lieferten sich L. Wagenpfeil, Gießen, und H. Rosendahl, Butzbach, Wagenpfeil greift in der ersten Runde in seiner bekannten Manier an, wird aber von dem Butzbacher einige Male recht hart gestoppt, was jedock) nicht hindern kann, die erste Runde an Wagenpfeil zu geben. In zweiter und dritter Runde beiderseitiger schwerer Schlagaus-
Monat ab auf 275 000 Stück steigen kann, um nach weiteren sechs Monaten sogar 350 000 Stück zu erreichen. Mit dieser Einfuhr würde rein handelspolitisch gesehen, jede Einfuhr aus Dänemark und den Riederlanden überflüssig werden, was uns mit Sicherheit Schwierigkeiten mit diesen Ländern schaffen wird, die bei Abschluß der Handelsverträge mit Deutschland gerade besonderen Wert auf die Einfuhr von Vieh nach Deutschland gelegt hadern 3m übrigen ist an keiner Stelle der offiziösen Darlegung zu entnehmen, welche tatsächlichen Vorteile Deutschland für die Einfuhr nach Polen zuaestanden erhalten folL Das ist erklärlich. Denn Polen ist weder reich genug, um deutsche Fertigwaren in großen Mengen laufen zu können, noch hat es die Absicht, dies zu tun, weil es mit aller Kraft dahin strebt, durch Drosselung der Einfuhr die Handelsbilanz aktiv zu gestalten.
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sichtigen und daher etwa- langsamen Wechseln der 5. Platz belegt. Sicherer Sieger des Laufs war der Berliner Sportklub, dessen Farben Leute wie Troßbach, Mahlitz und Weih vertraten.
Einen aufregenden Kampf gab es in der 4 X 2 - Runden st affe l. Die Gießener waren hier allerdings zu wenig Kuroenspezialisten, um in die Spitzengruppe, die von Stuttgarter Kickers, D. S. E. und S. C. 80 Frankfurt gebildet wurde, gelangen zu können. Dennoch belegten sie einen guten Mittelplatz.
Bei den Einzelkonkurrenzen mußte Schäfer dein Einladungskugelstoßen infolge plötzlicher Erkrankung fernbleiben. Koch hielt sich bei den 3000-Einladung zuerst ganz schön bei, war aber nachher dem von Heloer, Görth und Diekmann angeschlagenen mörderischen Tempo nicht gewachsen 3n den 800-Meter-Dorläufen qualifizierten sich die 1900et PeterS I. und Bepperling für das Finale. Ersterer trat jedoch mit Rücksicht auf die noch zu laufende Staffel nicht im Endlauf an: Depperling kam infolge seiner Indisposition überhaupt nicht in Fahrt und stoppte gegen Schluß hin ab. Eine der heißest umstrittenen Wettbewerbe waren die 60 Meter offen. Den lSOO-Sprintern fehlte hier noch die absolute Schnelligkeit, um entscheidend eingreifen zu können. Geist wies eine recht gute Form auf, hatte aber das Pech, im Dorlauf von zwei Endlaufteilnehmern knapp auf den dritten Platz verwiesen zu werden. — Eine freudige LIeberraschung bermtete im 60-Meter- Laus für Frauen — ursprünglich war eine Beteiligung nicht vorgesehen — Frl. Dora R i ck e l den 1900ern. Bei sehr zahlreicher Beteiligung belegte die Gießenerin nach erfolgreichem Dor- und Zwischenlauf den 6. Platz. Siegerin des Laufs war Frl. Dollinger, l. F. C. Dürnberg, dicht gefolgt von Frl.Haux und Lorenz, Eintracht Frankfurt.
V.f.B. Leichtathletik.
Das Sportfest des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes in der Frankfurter Festhalle hatte eine erstklassige Besetzung in allen Konkurrenzen zu verzeichnen. Es nimmt daher nicht wunder, wenn es den D.f.B.ern nicht gelang. sich erfolgreich durchzusehen. Trohalledem ist aber ihr Abschneiden in den Dorkämpfen als gut zu bezeichnen.
3m 60-Meter-Lauf offen konnten die Sprinter Koch und Stang recht gut gefallen, während S i e b e l s etwas abfiel. Koch Halle schlechten Start: der äußerst scharfe Dorlauf sah ihn jedoch als knappen Dritten hinter erstklassigen Läufern. Koch, der ein intensives Hallentraining hinter sich hat, dürfte in der kom» n.mden Saison seine vorjährigen Leistungen bedeutend verbessern. Stang kam mit dem deutschen Zehnkampfmeister und Iapanfahrer Weih und dem Berliner D i e s i n g in den Dorlauf. Rach verunglücktem Start lief Stang wider Erwarten auf der Strecke ausgezeichnet. 3n einem derartig besetzten Rennen dritter im Dorlauf zu werden, bedeutet immerhin ein Ersolg.
3m 800-Meter-Lauf offen überraschte der kleine, sehr leicht laufende Henns. Bei größerer Erfahrung hatte er sicher Erfolg gehabt. Er ließ manchen älteren und besseren Läufer hinter sich. G. Müller enttäuschte stark. Er führte drei Runden in schönem Stil, hatte sich aber anscheinend zu sehr verausgabt, denn er fiel schnell zurück, und gab schließlich auf.
Waren auch Erfolge nicht beschiedeg, so gab das Auftreten der D.f.B.er doch zu berechtigten Hoffnungen Anlaß. Das intensiv durchgeführte Hallentraining macht sich bemerkbar.
Spielvei-einigunq 1900 Gießen.
Spicloereinigung 1900 Gießen — Offenbacher Kickers 2:2 (0:2).
ö. Der gute Ruf einer tüchtigen Mannschaft, der den Offenbacher Gästen vorausging, hatte mehr denn 800 Zuschauer noch dem Sportplatz gelockt. Die Gäste fanden sich mit dem harten Boden des 1900 Sportvlatzes anscheinend nicht so recht ab, was deutlich in der Ballbehandlung zu Tag« trat. Dabei trafen die K ckers in den Gießenern auf einen Gegner, der von Anfang bis zum Schluß zähesten Widerstand leistete und während des schnellen und fairen
Ringens zum größten Teil gleichwerllge Leistungen aufbrachte. — Die Kickers hatten mit wenigen Ausnahmen eine ausgeruhte, frische Mannschaft im Spiel. Bei den Gießenern mußte man im letzten Moment den guten Mittelläufer Langsdorf ersetzen. Katz vertrat ihn zur vollsten Zufriedenheit. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache. Nur die Außenstürmer hatten keinen besonders guten Tag. Hätte der Sturm vor der Pause mehr Einheit und geschlosseneres Handeln vor dem Offenbacher Tor gezeigt, so wären die Süddeutschen höchstwahrscheinlich um eine Niederlage nicht herumgekommcn. 1900 hatte seinen besten Mannschaftsteil in der nimmer- müden Läuferreihe, die die Gäste nicht richtig zur Entfaltung kommen ließ. Dazu zeigt Hohmann in der Verteidigung von Spiel $u Spiel bessere Leistungen. Der Torhüter zeigte wieder sehr gute Leistungen, er hielt unter anderem «inen Handelfmeter. — Der Spielverlauf: Der Anstoß Offenbachs kommt nicht weit, und gleich kann der Platzverein das Treffen in die Spielhälfte der Gäste verlegen, deren Hintermannschaft aber auf dem Posten ist. Schnell wechseln die Situationen, abwechselnd kommen beide Tore in Gefahr. Bei einem weiten Strafstoß auf das Gießener Tor verläßt der Hüter es zu früh und kann den hohen Ball nicht erreichen, der vom Stopf eines Offenbachers ins leere Tor springt. Nach schöner Kombination und Dallher«ingabe durch den Rechtsaußen wird zum zweiten Offenbacher Treffer unhaltbar eingeschossen. Der Gast kommt bis zur Pause zu keinem weiteren Treffer. Nach der Pause beginnen die Gießener mit forschen Angriffen. Der Gast tritt bis zum Schluß zirka 15 Eckbälle, wovon aber nicht ein einziger zum Erfolg führt, da die Hintermannschaft 1900s vorzüglich abdeckt. In der Mitte der zweiten Spielhälfte kommt Gießen zum ersten Gegentreffer. Ein Angriff des linken Flügels endet mit einer schönen Flanke des Halblinken vor dos Kicksrstor. Heilmann täuscht geschickt und Zeiler köpft prächtig ein. Die Einheimischen machen nun große Anstrengungen um zum Ausgleich zu kommen. Der Halblinke steht plötzlich allein vor dem Offen- bocher Tor. Den scharfen Flachschuß meistert aber der sehr gute Gästehüter hervorragend. Bei einem erneuten Angriff der Gießener wehrt ein Offen- bocher den Flankenball mit der Hand ins Feld zurück. Der dafür verhängte Elfmeter wird von Adelberger verwandelt. Offenbach legt jetzt mächtig los, kann aber trotz aller Bemühungen das unentschiedene Resultat nicht korrigieren, obwohl — gemeßen an den Torchancen — ein knapper Sieg der Gäste nicht unverdient gewesen wäre. — Die Gießener können mit Recht stolz sein auf diesen Erfolg. Konnten doch die Offenbacher Kickers in den letzten Der- bandsspielen fast mit derselben Mannschaft, wie am Sonntag, den Fußballsportverein Frankfurt schla- gen und der Eintracht, dem voraussichtlichen Süddeutschen Meister, ein ehrenvolles Unentschieden abringen.
Die Ligareserve-Mannschaft kehrte von Hermannstein mit einer Riederlage (2:7) zurück, da ein großer Tell der Spieler zu Hause geblieben war und die als Ersatz eingestellten Spieler den Anforderungen nicht mehr gewachsen waren, da dieser vorher in der drit- t e n Mannschaft gegen die z w e i t e E l f Hermannsteins schon mitgewirkt hatten. Diese Begegnung sah die Gießener mit 5:0 Toren siegreich.
Die 4.Mannschaft 1900s gewann am Sonntag ihr Derband'.spiel in Daubringen kampflos 3m darauffolgenden Gesellschaftsspiel gegen Daubringen Z erste Mannschaft unterlagen die Gießener mit 3:6 Toren.
Rach durchweg überlegenem Spiel fertigte die 1.3 u g e n d in Lollar die dortige 1. Jugend im Pflichtspiel mit 5:1 ab. 3n der ersten Halbzeit führten die Blouweihen ein schöne 3, flaches Spiel vor, das ihnen vier Tore einbrachte. Rach- dem sie sich in der zweiten Halbzeit das hohe Spiel von Lollar ausorängen ließen, war es mit dem überlegenen Spiel vorbei. Lollar konnte jetzt sogar für kurze Zeit das Kommando übernehmen. Beide Parteien erzielten noch ein Tor.
2. 3ugend: Auf eigenem Platze gewann sie das Pflichtspiel gegen die verstärkte 2.3ugend des Sportvereins Riedergirmes mit 2:0, so daß sie in dieser Spielserie bis jetzt ungeschlagen dasteht. Die erste Halbzeit zeigte ausgeglichenes Spiel, ohne besondere Leistungen.
Lediglich der Eifer brachte den 1900ern in der zweiten Halbzeit den Sieg.
1. Schüler: Der Gegner waren die 1. Schüler vom Lokalverein D. f. D. 1900 war fast das ganze Spiel hindurch tonangebend, konnte aber in der ersten Spielhälfte keine Tore erzielen. Die zweite Halbzeit brachte ihnen dann drei schöne Tore, während D. f. 2. leer ausging.
V. f. B.
Ockershaufen — V. f. 23. 3:1.
F. V. Ockershausen Gruppenmelster.
Die Ligamannschaft verlor auch das Rückspiel gegen F. D. Ockershausen und damit endgültig die Aussicht auf die Gruppen- meisterschast, die sich Ockershausen somit gesichert hat. Das Treffen, das mit einem 3:1-Sieg der Platzmannschaft endete, erbracht« erneut den Beweis, daß D. f. D. rein spielerisch recht gute Leistungen zu zeigen vermag, daß ihm aber zur Zeit fast jegliche Fähigkeit fehlt, zählbare Erfolge zu erzielen. Der Sturm trägt seine Angriffe in ansprechender, flacher Kombination vor, die jedoch anstatt mit wuchtigem Schuß aufs Tor abgeschlossen, im Strafraum des Gegners bis zur äleberkombination getrieben wird. Gerade am Sonntag trat dieser Mangel besonders stark in Erscheinung. Ein Teil Schuld daran trägt aber auch die Läuferreihe, die viel zu sehr defensiv spielt, sich meist auch zu weit hinten aufhält und eine Lücke zwischen sich und dem Sturm läßt, anstatt den Angriff zu forcieren. Ganz im Gegensatz hierzu hatte der Gegner sein Spiel auf Erfolg eingestellt- Zwar war sein Zuspiel nicht ganz so präzis wie das der D. f. B.- Elf, dafür führte er aber seine Aktionen bedeutend schneller und vor allem viel wuchtiger durch. Er gewann das Spiel insofern verdient, als seine Stürmer aus allen Lagen zu schießen und Tore zu erzielen vermochten. Der Spielverlauf war kurz folgender: Beide Mannschaften sind anfangs reichlich nervös und zeigen nichts befonderes. Gießen findet sich zuerst und führt ein unerwartet gutes Spiel vor. Seine Angriffe werden von der Läuferreihe planvoll auf- gebaut, vom Sturm in tadelloser Kombination vorgetragen und bringen das Tor der Platzrlf ein über das anderemal in Gefahr. Deren verstärkte Verteidigung wehrt mit Geschick, jedoch auch oft reichlich hart, jedenfalls aber erfolgreich ab. Ockershausen wartet mit Gegenangriffen auf, die aber fast ausschließlich durchbruchsähnlichen Charakter Habern Rach einer halben Stunde Spielzeit gelingt es ihr, durch überraschenden Schutz in Führung zu gehen. 3m selben Maße, in dem bisher Gießen überlegen war, ist es jetzt Ockershausen. Bis zur Pause verpassen beide Mannschaften noch einige Torgelelenljeiten. Am Resultat wird nichts geändert. Rach dem Wechsel verschärft Gießen das Tempo und zeigt sich leicht überlegen: fein Drängen ist jedoch erfolglos. Ein offensichtlicher 3rrtum des Schiedsrichters verhilft Ockershausen 15 Minuten nach Wiederbeginn zum zweiten Erfolg. Gießen ist hierdurch sichtlich deprimiert und läßt stark nach. Ockershausen kommt mehr und mehr auf und erhöht das Resultat wenig später auf 3:0, damit seinen Sieg sicherstellend. Trotzdem rafft sich V. f. B. nochmals auf und versucht, unter allen Umständen das Resultat zu verbessern, was ihm auch etwa zehn Minuten vor Schluß gelingt. Es bieten sich ihm noch einige günstige Torchancen, die aber ausgelassen werden. Es bleibt beim Endergebnis von 3:1 für Ockershausen, dem Gruppen- mcister der Saison 1929'30, dessen vorzüglicher Gesamtleistung man Anerlennung zollen muh.
Zweite und dritte Mannschaft waren bei der ersten bzw. zweiten des Sportvereins Cappel bei Marburg zu Gast und verloren ihre Spiele knapp mit 1:2 bzw. 2:3.
Das angcsagie Spiel der vierten Mannschaft gegen Raubor ns zweite kam infolge Absage der V. f. B.er nicht zum Austrag.
Die erste 3ugendmannschaft errang einen prächtigen Erfolg, indem sie die gleiche des Sportvereins Wetzlar auf eigenem Platz mit 3: 2 schlug. 3hr Sieg ist um so höher zu bewerten, als dies die erste Riederlage der spielstarken Wetzlarer in der diesjährigen Pflichtspielserie ist.
Die zweite erwartete die erste Jugend Rieder-Weisels vergeblich zum Pflichttreffen und blieb daher ohne Spiel.
In der ersten Jugend des V. f. R. Butzbach hatte die dritte D. f. 2. - 3 u g e n d einen körperlich stark überlegenen Gegner, gegen den sie trotzdem ein anerkennenswerte- 1:1 erzwang.
Handball der Gp.-Dg. 1900.
1900 I — Iv. Allendorf a.d. Lda. 1 5:3 (2:0). 1900 1. Jugend — Io. Allendorf Rat. Automobil . • • • < Lrenstein & Koppel . . • Leonhard Tie- ...
SvenSko .....
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4.
2.
4.
3.
11. Dietz
12. Gelvert
Schwimmen
im Männer-Turnverein Gießen.
Am Sonntag hatte die noch junge Schwimm- Abteilung des M. T. D., die als stark und kampferprobt bekannten Schwimmabteilungen des Turnvereins 18H0 Frankfurt a. M. und des Turnvereins Wetzlar zu Schwimmwettkärnpfen nach hier verpflichtet. Mit dieser Beranstaltung trat die Abteilung deS M. T. B. erstmalig an die Oeffentlichkeit. Die Durchführung kann als gelungen bezeichnet werden. Bur der Besuch hätte besser sein dürfen, zumal der D. T.-Meister im Turm» und Kunst-
Die diesjährige Frühjahrsmesse weist, abgesehen von den ZnslationSmcsseir, einen Rekord an ausländischen Besuchern auf. Dies ist sicherlich in erster Linie der unermüdlichen Auslandpropaganda des Leipziger Messeamtes zu verdanken. Der Besuch deutscher amtlicher Stellen und auch Parlamentarier dürfte vielleicht dazu beitragen, diesen Stellen den Charakter der Leipziger Messe als wichtiges Glied in der deutschen Exportprvpaganda kiarzumachen und sie zu der Neberzeugung zu bringen, daß eine Reichsbeihilfe für die Propagandatätigkeit keine Verschwendung ist, sondern eine Maßnahme, die in das deutsche SparsamkeitSprogramm hineingehört. Die hier angelegten Gelder finden vielfache Verzinsung durch Einsparungen auf dem Gebiete der Erwerbslosenfürsorge.
Rindermarkt in Gießen.
Der heutige Rindviehmarkt war mit 1013 Stück Groh- und Jungvieh und 185 Kälbern beschickt. Der Handel war im Vergleich zu den vorhergehenden Märkten lebhafter. Sehr begehrt waren gute Milch- und Fahrkühe, sowie trächtige Rinder, die Preise über Roiiz erzielten. Es wurden bezahlt für Kühe erster Qualität 600 bis 700 Mk., Kühe zweiter Qualität 400 bis 500 Mk., Kühe dritter Qualität 250 bis 350 Mk., Schlachtkühe 100 bis 400 Mk.. Rinder, halb- bis dreiviertel- jährig, 100 bis 220 Mk., Rinder dreiviertel- bis anderthalbjährig, 200 bis 350 Mk.. je Stück, Kälber, je Pfund Lebendgewicht, 0,55 bis 0,60 Mk. Der Markt wurde geräumt.
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haftere Formen annehmen. Aufträge lagen wieder nicht vor, doch genügte kleinste Rachfrage, um weitere Erholungen zu verursachen. Siemens gewannen etwa 3 Prozent gegen Anfang, Farben 1,25 Prozent. Die Rebenmärkte lagen still. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt war die Mark wieder fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4 1982, gegen Pfund 20,415, London gegen Kabel 4.8625, gegen Paris 124,27, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 39,40, gegen Schweiz 25,12, gegen Holland 12,1225.
Kampf lieferte. Nach 1500 Meter war die Reihen- folge der drei Ersten: Günther (4. Kompanie), Sf* meid arbt (2. Komp), Heise (1. Stomp.). Mit einigem Abstand folgte die Masse noch verhältnismäßig geschlossen. Bei 2500 Meter verschob sich die Reihenfolge etwas. Heise ging klar In Führung. In kurzen Abständen folgten einander: Seipp (2. Komp), Fleischmann (4 Stomp.), Schweickardt (2. Stomp.), Zieres (1. Stomp.), Gunther (4. Komp).
Das ganze Feld war beträchllich auseinandergezogen. 194 Minuten noch dem Startschuß passierte .Heise als Erster das Ziel. Die Wertung dieses Laufes folgte nach der besten Durchschnittszeit der fünf Besten der Mannschaft. Danach stellt sich das Ergebnis wie folgt dar:
Zu einem Rückspiel standen sich diese Mannschaf- trn in Wieseck gegenüber. Die Gäste stellten eine “ 'ick kräftige Mannschaft, die ein wuchtiges iches Spiel pflegt Bei Anstoß sah man Die Einheimischen nur mit 10 Mann im Feld, doch mußten die Gäste reichliche Abwehr leisten, um den Sturm der Einheimischen in seinen gefährlichen Angriffen abzuwehren. Noch wenigen Minuten gelang es Wieseck, in Führung zu gehen und kurz Darauf das Resultat auf 2:0 zu erhöhen. Trotz reichlich körperlicher Abwehr stand das Resultat bei Halb-
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v.H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H.
Letzte Nachrichten.
Der Verband der hessischen Kreise und provinzen gegen das Sparprogramm der Regierung.
G i e h e n, 11. März. Dervorstanddesver- bandes der hessischen kreise und pro- v l n z e n hat in seiner letzten vorstandssihung zu dem Sofortprogramm der hessischen Regierung wie folgt Stellung genommen:
„wie die beiden anderen hessischen kommunalen Spihenoerbände muh auch der verband der hessischen kreise und Provinzen auf Grund eines Bor- standsbeschlusses dem von der hessischen Regierung oerösscntlichten Sparprogramm, das alsbald verwirklicht werden soll, in seiner jetzigen Form sein e Zustimmung versagen. Solange dieses sogenannte Sofortprogramm nur eine Verschiebungdercastenvorn Staat auf die Gerneindeyerbände enthalt, ist es nicht im Stande, die finanzwirtschaftiiche Gesamtlage zu bessern, sondern höchsten den Staat auf kosten der kommunen vorläufig zu e n 11 a ft e n. Da den kommunalverbändeu angefon- neu wird, die auf sie abgewälzteu Mehr lasten ohne Erhöhung der Umlagen zu tragen, und da weiterhin di« Reichssteuerüberweifungeu sowohl als die Umlagen In ihrem Ertrag nachtassen, sehen sich die ftommunaloerbänbe vor die Unmöglichkeit gestellt, dos hierdurch entstehende Defizit zu decken; Ersparnisse Im haushalt lasten sich aber nicht erzielen, da die Kommunalverbände sich immer von überflüssigen und vermeidbaren Ausgaben ferngehalten haben. 3n einzelnen Fällen wird es vielleicht möglich fein, dem Beispiel der hessischen Regierung folgend, Ausgaben auf bie Gemeinden abzuwälzen.
Der verband teilt die ernste Besorgnis der übrigen kommunalen Spihenoerbände, dah auf die vorgesehene weise eine Gesundung der Finanzen der hessischen öffentlichen Körperschaften nicht herbeizusühren ist. Im übrigen behält er sich seine Stellungnahme zu dem eigentlichen Sparprogramm in Verbindung mit der v e r w o l - tungsrefotm vor, wenn die Vorschläge der Regierung hierzu vorliegeu."
Feuer im Gießener Bergwerk.
Heute vormittag gegen 9 Uhr entstand in der Trockentrommelhalle des Gießener Braun st einbergwerkes auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise ein Schadenfeuer. In dieser Hatte befindet sich die Trockentrommel, in der mit Motorantrieb das frischgewonnene Erz zum Trocknen gebracht wird. Die Hatte ist ein 50 bis 60 Meter langer, etwa 6 Meter breiten und ungefähr 8 Meter hoher Holzbau. Beim Eintreffen der Feuerwehr, die neben der Motorspritze auch das Motorgiehfatz mit reichern Wasservorrat mitgebracht hatte, stand die Halle bereits vollständig in Flammen. Den eifrigen Bemühungen der Feuerwehr unter der Leitung des Staotbranddirektors Braubach gelang es, das Feuer auf seinen Herd z u beschränken und das anstoßende Betriebs- gebäude vor dem Uebergreifen der Flammen zu sichern, so dah dieses vollständig erhalten blieb, während von der offenen Halle ein großer Teil niederbrannte. Die Feuerwehr hatte von 9 bis 11.15 Ufjt anstrengend zu tun und konnte dann nach Beseitigung aller Gefahr in das Depot zurückkehren. Als ein Kuriosum ist zu erwähnen, dah der Betrieb, in dem sich der Brand ereignete, heute nachmittag nach Arbeitsschluh stillgelegt werden sollte, die Flammen also in letzter Stunde noch ihr Zerstörungswerk an der Detriebseinrichtung vottführten. Menschenleben kamen erfreulicherweise nicht zu Schaden.
* Deutsche DamPfschiffahrtsaesell- schast .Hansa" Bremen. Der Aufsichtsrat beschloß, der auf den 7. April einzuberufenden G.-D. die Verteilung einer Dividende von 10 v. H. vorzuschlagen.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. TEL, 11. März. Tendenz: freundlich. — Die Mark konnte sich heute weiter erholen, und im Zusammenhang mit der festen gestrigen Reuyorker Börse war der Grundton der Börse heute nicht unfreundlich, obwohl die innenpolitische Lage immer noch sehr unklar liegt. Man erwartet mit Spannung das Ergebnis der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank und hofft, daß Dr. Luther als Rochfoiger des ausscheiöenden Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht gewählt wird. DaS Geschäft war wieder nicht umfangreich, da der Auftragseingang nur bescheiden blieb. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten zu - meist kleine Besserungen ein. Material kam nicht an den Markt, und bei etwas mehr Zuversicht schritt die Kulisse zu Deckungen, so daß wenigstens einige SP e z i a l a k t i e n eine etwas lebhaftere 11 m s a tz t ä t i g k e i t hatten. Die günstigen internationalen Geldmarktverhältnisse stimmten optimistischer. Etwas hervortreten konnten am Zellstoffmarkt Waldhof, die bis 2,5 Prozent gewannen. Aschaffenburg waren dagegen eher angeboten und leicht noch- gebend. Am Elektromarkt waren Siemens, Ges- füvel, AEG. bis 1,5 Prozent höher. Don Chemieaktien lagen Farben und Rütgerswerke bei flcin» stem Geschäft nur geringfügig höher. Kunstseidepapiere waren gut behauptet. Don DarenhauS- aTtien verloren Tietz 2 Prozent. Auch heute sanden Wontanwerte wenig Beachtung. Rur Gelsenkirchen traten mit plus 1,5 Prozent etwas hervor. Dankwerte neigten eber zur Schwäche. Barmer Dank blieben gehalten. Renten still, jedoch gut gehalten. 3m Derlaufe konnte die Stimmung sich etwas bessern, denn Gerüchte, wonach eine Kapitalertragssteuer nicht mehr in Frage kommt, stimmten zuversichtlicher, und das Geschäft konnte in einzelnen Werten etwas leb-
Oie Reichsbank Anfang März.
Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. März hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 259.6 Millionen auf 2122,0 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Reichsschatz wechseln um 33.2 Millionen auf 15,0 Millionen Mark, und die Lombardbestände um 227,7 Millionen auf 95.6 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 1,4 Millionen auf 1918,2 Millionen Mark zugenommen.
An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 269.4 Millionen Mark in die Kassen der Bank zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 242,2 Millionen Mark auf 4480.2 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 27,2 Millionen Mark auf 338,1 verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 45,5 erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 530.3 Millionen eine Zunahme um 61,8 Millionen Mark.
Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 35,8 Millionen auf 2863,9 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben sich die Goldbestände um 17,8 MÜlionen auf 2462.1 Millionen Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 18,0 Millionen auf 401,8 Millionen Mark zugenommen.
Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 51,8 Prozent in der Dorwoche auf 55,0 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 59,9 Prozent auf 63,9 Prozent.
OaS Ergebnis der Leipziger Frühjahrsmesse.
Die Leipziger Frühjahrsmesse, die Stätte, auf die in diesen Tagen alle Augen gerichtet waren — ist sie doch Die Quelle einer Beschäftigung der deutschen Wirtschaft für Monate —. ist zu Ende. Wenn man auch das Ergebnis der diesjährigen Frühjahrsmesse, um eS auf einen Renner zu bringen, als uneinfcei tlich bezeichnen muß, so drückt sich in diesem Prädikat das wirkliche Ergebnis doch nur sehr mangelhaft auS. Das Wort »uneinheitlich" ist nur berechtigt insofern, als. wie zu erwarten war, das 3nlandgeschäft teilweise nur geringfügig war, dafür ist aber das Exportgeschäft nach vielen Seiten hin recht g u t gewesen. Die deutsche 3ndustrie hat wieder einmal bewiesen, dah sie trotz aller Hemmnisse in ihren Bemühungen, mit dem Auslande zu konkurrieren, nicht nachläßt, und daß sie Wittel und Wege findet, Lücken, die durch die übertriebene Schutzzollpolitik des Auslandes entstanden sind, auf andere Art wieder auszufüllen. Um nur einige Branchen zu nennen, konnten die Spielwaren-, die Kunstgewerbe-, Porzellan-, Beleuchtungskörper- und auch die Textilindustrie dank der Reuheiten, die sie auf den Markt gebracht und mit denen sie vielfach den Geschmack des Auslandes getroffen haben, mit gefüllten Auftragsbüchern die Messe verlassen.
Die Erwartungen, die man für das 3nland- geschäft hegte,- waren minimal, aber auch hier hat mancher Aussteller angenehme Enttäuschungen erlebt. Für manchen deutschen Einkäufer lag die Rotwendigkeit vor, Abschlüsse zu tätigen, well die Tendenz der letzten Zeit, die Lager so klein wie möglich zu halten, deren Ausfüllung wenigstens bis zu einem gewissen Grade notwendig machte. Daß für den 3nlandverbrauch die billigste marktgängigste Ware den Dorzug erhielt, liegt auf der Hand.
zeit 6:0. Inzwischen hatte sich auch Wieseck vervoll« flänbigt. Nachdem die Gäste einen juaendlichen Hüter ins Tor gestellt hatten, konnte Wieseck, trotzdem es sich in der gegnerischen Spielhälfte festgesetzt hatte, zunächst zu keinem Erfolge kommen, bis auch hier der Bann gebrochen war und Wieseck noch drei weitere Tore erzielle. Nereinzelte Durchbrüche der Gäste kamen bis zur Verteidigung, wurden aber hier sicher geklart.
Vorher spielte die I u g e n d m a n n s ch a f t der Gäste gegen die 2. Jugend Wiesecks. Hier war der körperliche Unterschied zu groß. Bei Schluß sah man hier die Gäste mit 5:1 Toren als Sieger.
Gcrätewettlampf in Wieseck.
Am Sonntagabend veranstaltete der Freie Turn - und Sportverein Wieseck einen Geräte-Wettkarnpf zwischen Launsbach und Wieseck. 3e eine Mannschaft, bestehend aus sechs Wettkämpfern, zeigte an Reck, Barren und Pferd je eine Kürübung und eine Äütfreiübunp Dabei wurden von einigen Teilnehmern Leistungen gezeigt, die in das Gebiet des Kunstturnens hineinragten. Rachdem als erstes Gerät Barren durchgeiumt war, lag Launs- bach mit drei Punkten vor. Bereits am zweiten Gerät, Pferd, holte Wieseck den Dorsprung auf. Ln den Freiübungen verbesserte Wieseck seinen
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Sportfest in Rürnberg 1929 gezeigt. 3n anderthalb Stunden rollten im Filmband zahlreiche fesselnde Ausschnitte dieses Festes vor den Augen Ler Zuschauer ab.
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—
von 1929 ......
97.75
——
98
—
Nordbeukickrr Llvvd.....R
104.5
129
103,25
—J
Kaliwerke Westeregeln ... 10
209
—
210
—•
tnutldie Änl..Ad1öl..S»utd mü
Allncmelne DeuilckeCredUansl. 10
120.5
181
121.13
120,9
Kaliwerke Ealrdeikurtb ... 15
—
—
349,75
354
AuSlot-Mechlrn
50.7
50,7
50,75
50,6
Barmer Bankverein ... 10
127,5
127,5
127,5
127,5
ohne Au«lvi.-Rechie . . . 8% Hell. Solliflaat von 1929 (rüdtablb. 108%) ....
8.25
8,25
8,3
8.3
Berliner Hanbeleaelelljckasl . 12
179 5
——
179
179
I. 0. Farben Invustne. . . 12
161
161,25
160
161,5
Commerz und Drivar-Bank . 11
152,5
152
152
152
Tnnamtt Nebel.......6
75
75,75
85,5
—
86
—
Darmstädter und RarivnallxnN 12
229,5
—
229
229,5
Sckeidcanstall. ....... 0
145
Cberbellrn 0?tcvin* • Anlotbe mti
Teuklche Bank und
145,5
144.75
144.75
0oldlckmibi . ....... b
67
—
66,25
68
AuLloi.-Reckten
49
—
—
—
Ttsconio-olejelltchall, ... 10
—
Rüiger«werkr . .«••••. 6
74
_
73.5
IciiHdie fiomm. ©nmmelabl.
Dresdner Bank......10
145.5
145
145
145
Metallgelelllchast.......8
107
74,25
106,5
—
Anlelde Serie I
•% terankl. Hnv.-Bant Golvvse.
49.25
-
49,5
—
Retcksbcmk ........ 12
280
—
281
281
DbUWV Holzmann ...... 7
95
95
XIII unkündbar bl« 1934
96,5
—-
—
—
.1.6.0............8
160
161
160,25
161
——
t% Franks. ->vv -Bank Soldvle
Bergmann.........9
196,5
—
197
Zementwen Heidelberg . . 10
126,75
127,75
unkündbar bt« 10S2
85
—
-
—
Sehr. LielennigrgeteMckast. 10
—-
—
159
—
Cementwcrk Karlstadt. ... 10
141.5
—
*y,% Rbeinilcke Üvv.-Ban,
Lichl und fliafi ... 10
163.5
164
—
SBco6 & fitcutag ...... 8
62
—
81,5
—
Ciau. Koldpfe.
1.85
—
—
—
,vfltcn & Guilleaume . - 7H
124
—
124.5
123
8% Pr. Lande^vtandbrietanstall.
GeteUlckal, für Elektrilcke
168
169,5
167 5
169,25
Sckultdet» Patzenhoser ... 15
_
263,5
263,5
Psandbrtele M. 17
8’S, Pr Landeepfimdbrtesanrrall.
97
—
97
—
Untctnebmungen ... 10
Lsnverke.........12
_
206
204 5
Hamburger Gektrhiiäli-Werke 10
—
-
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—
Aku ............
102
102
103.25
101.5
148
203
flomm^Cbl.«. 16
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94
94
*
Rbemttck'e Elelmztiül .... 9
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—
—
160
140,5
Bemberg...... • . 1<
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1M
-
204
148
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Pkandbriele R. 10 •
LE.Ä. abg. BorrrtegS-Obliaano-
89
89
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Siemen« & Halile . • • • • 16
181,25
241,5
243
179.75
241
181,75
243,5
^ellstosk «Ickossenburg ... 12
Cbdilottcnburgfr Wasser ... 6
151
150,75
150
36,25
149
96
nen. rüdtablbar 1932
52
—
—
Dransrabw.........8
_
1R3
Tellauer GoS .......0
—
—-
166,25
166,5
Serkin, 10. MSrz
Celb
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.‘imetitanuajt Noien.....
4.186
4.206
Belgische Noten ..... •
58,33
58,57
Tonische Noien ........
112,93
112,47
Englische Noten........
20,37
20,45
französische ')?ottn ......
16.405
16,465
Holländische Noten......
168,04
168,72
i«lalienilckc Nokrn ......
22 08
22,16
Norwegische Noten......
111,96
112,40
Deutsch Destcrr. A100 Kronm
58.98
59,22
Nnmänikche Noten......
2.465
2,485
Tchwedische Noten ......
112,45
112.89
Schweiler Noten.......
81,23
81,55
Spanische Noten.......
51.80
52,00
Tschechoslowakische Noten ..
12,38
12,44
Ungarische Noten ......
73,10
73,40
^eoijtnmarfl Berlin
- Frankfur
a.m.
10. Ul4r>
II. OTdn
Amtliche Notteruna
Gelb i Sricl
Amtliche Notiemng
Geld ; Dries
Ämst--Rott.
168.25
168 59
168,26
168,60
Burn.-AireS
1,573
1,577
1.569
1,573
Brff.-Ankw.
53,43
58,55
53.42
58.54
Chriftiania.
112,20
112,42
112,19
112,41
floptnfiaQ.'n
112,29
112.51
112,23
112.45
Stockholm .
112,60
112.82
112.54
112,76
HelüngforS. Klolien. . . London. . .
10,553 21,97
10,573
22,01
10.548
21.97
10.568
22.01
20,395
20.415
20.393
20,433
Nenhork ..
4.1945
4.2025
4.1940
4,2020
DariS....
16,415
16.455
16.405
16,445
Schweiz ..
31,185
81.70
81.15
81.31
Spanien.
52,15
52.25
52.15
52.18
Japan . ..
2,067
2,071
2.066
2.070
Bio be Jan Wien in D -
0.488
0,490
0.491
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C DunnazniOT vtztuxQ. wtiuc .
8.3
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Sie blonde Sklavin.
Vornan von Hermann Deich
27 Forfletzung. 'Nachdruck verboten
Er mußte sich Gewißheit verschaffen! Er mußte heute aufs Ganze gehen! Wenn jemand etwas wußte, so war es dieser Dr. Rönneberg!
Es würde zwar wahrscheinlich nicht leicht sein, ihn zum Sprechen zu bringen! 3m eigenen Interesse würde der Arzt, der damals die Hand zu dieser verbrecherischen Fälschung geboten hatte, bis zum Letzten schweigeir.
Aber wenn er, Schulhofs, ihm die Sache auf den Kopf zusagte..vielleicht konnte er ihn überrumpeln /.das mußte sich im entscheidenden Augenblick von selbst ergeben.
In aufgeregter Hast frühstückte Schulhofs. Flüchtig durchblätterte er die Morgenzeitung. Plötzlich stutzte er.
Eine fettgedruckte Aachricht hatte sein Interesse auf sich gezogen. Mit Wachsender Bestürzung las er, daß am gestrigen Abend einer der bekanntesten und einflußreichsten Finanzleute Berlins, Peter Honnecker, einem verbrecherischen Anschlag zum Opfer gefallen sei. Man habe Honnecker gegen 9 Ußr in seinem in der Friedrichstraße gelegenen Bureau mit einer schweren Kopfwunde bewußtlos aufgefunden. Da die gußeiserne Tischlampe auf dem Boden lag, nehme man an, daß der Täter mit ihr den Schlag gegen Honnecker geführt habe. Der sofort herbeigerufene Arzt habe festgestellt, daß die Wunde zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich sei.
Der Tat dringend verdächtig fei ein Angestellter Honneckers Namens Rönneberg, der, die die angestellten Ermittlungen ergaben, in der letzten Feit öfter Zusammenstöße mit Honnecker hatte. Ob es geftent abend abermals zu einem Streit zwischen den beiden gekommen war, in dessen- Verlaus der Täter den Schlag gegen Honnecker geführt habe, oder ob es sich um einen heimtückischen Racheakt handle, müsse die weitere Untersuchung des Falles ergeben. Rach dem mutmaßlichen Täter werde gefahndet.
. Schulhofs ließ das Zeitungsblatt sinken.
Keinen Augenblick lang zweifelte er daran, daß Willy Rönneberg der Täter war. Jetzt erst wurde ihm das aufgeregte, gehetzte Wesen, das der Mann in der vergangenen Rächt zur Schau getragen hatte, verständlich. Er wußte die Verfolger hinter sich..., er war auf der Flucht...
Und er, Schulhofs, hatte ihm noch Geld gegeben, um diese Flucht zu ermöglichen. Da konnte er unter Umständen in diese Sache mit hinein- gezogen werden.
Was lag daran! Er hatte von dem wahren Sachverhalt nichts gewußt. Und daß er einem Menschen, der ihn um Hilfe anging, in gutem Glauben geholfen hatte, wer konnte ihm das verargen!
I Schulhofs überflog nochmals die Rotiz.
Vielleicht hatte man um diese Stunde Willy Rönneberg schon, gefaßt, die Polizei arbeitete schnell, weit würde er jedenfalls nicht kommen...
Und wenn man ihn erwischte, kam er ins Gefängnis. Da hätte er besser seine früheren Verfehlungen damals gleich gebüßt und wäre nachher ein freier Mann gewesen..., anstatt sich Honnecker in die Hände zu geben, der ihn nun wieder zum Verbrechen getrieben hatte.
Schulhofs fapt ein Gedanke.
Er steckte die Zeitung in die Tasche. Unter Umständen trfrinte sie ihm, wenn er jetzt zu Dr. Rönneberg hinausfuhr, von Ruhen sein.
XXV.
Das Haus, zu dein man Schulhofs wies, lag außerhalb des Ortes, in einem kleinen, ungepflegten Garten. Cs war ein niederes Gebäude. „Dr. Rönneberg" stand auf einem Schild an der Haustür.
Schulhofs drückte auf die Glocke.
Lange rührte sich nichts. Endlich tarnen schlürfende Tritte näher. Ein kleines Guckfenster wurde geöffnet.
„öie wünschen?" fragte eine unfreundliche Stimme.
„Ich möchte Herrn Dr. Rönneberg sprechen."
„Ich habe jetzt keine Sprechstunde. Kommen Sie heute nachmittag zwischen 2 und 4 Uhr."
Durch die kleine öeffnung des Fensterchens sah Schulhofs in zwei stechende Augen. Cs waren dieselben Augen, die Willy Rönneberg hatte.
Der Arzt wollte das Fenster wieder schließen, da sagte Schulhofs:
„Ich komme nicht als Patient, sondern in einer privaten Angelegenheit. Cs handelt sich um Ihren Sohn."
„Um Willy?" fragte der Arzt in hörbarem Schreck und öffnete rasch die Tür. „Treten Sie näher!"
Schulhofs kam in ein großes Zimmer, dessen Einrichtung einen kärglichen Eindruck machte. Der Arzt bot ihm einen Stuhl an und setzte sich ihm gegenüber.
Mit einem einzigen Blick hatte Schulhofs die Erscheinung Dr. Rönnebergs erfaßt: Eine hagere, vornübergebeugte Gestalt, die in einem abgetragenen Gehrock steckte; ein von einem struppigen Bart umrahmtes verschlossenes Gesicht, das eine fahle Hautfarbe aufwies..., so sah der Mann aus, dessen tiefliegende Augen nun mit ängstlichem Ausdruck Schulhofs entgegensahen.
„Ich habe Ihnen Grüße Ihres Sohnes zu bestellen," sprach Schulhofs, der nach einem ganz bestimmten Plane vorzugehen gedachte.
„Danke! Wie geht es Willy? Er war schon seit zwei Monaten richt mehr bei mir hier draußen."
Schulhofs überlegte blitzschnell. Der Arzt wußte Ialfo noch nichts von dem, was heute in den Zeitungen stand!
„Er wäre gern vor seiner Abreise noch zu
Ihnen gekommen," fuhr er fort. „Die Zeit dazu hat ihm aber gefehlt."
Das vergrämte Gesicht des Arztes zeigte Bestürzung.
„Willy ist abgereift?... Wohin denn?"
„Er will ins Ausland."
„Ins Ausland?... Davon hatte ich ja keine Ahnung! Wie kam er plötzlich auf diesen Einfall?"
Schulhofs zögerte kurz; dann sagte er betont:
„Er mußte fo schnell wie möglich fort!"
Dr. Rönneberg beugte sich vor.
„Wie soll ich das verstehen?"
„Ihr Sohn hat sich mit Herrn Honnecker, seinem Prinzipal, entzweit! Honnecker hat ihm, wie er mir sagte, das Leben zur Hölle gemacht; er hat ihn schikaniert und bis aufs Blut gepeinigt, so daß Ihrem Sohn die Geduld gerissen ist. CS ist zu einem Streit zwischen beiden gekommen. Run hat Ihr Sohn fluchtartig Berlin verlassen, da er befürchtet, daß Honnecker ihn wegen seiner früheren Verfehlungen anzeigen wird!''
S-er Arzt hob erschreckt die mageren Hände.
„Sie wissen?" ...
„Ihr Sohn hat mir erzählt, auf welche Weise er in Honneckers Gewalt gekommen ist!"
Der Arzt sagte nichts darauf. Sein Kops hatte sich tief in die Schultern gesenkt. Etwas Resigniertes, Teilnahmsloses war jetzt in seiner Haltung, in seinen müden Blicken, mit denen er vor sich hinstierte.
„Ich habe Ihrem Sohn Geld für die Reise gegeben," sagte Schulhofs. „Er kam deswegen gestern in später Rächt zu mir..
Schwerfällig erhob sich Rönneberg.
„Wieviel war es?" fragte er langsam. „Ich will es Ihnen zurückerstatten."
Schulhofs wehrte ab.
„Lassen Sie nur! Ihr Sohn hat mir neulich einen Dienst erwiesen, da habe ich ihm nun gerne geholfen."
Ter Arzt hatte sich wieder gesetzt. Anfangs herrschte ein betretenes Schweigen. Dann aber gewahrte Schulhofs, wie sich in dem Gesicht des anderen eine seltsame Veränderung vollzog. Die Starre der Verschlossenheit wich dem Ausdruck leidenschaftlichen Schmerzes. Die vor der Zeit gealterten Züge zuckten; einige Male schien Dr. Rönneberg zum Sprechen ansetzen zu wollen, aber seine Lippen bewegten sich lautlos.
Endlich fließ er verzweifelt hervor:
„Daß er mir das angetan hat!... Ohne Abschied fortzugehen!... Wer weiß, ob ich ihn wiederzusehen bekomme... Vielleicht erlebe ich es gar nicht mehr!"
Er machte eine kurze Pause, dann fuhr er wie erklärend fort:
„Er hat sich ja nie viel um mich gekümmert. Schon als Kind ist er seine eigenen Wege gegangen. Er hat mir viel Sorgen gemacht, müssen Sie wissen..., vielleicht hat ihm die Mutter
'gefehlt, die zu frühe gestorben ist... Später gt* riet er dann in schlechte Hände... So kam auch die dumme Geschichte, die ihn beinahe ins Gefängnis gebracht hätte...“
„Davor hat ihn ja Herr Honnecker bewahrt!* warf Schulhofs ein.
„Allerdings! Das hat er! Ich war damals auch froh darüber, daß mein Sohn bei Honnecker eine Stellung sand!" Er geriet mit einem Male in zornige Erregung; seine Stimme bekam einen scharfen Klang. „Warum aber hat er Willy so schlecht oehandelt?... Warum hat er ihn, wie Sie sagen, so weit getrieben, wie es jetzt gekommen ist?"
Seine mageren Finger hatten sich zusammen- gefrallt.
„Das hätte er nicht tun dürfen! So hätte er an meinem Sohne nicht handeln dürfen!"
Schulhofs lehnte sich etwas vor.
„Da haben Sie ganz recht, Herr Doktor! So hätte Honnecker an Ihrem Sohne nicht handeln dürfen, zumal Sie ihm doch einen so großen Dienst erwiesen haben!"
Der andere fuhr zusammen. Sein Gesicht wurde blaß.
„Wie meinen Sie?"...
„Sie haben doch seinerzeit ein Sterbezeugnis über einen Bekannten Honneckers ausgestellt!"
Der Arzt schien seine Fassung wiedererlangt zu ßaben.
„Das mag sein. In meiner langjährigen Praxis habe ich viele derartige Zeugnisse ausgestellt, so daß ich mich an jedes einzelne nicht mehr erinnern kann!"
„An dieses eine sollten Sie sich aber erinnern, Herr Doktor! Cs hatte, wie mir scheint, damit eine ganz besondere Bewandtnis!"
Aus den tiefliegenden Augen Dr. RönnebergL kam ein stechender Blick.
„Was wollen Sie damit sagen?"
Schulhofs antwortete leichthin:
„Ich meine das Zeugnis über den vor etwa drei Jahren erfolgten Selbstmord des Schauspielers Reinhold Witte in Berlin."
Dr. Rönneberg befiel jäh ein Zittern, da- Schulhoss nicht entging.
„Schauspieler Witte?... Selbstmord?... Ich glaube, Sie irren sich...“
„Keineswegs! Ich habe das Zeugnis in den letzten Tagen selbst gesehen! Es trug Ihre Unterschrift!"
Für wenige Sekunden war es ganz stille; dann sagte der Arzt überstürzt:
„Richtig! Jetzt erinnere ich mich wieder! Ja. Herr Honnecker holte mich damals zu dem jungen Schauspieler! ... Jetzt bin ich wieder ganz im Bilde! ...Es war spät nachts .... ich lag schon einige Stunden zu Bett .... da läutete e- unten! ... Ich ging sofort mit Herrn Honnecker weg, aber dem Schauspieler war nicht mehr zu helfen! Der arme Kerl hatte sich zu gut getroffen! ..."
(Fortsetzung folgt.)
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Gießen (Asterweg 39 p), den 10. März 1930.
Die Beisetzung findet Donnerstag, den 13. März, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Fnedhofes aus statt
Beileidsbesuche dankend verbeten.
Kommenden Mittwoch, den 12.März d,J.,nachm. 5 Uhr, findet im großen Saale des Cafl Leib eine
Prolest-Versammlung
gegen die drohende steuerliche Belastung des Gewerbes statt Referent Kollege Brandt, Frankfurt a. Main, spricht über:
Die geplante neue Biersteuer und die Wiedereinführung derGemeindegetränkesteuer sowie über die vom Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Deutschen Reichstags gefaßten Beschlüsse zum
Mittwoch, 12. März, nachmittags 5.30 Uhr, im großen Hörsaal des Universitätsgebäudes:
Oefienfficter Vortrag mit Lichtbildern von Universitätsprofessor
Dr. med. et phil.H. Griesbach, Gieben Thema: Errefianfi und Ermüdonfi, ihr Nachweis and ihre Bedeutung Dir die Entstehunfi von Unfällen, insbesondere im Eisenbahnbetriebe
Das Reichsbahnpersonal sowie die Vertretet der Verwaltung, die Vertreter der einschlägigen Behörden und alle interessierten Kreise ladet zu diesem Vortrag hiermit höflichst ein
der Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands
Ortsverwaltung Gießen. 2051D