Dienstag, U- Zebruar 1950 180. Jahrgang Nr. 55 Erstes Blatt Vor der ersten Lesung der Voung-Gesetze c Das Sparprogramm in Hessen 42 C00 Mk. Hierbei muh erwähnt werden, dah durch die Sparmaßnahmen der Regierung auch eine Verminderung des Stellen zahl eintritt, die in den obigen Zahlen bereits in gewissem Umfange berücksichtigt ist. D.e,er Rückgang in der Stellenzahl führt zwangsläufig zu einer — in den einzelnen Orten natürlich ganz verschiedenen — Verringerung der von den Gemeinden aufzubringenden sachlichen Ko st en. Don allgemeinem Interesse dürfte noch sein, dah die Regierung im Staatsvoranschlag für 1930 einen Betrag von 50 000 Lrlchelnl täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte (Siebener FamilienbläNer Heimat im Bild Die Scholle Monat» vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen «inzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüste antcrSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. postfchekNonto: zranifuriamMain 11686. Oer Verwaltungsabbau. Zur Kritik Der Mainzer Demokraten am Lparprogramm. Annahme von Anzelaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnft 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Friedt Wilh Lange. Berantworilich fürDolitik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich m Gießen. denken, von direkten Veschlüssen zu den Qoung- gcsehen und zum haushalt wurde abgesehen. Zu Unterhändlern für die am Dienstag beginnenden Interfraktionellen haushattsoerhandlungen wurden die Abg. Großmann, Hertz und Keil bestimmt. Die Meinung der demokratischen Reichs- tagsfraktion ging dahin, dah trotz großer Bedenken dem Zoungplan zugestimmt werden müsse. Der vom Zentrum in die Verhandlungen geworfene Gedanke, dah gleichzeitig mit der Beratung der Zounggesche auch eine Klärung über das finanzielle Sanierungsprogramm erfolgen müsse, wurde grundsätzlich g e - billigt. Der Gedanke einer Gefahrenge- meins chaft zwischen der Arbeitslosenversicherung und den übrigen Zweigen der Sozialversicherung wurde abgelehnt. Die Rcichstagsfraktion der Bayerischen v o 1 k s p a-r 1 e 1 fahle keine Beschlüsse. Es wird jedoch betont, dah die Fraktion die geplante E r - Höhung der Bier st euer nach wie vor ab- lehne und auch zu keinem Kompromiß in dieser Frage bereit fei. Die Z e n t r u m s f r a k 1 i o n des Reichstages unterstrich noch einmal die bekannte Forderung des Zentrums, dah nach einmütiger Auffassung der Zentrumsfraktion die mit dem Zoungplan zusammenhängenden Gesetze erst verabschiedet werden können, wenn gleichzeitig die zur Sanierung der Reichsfinanzen erforderlichen Vorlagen erledigt werden. Das Zentrum erwartet also diese Entscheidung vor der dritten Lesung des Joungplans. 3n einstimmiger Billigung des Vorgehens des Vorstandes hat die Fraktion nunmehr ihre Kabinettsmitglieder beauftragt, noch heute beim Reichskanzler vorstellig zu werden, um diefe Auffassung der Fraktion erneut in ihrer ganzen Tragweite zur Sprache zu bringen. 0 £ 3 * letzten Endes selbst. ~ v Dabei kann es keinem Zweifel unterliegen, bah bis tief in die Reihen der Regierungspar- leien hinein absolut die Ueberzeugung vor« herrscht, dah auch das neue Reparationsarrangement auf die Dauer über die politische und wirtschaftliche Kraft des Reiches geht. Die Meinungs- Verschiedenheiten also, die in den nächsten Tagen und Wochen im Parlament ausgetragen werden, sind nicht so sehr Differenzen in der «Jrundanschauung, als vielmehr Meinungsverschiedenheiten über die Methode schrittweisen Vorgehens und über die Beurteilung künftiger politischer Möglichkeiten. Riemand wird heute schon endgültig zu entscheiden wagen, ob es denkbar ist, die Haager Ab- wachungen einer neuen Revision im Sinne einer wirklichen Entlastung Deutschlands zu unterzeichnen, falls sich herausstellt, dah wir li s* iS Soll der Landtag ein Zahr weiterarbeiten? Ter Wunsch nach einer Verlängerung der Legislaturperiode. Darmstadt, 10. Febr. (Wolff.) Wir Huben bereits vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dah bei der bevorstehenden Beratung des Sparprogramms und des Haushalts für 1930 die Tatsache, dah im Herb st Reuwahlen zum Landtag stattfinden, sich stark auswirken werde. An Fensterreden wird es bei den Parteien sicher nicht mangeln. Darum ist es von Bedeu* tung, dah nun in der dem Zentrum nahestehenden Dinger ,M i t te lr he i ni sche n Volkszeitung" dafür Stimmung gemacht wird, die Legislaturperiode des Landtages umeinIahr zu verlängern, weil sonst für die bevorstehenden einschneidenden gesetzgeberischen Maßnahmen die Zeit fehle oder aus den ReuwahlcN resultierende Hemmungen mitspielen könnten. Lediglich bei der Sozialdemokratie bestünden gegen diese Verlängerung verfassungsrechtliche Bedenken. Dazu läßt sich der sozialdemokratische „Volksfreund" jetzt aus unterrichteten Kreisen melden, dah „bie Regierungsparteien trotz aller formellen Bedenken für die Verlängerung zu haben wären". Tatsächlich lägen aber die Schwierigkeiten darin, dah zur Durchführung des entsprechenden Gesetzes eine Zwei- drittelmehrhcit erforderlich ist, d. h. die Entscheidung läge bei Dolkspartei, Deutschnationalen und Landbund. Gerade bei der Volks- Partei habe man sich im vergangenen Herbst gegen diese Verlängerung der Wahlzeit des Landtags auf das entschiedenste ausgesprochen und es hänge jetzt alles davon ab, wie die Volkspartei oder der Laubbund und die Deutsch- nationalen heute denken. Schliehlich wird betont, „dah niemals so sehr wie im gegenwärtigen Augenblick Pflicht aller Parteien des Landtages wäre, das Landesinteresse und das Volkswohl über die Parteitaktik und den parteipolitischen Ehrgeiz zu stellen". Rach unserer Kenntnis der Dinge hat sich aber innerhalb der Volkspartei und auch des Landbundes die Meinung gegen die Verlängerung der Amtsdauer des Landtages nicht geändert. Gerade diesen Landtag möchte man möglichst bald nach Hause schicken, um die Wähler ihr Mrteil über sein Wirken sprechen zu lassen. Oie Erhöhung der Pflege» geldsahe. Tie finanzielle Auswirkung auf die Ttädie. D a r m st a d t, 10. Febr. Wie amtlich mitgeteilt wird, wirkt sich bie im Sofortprogramm der Hessischen Regierung vorgesehene Erhöhung der Pflegegeldsähe in den Landes-Heil- uni> Pflegeanstalten Essens für die gröheren Städte folgendermahen aus: Rach dem bisher geltenden Tagessah von 3,45 Mark betrug die Ausgabe der Stadt D a r m st a d t für legegelb 339 775.50 Mark. Künftighin werden nach der Erhöhung um 60 Pfennig aufzubringen sein 363 649,50 Mark: mithin beläuft sich die Erhöhung für Darmstadt auf 53 874 Mark. Offenbach bezahlte bisher 219 109.50 Mark, jetzt 257 215,50 Mark: mithin ein Mehr von 38 106 Mark. Gießen bezahlte bisher 118 369.50 Mk., jetzt 138955.50Mk.: mithin ein Mehr von 20 586'210. Mainz bezahlte bisher 428 145 Mk. jetzt 502 605 i Mark: mithin ein Mehr von 74 460 Mark. Worms bezahlte bisher 180 072.75 Mk., jetzt , 211389.75 Mk.: mithin ein Mehr von 31 317Mk. Wie ein Vergleich mit den Pflegegeldsätzen ■ in den Anstalten der Rachbargebiete zeigt, wird > mit der jetzt vorgenommenen Erhöhung in Hessen Claß erklärte u. a. die hessischen Beamtenoertreter hätten in Besprechungen mit den Ministern fein Hehl daraus gemacht, daß die Beamtenschaft von dem „Abschiebungsprogramm" der Regierung enttäuscht wären. Es solle am unrechten Ort gespart werden, denn die verantwortlichen Stellen wollten sich der Notwendigkeit, am richtigen Ort zu sparen, nicht unterwerfen. „Gehen Sie mit gutem Beispiel voran!" sei den Ministern und ihren Mitarbeitern gesagt worden, und auf die Erwiderung, das schlage nicht zu Buch: „Dann muß man jedenfalls den moralischen Eindruck in die Waagschale werfen." Das Programm des Hessischen Beamtenbundes, so führte Dr. Claß weiter aus, bestehe in der Abwehr gegen den schematischen Beamte n a b b a u. Es muffe ein numerus clausus in Hessen geschaffen werden, d. h. eine planmäßige Bewirtschaftung der Beamtenstellen erfolgen, um dem übergroßen Andrang zu begegnen. Der Hauptnachdruck sei darauf zu legen, daß dos Sparprogramm nicht auf den Schultern der sozial Schwachen ausgetragen würde. Don Untere sse war die Mitteilung des Redners, die hessischen Beamten hätten sich veranlaßt gesehen, auch von sich aus Sparoorschläge zu machen. Bisher seien etwa 70 Vorschläge der Regierung und jedem ßanbtagsabgeorbneten übermittelt worden. Oie Parteien. Finanzsanierung und Neuer Plan. C:*5 fr* r. e 13 ss» Vor schweren Entscheidungen Don unserer Berliner Redaktion. Darmstadt, 10. Febr. (Wolff.) Zu der bereits gemeldeten Entschließung der Derno- kratischenPartei in Main z schreibt heute das Regierungsorgan, die D a r m st ä o t e r Zeitung: Die Entschließung der Mainzer Demokraten dürfte auf den gleichen irrigen Voraussetzungen beruhen wie die Entschließung des Hessischen Slädtetages. Was zu ihrer Berichtigung gesagt werden mußte, gilt auch für die Entschließung der Mainzer Demokraten. Die Bemerkung, es sei im Spar- auf 4.05Mk. nur eine Anpassung an das allgemeine Niveau der Pflege- geldsähe in benachbarten Anstalten vorgenommen. Während man in den andern Ländern schon lausend eine Erhöhung der Pflegegeldsähe entsprechend der Erhöhung der sachlichen und persönlichen Ausgaben für die Anstalten vorgenommen hat, sind in Hessen bi« Pflegegelbsähe trotz aller Ausgabesteigerungen seit dem 1. Januar 1 924 nicht mehr verändert worden. Der Pflegegeldsah beträgt in den thüringischen Anstalten 4.50Mk.; in der Landesheilanstalt Herborn (Hessen-Ras- sau) beträgt er für Fürsorgeverbände 4.30 Mk.. für Krankenkassen 5 Mark. 3n den Rheinischen Provinzial-Heil- und Pilegeanstalten zahlen di« öffentlichen Verbände 4 Mark. 3n der Pfälzischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster beträgt der Pflegegeldsah 4 Mk.. füfl Reichsversicherungsträger 4.50 Mark. Auch in Baden sind die Pflegegeldsähe keineswegs niedriger. Die badischen Anstalten verlangen zwar für badische Staatsangehörige 3.50 bis 4L0Wk.; da aber hierzu noch ein Zuschuß des Staates ju den gesamten Ausgaben in Höhe von 21 v. H. (im 3afjre 1928) kommt. — in Hessen nur 7.47 v. H. — liegen tatsächlich auch die badischen Pflegegeldsähe nicht unter den hessischen. schnelle Arbeit notroenbig, wenn ganze Arbeit getan werben soll. Dabei wollen wir keinen Zweifel darüber lassen, bah die vom Reichsfinanzminister geforderten neuen Steuern nicht etwa schon die von uns für notwendig erachtete Finanzreform darstellen, sondern bestenfalls einen ersten Schritt dazu. Mark vorgesehen hat, berzurälnterstützung leistungsschwacher Gemeinden bei der Aufbringung der Stellenbeiträge für die Volksschulen dienen soll. Die Schulgelderhöhung im laufenden Schuljahr in Verbindung mit dem an Ostern 1930 zu erwartenden verstärkten Zugang zu den höheren Schulen wird der Stadt Darmstadt eine Mehreinnahme von rd. 54 000 4- rd. 8000 = rd. 62 000 Mk. bringen. Immer in runden Zahlen ausgedrückt, beträgt das entsprechende Mehr für Gießen 27000 4- 4000 -- 31 000 Mk., für Worms 24 000 -f- 3000 = 27 000 Mk., für Michelstadt 2300 4- 500 = 2800, für Mainz 39 000 4- 8000 = 47 000 Mk. und für Oifenbach 30 000 4- 4000 = 34 000 Mk. In ähnlicher Weise weroen sich Schulgelberhöhung unb bie zu erwartenbe Schülerzunahme in allen Gemeinden mit höheren Schulen auswirken. Selbstverstänblich können bie Berechnungen über bas Mehr an Schulgelbeinnahmen infolge der ^Ungewißheit über bie voraussichtliche Schülerzunahme an Ostern 1930 vorerst nur auf Schätzungen beruhen. Schwankungen nach oben ober unten sind also Wohl möglich» doch werden bie genannten Zahlen ber Wirklichkeit ziemlich nahekommen. Auch die Beamten sind enttäuscht. Tas „Abschiebungsprosiramm". Bad-Nauheim, 10. Febr. (Wolfs.) Auf einer Veranstaltung des hiesigen Beamtenortskartells sprach Samstagabend Rektor Dr. Claß, Darmstadt, der als erster Vorsitzender des hessischen Landeskartells des Deutschen Beamtenbundes 80 v. H. der hessischen Beamten vertritt, über bas Sparprogramm der hessischen Regierung, das er eine verhängnisvolle Sparattion nannte. Dr. GietzemlAnMer General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrützl'sche Unioerfitäts^n*. und Stelndnlckcrel B. fange in «letzen. Schristleltnn, nnd S-schäftsftele: Schulttratzi 7. Daß sich alle Reichstagsabgeordneten bis zu der heute beginnenden er st en Lesung des .R e u e n P l a n s" schon durch das umfangreiche Drucksachenwerk über die beiden Haager Konferenzen durchgearbeitet haben, ist wohl kaum an- zunehmen. Es ist ja auch keine Kleinigkeit, mehr als achthundert Seiten kompliziertesten Derhand- lungsstoffs innerhalb weniger Tage in sich auf- I Berlin, 10. Febr. (TU.) Ueber das Ergebnis zunehmen. Man darf aber annehmen, bah in Fraktionsberatungen am Vorabend der Be- Bo"6atien finb Vieren 8°ungg°l°h° .m «°>ch-.°g noch Parteifreunden und Fraktionskollegen die Auf- folgendes: In der fozialdemokratifchen bereitung des Stoffes erleichtern. Gerade deshalb Rcichstagsfraktion referierten die Abg. Breitfcheid freilich werden die bevorstehenden Verhandlungen und Hertz. In der anschließenden Aussprache wurde »nd Debatten im Reichstagsplenum auch ganz }Um Ausdruck gebracht, dah die Hauptaufgabe auch besonders mit einem Grundübel unseres heutigen jn dem völligen Ausgleich der haus- parlamentarifchen Systems behaftet sein: Die ha[{e des Reiches, der Länder und der Gemein- schicksalsschwere Entscheidung über Annahme oder b(,n unb bcc Aufrechterhaltung ihrer Ablehnung des Voungplans der mit J un sozialpolitischen Verpflichtungen be- knasten sachlichen und rechtlichen Zusammenhang | * / " ., ... c_ stehenden Vertragswerte und der erforderlichen stehe wenn zur Lrreichungdwses Zieles Sleuer- Srgänzungsgesehe wird nicht so sehr in der Hand erhohungen unvermeidlich seien, so dürfe bei des einzelnen Abgeordneten liegen als vielmehr ihnen der soziale Gesichtspunkt nicht außer acht ge- inder d er „Sachverständige n", die eben (affen werden, und es müßten alle Schichten des als einzige die ganze umfangreiche Verhand- Volkes, je nach ihrer Leistungsfähigkeit, herange- lunggmaterie völlig beherrschen — ober boch zu )ogcn norden. wurde auch die Frage aufgeroor- beherrschen glauben fen, ob es notwendig fei, im Jahre 1930 die Reichs- S MS* fJn’s'rtS auT eral» schuld um 600 miUlonen ;u fenfen, ob nid,« Diel- dgroct ®™&ctior|dmng ,-lbst »u bilden mehr dl- Abdeckung ° ° n MUN-n-n und für die von ihm getroffene Entscheidung Mark nach der Vorschrift des Schuldenülgungs- gerade zu stehen. Darum bedauern wir auch gefehes genüge. Die Deckung der Fehlbeträge der den jetzt bereits festgelegten Beschluß ber hlltbeitslofenverfidjerung sei am besten Gruppe Treviranus, auf alle Fälle mit öut£fj b,^ Erhöhung ber Beiträge auf der übrigen Opposition, geschlossen gegen bie L 0 und durch die Gewährung eines Äaager Abmachungen usw. zu stimmen. So sehr f R e i ch s , u s ch u s s e s zu erreichen. Line auch in den letzten Wochen und Mona en schon '«N 1 Z , b t um die Deparationssrage. um die Liquidations- Z w a n g s a n 1 e 1 h e b e s M ei 0) eso et o er abmachungen u. a. m. debattiert worden ist, so Sozialversicherung für bie Urbeitslofenver- selbstverständlich müßte es doch sein, daß vor | sicherung begegne ben allerschwer ft en Be- jeder entscheidenden Festlegung im positiven oder negativen Sinne zum mindesten die Argumente der Reichsregierung und ber deutschen Delegation gehört werben, mit denen sie sich für die Annahme der Vereinbarungen einsehen. Ein Parlamentarismus, der grundsätzliche Entscheidungen von so weittragender Bedeutung vorwegnimmt, tötet sich Programm nichts über die Derwaltungs- eins Parungen gesagt, verg ht, d h hier Der- waltungsres ormpläne und Sofort- Programm d u r ch e i n an d e r g e w o r f e n werden. Wie unterrichtete Politiker und Zei» ►crmißnem uaii uuu. i tungSlefcr wissen, ist außer den Maßnahmen des -K "hin AhAr Ian« NN den uns auferleaten Sofortprogramms vorgesehen die Durchführung 3ributen$ wirtschaftlich zugrunde geben müßen planmäßiger organisatorischer Vereinfachungen Wenn^die^Mmachm^en"uberhaupt einen^ Sinn auf bim ganzen Gebiete ber Staatsverwaltung, haben sollen, bann kann es nur ber sein, bie Es handelt sich babei um einen recht be ?uermSctbeU übt”nT"i n^r Sft lkich-n 3^« TOWO fflt “ÄnaÄ!®« iuftpnholitildien Entspannung und Mainzer Versammlung hat an diese Absichten oubenpolit ischen En tIbannung uno b ni(6t gedacht. Es sei weiter unb teilt f d? a f 11 ichen öaran erinnert, daß ber G e s a m t v o r st a n d e rVf1«1 J n n P r n xu benutzen Rur wenn der hessischen Demokraten am 25. Januar bie beibe Vorauss3)ungen erfüllt werben, wird die Landtagsfraktion beauftragt hat, an bem ©baw CtnC8 2Q9Cd UnÖ das ist lewer' nich^ allein, nicht Einmal ausschlag- Die Schullasten der Gemeinden. aZänZ Ä'EÄ K -i° «uewirlung der Tchulgc.d-rhöhung^ nung schaffen, wenn wir uns ernsthaft darum be- Darmstadt, 10. Febr. Wie amtlich Mitge- niühen. So ist ben Vorstößen bes Zentrums unb teilt wird, hat das Kultusministerium dum Kader Bayerischen Volkspartei auf Schaffung g e - pitel „S ch u l g e 1 d e r h ö h u n g u n d Volks- funder finanzieller Grundlagen vor schullasten der Gemeinden nunmehr Der endgültigen parlamentarischen eine genaue Berechnung aufgestellt, auf Grund Erledigung des 7)oungplans gerade in deren bas Nachstehende mitgeteilt werden kann: diesem Sinne eine sachliche Berechtigung nicht In bem von ber Regierung geplanten Spar- obzusprechen. Denn es ist ja nun einmal leider Programm ist vorgesehen, dah die Gemein- 6ottes zu befürchten, daß die Sozialdemokratie nach b e n für jebe Dolksschul l eh rer stell e Annahme der Dounggesetze jede denkbare Gelegen- einen Beitrag von 200 Mark leisten heit dazu benutzen wird, um sich von der Regie- sollen. Aus dieser Maßnahme wird der ^lodt rungsverantwortung zu drücken, so daß dann der Darmstadt eine Ausgabe von rund 40 000 Mk. Zwang zu einer grundlegenden Finanz- und erwachsen. Für Gießen wird die Belastung Steuerreform von ihren Schultern genommen wäre, rund 14 000 Mk. betragen, für Worms rund Gerabe deshalb find auch wir der Auffassung, daß 24 000 Mk., für Michelstadt rund 2200 Mk., für vor der dritten Lesung der Haager Abmachungen | Mainz rund 50 000 Mk. und für Offenbach rund bie zur Deckung des neuen Reichshaushalts erfor- r" * berlichen Steuern vom Reichstag verabschiedet werden müssen. Selbstverständlich darf darunter die fristgerechte Erledigung der Younggesetzgebung aus naheliegenden außenpolitischen Gründen nicht leiden: mit anderen Worten, bis Ende Februar muß über Annahme oder Ablehnung der Haayer Vereinbarungen durch den Reichstag eindringlich Klarheit geschaffen sein, um den Franzosen keine Gelegenheit zu geben, gegebenenfalls die Räumung der dritten Zone noch länger als bisher schon hinaus- zazögern. Auf finanzpolitischem Gebiet ist also Abrüstung oder neue Schlachtschiffe? Ein amerikanischer Versuchsballon. London, 11. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der inoffiziell bekanntgewordene amerikanische Vor« schlag, wonach die Vereinigten Staaten nicht drei, sondern vier Schlachtschiffe abwracken und dafür ein dem neuen englischen Schlachtschiff „Rodney" gleichwertiges Fahrzeug bauen wollen, steht neben der U-Bootfrage im Vordergrund des Interesses. „Times" weist darauf hin* daß der amerikanische Vorschlag in der am Don» nerstaa gegebene» Fassung den amerikanischen Schlachtschiffen bereits eine erhebliche Ueberlegenheit an schwerer Artillerie gegenüber den britischen Schlachtsch ffen geben würde, und sagt: Wenn aber Amerika außerdem noch ein neues Schlachtschiff bauen wollte, dann würde es allein an lözölligen Geschützen 33 gegenüber 18 britischen haben. In diesem Falle könnte kaum ernstlich von Parität die Rede sein. Auch der „Daily Herold" äußert große Besorgnis. Werde der amerikanische Vorschlag angenommen, dann werde die Konferenz chließlich nur der Beginn neuer Schlacht- chiffbauten sein. Daß der amerikanische Vor- ch!ag nur als Versuchsballon zu werten ist, cheint aus einer Washingtoner Meldung der „Times" hervorzugehen, wonach die Beamten des Staatsdepartements erklären, daß ihnen nichts von einem Vorschlag der amerikanischen Delegation in London auf Bau eines neuen amerikanischen Schlachtschiffes vom „Rodney"-Typ bekannt sei. Ein solcher Vorschlag scheine auch nicht mit der Be- grenzungs. und Verminderungspolitik der Vereinigten Staaten in Einklang zu stehen. Das Schankstättengejetz. Berlin, 10. Febr. (Vdz.- Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags, der am Samstag den § 1 des Gaststättengesetzes behandelte und dabei die sog. „Relation", nur eine Ga st statte auf 40 0 Einwohner, eingefügt hatte, erledigte am Montag einige weitere Paragraphen, ohne wesentliche Aende- rungen an ihnen vorzunehmen. Der § 2, der die Fälle aufzählt, in denen eine Konzession versagt werden soll, wurde dahin ergänzt, daß die Konzession auch zu versagen ist, wenn der Antragsteller wegen Verstoßes g gen die Vorschriften über die Beschäftigung von Arbeitern und Ange st eilten erheblich vorbestraft ist. In einer Entschließung wird die Reichsregierung ersucht, bei Erteilung von Kon- Zessionen diejenigen Personen zu bevorzugen, die aus dem Gastwirtsgewerbe hervorgegangen find. Oie Reform öed Versor ungörechts. Der Aeichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer undKrie- gerhinterbliebenen hatte die ihm angehörenden Beisitzer des Reichsversorgungs- gcrichts und des Bayrischen Landesversorgungsgerichts zu einer Aussprache nach Berlin eingeladen. Fast die Hälfte der Laienrichter des Äeichsversorgung ' gerichts konnte dabei seine Erfahrungen über die Spruchpraxis auf dem ver- sorgungsrech.lichen Gebiete austauschen, Mängel der Gesetzgebung, Gesehes'.exte und Verordnungen feststellen, das bisherige System des Verfahrens einer sachlichen und schöpferischen Kritik unterziehen und grundsätzlich Stellung zu den großen Zeit- und Streitfragen der Rechtsbildung, Rechtsschopfung und Recht.normung nehmen. Die Probleme der richterlichen Gewalt, der versorgungsrechtlichen Medizin und des Einflusses der Mmisterialbureaulratie auf Rechtsgeftaltung, Rechtsauslegung und auf die Spruchpraxis fanden auf der Konferenz ebenfalls lebhafte Erörterung. Ein Protest der Angestellten gegen das Zwangsdarrehen D e r l l n, 10. Febr. (Privatmeldung.) Der heute zu einer gemeinsamen Tagung in Berlin versammelte Beirat und Derbandsvorstand des Zentralverbandes der Angestellten erhebt in einer Entschließung Einspruch gegen die angebliche Absicht des Reichsfinanzministeriums, das voraussichtliche Defizit der Reichsan st alt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung im Rechnungsjahr 1930 aus den Zleberschüssen der Angestelltenversicherung und Invalidenversicherung in Form eines Zwangsdarlehens zu decken. Neue Haftentlassungen in der Lombenoffäre. Berlin, 10. Febr. (WB.) Das Landgericht I Berlin hatte für eine Reihe von Angeschuldigten die Verschonung mit der Untersuchungshaft gegen Sicherheitsleistung zugelassen. Nachdem^die Sicherheiten jetzt hinterlegt worden sind, sind die Landwirte Amandus V ick-Rönne und Becker- Rottorf und der Autovermieter Heinrich Wtborg aus der Haft entlassen worden. Dagegen ist die Haftentlassung des Kaufmannes Reeling- Mülheim ab gelehnt worden. Mithin sind nur nod) elf Angeschuldigte in Haft während ursprünglich über 60 Personen von der Polizei wegen mutmaßlicher Beteiligung an den Bombenattentaten verhaftet worden waren. Es stehen noch weitere Haftentlassungen bevor, wenn die aufgegebenen Sicherheiten gestellt sind. Ein Trostpflaster. Berlin. 11. Febr. Als Nachfolger des preußischen Unterrichtsministers G r i m m e auf dessen bisherigen Posten als Vizepräsident des Pro- vinzialschulkollegiums ist der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete König ausersehen, der gegenwärtig Leiter der Volksschulabteilung im Provinzialkollegium ist Wie erinnerlich, hatte die sozialdemokratische Landtagsfraktion zunächst König als ihren Kandidaten für das Amt des preußischen Unterrichtsmini st ers in Vorschlag gebracht, war damit aber auf den heftigen Widerspruch der beiden anderen Koalitionsparteien gestoßen. Aus aller Welt. Sampf im Berliner vrofchkengewerbe. Im Berliner Kraltdrofchkengewerbe besteht seit kurzem ein tarifloser Zustand, da ein vom VchlichtunaSauSschuß gefällter Schiedsspruch von den Arbeitnehmern abgelehnt, die von den Die Grüne Front an denÄeichsernährungsmjnister Berlin, 10.'Febr. (Privat.) Die wachsende Notlage der deutschen Landwirtschaft hat die Führer der Grünen Front, Brandes, Schiele, Hermes, Fehr, veranlaßt, in einem gemeinsamen Schreiben einen neuen Appell an den Reichsernährungsmini ster zu richten. Einleitend betonen sie, daß die Hauptursache für die verhängnisvolle Entwicklung der letzten Wochen In der zeitlich verspäteten Durchführung und in der Unvollständigkeit der getroffenen Hilfsmaßnahmen liege. Der Brief wendet sich dann den für die einzelnen Gebiete dringlichsten Maßnahmen zu, deren weitere Hinausschiebung unter den gegenwärtigen Umständen weniger denn je verantwortet werden könnte. In bezug auf Weizen wird gefordert, daß nicht vorzeitig eine Lockerung des Vermahlungszwanges eintrete und daß die Fortführung einer eingehenden Kontrolle gewährleistet werde. Zur Behebung der Absatz- krise auf dem Roggenmarkt wird vor allem Drosselung der Maiseinfuhr, Maßnahmen zur M a g a z i n i e r u n a und Exportförderung gefordert. Zu den Verhandlungen mit Polen wird betont, daß diese nur dann Wert hätten, wenn es gelänge, bis zum 10. Februar zu einem endgültigen Abkommen mit Polen zu gelangen, das die deutschen Interessen voll wahre. Neben der Erhöhung des Einfuhrscheinwertes für Roggen wird ferner Höherbewertung der Einfuhrscheine für Braugerste und Hafer gefordert. Zur Lage auf dem Rindermarkt betont das Schreiben, daß hier eine durchgreifende Abhilfe nur durch Drosselung der überflüssigen Einfuhren möglich sei. Der Reichsernährungsminister wird daher dringlich aufgesordert, endlich von den Vollmachten Gebrauch zu machen, die ihm der neuaeschaffene Paragraph 4 des Reichsvieh- seuchengejetzes in die Hand gibt. Ernste Bedenken spricht das Schreiben gegen das von der Reichsregierung abgeschlossene Zusatzabkommen zum deutsch-finnischen Handelsvertrag aus. Die in diesem Abkommen vorgesehene weitgehende Bindung des Butterzolles und vor allem die vorgesehene Bindung der Unverhältnis mäßig niedrigen Käsezölle müßte zu einer Aushöhung des Butterzolles und zu einem Wirrwarr auf dem Gebiet der Milchwirtschaft führen. Daher werden in dem Schreiben neue Verhandlungen und im Falle der Erfolglosigkeit Kündigung des deutsch-finnischen Handelsvertrages gefordert. Das Schreiben schließt: Zum Schluß möchten wir unserer größten Besorgnis darüber Ausdruck geben, daß ein weiteres Geschehenlassen die leider fortschreitende Radikalisierung in der Landwirtschaft fördert und es den besonne- nen Elementen immer mehr erschwert, sich diesen Tendenzen entgegenzustellen. Die weitere Verschärfung der landwirtschaftlichen Lage müßte, ob die Wirtschaft es will ober nicht, schließlich dazu führen, daß monopolartige Regelungen mit Hilfe des Staates unvermeidlich werden, gegen die gerade Sie, Herr Minister, immer die stärksten grundsätzlichsten Bedenken geäußert haben. Mit vorzüglicher Hochachtung (gez.) Brandes, (gez.) Schiele, (geZ.) Hermes, (gez.) 'Fehr. Der neue Kultusminister in Preußen. Grimme stellt sich „als Exponent einer Machtgruppe" vor. — Fußtritt für Becker. Berlin, 10. Febr. (Tel.-Un.) Im Hauptaus- schuß des Preußischen Landtages, der am Montag die Vorbereitung des Kultushaushalts begann, stellte sich der neue Kultusminister Grimme den Ausschußmitgliedern vor. Er erklärte u. a., er lege mit Absicht kein ins einzelne gehendes Programm vor, sondern wolle lediglich s e i n e Grundeln fiel- l u n g befanntgeben. Minister Becker sei es auf die Bildung der Persönlichkeit angekommen: er habe aber eine grundlegende Tatsache nicht in Rechnung gestellt, daß nämlich heute die Persönlichkeit nur wirken könne als Exponent einer Machtgruppe. Die Geschichte frage nichl danach, ob dies dem Einzelnen behage oder nicht. Die Spannung von Persönlichkeit und Partei müsse aufgehalten werden. Die politische Persönlichkeit könne heute nur solange, wirken, wie sie von einem Machtoerband getragen werde. Marionette oder Exponent einer Partei zu sein, sei wesent- sich zweierlei. Im Zeitalter der erwachten Massen habe die Persönlichkeit nicht ihre Bedeutung verlo- ren, doch sei es vorbei, mit dem auf sich gestellten Individualisten. Minister Becker sei in seinem Amte der letzte Repräsentant eines individualistischen Zeitalters gewesen. Darum habe der kürzliche Wechsel im Amte des preußischen Kultusministers symptomatische Bedeu- tung. Kultusminister Grimme betonte weiter, es sei ihm heute nicht möglich, die Arbeit seines Vorgängers an dieser Stelle zu würdigen, doch möchte er gern eines unterstrichen haben: Becker habe die Gebildeten nicht für die Republik gewinnen können! Wenn er, Grimme, die Erbschaft Beckers mustere, so sehe er vieles grundsätzlich anders. Aber in einem werde die Aera Becker eine Fortsetzung erfahren, nämlich in der Beantwortung der Frage, daß uns Deutschen nur eine Wahl bleibt: Chaos oder Republik. Die Bezogenheit der Arbeit auf den wachgewordenen Kulturwillen der breiten Massen des Volkes, das fei der Sinn und die Akzentverschiebung, die hinter dem Wechsel im Kultusministerium liege. Zur Frage des evangelischen Konkordats führte Grimme bann noch u.a. aus: Das preußische Kabinett habe sich einmütig auf den Boden der Landtagsentschließungen vom 3. Juni 1929 gestellt, in denen die Staatsregierung ersucht wird, in umittelbare Verhandlungen mit der evangelischen Kirche einzutreten. Unverbindliche Vorbesprechungen hätten darauf stattgefunden, die zu einem vorläufigen Abschluß gelangt seien. Zunächst habe man sich über die Materie klar werde» und deshalb de» Fragenkomplex gründlich vorberaten und besprechen müssen. Er glaube, eine gewisse Abschlagszahlung auf seinen Willen zur Tat bereits gegeben zu haben, und hoffe, daß nunmehr möglichst bald der Vertrag zum Abschluß gebracht werde. * Wir wissen also jetzt, woran wir bei Herrn Dr. Grimme find. Hinter ihm steht die Sozialdemokratie, die ganz Preußen beherrscht und der sich alles zu beugen hat. Herr Grimme wird nicht gegen feine Partei Kulturpolitik treiben, sondern sich getreu an das sozialdemokratische Programm halten. Lind das muß ihn unbedingt mit den Gegnern der sozialistischen Kulturpolitik in Konflikt bringen. 2m Ausschuß zeigte sich das auch schon, als der Zentrumsabgeordnete Lauscher in vorsichtiger Welse und in wohlabgewogenen Worten den neuen Kultusminister darauf aufmerksam machte, daß er die großen christlichen Konfessionen ber verschiedenen weltanschaulichen Gruppen im Sinne der Gerechtigkeit zu betreuen habe, weswegen es bedenklich sei, wenn er sich als Exponent einer Machtgruppe bezeichne. Warten wir also ab, wie er au arbeiten gedenkt. Lieber kurz oder lang wird sich ja dann zeigen, ob der neue Kultusminister der Gesamtheit oder nur der Sozialdemokratie dienen will. Scharfe Kritik der preffe. Schwerste Befürchtungen über den neuen Kurs Berlin, 11. Febr. (TL1. Funkspruch.) Der Widerspruch, den die Rede des neuen preußischen Llnterrichtsminiskers bei den Parteien des Landtages geufnden hat, kommt auch in den Stellungnahmen der Berliner Blätter zum Ausdruck. Die „Germania" greift das Wort Dr. Grimmes von dem „Exponenten einer Machtgruppe" auf und betont, daß es nach ihrer Auffassung bei einem Minister die Vertretung ber Interessen im Rebenberuf nicht gebe. Der Minister — und für den Kultusminister gelte das doppelt — müsse sich voll und ganz als Diener der Dolksgesamtheit fühlen und auswirken. — Die „D ö r s e n z e i - tung" sieht in der Rede den Ausdruck dafür, daß Dr. Grimme nicht Kultusminister im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern parteipolitischer Minister und Exponent seiner sozialdemokratischen Machtgruppe sein wolle- Das Blatt weist auf die Taktlosigkeit hin, die darin bestanden habe, den Amtsvorganger öffentlich mit Geringschätzung zu behandeln und sich selbst als Typ des neuen, natürlich besseren Zeitalters vorzustellen. — Der „Tag" schreibt, wenn der „Exponent einer Partei' den Wesensbestand deutscher Bildung auflosen wolle, um die Vorherrschaft seiner Partei auf diesem Wege auch auf die Erziehung der deutschen Jugend, auf die Richtung der wissenschaftlichen Arbeit auszubehnen, so könne man diesem Sturmlauf nur mit den schwersten Befürchtungen entgegensehen. — Auch die „D. A. 3.“ weist auf den merkwürdigen Eindruck hin, den es machte, daß der neue Kultusminister es für angängig gehalten hat, seinem Amtsvorgänger vor aller Oesfentlichkeit einen Fußtritt zu versehen, zumal er »och vor einem halben Jahre unter Prof. Decker im Ministerium selbst gearbeitet habe. Die erste Rede des neuen Kultusministers erwecke daher die schlimmsten Befürchtungen. für den den Zwölf Millionen für den Umbau der Berliner Staatsoper. Die Denkschrift ber Oberrechnungskammer die Rechnungsjahre 1924 bis 1926 gibt für Umbau ber Staatsoper Unter den Linden Betrag von 12 Millionen Mark bekannt. Ein neue» Geständnis des Mörders Lutz. Der Mörder Lutz, der in Leipzig den Schüler H n i b e k und die Schülerin Kirchhof ermordet hat, hat bei feiner Lieberführung ppn Leipzig nach Hannover ein Geständnis abgelegt, wonach er noch ein drittes Verbrechen verübt hat. In Reustadt bei Hannover war am 26. April 1929 in ber Kabine einer Fluß- babeanstalt ein achtjähriges Mädchen namens Irmgard Stolle ermordet worden. Lutz bat nunmehr angegeben, daß er di« Tat in Reustadt zusammen mit einem Komplizen ausgeführt habe, mit dem er damals in Rord- deutschland auf der Wanderung war. Dieser Komplize, ein gewisser Paul Wiese aus Berlin, ist inzwischen fest genommen und ebenfalls nach Hannover transportiert worden. Die Kölner Ralionalfozialislische hochschulgruppe verboten. In einer Versammlung des Rationalsozialisti- schen Studentenbundes in Köln hatte der Hauptredner außergewöhnlich scharfe Angriffe gegen die politische Einstellung der Hochschulprofessoren gerichtet- Es kam zwischen nationalsozialistischen und andersdenkenden Studenten zu heftigen Auseinandersetzungen, wobei versucht wurde, die andersdenkenden Studenten aus dem Saal zu drängen. Rektor und Senat ber Universität Köln haben nunmehr bis Kölner Hochschulgruppe bes Ratio- nalsozialistischen Stubentenbundes bis zum Abschluß ber eingeleiteten Disziplinarverfahren vorläufig verboten. Die Trockenlegung ber Zuiber-See. Bei den Zuider-Seewcrken wurden zwei große elektrische Pumpwerke, von denen das eine bei ber Zuider-See-Ortschaft Webemblik (Provinz Rordhollanb), baS anbete auf ber Insel Wieringen errichtet würbe, in Betrieb genommen. Hiermit hat nach jahrelanger Vorbereitung die Trockenlegung bet Zuioer-See, und zwar zunächst des sog. Wie - ringer Meeres, ihre» Anfang genommen. Das Wieringer Meer, das als erstes ber vier Trockenlegungsgebiete der jetzigen Zuiber-See entwässert werden soll, hat eine Oberfläche von rund 20 000 Hektar. Arbeitgebern beantragte Derbinblichkeitserklä- rung aber vom Schlichter verweigert worden ist. Die Arbeitsgemeinschaft Berliner Kra chdroschken- vetbände hat ihre Mitglieder angehalten, mit den Fahrern neue Arbeitsbedingungen auf ber Grundlage des abgelehnten Schiedsspruches zu vereinbaren. Da die organisierten Droschken- chauffeure auf Grund der Anweisungen ber Gewerkschaften die Anerkennung dieser neuen Bedingungen verweigern, ist es in einigen Groß- betrieben zu umfangreichen Entlassungen gekommen, die in ihrer Wirkung Aussperrungen gleichkommen. Insgesamt sind bisher rund 3COO Fahret entlassen worden, das bedeutet, daß etwa 3000 Kraftdroschken in Berlin st i l l g e l e g t sind. Der Rachfolger bes Kundus Pacelll. Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, ist als Nachfolger des zum Kardinal erhobene» Monsignore Pacelli der apostolische Nuntius in Budapest, Monsignore Orsenigo, als Nuntius in Berlin ausersehen. Seine Ernennung steht, diesen Informationen zufolge, unmittelbar bevor. Monsignore Cesare Orsenigo ist 1873 in Dlgi- nate (Oberitalien) geboren. Er ist seit Juni 1922 in Budapest tätig. Drei Bergleute verschüttet. In Hückelhoven (Kreis Erkelenz) wurden auf ber Zeche „Sofia Iatobi" durch Zubtuchgehen einer Strebe sechs Bergleute verschüt- t e t. Drei von ihnen konnte» nach angestrengten Bergungsarbeiten unversehrt geborgen werden. Der vierte teilte durch Klopfzeichen mit, daß er leicht verletzt sei. Das Rettungswerk wird unter Aufsicht der Bergwerksbehörden mit größtmöglicher Beschleunigung von zwei Seiten aus betrieben. Lieber das Schicksal des fünften und des sechsten Bergmannes herrscht noch Llngewißheit. Bon einer Lawine überrgscht. Der deutsche Staatsangehörige Koch und ein 26jähriger Schweizer, beide in Lausanne wohnaft, unternahmen zusammen eine Skitour auf den Mol 6 son. Auf der Tour wurden sie von einer Lawine überrascht. Koch konnte sich herausarbeiten und Hilfe herbeiholen. Es gelang der Hilfskolonne, auch den Schweizer zu berge», doch blieben bei diesem alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Lehrstätten für Erwerbslose. Einen interessanten Versuch zur Unterbringung von Erwerbslosen wollen in Halle gemeinsam die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, der Hallesche Arbeitgeberverband und der Magistrat machen. Eie wollen Lehrstötten ein- richten, in denen Erwerbslose für bestimmte technische Berufe, für die die Industrie nur schwer geschalte Arbeiter bekommt, ausgebildet werden. Die Mittel dazu geben die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und der Arbeitgeberverband. Der Magistrat stellt die Llnterrichtsräume. Oie Wetterlage. äbdi. Nord« ThOl 0511 iDcrdeen- --------Vai. rtamöa mKt Witz Kia eoruga'' Montao, |. Februar 1930, C V - ~ b X ——T © woixemos. © ntner. ® naiD oedtm - woimg. • oedf cm • Ktgen » Sehnet a Graupeln e Mtoci K Orwnirr ^)wmdstiiie.«O^ «n# CKntt» O$i nassioe» tudtudwesi q sturmoene« -lordwesl Oit »lent fliegen mit dem winde Pie oeiden Stationen Mentnden Zahlen geoen die Temperatur an 0>e Linien verpindeo Orte mit gleiche^ Mf Mttresnivrau umaer#rnneteo Luftdruck Wettervoraussage. Der Dorüberzug der Störungen im Norden gewinnt allmählich mehr südwärts an Ausdehnung. So dringt an der Rückseite des Baltikumtiefs maritime Luft bis noch Mitteleuropa vor und wirkt auf Temperaturen, sowie Witterunascharakter ein. Im nördlichen Deutschland haben die Temperaturen bereits den Gefrierpunkt überschritten. Vielfache Nebelbildung und Bewölkung treten auf. Im südlichen Deutschland dagegen oestimmt der Hochdruckeinfluß noch die Wetterlage, und, beeinflußt durch die bärtige Schneedecke, hat sich der Frost weiter verschärft. München meldete heute morgen minus 20 Grad. Der Rückgang des Frostes fetzt sich weiter durch, fo daß auch für unfern Bezirk die Temperaturen langsam ansteigen. Außerdem sind ebenfalls Nebelbildung und Bewölkung zu erwarten. Der weitere Witte- rungsumfchlag ist wahrscheinlich, zumal mit der neuen südwestlichen Störung die Zufuhr milder ozeanischer Luft gegeben ist, welche den hohen Druck weiter abbaut. Witterungsaussichten für Mittwoch. Rückgang des Frostes, stellenweise nebelig, sonst wolkig mit Aufheiterung, meist trocken. Witterungsaussichten für Donnerstag. Langsamer weiterer Temperaturanstieg meist nebeliges und wolkiges Wetter wahrsche nlich. ßufttemperaturen am 10. Februar: mittags —1,8 Grad Celsius, abends —1,2 Grad: am 11. Februar: morgens — 2,5 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum — 6,7 Grad. — Erdtemeraturen in 10 cm Tiefe am 10. Februar: abends 0,1 Grad: am 11. Februar: morgens — 0,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7% Stunden. Amtliche Mntersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherobskopf: Klar, minus 7 Grab, 16 Zentimeter Schnee, stellenweise verharscht, meist Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. -Her- chenhainer Höhe: Klar, minus 7 Grab, 20 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski unb Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Sclbberg : Klar, minus 7 Grad 13 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmögsichkeit für Ski unb Robel gut Sauerland Winterberg : SV ar. minuS 5 Grab 12 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Klar, minus 6 Grad, 94 an Pulverschnee, Sportmögsichkeit für Ski unb Rodel sehr aut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, minus 14 Grad, 10 cm Pulverschnee, Sportmöglich' teil für Ski unb Rodel sehr gut > ir '-ich oorfomj jji die 6tt jnD immer :bie Grow Ifeit der ff Linie man I i -M fii/M unb we ich über < matüdid) । idusqueW Als id)rI jSr* kkesichtF “SW ft ffnder ;‘.U6 Derb > tomm Rrlftok Tmb, Minder o'ch iurdj Dptii en. Seinen welche» ®l bann, alle Das tun t anberm S Qlüdspil’ schäften C ist. verste Erfolgen ' nebenher Wrfoli nicbt. Er Neulich Vertraut Ms er |« Rniffe ( '-Wannt« „Lerne I neljmerfd bann $ mR chi nass prär | 3a, er gi Heschästi Namen, die bekc ihm nich niebergt hätten f -chlutz. 3d) tr • bist du i selbst 1< was bi i schlecht .' eine Le »'les m - Muflenb, sorge ba kommt.'' wirb? H Rii wenn si allein \ brauche M eil trauens w^n i ur. Me n A sein Ni (o viele ff ' .offener Slt BW ®*(j. nbnen ®ito lammen, dc fi.-lkn. M tiB e» ui ‘ chiyendwo Es geht t mut aus, Lerne klai .W\ itete trau< in dies vieler toanbe innerli 'chtvrr ®attin ocr, c ün A Hen Molkst üineru fribft 6unb 1 Ar öi d-e De Mure L 'Ntnti Ar 8 «« ounb j °6nt i\am Wk W Dieben, den 11. Februar 1930. 003 Ser, ouf der Zunae. leisten kann. ist die um das Wlu 0 ( Zum SchufX vor .Ansteckung und bei Erkältungsgefahr Schluß. Ich tröstete und sprach ihm gut zu: „Letzten Endes (nft du ganz allein schuld daran, denn alles darf man ieibft seinen besten Freunden nicht erzählen. Und id.19 du als Mitfreude angesehen haft, ist oft nur schlecht verhehlter Neid. Hoffentlich ziehst du aber eine Lehre aus diesem Erlebnis. Viel wichtiger, als o res mitzuteilen, ist oft das Schweigen im rechten Mgenblick. Haft du dein Herz auf der Zunge, so sorge dafür, daß es wieder an seinen richtigen Ort lammt!" Franz gab mir recht. Ob er aber anders urb? Berliner Börse. Berlin 11. Febr. (WTB. Funkspruch.) Auch im heutigen Frühverkehr konnte sich noch kein Geschäft entwickeln. Wenn auch aus diesem Grunde eine Tendenz noch nicht zu erkennen ist. so hofft man doch, daß sich, ausgehend Don einigen Spezialwerlen. eine freurrdlichere Stirn- mung wird burchsehen können. bwr" umherwandeln. Gedenket der Kriegsgräber am Volks rauertag! Gedenket der Toten des Weltkrieges! Gefängnis verurteilt. Oie Wahlen an der Technischen Hochschule Darmstadt. WSN. Darmstadt, 10. Febr. Bei den Wah- Von mehr eis 14 000 Ärzten begutachtet und empfohlen. Gies mit 50 Tzblettcn Mk. 1.75 f.ete eindringliche Mahnung des Volks- «r a u e r t a g e s , des Sonntags Reminiszere. der in diesem Jahr auf den 16. März fällt. Wie »teler Gedanken werden an diesem Tage hinaus- illet ^3) töUtben KZ ÄS casihl. & 6uti«n tank |i6 '-lose. Jut Unterbrin« *n Salle flt, -ehrstötlen ein- °le für be. «•.für die die Wer klommt, .y bie ’WR und irr W stellt bt die gestrige Anzeige.) — Ein Vortrag über „D a s Rätsel von Gall spach" findet morgen, Mittwoch, 20'/« Uhr, im „Postkeller" statt. Näheres in der heutigen Anzeige. e •• Die Schulsparkassen in Hessen. Schon bald nach der Stabilisierung der deutschen Währung ist — wie überall — auch in den hessischen Schulen der Wert des Sparens erkannt worden. Als außerordentlich bedeutungsvoll zur Förderung des Sparsinnes bei der Jugend hat sich die Errichtung von Schulsparkassen erwiesen, die insbesondere in den Volksschulen Eingang gefunden haben. Wie aus einem Ausschreiben des Ministeriums für Kultus und Bil- dungswesen hervorgeht, haben die Schulsparkassen eine recht gute Entwicklung genommen. 3n dem Ausschreiben wird deshalb auch den höheren Schulen di« Einrichtung von Schulsparkassen ’Jmii ttus der provinzialhauptstadi - - ------------ *ine (d ' als ’ raSS bund: Vortrag von Dr. R. Freister (Kassel) über ..Unsere gemeinsame Rot", 20 Uf)r. im 1 Postkeller. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: ..Sein bester Freund". — Astoria-Lichtspiele: ..Kampf um Mitternacht". . . — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns gefchrieb-en: Heute 20 Uhr Vorstellung: „Du wirst mich heiraten". — Mittwoch, 12.ebruar, eilte Wiederholung von Wedekinds „Muftk . — Freitag, 14. Februar, „Die andere Seite von She» riff — Sonntag, 16. Februar, zum letzten Male Du wirst mich heiraten", Lustspiel von Verneuil. — Als nächste Premiere ist Shakespeares Lustspiel Wie es Euch gefällt" in Vorbereitung. Der hiesigen Aufführung wird eine originelle musikalische Untermalung ein besonderes Gepräge verleihen. — Oberhessischer Gelchichtsverein. Zu dem dritten Vortrag dieses Winters schreibt man uns: Am Donnerstag. 13. Februar, wird der Marburger Archivrat Dr. äl h l h o r n nm Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen 2nsi^"" ™ der Ludwigstrahe einen Vortrag mit 9-4 halten über „Die geopolitischen Grundlagen der Solmser Geschichte und chre Auswirkung nm Mittelalter". Der Vortragende, der sich schon seit Jahren dem Studium der Geschichte des Solmser Hauses widmet, gilt für den besten Kenner dieses Gebietes. Die große Bedeutung des Solmser Geschlechts für untere Gegend nst genügsam bekannt', es sei nur daran erinnert, daß das „Solmser Landrecht" bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 in Oberhessen in Geltung war. (Wir verweisen auf JUligM* WWitn l» ;>tcto Crtt ml Der berühmte Heidelberger Forscher, dessen Kohlever.lüftigungsversahren der Wirtschaft neue Wege erschlossen hat, ist jetzt mit einem neuen Verfahren, der sog. „Holzverzuckerung", hervorget.eten, das geeignet scheint, unsere Futterwirtschaft umstürzend zu beeinflus.en, die deutsche Volkswirtschaft durch bessere Ausnutzung der Waldungen, durch C.nfuhrersparnifse an Mais und Gerste, we.entl.ich zu entlasten. Der preußische Min.ster für Landw.rtscha t, Dr. Steiger, hat vor einigen Tagen im Landtag auf dieses neue Verfahren aufmerksam gemacht: da jedoch seine Bemerkungen an einigen Stellen irrtümlich wne- dergegeben wurden, sieht sich Professor Dergius selbst veranlaßt, im folgenden seine Methode und den gegenwärtigen Stand feiner Arbeiten darzustellen. sage. w Im Norden y in Ausd-tzniWk- itumtW imuM* nb mir» auf &'n’ 'w,hl3n,Ä nperaturen WJ «!-»- E x\. Im fuNi*e •r hotzdruckuB W durch die°vl )ft we"er oerjchorst f6r anttt- »“•Ä* --Mi.!.«' Ki- idskopi' °r hcl' ehr fl11-. i W su*** it nis verurteilt. Ein auswärts wohnender SchausteUer, dessen Strafregister eine sehr große Zahl Vorstrafen aufweist, stand unter der Anklage, einen kupfernen Kessel gestohlen zu haben. Aach seinen Angaben will er den Kessel von einem Arbenter. den er für verfügungsberechtigt gehalten habe, gekauft haben. Durch Vernehmung dieses Arbeiters stellte sich heraus, daß dieser, als er den Diebstahl merkte, keine Schwierigkenten machte, vielmehr in Erwartung eines ihm versprochenen Schweigegeldes durch Erteilung geeigneten Aats bet der Wegschaffung deS Kessels noch behilflich war. Dieser erhielt wegen Begünstigung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche eine Geldstrafe von 50 M k.. während jener wegen Diebstahls im Rückfall zu 10 Monat Gefängnis verurteilt wurde. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde dann gegen einen älteren Mann wegen eines an einem jungen Mädchen begangenen Sittlich- keitsverbrechens verhandelt. Wie aus der öffentlich mitgeteilten Urteilsbegründung hervorging, hatte der Angeklagte ein unbescholtenes Mädchen verführt. Er wurde zu 6 M o n a t Liegt es auch nicht an uns selber, wenn solche flro» fytn Kinder irre an ihren Mitmenschen werden, wenn sie ihren Optimismus verlieren, sind sie nicht allein schuld, sondern die, die das Vertrauen miß» b«raud)en und sich bann ins Fäustchen lachen? Es y.bt ein Wort, das besagt: Vertrauen gegen 23er» hauen! Dieses Wort sollte uns vor Augen stehen, trenn unter unfern Bekannten solche „großen Kin- H. Dolksbund wendet sich daher nicht nur an die Angehörigen und Kameraden, sondern an al.e Deutschen, die unseren Gefallenen die Treue bewahren, mit der Bitte um Spenden für ten Schmuck der Sammelgräber. (Einsendung an Verbände und Ortsgruppen des Dolksbundes, oder unmittelbar an das Postscheckkonto der Bundes- geschäftSstell«. Berlin NW 7. Ar. 81 643 unter Bezeichnung: Sammelgräberschmuck.) Je mehr Beiträge dafür eingehen, um so mehr Gemeinschaftsgräber, in denen unsere unbekannten Sol- baten ihre letzte Auhe gefunden haben, und Ehrenmale auf den Friedhöfen können bedacht werden. Die in Deutschland gefertigten weißen Schleifen für diese Kränze werden die Inschrift tragen: ..Gruß aus der Heimat. Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürforge e. V." „Vergeht die teuren Toten nicht.....Ae- miniszere." Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 180, Matte 30 bis 35, Käs? (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 10 bis 15. gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 30 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20 Rosenkohl 30 bis 35. Feldsalat 103 bis 120. Endivien 80 bis 100. Tomaten 70 bis 80. Zwiebeln 10 bis 15. Meerrettich 50 bis 70, Schwarz- wurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4V- W5, Aepfel 10 bis 15. Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne l 20 bis 130 Suppenhühner 100 bis 120, Russe 50 bis 80 Pf. das Pfund: Tauben (Stück- 70 bis 80, Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 25 bis 30 Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück. Kartoffeln der Zentner 3 80 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12. Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 7 bis 8, Aepfel 10 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mk. Bornotizen. — TageSkalender für Dienstag. Stadttheater: „Du wirst mich heiraten", 20 bis 22.30 älhr. — Gießener Hcchschulgesellschaft: Dor- trag von Prof- Dr. Wilhelm Weber (Halle) über ..Die Religionen der Römischen Kai'erzeit",^ 20.15 älhr. im Großen Hörsaal der älniversität. — HauSfrauen-Dercine und Elektro-Gemeinschaft Gießen: Oeffentlicher Vortrag mit Lichtbilderund Filmvorführung. 20.15 Uhr, im Cafe Lew. — DLtionalsozialiftischer Deutscher Studenten- • Gießen. 7. Febr. Zwei junge Leute aus Hain-Gründau waren nach einem Wirtshausbesuch auf dem Heimweg über einen anderen jungen Mann, dem der eine von ihnen schon vorher Schläge angekündigt hatte, her- gefallen. hatten ihn vom Rad gerissen und geprügelt. Der Angegriffene hatte in einer Kampfpause das Messer gezogen und einem der Angreifer einen Stich in die Seite verseht, der glücklicherweise keine ernsten Folgen hatte. Aus Grunv einer anderen Auffassung der BeweiS- ergebnisses waren die Angreifer vom 2lmt8- gericht Büdingen mangels ausreichenden Beweises freigesprochen, der Angeklagte. der gestochen hatte, zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Aus die Berufung der Staatsanwaltschaft und die der Ange.lag'.en, die sich als Aebenkläger gegenüberstanden, wurden alle drei Angeklagte zu Geldstrafen von je vierzig Mark verurtei lt. Dem Angegriffenen wurde zugute gehallen, daß er in ilnfer Holzverzuckerungsverfahren beruht auf Laboratoriumsuntersuchungen, die schon kurz vor dem Krieg durch Willstätter unÖ 3ed)- meister durchgesührt worden sind. Es war diesen Forschern gelungen, aus dem Holz gewonnene Zellulose durch konzentrierle Salzsäure quantitativ in eine Zuckerart umzuwameln. Im Jahre 1916 unternahmen wir es, auf Grund dieser wissenscha.tüchen Forschungsarbeiten einen Prozeß aufzubauen, der es ermöglichen sollte, in ökonomischer Weise die in dem Holz enthaltenen zellulosearligen Stoffe, die als fo.che unverdaulich sind, in verdauliche Kohlehydrate überzuführen und auf industriellem Wege den größten Teil des Holzes in einen Aährsto.f umzuwandeln. In vierzesnsähr g'r technischer Forschungsarbeit ist es uns ge.ungen, einen einfachen und ökonomischen Prozeß zu entwickeln, welcher die a igedeutele Aufgabe zu lösen vermag. Diese Arbeiten, vielfach gehemmt durch politische und wirtschaftliche Krisen, hatten große technische Schwierigkeiten zu bewältigen, da das chemische Mittel, welches diese älmwand- lung der Holzbestandteile in zuckerartige Substanzen ermöglicht, die konzentrierte Salzsäure. besondere Anforderungen an die Kunst des Ingenieurs stellte. Alle diese Schwierigkeiten konnten erst als gelöst gelten, als vor kurzer Zeit die erste technische Anlage ihre Kinderkrankheiten überwunden hatte und im kontinuierlichen Betrieb eine ausreichende Produktion ermöglichte. Aus dem Betrieb dieser Anlage konnte man die Daten entnehmen, die notwendig waren, um die Produktionskosten festzustellen, und mit den Produkten bieser Anlage konnten die physiologischen Versuche angestellt werben, welche die Beurteilung des neuen Aährstofses ermöglichten. Dankenswerterweise hat das Preußische Landwirtschastsministerium schon vor mehr als einem Jahre durch maßgebliche Gutachter sowohl die technische Qualität des Verfahrens tote den Fütterungswert feiner Produkte prüfen lassen. Der Herr Minister für Landwirtschaft hat in der oben erwähnten Rede mitgeteilt, daß die Fütterungsversuche mit dem neuen Produkt befriedigend ausgesallen sind. Der sogenannte Holzzucker, in Geschmack und Verwendungszweck nicht ohne weiteres vergleichbar mit dem Rübenzucker, kann hergestellt werden aus beliebigen Holzarten, insbesondere natürlich aus den niedrigwertigen Waldholz- Sortimenten, und aus Abfallholz. Don dem waldtrockenen Holz kann man zwei Drittel seines Gewichts in ein Futtermittel überführen, das dem Getreide nährwertgleich ist. Der Rest, das sog. Lignin, wird in Form eines heizkräftigen Hausbrandbriketts Dertoert» bar gemacht, und nebenher entsteht eine nicht unwesentliche Menge an Essigsäure, so daß mit Hilfe des neuen Prozesses das Holz a n - nähernd 100pr ozentig inWertstoffe wandern zu den Gräbern draußen, die uns innerlich so nahe, räumlich aber so fern und schwer erreichbar sind! Wie manche Mutter oder «Oattin. wie viele Väter, Söhne, Töchter. Drü- Ber. Schwestern ober sonstige Anverwandte der nm Auslände ruhenden Gefallenen werden den tzeihen Wunsch haben, die gctoeUjte Stätte am dolkstrauertag mit einem Zeichen liebender Sr- mnerung zu schmücken! Wenn es ihnen auch fsebbst nicht möglich ist, so bietet doch der Volks- stund Deutsche Kriegsgräberfürforge hierzu wie- fier hilfreiche Hand. Aähere Auskunft erteilen Bie Verbände und Ortsgruppen deS Dolksbundes n:nd die Bundegeschäftstelle Berlin W 15, Dran- stenburgische Straße 27. Alle Aufträge für eine «Grabschmückung zum Dolkstrauertag müften spätestens bis 15. Februar in Händen der Bundes- ^e'chäftsstelle des Dolksbundes fein. Es empfiehlt iid) daher, Bestellungen möglichst bald aufzu- • 5eben. Später einlaufende Aufträge können im Interesse der rechtzeitigen Ausführung der frist- gemäß eingegangenen Bestellungen nicht ange- kommen werden. Die Kranzpreise sind in den «einzelnen Ländern verschieden, sie bewegen sich ~im allgemeinen zwischen 7,50 und 10 Wk., in Rußland kosten bie Kränze etwa 15 bis 20 Mk. •Der Eingang der Geldbeträge und später die Ausführung w'.rd in jedem Einzllfalle vom DolkS- Hund bestätigt. Doch auch die Tausende von unbekannten deut- Ichen Soldaten sollen am Dolkstrauertag nicht rhne Zeichen liebenben Gedenkens bleiben. Der Derne klagen, ohne zu leiden! Me n Vetter Franz ist auch einer von denen, der lein Herz auf der Zunge hat. Deshalb hat er auch io Diele Freunde, wie er glaubt. Er ist durch und .. Mrd) Optimist und sieht alles mit einer Rosabrille an. Seinen zahlreichen Bekannten erzählt er immer, welches Glück er hat, wie zufrieden er sei. Er glaubt ilbann, alle nähmen Anteil an seinem Wohlergehen. f Des tun die Bekannten natürlich auch, aber in ganz ontberm Sinn. Detter Franz gilt bei ihnen als ein 8 lückspilz, dem es tadellos geht, der mit allen Ge- htjäften Glück hat. Daß er dadurch sehr wohlhabend ist, versteht sich von selbst, denn er weiß ja nur von Erfolgen zu Berichten, lieber die Kosten, die ihm nebenher seine zahlreiche Familie bereitet, über seine Nßersolge spricht man nicht. Er selber aber auch nicht. Er trägt sein Herz auf der Zunge. Neulich klagte er mir doch sein Leid: denn seine Vertrauensseligkeit hat ihm einen Streich gespielt. Als er sein Geschäft etwas erweitert und durch kleine 'kniffe Erfolge gehabt hatte, bot er einem feiner 'Mannten, der nach dem umgelehrten Sprichwort: „fcjerne klagen, ohne zu leiden", handelt, die Teil» nehmerschast an. Bei dieser Gelegenheit aber sah kinn dieser Freund, daß nicht alles Gold ist, was cchiinzt. Statt Dankbarkeit tarnen herbe Vorwürfe. Franz hätte doch gesagt, daß so und so viel her« »risspränge, und nun wäre das alles nicht wahr. - 3c, er ging soweit und schloß auf eigene Faust einige l-kschäste h ntcr Franzens Rücken, aber in dessen tarnen, ab. Auf bescheidene Einwände erfolgte bann Die bekannte Geschichte vom „Uebelnehmen", daß -lZm nichts gegönnt würde usw.... Franz war sehr niedergeschlagen, als er mir das alles erzählte. Sie litten sich jetzt in Frieden getrennt, sagte er zum Instituts in len zum Allgemeinen Stubentenaus- Lichtbildern schuß (21 ft a) an der Technischen H och - iblaaen ber schule erhielten die Deutsche Arbeitsgemeinschaft a 1 22 Sitze (früher 24), Freistudenten 10 (8), Studentin» nen 1 (1) und Völkische Studenten 7 (3). Die Gruppe Mainzer Studenten und Pädaaogen hatte diesmal keine Liste herausgebracht. An der Wahl beteiligten sich 71 v. H. der Wahlberechtigten. Der Rek» tor oer Technischen Hochschule halte zwei Wahlpla» täte der völkischen Studentengruppe beschlagnahmt. ich nach den Feiertagen nach F. fuhr, neinen Schwager zu besuchen, traf ich nur Mädchen und meine kleine funstahrige Nichte an. 3.1; hatte mich kaum gesetzt, da ging schon das Tlunbroert des Kindes wie geölt. Es wurde mir er» äWt was sie gegessen hätten, wie ihre Puppe hieß, ,,h gelter gescholten hätte, weil die Mama etwas >'7kehrt gemacht hätte usw. usw. Als bann Schwe- t’r und Schwager erschienen, war ich schon über i[e9 Mögliche unterrichtet. Ich erwähnte, wer mir kgritht erstattet hatte. Das Erstaunen war gar nicht i:sß. „Ja, die Ilse, die hat das Herr auf ber unge" sagte meine Schwester, „sie macht cs aber eh fo bei ganz wildfremden Menschen. Wir haben uriere Last mit ihr." „Oh, laß sie nur!" sagte ich, .tws ist echt kindlich und noch lange keine Untugend. He Kinder haben Vertrauen zu jedem. Erhaltet ihr »isses Vertrauen noch recht lange, die Zeil wird ri>on kommen, in ber es merkt, daß Schweigen oft .elfer ist als Erzählen. Eure Ilfe ist kein Schreckens» mb, von dem die Zeitungen so oft schreiben. Wenn Under wichtig tun mit ihren Mitteilungen, wenn sie ich vorkommen, als ob sie ,^twas wären dann ist hi5 die Schuld ber Erwachsenen bie sie loben ml) immer wieber fragen und aneifern, bannt sie ich über bas Gebaren freuen können. So soll es mlürlid) nicht jein. Wir dürfen die Kinder nicht uisquetschen uni) von ihnen erfahren wollen, was 'ne Erwachsenen nicht sagen. Die Vertrauensselig, 'eit der Kinder sollte man nicht stören, ebensowenig ii? man sie ausnutzen darf." Auch bei den Erwachsenen gibt es solche großen Ülitber, die nicht schweigen können, bie ihr Gluck - und wenn es noch so gering ist — jedem auf offener Straße erzählen und glauben, daß sich die uze Welt mit ihnen freuen würde. Aber auch bei ihnen wird eines Tages eine kleine Erleuchtung loinmen, baß nicht alles jo ist, to e sie sich bas vor- It.-llen. Besonders in der jetzigen Zeit kommt es vor. datz es uns fast übelgenommen wird, wenn wir ipendwo einmal ein bißchen Glück gehabt haben. $3 geht von vielen unserer Mitmenschen ein Miß» nut aus, als ob alle nach dem Grundsatz lebten: * j im Benehmen mit den örtlich zuständigen Spar- Qucfer aus Dok. i VW rung. Bei der gestrigen Radelnuhho'.z-Derstet- Ein umwälzendes Verfahren aus dem Gebiet der Futtermitte'industrie. — Neue ^”^c9n j)j^ni11*’ 1 o■ g:nbe Preise erzielt: Aussichten zur Hebung der deutschen Schweineproduktion. n-J» ^s^S^.^o.o^^ib^L Don Generaldirektor Professor Dr. Dr. h. r. Friedrich Dergius, Ehrensenator der Universität Fichtenabschnitt'e la u. ib-Ki.' 22.00 Mk. Kiefern- 6eibclbcra langholz Ib-Äl. I8.00. 2a-Xl. 18.00, 2D»5U. ZA,UV. yeiDLiuug. 3a-ÄL 30,50 Mk. Kicfernabschnittc 2a-ÄL 17.00, umgetoandelt wird. Die Kosten dieses Kohle- 2b-Äl. 20,00, 3a-Kl. 27,00 Mk. Fichtenderbstanhydratfuttermittels liegen wesentlich unter j ^1. p. Stück 2,10, 2. Kl. p. St. 1.50 Mk. denen des Futtergetrei'oes. --- Diese letzterwähnte Tatsache hat naturgemäß , in landwirtschaftlichen Kreisen das Bedenken er- OfrÖTlOttlttWr VJlCVvU» weckt, daß den vom Boden produzierten Futtermitteln eine neue schwere Konkurrenz erwachsen könnte. Der Lan'owirtschaftsminister hat al er auch daraus hingewiesen, daß Deutschland ein außerordentlich großes Quantum von Futtergetreide importiert und daß der Holzzucker vom Standpunkt der Handelsbilanz ein willkommener Ersah für diese Importe werden könnte und er hat auf einen Dorschlag hingew'.e'en, den ich vor kurzem gemacht habe, um die Interessen der östlichen Landwirtschaft zu verbinden mit der Entwicklung des Holzhadrolyse-Tersahrens. Der Dor- chlag betrifft die Vermischung des Holzzuckers mit der Kartoffelflocke, welche zu teuer ist, um dem östlichen Kartoffelproduzenten die Möglichkeit zu geben, im Westen mit ben importierten Cetreidesuttermitteln zu konkurrieren. Vermischt man die Kartofselslocke mit dem billigen Holzzucker, so kann man das Mischpro- dukt billig genug Herstellen, um trotz der beträchtlichen Entfernung auf den westlichen Mark- ZUZ-W-L« | ZMMWM toffelproduktion ein neuer großer Absatzmarkt herberfuhren können bestand nuht Prüfung gelchafsen wird, wird bon maßgebenden Land- ^Maurer °°n Alb ach L- v°m AMsgerichf wo sie mit einem schlechten Ruhungsfaktor ver- Glkvsn wertet und nicht unwesentliche Mengen Wald- ^»vpv holzabfälle finden überhaupt keinerlei Derwen- * Gießen, 7. Febr. Zwei junge Bursche^ düng —, in ihrer Entwicklung nicht aufgehalten wegen Diebstahls wiederholt vorbestraft stnd. werden kann. Das warnende Beispiel der Mar- hatten in Ober-Mörlen wieder einen Ein- garineindustrie sollte nicht vergessen werden. bruchsdiebstahl ausgelührt. Sie warteten ab, bis Welche Bedeutung das Problem der Kohle- sämtliche Hausbewohner ins Feld gefahren Hhdratfuttermittel für die deutsche Wirtschaft waren, um durch ein nur angelehntes Fen- Hat, mag man daraus entnehmen, daß die lahr- ftcr einzusteigen, nachdem sie zuvor durch ein in liche Schweineproduktion Deutschlands Scheune befindliches Luftloch den Weg tn einen größeren Wert hat als die deutsche Koh- ^en Hof der Hofreite gefunden hatten. Den lenproduktion. Diesen Wirtschaftszweig auf rein Dieben waren neben Fleisch- und Wurstwaren inländische Produkte zu gründen, ohne dadurch no$ 38 Mk. in die Hände gefallen, die sie noch die Gestehungskosten zu erhöhen, bedeutet zweifel- am gleichen Tage verpraßten und verschlemmten. los einen wichtigen volkswirtschaftl'.chen Fort- Mit Rücksicht auf ihr Alter sah das Gericht schritt, der durch zweckmäßige marktpolitische nochmals von der Verhängung einst Zuchthaus- Maßnahmen so gelenkt zu werden vermag, daß strafe ab und erkannte gegen jeden der beiden die Interessen des ostdeutschen Futtermitlelprodu. Angeklagten auf I Jahr Gefängnis, zenten und des westdeutschen Schweinehalters ^in früher hier tätiger Kellner war des sich mit denen des Konsumenten vereinigen lassen. Diebstahls und Betrugs angeflagt. Aus feinen Das ist nach meiner Ansicht möglich, wenn d.e Antrag war er wegen weiter Entfernung feines Holzverzuckerungs-Jndustrie sich trotz der schwe- derzeitigen Aufenthaltsorts von der Berpfl^ch- ren Finanzlage Deutschlands in absehbarer Zeit tung zupi Erscheinen entbunden worden. Bei aufbauen läßt und die deutsche Landwirtschaft ^iner kommissarischen Dernehmuna bestritt ec mitwirkt, um den Absatz der Produkte der neuen ,toar die Beschuldigungen, wurde aber doch durch Industrie in die richtigen Bahnen zu lenken, bie vernommenen Zeugen überführt und zu Sollte der Aufbau dieser Industrie in Deutsch- | einer Gesamtstrafe von 5 Monat Gefäng- land aus dem einen oder anderen Grunde nicht oder nur langsam gelingen, dann besteht allerdings die Gefahr, daß holzreiche Rachbarländer, in denen unternehmungsbereites Kapital verfügbar ist, sich des neuen Prozesses in emem Ausmaße annehmen, daß der ausländische Druck aus den Futtermittel- und damit auf den Schweinemarkt zunimmt, ohne daß Deutschland durch billigere Eigenproduktion Widerstand rara E3E3; WJ*.' Todes-Anzeige, Herr Louis MlluU Bättenoeisier um 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt ihr 2 Hierdurch die traurige Mitteilung, daß heute unser guter Vater und Schwiegervater im Alter von 66 Jahren nach langen Leiden in die Ewigkeit abgerufen wurde. Die trauernden Hinterbliebenen Steinberg, den 10. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. Februar, nachmittags wä hem -es- r-bas • M W den 95,; drr N lick £ dtk N 9U( Vrc 3n Lof- fartei fcit Si' iB i r H Mtrel trage Lab warea Taal Dürfte jein. jlad lungsl Der 'I Ihcir miede Gege rufet Ober uns trotz i axilu Io bil nwdbi Szene Nr wordei gegrif fernt cbenfi alle 1 men, Kor einer unbef fanb (Sn be. Zu einem behaglichen Heim gehört auch eine gut und praktisch eingerichtete Küche! Gar manche Hausfrau verbringt dort täglich viele Stunden und docn wird die Küche oft stiefmütterlich behandelt. Gerade das Beste ist dafür gut genug, kein Luxus, aber gediegen und brauchbar muß ahes sein. Vom Koch'opf bis zum Küchenschrank finden Sie alles in reichster Auswahl und erprobter Qualität im Fachgeschäft für Haus und Küche BRÜDER SCHMIDT Beachten Sie bitte unsere Schaufensterl ___________________________________________________________________________I227A steigert werden: 12360 10880 statt. Viehhändler. 12360 Gießen, den 10. Februar 1930. 123JD Mk. 5 0.- Vnne, Angebote sind bis Zum ßchidn 0963 Neue aparte Damen »tot Masken «Ttenstanu. dreimal nefndjt. 12290 fm ontag, dem rm rm rm rm rm rm Buchenscheiter Eichenscheiter Kiefernscheiter Buchenknüppel Eichenknüppel Kiefernknüppel 54,8 144,2 4,8 36,9 109,7 4,6 1240 2320 290 (tiaricnür. 18 v VorAiisieilen Livisch. 11 nnl) 12 Uhr. Heinr. firnnidi III. Poi'ihili^slelle Birklar tOberhd. Kostüme ZU verleihen. 760D tööecfiL 11p. Ebne Hefe! DaSechte.gehaltvolle RoülinierterReissnder aclcrntcrStnufiimnn, mit Aübmfd). 111b. iud)t geeignete Po- Nöbl.Zimmer cutt; mit vo.er lien* sion, in sJiäoc d. Sel- icroiucqo a. 1. 3. aes. Schruil. Angeb. mu U>ict5anqaüe inner 0967 an d.Gieh.AnA. BMW - Motorrad nut eleftr. V- Boschborn. Baujahr 29, vreiSw. Au aiinst.Be- 4-U,5-M!nec- beschlaana nueiret, mö.U. in. Bad. t. nut. Wellen Buchenreisig 3. KL Wellen Eichenreisig 3. Kl. Wellen Fichtenreisig 3. Kl. Durchaus AtiücrläiL ehrliches Mädchen für ta Silber auhi l. Marz oder gleich Kaufge8uchs | Junger, wachsamer Hofhund ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Suche ein aroücd leeres Zimmer oder 2 kleine mit Ko tinelegeub. Schr. 2hmebote mu Preis unter 0983 an Den Gier. AnA. erbeten. Srüöiethaas 3ang Schnlstraße. Tel. 4309. «“> fliiwiiuiiiiuiniiinniuiiiiio nur ah Vorführung^» Awecken ben„ giinsr.A. veika tfen. [1239U Ludwin Römer I., Schlosseret. Heuchellre m. JuoiiÄeii V das Küche u. Haushalt In g iteui Haufe ohne gegenietiige Bcrgütung erlernen will, au baldigem Eintritt gefacht. Schr. Angeb. u. 0962 n. d. Gieß. AuAeiger. ttmidtle von Engro^firma für folort gesucht. Lchr. Ang. unt. 0961 an benGreh. An zeig. vom ttniibe das Slocbcn erlernen. Bn ertragen in der WefcbäfioiteUe des Wien. Anr. 12171) Brennholzversteigerung der Stabt Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Freitag, dem 14. Februar 1930, 9% Uhr beginnend, aus der Abteilung 32 des Fernewaldes. Försterei Hochwart, ver- Holzversteigerung. Die Gemeinde Dißnrar versteigert 2Hon- fag, den 17. Februar, von nachmittags 2 Uhr an, bei Wirt Leib aus Distrikt 4 Berghausen Nr. 1826/29 und 1831/34 = 8 Eiche Allholzstämme bis zu 59 cm Durchmesser, 10,11 km. Distrikt 5 Wäldchen, 19b Reusling und zerstreut liegend. FL, Ki., Lä. 40 Stämme 17,80 fm. Fi. 184 Verbund 8 Reisstangen. 7 rm Knüppel, 16 rm lange Reiser. Bu. 58 rm Scheit und Knüppel, 906 rm Reiser. Eiche 35 rm Knüppel, 88 rm Reiser. 1245V Der Gemeindevorsteher. B i t t e n d o r f. d.'n Gien. Anz. erb. Ein un Kochen und allen Hausarbeiten erfahrenes Viv wavnen GZe JhrmScötrbungtn auf Anzeigen ohne Namen Zcugniffe. Urkunden ob sonst wichtige Papiere beizusügen; Abschriften genügen zur Eint itung r> Anstciwnqeverhand- unqtn. Oft Ist und der Aunraacicber unbekannt und In blesenIätlen können wir nichtd tun für d. Wiedererlangung der Scwerbunqduntcriaqen Gießener Anzeiger Für jeden Platz Verteiler sucht Hainbnracr Grosi- röiicrci iiit Kaffee. Pensionäre, Jnva- liDeit, Witwen und andere Berdienft suchende Per tonen wollen ihre Adresse ii. 108'0 a. d. Gieh. Am. lenden. Wir werd, üe daranthin betuchen.____________ In gutgehendes Re- ftainant wird für LonniagS eine er» Kochsrau 17. Februar d. 3., nachmittags 3 Ahr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, wo anschließend Eröffnung erfolgt. Verkaufs- bedingungen können bei uns eingesehen werden, auch werden selbige im Termin bekanntgegeben. Sehr günstige Zahlungsbedingungen. Vorzeigung des Holzes kann erfolgen. Allertshausen, den 10. Februar 1930. Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhardt. Statt Knrten! Danksagung. Für die uns heim Heimgang unseres liehen Entschlafenen in so reichem Maße erwiesene herzliche Anteilnahme sowie tür die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege alten unseren innigsten Daun. Besonderen Dank der Direktion, den Beamten. Angestellten und Arbeitern der Stildt. Elektrizitätswerke. Überlandanlage und Straßenbahn, em s„_^ Viktoria raun ein Mädchen ; ^Occ '-bani iln 21, •• k nut allen Schikanen, | Verkäufe | Sur Blutauisiischg. verkaufe einige Sasanen I Hähne. (5. Helmes. Obcr-Horgcrn. Altangesehene GroOhandluog Lebensmittelbranche mit ausreich. Vager - rattnien u. '4;ureau8 ' umftändeh. abAitgeb. Schrtitl. Angebote unter 0915 an den Giet.encr An'.eiger. Gutgehende [0979 Metzgerei au vei kanten od. au vei vachtcn. Näh. d. L »,er, Oitanl. 29. Motorrad Wanderer, gebr., 3* ? PS, 350 ccm, billig au verkaufen. Schr. Angeb. u. 0966 I and. Gies;. Anzeiger. Die Kinder müssen mit reingewaschenem Körper und reinen Kleidern zum Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. Gießen, den 30. Januar 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes; hier: die Ausschläge der Beiträge auf Viehbesitzer und Die in Gemäßheit des Reichsviehseuchengesetzes aufgestellte Liste der beitragspflichtigen Pferde- und Rindoiehbesitzer der Stadt Gießen und Gemarkung Schiffenberg liegt während acht Tagen, vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 3 (Vermessungsamt) zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Einträge kön- nen nur während dieser Offenlegungsfrist, und nur von den beteiligten Diehbesitzern oorgebracht werden. Gießen, den 10. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Lr. Rosenberg.______ Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Allertshausen soll folgendes Nutzholz verkauft werden: 1235D Stellenangejote| Schreinergeselle erfahr. Makchinen- aibeiter, gefudn, G. 41. Hainer, üitnnlnne 7. 97 ’ Zuckerkranke ,2JIV Wie Sic obneHungcrn sutfcrirci werden, sagt Je.ein unentneltltrb _______Ph.Heroer:,Wl>»bad^p,RUckert8tr.169 Bekanntmachung. Mittwoch, den 12. Februar 1930, von 15 bis lö Uhr, findet in der Turnhalle der Goetheschule, Deslanlage, ein öffentlicher Impftermin stall, in welchem alle in 1928 und früher geborenen Kinder, für die bis jetzt der Nachweis der erfolgreichen Schutzpockenimpfung noch nicht erbracht wurde, dem Jmpsarzt vorgestellt werden können. Die Dmpsnachschau findet Mittwoch, den 19. Februar 1930, von 15 bis 15$ Uhr. Ganz neuer Jagdmuff Seehund mit DackiS eingefaßt, billig au verkamen 1234 D Nahrvngsbera 43. Masken- Mosiüms billig au verk. oder au vei leiben. [^ Weseritr. 18, II. St. sucht Aum 15. 3. 30 Stellung als Erft- od.'2lllcinmädc»>cn. Schr. Angev. u. 0958 an d. (9.en. AnA. erb. IvcickäftStochtcr, 20 Jahre alt, sucht Stellung in einem gut bürgerlichen Huise. Faini- lienanichlnn enu. Lchrtftltche Angeb. unter u959 an den Gien. Anz. erbeten. W.Sifiülein sucht Lehrstelle in Slentor ob. Voben. Kaitcrallce 18 v. [Vermietungen Wrü.icrc Rnbtif: und Lagerräume Aufogaraaen für Personen- und Vnft- wagen Schiffcn- becocr Wc i ‘44 au v.rm'Ngh.A.Decker, Mcpicrurane 9 1. Tel. 3S04. (987D Äuiozarage au vermieten. Wo? sag: die Geschäftes!, des Gieü. 'Jan. 0961 । 500 ccm X. 8. !’.• _________ I Motorrad ntiou. Sdntftliche fast neu, au verkauf. Angeb. unter09o3 an beider I Hungen, Btölitarck- strane 20.[09 0 Äbitanb u. entl. In- stanbfevung. gesucht. dir. . ngeb. u. 0968 an b, Gien. Am etb Bessere 5-6-Zimiier-ll'olDg. mit Bad ii.Mädchen- Aimuier, wenn mögt, mit ^cnaalueitn. u. im i. Stock gelegen, von ruhigem Mieter (2 'k'erf.l au mieten ges.Schr. 'Angeb. unt. 1219 h a.d.Gie-r.Anr. 2 rm Eichennutzscheller 1. Kl. (1,25 m lang). Gießen, den 10. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. D.: Dr. Rosenberg.______ Fagb-Verpachtung. Montag, den 17. Februar 1930, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei die der Gemeinde Ullendorf an der Lumda zustehende 3agb, bestehend in 566 Hektar Wald und 854 Hektar Feld, mit gutem Rehbestand, auf neun Jahre in zwei Abteilungen verpachtet, auch kann auf Wunsch das ganze Jagdgebiet nochmals zusammen ausgeboten werden. Allendorf an der Lumda ist Station der Nebenbahn Gießen—Collar—(Brünberg. Allendorf a. d. Lda., 3. Februar 1930. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. ___________Rein.____________ Mittwoch, den 12. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (im „Löwen") zwangsweise gegen Barzahlung: 1237D einen Operationsstshl, drei Jnstrumen- tenschränke, eine elektrische Bohrmaschine für Zahnärzte, vier Schreibtische, einen Schreibtischstuyl, neun Sofas, vier Vertikos, sechs Büfetts, drei Kredenzen, zwölf Stühle, vier Chaiselongues, eine Strickdecke, fünf Tische, eine Wandhobelstanze mit 14 Messer, einen Vulkanisierapparat, vier Kommoden, sieben Nähmaschinen, zwei Trumeauspiegel, zwei Pianinos, zwei Zimmerteppiche, eine Tischdecke, zwei Aktenschränke, einen elektrischen Heißwasserapparat, eine Flurgarderobe mit zwei Spiegeln, drei Grammophone mit 25 Platten, drei Fahrräder, einen Oekonomiewagen mit Kasten, vier Ladentheken, drei Ladenregale, eine kleine Holzkasse, fünf Ausstellungsyefäße, 20 Flaschen Sekt, ein Harmonium, zwei Sessel, ein komplettes Schlafzimmer, be- tehend aus zwei Betten, einem Spiegel- chrank und einer Waschkommode, einen Intersuchungsstuhl, fünf eiserne Betttellen mit Schoner, dreiteiligen Matratzen, Kopfkissen, Steppdecken, eine Badewanne, einen Gasbadeofen,^ 100 Bände verschiedene medizinische Bücher, drei Klaviere, eine Phonola, einen Registrierschrank, eine Registrierkasse (National), eine größere Anzahl Defen unb Herde, drei Nachtschränkchen mit Glasplatten, einen Kassenschrank, verschiedene Maschinen für Metzgereibetriebe, einen Eisschrank, eine Schnellwaage, einen Gas-Wurstkessel, Scheiben für Fletschwölfe, Fleischsägen, Spalter, Schlacht- geschirre^ Schlachtmesier, eine größere Partie Wurstgewürze, Theken mit Mar- moraufsatz, einen zweitürigen Weißzeug- schrank, zwölf Dutzend Messer, Gabeln und Löffel ein vollständiges Bett mit Matratze, i)eae und Kissen. Junker. Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon Nr. 3383. Los 1. Fichlenslämme la-Kl. 38 St. r N. nit 7,18 „ 2. 1b- „ 41 „ 14,29 „ 3. lb- „ 63 „ 22,37 „ 4. 2a. „ 68 „ 46,79 „ 5. 2a= „ 50 „ 35,91 „ 6. 2b. „ 41 „ 45,13 „ 7. 2b= „ 42 „ 46,56 „ 8. 2b- „ 21 „ 27,04 „ 9. 3a. „ 26 „ 43,71 ,, 10. 3a. „ 23 „ 36,32 N 11. 3b- „ 5 „ 10,95 „ 12. 3b» „ 5 „ 9,77 „ 13. 4a- „ 3 „ 8,07 „ 14. 4b» „ 1 „ n 4,14 09'3 Todes-Anzeige. Am 9. Februar entschlief nach schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elise Beimborn. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Daniel Beimborn. Gießen, den 11. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. Februar, nachmittags um 2'1, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Gesuchs werden: 1 Kraitwagcnnibrer iPerionenauio». bet auchanbereNebenarbeiten miiverrichiet. 1 Expedient (nicht über 25 Zähre nlO. mit flotter und schöner Himbschrist (beide wohnhaft in Gienen». (0.>75 Interessenten wollen handschrisfl. Le- werbnngsschreiben mit Angabe ihrer 3 lebten LeschänianngSilellen und mit Lebeuslans emfenben an die Mitteid, Annonc.-Erveb., Plockstr. 5, u. Nr. 352. Vereine 535A emvnehlt | Verschiedenes! Eine aroße, länglich- U9S6 runbe Brosche (GemmeFra-enkops mu Golbetniasiung» verloren. SlbAuneb. aeaen B-'lohnuna Schillerstraßei LU. uiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiyiM Inhaber eines kl bestbekannt. Hotel» un Sirene Siegen. 39 Jahre alt. vet- witwe. sucht Aweik- bestimmt balbiger mit einer für den Geschäftsbetrieb ne« etoneten l etfon a»S nut bütgerl. Familie in Verbindung au treten. Barvermög, erwüntcht. Diölre- non beiberfetitn Ehrensache. Gefl-Llv schrillen unter 12.''8J nnbenitiienener 81 tu aetocr erbeten. miniiiiiiiiunuiiiiinnnnii Mittwoch den 12. Februar abends 81/» c. t Merovinger» Saus. M Stadttheater Mittwoch l^.Fcbr. VON 20 bis 22 Uhr I9.miiilvoai-Av.-M miifir Sittcngemälde in vier Bildern vo» Frank WebekmL Ulli« Die EinAetäinunaS' listen für den am Somsiog. 0 i5.3eüu ftatthnöcnben Mastenball liegen offen bis aiuu Donnerstag, dca 13. o-ebr.. nbenDl 7 Uhr. bei den Hilf gliedern V. Bevl", Baanhofitiabe IV F. Fr cSledcn. Bahnbofstrabe 48, E. Inna. SeltetS- weg 33. Cbr. Svies. Neufiabt 8. [1242D Samenhaus UM Bahn Babnbofftrake Tel. 3403. GießenerPlerdeiDarkt- Lolterie. Gewinne i.W. v.zuf. 7500 jut Höchstgew. i. W. von 2000 sut 1000 sut iifiu. Lose ä 1 SUC, 11 Slück 10 3Ltt tinb in all. ^osegeschäften au üabenu bciiBuri): arker NeuenBäi eil 8oll- Nngelaii und MmMI üebennorßen Ziehung! Volkswohl- Lotterie 48098 Gewinne und 2 Prämien im Ge samtwerte von RM. ,244d 430000 L. 150000 BT 75000 S100000 Lose zu 1 RM. Doppellose 2 RM. Zigarrenhaai e. k I i r i n vorn. B. Bachacker l ießen (Lahn» Neuen Bflue 11 Kurzwaren für die Schneiderei und den Haushalt je 1 Vi Dutzend Patenthosenknöpfe 2 Kni. Stopftwist ä 5 Gramm 1 Brief Nähnadeln ä 25 Stück 1 Brief Stopfnadeln ä 12 Stück 1 Karte Seidentwist, 20 Meter 1 Stück Halbleinenband, 3 Mtr. 1 Stück Köperband, 4 Meter 1 Stück Einziehlitze, 4 Meter 1 Meter Gardinenringband 1 Paar Ersatzteile f. Strumpfhalt- Sonder-Angebot in besonders preiswerten Salomon r. 50 pt je 2 Dutzend Perlmuttknöpfe 3 Paar Wäscheträger 1 Paar Damen-Strumpfhalter 1 Karton Seidentwist 20 Kni. 1 Meter Strumpfbandgummi 1 Paar Armblätter 8-Meter- Stück schmale KFSpitze 4-Meter-Stück breite KPSpitze 3 Mtr. Filetstickerei, Glanzgarn 1 Hemdenpasse, Klöpp. u. Stick. 25 Pt je 1 Zahnbürste, 1 Frisierkamm 1 Stopfpilz, 1 Bandmaß 6 Paar Schuhsenkel 1 Dose Stahl-Stecknadeln 50 g 1 Ring Sicherh.-Nadeln, 50 St 7 Meter Rollokordel 3 Dutzend Wäscheknöpfe 3 Meter K’seide-Gummilitze 1 Kupon Rüschengummiband 1 Galalith-Schuhanzieher IV.iatnes ehe Mete Küche! 0 Spi^ 'Spitze inzgarn Stick. haltet 0 Kni. ■rninii Stunden und • Gerade das ^und brauch- fenschrank ir Qualität im ilDT nsieti I werdeüi Tlleifonrnauioi.lfl beiten mliDemdnn ber 25 dnbte nl r wnbfcbrt/t M (0..?. n fanNdixiiü. tz? mit »naabt inflbiittltn uti t ii «n an bie M,v. .otliix.ö, u.91t.iM »SÄSJ* '»"A ii. q tnreichen ll2«V ■■■ i Mabrx einer' IbWbelannt. M im Hxtiie Cie- Vereine i fiau^_2 on ipl ifl* rr if. Ä Jahre nlt tr mitwe , lacht wri benimmt baldige X, nd en ch-' jl s] dr «6 gi,.SS mit einer für fr Geschaitsvetmb eigneten ierlm nutbüiflciLiW m t Mzteitd! sK & ^enli^L^ Mittvo- 6ffl 1 i| flt)tn66 8*li °* I’ Movinger^ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 35 Zweites Blatt Dienstag, N. Zebruar (YZO Mister Korell über Hilfe für Gewerbe und Landwirtschaft. Die Regierung steht und fällt mit ihrem Sparprogramm. — Kein Abbau lebenswichtiger Behörden in den Deinen Städten. 2n einer öffentlichen Versammlung im Saale des Cafä Leib, die gestern abend auf Einladung der Gießener Ortsgruppe der Deutschen Demokratischen Partei stattfand, sprach der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft Karell über das Thema: ,.W i e kann dem Gewerbe und der Landwirtschaft geholfen werden?" Das starke Interesse in Unserer Bürgerschaft an diesem Dor- trage des Ministers bekundete sich einmal darin, daß Angehörige aller politischen Richtungen zugegen waren, zum andern ging es daraus hervor, daß der Saal volle Besetzung aufwies. Die Besucherzahl dürfte wohl mit etwa 600 nicht zu hoch geschätzt fein. Nach kurzen Eröffnungsworten des Versammlungsleiters, Stadtschulrats Fischer, behandelte der Minister in etwa listundiger Rede fein Thema. Wahrend seiner Ausführungen kam es wiederholt zu mehr oder minder temperamentvollen Gegenäußerungen von andersdenkenden Zwischen» rufcrn, von denen einer — ein junger Mann aus Ober-Ingelheim, dessen ungehöriges Benehmen man uns Gießenern nicht zur Last legen kann — sich trotz zahlreicher Ermahnungen und scharfer Zurecht- Weisungen durch den Versammlungsleiter fortgesetzt so disziplinlos als Störer und Zwischenrufer be- merkbar machte, daß es schließlich zu einer erregten Szene kam, bei der dem jungen Burschen um ein Haar ein Kapitel aus dem Klopstock verabreicht worden wäre, wenn nid)t zwei Kriminalbeamte ein» gegriffen und den Störenfried aus dem Saale entfernt hätten. In der Aussprache kam es dann ebenfalls mehrfach zu scharfen Tönen, jedoch blieben alle Redner und die Versammlung in einem Rah» men, mit dem man sich abfinden konnte. Minister Korell konnte in seinem Schlußwort noch zu einer ganzen Reihe von Anregungen und Wünschen unbehindert Stellung nehmen. Die Versammlung fand erst eine Viertelstunde vor Mitternacht ihr Ende. Minister Korell wies in seiner Rede einleitend darauf hin. daß ihm als Wirtschaftsmin.ster natürlich das Wohl aller Berufsgruppen am Herzen liege. Er kam dann kurz auf die wirtschaftliche Lage der Beamtenschaft zu sprechen und nahm diesen Stand gegen ungerechte Kritik in Schutz, wobei er aber auch nicht unterließ, auf die gesicherte wirtschaftliche Stellung des Beamtenstandes mit kurzen Ausführungen einzu» gehen. Es erscheine ihm aber zweckmäßig, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit besonders auf die Notlage des Gewerbes und der Land» w i r t s cy a f t hinzulenken. Der Minister sagte hier» üb-’r u. a.: Wenn von gewisser Seite ber Gedanke vertreten wird, daß das H a n d w e r k in der Konkurrenz mit dem Kroßgewerbe doch nicht lebensfähig fei und de-hglb auf dem Aussterbeetat stehe, so sage ich: das ist eine irrige Ansicht. Nach der letzten Berufszählung in 1925 beschäftigten die Mittel- und Kleinbetriebe noch 45 v. H. der Berufsangehörigen. Nach den neusten Erhebungen in 1928 sind aber wieder 95,4 v. H. aller Datriebe im Bekleidungsgewerbe, 88,3 v. H. im Nahrungsmittelgewerbe, 87 v. H. im Holz» und Schnitzgewerbe, 79 5 v. H. im Baugewerbe kleine Betriebe mit bis höchstens 5 Personen. Selbständige Betriebsinhaber gibt es 1,3 Millionen mit 8 Millionen Beschäftigte. Was wir für das Handwerk erreichen müssen, das ist bei der kommenden Reichssinanzreform die Herabsetzung der Gewerbesteuer mit dem Ziele der endgültigen Beseitigung diesem zusätzlichen Einkommensteuer. Vor allen Dingen müssen die hohen Schulden- ,yi n f e n ermäßigt werden. Die heutigen hohen Bankzinsen sind für das Gewerbe und auch für die Landwirtschaft einfach untragbar. Wollen wir billigere Zinsen, so müssen die Betriebe mehr Geld zurücklegen können. Wenn wir das eigene Betriebskapital nicht bekommen können, dann werden wir auch so schnell nicht von den hohen Bankzinsen und auch nicht von der ungeheuren Arbeitslosigkeit ab» kommen. Die Politik des Reichsbankpräsidenten muh ich dahin angreifen, daß er uns für unbedingt sichere und werbende Anlagen das Auslandsgeld sperrt. Als Hauptaufgabe zur Förderung des Gewerbes sehe ich die teilweise schon erreichte Ucbertragung von Lieferungen von Seiten des Staats und der Gemeindeverbände an das Handwerk. Auch die Filialsteuer für solche Betriebe, die ihr Hauptgeschäft außerhalb Hessens haben, halte ich für durchführenswert. Ich bemühe mich in Abände- rung einer höchstrichterlichen Entscheidung, den A b - la tz von Waren mittels Autos von Frankfurt her nicht nur der Wanderge- werbe st euer, sondern auch der Wander» lager ft euer zu unterwerfen. Nach zweijährigem Kampf ist es uns auch gelungen, dafür zu sorgen, daß in Zukunft niemand mehr in Hessen die Gesellenprüfung und die Meisterprüfung machen darf, wenn er nicht mindestens 2 Jahre eine Meisterlehre durchgemacht hat. Eine andere wichtige Aufgabe ist die Bekämpfung der Schwarzarbeit, namentlich der Schwarzarbeit von Erwerbslosen. Ich weiß, daß viele Erwerbslose zusätzlich Arbeitslohn verdienen und damit anderen Arbeitern einen Teil ihres Brotes wegnehmen. Bei der Besprechung der Not der Landwirtschaft, über die der Minister durch Dorträge in den Städten und Großstädten Aufklärung schaffen tol3, polemisierte er zunächst gegen die politische Haltung des Landbundes, insbesondere in den Zollfragen. Er führte dabei den ziffernmäßigen Rachweis, daß nicht nur der frühere Reichsernährungsminister und jetzige Landbundvorsitzende Schiele, sondern auch der jetzt amtierende demokratische Reichsernährungs- minister Dietrich höhere Zölle auf ausländische AgrarproduktezumSchuhe unserer Landwirtschaft durchsetzte. Der Redner hob dabei hervor, daß diese Erhöhung der Zollsätze nur durch die Zustimmung der Sozial- demokratie möglich war, die dafür keine Dor- Würfe, sondern Anerkennung verdiene. Cs sei dringend notwendig, in den Landwirt- schaftssragen zu einer Entgiftung der Atmosphäre zu kommen. Weiter sagte der Minister u. a.: Ohne eine rentable Landwirtschaft ist die deutsche Volkswirtschaft erledigt. Wir müssen Mehl- und Getreidezölle so sehen, daß Bäcker und Müller ihren rechten Lohn haben, doch müssen wir übertriebenen Gewinn scharf bestrafen. Wir müssen die heimische Produktion schützen durch Zölle gegen klimatisch bessergestellte Gebiete des Auslandes. Mir kommt es vor allen Dingen barauf an, daß der hessische Dauer in seiner Produktion sichergestellt wird. Dafür werde ich mich mit allen Kräften einsehen. Ich habe f. Z. auch den Teimahlungs- zwang für heimischen Weizen angeregt. Durch den energischen Protest der hessischen Regierung ist auch die Wiedereinführung der Wein steuer wahrscheinlich ein für allemal abgetan. Wir müssen auch zu modernen Verkaufs- und Sortierungsmethoden kommen. Minister Dietrich will uns ein Rog - genbrotgefetj bringen, das das Weizengebäck etwas verdrängt. Deutschland muß Dreiviertel Millionen Tonnen Roggen mehr verbrauchen. Der Minister beschäftigte sich hierauf u. a. in längeren Darlegungen unter Anführung eines reichen Zifsemmaterials mit der Derschul - düng der Landwirtschaft und betonte dabei, daß die kleineren und mittleren landwirtschaftlichen ‘Betriebe in Hessen in bezug auf die Verschuldung am günstigsten daständen. Er warf dann noch einmal die Frage auf: „Wie kann der Landwirtschaft geholfen werden?", und antwortete, daß er kein alleingültiges Rezept geben könnte, nur einige Antworten könnte er geben. Die Gesamtfrage kann nut gelöst werden für Gewerbe und Landwirtschaft, für die anderen Berufe und für die Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit einer Erleichterung unserer Steuerlasten und unserer auswärtigen Verpflichtungen. Er beschäftigte sich dann mit den Auswirkungen des Poungplanes, für dessen Annahme er eintrat, streifte dann — veranlaßt durch einen Zwischenruf — die Möglichleit schwerer innerer Konflikte mit wahrscheinlichen Unruhen durch den Ansturm von Rationalsozialisten und Kommunisten, und tat dabei den bemerkenswerten und immerhin recht eigenartigen Ausspruch: „Es (das heutige System) ist gerüstet aus unliebsame Ueberrafchungen (Zuruf: --Reichsbanner.), jawohl, durch das Reichsbanner, die Polizei, und leider kann ich einen dritten Faktor, den der Staat unterhält, in diesem Zusammenhang nicht mit erwähnen.'" (Diese sonderbare Bemerkung zielte offenbar auf die Reichswehr. D. Red.) Am Schlüsse seiner Ausführungen wandte sich der Redner fnit einigen Sätzen dem Sparprogramm der hessischen Regierung zu. Er sagte in diesem Zusammenhang u. a.: Der von manchen Seiten empfohlene Anschluß an Preußen, oder der dezentralisierte Einheitsstaat werden nicht zu einer größeren Schonung der berechtigten he,fischen Interessen führen, als wir das im Budget und bei der Veröffentlichung des Gutachtens des Sparkommissars erklären werden. Die hessische Regierung hat den willen, so lange es möglich ist das Eigenleben Hessens zu erhalten. Für diese Ausgabe muh die Regierung aber nicht nur das Der trauen der Regierungsparteien, sondern auch ein gewisses Matz von "Bertrauen bei der Opposition Haden. Man darf nicht jede Sparmaßnahme einfach als unzweckmäßig ab- lehnen. Die hessische Regierung unter der Führung des Staatspräsidenten ist bet Heber- zeugung, daß sie steht und fällt mit den Maßnahmen, die sie jetzt für notwendig hält im Interesse des Landes Hessen. Was die hessische Regierung bei aller Sparsamkeit noch für möglich hält, kann sich sehen lassen gegenüber dem, was der Reichs- sparkommissar will. Runmehr gilt es, die hessische Bevölkerung vor eine schwere Belastungsprobe ihrer politischen Reise zu stellen, sie zu fragen, ob sie bereit ist, zuerst unter den deutschen Ländern ein Sparprogramm zu tragen, das soweit wie möglich hessisches Eigenleben erhält. Opfer werden gebracht werden müssen von Stadt und Land, von großen und kleinen Städten und Dörfern. Wir werden uns bemühen, diese Opfer und Lasten gerecht zu verteilen. Wir denken nicht daran, irgenbroeldje Städtchen zu ruinieren, indem wir ihnen lebenswichtige Behörden wegnehmen. Aber wir müssen auch den Entschluß zur Härte haben, und wir haben ihn. Gehl der Landtag mit uns, dann glauben wir bis zu besseren wirtschaftlichen Verhältnisfen und höheren Steuereinnahmen die Existenz Hessens, seiner Universität, seiner Technischen Hochschule, seines Landestheaters, feiner Bezirke und Städte gerettet ;« haben. Gehen das Volk und der Landtag aber nicht mit uns, dann legen wir unerschrocken unsere Ausgabe in die Hände anderer Männer, die es besser machen mögen als wir. (Langanhaltender, lebhafter Beifall.) Oie Aussprache. Als erster Diskussionsredner sprach der Kaufmann Scheel, der einleitend daraus hinwies» daß die Stimmung in den Kreisen des Klein- randels, dem er selbst angehöre, geradezu verzweifelt sei. Er forderte mit Rachdruck, daß von den leitenden Stellen die grötzte Sparsamkeit angewandt werde, aber nicht nur bei den Nachgeordneten Behörden, sondern auch in den leitenden Aemtem selbst. Don dem Sparprogramm der Regierung hat der Redner keine gute Meinung, mit der er auch nicht Hinterm Berge hielt. Die kleinen .Steuerzahler hätten sich bisher mit vieler Mühe und Rot durchgebissen, wenn es aber so weitergehe wie bisher, dann müßten sie um sich beißen. Der Redner forderte weiter, daß Minister Korell mit scharfen Maßnahmen gegen den illegitimen Hausier- und Dertreterhandel vorgehen solle, daß insbesondere den auf diesem Gebiete tätigen Pensionsempfängern kein Wandergewerbeschein und auch keine Wander gewerbelarte ausgehändigt werden dürfe. Weiter empfahl er, die kleineren Geschäfte von der Eintragungspflicht in das Handelsregister zu befreien. Postassistent Rorth erkannte an, daß der Minister eine gerechte Stellungnahme gegenüber der Beamtenschaft einnehme, betonte weiter, daß aber heute Männer in die Beamtenschaft hinein» gekommen seien, die ihrem Werdegang nach dort keinen Platz hätten, worunter wiederum das Berufsbeamtentum zu leiden habe. Weiter bekundete der Redner starkes Derständnis für did Röte und Sorgen des Gewerbes und der Landwirtschaft, wobei er insbesondere auf die starke Konkurrenz des Auslandes gegenüber unserer heimischen Landwirtschaft hinwies und hier ent» ' sprechende Abhilfsmahnahmen forderte. Die Herren Etzel und Weigel aus Klein- Linden brachten persönliche Beschwerden aus dem Gebiete der Wohnungsbaufinanzierung vor, mit denen sie nach ihren Behauptungen bisher beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft nicht genügend Beachtung gefunden hätten. Der letztere Redner forderte zur Wohnungsbaufinanzierung u. a. die Erhöhung der Altmieten zugunsten der Mieten in neuen Häusern, ferner verlangte er die Heranziehung der Genossenschaften zur Gewerbesteuer. Bäckerobermeister L oeber sprach zugleich als stellvertretender Dorsihender des Gießener Orts- g-werbevereins dem Minister Anerkennung dafür aus, daß er für das Handwerk alles tue, was in seinen Kräften stehe. Das mühten besonders die politisch auf anderem Boden stehenden Handwerker anerkennen. Obwohl der Minister das Herz auf dem rechten Fleck habe, werde dem Handwerk aber immer noch nicht geholfen, es gehe ihm noch nicht besser. Die Steuerschraube treffe das Handwerk nach wie vor schwer, besonders ungerecht sei die Gewerbesteuer. Der Redner wandte sich weiter dagegen, daß die Genossenschaften und die Konsumvereine dem selbständigen Gewerbe gegenüber steuerlich bevorzugt würden. Cs müsse verlangt werden, daß dem Gewerbetreibenden nicht die Existenz untergraben werde durch eine ungerechte Steuerpolitik. Handwerk und Gewerbe verlangten nichts Ungerechtes, sie forderten nur, daß jeder in gleicher Weise besteuert werde, sei er nun ein Gewerbe treibend e r, eine Genossenschaft, ein Konsumverein oder ein Warenhausbesiher. Der Redner bat den Minister, nach dieser Richtung hin sich mit aller Kraft einzusehen für Handwerk und Gewerbe, aber auch für die Landwirtschaft. Bisher sei dem selbständigen Mittelstand die von dem Minister als notwendig bezeichnete Kapitalbildung noch nicht möglich gewesen, dafür müsse durch eine andere Steuerpolitik die Grundlage geschaffen werden. Gluck, Mozart, Brahms. Zum bevorstehenden Etzmplionie-Konzert des Konzcrtvcrcins. Auf die bedeutsame Wertgeltung von Glucks Ouvertüre zur Oper „Iphigenie in Aulis" hingewiesen zu haben, ist ein besonderes Verdienst Richard Wagners. Schon in seiner Dresdener Zeit hatte er die Glucksche Oper einer Bearbeitung unterzogen und sie in dieser Form erfolgreich zur Aufführung gebracht. Als man später während seines Züricher Aufenthaltes an R. Wagner herantrat, etwas von Gluck aufzu- führen, fiel seine Wahl auf das „vollendetste Instrumeataltonstück von Gluck", die Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis". Da Gluck mit den letzten Takten der Ouvertüre in die erste Szene der Oper überleitet, so hatte man schon früher der Ouvertüre für Konzertaufführungen einen besonderen Schluß angehängt, den man allgemein W. A. Mozart zuschrieb, dessen Verfasser aber in Wirklichkeit ein gewisser Iohann Philipp Schmidt war. Dieser willkürlich angefügte Schluß vermochte aber nicht dem künstlerischen Empfinden Wagners zu entsprechen: er griff deshalb auf das Eingangsthema der Ouvertüre zurück und führte mit diesem zu einem konzert- mäßigen Schluß der Ouvertüre, der somit der Gluckschen Gedankenwelt entsprach. Ucb.r diese vorgenommene Ergänzung äußerte sich R. Wagner in einem längeren Aufsatz. Er weist hier unter anderrn nach, daß die damalige Dirigenten- praxiS das Tempo des zweiten Teiles in ein Allegro umgewandelt habe, während Gluck, wie Wagner aus Grund der Pariser Original-Partitur festst.llt, das ursprüngliche Andantezeitmaß in der ganzen Ouvertüre beibehalte und die Temposteigerung durch Rotierung in kleineren Tiotemrcrten zum Ausdruck bringe. Den Inhalt der Ouvertüre erblickt er in folgenden Hauptpunkten: „l. ein Motiv des Anrufes aus schmerzlichem, nagendem Herzensleiden: 2. ein Motiv der Gewalt, der gebieterischen übermächtigen Forderung: 3. ein Motiv der Anmut, der jungfräulichen Zartheit: 4. ein Motiv des schmerzlichen, qualvollen Mitleidens." Die Instrumentation Glucks paßte Wagner der modernen Orchester- Praxis an. — Als Solistin ist diesmal Paula Hegner gewonnen worden, die sich im Laufe der letzten Iahre im Gießener Musikleben schon wiederholt als eine technisch überaus versierte, mit voller Musikalität erfüllte Klavierspielerin erwiesen hat. Ihre pianistische Laufbahn begann sie schon als 12jähriges Mädchen erfolgreich und verheißungsvoll mit einem Konzert in der Berliner Phil- harmome unter Edmund von Straub. Sie wird Mozarts aus der letzten Zeit des Salzburger Aufenthaltes stammendes und der französischen Pianistin Ieunehomme g.wdnetcs Klavierkonzert in Es»®ur (Köchel Rr. 271) spielen. Dieses Werk steht den späteren sog., großen Klavierkonzerten des Meisters in seiner geistigen Haltung durchaus g'eichwertig gegenüber; es zeigt symphonische Qlnlcg? und verzichtet auf die Virtuosität als Selbstzweck. Der Mittelsah in der Mollparallele verlegt starke Ausdrucksmomente ins Orchester (u. a. kanonische Führung der Diolinen) und gibt dem Klav er Gelegenheit zur Entfaltung der Kantabilität. In das Schluhrondo fügt sich eine Menuettepisode ein. — Don ganz besonderem Interesse wird es fein, Brahms E-Moll-Symphonie vo.x demselben Orchester zu hören, das diese Schöpfung seiner Zeit zum ersten Male zum Erklingen brachte. Die Sommermonate der Iahre 1884/85, die Brahms in Mürzzuschlag verlebte, waren nach Angaben seines Rotizkalenders der Qlrbeit an seiner IV. Symphonie in E-Moll gewidmet. Er gab mit diesem Werke den Höhepunkt seines symphonischen Schassens und ein Denkmal seiner persönlichen Weltanschauung. Er selbst nennt das Werk einmal eine „traurige Symphonie". In einem Briese an Hans von Bülow äußert er sich über den Charakter der Komposition ausführlich: „Ein paar Entre-actes aber liegen da — was man so zusammen eine Symphonie nennt. Unterwegs auf den Konzertfahrten mit den Meiningern habe ich mir oft mit Vergnügen aus- gemalt, wie ich sie bei Euch hübsch und behaglich probierte, und das tue ich auch heute noch — wobei ich nebenbei denke, ob sie weiteres Publikum kriegen wird! Ich fürchte nämlich, sie schmeckt nach dem hiesigen Klima — die Kirschen hier werden nicht süß, die würdest Du nicht essen." Und in der Tat wird das skeptische Urteil des Meisters über die Symphonie durch Aeutz rungen aus dem engsten Freundeskreise bestätigt. Fürs erste schien es, als sei den Leuten, die Brahmsens Gedankenwelt und seinem Schassen besonders nahestanden, der Blick für die Erkenntnis der Gröhe des Werkes noch nicht ganz erschlossen. Frau von Herzogenberg, der er einen Teil der Partitur hatte zugehen lassen, erkennt wohl den durchgehenden Zug an, der aus „der Vielheit eine Einheit macht", aber es ist ihr, „als wenn eben diese Schöpfung zu sehr auf das Auge des Mikroskopikors berechnet wäre, als wenn nicht für jeden einfachen Liebhaber die Schönheiten alte offen dalägen, und als wäre es eine kleine Welt für die Klugen und Wissenden, an der das Dolk, das im Dunkeln wandelt, nur einen schwachen Anteil haben konnte... aber: Anfang und Ende zu reich mit Feinheiten bedacht, büßt etwas ein von seiner Macht." Klara Schumann will sich nicht erlauben, ein Urteil über das Werk zu fällen, ohne den Gesamteindruck durch eine Orchesteraufführung gehabt zu haben. Man erkennt wohl die sahtechnische Meisterschaft an, mit dem Werk selbst aber weiß man nichts Rechtes anzufangen. Als Brahms im engsten Freundeskreise die Symphonie mit IgnazBrüll zusammen auf dem Klavier vorspielte, war man nach dem Anhören des ersten Satzes um ein Urteil verlegen, bis Hanslick mit einem schweren Seuszer herausplatzte: „Den ganzen Sah über hatte ich die Empfindung, als ob ich von zwei schrecklich geistreichen Leuten durchgeprügelt würde." Als am Tage nach dieser Vorführung ein wohlwollender Freund Brahms Vorschläge für grundlegende Veränderungen des Werkes machte (u. a. sollte das Scherzo in den Papierkorb wandern), kam Brahms nach zweistündiger Unterredung zu nachstehendem Urteil: „Die Symphonie zurückzuziehen, habe ich keinen Grund. Was ich mir eingebrockt habe, werde ich ausessen. Die Schreier im Parterre sind mir Wurst, das übrige Publikum, unter uns gesagt, dito." Das Werk wurde nach einer sehr gründlichen Einstudierung durch die Meininger unter Brahms Leitung zur Aufführung gebracht und bald darauf durch die Meininger in verschiedenen westdeutschen und holländischen Städten erfolgreich vorgeführt. Als die Wiener dann an eine Aufführung des Werkes herantraten, konnte Hanslick schreiben, datz das Werk schon eine kleine Triumphreise hinter sich habe. ‘Allerdings errang es in Wien nur einen Achtungserfolg, da man den Proben nicht die ausreichende Zeit unö die notwendige Sorgfalt gewidmet hatte. Heute müssen wir in dem Werke den Gipfelpunkt Brahmsscher Symphoüik erkennen: und das Urteil Hanslicks läßt feine Wertgestaltung am besten ersehen: „Die Symphonie verlangt vollendete Meisterschaft: sie ist der unerbittlichste Prüfstein und die höchste Weihe des Instrumentalkompo- nisten. In der Energie echt symphonischer Erfindung, in der souveränen Beherrschung aller Geheimnifse der Kontrapunktik, der Harmonie und Instrumentation, in der Logik der Entwicklung bei schönster Freiheit der Phantasie steht Brahms ganz einzig da. Diese Vorzüge finden wir in seiner vierten Symphonie vollständig wieder, ja, sie scheinennoch höherempor- z u w ach sen." Um das Wesen dieses einzigartigen Werkes zu ergründen, hat sich eine ansehnliche Zahl von Auslegern bemüht. Fast jeder versuchte, dem rein musikalischen Geschehen eine Beziehung zu einer außermusikalifchen Einwirkung als Programm unterzulegen. So glaubt Max K a l b e ck , die grundlegende Anregung für das Werk in den Eindrücken zu sehen, die Brahms gelegentlich seiner Italienreisen, an den Stätten antiker Kultur in sich aufgenommen hatte, weil ihm persönlich das Verständnis für die Symphonie an den gleichen Stätten aufgegangen war. Zudem nimmt er an, daß die Lektüre der Tragödien des Sophokles in den Sommern der Iahre 1884 und 1885 sich bei Brahms in der Symvhonie ausgewirkt habe. Von anderer Seite hat man in Der Symphonie ein gewisses Programm erkennen und sie in die Rähe einer Reihe ähnlicher Werke rücken wollen, weil „sie zuweilen begeistert, lebendig aufflammend, vorherrschend aber wehmütig und ergriffen von alten Zeiten und dahingesunkenen Eefchlechtern erzähle." Brahms' Musik steht aber gerade der Programmusik äußerst fern. Vielmehr wird man in diesem schwermütigen Zug gerade den Riederschlag eines Lieblingsthemas Brahms', des Gedankens an die Vergänglichkeit, dem er zumal im Requiem und in seinen vier ernsten Gesängen nachhä'ngt, erkennen können. Ihm lag es nicht daran, etwas Außerpersönliches schildern zu wollen, sondern seine Musik wird zu Einblicken in fern eignes Inneres. Der erste Sah wird in feinen Grundzügen beherrscht von zwei scharf voneinander kontrastierenden Themen, dem elegischen, balladenhasten Hauptthema und einem krafterfüllten, fast ritterlich zu nennenden Gegenthema, das mit seinem Kraftbewußtsein sich mit dem ersten in Widerspruch stellt. Richt die Durchführung des Satzes bringt die Entscheidung, sondern erst in der deren Früchte auch der gesamten Volkswirtschaft zugute kommen würden. Sekretär Huber vom Gießener Konsumverein nahm Stellung gegen die Behauptung, daß die Konsumvereine steuerlich bevorzugt würden, und betonte, daß der Gießener Konsumverein im letzten Jahre 56 000 Mark Steuern bezahlt habe Die Konsumvereinswirtschaft sei etwas we entlich anderes als der gewerbliche Betrieb, sie sei eine eigene Warenversorqunq ihrer Mitglieder denen man das Recht, sich selbst mit Waren zu versorgen. nicht nehmen könne. Die Bedrängnis von Handwerk und Gewerbe beruhe lediglich aus einer Übersetzung dieser Berufe Bäckerobermeister L o e b e r erklärte in seiner Erwiderung an den Borredner, die Steuern des Konsumvereins seien eine Bagatelle im Vergleich zu dem. was Gewerbe und Handwerk an Steuern zu zahlen hätten. Dadurch, daß der rühere Reichs'inan^minister Hil erdino den Konumvereinen die Körpersa-aftssteuer erlassen habe, ei dem Gießener Konsumverein ein Geschenk von 63 000 Mark gemacht worden. Dem selbständigen Gewerbe und Handwerk sei nicht Angst vor der Konkurrenz der Konsumvereine, wenn diese In gleicher Weise besteuert würden, wie Gewerbe und Handwerk. Der Redner wies weiter darauf hin, daß der verstorbene Reichsaußen- minister Dr. Stresemann in eindrucksvoller Weise die hohe Bedeutung des selbständigen Gewerbes und Handwerkes betont hat. er wandte sich gegen genossenschaftliche und ähnliche Dersoraungsein- richtungen. bei denen für die Allgemeinheit lediglich Belastungen entstünden, und wies darauf hin, daß der deutschvolksparteiliche Fraktionsführer Landgrebe in Frankfurt die Auflösung der Hausratsgesellschaft gefordert habe, damit aber nicht durchgedrungen sei. Was er lRedner) in dieser Versammlung vorgebracht habe, sei die überein- stlmmende Meinung des gesamten Handwerks und Gewerbes in Gießen. Minister Korell ging in seinem Schlußwort in großen Zügen auf die or den Diskussionsrednern vorgebrachten Wünsche und Meinungsäußerungen ein und betonte abschließend mit Nachdruck, daß er sich bisher immer, auch schon vor seiner Minister- zeit, bemüht habe, in gerechter Weise einem vernünftigen Ausgleich der Interessen zu dienen, und daß auch weiterhin Gerechtigkeit das oberste Gesetz seines Handelns sein werde Mit einem Dankeswort des Versammlungsleiters an den Minister wurde die Versammlung gegen zwölf Uhr geschlossen. Turnen, Sport und Spiel. Eisschießen. Eisschießen ist ein dem Kegeln verwandter Sport, dessen Rame leicht zu irrtümlichen Meinungen über diesen schönen Eissport führt. Rührt der Rame doch nur daher, daß man die Mitglieder einer Mannschaft, die hier Moarschaft genannt wird, als Eisschühen bezeichnet. Wie das Wort Moor schon andeutet, stammt das Eisschießen aus Bayern, wo es schon lange bei alt und jung gleichbeliebt im Winter aus den zugefrorenen Gräben und Teichen gespielt wird. Mit dem Hervorkehren der sportlichen Seite wurden dann neuerdings dem Spiel einheitliche Regeln gegeben, um eine gemeinsame Grundlage bei Wettkämpfen zu haben. Viel Platz ist dazu nicht nötig; eine Bahn 4 Meter breit und ungefähr 50 Meter lang ist das ganze Spielfeld. Zwei Mannschaften, die mindestens aus vier Personen bestehen, schießen ihren Eisstock, einen flachen, mit einem Griff versehenen Kegel, der durch einen Eisenring ein ansehnliches Gewicht erhält, nach einer am Ende der Bahn aufgestellten Daube, die aus einem Holzwürfel besteht Hierbei bemüht sich jede Mannschaft, von ihrem Führer, dem Moar, angeleitet, ihren Eisstock möglichst nahe an die Daube zu bringen. Die Gegner dagegen versuchen außerdem noch, sich gegenseitig durch geeigneten Schuh die Stöcke von der Daube abzubringen. Sind alle Stöcke geschossen, so ist die Moarschaft Sieger, die insgesamt die meisten Stöcke nahe an die Daube gebracht hat. Ein Spiel besteht aus mehreren Gängen dieser Art. Ohne Zweifel ein Spiel mit reckt einfachem Regelwerk, das bei rechter Beteiligung, wie auch beim Kegeln, viel Freude auslöst. Es wird heute von jung und alt, Männlein und Weiblein, gespielt; sind doch in diesem Zähre in Krummhübei zum ersten Wale die Meisterschaften für Damen°Moar,chaften ausgetragen worden. Hoffentlich gewinnt sich dieser Sport auch in Gießen recht viel Freunde, die eine körperliche Betätigung in der reinen Luft auf der Eisbahn als willkommene Betätigung in ihrer Freizeit suchen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Fuhbal.'saison 1929/30 nahm in Gießen am Sonntag einen erfreulichen 2:0-Abschluß. für Gießen. 1 9 0 0 Gießen war auf Grund bes'erer Technik fast ständig die tonangebende Mannschaft, während bei den Gästen, dem Fußballver- e i n 1913 Wallau. der nie erlahmende Eifer ganz besonders hervorstach. Die Einheimischen hätten in Anbetracht der reiferen und überlegenen Spielweise einen weit höheren Sieg verdient gehabt, wenn nicht der heftige Sturmwind mit dem Leder sein Spiel getrieben hätte. Oft war in diesem Spiel die aufopfernd und sicher auf. 1900 konnte nur durch energische- Spiel da- recht gute Resultat herausholen. Zu berücksichtigen ist dabei, daß die Blauweißen mehrere gute Kräfte ersetzen mußten. Ebenfalls in Weilburg spielte 1 900s dritte Mannschaft gegen die dortige zweite Die Gießener verloren 6:0. Sie traten die Reise nur mit neun Spielern an und hatten überdies in chrem Torwart ihren schlechtesten Mann. Besser wurde es erst, als man diesen auswechselte. Die Partie war aber bis dahin schon mit 4:0 Toren verloren und nicht mehr aufzuholen. 1900s vierte Els gewann auch das Rückspiel gegen den Lokalgegner D. f. B. und diesmal sogar hoch mit 3:0 Treffern. Ein weiterer Schritt auf dem Weg der Meisterschaft ist damit getan. 1. 3 u ge n t>: Das 2. Pflichtspiel in der Rück- runde führte diese mit der gleichen des B. f. D. auf dem 1900-Platz zusammen. Wie bei der Liga, so ließ auch hier der starke Wind kein gutes Spiel aufkommen. Die erste Halbzeit hatte V. f. D. den Wind als Bundesgenossen und konnte daiv.-y- •w Die Scheibe im Schweizer Tor! — Aus dem Endkampf um die Europameisterschaft, der von Davos nach dem Berliner Sportpalast verlegt wurde und Deutschland mit 2:1 Toren als Sieger über die Schweiz sah arbeitende Verteidigung, einschließlich Torwart, der Gäste von den Gießenern nach schöner Kombination überspielt, der Wind bremste aber mehrfach die ins leere Tor abgegebenen, vielleicht etwas zu schwachen Schüsse der Blauweihen; andere lenkte er um Haaresbreite darüber oder daneben. Als 1900 vor dem Seitenwechsel mit dem starken Rückenwind spielte, tourte es von einem Mißgeschick nach dem anderen befallen und hatte dadurch in der ersten Spiclhälfte fast immer nur zehn Spieler im Feld, wodurch sich natürlich die vier Stürmer gegen die gute und zahlreiche Gästeabwehr nicht allzuleicht durchsetzen konnten. Das einzige Tor vor der Pause fiel auf Strafstoß von Hohmann, den der Mittelläufer Langsdorf eindrückte, nachdem der Ball von der gesamten Wallauer Hintermannschaft verfehlt war. Rach dem Wechsel schuf 1900 brenzliche Momente. Die gan'e Ausbeute bestand aber nur in einem Treffer von Zeiler. obwohl sich ständig die besten Chancen boten. Die Gäste wurden hin und wieder durch ihre schnellen Außenstürmer gefährlich, von denen besonders der Linksaußen ganz besonders gut aufgelegt war. Der Schiedsrichter Schneider (Marbach) machte einige Schnitzer, im großen und ganzen war er aber einwandfrei in seinen Entscheidungen. Die Ligareserve spielte in Weilburg unentschieden 2:2. Der Tabellenzweite der A- Klasse wies eine vorzügliche Formverbesserung durch das Tor der Blauweißen oft stark bedrängen, ohne aber zu einem Erfolg zu kommen. Rach der Halbzeit war es umgekehrt, 1900 drückte und schnürte seinen ®egner für Zeiten fast vollständig ein. Einzelne Durchbrüche konnten von diesem nicht ausgewertet werden. 1900-Sturm versiebte im Uebereifer nun manche Torchance. Deide Mannschaften gaben sich große Mühe und führten trotz des Windes ein interessantes Spiel vor, das torlos verlief. Bei 1900 waren die Außenstürmer und Außenläufer nicht immer auf ihrem Platz. 3m allgemeinen wurde das Spiel fair durchgeführt. 2. 3 u ge n t>: Diese gewann ihr Pflichtspiel gegen die 1. 3ugenÖ der Teutonia in Steinberg 3:0. Hier soll es im Sturm nicht so recht geklappt haben, da sonst der Sieg noch höher ausgefallen wäre. 3.3u gen b: Wit acht Mann trat diese in Steinbach gegen die dortige 1.3ugenb des Sportvereins an und hatte bei Halbzeit schon 2:0 verloren. Die zweite Hälfte des Spieles wurde nicht mehr ganz durchgeführt, da der Schiedsrichter wegen des nicht mehr spielfähigen Platzes das Spiel vor der Zeit abpfiff. l.Schüler: Rach dem Ligaspiel lieferten sich diese mit den 1.Schülern des Sportvereins Garbenteich ein schönes Spiel und gewannen es verdient 2:1. 3n der zweiten Halbzeit waren die Blauweißen stark überlegen. 1 | i Die siegreiche deutsche Mannschaft beim Berliner Jubiläums-Reitturnier (von links nach rechts: Oberleutnant Hasse, Herr Körfer, Dberltn. Schmalz, Oberleutnant Sahla), die den Großen Preis der Nationen gegen die spanischen und tschechischen Reiter für Deutschland gewann. V. f. B. v. s. B. gewinnt das entscheidende Treffen gegen „Germania- Marburg mit 3:2. Die Derbandsspielserie 1929 30 ist zu Ende. Die D.f.B.-Liga hat den letzten Punktkampf, dessen Ausgang von entscheidender Bedeutung war und in dem sie einem ihrer stärksten Gegner gegenüber- stand, für sich entschieden und sich damit den Auf- stieg zur nächst höheren Spielklasie der Bezirksliga erkämpft. Sie steht nun mit dem seitherigen Tadel- lenerften, F.D. Ockershausen, punktgleich, so daß beide Vereine nochmals zur Ermittlung des Mei- sters anzutreten haben. Nach Bendigung der Rückrunde ist der Tabellenstand in der Spitze nun folgender: 1. Ockershausen (14 Spiele, 9 gewonnen, 2 unentschieden, 3 verloren, 30:18 Tore, 20:8 Pkt.): 2. V f B Gießen (14 Spiele, 9 gewonnen, 2 unentschieden, 3 verloren, 32:23 T., 20:8 P ); 3. Spiel- Vereinigung Gießen 14 Sp eie, 9 gewonnen, 1 unentschieden, 4 verloren, 49:30 T., 19 9 P ); 4. „Germania" Marburg (14 Spiele, 8 gewonnen, 1 unentschieden, 5 verloren, 43:25 T., 17:11 P ). Wenn auch die Tordifferenz am Sonntag recht knapp war, so hat doch der Spielverlauf den Beweis erbracht, daß die V.f.b er in bezug auf spielerisches Können entschieden besser waren, als ihr Erich Recknagel errang bei den Oberstdorfer Ski- kämpfen die deutsche Skimeisterschaft. Ganz vorn in der Mitte, Otto Wahl, der Sieger im Langlauf über 18 km. Coda muß sich bas zweite Thema dem Kopfthema ergeben. Eine romantische Welt eröffnet sich im Andante moderato, bas von den Hörnern und den später einsetzenben Bläsern mit kirchentonartlichen Wendungen zur Gr'"^tonart des Satzes. B-Dur. geführt wird, des en Hauptthema durch die äolische Septime eine elegisch. Wendung erhält und dem bann ein kantables Deitenthema gegenübertritt. Man wird nicht fehlgehen, wenn man dieses Andante zu ben schönsten unserer langsamen Dym- phoniesätze rechnet. 3hm stellt sich in dem Allegro giocoso ein Scherzosatz voll ungebrochener Lebenskraft und Eigenwilligkeit entgegen. Ein graziöses Seitenthema vermag dem Hauptthema nicht Einhalt zu gebieten. Dieses bäumt sich und versinkt dann und gibt einer fast visionären Besinnlichkeit Raum, um dann aber wieder mit neuer Kraft hervorzubrechen. Das Orchester gewinnt in diesem Satz durch kleine Flöte. Contra- fagott und Triangel besondere Farbe. Das Finale wendet sich bet Grundstimmung des deutschen Requiems zu. Hm diesem Schicksalsgedanken jenes Unerbittliche, alles unter sich Zwingende zu verleihen, greift Brahms die alte Form der Ciaconna auf und wandelt das zuerst im Diskant der Bläser eingesührte Thema in einer Abfolge von 30 Variationen ab. Der immer wiederkehrende Cantus firmus durchzieht die Variationen als der leitende Grundgedanke, und der bis zum Aeußersten konzentrierten Schaffenskraft des Meisters gelingt ^es. die tiefsten seelischen Stimmungen vom stärksten Schmerz bis au größter innerer Erregtheit und Fassungslosigkeit, bis zum Gefühl des Geborgenseiits und der tröstenden Kraft des Chorals zu erschließen. Und dennoch vermochte Brahms gleichzeitig d efe Reihe von Variationen so zu fügen, daß man in ihr die grundlegenden Teile der Sonatenform wiederzuerkennen vermag; er hat mit diesem in sich so konsequent gefügten Formenbau ein einzigartiges Beispiel in Der Geschichte der Symphonie gegeben. Treffend vergleicht Hans 1 ick diesen Satz mit einem dunklen Brunnen: „3e länger man hinein schaut, desto mehr und hellere Sterne glänzen uns entgegen." Dem Pessimismus ‘in dem Urteil Felix Weingartners wird man allerdings nicht völlig zustimmen können: ..Für mich ist das eigentlich Wunderbare der ungeheure seelische Gehalt dieses Stückes. 3ch kann mich der Dorstellung des unerbittlichen Schicksals hier nicht entschlagen. daß eine große Erscheinung. sei es ein Einzelner, sei es ein ganzes Volk, dem Untergange ohne Erbarmen entgegentreibt. Der Schluß dieses von erschütternder Tragik durchglühten Satzes ist eine wahre Orgie der Zerstörung, ein furchtbares Gegenstück zum Freudentaumel am Ende der letzten Symphonie Beethovens." Dr. H. Goethe-Bund Alle Haus- und Kammermusik Ein Abend voll tiefer Eindrücke. Alte Hausmusik auf Originalinstrumenten. Musik des 15. bis 18. 3ahrhunderts, die man sich gegenseitig vorspielt, wie der Vortragende in seinen kurzen, aber sehr erschöpfenden Einleitungsworten sagte, Musik, die um ihrer selbst willen gespielt und gelungen wird, die nicht ben lauten Beifall eines mehr ober weniger interessierten Konzertpublikums entfachen soll, fonbern Musik, die ins Haus gehört, an der man sich erfreut und erbaut. 3n ihrer harmonischen Struktur einfach und durchsichtig, aber im Rhythmus oft kompliziert und eine starke innere Verwandtschaft mit moderner Musik zeigend. Dabei ohne großen technischen Aufwand ausdrucksvoll und vielsag nb. Alles Klang Und so erscheint sie uns a.s ein Zufluchtsort vor Der Hetze unserer Zeit und ihren peitschenden Rhythmen. Die Dortragsfolge, stilvoll und abwechslungsreich, wies Werke von Obrecht (geft 1505), Dusay (geft- 1471), Dinchois (geft. 1460), Telemann (geft. 1767) und anderen Meistern auf Stilvoll auch die Art des Vortrags. Kerzenlicht. Das war keine Aufmachung in schlechtem Sinne, sondern eine Rotwendigkeit. Elektrisches Licht müßte diese Musik erdrücken. — Die Ausführung des Programms ließ keinen Wunsch offen. Die Herren Harlan, Lucas und D u i s zeigten sich als ebenso feinsinnige 3nterpreten wie als Meister ihrer 3nftrumente. Der Sänger verfügt über ein ausgezeichnetes Material und formvollendeten Vortrag. Cs war ein Muster gemeinsamen Musizierens mit dem obersten Grundsatz, das Werk in den Vordergrund zu stellen und nicht den Künstler, und unterschied sich somit wesentlich von unserem heutigen Kon- xertbetrieb mit lichtdurchflutetem Saal und großen Toiletten. Aus der Folge seien besonders hervorgehoben zunächst das „5>er Wald hat sich entlaubet" aus dem Lochheimer Liederbuch, dann der Maria- Hymnus von Obrecht und ebenfalls eindrucksvoll und schön „Maria zart" aus einer Orgel- ta&ulatur von Schlick (1512), das durch drei Blockflöten zu Gehör kam. 3m zweiten Teil Tanzstücke und Lieder von Dowland (geft. 1626) und anderen. Darunter auch ein reizendes Menuetl von Telemann für Pochette (Tanzmeistergeige) und Klavichord. Außer den genannten 3nftru- menten wurden noch verschiedene Gamben, eine doppelchörige Knickhalslaute, als Begleitinstrument, und eine Viola d' amoure verwendet- Alles Instrumente mit weichem, stillen, bei den Blockflöten könnte man sagen, entmaterialisiertem Klang, trotzdem von großer Tragfähigkeit. Reicher Beifall bewies eine dankbare Hörerschaft Leider war nur eine Zugabe zu hören. Dem Goethebund sei für diesen wirklich erlebnisreichen Abend besonderer Dar k gesagt. F. B. Die Börse der wilden Tiere. Von Pani Eipper. Wie fiehl es in einer Tier-Importhandlung aus? Wie geht es den Tieren auf dem Transport und in welchem Zustand treffen sie in den Sammcllagern ein? Sin Aufenthalt bei Hermann Ruhe in Alfeld, jener Tierhandlung, die neben Hagenbeck fast alle Zoos und Menagerien versorgt, ist in vieler Hinsicht sehr aufschlußreich. Am Morgen sind Hunderte von Tieren in 173 Kolli aus Südafrika eingetroffen. Roch am gleichen Tag laufen sie all«, munter in den Gehegen auf und ab Die Firma Ruhe betätigt sich feit nahezu sechzig Jahren mit der Ein- und Ausfuhr von Tieren 3n allen Weltteilen sind Fänger und Agenten am Werk, um in Busch und Steppe, im Urwald und hoch in den Bergen auf schonendste Weise zu jagen, denn nicht $u töten ist ihr Ziel, sondern gesunde Tiere gesund und unb schädigt zu greifen Monate gehen dahin, bis alle Kisten gefüllt, die Gehege im Wildgebiet bevölkert sind 3n vorsichtigen Märschen bewegt sich bann die Karawane zur Bahnstation und sechs bis acht Wochen dauert die Ueberfahrt. Es gehört Um- sicht. Geduld ' und viel Liebe zur Bewältigung einer solchen Aufgabe und von Arbeitspausen ist keine Rede. Die Tierhandlung in Alfeld besteht aus einem riesigen Gelände mit vielen Häusern. Ställen und weiten Höfern Sie ist ein zoologischer Garten von eigenartigem, ganz intimem Reix, völlig aus Zweck gestellt. Du kannst im Raubtierhaus dicht vor die Gitterstäbe treten, wenn du Mut haft Du wirst es aber nicht tun, denn die Insassen sind temperamentvoll und noch wenig an Menschen gewohnt. Herrliche Leoparden fauchen und springen mit jähem Satz nach vorn, Tiger rasseln unheimlich und blecken die Zähne hinter dem gesträubten Bart, Löwen grollen und kleine Katzen. Pumas und Luchse, zischen und schlagen mit den Tatzen. In einem grasbestandenen Hos äsen Lamas, Kamele unb Guanacos. Ein uralter Marabu blinzelt dich an unb exotische Gänse packen dich schnatternd am Bein Blaue Gnus überstehen hier ihre Quarantänezeit, in einem wohlgcheizten Hause wiegen prächtige Giraffen ihre neugierigen Köpfe. Zwischen zwanzig jungen Elefanten stehen Ponnys unb Ziegen als Spielgefährten In großen Wasserbehä tern Hausen Rilvferbe. Ganze Stuben finb angefüllt mit exotischen Ziervögeln; ber Bestaub wechselt von Tag zu Tag 3n ber nächsten Woche erwartet ber Besitzer der Verhandlung einen indischen Transport von 300 Rhesusaffen, 6T'g^rn. 8 großen Elefanten. 4 schwarzen Panthern unb zahllosen Kranichen In einem langen Laufkäfig zähle ich 12 junge Braunbären, bie unlängst aus bem Kaukasus gekommen finb; Mähnenschafe. Kisten voll Schlangen, Dergzebras. Wollschopf- geier unb exotische Tauben warten auf ben Abtransport; bie Tiergärten in Bulgarien. Ruh- lanb, Skanbinavien unb Amerika ergänzen burch sie ihre Bestände. In den letzten zwei Jahren hat bie Firma Ruhe aus Sumatra bie großen ausgewachsenen Orang-Utans eingeführt, bie allerorten zu ben größten zoo'ogischen Seltenheiten gehören. Unb jetzt bringt ber rührige Unternehmer junge Gorillas aus ben Vulkangebirqen des inneren Afrika üHerbies Ra^h rn^r die se't b^m Krieg in deutschen Tiergärten kaum noch zu sehen waren. Der Berui euico Tierhanblers enn du benn b'e b noch wem Levyardm 50q nach Wj ä»Ä Löwen grouen uchfe. 4'l^n un8 KZE :-aS SS ?-Az ,ras, * uf den warten ;'«ub' i tx" ^gchfenen n au-6" ,u den illerorte"^ Unb en flügge S°' ri*Ul i. O--»- fein g -veM ÄS ■ÄT& $>* Wen. *"" berliner Ws: Ober. X>ntn en Seiler für Reffen gegen 3:2. Zu Ende. Oie 'f. Neffen Lius, wr und in er gegenüber. Mil den Auf. *x ’Beiirlsiiga ‘Wißen Tadel. M. fo daß N des Mei. gnng der M- Spihe nun fol- 0 gewonnen, ore, 20:8 $tt); wonnen, 2 un- t $■); 3. Spiel, sonnen, 1 un. 1 $■); 4. Jer. men, 1 unenb w Sonntag rechl rlauf den De> XR auf fpie- waren, als ihr Wirtschast Nachdruck oerboten Ohne kvewädr 10 Rebruat 1930 2 Iiehunastag 115817 396019 125709 125996 116025 102290 Prämien zu je Bantnoten. Deoifenmartl Berlin — Jcantfurt a. M 10 Afbiua. 11 .Vbruai 32374 100436 162046 197724 270747 302334 366464 106615 142350 167400 215766 253352 279940 308358 327010 360273 380652 110899 138497 164662 180554 208210 230131 241494 262790 275058 299182 312198 326025 338026 354641 383434 107230 151535 171988 228388 255340 286916 313290 338006 362072 383288 171041 212884 287372 328424 149272 167308 182838 211103 230307 242908 264526 285165 300356 313804 326072 339761 356150 383662 114746 153229 175827 235606 257710 289033 315003 347797 363993 384531 152408 168594 183719 219101 232325 248998 265585 287721 303950 315212 327646 340022 364215 386660 157928 188329 241490 260581 295068 317614 350473 367690 393544 158551 177779 186818 22’461 237211 258959 267G80 290552 304315 323179 334938 350141 371424 123167 161812 197136 245225 279829 296078 325368 350760 369734 394760 107080 157403 209632 278667 310344 381661 119644 157683 185556 241302 257878 291486 316839 348115 366478 386340 155523 172767 183997 221346 234930 252271 266224 287963 303979 322212 334181 346947 364716 391204 ♦ Zunahme der Sp areinlagen im Dezember 1 929. Ende Dezember 1929 beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen aus 9015,6 Mill. Mark gegen 8 827,4 Mill. Mark Ende November. 3m einzelnen betrugen die Einzahlungen 705,7 und die Auszahlungen 518,5 Mill. Mark. Die Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Depositencinlagen stellten sich auf 1356,5 (1363,9) Mill. Mark. * Diskontsenkung in Oester reich. Die Oesterrkichische Ra'ionalbar.k ermäßigt ihren Diskontsatz mit Wirkung ab 11. Februar von 7 au 6V2 Proz. 107418 137232 159000 179340 203326 225C«.8 237231 260918 274955 294824 308171 323507 335078 353486 375793 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Dcwinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableitungen I und II etwas Interesse auf sich und gewannen bi« zu 1 Droz., während anderseits Eha-eak.ien, Siemens und Berlin-Karlsruher Industrie bis zu 1 Prozent rückgängig waren. Sonst lagen die meisten anderen Papiere auf An'angSniveau b^ hauptet, und das Geschäft blieb weiter gleich Aull, die allgemeine Stimmung ausgefprochrn lustlos. Vewinnanrzog -.Klass» 34 Dreudiscb-Lüdbevstcd« (260. Preuh.) Klassen.Lonerie Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12JO Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nadjm.ttag geschlossen Slnjeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle \u richten Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. a in-t.-'.Hott Bu-n.'ANes yrfL-flntro Chriftinnta fiovznbaa.'n gtotfbolm fcelfmflforS. Italien London. . Vieunorf . . Pari- - . Schweiz .. Sva ten Jovan ■Hlo de (Inn Wien in D-> €efl abaeft Prag Bclirad Budav-N Bul arten y'ifiabon Danzig »an» ntin. Titten Lanoda Um uav Tatro Im (Semtnnraöe verblieben 2 5000OU, 2 Gewinne zu je 5"00«X). 2 zu je »OOUO, 2 zu je 2OU000. 4 zu je 750 0. 4 zu ,e 50- 00, 12 zu je 25'00. 8< zu je 100*0. 158 zu ,e 'OO, 4.32 zu ie 3000, 760 zu je 2000, 1988 zu je 1000, 4288 zu je 500, UlüO zu je 300 M. Gießen verdient gewann. , Die dritte Mannschaft sollte im letzten Derbandsspiel aus eigenem Platz Steinba ch s erste zum Gegner haben. Steinbach trat jedoch nicht an und verschenkte dadurch die Punkte kampflos an die V.f.B.-Elf, die somit wiederum Meister der ersten Gruppe der Gauklasse II ist. Vom vorigen Sonntag ist noch ihr 9:0 Sieg über Queckborn nach- zuberichten. Die Gäste kamen trotz allem Eifer gegen die Platzmannschaft nicht auf, die ihr in allem weit überlegen war. r , ,, Während die erste Jugendmannschast gegen die gleiche der ©pieloeretnigun g 0:0 spielte, fertigte die zweite auf eigenem Platz 21 ft l a r 5 zweite nach überlegenem Sp el mit 4:0 ab — Daft die dritte gegen die erste Lichs auf dortigem Platz eine Niederlage einstecken muhte, war bei der körperlichen Ueberlegenheit des Gegners vorauszusehen. Lich gewann mit 4:1. — Die zweite Schülerelf war vergeblich nach Nieder- G i r m e s gefahren, da der Gegner nicht antrat. ^anvbott im Männerturnverein (D.T> I. U. Spv. Butzbach II — Bltv. Gieften II 3:5 (0:2). Am Sonntag hatte die 2. Mannschaft des Gießener Männerturnvereins die gleiche des Turn- und Sportvereins Butzbach zu einem 5-anbbal'frcu"dschaft'spiel nach hier ver flichtst. Ebenso wie das Borspiek in Butzbach, welches mit einem Llnentschieden endeten, war auch dieses Spiel ziemlich ausgeglichen, doch lieh der schlüpfrige Boden ein schönes Spiel nicht aufkommen. In der ersten Halbzeit waren die Gastgeber, obwohl es nicht so recht bei ihnen klappen wollte, etwas überlegen und konnten bis zum Halbzeitpfiff zwei Erfolge erzielen. Die zweite Halbzeit zeigte zunächst dasselbe Bild. Erst nachdem die Butzbacher das erste Tor erzielt hatten, wurden sie lebhafter und hatten etwas mehr vom Spiele, so dah sie sogar auf 4:3 aufholen konnten. Gegen Schluß der zweiten Halbzeit fielen sie jedoch wieder stark ab und muhten sich eine 5:3-Riedcr- lage gefallen lassen. Der Schiedsrichter hatte daS Spiel jederzeit in der Hand und war beiden Mannschaften ein gerechter Leiter. F r a n k s u r t a. M., 11. Febr. Tendenz: geschäfts- los. — Auch heute stand die Börje wieder im Zeichen eines allgemeinen Order mangels. Hiervon ausgehend legte die Spekulation eine noch nie dagewesene Mutlosigkeit an den Tag, fo daft zum offiziellen Beginn Erstnotierungen kaum zustande tarnen. Anregungen fehlten vollkommen. Die unverändert leichten Geldmarktoerhält, Nisse machten nicht den geringsten Eindruck Als verstimmender Faktor waren die schwachen Auslandsbörsen zu bezeichnen. Auch die bevorstehende Debatte im Reichstag über die Etatsziffern verstimmten. Gegenüber der gestrigen Abendbörse neigte die Tendenz erneut zur Schwäche, und es traten zumeist I kleine Abschwächungen bis zu 1 v. H. ein. Nur am | Elektromarkt waren Siemens mit minus 2 v. H. i etwas stärker gedrückt. AEG., Chadeaktien und I Schlickert lagen nur geringfügig niedriger. Lahmeyer eröffneten dagegen gut behauptet. Im allgemeinen I war bas Angebot jedoch nicht groß, so daft man im I Grundton der Börse eine gewisse Wider- ft anbsfäfti gleit feststellen konnte. Am Chemie- markt waren J.-G.-Farben mit minus 1,75 v. H. I etwas mehr gebrückt. Holzverkohlungsinbustrie lagen knapp behauptet. Scheibeanstalt konnten bagegen ihren leichten Kursstand behaupten. Am Mon- tanmarlt kam vorläufig eine Notiz nur für Rheinische Braunkohlen zustande. Banken bis 0,5 v. H. | schwächer. Nur Reichsbankanteile leicht gebessert. Don Kaliaktien notierten Westeregeln eine Steinigte it fester. Einiges Interesse konnten von Lokalwer- ten Frankfurter Maschinen auf sich lenken. Dersio- pen, baft hier mindestens die Dorjahrsdivibende zur Ausschüttung gelangen soll, regten etwas an. Am Rentenmarkt waren Deutsche Anleihen zum Teil etwas stärker gedrückt. Don Ausländern lagen Anatolier gut behauptet, während Bagbadbahn sich etwas bessern konnten. Auch im Verlause hielt bie Lustlosigkeit an. Auftragsmangel war weiter ten- denzbestimmenb, da aber Angebot nicht mehr vorhanden war, blieben die Kurse gegen Anfang gut behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgelb mit 5 v. H. erneut ermässigt. Am Devisenmarkt war bas Pfund leichter, der Dollar etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1890, gegen Pfund 20,361, London gegen Kabel 4,8622, gegen Paris 124,20, gegen Mai- land 92,90, gegen Madrid 37,25, gegen Schweiz 25,1960, gegen Holland 12,40. Oie Arbeitsmarktlage im Bezirk des LandesarbeitsamtS Hessen. Lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen unb Hessen-Aas f au berichtet das Landesarbeitcamt Frankfurt a. M.: Die Der- schlechterung der Arbeitsmarktlage scheint den Höhepunkt immer noch nicht erreicht zu haben. Die Zahl der Arbeitsuchenden nahm in der verflossenen Woche noch weiter, und zwar um rund 900, zu (Dorwoche 2300). Insgesamt waren bei den Arbeitsämtern 2 23 200 Arbeitsuchende gemeldet, davon gehören der Industrie der Steine unb Erden 15 200, bet Metallindustrie 29 900 dem Hol'.gewerbe 11800, dem Bekleidungsgewerbe 11 300, dem Baugewerbe 41 100 (Facharbeiter), den Ungelernten einschl. Bauhilfsarbeiter 51 800 und den Angestellten- berusen 14 200 an. Die leich'.e Besserung in der Industrie der Steine und Erden hat angehalten. Auch die Autoindustrie war in der Lage, weitere Arbeitskräfte aufzunehmen, während in anderen Branchen der Metallindustrie die rückläufige Bewegung anhielt. Die Zahl der Haupt- unterstühungsempfänger in der Arbeitslosen- und Krisenunterstühung belief sich am Schluft der Berichtswvche auf rund 159 900, sie ist also um 2100 gestiegen. Auf 1000 Einwohner im Bezirk des Landesarbeitsamts entfallen 42 Hauptunterstühungsempsänger. ■öcrhner Bbne Berlin, 11. Febr. Es ist wirklich schwer, für die augenblicklich wieder an der Börse herrschende lustlose Stimmung und über die kaum noch zu überbietende Geschäftslosigkeit | die passenden Morte zu finden. Mangelndes Geschäft hat immer abgleitende Kurse im Gefolge, | und auch heute neigte die Tendenz zum osfi- I ziellen Beginn eher zur Schwäche, nachdem man im Dormittagsverkehr noch Hofinung hatte, daft die Spekulation, die sich gestern noch auf innerpolitische Befürchtungen gestützt hatte, decken würde. Auf einigen Märkten war etwas Mare da. Gröftere Abweichungen waren aber nur ganz | vereinzelt. I -G.°Farben eröffneten 0,75 Proz. j niedriger, Reichsbank minus 2 Proz. und Deutsche Atlanten minus 2,75 Proz. Anderseits konnten Holzmann auf die Möglichkeit einer einprozentigen Dividendenerhöhung 1,5 Proz. anziehen. Auch Svenfka gewannen 1 Mk., Dessauer Gas 1 Prozent, wobei Hoffnungen auf eine gröftere Entschädigung durch die Liquida.ionsberatungen eine Rolle spielten. Im allgemeinen war die Kursgestaltung aber recht zufällige r A a t u r, und die Deränderungen blieben in engen Grenzen (in Grenzen von etwa 1 Proz.). Deutsche Anleihen bröckelten weiter ab. Aus- länder hatten kleines Geschäft. Oesterreichsiche und ungarische Werte gaben meist nach. Der Psandbriefmarkt lag sehr ruhig, eher wieder schwächer. Der Geldmarkt blieb weiter eher leicht. Tagesgeld konnte mit 4 bis 6,5 Proz. festgesetzt werden. Monatsgeld nannte man mit 7 bis 8 Proz., Warenwechsel mit etwa 6 Proz. Auch im Verläufe Heften die in Gang befindlichen Etatsberatungen im Reichstage keine gröftere Ilrnsahtä'igkeit auskommen. Aur einige Spezial- toertb, wie Dessauer Gas und Svenska, lenkten -m. 1163 6991 10150 29270 - 37558,.39168^64765^^6^73233 .83778 174799 176763 188147 217071 217313 230782 289648 290390 293721 336436 358002 359623 ön bei heutigen Pormsitngszledung mürben Gewinne über 150 M. gezogen ,? " 20?0 S 2 70360 < 09208 233833 "VftM Ä <6609 388636US6 64322 Sgl. 'ISS. 189662 'AH 282350 283654 308839 324083 355584 382233 Taten für Mittwoch, den 12 Februar. 1804: der Philosoph 3mmanu:l Kant in Königsberg i. Pr. gestorben: — 1809: der Ratur- forscher Charles Darwin In Shrewsbury geboren; — 1809: der Staatsmann Abraham Lincoln in Harding County geboren; — 183': bet Theologe Friedrich Sch'eicr.nacher in B.r.in gestorb:n. 325467 335554 366185 156 •«n.nnr as Spiel' verteilt. Wechfelnbe Angriffe von beiden «eiten die sich darin unterschieden, daft d.eiemgen Marburgs wohl sehr wuchtig und schnell vorgetra- qen, jedoch zu einseitig und durchbruchsartig waren und daher abgestoppt wurden; die Angriffe der Gieftener Heften ein gewisses System erkennen, sie waren planvoll aufgebaut und wurden in cJQ“€r Flachkombinat.on oorgetragen, ohne daft vorerst Erfolge erzielt werden konnten. Zweimal übersah der Schiedsrichter, b?m allerdings die Aussicht versperrt war, offensichtliches Handspiel eines Marburger Verteidigers im Strafraum. Beiderseits wurden einige sichere Chancen vergeben, heften wurde wieder überlegen unb konnte in ber 26. Minute emen seiner forschen Angriffe mit ^nem Torschuft ab chlieftem Halbzeit 0:1. Nach dem Wechsel gab bie JB.f.B.-(£lf wiederum den Ton an und kombinierte sich ein über bas andere mal gut durch, kam aber an der aufmerksamen Verteidigung Marburgs nicht vorbe, bis es ihr nach einer Viertelstunde gelang, auf 2:0 >u erhöhen. Sie bsieb auch weiterhin überlegen und konnte bald darauf den dritten Treffer anbnngen, so das Resultat auf 3:0 stellend. Noch kurze Zeit war die Gieftener Mannschaft im Vorteil. Eine halbe Stunde nach Wiederbeginn entstand vor dem ©iefte- n«r Tor ein Gedränge, in dessen Verlauf der Ball, der inzwischen vom Tormann ins Aus befördert worden war, bie Torlinie überschritten haben sollte. Der Schiebsrichter entschieb Tor für Marburg. Dieses setzte-jetzt alles ein, um bem Spiel eine Wendung zu geoen unb tarn in bemselben Mafte rasch auf, in dem die Gieftener Elf nachlieft. Schon wenige Minuten später verbesserte der Gegner auf 2:3. D f B erzielte bann noch einige Ecken, ohne zahlbare Erfolge erringen zu können. Es blieb beim Resultat von 2:3. Das Eckenverhältnis von 11:7 für N f B zeugt von besten Ueberlegenheit, aber auch von bem wechfelvollen Verlauf bes Kampfes, ben 386019 396019 230 »ftoinn» xt> 300 M 1093 7810 9850 9897 11578 18409 20147 31752 32076 35341 38540 39997 49192 50326 54096 58803 76870 77220 78081 84067 90756 99573 10065' 104866 >06613 107035 Entlastung der Reichsbank. Aach dem Ausweis ber Retchsbank vom 7. Februar hat sich in ber verflossenen Banlwc-che bie gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln unb Schecks, Lombards unb Effekten um 207.1 Mill, auf 2108,0 Mitt. Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsschahwechscln um 24,9 Mill, auf 50 000 Mark, die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 67.9 Mill, auf 1959,9 Mill. Mark und die Lombardbestände um 114,8 Mill, auf 54.8 Mill. Mark abgenommen. An Rekchsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 293.3 Mill. Mark in die Kassen der Bank zurückgeflossen. Der .Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 272.3 Mill, auf 4381,0 Mill. Mark, derjenige an Rcntenbankscheinen um 21.0 Mill, auf 351,9 Mill. Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der RcichSbank an Rentenbankscheinen auf 39,9 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 451,0 Mill. Mark eine Zunahme um 94,2 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 25,6 Mill, auf 2719.7 Mill. Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 28,9 Mill, auf 2325,9 Mill. Mark zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 3,3 Mill, auf 393,8 Mill. Mark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 49,4 Proz. in der Dorwoche aus 53,1 Proz., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,9 auf 62,1 Proz. Rindermarkt in Gießen. Der heutige Rindviehmarkt in Gieften verzeichnete einen Auftrieb von 1027 Stück Großvieh und 179 Stück Kälbern. Der Handel war am Dormarkt sehr lebhaft, flaute aber zum Schluft ab, so daft ein kleiner äleberstand verblieb. Starke Rachfrage war nach Simmentaler Fahrvieh, das aber nur wenig vertreten war. Cs wurden folgende Preise erzielt: für Kühe 1. Qualität 600 bis 650 Mk., 2. Qualität 403 bis 500 Mk., 3. Qualität 250 bis 330 Mk.; Schlacht- kühe 80 bis 400 Mk.; Rinder, l'/riahrig, 223 bis 300 Mk., '/»- bis ^/siährig 130 bis 220 Mk.; Kälber je Pfund Lebendgewicht 45 bis 55 Pf. Tessere Tiere brachten Preise über Rotiz. • Kaufangebot für bie Emelka. Die Radio Corporation hat, wie WTB.-Handels- dienst vor unterrichteter Seite erfährt, ein Angebot gemacht, das Emelka-A.tienpaket zu kaufen. Das Angebot ist auherordentlich günstig. Da aber noch weitere Angebote vorliegen, befindet sich die Angelegenheit noch im Stadium ber Rach- prüfung. Frankfurter Borie. On bei heutigen Nachmiltaasziedung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®ttt>lnn« |t> 50000 M. 359687 4 ff «winne in 10000 TU 301292 368139 4 ffetoinne go 3000 M 213296 250634 12 ffevinn, IU 2000 rn. 20435 85960 93428 226608 293151 372035 22 ffetolnn« in 1000 OT 42241 49'20 51426 99360 161944 180977 216493 229484 290074 357553 381130 66 »etolnne en 500 TL 346 1 5690 1 5815 21665 27558 30878 39135 45078 56642 58217 65148 73552 96592 98988 104335 125310 126452 140535 186549 202272 219270 225551 255894 266597 272867 282070 285716 294098 316947 320138 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern leben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 d. Sy, Lombardzinsfuft 7 v. H. ^ranlfutt a 41' Serll- :ranffun o Beni- "tranffurt e Berlin ffnrt U: »nt Lch-uv i timünfl- ftur fiur ai u b- ff ii re Ui Hur stbiuB antanfi' ftlir , flut d) u» ffure U ff li|.-©d)ulo mit Äw IpI -Wcittrn . . te-ol rbnj tUillol. SRctfitc 6% HeN. foltffloot von 1929 (rüdjdblb. 102%) Cbrrhclfcn Provinz -Lnlrlde ml: AnNol.-Rcauen . Drutjaie flvmm. Sammelcbl «nlclhr Serk l 8% oranff. Hnp.-Bant ®D16Fk XIII unlünDtiat blo 1934 . 7% nriiutl Hnp.-Ban» «oldplr unkünvbnr vis 1932 . . . 4K% -Nbclnildif Vvv -Banl illqn. ....... 8% Pr Lnndcspfaovbrleianvali Psnndbrirsl- R. 17..... 8% Pr. Lnnv^planvbrielanNaU komm.-Obi 91. 16 .... . 7% Pr. Lanbesvlanvbrikianmui, Plandbricle Si. 10 B.e cs. obtz. t- oitnejo- Dbltgaaon Oicbabltai 1988 - - 4% Cdterrddiild« «vlbrte.. 4.20% Ccftrn -iibcrr: 4% Orftencldillcfir TinhelUichr üientt......... 4% nnflarltdjf ®olDne.. - 4% Unflariidjr Ltaat-r. o. 1910 4Vi% tctfll. von 1913 . . • 4,% UnfldriidN flronentte.. - 4% iütl. ZoUaniclhe v. 1911 4% Düttiiche «agvadvahn-Än Mt 1 4% (Sz-d» 11 6% RumünilLe oetfinb Sietnr von 1908 . . . . mir-Inti dir verrind Rernr •on ISIS ...... *% Wumantl* weteiu6. d-enie 87.5 97 53.1 ■1.65 87.9 50 50,3 96.5 85.75 83.13 97 94,5 88,5 94 28 1.9 2.85 25.5 24.75 2.75 7 7 7 n.i3 17,275 8.7 |l 1 12 £ 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 ' 1 1 1 1 1 1 1 87,5 97,4 52.9 8.65 87.75 50,5 97 94 89 27,8 4.9 2.9 -5.4 2,8 6,8 ■ 13 6,9 11,25 17,4 8,75 ii । £। i'si iSi 11 । i i i । । । i । । '»2 ii Hamdura-SmerUa Pale: Hamb Lübam Dampfich. . ' Hama Damrs! tilfl....." Porsveuridirr Lloyd....., tiiifl Trutidic (SreBltanfl . " Barmer Banloereln ... l1 Berliner HanvelsgeieMch. . . 1- Uommerz- uno Prrvat-Btml 1 Tarmii. u. PanoaalbarU . > Deuuche Bant .... 1 Dirranto-Seiellichalt, • l1 Dresdner BarU......1 Retchobam 1 a.6.®........ Bergmann . . tiidtt. t*lfffnmfl6flrlemdia1t i L-idii uno flrah 1 igelten 4 (guilieaume . ... 7*5 (Hei. f Eieltt. Untertu. ... 1° Hamb tileltt .Werl- .... 1 Bibeln (Britt ....... ediici öiefr ......}'■ ■2diuden 4 tto. . • • • . H Giemen« 4 valste . . • • • 16 IraneraDio..... 8 Ladmeyer 4 So.. . • • • • 1° Buderus . . ..... 1 DeutiLe ErdSl ....... r l^ienet gtemlobte......" GelieokirLruer .•••••■< Haroener...... 0 Öoridi ..............6H tzlie Verabau ....... W fiöin gicueiien -.•••“ Äonneeman" .Ndbrev . • • . * ülanfirloci Bergbau.....■ Cbenth'ei. itin'n.eoaa . • • • Cbcndilei (totsreede..... Pdöntr Bergbau . . . . 6M Kbe ntidje Braunlvhlea. . . lf Wbeinftabi . ..•••• Ätebed iRoctan ...... 105,5 l 107,25 1 126.25 130,5 194 161,5 239.75 152,75 152.75 154.25 306 180,25 ■ 67.5 171 127 173,5 '77,5 171,5 75,5 138,5 137,5 247 109 HO HL5 104,5 117,75 2 q S Z __ f |^| i 1 | | 1 | 1 1 I 1 1 | 1 £ i 1 S । 1 1 1 1 8 1 1 £ 881 1 121881 1 1 1 105 25 107.25 i 126,5 । 130.5 194 । 161.5 1 ?40.5 1525 152.5 154 307.75 179.25 205 168 170 127.9 173.5 136 143 170 188.75 274.75 132 171 74 9 104.75 135.25 139 138 H3.5 247 109.13 111.25 109 75 111.75 79 102,5 105 246.75 117.75 98 104 6 170 106.4 125 75 130 192.75 161 230.5 152.25 152 25 154 305.75 179.5 207 168.5 127,5 172.5 135.75 142 169.75 188.25 274.25 76 105 135.25 138 137,5 246,5 108 111.5 109.25 111.25 104.9 247.5 118 Bereinig« Stabil» Cttro 'iB'nen - . 16'/» Ra werte didierfiebea ... i Ra werke bietteregem . . . lu Rauwe, e SaUDenurtb - 16 j. ® Karden.zaoultn, ... 1? Tvnamlt Nobel ...... 6 SdietoeanfiaU . ....... u Golvxbmldt . ....... b Kütgerswertr ........ 6 MetallgeieUichatt......8 BbUtvo Ho «mann ... 2 Letter wert Heivelberg ... 10 Serneniwerk ffatlflaot ... 10 tfiJaUB 4 ,ti 8 40 .... 8 Sdnuthet» tJabenuofe» ... 15 Oftroerte ...... • l2 Ser eiamfloff ...... 18 Bemberg ........’♦ Meliftoi' Waldbot .... 13% ßfilltoti AiLaji nbura . . r vSbationenburget Sailer ... 8 tenauet (Sa» 0 Tannirt Motoren ..... v iXaittiinenbflu S.- r 6«.17 167,85 168,19 1.602 1,607 1.603 1.607 58.28 58.40 ,8.285 58.405 111.70 111,92 111.72 111 94 111,99 112 21 111,99 112,21 112,21 112,43 112.21 112,43 10,513 10,533 10.52 1054 21.9) 21.94 21.91 21.95 20,347 20,387 20,351 20,391 1,1835 4.1915 4.185 4.193 16,38 16,42 16.38 16.42 80.735 80 895 80,765 80.925 54,80 54.90 54,20 54,30 2,056 2,060 2.056 2.060 9.476 0.478 0 468 0.470 ,8.89 59.01 58.92 59 04 12.384 12.404 12.385 12.405 7,370 7.384 7.370 '.384 73.11 73.25 73.14 73 28 1,027 3,033 3.027 3.033 18.79 18.83 18.78 18.82 11,33 81.49 81.32 81.48 1.918 1,922 1 918 1.922 5.41 5.42 5,41 5.42 4.148 4.156 4.154 4.162 3.646 3,654 3.643 3.654 20,865 20,909 20.87 20.91 Raddruck verboten 3 Fortsetzung. * Of^OMPSON^'5^ D EIFEN PULVER ^z Der Vorstand. muslkmelsters Wilhelm Löber. Eintritt frei! WslemMe ii. Dominos zu verleiben. (0950 09 ?8 Telephon 241 7. flarktKtr. 14 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiu 9 50-75ä Blumenkohl 45s Zwiebel 5 Pfund tt. Improinpiam Ab behüben 25s Zitronen 5 stock Klnviersolo Klaviervirt. Erich Weber Geigensolo Violinvirt.Knud Dalgaard Am Flügel Erich Weber Gesellschaits - T anz! 7 Herren Moderne Jazzmusik suchten Schule. 1225D 1012* er er Sarasate • Poliakin 7. Zißounerweisen • 8. Lta Canuri........ Cafe Amend/Giefoen Am üllttwoch, dem 12. Februar 1980, abends Sonder-Konzert 3. Die Aufnahme in die unterste Klaffe (Sexta) erfolgt im allgemeinen nach 4 Grund» schuljahren. 4. Der Lehrplan ist ber der Realschulen von Sexta bis Obertertia einschließlich. Der Leiter der Höheren Bürgerschule r Trautmann. Hause." „Was fehlt ihm? In dem Telegramm, das mir nach Nizza sandte, war nur gesagt, daß Höhere Bürgerschule ZU Homberg a. d. Ohm. 1. Anmeldungen von Knaben und Mädchen für das neue Schuljahr werden täglich vormittags im Schulgebäude entgegengenommen. 2. Dorzulegen sind: Geburtsschein, Impf, schein und Abgangszeugnis der zuletzt de- Die Heilkraft der Violett-, Ultrarot- und Radiamslrahlen Dieser Vortrag wird jedem Einzelnen Aufklärung bringen wie Hunderttausende Genesung fanden bei: Rheuma, Gicht, Jschias, Hexenschub, Lähmungen, Neuralgien. Migräne, Herz- und Nervenleiden, Muskelerschlaffung bei Störungen des Blutkreislaufes, Beschwerden der Wechseljahre, Neurasthenie, Schlaflosigkeit usw. U9<7 Dieser Vortrag findet statt Mittwoch, 12. Febr„ abends 8'/. Uhr. im Saale des „Postkeller“. Da die Vorträge stets überfüllt sind, bitte rechtzeitig erscheinen. AnechllcBcnd Tanz ii verstärkter Hauskapelle (7 Herren) Dem Lonz entgegen, Marsch..................Blankenburg Seid umschlungen Millionen, Waizer.........................Strauß Ouvertüre z. Oper „Martha** ..Motow Fantasie aus der Oper Jeden Mittwoch- und Samstag-Nachmittag 4 Uhr Tanz -Tee L 4. Frischer Kopfsalat ...31h Aepfel s Pfund...........75s (Baumanns Reinette) Schon wahrend der Reise war ihm oftmals der Gedanke gekommen, daß Lu mit ihrer Vermutung, die Krankheit seines Vaters sei nur geringfügiger Ratur. recht habe. Er konnte sich den Vater einfad) nicht krank verstellen! Dieser starke, urgesunde Mann, der von früh bis spät an der Arbeit war, der keine Müdigkeit, kein Ausruhen kannte ... er sollte plötzlich seine Arbeit im Stiche lassen? ... Das war ganz undenkbar! , 2lls aber Schulhosf in das tocitläuftgc Gebäude kam. in dem die Dureaus der Vausirma Max Schulhofs sich befanden, und das Arbetts- zimmer seines Vaters betrat, erschrak er. Es war leer. Der Schreibtisch war aufgeräumt; man sah. das; seit Tagen nicht mehr daran ge- arbeitet worden war. Die £üx zum Rebenzimmer öffnete sich. Ein älterer, dicker Herr trat ein. Vei Schul- hosfs Anblick malte sich Betroffenheit In feinem Gesicht. „Guten Tag. Herr Schulhoss!' Schulhofs streckte Philipp Dendler, dem Prokuristen der Firma, die Hand entgegen. „Wo ist mein Vater? ... Wie geht es ihm? .fragte er hastig. „Cs geht ihm jetzt ctwaS besser. Er ist zu Frische Zische Mittwoch, Donnerstag u. Freitag ft SAIMe. Gaoiiou. Seelodjs inhlutfrilcherWare, im AnSfchntit Pfund 45 r\ pfnnnenlcrttg, ohne Haut und öh ii en, Pfund 60 -- Koteletts Pfund 50 A BratfchcUfilchc.MerlanS.Gold- barfd), grüne Heringe Pfund 25 3 Piund 70 4 ZMeSMligeW.Zrv.k0v!. MgAMMld Babubofstr.27 : gterufvr.3631 Billige Fische und Filets Beste Qualitäten! Größte Auswahl! Fischhaus Cuxhaven A. Trentelmonn 0971 bereiten, dann nehmen Sie DITHOMPSONS SEIFENPULVER ( Marke Schwan). Sie wissen ja. es ist völlig unschädlich und Sie können tadellos damit waschen. Nur Mittwoch! Bicnctt - Blüten« Honig gefchleud., Pfd. 1.35, auch löse und 5« und lOPid.-Eimer. s»., KrautcrbauSJung LveMalgeichaft für verbürgt naturreine echte Blcnenlrontge. „Tiefland“...................d’Albert 5. Toreador et Andalouse... Rubinstein Theater-Cafe „Ernst Ludwig“ 11 ii 11 miiii um i ii iiiiituii hihi nm im um iiiiiiiii im iiiimiin im 1111111111111 ii ii Mittwoch, den 12. Februar, 4 Uhr Tanz-Tee Abends Gesellschafts-Tanz Männer und Frauen kommt In Massen zu dem AuildäninMrtrag Bieland spricht über: Die Sünde am eigenen Körper DasRäileliionfialllpacii Die blonde Sklavin Vornan von Hermann Weick. Der Kranke sah starr vor sich nieder. Unruhig fuhr die gesunde Hand auf der Decke, die über seinen Knien lag, hin und her. „Es ist ein hoher Einsatz, Felix!... Alle-, was wir besitzen... unsere Häuser... unser Geld ... und viel, viel fremdes Geld... steht auf dem Spiele..." Er machte eine Pause. Sein Atem ging schwer. „Hoffentlich wird es gut!" stieß er dann angstvoll hervor. Felix Schulhofs ergriff die Hand seines DaterS. „Du kannst ganz ruhig sein, Vater! Was cm mir liegt, wird geschehen, damit unser Werk da draußen zu gutem Gelingen geführt wird!" Wie ein Gelöbnis klangen die Worte deS Jüngeren. Die Hände der beiden Männer hielten sich umschlossen. „Ich werde ja selbst.. .nicht mehr viel... mithelsen können...," sprach der Kranke leise. „Ich muh mich... auf,dich verlassen können..." In seine blauen Qlugin trat ein hartes Glänzen. „Ich verlasse mich auf dich, Felix!..." Die Türe wurde geöffnet. Eine Frau von etwa vierzig Jahren mit sympathischen Zügen betrat das Zimmer. Es war Frau Ehlers, eine Witwe, die seit dem vor fünf Jahren erfolgten Tod von Max Schulhoffs Gattin den beiden Männern den Haushalt besorgte. Mit leisen Schritten kam sie heran. „Sie müssen jetzt wieder ruhen, Herr Schulhofs," sagte sie mit gütigem Lächeln. „Sie wissen, daß der Arzt Ihnen vieles Reden untersagt hat." Felix Schulhofs erhob sich. m t „Ich komme heute nachmittag wieder, Vaterl Der Kranke nickte. Seine Dlicke folgten der hohen, elastischen Gestalt des Sohnes, und auch als Felix Schulhofs schon das Zimmer verlassen hatte, sah der Alte starr auf die Türe, die sich hinter dem Jüngeren geschlossen hatte. Kaum merklich schüttelte er den Kops. Es schien, als könne er etwas nicht begreifen- Der noch jugendliche Dr. Krieck, zweiter Direktor ber Europabank, klemmte das Monokel ins Auge und führte in der ihm eigenen dozierenden Sprechweise aus, daß seine Dank von der geplanten Finanzierung des Schulhoffschen Dau- projckts leider zurücktrcten müsse: anderweitige unabweisliche Inanspruchnahme der dafür in Aussicht genommenen Gelder machten dies notwendig. Der Makler Rieolas sprang erregt auf. „Jetzt in letzter Stunde wollen Sie das Geschäft zerschlagen!" stieß er, mit den Händen gestikulierend, hervor. „Dabei habe ich gestern Herrn Schulhofs das Geld bestimmt zugesagt!' Dr. Krieck zuckte mit den Schultern. „Auch wenn das Geld unsererseits noch verfügbar wäre," fuhr er gelassen fort, „so hatten wir heute doch Bedenken, uns an dieser Sache zu beteiligen. Dedenken, die, wie Sie zugebett müssen, Herr Ricolas, nicht unbegründet sind!" „Da wäre ich neugierig!" knurrte der Makler. „Herr Schulhofs hat, wie wir hören, einen Schlaganfall erlitten. Er ist für längere Zeit, vielleicht für dauernd, unfähig, sich seinen Geschäften zu widmen. Wer würde uns nun, falls wir die Finanzierung des Bauprojekts übernähmen, für dessen befriedigende Durchführung garantieren?... Wer für die Sicherheit unseres, in das Unternehmen gesteckten Geldes?" (Fortsetzung folgt.) erkrankt sei." „Ich habe das Telegramm ausgegeben, Herr Schulhofs, als Ihr Herr Vater das Bewußtsein wiedererlangt hatte. Er wünschte nicht, daß Sie zu sehr beunruhigt würden." Fassungslos sah Schulhofs den anderen an. „Er war bewußtlos? ... So sprechen Sie doch, Herr Bendler, was ist geschehen?" Der Prokurist machte eine müde Handbewe- gung. „Es war ein Schlaganfall. Er saß wie gewöhnlich seit sieben Llhr früh an seinem Schreibtisch: um acht Uhr, als ich kam, hatte ich mit ihm eine Besprechung, gleich darauf hörte ich ein Poltern. Als ich hereinkarn, lag er am Boden ... er hatte das Bewußtsein verloren ... Ich rief sogleich den Arzt, bann brachten wir ihn nach Hause. Der Doktor sagte, es sei ein Schlaganfall ... die ganze rechte Seite war gelähmt ..." Schulhofs sank auf einen Sessel nieder. Wie aus weiter Ferne waren die Worte Dendlers an sein Ohr gedrungen. Unfaßlich erschien ihm, was der andere sprach. Ein Schlaganfall! ... Gelahmt! ... „Das ist ja fürchterlich!" sagte er dumpf, erschüttert. Bendler nickte teilnahmsvoll. Man sah ihm an, wie nahe ihm die Erkrankung seines Chefs ging. „Ich kann es noch immer nicht fassen! Wenn ich hier hereinkomme und seinen Platz leer sehe, zieht sich mir das Herz zusammen. Zum Gluck geht es Ihrem Vater jetzt etwas besser! Er hat gestern sogar schon eine Besprechung mit Herrn Ricolas wegen des Westend-Projekts gehabt. Er kann eben auch im Kranksein das Geschäft nicht lassen," schloß er mit einem wehen Lächeln im rundlichen Gesicht. „Ich will jetzt nach Hause fahren, sagte Schul- hoff und erhob sich schwerfällig. Im Vorbeigehen trat er in sein Bureau ein. Es war ein großer, Heller Raum. Auf dem mächtigen Zeichentisch, der beim Fenster stand, lagen zahlreiche Pläne. Schulhosf betrachtete sie nachdenklich. Das war seine Arbeit, die Arbeit von Dielen Tagen und Rächten. In diesen Plänen lag das gewaltige Bauprojekt beschlossen, das sein Sinnen und Trachten seit langem ausfüllte. Schwer, sehr schwer war es gewesen, den Vater, ber immer nur langsam unb vorsichtig zu Werke ging, für dieses Riesenprojekt zu gewinnen. Zu harten Kämpfen war es zwischen ihnen getont- men. . Es waren nicht die ersten gewesen, seitdem Felix Schulhofs in das väterliche Geschäft cm- getreten war. Sein kühner, vorwärtsdrängender Künstlerwille, sein leidenschaftliches Verlangen, die eigene Gestaltungskraft an größten Aufgaben zu erproben, waren oftmals an ber Zähigkeit des Vaters, der nicht zuviel wagen wollte, zer- schellt. Diesmal aber hatte ber Jüngere den Sieg davongetragen. Seinen großzügigen Plänen, im neuen Westen Berlins, draußen bei der Heerstraße, einen ganzen Stadtteil aufzuführen, eine Stadt ber Schönheit, die Häuser in Gärten gc- ftellt, alles durchwoben von der Pracht und Anmut der Ratur ... diesen Plänen hatte der Vater nach anfänglichem Sträuben doch zugestimmt. In diesen Tagen sollte die schwierigste Ausgabe, die Beschaffung der finanziellen Mittel für das Projekt, die sich in viele Millionen beliefen, gelöst werden. Run lag der Vater krank darnieder! Würde das Werk, an dem er, Felix Schulhofs, mit jeder Faser seines Lebens hing, sich jetzt, in letzter Stunde zerschlacen? ... Diese Gedanken 'wurden aber hinweggeweht vor der Sorge um den Vater. Das Auto, das ihn nach Charlottenburg hinausbrachte, fuhr ihm viel zu langsam. „ Hun stand er vor seinem Vater. Die Vorhänge an den Fenstern waren zugezogen: Dämmerlicht herrschte in dem Zimmer. Aber aus bem Halbdunkel hob sich bleich das Gesicht des Kranken. Er lag in einem Lehnstuhl, den Kopf zurückgelegt. Matt hing der rechte Arm herunter. Bis in die letzten Tiefen seines Wesens aufgewühlt, sah Felix Schulhosf den Vater an. Er hielt die linke Hand des Kranken in der feinen. Er konnte nicht sprechen. Groß waren die Augen des Kranken auf ihn gerichtet Es waren dieselben blauen, stahlharten Augen, die' auch Felix Schulhofs besaß. „Ja, ja ... jetzt liege ich da und kann mich nicht rühren ... das hätte keiner von uns gedacht ... als du fortgefahren bist, Felix ... ich meine manchmal, ich müsse aufspringen ... und davongehen ... aber es geht nicht ... Wan ist hilflos wie ein Kind ...“ Rur mühsam kamen die Worte über seine Lippen. „Es wird bald wieder besser werden, Vater! versuchte Schulhofs den Kranken zu trösten. „Hoffentlich ... Ich kann doch nicht ewig untätig herumliegen ... das ertrüge ich einfach nicht ..." ___________ Die elegantesten n. originellst. Kostüme fteiö am L'aoer. Kopfbedeckungen in Papier. Stoff und Filz. sowie Gesichtsmasken u. alle Karneval-Artikel in größter Auswahl Karnbach, Kaplansgaffe 27. prima Brennholz knrzgeschnltten, 75 Pf., und gehackt 85 Pf., irrt ans Haus. li»,0 H. VolkmaDD IX., Holzhätidler 'Heuchelheim. Telcpb. 3161. Schulhofs zog einen Stuhl heran unb setzte sich neben feinen Vater. Run erst sah er. wie verwüstet dessen Gesicht war. Die rechte Hälfte war verzerrt. Grausam hatte die harte Hand der Krankheit, die ihn überfallen, gewütet. Ein schweres, banges Schweigen herrschte. Der Kranke bewegte wieder die Lippen. Cs kostete ihn große Anstrengung, die Worte zu formen. „Wie war es in Rizza? Hast du ... schöne Tage ... verlebt? ..." Felix Schulhofs mußte erst seine Gedanken sammeln. Rizza! ... Wie weit lag das zurück ... obwohl erst zwei Tage vergangen waren, seitdem er die lebensfrohe Stadt am blauen, sonnigen Meer verlassen hatte! Was sollte er bem Vater erzählen? Sollte er von Lu unb ihren Tenniskämpfen sprechen? ... War Lu, für bie sein Vater niemals ein wärmeres Interesse besessen hatte, ihm selbst heute nicht eine Fremde? ... eine junge, schöne Sportsdame, die sich mit gleichgestimmten Seelen in Rizza herumtrieb unb um diese Stunde vielleicht ihr heißestes Ziel: Europameisterin zu werden, erreicht hatte! ... Rein! Don Lu konnte und wollte er nicht sprechen. So erzählte er denn dem Kranken von der wundersamen, märchenhaften Landschaft am Mit» telmecr, von dem frohen, übermütigen Treiben der Menschen dort, von einer Opernaufführung im Th6atre Municipal, die von berühmten italienischen Gesangskräften bestritten wurde, und manchem anderen noch. Er wurde, während er so von vergangenen Tagen plauderte, plötzlich gewahr, daß der Vater die Augen geschlossen hatte. Schulhosf beugte sich über ihn. Der Kranke war eingeschlafen. Weher Schmerz preßte Felix Schulhofs die Brust zusammen. Seine Dlicke verschleierten sich, als er den siechen, gebrochenen Mann betrachtete, der mit geschlossenen Augen, wie leblos, in den Kissen lag. Etwas bäumte sich in Felix Schulhofs auf. Konnte ... durfte das geschehen, daß dieser vor einigen Tagen noch so stattliche, nimmermüde Mann über Rächt zerbrochen war ... gefällt wie ein morscher Daum? ... Von qualvollen, zweifelnden Gedanken bewegt, sah Felix Schulhosf bei dem Kranken. Plötzlich öffnete dieser wieder die Augen. Ein Lächeln der Verlegenheit irrte über sein bleiches Gesicht. „Ich glaube gar, ich war eingeschlafen.. „Das schadet doch nichts, Vater!" Der Kranke machte eine hilflose Bewegung mij der Linken. Es war eine Geste, die etwas Erschütterndes hatte. Gleich darauf veränderte sich der Ausdruck seines Gesichts. Ein Zucken ging über die Züge, man sah, wie es hinter der 6time arbeitete. Irgend etwas schien den Kranken zu beschäftigen, ihn nicht mehr loszulassen. Run hob er den Kopf. „Ricolas war gestern bei mir..sagte er, unb in seiner Stimme war mit einem Male ein frischerer Klang. „Die Europabank... gibt uns das Geld... heute mittag sollen die Verträge ... unterschrieben werden..." „Das freut mich, Vater! Dann können wir ja sofort mit bem Bauen beginnen!" HMoIihii ober geräumige 3 - Zimmer- Wohnung, möglichst mit Äabe> raum, zu mieten gesucht. Schr. Angebote unter 1220D an den Gießener Anzeiger erbeten.__ In einem Neubau in Gießen ist ab 1. März d. J., evtl, schon früher, ein Ladenlokal (Größe ca 24 qm) zu vermieten. Zu dem Laden gehört eine ZwelzimmerwolmaaS mit Küche und Bad. Schriftliche Angebote unter 12140 an den Gießener Anzeiger. Willy Ruhl Fernruf 2818 _______Dunkler Anzug erbeten rJ40D • Mainvcs 3stöcklgeS Wohnhaus in Marburg a. d. L. preiswert zu verkanten. .ö-.-'.iiiimer-Wohnung wird frei. Schnitt. Äuget», uiu. 12321- a. d. (bicb. Anz. Maskenkostüme von l.öO RM. an au verleiben 0065 (5rcdnerstr. 38 11. Masken- Kostüme Herren und Damen verleiht dauernd, tn jeder Preislage [■*** I. (derstenbaucr Wilhelmstraste 8 vl. Voranzeige! Kaih. Vereinskans Freitag, den 14. Februar, abends 8 Uhr: Großes Militär-Streichkonzert Wohlläflgkeitskonzert für den Eliiabethenverein iimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiii ausgeführt vom Musikkorps des I. (Hessischen) Grenadier- Bataillons. 15. Infanterie-Regiments, unter Leitung des Ober- Redegcwandie, fleißige unabhängige Damen linden [0l)6ü gute Existenz bei vornehmer Neisetätigketr. bobe Pro- Diüon, Evesen und Zabrge.doerautnng. Anfänger iverbeu kostenlos angelernt. Zu melden Dtensiag, nachmittags o—7 Uhr, Hotel Hov.cld, Zimmer 8.___________ Dauerexietcnz bei einem monail.Einkommen von RM. 600 und mein bieten tutr tüdjt. Vandrefenden. Bewerbungen nur. V. B. 2191 beförderi Rudolf Moste. Braunichwcig. [IWV %