Zreitag, 10. ©Höbet (930 (80. Jahrgang Nr. 237 Erstes Blatt Erschein, lüglich.auhn Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte ©(ebener FamUienblLttei Heimat im Bild Die Schalle monat$ Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen etnzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernlprechanschlüste anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Jlnjelger Sieben. Poftfdiedtonto: Srantfurtam Main 11686. »nnahme oon Snjclaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für ( mm höhe für Anzeigen van 27 mm Breite artlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re« hlamcanjeigen van 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Derantwartlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Canae; für Feuilleton Dr H.Thyrlot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in ©leben. GietzeimAMger General-Anzeiger für Oberheffen vnick tinö Verlag: vrühi'Iche UnwersilLIr-vuch. und Steinörndcrci H. Lange in Sichen. Lchrisllcitung und Seschästr,teile: LchuIItrahe 7. den Kommissionen zwei Sitze erhält. menbrnch der Deutschen Staatspartei ist in aller Stille der Zusammenschlus) des Christ* der Welt verlieren. Wie auch immer daS Schicksal der Reparationen sein möge, Deutschland werde keinen seiner ausländischen Geldgeber jemals enttäuschen. Darin sei auch die QJoung- anleihe einbegriffen, unbeschadet ihres politischen Ursprungs. Die moralische Kreditwürdigkeit des deutschen Unternehmertums sei unverändert. Der deutsche Kaus- mann, der Industrielle, der Landwirt würden keine Schuidocrpstichtungen übernehmen, wenn sie nicht der ehrlichen Ansicht seien, Zinsen und 'Umartisationen aus der Produktion herauswirtschaftcn zu können. Was aber den K r ed i t der ö s s e n t- lichen Körperschaften betreffe, fo machten heute weite kreise in Deutschland sich die Kritik zu eigen, die er vom ersten Tage seiner Amtsführung an der öffentlichen Finanzgcbahrung geübt habe. Vie Forderung nach Beseitigung der s ozialistif chcn V e r f chw e n d u n g s- wirtschaft und nach finanzieller Ordnung fei das Hauptproblem des Augenblicks. Partei nicht aufgenommen werden würden." Berlin, 9. Oft. (TU.) Die deutschen Borstel- I hingen In fiotvno in der TNcmelfrage haben den gewünschten Erfolg nicht gehabt. Wie nunmehr au zuständiger Stelle zugegeben wird, hat Litauen die in Genf eingegangenen Verpflichtungen, obwohl die Wahlen zum Memelländifchen Landtag bereits am 10.Oktober stattsinden, nicht eingehalten. Rur die Wahlkreiskommiffion ist in letzter Stunde noch um gebildet worden, während die Presfezenfur nach wie vor roeitcr bc- sicht. Die Litauer erklären zwar, daß es sich bei den in der memelländifchen Preffe gestrichenen Artikeln nicht um solche handele, die die Wahlen betreffen. Doch ist das eine glatte Unwahrheit, und der Beweis, daß die litauische Regierung in dieser Hinsicht ihr versprechen nicht gehalten hat, kann jederzeit erbracht werden. Der zurückgetretene Außenminister Zaunius, der provisorisch fein Amt weiterführt, hat der Reichsregierung erklärt, daß die größten Anstrengungen gemacht würden, um noch in letzter Stunde den in Genf eingegangenen Verpflichtungen nachzukom- m e n. Der Präsident des Landesdirektoriums, Reisgyv, Hai auf Grund des Genfer Abkommens den Bürgermeister Schultz- Memel und den ehemaligen Lan- desdirektor S ; i e g a u d zu Mitgliedern des M e - meler Landesdirektoriums ernannt. Die Landesdirektoren Dugnufund Ezefkleba find von ihren Posten ; u t ü rf g e t r e t e n. Der Rück- tritt des litauischen Außenministers Zaunius hat in deutschen politischen Kreisen überrascht. Sein Rücktritt ändert jedoch nichts an der Tatsache der deutsch- litauischen Vereinbarungen. Jedenfalls besteht gar kein Zweifel daran, daß die litauifche Regierung Dr. Zaunius bevollmächtigt hat, die Memelvereinbarungen mit Dr. Lurtius abzufchließen. Unter biefen Umständen wird man erwarten müssen, daß sich die Reichsregierung zu energischerem । Vorgehen gegenüber der litauischen Regierung entschließt und Genugtuung für den litauischen | Wortbruch fordert. gegenüber aller wirtschaftlichen Rot und außenpolitischen Bedrängnis objektiv beobachte, könne unmöglich überrascht davon fein, daß ein so rechtschaffenes Volk wie das deutsche seiner Empörung Ausdruck gebe. Daß dies nicht durch Gewalttaten, sondern durch Stimmzettel geschehen sei, sei nur ein neuer Beweis dafür, daß das deutsche Volk das ordnungliebend sie der Welt fei. Diejenigen Zeitungen, die falsche Rachrichten über eine bevorstehende Revolution in Deutschland berichteten, begingen ein Verbrechen an der Welt. Es ginge in Deutschland lediglich darum, ob das deutsche Volk genügend Beschäftigung finden könne, um am Leben zu bleiben. Roch sei die wirtschaftliche Potenz Deutschlands unerschüttert. Aber die Reserven seien teils durch falsche Finanzpolitik, teils durch die Reparationen a u f g e b r a u ch t, die nicht aus dem äleberschuß der Wirtschaft, sondern durch Aufnahme neuer Kredite fiele i ft e t worden seien. 2m kommenden Winter müsse Deutschland auf eine Arbeitslosenzahl von über 4 Millionen Menschen gefaßt fein, ohne dabei auf irgendwelche Finanzreserven zurückgreifen zu können. Die Wahrheit fei nach feiner festen perfön- tichen Ueberjeugung, daß Deutschland aus eigener Kraft die Annuitäten des Poung- Plans nicht werde zahlen können. Es müffe auf Kosten der übrigen Länder sonst feinen Außenhandel fast um die Hälfte steigern. Lr glaube nicht, daß die übrigen Völker gewillt feien, Deutschland die Zahlung der Annuilälen dadurch zu ermöglichen, daß sie zu solcher Steigerung des deutschen Warenexportes aus eigenen Kosten beitrügen. Es könne deshalb nur eine Frage der Zeit fein, wann das Reparationsproblem erneut zur internationalen Diskussion siche. Er könne sich unter keinen Umständen vov- stellen, daß irgendeine Macht der Welt in der Lage oder auch nur geneigt sei, Deutschlands politischen Schuldverpflichtungen einen Borrang vor privaten Schuldverpflichtungen zu verschaffen. Eine Regierung, die etwas derartiges versuche, würde selbst jeden Kredit in Das Reichskabinett und die Außenpolitik. Tic konservativen (Kflcii Cnrtinö. Berlin, 9. Oft. (Xil.) Die „Konservativ« Korrespondenz" schreibt zu der amtlichen Mit« tcilung über die Sitzung des Reichskabinetts am Mittwoch, in der Dr. Curtius Bericht erstattete, u. a. folgendes: Das offizielle Kommunique bedarf insofern einer Richtigstellung, als es sich hierbei nicht um, wie das Kommunique besagt, eine vollinhaltliche Billigung der vonCur- tius geführten Verhandlungen handelt. Vielmehr; hat der Reichskanzler lediglich dem Minister füt seine Arbeit in Genf seinen Dank auSgesprocheir. Eurtius hat in Genf in den wesentlichen Fragen der Abrüstung, weiter in der Frage der An« schneidung der Revision nichts erreicht. Demgegenüber treten die spärlichen Erfolge, die er in der Memelläiidisdien und auch in der Saarfrage angeblich erreicht bat, vollkommen zurück. Wir sind nach wie vor der lleberzeugung, daß auf dem Posten des Außenministers nicht ein nur verwaltungstechnisch begabter Epigone des Herrn Strefemanns gehört, sondern ein Mann, der die außenpolitische Situation Deutschland-, die schon ohne unser Zutun an Chancen reiche? geworden ist, zu meistern versteht. parlamentarische Zusammenschlüsse. Husammenrückcn ans her gemäßigten Rechten. Berlin, 10. Oft. Dem sensationellen Zusam- Schachts Amerikareise. Es ist auffallend, wie wenig in Deutschland Rotiz genommen wird von der Reise des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht durch die Bereinigten Staaten. Diese Amerikafahrt, die ursprünglich den Zweck haben sollte, die zahlreichen persönlichen Beziehungen Schachts zu den amerikanischen Finanzleuten zu erneuern, hat sich ganz von selbst zu einer vor be reitenden Aktion zugunsten einer Revision des Voungplans entwickelt. Der Bergleich mit der Reife Cie menceaus liegt nahe und ist auch schon, zugleich mit einem Hinweis auf das Scheitern dieses Unternehmens, in der Oefsentlichkcit ausgesprochen worden. Er geht unseres Erachtens fehl. Clemenceau, der Repräsentant des rein politischen, ja imperialistisch-militaristischen Denkens war alles andere als geeignet, für sein Land cm Entgegenkommen des am Frieden materiell interessierten Gläubigers zu erreichen. Schacht gilt trotz feiner leidenschaftlichen nationalen Gesinnung, für die ja auch der Vankee alles Verständnis aufbringt, der amerikanischen Hochfinanz als öer ton« fequentefte und zuverlässigste Garant der Grundsätze finanzieller Solidität und wirtschaftlicher Oefo- n o m i e in Deutschland. Daß Dr. Schacht ohne irgendwelchen Regierungsauftrag nach Amerika gefahren ist weiß man nicht nur hier, sondern gerade auch Drüben. Es ist daher gänzlich unangebracht, daß von feiten einer gewissen Presse oder gar des interessierten Ministeriums irgend- wie eingegriffen und Erklärungen über mangelnde Verantwortung und Autorisation losgelassen werden. Daß wir in Deutschland von der anderswo selbstverständlichen Solidarität auch in diesem Falle weit entfernt bleiben würden, stand ohnehin fest, vielleicht bringen wir cs aber so weit, daß wir einem unserer besten Männer nicht in den Rücken fallen wenn er sich mit dem Gewicht seines Ramens und seiner Persönlichkeit für eine erneute Erleichterung der Lasten seines Landes einseht. Die Berliner Finanzwelt teilt nicht Die überwiegende Abneigung der politischen Kreise gegen den ehemaligen Reichsbankpräsidenten. Obwohl sie selbst unter den oft etwas willkürlichen, Die richtige Erkenntnis gern scharf zuspitzenden Maß- nahmen seiner Amtsführung gelegentlich zu leiden hatte ist sie sich heute des Wertes dieser eigenwilligen Persönlichkeit durchaus bewußt. Einer ihrer hervorragendsten, wenn auch in den letzten Jahren erst einer breiteren Öffentlichkeit betann- gewordenen Vertreter konnte der Zustimmung seiner Berufsgenossen sicher sein, als er dem Reichskanzler den Rat gab, Dr. Schacht möglichst bald mit der Durchführung des Fi- nanzreformwerkes zu beauftragen. Soviel wir wissen, würde Schacht allerdings diesen Auftrag ab lehnen. Es ist seineUeoer- zeugung, daß diese Ausgabe der endgültigen finanziellen Sanierung Deutschlands nicht gelöst werden kann i n' d e r A b hä n g i g k e 11 v o n parlamentarischenParteien. Heber die heutige innerpolitische Lage befragt, würde er wohl zur Antwort geben, daß nur der auf Die Dauer regieren könne, der die Finanzen in Ordnung halte. Das könne Die Mitte nicht, weil sie von links und rechts gehandicapt fei. Statt aber, wie das a. B. in England selbstverständlich wäre, er ft Der Linken und Dann der Rechten eine Chance zu geben und fo klare Verantwortlichkeiten z u schaffen, werde man, wie immer, irgendeine dritte, verschleierte Lösung finden. , , ... .... Die bisherige Entwicklung hat dieser pessimistischen Ansicht Schachts recht gegeben. Vielleicht bringt die Reichstagseröffnung die von ihm und auch uns für notwendig gehaltene Klärung der innerpolitischen Situation Deutschland-. Oie Aufgabe des Auslands. Unterstützung jeder Politik der finanziellen Ordnung 9teut) ort, 9.Ott. (WTB.) Der frühere Reichs- banfpräfibent Dr. Schacht nahm heute an einem Essen teil, Das Der Neuyorter Bond-Club ihm zu Ehren veranstaltete, lieber 500 Personen aus füh- renben Banttreisen waren erschienen, barunter von internationalen Konferenzen her betannte Person- lichteiten wie Reynolds unb ßammonb, ferner ber Gouverneur Harrison unb ber Prüsibent Ease von ber Neuyorter Feberal Reserve Bank. Dr. Schacht führte in einer Rebe u. a. aus: Er sei biesmal a l s Privatmann nach Amerika gekommen, um seine freie Zeit zu einer ausgedehnteren Stubienreise zu benutzen. Gerne sei er, obwohl Privatmann, ber Einlabung gefolgt, um auf Wunsch seiner amerikanischen Freunbe seine Ansicht über bie augenblickliche Lage Deutschlands auszusprechen. Er habe leiber feststellen müssen, baß in Amerika im Augenblick ein unbehagliches Gefühl angesichts ber beutschen Zustänbe herrsche. wer die geradezu übermenschliche Geduld des deutscheu Volkes Schacht spricht in Amerika über die Revision des Nonngplans. Eine neue Bede des ehemaligen Reichsbankpräsidenten vor Reuyorker Zinanzkceisen weist auf die Rückwirkungen zwischen Reparationslast und der politischen Radikalisierung in Deutschland hin. Dr. Schacht fuhr fort: „Sie werden mich fragen, ......... w_, „.......... . ob die Regierung stark genug fein wird, eine lichsozialen Volksdienstes mit Den solche Politik der finanziellen Ordnung durch- Konservativen zu einer Fraktion imReichs- zuführen. 2d) erwidere daraus, daß uns auch tag gefolgt. Zu dieser Gruppe sind auch die W e l - hier das Ausland durch eine gerechtere fen gestoßen, so daß die Sammelfraktion über Behandlung unserer nationalen und ntorali- 22 Mandate versügt und sich damit in einer toe- schen Forderungen helfen könnte. Das deutsche sentlich vorteilhasteren Lage als die Demokraten Volk ist im ganzen genommen viel zu ordnungs- befindet, die mit nur 14 Mann nicht einmal Frak- liebend, fleißig und ehrenhaft, als daß es Den tionöftäcte haben und infolgebcffcn weder in Den Geist der Einordnung oder den Bolschewismus Ausschüssen Mitarbeiten können, nod> im Plenum zur Herrschaft gelangen laffen wird. Aber auch pje gleiche Redezeit erhalten wie Die Fraktionen hinsichtlich Der Reparationsabmachungen wird mit mehr als 15 Mitgliedern. Christlich-sozialo Deutschland im Rahmen der abgeschlossenen Ver- und Volkslonservative halten aber noch weiter träge bleiben. Der Boung-Plan sieht eine öko- Ausschau. Cs ist der Versuch gemacht worden, da« nomische Abwicklung des Reparationsproblems Landvolk mit seinen 18 Mandaten heran-u* vor, er enthält aber auch alle Möglichkei- ziehen unb auch die heimatlos gewordenen sechs t e n einer R e u a n p a s s un g, wenn Die Mn- Fungdeutschen in der Eemeinschastsfraktion Möglichkeit einer exakten Durchführung sich er- unterzubringen. Würden die gesteckten Ziele ergeben sollte. Wenn trotzdem eine psychologische reicht werden, dann würde im Reichstag eine Beunruhigung über das Reparationsproblcm in neue Rechtsgruppe von ungefähr 50 der Welt herrscht, so aus dem Grunde, weil Die Abgeordneten entstehen. Dem stehen jedoch Politik das „Self Liquidating Scheme" des noch gewisse Schwierigkei en entgegen. Die beiden Bvung-Plans im Haag mit Sanktionen Zungdeutschen, die den christlichen Gewerkschaften bepackt hat. angeboren, dürsten dagegen zu der neuen Fraktion stoßen, so daß sie auf 24 Mann kommt und in erzwingen wollen, indem sich die Deutsche Volkspartei von Der Regierung Brüning distanziert. Dr. Eurtius wird sich am Freitag den Gegnern feiner und Stresemanns Politik in der eigenen Fraktion zu stellen haben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Entscheidung gegen ihn fällt, daß die Deutsche Volkspartei sich tatsäch- £>CF DOB. Und ÖCF NDO. Ott lieh vom Kabinett Brüning „distanziert". Es ist K aber darum noch nicht gewiß, ob Dr. Eurtius 0LN JXeid)0prä|tOCnten. Dann auch auf Die Ehrung der auswärtigen Berlin, 10. Ott. kTM.) Die Bundesleitung Politik verzichtet. Er hat sich schon emmal ent- Deutschen O f f iz je r - 2 u n d e s hat an schlossen gezeigt, .auch gegen Den W t IIen Herrn Reichspräsidenten die Bitte s e ine r F r a k tr o n auf seinem Platz im - g^^tet, zugunsten der in Leipzig verurteilten -au Owwen. Reichswehrofsiziere von dem ihm versassunfiS- L-u tun >mäßig zust-h-nd-n 2 c g no i> i g u ng 6 r t d> t ren, ist in Teil 3 8 ’ Gebrauch zu machen. Die hat dabei hervor* rnne gewisse Strömungvorhanden die den ^cn,' daß der Verlauf und Der Abschluß De« Rucktritt von Dr.Curtius wünscht Es ist ungIüdK$cn Prozesses in Leipzig im 2ntereffe toirb VfiÄS des Reichsheeres von den Offizieren der alten I Wehrmacht auf das tiefste beklagt wird. Den ,ouch 9 9 Bestreben Verurteilten fei unter keinen Mmständen unehren- perfonllch, sie geht welmehrauf da« Dest^ben ' vorzuwerfen, sie hätten vielmehr zurück, die Deutsche Bvlkspartei von der Re- heißem Ringen um die Zukunft von Boll ? !»♦ r berS ^raftion xum Ausdruck und Aeichsheer gehandelt und fein ®ebanfe letzten ®nt ^un8 Aktion Ausdruck w ihnen ferner gelegen, als durch Berrat ba« kam- . ^n suHrenden Kreisen der ^BP recynet schädigen. Auch die Verbands- man jebenfall« damit, daß es Der Frattionssuy- ... Ratio naive rbandes Deut- »SÄNSSSL aZö'xsÄMx» Der deutsch-litauische Konflikt:n Memel. teÄÄ Litauens W-rtbruch. - fiotvno lenkt ein. - Zwei deutsche Vertreter ittl ^HcmClbircfforilim. Partei und der Demokratischen Partei ein Rundschreiben gerichtet, in dem aus die Gründe ein- ß'nniKf itm rtilHtiiä gegangen wird, die zum Auszug der Volksnatio- 3»Uinpf UUI V.UI llUV- nalen führten. Dabei wird gesagt: „Cs stellte sich Wie wird sich die Bolkspartci zum Außen- bald heraus, daß die volksnationale Gruppe in hinter ffi'llen*? eine Erweiterung der Staatspartei n / f gar nicht wollte. Dies war Der erste 2rr- 1 • ium. 2n der Sitzung des HauptaktionsausschufseS, wird berichtet, daß die Deutsche Volkspartei sich bic bcr Unterhaltung zwischen Dr. Hoepker- in der morgigen Sitzung ihrer Relchstagsfraktion Aschoff und Dr. Scholz vorausging, wurde von mit Der Frage beschäftigen werde, ob sie Dr. volksnationalen Gruppe Die Forderung auf* ®urt>H toeiter im Kabmett belassen wolle, ^llt, jeden Versud) einer Verbin* oder nicht. So schreibt die „Vosslsche Zeitung : b mit Kräften der Deutschen Die Deutsche Volkspartei wird selbstverstandlich ?spo/tei aufzugeben. Dr. Hoepker- nie soweit gehen, öffentlich von dem Stresemann- Aschoff mußte mit aller Deutlichkeit erklären, daß schen System uer au^toartigCTi Polttik abjuructen. cr feine Vorschriften für diese Verhandlung Aber es gibt volksparteiliche Abgeordnete, die mQd)cn IaffC| sondern fid) volle Handlungsfreiheit das Ausscheiden von Curtius Dorbebalte. Auch nad) der Wahl wurde im dem Kabinett durch einen ^uktlonsbeschluß Hauptaktionsausschuß von der volksnationalen '"h 1 ®ruwe mit Nachdruck gesardrrt, dah irgenb- welche Verhandlungen mit Der Deutschen Volks- Ein nationalsozialistischer Mißtrauensantrag. Keine fozialdcnwkratifchc Unterstützung. 2H ü n d) c n , 9. Oft. (OB.) Die National- sozialisten haben, wie der „völkische Beobachter" berichtet, beschlossen, einen Mihtrauensan- I r o g gegen das Kabinett Brüning eln- zureichcn. Dr. J r i d* hat als Fraktlonsvorsihender von der Parteileitung schon die entsprechende Weisung erhallen. Zu dem angekündiglcn Mihtrauens- votum schreibt der „v o r w ä r t s". die sozialdemokratische Fraktion wisse, daß sie jederzeit imstande sei. mit Nationalsozialisten und Kommunisten eine Mehrheit der Negation zu bilden. Ob und wann sie von dieser Möglichkeit Gebrauch mache, werde sie s e l b e r entscheiden. Die 142 Sozialdemokraten, so heißt es weiter, sind nämlich nicht von ihren Wählern zu dem Zweck in den Reichstag geschickt worden, daß sie sich dort unter das Kommando Adolf Hillers oder des kleinen Goebbels begeben sollen. Kein Wähler wird es ihnen verdenken, wenn sie jeden nationalsozialistischen und jeden kommunistischen Antrag gründlich darauf untersuchen. welche Art von parlamentarischer Schiebung mit ihm beabsichtigt ist. Die Sozialdemokraten werden im Reichstag weder die Politik Brünings treiben noch die Politik Hitlers oder Thälmanns, sondern ihre eigene Politik. Der neue Kurs in Braunschweig. Braunschweig, 9. Oft. (TU.) Das braunschweigische Ministerium hat beschlossen, die f o - zialdemokratischenKreisdirektoren Erdmann (Braunschweig), Ricke (Blankenburg), Schelz (Holzminden) und Rohloff (Gandersheim) zum l. Februar 1931 zu pensionieren. In einem Begleitschreiben wird den Kreisdirektoren aufgegeben, sich ab sofort aller Amtshandlungen zu enthalten. Die Kreis- direktoren von Blankenburg, Holzminden und Gandersheim waren erst von der letzten sozialdemokratischen Regierung in ihr Amt a l s p o l i- tische Beamte berufen worden. Kreisdirektor Erdmann ist bereits seit dem 1. Oktober 1923 im Amt. Er amtierte auch unter der letzten bürgerlichen Regierung. Rach dem Gesetz kann Versetzung in den Ruhestand erfolgen, wenn das Interesse des Dienstes, insbesondere die Festigung der verfassungsmäßigen freistaatlichen Staatsform es geboten erscheinen lassen. Die alten historischen H^rzogsbilder, die bis vor kurzer Zeit die repräsentativen Räume des Landtagsgebäudes schmückten, wurden von dem letzten sozialdemokratischen Landtagspräsidenten, Kreisdirektor Kuno Ricke, von ihren Plätzen entfernt. Der neue Präsident des braunschweigischen Landtages, der Rationalsozialist Zoerner, will die alten historischen Bilder wieder auf ihre Plätze bringen lassen. Der Christlich-soziale Volksdienst zum Regierungsprogramm. Berlin, 9. Oft. In einem Artikel in der Deutschen Allgemeinen Zeitung erklärt der christlich-soziale Abgeordnete R i p p e l a. a.: Es gibt nur ein Mittel, das regelmäßig wieder- kehrende Defizit des Reichshaushaltes zu beseitigen: Drosselung der Ausgaben. So sehr wir die Sparmaßregeln des Programms begrüßen, glauben wir doch, daß der ausgleichende soziale Gedanke stärker hätte beachtet werden müssen. Bezüglich der Gehaltskürzungen ist eine sozialere Staffelung erwünscht, wobei zu bedenken ist, daß ein kleiner oder größerer Abstrich vom Ueberfluß kein Opfer ist. Wenn der gute Wille der Regierung zur Tat werden soll, sind auch schärfere Zwangsmaßregeln gegen die vielfach an Verschwendungssucht grenzende Finanzpolitik der Kommunen notwendig. Ein auch auf die sogenannten gemischt-wirtschaftlichen Betriebe ausgedehntes Sperrgeseh gegen die Gehaltspolitik der leitenden Beamten dieser Gesellschaften, die ost geradezu skandalös ist, ist erforderlich. Das gilt nicht nür für die „vorbildliche". Kommune Berlin. Ip diesem Punkte erscheint uns das Programm der Regierung ausbaubedürftig. Die Regierung muß sich klar sein, daß sie ihr Werk nur vollbringen kann, wenn sie es unter Öen leitenden Gedanken des absoluten Freiheitskampfes stellt. Dann, aber auch nur dann, hat sie die Mehrheit des Volkes hinter sich. Die unveränderte Fortdauer des Poungsplanes wird alle Sparmaßregeln, alle Bekämpfung der Erwerbslosigkeit, alle An- kurbelungsversnche der Wirtschaft zu schänden machen. Die kritische Lage Deutschlands fordert die Bereitschaft aller staatsbejahenden Kräfte, welche den Mut zur Verantwortung und Unpopularität haben — die aber letzten Endes sich zur wahren Popularität wandeln wird. Der Ehristlich-Soziale Volksdienst will Dienst am Volke leisten und er will und kann damit nicht, wie andere Parteien, warten, bis er die absolute Mehrheit im Parlament hat. Oer Oeutsche Industrie- und Handelstag. Berlin, 9. Oft. (TU.) Der Deutsche Indu- strie- und Handelstag beriet unter dem Vorsitz feine« Präsidenten Franz v. Mendelssohn die Stellungnahme zum Wirtschafts- und Finanz- plan der Reichsregierung. Der Hauptausschuß nahm folgende Entschließung an: „Der Wirtschafts- und Finanzplan der Reichs- regterung umfaßt nicht die Gesamtheit der vollswirtschaftlichen Rotwendigfeiten. Aber er ist als ein Anfang der Maßnahmen zu begrüßen, die zur Rettung vor weiterem Verfall in Arbeitslosigkeit. Kapitalverarmung und wirtschaftliche und politische Wirren notwendig sind, wie auch als eine entscheidende Unterstützung einer Anbahnung der zur ®e- sundung der deutschen Volkswirtschaft und darüber hinaus der Weltwirtschaft unerläßlichen Revision der Reparationsverpflichtungen. — In richtiger Erkenntnis der Zusammenhänge will der Plan die Gestehungskosten in der deutschen Volkswirtschaft senken und die öffentliche Wirtschaft durch Sparsamkeit in Ordnung bringen. Hessens Finanzlage und das Resonnpwgramm. Erklärungen Unanzministers Kirnberger. - Aeußerste Sparsamkeit wirb auch von ber hessischen Regierung angestrebt. Darmstadt, 10. Oft. (WEN.) Der hessisck)« Finanzminister Kirnberger äußerte sich in einer Unterredung über die gegenwärtige Finanzlage Hessens u. a. wie folgt: Die finanzielle Lage ist ernst, die Einnahmen des hessisd>en Staates aus den Reichssteuerüberweifungen sind in diesem Jahre zurückgeblieben. Immerhin wird das sich dadurch ergebende Minus im großen und ganzen bis jetzt noch ausgeglichen durch Einnahmen aus der Bier- steuer, die zum Teil den Ländern überwiesen worden ist. Die Erwartungen, die man an das Sofortprogramm des vorigen Jahres geknüpft hat, haben sich Im allgemeinen erfüllt. Die hessische Regierung wird selbstverständlich auch in Zukunft, und zwar in noch erhöhtem Maße, äußerste Sparsamkeit üben müssen und dem Landtag entsprechende Vorschläge machen. Wir werden die schon seit längerer Zeit geplanten Maßnahmen nunmehr durchführen, werden jedoch dabei stets sorgfältig abwägen müssen, ob nicht im Einzelfalle vielleicht mögliche geringe Ersparnisse mehr wie ausgewogen werden durch die finanzielle Belastung, die der Bevölkerung daraus entsteht. Ein endgültiges Programm kann allerdings erst aufgestellt werden, wenn sich die Auswirkungen desReformprogrammsderRelchs, rcgierung auf Hessen und die Länder überhaupt übersehen lassen, und wenn die Pläcke der Regierung Brüning in ihren Einzelheiten bekannt sind. Daß die Reformpläne, von deren Notwendigkeit im Interesse der Reichsfinan^en ich überzeugt bin, auch für die Finanzen der Länder von entscheidender Bedeutung sein werden, steht außer Frage. Ich unterstelle, daß die Reichsregierung den Bedürfnissen der Länder und Gemeinden volles Verständnis entgegenbringt, und daß man insbesondere bei dem notwendigen und begrüßenswerten Abbau einzelnerSteuern nicht schematisch vorgeht, sondern die Verhält- nisse der einzelnen Länder berücksichtigt. Andernfalls würde man die Länder, welche die in Frage kommenden Steuerarten aus wirtschaftlichen Gründen seither nicht mehr erhöht haben, benachteiligen. Auf die Frage, ob das Finanzprogramm der Reichsregierung nach seiner Ansicht auch die Reichsreform weitertreiben werde, erklärte Minister Kirnberger: Ich habe von jeher die Ansicht vertreten, daß man die hochpolitische und für das kulturelle Leben des Volkes so bedeutsame Frage der Reichsreform nicht unter dem Druck der gegenwärtigen Rot lediglich vom finanziellen Gesichtspunkt aus lösen sollte. Das soUte um so weniger geschehen, als sich aus der Literatur über die Frage der Reichsreform ergibt, daß die Ersparnisse recht bescheiden sein werden und keineswegs ausreichen, um auch nur eine einigermaßen fühlbare finanzielle Erleichterung zu bringen. Hier sind noch ganz andere Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Eine Teilreform, wie sie etwa das Auf gehen einzelner Länder in Preußen bedeuten würde, hätte z. B. für Hessen nicht nur politische, sondern auch finanzielle Bedenken, du dadurch den Gemeinden von neuem erhebliche Lasten aufgebürdet würden. Wir werden darauf bedacht fein müssen, die finanziellen Verhältnisse Hessens durch möglichst sparsame Wirtschaft noch weiter zu bessern; dann werden wir auch etwaige Schwierigkeiten in Zukunft überwinden können. Aorlschm ende Revolution in Brasilien. Konzentrischer Angriff auf Sao Paulo. - Rücktritisabsichien des Präsidenten Washington Luiz. Karte Brasiliens mit seinen Bundesstaaten. P m V o m > rin«n „©>^0 ifY Tnen fdjüffe und Deputationen in eifriger und Daraus. ! ~ ' /—i. . c> | schauender Weise an der Gestaltung der kommunalen * Akademische Ehrung. Die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig hat ------ ------------ , am Dienstag aus Anlaß der 150. Wiederkehr des und der Körtenburgsmühle sind glücklicherweise noch Tages, an dem die Sächsische Tierärztliche Lehrverschont geblieben. anftalt einstmals in staatliche Verwaltung über- Son OrtenbergbisSteiteroiftbao Wiesen, ging u. a. t>cm orbenliititen Proscssor Oer Q)et«i- tal oon den Wass-rn der Nidder überschwemmt. mtrht)gtene und 6eucnkbre an her Um»er|ttat Das Hochwasser drang bis in den Kurpark von G i e ß e n Or. mecl. vet. et sc. nat3 Bad Selters. Die Bleiche trat unterhalb von die Wurde eines Dr. med. vet h. c*txr.llc^e.ty Stockheim ebenfalls über die Ufer und richtete ** S d) u l p e r f o n a l i e n. D'e Studlenreferen- an den zum Teil noch nicht abgeernteten Feldern dare Karl Jung aus Holzheim Erich Ke I le r aus Schaden an. Brücken und Stege find unpassierbar Utphe, Dr. Gernand ous Grebenhain, Heinrich geworden. Das Wasser ist allerdings wieder im 1 - —------------x ^x.n.nh a » e m.a Hallen begriffen. Bei Marburg find die Niederungen an der ... Lahn überschwemmt. Das Hochwasser wirkt sich EI e k t riz i ta t s v e rs orgu n g. Am kommen auch hier um so unangenehmer aus, als die Land- .......Qf”‘ 10 S1hr hi<> wirte die Feldarbeit noch nicht beendet haben. Saus Vm™au* herrscht, sie halten Sitte unb Gesetz hoch. Sie können gar nicht begreifen, wie man sich so benehmen kann rote bie Einsteigenben; „tift ausstclgcn lassen, er ft aussteigen lassen!" mahnen sie mit mildem Vorwurf, , ----------- . • ■ und wenn die andern es gar zu toll treiben, stoßen unter Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit und sie einen kleinen entrüsteten Zungenschnalzlaut aus: vielsach unter großen eigenen pekuniären Opfern „T." Manchmal versuchen sie bie roilbe Horbe burch voll unb ganz seinen Mann gestanben. Neben seiner Zuspruch zu besänftigen: „Aber meine Herren, meine bewundernswerten Arbeitskraft und Schaffens- Damen haben Sie doch Geduld! Sie kommen ja freude zeichnet ihn ein starker sozialer Zug au-, der noch alle mit! Lassen Sie doch erst aussteigen!" ihn zu einem warmen Helfer und Verteidiger der Umsonst, die anderen können und wollen nichts wirtschaftlich schwachen Bürgerschichten machte. Ins- hören, kaum, baß bas lästige Hinbernis ber Aus- besondere hat er sich allezeit in der ^ohlfahrtvbepu- steigenden beseitigt ist, stürmen sie mit ber Gewalt tation dieser Aufgabe in vorbildlicher Weise gcwid- ciner Naturkraft das Treppchen hinauf ins Abteil met. Zu dem morgigen Geburtstage darf man dem und ergießen sich über die Bänke. ausgezeichneten und stets selbstlosen Schaffer für das Nun aber kommt das Interessante! Denn diese Gemeinwohl wünschenü daß eri ihn. noch lange ver- wilden Geschöpfe, diese Triebmenschen, diese Ein° gönnt sein möge, m Gesundheit und Fr sch- w ter steigenden, machen, kaum bah ihre Sitzflächen mit mitzuarbeiten ,m Dienste unserer Stadt und zum den Bänken in Berührung gekommen sind, einen Besten ber Burgergesamtheit. seltsamen Läuterungsprozeh durch. Aeuherlich zwar iHornotncIl. merkt man nichts davon, fie sitzen und lesen die ? a g e s k a l e n b e r für Freitag. Stadt- Zeitung, kauen Butterbrote und gucken die Mit- , ^c:ncn e.u, will er sich machen", 20 bis reisenden an. Und doch muh Unerhörtes in ’9ncn 22 45 Uhr'— Die Wanderer" (Gießener Radsahrer. vorgehen, denn oft. schon nach zehn Minuten, zu- @c|eU1(f)att): Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, weilen schon bet der nächsten Station, wenn der Bahnhofstraße- Der Greiser". Zug hält und es ans Aussteigen geht, sind sie ganz- t a d t t'ö e a t e r Gießen. Man schreibt lich verändert, nicht wiederzuerkennen. Nun sind sie Acute atzend Restroys Posse mit Gesang: die Ruhigen, Beherrschten, Abgeklärten, Uber-den- @inen $u- will er sich machen". Spielleitung Dingen-Stehenden! Und wenn sich nun wieder eine kcinri(ß «ub, musikalische Leitung Fritz Cujö, roilbe Rdtte vom Stamm der Einsteigenden ihnen -Jütznenbilder Karl L ö s s l e r, Besetzung: fast das entgegenwirft, so sind nun sie ihrerseits sittlich ent- jQmtc Solo-Personal. — Zum Gastspiel des rüstet, begreifen durchaus nicht, wie man sich o Deutschen Künstlertheaters Berlin mit Leopoldine benehmen kann, sagen mit milder Entrüstung: „T! Konstantin in Maughams ^Wasserscheu" hat und halten das Gesetz hoch: „Erst aussteigen lassen, öcr Direktor Dr. Robert Klein ein ausgewähl- erft aussteigen lassen! Meine Herren, meine Damen, t(?8 Ensemble zusammengestellt. Boran, aber in aber so nehmen Sie doch Vernunft an! Sie kommen einer ^ihe mit den anderen, Leopoldine Kon- ja alle noch mit!" Und wenn sie sich endlich durch tatin die bekannteste Salondame 'der Berliner den rasenden Haufen hindurchgezwangt haben ent- unb c&iener Bühnen. Alle Darsteller sind von schreiten sie stolz und aufrecht, nur den Kopf schut- fänstterifchen Idee Dr. Robert Kleins be- telnb über so viel ungezähmtes Barbarentum. herrscht, vor allem ein tüchtiges Ensemble zu fein. Es gibt nur wenige, nur verschwindend wenige, Der Goethe-Bund hat zu seinem ersten die diesen eigenartigen Wandlungen nicht unterworfen -Iartrag im Winterprogramm für 1930,31 den sind. Und bem Denker steigt angesichte dieses Schau- | kannten Tierpsychologen Pros. Dr. Bastian 6d)mib aus München zu einem Lichtbildervortrag über „Sprache und Spiele der Tiere gewonnen. Die Beranstaltung findet im Rahmen eines Bolksbildungstages dcs Main-Lahn-Weser- gebietes anläßlich des 16. Iahresfestes des Goethe-Bundes statt. (Näheres siehe heutige OWolXenlos © heiter. © halb bedeckt, ® wolkig. O bedeckt. • Rege^ * Schnee oOraupein ■ Nebel KOewit*jr.(g)Wlnd$tllle.«O-< xhi leichte- 0$i Waschbenzin < Sonderqualität) reinigt alle Stoffe l Drogerie i X Winterhoff y GAMHTItHT COFFtlHfRtl Winter-Ulster fesche Formen, elegante Ausführungen mit und ohne Ringsgurt Hauptpreislagen: 58.—, 68.-, 75.-, | Kaufgesuche ] KlniWiileniWs ob. 2»,>amiUenhaus tu Dollar ob. nachher Nabe gen. bat a.tam. aes. Lchr. Ving. unt. 06267 a. b. Glesr.Anz. Niedertreter Filz- und Ledersohle. 1 schöne Qual. I Gröben 36/42 J Herren- Größen 43,47 J nessel Haarwassers nach Dmscmafisdiulie Filz-u.Leder-^ QC sohle, be- B 7\J kannt. Fahr. ■ Größe 36/42 M. Kavallerteverein Gießen e.V. Samstag, 11. Dft» abends 8 Uhr [ el,ü Monalsversam liing im Vereinslokal. Bericht über Wanen- ringtagung. IStfdiet« nen all. Kameraden dringend eriorderL Der Vorstand 2tiaÄner i die , entgegenQ, Winter-Paletots schwarz und marengo, Samt- ■ ä kragen, teils auf K'seide, 98.-, /IX"” 92.—, 85.-, 75.-, 68.—, 58.00, “UMk. 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Wegen wichtiger Tagesordnung wird bringeub um zahl» reiche Beteiligung gebcien. 6901V Der Vorstand. wch nicht do A m Kclle 7^-gehvcft I Ärnbcn ans Stimm lil ein« sauberen .- 7' und Aust Mich um i N sehr de. V. f. B. 08 Salleniraining Win.er 1930/31 Turnhalle d. Schiller» schale, Schillerstr. Frauen-. Dienstags 8 bis 10 Uhr abends. Fußballer: Mittwochs 8 bis 10 Ubr abends. Leichtathleten: Donnerstags Schüler6-8U.abdS. Atuve8-10U.abdS. Tischte। nis; Uebungsilunden ieb. Mittwoch ab 8 Ubr ab öS. i. Vereinsheim. TeilnahineT'aintng Pflicht. 6892 D theker Schaefer. Haarauslall, Schuppen u KopIjuckenverschwinden.Fein parfümiert Flaschen mitbriuRen. 1/< Liter 0.75 RAI., V, LiL 1.25 RM. Nur erhältl.Engel-Apotehek. S »tr lowenis^ latem lärnlensbis Dcmber 0 des 8^^. 6Cr Hauptstadt We(n tut nc £ Verwaltung Danksagung Für die zahlreichen Beweise aufrichtigerTeilnahme beim Heimgange unserer Heben Entschlafenen Frau Katharine Weigel Wwe., geb. lunö danken wir herzlichst. leisten den erste scheu Kämpfen ton mehr als 1 Kiudringlmge kückgeschlaS ßcht auf! 2Ii grafenstein en Teilen des Ka m 5. Januar < Kein; am 6.3an den Ueberga angenehm den Kämpfe tMien, tzine ameri scheint und tet> srtzung Botläui vm 13.2anua seht, schließt in -eitsfampfes a Süöslawen u der Ereignisse bischen Annektil flatocn, die sich läres Militär scheidenden Sto >u schassen. U stillstandes auf der gesam nit dem OlbtD' Aach zwei Ti Stehen gel Degenstoß । |inb die lübfla ZichitSkämpfe- bii an bic getrieben. C »um Feind kerben ganz bische Division blutigen Käms leidiger Schri südlich der D bann auch i MiteWschn miß seines ( Widerstand Kataloge und Prospekte Heien die BrühTsche Druckerei Stets frisch zu haben in sämtlichen Edeka-ßeschäften Haben Sie offene Füße? Schmerlen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann trebrauchen Sie die tausendfach bewährte Bnlversai-Hellsalbe „Gentarin . Wirkung überraschend. Preis LoU u. 2.7a. Depot in Gießen in allen Apoth. Haupt niederlage: Engelapoth. Gießen. 230V Lodenfabrikate von Joh. 6g. Frey, München 6554 A VjÄv/' Wiv. V//Wf/ /y/X AWW Pelzbesatz Seal rlectrio und Blberettte'je nuüerit preisw. u. schön. 6Wt Plockttr. 1211. Adreßbuch s.—Sladlplan und Einwohner- und Geschästsverzeichmssen oon 7 Stadien und 74 Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schasts« und kulturgeschichtlichen Sonderadschnitt / Preis 10 Neichsmark Oberhessischer Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 tiamstog. o. 11. vtt. abendS 8'10 Uhr Im „Andrees** Sonnenstrave. 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Zum zehnten Male jährt sich der Tag der Volksabstimmung in Kärnten, unter allen grenzdeutschen Gedenktagen von besonderer, einzigartiger symbolhafter Bedeutung. Nicht nur weil hier die grünen Stimmzettel über_ die weißen obsiegten, sondern weil sich die Kärntner diese Abstimmung erst mit der Waffe in der Hand erkämpft haben. Ursprünglich stand nichts von Abstimmung im Friedensdiktat von Trianon: doch der bewaffnete Widerstand, den die Kärntner den südslawischen Eindringlingen entgegensetzten, zwang die Entente, dem Selbst- bestimmungsrecht Rechnung zu tragen und die Bestimmung über eine Volksbefragung nachträglich einzufügen. Kärntens Abstimmung wurde mit Blut erkauft. Wie vollzog sich der Gang der Ereignisse? Schon im November 1918, mitten in den Wirren der Staatsauflösung, unmittelbar nach dem Rückzug der österreichisch-ungarischen Armee hatten flowenische Banden, vermischt mit regulärem serbischen Militär, Teile Südost- und Südkärntens bis zur Drau besetzt. Am 29. November sind sie schon auf der anderen Seite des Flusses, Dölkermartt fällt, die Besetzung der Hauptstadt Klagenfurt steht bevor. Handeln tut not, nachdem durch Llnschlüssigkeit der Verwaltungsstellen viel verloren ist. Z u - rückgekehrteKärntnerFronttruppen leisten den ersten Widerstand. Nach kleinen örtlichen Kämpfen entwickelt sich eine Kampffront von mehr als 100 Kilometer Länge, auf der die Eindringlinge an entscheidenden Punkten z u - rückgeschlagen werden. Die Bevölkerung steht auf! Am 14. Dezember kapituliert bei Grafenstein ein südslawisches Bataillon vor Teilen des Kärntner Infanterie-Regiments 7; am 5. Januar erstürmen die Gailtaler Arnold- stein: am 6. Ianuar erzwingt die Gruppe Felden den Niedergang über die Drau. So unangenehm den Staatsmännern in Paris diese Kämpfe waren, sie konnten sie nicht verleugnen. Eine amerikanische Kommission erscheint und seht der bewaffneten Auseinandersetzung vorläufig ein Ziel. Der Waffenstillstand l vom 13. Januar, der eine Demarkationslinie fest- ! seht, schließt den ersten Teil des Kärntner Frei- I heitskampfes ab. ! Südslawen und Franzosen fürchten angesichts der Ereignisse um die Verwirklichung der serbischen Annektionsforderungen. So sehen die Süd- ! slawen, die sich inzwischen vollständig in reguläres Militär verwandelt haben, zu einem ent- 1 scheidenden Stoße an, um „vollzogene Tatsachen" zu schaffen. Unter Bruch des Waffenstillstandes erfolgt am 29. April ihr Angriff auf der gesamten Front. Aber sie haben nicht mit dem Abwehrwillen der Kärntner gerechnet. Nach zwei Tagen ist der Angriff zum Stehen gebracht — und dann seht der Gegen st oft ein. Trotz gewaltiger Uebermacht sind die südslawischen Truppen den Kärntner Freiheitskämpfern nicht gewachsen. Sie werden bis an die Landesgrenze zurück- getrieben. Anfang Mai ist Kärnten frei vom Feinde! Nunmehr aber greifen die Serben ganz offen ein. Zwei kriegsstarke serbische Divisionen rücken an — und in schweren, ! blutigen Kämpfen müssen die todesmutigen Verteidiger Schritt für Schritt weichen. Das Land i südlich der Drau geht erneut verloren, dann auch Völkermarkt und Klagenfurt. Der zweite Abschnitt vollendet sich. Trotz aller Bitternis seines Endes aber hat der verzweifelte Widerstand der Bevölkerung Entscheidendes durchgeseht, die Entente erklärt sich zur Volks- abstimmung bereit. Die dritte Phase beginnt. Verwaltung und Durchführung der Abstimmung in der Zone A ist den südslawischen Machthabern übertragen worden. 16 Monate haben sie Zeit, in ihrem Sinne diese Abstimmung „vorzubereiten". E i n ungeheuerlicher Terror setzt ein. Tausende werden von Haus und Hof vertrieben, alle Deutschgesinnten mit äußerster Brutalität behandelt. Aber auch diese fast anderthalb Iahre der Entrechtung können die Heimattreue Kärntens nicht brechen. So hermetisch die südslawischen Gendarmen die Zone A vom übrigen Kärnten, wo in Klagenfurt alle Parteien einhellig im Kärtner Heimatdienst zusammenarbeiten, sperren, die Verbindung reißt nicht ab. Immer wi^er durchbrechen kühne Männer bei Nacht und Nebel die Linien und ermutigen die Ab- geschnittenen, bewähren sich Heimatliebe und Tapferkeit, leuchten auf den den serbischen Häschern unzulänglichen Graten der Berge die Leuchtfeuer auf. An der Geschlossenheit des ganzen Landes wird landfremde Gewalt zuschanden. Endlich findet sich, nachdem am 16. Iuli 1920 das Friedensdik.at von Trianon in Kraft getreten ist, die englisch-sranzösisch-italienische Abstimmungskommission ein. Trotz ihrer Anwesenheit reißen die brutalen Einschüchterungs- versuchr der Südslawen nicht ab: bis zum letzten Tage bemühen sie sich, durch Gewalt und Drohungen die Abstimmungsberechtigten zu sich herüber- zuzichen oder von der Urne fernzuhalten. DaS Abstimmungsergebnis straft die südslawische Propaganda Lügen- von 37 304 gültigen Stimmen erklären sich 22 025 f ü r das.„arme verhungerte" Oe st erreich. Die Mehrheit und mit ihr auch der überwiegende Teil der Windisch sprechenden Bevölkerung legte damit ein gesamtdeutsches Bekenntnis ab und zerschlug die südslawischen Hoffnungen. Die Abstimmung in der Zone B konnte abgesagt werden. Heimatgedanke und jahrhundertelange kulturelle Verbundenheit setzten sich durch. Kärntens Einheit wurde gerettet, wenn auch das Kanaltal an Italien, das Mießtal an Südslawien laut Friedensdiktat ohne Abstimmung abgetreten werden mußte. Deutsches Land blieb vom Zugriff des Feindes bewahrt, und am 19. November konnte Oesterreich Kärnten in seine Verwaltung zurücknehmen. Die Kärntner dürfen stolz sein auf ihr Werk. Sie haben in des Wortes schönster Bedeutung sich selb st gerettet. Mit ihnen gedenkt das ganze deutsche Volk dankbar aller derer, die im Kampfe um Kärnten und Deutschland fielen. zeigt Symptome von Unduldsamkeit und ihre Feindschaft gegen das Stadtleben mit seinen Errungenschaften der Zivilisation und seinem liberalen Einschlag ist bekannt. Der finnländische RikSdag seht sich aus zweihundert Abgeordneten zusammen. In dem auf Veranlassung der Lappobauern aufgelösten Parlament verfügten die Sozialdemokraten über 59 und die Kommunisten über 23 Mandate. Die Kommunisten find terrorisiert und praktisch ihres Wahlrechtes verlustig gegangen, sie kommen als Partei im neuen Riksdag nicht in Betracht. Es kommt nun darauf an, daß die bürgerlichen anttkommunistischen Parteien in den Wahlen wenigstens 15 der kommunistischen Mandate erlangen, damit eine Zweidrittelmehrheit zustande käme, die zur Annahme der Antikommunistengesehe erforderlich ist. Nun steht aber geschlossen hinter Lappo allein die starke konservative Sammlungspartei. Die Fortschrittspartei ist gespalten, da sie prinzipiell jede Diktatur ablehnt, auch die Agrarpartei ist nicht einig und schließlich ist die Stellung der schwedischen Volks- Partei eine schwierige, da sie befürchtet, daß eine Lappodiktatur sich gegen die Interessen der schwedischen Finnländer richten lärmte. Die Sozialdemokraten lehnen als Partei die Annahme der Antikommunistengesehe ab. Wenn auch das endgültige Ergebnis der Wahlen noch nicht offiziell veröffentlicht worden ist, so steht es doch bereits fest, daß trotz regster Wahlbeteiligung der Lappopartcien sich auch im neuen Riksdag keine Zweidri11elmehrheit für die Antikommunistengesehe finden wird, es sei denn, daß ein Teil der Sozialdemokraten der entscheidenden Absttmmung fernbleibt. Im Falle der Ablehnung werden die Anttkommunisten- gesehe ohne ben Riksdag zu befragen, in Kraft gesetzt werden, einerlei, ob das durch ein Kabinett Swinhufvud oder durch eine reine Lappodiktatur geschieht. Eine Diktatur könnte ohne Widerstand und Erschütterungen durchgeführt werden, da die Armee, das cvchuh- korps und die Dauern eine solche begrüßen würden. Der Kampf gegen den Geist des Bolschewismus wird in Finnland mit allen Mitteln weitergeführt werden. Die Tabaksteuerfrage. Aus dem Regierungsprogramm der Reichsregierung zur Sanierung der Finanzen geht hervor, daß zum Ausgleich des Haushalts 1931 durch stärkere Belastung des Tabaks unter Scho- nung der deutschen Erzeugung ein Mehrbetrag an Zöllen und Steuern von 1H7 Millionen Mark gewonnen werden soll. In einer Mitgliederversammlung deS Deutschen Tadakvereins in Stuttgart wurde einstimmig folgendes Telegramm an den Reichssinanzminister Dietrich beschlossen: „Die im Regierungsprogramm unvermutet vorgesehene Mehrbelastung des Tabaks hat im ganzen Gewerbe maßlose Erregung hervorgerufen. Eine verhängnisvolle Geschäftsstörung hat bereits überall eingesetzt. Infolge dreier, innerhalb eines Iahres erlassener, Tabaksteuer-Novellen sind Tabakindustrie und Handel überhaupt nicht zur Ruhe gekommen. Um so unverständlicher ist die erneute Ankündigung weiterer Belastungen. Iede Steigerung ist völlig untragbar. Derbrauchsrückgang und Preisrückgang liefern klaren Deweis. Ebenso die steigende Arbeitslosigkeit. Weitere Verteuerung muß insbesondere im Hinblick auf einen von der Regierung selbst gewollten Abbau von Gehältern und Löhnen so verbrauchsmindernd wirken, daß Berechnungen über erwartete Mehrerträge vollkommen illusorisch sind. Sicher dagegen sind weitere Vernichtungen, besonders mittelständischer Existenzen, eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit und unsägliches Unheil für Zehntausende. Oie Lappowahlen in Finnland. Von (5. von Llngern-Sternberg. Die Riksdagswahlen am 1. und 2. Oktober waren für Finnland von schicksalsschwerer Bedeutung. Die Lappobewegung wollte ihre Ernte einbringen. Vielleicht zum ersten Male in der Geschichte bürgerlich-demokratischer Staaten hatte ein Land den Vernichtungskampf gegen den Bolschewismus aufgenommen unter Zurücksetzung aller politischen und diplomatischen Einwände und ungeachtet der außenpolitischen Gefahr, und zwar nicht, weil seine Regierung es so wollte, sondern weil Kräfte aus der Tiefe des Volkes diesen Der- nichtungskampf verlangten. Richt ein wirtschaftliches Interesse war im Spiel, sondern die Weltanschauung sollte siegen. Die Führer der Lappobewegung, der Landwirt K o - s o l a und Probst Kares haben gesagt, daß sie und die Ihren keine politische Partei bildeten, sondern das Gewissen Finnlands seien. Die meisten der Bewohner Lappos und der anderen Ortschaften in der Provinz Osterbotten gehören pietistischen Vereinigungen an. Sie sehen im Bolschewismus eine Schöpfung des Antichrist, und dieses Teufelswerk wollen sie vernichtet sehen. Sie sind Romantiker der Politik. Sie sind davon überzeugt, daß nicht die Polizei, sondern hauptsächlich der feste Wille der Gottgläubigen dem zersetzenden Treiben der Bolschewiken Einhalt gebieten kann. Und wo ein Wille ist, da meinen sie, ist auch ein Weg. Indessen ist auch der beste Wille nicht immer in der Lage, den richtigen Weg zu weisen. Und ob nun der heilige Wille der Männer von Lappo diesen Weg gesunden hat oder nach den Wahlen finden wird, das ist die Schicksalsfrage Finnlands. Als die Lappobauern, etwa 12 000 Mann, im Iuli dieses Iahres ihren Kreuzzug nach Hel- singfors eröffneten, die Regierung zum Rücktritt zwangen und die Auflösung des Riks- dags veranlaßten, weil er die geforderten Antikommunistengesehe nicht mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit angenommen hatte, da jubelte fast die gesamte Tevölkerung von Hel- singfors, der größte Teil der Armee und das bewaffnete Schutzkorps den kernigen Gestalten der Lappobauern zu. Der Staatspräsident R e - lander begrüßte sie und zum Chef der neuen Regierung wurde der der Lappobewegung wohlgesinnte Freiheitsheld Finnlands, Swinhufvud, ernannt. Aber es ist nicht g a n z s o gegangen, wie es sich die Männer nach ihrem Triumphmarsch in die Hauptstadt gedacht hatten. In manchen Kreisen trat bald eine Ernüchterung ein. Die Lappobauern hatten die Regierung vor ein „Entweder-Oder" gestellt. Entweder der Staat sollte alle kommunistischen Regungen unterdrücken oder si ewollten es a u f eigene Hand tun. Die von ihnen angewandten Methoden forderten bald zur Kritik heraus. Sie vertrieben, verprügelten, entführten Kommunisten, wo immer sie sie ergreifen konnten und schoben sie gewaltsam als unwürdige Mitglieder der menschlichen Gesellschaft über die sowjetrussische Grenze ab, kommunistische Zeitungsredaktionen und Vereinslokale wurden von ihnen demoliert. So schwächte sich denn das Erhebende an der Lappobewegung bei der Transformation ihres lodernden Willens in mechanisch wirkende Kräfte ab. Zu dem inneren Problem der Weiterentwicklung der Lappotendenzen, das in der tragischen Kluft alles Menschlichen zwischen Wollen und Vollbringen begründet ist, tarnen dann noch die unausbleiblichen Konflikte mit der ihr wohlgesinnten Regierung Swinhufvud, von der verlangt wird, daß sie die traditionellen Frei- heitsbegrisse aufhebt und einen Teil der Bevölkerung, die Kommunisten, als außerhalb des Gesetzes stehend behandelt. Gewiß kann durch Staatsschuhgeseh, durch Verhaftung von kommunistischen Agitatoren usw. mancher Giftquell verstopft werden, aber es ist verwaltungstechnisch unmöglich, kommunistische Gesinnung als solche, wie die Lappoleute es verlangen, zu bestrafen und einen Bolschewisten nach sowjetrussischer Analogie aller Rechte für verlustig zu erklären. Die Lappoleute und ihr starker Anhang nennen sich das Gewissen Finnlands. Cs besteht aber die Gefahr, daß sie von politischen Kondottteri ausgenuht, zu einer chauvinistisch-finnländischen Partei mit faschistischem Einschläge ausarten. Denn außer dem Kommunismus gibt es noch manches andere, w«s ihnen im Staate mißfällt. Ihr Pietismus Arras, die Gespensterstadt. Don Kurt Kersten. „Reserviert? Reservisten melden sich bet Schramm!" tönte es einem beim Verlassen des Bahnsteiges in Arras entgegen. Ein Schnauzbart stand an der Sperre, empfing auf diese Weise alle männlichen Passanten. Sie trugen meist den Pappkarton... Cs waren jüngere Leute, noch nicht dreißig Iahre alt. Vor 12 Iahren können sie noch nicht dabei gewesen fein, können sie noch nicht im Keller des Schrammschen Lokals in Arras, gehockt haben, während Granaten, Fliegerbomben auf diese unglückliche Stadt, einen elenden Trümmerhaufen, niederfielen. „Schramm" — das ist eines dieser Lokale, in dem man sich „im saubereit Zustande" einzufinden hat. „Militär- und Ausweispapiere sind mitzubringen... pünktlich um 8' , ilbr..." Schramm — das klingt sehr deutsch und erinnert an Bockbier, Gartenfest und Fidelitas, an Gesangverein „Frohsinn" — „Reservisten melden sich bei Schramm" ... Das Lokal „Schramm" habe ich hernach in Arras gesehen, es wird da eine Kegelbahn geben und einen Saal, in dem Girlanden gespannt sind, es wird da einen Saal geben, der Raum genug für 1000 Reservisten bietet, die sich dort auskleiden, vor einen Militärarzt hintreten ... Wenn man den Bahnhof verläßt, steht man auf einem jener großen öden, kahlen und kalten, immer bedrückenden Plätze, wie beinahe in jeder französisch^ Provinzstadt — von Straßburg bis Boulogne, von Maubeuge bis Chartres. Zum Llnkerschied von jenen Städten sind nur die Kulissenwände in Arras neu, alle Häuser ringsum sind eben vollendet, Backsteinbauten, architektonisch nicht originell. Hierzulande hält man an der Tradition fest. Cs lag einmal alles ringsum in Trümmern, die ganze Stadt war fast eine einzige Ruine. Es gab dort alte gotische Hallen, ein Rathaus, eine Kathedrale: zerstört, gewesen, heute neu errichtet nach den alten Plänen: reizlos, kalt, noch von Gerüsten umgeben. Wenn man vom Bahnhof durch die Hauptstraße geht, scheint alles unberührt, vielleicht wird niemand glauben, so er keine Ahnung von den Vorgängen haben sollte, daß es hier je anders war. Aber wenn man um die Mittagsstunde in Seitengassen einbiegt und aufs Geratewohl losschlendert, beginnt diese Stadt plötzlich am hellen Tage zu veröden, sich gespenstisch zu verwandeln, plötzlich sind alle Menschen verschwunden, es gibt nirgends ein Lebewesen mehr, immer zahlreicher werden Trümmer, Schutthaufen, Ruinen, Reste von Kellern, Grundmauern, iln- gepflasterte, holprige Gassen. Kahle Hauswände, Fensterhöhlen. Plötzlich erstarrt alles, wie in einem Zaubermärchen — man kommt zu jenem vielgenannten „Großen Platz", einer ungeheuren, bedrückenden Wüste, in weitem Viereck . umstanden von Fassaden alter Häuser mit jenen Arkaden — jenen Säulengängen, die im Barock entstanden, als noch eine solche Stadtverwaltung beschloß, nach einem Plane zu bauen. Dieser Platz ist von einer grauenvollen Oede. Kein Mensch ist zu sehen. Ich weih nicht, ob diese Häuser bewohnt sind. Alle Fenster, alle Türen sind geschlossen. Aus keinem Kamin steigt eine Rauchfahne hoch, aus keiner Tür tritt ein Mensch hervor. Cs herrscht eine beklemmende, ja saft beängstigende Stille. Eine Szene wie in einer Spukgeschichte. Man glaubt, sein eigenes Herz schlagen zu hören. Mitten auf dem Platz steht wie vergessen ein Park von Güterwagen zwischen Schutt und Asche. Einmal — v Glück — sprang eine riesige Dogge in großen Sähen über den weiten Platz. Dann kehrte die Einsamkeit zurück. Ich habe nie dergleichen gesehen und machte, daß ich davon kam — durch Gassen, die ebenso still und verödet waren — eine Sekunde tauchte das gelbe, zerknitterte, durchfurchte Gesicht einer alten Frau hinter einer Fensterscheibe auf. So kam ich wieder zum Bahnhof und ging in ein Restaurant. Alle Tische waren beseht, nach einigem Suchen bekam ich einen Platz, aber die Verwirrung wich nicht, _ als ich mich umsah: es herrschte eine solche Fülle, daß nun kein Stuhl mehr frei war, aber alle diese Männer und Frauen, die hier saßen und aßen, schwiegen, und es war so, als wäre man in einer Gespensterstadt. Da waren Menschen, die vom Lande hereingekommen zu fein schienen: breite, wuchtige Gestalten. Sie hatten ihre Frauen mitgebracht — gebräunt, mit blonden Haaren: Landfrauen, wie man sie auch in jeder deutschen Provinzstadt sieht. Die Männer finster, schwer. Nur ein alter Mann mit einem weißen Spih- bart schien mit einem Behagen ohnegleichen unheimlich viel zu essen und noch mehr zu trinken. Ia — ich habe noch im Gedächtnis den Anblick einer Frau — groß und schlank, blutjung mit glänzenden, dunklen Augen — schwarz gekleidet, sie trug eine schwarze, enganliegende sternenübersäte Kappe, sie war im leisen Gespräch mit einem jungen Offizier. Aber diese lächelnde Schöne war kaum hier zu Hause — was suchte sie in der Gespensterstadt? Als sie verschwunden war, kehrte die Sttlle beängstigender wieder denn zuvor es war eine qualvolle halbe Stunde — vielleicht nur in der Einbildung, vielleicht nur in der frischen Erinnerung an den wüsten leeren Raum mitten in der neugeborenen Stadt, die eine Vergangenheit hat, und eine Zukunft haben wird, aber heute immer noch wie ein Spuk am hellen Tage erscheint. Lind dann fiel mir ein, daß Maximilian Robespierre ein Llrahne dieser bedrückend schweigsamen Männer gewesen ist, daß fein Vater dort draußen auf dem Lande im Kohlenrevier begraben liegt. Brunnen-Humor. Plätscherndes Wassergeriesel, perlendes Men- schenlachen — welch heitere Harmonie eignet doch diesem uralten, ewig neu auftönenden Zweiklang. Heute wie einst erschallt er an dem einfachen Wasserstrahl des Dorfbrünnleins, ist in tausendfältiger Abwandlung lebendig in den von Künstlerhand geschaffenen Brunnengestalten, deren Meister so gerne aus den Lebenskreisen und der Gedankenwelt des Volkes, aus seinen Märchen und Schwänken schöpfen. Zu der fremden Götterwelt der Antike, zu den schwerverständ- liehen Allegorien, mit denen Renaissance und Barock ihre prunkvollen Fontänen zu schmücken liebten, hat der schlichte Mann kaum je ein inneres Verhältnis gefunden, es fei_ denn, daß sich sein immer reger Witz daran geübt und den so beliebten, dreizackschwingenden Neptun zu einem Gabelmänndl oder Gabeljörg umgetauft hat. Auch der unter der Bezeichnung ..Lach - Hannes" in Frankfurt a. M. so volkstümlich gewordene Brunnen, dieser unwiderstehlich mit seiner Fröhlichkeit ansteckende lachende Männer- kopf über der Inschrift: Gesegnet soll der Trunk uns fein, Das Wasser euch und mir der Wein, hat seine ursprüngliche Abstammung von Vater Bacchus längst im Volksbewüßtsein verloren. Leichter und ohne Sinnesumgestalkung haben sich jene Brunnenfiguren die Gunst der Menge erobert, die gleichsam aus ihrem Kreise heraus auf den Sockel empvrgestiegen sind. Unter diesen ist wohl keine populärer als das G ä n fern ä n n ch e n von Nürnberg des Pankraz Labenwolf, um das die Sage ein buntes Rankenwerk gewoben hat: dieses biedere Bäuerlein des 16. Iahrhunderts mit den beiden, ihrem Schicksal entgegenharrenden Gänsen unter den Armen, war eine auf den NürnbQger Märkten allbekannte Gestalt. Vielleicht nur noch ein Brunnendenkmal kann mit ihm noch an Volkstümlichkeit wetteifern, das sich in Brüssels Straßen so ungeniert gebärdende Bübchen, in dem die derbe wallonische Heiterkeit ihre vergnügten Kapriolen schlägt. Ein anderer, ein grausam-grotesker Humor, der dem gegen menschliche Gebrechen so harten Mittelalter eigen war, kbt in dem Nürnberger Hansel-Brunnen im Spitalhof, der Verkörperung eines gutartigen, die Schalmei blasenden Narren, wie er auf seinen verkrüppelten Beinchen, verspottet, aber auch beschenkt, musizierend und bettelnd durch die Straßen der Stadt zog. Lieberhaupt erfreuten sich die Musikanten als Brunnenfiguren besonderer Beliebtheit: so findet sich in nächster Nachbarschaft des Gänsemännchens der Dudelsackpfeifer, dieser fröhliche, aut den Märkten von jung und alt umlagerte Geselle, aut einen Brunnen emporgehoben, wie ihm auch die gleiche Ehre an anderen Orten, z. B. in Basel und Bern, widerfuhr. Zumal der Berner Dudelsackpfeifer, den ein Affe und eine Gans bei seinem fröhlichen Konzert begleiten, während unter ihm tanzende Gestalten einen tollen Reigen schlingen, ist die köstlichste Verkörperung des sorglosen Vagantentums, das seine Sach' auf Nichts gestellt hat. Bern weist auch noch so manche andere heitere Brunnenfigur auf, wie den zum Kinderschreck den Berner Müttern dienenden, längst seiner historischen Bedeutung verlustigen, unheimlich-grotesken Kindlisresser-Drunnen, oder den Schühenbrunnen, der neben dem stolzen fahnentragenden Schützen einen mit drolliger Wichtigkeit zum Schuß anlegenden Meister Petz zeigt. Gern erweckt auch die Brunnenplastik die Gestalten der heimischen Sage zum Leben, wie dies in besonders glücklicher Weise in dem Braunschweiger Eulenspiegel- Monument gelungen ist: oben thront der niedersächsische Schalk, ein Bild der Zufriedenheit mit seinem geleisteten Tagewerk, das ihn in Gestalt der von ihm geschaffenen Eulen und Meerkatzen, denen hier das Amt des Wasserspeiens obliegt, umgibt. Eine sehr anmutige plastische Verkörperung hat auch die Kölner Heinzelmännchensage in ihrer Vaterstadt gefunden: hier erscheint hoch oben über dem Brunnen die neugierige Schneidersfrau mit der Laterne, indessen rechts und links die Treppe hinab die erschreckten kleinen Wichte purzeln, die eben noch auf den Reliefs unten so nützliche Nachtarbeit geleistet haben. Schier unerschöpflich ist auch die Schar der Brunnenfiguren, die, der heiteren Märchenwelt mit ihrem dem Kinder- wie dem Volksgemüt gleich nahestehenden Gestalten, ihreiv drolligen Zwergen und täppischen Riesen entnommen, einen fröhlichen Bund mit den Wasserkünsten eingegangen sind. Am heitersten und festlichsten lebt wohl diese wundersame Welt in dem monumentalen Märchenbrunnen des Berliner Friedrichshains von Ludwig Hoffmann, um dessen liebvertraute Gestalten tagtäglich fröhliches Kinderlachen erschallt, in eins zusammenklingend mit dem plätschernden Wasser, mit der Grundmelodie dieses Werkes. fri. F. Der heute in Stuttgart tagende Deutsche Ta- bakverein, die Spihenorganisation der Zigarren-, Rauch-, Kau- und Schnupftabakindustrie und des Handels mit ausländischen und inländischen Rohtabaken warnen mit allem Rachdruck vor jeder Labakmehrbelastung und bitten dringend um Bewilligung einer Audienz zur weiteren Begründung." Dazu wird uns ergänzend aus Kreisen des Tabakgewerbes noch folgendes mitgetcilt: Die Belastung des Tabaks durch Steuer und Zölle ist ungeheuer. Die steuerlichen Belastungen von rund 60 Millionen Mark pro Jahr im größeren und reicheren Deutschland der Vorkriegszeit sind von 3af?r zu Jahr in die Höhe getrieben worden. Die Einnahmen des Reichs aus dem Tabak betrugen: im Jahre 1925 26 = 615,5 Millionen Mk. . „ 1926 27 = 712.4 . „ 1927/28 = 793,9 „ „ 1928,29 = 870,5 „ „ 1929 30 = 914,4 Der Voranschlag für das laufende Jahr an Tabaksteuern und Zöllen weist nach dreimaliger Aenderung der Tabaksteuer innerhalb Jahresfrist bereits ein Soll von 1,115 Millionen Mark auf. Schon diese ungeheure Belastung des Tabakgewerbes, das ja noch außerdem alle übrigen gewerblichen Steuern wie Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer usw. nebst den sozialen Lasten zu tragen hat, führte zu einem merkliches Rachlaslen der Produktion und dem Ruin vieler selbständiger Mittelstandsexistenzen. Die Arbeitslosigkeit nimmt in den meisten Herstellungs- bezirken von Tag zu Tag zu. Die Tabakindustrie, sowie das gesamte Gewerbe ist daher gar nicht mehr in der Lage, das schon jetzt in dem Sanierungsvorschlag der Rcichsregierung vorhandene Defizit von 167 Millionen Mark zu decken. Eine erhöhte Belastung der Reichskassen durch zunehmende Erwerbslosigkeit wäre die unvermeidbare Folge. Das Tabakgewerbe erwartet von der Rcichsregierung keine Erhöhung der steuerlichen T-elastung, sondern im Gegenteil einen entschiedenen Abbau der wirtschaftlichen Belastungen aller Art, um der derzeitigen, seit l’/2 Jahren andauernden Wirtschaftskrise entgegen treten zu können. Erfolgreiche Gießener Schwimmer. An: Sonntag fand zum viertenmal das Kreis- jugcndschwimmcn des Miltelrheinkreises der DT. in Darmstadt statt. Heber 200 Jugendliche kämpften in friedlichem Wettstreit um den Eichenkranz. Der Mtv. Gießen war durch zwei seiner Schwimmer erfolgreich bei den Wettkämpfen vertreten. Im 100-Meter-Brustschwimmen für Turnerjugend von 16 bis 18 Jahren errang Friedrich Baumann den vierten Sieg in der Zeit 1:33,5 Minuten. Im 400-Meter-Brustschwimmen für Turner konnte Hugo Baumann vom Mtv. Gießen unter starker Konkurrenz in 7:08,5 Min. vor Hagedorn, Offenbach, den ersten Platz belegen. Handball im T. V. Heuchelheim. Zwei Mannschaften Heuchelheims tragen am Sonntag auswärts Verbandsspiele aus. Die Erste fährt nach Friedberg und muß, wenn sie keine besseren Leistungen wie die vom Vorsonntag aufbringt, mit einer Riederlage rechnen. Die Jugendmannschaft steht in Butzbach der dortigen Jugend gegenüber. Handball im T. D. Großen-Buseck. ~ Zum letzten Spiel in der Vorrunde fährt am Sonntag die erste Mannschaft zu dem T. u. Spv. Marburg. Der Spielausgang ist bei den gleich- verteilten Kräften kaum vorauszusehen. Die zweite Mannschaft ist spielfrei. Handball in. Tv. Großen-Linden. Am Sonntag tritt der Turnverein Großen- Linden mit drei Mannschaften auf den Plan. Die 1. Elf muß nach Gießen, um das Pflichtspiel gegen die 2. Mannschaft des Männerturnocreins auszutragen. Jugend- und Schülermannschaft erfüllen Rückspielverpflichtungen in Lützellinden. Handball in Garbenteich. Die erste Handballmannschaft des Turnvereins Garbenteich empfängt am Sonntag die erstia Mannschaft der Spielvereinigung 1900 zu einem Freundschaftsspiel. Die Platzmannschaft, die bisher keine allzugrohe Leistungen zeigte, wird sich sehr anstrengcn müssen, um ehrenvoll abzu- schneiden. Handball im T. V. Zronhausen (OT). Die erste Mannschaft des Turnvereins Fron- Hausen (Lahn) fährt am Sonntag zum zweiten Punktspiel nach Gladenbach. Im ersten Punktspiel mußte Fronhausen in Hartenrod dem Gastgeber mit 8:3 den Sieg überlassen. Ob Fron- Hausen am kommenden Sonntag einen Sieg zu erringen vermag, hängt von der Aufstellung der Mannschaft ab. Handball im Lahn-OünSberg-Gau. Am Sonntag wird die Handball-Meisterschafts- runde mit folgenden Begegnungen fortgesetzt: 1. Bezirk: Atzbach — Erda und Wißmar — Garbenheim. Atzbach und Garbenheim müßten als Sieger den Platz verlassen. 2. Bezirk: Allendorf I — Londorf I, Lollar — Londorf II, Daubringen — Allendorf II und Ruttershausen — Staufenberg. Mit dem ersten Spiel fällt gleichzeitig die Borentsckxeidung in diesem Bezirk. Während in den beiden ersten Spielen die Platzbesitzer dominieren sollten ist das letzte Spiel offen. 3. Bezirk: Wieseck — Hausen und Beuern — Burkhardsfelden. Wieseck wird Hausen sicher Niederhalten, während es Beuern schon schwerfallen wird gegen den Neuling zu gewinnen. Bei der Jugend finden in der Gruppe I zwei Spiele, Hausen — Kinzenbach und Garbcnteich — Wieseck, statt, die beide mit knappen Siegen der Platzbesitzer enden sollten. In der zweiten Gruppe trifft in Allendorf die heimische Jugend auf Londorf lind wird aller Voraussicht nach jenen den Sieg überlassen müssen. Ergebnisse: To. Staufenberg I — To. Lollar I 3:3 (1:1). Ein sehr flottes Spiel, in dem Staufenberg in der 20. Minute die Führung übernahm. Lollak glich kurz vor der Pause wieder aus. Nach dem Wechsel kamen beide Mannschaften noch zu je zwei Erfolgen. To. Lollar 3gb. — To. Staufenberg 3gb. 7:4 (3:3). Das Spiel wurde sehr hart durchgeführt und sah vor der Pause beide Mannschaften wechselnd erfolgreich. Nach der Pause vermochte Lollar das Spiel sicher für sich zu entscheiden. Am Sonntag findet der große Kunstturnwettkamps der Gaue Hessen, Frankfurt und Rhein- Vlosel, der im vergangenen Jahr in der G ie ß e- ner Volkshalle ausgettagen wurde, in Verbindung mit der 50-2ahrfeier der Koblenzer Turngesellschaft seine erste Wiederholung in der Stadthalle zu Koblenz. Jeder Gau stellt diesmal acht seiner besten Geräteturner, die je eine Hebung an Reck, Barren, Längspferd und Seitpferd zu turnen haben. Außerdem ist von vier Turnern jeder Mannschaft eine Kürfrei- Übung auszuführen. In Ausscheidungskämpfen haben die Gaue ihre Besten ermittelt mit dem Ergebnis, daß bei allen Gauen die Mannschaftsaufstellung nur zum Teil die vorjährigen Kämpen wiederbringt. Der Gau Hessen stellt folgende Mannschaft: Paul Götsch, T. u. Spv. Marburg: Karl Schick, Tv. 1846 Gießen: 21. Ebersbächer, Tgm. Marburg: 21. Ahrens, Tgm. Marburg: Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen: Richard Seth, Tv. G r o - ßen-Linden: W. Sinnwell, Tv. 1850 Bad- Rauheim: Adolf Fink, T. u. Spv. Marburg. Ersatz: W. Fink, T. u. Spv. Marburg. Führer der Mannschaft, die ein Durchschnittsalter von 24 Jahren aufweist, ist Gauoberturnwart W. Will Arbeiter-Turn- und Sportbund. Der Sonntag bringt in der Fortsetzung der Herbsttunde, als interessantestes Treffen, in Heuchelheim das Spiel Heuchelheim I — Gießen I. Die meisten Siegesaussichten muß man wohl den Gästen zusprechen, wenn auch ein Sieg der Platz- besitzer nicht außerhälb aller Möglichkeit liegt. Wieseck! hat die !b-Mannschaft Gießens zu Gast. Den Einheimischen dürfte der Sieg sicher sein, wenn sie den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vorher hat die erste Jugend Wiesecks die Jugend Gießen zum Gegner. Daubringen und Lollar werden sich in Daubringen ein spannendes Treffen liefern. Wetzlar I hat Rodheim I zu Gast und dürfte versuchen, sich für die im Vorspiel erlittene Riederlage zu revanchieren. Kinzenbach I. und Raunheim lb stehen sich in Kinzenbach gegenüber: ein Spiel, das die Einheimischen für sich entscheiden müßten. In der zweiten Bezirksklasse hat Heuchelheim II Wetzlar II zu Gast. Gleiberg 1 spielt in Leun und wird sich um den Sieg sehr bemühen müssen. Rödgen I und Klein-Linden I kämpfen in Rödgen bei gleichverteilten Kräften. Saasen I wird in Watzenborn auf einen Gegner stoßen, der sich die Punkte wohl nicht streitig machen läßt. Grünberg I und Lich I spielen bei offenem Ausgang in Grünberg. Im Spiele Fronhausen I gegen Londorf I dürfte der Glücklichere Sieger bleiben. Hachborn I hat Treis i zum Gegner und dürfte auf eigenem Platze wohl die (Gießen). Aeltester der Riege ist W. Sinnwell mit 31 Jahren. Gau Frankfurt: H. Ott, Eintracht Franks furt; K. Haßler, Tgm. Bornheim: H. Helmer.' Tgs. Rödelheim: K. Hömis, Tv. Riederrad: H. Hollfelder, Tgm. Bornheim: R. Haßler, Tgm. Bornheim: Gg. Pfeiffer, Tgm. Eintracht: E. Winter, Tgm. Eintracht. Gau Rhein-Mosel: K. Schmidt, Tgm. Oberlahnstein: O. Breidling, Tv. Ehrenbreitstein: H. Döckstiegel, Tv. Mülhofen: I. Hannappel, Dernbach: H. Dreitbach, Weißenturm: P. Roll, Tgm. Oberlahnstein: L. Schneider, Hönningen: Fritz Wemtgen, Tgs. Koblenz. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Kreisfrauenturnwort W. Schmidt. Koblenz. Wenn auch die rheinische Mannschaft nach dem Ergebnis des Ausscheidungsturnens eine bessere Form als im Vorjahre aufweist, so dürfte die Entscheidung doch zwischen Frankfurt und Hessen fallen. Frankfurt, das in Gießen nur knapp gewann, wird in den Hessen einen starken Gegner finden. Wer von den beiden Mannschaften den Siegespreis erringen wird, ist völlig offen. meisten Siegesausfichten haben. Gießen II spielt auf dem Trieb gegen die erste Mannschaft Odenhausens unter nicht allzuhohen Siegesaussichten. Annerod I wird in Marburg auf einen Gegner treffen, der sich den Sieg nicht nehmen lassen wird. Rüddingshausen und Launsbach stehen sich in Rüddingshausen gegenüber, während Marburg II und Waldgirmes i in Marburg ihre Kräfte messen werden. Wißmar I und Hausen I werden sich in Wißmar ein gleichwertiges Spiel liefern. In der I u g e n d k l a s s e treffen sich Rodheim — Großen-Linden: Naunheim—Wetzlar: Wieseck II — Lollar; Watzenborn — Staufenberg: Beuern — Rödgen; jeweils auf dem Platze des zuerstgenannten Vereins. Handball. Am Sonntag gelangt das entscheidende Spiel um die Handball - Bezirksmei st erschuft zwischen Krofdorf I und Wieseck I in Wieseck zum In Krofdorf findet am Samstag und Sonntag ein Kursus für V e r e i n s t u r n w a r t e statt. Als Uebungsplan sind die Grundbegriffe des Hallentrainings vorgesehen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Der VfL. Weilburg weilt am Sonntag mit seiner Liga und der Reservemannschaft zum Verbandsspiel beim FC. 26 Großen-Buseck. Beide Mannschaften sind Neulinge in der Bezirksklasse II. Großen-Buseck betteltet das Spiel mit seiner kompletten Ligamann- schäft und durfte auf eigenem Platz etwas tm Vor- teil sein. CI Daten für Samstag, 11. Oktober. Se2, g4; Bd2, . ? 10 Wer ist das Weib?' W. G. Sieht neun Weiß Weiß zwei Dh8; Zügen matt. Ta5; La6, e5; Fall, daß er säule erlitt, abgebrochen. 33 39 46 52 59 und setzt in Steine: Ka8; f5. das Rad und kam so unglücklich zu einen doppelten Bruch der Wirbel- Die Rennen wurden hierauf sofort Richtige Lösungen zu den Problemen Rr. 268, 269, 270 und 271 sandte ein Herr S. Austerlitz, Gießen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. 1531: der Reformator Zwingli fällt bei Kappel: — 1825: der Dichter C. F. Meyer in Zürich geboren; — 1896: der Komponist Anton Bruckner in Wien gestorben. Alle für die Redaktton bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktton des »Gießener Anzeigers". Problem Nr. 276. Don M. M. Cudmore, London. (1. Preis in einem Turnier des „Sheffield Jndependant".) Weiß am Zuge gewinnt. Weiß drei Steine: Kd4; Lh4; Sg4. Schwarz vier Steine: Kh8; Ld6; Bb7, H7. Ein sehr hübsches Endspiel, welches zu einer bekannten Mattstellung führt. Lösung des Problems Rr. 273. Don 2. Toth. 1. Da8—g8! usw. Aekanu Mbit Serori MMnislerz vi Eitrige i a*“«u ... littinen' lif - 2 13 7 " 3 20 ’ Schachbriefkasten. M. 6., Gießen. Ihr Versuch bei Problem Rr. 274 1. Sf7 wird durch 1.....Kxc4 widerlegt. Aus der Schachwelt. Im internationalen Schachmeisterturnier zu Frankfurt a. M. siegte Rimzowitsch (Dänemark) + 9*/2 aus 11 Partien vor Kashdan (Amerika) ~iL 9; in den dritten bis vierten Preis teilen sich: Äst (Rußland) und Ahnes (Deutschland) 7; den 5. Preis gewann Colle (Belgien) 4-61/"- Im Hauptturnier siegten gemeinschaftlich Engels, Düsseldorf und Weißgerber, Saarbrücken, 4~12 aus 15 Partien vor Herrmann, Bochum, und Hussong, Ludwigshafen. +91/2: 5. wurde Fajarowicz, Leipzig, -s- 9 und 6. v. Hennig, Kiel. Die beiden ersten werden am nächsten Deutschen Meisterturnier probeweise zugelassen. Den 1. bis 3. Preis im Rheinmeisterturnier erfochten Eisinger, Karlsruhe: Orth, Darmstadt, und Vogt, Speyer, -s- 8. Als Rheinmeister wurde Vogt erklärt. 4. wurde Ruchti, Mannheim, 5. Schiefer, Köln, und 6. Schneider, Saarbrücken. Im Hauptturnier wurde bei 22 Teilnehmern Dr. Stern, Würzburg, 1. Preisträger. 2. A. Seih. Bielefeld, 3. bis 5. Dr Linder, Pforzheim, Heinrich, Ludwigshafen, und Dr. Grimm, Höchst, 6. Rechtsanwalt Strauß, Wiesbaden. Im Schachturnier zu Ebensee gewann den 1. Preis Kmoch, -j- 6; 2. Cliskoses, + 51/»; 3. Becker, + 4'A>; es folgen: Dr. Dührssen, -s-4, Dr. Gruber, 4- S1/*; Dr. Dyckhoff, 4-2; Kramer, 4-1V2: Kunert 4~ !• Im Diermeisterturnier zu Berlin siegte Kosh- dan, 4-5; 2. Helling, -MVat 3. Steiner, 4-2; 4. Samisch. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt R r. 7 5 vom 7. Oktober enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen; Falsche Reichsbanknoten; Die hessischen Reichstagsabgeordneten; Feldbereinigung Großen-Buseck; Dienstnachrichtei.. Schwarz sechs Steine: Ke4; Bc5, d6, e6, f3, g5. Endspiel Nr. 86. Don A. Troihki, Leningrad. r 65,: öulfoni °d«r 21. " Die am Sonntag in Hamborn durchgeführten) Motorradrennen wurden durch einen tödlichen Hnglücksfall getrübt. Der Hannoveraner Mörsch verlor, als er «in der Kurve an seiner Avis-Celer- Maschine die Oelpumpe bedienen wollte, die Gewalt über ‘ ‘ >9Umci'tcI ßs wv.. tj.fer v1’ W M und dem ’ U stellte dZ vt die ausge die W S ju klapper K. Aachkm leiten für Mnvorstand d< Iitt'ling. D^e Ur die Remik ’ jitung des tv< b nottven sich erste , der Firma ! ,ig von 415 T mehrtägiger 21 Korrektur der !Rödgen, 9; nunmehr ov Die staunt' m erstenmal n< trat. Es ist ände sind öd' leibung in loo listiger Mrcher inber ringsum nfc sind frisch gardinen und freundlichen entfernt: nu orbenen Pfc Schule, Hilst limlc Wiederher Urn Hand du esterheizung bei Arme zu fülle, kn standen untci tog. Gemeinde ni seines Daus hn Umgebung w c-anchmngen bei feine Mhe scher ^glichen, darf .iindersreunde si lichen Leistung verliehene goldene Medaille des Clubs überreicht. Der Präsident des A. v. D., Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, teilte ihm gleichzeitig die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Clubs mit. Deutsche Leichtathleten in Lyon. Die internationale Leichtathletiksaison in Frankreich beschließt Lyon mit einer großen Veranstaltung am 12. Oktober, zu der die deutschen Athleten Danz (Düsseldorf), Welscher (Frankfurt), Helber (Stuttgart) und Schneider (Hirschberg) am Start erwartet werden. Schwarz erreicht Rademachers Weltrekord. Gute Leistungen beim Magdeburger Hellas-Schwimmfest. Vor ausverkauftem Hause wurde am Samstag der erste Teil des verbandsoffenen Schwimmfestes des Hellas Magdeburg im dortigen Wilhelmsbad abgewickelt. Da alle Startverpflichtungeneingehalten worden waren, gab es in den einzelnen Konkurrenzen starke Felder und ganz hervorragende Leistungen, von denen die im 200-Meter-Brustschwimmen besonders her- vorzuheben ist. Paul Schwarz, Göppingen, legte die Strecke in 2:48 zurück^und erreichte damit den offiziellen Weltrekord von Erich Rademacher, den dieser im März 1927 in Brüssel aufgestellt hatte. Todessturz in Hamborn. Rollschuhlauf in der Voikshalle. Am Mittwochabend herrschte in der Volkshalle lebhafter Betrieb. Der Cisverein hatte zu einem Rollschuhübungsabend eingeladen. Der Gedanke, den Rollschuhlauf als Parallelsport zu betreiben,' war gut, es hatten sich viele eingefunden, die sich dem Sport widmen wollten. Sehr schnell waren die vom Verein beschafften Rollschuhe vergriffen: sie wurden leihweise gegen geringes Entgelt vergeben, und sofort begann der Hebungsbetrieb. Dä die meisten der Anwesenden noch niemals auf Rollschuhen standen, waren einige Stürze unvermeidlich. Indessen standen die Läufer, die vom Schlittschuhlaufen her etwas mit der Technik vertraut waren, bald auch mit den Rollschuhen auf gutem Fuße und schon nach kurzer Zeit konnte man einzelne geschickt und sicher Bogen fahren sehen. Die Volkshalle erwies sich für den Rollschuhlauf als sehr gut geeignet. Zu dem Uebunasabend hatten sich auch Zuschauer eingefunden, die die Hebungen auf dem Zement recht interessiert verfolgten. Spiel der Profis. Nicht etwa die aegenwärtige „erste" Mannschaft des westdeutschen Meisters, die an den Verbandsspielen ihrer Gruppe teilnimmt sondern die zu Berufsspielern erklärte Meisterelf von Schalke trägt am kommenden Sonntag ein Spiel aus. Es gibt in Westdeutschland einen „wilden Verband", dem etwa 40 Mannschaften, meist Firmenmannschaften, angehören und diesem Verband ist wiederum ein FC. Wuppertal angeschlossen, der sich aus ausgeschlossenen Mitgliedern des SSV. Elberfeld zusammensetzt. Schalke und Wuppertal treffen sich nun am kommenden Sonntag im Barmer Stadion und tragen acht Tage später im Stadion von Gladbeck ein Rückspiel aus. Handball-Llnentschieden in Wien. Wien —Berlin 9:9. Dem ersten Städtekampf am Sonntag auf dem Platze des Wiener Sportklubs zwischen den Auswahlmannschaften von Berlin und Wien wurde sehr starkes Interesse entgegengebracht. Trotz des durch Regen glatten Bodens zeigten die Berliner ein schnelles und eifriges Spiel und erzielten mit 9:9 einen verdienten Achtungserfolg, nachdem sie zur Pause knapp mit 6:5 die Führung an sich gerissen hatten. A. v. O. ehrt von Gronau. In einer feierlichen Sitzung des Repräsentantenausschusses des Automobilclubs von Deutschland wurde dem Ozeanflieger von Gronau die ihm in Anerkennung seiner hervorragenden f frort- msch Wsw s«-' i 10 P solche Nth hi' Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Musik. Der große Ofrerettenkomfronist Franz Lehar erschien einmal vor Gericht als Sachverständiger. Zwei junge Komponisten führten Prozeß gegeneinander. Der eine klagte den andern an, daß er ihm eine Melodie gestohlen habe, der zweite bestritt das und sagte im Gegenteil, der andere hätte sie von ihm plagiiert. Dos Gericht konnte nicht urteilen, weil die Melodien täuschend ähnlich waren. Also, ein Klavier wurde in den Gerichtssaal gebracht und dem Sachverständigen Franz Lehar beide Kompositionen vorgespielt. Als der letzte Ton verklungen war, fragte der Vorsitzende den Sachverständigen: „Ra, wie meinen Sie, Herr Lehar? Wer ist der Geschädigte?" Schlagfertig antwortet Lehar: „Offenbach!" (Lust. Bl.) Die schiefe Ebene. Werner ist Lehrling bei Tümpel & Co., erhält eine Monatsvergütung von 20 Mk., die er seinem scharf kontrollierenden Erzeuger an jedem Ultimo für die Sparkasse abliefern muß. Eines Tages bringt er nur 19,70 Mk., und gesteht, das fehlende Kapital in Apfeltorte angelegt zu haben. Der Alte erklärt, Werners Untergang fei nicht mehr fern. Werner ist darauf vier Monate brav. Aber wehe — am nächsten Ultimo fehlen wieder 30 Pf. Ein Tobsuchtsanfall Papas ist die Folge. Heulend gesteht Wernerchen einen Dananen- emtauf ein. Wiederum verstreicht ein Vierteljahr in Tugend. Da geschieht Entsetzliches. Wernerchen erscheint leichenblaß mit nur 19,50 Mk. .Da wird auch der so schwer geprüfte Vater leichenblaß. Lange glotzt er Wernerchen an. Dann brüllt er auf: 3 5 4 2 8 7 6 1 Schwarz. Weiß. 3 2 5 8 7 6 4 1 3 2 1 8 6 5 4 Schwarz. Weiß. -M öniversiläls-Cate-ßeslaDranl 06269 zu vermieten. MM. 5 • Elke W IM 4*4 D (Lust. 20 9 61? Mark 16 388 Mark 6909 D Neustadt 10 Kirchner, Treuhänder Seltersweg 46, Telephon 2627 favaron^ mildem Du /l beutel zumHädrewdschen i Tage einen Problem loidnlegt. (vollendeteAusführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage irlin siegte 3. Steiner, M" -2; Ein Blick genügt! Hier fehlt nur Hühneraugen- LEBEWOHL“. Weit unter Preis aus Treuhand-Masse: „ 21. über 21. gungsblatt. ^ungsblat! blcinb der Daul. W Reichsbank- Wabgevrdneten; Dienstnachrichin», '■ Stober. I°llt bei Aapdel- Zürich Antvn Jruchier Solide Existenz — Eine gute Sache mit der, infolge Mafsenumsah viel Geld ohne Schwierigkeit zu verdienen ist. 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Wir reinigen und flrDen Ihre Anzüge, k Kleider,Gardinen,Teppiche u»w. A und Sie sparen das Geld für X Neuanschaffungen Bekanntmachung. Betr.: Personenstands- und Betriebsauf- nahme am 10. Oktober 1930. Durch Beamte des Polizeiamts Gießen werden an alle wohnungs- und Betriebsinhaber Listen ausgegeben, die von jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung oder eines Betriebes nach dem Stande vom 10. Oktober 1930 auszufüllen und alsbald an den Hausbesitzer oder dessen Vertreter zu übergeben sind. Die Nichterfüllung dieser Verpflichtung kann mit Geldstrafe belegt werden. Die näheren Bestimmungen bezüglich der Eintragungen sind aus den Vordrucken ersichtlich. Es wird ferner noch darauf hingewiesen, daß die Personen- standsaufnahme u. o. die Unterlage für die Stcuerkartenausstellung bildet. Auf genaue Bezeichnung des Berufs, des Familienstandes und ob berufstätig oder nicht, kommt es deshalb besonders an. 6708C Gießen den 8. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Seid. * ÄÄ- M ftÄ ‘n tyon. »„•sK X Wieseck, 9. Oft. Bei der Wiederierstellung der Kirche im Jahre 1925 Kitte man aus finanziellen Gründen davon ab» ^ehen, die Kirchenorgel einer Renovierung und ,rundlichen Reinigung zu unterziehen. Eine völ- ige Wiederholung der Orgel lieh sich um jedoch nicht mehr vermeiden. Der aus den Pfeifen und dem Regierwerk lagernde Staub und -Hmutz stellte das Funktionieren der Orgel in $ rage, die ausgespielte Manual- und Pedal- latatur, die Registraturen und Trakturen begannen zu klappern und störten das Spiel emp- i!Ä>Iich. Rachdem der Gemeinderat die Repara- irrar^iten für aufschiebbar hielt, zog der liilchenvorstand den Organisten und MusiÜehrer Ti < b e I i n g, Giehen, als Sachverständigen hin- u, der die Reinigungsarbeiten im Interesse der rhaltung des wertvollen Werkes für d r i n - end notwendig hielt. Der Gemeinderat intschloh sich erfreulicherweise, nach dem Boran- ktxlag der Firma Förster & Nikolaus, Lich, einen betrag von 415 Mark zur Verfügung zu stellen. mehrtägiger Arbeit wurde nun die Reinigung mb Korrektur der Orgel durchgeführt. r Rödgen, 9. Oft. Aach längerer Pause bete im nunmehr die Kleinkinderschule wie- kr. Wie staunte das kleine Völkchen, als es mm erstenmal nach den Ferien wieder den Saal etrat. Es ist olles wie neu gewordenl Die Lande sind ockerfarben abgetönt, die Wandbe- Liibung in wohltuendem Blau gehalten, ein luftiger Märchenfries läuft in Augenhöhe der Kinder ringsum an den Wänden, die kleinen Bänfe sind frisch gestrichen worden. Weihe Scheibengardinen und bunte Sonnenvorhänge erhöhen ben freundlichen Eindruck. Die alten Bilder würben entfernt; nur eine gute Photographie des erstorbenen Pfarrers Groth, des Gründers ber Schule, hilft den Raum schmücken. Die gesamte Wiederherstellung wurde von einer glücklichen Hand durchgeführt. Eine neue Warmwasserheizung vermag die Räume mit behaglicher Wärme zu füllen. Die Wiederherstellungsarbei- ten standen unter der Aufsicht des Daurats der ifvang. Gemeinde Giehen, Architekten Meyer uab seines Bauführers Seibert. Handwerker Der Umgebung waren um die verschiedenen Aeu- cinridjtungen bemüht. Pfarrer Bönnig, der feine Mühe scheute, die Arbeit finanziell zu ermöglichen, darf des Dankes vieler Eltern und Hinderfreunde sicher sein. Jetzt ist auch der „alte ‘ttorb, starke ör M, ton & Ä* ®äMngcn »«« m | iborn. «’M tödlich«^ ?"erann werAdis,^; en wollig big! Unglücklich JU 1 n Maus sofort Schulsaal" im alten Schulhaus frei geworden. Die Gemeinde läht ihn neu Herrichten, damit er als Gemeindesaal benutzt werden kann. Kreis Friedberg. ob. Butzbach, 10. Ott. (Eigener Drahtbericht.) Hirr wurde der von der Staatsanwaltschaft Göt- tmgen wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgte Wrlhelm Meyer nach einem Betrugs- versuch in Untersuchungshaft genommen. Der Verhaftete hat sich seither in Bayern, im Rheinland, in Hessen und Hessen-Aassau herumgetrieben und sich anscheinend von Diebstahl und Betrug ernährt. Ein Betrug und ein Diebstahl ist inzwischen in Eschbach (Kreis Ufingen) ermittelt worden. Er gab sich dort als Sportwart aus und bestellte sich in verschiedenen Geschäften Sport- oder Jagdschuhe. Dor seiner Festnahme warf er einen Zettel fort, auf dem eine Reihe Adressen notiert waren. An Hand dieser Aotizen wird es vielleicht gelingen, weitere Straftaten aufzuklaren. Der Festgenommene war auch im Besitze eines Fahrrades mit elektrischer Laterne. Die Fabriknummer des Rades war ausgefeilt. Ohne Zweifel rührt auch dies Fahrrad von einem Diebstahl her. Kreis Büdingen. Ober-Widdersheim; 2. Hch. Struck; 3. Seeanner, Friedberg; 4. A. Schuster; 5. Theodor Spam er; 6. K. Wallenfels. 3. Fe st scheibe, 100 Meter aufgelegt: 1. Karl Aickel, Ober-Widdersheim, 40,37; 2. A. Schuster 40/36; 3. Hch. Struck 40/36; 4. 3. Pfeiffer 40 34; 5. Th. (Spanier 40/33; 6. Seeanner, Friedberg, 40 25; 7. Stahlhofen 40/16; 8. Aeumann, Schotten, 39, 39, 39; 9. Diehl, Gedern, 39, 39, 32 u. a. 3. Me i st e r s ch e i be , 100 Meter, Auflage. 1. A. Stahlhofen 59 Ringe; 2. A. Schuster 51 20; 3. Aeumann, Schotten, 57/20; 4. Aickel, Ober-Widdersheim, 57/19; 5. Struck 57/19, 17; 6. Wallenfels 57/19, 10; 7. Spanier 56/18. 4. K l e i n k a l i fr e r, 50 Meter, Auflage: 1. Leins 34 Ringe; 2. Struck 33/10; 3. Trapp 33 '9; 4. Süßel, Schotten, 32/12; 5. Spanier jun. 32 11; 6. Schuster 32,10; 7. Müller, Llnter-Schmitten, 31, 10, 11; 8. Hoffmann 31, 10, 10; 9. Eisenbach, Friedberg, 30'/?; 10. Kammer 30'11; 11. Aeumann, Schotten, 30, 10, 10; 12. Diehl, Gedern, 30/10. 11; 13. Zeschky, Schotten, 30/9. Die Sieger, deren Wohnort nicht angegeben ist, wohnen in Aidda. Kreis Schotten. Eichelsdorf, 9. Ott. Die zwischen Ober- Schmitten und Cichelsdorf gelegene Iunker- mühle wurde von der Moufangschen Papierfabrik zu Ober-Schmitten erworben. Dem Vernehmen nach soll sie gewerblich nicht Für unständig Beschäftigte: männliche weibliche bis 16.Lebensjahr 13 Pf. 9 Pf. täglich^ mehr ausgenuht, sondern zu Wohnzwecken her- gerichtet werden. Mit dem /verkauf dieses letzten Objekts aus der Falkschen Konkursmasse ist die letzte unserer drei Mahlmühlen für immer stillgelegt. Sie zählte zu den ältesten Mühlen des Tales und hatte bereits vor dem Dreißigjährigen Kriege eine ziemliche Bedeutung. BiS zur Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte sie als „freie“ Mühle den Junkern von Lischwitz. deren Sitz zuletzt in Gera war. Mit dem Aussterben dieses Geschlechts kam sie in landgrüflich-hessische Erb- leihe, wechselte verschiedentlich den Besitzer, wurde in der Inflationszeit zur neuzeitlichen Grohmühle ausgebaut, deren Bestand aber nua von kurzer Dauer war. 3m Verlause des letzten Jahres wurde die gesamte Mühleneinrichtung bereits veräußert, so daß nur die Wasserkraft dem Anwesen erhalten blieb. Preußen. Wenn man einen Feuermelder einschlägt! ][ Marburg, 9. Oft. Seit Einführung der elektrischen Feuermelder in Marburg werden diese oft mutwilligerweise ein- geschlagen. Heute verurteilte das Schöffengericht einen jungen Mann, der frei diesem Unfug erwischt worden war, zu vier Wochen Gefängnis, die frei Zahlung von 200 Mark auf drei Jahre gestundet werden. Auto vom Personenzug überfahren. Fulda, 9. Okt. (WEN.) Gestern abend wurde am unbeschrankten Strahenübergang Ilbeshausen— Grebenhain der Strecke Lauterbach— Stockheim das Auto des Georg Zier aus Fulda von einem Personenzug überfahren unfrjer« trümmert. Der Wagenlenker Heinrich Schmidt aus Fulda erlitt leichte Verletzungen am rechten Bein und im Gesicht. Er will die Warnsignale infolge des heftigen Sturmes überhört haben. Der Pcrsonenzug setzte mit 18 Minuten Verspätung seine Fahrt fort. Kein Raubmord bei Bad Orb. WSA. D a ö O r fr , 8. Okt. Die zur Aufklärung des angefrlichen Raubmordes an dem Chauffeur Kuhnmünch hier weilenden Frankfurter Kriminalbeamten haben ihre Tätigkeit eingestellt, nachdem es ihnen gelungen ist, den Fall aufzuklären. Die bereits mitgeteilte Vermutung, daß Kuhnmünch aus Furcht vor Strafe wegen fahrlässiger Tötung Selbstmord begangen hat, steht außer allem Zweifel. Krcis Wctzlar. ist Franz Lehar als Sa-Hve^ I führten Prozcb . den andern an, (#" ft f iie ;n Klavier ch^Sachver. mpositionen vor verklungen war, SMS»» Nicht mehr krankenversicherungspflichtige Angestellte, die jedoch noch der Arbeits- l-scnversicherungspslicht unterstehen, sowie heiroillig versicherte Angestellte haben mo- tätlich 19,50 RM. zu zählen. Gießen, den 8. Oktober 1930. allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Land. Morgen Samstag ab 8 Uhr Gesellschafts-Tanz Geöffnet bis 4 Uhr nachts Sonntag ab 4 Uhr Erstkl. Künstler-Konzert bei ermäßigten Preisen 0626} " , Ä go„ erhall /A-tÄfln# lei nichl ntergl e brav. mo K Folge. inanen- Aernm^ 0 Salti : Gen an- Oerne^ Hühneraugen - Lebewohl und Lebewohl - Ballenecheiben, Blechdose (8 Pilaster) 75 Pf..Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken undDro- gehen. Sicher zu haben; Medizinal-ürogene Hau Hindenburg, Seltersweg 68a; Löwen-Drog. W. Ml« binger Nadtf., Seltersweg 79a; H. Noll, Ludwigs- platz-Drog. und Neustadt-Drog ; Oermanla-Drog. C. Seibel, Frankfurter Straße 39; O. Wlnterhoff, Drogerie, Kreuzplatz 9-10. 3682V Oberheffen. Grünberg bekommt einen Beruföbürgermeister. 4- Grünberg, 9. Oft. Aach einer Mitiei- pirg des Kreisamts Gießen an die hiesige Bür- c-meisteret hat der Minister des Innern die rtsfahung für die Wahl eines Berufs- urgermeisters in der vom Demeinderat clHloffenen Form genehmigt. Aach ^5^^- mng derselben im Amtsverkündigungsblatt für xti Kreis Gießen und nach ortSübücher Be- eWtmachung in der hiesigen Gemeinde wird ^nächst die Stelle zur ° H e n t11 $ e n Ausschreibung kommen. Die Wahl des Be- i^bürgermeisters erfolgt nach § 2der Orts- ojung durch den Gemeinderat. Grunberg^ wird eher in absehbarer Zeit wieder einen Burger- teiftcr erhalten, nachdem fett 10. Januar 1929 er seitherige Bürgermeister Jockel wegen eines ! fziplinarversährens vom Amte suspendiert war nb seit dieser Zeit Beigeordneter Keller dte fürgermeistereigeschäfte versah. Die ^?rt^zeit rr Bürgermeister Iöckel wäre Mitte Oktober 931 beendet gewesen. Landkreis Gietzcn. Zwangsversteigerung 10/30 Am Donnerstag, dem 16. Oktober 1930, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Innocen; krack und Lhe- frau, Lina geb. Lipp, in Gießen zugeschrie- I bene Anwesen Am Riegelpfad 56 Betten, Matratzen Deckbetten,Kissen Steppdecken usw. Bettwäsche Manufakturwaren aller Art Baby-Artikel Kinderwagen im Lokal Gebr.Weil bad) Innerhalb der einheimischen Unternehmer ausgeschrieben werden soll. <> Hochelheim, 8. Oft. 2m Alter von nahezu 80 Jahren starb die Hebamme a. D. M aria Schaum von hier. Die Entschlafene hat den Heframmendienst in unserer Gemeinde 35 Jahre lang versehen und sich dadurch allgemeine Wertschätzung erworben. Auch die hiesige Postagentur hat sie nach dem Tode tfrte» Eyemanncs trotz ihres hohen 2Uters noch mehrere Jahre verwaltet. Serhner Sorte. Berlin, 10. Okt. (WTB. Funkspruch.) Rein stimmungsmäßig zeigte auch der heutige Frühoerkehr weiter schwächere Tendenz. Umsätze kamen bisher nid)t zustande, und Kurse wurden ebenfalls noch nicht genannt, da die Spekulation sich äußerst abwartend verhielt. Einerseits ist noch nicht crsichtlick), ob das Publikum weiter Abgabeneigung bekunden wird, anderseits weiß man nicht, ob die matte Haltunades gestrigen Neui)ork und die von dort gemeldete Maklerinsolvenz hier noch Positionslösungen zur Folge haben wird. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,84, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 48,20, London gegen Kabel 4,8590 London gegen Berlin 20,4225, London gegen Buenos zirka 38,75, Kabel gegen Berlin 4,2013. Frische Bücklinge aus heutiger Sendung, -Lfd. 42 kräftige Qualität.............. Mk. Mk. 6.50 Mk. hefro GIESSEN Bahnhofstraße 14 Seitersweg 31 6718 A Olflo Cbfhmotno besonders auch kränkliche, 44ue i9U)U)euie, zurückgebliebene und ommer- 163D RASSOL 1 gr. Fl. Mk. 1.75 Herren-Handschuhe la Trikot, mit warmem Halbfutter . Damen-Handschuhe la Trikot, mit warmem Halbfutter . 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E i--G" es A c 9 .2 -e- A22 ZIZ E E GZ B-N -r: e, '— B .EBSltS Ie^ez 3.25 <3 e sSz a es «v E 8 6.90 -§2 e e «-2ä Hz ol9£EZ‘ ZZL *E E n r? = 2.Z S 2 sö^sZL'K O • _ ■e e 6.95 s&?§ e LZ E •ftü 55 E ZNE % LE «» §§Kä§| Q a>-° u. c «ft ir? ai O# — 6» W • g^Ä-Ee O "b — E f« 8 G «3D "5 i Z * äZ 8 Ztz'LLZeN . & O _ •£ R 2e sgsz § - j-(9 --->- o G-2N- = e '§ €a G^c g 5 «Ü R e /°(9 ■e- e z straßeji 2 19 E^ ® 8 E cr-lß ,L - E L € 3S 2==-^ E S L^S) z^>IZ E © 2 3«1 L 19 £-E-o a IS Üf SE c w Q L E^L 2* 9 b c L Z ZI = 2 •D 2 55 »-■ © -= ZL 5="S LL «s g = z in: 2 8 A S N-Z B k-r cH(9 38=£g3 L 55.= 55 ÄJL© ■s es & E = g e E -n ±! O tO € 19 e~£ ä E_ x 8 E E J8 g 8 c o 1- E&- E o 2- L^. Q ■e = E- « E; • - o W •ei arg E = e“ z z z s$ 2 L ■e § 2. = « a ? - -o e Z § uT •& z^ h.e © ~(9 e-- «s I-S EI9 A = o5E^’ fS ^es- ZL U E^ 3 2 3® 0 y si c «n t= o .= 19 o q- ■ (9S ®A F ' - u -e 3 3 LL 0 3 a-55 s-i Z§ «4 S^X5 2 .e . “2u ic© 8 ___ 'Z 'Z es 59 v E ’S ’S C 3 2 o •-S§geA CK -Em >- «o 3 Z c E E c ZK^§ I^EL E E 8 ° sgJjsS* 3 Ä C tfl L» X.S a C- i=- O Xu —e S "C —H 5; ä. E E °ZZ^Z§ o S CXdC^ 2 z § s E^u ZL ©^ ^S*g ei E-- . ä E £ e .E .-^Z z . - EttrZ es >° « °E •£<■§ c I » o “ o = E _>2 i- u. ,p. CT. •» e“".B L li L^- cr8^E€E tA E^= * Ü SZL E^sr.E 5 r-^ 2 «*1 c e ,-e s z 2 «*'— £ § 'S —. a 3eZ c, e m 55 q e = 3 ,7; "C g.J^(9 "•*§ 5'c X vO = aA(9 s^oä EeEce35 a-Jz7a? ,;=ä 5 2 E =■•■ «ft E Ef§ Z O-L^Z 7 »* 2 2<9 ^ZE- = .B©-~ o 3 o • S) cX« ä E «®Z '2 — 2 - ___3gjg:go3c^ NZZ 8-Z § JS-JC. <9^. « e o __ w 5® IZ2 XD e 3 a 19 3 E 2 - = *C" u. c .B k -2 0 — L-2 ±a .0 =3 es: 6 ^2Jh«- H^c c Z E- c ■ r 5 5 = = ., E II ZN E — s: ziizg 8Z.8 aL^ZAI S®?-ea 7^2 L^- |§#E5E Ha3§« = |s 2 gLZ-L " ° ^L-c- K.E^tiS 55 js-tti-lDto DGL 5üs eZ g Ea®f E 2 a 3 W 5 E ” i- XD . -e p _ s =£ eu) «e Y o c _ •oxig e "-Set •'M-« «SD p 2? ^Zs° e ~ j-esz C EX ke'=eSs 55? ° — . j= .= 3 _u=eg ZI ■ft E —— -L- äc? ErS-^ _ e- • BC?_ s-Z 2"Z.L°ZIZ^ eö E EA SH15 Ä5g,E^g c-c s* c ^KZLs ESSE |=|4l ZJ2 B v •*» a "tS — ^. M ’ W C AJ A- u — ■£S^ 2 2a Sa- .«-£2 |Z| ELZ = tÖZl © 4Z4Z: © .f — .ft C 3 c ‘oif-“ C X3- KD.EI - =© E o ~ E ®LG «Eg©l«§ 4L°EZ-S &SL.Ö K »» LZ-E Og^^Age E« - ° =s=”f ■R t 3 o 2 Ec — “e-e-E E 3 © w E*- ° 2-' s$ f^5 paS.= IG L© Z „ E s- gell SE3£äS'" ~ T7 «y c _ 3 v-,-poO:tJErc Six’^äj 9€? e G |e7^Z 2 51^ L-E S c-s o g u3 E C 5^" g.Si «ft »-*■ E .. 3 E e -2gS c o. E XD * «ft Q. 55^»^ « 9C »Z e £55 pA t: ZI^.Z 22 «X t: g :o Z o =5:3 B ** M g-E*-S eE- 3 5 k- i— =5 2 Q .2 55 . ’S5 e E Z> _ >- r €b .z = 51 .= co -. K> «ft E 2 Z g? 3 5 e ja E e E O 2» Joa (9 5 G^-Z 'g. .S'ÜRC^ .ftEX^KA ’r _ 32*© ±p?B 3 : es u dTLYd^a <55 '" bÄ*"rtÜ' troff?”- Jj| dell' 6ul\ ^?FKieOie» UNO '° v '-1 E -= G».G» G> 25. v C EZ^EAgff^ E w U-: i.E eo b, e 2 = _ u v3 — — Q G> ro£® 55 © "ZA Z -x K'ElflX © cw E _____©._ B 2= "”2 § 2 fi^l E 3 B - er. - L^ L- E ZA «ft O •— «u, «K G. W U2, «ft sE2 e" § o 3 -a“Zavc, °2«: E^ZZA' . 3 c^.! §«• 9 Z -' Zs E * □ A a 55 _ Beagle e^s I 0 " EL a-e- -ge S8 v Z I" ez-EZs to*c"e ^ZI4^z «Z.U)«L = ° ra Z = B £-2‘“ Z7SS° 9 0 3 »* *2 E «1D^ 2#^ G 8 8 2 to 8 8 tl ■e ■ ■ - ■ - Hi 8 E Xft Q e= c E 8 z R G e L © 8 S 2 8 3L 'S* - - n 3 1 - □ ö 3 «i* 3 H- ö® ss䮑 S a 6its -. CT — I 3 §3 -, cd 3 re 3 ^A 6^5" 5 ö'i’8‘2 D 8 WZ'Z 3J*? 613 =5-5 p. =.■ * £ 3 p: 3 3 3 5 ° ‘2C3 #3 A A 3 ä ul 3 w 3 ? 8 2.S" 3 L3 :■«> 2.ä- P:° 8 ffl3 8 - o Zs 2. 3 2.-3* ?s ■*3 !-S 31 3’« ;• cn ?Z 5-P 3 g —■ re ct3 3 *“>55 ;■ 2.-3* S g2 83 D 3 D ® 5 r? O CT = 3ES CA*51 Hl 2 • 3 re o -■ 61--3 J 2,Sri Sg'ffl’S ysj 8>Z 3 ««8: 82 3 @®3’3 = 52%, •3 S 65 £ 5 S* 3 -3*® 51 = 3 3 «2S=- äo ÖS- s^ 2-2.2 e ö □PA o i-e 615 8 3-. ■0^5 — iS 2 !-P (D o v> 3Z- S^CTD fS?3 ■% -Tp* O ro 3-5. 81 83a .® LS ■ «> ■-»cy 53 o i 8 3,2- s« 2. ff 3 3 3 ^«2 Z3Z tsa t3 S I« 2-r§ g yp S.Ö3«? 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Z eben wie au t Heinz Gut Oes 3nteref| sah durch d nnimentenbi '^chometers a»i Skala-E »Hundertz M Degeist« Doktor (Bi nen Art: , ßcben am C ^an must 1 ? Quelle V'nterm Öse, flFN Tu -^onmieni 5? ^n: 2 erröte, » 4 ^hinten' obsten x, A."ätau a ?» nun .Das wa QI?" rnQ' föen Gr Jbetmüfj netQfiett nuten. kn hnCtte «?d h™Nö » \ ,c n«, tl. 3 S ® 3 3 § «XsÄzE p-0-2,5 S:6ie3 re —re re re rv A 3 5 2 CT re ^y D 610 SZZ.DZ 8 ** 3:3 ^5 g>? "> 3CTgC3^612 3 Cfl - Die mit den britischen Flaggen geschmückten Sarge werden im Hafen von Boulogne an Bord der englischen Kriegsschiffe gebracht. ________________________ WMW-eiMM Roman von Hans Friedrich. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 1. Fortsetzung Nachdruck verboten Hinter Augsburg gab der Chauffeur wieder Vollgas. Die schnurgerade Teerstraße führte so eben wie auf einem Tisch nach Süden. Heinz Gutenberg, her schon immer ein brennendes Interesse für technische Dinge in sich spürte, sah durch die Verbindungsscheibe auf das 3n- ftrumentenbrett. Die dünne, stahlblaue Radel des Tachometers zitterte nervös auf dem Teilstrich am Skala-Ende. „Hundertzwanzig Kilometer!" sagte Gutenberg mit Begeisterung. Doktor Berger nickte, bemerkte in seiner trockenen Art: ..3n diesem Tempo müssen Sie das Leben am Schopfe packen, mein lieber Gutenberg. Man muß nur herausgehen, muß das Leben an der Quelle studieren und einfangen. , Daheim hinterm Ofen wird man blind und taub.“ Heinz Gutenberg dachte an feine freiwillig übernommene Mission. Und Befriedigung kam über ihn: Wenn dieser fanatische Wunsch, diesmal ans Ziel zu kommen, mit demselben feurigen Willen Hand in Hand ging, dann mußte es in absehbarer Zeit einen Erfolg geben, einen Erfolg-- Er errötete wie ein Schulbub, als sein Fahrt- genosse auf das anspielte, was dahinten lag. Dahinten — das war die engere Heimat mit dem liebsten Menschen auf der Welt. „Frau Gertrud wird gar nicht glauben, daß Sie nun schon durch sechshundert Kilometer von ihr getrennt sind." Das war wie eine frische Wunde, die schmerzte, wenn man daran rührte. Sofort bekamen die Augen Gutenbergs einen nach innen gerichteten schwermütigen Ausdruck. Der andere schielte int erfriert herüber, beobachtete zwei, drei Minuten, lenkte dann ein: „Ra, na, das kann eine nette Geschichte werden, wenn Sie schon jetzt den Kopf hängen lassen!" Das sollte aufmunternd, vielleicht auch tadelnd Hingen, fiel jedoch zu ernst aus. Und fast im selben Augenblick, da Derlagsdirektor Dr. Berger diese Worte cnrssprach, bekam er selbst die Wirkung davon zu spüren. Vorwurf stellte sich auf: Ein Wagnis war diese suggerierte Mission, eine gefährliche Studie, die entweder glückte oder schief ging ... Und wenn die Sache mißlang, büßten zwei Menschen ihr Glück ein, ihre Liebe oder das. was sie dafür ansahen ... Kamen in Herzensnot, die viel würgender war, als die jetzige des Leibes ... „Verfluchtes Experiment!" Dr. Berger erschrak fast über seine eigenen Worte. 3m letzten Versuch, alles rückgängig zu machen, wandte er sich an seinen Begleiter: ..Herr Gutenberg — wenn es Sie reut — — ich schicke den Wagen morgen nach Hause — Sie können wieder mit heimfahren ...“ Und wie in Flucht vor sich selber: „Es ist möglicherweise besser so." Aber da stieß er auf heftigen Widerstand. „Ausgeschlossen!" protestierte Gutenberg. „Halten Sie mich für einen Feigling, für einer Deserteur, der sich selber untreu wird?" Er sprach sich in Ekstase. Wie weggescheucht waren die flügellahmen Gedanken, die sich an das neue Kapitel scines Lebens gewöhnen wollten. „3ch halte durch, verlassen Sie sich darauf, Herr Doktor!" Etwas ruhiger: „Es gibt nur diesen einen Weg." Der Wagen holte einen Motorradfahrer ein, hängte ihn im Ru ab, obgleich die kleine Kon- turren; auch ein hübsches Tempo fuhr. Heinz Gutenberg sah durch die Scheiben, daß der Sportler eine rote Baskenmütze trug. Quer über den Rucksack war ein Gestell geschnallt, das ein Stativ ober eine Feldstaffelei fein konnte. Aber dies war nur ein schattenhafter Rebeneindruck. Länger in der Erinnerung würde das wie im Flug erhaschte Profil bleiben: Ein weich und doch so seltsam herb geschnittenes unmännliches Gesicht. Dann kamen neue Eindrücke, die sich einander ablösten, zurücksanken in die Vergessenheit oder sich aufsparten an der Schwelle des Unter- bewuhtse'ns. Landsberg am Lech. Der Chauffeur hob den Kopf unmerklich näher an das Sprachrohr. Von hinten kam kein Befehl. Also weiter. Man wollte noch am Abend in Garmisch, dem Ziel dieser über Nürnberg durchgeführten Gewaltfahrt, fein. Dom Schauen etwas ermüdet, lehnte sich Guten- berg zurück in die Polster, überließ sich für einige Minuten feinen Gedanken. Dr. Berger neben ihm hatte die angerauchte Zigarre in den Aschenbecher gesteckt und war eingenickt. Der junge Blonde lächelte, die Augen von dem Schlafenden wendend. Dr. Berger war doch em guter Mensch, einer von denen, wie man sie heutzutage gar nicht mehr vermutete! Diese Alpenfahrt war fein Werk. Er hatte Heinz Gutenberg, den hoffnungsvollen Schriftsteller, mitgenommen. So sparte der nicht mit Glücksgütern Gesegnete öaä tfafjrgelö. Aber auch einen angemessenen Vorschuß hatte der Verlagsdirektor seinem Schützling mit auf den Weg gegeben. Weitere Zuschüsse waren ihm m Aussicht gestellt worden, wenn-- 3a, wenn--! r r . . Da war Heinz Gutenberg schon wieder mitten drin in seinem „Problem" ... Wenn das glückte! Wie ein Rausch war es seit jener denkwürdigen Unterredung im Direktionszimmer der „Abend- post" über den jungen Schriftsteller gekommen: Er sollte einen Roman schreiben, sozusagen nach lebendem Modell, so, wie er ihn selbst erlebte! Dr. Berger setzte großes Vertrauen in Heinz Gutenberg, aus dessen Feder schon mehrere größere Arbeiten in der „Abendpost" erschienen waren. Das war doch mal ein Anfang! Aus eigenen Mitteln hätte der Schriftsteller diese Reise schwerlich antreten können. Er war seit zwei 3ahren verheiratet. Und das Leben in der Stadt war so teuer! Allerdings, der Abschied von seiner jungen Frau kam ihm hart an. Man durfte nicht daran denken. Den letzten Kuh würde Heinz Gutenberg nie vergessen. Und wie tapfer Gertrud geblieben war! Rur ihre großen, braunen Augen hatten in einem ungewohnten Schimmer geglanzt. Gott, ja, das war nicht so einfach. Man konnte unterwegs verunglücken, in den Alpen abstürzen. Bann wäre es ein Abschied für immer gewesen. Gutenberg schüttelte diese Gedanken ab und lachte .. . Run stand er isoliert, frei von inneren und äußeren Widerständen, nur auf sich und seine Tatkraft angewiesen. Und die große Frage brannte unausgesprochen in feinem Herzen: Wie wird das enden? . * * Als Gutenberg am anderen Morgen auf die Hotelterrasse trat, war kaum noch ein Stuhl frei. Sonne und Himmelsbläue hatten auch die Langschläfer schon aus den Federn gelockt. Hier konnte man bereits beim Morgenkaffee die erhabene Schönheit des Wettersteingebirges genießen. Rach einigen Stunden gelang es Gutenberg, noch einen Stuhl an einem Ecktilch zu bekommen. Es faßen noch mehrere Personen da, die kaum Ro.iz von dem neuen E ast nahmen. £1 chtige Begrüßung, dann saß er. Aber das Frühstück wurde ihm verleidet durch den aufgeregten Menschen- schwärm. Das kam und ging, summte und brummte durcheinander wie in einem ^-beliebigen großstädtischen Speisehaus. Gutenbergs Blick hing weltverloren an dem Panorama. An Hand der Karte hatte er sich schon vorher in seinem Zimmer orientiert: 3m Vordergrund iah er die blaugrünen, bewaldeten Hänge des Risserkopses und des Kayensteins, im Hintergründe die weißen Felshäupter her Alpspitze, des Warensteins und der Zugspitze. Für Minuten vergaß der Schauende sogar den lauten Betrieb, der ihn umbrandete. Herrgott — schoß der Gedanke in ihm aus — wenn das Trude sehen könnte! Das arme Hascheri wußte ja auch noch nicht, wie schon die weitere Heimat war. 3n der 3ugenö gebüffelt und gestrebt, alle Voraussetzungen für eine einigermaßen geordnete Zukunft erfüllt und dann — ah, dann blieb das Leben doch so manches schuldig, dann kam alles ganz anders als erwartet ... , Tellerklirren riß den Rachdenklichen in die Gegenwart zurück. Eine sympathische Frauenstimme neben ihm gab dem Kellner eine Bestellung auf. 3etzt erst hielt Gutenberg Umschau in seiner Rähe. 3hm gegenüber faß eine fünf- köpfige Familie Schwaben. Der Dialekt verriet sie. Und rechts neben ihm eine junge Dame. Er streifte flüchtig ihr Profil. Erschrak. — Wo hatte er diese Heroen und doch so kindlich weichen Linien schon gesehen? Er suchte in der Erinnerung. Es fiel ihm nicht ein. Und weil man so dicht beieinander faß und in der Fremde die Menschen sich leichter aneinanderschließen, kam ein Gespräch in Gang. „Sie sind gewiß auch aus Sachsen?" fragte Gutenberg nach den ersten belanglosen Redensarten über die Fernsicht. Die Brünette nickte bejahend. „Aus Dresden." Und belustigt: „Man kann noch so neutral hochdeutsch sprechen--immer wieder wird die Zunge zum Verräter." Gutenberg mutzte ihr recht geben. „Dann sind wir Landsleute. 3ch bin aus Chemnitz." Ein weicher Schimmer huschte über das braun getönte Gesicht des Mädchens. Der Mann deutete es auf Freude. „Wollen Sie hier bleiben?" Der junge Blonde lieft die Mundwinkel hängen. „Ich weift noch nicht. Offen gestanden: Mir ist das Leben hier zu — — zu —" Er suchte augenscheinlich nach einem passenden Ausdruck, sagte dann: zu mondän. Cs herrscht zu viel Betrieb. Und das patzt nicht in mein Programm." Er hielt plotzuch inne, als habe er zu viel verraten Auch fühlte er die Augen des Mädchens auf sich gerichtet in einer forschenden Reugierde. Die Same aus Dresden nickte verstehend. „Sie suchen die Einsamkeit ..." Und wie entschuldigend fügte sie hinzu: „Ich kann Sie verstehen ..." Mit diesen Worten rührte sie unbewußt an eine Saite tief im Wesen des Mannes und brachte sie zum Erklingen. Gutenberg lachte etwas gezwungen. „Ich glaube, man sieht mir das an .. .T* Run mußte auch das Mädchen lachen. Dabei sah er zum erstenmal voll in ihr Gesicht. „Cie hat blaue Augen, die so seltsam zu dem nußbraunen Haar kontrastieren,“ dachte er nicht ohne Gefühl der Freude. Vielleicht war es auch eine Art überschwänglicher Bewunderung. Und wieder stellte sich die Frage ein: Wo Hove ich sie schon gesehen? (Fortsetzung folgt) Der Aufnahme dieses Verkehrs zum Frühjahr nach st en Jahres gerechnet werden können Die Verfrostung der Landpost von Gießen aus wird, da hier die erforderliche Halle schon vorhanden ist, voraussichtlich vom Aovcmber ab bereits möglich sein. Der Landpostkraftwagen wird von Gießen aus folgende Plätze befahren: Flugplatz, Rödgen, Trohe, Älten-Buseck, Großen- Buseck, Beuern, Bersrod,' Oppenrod. Harbach. Lindenstruth. Albach, Steinbach, Forsthaus Hoch- Wart. Es werden täglich zwei Fahrten, und zwar vormittags und nachmittags stattfin- den. Bei jeder Fahrt können mit diesen Wagen zwei bis drei Personen mitbefördert werden. * Als Gesamteindruck dieser Konferenz kann man mitteilen, daß die Reichspost in der Tat ernstlich und in m^erkennenswerter Weise bestrebt ist, ihren Aufgaben gegenüber der Bevölkerung und der Wirtschaft in weitgehender Weise zu entsprechen. Wirtschaft. Befriedigende Beschäftigung bei der ZG.-Zarben. lieber das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres der I G. - F a r b e n i n d u st r i e AG. wird berichtet: Die Lage hat sich gegenüber dem zweiten Quartal im allgemeinen nicht verändert. In Farbstoffen und Färbereihilfsprodukten entsprechen die Absatzverhältnisse denen der beiden vorangegangenen Quartale. Chemiekalien und Lösungsmittel sind nach wie vor etwas abgeschwächt. In Pharmazeutika befriedigt der Absatz: das Exportgeschäft in einzelnen Ländern bat sich ausgedehnt. Trotz der kritischen Lage der Landwirtschaft macht der Absatz in Pflanzenschutzmitteln weitere Fortschritte. Die Kapazität der Kunstseidebetriebe wurde voll ausgenutzt. Die Verkäufe in Deutschland bewegten sich auf gleicher Basis, wie im Vorjahre. Acetatkunstseide ist bet festen Preisen stark gefragt, ebenso Vistrafaser. In Photographika einschließlich Kinofilm hat der Beschäftigungsgrad der Fabriken traf; der ungünstigen Wirtschaftslage den Erwartungen entsprochen. Die Verhandlungen mit den europäischen Stickstofferzeugern führten am 9. August zilin Abschluß der Convention Europeenne de 1 Industrie de l’Azote (CIA) und zu einer Einigung mit der chilenischen Stickstoffindustrie. Sie* in der CIA zusammengeschlossenen Produzenten umfassen mehr als 98 Prozent der europäischen Stickstoffer- zcugung, mit Chile etwa 80 Prozent der Weltkapazität. Nach Abschluß dieser Verhandlungen und nach Bekanntgabe der Preise wurde das Geschäft in Stickstoffdüngemitteln lebhafter. Auch im Ausland war der Absatz befriedigend, insbesondere in Salpetersorten. Die neuen Preise bieten fast durchweg gegenüber der 'Regeluna für das vergangene Düngejahr durch stärkere Staffelung, namentlich für die Herbstbestellung und den früheren Bezug in den ersten Wintermonaten, größere Vorteile. Durchweg gesenkt sind die Preise für salzsaures Ammoniak, Kalkammon, Montansalpeter und Kalkstickstoff. Das Zusammenarbeiten in der Kohlehydrierung mit der Standard Oil Co. of New Jersey entwickelt sich nach wie vor günstig. Alle großen Delraffinerien mit einer Gesamtkapazität von annähernd täglich 3 Mill. Barrels haben sich der Hydro Patents Co. angeschlossen. Die Standard Oil Co. selbst hat bekanntgegeben, daß die Ergebnisse der am 7. August in Baywciy in Betrieb genommenen Anlage zur Hydrierung von Erdöl die Erwartungen übertroffen haben. Hypoihenbankenfusion. Die seit längerem zwischen der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken einerseits und der Preußischen Eentralbodenkredit- und Pfandbriefanstalt AG. und der Frankfurter Hypo- thekertbonk anderseits schwebenden Verhandlungen üüer eine Reugruppierung im deutschen Hhpo- khekenbankgewerbe haben zu einer Einigung der beteiligten Instanzen geführt. Den auf den 11. Oktober anberaumten Aufsichtsratssitzungen der beteiligten Banken werden folgende Anträge unterbreitet: Die Centralboden- und Pfandbrief- Hank übernimmt im Wege der Fusion die Preußische und die Schlesische Doden-Credit-Actien- Bank. Die Frankfurter Hypothekenbank übernimmt die Frankfurter Pfandbriefbank AG. daselbst. Die Deutsche Hypothekenbank in Meiningen übernimmt die Norddeutsche Grund-Credit-Bank in Weimar und verlegt den Schwerpunkt ihres Geschäfts nach Weimar. Die Centralboden- und Pfandbrief-2an5 und die Frankfurter Hypothekenbank treten mit der Deutschen Hypothekenbank, der Leipziger Hypothekenbank, der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank und der West- Da Mchsbankdiskoiit um 1 Prozent erhöht. Berlin, 9. Ott. Die Reichsbank hat — wie in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon berichtet wurde — den Wechseldiskont mit Wirkung vom 9. Oktober um 1 v. h. von 4 auf 5 o. H. und den Lombardzinsfuß von 5 auf 6 v. h. erhöht. Oie Begründung. Zur Begründung dieses Besck)lusses führte Reichsbankpräsident Dr. Luther aus: In Uebereinstim- mung mit der zunehmenden Erleichterung der wichtigeren ausländischen Geldmärkte, wie auch des inländischen Geldmarktes konnte die Reichsbank seit dem Herbst vorigen Jahres ihren Diskontsatz allmählich von 1% v. H. auf 4 v. H. ermäßigen. Dabei war stets klar, daß ein Diskontsatz von 4 v. H. in Anbetracht der allgemeinen Zinsverhältnisse in Deutschland ein sehr niedriger war: seine Aufrechterhaltung war aber solange gerechtfertigt, als trotz des niedrigen Satzes dauernd noch Gold und Devisen zuströmten und die inneren deutschen Anlagen sich dauernd verringerten. Dieser Zustand hat sich in den letzten Wochen geändert. Die Reichsbank sah sich bei gleichzeitiger erheblicher Steigerung der von ihr $u befriedigenden Kreditansprüche zu beträchtlichen Devisen- und Goldabgaben genötigt, so daß sie nunmehr glaubt, vorsorglich die in solchen Fällen angezeigte Maßnahme der Diskonterhöhung, und zwar im Ausmaße von 1 v. H., zur Anwendung bringen zu sollen. Rechtzeitig Vorsorge. Die Reichsbank hat, gewiß nicht leichten Herzens, den Disko nt sah von vier auf fünf Prozent hinausgesetzt. Sie hat sich zu diesem zu unserer Wirtschaftslage durchaus nicht passenden Schritt entschlossen, um dem Devisen- a b ft r o m, der zu einer empfindlichen Verminderung unseres Goldbestandes geführt hat, Einhalt zu gebieten. Ob der gewünschte Erfolg in die Erscheinung treten wird, bleibt ab zu warten. Vorläufig sieht es nicht so aus, als ob die Fran- zosen damit aufhören wollen, die kurzfristigen Kredite zurückzuziehen. Auch die Kapitalflucht scheint noch immer anzuhalten, die ebenfalls in die Devisenbestände der Reichsbank große Lücken gerissen hat. Aber das alles sind doch nur Vorgänge, die unter normalen Verhältnissen niemals sich eingestellt hätten. Sie lassen sich aber nicht nur mit unserer Finanz- und Wirtschaftskrise, mit unseren politisch unerfreulichen Zuständen und der mehr als notwendigen Zurückhaltung der Reichsregierung begründen. Den eigentlichen Anstcß zu dem Goldschwund bei der Reichsbank hat e ste unverantwortliche deutsche Ber.chterstattung gegeben, die gleich nach den Wahlen davon wissen wollte, daß die Rationalsozialisten nun zu den Waffen greifen und einen Bürgerkrieg entfesseln würden. Dieses törichte Geschwätz ist im Auslände aufgegriffen und weiterverbreitet worden. Die uns feindliche Presse hat noch mancherlei hinzugedichtet und mit ihren Märchen auch überall Glauben gefunden. Diese tendenziöse Berichterstattung aus parteipolitischer Animosität hat eine verheerende Wirkung gehabt und unsere Privatgläubiger veranlaßt, schleunigst ihr Geld aus Deutschland herauszuziehen. So kam die unnatürlich große Rachfrage nach Devisen, namentlich nach Frank-Roten zustande, die nur durch die Abstoßung erheblicher Goldmengen befriedigt werden konnte. Roch ist die Gefahr einer Unterfdjreitung der vorgeschriebenen Golddeckung, also einer Gefährdung der Mark nicht in greifbare Rähe gerückt. Trotzdem hat die Reichsbank es für ratsam gehalten, auf dem Umtoege über die Diskonterhöhung rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Daß sie von dem Kurs ihrer bisherigen Diskontpolitik, die seit Anfang dieses Jahres eine ständige Reduzierung des Diskontsatzes im Auge hatte, abgewichen ist, war gegenwärtig unvermeidlich. Man darf aber wohl annehmen, daß die Erhöhung in dem gleichen Ausmaß, wie sie erfolgte, sofort wieder rückgängig gemacht wird, sobald wieder eine allgemeine Beruhigung eingetreten ist und die drohenden Gefahren endgültig beseitigt sind. Reue Zinssätze der Giempelvereinigung. Berlin, 9. Oft. (WTB.) Wie WTB.-Han- delsdienst erfährt, hat die Sternpelver- c i n i g u n g aus Anlaß der Erhöhung des Reichsbankdiskontsahes auf 5 Prozent beschlossen, mit Wirkung vorn 10. Oktober d. I. die Haben- Zinssätze für täglich fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung auf 2,5 Prozent p. a„ in provisionsfreier Rechnung auf 3 Prozent p. a. festzusehen. Der Zinssatz für Einlagen auf Bank- fparkonten bleibt unverändert. Entsprechend der Festlegung des Soll-Zinssatzes auf 1 Prozent über Reichsbantdiskontsah beträgt dieser fortan 6 Prozent p. a. Zusammenkunft der Zentralbankenleiter in Basel. Berlin , 9. Oft. (WTB.) Wie wir erfahren, entsprechen die in der ausländischen greife erschienenen Rachrichten, wonach die Leiter der Zentralbanken von Deutschland, Belgien, England, Frankreich und Italien beschlossen hätten, zusammenzukommen, um die Frage des Abflusses von Gold aus der Reichsbank und die Mittel zur Unter st ühung derReichs- b an f zu erörtern, nicht den Tatsachen. Richtig dagegen ist, daß der Präsident der BIZ. für Freitag eine Zusammenkunft der Präsidenten und Gouverneure der genannten Zentralbanken nach Basel einberufen hat, um verschiedene technische Fragen, wie z. D. den Z i n s s a tz der Bankdepositen zu erörtern. Die Frage der Goldreserve der Reichsbank wird, wie zuverlässig verlautet, nicht berührt werden. deutschen Bodenkreditanstalt in die Interessengemeinschaft der Gemeinschastsgruppe Deutscher Hypothekenbanken ein. Sämtliche Fusionen erfolgen unter Ausschluß der Liquidation. * * D i e neuen Monopolpläne. Unter den neuen Monopolplänen, die zu einer Kontingentierung bestimmter Einfuhrwaren dienen sollen, steht an erster Stelle neben dem etwas phantastischen Gedanken eines Reismonopols ein Monopol für Südfrüchte. Tatsächlich hat seit der Vorkriegszeit die Einfuhr an Südfrüchten eine außerordentliche Steigerung von 3 Millionen Doppelzentner im Jahre 1913 auf 4,9 Millionen Doppelzentner im vergangenen Jahre aufzuweisen. In den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres ist die Einfuhr mengenmäßig mit 4,98 Millionen Doppelzentner bereits großer, als die Gesamteinfuhr von 1929. Der Hauptanteil kommt Apfelsinen und Mandarinen zu, es folgen dann die Bananen, deren Einfuhr fast vollständig zollfrei möglich war. Durch die Einführung eines Monopols würde die Kontingentierung des Imports möglich, die vielleicht zu einer Entlastung auf dem Jnlandmarkt für deutsche Früchte führt. Allerdings muß dabei mit heftigen Gegenwirkungen der betroffenen Staaten gerechnet werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 10. Okt. Tendenz weiter schwächer. — Der Kursabbau setzte sich an der heutigen Börse fort. Unter dem Drucke der gestrigen Baisse schritt die Dispositionskundschaft zu Verkäufen, und and) die Spekulation gab ab, da die schwache Haltung der gestrigen Neuyorker Börse und die dortige Maklerinsolvenz die Stimmung weiter verschlechterte. Eine fortbestehende Belastung der Tendenz bedeutet auch die Unsicherheit in innerpolitischer Beziehung (der günstig aufgenommenen Zustimmung zum Regierungsprogramm seitens des Reichsverbandes der Deutschen Industrie stand die Ansage der NSDAP, gegenüber, gegen das Kabinett Brüning einen Mißtrauensantrag einzubringen). Von den neuen Kursrückgängen wurden wieder fast alle Märkte betroffen. Stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden Deutsche Erdöl mit minus 4 v. H. und Zellstoff Aschaffenburg, die 5,5 v. H. verloren. Am Elektromarkt waren vor allem Bergmann mit minus 4,5 v. H. stärker angeboten. Licht und Kraft, Gesfürel, Schuckert und Siemens gaben bis zu 3 v. H. nach. Die Abwärtsbewegung in Zement Heidelberg fetzte sich in dem unverändert scharfen Tempo fort (minus 6 v. H.) Auch am Montanmarkt waren größere Verkäufe zu beobachten. Buderus, Gelsenkirchen, Harpener, Klöckner, Mannesmann und Rheinstahl gaben 1 bis 3 v. H. nach. Ilse Bergbau jedoch 1,75 v. H. fester. Am Chemiemarkt verloren JG.-Farben erneut 1 v. H., während sich Gold- sd)midt gegen den schwachen Abendbörsenkurs um 2,5 o. H. erholen konnten. Arn Markte der Bankaktien betrugen die Rückgänge durchschnittlich 1 v. H. Nur Reichsbankanteile waren 1,25 v. H. gebessert. Zirka 2 v. H. schwächer eröffneten Aku, Deutsche Linoleum, Daimler, Conti Gummi und Süddeutsche Zucker. Deutsche Anleihen waren gehalten. Von Ausländern Ungarische Goldrente schwächer. Am Pfandbriefmarkt hielt das Angebot an. Im Verlaufe gaben die Kurse meift weiter etwas nach. JG.-Farben büßten erneut 1 v. H. ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. H. weiter gefragt. Am Devisenmarkt hielt trotz der Diskonterhöhung die Nachfrage nach Devisen an. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2045, gegen Pfund 20,42775, gegen Paris 123,83, London gegen Kabel 4,8593, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 47,80, gegen Schweiz 25,00, gegen Holland 12M50. Berliner Börse. Berlin. 10. Oft. Die Befürchtungen des heutigen Vormittagsverkehrs, daß die Rückgänge an der gestrigen Berliner Börse und die Schwäche der internationalen Märkte neue Publikumsabgaben zur Folge haben würden, waren nicht ganz unberechtigt. Vorbörslich sah es allerdings noch so aus, als ob es der Jnkerventions- tätigfeit der Banken gelingen würde, das Kursniveau mindestens zu halten. Die ersten Dotierungen hatten dann aber doch überwiegend Abschläge aufzuweisen, da die herauskommende Ware einen größeren Umfang angenommen hatte, als man erwartete. Die Abschläge waren allerdings mehr so erheblich wie gestern, gingen aber doch vereinzelt bis zu 6 Prozent. Die Spekulation beteiligte sich nur unbedeutend am Geschäft, da die aufgetretene Spannung zwischen der Regierung und der Deutschen Dolkspartei etwas verstimmte, der Metallarbeiterkonflikt eine Verschärfung zu erfahren scheint, die Metallpreise weiter rückgängige Tendenz zeigen und der Dollar im Freiverkehr aus 4,2040 anzog. Besonders eröffnete wieder eine Reihe von Rebenwerten mit Minus-Minus-Zeichen. So tarnen für Gebrüder Korting, Deutsche Erdöl, Chemische Heyden, Phönix, Mansfelder, Köln-Reuessen usw. Erstnotierungen zunächst gar nicht zustande, und später nur auf ermäßigter Basis. Berger konnten sich auf die beruhigende Verwaltungserklärung hinsichtlich der voraussichtlich unveränderten Dividende um 3,75 Proz. erholen. Auch Goldschmidt fielen mit einem Gewinn von 1.25 Proz., Rordsee deutsche Hochseefischerei mit einem 2prozentigen und Chadeaktien mit einem solchen von 3,75 Mark aus dem Rahmen. Deutsche Anleihen waren unverändert. Von Ausländern: lagen Bosnier und Rumänen schwächer: auch Türken eher nachgebend. Pfandbriefe waren weiter angeboten. Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zwei Prozent. Am Geldmarkt zog Tagesgeld auf 4 bis 6 Prozent an. Monatsgeld stellte sich auf 5,5 bis 7 Prozent, Warenwechsel wurden mit 5 bis 5,25 Prozent genannt. Rach den ersten Kursen traten zunächst kaum Veränderungen ein, und die Märkte lagen geschäftslos. Später drückten neue Abgaben, wobei sich die Abitrage etwas stärker am Geschäft beteiligte, auf die Stimmung. Die Schwäche der heutigen Auslandbörsen blieb nicht ohne Eindruck, und die Jnterventionsstellen sahen wohl Sin, daß es im Moment nicht viel, Zweck habe, sich gegen Die nun einmal flaue Tendenz der Weltbörse zu stemmen.. Die auch im Auslande günstige Beurteilung der Rede Schachts in Reuhork blieb demgegenüber ohne nachteiligen Einfluß. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 10. Oft. Zu dem gestrigen Schweinemarft waren 404 Ferkel angefahren. Es wurden für Ferkel bis 6 Wochen alt 16 bis 21 Mark bezahlt, für 6 bis 8 Wochen alte 21 bis 26 Mark, 8 bis 13 Wochen alte 26 bis 33 Mark. Der Handel war lebhaft: es verblieb ein kleiner Ueberstand. Letzte Nachrichten. Keine Begnadigung der Reichswehroffiziere. Berlin, 10. Okt. (TA. Dcahtmeldung.) Amt- l i ch wird mifgefeilt: Der Reichspräsident Hal das von einem Verteidiger der drei vom Reichsgericht verurteilten Reichswehroffiziere an ihn gerichtete, in der Presse veröffentlichte Gesuch um Begnadigung mit der Begründung abschlägig beschieden, daß die Notwendigkeit gerade in politisch bewegter Zelt dienstliche Zuchtund Unterordnung in der Reichswehr unerfchüllert aufrechtzuerhalten, die gnadenweife Aufhebung des Urteils und — wenigstens zur Zeit — auch eine Milderung der Strafe nicht zuläßt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. DL Berlin Schluß« furfl 1-ilhr- Äurt Schluß-1 furd । Anfang« Kurs 'Datum 9 10 10. 10 9 10 10 10 6% Deutsche Reichs anleihe von 1927 .......... 7% Deutsche Reichsanleihe 87,5 — 87,75 — von 1929 .......... Deutsch« Anl.-Ablös.-Schnld mit 98,5 — 98,75 — Auslos.-Rechten....... 54 54,1 54,25 _ DeSgl. ohne Auslos.-Rechie . . . 8% Heil. Bolküstaai von 1929 6,1 6 6,05 6 (rlukzahlb. 102%)...... Oberhesscn Provinz - Anleihe mii 89,25 — 88,25 — Au-Ios.-Rechten....... Deutsche Komm. SammelabL — — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 54,9 — 54,75 — XIII unkündbar bw 1934 . . . 7% Franks. Hyp^Bank Goldpse 99,5 — — — unkündbar vis 1932 ..... 94,25 \ Aerlin Schluß-s furd | 1-ilhr« Kurs Schluß-s lurs | Anfang« Datum 9. 10 10 10 9 10 10. 10. Hamvurg-ÄmerUa Paket . . . 1 74 74 74,5 74 Hamburg-Südam. Dampsschiss . 8 162 160,5 Hama Dampsschiss..... 10 — — 123 121,5 Norddeutscher Lloyd .... . 8 74,75 74 75,13 74.5 Allgemeine DeutscheCrediianst. 10 100,75 100,5 Barmer Bankverein .... 10 104,5 103,5 104.25 103,5 Berliner Handelsgesellschaft . 12 — 128,25 128 Commerz, und Privai-Bank . 11 114.75 114 114.75 114 Darmstädter und Nationalbank 12 153 153 152,5 Deutsche Bank und Disconto Gesellschaft, . . . 10 113 112 113,25 112 Dresdner Bank...... 10 112,5 111 112,25 111 Reichsbank........ 12 205 206,25 207 207 A.E.G........... . d 114,5 _ 11 112 Bergmann........ . 9 — 134,5 139 135 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 — — 111,5 109 Licht und ftraft...... 10 114 112,5 114 111.75 »Zelten & Guilleaume . . . VA — —— 90,25 89,75 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 114 111 114,25 111,5 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 113 112 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — — 122 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — —— 112,5 110 Schuckeri L Co....... 11 128 126 128 125,5 Siemens & Halske ..... 16 172,5 171,5 174 172,25 Transradto ........ . 8 121.25 120,5 Lahmeyer L Co.. ..... 10 140 136,25 138,5 135,5 Buderus......... . 5 — 48 49 48,5 Deutsche Erdöl ...... . 6 60,5 56,5 60 56,75 Essener Steinkohle ..... . 8 Gelsenkirchener ...... . 8 92,75 91,5 94 91,25 Harpener.....«... . 0 82,5 82,25 84 83 Hoesch Eisen. ....... ey, — 71.25 69 Iise Bergbau ...... Klöckncriverke....... 10 . 7 205.5 66 206,5 63 205,25 66 205,25 64 Köln-Ncuessen....... . 7 73 69,75 Mannesmann-Röhren . . . . 7 — 64,75 66,75 65,25 Mansselder Bergbau .... . 7 — 40 34 Lbcrschlos. Eijenbedars . . . . b — - 41 Oberschlcj. Kokswerke.... . 7 — 69,25 • 69 Phönix Bergbau. ..... 6V? — 63 60 Rheinische Braunkohlen . . 10 — 172,25 168,25 Rhestistayl ........ 68 66.75 67.25 66 Riebeck Montan...... - Frankfurt a. 2JI. Berlin Schluß« Ture 1-Uhr- Kurs Schluß« Iure Anfang- Kurs Dalum 9. 10. 10. 10 9. 10 10 10 Bereinigte Stahlwerke 63.5 — 64 61,5 Olavi Minen .... . . 16'/, — —— 28,75 28,13 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 188 —— 188,75 186 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 188 186 189 187,5 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 258 — 261,13 255,13 I. G. Farben-Industrie . . . 12 130,75 130 132,5 130 Dynamit Nobel . . . . . . . 6 —- — 61 60,13 Scheidcanstalt.... . . . . 9 130,25 — — — Goldschmidt .... . . . . 5 38 40,5 40.5 41,75 Nütgcröwerke .... . . . . 6 45,75 44-5 47.25 45 Metallgeleillchaft. . . . . . . 8 94,25 92 94,5 Philipp Holzmann . . . . . . 7 70 — 69,5 _ Zementwerk Heidelberg . . 10 86 —— — — Cemcniwerk Karlstadt. . . . 10 — — — —r- Wayß & Freytag . . . . . . 8 45,5 — 48 — Schultheis Patzenhoser ... 15 _ _ 179 176 Ostwerke...... . . . 12 — — 140,5 139 Alu........ . . . 18 53,75 51,5 53,5 51,5 Bembcrg...... . . . 14 61 58 54,5 Zellstoff Waldhof . . . . 13'/, 115 — 116,25 112 Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 83,5 78 83 79 Charlottenburger Wasser ... 8 — —— 79,5 Dessauer Gas .... . . . . 9 —— — 107 104,25 Daimler Motoren . . . . . . 0 — 21 23 21,75 Deutsche Linoleum . • e • e - 147 145 148,5 145,75 . Maschinenbau A.-G. . . . . . 0 — —— 30 28,5 Nat. Automobil . . . . . . . 0 — — 11.4 11,25 Orenstcin & Koppel . . . . . 6 — — 44,5 44 Leonhard Tietz . . . . . . 10 — —- 107.5 108 Svenska...... • • . . . — ■ ■ — 292 290 frankfurter Maschinen .... 4 19,25 19 19,5 — . Grstuier...... . . . . 6 29,5 — 29 —— Heyligenstaedt . . . . . . . 0 — — —— —— • Iunghans...... . . . . 6 29,25 — 29,5 — Lechwerke...... .... 8 92 — — Mainkraftwerke Höchst a.M.. . 8 — — — Mtag........ ... 10 — — 75,5 *— Gcbr. Roeder .... . . . 10 95 — — Beigt & Haeffner . . <( 150 —- 150 — Süddeutsche Zucker . . . . 10 129 127 130,5 — , Banknoten. ZJedln, g. Oktober Geld »rief Amerikanische Noten...... 4,24 4,26 Belgische Noten. ....... 58,38 58,62 Dänische Noten ........ 112,10 112,54 Englische Noten ........ 20,395 20,475 Französische Noten ....... 16,445 16,505 Holländische Noten..... . 169,36 170,04 Italienische Noten........ 22,02 22,10 Norwegische Noten....... 112,10 112,54 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59,08 59,32 Rumänische Noten....... 2,477 2,497 Schwedische Noten....... 112,63 113,07 Schweizer Noten ........ 81,64 81,96 Spanische Noten ........ 41,37 41,53 Tschechoslowakische Noten..... 12,415 12.475 Ungarische Noten ....... 73,32 73,62 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 9 Oktober 10 Oktober iUinlltdic Dotierung illmlllche Houeruna Geld tfrlei Geld »ric Amst.« flott. 169,31 169,65 169,36 169,70 Buen.-AireS 1,451 1,453 1,436 1,438 Brss.-Antw- 58,56 58,68 58,565 58.685 Christiania. 112,33 112,55 112,33 112,55 Kopenhagen 112,33 112,55 112,33 112,55 Stockholm . 112,74 112,96 112,77 112.99 Helstngsors. 10,562 10,582 10.566 10,586 malten. . . 21,98 22,02 21,98 22,02 London. . . 20,395 20,435 20.405 20,445 Ncuyork . - 4,1970 4,2050 4,1995 4,2075 Paris.... 16,467 16,507 16,467 16,507 Schwei; .. 81,60 81,76 81,61 81,77 Spanien. 41,81 41.89 42,51 42,59 I'apan . . . 2,079 2,083 2.083 2,087 '»io de Ian Wien in D.- —■ — — — Oest. abgcst 59,23 59,35 59,225 59,345 Prag . . . . 12,459 12,479 12.465 12,485 Bclzrad . . 7,446 7,460 7,449 7,463 Budapest. . Bulgarien. 73,49 ' 73,63 3,043 73,495 73,625 3,043 3,043 3,049 Lissabon . . 18,825 18,865 18,825 18,865 Danzig. . . Nonstmtin. 81,54 81,70 81,535 81,695 1,784 1,789 1,784 1,789 5,445 Athen. . 5,44 5,45 5.435 Canada . . 4,201 4,209 4.201 4,209 Um uay. 3.?47 3.353 3 307 3,313 Cairo . . 20,91 20.95 20,915 20,955 lUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII IIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Weihnachtstisch Mamburg 15 7. 7. Barbaren Sämtliche Stick', Strick- und Häkelwollen in Erst sehen reichster Farben-Auswahl 5728 A Deren 5163A Vertreter len. 18 10 15 15 15 s 0 8 M. -em gestrigen ittel aagr'iah- 6 Dvchrn alt bis 8 \ Lochen alte 26 Hast; es ve:- 10 Cltob«^ 59,3« ,885 7,463 7 625 3,08 $ 885 4.2°^ 3,31 20,955 .22 ,465 ,489 1,495 1,043 1,825 1,535 1,78 ,495 4,20 3-30 0,915 mg iiere. eldung.) Amt- rösidenlhak ei vom Rcid)5- öiii)itte an cnttidjte Gesuch gabschlägig etabe in politisch lunbünUr- hr unerschüllcrl Llushebung der if auch eine äßt. loch den ersten nderungen ein, Später drückten ogr etwas ftär- Stimmunfl. Die len blieb nicht nsstellen sahen chl viel. 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