Nr. 135 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 10. Juni 1030 Eriche»»» täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat tm Bild Die Schalle monats-Beingsprets; 2.20 Reichsmark und M Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. pojtschedkonto: $ranffurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'fche UniverfilSlr-vuch' und Stc'.nömdcrci n. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfenntg,' für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, platjoorfdjrift 20', mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. WNH. Lange. Derantwortlich für'Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton I)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Dieben. Carol zum König von Rumänien ausgerufen. WTV. Bukarest, 8. Ium Kammer und Senat, die als Rationalverjammlung zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten waren, haben den Antrag, Prinz Garol zum König von Rumänien auszurufen, mit 485 gegen eine einzige Stimme angenommen Oie Rationalver- sammlung rief dann Oen Prinzen Garol zum König aus und dieser leistete bald daraus den Gid aus die Verfassung Honig i&arol Mehl als vier Jahre Hal sich Lara» mit Geduld wappnen muffen, bis ihm seine Freunde die Botschaft überbringen tonnien, daß seiner Rückkehr und seiner Thronbesteigung keinerlei Hindernisse mehr im Wege lägen Wenn es dem Ministerpräsidenten und Bauernsuhrer Maniu schließlich doch gelang, Im ganzen Lande einen Stimmungsurnschwung zugunsten des Exkronprinzen herbeizufuhren, dann liegen die Gründe dafür in dem Verhalten der Liberalen, die, so lange sie.an der Macht waren in dem rumänischen Volke nur ein lohnendes Aus beutungsobiekt sahen und auch mit dem Gedanken spielten. Rumänien zu einer Republik zu machen um sich auf diese Weise von dem ihnen unbequemen Königshaus zu befreien Die Königinmutter M a r i a die sich als erste von ihrem Sohne losgefagi hatte, griff auch als erste wieder ein, als sie sah wohinaus die Liberalen wollten Ihr ist es nicht zuletzt zu verdanken, daß B r a 11 a n u seinen schlichten Abschied erhielt und an feine Stelle M a n • u gesetzt wurde, der schon lange für die Rückkehr Carols gekämpft hatte Auch für ihn war es keine Kleinigkeit, Carol die Wege aus der Verbannung in die Heimat und zum Königsthron zu ebnen Politische Klugheit war es aber endlich, die die königliche Familie und die Parteien veranlaßten sich mit Carol auszuföhnen und ihn mit offenen Armen wieder aufzunehmen Wenn di« Köniain mutter Maria es oorzog. ihrem Sohne bei dessen Ankunst aus dem Wege zu gehen und eine Aus- landreife anzutreten, so darf daraus nicht geschloffen werden daß ihre alte Feindschaft gegen ihn fort- besteht Waren es auf der einen Seite die unerquicklichen innerpolitischen Verhältnisse, die die Sehnsucht im Lande nach einem Herrscher anwachsen ließ, dann war es aber auf der anderen auch die außenpolitische Lage Rumäniens, die die Wieder- besetzung des Thrones erheischte. Ein Blick über die ungarische Grenze genügt schon, um verständlich au machen, daß man sich in Bukarest beeilt«, den -ohn Ferdinands Aurückzuholcn, weil es wohl nicht mehr allzu lange Dauern wird, bis auch Ungarn wieder einen König hat. Hier galt es. sich zu beeilen, zu- mal In Bukarest Kräfte am Werke sind, die auf eine Vereinigung Ungarns mit Rumänien hinarbeiten und denen ein königlicher Gegenspieler in Budapest aus diesem Grunde mehr als unerwünscht ist. Ob aber die Ungarn in ihrer Mehrheit geneigt sein werden, sich mit Rumänien etwa in der Form zusammenzuschließen, wie sie früher mit den Oesterreichern zusammengearbeitet haben, bleibt doch abzu- warten, weil das in jedem Fall das Ende der Selb- ftänbigfeit Ungarns bedeuten würde Dann find aber die Italiener auf dem Balkan ungemein rührig. Rumänien hat sich wegen seiner unglücklichen Re- gierungsoerhältnisie bisher passiv verhalten mästen. Auch das hat die Parteien mit veranlaßt, sich einen Herrscher zu geben, um durch die nunmehr vollzogene innerpolitifche Bereinigung auch außenpolitisch wieder energischer, als Das bisher der Fall war, auftreten zu können. Carol von Rumänien lebte seit 1925 nach feiner Derzichtleistung auf die Thronfolge und den Prinzenrang ständig im Auslande, dr war seinerzeit zu der Trauerfeier für die Königinmutter Alexandra nach London gereift und hatte sich von dort in Begleitung der Madame L u - vescu nach Venedig begeben, von wo er seine Derzichterklärung an König Ferdinand über- sandte. Carol, der jetzt im 37. Lebensjahre steht diente nach Abschluß seiner militärischen Erziehung in Deutschland bis zum Kriegsausbruch beim ersten Garderegiment zu Fuß. Seine Thronverzichterklärung von Venedig war nicht die erste Nachdem er im August 1918 in Odessa die Rumänin Cäcilie 2 a m b r i n o geheiratet hatte, hatte »- schon einmal auf den Thron verzichtet Seiner der Königin Maria, aclana eS damals jedoch, die Verbindung zu lösen und den Verzicht für ungültig zu erklären. 1921 heiratete der Prinz dann die griechische Prinzessin Helene. Aus dieser Ehe entsproß der Prinz Michael, der nach dem Tode des König« Ferdinand im Jul 1927 zum König ausgerufen wurde. Während des Auslandsaufenthaltes Carole landen die Gerüchte, daß der Prinz tatsächlich auS politischen Gründen t u r ü d getreten sei, dadurch Rahrung. daß die Opposition im rumänischen Parlament für ihn eintrat ^Obwohl es im Oktober 1926 zu einer Der löhnung des Prinzen mit seiner Mutter kam wurden die Rachrichten von feiner Wiederein setzung als Kronprinz dementiert Rach dem Tode seines Vaters erließ Carol in Pariser Blättern eine Erklärung, daß er sich feine Thron- rechte vorbehalte. 3m Oktober 1927 trennte sich Prinz Carol vorübergehend von Frau LupeScu Es ichien eine Erhebung in Rumänien zu seinen Gunsten in Dorbereitung zu sein Prin/i Carol blieb jedoch vorläufig in Frankreich ob wohl er dort ivegen angeblicher Deutschsreund Uchkeit nicht gern gesehen war. Später Der luchte er von England aus einen Staatsstreich in Rumänien zu unternehmen. Er beabsichtigte durch Flugzeuge Manifeste in Rumänien Der breiten zu lassen Durch das Eingreifen der englischen Regier'ng die den Prinzen des Landes verwies, mißlang dieser Versuch. Der Prinz der daraus aus Chateau d Ardennes bei Ramur Wohnung nahm, wurde im 3um 1928 von der Prinzessin S^elene geschieden. Oie Thronrede Carois. Bukarest, 8 Ium (IDIB ) König Carol faglt in seiner Rede anläßlich seiner Proklamation u a.: 3d) komme heule mil erhobenem Herzen in die Mille meines Volkes ohne die mindeste Spur von Lmpfindlichkeil selbst gegenüber denen, die durch ihre unüberlegte Aktion die unlöslichen Lande zu zerbrechen gesucht haben, die zwischen mir und allen denen bestehen, die sich als wahre Rumänen fühlen 3ch bin nicht gekommen, um mich an irgend jemand iu rächen Mit der ganzen Därme und der ganzen Anhänglichkeit meiner Seele will Ich alle diejenigen In ein Bündel zusammenschnüren, die den willen und die Kraft haben, für den Fortschritt Des Vaterlandes zusammenzuarbeiten 3n Der Zusammenarbeit mit Denen, mit denen wir verbunden sind, und in Gefühlen der Freund ichast gegen alle Völker und besonders gegen unsere RaJ)barn werden wir für die Beseitigung der Hebel wirken müssen, die durch den Weltkrieg oerurfadji worden sind Schließlich gedachte der König der großen Freudc der Wiedervereinigung mit seinem heißgeliebten Sohn den er im Geiste seiner erlauchten vorfahren zu unendlicher Ctebe zu seinem Lande erziehen werde dankte seinem Bruder und seinen Mitarbeitern Im Regentschaftsrat und schloß mit dem Ruf: „Rumänen von allen vier Enden des Landes, einigt Euch In Euren Gedanken, einigt fud) In Euren Gefühlen! And jetzt an die Arbeit!" 9er Verlauf der Proklamation. D u t a r e ft . 9. 3um (Xel.-Hnj Die R a onalberfammlung hat dem Gefehent- ourf, durch den das am 4. Januar 1926 be- chlofjene Gesetz übet öle Thronfolge- 'rage als aufgehoben erklärt wird, mit 185 Stimmen gegen eine Stimme zugestimmt Die Vertreter der einzelnes Parteien, darunter auch Dr. HanS Otto Roth von der Deutschen Partei, gaben dementsprechende Erklärungen ab Der Präsident der Rationalversammlung erklärte hieraus unter dem Jubel der Anwesenden Prinz Carol zum König von Rumänien. Vorher war ein anderer Gesetzentwurf eingereicht worden, durch den Michael zum Groß-Wojewoden von Syula- fehervar ernannt wird Professor 3 o r g a protestierte gegen den Titel, der zu operettenhaft sei und schlug den Ramen »Herrscher" vor. Dic Rationalversammlung nahm den Gntwuri !edoch in seiner ursprünglichen Fassung an mit oer Begründung, daß er tederzeit wieder abgeändert werden könne. Rach dem Schluß der Sitzung begab sich Mironescu ins Schloß und teilte Carol das Ergebnis mit. 3n Begleitung seines Bruders A i k o l a u s begab sich Carol Daraut im Galawagen, von Kavallerie begleitet, unter dem 3ubel der Menge zur Ratlonalver- i ammlung 3n der Stadt hat wohl noch niemals ein so starkes Leben geherrscht wie gestern, als König Carol II. vom Schloß nach der Kammer fuhr, um den Eid auf die Verfassung zu leisten. Me ganze Devölkerung war auf den Straßen und begrüßte den König auf feiner Fahrt mit brausenden Hochrufen 3n der Rp klonal- Der unmünöige König Michael Königinmutter Maria von Rumänien, mit feiner Mutter, der Prinzessin Helena. — ------!- mit tiefer Bewegung richten sich meine Gedanken auf die, die vor mir an dieser Stelle denselben Lid geleistet und ihr ganzes Leben dem Wohl des Vaterlandes geweiht haben, das zu führen sie berufen waren Vas Beispiel, das sie mir durch ihre unendliche Liebe für das Land und Ihre Verteidigung feiner Interessen geben, werde ich voll nach- ahmen. Der König gedachte sodann der Tausende, die mit ihrem Blut die Einigung der Ration in Ihren natürlichen Grenzen für immer besiegelten, und fuhr fort: wir müssen dieses gewaltige Lrde als den heiligsten Schah hüten, und stärker als jemals durch diese Opfer bin ich entschlossen, meinen Schwur, die An- Verletzlichkeit des vaterländischen Bodens zu wahren, ohne Zögern zu erfüllen Dazu brauche ich vor allem die Mitarbeit aller lebendigen Kräfte der Ration ohne Hintergedanken. Versammlung wurde der König vom Ministerpräsidenten M i r o n e s c u empfangen und zum Platz des Präsidenten geleitet. Sämtliche in Bukarest beglaubigte Diplomaten waren anwesend DaS Publikum auf den Tribünen brach in nicht endenwollende 3ubelrufe aus. Der König der die Uniform eines Generals des Fliegerkorps trug, leistete den Eid auf die Verfassung und schwor, diese, die Gesetze und die Unversehrtheit des Landes schützen zu wollen. 3m Anschluß daran hielt er seine vorstehend berichtete Rede. 3m Anschluß an die Rede des Königs gab der Präsident der Rationalversammlung Stefan Ciceo Pop der ungeheuren Freude des Landes über die Rückkehr des heißgeliebten König- Ausdruck. Oie Liberalen nicht dabei. Vukarest, 9.3uni. (WTV.) Sämtliche rumänischen Parteien, auch die Parteien der nationalen Minderheiten, stimmten in der gestrigen Sitzung der Rationalversammlung der Ausrufung Carols zum König zu, mit Ausnahme der Liberalen Partei. Deren Vertreter an dieser Sitzung nicht teilnah- men. Das Lleberqanqs Kabinett. Bukarest, 7. 3uni. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, Hal Mmifterpräfident Maniu Dem Regentschaftsrat die Demission deS Kabinetts überreicht Der Rücktritt ist dadurch veranlaßt worden, daß eS nicht gelungen ift, innerhalb der Regierung eine Einigung über die Lösung der VersassungSpläne zu erzielen, die durch die Ankunft d«S Prinzen Carol geschaffen Mlnifterpräs. Maniu, Errninisterpräs Brattaun, Der Führer der Bauern- der Führer der Libe- partel, die ttarols Rückkehr ralen und schärfster guthelßt. Gegner Carols. s wurden. Der RegentschaftSrat hat Die Demission angenommen und den bisherigen Außenminister Mironescu mit Der Kabinettsbildung beauftragt. Die neue Regierung ist um 9 Uhr abends gebildet worden Sie steht unter der Leitung von Mironescu. der daS Außcnminlsterium bei» behält 3nnenminifter ist Mihai Popovich, Finanzminister Raducanu, Kriegsminister General Condeescu. Di« übrigen wichtigeren Ministerien behalten die bisherige Besetzung. Sämtliche Regierungsmitglieder gehören der Rationalen Bauernpartei an. Nach Erledigung der Ausgabe zurückgetreten. Bukarest. 8. 3unt. (WTB.) DaS Kabinett Mironescu, daS gebildet tvorden war. um die Führung bei der Wiedereinsetzung deS Prinzen Carol in seine Rechte zu übernehmen, tst nach Erledigung seiner Ausgabe zurückgetreten. Der König hat bereit» Maniu und 3 o r g a empfangen und mit ihnen über die Bildung der neuen Regierung beraten. Oer erste Regierungsakl. Bukarest, 9.3uni. (WTB.) Der König unterzeichnete eine Verordnung, durch die alle vom RegentschaftSrat und Dom Mini» ft e r r a t Dom Tode deS Königs Ferdinand bis zu der gestern vorgenommenen Eidesleistung Dor genommen en Akte als gesetzlich anerkannt werden. Garol bleibt vorläufig geschieden Bukarest, 9. 3unt (WTB Privatmeldung.) König Carol hatte gestern abend, wie die Blätter melDen, eine Unterredung mit der Prin- Aeffinmutter Helene, in der beschlossen wurde, daß vorläufig keiner von beiden die U n - gültigkeitserklärung der Ehescheidung beantragen wird König Carol und Prinzessin Helene kamen überein, daß die Erziehung des Erbprinzen in den Händen der Prinzessin bleiben soll. Königin M a r i a hat ein Glückwunschtelegramm gesandt, auf das Der König geantwortet hat. Die Königin wird bei chrer Rückkehr Ende der Woche feierlich empfangen werden. Rachdem die Armee Den Treueid geleistet hatte, richtete der König eine Ku ndgebung an das Volk, in der daS gleiche gesagt wird wie in feiner Rede vor der Ratlonalversammlung. Abends fuhr König Carol nach Curtea de Arges, um das Trab seines Vaters zu besuchen. Heute mittag wird er wieder nach Bukarest zurückkehren. Spaltung der Liberalen Partei? Bukarest, 10. 3uni. (TU. Funkspruch.) 3n einer Sitzung des Vollzugsausschusses Der Liberalen Partei hielt der frühere Muni sterpräs, denk Dratianu eine scharfe Rede, in der er erklärte, daß bie Liberale Partei mit Der Wahl Carols zum König nicht einoerffanben fein könne Die Ausrufung Carols fei ein 21 benfeuer. Das nicht lange dauern werde. Liberale Partei könne sich unter keinen Umständen au einem Staatsstreich ^ergeben. De« frühere König Ferdinand habe feinen Entschluß^ UH ii L manns guter Geselle, Mammon und Teufel, Norbert Schiller als Tod und Auguste Prasch- Grevenburg als jedermanns Mutter. Die Darstellung der anderen Cinzelrollen lag bei Willi Braune (Hausvogt). 3. Gottowt (Armer Nachbar), E. Wendt (Schuldknecht), Mathilde Ze dl er (Schuldknechts Weib) in besten Händen. Die Aufführung wurde beifällig ausgenommen und bedeutete einen erfolgreichen und würdigen Beginn der Marburger Festspiele. den Thronverzicht Carols anzunehmen, auf Grund schwerwiegenden Materials gefaßt. Der Sohn des verstorbenen 3onel Bratianu, Dino, teilte dem Bollzugsausschutz mit, datz er mit der Haltung der LiberalenParteiin der Königs- frage nicht einverstanden sei. Er wurde darauf aus der Partei ausgeschlossen. Dino Bratianu will nun mit seinen Freunden eine neue Liberale Partei gründen. Der frühere Iustizminister F l o r e s c u, der vor einiger Zeit aus der Liberalen Partei ausgetreten ist, veröffentlicht in einem Blatt einen Aufruf an die Liberalen, sich von Bratianu zu trennen und sich um den König zu scharen. Der Dollzugsausschuh hat einen Aufruf an die rumänische Bevölkerung gerichtet, in dem fest- Schlietzlich findet man in der neuen Ausstellung einen weiteren Vertreter einheimischer Kunstübung: H. Küchel, Gießen, mit Scherenschnitten und Zeichnungen. Er zeigt eine sechsteilige Totentanzfolge in zarten Miniaturschnitten, eine Gruppe „Passion" und eine Neihe von Bleistiftblättern, auf denen man drollige und phantasievolle Illustrationen zu den berühmten „Galgenliedern" von Christian Morgenstern findet, hth. Hochschulnachrichten. Der Ordinarius für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Wiener Hniversität Dr. Paul K l u ck h o h n hat einen Ruf an die Hni- versität 3ena als Nachfolger von Geheimrat B. Michels erhalten. — Der Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf (an Stelle von Prof. K. Stern) ist dem a. v. Professor ebenda Dr, Hans Theo S ch r e u s angeboten worden. geben worden ist. Den Revolver, mit dem er das Attentat ausführte, habe er bereits vor wer Jahren in Belgien gekauft, wo er damals gelebt habe. Von dort sei er später nach Brasilien gegangen und im 3ahre 1928 nach Lissabon gekommen, wo er einige Zeit geblieben, dann aber nach Spanien weitergereist sei. Dort habe er bis zu seiner Rückkehr nach Lissabon gelebt. Als er befragt wurde, wovon er lebe, erklärte er, daß ihm seine Mutter Geld schicke. Die Polizei forscht weiter nach den Gründen zu der Tat. Nie Trauer in Portugal Lissabon, 9.Juni. (WTB.) Heute nachmittag um 13,30 Uhr wurde die Totenwache am Sarge des deutschen Gesandten Dr. von Daligand von hohen Offizieren der portugiesischen Armee übernommen. Hm 14Hhr traf die Gemahlin des Präsidenten der Republik Carmona in Begleitung ihrer Tochter in der deutschen Gesandtschaft ein, wo sie vom Gesandtschaftsrat und hohen Offizieren des in Lissabon vor Anker liegenden deutschen Geschwaders empfangen wurde. Frau C a r m o n a begab sich zu Frau von Daligand, der sie ihre Anteilnahme aussprach. Hm 14.30 Hhr übernahmen hohe portugiesische Marineoffiziere und schließlich alle Mitglieder der Regierung und des Diplomatischen Korps die Ehrenwache. Gegen 16 Hhr erschien der Präsident der Republik in der deutschen Gesandtschaft, um der Witwe des verstorbenen Gesandten sein Beileid zum Ausdruck zu bringen. Präsident Carmona verweilte dann einige Zeit vor dem Sarge Dr. von Baligands. | Alle in Lissabon garnisonierten Land- und | KL Deutsche Protestnote an Polen Der Zwischenfall bei Reuhöfen. Attentat ans den deutschen Gesandten in Portugal ©er Gesandte an den Verletzungen gestorben. Eröffnung der Marburger Festspiele. Die erste diessornmerliche Festspielaufführung in Marburg, Hugo von Hofmannsthals ^Jedermann", fand auf dem herrlich gelegenen, von hohen schattenspendenden Platanen bestandenen Platz vor der Marienkirche statt, auf dem bereits 1927 die Reformationsfestspiele vor sich gingen. Für das Mysterienspiel „Jedermann" ist dieser Platz, auf dem die Marienkirche die beste Kulisse abgibt, wohl der geeignetste. Bei herrlichem Pfingstwetter war die erste Vorstellung ausverkaust. Hnter der Leitung von Hni- versitätslektor Dr. F. Dudde fand das Spiel vom Sterben des reichen Mannes eine eindrucksvolle Wiedergabe und zog die Anwesenden vom ersten bis zum letzten Akt in seinen Dann. Aus der Gesamtaufführung ragte besonders Gustav von Wangenheim hervor, der den Jedermann fein charakterisiert, natürlich und glaubhaft darzustellen wußte. Hervorzuheben sind ferner die Leistungen von Werner H o l l m a n n als Jeder- Seestreitkräfte werden die Leichenparade bilden, an der auch die Regierung, das Diplomatische Korps und die Desahung des deutschen Geschwaders teilnehmen. Die Trauerfeier findet heute in Anwesenheit des Präsidenten der Republik statt. Der Trauerzug wird sich von der deutschen Gesandtschaft nach dem deutschen Friedhof bewegen. Am Donnerstag wird unter Teilnahme der Regierung und des Diplomatischen Korps eine Messe in der deutschen Kirche zelebriert, wonach der Sarg auf den deutschen Kreuzer „Königsberg" übergeführt werden wird. Frau v.Daligand reist am Mittwoch von Lissabon ab. Aus Anlaß des Trauerfalles sind alle offiziellen Feierlichkeiten anläßlich des Besuches des deutschen Geschwaders abgesagt. Es wird lediglich ein Frühstück in kleinstem Kreise bei dem Präsidenten der Republik für den deutschen Admiral stattfinden. ~ Der Mord hat in ganz Portugal tiefe Bewe- gung ausgelöst. Alle Blätter verurteilen und bedauern die Wahnsinnstat. Lleberführung der Leiche nach Deutschland. Lissabon, 8. Juni. (WTB.) Die Leiche des deutschen Gesandten v. Baligand wird am 11. Juni durch den ß r e u 3 e r „Königsberg" nach Deutschland übergeführt werden, wo sie am 14. Juni eintreffen wird. Der Reichskanzler Brüning, der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Curtius und Staatssekretär v. Schubert haben der Gattin des ermordeten Gesandten telegraphisch ihr herzliches Beileid übermittelt. auf den Gesandten ab, der am Kopfe von zwei Kugeln getroffen wurde. Die übrigen Kugeln, von denen eine den Hut des Gesandtschaftsrats durchlöcherte, verfehlten ihr Ziel. Der Gesandte brach im Wagen zusammen und verlor das Dewuhtsein. Er wurde sogleich ms deutsche Hospital transportiert. Die bedeutendsten Chirurgen von Lissabon wurden an das Krankenbett gerufen und versuchten, die Kugeln, von denen eine durch das Ohr in den Kopf eingedrungen war, zu entfernen. Aber wegen des schwachen Herzschlages des Gesandten war die Operation unmöglich. Der Täter versuchte nicht zu fliehen. Er schleuderte vielmehr den Revolver in das Automobil und lieh sich hierauf fest nehmen. Seine verworrenen Aeußerungen lauten etwa dahin, daß er eine hochstehende Persönlichkeit habe töten wollen, um die Aufmerksamkeit auf sich ZU lenken und so zu beweisen, datz er keineswegs wahnsinnig sei. Als er in Lissabon von dem Desuch des deutschen Geschwaders erfuhr, habe er beschlossen, seine Absichten auszuführen. Als er das Automobil gesehen habe, das die Insignien der deutschen Gesandtschaft trug, habe er sofort gewußt, daß die Person, die rechts im Wagen Platz genommen hatte, einen hohen Rang bekleiden müsse. Er habe dann, ohne zu wissen, daß es sich um den deutschen Gesandten handelte, geschossen. Als man ihm mitteilte, wer sein Opfer sei, hat er erklärt, daß er endlich in ein bedeutsames Verbrechen hineingezogen sei und daß man von ihm jetzt sprechen würde. Der Mörder. Lissabon, 9. Juni. Rach einem Bericht des deutschen Geschäftsträgers, Gesandtschaftsrats Dr. Busch, wurde das Attentat auf den Gesandten v. Daligand von dein anscheinend an Verfolgungswahn leidenden, am 3. Juni 1891 in Danzig geborenen Seemann Franz Piech owski verübt. Seine Staatsangehörigkeit ist unbestimmt. Piechowski, der im Verhör angegeben hat, er habe den Gesandten nicht gekannt und nur durch ein Attentat auf irgendeine hochstehende Persönlichkeit sich für erlittene Verfolgungen rächen wollen, hat u. a. noch selbst aus- gefaat, daß er 1921 in Lauenburg in Pommern im Irrenhaus gewesen und von dort entwichen sei. Der Mörder wurde von der Polizei der Hn- tersuchungsbehörde übergeben. Bei den weiteren Vernehmungen hat der Mörder seine früheren Aussagen wiederholt und bestätigt, daß er den Gesandten nicht gekannt habe. Als er befragt wurde, wo er sich in Lissabon aufgehalten habe, erklärte er, daß er als Seemann natürlich in der Nähe des Hafens herumgelaufe-n sei und in einer Pension niederen Ranges gewohnt habe, die ihm von einem Bettler ange- au’ biß 3 folgt jjrium d Aerniessu ft: Ä Sä Ä iO ?'9«ng dr Nl6,a8, in seiner Farbgebung an die bekannten Rokokobilder von Pellar. Haberl bringt außerdem Radierungen, die einerseits durchaus den Stil seiner Malereien bewahren, andererseits auch eine tüchtige Porträtbegabung erkennen lassen. Die Arbeiten von D i e r m a n n sind in einer sehr lockeren, fliehenden Aquarellmanier behandelt; gelegentlich („Motiv aus Lugano") ist die strotzende Fülle der Palette doch nicht völlig zur ruhigen Einheit gebändigt. N 0 e t h e r bringt gut aufgeteilte südliche Landschaften und Architekturmotive, Seitz ebenfalls Landschaften, deren verschwommenes Kolorit nicht allein durch die Technik bedingt sein dürfte. Durch großzügige Linienführung, starke, leuchtkräftige Farbgebung und betontes Raumgefühl zeichnen sich Landschaften und Stilleben von Huber aus. Von S t i tz e l erwähnen wir in erster Linie ein Hafenbild mit kräftiger, unkomplizierter Tönung und ein Knabenporträt. Oberhessischer Kunstverein. Den Hauptteil der zu Pfingsten eröffneten neuen Ausstellung des Oberhessischen Kun st Vereins nimmt eine Oelgemälde-Kol- lektion des Gießener Malers H. W i l l ein, die in ihrer Gesamtheit einen gut orientierenden Eindruck vom Schaffen dieses hier ansässigen Künstlers vermittelt. Will legt, jedenfalls in dieser Ausstellung, den Nachdruck auf figürliche Motive in seiner Malerei. Der weitaus größte Raum der Kollektion wird von Bildnissen und Akten eingenommen. Als tüchtiger Porträtist erweist er sich etwa mit dem auch farblich sehr aparten Mulattenkopf (Trübner hat einmal ein ähnliches Motiv noch raffinierter gestaltet) und mit mehreren anderen, nicht näher bezeichneten Bildnissen (wohl von Gießener Persönlichkeiten) aus Privatbesitz. Auch etliche graphische Blätter seien in diesem Zusammenhang erwähnt und auf den weiblichen Studienkopf, eine feine, durchgeformte Arbeit, sei besonders hingewiesen. Die vorwiegend weiblichen Akte zeichnen sich aus durch eine sanft betonte, plastische Rundung, weiche Lichter und gute Perspektive; sie wirken für unser Gefühl in der körperlichen Gegenständlichkeit ihres einfachen und sachlichen Da- Seins unmittelbarer als auf den großen romantisierenden Gruppen „Idyll" und „Abend" (mit etwas unklarem Hintergrund), wo sie als symbolistische Staffage eingeführt sind. Ein hübsches Stilleben mit Krug und Früchten sei noch erwähnt, während ein zartes Gleiberg-Aquarell und der buntbewegte „Wochenmarkt" den heimatlichen Charakter der Ausstellung betonen. Oie Vögel und das Flugzeug. Wie kaum ein anderer hat der Flieger Gelegenheit zur Beobachtung des Vogelflugs, da er die Vögel in ihrer eignen Welt aufsucht. Allerdings haben die meisten Flugzeugführer kaum die Zeit, sich eingehend um die vorbeiziehenden Tiere zu kümmern, da die Steuerung der Maschine sie vollauf beschäftigt; die meisten werden auch nicht die genügenden Kenntnisse für solche Beobachtungen mitbringen. Cs gibt aber auch Ausnahmen wie die Herzogin von Bedford, die hauptsächlich fliegt, um die fliegenden Vögel zu beobachten, und es liegen genug Aufzeichnungen über das Verhalten der Vögel gegenüber den Fliegern vor. Schon von den Luftreifen von Paris nach Madrid im Jahre 1911 berichteten zwei berühmte französische Flieger, Vidrine s und Gibert daß sie beim Heberqueren der Pyrenäen auf einen Adler gestoßen wären, dessen Angriff sich der erste nur durch eine geschickte Steuerung entziehen konnte, während der zweite Flieger ihn mit dem Revolver angriff. 3m allgemeinen kümmern sich aber, wie der englische Flugzeugführer Major Turner ausführt, die Vögel kaum um Flugzeuge, sondern sind höchstens etwas neugierig. Turner hatte bei mehreren Flügen die Begleitung von Lachmöven, die gewöhnlich in Paaren flogen und mit der Maschine, selbst für große Strecken, gleichen Schritt hielten. Dabei waren sie durchaus nicht ängstlich vor dem Geräusch des Motors, sondern hielten sich fast immer ganz dicht oder in einiger Entfernung vom Flugzeug. Daß Vögel, die im Flug sind, einer begegnenden Maschine nicht ausweichen, sondern ihren geraden Weg einhalten, wird oft bestätigt- Ein Flieger berichtet, daß eine Schar großer Vögel, die er in der Nähe der Alpen traf, in einer dichten Form flog und, ohne ihre Formation zu verändern, eine feste Wolkenwand durchbrach. Tausende flogen Rumpf an Rumpf, und ohne vom Herannahen seiner Maschine Notiz zu nehmen, setzten sie ihren Flug fort, auf dem sie unfehlbar mit dem Flugzeug zusammenstoßen Berlin, 7. 3uni. (WTB.) Der deutsche Gesandte in Warschau, Hlrich Rauscher, hat der polnischen Regierung heute eine Note folgenden 3nhalts übergeben: Die deutsche Regierung hat Kenntnis von dem Protokoll vom 6. dieses Monats erhalten, mit dem die über die Hntersuchung des Grenz- zwischenfalles bei Neuhöfen eingesetzte deutsch-polnische Kommission ihre Arbeiten abgeschlossen hat. Die deutsche Regierung bedauert, daß die Kommission trotz des durch die Beweisaufnahme in nahezu allen Einzelheiten klargestellten Tatbestandes und des besten Willens der deutschen Kommissionsmitglieder nicht in der Lage gewesen ist, einen gern eirtl amen und einheitlichen Bericht an die beiden Regierungen zu erstatten. Die deutsche Regierung hat auf Grund der beiden Berichte der deutschen und der polnischen Kommissionsmitglieder, sowie an Hand der Zeugenaussagen und der übrigen Beweiserhebung das Ergebnis der Hntersuchung nochmals eingehend geprüft. Sie ist dabei zu der Heberzeugung gekommen, daß das Gukachken der deutschen Kommissionsmitglieder den Tatbestand richtig darstellt. Diese Darstellung, die schon nady. der ganzen Lage der Hm stände innere Wahrscheinlichkeit für sich hat, wird durch die erhobenen Ein^elbeweise außer Zweifel gesetzt.' Die in dem Gutachten der polnischen Mitglieder enthaltene Kritik an einzelnen Beweisen ist entweder^ unerheblich oder entbehrt, wo sie erheblich wäre, einer irgendwie haltbaren Begründung. Die deutsche Regierung erachtet hiernach folgende Tatsachen als feststehend: Polnische Grenzschuhbeamte haben den Versuch gemacht, deutsche Grenzbeamte zur Aushändigung von geheimem Material zu verleiten. Zur Empfangnahme dieses Materials haben zwei polnische Grenzschutzbeamte, die zu ihrem Schutz uniformierte und bewaffnete Grenzsoldaten bis an die deutsche Grenze mitgenommen hatten und mit Revolvern und einer p,°'s MW I* SS» b-rll-pv Mt" de" Mbeamten Leitet. Line -Darsch (Sie verlai In (Berlin 6 Darfst- mW der k Harth (Sl Blkskrankhe Triften zur heilen. Dl könne noch. 1 wendig icl Säugling der Ferientr rung. Erste Politik fei bi gesamten in diesem J dem Kapitel werden. Äg.Don der gestriche stättenve 'M Fr°' überhandneh teilt geg eine, empöv Sitte. Die Deckmantel Wtstüchti Diese Schul Ausleben( zu seinem Abg. Fi Fürsork volle Täli bet Jux Rauchgi werk bebe Zur Ehre Verden, M .Zesahungsl treibungen (Bei Kap. .meinnühige (D.Dp.) bei Ministers m vollkommen inerte ter bezahlt, ter, torischen N Kit bei M das ma Teiirag geg< Mgenheit 1 da ter Mini Abg. Dr. chung dies (Beim Ko Rihel (S benwesenS der Strahl scheine eit Straßen M Die I bei Sifletm Ag. ec Jung von : ten die e stark beanfp Michtiguni mmmens Steinnia "chezeichnc ^derstäi Me auch Glasigkeit Ag. Gl schläfst Provinzen, ' 3n der A Ml- unk B M gestellt wird, daß es sich bei der Thronübernahme durch Carol um einen Staatsstreich handele, an dem die Liberale Partei keinen Anteil habe. Sie werde an der verfassungsmäßigen Politik festhalten. Die öffentliche Meinung werde nur kurze Zeit ein Opfer der 3rreführung sein, die Carols Wahl darstelle. Oie Königinwitwe. München, 7.3uni. (WTB.) Die Königin- Witwe Maria von Rumänien, wird sich morgen vormittag nach Oberammergau begeben, wo sie der Ausführung der Passionsspiele am Pfingstmontag beiwohnen wird. Am Dienstag wird sich die Königinwitwe nach Sigmaringen begeben, aber am Samstag wieder nach Bukarest zurückkehren, wo sie mit Prinzessin Mileana zusammm en treffen wird. Lissabon, 7. Juni. (WTB.) heute morgen um 11.15 Uhr wurde auf den deutschen ®e- sandten von Baligand, als er sich im Anschluß an eine Besuchserwiderung von Bord des Kreuzers „Königsberg" begab, dem Liegeplatz der „Königsberg" auf dem Pier ein Revolverattentat verübt. Der Gesandte wurde durch zwei Schüsse in den Kops schwer verletzt und ist am Nachmittag seinen Verletzungen erlegen. * Albert von Baligand wurde am 23.Oktober 1881 in München geboren. Die Familie von Baligand stammt aus dem Hennegau und kam über Lothringen und die Pfalz nach Bayern, wo ihre Mitglieder im Staats- und Heeresdienst tätig waren. Auch Albert von Baligand war ursprünglich aktiver bayerischer Offizier, nahm aber nach wenigen 3ahren seinen Abschied, studierte in München und Würzburg Rechtswissenschaften, Nationalökonomie und Philosophie und wurde 1913 in das Auswärtige Amt berufen. Nach kurzer Beschäftigung im Haag und in Amsterdam kam er 1913 als Hilfsarbeiter für völkerrechtliche Fragen in das Auswärtige Amt, wurde, schwer verwundet aus dem Kriege zurückgekehrt, 1915 zum Legationsrat ernannt und von 1917 bis 1918 mit der Führung internationaler Verhandlungen, insbesondere von Ostfragen, betraut. 3m 3ahre 1920 wurde ihm die Leitung des Generalkonsulats in Genf, ®nbe 1921 die Führung von Verhandlungen mit der Tschechoslowakei übertragen. Von 1922 bis 1925 war er an der Gesandtschaft in Athen tätig. Danach erfolgte seine Ernennung »um vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt unter Hebertragung der Funktionen eines Dirigenten in der Rechtsabteilung. Seit November 1926 war er als Nachfolger Dr. Zechlins Dirigent der (Bereinigten Presseabteilung der Reichsregierung. 3m März 1928 wurde er als Nachfolger von Dr. Vortezsch Gesandter in Lissabon. Einzelheiten über das Attentat. Paris, 7.3uni. (WTB.) Havas berichtet aus Lissabon folgende Einzelheiten über das Attentat gegen den deutschen Gesandten von Daligand: Der deutsche Gesandte kehrte von einem Besuch zurück, den er dem Kommandeur des Kreuzers „Königsberg" abgestattet hatte. Auf dem Kai wartete das Auto. Der Gesandte war umgeben von höheren deutschen Offizieren und zahüeichen Lissaboner Persönlichkeiten. Der Gesandtschaftsrat öffnete die Tür des Automobils, um den Gesandten einsteigen zu lassen, der sich in die rechte Ecke des Wagens setzte, während der Gesandtschaftsrat links neben ihm Platz nahm. 3n dem Augenblick, als das Automobil abfuhr, stürzte ein hochgewachsener Mann aus der Menge hervor und gab mehrere Revolverschüsse mußten. 3m letzten Augenblick bog die Maschine ab, um die Gefahr zu vermeiden, konnte es aber nicht verhindern, daß ein Vögel gestreift und getötet wurde. Vor einigen Wochen berichtete ein Flieger, der in Le Bourget landete, daß er geradewegs in eine mächtige Schar großer Vögel geraten sei, die auch in geschlossener Formation flog. Zwei verfingen sich in den Drähten und wurden ebenfalls getötet. Nachher ergab sich, daß der Durchmesser der Schwingen eine Lange von 1,52 Meter hatte. Wichtige Einblicke in die Geschwindigkeit der Vögel ermöglichen sich durch die Beobachtung der Tiere, die mit dem Flugzeug parallel fliegen. So stellte em Pilot, der die Strecke Southampton—Guernsney fliegt, fest, daß die Seemöven, die so oft em Flugzeug begleiten, das Tempo der Maschine von 70 Meilen gleich 113 Kilometer durchschnittlicher Stunden- geschwindigkeit ohne Mühe von einem Punkte bis zum andern hielten. Die Beobachtungen scheinen auch daraufhin zu weisen, daß die Vögel durchaus sich untereinander verständigen, denn Dick Grace, der amerikanische Trickflieger, sah einmal ein paar Habichte, die miteinander starteten, aber sich dann trennten. Bei einem bestimmten Signal wandten sie sich ostwärts, bann geradeaus und flogen aneinander vorbei wie Blitze. Grace beobachtete, daß sie bei jeder neuen Wendung die Schnäbel öffneten und einen scharfen Laut gaben, wie um sich zu verständigen. Eine große Gefahr erwächst für die Flieger, wenn sie plötzlich einem Schwarm kleiner Fliegen begegnen, die in einer derartigen Menge auftreten, daß die Windfänge von ihnen beschlagm sind. 3n der Nähe von Pontoise fand ein Flieger plötzlich feine Sicht gehemmt, und beim Hntersuchen ergab sich, daß Millionen winzig- kleiner roter Fliegen gegen die Scheibe gerannt waren und sie verklebt gatten. Man hat deshalb besondere Hilfsmittel konstruiert, um die Scheiben sofort wieder klar zu bekommen. Dabei ist der Belag oft so dick, daß man ihn mit „Löffeln abkrahen kann", wie ein Pilot einmal sagte. Handgranate ausgerüstet waren, die deutsche Grenze überschritten und sich in die deutsche Paßkontrollbaracke bei Neuhöfen begeben. Diese beiden polnischen Beamten haben ihrer gesetzmäßigen Verhaftung mit den Waffen in der Hand widerstand geleistet und dabei einen deutschen Beamten verwundet, der seinerseits einen polnischen Beamten verwundet hat. Fast gleichzeitig haben die erwähnte« polnischen Grenzsoldaten die deutsche Grenze überschritten und in der Richtung auf deutschen Gebiet sowie auf die deutsche Paßkontrollbaracke Schüsse abgegeben. Das in dieser Weise von den polnischen Beamten begangene Hnrecht wird nicht dadurch entschuldigt, daß diese Beamten deutschen Grenzbeamten landesverräterische Absichten zugetraut und daß die deutschen Beamten sich in Wahrung berechtigter 3 nie ress en zum Schein auf die polnische 3nitiative eingelassen haben. Daß einer der polnischen Grenzschuhbeamten seinen Verwundungen erlegen ist, wird von der deutschen Regierung aus Gründen der Menschlichkeit aufrichtig bedauert; an der Beurteilung der Vorgänge wird dadurch nichts geändert. Als die polnische Regierung es unmittelbar nach dem Zwischenfall für angebracht Hielt, bei der deutschen Regierung wegen eines angeblichen Unrechts deutscher Beamter Verwahrung ein« zulegen, hat die deutsche Regierung dies sofort zu« rückgewiesen und ihrem Befremden darüber Ausdruck gegeben, daß die polnische Regierung sich zu einem solchen Schritte entschlossen hatte, ob« wohl damals der Tatbestand noch gar nicht zu über« sehen war und obwohl die polnische Regierung dies durch den Vorschlag der Einsetzung einer gemischten Kommission selbst zugab. Das Ergebnis der jetzt durchgeführten Untersuchung beweist, daß die damalige Stellungnahme der deutschen Regierung vollauf berechtigt war. Darüber hinaus muß An der Ausstellung ist ferner eine Gruppe süddeutscher, vorwiegend Mannheimer Maler beteiligt, die sämtlich eine Auswahl ihrer Aquarelle vorsühren. Da es sich im ganzen um neun Aquarellisten handelt, liegt allerdings die Gefahr einer gewissen, technisch und motivisch begründeten Einseitigkeit nahe und ist auch im vorliegenden Falle nicht ganz vermieden worden: 3m einzelnen: Breithut bringt ein paar räumlich gut bewegte und aufgelöste Freilichtstudien. Hassemer bevorzugt in seinen Landschaften ein tintig fließendes Kolorit mit starken blauen und grünen Lokaltönen. Schindlers Aquarelle erscheinen im Gesamteindruck am wenigsten aufgelöst, sie zeigen ein gepflegte- Kolorit und stellenweise („Bahnhof") stark lineare Betonung. Haberl (München) bringt feine gemütvolle Miniaturen: er ist Romantiker und erinnert übrigens eii öeu^en » uerf,; M^ÄeJele’ j* Sä’ S§WJt L,°NA' **$ fei« 3toi. Lte,"el«llen !>*e nach 1 r>- Seid), b,5 '’sb"« «Ich «len, m r„ ”«l dn Seid;». *■ tertiu, m »«i ta ®«tti« Its M ii)t >,,,,. »len. m, tne beutle und sch in bic bei Druhösrn bt- mlen haben ihrer il den IDaffen In I und dabei einen d, bet frimchil, rwundel Hal. Zasl ähnle» polnischen renzc überschritten Ischen Gebiet sowie oslbaroike Schösse kn polnischen Re« >ird nicht dadurch in deutschen Ermz« rische Absich« deutschen "St* g berechtigter auf die polnisch- Dah einer der pol« feinen Dertounbun« er deutschen Regie« Wfeii ausnch.'-g ng der Vorgänge nuntz e; unmttkl' j ' angebracht Hielt, bei icn eines angeblichen Verwahrung ein- erung dies sofort zu- $cfrembst «n.84Ic' etoi*» Pllnlte! von SW Die Dögel chva^ 2lcnge/u' M 'S ft«d n '! unb u nc^L M'g" gcran^ ^s>ie6che'^Lhal> gS** i teuer« §iverst^ s*>1 Me deutsche Regierung fetzt aber Ihrerseits Protest gegen dos gesamte Verhalten der beteiligten polnischen Beamten erheben. Die deutsche Regierung erwartet, daß die polnische Regierung die schuldigen Beamten zur Rechenschaft ziehen und die erforderlichen Maßnahmen treffen wird, um die Wiederholung derartiger für die nach- barttchen Beziehungen gefährlicher Vorgänge zu verhüten. Gegen den in Hast befindlichen polnischen Grenz- fchutzdeamten ist das ordentliche Strafverfahren ein- geleitet. Eine neue polnische Rote. Warschau. 7. 3uni. (Sih. CNB.-Weldung.) Wie verlautet, ist der polnische Gesandte kn Berlin beauftragt worden, im Auswärtigen Amt eine Verbalnote zu überreichen, die im wesentlichen die Vorstellungen Polen» Kum Reuhösener Zwischenfall vom 26. Wai wiederyvlcn soll. Hessischer Landtag. Dar nTft adt, 6. Juni. (WHP.) Vach Gross- nung der Sitzung um 10,15 Hhr fordert Abg. Harth (Soz.) zu Kapitel „Volksgesundheit und Volkskrankheiten" scharfe Durchführung der Vorschriften zur Verhütung von Gewerbekrankheiten. Die Bekämpfung der Tuberkulose könne noch intensiver durchgeführt werden. Notwendig sei Ausbreitung der Mutter- und Säuglingsfürsorge, der Schulspeisung, der Ferienwanderungen und der VolkSaufklä- rung. Grste Voraussetzung aller Gesundheitspolitik sei die Hebung des Lebensstandards der gesamten Bevölkerung. Hoffentlich könnten die in diesem Jahre vorgenommenen Abstriche an dem Kapitel im nächsten Gtat wieder ausgehoben werden. Abg. D o n a t (Dem.) fordert Wiedereinstellung der gestrichenen 10 000 Mark für den Heilstättenverein. Abg. Frau Heraeu« (Dntl.) sieht In dem überhandnehmenden Vertrieb von Schutzmitteln gegen Geschlechtskrankheiten eine empörende Verletzung von Anstand und Sitte. Die Frauenwelt weise diese unter dem Deckmantel der VolkSgesundung segelnde Geschäftstüchtigkeit mit aller Entrüstung zurück. Diese Schutzmittel öffneten einem hemmungslosen Ausleben Tür und Tor. Der Staat dürfe nicht zu seinem eigenen Totengräber werden. Abg. Frl. Birnbaum (D. Vp.) dankt den Fürsorgerinnen für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. DegrüstenSwert ist der Kampf der Iugend gegen die Rausch- und Rauchgifte. Das Iugendherbergs- w e r k bedarf weiterer unparteilicher Förderung. Zur Ehre der rheinischen Frauen könne gesagt werden, bah die veröffentlichten Ziffern über die .Besatzungskinder" sich als ungeheuerliche lieber- Itcibungen erwiesen hätten. Bei Kap. 49 (Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke) hält Abg. Dr. Keller (D. Dp.) den Sonderfonds zur Verfügung des Ministers nach den bisherigen Ergebnissen für vollkommen überflüssig. Aus diesem Fonds werde der Pressechef deS Innenministers bezahlt, der zum größten Teil parteiagita- torischen Zwecken diene Vielleicht werde auch für das fog. Mainzer Befreiungsdenkmal, um daS man sich in Mainz nicht reihe, ein Beitrag gegeben. Heber Vorgänge in der Vergangenheit wollen wir jetzt nicht mehr reden, da der Minister unS Abhilfe zugesagt hat. Abg. Dr. Werner (Ratsoz.) fordert Streichung dieses GeheimsondS. Beim Kapitel Etrahenwesen lehnt Abg. Ritzel (Soz.) die Wiederübertragung deS 6tra- henwesens an die Kreise ab. Der jetzige Zustand der Straßen sei durchweg gut. Notwendig erscheine eine einheitliche Leitung der Straßenbautechnik für die drei Provinzen. Die hessischen Steinbruche sollten bei Lieferungen bevorzugt herangezogen werden. Abg. Schott (D. Vp.) bedauert die Streichung von 200 000 Mk. Gerade in Hessen wür- den die Straßen durch Schwerlasttransporte stark beansprucht. Deshalb sei eine stärkere Berücksichtigung bei der Verteilung des Steueraufkommens notwendig. Das einheimische Steinmaterial habe jahrhundertelang seine ausgezeichnete Qualität bewiesen. Daher müsse es verstärkt herangezogen werden. Dies diene auch gleich mit zur Linderung der Arbeitslosigkeit in Hessen. Abg. Glaser (Bauernbund) bemängelt bie Vernachlässigung der DezirkSstraßen durch die Provinzen. . , _ In der Qlbftimmüng werden die Kaprtel Landesheil- und Pflegeanstalten, Alicestift Darm- habt, Volksgesundheitspflege. Volkskrankheiten, Iugendfürsorge, Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke und Etrahenwesen in der AuSschuhsassung genehmigt. Für den Heilstättenverein werden 10 000 Mk. mehr bewilligt. Der Antrag auf Verbot für Schuhmittelautomaten wird der Regierung als Material überwiesen. Es folgt die Beratung der Abteilung IX. Ministerium der Finanzen (Hauptstaatskasse, Lan- deSvcrmessungsamt, Bauwesen, Rheinschiffahrt, Brücken und Heberfahrten, Landesanstalt für Wetter- und Gewässerkunde, Privateisenbnhnen, Kraftwagenverbindungen, Flugverkehr). Abg. fiebert (Soz.) kritisiert die Der- kehrshinderungen, insbesondere die Drückenabgabe auf der Hindcnburgbrücke bei Dingen. Gegen die Absicht, das Gisenbahnaus- besserungswerk Darmstadt aufzuheben, müsse grundsätzlich Einspruch erhoben werden, auch wenn die Regierung diesmal diese Gefahr habe abwenden können. Abg. Ritzel (Soz.) lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung auf gewisse Absichten der Butzbach—Licher Eisenbahngesellschaft, um eine Schädigung der in Frage kommenden Gemeinden zu verhindern. Es gehe nicht an, Züge durch teuere Kraftwagen zu ersehen. Aus atter Welt. Riefenbrand In Nykjöbing. Kopenhagen, 9.3unL (TH. Funkspruch.) Ein großer Teil der dänischen Hafenstadt N y - Ijöbing, die 15 000 Einwohner zählt, steht seit der Nacht zu Sonntag in Flammen. Das Feuer entstand in einem Holzlager am Hafen: infolge starken Windes dehnte sich der Brand auf die Lagerhäuser und auf das sogenannte Geschäftsviertel unb auf Wohnhäuser aus. Mehrere Kornsilos, Tabak- und Zigarrenfabriken sind in Mitleidenschaft gezogen worden Es find Werke von rund 3,5 Millionen Krönens durch den Brand vernichtet worden. DaS Feuer breitete sich infolge eine» orkanartigen SturmeS sehr schnell aus. Der Brand dürfte wahrscheinlich durch Landstreicher verursacht worden fein, die in einem Holzlager übernachteten. Nach den letzten Meldungen soll die Feuerwehr den Brand inzwischen gelöscht haben. Dynamitexplosion unter dem Doffer. — Sechs lote. Detroit, 9.3uni. (WTB.) Bei den Dau- ar beiten für einen Wasserwerk-Tunnel unter dem Detroit-Fluh erfolgte eine Dynamit- Explosion. GS wurden sechs Arbeiter getötet und sechs verletzt. Schiffskatastrophe in der tzanglse-Mündung. — lieber 100 lote. Nach einer Meldung der Associated Preß aus Schanghai ist der chinesische Dampfer „ßitung“ in der Mündung des Bangtsee aus einen Felsen ausgestohen und untergegangen. Hundert Passagiere und die Mannschaft sind ertrunken. Aus Oer provinzialhauptfiadt. Gießen, den 10. 3uni 1930. Liebig-Zeien in Bad Galzhausen. Auf Einladung der Liebig-Gesellschaft Gießen, der Hessischen Badedirektion und des Kur- und Derkehrsvereins Bad Salzhausen fand sich am vorigen Donnerstagnachmittag eine größere Zahl von Liebig-Verehrern in dem idyllischen Bad Salzhausen ein, und zwar vor dem Hause, an dem vor zwei Iahren eine Liebig-Gedenktafel angebracht worden war. Im Schatten der mächtigen Bäume der Kurpromenade begrüßte Medizinalrat Dr. Meyer im Namen der Dadedirektion die Gäste, insbesondere den Vertreter des Finanzministers, StaatSrat Balser, sowie die Vertreter der Kreise Büdingen, Friedberg, Schotten und Gießen und die Vertreter des Landtags. Hierauf dankte StaatSrat Balser für die Einladung. Er gedachte des Tages der Einweihung der Lic- big-Tasel und hob die Verdienste von Geh. Rat Sommer (Gießen) hervor, dem es in erster Linie zu verdanken fei, daß in Bad Salzhausen nun ein Liebig-Zimmer eingeweiht werden kann. In m^rfacher Beziehung habe Liebig Bedeutung für Bad Salzhausen, nicht nur als Wissenschaftler, der die Quellen analysierte, sondern auch als Mann der Praxis. Schlug er doch der hessischen Regierung vor, gleichsam als Dank für die erfahrene Förderung, int Anschluß an die Saline, die Fabrikation von Bittersalz, Glaubersalz und Salzsäure aufzunehmen. Trotz manchen Widerständen, meist lokaler Art, war bet Plan auSgeführt worden, doch zog sich Liebig nach einigen Iahren, da er von anderen Problemen in Anspruch genommen war, von dem Unternehmen zurück, das bald darauf aufgelöst wurde. Auch heute ist eS nützlich, die enge Verbundenheit von Wissenschaft und Technik zu betonen, und in diesem Sinne soll das Liebig- Zimmer ein Band sein zwischen der Umversität unb dem Bade. Geh. Rat Sommer dankte den Erschienenen für ihr Interesse unb der Regierung besonders für die Heberlassung von Akten, die die Bittersalzfabrik betreffen. Er stellte bann das Gebäude, an dem die Gedenktafel angebracht ist, als die alte Bittersalzfabrik vor. Hier sei nun ein Liebig- Zimmer eingerichtet worden, das ein lebendiges Bild der damaligen Tätigkeit des großen Forschers geben solle, also keineswegs ein Museum darstelle. Schließlich dankte Geh. Rat Sommer dem Regierungsbaurat Metzger, Oberbaurat Berg unb Kurdirektor Dr. Meyer für die verständnisvolle Mitarbeit. Hierauf erfolgte die Heberreichung der Liebig-Museums-Medaille an Direktor D o h von derLiebig-Fleischextrakt-Gesellschaft in Köln mit herzlichen Worten des Dankes für bie reiche finanzielle Unterstützung. Direktor V o h bankte im Namen der Gesellschaft für die Ehrung. Die Liebig Co. betrachte es als Ehrensache, die Liebig-Gesellschaft zu fördern, führe sie doch den Namen des großen Chemikers, der fast zehn Iahre über die Güte ihres Erzeugnisses wachte, und den sie in der ganzen Welt populär gemacht habe. Zum Schluß brachte Kreisdirektor Recht- hien (Friedberg) Grüße des verhinderten Land- tagspräsidenten, und Prof. Weih die Grüße der Landesuniversität. Hierauf begab man sich zum Ci ebi glimmer, das von jetzt ab der Qcssentlichkeit zu bestimmten Stunden zugänglich ist. Es konnte allerdings bie große Zahl der Teilnehmer nicht auf einmal fassen. Geh. Rat Sommer übernahm die Erklärung der Einrichtung. Gleich links sah man einen alten Liebigschen Herd, wie er zur Verdampfung von Wasser nötig war, ferner Zangen, eine Waage, Tiegel und andere Geräte. Die Analyse der Salzhausener Quelle, die Liebig 1825 unb 1843 vorgenommen hatte, war durch Merkblätter, deren Bearbeitung Herr Dr. Ohr übernommen hatte, veranschaulicht. Weiterhin sah man in vielen Gläsern die einzelnen Bestandteile der Sole im richtigen Verhältnis, unb zwar auf ein Bab = 400 Liter Mineralwasser bezogen. Ueberraschenb ist bie große Menge von Salzen, bie in einem einzigen Bad enthalten ist. Diese sehr fcfcönc Zusammenstellung hatte Herr Stock (Bad-Nauheim) besorgt. 3m Hintergründe des Zimmers waren einige Stiche, die bie Saline unb bie Fabrik zeigten, sowie Schriften und Briefe Liebigs, Bad Salzhausen betreffend. Die rechte Seile des Zimmers ist zum Teil der Fleischextrattfabrikation gewidmet, zum Teil durch topographische und geologische Karten ausgefüllt. In der, der Türe gegenüberliegenden Wand befindet sich ein kleines Fenster, das sicherlich Liebig hatte anbringen lassen, um bie Fabrikräume überblicken zu können. Den Abschluß der Ciebigfeier bildete bie Ingangsetzung des alten Wasserrades, das früher eine Solepumpe in Bewegung setzte, jetzt aber nur noch eine interessante Erinnerung an die Anfänge des Babebetriebes bildet. Viel zu schnell verflogen die Stunden in dem schonen Badeort. Erst der letzte Zug brachte die auswärtigen Gäste nach Hause. Dr. K. M. O Gießener Wochenmarktpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmari t das Pfund: Butter 140 bis 150; Matte 30 bcs 35; Käse (10 Slück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben (neue) Bund 15 bis 20; Spinat 10 bis 15; Römisch kohl 10 bis 15; Bohnen, grüne. 50 bis 60; Spargel 40 bis 80; Erbsen 30 bis 35; Mllchge- müse 10; Tomaten 60 bis 80; Zwiebeln 8 bis 12; Meerrettich 50 biS 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60: Rhabarber 10—51: alte Kartoffeln 4,5—5; neue 12 bis 15; Dörrobst 30 bis 35: Kirschen 50 bis 60; Erdbeeren 140 bis 150; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 biS 130; Suppenhühner 100 bis 120; Nüsse 50 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 10 bis 11; Blumenkohl 30 biS 70; Salat 8 bis 10; Salatgurken 40 bis 70, Ober-Kohlrabi 10 biS 15; Lauch 5 bis 10; Rettich 15 bis 20: Sellerie 10 bis 40; das Bund: RadieS- eben 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 biS 4 Marl. Taten für Mittwoch, 11 Juni 1859: der österreichische Staatsmann Fürst von Metternich gestorben. — 1864: der Komponist Richard Strauß in München geboren. Vorn st tt.cn — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Flieg, roter Adler von Tirol", 20 dis 22,15 Hhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: Aus der Bühne: Gastspiel deS GiS» balletts Rose und Honey with Morrison; Film» teil „Karriere". — Stadttheater Gieß en. Man schreibt uns: Heute um 20 Hhr beginnt die Erstausführung von Angermayers „Flieg, roter Adler von Tirol". Spielleitung: Peter Fassott, Inspektion: Anton Wahlen, Mitwirkende: Damen: Fuhrmann, Iahn, Schubert-Iüngling, Herren: Arzdorf, Dommisch, Haeser, Hais, Hub, Linkmann, Philipp, Volck, Wesener. Ende gegen 22.15 Hhr. — Lieselotte Fuhrmann, die im Lause der Sommerspielzeit das Gießener Stadttheater ver- läßt, wird heute abend die letzte tragische Rolle, die Eggthaler Bäuerin in .Flieg, roter Adler von Tirol" spielen. •• DiePsing st feiertags brachten uns — gewissermaßen als Entschädigung für die sehr ungünstigen Witterungsverhältnisfe zu Ostern — ein strahlendes Sommerwetter, das den Reise- und Aucs ugeverkchr ungemein begünstigte. Sämtliche Verkehrsmittel, insbesondere die Reichsbahn im Fern- und Nahverkehr, hatten an beiden Festtagen Großbetrieb zu verzeichnen. Bereits am Samstag mußten stark besetzte Vorzüge in der Richtung Frankfurt-Essen und Essen—Frankfurt, Frankfurt-Kassel und Kassel—Frankfurt gefahren werden, außerdem wurde ein Vorzug nach Alsfeld eingelegt. Auch die planmäßigen Züge waren stark beseht. Am ersten Feiertag mußten Vorzüge auf der Strecke Frankfurt—Gießen und Gießen—Frankfurt gefahren werden, ebenso auf der gleichen Linie am zweiten Feiertag. Im übrigen wurde der Verkehr bei der Reichsbahn planmäßig und ohne Verspätungen oder sonstige Störungen abgewickelt. — Ein leichter Verkehrsunfall ereignete sich am Montagnachmittag gegen 2 Hhr; ein aus der Richtung Afterweg kommender Motorradfahrer, der in die Steinstraße einbiegen wollte, geriet mit einem Opelwagen in Kollision. Der Motorradfahrer, ein Tierarzt aus Frankenberg a. d. Eder, erlitt einen Hnter- fchenkelbruch; fein Rad wurde schwer beschädigt. Das Auto wurde leichter beschädigt; die Insassen blieben unverletzt. — Im übrigen sind die beiden Feiertage in unserer Stadt ruhig verlausen, erfreulicherweise brauchten weder die Polizei, noch die Feuerwache in Anspruch genommen zu werden. — Die Gottesdienste in den hiesigen Kirchen wiesen an den beiden Feiertagen einen starken Besuch auf. •• 400-Iahrs eier der Augsburgi- schenKonfession. Dashess.Landeskirchenamt hat in Erinnerung an den 25. Iuni 1530, den Tag, an dem die evangelischen Stände das Augs- burgische Bekenntnis vor Kaiser und Reichstag verlesen und übergeben haben, durch ein Ausschreiben an die Pfarrämter eine allgemeine Feier im ganzen Lande angeordnet, die am Sonntag, 22. Juni, dem ersten nach TrinitattS, stattfinden soll. An diesem Tage werden in allen Gottesdiensten Gedenkfeiern gehalten werden. Gleichzeitig wird angeordnet, daß die geschichtliche und kirchlich-religiöse Bedeutung der Augustana im Religionsunterricht und in der Christenlehre behandelt wird. Ferner soll die Bedeutung des Augsburger Bekenntnisses und der Gehalt seiner wichttgsten Artikel der Gemeinde in Gemeindeabenden, Vorträgen, Bibelstunden, Gemeindeblättern lebendig gemacht werden. Das Landeskirchenamt schreibt dazu: „Mit dem Reformator haben sich unsere Väter in der Konfession mit Festigkeit zum Evangelium bekannt, auss neue Recht und Freiheit für Glauben und Gewissen gefordert, und vor allem vor aller Welt bezeugt, was die evangelischen Stände im Willen zur Reformation und in der auf bauenden Gestaltung der Kirche der Reformation vereinte und fest zu- fammenschloß. Mit der gesamten evangelischen Christenheit Deutschlands rüstet sich deshalb auch unsere Landeskirche auf eine würdige Feier des Gedächtnisse» der Augsburgischen Kvnsessivn." Strafkammer Gießen. • Gießen, 6. Iuni. Schlechte Erfahrung machte ein Milchsammler mit der von ihm verfolgten Berufung gegen ein Hrteil des Amtsgerichts Butzbach, das gegen ihn wegen Nah- rungsmittelfälschung auf einen Monat Gefängnis und eine empfindliche Geldstrafe erkannt hatte. Der Angellagte sammelte täglich in feinem Dors bei den einzelnen Landwirten die Milch, die dar.'N durch ihn an die Molkerei eines Nachbarorts weiter befördert wurde. Als Anfang Ianuar an zwei Tagen unerwartet durch die Gendarmerie Milchproben aus den zur Ablieferung an die Molkerei bestimmten Kannen erhoben wurden, zeigte die von dem hiesigen chemischen Hntersuchuugsamt vorgenommene Hn- tersuchung der Mllchproben, daß die Milch sehr stark gewässert war. So enthielten die 160 Liter Milch, die der Angellagte an dem einen Tag abgeliefcrt hatte, 37,6 Liter Wasser, während an dem anderen Tage die gleiche von dem Ange- llagten zur Ablieferung gekommene Menge Milch sogar 48,8 Liter Waster enthielt. Der Angeklagte bestritt zwar auch jetzt, der Milch Wasser zug^etzt zu haben, konnte aber dafür, daß die Differenz zwischen der von ihm eingesammelten und an die Molkerei mehr abgelieferten Menge Milch wochenlang täglich durchschnittlich weit über 40 Liter betrug, wie nachttäglich sestgestellt wurde, keine Erllärung finden. Das Gericht hatte nach dem Deweisergebnis nicht den geringsten Zweifel, daß nur der Angellagte der Milch diese erheblichen Mengen Wasser zugefetzt hatte. Es war der Ansicht, daß für diese gewissenlose, nur aus Habgier vorgenommenen Wllchverfäl- schungen die in erster Instanz erkannte Strafe nicht ausreiche, und daß der Angellagte sich nicht nur fortgesetzt gegen das Lebensmittel- gesetz vergangen habe, sondern sich auch zugleich eines Betruges schuldig gemacht hat. Hnter Aushebung deS erstinstanzlichen Hrteil» wurde auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin die gegen den Angellag len erkannte Gefängnisstrafe auf drei Monate erhöht und die Geldstrafe auf 500 Mark, evtl. 50 Tage Gefängnis festgesetzt Ein junger Bursche, der kaum da- 18. Lebensjahr vollendet hatte, brach in der Nacht deS brüten Osterseiertages einen Stall auf und holte daraus bei Morgengrauen ein, wie er wußte, dort untergestelltes fast neue- Motorrad. AIS er mittags auf diesem durch Bad-Nauheim suhr, sah er sich plötzlich von einem LandSmann entdeckt. Sofort entschloß er sich, daS Motorrad auf die Polizei zu bringen, wo er erklärte, daß er eS im Walde gefunden habe. Schließlich gab er aber zu. das Motorrad selbst geholt zu Haden, er wollte eS nur einmal fahren und dann abends wieder zurückbringen. Aus Angst traute er sich nicht mehr nach Hause und trieb sich jetzt zwei. Wochen tn der Gegend von Bad-Nauhemi herum. Dort beging er in der Folgezeit mehrere Diebstähle, die er auch eingestand. Durch daS Amtsgericht Bad-Nauheim wurde er deswegen inS- ?efamt zu drei Monat drei Tagen Ge- ä n g n i S verurtellt, während er wegen der Wegnahme des Motorrades freigesprvchen wurde. Die insoweit von der Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung wurde zurückgewiefen, da auch das Berufungsgericht sich nicht ausreichend davon überzeugen konnte, daß er daS Motorrad in diebischer Absicht weggenommen hatte. Turnen, Sport und Spiel. Um die deutsche Fußball, Meisterschaft. IDIebertjolungefplcl Hertha BSC. Berlin gegen Köln Sülz 07 8:1 (4:0). Dor 35 000 Zuschauern ging am zweiten Feiertag in Berlin das Wiederholungsspiel zwischen Hertha BSC. Berlin und S p B g. Koln - Sülz vor sich. Nach dem Unentschieden des ersten Kampfes hatte man heute wieder ein ziemlich ausgeglichenes Ringen der beiden Mannschaften erwartet. Doch es kam anders. Die Rheinländer versagten vollkommen und mußten nach unglaublichen Schnitzern ihrer Verteidigung den Berlinern einen überraschend hohen Sieg von 8:1 Überlassen. Bereits in den ersten Minuten verschoß Köln einen Handelfmeler. Kirsey erzielte kurz daraus Den Führungstreffer für Berlin. Durch einen Strafstoß erhöhte Berlin, ebenfalls durch Kirsey auf 2:0, Ruch schoß auf Vorlage von Sobeck Nummer drei und ein Foulelfmeter, von Kirsey verwandelt, brachte ein Pausenergebnis von 4:0 für Berlin. Ein Selbsttor der Kölner brachte den Berlinern einen billigen fünften Erfolg, ein Treffer von K i r- f e y unb zwei von Hahn verhaksen Berlin zu einem 8:1-Resultat, nachdem die Kölner durch S w a t o s ch zu ihrem Ehrentreffer gekommen waren. Mit Sackenreuther (Nürnberg) als Schiedsrichter war man recht wenig zufrieden. Seine Leistung war sehr mäßig. Regatta in Hanau. Die diesjährige Hanauer Regatta - gestaltete sich zu einer Art Lokalttessen der um Franksurt- Osscnbach gruppierten Rudervereine, die mit den auswärtigen Klubs aus Eisenach, Gießen und Miltenberg schone, spannende Rennen auSsochten. Es wurden sportlich gute Leistungen geboten. Eine Heberraschung war die Niederlage der Franllurter Germania im Ersten Achter, die dafür aber im Ersten Vierer eine sehr gute Rolle spielte. Relattv am besten schnitt der Offenbacher RV. ab, der vier Siege an sich brachte, gefolgt von dem aufstrebenden Frankfurter RC., der dreimal Erster wurde. Don den Gästemannschas- ten holte sich der Eisenacher RC. einen Vierersieg. Einige Kollisionen in steuermannslosen Booten verzögerten den Verlauf der Rennen, die über eine Bahn von 2000 Meter gingen. Die Ergebnisse: Iu n i vr-D i er e r: 1. Franks. RV. 6:56; 2. Offenb. RV. 6:59,1; 3. Gießener RG. aus- gegeben. Er st er Vierer: 1. Germania Franks. 6:38.2; 2. Franks. RV. 6:50,4; 3. Hniversität Franks. 7:14,9. Iungmann-Einer: 1. Timpe (Franks. RC.); 2. Maier (Offenb. RV.) 8:33. Zweiter Achter: 1. Hndine Offenbach 6:22; 2. Offenb. RV. 6:31,1; 3. Germania Frankfurt 6:37,3. ZukunftS-Vierer: 1. Franks. RC. 7:22,8; 2. Hanauer RG. 7:27,8; 3. RC. GrieSheim 7:37,9. Iunior- Ach ter: 1. Offenbacher RV. 6:28,2; 2. Germania Franks. 6:30,9: 3. Franks. RV. 6:37,5. Vierer ohne St: 1. Offenbacher RV. 6:57,8; 2. Hniversität-Frankfurt 7:06,1. Dritter Vierer: 1. Eisenacher RC. 7:13,8; 2. Hanauer RG. 7:27,5; 3. RV. Fechenheim 7:33,2. Doppelzweier: 1. Frankfurter RG. Oberrad (Reumann, Paul) 7:30,4; 2. RV. Rüsselsheim 8:07,7. Erster Achter: 1. Frankfurter RV. 5:56; 2. Germania Franks. 6:01,2. Zweiter Iungmann-Vierer: 1. Frankfurter RC. 7:20,6; 2. Hanauer RC. Hafsia 7:21,3; 3. RC. Möve Gr.-Auheim 7:22,1. Zweiter Einer: 1. Iüngling (Hanauer Has- sia) 8:04,16; 2. Maier (Offenb. RV.) aufgegeben. Zweiter Vierer: 1. Offenb. RV. 6:56,3; 2. Gießener RG. 6:57; 3. Eisenacher RC. 7:05,3. Wettervoraussage. Noch immer beherrscht der hochdruckrucken, der sich heute morgen von Der Biskaya bis nach Polen hin erstreckt, unsere Wetterlage. Zn seinem Bereich bleibt auch Das Wetter zunächst noch schon, jeDoch wird an der Südseite Der kräftigen Jslandstorung späterhin bei mehr westlichen Winden etwas kühlere Ozeanlust gegen die heißen kontinentalen Lust- massen Vordringen, bei derem Zusammentreffen Bewölkung und Gewitterstörungen aufkommen. Wettervorhersage für Mittwoch: Zu- nächst noch meist heiter, später aufkommende Bewölkung mit Gewitterbildungen, wärmer. Reifewellerdienst. Westerland auf Sylt. 15 Grad, gestern warmer Tag, Südwestwind, heiter, gestern meist heiter. Baden-Baden. 16 Grad, der Iahreszeit entsprechende Temperaturen, Südostwind, wolkig, Witterungsverlaus seit gestern meist heiter. Garmisch-Partenkirchen: 12 Grad. Witterungsverlauf der Iahreszeit entsprechend. Südwestwind, heiter bis halb bedeckt, seit gestern teils heiter, teils wolllg. • Das ideale arm Abführ-KonfekI polooloq .mlmlffll EISU-Betten (Stahl u. Holz) Polster. Sdilafzimm.,Stahlmatr. Kinderb.Chaisel. «.Private. Ratenzl. Katal.fr. EisenmöbeHabrik Suhl k Heugras von ca. 4 Morgen Wiese tm Wtesecker .>eld ist zu verk. <«<«!) Ohr. Inderthal, Diezstraße 14. 2000 qm prima Wiesenheu nut dem Halm zu verknusen. [4353 D Geflügelfarm Dittmer Telephon 4156. | Empfehlungen toiiMqaraiWr WÄu. 3a tRsuLsunuAenhoua j CEUhr 31000 12000 10000b 2000! Auf10Lrt8 Ifiüui-llr B 1 Geu)um.gaj*ajdicfm £bst-MPorh)uü$te554 J LF.Ohnacker Darmstadt Schustr. Id Alle liess. lotterie-EInnehmer und VeHcaufsslelien CM \tue. cBi* *£<4u*Mifr *w*$ 'ptijfMywff»«*, SM*eftMeee4. Seltersweg 46, Telephon 2627 2454V J. D. CH* 3{tMW WtHH» ,(1^^Iw^ww, föwwew *H* Walz.Seltersw 83. 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Fortsetzung. gleichen waren. 10. die an der sah Peter Tisch. die seines» mens ihre Ende stellt fahr. mehr, verscheuchen. Dierundzwanzig Stunden darnach Uhlstädt im Bolton-Klub am grünen Er spielte Ballarat mit Menschen, lag hierbei einen gewissen Spietraum lallen, vielleicht will sie sich auch nur die Möglichkeit sichern, die Dauer der Steuer den wirtschaftlichen und finanzpolitischen Entwicklungen an» passen zu können. Mindestens aber wird die Oeslcntlichkeil sich daraus einzurichten haben, dah Die grobe Bedeutung der Haut für die menschliche Gesundheit ist erst in den letzten Jahrzehnten wieder entdeckt worden. Der Kulturmensch schützte seinen Körper ängstlich vor der Einwirkung der klimatischen Reize, vor Sonne. Kalte. Wind. Regen usw. und büßte so die natürliche Wärmeregulation des Körpers mehr oder minder ein. Diese wird nämlich von dem in der Haut gelegenen Te m pe r a t u r s i nn im Der- ein mit den Hautgesähen besorgt. Aus den K ü l tereiz hin verengern sich die Hautgefahe. da- warme Blut strömt nach dem Körperinnern, so dah durch die Haut nur wenig Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. 3n der Wärme erweitern sich anderseits die Blutgefässe. das warme Blut strömt jetzt aus dem Kör- perinncrn in die äuhere Haut und größere Wärmemengen können von der Haut durch Leitung und Strahlung an die Außenwelt und in Walter v. Molo, Präsident der Deutschen Dichtcrakadcmle, der Verfasser des .Schiller-Nomans" (1911—14) und des „Romans meines Volkes" (1918—22), roirb am 14 Juni 50 Jahre alt. Große Erfolge hatte Vft»lo auch mit den, moderne Stoffe behandelnden Romanen ,2luf der rollenden Erde" (1923) und Bobenmatz" (1925). wie mit den Dramen „Die Er- [Ölung der Ethel", „Till Laufebums" und „Lebens» ballade". Die Erkenntnis, dah Licht-, Luft- und Schwimmbäder für die menschliche Gesundheit und das körperliche und seelisch« Wohlbefinden sehr förderlich sind, ist erfreulicherweise in weite Dolkskreise gedrungen. In den ersten Jahren nach dem Kriege war ein sonnengebräunter Körper bet den Gesundheitsuntersuchungen, wie sie im Institut für Körperkultur der Landesuniversität durchgeführt werden, noch eine rühmliche Ausnahme, heute wird umgekehrt eine blasse, welke, trockene Haut nur noch ausnahmsweise gefunden Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister Werdau rade auf diesem Gedtete sehr wettgehend davon ab, in welchem Umfange es gelingt, d i e Preis» und Lohnabbau»Aktion vor» wärts zu treiben und von ihr auS noch im Lause dieses Jahres den Arbeitsmarll zu entlasten. Trotzdem sollte man sich vor einschnei» beiiden Mahnahmen nicht scheuen, wenn man gewih ist, durch sie die wirtschaftliche, finanzielle und vor allem politische Zukunft des Reiches sichern zu können. Roch ein kurzer Hinweis aus das Arbeits - beschasfungs Programm der Reichsregierung Schon einmal, 1926, hatten wir eine ähnlich Situation. Damals konnte die Reichs- regierung aus den umfangreichen Steuermitteln, die ihr im Laufe der ersten zwei Stabilisto» rungsjahre zugeslofsen waren, ein solches Ar- beitsbeschasfungsprogramm mit Leichtigkeit finanzieren Heute stehen in den Reichskassen aber greifbare Mittel absolut nicht mehr zur Verfügung Infolgedessen halten wir auch eine Warnung vor übertriebenen Hoffnungen in dieser Richtung für absolut berechtigt. Denn selbst für die Vermögenswerte, die das Reich in der Gestalt von Grundbesitz, von ReichsbahnvorzugS- aktien usw. in den Händen hat, wird man nicht von heute auf morgen Käufer finden, die bereit und in der Lage sind, dem Reich« innerhalb kurzer Fristen wirklich angemessene Beträge für die DermögenSobjekte zur Verfügung zu stellen. Anleihen des erforderlichen Ausmaßes aber werden, wenn überhaupt, so erst nach dem Eingang der Vounganleihe zu haben sein. Alles in allem ergibt sich somit ein Bild, das den kritischen Beobachter keineswegs befriedigt Und es muß deshalb von der Reichsregierung mit I aller Bestimmtheit erwartet werden, daß sie nicht auf diesem halben We ge stehen bleibt. ..Rein", sagte Peter ohne zu zögern und schlüpfte in seinen Mantel. „Warum nicht? Rützen Sie Ihre Glücksserte aus. Solche Chancen hat man nicht oft.“ „Ich habe eine Verabredung", log Peter und atmete auf, als er sah. daß sich der andere mit dieser Bemerkung zusrieden gab. „Kommen Sie morgen“, bat der Große und winkte, schon an der Tür des Hotels, ein Auto heran. Peter wurde schwankend. „Vielleicht! — Ich will es Ihnen nicht fest versprechen.“ Ws das Auto den Spieler seinen Blicken entführt hatte, war es Peter, als sei er einer großen Gefahr entflohen. Während des Rachhauseweges hatte er das ständige Gefühl, als hielte er n«h die fettigen Karten in den Händen, ein Gefühl, das jeder berufsmäßige Spieler kennt, und das vielleicht am besten zu vergleichen ist mit dem Gefühl, als hätte man unreine Hände, die man schon seit langer Seif nicht mehr gewaschen hat. Wie ein Trunkener legte Peter den Weg von der inneren Stadt nach seinem Atelier zurück Bilder aus der Zeit seiner stärksten Spielleiden- schäft tauchten auf und gaukelten vor ihm her Er sah den Russie-Klub in Paris Gleißendes Licht erfüllte einen unmäßig mit Prunk überlade- nen Raum. Das war vor einigen Jahren. Dekolletierte Frauen und gepflegte Herren in tadel- losen Gelellfchaftsanzügen laßen ober standen um lange Spieltische. Das war der Ballarat- Saal. Auch im Trente et quarante-6aal hatte er so manche Stunde verbracht. Auch Roulette wurde gespielt. Jedem Spezialspiel konnte man fröhnen. Ihm fiel eine Szene in eben diesem Klub ein. Wan hatte einen Falschspieler entlarvt. Der Verbrecher hatte neben ihm gesessen und manche Hundertfranknote war zu seinem Rebenmann, der mit seiner Drille mit dunklen Gläsern einen gespensterhaften Eindruck gemacht, zumal da sein Schädel kahl und schmal war und grotesk an einen Totenschädel erinnerte, hinübergewandert. Durch einen seltsamen Zufall geschah es an diesem Abend, daß die elektrisch« Beleuchtung versagte. Die Glühlampen im Spielsaal verloren von ihrer Kraft und gingen schließlich aus. Da gewahrte man zum großen Erstaunen aller auf den Karten phosphoreszierende Punkte. Er hatte es verstanden, die eigenen präparierten Karten, mit den nur durch seine schwarzen Gläser sichtbaren Zeichen in das Spiel zu schmuggeln. Auch in Rom war einmal mit gezinkten Karten gespielt worden. Damals war es eine alte Frau gewesen, die vom Falschspiel lebte und sich durch ihre Betrugsmanöver ein ansehnliches Vermögen ergaunert hatte. Ia, in Rom war es auch gewesen, wo chn rasende, unsinnige Leidenschaft zu Giulielma An- dulli, der Tochter eines italienischen Industriellen, Wan spielte hier mit Spielmarken, Kasse in bares Geld umgewechselt wurden. Eine tragen Für die außerordentlich« Heraufsetzung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge um l v. H. ist eine solche zeitlich« Begrenzung von der Regierung selbst ja bereits vorgesehen Wir vermissen aber ein« unmittelbare Verbindung dieser zeitlichen Begrenzung mit dem Zwang zu einschneidenden Sanierungsmahnahmen bei der Arbeitslosenversicherung Denn auf die Dauer wird man sich mit den Plänen, wie sie die Rovelle des Arbeitsministers vorsieht, vermutlich nicht begnügen dürfen Gewiß hängt der Erfolg ge- feierliche Ruhe herrschte in den mit dicken Teppichen gezierten Räumen. Das Minimum betrug bei diesem Spiel hundert Mark. Die Dank hielt Ottokar Hargk. jener Hagere mit dem Raubvogelgesicht, dessen Augen heute voll einem glitzernden, beinahe bösartigem Schein waren. Peter pointierte vorsichtig und zaghaft. Der zweite Pointeur war ein Graf de Lora, den ec von früher her kannte. Die Galerie wurde aus bekannten und unbekannten Herren und Damen gebildet. Als Peter aufdeckte, hatte er sogleich einen großen Schlager. Es war ein Aß und eine Acht. — Er triumphierte. Das Glück blieb ihm weiterhin treu. Seine anfängliche Erregtheit hatte sich gelegt Er merkte nicht, wie die Zeit verschwand, er hatte nur das schwindelnde, wahnwitzige Gefühl, als fei er gefeit, als könne er gar nicht verlieren. Zuweilen kaufte Peter ein Blatt zu, wenn seine ersten beiden Karten unter acht Augen waren. Aber immer zeigte es sich nach diesem Rachkaus, dah er gewann. Er übernahm die Bank und gewann. Ein maßloses Siegesgesühl ergriff Besitz von ihm. Er verdreifachte feine ersten Einsätze und gewann. Es war Wahnwitz, so au spielen, aber der Gedanke. gefeit zu sein, ließ ihn immer höhere Einsätze wagen. Er setzte tausend Mark aus. Er zählte dreißig Augen Das galt Ruit Sein Geld war verloren. „Ietzt kommt der Umschwung. Peter!“ raunte es in seinem Inneren und er verschloß sein Ohr gegen dieses Raunen. Er setzt abermals tausend Mark. Verloren! „3n der Tat, nun muß ich aus hören“, dachte Peter und setzte fünfhundert Mark. Diese Summe gewann der Bankier. »Ich mutz vorsichtiger pointieren", sagte er sich und legte eine Hundertmark-Warke auf. Auch dieses Geld gehörte ihm nicht mehr. Ottokar Hargk hielt die Dank und gewanv jetzt unaufhörlich. »Ich gebe die Dank ab“, sagte der Raubvogel» mensch nach zwanzig Minuten, diese Zeit toai vorher verabredet worden, zu seinem Rachbar »Ich zediere die Dank!" ries der Pointeu, und übergab Peter den Posten des Bankhalters Wieder verlor Peter. Er bekam nicht einmal mehr einen kleinen Schlager in die Hand. Hargk schien die Grohschlager jetzt gepachtet zu haben Das Glück war wohl von Peter zu ihm übev gesprungen. .3ch kann mit einem großen Schlager meines Verlust wettmachen", sagte sich Peter, und schm hatte er feinen letzten Schein gesetzt. — Verloren» (Fortsetzung folgt.) Die Verengerung bzw. Erweiterung der Haut- gefähe ist durch die Tätigkeit der Gefäßmuskeln bedingt, die. ebenso wie die Stammesmuskeln. geübt und gekräftigt werden müssen, wenn sie ihren Dienst voll und ganz versehen und den Körper einerseits vor Erkältung, anderseits vor lieberfritjung schützen sollen. Der Physiologe du Dois-Rehmond sprach daher von einem Turnen der Gesäßmuskeln, das notwendig ist, um den Körper abzuhärten und Erkältungskrankheiten zu vermeiden. Weiterhin ist die heilende Wirkung des Lichtes besonders gegen Rachitis und Tuberkulose heute allgemein bekannt, außer seiner Heilwirkung steht auch seine günstige Wirkung auf die menschliche Gesundheit außer allem Zweifel. Reuere Forschungen haben uns über die Heilvorgänge bei der Rachitis aufgeklärt und gezeigt, dah hierbei die unsichtbaren kurzwelligen, ultravioletten Strahlen, die sich im Sonnenlicht finden, eine ausschlaggebende Rolle spielen. Demgegenüber waren wir über die günstige Wirkung des Lichtes auf den gesunden, bzw. tuberkulösen Körper noch wenig unterrichtet. 3etzt scheinen die in den letzten Jahren im Gießener Institut für Körperkultur durchgeführten Unter- suchungen auch hier endlich einige Klarheit gebracht zu haben Wie sich mit einer neu aus- gcarbeiteten Methode feststellen ließ, üben die Lichtstrahlen, und zwar neben den unsichtbaren ultravioletten auch die sichtbaren Helligkeitsstrahlen. eine kräftige Reizwirkung auf die natürlichen Auf halbem Wege Die Beschlüsse des R e i ch s k a b i n e t t S Sx Deckung des erwarteten Fehlbetrages im eichshausyalt und bei der Arbeitslosenversicherung müssen notwendigerweise sehr gemischte Sesühle in der össentlichen Meinung auslösen Die Regierung ist mit ihren Vorschlägen zur Sanierung der gesamten öffentlichen Finanzge- öahrung leider wieder auf halbem W e g e stehengeblieben; sie hat den grundsätzlich wichtigsten Teil eines wirklichen Sanierungspro- grammS. das AuSgabe nfenkungSgefetz nicht verabschiedet. Bei allem, was man gegen die längst bekannt gewordenen Einzelheiten dieses in Aussicht gestellten Werkes sagen kann, — es wäre doch immerhin wenig st enS der Ausdruck einet prinzipiellen De reit- schäft zu völliger Umkehr in der öffentlichen Finanzgebahrung ge- oesen, wenn das Kabinett die Vorlagen des Finanzministers gebilligt hätte. So wird die Oesfentlichkeit wieder mit einem Zukunftsversprechen getröstet, und wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, als gehe die Reichsregierung mit einet allmählich peinlich anmutenden Sorgfalt dem eigentlichen Kernproblem unserer Gegenwarts- und Zukunftsnot nur deshalb aus dem Wege, um parlamentarische Konflikte zu vermeiden Diese Haltung verträgt sich schlecht mit den starken Gesten, die die Regierung Brü- ning in den ersten Tagen und Wochen ihres Bestehens an den Tag legte. Wit lagen diese Dinge nicht, um dem Kanzlet und feinen Mitarbeitern das Leben sauer zu machen. Wir wollen keineswegs in die Front der Opposition ein- schwenken. Aber wir halten allerdings den Hinweis für allzu berechtigt, daß das Kabineti von den großen Versprechungen, mit denen es sich auf seinen Weg machte, dem deutschen Volke noch seht vieles schuldig geblieben ist. In diesem Sinne ist auch alles das zu verstehen. was zur Kritik des Deckungsprogramms einschließlich der Maßnahmen zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung notwendigerweise gesagt werden muß Einen wirklichen Schlüssel zur Lösung der wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten hat die Reichsregierung mit ihren Vorschlägen nicht gesunden, fie kuriert weiter an den Symptomen herum und zwar zu Lasten von Schichten, die genau besehen, nicht weniger Gegenwarts- und Zukunftssorgen haben, als das große Heer der übrigen Arbeitnehmer. statt den Ursachen zu Leibe zu gehen.. Was bedeutet denn etwa eine .Reichshilfe', wie sich die amtliche Mitteilung verschämt ausdrückt, anderes als eben ein Rotopfer zu Lasten der Beamten und der anderen sogenannten Fest besoldeten? Rach wie vor halten wir aus allgemeinen rechtlichen und sozialen Erwägungen einen Rot- opferplan dieser Art für unmöglich, nicht nur, weil er einseitig wertvolle Mittelstandsschichten belastet, die größtenteils noch lange nicht wieder über ihr Realeinkommen aus der Vorkriegszeit verfügen, sondern auch deshalb, weil man mit ihrer Mehrbelastung wieder «inen Teil der ohnehin schon so geschwächten Konsumkraft wegsteuert, dessen Ausfall sich bei anderen Einnahmequellen des Reiches bemerkbar machen muß. lieber die Ledigensteuer wollen wir in diesem Zusammenhänge nichts sagen. Ihre Einführung ist vielleicht grundsätzlich nicht unberechtigt. Allerdings wird dann auch Sorge dafür getragen werden müssen, daß sie einen möglichst umfassenden Charakter erhalt. Bleibt die Frage nach der Dauer dieser Sondersteucrn. Die Reichsregierung hat sich hierzu in ihrer amtlichen Mitteilung leider nicht geäußert. Vielleicht will sie absichtlich dem Reichs- Winke zur Badezeit. Don Professor Or. Huntemüller, Leiter des Instituts für Körperkultur der Hess. Landesumversttät. beinahe vernichtet hätte — Wo er sie kennengelernt hatte? — In dem gleichen römischen Spielklub, in dem er in jener Zeit regelmäßig verkehrte. Auch sie war vom Spiel besessen. Er hatte sich damals zuweilen gefragt: „Welche Leidenschaft in dir ist die größere: Giulielma oder das Spiel?" Das Spiel war Sieger geblieben. Filmartig huschten diese Bilder vorüber, ©bätet war es ihm schlecht gegangen in Rom. Er hatte nahe vor der Selbstvernichtung gestanden Er war ausgesogen gewesen bis aufs letzte Richts hatte ihm der Spielteufel gelassen. Er war zu Giulielma Andutti gegangen, er hatte gesteht und sich gebemütigt. Sie hatte gelacht und war gegangen Da hatte er sich dem Mammon verschrieben mit Haut und Haar. Immer weiter spann er seine Erinnerungen und gelangte schließlich zu feiner Haustür^ Es war ganz klar. Das Spiel hatte ihn vollständig wieder in seine Krallen geschlagen. Er wand sich wie der Wurm unter dem Fußtritt des Wanderers. 3m Atelier zählte er seinen Gewinn. Seht an. er hatte heute abend etwas über sechshundert Mark gewonnen. Er betrachtete nachdenklich die Geldstücke. „Du kannst dich einsperren lassen. Peter denn du bist irrsinnig, wenn du nicht spielst, bis die Wendung kommt. Die Wendung konnte bald kommen, sie konnte gleich kommen, schön, mochte sie. Aber die Möglichkeit bestand, die Glücksserie könne sich fortsehen und dies quälte ihn so lange, bis er sich fest vornahm, morgen in den Bolton-Klub zu gehen. Morgen hatte Konstanze ihre Musikstunden, da kam sie nicht zu ihm. Die Gelegenheit war ihm unzweifelhaft günstig — Konstanzei — Augenblicklich fühlte er ein beschämendes Brennen im Gesicht Sein Blick fiel in den Spiegel. Er fuhr zusammen. Leidenschaftsflackernde Augen starrten ihm entgegen. Das Gesicht eines unglückseligen Spielers zeigte sich im Glas. Er wußte, wenn er morgen in den Bolton-Klub ging, war er ein verlorener Mann. Seine Blicke glitten durch das kleine Zimmer. Er kam sich hilflos vor und wünschte plötzlich mit großer Heftigkeit. Konstanz« möchte bei ihm fein. „Sie ist der einzige Mensch, der dich retten kann“, dachte er und umarmte Konstanze liebevoll in Gedanken. — Aber schon verschwand die Erinnerung an sie. Die Bilder, die er vor kurzem geschaut, tauchten abermals auf. Spiell>ilder. Sie liehen sich nicht Man protestierte und bat ihn, sich zu fetzen. Die paar Märker werden uns nicht ruinieren. Liebster", rief Otto Avus und versuchte, Peter auf seinen Stuhl niederzudrücken. Du nimmst es mir nicht übel, wenn ich nun wirklich gehe. Ich sehe dich vielleicht n^> einmal", sagt« Peter, indem er feinem Gastgeber die Hand schüttelte. Er ging durch die übrigen Zimmer zur Garderobe. Plötzlich merkte er. dah jemand hinter ihm herkam. Cs war Ottokar Hargk. Er blieb vor Peter stehen und dämpfte feine Stimme bei der Frage: „Sie sind berufsmäßiger Spieler. Nicht w^>r r Peter war erstaunt und verärgert zugleich. Was maß sich dieser Fremde an? .Ich verstehe nichtI?“ . , „Ich sah es an Ihrem Spiel, daß Sie Spieler sind", sagte der Große mit vertraulichem Augenzwinkern. .Ich - war — Spieler.“ ,Ah. Derzeihungl Sie spielen nicht mehr^ .Rein! Das heute war nur ein kleiner Versuch — nach langer Zeit.“ .Ich verstehe. Eine kleine Entgleisung. Ein Durchbrechen Ihrer Grundsätze. Ich begreife das vollkommen." Peter »uhlte sich plötzlich tief beschämt. »Es ist schade, daß Sie nicht mehr spielen. .Warum?" .Eie sind ein ebenbürtiger Gegner. Herr Uhlstädt. — Kennen Sie den Bolton-Klub?" Bei diesem vertrauten Klang wich Peter das Blut aus den Wangen — Bolton-KlubI — Eine Erinnerung an leidenschaftsdurchglühte Tage und Rächte tauchte vor ihm auf. „Ich bin noch nicht lange hier In München“, nahm der andere wieder das Wort. „Aber ich kann nur sagen, der Bolton-Klub ist die einzige wahre Stätte für gewerbsmäßige Spieler, wie Eie und ich.“ Eine plötzlich aufsteigende Zärtlichkeit für den Mann dessen Mund diese vertraute Stätte genannt. schwelte in Peter hoch. Er fühlte sich hingezogen zu diesem da. »Ich kenne den Bolton-Klub“, versetzte Peter „Ich würde mich freuen, Herr Uhlstädt, Sie dort treffen zu können. Ich fühle mich wesensverwandt mit Ihnen.“ Er zeigte mit dem Daumen hinter sich „Was ist das für ein Spielchen? — Das reine Possentheater. — Ich gehe jetzt in den Dolton-Klub, kommen Sie mit?“ Widerstandskräfte im Blutserum aus. sodaß diese vermehrt bzw. zur Reubildung angeregt »erben und so im Körperinnern den Kampf gegen die Krankheitskeime aufnehmen und einerseits Echuhwirkung und anderseits Heilwirkung entfalten können. Die den Körper treffenden Reiz« müssen aber, besonders beim kranken Körper, richtig hofiert d h abgemessen werden, toenn U« Ruhen und nicht Schaden bringen sollen Rach dem Arndt-Schulzschen Gesetz bleiben klein« Reize die unter der Reizschwelle hegen, wir- kungslos, mittelkräftige Reize fachen die Lebensfunktionen an. starke schädigen sie und allzustarke heben sie auf. Dementsprechend darf man bei der Sonnenbestrahlung Wie bei der Abhärtung des Körpers keine zu starken Reize Aur Anwendung bringen, d. h., man soll die Aby Ortung nicht in der kalten Winterzeit. sondern in der warmen Iahreszeit und die G e » wöhnung an Lichtreize nicht im prallen Sonnenlicht, sondern im a er ft reuten Tageslicht beginnen, nicht über Gebühr ausdehnen besonders wenn eS sich um eine Helle, empfindliche Haut handelt. Sonst kommt es im ersteren Falle zur Erkältung, d. h. es dringen Krankheitskeime infolge der geschädigten Lebens- funltion in den Körper ein und rufen Krank- heitserfcheinungen hervor. Bei zu starker Sonnenstrahlung kommt es dagegen zur Verbrennung, b h zum Sonnenbrand, der sich in Rötung. Schwellung und Blasenbildung äußert Gegen das Eindringen zu starker Licht- und Wärmestrahlen sucht sich der Körper durch Bildung von Hautpigmen t zu schützen, daS diese Strahlen wie ein Filter abfängt und ein tieferes Eindringen verhütet. Ein kräftiges Haut- der Finanzminister mit den Einnahmen aus diesem Rotopfer auf alle Fälle bis zum Ende des lausenden Haushaltsjahres rechnet, da sonst ja das ganze Deckungspro^ramm sinnlos wäre Sollte der Reichstag die Eondersteuer auf den Mittelstand mit 4 v. H. des jeweiligen Einkorn- genehmigen, so muß unter allen Umständen automatische Aushebung mit dem deS gegenwärtigen Finanzjahres sicherge- werden. Es besteht nämlich sonst die Ge- über die man notabene im engeren politischen Zirkel bereits ganz offen spricht, daß diese Sondersteuer solange erhoben werden soll, bis die Arbeitslosenversicherung endgültig auf eigenen Füßen steht. Das würde bedeuten daß ihre Aufhebung ad calendas graecas vertagt wird Wollen die Parteien, die hinter dem gegenwärtigen Kabinett stehen, nicht ihren politischen Kredit verlieren, dann müssen sie hier für ausreichende Eicherungsbe- ftimmungen unter allen Umständen Sorge Pigment bildet sich bei dem hellhäutigen Nordländer erst nach mehrfacher Bestrahlung und schützt ihn dann wie den dunkelhäutigen Südländer gegen stärkere Strahlenreize. Bei der jetzt beginnenden Badesaison muh Die8 alles berücksichtigt werden, um G e s u n d h e i t s - schädigungen zu vermeiden. Personen, die noch nicht abgehärtet sind, sollen warme Witterung abwarten, bevor sie im Freien in Licht, Luft oder Wasser baden und ihre Haut erst sehr allmählich an stärkere Sonnenstrahlung gewöhnen, besonders wenn sie hellhäutig sind. LIeberhihung des Körpers ist ungesund und wirkt erschlaffend. Man soll sich daher nicht längere Zeit in die pralle Sonne legen und braten lassen, sondern sich vielmehr im Sonnenbad frei herumbewegen, damit der Körper die aufgenommene Wärme wieder an die umgebende Auhenluft abgeben kann. Besonders muh der Kopf gegen zu starke Sonnenbestrahlung geschützt werden, da es sonst zu Sonnenstich und Gehirnhautentzündung en kommen kann. Der Weihe trägt daher in den heihen Ländern den Tropenhelm. Auch in unseren Breiten ist einem hellhäutigen Nordeuropäer das Tragen einer leichten Kopfbedeckung anzuraten. , „ . „ , . Besondere Vorsicht ist auch beim Schwimmen geboten. Durch die plötzliche Abkühlung, die die Körperoberfläche im kühlen Wasser erleidet, ziehen sich die Hautgefähe zusammen: das besonders beim erhitzten Körper in großer Menge in den Hautgefähen kreisende Blut wird plötzlich in das Körperinnere gepreßt. Ein schwaches oder ermüdetes Herz kann die ihm zugemutete plötzliche Mehrarbeit nicht bewältigen, und es kann alsdann zu dem sog. Herzschlag kommen. Man soll daher b e i ü b e r h , h t e rn Körver nicht plötzlich i n kaltes Wasser gehen, sondern für langsame Abkühlung Sorge tragen, besonders nach langdauernden körperlichen Anstrengungen, oder bei schwachem ^Auch der Magen darf beim Schwimmen nickt au stark gefüllt sein, weil alsdann durch seinen Druck auf das Zwerchfell die At- mung und die Herztätigkeit behindert wird. M a n badet daher am besten mit nüchternem Magen, nachdem der Körper zuvor gut abgekühlt ist. rr . Der Aufen thalt im Wasser, besonders im kalten Wasser, darf nicht zu lange dauern, weil sonst dem Körper zu viel Wärme entzogen wird zumal die Muskeln der Hautvenen alsdann erschlossen und aus dem Körperinnern wieder Blut in die äußere Haut zurückströmt. Sobald sich Haut oder Schleimhäute, besonders die Lippen, bläulich zu verfärben beginnen, ist es die höchste Zeit, mit dem Baden aufzuhören, um Gesundheitsschädigungen zu vermeiden. Der Körper sucht der stärkeren Abkühlung im Wasser durch Kräftigung der Gefäßmuskulatur und durch Bildung eines stärkeren Fettpolsters entgegcnzuwirken. Beim typischen Sportschwim- mcr findet sich daher ein kräftiges Fettpolster Bei Beachtung dieser Darlegungen wird bas Baden nur Nutzen und keinen Schaden für die Gesundheit bringen können. Wirtschaft. Oie Arbeiismarkilage in Hessen und Hessen-Nassau. Lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen.Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Während im Vorjahre die im Winter sprunghaft angestiegene Zahl der Arbeitsuchenden und Lln- terstühten mit Frühjahrsbeginn ebenso schnell wieder abnahm, wurde der Arbeitsmarkt in die- fern Frühjahr nur zögernd entlastet, weil die Aufnahmefähigkeit der Saisongewerbe, insbesondere des Baugewerbes, durch finanzielle Schwie- rigkeiten stark eingeengt war. Die Wirkung zeigte sich in den folgenden Zahlen. 3m Monatsdurchschnitt bezogen: Arbeitslosenunterstützung Krisenunterstühung Jan.-März April-Mai Jan.-März April-Mai 1929 133 692 62 158 10 950 13 878 1930 140 735 103 361 16 368 19 779 Am 31. Mai wurden insgesamt 181 603 Arbeitsuchende gezählt, so daß zur Zeit ihre Zahl um 85 877 (über 89,7 Prozent) über dem Vorjahresstand liegt. Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosen- und Krisenunterstühung (Stand vom 31. Mai) 115 723 sind jetzt 54 207 oder 88,1 Prozent mehr. Bei den meisten Arbeitsämtern war die Abnahme der Arbeitsuchenden in der Berichtszeit nur gering: Frankfurt, Limburg, Mainz und Worms hatten sogar noch Zunahme. Die Saisonberufe vermochten nur ?. eine beschränkte Zahl Arbeitslose aufzunehmen: so ging z. B. die Zahl der Baufacharbeiter nur ' um rund 1800 auf 21 473 zurück, während um die gleiche Zeit des Vorjahres nur 7017 arbeitslos waren. 3n der Metallindustrie verschlechtert sich die Lage beständig. Auch in der chemischen Industrie, deren Geschäftsgang gegen den der anderen Industriezweige als gut zu bezeichnen ist, findet der Arbeitsmarkt keine Stühe mehr. Sehr ungünstige Beschäftigungsverhältnisse bestehen in den Angestelltenberufen. * Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 4. Iuni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen. Reichsamtes ist mit 125,1 gegenüber der Vorwoche (125,2) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,2 Proz. auf 109,6 (Vorwoche 109,4) angezogen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist auf 123,7 (124,0), also um 0,2 Proz., und diejenige für industrielle Fertigwaren auf 151,2 (151,4) gesunken. — Im Monatsdurchschnitt Mai ist die Gesamtindexziffer mit 125,7 gegenüber dem Vormonat (126,7) um 0,8 Proz. zurückgegongen. Die Indexziffern für die Hauptgruppen stellten sich für Agrarstoffe auf 110,7 (112,1), für Kolonialwaren auf 117,2 (118,4), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 123,8 (124,8) und für industrielle Fertigwaren auf 151,5 (151,9). *Mehlpreiserhöbung. Die Suddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für^Weizenmehl Spezial 0 von 45,50 auf 46 Mark ab Mühlenstation erhöht. „ ♦ Deutsch - französischer Außen- handel. Die Außenhandelsstatistik für die ersten vier Monate 1930 weist den Wert der aus Deutschland nach Frankreich eingeführten Waren während dieses Zeitraums mit 2 682 739 000 Franks aus gegen 1 882 655 000 Franks in der gleichen Zeit des Vorjahres. Der Wert der Ausfuhr französischer Waren nach Deutschland betrug in den ersten vier Monaten 1930 1 518 594 000 Franks gegen 1 534 021 000 Franks im gleichen Zeitraum des Vorjahres. • Arbeiterentlassungen bei Hoesch. Das Eisen- und Stahlwerk Hoesch kündigte etwa 1000 Arbeitern infolge außerordentlichen Mangels an Aufträgen und Rückgang der Produk- tionsmöglichkeiten. Die entsprechende Anzeige bei der Regierung in Arnsberg ist bereits erstattet. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 10. Iuni. Tendenz: schwächer. Rach der dreitägigen Llnterbvechung des Börsengeschäftes durch die Pfingstfeiertage blieb die Spekulation sehr zurückhaltend, zumal sich inzwischen hier einige ungünstige Momente angesammelt hatten, die in Verbindung mit der anhaltenden Orderlosigkeit jede Geschäftstätigkeitunterbanden. Auch die wieder schwache Veranlagung der Neuyorker Börse bot Anlaß zur Besorgnis. Hinzu kam aber der außergewöhnliche Kurs stürz der AG. fürVerkehrswesen. Diese Gesellschaft mußte auf Grund einer Fehlexkursion eine erhebliche Dividendereduktion vornehmen, so daß bei ziemlich großem Angebot dieses Papier einen Kursverlust von nahezu 17 Prozent hinnehmen mußte. Hiervon ausgehend wurde die Börse später weiter ungünstig beeinflußt, und es ergaben sich auf fast allen Märkten gegenüber den Schlußkursen vom letzten Freitag Kursabschläge bis zu 3,5 Prozent. An fast allen Marktgebieten kam Material heraus. Das Geschäft bewegte sich bei geringster Aufnahmelust in sehr kleinem Rahmen. Erstnotierungen kamen nur wenig zustande. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 3,5 Prozent schwächer. Deutsche Erdöl gaben 3 Proz., und Rütgerswerke 1,75 Proz. nach. Von Montanpapieren verloren Phönix 2,5, Mannesmann 1,5 Prozent. Stark unter Druck standen noch Kali Westeregeln, die 6,5 Pro;, nachgaben. Von Warenhausaktien gaben Karstadt 3 Proz. nach. Auch Kunstseideaktien hatten unter der verschlechterten Situation zu leiden und gaben bis zu 3,5 Proz. nach. Schiffahrtswerte bis zu 3,5 Prozent schwächer. Banken lagen im allgemeinen I nur wenig abgeschwächt. Nur Reichsbankanteile waren mit minus 5,5 Proz. stark angeboten. Eine Ausnahme machten Zellstoff Aschaffenburg, die einiges Interesse aufweisen konnten und 1,5 Prozent' gewannen. Von Dauunternehmungen waren Wahß & Frey tag gut behauptet. Renten still und leicht nachgebend. Im Verlause stagnierte das Geschäft fast vollkommen. Die Kurse gaben gegen Anfang erneut um Bruchteile eines Prozentes nach. AG. für Verkehrswesen verloren erneut 2 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prvz. unverändert leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 1990; gegen Pfund 20,362; London gegen Kabel 4*8590; gegen Paris 123,87; gegen Mailand 92,77; gegen Madrid 39,95; gegen Schweiz 25,09; gegen Holland 12,0825. Berliner Börse. Berlin, 10. Iuni. In den drei Tagen, an denen der Börfenverkehr infolge der Pfingstfeiertage ruhte, hatte die Presse einige Nachrichten veröffentlicht, die nicht ohne Einfluß auf die Tendenz der heutigen Börsen bleiben konnten. Während die gemeldete Zusammenarbeit der I.-G.-Farben und Royal Dutch und der im Geschäftsbericht erkennbare Aufschwung des Oel- konzerns wenig Eindruck machten, ging von den flauen Auslandbörsen und der Dividendenüberraschung der AG. für Verkehrswesen (in der Dilanzsitzung am Freitag wurden bekanntlich nur 5 Prozent, nach 11 Prozent Dividende im Vorjahre, vorgeschlagen) stärkere Verstimmung aus. Die ganze Börse diskutierte lebhaft die Vorgänge an diesem Markte und war sich darüber einig, daß unbedingt eine Aenderung der augenblicklichen Unklarheiten einzelner Gesellschaften eintreten müsse. Aber auch die übrigen Märkte eröffneten, hierdurch beeinflußt, in schwächerer Haltung. Hauptspekulationspapiere, wie Kali- aktien, Schuckert, Siemens, AKU., Spritaktien, Karstadt, Polyphon, Svenska und so weiter eröffneten bis zu 5 Prozent niedriger. Akkumulatoren verloren 4,75 Prozent, Hoesch, im Zusammenhang mit den gemeldeten Arbeiterentlassungen, weitere 3 Prozent, Iulius Berger sogar 6 Prozent. Anderseits zeichneten Ilse Bergbau (plus 2,5 Prozent), Deutsche Telefon (plus 2 Prozent), Hirsch Kupfer (plus 3) und Rheinische Braunkohlen (plus 1,25 Prozent) sich durch Festigkeit aus. Deutsche Anleihen waren ruhig. Ausländer ziemlich behauptet. Nur Mexikaner zur Schwäche neigend. Pfandbriefe waren umsatzlos. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 Prozent und.darunter; Monatsgeld 5 bis 6 Prozent; Warenwechsel zirka 4,75 Prozent. Auch nach den ersten Kursen war die Umsatztätigkeit sehr gering, und die Kurse bröckelten allgemein weiter leicht ab. Papiere wie Salzdetfurth, Reichsbank, Ostwerke, Schultheiß usw. verloren hierbei erneut bis zu 2 Prozent. Westeregeln zirka minug 4 Prozent. Der Reichsbankausweis für die erste Iuni-Woche wurde kaum beachtet, obwohl er mit einer Gesamtentlastung von 275 Millionen und einer Besserung der Deckung auf 57,3 resp. 65,6 Prozent als nicht ungünstig anzusprechen ist. Da sich die Vorgänge am Markte der AG. für Verkehrswesen nicht übersehen lassen, protestierte man mit Erfolg gegen eine Kursfestsetzung. Sämtliche offiziellen Notierungen (auch der Kassakurs) sind daher bei diesem Papiere für heute gestrichen worden. Im Freiverkehr nannte man einen Kurs von 90 bis 91 Prozent. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. 3uni: Marktverkauf: Rinder rege, ausverkaust. Schweine gedrückt, Ueberstand. Fettschweine schwer verkäuflich. Kälber mittelmäßig, geräumt. Auftrieb: 949 Rinder, darunter 265 Ochsen, 83 Dullen, 300 Kühe, 238 Färsen; ferner 350 Kälber, 1 Schaf, 4462 Schweine. Rinder, Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 59 bis 62, ältere 54 bis 58, sonstige vollfleischige, jüngere 48 bis 53; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58, sonstige vollfleischige oder gemästete 48 bis 53; Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 53, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 44 bis 48, fleischige 38 bis 43, gering genährte 32 bis 37; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63, vollfleischige 55 bis 59, fleischige 50 bis 54; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 82 bis 83, mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 79, geringe Kälber 68 bis 73; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 60 bis 63, von etwa 160 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 64 bis 67, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 60 bis 64. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: Infolge des großen Angebots, namentlich von Auslandware, der warmen Witterung und der schwachen Nachfrage seitens der Verbraucher gaben die Preise allgemein weiter nach. Es notierten in Pfennig per Stück: Italiener 8,25 bis 8,5, Bulgaren 6,5 bis 6,75, Jugoslawen 6,5 bis 6,75, Rumänen 6,25 bis 6,5, Russen 6 bis 6,5, Holländer 7,5 bis 9,5, Dänen 7,5 bis 9,5, Belgier 8 bis 8,25, Franzosen 7,5 bis 9,5, schlesische 7 bis 7,75, bayerische 7 bis 7,75, norddeutsche 7,5 bis 8. Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Inlandeier ab Station. Tagung der hessischen landw rischast« lichen Genossenschaften. WSN. Darmstadt, 7. Iuni. Der Verband der hessischen l a n d w i r t s ch a f tlck Ae n Genossenschaften hat den diesjährigen D e r - b a n d s t a g auf den 14. Iuni nach dem Städtischen Saalbau einberufen. Am Vormittag finden die ordentlichen Generalversammlungen der Landesgenossenschaftsbank und der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft statt. Rach dem Iahresbericht hat sich 1929 die Aufwärtsbewegung der gesamten Organisation trotz der schwierigen Verhältnisse weiter fortgesetzt. Dem Verbände gehörten am Ende vorigen Iahres 1070 landwirtschaftliche Genossenschaften an (1045 im Vorjahre). Der Zuwachs ist in der Hauptsache auf die Neugründung von Milchabsah-, Obst- und Gemüseverwertungs- und Cierverwertungs- genossenschaften zurückzuführen. Auch die Eier- verwertungszentrale Frankfurt am Main, deren Geschäftsbereich sich über das gesamte rhein-mainische Wirtschaftsgebiet erstreckt, wurde dem Verbände angeschlossen. In den 446 Kreditgenossenschaften wird die Entwicklung durch wachsende Umsahfteigerung und Steigerung der Einlagen gekennzeichnet. Die 1929 geführten Der- einheitlichungsverhandlungen haben bisher kein Ergebnis gezeitigt. Die verschiedensten Projekte, die auf einen vollständigen oder tellweisen Zusammenschluß der drei Verbände Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt hinzielten, konnten keine übereinstimmende Annahme in den zuständigen Verwaltungsorganen finden. Die Verhandlungen sind deshalb bis auf weiteres vertagt. Der Dericht bringt zum Ausdruck, daß die hessische Organisation eine Vereinheitlichung des Genossenschaftswesens im Rhein-Main-Gebiet aus ideellen Erwägungen heraus jederzeit gefordert habe. Sie werden auch künftig zur Wiederaufnahme von Verhandlungen bereit sein. Daten für Dienstag, 10. Juni. Sonnenaufgang: 3.45 Uhr, Sonnenuntergang: 2Q.14 Uhr. — Mondaufgang: 20.07 Uhr, Monduntergang: 2.44 Uhr. 1819: der französische Maler Gustave Courbert in Omans geboren. — 1836: der Physiker Andre Marie Ampere in Marseille gestorben. — 1869: der Maler und Architekt Paul Schultze-Naumburg in Naumburg geboren. — 1914: Gründung der Universität Frankfurt a. M. Letzte Nachrichten. Oer Oeyrihausener Schiedsspruch verbindlich. Berlin, 10.3unl (7BIB.) Eigener Drahtbericht des „Gieß. An;." 3n dem Manteltarifstreit der Gruppe Nordwest der Eifenindu- st r i e ist der Schiedsspruch vom 26. Mai für verbindlich erklärt worden. Oie Kabinettsbildung in Rumänien. Bukarest, 10.3uni. (MTB. Funkspruch.) 3n politischen Kreisen wird allgemein angenommen, daß sich König Carol bei der Bildung der neuen Regierung streng an das p a r l a - mentarNsche Regime halten wird. 3n erster Linie kommt nach Ansicht der führenden parlamen- torischen Kreise ein Konzentrationskabinett unter Beibehaltung der jetzigen Volksvertretung in Betracht. An die Spitze eines solchen Kabinetts, dessen Zustandekommen im Falle der Teilnahme eines Teils der Liberalen sicher ist, würde voraussichtlich M a n i u oder Titu - lcscu treten, weiter wird auch von der Möglichkeit einer reinen nationalzaranistischen Regierung gesprochen, als deren Präsident ebenfalls M a n i u genannt wird. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 v. $).. Lombardzinsfuß 5,5 v. H. Frankfurt a. Al. Berlin Frankfurt a. AI. | Berlin Schluß« lurd 1.Uhr- Kur« Schluß» lurs Anfang- Kurs Schluß«! lurs | l«Uhr« Kurs Schluß« lurs Anfang« Kurs Datum 6. 6 10 6 6 6 10 6 Dalum 6 6 10 6 6 6 10 6 b% Xuutidie theiO)x.aiuei9e vamvurg-Amerita Patel .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 - 111 110 111,13 von 1927 ......... 88 — 88,25 — — 174 7% Deutsche Retchsanleihe Hansa Dampfschiff.....10 — ■ — — 104,5 — 105 — Norddeutscher Lloyd.....8 H0.5 110,9 110,25 110,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mi! Allgemeine DeutscheCreditanst. 10 115 —- 115,25 115,25 AuSlos.-Rechlen....... 57,9 59,4 57,8 58,3 Barmer Bankverein .... 10 126 125,5 126 125.5 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . 10.3 10.4 10,3 Berliner Handelsgesellschaft . 12 — — 174 172,5 8% Heli. BolMaol von 1929 — Commerz, und Privat-Ban!. 11 150,5 149,5 150.5 149,5 lrückzahlb. 102%)...... 96,75 — 95,75 — Darmstädter und Nationalbank 12 229 — 228 227 Lberheslen Provinz - Anleihe mH Auslol.-Rechten...... — — - Deutsche Bank und Diseonto Gesellschaft, ... 10 140,5 — 140 140 Deutsche ftomm. Satninelabl. Dresdner Bank......10 141,5 141 141,5 141 Anleihe Serie 1...... 8% firantt. Hyp.-Bank Goldpfe 58 — 57,6 — Reichsbank........12 290,5 164,5 288,5 292,5 164,13 291 162,13 XIII unkündbar bis 1934 . . - 7% Franks. Hyp-Bank Goldpse AEG............8 Bergmann.........9 — 185.5 185,25 unkündbar bis 1932 ..... 94,5 — — — Elektr. LieserungsgeseUIchaft. 10 152.5 — 152 151 4%% Rbeinilche Hnp.-Bank Licht und Kraft......10 161 —- 160,5 156,25 89,4 — — zelten ä Guilleaume . . . 7% Gesellschaft für Elektrische 117 117,5 118,25 8% Pr. Landespsandbriesanftali, Pfandbriefe R 17 ..... 161,5 161.5 159 101 - 101 __ Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 — 8% Piv Landespfanvbriesanstalt, — 138 Komm^Lbl. N. 20...... 97 — 97 — Rheinische Elektrizität .... 9 — — 149,5 149,5 7% Pr. Landespsandbriesanstall. Schlesische Elektrizität. ... 10 — — 163,5 —— Pfandbriefe 81.10...... 95,5 - 95.5 -- Schuckert & Co..... . 11 179 — 177,5 175,5 AEG. abg. BorlriegS-Obllgatio- Siemens & Halske.....16 — — 245.5 242,25 nen, rückzahlbar 19'32 ... 1 96 - — — Lraneradio.........8 — — — — Lahmeyer & öo.......10 168.5 — 168.75 — 4% Oesterreichifche Goldrente . 26,75 — 26,7 26,3 75,5 75,75 75,25 76,9 4,20% Oesterreichifche Silberrenii- —- 3,7 — — — 98 96,75 4% Oesterreichifche Einheitlich-- Essener Steinkohle ...... 8 — —- — 136,5 Rente.......... — — 2,4 — Gelsenkirchener.......8 135,75 —— 136,4 4% Ungarische Goldrente . . . >3,75 — 23.8 23,8 6 Offener..........0 124.6 — 124 5 124,75 4% Ungarische Staatsrente v. 19K — — 20,9 — Hoesch Eisen........6'/i -- —- 104.25 102 4yt% deegl. von 1913 .... — — 21.9 —— Ilse Bergbau.......1« — —— 216,25 222 4% Ungarische Kronenrente . . 2,3 —» 2,35 2,35 Klücknerwerke........■ 100 —— 100 100 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,75 •— 5,9 6,1 Köln-Neuesten........7 — 101.75 101.5 4% Türkische Bagdadbahn-Anl o,75 Mannesmann-Röhren .... 7 101 102 101,13 102,75 — — — ManSselder Bergbau.....7 70 70,25 ■■ 4% deegl. Serie »....... 5,75 — 5,9 — Oberschlel- Eilenbedarf .... 6 —- —— — — 6% Rumänische vereinh. Rente Oberschles. Kokswerke..... — 107,75 106.75 1( — 10 — Phönix Bergbau......6% 94 93,75 — 93,5 V/t% Rumänische vereinh. Rente Rheinische Braunkohlen . . IC — 230,5 229 von 1913 .......... । w 17,13 17,25 Rheinstahl......... 118 — 117,4 117,25 4% Rumänische vereinh. Rente 8,1 8,1 8,2 Riebeck Montan......7,2 — — 1 Zranlsun a. 2JI. 1 Berlin Banknoten.________ Schluß» s fürs I i'Uhr« Knrs Schlußkurs Anfang- Kurs Berlin, 6- 3unl Geld Brief Amerikanische Noten . . . 4.169 58,33 4-189 58,57 Belgische Noten . . . . • • • Datum 6 b 10 b 6 6 10 i. 111.15 112.17 20.31 20,39 Bereinigte Stahlwerte . 94 — 93 9 93.25 Französische Noten . . . . Id, 16 465 Olavi Minen...... 16'/. — 51,25 50 75 Holländische Noren . . . . 168,01 168,69 Kaliwerke Aschersleben . . 10 223 — 222 222 Italienische Noten..... Norwegische Noten . . . . • • • 22,01 22,09 Kaliwerke Westeregeln . . 10 226 221 225.5 224 • • • 111,Zö 112,22 Kaliwerke Salzdetfurth . . 15 410 409.5 408 Deutfch-Oesterretch, a 100 Schilling Rumänische Noten....... 59,04 2,462 59,28 2.482 I. G. Farben-Industrie . . 185,25 171 184 25 171 Schwedische Noten . . . . 112,13 112,57 . 12 Schweizer Noten..... 80,92 81.24 Dnnamit Nobel..... . . 6 — — — — Spanische Noten..... 50 50 50 70 Scheideanstalt...... . . 9 150 — — — Tschechoslowakische Noten. 12.412 12.472 Goldschmidt ...... . . b 69 — 68 75 59,5 Ungarische Noten .... 73,03 73.33 Rülgerswerke...... . . 6 66 64,25 bti, 5 118 Metallgesellschaft..... . . 8 118 — 118 25 Deckst iimarkt Berlin — Frankfurt a. M Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg . . . 7 100,5 — 1011 — 6 3unl 10 Iuni . 10 118 — Amlliche Jloucruna Amtuchr Notierung Cementwerk Karlstadt. . . Wavb & Freytag .... . 10 130 83,25 84,5 82.75 _ Geld Brie Geld Arle> Ämst.« iHott- 168,36 168,70 168,35 168.69 313,25 313,25 1,509 1,594 1.576 1 580 SchultbeiS Patzenhoser . . . 16 — — Brss.-Antw. 58.415 58,535 58.425 58.545 Ostwerke........ . 12 —• — 262,5 259,5 Christiania • 112.04 112,26 112 05 112.27 ............. . 18 — 96,5 97,75 96,5 Kopenhagen 112.01 112.23 11208 112.30 Bemberg........ Zellstoss Waldhos .... . 14 110 — 108 — Stockholm . 112.35 112,57 112.37 112.55 13'/. —— — 166 165,5 Helsingfors. 10,54 10 56 10.543 10.563 Zellstoss Aschaffenburg . . . Y- —— 136,5 134.13 135.13 Italien. - . 21-93 21 97 21 925 21965 Charlottenburger Wasser . . . 8 — — 103,25 102,. 160,75 London. - - 2a.342 20.382 20.342 20.382 Dessauer GaS...... . . 9 — 162.5 Ncuyork . - 4,187 4.195 4.1875 4.1955 Daimler Motoren . . . . . . C 37 — 37 13 36,6 Paris.... 16,415 16,455 16.425 16.465 Deutsche Linoleum . . . 233,5 — 233 233 Schwei, . . 81,055 81 215 81,085 81 245 Maschinenbau A.-G. . . . . . 0 —— -- 50,75 50,5 Spanien . 50,68 50,78 50,65 50.65 Nat. Automobil..... . . 0 — — 18 5 18 25 Hapan - . - 2.070 2,074 2,068 2.072 Orenstein & Koppel . . . . . 6 — — 78,25 76.25 \io de Inn 0.4905 0.4915 0,490 0,492 Leonhard Tietz..... . 10 157 156 158 157 Wien in D.« 58.04 58.16 — 321,5 120 319 Celt. abgeft Prag . - - - 39.055 59,175 12,424 12.444 12.417 12,437 Frankfurter Maschinen . . Gritzner........ Heyligenstaedt..... . . 4 29 lfi.5 28 36 __ Belgrad . . Budapest. . 7,396 73,16 7 410 73.30 7.404 73.18 7.418 73,32 _ E Bulgarien 3.039 3,045 3.035 3,041 41.13 _ 41,75 — Lissabon - 18.80 18.84 18.86 18.90 ..................." Lcchwetke..........8 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . oniAfl .........1(1 98 118,5 — 117 117 Danzig. - 1 Konstantin. | Athen. . 81,35 1'785 5,42 81.50 1.789 5,43 81.33 1.784 5.43 81.49 1,789 5,44 Gebr. Roeder...... Boigt L Haeffner . . . . Süddeutsche Zucker . . . 10 . . . 10 106 158,75 — 163 160 1 Canada . I Uru matj. i Cairo . . 4,185 3,806 20,865 4,193 3,814 I 20,905 4.163 3,806 20,865 4,191 3,814 20,905