Samstag, 10. Mai 1930 180. Jahrgang Nr. 109 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvn London. Unbotmätzige BotschaftSbcamte sollen nach Moskau berufen werden. London, 9. Mai. (WLB.) „Daily Mail" veröffentlicht in großer Aufmachung einen Bericht, wonach Spione der G. P. U- in London eingetroffen seien. Vicht nur eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern des Stabes der Sowjetbot^chaft und anderer Sowjetämter in London werde vielleicht abberusen werden, sondern der Botschafter Sokolnikoff selbst stehe in Gefahr, dazu gezwungen zu werden, die Abordnung der G. P. U. nach Moskau zu begleiten. Anscheinend werde ihm Opportunismus vorgeworfen. Sokolnikoff soll vor einigen Tagen die Sowjetjournalisten in London gebeten haben, davon abzusehen, die britische Regierung und insbesondere einzelne Minister anzugreifen, bis die jetzt erörterten Verträge ratifiziert worden seien. Der Botschafter habe Dieses Ersuchen bei einer Zusammenkunft der Botsch-afts-,, Zelle" gestellt und die Korrespondenten hätten dagegen laut Einspruch erhoben, ebenso wie gegen das Ersuchen des Botschafters, in Berichten über den Streik in der Bradforder Textilindustrie und über die Lage in Indien gemäßigt zu sein. — Laut „Daily Mail" scheine kein Zweifel zu bestehen, dah wenigstens ein halbes Dutzend Beamter einschlieh- lich zweier Botschaftssekretäre entschlossen seien, sich jedem 2l b b e r uf u n g s b e f e h l zu widersetzen und — entsprechend dem Vorgehen des vormaligen Geschäftsträgers in Paris Dessedowski — in England zu bleiben. Oie LI «ruhen «n (Scholapur Schwere Strafenkämpfe zwischen Indern und Polizei Puna, 9. Mai (IDIB.) Rach den neuesten Mitteilungen begannen die Unruhen in Scholapur durch die Weigerung zweier Spinnereien, den hartal (Trauertag) zu beachten der wegen der Verhaftung Gandhis angefeht war. Eine große Menschenmenge, die aus anderen Spinnereien zusammenströmte, . rderle die Einstellung der Arbeit. Aus die Weigerung hin kam es zu Gewalttätigkeiten. Vie Anhänger Gandhis drohten, die beiden Spinnereien in Brand zu stecken und setzten der Polizei widerstand entgegen. Später kamen Freiwillige aus der indischen Rationalbewegung in die Stadt, um die P a l m - bäume zu fällen. Rach Ankunft der Disirikts- behörde bewarf die überreizte Menschenmenge die Polizei zwei Stunden lang mit Steinen, wie rasend ergriff die Menge einen Eingeborenen-Polizisten und verbrannte ihn bei lebendigem Leibe. Danach wurden zwei andere Polizisten in grausamer weise getötet. Fünf Polizisten wurden geblendet und In einen Brunnen geworfen. (Reuter.) Rach den letzten Berichten ist die Lage befriedigend. Polizei in Lastautomobilen patrouilliert durch die Straften, und an strategischen Punkten sind Truppenableilungen ausgestellt. Der Distrikts- oorsteher ist der Meinung, daft die Ordnung jetzt endgültig wieder hergestellt ist. Man glaubt, daft es bei den Unruhen mindestens20 Toteund 10 0 verletzte gegeben hat. lieber dem Gebiet des Hadschi von Tarangzai, dem Führer der mit Gant hi sympatisierenden Mohammedaner an der afghanisch-indischen Grenze, ist ein Geschwader von 40 englischen Flugzeugen erschienen. Man hofft, durch diese Demonstration auf die Stämme, die sich seit den Unruhen von Peschawar in ®ärunr befinden, beruhigend eingewirkt zu haben. Äeueiommuniftische Unruhen InAorwegen K o p e n h a g e n, 9. Mai. (TU.) Wie aus Oslo berichtet wird, ist es am Donnerstag in Gjövik unter Leitung eines kommunistischen Rechtsanwaltes, zu neuen Unruhen gekommen. Fünfhundert Konununisten versuchten, das G e f ä n g- nis zu stürmen und den verhafteten kommunistischen Führer zu befreien. Polizei trieb die Menge zurück. Darauf zog sie vor bte Redaktion einer bürgerlichen Zeitung. Die Kommunisten zwangen die Polizei, einen Verhafteten wieder freizu- lassen. Ein Mehrheitssozialist, der die Aufwiegler zur Vernunft bringen wollte, wurde von der Menge zu Boden geschlagen. Aus Oslo sind mehrere Lastkraftwagen mit Polizei in dem Anruhegebiet eingetroffen. Sie haben die meisten Floßstationen beseht, so daß die Flößerei, die am Mittwoch wieder in Gang gekommen war, erneut eingestellt worden ist. Ein ehemaliger norwegischer Fliegeroffizier ist der Organisator der kommunistischen Llnruhen in diesem Gebiet. Deutscher Marmebesuch in Venedig. In Venedig sind unter den üblichen Salutschüssen die deutschen Schisse „Schlesien" und „Hessen" eingetroffen und in der Kleinen Ducht von St. Mareo vor Anker gegangen. Konteradmiral Förster hat an Bord der „Schlesien" die Admiralsflagge gehißt und stattete in Begleitung seines Stabes dem Admiral F i o r e s i, Kommandanten der Dchiffsbasis von Venedig, unb später dem Kardinal-Erzbischof Lafontaine sowie dem Präfekten Biacheggi und Gegen die amerikanische HoWichzolpMik. Europa plant eine Gegenaktion. - Auswirtungen auf dem Ledermarkt. Berlin, 9. Mai. Die tiefe Beunruhigung über die neueste Entwicklung der amerikanischen Zollpolitik zieht immer weitere kreise. Aus allen am handel mit den vereinigten Staaten beteiligten Landern kommen Rachrichten über heftige Proteste gegen die drohenden amerikanischen Schutzzölle. Abgesehen von Deutschland mehren sich in Frankreich, England und Belgien, Italien, Holland, der Schweiz und Tschecho- stowakei die Erklärungen, daft man nicht gewillt sei, die Schutzzölle untätig hinzunehmen. Bekanntlich Hal das Repräsentantenhaus mit 240 gegen 151 Stimmen diejenigen Teile der Zolltarifnovelle angenommen, über die eine Einigung der Delegierten beider Häuser des Kongresses erzielt werden konnte. Das sind insgesamt 1200 von 2000 strittigen Positionen. Heber die restlichen Positionen und einige grundsätzliche Fragen hat eine Einigung bisher nicht stattgefunden. Roch ist es also Zeit, daft die Amerikaner es sich überlegen, ob sie aufter der Verteuerung der Lebenshaltung, die auf über 1 Milliarde Dollar berechnet wird, auch noch die europäische Gegenaktion in Kauf nehmen wollen, die sich bereits ankündigt und fraglos auf den verschiedensten Gebieten eintreten wird, falls nicht eine Aenderung sich durchsetzen sollte. Die amerikanische Leder- und Schuh- Industrie, die unter günstigen^produktionsbe- bingungen arbeitet, überaus entwickelt und technisch glänzend ausgerüstet ist, soll beispielsweise durch Einfuhrzölle von 15 bis 30 v.h. vom wert geschützt werden, obgleich die Einfuhr von Leder- und Schuhwaren im Verhältnis zur amerikanischen Produktion sehr gering ist und von der Ausfuhr weit übertroffen wird. Die Angriffspunkte einer Gegenaktion der europäischen Staaten auf dem Gebiete der Lederwirtschast sind klar vorgezeichnet. Die vereinigten Staaten beziehen einen nicht unbedeutenden Teil der importierten Rohware aus Europa, so etwa 30 v. h der von Amerika importierten Kalbfelle aus Frankreich, Deutschland und Italien und etwa die halste des amerikanischen Lederexports wird auf dem europäischen Markt ab gesetzt. Jede Maftnahme, die die häute- und Felleausfuhr nach Heberfee mit Ausfuhrzöllen belegt, oder die Einfuhr amerikanischen Leders durch Heraufsetzung der Einfuhrzölle erschwert, würde die amerikanische Wirtschaft fühlbar treffen. 3m allgemeinen ist zu sagen, daft die Entwicklung einer handelspolitk, die ihr heil in gewaltsamer Absperrung sucht, die" öffentliche Meinung in Europa sehr stark und zwar gegen den Bezug und verbrauch amerikanischer Güter beeinflussen würde. Italiens Politik im Haag und in London. Minister Grandi in der römischen Kammer. — Gegen das französische Sicherhetlsphantom. R o m, 9. Mai. (WTB.) Minister des Auswärtigen G r a n d i hielt in der Kammer eine längere Rede, in der er sich mit der Haager Konferenz und der Londoner Konferenz beschäftigte. Er erklärte u. a.: Was Italien betrifft, so hält der Reue Plan nicht nur das Gleichgewicht zwischen den Zahlungen und den Einnahmen aufrecht, die aus dem Krieg entstanden sind, er schasst auch einen Lieberschuß zugunsten der italienischen Finanzen. Das Problem der Rheinlandräumung ist mit demjenigen der Reparationen unweigerlich verbunden. Die größte Schwierigkeit bestand in der K o n t r o lI e der entmilitarisierten Zone. Italien war immer der Meinung, daß es möglich sei, in dem System der Loearnoabkommen die Clemente der gewünschten Lösung zu finden. Die Schwierigkeiten wegen der entmilitarisierten Zone sollen von den durch den Vertrag von Locarno ins Leben gerufenen Ausschüssen gelost werden. Das neue Abkommen ist in dieser Weise eine Wiederholung der Bestimmungen von Locarno. Durch die im Haag erfolgte Regelung der Ostreparationen ist Oesterreich vonjeder Reparationsverpflichtung befreit und kann so alle seine fininziellen und wirtschaftlichen Mittel für das Werk seines inneren Wiederaufbaues verwenden. Die größten Schwierigkeiten, die dem Sachverständigenausschuß entgegentraten, bezogen sich auf die ungarischen Reparationen. Ungarn erhält nun seine finanzielle Souveränität vollständig zurück und wird von den Ketten und den Verpflichtungen des Vertrages von Trianon befreit, während die Optantenfrage keine Streitfrage mehr ist. Italien kann nicht dem Grundsatz zustimmen, nach dem bei der Durchführung der Verträge die ungerechte Trennung zwischen Siegern und Besiegten beibehalten werden muß. Wenn man will, daß die Verträge solange wie möglich in Geltung bleiben, mutz man sie allmählich und im gerechten Sinne den neuen Bedürfnifsen und der neuen Wirklichkeit anpassen. Grcmdi ging dann auf die Londoner Konferenz ein und sagte: Das In Versailles und besonders durch Artikel 8 der Döl'.erbundssahung aufgeworfene Problem der Abrüstung ist eine von den Sieger ft aalen übernommene Verpflichtung, die auf ihre Verwirklichung noch wartet Italien ist bereit, die Verpflichtungen, die ihm die Friedensverträge auferlegen, zu erfüllen Italien war die erste der eingeladenen Mächte, die ihre Bereitwilligkeit zur Teilnahme an den Londoner Verhandlungen mifteilte. Diese Annahme war ohne Vorbehalte. Italien war bereit, für die Grenze seiner Rüstungen zur See die niedrigste Zahl anzunehmen, wenn keine andere Kontinentalmachteine größere Zahl verlangte. Es bot Frankreich an, diese Zahl zu bestimmen. Die französische Regierung lehnte ab, auf diesen Grundlagen zu verhandeln. Italien ist bereit, die unterbrochenen Besprechungen wieder aufzunehmen, damit für Europa eine neue Periode der Wohlfahrt beginnt Die Sicherheit, dieser nebelhafte Begriff, den man in Genf allzu sehr mißbraucht hat, soll nicht eine neue Mythe zur Rechtfertigung der Rüstungen sein. Wir sollten endlich uns auf den Boden der Wirklichkeit stellen und durch gerechte Abkommen zur gegenseitigen Herabsetzung der Rüstungen das (j('~nfeiti 6o Tftufshafn Anerder» •Berlin' Wien Magent. Clermont rß*r; Pan; z/ez? 9 ZTtaz Z930. 7A(2Z>eT?zZs. © wolkenlos.© neuer (jnaiD oeoeext. »wolkig ®oeoecki •’tegen * Schnee c Graupein «Neon K Gewitter ©windstille. «O-» sehr leichter Ost y *na$$|0tr Südsüdwest X stürmische« »ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeiaen Stationen stenenden zahlen geben die Temperatur an. Oie Linien veromden Orte mit gleichen® «uf neereiiiiveau umgerechneten Lultdruca Wettervoraussage. ®in Ausläufer des konstanten Rordmeerwirbcls ist südlich vorgedrungen und hat über Westdeutschland und Rordfrankreich ein ausgedehntes Regengebiet erzeugt. Somit wird erneute Unbeständigkeit der Wetterlage eingeleitet. An der Rückseite des TiesauMufers dringen wieder ozeanische Luftmassen vor, die den unfreundlichen Witterungscharakter aufrechterhalten. Wenn auch vorübergehend Aufheiterung eintritt, so wird doch im allgemeinen Bewölkung vorherrschen, wobei auch vereinzelte Regenschauer niedergehen. An der Westküste Irlands haben die Winde nach Süden hin zurückgedreht, was auf das Herannahen einer neuen Störung hindeutet. Die Wechselhaftigkeit des Wetters dauert also fort. Wettervorhersage für Sonntag: Weiterhin kühles, wechselnd wolkiges Wetter mit oor* übergehender Aufheiterung, vereinzelt noch leichte Schauer. Wettervorhersage für Montag: Im- mer noch unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 9. Mai: mittags 10 Grad ®c^f,u9- odends 5,9 Grad; am 10. Mai: morgens 7 Grad. Maximum 10,7 Grad, Minimum 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Mai: abends 10,2 Grad: am 10. Mai: morgens 8,2 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer fünf Stunden. wtsTir IW1 »rshalb vor )mkn vn. m begehen, nenschrn er« liefen haben. ■ hichtliche^ A sie in ihrer len begreifen ifere Wicht, über uniert L um selber innen. Am nn geboten it in diesen fraglos zum n. Mr, die eniehen fön« seine-Lchas» mps um die DaterlandeS m. >aim . Jonnes ■ Jretfet ^tonung tobe? ^eiheiiz. ^deutet ^Mobe, , W, ff » Joilei S !n De»a d(po$( «d’an£" 1 des Aran. "ns nieder« ;>» ein t «inet N etrtle. e kurzlebige allzu rasch ' notwendig, * und seiner '«mann hat "9« Wochen n, bet 1812 ? verliehen torium«. 'umps er des >4 lehne e» - .die wirt« ?«n Ltaoten i Dege, aus mb Einheit al« Werden at. Doch er «des große en Gesetze er Analogie en von den afogie bet das große KUNDENDIENST ÜBERALL! 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Der Vortrag „Vicht her* schwenden — Gas verwenden' bietet bedeutsam« Anregungen sür richtige Pslege unb Ausnutzung des Gasgeräts, sowie Möglichkeiten au neuer Verwendung des Ga'es im Haushalt. Außerdem werden die verschiedensten Rezepte, insbesondre Suppen, Vorspeisen, I sch- und Fleischgerichte, Salate, Vachspeisen, praktische Resteverwcrtuna behandelt. Die Zubereitung dieser Speisen wird von einigen Damen der Hausfrauenberatung vor- geführt. 'Die Ausstellung neuzeitlicher Gasgeräte dürste ebenfalls allgemeines Interesse finde». Man beachte die heutige Anzeige. •• Verlehrsunsall. Gestern nachmittag scheuten die Pferde eines Fuhrwerks des Maurer« meisters Schleenbecker aus Krofdorf hier auf bet Lahnbrückc vor der entgegenkommenden Viebertalbahn. Die Tiere stürmten mit dem Wagen los, wobei der Lenker des Gefährts^ Eßt mehr Roggenbrot! selbst und bezeugt seine hohe Kulturstufe vor allen Völkern. (F. Franke.) Vl. Gießen im Lufioostverkehr 1930. Dom I.Mai ab ist Gießen an den unmittelbaren Luftpost verkehr wieder ange- schloffen worden. Mit dem um 8.20 Uhr hier ankommenden (Richtung Frankfurt a. SW.) und 8 30 Uhr hier abgehenden (Richtung Hannover), Jonne mit dem um 1825 Uhr hier ankommenden (Richtung Hannover) und um 18.35 Uhr (Richtung Frankfurt a. M.) hier abgehenden Flugzeugen werden Luftpostsendungen (gewöhnliche unb eingeschriebene Briefe, Postanweisungen und Pakete mit der Bezeichnung „Luftpost") weiterbefördert. Schluhzeiten: 1. für die Luftpostsendungen in nördlicher Richtung (Hannover usw.) a) für gewöhnliche Briese spätestens 18.25 Uhr der Posthilfstelle Flughafen, spätestens 7.30 Uhr beim Postamt, , b) für die übrigen Sendungen spätestens 7.20 Uhr beim Postamt I. 2. für die Luftpostsendungen in südlicher Richtung (Frankfurt a. M.) a) für gewönhliche Briefe spätestens 18.25 Uhr bei der Posthilfstelle Flughafen, spätestens 17.35 Uhr beim Postamt I. b) für die übrigen Sendungen spätestens 17.25 Uhr beim Postamt I. Die mit der Luftpost beförderten Sendungen erreichen den Bestimmungsort wesentlich früher, als gleichzeitig aufgelieferte Sendungen ohne die Bezeichnung Luftpost. Das um 8.30 Uhr in Richtung Hannover startende Flugzeug hat anschließende Luft- postoerbindungen iwch Amsterdam, Berlin. Borkum, Bremen, Breslau, Hamburg, Kiel Leipzig, London. Magdeburg, Marienbad, Rotterdam, Stettin, Wan- gerooge, Westerland, Wyk usw. Durch die günstigen Dahnpostverbindungen nach Frankfurt a. M. lassen sich auch die von Frankfurt a. M. ausgehenden Lust« postoerbindungen mit Vorteil ausnüßen. Insbesondere lassen sich bei Benutzung der Luftpostverbtn« hungert nach den außereuropäischen Ländern ganz erhebliche Zeitgewinne erzielen. Gießener Wochenmarktpreise. Ds kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-160, Matte 30-35, Pf. das Pfiwd: Eier 10 Pf. DaS Stück, Käse 10 Stück 60—140 Pf.; Weißkraut 8—10, Rotkraut 15—20, Gelbe Ruben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 45-90 Tomaten ZO-^-80, Zwiebeln 8-12, Meerrettich 50—70, Schwarzwurzeln 40—60, Rhabarber 15—20, Kartoffeln 4,5-5. Aepfel 10-15, Dörrobst 30-35, Honig 40-50, Vüsse 50-70 Pf. das Pfund; Tauben 70—80 Ps. baS Stück, Junge Hahne 120—130, Suppenhühner 100—120 Pf. das Pfd.; Dlumenkohl 50—100, Salat 10-25, Salatgurken 75-80. Ober-Kohlrabt 25-30. ^Lauch 5-10. Rettich 25—30, Sellerie 10—40 Pf. das Stuck, Radieschen 10—15 Pf. das Bund: Kartoffeln 3.80—4.00 Mk. per Zentner. Bornotizcn. — TageSkalenderfürSamstag. Gießener Dchwimmverein: Abschwimmen, 20,15 Uhr, im Volksbad. — Gesangverein „Frohsinn : 46. Stiftungsfest, 20.30 Uhr. im Kathol. Vereins- hauS. — Kavallerieverein Gießen: Monatsversammlung. 20 Uhr. - Reichsverband der Zwil- dienstberechtigten: Monatsversammlung, 2O.dü ilbt. in der „Stadt Lich". — GDM: Monats- Versammlung, 20.30 Uhr. — DHV.: "^onatsver- sammlung, 20.15 Uhr, im Hotel Kohler. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: nachmittags 4 Uhr . 1.. Tonsilm-Kindervorstellung: „Zwei Herzen tm l »/.-Takt", abends: Tonsilm „Zwei Herzen tm > »/.-Takt", — Astoria-Lichtspiele. „Teure Heimat . ffl ÖÖ/O WELTPRODUKTION zeige. Äriefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ' Schriftleitung ) h. in TB. I. Auf Grund Ihres Tauschvertrage« wurde Ihnen offenbar doch das ganze Einfamilienhaus einschließlich des fraglichen Zimmers überlassen. Uebcrzeugen Sie sich noch einmctz vom Der« tragsinhalt durch Einsichtnahme in den Vertrag, der in einem möglichen Prozeße als Beweismittel dient. Fordern Sie die Vorbesitzerin auf, die Möbel wegzunehmen. Wenn sie dem nicht nachkommt, so erheben Sie Klage zu Protokoll dM Geschäftsstelle Ihres Amtsgericht» auf Entfernung. II. Wenn die Vorbesitzerin nicht Eigentümerin des Ofens war, so durste sie ihn beim Wegzuge nicht mitbringen; sie müßte ihn zurückliefern. III. Der Schaden, den das Ungeziefer angerichtet hat, wird so gering sein, daß sich eine Klage nicht lohnt, zumal Ihnen erhebliche Kosten entstehen können, da Sie beweispflichtig sind. Aus der Provinzialhauptstadt. ' Gießen, den 10. Mai 1930. Oer Tag der Mutter. Es ist schon so: Wenn irgend jemand verdient, Laß ihm im Iahre ein besonderer Tag gewecht wird, dann ist es die Mutter, inmitten der Hast des täglichen Lebens soll es ein Ruhetag ein Tag der Besinnung fein, der uns htnwetst auf das Köstlichste. was wir besitzen oder besessen haben. Wir können uns das Leben mcht denken ohne die unermüdliche Fürsorge und htngebende Liebe der Mütter. Unsere Führer und Dichter haben immer wieder verkündet, daß thnen chre Mutter das Beste mit auf den Lebensweg gab. Aber für die Mütter selber soll. eS nicht nur ein Tag der Freude fein, an dem sie tm Mittelpunkt stehen, sondern für sie gilt es auch, dexer zu gedenken, die in schwerer Arbeit und Entbeh- Jung stehen. Die glücklichen Mütter dürfen ihre Mitschwestern nicht vergessen. Gewiß sollen wir das ganze Iahr hindurch unterer' Mutter mit Liebe begegnen und ihr Freude bereiten. Es gibt ja auch Gelegenheiten genug. Aber der tiefe Sinn des morgigen Mutter-Gedenktages hegt dann, daß wir alle bewußt an diesem Tage derjenigen gedenken, die unser ganze- Leben mit ihrer Liebe und Güte umgeben oder umgaben. Es «st ein großer Gedanke, der uns alle eint: Ehrfurcht und Dan^ barteit für unsere Mutter! Gibt es e'genttlch etwa« Würdigeres für einen Feiertag? Und wenn nur der Muttertag das eine bringt daß alle Menschen für kurze Minuten überhaupt daran erinnert werden, was ihnen ihre Mutter bedeutet, dann wollen wir dafür dankbar fetn. Auch unsere Kinder sollen Heranwachfen mit der Erinnerung an solche Muttertage. Wir müssen immer wieder daraus bintoeifcn, was sie an ihrer Mutter hoben. Und wenn sie an diesem Tage nur ein Sträußchen auf den Tisch stellen, oder sonstwie mit einer Kleinigkeit ihr Teil mit dazu beitragen, der Mutter eine Freude zu machen, bann haben auch sie ihren Muttertag. Auf daS Wie kommt es ja nicht an, sondern nur daraus, daß sie mit ihrem Herzen Dabet b3n erster Linie soll ja der Muttertag im ena« ften Familienkreise gefeiert werden. Und welche Freude wird die Mutter empfinden, wenn sich Die Kinder bemühen, ihr die Arbeit abzunehme^ daß sie auch einmal ausruhen kann. Wenn sich dann alle in Liebe und Ehrfurcht um die Mutter scharen, werden diese Stunden nie aus dem kindlichen Gedächtnis verschwinden. Ein bißchen mehr Ehrfurcht in der heutigen Zeit schadet unserer Jugend gewiß nicht, und an keinem Tag ift bessere Gelegenheit gegeben, die Kinder an das vierte Gebot zu erinnern. Alle diejenigen aber, deren Mutter draußen auf dem stillen Gottesacker ruht, Serben in stummer Ergriffenheit dorthin wandern und in dankbarer Liebe zurückdenken an sonnige, glückliche Sugenbtage, an denen ihnen ihre Mutter noch alles war. Mutterl Es gibt in allen Sprachen der Welt kein Wort von süßerem Klang und von tieferem Gehalt, das größere Fülle wonnigen Reichtums umschließt als das Urwort: Mutter! Es ist DaS Wort, das ein kleines, unschuldiges Kind jauchzen macht; das den reifen Menschen innig ergriffen erkennen läßt: das Beste Deines Lebens, Das dem Verbrecher selige, erlösende Tränen der Ergriffenheit in die Augen treibt. Ein Wort mit Zaubermacht, uns wieder zu Kindern zu machen und für leuchtende Augenblicke daS verlorene Paradies aufzuschließen. Em Volk, das seine Mutter öffentlich ehrt, ehrt sich ’ — TageSkalender für Sonntag, i Stadtthntter: Lustiger Vortragsabend. 20 bis 21.30 Uhr. — Gesellschaft Liebig-Museum: Vortrag von Geheimrat Sommer zur Feier von Zustus von Liebigs Geburtstag, 11.15 Uhr, auf der Liebkgshöhe. — Lichtspielhaus Bahnhof- strotze: Tonfilm .Zwei Herzen im '/.Takt'. — Astoria-Lichtfpiele: .Teure Heimat. — Stadttheater G i e ß e n. Man schreibt uns: Für morgen Sonntag, 11. Mai, hat die Intendanz einen Gast«Rezitolionsobend feftgelegt. Fritz Schlotlhauer, der bekannte Vortragskünftler, wird sein reichhaltiges Programm sprechen. Schlott- bauer wird mit diesem Abend bas erste Mal nach Gießen kommen und Dürfte sich auch hier F^unde erwerben. Der Abend beginnt um 20 Uhr. Frem« denvorstellungspreise. — Der Bund .Haus und Schule" ver« anftaltet (diesmal ausnahmsweise) am Montag, 12. Mai, 20 Uhr im Iohonnessaal einen Familienabend. Es werden Dabei mitwirken: Frau Mende l s s o h n « B a r t h o l b y (Rezitation), Fräulein Stammler mit Schülerinnen (Gesang), die Herren Günther unb Weber (Klavier) unb Der Klein-Lindener Posaunenchor. Man beachte Die heutige Anzeige. , LU. Von der Landesuniversität. Dr. med. Paul Frick, der sich für das Fach der Kinderheilkunde an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird Dienstag, 13. Mai, 17 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Klinische Verlaufsformen der kindlichen Tuberkulös c“. — Heute mittag fand die erste feierliche Immatrikulation in der Großen Qlula statt. Es wurde die bisher noch nie erreichte Zahl von 515 neuen Studierenden immatrikuliert. Die zweite und letzte 3mmatrifulation erfolgt am 24. Mai. ' •• Maienblasen. Bei dem beute um 19 Uhr vom Turme der Iohanneskirche stattfindenden Maienblafen werden folgende Stüde au Gehör gebracht: 1. Choral: .Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut"; 2. .Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", L. v. Beethoven: 3. „DaS treue deutsche He^/', Otto. *• Sie Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** Die Gesellschaft ßiebigmufeum veranstaltet am morgigen Sonntagvormittag auf der Liebigshöhe eine ßiebtggebentfeier, bei der Geheimrat Professor Dr. Sommer einen Vortrag über das Thema „Die ßiebigshöhe um 1850 nach dem Plane von Johannes Körner" halten wird. Auf die heutig^ Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. *♦ Der Volkshalle-Derein hält seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung am 19. Mai im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, ab. Die Vereinsmitglieder werden im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu der Versammlung eingeladen. ** Autobusverbindung nach dem S ch i f f e n b e r g. Wie aus der heutigen Anzeige des Schiffenbergpächters F. ßynker ersichtlich ist, besteht von jetzt ab tägliche Autobusverbindung nach dem Schiffenberg. Die Autobusse verkehren bestimmt, ihre Fahrten werden nicht mehr, wie früher, von Der Beteiligung der Fahrgäste abhängig gemacht. ** Gas « Koch - und - B r a t - V e r a n st a l - mitgeteilt wird, fand gestern abend unter allgemeiner Beteiligung der hiesigen Gas-Installationssir« men, Gasgeräte-Derkaufsgeschäfte unb bes Stabt. Gas- unb Wasserwerks Gießen bk Grünbung einer Arbeitsgemeinschaft, bk Den Namen „Gas « Vereinigung Gießen* erhalten hat, statt. •• Gas-Koch- und Brat-Veranstal- tungen. Man schreibt uns: Wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich, finden am nächsten Don- nerstagabend und Freitagnachmittag unter Mit- ein Sohn deS Herrn Schleenbecker. bedauerlicherweise zu Fall kam und von dem Fuhrwerk überfahren wurde. Der junge Mann erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels und einen Vervenfchock. Die Freiwillige Sanitätskolonn« vom Voten Kreuz verbrachte ihn nach der Chirurg gischen Klinik. Die Pferde wurden am Veu- städter Tor aufgehalten, zum Glück richteten fit nicht noch weiteres Unheil an. •• Der nächste Frankfurter Pferdes markt findet auf dem Gelände des Landwirt« schastlichen Vereins in Frankfurt am 12. Mai statt. Rach den Meldungen zu schließen wird eine größere Zahl leichtere, volljährige Arbeitspferde Verkauf kommen. Man beachte Die heutige An- 67% ALLE ÜBRIGEN WERKE Vertreter FrAaMaGeiMb.SeiDD im 85. Lebensjahre. 3618 V Vertreter gesucht Off. u. F. I. B. 328 durch Rudolf Mosse. Frankfurt a. M. 3676 V Eignung in Frage. 3643V Bezte-tah*!] Herr Heinridi Boller III einet 3igaretien|ohrit zu vergeben. Die trauernden Hinterbliebenen. 3687 D Unser Heber guter Junge Ernst Vermietungen, 3686 D 03073 gesucht. [Wohnungstausch) Gießen, den 10. Mai 1930. 03172 Stellenangebote| Modehaus NowackÄfi Zum Vertrieb eines ges. gesch. von den Behörd. begutacht. Schulartikels wird ein bet Buchs), und einschl. Gesch. bestens etngesllbrier Angebote unter F. K. 3303 an Ann.-Eroed. 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Wir machen hiermit nochmals auf unser heute abend 8.80 Uhr i.Kaih.BereinshauS slatifindende 46. Stiftungsfest aufmerksam. 3690 Der Vorstand. 1877—1927 Samstag, d. 17. Mai, abends 9 Uhr Monatsversammlung auf d. Schiffenberg. Erscheinen Ehrensache. 3688D Der Vorstand. Stadttheater Sonntag, 11.Mai, von 20 b. 21'/, Uhr tufllgtt Bortrogsoüenö d. ehemal. württem- bergischen n. vreuh. Hofschaufvielers Fritz Scklottbauer Anher Abonnement Fremdenvorstellung Kleine Preise. SiM EÄ»I S»'-N S>! 5^ von der 2Ifien e ÄS -srL.« xZL LS *«i i« ** Zerstörung der 3n»uftrien ijutopa« (ii steigenden Wuoa unb daß ein (ehr ivcst tauftrafl dadurch M europäischer §ctrld)afl tcalhing und unter eu Länder Asiens immei deinentlvrechend unmei Teüngt es bem Toi der Europäer in W gelvaliigen fkoni'nen AfGHM Sie iveihge unter engli geborenen DklgkiliUlh) 5on Dl 6u( Lebtag bin u darf ich 3L mit dem Aut Bff an der D o meiner dal na Heilung Mobils d« m,t lr bat' dacht i A kann auch qer 5 Auto । den Privat ein« öabe j* i.i^aufleur ni8, S ^schlechtes »i?*n c “iS Sin, Bern feto6t«n ^..Äber Kreis'^»er m bD,r'«ufc«kii KW 2ktzl Samstag, 10. mal 1950 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffe») Nr. 109 Zweites Blatt k 16 »11A 4 Die weihgeiallenen canoiir.chv mneryatv üei mOi| Tagen ausgerissen und zwar nicht allein, sondern mit einem italienischen Panzerauto welches er triumphierend in die österreichischen Reihen brachte Zweitens ist er korrekt Aul der ganzen Welt sind die korrekten Menschen schwer auszuhalten Aber ein korrekten Wiener Chauffeur ist im Gefühl feiner Einzigartigkeit eine wahre Landplage Er iährt wirklich links Er weicht richtig aus Er blendet feine Scheinwerfer rechtzeitig ab Seine Hupe funktioniert immer, er gibt mit ihr sogar Signale nicht zu selten, und nicht zu oft, er schneidet keine Kurve, er wird langsam vor einer Querstraße er paßt auf die Aussteigestellen der Elektrischen auf, er respektiert die Weisungen des Sicherheitswachmannes, insbesondere dessen vor der Oper und gibt seinerseits elegante Handzeichen nach rückwärts, er fährt dem Mehlwagen nach, um aufmerksam zu machen, dah ein 6ad binuntergefallen ist. kurz, er ist innerhalb feiner Sphäre vollkommen. Run strebt er gleiche Vollkommenheit bei der gesamten ilmtoelt an und versucht fie nach feinem Ebenbild zu formen. Sochschulnachrichten. Der Staatsminister a D Pros D Dr Becker hat den Rus aus den Lehrstuhl der Islamwissenschaft an der Universität Berlin angenommen — Pros. Dr f)ans Eppinger. Direktor der Medizinischen Klinik in Freiburg i Br., hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der inneren Medizin in K ö I n als Nachfolger des emerit Geheimen Medizinalrates Friedrich Moritz angenommen. De an der Unmeriität Köln neu errichtete Lehrstuhl für Völkerrecht ist dem ord Professor Dr Hans Kelsen an der Universität Wien angeboten worden. Der gemütliche Wiener Ehauffeur 13on Or (Sugenie Schwarzwald Mein Lebtag bin ich zu Fuß gegangen Erst leit einiger Zeit darf ich manchmal — bis auf Widerruf mit dem Auto fahren .Das ist mir auch nicht an der Wiege gelungen worden" sagte ich neulich vergnügt zu meinem Freunde Adolf „Wie", sagte er erstaunt, .hast du eine Wiege gehabt?" Er hat nämlich eine genaue Kenntnis meiner ökonomischen Herkunft Don allen Dorteilen einer gesicherten Lebensstellung scheint mir immer der Besitz eines Automobils der einzige begehrenswerte Wei das hat, dachte ich, kann mehr arbeiten, besser organisieren, pünktlich zur Stelle sein, zarte Aufmerksamkeiten erweisen und vor allen Dingen sein angeborenes Minderwertigkeitsgesühl siegreicher bekämpfen Ich war nicht neidisch, wenn ich Leute im Auto iahren sah. aber ich wollte auch gern Auto fahren Innerhalb des ganzen Autowesens gibt es für mich nur eine einzige fragwürdige Figur den Privatchauffeur Don dessen Derufscharakter habe ich die schlechteste Meinung Sein Bedürfnis um jeden Preis allen andern vorzusahren, muh ja zu einet Dernichtungsrnanie gegen Mensch und Tier ausarten Rie hätte ich gedacht, dah ich einmal vor Gericht stehen würde, um für einen Chauffeur Zeugnis abzulegen Aber man soll eben nichts verschwören je älter man wird, desto enger wird der Kreis der üblen Dinge, die man noch nicht getan hat Dor kurzem erhielt ich eine Zeugenladung und verlies sofort in Angstzustände Ich fürchtete mich vor den Strahenbahnsckaffnern vor dem Theoter- billeteur vor den Kellnern, vor jedem Menschen der em Amt hat wie gar erst vor dem Gericht' Schon in der Schule zitterte ich bei einer hochnotpeinlichen Disziplinar-Untersuchung. die anderen Kindern galt, so dah man hätte annehmen können, ich wäre der Anstifter Auch jetzt noch überfällt mich jeden Morgen beim Kaffee, wenn ich den Gerichtssaal lese, alle Schauer der Mitschuld Donnerstag um elf Uhr war ich vorgeladen In der Rächt vor der Derhandlung träumte mir ich trete in den Gerichtssaal, der Richter sagte ungeduldig „Gehen Sie sofort hinaus I" Ich warte draußen Rach einer Stunde läßt er mich holen und sagt „Wenn Sie das nächste Mal zu spät kommen, so werden Sie polizeilich vor- Deführt werden Jetzt müssen Sie warten" Als zwischen Eingeborenen und Polizei. gemäß tote jede menschliche Einrichtung nicht fehlerfrei sein kann, gegen derartige Aufwiegelungen zu verteidigen. ES ist für Moskau ein LetchteS. den Indern oorzufpiegeln dah fie weniger Steuern zu bezahlen halten, und dah sie unter bequemeren Ge« sehen leben wurden wenn es i hnen erst gelungen lei, die Engländer zu vertreiben Moskau la an solche Versprechungen um so unbekümmerte! geben, als es keineswegs gezwungen sein wird sie später einzulösen. Die Waffe der Propaganda, so furchtbar sie im Angriff wirkt ist eine in der Anwendung verhältnismäßig billige Einige wenige Millionen Pfund mit Sachkenntnis in Propaganda verausgabt. können ein ganzes Land zum Aufruhr bringen WaS sind aber schließlich ein paar Millionen Pfund für das Budget eines ganzen Reiches und wäre es selbst so heruntergewirt- ichattet wie Sowjet-Rußland Am schlimmsten ist aber, dah die Engländer durch ihre eigene Politik tür die Begriffe der asiatifchen Völker das verloren haben, was jene .das Gesicht" nennen Als die asiatischen Eingeborenen gesehen haben, wie England die in ganz Asien gegen das britische Imperium aggressive Propaganda des Bolschewismus duldete, begannen sie zu glauben, dah Moskau lehr viel mächtiger sein müsse als London, weil London es nicht wage, sich zu verteidigen. Als dann im Sommer des Jahres 1927 die englisch« Regierung die bolschewistischen Vertreter aus London wegjagte haben die asiatischen Ein- geborenenvölker noch einmal geglaubt, dah London vielleicht doch mächtiger als Moskau lei. Aber die englische Regierung hat aus dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Moskau damals keine weiteren Konsequenzen gezogen und infolgedessen begannen die Asiaten wiederum an der englischen Macht zu zweifeln Rachdem aber nunmehr die englische Arbeiterregierung die diplomatischen Beziehungen zu Sowjet-Rutz- lanb wieder angeknüpft hat. sind die Asiaten fest davon überzeugt, dah London endgültig schwächer sei als Moskau Die asiatischen Eingeborenenvölker begreifen nicht im entferntesten die Motive und Finessen der englischen nartciroPtif und kennen lich nicht oorftellen dah Schwere Zusammen flöhe in Girgaum auch Frankreich und die Riederlande kaum ihren Asienbesitz weiterhalten können. Die Waffe, mit der Moskau das britische Imperium in Asien angreift, ist d i e Propaganda, In der Anwendung dieser Wasfe ist es meisterhaft geschickt. Die Gewalthaber im Kreml sind sich wohl bewußt, dah eine von vornherein offenbar bolschewistische Propaganda in Asien nur schwer an Boden gewinnen würde Sie haben aber erkannt daß es um so erfolgversprechender ist. den religiösen Fanatismus und den Rationalismus der asiatischen Eingeborenenvölker gegen die europäische Rasse aufzuwiegeln Einer der hervorragendsten Kenner der britischen Besitzungen in Asien, em Mann, der die Anfangsjahrc seines Ausstiegs zum Wirtschafts-Magnaten größten Ausmaßes in jenen Ländern zugebracht Hai und der noch heute in ihnen sehr weitreichende Interessen sein eigen nennt, hat mir vor kurzem mit großer Klarheit die Chancen des in Indien beginnenden Kampses zwischen Moskau und dem britischen Imperium umrissen „Die Engländer" so tagte er, „regieren und verwalten Indien seit etwa einhundertsünszig Jahren In diesem Zeitraum hat sich die Wohl- 'ahrt Indiens sicherlich mehr gehoben als wie es die Inder jemals erreicht hätten, wenn sie sich leibst überlassen geblieben wären Der Inder von heute weih aber nicht mehr wie es vor Beginn der englischen Herrschaft in Indien au«- gesehen hat Ohne sich dessen bewuht zu lern dah die Wohlfahrt Indiens unter englischer Verwaltung emporgeblüht ist sieht er in den Engländern lediglich die ihn beherrschenden Fremden und die Agenten Moskaus erzählen ihm, daß diese Fremden nichts tun als sich auf Kosten der Inder zu bereichern. Zudem muh jedes bestehende Regierungs- lystem welcher Art es auch sein möge, sich durch sein Vorhanden'ein unan. enehm bemerkbar machen schon deshalb weil es Steuern erhebt und weil es Gesetze anzuwenden gezwungen ist die häufig im Interesse der Allgemeinheit den Sonder- wünschen einzelner zuwider sind Es ist daher immer viel leichter die Völker durch eine ge- schickte Propaganda gegen ein bestehendes Re- vnu ein in’Hm« da^ natur- ich em Jahr lang gewartet habe, darf ich wieder in den Saal Dort ist der Richter verschwunden und eine Grabesstimme bringt aus dem Kamin .Die Derhandlung ist aus das Jahr 1974 vertagt Sie werden schristlich benachrichtigt wann Sie wieder zu erscheinen haben" Stammelnd versuche ich ernzuwenden dah ich bann bestimmt tot lein werde .Das tut nichts zur Sache" tönt es dumpf auS dem Kamin Dann erwache ich, um sofort von jenen Der- giftungser'cbeinungen befallen zu werden, die wir alle von der lateinischen Schularbeit her kennen Endlich stand ich wirklich vor dem Richter Ich atme wie befreit auf, denn er sagte nicht .Gehen Sie hinaus" sondern lieh mich sogar Platz nehmen .Bitte wer sührt mich als Zeu- gir fronte ich .Ihr Chauffeur Er ist wegen Schnellfahrens angezeigt" Der Richter fah sehr menschenfreundlich aus Ich faßte Mut das Gefühl ich sei eine Kindsmorderin wich beinahe von mit .Das war sehr unvorsichtig von dem Chauffeur mich vorladen zu (affen . sagte ich .denn er wünscht sicher entlastet zu werden und ich kann ihn nur belasten" .Warum, ist er kein ordentlicher Mensch?" .Doch, er ist ein ordentlicher, menschenfreundlicher Bursche und überdies ein sehr geschickter und befonnerer Fahret" .Run al'o?" .Ja. aber so oft ich mit ihm gefahren bin. hat er die behördlichen Dorschriften verletzt Ich weiß nicht, ob das an ihm liegt ober an den Vorschriften Er soll aul dem Lande sechs Kilometer in der Stun'v iahten in Wien 15 Kilometer und in der Reim irchnet Allee 45 Kilometer Das olles tut er nicht In Wien tagte er er schäme sich vor dem Sicherheitswachmann an der Oper der überhaupt in feiner Gefühlswelt eine große Rolle spielt in der Reunkirchner Allee bekommt er ben Tropenkoller wie jeder Chauffeur. Rur ein einziges Mal, in der Sommerfrische hat er mit allen Zeichen des Martyriums mir den Gefallen getan sechs Kilometer zu sahren Seither ist seine Autorität unerschütterlich denn wir hatten gemeinsam eine furchtbare Stunde erlebt und bas binbet Fußgänger die uns überholten, fluchten unb schimpften vor uns unb hinter uns randalierte der Postomnibus, der dank unserer Staatsfrömmigkeit den Anschluß an den Eilzug versäumte So muß ich also der Wahrheit gemäß lagen, daß jede Anzeige wegen zu schnellen Fahrens stimmen muh. IedenfaluS in bet Stabt Etwas weniger auf dem Lande." .Aber gerade auf dem Lande ist et angezeigt Dem Herrenigyrer ruft er zu .Fahrns fura, mit Ihnre §wa Kikeriki Herr Meier " Den Auto- kollegen macht er mit freundlichem Lächeln aufmerksam .Drah bi auha du Fallot, sonst der- schlag i di mit an nassn Fetzn." „PafscnS auf Ihnern Parnperletfch auf Freiln", mahnt er die junge Mutter Den alten Herrn der knapp "or fernem Auto ruhig in der Morgenzenung lesend oorbeiooltigieren will, fragt er ironisch: ,Wie gehts dem Macdonald Herr Rachbar?" Zu dem Buben der sich hinten am Wagen hält, lagt er zärtlich .Schleich bi, ausgemisteter Laus- bua ' Ein etwas exotisch aussehender Jüngling, der ins Auto hrneinrennt, erregt seinen Lokalpatriotismus .So a Aschanti, der glaubt, er ist bei sich z hau« im Urtoalb der g hört nicht m untere Wiener Zivilisation" Gänse auf der Landstraße die nicht rasch genug weglauten. werden mit Höflichkeit angesprochen .Weichen Sie aus sonst bin ich genötigt, Ihnen ben Kragen auszubügeln." Semen schlimmsten Zorn erregt der Motorradfahrer der es wagt, ihm oorzu- 'ahren .Do tchauts Herrschaften, der muß mit seinem Spuckerl füri tahrn, der Seifensieder hat ka Zeit mit feiner Hollnmaschm De stammt noch aus dera Zeit wo der Radetzky Feldwebel war 14 Und dabei wendet er sich fortwährend mitleib- flehend an die Infassen des Wagens und fragt: .Ditte lagen Sie selbst kann man das aushalten, muh so em armer Benzinkutscher nicht um« Brot ums Leben ober gar ins Kriminal kommen T Jahrtausende lang haben w r geglaubt, daß die Männer die Verführer sind, bis uns Bernhard Shaw klargemacht hat. dah Don Juan ein Der* 'vlgtes und überrumpeltes Opfer der Frauen ist. Man wird auch dahin umlernen müssen, daß der Chauffeur das verfolgte Wild ist, verfolgt vom Fußgänger. England und der Bolschewismus in Asien Don Arnold Rechderg Rachstehender Artikel des bekannten In- I buftricllen, der schon seit Jahren auf die bolschewistische Gefahr für Europa hin- gewiesen Hot, erhält ein aktuelles Interesse durch die letzten Vorgänge in Indien, die Verhaftung Gandhis und die ausgebroche- nen Unruhen. Es bedarf kaum eines Hinweises. daß die interessanten Aussührun- gen Rechbergs sich in wesentlichen Punkten von unserer eigenen Ausfassung unterscheiden. — D. Red. Während Großbritannien auf der einen Seite von der amerikanischen Hegemonie bedroht ist wächst ihm in Asien eine andere Gesahr empor die ungleich furchtbarer erscheint als selbst die amerikanische Bedrohung. Heber die ganze Weite des gewaltigen aftati- leben Kontinents ist ein stummer, unerbittlicher Kampf entbrannt der Kampf zwischen dem Bolschewismus und der europäischen Rasse, die seit anderthalb Jahrhunderten Asien tatsächlich be- herrscht hat. In diesem gigantischen Ringen ist der Bolfche- wismus der Angreiser. Sein Rahziel ist bi c Zerstörung der asiatischen Markte De Sowjet-Gewalthaber wissen genau, daß die Industrien Europas im vergangenen Jahrhundert im Verhältnis zu der in jener Epoche unaufhörlich steigenden Weltkaufkraft emporgewachsen sind und daß ein sehr wesentlicher Teil dieser Volks- kaufkroft dadurch geschaffen worden ist. daß unter europäischer Herrschaft, unter europäischer Verwaltung und unter europäischer Gesetzgebung die Länder Asiens immer mehr emporblühten und dementsprechend immer kauskrästiger wurden. Gelingt es dem Bolschewismus, die Herrschaft der Europäer in Asien zu stürzen, dadurch diesen gewaltigen Kontmen' do - und SlE ö* Jgtf M der wirtschaftlichen Katastrophe zuzutreiben und infolge davon die Kaufkraft Asiens zu zerstören, dann müssen alle die europäischen Industrien, welche für die Ausfuhr nach Asien gearbeitet haben, zum Stilliegen kommen, dann werden Hunderttaufende und Millionen von europäischen Arbeitern zur Beschäftigungslosigkeit verurteilt sein und bleiben, und dann wird — so rechnet Moskau — die steigende wirtschaftliche Rot in Europa die Völker dieses Kontinents für den Endangrifs des Bolschewismus sturmreif machen. Das Fernziel Moskaus m Asien aber ist es, auch Asien zuletzt der bolschewistischen Herrschaft zu unterwerfen, wenn dieser Erdteil erst einmal politisch zerrüttet und wirtschaftlich zugrunde gerichtet fein wirb. Es ist nicht zu verkennen, daß die Chancen des Kampfes zunächst für Moskau günstig stehen. Schon hat der Bolschewismus das riesige S i - b i r i c n. also die gesamte nördliche Hälfte de« asiatischen Kontinents in der Hand und als Ergebnis zehnjähriger bolschewistischer Schreckensherrschast in Sibirien ist dessen Kaufkraft praktisch geschwunden. Des weiteren hat Moskau leit Jahren den Bürgerkrieg in China geschürt unb es hat damit erreicht daß auch die Kaus- iraft Chinas auf ein knappes Drittel seiner Kaufkraft von vor zehn Jahren gesunken ist Runmehr greift ^.vskau die europäische Herr- ichaft in Asien unmittelbar in Britisch» In- dien an Von den europäischen Rationen die in Asien Kolonien erworben und sie zum eigenen Vorteil zum Vorteil des gesamten Europa und zum Vorteil dieser Kolonien selbst entwickelt haben, ist England die Vormacht Bräche 6ng- ianbs Stellung in Afien mfammen Mnn würden chhilfe "vrimaner. “t u- JMlJlru. OH ark woibttsttti c von Leibst- H leiben gel. Infl., u. 08168 Jieh. «nj, i der geteilt 2. Hyvolhck iu6,tulei6en. nicht erw. 10. unt. 03160 i^lück ticnbabMifr IfL m. gutem neniionM . 6 Mietern. Dertraucnin, U.36MV unb, Int atbtitn. Briefe unerm, elrai. In, 35 Qtibrt, tönet M- i iudjt mit arbeitet be* ni werben. Heirat, Bunt Rtnb nicht chlossen. ote untfl.116 Magernd. ftnlein flllit. Herrn v.iribLStf. cbenbabenb >d)t. Wb. । g, b. G A. ereine ] Mi» CoBcortä Wt.lM lnags 3 ttw uit nach btt rubf, bon (jjefattObW klnderlvieleu. Gaste mtut !t Vorstand. rgeseWast- \*W Hern-RindS. .i, Leiter ab ■ bei trjjirVoril«! MkiO ON Letetr.Sha°° ibenbe E ßorm '.Bangkok Colombo p o Kabul e AFGHANISTAN J ^Peshat^r Z/7X ... _ <° Srinagar • X^-V^ lahorT# Hindus.......217 Mohamedaner. 69 >• Buddhisten ...12 u Christen......5 ■ Flächeninhalt.......50S5770gkml Gesamtbevo/kerung. 32d600000 | VORDE R ? J Ö <* i^aiolara^ad Goa y \ y 7 Die Religionsbekenntnisse -:"7 j Cahcut\* , V - - ■= \y «,-j, . Jabalpur < hZ Nagpur 0 ,*?>< cht mächtiges Reich mir der Parbeipolitik wegen kampflos wine ganze Stellung aufgebe. Es ist deshalb nicht erstaunlich, daß die asiatischen Völker von Tag zu Tag aggressiver werden, zuerst gegen die Engländer und dann gegen alle Europäer überhaupt. Die Chancen des Ringens -wischen London und Moskau in Asien, die gegenwärtig zweifellos zugunsten Moskaus stehen, würden nur dann Umschlägen, sobald sich England und Europa entschließen, twn Kampf gegen den Bolschewismus mit Waffengewalt aufzunehmen. So überlegen der Bolschewismus in der Propaganda ist. so unterlegen wird er sein, sobald die Waffen entscheiden. Die Rote Armee Moskaus ist modernen europäischen Armeen keineswegs gleichwertig und die Kampfkraft des weißen Mannes hat sich in der Geschichte noch immer als der des Farbigen überlegen erwiesen." Soweit die Ausführungen des englischen 3n- dustriemagnaten. Cs ist in der Tat zu beobachten, wie überall in. Asien der Brand unter der Oberfläche glimmt und weiterfriht, denn hier und dort brechen lodernde Flammen durch und lassen schon jetzt die ganze Ausdehnung des unterirdischen Feuerherdes erkennen. Wir Deutsche müssen erwägen, welche Konsequenzen die deutsche Politik aus der verzweifelten Lage Englands zu ziehen hat. Es handelt sich für die deutsche auswärtige Politik selbstverständlich nicht darum, wieviel Machtmittel England gegenwärtig noch besitzen mag, sondern lediglich darum, wieviel dieser Machtmittel es gegebenenfalls zugunsten Deutschlands in die Waagschale legen könnte, wenn den englischen Staatsmännern in irgendeiner Konstellation eine solche Eventualität als im englischen Interesse gegeben erscheinen sollte. Die Antwort auf diese Frage kann nicht anders als völlig negativ sein. England, von der einen Seite schwer bedroht durch die immer überwältigendere Hegemonie der Bereinigten Staaten von Amerika und auf der anderen Seite noch schwerer bedroht durch die Offensive des Bolschewismus in Asien, könnte in der letzten Konsequenz kein Kriegsschiff, keine Kanone und keinen Soldaten für irgendwelche etwaigen Auseinandersetzungen zwischen den westlichen und zentralen Mächten Kontinentaleuropas mobllmachen. Wollte England gegenwärtig seine Machtmittel in solchen Auseinandersetzungen tatsächlich engagieren. dann würden sowohl die Bereinigten Staaten von Amerika, wie insbesondere der Bolschewismus das nicht ungenutzt vorübergehen lassen und dann allerdings wäre England mit fast rechnerischer Gewißheit verloren. Die Macht Englands ist also, was ihre eventuelle Einwirkung auf politische Spannungen im westlichen und mittleren Kontinentaleuropa angeht. nicht höher zu bewerten, als wie etwa die Macht Dänemarks. Das mag zunächst überraschend klingen, aber es ist doch richtig. Die Unterschrift Englands ist daher für die Mächte des westlichen und zentralen Kontinentaleuropas nicht mehr gut, weil England sie nicht mehr in der letzten Konsequenz durch irgendwelche Machtmittel stützen kann. So könnte England im Ernstfälle weder Deutschland gegen Frankreich noch Frankreich gegen Deutschland garantieren, wie es im Locarnovertrag vorgesehen ist. Wir können uns aber anderseits nicht verhehlen, dah es für Deutschland ganz sicher kein Porteil ist, wenn unsere früheren erbitterten Gegner im Weltkrieg, die Engländer, in Asien rüehr und mehr in Bedrängnis geraten. Auch Deutschland ist wie England ein großer Industriestaat. Auch wir können unser Volk nicht aus dem Ertrag des deutschen Bodens allein ernähren, und wir müssen ganz ebenso wie England den aus diesem Grunde erforderlichen Import eines Lebensmittelzuschusses nach Deutschland mit dem Export unserer Industrieerzeugnisse auf die Weltmärkte bezahlen. Wenn nun der Bolschewismus in Asien die Weltmärkte immer mehr zerstört, dann ist das dadurch bedingte Schwinden der Weltkaufkraft für Deutschland nicht weniger verderblich als es für England ist. Hnser Interesse dem Bolschewismus gegenüber ist mit dem Englands übereinstimmend. ende punkt der Politik. Außenpolitische Umschau. Von Dr. Otto Hoetzsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. ZK. Der Personenwechsel in den höheren Posten des Auswärtigen Amtes und des diplomatischen Dienstes ist nun in Gang gekommen. Lange genug ist davon gesprochen worden, und man kann nicht sagen, daß die Art der öffentlichen Behandlung, wie sie bei uns zu den Personalien des Auswärtigen Dienstes beliebt wird, diesem selbst oder dem Ansehen Deutschlands draußen besonders nützlich sei. Bei einer solchen unbekümmerten Erörterung vor aller Öffentlichkeit über Dotschaften-Besehung u. dgl. vergißt man leicht, daß das Reden über Veränderungen im diplomatischen Dienste, über Reu- besetzung wichtiger Auslandposten natürlich doch auch an der anderen Stelle im Ausland verfolgt wird, die nach diplomatischem Brauche ebenfalls um ihre Zustimmung zur Ernennung des neuen Botschafters gefragt werden muß. Auch jetzt noch ist dieses sogenannte „Revirement" noch nicht fertig und im einzelnen entschieden. Für die Arbeit daheim ist am wesentlichsten der Wechsel in dem Po st en des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, den Herr v.Schubert nach fünfjähriger Tätigkeit vevläßt. Seit Deutschland ein parlamentarisch regiertes Land geworden ist, die Minister also außerordentlich schnell wechseln, sind die Staatssekretäre, d. h. die Ministervertreter, immer wichtiger geworden, weil sie „der nchende Pol in der Erscheinungen Flucht" sind. Mancher dieser Staatssekretäre hat in der Zeit seiner Wirksamkeit ein Dutzend und mehr Mi- nrster erlebt! Schon aus dieser Tatsache kann sich jedermann eine Vorstellung machen, welchen Einfluß und welche Bedeutung der Staatssekretär in einem Ministerium von heute hat. Dieses Amt ist abar im Außenministerium besonders schwierig. Dieser Staatssekretär hat, wie überall, den inneren Dienst zu verantworten das Amt zusammenzuhalten und alles zu tun, was der innere Dienst, die Beamten- und Verwal- tungssragen eines großen Amtes erfordern. Bedenkt man, daß dazu im Außenministerium die verwickelten und schwierigen Personalien des Auslanddienstes gehören, so ist damit schon ein großer Kreis der Arbeit umschrieben. Ratürlich hat der Staatssekretär, in Verbindung mit dem Das Iunkers-Großflugzeug G 38. Wie wir hören, wird das neue Junkers- Großflugzeug G 38, jetzt mit der neuen Nummer D 2000, anfangs nächster Woche von Dessau aus einen großen Werkstättenflug unternehmen, bei dem sämtliche Einrichtungen des Flugzeuges durchgeprobt werden sollen. D. Red. Das ideale Großverkehrsflugzeug der Zukunft rückt immer mehr in greifbare Rähe. Die Iunkers G 38, das zur Zeit größte Landflugzeug, hat im Rovember 1929 seine ersten Probeflüge durchgeführt. Dieses Flugzeug zeigt konsequente Annährung an die endgültige Lösung der Aufgabe, die in dem bekannten Iunkers-Patent vom Iahre 1910 festgelegt ist. Das von Iunkers damals geforderte „Rur Flügel-Flugzeug" entzieht alle schädlichen Widerstand erzeugenden Teile, wie Traggerüste, Motoren. Brennstoffbehälter, Besatzung, Passagiere und Fracht dem freien Luft- strom und hüllt sie in einen großräumigen.Flügel; der Rumpf verschwindet. So entsteht ein Flugzeug, das mit kleinem Luftwiderstand großen Auftrieb verbindet und damit die fundamentale wirtschaftliche Aufgabe der Luftfahrt, mit geringstem Kraftaufwand größte Transportleistung bzw. Reichweite zu erzielen, löst. Die G 38 ist noch kein „Rur-Flügel-Flugzeug", aber sie enthält bereits die wesentlichen Elemente und Merkmale, welche für die endgültige Verwirklichung des „Rur-Flügel-Flugzeuges" Voraussetzung sind. Die Ruhla st räume sind bereits in den den ganzen Aufbau des Flugzeuges beherrschenden freitragenden Flügel von 2 Meter Dicke hineingewachsen. Ebenso hat sich die Tri^bwerksanlage von vier Motoren mit der Flugzeugzelle zu organischer konstruktiver Einheit verbunden. Hm die Motoren dem Luftstrom zu entziehen und im Fluge warten zu können, für die Propeller aber möglichst günstige Arbeitsbedingungen in ungestörtem ßuft- ström zu schaffen, sind die Motoren völlig ins Flügelinnere verlegt, die Propeller aber, mittels einer neuartigen von Iunkers entwickelten Antriebsleitung in windschnittiger Verkleidung weit vor die Flügel vorgezogen. Die Luftschraube ist mit dem Motor durch eine den Anforderungen des Flugzeugbaues entsprechende besonders leichte, Schwingungen dämpfende, Drehmoment begrenzende Kupplung verbunden. Das Leitwerk der G 38 zeigt, wie weit die Beherrschbarkeit großer Flugzeuge fortgeschritten ist. Durch die Iunkers geschützte Ausgestaltung der Ruderorgane werden die Steuerkräfte so gering, dah das Flugzeug mit Leichtigkeit von der Hand des Plloten gesteuert werden kann. Wie die bisherigen Flüge bereits eindeutig erwiesen haben, wird diese einfache Betätigung der Ruderorgane selbst bei noch weit größeren Abmessungen der Flugzeuge erhalten bleiben können. Der Kommando st and befindet sich vor der Mitte des Flügels in einem Ausbau; hinter diesem liegt der Führerraum für zwei Piloten und anschließend der Zentralbedienungs- st and für die gesamte Tricbwerks- a n l a g e. Heber Mittelteil des Flügels und Rumpf verteilen sich die Ruhlasträume. Das Gewicht der Maschine ruht entsprechend ihrer Größe nicht mehr auf einem zweirädrigen Fahrgestell, sondern auf einem Fahrwerk aus vier Rädern, die zu je zwei hintereinander in einem Pendelrahmen lagern. Iedes Rad ist mit Luftdruckbremse versehen. Die Bremsen können einzeln und dabei verschieden stark betätigt werden. Dadurch und durch Einbau eines Spornrades an Stelle des Spornes manöveriert die Maschine auf dem Boden sehr leicht. Durch gleichmäßige Betätigung der Bremsen aber wird der Auslauf der Maschine sehr kurz. Die technischen Daten des Flugzeuges sind folgende: Spannweite 45 Meter, Länge 23 Meter, Leergewicht 13 Tonnen, Fluggewicht 20 bis 24 Tonnen. Triebwerksanlage vier Iun- kers-Motoren mit zusammen 2400 Pferdestärken. Reichweite bei 3000 Kilogramm Nutzlast etwa 3500 Kilometer — z. B. B e r l i n—P e r s i s ch e r Golf —, Verwendungszweck: Fracht- und Passagierbeförderung. Die G 38 ist noch mit Vergasermotoren ausgerüstet. Der von Iunkers entwickelte, jetzt bereits durch Fluge erprobte Schwerölmotor wird der Maschine einen weiteren großen Zuwachs an Wirtschaftlichkeit durch Erhöhung der Tragfähigkeit bzw. Reichweite bringen. Die Mitteilungen von Iunkers über diesen Motor auf der Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt haben großes Aufsehen erregt. Auf den Einbau des Iunkers-Dieselmotors in die G 38 ist lediglich zunächst aus dem Grunde vernichtet worden, um nicht zu viele entscheidende Schritte gleichzeitig zu tun. Dies ist verständlich, wenn man bedenkt, wie viele wichtige Reuerungen bereits in der G 38 enthalten sind. Schon die Vergrößerung der Abmessungen von Flugzeugen stellt den Konstrukteur vor schwierige Aufgaben. Sie allein enthält aber noch nicht in sich die Möglichkeit zu entscheidendem wirtschaftlichen Fortschritt. Das Maximum an wirtschaftlichem Fortschritt ist nur erreichbar durch organisches Ineinanderfugen von Flugzeug - und Motorenentwicklung, wie es unter einheitlicher Führung bei Iunkers verwirklicht ist. Mit dieser Arbeitsmethode ist das 0 38° Flugzeug für wirtschaftlichen Fernflug geschaffen worden. Leiter des Etatswesens, auch die Verhandlungen über seinen Etat zu führen, mit dem Finanzministerium und namentlich mit dem Reichstag. Auch auf diesem Gebiete war eine große Arbeit zu tun. Wan braucht nur etwa an die Festsetzung der Bezüge der Auslandbeamten in den schwankenden Währungsverhältnissen daheim und draußen im letzten Iahrzehnt zu denken. Ferner aber hat der Staatssekretär die Verbindung mit den Vertretungen der fremden Staaten in Berlin zu halten, ohne dah damit der Minister von diesen oft sehr zeitraubenden Verpflichtungen befreit ist. Schon dadurch wird der Staatssekretär sehr stark nicht nur Vertreter, sondern auch Stütze des Ministers. Hnd wenn er das längere Zeit ist. so wächst sich selbstverständlich seine Arbeit auch in der Sachberatung des Ministers in weitestem Hmfange aus. Das ist nicht nur bei uns so! Man braucht bloß in das Außenministerium rn London oder in Paris zu sehen und dort den ständigen Staatssekretär an der Arbeit zu beobachten, so weih man, welchen gewaltigen Einfluh auch in der großen Politik dieser Beamte gegenüber dem parlamentarischen Minister hat. Fehlt doch dem letzteren eigentlich stets die Kenntnis der Fragen im einzelnen, die Kenntnis der Staatsmänner auf der anderen Seite und dergleichen mehr. Rimmt man dazu, dah dann nach deutschem Brauche — der uns allerdings nicht immer richtig erscheint — der Staatssekretär den Minister bei den zahlreichen wichtigen Konferenzen und nach Genf begleitet, so ergibt sich eine Arbeitslast, die auherordentlich groh ist und die durch die gesellschaftlichen Verpflichtungen noch gesteigert wird. Es muh schon eine sehr arbeitsfähige und kräftige Persönlichkeit sein, die das eine Reihe von Iahren wirklich aushält. Herr von Schube rt ist eine solche gewesen und hat daher die Pflichten des Amtes im vollen Mah erfüllen können. Man kann ja nun annehmen, daß nach dem Abschluß des Voung- plans und der Rheinlandräumung eine größere Ruhe eintritt, und es wird sich allerdings empfehlen, dah künftig der Staatssekretär nicht einen so grohen Teil des Iahres in Begleitung des Ministers von Berlin abwesend ist, wie das bisher der Fall war. Das seht freilich voraus, dah der Minister selbst sich gründlich in die Einzel- fragen einarbeitet, was Dr. C u r t i u s mit Energie und Reigung tut. und — dah er eiiy längere Zeit im Amte bleibt, also wirklich Gr- sahrungen sammeln, Pläne auf längere Sicht überlegen und auf diese Weise wirklich mit den Auhenministern der anderen Staaten arbeiten kann, von denen ja manche lange Iahre im Amt bleiben und sind. Man denke an Driand in Frankreich oder den heute dienstältesten Auhen- minister Europas. Dr. Benesch in Prag! Im übrigen ist mit diesen Bemerkungen noch nicht alles gesagt, was über alle diese Fragen im ganzen zu sagen wäre und auch einmal gesagt werden muh. Dazu muh aber die ganze Perso- nalveränderung. die recht weite Kreise ziehen wird, erst einigermaßen übersehbar fein. Ratürlich ist es ein Zufall, aber immerhin ein passender Zufall, dah dieser starke Personal- Wechsel zusammensällt mit dem Beginn einer neuen Periode in der großen Politik; denn diese ist mit Voungplan und Rheinlandräumung bezeichnet. Der Voungplan wird spätestens am 15. Mai — da die Ratifikation Englands und Italiens nunmehr in Aussicht steht —, in Kraft treten. An diesem Tage wird die erste deutsche Zahlung bei der „DIZ." und nicht mehr beim Reparationsagenten erfolgen Kurz darauf, sicherlich noch vor Ende Mai. wird der erste Teil der großen Reparationsanleihe aufgelegt werben, über deren Zinsfuß und Emissionskurs man jetzt verhandelt. Auch die O strepara t i o n e n sind jetzt in Ordnung. Der Geschicklichkeit Loucheurs ist es gelungen, die schwierigen Endverhandlungen in Paris am 28. April mit der Hnterzeichnung der vier großen Abkommen durch die Beteiligten abzuschließen. Wie groß deren Kreis ist, sieht man aus der Reihe der beteiligten Staaten: Australien, Belgien, Kanada. Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Iapan. Italien, Iugoslawien. Polen, Portugal, Rumänien, Tschechoslowakei und Hngam. Gleichfalls nach der BIZ. blickt ein Staatsmann aus, der seine letzten Reisen auf Grund schon der Ergebnisse aus dem Haag und Paris gemacht hat, nach Rom und Berlin und nunmehr in der letzten Woche nach Paris und London. Wir meinen den österreichischen Bundeskanzler Dr. Schober. Man las in den Blättern gar viel von der politischen Bedeutung dieses Besuches, von der Rolle, die Oesterreich in der großen Politik spiele, etwa zwischen Italien und Deutschland oder zwischen Frankreich und Italien u. dgl. m. Das sind freundliche Redensarten, die nicht viel bedeuten. Denn dieser Staat ist viel zu klein und zu machtlos, als dah er in dem Kräftespiel Europas, Südosteuropas an sich und durch sich wirklich etwas bedeuten könnte. Die einzige politische Frage, für die er den anderen wichtig ist, ist die des Anschlusses mit Deutschland. Die hat Dr. Schober mit dem glücklichen und viel zitierten Wort behandelt, daß Deutschland und Oesterreich feien „ein Volk in zwei Staaten". Mehr konnte er nicht sagen. Aber mehr braucht auch nicht gesagt zu werden, da man in Berlin und Wien weiß, daß die Anschlußfrage nicht gegen Italien und die Tschechoslowakei entschieden werden kann. Hnd da man an beiden Stellen sie gar nicht aufzuwerfen gedenkt, wäre es eigentlich überhaupt nicht notwendig, daß man sich bei solchen Reisen, wie denen des österreichischen Bundeskanzlers, gewissermahen besonders entschuldigt und darauf hinweist, dah man die Anschluhfrage nicht betreibe. Auch wenn sie heute rein politisch so liegt, wie wir sie bezeichneten, so bleibt der Anschluß doch eine Selbstverständlichkeit, die sich einmal zu gegebener Zeit mit elementarer Kraft durchsetzen wird. Rein, die Hauptsache war für Dr. Schober, mit dieser umfassenden Aktion den Boden für die große sogenannte Investitionsanleihe zu bereiten, für die der Abschluß im Haag und in Paris Oesterreich die letzten Voraussetzungen gab, die Zurückgewinnung der vollen Finanzselbständigkeit Oesterreichs. Daher kann er über die Anleihe — man spricht von 100 Millionen Dollar — auch mit den Staatsmännern nicht verhandeln. Sein Staat ist nunmehr, nach Ratifikation der Haager Abkommen, finanziell ganz selb- st ä n d i g und kann sich fein Geld suchen, wo er es bc.ommt. Aber für die Leiter der Banken die das Geld geben müssen, ist natürlich wesentlich, was die Regierungen von Oesterreich denken. So war der Zweck der Reise Schobers und die Aufgabe seiner Gespräche in Paris und in London, die Staatsmänner dort davon zu überzeugen, dah in Oesterreich Ruhe und Ordnung herrsche, dah die Welt vor inner- und außenpoli- tischen Heberraschungen von feiten Oesterreichs sicher sein könne. Wer an die Schwierigkeiten denkt, die Dr. Schober zu überwinden hatte, weih, dah mit dieser scheinbar leichten Phrase sehr Ernsthaftes gesagt ist und wofür sich der Staatsmann an der Spitze Oesterreichs gewissermaßen dem Ausland egegenüber verbürgt, das jetzt Oesterreich fein Geld leihen soll, damit dieses finanziell überhaupt weiter kommt und an ein großes Verkehrsprogramm gehen kann. Man denkt an Ausbau der Straßen, Wasserkräfte, Eisenbahn, Telegraph ufw. und hofft, daß der Daten für Sonntag, 11. Mai. Sonnenaufgang 4.17 Hhr, Sonnenuntergang 19.37 Hhr. — Mondaufgang 18.27 Hhr, Monduntergang 3.42 Hhr. 1916: der Komponist Max Reger in Leipzig gestorben. Daten für Montag, 12. Mai 1864: der Dichter Cäsar Flaischlen in Stuttgart geboren; — 1884: der Komponist Friedrich Smetana in Prag gestorben. Vertrag über die Anleihe etwa tat Iuli fertig werden wird. Auch das ist. wie gesagt, eine der ersten Aufgaben der Bank für Internationale Zahlungen, die damit gleich zu Beginn zeigt, was für ein weitreichendes Organ sie im Wiederaufbau Europas sein wird. In Spanien scheint die Periode der Heberlegung, die nach dem Rücktritt Primo de RiveraS dem König und seiner Hingebung für die neuen Wege gelassen war, zu Ende zu gehen. Sehr nachdrücklich erinnert eine, schon revolutionäre Formen annehmende Bewegung, in erster Linie der Studenten, daran, daß nun etwas geschehen muß. Man konnte verstehen, daß der König und der General Berenguer nach dem Sturze des Diktators eine gewisse Zeit zu der Heberlegung brauchten, was nun geschehen solle. Dieses Hebergangsregime ist allerdings sehr wesentlich durch Ratlosigkeit bezeichnet-gswesen und hat praktisch nichts anderes gewußt, als mit gewissen Milderungen das Regime des Diktators fortzusetzen. Aber es ist eine alte Erfahrung, daß, wenn ein Diktator so stürzt wie Primo de Rivera, die Linie der Diktatur nicht in gleicher oder ähnlicher Richtung und Weise weiterlaufen kann. Da gibt es nichts anderes als den Entschluß, Reformen durch^uführen, Freiheit zu gewähren. die Gesellschaft oder die Parteien zu einem Reuaufbau heranzuziehen, der notwendig geworden ist, weil die Zeiten anders geworden sind. Dafür hat König Alfons mit feiner Hingebung bisher weder Formeln noch Wege gesunden. Er hat sich allerdings auch nicht auf Parteien; stützen können, die entweder durch den Diktator kaputt gemacht waren oder heute jedenfalls gegenüber einer ganz anders gewordenen Zeit mit ihren überlebten Programmen und Formeln auch nichts schaffen können. Man sieht ja, daß keine der spanischen Parteien so recht in Ordnung, zu geschlossenem Wollen und Dorwärtsgehen kommt. Insofern sind sie durch die Diktatur von sechs Iahren krastlos gemacht worden. Dann richtet sich aber das Wünschen, und wenn dieses nicht erfüllt wird, das Fordern und die Erregung cm die Stelle, die noch da ist. dageblieben ist unD auch während der Diktatur daneben stand. DaS ist die Krone. Die Reformbewegung wird so zur Bewegung gegen die Monarchie. In dieser Situation ist heute Spanien und sein König. Es ist schon so. daß in den Wahlen, die gar nicht zu vermeiden sind und in Aussicht stehen, um das Programm: Monarchie oder Republik? gekämpft werden wird. Es fallen außerordenllich scharfe Bemerkungen, wie in der Rede des Professors Hnamuno in Madrid am 3. Mai, mit ihrer scharfen Spitze gegen die Person des Königs und dem Rufe zur Revolution auf der Straße. Sicher ist eine republikanische Bewegung noch nicht völlig fertig. Eine republikanische Stimmung aber ist stark vorhanden, und man zweifelt, ob Der König mit seiner Hingebung diese werde meistern können. Das Regime, wie es da ist und der Form nach als Monarchie auch durch die Diktatur nicht verändert wurde, hat keinen Halt mehr an der Ration. Der Opposition dagegen fehlt die breite Grundlage in einem bewußten aktiven Bürgertum und in einer einheitlichen Arbeiterbewegung. Die Mächte der Reaktion sind stark: die Aristokratie, die Kirche und vor allem die Stütze des Ganzen, die Armee mit dem Offizierkorps. Land und Volk Spaniens sind heute noch so eigenartig in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Organisation und Denkweise, daß es nicht möglich ist, vorauszusagen, es würde etwa die Bewegung in Spanien nach dem Schema der Revolutionen ablaufen, die Europa seit dem Kriege erlebt hat. Aber ohne Zweifel ist das Land in einer Spannung und Erschütterung, wie niemals zuvor in seiner Geschichte. Indem der Diktator nicht fähig war. durch sich, fein Programm und System die Reform zu bringen, entbindet der Fehlschlag nach den Gesetzen der Geschichte gerade die entgegengesetzten Kräfte, die der Revolution, der republikanischen Bewegung, der Opposition, und in diesem Kampf kann gar leicht die alte spanische Monarchie zugrunde gehen! , Die neuen Hekoga-Verträge. Darmstadt, 8. Mai. (WSN.) Der Vorstand der ch e k o g a hatte für heute nachmittag die Presse zu einer Besprechung über die neuen Ferngas- Verträge mit der R u h r g a s - S a a r g a s eingeladen. Unter dem Vorsitz von Ministerialrat Dr. Reitz vom hessischen Innenministerium erstattete zunächst Bürgermeister ch i e m e n z (Mainz) Bericht über die bisherige Entwicklung der Frage der Gasfernversorgung und über die Abänderung der neuen Verträge gegenüber dem früher abgeschlossenen Der- tragswerk, dessen Inhalt seinerzeit bereits bekannt- gegeben worden ist. In der 'Aussprache wurde von Seiten des Vorstandes mitgeteilt, daß auch die Vertreter der Suwega nicht mehr die Behauptung auf. rechterhielten, daß das Vertragswert irgend etwas enthalte, was gegen die Interessen der Rachburge- biete verstoße. Da noch einige Punkte wegen der Tarifierung der südlich des chekoga- aebiets gelegenen Gebietsteile offen find, wurden entsprechende Verhandlungen mit der Nuhrgas und der Saargas eingeleitet, chier verlange die Saargas-A.-G. eine tarifliche Sonderstellung. Auch die Tastversuche der Ruhrgas, A. - G. gegenüber der Stadt Frankfurt a. 'Dl. kamen zur Sprache. Es wurde darauf hingewiesen, daß durch eventuelle 23erl)anblungen zwischen Frank- furt und der Ruhr keine neue Situation geschaffen werde. Auch die chekoga trete durch ihre Meistbegünstigungsklausel automatisch in allerdings nicht zu erwartende Sondervorteile bei einem etwaigen Vertragsabschluß mit Frankfurt oder der Süwega ein. Abschließend wurde mitgeteilt, daß auch der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung die Genehmigung zum Beitritt zu den chekogaverträgen vorgeschlagen werde. Der Vorstand der chekoga ist der Auffassung, daß das nunmehr geschaffene Vertragswert von der Generalversammllmg angenommen werden wird, da die unbedingte T a r i f h o h e i t der Gemeinden und die Beschlußfassung über das Schicksal ihrer eigenen Gaswerke vollkommen gewahrt ist. tehen wird mit bei i J Das ideale trage. Lorstand die Presse bw -'S ♦ Cid), 9. Mai. Der Gesangverein Roth« cher Männerchor Cich beabsichtigt, am 20. und 21 Juni 1931 sein vierzigjähriges B e- festlich zu begehen. Die Jubiläumsfeier ......... bei Weihe einer neuen Fahne verbunden. Der Verein stand von 'Anfang an unter der musikalischen Förderung des in,wischen verstorbenen Nektars Roth, dessen Namen er auch trägt, und sicht zur Zeit unter der bewährten Leitung von Lehrer Karl Stein in Lich. Don den Gründern des Vereins leben heute nur noch der frühere Drl»- einnehmer Wilhelm Zimmer und das Ehren« Mitglied Dr. Scho ad in Lich. 6. Aus dem mittleren Horlofftal, 6. Mai. Infolge der fast sommerlichen ODUtenmg ist das Getreide in den letzten Tagen förmlich in die Höhe „geschossen". Beim Roggen brechen bereits die Aehren hervor. Stellenweise ist da- Wachstum der Frucht zu üppig, so daß man die Bildung von Lagerfrucht in g rost em Umfang befürchtet. Zahlreiche Landwirte sieht man Roggenacker grün a b f ü 11 e r n. Bei der Sommerfrucht sind vereinzelt starke Schöbt- gungen durch die Zritsliege feststellbar. Das Stecken der Spätkartoffeln ist nunmehr auch beendet, die Frühkartoffeln keimen bereit-. Ebenfalls beginnen die auf den Kern gesetzten D i ck w u r z aufzugehen. — In den Gärten haben die Beerensträucher auherordentlich stark angeseht, obwohl erst das vergangene Jahr ein reiches Beerenjahr war. Die Weinstöcke an den Häusern find diesmal ohne jeden Schaden durch den Winter gekommen und treiben jetzt aus. Kreis Schotten. s Schotten, 7. Mai. Das Ort -kar teil Schotten de- Deutschen Beamtenbundes feierte am Samstagabend sein 10. Stiftungsfest. Der Borsitzende, Lehrer Blei, begrüßte die zahlreich Erschienenen, wieS aus die Bedeutung des Kartells hin und schloh seine Ansprache mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. Bürgermeister Menge! überbrachte die besten Wünsche der Stadt. IustizinspektorKretz e I hielt die Festrede, die einen Rückblick über die Entwicklung der Organisation de» Deutschen Beamtenbundes enthielt. Borträge einer Streichkapelle und verschiedene andere Dorträge verschönten die Feier. cP Gedern, 5. Mai. Die hiesig« Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz (gegründet 1928) hielt dieser Tage unter der Leitung des Kolomrenvorsihenden, Dekan Widmann, ihre Frühjahrsversammlung ab. Rach Bekanntgabe der Einladung zu dem am 11. Mai in Friedberg stattfindenden Oberhessi- schen Kolonnentag wurde beschlossen, sich an t> e'ee Tagung zu beteiligen. Weiler nahm die Ber- famnilung Kenntnis von der Einladung der Kolonne Gonsenheim-Mainz zu ihrem 25. Jubiläum. Zweck Regelung der Stellung von Sanitäts- mannschasten bei F u ß b " l l w e 11 s p i e - l e n beschloß man, mit dem hi» i5*n Fußballklub .Alemannia" in Derbindung zu treten. Rach Besprechung interner Kolonnenangelegenheiten dankte der Dorsihende dem Kolonnenarzt Dr. B ach , der in uneigennützigster und erfolgreichster Weise die Uebungs- und Unterrichtsstunden deS letzten Winters geleitet hatte, für seine erfprief^ lich« Tätigkeit. Allgemein wurde bedauert, daß die edlen Bestrebungen der Kolonne leider bei der hiesigen Bevölkerung sehr geringem Interesse begegnen. ________________ [Q09 ttto rialral Dr. i eE nj) L-ncht eher Sa-* । der neuen iffenen is bekannt' tDurät*11 h bie itung WF nb ew»s la^bary* legen der n mit W e Sonder' . uhrg^ urt chen Frank iiufl ’fcrt dur ■ gJSSVßg, Dark abgenommen, he fähigen Devisen um 2,8 Mark genommen. MeDeckung der MK sich von 55 Proz. M Proz., diejenige dun fähige Devisen von 62 aus Dochent vom Zranksurier Angeregt durch den Frei Mt und die unveränderte W bei bet 3. ®. 3-rbei neue Woche in weiter denz. Das SesM war Halter. Doch sehlte dei Kchwerpunll des Teschäs aus die Renten« mätlte. Dor allem vei wiederum ein erneuter 9 Hotter Börse: die cinget durchweg verloren, tcilu aus Abgaben der Äulif Wächunßen. Auch das ' trre weitere Diskonten nachdem im Auslande I DiskMMvnen borge- . zur Zurüchaltung bei. ( 1 ten die Aheinstchlaltien, i der Intereslcnnahme der I lern llnternehmm stärker ■ \ als einziges Papin etwa der Börse an Amegungei ßeitc lagen eher imgünfti daß das Geschäft in der deise faft gum Sto । miler Srud lagen vor a vel denen Schwert 6 Prv^ un& 2l. E. @. unb Licht eiMten. Aber auch gegen Ende der Dvche hlnzunehmen. Dor alle mmus 18 PrvMt zu : Prozent. Lhadeaktien nen Woche nach Abzug ^eTeMtsaussichten lenden veschäflsbericht dEen, muhten ihren g Zusammenhang LLO E*t d« S SÄ * Tklb °°° i? ... •ÄSfi®"* Ä’Ä'"* I .Nk^dülcbt Stnti ‘vteÄS«1» 5 Samstag, 10. Mai 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 109 Drittes Blatt Wirtschaft bis neu Banknoten. Jranffurt a. 371. <5dnufc»| 1-ilbr- hir* | R-r< 9. 5 10- X Datum Datum 10 5 9. t>. 10 • 9. 5 116 mit 59,75 183,25 87,13 mit a. 2H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 57,8 168.1 125,5 166.5 167,75 26 26,4 100 301,5 169,5 70.6 114.5 67,75 71 114 59,9 11,8 139,25 125,5 244,5 169 70,5 101,75 139,25 182.25 151.5 69 70.5 114.5 87 103,4 60.25 12.1 94,75 166 123,5 166 100 105 75,5 116.25 126,5 138,75 147 164.25 192 244.5 133 169 100,75 139,25 125,75 217 101 104,65 75,13 110.5 100.25 231.5 120,5 193.25 245 57. b) 49 bis 45, c) a) 58 bis Kälber b) 115.4 115 126.5 175 152 229,25 143,5 143,5 166 124,5 6 0 6 e 37 61. 82 8 in 8 in 10 12 11 12 10 10 u . 8 . S 10 10 7H 116 164 116 116 126.5 175.5 153 229.25 143.25 144.4 300 169,5 100.5 105,5 76.75 70 110,5 100.5 332 122 108,25 8^ ten Der fern als ber 101 96,5 94,5 16 12 18 14 IS'/, 12 , . 8 , . 9 , . 0 > * 0 , . 0 . . 6 > 10 87,25 103,5 60,13 12,05 94,9 55,75 57,65 100 94 86 101 96,5 94,5 96 2,4 24,15 unter Druck logen vor allem die Elektrowerte, bei denen Schuckert 6 Prozent, Siemens 9 Prozent und 21. E. ®. und Licht & Kraft je 5 .Prozent mit den Preisen der vergangenen Woche zogen Ochsen 2 Mark, Bullen 1 Mark und Kälber etwcu 3 bis 5 Mark an, während Färsen 1 Mark und Schweine 2 bis 3 Mark nachgaben. Kühe unverändert. 26,65 4,4 2.4 24.25 21.4 2,45 6,6 2.5 6,5 6,5 6.6 9,8 16,95 8,13 b) 47 bis 52; Bullen a) 54 bis 53; Kühe a) 46 bis 50, b) 42 bis 41, d) 30 bis 36; Färsen 24.25 21.4 22,4 6.6 6,7 6,7 9,9 16,8 8 4% OeftetretebW »oiDtente . . 4,20% Oeftetrtidiifdir Gilberrmte 4% Ceftenetdiifdte EindeUUche Rente 4% Ungartitfct «olbrente , 4% Ungarifdte Eiaaterrntt ». 1910 4H% Ortfll. von 1913 4% Ungarildie Rronenttn» 4% rürtifdit Soll anleibe von 1911 4% türtiidif Bagdadbalm-Aiü Berte I 4% de-gl Berte N S% Rumäntfdw Derrtnb- Rente von 1903 4H% Rumäntid)« Verein!). Rente von 1913.......... n Ruunm wriat «w • Bdmltbeti Baynbafex . Cfrmede....... atu ..... e • Remberg...... • ReUftoff fBalbbc! . . . ßellftoff Hldbaffenbutg . GbailDttenburget Saffet Teffauet (Rai . . . Daimler Motoren . . . Teutfdie Linoleum . « Mafckinenbau SU-B. . « Rat automobil . . « Crenftein & Roppd . « Leonhard Die- . . « Event to . . . frankfurter Mai Innen . »rinnet . . . ^enliflenfteN . . • < itungbani . . . . Leck merke . . . 68.75 70.75 114.75 i io 11 U . 8 10 . 6 . 6 . 8 . 8 . 0 kN 10 . 7 . 7 . 7 . 1 . 6 . 7 kN 10 . 6 V vamburg.iamertfa Balei . . (-amburg-Sübam. Dampffchisf Hanta Tamvffckiff . Roibbeutidiet Lloyd .... OTgemeine TeutfcbeHreMtanfL Barmer Bankverein Berliner HandeitgeieMckaft Commerz- und Privat-Banl Darmstädter und Rarionalbanl Teutfcke Bank und $teconto-(BefeUfd)flfi, . . Dreedner Bank...... Neicktbanl ....... a.c.@. • ......... Bergmann......- Steltx. 2iefetung8gefem4aft Lickt und Kraft feiten & Guilleaume «efellfchafi für Dektrifche Diskontreduktionen vorgenommen wurden, trug Zurückhaltung bei. Eine 2lusnahme mach- die Rheinstahlaktien, die in Verbindung mit Haintraftmerte H6ch8 a. DL . 8 Mrag ......1° Gebt. Roeder ...... 10 8 oigi & Haeffner •••••• 6 Bäddeuo'che ßudet • • • • V> Eckuden & Co. . . < Glernens & Haitke . • < Transradio . . . , • < Labmever L Co..... Buderus . . • < Teutfche 6rb6l . • • < gffener Gtetatobte . • < Selfenktrchener . . . < Harvener • • • ' Hoefch Eilen . . • • < Ilie Bergbau . . . filödnerroede • • • < ftöln-Reueilen Manne« mann.Röbren Mansfelder Bergbau CberfAlef. Eilende darf Loerfchlef Sokswede Bböntr Bergbau Sbeiniitbe Braun lobte» Rhein stahl..... Ktebed Dtonte . . . 100 231 ! 121,25 . b) 54 bis 57. c) 48 bis 53. bis 85, c) 70 bis 81, d) 70 bis 75. Schafe nicht notiert. Schweine b) 60 bis 63, c) 62 bis 65, d) 62 bis 65, e) 60 bis 63. Verglichen Berlin Schluß«! Anfang, turd ! Rur* 181.75 i 182.75 86.25 87.13 äuslof.-Rechten Deutsche Komm. BammelabL Mn leibe Serie 1 8% frankf Hvv.-Bank Goldvte. XIII unkündbar bi« 1934 7% franlf Hvv.-Banl Solbpfe unkündbar bi« 1933 4N% R beinff die Hhv.-Bank Lteu. Goldvfe. 8% Pr. LandeSvfandbrtetanKali. Pfandbriefe R. 17 8% Pr 8anbe4p|anbbrtefan8aU, Äomm^Cbl. R. 16 f% Pr Landeepfandbrtefanstall, Pfandbriefe R- 10 U.E.G. abg. 8ortrieg4-CbllgattD- nen. tüdiablbar 1932 ... Oie Reichsbank Anfang Mai. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Mai hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 237,6 Millionen auf 2007,1 Mill. ML verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Reichsschahwechseln um 70,1 Mill, auf 6,9 Mill., die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 85,6 Millionen auf 1853,5 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 81,8 Mill, auf 53,6 Mill. Mk. abgenommen. Rn Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 292,6 Mill. Mk. in die Kassen der Dank zurückgeslossen. Der Umlauf an Rrichsbanknoten hat sich um 260,5 Mill, auf 4403,7 Mill. Mk.. derjenige an Rentenbankscheinen um 32,1 Mill, auf 330,3 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 49 9 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 601,4 Mill. Mk. eine Zunahme um 64,9 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 2,7 Mill, auf 2895,6 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 85 000 Mk. auf 2565,4 Mlll. Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,8 Mill, auf 330,2 Mlll. Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein erhöhte sich von 55 Proz. in der Vorwoche auf 58,3 Proz., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 62 auf 65,8 Proz. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Angeregt durch den Freigabebonus von 2 Prozent und die unveränderte Dividende von Y1 Prozent bei der 3. G. Farbenindustrie eröffnete die neue Woche in weiter gebesserter Tendenz. Das Geschäft war in Spezialwerten lebhafter. Doch fehlte das Publikum, und der Schwerpunkt des Geschäfts verschob sich wieder auf die Renten- und Pfandbriefmärkte. Vor allem verstimmte am Aktienmarkt wiederum ein erneuter Kurseinbruch an der Reu- horker Börse; die eingetretencn Gewinne gingen durchweg verloren, teilweise ergaben sich sogar auf Abgaben der Kulisse ganz erhebliche Abschwächungen. Auch daS Zögern der Reichsbank, eine weitere Diskontermäßigung vorzunehmen, nachdem im Auslande verschiedentlich wieder markt, namentlich auf den Zinkmärkten, hatte das Deschäftsergebnis so stark beeinflußt, daß unter Berücksichtigung der im normalen Ausmaste gehaltenen Abschreibungen und der erheblich gesunkenen 3nventarwerte ein ücrtcilbarer Gewinn nicht verbleibt. Die Bilanz schlieht mit einem Gktoinn von 5821 Mk. ab, der vorgetragen werden soll. (GV. 1.3uli.) Frankfurter Börse. Frankfurt a. TI., 10. Mai. Tendenz: freundlich Zum Wochenschluß eröffnete die Börse im Zusammenhang mit dem festeren Schlich der gestrigen Neunorker Börse in freundlicher Haltung. Auch nahm das Geschäft in E p ez i a l we r t c n lebhaftere Formen an, obwohl Austrage auch heute wieder nur in geringem Umfange em- getroffen waren. Die Spekulation schritt, angeregt durch einige günstige Nachrichten, zu kleinen Deckungen. Günstig gebucht wurde nach die geringfügige Preissteigerung für Kupferaktien. 3m Vordergründe standen am variablen Markt pirsch K u p s e r auf Meinungskäufe, in denen eine (Erftnotij nicht zustande kam, doch wurde der Kurs 10 Prozent höher taxiert. Vereinzelte Elektrowerte traten etwas mehr in Erscheinung. Siemens gewannen 2 v. H. Ebenso Velten leicht erhöht. Am Kalimarkt war die Umsatztätigkeit bescheidener, doch war auch hier nach Berücksichtigung des Dividenden- abzuges in einigen Werten eine Besserung bis zu 1,5 vH. zu verzeichnen. Von Bankwerten bestand für Reichsbankanteile lebhaftere Nachfrage mit plus 3,5 vH. Schiffnhrtswert e eröffneten bis zu 1,5 v. S). fester. Auch der F a r b c n m a r f t war angeregter. Farben gewannen anfangs 1 v. H. Auch die übrigen Chemiewerte lagen bis zu 1 v. f). fester. Zellstoff Waldhof plus 1,5 v. H. Am M o n - ta nm a r r t fanden nur vereinzelte "werte etwas mehr Beachtung. K u n st s e i d e w e r t e waren >t- was mehr gebessert. Von Kaufhausaktten waren Karstadt angeboten und 1,5 v. 5). schwächer. Am Rentenmarkt war die Umlasttätigkeit weiter zuruck- gegangen. Nur Schustgebiete waren wieder mehr gesucht und auf 4,70 v. .st. gebessert. And) im Vor- laufe war das Geschäft weiter recht lebhaft, ohne dast jedoch neue Kursbesserungen eintreten Tonnten. Am Geldmarkt wurde Tagesgeld mit 3,5 v. st. notiert. Am Devisenmarkt war der Schweizer Frank etivas schivächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4 1910, gegen Pfund 20.3610, London gegen Kabel 4,868250," gegen Paris 123,86, gegen Mailand 92,66, gegen Madrid 39,80, gegen Schweiz 25,1025, gegen Holland 12,0750. Berliner Börse. Berlin, 10. Mai. Den Erwartungen des heutigen Vormittagsverkehrs entsprechend, eröffnete die Börse kursmäßig allgemein fester, ohne dast das (Geschäft allerdings zunächst eine wesentliche Belebung erfuhr. In der Hauptsache nahm die (Spekulation Deckungen und kleine Rückkäufe vor, und bevorzugte hierbei naturgemäß die Werte, für die auch sonst irgendwelche-Anregungen Vorlagen. 3m Anschluß an den Wirtschaftsbericht der Dresdner Bank zog man auch Tauschoperationen von Renten gegen Aktien in Erwägung, und setzte diese anscheinend auch fd)on in die Tat um. Die gemeldete Der- kleinerung des Vorstandes der 3.-G.-Farbenindustrie, Zweigverein Leverkusen, regte den Farbenmarkt etwas an. Gleichzeitig wirkte sich die Umtauschtransaktion Farben-Rheinstahl für letztere »eiter günstig aus. Aku waren zwar nicht Io lebhaft, wie vorbörslich zu erwarten war, profitieren aber von einer angeblich geplanten Auslandanleihe in stöhe von 20 Millionen Gulden. Für Schiffahrtsaktien stimulierte weiter die stossnung auf eine Frei- gabezahlung im Laufe des Monats 3uni. Reichsbankanteile traten heute etwas mehr in den Vordergrund. lieber den Durchschnittsrahmen von 1 bis 3 v. st. hinaus lagen Fahlberg List 4,5 v. st., Vogel Telegraph 3,5 o st und Hirsch Kupfer 6,5 d. st. gebessert. Weiter schwach tendierten stotelbe- triebsgesellschaft (minus 2,5 v st ). Die Kaliwerte, die heute exklusive Dividende gehandelt wurden, holten Teile des Abschlags wieder ein. Besonders Salzdetfurth waren im Verlaufe ausgesprochen fest. Deutsche Anleihen abbröckelnd Ausländer wenig verändert. Pfandbriefe auf Realisationen weiter überwiegend schwächer. Der Geldmarkt lag bei unveränderten Sätzen leicht. 3m Verlause wurde das Geschäft allgemein lebhafter. Man beforath viel die oeftrioe Kanzlerrede in Breslau, die Aussührunoen Dr. Brünings machten einen guten Eindruck Aku zogen weiter an, da man die Aussichten auf eine 6prozentige Dividende wieder besser beurteilt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Di- Sinter ben Papieren ang-lührten Zistern geben die Sjötie der zuletzt bejchi°Nenen Dinidende an. - R-ich-banldiskant 5 o.Sj.. L°nrb°rdzin-,nb 6 o.S). 305 Mk.. Roggen 182,50 bis 185, Gerste 205 bis 207,50, stafer 185 bis 190, Weizenmehl (südd.) 43,50 bis 45,25, Weizenmehl (nicderrh.) 13,25 bis 45, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 9 bis 9,25, Rog- genmehl 26,50 bis 27,75, Erbsen 26 bis 35, Linsen 38 bis 80, steu 8,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgeprestt) 5, gebündelt 5,25, Treber 11,50, Kartoffeln per Zentner 3nbuftrie hiesiger Gegend: 3 bis 3,10 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Während in der vergangenen Woche meist Rückgänge zu verzeichnen waren, lagen die Preise am Frankfurter Schlachtviehmarlt in dieser Woche wieder höher bzw. gut behauptet- Rur am Schweinemarkt gaben die Preise anfangs der Woche weiter nach, um aber am Rebenmarkte (an dem allerdings keine amtlichen Rotierungen festgesetzt werden) wieder auf den Stand der vorigen Woche zu gelangen. Am R i n derma r k t war der Auftrieb geringer als in der Vorwoche. Gute Qualität war reichlich vorhanden. Bei mästig regem Handel und anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Am Schweinemarkt war die Beschickung ebenfalls geringer, trotzdem konnte sich zunächst nur sehr schleppender Handel entwickeln. Verstimmend wirkte hier, dast Fettschweine so gut wie unverkäuflich sind, und daher auch auf die übrigen Qualitäten im Preise drücken. Am Rebenmarkt war das Geschäft ziemlich lebhaft, was in der Hauptsache auf die Erhöhung des Einfuhrscheinwertes zurückzuführen war, da man in Händlerkreisen damit rechnet, dast sich der Export wesentlich beleben dürfte. Kälber hatten etwas größeren Auftrieb, wurden aber trotzdem lebhaft gehandelt und bei anziehenden Preisen ausverkauft. Ramentlich geringere Qualitäten konnten sich ziemlich befestigen. Schafe wurden wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1434 Rindern, 6% Dcu kickt Reichl Elite een 1987 7% Deutscke Retdrfanteüte von 1929 Deukicke 8biL-ablül.-6djunj Ultelch.-Reckten ebne Autiol.-Reckte . 6% Hell. PolUftaal von 1929 lruckzoblb. 102%) C her bellen Provinz. Enteilte Unternehmungen 10 Hamburger (BehrnUdtMBede 10 Rbeinlfdie (Beltnjitäi .... 9 Ecklesilcke ©eftnjUdi. 3nteressennahme der 3. G. Farben an die- Hnternefjmcn stärker gesucht waren und fast einziges Papier etwas anzogen. Es fehlte _. Börse an Anregungen. Von wirtschaftlicher Seite lagen eher ungünstige Meldungen vor, so dast das Geschäft in der ganzen Woche zeitweise fast zum Stocken kam. Besonders Sranffurt a. M. | io 115-75 Dtrlln Eckluß- Anfang» hir< ! nur« * Hessische Eisenbahn 2t.«®., Darmstadt. 3n der gestrigen G.-V. wurden die Regularien einstimmig und debattelos genehmigt. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, dast das Ergebnis des Geschäftsjahres 1929 für die Gesellschaft trotz der rückgängigen Konjunktur noch als befriedigend bezeichnet werden kann. Der Reingewinn betragt 472 350 Mk. Es werden 10 Prozent Dividende verteilt und 56 825 Mark auf neue Rechnung vorgetragen. Es stand die formale Genehmigung der G.-V. für die Anleihe über 5 Mlll. Schw. Franken zu 6,5 Proz. mit einer Laufzeit von 25 3ahren aus, die seinerzeit für Erweiterungsbauten ausgenommen wurde. Der noch verbleibende Rest der Anleihe wird für die weitere Ausdehnung des Unternehmens Verwendung finden. Die Genehmigung wurde erteilt. *8prozentige Deutsche Kommunal- Goldanleihe von 1 92 9. Der Derkaufskurs der 10 Millionen Marr 8prozentigen Deutschen Kommunal-Goldanleihe von 1929, Ausgabe 4, die von den deutschen Giro-Zentralen im Rahmen der ä2mschuldungsaktion den Sparkassen angeboten wird, ist mit Wirkung vom 8. Mai auf 97 Prozent zuzüglich Stückzinsen erhöht worden. • Dividendenausfall bei Stolberger Zink. 3n der gestrigen Aufsichtsrats- sihung der AG. für Bergbau, Blei- und Zink- fabrifation zu Stolberg und in Westfalen,Aachen, wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1929 vorgelegt. Der Preisverfall auf dem Metall- einbüstten. Aber auch Kunstseideaktien hatten gegen Ende der Woche einen größeren Verlust hinzunehmen. Vor allem waren Bem berg mit minus 18 Prozent zu erwähnen. Aku minus 6 Prozent. Chadeaktien, die in der vergange- _____ Woche nach Abzug der Dividende auf günstige Geschäftsaussichten und einen zufriedenstellenden Geschäftsbericht bis 10 Mark angezogen hatten, muhten ihren ganzen Gewinn und noch mehr im Zusammenhang mit den politischen iln- ruhen in Spanien hergeben. Auch Kaliwerte lagen angeboten und bis zu 6 Prozent abgeschwächt. Hier verstimmte der etwas zurückgegangene Kaliabsah gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres. Der Montanmarkt lag mit Ausnahme der schon erwähnten Rheinftahlaktien fast geschäftslos. 3lse Bergbau verloren 15 Prozent und Phönix 4 Prozent. Aber auch die sich weiter fortsehende Kupferbaisse beeinflußte die Allgemeintendenz der Börse ungünstig. Von Zellstoffwerten gaben Waldhof 7,5 Prozent nach. Eine Ausnahme machten am Rentenmarkt vor I. ®. ssadten.Invukrte... 12 Dvvarnil Nobel ....... 6 edtetDtanfloU........9 Goldlckmidl ....... b Rütgetimerfe . ....... 6 MtlaUgelelllckatl. ...... 8 115.4 163.5 115,13 115.75 126.5 175.65 152 228,75 142.75 ' 143.5 298 169.25 ! 185.75 155.5 165 | 124,75 darunter 345 Ochsen, 71 Bullen, 486 Kühe, 256 Färsen, ferner aus 1463 Kälbern, 112 Schafen und 5717 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 70 Rinder, 15 Schafe und 292 Schweine weniger am Markt, während 164 Kälber mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58 bis 61, a2) 54 bis 57, nach zirka 3,10 Prozent erreichten. Auf Gewinnmitnahmen ergab sich aber auch hier wieder ein kleiner Rückschlag. Aber auch die übrigen deutschen Renten waren ziemlich lebhaft gehandelt und bis zu 2Prozent fester. Der Pfandbriefmarkt stand ebenfalls weiter im Vordergründe Rachdem in den achtprozentigen Werten Stückmangel eingetreten war, konzentrierte sich das Hauptinteresse auf die siebenprozentigen und sechsprozentigen Stücke. Gegen Schluß der Woche flaute das Geschäft am Pfand- briefmarkt jedoch etwas ab. An den Aktienmärkten wurde die Stimmung allgemein freundlicher, wenn auch nur ganz geringfügige Kursbesserungen zu verzeichnen waren. Tie Kulisse schritt nur in Spezialwerten zu Deckungs- oder zu Stühungskäusen. Das Publikum war nur wenig vertreten. 3n einigen Werten war die llmsahtätigkeit jedoch etwas reger. Besonders für Dyckerhoff, auf die Dividendenerhöhung, bestand 3nteresse. Aber auch 3. G. Farben, Danken und Schiffahrtsaktien waren gesuchter. 3m allgemeinen bekundete die Spekulation eine ziemlich starke Zurückhaltung- Günstig kommentiert wurde der Geschäftsbericht der 3. G. Farbenindustrie. Clektrowerte blieben still. Der Geldmarkt war flüssig, Tagesgeld wurde auf 3,5 Prozent festgesetzt. Am Devisenmarkt änderte sich wenig, nur war in erster Linie Spanien schwach. Aber auch Paris war etwas schwächer. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidemarkt eröffnete die neue Woche mit Ausnahme von Weizen in matter Haltung, was immer noch auf die günstigen Saatcnstands- und Wetterberichte zurückzuführen war. 2Iber auch die Unsicherheit wegen der Erhöhung der Einfuhrfcheinwertc drückte allgemein auf die Stimmung. Die Händlerschail bekundete allgemein Zurückhaltung, so daß das Geschäft sehr gering war. Die im Verlause der Woche bekanntgewordenen Erhöhungen der Einfuhkscheinwerte blieben vollkommen ohne Einfluß; es war eher weiter Abgabeneigung vorhanden. Weizen lag stetig. Das-kleine Angebot wurde von den Mühlen auf Basis der Preise von Ende der Vorwoche ausgenommen. Auslandsweizen infolge der höheren Forderungen vernachlässigt. Roggen blieb von der Erhöhung der Einsuhrscheinwerte vollkommen unberührt. Schon kleines Angebot lieh den Preis ziemlich sinken, obwohl es in der amtlichen Notiz nicht zum Ausdruck kam, da die mit der Stützung des Roggenpreises beauftragten Firmen das Angebot zumeist aufnahmen. Der Preisverlust war daher gegen die Vorwoche nur unerheblich, während im freien Markte wesentlich niedriger gehandelt wurde. Da man auch der Ansicht zuneigt, daß die Stützungsgesellschaft viel- mehr auf weiteren Rückgang, als auf Steigerung oder wenigstens Erhaltung der Preise hindeutet, hat sich hier eine Krisenstimmung entwickelt. Charakteristisch ist, daß die Spanne zwischen Weizen und Roggen etwa 120 Mark beträgt, wahrend der Richtpreis für Roggen 230 Mark sein sollte, also eine Diserenz von nahezu 45 Mk. per Tonne für die jetzige Notiz. , . . , Auch Hafer und G e r st e waren bei sehr ge- ringer Kauflust zumeist schwächer; lediglich Hafer konnte sid) etwa behaupten. Für Weizenmehl war der Konventionspreis der rheinischen Großmühlen gegen Ende der Woche um 25 Pf. erhöht. Die Roggenmehlofferten lagen dagegen allgemein niedriger und sollen zum Teil noch unter der amtlichen Notiz liegen. Der Absatz ist nach wie vor unbefriedigend. Futtermittel tendierten weiter schwach, aus den bereits bekannten Gründen. Stärker abge- schwächt war Weizenkleie. Auch sonstige Futermittel neigten zur Schwache. Hülsenfrüchte unverändert. Kartoffeln bei ruhigem Geschäft unverändert. Erbsen lag^n trotz der bevorstehenden Zollerhöhung ohne Geschäft. 3m Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnte Weizen 2)4 Mark anziehen, während Roggen und Gerste je 2% Mark nachgaben. Gerste unverändert. Weizenmehle lagen i Mark höher, während Roggenmehl etwa 1 Mark nachgab. Weizen- und Roggenkleie bis zu 1 Mark niedriger. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 101,25 139,5 125,5 Sbtltpp Ooumcnn . . .... 7! Zemenkwed Heidelberg . . 10 Lernenrwed RatittaBt. ... 10 Bao6 & HteOtafl .....8 ^ranfhirt a. 371. Berlin Lchluß- fur« i-Uhr- Rur« Schluß- für» «nfarg- Rur« Datum 9 10 9 5. 10- b- Verewigte Clablwede .... 97 97.75 96.75 97,25 Ctaui SHnen . . . 16'/, — 52.25 51,75 51,75 Raliroede Alckerrlebeu ... 10 233 225.5 233 225,4 Raltoede Westeregeln ... 10 237 — 237,5 229.25 ftaltoedf gaübcthirtÖ ... 15 407 399,5 407.5 396,5 Zerlin, 9. Mal »elb »rief yinrrrifnntid)? VZortn » • • • . 4,168 4 188 Belgische Noten ...... 58.25 58.49 Diuniche Noten........ 111.73 112,17 20.302 20 382 Frcm;ösiscbe Note» ...... 16.415 16,475 jnnnrtnbtfn ...... 168.06 5fnHfnt(rfie Noten ...... 21,925 22,005 Norwegische Noten..... Teutsch-Lesterr, i 100 Kronen 111.78 112,22 58 92 59,16 Rumänische Noten...... 2.455 2.475 Schwedische Noten...... 112,15 112.59 Schweirer Noten....... 80.92 81.24 ßhrrntfffip 'J/ nfrti ....... 51.05 12.41 51.25 Tschechoslowakische Noten • . 12.47 Ungarische Noten 72.98 73,28 100 100 — 9- Mai 10. Mai 135 — «mtlldte Dotierung Geld Drift Slmtlidte Notierung 142,5 93,25 94^51 92,9 _ Geld Stiel »mit-. Rott. 168.46 168.80 168.48 168,82 301 301 Bu:n.'Aire8 1.618 1.622 1,608 1,612 - — Brff-.Lntw- Christiania. 58.395 58 515 58.405 58,525 — 256 258 111,98 112.20 111.99 11221 113 114 111 112.5 Koprnbagrn 112,00 112,22 112,00 112.22 132 — 130 132.5 Ctochbolm - 112,31 112,53 112.29 112,51 183 181.75 183 ftelfingfcrl. 10.54 10.56 10.542 10.562 148 — 147.5 Italien. . . 21.945 21.985 21.955 21.985 — — 104.75 104,5 Bonbon. . . 20.34 20.38 20.343 20,383 _ — 165.65 166.25 Neun ort . . 4.187 4.195 4.187 4,195 — — 38.75 39 Paris.... 16.42 16,46 16.415 16.455 246 — 245 247 Schweiz .. 81.08 81.24 81.02 81,18 — — 52,5 53 Spanten. - 51,10 51,20 51.15 51,25 — 18.5 18.75 Japan . .- Rio be Jan. 2.068 2.072 2,070 2,074 — — 82 82,6 0.4985 0,5005 0,4955 0,4975 —• — 150 150 Dien in 59.055 59.17 — —- 345 345 Ceft. aboeft 59.175 59,05 Prag . - . Belirab - . 12 408 12,428 12.407 12.427 _ 32 — 7.403 7,417 7,403 7.417 37 _ 37,5 — Bobaprii - - 73.16 73,30 73.16 73 30 _ _ Bul arten 3.036 3.042 3.036 4,052 44.9 _ 44,5 yifTabon . 18.78 18.82 18,78 18,82 106,5 96 i____z — Tanüg - - - Ronft-ntia. 81,32 1.785 81.48 1,789 81.32 1.784 81,48 1,788 123 - 122.5 123 Athen. . . 5.434 5,445 5.435 5,445 103.5 Canaba - - 4.173 4.181 4,173 4,181 - 194,5 Uru uaQ. . 3.856 3,864 3.856 3,864 160,5 1 161 161 1 - (Saito . e 20,86 20,90 1 20,86 20,90 s. Weriungssingen des Nidoaial-SängerbundS. -t- Ridda. 4. Mai. Ein Sonderzug von Schotten, der nach 11 Uhr hier an kam, führte heute die Duntesver- eine des Riddatal-Sängerbundes in unser Städtchen. Der hiesige Bruderverein -Sängerkranz" begrüßte am Bahnhof die Bundesvereine und geleitete sie unter Vorantritt der Feuerwehrkapclse zum Marktplatz. Hier löste sich der Zug auf. Die Sänger verteilten sich in die verschiedensten Gaststätten, um das Mittagessen einzunehmen. Zwischen 12 und 13 Uhr konzertierte die Feuerwehrkapelle, die nach Zahl und musikalischer Spielstärke einen stattlichen Klangkörper darstellt, auf dem Marktplatz. Von den zahlreich erschienenen Zuhörern wurden die exakt und klangschön wiedergegebenen Musikstücke dankbar und beifällig ausgenommen. Um 13 Uhr sammelte sich der Viddatal- sängerbund auf dem gleichen Platze zu einer imposanten Kundgebung für das deutsche Lied. Etwa 500 Sänger nahmen an dieser Veranstaltung teil, eine vielhundertköpfige Menge von Zuhörern umsäumte den Raum. Unter der Leitung des Bundeschormeisters Diehl (Ober-Schmitten) gelangten drei Massenchöre zum Vortrag: Der „Bundes- Wahlspruch" von I. Diehl, „Der Lenz zieht ein", von Baumann, und „Wo gen Himmel Eichen ragen", von Heinrichs. Der erste Vorsitzende des Bundes, Schäfer (Eichelsdorf), gedachte des deutschen Liedes als Kulturgut und ermahnte zu unverbrüchlicher Treue im Dienste des edlen und schönen Männergesangs. Unter den Klängen der Feuerwehrkapelle bewegte sich dann der Sängerzug zur Turnhalle, in der das Wertungssingen sich anschloh. Es wurde eingeleitet durch einen klangschön wiedergegebenen Begrüßungschor des „Sängerkranz" zu Ridda (Chorleiter Lehrer Dietrich (Roo- yeirn). Der Dor itzende dieses Vereins, PH. D e ch- t o l o, hieß Sänger, Sangesfreunde und Ehrengäste herzlich willkommen. Den Gruhworten schloß sich der Bundesvorsihende an und erstattete all denen Dank, die die Tagung vorbereitet und für ein gutes Gelingen Sorge getragen. Ramens der Ehrengäste sprach Bürgermeister K u l l m a n n dem Bund seinen Dank für die Einladung aus* und wünschte ihm weitere Forderung zum Segen des deutschen Liedes. Zum Wertungssingen sang jeder der 10 erschienenen Vereine einen Pflichtchor („Vaterland", von Wohlgemuth) und einen Wahlchor. Unter den gewählten Chören waren vier Kunstlieder, fünf Lieder im Volkston und ein Volkslied. Als Wertungsrichter war Oberreallehrer Blaß (Gießen) zugezogen. Als sachverständiger Führer steht er schon seit Jahren mit dem Bund in engster Fühlung und sein Wirken ist mit dem gesanglichen Aufstieg der einzelnen Vereine eng verbunden Rach Beendigung des Singens fand zunächst eine allgemeine Kritik statt, an die sich eine spezielle anschloß, in der die vorgetragenen Chöre eingehend gewürdigt tourten. Der Pflichtchor „Vaterland", der in seinen letzten Takten besondere gesangliche Schwierigkeiten aufweist, rief eine lebhafte Aussprache hervor. Im allgemeinen sprach sich ter Sachverständige überaus anerkennend über die gesanglichen Pistungen des Bundes aus und hob besonders hervor, wie selbst die kleinsten Vereine das unverkennbare Bestreben zeigten, den großen Aufgaben und Zielen des schönen Männergesangs gerecht zu werden. Eine schriftliche Formulierung der Kritik wird jedem Verein noch besonders zugestellt. Im nächsten Jahre beteiligt sich der Bund an dem WertunMingen des Gaues Vogelsberg-Süd. Ueber die Aufnahme eines neu angemeldeten Vereins soll die Delegiertenversammlung entscheiden. Mit dem eingelegten Sonderzug, der gegen 19 Uhr hier abging, kehrten die Sänger wieder zurück. Oberhessischer Missionsverein fürBasel. y. Hungen, 4. Mai. In der vergangenen Woche tagte dahier im Solmser Hof die Frühjahrs-Arbeitskonferenz des Oberhessischen M i fs i o n s v e re i n s für Basel, die von den Vertrauensmännern aller vberhessischen Dekanate, mit Ausnahme des Dekanates Rodheim, besucht war und einen angeregten Verlauf nahm. Der Vorsitzende des Vereins, .Dekan G u ß m a n n, Kirchberg, eröffnete die Konferenz und leitete die Verhandlungen. Aus ihnen ist zu bemerken, daß in diesem Jahre eine Neuwahl der Heimatgemeindevertretung (H. G. V.), die 57 deutsche Abgeordnete für die einzelnen Länder umfaßt und deren Anzahl sich nach den finanziellen Leistungen der Länder richtet, auf drei Jahre erfolgen mußte. Gewählt wurde wieder der Vorsitzende des Vereins und als sein Stellvertreter Pfarrer Staub ach, Watzenborn. Sodann wurden zwei Mitglieder bestimmt, die nach ihrem Wunsche die diesjährige Baseler Festwoche besuchen werden. Ein erschöpfendes Referat von Missionar Saut, Frankfurt a. M., über die gegenwärtige Weltlage und die Mission regte zu einer lebhaften Besprechung an. Ueber die in der Gefangenschaft chinesischer Räuber befindlichen Baseler Missionare wurden die neuesten Mitteilungen gemacht, die auch die weitere Oeffent- lichkeit interessieren. Von den am 17. August letzten Jahres im Rordosten der Kantonprovinz von Räubern gefangenen drei Baseler Missionaren sind zwei, die Missionare Walter und Fischte, noch immer in den Händen der Räuber. Rach langen Verhandlungen war es im Januar gelungen, die Räuber zu bewegen, die Missionare gegen ein Lösegeld von 15 000 Fr. — 12 000 Mk. freizugeben. Das Geld wurde übergeben, aber an dem bestimmten Tage, dem 8. Februar, nur Missionar Kilpper zurüchgesandt, ein auch in China unerhörter Vertragsbruch, der von den Räubern damit begründet wurde, daß sie inzwischen in Erfahrung gebracht hätten, für den einen der beiden anderen Missionare sei bereits eine größere Summe Lösegeld vorbereitet und werde ihnen nur böswiltig vorenthalten. Ueber die Behandlung bei den Räubern hat der nun nach sechsmonatiger Gefangenschaft freigelassene Missionar Kilpper, der seit 2. September von den anderen getrennt war und in 25 Wochen 26mal den Ort wechseln mußte, sich nicht zu beklagen. Die Behandlung war im allgemeinen anständig, und auch an der Kost hat es nicht gefehlt. So ist zu hoffen, daß Missionar Kilpper nach einer Srholungszeit in Hongkong seine Arbeit wieder aufnehmen kann. Man versucht nun an Ort und Stelle, neue Verhandlungen mit den Räubern anzuknüpfen, die freilich durch die neue Lage nun sehr erschwert sind. Cs gilt unter den gegenwärtigen Verhältnissen in China vor allem zu warten und die Geduld nicht zu verlieren. Hilfe für die Haneberg-Gemeinden. WER. D a r m st a d t, 8. Mai. Abg. Dr. von H e l m o l t (Landbund) und Fraktion haben im Hessischen Landtag folgenden Antrag eingebracht: „Am 4. Mai ist in den Rachmittagsstunden am Hausberg bei Butzbach ein schweres Unwetter (Wolkenbruch und Hagelschlag) niedergegangen, das in den ©emartungen Münster, Hochweisel und Hausen beträchtlichen Schaden angerichtet hat. Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, zur Behebung des durch Sachverständigenkommissionen festgestellten Schadens entsprechende Staatsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Hilfe erscheint um so notwendiger, als es sich zum Teil um sehr erheblichen Schaden (Wegschwemmung der Ackerkrume, Zerstörung von Drainageanlagen usw.) handelt, dieser Schaden bei dem gebirgigen Gelände mit dem steinigen Untergrund auf Jahre hinaus nachwirken wird und die Gemeinde Münster mitten in der Feldbereinigung steht." Preußen. Oie Marburger lln versiiäi im Gommersemester. ][ Marburg, 7. Mai. Mit dem heutigen Tage erreichten die Immatrikulationen zum Sommersemester an der hiesigen Universität ihr Ende. Insgesamt sind es diesmal 42 28 Studierende, nämlich 3299 Männer und 929 Frauen, eine bis jetzt unerreichte Zahl, die sich durch Nachzügler noch etwas vermehren dürfte. Nicht mit eingerechnet find die zum Hören der Vorlesungen Berechtigten, deren Zahl durchschnittlich 60 beträgt. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich die immatrikulierten Studierenden wie folgt: Theologen 398 Männer und 28 Frauen, Rechts- und Staatswissenschaften 806 Männer und 60 Frauen, Medizin 940 Männer und 164 Frauen, Philosophen 1155 Männer und 677 Frauen. — Im vergangenen Wintersemester wurden am letzten Jmmatrikulationstage 3563 Studierende, nämlich 2882 Männer und 68f Frauen, gezählt, während im Sommersemester 1929 insgesamt 4087, nämlich 3291 Männer und 796 Frauen immatrikuliert waren. Hinzugefügt sei, daß Klagen über Mangel an Studentenwohnungen nicht laut wurden, es sind noch viele Zimmer unbesetzt geblieben. Kreis Wetzlar. * Krofdorf. 10. Mai. Anläßlich des 20jäh- rigen Bestehens des Radfahrervereins „Teu - tont a" (Krofdorf) finden am Sonntag, 11. Mai, in ter Turnhalle zu Krofdorf die Saal» Meisterschaften des Gaues Lahn im B. D. R. statt. Reben den 2er» und 3er»Radball° Spielen kommen Kunstreigen, ler- und 2er-Kunst- fähren zum Austrag. Am Abend ist Siegerehrung. Mitglieder der Militär-Kapelle von Gießen führen die Musik aus. Man beachte die heutige Anzeige. O Riederklee n, 7. Mai. Dieser Tage fand der in der hiesigen Gemeinde veranstaltete achtwöchige Kursus der Kreiswan- derhaushaltsschule, an dem 17 junge Mädchen teilnahmen, seinen Abschluß. Aus diesem Anlaß fand in der Gastwirtschaft Langsdorf eine Feier statt, der seitens der Kreisverwaltung Landrat Miß und Kreisausschuß-Oberinspeklor Martin, von feiten des Amtes Rechtenbach Beigeordneter Krill und Amtsobersekretar Sänger, ferner der Ortsgeistliche, Pfarrer K u l k e, sowie Lehrer Q u e n z e r, die Mitglieder der Gemeindevertretung und die Eltern der Kursusteilnehmerinnen beiwohnten. Rachdem die im Rathause ausgestellten Handarbeiten besichtigt waren, fand durch die Kreishaushaltslehrerin, Frl. Adam und die Kreissürsorgerin, Frl. V o r d e m f e l d e, die Prüfung der Schülerinnen statt, die zur allgemeinen Zufriedenheit verlief. Aach der Prüfung folgte eine Kaffeetafel, in deren Verlauf Gemeindevorsteher-Stellvertreter Ulm die Gäste im (Hamen der Gemeinde willkommen hieß und den Lehrerinnen für ihre mühevolle Arbeit den Dank der Gemeinde aus- fprach. Landrat M i ß bemerkte in einer Ansprache, der Kursus habe einen vollen Erfolg gezeigt. Landrat Miß dankte den Lehrerinnen und sprach den Wunsch aus, daß der Kursus nicht nur Theorie, sondern Anregung zum lebendigen Wissen und zur Arbeit gewesen sein möchte. Als Vertreter des erkrankten Bürgermeisters Dr. Reumann sprach Beigeordneter Krill, Groß- Rechtenbach. Er bezmchnete die Wanderhaushaltskurse als eine segensreiche Einrichtung und sprach allen beteiligten Stellen den Dank des Amtes für die Kurse aus. Weitere Ansprachen hielten Pfarrer Kulke als Vertreter der Kirchenbehörde und Lehrer Quenzer als ehemaliger Lehrer ter Kurfistinnen. Verschönt wurde die Feier durch die Ausführung zweier wohl- gelungener Theaterstücke, sowie durch den Vortrag verschiedener Gedichte in Hüttenberger Mundart. Kirche und Schule. Y Watzenborn - Steinberg, 5. Mai. Eine gottesdienstliche Feierstunde besonderer Art bereinigte gestern mittag eine sehr zahlreiche Gemeinde in unserer Kirche. Es galt Die Feier der Aufnahme der Kleinsten in die Schule gottesdienstlich zu begehen. Ein lieblicher Anblick war es, als die. junge, mit Blumen und Kränzchen geschmückte Schar in Begleitung des Pfarrers zum Gotteshause zog, von dem die Kirchenfahne grüßte, und sich bann um den reich mit Blumen gezierten Altar sammelte. Rach dem Gesang einiger Verse von dem Lied „In Gottes Ramen fang' ich an" folgte die Ansprache des Geistlichen, nach deren Beendigung die Ramen ter Kinder und deren Eltern verlesen wurden. Das Gebet um den. Segen Gottes zum beginnenden Werke leitete über zum Gesang des Kinderlietes „Weißt du, wieviel Sternlein stehen?" Rach dem Degen bildeten die Kleinen einen Kreis um den Altar und erhielten zur Erinnerung an die Feier ein Bild des guten Hirten, ter dem Sonntag Miseric. Domini das Gepräge gibt Dabei spielte die Orgel leise: „Weil ich Jesu Schäflein bin". Eine photographische' Aufnahme der Kinder mit dem Pfarrer schloß sich der Feier an, die hier nun ständige Einrichtung werden soll. Im neuen Schuljahre wurden in unserer Schule 39 Kinder: 24 Knaben und 15 Mädchen aufgenommen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 11.Mai, 15.30 bi- 18 Uhr (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose): „Madame Butterfly". 19.30 bis nach 22: ..Das Land des Lächelns". — Montag, 12., 20 bis^ gegen 22.30: „Belsazar". — Dienstag, 13., 19.30 bis gegen 22.30: „Othello". — Mittwoch, 14., 19.30 bis nach 22.30: „Figaros Hochzeit" (Der tolle Tag). — Donnerstag, 15., 19.30 bis 22.30: „Der Zigeunerbaron". — Freitag, 16., 19.30 bis gegen 22.30: „Don Juan". — Samstag, 17., 20 bis gegen 22.30: „Belsazar". — Sonntag, 13., 17 bis gegen 22.15: „Die Meistersinger von Rürn- berg". — Montag, 19., 19.30 bis gegen 22.30: „Indigo". Schauspielhaus. Sonntag, 11. Mai, 11 bis 13 Uhr (geschlossene Vorstellung, kein Kartenverkauf): „Mond von links". 20 vis nach 22.30: „Der Londoner verlorene Sohn". — Montag, 12., 20 bis gegen 23.30: „Seltsames Zwischenspiel". — Dienstag, 13., 20 bis gegen 22.15: „Hans im Schnakenloch." — Mittwoch, 14., 20 bis gegen 22.15: „Hans im Schnakenloch". — Donnerstag, 15., 20 bis nach 22.15: „Julius Caesar". — Freitag, 16., 20 bis gegen 22.30: „Die Bekehrung des Ferdys Pistora". — Samstag, 17., 20 bis gegen 22.45: „Vom Teufel geholt". — Sonntag, 18., 15 bis nach 17.30: „Der Londoner verlorene Sohn". 20 bis gegen 22.45: „Vom Teufel geholt". — Montag, 19., 20 bis gegen 22: „Schwingen über Europa". Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. Mai. Jubilate. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde: 9.30: Pfarrer Mayr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr.— Johannes- kirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Iohannesgemeinde; 9.30: Pfarrer Bechtolsbeimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Bibel» besprechung im Johannessaal; Pfarrer Bechtols» Heimer.Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrer Ausfeld. — Elisabeth» Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. 2Baas; 11: Kin« derkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrer Lic, Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Dieseck. 9: Beichte; 9.30; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; 13.30: Gottes» dienstliche Feier der Aufnahme der Kleinsten in dis Schule; Opfer für die Epileptische Anstalt in Nieder« Ramstadt. — Allen-Duseck. 9.30: Beichte; 10; 11( hl. Abendmahl; 13.30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte für Herbstein und Erzhausen; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar; 14.30: Daub ringen; Einführung der Gemeindeschwester Marie Groß vom Diakonissenhaus Nonnenweier; Kollekte für die örtliche Anstalt. — Hansen-Garben- leich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — Watzenborn- Slelnberg. 9: Beichte; 9.20: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (jüngere Eheleute); Christenlehre fällt aus. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die m. Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Pfarrvikar Drandt. katholische Gemeinden. Samstag, den 10. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntüg, den 11. Mai. 3. Sonntag nach Ostern. . Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Prediat; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe, Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Maiandacht und Dortrag. — Hungen. 9.30: Hochamt und Predigt. — Ridda. 8.30: Messe, Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe, Hochamt mit Predigt. Montag, den 12. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Gottesdienst. Dienstag, den 13. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. — Cid). 20.30: Maiandacht. Mittwoch, den 14. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Gottesdienst._________________ Sonntaasdicnst d.Aerzte n.Avotbekcn am 11.5.30. Dr. W. Klein. Dr.,©. Klein. Pellkanapvlheke .'iabnarzt: Dr. Wertheim. ’D Die neuen niedrigeren Preise 4 PS ZWEISITZER RM 1990.. 4 PS VIERSITZER RM 2350.- 4 PS CABRIOLET RM 2500.- ...DER VERBESSERTE OPEL 4 PS LIMOUSINE RM 2700- 8 PS LIMOUSINE RM 4300- 8 PS LUXUS-LIM. 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B., föhnt bezieh- bar, zu sehr günstigen Bedingungen, kleine Anzahlung, zu verkaufen. näheres bei Barl Jfiant, Wirtschaft Eruption. Er nahm sich vor, seinen Kompagnon zur Ned« zu stellen. Lothar -Emmerstorsf aber ging in diesen Tagen ernstlich mit dem Plan um, auS dem Werk auszutreten. Siegfried Marschner lieh sich in der Privatwohnung melden. Dreimal kam er umsonst. Endlich wurde er empfangen. Er muhte lange warten, bis der Hausherr erschien. — Schließlich trat Lothar aus seinen Besucher zu. Marschner erschrak. Wie konnte sich ein Mensch in so wenig Tagen derart verändern? — Er merkte sofort, dah sein Kompagnon nicht ganz nüchtern sei. Der sonst so korrekte Mann lieh sich gehen. Sein« Kleidung war nachlässig. Tie Krawatte sah schief. Er war unrasiert und hatte sich, um dies zu verdecken, wohl rasch etwas gepudert. Das wirkte jetzt seltsam zu der ganzen Erscheinung. „Mein lieber Marschner", rief Lothar Emmer- storff mit schallender Stimme und drückte seinen Besucher aus den Klubsessel nieder. „Was gibt es denn? — Wichtige Geschäfte? — Sie müssen entschuldigen, Teuerster! Ich war ein paar Tage abwesend. — Eie waren schon einige Male hier, sagte der Diener. Es tut mir leib! Ich bin vorhin erst zurückgekchrt. Ich bitte daher, die Toilette zu entschuldigen. Eine Havanna gefällig?" Er reichte seinem Gast die Kiste hin. Siegfried Marschner lehnte ab. Er verschanzte sich hinter einer undeutbaren Miene und dachte: „Er riecht sogar nach Alkohol." „Aber sie gestatten doch", fragte Lothar und zündete sich eine Zigarre an. Dann lieh er sich seinem Besucher gegenüber nieder und sah ihn erwartungsvoll an. „Ich möchte Sie doch fragen, Herr Emmerstorff", begann Marfchner schliehlich in kühlem Tone, „wie Sie sich die Folgen 3f)re8“ — er suchte nach Worten — „Ihres ungeschäftsmäßi- gen Berhaltens — ausmalen? Es dürste wohl nicht gerade auf das Personal den günstigsten Eindruck Hervorrufen, wenn Sie fortwährend Vergnügungsreisen unternehmen und schliehlich das Wohl und Wehe des Betriebes den Angestellten überlassen. Ich kann nicht überall sein, Herr Emmerstorsf. — Wie gesagt", fuhr er nach kurzer Pause fort, ..ich möchte nur wissen, ob Sie diese Dergnügungsreisetätigkeit, die Sie nun schon seit Wochen betreiben, fortzusetzen gedenken. Cs mühten sodann andere Dispositionen getroffen werden. Das Personal mühte erweitert werden. Auherdem würde ich einige Herren zur Prokura Vorschlägen." Lothar Emmerstorsf sah seinen Kompagnon an, aber man konnte erkennen, dah er dessen Worten nur mit halbem Ohre zuhörte. Trotzdem der andere das bemerkte, fuhr er fort: „Ihre Wandlung, um es so zu nennen, Herr Emmerstorsf, nimmt mich umsomehr wunder, als jahr 1929. Bestimmung zweier Rechnungsprüfer für die Rechnung für 1930. Auslosung von Anteilscheinen gemäß § 6 der Satzung. 5. Neuwahl des Vorstandes. doch Ihr ganze- Interest« vorher Im verstärkten Maße unseren neuen Zielen zugerichtet war. Ia sogar mit einer bewunderungswürdigen Zähigkeit, die jedermann in Erstaunen setzte und nun, seit längerer Zeit ..Er hielt inne, da er wohl empfinden mochte, dah die Worte, die er jetzt noch sagen wollte, nicht recht gewählt werden könnten. Er schweiste deshalb ab und ergänzte: „Es wäre sehr schade, wenn durch irgendwelche Borkommnisse privater Art unsere geschüstlichen großen Borhaben leiden sollten." Bei diesen Worten fuhr Lothar auS seiner zusammengesunkenen Haltung auf. Marschner Iah sein Gegenüber sehr erstaunt an. denn der Blick Lothars war besorgniserregend. In seinen geheimen Gründen züngelten tausendfältige Feuer wie Natternzungen. Lothar schlug mit den Fäusten aus die Lehne seines Klubsessels, dah das Leder klatschte: „Schweigen Sie! — Was berechtigt Sie, von meinen Privatangelegenheiten zu reden?" Siegfried Marschner löste mit jähem Ruck seine breiten Schultern aus der Tiefe des Sitzes. Mächtig stand er da, wie eine Säule, um einen guten halben Kops größer, als Lothar, der sich jetzt auch erhoben hatte. »Das ist der Jähzorn eines Berauschten", siel es Marschner ein und er sagte: „Ich habe nicht von Ihren Privatangelegen- Sol,wurm tätet unter Garantie Riers Möbelpolitur Gerbe alle Kellanen zu Beizen u. Vorlagen Karl StcinmüUcr, Bieder. (Bolt Rodheim.l Nnb. Ausk. b. Bus, Gießen, Walltor- strane 3S Tel. 2409. Die Anfertigung einfacher Kleider Kinderkleider und Wäsche-Näherei wird billig ausgef. bestehen" Seine Stimme klang entrückt, unsicher wie bei schwer Trunkenen. „Ich hab« einfach keine Lust mehr." Er kicherte: „Einfach keine Luft mehr, ja, da» ist es. sehen Sie! —Mit den Forinalitüten und notariellen Abwickelungen werde ich Iustiz- rat PranderS beauftragen.“ Schon wandte sich Siegfried Marschner verstört und völlig ratlos zur Tür, als Lothar Emmer- storss weitersprach: „Ich empfehle Ihnen eine Aktiengesellschaft zu gründen, aber", er lachte wieder, „glauben Sie nur ja nicht, daß ich Ihr Aktionär werde, dazu ist mir mein Geld zu schade, verstehen Sie?!*4 Ls hat gar keinen Zweck, diese nutzlose Unter- rcdung fortzusetzen, empsand Eiegsried Marschner. Als er gegangen war, dachte er: „Er ist ein armer Mann, dem die Frau toeggelaufcn ist und er ist ein verlorener Mann." Sowie Lothar wieder allein war, siel abermals die seinbliche Derlassenheit über ihn. Äon- stanze schwebte als verschleierte Gestalt vor ihm her. Don überallher ertönte ihr Lachen, daS stets geklungen hatte wie ein silberhelles Glöckchen, das man zur Dämpfung mit Werg umwickelt hatte. Es war seltsam, wie eindringlich er sie jetzt vermißte. Bielleicht hatte er früher ihre Anwesenheit stets als etwas gar au Selbstverständliches empfunden. Das rächte sich nun. — Warum in aller Welt war Konstanze von ihm gegangen? Etwas Klares, ein Wort, das ihm alles verständlich gemacht hätte, wäre ihm jetzt mehr wert, als alle Schätze der Welt. Welche Veränderung geht mit dir vor, Lothar, empfand er dumpf. Du verlierst den Boden unter den Füßen. Schon ist dein Weg nicht mehr ganz der gerade von ehedem. — „Warum gingst du, Konstanz«", murmelte er, „wenn es ein anderer Mann war, der deine Ginne entzündete, so will ich das zu verstehen suchen und dir verzeihen. Aber diese Gründe, die du da angabst, waren Irrsinn." — Ihr schreiben? Zum hundertsten Male hatte Lothar diese Möglichkeit in den letzten Wochen erwogen. Aber immer hatte er den Plan wieder verworsen. Er erwog ihn auch jetzt Wieder und verwarf ihn sogleich. Warum hörte er nichts von ihren Eltern? — Seine Gedanken schweiften wieder sprungartig zu seinem Besucher, hinter dessen Rücken sich soeben die Tür geschlossen hatte. Er war eigentlich nie recht warm geworden mit Siegfried Marschner in den ganzen Reihen von Iahren, in denen sie zusammen gemeinsam gearbeitet und ble chemische Fabrik auf die Höhe gebracht hatten, auf der sie heute stand, auf eine beachtliche Höh«. Unb nun, da die neue große Sache ansing zu arbeiten, Ertrag und Anerkennung zu bringen, nun warf er alles hin, leichtsinnig, ohne Bedenken. (Fortsetzung folgt.) Alte Dersicherungs-Geielftchasi mit allen Zweigen sucht einen achtbaren Herrn al» WllMklM gegen höbe Provisionen und Svelea. Wedanet für RuhegebaltSemvIänger oder abgebaute Beamie. Schriftliche Angebote unter 03054 an den Gießener Anzeiger. Boi We Beteln e.B.,Wn Einladung )ur ordentlichen TTlHglieber-Berfammlung auf Montag, 19. Mai 1930, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße. «Schlaikeusaudr Turchgesiebter, satt trockener, leichter Feinsand, Körnung 0-2 1/12 mm; leichter, beller, granulierter Lchlackeu- iand.ab Station Oberscheld--vochoten promot u. pretSro lieterb.ferner empfehlen wir unsere langjäbrig bestens bewahrten HoehoIen.Zementicliwe»mit.4,*lSckwema. Steinplatten 66x25x9,6 cm, Zement- Schlackensteine ioro. Iflnsllichen Bimskies „Thermesit" 3—15 mm. Anfragen erb. an; HochofensdiweniiMtelnfabrlk Oberscheld B.ntb.H. ObencheliL 3673 v Fernnil: Amt DiUepbnrft 327. ^Wissenschaftliche Werke Sondergebiet aer Brühl'schen Druckerei Asbest- Platten 1,2, 3,4 and 5 mm, wieder am Lager. 6785D CarlSchunck Gardinenspannen Annahme von Herren- und EinzelwÄwche ».Waschen »Bügeln LilwIliUda »I|. Tüchtige Näherin empfiehlt .'sich im Nähen von Kleidern und Weißzeug im Hause. Schrtftl. Angebote unt. 03137 an den Gieß. An», erbet. Bekanntmachung. Die nachstehenden Arbeiten zum Ausbau der Straße „Am Ricgelpfad" zwischen Ludwig- und Liebigstraße sowie Errichtung $incr Stützmauer entlang der oberhessischen Eisenbahn sollen auf Grund der Rcichs- verdingungsordnung vergeben werden. 1. Erd- und Maurerarbeiten. 2. Pflaster- und Chaussierarbeiten. 3. Schlosieraroeiten. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote sind auf voraeschrie- benem Formular bis zum Eröffnungs- termin am 3474C Montag, dem 19. Mai 1930 vormittags 10 Uhr verschloßen, versiegelt und mit entsprechen der Aufschrift versehen, an das Städtische Tiefbauamt, Asterweg Rr. 25, abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 9. Mai 1930. Städtisches Tiefbauamt: Braubach Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Nieder-Ohmen soll der Bau einer Eisenbetonbrücke über die Ohm vergeben werden. Die Verdingungsunterlaaen liegen auf Hessischem Kulturbauamt offen, wohin die ‘ Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, pvstfrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 24. Mai 1930, vormittags 10% Ahr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist zwei Wochen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 8. Mai 1930. Hessisches Kulturbauamt. y. D : Mangold, Regierungsbaurat. Grasversteigerung. Am Dienstag, 20. Mai 1930, 11 Uhr, wird in der Wirtschaft „Zum Treppchen" in Heuchelheim die Grasnuhung der ftaat- lichen wiesen an der Lahn in den Gemar- kungen Gießen und Heuchelheim für das Jahr 1930 öffentlich losweise versteigert. Mainz, den 24. April 1930. (3656D Hess. Wasserbauamt Mainz: gez. Häuser. Jetzt beste Pflanzzeit für ein prächtiges Gladiolenbeet Zwiebeln nur I. 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Angenthmi Doch für diese dem schwer bei Tölz sollte nich Ort, der sich Möir Der Löl-er 61 Jot,1,111ie I' 5! der allmählich^ I- üieit und bei mit E" Einfahrt dienten S auch zur find weil vorgecud Häuser. * muhie auch l° » begnügten ihre Körperi'chle auch ein wenig , schmücken s«h m'l dem. Mn 'st h in Farben immer Und an dieser dem anderen, ein zu viele für eine einen gewöhnlichen Häuser wetteifern sicher Räumlichleii Auch Wer nichts t sofort: es kamt d pni6 feine toohlbe, haben. Senn die diese Galerie vor heute, leine Dilil gälte, leine Festsaison, sondern di ledenssr osten De einmal die groß rung. stand der der der Herzogin Einwohner zählt« fünfmal lotiid toi imtnim des Sani baten Fluh. Hie strahe, die am Q über die 3far. H Platz, von dem au abwärts nach Mi bis nach Neu. i halbes 3afirtaufer Tölz stand sich gui sich stärkeres Mei den Äus einet bi Doch der dreißig entvölkerten den < drängte das Tölze tifchen, und bet & ftrahe das taufen! Staatliches Kur Fremdenhelm C KestRi, W b°tD[e\ Anr r «Zur artenwirt8cha RUDd5 a Besi'zer 1 -^Autovp.L. ’ ^rohe Ga$li( Bes. . Ei8ene endM ,OEi.W. »" ihnlich' idlich Gingen hnetl ter ?rel5- i mir die in 8üte0 Qualitäten- zuDlen$^.' tter djlo&gasse MM itäitoi1 hsel gherunfl6" .arKas56 Samstag, 10. Mai 1950 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 109 viertes Blatt Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen Doch für diese großen Verluste bot die Itatur dem schwer betroffenen Ort wertvollen Ersah, ba Tölz sollte nicht als Antiquität absterben, als zu Ort, der sich und sein Glück überlebt hatte. 1 -t 2ö26V Sommerfrische 3152D . ■ : ' ■ ■ ■ • • l'lll 1237 V Rest. Rindsmühle Preiswerte Gesellschafts-Reisen 2961D bei Leihgestern Karl Bräuning. ttmgsmusik. S1EMER-REISEN und Metzgerei 2296 D Groben Buseck Gasthaus zum Schwanen Bes. August Gerlach Eigene Apfelweinkelterei Empfehlungen von Bädern und Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung. 1864 wurden die Jodquellen am Blomberg entdeckt. Just in dem Augenblick, als der Fluh unten aufhörte, Quell des Wohlstandes zu sein, sprangen aus dem Fels oben rechtzeitig neue Segensqucllen. Quellen des Wohlstandes und der Wohlfahrt zugleich, wohltätige, heilbringende Quellen, um die rasch ein ganzer Stadtteil auswuchs mit Trinkhallen, Kurhäusern, Hotels, Villen, Pensionen, Anlagen und Promenaden. Das neue Tölz jenseits des Flusses ist vr sich ein ganzes Städchen geworden, das nlir dem Erholung- und Heilungsuchenden dient und seinem Wohl. Ursprünglich trug cs den schönen Hamen Krankenheil, eine Stadt, die zum Heil und Heilen errichtet ist. Von Jahr zu Jahr wächst die Bedeutung des Ortes, immer neue Hotels entstehen, neue Dillen, die alten werden vergrößert, verbessert. Der Stallauer Weiher hat heute, wie s sich für einen modernen Weiher gehört, seinen Badestrand. Eine stattliche neue Trink« und Wandelhalle wurde am 1. Mai eröffnet. Wie man drüben im alten Tölz stolz festhält an der Bautradition früherer Jahrhunderte, so will man hier in der neuen Stadt immer auf der Höhe fein. Und die Hatur hält Schritt mit dem Eifer der Tölzer. Eine neue Jod-Schwefelquelle, ergiebiger als alle bisherigen, ist vor einiger Zeit entdeckt worden. Dieses Bad hat vor vielen anderen Bädern den seltenen Vorzug: es ist ein ländlicher Kurort. Land und Landschaft sind hier nicht nur schmücken- bellt Aithan und Rheunn. tuuerde- K*- urrSe, Bronchitis. Nearaljd«. Fraacnldd«. Kinderkrankheiten. Modernei KunnltieJ- baui - Althbtoriiche Stadt. Prospekte durch die Kurverwaltung. 1 eh 711, Besucht Homberg diePerle desOhmtales 36'2D Prospekte, Auskünfte, Anmeldungen: Fa.Tüh Moeser, Kietzen (Beu.). Seitenweg 38, Tel 2328 Hapagreisebüro S. Loeb, Kietzen (Hessen), Seitenweg 93, Tel 4197 Bad-Nauheim Gasthaus zur Waldlust beft. fett 1860. — Größtes bürgert Garten- restaurant am Platze. — Eigene Schweine, metzgerei, eigene Avfelwemkelf. Bürger!. Minagslisch. Reichs). Abendkarte. Btllig'le Preise. Aufmerksamste Bedienung 21D Inh. Friti Haag. Ecke Hangt- a. Taannalr. Bad Tölz in Oberbayern. Bon 3 Frank. Der Tölzer Marktplatz ist eine Straße. Ge- rade vom Fluß her strebt sie über den Ufer- rüden herauf, auf dem die Stadt sich angesiedelt hat. weitet und buchtet sich ein wenig vor den Häusern, die Waren landen zu können, dte sie heranführt, und trachtet dann schnell, kurz, gerade. als hätte sie keine Zeit zum Verweilen, hinaus ins Freie. Eine Handelsstraße offenbar, an der allmählich sich die Stadt angebaut hat, an der allmählich Bürgerwohlstand entlang wuchs. Dieser Marktplatz — Straße und Markt zugleich" — weist stattliche Häuser auf, Hauser, bic breit und behäbig dastehen, im Volumen schon Gewichtigkeit und Wohlstand verratend, mit mächtigen Torgängen, die nicht nur zur Einfahrt dienten für die hohen Zeltwagen, sondern auch zur gastlichen Unterkunft. Die Dächer sind weit vorgerückt in die Häuserstirn wie breit» krempige Schützenhüte. Alles ist groß und weit, Häuser, Dächer, Tore, Räume. Wer so baute, mußte auch so leben können. Aber die Häuser begnügten sich nicht, durch ihre Statur, durch ihre Körperlichkeit zu imponieren, sie wollten auch ein wenig kokett fein, legten Farben auf. schmückten sich mit frommen Sprüchen und Bildern. Man ist sinnenfroh hierzulande und sah in Farben immer ein Bekenntnis des Frohsinns. Und an dieser Straße ein Gasthaus neben dem anderen, ein Bräuhaus neben dem andern, zu viele für eine gewöhnliche Ortsstraße, für einen gewöhnlichen Marktplatz. Und die Bürgerhäuser Wetteifern mit den Gasthäusern in stattlicher Räumlichkeit und bunter Farbenfreude. Lluch wer nichts von diesem Orte weiß, erkennt Sofort: es kann kein beliebiges Städtchen sein, muß seine wohlbegründete historische Bedeutung haben. Denn diese Parade des Wohlstandes, diese Galerie von Häusersresken ist nicht von heute, keine Willkomms-Dekoration für Sommergäste. keine Fest-Drapierung für die Fremdensaison, sondern der Rachlaß einer wohlhabenden, lebensfrohen Vergangenheit. Diese Stadt war einmal die größte Oderbaycrns. ihre Bevölkerung stand der Zahl nach wenig zurück hinter der der herzoglichen Hauptstadt München. 30 000 Einwohner zählte Tölz im 16. Jahrhundert, säst fünfmal soviel wie heute. Es war ein Verkehrs- yentrum des Landes dank seiner Lage am schiffbaren Fluß. Hier setzte einmal die alte Salzstraße. die am Rordrande der Alpen hinzog, über die Isar. Hier war der große Umschlagsplatz. von dem aus die Flöße die Waren isarabwärts nach München führten, donauabwärts bis nach Wien. Der Tölzer Floßknecht war ein halbes Jahrtausend Pionier des Welthandels. Tölz stand sich gut und lebte danach. Es braute sich stärkeres Bier als andere Orte und genoß den Ruf einer bierseligen, braukundigen Stadt. Doch der Dreißigjährige Krieg und die Pest entvölkerten den Ort. das Münchener Bier verdrängte das Tölzer von den süddeutschen Wirtstischen, und der Schienenstrang nahm der Wasserstraße das tausendjährige Monopol des Verkehrs. Annerod „Zur Krone“ Gartenwirtschaft — Eigene Metzgerei und Apfelweinkelterei 3118D Besitzer: Karl Wallbott Auto Verbindung ab Ludwigsplatz uomöne Schistenderg Auf waldiger Höhe gelegene historische Stätte aus 1129, nut herrlicher rternndjt. Angenehmer Ausflugs- und Erholungsort. Siaubir. Waldsußweg: AU.Schiflenoerger Weg. Station: Schiftend^ Strecke (Hießen -Gelnhausen. Autobus täglich abLiidwtgS- platz 3.45 nachm., SonniagS 3.00 u. 3.45 Uhr nachm. Televbon Gienen 2283. [350UD Eine Amerikareise 3322V Ist mehr als ein Vergnügen . . . ... . sie ist eine Lebensbereicherung. Unvergeßliche, unvergleichliche Eindrücke nehmen Sie mit sich. Eine vierwöchige Gesellschaftsreise mit einem der we tbekannten Dampfer der WHITE STAR-LINIE kostet ab Frankfurt und dahin zurück nur 1033.- Mark. Ruhige Fahrt. Größte Bequemlichkeit. Vorz gliche Verpflegung. Viele Sehenswürdigkeiten. Lei chte Verständigungsmöglichkeit Verlangen Sie Prospekte durch Gebr. Julimann, Gießen Bahnhofstraße SS,Telephon 3542 Das Wesen der rheinischen Landschaft Don Otto Brües. Die bet"!3 laNrekh hegend. -denen eine fnJr.i'^Armäd^.aiKh fu- den Sp5Ho-nmer erfwderiid^. • Bahnfahrt hin und zurück, Hotels, Verpflei Trinkgeld, Taxen etc., alles eingeschlossen. ItßXlMAAet d. oberbess. Rotenburg nlmlilflpn 2Bahnst.v. Srankwri,M. UUUlliyvll i-/,Labnitunde o. Gienen Herrl. Sommerfrische. 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Entweder treten die Berge dicht an den Strom, das gibt dann ein wechselvolles Spiel sich übcrichneidcn- der Kurven, oder sie treten zurück und eröffnen damit immer neue Räume. Genauer: eS sind engere oder weitere Räume, die den Strom begleiten, die ihm ein Mindestmaß gönnen oder die ihn nut von fern begleiten. So gibt es denn auch zwei Grundformen menschlicher Siedlung, die wechselnd mit ihm wandern: die Dörfer und die Städte, die auf den engen Raum der Uferstraße gepreßt sind, Parallelen zum Strom, und die andern, die am Mund der Seitentäler oder vor dcm Hinterland der Wannen den Platz haben, sich zu entfächcrn. Es sind sozusagen gegensätzliche Elemente, wiewohl es auf den ersten Blick scheinen könnte, ein enges Tal und ein weites Tal — denn darum handelt es sich hier doch — seien nicht allzusehr voneinander unterschieden. Und doch bedeutet es für den Menschen und sein Auge einen großen Unterschied, ob die Hügelzüge an den Strom herandrängen, wie bei dem Terrassengebiet von St. Goar oder ob sie, wie der Schwarzwald und die Vogesen, so weit zurückspringen, daß man schon bei toenig diesigem Wetter sie nicht mehr sieht — freilich, daß man sie immer ahnt und allzeit um sie weiß, spielt im Heimatgefühl der oberrheinischen Bevölkerung eine wichtige Rolle. Ter die Gegensätzlichkeit dieser Elemente mildert, ist der Strom, ohne den ja diese Landschaft tot erscheinen würde. Schon im oberrheinischen Gebiet wird er so stark, daß man ihn nicht mehr einen Fluß nennen kann: es gibt Partien im Rheingau und im Reuwieder Becken, in denen er als ein See erscheint. Immerhin hat er an keiner Stelle das Wesen eines der großen russischen oder amerikanischen Ströme, die Ufer $u trennen; wir wissen zwar, daß uns die Drucke schnell hinüberläßt, daß uns die Fähre und Ponte in wenigen Minuten hinüberträgt, aber das Auge knüpft geschwind zusammen, was noch körperlich getrennt ist. Allein in Hochwasserzeiten hat der Strom, der freilich im Sommer genug Schwimmer hinabzieht, ein drohendes Ansehen; doch gibt er auch sonst der Landschaft den Akzent, weil er die Wetterstimmung, das Grau und das Blau, unmittelbar spiegelt. Aber er mildert nicht nur den Wechsel landschaftlicher Gegensätze, er bringt sie zur Sinßeit. Das liegt in einer ganz einfachen, klimatischen Tatsache begründet. Der Wetterforscher stellt zwar fest, daß am Rhein die trockenen und die Riederschlagsgebiete wechseln, aber das ist au8 einem besonders feinen Maßstab gewonnen. Die Wasserfülle und die verhältnismäßig große Wärme — in Godesberg beginnt das deutsche Frühjahr mit dem ersten Knospentrieb — bringen es mit sich, daß im Rheintal die Derdnn- stungsmenge ziemlich groß ist. Deshalb zeigt diese Landschaft ganz selten scharfe Kontucen (was auch aufs Geistige abfärbt). Am Morgen und am Abend sind es die Rebel, am Wittag die Hitze, die die Berge und Ufer mit einem flimmernden Hauch verhüllen. Diese schwärmenden leichten Schleier geben der Landschaft selten etwas Drückendes, sie machen sie meistens pfingstlich. Cs ist ein fast schon südlicher Tumult von Licht über ihr, der durch die im engen Tal Was macht den Reiz der rheinischen Land- I schäft aus? Ihre Mannigfaltigkeit. Der Hochrhein, sein zerklüftet alpines Gebiet bis zum Bodensee und Basel, der Ober- und der Mittelrhein behaupten ihre Sonderart; alle haben sie gemeinsam, daß sie keine Urlandschaften sind. In geschichtlicher Zeit sind sie es wenigstens nicht mehr, feine Steppe als Ueberbleibfcl verschobenen Eises, kein endlos wilder Wald deutete noch darauf hin. Wir besitzen keine großartigen Bilder des alpinen Rheins oder seines melancholischen Deltas, keine Bilder mit dem Willen oder doch der Sehnsucht zur Urland- schost. „Das Meer", behauptet mit einem andern, doch nicht femliegenben Ausblick Thomas Mann in seiner patrizischen Lübecker Rede, das Meer ist keine Landschaft, es ist das Erlebnis der Ewigkeit, des Richts und des Todes, ein metaphysischer Traum; und mit den luftverdünnten Regionen des ewigen Schnees steht es sehr ähnlich. Meer und Gebirge sind nicht ländlich, sie sind elementar im Sinne letzter und wüster, außermenschlicher Großartigkeit' ... Mag die rheinische Landschaft Wasserflut und Berge ihr eigen nennen, die Flut ist ein Fluß und die Berge sind Hügel; doch wäre es falsch, an ihrer gütigen Jdyllik vorbeizusehen. Um es in Zahlen auszudrücken: der Strom fällt von Straßburg bis Köln, auf fast vierhundert Kilometer, ganze hundert Meter; ein Gefälle also, das außer in schlimmsten Hochwasserzeiten mild zu nennen ist; und jene Hügel im Hunsrück oder Taunus, die man Berge nennen muß, liegen weit zurück. Wie die deutsche Landschaft überhaupt zu überwiegenden Teilen Mittelgebirgslandschaft mittlerer Verhältnisse und Kontraste ist, so ist es auch die rheinische. Hat sie etwa den düster drohenden Klang norwegischen Steillandcs, die dürre gelbe Eintönigkeit spanischer Hügel, die Monotonie ostdeutscher, ins Russische hinüber- wechselnder Striche? Richts von alledem. Das muß man aussprechen, um den feinen und reinen Wert tiefer zu spüren, der in solcher Schönheit der durchgebildeten Proportionen beschlossen ist. „Durchgebildet": damit wäre gesagt, daß bas mittlere Maß der Größenverhältnisse und Raumbeziehungen die Gegensätze, fruchtbare uni> toirf» fame Gegensätze, nicht im mindesten ausschließt. Im Gegenteil: auf das Ganze und auf die Einzelheiten betrachtet, schichtet sich die rheinische Landschaft aus den angenehmsten Gegensätzen. Dieser Rhythmus ist oft genug dargestellt worden, ich zaudere ein wenig, ihn nochmals abzuschreiben. Die Riescnwanne des Ober- rheins unterscheidet sich von der des Rhein- gaus eigentlich nur durch die Größenverhaltnisse, erst die Kölner Bucht hat einen etwas anderen Charakter; aber es sind jeweils große Durchbrüche, der durch den Jura, der durch den Taunus und der durch das Schiefergebirge, die den Strom in die nächste Wanne leiten. Cs ergibt sich immer wieder, wenn nicht das gleiche, so doch ein ähnliches Bild: Durchbruch, Ebene, Durchbruch uff., ein Rhythmus, der eben nichts anderes bedeutet, als reichste Fülle der Gegensätze innerhalb der gegebenen Jdyllik. Staatliches Kurhaus, Otto Baumgarten, Tel. Nidda 99 Fremdenheim Germania, Rud. Röper, Tel. Nidda 51 des Zubehör, angenehmes Dekor, sondern Hauptsache. Wesen, Lebenselement. Der Fluß, der diese Stadt geboren hat und wachsen ließ, die Isar, verhindert, daß das alte und neue Tölz zu einem Ort zusammenwachsen, verwehrt der Stadt, vollends Stadt zu werden, erzwingt der Ratur eine Passage, hält ewig eine Perspektive offen, eine letzte Perspektive von Weiträumigkeit hier, am Tor der Alpen, wo die Ebene allmählich an den Berghängen ausschwingt. Hier ist letztes „Land", letzte Scholle, letzte Bauern- erde. Eine frische, herbe Landschaft mit vielen lichten Tönen: heller Himmel, grün-toeißer Fluß, gelbes Sandbett, im Hintergrund der weiße Schnee des Karwendels, der bis in den Sommer hinein glitzert. Und dieses Land, das noch der Bewirtschaftung dient, sich noch willig nützen läßt, macht dem Wanderer und Fußgänger keine Mühe. Hier kann man sich noch gemächlich ergehen, ein Land für Erholungsbedürftige, die nicht mit Strapazen sich den Genuß der Ratur erkaufen können. Und doch schon Cinfallstor in die Welt des Gebirges, Ausgangspunkt für Touren ins Kochel- und Walchenseegebiet, in die Felsenregionen des Karwendels. zum Tegernsee und seinen Bergen. Richt weit von hier die ersten Hochwarten, die Vorberge, die. vor die Alpen hingestellt, wie mächtige Aussichtstürme, Ebene und Gebirge überschauen: der Blomberg, zu dem bequeme Promenadenwege führen, die Denediktenwand. der erste Fels alpinen Charakters, Vorschule für angehende Bergsteiger. Schöner Ausflugsort. Herrlicher Spazier« gang durch den Äergwerkswald, idyst. gelegen, empfiehlt seine Lokal, und Gartenwirtschaft. Selbflgelelt. Apfelwein (Maibowle), Hausschlachtung. Täglich Unterhal- heilt:Leber-u.Galienleiden.Magen-Darm-u. Frauen leiden sowie RheumaHsmus.GichtuJschias. Pauschalkuren im modern und mit allen Bequem Ikhkeiten ausgestatteten Kurhause mit Pension, (einschneßl.Nachm.Kaffe^.Bä*der,Trinkkuretc. »y-im "-rx r<-Ti Kurpension Haus Hunold, fließ. Wasser, Tel. Nidda 90 Haus Charlotte, Bes. 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Aeben diesen unbeweglichen Dingen, die von der Arbeit des Menschen an dieser Landschaft zeugen, spielen die beweglichen keine geringe Bolle. Aus dem alten Leinpfad sind die Eisenbahnlinien nicht wegzudenken, die auch kein romantisches Gefühl mehr als Fremdkörper empfindet, aber sie sind jung im Bilde dieser Landschaft. Alt sind die Schiffe, auch sie haben sich verändert. Ihre Fahrt aber zu Berg und zu Tal. ein stetes Begegnen, Ausweichen und Grüßen ist zu einem Bestandteil dieser Landschaft geworden — wie denn ein Oesterreicher, der die Donau hinauf- imb den Rhein hinabgefahren kam. wohl den Frieden der Wachau gegen den Lärm im Rhein- tal hätte auSspielen können, aber in Wirklichkeit glücklich war über soviel Leben der Schiffe und Menschen. Diese etwa — die Idyllik der Masse! ihre Form durch ein, ja zwei Jahrtausende menschlicher Arbeit: der rhythmische Aufbau, die gedämpften Konturen: die Fülle der Siedlungen und die ewige Fahrt der Schiffe — diese etwa sind die Hauptzüge der rheinischen Landschaft — außer dem einen, der zu erläutern bleibt. Eine historische Landschaft tote die rheinische, ist nicht diesseitig nur, auch jenseitig ins Vergangene hinein. Sie hat zwei bestimmende Maße, das gegenwärtige und gewesene. Gins ist im andern verschlungen. Ebenso ist eine Landschaft mit soviel atmosphärischem Wechsel nicht nur diesseitig, sondern auch jenseitig von der Realität ins Irreale hinein. Die Rheinlandschaft ist beides: diesseitig und jenseitig, und das ist eben eine höhere, letzte Stufe, für die noch das Wort fehlt, solange Expression und Magie abgebrauchte Begriffe sind. Jrühlingssahrt ins Unter-Jrankenland. Das Dreieck Darmstadt-Heidelberg-Miltenberg. Frankenland! Wer denkt beim Klang dieses Wortes nicht unwillkürlich an den Dichter-Wan- »derer Josef Victor von Scheffel, der das Land der Franken in unzähligen Liedern besungen hat, der es durchstreifte von Rord nach Süd, von Ost nach West, um immer wieder neue Eigenarten der Landschaft, der Städte und des Volkes zu entdecken! „Wir woll'n zur schönen Sommerzeit inS Land der Franken fahren!" heißt es in einem seiner schönsten Lieder. Doch es muß ja nicht der Sommer sein: auch im Frühling ist Franken ein schönes, lohnendes Reiseziel. Hm diese Zeit ist es namentlich der westliche Teil um den Odenwald, das untere Frankenland, das dem Wanderer wundervolle Landschaftsbilder und Städtebllder bietet. Die hessisch-badische .Bergstraße" lenkt das Interesse zwar am meisten auf sich aber sie ist nur eine, die westliche Seite t 5 verheißungsvollen Dreiecks Darmstadt—Hei- i. ^tberg—Miltenberg. Dies Dreieck umschließt den geschichtlich wie kulturell bedeutsamen Teil des großen Rhein—Main—Reckar-Kulturkreises, den .Wundergarten Gottes", wie der Maler T r ü b - ner ihn genannt hat. Heberall stößt man hier auf Zeugen früherer Zeiten, in denen dieses Gebiet in der deutschen Geschichte des Mittelalters eine gewichtige Rolle spielte. Zugegeben, daß die Zahl der Touristen, die besonders vom Reckar, von Heidelberg her, diesen Teil Hnter-Frankens besuchen, von Jahr zu Jahr größer wird. Aber sie ist noch llein, viel zu klein angesichts der Genüsse, die den Besucher hier auf Schritt und Tritt erwarten. Den meisten ist Hnter-Franken noch ein ziemlich unbekannte- Land. Nordwestliches, verkehrstechnisch günstig gelegenes Einfallstor inS Hnter-Fränkische ist Darmstadt. Schon hier, in der Hauptstadt Hessen- Darmstadts, bietet sich manches Sehenswerte. Wuseen und Bibliotheken bergen reiche Schätze. Dom 14. bis 15. Juni wird Darmstadt sein 600jähriges Bestehen feiern. Dom 1.—10. August werdär die Internationalen Meisterschaften der Studenten in dem schönen, neuen Hochschulstadion ausgetragen. Von Darmstadt auS geht es durch den Odenwald nach Reinheim mit Ruinen aus dem jährigen Kriege, der auch in den blühenden Fluren. Wäldern und Städtchen dieser anmutigen Berglandschaft arg gewütet hat. Dann folgt Höchst, eine Stadt, deren Siedlung bis auf Römerzeiten zurückgeht, mit Hügelgräbern und Resten römischer Heizungsanlagen. In der Rähe erheben sich zwei prächtige Aussichtsberge, Otzberg und Breuberg. Weithin schweift der Blick von hier über die bewaldeten Kuppen des Oden- waldes. Durchs Tal der Mümling führt der Weg über das Stahlbad König mit einem malerisch gelegenen Schloß der Grafen von Erbach nach M i ch e l st a d t. dem .Michlinstat" EinhartS, des Geschichtsschreibers Karls des Großen, der hier ein Kloster gründete. Don der elfhundertjährigen Kirche, der sogenannten Ehchart-Basilika, sind nod) das Mittelschiff mit der Apsis. Teile des Querschiffs und die Krypta erhalten. Die alte Bibliothek in der spätgotischen Kirche enthält seltene Druckwerke der Frühzeit. Lustig wirkt das merkwürdige Rathaus, ein Fachwerkbau, der auf Stelzen zu stehen scheint, denn das Erdgeschoß ist offen. Man kann also unter dem Rathaus hindurchgehen. Merkwürdig auch vor dem Rathaus die Statue des zu einer Justitia umgemodelten Erzengels Michael. Don diesem Hauptort des Odenwaldes wendet man sich gen Erbach mit dem Jagdschloß E u l b a ch, dessen Besitzer im Schloßpark interessante Reste zweier Römerkastelle wiederausgebaut hoben. Hinter Eulbach geht der bisher vorherrschende helle Buchen- und Mischwald in feierlichen, dunklen Tannenwald über. Dieser Gegensatz im Rebeneinander von Hell und Dunkel ist der große Reiz des Odenwaldes. Würziger Harzduft umweht die stillen Wanderwege durch das zerklüftete Gebirge, das sich zum Tal des Mudbach hinabsenkt. Wie ein Riesenspielzeug liegt ins Tal gebettet die Residenzstadt der Leininger Fürsten, A m o r b a ch. Die ehemalige Denediktinerabtei dient jetzt der fürstlichen Verwaltung als Bureauhaus. Sie besitzt einen schönen Dibliotheksaal, einen stimmungsvollen Kreuzgang und eine Kirche mit prächtiger Innenausstattung im Rokokostil. Die Günther- schen Deckengemälde haben in den fast zwei Jahrhunderten ihres Daseins an Farbenschönheit nichts verloren. Hnerschöpflich ist um Amorbach herum der Reichtum an idyllischen Plätzchen inmitten meilenweiter Wald- und Bergeinsamkeit. Hm wenigstens einiges davon kennenzulernen, muß man sich Zeit lassen. Da ist z. D. vom 305 Meter hohen St. Gottbardsbcrg die einzigartige Fernsicht in sieben verschiedene Täler hinein, da ist im Otterbachtal der St. Amorsbrunnen mit zierlicher Kapelle von 1521, und weiter das Schloß Waldleiningen mit seinem großen Wildpark. In anderthalbstündiger Wanderung ist von hier auch eine der schönsten und größten romanischen Ruinen des Odenwaldes zu erreichen, die um 1200 entstandene Wilde n b u r g. Hnd nun bas Mudbachtal abwärts, hin zum Main nach Miltenberg! Behaglich zieht sich das altertümliche Städtchen mit seinen weißbraun leuchtenden Fachwerkhäusern, im Schutze der hoch darüber aufragenden Burg, am Hfer des Mains entlang. Jetzt im Frühling ist's noch recht ruhig in Miltenberg. Hngestört darf man die Schönheit dieses fränkischen Städtebilbes genießen, an den hübschen Zierbrunnen herumstehen und in Muhe das Hotel „Zum Riesen" betrachten, das älteste Gasthaus Deutschlands, das schon 1590 als „Fürstenherberge" genannt wird. Wanderfahrten. Dutenhofen — Skopoelberg — Honigmühle — Metzlar. Wir fahren mit Sonntagskarte Wetzlar nach Dutenhofen. Hinter dem Bahnhof beginnt der schwarze Strich, der uns durch das hochgelegene Dorf und hierauf über freies Feld nach Münchholzhausen fübrt. Bald hinter dem Ort nimmt uns der Wald auf und in langsamem, mäßigem Anstieg gelangen wir auf den 400 Meter hohen Stoppelberg, von dessen neu errichtetem steinernen Turm wir eine herrliche Fernsicht genießen. Der Abstieg erfolgt nunmehr dem Lahnhöhenweg „L" nach, stets durch schöne Waldung zur reizend im Siebenmühlental gelegenen Honigmühle mit guter Bewirtung. Zum Rückmarsch folgen wir roten Strichen, die uns durch Rauborn zu unserem Endziel Wetzlar bringen. Dauer der Wanderung etwa vier Stunden. Gedern — BUffein — hoherodrkopf — Scholten. Wir fahren mit Sonntagskarte (Gedern. Schotten zurück) nach dem schön gelegenen Gedern. Hier folgen wir grünen Kreuzen, die uns zunächst durch freies Feld bis zur Schottener Landstraße bringen. Rach Heberschreiten der Straße gelangen wir durch ein Wielentälchen und später ansteigend durch Wald auf die Höhe mit reizvollen Blicken in das Riddertal sowie Fernsicht Rundfunkprogramm. Sonntag, 11. Mai. 7 biS 8.15 Hhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 10.30: Schachuntcrricht. 11: Erziehung und Bildung: 1. „Die Zeitung im Hnterricht", Vortrag von Lehrer Eugen Köhler. 11.30: Erziehung und Bildung: 2. „Kinder auf Zeit", Vortrag von Frau Professor Herta Maria Funck, Düsseldorf-Gerresheim. 12: Von Saarbrücken: Konzert des Saar- Sängerbundes. 13.10: Muttertag. 14.: Stunde der Jugend. 15: Stunde des Landes. 16.15 bis 18: Von Stuttgart: Rachmittagskonzert, des Rundfunkorchesters. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Ländliche Kultur an der Saar", Vortrag von H. Keuth, Direktor des Saarmuseums in Saarbrücken. 19: Sportnachrichten. 19.30: Violoncello-Konzert. 20.30: Hnter» Haltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22.50: Tanzmusik. Montag, 12. Mai. 8 bis 9 Hhr: Von Bad Homburg: Konzert der Kurkapelle Bad Homburg. 12.30: Schallplattenkonzert: Kammermusik. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Dad-Rauheim: Konzert des Kurorchesters Bad-Rauheim. 18.05: „Der geistige Standort der neuen Volksbildung", Vortrag von Dr. Ernst Michel. 18.35: Rikolaus Schwarzkopf erzählt, wie sein „Barbar" entstand und liest einige Kapitel aus diesem Werk. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Zum 700. Todestag Walthers von der Vogelweide. Dorgetragen von Dr. Franz Wallner. 20: Der Obersteiger. Operette in drei Akten von M. West und L. Held. Musik von Earl Zeller. 22.20: Don Kassel: Quousque tandem. Ein heiterer Funk aus dem alten Rom von Otto Diolan. Dienstag, 13. Mai. 8 bis 9 Hhr: Von Bad Kreuznach: Konzert der Kurkapelle. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus Opern (Festspielbesehung). 16: Hausfrauen-Rachmittag. 16.50: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen-Rassau undWaldeck: „Interessantes und Wissenswertes vom Geflügel- hof", Vortrag von Geflügelzuchtlehrerin Heusler von der Wirtschaftlichen Frauenschule Bad Weilbach. 17.20 bis 17.45: Von Stuttgart: Rach- mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Vom Bergwandern und Bergsteigen", Vortrag für Alpenfreunde von Dr. Walter Bing. 18.35: Von Stuttgart: „Amerika und der Einwanderer", Vortrag von Karl T. Marx, Reuyork. 19.05: Von Stuttgart: „Der Rhythmus im theatralischen Kunstwerk", Vortrag von Hans Brandenburg. 19.30: Von Stuttgart: Dänische Stunde. Don Peer Lhvt. 20: Don Basel: Don Giovanni. Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Text von Lorenzo da Ponte. 22.30: Don Stuttgart: Lieder mit Gitarre. Mittwoch. 14. Mai. 8 bis 9 Hhr: Don Bad Homburg: Konzert der Kurkapelle Bad Homburg. 9.30 bis 10: Schulfunk. Gegenwartsstunde: „Kaisersaal, Dom und Römer", vorgetragen von Rektor F. Hurten und Rektor K. Wehrhan. 12.30: Schallplattenkonzert: Alte und Tonfilm-Schlager. 15 bis 15.50: Don Stuttgart: Stunde der Jugend: Don der edlen Musika. 16 bis 17.45: Hnterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Don Kassel: „Don Theben bis Tell El Amarne" (Echnaton und Rofretete). Eine kulturgeschichtliche Betrachtung von Emil Herdtmenger, Wien. 18.35: Don Stuttgart: „Aus der Geschichte des Kakao»". Dortrag von Dr. I. Dergner. 19.05: Von Stuttgart: .,Anlage und Hmwelt beim Verbrecher". Vortrag von Dr. Walter Luz. 19.30: Alte Diolenmusik aus vier Jahrhunderten. 20.30: KonkurS" fache Wurmbach. Ein Hörspiel von Auditor. 22: Von Stuttgart: Populäres Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. Donnerstag, 15. Mai. ~ **** 8 bis 9 Hhr: Von Bad Homburg: Konzert der Kurkapelle Bad Homburg. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus Offenbachschen Werken. 15 bis 15.50: Von Ludwigsburg: Stunde der Jugend: Besuch bei einer Kinderfreundin. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Hnterhaltungskonzert de» Rundfunkorchesters. 18.05: Zeitfragen. 18.35: Stunde der Arbeit: „Gandhi und die indische Freiheitsbewegung". Vortrag von H. Furtwängler. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30; Don Stuttgart: Lothringer Volksliederabend. 20.15: Aus der Berliner Philharmonie: Orchester-- konzert anläßlich des fünfjährigen Bestehens der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft m. b. H. 22: Don Stuttgart: Indianischer Abend. Freitag, 16. Mai. 8 bis 9 Hhr: Don Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters Bad Homburg. 12.30: Schallplattenkonzert: Aus Mozartschen Opern. 16 bis 17.45: Rach Stuttgart: Französisch-spanisches Hn- terhaltungskmrzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Buch und Film. 18.35: Don Mannheim: Aerzte- vortrag: „Der Dölkerbund im Dienste der Hygiene". 19.05: Von Stuttgart: „Das Rebeneinander zweier Kulturen im Elsaß vor der französischen Revolution", Dortrag von Karl Walter. 19.30: Don Stuttgart: Hnterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20: Aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Lieder- und Arien-AbenV Heinrich Schlusnus von der Staatsoper Berlin. 22.20: Von Stuttgart. Schallplatten-Kabarett« 23.30: Von Mannheim: Eine Stunde Plessow- Schlager. Samstag, 17. Mai. 8 bis 9 Hhr: Von Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters Bad Homburg. 9.30 biS 10: Schulfunk: Englisch. 12.50 bis 13.50: Schallplattenkonzert: Italienisch — Volkstümlich. 14; Stunde der Jugend. 15 bis 17.45: Von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchester-. 18.05: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Shakespeare veraltet?", Vortrag von Dr. L. Löwenthal. 18.35: Stunde der Arbeit: „DaS moderne deutsche Handwerk', Vortrag von Syndikus Dr. Spitz von der Handwerkskammer Wiesbaden. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30 bis 21: Konzert des Rundfunkorchesters. 21: Zeitberichte. 22: Schauspieler-Anekdoten. 23: Heitere Stunde. 24 bis 0.30: Tanzmusik. nach dem Taunus. Ein Feldweg führt uns in einer Stunde (von Gedern gerechnet) nach Burkhards, einem echten Vogelsbergd.orf. Bei der Kirche steigen wir, einem Fußweg folgend, wieder hoch und gelangen, abwechselnd durch Feld und Wald zum Bilstein, einer mächtigen Basaltkuppe mit weiter Fernsicht. Heber blumige Wiesen, später durch Wald, am Wasserbehälter vorbei, führt unser Zeichen zum Hoherodskopf, wo wir im Klubhaus des D. H. C. gute Hnter» fünft finden. Zum Abstieg wählen wir grüne Ringe über Breungeshain und Michelbach nach unserem Endziel Schotten. Wanderzeit knapp fünf Stunden. Reisewinke. Bad Selters. Das aufstrebende Bad (Leber- und Gallen- leiden, Rheumatismus, Gicht und Ischias) hatte im vergangenen Jahr eine wesentliche Erhöhung der Frequenz zu verzeichnen. Auch in der kommenden Saison werden wieder, wie in den Vorjahren, die allgemein beliebten Mittelstandskuren zu den bekannt mäßigen Preisen geboten. Außer der Erweiterung der Kuranlage um etwa 8 Morgen wurde ein Licht-, Luft- und Sonnenbad mit Badegelegenheit in fließendem Wasser errichtet. Kenner von Bad Selters schätzen einen Aufenthalt dort ganz besonders im Frühjahr und Vorsommer, wegen der in nächster Rähe des Bades befindlichen, ausgedehnten Wälder mit ihren großen Dirken- und Lärchenbeständen, die in dieser Jahreszeit eine besondere Pracht entfalten. Gesellschaftsreisen nach Italien. Im Zusammenhang mit beschleunigt durchgeführten Sonderzügen, Abfahrt am 29. Mai. und Rückkehr am 13. Juni, gelangen drei Reisen nach Italien zur Durchführung, zu den oberitalienischen und schweizerischen Seen mit Besuch der bedeutendsten Städte, nach Venedig, Rom, Reapel und Florenz und nach Italien mit Sizilien. (Räheres in der heutigen Anzeige.) Das lägttche Geschirraufwaschen ist eine Arbeit, di« nicht gerade angenehm ist. 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