Annahme von Anzeige« für di« Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für 2lnzeiqen von 27 mra Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfeimig, Platzoorschrist 20* , mehr. Chefredakteure Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich tür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, famtlich in Biehen. Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags, veilaoen: Die Illustrierte Gießener FomUienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Vezugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. zerafprechanschlüfle UNterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. po-schecklonto: Kronffuri am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vruhl'sche UniverfilSls-vuch. und Stcinörudcret H. Lange in Gießen. Zchriftlettnng und Geschäftsstelle: Schu^raße 7. Rr 85 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag. l0. April 1930 GiehenerAn;eiger Der Kampf um die Biersteuererhöhung. Mehr Mui zur Rücksichtslosigkeit! Von unserer Berliner Redaktion. Das Kabinett Brüning hat kaum eine Woche seiner Tätigkeit hinter sich, und schon droht es. der gleichen Gefahr zu verfallen, der dos Kabinett Müller erlegen ift. Wieder begibt man sich auf den Weg parteipolitischen und parlamentarlschen Kuhhandels, wieder droht der Frakttonsegoismus über stoatspolitifche Notwendigkeiten die Oberhand zu gewinnen. Was war der Ausgangspunkt für die politischen Erwägungen, die schließlich zur Bildung der jetzigen Reichsregierung führten? Auf der einen Seite stand der unbedingte Zwang, die Reichskassen und Reichsfinanzen durch Erschließung von Mehreinnahmen in Ordnung zu bringen Aus der anderen Seite hatte es sich gezeigt, daß die Sozialdemokratie für die notwendigsten Erfordernisse des Tages nicht die Verantwortung übernehmen wollte, wie überhaupt das ganze Parlament von einer ausgesprochenen Steuer- und Verantwortungsscheu beherrscht war Deshalb also der Auftrag des Reichspräsidenten an Dr. Brüning, ein Kabinett zu bilden, das frei von allen koalitions- mäßigen Bindungen fein sollt«. Herr Brü. ning hat diesen Auftrag angenommen und ihn auch in den ersten Tagen seiner neuen Regierung mit schönem Elan durchgefübrt. Jetzt aber? Schon unmittelbar nach der Konstituierung seines Kabinetts fanden wieder Porteiführerbesprechun- ge n zwischen den hinter der Regierung stehenden Fraktionen stall, diese Parteiführerbesprechungen sind fortgesetzt worden bei der Beratung des Agrar Programms. Sie sind auch wieder ausgedehnt worden auf das Finanzprogramm, für dessen unveränderte Aufrechterhaltung sich die Regieruna Brüning erst vor wenigen Tagen gar nicht schnell genug vor der Oesfentlichkeit verbürgen konnte. Man begibt sich deutlich erkennbar auf den Weg faden- scheiniaer Kompromiffelei, um einzelnen Parteien, etwa der Bayerischen Volksportei, die Wahrung des Gesichts vor ihrer Wählerschaft zu ermöglichen, statt mit rücksichtsloser Entschlossenheit das Parlament vor die Alternative der Annahme des Regierungsprogramms oder der Reichstags- a u f l ö s u n g zu stellen. Fast noch peinlicher mutet uns die Tatsache an, daß der Reichspräsident auch jetzt noch, nachdem die Regierung eben erst ihren Start hinter sich hat, wieder mobilisiert werden muß, um gewisse politische Gruppen zu staatspolitischer Räson oufzufordern. Das ist ein Verfahren, das auf die Dauer unmöglich ist, weil es das beste Instrument staatlicher Autorität, eben den Einsatz der Persönlichkeit des Reichspräsidenten, vorzeitig abnutzt. Seien wir uns doch darüber klar, daß jede Fortsetzung derartiger Regierungsmethoden den Reichspräsidenten notwendigerweise in einen vertieften Gegensatz zu allen den politischen Gruppen bringen muß, die nicht in der Regierung vertreten find, die vielleicht zu ihr in Opposition stehen. Das aber verträgt sich mit dem Sinn und Wesen des höchsten Amtes nicht, das die Deutsche Republik zu vergeben hat. Der Reichspräsident soll nicht nur über den Parteien stehen, er soll auch gegebenenfalls den Mittler zwischen dem Regierungsblock und feinen Gegnern abgeben können. Dieser Funktion wird er ober entzogen, wenn man ihn dauernd für die Ueberwindung akuter innerpolitischer Schwierigkeiten innerhalb der Regierungsgemeinschaft selbst emsetzt. Das Kabinett darf den politischen Gruppen gegenüber, die ihm naheftchen. nicht das erforderliche Maß an Festigkeit und entschlossenem Willen zur Durchführung einmal für richtig erkannter Maßnahmen verlieren, wenn es nicht von vornherein seine Autorität preisgeben toilL Brüning und seinem Ministerium steht immer noch die Auflösungsorder des Reichs- präsidenten zur Verfügung, falls sich der Reichstag nicht zu staatspolitischer Räson bekehrt. Wan soll nun gewiß alle LIeberredungskünste spielen lassen, um nach aller Möglichkeit die Auflösung ?u vermeiden Wan soll aber doch nicht den Ver- uch unternehmen, eine Parlamentsmehrheit dadurch zu gewinnen, daß man gegenüber eigensüchtigen Gruppen und Fraktionen in der Sache n a ch a i b t! So hat es ja auch beim Kabinett Müller begonnen, dessen historischer Fehler es eben war, daß es nicht beizeiten den Mutzur Rücksichtslosigkeit oer eigenen Koalition gegenüber fand. Cs mag sein, daß die eine oder andere Maßnahme in dem einen oder andren Landesteil von der einen oder anderen Devölkerungsschicht ganz besonders hart empfunden wird. Diese Erwägungen aber muh man jetzt zurückstellen, wenn wir überhaupt zur entscheidenden Tat gelangen wollen. Die Hauptsache ist, daß überhaupt etwas geschieht, nicht wie es im einzelnen geschieht. Oer ablehnende Beschluß des Gteuerausschuffes. Berlin, 9. April. (Vdz.) 3m Steueraus- schuh des Reichstages wurde heute die Biersteuererhöhung abgelehnt. Für die Erhöhung hatten nur das Zentrum, die Deutsche Dolkspartei und die Demokraten gestimmt. Alle anderen Parteien stimmten dagegen. Darauf wird die Aovelle zum Branntweinmonopol gegen die Stimmen der Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Es folgt die Vorlage über die Erhebung der Aufbringungsumlage für 1 9 30. . Reichsfinonzminister Dr. Moldenhauer wies daraus hin, daß nach den Beschlüssen des Reichstags die Industrieumlage noch einmal erhoben werden solle, obgleich sie durch die Annahme des Voungplans hinsä l l i g geworden sei. Er versicherte, daß er sich nur ungern zu einer Zwecksteuer entschlossen habe, doch halte er sie für notwendig, um die Mittel zu beschaffen, durch die ein Rotstock von 50 Millionen Mark für d i e Arbeitslosenversicherung gebildet werden könnte. Auf diesen Standpunkt habe sich das gesamte Kabinett gestellt. Der leitende Gedanke der Hilserdingschen Finanzreformpläne war der Abbau der überspannten direkten Steuern. Die SPD.-Fraktion stimmte diesem Gedanken zu. Die jetzt von der Sozialdemokratie eingebrachten Anträge, die eine dauernde Berlin, 9.April. (CHB.) Das Relchskabinett Hal heule abend wieder mehrere Stunden mit den Parteiführern verhandelt. Gegen 9 llhr abends führten die Beratungen ju dem Ergebnis, daß zwischen allen Regierungsparteien mit Ausnahme der Bayerischen Volkspartei eine Einigung über das Deckungsprogramm zustande kam. Die anderen Parteien waren der Bayerischen Volks- partei entgegengekommen, indem sie die Bier- steuererhöhung statt der ursprünglichen Tt> auf 50 v. h. begrenzten mit der weiteren Beschränkung, daß die kleineren Betriebe mit einer Jahresproduktion bis zu 10 000 Hektoliter von bet Bierfteuer- erhöhung frei bleiben sollen. Die Bayerische Volkspartei hielt aber an ihrem Standpunkt fest. Sie wollte im beften Aalte 30 v.h. bewilligen. Auf alle Fälle werden die übrigen Regierungsparteien morgen im Reichstag das Kompromiß i n Form eines Jnitiatiogefehes einbringen. Es sieht außer der 50prozentigen Blerfteuerer- höhung eine Erhöhung der Umfaß st euer von 0,75 auf 0,85 v. h. vor und für Umsätze über eine Million einen Zuschlag von 0,50 vomhunderk, so daß also die Umsatzsteuer für Warenhäuser 1,35 o. h. beträgt. Die Tabak- fteuernovelle wird in das Initiatlogeseh in der Form hineingebracht, daß der Verwaltungsbeitrag nicht 1, sondern 4 v. h. ausmacht. Ferner wird die Mineralwassersteuer roie- derhergesiellt und gewiße Ermäßigungen, die beim Petroleumzoll in Aussicht genommen worden waren, fallen fort. Nach den Berechnungen der Finanzsachverständigen ist damit das Defizit des Reichshaushaltes gedeckt. Die Biersteuererhöhung soll 148 Millionen erbringen, wovon 93,2 Millionen aus dos Reich und 54,8 Millionen auf die Länder entfallen. Bei der allgemeinen Umsatzsteuer wird mit einem Mehrertrag von 110 Millionen gerechnet, wovon 77 Millionen für das Reich und 33 Millionen für die Länder bestimmt find. Aus der Warenhaussteuer werden 27 Millionen erwartet. Davon entfallen 19 Millionen auf das Reich und 8 Millionen auf die Länder. Insgesamt wird mit einem Ertrage von 532 Millionen gerechnet, davon für das Reich 356,2 und für die Länder 175,8 Millionen Mark. Die Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei hat nach mehrstündiger Beratung beschlossen, das Kompromiß über die Deckungsvorlagen abzulehnen. Gleichzeitig wurde beschiss- sen, im Plenum Anträge einzubringen, die auf anderem Wege den Bedarf des Reiches decken wollen. Vie ablehnende Haltung der Bayerischen Volkspartei wird, wie die „Germania" erklärt, an der Zustimmung der anderen Regierungsparteien nichts mehr ändern. Für heute vormittag um 11 Uhr ist eine neue Parteiführerbesprechung anberaumt, in der das Kompromiß unterzeichnet werden soll. Die Anträge werden dann sofort gedruckt und bereits in der heutigen Sitzung als Initiativanträge der Regierungsparteien eingebracht werden. Das Kabinett ist auf jeden Fall entschloßen, sich dem Reichstag gegenüber durch- zusehen und keine Zeit mehr für die dringend notwendigen Maßnahmen verstreichen zu lassen, wenn sich herausslellt, daß auch nur ein Bestandteil des Deckungsoorschlages der Reichsregierung in der bevorstehenden Abstimmung des Plenums abgelehnt wird, dann wird die Regierung in einer Erklärung vor dem Reichstag verlangen, daß das Steuerung Agrarprogramm miteinander verbunden und als ein gemeinsames Erhöhung derDefitz steuern wollen, find für die Regierung ganz unannehmbar. Abg. Dr. Rademacher (Dntl.) wendet sich gegen die sozialdemokratischen Anträge. Annehmbar sei nur der Gedanke, den notleidenden Kleinrentnern endlich einen Rechtsanspruch zu geben. Der Redner beantragt, die Anrechnung der 70 Millionen aus dem Reservefonds der Obligationsbank zu streichen und den Auf- brinaungsbelrag für 1930 auf 280 Mill. Mark herabzusehcn. Reichssinanzminister Dr. Moldenhauer erklärt bei Annahme des Antrags Rademacher würde sich die Belastung des einzelnen Steuerzahlers nicht ändern, aber im Etat würden dann 70 Millionen fehlen. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Einkorn men st euerzufchlag wird mit 14 gegen 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Abgelehnt wird auch eine sozial- demokratische Entschließung zugunsten der Kleinrentner. Die Regierungsvorlage wird nach Ablehnung aller Aenderungsanträge bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen angenommen. Ganzes entweder vom Reichstag angenommen oder abgelehnt werden. Der Reichstag wird sich dann darüber zu entscheiden haben, ob er das notwendige Verantwortungsgefühl aufbringt, daß die Sanierung der Finanzen auf parlamentarischem Wege durchgeführt und der bedrängten Landwirtschaft sofort geholfen wird, wenn der Reichstag den weg zu dieser Verantwortung nicht findet, dann wird der Regierung nichts anderes übrig bleiben, als an das Volk ;u ap- p e l i e r e n. Daß die Regierung in diesem Falle entschloßen ist. von den Vollmachten Gebrauch zu machen, die ihr vom Reichspräsidenten gegeben sind und die sie In den Händen hält, steht außer allem Zweifel. Ls wird sich demnach morgen oder übermorgen entscheiden, was geschieht und was für ein Schicksal der Reichstag selber haben wird. 3n parlamentarischen Kreisen rechnet man jedoch sehr stark damit, daß die Regierung für sämtliche Maßnahmen eine Mehrheit findet. Oie Ausgabensenkung. Tie Kinanzresormvorlage im Reichstag. Berlin, 9. April. (B.D.Z.) Der Reichstag setzte die erste Beratung der Vorlagen zur Vorbereitung der Finanzreform und zur Tleber- gangsregelung des Finanzausgleichs fort. Abg. Dr. Hertz (Scz.) führte aus: Der Widerspruch der Sozialdemokratie richtet sich gegen die Absicht der Deutschen Dolkspartei, die Leistungen der Arbeitslosenversicherung im nächsten Herbst abzubauen. Bei Aufrechterhaltung der Regierungsvorlage zur Arbeitslosenversicherung hätte die Sozialdemokratie den Übrigen Deckungsvorlagen zugestimmt trotz mancher Bedenken. Jetzt ist die Situation vollkommen geändert. Das große Agrar- Programm wird sich nicht ohne große Reubelastungen der Reichskaffe durchführen lassen. Der Gedankengang, daß innenpolitisch mit der Sozialdemokratie nicht zu arbeiten sei, wird binnen kurzem auch von denen aufgegeben werden, die wegen der Arbeitslosenverficherung die Koalition mit der Sozialdemokratie auf gegeben haben. Bald wird sich nämlich zeigen, daß die Zugeständnisse, die auf Kosten des ganzen Volkes umb der Reichsfinanzen an die agrarische Rechte gemacht werden müssen, das deutsche Volk und die Reichsfinanzen viel schwerer belasten als unsere Vorschläge zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Reichsfinanzmini st er Dr. Moldenha uer: Mein Steuersenkungsprogramm ist sehr vorsichtig aufgestellt. Die Kassensanierung werden wir nach meinen Vorschlägen durchführen und damit auch das Schuldentilgungsgeseg ausführen können. Wenn freilich die Sozialdemokraten alle meine Vorlagen ablehnen, dann wird es nicht möglich fein. Auf die Einzelheiten des Hilferding-Programms kommt es nicht an, aber unbestreitbar hatte dieses Programm die ausgesprochene Tendenz, die überspannten direkten Steuern abzubauen und eine Umlaaerung zugunsten der indirekten Steuern vorzunehmen. Die notwendige A u s gäbe n s e n t u n g erfordert Abstriche bei allen Etats. Da können wir am Etat des Reichsarbeitsministeriums nicht Vorbeigehen. Eine antisoziale Tendenz liegt uns dabei vollkommen fern. Das Ausgabensenkungsgesetz ist in der Rohausführung fertig und wird in allernächster Zeit dem Kabinett vorgelegt werden. Unsere Steuersenkungsvorschläge werden nicht gemacht, um den reichen Leuten ein Geschenk zu machen. Wenn wir die K a p i t a l b i l - düng fördern und den schwer ringenden Mittelstand entlüften, dann schaffen wir neue Arbeitsmöglichkeiten, vermindern die Arbeitslosigkeit und wirken damit in durchaus sozialem Geiste. Abg. Frei del (W.-P.): Die Erwerbslosen wol- len nicht Geldunterstützung, sondern Arbeit. Wir beantragen, daß von der Arbeitslosenoersicherung 50 Millionen abgezweigt und als zinslose Zu- fatzhypothekcn begeben werden. Dadurch würde die Bauwirtschaft angekurbett werden und mittelbar auch die Gesamtwirtschaft. Hilf« kann nur die produktive Erwerbslosenfürforge bringen Donnerstag: zweite Beratung der Deckungsoorlagen. Vorläufig kein Reichsschuloeseh. Berlin, 9. April. (Ddz.) 3m Bildungs- ausschuß des Reichstages stellte der deutsch- nationale Abgeordnete Dr. Spahn die 'Frage, ob die Reichsregierung bereit fei, in die Beratung des deutschnationalen Antrages auf Vorlegung eines ReichsschulgeseheS einzutreten. Ministerialdirektor Pellen gar erklärte mit Ermächtigung des Reichsministers des Innern, daß die gegenwärtige Reichsregierung es für ihre wichtigste Ausgabe betrachte, die zur Sanierung der Reichskaffe erforderlichen finanziellen Maßnahmen mit allem Nachdruck durchzuführen. Bevor nicht die dem Reiche aus dem gegenwärtigen Zustand erwachsenen finanziellen Schwierigkeiten restlos beseitigt seien, sehe sich die Reichsregierung nicht in der Lage, irgendwelche gesetzgeberischen Ausgaben in Angriff zu nehmen, die geeignet seien, das Reich oder die Länder mit neuen Ausgaben zu belasten. Der Areundschastsverttag zwischen Oesterreich und Aalten Einstimmige Annahme in der römischen Kammer. R o m , 9. April. In dem der italienischen Kammer zugeleiteten Bericht des Abg. Poloerelli, der die Annahme des italienisch • ö st e r r e i ch i - schen Freundschafts., Aussöhnung-- und Rechtshilfeoertrages vom 6. Februar 1930 empfiehlt, heißt cs: Diese Aussöhnung, die nach einem Jahr einer anderen großen Aussöhnung folgte, muß vor allem von chrem historischen Wert und von ihrer geistigen Bedeutung aus betrachtet werden. Die Aussöhnung zwischen Italien und Oesterreich kann von anderen Völkern, die historische Konflikte durchlebt haben, als Beispiel g e - n o m m e n werden. Die beiden Staatsmänner, die die höheren Interessen der beiden Rationen sowie Europas und der Welt im Auge halten, als sie den Vertrag vorbereiteten und zur Wirklichkeit werden ließen, verdienen volle Zustimmung und hohes Lob. Herr S ch o b e r hat der österreichischen Politik eine gerade Richtlinie verliehen, wobei er in kur- zer Zeit bedeut ende Vorteile für fein Land verwirklichte: die innere Befriedung, die endgültige Regelung der Reparationsfrage, die Ablösung internationaler Dienstbarkeiten und eine Klärung der finanziellen Fragen. Der Bericht schließt: Die einmütige Ratifizierung wird ein Beweis unseres Vertrauens in die friedliche, fruchtbringende Zusammenarbeit zwischen Rom und Wien sein. — Die Kammer hat den Der- trag in geheimer Abstimmung angenommen. Sämtliche 262 anwesenden Abgeordneten stimmten für den Vertrag. Oer neue Lllihprozeß in Kattowitz. Kattowitz, 9.April. (WTB.) Unter großem Andrang von Publikum und Preße begann die Berufungsverhandlung im Prozeß gegen den Leiter des Deutschen Volksbundes in Kattowitz, Otto U l i tz, der in der ersten Instanz am 26. Juli vorigen Jahres wegen Beihilfe zur Entziehung vom Militärdienst zu fünf Monaten Gefängnis mit einer dreijährigen Bewährungsfrist unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt worden war. Der Angeklagte erklärte, daß er die Bescheinigung für Bialucha, die den Gegenstand der Anklage bildet, niemals geschrieben habe, sich im übrigen aber auf seine Ausführungen in der ersten Instanz beziehe. Auf Befragen des Verteidigers gab der Angeklagte noch eine ausführliche Darstellung seiner Stellungnahme zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Ostoberschlefien und betonte, daß in einem demokratischen Staat die Wehrpflicht seiner Ansicht nach eine der Hauptaufgaben der männlichen Jugend darstelle. Außerdem sei er deshalb f ü r die allgemeine Wehrpflicht in Ostoberschlesien eingetreten, damit die Minderheitenjugend von vornherein sich an die allgemeinen Staatspflichten gewöhne.. Im Beweis- verfahren hielt der Zeuge Kapitän Cychon im allgemeinen feine Aussagen in der ersten Verhandlung ausrecht, führte aber noch an, daß der Chauffeur Primus Korrespondenzen, die an den Volksbund und an das deutsche Konsulat gerichtet waren, der Geheimpolizei verschafft habe, und zwar indem er sie vor Zustellung an die Adressaten der Abteilung II des polnischen Polizeipräsidiums zur Verfügung stellte. Hierbei seien auch des öfteren Briese von dieser Abteilung geöffnet worden. Dafür, daß der Angeklagte die „Kottowitzer Zei- tung" in staatsfeindlichem Sinne beeinflußt hätte, vermag der Zeuge nichts anzuführen. Der Kompromißvorschlag des Kabinetts. Nur 50 Prozent Biersteuererhöhung. - Erhöhung der Umsatzsteuer um O/io Prozent - Derwaltungsbeitrag bei der Tabaksteuer. - Beibehaltung derMineralwaffersteuer.-Oie ablehnende Haftung der Bayrischen Volkspartei. k er- Kapitän L i S behauptete auf das bestimmteste, das fragliche, der Anklage zugrunde liegende Dokument im Original gesehen zu haben und gab der Vermutung Ausdruck, daß die vorliegende photographische Platte die Original- aufnahme des Dokuments sei. Der Schriftsachverständige Kwieczinski, Oberkontrolleur beim Derkehrsmtnisterium in Warschau, erklärte sich außerstande, angeben zu können, ob die fragliche Unterschrift von Ulitz auf dem inkriminierten Dokument nachgemacht fei, da auf Grund des vorliegenden Materials eine Analyse nicht m e h r m ö g l i ch sei. Die photographische Unterschrift enthalte allerdings Fragmente der echten Unterschrift. Die Vernehmung des Zeugen Polizeiinspektor Menzel (Neiße) ergab, daß tatsächlich bei den Akten Bialuchas kein Dokument fehlt, wie dies in erster Instanz auf Grund des obengenannten Aktenvermerks angenommen worden war. Der Zeuge erklärte i W andere Papiere als die zur Zeit noch in dem I Aktenstück befindlichen seinerzeit nicht vorhanden waren, insbesondere nicht die fragliche Bescheinigung, auf die sich die Anklage aufbaute. Moskau wühlt weiter. Kommunistische Geheimdruckereien in Berlin. °uf die Notwendigkeit .Verringerung der verschiedenartigen und Abzüge hingewiesen. Diese Lasteten den Haushalt des Arbeiters bis zur Llnmoglichkeit. Auch die Gewohnheit des Ab- arbeitens, der Lieberstunden und der Verzichte auf die Feiertage müsse unbedingt aufgegeben Wzüge «iler Art müßten^einen SÄ lJen Charakter tragen; selbst Beschlüsse der Mehrheit b« lrfa?1?Iyn9en dürften nicht zwangsweise durchgefuhrt werden. Auch die kommende Zeichnung der “n u 'trialisierungsanleihe müsse so werden, daß Beschlüsse zur Zeichnungs- n allgemeinen Arbeiterversamn- lung^i gefaßt werden dürften, wobei der Zeich- nungsanteil jedes einzelnen Arbeiters für ein Ä keinen Umständen über die Höhe eines Halbmonatslohnes hinausgehen dürfe. Wer bezahlt die Gowjetpropaganda? . Kow n o, 9. April. (TU.) Die seit Satiren £t™?a°tDlet?1manZ> eingebürgerte Praxis,^ zu ^iaats- und Parteizwecken notwendige Summen bei?-aufgubringen. baft aNen Ar. ein bestimmter Hundertsatz ßotine« abgezogen wird, hat schon ^/ieren zu starken Mißfallensäuherungen aus Älotfrei'cn Sesührt. Es ist bekannt, daß gewandt wurden, um Sammlungen zu Propagandazwecken durchzufuhren. In diese Rubrik gehört auch \ den Arbeitern und bäuer- lichen Kleinwirtschaften aufgebrachten Summen, mit denen dann Flugzeuge, Traktoren usw., wie orn^rnJCre Abwart an Chamberlain", „Unsere Mivort an den Papst", angeschafft wurden Jetzt hat der Vorstand der Gewerkschaftsverbände r*?mom^ta9 ^°^der Finanzausschuß des Hessi. hßanSQ?5 tn ®le$en' um mit dem Rektor Dekanen eine Aussprache über evll. noch mögliche Einsparungen bei der U n i v e r s i t ä t ab- Ä;enn\'?n ermcr mehrstündigen Unterhaltung nnr?„(Lb etn3lInen Wioncn des Universitöts- Voranschlages noch einmal durchgesprochen und durch Darlegungen des Lehrkörpers ergänzt und .elncmr tieferen und minder konven- hnRni die landläufige Vorstellung, Ädabei zunächst oder ausschließlich an Kriegs- 9n^iÄ Waffenruhm denken möchte. Sicher ^ist ^ls^^ud bei Unruh ein besserer Osfi- Fredrich von Homburg bei Kleist- k'cher ist er auch wie jener ein Held im Sinne der Tragödie, ein Mensch Im Kampf mit ?ÄtfSTlCn?en-f.3Hä$tcn’ eingepreßt zwischen das Gesetz in chm und das andere über ihm. Ungern wieder einmal aus tiefem aeftUh>f ^1*1 ÄtCC»Unö S^ber Konflikt fiHHAoA während Homburg kraft seines sittlichen Willens und durch die bewußte Anerkennung des Gesetzes ins Leben zurückfindet vom Rande des Grabes wie aus einem ST* ^?end,... bleibt für Louis M allein aus historischen Gründen - nur noch der einzige Ausweg in den Tod. »3-«« S 14»« «.gilt °b" ■ fljiie nicht, W Konkrete ö Sä* »1 richtete b ^Wer, v Ld sreizus I ^Der Minister verbreitete sich dann ausführlich Schuh und Erhaltung der deutschen Landwirtschaft, ^r^^^de ist, daß der Hauptdruck da w"b'- wo wir die größten Zufuhren tia&ciK die wir weitgehend durch Inland- Setzen im Stande wären. 2Iut95beo.1^ erschwert durch den Gegensatz Interessen des deutschen Ostens und^des Westens und Südens ande^rseits. Der Osten i|t angewiesen auf K ör - Tmd Äf?rxtDUe[n’ der Westen aber und der Sul^n ist die Stätte jener Derede- rm& ix 11 i d n, die um so mehr gepflegt werden sollte, als die menschliche Ernährung bom CBcot- und Kartoffelverbrauch abgeht und sich immer starker dem Verbrauch von Obst und Gemüse, Butter, Eiern, Käse, Fleisch usw »u- möÜlVd ^«gleich dieser Interessen ist nur möglich, wenn man einen Weg findet, die Pro- ^Ä^^Ostens zu schützen, ohne gleichettig ^I^ktion irn Westen und Süden allzu sehr au verteuern. Hier seht das Interesse der ^/wirtschaft entscheidend ein. Die Agrarpolitik urcht so getrieben werden, daß sie uns Cl^r allgemeinen Preissenkung unmöglich macht und zum andern nicht so, daß \ anerkennen in den Worten der ^au die er verehrt und von ferne daS Gebot der Pflicht. Ihm ist es „Eisen vVrS?1* Schläfen!" - aber er gehorcht M.schlägt auch die Krone aus, die heißblütige Mslere sehr zur Unzeit und in Verkennung l^ues wahren Wesens chm anbieten. Er ge- fhrbt a18 Offizier — ohne Furcht und ^elt^hat^^ eC Mensch gelebt und gehan- * Kopf und brennendem Herzen ist dieses Preuhenschauspiel von Unruh gestaltet. In visionären Szenen baut er sich das Bild i/i'iiP Ädernden Zeit. Und in zwei große Auf- or 1pi G9LCrf2lC Angelpunkte des Dramas: die 8 Ersetzung mit Friedrich Wilhelm und Begegnung des Prinzen mit der .Königin, in beiden wird deutlich, zwischen welchen äußersten Polen — Krieg nämlich und Frie- den — die Handlung sich spannt; in beiden auch S-r ^^afte ausgewogen und gegeneinan- j-t gestellt — die Leidenschaft eines großen, F den Herzens und die eiserne Notwendig- mlr^cr und des Gehorsams vor dem SÄ welche einander widerstrebend dem Schicksal des Prinzen die Bahn weisen. Pfeiler in der Front der fünf Akte ranit sich das Beiwerk ausmalender, erklärender Zeit und Umwelt andeutender, Charaktere in' Licht und Schatten stellender Szenen; in ihnen ist auch das Gefüge der äußeren — anfangs qualvoll gedehnten, zuletzt sich überstürzenden - Handlung verspannt. (Es fehlt an Daum, hier näher darauf einzugehen.) — 0 fi,?i2Iuff^un9’ die unter Fassots Regie 2?n außen gesehen, ein ange- wessenes stilgerechtes und stellenweise fast re- atives Bild. (Die Dekorationen Löf f- lers seien bei dieser Gelegenheit gleich mit Anerkennung hervorgehoben.) -.Doch war ein Widerhall des starken und oft - den man beim Lesen des Dramas gewinnt, nur stellenweise von der Bühne wiSÜff' ?w Aufführung im Ganzen blieb imeinheitlich und zersplittert, — in machen Tei- SP schwingend, in anderen Szenen Kraft, die aus der ?-en?ie des Buches ausströmt. Gut - über- hÄT- und geschlossensten - gelang d^ 2brsemandersehung im Audienzsaal (H, 2) -w auch die verklingenden letzten h^^rlShaus, Dudolstadt). Ziem, llch uüchtrru und gestellt erschienerr dagegen bi« sie die Doraussehung der bestehenden Handels- d^irage und den Abschluß neuer Verträge unmöglich macht. 8 Die Hauptmasse der Importwaren führen wir ein in Konkurrenz mit unserer eigenen produk- tion, und außerdem wären diese Artikel in den europäischen Ost- und Südoststaaten zu haben, die bei uns in der Regel ebenso viel, meistens mehr kaufen, als wir bei ihnen. Dagegen schicken uns die vereinigten Staaten, Argentinien, Kanada, Australien vornehmlich ihre agrarischen Ueberschüsse, aber sie sind nicht willens, bei uns dafür einzukaufen. Aus alledem ergibt sich der Schluß, daß bei allem willen, unsere 3c- ziehungen zur Gesamtweltwirlschaft aufrechtzu- erhalten, die Ordnung unserer Veziehungen zu den ost- und südosteuropälschen Staaten eine vordringliche und vielleicht die wichtigste Aufgabe der deutschen wirtschafts- und Handels- Politik ist. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Ordnung unseres Verhältnisses zu Polen als dem wichtigsten und größten neuen Staat des Ostens ein ganz besonderes Gesicht. Die mittleren, dem Expressionismus verschwo- und m ihrer oft dunklen Verworrenheit Är«, sehr charakteristischen Dramen £ rcU £ d werden später einmal min- bedeutungsvoll die eigentümliche und Wesenheit ihres Schöpfers uwschreiben als die frühen, noch vor dem Kriege tS?encIt’ uach dem Kriege recht cigent- bekunntgewordenen Schauspiele. dem Kriege als jene innere Wandlung in rinruh schon nach außen zu wirken begann RzÄ*! wanchem andern — dazu tieigetra- Tan !?men Aamen mit dem des 9^Au Kleist des öfteren in einem Atem hat nennen Horen. Wie Kleist entstammt Unruti MhmmÄ} Adelsgeschlecht: wie diesem war ihm di&und längst geheiligte Tra- au^iJ^ anTf^rC? unb uls Offizier dem Lande IhmÄ? 5} ? ö«n »leien seines Namens vor wie Kleist erlebte und erlitt er in sich den Utb s^l'eßlich unerträglichen Konflikt, snb Rufenden seiner Kameraden blieb: den unüberbrückbaren Gegensatz « & und Menschentum m,aD5S^ «. Kleist vor hundert Jahren — von der lletierlieferung vorgezeichneten e ff gefugten Bahnen aus und stellte fein Leben unter fein eigenes Gesetz. • , ^^.^ustlerische Formulierung dieser früh erfundenen Gegensätze ist in den beiden ersten St den Offizieren" unb beT ßZ Ferdinand enthalten. Bei beiden, namentlich beim zweiten, muh man wiederum an Kleist sich erinnern und an den »Prinzen von 5\nmßurn“ • wie jener nach Fehrbellin, khat L°?L FZi.' nand noch vor Saalfeld einen Kampf in sich uuszusechten, der schwerer ist und entscheidender als der kurze Waffen- qang wenig später, mit dem fein ßSen endete. »Blauäugig, blond, verwegen, älnd in der jungen Hand Den alten Dreußenbegen — Prinz LvuiS Ferdinand..." so hatte zuvor Fontane seinen Helden tie- brana untcr die Ober. Uäcfc M BildeS, erlannie tn ton Prinzen den wan sich die Entwicklung des deutschen Außenhandels in den letzten Jahren ansieht dann muß man sagen, daß Industrie und Handel eine gewaltige Leistung vollbracht haben. Die Ausfuhr ist seit 1925 um mehr als vier Mil- 50 Prozent, in den Jahren 192S und 1929 allem um 2,5 Milliarden gestiegen. Ich glaube daher, daß man trotz der Schwere der Zeit und der Krise der Wirtschaft den Glauben un die Zukunft nicht verlieren darf. Das schlimmste, woran wir leiden, ist eine gewisse Vertrauenskrise, die nicht zum wenigsten ™ C n,Ve lb st verschuldet ist. Es^stnich! zu bestreiten, daß die unerhörte Steuer- a st, die trotz des Neuen Planes nicht sofort ab- gebaut werden kann, eine Hauptschuld an den wachen Kapitalverhältnissen in Deutschland ^ugt. äLnverantwortlich und mit schuld an den Schwierigkeiten waren die ilntenrufe, die da und Dort ertönten und fortgesetzt den deutschen Staats- burger vorMhUe, die deutsche W ä hr u n g sei »uueTta^T1 Genugtuung und Freude kann ich Wiktt^ man hi den weitesten Kreisen der Wirtschaft in steigendem Qlia^e erkennt, daß der Kamps um die Wirtschaft nicht geführt ^rbenn. ^nn ohne den Kampf um den y n f bequem fein, Interessen einzelner Gruppen und-einzelner Personen zu verfechten, man kann dies aber nur dann mit Erfolg tun wenn man sich zuvor die notige Machtposition im Staate verschafft hat. Die beiden Zeilen vor dem ersten Akt deuten gwiSl' ^Tcrmc.nttDftdcJt s^ ein Drama der st?bt vor der großen (Sntfdjei- hh> 3pJCme5 ß.eb€n& bDr ber Schicksalsfrage, auf Die es nur eine Antwort gibt. Doppelt trifft ton der Anruf, Die innere Stimme: ich will! — sAs. ,ehl von open: Du mußt! Seine Leiden- 2iebe sum Lande sieht in Preußens kntischmi Tagen von 1806 als die einzige Lösung: Krieg gegen Napoleon. Seine Pflicht, groß Ü-n« r’ ^bietet Unterordnung eigenen "Sil- lens Gehorsam des Offiziers vor dem Befehl vor der Staatsraifon, vor der Stimme des Kö- Nigs, Der Den Frieden möchte. « Königsstimme klingt matt, verzagt, un- d°.ictt ängstlich, wagt freiwillig Schritt — ist umgeben und beraten von ftfirfp un^!9CTtr-K-mcn^ vuf diplomatische Kunst- stucke und sorgfältige Etikette bedachten Diplo- b?P eincr würdig überalterten Generalität, a Ä« verhängnisvoll unterschätzt und schlafen^ jst^beeren Friedrichs des Großen einge- ^?°uiLSb!nanb bleibt der Einzige, der Die Fer dHire aJ^tocre und Gewitterschwüle Die- IirnkPn L^^uben entscheidenden Sage vor Dem Fennt unb dennoch hilflos er- Stenb ^hK erbebt sich aufr^end und anbmT h?, dunkeln, dumpfen Menge Der Ionf6mro'un»6^nte 2t[ltä8ti^ ^uung». ,, ~ im tiefsten Grunde - trotz Freunden nd Stauen nut sich allein. Di- enfc^t aW find tiarfec als au Und was er tat Meprhett be- j , d(fann Mut, aal'Dl Aierpn 1 ®i MpsN Sein, W. W an um 5 Ühr mo1 tit W to küdtoeg but^ bi( icht eigentlich. D' mi Aasen, der n A gibt es bk Ä schmal, i !chi fleißig: es ifi fer ömer besung Mi) mehr. Die Jjrtibr daher höc kine Zeit Sie mi siet vvüragen. A FMino! Det H( MMz. 2htet 3eit regnen, friere ten Drnen auf @n ; auf Kimen. Sie Wer eine gtiniili N ein Stüd Äa in FHIing mch' Mr; ifl mir lief anroncen auf, uni Wäl hin, denn saufen. Dir Daiui Lie annondert Sie Erfüllung nie flmnv bcrtrauüc iu reifen. Aber ®ra$ zu scheinen, ®rbe, und venu , tin Gärtner unb immerhin, da; • “w ich werde mi m des Sri Mafen und t JW Gifengiikrja . ilommen ®ärt ■ Mn guden 1 ; ff1 ganz fr,,«™ ?a »>» m 6er sjt Es gehört f W Gedicht ( & to^n unb Ä iomier N« Schritte fu uwgen aus dem *n, die Tam * alle nach ' fachen sjch Berlin, 9. April. (WTB.) Der Industrie, und Handelstag trat heute zu seiner 50. Lollversamm. lung zusammen, die Reichswirtschaftsminister und Vizekanzler Dietrich im Auftrage der Reichs- 1 regierung begrüßte. Der Minister wies darauf hin, ooß sich augenblicklich eine starke wirtschaftliche Depression mit einer politischen K r i s e verbindet. Zur rage der Steuerreform er» rlarte er u. a.: Ich bin der Meinung, daß wir zu einer sicheren und dauernden Senkung der direkten Steuern und insbesondere der ro'L€Uern nur dann kommen können, wenn die Besteuerung des entbehrlichen Kon- sums ausreichend ausgebaut ist. Der Sabal ui Zukunft zusammen mit dem darauf ruhen- -^^U^Ein mindestens 1} Milliarde Iicrqeben muffen. Das vorige Kabinett ist gescheitert an dem Dogma, daß Der heutige Stand der Arbeits- losen Versicherung unantastbar fei. Wir bo Endeln zur Zeit die Erwerbslosensrage in der ißeifc, daß wir den Arbeitslosen gegen Hunger und Not zu schützen suchen. Diese Methode ift natur. unentbehrlich, aber viel wichtiger als Die Bef)anblung der Symptome ist die Untersuchung und die Erkenntnis der Ur aefjen. Ein Teil der Arbeitslosigkeit ist die tjolge des Systems der Arbeitslosenversicherung. Indirekt aber ist entscheidend für die Lösung der UNZen tyrage die Entwicklung des deutschen Wirt- icyasislebens. Ziele deutscher Außenhandelspolitik. Reichswirifchastsminister Dietrich betont Vie Bedeutung des europäischen Ostens und Südostens. Statberalung im Nnanzausschuß ?5fffSpnao ®cr Finanzausschuß De« Landtags erledigte heute zunächst Die Baukapitel Der einzelnen Ministerien im Der- mogensteil des Staatsvoranschlags. Die Kapitel wurden ohne Debatte genehmigt, die Aeberficht f5Cnr-*C Beteiligungen des Landes an toirt- TWjMen Genossenschaften und Gesellschaften zur Kenntnis genommen. Die Sozialdemokaten^ & S!rSSten’- 561 Ausleihungen und Staats- Dulden einen Betrag von 1,5 Millionen Mark jur Sortierung der produktiven Crwerbslosen- t“rfD.rge und 200 000 Mark für Zinszuschüfse für ubnliche produktwe Arbeiten einzusetzen. Da die %p^°raUS£ÖU-nJL hierfür bildende Vorlage im Oki^tag noch nicht erledigt ift, wird der Antrag bis zur zweiten Lesung zurückgestellt. U ©ß folgte die Beratung der -iurückaestellten §^el. Dei Kapitel9 (Anteil an tie^ bä m9t€ & Landbunti die Absetzung von zwei Millionen Mark. Der Fi- ^nzmmisterwies darauf hin, daß mit dem Don angesichts der sich bereits könn^^Dpi- ^^Maftslage gerechnet werden ^^unti zog hierauf feinen An- ^9 bl6 ^ur Entscheidng über die Reichsfinanz- neMgt^^ Kapitel selbst wurde Kapitel 10 (Landes steuern) wurde heute Pinnph'^Ü 2UM Abschluß gebracht. Man befaßte sich Angehend mit der Frage des Wohnungsbau- wesens. Von der Volkspartei wurde verlangt den b5e5r^nhnMDn«hmiUiDncn m°rf für die Förderung Wohnungsbaues aus der Sondergebäudesteuer n^Pn&SnrPI°0rim-2 Wurden bekamUlich 2 Mil- lionen Mark gestrichen) auf 15 Prozent der Frie. Densmiete, mindestens aber auf 12 Millionen TOnrt s-ich Der Stuifffiffe NU- d-'n W^nung-b^nr! leben der früheren Jahre zu erhöhen. Bon Re- gtcrungsfeite wurde ausgeführt, daß beim Anhal- ^zeitigen Bautempos mit der Deckung Des Wohnungsbedarfs m Hessen im Jahre 1937 zu D°r Abstrich „on 2 «inen Mor“ wsse sich also rechtfertigen. * gagenfaene und die Künstlergesellschaft in Der bcjJealinb allerdings nicht wesentlich. , Aber Die Aussprache mit Der Königin im Dritten Akt wirkte fast wie eine Liebesszene, und vas war, wie -man beim Lesen sogleich spüren SöÄ ble- bestimmt nicht gemeint. Die wichtigsten Sätze (wir haben fie oben angedeutet) verklangen fast nebenbei — ohne Die nachdrückliche Akzentuierung, die ihnen zukommt. e Das blieb nicht ohne Einwirkung auf die Gestaltung des Prinzen, den Arzdorf spielte — mit großem Einsatz, mit schönem Gefühlston und Kraft zur Steigerung, aber doch nicht eigentlich auf der Linie, die ihm vom Schauspiel vorgezeichnet yt; nicht klar genug herausgesormt der innere Kamps, an dem er schließlich zerbricht. » Eine große Leistung zeigte Tannert; er spielte den König m blendender Maske, so klar bei aller SÄa/erSer!rU>.nb sv menschlich und fern aller Karikatur (obwohl die Figur bei Goetz im „Gneisenau" Umutlich historisch richtiger oder ä« er- Lnmh n^ stellenweise mehr in den Vorder» ta Dr^rnä c'n?|pri4t ®emi^erteilun3 * Neben ihm die Luise der Maria Koch.- ein vornehmes und beinah porträtahnliches Bild, aber — in schuldenden Szene — ohne die Bedeutung fühlbar zu machen, die ihr im inneren Ausbau des Schauspiels zugedacht ist. Viele Namen in diesem versonenreichen Stück — man kann sie nicht alle aufführen; der Kriegsrat Wiesel, von Hais scharf und schneidend atzen- ^,Trude Heß traf mit sicherem Instinkt den Ton für die Geliebte des Prinzen; die sehr irdisch S$rir58emIärUi1n,9 u"b Verehrung geliebte Pauline' Wiese , Gemahlin des Kriegsrates, Gegenbild der Königin; kleine, ichmale, pikante Person, die aus eHer hoffnungslosen Leidenschaft sich haltlol und wahllos in verzweifelte Abenteuer verliert. * Don den Chargen blieb uns vor allem Hub (als KablneUschef Lombard) in Erinneruna; dann Fas, s a t (Hohenlohe), Schubert (Braunschweig), Z i n- g e i (Haugwitz) und Wesener, der sich um die unklare Gestalt Oranlens bemühte — Starker Beifall -uletzt, dem freilich nicht zu entnehmen war, ob das Drama allenthalben so verstanden wurde, wie es der Entwicklung Unruhs entspricht: weniger historisch nämlich als menschlich: fÄLer e,nc Schilderung als ging Auseinandev, jetzung, fcth. j Aus aller Welt. Der Prozeß des „Falke". Hamburg, 9. April. Der mit Spannung JT9cn bie Aeetier und den r ÖeS ^umpfers .Falke" hat heute fei- S.enommen Vom frühen Morgen an hatten Polizeibeamte schwere Arbeit, die heran- str?9^0611 Aeugierigen zurückzuhalten. Um 10 SaH Äuudie Verhandlung im vollbesetzten hn»1 on f^toutMren^tcd- Stark vertreten ist ^_?uswärtige Amt Die fremden Konsulate, besonders die sudamerlkanischen. 2Nan sieht fer- beim Seeamt, Admiral von Uslar, sowie Oberstaatsanwalt Brüm- zahlreiche Fristen, Schiffahrts- und Han- w"?" und ,elbstv-iständli-ss di° P^sse des In- und Auslandes. Die Derteidi- ®in9 oSr tn bc” Händen der Anwälte Dr. Alsberg, Berlin, Dr. Levi. Al- und Dr. Bachmann, Hamburg, ^in !n die Vernehmung der Angeklagten beschuldigt werden, die Besatzung des Dampfers „Falke im Sommer o. I. mit Lift in !r.e e9®c und Seedienste g e• b r a t zu haben. Bei der Vernehmung P r e n z - v u s ergab sich, daß dieser den Wassenlieserungs- vertrag mit del Gado, der französisch abgefaßt war, nicht genau kannte. Er will angeblich üb e r » b^uptnichtden Bestimmungshafen des KSK ^Ä ie ^fln. i: nLit) jedoch, K«-- f« x«w* Berlin. 9. April. (Priv.-Tel.) Die in Deutschland arbeitenden bolschewistischen Agita- toren sind in den letzten Jahren ungemein oor- nchtig geworden. Sie haben eingesehen, daß es ihren Absichten und Plänen abträglich ist, wenn sie sich selbst vorwagen. Infolgedessen wirken sie fetzt nur noch hinter den Kulissen, aber stets so, daß man ihnen nicht beikommen kann, obwohl längst bekannt ist, daß sie bei uns als Vertreter russischer Industriekonzerne auf- treten oder gar dem recht großen Angestelltenstab bet Handelsvertretung angehören. Nun ruckt aber wieder der 1. Mai heran, der auch diesmal nicht ohne die übliche kommunistische Begleitmusik vorübergehen soll. Moskau hat auch schon Den Befehl zu Demonstrationen ausgegeben aber noch besteht Die Möglichkeit, daß die Veranstaltungen unter freiem Himmel wieder verboten werden. Es ist natürlich die Pflicht eines jeden Kommunisten, unter allen Umständen die Straße zu erobern. Man will aber nicht mehr blindlings gegen die Sicherheitsorgane des Staates anrennen sondern schon vorher dafür sorgen, daß im I entfdjeitientien Augenblick die Polizei und auch ! Die Reichswehr versagt. Beweismaterial für die intensive Zersetzungsarbeit im Heer und in der Polizei ist rn den letzten QHo- naten in großer Menge zutage gefördert worden, "ift aber gerade in diesen Tagen noch gelungen I uicht weniger als vierkommuni st ischeGe^ heim druckereien auszuheben und eine ganze ^"ihe von Verhaftungen vorzunehmen. Und dabei hat sich gezeigt, wie aktiv gewisse Mitglieder der russischen Han de l s ver t r e- £y_n 9 ln B^lin sich an der Unterminierung Des ©taateö tieteüigt baden, so daß einige Russen A.. ^Schloß und Riegel gesetzt werden muhten. Die Moskauer Presse wird selbstverständlich wieder ein Wutgeheul anstimmen, sie wird aber nicht verhindern können, daß noch schärfer als bisher tiurchgegriffen wird, um den russischen ■Umtnetien ein Ende zu bereiten. * ' Verlaufe der Nachforschungen nach Her- stellern kommunistischer Zersetzungs- fchrlften für Schutzpolizei und Reichswehr hob oie Polizei erneut eine Druckerei in der Wilhelm- ftrabe in Berlin-Lichtenberg aus. Neben größeren Mengen von Zersehungsschriften, insbesondere solchen für die Reichswehr, wurde umfangreiches Druck- und Beweismaterial beschlagnahmt. Insgesamt sind bisher fünf e r f o n c n f e ft g e n o m m e n worden, u. a. der Druckereibesitzer Lenz und dessen Sohn. Inzwischen wurde eine weitere Druckerei er- mütelt, die sich ebenfalls mit der Herstellung von Zersetzungsschriften besaßt hat. 0 Gießener Giadtiheater. Fritz von Unruh: rouis Ferdinand Prinz von Preußen." »Wie über Sterne das Gesetz, erhebt sich über Menschen die Pflicht, groß und ernst." Ausschuß bes fitffl, ’ruJ 'M dem Settor Me über coll. noch - Diversität ab- unM UiüechMnw wn bes Umveisltät». -chgMvchen unb bunfj ;ta ergänzt unb en »fers*! ZKÄ SW KW ^,reiWÄk lir brldenLe bie “"“Wt J^Ä*S wää w itfbfi SS;«^ r* $,?uhlie tate !«lBUL"n«,b,u. W für Ä!fc *»" 412® '$■ z»?1™« »ort M «>2 «ÄS Welt. s „Kalke". Der mit Spannung die Reeder und den Falk" hat heute |ti- am srühen Morgen an re Arbeit, die heran« urüclzuhalten Hm 10 ilung im vollbesetzten Star! vertreten ift fremden fanfulate, tun. Ulan lieft fer* m Seeamt, Adnichal latiamlt^xÜTn» Wahris- und 5>an- ) lMverstäMch die indeS. Die Derteidi- nden der Anwälte l, Dr. Levi, 211» imann, Hamburg. chmungberAngeüaglen ie Besatzung des Damp- . g. mit List in Eeebienste ge« Vernehmung Pren,« den öaii'enlieferunge- T französisch abgesahl will angeblich über« !nnrngsha^ei^ei ergesellschaft in bet ings nicht wesentlich, it der Königin m ,ine LiebeSszene, _unb resen sogleich spuren meint. Äev.ch>Oen angedeutct) verM' die nachdrückliche AI nnntt« Wirkung auf die OlrlbOtf fple‘Ie . Stiem WuW 5$ bod) nid)! eigeM fau pitl oorgezeichnet yjmit der innere zerbricht- io klar bei alter fVe" S"h,r' SWi*** ,*«•*£* WS ®'D-$e6eiitung ,SrÄb°ude- zeni 6te hLö ßfluim« *»w teuer uerlK gekannt haben. Seine Aufgabe fei vieLadung mit deutsche rFlagge '.»Jen, daß ein ungehinderter Transport ge« ( war Dafür wurden ihm 1,5 Millionen Dol- i «laesichert. von denen er 500 000 nach (Eintreffen ' „ «rfun Ladung erhalten sollte. Kapitän Zis) P - .«et bekundet, er habe zwar gewußt, daß er einen niattentransport führe, will stch jedoch n ich t s n7ati dabei gedacht Haden. Die Bedenken Mannschaft, die sie in Gdingen zum Ausdruck kraMe wurden durch Geldoersprechungen zerstreut, ins einzelne gehende Fragen des Vorsitzenden iorach der Angeklagte Prenzlau unversehens von «lanquilla als Bestimmungsort des Schiffes, obwohl er vorher stets behauptet hatte, weder er nodj der Kapitän hätten diesen gekannt. Er gab Jnn auch zu, der Kapitän habe von den reoolu» -ionären Umtrieben gewußt und behauptete, ;uch die Mannschaft sei im Bilde gewesen. it bestritt jedoch, irgendwie List oder Gewalt ange- Benbet zu haben, um die Mannschaft zu einer Re- oollüionstruppe für del Gado zu machen. ter Nogens-Zarubowsli.Prozcß. Neustrelitz, 9. April. (WTD.) Am Mitt- wochmorgeii begannen die P l äd oy er« bei Jer teid iger im Nogen--3akubowski-Prozeh mit den Ausführungen deS Nebenkläger- Rechts- anvalt Dr. Branbt, der in seiner Rede u. a. zarlegte, schon diese- Gericht müsse zu der Frage Stellung nehmen, ob Jakubowski schuldig war oder nicht. SS bedürfe sorgsamer Prüfung, ob die jetzigen Angeklagten Glauben Serbien en, soweit sie Jakubowski belasten. ES genüge nicht, festzustellen, daß Jakubowski in raenbctncr Form beteiligt war, sondern es müsse eine konkrete Feststellung getroffen werden in welcher Form dies geschah. Wohl nie- mand dürste sich entschließen, allein auf Grund her Angaben der drei jetzigen Angeklagten 3alu- dowski wegen Mordes zum Tode zu verurtellen. Schwer belastet als Anstifter erscheine dagegen Paul Kreuhselbt. Am Schluß seiner Aus- lühnmgen richtete der Rechtsanwalt einen Avpell an die Richter, Jakubowski wegen erwiesener Unschuld freizusprechen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. April 1930. Kamps mit dem Frühling. Olein, dieser Kitsch in der Raturi Da bin ich nun um 5 Ufer morgens aufgestanden, um jemand zur Dahn zu bringen, und gehe jetzt auf dem ukückwcg durch die Anlagen der Stadt. Ohne Absicht eigentlich Der Weg ist näher. Aus dem grünen Rasen, der noch ein bißchen glatzhaarig auS- s'.ebt, gibt eS blaue, weihe und gelbe Kroküsse. bin aber auch ein Stück Olatur. Warum also sollte mich her Frühling mehr angehen! Gin Blicks in die Leitung ist mir lieber. Da blühen die Frühlings- onnoncen auf, und die Leser gucken mit Recht verzückt hin, denn es gibt sehr viel Neues ju laufen. Die Olatur dagegen behält alles für sich. Eie annonciert Frühlingsgefühle, aber man kann die Erfüllung nicht mit laufen. Die Sonne strahlt plump vertraulich, es sei Seit, nach dem Süden zu reifen. Aber statt bezahlte Fahrkarten ins Gras zu scheinen, polkt sie gelbe Kroküsse aus der Erde und wenn man sie abpflücken will, kommt ein Gärtner und schlägt unS über die Finger. 3mmerhin. da steht eine Bank in her Sonne, unb ich werde mich ein bißchen Hinsehen. Richt etwa um deS Frühlings willen. 3ch sehe über ben Rasen und die Blumen hinweg zu einem Hohen Eisengitterzaun. Hinter ihm stehen Bäume, bann kommen Gärten und dann Häuser. Aus den Fenstern gucken Betten unb sonnen sich. Der Himmel ist ganz zartblau. Auf der Straße üappern ein paar Pferdehufe. Ein warmer Hauch ist in der Lust. Olein, nein! Richt an Matthias Claudius denken! Dazu ist hier keine Zeit. Es gehört sich auch nicht, was er in seinem schönen Gedicht sagt: „3ch möcht' mich auf der Erde walzen und vor Freude schrei'n." Das geht nicht. Es kommen auch zu viele Menschen vorbei. Ihre Schritte künden sich von' weither an. Sie Hingen auf dem feftgetretenen Sand wie Kastagnetten, die langsam geschlagen werden. Sie gucken alle nach der Dank, auf der ich sitze. Sie machen sich also auch nichts aus dem Früh- fing. Sie find mir neidisch, daß ich da hocke und die Beine übereinandergeschlagen habe, während sie zur Arbeit gehen müssen. Sie haben keine Ahnung, die Armen, welche Mühe ich damit habe, den Frühling in seine Schranken zurückzu- weisen, damit er mich nicht überfällt. Wit einem Wale indeS — ganz unerklärlich, wie es gekommen ist — weiß ich, daß ich mir heute ntxfc einen Frühjahrsanzug bestellen, ein Paar gelbe Halbschuhe, sowie einen blauen Schlips mit goldenen Punkten kaufen werde. Lind fo wälze ich mich, vor Freude schreiend, ins Bureau! Mastrng. Gießener Wochcnmarktprrise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-170, Matte 30-35 Pf. daS Psd.; Eier 10 Pf. daS Stück: Käse 10 Stück 60-140 Pfennig: Wirsing 20—30, Weißkraut 8—10, Rotkraut 15—20, Gelbe Rüben 10-12, Rote Rüben 10—12, Spinat 15—20, Llnter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15—20, Rosenkohl 20—25, Feldsalat 100—120, Tomaten 70—80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50—70, Schwarzwurzeln 40 biS 60, Kartoffeln 4,5—5, Aepfel 10—15, Dörrobst 30— 35, Honig 40—50, Nüsse 50—70, 3unge Hähne 120—130, Suppenhühner 100—120 Pf. daS Pfund: Tauben 70—80, Blumenkohl 50—100, Salat 20—30, Endivien 20—40, Lauch 5—10, Rettich 10—20, Sellerie 10—40, Salatgurken 75 bis 80 Pf. das Stück: Radieschen 15—20 Pf. das Bund: Kartoffeln 3.80—4.00 Mk. per Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Städtisches Elektrizit^tswerk-Städtisches Gaswerk: Vortrag über „Zeitgemäßes Backen" unb Unterbai- tungsabenb, 20 Uhr, im CafS Leib. — Lichtspielbaus. Babnbofftrahe: Tonfilm „Dich bad ich geliebt". — Stabttheater Gießen. Man schreibt unS: Morgen, Freitag, 11. April, zum letzten Male: „Die heilige Flamme" (®aftft>iel Auguste Prafch-Grevenberg). Sonntag, 13. April: „Der Tor und der Tod" (Hofmannsthcll-Gedenkseier), Spielleitung unb Gedenkworte: Dr. Karl Ritter. Abenbs (zum 12.Male): „Die andere Seite". Der 13. April ist hessischer Buß- unb Bettag, deshalb sind beide Vorstellungen ernsten 3nhalts. Am Montag, 14. April, einmaliges Gastspiel Max Adalbert in „Das Parfüm meiner Frau". Diese Vorstellung findet irn Dienstag-Abonnement statt. •• Evangelisch-kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Karl 3rle zu Mörfelden die zweite evangelische Pfarrstelle an der Petrusgemeinde zu Darmstadt-Dessungen, Dekanat Darmstadt: dem Pfarrer Ludwig Klingelhöffer zu Reichelsheim i. O. die evangelische Pfarrstelle zu Hering, Dekanat Groh-älmstabt; dem Pfarrverwalter Fritz C r e t e r zu Offenbach a. W. die evangelische Pfarrstelle zu Dreieichenhain, Dekanat Offenbach, unb dem Pfarrassist enten Hans Seriba zu Mümling-Crumbach die zweite evangelische Pfarrstelle zu Babenhausen, Dekanat Groh-älmstadt, übertragen. Pfarrer Fritz Schuster zu Nierstein wurde von der älebernahme der evangelischen Pfarrstelle zu Beienheim, Dekanat Friedberg, entbunden. ** Reichsbahnpersonalien. Ernannt: Stationsaspirant Heinrich Henneberg in Burgund Niedcr-Gemünden zum Reichsbabnassistenten, Hilfsreseroelokomotivführer Wilbelm Lotz unb Aug. Lenz in Gießen zum Reservelokomotivfübrer. — In den Ruhestand versetzt: Leitungsmeister Louis Heun und Oberzugschaffner Ludwig Weiß II. in Gießen. "Das Backverbot amÄarfreitag. Der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft bat an- geordnet, daß zur Heiligbaltung des Karfreitags Kuchen erst von 6 Ubr abends ab gebacken werden bürftn. ' Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen. Das Winterhalbjahr mit einer Gesamtschülerzahl von 430 schloß am 3. April mit den Abgangsprüfungen in ben Abteilungen Maschinenbauschule. Abteilung für Baugewerbe, Dchreinerfachschule, Malerfachschule unb Schuhmacherfachschule. An ben Abgangsprüfungen nahmen insgesamt 88 Kandidaten teil. Das neue Semester beginnt am 1. Mai. Es empfiehlt sich, Anmeldungen möglichst frühzeitig einzureichen. " Tagung des Hessischen Gustav- Adolf-Vereins in Oberhessen. Der Hessische Hauptoerein der Gustao-Adolf-Stiftung, der nun schon fast hundert Lahre lang sein segensvolles Werk der Betreuung neuentstehender evange- licher Gemeinden im In- und Ausland betreibt, beabsichtigt, seine diesjährige Hauptversammlung vom 6. bis 8. Juli in Lauterbach abzuhalten. ** Bekämpfung der Sch n a k e n plag e. Das Hessische Polizeiamt teilt mit: Die Grundstücks- eigentümer werden nochmals auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im Amtsverkündi- gungsblatt Nr. 22 vom 25. März 1930 hingewiesen, wonach jeder Grundstückseigentümer verpflichtet ist, Im April eines feben Jahres die auf seinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden Gewässer (Wasiertümpek), Regenfäsier, Bassins, Wasierlachen, Jauchegruben, Abortgruben usw. mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) flu_ Übergießen. Nicht- befolgung hat Bestrafung gemäß § 3 der. Polizei- Verordnung, betr. die Bekämpfung der Schnakenplage, vom 28. November 1911 zur Folge. •* Don einem Motorradler angefahren. Heute vormittag gegen 9 Uhr ereignete sich in der Neuen Baue ein schweres Unglücksfall. Die etwa 70 3ahre alte Frau Dörr, Schottstraße wohnhaft, wurde beim äleberqueren des Fahrbammes von einem Motorradfahrer. den aber anscheinend kein Verschulden trifft, angefahren. 3nfolge des Zusammenpralles kam die alte Frau zu Fall und erlitt eine schwere Kopfverletzung mit Gehirnerschütterung. so daß sie das Bewußtsein verlor. Die sofort herbeigeeilte Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte die Bedauerns-- Roggenbrot sättigt bester als Weizenbrot! werte nach erster ärztlicher Hilfeleistung nach ihrer Wohnung. Der Motorradler stammt aus einem ®otfe der Nachbarschaft. ** Vogelschutz und Kirchtürme. Vom Tierschuhverein für Hessen in Darmstadt wirb geschrieben: Es mehren sich bie Klagen, baß auf Kirchtürmen bie Schleiereulen immer mehr ver- schwinben, well die Schall- und andere Fluglöcher verschlossen werden, oder well bei neuen Kirchen bauten die Türme so ausgeführt werden, daß die Ansiedlung von Schleiereulen, Turm- fallen, Mauerseglern unb Dohlen ausgeschlossen ist. Die« hat zur Folge, baß namentlich bie nützlichste Eulenart, die Schleiereule, in ihrem Bestand ständig zurückgeht. Die Abnahme dieser schönsten deutschen Eulen ist aber nicht nur vom Standpunkt des Naturschutzes, sondern auch von dem der Landwirtschaft zu bedauern. Dabei kommt es sogar auch noch vor, baß die Schleiereule getötet, statt gehegt wird. Die Schleiereule ist ein glänzender Mäusevertilger, der täglich 10 bis 15 Mäusen den Garaus macht. Es sollte mindestens ein Flugloch auf den Kirchtürmen offen- gelassen werden. Bei Neubauten könnte durch Anbringen von Mauerlöchern für Turmfalken, Dohlen unb Mauersegler, sowie burch Einbau von Verschlügen Nistgelegenheit für Eulen geschaffen werben. •• Der Verein ehern. Hess. Leib-Dragoner hielt am letzten Sonntag, wie man unS mitteilt, feine Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Besondere Einmütigkeit trat bei den zu fassenden Beschlüssen zutage. Alle Kameraden waren nach Anhörung des Kameraden Albin Klein von der Kriegerkameradschaft Hassia der Ansicht, daß es im 3nteresse des Vereins liege, der Hassia beizutreten. Gleichzeitig zeigte der von dem 1. Vorsitzenden Eid - mann erstattete 3ahresbericht. daß der Verein auch im vorigen 3ahre sehr gute Fortschritte gemacht hatte. Die durch den Kam. Scheller mitgeteilte Rechnungsablage bestätigte dieses Ergebnis. Daß auch der Traditionsgedanke bei den ehern. Schneeschippern auf der Höhe ist, ging aus der Anwesenheit einer Abordnung der Tra- ditionse-kadron in Langensalza hervor, deren Führer Rittmeister Buch u. a. versprach, alles daran zu sehen, daß das schöne, zwischen beiden Teilen bestehende freundschaftliche Verhältnis noch weiterhin an Ausdehnung gewinne. Eine besondere äleberraschung gab es für bie ESkadron^ als der Verein dieser, zum Zeichen des schönen Einvernehmen-, ein Oelgemälde (berittenen Leib-Dragoner in Friedensuniform darstellend) mit Widmung überreichte, das im Traditionszimmer Aufnahme finden soll. Einstimmig wurde beschlossen, der Krieyerkameradschaft Hassia beizutreten unb im Mai nächsten 3abred das zehnjährige Stiftungsfest des Vereins in würdiger Weise zu begehen. Nach Erledigung der Tagesordnung blieb man noch lange in gemütlichster Stimmung zusammen. ** Der T a n z c 1 u b „R o t - W e i ß", G i e ß e n, der, wie die Vereinigung gleichen Namens in Frank- furt und Bad-Nauheim, sich die Pflege des modernen Gesellfchaftstan^es zum Ziele gefetzt hat und in Zukunft an ben offiziellen Turnieren teilnehmen wird, trat, wie man uns mitteilt, am vergangenen Sonntag mit einem 4-Uhr-Tanztee im Hindenburg zum ersten Male an die Oeffentlichkeit. Anwesend waren, außer den Mitgliedern, nur geladene Gäste. Der temperamentvolle Rhythmus der gutbesetzten und fleißigen Musikkapelle schaffte schnell ben Kontakt unb die zur Geselligkeit notwendige Harmonie. Mit Interesse folgte man ben routinierten Solo- Darbietungen bes Tanzpaares E. Bäulke und Gattin. Es war eine gutgcfungenc stimmungsvolle Veranstaltung, die leider schon zeitig ihr Ende fand. Kirchliche Nachricktrn. Loaagellfche (Bemelnben. Freitag, den 11. April. Kapelle de. Alten Friedhof,. 18 Uhr: Pchsion» andacht: Pfarrer Lenz. — Llisabeth-Kteinkinderschul«. 20 Uhr: Passionsandacht: Pfarrer I-ic. Waas. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionvgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge. (Sübanlagc). Samstag, 12. April. Vorabend 7 Uhr: morgens 6.30; nachmittag, 4; abends 8 Uhr. Israelitische Rcligionsgesellschaft. Sabbatfeier den 12. April. Freitag abend 6.50 Uhr: Samstag vormittag 6; nachmittags 3.30. — Sonntag, ben 13. April, unb Montag, ben 14 April: Passahf eft. 1. Tag: Vorabenb 8.05; vormittags 8; Predigt, nachmittags — 2. lag: Vorabend 8.05; vormittags 8; nachmittags 4; Festesausgang 8.05. — Wochengattesbienst morgens 6.30; abend» 6.30 Uhr. Oie Wetierlaqe. w AAittWoch. 4.9.April. 1930,7h aDds =25 21 vAamDO- o 5 i Gworxtmos <3 "euer. Q naro öedeext • voitio. • »«em • ♦ Schnee »Oraupein «Nebel H•»wit,er^)Windstine«O^X® «eichte- Ost £ nissige« SOdsudtftsi Q stürmische- NordweA bie neue fliegen mit dem winde Sie »ei den Stationen stehenden l* len ge»en die Temperatur an Oie Limen verbinde» Orte mil4lclcbt< tut «ecresni^eiu umacrecbneten Luftdruck LLcttcrvoraussagc. lieber der Biscaya unb Sübfranfrettb hat stärkerer Luftdruckfall eingesetzt, der nach dem Nord- meerfaügebiet hin eine Rinne tiefen Druckes barstellt. Dabei wirkt sich zunächst der Einfluß verschiedener Luftmassen durch Wolken- und Dunst- bilbung, sowie in vereinzelten Niederschlägen auf die Wetterlage aus. Die Temperaturen gehen dabei mit dem Zufließen kühler Luftmassen etwas zurück, wobei später gleichzeitig der hohe Druck über Irland Ausbreitung nach dem Festlande gewinnen dürfte. Wahrscheinlich ist bann vielfach aufheiterndes, trockenes Wetter zu erwarten. Wettervorhersage für Fr ei tag: Wolkiges, auch dunstiges Wetter mit vereinzelten Niederschlägen, leichte Abkühlung. W i 11 e r u n g s a u s s i ch t e n für Sami- tag: Mehr aus heiternde-, vorübergehend trockene- Wetter wahrscheinlich. (Schluß de» redaktionellen Teil,.) Kein Fleisch und doch Vrotensohe. „Man kann nicht jeden Tag Fleischspeisen machen/—- klagt die Hausfrau; — „aber Kartoffeln, Makkaroni, Nudeln, Klöße usw. schmecken, trocken gereicht, nicht gut." Da bedeutet Knorr-Bratensoße für bie geplaate Hausfrau eine erfreuliche Hilfe. Ein Würfel gibt so viel Soße wie 2 Pfd. Braten. — Diese Tunke, In der alles enthalten ist — von der Mehlschwide bis zum feinsten Gewürz — ist ausgiebig unb nahrhaft unb schmeckt auch ohne Fleisch vorzüglich. 1483 Nur noch den veredelten Kaffee „Idee“ von J.J. Darboven, Hamburg 15 überall käuflich 31 iv Kennen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persilwerke: Q Henkels Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel*, besorgen Sie alle Putz- und Scheuerarbeiten mit Henkefs Ata. Wie weggeblasen ist der Schmutz, wenn Sie etwas Ata auf einen feuchten Lappen streuen und damit die Sachen, sei es Holz, -parsameStreu- ,___________ Pfennig. kaiilA Ala mithrinöpnl MM I MM ”.c/putzt und scheuert alles / Hergestellt in den weltbekannten Persilwerken. i------------/ 2915D Gestern früh verschied nach langem, schwerem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Tante und Schwägerin Ernestine Pabst geb. Hebstreit kurz vor Vollendung ihres 49. Lebensjahres. In tiefer Trauer: Friedrich Pabst, Telegr.-Inspektor Alfred Pabst Marie Wachenschwan geb. Pabst Erich Pabst Heinz Pabst Paul Wachenschwan und 1 Enkel. Gießen, Frankfurt a. Main, Marburg, den 10. April 1930. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Heute mittag entschlief sanft nach längerem, schweren Leiden unser guter, treusorgender Gatte, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Baruch Schirling im 73. Lebensjahre. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Hilda Schilling geb. Adler Geilshausen, Zimmersrode, Mardorf, Montabaur, den 9. April 1930. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. d. M., vormitt 11.15 Uhr statt. _____________________________________________________________________2930D Aliendorf a. d. Lumda, den 9. April 1930. 2320V Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Wallenfels IL Danksagung. Herzlichen Dank allen denen, die durch Beileidsbezeugungen und Kranzspenden an dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen teilgenommen haben. Ganz besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen und wohltuenden Worte am Grabe. Nachrufi, Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Herr August Weil am 7. April d. J. verstorben ist. Wir verlieren in ihm ein treues Mitglied, 'ein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Gießen, den 10. April 1930. M.-G.-V. Liedertafel. ____________________________________ 2926D | Vermietungen | Me$ Zimmr mit2Betten u.elekir. Licht f. l.'llint ob. fof. zu oerm. Schr.Ang. u. 02473 a. d.Gb.Anz. Schöne in zentraler Lage, evtl, mit Lagerräumen. für 1. Jult ob. früher zu vermieten. Schr. Anfrag. unter 02458 n. b. Gü. An*. Laden mit Bureau- und Lagerräumen, evtl. Wohnung zu vermieten. 02465 Nab. Marktvl. 7. | Mietgesuche | “’Sinimer m. st. von Dauermieter gesucht. Schrikil. Angeb. mit Preisang. u. 02461 an den blieb. An;. Student sucht frcundl. möbliert. Zimmer in Nähe der Uni« vermät. Schr. Ang. u. 28981) a. b. G. Anz. Pension. Suche für einen Schüler derHöheren HandelSschuleLogiö mit guter Verpflegung. Schristl. 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Hu » Mit ihm MtoR Thron croven fciKiiu Wchen Königs nbe es auch be Üen verstorbene gl den Thron k ten, die roptifd Anmeldungen fürSexta und die übrigen Klassen bis Obersekunda einschließlich können noch bis zum 12. April erfolgen. Sprechstunden werktags von 11 bis 12 ühr Die Direktion des Gießener Pädagogiums Mendelssohn - Bartholdy 25450 oKT« bon u 2BuIk kt -ßtrloh,,- ®Qyt । 2. Schlager: Wenn Du noch eine Heimat hast ein Spiel von Liebe und Heimat. Hauptdarsteller: Leo Penkert — flritla Ley — Herrmann Plscba — Frltx Kämpers 2689C Junge Schnittbohnen Karotten, geschnitten Mischobst II.......... Eierscbnittnudeln .... Pflaumen, getr........ Apfelsinen, blonde--.. Apfelsinen, Blut....... SWstMtt gebraucht, aber sehr nut erhalten, m. Matratzen und Marmor sehr billig zu verk. Bcttcu-Vär n»«7 MarktttraKe 39 (Verschiedenes | XlMfKMli Seltersweg 4ö, Telephon 2627 ----- -----------------------------2454V Ab heute bis einschl. 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April Treffpunkt: Dutenhofen, Teich. ..2- Pf und- D. 0.57 .. 2-Pfund-D. 0.39 .......Pfund 0.64 .......Pfund 0.56 .......Pfund 0.46 3 Pfund nur 0.62 3 Pfund nur 0.88 2 Pfund nur 0.75 .......Pfund 2.00 .......Pfund 0.56 .......Pfund 1.20 6 Päckchen 0.25 1000 Mh. sucht Beamter aus Prioathand z. leihen Schr. Angeb. u 02470 a. d. Gteh. Anzeiger. Einladung zum 3. Mitglieder Kouzerthenieabend 8 Uhr im Lukassaale, Ltcbigstr. üreunde und Gönner herzl. willkommen, tlll'ii- wirkende: Fräulein von der Heydt u. Herr Musiklehrer Nebeling. 02460 Verein Iflr chrlsll. Musik- Deutscher Bauschulbund Ortsgruppe fließen Monats- vemmmlnnic Freitag, 11. Avril, abendS 8.15Uhr, im Hotel Köhler. P1471 Tagesordnung wird daselbst bekanntge- aeben. Der Vorstand. S11.IV. 8'/, Uhr Llt. Bericht, plan. 3TMD •2 Küchen leicht beschädigt, sehr btlltg nbAuncben.02474 Bär, Seltersweg 20. 18 Bände 2,64 „Schlachten des Weltkriegs" «Reichoarchtm oreisw. zu verkaufen CigarrenbanoObl Frankfurter StraßelB 3 i v- l .# / v Donnerstag, W. April 1950 Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberhessen) Ur. 85 Zweites Blatt ■löge nur 1MM istadttlwty Iffil »»‘äVÄ' Wtbtt rffunn. Hähne wenig Rollen nals MlNl , bei: lelteesweg 53 bu«sv l daher ebenso gekrümmt oder gebogen wie diese; hieran und an den häufig eingeschlossenen Lust- blasen können wir die synthetischen Rubine und Saphire von den echten, natürlichen unterscheiden. Die Bitterfelder Rubine und Saphire werden von der „Deutschen Cdelsteingesellschaft" in Idar an der Rahe geschliffen und in den Handel gebracht. Auch in der Schweiz sind Fabriken für synthetische Rubine und Saphire, die besonders als Lager in Uhren, Clektrizitätszäh- lern usw., viel weniger für Schmuckzwecke Der- wendung finden. schließlich den Kaiserthron sichern. Zauditu ober hielt streng an der alten Tradition fest. Sie war mit dem Ras G u g s a O l i e s verheiratet, der sich ebensowenig wie die Kaiserin damit abfinden konnte, daß Tafari tatsächlich die Macht in Händen hielt. Ohne Zauditu abzuseFen, ließ sich der Regent im Herbst 1928 zum Negus von Abessinien krönen. Es war eine feierliche Zeremonie. 3n der Nähe der Kirche von Addis-Abeba war ein prächtig geschmücktes Zelt aus hellrotem Tuch errichtet, und Tafari schritt, umgeben von einer Ehrenwache weihgekteideter Prie- ster, die Psalmen sangen und Palmwedel schwangen, in feierlichem Zug zu dem Thron, vor dem sich die Grobwürdenträger versammelt hatten. Fast alle Ras des Landes hotten sich eingefunden, um dem neuen Herrscher zu huldigen. Aber Ras Gugsa hatte sich mit dieser Entwicklung nicht obgestmden. Vor wenigen Tagen, am 31. März, übersiel er mit 10 000 Mann und einigen Geschützen die Armee des Negus Tafari, wurde jedoch geschlagen und im Kampf getötet. Bei der Nachricht von seinem Tod soll nun die Kaiserin Zauditu „durch einen Herz- schlag" vor Schreck ums Leben gekommen sein. Dom Abessinischen ins Deutsche übersetzt, bedeutet dies, daß die oierundfünfzigjährige Frau um gebracht worden ist. Nicht immer ist man mit dem abgesetzten Monarchen in Abessinien so schonungslos umgegangen. Denn noch immer lebt Lidsch Jassu, der > 'NaUtOTitratie S 11 Regierungswechsel im ältesten christlichen Kaiserreich. Hochschulnackrichten. Dr. jur. et rer. pol. Hellmut Mayer, Privatdozent in Erlangen und Rechtsanwalt in Würzburg, ist zum ordentlichen Professor für Strafrecht und Strafprozeß an der Universität Rostock ernannt worden. einbare Sachen sind. Aber der Frühling siegte. Immer wieder mußten wir daran erinnert werden, daß auf Rufweite von uns in einem anderen Graben andere Soldaten steckten. Der Frühling war stärker. Linser zerzauster Wald wurde grün und die Berge yinter den russischen Stellungen auch. In den Rächten bellten im Dorf drüben die Hunde, krähten die Hähne, rackelten behaglich die Wogen auf den Straßen. Lind die Hunde von Topo- rouc bellten nur ein bißchen näher, die hinter uns krähten morgens nur ein lauter — dafür verschlang der Wald das unserer Wagen. Der Krieg schlief ein. Madrids erster Wolkenkratzer: Das Haus der Presse, das die spanische Iournalistenvereinigung erbaut hat. Oberheffen. Voranschlagsberatung in Alsfeld. 6# Alsfeld, 9. April. In der am Dienstag abgehaltenen Stadtvorstandss itzung gelangte der Boranschlag der Stadt-, Hospital- und Armenkasse für das Rechnungsjahr 1 930 zur Borlage. Er beträgt in Einnahme und Ausgabe 602 159 Mk.; davon entfallen auf den Betrieb 573 660 Mk., der Rest aus die Bermögensrechnung. In den allgemeinen Ausführungen zur Erläuterung des Voranschlags wies der Vorsitzende darauf hin, daß die Finanznot der Gemeinden sich überall bei Beratung der Voranschläge deutlich zeige, die fast bis herab zu den kleinsten Gemeinden für das neue Rechnungsjahr ein bedeutendes Anwachsen des Fehlbetrags zur Folge habe, der durch Umlagen zu decken sei. Die Ursache liege in den zurückgehenden Steuereinnahmen und in den zwangsläufig stets steigenden Ausgaben der Gemeinden, insbesondere auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge. In der Arbeitslosenversicherung müsse sobald als möglich eine Aenderung in der Betreuung der Ausgesteuerten eintreten, andernfalls das jetzige System zu dem finanziellen Zusammenbruch der mit Ausgesteuerten stark belasteten Industrle- gemeinden führen müsse. Auch im Voranschlag der Stadt Alsfeld für das Rechnungsjahr 1930 wirken sich diese Erscheinungen aus. Man habe die Reichssteuerüberweisungen aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer vorsorglich um 10 Proz. geringer angesetzt in Erwartung der kommenden Reichsfinanzreform, die sicherlich den Gemeinden eine Herabsetzung ihrer Steueranteile bringen werde. In den Ausgaben seien viele Posten zwangsläufig. Infolge von zwangslaufl- gen Mehrausgaben im Betrage von 7600 Mk. sei eine Erhöhung der Umlagen von 123 000 Mk. auf 1 30 000 Mk. notwendig geworden. . Bei der folgenden Einzelberatung wurden bet den Rubriken 13, Elektrizitätswerk, und 22, Allgemeine Verwaltung, kleine Aenderungen vorgenommen; im übrigen wurde der Voranschlag in der von der Finanzkommission beratenen Form 9e£ür Kanal- und Straßenbau sind im neuen Rechnungsjahr 28 499 Mark vorgesehen. Die Beschlußfassung über die Ausschlagssähe für die Gemeindesteuern wurde ausgesetzt, da das endgül- "P and 2» ••P und 83) •Pan 3,4. ■•Pund-tö •Pfand 8» •Pundtfo _ -Pfunde naffee- Umsatz u hervorragende Künstliche Edelsteine. Schon vor Iahrzehnten ist die Darstellung richtiger Diamanten gelungen, doch sind diese Erzeugnisse auch heute noch so winzig, daß ste praktisch bedeutungslos sind. Anders liegt das, wie Professor Dr. Arrien Ivhnsen in einem farbig illustrierten Aufsatz des Aprck- heftes von Delhagen & Klasings Mo- natsheften auseinanderseht, bei Saphiren und Rubinen. Schon um die letzte Jahrhundert- wende hat der Franzose A. Derneuri unter De- Nutzung reiner Schmelzflüsse von über 2000 Grad Celsius rote Rubine und blaue Saphire künstlich aus den Stoffen Tonerde und Chromoxyd bzw. Tonerde, Titanoxyd und Eisenoxyd hergestellt, und heutzutage wird die Synthese dieser beiden Edelsteine in großem Maßstab vom Elektronwerk (I.-G.° Farben) in Bitterfeld betrieben. Die Darstellung erfolgt aus Schmelzfluß, wobei sich große, birnenförmige Kristalle bilden; auch sie sind ähnlich den natürlichen Kristallen aus parallelen Schichten aufgebaut, die oft abwechselnd Heller und dunkler gefärbt sind. Aber diese Schichten find nicht ebenflächig, sondern der birnenförmigen Kristcklloberfläche parallel und Das glückliche Sroufpaar. Wenn man an gar nichts denkt, kommt einem oft das Glück ins Haus. Da hatte sich ein junger Mann aus Upsala mit einem jungen Mädchen aus Stockholm verlobt, und da die Hochzeit bereits angesetzt war, die beiden sich aber vorher aus Gründen, die hier nicht interessieren, nicht mehr sehen konnten, beschloß der Bräutigam, der Braut täglich einen Brief zu schreiben. Als ordentlicher Mensch kaufte er aus der Post 35 Briefmarken, klebte sie auf 35 Kuverts und benutzte nun jeden Tag eines davon. Als er schon fast 20 Briefe abgeschickt hatte, kam eines Abends ein Freund der Familie zu den Eltern der Braut, sah eins der Kuverts auf dem Tische liegen und stieß einen Freudenschrei aus. Denn die Marke aus dem Umschlag gehörte zu einer Serie, die versehentlich fehlerhaft gedruckt und sofort aus dem Verkehr gezogen war. Rur ganz wenige Stücke waren verkauft worden. Der Bräutigam aber hatte zu seinem Glück gerade 35 Marken dieser Serie erwischt. Und die Braut hatte zu ihrem Glück nicht nur die Briefe, sondern auch die Umschläge aufgehoben. Der Bekannte, der selber Driefmarkenhändler war, bot der überraschten Braut für jede Marke 200 Kronen, also insgesamt 7800 Mark, einen Betrag, der den Hochzeitern wirklich gelegen kam. mit sich spaßen. Seine Tante, Meneliks Tochter Zauditu, wurde Kaiserin, ohne fähig zu sein, das Land zu regieren. Lidsch Jassu hatte diese Prinzessin in Ketten legen lassen, und es war ein ungeheurer Triumph, als sie nun aus dem Gefängnis in den Kaiserpalast geführt wurde. An der Spitze des J)eeres, das Lidsch Jassu besiegt hatte, stand Ras Tafari, ein Sohn des Heerführers M a k o n n e n. Im Triumph zog Ras Tafari, der neben der Kaiserin Zauditu zum Regenten des Landes ernannt wurde, in die Hauptstadt ein. „In ungeordnetem Durcheinander quoll der Heerzug der abessinischen Krieger zu beiden Seiten über die Breite des Wegs", fo beschrieb die Frau des deutschen Gesandten in Addis-Abeba, Hedwig Weiß-Sonnenburg, das Ereignis, das sie miterlebt hatte. „Krieger, um das schwarte Haupt die Löwenmähne, mit Schild und Lanze bewaffnet, auf schöngeschirrten Pferden; andere zu Fuß, das Gewehr im Arm oder auf der Schulter, in beschmutzten Ge- wändern, rotbraun von der nassen Erde des Landes, denn es war Regenzeit. Sie liefen barfuß bin- ...... "8|||iiiiii agu"%. «W ^be^- &3Z rifieib vonWMM 29290 Der neue Aegus von Abessinien. Don Dr. Georg Häfner. ,Don Gottes Gnaden König der Könige, Statthalter der Gottheit, Löwe aus dem Stamme Juda, Adler der Wüste, Sohn des Himmels, der erhabene Herr der Erde und der Gewässer, der Beherrscher Aechiopiens, der Weiseste, der Würdigste der Größte, der einzige Erbe des Thrones Salomos, Tafari Makonnen, Negus-Sudigutu, der Grimmige und Gerechte, Spiegel der Wahrheit, Beschützer der Abessinier, ßany und Schwert der himmlischen Mächte" — das ist der volle Titel des Mannes, der nun, nach dem überraschenden Tod der Kaiserin Zauditu Alleinherrscher Abessiniens geworden ist. Die Welt kennt ihn noch immer als R a s T a s a r i, aber das Wort Ras, ursprünglich „Kops' oder „Dor- gebirge" bedeutend, bezeichnet nur einen Herzog, den Gouverneur einer abessinischen Provinz, wahrend Tasari schon im Oktober 1928 zu m „K o n i g der Könige" zum Negus, gekrönt worden ist. Mit ihm hat eine neue Dynastie den abesstni- schen Thron erobert — eine Tatsache, die man frei« lid> in der Hauptstad Addis-Abeba nicht laut aus- prechen darf. Denn die Herrscher von Abessinien sollen stets in gerader Linie vom König Salomo und der Königin von Saba abstammen, also zu einer einzigen Familie gehören. Die Priester der koptischen Kirche, die eine kaum zu überschätzens Macht besitzen, haben seinerzeit „nachgewiesen , daß Kaiser Menelik II. tatsächlich ein Urenkel des biblischen Königs Salomo gewesen sei, und damit wurde es auch begründet, daß seine Tochter, die soeben verstorbene Kaiserin Zauditu, im Jahre 1916 den Thron bestieg. Tafari ist es inzwischen gelungen, die koptischen Priester davon zu überzeugen, daß auch in seinen Adern ein Tropfen salornw Nischen Blutes rolle; aber es ist fraglich, ob sie sich jetzt bereiterklären, den neuen Herrscher als, „wahren Sprößling aus dem Geschlecht Salomos" anzu» erkennen. Davei sieht Tafari weit semitischer aus, als dies bei Menelik der Fall war, dem man einen negroiden Einschlag ohne weiteres ansehen konnte. Ein Thronwechsel ist in Abessinien jedesmal eine gefährliche Angelegenheit, die zu Revolutionen und Staatsstreichen führen kann. Menelik 11. hatte es verstanden, sich eine ungeheure Autorität im Volk zu schaffen, besonders durch seinen Sieg über die Italiener, die er am 1. März 1896 bei Adua entscheidend geschlagen hatte. Noch heute wird dieser Herrscher im ganzen Land wie ein Nationalheiliger verehrt. Aber im Jahre 1909 muhte Menelik die Regierung niederlegen, weil sich eine unheilbare Krankheit bei ihm bemerkbar machte; in geistiger Umnachtung ist er im Dezember 1913 in Addis- Abeba gestorben. Während seiner letzten Lebens- jähre regierte an seiner Stelle die Kaiserin Taitu; aber sie war nur formell das Oberhaupt des abessinischen Staates, dessen Herrscher ein junger Mann werden sollte, der von Menelik selbst zum Thronerben ausersehen worden war. In seinem politischen Testament vom 30. Oktober 1909 hatte Menelik, der „Löwe von Juda", jeden verflucht, der die Thronfolgerschaft seines Neffen Lidsch Jassu nicht anerkenne. „Die Erde möge ihn verschlingen", verkündete der alte Kaiser, „und als Sohn möge ihm ein schwarzer Hund geboren werden." Zunächst führte Ras T a s a m m a , der Vormund dieses Thronerben, für Lidsch Jassu die Regentschaft; aber dieser Regent starb im April 1911, und nun entstanden zwischen den verschiedenen Thrvnprätendenten heftige Streitigkeiten um die Uebernahme der Macht. Schließlich gelang es Lidsch Jassu, den Kaiserthrvn zu besteigen, doch am 27. September 1916 wurde er wieder entthront. Der junge Monarch hatte nämlich große Lust gezeigt, sich in den Weltkrieg einzu- mischen, und zwar auf Seiten Deutschlands, dessen ostafrikanischer Schutztruppe er zu Hilfe kommen wollte. Von englischer und italienischer Seite wurde daraufhin verbreitet, daß Lidsch Jassu insgeheim ein Freund des Islam sei. Dieses Gerücht kostete ihm den Thron; denn in diesen Dingen lassen die Bewohner des ältesten christlichen Kaiserreiches nicht .....£asche 1.00 ........ «sehe 1.30 ........Flasche 1.40 eQ ••••Flasche 1.50 ........f>che 1.35 ........Fasche 1.35 ........Flasche 1L5 ?......Flasche 1.9Q 'kolade-Oster- Eier ’ billigsten Preisen "*•••'/« Pfand 0.18 Spargutschelne 2toA I ter ihren berittenen Führern her. Ras Tafaris zarte kleine Gestalt war in einem leuchtend blauen Mantel gehüllt, der kraß von dem Schwarzgrau seiner Umgebung abstach. Er ritt auf einem pompös geschmückten Maultier und rings um ihn tänzelten die Kriegspferde der mit Fellen geschmückten Großen des Reiches. Sein semitisch geformtes schmales Gesicht, von einem dichten, schwarzen Bart umrahmt, blickte ernst, beinahe streng unter dem breitfrämpi- gen Hut hervor. Damals wußte ich noch nicht daß ein sehr eigenartiges, ansprechendes Lächeln seine Züge verschönen kann, die all die Schwermut seiner Rasse tragen. Vor ihm ritten die roten Trommler, die nur ein kaiserlicher Prinz das Recht hat, sich zu halten. Ebenholzschwarze Kerle, auf der Kruppe der Maultiere hockend, vor sich eine große oder drei kleinere, mit Rinderhaut bespannte Holztrommeln, die sie mit langen Hölzern bearbeiteten." Der junge Regent, der in einer französischen Missionsschule erzogen worden ist und daher — eine Seltenheit in seinem Land — fließend französisch spricht, stieß von Anfang an auf große Widerstände. Er wollte das Land modernisieren, und er hat nach einer Europareise, die ihn im Jahre 1924 nach Rom, Paris und London führte, eine Schule nach europäischem Muster eingerichtet, und er wollte sich sie wieder. Zum Dank probierten sie bann jene I infamen Flügelminen gegen uns aus, die man in der Lust in hohem Bogen auf sich zufliegen sah, bis sie Gottseibank yinter uns, in einem kleinen Froschteich, mit schauerlichem Krachen explobierten. „Moskal schießt auf bie Frösche", sagten unsere Leute vergnügt. Uebrigens scheint es auch ben Fröschen verhältnismäßig wenig getan zu haben, berm eine Diertelstunbe nach dem letzten Schuß hob das Quakkonzert wieder an. Und auch das war nur mit dem Gedanken zu ertragen, daß es ja ben Frühling verkünbe. Der Frühling in ftänbiger Tobesgesahr ist etwas seltsam Ungereimtes. Eben barum genossen wir ihn hoppelt unb vergaßen, oft zu unserem Schaben, vorsichtig zu sein. Ich erinnere mich eines Dieser Frühlingsmorgen; ich hatte von 4 bis 6 Uhr Grabenbienst gehabt, mein Kame- rab, bet Fähnrich Szekeres, betreute gleichzeitig ben gefährlichen rechten Abschnitt ber Kompagnie. Um Sonnenaufgang trafen wir uns unb genossen miteinanber bas köstliche Schauspiel bie* ses Tagwerbens. Er erzählte mir von seiner Vaterstabt, in ber bie älteste magyarische Universität baheim war, kam auf bie ungarische Geschichte unb schien ben ganzen Krieg zu vergessen. Wenn er sich unterbrach unb von mir unterbrechen lieh, war es nur, bie Frühlingssonne zu betounbem, bie glutrot aus bem Frühnebel aufftanb. Es war sein letzter Morgen. Rach einem übermütigen Tage traf ihn in ber nächsten Rächt eine Kugel, an ber er verblutete. Wieber taten wir gleichzeitig Dienst, ich links, er rechts, es war ganz still unb bunkel, ich konnte mich nachher kaum an zwei Schüsse erinnern, bie brüben gefallen waren. Kurz vor ber Ablösung um 2 Uhr zischte rechts eine Leuchtkugel auf; ich achtete ihrer nicht. Die Ablösung verspätete sich um eine Diertelstunbe, bann erfuhr ich von meinem Nachfolger, bah Szekeres, vergnügt auf ber Brustwehr stehenb unb in bie herrlich Rächt schauenb, ben Leuchtschuh abgegeben hatte, ber bem Schützen brüben sein Ziel zeigte. Am Rachmittage hatte er, auf seiner Decke in ber Sonne liegenb, bie russische Artillerie veräppelt, bie wie alltäglich, zu uns herübersunkte; jeben Fehlschuh hatte er, mit der Mütze schwenkend, lachend angezeigt. Es waren nur Fehlschüsse gewesen. Und bie russische Infanterie drüben war wohl ebenso faul wie Dor fünfzehn Jahren. Von Hans Hajek Auch bamals würbe es Frühling. Wir lagen seit ber Winterschlacht bei Toporouc unb Ra- rancze (norböstlich von Czernowitz) in ben Gräben vor Toporouc, am Saum eines großen Wichenwalbes, von welchem Saum freilich nicht mehr übrig war als ein paar zur Hälfte abgeschossene, von Schrapnells unb Gewehrkugeln zerfetzte Stämme. Als wir die Warasbiner vom 16. Infanterieregiment ablösten, lag bicker Rebel über der Lanbschast, unb wir wuhten nur: sechzig Schritte von uns waren bie russischen Schützengräben 2lls ber Rebel über ber bid verschneiten Mulbe sich zum ersten Male hob, kostete es viel Blut, wahrscheinlich auf beiben Seiten. Die Verletzungen unserer Toten unb Verwundeten kämen von gutgezielten Schüssen: also lagen brüben tüchtige Leute. Vielleicht sibirische Säger. Vielleicht anbere. Aber allmählich gewöhnte man sich baran, einanber auf Rufweite gegenüber- zuliegen. Man schoh weniger, es gab weniger Blut, unb ber Krieg galt gemeinsam dem Winter. Ein rechter Frühling beginnt mit ber Schneeschmelze. Aber bas sagt einer so, wenn er es in der Zeitung liest unb babei an seinem Arbeitstisch sitzt, brei Schritte vom Rabiator ber Zentralheizung, seiner Sekretärin zwischenburch bik- tierenb. Wen, außer bem Ingenieur ber Fluhregulierung, bem Flößer, bem Schiffer, geht bie Schneeschmelze unmittelbar was an? Unb wer von benen watete Wochen lang im Schnee, patschte bann bis über bie Knöchel unb Waden in einer herrlichen Mischung von Ciswasser unb Lehm, bas Rahen bes Frühlings in allen Gebeinen zu spüren? Das taten wir bamaks, vor fünfzehn Iahten. Wir fluchten unb jaulten, wenn wir von einem Wasserloch ins anbere tappten; wir foffen Schnaps, Zahnweh unb Glieberreißen zu verjagen. Aber wir freuten uns bvch, ben Winter los zu werben, unb beobachteten jebes neue Fleckchen Crün, bas irgenbwo aufsproh. Wir leiteten in bie tieferen Gräben ber Russen unser Schmelzwasser hinüber, bah sie ein paar Tage ausreihen mußten, wenn sie nicht elenb ersaufen wollten. Natürlich rissen sie aus unb räumten bie erste Linie; als bie Sonne Misere Liebesgabe ausgetrocknet/ hatte, tarnen nach seiner Niederlage in die Wildnis flüchtete, schließlich aber verraten wurde, und in irgendeinem Kerker Abessiniens heute noch in Ketten liegen soll. Gerade dieser Mann kann jetzt gefährlich werden, da er als Verwandter Meneliks und damit als Sproß aus dem Hause Salomos die legitimsten Aus- sichten auf die Thronfolge hat. Andererseits ist Tafari zweifellos der fähigste Politiker seines Landes. Er hat es verstanden, die Kolonialmächte der Nachbarschaft gegeneinander auszu- spielen und so die Unabhängigkeit Abessiniens zu wahren. Denn schon längst sucht England eine Gelegenheit, sich die Quellen des Nils anzueignen, um dadurch im Sudan seine Baumwollzucht zu fordern, während Italien durch Bahnbauten von Eryträa und Somaliland aus gern weiter in das Innere Abessiniens einbringen mochte. Sollten die Kolonialmächte eines Tages das alte Kaiserreich verschlucken, so würde damit der prunkvollste afrikanische Hof verschwinden. Die europäische Kultur bringt allerdings auch auf andere Weise in das Land ein. Die Europäer, bie nach Abdis-Abeba kommen ober einen ber Großwürdenträger im Land besuchen, werben stets sofort mit französisck)«m Sekt bewirtet, wobei Grammophone spielen, bie man für vornehmer als Kapellen hält.____________ wir in ber Sonne gelegen: ba lohnt es sich nicht, auf fünfzig Schritte nach einem einzelnen Mann zu schießen, ber sich frühlingsmäßig unvernünftig benahm. Kein Gewehrschuß schlug herüber. Rachts, beim fatalen Schein einer Leuchtrakete, nahm ein ängstlicher Posten ben Spaß für ®nrft unb jagte eine Kugel nach ber ungewissen Gestalt. Er tat seine Pflicht, barauf aufmerksam zu machen, baß Krieg unb Frühlingsrausch untrer- Um den Großen Preis von Monaco: In voller Fahrt durch die Straßen Monacos. Sieger blieb in Rekordzeit Dreyfuh auf Bugatti. Hge Ergebnis der Veranlagung der Steuerkapi- talien noch nicht feststeht. Die Anteile aus Reichs- steuerüberweisungen sind mit 77000 Mark in Ansatz gebracht. Ohne Debatte wurde darauf der Voranschlag der Hospital- und Armenkasse in der vorgelegten Form genehmigt, wobei der Vorsitzende auf den stets steigenden Zuschuß zu den Armenlasten hinwies, der namentlich durch die stark anwachsende Zahl der hilfsbedürftigen Minderjährigen verursacht sei. Alsdann trat man in die Beratung des Voranschlags des städtischen Schlachthofs für das Rechnungsjahr 1930 ein. Dieser bewegt sich mit 21074 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Eine Anregung, die Schlachthausgebühren im Hinblick auf die unzureichenden Abschreibungen für den Betrieb zu erhöhen, wurde vom Vorsitzenden dahin beantwortet, daß ein dahingehender, bereits vor zwei Zähren gefaßter Beschluß, vom Ministerium des Innern nicht genehmigt worden sei. Der Voranschlag wurde alsdann unverändert angenommen. Am Schlüsse der Sitzung wurde auf einen sozialdemokratischen Antrag hin beschlossen, die Gewährung einer besonderen Rate der Winterbeihilfe zu Ostern an Erwerbslose, Sozial- und Kleinrentner und sonstige Fürsorgeempfänger auf die Tagesordnung einer noch in dieser Woche stattfindenden, weiteren Stadtvorstandssitzung zu sehen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 9. April. Gestern abend fand die diesjährige Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt und der vorgeschlagene Hebungsplan für 1930 genehmigt. Die Hebungen sollen Montagabends stattfinden. Zur Vervollständigung der Geräte und des Materials sollen verschiedene Reuanschaffungen bei der Gemeinde beantragt werden. 8 Alten-Duseck, 5. April. Dieser Tage unternahmen sämtliche Klassen der hiesigen Schule einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Münzenberg in zwei Personenkraftwagen. Von Lich aus wurde der Weg bis zum Ziel zu Fuß zurückgelegt und dabei Kloster Arnsburg besichtigt. Am Abend kehrten die jugendlichen Ausflügler wohlbehalten in die Heimat zurück. — Das sechsjährige Söhnchen des Landwirts Friedrich Müller machte sich dieser Tage in der elterlichen Scheune an der Häckselmaschine zu schaffen, wobei es mit der rechten Hand in das Zahnradgetriebe geriet Mit schweren Verletzungen mußte der Kleine der Klinik in Gießen zugeführt werden. Alten-Duseck, 9. April. Dieser Tage hat Schulverwalter Diemer nach viermonatiger Tätigkeit an der hiesigen Schule infolge der Ab- baumaßnahmen unseren Ort verlassen, nachdem er sich vorher von seinen Schülern verabschiedet hatte. Schulverwalter Diemer hatte sich während seiner kurzen Tätigkeit nicht nur die Liebe und Anhänglichkeit seiner Schüler, die ihn bei seiner Abreise bis zur Bahnstation begleiteten, sondern auch durch sein freundliches und taktvolles Wesen die Achtung und Beliebtheit der Erwachsenen erworben. Die besten Wünsche der ganzen Gemeinde, die ihn nur ungern scheiden sieht, begleiten ihn auf seinem weiteren Lebenswege. t Treis a. d. Lda., 9. April. Die Ausstel - jlung der im verflossenen Schuljahr angefertigten -Handarbeiten unserer Volksschule fand hier im Saal der ersten Schulklasse statt und war recht zahlreich besucht. Die Arbeiten der Mädchen- fortbildungsschule wurden im Saale des Herrn Will ausgestellt. Der Vorsitzende des Schulvorstandes ging in längeren Ausführungen auf den hohen Wert der Mädchenfortbildungsschule ein und schloß mit dem Preis der Frauen- tu^enden, worauf die Anwesenden den zweiten V .3 des Deutschlandliedes fangen. Während bej Kaffees führten die Schülerinnen ein flott gespieltes Theaterstück und mehrere lebende Bilder auf, die von ihrer Lehrerin, Frl. Sief er t. gut eingeübt waren. Gegen Schluß der Veranstaltung sprach Bürgermeister M i ch e l im Ramen der Gemeinde Frl. Gielert den Dank für ihr treues Wirken aus. — Die Entlassung des ältesten Jahrgangs der Volksschule erfolgte toie alljährlich im Rahmen einer Schulfeier im Schulsaal. Rach einem mehrstimmigen Choral unö einem Vorspruch der Schuler hielt Lehrer Walter eine zu Herzen gehende Ansprache, in der er die Aufgabe der Schule, den Kindern nicht nur einen Schah von Kenntnissen mitzugeben, sondern auch ifjren Charakter in christlichem Sinn zu bilden, darlegte. Seine Worte wurden trefflich ergänzt durch den Vortrag mehrerer Chöre und Gedichte mit prächtigen Sn-en^r2{j^Jn' 3m Ramen der Eltern sprach Wilhelm Harbach dem Lehrer den Dank für alle den Kindern geleistete Arbeit aus. — Die Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden (neun Knaben und zehn Mädchen) sand am vergangenen Sonntag statt. Die Kon- sirmatton wird am zweiten Ostertag erfolgen. t Ollendorf a. d. Ld a., 10. April. Heute uud 4v 2 ah re verflossen, seitdem Herr Christian Rein das Amt des Bürgermei- sters unserer Stadt bekleidet hat. Aus diesem ^lnlaß tritt et in den wohlverdienten Ruhestand. 5>er Beigeordnete wird die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines Rachfolgers führen. Der ein- c?rt Bürgermeisters Rein entspricht es daß auf fernen Wunsch von allen Feierlichkeiten abgesehen wurde. . m 8. April. Die Spar» U1? ° ° r I ub f a f f e zu Kesselbach hielt ihre oA^lliche Generalversammlung für das 51. Ge- schaftsiahr 0929) bei Mitglied Johannes Höchst Ersitzende des Aufsichtsrates, fe •' ^öffnete die Versammlung, begrüßte die erschienenen Mitglieder und über- Uug den Vorsitz dem Direktor Lehrer Schmidt. Dieser begrüßte besonders die beiden noch lebenden Gründer und Gerichts assessor Pfeifer auä Marburg Er «teilteLchtL Äs Wort tftaHung öeg Jahresberichtes. Dieser wurde ausfichrlich erläutert den Mitgliedern borgetra» ö™- As ch daraus hervorzuheben, daß die Linie der Aufwärtsentwicklung trotz afler Hindernisse auch in diesem 3ahr eingehalten wurde Die benötigten Betriebskredite für die Mitglieder konn- ten zur D^fÜgung gestellt werden, auch belang- re'5>e langfristige Darlehen. -Letzteres war durch gute Einzahlung auf Spareinlagen möglich. Die Einzahlung überstieg die Rückzahlung mit 70 000 -utart, ]o daß eine Summe von rund 238 000 Mark Spareinlagen besteht, die sich auf 420 Bücher verteilt. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich 2Nark und erreichten die Summe von 24 382,60 Mark, die eigenen Reserven stiegen Oer Sternhimmel im April. Nachdruck verbotenl Sonnenaufgang von 5.40 bis 4.35 Hhr, Sonnenuntergang von 18.30 bis 19.20 Hhr. Lichtge st alten des Mondes: 1. Viertel am 6. um 12 Hhr, Vollmond am 13. um 7 Hhr, letztes Viertel am 23. um 20 Hhr. mfd. Erst auf den 13. April dieses Jahres fällt der berühmte Frühlingsvollmond, der das Oster» näherung an den Jupiter setzt sich immer weiter fort. Der Jupiter steht nach wie vor im Stier, indem er sich dessen „oberem Horn" nähert. Der Fixsternhimmel wird nun sehr schnell sommerlich. Der Orion ist etwa nur noch eine Woche lang zu sehen, länger sichtbar bleibt der Stier, an den sich die übrigen Tierkreisbilder 12 13 STERNBILDER: io. STABEN 16, 18 d 0 <. °<'/V ^2 Merkur 'Q Venus Mars (§)Jupiter Safurn Sterne: Kleine Buchst staben Sonne • Mond: D1. Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel 1 L* ' V Der die 24 Stundenzahlen von Mitter- nacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man eu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil 1/3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte * */s Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. fest am darauffolgenden Sonntag nach sich zieht. Auch der Himmel scheint auf diesen Vollmond besonderes Gewicht zu legen, denn er ist von einer Mondfinsternis begleitet, die freilich bei uns nicht sichtbar, auch an sich ziemlich unbedeutend ist. Auch die Sonnenfinsternis vierzehn Tage später ist bei uns nicht sichtbar. Dafür ist jedoch über die anderen Wandelsterne mancherlei zu bemerken. Der Merkur ist hervorragend günstig in der zweiten Hälfte des Monats am westlichen Abendhimmel zu beobachten. Bald nach feinem Auftauchen nähert er sich der Venus, der er am 22. sehr nahe kommt; am 27. holt sie ihn svieder ein. Die Rähe der Venus erleichtert seine Auffindung. Diese selbst ist gegen Monatsende schon länger als der Merkur, nämlich als Abendstern sichtbar. 3hre Ananschließen: Die Zwillinge, der Lowe und die Jungfrau, in der der Herbstpunkt liegt, der wegen der Rähe der 3ungfraufteme leichter aufgefunden werden kann als der Frühlings- Punkt, und alsdann die Waage. 3m Osten bereiten sich der Arctur und die Wega auf die ihnen im Sommer zufallende Herrschaft über den Fixsternhimmel langsam vor. Zwischen ihnen erblickt man das große, freilich keinen besonders hellen Stern enthaltende Sternbild des Herkules. Sein links unten stehender Stern bildet den Hebergang zu dem Bilde des Schlangenträgers. Drei seiner Sterne bilden mit dem erwähnten Stern des Herkules ein Trapez, dessen Form man sich sehr leicht einprägt, wenn man es auch nur einmal am Himmel gesehen hat. Ku st ermann. pel Hielt einen Vortrag über die Geschichte HI» richsteins. Er brachte eine Reihe interessanter Begebenheiten auf Grund von Quellen, die bisher teilweise noch unveröffeutticyt sind. Eine rege Diskussion schloß sich an, in der Dr. Bruch- Häuser als Vorsitzender des Gesamtvereins dem lebhaften Wunsch Ausdruck gab, daß die Sitte der monatlichen Zusammenkünfte, mit der ein verheißungsvoller Anfang gemacht sei, sich künftig gut einbürgern möge. Der nächste Monatsabend wird in den ersten Maitagen abgehalten werden. § Bobenhausen li, 9. April. Der hiesige Männerchor hielt dieser Tage im Kellerschen Saal ein wohlgelungenes Abendkonzert ab, das sich eines guten Besuches erfreute. Unter der bewährten Leitung des langjährigen Dirigenten, Lehrers Müller, Kölzenhain, wurden vier Morgenlieder und vi^x Abendlieder trefflich zu Gehör gebracht. Ferner kckM der Walzer „Qln der schönen blauen Donau", von Lehrer Fenchel (Hockersdo'f) und Wilh. Dau- pert (Ulrichstein) mit Klavier bzw. Violine begleitet, zum Vortrag. Die Darbietungen standen durchweg auf beachtlicher Höhe, die Zuhörer gaben ihrem Dank für den in unserem abgelegenen Ort immerhin seltenen musikalischen Genuß durch reichen Beifall Ausdruck. Ulfa, 9. April. Am 17. und 18. Mai d.3. findet die Bannerweihe des hiesigen Aad - fahrervereins statt, mit welcher Veranstaltung das Gaufest des Gaues 1 des Ober- hessischen Radfahrerbundes und ein Straßenrennen verbunden sind. Da die Gemeinde und sämtliche Vereine des Dorfes hinter dem Unternehmen des Radfahrervereins stehen, verspricht das Fest allen Besuchern einige genußreiche Stunden in den Mauern Ulfas. Gedern, 9. April. Zu dem gestrigen Schweinemarkt waren 551 Tiere aufgetrieben. Für fünf Wochen alte Ferkel wurden 28 bis 33 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 36 bis 40 Mk. und für Läufer je nach Qualität 60 bis 70 Mk. pro ©tüi gezahlt. Der Handel ging flott, doch blieb ein, geringer Heberstand. Kreis Alsfeld. Ruppertenrod, 9. April. Auf Betreiben unseres sehr regsamen Baumwartes O. Sann hielt hier kürzlich Obstbauinspektor Enkler von der Landwirtschaftskammer einen Lichtbildervortrag. Es wurde das gesamte Gebiet des Obstbaues behandelt, insbesondere die Schädlingsbekämpfung in den Vordergrund gestellt. Es wurde weiterhin das falsche und richtige Pflanzen der Stämmchen gezeigt. Der Vortra- ■ genbe sprach dann noch von den für die hiesige Gegend geeignetsten Sorten. — 3m Riedesel- schen Revier Eisenkaute herrscht eben reges Leben. Dort ist ein großer Fichtenbestand abgetrieben worden, im ganzen über 1300 Festmeter. Eine holländische Firma hat die Stämme erworben. von rund 8400 auf 11 000 Mark. An Hypotheken sind insgesamt 137 000 Mark ausgeliehen, auf Schuldscheine 40 000 Mark. 3m Kontokorrent 241 800 Mark. Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahre um 77 000 Mark vermehrt und schloß mit 629 660,84 Mark ab. Von dem Reingewinn wurden 10 Prozent Dividende an die Mitglieder vergütet, 2000 Mark den Reserven überwiesen und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen. Die weiteren geschäftlichen Belange wurden in zwölf Sitzungen des Aufsichtsrats und des Vorstandes erledigt. Der Bericht schloß zusammenfassend, daß sich die in 1924 ausgesprochenen Hoffnungen erfüllt hätten. Die weiteren Punkte der Tagesordnung fanden ihre ge* chäftsmähige Erledigung. Mitglied Gerichts- assessor Pfeifer, Marburg, sprach noch erläuternd über die Bilanz, betonte, daß der Vorland in schwerer Zeit seine Arbeit im Dienste der Genossenschaft treu und gewissenhaft erfüllt hat. Er stattete den Dank der Mitglieder an den Vorstand ab. Rach Verlesung des Protokolls schloß der Direktor die Versammlung. 0 Kesselbach, 8. April. In der letzten G e - meinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, die Ortsstraßen für den Auto-Durchgangsverkehr zu perren. — Ein weiterer Antrag auf Errichtung einer Freibadeanstalt wurde zur Kenntnis genommen; demnächst soll eine Besichtigung des in Ansicht genommenen Platzes stattfinden. Durch freiwillige Arbeitsleistungen gedenkt man, die Ausgaben für die Gemeinde auf ein sehr bescheidenes Maß herunterzudrücken, so daß der Ausführung keine Schwierigkeiten im Wege stehen. * Linden st ruth, 8. April. Frau Johannes Keil Witwe, geb. Zikan, in Lindenstruth feiert am 10. April ihren 8 0. Geburtstag. Die Jubilarin ist noch geistig und körperlich sehr rüstig, so daß sie ohne Brille noch lesen und schreiben kann. In dem umfangreichen landwirtschaftlichen Betrieb ihres Sohnes ist sie bei der Wartung des Kleinviehes noch sehr rege tätig und hilft auch täglich bei der Gartenarbeit mit. 6 Saasen, 7. April. Missionar Schmoll, Hersfeld, hielt dieser Tage in der Kirche Veits- berg einen Lichtbildervortrag über das Missionswerk in China. Der Vortragende, der elbst in China in der Missionsarbeit gestanden hat, verstand es, das Herz der Missionsfreunde ür die Aufgaben an der Heidenwelt in China warm zu machen. ton. Weickartshain, 9. April. Heute nachmittag gegen 16 Hhr ereignete sich auf dem hie- igen Bergwerk der Gewerkschaft „Luise" ein schwerer Hnglücksfall. Der etwa 36 3ahre alte, verheiratete Bergmann Otto Melchior war mit dem Ausbau eines Schachtes in etwa 10 bis 12 Meter Tiefe beschäftigt und füllte die bei diesen Arbeiten gelöste Erde in einen Förderkorb, der durch einen sogenannten Haspelbetrieb nach der Erdoberfläche gezogen wurde. Aus bis jetzt noch unbekannter Hrsache löste sich plötzlich der Haken des Förder* orbes von dem Drahtseil los. 3nfolgedessen turzte der Behälter in den Schacht hinab. Da dieser sehr schmal ist, konnte der bedauernswerte Mann nicht ausweichen, so daß der schwere Be- tzalter von oben her a u f ihn stürzte ind ihn zu Boden drückte, wobei et ^toere innere Verletzungen erlitt. Rach erster arjtluber Hilfeleistung wurde der Verunglückte nach dem Krankenhaus in Laubäch überführt, wo ’n ernstem Zustande bamieberiiegt. OS a ö e n b o rn. Steinberg, 8. April. 3n einer Sitzung des Schulvorstandes wurde einstimmig beschlossen, das dritte F o r t b i ld u n gs sch u l j a h r für Mädchen zu errichten. Es wurde beantragt, daß die Ge- melnde den Rathaussaal zu diesem Zweck zur Verfugui^ stellt. Für den Stundenplan des dritten Schuljahres der MädchensortbildungS- schule sind Handarbeit, Bügeln, Kochen und 14tägig zwei wissenschaftliche Stunden vorgesehen. — Wie alljährlich veranstaltete auch dieses 3ahr unsere Schule eine Schulentlassungs- feier. Hierzu hatte die oberste Klasse der Volksschule die Einwohnerschaft am Freitagabend in den Saal der „Gastwirtschaft zum Goldenen Löwen" eingeladen. Außer den Eltern der Schüler hatten sich eine große Anzahl Freunde der Schule eingefunden. Das Mundharmonikaorchester der obersten Klasse, unter Leitung von Lehrer Bender, eröffnete die Feier. Dann begrüßte Lehrer Bender die Erschienenen und entwarf ein Bild der Arbeitsweise in seiner Schulklasfe, die auf den neuzeitlichen Hnterrichts- betrieb der Arbeitsschule eingestellt ist. Es folgten in bunter Reihenfolge Chöre, Gedichte und Spiele, denen das Motto „Heimat und Elternhaus" zugrunde lag. -Der zweite Teil der Feier, der unter dem Leitspruch „Scheidestunde" stand, brachte Lieder und Dichterworte zum Abschied von der Schule zum Vortrag. Daran schlossen sich im dritten Teil zwei Theaterstücke an, die allgemeine Heiterkeit auslösten. Mit einem Schluhlied fand die in allen Teilen wohlgelungene Feier ihr Ende. Mit dem Erlös der Veranstaltung wird ein Ausflug nach Bad-Rauheim finanziert. ------- Watzenborn-Steinberg, 9. April. Der Turngau Wetterau veranstaltete am vergangenen Sonntag in Rieder-Florstadt seinen Frühjahrsgauwaldlauf. Von dem hiesigen Turnverein „Gut Heil" beteiligten sich hieran sechs Mitglieder. Es errangen in der L-Klasse (6,8 Kilometer): 1. Preis Otto Wehrum, 7. Preis Otto Sommer II., 9. Preis O. Sommer I. G-Klasse (4,8 Kilometer): 6. Preis Rud. Möckel, 9. Preis Otto Dem, 10. Preis Karl. Harnisch. —r- Lang-Göns, 8. April. Am letzten Sonn- tag fand hier in der früheren Kleinkinderschule eine Ausstellung von Handarbeiten und Erzeugnissen der Kochkunst unserer Fortbildungsschülerinnen statt. Es fanden sich zahlreiche Besucher ein. Allgemein war man überrascht über die ausgestellten Gegenstände, die an Schönheit und an Appetitkich- keit nichts zu wünschen übrig ließen. Die Ausstellung unter Leitung von Frl. Sief ert (Gießen), die hier den Fortbildungsschulunterricht erteilt, zeigte jedem Besucher — besonders viele Frauen und Mädchen hatten sich eingefunden —, welcher Wert der ländlichen Fortbildungsschule zukommt. * Rieder-Bessingen, 7. April. Gestern wurde gelegentlich der Besichtigung unserer Feuerwehr dem Mitglied Wilhelm Walther das ihm von der Regierung verliehene Ehrenzeichen für 25;ährige Dienstzeit durch Kreisfeuerwehrinspektor D i d o r e überreicht. Kreis Schotten. * Laubach, 9. April. Rachdem erst vor wenigen Tagen Graf Friedrich-Emst zu Solms- Laubach zu Grabe getragen worden ist, hat jetzt der Tod wieder ein Opfer aus dem Familienkreise des Gräflichen Hauses gefordert. 3n Groß-Krausche bei Bunzlau starb die 1862 in Laubach geborene Gräfin Elisabeth, älteste Schwester des genannten Grafen Friedrich- CrTqt und des 1904 verstorbenen Grafen Otto zu Solms-Laubach. Sie war vermählt mit dem bereits 1911 ihr im Tode vorausgegangenen Prin- zen HeinrichXXV. Deuh, jngere Linie. § M l r ich stein, 9. April. Der hiesige Zweig» verein des V. H. C. hat entsprechend einem fürg- Itd) gefaßten Beschluß die früher, in der Zeit bor dem Krieg geübte Sitte wieder ausgenommen, Monatsabende in Form geselliger Zusammenkünfte abzuhalten. Dieser Tage fand der erste dieser Monatsabende statt und wies erfreulicherweise einen sehr guten Besuch, auch £>on Richtnntgliedem, auf. Bürgermeister Ap- — Ober-Ohmen, 9. April. Die jahrelang umstrittene Aenderung der Zuchtrichtung ist nun in unserem Dorfe Wirklichkeit geworden. Für den dritten Simmentaler Bullen ist ein zum Preise von 840 Mark auf der Zuchtviehauktion in Wetzlar aus dem dortigen Züchtergebiet erstandenes Vatertter eingestellt worden. Kreis Lauterbach. £. Lauterbach, 9. April. An einem Neubau in der Vaitsbergstraße Hierselbst ereignete sich gestern nachmittag ein schwerer Unglücksfall. Ein in der Höhe des Daches angebrachtes Gerüst, auf dem der Spenglermeister G ö lz von hier und dessen Lehrjunge standen, um die Dachrinne anzubringen, löste sich plötzlich aus seiner Befestigung, so daß der Meister und sein Lehrling zwei Stockwerke tief h^rabstürzten. Während dem Lehrling bei dem Sturz aus etwa neun Meter Höhe, abgesehen von einer Verstauchung der Hand, wunderbarerweise nichts weiter passierte, mußte der Meister mit schweren Verletzungen vom Platze getragen werden. Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen. . * G i e ß e n, 9. April. Ein Polizeiwachttneister in Butzbach hat in der Weihnachtsnacht durch einen Betrunkenheitsstreich einen andern erheblich verletzt, und sich selbst in schwere Hngelegen- beiten gebracht. Rach einer Feier, bei der 1er biel alkoholische Getränke durcheinander getmnken hatte, ging er durch die. Straßen der Stadt — er war außer Dienst und in Zivil —, rempelte Bekannte an und drohte, wenn einer ihm zu dumm komme, würde er ihn über den Haufen schießen. Dabei hatte er die Hand in der rechten Tasche an einer schußbereiten Selbstladepistole. Als einer der Angerempelten, gegen den er tätlich wurde, ihn zurückstieß und selber die rechte Hand zum Schlag erhob, zog der Angeklagte blitzschnell die Pistole aus der Tasche und schoß ihm, aus so kurzer Entfernung, daß der Handteller versengt wurde, eine Kugel durch die Hand. Ev behauptete, die Pistole müsse ihm in der Tasche losgegangen sein. Der Rock wies aber kein Schuhloch auf. Der Vorgang wurde durch drei Zeugen übereinstimmend bekundet. Von sinnloser Betrunkenheit konnte nach der Beweisaufnahme nicht die Rede sein. Schlimme Folgen sind für den- Verletzten nicht entstanden: die Wunde ist glatt und ohne döeitemngen verheilt. Die Strafe lautete auf zwei Monate Gefängnis, an deren Stelle eine Geldstrafe von 300 Mk tritt. Freigesprochen wurde ein Gefangener der Zellenstrafanstalt, der einen Beamten in einer schriftlichen Eingabe gröblich beleidigt hatte. Rach irrenärztlichem Gutachten ist er ein vielfach vorbestrafter, haltloser Psychopath, für das h^mnungslose Geschimpfe nicht verantwortlich zu Ebenfalls fr ei gesprochen mangels aus- reichenden Beweises wurde ein Hilfsarbeiter aus Mwel, dem vorgeworfen wurde, sich an feiner klemen Pflegetochter vergangen zu haben. Ein ausreichender Beweis war nicht zu erbringen. As-LÄt'M, j°nS untct AMch-uh PIXAVON- Shampoon 30 ’&s** bQ; .e.ll'ibee 1" LG A H । ®a,l*4S; 1 !'April, D».,. ‘ftvr0’4'ä * I kZML k bVS ’affÄ Ausdruck. w -und l8.Wai-> ’« welcher QW «- ->°-T und e,n Strabo die Gemeinde unb ÄS Ö€m l“,R verspricht ^u>ge genußreiche L estrigen JJ1 Tiere auge- iat€Ä wurden 8 acht Dvchen alte M je nach Qualität ge-chlt. Der 5>aM grnnger Aebersiand, 'seid. lpril Auf Betreiben mivartes 0. Sann Ntorßnfletüon einen Llchtbil- das gesamte Miet ^besondere dir Schätz. Lvrdergrantz Mellt. falsche mtz richtige gezeigt. Der Bortra« ■ I »n den für die hiesige :en. - Im Biei# iaute herrscht eben großer Fichtenbekand anzen über 1390 Fest« ma hat die Stämme er« April. Die jahrelang g der Zuchtrich« Dorfe Wirklichkeit ge« ummentaler Bullen ist art auf der Zuchtvieh« cm bärtigen Züchter« t eingefteftt tuorben. röach. 1. An einem Neubau M ereignete K ge« ter llnglückriall. angebrachtes Gerüst, r Tölz von hier und m die Dachrinne °M. zlich aus seiner Lese- und sein Lehrling Zwei ib stürzt en. Wahrend ।r,? aus etwa neun von einer Aerstauchung . nichts weiter polsterte, roeren Berletzun« »erden. M ,ä M Gießen. MÖS ■ einen andern erheb« schwere v&r* kW» »fÄ BcWe Hnb für den ■»•SM :afeDOlt d- eilt ®'f“”'B’ean« ZL^ L-'iKZ unter »JladjDnid verboten. 22 Fortsetzung. getragen hat. wirb Sie die gefieberte Schlanm zurücksenden, ohne bah Ihnen itgenoein Cctö geschieht." , Er wartete aus ihre Antwort. Wieder versuchte sie zu sprechen, und jetzt gelang es ihr. .Ich werde nicht« sagen... wirklich, ich der» spreche es feierlich", sagte sie atemlos. Es war jetzt nicht der Augenblick, sich zu beklagen und Borwürse zu machen. „Versprechen Sie also, daß Sie niemand von dieser Rächt etwas erzählen werden?" „Vein... ich... ich verspreche eSl" Der Mann verlieh die Zelle sofort, schloh die Tür hinter sich und blieb kurze Zeit fort. Aker zurückkehrte, trug er ein Tablett mit einer dampfenden Tasse Bouillon, einem kleinen Brötchen und einer Flasche Wein. Sie schüttelte den Kops, als sie die Erfrischungen sah. „aicin, ich danke Ihnen, ich möchte nur etwa» Wasser haben." „Es wäre aber besser, wenn Sie die Bouillon nehmen würden." Er ging hinaus, lieh die Tür offen, und kam bald darauf mit einem Glas Wasser zurück, das er ihr höflich reicht«. Sie leerte es gierig in einem Zuge. Als er ihr noch einmal zuredete, nippte sie doch an der Brühe und fand sie sehr erfrischend. Nachdem sie halb ausgetrunken hatte, schob sie die Tasse beiseite. .Sind Sie fertig?" fragte er. „3a“, antwortete sie. Aber ihre Stimme klang ihr selbst vollständig fremd. Sie folgte ihm durch den langen Gang. Lee Wogen wartete vor der Tür. Zu ihrer gropten Beruhigung machte der Mann keinen Versuch, sie zu begleiten, sondern warnte sie nur noch einmal. „Wenn Sie klug sind, dann verhalten Sie sich ruhig und probieren es nicht, die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zu lenken. Die Poliz^ würde Ihre Geschichte und Ihren Bericht doch nicht glauben." Daphne fuhr nicht denselben Weg zurück, 6en sie gekommen war. Der Chauffeur fuhr ander«, und sie kamen auf einer Strahe nach London zurück, die sie nicht kannte. Vach und nach tauchten die bekannten Gebäude der Stadt aus. und sie wurde von Herzen froh. Die Turmuhr schlug zwei, als der Wagen vor der Tur ihre« Hauses hielt. Ringsum war alles in tiefem Schlaf. Sie stieg schnell aus, schlug die Tur hinter sich zu, und das Auto setzte sich sofort wieder in Bewegung. (Fortsetzung folgt.) der Wagen langsamer fuhr .... ~ bog. Er folgte einem ebenen, aber engen Weg. der in vielen Biegungen verlief. Sie glaubte, dah dieser sie endlich zu einer Hauptstrahe brin- irgenbelnem unerklärlichen Grund kreisten ihre richelosen Gedanken immer um Peter Dewin, als ob er ihre einzige Zuflucht sei. Sie wußte allerdings nicht, was er zu ihrer Hilfe tun konnte, und aus welchem Grund sie ihm vertraute. Was würde mit ihr geschehen? Was beabsichtigte man mit dieser. Freiheitsberaubung? Während der ganzen Fahrt hatte sie das entsetzliche Gefühl, dah Leicester Crewe für diese Tat verantwortlich war. Sie wagte aber nicht, diese Möglichkeit zu Ende zu denken. War das die Erklärung? Hatte man sie gebeten, zum Theater zu kommen, um ihm die Gelegenheit zu verschaffen, die er sich wünschte? Aber er war nicht der Mann, der solche Gefahren auf sich nahm. Sie kannte ja seinen Charakter gut genug. Er war fähig, Schurkereien zu verüben, aber es waren, nur gewöhnliche und kleinliche Schurkereien — diese Entführung da« gegen schien grohzügig geplant zu fein! Sie sah auf ihre Uhr: es war viertel eins. Dann hörte sie, dah der Schlüssel umgedreht wurde und die Tür sich langsam öffnete. In dem Korridor stand eine Gestalt, über die sie heftig erschrak. Von Kopf bis zu Fuh trug der Mann ein enganliegendes, dunkles Gewand. ®r hatte einen schwarzen Sock über den Kopf gezogen: in Augenhöhe war ein Stuck schwarzen Tülls eingesetzt, so dah der Unbekannte alles sehen konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Der Unheimliche stand sekundenlang drohend an der Tür und starrte sie an, dann ging er plötzlich zurück. Die Tür schloß sich, und der Schlüssel wurde wieder umgedreht. Dann war es still. Zehn Minuten vergingen — dann tat sich die Tür von neuem auf. Daphne faßte Mut, der schrecklichen Gestalt entgegenzutreten aber diesmal stand ein anderer, größerer und stärkerer Mann vor ihr. An dem bunten Taschentuch, das sein Gesicht halb verbarg, erkannte sie ihren Entführer. Wissen Sie, weshalb Sie hierhergebracht wurden, mein Fräulein?" Seine Stimme wurde durch da« Tuch zu einem Murmeln gedämpft. Sie wollte sprechen, brachte aber keinen Ton hervor, und konnte nur den Kopf schütteln. „Weil Sie mit Leuten verkehren, die der gefiederten Schlange feindlich sind." Der Mann sprach langsam, als ob er eine auswendig gelernte Botschaft hersagte. „Wenn wir wollten, konnten wir Sie hier für Jahre gefangenhalten, und niemand würde etwas davon erfahren. Aber wenn Sie das feierliche Versprechen geben, niemals einer lebenden Seele zu verraten, was sich heute abend zu» gen würde, aber sie fuhren immer weiter und weiter, und als sie schließlich in« Freie kamen, befanden sie sich an der Grenze eines kleinen Dorfes. Durch das offene Fenster sah sie hohe Stahlmasten, die sich zum Himmel emporreckten ... e« mußte eine drahtlose Station sein. Vachdem sie ungefähr noch eine Viertelmeile gefahren waren, befanden sie sich auf einem Feldweg. Es war jetzt so dunkel, daß sie nichts mehr unterscheiden konnte. Plötzlich der Wagen an, der Mann öffnete die Tur, trat hinaus und half ihr beim Aussteigen. Eie sah ein Eisenbetongebäude, das den Eindruck eines Landhauses machte. Gleich daraus wurde die Tür von einer Frau geöffnet die Daphne am Arm nahm, und einen kurzen Gang entlangführte, der bald in rechtem Winkel abbog. Gehen Sie hier hinein und verhalten Sie sich ruhig", sagte die Frau. Sie hatte eine barte, raube Stimme, und wenn sie sprach, duftete es nach Alkohol. Daphne blieb im Dunkeln. Eine Tür schlug zu, und kurz darauf wurde der Raum, in dem sie sich befand durch ein in die Eisenbetondecke eingelassenes Licht erhellt. Offensichtlich war der elektrische Schalter draußen auf dem Gang. Es war eine kleine Kammer, deren Wände, Decken und Fußboden aus Eisenbeton bestanden. Sie mochte etwas größer sein als das kleine Schlafzimmer in ihrer Wohnung. Sie sah eine eiserne Bettstelle, das Bettzeug war zurecht- aemacht. Außerdem standen nur noch em Stuhl und ein Tisch in dem Raum. Auf einem Wandbrett lagen eine Bürste, ein Kamm und em Vuch. Eine Strohmatte war unter dem Tisch aus- gebreitet. Eine türlose Oessnung führte in eine Badekabine, die klein, aber vollständig eingerichtet war. u Ganz verwirrt ging sie in ihr „OBofji^immer zurück und griff mechanisch nach dem Buch aus dem Wandbrett. Eine Bibel! Alle Dinge, die sie sah, waren vollständig neu und unbenutzt. Sie staunte. Das ganze Gebäude konnte noch nicht lange errichtet fein — es roch noch überall nach Zement und frischem Puh. Sie druckte die Klinke herunter, aber die Tür war verschlossen. Ein quadratisches Deobachtungsfenster war dann eingelassen. w Daphne Olroyd setzte sich auf das Veit. 6te zitterte an allen Gliedern, und es war nicht die Kälte, die ihre Zähne zusammenschlagen ließ, denn es war angenehm warm in dem Raum. I Der Schrecken über diesen plötzlichen ileberfall hatte sie vollständig aus der Fassung gebracht und es erfaßte sie eine qualvolle Angst. Aber aus Lange Zeit sah Daphne Olrohd starr vor Schrecken und war unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen. Sie biß sich auf die Lipsxn, und das Khmerzgesühl verhinderte, daß sie ohn- mächtig wurde. Der Wagen fuhr schnell durch die Straßen von Westend. In den gen mischten sich große Schneeflocken, die die Außenseite der Inster bald mit einem dichten Schwer zogen, so dah es schwer wurde, den Weg -u erkennen, den sie nahmen. Qlber sie wustte daß die Strahe entlang dem Themseuser lief, stekonnte es an dem Widerschein der Laternen im Wasser erkennen, denn die Flut stand hoch. 3ept sah sie die Lichter eines Schleppdampfers, Der langsam den Strom hinunterfuhr, sie hörte den tiefen Ton der Sirene, mit der er em Polizei- boot in seiner Fahrtrichtung warnte. Sie verliehen den Strom in Dlackfriars und der Wagen eilte durch die belebte City. Einen Augenblick lang tauchten die llmn6hmen bed Tower auf, dann bog das Auto in ©eiten- strahen ein. Plötzlich erhellten die großen Bogen- lampen einer breiten Verkehrsader auch das Innere des Autos em wenig. Gleich Darauf kamen sie an einem großen Gebäude vordtt — sie erkannte das Zentralhospital von London. Warum tun Sie das?" begann sie zu sprechen, Obgleich sie sich bemühte, ruhig zu erscheinen, zitterte ihre Stimme doch. ..Stellen Sie jetzt keine Fragen — Sie werden bald alles ersahren." Hierauf verhielt sie sich ruhig. Die geschloßene Bebauung hörte jetzt auf, und sie erreichten eine Gegend, in der freie Felder mit Sabrden wechselten. Einmal merkte sie an dem häßlichen Geruch, dah sie eine Seifenfabrik passierten. Dann kamen sie in offenes Gelände. Der Weg wurde schmaler, und sie fuhren zwischen zwei hohen Baumrechen hin. Dann beschienen die dunkelbrennenden Lampen des Wagens Gebüsch und Unterholz, das an den Weg grenzte. E« kam ihr zum Bewußtsein, daß das die Gegend von Epping Forest sein muhte. Kaum hatte sie diese Entdeckung gemacht, als der Waaen langsamer fuhr und nach rechts ab- Sie gefiederte Schlange Vornan von Edgar Wallace. 50 Pfennig Warenabgabe nur an Mitglieder! Konsumverein S Bratensoße c. G. m. b. H. Zu Ostern! Ein extra billiges Angebot in Pfund 0.24 Pfund 0.26 30 Pfennig 25 Pfennig Ein Würfel für 15 Pf. gibt so viel Soße wie 2 Pfund Braten. 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März 1930 einem Plan zur Abänderung der Bau- und Straßenfluchtlinie im Hollerweg zugestimmt. 28960 Der Plan liegt in der Zeit vom 10. bis 25. April 1930 bei dem Städtischen Hochbauamt, Asterweg 9, während der üblichen Geschäftsstunden zur Einsicht offen. Einsprüche gegen den Plan sind schriftlich bei dem Städtischen Hochbauamt während der Offenlegungsfrist bei Vermeidung des Ausschlusses vorzubringen. Gießen, den 3. April 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Damen-6lac6 Handschuh n Qr extra billig! ZLuU Auf meine noch recht erheblichen Bestände in Chasalla-Schuhen !O°/o Rabatt! Kinder-Knie-Strümpfe starke Qualität, 7K Gr.4 ............. IU-9} Herren-Schweiß-Socken bewährte Quali- Eft tat Unser Schlager: Vollmilch - Jcftoftolade Damen-Handschuh Tricot, mit 7E farbig. Stulpe ■■■ ■ V Dem Boden macht das Wasser nichts er Ist mit LOBA-Beize, der wasserechten, behandelt, und sogar ein pudelnasser Regenschirm hinterläßt auf ihm keine Flecken. 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April. 1825: der Sozialist Ferdinand Lassalle in Breslau geboren (gestorben 1864); — 1921: die Kaiserin Auguste Victoria in Haus Doorn in Holland gestorben. Wechseln am 31. Dezember 1929 belaufen sich auf 219 693.11 Ml. in 182 Abschnitten. Dre De- schäftsguthaben sind um 11 525,51 Mk. gestiegen auf 91 251,88 Mk. und unter Berücksichtigung der für dieses Jahr vorgeschlagencn Zuwendungen betragen die Reserven 70 000 Mk., so das) sich unser eigenes Vermögen auf 161 251,88 Mk. beläuft. Unter Hinzurechnung der Haftsumme mit 716 000 Mk. weisen die Garantiemittel unseres Instituts 877 251,88 Mk. auf. Der Reingewinn beträgt 26 233,10 Mk. Wir schlagen vor, den Reingewinn wie folgt zu verteilen: 10 Prozent Dividende auf 78 953 Mk. dividendenberechtigte Anteile, 8 Prozent Zinsen aus die im Laufe des Geschäftsjahres eingezahl- ten Anteile, Zuschrift zur Hauptreserve 3860 Wk.. zur Spezialreservc 4000 Mk.. zur Hausrucklage 1000 Mk., zum Pensionsfonds 3000 Mk., Auswertung der Geschäftsanteile 615 Mk., Aufwertung der Spareinlagen 2385 Mk., Vergütung an Aufsichtsrat und Vorstand 1350 Mk., Vortrag auf neue Rechnung 1907,80 Mk. Der Mitgliederbestand betrug am l.Ianuar 1929 623, Zugang neuer Mitglieder 23; es schieden aus: freiwillig 17, durch Ausschluß 3, durch Tod 5, zusammen 25; Mitgliederbestand am Schlüsse des Geschäftsjahres 621. Schweinemarlt in Gießen. Der gestrige Schweinemarkt war insgesamt mit 274 Stück Ferkeln, Läufern und Einlegern beschickt. Sehr zahlreich war der Auftrieb von feiten der Landwirtschaft. Der Handel war ziemlich flott, so daß fast kein Ueberstand verblieb. Dezahlt wurden für Ferkel, sechs bis acht Wochen alt, 38 bis 47 Mk., acht bis dreizehn Wochen alt, 45 bis 55 Mk.. Läufer 50 bis 70 Mk. je nach Stärke, Einleger wurden von 90 bis 105 Mk. das Stück gehandelt. Der nächste Markt findet am 7. Mai statt. Sastenilassung gegen 100 000 M. Kaution WSR. Frankfurt a. M., 9. April. In der F a v a g s a ch e hat der Untersuchungsrichter im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft ungeordnet, daß die Angeschuldigten Becker und Dr. K i r s ch b a u m gegen Sicherheitsleistung in Höhe von j e 100000 Wk. und bei Erfüllung einer Reihe anderer Auflagen von der weiteren Untersuchungshaft verschont werden. Verkehrswesen lagen gedrückt Renten waren lebhafter. Besonders Reubesitzanleihe waren gefragt und fester. Im Verlaufe lagen Aku auf Abgaben der Baisicpartei 1,5 Proz. schwacher, so daß der anfangs erzielte Gewinn wieder verloren ging. Die anderen Märkte lagen aber trotzdem unverändert freundlich. 3nt allgemeinen traten gegen Anfang erneute Besserungen bis i u 1 Proz. ein. Farben waren lebhafter gebaut delt, während im übrigen daS Geschäft ziemlich still blieb. Am Geldmarkt war der uati für TageSgeld auf 4 Proz. erhöht Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1890. gegen Pfund 20.379, London gegen Kabel 4 86475, gegen Paris 124.2150, gegen Mailand 92.79, gegen Madrid 38.65, gegen Holland 12.1090, gegen Schweiz 25.0960. Berliner Börse. Bottöbank Büdingen. Die Volksbank Büdingen e. G. m. b. H. veröffentlicht soeben zu der am 12. April statl- findenden 5 2. ordentlichen Generalversammlung den Rechenschaftsbericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1929. Dev Vorstand teilt darin u. a. mit, daß die Volksbank im Rahmen ihres Geschäftes und unter Berücksichtigung der geforderten Sicherheiten den Kreditgesuchen der Mitglieder gerecht werden konnte. Ser Umsatz auf der einen Seite des Hauptbuches betrug im Iahre 1929 rund 23 217 428 Mk. gegen 19 300 653 Mk. Die Bilanzsumme überschritt die Million: im Iahre 1929 gleich 1 060 016,76 Mk. gegen 934 867,59 Mk. 'm 1928. Weiter wird in dem Bericht u. a. ausgeführt: Trotz der herrschenden ungünstigen Geldverhältnisse sind wir mit dem Zuwachs der Spareinlagen recht zufrieden. Die Spareinlagen haben sich wiederum um 102 663,34 Mk. auf 484 954,92 Mark erhöht und verteilen sich auf 491 Sparbücher. Die Kreditoren mit 358 Konten sind auf 233 908,06 Mk. gestiegen. Die Debitoren belaufen sich auf 712 588,11 Mk. Dazu kommen noch Stück 28 Vorschüsse auf Sola-Wechseln im Gesamtbeträge von 6400 Mk. An Schecks und Einzugswechseln wurden 3841 Stück im Betrage von 954 460 Mk. hereingenommen, im Diskontgeschäft waren es 2398 Abschnitte im Betrage von 1 646 276 Mk., zusammen 6239 Stück gegen 4757 im Vorjahre im Gesamtbeträge von 2 600 736 Mark gegen 2 385 073 Mk. in 1928. Der Wechsel- bestand am Ende des Iahres beträgt 98 488.69 Mark. Die Giro • Verbindlichkeiten unserer Kundschaft verteilen sich wie folgt: 54 Giro- frebitc bis zu 1000 Mk., 23 bis zu 5000 Mk., 4 bis zu 10 000 Mk., 6 über 10 000 Mk. Die Giroverbindlichkeiten aus weiter begebenen Entlastung her Reichsbonk. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. April hat sich in der verflossenen Vankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 168,4 Mill, auf 2193,6 Will. Mk. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsfchahwechseln um 2,4 Mill, auf 17,1 Will. Mk. zugenommen, die Bestände an Handelswechseln und »Schecks um 25,7 Will, auf 2027 0 Will. Mk.. und die Lombardbestände um 145,0 Mill, aus 56,3 Mill. Mk. abgenommen. An Reichsbanknoten und Renten^- bankscheinen zusammen sind 264,4 Will. Wk. in die «assen der Bank zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 238,2 ulun. auf 4567,4 Will. Mk., derjenige an Rentenbank. Meinen' um 26,2 Mill, auf 336,1 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 45,4 Mili. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 519,4 Mill. Mk. eine Zunahme um 62,9 Mitt. Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 12,2 Mitt, auf 2894,7 Mitt. Mk. erhöht. Irn einzelnen haben die Goldbestände um 48,5 Mitt, auf 2544.4 Mitt. Mk. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 36,3 Mitt, auf 350,3 Mitt. Mark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein erhöhte sich von 51.9 Prozent in der Vorwoche auf 55,7 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 60 Prozent auf 63.4 Prozent. Besserung der Arbeitsmarktlage. Dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitstier- mittlung und Arbeitslosenversicherung für die zweite Marzhälfte zufolge hat sich die Frühjahrs- belebung auf dem Arbeits markt weiter durchgesetzt und gegenüber der Erleichterung in der ersten Märzhälfte weiter verstärkt. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger betrug am 31. März in der Arbeitslosenversicherung 2 053 387, das bedeutet gegenüber dem 15. März eine Abnahme von 204326 und in der Krisenunterstützung 293 710, was eine Zunahme von 7298 gegenüber dem 15. März bedeutet. Die Gesamtzahl der Haupt- unterstützungsempfänger betrug mithin, nach den Vormeldungen der Landesarbeitsämter, am 31 März 2 347 077, das sind 256 000 mehr als im Vorjahre. • Fusionsverhandlungen Preuh. Centralboden- Deutsche Grundkredit b a n l. Wie WTB..Handelsdienst erfährt, haben sich die Fusionsverhandlungen zwischen der Preußischen Centralbodenkredit- und Pfandbriefbank und der Deutschen Grundkreditbank. Gotha, zu einem Fusionsangebot der ersteren Dank verdichtet. Für den Umtausch der Aktien wird entsprechend dem Kursstände das Verhält- | nis von 2:3 in Frage kommen. • Abschlüsse i in Kreuger-Konzern. Der Nettogewinn der Strenger & Toll A. B., Stockholm für 1929 beläuft sich auf 27,12 (19,85) Mill. Str. Das Direktorium schlägt der G.°V. vor, für die alten Aktien, deren Nennwert 65 Mill. Str. ausmacht, und für die Teilschuldscheine (Participating Debentures) eine Dividende von 30 (25) v. H. und für die neuen Aktien, deren Nennwert 11 Mill. Kr. ausmacht, 5 v. H. auszuzahlen. 20,15 Mill. Kr. sollen vorgetragen werden. Insgesamt werden der G.-V. 40,20 Mill. Kr. zur Verfügung gestellt. — Von den verschiedenen Gesellschaften an denen Kreuger 8- Toll interessiert ist, schlägt die N.V. Financieele Maatschappij Kreuger 8- Toll eine unveränderte Dividende von 15 v. H. vor. Die Trafi- kaktiebolaget Gaengesberg-Oxelloesund beantragt 15 v. H. gegen 5 v. H. im Vorjahre, als ihre Tätigkeit durch den langwierigen Streik gehemmt war. Die Svenska Taendsticks A. B. schlägt für 1929 eine unveränderte Dividende von 15 v. H. vor. Bei der Svenska Cellulosa A. B. werden 1930 und 1931 keine Dividenden ausbezahlt, da die Gewinne zur Amortisierung und für Organisationskosten aufgewandt werben. Das vereinigte Gewinn- und Verlustkonto der Kreuger & Toll, N D. Financieele Maatschappij Kreuger 8: Toll und Swedish-Ameri- can Investment Corporation ergibt einen Gewinn von 108,56 Mill. Kr. Nachdem von dieser Summe die Zinsen für die Teilschuldscheine (Participating Debentures) abgezogen sind, verbleibt ein Nettogewinn von 80,71 Mill. Kr. Frankfurter Börse. Frankfurt a. W.. 10. April. Tendenz: Freundlich. — D:e Ten^^" war heute auf Hoffnungen einer bald gen Verständigung der Regierungsparteien hinsichlttcy Steuerprogramms freundlich. Die Kulisse schritt zu Rückdeckungen, dvch konnte das Geschäft kein größeres Ausmaß annehmen, da der Ordereingang von Publikumsseite sehr bescheiden blieb. Die festen internationalen Börsen und die weitere Verflüssigung des Geldmarktes, in dessen Zusammenhang mit baldiger Diskontsenkung einzelner Länder gerechnet wird, stimulierten. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit und der ziemlich optimistische Bericht der Dresdner Bank über die Wirtschaftslage und den Kapitalmarkt fanden ebenfalls regere Beachtung. Das Geschäft konnte aber trotzdem nur in Spezia1werten größere Form annehmen, bei denen sich Gewinne bis zu 2 Proz. ergaben. Lebhafteres Geschäft bestand am Kalimarkt für Aschersleben, die 5 Prozent höher eröffneten. Am Elektromarkt traten Schuckert mit plus 2 Proz. mehr hervor. AEG. gewannen 1,5 und Siemens 1 Proz. Am Chemiemarkt kam nur in Farben eine Grstnotiz zustande, die 1,25 Proz. fester lagen. Am Kunstseidemarkt waren Demberg auf Gewinnmitnahmen 3 Proz. schwächer. Für Aku erhielt sich dagegen Interesse mit plus 1,5 Proz. Deutsche Linoleum konnten mit plus 2,5 Proz. etwas hervortreten. Am Montanmarkt war die Umsatztätigkeit sehr gering. । Phönix waren leicht erhöht. Don Schiffahrtsaktien gewannen bei etwas lebhafterer Rachfrage Hapag und Rordlloyd bis zu 1 Proz. A.-G. für Derlin. 10. April. Schon zu Beginn der heutigen Börse zeigten einige Spcztal- werte recht feste Tendenz. rcc*)* nct nach dem gefundenen Steuerkompromih mit einer baldigen Einigung der Parteien. Wan verwies auf die international leichten Geldmarktverhältnisse. die weitere Diskontsenkungen m den Bereich der Möglichkeit ziehen, diskutierte den erfreulichen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in der zweiten Rsärz-Wochc, und war aiich mit dem ersten Dedi-Bank-Abschluß nach der Fusion durchaus zufrieden. Ein Wirtfchafts- bericht der Dresdner Bank erwartet eine Konjunkturbelebung, und auch sonst lagen eher günstige Meldungen vor. Die Zurückstellung der Stickstoffpläne bei der Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. wurden besonders für Farben günstig kommentiert, und bei Aku sind die Dividende- Hoffnungen wieder auf 6 Prozent angekommen. Vor allem bewirkte aber die Reform in der italienischen Kunstseideindustrie für diesen Markt größeres Interesse. Im allgemeinen waren die Rückgänge nicht groß, und die Stimmung war als freundlich zu bezeichnen. Von einer nennenswerten Zunahme der Publikumsbeteili- gung war noch nichts zu spüren, nur das Ausland interessierte sich für seine alten Favoriten etwas. Bis zu 5 Prozent eröffneten Spritaktten, Polyphon, Svenska. Bergmann und die Kal,» afticn. Montanwerte lagen eher vernachlässigt. Auch Elektrowerte eher ruhiger. Dagegen blieben Schiffahrtsaktien gefragt, und Hansa zogen um 2 Prozent an. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Ausländer waren wenig verändert. Der Pfandbriefmarkt war ft UL Der Geldmarkt war unverändert leicht. Rach den ersten Kursen war die Tendenz nicht ganz einheitlich. Vom Kasi- markt ausgehend setzte sich später allgemein eine Befestigung durch. Auf die heute nachmittag ftattfinöenoen Aufflchtsratsfitzungen in der Kaliindustrie, in denen glänzende Abschluß - ziffern bekannt werden sotten, zeigte die Spekulation an diesem Markt, zumal eine Großbank als Käufer auftrat, vermehrtes Interesse. Salzdetfurth, Aschersleben, und Westeregeln zogen daraufhin um weitere 3 bis 6 Prozent an. Auch die an den unnotierten Märkten gehandelten Winterhalle profitierten von dieser Bewegung und überschritten die 200 Prozent-Grenze. Ein am Kunstseidemarkt einsehender Baissevorstofi (Aku verloren 1,75 Prozent und Bemberg 3,5 Prozent gegen Anfang) bewirkte später ein leichtes Racbgeben der Tendenz, und die Höchstkurse konnten sich nicht ganz behaupten. Trotzdem tx^ trugen die Gewinne gegen Anfang immer noch 1 bis 3 Prozent. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. April. Auftrieb: 80 Rinder, 1432 Kälber, 227 Schafe, 1050 Schweine. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 83 bis 88, mittlere Mast- und Saugkälber 78 bis 82, geringe Kälber 70 bis 77. Schafe. Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 52, mittlere Masttämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49. Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Kälber lebhaft, zum Schluß abflauend, ausverkauft. Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. fern der sechs fusionierten Banken angegeben) weist im einzelnen folgende Ziffern aus: Zinsen und Wechsel 101,76 (100,91), Gebühren 119,89 (119,12), Sorten und Zinsscheine 1,90 (1,76), Wertpapiere —,— (4,89), Gemeinschastsgeschäfte —,— (4,58), dauernde Beteiligungen 5,60 (5,37), dos sind insgesamt an Jahreseinnahmen 229,14 Millionen Mark. Dagegen erforderten Handlungsunkosten 155,94 (151,93), Steuern und Abgaben 24,89 (27,13), Wohl- fahrtseinrichtunqen, Pensionen, Abfindungen usw. 15,17 (13,18), Abschreibung auf Mobilien 0,99. Der Reingewinn des Jahres 1929 beträgt 32,15, einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahre 34,18. Es wird beantragt, eine Dividende von 10 v. H. auf 285 Millionen Ätark Aktienkapital zu zahlen, an den Dr.-Georgvon-Siemens-Wohlfahrtsfonds 1,5 Millionen Mark zu überweisen und nach Abzug des Gewinnanteils des Aufsichtsrats von 1,29 auf neue Rechnung rund 2,90 Millionen Mark vorzutragen. • Frankfurter Hof AG.. Frankfurt a. M. — DividendenausfalL In der Bilanzsihung der Frankfurter Hof AG. wurde beschlossen, der auf den 7. Wai einzuberufenden G.-D. vorzuschlagen, von dem Betriebsgewinn von 437 913 (i.B. 437 365) Mark die sahungs- mähigen Tantiemen und 6 Proz. Dividende auf die Vorzugsaktien auszuschütten, aber im Hinblick auf die wirtschaftliche Depression von einer Dividende auf die Stammaktien abzusehen und 413 833 (234 345) Mark zur Konsolidierung der Gesellschaft für Abschreibungen zu verwenden. Im Vorjahre wurden 5 Proz. Dividende auf die Stammaktien verteilt. • A. G. FrankscheEisenwerke Adolfs- Hütte. Rieders cheld. Die A. G. Franksche Eisenwerke Adolfs-Hütte bei Riederscheld (Dillkreis) beurteilt daS vor dem Abschluß stehende Geschäftsjahr zufriedenstellend, fo dah mit einer Dividende von wieder 7 Prozent auf das 4 Millionen Mark betragende Aktienkapital gerechnet werden könne. • Vereinsbank Hanau, e. G. m. b. H. Das Institut berichtet, daß trotz des wirtschaftlichen Riederganges sich im abgelaufenen Ge- schäftsjahr eine gesunde, solide Weiterentwicklung des Geschäftes vollzogen habe. Der Reingewinn beträgt 20 099 (16 039) Mark, woraus wieder 8 Prozent Dividende verteilt werden sollen. * Deutsche Bank und Disconto-Ge> feilsch ast, Berlin. Die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, Berlin, legt jetzt ihren Abschluß für das Jahr 1929 vor, dessen einschneiden- des Ereignis die Fusion mit der Disconto-Gesell- schäft, ihren Tochtergesellschaften und mit der Osnabrücker Bank war. Die Abschlußzifsern umfassen daher auch die fusionierten Institute. Die Gewinn, und Verlustrechnung (in Klammern ist die additionelle Zusammenstellung der für 1928 veröffentlichten Zif- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 v. H.. Lombardzinsfuß 6 v. H.________________ Sranfhirt a. M. Berlin Frankfun a. Dl. Berlin ! Frankfurt a. Ul | Berlin Vanknoten._______— Schlußkurs Anfang« Kurs Berlin, 9. April Geld snef Schluß-s 1-Uhrkurs Kurs Schluß-§ kurs | Anfang- flurd VH.uß-I kurs I 1-Uht- fl"r< Schluß-l kurs | Anfang- Kurs kkur- Aoieritanllche 'Jloten..... Bclgtschc Noten ........ Tänilche Noten ........ Englische Noten...... - 4,172 58,36 4,192 58,60 112,22 20,41 16,45 168.54 22,19 112,22 59 10 2.495 112,67 81,36 53,01 12,43 73.18 a. W. Datum 9. 4. 10 4 9.4. । 10. 4- Datum 9 4. 10 4 9 4 10. 4. Datum 9 4 10 4 9 4 10 4 11,78 20,33 Ifi.M 6% Deutsche Reichsaiucche 87 99,55 55,13 11 91,75 51 53 97,5 89,75 85 98 95 89,5 95 28,5 4.5 2,6 26,25 22,25 23,25 2,7 7,8 7,8 7,75 9,75 16,6 8,25 11,3 87 100,1 55,2 11,1 92,5 53 98 95 89,5 28,9 4,4 2,7 26,3 22 23,13 265 7,85 7,9 7,85 9,9 16,4 8,15 11 । 11 £ 11 i 's i C i i I I l i i i । । । 1 1 Ham durg-A m erika Patei . . ■ 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 Hansa Dampfschiff..... 10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheCreditanft. 10 Barmer Bankverein 10 Berliner Handelsgesellschaft 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Diseon to-Selellschast,. . . 10 Dresdner Bank ...... 10