Montag, 10. März 1930 180. Jahrgang Nr. 58 Erstes Blatt GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vri'S lind verlas: vrühl'sche Unlverfi«s. seW eiehte* O$i y russige« Südsüdwest q siurirnscne» nordwesl Oie »leut nieotn mit dem wmde Sie beiden Stationen stenenden Za» •en geben die Temperatur an Die Limen verbindet) Orte mit gleiches *• Heeresmveau umoertehotieo Luttdruit Wettervoraussage. Heber der Nordsee lagert ein Wirbel, welcher feinen Einfluß südwärts erstreckt und über dem Kanal und Frankreich Niederschläge bringt. Auch unsere Witterung dürfte durch ihn beeinflußt werden, und bei zunächst ansteigenden Temperaturen Bewölkung und Eintrübung vorherrschen, wobei einzelne Niederschläge zu erwarten sind. Der Witterungscharakter gestaltet sich wechselhaft, zumal der Rückseiteneinfluß der Störung alsbald zur Geltung kommt. Auffrischende westliche bis nordwestliche Winde bringen später wieder Abkühlung mit sich. Wettervoraussage für Dienstag: Wechselnd wolkiges Wetter, anfänglich milder, dann aber wieder etwas kühler, vereinzelte Niederschläge. Witterungsaussichten für Mittwoch: Bewölkt, auch aufheiternd, meist trocken. Msver' Wenn Sot ntidl, üU ss?; te Bzr Heimat Zu-, -je sind d°- s winterlichen 0« >mr oft, d°b, irrten ihrer 1 jradjle zwanZ'! jih bekam fei ■ilcgte mir J wenn ich U «or. «nM Salgen, Io war i . iMellter Mer über den aibt erreichend uw, er schmeck «Wender Loh nrö durch den terausgeschosser ied)t in unsere, Echnepsenstrich lieal, die nur offenem Auge 5iTjen 6er Ao Uls 6er Abe: ivuhen Rufen nr hinaugezoge ro der Waldbai m.Unä "°ch ein mir nm r £*■ H -'"e und faV; ’M Ar,« uiir ' leine Tit*. totlfe i dem Erlen stehen, wo kl braunen 1 chw'mrnt und n nnern. Mr len Und du bist all freund, der zu Hüne Hügel t kMllcnhafl fit plag auf der ( Stlernb fliegt Sammler, der schreckt. Ein Ri alten Laub ps naus huscht do aiwas in die I Kraniche in Kei doch der Walöl t)M bet bort i iünbtl bas AM iwg sinkt her schvoch am H'ir hrum fliegt der ungleichem Fl ti ülche Silfjoue Buge entschwui - »pswsl... । lit Laute komi tammt es fjerar lod) eine ... , Edjuß hallt bür' *‘it«r... ble j' ! Yen ... stürzt mein Hund, tt auf dem Bode er kann nut lGr hat sie fallt ®°r bir, die „(r ims fsanq. „i p ne den Raul “•ters feinen Po tt.Nl immer en. Es war r iom betunte S1 Furzhaar, , P bie Langha non der ( bW entlaß ... Köter' LS11 die Sol ■ft Wir fu Um " ^kwürdig' .■/SM •einer ! -h^den J- inommnn. $ib._ X WM Seit. ihnungen fier. om gemeOMt oirt, „Meta 2(poftelku lluszeichnunM für as 3uitanbtlommta । a t s befonbers otr- e Reichskanzl» und Ihelm Marx, mit Sens' Las „@rofe- l folgenden Peifvn> n Reichspostminifln n Ministern Hirt- nibt, bttn Staate« Ministerium Lain. • beim MW» nm. |ttL bati) t)ii bk Der- bas 2abr 1929 wurde bie let iuertannt, dein i Stelle der zurück- ; übertragen mürbe. auf DariA des llanb Sreiljen ton '"fc< -fett-.....* * * 4 * 6 * 8 * * * * * * * 16 ÄS iiU» Aus der Provinziatbauptstadi Dietzen, den 10. März 1930. Wenn die Schnepfe streicht. Von Ernst Holzel, Gießen. „Dfult, da kommen sie", sagt eine alte Weid- rmnnsregel, die auch Dielen jagdlichen Laien be- mnt ist, die aber deswegen noch lange nicht den 'it(prud) auf unbedingte Richtigkeit erheben kann. >nn wir Menschen legen den Sonntag Okuli nach njerem heutigen Kalender bald einmal an den [rtfang, bald gegen das Ende des März, Dinge, uich die sich der „Vogel mit dem langen Gesicht" id)t imponieren läßt. Wenn der warme Märzwind oi Süden oder Westen weht, wenn die Sonne den 5 oben so auftaut, daß „man" nach Wär- rarn „stechen" kann, dann ist die Zeit gekommen, v» die S ch n e p f e n in ihren Winterquartieren sich osmachen zum Flua der Heimat entgegen. In ingfamem Zug sind sie im Herbst zu den Ländern ms Mittelmeer gereist, in rascherem kehren sie nun iuiücf. Vereinzelte sind zwar auch bei uns geblie» er, aber die Hauptmasse eilt jetzt in kleinen Trupps tc Heimat zu. Und eines schonen Tages heißt es: ,Sie sind da!" Wenn der Abend heranlommt, wan- krn Jäger und Hund hinaus in den oft noch recht piiterlichen Frühlingswald. So groß ist der Eifer ar oft, daß man meinen könnte, große Schätze (irrten ihrer dort draußen. Wie mancher aber rächte zwanzig und mehr Märzabende draußen zu md bekam keinen „Schnepf" zu Gesicht. Der cm- kre aber fehlte ausgerechnet die einzige, die ihm bin. „Es iß barwoarisch Diel Luft drum erum", ijiegte mir ein alter Gießener Jäger immer zu (wen, wenn ich als Pennäler Zeuge solcher Ereignisse war. Baumelte aber die glücklich Erlegte am Galgen, so war die Freude groß. Ein sehr materiell mgeftelltcr Mensch märe allerdings oielleicht ent» duscht über den nur knapp die Größe einer Haus» hübe erreichenden Vogel, oon dem manche sogar |:gen, er schmecke noch nicht einmal gut (Barbaren!). Süngenber Lohn winkt also nicht, die Jagdpacht Dirb durch den Abschuß einer Schnepfe auch nicht herausgeschossen, zumal der Vogel nach altem Jäger- tidji in unserer Gegend dem Schützen gehört. Der kchnepsenstrich ist eine Jagdart, die nicht jedem siegt, die nur der zu würdigen weiß, der mit cfenem Auae und Ohr und mit empfänglichem Herzen der Natur entgegentritt. Als der Abend nieberjanf, als die Krähen mit rauhen Rufen ihren Schlafplätzen zustrichen, sind eir hinaugezogen, dorthin, wo junger Wald stockt, bd der Waldbach den Boden durchtränkt und die Grien stehen, wo zwischen Eisstücken der erste Laich hi braunen Grasfrosches auf den Tümpeln shivimmt und wo die Weidenkätzchen silbern schlm» irern. Jeder kennt feinen Stand. „Weidmannsheil!" Hub du bist allein mit deinem brauen oierbeinigen Freund, der zu wissen scheint, worum es geht. Der Heine Hügel da gibt Blick- und Schußfeld. Sil» houettenhaft sitzt die Singdrossel auf ihrem Stamm» fitz auf der Fichtenspitze und singt ihr Abendlied. Zeternd fliegt eine Amsel durchs Holz. Der alte Summier, der heimlich zu Felde rückt, hat sie er» schreckt. Ein Rotkehlchen schlüpft durchs Geäst, im alten Laub pfeift eine Waldmaus, eine Fieder» maus huscht Darüber (ging nicht eben die Mündung «was in die Höhe?), mit Trompetenrufen ziehen Kraniche in Keilform über uns weg, ... roie würzig brr!) der Waldboden riecht, — auch der Fasanen» ^hn, der dort drüben mit oiel Gepolter auf bäumt, tim bet das Frühjahr mit rauhem Rus. Die Dämmerung sinkt herab. Der Schnepfenstern glänzt schwach am Firmament ... „Pswst ... Pfwst .. herum fliegt der Kopf — da geistert sie dahin in eulengleichem Fluge, deutlich erkennbar die charakte» chische Silhouette mit dem langen Stecher, — dem Muge entschwunden — noch klingt es ans Ohr ... „pswft ... pswst ..." oorbei, .. doch nein ..." bie Laute kommen wieder ... näher ... und da lammt es heran in raschem Flug ... und dahinter noa) eine ... „pswst ... pswst ..." und ... ein Schuß hallt durch die Abendstille ... die erste streicht Beiter ... die zweite aber ... oermutlid) ein Männchen ... stürzt im Hagel zu Boden. Nun zeige, men Hund, was du kannst! Es ist schon dunkel aut dem Boden zwischen Gras und Wurzelwerk, hci kann nur die Hundenase helfen. „Apporte". Gr hat sie fallen sehen — und kurz darauf sitzt er Der dir, die „Erste", oielleicht die einzige des Iah» t(3, im Fang. „So war brau, mein Hund, gib aus!" tute den Rauhbart hätte Reinecke, der hier feit alters feinen Paß hat, Schnepfenbraten gehabt. Sticht immer geht es so mit dem Schießen und Fnden. Es war damals meine „Erste" überhaupt, fi: tarn herunter wie ein „Lappen". Ich schnallte kn Kurzhaar, er kam, leer zurück. Darauf schickte idi die Langhaarhündin hin, die gerade an dem 5g oon der «Hochschule für angehende Gebrauchs» $211 be" entlassen worden war. Nichts ... „Ihr safl ... Köter!" ... Da acht auch dem Tierfreund «rural die Galle über. Also selbst hinein ins Unterbot. Wir suchten zu britt mit oereinten Augen and Nasen. Umsonst. Da blickte mein Auge empor Hm Himmel ... sollte oon da etwa Hilfe kommen? ... Merkwürdig ... alle Büsche sind doch laubfrei ... doch dort schaukelt ein Büschel im Abendwind .... ober ... ein Verbacht ... ein Sprung ... unb rch-iig, da hing sie, mit bem Kopf in ber Astgabel ■ener Junguch^ etwa 3 Meter hoch oerfangen. prtjbig ließ ich sie an bie Jagbtasche wandern, den .hinben gegenüber aber wurde alles zurückge- • nur nien. Unb noch eine kleine tragikomische Episode. Es ttnr am oorlehten März im Vogelsberg. Die «Schnepfen strichen „wie die Schwalben". Ich schoß Khe unb sah der fallenden nach, um mir die Stelle yu Nachsnche zu merken. Da höre ich eine zweite Hpirrenb herankommen. Flinte auf — Hülse raus ... neue Patrone rein — ja Essig.. die Flinte Iklrfct nicht.....Quoarr — quoarr ..." streicht ber „Edmepferid)" über mich weg in einem Tempo, iib wenn es überhaupt keine Jäger auf Erden gäbe. aber fühlte mich in der Rolle der berühmten !£)f>3crber wenig glücklich. Was war geschehen? «Sait ber Patrone hatte ich eine Patronennach- «Imung — Taschenfeuerzeug! — in ben Lauf ge« ! I'.'tfcht. Kein Wunber! Ich habe es an jenem A^end ! uan letztenmal in ber Tasche gehabt. Zu spät fiel ' nrir ber Jäger ein, ber in der Aufregung vergeblich werfuchte, seine Flinte mit der Zigarrenspitze zu la- Ihn. Die zweite Schneofe aber holte ich mir anderen . 'Tages auf bem Frühstrich. Bornotizen. ; —Tageskalender für Montag. Stadt» ; itjea ter : .Die andere Seite". 19.30 bis 23Uhr. , - Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Legi» Mirisvereine: Vortrag über das Thema: .Die Hot der deutschen Ostmark'. 20.30 Uhr, im Caf6 Dib. — Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein: Lchlbildervortrag .Sommer in Südtirol". 20 Uhr. k der Leuen Aula. — Zweigverein Gießen !t Ort e <*Uf. ibe bei »«> 1/," fr XÄ ISO, Slt« t»i uno 3 in «taui ! 9 der g. " B-i: Z'ben G Ä ,3feine tin, NMi tooQ, ie 2»^rats. 1 mit 12:1 V jf J* Antrag au! tiflH Hitj mit ,Man> r $'en|iau(« [5520 Mag, rfaffungii W:3 Stimmen unb bie tzr. wtben genehmigt 2 der Lihungz- ngsgerichM um -lese Landesversammlung des Hessischen Landbundes. WSN. Frankfurt a. M., 9. März. Unter außerordentlich starker Teilnahme der Bauern- unb Sungbauernbünbe der drei hessischen Provinzen. sowie der benachbarten preußischen Gebiete hielt der Hessische Landbund am heutigen Sonntagmittag im Saxophonsaal eine Landesversammlung ab. Landbundvor- sihender Dr. v. H e l m o l t. Liederwöllstadt (M d. L.). begrüßte in herzlichen Worten die hessischen Dauern und 3ung6auern, sowie die erschienenen Ehrengäste, darunter den Präsidenten des Deichslandbundes. Leichsminister a. D. Dr. Schiele, Berlin. Dr. v. Helmolt erstattete einen kurzen Geschäfts- und Kassenbericht. worauf tue Versammlung dem Vorstände einstimmig Entlastung erteilte. Landtaqsab eordneter Or. Leuchtgenö-Zriedberg sprach hieraus über „Hessische Politik'. Er kennzeichnete eingangs die gegenwärtige schlechte Lage im Leich und führte dann u. a. aus: Hessen hat in der Nachkriegszeit eine verhängnisvolle Finanzpolitik getrieben. Anstatt bei der gegebenen Lage vorsichtig zu Werke zu gehen, hat es dagegen in hohem Maße die Aufgaben des Staates vermehrt. Der Hessische Landbund hat stets diese Politik auf das schärfste bekämpft unb schon 1923/24 darauf aufmerksam .gemacht, daß der hessische Staat diese Lasten nicht weiter tragen könne. Bei der heutigen Lage kann man feststellen, daß der Landbund mit seiner Politik recht be» halten hat. Dr. Leuchtgens unterzog dabei die Finanzpolitik der hessischen Regierung, sowie den Bericht des Reichssparkornmissars einer eingehenden Kritik. Das Sparprogramm, mit bem die Regierung jetzt herauskomme, müsse er ablehnen, da es überhaupt kein Sparprogramm sei. Die Regierung müsse eine wirkliche Sparpolitik, wobei es sich um RliUionenbeträge handele, treiben unb bie Ausgaben tatsächlich senken. Die Quelle des Hebels liege nicht draußen im Lande, sondern im M i n i st e r i u m selbst. Die Bureaukratie sei in ber Nachkriegszeit gewachsen. Darum gelte es nun, bie Verwaltung in Hessen zu vereinfachen und die Zahl der Beamten zu verringern. Leuchtgens verlangt insbesondere Sparmaßnahmen am Kultus» und Bildungsetat. Die Ausgaben für die Hochschulen, höheren Schulen, sowie für bie Fort- bilbungsschulen müßten gesenkt werden; ebenso müsse eine Senkung ber Beamtengehäl» ter eintreten; angesichts ber Notlage des gesamten beutschen Volkes müßten auch bie Beamten, bie ein festes, gesichertes Gehalt beziehen, ihr Scherf» (ein zur Linderung ber gegenwärtigen Not beitragen. lieber alle diese Maßnahmen hinaus verlangte der Redner schließlich eine bessere Bewertung und Beachtung ber Hanbarbeit, bie heute noch immer von fleißigen Bauern- und Handwerkerhänden geleistet werde. Zum Schluß forderte Abg. Leuchtgens die Bauern und Jungbauern auf, jetzt, wo zwei Volksschichten abgewirtschaftet hätten, hart zu bleiben unb bas Letzte unb Wertvollste zu retten, nämlich die Scholle unb die Nation. Reichsminister o. O. Schiele, Präsident des Rcchsta hbunhe«, hielt sodann, von der Versammlung herzlich begrüßt, zum Thema: „Ein Jahr Kampf ber Grünen Front" einen längeren Vortrag. Er sagte u. a.: Seit einem Jahr kämpft bie Reichsbauernfront ohne Unterlaß mit aller Energie darum, zunächst die Verlustquelle in der Landwirtschaft zum Versiegen zu bringen, um ber unerträglich wachsenben Verschuldung Einhalt zu gebieten und die Voraussetzung für eine aufbauende, besitzerhaltende Agrarpolitik zu schaffen. wir stehen in diesem Augenblick in einem agrarpolitischen Entscheidungskampfe. Es ist der Grünen Front gelungen, im Einvernehmen mit ben agrarfreundlichen Parteien des Reichstages eine ganze Reihe bedeutungsvoller Hilfsmaßnahmen durchzusehen- Trotzdem ist ein greifbarer, für jeden einzelnen Landmann fühlbarer Erfolg ausgeblichen. Drei Feinde haben wir, mit denen wir um eine auskömmliche Gestaltung ber Agrarpreise im Kampfe stehen: 1. Die Folgen einer falsch eingestellten Wirtschaftspolitik der Vergangenheit. Durch langfristige Verträge sind uns noch vielfach heute die Hände gefesselt; diese Verträge wurden von Regierungen gemacht, bie die Handelspolitik einseitig nach ben industriellen Exportwiin- jchen betrieben haben, ohne die berechtigten und lebensnotwendigen Interessen ber Landwirtschaft zu berücksichtigen. 2. Die schädlichen Einwirkungen unb Einflüsse de s Auslandes, wobei es sich um Ernte- unb Witterungsverhältnisse handelt. Schiele zählte dabei die Maßnahmen auf, die die ausländischen Staaten im vergangenen Jahr zur Sicherung ihres Weizenmarktes ergriffen haben. Gerade in ben letzten Wochen hätten sich bie Welt» marfteinflüffe am deutlichsten bemerkbar gemacht, indem die Preise am Futtergetreidemarkt rapide sanken. Gegenüber einer derartigen Entwicklung, bie stets erneut die Entwicklung ber Agrarpre se am Berliner Markt erschüttere, gebe es nur eire erfolgreiche Gegenwehr: eine tatkräftige, bewegliche, autonome Zollpolitik. 3. Der britte Feind, so sagte Schiele weiter, ist bas gegenwärtige parlamentarische S t) ft e m unb die Schwerfälligkeit unb Unvollkommenheit ber parlamentarischen Gesetzgebungsma» schine. Die Gefahr einer Zollerhöhung liegt stets darin, daß sie zu spät erfolgt unb daher Voreinfuhren hervorruft, die die Zollwirkung auf Monate hinaus in Frage stellen. Die Erfolge ber deutschen Handelspolitik seien heute durch 3% Millio- nen Arbeitslose genügend gekennzeichnet. Dagegen besage die Tatsache, daß der deutsche Export sich seit der Inflation verdovpeln konnte, nichts. Zu den deutsch-polnischen Verträgen sagte Minister Schiele: Wenn das beutsch-pol- nifd)e ßiquibationsabtommen in Verbindung mit dem deutsch-polnischen Handelsvertrag zur Durchführung kommt, dann wird das Schicksal des deutschen Volkes im Osten besiegelt fein. Wir haben uns stets gegen einen deutsch-polnischen Vertrag eingesetzt, unb mir werden dies auch in Zukunft unter Anspannung aller Kräfte tun. Die deutsche Landwirtschaft kann jetzt nicht einen lag länger warten, bis die Schwierigkeiten überwunden sind. Wir brauchen sofortige, umfassende und durchschlagende Hilfe, wenn wir nicht unrettbar in dem Schuldensumpf und in dem Elend versinken wollen. Es wird jetzt bei der Aktion der Grünen Front darauf ankommen, ob der Aeichsernäh- rung8minifter mit der durch die Lage gebotenen Energie diese Maßnahme im Kabinett und bei den Parteien vertritt. Rücksichten auf Parteien und die Koalition wären in dieser Schicksalsstunde, in der es wirklich um Sein oder Lichtsein der deutschen Landwirtschaft geht, ein unverantwortliches Verhalten. Das deutsche Landvolk steht geeint und gerüstet hinter seinen Führern, denn 20 Millionen deutscher Landwirte lassen sich nicht zugrunde richten. Politische Erfolge sind jetzt für die Landwirtschaft nur durch sachliche, zielbewußte Arbeit zu erreichen. Lach einem Appell an die hessische Bauernschaft und ihr Vertrauen zu ihren Führern sagte Minister Schiele zum Schluß: Die Landwirtschaft ist am Ende ihrer Kraft. Es wird nun das Ziel der deutschen Politik sein müssen, durch Ausbau im Innern unb Befreiung von äußeren Fesseln den kommenden Geschlechtern neuen Lebensraum zu schaffen. Wir haben den Mut zum Kampfe, und darum wird die Bauernschaft auch zum Siege kommen. Angesichts der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit wurde auf eine Diskussion verzichtet. Diese wird auf der am Nachmittag in Mainz, sowie auf späteren in Darmstadt und Gießen stattfindenden Landbundversammlungen nachgeholt werden. vom Roten Kreuz: Hauptversammlung, 20.15 Uhr, Gartenstraße 2. — F. G. F.: Monatsversammlung. 20.30 Uhr, Schipkapah. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Spionin.", — Astoria-Lichtspiele: „Masken" und „Luftpiraten". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, 20 Uhr, findet die erste Wiederholung von Maughams „Die heilige Flamme" statt. Dieses erste Gastspiel von Auguste Prasch-Grevenberg war ein durchschlagender Presse- und Publikumserfolg. — Als nächste Premiere ist das Lustspiel „Die Sache, die sich Liebe nennt" angeseht. Erstaufführung Freitag, 14. März. Aus der modernen, literarischen Diskussion über die Ehe sind die Motive gewonnen. Spielleitung: Karl Dolck. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Am Donnerstag, 13. März, pünktlich 19.30 Uhr, findet im Stadttheater als Abschlußkonzert ein Symphoniekonzert des Orchesters vom Hessischen Lanbestheater in Darmstadt unter Leitung von Dr. Temesoary statt. Erfreulicherweise ist es durch Entgegenkommen der Intendanz gelungen, das Darmstädter Orchester für diesen Tag zu gewinnen. Der Abend ist Beethoven und Mozart gewidmet. Auf die in Gießen lange nicht mehr gehörte 6. Symphonie Beethovens, die Pastorale, folgt die Konzertarie von Mozarts „Bella mia fiama . Für sie ist eine junge Sopranistin aus Berlin, Frl. Kerdyk, verpflichtet worden, deren glänzende Kritiken aus Berlin, Frankfurt, Amsterdam und anderen Städten Großes erwarten lassen. Sie hat in Frankfurt a. M. studiert, ist als Lieder- und Ora- torienfängerin erst vor kurzem an die Oeffentlichkeit getreten und hat sich ebenso durch ihre weiche, biegsame und hohe Stimme, wie durch ihren bezaubernden musikalischen Vortrag in kurzer Zeit einen großen Freundeskreis geschaffen. Den Schluß wird die ßeonorenouüertüre III Beethovens bilden. Da die Mitglieder des Orchesters noch am selben Abend die Rückreise antreten müssen, wird das Konzert pünktlich zur angegebenen Zeit beginnen. Die Eingangstüren werden bei Beginn des Konzerts geschloffen, um Störungen zu vermeiden. Gültig sind die für bas neunte Konzert ausgegebenen Karten. Eintritts- karten für Nichtabonnenten bei (Thalli er und an ber Abenbkaffe. Es empfiehlt sich mit Rücksicht auf bie große Nachfrage, sich rechtzeitig Eintrittskarten zu verschaffen. Näheres in den Anzeigen. ** lannert geht nach Krefeld. Der Ober- fpielleiter des Gießener Stadttheaters Hans Donnert scheidet mit Ende ber Spielzeit aus dem Gießener Ensemble aus, um einem Ruf an das Stadttheater Krefeld als Spielleiter und Darsteller Folge zu leisten. Er hat sich auf zwei Jahre dorthin verpflichtet. ** Dienstjubiläum. Am morgigen Dienstag, 11. März, kann der Schreinermeister Wilhelm Wacker, Asterweg 57 wohnhaft, auf eine 25jährige Tätigkeit in seinem CSerufe bei der Firma Georg Philipp Gail dahier zurückblicken. ** Der G oethe-Dund bot am Samstagabend seinen Mitgliedern und Freunden mit einem Lichtbildervortrag in der Neuen Aula die dankbar aufgenommene Gelegenheit zu einer genußreichen Sommerreise nach Südtirol. Wenn die Fahrt und die Wanderungen auch nur im Geiste an Hand zahlreicher guter Lichtbilder und der fesselnden Erzählungen des Vortragenden Dr. Meyer führte die sehr zahlreiche Gebrachten sie doch ben Teilnehmern baS schöne Land Tirol und seine Bewohner recht nahe. Dr. Meyer führte feine sehr zahlreiche Gefolgschaft des Abends von Innsbruck aus nach Süden mit der Brennerbahn über den Brenner und _Q3rcen nach Bozen und Meran, ferner in das östlich der Brennerbahn und Bozen gelegene Alpengebiet in der Gegend npn Campitello, Cortina, Bruneck usw., wobei man nicht der Dolomitenstrahe folgte, sondern auf den Höhen entlang und zum Teil in Kletterpartien die herrlichsten Punkte dieser wunderbaren Alpenlandschaft besuchte. Reizende Landschaftsbilder aus dem Rosengartengebirge, dem Schlerngebiet, der Geislerspihen, der Sella, der Tofana usw. lernte man bei dieser Tour unter ortskundigster Führung kennen. Dazu gab der Vorträgen!^ noch eindrucksvolle Schilderungen von der sympathischen Eigenart der Bevölkerung, er machte aber auch daraus aufmerksam, unter welchem geistigen und seelischen Drucke diese Leute von der italienischen Herrschaft gehalten werden. Daß „Mussolinis Geschäftspolitik", wie der Vortragende sich ausdrückte, als er von der lleberflutung Südtirols durch italienische Sommersrischler sprach, nicht erfolglos ist, konnte man gleichfalls aus dem Bericht des Redners entnehmen. Umsomehr erscheint es Pflicht der in wirtschaftlicher Hinsicht befähigten Deutschen, diesem Tcroler Gebiet ihre Aufmerksamkeit zu widmen und die dortige Bevölkerung durch Besuche im Sommer und taktvolles Verhalten in der Ueberzeugung zu bestärken, daß Deutschland sich mit diesem deutschen Volksstamme verbunden fühlt. Der vortreffliche Vortrag, der von einer großen Anzahl prächtiger Lichtbilder illustriert wurde und der eine eindringliche Werbung um Zuneigung für daS südtiroler Land darstellte, wurde mit Recht in sehr beifälliger Weise aufgenommen. *• Sänger st ändchen in den Kliniken. Der Gesangverein „Arion", Klein-Linden, gab gestern vormittag ein Gesangskonzert in der Chirurgischen, Medizinischen und O renk inif. Die angenehm wirkenden Chöre erfreuten nicht nur die vielen Kranken, sondern auch das Aerzte- und Pflegepersonal. Dankbar wurden die Darbietungen von den zahlreichen Zuhörern aufgenommen. Roggenbrot sättigt beffer als Weizenbrot! "ii -3 •• Berichtigung: 3n dem Artikel „Schulkinder in Nöt" (Gieß. Anz. Nr. 56, 2. Blatt, 1. Seite, 1. Spalte, 2. Abs.) muß es am Schlüsse heißen: „sondern der darüber hinaus voraussichtlich die Einziehung von mindestens 4 Stellen an der Volksschule verfügen wird". Schwerer Auiounfall. Zwei Personen v rbrannt. höchst a. IN., 10. März. (WTB. Eigener Drahk- bericht des „Gieß. Anz."j heute nacht kur; nach 12 Uhr ereignete sich auf dec Chaussee von höchst nach Frankfurt a. M. ein außerordentlich schwerer Autounfall. Zwischen dem Bahnübergang unb ber Waldschulstrahe stießen zwe! Autos so heftig zusammen, baß der Tank des einen Autos explodierte und beide Wagen verbrannten. Es handelt sich um eine Taxi» d r o s ch k e aus Frankfurt a. M.» die mit zwei Frankfurter Herren, Vater und Sohn, nach höchst unterwegs war, und um einen großen Personenkraftwagen, der sich mit sechs Insassen auf der Fahrt von höchst nach Frankfurt befand. Von den sechs Insassen des großen Autos wurden zwei durch den Zusammenstoß so schwer verletzt, daß sie den brennenden Wagen nicht rechtzeitig verlassen konnten und verbrannten. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß die eine der verunglückten Personen schon durch den Unfall selbst getötet wurde, denn sie weist einen schweren Schädelbruch auf. Die beiden Herren des Frankfurter Autos wurden verletzt in das höchster Krankenhaus gebracht, doch find ihre Verletzungen nicht schwerer Natur. Die übrigen vier Personen des höchster Kraftwagens kamen mit leichteren Verletzungen davon. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft sind gegenwärtig" noch mit der Aufklärung des Unfalles beschäftigt. Die Personalien der Toten konnten bisher noch nichtfestgestellt werden. Gewlnnavszvg 6. Älafle 34. Preußisch-Süddeutsche (260. Preuß.) Klassen-Lollerte Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 25. Fiehungstag 8. März 1930 On der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 »ftotnne ro 76000 M 195088 4 ®«toinne »u 10000 M. 249945 310870 6 »ttoinne «u 6000 M. 324564 377646 381604 6 Gewinn« *u 3000 M. 83204 175314 383663 20 Gewinn« .a 2000 M 10958 17111 17476 46144 68179 71420 101605 208908 316090 390864 36 Gewinn« in 1000 M. 41091 63541 7129' 92272 127466 137419 146480 166089 199873 202679 267478 258653 316008 316182 317169 385010 391838 392804 84 Gewinn« iu 600 M. 18676 30276 30367 33978 66376 64115 77907 104214 111429 124622 125288 133734 135562 141138 145796 184298 195341 199062 199480 201650 220513 230471 240045 242651 258397 268281 268310 269882 270366 277171 281271 301113 308716 314188 316303 322339 332185 344704 364945 380818 381661 397337 236 G.w'nn« ,v 300 M. 54 263 7896 8042 6610 10488 14091 18627 28497 31087 33'40 41050 43282 43480 45827 48933 49180 62264 63246 63908 71905 71961 90622 92556 92689 93900 94876 98075 97585 101765 102173 106432 107932 115785 116791 117417 130387 13'346 133107 139255 140333 143727 145'80 150'62 154613 154907 166'43 157319 159539 172194 173789 176070 180659 185784 185967 187361 188434 190599 193412 193872 199835 203342 208854 212693 217399 226981 232262 240812 241219 248826 -261674 25'809 256018 262730 264649 266923 267394 270210 271241 274675 274826 281151 286626 2874,2 287980 289549 297268 304492 305.354 310554 311076 312050 316323 316128 316834 317956 322541 323717 328931 330193 348322 348533 352745 353340 358236 360259 361672 364023 364251 367898 378087 380469 386668 391119 39'652 39.3882 396917 398736 ön der heutigen Nachmittagszledung wurden Gewinne über 150 M gezogen 4 Gewinn« en 5000 M 36321 32'260 10 Gewinne zv 3000 W 24743 812895 224771 3083'6 343068 8 Gewinn« ,v 2000 M 31035 98428 98827 14'606 38 Gewinn« 1000 QU 3555 6'762 5 3434 81640 97841 160963 181971 '83204 198933 213410 231509 237630 288979 305787 318650 937366 352077 380669 38752C 84 G«winn« io 500 W 7066 7943 10842 13'66 '3243 37'34 39826 44004 63386 53729 65801 36303 75057 105126 114303 126727 129964 |32925 148871 154318 164646 173201 188425 19'656 200543 216465 250451 264248 274767 31'479 320570 324973 326380 326945 332701 342657 343394 356'26 360962 370884 378845 385026 '74 Gew nn« «v 300 M 1722' 2'626 35687 38926 46169 48767 56080 67324 59866 60257 72295 72451 72955 74330 74763 75232 77412 77966 80165 86462 9'668 965'9 98628 100036 102276 116524 117950 123827 124661 130623 135648 141'31 146'31 148350 163566 173274 177497 179817 182055 182749 184843 '86829 188053 195392 195824 197237 19894k 202605 205833 219739 22678t 2 3806t 23834 k 23998? 240986 243044 24775k 26<>09k 266'24 25725k 259R8B 264762 27638k 27?0H6 28'637 28287k 293543 29453t 304752 30960k 3'0765 310904 31'628 3'3935 32'904 32<984 336494 344641 350318 36'460 36666k 373518 378838 380870 386758 390720 394478 Im Geminnradr verblieben: 3 Urämien zu te 600000, 2 Gewinn» zu |t 26000. 12 zu se 10000, 16 ,u |e 60U0, 74 zu je »XX), 112 zu je 2000, 87Ö zu je 1000, 64L zu le 600. 16ti0 zu ft 300 M. 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A* g §2A«-S 2 ] *-— tu I « -.AZ, S=A 6Z | 2 5 — in cäq(9 s et 2 2 S| s 2 « 2 .19 S 0 v 8 Z S =Z: B-l 1$ cto ~ E » se o e a c(9 <9 =.°A £ 7^ JS-°< Ae" 2 « G" 3 a? 15 1(9 S Z ü(9 E §i E K (9 u 2 •e —A T a : ^ ■ : - ö.a «S v<9 2 &.2L II - - M— 3 L •5» —ö cs 1 g &S = =(9 c9 _ e SZ L :"l 4-z M 3 — &P CX E » 3Z> =5-2 =es=ay=« A •-ÄS» s-il E^-eiö UZ m=qaS ->(!> cfi _ = “ ~ i; u. Ze-A CÄ.Ü <=* ^-tL- - L - M-xzi !u c 2 ä 5 LZt E (j) A *E V S. f§O a= s § ":°A (9 s iPf -8 =.2 « —- = (9 = °S-L = .L .E 2Ä^K> LL 5|=X iiti ‘§2 lä- C " o „ -2-DZ c _ q := •2 2 D«S- .- . - - „ m - ^ "3 (9 U 0(9 5'1 (ZA Sc Co "° e 5 v c -e~g.2i E E c | u<9 2 «n *g* j- c* o .r" S V 2<9 i= 2" —-» m E . . 5sfl I g.2 : otz'9§ (9= = Q : = Ls CO E SG o ä tu o Z C3^i§=l L^g®-^ 7-A “ o 9 — — o — _ u— :E =5 c o 3 "c A “ 3 E C 3 2a = Ea O-E e 8 L. E 3 ■q s o E E , O s E c c = 2 A-A - E c 3 .Uo C IZ „9 2§ o* E Egli tf< XU U. c — o « A" O -<- «- q“ o = 9 g’e . 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Bercn- guer weist immer wieder auf die aufrcrordent- lichen Schwierigkeiten hin, mit denen sein Kabinett bei der Durchführung der ihm von der Krone übertragenen Aufgaben zu kämpfen hat. Als Hauptaufgabe wird die uneingeschränkte Wiederaufrichtung der Rechtsordnung bezeichnet, mit der Hand in Hand die Wiederherstellung der spanischen Politik, die er als unter der Diktatur zerfallen bezeichnet, zu gehen habe. Gleichzeitig betont er den eisernen Willen der Regierung, die öffentliche Ordnung und Sicherheit unter allen Umständen aufrecht- zucrhalten und jeden Störungsversuch, komme er woher auch immer, mit aller Energie zu unterdrücken. Das Wort „Monarchie und Verfassung" sei der Leitfaden für die Politik des Kabinetts. Das Land müsse durch die Garantierung der in der Verfassung festgelegten Sicherheiten in die Möglichkeit versetzt werden, sich gegen die Feinde der Monarchie, welche zugleich die Feinde der Allgemeinheit seien, zur Wehr zu sehen. I Den Gouverneuren legt der General nahe, in ihren Provinzen dafür zu sorgen, daß die Moral hochgehalten werde, was insbesondere hinsichtlich des Glücksspiels gelte, das auch weiterhin verboten bleiben wird. Besonders interessant ist der Hinweis Berenguers darauf, daß die Rückkehr zu normalen, gesetzmäßigen Verhältnissen nur sehr langsam und unter Wahrung möglichster Vorsicht beschritten werden kann. Er sagt wörtlich: „Man muh mit Umsicht vorgehen, um zu verhindern, dah durch vorzeitiges Ziehen der Ventile gerade die Freiheit bedroht werde, welche die Regierung dem Lande wiedergeben will." Wie ernst die Regierung diese Gefahren, die natürlich hauptsächlich in der republikanischen Propaganda erblickt werden, beurteilt, zeigt die Anweisung an die Gouverneure, worin zwar erklärt wird, dah auch andere politische Ideen als die monarchischen in Spanien Plah hätten, dah ihre Pro- pagandierung aber nur insoweit zugclass:n werden dürfe, als dadurch keine Störungen der öffentlichen Ordnung hervorgerufen würden und vor allem dem Vaterland und der Monarchie keine Gefahr daraus erstehe. Auch die Zen- s u r werde weiterhin aufrcchterhalten, um die Schaffung von Winfrieden und persönlichen Gehässigkeiten zu verhindern. Bei dieser Gelegenheit ergeht die besondere Anweisung an die Zensur, unter keinen Umständen eine unsachliche Kritik an der Diktatur Primo de Riveras zuzulassen, da sich unter der Maske der Kritik nur allzu leicht weiterreichende, den Bestand der heutigen Staatsform bedrohende Absichten verbergen könnten. Eine späte, aber richtige Erkenntnis der neuen Regierung. Die die Wirtschaft und Finanzen betreffenden Erklärungen Berenguers werden durch eine offiziöse Rote des Finanzministers und kurze Ausführungen des Wirtschaftsministers ergänzt. Danach betrachtet die Regierung die sofortige Inangriffnahme der Wirtschaftsprobleme als vordringliche Arbeit. Der Finanzminister sieht in der objektiven und ernsten Revision des Diktaturwerks seine Hauptaufgabe. Da seiner Ansicht nach die Regierung Primo de Rivera hinsichtlich der reproduktiven Art der in großem Mahstabe aufgenommenen öffentlichen Arbeiten sich in einer märchenhaften 3llu- Bankraub in Boston. Von Jo Hanns Rösler. Dienstag, 19. Septbr. 1929, 9 Uhr 19 Minuten. „Die Morgenpost, Herr Direktor." „Danke." Das Messer fuhr zwischen die bunten Kuverts. „Propaganda", verteilte Direktor Chesterson die Eingänge. „Devisen — Personal — Kredite — Devisen — Devisen — Personal — Kredite — Effekten — und hier — einen Augenblick —" Auf dem Umschlag des Schreibens stand: „Flugpost. Herrn Direktor Chesterson persönlich, Atlantic Bank, London." Als Absender: „Direktion der Barrymoore-Bank, Boston." Dos Kuvert fiel zu Boden. Chesterson las: „Sehr verehrter Herr Direktor! Grund unserer langjährigen Geschäftsverbindung mit 3ßrer Bank, wenden wir uns heute mit einer persönlichen Bitte in einer heiklen Angelegenheit an Sie. Einer unserer Prokuristen, der schon seit dreißig Iahren im Dienst unserer Bank steht und unser vollstes Vertrauen genoß, ist gestern unter Mitnahme eines Paketes Aktien der Generalmotors im Aominalwert von dreihunderttausend Dollar geflüchtet. Recherchen ergaben, daß er sich in Reuyork auf den Dampfer Bremen nach London eingeschifft hat. Der Dampfer läuft in London Dienstag, den 19. September 1929 mittags ein. Wir wären Ihnen nun sehr verbunden, wenn es Ihnen möglich wäre, dem Defraudanten, dessen genaues Signalement unserem Schreiben beiliegt, die Aktien auf gütlichem Wege wieder abzunehmen und uns per Flugpost wieder zuzustellen. Don einer Anzeige würden wir in diesem Falle absehen, um einerseits den Ruf unserer Bank nicht zu gefährden und anderseits in Anerkenntnis der immerhin dreißigjährigen Dienstzeit. Wir gehen sogar so weit, dah wir sie ermächtigen, nach Empfang der Aktien unserem ehemaligen Prokuristen eine Abfertigung von taufenö Pfund zu übergeben unter der ausdrücklichen Bedingung, dah er nie wieder Amerika betritt. Mit den tausend Pfund wollen Sie bitte unser Girokonto belasten." Höflichkeitsformeln und Hnterschriflen folgten. Chesterson sah auf die Hßr. In zwei Stunden muhte der Dampfer einlaufen. Er las noch einmal aufmerksam das Signale- sion befunden habe, fordert er zunächst die Streichung all jener Posten iin Staatshaushalt, die sich auf neue Arb eiten beziehen. Ferner verfügt er die sofortige Einstel - l u n g der Aufnahme neuer Kredite und Kontrakte durch die von der Diktatur geschaffenen großen Gesellschaften zur Erfassung der Wasserkräfte des Landes (Confederaciones Hidraulicas). Eine weitere Gefährdung der Staatssinanzen erblickt das Ministerium in den von seinen Vorgängern errichteten zahlreichen S o n d e r k a s s e n, die Verschiebungen ermöglichten und dazu beitrügen, das wahre Bild der Staatssinanzen zu verschleiern. Als Letztes wird die Forderung ausgestellt, sämtliche in Ausführung begriffenen öffentlichen Arbeiten hinsichtlich ihrer allgemeinen Rühlichkeit im Verhältnis zu ihren Kosten rasch und eingehend zu überprüfen. Das Gesamtministerium ist der Ansicht, daß diese Maßnahmen zusammen mit dem Beschluß des Wirtschastsministcrs, die Aus- fuhrüberwachungskon.i'ees aufzuheben, sowie dem Handel und der Industrie ihre volle Handlungsfreiheit nach Möglichkeit wiederzugeben, sich auch günstig auf den Pesetenkurs auswirken werden. Die Regierung erklärt, dah sie sich noch der am 14. März stattfindenden Restzahlung der durch das Peseteninterventions- komitee im Ausland ausgcnommenen Kredite jeöer Einflußnahme auf den Kurs enthalten werde. Man sicht auf dem Standpunkt, die Pesete fei gesund genug, um sich selbständig zu erholen, wenn mit den Sparmaßnahmen ernstlich begonnen werde. Es steht außer Zweifel, dah die Regierung bei der Durchführung der oben erwähnten Aufgaben die Unterstützung der Mehrheit des denkenden spanischen Volkes finden wird, das klug genug ist, um die außerordentlichen Schwierigkeiten zu verstehen, die sich der Regierung in den Weg stellen. Die ganze Linke dagegen ist von der Regierungserklärung sehr enttäuscht, bezeichnet die Regierung Berenguer als Fortsetzung der Diktatur mit anderen Gesichtern und schreit unaufhörlich nach Wahlen. Wer weih, dah die Politik in Spanien immer nur von kleinen Gruppen gemacht worden ist, wird die Besorgnis der Regierung verstehen, die in dem Auf- flammen der republikanischen Idee während der letzten Wochen eine nicht zu unterschätzende Gefahr erblickt. Wer behauptet, die Republikaner seien eine derartig kleine Partei, daß sie niemals ernstlich in Betracht gezogen werden dürsten, kennt die politischen Möglichkeiten in diesem Lande nicht. Die Partei ist zwar kleiner als alle übrigen, die ebenfalls — nach unseren Begriffen gemessen — über kaum nennenswerte Mitgliede zahlen verfügen, aber dieIdee ha t Wurzeln geschlagen und es steht außer Zweifel, dah heute völlig unbeeinflußte Wahlen — wie sie natürlich hier nie zustande kommen werden — eine sehr starke republikanische Strömung an den Tag bringen würden. Dabei muß, ebenfalls im Gegensatz zu der heute üblichen Auslegung, festgestellt werden, daß eine große Zahl dieser Gruppe nicht nur wegen ihrer Heberzeugung hinsichtlich der Vorteile der revu- blikanischen Staatsform angehvrt, sondern klar heraus zugesteht, daß sich ihr Kampf in erster Linie gegen diePersondes augenblicklichen Inhabers der Krone richte. Der frühere konservative Ministerpräsident Sanchez G u e r r a hat das deutlich genug ausgesprochen. Umsonst ist die Regierung des Generals Berenguer nicht so vorsichtig: sie weih wohl, um was es geht. Darum auch der Versuch einer großen monarchischen Konzentration, deren Zustandekommen wesentlich von der Haltung der sogenannten Liberalen abhängen wird, die sich immer noch nicht klar entscheiden wollen. Gegelslugtagung in Darmstadt. WSR. Darmstadt, 9. März. Die 1. Internationale wissenschaftliche Segelflugtagung, die aus dem In" und Ausland sehr start besucht ist, nahm gestern vormittag in einer offiziellen Eröffnungssitzung ihren Anfang. Unter den Ehrengästen befinden sich Vertreter der Reichsregierung, insbesondere des Reichsverkehrsministeriums, des preußischen Handels« und Innenministeriums, des bayerischen Innenminister ums, ic3 würtlembergischen Wirt- schastsministeriums, sowie Vertreter aller Technischen Hochschulen, an denen Lehrstühle für Lustfahrt bestehen, ferner Mitglieder der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, der deutschen Flugverkehrsunternehmungen, sowie die offiziellen Abgeordneten der französischen, englischen, holländischen, belgischen, ungarischen, italienischen und amerikanischen Regierungsstellen und deren interessierter Organisationen. Ter Vorsitzende der die Tagung tragenden Rhön-Rossitten-Gesellschaft, Konsul Or.-Zng. e. h. Kotzenberg- Srantfurf a. M. begrüßte die Erschienenen in herzlichen Worten. Er gedachte der ersten Versuche des Segelsluges, die von Darmstadt ausgingen, und heute zu so großartigen Leistungen ßerangereift seien, dank der engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und idealgesinnter Iugend. Unter lebhaftem Beifall gab er der Hoffnung Ausdruck, daß das Fortschreiten der Entwicklung des Segelflugsportes die Völker einander näherbringen möge. Oer hessische Staatspräsident Or. Adelung, der alljährlich die Segelflüge auf der Wasserkuppe aufsucht, begrüßte hierauf mit herzlichen Worten die Teilnehmer der Tagung, insbesondere die Vertreter der in- und ausländischen Regierungen. Er führte u. a. aus: Dah die Tagung in der Technischen Hochschule in Darmstadt stattfindet, liegt in der Tatsache begründet, daß das Forschungsinstitut der Rhön-Rossitten-Gesellschaft seinen Sih in Darmstadt hat, in enger Beziehung zur Hochschule und ihren wissenschaftlichen Einrichtungen steht, und dah der verdienstvolle Leiter des Instituts Lehrer an unserer Hochschule ist. Es bestehen aber noch andere, ältere Zusammenhänge zwischen der Segelflugbewegung und der Technischen Hochschule. Auf Darmstadt gehen die ersten Anfänge der Bewegung zurück. Seit 1911 hat sich die Darmstädter „Flugsport- Vereinigung", eine Gruppe von Schülern und Studenten, mit Gleitflugversuchen befaßt. Mitglieder dieser Vereinigung haben damals die Wasserkuppe in der Rhön entdeckt. Im Herbst 1912 konnte dort einer der jugendlichen Gründer der Vereinigung, Haus Gutermuth, einen Gleitslugrekord von 838 Meter ausstellen. Der Weltkrieg hat die Arbeiten der Flugsportvereinigung unterbrochen. Rach dem Kriege übernahm unter der geistigen Führung von Geheimrat Dr.-Ing. ehrenhalber Gutermuth, Professor Eberhard und Professor Dr. Sch link die „Akademische Fliegergruppe" Darmstadt die Tradition der Flugsvortvereinigung. Die „Akademische Fliegergruppe" bildete dann ein Kernstück der von Zivil-Ingenieur Ur» sinus und Konsul Dr. Kotzenberg, Frank»- furt, geschaffenen alljährlichen Segelflug-Beran- staltungen auf der Wasserkuppe und in Rossitten. Der akademischen Fliegergruppe sind bis in die neueste Zeit viele Erfolge beschieden gewesen. Gar manche Bestleistung wurde von ihr mit den selbstentworfenen und »gebauten Flugzeugen ment, steckte es dann in die Tasche und klingelte. „Meinen Wagen." „Sofort, Herr Direktor." Dienstag, 19. Septbr. 1929, 14 Uhr 14 Minuten. „Gestatten? Ist dieser Plah frei?" „'Bitte.“ „Danke. Chesterson setzte sich. Ihm gegenüber faß Mister Brown aus Reu- hork, wie er sich vor einer Stunde in das Fremdenbuch des Hotels Richmond eingetragen hatte. Chesterson hatte ihn sofort an der Landungsbrücke erkannt. Er war ihm in einer Autodroschke in das Hotel gefolgt und wartete in der Halle, bis sich Brown zum Essen begab. Dann folgte er ihm. Setzte sich an seinen Tisch. Hebet Höslichkeitsformeln leitete sich ein Gespräch ein. „Sie reifen zum Vergnügen?" „3a. Will mir ein wenig Europa ansehen." „Ich beneide Sie darum. Leidet sind mir größere Reisen unmöglich, da mich meine Geschäfte in London festhalten." „Sie sind Kaufmann?" „Bankier", stellte sich Chesterton vor, „gestatten übrigens, Direktor Chesterson von der Atlantic Bank, London." „Seht erfreut. Ich heiße Brown. Ihre Bekanntschaft ist mir doppelt angenehm, weil ich für einen Freund Aktien übernommen habe, die er in London zu lombardieren wünscht." „Ein größeres Objekt?" „Dreihunderttausend Dollar. General Motors." „HnD wie hoch wäre der Betrag, den Sie darauf wünschen?" „Die Hälfte." „Hundertfünfzigtausend Dollar." „3a.“ „Es würde mir eine Ehre fein, wenn Sie meine Dank damit beauftragen.“ „Wann paßt es 3hnen?" „Wenn es 3hnen nichts ausmacht, werde ich -nach dem Essen in der Halle auf Sie warten." „Aber gern.“ Dienstag, 19. Septbr. 1929, 15 Hhr 15 Minuten. „Wenn ich bitten darf", ließ ihn Chesterson vorangeh en. „Danke." „Zigarette gefällig? Likör?“ „Danke. Vielleicht später. Erst das Geschäftliche.“ I „Ditte. Kann ich die Stücke sehen?" Drown öffnete seine Tasche. Entnahm ihr ein verschnürtes Paket. „Das Verzeichnis ist obenauf“, sagte er. Chesterson verglich die Aufstellung. Da waren genau dreihundert Stück im Romi- nalwert von dreihunderttaufend Dollar. „Hier ist die Bestätigung", unterschrieb er das Duplikat. „Danke. Soll ich damit selbst an die Kasse gehen?" „Richt nötig", drückte Chesterson auf eine Klingel, „ich lasse alles ordnen." Zwei Beamte traten ein. „Hier sind die Altien", übergab Chesterson das Paket, „und bringen Sie dem Herrn dafür das Schreiben der Barrhmoore Bank, Boston." Drown erschrak. „Was soll das heißen?“ sprang er auf. „Richts, als daß ich von Ihrer Dank beauftragt bin, die unterschlagenen Effekten in Sicherheit zu bringen.“ Drown «brach zusammen. Er legte ein Geständnis ab, erzählte von Spielschulden, berichtete über seine Flucht, bereute die Tat. „Werden Sie mich jetzt verhaften lassen?“ fragte er dann leise. »Rein." „Rein?" „Ihre Dank hat mich beauftragt, Sie lausen zu lassen und 3hnen tausend Pfund als Abfertigung für Ihre Dienste zu übergeben, falls Sie sich verpflichten, nie wieder die Vereinigten Staaten zu betreten.“ Drown verstand erst nicht. Chesterson mußte es ihm wiederholen. Da war es mit seiner Fassung vorbei. Reue trieb ihm Tränen in die Augen, und er weinte hilflos, wie ein Kind. Unter stammelnden Dan- keswprten nahm er das Geld in Empfang und versprach, sich ein neues Leben aufzubauen. Dann ging er. * Dienstag, 19. Septbr. 1929, 16 Hfjr 26 Minuten. Kabel London—Boston: „Barrhmoore Bank, Boston. Auftrag ausgeführt. Defraudanten Prokuristen s'fort festgestellt, Effekten abgenommen und per Flugpost Boston abgesandt. Auftragsgemäß Prokuristen tausend Pfund Abfertigung gezahlt. Atlantic-Bank, London." Freitag, 29. Septbr. 1929, 19 Uhr 19 Minuten. Kabel Boston— London. „Atlantic-Bank, London. Verstehen weder Kabel noch Effektensendung, Hnfere Prokuristen alle Montag, 10. März 1930 errungen. Läßt man die Vergangenheit lebendig werden, so findet man die rechte Einstellung zur Betrachtung der Leistungen der Gegenwart. Welch ein Fortschritt von dem 838-Meterrekord zu dein 150-Kilometerflug Kronfelds im vergangenen Sommer. Ich gebe dem Wunsche Ausdruck, baß der Rhön-RoNitten-Gesellschaft und ihrem Forschungs-Institut auch in Zukunft das gesunde Gedeihen und der große Erfolg beschieden sein möge, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen. Rach Degrüßungsworten des Oberbürger* meisters M u eller namens der Stadtverwaltung von Darmstadt und von Professor Dr. R a u von der Technischen Hochschule in Darmstadt gab Prof. Or. Georgi-Oarmstadi, Leiter bev Forschungsinstitutes der Nöhn- Rosjittengeseltschaft, einen umfassenden Heberblick über „Zehn 3 ahre motorlosen Flu g“. Er gedachte der Pioniere des Segelflugsports, die die Rhön „entdeckten" bis zu den Re kor df liegern Schultz, Rehring und Kronfeld, und widmete Worte des Gedenkens den zahllosen Braven, die ihren Wagemut mit dem Leben bezahlen: mußten. Die Hinwendung zum statischen Flug auf der Rhön und in Rosfitten brachte denDauer- unb Streckenflug. 3m Flug mit Heberle~üng unter Ausnutzung des Hangwindes sei der Darmstädter Rehring Meister. Hm aber von totalen Erscheinungen loszukommen, suche man neue Wege. Die Darmstädter Forschungsstelle erforschte eingehend durch Motorflüge die vertikalen Strömungen unter und in Wolken und vor Gewitterfronten, die von Kronfeld dann in seinen Rekordflügen im vergangenen 3ahr bestätigt wurden. Die Erfahrungen des Segelfluges seien auch für den Dau von Kleinflugzeugen mit Motorantrieb ausschlaggebend gewesen. Einzigartig seien die Erfahrungen, die die Segelflieger von der Atmosphäre, den Wolken und Gewittern sich aneigneten. Die gegenwärtige Methodik des Segelfluges unter Wolken und vor Gewittern ziehe eine Fliegecgeneration heran, die für ihre späteren Fluge auf Motorflugzeugen ein derartiges Maß besonderer Erfahrungen mitbringt, daß sie den heute im Flugverkehr immer noch recht häufig auftretenden Wettergefahren durchaus gewachsen sei, ja in vielen Fällen imstande ist, aus an und für sich kritischen Wettersituationen für die Durchführung des Fluges Ruhen zu ziehen. Darin liege der eigentliche fliegerische Sinn und die Bedeutung des Segelfluges. Wenn die deutschen und die französischen Luftverkehrsgesellschaften die Erfahrung gemacht haben, daß auf den schwierigen Gebirgsflügen in den Alpen und auf Gebirgsstrecken Verkehrspiloten, die Segelflieger waren, sich besonders bewährt haben, so bjlden diese Feststellungen eine Bestätigung der vorstehenden Anschauung. Prof. Or.-Zng. Hoff-Berlin, Vorstand der Deutschen Versuchsanstalt für Luttfahrt, behandelte den „Einfluß des Segeflug- zeugbaues auf den Motorflugzeug- b a u“. Der Segelflugzeugs au habe eine Hmwand- lung des Motorflugzeugbaues nicht gebracht, sei aber doch von meriäichem Einfluß gewesen. An die Vorträge schloß sich am Rach mittag eine interessante, eingehende Aussprache, in der die anwesenden Segelflieger Einzelheiten aus ihrer fliegerischen Erfahrung austauschten. Ein Festabend. Auf dem Festabend am Samstag überbrachte nach einem Hoch des Vorsitzenden auf igmrjxatowiMiiimimimiiub» lauittcnaiaBaj»»!!.--aw anwesend. Keine Hnterschlagung seit zehn 3ah» ren. Gesandte Effekten waren Fälschungen. Anscheinend wurde Atlantic-Bank Opfer eines geschickten Betruges. Darrymoore Dank, Boston." Oas Abenteuer des Hochtouristen. Bucher und Berge: das waren die beiden Sachen, die der geistliche Herr int Alter von etwa vierzig Fahren über alles liebte. Der Direktor der vatikanischen Bibliothek verbrachte seine freie Zeit stets im Hochgebirge. An einem sonnigen Wochenende — es geschah im 3ahre 1898 — überraschte ihn aber der größte Feind der Hochtouristen, der Rebel, und er konnte sich nicht mehr orientieren. Zum Glück stieß der Geistliche auf einen tapferen Iägersmann, der sich bereitwillig zu ihm gesellte: die beiden fanden nach mehrstündigem Suchen den richtigen Weg und erreichten nach anstrengendem Fußmarsch ein Felsenplateau, auf dem sie sich aus» ruhen wollten. Cs kam leider anders: die wackeren Touristen wurden von zwei Gendar- meriewachtmcistem barsch angeschrien, kurzerhand in Schuhhast genommen und nach der nächstliegenden Gendarineriestation gebracht. Das so menfdjenleete Gelände diente nämlich an diesem Tage als Manöverterrain für Die königlich-italienische Gebirgsartillerie, und Die Gendarmen hallen strikten Beseht, jede Zivllperson ohne viel Hmstände sofort abzusühren. Der 3äger und der Geistliche verbrachten den Rachmittag und darüber hinaus sogar die ganze Rächt auf einem nicht gerade sauberen Strohsack der Wachtstube und wurden erst am nächsten Tage einem Offizier Vorgefühl, um sich auszuweisen. Sie taten es bereitwilligst, und der junge Leutnant setzte, sie sofort auf freien Fuß. Richt ohne sich für den bedauerlichen Zwischenfall zu entschuldigen. „Eine Entschuldigung ist keineswegs am Platze," belehrte den jungen Offizier der geistliche Herr, „3hre Leute haben lediglich ihre Pflicht erfüllt. 3m übrigen schlief ich Die Rächt ganz ausgezeichnet und freue mich aufrichtig, so gastfreundliche Leute tennengelernt zu haben." So sprach Signor Ach i 11 c Ra111, Direktor der vatikanischen Bibliothek, schüttelte dem Offizier und seinem Begleiter, Dem tapferen 3ägerlein, freundlich die Hand und machte sich, eine Ehrenbegleitung energisch ablehnend, allein auf den Heimweg. Weder er selbst, noch der kleine Leutnant oder der 3ägersmann hätten sich wohl damals träumen lassen, daß der forsche Hochtourist Achille Ratti dereinst unter dem Ramen Papst Pius XI. der ganzen katholischen Welt vorstehen würde... den Reichspräsidenten von Hindenburg Ministerialdirigent Brandenburg den Tagungsteilnehmern die Grütze der Reichsregierung. Er begrüßte namens der Reichsregierung auch die Vertreter der ausländischen Staaten und versicherte, daß die Reichsregierung stets und gern mit den anderen Rationen in fairer Weise zusommenzuarbeiten bereit sei. Der hessische Innenminister L e u s ch n e r brachte ein Hoch auf die ausländischen Teilnehmer aus. Gerade der Segelflug sei geeignet, völkerverbindend zu wirken. Oberbürgermeister Mueller überreichte Ministerialdirigent Brandenburg, Ministerialrat K n ö p f e l, Konsul Dr. Kotzen- b e r g und Professor Georgi die Preismünze der Stadt Darmstadt, ebenso in Erinnerung an die ersten Erfolge Gutermuths dem Vater des verstorbenen Entdeckers der Rhön. Für diese Ehrung dankte Geheimrat Guter- m u t h und gab dann Erinnerungen aus der Tätigkeit seines Sohnes und dessen Freunden aus den ersten Anfängen des Segelfluges zum Besten. Für die italienischen Flieger dankte Wanin i, der auf den Vorsitzenden Konsul Kotzenberg ein Hoch ausbrachte. Ministerialdirigent Brandenburg teilte mit, daß der Hindenburg - Pokal 1929 und der Ehrenpreis von 10 000 Mark dem Stuttgarter Flieger Wolf H i r t h zuerkannt worden fei. Der anwesende Preisträger wurde mit stürmischem Beifall bedacht. Oie weiteren Vorträge. Am heutigen Sonntag ging die ernste wissenschaftliche Arbeit weiter. Professor Dr. v. Karman. Aachen, behandelte das Thema »Turbulenz und Segelflug", Prof. Dr. Pröll. Hannover, und Ingenieur A. L i p p i s ch(Wa se» kuppe) das Rurflügelflugzeug, das inzwischen konstruktiv schon sehr vervollkommnet worden ist, Dipl.-Ing. Loew von der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt »Grundsätze beim Dau von Segelflugzeugen“. Professor Dr. Sch renck, Berlin, machte dann Vorschläge für die Klasseneinteilung von Segelflugzeugen. Der Inhaber des diesigen 2tf>» stuhles für Aerodynamik, der bekannte Freiballonfahrer Professor Dipl.-Ing. Eberhardt, sprach über das Verhalten der Luftfahrzeuge in Inversionsschichten. Dr. Höhndorf, Darmstadt, gab Einblick in seine Untersuchungen über die atmosphärischen Grundlagen des Segelfluges. Don besonderem Reiz waren die Ausführungen des Weltrekordmannes Robert K r o n f e l d über die Methodik des Leistungssegelfluges, der die bisherigen wissenschaftlichen Theorien zum größten Teil in seiner Praxis bestätigt fand. Am Abend fanden zwei Filmvorführungen »Die Kunst des Segelfluges" in der Rhön und Rossitten, und »Segelflug im Hochgebirge", eine Expedition Stamers und Kronfelds an der Raxalpe. Turnen, Sport und Spiel. Frankfurter HaNensportfcst. Das zweiteFrankfurterHallensport- fest am Samstag war nicht sehr gut besucht Die Besetzung stand der des vorigen Jahres kaum nach, und auch leistungstechnisch stand das Fest auf angenehmem Niveau. Neben dem Kugelstoßen und den Staffelläufen nahmen die Spiele am meisten das Interesse der Zuschauer in Anspruch. Das bemerkenswerteste und von den Zuschauern mit dem größten Interesse verfolgte Ereignis war das Kugelstoßen, in welchem Weltrekordmann Hirsch- seld zum ersten Male auf den Turnermeister und -Nekordmann L i n g n a u (Dortmund) traf. Der Ostpreuße rechtfertigte restlos die auf chn gesetzten Hoffnungen und überbot nicht nur seinen im Vorjahre in Frankfurt ausgestellten Hallenwelt. rekord im einarmigen Kugel st oßen auf 15,56 Meter, sondern stellte auch im beidarmigen Stoßen mit 28,3 Meter einen neuen Welt- rekord aus, so daß die sportliche Ausbeute des Festes mit zwei Weltrekorden eine sehr gute ist. Im Sprinterdreikampf war der Han- nooeraner I o n a t h nicht zu schlagen. Die ErgevN'jse: Sprinter-Dreikampf: 1. Ionath 18 P., 2. Mahlitz 15 P. 3. Währlein 12 P. 80tz-Weter-Lauf, offen: 1. Kaufmann, FSV. Frankfurt. 2:07,7 Min. 2. Knöckel, SC. 80. Frankfurt, 2:08 Min. 3. Bernhard, DIK. Frankfurt, 2:08.1 Min. 800-Meter-Lauf: Ein ladungslauf: 1. Paul, Stuttgarter Kickers, 2:02.4 Min. 2. ße- föbre, MTG. Mannheim, 2:03.6 Min. 3. Dach, Kassel, 2:04.3 Min. 60 - Meter - Hürden - Einladungslauf: 1. Trotzbach, BST. Berlin, 8.2 Sek. 2. Sch.'lhe, Pol. SB. Berlin, 8.3 Sek. 3. Schö- nig, Stuttgarter Kickers. 3000-Meter-Lauf: 1. Helber, Eisenbahn- SV. Stuttgart, 8:22 Min. 2. Gorth, Post-SV. Berlin, 8:26.1 Win. 3. Diekmann, Hannover, 8:27.1 Min. 60-M eter-Lauf für alte Herren: 1. Weider, Eintracht Frankfurt, 7.3 Sek. 2. Reis, Eintracht Frankfurt, 7,8 Sek. 3. Angstmann, Eintracht Frankfurt, 7.9 Sek. Kugel st ohen: 1. Hirsch, Allenstein, 15.56 Meter. (Reuer Hallen-Weltrekord, bisheriger Rekord: Hirschfeld 15.47 Meter.) 2. Lignau, Dortmund, 14.71 Meter. 3. Schneider, Rüsselsheim, 14.38 Meter. De idarmiges Kugelstoßen: 1. Hirschfeld, 28.30 (rechts 15.56 Meter, links 12.74 Meter, neuer Weltrekord, bisher Ralph Rose mit 28.00.2 Meter.) Die Staffelkämpfe: 4X2 -Runden staffel: 1. Stuttgarter Kickers (Single, Sackmann. Iauch, Stumpp) 3:01,1 Min. 2. Berliner S. C. 3:01,6 Min. 3. S. C. 80 Frank» furt 3:02,2 Win. 3X1000 - M e t e r - S t a f f e l: 1. Frankfurter Eintracht (Leunig, Böselt, Iordan) 7:54,3 Min. 2. D. I. K. Frankfurt 8:00,5 Win. 3. Gießen 1900 8:07,2 Min. 5X60-M eter-Pendel staffel: 1. Berliner S. C. 36,2 Sek. S. C. 80 Frankfurt. 3. VfL Frankfurt. 10X200-Meter-Staffel für Klasse B: 1. Polizei Frankfurt 7:35 Min. 2. Deutsche 3u- gendkraft Frankfurt. 10X200-Meter°Staffel für Klasse C: 1. D:thmonn-Mittelschüler Frankfurt. 10X60 Meter-Pendel st affel für Jugendliche: 1. Dar Kochba 1. Mannschaft 1:19,4 Min. 2. Eintracht Frankfurt 1. Mannschaft 1:22,6 Min. 3. Dar Kochba Frankfurt 2. Mannschaft 1:23,7 Min. Die Wettkämpfe der Damen: 60 - Meter ° Einladun gslauf: 1. Dollinger -1. KC. Rürnberg, 7.7 Sek.: 2. Haux- Eintracht Frcnkfurt, Handbreite zurück: 3. Loren z- Emtracht 'ötcaurun. 60-Meter-Hürdenlauf: 1. 'Becke» Brandenburg Berlin, 9.3 Sek.: 2. Haux-Eintracht Frankfurt: 3. Schmitt-Griesheim Elektron. 5x60-Meter-Pendel st affel: 1. Eintracht Frankfurt (Haux, Fleischer, Lorenz, Keil, Dlumenau), 43.2 Sek.: 2. Griesheim Elektron. 1. Mannschaft, 44.8 Sek-: 3. Griesheim Elektron, 2. Mannschaft. Ergebnisse der Spiele: Handball: Stadtmannschaft der Sportler gegen Auswahlmannschaft Gau Frankfurt der DT. 3:1 (1:1). Handball der Frauen: Sportlerinnen gegen Turnerinnen 1:0 (1:0). Faustball. Licht und Luftbad Frankfurt (Deutscher Meister der DT.) gegen Post SD. Frankfurt 17:8. Westdeutsche Fußballmeisterschaft Im Kampf um die Fußballmeisterschaft des West- deutschen Spieloerbani.es wurden am Sonntag die Spiele der Meister in der Gruppe Nord fortgesetzt, aber auch in der Gruppe Süd war die erste Begegnung fällig. Hier trafen sich in Düsseldorf vor 15 000 Zuschauern der V- f. L. Benrath (Ber- gisch-Märkischer Bezirk) und S. C. 0 3 Kassel. Benrath trug einen glatten 5:2-Sieg davon. In dieser Gruppe dürfte die Entscheidung höchstwahrscheinlich zwischen Benrath und dem neuen Rheinbezirksmeister Köln Sülz 07 liegen. Die Gruppe Nord hat ihre Favoriten in Schalke 0 4 und Hornberger Sp. V.. die nach dem zweiten Spiel- tag je 4.0 Punkte haben, während Hüsten 09 (Sudwcstfalen) und V. f. B. Bielefeld (Westfalen) bislang leer ausgegangen sind. Bezirk Hessen-Hannover. Das gestrige Derbandsspiel zwischen Spielv. Kassel und Borussia Fulda endete mit 3:2. Bei einem Gesellschaftsspiel in Gießen zwischen Spieloereinigung 1900 Gießen und Offenbacher Kickers kam ein 2:2 Ergebnis heraus. Süddeutsche Fueballmeisterschast Rach der Tlnterbrechung infolge des ßänte» spiels gegen Italien nahmen die Kämpfe um die Meisterschaft des süddeutschrn Fußballverbandes gestern ihre Fortsetzung. Die Runde ber Weister, in der wiederum sämtliche Dtatzbesiher siegreich blieben, erbrachte mit einer Ausnahme sehr hohe Resultate. Dieser eine Fall knappster Entschei- scheidung barg allerdings die größte Uebe» raschung des Tages in sich. Wormatia Worms, die bis jetzt nicht allzu sehr in Erscheinung getreten war, konnte einen ter aussichtsreichsten Meisterschaftsanwärter, die S p. - Bereinigung Fürth, mit 2:1 Toren schlagen. Am meisten überrascht hierbei die glatte Berechtigung dieses unerhof.ten Sieges ter Hessen. Aus diesem Ergebnis hat allerdings die Frankfurter Eintracht den größten Rutzen. Rach ihrem neuesten Sieg von 7:2 Toren über den F. E. Pirmasens führen die Frankfurter nunmehr mit Harem Dorjprung von drei Punkten vor München und Fürth die Liste an. Der Sieg über Pirmasens fiel allerdings zahlenmäßig zu hoch aus. Auch in Mannheim gab es ein tor- reiches Treffen, in dem ter S. B. Waldhof- Mannheim den F. C. Freiburg mit 7:1 Toren nach Belieben schlug. Ebenso klar, wenn auch nicht mit gleich viel Toren, sandte der F. C. DavernMünchen den B. f. B. Stuttgart nach Hause. Mit 5:0 behielten die Münchener die Punkte bei sich. Runde der Zweiten und Dritten. Hier hatte auch die Gruppe R o r d w e st eine große ckleberraschung. F. Sp. V. F r a n k - Die blonde Sklavin. Vornan von Hermann Veick 26 Fortsetzung Nachd'-uck verboten XXIV. Als Schulhofs an diesem Abend nach Hause kam und gerade das Tor aufschließen wollte, trat aus dem Dunkel des Hausganges ein Mann auf ihn zu. »Guten Abend, Herr Schulhoffl" Im ersten Augenblick fuhr Schulhofs, von dem unerwarteten Auftauchen des Mannes erschreckt, zurück. Dann schaltete er rasch das elektrische Licht über der Haustür ein. In einem schwarzen Mantel, einen Breiten Schlapphut tief ins Gesicht gedrückt, stand der Wann vor ihm. »Kennen Eie mich nicht meßr?“ fragte er und nahm den Hut ab. Betroffenheit malte sich in Schulhoffs Gesicht. »Sie sind esl" sagte er überrascht. Ec hatte den Fremden erkannt: es war der Mann, der ihn neulich auf Honneckers Spur gebracht hatte. »Ich muß Sie unbedingt sprechen!" sagte der Fremde hastig. „Ieht um elf Ußr nachts?" »Ich warte seit drei Stunden hier auf Sie, Herr Schulhofs!" »Hat es nicht bis morgen früh Zeit?" Die stechenden Augen des Fremden gingen ruhelos umher. „Olein..., morgen ist es zu spät!" »Kommen Sie!" Als sie in Schulhoffs Zimmer kamen, sagte dieser: »Rehmen Sie Platz, und bann sagen Sie mir, was Sie zu mir geführt hat!" Der Fremde blieb stehen. Ein gehetzter Ausdruck war in feinem fohlen Gesicht. »2ch brauche Ihre Hilfe, Herr Schulhofs!" „Meine Hilfe? Wie soll ich das verstehen?" »Ich brauche Geld ..." Schulhofs hatte ein unangenehmes Empfinden. Kam der geheimnisvolle lln&elannte mit ter Absicht, Geld aus ihm herauszupressen? Da galt es, auf der Hut zu fein! -Sie müssen sich deutlicher aussprechen!" antwortete er kühl. Der Fremde schien das Abweisende in Schul- hofss Stimme nicht zu hören. Er sagte stehend: „Reulich habe ich Ihnen einen Dienst erwiesen: heute müssen Sie m i r helfen! Ich brauche einige Hundert Mart, um rasch von hier fort- zukommen!" Mehr und mehr verstärkte sich das unbehagllche Gefühl in Schuchosf. »Warum müssen Sie sv schnell fort?" Der Fremde sah starr vor sich nieder. Seine Hände waren zusammengekrampft. Dun sagte et rasch, die Worte überstürzten sich beinahe: „Ich hatte heute einen Zusammenstoß mü Honneckerk Seitdem Sie neulich bei ihm waren, ist er wie vom Teufel besessen! Er plagt die Leute, die mit ihm zu tun haben, bis aufs Blut! ...Auf mich hat er es besonders abgesehen! Er scheint zu ahnen, daß ich Sie auf seine Fährte gehetzt habe! ... Bis jetzt habe ich alles stillschweigend ertragen! Heute aber ist mir die Geduld geriffen! Da habe ich mit ihm abgerechnet!" Die Augen des Fremden glühten fiebrig. „Run muß ich fort, sonst richtet er mich zugrunde!" In Schulhofs war immer noch ein Mißtrauen wach. „In welchem Verhältnis stehen Sie zu Hon- necker?" fragte er. „Ich war bis heute bei ihm in Stellung." Run begriff Schulhofs, woher der Fremde seine Kenntnis von Honneckers Geschäftsmethoden hatte. Ein Angestellter Honneckers war er also ... der sich jetzt mit seinem Ches verkracht hatte, älnb nun kam ter Marrn zu ihm und wollte Geld haben! Er sagte mit merklicher Zurückhaltung: „Da werten Sie sich eben eine neue Stellung suchen müssen! Mehr als hinauswerfen kann Honnecker Sie ja nicht!" Der Fremde lachte in wildem Hohne auf. „ilm das zu erfahren, komme ich doch nicht mitten in der Rächt zu Ihnen!" Er eilte auf Schulhofs zu und faßte ihn am Arm. -So fragen Sie doch nicht länger! ... Helsen Sie mir ... Iete Minute ist kostbar!" Cs war wie ein Derzweiflungsschrei. Wider Willen wurde Schulhofs davon ergriffen. Er sagte rasch, teilnehmend: „Warum müssen Sie vor Honnecker stiehen? ... Hat er Sie irgendwie in seiner Gewalt?..." Der Fremde gab nicht gleich Antwort. Wirr gingen seine Blicke umher. Plötzlich schien er von einer Erschlaffung befallen zu teerten. Er machte eine müde Handbewegung. „Vielleicht helfen Sie mir eher, wenn ich Ihnen alles sage ... 3a, Honnecker hat mich in der Hand. Seit drei Jahren schon ... Ich war bei einer Bank angestellt ... und habe Unterschlagungen begangen ... ein Frauenzimmer, das vorgab, mich zu lieben, hatte mich so weit getrieben ... als ich dann im Dreck faß, kehrte sie mir den Rücken ... Doch davon wollte ich ja nicht sprechen ... Meine Verfehlungen tourten entdeckt, man wollte Anzeige gegen mich erstatten ...da griff Honnecker plötzlich ein.. Der Fremde machte eine Pause. Aus seiner eingefallenen Brust kamen rasche, hastige Atem- „Mein Vater hatte, wie er mir sagte, gerate in jenen Tagen Honnecker einen Dienst erwiesen - - - was es war, verschwieg er mir, es war mir auch gleichgültig, ... Die Hauptsache für mich war, daß ich nicht ins Gefängnis kam! ... Honnecker, ter damals schon ein Mann von großem Einfluß war, regelte die Sache mit meiner Dank ... ich mußte dort natürlich meine Stellung aufgeben, aber Honnecker bot mir einen Platz in seinem Bureau an ... Wäre ich doch lieber ins Gefängnis gegangen! ... Das Leben, das ich fortan bei Honneckex hatte, war schlimmer, als es sich schildern läßt! Wie einen Sträfling behandelte er mich! Tag für Tag ließ er mich fühlen, daß ich ganz von seiner Gnade abhänge. Mit einer wahren Wollust peinigte er mich, manchmal trieb er mich fast zum Aeußersten, so daß ich nahe daran war, ihm an den Leib zu gehen ... aber er touß.:, daß ich nichts gegen ihn unternehmen würde ... ich war ja im Laufe der Zeit so zusammen- getreten ... so klein und feige geworden ..." Das Gesicht des Fremden verzerrte sich zu einem wilden, satanischen Grinsen. Haß sprühte aus seinen Augen. „Heute aber war das Maß voll! Einer Geringfügigkeit wegen brüllte er mich an, ich widersprach, da wollte er mir mit der Faust ins Gesicht schlagen ... Ich blieb ihm aber die Antwort nicht schuldig! ... So hat ihm noch keiner die Meinung gesagt, so gründlich und deutlich ... Ieht ist es natürlich zwischen uns aus! Ietzt muß ich mich schleunigst aus dem Staube machen, denn nach dieser Auseinandersetzung wird er mir sicher die Polizei auf den Hals hetzen!" Schulhofs schüttelte zweifelnd den Kopf. „Ich glaube, Sie sehen da zu schwarz! Da Honnecker damals Ihre Verfehlungen gutge- macht hat, haben Sie kaum mehr etwas zu befürchten!" T.'r andere wurde erregt Fieberhafte Unruhe zeigte sich wieder in seinen Zügen. „Glauoen Sie das nicht! Wenn dieser Bluthund einen Menschen vernichten will, bringt er es fertig!" Mit einer verzweifelten Gebärde streckte er Schulhofs die Hände entgegen: »So helfen Sie mir doch! Lassen Sie mich nicht im Stich!" Schulhofs ging zum Schreibtisch. „Ich will Ihnen gerne helfen. Sie haben mir neulich einen größeren Dienst erwiesen, als Sie ahnten." Er nahm einige Scheine aus einer Kassette. „Wohin wollen Sie sich wenden?" fragte er. I weiß es noch nicht ... vielleicht ins Aus- „Haben Sie keine Angehörigen?" „Mein Vater hat vor zwei Iahren seine hiesige Praxis aufgegeben und lebt jetzt zurückgezogen in Oranienburg. Schulhofs gab es einen Schlag. Er fuhr herum. „Ihr Vater ist Arzt?" fragte er bestürzt „Ia ... Warum interessiert Sie dal?" Mit eiserner Willenskraft zwang Schulhofs sich zur Ruhe. „Es war nur eine Frage ..." In Ujm aber rasten die Gedanken. Wie hatte ter Fremde vorhin gesagt: ... fein Vater habe Honnecker einen Dienst erwiesen und dieser Vater war, tote sich jetzt herausstellte. Arzt ... War der Dienst, von dem hier die Rete war. furt verlor auf eigenem Platze völlig verdient mit 23 Toren gegen Sportfreunde Saar« brücken, die keinen schlechten Eindruck hinterließen. Die Frankfurter enttäuschten start Auch Rotweiß Frankfurt erlitt durch einen 6 aarberein eine bittere Riederlage. 0:2 vom 5- B. geschlagen, kehrten die Frankfurter aus Saarbrücken zurück. S. V- Wiesbaden nützte den Platzvorteil zu einem knappen 1:0 gegen ten V. f. L. Reu-Isenburg aus. Phönix Ludwigshafen behauptete feine Spitzenstellung durch an 2:1 gegen ten V f. L. Reckarau. In terGruppeSüdost zwang der K. F. V. Karlsruhe dem 1. F. C. R ü r n b e r g mit 1:1 einen Punkt ab. Vorläufig kann sich der Altmeister dieses ülnenttchieten noch leisten, denn er bleibt nach wie vor an ter Tabellenspitze. ©. 03.1860 München feierte einen Sieg von 3:0 Toren über den AS. V. Rürnberg. Iahn Regensburg hatte trotz des Vorteils des eigenen Platzes die lleberlegenßeit des V. f. R-Heilbronn mit 0:2 Toren anzuerkcnnen. Um den Handbal'-Volal der Suddeutschland aus dem Rennen geworfen. In der Zwischenrunde um den Handball-Pokal der D. S. B. wurde die süddeutsche Auswahlmann- schast gestern vor 6000 Zuschauern in Darmstadt von den Vertretern Brandenburgs mit 8:7 aus dem Rennen geworfen. Berlins m.t etwas G'ück errungener Sieg war nach den gezeigten Leistungen zu einem gewissen Grade verdient. Mitteldeutschland siegt gegen Rord. Das zweite Spiel ber Zwischenrunde wurde in Leipzig ausgetragen und sah die Mitteldeutschen mit 5:3 siegreich, nachdem sie bereits bei der Pause 8:2 geführt hatten. Berlin — Mitteldeutschland im Endspiel. Rach den Ergebnissen der Zwischenrunde haben sich Brandenburg und Mitteldeutschland für da» Endspiel um den D.S. B.-Pokal qualifiziert. Al« Termin für das Endsoiel wurde der 30. März festgelegt. Der Ort der Austragung steht dagegen noch nicht fest. Sin $rüntfnrter pollzeibeamler erschossen. WSR. Frankfurt a. M., 9. März. Der Polizeioberwachtmeister Ludwig Kern ist heute morgen 4 ilßr, als er einen Radfahrer, ter ohne Licht fuhr, anßalten wollte, von diesem erschossen Worten. Der Täter ist entkommen. Der Gelötete hinterläßt Frau und zwei Ämter. Der Tat dringend verdächttg ist ter Kürschner Herbert Schulte, geboren am 12. Iuni 1903 in Leipzig-Linden au. Er hat sich in letzter Zeit in Frankfurt auf gehalten, jedoch ist nicht bekannt, wo er wohnte, oder wo er Unterschlupf gesunden hatte. Bei ter Leipziger Kriminalpolizei ist er als Einbrecher und Fahr- r a d d i e b bekannt. Er soll sich in den letzten Monaten auch in Mainz und Trier aufgehalten haben. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den vermutlichen Täter sestzunehmen. Zu dem Vorfall wird noch mitgeteilt: Mit einem Polizeiaufgebot, wie cs nur in ganz großen Fällen üblich ist — nahezu 60 Kriminalbeamte und ebensoviel Schuhpolizeibeamte — ging man an die Llntersuchung der vorhandenen Spuren und an die Rekonstruierung des Falles. Danach glaubt die Polizei, daß sich der Vorgang etwa folgendermaßen zugetragen haben kann: Der Polizeiwachtmeister Kern fahndete während seines Patrouillenganges u. a. auch auf Hühner - diebe und hielt zwei Leute an, wahrscheinlich einen jungen Mann und eine Frau. Dem Mann nahm er die Invalidenkarte und ein Messer ab, worauf der Beamte von dem Burschen meuchlings erschossen wurde. Es war von vorn- jenes ärztliche Zeugnis über Reinhold Wittes angeblichen Selbstmord gewesen?... Die einzelnen Glieder schlossen sich zur Kette. Schulhofs sah klar. Der Arzt, nach dem er erst vor wenigen Stunden Eva gefragt hatte, war gefunden! Run galt es noch, seinen Aamen zu ermitteln! Er reichte die Geldscheine dem Fremden, die dieser hastig in die Tasche steckte. „Vielen Dank, Herr Schulhofs!" Schulhofs geleitete ihn die Treppe hinunter. Ehe er das Haustor aufschloß, sagte er gle*£- mütig: „Wollen Sie mir nicht Ihren Ramen nennen?" Der Fremde blickte ihn mißtrauisch an. „Wozu?" „Es konnte fein, daß Sie draußen einmal m Rot kommen: dann schreiben Sie mir. Ich werte Ihnen jederzeit gerne helfen! Ich mochte aber doch wenigstens wissen, wie Sie heißen!" Der andere zögerte kurz. „Ich heiße Willy Ronneberg," antwortete er widerstrebend. Die Türe ging auf. Schulhofs fühlte den raschen Druck einer heißen, feuchten Hand. „Gute Rächt, Herr Ronneberg!" sagte er und sah mit einigem Verwundern, wie ter Fremde sich zuerst verstohlen umblickte und dann schnell, scheu an ten Häusern entlang hastete. Es sah aus wie eine Flucht. * • * Schulhofs war schon früh aufgestanden. ES hatte ihn nicht länger im Bett geduldet. Bon innerer ünraft getrieben, ging er in der Wohnung umher. Was hatte sich seit gestern abend nicht alles ereignet! Zuerst das Telephongespräch mit Mockel, das seinem ganzen Leben und Schaffen wieder schöne Zukunftsausblicke eröffnete: dann das Zusammensein mit Eva... und schließlich, in später Rächt, der Besuch Willy Ronneberg Z! Ronneberg ... Er würde den Damen nicht vergessen! Kein Zweifel bestand mehr für ihn, daß dieser Dr. Ronneberg der Arzt war, der Honnecker damals das falsche Zeugnis über ten Selbstmord des Schauspielers Witte geliefert hatte. Schulhoffs Entschluß stand fest. Heute morgen noch würde er nach Oranten- mirg hinausfahren. Er mußte Dr. Ronneberg sprechen. Vielleicht konnte er von ihm Räheves über die rätselhaften Vorgänge jener fernen Rächt erfahren. Wieder tauchte in Schulhofs ter Verdacht auf, der chn am Vorabend plötzlich überfallen hatte. Schärfer noch als gestern traten bte einzelnen Momente, die für seine Richtigkeit sprachen, hervor. Wenn es s ich wirllich so verhielte .... wenn Eva all die Iahre her schuldlos gelitten hätte.. schuldlos den Peinigungen Honneckers ausgesetzt gewesen wäre ... (Fortsetzung folgt) en ftaZfr durch ^ch WS. LZL femid der Dt. LZ-§ °nzuer^ er-O^. ^roorfen. N"bb°ll.Pokal ?Slmann- *lt 81‘ aus dem frs E's-ck J * «*n|tn » Nord. ^de wurde ht ' ^nblpid. i^nrunbt tem fjlanh für lalifijiert. Sl, t ÄIHq W. ■V Ntßtn rwch itnrfMn Närz. Der Po. Rem ist heute a-)rer, -er ohno ckwierschos- rntkommru. > zlvÄ Rxnbtt der AürlÄer L 3uni 1901« In letzter & > ist nicht drei Unterschlups tiger Ärimind« r und Fahr« i in den letzten rier ausgehalteir it gelungen, dm mitgeteilt: M : in ganz grvstrn Kriminalbeamte te - ging man mdenen Spuren Falles. Danach Vorgang etwa Imn: Der Po« nährend seines A tzststner« , wchrMM au. Dm Mann ein Meiler ab, urschen meuch« i war von vorn« Üeinhold Dittes i sich zur Kette tadj dem er erst ragt hatte, vor >inen Damen zu m Fremden, die L reppe hinunter, sagte er gle^ lamen nennen?" msch an. brausten.drand n Sie mit M Ml 36* 3ie Sie hmbeni “ anttvortete er m N ebttl f sagte er uij iSSä hastete. gestanden- 64 rt« "2 st eain,7„fcboi £*Ä®® Kein verS^' des Selbstuu' hatte. L-tiS .v-gs «'1 S Ks Hörern damit zu rechnen, daß es sich um einen schweren Jungen handelte, der allerlei Delikte auf dem Kerbholz hat und sich durch den Schüß seiner Verhaftung zu entziehen suchte. Diese Vermutung hat sich auch bestätigt. Die Leipziger Kriminalpolizei hat telephonisch mitgeteilt, daß Schulte trotz seiner Jugend schon ein b e k a n n- ter Ginbrecher und Fahrraddieb sei. In der Rähe des Tatortes wurde ein Sack gefunden, der die Vermutung, das; es sich bei den angehaltenen Personen um Deflügeldiebe handelt, zu bestätigen scheint. Wirtschaft. Oie Arbe iSmarttlage im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen. Lieber die A r b e i t s m a r k t l a g c in Hessen und Hesfen-Rafsciu 6eJ-,tet das Landcsarderis.'.mt Frankfurt: Die Arbeitslosigkeit ist im Lause der Derichtswoche zum erstenmal in diesem Jahr und früher als im Verjähr nicht weiter gestiegen. Die Zahl der Arbeitsuchenden blieb auf dem Stand der Vorwoche (230 800) stehen. Einige Bezirke, so Limburg, Dillenburg. Hersfeld und Rieder- lahnstein, wiesen noch eine leichte Zunahme aus. die auf Zugänge auS der Steinindustrie, der Metallindustrie und dem Baugewerbe (in Rie- derlahnstein) beruht. Dafür hatten fast alle übrigen Arbeitsämter Abgänge an Arbeitsuchenden. besonders aus dem Baugewerbe (insgesamt 550), dem Bek.eidungsg-werbe (253) und Offenbach auch aus der Lederindustrie (140) zu verzeichnen. Bei den Ungelernten ging die Arbeltslosenzohl nur schwach (um 93) zurück. Die Zahl der Hauptunter st ühungs- e m p f ä n g e r ist noch etwas gestiegen. In Arbeitslosen- und Kriscnuntcrstühung befan.cn sich rund 168 800 Personen, gegenüber 168 000 in der Vorwoche. Oer Leipziqer-Messe-Samstag. L e i p z i g. 8. März. (WTD.) Seit vielen Jahren hat keine Messe so spät geschlossen, wie die die.jährige. Während in den Messehäusern der Leipziger Altstadt sonst oft schon am Freitagmorgen eingepackt wurde, herrschte die.mal bis am Freitagabend fast überall noch lebhafter geschäftlicherDerkehr und noch am Samstagfrüh wurden an vielen Stellen noch zahlreiche Aufträge notiert. Die meistenAus- steiler erllären sich denn auch mit dem Messc- ergebniS durchaus zufrieden. Wer Gutes und Reues auf die Messe gebracht und damit besonders Auslandbestellungen geerntet hat, ist mit seinem Betrieb oft auf Monate beschäftigt. Der belebende Einfluß der Leipziger Messe bei so gutem Besuch aus dem kapitalkräftigen Ausland ist auch selten so deutlich zum Ausdruck gekommen. Ueberraschend flut war der Besuch auf der „Dugra"-Maschinenmesse, die. etwas abseits des großen Messeverkehrs liegend, ausschließlich fachmännische Besucher hat. Mit dieser Frühjahrsmesse ist sie jetzt der anerkannte internationale Markt für Duchdruckmaschinen geworden und wird jedes Jahr wiederholt werden. Vorzüglich von allen großen deutschen Firmen mit allen maschinellen Reuheiten beschickt, wies sie auch einen erfreulich großen Aullandbesuch, besonders aus England, Frankreich und Amerika auf, dem das geschäftliche Ergebnis durchaus entsprochen hat. So sind von einzelnen Aus- landkunden vier bi 3 sechs große Offsetmaschinen gekauft worden. Objekte von je 40 030 bis 50 000 Mark im Werte. Die fachtechnischen Tagungen und das Wochenende führen der Technischen Messe immer neue Wellen von Besuchern zu, wodurch der geschäftliche Verkehr in fast allen Spezialbranchen immer wieder belebt wird. Der Besuch der Werkzeugmaschinenhalle durch die Organisation der deutschen Werlmeister gibt diesen die Möglichkeit, sich über alle technischen Fortschritte durch eigenen Augenschein zu informieren, was der ausstellenden Industrie indirekt wieder zugute kommt. Erstaunlich groß ist der LImsah in den Hallen für Hauöhaltmaschinen an praktischen Schnelllochern verschiedener Modelle für den Klein- haushalt, auch an Einzelkunden. Da auf den Fachtagungen der Technischen Messe auch die neu au gestellten Artikel in Vorträgen erfahrener Sachkenner kritisch behande't werden sollen, dürfte das Interesse auch auf der Technischen Messe bis zum Mittwochabend unvermindert anhalten. • Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 5. März berechnete Großhandels- Geschichten ans aller Welt. Aachdruck, auch mii Quellenangabe, verboten! Ltop vor Lhaw! (f) London. Gin Londoner Blatt bringt dieses Erlebnis einer Automobilistin: Die Dame hat es eilig. Eie rast also durch die Straßen der Hauptstadt, muh aber unvermutet vor dem gebieterisch aus- gestreckten, weiß behandschuhten Arn, eines Po- liceman Halt machen. Lind dies nicht einmal in Zxm Wirbel des Verkehrs, nicht einmal an einer Straßenkreuzung, sondern vielmehr in einer abgelegenen Straße, die sie besonders flott zu durchlaufen hoffte. Da sie sich nach der Ursache der plötzlichen Störung umb'ickt, sieht sie einen alten Herrn, bet planlos, in Gedanken verloren auf dem Fahr dämm umherirrt und anscheinend gar keine Anstalten macht, die gegenüberliegende Straßenseite zu gewinnen. Llnge- halten wendet sie sich also an den Hüter der Verkehrsordnung und erkundigt sich nach dem sonderbaren Allen, der ihr fast in den Wagen hineingerannt wäre. Dieser gibt folgende Erklärung: »Wir haben Anweisung, den gesamten Straßenverkehr abzustoppen, wenn Vernarb Shaw bie Straße überquert.“ — ilnb richtig brachten, da dieser Befehl des Londoner Polizeiamts anscheinend noch immer nicht genügend bekannt war, die Zeitungen am nächsten Tage die Mahnung: ^Automobilisten! Halt, wenn ein weißbärtiger, weißhaariger Herr, ohne nach rechts und links zu blicken, die Straße überquert!" Ter Kranich brütete beim Mikado. (c) Tokio. Ein heiliger Kranich hat sich seit einiger Zeit im Garten des kaiserlichen Palastes in Tokio eingenistet. Vor einem Monat kam auch fein Weibchen und legte zwei Eier in das Tieft, das der Gatte bereitet hatte. War allein schon die Anwesenheit des Vogels ein Zeichen großen kommenden Glücks, so fand die Freude kein Ende, als man merkte, daß Frau Kranich sogar zu brüten begann. Tag und Aacht wurde das Heft । von japanischen Wächtern behütet, um die Vogel- I mutter vor allem Llichill zu schützen. Zwei Heine Kraniche sind ans Licht der Welt gekommen. Der Kaiser und die Kaiserin sind mit der Heinen Prinzessin Teru zu dem heiligen Rest gewandert und haben ihr Dankgebet dargebracht. Ein freili- ger Kranich soll nach der japanischen Legende mindestens 1000 Jahre alt werden. Wirkt schon die Gegenwart eines solchen Kranichs gut auf da« Schicksal, so bringt bie Druttätigkeit auf Generationen hinaus großes Glück. Der Mikado hat es sich gesichert. Schuldig — wegen der Rohkost. (s) Warschau. Sie haben sich aus Liebe unb nur aus Liebe geheiratet. Aber bann kam bet Teufel über die Frau — sagt der Mann. Dann wurde er roh und schlug mich — so die Frau. DaS ScheidungSgericht bekam aber langsam heraus, daß die Frau eines Tages ein Buch gelesen hatte. Lieber bie gesundheitlichen Vorteile von Aohkosternährung. Lind daß sie beschlossen hatte, fortan bie Rohkost einzuführen. Er dachte zunächst: nur eine Marotte, die vorübergeht. Aber eines Tages schaffte sie sogar den Herb ab. Lind schickte ihrem Mann nur nolfr Kohlrüben, Datteln unb Mohrrüben „zum Fraß" ins Bureau. So despektierlich drückt er sich aus und überschüttet feine Frau mit einer neuen Flut von Zärtlichkeiten. „Din ich ein Stück Vieh? Daß ich mich von rohen Kohlrüben ernähren soll?" Er könne sich vor feinen Kollegen nicht mehr zeigen. Sie lachten ihn aus. — „Lind ich?" ruft sie dazwischen, „meine Freundinnen zeigen mit den Fingern auf mich. Weil er mich schlägt!" Der Ehegatte aber gibt dem Gericht zu bedenken, wann denn überhaupt, wenn nicht bei einem so hoffnungslosen Fall, der Ehemann Recht haben soll, seine bessere Hälfte zu verprügeln. — ilnb das Gericht gibt ihm recht. Es fei In der Tat roh, nur mit rohem Gemüse gefüttert zu werden. Lind sprach die Frau schuldig. Wegen der Rohkost. Man soll nichts übertreiben. inderzisfer des Statistischen Reichsamts ist ge- I genüber bet Vorwoche von 128,1 auf 127,5 ober um 0,5 Prozent gesunken. Von ben Hauptgrup- Pen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,0 Prozent auf 112,7 (113,8) und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe unb Halbwaren um 0,2 Prozent auf 125,8 (126,0) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat um 0,2 Prozent auf 153,5 (153,8) nachgegeben. * Große Kasseler Straßenbahn 21.* ©., Kassel. Der Aufsichtsrat beschloß, für das Geschäftsjahr 1928/29 die Verteilung einer Dividende von wieder 4 v. H. auf die Stammaktien unb 7 v. H. auf bie Vorzugsaktien vorzuschlagen. • Deutsche Effekten- unb Wech sel- bank, Frankfurt a. M. Der Aufsichtstat schlägt vor, aus dem Reingewinn des Jahres 1929 von 1 571 028 (L V. Effektenbank 1 378 294 unb Vereinsbanl 689119) Mark eine Divibenbe von 7 Prozent (L D. Effektenbank 9 Prozent, Dereinsbank 5 Prozent) zu verteilen unb den Saldo von 243 502 Mk. vorzutragen. — Aus dem buchungsmäßigen Gewinn aus der Fusion mit der Deutschen Vereinsbank von 4 824 000 Mk. werden 2 Mill. Mk. der Spezialreserve überwiesen. Weitere 1 Mill. Mk. werden für die Pensionsverpslichtungcn, die von der Efsekten- bank bei der Fusion mit der Vereinsbank übernommen wurden, zurückgestellt. Von den verbleibenden 1 824 000 Mk. werden die Fusions- kostcn von 1,10 Mill. Mk. beglichen und der Rest zur Stärkung der stillen Reserven verwandt. (G.-V. 12. April.) Frankfurter Börse. Frankfurt, 10. März. Tendenz: unsicher. — Die Börse stand zu Beginn der neuen Woche wieder im Zeichen einer gewissen Llnsicher- hei t, bie durch die undurchsichtige innenpolitische Situation verursacht wurde. Aber auch der weiter anhaltende Ordermangel blieb nicht ohne Einfluß, und die Kulisse verhielt sich reserviert. Vereinzelt wurden von dieser Seite Abgaben vorgenommen, so daß bei der bestehenden Aufnahmeunlust Zumeist Abschwächungen gegenüber den Schlußkursen vom Samstag eintraten. Die Rückschläge überschritten aber nur in Ausnahmefällen 1 v. H. Anregungen fehlten voll- fommen. Die zum Schluß schwächer gewordene Reuhorker Börse machte keinen vorteilhaften Eindruck, doch war die Tendenz auf dem ermäßigten Riveau ziemlich widerstandsfähig. Die sonst stärker favorisierten Werte waren stärker angeboten. Vor allem Siemens, die 1,75 v. H. einbüßten. Felten unb Gesfürel verloren je 1 v. H. Am Chemiemarkt standen Deutsche Erdöl stärker unter Kursdruck mit minus 2 v. H. I.-G.-Farben gaben 1 v. H. nach. Etwas Interesse bestand für Verein für chemische Industrie, bei leicht anziehendem Kurse. Montanwerte waren auch heute fast vollkommen umsatzlos. Gelsenkirchen lagen gehalten. Danken wenig verändert. Zellstofsaktien bis 1,5 v. H. abgefchwächt. Etwa- Rachfrage machte sich für süddeutsche Zucker bemerkbar mit plus 1 v. H. Renten still. Deutsche Anleihen leicht gedrückt. Von Ausländern konnten Zolltürken etwas anziehen. 'Im Verlaufe gab der heute zur Cßer» öffentlichung gekommene Reichsbankausweis, der eine Entlastung auf Wei st, der Börse eine Stütze. Das Geschäft war aber nicht nennenswert groß. Die Kulisse schritt verschiedentlich zu Rückdeckungen, und es traten gegen Anfang Erholungen bis zu 1 v. H. ein- Am Geldmarkt war Tagcsgeld mit 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1939, gegen Pfund 20,415, London gegen Kabel 4,8620, gegen Paris 124,25, gegen Mailand 92,34, gegen Madrid 39,30, gegen Schweiz 25,13, gegen Holland 12,1240; Mark gegen Devisen schwach, Madrid fest. Berliner Börse. D e r 1 i n , 10. März. Die Unsicherheit der politischen Situation bewirkte im Dorm. itagsverkehr unb an der Vorbörse stärkste Zurückhaltung. Die Leichtigkeit der internationalen Geldmärkte hielt an. und es sand in diesem Zusammenhang Deachtung, daß Tagesgeld in London zu 2,75 Prozent zu haben war. Aus der Wirtschaft lagen keine Rachrichten von Belang vor. Ein Monatsbericht der Dresdner Dank stellte das Anhalten der Geschäftsstagnation unb die Goldverflüssigung fest und wies auf die Llnmög- lichkeit einer Voraussage der wirtschaftlichen Entwickelung vor der endgültigen Regelung der schwebenden finanzpolitischen Fragen hin. Der Reichsbankausweis per 7. März brachte eine recht gute Entlastung von 259,5 Millionen. Entscheidend für diese Verbesserung war bie Verringerung der Lombardbestände. Die Deckung hak sich um 3.2 bzw. 4 Prozent gebessert. Zu Beginn der offiziellen Börse gaben die Kurse infolge der Geschäftsunlust vielfach bis zu 3 Prozent nach. Darüber hinaus verloren Dt. Linoleum 5,25 Prozent. Schubert & Salzer 4,75 Prozent, Bergmann 3,5 Prozent, Rheinische Braunkohlen 3 Prozent, Salzdetfurth 3,5 Prozent. Demberg 3.25 Prozent. Farben, bie vorbörslich mit 160 Prozent Bries gesprochen würben, eröffneten mit 161,75 Prozent recht wiber- standsfähig. Ferner gewannen Ilse Bergbau unb Karstadt bis 1.5 Prozent. Am Markte bet Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke bemerkte man stärkeres Interesse, angeblich finb amerikanische Kaufaufträge eingetroffen. Dieses Papier eröffnete 2.25 Prozent fester. Deutsche Anleihen zur Schwäche neigend. Ausländer geschäftslos. Mexikaner weiter nachgebend. 4,5proz. Oesterreicher von 1914 weiter sehr fest (pluS 1,25 Prozent). Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt war leichter. Tagesgelb 5 biS 7 Prozent, Monatsgelb 6.75 bis 8 5 Prozent. Warenwechsel etwa 5.5 Prozent. Rach ben ersten Kursen sank) der oben erwähnte Reichsbankausweis stärkere Beachtung unb bot ber Tenbcnz eine Stütze, auherbem machte sich bei ber Baissespekulation Rückkaufs- Neigung bemerkbar, so daß es vorübergehend zu leichten Besserungen kam. Später gingen diese Gewinne wieder verloren. Die Börse lag lustlos. Frankfurter Eicrmarkt. Tendenz: stetig. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Inlandes er ab Station.) Preise in Pfennig per Stück: Italiener 8,00 bis 8,50, bulgarische 6,50 bis 6,75. jugoslawische 6,25 bis 6,50, rumänische 6,25 bis 6,50, russische 6,00 bis 6,50, polnische 5,25 bis 5,50. holländische 7,75 bis 10,00. dänische 7,75 bis 10,00. belgisch^landrische 7,50 bis 8.00. schlesische 9.00 bis 9.75, bayerische 7,00 bis 8,00. norddeutsche 8,00 bis 9,00. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 10. März. Auch freute war bie Haltung am Frankfurter Produktenmarkt infolge ber niedrigeren Auslanbnotierangen unb ber spärlich eingehenden Offerten lust- ll>2. Für Weizen machte sich später jedoch eine geringe Rachfrage geltend, bei leicht anziehenden Preisen. Roggen blieb dagegen anqebotcn unb war bis 0,50 Mark nichtiger. Am Mehlmarkt war das Geschäft still. Die Preise blieben jedoch gut behauptet. Futtermittel lagen angeboten unb niedriger. Es wurden notiert: Weizen 26; Roggen 16,50 bis 16.75; Sommergerste für Brauzwecke 17 bis 17,25; Hafer, inländischer 15,75 bis 16; Mais, (gelb) für andere Zwecke 15; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 38 bis 38,75; Roggenmehl 24,75 bis 26; Weizenkleie 8.25; Roggenlleie 8,25; Erbsen, je nach Qualität für Speifezwecke 22 bis 33; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 35 bis 40; Heu, süddeutsches, gut. gesund, trocken 8,75; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,80; Weizen* unb Roggenstroh, gcbünbelt 5; Treber, getrocknet 11,50 bis 11,75 Mark. Tendenz: matt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. März. Auftrieb: 1393 Rinder (darunter 412 Ochsen, 76 Bullen. 506 Kühe, 368 Färsen), 503 Kälber, 79 Schafe. 4819 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vo.lfleischige, ausgemästcte, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 54 bis 57 Mk., (ältere) 50 bis 53, sonstige vollfleischige (jüngere) 46 bis 49; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlack)twertS 54 bis 56. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 45 bis 48, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 41 bis 44, fleischige 34 bis 40, gering genährte 28 dis 33; Färsen (Kalbinnen. Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete. höchsten Cchlachtwerts 55 bis 59. vollfleischige 52 bis 54. fleischige 48 bis 51. Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 76 bis 79, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75. geringe Kälber 62 bis 69. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76, von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Psd. Lebendgewicht 72 bis 75 Mark. — Marktverkauf: Rinder ruhig, Lleberstanb. Schweine ruhig, Heber* stand. Kälber und Schafe rege, ausoerkauft. Daten f«r Tienßiaa 11 März 1544: der italienische Dichter Torquato Tasso in Sorrent geboren (gestorben 1595). Die hinter ■.(ranfturt a. W. Schluß-: i'Uhr» iurd | Aurel den Papieren Berlin Schluß«! Anfan . irrd 1 kturs Kurszettel angeführten Ziffern geben )er B die Höhe de :Vranfhirt a. M Schluß« l 15,9 2,5 6.2 6,25 6,25 17 8,85 m I “«•» | 1 1 | 1 | . 1 1 1 II 1 1 l 1 1 R 1 1 1 il 0 S“ e. 3 ö7,2 97,75 -.0,9 ,5 86 49 97 93,75 89 28,75 27 26 23 2,5 .3 6,5 .25 10,9 >7,2 8,8 «3 ° || | | 1 1 1 I 1 II I I 1 1 1 l 1 1 1 1 £*«» 1 1 “ Datum • 'dniburfl-amerita 'l*aiei ... 7 L-ambura-Südom. Dampfschiff Hama Dampfschiff .... 10 Norddeutscher Lloyd..... Allliemeine Deutsche llreditanst. 10 Barmer Bankverein . . 10 Berliner Handelv^esellschafi 12 kommen- und Privat-Banf . 11 Darmstädter und 'Mationalbanl 12 Deutsche Bank und Dü'conto-OieseUschaft, . . 10 Dresdner Bank......10 Reichsbank........12 A.E.S............8 Bergmann.........9 tiiehr. LiefeningSgelellschast. 10 Licht und Kraft......10 Gelten & Ghiülcaume . - 7% üesellfchast für Elektrische Untcmebmunflen .... 10 Hamburger Elektrititätr-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert L Co. ..... 11 Siemens & Halske . • • • ■ 16 Traneradio..... 8 Vabtneoer & Co...... . lf Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener 8 Harpener. ..••••• • 0 Hoesch Elfen. . ...... 6y- Iise Bergbau . ...... W «Sln-Reuellen .......’ Manne«inann-Rökiren .... 7 Manoselder Bergbau . .... 7 Lberichles. Eijenbevari .... 6 Oberschles. Kokrwerke. . • . • 7 Pbönir Bergbau.....6V2 Rheinische Braunkohlen . . 10 Rbeinsiahl..... 6 Riebeck Montan......7,2 . 3 104 105,75 120,25 129 181 153.75 231 146,5 146,5 284 161,5 160 65.25 125 170 141.5 184 '47 164 15.5 10) 138.25 132,5 249 103 104,5 105,25 100.9 231 113,75 10 3 153 146 124 168.6 243,25 99 138,75 — 112,25 8. 3 104 >06 121 128,5 180 5 154 232 146,5 147 286 162 200 159.5 166.5 124.75 170.5 130 141 163 183.75 245,5 163 75.75 100,5 140,5 138,5 132,5 107,75 249 103 105,4 104,5 104,75 69 99,25 100.13 230,5 113.75 10 3 103,25 105 121.13 128 180 153 230,5 1455 146 283.25 160,5 196,5 124,5 1685 129,5 162 181 75 243 — 74.25 99,5 140 137.5 131,5 107.5 250 102,5 104,75 103,6 >03,75 69 98.75 100 227,5 112,5 Datum verewigte Stahlwerke .... Ctaol yilnen......16'/. Kaliwerke Ascherrieben ... n Kaliwerke Westeregeln ... 16 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. ®. srarben-Induftrie... 12 Tonamii Nobel...... . 6 Koldschmidt........6 Rütgerswerke ........ 6 Metallgesellfchast.......S Philipp Holzmann......? Zementwerk Oeldefberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 Wavb & irrcQtag......8 Cdmltbetc Patzenhofer ... 15 Cftroerte.........1? «ku...........18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhof .... 13’/. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Ghri ........ 9 Daimler Motoren ...... O Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A^B. ..... 0 Crenftein L Koppel ..... 6 Leonhard Tieh ...... 10 Evenkka...... . . frankfurter Mafchine» .... 4 Sritzner . 6 Hevligenslaedk ....... O nunghan». ........6 Lechwerke..........8 Mainkrastwerke Höchst a. M.. .8 Miag.........10 Gebr. Roeder ....... 10 Voigt & Haesfner ...... 9 Süddeutsche Zucker • • • • 10 3 94,5 56,5 210 211 354 162,25 146,5 69 '5,25 107,5 95,25 127,25 82,75 105.5 154 206,5 152,25 38 242 155 332 37 105.75 107 130 116 218 152 ß _ _ s S 8 : ä | | | | | 8 | | 1 1 1 1 1 1 | 1 1 1 — 1 1 1 | 1 I | 1 LnS 1 1 l I N 1 I 8. 3 94,9 56,75 211,25 213,25 357 162 68 '5 106,5 96 81,5 268 208,6 105,75 151 205 152.5 97 170,25 18,75 244 14.75 13,75 74 155 332 36,25 37,13 39,5 130 218 152,5 10. 3 94,75 57 208,5 353,5 161,75 66,25 74.25 267 209 105 149 202.5 150.5 96,75 169,25 38.4 238 75 44 75 18.5 332 130 - ' 58,20 111.93 20,34 16,40 167,68 22,01 111,83 58,80 2,465 112,20 81 01 50,93 12 365 73,00 icanffur 8. März Amtliche Tlollerunf Gelb | »rie 10. Mär, Amtliche Notierung Gelb | Aries untfL»tHott. Buen.-Aire» Brss.-Ankw- Lhristtania. Kopenbag:n Stockholm . velsingsorS. Stallen. . . London. .. 'Jieunorf .. TariS.... Schweiz .. Spanien. . Japan . . . Hio be Jan. Stilen In Sest. abgeft. Prag . . . . Beltrad . . Dndavest. . Bul arien. Lissabon . . Danzig. . . .ssonst nttn. Alben. . . Canada llru not). . Kairo ... 167,94 1,570 58,33 112.06 112,12 112,39 10,53 21,94 20,36 ' 1.189 16.39 81,02 51.20 2,067 0.483 58.98 >2.415 7,391 73.19 3.035 13,82 81,38 1,784 5,435 4.171 3.706 20.875 168.28 1.574 53,45 112,28 112,34 112,61 10,56 21,93 20,40 4,197 16,43 81,18 51,30 2.071 0.485 59,10 12,435 7,405 73,33 3,041 18,86 81.54 1,788 5,445 4,179 3,714 20,915 168,25 1,573 58,43 112.20 112.29 112.60 10,553 21.97 20.395 4.1945 16,415 81,185 52,15 2,067 0,488 59.05 12.433 7.403 73,31 3.049 18.84 81,54 1,785 5,455 4.178 3.716 20,915 168 59 1.577 58,55 112,42 112.51 112.82 10,573 22,01 20.415 4.2025 16.455 81 70 52.25 2,071 0,490 59,21 12,453 7.417 73,45 3,045 18,88 81,70 1.789 5,465 4,186 3,724 20,955 Schweres Brandunglück. Tod eines Feuerwehrmannes. WEN. Alsfeld. 9. März. Ein großer Brand brach in der Nacht zum Samstag in dem Nachbarort Renzendorf in dem Grundstück des Landwirts Valentin Schäfer aus. Trotz eifriger Löscharbeit der hiesigen und der Feuerwehren aus den Nachbarorten fielen das Wohnhaus, die Scheune und die Stallungen des Grundstücks dem verheerenden Element zum Opfer. Nur mit Mühe gelang es den Feuerwehren, ein Weitergreifen der Flammen auf die Nachbargrundstücke zu verhüten. Leider ereignete sich bei dem Brand auch ein tödlicher Anglücksfall. Die auf dem brennenden Wohnhaus stehende eiserne Stühe der elektrischen Starkstromleitung fiel mitsamt dem Leitungsdraht herunter und kam so versteckt zu liegen, daß der Draht nicht gleich bemerkt wurde. Unversehens kam während des Löschens der Kommandant der Renzendorfer Feuerwehr, der 41 Llahre alte Ludwig Steuernagel, mit der Start ft tom- leitung in Berührung und fayd hierbei durch den Schlag des elektrischen Stromes a u f der Stelle den Tod. Großfeuer in einem Chemikalienlager. WSN. Darmstadt, 9. März. Heute vormittag gegen 10 Hfjr wurde die Berufsfeuerwehr nach der Feldbergstraße 30 gerufen, wo aus bisher noch unbekannter Ursache das Lager der Chemikalienhandlung Liebig Nachf. und eine Autoreparaturwerkstatt in Helten Flammen standen. Das Feuer hatte an den dort lagernden großen 'Borrären an Lack, Oel, Chemikalien usw. reiche Nahrung gefunden, so daß verschiedene Hilfszüge der Feuerwehr herbeigerufen werden muhten, denn der Brand drohte auf die anliegenden Lager- und Heuschuppen einer großen Transportfirma überzugreifen. Erst nach zweieinhalbstündigen Bemühungen gelang es der Feuerwehr, den Brand zu lokalisieren und die Gefahr eines lieber- greifens auf die anstoßenden Gebäude einzudämmen. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis gegen 17 llfjr. Vergebung. Für das Landgerichtsgefängnis zu Gießen soll für die Zei' vom 1. April 1930 bis 31. März 1931 der Bedarf an: 1. Fleisch.. Wurst- und Fettwaren: 2. Milch: 3. Brot, 4. an sonstigen Ver- zehrungsgegenständen (Oel, Essig. Zucker, Kaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Butter, Käse, Seefische usw.); 5. Reinigungsmaterialien (Seife, Seifenpulver, Soda usw.) 2032D im Derdingungswegc vergeben werden. Weiter werden an den Meistbietenden die in dieser Anstalt anfallenden Küchenabfälle vergeben. Verschlossene Angebote und Gebote sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 20. Mär; 1930 vormittags 11 Uhr auf der Geschäftsstelle der Staatsanwaltschaft, dahier, Altes Iustizgebäude, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 9, niederzulegen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom; 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betr., enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten ausgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Geschäftsstelle eingefehen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Für die Angebote dürfen nur vorgeschriebene Angebotsformularc, die gegen Kostenerstattung von unserer Geschäftsstelle bezogen werden können, verwendet werden. Der Zuschlag bleibt acht Tage Vorbehalten. Gießen, den 7. März 1930. Der Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen. Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der Reichsver- dingungsordnung sotten für den Neubau eines Wiegehauses an der Westanlage nachfolgende Arbeiten vergeben werden: 1. Installation der elektrischen Lichtanlage. 2. Installation der Bc- und Entwässerungsanlage. 1954C 3. Weißbinderarbeilen. 4. Schreinerarbeiten. Angebote auf Vordruck sind bis zum Verdingungstermin am Samstag, dem 15. Mär; vormittags 10 Uhr verschlossen und versiegelt bei uns einzu- reichen. Zeichnungen und Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 10. März 1930. Städtisches Hochbauamt. ________Wettläufer.________ Holzsubmission Aus den Waldungen der Gemeinde Reiskirchen sollen im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente verkauft werden: 20460 Fichtenstämme. Los 1. 52 Stück la-Kl. = 9,01 fm „ 2. 135 „ lb= „ = 48,08 „ „ 3. 69 „ 2a- „ = 46,84 „ „ 4. 41 „ 2b- „ = 45,25 „ „ 5. 5 „ 3a- „ = 6,49 „ „0- 1 „ 3b- „ -- 2,51 „ „ 7. 2 „ 3b- „ -- 1,56 „ kiesernstämmc. Fichtenderbstangen. 6 Stück 1. Kl. Los 8. 3 Stück 2b-Kl. = 0,76 fm „ 9. 2 2b- ,. — 1,08 „ ,, 10. 4 ff 3a° „ — 2,78 „ „ 11. 5 U 3b- „ — 5,11 „ ,, 12. 20 la- „ — 2,72 „ „ 13. 50 1b- „ — 10,50 „ „ 14. 16 ff 2a. „ 5,31 „ „ 15. 10 2b- „ — 4,01 „ • „ 16. 1 ff 3a, „ - 0,57 „ 3 „ 2. „ 2 „ 3. „ Bemerkt wird, daß sich die Lose 7, 8, 9, 10 und 11 zu Schreiner- und Küfer- holz eignen. Das Holz ist mit Rinde gemessen, aber entrindet. Vorherige Besichtigung empfohlen, spätere Einwendungen wegen Güte und Klasse des Holzes werden nicht berücksichtigt. Angebote sind bis zum Freitag, dem 14. Mär; 1930, nachmittags V/j Uhr. getrennt nach den einzelnen Sortimenten auf hiesiger Bürgermeisterei cinzurcichen. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. ______________S ch o m b e r,_______________ Rutzholzversteigerung. Die Gemeinde Raunheim versteigert am Donnerstag dem 13. Mär; 1930 aus verschiedenen Distrikten: 2029V Eiche: 60 Stämme und Abschnitte 3. bis 6. Kl. mit 56 km (Alteiche): 70 Stämme und Abschnitte 1. bis 2. Kl. mit 18 km (Fungeiche): 2 rm Nutzscheit 2. Kl., gespalten, 1,2 m lang: 3 Stangen 1., 10 Stangen 2., 13 Stangen 3. Kl. Buche: 12 Stä. u. Abschn. 3. und 4. Klasse mit 8,49 fm. Fichte: 300 Stä. u. Abschn. la- bis 3a-Kl. mit 90 km; 30 Stangen 2. Kl., 75 Stan- gen 3. Kl., 24 Stangen 4. Kl.; 11 rm Nutzreiser 2. Kl. Kiefer: 770 Stä. u. Abschn. la- bis 4a-Kl. mit 280 fm; hiervon sind 52 Stä. u. Abschn. 3a- bis 4a.Kl. mit 51 km. Treffpunkt im Distrikt Buchenhardt, vormittags 10 Uhr. Naunheim, den 8. März 1930. Der Bürgermeister. Großwäscherei Edelweiß KW l itfi ■ > dK X ' XJi AL MM ÄÄ l —— M t ,s tiause- waschen ?- Quälerei1 SaSsche« in der Wäscherei! 9 Schützenstr. 12 Fernruf 3487 Einwandfreie, sdionende Behandlung 2028 A ■ Astoria-Lichtspsele g I Ab heute | Stuart Webbs I in seinem neuesten Kriminalfilm I I Masken I I Ein Film mit einer unerhört spannenden Handlung I I in ö Akten Luftpiratenl Tempo — Spannung - Sensationen I und das lustige Beiprogramm nasc I ——IIIMl Die Rechnung ter evateellstten BesMiteaeate Bieten für 1928 liegt vom 11.—18. d. M., jedesmal von 8—13 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten zur Einsichtnahme für die Gemeindeglieder offen. 20340 Gießen, den 8. März 1930. Die Haussrauen-deratung! Bruteier lädt alle Hausfrauen zu TicnStag, von Barnevelder Hennen, ine im vorigen Jahre je 164 bis 20f> Eier legien. den 11. März 1930, 4 llbr, im Hotel Prinz Carl ein. [2036D Zwei Hausfrauen erzählen von ihrer Mchenäherei zu verkaufen. [01657 Großen-Lindcn, Cbergaffc 9. anhand v. Mustern u. Slrbetlövrobeu Prospekte Eintritt frei! Eintritt frei! liefert Brüht, Gießen ifiniiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii? Abschiedsgruß! Allen Verwandten, Freunden und Bekannten bei unserem Wegzug nach Friedberg i. H. ein herzliches Lebewohl Familie (S. Lehr Gießen, den 10. März 1930 ui653 niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Evangelischer Gesamtkirchenvorsland. Bechtol sh eim er. Suche für meinen Neubau als 1. Hypothek 8000 RM. Schrift. Angeb. unt. 01670 a. d. Gletz. Anz. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Heinrich Klahol;. Tabakwarengroßhandlung in Gießen, und ihres Inhabers Heinrich Klahol; in Gießen soll nunmehr die Schlußvcrteilung erfolgen. Nach Befriedigung der bevorrechtigten Gläubiger steht ein Betrag von 8660,88 RM. den nicht bevorrechtigten I835C Es w!rd gebeten, möglichst die Nachmittagsvorstellungen zu besuchen. Anfangszeiten 4, 6 und 8.30 l’hr. Lichtspielhaus Giehen Heute Premiere Ein ungemein spannender Film... getragen von einer... sehr fesselnden Spion agegeschichte und dem hinreißenden Spiel der Greta Garbo-•• Eine Augenweide für alt und jung, für Mann und Frau..., so daß man gern in den starken Applaus einstimmt. B. Z. am mittag. Diese Frau ist ein Wunder • • • hier paart sich eine Schönheit • • • mit einem durchaus ungewöbn liehen schauspielerischen Talent • • die Regie • • ■ vorzüglich und diskret • • • Und so sehen wir eine der wunderbarsten schauspielerischen Leistungen. Voeilaehe Zeitung. DIE SPION UM Mach de» gleichnamigen Boman der Berliner Illustrlrten von Ludwig Wolf. Bogle: Fred Nihlo, der Regisseur des bekannten Ben-Bur-Fllas. Musikalische Leitung und Illustration: K. STORK. — Dieser Großfllm erzielte in Amerika, London, Paris, Berlin einen ungewöhnlichen Erfolg. Einstimmig lobendes Urteil der ges. Presse: Gläubigern mit 30 603,81 RM. zur Verfügung, so daß eine 'Ausschüttung von 28,3 v. H. erfolgen wird. Das Schlußoerzeichnis liegt auf der Geschäftsstelle des Hessischen Amtsgerichts Gießen zur Einsicht auf. 20310 Gießen, den 7. März 1930. Der Konkursverwalter: _____Dr. jur. Ruckelshausen.____ Nutzholzversteigerung. Die Gemeinde Rodheim a. d. Bieber verkauft am Freitag, dem 14. Mär; 1930, nachmittags von 1 Uhr ab, in dem Saale des Gastwirts Karl Schlierbach, dahier, folgendes Nutzholz: 20300 159 Stück Eichenstämme 2. bis 6. Klaffe = 80,17 fm, darunter Altciche 3. bis 3. Klasse z.rka 22 km. 42 Stück Nadelholzschnittstämme Kl. 2r bis 5 - 32,66 fm. 50 rm Nadelholz-Nutzscheit und -Knüppel. Rodheim a. d. Bieber, 7. März 1930. Der Bürgermeister: P e p p l e r. Die Lieferung von 20420 3800 Tonnen Basalt-Kleinschlag, Korn» große 3/5 cm 595 Tonnen Basalt-Splitt, Korngröße 1/2 cm 1200 Tonnen Basalt-Sand für die Provinzialstraßen des Kreises Wetzlar soll vergeben werden. Angebotsoordrucke sind von der kreis» sfrahenbauoerwallung Wetzlar, Bahnhofstraße 20, zu beziehen und die Angebote bis Samstag, den 22. Mär; 1930, 10 Uhr, einzusenden. Bedingungen sind einzusehen. Zuschlagsfrist vier Wochen._____________ Dienstag, den 11. März 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung: 20330 ein Herrenfahrrad, einen Amboß, sieben Büfetts, einen Eisschrank, zwei Kleiderschränke, eine Geh- rungsschneidemaschine mit Tisch, einen Diwan, eine Chaiselongue, eine Flurgarderobe, eine Kommode, vier Sofas, zwei Registrierkassen, einen Warenschrank, einen Waschtisch, einen Schrank, eine Schreibladenkasse, sieben Schreibtische, eine Nähmaschine, einen Märklin-Bau- kasten, eine 1-?8-Dampfmaschine für Holzkohlenfeuerung, eine Ladentheke, eine Standuhr, zwei Klaviere, vier Bücherschränke, ein Vertiko, drei Kredenzen, einen Kassenschrank, einen Küchenschrank, eine Bohrmaschine, eine Schreibmaschine, zwei Steppdecken, einen Gasherd, zwei Kredenzen, ein Aktenregal, eine Vitrine, einen Flurgarderobenschrank und ein Halbbüfett. Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstrahe 24 — Telephon Nr. 4039 Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße? Geschäftskarten