Nr. 288 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 9. Dezember 1950 Lrlchelnr täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: vte Illustrierte viehener FamilienblLtter ßetmal im Bild Die Scholle Äonat$-Be3ugspret$: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspsenntg für Träger« lohn, auch bei Richter- Seinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt. §ern|vrechan|chlüffe anterSammelnummer225L Anschrift stu Drahtnachrichten Anzeiger -letze». Postscheckkonto: Stewlfnrtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Zteindruckerei L Lange tn Liehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme van Anzeige« für die Tagesnummer oi« zum Rachmittag vorher. Preis für | mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigeri von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/. mehr. Thefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dolitii Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dietzen. Die Durchführung der zweiten Notverordnung. Sozialdemokratische Aba'nde- rungsanträge zur Notverordnung Etaffelung der Gehaltskürzungen. Berlin, 9. Dez. (6'2103.) Zu der in der Notverordnung vom 1. Dez. 1930 vorgesehenen Kürzung der Beamtengehalter um 6 Proz. hat, wie der .Vorwärts" meldet, die sozialdemokratische Reichstagsfraktion einen Gesetzentwurf e i n g e b r a ch t, der eine Staffelung dahingehend vorsieht, dah die niedrigen Iahresbezüge bis zu 3000 Mark um 4 Proz., die Bezüge von 30 0 0 b i s 4 0 0 0 Mark um 5 Proz. und erst die von 4000 bis 5000 Mark um 6 Proz. gekürzt werden. Eine stärkere Kürzung ist für die Iahresbezüge von über 500 0 Mark vorgesehen. Bei den Bezügen zwischen 5000 und 8000 Mark soll der Abzug 8 Proz. und bei allen höheren Bezügen 10Proz. betrogen. Eine Verminderung der durch die Gehaltskürzung beabsichtigten Einsparungen soll nach diesem Vorschlag nicht eintrcten. 3n die Geha ltskürzung der Ange st eilten bei den öffentlichen Verwaltungen sollen nur Iahresbezüge, die 3600 Mark übersteigen, einbezogcn werden. Weitere Anträge der Sozialdemokraten beziehen sich auf Wiederzulassung eines zollfreien Gefrierfleischkontingents in der alten Höhe, aus Beseitigung der Sonderumsatz st euer für Waren Häuser, auf Erhöhung der Zuschläge zur Einkommen st euer für Einkommen über 8000 Mk. aus 10 Proz., auf Einführung eines besonderen Zuschlages für Aufsichtsratsmitglieder von 20 Proz., Aufhebung der Mineralwasser st euer und Aenderung der Bestimmungen der Notverordnung über dos D r o t g e s e h. Außenpolitische Debatte. Die Regierung verspricht sich keinen Nutzen. Berlin, 9.Dez. (END.) Der Reichstag wird sich am Schluß seiner heutigen Sitzung darüber zu entscheiden haben, ob er noch in eine Debatte über die außenpolitische Lage eintretcn will. Die Reichsregierung ist bemüht, diese Debatte, von der sie sich keinen Nutzen verspricht. zu vermeiden. Reichskanzler Brüning. dec bereits gestern mit dem Führer der Volkspartci, Dingeldey. verhandelt hat, wird heute vormittag weitere Besprechungen mit einem Teil der hinter der Regierung stehenden Parteien haben. An den Besprechungen wird, wie der .Vorwärts" berichtet, auch Reichs au ßenminister Dr. C u r t i u s teilnehmen. Vor der Plenarsitzung werden die meisten Fraktionen zusammentreten, um sich über ihre Stellungnahme zu der Frage der außenpolitischen Debatte schlüssig zu machen. Eine Reihe von Parteien ist der Ansicht, daß daß es richtiger wäre, die mannigfachen zur Außenpolitik vorliegenden Anträge schon jetzt zu behandeln. Der Fraktionssitzung der Christ -> lich-Sozialen sieht man mit besonderem Interesse entgegen, da diese Gruppe zwar die Notverordnung der Regierung gebilligt hat, auf außenpolitischem Gebiet aber zu einer schärferen Tonart neigt. Abg. Dingeldey soll zum Ausdruck gebracht haben, er habe keineswegs f ü r i> t c näch ste Zukunft Forderungen an- kündigcn wvllem die die Absichten der Regierung störten. Auch die Wünsche mancher Kreise, baldigst eine Aenderung in der Besetzung sowohl des Reichsinnenministeriums, wie des Reichsaußenminifteriums her- beizusühren, dürften von der offiziellen Führung der Dolkspartei im Augenblick nicht gefordert werden. Das Pensionskürzungsgesetz. Die Begründung der Rcichsregierung. Berlin, 8. Dez. (ERB.) Zu den Gesetzentwürfen, die durch die Notverordnung nicht erledigt werben konnten, weil sie oerfasiungsändernden Charakter tragen, gehört auch das Pensions- kür zungsge setz, das jetzt zur parlamentarischen Erledigung an den Reichstag gelangt ist, nachdem der R e i ch s r a t diesen Entwurf mit der für Verfassungsänderungen vor- geschriebenen Stimmenzahl z u g e st i m m t hat. Zn der Begründung zu diesem Gesetzentwurf heißt es u. a.: Bei den Erörterungen über die Ausgaben- senlung konnte auch an einer Frage nicht vorübergegangen werden, die von vielen Seiten immer wieder zum Gegenstand ernster Vorstellungen gemacht und auch im Reichstag bei Annahme von Entschließungen wiederholt zur Sprache gebracht ist — an der Frage einer Kürzung der B e - züge der R u h e g e h a l t s e m p f ä n g e r bei deren Beschäftigung im Privatdienst. Ihre Beschäftigung im öffentlichen Dienste hatte schon seit jeher eine Kürzung des Ruhegehalls bedingt. Die gänzliche Nichtberücksichtigung des Privatarbeitsverdienstes neben dem Ruhegehalt erscheint demgegenüber nicht gerechtfertigt. Dazu kamen bezüglich der Verwendung von Ruhegehaltsempfängern in Privatbetrieben usw. die dauernden Klagen einzelner Angestellten, die keine Beschäftigung fanden, weil die freien Stellen vielfach von Ruhegehaltsempfängern als billigeren Arbeitskräften in De- sitz genommen waren, sowie die dringenden Eingaben der Angestellten- usw. Verbände, die in der Beschäftigung von Ruhegeldempfängern, die sie in diesem Falle als Doppelverdiener bezeichneten, eine schwere Beeinträchtigung der Interessen ihrer Mitglieder erblickten. Da gleichzeitig sich die Notwendigkeit ergab, infolge verschiedener Rechts- sprechung höchster Gerichte auch die bestehenden Kürzunasvorschriften bei Beschäftigung im öffentlichen Dienste einer Nachprüfung zu unterziehen, log es nahe, eine Neuregelung der gesamten auf dem Gebiete der Ruhegehaltsbestimmungen schwebenden Fragen bei Vorlage eines Ausgaben- senkungsgesetzes vorzunehmen. Dieser Absicht kam der Antrag D r. Brcitscheid und Gen. zuvor. Der Antrag wurde in mehreren Sitzungen des Budgetausschusses des Reichstages für den Reichs- Haushalt eingehend beraten und schließlich a n • genommen; wegen Auflösung des Reichstages gelangte er nicht mehr zur Erörterung im Plenum. Aus den Verhandliingen im Ausschuß ging aber hervor, welchen entscheidenden Wert einzelne Parteien auf die Frage gerade in Verbindung mit den in Aussicht genommenen Notmaßnahmen glaubten legen zu sollen, so daß die Reichsregierung sich zu einer besonderen Vorlage eines entsprechenden Gesetzes entschloß, und zwar zugleich mit einer Neuregelung der Kürzungsvorschriften bei Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Die Strafrechtsreform. Wiederaufnahme der Beratung im Parlament. Berlin, 9. Dez. (Priv.-Tel.) Mit der Auflösung des vorigen Reichstages sind de wertvollen Arbeiten des Strafrechtsausschusses vernichtet worden. Bei früherer Gelegeicheit hatte man allerdings durcheinäleöerleitungsgese ) erreicht, daß die im Ausschuß erzielten Beratungsergebnisse gerettet und für den nachfolgenden Reichstag wieder nutzbar gemacht wurden. Dor der letzten Auflösung gelang es aber nicht mehr, einen entsprechenden Antrag einzubringen. Infolgedessen muß nun, soll dre Strafrechtsreform wieder in Angriff genommen werden, das Justizministerium einen neuen En twurf aus arbeiten und dem Reichstag zuleiten. Cs würden Jahre vergehen, bevor man die gesamte Materie im Ausschuß bis zu dem Punkt durchberaten hätte, an dem man am Tage der Reichstagsauflösung stand. Der Vorsitzende des Strafrechtsausschusses, der Abgeordnete Dr. Kahl, hat nun die gesamten Ausschußbeschlüsse zusammengesaßt und von sich aus mit Hilfe feiner Fraktion den Entwurf eines allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches dem Reichstag in der Form eines Antrags vorgelegt. Die'er Antrag geht selbstverständlich dem Ausschuß zu, so daß damit die Möglichkeit gegeben ist, we iterzuarbei- t e n und das zu retten, was schon erreicht worden ist. Natürlich muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß einzelne Parteien eine Aufnahme der Beratungen beim Paragraphen 1 verlangen und vielleicht auch durchsetzen und daß dann in mühseliger Arbeit erneut die Abschnitte vorgenommen werden, die schon viel Kopfzerbrechen bereitet haben und schließliche ihren Abschluß mit der Annahme von Kompromißbeschlüssen fanden. Jedenfalls hat aber der Abgeordnete Kahl einen Weg gezeigt, um ohne großen Zeitverlust an der so notwendigen Reform des Strafgesetzbuches weiterarbeiten zu können. Siegerwalds ArbeilsbeschassvngsMon. Sine soziale Zenipalarbeitsgemeinschast zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zum Zweck der Arbeitsbeschaffung. Berlin, 8. Dez. ReichsarbeitsministerSte g e t- wald hat eine Rede mit der Feststellung geschlossen, daß die Reichsregierung allein nicht alles tun könne und jetzt die Stunde des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, der Vereinigung der Arbeitgeberverbände und der Spitzenverbände der großen Gewerkschaften gekommen sei. Der Reichs- arbeitsminister will versuchen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder im Sinne der früheren Zentralarbeitsaemeinschaf t zu- lamme njubringen. Man erinnert sich, daß ein solcher Versuch bereits im Sommer einmal gemacht wurde, um die Lohn- und Preissenkung gemeinsam anzupacken. Diese Bemühungen scheiterten, weil man sich nicht darüber einig wurde, ob die Preis- ober die Lohnfrage den Vortritt haben sollte. Diesmal steht das Problem der Arbeitsbeschaffung im Mittelpunkt. Stegerwald hat bereits vor etwa 10 Tagen die Vertreter der Spitzen- organifationen der Arbeitgeber und der Gewerkschaften zu einer gemeinsamen Konferenz bei sich gehabt. Er hat die Beteiligten mit eindringlicher Deutlichkeit auf die Gefahren hingewiesen, die sich aus der Arbeitslosenzahl von vier Millionen ergeben, mit der für Mitte Februar gerechnet wird. Man hat wohl auch eingesehen, daß z. B. eine g c - setzlicheArbeitsstreckungfürdie Wirtschaft unbequemer fein würde als eine freie Verstän- digung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die sich den Bedürfnissen beider Faktoren und der einzelnen Industriezweige viel elastischer an- passe n könnte. Der Reichsarbeitsminister hat dann weiter Einzel- besprechungen mit den verschiedenen Industrie- branchen gehabt. Er hat auch mit der Post, der Eisenbahn und anderen Stellen verhandelt, bei denen eine Arbeitsstreckung möglich erscheint. Ferner ist mit dem preußischen Kultusministerium Fühlung genommen worden, um auch die 'Frage des neunten Schuljahres zu behandeln, wie überhaupt die bekannten Vorschläge der preußischen Staatsregierung mit in den Kreis der ganzen Erörterungen einbezogen werden sollen. Diese Einzelbesprechungen hatten den Sinn, Material zu sammeln, damit man sich bei der Fortführung der Konferenz der Spitzenverbände ein genaueres Bild von den einzelnen Problemen machen kann. Die nächste Konferenz der Spitzenorganisationen dürfte noch im Laufe der neuen Woche stattfinden. Die Bemühungen Stegerwalds, die freilich erheblichen Schwierigkeiten begegnen, haben für die beut- fche Wirtschaft eminente Bedeutung. Wenn es gelingt, in kurzer Zeit einen Burgfrieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herzuftellen, so würde seine Lösung naturgemäß erleichtert. Dann würde man es auch schon als einen bedeutsamen Gewinn für die deutsche Wirtschaft und die soziale Gestattung der nächsten Zukunft ansehen müssen, wenn es dem Reichsarbeitsminister gelingt, wenigstens in den Hauptfragen eine Verständigung herbeizuführen. Der Moskauer Llrieitsfpruch. Die Entlastungsoffensive. Der sog. „S ch ä d l i n g s p r o z e ß" ist beendet, er hat, was von voricherein feftftanb, mit der Verurteilung der Hauptongeklagten zum Tode feinen Abschluß gefunden. Die Verurteilten sind begnadigt worden, so daß der ganze Prozeß den Eindruck eines abgekarteten Spieles macht. Das Wettrennen der Angeklagten mit ihren Aussagen, ihre hemmungs- lose Berettschaft, noch mehr mitzuteilen, als von ihnen durch den Staatsanwalt Krylenko verlangt wurde, das ständig wiederkehrende „Ich bekenne mich schuldig!" läßt aber auch den Verdacht zu, daß sich in der Untersuchungshaft Dinge ereignet haben, die es den Angeklagten geraten erscheinen ließen, auf jede Verteidigung zu verzichten, um nur das nackte Leben zu retten. Wir wissen ja längst, daß der „dritte Grad" in Sowjetrußland hoch in Ehren steht und daß die Tscheka vor mittelalterlichen Folterungen nicht zurückschreckt, um Aussagen zu erpressen, auf die man höheren Ortes wartet, sei es, um damit politische Geschäfte zu machen, sei es, um die Ausrottung der Reste des Bürgertums und der russischen Intelligenz wieder ein Stück vorwärts zu treiben. Anzunehmen ist also, daß die Angeklagten im Untersuchungsgefängnis so mürbe gemacht worden sind, daß sie in wilder Angst nicht einen Augenblick zögerten, in öffentlicher Gerichtsverhandlung ihre Beteiligung an Verschwörunaen gegen den Bestand und die Sicherheit der Sowjetunion zu gestehen. Selbstverständlich war mit der Aufrollung dieses Prozeßes die Erreichung eines bestimmten Zieles verbunden. Im Kreml ist man sich vollkommen im Klaren darüber, daß die Propaganda für den Fünf- lahresplan auf die Dauer nicht mehr zieht und daß irgendetwas geschehen mußte, um in den Industriestädten mit ihrer hungernden und unzufriedenen Bevölkerung der Bolschewistenherrschaft wieder festeren Boden unter die Füße zu geben. Vor eineinhalb Jahren war es der Donezprozeß, der die Leidenschaft der breiten Massen aufpeitschte und dafür sorgte, daß sich die Volkswut gegen d i e t e^ch n i s ch e n Semter richtete. Heute ist es der „Schädlingsprozeß", der die auseinanderstrebenden Elemente wieder zusammenbringen und allen ein» Hammern soll, daß die Errungenschaften der Revolution durch die West möchte und deren Vorposten auf russischem Boden b c - droht seien. Die Folge wird sein, daß in nächster Zett eine ganze Reihe von Prozessen gegen angebliche Weißgardisten steigen und daß der 23er- nichtungsfeldzug gegen alles, was nicht proletarischer Herkunft ist und einmal bessere Zetten sah, mit verschärftem Tempo fortgesetzt werden wird. Die große Frage ist und bleibt die, ob auch die neueste Entlastungsoffensive Moskaus ihr Ziel erreichen wird. Im Kreml verfügt man zwar über die nötige Dosis Brutalität, um jeden noch so geringfügigen Widerstand mit Handgranaten und Maschinengewehren zu brechen. Aber eines Tages könnte doch der Fall eintrcten, daß selbst Tscheka und Role Armee nicht mehr mit der im Lande herrschenden Unzufriedenheit fertig werden, die unaus- gesetzt weniger durch Feinde der Sowjetunion als gerade durch oppositionelle Kommunisten geschürt wird. Die unausgesetzten Personaloeränderungen in der Sowjetunion legen eigentlich das beste Zeugnis dafür ab, daß Stalin unsicher wird und alle maßgebenden Posten schleunigst mit den zuverlässigsten Bolschewisten besetzt. Die Begnadigung der Verurteilten. Moskau, 8. Dez. (Telegraphenagentur den Sowjetunion.) Das Zentralexekutivko- mitee der Sowjetunion erörterte das Gnade nge s uch des Obersten Serichtsho'es der Sowjetunion in Sachen der verurteilten Mitglieder der gegenrevolutionären Organisation, der sogenannten Industriepartei, und beschloß: 3n Anbetracht dessen, daß erstens die Verurteilten nicht nur geständig waren und die begangenen! Verbrechen bereuen, sondern auch durch ihre Aussagen in der Voruntersuchung die Vcr- fuchedergegenrevolutionärenOrga- nifativn entwaffneten, welch: Agentur und ausführendes Organ der interventionistischen und Militärkreise im bürgerlichen Frankreich und ihres Anhängsels, des Handels- und Industriekomitees. war, zweitens daß die Sowjetregierung keinem Rachegel ühl Raum geben kann, besonder« gegenüber unschädlich Gemachten, Geständigen und ihre Verbrechen Bereuenden, wurde die Begnadigung der Derurteilten ausgesprochen. Hinzugefügt wird, daß für die Begnadigten auf Verlust ihrer Rechte für die Dauer von fünf Jahren und auf Einziehung ihres Vermögen- erkannt wurde. Auslandsecho. Was sagt man in Paris und London zum Moskauer Urteil ? London, 8. Dez. kTU. Funkspruch.) Das Urteil im Moskauer Ramsin-Prozeß wird in der Londoner Presse fast durchweg scharf verurleitt. Seit langem habe das Gewissen der Wett, wie die „Morningpost" ausführt, nicht einen solchen schweren Schlag wie jetzt erhalten. Die „Times" nennt den Prozeß eine tragische Farce. Es fei zunächst klar, daß es sich um eine rein politische Demonstration gehandelt habe. Soweit die Meinung des Auslandes in Betracht käme, habe sich die Verachtung für die Methoden derOGPU. nur verstärkt. Insofern habe der Prozeß aber seinen Zweck erfüllt, als bei einem tatfächlichen Kriegsausbruch die öffenlliche Meinung der Sowjetunion und vielleicht auch Leichtgläubige außerhalb Sowjetruß. lands die Ueberzeugung haben würden, daß nicht die Sowjets, sondern ihre Feinde die Angreifer seien. Der Haß gegen das Ausland fei aufgepeitscht. Der Hauptzweck sei aber der gewesen, oünbenbörfe für das Versagen des Fünf- jahresplanes zu finden. Aehnliche Auffassungen werden vom „Daily Telegraph" und anderen Zeitungen geäußert. Auch die französische Presse nimmt lebhaften Anteil an dem Ausgang des Moskauer Prozesses. Pertinax wendet sich im „Echo de Poris" scharf gegen den französischen und englischen Botschafter in Moskau, deren einzige Informationsquelle aus den Lügenberichten der russischen Presse bestehe. Die unschuldig Verurteilten wurden wenigstens nicht umsonst sterben, wenn man in Paris und London einmal die Augen vor der grausamen Wahrheit öffnen würde. Der „Petit Parisien" bezeichnet den Moskauer Prozeß als eine Justizkomödie, die mit großen Unkosten aufgebaut fei und die nur für die Verurteilten eine Tragödie bedeute. In Wahrheit habe sich durch den Ausgang des Prozesses doch niemand von dem Vorteil des sowjetrussischen Regimes überzeugen lassen und der große sowjetrussische Berg habe lediglich eine klag, liche Maus zur Welt gebracht. Gegen den Film ,/3m Westen nichts Neues". Nationalsozialistische Demonstrationen in Berlin. Berlin, 8. Dez. (CNB. Eigene Meldung.) Auf Ankündigungen des nationalsozialifttfchen »Angriffs" und der übrigen Abendblätter, daß heute um 21 Uhr am Nollendarfplah eine große Protestkundgebung gegen den Film „ImWestennichtsNeues" stattsindenfette, bei der Dr. Goebbels das Wort ergreifen werde, kam es heute gegen 19 Uhr am Nollendorfplatz Zu großcn Menschenansammlungen. Besonders in der Maaßenstraße, derVerbindungS- straße nach dem Winterfeldtplatz machten sich größere Trupps von Natidnalsozialisten bemerkbar, die unter 2lbsingen nationalsozialistischer Lieder zwischen dem Winterseldt- und Nollendorfplatz hin- und Herzogen. Es bildete sich aber bald darauf ein Demonstrationszug der. ge ührttonet em Lautsprecherauto, viergliedrig über ben Platz zog. Die Tauentzinstraße war durch eine Polizeikette abgesperrt. In einem Bogen durch die Ansbacher und Augsburger Straße marschierte der Zug n a ch dem Kurfürstendamm. TaLLautsprecherauto wurde von der Polizei in die Tauentzinftraße abgeleitet. Das Auto wurde sichergestellt; die Insassen wurden zwangsgestellt. Als der Zug sich dem Kurfürstentum näherte, wurde er durch Poli- zer getrennt. Eine größere Anzahl, die auf meh- rcrc sausend geschäht wird, wurde abgedrängt. Der Hauptteil des Zuges machte die Aktion dev Polizei, die sich bemühte, einzelne Teile abzutrennen, dadurch illusorisch, daß die Demonstranten jeweils im Laufschritt schnellstens aufschlossen. Gegen 23 ilfjr erreichten die Demonstranten ben Fehrbelliner Platz, auf dem sich die ein- meinen deren Zahl von nationalsozialisti- scher Seite mit 30 000 bis 40 000 angegeben wird versammelt hatten. Hier hielt Dr. Goebbels eine kurze Ansprache, in der er weitere ^fteftfunögebungen gegen den Film »Im Westen nichts Neues" ankündigte und an di« __ ■ <^ie das Leben die höchsten finanziellen Ansprüche stellt, eine weitere unerträgliche Herabsetzung der jetzt schon nicht ausreichenden Tagegelder. Alle diese Maßnahmen gehen weit über die Reichsmahnahmen hinaus und haben vielfach ganz verfchwindende finanzielle Auswirkungen zugunsten des Staatshaushaltes. Kein anderes deutsches Land plant solche Maßnahmen. Einzig und allein die hessischen Beamten sollen wieder eine verbitternde Ausnahmebehandlung erfahren. 3. Die Beamtenschaft hat immer wieoer betont, daß sie mit allen Boltskreisen in Frieden leben will. Trotzdem hat die Hetze gegen das Berufsbeamtentum immer ungeheuerlichere Sormen angenommen, ohne daß ihr von den maßgebenden Stellen mit dem notwendigen Flachdruck entgegengetreten worden wäre. Diese unverantwortliche Hetze hat jetzt mit zu diesen druckenden einseitigen Maßnahmen geführt. — Der Beamtenbund fordert deshalb seine Mitglieder auf, durch wirtschaftliche Selb st h t l f c Gegenmaßnahme^ zu ergreifen, wenn nicht eine durchgreifende Preissenkung eine Entlastung btl4n9U der Notlage des hessischen Staates wurde der hessische Steuerzahler bis jetzt nicht über den Neichsdurchschnitt hinaus belastet. Im Gegensatz hierzu hat man der hessischen Beamtenschaft immer wieder außergewöhnliche Lasten auferlegt. Der Hefsische Beamtenbund lehnt deshalb nicht nur die Reichsmaß- nahmen, fondern mit ganz besonderer Entschiedenheit die sür Hessen geplanten Sondermahnahmen ab. Aus dem Gesichtspunkt der Reichseinheitlichkeit fordert er deshalb auch mit allem Nachdruck die sofortige Wiederher st ellung der vollen Kinderzuschläge in dem gleichen Ausmaß, wie sie das Reich gewährt. Gegen den Abbau der höheren Schule in Preußen. •miter Dr. Fremery folgende Vermutung mit- geteilt „Mir scheint die Ursache m den ausgedehnten Schlackenhalden der Zinkhütte n zu liegen. Durch Beimischung von Kohle wird das Zink in den ^Pttcn ans Zinkoxyd reduziert und gasförmig abdeftilliert. Die dabei entfallendeir Rückstände, die auf die Halden kommen, enthalten unverbrannte Kohle, die vielfach bei beschränkter Luftzufuhr langsam zu Kohlenoxyd verbrennt. Dieses Gas entweicht in die Luft. Kohlenoxyd - spezifisches Gewicht 0,937 gegenüber Luft =■= 1 - ist farb - und geruchlos. Durch die schweren Nebel wird das Gas, das unter normalen Verhältnissen unschädlich m die Atmosphäre entweicht, durch Absorption und tniwb die Wassertröpfwen des Nebels g e b u n d e n. Es treibt mit den Nebelschwaden todbringend über menschliche Behausungen und die CßteptoeiDen. Daß Leute mit Lungen- und Herzaffektionen diesen Einflüssen am ersten unterliegen, ist be- auch Senator Barthou haben ihm ihre Mitarbeit angeboten. Laval wird am Dienstagvormittag seine Verhandlungen fortsetzen und aeaen Mittag dem Staatspräsidenten Bericht erstatten Nach dem Verlauf der Deratun- gen kann damit gerechnet werden, daß ßtoat am Dienstag das Mandat zur ^eubilÄung des Kabinetts endgültig übernimmt. Nach den Ver öffentlichungen am späten Abend w.rd folgende Zusammensetzung emes Kabinetts Laval W® tet- Ministerpräsident und Innenminister La Dal, Justiz Barthou, Aeußeres B r i and, Krieg Maginot, Finanzen Caillau?: öan- delsmar.ne Rollin, O es f entwiche Arbeiten artige gewagte und kostspielige Experimente. Größere Einheitlichkeit im deutschen Bildungswesen an Stelle vermehrter Zersplitterung, Arbeit statt pädagogischer Spielereien, Höchstleistung statt Aiveau- scnkung pädagogische Geduld und Ausdauer statt nervöser Neuerung und Anstetigkeit find Ford^ rungen der Stunde, zu deren Durchführung sich alle vereinigen müssen, denen die Zukunft unserer Iugend und damit der Nation am Herzen Hegt. Aus aller Well Explosion eines Bergungsdampfers. In der Nähe der Houat-Jnfel bei der Insel Belle Ile ist der italienische Dampfer „Artiglio" e x p l o - d i e r t u n d g e s u n k e n. 14 Mann der Besatzung sind ums Leben gekommen, ferner wurden an der llnglücksstätte die Leichen Zweier Taucher gefunden. Der „Artiglio" soll damit beschäftigt gewesen (ein^ ein Ünterseedoot. Wrack zu heben. N.ch der anderen Darstellung ist der ita ien,,che Dampfer über dem Wrack des im Kriege versenkten Fracht- dampfers „La Florence" der angebuch Munition geladen hatte gesunken Der italienische Dampfer „Roskro" befand sA ^ Augenblick der Katastrophe in der Nahe des »Artiguo und konnte sieben Mann der Besatzung, die Verletzungen erlitten hatten, retten. Das Journal behauptet, daß der Kapitän des Artiglio nicht darüber-unterrichtet gewesen fei, daß der französische Dampfer „Florence", der tm Krieg von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden war und dessen Wrack der „Artiglio^sprengen sollte, eine Ladung Munition an Bord hatte. Er habe daher die Sprengung mit den üblichen P^imitinen Mitteln vornehmen lassen, ohne besondere Dorsichtsmaßnahmen zu treffen. Der „Artiglio" habe u n m i 11 e l b a r u b erb y Mssioe oei> jlationtn stenenden Zah- me »tene «'«0« m,‘'umtn veromden Orte mH Qickhcm. Wettervoraussage. Der südliche Teil ber Nordmeerstörung, welche bereits in ihrem Kern wieder Auffüllung zeigt, erstreckt sich weiter über das Festland. Namentlich über Westfrankreich, dem Kanal, sowie Holland und Belgien prägen sich etwas höhere T^n- pcraturen aus unb Niederschläge treten auf. Die Staffel bieicr milderen Luft dürfte bis in unseren Bezirk in Erscheinung treten. Iedoch wird die Be- einftussiing nur vorübergehend sein, denn der Kaltlufteinbruch an der Rückseite kommt bereits im Tcmperaturbild über den britischen hüstln zum Ausdruck. Auch bei uns steht somit wieder kälteres Wetter bevor und die durch die Kaliluft l^rurfachten Niederschläge dürften vielfach als Schnee nie- ^A^us's'ichten für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung mit Aufklaren. Schauer, teils als Schnee, kälter. . . Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 4,4 Grab Celsius, abends 2 Grab; am 9. Dezember, morgens 1,2 forab. Maximum 4,4 Grab, Minimum 0 1 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8 Dezember: abenbs 0,2 Grab; am 9. Dezember, morgens 0,6 Grab Celjius. — Nieberfchläge 0,5 nun. Paris. 9. Dez. (TU.) Der Prasideni hat den auch c bisherigen Arbeitsminister Pierre Laval mit arbeit der Bildung des Kabinetts beauftragt. Laval ge- oormi hört bem linken Flügel des Senats an, der zu keiner bestimmten Partei zählt. Laval hat nach Abschl"^' '""f 'T^crntiinaen eine (*rr’nrung ab» der J verleg giaalW sM * MM innere tnar er Äerven ßanato wirkte Medizi dem? uerfitä schichte Sic schaitli OJjortei Seine I sanikeit als 8- aus de W.. Onlcrdi entzünd Erschein den seit Milen: Schon der Art sichen ß zustnndc auf da AnMl ganzen auch i, er sich und ’I gaben erste 1 1922 „Jas 1 Haupll den bi( dizin durch denen Wedtz gesaht yoni schiede, redigie 1896 t ,Hippo Einheit wurde. Disjere liegen, in sre mann an de, Reoisir Unfall, re- P, schaftlic $erof[e. Seine land, fr gesund' eine 1 der 1 hervor Heren Deden Qlnatr die G infofe der 2 droht, „die 2 sonder Er sch schon. erst ii seiner turclle könne. 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Bon 1893 bis 1918 war er als Spezialarzt für innere Medizin und Nervenkrankheiten. seit 1913 als Leiter eines Sanatoriums in Wiesbaden tätig. Seit 1918 wirkte er in Gießen als Facharzt für innere Medizin und Nervenkrankheiten, seit 1923 mit dem Titel a. o. Professor. An der hiesigen Universität hielt er Dorlesungen über die Geschichte der Medizin. Die ungemein reiche und vielseitige toiifcn- schastliche Tätigkeit Honigmanns rann in wenigen Worten nur andcutend gekennzeichnet werden. Seine früheren Arbeiten aus der Zeit der Wirksamkeit an der hiesigen Medizin.s-^en Klinik und als Facharzt in Wiesbaden betreffen Fragen aus der Pathologie der Magendarmkrank.-eiten, Herz- und Rierenkrantheiten. Don besonderem Interesse ist, daß er 1902 einen Fall von Hirnentzündung genau beschrieben hat, der in seinem Erscheinungsbild sehr starke Ähnlichkeiten mit den seit dem Kriege epidemisch aufgetretenen Fällen von sog. Kopsgrippe zeigt. Schon in den früheren Arbeiten zeigt sich in der Art, wie Honigmann nicht nur die körperlichen Erscheinungen des jeweiligen Krankheitszustandes, sondern auch dessen Auswirkungen aus das Seelenleben des Menschen in sein« Ancllysen einoezog, eine Blickrichtung auf den ganzen Menschen. Diese Einstellung leitete ihn auch in der weiteren Epoche seines Lebens, als er sich größeren theoretischen Werten über Wesen und Bedeutung der Medizin und über die Aufgaben des Arztes zuwandte. 1913 erschien das erste Werk vieler Act, ..Aerztliche Lebensfragen", 1922 „Das Problem der ärztlichen Kunst", 1924 „Das Wesen der Heilkunde", das wohl als sein Hauptwerk betrachtet werden darf. Ergänzt wurden diese Bestreuungen, in das Wesen der Medizin und deS Arzttums tiefer einzudringen, durch medizingeschichtliche Untersuchungen, aus denen das Werk ..Geschichtliche Entwicklung der Medizin" hervorgegangen ist, das eine kurz- gefaßte Ideengeschichte der Medizin darstellt. Honigmann ist als Leiter und Herausgeber ver- sch.ebener ärztlicher Zeitschriften heroorgetreten. Er redigierte die Zeitschrift für praktische Aerzte von 1896 bis 1901. 1928 gab er eine neue Zeitschrift „Hippokrates" heraus, die als Zeitschrift für die Einheitsbestrebungen der Medizin gekennzeichnet wurde. Er war ferner Herausgeber der „Praktischen Differenzialdiagnostik". von der sechs Bande vor- liegen. Zn zahlreichen Aufsätzen, die vielfach auch in fremde Sprachen übersetzt wurden, hat Honig- mann seine Anschauunaen vertreten. Als Mitarbeiter an dem Werk „Die Unfattneurofe" ist er für eine Revision der herkömmlichen Auffassungen in der Unfallneurosenfrage eingetreten. Ein für ein weiteres Publikum bestimmter Aufsatz über die wissenschaftliche Problematik der Medizin — feine letzte Veröffentlichung — erschien im Oktober 1930. Seme Beilreoungen yaven mchr nur tn Deutschland. sondern auch im Ausland großes Interesse gesunden. In den gegenwärtigen Kämpfen um eine Dertiefung unserer Au.fassungen vom Wesen der Medizin und des Arztes kommt ihm ein« hervorragende Rolle zu. Er war, wie seine früheren klinischen Arbeiten beweisen, von der hohen Bedeutung der exakten naturwissenschaftlichen Analyse durchdrungen, sah aber doch schon früh die Gefahr, in der die heutige Medizin schwebt, insofern ihr unter der Fülle des Materials und der Methoden der kranke Mensch zu verschwinden droht. Er trat dafür ein, daß die Medizin nicht „die Mcg' b tOla urteilten chaften" teert.n dür e sondern sich ihrer „in Freiheit bedienen müsse". Er sah, daß der Mensch in der Medizin nicht schon als naturwissenschaftliches Objekt, sondern erst in seiner Einordnung in die Gesamtheit seiner Lebenskreise, aus seinen sozialen und kulturellen Derflechtungen voll begriffen werden könne. Wie Honigmann aufgeschlossen für alle neuen Möglichkeiten medizinisch-ärztlicher Auffassungen, unbekümmert um die jeweils herrschenden Meinungen seine wissenschaftlich« Heberzeugung vertrat, darin wird er den Jüngeren vorbildlich sein. Als Gelehrter, der mit scharf kritischer Denkweise eine ungembine Weite des DlickheldeS verband, als gütiger menschensreundltcher Arzt und vor allem als im Mensch von selten Inüfpiem und wahrhaftem Wesen wird Homchinann unvergessen bleiben. Dr. Storch: Privatdozent. Konzert der Gesangschvtz Hp-nmann. Die Schüler von 5rau pijia 'tni0d)uuCtf. mann wurden in dem zunp.BßUen i _ bej 3hnen bundes der Deutschen .^olonmlges^'«... &e5 anstalteten Konzert zum r > .e- riege Aufgaben gestellt, ditz eynen (s? .^..cheit boten, eine öffentliche Prob« ihrer Leistungen zu geben. Das die Schul« nnh1* Schülerinnen nicht nur solistisch. sondern^ auch Im Ensemble zu hören waren, verdient al?-pädagogisch besonders wertvoll hervorgehoben zu werden. Der richtige Musiker offenbart sich erst im Ensemble, in dem er sich und sein Instrument, hier seine Stimme, dem musikalischen Geschehen in der Gesamtheit unterordnen und jeden persönlichen Ehrgeiz, sich in den Vordergrund zu stellen, vermeiden muß. Von diesem Gesichtspunkt aus ist. gerade im Gesangunterricht, ein gemeinsames Musizieren von außerordentlichem musikerzieherischen Wert, das den solistischen Fähigkeiten nicht, toi« es so viele Schüler glauben, schadet, sondern im besonderen Maße förderlich ist. Die Programmgestaltung und Durchführung gaben den pädagogischen Tendenzen Frau Heermanns durchaus recht und sicherten ihr einen starken Erfolg. Im ganzen ist der Ausbildungsstand der vorgestellten Schüler und Schülerinnen als recht gut zu bezeichnen. Atcmtechnik und Intonation, sowie Deklamation und Treffsicherheit sind ebenfalls gut ausgebildet. Kleinere Mängel hinsichtlich der letzten beiden Punkte und einer stärkeren dynamischen Kontrastierung gehen auf das Konto der Aufregung und lassen sich leicht abstellen. Der erste Tell der Vortragsfolge wurde durch ein Terzett aus der ll-Dur-Messe von Schubert eingeleitet, das von Frau Leonie Hummel. Herbert Kruger und Heinrich Dietrich sicher unb klanglich gut abgestimmt vorgetragen wurde. Es hätte unS interessiert, von Frau Hummel, die sich hier mit gutem Material fein empfindend anglicb, auch etwas SolistischeS zu hören. Hanna Kellner fang recht eindrucksvoll eine Bach- 2Irie mit obligater Flöte, die von HellmM Eger mit guter Anpassung sauber geblasen wurde. Emely H o r st zeigte in einer Konzert-Arie von Mozart beachtliche stimmliche und technische Mittel. Heinrich Dietrich gab ein Rezitativ und Qlrie aus der „Schöpfung" mit klarem und weichem Organ musikalisch überzeugend wieder. Von Hedwig H o r n hörten wir sicher und geschmackvoll eine Arie aus Händels „Acis und Galathea". Martha Ludwig erwies sich als besonders klangfroh und warm und ihre Vortragsweise stand musikalisch und deklamatorisch auf hoher Stufe. Minna Stoll fang drei Lieder von Schubert mit bestimmter Tongebung und schön im Klang. Der zweite Tell des Programms stand im Zeichen von Webers „Freischütz". Senta Würzburger gab mit guten stimmlichen Mitteln und sauberer Technik einer Arie des Aennchen recht lebendiges Leben. Eine Arie des Mar wurde von Herbert K o n g e r dramatisch gestaltet und gesanglich sehr gut wiedergegeben. Ebenso eine Arie der Aga'.he. von Martha Peter gelungen, deren Stimme sich in erfreulicher Entwicklung befindet. Schließlich noch ein Duett (Martha Pe - t e r und Senta Würzburger) und ein Terzett (öle eben genannten Damen und Herbert Kruger). Alle drei verstanden sich im Ensemble gut, glichen sich sicher an und erzielten so eine einheitliche Leistung. Reicher Beifall galt den Ausführenden, aber wohl in erster Linie ihrer Lehrerin, Frau Heermann, die mit den Leistungen ihrer Schüler durchaus zufrieden sein kann. In die Begleitung teilten sich Frau Heermann und Frl. Warie Eckhardt. Beide paßten sich gut an und gaben den Solisten eine sichere Stütze. Bei Frl. Eckhardt hätte man sich hie uni) da eine etwas größere klangliche Zurückhaltung wünschen mögen. B. Gichcner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 1.30;- Butter 1.50 bis 1,60; Matte 30 bis 35; W r ing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rülen 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 25 bis 30; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 biS 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3*/> bis 4; Aepsec 25 bis 40; Birnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 80 bis 1,00, Suppenhühner 80 bis 1,00; Gänse 80 dis 1.00; Nüsse 60 bis 70; Tauben Stück 50 bis 70; Käse (10 Stück) 60 biS 1.40; Eier 17 bis 18; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 15 bis 20; Endivien 10 diS 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zentner 2,20 biS 2,50; Weißkraut 3,00; Wirsing 4,00; Rotkraut 5,00. Taten für Mittwoch, 10 Dezember. Sonnenaufgang 7.53 ilfor, Sonnenuntergang 15.52 ilfcr. — Mondaufgang 20.52 Uhr, Mond» Untergang 11.57 Ahr. 1520: Luther verorennt in Wittenberg die päpstliche Bannbulle; — 1889: der Dichter Ludwig Anzengruoer in Wien gestorben; — 1896: der Lheiniler Alfred Nooel in San Remo gestorben. Bornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadt, theater: Neidhardt von Gneisenau", 19.30 bis 22 Uhr. — Goethe-Bund: Dichterabend Hermann Stehr, 20 Uhr. in der Reuen Sluia. — Protcstversammlung geg. die hessischen Steuererhohungen. im Cafö Leib. 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Leutnant warst du einst bei den Husaren". — Astoria-Lichtspiele: „Die Flieger von Kalifornien" und „Prinz Louis Ferdinand" — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute zum letztenmal von Wolfgang Goetz „Neidhardt von Gneisenau" unter der Spielleitung von Walther Bäuerle in der Besetzung der Erstausführung. — Am Samstag erstmals unter der Spielleitung von Karl Volck „Goldmarie und Pech- marie" von Aloys Prasch. ein Weihnachtsmärchen mit Gesang Musik und Tanz. Beginn 15.30 Uhr. Ermäßigte Preise. ** Dtenstjubiläum. Der Friedhofsarbeiter Konrad Döring konnte am Samstag. 6. Dezember, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Gießener Fried- hofsverwaltuna zurückblicken. ** Die Eisenbahn-Rückfahrkarten an WeihnachtenundNeujahr. Am diesjährigen Weihnachtsfest gelten die Sonntags-Rückfahrkarten von Dienstag, 23. Dezember, 12 Uhr. bis Sonntag. 28. Dezember, zur Hin- und Rückfahrt, und außerdem am Montag 29. Dezember, bis 9 Uhr zur Rückfahrt, d. h. bis 9 Uhr muß an diesem Tage die Rückfahrt von der Zielstation der Sonntags-Rückfahrkarte aus angetreten sein. Die in der Zeit vom 20. bis 28. Dezember gelösten Arbeiter-Rücksahrkarten gelten in diesem Jahre bis einschließlich Montag, 5. Januar 1931. •• Nationalsozialistisch« Deutsch« Arbeiterpartei. In einer von ettoa 800 Menschen besuchten Versammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sprach am Sonntagabend in der Turnhalle am Oswalds- garten der Kapitänleutnant a. 'S), von Kittinger über daS Thema „Nationalsozialismus — Bürgertum — Marxismus". Er kennzeichnete die augenblickliche politische Situation in Deutschland als einen Kamps um die Behauptung zwischen drei- Weltanschauungen: der nationatsozia- listischen als der idealistischen, heldisch-germanischen; der individualistischen deS deutschen Bürgertums. der materialistischen des Marxismus. In knappen Sätzen umriß er sodann die Grundideen der nationalsozialistischen Bewegung und stellte alS erste Forderungen daS Pftichtbewußt- sein, die Wehrhaftigkeit und die Kameradschaft in den Vordergrund. In seinen weiteren Ausführungen entwickelte der Redner di« Gedanken um die Führung unseres Volkes unter der starken Hand eines fähigen Mannes in der Zusammenarbeit mit einem Direktorium, das mit Leib und Leben für fein Tun und sein Wirken dem VolkSganzen gegenüber verantwortlich sein müsse. Ferner sprach er gegen die moralische Entwertung der deutschen Iugend durch fragwürdige literarisch« Produktion, forderte Rechtschaffenheit in allen Singen deS öffentlichen Lebens und befaßt« sich ausführlich mit wirtschaftlichen Dingen und der Abhängigkeit der deutschen Industrie vom internationalen Bank- kapital. Eingehend behandelte der Redner sodann das Schicksal des deutschen Arbeiters und wies aus di« Zusammenhänge der i^arxistischrn Politik mit den augenblicklichen Nöten hin. Der Schluß bet ettoa zweistündigen Ausführungen deS Redners galt dem Verhalten der einzelnen Parteien zur deutschen Außenpolitik. Der Vortragende wurde seiner Rede öfters durch lebhafte Zustimmung unterbrochen und fand zum Schluß den starken Beifall der Versammlung. (Schluß des redaktionellen Teils.) Lotterieverlegung. Dur* die allgemeine schwierige Wirtschaftslage und die Uebersüllung des Lotteriemarktes mußte die für 5. und 6. Dezember angesetzte Ziehung der Eisenacher Geldlotterie auf den 5. und 6. Februar 1931 verlegt werden. Lange, schwere Kleider... Federhut... i eingeschnürte Taille! torrad" — um 1900. manches „modern", stück der Cigarette. So fuhr sie „Mo- j Ja, damals war so i Auch das Mund- } Wenn's auch das ; Tabakaroma störte - das glitzernde Gold „sah nach was aus". Überflüssiges gilt heute recht wenig. Wir sind anspruchsvoller geworden und rauchen gute Cigaretten nur noch ohne Mundstück. selbstverständlich ohne Mundstück 1K 4\ H CIGARETTEN ” ■ L Akureyri-Island. 8285D Eintritt für Mitglieder, Angehörige und eingeführte Gäste frei! Eintritt frei! 8z84D BRINKMANN autorisierter Telefunkendienst Aelteste Fachfirma Größte Erfahrung 8I25A Kühler Jacken und Westen «ENR Kataloge kostenlos Nötigenfalls Verkaufsstellen - Nachweis durch die Fabrik Paul Kühler & Co., G. m. b. H., Stuttgart-O 216 2510V Kübler-Kleidung führen Modehaus Salomon K.-G 2—Zpfündig Pfund 70 4 Pontons "/«—^pfünd^ Pid. 40 4 Pfd. 30 4 Kaufhaus J.Schmücker Nachf 50—70 4 Spezialhaus Frdr.Teipel Stärken 8107 A 8. Löwenstein, Lollar "Kubier ; Pfund 60 4 Pfund 35 4 Pfund 40 4 Pfund 45 4 Pfund 30 4 Pfund 35 4 seeWs. feinste Nordfeeware u. (SolOöorfüi o S„ daS Pfund 35 4 Wolle noroieeioielinithe m. s. 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Oktober 1930 in Gießen wohnhaft gewesenen Arbeitnehmer werden hiermit aufgefordert, im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 18 —, werktags von 8 bis 13 Ahr, die für 1931 erforderlichen Steuerkarten ausftellen^ zu lassen, und zwar ist es Sache jedes Steuerpflichtigen, dafür zu sorgen, daß er zur Zeit seiner ersten Lohn- oder Gehaltszahlung im Jahre 1931 im Besitze einer Steuerkarte ist. Da mit der Steuerkartenausstellung auch gleichzeitig die Anforderung der für die Stadt Gießen zur Erhebung ab 1930 beschlossene Bürgersteuer verbunden ist erstreckt sich der Personenkreis, für den Sfeuerkarten ausgestellt werden, auf olle Arbeitnehmer, die am 10. Oktober 1930 20 Zahre alt sind. Für Lehrlinge, Lehrmädchen und weibliche Hausangestellte, die nach dem 10. Oktober 1910 geboren find (bie also nicht bürgersteuerpflichtig sind), werden St uerkarten nur auf besonderen Antrag ausgestellt. 8145C Zur schnelleren Abwicklung der Steuerkartenausstellung und insbesondere zur Vermeidung von Zeitverlusten für den einzelnen Arbeitnehmer, ist es dringend zu empfehlen, daß die Arbeitgeber die Steuer- karten für ihre am 10. Oktober 1930 in Gießen wohnhaft gewesenen Arbeitnehmer bei der obengenannten Stelle abholen lasten. Die vorherige Einreichung einer Liste, die alphabetisch geordnet Zunamen und Vornamen sowie Geburtsdatum der Arbeitnehmer enthüll, ist ratsam. Ruhegehaltsempfänger oder deren Hinterbliebenem die ihre Bezüge von auswärtigen Kasten erhalten, haben ihre Steuerkarten unverzüglich der auszahlen- den Kaste einzusenüen. Etwa benötigte Bogen zum Einkleben der Steuermarken sind sowohl beim Finanzamt Gießen als bei der obengenannten Stelle erhältlich. Gießen, den 9. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Selb. Bekanntmachung. Die Arbeiten zur Auffüllung eines Dammes für eine neue Straße entlang dem Hohleichweg sollen auf Grund der RVO. öffentlich vergeben werden. Angebotsvordrucke find beim Städtischen Tief- > bauamt, Afterweg Nr. 25, erhältlich. Die Angebote sind spätestens zum 23er- " dingungstermin 8145C Freitag, den 12. Dezember 1930 vormittags 10 Uhr verschlossen, versiegelt und nut entsprechender Aufschrift versehen, beim Städtischen Tiefbauamt, Asterweg Nr. 25, abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist 14 Tage. Gießen, den 9. Dezember 1930. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße? Geschäftskarten chssitzer trtiolt, ju. neu beretWtfe’vr vrerSw. zu verkaufen,' un- verbmdkche Probe- mbrt, »jablungs- exleidjteruitfl- «tm i-1 Opel-Äuto.-jlleßen, FrkurMr.W. T.2X47 10/40 Opelwagen Fünfsitzer, febr gut erhalten, gm. Motor neu überholt, sehr preiswert au verl. Schr. Angeb. unter 07589 a.d. Gieß. Anz. 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Nicht Ihretwegen, denn Die verdienen keine Rücksicht, aber weil ich glaube, bah, sobalb biefe Frau toieber austaucht, bie Spur des Mörders leichter zu finden sein wird. Ich lasse also das Geschäft Ihres Vaters und Sie beobachten, damit Sie beide keinen Fluchtversuch machen. Ist das Weihnachtsfest vorbei und ich habe noch keine Depesche von Ihnen, komme ich, tun Ihre Verhaftung zu bewirken." Die Monttrossi seufzte. „Ich bin nicht fromm, bie Gebete, die ich einmal olls Kinb gekannt, habe ich längst vergessen, aber ich werbe täglich beten, baß die Frau wieberkvmmt, damll man uns nicht etwa noch direkt mit dem Word in Verbindung bringt“ Primo Duero notierte seine Adressen, schärfte ben beiden noch ein, wenn bie Frau käme, nicht zu sagen, weshalb man sie festhielt, und seinen Namen nicht zu erwähnen, sondern seine Ankunft abzuwarten. Das Paar beteuerte, was er wollte, und so ging er denn. Sein Weg führte ihn zufällig an einem Detektivbureau vorbei. Er betrat es undf gab ben Auftrag, ben Laden von Nicolaas Sneel beobachten zu lassen. Sollten sich Anzeichen dafür zeigen, daß der Inhaber des Geschäftes oder seine Tochter an eine Abreise dächten, bitte ei um telegraphische Nachricht und sofortige Verfolgung. Da er gut vorausbezahlte, ward ihm prompt« Erfüllung seiner Wünsche zugesichert Noch am gleichen Abend reifte er ab uu8 während ber Fahrt sann er immer toieber, ob er nicht hoch fTüger bie Polizei gleich von allem in Kenntnis gesetzt hätte. Aber nun muhte er abtoarten, wie sich bil dunkle Sache weiter entwickelte. Dann erst wollte er Schritte tun, die EH^üH?_Wieder in seinen Besitz zu bringen. Lind bann schob eifM|W®anlen an ben Mord und die blauen völlig zurück und dachte nur noch Wie er sie liebtc.^äK' er sich darauf freute, sie halb sein nennen M Dürfen. Das hätte er auch rlicht gedacht, als er feine Reise von Barcelona nach Deutschland antrat, daß er bald Hochzeit halten würde mit Eva Hirtberg. Nie hatte er Montserrat so liebgehabt wie das blonde deutsche Mädchen, bad wußte er jetzt bestimmt. 17. Am Abenb nach Primo Dueros Abreise erwartete Hans Felsen Eva am Bahnhof ber kleinen Heimatstadt. Er grüßte und sagte etwas erregt: „Du mußt mir gestatten, dich zu begleiten, unterwegs werden wir uns aussprechen." Eva dachte beklommen, sie wäre viel lieber allein gegangen, um ungestört ihren Zukunftsträumen nachzuhängen. Aber eine Aussprache zwischen Hans Felsen und ifjr war wohl nötig, sie kam nicht darum herum. Sie erwiderte gequält: „Also, HanS, waS haben Wir uns nach deiner Ansicht noch zu sagen?" „Das mühtest du doch selbst wissen, Eva. Ich lasse mich nicht beiseiteschieben. Die Liebe zu dem Spanier bildest du dir nur ein, eigentlich hast du mich lieb. Deshalb sei Dernünftig. Ich will auch alles vergessen, alles." Sein Ton war sehr bittend. Eva dachte an Primo Duero, und sie ent-# gegncte ernst: „Ich habe ben anderen lieb und er hat es mir nun auch gesagt, bah ich seine Frau werben soll. Wollen nicht mehr davon reden und uns aufregen, ich kann nicht anders handeln.^ (Fortsetzung folgt) Wirtschaft Banknoten. 131,5 62 56 82,75 Devisenmarkt Berlin — $rankfort 102,5 103,25 e 160,5 26,4 61,5 17 2,9 66,5 6,6 6,5 l$c Bades 60 151,5 71,75 69 66,25 159 127,5 51,25 102,75 123 107 118,5 88,5 108,9 104,13 107,75 121.13 160 125 12 ■ ö 5 I 8 - 118,75 90 109 115 130,4 128,13 44 82,5 • • 6 . . 0 • . 6 . . e >. . 8 . 10 • 10 . . 8 . 10 , 16 12 18 > 14 13 7. 12 . . e , . 8 , . o .. o , . o > . e io 3 8 12,4 6,6 2,9 2,9 8 62 85,5 71,5 165,5 63,5 78,75 66,9 37,13 69 60 151,5 71,75 26,25 2,45 1,45 22,25 18,5 1,5 bis 55 Pf. Ausgesuchte Tiere erbrachten Pveise über Rotiz. OltarftDcrlauf: mittelmäßig, geringer lleberftanb. . 6 . 8 . 8 . 0 es ic *. 7 . 7 . 7 . 6 . 7 6K io . 6 7,2 , 9 10 11 16 , t 1< Das Rcuhorker Sechstagerennen endete mit einem Siege der italienifch-sranzö- sischen Mannschaft Giorgctti Brvccardo. Der Deutsche Franz Dülberg belegte zusammen mit dem Belgier Debaets den 6. Platz. AuS dem Lahn-Tünobcrg-Gau. Der erste Satz nach der Tabelle de« I. Bezirks in dem am Montag veröffentlichten Bericht muß heißen: „Die Spitzenmannschaften des l. Bezirks reichen noch nicht an das Können der des 2. und 3. Bezirks heran." Die Darstellung, daß der 1. Bezirk der spielstärkste wäre, beruht auf einem Mißverständnis. Sprechstunden der irtconttion. 11.30 bi, 12.30 Uhr. 16 bi, 17 Uhr Sam,taa nachmittag geschloffen. SS.«.. . Bergmann Phllivv Hol,warm . . Sementroen Heidelberg Cementtverl Sari Kadi. Kaufes (rUDtafl . . LLullderr Patzmchrta Cftmerfe...... Ctu........ Lemberg..... fj. ®. Farben.Iavuürte Dvnamil Nobel . . . € dielt* anfialt. . • • Yolblchmidl . . . • tSüipewrneite .... Metallgrlelllchaft. . . 102,5 124 118.5 90 109,5 105 115 108 119 160 124,5 127,25 50,75 61,9 85 78,25 72 69 78,5 66,5 37,13 69,25 60,75 151,25 72 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Line Bitte an die Slrahenbahnoerwaltung. Ich benutze täglich die elektrische Straßenbahn. Im Laufe des vergangenen Sommers sind bei einer Anzahl von Wagen die Türen erheblich erweitert worden. Meine Erwartung, daß die erweiterten Türen mit Eintritt der schlechten Jahreszeit einen geeigneten Verschluß erhielten, ist nicht in Erfüllung gegangen. Ich glaube annehmen zu dürfen, daß es im Interesse der Fahrgäste und des Fahrporsonals liegen würde, wenn eine Berschluhmöglichkeit geschaffen würde. K. M. 8 12,25 6,6 43,75 45,4 83 I <% Cef?ermd)t|(6e »ort teufe . . 4,20% CefierreidiiW GÜberrentt 4% CcfterretMdie Em helllicht Rente ... 4% Ungarische Goldrenle .... 4% Ungarilche GtaatSrente v. 1910 4H% beifll. oon 1913 4% Ungarilche flronentente . ■ 4% Türtiiche Zollanleihe von 1911 4% Türiilche Bagdadbada-LUU Serie I . . A% kesgl Serie D....... 5% Rumäniiche veretob. Satte von 1908 . . <56% Romüntiche vaeinch Reste von 1913 t% Rumäniiche wrreinh. Seite . RbcmOche dieftrtjUäi Lchlcinche Etektttzitäl. Schulten & So. ... Sterne« & Hallte . . Tranrravio ..... Vabmeger & 6o.. . . Buderu» . .... e Deutiche Srböl . • • Stiener Lieintohle . • Gcllenkirchener . • • Harpen er . . • • Hoeich Eilen. . . • • Hile Bergbau . . . . Älöcknerwerke .... Ädln-Scaefka.... Slannelmann.S6btee toonilelbet Bergbau . Lbcrichlel Eilende darf Cberidilef. Kolswerte. Vbönir Bergbau . . Rheinische Brauntohle» Stbeinftabl..... Shebed Stowte . . . 64,5 79 Dekrr Lielerungögeielllch^i. 10 Licht unv Ätafi......io Reiten & Guilleaume . . . 7K GeiellichaU für iLeküchche Unternehmungen .... 10 Hamburger Leitrr,ität4. Werte 10 130,25 I 130,75 61 ,75 62 Es ist vorgesehen, am Hohen Berge de« öfteren Segelflüge zu veranstalten, da sich da« Gelände als sehr gut geeignet erwieS. Der Segelflugsport hat, angeregt durch daS Auftreten der Mar^irger Segelflieger, bereits auch hier eine Reihe von Interessenten herauSgcfordert und den Wunsch lebendig werden lassen, ein Segelslugzeug zu besitzen. Kurze Sporinoiizen. SchiedsrichterMaul,Nürnberg, leitet am 14. Dezember in Prag das Fußball-Gesell- schaftSspiel zwischen Sparta Prag und Hungaria Budapest. Weltmeister Erich Möller brachte in der Stuttgarter Stadthallc ein 70-Äilometer- Steherrennen vor Dederichs-Köln, Grassin-PariS und Emile Thollembeck-Drüssel an sich. - Kurszettel -er Berliner und Krankfurier Börse. Die^hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v Lombardzinsfuß 6 o. H. • Mehlpreissenkung. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl Spezial 0 um 0,25 Ml. auf 41,75 Mk. per Doppelzentner ermäßigt. Frankfurter Börse. Frankfurt ai ...... Taimlet dotortn .... Teutfcbt £ Inoleum . • • eRalditnrnbau BL-QL • • • Rat. Luwmobll . • . . Crenfteüi» koppel • • • Leonharv Letz . • • • • Lociuto ....... Rtanfl artet Malchttte» . . ® rinnet Hevliflki-.lt aedi . . . . . Jungbani. ...... LeL werte........ vramtraftwerte HüchL a. TL Dttofl ........ ®ebL Stoebet . . ... . Jraiiffuri a. 2R. 3er1fn Schluß, furt 1-Übr- Nur» E^bluH- hir# fflnfang. ftort Datum 8 12 9 12 8 12 9 12 6% DeuttLe ifirWanlrite von 1927 . . ..... 86,5 - 86,65 7% TeuNckie Reidi«anLd6e Bon 1929 ......... TeurlLk fijtL.18blflf^€d)u» mit 98,75 — 99,5 6lu«lot-1Rf Pr. Lande«v'andbrief(mflall, 97 — 97 — 97 97 S.G.®. abfl. Bor^regs-Obligatio- — nen. riuüabttar 1933 .... 94 — _ _ .franffurt a. J7. Berlin Schluß-^ l-tf6r- Schluß» Anfang» lur< Kur« für« flurd Datum 8.« 9 12 8 12. 9 12 Hamvurft-Lmenla Holet . . . < 68,5 _ 68.5 67,5 5>amt>urfl-Süt>ain. Dampgchlft. 8 158 157 Hama Tampfldiift.....10 — _ 126.5 125 Rcrddeuticher Llovb.....8 Allgemeine TeutlckeLredilanlt. 10 69.5 69.5 69,75 69.5 99,5 99,25 iBormcr y dnfrttftn .... lo 100.5 101 100,75 Berliner HandelSgelelllckiast . 12 123,5 123,5 123.5 Commerz- und Privat-Banl . 11 111 .5 112 111,5 112 Sannftäbtfr und Rattonalöanl 12 149,75 149.5 149,5 Teuriche Bank und TütCDnto-OeleUldjaft, ... 10 109,5 109,5 109,25 Lreakmer Bank......10 110,5 110.25 110.5 110.25 8?rid)4txrnl........n 223 226 222 225,5 Frankfurt a. Dl Berlin Eai.utz» kur« 1-Utzr- Nr, Echlutz- für. Lnsang» flur# Datum 8 12 9 12 8 12 9 12 Vereinigie Liahlwecke .... 63,75 63,65 63,13 Olavi DNnen .... 10'/, -■ 32,4 2? 4 Pallroerte S dier6le6at . . . 16 146 — 146 146 ’s Rallroerfe üselietegeto ... 10 148 — 149 149 ßallroerte $alj|betfurt6 . . 15 224,5 — 224,13 225,5 72,1 46 72^5 45,25 6112 Illi 8 Dezember 9 Dezember »miiidic «seid Nei.eruna Änr •ärmiKDf len glaubten, Hilfe herangeh dorsplatz das der Polize gen die Feuer, Die Demonstr die nach dem dem die Demo mied war, ei sich aber recht Alarm handel darüber der geben. Dei lir.2^ W* «^5 JDif 6d Dnair/" 2.20 yMspienE lohn, auch scheinen eMZel mW zernsvr^ antttdomme Anschnsi richten: W ™ psSIche zra-lfiirtM Um 22 Uhi Demvnstra von Dr. ©oel nationalsoziali schlossen an i Der Zug betve Am Kursürste Dr. Goebbels beimarsch j dauerte. Ein dann in der. gedrängt. 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