Nr. W8 Erstes Blaff 180. Jahrgang Srcitag, 9. Mai 1950 Eriche,», t ä g h d), aufcer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vie Illustrierte Gießener FamUienblStter Heimat im Bild Die Scholle MonaU Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern Infolge höherer Gewalt. Hernsorechanschlüsie nnter5ammeümmmer2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Lnzeiaer Sieben. Postscheckkonto: fironffurtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Ste'.nöruderci L Lange in Eietzen. 5chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze r. Annahme von »nzetgen für die Tagesnummer "bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Dießen. Was geht in Spanien vor? Ein Staatsstreich des Militärs verhindert. — Llebergang zum parlamentarischen Regime. — Das Schicksal des Kabinetts Berenauer. politisches Theater. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Madrid, Mai 1930. Man kommt sich augenblicklich wirklich wie im Theater vor hier in Madrid. Das Stück, das wöchentlich ungefähr einmal zur Aufführung gelangt, hat den Titel „CßMe mache ich Wahlpropaganda — oder die schwierige Risikoversicherung". Die Hauptrollen sind besetzt mit den lange totgeglaubten Berufspolitikern der vordiktatorialen Zeit, die Frage der Dühnenszenerie ist stets gleich einfach gelöst — ein in Grau gehaltener leerer Raum mit einem großen Schaukelstuhl als einzigem Requisit. Die Beleuchtung wechselt bei jeder Atempause des Redners und ist so eingestellt, daß von diesem nur der Mund den Zuschauern sichtbar wird. Regie gibt es nicht, weil das hierfür notwendige Chamäleon noch nicht auf zu treiben war. Das Publikum hat Rarrenfreiheit und die Claque eine beichte Arbeit, da sie nur nqch der illjr abwechselnd Hoch und Rieder zu schreien braucht. Sowohl die Degeisterungsäufterungen wie die Hnzusriedcnheitsausbrüche passen nämlich gleich- mänifl auf jeden Satz des Redners, da die Monologe amphibienhast sind. In den Pausen wird das Volk piit Preisrätseln sinnvoll unterhalten, die Hauptaufgabe allerdings ist immer noch nicht gelöst, sie lautet „T&ic sichert sich der monarchische Politiker einen guten Posten, falls Spanien Republik wird, und umgekehrt?" Das scheint tatsächlich die Hauptsorge der Herren Politiker zu sein, denn keiner von all den ^großen" Rednern, die in der letzten Zeit das Volk mit ihren Geistesblitzen enttäuscht haben, konnte irgendeinen positiven ünd gesunden Gedanken bringen. Ihre ganze Ideenwelt, im vorigen Jahrhundert Dcranfcrt. kreist um ihre eigene yochwerte Persönlichkeit, ergießt sich in den abgegriffensten Schlagworten und mit der hohlsten Phrasendrescherei über die geduldigen Zuhörer und zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die Gefahr des Zurückgleitens in die vordiktatorialen Zu stände. Die eigene geistige Unfähigkeit wird durch ein widerliches Geschrei nach »Verantwortlichleiten" zu überdecken versucht. Mit diesem plumpen Stöber der Forderung auf Untersuchung und Feststellung der Schuld am Staatsstreich der sogenannten diktatorialen Ueberm'mpelungen und Ungesetzlichkeiten hofft man das denkfaule Volk blenden und für sich gewinnen zu können. Kein Politiker aber hat bis heute — weder von den konservativen noch von den liberalen — ein Programm gebracht, das sich mit den zahllosen großen Problemen Spaniens befaßte und Richtlinien für die Zukunft gäbe. Worte, Worte und nichts als Worte — ein trostloser Z u st a n d. Bei den Liberalen hat kein Mensch den Mut, sich klar und deutlich für oder gegci* die Monarchie zu bekennen. Man faselt das dümmste Zeug, man spricht von einer konservativen Republik, von einer sozialistischen Monarchie und anderem Unsinn mehr. Die ganze Linke, die bei einheitlicher Führung und energischer Leitung unmittelbar nach dem Sturz Primo de Riveras ohne Zweifel ihr Ziel, die Errichtung der Republik, hätte erreichen können, hat cs nicht fertiggebracht, sich zu- sammenzusinden. In unzählige Gruppen und Grüppchen geteilt, um die verschiedensten Personen geschart, treiben sie alle ihre eigene Kirchturmspolitik und machen sich von Tag zu Tag lächerlicher. Für Spanien ist cs ein Glück — denn man stelle sich vor, wie die Republik ausschauen wurde, die solche eitlen Rullen regieren würden! Dank der völligen Unfähigkeit zur positiven Leistung der spanischen Linken ist heute die im Anfang ernstlich bestandene Gefahr des Umsturzes völlig gebannt und die Monarchie fester denn je. Der König hält die Zügel fest in der Hand, die anfängliche Unsicherheit ist geschwunden. Es ist anzunehmen, daß der Monarch die Bildung zweier großer Parteien betreiben wird, einer konservativen und einer liberalen, in denen die zahlreichen Parteichen der vordiktatorialen Zeit aufgehcn sollen. Im Zusammenhang damit wurde in den letzten Wochen viel von einem Regierungswechsel gesprochen. Man nannte bereits die Flamen der neuen Minister, darunter den Herzog von Alba als Ministerpräsidenten, den bekannten Finanzier Sambo als Finanz- Minister und den in Paris lebenden früheren liberalen Politiker und Exminister Santiago Alba für das Innenministerium. Die Regierung Derenguer hat diese Gerüchte kategorisch dementiert und erklärt, sie werde bis zu den Wahlen im Amt bleiben. Das erscheint auch logisch, da in dem zur Zeit immer noch bestehenden diktatorialen Ausnahmezustand ein Regierungswechsel ziemlich sinnlos wäre. Hinsichtlich der Wahlen ist ein vor kurzem erlassenes Dekret erwähnenswert, wonach die Revision der Wählerlisten bis 15. Rovember beendet sein muß. Das heißt mit anderen Worten, daß d i e W a tz- len erst zu Beginn des kommenden Jahres abgehalten werden können. Das weibliche Geschlecht, das von der Diktatur das Wahl- vecht erhalten hatte, muß auf diese Reuerung otuDenienttatoalie in Maorid. - Tumultschäden vor der Medizinischen Fakultät. wieder verzichten und darf sich an den Wahlen nicht beteiligen. Heber die endgültige Regelung piefer Frage werden die Cortes (Landtag) xu ei ^scheiden haben. Auch die Rechenfolge der Wahlen ist geändert worden. Während man früher daran dachte, zuerst Gemeinde- und Pro- vinzialwahlen abzuhalten und erst bann die allgemeinen Wahlen, hat man sich nunmehr entschlossen. mit den letzteren zu beginnen. Was nun schließlich die Wahlpropaganda anlangt, sa hat die Regierung eine ziemlich weitgehende Redefreiheit zugestanden, gleichzeitig aber die Staatsanwälte angewiesen, einzugreifen, wenn die Person des Königs dabei angegriffen werden sollte oder mit Verleumdungen vorgegangen werde. Im Zusammenhang mit der politischen Lage ist die Rachricht von Interesse, daß der geplante Besuch König Alfons in Lissabon bis auf weiteres verschoben worden ist. In der offiziellen Begründung heißt es, „man wolle hierfür einen geeigneteren Zeitpunkt abwarten". Demnach hält Vie Regierung zur Zeit eine Abwesenheit des Königs von Spanien für unzweckmäßig. Diese Einstellung zeigt erneut, welch großes Gewicht man auf die Person des Königs während bet Zeit des Heberganges legt. Die Staatsstreichpläne des Militärs Ltudcntcnunruhen in Sevilla. Madrid, 8. Mai. (Tel.-lln. Funkspruch.) 3n den frühen Morgenstunden wird bekannt, dah die Generale Martine; AnIdo in Madrid und B a r - r e r a in Barcelona für die Rächt zürn •onners- i‘h M I | 1 V Zeileis gegen Lazarus. Oer Prozeß des GailSpacher Wunderdoktors. Berlin, 8. Mai. (IeL»lln.) Nach mehrmaliger Vertagung begann am Donnerstag vor der Zivilkammer des Landgerichts 111 in Berlin der Prozeß des Gallspacher Wunderdoktors Ze i leis gegen den Berliner Universitätsprofefsor Dr. Lazarus. Nachdem Zeiteis wesentliche Teile der ursprungli- chcn Klageschrift fallengelassen hat, geht es nun nur noch um den Anspruch, dem Beklagten die Wiederholung der Behauptung zu untersagen, daß er die Zeilcismelhode in Gallspach studiert und in zwei Münchener Zeileis-Instituten eine Behandlung durchgemacht habe, die zu falschen Diagno- sen über ihn geführt hätte. Der Vorsitzende betonte, daß es nicht Sache des Gerichts sei, medizinische Fragen zu klären. Man müsse sich hier streng an die Klage halten. Rechtsanwalt Bonnern, der Vertreter von Zcileis, erklärte, daß der Aufenthalt des Beklagten in Gallspach höchstens 40 Minuten gedauert habe und daß er während dieser Zeit lediglich eine Unterredung mit einem im Laboratorium tätigen Ingenieur gehabt habe. Er sei weder in die Behandlungsräume, noch an die Apparate gekommen. Die Behauptung des Angeklagten, er habe an Ort und Stelle alles genau studiert, iei unwahr. Ueber das Zeileis-Verfahren würde der Erfolg und die Geschichte urteilen Frau Otter in Salzburg, in deren Institut Lazarus die Apparate angeblich studiert habe, sei eine ehemalige Schülerin von Zeileis und habe keinerlei Zusammenhang mit dem eigentlichen Zeileis-Institut. Ihre Apparate seien auch niemals in einem Zeileis-Institut verwandt worden. Rechisanwalt Dr. Bonnern wandte sich dann der Behandlung, der sich Prof. Lazarus in München unterzogen hat, zu. Die von Lazarus aufgesuchten Münchener Aerzte seien zwar Zeileis-Schüler, übten ihre Praxis ccher vollkommen unabhängig voneinander und auch unabhängig von Gallspach aus. Lazarus sei in München unter dem falschen Namen eines Kunstmalers Hohenheim aus Berlin aufgetreten. Das Verhalten von Lazarus fei üble Nachrede in einer den guten Sitten widersprechenden Weise. Für Pros. Lazarus erklärte Iustizrat Dr. Bern- stein, es wäre Prof. Lazarus nicht möglich gewesen, die ganze ärztliche Wisienschaft auf feine Seite zu ziehen, wenn feine Behauptungen nicht der Wahrheit entsprochen hätten. Aus den Gutachten gehe hervor, baß durch die Anwendung der Zslleis- scheu Methoden auch nicht Teilerfolge erziell werden könnten, wohl aber Schädigungen heroorgerufen werden müßten. Zeileis habe durch Bestrahlung angebliche Gewächse behandelt, bis diese auf natürliche Weise zutage traten und beim Standesamt als Säuglinge angemeldet werden konnten. Im weiteren Verlauf des Prozesses tarn es zu stürmischen Auftritten. Prof. Lazarus schilderte feine Besuche in Gallspach sowie die Untersuchung, der er sich in zwei Zeileisinstituten in München unterzogen hat, wobei in einem Falle Lungenspitzenkatarrh, im anderen ein Rückenmarksleiden seslgcstellt wurde, obwohl er nur über harmlose Schmerzen im Rücken geklagt habe. Prof. Lazarus legte die Glasr öhre, den fog. Zeileis fchen Wunderflab, der in Gallspach benutzt, aber auch in einem der Münchener Institute von einem approbierten Arzt angewendet wurde, an Gerichts- stelle vor. Er schilderte, wie in Gallspach eine Parade des Elends zu sehen ist und wie in Sekunden Diagnosen gestellt wurden. An der Person seines Verteidigers zeigte er dann, wie die Untersuchung an ihm im Münchener Institut vor sich gegangen sei. Er fuhr ein paarmal mit der hohlen Glasrohre an der Brust und im Rücken des „Patienten" vorbei und erklärte, daß durch diese „Diagnose" an ihm Lungenspitzenkatarrh und ein Rückcnmarksleiden sestgeftellt worden sei. Pros. Lazarus geriet bei feiner Schilderung in große Erregung. Er sagte nach der Münchener Untersuchung zu seiner Frau: „Dazu hat Röntgen ... gelebt und dazu müssen unsere Studenten lange Jahre studieren, daß jetzt mit einer hohlen Glasröhre Diagnosen gestellt und dem Kranken Todesleiden suggeriert werden. Nicht nur, daß wir gegen die Kurpfuscher kämpfen müssen, jetzt müssen wir uns auch gegen die approbierten Aerzte wenden, die die Zeileismethode mitmachen." Prof. Lazarus rief vor Gericht aus „Auf Grund meines Materials klage i ch Zeileis derfahrlässigenTötunganh^nderten von Menschen an!" Pros. Lazarus geriet hier- bei in so hochgradige Erregung, daß er bei diesen Worten die Glasröhre, den Zeileisschen Wunderstab auf dem Gerichtstisch zertrümmerte, so daß die Glas- fplitter weit umherflogen. Der Vorsitzende suchte Prof. Lazarus zu beruhigen, der nun ausrief: ,Za, ich habe den Zauberstaub zerbrochen, um dieser Gaukelei ein Ende zu machen!" Der Termin zur Verkündung des Urteils ist vom Gericht noch nicht bekanntgegeben. tag den Stur; der Regierung Beren« g u e r . mit Hilfe eines Teils des Militärs In beiden Städten, vor allem der Husarenregimenter geplant hatten. Die Unternehmung kam nicht zur Ausführung, da der größere Teil der Garnisonen f I ch weigerte, mlt;uniachen. Als die Regierung über die Gesahr, in der sie sich befand, unterrichtet wurde, lieh sie sofort die beiden Generale in ihren Wohnungen verhaften, wo sie ;unächst unter Bewachung verblieben. Einzelheiten über die Vorbereitungen ;u diesem neuen Staatsstreich sind noch nicht bekannt, jedoch steht fest, dah die Studentenunruhen der letzten Tage, bei denen auch ein f)ufarenoffi;ier lebensgefährlich verletzt wurde, den unmittelbaren AnIah gegeben haben. Sobald die Republikaner von der Sache erfuhren, kamen in der Wohnung des ehemaligen Ministers v i 11 a n u e v a die Unioerfitätsprofefforen Maranon und Sandje; Roman, die ehemaligen Minister Sanche; Guerra und Mel- guiades A l v a r e ;, die Generale Riquelme und Aguilera, sowie die Republikanerführer Lerroux und Domingo ;u einer Besprechung der tage ;ufammen. Sie beschlossen, im Falle der Verwirklichung des Staatsstreiches widerstand bis aufs äußerste zu leisten, was also einen sicheren Strahenkamps bedeutet hätte. 3m Zusammenhang damit erfährt der Vertreter der lelegrapcn-llnion von bestunterrichteter Seite, dah der König beabsichtigt, baldigst eine liberale Regierung unter dem Vorsitz des ehemaligen Ministers Santiago Alba zu bilden, der während der viklatur in Paris verbannt war, mit dem Grafen Romanones als Landlagspräsidenten. 3n Madrid herrscht völlige Ruhe. Aus Salamanca wird berichtet, daß die dortige Studentenschaft dem aus Madrid zurückgekehrten 21 n a - m u n o einen begeisterten (Empfang bereitete, wobei Gedenktafeln für Primo de Rivera und dem früheren Unterrichtsminister vernichtet wurden. Als der Rektor der Universität Sevilla am Donnerstag die Vorlesungen wiedereröffnen wollte, kam es zu schweren Schlägereien zwischen republikanischen und kalholischen Studenten, da sich die katholischen Studenten der hlssung der roten Fahne widersetzten. Zahlreiche Studenten wurden verwundet. Die Universität wurde erneut geschlossen. Anschließend oeranffalteteten die republikanischen Studenten lärmende Strahenkundgebungen, denen ein starkes Polizeiaufgebot ein Ende bereitete. Brünmg will sparen. Vereinbarung mit den Regierungsparteien Berlin, 8. Mai. Heute nachmittag fand unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning eine Fraktionsführerbesprechung der hinter der Regierung stehenden Parteien statt. An dieser Aussprache nahmen die Führer und Haus- haltssachverständigen des Zentrums, der Deutschen Dolkspartei, der Wirtschastspartei, der Demokratischen Partei, der Christlich-Rationalen Arbeitsgemeinschaft und der Bayrischen Dolkspartei teil. In der Besprechung herrschte darüber Einmütigkeit, daß mit allen Kräften versucht werden müsse, im Haushaltsplan Ersparnisse zu erzielen und Abstriche vorzunehmen. Heber die Streichungen politischen und grundsätzlichen Charakters solle vorher eine Einig ung erzielt werden Die Regierung versprach ihrerseits, den Entwurf eines Ausgabensenkungsgesetzes den gesetzgebenden Körperschaften mit tunlichster Beschleunigung vorzulcgen. Oer Äolschasterwechsel. Berlin. 8. Mai. 1CRB- Es ist nunmehr sicher, daß der bisherige deutsche Botschafter in Rom, Freiherr von Reurath, zum Rachfolger des Botschafters Sthamer in London ernannt werden wird, und daß der bisherige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Schubert sein Rachsolger in Rom wird. Für Herrn von Schubert hat die italienische Regier rung bereits das Agreement erteilt. An seins Stelle wird dann, wie bereits wiederholt angekündigt, Geheimrat von Bulow treten. Oie Regierungsbildung in Sachsen. Dresden, 8. Mai. (WTB.) Die hinter dem Ministerpräsidenten S ch i e ck stehenden Landtagsfraktionen hielten eine Besprechung ab. bei der eine Einigung auf folgender Grundlage zu- standekam: Das Kabinett wrrd von vier Minisiern gebildet. Die Verteilung der Ministerien geschieht wie folgt: Schieck, Ministerpräsident und Dolks- brldung, Richter, Inneres, Arbeit und Wohlfahrt, Dr. Mannsseld, Justiz; Dr. Heb- rich, Finanzen und Wirtschaft. Die Ratwnal- sozialisten haben an den Beratungen nicht teilgenommen. Ob sie dem heutigen Beschluß zustimmen werden, läßt sich noch nicht übersehen. 9er Haushaltsausschuß lehnt die erste Säumte für den panzertteuzer B ab. Die Geschichte dieses Kreuzers, der jetzt tm tzauptausschuß des Reichstags glücklich abgelehnt coorden ist, war eigentlich vom ersten Tage ab unerfreulich. Groener hatte es in der Hand, schon im vorigen Jahre das Dau- Programm für alle fünf Kreuzer zu verlangen und auch durchzusetzen. Gr hat aber geglaubt, daß der Widerstand geringer wäre, wenn die Sozraldemokraten diese bittere Medizin tropfenweise nehmen müßten. Wie lchwer er sich - ebenso wie der Kanzler Müller — darin geirrt hat, zeigte ja deutlich der von den Kommunisten entfesselte Sturm, der bis zur Volksabstimmung führte. Er wäre nicht größer gewesen, wenn der Kamps gleich um alle fünf Kreuzer ging. Indessen, der Zeitpunkt ist verpaßt Wir müssen sehen, wie wir jetzt so weiterkommen. 2m Kabinett Müller hatte Herr Groener einen Vertrag mit den Sozialdemokraten geschlossen, daß er für dieses Jahr den Reubau zurück stellen wolle, wenn dafür im kommenden Jahr der Reichstag ein langfristiges Bauprogromm micht nur für die Kreuzer, sondern auch für den Ersatz unserer längst veralteten Linienschiffe aufstellte Damit konnte man sich zur Rot abfinden Denn schließlich kommt es auf ein Jahr nicht an Ob wir gerade Wert darauf legxn müf^n, die bescheidenen Verteidigungsmöglichkeiten, die uns der Versailler Vertrag läßt, restlos auszunutzen, darüber läßt sich verschieden urteilen kein Streit sollte jedoch darüber möglich sein, daß wir mehrere moderne Kreuzer haben müssen, schon um für den schlimmsten Fall die Verbindung nach Ostpreußen wenigstens zur See vor polnischen Störungsversuchen sicherzustellen Der Dau dieser modernen Kreuzer sichert uns einen Vorsprung vor den Polen um mindestens zehn Jahre, und das kann für die ganze Entwicklung im Osten entscheidend sein. Run ist im Reichsrat auf Antrag Ostpreußens die erste Rate in den Etat eingestellt. Das Kabinett Brüning hat keine sehr klare Haltung dazu eingenommen, und die Art. wie Groener sich im Reichstag einstellte, war auch mehr vorsichtig als zielbewußt. Das Kabinett wollte sich von dem Schicksal des Panzerkreuzers distanzieren und die Entscheidung dem Reichstag überlassen Hätte es daraus eine Vertrauensfrage gemacht. dann wären vermutlich die Demokraten nicht abgesprungen, dann wäre das Zentrum, das im Ausschuß auseinanderfiel, geschlossen geblieben und man konnte sogar mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg im Plenum rechnen Wenn aber die Regierung selbst sich so vollkommen desinteressiert zeigt, darf sie sich nicht wundern, daß die mehr nach links neigenden Kräfte keinen Wert darauf legen, dem Reichswehrminister die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Es ist also zu befürchten, daß die Abstimmung auch im Plenum schief geht und der Kreuzer a b g e l e h n t wird. Das schafft unnötige Verwirrung und wird dem Kabinett im kommenden Jahre seine Aufgabe nicht erleichtern 2mmerhin wir verlassen uns darauf, daß Herr Groener sein Wort wahrmachen und ein Marinebauprogramm dem Reichstag vorlegen wird, mit dem dann aber auch der Minister steht und fällt Sitzungsbericht. Berlin, d. Mai. (VDZ.) Der Haushaltsausschuh des Reichstags ging am Donnerstag au der Beratung des Marineetats über. Abgeordneter S t ü ck l e n (Soz.) wies als Berichterstatter daraus hin, daß dieser Etat sich ebenfalls in aufsteigender Linie befinde. Ausfallen müsse die große Zahl der Abteilungsleiter, die als solche eine besondere Zulage erhielten. Auch im ganz allgemeinen gebe es ein Üebermah an hohen Stellen. Aus der Liste der Kriegsschiffe seien gestrichen ein Linienschiff, zehn Kreuzer und drei Torpedoboote. Die Kriegsmarine habe 698 Seeoffiziere, 162 Ingenieuroffiziere, 98 Sanitätsoffiziere, 514 Oberfeldwebel, 3028 Unteroffiziere, 9383 Obergefreite und Mannschaften. Eine schwierige Frage sei die der R e i ch s w e r f t e n, die sich infolge Mangels an Arbeit nicht rentabel gestalten können. Außerdem gebe es bei diesen Werften eine so ungeheuere Zahl von Beamten, wie es bei einer privaten Werft ein Ding der Unmöglichkeit sei. Mit Genugtuung könne er feststellen, daß im Gegensatz zur Reichswehr bei der Marine eine größere Anzahl vonOffizierenausdemMannschafts- stand hervorgegangen sei. Der Andrang zur Marine sei überraschend groß. Im letzten Jahr seien 25 000 Gesuche um Einstellung eingelaufen, von denen nur 6 Prozent berücksichtigt werden konnten. Die Mißhandlungen Untergebener haben sich außerordentlich vermindert. In der Frage des Panzerschiffes B müsse er als Berichterstatter mit Rücksicht auf die ungeheuere Rotlage des Reiches die Streichung der eingesetzten ersten Rate beantragen Reichswehrminister Groener: 2m Einvernehmen mit dem Herrn Reichskanzler möchte ich zur Frage des Panzerschiffes B folgende Erklärung abgeben: Die Mitglieder des Reichstages wissen, daß ich durchaus kein kritikloser Flottenschwärmer bin, sie wissen aber auch, daß ich den Orsah unseres gänzlich veralteten Schiffsmaterials für unbedingt n otwendig erachte. Diesen Standpunkt habe ich auch bei der Beratung meines Etats im vorigen Reichskabinett vertreten und auf die Einsetzung einer ersten R.a t e für dos Panzerschiff B in Anbetracht der besonders angespannten Haushaltstage, also nur auä finanziellen Gründen, erst verzichtet, nachdem vom Reichskabinett einstimmig, also auch u n te ^Zustimmung der vier sozialde- s" o kra tisch en Minister, in einer besonnen Entschließung feftgelegt wurde, daß mit dem Etat 1931 ein S ch i f s s b a u e r s a tz p l a n , der auch bm Ersah der Linienschiffe enthalten sollte, vorgelegt wurde. Bei dieser Einstellung war es eigentlich selbstverständlich, daß ich dem An- trage Ostpreußens im Reichsrat, der eine kleine erfte Äate für das Panzerschiff B vorsah, ohne die Endsumme des Marineetats zu erhöht shm- pathisch gegenüberstand Die Reichsregierung hatte keinen Anlaß, nachdem der Reichsrotsbe- schluß für Einsetzung einer Baurate vorlag dem Reichstag eine Doppelvorlage zu machen da ja eine Mehrausgabe durch ben Beschluß des Reichsrats nicht eintrat, und weil die Reichsregierung in Uebereinftimmung mit dem vorigen Reichskabinett grundsätzlich der Meinung ist, daß tm Rahmen der finanziellen Möglichkeiten für die Erneuerung unserer Flotte gesorgt werden muh. Rur um denZ ettpunktd es Daube- ginns handelt es ,ich also unu Oie Entgerbung hierüber bittet die Reichsregierung dieses Hohe Haus selbst zu treffen. Ich nehme an, daß der Reichstag an seiner früher gefaßten Entschließung auf Vorlage eines langfristigen Pl anes für Ersahbouten festhält. Die Reichsregierung wird ihrerseits den Beschluß der früheren Reichsregierung in dieser Frage aufrechterhalten. Oie (5fcVutifl her Parteien. Adg Ersing (Zentr., hielt als Mitberichl- erstatter die Zahl der Beamten und Angestellten für viel z u hoch Hier liehen sich Ersparnisse erzielen, ohne daß militärische Interessen verletzt werden Was geschieht mit den Kriegs- schissen, die aus der Liste gestrichen worden sind? Sind hier keine Rückeinnahmen zu verzeichnen? A>g. Ersing erkennt an, daß sich der Prozentsatz der Katholiken bei der Marine am Vergleich zum Vorjahr etwas gehoben habe. Trotzdem müsse er bitten, daß bei der Auswahl der Bewerber die evangelischen und katholischen Bewerber prozentual gleichstark berücksichtigt werden. Bei den Einsparungen für die erste Rate des Panzerschiffes B handele es sich um eine Verschiebung im Bauplan. Abg Kuhnt (Soz.) sprach sich scharf gegen die Rate für das Panzerschiff B aus Die Reichsregierung baue an allen Ecken und Enden die Ausgaben ,ur .oziaie Zwecke ab Gleichzeitig aber kröne sie diese „Sparsamkeit" durch die Anforderung der ersten Rate für ein neues Panzerschiff. Die Soz.aldemokratie trete ganz besonders für die Sicherung und Hebung Ostpreußens ein, aber auf vernünftige Weise namentlich durch wirtschaftliche Unterstützung. Abg Francois (Wirtsch.) erklärte, die Schisse der deutschen Kriegsmarine seien überaltert und erforderten Reparaturkosten, die in die Millionen gingen. Daher sei es schon aus kaufmännischen Gründen ratsam, die alten Schiffe durch neue zu ersetzen. Die Frage des Panzerschiffes B dürfe nicht zum Spielball innenpolitischer Parteikämpse werden. Abg. Brü ninghaus (D 23p.) führte aus: In der Regierungserklärung des Reichskanzlers Brüning fei ganz zweifelsfrei zum Ausdruck gekommen, daß das frühere Kabinett mit Einschluß der vier sozialdemokratischen Mini st er entschlossen gewesen sei, die Serie der Panzerschiffe unter allen Umständen zu bauen Lediglich über den Zeitpunkt habe Meinungsverschiedenheit geherrscht Der springende Punkt sei, wo die Kosten für die erste Rate gefpart werden, und hier greife man nicht zu laufenden Mitteln, sondern nehme von den für den Bau des Kreuzers „Leipzig" bewilligten Mitteln 2,9 Millionen Mark, um eine gewisse Stetigkeit in der Werftbe- schästigung herbeizuführen Aus diesem Grunde sei es auch dringend erwünscht' daß dem Reichstag ein Plan oorgelegt werde, wie sie sich in den nächsten Jahren den Weitergang der Bauten denkt. Bis zum Borliegen dieses Planes beantrage er, die Abstimmung über die erste Rate für das Panzerschiff B auszufetzen Abg. Graf Westarp (Dntl.) befürwortet dringend die Bewilligung der Panzerkreuzerrate Die Erklärung des Wehrministers hält zwar an dem Bau fest, will sich aber mit der Verschiebung um ein weiteres Baujahr abfinden. Das können wir nicht billigen Ganz besonderen Wert legen wir auf den Schutz der Ostseeküste. Wir dürfen kein einziges Mittel unangewendet lassen, durch das bei den Ostpreußen in ihrer verzweifelten Lage das Vertrauen auf den festen Willen der Nation, es zu schützen, gestärkt wird. Abg Bernhard (Sem.) erklärte. Die Demokraten lehnen die Rate in diesem Etat ab Der Antrag des Abgeordneten Brüninghaus, die Abstimmung zu vertagen, führt nicht zum Ziel. Die Demokraten haben schon vor einem Jahre die Vorlage eines langfristigen Flottenbauprogramms verlangt. Leider hat das Reichlwehrministerium bis jetzt diesem Wunsche nicht entsprochen.. Alle, Mittel, die uns der Versailler Vertrag gibt zur Verteidigung des Vaterlandes, wollen wir benutzen, aber selbstverständlich nur diejenigen, die der heutigen Kriegstechnik eßtsprechep. Abg von Lindeiner - Wildau (Dolks- kons.) erklärt Rein menschlich gesehen, müsse man für die erste Rate des Panzerschiffes sein, weil man deutschen Marineangehörigen nicht zu- muten könne, daß sie sich auf 37 Jahre alten Panzerschiffen den größten Gefahren aussetzten. Wenn aber - was der Redner nicht hoffe — die erste Rate für den Panzerkreuzer B jetzt abgelehnt werden sollte, so mühten unbedingt diejenigen Kürzungen wieder rückgängig gemacht werden, die der Reichsrat bei den anderen Ersatzbauten oorgertommen habe. Unter Ablehnung aller sozialdemokratischen und kommunistischen Streichungsantragen wurden alle Etatspositionen der fortdauernden Ausgaben des Marineetats genehmigt Bei den einmaligen Ausgaben wurde der Betrag von 2,9 Millionen Mark für die erste Baurate des Panzerschiffes B mit den Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten, Demokraten und zwei Aentrumsabgeordneten a b - gelehnt. Lin Zentrumsabgeordneter und die Bayrische Bolkspartei enthielten sich der Stimme Die übrigen Fraktionen und ein Zentrurnsab- georbneter stimmten für die Position. Die Ablehnung erfolgte mit 19 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen Lin Zentrurnsantratz, die zugunsten des Panzerkreuzers B vorn Reichsrat bei den übrigen Kreuzerbauten gemachten Abstriche von 2,9 Millionen wiederherzustellen, wurde abgelehnt. Die übrigen Positionen des Marineetats wurden genehmigt. 5ortfdiritle her indischen Freiheiisbeweanns. 1M TM¥ PURCHASES CNSIWn mrNG SWÄDESHI PAPER lokcr & fetophs.nl Brand equat in *tr lebfiQff ®^tve 01 ■ 9 ^onhiungen freien »ng. iu. 5)ie Mndigm ichSaibeitS- und M sich zur Zeit den geschlichen b. 3. t>ßtgeftfa tbämäfjigen ing, die dann ür arbeite 1 Die gtifttt inanzielle Seite \ TÄ der bii* •Maner kdegung •"mebani. .^ndsbew?. 2>re„«, ■«S vlorgniz u var und b!m M dem öen 2rgivohn ^ßte, eine ?\dd|t w nor> S'ÄS DolN t । °bS'>Lnbioous SSg4 T »"xK, M !?K- ir^'äi 9.^26^ njniinU'N/ 8 0 SS”' iril» erklärte J>lt Derhand. »t aufrichtigen, aus beiden &, Regierung habe Etlichen Forde» u erfüllen Die erns der I-r» t e r h a l t u n a i mit den fünf >ie Aitteilun, m wurde von ausgenommen, ittei mit Rusen y <ö3^ jAOV^ i®£ ’TSmSS*’" Ke Ofir * MANOLI PRIVAT 6 PFENNIG ZIGARETTE OHNE MUNDSTÜCK nertaen gewerbsmäßigen Vtellenvermittler von litten des Lerch- entschädigen muh. wofür iinnerbin eine Summe von schätzungsweise 10 hii 15 Millionen in Frage kommen, dle Sei der heutigen Knappheit an Mitteln schon eine -echt fühlbare Belastung für die Reichsfinanzen ) ar fiel len. Aus diesem Grunde sind auch Erwägungen ausgetaucht, ob man den Termin der Ablösung nicht durch eine neue gesetzliche Lege, una ganz oder teilweise verschieben soll, iber der Vorschlag eines solchen Ausweges durste nicht allzuviel Aussicht aus Verwirklichung haben. Aijuu kommt noch, daß auch für die Leichsanstalt in einem jetzt noch nicht voraussehbaren Umfange durch die Ablösung der freien Stellen- Vermittlung eine M e h r b e l a st u n g d u r ch Aufwendungen für neue Ar b eits - träft e entstehen kann. Lach einer Aufstellung btt Leichsanstalt wurden im vergangenen Jahr mSacsamt 1549 gewerbsmäßige Stellenvermittler feftflcftcllt. Lei der landwirtschaftlichen Arbeits- permil tlung bestreitet die freie Stellenvermittlung 27 Prozent, bei den weiblichen Arbeitskräften 37,5 Prozent, bei den Gesamtvermittlungen un Saftwirtsgewerbe macht die freie Vermittlung 20 2 Prozent, bei den Hausgehilfen sogar 41.8 Prozent axfö und bei den künstlerischen Berufen beträgt die freie Vermittlung 46,2 Prozent (werb- lich 71.5 Prozent). Die hessischen Demokraten. tinc Entschließung deS LandeSvorstandcs. DSL. Frankfurt a. M.. 8. Mai. Der Erweiterte Landesvorstand der Demokratischen Partei in Hessen hielt eine Versammlung ab. in der nach einem Referat deS Landtagsabgeordneten Reiber über die politische und finanzielle Lage in Hessen und Dr. Rcubauers über die politischen Vorgänge im Reich folgender Antrag deS Landesvorsitzenden der Partei angenommen wurde: „Der Erweiterte Landesvorstand der Deutschen Demokratischen Partei in Hessen, der mit Besorgnis die Beteili- gung der demokratischen Reichstagsfraktion an dem rechtsorientierten Reichskabinett Dr. Brü- I ning-Schiele verfolgt, nimmt mit Genugtuung von der Erklärung der ReichStagSfraktion Kenntnis, bah sie die angeforderte Rate für den Panzerkreuzer B unbedingt ablehnt. Sr erwartet, daß die demokrattsche Reichstags- fraktion und das demokratische Mitglied der Reichsregierung ihre Beteiligung am Kabinett Brüning und dessen Unterstützung in dem Augen- blick ein stellen, wo die durch die demokrati- fchen Grundsätze auch für die Reichstagsfraktion verbindliche politische Linie überschritten wird Der Vorstand hält die Bestrebungen auf Bildung einer großen, den heutigen Staat aufrichtig bejahenden Miitelpartet unter Teilnahme der Demo- traten im gegenwärtigen Zeitpunkt für nicht durchführbar und bekennt sich nachhaltig zur Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der Demokratischen Partei als einer unentbehrlichen Stühe des Werkes von Weimar. Der Vorstand erwartet, daß auch der Reichsparteivorstand jede irgendwie geartete Jusionsbcstrebung a b lehnt und im übrigen eine größere Aktivität als bisher zur Selbstbehauptung der Partei entfalte." Oie Lebensdauer des he fischen Landtags. Darmstadt, 8. Mai. (WTB.) Der Gesetz- gebungsausschuß des Hessischen Landtags behandelte den Gesetzentwurf über die Verlängerung d er Legislaturperiode des gegenwärtigen Landtags um ein 3 a h r. Nach kurzer Aussprache wurde die Vorlage mit 9 gegen 4 Stirn, men des Landbundes und der Deutschen Volkspartei angenommen. — In der Frage der Henbcrung des Verficherungsgefehes für gemeindliche Beamte wurden ein fünf- gliebriger Unterausschuß eingesetzt, der die vorliegen, den Anträge und das noch angeforderte Vergleichs- Material zunächst sichten soll. Im übrigen wn 'den verschiedene Eingaben entsprechend der Recsierungs antwort für erledigt erklärt. Aus alter Welt. Lxplofionskatastrophe in einer Fleifchkonfervenfabrlk. In St. Joseph (Missouri) wurde das fünfstöckige Lagerhaus der Fleischkonservenfabrik Amour & Co. durch eine Explosion zerstört. Vier Personen wurden dabei getötet, 22 Personen werden vermißt. Die Katastrophe wurde offenbar durch die Entzündung eines groben Ammoniaktanks herbeigeführt. Die Srplosion schien das ganze Gebäude hoch zu heben, das dann zu einem großen T ru m - inerhaufen zusammen stürzte. Teilweise liegen die Trümmer von drei Stockwerken übet- einander. so daß die Bergung der ums ßefren Gekommenen voraussichtlich zwei Taste in Anspruch nehmen wird. Da die Ruinen von Ammvniakgasen angefüllt sind, so vermutet man, daß diejenigen, die nicht von den Trümmern erschlagen sind, den Ersttckungstod erlitten Huben. Der Körper eines jungen Mädchens konnte nach mehrstündiger Rettungsarbeit unter den Trümmern hervorgezogen werden. Lin vorbildliches Slabtparlamenl. In Chemnitz kam es am Donnerstag zum Lchluh der Stadtverordnetenversammlung zu einer lebhaften Auseinandersetzung, die schließlich in eine Schlägerei ausprtete. Der sozial- demokrattsche Stadtverordnete Dr. Glaser hatte einen Antrag seiner Fraktion begründet, der das Verbot der Luftakrobatik auf dem Chemnitzer Flugplatz wünschte. Die Rational- sozialisten erklärten, gegen diesen Antrag zu stimmen, worauf Dr. Glaser ihnen die Absurdl- tät ihrer Ablehnung vorhielt, daß sie als Arbeiterpartei das Leben der Arbeiter nicht schützen wollten. Als der nationalsozialistische Stadtverordnete Lasch mit Beleidigungen antwortete, erhob sich bei der Linken ein ungeheurer Lärm, und die Sozialdemokraten rückten geschlossen gegen die Sitze der Rattonalsozialisten an, die sofort umringt waren. Der Stadtverordnete Lasch hojb, als er sich schwer bedrängt sah, seinen Stuhl hoch und schlug damit auf den sozialdemokratischen Stadtverordneten Rank ein, worauf sich eine allgemeine Faustfchläge r e i entspann. Der Vorsitzende sah sich außerstande, dem Tumult, an dem sich auch d i e T r i - bünenbesucher beteiligten, Einhalt zu gebieten. Erst nach ungefähr 10 Minuten trat wieder Ruhe ein. Der Vorsitzende richtete nun eine Ermahnung an die Allgemeinheit und erteilte dem Etadtvötordneten Lasch einen Ordnungsruf. Daraus wurde die Sitzung nach 2 Uhr nachts geschlossen. Das deutsche Geschwader in Griechenland. DaS deutsche Geschwader, bestehend auS zwei Kreuzern und einem Zerstörer, ist im Phale- ron, dem Hafen von Athen, vor Anker gegangen, wo es von der griechischen Flotte begrüßt wurde. Admiral O l de k o p stattete in Begleitung des deutschen Gesandten dem Marine- Minister einen Besuch ab. Die Besatzungen finden überall herzliche Ausnahme. In A r g o - stoli ist der Kreuzer „Schleswig-Holstein" mit fünf Zerstörern eingelaufen. Ans der Provmzialbouptstadt. Gießen, den 9. Mai 1930. Oer Wirtschastsplan. Ich habe mir einen Wirtschaftsplan gemacht, wie sich das für einen ordnungsliebenden Staatsbürger ziemt. Frühere Erfahrungen zwar haben mich belehrt, daß ein Wirtfchaftsplan nur dazu dient, einem vor Augen zu führen, daß die schönsten Berechnungen nicht stimmen. Aber man ist in seinen Hoffnungen unverbesserlich. Cs geht einem wie dem Lotteriespieler: Wenn er hundertmal durchfällt, kann er beim hundert- erftenmal das große Los gewinnen. Mein Wirtschaftsplan ist gewissenhaft, eher zu vorsichtig. Was einigermaßen als Einnahme unsicher ist, wurde von vornherein ausgeschieden. And da heutzutage fast nichts mehr sicher ist, blieb nicht all zu viel übrig. Dafür habe ich die Ausgaben so hoch wie möglich berechnet, denn in dieser Hinsicht kann man sich nicht genug vor Aeberraschungen sichern. Meine Frau sah den Plan „Wo bleibt mein Frühjahrsmantel?" — „Gestrichen. Kein Geld " — „Mein Sommerkleids — „Dito." — „Ein Paar Schuhe brauche ich." — „Hier, 8,50 Mark. Mehr ist nicht übrig.“ — „And du brauchst einen Anzug." — „Verzichte. — „Wo dein Anzug schon so schlecht aussiehtr — „In der Kasse sieht es noch schlechter aus." Cs war keine angenehme Auseinandersetzung, und wenn eine Scheidung nicht viel Geld kostete, wäre es vielleicht dazu gekommen. Aber man muß in unfern Zeitläuften vernünftig sein. Ich war so vernünftig, daß mein Haushaltplan wirklich ausbalanciert erschien. Zwar war es keine leichte Rechenaufgabe, aber ich habe sie bewältigt. Mein Mathematikprosessor seligen Angedenkens, der mir stets nur die Vier gab, hätte angesichts dieses Lechenkunststücks eine Delobi- Sung erteilt Cs ist gut, daß der Wann diese rde schon verlassen hat Die Belobigung wäre für ihn eine Blamage geworden. Denn — der Plan stimmt doch nicht. DiS vor kurzem stimmte er noch. Aber jetzt ist's schon vorbei. Allerdings — ich bin nicht schuld daran. Trotzdem trage ich die Verantwor- tung dafür. Er stimmt nicht, weil er nicht die so und so viel Erhöhungen berücksichtigt hat, die ihn über den Hausen geworfen haben. Die Stadt kommt und sagt: „Meine Betriebe arbeiten mit Fehlbetrag: ich muß erhöhen." Die Reichsbahn sagt: „Meine Lage ist katastrophal: ich muh er- höh ta Idee des mÄ-Y9 ^r e? Wi €l -,-2ie Räuber" ; feU'Srd SP-» '^ftraubte, t L'^rg ho^ S B)ar °ber ft.nQd) der 9i). SÄ L>K I ?ee^ niaie cm7® ^ch noch M,wurd? T°d, |ehu^oU*ffi*6i ,/sSr •eJti* fet S'.K Schurke. yi°itgi ? S',d ."vor i7Ww.; Mel |07' und । <" 9ut- dah SS-üi •"'s. 3633 A billigen Preisen J. Pfeffer Kreuzplatz Marktplatz 6 3448 A 3641 A 3434 A Dampfmolkerei Gießen GEBRÜDER GRIEB sehens (Beine gAf-Si pteVAMl- Julius Schulze 1867-1917 Sonntag, ö. 11. mal, 7'1. Itbr: Früh- ivarieraana nach d. Hirteubrnnnen— Schiffcnbcrg. Treffpunkt Ludwigs- vlatz. Nückiadrt 12,51 Skat. Schiffenbera. 03102 Der Vorstand. Ortsgruppe Gießen Samstag, d. 10. Mai, 20'/, Uhr Monatsversammlung m.Vortrag Dr.Rottenbacher: „Die Bedeutung und Organisation d. Berufs- bera-nng". [3624D Kavallerieverein Gieß. ei SamStag, Iv.Mai, abends s Üdr MonalsversammloDg imBereinslokal.An- schliehend Maitour lAutol. Erscheinen eines jeden Kameraden Echren pflicht. sbioDJ Der Vorstand. 1870-1920 Sonntag, 11. Mai Familienausllug nach Bad-Naubeim Slbinbrt 12” Ubx TreffpunkiamBaHn- 6of. 3628D Der Vorstand. 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Mai 1930, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 3634D 03099 Abendstern, den 8. Mai 1930. 03079 Für alle Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Helene Kröck sagen wir innigsten Dank. Ludwig und Kätchen Kröck Familie Lenz. Für die uns in so reichem Maße erwiesene Teilnahme sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden anläßlich des Heimganges unserer lieben Elsbeth sagen wir unsern innigsten Dank. August Trebbe Hedwig Trebbe geb. Dieter Christiane Dieter Wwe. Gießen, den 8. Mai 1930. StDMttr Führerschein IHb, gelernter Schlosser, mit Reparaturen öertr., incht Stelle, gleich welcher Art. Schr. Angeb. unter 03106 an d.Gb.Anz. Geschäftsverlegung I Vermietungen 4 schöne geräumige Zimmer Hochparterre >ein- schlieglich Wohnküche!, nut Wintergarten, Gartenanl^ Zentralheizg^ Lele- phonbenutzg.,Neben» gelab, Um st. halber an ruhige, kinderl Mieter sofort abzug. 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JNH.GEORG FALKEN6TEIN/GIEr- gel unD anDere hinter sich lassend Dieses beroorra- qende AbschneiDen läßt auf soliDes Können schließen, |o Da6 Die Gießener am Sonntag in einer wenig aussichtsreichen Lage sinD. 1900 wird mit Ausnahme Des am vergangenen Sonntag erneut verletzten linken Läufers Katz, in stärkster Aufstellung antreten, also Diesmal bestimmt mit seinen guten Stürmern ADelberger unD Heilmann, was Der Mannschaft zu einem ganz anDeren Widerstand verhelfen sollte. Die Ligareserve hat Die Ligaelf Der Gießener Vorortler Heuchelheim im Rückspiel zum Gegner Das Treffen ist vollständig offen. Man kann keinesfalls den 1900cm größere Siegeschancen geben als den Gästen, denn der Borspielsieo Der Gießener in Heuchelheim kam etwas überraschend und zudem hatte 1900 damals eine recht gute Vertretung entsandt. Das Spiel der Reserven am uer- nangenen Sonntag hat ganz gewaltig enttäuscht v.n der Elf 1900s sind grundlegende Aenderungen vor- genommen worden, so daß man jetzt auf ein besseres Spiel hofft. 1900s 3 und 4. Mannschaft haben Rückspielbegegnungen mit Hermann st eins (Kr. Wetzlar) 1 und 2. Elf. Die Blauweihen stehen dabei, gemessen an den Vorspielresultaten vor schweren Aufgaben. Nur in stärkster Aufstellung kann es zu knappen Erfolgen des Gastgebers reichen, roobet auch der Vorteil des eigenen Platzes mit ins Oe- wicht fallen sollte. Die 1. Jugend fährt nach Marburg, um dem dortigen V. f. B. K u r h e s s e n das Rückspiel zu liefern, und sollte Dabei wohl um eine Niederlage nicht herumkommen. Denn auf eigenem Platz unterlag 1900 erst kürzlich knapp 2:3. Die Marburger repräsentieren zur Zeit wohl Die beste FußballjugenD im früheren.Lahnkreis, trotzdem sollten ihnen die 1900er Das Siegen nicht allzuleicht machen, denn auch diese Elf zeigt gutes Können. 1900s 2. Fugend- und 1. Schülerelf tragen in Weilburg Gesellschaftsspiele aus. Wenn auch Die Gießener zur Zeit recht spielstark sinD, so müssen sie Doch Den fremDen Platz in Rechnung stellen und auf Dem schon mancher verlor. Die 3. Jugend spielt voraussichtlich iy Garbe n h e i m bei Wetzlar. Der geschundene Schiller 3u seinem 125. Todestage. Son Alexander Giern „Ein unmoralisches, alle Bande Der Gesellschaft auflösendes, höchst gefährliches Theaterstück, weder nach Der Idee Des Verfassers, noch in irgenDeiner Umarbeitung zur theatralischen Aufführung geeignet" schrieb Der Wiener Zensor v. S u m e r a u , als er „Die Räuber" zu beurteilen hatte, Die 23 Fahre vorher in Mannheim zum erstenmal aufgeführt worden waren. Dort schon waren sie verwässert wor Den, Schiller selbst mußte sie umarbeiten, Franz starb nicht Den FreitvD, fonDern wurDe gefangen vor Carl gebracht unD in Den Turm geworfen, alles „Anstößige" mußte gestrichen werden, unD wo Schil ler sich sträubte, Da dichtete Der Herr Intendant o. Dalberg höchstselbst in Das Stück hinein. Das war aber nichts gegen Oesterreich. Zwei Jahre nach Der Mannheimer Uraufführung wurDe in Wien ein Machwerk zugelassen. Das ein gewisser Rauten st rauch „bearbeitet" hatte. Carl war nicht Des alten Moor Sohn — Das wäre anstößig gewesen — fonDern sein Neffe, und man stelle sich Die Wirkung Des Auftrittes am Hungerturm vor, wenn Carl losbrach: „Schweizer, so ist noch kein Sterblicher geehrt worDen wie Du; räche meinen Oheim!" UnD auch Dieses von allen Flecken gereinigte Stück rourD: verboten. Erst 1850, 68 Jahre nach Der Uraufführung, 45 Jahre nach Schillers ToD, setzte Laube Die Ausführung Des Schiller- schen Werkes Durch. „Franz heißt Die Canaille?" Das Durfte von 1792 bis 1835 Schweizer in Wien nicht sagen Warum? Weil Der Zensor meinte: „Das könnte als eine Anspielung auf feine Majestät Den Kaiser genommen werDen." Aber auch Berlin ließ sich nicht lumpen. Hier hat fjerr Plümick« Das Stück so zu gerichtet. Daß man fürDerhin nicht mehr verhunzen, fonDern verplü« micken sagte. Franz war Der Halbbruder Carls, weil es nicht anging, daß solche ein ausbünDiger Schurke ein Adeliger sei. Carl wurde von Schweizer erdolcht. Das sind so die hübschesten Einfälle. In dieser Zurichtung bekamen die Berliner das Werk im Döbbelinschen Theater in der Behrenstraße vorgesetzt. Die Erstaufführung war am 1.3a- nuar 1783, und trotz Plümicke gefiel bas Trauerspiel so gut, daß es fünfzehnmal gegeben werden mußte. In Rostock und in Stralsund waren Die „Räu- der" nicht wieder zu erkennen Hier waren sie einwandfrei moralisch: Der alte Moor ging ins Kloster, Carl heiratete Amalia, und Die Räuber beschlossen, umzukehren und fortan ein ehrbares Leben zu füh- ren. Was müßen sich die Rostocker Darüber gefreut haben! Den Leipzigern ging es nicht so gut. Dort plünderten währenD einer Aufführung Der „Räuber" Taschendiebe einige Zuschauer. Wirkung: Die Polizei verbot weitere Aufführungen Der verderblichen Ko- möDie. Bei den Polizeiämtern unD Den Zensurstellen nahm man Die tommenDen Werke Schillers überhaupt nur noch mit Der Feuerzange in Die HanD. Daß Hessen „Kabale unD Liebe" ganz unD gar ver- bot, lag nahe. In Wien hat man es Dafür um unD um gekrempelt Präsident'' Das ging nicht Also Schillers Totenmaske. wurde aus ihm ein Vizedom, ein Statthalter. Ferdinand durfte nicht fein Sohn, er mußte fein Neffe fein. Wurm Durfte nicht Derart frech mit Dem Vize- DompräfiDenten abrechnen, fonDern hatte bis zum Schluß höflich unD fubmisiest zu bleiben. Wirklich bestehende Amtsbezeichnungen Durften Personen auf Der Bühne nicht tragen. So wurDe aus Dem Hofmarschall ein DbergarDerobemeifter. Man stelle sich Die Wirkung folgenDer Szene vor FerDinanD hat eben Den Brief bekommen, Den der schurkische Wurm von Luise erpreßt hat unD in Dem sie so tut, als wäre sie Die Geliebte Des Hofmarschalls, parDon, Des DbergarDerobemeifters. Nun: Vierter Akt, Der Vorhang geht hoch, ein Saal beim PräsiDenten, FerDinanD, Den Brief in Der HanD, rast von Der einen Seite auf Die Szene, von Der anderen kommt ein Diener. Ferdinand schreit, außer sich: „War kein DbergarDerobemeifter Da?" — Diener. „Herr Major, Der Herr VizeDorn fragen nach Ihnen." — Fer- DinanD: „Alle Donner, ich frage, war kein DbergarDerobemeifter Da?" Jetzt stelle man sich erst vor, wie man „Don Carlos" verstümmelt hat. In Leipzig strich man Den Großinquisator, aus dem Beichtvater Domingo wurde ein Häsling Perez, von Ketzerverbrennungen, von der Inquisition Durfte fein Wort gesagt werDen, Posa war kein Maltheser, am Hofe Philipps gab es überhaupt keine Mönche unD keine Nonnen, unD Der Name Gottes Durfte nicht genannt werDen. In Wien Durfte Carlos überdies feine Stiefmutter nicht lieben! Gegen „Wallensteins Lager" erhob I f f I a n D in Berlin gewichtige Bedenken. Er versuchte Schiller davon zu überzeugen, daß es ausgeschlossen wäre, Den braven Wachtmeister in Berlin sagen zu lassen: „Alles Weltregiment, muß Er wissen, Von Dem Stock hat ausgehen müffen. UnD Das Zepter in Königs HanD Ist ein Stock nur, Das ist bekannt." „Das ist", meinte er, „bedenklich wenn ein militärischer König Der erste Zuschauer ist." Da Schiller nichts änDern wollte, blieb Das „Lager" unausgeführt. In „Maria Stuart" beanftanDcle ein Berliner Kritiker „Mortimers viehische Sinnlichkeit". UnD Der König Friedrich Wilhelm III. „konnte sie nun einmal nicht leiden" Die beamtete Zensur war gegen Die Beichtszene, unD in Wien wollte man nicht an das Schicksal der Marie Antoinette erinnert^ fein. Das Werk wurde verboten, „bearbeitet", verplümickt — umsonst. In Arnsberg in Westfalen wurde Die Aufführung am Totensonntag verboten, weil — „Der zu luftige Charakter des Stückes die kirchliche Feier stört". „Die Jungfrau von Orleans" Durfte in DresDen nicht fo heißen, well Das zu sehr an Jungfrau Maria erinnere, Gott wurDe gestrichen und Durch Himmel ersetzt. Der Teufel mußte weg und hieß böser Geist. In Wien hat man Die Dichtung so „bearbeitet", Daß sie Durchfiel: von Schillers Geist hatte man keinen Hauch mehr übrig gelassen. „Wilhelm Teil" war in Den Augen Der Zensur schlechtweg ein Bolschewistenstück. Jffland wollte unter anderem den Monolog „Durch diese hohle Gasse muß er kommen" gestrichen haben. Als Kotzebue ermordet wurde, setzte Berlin den „Tell" vom Spiel- plan ab. Der war schuld. Er war auch an der Pariser Julirevolution von 1830 schuld. Berlin und Wien warfen Den wieDeraufgeführten Anlaß rasch in die Archive. Wien bekam Schillers „Tell" — ohne Bearbeitung — erst 1856, also 52 Jahre nach feinem Erscheinen, zu sehew Laube mußte, um Das Durch, zusetzen, jahrelang kämpfen. Da war ein Direktor in der österreichischen Provinz schlauer. Er wollte Das schreckliche Stück aufführen und sagte beider Pollzei, er habe es entgiftet und gereinigt, nicht em radikales Wort wäre stehengeblieben. Der zur Probe eingelabenc Poli- zeigewaltige kam aus Dem Staunen nicht heraus: Oben auf der Bühne wurden all« mit Dem Bann belegten RevolutionsreDen gehalten, nicht ein Wort war geänbert. Die Schweizer kämpften gegen Den Tyrannen Oesterreich — nur ganz zum Schluß ries Der Chor nicht „Es lebe Tell, Der Schütz« unD Der Erretter!" fonDern ging feierlich an die Rampe vor unD sagte auf: „Es lebe Oesterreich! Tell ist ein Verräter." So warD Schiller geschunDen. Nur einiges wurde hier aus ungeheurer Fülle herausgegrisfen. Geheimnisse der Schwarzweiß-Kunst. Im Hörsaal Des Kunstwissenschaftlichen Instituts sprach gestern abend Professor Dr. Rauch anläß. lich der gegenwärtig im Kunstoerein von der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin veranstalteten Ausstellung moderner Graphik über das Thema: „D i e Geheimnisse der Schwarz-Weiß- Kun st — ein Besuch in der Werkstatt eines Künstlers". Der Vortragende erläuterte in fast zweistündigen interessanten Ausführungen an Hand eines reichhaltigen Lichtbildermatenals die zum Teil sehr komplizierten, verschiedenartigen Tech- niken der graphischen Künste unD gab gleichzeit g in großen Zügen einen Ueberblicf über deren jeweilige geschichtliche Entwicklung. Die Technik Des Holzschnitts wurde zuerst dargestellt und mit Beispielen aus dem Schassen der bedeutendsten Meister auf diesem Gebiet- illustriert: Dürer (Apokalypse, Marienleben), Cranach, Holbein (Totentanz), Rechel (Totentanz), Richter, Menzel. Auch der in Japan zur höchsten Blüte entwickelte Farbenholzschnitt wurde besprochen und mit einigen deutschen Arbeiten (Orlik, Leo Franck) charakterisiert. Der Kupferstich ist aus Der Goldschmiedekunst hervorgegan- gen; seine bedeutendsten Vertreter in Deutschland sind etwa der Meister E. S., Schongauer, der Haus» buchmeister und wiederum Dürer. Nach einem Exkurs über die Schabkunst besprach Pros. Rauch Technik unD Geschichte Der Radierung mit Beispielen von Dürer, Altdorfer, Hirschvogel, Rembrandt, Chodowiecki, Klinger, Liebermann und Corinth. Das Aquatintaversahren ist nomenttich von dem großen Spanier Francisco Goya ausgebildet und gepflegt worden. Eine Spezialtechnik stellt das sog. Durchdruckoerfahren bar, mit dem besonders aparte Wirkungen zu erzielen sind. Die jüngste der graphi- schen Künste ist die 1796 erfundene Lithographie (Steinzeichnung); hier sind vor allem Künstler mit Daumier, Toulouse-Lautrec, auch Renoir in Frankreich, und Menzel, Slevogt, Thoma, Käthe Kollwitz bei uns hervorzuheben. Der Vortragende schloß seine feinsinnigen und sehr instruktiven Darlegungen mit einer Aufforderung zu regem Besuch der Ausstellung und womöglich zum Ankauf des einen oder andern Kunstblattes. Die zahlreiche Zuhörerschaft dankte mit lebhaftem Beifall. — V. f. B. Die Ligamannschaft hat sich für kommenden Sonntag der Liga des Sportvereins Hessen 09 Kassel zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Der Gastgeber gehört der Be° zirksliga, also der obersten Spielklasse an. In der letzten Verbandsspielsaison schnitt er, z. T. durch Pech, ungünstig ab und endete aus dem letzten Platz der Tabelle. Nnch ihren in letzter Zeit erzielten Resultaten, u. a. ein glattes 5:0 gegen den Gruppcnmeister F. V. Ockershausen und ein 2:0 gegen V. f. B. Kurhessen Marburg, zu urteilen, haben sie ihre Spielstarke inzwischen wi-der gut verbessert. Die Spielweise der durchweg körperlich sehr kräftigen Hessenmannschaft ist technisch nicht besonders reif, dafür aber sehr forsch, und wenn es sein muh, auch hart (was allerdings nicht mihzuvcrstehen ist mit unfair). Die V. f. D.-Els hat in den Spielen gegen „Alemannia" Worms und „Union“ Niederrad gezeigt bekommen, daß es für sie noch viel zu lernen gibt. In den kommenden Spielen, und so auch in dem Treffen gegen Hessen 09 sollte sie Gelegenheit nehmen, die aus den Niederlagen gezogenen Lehren in Nutzanwendung zu bringen. Infolge Erkrankung bzw. Verhinderung einiger Spieler muh sie ersatzgeschwächt und in veränderter Aufstellung nach Kassel fahren, so dah ihr kaum eine Chance für einen knappen Sieg zugesprochen werden kann, zumal der Gegner den Vorteil des eigenen Platzes hat. Die Ligareserve fährt zum Sportverein 1914 Schotten, der zur süddeutschen /X-Klasse gehört, und wird sich dort sehr anstrengen müssen, wenn sie gewinnen will. Die vierte Mannschaft ist Gegner des Sp. V. N i e d e r w e i s e l auf dortigem Platz. Der Ausgang ist offen. Dagegen hat sich die dritte Mannschaft die e r st e Steinbergs als Gegner verschrieben. Obgleich die D. f. B.-Elf auf eigenem Platz spielt, sollte sie gegen die spielstarken Steinberger, gegen die sie.bei der letzten Begegnung mit 1:3 verloren, einen schweren Stand haben. Auch die Alte-Herrenmannschaft versucht sich wieder in einem Spiel, und zwar hat sie die A.-H. Dillenburgs zu Gast. Wenn die Platzelf in stärkster Aufstellung steht, sollte sie gegen Dillenburg einen glatten Sieg landen können. Kußball in Steinbach. Kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft Steinbachs die zur 1.Gauklasse gehörige 1. Mannschaft Ettingshausens, die den Einheimischen in bezug auf Ballbehandlung, wie auch Stellungsspiel vieles voraus haben wird. Während Ettingshausen aller Voraussicht nach komplett antreten wird, müssen die Einheimischen wieder Ersatz einstellen. V. f. B. Leichtathletik. Jugendklubzweikampf 2Tlto. * *— v. f. B. auf dem Daldsportplah. Am kommenden Sonntag stehen sich die Iu- gendabteilungen des Männer-Turnvereins und des Vereins für Bewegungsspiele im leichtathletischen Wettkampf gegenüber. Cs muh als ein außerordentlich glücklicher Gedanke bezeichnet werden, nachdem erst am vergangenen Sonntag zum erstenmal Turnerinnen ■ und Sportlerinnen gemeinsam starteten, schon am ^nächsten Sonntag die Iugend folgen zu lassen. Der einladende, sowie der Gastverein zeigen damit, dah es ihnen ernst ist mit der Verwirklichung der großen Einigungsidee. Für die Begegnung am Sonntag sind folgende Konkurrenzen vorgesehen: 50-, 75-, 100-, 200- und 800-Meter-Läuse, Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen, Hoch- und Weitsprung, sowie eine 4x50 und eine 4xl00-Meter-Staffel. Gestartet wird in den Klassen A, B, C und D. Beide Vereine verfügen über eine ganze Anzahl sehr guter Kräfte. Ueber den möglichen Ausgang der Kämpfe kann verständlicherweise nichts vorausgesagt werden. Der Sportverein „Germania" Horbach im Dillkreis veranstaltet am kommenden Sonntag im Nahmen seiner Iubiläumsseier leichtathletische Wet.tkämpse, an denen vom V f D. drei Aktive teilnehmen. M o h l und I a k o b bestreiten das Kugelstoßen, letzterer hat außerdem für die 100 Meter gemeldet, Büttner startet im 800-Meter-Lauf. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Die 1. Mannschaft folgt am nächsten Sonntag einer Einladung des Tv. Großen-Buseck. Wie immer, wird dos Spiel wohl einen knappen Aus- gang nehmen, der Glücklichere wird Sieger werden. Handball in Heuchelheim. Für kommenden Sonntag hat Heuchelheims erste die zweite Mannschaft vom Tv. 1846 Gießen nach hier verpflichtet. Die Heuchelheimer werden wohl gegen die verstärkt antretenden Gäste nicht allzuviel ausrichten können und müssen deshalb, wollen sie ehrenvoll bestehen, alles aus sich herausgeben. Man darf auf den Ausgang des Spiels gespannt fein. Dorher stehen sich die Iugendmannschaften beider Vereine im Gesellschaftsspiel gegenüber. Hier wird Gießens körperliche und technische Ueberlegenheit den Ausschlag geben. Handball im T. D. Großen-Buseck. Kommenden Sonntag erwartet die 1. Mannschaft des Turnvereins die gleiche vom To. 1846 Gießen Zu einem Freundschaftsspiel. Da Großen-Buseck eine Umstellung der Mannschaft vorgenommen hat, kann man eine Boraussage über den Ausgang des Spieles nicht machen. ^Roöiport im Lahngau Kommenden Sonntag finden in Krofdorf die Gau- Soalmeisterschaften statt. Neben den 2er- und 3er- Radball-Spielen kommen noch ler- und 2er-Kunst- fofiren und Kunstreigen zum Austrag. VII. Bad Wildunger Automobil - Wettbewerb. Die Ausschreibung für das große Pfingst-Turnier des Bergisch-Sauerländischen Automobil-Clubs (Bob- Club Sauerland) (A. o. D.) ist erschienen. Zum 7. Male wird das bekannte Bad Wildunger Turnier veranstaltet. In diesem Jahre sind vorgesehen: Sternfahrt mit und ohne Spitzenwertung G e « schicklichkeitsprufung im Rurgarten, große Fuchsjagd durch das idyllische Waldecker Santi. Wer das weltberühmte Bad Wildungen anläßlich der früheren Turniere besuchte, wird auch in diesem Jahre gerne wieder die Pfingsttage benutzen, um im schönen Waldecker Land sportlich und gesellschaftlich anregende frohe Stunden zu verleben. Arbeiter-Turn- und Sporibund. Der kommende Sonntag ist ein Ruhetag im Verlauf der Frühjahrsrunde der diesjährigen Serien» spiele. Nur für die technischen Leiter und Jugendleiter der einzelnen Fußballabteilungen und IBereine findet in Wetzlar im Stadion ein Kursus statt. Dieser beginnt am Samstagnachmittag und endet am Eonntagnachmittag. Den Abschluß bildet ein Fuß» ballspiel zwischen einer zusammengestellten Bezirksmannschaft und der 1. Mannschaft von Wieseck. Da die Bezirksmannschaft eine sehr gute Zusammenstellung erfahren hat, dürfte ein Spiel geboten werden, in dem sich Wieseck sehr anstrengen muß, um nicht mit einer hohen Niederlage heimzukehren. In Launsbach findet am Sonntagnachmittag ein Gerätewettkampf zwischen den Vereinen Launsbach und Wieseck statt. Je eine Mannschaft von 6 Teilnehmern wird ihre Kräfte an den drei Hauptgeräten und in einer Kürfreiübung messen. Im Vorkampf siegte Wieseck mit einem knappen Vorsprung. Ob es auch diesmal Sieger werden wird, steht in Frage. Oderheffen. Kreistag des Kreises Schotten. * Schotten, 8. Mai. Heute hielt im Rathaussaal zu Schotten der Kreistag des Kreises Schotten seine diesjährige ordentliche Tagung ab. Der Kreisdirektor Dr. I a n n begrüßte die fast vollzählig Erschienenen. Er wies auf die umfangreiche Arbeit, die im Kreis geleistet worden fei, hin. Die Zahl der Einläufe am Kreisamt belief sich auf 51 698 Stück. Der Bahnbau Hartmannshai n — B i r st e i n. an dem sich der Kreis mit 10 000 Mark beteiligt hat, wird in Kürze in Angriff genommen. Alsdann verpflichtete der Kreisdirektor die neu in den Kreistag eingetretenen Herren. Die Dorgeprüfte Rechnung des Rj. 1928 wurde genehmigt, sie schließt mit einem Ueberschuß von 37 904 Mark ab. Der Verwaltungsbericht des Kreis- ausschusses aus 1928 wurde vom Kreistag entgegengenommen und genehmigt. Alsdann trat man in die Beratung des Kreisvoranschlags für 1930 ein. Die U m > l a g e n Jinb dieselben geblieben wie im vergangenen Jahre, yür die allgemeine Verwaltung wird ein Betrag von 20 061 Mark (gegenüber 17 000 Mark in 1929) verausgabt. Das Kapitel Polizeiwesen verlangt 5640 Mark. Der Kreisausschuß hatte beschlossen, die Regierung zu ersuchen, von der verlangten Anstellung eines Baukontrolleurs abzusehen, da die Bautätigkeit im Kreis in der kommenden Zeit sehr gering fein wird und die Kosten für einen neuen Beamten daher eingespart werden können. Der Kreistag schloß sich dieser Auffassung an. Die im Voranschlag dafür eingestellten Kosten werden gestrichen und dem Reservefonds zugeschrieben. Für Schulwesen sind 1900 Mark vorgesehen. Es wird angeregt, einen Betrag von 600 Mark für die Abhaltung von hauswirtschaftlichen Kursen in den Gemeinden einzustellen. Die Notwendigkeit der Kurse wird anerkannt. Eine längere Aussprache über diesen Punkt schloß sich an. Der Kreistag be- willigte schließlich den Betrag von 300 Mark für diese Zwecke der hauswirtschaftlichen Kurse. Besonders hohe Ausgaben, 114 918 Mark, verursacht das Kapitel Wohlfahrtspflege, Ge- fundheitswesen und soziale Fürsorge. Für die schulärztliche Untersuchung der Schulkinder, die sich auf alle Schulrekruten erstrecken soll, wird ein besonderer Betrag bewilligt. Der Kreistag muß jedoch Wert darauf legen, daß auch eine wirkliche Untersuchung und dauernde Ueberwachung der Schulkinder durch den Kreisarzt ftattfinbe. Dazu ist nötig, daß der Posten des Kreisgesundheitamtes wieder besetzt wird. Die Kreisfürsorgeschwester muß zu den Untersuchungen der Kinder herangezogen werden. Die. Ueberwachung der Schulkinder sollte zu den Pflichtaufgaben der Kreisgesundheitsämter gehören. An die Regierung soll ein entsprechender Antrag eingereicht werden: auch soll die Regierung ersucht werden, die Stelle des Kreisgesundheitsamtes im Kreis Schotten bald zu besetzen, da die seither gemachten Erfahrungen eine baldige Ueberwachung des Kreises in gesundheitlicher Hinsicht burth einen Kreisarzt dringend erfordern. Für die Krankenhäuser in Schotten, Gedern, Laubach wird ein Betrag von 1000 Mk. bewilligt. Die Kreisumlagen sind im Voranschlag wie im Vorjahr, auf 100 000 Mk. festgesetzt worden. Lieber die Art des Steuerausschlags und die Höhe der Ausschlagsähe entsteht eine kleine Debatte. Der vorgeschlagene Ausschlagsah für Grundstücke wird von 8,2 Pf. auf 7,8 Pf. ermäßigt. Der Kreisausschuß wird ermächtigt, den nötigen Ausgleich zu schaffen. Die übrigen Aus- schlagsähe, 4,3 Pf. für Gebäude, 13 bzw. 14,9 Pfennig für Sondersteuer, 40 Pf. für Gewerbe- ertreg werden angenommen. Der gesamte Voranschlag wird hiermit einstimmig angenommen. Der Kreisausschuß wird ermächtigt, ohne dah er die Steuern erhöhen darf, die vorläufigen! Steuern in endgültige Steuern umzuwandeln. Linier Punkt „Verschiedenes" wird berichtet über das Ergebnis der vom Kreistag bestimmten Kommission bei der Vorsprache am Ministerium des Innern wegen Wiederbesetzung des Kreisgesundheitsamtes und Erhaltung des Kreises Schotten. Der Kreistag setzt in die hessische Regierung und den Landtag das Vertrauen, daß der Kreis Schotten nicht abgebaut wird. Eine Ersparnis würde für den Staat nicht erzielt, die Bevölkerung würde den Schaden tragen. Lieber die Einführung der Trichinenschau wird noch gesprochen und Vorschläge darüber gemacht. Cs wird ein Antrag gestellt, daß die Trichinenschau allgemein im Kreis obligatorisch eingeführt wird. Die Dringlichkeit dieses Antrags wird verneint. Der nächste Kreistag wird sich weiter mit der Frage beschäftigen. Landkreis Gieften. -s- Alten -Buseck, 7. Mai. Der hiesige S p a r- unb Vorschußverein G. m. b. H. hielt in der Gastwirtschaft von Otto Braun bie biesjährige G e - neraloerfammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Vorstandes sei kurz erwähnt: Das ab- gelaufene Geschäftsjahr 1929 zeigt bas gleiche Bild wie bas der übrigen Sparkassen auf dem Lande. Cfinc bemerkenswerte Zunahme hat bie Zahl ber Mitglieder zu verzeichnen. Sie ist im Berichtsjahre oon 127 um 13 auf 140 gestiegen; ausgeschieden sind 3 Mitglieder. Die Spareinlagen betrugen zusammen 72 484 Mark, der Reservefonds 1445 Mark, bie Betriebsrucklage 308 Mark. Der Reingewinn stieg im Geschäftsjahr auf 1883,76 Mark, der in entsprechender Weise verteilt wurde, indem dem Reservefonds, der Betriebsrücklage und dem oer- zinsbaren Geschäftsanteil die 'nötigen Summen zu- geteilt wurden. Der Kassenbestand betrug 1559 Mark, die Geschäftsguthaben 3000 Mark, die Darlehen auf Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 262. Don M. Wrobel. 8 6 5 3 4 2 1 b b E h 8 7 6 5 4 3 2 d e Weitz. Schwarz, d e g h Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 9 Steine. Kh8; Del; Ta5, 18; Le3, f5; Sc8, hb; Bf3. Schwarz: 12 Steine. Ke5; Dd5; Tg2; Lai, bl; Sg8, H2; Ba2, e6, e7, g3, g5. Endspiel Nr. 84. Lehrreiche Partiestellung. Die Partie Iates gegen Bogoljubow aus dem internationalen Turnier zu San Remo ergab nach dem 40. Zuge folgende interessante Stellung. Dem kleinen listenreichen Engländer, dessen Partie sehr schlecht stand, gelang es in der Verzweiflung, durch einen verblüffenden CinfaU die Partie zum Remis zu führen. 8 5 7 6 4 3 2 1 g h 8 7 4 3 2 6 5 1 Schwarz: Bogoljubow. a b c d e f g Weih: IateS. Weih: 8 Steine. Kgl; Tfl; Le7; Sf5; Ba5, b3, g2, h3, Schwarz: 9 Steine. Kg8; Lc2, e5; Sf7; Ba6, b4, c5, d6, H5. , Es geschah: 41.Sf5Xd6H Daß nun 41. .... LxS wegen 42. Txf7 usw. nicht geschehen kann, erscheint klar, dah aber auch 41.....Sxd6 nicht ausreichend ist, kann man weniger leicht durchschauen. Cs folgte: 41..... 41. Sf7xd6 42. Tfl-cl! 42. Lc2xb3 43. Tclxc5 43. Le5 - f4 44. Tc5-c6 44. Sd6-f5 45. Le7xb4 45. Lb3-d2 46. Tc6Xa6 und Bogoljubow muhte froh noch ein Remis erreichen zu können. fein, Lösung des Problems Nr. 259. Don G. Thoren. 1. Kd4Xd5!, Tdl-d2 2. Tg7-g6, beliebig 3. Dc3-h8 matt. 1...... T beliebig 2. Dc3xd34-, K beliebig 3. Dd3 —h7 malt. 1. Kh3-h2 oder h4 2. Dc3-e5 bzw. f6+ usw. ♦ Richtige Lösungen zum Problem Nr. 256: G. Pfaff, E. Riese, Gießen: Dr. K. Müller, Dornholzhausen; zum Problem Nr. 257: G. Pfaff, Gießen; Dr. K. Müller, Dornholzhausen. Offenbacher Jubiläumsschachlnrnicr. Dleutgen, Mainz, gewinnt die hessische Meisterschaft. Der Kampf um die hessische Schachmeisterschaft, welchen die Of ste-n b a ch e r Schachgesellschaft aus Anlaß ihres 50- jährigen Bestehens veranstaltet hatte, verlief bis zum Schlüsse interessant und anregend. Noch bis zur letzten Runde war es zweifelhaft, wem die Siegespalme zufallen würde, Orth, Darmstadt, dem letztmaligen hessischen Meister oder Bleut gen. Die Partie Röhrich, Gießen, gegen B l e u t g e n, Mainz, war für die Reihenfolge der Preisträger entscheidend; ein Remisausgang hätte Orth, Dr. Niemann, Offenbach, und B l e u t g e n mit je 5 Punkten an die Spitze gebracht, wobei jedoch Orth nach dem System Sonneborn-Berger erster Preisträger geblieben wäre. Bleutgen muhte daher auf Gewinn spielen und wie es dabei so oft zu gehen pflegt, geriet er -im fetzten Augenblick in eine glatte HZerluststellung, welche jedoch Röhrich trotz längeren Nachdenkens nicht ausnutzte, wodurch der Mainzer dann die Partie für sich entschied. Trotz dieser Llnterlassungssünde muh jedoch Dleutgen unzweifelhaft mit Orth als stärkster Spieler des Turniers bezeichnet werden, ja er hat sogar in diesem Turnier am besten gespielt. Als ganz ausgezeichnetes Resultat muh man den Erfolg des jungen Offenbacher Schachspielers Dr. Niemann bezeichnen, der mit Orth den 2. bis 3. Preis gewann. Durch die Niederlage gegen seinen Klubkameraden Sech kam Orth um wohlverdiente Chancen. Als eine Kraftleistung ersten Ranges muh ferner der Erfolg von Prof. Weihgerber, Gießen, gebucht werden, welcher mit Anth es, Offenbach a. M., den 4. Preis teilte und eine Anzahl vortrefflicher Leistungen aufzuweifen hat. Die Herren Röhrich und Sech haben beide gutes Schachtalent, anscheinend jedoch noch wenig Turnierübung. Herr T r c e r trat nach der vierten Runde zurück. Stand des Turniers: Dleutgen, Mainz, 1. Preisträger und Meister von Hessen mit 5l/2 Punkten; Dr. Niemann, Offenbach a. M., und Orth, Darmstadt, 2. bis 3. Preis, get., mit je 5 Punkten; Anthes, Offenbach a. M., und Prof. Weihgerber, Gießen, 4. Preis, get, mit je 3l/2 Punkten. Stand des Haupttumiers: Dr. Schweißgut h, Alsfeld, 1. mit 5 Punkten; Dr. Grimm, Höchst, 2. mit 5 Punkten (nach System Sonneborn-Berger); Fl and er, Darmstadt, 3. mit 4Vs Punkten; Enequist, Frankfurt a. M., und Dr. T h o m a e, Offenbach a. M., 4. Preis, get., mit 4 Punkten. Das Nebenturnier bereinigte 22 Spieler und wurde nach dem Schweizer System ausgetragen. Cs ergab den Sieg von Spatz, Darmstadt, mit 51/2 Punkten vor Roh, Frankfurt a. M., Peter, Darmstadt, Früh auf, Hanau, und Hoffmann, Mainz, mit je 5 Punkten, die den 2. bis 5. Preis teilen; 6. Preisträger wurde Z erb an, Mainz, mit 4Vs Punkten. Die Offenbacher Schachgesell- schast kann mit dieser Veranstaltung, welche einen wohlgelungenen Verlauf nahm, recht zufrieden fein. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Die kleine freche Rübe. „Als ich so alt war wie du," wirkte der Vater erzieherisch auf den Iüngling ein, der mit scheelen Augen auf den Teller sah, „habe ich oft nur trocken Brot zu essen gehabt und war noch froh, wenn ich wenigstens das kriegte." „Da kannst du aber froh sein, dah du jetzt bei uns bist, Papa!" tröstete ihn der Sünder. (Lust. Dl,) Gelehrtes Huhn. „Ihr Vetter, der Philologe, hat also. durch den Unfall die Sprache verloren?" „Was heiht Sprache? Acht Sprachen hat er verloren!" (Lust. Dl.) Schuldscheine waren auf 21876 Mark angewachsen, die Bankguthaben in Form von Termingeldern betrugen 18 515 Mark, die Guthaben der Genossen in laufender Rechnung 43 030 Mark; so daß die Summe der Aktiven und Passiven mit 91179 Mark abschließt. Dem Vereinsrechner wurde Entlastung erteilt. Nach einigen internen Angelegenheiten, die eingehend besprochen wurden, schloß der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Müller, die Generalversammlung. * Staufenberg, 7. Mai. Am vorigen Sonntag gab der Gesangverein Staufenberg fein er ft es Konzert. Bei der Aufstellung des Programms hatte der Chorleiter Otto Rudolph (Launsbach) eine feine musikalische Auswahl getroffen. Während im ersten Teil volkstümliche Werke unserer Klassiker zu Gehör kamen, brachte der zweite Teil Volkslieder und Volksmusik. Die Chore, die zum Teil große Anforderungen an die Sängerinnen und Sänger stellten, wurden mit großer Hingabe zu Gehör gebracht. Die gemischten Chöre „Frühlingsahnung", „Abschied vom Walde", „Frisch gesungen" von Silcher, sowie die herrliche Vertonung des Liedes „Innsbruck, ich muß dich lassen" von Jsac konnten als besonders gute Leistungen der Sängerschar bezeichnet werden. Der Chor „Die Himmel rühmen" (Männerchor mit Orchester) gab dem Konzert eine gute Einleitung. Auch die Frauenchöre wurden von der stattlichen Mädchenschar, die über sehr gutes ©timmaterial verfügt, schön zum Vortrag gebracht. Frl. Ina Siebener, Sopran (Gießensang Lieder von Schumann und Schubert, sowie einen Konzert-Walzer von Arditti Ihre Darbietungen fanden großen Beifall und haben zur Verschönerung des Ganzen viel beigetragen. Den instrumentalen Teil hatte die Kapelle Krengel-Topp (Gießen) übernommen, die ihrer Sache vollständig gerecht wurde. Der Verein, der sich in kurzer Zeit unter dem Stab seines jungen Leiters eine achtbare Höhe gesichert hat, darf mit Stolz auf seine Veranstaltung zurückblicken. © Winnerod, 6. Mai. Hier feierten die Eheleute Heinrich Schmitt und Katharina geb. Hainbach das Fest der goldenen Hoch zeit. Aus diesem Anlaß fand im Hause eine kirchliche Feier statt, zu der sich die Kinder und Verwandten des Jubelpaares eingefunden hatten. Im Anschluß an die Feier überreichte Pfarrer Schmidt (Beuern) dem (Jubilar als langjährigem Kirchenvorsteher und Kirchendiener von der Kirchenbehörde ein Gedenkblatt und ein Gesangbuch mit entsprechender Widmung und vom Kirchenvorstand eine Dilderbibel von Rudolf Schäfer. Darnach verlas Bürgermeister Becker (Bersrod) ein Glückwunschschreiben des Ministers des Innern und des Kreisamts und gab zugleich Kenntnis, davon, daß dem Iubel- paar vom Ministerium ein Geldgeschenk überwiesen fei. Zahlreiche Glückwünsche und Geschenke gingen bei der nachfolgenden Familienfeier ein. Möge es dem Jubelpaare, das noch sehr rüstig ist und den Kindern viel bei der Arbeit hilft, vergönnt sein, das Fest der diamantenen Hochzeit zu erleben. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 9. Mai Der gestrige Schweinemarkt war mit 277 Ferkeln beschickt. Es wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen 42 bis 46 Mk., von sechs bis acht Wochen 46 bis 50 Mk., von acht bis dreizehn Wochen und mehr 50 bis 58 Mk. Der Handel war gut, es blieb nur ein geringer Lleberstand. Mrciö Büdingen. U Büdingen, 6. Mai. Da die am 17. November v. I. erfolgte Gemeinderatswahl angefochten worden war, konnte der neue Ge - m e i n b e r a t nicht in sein Amt eingeführt werden. Der Einspruch gegen die Wahl wurde bis vor Den Provinzialausschuh gebracht, aber kurz oor Denen Entscheidung zurückgezogen. Bürgermeister H i l d n e r konnte deshalb erst in der letzten Sitzung den neuen Gemeinderat in fein 21 m t e i n f ü b r e n. Anschließend schritt man zur Wahl der Deputations- und Kommissionsmitglieder. Sämtliche Mitglieder wurden neuge- SK te-riS LE ? l * £ ßtöÄent des $ Ehre^^Me, OliWÄ ihm Gesangs M .7Vfene ®ra)> gelegt 7->iangver< genösse" [?tnen 2 M^gilrich, rc ('öÄÄ Dautattgt UI}lj Am«* Mtbe nähert Ick lein Mr t« “ Mg bis zur Schme^u „Siehst d „Du W staunt, daß s die Soße \ reithlidi ist hatten wir । und doch Br ich das mac lWel=i'Li Hoher »Of Frauen ui BÄ1«» «feil, tlge Wfira k Da .Ich die, d'm «Kbrwu Wläs Sch Mark‘plat; Ndörtches Jean Weisel, Gieben. Sonnenetruüe 6, Telephon Nr.MM oas .» aer rechte IMM Laden üKSfvi-.-' S»T 11 * > Iz sichtnahme offen. Einwendungen »»« » M innerhalb dieser Zeit schriftlich LBAÄ11WQ ndlich vorgebracht werden. | lUUll IQ können oder mündlich Makkaroni dazul 1 Würfel = V,Liter - 15 Pf- Versuchen Sie Knorr- Bratensoße Bielefeld. Pf. Schuhhaus HERBERT Verkauf im 1. Stock 34» A Gegründet 1864 Salomon ^u,s,ra6^ GIESSEN Marktplatz 2 3622 A Für die Geiundheit beließ 'c5 bzv. pe. aktionttisch» Krätze, Jucken, An» schlag,Hämorrhoiden Beinschäden. Zu haben 10110V Läwen-Drogerle W. Kllbinger Nach!., Seltersweg 79 a. Erweitertes Schöffengericht Gießen. ' Giehen. 7. Mai. Ein aus Bayern stammender junger Mann, der erst aus der Strafhaft Achtung. Haastranen! Diora.SomSiofl v d. Kalleestttbch.Schmitt br. rote dicke Sellerie Lt. 10* 3 (St. 20 25* sow. extra dick. Laach 3 St. 25 * Hainser Kopfsalat, extra bitt 6 Stück 50 * «m Gcicbw. Steiner! ans Main;. Hoher Verdienst für Frauen und Töchter bietet die Übernahme des Verkaafs von feiner Damenwäsche aus erstklassiger Spezialfabrik. Gute > er- käufe in allen Kreisen, weil prächtige Ware bei mäßigen Preisen. Hohe Provision. Personen mit gutem Ruf wollen sich mit Referenzangaben melden unter K. 123 durch Rudolf flösse, Stuttgart, 3617 V Ettingshausen, den 9. Mai 1930. Hess. Bürgermeisterei Ettingshausen. D p per.36390 Da sich die Verhandlungen betreffs Verkauf meines Geschäfts zerschlagen haben, sehe ich mich veranlaßt, mein Geschäft nach dem altbewährten Grundsatz: zuverlässige Qualitätsware zu vorteilhaftestem Preis weiterzuführen. - Ich werde bestrebt sein, meine werte Kundschaft noch besser und preiswerter zu bedienen, als dies bisher schon der Fall war, und bitte, das mir seither gezeigte Vertrauen auch weiterhin bewahren zu wollen. .'■256: 0. «tuitt, kle der Mer r mit scheel ich oft nut ,d war nod) ’pu jetzt bei Sünder. (Lust-Dl-) at allo durch 9“ rachen U 6 (Lust-M I BohiieKlaip H.Trechsler Tel.3681, Steinstr. 73 werden die Stofflagen um die Stahl- yj seilwulste gelegt, damit der Reifen M sicher auf der Felge sitzt. 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(fr 5ö* hlte, ott, 3 anregend. Meisetzch '°e, Orth' -en, DeißA »rich, Tie. IQt für die xdend: ein luemQnn, fünften an 7 ^ach dein ^träger ge> « auf Se- l ru. gehen litt in eine Göhlich trog te, wodurch ch entschied, nutz jedoch 'ts stärkster 'den, ja er en gespielt, muh man hachspieler« Orth den Niederlage, n Orth um Istleistung von Pros. len, welcher 'N 4. Preis Leitungen i) und Tech ünrnd jedoch :ertratnach es Turniers: > Meister don nann, Offen- bis 3. Zlreis, enbach a.R, . Preis, get, nipttumiers'. f 5 Punltcn', mflen (nach )er, Damit st, Frank- mbach a.W., Aebenturnier > nach dem i ergab den ;i/} Punkten ? r, Sann* jffmann, riS b. Preis an, Mainz. SchachgMl- welche einen cht zufrieden 400 Meter Hemden-Zephir einfarbig u. gestreift, solide Qual., moderne Farben..............- 200 Meter Nessel gute, kräftige Ware, ca. 80 cm breit 200 Meter Hemden-Tuch ca. 80 cm breit — mittelstark — für Leibwäsche geeignet........... 200 Meter Linon und Mako ca. 80 cm breit, für Kopfkissen und elegante Leibwäsche, feinfäd.Ware zum Durchschnittspreis von entlassen worden war. lernte ansangS Dovember vorigen Jahres im Wartesaal einen alten Mann kennen, der. im Besitz seiner gerade zuvor ab- gehobenen Rente, ihn zu einem Glase Bier ein* lud. Dem alten Manne sollte aber diese neu gemachte Bekanntschaft sehr schnell zum Uebcl werden. Aachdcm man nämlich noch un Bter- feiler und dann in einer anderen Wirtschaft zusammen weitergezecht hatte, wobei gelegentlich des Zahlens der Jüngere merkte, daß der Alte über einige Geldmittel verfügte, faßte er den Entschlich, diesem das Geld abzunehincn. Kaum hatten sie die Wirtschaft zusammen verlassen und waren auf dem Diehmarktplatz angelangt, entriß der Jüngere dem Alten dessen Stock und schlug mit den Worten: ..Gib mir dein Geld, oder ich schlage dich tot" auf diesen «in. bis der Alte vor Schmerzen einen Teil seines Geldes fallen ließ, das der Jüngere unter Schimpfen und Drohungen zusammenraffte und das Weite suchte, bis es der Polizei nach einigen Monaten gelang, ihn dingfest zu machen. Jetzt muhte er sich wegen Strahenraubs verantworten Seine Vernehmung ergab, dah er keine Erziehung gehabt, kein Elternhaus gekannt und keinen Beruf gelernt hatte. Mit Rücksicht hierauf und fein jugendliches Alter wurden ihm trotz der Schwere des Verbrechens mildernde Umstände zugebilligt und er zu ein Jahr sechs Monate Gefängnis verurteilt. Ein früherer Bankangestellter hatte das in ihn gesetzte Vertrauen schwer mißbraucht und seine Vertrauensstellung zur Begehung von Unehrlichkeiten benutzt. Um sich von einer Schuldenlast zu befreien, erschwindelte er sich dadurch einen erheblichen Geldbetrag, daß er mit dem Hamen eines Kunden einen Ueberweisungsaus- trag auf eine andere Bank fälschte, von wo er die Ueberweisung durch eine dritte Person abheben ließ. Dadurch, daß er weiter den halbjährlich gefertigten Bausauszug des betreffenden Kunden zurüdzuhalten verstand und dann dementsprechend das Bestätigungsformular fälschte, war es möglich, daß diese Betrügereien längere Zeit verborgen blieben. Der Angeklagte war in er für sie doch ein Vergnügen sein, wenn sie den Unterricht inmitten der freien Gottesnatur, fern von Lärm und Unruhe, genießen können. mr Schwarz, 8. Mai. Eine schwer« Blutvergiftung hat sich ein hiesiger Land- toirt beim ©treuen von künstlichen Düngemitteln zugezogen. Er hatte eine geringfügige Wunde an der Hand, der er keine Beachtung schenkte. Die Blutvergiftung trat sofort ein und war so heftig, dah er sich in das Evangelisch« Schwesternhaus nach Gießen zur Behandlung begeben muhte. Nachdem er nach einiger Zeit entlassen wurde, trat ein Rückschlag «in und der Mann schwebte öfters in Todesgefahr. Deshalb kann die Mahnung, beim Streuen von künstlichen Düngemitteln vorsichtig zu sein, nicht oft genug ausgesprochen werden. KreiS Lauterbach. A Lauterbach, 9. Mai. (Eigener Drahtbe- richt.) Zn dem nahe bei Lauterbach gelegenen Dorfe Rimlos ereignete sich gestern nachmittag em schwerer Unglücksfall. In Abwesenheit der Eltern hatte sich der dreizehn Jahre alte Sohn des Landwirts und Mühlenbesitzers Rinke im Keller an der Transmission zu schaffen gemacht. Dabei wurde durch einen unglücklichen Zufall der linke Unterarm des Jungen von der Transmission erfaßt und fast vollständig abgerissen. Ein Glück war es für den bedauernswerten Knaben, daß ein Lauterbacher Arzt losort zur Stelle war, der ihn unverzüglich in das Lauterbacher Krankenhaus Eichhof beförderte, sonst hätte unter Umständen der Tod des Kindes durch Verbluten eintreten können. Im Krankenhaus mußte dem armen Knaben bedauerlicherweise noch ein Stück vom Oberarm abgenommen werden. vollem Umfang geständig. In Mibctracht der bisherigen Unbestraftheit. der gezeigten Reu« und der Rotlage, in der er sich seinerzeit befand, wurden ihm mildernde Umstände zuerkannt, und er wegen schwerer Privaturkundenfälschung. Betrugs und Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Berliner Börse. Berlin, 9. Mai. (WTB. Funkspruch.) Für Heuti lagen keine besonderen Anregungen vor, so dah der Frühoerkehr für Aktien wieder sehr ruhig blieb. Wieweit Pfandbriesinteresse besteht, laßt sich ebenfalls noch nicht erkennen. Man tariert wenig veränderte Kurse und nennt Schutzgebiete mit 5,20 zu 5 25 ; Siemens mit 240,5 zu 241 und Farben mit 180,75 bis 181.____________________________ — Schuld hat das Wasser! Unser Wasser ist kalkhaltig und hart. Und daß solches Wasser keinen guten Kaffee geben kann ist unschwer einzusehen. Eins aber hilft den Kaffee besser machen: „Weber's Carlsbader“! Es macht das Wasser zum Kochen tauglich und wertetdie Bohnen besser aus. So ein Kaffee schmeckt ganz anders. Viel besserI Das ist KaffeeI Das merkt m*n h°im ersten Schluck^ Oele / Fette / Seife Bci Landwirten gut eingefllhrter, solider, tüdntger Vertreter wird von alielngefübrter Firma mit grobem Kundeniiamm gegen Gehalt u. Provision gesucht. Schrtsiltche Angeboie unter 2621V an den G-ebener Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ettingshausen für Rj. 1930 liegt vom Samstag, s dem 10. ZUal 6.3., ab eine Woche lang zur Einsichtnahme offen. Einwendungen 46b«(S wjiwt Cefir erfreulich war es, daß der neu- Wählte Kontrolleur. Herr Knaf. seine Stelle nur unter der Bedingung antreten wollte, wenn hie damit verbundene Vergütung in Wegfall komme. Der Gemeinderat konnte diesem Ansinnen gerne entsprechen. Nachdem alle Kommissionen gebildet waren, schloß der Vorsitzende die Sitzung. _j_ Unter-Schmitten, 7. Mai. Von einem großen Trauergesolge begleitet wurde heute die sterblich« Hülle des Znnmermeisters U hner zu Grabe getragen. Der Verblichene, der au« Jkinen Anfängen ein bedeutendes Zimmergeschaft mit Holzschneiderei entwickelte, war eine m weitem Umkreis bekannte und geschätzte Persönlichkeit. Er gehörte 17 Jahre dem Ortsvorstand an, war Ehrenpräsident des Gesangvereins -u dessen Gründern er zählte, war Vorstandsmitglied des Riddatal Sängerbundes, sowie des hiesigen Äne- gervereins, der ihm drei Ehrensalven u&er« ®rab frf-oft Der Gesangverein sang »hm einen letzten Gruß ins ossene ®ra3. Es wurden Kranze mLder- gilcgt von den Vorsitzenden des Kriegerund des Gesangvereins, von seinen Altersgenossen durch Bürgermeister K o pc t (ealg- baufen) ^von seinen Arbeitern durch Zimmermann 'Ullrich, vom Riddatal-Sängerbund durch den 1. Vorsitzenden Schäfer (Eichelsdorf). Kreis Alsfeld. (ID Rieder-Gemünden. 5. Mai. Vie Bautätigkeit beginnt sich hier zu beleben Während in den letzten Jahren kaum gebaut wurde, befinden sich zur Zeit mehrere Rem- bauten und einige Umbauten in 2ub^it. -Jn diesem Jahre wurden hier sieben Kinder k o n firmiert, während im nächsten Jahre, wie man hört, nur zwei Kinder eingesegnet werden können. 13 Kinder wurden nach Ostern neu ein- geschult. — Das neue SchulgebSude. welches etwa in der Mitte zwischen den Ortschaften Rülfenrod und Otterbach am Waldrande errichtet wurde, nähert sich seiner Vollendung. Zur Zeit ist der innere Ausbau im Gange. Wenn auch die Kinder der beiden Orte je etwa zehn Minuten Weg biS zur Schule zurückzulegen haben, so wird „Siehst du, das „Du hast immer schon gestaunt, daß seit einiger Zeit die Soße beim Essen so reichlich ist — Und gestern hatten wir gar kein Fleisch und doch Bratensoße! Wie ich das mache? Siehst du, wo LO B A aus dem Fenster schaut. Dort albt's das färbende Bohnerwachs LO BA- Beize, die wasserechte. Sie brauchen den Bodei nicht vorzubehandeln una nicht nachzuwachsen. Einfach auftragen und glänzen, wie bei Bohnerwachs. Farbe und Glanz besorgt LOB A- Belze In einem einzigen Arbeitsgang. Verkäufe | Verkaufe weg. Platzmangels 1,4 Wei- fumer, rebbubnfarb. I«t. 29), legen dicke, schwere, brauneEier. Hermann Döpler, Ge- negelxnckt, Lanad, Post Hungen. [3623U Straff im Text Nur .o können BI. Ihr. Z.ltunO..nz^lo.n durch Einprigeom In d.r Form zeitgemäße, gepflegte Werbewirksam In der Farbe drucksachen gut unterstützen. 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Auch am Rentenmarkt war das Geschäft heute weiter ruhiger. Deutsche Anleihen bröckelten etwas ab. Auch Schutzgebiete konnten । I ihren hohen Kursstand nicht behaupten. Ausländer : waren uneinheitlich. Oesterreichische Goldrente bemerkenswert fest. Der Geldmarkt war unuerän- I dert leicht. Tagesgeld 3 bis 5 v. Sy, Monatsgeld - 5,5 bis 6,5 o. Sy, Warenwechsel zirka 4,5 v. H. Im ■ Verlaufe konnte sich das Geschäft besonders in eint« 1 I gen Spezialwerten (Kali und Schiffahrtsaktien) et- > 1 was beleben. Angeblich haben einige bedeutende Kirche und (Schule. Lutherische Tagung in Gießen. Das Anlaß deS Jubiläums der Confessio Augustana veranstalteten die lutherischen Konferenzen von Oberhessen, Hessen-Darmstadt, Warburg und Dassau eine gemeinsame Tagung, die am 29. v. M. im Saal der Johanniskirche begann. Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Dach dem gemeinsam gesungenen Lied „Christ ist erstanden" eröffnete Superintendent Landau, Marburg, die Tagung mit Schrist- lesung. Gebet und einleitenden Worten, in denen er auf die innere Verbundenheit der Lutheraner der hessischen Länder hinwics. die ihren ®runb Hobe im gemeinsamen Bekenntnis zur Confessio Augustana. Darum sei es eine selbstverständliche Pflicht, daß die lutherischen Konferenzen das Jubiläumsjahr der Au g s b u r g i s ch e n Konfession gemeinsam begingen, besonders im Hinblick auf die kommenden Derhandlungen über eine Einigung derhesfischen evangelischen Landeskirchen. Im Mittelpunkt der ersten Versammlung stand der Vortrag des Erlanger Universitätsprofessors D. Bachmann über „Die Augsburgische Konfession und unsere kirchliche Lage". Er begann mit einem Vergleich der kirchlichen Lagen von 1530 und 1930, um Vorteile und Verluste sorgfältig gegeneinander abzuwägen und dann eine dreifache Forderung dieses Vergleiches auszusprechen: 1. Dank für das, was geworden, 2. Buhe für das^ was verschuldet, und 3. zwischen Dank und Buhe müsse ein starker Antrieb erfolgen, die Gegenwartsaufgaben zu erkennen. Zwei Wegweiser gibt uns die Augustana, denen wir zu folgen haben: Reinheit der evangelischen Lehre und Freiheit aller äußeren Ordnung! Alles aber muß durchdringen die Grundgcwihheit von Rechtfertigung und Heiligung deS Sünders durch die Gnade Gottes. Reicher Beifall lohnte die tiefgründigen Ausführungen. Anschließend fand noch eine geschlossene Mitgliederversammlung statt. Den Abschluß des ersten Tages bildete ein Gottesdienst in der Johanneskirche, in dem der Kirchengesangverein Gießen, sowie der Posaunenchor Klein-Linden mitwirkten. Der Redner des Tages, Professor D. Bachmann, Erlangen, hielt die Predigt über Psalm 119,46 und sprach von der großen Verantwortung und Pflicht der Evangelischen, ungescheut Zeugnis abzulegen von Gottes Taten. — Hatte dieser erste Tag hingeführt zu der kirchlichen Gegenwartslage im Lichte der Augustana, so sollte der zweite dem Augsburgischen Bekenntnis und der theologischen Lage gewidmet fein. Diesen zweiten Tag eröffnete eine Morgenandacht von Pfarrer D. Fritsch, Ruppertsburg, der dann das Referat „Die Augustana und d i e theologische Lage der Gegenwart" folgte, das der Professor für fystemaftsche Theologie an der Universität Leipzig, Prof. D. Sommer- lat h hielt. Er zeichnete nach einem kurzen historischen Rückblick zunächst ein Gesamtbild der Gegenwartstheologie und ihre Stellung zur Kultur und führte von dem Augsburgischen Bekenntnis aus zu den großen Aufgaben der Theologie der Kultur gegenüber. Scharf wurde die Dot- wendigkeit des „Festhaltenmüssens" an dem 2£b- solutheitsanspruch des Christentums betont. Der Vortrag klang aus in einem sreudigen und rückhaltlosem Bekenntnis zur Augustana: „Generationen werden kommen und vergehen, aber die schlichten und unbekümmerten Wahrheiten „So ist es!" der Augustana werden bleiben." Reicher Beifall lohnte dieses gründliche und verständliche Referat, und eine angeregte Diskussion diente zur Vertiefung des Gehörten. Mit dem Gesang des Liedes „Ach bleib' mit deiner Gnade" schloß die Tagung, die neben manchem Wertvollen auch das Eine brachte: einen Schritt hin zu den Einigungsbestrebungen der hessischen Landeskirchen. * ZentralefürGasverwertunge. V., Berlin. In der in Berlin stattgehabten 19. Jahresversammlung der Zentrale für Gasverwertung, der Spitzenorganisation deutscher Gasindu- | strie, stellte der Vorsitzende Dr.-Jng. b. c. B o d e n | in einer längeren Degleitrede den Geschäftsbericht der Organisationen für 1929 zur Erörterung. Aus dem darin enthaltenen Rückblick auf das abgelaufene Jahr geht hervor, daß das deutsch« Gasfach wie in früheren, so auch im vergangenen Jahre trotz seiner im allgemeinen sehr schwierigen Wirtschaftslage verhältnismäßig günstig gewirtschaftet hat. Cs verzeichnet eine Steigerung des Gasumsahes um etwa 6 Prozent und eine durchschnittlich nicht ungünstige Beschäftigung der Industrie. In den verschiedensten deutschen Gebieten vollzog sich eine außerordentlich lebhafte Deuanschluh > und Konzentration s b ew e g u n g in der Gasversorgung. An neuen Femversorgungsunternehmun- gen entstanden die Teltower Kreiswerke G. m. b. H., die Femgas-Diederschlesien 21.-®., die Gasfernversorgung Oberbaden G. m. b. H., d.e Gasfernversorgung Saale in Halle, die Gasversorgung Mansfelder Land, die 21.-®. Groß- Hagen, die Gas- und Stromversorgung Mittelsachsen 21.-®., die Großgaserei Mitteldeutschland 21.-®. und die Gasversorgung Lehrte ®. m. b. H. Die Ruhrgas-Aktiengesellschaft hat gemeinsam mit Thyssen, Hamborn, einen Qkrtrag mit der Stadt Köln abgeschlossen und gemeinsam mit bet Westfälischen Ferngas-A.-G. ihr Rohrnetz bis Siegen ausgebaut. Die Leitung nach Hannover ist noch im Dau. Die Vereinigte Gaswerke Westfalen G. m b. H. hat zahlreiche Orte östlich und nordöstlich vom Ruhrgebiet angeschlossen. Die Stadtgaser'zeugung betrug im Berichtsjahr 3,83 Milliarden Kubikmeter. Angesichts dieses befriedigenden Verlaufs der Dinge int schwierigen Wirtschaftsjahr 1929 und angesichts der jüngsten technischen Fortschritte auf dem Gebiete von Gasverteilung und Oie Arbeitsmarktlaqe in der zweiten Aprilhälste. Dem Bericht der Re»chsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über bie Arbeitsmarktlage in der Zeit vom 16. bis 30. April zufolge ist die Frühjahrsentlastung des Arbeitsmarktes in diesem Zeitraum n och langsam e r geworden. Die 2lbnahme der Arbetts- losigkeit erreichte bei weitem nicht mehr das Ausmaß der ersten 2lprilhälfte. Insgesamt belief sich am 30. April die Zahl der Hauptiznter- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung auf 1 760 863, in der Krisenunterstützung auf 320 236 Am 15. April betrugen die entsprechenden Zahlen 1 859 266 und 302 462: am 31. März 2 053 380 und 293 722. Am 30. April v. I. betrug die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung 1 126 078 und in der Krisenunterstützung 198 780. ♦ lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Dassau berichtet das Landesarbeitsamt Frankfurt am Main: Die Arbeitsmarktlage hat sich in der zweiten Aprilhälfte sehr mäßig und fast nur in den Außenberufen (Landwirtschaft, Steinindustrie, Baugewerbe, Derkehrsgewerbe und Lohnarbeit wechselnder Art), sowie im Gastwirtsgewerbe gebessert, während fast alle anderen Berufszweige, insbesondere die Metallindustrie, die Lederindustrie, das Hol»-, Dahrungs- mittel- und Belleidungsgewerbe, sowie die 2In- aestelltenberuse Zugänge an Arbeitsuchenden auf- weisen. Auch bezirklich zeigt der Arbeitsmarkt kein einheitliches Bild. So nahm die Arbeitslosigkeit in 14 Bezirken zwischen 0,9 und 17 Prozent ab, während sie in den Arbeitsamtsbezirken Frankfurt (535 Zugänge), Hanau (plus 469), Offenbach (plus 459) und Worms (plus 73) infolge von Entlassungen in der Metall» und 2c» verindustrie und im Bekleidungsgewerbe wieder etwas anstieg. Im ganzen ist m der zweiten Aprilhälfte die Zahl der Arbeitsuchenden von 191 210 auf 188 127, also um 3083 oder 1,6 Prozent zurückgegangen Bei den Hauptunter- stühungsempfängem in der Arbeitslosenversicherung beträgt die Abnahme 5906 oder 5,2 Prozent. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Krisenfürsorge ist um 929 oder 5,1 Prozent gestiegen. Cs wurden am 30. April insgesamt 106 690 Hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und 19 268 in der Krisen- unterstühung, in beiden Unterstühungszweigen zusammen 125 958 Unterstützte gezählt, das sind 49 157 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres (insgesamt 76 801). Don der Gesamtzahl der Hauptunterstützungsemvfänger in der Arbeitslosenversicherung entfielen auf die Städte mit über 10 000 Einwohnern am 30. April 35,7 Prozent gegen 30,4 Prozent Ende Februar. Die Belastung der Stadtbezirke ist also relativ stärker geworden, trotz der Abnahme überhaupt. An den Krisenunterstühten sind die gleichen Städte mit 61,3 Prozent beteiligt gegen 63,1 Prozent Ende Februar. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H„ Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt ...... — — 106,5 217 100,5 Prag . • . Belirad • . Dadapesi - . 12,405 12.425 12.408 12,428 37 — 33,5 37.95 I — 7,403 73,16 7,414 73,30 7,403 73,16 7.417 73.30 4% türfiidif Zollanleide von 1911 6,5 —- 6,8 Köln-Rcueslen ..... • ' — — 104,5 Bulgarien - 3,036 3,042 3,036 3,042 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie l 6,6 — — 6,6 Mannesmann-Röbreu • • • • 7 Mansfelder Bergbau.....' 104,75 74 75 104,4 73,25 103,6 75,9 44,5 106.5 — 44,25 — Lissabon . Tancig. • • 18,78 31,78 18,82 81.82 18,78 81,32 18.82 81.48 4% desgl Serie N 5% RumSniiche veretnh Ren» 6,6 6,65 6,6 CberftNel. Eitenbedars . . . - ° CberWel KokSwerke .-«-,/ — 110,65 110 — 131,5 103,5 195 161 — 131 132 Äonft ntm. Ltben. . . 1,784 5,435 1,788 5,445 1,785 5,434 1,789 5,445 von 1903 l%% Rumäoüche veretnh Ren» von 1918 1% RnmsiiHtbf wietab. Sait 9.8 16,9 8,025 — 9,8 16,9 8 1 1 1 Phönir Bergbau - . . . e¥* Rheinische Braunkohl« • • *c «hetnstahl ........ ...............V 99,75 226,5 — — 119 99,9 227,75 119 228.5 119 Mag ..... ®ebr. Roeder ■.•••• V Boiflt 8 Haellner......1 küddeutsche Zucker • • • • 10 — 195 160,75 Tauada Unt not). Latro . . 4,173 3,856 20,86 4,181 3,864 20,90 4,173 3,856 20,86 4,181 3.864 20,90 Nachdruck verboten. 2. Fortsetzung. 4 c CMAMD IfOWSON OHNExLie CLefaJ&'xl&s gjifurdtteteri d^ruzen^ 'chled. lZarben von ML4.— an. Jumper v.ML 18.- an. B IW Keines versäume das günstige Angebot! TS 6e^ch,te "°ch lehr gut erhalt., v. Mk. 12.— an, I auch für korvul. Herren. Frack-, Smoking-, Gehrock- u. W Cutaway-Anzüge sehr billig. Hosen sowie Kellner-Westen äußerst preiswürdig. I SW“ Ein Versuch lohnt! -WK 3437A B tzemsMSMe hm £. Boiemwelo I W (Sieben, Seltersmeg 58. i tonne. H Seltersweg 46, Telephon 2627 ___ __________________________ 2164V *5*5 k 3 e = a = <3 5 e» = i = s-EaD <■ S 7-^ ! is MW qSv E o swp:«! n E SmmsM । beseitigt sofort und endgültig ein ernsthaftes -wissenschaftlich auövr. Mittel Vollkur RM. 5.60. Zu haben bei Drogerie Otto Winter hoff, fireiuol. 9/10, L6wen - Drogerie W. 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