Nr. 84 (Elftes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 9. April 1930 Eriche»«» lüglich.cmtze» Sonntag, und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Oiehener FamilienblLtte» Heimat rm Bild Die Scholle fflonats Btiuqsprtls: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern «folgt höherer Gewalt. Kernfprechanlchlüffe •nterSammeInummer2251. Lnschrtst für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietze«. pokscheckfonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck vnb Verlag: vrühl'sche Universttülr-Vuch- nnb SteindruSerei H. Lange in Sietzen. Schrifileitung und Seschästrstelle: 8chu!ftratze7. Annahme van Anzeigen für die Tagernummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Re»chspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Re'chspfennig, Platzvorfchrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Derantroortlich für Polüik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Bietzen. Oie Aussichten für das Oeckungsprogramm. Oer Steuerausschuß lehnt Tabaksteuervorlage und Mmeralwaffersteuer ab. Berlin, 8. April. (D.D. Z.) Im Steuer- au-schuß des Reichstags wurde die Beratung über daS Tabak- und Z u cke r st e ue r g e- fetz fortgesetzt. .... 2lbg. Dr. Rademacher (Dnt.) sprach sich ?icgcn den einprozentigen Derwaltungskostenbei- rag aus. Dbg. Dr. Hertz (Soz.) lehnte die Aende- Ningsanträge der Regierungsparteien ab. Abg von Sy bei (Ehr.-Rat. Bauernpartei) ervarte cs für zweckmäßiger, den Tabakzoll zu erhöhen. Bei der Zuckersteuer haben sich unhaltbare Zustände herausgebildet. Rach weiterer Debatte wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten ein Antrag der Deutschnationalen angenommen, wonach die Berwaltungsab- gabe für die Tabaksteuerläger statt 1 nur Vr Prozent betrogen soll. 3n der Gesamtabstim- mung wurde jedoch die Tabaksteuervorlage in der Fassung des Kompromisses der Regierungsparteien abgelehnt, weil nur die Regierungsparteien dafür stimmten. Die Zuckersteuer wurde in der Fassung der ursprünglichen Regierungsvorlage angenommen, bet Gesetzentwurf soll am 1. Mai in Kraft treten. Cs folgt die Dorlage über die Wiedereinführung der Mineralwasser st euer, deren Ertrag den Gemeinden zufliehen soll. Reichssinanzministcr Dr. Moldenhauer erklärt, schon jetzt sei durch die Ausschußbeschlüsfe zur Tabaksteuer und auf Freilassung des Petroleums ein Ausfall von 27 Millionen von dem ursprünglich errechneten Gesamtertrag entstanden. Da könne auf die Mineral- wasferstcuer nicht verzichtet werden. Rach längerer Aussprache wurde die Mineralwassersteuer abgelehnt. Hieraus gab Reichsfinanzminister Dr. Moldenhaucr einen Bericht über die Kassenlage deSReiches. Die Bilanz zeigt einen ersreulichen Fortschritt in der Sanierung der Kassenlage, die aber auch jetzt noch derart angespannt ist, daß sie durch eine mit einem Eteuerousfall verbundene Derzögerung in der Verabschiedung der Deckungsvorlagen erneut gefährdet werden wurde. ES folgt die erste Beratung der Vorlagen zum vorläufigen Jinanzauel- gleich uno zur Vordere tung der Ztnanzreform. Reichsfinanzminister Dr. Molden- Hauer: Zur Regelung der Arbeitslosenversicherung haben die jetzigen Regierungsparteien die von den Sozialdemokraten abgelehnte Kompromißregelung vorgeschlagen. Die neue Regierung legt ihren ursprünglichen Entwurf vor, stimmt aber der Kompromißregelung zu. Im Ausschuß habe ich heute schon betont, daß die schnelle Der - abschiedung der D e ck u n g s v o r l a g e n notwendig ist, wenn die Reichskasse nicht in große Schwierigkeiten geraten soll. Der Reichstag hat die Pflicht, durch schnelle Verabschiedung der Dorlagen solchen Schwierigkellen vorzubeugen. Abg. Wisfell (Soz.): Mit den in der Finanzreformvorlage enthaltenen Bestimmungen über die Arbeitslosenversicherung wird das feierliche Dersprcchen gebrochen, das man früher gegeben hat. Die Kompromißregelung der jetzigen Regierungsparteien kann für die Sanierung der Arbeitslosenversicherung gar keine andere Lösung finden als den Leistungsabbau im Herbst. ('Rufe rechts: „Das ist auch notwendigI") Das Zentrum wird im Herbst dem Lcistungsabbau nicht zustimmen können. Es wird sich dem Ruf nach dem Rotopfer des Besitzes nicht verschließen können, der dann laut durchs Land dröhnen Wird. Abg. Dr. Pfeffer (DDP.): Bei den interfraktionellen Besprechungen über die Arbeitslosenversicherung ist gerade an der Hartnäckigkeit des damaligen Arbellsministers Wisfell die Verständigung gescheitert. Wir sollen kein Herz für die Arbeitslosen haben? Das wagt man zu sagen angesichts der Tatsache, daß wir 1 0 P r o z. der gesamten Steuereinkünfte für die Arbeitslosen und für soziale Ausgaben hergegeben haben. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Es zeigt sich doch jetzt, daß unsere Steuereinnahmen nicht mehr ausreiche»», um die immer wachsenden Anforderungen der Arbeitslosenversicherung zu befriedigen. An die armen Gewerbetreibenden, die unter dem Steuerdruck zugrunde gehen, an die denkt man nicht! (Lebhafte Zustimmung rechts.) Die jetzt vom Abg. Wifsell bekämpfte Komprv- mihregclung für die Arbeitslosenversicherung hat doch auch die Zustimmung der sozialdemokratischen Mini st er des früheren Kabinetts gefunden, nur Minister Wisfell war starrköpfig dagegen. (Hört, hört! rechts.) Es ist nicht wahr, daß wir den allgemeinen Leistungsabbau wollen. In einem von mir eingebrachten Zwischenvorschlag war der allgemeine Leistungsabbau ausdrücklich ausgeschlossen. (Hört, hört!) Wir wollen die Arbeitslosenversicherung nur dahin ändern, daß sie nicht weiter ausgenutzt wird von Leuten, die künstlich arbeitslos Werder». Warum soll gerade di« ArbeitSlolerwersicherung vor jeder Aenderung bewahrt werden, die doch auch von vielen Sozialdemokraten als notwendig anerkannt wird. — Weiterberatung Mittwoch. Um die Biersteuer. Berlin, 8. April. (Priv.-Tel.) Obwohl es heute im Steuerausschuß des Reichstages bei der Abstimmung über die Mineralwassersteuer und über die Tabaffteuer für die Regierung eine Panne gegeben hat, ist man in Kreisen, die der Regierung nahestehen, nach wie vor optimistisch. Man rechnet damit, daß es der Reichstag wegen der Steuervorlagen nicht zum Konflikt und zur Auflösung kommen lassen wird. Dies« zuversichtliche Stimmung hat sich erhalten, obwohl die Sozialdemokratie jetzt offiziell so tut, als halte sie Neuwahlen für eine Selbstverständlichkeit. Man glaubt offenbar, daß es möglich sein werde, mit Ab- kommandierungen und wechselnden Mehr- h eiten die Steuern durchzubekommen. Auch ist man der Auffassung, daß die D e u t s ch n a t i o n a - l e n schließlich doch an der Steuerfrage jetzt vor der Erledigung des Agrarprogramms den Reichstag nicht auffliegen lassen werden. Wie weit diese Meinung berechtigt ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Besondere Schwierigkeiten sind in erster Linie bei der Bier st euer zu erwarten, wo außer der Ablehnung der Opposition auch die der Bayerischen Dolkspartei und der Wirtschaftspartei sicher in Rechnung gestellt werden muß. Selbst wenn die Deutschnationalen dieser Steuererhöhung also zustimmen würden, müßten sich immer noch die Sozialdemokraten zu Abkommandierungen entschließen. Aus parlamentarischen Kreisen verlautete gestern, daß noch «ine Einwirkung von sehr hoherStelleauf ein« führende Persönlichkeit der B a y e r i s ch e n B o l k s p a r t« i unternommen werden soll. Rach dem „Borroärts" soll der am Dienstag in Berlin eingetroffene Vorsitzende der Bayerischen Volkspartei, der bayerische Landtags- abgeordnete Schäffer, am Mittwoch vom Reichspräsidenten empfangen werden. Oie Agrarvorlage. Uebereinftimmung der Regierungsparteien. Berlin, 8. April. (ERD. Eigene Meldung.) In parlamentarischen Kreisen sieht man der morgigen Sitzung des Steuerausschusses mit lebhaftem Interesse entgegen, da einzelne Regierungsparteien ihre Unterschrift unter das Initiativgesetz zum SchuhederLand- wirtschaft davon abhängig gemacht haben, daß im Steuerausschuß eine Mehrheit für die Deckungsvorlagen gesichert wird. Die wesentlichsten Grundzüge des Gesetzes zum Schutze der Landwirtschaft sind folgende: Die Ermächtigungen für die wichtigen Zollmahnahmen liegen bei der Gesamtheit des Kabinetts. Sie sind befristet bis zum 31. März 1931. In der Frage der Einfuhr- scheine darf keine größere Belastung der Reichskasse entstehen als im letzten Iahre. Bei Roggen bleibt der Höchstsatz von 230 Mark als Jahresdurchschnitt bestehen, bei Weizen 260 Mk. In beiden Fällen erfolgt die Rachprüfung innerhalb von sechs Monaten statt bisher von drei Monaten. Der Beimahlungszwang von Roggen zu Weizen ist gefallen. Bei Gerste wird ein Unterschied zwischen Futter- und Braugerste gemacht, wodurch die Braugerste dem Weizenpreis gleichgestellt wird. Für Futtergerste wird ein variabler Zoll von 2 bis 12 Mark eingeführt. Weiter wird die Regierung ermächtigt, den Z o l l bei Schweinen bis zu 50 Proz. heraufzusehen, wenn der Preis für Lebendschweine unter 75 Mark Berliner Notierung sinkt. Die Erhöhung dauert an, bis der Preis wieder 85 Mark erreicht. Die Regierung ist ermächtigt, den Preis bis auf 36 Mark je Doppelzentner heraufzusehen. Der Zoll für Frischmilch, deren Einfuhr bisher zollfrei war, ist auf 5 Pf. je Kilogramm festgesetzt, für entkeimte Milch von 5 auf 8,5 Pf. erhöht. Der autonome Eierzoll wird von 6 auf 30 Mk. pro 100 Kilogramm her- aufgesetzt: er ist jedoch gegenüber Italien und Iugoslawien gebunden. Für Müllerei- erzeugnisse wird der doppelte Weizenzoll plus 1,50 Mk. in Anwendung gebracht werden. Der Zuckerzoll wird von 20 auf 24 Mark erhöht. Für Weine werden die autonomen Zollsätze um 50 Proz. erhöht, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß die Weinzollsätze gebunden sind durch die Handelsverträge vor allem mit Italien, Frankreich und Spanien. Eine besondere Ermächtigung für die Reichsregierung sieht vor, daß der Zollsatz für Wein, der zur Herstellung von Schaumwein verwendet wird, nach chrem Ermessen heraus- oder herabgesetzt wird. Bevor eine Regelung des Hopfenzolles möglich ist, soll die Reichsregierung erst die mit Frankreich und Belgien bestehenden Bindimgen beseitigen. Das Kontingent der zollfreien Gefrierfleischeinfuhr wird ab 1. Iuli beseitigt. Die Regierung wird Dorsorge treffen, die dadurch für die minderbemittelte Bevölkerung entstehenden Rachteile auszugleichen, und zwar durch die Dersorgung mit Frischfleisch. Dabei ist besonders an die Einfuhr von dänischem Magervieh gedacht. Oas letzte Mittel. Lteuergesetze mit Hilfe des Artikels 48. Don unserer Berliner Redaktion Rach dem überraschenden Umschwung der vergangenen Woche ist es auch jetzt »»och nicht ausgeschlossen, daß die Regierung das Kunststück fertigbekommt, eine Mehrheit für ihr Steuerprogramm zu finde»». Groß aber ist die Wahrscheinlichkeit »richt, deshalb werden auch — ebenso wie vor dem Kumpf um das Mißtrauensvotum — an amtlichen Stellen die Möglichkeiten durchgerechnet, die sich aus dem zweiten Absatz des Artikels 48 der Dersassung ergeben. Dieser äußerste Notbehelf gibt dem Reichs- Präsidien das Recht, „tocnn die öffentliche Sicherheit unb Ordnung erheblich gestört oder gefährdet wird, die zur Wiederherstellung nötigen Maßnahmen zu treffen". Eine Dollmacht also, die stark an die Diktatur herangrenzt, weshalb die Weimarer Däter der Dersassung denn auch vorsichtig genug waren, ein näheres Aus- führungsgeseh anzukundigen. Auch hier aber ist es wie in vielen anderen Fällen bei der Absicht gebliebe»». Dieses Ausführungsgesetz steht immer iwch aus, obwohl von dem Artikel 48 mehr als hinreichend Gebrauch gemacht worden ist. Ein Zentrumsblatt hat kürzlich ausgerechnet, baß nicht weniger als 145 Mal Verfügungen des Reichspräsidenten auf Grund dieses Sonderrechts erschienen sind, von denen 138 die Unterschrift des Reichspräsidenten Ebert tragen, während nur sieben von Herrn von Hindenburg gezeichnet worden sind. Diese sieben aber auch nur, um frühere Verordnungen außer Kraft zu sehen. Der Sozialist Ebert hat also in großem Umfange mit dem ominösen Artikel regieren müssen, was sich aus den Nachwirkungen der Revolution erklärt. IedensallL aber hat er die einzigen Dergleichsmöglichkeiten gegeben, die bisher für die Anwendbarkeit des Artikels 48 vorliege»», er hat auch ein Analogon geliefert, auf das sich die Regierung Brüning berufen kann: die Steuergefehe nach der Stabilisierung sind zuerst auf Grund des Artikels 48 erlassen und erst, nachdem der Reichstag das Ermächtigungsgesetz an* genommen hatte, entsprechend umgeschrieben worden. Der Beweis, daß Steuergesehe auf diesem Wege erlassen werden können, ist also erbracht, und die Sozialdemokraten haben kein Recht, jetzt der Regierung Brüning den versteckten Dor- tourf des Derfassungsbruchs zu mache»», nur well sie als letzte Notwendigkeit vielleicht an den Artikel 48 appellieren muh. Der neue Kanzler hat vor einigen Tagen gesagt, er wäre kein Mann der Qlbenteuer. Das ist er sicher nicht, seine gan^e Vergangenheit spricht dagegen. Aber er ist sich auch klar darüber, daß die Staatsnotwendigkeiten alten Gesetzen des parlamentarischen Beharrungsvermögens vorangehen müssen. Wenn schließlich der Arttkel48 herangezogen werden muß, t>aim ist das ausschließlich Schuld des Reichstag s. Er hat es vollkommen in der Hand, die Entwicklung auf dem normalen Gleis zu taffen, er braucht nur die vorliegenden Steuergesetze anzunehmen, dann geht alles in Ordnung. Ob die Steuern besonders schön finfc, ist jetzt eine andere Frage. Ausschlaggebend muh fein, daß die Steuerquellen rasch fließen. Ohne das Steuer- Programm ist aber selbstverständlich auch die Durchführung der Agrarnotgesetze unmöglich. Oas Schicksal der Strafrechtsreform. Berlin, 8. April. (D. D. Z.) Im Strafrechtsausschuh des Reichstages begrüßte der Vorsitzende Abg. D. Dr. Kahl (D. D.) den neuen Reichsjustizminister Dr. Dredt und sprach die Hoff»»ung auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit des Ministers mit dem Ausschuß aus. Nunmehr erklärte der Vorsitzende, daß die politische Lage die Möglichkeit einer plötzlichen Reichstagsauflösung nahelege. Die Folge einer solchen Auflösung würde fein, daß d i e gesamte Strafrechtsreform parlamen- tarisch vorläufig erledigt wäre. Der Vorsitzende beantragte daher ein Ueberlei- tungsgesetz, das als Initiativgesetz emge- bracht werden soll unb nicht nur für eine etwa jetzige Auflösung, sondern auch für alle späteren Auflösungen gelten solle. Auch Reichsjustizminister Dr. 03 re b t erklärte, daß bie Arbeiten des Strafrechtsausschusses weiterhin aus dem Kan»pf der politischen Gegensätze herausgehoben bleiben müssen. Zur Sicherstellung deS großen GesetzgebungSwerkeS erscheine es ihm begrüßenswert, durch ein dauerndes UeberleitungSgesetz die Ergebnisse der bisherigen Arbeiten zu erhalten. Allerdings könne die Initiative dazu nur vorn Reichstage selbst ausgehen. In der Debatte sprachen sich jedoch alle Parteien gegen ein so weitgehendes Gesetz auS, sie würden höchstens für den einen Fall einer eventuell ledigen Auflösung ein solche- Ucberleitungsgcsctz annehmen. Die Abstimmung wurde zurückgestellt, da erst Fühlung mit den Fraktionen genommen werden soll. Thüringens Finanzen. Tic Dur.lführung des LparProgrammS. Weimar, 8.April. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Sitzung des Landtages gab Finanzminister Baum einen Ueberblick über den thüringischen Haushaltsplan, der zum Ausgleich gc- bracht worden ist. Zugleich mit dem Haushaltsplan gingen dem Landtage ein Gesetzentwurf zur Aenderung des Gewcrbestcuergesctzcs, ein Gesetzentwurf über die Sonderzuschläge zur Auswertungs- steuer, über die Besteuerung der freien Berufe und über die Erhebung eines Verwaltungskostenbei- träges, schließlich ein Gesetz zur Aenderung des Finanzausgleiches zwischen dem Land, den Gemein- den und Kreisen zu. In seiner Etatsrede ging Fi- nanzminister Baum zunächst auf den mit den Sparmaßnahmen verbundenen Abbau der Beamten ein, der leider nicht ohne Härten abgegangen fei. Parteirücksichtcn seien dabei aber in feiner Weise mitbestimmend gewesen. Durch die er- zielten Sparmaßnahmen wurde erreicht, daß das ursprünglich 20,84 Millionen Mark betragende Defizit des Haushaltsplanes für 1930 auf 6,87 Millionen Mark gesenkt wurde. Zum Aus- gleich dieses Fehlbetrages ist die Erschließung neuer Steuerquellen erforderlich, darunter Verwaltungskostenbeitrag (Kopfsteuer), Aufwertungssteuer, Warenhaussteuer usw Es muhte hierbei eine '.Regelung gewählt werden, die auf mög« lichst breite Grundlage gestellt wurde und die weiter, soweit dies in den engen Grenzen des Reichsrechtes möglich ist, die Leistungsfähigkeit berücksichtigt. Zum Schluß trat Minister Baum der Ansicht entgegen, daß Thüringen aus finanziellen Gründen den Anschluß an ein anderes Land suchen müsse. Die Opfer seien hart, sie müßten aber von der thüringischen Bevölkerung so lange getragen werden, bis die Selbständigkeit und der Wiederaufstieg des Thüringer Landes gesichert seien. Oer Streit zwischen dem ^eich und Thüringen. Berlin, 8. April. (WTB.) Die thüringische Re- jicrung hat in dem Wunsche, daß der Streit zwi- chen dem Reich und Thüringen b e i g e l e g t werde, ich mit dem Reichskanzler und dem Reichsminister des Innern in Verbindung gesetzt. Der Vorsitzende des thüringischen Staatsministeriums Staatsminister Baum, wird in den nächsten Tagen persönlich die Aussprache mit dem Reichs- Minister des Innern beginnen. Oer neue lllih-prozeß. Berlin, 8. April. (Priv.-Tel.) Am Mittwoch beginnt in K a 11 o w i tz die Derufungsverhand- lung gegen den Vorsitzenden des Deutschen Volksbundes in Polnisch-Oberschlesien, Otto ü I i ö. Diese Verhandlung wird besonders in Deutschland mit einen» ausmerksamen Interesse verfolgt werden, da sie den Beweis dasür zu liefern hat, ob Polen gesonnen ist, das bisherige System der brutalen Unterdrückung der deutschen Minderheit mit Hilfe einer politisierten Iustiz sortzusetzen. ällih war, wie man sich erinnert, vor längerer Zeit von den polnischen Behörden auf Grund eines gefälschten Spiheldokuments angeschuldigt worden, einem polnischen Hrerespslichtigen zum Llebertrllt über die deutsche Grenze verhalfen zu haben. Der oberschlesische Sejm, dem Lllitz damals angehörte, hat die Genehmigung der Strafverfolgung verweigert, und zwar bemerkenswerterweise, obwohl er eine polnische Mehkheit hatte. Wie lächerlich müssen die „Unterlagen“ der Staatsanwaltschaft gewesen fein. Später wurde der Sejm plötzlich aufgelöst und AXIit) alsbald verhaftet. Nach mehrmonatiger Tlnterfuchungshast machte man ihm im vergangenen Iahr den Prozeß, wobei er zu fünf Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt wurde. Gegen dieses unglaubliche Urteil hat Tllih Berufung eingelegt, die nun jetzt endlich nach bielmonatiger Verschleppung von Mittwoch ab in Kattowiy verhandelt werden soll. Die Polen sind dabei in der Lage, den Beweis zu erbringen, daß es ihnen mit dem Abbau der Hatzpolitik gegen das deutsche Element in ihrem Lande wirklich ernst ist. Das Vertrauen Deutschlands in eine wirkliche Neuorientierung der polnischen Minderheitenpolitik ift bisher außerordentlich gering. Oie lleberführung der Königin von Schweden. Swinemünde, 8. April. (WTB.) Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß der Sonde r z u g Rom — Swinemünde, der die sterblichen Ueberrefte derKöniginDiktoria von Sch Weden hierherbringen wird, erst in der Dacht zum Freitag hier eintreffen wird. An der militärischen Trauerfeier nimmt u. a. der Ehes der Marinestativn der Ostsee, Kontre- abmiral Han s en. teil. Das Ehrengeleit werden dir 2. imb L Halbflottllle ausführen, Annahme des GastWengesehes im Reichstag Aus aller Welt digen. Als Sicherst Dollar hinterlegt werdk »en. Oer Etat des Finanzministeriums Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Berlins. April. (D.D.Z.) 3n der Diens- tagssitzung des Reichstags erfolgten die Abstimmungen zur zweiten Beratung des Gaststät- ten g e s etzes. Abgelehnt wurde zunächst der Antrag der Bayerischen Bvlkspartei, wonach die Feststellung von Richtlinien für die Bedürf- ^'sprüfung bei der Erteilung von r » a nZf °n3en ist und Beamte mit Pflastersteinen, Schie- ßen Ufa), tat!ich angegriffen worden find. Der als Rädelsführer angeklagte Müller (Frank- urt) ist weiter beschuldigt, in einer die Men- chenrnenge aufpeitschenden Rede, insbesondere onVif ^t der Polizei!" und ..Alles stehenbleiben! zum offenen Wider- tande und Angriff auf die Polizei aufgefor- öert zu haben. Zwölf der Angeklagten sind ?? vorbestraft, darunter auch der Rädelsführer Müller. Ein Menschenraub-Prozeß. Homburger Schwurgericht beginnt am das gerichtliche Nachspiel der Piraten- ! i,;.s Dampfers „Falke" n a ch V e n e< Luela. Angeklagt sind die Reeder des Schiffes, Kaufmann Prenzlau und Prokurist Ära» in Hamburg, und der Kapitän iQ9a nLL1 Dampfer „Falke" ging am 9. Juli wie zunächst verlautete, fom öern nach Gdingen. Dort wurden Waffen an A^-lt SfnrhTT1 ?ic ^nnschaft verweigerte die Arbeit, wurde aber beruhigt, nicht zuletzt durch Ku» icherung einer Gratifikation und efaer Heuer» ?afh>rUh9r ^Qlfiercn öcs Kanals trat de?Eha- mii TO Unternehmens klar zutage: Die Kisten mit Waffeg wurden geöffnet, die Pgffagirxr genommen. Die im Etat angefetzten erhöhten Gebühreneingänge sollen nach der Erklärung der Regierung durch vermehrte Arbeitsleistung, aber auch durch Gebührenerhohung erzielt werden. Bon Regierungsseite wurde noch dargelegt, daß die Aemter zur Zeit mit 30 000 Arbeitstagen im Rückstände sind. Die Gebührenberechnung erfolge neben der Berechnung der ausgewendeten Zeit unter Berücksichtigung des Dodenwertes. Anträge des Landbundes und der Volkspartei auf Inhaberbesehung verschiedener Stellen wurden zum Teil abgelehnt. Die Regierung sagte eine Prüfung mancher zum Ausdruck gekommenen Beanstandungen zu. Es soll versucht werden, durch Zusammenlegung der beiden Stellen für Vermessungswesen im Arbeits- und im Finanzministerium eine Vereinfachung zu erreichen. Bei Kapitel 112 (H o ch b a u w e se n), 1556 583 Mark Ausgaben und 536 047 Mark Einnahmen, wurde die starke Besetzung der Hochbauamter mit Alademikerstellen und die Nebenarbeit der Beamten bemängelt. Von Regierungsfeite wurde erklärt, daß die Nebenbeschäftigung allgemein untersagt sei. Der Minister wies an Hand einer Aufstellung nach, daß die betreffenden Fälle von keiner besonderen Tragweite seien. Ohne Debatte werden die nächsten Kapitel genehmigt. Bei Kapitel 115 (Privateisenbahnen, Kraftwagen» verkehr, Luftverkehr) mit 66 000 Mark Ausgaben und 25 000 Mark Einnahmen wird von sozialdemokratischer Seite angeregt, die 40 000 Mark Subvention für den Flugverkehr zu st reich en. Von Regierungsseite und oolksparteilicher Seite wird gebeten es bei dem seitherigen Zustand zu belassen. Das Kapitel wird dann einstimmig in der Regierungsvorlage genehmigt. — Debattews werden die Kapitel 116, 119, 124 und 125 genehmigt. entpuppten sich alsoenezolanische Rebellen. Geplant war ein Putsch in Venezuela, Leiter des Ganzen war der auf dem „ckalke" mitfahrende General Delgado. Endlich kam der Tay der Landung vor Cumana. Am Ufer entwickelte sich eine Schießerei, in bereit Verlauf per Rebellenführer Delgado getötet, mehrere Personen verwundet wurden. Der Dampfer „Falke" ging sogleich auf die offene See hinaus und warf in Port of Spain (Trinidad) Anker. Die getauschte Schiffsmannschaft wandte sich an die englischen Behörden und an den deutschen Konsul, der im September für ihre Heimbeförderung sorgte. Venezuela beantragte Beschlagnahme des „Falke". Es diplomatische Schritte unternommen, und schließlich veranlaßte man die Staatsanwaltschaft Zambura zum Einschreiten. Neben der Hamburger Verhandlung roeaen Menschenraubes läuft in glei» SF®«*» eine Klage beim Reichsgericht wegen der Waffenladung. Ueberfall auf einen Eifenbahnzug in Australien. ^eu^ü&tDaleä tour&c ein Postzug von AErn uberfalünu Die Räuber, die sich durch M^ken unkenntlich gemacht hatten, drangen, wahrend der Zug sich in voller Fahrt befand. ÄfJJ. , $ 0 S.to a g e n ein und entwaffneten unr Schaffner, der sich widersetzte, wurde niedergeschlagen. Die Räuber bemächtigten lich hiexanf eines Kiste, die 4000 Pju»d> ©wonienros Onetter.»hart öedccM,®wolkig, eGedeckt. eReoen^ * Schnee oOrauoeta e HcDel K Grwit'£r.(§)Wlnd5tllie. •O' sehr leichte» Osi -nassioe» Südsüdwest stürmische- nordwest Oie Ptene fliegen mn dem wmdt. Die oeiden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichen tut ntertiniveiu umaerechnetco Luftdruck Wettervoraussage. Trockenes sowie ruhiges, vielfach nebeliges und wolkiges Weller verursacht der hohe Druck über Deutschland, wobei seit gestern kaum Temperatur anöerung stattgefunden hat. Mit dem Herannahen der neuen Atlantikstörung wird der hohe Druck langsam abgeschwächt und verdrängt, und durch das Drehen der Winde auf Südosten und Süden zu setzt Temperaturanstieg ein. Das Wetter neigt anfänglich noch zur Aufheiterung, bleibt trocken wird aber dann durch die feuchtwarme Luft in stärkere Bewölkung, vielleicht auch Niederschläge umgewandelt. Wettervoraussage für Donners. tag Nebelig-wolkig mit Aufheiterung, bann stör- ter bewölkt, milder, vorerst noch trocken. Witterungsaussichten für Freitag. Wolkiges, nebeliges Wetter, mild, einzelne Nieder- schlage wahrscheinlich, 0 Lufttemperaturen am 8. April: mittags 10,8 Grab rod^U5m>ab(^d 8'7 Grad; am 9. April: morgens 5,6 ©rab. Maximum 10,8 Grad, Minimum 2,8 Grad. — 1?,an Tiefe °m 8. AM: aßenöj 8,6 Grad, am 0. Apnl: morgens 0,6 Grad. * * DJü5 die Zeppelin-Landung in Lakehurst kostet. Die Marinebehörden veröffentlichen die Abmachungen mit den Zeppelin-Werken über die ^v'ten der nächsten Landung des Zeppelins in Lakehurst Für die Vorbereitungen zur Landung erhält die Marine der Dereiniaten Diras-.Famtl.-Ange- legenbetten, Gesuche, Lerträge, Beobach- jungen. Ueberwachg. und Ermitttungen vreiSw^ streng dtskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv« Bnrean-u.Ansknntlel Inh.K.Oerz.Baa-Nau- helm.Enrntr. 17. |Verschiedenes| Sanierungen aller Art Inkasso Herrn. Kirchner Am Nahrangsborg 16 Fernruf4107. fa^D WtMll.10.Will Für den Neubau eines Scha^- und HA/km 1 CftkM - I Transformatorenhauses der Städtischen Elektrizitätswerke Gießen soll auf Grund der Reichsverdingungsordnung die Aus- führung der Regenwasferabteitung vergeben werden. 2896D Verschlossene Angebote sind bis zum Der- 6eliüt|elfutttT aCutOHgi hOlliUfl ßefliigelhaltcr Den sicherst.Schau iea. minderwertige SPidMöNIanü Dunpttbilürlk, Bendabirg. p "n roerä fadj6emäh oreiöwkri ge* : u. reror tote; MMoflflui l ^levdoaM | Tirkail 0, neuro 1 »■ fleht. »luv ! äs6i ft® 1250c 6CCC •JSSfi ‘Ä SüB Hechte WZr uJ!6" lonov WMW WMMA WMM üagtti-Mlieii-llöroe^'ier üsgMMWM Zu haben bei ff. Eiler, fliüiiEU (Er. Gleiao) AigStilerl.WIliieh (Kr. flkßea) Philipp Seipp, Trohi (Er. fließen) Karl Spieß, 1W. G8ns (Er. fließen) IiritiliieHri. Alleidorf 1.IW1. U!lli.Peuoi>,8in»e»' bech (Kr. Welilv) Frdr.Koch.Siüerli* biuientKLlirtEy WM Kat AuMmiemRet^ leaendetlcn-ÄeluchL gjfriifltje, ^tohotv mnln.lleberwatts. und 6rmiiilunflen „ fjjrtdircMW“1 LW Verschiedenesj w »Iler Art Inkasso Herrn. Klr;*"« iE SKL°Ä «a«e, 2 TÄri'^ mltit“ ^PreMNS. ÜiiwSS ueibett notv lommen tzj^JL W tW-Ö* - rlflfAsniK Mittwoch, 9. April 1930 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) N. 84 Zweitervlatt unter Eine hessische M'eieriagung. B.D. Wicklungen zu zeigen. Oie Dottsnationale Reichsvereinigung. weitige Regel un von bebautem 1 In der Hauptrolle WädY Christians: sie ist — wie man längst wußte — eine feine uni) gepflegte Schauspielerin, sie sieht auch entzückend aus, — aber daß sie überdies auch eine sehr hübsche Singstimme besitzt, werden bisher nur wenige von der Operette her gewußt haben. Von ihren Partnern sind in erster Linie CBoIter Iankuhn und der männlich-sympathische Hans S t ü w e zu nennen. Die übrigen Mitarbeiter und Mitwir' nden sind so zahlreich, daß man sie nicht ole aufzählen kann. Regie: Walther-Fein: Tonregie: Conradi: Musik: Schmidt-Boelcke: das Schlagerlied, das den Titel gab, stammt von May, Text von Balz. Verbaichsiag des Landesverbandes Helfen im ReiKsbnnd der ZWdrenWereKWen. Um zum vorläufig Erreichten zurückzukehren: es schien einem zunächst noch die Maßstäbe zur Beurteilung, die uns in wenigen Wochen wohl — auch hier in Gießen — schon reichlicher zur Verfügung ft eben werden. Immerhin hat die technische Leistung 625 vorgeführten Werkes — ganz absolut betrachtet — einen sehr beachtlichen Grad der Präzisierung und Verfeinerung erreicht. Man ist aus dem Gröbsten heraus, man steckt nicht mehr in den Anfängen. Gewiß wird bei einer so neuen Sache technisch und rcgiemüßig noch manches zu verbessern und zu ver- coutor.unnen sein: selbstverständlich. Aber wer sich ctii>a an die Anfänge des Rundfunks erinnert, an die crf'.en Opernübertragungen zum Beispiel, der Das neue Programm dürfte auch in den späteren Ausführungen seine Anziehungskraft nicht verfehlen: man braucht nun nicht mehr nach Frankfurt xu fahren, wenn man einen Tonfllm sehen und hören will. — r — Postsekretär Schäfer, Darmstadt, für Deamten- bund und Landeskartell Hessen, Oberpostsekretär Krämer, Darmstadt, für die Postgewertschaft. Das Versorgungsamt Gießen war durch Verwaltungs- obersckretär Rübeling vertreten. Rach Wahl von Steuerinspektor P l a a g, Bad- Rauheim, zum Verhandlungsleiter der Tagung erstattete der Vorsitzende Dörr, Darmstadt, den sehr beifällig aufgenommenen Iahresbericht, nach dem das abgelaufene Iahr in organisatorischer Hinsicht ein Iahr des Aufstieges gewesen ist. Die „Er ist ein hübscher Iunge — Sie kennen ihn sehr gut, nicht wahr? Aber er stellt einem so gern ein Dein, wenn ich diesen vulgären Ausdruck gebrauchen darf. Wissen Sie, dieser schreckliche Zunge hat einen Schlüssel von mir und gibt ihn mir einfach nicht heraus — erzählt mir eine Geschichte von einem Einbrecher, der ihn gestohlen haben soll. Ich weih doch, daß er überhaupt nicht in seiner Rocktasche steckte. Erinnern Sie sich, meine Liebe — ein Schlüssel, den der arme Mr. Farmer mit sich trug. Dillh — Mr. Crewe — gab ihn aus Versehen Ihnen." Eie erwähnte es nur nebenbei, aber Daphne ahnte jetzt, warum sie mit solcher Freigebigkeit cingeladen wurde. Sie wußte, daß sie mit Peter bekannt war, und bildete sich ein, doh diese Dekanntschaft etwas tiefer als gewöhnlich sei. Sie sollte Peter Dewin überreden, den Schlüssel herauszugeben. Sie amüsierte sich im stillen darüber. Ella war fertig und führte sie durch ein Labyrinth von Gängen zu einem hohen Raum, in den viele Kulissen hineinragten. So sah also die Szene von rückwärts aus! Aus der Rahe kam der Ton von Geigen, und Ella drängte sie durch einen Wald von Pfosten und Versatzstücken zu dem Pult des Regisseurs, von wo aus man die Vorgänge auf der Dühne aus nächster Rahe verfolgen konnte. Der Regisseur stellte einen Stuhl für Daphne zurecht. Die Vorstellung bezauberte sie. So vergingen fast zwei Stunden. Als die Statistinnen die hellerlcuchtete Bühne verliehen, lag ein Lächeln auf ihren geschminkten Gelichtern, und sie sahen so aus, als ob sie unendlich lange weitertanzen konnten. Aber hinter den Kulissen liehen sie die Maske fallen, und Daphne sah, daß sie vollständig erschöpft waren und sich von den Ankleidefrauen betreuen lassen mußten. Sie hörte ein trauriges, deprimierendes Gespräch zwischen Schauspielern mit an, welche pekuniären Vorteile die Verbrennung vor der Beerdigung voraus hätte. Einige Sekunden später dröhnte daS ganze Haus wider von 6cni Gelachter, das ihre Späße und Grimassen hervorriefen. Mit einem Seufzer des Bedauerns sah sie den Vorhang zum letztenmal fallen und ging in den Ankleideraum zurück. Ella legte liebenswürdig und zutraulich den Arm um ihre Schulter. Als sie in die Garderobe eintraten, erschrak Daphne heftig, denn dort sah ein Herr im Frack und rauchte eine Zigarre. Es war Leicester Crewe, der Mann, den sie am wenigsten an diesem Abend zu sehen wünschte. Die beiden letzten Tage hatten ihn sehr mitgenommen, und er war auffallend gealtert. Säcke zeigten sich unter seinen Augen, und seine Mundwinkel hingen nach unten. Er muhte sich förmlich zu dem Lächeln zwingen, mit dem er seine frühere Sekretärin begrüßte. .Hallo, Mih Olroyd, haben Sie nun Bekanntschaft mit der Dühne gemacht? Wir werden eines Tages auch Ihren Ramen in Heller Flammenschrift aufleuchten sehen!" „Kennen Sie meinen Freund? Aber natürlich kennen Eie ihn, meine Frage war jo ganz überflüssig", begann Ella. „Also, bitte, unterhalte Miß Olroyd solange, bis ich mich umgezogen habe. Später kannst du uns dann zum Essen ausführen und die Rechnung bezahlen." Offenbar sollte dies eine Schmeichelei sein, denn man hörte ein schrilles Gelächter aus der Rische, in der sich Ella umzog. „Zum Abendessen ausführen?" sagte Crewe. „Sie engagiert mich immer für derartige Dinge." Mr. Crewes Anwesenheit war nicht zufällig. Ella hatte es so eingerichtet, daß er der Dritte bei dem Abendessen sein sollte, und Daphne war dies um so unangenehmer, als sie sich an die kühlen Pläne erinnerte, die dieser Mann mit ihr vorhotte. Zehn Minuten lang unterhielten sie sich über alle möglichen Nebensächlichkeiten, während Ellas Zofen mit Handtüchern, Coldcreams und anderen Schönheitsmitteln kamen und gingen. Das Gespräch kam wieder auf den Mord. „Farmers Tod ist ein schwerer Schicksalsschlag für mich", sagte Leicester. „Eine ganze Prozession von Polizeibeamten ist in mein Haus gekommen, und sie haben sich dort direkt häuslich eingerichtet. Rahezu hundert Zeitungsreporter haben mich mit Fragen gequält." Er betrachtete Daphne von der Seite. „Es wundert mich eigentlich, daß Ihr Freund mich seit der Mordtat nicht wieder aufgesucht hat — er ist sonst so ein großer Sachverständiger in kriminellen Dingen." „Welchen Freund meinen Sie?" Die Frage verblüffte ihn. „Ich meine natürlich Dewin. Er ist ein guter Mensch, aber ein wenig hitzig, und sehr geneigt, vereilige Schlüsse zu ziehen. Er hat mich in endlose Schwierigkeiten gebracht. Erinnern Sie sich an die Sache mit dem Schlüssel? Ich habe es Ihnen damals nicht gesagt, aber er gehört Ella — Miß Creed — und die hat mich seitdem dauernd daran erinnert!" Er schaute nachdenklich auf seine Zigarre. „Ich würde gern ein paar hundert Pfund geben, wenn ich den Schlüssel zurückbekomme. Ich vermute, daß Zeitungsreporter nicht gerade fürstlich bezahlt werden, und ein paar hundert Pfund kann man immer mitneymen — wenn er sie nicht selbst haben will, kann er ja ein hübsches Geschenk für eine Freundin dafür kaufen. Was meinen Sie dazu?" Eie war entrüstet, aber sie fiel nicht auf diese plumpe Anspielung herein. „Es ist verflucht schlecht für mich", sagte Leicester. Er sah sich um, ob Ella noch in der Rische mit ihren Zofen beschäftigt sei, und senkte dann seine Stimme. „Sie sind doch eine Dame von Welt, Miß Olroyd." Daphne war das allerdings nicht, aber sie erhob keinen Widerspruch dagegen. „Wir wollen jeden Skandal vermeiden — es ist nämlich der Schlüssel zu Ellas HauS — verstehen Sie mich?" Daphne verstand, was er damit sagen wollte, und sie war so wenig Dame von Welt, daß sie über die Mitteilung ganz bestürzt war. „Sie sind nämlich jahrelang Freunde gewesen — nun werden Sie auch begreifen, warum wir den Schlüssel zurückhaben nrüssen." Es schien eine ganz glaubwürdige Erklärung zu sein, und Daphne hatte sich schon halb dazu entschlossen, ihren ganzen Einfluß aufzubieten, um dieses verfängliche Deweisstück wieder herbeizuschaffen. „Zweihundert oder auch dreihundert Pfund", fing Leicester wieder an, aber hier unterbrach sie ihn. „Ich glaube nicht, daß Mr. Dewin sich um Ihr Geld kümmert", sagte sie. „Ich bin ganz sicher, daß er den Schlüssel nicht dazu benützen wird, Miß Creed irgendwie in Verlegenheit zu bringen." „Würden Sie wenigstens über diese Sache mit ihm sprechen?" drängte er. Sie nickte. In diesen: Augenblick kam Ella aus dem Rebenraum zurück. Hm ihrem Gast ein Kompliment zu machen, trug sie auch ein schwarzes Kleid und keinen Schmuck, außer den blitzenden Ringen an ihren Händen. „Geht an die Tür und seht, was für Wetter wir haben", sagte sie zu den beiden Zofen, die ihr auf dem Fuße folgten. Dann wandte sie sich an Daphne. „Wir haben nicht weit. Ich werde Sie mit nach Rapee nehmen, dort haben wir nach dem Essen noch eine gute Kabarett- vorstellung." Crewe nickte zustimmend. „Dillh, ich hoffe, daß du Miß Olroyd nichts Schlechtes über mich gesagt hast." Gr lächelte. „Ich bin zu gut mit dir befreundet, um dir etwas Schlechtes nachzusagen, Ella." Das gehörte alles zu der Komödie, die sie Daphne vorspielten, und es klang so, als ob sie ihre Rollen gut einstudiert hätten Aber Daphne ließ sich nicht im mindesten täuschen Die Enthüllung Leicester Crewes mußte vorher zwischen ihnen verabredet worden sein Sie war nicht erstaunt, als sie Plötzlich alles durchschaute. Die Zofe kam zurück und berichtete, daß es stark regnete und schneite. „Haben Sie ein Cape, meine Liebe?" Als Daphne ihren Seidenschal zeigte, schüttelte Ella den Kopf. „Sie werden durch unb durch nah werden, bevor Die bis zum Ende de« Aofeg kommen Iessie, geben Sie Mih Olroyd mein rotes Cape. Bitte, widersprechen Sie nicht, Sie müssen es anziehen. Es ist möglich, daß einige Mädchen von der Galerie Sie draußen um Autogramme bitten, weil sie glauben meine Wenig- kelt vor sich zu haben, aber das ist nun einmal die Strafe der Berühmtheit." Die Zofen halfen Daphne in den Mantel und hüllten sie bis zum Kinn ein, während Ella ein einfacheres Cape nahm. Als sie durch den Gang zur Bühnentür schritten, sprach Leicester leise zu Ella, und feine Stimme hatte einen gewissen Unterton. Die Schauspielerin blieb plötzlich stehen. „Warum konnte [ie denn nicht kommen?" fragte sie ärgerlich. „Sie lst genau so beteiligt wie wir all?- In letzter Zeit tut Paula viel zu vornehm." Dann sagte sie laut zu Daphne: „Gehen Sie nur voraus, meine Liebe. Mein Auto wartet vor der Tür." —__ ..Sie lieh am Telephon sagen, dah sie Kopfschmerzen hätte," erklärte Leicester. „Ich konnte nur mit ihrem Mädchen sprechen." Ella bih sich nachdenklich auf die Lippen. „Das sieht Paula nicht ähnlich. Aber komm letzt — die verdammte Stenotypistin wird sonst kalte Füße bekommen!" Sie gingen zusammen über den langen, dunklen Hof und traten auf die Straße, die hinter dem Theater lag. Es war eine schmutzige, verlassene Durchfahrtsstrahe. Ein Müßiggänger lehnte an der Mauer, um etwas Schutz gegen das Wetter zu suchen, aber von Daphne und dem Auto war nichts zu sehen. Ella wandte sich an den Mann. »Haben Sie nicht ein Fräulein hier herauS- kvmmen sehen?" „Iawohl, meine Dame. Sie trug einen roten Mantel, und der Wagen fuhr gleich ab, als sie eingestiegen war." Ella fluchte. „Ich werde den Chauffeur sofort hinauS- toetfen! Dillh, besorge schnell eine Taxe!" • Kurz vorher war Dapbne aus der Dühnentür getreten. Sie ging über den nassen Asphalt und stieg in das Auto, dessen Türe offenstand. Die erschrak, als sie an jemand anstieh, der in der Ecke sah. „Ach, entschuldigen Sie, ich dacht ..." Die Tür wurde von drauhen zugeschlagen, und der Wagen fuhr an. Sie lehnte sich vor und llopfte an das Fenster. „Warten Sie doch, warten Sie! Es kommen noch mehr Leute —" Dann wurde sie am Arm ergriffen und auf den Sitz zurückgezogen. „Seien Sie ruhig und schreien Sie nicht — oder es wird sehr unangenehm für Sie," sagte eine rauhe Stimme. In diesem Augenblick fuhr der Wagen gerade an einer Hellen Straßenlaterne vorbei, und sie konnte einen Dlick auf ihren Begleiter werfen. Es waren nur ferne Rase und seine Augen zu sehen, denn er hatte ein buntes Taschentuch um fein Kinn gebunden und hinter dem Kovf zu- sammengeknotet. (Fortsetzung folgt.) HN ist führend Das große Spezialhaus für Damen-Konfektion und Frankfurt a.M. Zeil 109 Pelzwaren Frankfurt a M. Zeil 109 Unserem Prinzip, stets das Neueste zuerst in besten Qualitäten zu bringen, bleiben wir freu. Unsere Auswahl vom einfachen guten Mittelgenre bis zu den feinsten Modellen ist überwältigend. 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Nerven sind die Grundursachen der meisten Krankheiten. Bei Blutarmut, Herzklopfen, Schwächezuständen aller Art, Zittern Appetitlosigkeit nervösen Magenbeschwerden soll man Doppelherz, das anerkannte Nervenkräftigungsmittel nehmen. Probeflasche M. 2.50, große Flasche 4.50 und 5.50. Doppel h e rz- DrageesM.1.50. Niederlage: Drog. 0. W nlerholf, Kreuzpl. 5-10; Drog. C.Seibel,Frankfurter Straße; Baas Bindon- bürg Med. • Drogerie H. Rigas, Seltersweg 68a; Drogerie B.Karn, Scbn’atraße; Löwen- Drog.KUbingerüach!. Seltersveg; Krens- Drog. A. Noll, Dean- holntr. Bl; Drogerie H.Noll.Lndwlgsplats und Neus adt. 248V Kronen - Drog. Gebr. Micbel,Walltorstr. 29 Lollar. Viktoria- Drogerie H. Sommer, tirtinbergr. Kronen- Drogerie Karl Schott utI sämtl. Filialen. KurzgeschntlteneS MHz Preis, ab 250,5.-,7.-, 10.- u. höher kaufen Sie im Etag.-Hut geschält r> -M Seltersweö 50,1. $1. ÄSrtilraM (EinM Wolkengasse) Umpressen von Hüten Mk. 2.50 '8ßSFrankfurts 23 L*n”i,r5f Jel. 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Roeder ....... io Voigt & Haeffner ...... S Süddeutsche fiudet • . . . 10 27,25, 28,50; Weizenkleie 9,25, 9,35 10,25, 10,50. — Tendenz: ruhig. Kunst und Wissenschaft. Ausstellung Alathildenhöhe 1930. Dach Äeberwindung ungewöhnlicher Schwierigkeiten ist es gelungen, den schon lange beabsichtigten Ausstellungsplan für den Sommer 1930 in Angriff zu nehmen. Er geht von der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Oie Arbeiiömarktlage im Bereich des LandesarbeLtsamts Hessen. äleber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landes- arbeitsamt Frankfurt a.M.: Die Lage hat sich in der Derichtszeit merklich gebessert. Den Anstoß dazu gab der Wiederbeginn der Arbeiten in der Landwirtschaft, in der Industrie der Steine und Erden, im Baugewerbe und in der Lohnarbeit wechselnder Art. Auf diese Berufs- gruppen allein entfallen von den insgesamt rund 20 300 Abgängen 15 600. Die Metallindustrie und das Holzgewerbe, die zum Teil von der Deschäftigungslage im Baugewerbe abhängig sind, verzeichneten 1270 bzw. 930 Abgänge. Eine leichte Saisonbewegung wies auch das Bekleidungsgewerbe (950 Abgänge) und das Verkehrsgewerbe (580) auf. In den anderen Berufsgruppen war die aufwärts gerichtete Entwicklung nur unbedeutend. Der Bergbau, das Nah- rungs- und Genußmittelgewerbe und die Angestelltenberufe hatten sogar noch geringe Zu- Zänge, zu verzeichnen. Insgesamt wurden am 31. Marz gezählt 206 207 Arbeitsuchende, darunter 30 078 weibliche, gegenüber 226 500 (31 272 weibliche) am 15. März. In Unterstützung befanden sich zur gleichen Zeit 145 296 Personen !?M^Ä^ützungsempfänger), davon erhielten Krisenunterstützung, gegenüber 160 254 637 in Krlsenunterstühung) am 15. März. Die ü^nterstutztenzahl in der Arbeitslosenversicherung ist also um 15 007 gefallen, in der Krisenunterstützung um 49 gestiegen. Schweinemarkt in Gießen. Der heutige Schweinemarkt war insgesamt mit 274 Stück Ferkeln, Läufern und Einlegern beschickt. Sehr zahlreich war der Auftrieb von fetten der Landwirtschaft. Der Handel war ziemlich flott, so daß fast kein äleberstand verblieb. Bezahlt wurden für Ferkel, sechs bis acht Wochen alt, 38 bis 47 Mk., acht bis dreizehn Wochen alt, 45 bis 55 Mk., Läufer 50 bis 70 Mk., je nach Stärke, Einleger wurden von 90 bis 105 Mk. das Stück gehandelt. Der nächste Markt findet am 7. Mai statt. ♦ * Stand der Wintersaaten imDeut- schen Reich. Der ungewöhnlich milde Witterungsverlauf des vergangenen Winters ist den kungen Saaten im allgemeinen gut zustatten « 0/umen- Trotz Fehlens der Schneedecke sind die Herbstsaaten über die kritische Zeit ziemlich schadlos hinweggekommen. Ämpflügungen infolge Aus- wmterungsschäden dürften daher nur in beschränk- tem Umfange notwendig sein. Nach dem gegen- toärhgen Stand zeigen die Wintersaaten zumeist em gesundes und kräftiges Aussehen. Für euie günstige Weiterentwicklung sind, da der an Niederschlägen gewesen ist, nun- Mr allerdings ausgiebige Regenfälle erforder- c!??8? d-rs offenen Wetters konnte schon recht frühzeitig mit der Frühjahrsbestellung begonnen werden Sie ist fast überall in vollem ©angc. Die Aussaat an Sommergetreide ist bevorzugten Gegenden schon ab- geschlossen. Auch Frühkartoffeln sind bereits viel- 294 246,75 110,75 190 104 171,5 41 251 49 77,5 156,5 352 Buderus...... Deutsche Erdöl . . . Essener Steinkohle . . Gelsenkirchener . . . Harvener...... Hoesch Eisen. .... Ilse Bergbau .... Klöcknerwerke .... Köln-Neuesten.... Mannesmann-Röhreu Mansfelder Bergbau . Oberschles. Eilenbedarf Oberschles. Kokswerte. Phönix Bembau . . . Rheinische Braun kohle» Rhetnftahl..... RtebeckMoats» ... 71 71 109,5 108 132,5 144 91,13 I. ®. ssarben-Industrte Dynamit Nobel . . . Scheldeanstalt.... Goldschmidt .... RütgerSwerke .... Metallgesellschaft. . . Philipp Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. Wayß & Freytag . . WM. Mar fanden hier me Glifabetfjl t5 ftch um pr sthungsarb chtung bis ßeb Sarkophags der 1 tag am 19. SJloce: Sud) die Glocke die Gemüter Die auigeiolli werdei mblSOOQO deren Qnmbfteh W.Mole jährt, i üon über 20 000! flei* Serben fyii für frmbt l 6 o. H. Banknoten. Frankfurter Getreidebörse. Fr anffu rt a. M, 9. April. Am Frankfurter Produktenmarkt war die Tendenz nicht unfreundlich, obwohl die Auslandnotierungen niedriger | lauteten. Die Einigung im Kabinett über die' Agrarfrage bot eine Anregung. Das Angebot von Inlandware war ebenfalls gering. Später leöixt) fam Ware in Weizen und Roggen heraus, so daß hier wieder ein Rückgang zu verzeichnen war Die übrigen Getreidesorten blieben jedoch gut behauptet und das Geschäft wurde ruhiger Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Nassau) HektolitergSwicht von 78 Kilo- gramm, gesund und trocken, 285 (Geld), 287,50 (Brief); Roggen, Hektolitergewicht von 72 Kilogramm, gesund und trocken, 190; Sommergerste für Brauzwecke 200, 205; Hafer (inl.) 185, 190: Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 41,75, 42,75; Roggenmehl 27,25, 28,50; Weizenkleie 9.25 , 9.35: aus und hat als Programm, zum Gedächtnis ihres 30jährigen Bestehens und zur Feier des 600jährigen Stadtjubiläums, eine Rückschau auf die Darmstädter Künstler von etwa 1830 bis heute zu geben. Im Anschluß hieran bereitet der Kunstverein für Hessen selbständig einen bis 1730 zurückgreifenden Lieberblick vor, so daß im ganzen zwei Iahrhunderte Hessen-Darmstädter Kunst gezeigt werden. Auf der Mathil- denhöhe werden mit auserlesenen Werken zu sehen sein: die Künstler des Impressionismus, die Gründer der Freien Vereinigung, ihre verstorbenen und heutigen Mitglieder, sowie alle zur Zeit in Hessen lebenden Künstler. Die Ausstellung wird voraussichtlich Mitte Iuni eröffnet werden. Völlige Schließung des Heidelberger Sladlihealers. WSR. Heidelberg, 6. April. In einer Pressebesprechung wurde von Bürgermeister Wieland mitgeteilt, daß die Schließung des Heidelberger Stadttheaters eine völlige sein müsse, da eine Bespielung durch benachbarte Bühnen wegen der damit verbundenen finanziellen Lasten nicht in Frage käme. AtzL M #s)rgeto°r,t frffl ?V0e|an( 0ßIld gx 5n fei' drZ sS mein L ft xSK» 0[Ie durch 4>rc Kn erinnern, L Leides, °u urb arbeite! « erer Zeit betz religiöse ö-hig Sesangverem or $ag des Herrn jammen noch Mer unseres Ä mehr erleb« r,jet ausgefullt y neue Oelai w mürbe von Zert. Es ml A als eine lijie trotz b« [3iu und $ 6än an die 2 ScLes herang Gosdorf, kn seit einigen Pfarrer Cßau' Gleiberg.Ainzr Koblenz vom Diebel von führst Pfarre die Pfarrgesck Gleiberg und bie Gemeinde anftattete die Seuertoebr Äeeh in össentliches Ko W in beste- ev'zelnen Dari pellten Progr Mten nicht mi ff" Qegehen .7 Abends Tot iMvoche in t JA der Frei vamarüerNvr zugute ftrojboti ^Demei. ?le'6erg tour beabsichtigte ; ?ung 5er J M bie Qiufn, M 10 Prozent kn@an3e und '°ll in Kürze dtWu “ toc tzL dvc der et |»n " veuen § ganz beträchtliche Verringerung der Röntgenstrahlung auf etwa ein Tausendstel des bisherigen Betrages zu, wodurch nicht nur kleinere Röhren verwendet werden können, sondern auch ?ie Gefährlichkeit der Strahlen bedeutend herabgesetzt wird. Man hofft sogar, die Röntgenröhren später ganz entbehren und statt ihrer mit kleinen Radiummengen arbeiten zu können. Andererseits wird die einwandfreie Durchleuchtung selbst äußerst dichter Körper ermöglicht, was für bie Werkstoffprüfung, z. D. die Untersuchung von Gußstücken auf Lunker usw., sehr große Bedeutung hat. Die Erfindung gibt wieder einmal1 ein Beispiel dafür, wie sich die verschiedensten Gebiete der Technik gegenseitig befruchten können. fach gepflanzt. Allgemein wird über starkes Auftreten von Feldmäusen, die sich bei der milden Winterwitterung sehr vermehrt haben, geklagt. * Odenwälder Hartstein-Industrie A. - G., Darmstadt. Der Aussichtsrat beschloß, der auf den 6. Mai einzuberufenden Generalversammlung aus einem Reingewinn von 163 451 (133 244) Mark eine erhöhte Dividende von 8 (7) Prozent auf die Stammaktien und wieder 6 Proz. auf die Vorzugsaktien vorzuschlagen. Die Ab- schretbungen betragen 200 474 (170 126) Mk. * Dr. Paul Meyer AG., Berlin. Die Gesellschaft beantragt die Ausschüttung einer Dividende von wieder 8 Proz. * Guano-Werke AG. (vorm. Ohlendorff- sche und Mercksche Werke), Hamburg. Der Auf- srchtsrat schlägt der auf den 7. Mai einzube- rufenden G.-D. eine Dividende von 5 (i. 03. 4) Prozent vor. Aus dem gegen das Vorjahr vergrößerten Reingewinn konnten höhere Abschreibungen und notwendige Rückstellungen vorgenommen werden. Hessen-Nassauische Gas-A. - G Lrankfurt a.M.-Höch st. Die Gesellschaft schlagt die Ausschüttung einer Dividende von wieder 7 Prozent vor. * „Miag", Mühlenbau und Indust r ie - A. - G., Frankfurt a.M. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen erhöhten Bruttogewinn von 13,72 (i. V. 12,97) Mill. Mk., wovon Handlungsunkosten 8,45 (8,62) Mill. Mk., Anle hezinsen a S Z°£3)’ .®teuern 0,99 (1,08); soziale Lasten O.°7 (l V. nicht ausgewiesen) und Abschreibungen ^8 r (0’88) Mill. Mk. erforderten. Aus dem einschl. 110,250 (153 236) Mk. Vortrag sich ergebenden Reingewinn von 1 869 560 (1 814 250) follen wieder 10 Prozent Dividende auf 14,8 Mill. Mk. Stammaktien und 7 Proz. auf 200 000 Vorzugsaktien verteilt, 38 000 (—) der -Reserve überwiesen und wieder 150 000 Mk für Wohlfahrtszwecke zurückgestellt werden. Nach Ausschüttung von wieder 60 000 Mk. Aufsichtsratstantieme verbleiben 127 557 (110 250) Mark 8um Vortrag. Nach dem Geschäftsbericht konnte der Umsatz 1929 gegen das Vorjahr nicht unwesentlich erhöht werden, nachdem der Export auf ^ne breitere Basis gestellt worden war. Die Gesellschaft hat ihre Auslandvrganisation ausgebaut und in einer Reihe von außereuropäischen und alebersee-Ländern neu Fuß gefaßt. * Die Wirtschaftslage in der Pir- masenser Schuhindustrie. Die verhältnismäßig gute Beschäftigung in der Pirmasenser ©cpupinöuftrie hat auch in der vergangenen -^vche angehalten. In einigen kleineren Be- trteben. Die noch verkürzt arbeiteten, konnte die volle Arbeitswoche eingeführt werden. Die Ar- beitslosenziffer blieb unverändert. Der Weiterentwicklung des Geschäftes sieht man jedoch in Fachkreisen sehr skeptisch entgegen, da sich die Detailkundschaft wieder ganz auf das „Eilauf- tragsshstern" eingestellt hat. Die Klagen über flechten Geldeingang halten unvermindert an. Sie Lage in der Schuhmaschinenindustrie ist t^lterhin als sehr gut zu bezeichnen. Gut be- schaftigt ist auch die Kartonagen- und Leisten- industrie. In der Lederindustrie macht die Besserung langsam Fortschritte. Der Beschäftigungsgrad Im Bezirk Pirmasens ist ebenfalls zufriedenstellend. * <5erb. Rückforth Nachfolger AG. 2n der G.-V. war ein Kapital von >'0?8 Mlll Mark vertreten. Bei der Beratung des Abschlusses kam es zu einer erregten und ausgedehnten Debatte. Rechtsanwalt Dr. Eisner, der etwa 90 Kleinaktionäre vertrat bemängelte, daß auch in diesem Iahre keine Dividende verteilt werden soll, und teilte mit daß er die Anfechtungsklage durchführen werde' Er Beantragte die Vertagung der G.-V. Der Antrag wurde mit 651 680 Stimmen der Opposition angenommen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 9. April. Tendenz: wei- ter abgeschwächt. — Auch zu Beginn der heutigen Börse hielt die Verstimmung, ausgehend von einigen ungünstigen Nachrichten, an. Die Aussichten auf eine innerpolitische Klärung waren etwas besser, doch konnte keine freundlichere Stimmung aufkommen, da das Angebot in R ü t - gerswerke, Waldhof und Deutsche Petroleumsaktien weiter auf die Tendenz drückte. Die Kulisse schritt, hiervon beeinflußt, auf fast allen Märkten eher zu Abgaben, und es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abend- borse infolge der geringen Aufnahmelust zumeist Heinere Abschwächungen. Auszüge waren von Inland- und von Auslendseite kaum eingetroffen. Das Geschäft bewegte sich bei schwächerer Tendenz in bescheidenem Rahmen. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G. - Farben knapp gehalten. D e u t s ch e Erdöl waren im Zusammenhang mit der rückläufigen Bewegung der Rutgers- aktie starker angeboten u* 2 Prozent schwächer. ? " t 9 erswerke selbst waren auf ihrem Tiefstand behauptet. Am Clektromarkt lagen L rlU n ö Ä r a f1 Angebot und 3,5 Prozent abgeschwacht, Chadeaktien büßten 2,50 Mk., AEG. 1,25 Prozent, und Lahme her 1 Pro- Elektrische Lieferungsge- 1 ’ a i t eröffneten gut behauptet. .*7H “er t und Siemens lagen gerinafüaia niedriger. Am Montanmarkt war die Llm- satztätigkeit ebenfalls sehr bescheiden, bei zu- meist niedrigeren Kursen. Rur für Rhein- stahl bestand einiges Interesse. Von Kali- aktien gaben Westeregeln 2Prozent nach. Der Bauunternehmungsmarkt war uneinheitlich. Zellstoff Waldhof waren auf dem niedrigeren Kursniveau behauptet.S ch if f- f ahr tspa Piere bis 0,5 Prozent niedriger. -Uon Bankaktien verloren Commerzbank 1 Prozent, Aeichsbankanteile 3,5 Proz. Barmer Bank konnten dagegen etwas an» Siehen. Auf Hoffnungen hinsichtlich einer internationalen Konzentration waren Kunstsei. d e n a k t i e n etwas lebhafter gehandelt und bis 1 Prozent fester. Renten still und leicht nachgebend. Im Verlaufe wurde die Stimmung etwas freundlicher, angeregt durch den günstigen Reichsbankausweis, wodurch erneut Hoffnungen auf eine baldige Diskontsenkung laut wurden. Das Geschäft wurde etwas lebhafter, da die Kulisse in Spezialaktien Rückdeckungen vornahm. Im Vordergründe standen Aku, die gegen Anfang 4 Prozent gewannen. Siemens gewannen 2 Prozent. Im übrigen gingen die Gewinne bis zu 1 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prozent sehr leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dol- r'1?9»5, Segen Pfund 20,381, London gegen Kabel 4,8635, gegen Paris 124,22, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 38,85, gegen Schweiz 25,10, gegen Holland 12,1075. Berliner Börse. Abgabeneigung der Spekulation, zu 1- bis 3proz. Äurgrudgängen führte. Polyphon waren um 5,75 Proz. gedrückt, und Svenska eröffneten auf Die gemeldeten Detriebseinschränkungen 5 Mark schwacher. Aütgerswerke, bei denen nach Zei- Hingsmeldungen über die vermutliche Höhe der Dividende noch nichts Zuverlässiges zu erfahren sei, gingen auf 71 Prozent zurück, was auf die Aktien der Deutschen Erdöl nicht ohne Einfluß blieb. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer uneinheitlich. Der Pfandbriefmarkt war bei stillem Geschäft wenig verändert. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 3 bis 5 Proz. und darunter; Monatsgeld 6 bis 7 Proz.; Warenwechsel 4,90 Proz. Nach den ersten Kursen bekundete die Spekulation auf der ermäßigten Basis Deckungsneigung, zumal der bekanntwerdende Reichsbankausweis für die erste April-Woche eine befriedigende und zumindest normale Entlastung brachte, und hierdurch wieder Hoffnungen I auf eine baldige Diskontsenkung der.^Reichsbank J zweckt wurden. Die Entlastung betrug insgesamt! 168 Millionen; Wechsel nahmen um etwa 25 Mil- \ “an«^a&, Lombards nahmen auf 145 Millionen / ab- Der Rotenumlauf verringerte sich um 238 Millionen. Die Deckung besserte sich auf 55,7 63,4 Proz. Irn allgemeinen betrugen die i Erhöhungen gegen den Anfang bis zu 1 Proz., , vuv gingen bei den Hauptspekulationswerten; (Schultheis, Siemens, Salzdetfurth usw.) darüber ^naus. Der Schiffahrtsmarkt profitierte von den Kaufen zweier Großbanken und hatte, etwa I ^roz. hoher liegend, lebhaftere ^Imsatztätigkeit aufzuweisen. Schultheis Patzenhoser ... Cflroede...... . . Aku........... $8 em berg ......... Zellstoff Waldhof . . . . 1 Zellstoss Aschaffenburg . . . Charlottenburger Wasser . . Dessauer Kaö...... . Daimler Motoren ..... Deutsche Linoleum .... Maschinenbau A.-G. .... Nal. Automobil . . .... Orenstein & Koppel • • • • Leonhard Tietz . . . • • • Svenska ........ Frankfurter Maschinen . • . Gritzner......... Heyligenstaedt ...... ZunghanS....... . Lechwerke......... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H., S Berlin, 9. April. Die Kurserholung und die Beruhigung, die im heutigen Dormittagsverkehr von dem beabsichtigten Eingreifen des Reichspräsidenten v. Hindenburg in die Verhand- lungen der Parteien ausgegangen waren, konnten sich bis zu Beginn der heutigen Börse nicht erhalten. Die Ablehnung der Bi er st euer in der heutigen Ausschußsihung des Reichstages lieh neue politische Befürchtungen aufkommen, und die Dorfe suchte nach ungünstigen Mo- menten, um für ihre Abgabeneigung eine Be- SU haben. So verwies man auf die schwächeren und teilweise matten Auslandborsen, beurteilte den Stahlvereinsbericht ungünstig, besonders da der Export stärker verringert sei, und stand mit ziemlichem Mißtrauen der beabsichtigten Fusion der Gothaer Grundkredit-Preuß. Pfandbriefbank gegenüber, da man sich über die Grunde dieses Zusammengehens nicht im klaren ist, und an eine notwendige Stützung der ersteren glaubt. Zu den ersten Kursen war auch aus der Provinz eher Ware da, die, verbunden mit der — Aus dem Inhalt des uns vorliegenden 4. Heftes der bei Elwert in Marburg erscheinen- den Zeitschrift „H essenland" heben wir folgende Beiträge hervor: eine Würdigung Wilhelm Holzamers zum 60. Geburtstage, einen Aufsatz SöiII Schellers über den Landgrafen Carl von Hessen, einen Bericht von Dr. Gustav Struck über „Gemälde-Erneuerungen in der Kasseler Ga- lene , einen Aufsatz „Carl Ochsenius" von Dr. Mme^Kettler, die Novelle „Der Napoleon" von Alfred Bock. Außerdem: Vereinsnachrichten, „Aus der Heimat", Personalien, Mitteilungen des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde. Im Sonderheft der „Süddeutschen Mo- n a t s h es t e“ , München, „Anbekanntes von Arthur Schopenhauer", teilt Dr. Arthur Hübscher unbekannte Gespräche Schopenhauers aus seinen letzten Lebenstagen mit. Ein langes Gespräch mit dem französischen Philosophen Morin im Februar oder März 1858 ist vor allem deshalb bedeutungsvoll, weil hier Schopenhauer das einzige Mal ausführlich über Hegel spricht, über die Größe seiner Abneigung gegen'ihn und über seine Auffassung der Entstehung des Hegelschen Ruhmes. Es folgt eine große Abhandlung von Professor Houben, „Der Fall Gutzkow-Schopenhauer", mit reichen Aufschlüssen. Dr. Gutzkow, der Herausgeber der „Unterhaltungen am häuslichen Herd", hatte einen großen Artikel, „Ar- ! thur Schopenhauers Testament", erscheinen lassen der die Anhänger Schopenhauers so herausforderte, daß es darüber fast zu einem Prozeß gefommen wäre. Auch diejenigen, die kein Verständnis zur Schopenhauerschen Philosophie haben, werden diese Einblicke in das Leben eines der größten deutschen Denker mit Anteil aufnehmen. Frankfutt a. Hl. Cchluß«i lurs Kurs Äerlin Schluß-i Anfang» kurs Datum 8. 4. 9. 4- 8. 4- 9. 4. 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 ......... 87,1 100 55,13 11,13 91,9 51 53 97,5 90 85 98 95 89,5 94 29 4,25 2,65 25,9 2,6 7,9 7,9 10 16,4 8,35 I | | 2 | | | I | j | | | | || | CO | | | CO | CO | || 86,9 100,1 55,2 11,2 53,2 98 94 89,5 29,9 4,5 2,6 25.9 22 22,9 2,6 7,9 7,95 7,95 10 16,4 8,3 1 I । I 1 1 1 1 1 1 1 1 51 ।8।1S* 22 । 11 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 ..... Deutsche Ans.-Ablö«..Schuld mit Auslos.-Rechten ..... DeSgl. ohne Auslos^Rechte . . . 8% Hess. Vollsslaal von 1929 srückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz • Anleihe mit Auslos.-Rechten ..... Deutsche Komm. SammelabL Anleihe Serie 1 ... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hyp^Bank Soldpse. unkündbar vis 1932 . . 4%% Rheinische Hyp^Bank Liqu. Goldpse. .... 8% Dr. LondeSpsandbriesanstali, Pfandbriefe R. 17 ... 8% Pr. Lau despsandbriefanstalt, Komm^Obl. R. 16 7% Pr. LandespsandbrtesanstaU, Pfandbriefe 91. 10 ..... A.E.S. abg. VorkriegS-Obllgatio- nen. rüiUablbar 1932 . . . 4% OesterretchNche Goldrente . . 4,20% Oesterreichifche Sllberrente 4% Oesterreichifche Einheitliche Rente . 4% Ungarische Goldrente .... <% Ungarische Staatsrente v. 1910 <¥i% beSgl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente . . . <% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn. Aal. Serie 1 4% desgl. Serie N . . 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ... <%% Rumänisch« vereinh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente . Frankfurt a. 271. Dcrlin Schluß- 1-Uhr- Kurs Gchluß- kurS Anfang« Datum 8. 4. 9. 4. 8. 4 9- 4. Hamburg-Amerika Pater ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 109 108,5 109,75 108,6 Hansa Tampfschtss.....10 __ _ 1R1 Norddeutscher Llvhd.....8 109 108,5 11 n 108,6 117,6 134,5 Allgemeine DeutscheCreditanst. 10 117 117,75 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 133,75 134 133.75 175 175,5 Commerz, und Prtvat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und 161 160 161 160 238 241 240,75 Disconto-Gesellschaft,... 10 Dresdner Bank ...... 10 150,5 154,75 293 — 150,75 154,75 292,5 150 154 289,5 Reichsbank ........ 18 289,5 A.E.G............8 172 170,751 172,13 170,75 195,5 Bergmann.........9 Elektr. LieferungSgesellfchast. 10 Licht und Krast......io 176 131 171,5 172 171,5 175,75 130,5 174 129,75 Felten & Guilleaume ... 7% Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 183 _ 183,5 181,75 138,75 Hamburger ElektrizitätS-Werk« 10 139,5 Rheinische Elektrizität .... 9 148 _ 148,25 174 192 261 131,5 172 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert & Go. ..... . n 191 259,5 190,25 259 173,25 190 259 Siemens & Halske . • . . . iß Transradio . ........ e Labmever LEo.......io 172 171 170 Frankfurt a. 271.1 Berlin Schlußkurs l-Uhr- 1 Kurs Schluß. I Anfang« kuis | Kurs Datum 8. 4. 9 4. 8. 4. 9. 4. Bereinigte Stahlwerke..... Otavt Minen......iß’/, 100,25 100 98,5 Kaliwerke Aschersleben . . . lö 215,5 _ 216 913 Kaliwerke Westeregeln ... 10 218 216,25 218,75 216 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 367 370 36L5 Berlin, 8. April Geld Brief Amerikannche Noten..... Belgische Noten ....... 4,172 58,34 111,78 20,325 16,385 167,76 22,07 111,78 58,84 2,47 112,23 81,03 52,84 12,37 72,88 4,192 58,58 112,22 20,405 16,445 168,44 22,15 112,22 59,08 2,49 112,67 81,35 53,06 12,43 73,18 Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr.Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ....... Svantsche Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 8. April 9. April Amtliche Geld Notierung Bries Amtliche Notierung Geld | Bries Amst.-Rott. 168,09 168,43 168,10 168,44 Buen.-Aires 1,641 1,645 1,676 1,680 Brff.'Antw. 58,395 58,515 58,395 58,515 Christiania. Kopenhagen 112,03 112,25 112,05 112,27 112,08 112,30 112,07 112,29 Stockholm . Helsingfors. 112,47 112,69 112,47 112,69 10,525 10,545 10,535 10,555 Italien. . . 21,935 21,975 21,94 21,98 London. .. 20,355 20,395 20,358 20,398 Neuhork . . 4,185 4,193 4,1855 4,1935 Pari«.... 16,38 16,42 16,385 16,425 Schweiz . . 81,10 81,26 81,105 81,265 Spanien. . 52,50 52,60 52,45 52.55 Japan . . . 2,068 2,072 2,068 2.072 Rio de Jan. Wien in D.° 0,491 0,493 0,490 0,492 Oest. abgeft. 58,975 59,095 58,985 59,105 Zrag . . . . 12,394 12,414 12,397 12,417 Belgrad . . Budapest. . Bulaarten. Lissabon . . Danzig. . . Konstantia. Athen. . . Canada . . Uni uat). . Cairo ... 7,401 73,07 3,034 18,70 81,39 1,784 5,425 4,182 3,866 20,88 7,415 73,21 3,040 18,79 81,55 1,788 5,435 4,190 3,874 20,92 7,399 73,09 3,034 18,78 81,39 1,785 5,435 4,183 3 «96 20,87 7,413 73,23 3,040 18,82 81,55 1,789 5,445 4,191 3,904 20,91 Oie Jagd im April ohne Anzahlung 2880D PUTZT ALLES Gießen, Bahnhofstraße 65 B Neue Pianos gegen kleinste Monatsraten tib____ 1,172 58,3* 11,78 0,32 6,385 67,76 22,07 111,78 58,8 2,47 112,23 81,03 52,84 12,37 72.8« Redaktion. 5 17 Uhr. Samrlog SUNUCHT GESELLSCHAFT AA MAHHHLIM Amtsgericht Gießen. Gießen, 4. April. 3n der Nacht vom 15. auf 16. November v. 3. verging sich ein später Gast, nachdem er seine Erwerbslosenunterstühung vertrunken hatte, gelegentlich des Feierabendbietens in einer hiesigen Wirtschaft in gemeinen Ausdrücken den Polizei- Wachtmeistern gegenüber, nannte sie auf der Straße Bluthunde u. dgl. m. Er lärmte fortgesetzt und verweigerte auf Befragen seinen richtigen Namen. Deshalb sollte er, da er gutwillig nicht ging, mit zur Wache genommen werden. Er widersetzte sich aber dem Transport, indem er u. a. dem einen Polizeiwachtmeister heftig wider das Schienbein trat und sich an einem Zaun festhielt, von dem er nur mit Hilfe eines Gummiknüppels entfernt werden konnte. Wegen der Deamtenbeleidigung erhielt der Angellagte, der 168-18 1,676 58,395 112.05 112.07 112,47 0,535 21,94 20,358 4,185 16,385 81,10 52-45 2,068 0,490 58,985 W A d d-! 3 «96 20,87 ien. 1 Uns vorliegentm Marburg Minen- n d" heben lvir fol» Würdigung Wilhelm tage, einen Aussatz mdgrasen Carl von Dr. Gustav Struck in der Mein Ga- Ochsenms" von Dr. Der Napoleon" von Dercinsnachrichten, dien, Mitteilungen f)id)te unl> QanM» putschen Mv- ünbetomviti von Dr. Arthur hüb- StzovenhauerL aus it. Ein lange« Ge- Philosophen Morin ! ist vor allem des- :r Schopenhauer das 1 Hegel spricht, über gegen'ihn und über ung des Hegelschen e Abhandlung von l Zuhkotv-Schopen- ssen. Dr. Gutzkow, altungen cm Häuschen Artikel, > at‘‘ erscheinen lav nhauers so heraus- t ,u einem Prozess Ligen, die kein Ter« »n Dhilo ophic ha' w® r mit Anteil auf- 4,192 58,58 112,22 20,4^ 16.445 168,44 22,15 112.« S Ü 2,49 112'5 IIJ 12,43 13,18 D|1, zu 9, W-L PÄ 'iSSa 1 aus iffS? Dil-1 tigerte sich^^neu j !'n™. "8 bis zu J7 KK *’*««= »n und hatte »I»».. ^msahtätiM E^cbörfe. SN unfreunö. niedriger1 Enett über di-1 Später onö Loggen heraus KJ Aveyeichnm ’rten blieben jedoch Ldf r wurde ruhig» Pjffen und Vrovinz £ von 78 M- 2^5 lSeld), 287,50' ff von 72 Kilo. 1’0, Sommergecsta ler (inl.) 185, M, i'al 0,41,15,42,75; Mlleie 9,25,9,85; Tendenz: ruhig, Berliner Börse. B e r l i n. 9. April. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend hauptsächlich auf politische Momente recht schwach war, lag der heutige Frühverkehr völlig geschäftslos und abwartend. betrunken und offensichtlich aufgehetzt worden war, eine nicht unbedeutende Geldstrafe und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in Verbindung mit Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von einer Woche. Wegen Widerstands war er vorbestraft gewesen. — 3m Oktober v. 3. war ein 3äger von einem Radfahrer, der kurz vorher einen Schuß gehört hatte, beobachtet worden, als er mit einem 3agdgewehr aus einem Waldrande kam. über einen die 3agdgrenze bildenden Weg auf sein 3agdgebiet ging, dort einen geschossenen Hasen aufhob und den nämlichen Weg zurücknahm. Der Waldrand gehörte nicht zum 3ogdgebiet des 3ägers, der behauptete, sein Standort sei auch nicht dieser, sondern, der obengenannte Weg gewesen. Der Augenzeuge blieb aber fest bei seiner beschworenen Aussage, so daß feststeht, daß der Angeklagte ohne Befugnis fremdes 3agdgebiet außerhalb des öffentlichen zum gemeinen Gebrauch bestimmten Wegs in 3agdausrüstung betreten hat. Wegen Heber- tretung des § 368 pos. 10 StGB, erhielt der 3äger eine mäßige Geldstrafe. — Ein Autofahrer sah auf seiner Fahrbahn vor sich auf der rechten Seite ein Fuhrwerk stehen und gleichzeitig ein solches ihm auf der Fahrstraße entgegenkommen, so daß diese beengt war. Er versuchte, zwischen beiden noch durchzufahren, kollidierte aber dabei mit dem einen Fuhrwerk. Diese Kollision hätte er vermeiden müssen und auch können, wenn er noch langsamer gefahren wäre, als er gefahren ist oder vielmehr, wenn er das lieberholen ganz unterlassen und hinter dem stehenden Fuhrwerk gewartet hätte, bis das andere an ihm vorübergefahren war. Sein Verhalten verstieß gegen die einschlägigen Fahrvorschriften und trug ihm eine Geldstrafe ein. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigunasblatt Nr. 26 vom 8. 2lpril enthält: Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. — Die Ausstellung von Duplikat- Arbeitsbüchern. — Den Schuh der 3nheidener Wasserquellen und der zugehörigen Leitung«- anlagen. — Landwirtschafts künde. — Hebersredmeister wurde genehmigt. — Der Bade- betrieb in der neuen Schule soll vor den Osterfeiertagen wieder eröffnet und bis auf wei« teres jeden Freitag und Samstag durchgeführt werden. — Die Vertretung nahm Kenntnis davon, daß die Aufsichtsbehörde der vom Gemeinderat getätigten nochmaligen Wahl des Wilh. Depperling als Nachtwächter für Krofdorf die Genehmigung wiederum versagt hat. — Einigen Stundungsanträgen für Gemeindcabgaben wurde je nach Lage des Falles teils entsprochen, tteils erfolgte Ablehnung. O Niederkleen, 6. April. Dieser Tage fand hier im Schulhause eine Handarbeitsausstellung der hiesigen Volksschülerinnen statt, die sich eines zahlreichen Besuches nicht nur aus Kreisen der Elternschaft, sondern auch durch die übrigen Gcmeindeeinwohner erfreute. Auch die Mitglieder des Schulvorstandes waren zu der Ausstellung eingeladen und erschienen. Ebenso besichtigten die Teilnehmerinnen des zur Zeit in der hiesigen Gemeinde stattfindenden Kreiswanderhaushaltskurses mit ihrer Lehrerin, Fräulein Adam, die Ausstellung. Die Handarbeitslehrerin, Frau H a u b , welche den Handarbeitsunterricht für die hiesige sowie für die Nachbargemeinden Ebersgöns und Oberkleen schon lange 3ahre erteilt, zeigte in der Ausstellung, was die Mädchen der Volksschule trotz ihres lugendlichen Alters im Handarbeitsunterricht schon alles lernen und zu leisten vermögen. Don den Besuchern konnte man nur Worte lobender Anerkennung hören. Heberall knospt und sprießt es. 3n sattem Grün stehen die Saaten, Geisblatt und wilde Stachelbeere zeigen die ersten Blättchen, der Huflattich schmückt Dämme und Halden, am Sonnenhang locken blaue Veilchen, im Wald düstet Freund Seidelbast hyazinthengleich und Lerchensporn, Anemone und Schlüsselblume blühen auf, ehe der Schatten der Laubbäume sie trifft. Der Vögel Sang erfüllt die Luft, und eifrig tragen die Krähen Neisig und trockenes Gras zum Nistbaum. 3m Gebirgswald singt im Morgengrauen der balzende Auerhahn sein eigentümliches Liebeslied. 3n Heide und Moor wirbt der Birkhahn beim ersten Lerchenjubel um die Gunst der Hennen. Des Fasanenhahnes rauher Balzruf kündet das Frühjahr. Die Hennen aller Wild- huhnarten beginnen mit ihren Gelegen. Die 3agd auf die Waldschnepfe ging mit Monatsbeginn in Hessen zu Ende, während der Vogel mit dem langen Gesicht in Preußen noch bis zum 15. schützbar ist. Zurückhaltung scheint aber in unseren Breiten geboten. Denn wiederholt wurden bereits Ende März vollständige oder schon bebrütete Schnepfengelege angetroffen. Wer nasse Fütze nicht scheut, kann in sumpfigen Wiesen Sumpfschnepfen oder Bekassinen jagen oder sich an ihrem Dalzflug erfreuen, der sie als „Himmelsziegen" mit meckernden Lauten emporsteigen läßt. Allem übrigen Nutzwild außer den wehrhaften Sauen hat der Gesetzgeber seinen Schuh angedeihen lassen, aus daß es in Ruhe setzen, legen, brüten und seine 3ungen grohziehen kann. Der Rothirsch hat abgeworfen, und starke Hirsche beginnen bereits, ihren Kopfschmuck zu erneuern. Salzlecken üben gerade jetzt eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Das Schwarzwild findet leicht feine Aesung. Starke Keiler führen als Einzelgänger ein zurückgezogenes Leben, indes die Bachen sich im tiefen Tann ihres Mutterglückes als besorgte und — wenn es sein mutz — mutige Mütter erfreuen. 3n sonnigen Vorhölzern und in FeldeSnähe steht das Rehwild. Zu allen Zeiten können wir es auf den lockenden Wintersaaten beobachten. Auch im Wald bieten ihm die allenthalben sprießenden Gräser bald reiche Aesung. Weiß leuchten die Fegestellen der Böcke, und zahlreiche Plähstellen im alten Laub verraten die Wechsel des Waldfreiherrn, die jetzt noch regelmäßig eingehalten werden, gute Gelegenheit, für den demnächst beginnenden Abschuß Spreu und Weizen zu scheiden. Leider bringt der Liebergang zu verstärkter Grünäsung gerade dem Rehwild häufig Verluste. Wo es noch nicht geschah, suche man das Wild daher an die Aufnahme von Salz zu gewöhnen, das auf die Derdauungstätigkeit eine sehr starke Wirkung ausübt. 3unghasen finden sich allenthalben, begünstigt von dem seitherigen Witterungsverlauf. Sollen sich die günstigen Aussichten auf einen guten Hasenbcfatz verwirklichen, so kommt es nun darauf an, der kleinen Mümmelmänner größte lung schulpflichtiger Kinder bt andere Gemeinden. — Dienftnachrichten. * Die Gemeindeumlagen und die Gonder« gebäudesteuer für die Rechnungsjahre 1929 und 1930. Mit der Erhebung der endgültigen Umlagen und der endgültigen Sondergebäudesteuer der Gemeinden, Kreise und Provinzen Im Rechnungsjahr 1929 sowie mit der Erhebung der Umlagen und der Sondergebäudesteuer vom Rechnungsjahr 1930 an besassen sich die Amtsblätter Nr. 4 und 5 des hessischen Ministerium» des 3nnern vom 27. Februar und 1. März 1930. Daraus ergibt sich, daß nach Feststehen der Der- anlaaensergebnisse für das Rechnungsjahr 1929 in allen Gemeinden, Kreisen und Provinzen nachträglich eine endgültige Grundsteuer, Gewerbesteuer und Sondergebäudesteuer unter Zugrundelegung der für das Rechnungsjahr 1929 lepgestelllen Steuer werte beschlossen und erhoben werden muß. Eine Ausnahme hiervon wird von dem Ministerium des 3nnern nicht zugestanden, da sie den gesetzlichen Bestimmungen widersprechen würde. Bei der Sondergebäudesteuer haben die Gemeinden und Gemeindeverbände zwei Steuersätze zu beschließen, einen höheren und einen niederen. Hiernach können Gemeinden und Gemeindeverbände zusammen im Höchstfall erheben: a) für bebauten Grundbesitz mit einem Friedenswert von über 7000 Mark einen Steuersatz von 47,93 Pf. auf je eine Mark endgültiges staatliches Sondergebäudesteuerfoll 1929; b) für bebauten Grundbesitz mit einem Friedenswert von nicht mehr als 7000 Mk. einen Steuersatz von 54,90 Pf. auf je eine Mark endgültiges staatliches Sondergebäudesteuerfoll 1929. Kreis und Gemeinden haben sich in diese Steuersätze in dem gleichen Verhältnis zu teilen wie bei der vorläufigen Sondergebäudesteuer 1929. Das Ministerium empfiehlt, die Beschlüsse über die Höhe der endgültiaen Steuersätze 1929 gleichzeitig mit den Beschlüssen über die Höhe der vorläufigen Steuersätze 1930 und so zeitig herbeizuführen, daß in der Erhebung der ersten Rate der vorläufigen Steuern für 1930 keine Verzögerung eintritt. Solange daS Steuer- vereinheitlichungsgesey des Reiches vom Reichstag nicht verabschiedet ist werden auch über daS Rechnungsjahr 1929 hinaus in jedem Rechnungsjahre zunächst borläufige und am Schluffe des Rechnungsjahres nach Feststellung der für dieses Steuerjahr in Betracht kommenden Steuerwerte endgültige Steuern erhobenwerden. Was nun die Umlagen und die Sondergebäudesteuer für daS Rechnungsjahr 1930 betrifft, so ist bei der gespannten Arbeitslage der Finanzämter nicht damit zu rechnen, daß die Veranlagungsergebnisse, die dem AuSschlag der endgültigen Umlagen und der endgültigen Sondergebäudesteuer der Gemeinden, Kreise und Provinzen im Rechnungsjahr 1930 zugrunde zu legen sind, zu Beginn des Rechnungsjahres 1930 schon vorliegen werden. Es muß daher wie in den Vorjahren auch für daS Rechnungsjahr 1930 den Gemeinden und Gemeindeverbänden die gesetzliche Möglichkeit gegeben werden, vorläufige Steuern zu erheben. Diese Möglichkeit ist durch das hessische SteuervorauSzahtungsgeseh vom 10. Dezember 1929 geschaffen worden. Die Festsetzung der vorläufigen Gemeinde-, Kreis- und Provinzialsteuern vom Grundvermögen d. h. Gebäude und Bauplätze und land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz erfolgt auf der Grundlage der jeweils für das Vorjahr festgestellten Steuerwerte. Die Festsetzung der vorläufigen Gewerbesteuer erfolgt entsprechend auf der Grundlage des jeweils für das Vorjahr festgestellten Gewerbekapitals und Gewerbeertrags. Die Festsetzung der vorläufigen Eon- dergebäudesteuer 1930 für die Gemeinden und Kreise erfolgt auf der Grundlage des jeweils für das Vorjahr festgestellten Steuerwertes. Die Gemeinden und Gemeindeverbände haben auch hierbei wieder zwei Steuersätze zu beschließen, einen höheren und einen niederen mit den oben angegebenen Sätzen. 3n Anbetracht des starken Steuerdrucks, der zur Zeit auf der Bevölkerung lastet, ist daraus zu achten, daß die Steuersätze nicht höher bemessen werden, als zur Abdeckung des älmlagenbedarfs unbedingt erforderlich ist. Oberheffen. Glockenweihe in Trais-Lorloff. Trais-Horloff. 8. April. Am Sonntag yurbc unser neue» aus drei Glocken bestehendes feläutc feierlich eingeweiht. Kaum vermochte dos Gotteshaus die Festgemeinde auS den drei Airchlpielsgemeinden Trais-Horloff. 3nheiden und Utphe zu fassen. Der Festgottesdienst wurde durch Orgelvorspiel und einen mehrstimmigen Thor des Gesangvereins 3nheiden unter Leitung von Lehrer Mühl eingeleitet. Alsdann nahm Pfarrer G ö r i ch, Bellersheim, die Weihe der Glocken vor, worauf die Gemeinde stehend zum erstenmal den Klängen deS neuen Geläutes lauschte. 3n seiner Festrede, der er den Text »ugrundelegte: ,.O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!" knüpfte Pfarrer Gör ich m sehr feinsinniger Weise an die 3nschriften der drei Glocken an. Die größte ist Ersatz für die große 1917 an die Heeresverwaltung abgelieferte und trägt die Zuschrift: „Den Gefallenen. 3ch gab mein Erz, fie gaben ihr Herz." Sie möge die Gemeinde mit ihrem Geläut stets an die christliche Opferbereitschaft mahnen. Die zweite Glocke trägt dieselbe Zuschrift wie ihre nunmehr umge- gosfene Vorgängerin: „Geb Gott die Ehre!", und solle durch ihren ehernen Mund die Christen daran erinnern, daß sie alles, sei es Liebes oder Leides, aus Gottes Hand hinnehmen. Die Beschriftung der kleinsten Glocke lautet: „Bete und arbeite!“ Gerade diese Mahnung tue unserer Zeit besonders not, da jede Kultur ohne religiöse Durchdringung schließlich morsch und brüchig werde. Als würdigen Abschluß trug der Gesangverein 3nheiden den Chor „Das ist der Tag des Herrn" vor. Die drei Glockeninschriften stammen noch von dem kürzlich entschlafenen Pfarrer unseres Kirchspiels, der leider die Weihe nicht mehr erleben durfte. So ist die eine Lücke wieder ausgefüllt, aber eine andere Dafür gerissen. Das neue Geläute, das aus Bronzeglocken besteht. wurde von der Firma Dinker in Sinn geliefert. Es muh den drei Gemeinden des Kirch- svielS als eine Tat hoch angerechnet werden, dah sie trotz der Belastung durch Pfarrhaus- ucubau und Kirchenrenovierung aus freien etüden an die Beschaffung eines neuen würdigen Geläutes herangingen. Preußen. Instandsetzung her Marburger Eiisadelhkirche. WEN Marburg, 7. April. In der letzten Zeit fanden hier mehrfach behördliche Besichtigungen der Elisabethkirche statt. Wie man hört, handelt es sich um projektierte umfangreiche Instand- setzungsarbeiten, wie Neuanstriche, Neuster richtuug des Lettners, der Kanzel, der Orgel und des Sarkophags der heiligen Elisabeth, deren 600. Todes, tag am 19. November 1931 begangen werden kann. Auch die Glockenfrage, die vor einigen Jahren die Gemüter vielfach erregte, dürfte dabei wieder aufgerollt werden. Der Kostenpunkt soll sich auf rundlö0000Mark stellen. Die Elisabethkirche, deren Grundsteinlegung sich in fünf Jahren zum 600. Male jährt, wurde im vergangenen Jahre allein von über 20 000 Fremden besichtigt. Es soll Vorsorge getroffen werden, daß sie auch Sonntags zu jeder Zeit für fremde Besucher offensteht. Kreis Wetzlar. Krofdorf, 7. April. Als Stellvertreter für den feit einigen Wochen vom Amte suspendierten Pfarrer Bausch von dem Kirchspiel Krosdorf- Gleiberg-Kinzenbach ist vom Konsistorium in Koblenz vom 1. April ab Hilfsprediger Wiebel von Barmen ernannt worden. Bislang führte Pfarrer Lic. Müller aus Dutenhofen die Pfarrgeschäfte für die Gemeinden Krofdorf- Gleiberg und Plärrer Hei der aus Dorlar für die Gemeinde Kinzenbach. — Dieser Tage veranstaltete die vor einiger Zeit gegründete Feuerwehr kapelle unter Leitung von W. Re eh in der hiesigen Turnhalle ihr erstes öffentliches Konzert und bestand die „Feuerprobe" in bester Weife. Die Zuhörer folgten den einzelnen Darbietungen eines gut zusammen- gestellten Programms mit großer Spannung und kargten nicht mit Beifall, so daß eine Reihe Zugaben gegeben werden mußte. Die Einnahmen des Abends kommen, im Hinblick auf die Feuer- schuhwoche in der Zeit vom 27. April bis 4. Mai d. 3.. der Freiw. Feuerwehr und der Arbeiter- Eamariterkolonne zur Anschaffung notwendiger Geräte zugute. Krofdorf, 8/ April. 3n der letzten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf- Gleiberg wurde folgendes verhandelt: Für die beabsichtigte Quellenfassungserweite- tung der Wasserleitung beschloß die Vertretung die Aufnahme einer Anleihe, die mit jährlich 10 Prozent zu tilgen ist. Die Dohrversuche in dem Wiesengelände am Launsbacher Wald sind im Gange und haben zum Erfolge geführt. Es soll in Kürze eine automatische Pumpe in Betrieb gesetzt werden, um den Erfolg der Bohrarbeiten einwandfrei messen zu können. — ließet die Stundungsanträge für G e m e i n d e g e f ä l 1 e will die Gemeindevertretung von jetzt ab in öffentlicher Sitzung beraten und beschließen. — Dem Antrag eines Landwirts, einen im Distrikt Graben acker an seinem Grundstück vorbeiziehenden Graben Verfüllen zu können, stimmt die Vertretung zu, wenn bei der Verfüllung durch Drainageanlage für genügenden Abfluß des Wassers gesorgt wird und wenn ferner die hiesige Ent- und Bewässerungsgenvslenschaft ihre Zustimmung gibt und die Wassetpvlizeibehörde die Genehmigung erteilt. — 3n der Gleiberg et Straße vor der neuen Schule sollen Pflasterarbeiten ausgeführt und diese Arbeiten jetzt ausgeschrieben werden. — Der Verkauf eines Postens Stammholzan einen hiesigen Schreiner- Feinde: Krähen, Wiesel, Katzen und Hunde kurz zu halten. Die Feldhühner sind gepaart und schreiten zum ®dege. 3e mehr Deckung das Revier dafür bietet, um so besser für fein Hochkommen. Unerwünschte Deckungen, wie z. D. Kleeäcker, wo die Gefahr des Vermähens gegeben ist, suche man öfters mit dem Hund ab, um dadurch die Hühner zu vergrämen. 3m Fuchsbau sind 3unge. Nun kommt die Zeit heran, wo der Fuchs sich am unangenehmsten bemerkbar macht. Denn fein Futterbedarf ist groß. Ein gewisser Fuchsbestand gehört aus biologischen und weidmännischen Gründen in jedes Revier. Erscheint er aber zu groß und die Gefahr eines zu starken Eingriffs in die Niederjagd gegeben, dann wird es jetzt Zeit, den Dau zu graben. 3edenfalls aber schieße man nicht bie alte Fähe einfach ab und überlasse das Geheck seinem Schicksal. Eine solche Tat ist eines Aas- jägers würdig. Auch im Dachs bau, dessen Bewohner Schonzeit haben, ist junges Volk. Hm das 3ungwild vor seinen Feinden zu schützen, versuche man vor allem, die neu bezogenen Krähennester ausfindig zu machen und die Drutkrähe auf dem Nest oder beim Ab- streichen abzuschiehen. Der Erfolg wird dabei In stark mit Krähen gesegneten Revieren stets gering bleiben, zumal wenn reine Feldreviere von den Schwarzen geplündert werden, während ihre Nester in anderen Revieren stehen. Hier können nur Eiabzugeisen und Phosphorei die notwendige Erleichterung bringen. Ferner schenke man seine Aufmerksamkeit der Wiesel- und Katzensrage. Kastenfallen machen fich sehr bald bezahlt! Wer aber die Katzen mit der Flinte oder dem scharfen Hund bekämpfen will, der fei früh aus den Federn. Denn tagsüber ruht Mieze als unfchuldsvoller Engel hinter dem Ofen, während fie nachts 3unghafen, Bodenbrüter und 3ungvogel zehntel. Sine wahre Geisel für das Revier aber vermögen wildernde Hunde darzustellen. Dar mancher dörfliche Hundebefitzer ahnt nicht, dah sein Hektor mit des Nachbars Wolf allnächtlich kilometerweite 3agdzüge unternimmt, anstatt HauS und Hof zu bewachen. Dis der Herr erwacht, liegen fie wieder brav, müde und satt in der Hütte. Solche Hunde vermögen durch ihr dem Wild unheimliches meist stummes Hetzen die Früchte einer jahrelangen Hegetätigkeit zu vernichten und ein Rehrevier wildrein zu machen. Hinzu kommen die Schäden aus dem Reihen von 3ungtoilb und der Schaden, den beschlagene, vor dem Sehen stehende Muttertiere durch solche Hetzen häufig nehmen. Gegen diese Plage muh mit allen verfügbaren Mitteln eingeschritten werden. Kann man den Besitzer feststellen und den Schaden nachweisen, so versäume man nicht, ihn zivilrechtlich heranzuholen. Der Griff in den Geldbeutel ist manchem schmerzlicher, als der Verlust eines Hundes. 3n ein wohlgepflegtes Revier gehören ferner Pirschpsäde, Hochsitze und Wildäcker als Remisen. Für ihre Anlage ist es jetzt unbedingt Zeit. Hubertus. 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