Nr. 287 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 8. Dezember MO 6r|d)etnttäg!td),cmfceT Sonntags und Feiertag» Beilage«; vte Illustriert, Bietzen« ^amtltenblätiei Helmut im Bild Die Scholle Monats-Bezugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen etnzelnerNummern Infolge höherer Gewalt. zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Snzeioer Ließe». Postscheckkonto: Sravflurtam Main 11686. GWner Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche UniverfitätL-vllch- und Stelnöruderet H. Lange in Sieben. Schristiettung und SeschästLftelle: Zchulsttahe 7. Annahme von flnjetaen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Tell Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Auch die zweite Notverordnung bleibt in Krast. Brünings Sieg im Reichstag. — Nie Aufhebungsanträge werden mit 292 gegen 254 (Stimmen (Nationalsozialisten, Kommunisten, Oeutschnaiionale, Wirtschastspartei und Landvolkpariei) abgelehnt. — Auch die Mißtrauensanträge finden insgesamt keine Mehrheit im Reichstag. Oer Erfolg des Kanzlers. Mit der überraschend großen Mehrheit von 38 Stimmen hat der Reichstag die Anträge auf Aufhebung der Dezember-Rotverordnungen abgelehnt. Wan hatte ja schon seit Tagen daraus gerechnet, dah die Regierung sich durchsetzen mürbe, hatte aber höchstens mit zwanzig Stimmen Mehrheit gerechnet. Die Woche hat also mit einem unzweifelhaften Erfolg des Kanzlers geschlossen, einem Erfolg, der um so höher zu bewerten ist, als er gegen eine übermächtige Opposition erfochten werden mutzte. Denn das Kabinett war überhaupt nur zu halten, wenn es gelang, entweder von den Sozialdemokraten oder vom rechten Flügel her freiwilligen Zuzug zu erhalten. Die Sozialdemokraten haben sich schlietztich dem Kanzler zur Verfügung gestellt, freilich nicht ganz in der Form, wie es wünschenswert gewesen wäre. Don auf)en her gesehen hatte man doch den Eindruck, als ob Dr. Brüning in den letzten Tagen den Sozialdemokraten Zugeständnisse machte, die über das für die Witte tragbare Matz hinausgingen. Begreiflich genug, wenn deshalb in. der Mitte Mißstimmung entstanden ist, die sich dagegen wehrt, dah aus taktischen Gründen ba8_ ursprüngliche Programm bes Kabinetts Brüning nachträglich verwässert wird. Der Kanzler wird sich also nicht im Linklaren darüber sein dürfen, daß die Sicherung der Rot- verordnungen für ihn nur eine Atempause bedeutet, dah er jxi die Frage unserer Auslandanleihen keiner Lösung I entg^gengesührt werde, dann stoppe der Vvungplan ganz automatisch. Cs sei vielleicht taktisch viel richtiger, so betonte dev Redner, nicht gegen den Vvungplan an sich, sondern gegen die Ausführung des Planes zu kämpfen. Zur Preissenkungsfrage sagte Schacht, eine Dureaukratie, b i e dauernd die Steuern erhöht habe und der öffentlichen Hand erlaube, ihre Monopolstellung im Sinne höherer Tarife auszunuhen, könne nicht erwarten, daß die Wirtschaft darauf mit niedrigen Preisen für ihre Waren antworte. 30 Prozent aller Beschäftigten seien in Betrieben die von der öffentlichenHand kontrolliert würden, in Rußland nur 15 Prozent. Wir in Deutschland hätten daS Fürsorgesystem der Demokratie für den einzelnen Bürger. Dieser bureaukratische Sozialismus erschlageuns. Es müsse die Verantwortung des einzelnen, begründet auf seine eigene sittliche Persönlichkeit, wieder in den Vordergrund gerückt werden. Wer das Eigentum zerstöre, zerstöre die Familie und damit das sittliche Verantwortungsgefühl des einzelnen. Darum gebe es in den entscheidenden Fragen kein Paktieren mit Parteien, die diese sittlichen Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens verneinen. Wenn es unmöglich sei, gegen die Sozialdemokratie zu regieren, dann sei es aber auch nicht möglich, gegen die ebenso starke extreme Rechte zu regieren, die Wähler hätten am 14. September durchaus nicht für Hitlers Wirtschaftsprogcamm gestimmt, sondern hätten nur ihrem Lebenswillen Ausdruck gegeben und so dem Ausland bekunden wollen, daß sie nicht eine zugrundegehende Ration werden wollten. Seamtenfragen Dor dem Finanzausschuß. Aus dem Hessischen Landtag. Darmstadt, 7. Dez. (WHP.) Am Samstag war der Finanzausschuß des Hessischen Landtags zu einer Sitzung zusammengetreten. Der Presse war eine entsprechende Mitteilung jedoch nicht zugegangen, so daß auch ein amtlicher Bericht uns nicht zur Verfügung steht. Aus politischen Kreisen erfahren wir über die Verhandlung folgendes: Don den Koalitionsparteien ist zur Frage der Anwärtervergütung folgende Aenderung beantragt worden: „Die Zivilanwärter erhalten, soweit in der Anlage 3 zur Desoldungsordnung nichts anderes bestimmt ist, vom Beginn des neunten, die Versorgungsanwärter vom Beginn des achten Anwärterdienstjahres an eine Grundvergütung in Höhe von 90 v. H. des Anfangsgrundgehalts derjenigen Besoldungsgruppe, in der sie beim regelmäßigen Verlauf ihrer Dienstlaufbahn zuerst planmäßig eingestellt werden. — Vom fünften bis achten Anwärterdienstjahr erhalten die Versorgungsanwärter die Vergütungen, die die Zivilanwärter jeweils in dem nächsthöheren Anwärterdienstjahr beziehen. In Artikel 1 Ziffer 3 werden nach dem Koa- lltionÄantraß d ie Vergütungen der Staatsdienstanwärter wie folgt fest- sesetzt: Besoldgs.» 1. u. 2. 3. u. 4. 5. u. 6. 7. u. 8. vom 9. an gruppe A 2cu. d 2800 Anwärterdienstjahre 3120 3360 3600 4140 A 3a 2560 2720 2880 3200 3600 A 4 a—c 1880 2000 2120 2240 2520 A 4 d u. e 1560 1670 1780 1920 2160 A 5, 6 ff. 1500 1600 1700 1800 1900 A 9 1200 1300 1400 1500 1520 All 1190 1280 1330 1420 1430 Polizeianwärter für das erste Dienstjahr 1140 NM. In Artikel 2 der RegierungSvorlage wird folgender Absatz 2 eingefügt: Die Grundvergütung der beim Inkrafttreten dieses Gesetzes im Staatsdienst beschäftigten Staatsdienstanwärter darf sofern die Bestimmungen dieses Gesetzes nicht günstiger sind, nicht um mehr als 20 Proz .gekürzt werden . In der lebhaften Aussprache wurde von Re- gierungsseite mitgeteilt, daß durch diese Aenderung zugunsten der Anwärter ein Betrag von 50000 Mark notwendig würde. Von volksparteilicher Seite wurde erklärt, sie lehne grundsätzlich die Aenderung der Vesoldungsvorlage, wie sie von der Regierung geplant fet, ab, weil sie eine ne ue einfei ti ge Belastung der Beamten darstelle. Die Regierung solle auf die von ihr Ul Beamtenstellen beförderten Parteifreunde, bl* keine Beamtenqualifikation be- ä 6 en, verzichten, dann fei die ganze Vorlage nicht notwendig. Selbstverständlich begrüße die Volkspartei eventuelle Verbesserungen. Der Vertreter des Landbundes lehnt den neuen Koalitionsantrag ab, weil gerade durch die Regierungsvorlage eine Drosselung des Zustroms zur Beamtenlausbahn erstrebt werden soll. In der Aussprache wurde von allen Seiten eine neue Besoldungsordnung gefordert. Die Regierung erklärt, vom Reich sei demnächst eine neue Besoldungsordnung zu erwarten. Man wolle daher in Hessen durch eine Sonderregelung keine neue Unruhe in die Beamtenschaft bringen. In der Abstimmung wurde der Koalitionsantrag mit 8 gegen 2 Stimmen des Landbundes bei Stimmenthaltung der Dolkspartei angenommen. Der Gesetzentwurf über die Aenderung des Wohnungs. gelbes der ledigen Beamten bleibt, wie bisher geplant, bestehen. Bei Enthaltung dec Dolkspartei fand dann e i n Landbundantrag Annahme, dec die Regierung ersucht, innerhalb kürzester Frist ein neues Besoldungsgesetz vorzuleg^n^das mit Wirkung vom 1. April 1931 an in Kraft treten und einschließlich der vom Reich angeordneten Abzüge^ an den Bezügen der Beamten in Höhe von 6 v. H. die gesamten Personalausgaben Hessens um 10 Millionen RM. vermindern soll. Ein besonderes Wohnungsgeld solle nicht mehr gewährt werden, ebensowenig auch eine Ortszulage. Die Bezüge aller Beamten und Angestellten der gleichen Art und des gleichen Dienstalters sollen in Stadt und Land gleich sein. Die weitere Vor- schrist des Landbundantrages lautet: „Alle Beamten der gleichen Art, die seither auf zwei oder drei Besoldungsgruppen verteilt waren, werden in eine Besoldungsgruppe eingestuft. Das Dienstalter findet seine Berücksichtigung lediglich durch Dien st alters st ufen innerhalb einer Besoldungsgruppe. — Ledige Beamte erhalten 80 v. H. der Bezüge, die den verheirateten oder verheiratet gewesenen Beamten gleicher Art und gleichen Dienstalters zustehen. — Staatsdienst« a n ro ä r t e r erhalten im ersten .und zweiten An- wärterdienstjahr eine Vergütung von 6/io, im dritten und vierten Jahr von ”/io, im fünften Jahr von 7/io und vom sechsten Jahre ab von 8/io des Anfangsgehalts derjenigen Besoldungsgruppe, in dec sie beim regelmäßigen Verlauf ihrer Dienstlaufbahn zuerst planmäßig verwendet werden. Der Antrag wird mit 8 gegen 2 Stimmen des Landbundes bei Stimmenthaltung der Volkspartei der Regierung als Material überwiesen. Der Gesetzentwurf der Regierung zur Aenderung des Stellenplanes wird auf Antrag der Koalitionsparteien durch folgende Bestimmung ersetzt: „Bis zum 31. März 1932 findet ein Aufrucken von Beamten in eine Besoldungsgruppe bei Stellen gleicher Art nicht statt." Der Antrag fand einstimmige Annahme bei Stimmenthaltung der Deutschen Volkspartei. Die Regierung wird weiter ersucht, auf d ie Städte und Gemeinden einzuwirken, die vorstehend beschlossene Regelung des Besoldungsgesetzes ebenfalls durchz.uführen, weil sonst bei den bevorstehenden Auseinandersetzung gen über die Aenderung des inneren Finanzausgleichs eine Berücksichtigung bon_ Städte- wünschen eventuell nicht möglich sein wurde. Dieser Antrag soll jedoch noch formuliert werden. Die Koalitionsparteien haben außerdem beantragt, vom 1. Februar 1931 an die Kinder- zuschläge für Kinder vom 16. bis zum 21. Lebensjahre in Höhe des Reichssatzes (d. h. 20 Mk. für jedes Kind) wieder zu gewähren. Dec Antrag wird erst in der nächsten Ausschuhsihung behandelt. Vie Detterlaae. 75E ingO Jan flayen. .Nordoyi 23E :rde< U al. Salij Paris O oei nambg ;nt l 74 i --- Ka (orvnq 7va\ 5a o ' Jgj wJt*----1 11 . YU—■ ©woTXtnlos 0neuer ®naro bedeckt»wolkig. #bedeckt »Kege* < sehnet aOrjuoetn » Nebel K Oewit^r,(§)Wind$tllle. -O» Khf lelehie» 0« nissige» Södsudwesi q stürmische- Nordwcsl Die »lene fliegen mii dem Winde Ole Beiden Stationen stenenden Zab» len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleiche* tut neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die immer mehr vordrängende warme Ozeanluft hat nunmehr die Kaltlust weggeräumt. Heute morgen lagen mit Ausnahme von München, das noch minus 1 Grad meldete, in Deutschland die Temperaturen durchweg über Rull. Auch hat vielerorts leichte Riederschlagstätigkeit eingesetzt, die sich in höheren Lagen in Form von Schnee, in der Niederung bereits als Regen äußert. Die Auswirkungen der Südseite des Islandtiefs bestimmen vorerst den Witterungscharakter und gestabten das Wetter milder und etwas regnerisch. Aussichten für Dienstag: Diesiges, später mehr wolkiges Wetter, zeitweise etwas Riederschlag, Temperaturen über Rull. Lufttemperaturen am 7. Dezember: mittag» 1,9 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 8. Dezember: morgens 2,2 Grad. Maximum 2,6 Grad, Minimum 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Dezember: abends —0,3 Grad; am 8. Dezember! morgen» ± 0,2 Grad, — Niederschlag 0,6 mm, N31138VOONOC3XVVN IV(|W* LS ■ H' a 'O1 c I [Uli y r MW 3608 V Generalvertretung: J.Meyer-Höckeli, Franmun am Main, Staufenstraße 2, Tel. 73884 ZIGARETTENFABRIK M MAKEDON G. M. B H., MAINZ 1 KONZERN FREI iiiiiiiiiiil! I ( I ' j Kzyroße Vorräte edelster Tabake aus älteren Jahrgängen, fachmännische Höchstleistung, modernste Betriebsanlagen sind die 3 Hauptfaktoren, durch welche die hohe Qualität der MAKEDON - Zigaretten erreicht wurde. 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Dez., nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Israel. Friedhof statt — Blumenspenden dankend verbeten. Schriftliche Angebote unter 82760 an den Giefi Anzeiger. 10 954 13 764 führt der Weg Ober die Melitta v. Foullon, Gießen. nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen". Neuenweg Nr. 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Klaviere, drei Bücherschränke, fünf Büfetts, drei Schreibmaschinen, zwei Ausziehtische, einen Diwan, einen Schreibtisch, einen Kleiderschrank, eine Geige, einen Warenschrank, eine Ladentheke, eine Stehleiter, einen Schiebkarren, eine elektrische Eisenbahn, eine elektrische Lokomobile, zwei Projektionsapparate, eine Nähmaschine, eine Standuhr, sechs Stühle, eine Partie Damenhosen und Damenröcke, sieben Nach langem, schwerem Leiden entschlief gestern abend meine innigstgeliebte Frau, treusorgende Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Heuchelheim, den 8. Dezember 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhanse Bachstraße 70 aus statt. zur Hauserneuerung und zur Ablösung teurer Hypotheken la SmsWMs mit gronem Garten, in bester Vage, mit sreiw. Wohnung bill. -u verkaufen. Schr. Angebote mit. 07568 an d. Gießener Anz. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Rinn, geb. Freitag. Verkauf folg. GegeMnOe: 1 Klichenlchranc, 1 kl. Kletderschrank, 1 eL Lampe, 1 Schreibtisch lnukbaumf-lBücher- geftell letchei, 1 Ber> utoro, l Sviegel, dlv S> üble, Bilder.Tische u. sonst, kl. Haushal» tungSgegenuände. Siflftotlj & Bender Möbeltransport Walltorstrane 49b Tel. 3519^0 Degen Urnings billig abzugeben: l Babykorb mit Roßhaarmatratze u. Gestell. 1 weiß. eif. Kinderbett m. Roßhaarmatratze, 1 gr. Kinderbett m. Ma- trotze, 1 ar.Lpruua feoermotrutie, ein tSae>berdi4Flamm.> 1 ovaler,fast neuer Mabagouttttck ein ar. 2tür. Kleider- jchrank 1 gr. Ge- ickäftsrettckoffer. Carl Notvack Plockstr. 13 L Imh Bekanntmachung. 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Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen, unsere inniggeliebte, stets treusorgende Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Elise Frischholz, geb. Heb im Alter von 62 Jahren nach kurzem schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Job. Phil. Frischholz. Gießen, Braugasse 2, den 8. Dezember 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Dezember, nachm. 31/2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Fried- „ 15 853 * w „ Irmgard Jäger Gießen. „ 18 079 „ „ „ Karl Philipp, Gießen. „ 18 643 „ „ „ Erwin Haas, Gießen. „ 19 717 w „ Elisabeth Frey, Lollar. „ 21999 „ „ „ Veronika Zimmermann, Gießen. (Auswertg.) Nr. 13 017 lautend auf Namen Kacharina Wagner, Lang-Göns. Stuhlfitze. 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Dez., abds. 8l/4 Uhr, im Hörsaal 44 des Vorlesungsgebfludes Vor trag von Herrn Universitäts - Professor Dr. Wilhelm Mommsen-Marburg über: Emil Ludwig und die deutsche Geschichtswissenschaft Der Vortrag findet gemeinsam mit der Historischen Fadi schatt der Universität £_______ Verlange umsonst ausführliche Prospekte Todesanzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dab mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Jakob Rinn XXIII. Landwirt und Totengräber Sonntag, den 7. Dezember, morgens 3% Uhr. nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im 62. Lebensjahre sanft Überschuhe für,.Sie" Horchen Sie einmal bei »Ihr* - sie wird Ihnen sagen: .Ja, Ja - aber; nur die schönen und preiswerte^ Überschuhe von Christian Zörb Wwe., Gießen. Mathilde Schmoll geb. Ruhl, Gießen. Es kann an Unterstützung für Arbeitslose gespart werden! 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Dezember 1930 Oie beste Lösung. Die Aufgaben des neuen österreichischen Kabinetts Don unserem D. ^.-Korrespondenten. Wien. 5. Dez. Der Kampf um das neue Kabinett zeigte, daß die letzten Wahlen keine Entscheidung gebracht hoben. So war es den Verhandlungen noch den Wahlen Vorbehalten, die notwendige Klärung in die österreichische Innenpolitik zu bringen. Man mußte daher mtt langen und schwierigen Verhandlungen rechnen und die Geschichte der letzten Wochen ist reich an dramatischen Momenten. Zunächst galt es, die Stichtage abzuwarten, die sich das Kabinett Vauaoin-Ltarhemberg für die außerparlamentarische Losung ber Regierungskrise gesetzt hatte. Nachdem diese ereignislos verlaufen waren, begann man den Versuch, das Kabinett V a u g o i n auf parlamentarischer Grundlage der Großen Koalition: der Ehristlich-Sozialeb, des Schoberblocks und des Heimatblocks, zu erhol- t e n. Dieser war aber von Hause aus zum Schei- tern verurteilt, da er dem Wahlergebnis nicht Rech- nuna trug. Die nächste Phase ist gekennzeichnet durch die Bemühungen, ein neues Kabinett Da ugo in auf Grundlage der kleinen Koalition (ohne Hcimatblock) zu bilden. Diese scheiterten an dem Widerstand des Schoberblocks, dessen Forderungen sich von Derhandlungsperiode zu Verhandlungsperiode steigerten. Zwischendurch wurde nebenbei über Kombinationen verhandelt, die einem der christlich-sozialen österreichischen Landeshauptleute die Kanzlerschaft anboten In der letzten Woche endlich wurde der Vorarlberger Landeshauptmann Dr. E n d e r , der im Laufe der Verhandlungen bereits einmal abgelehnt hatte, beauftragt, die Verhandlungen mit den bür- Serlichen Parteien für ein Kabinett unter feiner eitung zu führen. Auch diese Verhandlungen ver- liefen außerordentlich zähe, da die Frage, ob Große oder Kleine Koalition, letztere gebildet durch die über eine knappe Mehrheit verfügende Christlich-Soziale Partei und den Schoberblock, zu entscheiden war. Der Heimatblock er- klärte, nur mitmachen zu können, wenn ihm das Innenministerium verbleiben würde Bekanntlich untersteht dem Innenminister das ganze öffentliche Sicherheitswesen, also Polizei und Gendarmerie. Der Heimatblock hatte im Kabinett Vaugoin das Innenministerium durchaus als Etappe auf dem Wege zur Ergreifung der Macht angesehen, und die Veränderungen im Wiener Polizeipräsidium ließen erkennen, daß man gewillt war, seine Absichten konsequent durchzuführen. Auf der anderen Seite war es gerade im Hinblick auf die Wiener Polizei eine conditio sine qua non für den Altbundeskanzler Schober, das Innenministerium selbst zu bean- spruchen oder zum mindesten einen Angehörigen seines Blocks übertragen zu wissen. So mußten die Verhandlungen mit dem Heimatblock ergebnislos verlaufen und der Landeshauptmann Dr. Ender bei der Personenwahl sich auf die anderen bürgerlichen Parteien beschränken. In letzter Minute drohten die bereits so gut wie abgeschlossenen Verhandlungen zu scheitern, und zwar an der Forderung Schobers, ihm persönlich als Außenminister das Sicherheitswesen, losgelöst aus dem Innenministerium, zu unterstellen. Denn diese Forderung bot den auf dem Boden der unbedingten Koalitionsgemeinschaft und dem Hei- matblock stehenden Christlich-Sozialen eine letzte Gelegenheit, gegen die Kabinettsbildung erfolg, reich Sturm zu laufen. Schließlich nahm Schober von seiner Forderung Abstand, so daß am Mittwoch- abend das Kabinett endgültig gebildet werden konnte, das bereits vom Bundespräsidenten in Eid genommen ist. Das Kabinett enthält durchaus bekannte Persönlichkeiten. Bei einer Gesamtwertung kann man zu- nächst feststellen, daß SchobersWahlgemein- schaft, der nationale Wirtschastsblock und der Landbund diewichtigstenMinisterienbe- setzt hat. Seine Verhandlungen sind zunächst von Erfolg gekrönt gewesen. Damit trägt aber der Schoberblock die Hauptverantwortung für die Lösung der Aufgaben der neuen Regierung. Bemerkenswert ist ferner, daß der rechte Flügel'der Christlich - S oz i a l e n , vor allem der Wiener Kreis, unbeteiligt ist. Wohl gehört ihm der Heeres- Minister Vaugoin an, der sich jedoch nach dem Scheitern feiner Politik lediglichalsReffort- Minister betätigen dürfte. Die übrigen Christlich-Sozialen gehören mit Ausnahme des Landes- Hauptmanns Ender zum linker glügcl der Partei. Die Persönlichkeit des Bundeskanzlers Ender ist wiederholt in Krisenzeiten genannt worden. Es verbindet sich mit ihm die Vorstellung des korrekten, tatkräftigen Staatsmannes,' der, durchaus auf dem Boden der Verfassung stehend, den konservativen Kräften des österreichischen Deutschtums in ihren demokratischen Formen Rechnung tragen will. Seine Liebe zur konservativ-demokratischen totiatsform hat ihn ja eine Zeitlang sogar für den Anschluß Vorarlbergs an die Schweiz eintreten lassen, wohl von der Erkenntnis geleitet, daß dem Rumpfstaat Oesterreich ein unabhängiges eigenstaatliches Dasein nicht möglich fein dürfte. Seine eigene politische Erkenntnis sowie die realen Tatsachen ließen ihn später von diesem Gedanken Abstand nehmen. Da jedoch die Beweggründe seines «trebens — wenn man von der außenpolitischen Garantie der Nachbarn Oesterreichs absieht — im wesentlichen die gleichen geblieben sind, werden diese ihn bestimmen, im Ausbau des Zusammenschlusses Oesterreichs mit dem Deutschen Reiche, die Sicherung des alpenländischen Deutschtums zu suchen. Die Persönlichkeit Schobers wieder bietet eine Gewähr, daß ihn dabei die übrigen Mitglieder des Kabinetts unter st ützen werden. Vizekanzler Schober hat als A u ß e n m i n i st e r die Gelegenheit, das, was er sich als Bundeskanzler zum Ziele gesetzt hatte, die Wirtschaftseinheit zwischen Oester- reich und dem Deutschen Reiche herbeizuführen, so- weit sie bereits heute durch internationale lieberem- kommen durchführbar ist, erfolgreich zu beenden. Es ist zu erwarten, daß der H e i m a t b 1 o d, der sich bei den letzten Wahlen klar zum großdeutschen ®e- danken bekannte, die Regierung gerade in diesem Punkte tatkräftig unterstützen wird. Die Nichttell- nähme an der Negierung wird den österreichischen Heimwehren die Möglichkeit geben, ihre durch die Politik stark aufgelockerten Formationen erneut zu festigen. Im Reiche sollte man der Regierung Ender- Schober durchaus sympathisch gegenuberstehen. Hinzu kommt, daß die wohlwollende Oppositions- Haltung des Heimatblocks sie gerade darin unterstützen wird. Denn sie scheint für die jetzige Lage in Oesterreich tatsächlich d i e beste Lösung zu sein. Auf dem Wege nach dem>Reiche mögen ihr keine neuen Schwierigkeiten aus mißverstandener Haltung Berlins ober Wiens erstehen. Es wäre zu wünschen und es ist zu fordern, daß Berlin die Ge- legenheit einer engen Zusammenarbeit im Interesse der deutschen Aufgabe in Mitteleuropa wahrnimmt. Der Ausbau des brilischeu Weltreichs. Von unserem ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, Dezember 1930. „Verfassungen tonnen nicht hinter dem warmen Ofen gemacht werden. Regiert wird von lebenden Menschen. Verfassungen lassen sich nicht auf Bestellung liefern.“ Diese Worte gab M a c d o n>a l d den Vertretern Indiens mit aufs Geleit,f als sie zu ihrer Komiteearbeit zusammentraten, um sich über die zukünftige Gestaltung Indiens auszusprechen. Sie sind typisch englisch. Englands Verfassung ist lein geschriebenes Dokument', in langer Entwicklung hat sich Gesetz an Gesetz gereiht, so wie es gerade der Augenblick erforderte: häufig war auch dieses nicht einmal notwendig, sondern Regierung und Parlament schlugen im gegebenen Falle einen bestimmten praktischen Weg ein und schufen damit einen Bei» sptelsfall, auf den spatere Geschlechter zurückgreifen können, wenn es angebracht erscheint. Kenntnis der Dersassungsjuristen, po ilischer Instinkt und das Interesse des Landes haben zu- fammengettirft und werden es wieder tun, sobald die Forderung des Tages an sie herantritt. Aber nicht eher. Es ist müßig, über Schwierigkeiten nachzudenken, die einmal in ferner Zukunft akut werden können. — Diese Praxis hat das englische Dersassungsleben durch die Jahrhunderte hindurch bei frischem Leben erhalten unb gibt ihm eine beneidenswerte Beweglichkeit. Es fehlt ihm das Starre des geschriebenen Wortes, es fehlen Bestimmungen, die man in anderen Verfassungen sieht, wie z. B. die Klauseln von einer Zweidrittel- oder Dreiviertelmehrheit, um überlebte oder niemals lebensfähige Derfassungsparagraphen zu Grabe zu tragen. Diesem Umstande ist es zum großen Teile zu danken, daß Englands Geschichte vor großen revolutionären Erschütterungen bewahrt blieb und daß sich Großbritannien ein Weltreich aufbauen konnte, das lebt und sich lebendig weiterentwickelt. An die protokollarische Festlegung von politischen Prinzipien, wie es in Deutschland bei der Abfassung der Weimarer Verfassung geschehen ist, denkt in England kein Mensch. Die Bindungen würden die Hände der Minister und des Parlaments viel zu sehr fesseln, wenn einmal die Notwendigkeit einer Aenderung cin- treten sollte. Wir haben den Fall jetzt wieder bei der Weltreichskonferenz erlebt. Früher hatte das englische Parlament gewissen gesetzgebenden Einfluß auf die Dominions; heute ist dies nicht mehr zeitgemäß, die Dominions Huben sich zu selbständigen Staaten entwickelt: im Parlament wird das „Statut von W e st - m i n st e r“ eingebracht werden, und es genügt eine einfache Mehrheit, um den Gesamtrahmen der Verfassung des englischen Weltreiches zu ändern. Hätte England ähnlich schwierige Bestimmungen. wie die deutsche Verfassung, so wäre jedr Entwicklung abgeschnitten: das Weltreich würde erstarren und zerfallen. So aber lebt es. Es ist natürlich, daß englische Politiker die überlieferten und ererbten Grundsätze auch auf die anderen Teile des englischrn Weltreiches übertragen möchten, mit denen sie harmonisch zusammenleben sollen. Auf der Weltreichskonferenz ist ihnen dies durchaus gelungen. Im Jahre 1926 waren die all- gemeinen Prinzipien verkündet, auf denen sich die ritish Commonwealth tiufbauen sollte. 1930 sprach man über Einzelfragen, die nunmehr der Regelung bedurften. Hierbei ist wieder eine Form gefunden, die der zukünftigen Entwicklung viele Möglichkeiten offen läßt. Die Dominions haben das Recht, Gesandte im Auslande zu unterhalten. Ob und wann sie es tun werden, hängt von den Bedürfnissen der Zukunft ab. Die Dominions können mit den ausländischen Mächten direkt verkehren. Von der weiteren Praxis wird es abhängen, welche ÄDnfequeruen sich hieraus ergeben. Für die Ernennung der Generalgouverneure sind allgemeine Richtlinien im Sinne des Ausbaus der Selbständigkeit der Dominions gegeben; sie werden sicherlich von den Großen verfolgt werden; ob ihre Anwendung im Falle der Kleineren immer praktisch sein wird, das mag die Zukunft lehren. Die Beschlüsse und Empfehlungen der Reichskon- fereng; die juristischen Untersuchungen des Sankey- Komitees, der Bericht vom Jahre 1929 30 geben zusammen eine hinreichende Unterlage ab, auf der man, falls notwendig, toei terba uen kann. Aehnlichen Grundsätzen wird auch die englisch-indische Konferenz folgen müssen. Es handelt sich hier darum, einem Kontinent, der mehr als 300 Millionen Menschen beherbergt, eine Lebensform zu geben, die auf lange Jahre hinaus das Schicksal Dritisch-Indiens und der indischen Fürstenstaaten, von Hindus und Moslems und unzähligen anderen Religionsgemeinschaften, von Rassen aller Art, von hohen und niedrigen Kasten, Das neue Röntgen-Denkmal In Lennep (Westfalens wo 1845 der große Physiker das Licht der Welt erblickte, wurde feierlich eingeweiht. Wilhelm Conrad von Röntgen Nobelpreisträger 1901, lehrte von 1879 bis 1885 in Gießen; die Asche des 1923 verstorbene« Gelehrten wurde vor einigen Jahren auf dem hiesigen Allen Friedhof beigesetzt. von Dauern und Industriearbeitern, kurz und gut von einem bunten Gewirr von Menschen beftimmt, wie wir es in unserem Europa nicht kennen; außerdem soll dieses Gebilde noch in die richtige« Beziehungen zu England und zum e glischen Weltreiche gesetzt werden. Eine gigantisch erscheinend« Aufgabe! Sie kann im Lause einer Konferenz nun in großen Zügen gelöst werden; es genügt, wen« gewisse allgemeine Grundlagen geschaffen werden, aus denen sich dann die weiter« Entwicklung historisch, den jeweiligen Bedürfnissen! folgend, auf bauen kann. Dieses richtig erkannt z« haben, ist unzweifelhaft das Verdienst von Sir John Simon, so sehr auch sein DerfassungS- bericht von den Indem angegriffen wird. Simo« hat, trotz aller Opposition, so nachhaltig gewirkt, daß fein Kemgedanke, nämlich das indische Problem auf dem föderativen Wege zu lösen, allgemein von den Vertretern Drttisch-Inblensl und, zur Ueberraschung aller, auch von den indischen Fürsten a n g e n o m m e n ist. Wie es kommt, daß deren Absichten den leitenden Stellen bis zum letzten Augenblicke unbekannt waren, ist eine Sacho für sich; anscheinend hat hier die englische Bureaa- kratie versagt. Sie scheint die psychologische Umwandlung, die in Indien in den letzten fünf bis! sechs Jahren vor sich gegangen ist, nicht voll verstanden unb etwas die Fühlung mit dem indisches Volke verloren zu haben. Die allgemeine Aussprache in der ersten Woche der Konferenz hat viel dazu bei getragen, den Kontakt zwischen Indien und London wieder herzustellen: sie wäre sicherlich noch fruchtbarer gewesen, wenn die indischen Nationalisten mit nach London gekommen wären: sie hätten sich unter dem Eindruck der Entfremdung von England anderweitig entschlossen, scheinen jetzt aber, soweit man den aus Indien kommenden Berichten entnehmen kann, angesichts der veränderten Lage doch ihre Entscheidung selbst zu bedauern. Die auf der Konferenz geschaffene Atmosphäre wird England zugute lom* men, und, wenn es weise handelt, letzten Endes auch Indien. Den ersten Erfolg konnte man schon am Ende der ersten Woche sehen. Es bestand dis Giehener Giadttheaier. „Der Bcttcr aus Dingsda." Einer der ersten Erfolge des Komponisten Eduard K ü n n e k e , von dem wir am Freitag den „Teiwr der Herzogin" hörten, war „Der Vetter aus Dingsda", Operette in drei Akten von Haller und Rideamus, cm Werk, das textlich und musikalisch erheblich schlichter und anspruchsloser wirkt als der sehr modern instrumentierte und ausgestattete „Tenor". Der „Vetter" bevorzugt die romantisch-sentimentale Richtung und bewahrt durch alle drei Akte hindurch einen volksstückartigen, singspielmähigen Charakter, der allenfalls im Miltelakt einige opernhafte Akzente erhält. • Die fangbare, geschmeidige Partitur, die einige hübsche und verhältnismäßig bekanntgewordene GesangSnummern aufweist, hilft der mit ausführlichen Sprechszenen und Intermezzi verzierten Handlung, welche an sich für eine Operette kaum ausreicht, mit Glück bis zur Vereinigung der beiden jungen Paare und zum letzten Vorhang. Der operettenmätzige Konflikt ergibt sich aus der Verwechslung des seit Jahren sehnsüchtig erwarteten Detters aus Dingsda mit einem fremden Wandervogel, der von ungefähr von der Landstraße weg in den Park des Schlosses de Weert gerät, wo sich die junge Julia in Sehnsucht nach ihrem fernen Geliebten verzehrt. Zum Glück ist noch eine muntere Freundin bei der Hand, damit das uralte, immer wieder auf die Bühne gebrachte Vepwechslungsspiel der beiden liebenden Paare beginnen kann. Onkel und Tante Kuhbrodt, von denen Julia bis zur Großjährigkeit betreut wird, zwei Diener und junger Herr von Wildenhagen, der die undankbare RÄle des fünften Rades am Wagen zu spielen hat, sorgen für die heiteren Episoden. • Die Operette ist für sonntägliche Fremdenvorstellungen durchaus nicht ungeeignet, verlangt aber eine sorgfällige und liebevolle Einstudierung und ein straffes und belebtes Spiel. Die Aufführung der Vereinigten Operettenbühnen Dochum- Kamborn — Inszenierung. Spielleitung und Tänze: Direktor Theo Bachenheimer: musikalische Leitung: Kapellmeister Wilhelm Bachenhei- Heimer — war indessen eine recht mäßige Angelegenheit; sie konnte allenfalls musikalisch befriedigen, ließ aber szenisch und darstellerisch erheblich zu wünschen ü&rtg. Einsätze und Zusammenspiel klappten nicht, der Text kam vielfach holprig und nur mit weithin hörbarer Unterstützung der Souffleuse heraus. Man sollte doch gerade bei Fremdenvorstellungen, auf deren propagandistische Bedeutung mit Recht hingewiesen wird. Wert darauf legen, anständige und szenisch einwandfreie Ausführungen herauszubringen. Derart unfertige und offenbar im letzten Augenblick arrangierte Gastspiele sind entschieden keine Empfehlung für unser Theater. Die Julia de Weert fang Erna Wigger recht angenehm; Georg Winter gab den Detter mit gutem Einsatz, aber nicht überall rein in der hohen Lage. Das zweite Pärchen spielten Anneliese Kerting und Heinz Dirneburg: das Ehepaar Kuhbrodt: Otto Kraatz und Nuschi Wiesner. — Das Haus war schwach besetzt. Den nächsten. Fremdenvorstellungen sind besserer Besuch und bessere Aufführungen dringend zu wünschen. hth. Abenteuer mit Elchen. Es ist bekannt daß sich dank der Schutzmaßnahmen die Zahl der Elche in der ostpreußischen Memelniederung, besonders in den eigentlichen Elchrevieren Nemonien, Ibenhorst und Tawelling- ken in erfreulicher Weise vermehrt hat. Nicht selten kommt es vor, daß einzelne Elche oder kleine Trupps die eigentlichen Elchreviere verlassen und sich auf „ Ausflüge" begeben. So lief vor kurzem ein Elch auf der Chaussee Ruß-Hehde- krug vor einem Autobus her, der natürlich mit Rücksicht auf ihn langsamer fuhr, bis mitten in das durch Herrmann Sudermann weitbekannte Städtchen Heydekrug hinein, wo er in gemütlichem Trabe durch die Hauptverkehrsstraße strolchte und ihm eine Schar ostpreuhifcher Jungens mit Halloh das Geleit gab, bis er im Dunkel des. Abends freies Feld erreichte. Bei UH-- lofnen im Memelgebiet geriet ein junger Elchbulle in einen Torfstich, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Zwei Dorfleute aus Uh- löknen zogen ihn heraus und brachten ihn, da er stark erschöpft war, auf einem Schlitten nach Hause, wo sie ihm in einem Kuhstall so lange Obdach gewährten, bis er sich genügend erholt hatte und wieder in die Freiheit zurückkehren konnte. In der Gartensiedlung Sandlauken im samländischen Kreise Fischhausen setzte ein Elch aus dem nahen Walde mit einem mächtigen Sprung über den Gartenzaun und bedrängte eine im Garten arbeitende Frau. Diese flüchtete schließlich in ein Gasthaus. Der kapitale Elch folgte ihr auf die Gasthausveranda unb versuchte, von dort ebenfalls in die Gaststube zu gelangen. Rur sein Geweih und seine Gröhe hinderten ihn daran, worauf er friedlich abzog. Die Bewohner des Hauses, sogar die des ersten Stockwerkes, waren inzwischen in den Keller geflüchtet. Dor einigen Jahren wurde ein Photograph der im Bredschuller Bloor (im Kreise Niederung- Elche auf freier Wildbahn photographieren wollte, von einem mächtigen Elchhirsch angegriffen; der Photograph muhte schließlich auf einen hohen Baum flüchten, worauf der Elch diesen Baum mit seinem Geweih unb mit den Dorderhusen bearbeitete. Da der Baum morsch war, rettete sich ber Photograph auf einen starken Ast des benachbarten fräftigen Ahornbaumes. Auch das bekannte Ostseebad Cranz an der Samlandküste, in dessen Nähe sich oft Elche zeigen, hat schon manchmal den Besuch von Elchen erhalten. 1927 kam ein Elch sogar bis in das Stadtgebiet von Königsberg der Hauptstadt Ostpreuhens, in die nächste Nachbarschaft des Neuen Luisenkirchen- Friedhofs. Kurz vorher überschwamm in Cabiau, unmittelbar beim Pregel-Wasserwerl, eine Elchkuh den Pregel. In den Dörfern des Memel- Deltas sind Clchbesuche nichts Seltenes; sie zeigen sich hier im allgemeinen sehr zutraulich und jagten in einigen Fällen große Dorfhunde, von denen sie angegriffen wurden, mit erstaunlicher Tapferkeit in die Flucht. Witze im Wolkenkratzer. Zwei Freunde find nach Amerika ausgewandert. Da gerade verschiedene Kongresse in Neuyork tagten, fanden sie kein Hotelzimmer. Derzweifelt kamen sie spät nachts zu einem Wvllenkratzer-Hotel. Entmutigt fragten sie den Portier, ob er noch ein Zimmer frei hätte. „Da haben Sie Glück, ein Zimmer mit zwei Betten ist noch im fünfzigsten Stock frei, aber der Fahrstuhl geht nicht mehr." „Wie werden wir raufkommen?“ fragt der eine den anderen. „Ich werde dir Witze erzählen, dabei wird schon die Zeit vergehen." Die Ditze des einen Freundes reichten aber nur bis zum 40. Stockwerk. „Gut, werde ich dir einige Witze erzählen!“ sprach der andere. Und so kamen sie zum 48., 49., 50. Stock. Oben angelangt, sagte der eine der Freunde: „Jetzt werde ich dir einen Witz erzählen, da wirst du wirllich lachen: Ich habe die Schlüssel unten liegengelaffen. (Lust. Bl) Sochschulnachnchlen. Der ordentliche Professor Dr. Fedor Schneider in F r a n k f u r t a. M hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der mittleren Geschichte in Freiburg i. B. erhalten. — Der durch die Berufung von Professor Pietrusky nach Bonn an der Universität Halle erledigte Lehrstuhl der gerichtlichen Medizin ist beut ordentlichen Professor Dr. Willy Dorkastner in Frankfurt a. M. angeboten worden. — Der Berliner Prioatdozent Dr. Heinz Hopf hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Mathematik an der Universität Freiburg i. B. erhalten. — Zur Wiederbesetzung des durch Professor von Haderers Weggang erledigten Lehrstuhles der Chirurgie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf ist ein Ruf an Professor Dr. Emil Karl Frey an der Universität Berlin ergangen. — Der durch Ableben von Professor Jos. Marquart an der Universität Berlin erledigte Lehrstuhl der iranischen Philologie ist dem Ordinarius an der Leipziger Universität, Dr. Hans Heinrich S ch a e d e r angeboten worden. — Zur Wiederbesetzung des Lehrstuhls der Kirchengeschichte in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Breslau ist ein Ruf an Professor Lic. Dr. Hans fieube in Leipzig er- ?angen. — Der in der evangelisch-theologischen Fa- ultät der Universität Bonn erledigte Lehrstuhl der Kirchengeschichte ist dem Prioatdozenten Lic. theol, Ernst Wolf in Rostock angeboten worden. ly.SesWe LandesgeMeWau in Gießen. Für den Geflügel, und V o,g e l z u cht v e r. ein Gießen und Umgegend war die Der- anftaltuna der 19. Hessischen Landesgeflügelschau, die am Samstag und Sonntag in der Bolkshalle staitfand, ein großer Erfolg. Äon etwa 220 Ausstellern aus allen Kreisen der Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg wurden über 9 5 0 Tiere zur Schau gestellt, und fesselten die Aufmerksamkeit der Besucher. Den Besuch an den beiden Ausstellungstagen kann man als befriedi- icnb bezeichnen, denn nicht weniger als 2500 Per- onen wurden in der Ausstellung gezählt. Sehr tark war naturgemäß an dieser Ziffer die Landbevölkerung unserer nächsten Umgebung beteiligt, obwohl auch viele eine weitere Reise nicht scheuten. Lebhaftes Interesse brachte auch die Gießener Stadt- bevolkcrung der Ausstellung entgegen. Während der Besuch am Samstag nur einige hundert Personen brachte, fanden sich im Laufe des Sonntags, besonders am Nachmittag, über 2000 Personen ein, die sich die Heerschau des rassigen Gcslügels nicht entgehen lassen wollten. — Am Samstag kurz nach 11 Uhr fand die Eröffnung der Ausstellung statt. Der erste Borsitzende des hiesigen Geflügel- und Bogelzuchtoereins Herr Funk begrüßte die geladenen Gäste, hieß insbesondere Minister Kore l l willkommen, der die Schirmherrschaft über diese Ausstellung übernommen hatte, begrüßte ferner als den Vertreter der Landwtrtschaftskammer Oekonomierat Breidenbach, als den Bcrtreter der Universität Professor Dr. Sessous, den Vertreter des Landesverbandes Hessischer Geflügelzüchter, den Abteilungsvorsteher des Tierzuchtinstituts der Universität Gießen Dr. Lana und eine Reihe weiterer Gäste. Für die Stadt Gießen war Bürgermeister Dr. Seid anwesend. Nach dem Vorsitzenden des Vereins sprach der Minister Karell seine Genugtuung und den Dank aus für die Ausgestaltung der Ausstellung. Ocko- nomierat Breidenbach gab ebenfalls in kurzen Worten seiner Freude über die große Ausstellung Ausdruck und wies zugleich auf die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der Geflügelzucht hin. Dr. Lang betonte die Verbundenheit des Tierzuchtinstituts mit der Sacke der Geflügelzüchter und verwies im übrigen auf die Sonderschau des Tierzuchtinstituts und des Veterinärhygienischen und Tierseucheninstituts, die auf der Bühne der Bolkshalle unter- gebracht war. — Der kurzen Eröffnung folgte ein Rundgang, an dessen Schluß sich der Minister vorbehaltlos über die gute Organisation der Ausstellung, als auch über das Tiermaterial in anerkennendem Sinne aussprach. Die Ausstellung bot nicht nur für den Fachmann, sondern auch für den Laien eine Quelle vielseitiger Betrachtung. Schon beim Betreten des Vorplatzes der Volkshalle empfing den Besucher eine Fülle von Tierstimmen, von dem sonoren Geschnatter der Enten, bi» zum schrillen Diskant des Zwerg- Hohnes. In langen Reihen standen die einheitlichen, sauberen, geräumigen Käfige: sie boten selbst großen Tieren genügend Raum. Allenthalben sah man prachtvolle Tiere, wohlgeeignet, der Stolz des Züchters zu sein. Wenn man dabei die Schönheit der einzelnen Formen, die Vielseitigkeit der Sorten und die strenge Einheitlichkeit in Gestalt und Farbe der Zuchtstämme, als besonders auffallend empfand, so verband man damit wohl oft die Frage, ob diese Tiere auch den Anforderungen entsprechen, die man in volkswirtschaftlicher Hinsicht als Ziel der Züchtung erstrebt, oder wenigstens erstreben müßte: die Leistung. Daß auf diesem Gebiete wesentliche Fortschritte als Ergebnis der Züchtung zu verzeichnen sind, dürfte kaum bestritten werden können. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle auf einzelne Tiere einzugchen, bemerkt muß jedoch werden, daß gerade unter den Zuchtstämmen hervorragende züchterische Leistung sestzustellen waren, eine Tatsache, die darin ihre Bestätigung fand, daß eine verhältnismäßig große Anzahl von Zuchtstämmen mit Ehrenpreisen bedacht werden konnte. Bel der Fülle und Güte des Materials dürften die Preisrichter, deren einige sich in die Arbeit teilen mußten, keine leichte Aufgabe gehabt haben. 3m Rahmen der Ausstellung kam neben einer Reihe von Sonder'chauen große Bedeutung denAb- teilungen zu, die das älniversitäts-Tier- z n ch t i n st i t u t, Oberer Hardthof und das V e - tärinärhygienische und das T i e r s euch e n i n st i t u t beisteuerbe und damit die Veran- Haltung zur Vollkommenheit ergänzte. Das Tierzuchtinstitut vermittelte an Hand einer Reihe von einfachen und leicht überblickbaren Statistiken die Entwicklung der Geflügelzucht in Hessen und einen Lieberblick über die Giererzeugnng in Deutschland während des Jahres 1929, aus dem hervorging, daß 32 Prozent des deutschen Eierbedarfs aus dem Auslande bezogen und etwa 300 Millionen Mark dafür ausgeworsen werden mußten. Besonders interessierte zweifellos die Tatsache, daß eine Leghornhenne, die am versuchsinslllul gehalten wird, während des Jahres 1929 insgesamt 303 Lier legte. Als Ergebnis einer vielbewußten Züchtung dürfte dieses Tier zugleich den hohen Wert der züchterischen Tä’igteit in das rechte Licht gerückt ha^en. Das Tierseucheninstitut veranschaulichte an Hand einer großen Anzahl von Diapositiven, an zeichnerischen Darstellungen und an Präparaten die Krankheiten, denen das Geflügel anheimfällt, und wies Zugleich Wege, wie man den verschiedenen SeucHen Einhalt gebieten kann. 3n den übrigen Sonderschauen wurden durchs die verschiedenen einheimischen und auswärtigen Firmen die Erzeugnisse der Industrie und der Futtermittelbranche gezeigt. Als wohlverdienter Lohn wurde den Züchtern eine Anzahl von wertvollen Preisen zuteil, die auf der Bühne zur Schau gestellt waren und sicherlich dem Züchter, der diesmal nicht als Träger erster Preis aus dem Wettstreit hervorgehen konnte, Anreiz zu weiterer ernster Arbeit sein mochten. Die überaus reichliche Ausstellung mag zugleich für viele Züchter eine Menge von Anregungen für seine weitere Betätigung gebracht haben, denn der Sinn der Schau kann nicht darin allein liegen, Tiere nur zu zeigen, sondern mehr in dem Wunsche, fördern zu helfen, wo Forderung notwendig ist. Das große Arbeitsgebiet und die damit verbundene dankbare Mitarbeit an einer volkswirtfchafllichen Kräftigung in unserem Ta'.er- lande muß dem Züchter immer wieder neuen Im- I puls geben Wenn die Auswirkung sich rn diesem Sinne vollzieht, dann hat die Ausstellung ihren I höheren Zwöck erfüllt. große Gefahr, daß die Vertreter Britisch Indiens mit fast fix und fertig ausgearbeiteten Dersas- sungen vor die Konserenz hintraten und damit die Konferenz auf die starren Wege drängten, wie sie z. D. in Gens, und zwar fast immer ohne Erfolg beschritten werden. -Diese Gefahren hat Macdonald sehr geschickt dadurch ge- bannt, daß er den DersassungSfachverständigen Lord Sankey mit der Vorlage einer Reihe von prinzipiellen Fragen betraut hat. Die Verhandlungen sind damit dahin gedrängt worden, sich nur mit den Hauptpunkten zu besassen: soll der Föderalismus da« oberste Prinzip sein? Wie soll die Zentralgcwalt in Indien aus- sehen? Wie sind ihre Beziehungen zu den Vro- vinzen Britisch Indien- und zu den indisch.m Staaten? Wie weit reicht ihre Verantwortung und welche Rechte hat sie? Es wäre falsch, die großen Schwierigkeiten zu verkennen, die sich trotz des rein praktisch ge- . stellten Ziele- noch einer Einigung entgegenstellen. Sie werden int Laufe der Konferenz sicherlich zutage treten. Die sind aber ihrer stärksten Gefahren jetzt schon beraubt, wenn es gelingt, die praktische Basis zu schaffen. Lind eS kann der zukünftigen Entscheidung Vorbehalten bleiben, auf welches Gleis man sie schieben tolll. Sicherlich liegt z. D. den Engländern nicht viel daran, da- Problem der Armee jetzt schon in allen Einzelheiten lösen zu wollen. Die Zeit dafür ist noch nicht reif. Sie wird aber einmal reif sein: es genügt daher, wenn man der Entwicklung die Bahnen weist, die sie einmal gehen soll oder kann. Ein Beispiel ist Aegypten, Aem man in der Deklaration von 1922 die Unabhängigkeit zufagte, sie jedoch durch die vier Reservationen so verklausulierte, daß die lebenswichtigen Interessen Englands für die Ueber- gangszeit gesichert waren. Man braucht nicht überrascht zu sein, wenn die englisch-indische Konferenz dieselben Wege gehen muß und letzten Endes die alt-englische Kunst siegt, Staaten- gebilde langsam in einem Rahmen heranreisen lassen, der einerseits den Zielen und Bedürfnissen des Weltreiches und Englands entspricht, andererseits aber sich zukünftigen Erfordernissen anzupassen weiß. Sich die Freiheit des HandelnS vorzubehalten imb beweglich zu bleiben, das ist das Geheimnis englischen staatsmännischen Könnens, daS dem Mutterland die revolutionären Erschütterungen ersparte und ein lebendige- Weltreich schuf. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. Dezember 1930. Besinnliche Stunden. Wenn der Winter mit rauher Hand in den Straßen regiert, ist der Aufenthalt im behaglichen Zimmer das Allerschönste. Ob wir uns im Kreise der Familie befinden, oder mit guten Freunden zusam- mensitzen, immer werden solche Abende zu einem kleinen Feste. Freilich kann das nicht jeden Tag sein, und leider wird in der heutigen aufgeregten Zeit vergessen, daß uns auch stille Stunden viel mehr sein können, als Gesellschaften, in denen es sehr lebhaft zugeht. Es muß ja nicht immer „etwas los fein"; sonst besteht die Gefahr, daß wir nur äußerlich leben und nie zur Besinnung kommen. Sind diese Wintertage nicht wie geschaffen für solche einsamen Abende? Sind wir innerlich nicht so reich, daß wir nun von den Schätzen, die uns die -verstossenen Jahre gaben, zehren können? Holen wir doch aus unferm Herzen den Sonnenschein und den blauen Himmel, die wir in glücklichen Stunden in uns aufnahmen! Die Natur ist zur Ruhe gegangen, die Bäume verloren ihren Schmuck. Aber still verborgen arbeiten die Säfte in Wurzeln und Stamm uflb schaffen unermüdlich für die kommenden Tage. Lassen auch wir nun unsere inneren Kräfte arbeiten! Allein sein, heißt noch lange nicht verlassen fein. Gab uns doch das gütige Schicksal die Gabe der Erinnerung. Schauen wir in solchen stillen Stunden rückwärts, so werden wir glückliche Erlebnisse haben. Alles Kleinliche und Verwirrende der da- maligen Tage tritt ganz zurück, nur die Höhe- (»unkte bleiben, und ein milder Zauberschein um- lutet vergangene Zeiten. In Wirklichkeit schaffen wir a wieder neue Erlebnisse, unbewußt schaltet unsere Fantasie das Trübe und Schwere aus und stellt vor unser Auge nur glänzende Bilder. Wollen wir bei dieser Rückerinnerung vom „verlorenen Paradies" sprechen? Das wäre doch wohl verkehrt. Denn was wir noch besitzen, ist uns nicht verloren. Und, Gott sei Dank, sind die vergangenen Zeiten unser Eigentum, das uns niemand rauben kann. Selbst traurige Geschehnisse werden durch die Erinnerung gemildert, und unsere Seele kann Früchte ernten, Oie wir früher nie beachtet haben. Für die stillen Stunden können wir auch einen stillen Freund einloben. Dieser Freund ist das gute B u ch. Ich denke hier nicht an das Buch der Arbeit, das neue Probleme vor uns aufrollt, sondern an das gute Unterhaltungsbuch, aus dem der Dich- ter zu uns spricht. Es ist und bleibt für viele Men- scheu der beste Freund. Mir wenigstens geht es so mit meinen Büchern: Die Gestalten darin leben und sprechen mit mir. Jede gute Erzählung wird mir zum Erlebnis, jedes Gedicht, das meine Seele gefangen nimmt, hilft mir, daß die Lesestunden zur Feier werden. Aber auch mitten In einer Erzählung kann ich das Buch hinlegen, und meine Gedanken, die durch das Lesen aufgescheucht wurden, wandern zurück und sehen m ch in einer ähnlichen Lage. Irgendwann geschah das doch auch so in meinem Leden? Und eine stille Einkehr folgt, verklungene Zeiten rauschen herauf ... Warum haben viele Menschen solche Angst vor der Stille, der Einsamkeit? Sie fürchten sie und schrecken zurück wie vor einem dunklen Abgrund. Wenn sie nicht vom Lärm des Tages umhüllt sind, wenn sie nicht irgendwie etwas hören oder sehen können, dann fühlen sie sich nicht glücklich. Solche besinnlichen Stunden sollten uns gerade als Gegengewicht unserer Arbeit willkommen sein. Das sehe »ch immer wieder bei den Bauern. Bei ihnen fand ich die meisten Schweiger. Nach vollbrachtem Tagewerk können sie stundenlang im Zimmer sitzen, und franst du, was sie eben denken, dann hörst ou nie, daß sie an Zukunstspläne gedacht haben, sondern ihre Gedanken wandern zurück in die Vergangenheit. Sie reden dann wohl, wie es früher war, wie es der Vater gemacht hat, und was wohl der Großvater sagen würde, wenn er noch da wäre. Solche einfachen Leute, die den Abend um den Ofen sitzen, ganz wenig plaudern, dafür aber in ihrem Geiste rückwärts schauen, solche Menschen er» leben unbewußt besinnliche Stunden die sie starken, die neue Kräfte verleihen. Was wir uns bei den Dichtern holen, Trost und Zuversicht, das holen sie sich aus dem Schatz ihres arbeitsreichen Lebens und ihrer engen Verbundenheit mit der Natur. „Ich weiß für ruhige Feierabende nichts Edleres und Wohltuenderes, als ein stummes Gespräch mit den Schatten aller jener Augenblicke, die, in Wohlsein oder Schmerz das alltägliche Maß überschreitend, sich als reife Früchte lösten und nun zeitlos und immer gegenwärtig meine Schätze und meine Freunde sind." (Hermann Hesse.) M. Daten für Dienötag, 9. Dezember. 1641: der Maler Anthonis van Dyck in London gestorben; — 1717: Der Altertumsforscher Ioh-ann Wtnckelmcrnn in Stendal geboren. Vornotizen. — TageskalenderfürMontag. Deutsche AngesteUten-Krankenkasse! Hauptversammlung, 20.30 Uhr, im „Hessischen Hof". — F. G. F.: Monatsver- sammlung, 20.30 Uhr, bei Kamerad Dippel. — Tannenbergbund, Gau Oberhessen: Oessentlicher Vortrag, 20.15 Uhr, im „Bayrischen Hof". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Leutnant warst du einst bei den Husaren". — Astoria-Lichtspiele: „Der Flieger von Kalifornien" und „Prinz Louis Ferdinand". — AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen gelangt unter der Spielleitung Walter BäuerleS „Reibhardt von Gneisenau", Schauspiel von Wolfgang Goetz, zum letztenmal zur Aufführung. Beginn 19.30 Tlhr. — Am Samstag, 13. Dezember, Erstaufführung von „Goldmarie und Pechmarie", Weihnachtsmärchen von Alohs Prasch; es gelangt in diesem Iahr unter der Spielleitung von Karl Volck $ur Aufführung. Mit Rücksicht auf die auswärtigen Besucher wurde der Beginn der Vorstellung auf 15.30 Uhr gelegt. Folgende Züge ermöglichen einen rechtzeitigen Besuch der Vorstellung: Butzbach ab 14.45 Uhr, Gießen an 15.05 Uhr (Eilzug) ; Marburg ab 13.40 Uhr, Lollar ab 14.16 Uhr. Gießen an 14.26 Uhr; Wetzlar ab 14.10 Uhr. Gießen an 14.28 Uhr; Gelnhausen ab 13.08 Uhr. Büdingen ab 13.30 Uhr. Ridda ab 14.06 Uhr. Hungen ab 14.31 Uhr. L i ch ab 14.42 Uhr. Gießen an 15.04 Uhr. Grünberg ab 13.21 Uhr, Gießen an 14.34 Uhr; Grosten-Buseck ab 12.07 Uhr. Gießen an 12.22 Uhr. — Der Dichter Hermann Stehr liest auf Einladung des GoelhebundeS am Dienstag, 9. Dezember, 20 Uhr in der Reuen Aula aus eigenen Werken. Wir verweisen alle Interessenten nochmals auf diese literarisch wertvolle Veranstaltung. •• Der Kupferne* Sonntag brachte bet günstigem Wetter unserer Stadt einen lebhaften Verkehr, der aber zum Teil auch auf den Besuch der Landbevölkerung in der Geflügelausstellung zurückzuführcn sein dürfte. Die Reichsbahn hatte von den Mittagsstunden ab stärkeren Betrieb auf- Autoclfcn, der aber erheblich hinter der Inanspruchnahme am Kupfernen Sonntag deS Vorjahres zurückblieb. Die Wagen der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen waren kaum stärker besetzt als sonst, dagegen wurden die Kraftomnibusse der ReichSpost auf allen Linien erheblich in Anspruch genommen, nach Wißmar und Launs- bach mußten sogar Sonderwagen gesahren werden. In den Geschäftsstraßen bewegte sich eine große Menschenmenge, die mit Interesse die reichhaltigen und geschmackvollen Auslagen in den Schaufenstern unserer Geschäfte besichtigte. Das Kaufgcschäst war aber nach unseren Beobachtungen im allgemeinen noch gering, in der Hauptsache beschränkten sich die meisten Besucher gestern auf Besichtigungen. Hosfentlich werden die weiteren Tage vor Weihnachten unserer Geschäftswelt so starken Zuspruch bringen, daß sie wenigstens einigermaßen ihre Erwartungen erfüllt sieht. “ Einen unruhigen Sonntagabend hatte gestern unsere Polizeibeamtenschaft. Anläßlich der nationalsozialistischen Versammlung in der Turnhalle am Oswoldsgarten. über deren Verlaus wir noch berichten toerben, hatte sich am Oswaldsgarten eine große Menschenmenge einge-- sunden, deren weitaus größter Teil aus jungen Kommunisten bestand. AuS dieser Menge heraus erfolgten tätliche Angriffe gegen einen Studenten und einen Kaufmann, die durch Hiebe bzw. durch einen Wurf mit einem großen Backstein am Kopfe erheblich verletzt wurden und nach der Feuerwache gebracht werden mußten, wo ihnen erste Hilfe zuteil wurde. Die polizeiliche Sicherungsmannschaft schritt bei dem Tumult sofort tatkräftig ein und verhaftete einen führenden Kommunisten, den sie nach dem Polizeiamt verbrachte. Daraufhin formierte sich ein ansehnlicher Zug von Gesinnungsgenossen des Verhafteten, der zum Polizeiamt ziehen und dort die Freilassung des Festgenommenen erreichen wollte. Die Polizei war aber in starker Bereitschaft vor dem ersten Polizeirevier zur Stelle, so daß die Zugteilnehmer auf den Marsch bis zum Polizeiamt verzichteten und an der Ecke Drand- platz/Senckenbergstraße Halt machten. Rach geraumer Zeit rückten sie wieder ab und zerstreuten sich schließlich, da mittlerweile noch eine Schupobereitschaft aus Butzbach hier eingetroffen war. Die Versammlung in der Turnhalle nahm einen ruhigen Verlaus, daS Versammlungslokal und seine nächste Umgebung waren polizeilich gesichert. Abgesehen von ber oben gemeldeten Verhaftung — der Festgenommene wurde im Verlaufe der Rächt wieder auf freim Fuß gesetzt —, kam es erfreulicherweise zu keinerlei to.'iteren Anlässen, die ein Eingreifen der Polizei erforderlich gemacht hätten. "DieAusverkäufeimKreiseGießen. Nach einer Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im neuesten Amtsver. ändigungsblatt finden die Aus- Verkäufe im Kreise Gießen nickt in den Tagen vom 2. Januar bis 15. Februar, fonoern in der Zeit vom 5. Januar bis 15. Februar 1931 statt. ** Evangelische Pfarrpersonalien. Dem Pfarrer Otto Götz Nieder Wiesen, wurde die Pfarrstelle zu Heubach (Dekanat Groß-Umstadt) und dem Pfarrer Adolf K a l b h e n n, Großen-Buseck, die Pfarrstelle zu Kirch-Göns (Dekanat Gießen) übertragen. * Sängerehrungen. Der Hessische Sän- gerbunb zeichnete die Mitglieder Karl Faber (Liederkranz Gießen), Heinrich Dechert und August Iung (Frohsinn, BernSfeld), und Heinrich Wolf (Liederkranz Düdelsheim) für 40- jährige aktive Sängertätigkeit mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes aus. •• Preußisch-Süddeutsch« Klassen- lotteri«. Die Erneuerung der Lose zur dritten Klasse muß planmäßig spätestens btd zum 10. Dezember 18 Uhr bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Einnahm« erfolgen. •* Fundsachen-Derzelchnis. DaS tpo* liaeiamt teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat November gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts. Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwÄ Monaten beim Pfundbureau während der Dienststunden geltend zu machen. ** Das Orgelkonzert Günther Ramin verfchoben. Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Das für den 11. Dezember vorgesehene Orgelkonzert in der Stadtkirche, zu dem der zur Zeil Wohl bedeutendste Organist. Herr Günther Ramin von der Leipziger St. Thomaskirche verpflichtet worden ist. muh leider verschoben werden, da eine notwendig gewordene eingreifende Reparatur der Orgel bis zu diesem Termin nicht fertiggestellt werden kann. Der Künstler hat freundlicherweise seine Zusage auch für einen späteren Termin aufrechterhalten. Der Tag. an dem das Konzert nunmehr stattfinden wird, kann noch nicht bestimmt werden. Der Zeitpunkt wird aber so rechtzeitig bekanntgegeben werden, daß alle MusikfreuiHe, die dem Konzert mit Spannung und Freude entgegensehen. sich möglichst lange vorher den Termin festlegen und freihalten können. (Räheres in der Anzeige vom Samstag.) ** Die DeutscheDemokratische Partei In Gießen hielt, wie man uns berichtet, im „Aquarium" eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der nach einem Rückblick des Vorsitzenden, Stadtschulrats Fischer, auf die Entwicklung der Deutschen Demokratischen Partei und ihr Wirken auf einmütigen Beschluß, den Beispielen in anderen Städten folgend, die Auflösung des Ortsoer. eins Gießen der Deutschen Demokratischen Partei und die Gründung einer Ortsgruppe der Deutschen Staatspartei beschlossen wurde. Die Mitglieder der bisherigen Ortsgruppe und deren Vermögen wurden der neugeschaffenen Organisation zugeführt. Der Vorstand der seitherigen DDP. führt vorläufig die Geschäfte weiter, nur wurde einstimmig der Berufsschullehrer S t e i n m a n n zum Vorsitzenden gewählt; die Wohl der übrigen Vorstandsmitglieder soll in einer im Januar stattfindenden Versammlung der Deutschen Staatspartei erfolgen, damit außer den gegenwärtigen auch noch neuhinzutre- tende Mitglieder ihren Einfluß bei der Wahl geltend machen können. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach der hessische ßanbiagsabgeorbnete Neider. Der ©runbgebante ber Schaffung einer neuen Partei sei bie Zusammenfassung bes Bürgertums, bas aus ber Enge heraus zu großen Zusammenfassungen streben müsse. Eingehend behandelte der Redner auch die Stellung der Partei zur Außen- und insbesondere zur Wirtschaftspolitik. Die alten Parteibegriffe links und rechts feien längst durch andere Dinge überholt. Fragen bas Kapitals, ber Banken, Börse usw. werben von großen Wählerschichten gleich beurteilt. Die Staatspartei stehe nicht links und nicht rechts, sie stehe hinter dem heutigen Staate. Sie kämpfe für die Erhaltung einer großen Mittelschicht. Man komme heute mit der ein« fachen Formel, daß man zum Privatbesitz stehe, nicht mehr durch. Der Kampf ber Staatspartei gehe um die Idee der Demokratie, die politisch Mündigen würdig sei. Unter Schilderung bes Parteitages in Hannover fanden Wege und Ziele der Staatsvartei eingehende Würdigung. Dem Referat schloß sich eine rege Aussprache an. ' Kaufmännischer Verein und OrtSgewerbeverein. In ber Reuen Aulä fand dieser Tag» wieder ein Vortragsabend des Kaufmännischen Vereins und Ortsgewerbe«- Vereins statt, der sehr gut besucht war. Herr E. Mühlbach (Hamburg) sprach über daS Thema „Gllück und Tragik der Vererbung". Der Redner ging aus von den Mendekschen Experimenten an Pflanzen um die Mitte des vorigen IahrhundertS und erklärte die grunb» sähliche Bedeutung der von Mendel ausgestellten Sätze, die in der Folge von den Forschern Czer- inak, Correnz, de Fries übernommen, erweitert und vertieft wurden. An Hand von einfachen Darstellungen an der Tafel wies der Redner die bestimmte Gesetz- und Regelmäßigkeit in ber Vererbung von Eigenschaften (der Farbe, ber Form, der Art) an einigen Pflanzenarten nach, mit denen besonders charakteristische KreuzungS- versuche unternommen wurden, die, dabei doch zu sog. „reine Linien" führten. Gr^ging zugleich auch auf die wirtschaftliche Bedeutung pflanzenzüchterischer Erfolge ein und erinnerte besonders an den Versuch eines amerikanischen Farmers, dem es gelang, kernlose Pflaumen zu züchten. Die Regelmäßigkeit der Vererbungserscheinun- gen in direkter und indirekter Form übertrug der Vortragende auf Tiere, verwies auf typische Beispiele der Kreuzung von Boxer und Setter und dem mit den besten Eigenschaften ausgestai- teten Dobermann als Ergebnis. Schließlich ging der Vortragende auf die vererbten Kräfte im Menschen ein, wies nach, daß sich auch hier die Gesetzmäßigkeit im Grunde In der gleichen Art wie bei pflanzlichen und tierischen Existenzen verfolgen läßt. Er belegte diese Tatsache an Hand von Stammbäumen der 5ami'J;cn Darwin und Bach, in denen die Vererbung bestimmter guter Eigenschaften nachzuweisen ist. und stellte dem einen Alkoholiker und feinen Einfluß auf die geistige Beschaffenheit feiner Rachkommen gegenüber. Zum Schluß seines Vortrages wies der Redner daraus hin, daß schlechte Eigenschaften durch Milieu und Lebensweise in ihrer Wirkung abgeschwächt oder aber verstärkt würden, daß es aber in die Hand des Menschen gegeben sei. di« Werte seiner Rachkommenschaft zu bestimmen, sofern er nach den Erkenntnissen der Vererbungswissenschaft sein Handeln bemess«. Dem Redner wurde lebhafter Beifall gezollt. SriefTaften Oer Heöaftion. iRcchlsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) Grünberg. Gesetzliche Voraussetzung für Pen- sionsgcwährung durch die Fürsorgekasse der Hessischen Gemeinbebeamten ist Vollendung bes 65. Lebensjahres, ober Dienstunfähigkeit infolge Dienstunfalls ober Dienftertrantung. Neben dieser gesetzlichen Voraussetzung muß eine Wartezeit von 10 Jahren erfüllt sein, bic bei Bürgermeistern auf 6 Jahre herabgesetzt werben kann. Obige gesetzlichen Voraussetzungen müssen aber immer erfüllt sein. Ein Bürgermeister, ber nicht wiedergewählt wirb und nicht 65 Jahre alt ist, hat keinen Pensionsanspruch. Der zu zahlende Beitrag an die Kasse beträgt 16 Prozent bes Einkommens. Ist ber bort zu wäh- lertbc Bürgermeister bisher nicht Mitglieb bleser Pensionskasse gewesen unb erhebt er Anspruch auf Anrechnung früherer Dienstjahre, so sinb für bie an- zurechnenben Dienstjahre bie Beiträge von der Gemeinde nachzuzahlen. Diese Nachzahlung beträgt z. B. bei einem Diensteinkommen von 300 Mart monatlich und bei 10 Dienstjahren zirka 6000 Mark. I stfc Wn bet. 'er Aa. wird Äember Site flttoat. S bl4 M N r-vL K statt. Jtf derben. J® bekannt. & die dein Entgegen, fers ^Partei berichtet, im 'raiDerfamm« «Mten. Cntroicfiuna nb ihr Wirken in an- j«s Vrtsoer- m Partei R Deichen ^itzliedei der Mögen wur- "gefuhri. Der vorläufig die ) der 'Berufs, rfistenden ge> udsinitalieder ?n AtisaiM. chen, damit neichinzutre. Wahl geltend ife der Per- rabgevrdnet» Minna einer । des Bürger« rohen Zufani- ad behandelte ■t Partei zur iflspolitif. Die i leien langst das Kapitals, großen Wh. lspartci stehe ! hinter dem Haltung einer e mit der ein« oatbesih stehe, lahpartei gehe ijch Mündigen Parteitages in r Ttaalspartei schloß sich eine rein und Heuen Aula odtafl4ac:nd Orb-züoer'oe- )t toai. Herr ich über daL Heretbunf. Mcndek|ch-n ie Mille des le die gründ' >1 ausgefielllin orscheM Czer« nen, erweitert von einfachen er Äebner die stgkeit in M ir S-rde, der \ynartm naH. ie Kreuzung^ e dabei doch ging zugiech s@ NS i übertrug der , °us Ä er und Selter wen ausgestol Sm «5 Un Kraft- un auchhier^ r gleichen M Spistenz«2 ä# TgenfMen irden, tic -geben iftion- ind'tch'e" btt tzung W S jung DeLnüun- *K>« diLNsohr-n °;Lrehtt' tfe'N-I und Etz I«r»o,yutol« er «" ? >"W»>5 Das Preisniveau im Schuhhandel. Don Dem Verein der Schuhhändler von Gießen und Umgebung wird uns mitgeteilt: Zu den Branchen, die mit dem Preisabbau läng ft vorausgeeilt find, gehört der Schuheinzelhandel, wie überhaupt die Schuhwirtschaft. Die Schuhbranche ist mit ch^n Preisen so weit heruntergegangen, daß als 0 o d) - sterProzentsay25Prozentüberdem Friedenspreis feftgeftellt werden tonnte, ja, daß man sogar in vielen Artikeln bererts am Friedenspreis, in einigen Fällen auch noch darunter angelangt ist. Berücksichtigt man dabet den Rückgang des Geldwertes feit 1913, so kommt man zu dem Ergebnis, daß eine Erho hung der Schuhpreise gegenüber der Vorkriegszeit nicht eingetreten ist. Wenn die vom Stotistifchen Reichsamt herausgegebenen Indexziffern für Schuhe etwa 145 Prozent der Vorkriegspreife genannt haben, fo ist darauf hin^weisen dah diesem Index ganz falsche Vergleichsmaßstabe zugrunde gelegt werden. Es wird z. D. bei der Berechnung des Index noch immer der Preis.für Frauenstiefel aus Rindbox herangezogen, obwohl solche Frauenstiefel heute Wohl kein einziger Schuhhändler mehr führt. Es werden jetzt fast ausschließlich andere Arten von Schuhwaren hergesteilt, andere Modelle und andere Ledersorten verwendet, auch sind die Herstellungsmethoden wesentlich andere, als in der Vorkriegszeit. Für die Schuhindustrie muß aus dem Umstand, daß die Bodenlederpreise 10 Prozent unter und die Oberlederpreise 25 Prozent über den Vor- kriegspreisen liegen, also ein gewisser Ausgleich im Preis des wichtigsten Rohmaterials vorhanden ist, geschlossen werden, daß die Ursachen einer Preiserhöhung gegenüber der Vorkriegszeit hauptsächlich in dem wesentlich höheren Arbeitslohn und den allgemeinen Unkosten der Fabrikation liegen. Man weiß, daß die Schuhindustrie mit wenig Ruhen arbeitet und im Kampfe mit der Konkurrenz und angesichts der beschränkten Absatzmöglichkeit vielfach sogar ohne Rutzen, manchmal mit Verlust produzieren muh. Aber auch beim Schuhhandel liegen die Verhältnisse äußerst ungünstig. .Die Umsatzmöglichkeiten haben sich wesentlich verschlechtert. Die Berdienstmöglichkeiten sind bedeutend herab» gesunken durch dieganzenormeErhöhung der Spesenlast, also der Gehälter, Mieten, Steuern, sozialen Lasten und Reklamekosten im allgemeinen. Während ein mittleres Schuhgeschäft in der Vorkriegszeit mit einer Spesenlast bis zu höchstens 12 Prozent des Umsatzes zu rechnen hatte, liegen heute die Spesen zwischen 18 bis 24 Prozent im Durchschnitt. Die Preise für Herrenschuhe, Damenschuhe, Ar- beit-schuhwerk stehen nur etwa 10 bis 20 Prozent über den Dorkriegspreisen. Lediglich für Kinderschuhe, die jetzt auch schon der Mode unterworfen sind und gegenüber der Vorkriegszeit aus besserem Material und in feinerer Verarbeitung her- gestellt werden, ist eine Preiserhöhung von 20 bis 30 Prozent festzustellen. Bei den LuxuSfchuhen, für die Vergleichsmaßstäbe deswegen fehlen, weil fie erst in der Nachkriegszeit unter den Wirkungen der Schuhmode aufgekommen find, hat der Schuhhandel es nicht verstanden, das Moderifiko in der Kalkulation genügend zu berücksichtigen. Angesichts des schnellen Modewechsels sind daher Verluste auf dem Moderifiko unvermeidbar. Daß der Schuhhandel niedrigst kalkuliert, lehrt auch die erschreckende Zahl der Insolvenzen. Es muh als eine Ausgabe der Regierung erachtet werden, daß sie, nachdem fie die Frage deS Preisabbaues in die öffentliche Erörterung geworfen hat, jetzt auch öffentlich Feststellungen trifft, in welchen Branchen eine Preissenkung ohnehin stattgefundenhat. Die deutsche Schuhbranche Wird Anspruch darauf haben, bei solchen Feststellungen mit an erster Stelle genannt zu werden. s.ji.-tfpoit Kuhball in Heffen'Hannover. Der Spielsonntag brachte in der Gruppe Hessen- Hannover keine besonderen Ueberraschungen. Kurhessen Marburg, der Führer der Tabelle, vermochte Borussia Fulda mit 2:0 niederzuringen, Germania Fulda verlor mit dem knappen Ergebnis von 1:2 gegen Sport Kassel, der Spiel- Verein Kassel schlug FC. Ockershausen verhältnismäßig hoch mit 5:0. Hessen Hersfeld, die Mannschaft, die am vorletzten Sonntag in Gießen mit 3:1 gegen den VfB. Gießen verlor, gewann gegen Hermannia Kassel 5:1. SC. Kassel 03 unterlag gegen Großalmerode mit 1:2 und SE. Göttingen wurde von Kurhessen Kassel mit 2: 6 besiegt. Punktekämpfe in der Gruppe Main. Bis auf das Treffen Union Riederrad gegen Rot-Weiß Frankfurt find jetzt alle Verbandsspiele der Gruppe Main ausgetragen. Dieses noch ausstehende Spiel wird aber für die Besetzung des ditten Platzes entscheidend sein. Den zweiten Platz sicherte sich am Sonntag Rot-Wcih endgültig durch feinen 5:2-Sieg über Fechenheim. Union Riederrad schlug Offenbach 1:0, aber beide Mannschaften kommen noch für den dritten Platz in Frage. Gewinnt Riederrad gegen Rot-Weih, dann ist diese Mannschaft Dritter, verliert fie, dann geht der dritte Platz an Offenbach. Bei einem Unentschieden wäre noch ein Entscheidungsspiel zwischen Offenbach und Riederrad notwendig. — Der neue Meister, Eintracht Frankfurt, begnügte sich bei fernem letzten Spiel in Bieber mit einem Unentschieden von 1:1. Der Fuhballsportverein lief bei seinem Treffen gegen Hanau 93 noch einmal zu hoher Form auf, er gewann glatt 6:1. Hessens letzte Verbandsspiele. Der letzte Spielfonntag der Gruppe Hessen brachte die erwarteten Ergebnisse. Der Meister Wormatia WormS fertigte den 1. FC. Langen mit 4:0 ab, Alemannia WormS unterlag der Viktoria Urberach mit 2:0. Der Tabellenzweite, VfL. Reu-Ifenburg, besiegte den 'AbsttegSkandi- dat SV. 98 Darmstadt mit 4:0, der Tabellendritte, SV. Wiesbaden, wurde von FSV. Mainz 05 mit 3: 1 besiegt. So gab es in der vergangenen Saison keine Ueberraschungen, die Vereine hatten sich in der Gruppe Hessen ihrer Spielstärke nach placiert. Sine gute Vorstellung gab in diesem Iahre aufgestiegene Viktoria Urberach, die ihr gutes Abschneiden in erster Linie ihrem eifrigen, unverbrauchten Sturm verdankt. Hertha-BSL. geschlagett. Aus Berlin kommt die sensationelle Meldung, daß der deutsche Fußballmeister Hertha-BSC. von der um den Abstieg ringenden Mannschaft von Norden N o r d w e st mit 7:0 geschlagen wurde. Obwohl nicht anzunehmen ist, daß Hertha seinem Nachbarn einen Liebesdienst erweisen wollte, wird das Ergebnis zur Nachprüfung sicher noch die Der- bandsbehörden beschäftigen. Sport in den Gießener Schulen. Am Mittwoch treffen sich auf dem Universitäts- sportplatz die Mannschaften der Turnerschaft der llnioerfität und des Gymnasiums und des Realgymnasiums kombiniert zu einem Fußballspiel. Am Donnerstag stehen sich die Handballmann- schäften des Realgymnasiums und der Universität auf dem gleichen Platz gegenüber. Zweites akademisches Schwimmfest am Polytechnikum Friedberg. Das Amt für Leibesübungen am Polytechnikum Friedberg veranstaltete im Friedberger Schwimmbad fein zweites akademisches Schwimm- feft. Zahlreiche Zuschauer bewiesen dem immer mehr sportliche Bedeutung erlangenden Schwimm- Aus dem Lahn-Oünsberg-Gau. Rückschau auf die Ergebnisse der Vorrunde im Handball. — Gau-Spielersitzung. Unter der Leitung des Gauspielwarts Drols« b a ch, Garbenteich fand vor kurzem in Gießen die diesjährige ordentliche Ganspielerfitzung statt. Auf der Tagesordnung stand die Uebersicht über die verflossene Vorrunde und Neufestsetzung der Nachrunde der Handballverbandsspiele. Nach Durch- sprechung einzelner Spiele, die durch Abbruch beendet wurden (Garbenteich — AIbach, welches 4:2 endete und von Albach abgebrochen wurde ist für Garbenteich gewonnen, ferner mußte das Spiel Launsbach — Atzbach nochmals wiederholt werden), fetzte eine rege Aussprache ein. Bei den Jugendabteilungen haben Wieseck und Kinzenbach ihre beiden Mannschaften zurückgezogen. Der Beginn der Nachrunde wurde auf Anfang Januar festgelegt. In der Sitzung wurde ferner ein Antrag des Veroandsspielwarts Heil, Mendorf a. d. Lda., eingebracht, in dem den jeweiligen Zweiten eines jeden Bezirks Gelegenheit geboten fein soll, sich im Kampf um den Gaumeister zu beteiligen, angenommen. Aus dem Tabellenstand der drei Bezirke ist das Kräfteverhältnis der einzelnen Mannschaften untereinander ersichtlich. I. Bezirk: Gew. Verl. Unentsch. Tore Punkte Dorlar 7 0 0 53:14 14:0 Launsbach 6 1 0 37:17 12:2 Atzbach 5 2 0 21:21 10:4 Garbenheim 4 3 0 27:20 8:6 Waldgirmes 2 4 1 19:24 5:9 Rodheim 2 5 0 35:29 4:10 Wißmar 0 5 2 4:38 2:12 Erda 0 6 1 5:38 1:13 Dieser Bezirk ist der spielstärkste. Die vier ersten Vereine werden sich in der Nachrunde noch einen harten Kampf um die beiden ersten Plätze liefern. II. Bezirk: Londorf I Gew. 7 Derl. Unentsch. Tore Punkte 0 0 39:6 14:0 Mendorf I 5 1 1 38:16 11:3 Staufenberg 3 1 3 41:24 9:5 Lollar 2 2 3 23:22 7:7 Ruttershausen 2 3 2 19:23 6:8 Daubringen 2 4 1 24:32 5:9 Londorf II 1 5 1 11:41 3:11 Mendorf II 0 6 1 6:37 1:13 In diesem Bezirk wird dem Exmeister Londorf, der sich zur Zeit wieder in einer guten Form befindet, die Meisterschaft nicht zu nehmen fein. Er liegt bereits jetzt schon mit drei Punkten vor seinem stärksten Widersacher Mendorf. Um den zweiten Platz wird Mendorf noch einen schweren Kamps mit Staufenberg zu bestehen haben. IH. Bezirk: Gew. Derk. Unentsi h. Tore Punkte Garbenteich 6 0 0 53:11 12:0 Wieseck 4 2 0 34:22 8:4 Albach 4 2 0 23:11 8:4 Burkhardsfelden 3 3 0 19:25 6:6 Steinbach 2 4 0 21:30 4:8 Hausen 1 5 0 13:39 2:10 Beuern 0 6 0 6:31 2:10 Wie im zweiten Bezirk, so ist auch hier wieder eine Mannschaft, die klar vor den nächsten steht. Der Mannschaft Garbenteich sollte die Meisterschaft in dieser Gruppe nicht xu nehmen sein, da vier Punkte immerhin einen schönen Vorsprung bedeuten. Der zweite Platz wird von Wieseck und Albach hart umstritten fein. fpork ihr Interesse. In seiner Begrüßungsansprache hieß Sportdozent Dick le r auch den Rektor des Polytechnikum-, Herrn Prof. Dr. Schäfer, die Vertreter der Dozentenschaft und die Studentenschaft herzlich willkommen. Hieran schlossen sich die einzelnen Konkurrenzen im Brust-, Seiten-, Freistil- Ä» Rückenschwimmen. Reichen Beifall sanden auch das Teller- und Strccken- tauchcn: in letzterem wurde eine ganz ausgezeichnete Leistung von Kneisel (Cimbria), 66 Meter in 60 Sekunden, gezeigt. 3m Springen und den folgenden Staffeln wurden ebenfalls recht gute Ergebnisse erzielt. Den Schluß der Deranstal- tung bildete eine Faltboot-Dorführung mit mancherlei schwierigen Experimenten. Radrennen in der FrankfurterFesthalle. Hürtgen.Schön gewinnen da« 75-fUlometer- Mannschaftsrennen. Vor gutem Besuch wurde am Samstag der zweite Frankfurter Radrenntag veranstaltet. Der Höhepunkt des Abends war das 75-KtlometerMann- schaftsrennen, das der Wiesbadener Schön mit Hürtgen bestritt, da dessen vorgesehener Partner Rausch erkrankt war. Das Favoritenpaar letzte eine bestehenden Fahrweise an den Tag und siegte in 1:38,26 Stunden vor Ehmer-Tietz, die sich eine Runde zurück als Zweite placierten. Die Ergebnisse waren: Omnium der S t r a ß e n f a h r e r : Gesamtergebnis: 1. Schön 12 Punkte; 2. Buse 7 Punkte; 3. Leducq 5 Punkte. Internationaler FNegerlaus: Endlauf: l.Pijnenburg-Holland: 2. OszmcllwKöln: 3. Dempfeg-USA; 4. Knappe-Brevlau. 7 5 Kilometer-Mannschaftsrennen: 1. Schön-Hürtgen 1:38,26 Std., 32 Punkte: eine Runde zurück: 2. Ehmer-Tietz 20 P.: 3. Oszmella- Pijnenburg 18 P.: 4. Krüger-Funda H P.; 5. Man- they-Maczinfky 9 P.: zwei Runden zurück: 6. Junge- Knappe 12 P.: 7. Dempsey-Eider 6 P.: drei Runden zurück: 8. Koch-Schäfer 13 P.: 9. Christmann- Gilgen 6 P.: 10. Seynaeve-de Smedt 3 P.; sechs Runden zurück: 11. Leducq-Buse 2 Punkte. Schlitsschuh-Elub schlägt die Engländer 4:2. Die Mannschaft deS Berliner Schlittschuh-ElubS hatte am Samstag im nur halb gefüllten Sportpalast die Auswahlsochs des Englischen Eishockey- Verbandes zu Gast, gegen die die Berliner während ihrer Trainingsreise aus dem Inselreiche vier Kämpfe mit wechselndem Erfolg ausgetragen hatten. Der BSE. trat diesmal in weitaus besserer Verfassung als vor acht Tagen an und tonnte durch die geschlosseneren Leistungen das Tressen verdient mit 4:2 (0:1, 3:1, 1:0) siegreich beenden. Kurze Sporinotizen. Der 1. F C. Rürnberg wurde in seinem letzten Verbandsspiel aus eigenem Platz von der Sp.-Vg. Fürth vor 10 000 Zuschauern mit 1:2 (Halbzeit 1:2) Treffern geschlagen. • Das Vorschluhrundenspiel um den Hockey-Silberschild zwischen Süd- und Westdeutschland in Frankfurt endete mit einem überraschenden 2:l-(0:l-)Sieg der Westdeutschen. Deutsche Hochschul-Skimeister- schäften werden am 17. und 18. Ianuar. in Partenkirchen ausgetragen. Im Hallen-Tenniskampf der Bezirke Baden und Rheinland gab eS in Mannheim ein Unentschieden von 3:3 Punkten und 7:7 Sähen. Frl. Äußern schlug Frau Friedleben in einem „Rahmenkamps" 6:2. 6:4. Gegen üblen Mundgeruch. »Ich will nickt ver- säumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich feit dem Gebrauch Ihrer Zahnpaste „Chlorodont" nicht nur reine weiße Zähne besitze, sondern auch den bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde Ihr „Thlorodonf aufs beste empfehlen." gez. E. ®., Mainz. Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahnpaste, Tube 60 Pf. und 1 Ml., und weise jeden Ersatz dafür zurück. BorkriegSpreise! । »I II - M V5| j* x gehen Sie immer, wenn Sie Ihre ISIegaini Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Jwi" nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefo-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt 8^3 A Astoria-Lichtspiele Heute bis einschließlich Mi twoch, 10. Dezember: Doppelprogramm i. 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Dezember 1930, vormittag» 9 Uhr. wird im Amtsgerichts- gebäude zu Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuchs von Gießen, Band 32, Blatt 1492, auf die Namen Münker, August, und Ehefrau Anna geb. Dönges zu Gießen ein- geschriebene Anwesen Frankfurter Straße Rr. 45 Flur 5, 7tr. 297 = 417 qm Grabgarten, 183 qm Grasgarten. Flur 5, Ttr. 298 = 472 qm hofreite, geschätzt 28 880 Reichsmark, zum Zwecke Der Aufhebung der Gemeinschaft, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20 (Stadthaus) zur Einsicht ausgehängt. 8077D Gießen, den 28. November 1930. 3 A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: L e 0 , Ortsgerichtsvorsteher._______ Perser Teppiche emige große und kleine, feinste Qualitäten totort annehmbar ,U verkaufen. Schriftliche Angebote unter F. G. K. 617 (8263Vi an den Gteßener Anzeig, erdeten. 'Arxzr.-W.W--- > ASTHMATIKER sind geplagte Menschen Luftmangel, Atembeschwerden machen nervös. 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Lvledvkrh, Gießen «evlerstr. 5. 825ÖD Vermahlung» - Anzeigen Hefen die BrühPsche Druckerei Der Dreizehnte. Roman von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Vechthold. Braunschweig. 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die Frau zuckte zusammen, warf ihm bann entgegen: „Ich weift gar nicht, was Sie reden." Es klang sehr unsicher. Pieter van Muylen hatte Wohl nichts verstanden von der leisen französischen Llnterhal- Lung der zwei und begann aufs neue zu lärmen. Primo Duero lachte der Frau ins Gesicht. „Sagen 6ie Ihrem ehemaligen Mann, da ich nicht genügend Holländisch kann, um cs zu tun, er möge sich meinetwegen nicht so anstrengen, da ich schon vorher Gelegenheit hatte, Ihr künstlerisches Zusammenspiel mit ihm zu bewundern. Falls Mynheer van Muylen französisch spricht, ist die Unterhaltung zwischen uns dreien allerdings wesentlich vereinfacht." Er hatte lauter gesprochen als vorhin und erreichte, dah der Holländer sein Toben jäh abbrach und ihn anstarrte. Er schien verstanden zu haben. Oder hatte ihn nur die Nennung seines Namens aufmerksam gemacht? Aber weder die Frau noch Pieter van Mühlen antworteten ihm. Das andere Pärchen rief laut nach dem Kellner, ihm schien die Umgebung nicht mehr recht zu gefallen, und da der Kellner merkte, wie sich die Gefahr, es könne gröfterer Skandal in der Nische entstehen, stark verringerte, eilte er zu dem rufenden Pärchen und nahm feine Bezahlung entgegen. Das Paar verschwand eilig, und der Kellner blieb abseits stehen, beobachtete mit Erstaunen, wie der tobende Ehemann zunächst ganz still wurde, und sich dann wie ermüdet auf den dritten Stuhl in der Nische niederlieh. Schade, dah er kein Französisch verstand, es war wirklich höchste Zeit, sich damit zu beschäftigen. Gar zu gern hätte er gewuftt, wie das Oel hieß, mit dem der dunkelhaarige Herr so schnell die hochgehenden Wogen des Ehemannszornes beschwichtigt hatte. Wie er mit wenigen Worten den wüsten Schimpfer zum Schweigen gebracht. 16. „Da Sie anscheinend doch der französischen Sprache mächtig sind, Mynheer Pieter van Muylen", begann Primo Duero sehr ruhig scheinend, obwohl er innerlich ungemein stark erregt war, „können wir uns ja leicht aussprechen. Ihre Anstrengung . vorhin war also wirklich nicht nötig, da die Komödie zwischen Ihnen und Ihrer ehemaligen Frau, der jetzigen Prinzessin Montirossi, in der Pension Lotos, Berlin, auch schon das Schauspielertalent von Ihnen beiden bewies." Von Muylen und die Montirossi wechselten einen raschen Blick, aber keiner von ihnen erwiderte etwas. Primo Duero fühlte sich schon etwas mehr Herr der Situation. „Ich bin nicht nach Amsterdam gekommen, ich meine, ich bin Ihnen beiden nicht etwa nachgereist, um mit der Tochter von Nicolaas Sneck ein Rendezvous abzuhalten und mich auf schlaue Weise um einen Ning prellen zu lassen, für den ich dreitausend Gulden zahlte, sondern um Sie zu befragen, mit welchem Recht Sie in Berlin die beiden grohen Brillanten mit dem bläulichen Schimmer verkauften." Das Paar tauschte abermals Blicke, dann sagte Pieter van Muylen in schlechtem Pariser Iargon- Französisch: „Sie müssen uns mit anderen Personen verwechseln, wir wissen tatsächlich nicht, was Sie meinen." „Besinnen Sie sich, ob Sie nicht doch herausfinden, was ich meine", sagte Primo Duero schroff, „sonst lasse ich die Polizei rufen, und Sie können der die Auskunft geben, die ich wünsche." Pieter van Mühlen machte ein widerborstiges Gesicht und brummte: „Weih der Teufel, mir kam Ihr Gesicht schon vorhin bekannt vor, jetzt weift ich auch woher. Am letzten Abend in Berlin saften Sie als neuer Gast mit am Abendbrottisch in der Pension Lotos! Ich will also zugeben, wir führten dort eine kleine Komödie auf. Aber der Grund dazu war harmlos. Man muß, wenn man auf unbestimmte Zeit in der Pension Wohnung nimmt, sich nämlich der Bedingung fügen, drei Tage vor der Abreise zu kündigen. Da wir uns aber drei Tage vorher noch nicht darüber einig waren, brachen wir den Streit vom Zaun, um nicht unnütz drei Tage länger bezahlen zu müssen. Die Pensionsmama lieh uns nach der Szene laufen, weil sie Angst vor allzu großem Lärm hatte." „Danach habe ich Sie gar nicht gefragt", schob Primo Duero die Auskunft beiseite, „sondern ich fragte Sie, mit welchem Recht Sie in Berlin, oder genauer, Ihre ehemalige Frau, die beiden grohen Brillanten mit dem bläulichen Schimmer verkauften? Und zwar an die Iuwelierfirma Albert Goldener in der Leipziger Straße, wo sie zu Ohrgehängen für die Braut des Fürsten Bärburg verarbeitet wurden. Woher haben Sie die Steine? Gestehen Sie es." Die Montirossi sah sehr blaß aus. „Sie sind also Polizeibeamter? Sagen Sie es doch gerade heraus. Aber uns kann man nichts an^mben. falls die Steine gestohlen wurden. Bei uns waren sie nur verseht." „Ihr Vater hat schon mehrmals Llnannehmlich- keiten als Hehler gehabt", versetzte Primo Duero, „diesmal könnten die Unannehmlichkeiten aber sehr ernster Natur werden." „Die Steine waren bei uns versetzt", wiederholte die Montirossi. „Das wird Ihr Vater beweisen müssen!", kam es scharf zurück. Dan Muylen brummelte etwas vor sich hin, was unverständlich blieb, und die Montirossi zuckte die Achseln. Es sollte wohl Gleichmut sein. Aber man sah ihr doch deutlich an, ihr war nicht besonders wohl zumute. Ihre Züge wurden trotzig. „Er wird es auch beweisen können." „Das wäre sehr angenehm für ihn, da diese Steine bei einem Mord gestohlen wurden, und der Mörder, der bis jetzt unentdeckt blieb, auch zugleich der Dieb sein muh", sagte Primo Duero. Obwohl er gar nicht laut sprach, zuckten die beiden doch zusammen, als hätten plötzlich und unvermutet ein Dutzend Fanfaren neben ihnen losgeschmettert. Fast hilflos sahen sie einander an. Erst nach geraumer Weile sprang es wie ein mühsam unterdrückter Schrei über die Lippen der Frau: „Sie werden doch nicht etwa meinen Vater oder uns für Mörder halten?" „Vielleicht doch", entgegnete er sofort, „wenigstens so lange, bis ich vom Gegenteil überzeugt bin. Da ich der Sohn des Ermordeten bin und selbst einen Tag und eine Nacht den furchtbaren Verdacht tragen mußte, werde ich rücksichtslos sein." Er konnte nicht weiterreden, Pieter van Mühlen fiel ihm ins Wort: „Nun verstehe ich Sie, und wenn ich auch gerade kein Engel bin, so bin ich doch auch kein solcher Schweinehund, Sie mit Ausreden hinzuhalten, wenn Sie den Mörder Ihres Vaters suchen." Er sah seine ehemalige Frau an. „Gib, bitte, vor allem dem Herrn den Ring, er hat ihn gekauft und bezahlt." Nur zögernd zog Io Montirossi den wunderschönen Ring vom Finger, dessen Iuwelen sich in der Form eines Blumenkelches zufammen- fanden. Sie reichte Primo Duero das Schmuckstück und er nahm es, steckte es ein, sagte ernst: „Diesen Ring oder einen anderen, genau nachgebildeten und gleich wertvollen, erhalten Sie von mir, wenn Sie mir helfen, die Tragödie meines Vaters aufzuklären, den Mörder zu entdecken. Am Rosenmontag werden es drei Iahre, dah mein Vater ermordet wurde." Die Montirossi nickte. „Mit oder ohne Ring werden wir Ihnen die Wahrheit sagen. Weil uns nichts anderes übrig bleibt! Vor allem tue EifersuchtSszentz vorhin war Theater, ich gebe es zu. Ich wollte. Sie sollten Angst bekommen vor Llnannehmlich- keiten und den Ring im Stiche lassen, um den ich meinen Vater schon oft gequält hatte. Er war bei Vater für nur dreihundert Gulden: verseht, und verfiel dafür, da er nicht eingelöst wurde." i „Also hat Ihr Vater ein glänzendes Geschäft gemacht", stellte Primo Duero trocken fest. „Aber nun her mit der Wahrheit, wie kamen Die zu den blauen Brillanten?" Der Kellner stand abseits und begriff nicht, dah die drei sich jetzt anscheinend ganz gemütlich unterhielten. Pieter van Muylen sagte auf holländisch: .Du darfst deinen Vater nicht bloßstellen. Io, erfinde eine Lüge. Das verstehst du ja meisterhaft." Sie schüttelte den Kopf. „Das werde ich nicht tun. Da ein Mord an den Steinen hängt, muß ich bei der Wahrheit bleiben, sonst kann es ein teurer Scherz werden. Ich jedenfalls möchte nicht mit einem Wordprozeh zu tun haben und Vater bestimmt auch nicht^llnd wie .ich dich kenne, bist du auch nur mutig, solange keine Gefahr besteht." y „Sie wollen mir irgend etwas vormachen", lehnte sich Primo Duero mißtrauisch gegen die Privatunterhaltung auf. „Ich rate Ihnen aber davon ab, denn ich würde dann mit aller Rücksichtslosigkeit vorgehen." Die Montirossi versicherte lebhaft, und sie lächelte dabei sogar ein bißchen: „Meinem Exgatten ist die Wahrheit unangenehm, well Pieter etwas getan hat. was er nicht hätte tun dürfen, und wir ihm dabei halfen. Aber im Verhältnis zu einem Mord schrumpft es zu einer Kleinigkeit zusammen." Sie blickte nachdenklich. „Ich halte es für das beste, wir gehen zu meinem Vater und erzählen Ihnen dort, wie wir in den Besitz der Steine gelangten.“ Primo Duero verneinte energisch. „Es gibt im Geschäft von Nicolaas Sneek einen riesigen Menschen, dessen Hände wie grobe eiserne Zangen aussehen. Ich trage kein Verlangen danach, in diese Zangenhände zu geraten.“ Er schloß scharf: „Von solchen Händen kann man gewaltsam und für immer zum Schweigen gebracht werden." Die Montirossi seufzte etwas betont. „Wie könnten Sie auch anständig von uns denken! Linser groote Ian ist nur zur Warnung für gefährliche Kundschaft da. Er ist für Hochstapler und Langfinger das, was eine Vogelscheuche für die Spatzen bedeutet. Aber wenn Sie wollen, bleiben wir hier und führen unsere Unterhaltung hier fort.“ (Fortsetzung folgt.) in reicher Auswahl. 07584 Gärtnerei Bernhardt Frankfurter Straße 110. Schöne MWWöVk Der Kuchen X f gerät mit > Drowe-Backpolver 6 Pak. Mk. - .50 k Drogerie Molerholiy lO^r Couleurringe Trauringe Tafelbestecke Zigarettenetuis Gravierungen Ludwig Noll, Graveurmeister Neuenweg 32 H. k____________07583 4 Zur Aufklärung! Herr Reichskanzler Dr. Brüning führte in seiner Rede im Reichstag am 5. Dez. 1930 u. a. aus: „daß die Reichsregierung öffentlich sagen wird, daß ihr Ziel (nämlich der Preisabbau) in einem gegebenen Augenblick in all diesen Punkten erreicht ist, wobei ich feststellen möchte, daß zur Zeit dieser Punkt der Preissenkung noch nicht überall erreicht ist Für den Großhandel in Textilien kann ich beispielsweise schon jetzt erklären, daß eine weitere Preissenkung zum mindesten für die Großhandelspreise wahrscheinlich nicht mehr eintreten kann/ Wir haben unsere Preise stets dem Großhandelspreis angepaßt und diese im Laufe des Jahres bis zu 30 o gesenkt — Es ist deshalb an der Zeit, die Zurückhaltung im Einkauf aufzugeben. Benutzen Sie daher noch die wenigen Tage vor dem Weihnachtsfest, um Ihren Bedarf zu decken, und zwar bei oissa im Preisabbau vorangegangen! Vom Jahre 1928 bis heute sind die Schuh-Preise um 20 bis 25% gefallen Viele Arten Schuhe haben bei gleicher Qualität den Friedenspreis erreicht. Im Höchstfälle sind einzelne Spezial-Artikel um 20 bis 25 Prozent teurer als vor dem Kriege. - Bei Berücksichtigung des seit 1913 zurückgegangenen Geldwertes ergibt sich also, daß Schuhe heute teilweise billiger sind als in der Vorkriegszeit Die dem Reichsverband deutsch-Schuhwarenhändler angehörenden nachstehende Firmen Schuhbaas Bär Scbabbaus Meyer Scbubbaus Waldschmidi Schuhhaus Bernhardt Schnhbaas Neumeier Schubhaus Weidemann Schuhhaus Herbert Schuhhaus W 8269D Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte Bniversal-Heilsaibe „Gentarin". Wirkung überraschend. Preis 1.50 u. 2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Haupt niederlage: Engelapoth. Gießen. 230V llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHlli Auf Oswaldsgarten Weihnacbtsbäuoie Frau E. Schmidt geb. Hlilgärtner Tel. 3563 ,7567 vWWVOWW Bluthochdruck Arterienverkalkung, Beschwerd. d. Alters ufro., Mattigkeit u. a. be» fämoft wirkungsvoll daS giftfreie Knobl.-Bräo. Ailium venenum (gefeQl. gesch.i. 107580 Kr&nterhans Jung. Schulstr. 5. Lichtspielhaus Gießen Ferner das reichhaltige, tönende Beiprogramm 8243 C Heute bis einschließlich Mittwoch, 10. Dezember Der große Erfolg I Mady Christians Georg Alexander - Gustav Diessel - in der entzückenden Tonfilm-Operette Leutnant warst Du einst bei den Husaren Nr. 287 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften) Montag, 8. Dezember 1950 Wirtschaft. Zurückziehung vonWechselsteuermarken Berlin, 6. Dez. (WTD.) Verordnung über die Zurückziehung von Wechselsteuer- marken vom 3. Dezember 1930 besagt u. a., die in den Ausführungsbestimmungen zum Wechsel- steuergesetz vom 19. September 1923 und in der Fassung des Artikels I Ar. 3 der Verordnung zur Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Wechselsteuergeseh vom 23. Dezember 1924 bezeichneten. aus Reichsmark und Aeichspfennig lautenden Wechselsteuermarken dürfen vom 1. 3an. 193 1 a b nicht mehr Entrichtung der Wechselsteuer verwendet werden. Soweit diese Marken ungebraucht und am 1. 3np.-BanI Soldpse unkündbar bis 1932 . . . <%% Rheinische Pvv.-Bank 8% Pr. eanbeipfantbrlefanttali, Ptandbrieke R. i» . 8% Pr 8an6ejriancbrtefanltaU, Nomm.-cbl.Si. 20..... 7% Pr. £ anbei i'ianöbrtefmftalt, Pfandbriefe R. 81...... A.L.S. abg. Bor.ncg»-Obligatio- 4% Oektcrreichtiche (Bolbrt-nte . . 4,20% Oekierrelchiiche Sllbcrrente 4% Oesterreich!!che Einheitliche Rente ..... 4% Ungarilche Soldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4H% deSgl. von 1913 4% Ungarische Sronenrente . . 4% Dürkische Zollanleide von 1911 4% Türkische Vagdadbahn-Anl, Serie 1 . 4% btigl. Serie ll...... 6% Rumänische Verein!). Rente von 1903 ...... 4S% Rumänische verein h. Rente ton 1913 .......... •% Rumänische vereinh. Starte . Frankfurt a. M Berlin «Schluß-s für« | l-m>r. Kur« Schluß«: für« | Anfang« flur< Votum 6. 12 8 12 6 12. 8. 12 Hamburg-Amerika Pakei . . . < Hamburg-Südam. Dampsichiff. 8 70 69.5 70 — 158 Hanio Dampfschiff .... 10 — — — — Norddeutscher Lloyd.....6 71.13 70,4 71 71 Allgemeine Deutsche LredUansl. 10 98,5 99.5 99,5 Barmer Bankverein .... 10 101 101 101 101 Berliner Handelsgesellschaft . 12 125 — 124,25 124,25 Commerz- und Privai-Bank. 11 112 111.9 112.5 111.9 Darmstädter und Ranonalöank 12 Deutsche Bank und 153,25 — 152 150,25 TiSconto,Gesellschaft, ... 10 110.25 — 110 110 Dresdner Bank......10 110.5 — 110.75 110.75 Reichsbant........12 227 — 224 226 ALG......, . , . . o 106 103,25 105,25 105 124 Bergmann.........9 Elekkr. Lieferung-gelelllchaft. 10 111 —— — Licht und JTtaft......10 121 — 121,5 120.5 Reiten & Guilleaume . . . IV* Gesellschaft sür Elektrische 92 — 92,5 92 Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 — 110,5 112,25 110,75 — —— 106.4 105.75 Rheinische Elektrizität .... 9 116 115.5 116 — Schlcsiiche Elektrizität. ... 10 — 111 110 Schütten L Eo. ...... 11 124 —- 122,25 123.25 Siemens Halske ..... 16 166 161,75 164,25 164,25 Transravio . ........ t — — — — 128 51,5 - 128,75 125,25 Buderus..... .... 6 — Deutsche ErdSI ..... 6 64 — 64,25 62,75 Eiiener Steinkohle ...... 8 — — — —— Gelsenkirchener ....... 8 86.5 85.5 86,5 86,25 Harpcner Hvcich Eilen. ....... 6*6 81.5 80,25 81,5 80 — — 74 72,9 Ilse Bergbau ..••••• 10 169.5 —— 168 — 69 — 70,5 — «öln-Ncuellen..... • . ’ — —> 81,5 — ManneSmann-Röbr« • • • • 7 — — 69,25 68 DlanSsclder Bergbau . .... 7 39 — 38 37,4 Oberschles Eisendevarl . . . . 6 •— — — Oberschles Sokswerke. .... 7 — — 69,9 70,4 Phönir Bergbau . . . . 6¥i Rheinische Braunkohl« . . 10 62 155 61,75 153,5 62 152 -ihr in stahl ..••••••6 74,25 73 74,25 74 — — — — Frankfurt a. M Serkin Schluß«: htrd | l«Uhr« Rnre Schluß«! turi | Anfang« Rur« Datum 6 12 8 12 6 12 8 12 Bereinigte Stahlwerke 64,75 | — 65,25 64 Ltavt Minen ... . . 16'/, 33,25 — 33,75 33,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 151,5 — 152.25 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 153 ! 150 । 154 150 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 16 235 : 227 .233,25 229 G. Farber.-Industrie . . . 12 134 131 132.9 133 . . . . 6 — — 63,4 62,6 . . . . 8 — —— Goldschmidt .... . . . . 6 44,25 44 44,13 44 RütgerSwerke .... . . . . 6 46.5 — 46.75 46,25 Metollgelellichaft. . . . . . . 8 83 83 83,25 Philivv Hol,mann . . . . . . 7 75 72 75 _ Zementwerk Heidelberg . . 10 72 — Eementwerk Karlstadt. . . . 10 — — — — Wavb & Frevtag . . . . . . 8 46,5 — 46 — Cchulthets Pahenhofer . . . 15 — _ 174 172 Lttwerke...... . . . 12 — — 138 — Aku........ . . . 18 64 — 63,25 62,4 Bemberg...... . . . 14 64 .— 64 64,5 Zellstoff Waldbos . . . . 13'/, 104,5 — 105 104 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 — 75 72.25 Charlottenburger Wasser ... 8 — — 82 81 ,5 Dessauer Gas ... . . . . 9 —— — 111,75 109 Daimler Mowren . . . . . . O 24,5 25 25 25 Deutsche Linoleum . e • e e . 109,25 107,75 109.5 109 Maschinenbau 2L-9. • . . . . 0 — — 32 Rat. Automobil, . . • • . . 0 — — — —— Orenstein & Koppel • . . . . 6 — — 45,75 45,75 Leonbaid Tieg . . . ... 10 115 — 114.75 113 Soenska ..... ..... 287,5 — 287 288 Frankfurter Malchin« e e e • 4 12,5 — 12,25 — Gritzner...... .... 6 24 — — — Hevligenkctedl • • • . • . . 0 — - — — Yung Hans. . • • • . . . . 6 28 -— 29,5 —• Lechwerke...... .... 8 78,5 — — — Mainkraftwerke Höchst a. SR.. . 8 — — Miag ...... ... K — — Gebt. Roeder . . . ... 10 83 — — Botgt & Haeffner . . . . . . 9 150 — — Süddeutsche Zucker • ... 10 138 138 — Banknoten. Serlin, 6- Otzember Geld Dries Smertkaniiche Roten . . 4.177 4,197 58.32 58,56 Dänische Roten . . . . . 111.78 112,22 Englische Roten . . . . M M M 20,325 20.405 Französische Roten . . . . 16,44 16,50 Holländische Roten . • . . 168.36 169,04 Italienische Roten..... 21,91 21,99 Htorwegtlche Roten . . . . . . . 111,73 112,17 Deutsch-Oesierreich, i 100 Schilling 58,78 59.02 Rumänische Roten . . . . 1 « — - 2.477 2.497 Schwedische Roten . . . . 112.18 112.62 Schmetter Roten..... 80.95 81.27 Spanische Roten . . . . 46.06 46.24 Tschechoslowakische Roten. 2.385 12.445 Ungarische Roten . . . 73,05 73,35 Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a. M. 6 Dezember 8 Dezember Amtliche Kotierung Amtliche -houtrung Geld »ne Geld ZJne ilmfl.« Non. 168,61 168.95 168.56 168.90 Buen.-Aires 1,432 1.436 1,430 1.434 Brsi.-3lntw 58.465 58.585 58,46 58.58 Christiania. 112.00 112,22 112,00 112,22 Koprndagrn 112.03 112.25 112,04 112,26 Stockholm . 112.37 112.59 112,35 112.57 Helsingsors- 10.541 10.561 10,533 10.558 Italien. . . 21.95 21,99 21,94 21,98 London. . . 20.341 20,381 20.339 20,379 Reuvork . . 4,189 4,197 4,1875 4.1955 Paris.... 16,457 16.497 16,446 16.486 Schwei; .. 81,145 81.305 81.145 81,305 Spanien. 46,45 46,55 46.30 46.40 Japan . . . 2,076 2,080 2,076 2,080 'Mio de Jan Dien in 0,396 0,398 0,396 0,398 Ceft abgett 58,955 59,075 58.92 59,04 ■ ö ö ii So 12,425 12,445 12,422 12,442 7.409 7,423 7,409 7.423 Dndavetz. 73,23 73.37 73,23 73.37 Buliarieo 3,036 3.042 3,035 3,041 Lissabon 18.81 18.85 18.83 18,87 Tanrig. . lÄonfUntitt. 81,35 81.51 81.33 81,49 1,784 1.789 1.784 1,789 I Alben. . 5,427 5,437 5,427 5,437 1 Canada - 4.189 4,197 4,188 4,196 | Uro nach. 3,267 3,273 3,237 3,243 1 Tatro • • 20,86 20,90 20,86 20,90 Oer Sternhimmel im Dezember 10 gnefen: unter Neues für Öen Büchertisch Landkreis Gietzcn. (^Jupiter <&Saturi‘l \)1.Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel GROSZE BUCH-Au STABEN Kleine Buch- §laben alten Bildern das Wehrgehäng des gewaltigen Recken abgebildet wurde. Das nächst dem Orion prächtigste Wintersternbild der -Zwillinge fällt dadurch auf, dah in ihm der Iupiter steht, das bei weitem hellste Himmelslicht des Abendhimmels, dessen Glanz nicht nur den seiner Rach» barsterne Kastor und Pollux überstrahlt, sondern auch den des tief unter ihm stehenden Sirius, des hellsten Fixsterns des ganzen Sternhimmels. Sein Blitzen und Funkeln, hervorgeru- fen durch Vorgänge in der Lust, nicht etwa durch Vorgänge auf dem Stern, unterscheidet ihn deutlich vom ruhigen stetigen Glanz des Iupiter. ist uns jetzt die Möglichkeit geboten, zu dem Zug 7.32 nach Giehen mit dem Postauto nach Reiskirchen zu gelangen, was eine nicht zu unter- schätzende Bequemlichkeit bedeutet. Kreis Büdingen. Der Mars, unser rötlicher Rachbarplanet, nähert sich in den ersten beiden Monatsdritteln der Sichel des Löwen, von der er sich im letzten Drittel nach rechts, also rückläufig, wieder entfernt. 3n mächtigem Glanze erstrahlt die Venus als Morgenstern. Ihre Sichtbarkeit nimmt mit fabelhafter Schnelligkeit von etwa 40 Minuten bis auf gut 3 Stunden zu. Da die Mutter Sonne am 22. Dezember um 14 Uhr 40 Minuten den tiefsten Punkt des Tierkreises erreicht, so ist es verständlich, dah jeder Wandelstern, an welcher Stelle des Tierkreises er sich auch befindet, günstiger steht als sie. Bei nur einigermaßen beträchtlichem Abstand muh dann die Sichtbarkeitsdauer ansehnlich sein. Küstermann. hergestellt wurde, vorgenommen. gd_ Grohen-Duseck, 7. Dez. 3m Auftrage der Volkshochschule Oberhessen svrach hier Privatdozent Dr Rissen aus Frankfurt a. W. über „Wichtige Fragen des Genossenschaftswesens". Der Redner sprach in Der die 24 Stundenzahlen von Mittet* nacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmiete. Will man tu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtung! stunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der■ gerade Pfeil V» Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte */s Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. Umgegend als j mann sehr beliebt ]:[ Wening Oberheffen. Bürgermeisterwahl in Lllrichstein. Orlo^ Rig®' Sonnenaufgang von 7.50 bis 8.15 Uhr. Sonnenuntergang fast unverändert um 15.50 Uhr. — Lichtge st alten des Mondes: Vollmond am 6. Dezember um 2 Uhr, letztes Viertel am 12. Dezember um 21 Uhr, erstes Viertel am 28. Dezember um 5 Uhr. mfm. 3mmcr höher steigt der Orion empor, um etwas nach Mitternacht seinen höchsten Stand zu STERNBILDER: Die Berliner Sfabfmiffion mit ihren weit über hundert Berufsarbeitern, ist wohl das größte Werk christlicher Liebestätigkeit in Berlin. Das ganze Jahr ist sic von Hilfesuchenden überlaufen, und viele hat sic vor dem äußersten verzweifelten Schritt bewahren und ihr Leben wieder in geordnete Bahnen lenken können. Davon erzählt der der heutigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" beigelegte Aufruf. Er will die Liebe hilfsbereiter Leser wachrusen, zu Weih- nachten denen den Tisch zu decken, an die sonst nie* manb mehr denkt. 8259Q. Dr.A. Oetker Trotz einer großen Anzahl von Konkurrenten konnte sich die Nährmittelfabrik Dr.A. Oetker, Bielefeld, eine führendeStellungaufdem Markterringen.Dr.A.Oetker erklärt den Weg des kaufmännischen Aufstiegs wi jähriges Winterfest. Der erste Vorsitzende, Lvko- _ mvtivführer Iohannes Gärtner, dankte für ' das Interesse, das den Veranstaltungen des Vereins entgegengebracht wird. Der von Mitglied Hans Gärtner eingeübte Schülerreigen erntete viel Beifall. Ebenso dankbare Aufnahme fanden die von dem Vereinsfahrwart Gottfried Deibel eingeübten Reigen der Damen, Herren und Senioren des Vereins. Ein Volksstuck in Amtsgericht Gießen. Zwei Verhandlungen der letzten Sitzungen dürften Kraftfahrerkreise interessieren. In dem einen Falle karambolierte in einem Rachbarorte beim I ^leberholen ein Autofahrer mit einem in sehr langsamem Tempo vor ihm fahrenden Motorradler derart, daß dieser zu Fall kam und sich verletzte. Wegen fahrlässiger Körperverletzung erhielt er eine Geldstrafe von 50 Mark. Seine Verteidigung ging dahin, er fei im vor-- schriftsmähig weiten Abstand an dem Motorradler vorübergefahren: ganz abgesehen davon, daß dieser seine Fahrtrichtung während des pleberhotens nach links zu geändert haben könne, habe er einem plötzlich in der Fahrstraße auf» tauchenden, ihm entgegenfahrenden anderen Wegebenutzer ausweichen und auf diese Weise den Abstand derart verringern müssen, daß ein Zusammenstoß unvermeidlich gewesen fei, er könne deshalb für den Unfall nicht verantwortlich gemacht werden. Das Gericht war der Ansicht, daß der Angellagte damit hätte rechnen müssen, dah Radfahrer und Motorfahrer, wenn sie langsam fahren, ihre Fahrbahn kaum genau einzuhallen vermögen, dann aber, dah, zumal bei einer im Fragefall vorhandenen Straßenkrümmung, ihm irgendwelche Hindernisse plötzlich entgegentreten konnten, wie das Auftauchen eines drillen Wegebenutzers in der geschilderten Weise. Der Angeklagte hätte unter solchen Umständen zunächst überhaupt nicht überholen dürfen. In dem zweiten Falle war u. a. die Frage zu entscheiden, ob ein Autofahrer, dem das Vorfahrtrecht zusteht, an einem den Ueberblick behindern, en Strahenkreuzungspunkt eine hohe Fahrgeschwindigkeit im Vertrauen darauf, daß ein anderer etwa aus einer Rebenstrahe kommender Wegbenutzer sein Vorfahrtsrecht beachten werde, im vollen Umfang beibehalten dürfe. Das Gericht hat die in der Rechtsprechung bestrittene Frage verneint und dem Vorfahrtberechtigten in derartigen Fällen ein Vorrecht versagt, allerdings bei der Entscheidung ein ausschlaggebendes Gewicht auf dessen Geschwindigkeit gelegt. Im Fragefalle betrug nach der eigenen Angabe des Autofahrers, der in Ausnutzung feines Vorfahrt- rechts einen anderen Wegebenuher angefahren hatte, die Geschwindigkeit 30 Kilometer. Ein Augenzeuge, der als sachverständig gelten konnte, hat sie aber auf etwa 50 Kilometer geschätzt. Der Angellagte erhielt wegen Uebertretung der einschlägigen Vorschriften eine ansehnliche Geldstrafe. zu stehen. Einige Burschen unseres Orte# war eh neugierig und sahen von der Straße durch bie Fensterscheiben eines Hauses, in dem sich eine andere Gesellschaft befand. Ein junger Mann des Hauses sah das und warf dem einen Außenstehenden ein Stück Holz auf den Kopf, daß er auf der Stelle zusammenörach. Dadurch erlitt der junge Mann eine Gehirnerschütterung und ist auf einer Seite gelähmt. Dr. Otto brachte ihn ins Gederner Krankenhaus!. Kreis Schotten. $ Köddingen, 7.Dez. Die Zahl bet Al n* terstützungsempfänger im Bereich der hiesigen Rebenstelle des Arbeitsamts Gießen, die 25 Dörfer des nördlichen Vogelsbergs umfaßt, beträgt zur Zeit etwa 120 und liegt damit eint starkes Drittel tiefer, als in der gleichen Zeit im Vorjahr. Dieser erhebliche Rückgang ist sehr erfreulich. Dank der unermüdlichen Vermittlungstätigkeit des Leiters der Rebenstelle bei den Forst» ämtem und einigen Gemeinden konnten ännähernd 100 Leute im Lause der letzten Wochen als Holzmacher eingestellt werden. Bulle" (die Grenze Stier/Lüpper läuft dicht bei I Giehen vorbei), Maikäfer (in Oberheffen meist I Klewwer und Klette), Euter der Kuh (im südwestlichen Oberheffen Mämm, im nordöstlichen Ditz) unb Eichelhäher (wo das eigenartige I Markvlf gegen Häher steht). Zu interessanten volkskundlichen Belegen führen besonders die zahlreichen mit Mai zusammengesetzten Wörter, die I diese Lieferung enthält, wie Maibaum, Mai- I kalb, Maikäfer, Maimann, Mairegen u. a. Immer wieder fei jedem, der sich für Volkstum und Mundart intereffiert, besonders allen Schulen die Anschaffung des Werks dringend empfohlen. Die Kosten sind sehr gering (im Iahr höchstens zwei Lieferungen-zum Preis von je 2,50 Mk.). Prof. Dr. F. M a u r e r. — Dr. Martin Ionas, Die Rovelle zum schiedsrichterlichen Verfahren ufto. Verlag von I. E. L. Mohr, Tübingen, 1930. Preis 3 Mk., für Käufer des Steinschen Komm. 2,40 Mk. (384). — Es handelt sich hier um ein Ergänzungsheft zum Steinschen Kommentar zur Zivilprozeßordnung, das die Erläuterungen, zu dem diesjährigen Gesetz zur Aenderuna einiger Vorschriften der Zivilprozeßordnung über das schiedsrichterliche Verfahren und einige andere Rachträge bringt. Der Eteinsche Kommentar hat an dieser Stelle schon mehrfach die ihm gebührende Anerkennung erfahren. Es bedarf daher für das Ergänzungsheft nur eines Hinweises. — Ludwig Mathar: Herr Johannes. Der Roman eines Priesters. Volksausgabe. 446 Seiten 8°. Preis 2,85 Mark. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München. (611.) — 50 Autoren über Hanns Hörbiger, den Begründer der Welteislehre zu seinem 70. Geburtstag. Sonderheft der Zeitschrift „Schlüssel zum Weltgeschehen". 128 Seiten 8°. 2,50 Mark. R. Voigt- länders Verlag, Leipzig C 1. (614.) — Herrscher im Reiche der Technik. Acht Lebens- und Charakterbilder für junge Menschen dargestellt von Hermann von Müller. Mit 22 Abbildungen auf 17 Tafeln (VIII und 120 Seiten). Ganzleinen 5 Mk. Verlag von D.G. Teubner, Leipzig-Berlin 1931. (622) — Bilbilis, d i e versunkeneStadt. Ein Roman vom Weltuntergang. Von P. Pierre Lhande. 235 Seiten. 8°. Brosch. 4,40 Mk. Geb. 5.60 Mk. Verlagsanstalt Benziger & Co. AG. Cinsiedeln, Waldshut, Köln, Straßburg. (566) — Ludwig Diehl: Ahasver. Rassen- und Lebensroman eines Dichters. 9. bis 11. Auflage. Verlag Adolf Bonz & Comp., Stuttgart. Geh. 4,50 Mk., Ganzleinen 6,50 Mk. (568.) — A. B. Reiter, Neueste Scherzgedichte von Rudolf Dietz. Drittes Heft. Verlag des Verfassers in Wiesbaden, Schützenhofstrahe 14, II. Preis 80 Pf. (548.) ♦ Unter-Schmitten, 7. Dez. Hier verstarb im Alter von fast 82 Jahren einer der letzten Mitkämpfer von 1870/71, der Maurermeister Johannes Konrad R a u. Der Verstorbene stammte aus dem benachbarten Eichelsdorf und war der Begründer eines gutgehenden Baugeschäfts, das von zwei Söhnen in Eichelsachsen und Eichelsdors weitergeführt wird „Der alle Rau" war in allen Dörfern der fleißiger, wohlerfahrener Geschäfts- bt unb hochgeachtet. ........g s. 7. Dez. Hier kam einem jungen Mann sein unbedachtsamer AIcbercifer teuer § Ulrichstein 8. Dezember. Nachdem die Bür- germei st erwähl vom 23. Februar in unserer Stadt wegen Verstöße gegen die Wahloorschriften vom Kreisausschuß Schotten für ungültig erklärt worden war, fand gestern wiederum Bürgermeisterwahl statt. Die Wahlbeteiligung war sehr rege. Es erhielten Stimmen: Bürgermeister Karl Appel 158, Beigeordneter Karl Geiß 156, Landwirt Will). Iohs. Friedrich Stein 85, Bäckermeister Wilhelm Rühl 40, Maurermeister Friedrich Appel 25. Ungültig waren 10 Stimmen. Nach diesem Ergebnis ist Stichwahl zwischen Bürgermeister Appel und dem Beigeordneten Geiß erforderlich. — Reue Knaurbücher: Der Verlag Th. Knaur Rachf., Berlin W 50, bringt zum Preis von 2,85 Mk. pro Band in der bekannten guten Ausstattung an der Spitze der Reuerscheinungen sämtliche Werke TheodorStorms, deren Erwerb bisher für die große Mehrheit der deutschen Buchliebhaber zu kostspielig gewesen ist. Der Robelpreisträger Thomas Mann hat diese Gesamtausgabe des großen norddeutschen Erzählers und Lyrikers eingeleitet. Sie ist berufen, nun den „ganzen Storm" zum Gemeingut aller Kreise werden zu lassen. — Der hier schon besprochene R a p o leon-Roman von Mereschk owskii, dem Autor des „Leonardo da Vinci", ein Buch von hinreißendem Schwung, ist nun ebenfalls in der billigen Ausgabe erschienen. — Wer Zane Grey ist, bedarf heute keiner Erläuterung mehr. Seine Romane find nicht hinter dem Schreibtisch ersonnen, sind nicht die Frucht bloßer Gehirn- __e ________________ _ arbeit, sondern Bekenntnisse einer großen, dem vier "Akten' fand vor treff liche Wiedergabe durch! Besten zugewandten Seele. — »Männer der die Mitwirkenden. Tanz und Verlosung von Grenze" und „Der letzte der Prarie- Preisen, die der Verein beschafft hatte, beschlossen jäger" sind Bücher von großer Ratumähe und den Abend. Kraft der Menschenschilderung. (607—610) OO Klein-Linden, 7. Dez. In unserer Ge- — Worte des a m akrishna Heraus» meinbe besteht schon viele Jahre lang eine gute gegeben von E von Pelet. Mit Geleitwort von V o l k s b i b l i o t h e k, die einst von dem ver- Romain-Rolland. Semen 6 Mk. ^vtapfel-Derlag, ftoebenen Rektor A. Boßler gegründet wurde. Die Leipzig (612). — Ramakrishna wurde 1836 in. einer Bücherei die Werke belehrenden und unterhaltenden armen Brahmanenfarnllie geboren und lebte bis Inhalts aller Art enthält, wurde in letzter Zeit durch xum Iahte 1886 in Bengalen, der großen Provinz Neuanschaffungen unb Schenkungen auf über 500 des östlichen Indien, die in unabsehbarer -tteiye, Bande erhöht. Auch die Werke neuerer Meister finden von Buddha bis Tagore, Seher, Heilige und Dich- entsprechenbe Berücksichtigung. ter Indiens hervorbrachte. Er gehört zu den gro- • OSaftenborn-öteinberg, 6. Dez. Am ßen orientalischen Lehrern, in ^jen ßeben fein Donnerstagabend wurde im Hof Oberstein - Raum für Schreiben und Riederschrift war. berg ein Einbrecher ertappt. Beim Ab- Freunde und Schuler schrieben seine Worte auf. leuchten der Räume fand man ihn in einer Kam- Sie haben die Frische und Gegenwärtigkeit dev mer versteckt. Als man den Eindringling gtei* unmittelbaren Aeußetung sowohl in den derben fen wollte, rettete er sich durch einen Sprung und schalkhaften Worten als auch in den echi durch das Fenster ins Freie. Da er anscheinend orientalischen Gleichnissen und den scharfsinnigen mit dem Weg gut vertraut war, rannte er in spekulativen Darlegungen. ^uS feinen Lehren, wilder Flucht nach Steinberg zu und wurde bis Aussprüchen und Gleichnissen spricht Indien, etwa zur Hälfte des Weges unter lautem Rufen — H e s s e n - R a s s a u i s ch e s -üDltg- verfolgt. Wan konnte seiner jedoch nicht habhaft Wörterbuch ... aus den für ein Hefsen» toeröen. Der Mann wird wie folgt beschrieben: Rassauisches Wörterbuch mit 5)ilfe aller Volks- Größe etwa 1,67 Meter, schwarzer Mantel und kreise und besonders der Lehrerschaft .. von Mühe, junger flinker Mensch. Sachdienliche An- I Ferdinand Wrede angelegten und verwalteten gabel’ erbittet die Bürgermeisterei Watzenborn. | Sammlungen ausgewählt und bearbeitet von r. Lang-Gons, 7. Dez. Die V i e h z ä h-! Luise Berthold. Band II, 4. Lieferung (Luppcher lung, die dieser Tage hier vorgenommen wurde, bis Marienkäfer) Marburg, Elwert. 1930. 2 50 ergab 159 Pferde, 908 Stück Rindvieh, 203 Schafe, Mark. (514.) — Dom Hesfen-Rassauischen Dolks- 1278 Schweine, 104 Ziegen und 4776 Hühner. — Wörterbuch, das bekanntlich auch unsere Provinz Die Holzschlagarbeiten in den hiesigen Oberhessen mit erfaßt, liegt nun die vierte Liese- Gemeind ewäldern haben jetzt begonnen. In sieben I rung vor. Sie zeigt die Vorzüge der früheren, Rotten arbeiten 48 Mann. Dadurch wurde man- also besonders anschauliche Darstellung der geo- chen Ausgesteuerten, Erwerbslosen und kleineren I graphischen Verbreitung der behandelten Wör- 2anb töteten Gelegenheit gegeben, sich einigen I ter und reiche volkskundliche Bemerkungen. Rebenverdienst zu erwerben. — Bei der Samm- I Ganzseitige Karten werden diesmal für die fol» lung für die Kriegsgräberfürsorge ging ! genden Begriffe geliefert: „Kastrierter junger in unserer Gemeinde die Summe von 126,50 Mk. D $ $OA/0N 12 E iS ,19 Mond: '22. V77/ 1HA AH * . ,i0< 5 E Co’: E 2 = S ff E'E E S A 5 SE^eö-c a ec?c in'3 -sr« w S 2 8 E E a ’S?. ±>r> £ !«5i :E-~i 19!° . «ä n E Ls a = 5 O E c e gA e C R gg MÄilS -o =e?6s-° E 5 o B «■ ge-e ZZ LZwIZZAL LZ L^IZAZ <9 a d£id sr I e 53 — W U o 1 n .— rej=-x> o ff.ff-.c- A (y •5? S L offffS ff qS e® c E £*U>-o K ß« 8 , ao-X^.3 (9«s;^tys I ^tLDAs; (9AA S) Sg&H g? A 22 M = •“ "Ü O sO C«-Q in V GV P •o •P'r— C W — n 'o^'E 2ä E ff" E o? E £ AP E*e tf ZE‘g 23 Dff'Z S C s 4 § 2€ Z8 *6*2 O:| ff. »g LZ AZ SS o SL B •; S ff o £ ctocT. c(£) 4^ E S c 3 Ö19Ö LLZsr äa O .= O o OG GASff. SA «tfPgÄfLS ff LZ I R Z •s-e 5 o 19 2 ö ö — C = aa § v3 ■§* o E L ff g s» a« litt 11 «B s v8 © s ■c—-_c Z E3 ti §E aff 1 O..F r- w O UÄ S^g ei * «ZK 8 T- Z5 0 L-stL a B SS 5 öS <§'a8 L 3 L 3 t5 B^ B? 9 e E E « 8) Q •e s s sr a 1 ö cA^ °(9 3H S E s o ff E S H# *“ «■6' S d 1 Äd ff* B °>t€ o Es 4 a R z a § E i ff r §AS 3ff c-A a S) E E ■— o AZ o ■6' kV 3 V«3 8 «o E 5A t a = f«£ C B ffff- = H^ o «I » — ’Eä S° o c £ 22 e c .j.S JL d s I ti s? ei u c i=« e o -4 2 o o .3 O ’ ,:5|2^ '— o to 2±, CR 30 6>S C?=-C d ?Eß SE.g5 I g cS "LZL Hr-sZ A 5rA * KEi ■ff s c E#‘S p . r> So .S” 3 d) v e o k” — o 22 o o AÄt -ff E o Z €■ = e e Eto ff) o "y 2^3 c JO O B a*5* d cf d1 — SH c 8 sii ZEZ ES B g E§ -SF DL "Zd ■? o oa §u>s® S’gat-Q c=-° L'zä ° = =s ZZSZä T= *s« a K e 3 — 3. o £ &• j> o di "5 3-»2 ;d 3^ CS EpEgf 71 >- o ,T- o — o .«z o c E = £ 2S" a .SS -§Zt9Z B o O ZG sr . E S 8 ga M F ■ß >d i L <8 ■« P u L y 0 ti u Z> M» §D E22 C? t?wÄ ;22.ö> -55 A 3 o «ff-d S8! f 5 E g D. G E o D-3ZN E = “ ° g-l o o g 3(9S . d N 1 O s ff-* « ilf SZ§ s“ o SS® S«1 ^2 ZL 3S=-S B L G «O?e = •^.S ei8 j-S ff^Z-E- sOS5l «iili c*€ 519 SiE«jSg c ff Ä = ~3 Edo «E| E o'^ WsZKß ejs.=«e jsMj = =Öo = ff± s£^ 3 o*- . B ä LZkß = 3 -2 «d =.gFk «4111 ZZZ 5«^ =»"5 —:= 5 G ^_to gÄ ox> Bo -o-LLZB BffS’e.g®^) X o B -EL E <3 her a-e=Ss^f® sKffZ ^KZS^Z ro E cj E ff^*S 3 2 D 5 sn3 K 22 £= - 2 u*o d E sr so« = ~ 2 -= o •= E »flJEM» -§Z-'e o B = 3 £2 *3 9 r- 22 o O ” P o uff1 C g(9-° 3.5 *3 I- o e u S tS.2'0’ 2332^' vOjq 3 ä£ts . «®_g '- 3^; E Eff pß illJeSlF = 5 = 2 = s< e c. ' ZG --VG- 4- — L - — - E =510 o5 o3 d LZ^JSLZSLK 2 'e efi Vc § ? 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