Nr. 184 Erstes Blatt 180. Jahrgang Sreitag, 8. August 1930 metzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen pokschecktonto: Srantfurt am Main 11686. vrink und Verlag: vrühl'sche Universilülr-Vvch. und Stehiöruderei H. Lange in Kietzen. Schristleitung und Seschästzftelle: Schlllittatze r. Erfche'Nt lüglich.auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie Illustrierte Siebener FamilienblLttet Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzeinerNummern infolge höherer Gewalt. ZernfprechanschlSffe unter5ammelnufnmer2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Hießen. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; Sr den übrigen Teil Ernst lumschein und für den Anzeigenteil Tlcq Filler, sämtlich in Sieben. Die Sammlungsbestrebungen der Miiie gescheitert. Keine Einigung zwischen Vottspariei und den Gruppen der Rechten über einen gemeinsamen Wahlaufruf. - Erfolglose Verhandlungen zwischen Scholz und Höpker-Aschoff. Berlin, 7. Bug. (121.) Die Sarnmlungsbe- flrcbungen der Dvp. sind am Donnerstag zum Mb- fchlufz gekommen. Sie müssen zumindest vorläufig al» gescheitert angesehen werden. Mm Donnerstag um 16.30 Uhr empfing Dr. Scholz die Jütjrer der konservativen Volksportel, des Landvolkes und der wirtschastspartei, um mit ihnen noch einmal b i e Möglichkeit eine» gemeinsamen Wahlaufrufe» zu erörtern, nachdem bereit» vorher von den anderen Parteien die Sammlung zu einer Einheitspartei abgelehnt worden war. Dr. Scholz machte den Vorschlag, daß der Wahlaufruf unter anderem auch die Notwendigkeit des Zusammengehens der vier Parteien im kommenden Reichstag sowie unter Umständen eine sraktionsmähige Zusammenarbeit oor- sehen solle, von feiten der Landvolkpartei wurde hierzu erklärt, dah das Landvolk in seiner Organisation noch nicht weit genug sei, um sich so weitgehend politisch und parlamentarisch fest le gen zu können. Much der beruf» ständische Charakter de» Landvolkes wurde als ein Hindernis angesehen. Den gleichen Einwand erhob die Wirtschaftspartei für sich, so dah unter diesen Umständen auch die Konservative Volkspartei erklärte, mit der Deutschen Volkspartei allein einen gemeinsamen Wahlaufruf nicht unterzeichnen zu können. Um 18 Uhr fand dann die Mussprache zwischen Dr. Scholz und dem Verhandlungsführer der Deutschen Staatspartei, dem preuhischen Finanz- Minister Dr. Höpker-Mschoss, statt. Dr. Scholz unterbreitete Dr. Höpker-Mschoff den Vorschlag, d i e Staafsparfei solle in der Deutschen Volkspartei aufgehen unter dem Titel „Deutsche Volkspartei (Siaatspar- t e l)". Dr. Scholz erklärte, dah er bei Mnnahme dieses Vorschlages persönlich auf sede Führung in der Partei verzichte, um für die Sammlung fein Hindernis \u sein. Dr. Scholz unterstrich, dah die Deutsche Volkspartei damit insofern ein erhebliche» Opfer brächte, al» sie damit einen Teil der Grundlage Ihrer eigenen Sammlungsbestrebungen aushebe Gerade deshalb müsse die Deutsche Volkspartei darauf wert legen, dah durch das Muf- gehen der Staatspartei in ihr der Kern der alten Deutschen volkspartel zur Fortsetzung der Sammlungsbemühungen nach rechts aufrecht erhal- I c n werde. Dr. Höpker-Mschoff erkannte zwar das Mn- gebot Dr. Scholz', von der Führung zurückzutreten, an, glaubte aber, diese Form einer Zusammenlegung der Parteien ablehnen zu müssen, well sie nicht dem Grundsatz der Gleichberechtigung entspreche, der in den bisherigen Vorschlägen von Koch-Weser ausdrücklich unterstrichen worden ist. Muherdem erbat er eine Klärung des Verhältnisses zur Sozialdemokratie. Dr. Scholz antwortete mit dem Hinweis auf die koali- tionsmähige Zusammenarbeit der Deutschen Volkspartei mit der Sozialdemokratie, das fei allerdings noch keineswegs eine Gesinnungsgemeinfchafl. Dr. Höpker-Mschoff unterstrich dann noch seinen Standpunkt, dah die Partei, die aus der Verschmelzung der Staatspartei und der Deutschen Volkspartei hervorgehe, in ihrem Charakter unbedingt alfllTlitfelpartei f e ft gelegt werden mühte. Dr. Scholz lehnte dies nun seinerseits ab, und zwar mit dem Hinweis ans die Notwendigkeit einer späteren, weiteren Verbindung nach recht». Damit bleibt nur noch die Feststellung übrig, dah Vie Verhandlungen im Mugenblkf gescheitert sind. Sowohl die Staatspartei, als auch die Deutsche Volkspartei werden den Wahlkampf für sich allein führen. Bei der Führung der Deutschen Volkspartei gibt man die hosnung noch nicht auf, dah eines Tage» doch noch die von Dr. Scholz angestrebte Sammlung auf breiterer Grundlage zustande kommt. 3m Augenblick läht sich aber nur feststellen, dah alle Verhandlungen um ein Zu- sammengehen der Mitte gescheitert sind. Dies gilt sowohl für den ursprünglichen Gedanken von Dr. Schot; al» auch für den Zusammenschluh von Staatspartei und Deutscher Volkspartei. Die Darstellung der Ml Partei Berlin. 7. Qlug. (WTB.) Die National- liberale Korrespondenz teilt folgendes mit: 3m Verlaufe der Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Dolkspartei und der neuen Staatspartei hatte Dr. Scholz aus Anlaß des bekannten Brieses des Herrn Koch eine Unter- redung mit diesem vereinbart. Nachdem Herr Koch sich unter Hinweis auf eine ihm ärztlich verordnete Kur entschuldigt hatte, war auf Einladung des Herrn Scholz Herr H ö p k e r - Aschoff zu der im Reichstag vorgesehenen Aussprache erschienen. Hierbei betonte Minister Dr. Scholz, dah die grundsätzliche Derschieden- heit in der Austastung der Deutschen Dolkspartei und der Staatspartei darin bestünde, dah die Deutsche Dolkspartei, auch wenn sich zur Zeit noch unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg stellten, beharrlich festhalte an einer Sammlung von links nach rechts, während die Staatspartei, insbesondere Herr Höpker-Aschoff in feinem bekannten Aufsatz in der „Kölnischen Zeitung", ausdrücklich die Bindung an ein solches Programm abgelehnt habe zugunsten der Bildung einer neuen liberalen Par - t e i. Die Deutsche Dolkspartei habe niemals grundsätzlich ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie abgelehnt; Wohl aber halte sie es jetzt für unerläßlich, der s ozialdemokrati - schen Dorherrschast im Interesse einer Gesundung von Staat und Wirtschaft einen verstärkten bürgerlichen Einfluß zur Durchführung des Hindenburg-PrvgrammeS entgegenzustellen. Jeden Schritt, der diese Entwicklung fördere, werde die Deutsche Dolkspartei mitmachen. Jeder Schritt, der davon wegführe, sei für sie unannehmbar. Würde die Deutsche Dolkspartei sich der Staatspartei anschließen, so wäre damit infolge der erfolgten Festlegung der Staatspartei die Drücke nach rechts abgebrochen. Um aber auch die letzten für die Deutsche Dolkspartei im Sinne ihrer allgemeinen Einigungsbestrebungen bestehenden Möglichkeiten auSzu- schöpfen, machte Dr. Scholz für sich persön- l i ch ohne vorherige Befragung irgendeiner Parteiinstanz folgenden Dorschlag 1. Die neue Deutsche Staatspartei, die schon erklärt hat, daß es ihr nicht auf die Form, sondern auf den Zweck ankomme, geht in der Deutschen Dolkspartei auf. Die neue Partei trägt den Namen „Deutsche Dolkspartei (Deutsche Staatspartei)". 2. Um alle persönlichen Schwierigkeiten auS dem Wege zu räumen, verzichte ich auf die Führung. Herr Höpker-Aschoff erkannte zwar die Loyalität des zweiten Dorschlages an, erklärte aber mit aller Bestimmtheit, daß der Gesamtvorschlag sowohl nach der programmatischen wie nach der organisatorischen Seite für die Staatspartei unannehmbar sei. Bei Fortsetzung der Aussprache stellte svch heraus, daß weitere Verhandlungen vor den Wahlen zweck- l o S sind Das Kommunique der Staatspariei. Berlin, 7. Aug. (WTB.) Der Demokratische Zeitungsdienst gibt in einem Kommunique folgende Darstellung der Unterredung zwischen Herrn Reichsminister a. D. Dr. Scholz und Herrn Minister Dr. Höpker-Aschoff im Reichstage: Höpker-Aschoff wies einleitend darauf hin, daß es das Gebot der Stunde fei, eine Partei der staatsbürgerlichen Mitte zu schaffen, und daß dabei die Grenzen sowohl nach rechts sowie nach links gewahrt werden müßten, daß insbesondere nach seiner Auffassung auch der Trennungsstrich gegen die konservativen Gruppen der Landvolkpartei und der Konservativen Volkspartei gezogen werden müssen, dah anderseits ebenso wie diese konservativen Gruppen auch die So - ?ialdemokratische Partei als eine taatsbejahende Partei anerkannt werden müsse, unbeschadet dessen, dah man im bevorstehenden Wahlkampf diese bekämpfe und für die Regierung Brüning-Dietrich eintrete. Höpker-Aschoff machte dann im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister Dietrich Herrn Minister Scholz folgendes Angebot: Die Staatspartei und die Dolkspartei schließen sich a u s gleichberechtigter Grundlage zu einer Partei zusammen. Herr Geheimrat Kahl, der sowohl das CBettrauen der in der Etaatspartei vereinigten Elemente wie der Volkspartei besitzt, übernimmt bis zur endgültigen Konstituierung der neuen Partei, die nach den Wahlen erfolgen soll, die Führung. Herr Minister Scholz lehnte dieses Angebot ab und machte dafür folgendes Angebot: Die Deutsche Staatspartei geht in der Deutschen Dolkspartei auf. Minister Scholz gibt in diesem Falle die Führung ab. Minister Höpker-Aschoff erwiderte, daß dieses Angebot dem Grundgedanken aller bisherigen Bemühungen, aus dem Gehäuse der alten Partei h e r a u s z u k o m m e n und die für die Gründung einer neuen Parte' der staatsbürgerlichen Mitte in Betracht kommenden freiheitlichen Kräfte auf einer neuen Grundlage zu sammeln, widerspreche. Er Dämmere sich nicht an den neuen Namen Staats- Partei, allen aber müsse eine innere Umma n b l u n g zugunsten der neuen Partei zu- gemutet werden. Ein Aufgehen der Staatspartei in der Dolkspartei bedeute lediglich eine Sammlung auf dem Boden der Dolkspartei und könne der Etaatspartei nicht zugemutet werden. Minister Scholz erwiderte darauf, dah er mit feinem Angebot biS an die Grenze deS Möglichen gegangen fei. Die Dolkspartei fei nun einmal die stärkere Partei und der Wahlkamps müsse lehren, was überhaupt hinter der volksnationalen Bewegung stehe. Ein weitere- Entgegenkommen al- da- der Aufgabe der Parteiführung sei chm unmöglich. Aus die Frage deS Ministers Höpker-Aschoff, ob nicht am Freitagmorgen eine Aussprache mit Herrn Kommerzienrat Röchling flattfinben könne, ber beiden Teilen seine Vermittlung angeboten habe und am morgen in Berlin anwesend fei. erwi! nister Scholz, dah er diese Unterredung für zwecklos halte. Seine Partei bestehe darauf, bah nunmehr die Parole zu selbständigem D o r g e h e n auSgegeben werde, und er werde diese Parole jetzt auSgeben. Ein schwarzer Tag des Bürgertums. Erstes Echo der Presse. Berlin, 8. Aug. (TU.) Sin Teil der Der- liner Blätter nimmt zu den bürgerlichen Eini- gungsverhandlungen am Donnerstag ausführlich Stellung Die .D. A. Z." (Dolksp.) bezeichnet den Donnerstag als einen schwarzen Tag de S Bürgertums, da sämtliche Dersuche, das Bürgertum zu einen, gescheitert seien Das Blatt begrüht es, dah wenigsten- zwischen der DDP. und den recht- von ihr stehenden Gruppen eine 21 r t D u rgsrieden vereinbart worden sei. Die ,B ö r senge i t u n g“ (kons.) bedauert unter Hinweis auf die Verhandlungen zwischen der DDP. und den recht- von ihr stehenden Gruppen, dah es im gegenwärtigen Stadium noch nicht möglich gewesen sei, die ganz großen gemeinsamen nationalen Gesichtspunkte über Sonder- Interessen zu stellen 3m neu gewählten Reichstag müsse dann die praktische Annäherung und Zusammenschließung in irgendeiner greifbaren Form kommen — 5>te .Germania" (Zentr.) lagt, die Hammelbestrebungen de» Herrn Dr. Scholz hätten aus der ganzen ßlnle miteinem Mißerfolg geendet. Die konservativen und die liberalen politischen .«träft» ließen sich nicht zu einer homogenen Gruppe zu- fammenfügen. Der „Börfen-Lourier" (dem.) bedauert, dah Dr. Scholz weitere Der- handlungen zwis. e.i Dc.1 S. ar ei und ^t_atJ« Partei über Zusammengehen bciber Parteien, wie etwa Listenverbinduna, nicht zu führen gedenken Gerechterweile dürfe man die schwierige innere Lage ber DDP. nicht überleben, deren überwiegende Mehrheit einem einseitigen Zusammenschluh mit der Staatspartei nach dem strikten .Nein" der Rechten unbedingt widerstrebe. — DaS »Der t Tage bl." (bem.) schreibt, die unmögliche Haltung tag volksparteilichen Führers gebe unzweifelhaft der StaatS- partei gute Aussichten Dr. Scholz habe sich zu Dar inS Unrecht gesetzt. — De .Voss. Zeitung" (dem.) stellt fest, daß Dr. Scholz z w i - schen allen Stühlen sitze. — Der .Lokal- anjeiger" (Hugenberg) hebt hervor, dah durch das Scheitern der • Verhandlungen über bie Sammlung der Mittelparteien Dr. Scholz völlig isoliert fei — De .Köln Z t g." (StaatS- partei) schreibt unter der ITeberschrist .Der letzt» Versuch" na.: »Nachdem nun auch die Sammelpolitik des Herrn D. Scholz in einem Maße zusammengebrochen ist, wie kaum jemals die Politik eines Parteiführers, sollte der Weg endlich frei fein für eine betnünftige Tat. Hm so weniger ist eS zu verstehen, daß D. Scholz den weitherzigen Dorschlag von Höpker-Aschoff ab* gelehnt hat. De Deinbärgerliche Angst vor SPD. kann unmöglich entscheidend gewesen sein, denn der Zusammenschluh der staatsbürgerlichen Mitte würde ja gerade einen erfolgreichen Abwehrkampf nach allen Seiten ermöglichen. Was trotzdem das Scheitern ber Verhandlungen notwendig gemacht haben soll, bleibt da- GeheimniS des Herrn Dr. Scholz." Ein neuer Handelsvertrag mit Finnland. Günstiger Stand der Verhandlungen. - Keine Zollbindung für Butter. Berlin, 8. Mug. (CNB.) Die „vosf. Zig." gibt mil allem Vorbehalt eine Meldung wieder, in der es heißt: Die deutsch . finnischen Wirt- schaftsoerhandlungen sind soweit gefördert worden, dah man mit ihrem Mbschluh in diesen Tagen rechnet. Ls besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, daß dieser Mbschluh die im beider- (eiligen Einvernehmen oorgenommene kündi- gung des bestehenden Handelsvertrages sein wird. Mls Ziel der Verhandlungen hat sich immer mehr ergeben, schon seht eine Grundlage herauszubilden, auf der während der Kündigungsfrist der neue Vertrag ausgearbeitet werden kann. Die Kündigung wurde am 1. September zum 1. Januar 1931 erfolgen, so dah mit zu den ersten Mufgaben des neuen Deutschen Reichstags die Ratifizierung eines neuen Handelsabkommens gehören wurde. Der neue vertrag (oll so gedacht sein, dah er eine Zollbindung für die jetzt strittigen Landwirtschaftserzeugnisse, also für Butter, Käse usw^ überhaupt nicht enthalten würde. Es könnte dann ganz allgemein der autonome deutsche Zollsatz für Butter in höhe von 50 ZHarf in Kraft treten. Ein Entgegenkommen gegenüber Finnland Dürfte auf dem Gebiete der „Privat vertrüge" liegen, durch die die Mb- nahme bestimmter Wengen von Butter, Quarf und Weichkäse gegenüber Finnland garantiert wird. Dänische Forderungen. Tie MeiftbegunstigungSklausel. — Gegen vcterinärpolizciliche Maßnahmen. Kopenhagen, 7. August. (ERB) 3m dänischen Außenministerium ward, eine Sitzung abge- halten, an der Vertreter des Landwirtschastsrats und anderer interessierten Erwerbskveise sowie der Landwirtschaftsminister und der Außenminister teilnahmen. Die Minister machten Mitteilungen über die hinsichtlich der deutsch-finnischen Deichandlungen und der deutschen Sperrmaßnah- men vorliegenden Berichte und über die aus diesem Anlaß unternommenen Schritte. Die Teil- nehmer der Sitzung waren darin einig, daß, falls die deutsch-finnischen Verhandlungen zu Abmachungen der angekündigten Art führen sollten, diese als mit den Meistbegünstigungs- vereinbarungen nicht übereinstimmend betrachtet werden müßten und daß man sich in einem solchen Falle die Forderung nach entsprechenden Begünstigungen für Dänemark Vorbehalten müsse, wie sie Finnland gewährt würden. Auf der Sitzung herrschte des weiteren Einigkeit darüber, daß die letzten deutschen Sperrmaßnahmen an der dänisch-schleswigschen Grenze nicht mit Recht als durch die in Dänemark vvrgekommenen Fälle von Maul- und Klauenseuche begründet angesehen werden könnten, und daß man daher danach streben müsse, Derhandlungen zwischen Sachverständigen beider ßänber über eine Aen- berung der Bestimmungen zustandezubrinaen. Ferner wurden praktische Maßnahmen zu einet 2N i 1 de ru n g der Folgen der Sperrmaßnahmen erörtert Polen gegen Die deutschen Zollerhöhungen. Polens Antrag aus Ausgleick sver» Handlungen abgelehnt. Berlin, 7. Aua. (WTB.) De deutsche Gesandtschaft in Warschau hat der polnischen Regierung am 4. d. M. eine Note übergeben, worin daS polnische Ersuchen um Ausgleichsverhandlungen wegen der deutschen Agrarzollerhöhungen a b g e 1 e h n t worden ist. De deutsche Note weist darauf hin, dah die deutschen landwirtschaftlichen Zollerhöhungen als eine unabweisbare Notwendigkeit sich aus der Krise der Landwirtschaft ergeben hätten, die wegen einer Reihe von Gründen in Deutschland einen noch bedrohlicheren Umfang angenommen hat als in anderen Ländern, die sich ebenfalls zu Zollerhöhungen genötigt sahen. 3n dem Genfer Handelsabkommen vom 24. März 1930 ist den vertragschließenden Teilen ausdrücklich das Recht Vorbehalten, in dringenden Fällen Zollerhöhungen vorzunehmen, auch ohne dah die dadurch getroffenen anderen DertragSstaaten deswegen Verhandlungen verlangen könnten. SS ist deshalb unrichtig, dah die deutschen Zollmahnahmen unb die deutsche Ablehnung bei Polnischen Verlangens nach Ausgleichsverhandlungen den Grundsätzen des Genfer Handelsabkommen- zuwiderlaufen, wie es die Polen behaupten. 3m übrigen ist daraus hinzuweifen, dah 0 4 nn kürzlich mit Wirkung vom 1930 umfangreiche landwirtschaftlich« Zollerhöhungen borgenommen hat Steuererleichterungen für ernte« geschädigte Landwirte in Hessen. Darmstadt, 7. Aug. Dem Landtag ist u. a. etn ZentrumSantrag zugegangen, mit Rücksicht auf bie durch das andauernde Regen- ? * r herabgedrückten Ernte aussich^n ber der Reichsregierung schon jetzt vorstelllg zu werden, dah die Richtzahlen für Sinko m men - und Hmsatzsteuer für nicht buchführende Landwirte entsprechend herabgesetzt toerben. Außerdem soll die Regierung eine entsprechende Herabsetzung der Landes- steuern eintreten lassen. — Der Abgeordnete Werner (QiatfoflJ beantragt weiter, die weiderechtlichen Bestimmungen Hessens auS dem Jahre 1899 zum Zwecke eines freieren und ausgedehnteren Hütebetriebes zu ändern. Außerdem verlangt er, daß der volle Aamen des Firmeninhabers zur Verhütung von Firmenverschleierung angebracht wird und daß die Polt- -eiorgane auf die Einhaltung dieser Vorschrift strengstes Augenmerk richten. Hilfsgelder für Reurode. Berlin, 7. Aug. (Priv.-Tel.) 2m Preußischen Landtag ist eine Anfrage mehrerer Zen- trumSabgeordneter eingelaufen. Sie besaßt sich mit einem Beschluß des Kreistages von Reurode, den Opfern und Hinterbliebenen des Grubenunglücks, die für sie aus öffentlichen und privaten Mitteln zusammengeflossenen Gelder nichtrestlos zur Verfügung zu stellen, sondern die Gelder teilweise zum Dau einer Kreiswasserleitung und zum Dau von Jugendheimen zu verwenden. Die Zentrumsabgeordneten fragen die Staatsregierung, ob sie dafür Sorge tragen will, daß diese Gelder ihren eigentlichen Zweckenzugeführtund nicht für parteipolitische Zwecke verwandt werden. Der kommissarische Landrat des Kreises Reurode, der der Sozialdemokratischen Partei angehört, habe die Absicht, einen Teil der Gelder für sozialistische Jugendheime auszugeben. Hier läge offenbar der Versuch vor, Gelder des Mitleids und der Mildtätigkeit für einseitige parteipolitische Zwecke zu verwenden. Es ist anzunehmen, daß es nur dieser Zentrumsanfrage bedurfte, um die preußische Regierung zu veranlassen, dafür Sorge zu tragen, daß dem Landrat der Unterschied zwischen seinen dienstlichen Pflichten und seinen Partei- Wünschen mit entsprechender Deutlichkeit zu Ge- müte geführt wird. Die Aenderung der Reichsversorgung der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen. B e r l i n. 7. Aug. (WTB.)" Nach der Verkündung der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Notstände vom 26. Juli 1930 (Reichsgesetzblatt I, Seite 311) hatten sich verschiedene Prcsseäußerungen mit der Frage ihrer Rechtsgültigkeit bescbäf- tigt. Soweit es sich um die im 3. Titel des 4. Abschnitts, Artikel 1—3, veröffentlichten Aenderun- gen der Reichsversorgung der Kriegsbeschädigten und K r i e g e r h i n t e r b l i e - denen handelt, hat das Oberste Gericht bereits entschieden. Der 14. Senat des Reichsversorgungsgerichts hat am 30. Juli 1930 in einer gründ- sätzlichen Entscheidung diese Vorschriften für rechtsgültig erklärt. Major Pabst kehrt nach Oesterreich zurück. Einigung zwischen Bundeskanzler Schober und den Heimwehrcn. Wien, 7. August. (SeL-Hu.) Zwischen Bundeskanzler Dr. Schober und den Delegierten der Heimwehrführung fand heut« nachmittag im Bundeskanzlerrat eine Besprechung statt, die über eine Stunde dauert«. Die Besprechung hat eine wesentliche Annäherung ergeben. Als wichtigstes Ergebnis ist festzustellen, daß die Aufhebung derAus- 'Weisung des Majors Pau st in allernächster Zeit erfolgen und daß Pabst ohne örtliche Beschränkung seines Aufenthaltes nach Oe st erreich zurückkehren wird. Die ausführliche Aussprache bezog sich auf das weitere politische Zusammenarbeiten zwischen der Heimwehr einerseits und der Regierung und der bürgerlichen Mehrheit andererseits. Auch die Frage der Haltung der Heimwehr in den Wahlen und die Wahlreform wurde mit dem Bundeskanzler besprochen. Ernste Lage in Hankau. Britische Truppen greifen ein. London, 7. Aug. (TU.) Eine Abteilung britischer Infanterie in Stärke von fünf Offizieren und 110 Mann hat sich am Mittwoch vonSchanghai nach Hankau begeben und wird dort der Besatzung des Kreuzers „Eumberland" beigegeben wer- den. Die Abteilung führt Maschinengewehre mit sich. Arn Freitag wird eine weitere Abteilung folgen. Drei Zerstörer der 24. Zerstörerflottille sind in Han- kau eingetroffen. Vier weitere Zerstörer sind unterwegs. Die Entsendung der britischen Truppen ist dec erste Schritt einer ausländischen Intervention. Während die Lage in Tschang- llcha sich etwas gebessert hat, hat sich die Lage in Hankau e r he blich verschlimmert. Die aus- ländischen Mächte verfügen nun über sehr starke Streitkräfte, was darauf schließen läßt, daß sie bereits in aller Kürze mit ernsten Ereignissen in Hankau rechnen. Im südlichen Teil der Provinz Anhwei wurden drei Dörfer von chinesischen Banditen z e r st ö r t. Die Bevölkerung hat sich dringend um Hilfe an die Nankingregierung gewandt. In London wird die weitere Entwicklung in China mit starker Besorgnis verfolgt. Die britischen Befehlshaber der Chinastationen haben weitgehende Vollmachten für den Schutz der britischen Untertanen erhalten. Vor neuen Unruhen in Afghanistan. Ernste Berorgnifse in Indien. L o n d o n , 8. Auo. (WTB. Funkspruch.) Der Kor- refponbent der „Morning Post" in Simla meldet: Es herrscht große Sorge, daß der A u f st a n d der Afridis an der Nordwestgrenze Britisch-Jndiens einen ernsten Umfang annehmen und nach Afghanistan übergreifen wird. Die Afridis, die gestern von 54 britischen Flugzeugen bombardiert worden sind, stehen nach den vor- liegenden Meldungen ImBundemitafghani- sch e n Stämmen nördlich von Kabul, die sich im Aufruhr gegen König Nadir befinden. — In Kalkutta liegen Nachrichten aus Peschawar vor, nach denen die Geschäfte in Kabul ruhen. Die Läden seien geschlossen, und in Indien bestellte Gütersendungen seien auf telegraphische Anweisung hin angehalten worden. König Nadir soll große Deutschlands Tribute ein Hemmnis der weltwirtschaftlichen Gesundung. Bericht der britischen Elektroindustrie. — Oie richtige Erkenntnis, aber keine Folgerungen. London, 7.Aug. (TU.) Die Vereinigung der britischen Llektroindustriellen veröffentlicht einen außerordentlich bemerkenswerten Bericht über die gegenwärtige weltwIrisch a f t s l a g e. Die ordnungsmäßige Sicherung des Goldstandards, so heißt es in dem Bericht, werde durch die Zahlung der deutschen Tribute und durch die Schuldenleistungen an die vereinigten Staaten unmöglich gemacht. Line wirklich dauerhafte Wiederbelebung des Handels fei abhängig von der Abschaffung der Tribute und von der Wiedervergebung von Anleihen durch die vereinigten Staaten und Frankreich in großem Ausmaß. Die Aufsaugung großer Mengen von Gold durch die vereinigten Staaten und Frankreich auf allen wichtigen Märkten der Welt, insbesondere aber in Südamerika und Im Fernen Osten habe dazu geführt, daß dem internationalen Markt die Mittel für die Wiederbelebung des Handels entzogen würden, vor 1932 könne kaum mit einer wirklich umfassenden Besserung gerechnet werden. lieber die Lage in den wichtigsten Industrieländern heißt es dann weiter, daß sowohl In ben Bereinigten Staaten, als auch In Deutschland die Wirtschaftskrise viel empfindlicher sei, als in Großbritannien. Der auf Deutschland bezügliche Abschnitt laufet wörtlich: „Deutschland befindet sich wahrscheinlich in der am meisten kritischen Lage von allen drei Ländern. Die Reparationsschwierigkeiten sind verstärkt worden durch die Abschaffung der Sochtie- ferungen und durch die Kommerzialisierung eines Teiles der deutschen Reparationsschuld. Ls ist nach wie vor richtig, daß die deutschen Reparationen nur durch eine bedeutende Kapitaleinfuhr gedeckt werden können. Diese Kapitaleinfuhr hat durch einen starken Reexport eine unnatürliche Belebung der Ausfuhr zur Folge, die entweder durch Deflation im 3nlanbe oder durch zwangsweise Herabsetzung der Preise erreicht wird ober letzten Lndes durch eine Substanzausfuhr Deutschlands an das Ausland erreicht werden kann. Die kürzlich erfolgte Herabsetzung der Preise der deutschen (Elfen- und Stahlindustrie und die Verminderung der Frachtsätze für Kohlen für Ausfuhrzwecke sind deutliche Beweise dafür, daß die deutsche Regierung den Wunsch hat, die Ausfuhr um jeden Preis zu steigern, eine Methode, die zu Rückwirkungen in anderen Ländern und zur Verschärfung der Internationalen Wirtschaftslage führen muß." Am Schluß wird die besondere Lage Großbritanniens und der britischen Dominions behandelt und festgestellt, daß sich die Hoffnungen der Anhänger der Goldtheorie nicht erfüllten. Der Goldstandard habe die englische Aktiva nicht vermehrt, sondern im Gegenteil zu einer Lähmung des Binnenmarktes und zu einer Verminderung der industriellen Wirksamkeit geführt. Die Alternative sei nun eine Belebung des heimischen Verbrauches und eine Beschneidung der Einfuhr. Reisewetterdienst. Garmisch-Partenkirchen. 10 Grad, kühle Nacht, Windstille, mäßiger Regen. Westerland auf Sylt. 15 Grab, Westwind, halb bis ganz bebeckt. Oie Wetterlage. ißost" 'SeydlSfjord Thorsnavi iberdeen- \iö 191‘ .Stil? 40 © ö wolkenlos. e netter 3 naiD oedeett »woixia •oedecm «Rege^ * Schnee graupeln «Heoei K0ewnter.@wmd5tHiL.Osd» leichter Osi Sy> massiger "SudSUdweji q stürmischer nordwe$> Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie veinen Stationen jtenenden Za* len geben die Temperatur an. Die Urnen veroindco Orte mit gleiche® *uf neercsniVeau umoertenneten Luftdruck Schwierigkeiten haben, bie notwenbigen Geldmittel auszubringen, um seine Truppen zu bezahlen und in dem durch die inneren Kämpfe verarmten Lande die notwenbigen Reformen durchzuführen. Rückkehr zweier Balkan-Könige. Paris, 7. Aug. (WTB.) Nach Nachrichten aus Sofia rechnen gutunterrichtete politische Kreise mit ber bevorstehenden Rückkehr des ehemaligen Königs Ferdinand. Die bulgarische Regierung habe von einem der Staaten der Kleinen Entente die Versicherung erhalten, daß Rumänien und Südslawien sich dem nicht widersetzen würden. —- Andererseits ist auch das Gerücht im Umlauf, daß der ehemalige König von Griechenland auf Grund von Verhandlungen, die Veniselos in London geführt habe nach Athen zurückkehren und den griechischen Thron wieder besteigen werde. Schiedsspruch für die mitteldeutsche Metallindustrie. Berlin. 7. Aug. (WTB.) 3m Reichsarbeitsministerium fanden abermals Verhandlungen vor dem Sonderschlichter für die mitteldeutsche Metallindustrie (Halle-Magdeburg-Anhalt) statt. Sie führten zur Fällung eines neuen Schiedsspruches, wonach, wenn der gleich« wirtschaftliche Nutzeffekt nicht durch Mehreinstellung von Arbeitern erreicht werden kann, bis zu 50 Stunden in der Woche gearbeitet werden darf. Das alte Tleberarbeits- abkommen sah die 52stündige Arbeitszeit vor. Wie verlautet, wird der Metallarbeiterverband auch diesen Schiedsspruch ab lehn en. Die Er- klärungssrist läuft bis 12. August, 18 Ahr. Die Stellungnahme der Arbeitgeber ist noch nicht bekannt. Aus aller Welt. Goethe-Preis für Siegmund Freud. Wie die „Voss. Ztg." erfährt, hat sich das Kuratorium der Goethe-Preis-Etif- tung in Frankfurt a. M. auf Professor Siegmund Freud in Wien, den bekannten Psychoanalytiker, als Preisträger dieses Jahres geeinigt. Der Goethe-Preis, der am 28. August jedes Jahres verliehen wird, beträgt 10 000Blk. und ist bisher an Stefan George, an den bekannten Theologen, Mediziner und Afrikaforscher Albert Schweitzer und den Kulturphilosophen Leopold Ziegler verliehen worden. Schweres Flugzeugunglück an der schwedischen Küste. Das Donnerstagnacht um 11 Ahr planmäßig in Stockholm zum Fluge nach Stral- suttd gestartete Postflugzeug D. 1826 ist an seinem Bestimmungsort nicht eingetroffen. Auf dieser Luftpostnachtlinie werden lediglich Post und Fracht, jedoch keine Passagiere befördert. Die setzte Standortmeldung der mit Funkgerät ausgerüsteten Maschine Typ Junkers \V. 33 stammt aus dem Schärengebiet um 23.50 Uhr, der nächste Kontrollfunk wurde nicht mehr gemeldet. Bier schwedische Wasserflugzeuge sowie mehrere schwedische Torpedoboote beteiligten sich an den Rachforschungen. Das Flugzeug ist mittags bei Askö in der Rähe von Daldemarsvik in sinkendem Zustand aufgefunden worden. Die beiden 3nsassen, Flugkapitän W. Langanke und der Funktelegraphist Lindemann, sind wahrscheinlich während eines Landungsversuches auf hoher See ums Leben gekommen. Der Führer des schwedischen Flugzeuges S. Dack, Rielfen, dgs an der älnglücksbelle auf Wasser gegangen war, meldet, daß ein Schwimmer senkrecht aus dem Wasser geragt habe, das an dieser Stelle ungefähr 10 Meter tief sei. Infolgedessen mußten Taucher angeseht werden. Bon der Besatzung habe man nichts entdecken können, da das schwedische Suchflugzeug nicht in der Lage gewesen sei, das Wrack zu heben. Den anderen Schwimmer fanden Lotsen in der Rähe mit eingedrückter Spitze auf. Die Trockenheit In Amerika. Die ungeheure Hitze dauert in den mellten Gegenden der Vereinigten Staaten noch an. Tausende schlafen unter freiem Himmel in den Parks. Der Ackerbauminister Hyde, ber aus dem mittleren Westen nach Washington zurückkchrte, um mit bem Präsidenten Hoover über die Hilfsaktion zu beraten, erklärte, bie Lage sei zweifellos^ernst, jedoch nicht überall gleich. Wenn bald Regen fiele, könnte etwas Spätkorn gerettet werben unb in den Tiefebenen der betroffenen Staaten angebaut werben. Beamte ber Wetterwarte in Washington erklärten, baß trotz vereinzelter Regenfälle kein Nachlassen ber Trockenheit zu erwarten sei. Im Ohiotale wirb bas Trinkwasser für brei Cents bie Gallone verkauft. Wenn auch bie Lage ber Lanbwirtschaft vom Probuktionsstandpunkt aus gefeiten als sehr schlimm bezeichnet werben muß, so hat bie große Hitze eigenartigerweise auch Gutes gezeitigt, insofern nämlich, als bie Frage ber U e b e r e r 3 e u g u n g bes letzten Jahres jetzt auf rabikale Weise gelöst worben ist. Die großen Getreibe - unb Baumwollbe stände :vom vergangenen Jahre können jetzt verwertet werden. Was bie amerikanische Lanbwirtschaft mengenmäßig verliert, wirb zweifellos durch höhere Preise wieder einaebracht werden. Die Hausse auf der Chikagoer Wetzenbörse bedeutet umgerechnet auf die Gesamternte eine Wertsteigerung von nicht weniger als 650 Millionen Dollar letroa 2760 Millionen Mark). In Neuyork wird befürchtet, daß sich auch eine Erhöhung der Milchpreise nicht vermeiden lassen wirb. Ueberschtvemmungskalastrophe in Rogales. Durch einen Wolkenbruch entstand eine Äeber- schwemmung in R o g a l e s (Arizona). Bisher sind vier Leichen geborgen worden. 40 Personen werden vermißt. Die tiefer gelegenen Straßen sind überflutet, zahlreiche Häuser wurden weg- gespült, darunter ein mexikanisches Hotel, in dem 16 Mexikaner übernachteten. Augenzeugen berichten, daß Säuglinge in ihren Wiegen auf den Fluten trieben und die Hilferufe von Frauen das Rauschen der Wassermassen übertönten, die die Einwohner In ihren Häusern im Schlafe überraschten. Borkum macht sich selbständig. Seit Jahren ist bie Insel Borkum durch die sog. Flaggenfrage beunruhigt. Diese Frage ist jetzt soweit behoben, als Borkum eine eigene Flagge erhalten hat. Sie ist in grüner Farbe gehalten unb mit einem weißen Kreuz durchschnitten. Die Gösch ist schwarzrotblau, unter ber sich ber Spruch befindet: „Ruhig inmitten ber Wogen". Großer Rlühlenbrand. Die Schlüterschen Mühlenwerke in Langelohe bei Elmshorn sind bis auf bie Grundmauern niedergebrannt. Große Vorräte an Mehl unb (Betreibe wurden vernichtet. Der Schaden ist bedeutend. Erst gegen Abend war bas Feuer unter Kontrolle, und noch bis in bie Nacht waren bie Wehren mit Nach- löfcharbeiten beschäftigt. Der Branb ist barauf zurück- zuführen, baß bie Welle^im Exhaustor sich heiß gelaufen hatte, und die Funken durch den Schneckengang in die verschiedenen Gebäude gejagt wurden. Der ganze Ge- bäudekomplex, ber mehrere brei- und vierstöckige Gebäude und Lagerhäuser umfaßt, bildete ein einziges Feuermeer. Nur bie Kontorgebäude, das Maschinenhaus und die Autogaragen blieben unversehrt. Die köpenickiade in Hindenburg. Der falsche Oberstleutnant Jahn, der sich als ein „Freund des Hauses des Reichspräsidenten" vom Magistrat in Hindenburg empfangen lieh und später als der stellungsweise Arbeiter Jahn feftge- stellt wurde, ist wieder aus der Haft entlassen worden. Er erlitt im Gefängnis einen Nervenzusammenbruch, der wohl auf den Mißerfolg seines Unternehmens zurückzuführen ist. Die Absicht des ^Betruges konnte ihm nicht nachgewiesen werden, da nlemanb geschädigt worden ist. Politische Gründe spielen bei der Köpenickiade nicht mit. Es ergibt sich also, daß bie Behauptung Jahns, er sei lebiglid) nach Hindenburg gekommen, um hier eine neue Beschäftigung zu ftnben, als wahr zu unter- stellen ist. Wettervoraussage. Allgemeiner Druckanstieg über Europa hat die Rordmeerstörung weiter zur Auffüllung gebracht und das südwestliche Hoch verstärkt. Somit geht der Tiefdruckeinfluß allmählich zu Ende, während das sich immer mehr nach dem Festlande verlagernde Hoch die Vorherrschaft gewinnt. Wenn auch vorerst durch die immer noch bestehende ozeanische Luftzufuhr zeitweise noch Bewölkung aufkommt, so wird doch im Bereich des hohen Druckes weitere Beruhigung eintreten, so daß für einige Tage besseres Wetter zu erwarten ist, allerdings sind vorüberge^nde Gewitterstörungen nicht ausgeschlossen. Aussichten für Samstag: Mehr auf- heiterndcs, etwas wärmeres und meist trockenes Wetter. Aussichten fürSonntag: Meist heiter und trocken. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. August 1930. | Zurück zum Pfennig! Solange es uns gut gin<£ galt es weder als unschicklich noch unhonorig, in feiner Geldtasche Kupferstücke zu beherbergen. Man nannte diese Stücke Pfennige. Es ist vielleicht nicht unangD- messen, das ins Gedächtnis zurückzurufen. Wenn man für so winzige Bruchteile der alten Goldkrone auch nicht gerade Rittergüter oder Wohnungseinrichtungen einhandeln konnte, einiges gab's doch für diese kleinen, nach unten abgerundeten Spitzenbeträge. Dazu hielt sich hartnäckig ein Brauch, der als schöne, alte Volkssitte an- gesprochen werden konnte. Man scheute sich nicht, Pfennige zusammenzukrahen. Fünf Stücke gaben einen Sechser und aus fünf Zweipfennigern ließ sich sogar ein solider Groschen zusammenbauen. Dafür konnte man nun schon allerhand erwerben. Man spricht sogar davon, daß sich Sparpfennige zur ausgewachsenen Sparmark entwickelt hätten. Das klingt heute wie ein Märchen. Rur der ganz feine Mann hatte vielleicht, wie wir heute sagen würden, Hemmungen und empfand es als eine Zumutung, sich Pfennige herausgeben zu lassen. — wenn's einer sah. Seit der Inflation ist das Augenmaß für solche Kleinigkeiten verlorengegangen. Als die Mark fiel, konnte man mit seinem Kupfer allerdings herzlich wenig anfangen. Aber eines Tages wurde doch die Mark wieder auf feste Beine gestellt. Da hatte die gute, alte Pfennigzeit wiederkehren können. Es hieß aber, für einen Pfennig gäbe es nichts. Das mag so gewesen fein. Aber schließlich waren 12, 73 oder 148 Pfennige auch diskutable Beträge. Ratürlich, das gab's. Aber wer machte denn solche Geschichten? Pünktlich meldeten sich wieder die Hemmungen. Was nicht eine Rull oder höchstens eine Fünf am Ende hat, ist mit einem schweren Makel behaftet. Der Verkäufer rundet eben ab. Hoffentlich nach unten, wenn nicht anders, auch nach oben. Die Hauptsache ist die Rundung. Wir können es uns ja heute auch leisten, mit elegantes Handbewegung täglich ein paar mal auf Pfennige zu verzichten. Was spielt das schließlich für eine Rolle?! Die Hauptsache ist, daß wir feine Leute bleiben und uns nicht unsere Finger mit Kupfer beleidigen. Zurück zum Pfennig! Man darf es gat nicht laut sagen. Eigentlich ein schofler Schlachtruf. Was kann das schon ausmachen? Höchste Zeit ist es zur Einkehr. Anders als durch Wiedergewöhnung an den Pfennig geht's bestimmt nicht. „Einem on dit zufolge" wird ernstlich an den Preisabbau gedacht. Es geht vielleicht nicht gleich um einen runden Groschen oder Sechser. Da soll nun mal das Publikum sich von feinem Abrundungskomplex trennen, nett und entgegenkommend fein und sich einmal mit einer „krummen Zahl" anfreunden. Es kommt auf den Versuch an. 3n Wirklichkeit ist das viel wenige« schmerzhaft, als man glaubt. Roch immer gilt das Sprichwort: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert! Wie wäre es, wenn wir zu diesem Wort zurückkehren würden? Ehe die Rotverordnung der leeren Tasche das mit unzarter Plötzlichkeit tut? Es geht uns vielleicht noch nicht dreckig genug. Ein Vorschlag zur Güte: versuchen wir es einmal mit einer neuen, fast hätte ich geschrieben — Partei. 3ch meine nur Blöde. Die Pfennig- m o de! Sie hat den Vorteil der Gemeinverständlichkeit. Sie ist auch nicht weiter kostspielig, abec ungeheuer erfolgreich. Wenn dann die Blöde abtritt, könnte sich, gegen die Verabredung, womöglich eine Art Volkssitte daraus entwickeln. Darauf sollte man es ankommen lassen. Zurück zum Pfennig! Oie Licher Störche. 3m Dilder-Aushängekasten an unserem Geschäftshaus bringen wir zwei photographische Aufnahmen von der Störche-Versamm- lungauf demDacheder Blarienstifts- kirche in Lich zur Schau. Die größere Aufnahme von öieier Storchenparade wurde von gerb. Zimmer in Lich am Mittwochabend um 8.15 Uhr gemacht, die kleine Aufnahme erfolgte um 8.45 Uhr. Auf dem großen Bilde sieht man noch ein gewisses Durcheinander der zahlreichen Störche, da die Tiere zu diesem Zeitpunkt noch im Versammeln begriffen waren, während man auf dem kleineren und später aufgenommenen Bilde die fertig aufgestellte Rachtparade der ^XXAr^ AlneAesie NMMkhes lean Welael, (Heben, Sonnenatrafae 6, Telephon Nr. SSM htiirtH, Preis: Za 70 Pfg fM stelle au Altenschlirf, Dekanat Lauterbach (den sämtlichen Riedesel, Freiherren zu Eisenbach, steht das Präscntationsrecht zu): die zweite evangelische Psarrstelle zu Reichelsheim i. O., Dekanat Erbach (dem Grasen au Erbach-Erbach steht daS Präsentationsrecht zu). " Preisgekrönte Drieftaubenzüch- ter. Man berichtet unS: Am Sonntag, 26. 3uli, dat der letzte diesjährige Drieftauäntwettflug für Altti« re von Dudap « st aus statt- gesunden. Die Entfernung beträgt über 800 Kilometer Luftlinie. Obwohl di« Tauben in ihren Flugleistnngen durch ungünstige Witterungsver- hältnisse stark beeinflußt wurden, fehlen heute nur wenige der an dem Flug beteiligten Gießener amtmann Methtnger beim Finanzamt Darmstadt-Land alS Vorsteher an daS Finanzamt in Homberg (Oberhessen) versetzt. •• Der Hessische Evangelische Bund hält seine 43. Landesversammlung vom 30. August bis l. September in Schlitz ab. Die Tagung wird unter dem Thema: .Der Evangelische Bund ein Bekenner zu evangelischem Glauben, protestantischer Tat und evangelischer Gemeinde" sieben. * Freie evangelische Psarrstellen. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Dolgeöhcim, Dekanat Oppenheim: die evangelische Pfarrstelle zu Lehr» bach, Dekanat Alsfeld: die evangelische Pfarr- Vekonntllch gehört der Heidenturm am Alten Schloß zu den älteren Bauwerken der Stadt (1325), und daS Interesse der Gießener für chn ist immer groß gewesen. Leider war aber der baulich« Zustand nicht so. daß man den Turm ohne Bedenken hätte betreten können: daher bildete er in den letzten Jahrzehnten nur sur wildernde Kotzen und horstende Eulen eine willkommene Stätte der Betätigung, für uns Menschen war er gesperrt, höchstens daß die Fenster an der Stadtseitc den Katapulten und Schießwafsen benachbarter Llnfugstiftcr ein geeignetes Ziel boten. Trotzdem ließ die MuseumS- leitung die Absicht nicht fallen. daS ehrwürdig« Bauwerk wieder der Besichtigung zugänglich zu machen: und alS uns die Rotwendigkcit. daS Dach deS TurmS neu decken zu lassen, vor einigen Jahren die Möglichkeit darbot. ihn auf seine Sicherheit hin zu untersuchen, da zeigte es sich, daß die Schäden gar nicht so schlimm waren, und daß der Heidenturm wieder in Gebrauch genommen werden konnte. Die einzelnen Raume wurden gesäubert, geweiht und mit Beleuchtung auSgestattet. die auf der Außenseite emporsührende Holztreppe ausgebessert und mit Geländer versehen, und bet Bauschutt, der in großen Massen im Turm lagerte, abgefahren. In ben letzten Wochen haben wir nun die Turm- zimmer wohnlich eingerichtet, und nun kann vom nächsten Sonntag ab der Heidenturm vondenBesuchern des Ober- hessischen MuseumS wieder betreten werden, allerdings mit der Einschränkung, daß dicS wegen des Fehlens von Heizung nur im Sommer möglich ist. Eine andere Hoffnung hegen wir außerdem noch, nämlich die. daß gewisse Besucher die üble Sitte unterlassen, ihren werten Ramen mit allen möglichen Zusätzen an die Wände zu schmieren. Wir verzichten sehr gern auf derartige Dinge: dazu kommt aber auch die Gefahr, daß einmal ein solcher Schmierfink zur Wiederherstellung der beschmutzten Wand heran- geholt werden könnte. Der Heidenturm hat zwei Verließe: daS eine, unterirdisch, ist der Keller des Baues: eS kann nur durch einen schmalen, niedrigen Gang vom Burghof auS erreicht werden, sein Boden liegt etwa 2 Meter unter der Erdoberfläche. Der Heidenlärm am Mn Schloß in Gießen Don Museumsdirektor profeflor Helmke Störche steht. Die Aufnahmen erfolgten von dem Kirchturm neben der Kirche aus. DaS einzigartige Raturfchaufpiel. das schon seit vorigen Freitag zu bemerken war. halte allabendlich eine ständig anwachsende Menge von Reugierlgen herbeigelockt. Auch gestern abend wieder versammelten sich zahlreiche Interessenten bi der Räh« der Kirche, viele bestiegen sogar den Kirchturm bis zur obersten Spitze, um die Störche ganz aus der Ääh« beobachten zu können. Offenbar sind aber die Tiere durch die Menschenansammlungen beunruhigt worden, denn gestern abend waren von den in den letzten Tagen regelmäßig beobach.eten 24 Störchen nur vier erschienen, die anscheinend zu dem Storchneft auf dem Kirchdoche gehörten. Die übrigen Langbeine wurden noch gestern nachmittag in den großen Wiefeng runden bei Rieder-Dessingen in famiiien- weifer Versammlung bemerkt, sie blieben aber gestern abend in Lich auS. da ihnen jedenfalls Die allzu starke menschliche Reugier beängstigend und lästig geworden war. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Hauptbeunruhigung der Tiere aus die verhältnismäßig starke Menschenansammlung an der Spitze deS Kirchturms zurückzuführen ist, da von dort auS bis zu dem Kirchendach nur wenige Meter Entfernung find Die Menschenansammlung in den Straßen dürfte die Tiere wohl nicht so sehr geschreckt haben. Wenn unsere Rachbarstadt Lich sich das einzigartige und sehenswerte Raturschoulpiel dieser Slorchcnparade rwch für einige Tage bis zum Abzug der Tiere erhalten Wils, dürfte eS ratsam sein, auS der gestern zum erstenmal in Erscheinung getretenen Zurückhaltung der Tiere und ihrer wahrscheinlichen Ursache ungesäumt die entsprechenden Folgerungen zu ziehen. 'Sornotiien. — Tageskolender f ü r Freitag. Kirchen- konzert zum Besten der Hinterbliebenen der in Schlesien verunglückten Bergleute. 20 Uhr, in der Johonneskirche — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Wenn du einmal dein Herz verschenkst ..." und „Frau oder Geliebte?" •• DieGießenerDerfassungSfeier- Festrede deS hessischen Innenministers Leuschner bei der DerfassungSfeier am kommenden Montagnachmittag in der Gießener Dolkshalle wird auf den Südwestdeutschen Rund- funkfender in Frankfurt a. M. übertragen. Wegen dieser Einschaltung deS Rundfunks in die Gießener Feier muß die Veranstaltung pünktlich um 15 Uhr beginnen. * Der Po ft dien st am Verfassungs- t o g e. Dom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Da der Berfassungstag (II. August) in Hessen als gesetzlicher Feiertag gilt, wird der Dienst bei den Postämtern in Gießen wie folgt geregelt: Die Schalter werden wie an Sonntagen geöffnet. Außer der einmaligen Briefzustellung, die um 8.45 Uhr beginnt, wird eine Paket-, Geld- und Landzustellung ausgeführt. Die Briefkasten werden wie an Werktagen geleert Die Kraftposten von und nach Gießen verkehren wie an Sonntagen. •• Finanzamts-Personalien. Der Vorsteher deS Finanzamt- in Homberg (Ober- h«ssen) RegierunqSrat Bieger wird als Vorsteher an daS Finanzamt in Hungen und Steuer- Freilidit, Freiluft und Sonne! Und dazu - ? NIVEA'CREME Das gibt gesunde Haut und schön gebräuntes Aussehen, — auch bei bedecktem Himmel; denn auch Wind und Luft bräunen den Körper. Aber trodten muss Ihr Körper sein bei direkter Sonnenbestrahlung. Und gut mit Nivea-Creme vorher einreiben I Sie vermindern dadurch die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes. 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In diese- Gefängnis gelangt durch einen schmalen Mauerschlitz etwa- Tatze-licht, außerdem hat e- eine aufgemauerte Steinbank al- Lager, ja e- fehlt nicht einmal an einem steinernen — 2lbort. Leider hat der Roum beim Umbau de- EchlosseS durch zwei durchgeführte Eisenrohre etwa- von seiner Ursprünglichkeit «ingebüht: immerhin bekommt man hier einen kleinen Eindruck von der Schauerlichkeit und der Grausamkeit der Haft früherer Zeiten. Die etwas steile Holztreppe führt unS zu einem zimmerartigen Raum, wo sich in der Mitte deS steingepflasterten Fußbodens die Oeffnung befindet, durch die den Gefangenen Im Keller- vcrließ Rahrung herabgelassen wurde. Hier sind jetzt die Gerät«, Formen und Muster einer Kattundruckerei untcrgebracht; ein Blick nach der Fensternische zeigt unS die gewaltige Dicke deS Mauerwerbs. Eine Treppe weiter hinauf, und wir stehen in der Rüstkammer: ein bei weitem freundlicherer Raum, der die wertvolle Sammlung des Museums an Waffen und Rüstungen, und waS sonst mit dem Waffenhandwerk früherer Zeiten zusammenhängt, enthält. Dann klimmen wir auf einer schmalen Wendeltreppe zum obersten Raum empor, in dem eine Bauernstube mit Doppelbett, Tisch, Schrank. Truhe und allem, was dazu gehört, Platz gefunden hat: dieses Zimmer ist daS behaglichste und hellste und hat trotz der von den Wänden ausströmenden Kälte etwa« Gemütliche-. So wird auch der alte Heidenturm dem Museum neue Freunde werben. Dauben. Den ersten Brei« erhielt der Züchte, Konrad R« u sch Wie «der Weg 3. den »weiten bu» Tterzuchtinstiiut euerer Hardthof, während Dtn brüten der Züchter Gastwirt und Metzger- metstcr H c n f e L Walltorstr. 27, erringen konnte. Erfreulicherweise standen für die Sieger tauben wertvolle Ehrenpreise zur Verfügung, die von Interessenten des Sports gegeben mären. * D H 23 -9 ugendam Rhein. Man schreibt uns: In der jetzt überall beginnenden Grenzland- arbeit für das Rheinland will auch die deutsche Kauf- mannsjugend nicht fehlen. Den Auftakt zu der ideellen Wcsthllfe bildet der Tag der Kaufmanns- fugend in Bingen vom 9. bis 10. August, den der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Aerband durch- fuhrt. 9m Anschluß an diese große Tagung, zu der über 1000 Iungkaufleute erscheinen, werden Lehr- und Dandersahrten und Zeltlager der Kaufmann»- fugend ein anschauliches Bild von den rheinischen Grenzlanden und ihrer Bevölkerung vermitteln, aber auch den Bewohnern des Rheinlande» zeigen, daß die Kaufmannsjugend ihrer gedenkt. Acht Lehr- und Wanderfahrten in die Eifel, nach Eupen Malmedy, in das Saargebiet, durch die Pfalz und die an- grenzenden rheinischen Gebietsteile erfassen fast 400 Iungkaufleute, außerdem drei Zeltlager bet Ann- weiler. In der Eifel und auf dem Turnierplatz de» Schlosse» Rheinstein nochmals 300 Iungkaufleute. Kreis Büvtngcn. * R i dd a, 7. Aug. Am nächsten Sonntag findet das erste Kriegerfest de« Hassiabe- Airf« Ridda nach dem Weltkrieg« in Ridda statt. E« handelt sich mehr um ein kameradschaftliche- Zusammensein alter Soldaten, al« um ein allgemeine« Volk-fest. DaS Kriegerfest findet deshalb auch nur an einem Tage statt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gang«. E« werden etwa 30 auswärtige Vereine erwartet. Rach- mittagS um 1 Uhr wird sich ein Festzug durch die Stadt bewegen, der mehrere Gruppen Soldaten de- alten Heere- zeigen wird. Der Festakt mit anschließendem Volksfest findet auf der bekannten Rtddaer Festwiese statt. Berliner Börse. B - rlin , 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Eine len- denz war im heutigen Frühoerkehr noch nicht zu er- kennen. Rad) dem schwächeren Schluß der gestrigen Reuyorker Börse verhielt fid) die Spekulation wieder abwartend. kirchliche Nachrichten IsraeNtische Religionsgemeinde. Gottesdienst ht der Synagoge (Südanlage) SamStag. den 9. August. Vorabend: 7.30 Uhr: morgen- 8.30; abend- 8.05 und 8.45 Uhr. verantwortlich für das Feuilleton i. v : Pr Fr W Lange In den ersten 10 Jahren sollte Jede Mutter Ihr Kind ausschließlich mit der reinen, milden NIVEA KINDERSEIFE waschen und baden. Dem Kind wird dadurch später manche Sorge um die Erhaltung seines guten Teints erspart bleiben Nivea- Kinderseife Ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hergestellt. 2 ______W2^30 „Bnölna" Baos Tee Meistermifchuna aus Kräutern. nemeS <«enubgetrank statt schwarzen Tees. gröaterhoas Jong 500Handtücher 00 250Küchentücher Mk. Jedes Stück nurbesteQuahtät teils Reinleinen, teils Halbleinen, in weiß und bunt gemustert, gesäumt und gebändert Für dis fchem. Reinigung Waschbenzin (SondergualitSt) reinigt alle Stoffe l Drogerie k X Winterhoff / Haben Sie offene Füße? Scknersea? Jucken? Stecken? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewahrte öalverial-Heiisalbe Gentann". Wirkung überraschend. 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Lebensjahr 9 Pf. 7 Pf. täglich _ - 2L „ 17 „ 12 „ „ über 21 Lebensjahre 21 „ 15 , „ Nicht mehr krankenoersicherungspflichtige Angestellte, die jedoch noch der Arbeits- losenoerficherungspfücht unterstehen, sowie fteiwillig versicherte Angestellte haben monatlich 13,50 RM. zu zahlen. 5545D Gießen, den 7. August 1930. Allgem. 0rt»krankeukasse Gießen (SfaM). gez.: Ottilie. illlgem. Ortskrankenkasse Gießen (Land), gez.: Herber. Landkrankenkaffe Gießen, gez.: Hörr. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM Spielvereinigung ^900 e. V. Unser 30. Stiftungsfest findet am Samstag, 9. August, S'/r llhr abends, in den Räumen der Lteblgshöhe unter Mitwirkung der Regiments-Kapelle Inf.-Regts. 15, unter persönlicher Leitung von Herrn Obermustkmeister Löb er statt. Sonntag, den 1 v. August, nachm. -L30Ut)r Aufmarsch sämtlicher aktiven Miiglledev “MD 5 LlhnZubilaumsspiel D. f. £. Neu-Isenburg ((Südd.Ob.-Liga) -1900 (£iga( Kaufmännischer Verein Gießen ””D Sonntag, den 10. August, nachmittags 3V2 Uhr, im Verein shaus-Garten Sommerfest! Alle Schweine. besonders auch kränkliche, , 1zurückgebliedene und loK^e mit Helfen Beinen, gefunden und 163D entwickeln fich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes R ASSOL mengen. Verlangen Sie nur echtes Rassol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel» apotheke Dießen. Zn Haden in allen 2lpotheken. Saison-Ausverkauf Samstag letzter Tag! Sonder-Angebot: Oberhemden 6.50, 7.50, 8.50. 9.50 Oxtordhemd. 7.50,8 50,9.50.10.50 Krawatten, reine Seide, v. 0.95 an Socken 0.45, 0.95, 1.25, 1.45, 1.95 Qualitätsware spottbillig! Richter Neuen Bäue 3 i5S2D ./an mer.fwerten werden ctud) in bartnäcfinen Fällen sofort gebleichi und unsichtbar durch Cetjafin sommerinroffenaeme. Bote 2.50 Pickel. Pusteln u. and. Hauiunreinigkeiien beieittflt fof das HnuiverschönerungSmiltel Gehonn-Ieiniroafler. Dntfuns 2.50 Erbalilich: Apotdek. Guth, Blknria-Drog.. E. 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Die Volkskonservativen sind Absplitterungen der Deutschnntionalen, die Deutsche Staatspartei ist eine Reugründung demokratischer und jungdcutschcr Kreise. Diese beiden verschiedenen Formen der Gründung können als 'Beispiele dasür gelten, wie Parteien überhaupt entstehen- sie bilden sich gewöhnlich entweder aus Spaltungen bestehender Gruppen oder aus Zusammenschlüssen zueinander strebender Richtungen. Parteien in unserem Sinn gibt eS in Zeutsch- land überhaupt erst seit der Revolution des Jahres 1848. In einer absolut regierten Mon- archie hat eine Partei keinen rechten Sinn, da sie ja keinen Sinsluß aus die Gestaltung des politischen Lebens gewinnen kann. Mit den ersten Parlamenten mutzten sich dagegen politische Gruppen bilden, die durch ein bestimmtes Programm oder durch die Persönlichkeit der Führer Wähler anziehen konnten. In der Konstitute- ren den R a t i o n a l v e r s a m m l u n g von 1 848 sahen Demokraten unter der Führung von Waldeck und sog. Konstitutionelle. Aber die groben Gruppen, auS denen sich unsere modernen Parteien entwickelten, find erst ein paar Jahre später entstanden. Die älteste Geschichte hat wohl das Zentrum. Schon am 30. Rovember 1852 bildete sich in Preußen die sog. Katholische Fraktion unter der Führung der Brüder Peter und August Reichensperger. Da man sie als konfessionelle Gruppe sehr anseindete, erhielt die Partei im Iohre 1859 den Rainen .Zentrum" mit dem Untertitel Katholische Fraktion. Das war die Keimzelle der Zentrumspartei, die vor den Wahlen zum ersten deutschen Reichstag im Iahre 1871 zum erstenmal mit einem Ausrus an das Geheimrat Dr. phil. Arthur von Weinberg, Dr. med. und Dr.-Jng. ehrenhalber seit 1925 Mitglied des Bcrwaltungsrats der I.-G.-Farben, wird am 11. August 70 Jahre alt. Die Stadt Frankfurt ernannte den berühmten Chemiker und bekannten Rennstallbesitzer zu ihrem Ehrenbürger. ganze deutsche Bolt hervortrat, und zu der damals neben den Brüdern Reichensperger vor allem Windthorst, Savigny und der Mainzer Bischof von Äetteler gehörten. Ganz spurlos ist die Geschichte auch an dieser Partei nicht vorübergegangen. Bei den Wahlen zur Rationalversammlung trat sie vorübergehend unter dem Hamen .Christliche Bollspartei" auf, und später spaltete sich ihr bayerischer Zweig als .Bayerische Volks Partei" ab. Reben dem Zentrum hat nur die Sozialdemokratie aus der Zeit vor dem Krieg ihren alten Parteiapparat ziemlich unverändert in das. republikaniscbe Deutschland übernommen. Die Geschichte der Sozialdemokratie ist mit wenigen Worten unmöglich zu umreiten. Die beiden Wurzeln sind der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein von Ferdinand Lassalle und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, die sog. Eisenacher Richtung, die den Lehren von Karl Marx folgte. 3m Norddeutschen Reichstag von 1867 sahen die drei sozialistischen Abgeordneten Wilhelm Lieble ch t, Bebel und von Schweitzer. Erst im Iahre 1875 schlossen sich Lassalleaner und Marxisten zu einer gemeinsamen Partei zusammen, die im Mai 1875 auf einem Kongreß in Gotha das erste sozialdemokratische Programm annahm. Innere Kämpfe hat es seitdem ununterbrochen gegeben. Aber erst im Krieg ging die Uneinigkeit so weit, dah sich aus dem Kern der Sozialdemokratie eine neue Partei absplitterte. Schon im Rovember 1914 war Karl Liebknecht gegen die Bewilligung der Kriegskredite. Im März 1915 teilten weitere 23 Abgeordnete Liebknechts Standpunkt, und im Iahre 1916 entstand die Sozialdemokratische Arbeitsgemein- schast, aus der im Iahre 1917 die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands wurde. Die Loslösung der USPD, von der Mutterpartei ist also allmählich erfolgt. Im Iahre 1916 gründete der radikale Slügel der Unabhängigen den Spartakusbund, der mehrere Iahre in der Organisation der USP. verblieb. Erst im Iahre 1919 wurde die Loslösung des Spartakusbundes vollzogen, der nun den Ramen Kommunistische Partei Deutschlands annahm. Die Gründer waren Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Paul Levi. Später spaltete sich die USP.: Teile gingen zu den Sozialdemokraten, andere Teile vereinigten sich mit den Kommunisten, und es blieben nur einige unbedeutende Splitter zurück, die heute noch bestehen, aber unter sich uneins find. Sehr viel schwieriger ist die Entwicklung der übrigen Parteien zu verfolgen, die sich häufiger umgruppierten und nun wieder vor einer Neuorientierung stehen. Im Norddeutschen Reichstag von 1867 gab es eine konservative, eine frei- konservative, eine nationalliberale und eine fortschrittliche Fraktion. Die wichtigste Gruppe auf der rechten Seite der alten Reichstage war die Deutschkonservative Partei, die am 7. Iuni 1876 in Frankfurt am Main gegründet wurde. In ihrem Rahmen entwickelte sich die antisemitische Richtung des Hofprcdigcrs S t ö ck e r, die sich im Februar 1896 als Christlich- soziale Partei abspaltete. Aus den rechtsstehenden Parteien der alten Reichstage entstand nach der Revolution die Deutschnationale B o l k s p a r t e i, in der sich neben den Deutschkonservativen und Christlichsozialen auch Frei- konservative und Deutschvölkische sammelten. Die Führung übernahmen in erster Linie nicht frühere Abgeordnete, sondern ehemalige Staatsmänner. An die Spitze traten Hergk, Helffer ich und Graf Posadowsky, der aber bald nur noch eine untergeordnete Rolle spielte. Di- Deutsch- nationalen waren also eine Sammelpariei, die der veränderten Lage entsprechend eine neue Organisation schaffen muhte Eigenartig verlief die Entwicklung der Nationalsozialist!- fchen Dcutfchen Arbeit er Partei, die im Iahre 1919 in München von Adolf Hitler mit ein paar Freunden gegründet wurde. Sie war zunächst völlig bedeutungslos, und als im Februar 1920 im Münchener Hosbräuhaus der Oessentlichkeit das "Parteiprogramm übergeben wurde, kümmerten sich nur wenige Leute darum. Aus vielen völkischen Splittergruppen, die sich untereinander heftig bekämpften, ist nach mancherlei Zusammenschlüssen und Spaltungen die heutige Partei entstanden. Die Parteien, deren Umgruppierung augenblicklich die Oessentlichkeit beschäftigt, Haven ihren Ursprung in den nationalliberalen und freisinnigen Gruppen der Zeit vor dem Krieg. Ostpreu- ßtsche Mitglieder der altliberalen Kammermehr- heit in Preußen waren unzufrieden und schlossen sich am 9. Iuni 1861 unter Führung des Abgeordneten von Forckenbeck zur Deutschen Fortschrittspartei zusammen. Das Programm, das sie verössentlichtcn, trug unter anderem die Unterschriften von Schulze-Delitzsch, Birchow und M o m m.s e n. Die Fortschrittler waren Gegner Bismcr^ls und verweigerten ihm in der Konsliktszeit die Mittel für den Staatshaushalt. Nach dem Krieg von 1866 wollte ein beträchtlicher Teil dieser Partei mit Bismarck Frieden schließen. Am 26. September 1866 taten sich 15 Abgeordnete der Fortschrittspartei und neun Mitglieder des linken Zentrums unter Laskers Führung zusammen und gründeten die Nationallioerale Parket. Zu ihr gehörten Bennigsen und Forckenbeck. Gleichzeitig schieden aus der konservativen Rechten des Parlaments die Freikonservativen aus, die ebenfalls Bismarck unterstützen wollten. Damit war die Parteibildung zu einem gewissen Abschluß gelangt. Die Fortschrittler spalteten sich, vereinigten sich aber im Iahre 1884 wieder und nannten sich nun Freisinnige. Sie erhielten im Iahre 1896 Verstärkung durch den Nationalsozialen Verein Friedrich Naumanns, der in feiner Zeit eine ähnliche Entwicklung durchgemacht hat wie jetzt der Iungdeutsche Orden, der ebenfalls von rechts kommt und sich nun in der Deutschen Staatspartei mit den Demokraten verbindet. 3m November 1918 trafen sich im Hause des Berliner Reichstagspräsidiums auf Anregung von Theodor Wolff führende Männer der Freisinnigen und der Nationalliberalen, um der veränderten Situation entsprechend eine neue Partei zu gründen. Das war die Geburtsstunoe der Demokratischen Partei, die am 16. November mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit trat. Zu den Gründern gehörten Hugo Preuß, Dr. Schacht, Professor Weber, Helmuth von G e r l a ch, um nur einige zu nennen. Auch Ötrefcmann, der Führer der Nationalliberalen, war mit drei ober vier anderen Politikern zu der entscheidenden Sitzung erschienen. Er sagte nicht, daß er beitreten wollte, und man forderte ihn auch nicht auf. Daraus entschloß sich ötrefcmann kurzerhand, mit Hilfe der Nationalliberalen die Deutsche Volkspartei zu gründen, in die damals auch ihr jetziger Führer Dr. Scholz eintrat. Erst sehr viel später gründeten Hausbesitzer und Gewerbetreibende unter Führung des späteren Abgeordneten Ladendorss die Wirtschaftspartei, die zunächst nur unbedeutend wa r. Man weiß, daß es ihr gelungen ist, sich in verhältnismäßig kurzer Zeit einen Parieiapparat au schaffen und eine beträchtliche Zahl von Mandaten zu erobern. Damit sind freilich nicht entfernt alle Parteien aufgezählt, die sich um die Gunst der deutschen Wähler bewerben. Aber es sind doch die größten und wichtigsten genannt. Sie alle sind, wie man sieht, meist in kritischen Situationen entstanden. Geheimrat Profestor Dr. Ludwig Heck, seit 1888 Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, wird am 11. August 70 Jahre alt. Seiner Tätigkeit ist die Entwicklung des Berliner Zoos zu einem der wissen- schaftlich wertvollsten der ganzen Welt zu verdanken. Neue Römersunde in der Wetterau. 5 Friedberg, 7. Aug. Ein dichtes 'Retz von Fundorten hat schon seit langem den Beweis erbracht, daß die südliche Wetterau al- römisches Okkupationsgebiet stark besiedelt war. Immer wieder stößt man bei Bodenarbeiten auf die Spuren römischer Kultur. Den Römern waren auch schon die Mineralquellen der Wetterau bekannt, so der Schwalheimer Brunnen und der Selzerbrunnen bei Groh-Karben. Don beiden Oertlichkeiten liegen wertvolle Römerfunde vor. Nun ist man neuerdings in der Nähe des S e l - zerbrunnenS wieder auf die Spur der Römer gestoßen. Bei RegulierungSarbeiten an der Nidda entdeckte man unweit der De ge 1 - wühle eine noch gut erhaltene römische Holzbrücke, die im Strahenzuge von der Saalburg nach dem Kastell Marköbel über einen alten Niddalauf führte. Die senkrechten Stützpfähle und die darüber liegenden Dohlen waren noch deutlich festzustellen. Man fand auch römische Ziegelsteine mit den bekannten Legionsstempeln, Scherben aus römischer Töpfererde, zwei Zimmer- mannsäxte ldavon eine mit Stiel), eine Grab- schippe. Di^ von Prof. Blecher bestimmten Sunbe wurden dem hiesigen Wetterauer Museum zugeführt. Gurel gesteht. WSN. Frankfurt a. M., 7. August, Der Wohlfahrtspfleger Durek hat nunmehr der Kriminalpolizei ein Geständnis abgelegt. Er hat den vorgetäuschten Raubüberfall und die Veruntreuung der durch die Post erhaltenen Summe von 5200 Mk. zugegeben. Ferner hat er eingestanden, auch noch 344 Mk. von früher erhaltenen Wohlfahrtsgeldern für sich verbraucht zu haben. Von der Kriminalpolizei sind 5004 Mk. herbeigcschasst worden. Die Stadt hat jetzt nur noch einen Schaden von 540 Mk. Der Verbleib dieser Dumme ist auch festgestellt und die Stadt wird dieses Geld zu- rückerhalten. Daten für SamStag 9. August Sonnenaufgang 4.35 Uhr, Sonnenuntergang 19,35 Uhr. — Mondaufgang 20.10 Uhr, Monduntergang 3.59 Uhr. 1919: der Naturforscher Ernst Haeckel in 3ena gestorben. Bürgerlich und romantisch. Betrachtungen am Vierwaldstättersee Von Anita. Luzern, 3uli 1930. Landschaften, die noch Raum und Zeit für geruhsame Dergnügunasdampser haben, weisen immer Gefühlswerte solider Qualität auf. Don allen Seen der Schweiz wird der Vier- waldstätter wohl am meisten befahren. Wie ein guter Wirt die reichhaltige Speisekarte, bietet er so Mannigfaltiges, daß die verschiedensten Geschmacksrichtungen vollauf befriedigt werden können. Auf hohen Gipleln finden Ewigkeitssucher schneeschimmernde Einsamkeit, der Rigi bietet ein Schulbeispiel des Sonnenaufgangs, wie er sein soll, in Axenstein sind die angenehmsten Golf-links, in Brunnen ist herzliche Gemütlichkeit und gewöhnlich gerade ein Wanderzirkus, in Dürgenstock gibt es die elegantesten Rundblicke, Ditznau atmet südliche Heiterkeit. Iedes Fleckchen und jeder Höhenpunkt an diesem blaugrünen See hat seine persönliche Note. In der Schweiz ist an vielen Stellen Natur mit Literatur verwoben: in Göschenen hat der Dichter-Gastwirt Zahn Diermah und Versmaß gehandhabt, und hier bei Altdorf leben alle klassischen Gefühle auf. Schiller hat ja dieses Land seiner Sehnsucht nie betreten, aber sein Geist schuf sich die Ehrenbürgerrechte. Ietzt steht mancher Jüngling im Schillerkragen an der Tells- kapelle und zitiert unweigerlich eine Stelle aus jenem populärsten Schauspiel, das gleichzeitig der meisten erstes Theatererlebnis war. Die Axenstraße entlang halten unzählige Autos, deren Insassen historisches und Baedeker- besterntes nebst persönlicher Staffage knipsen. Auf dem See ziehen die freundlichen weihen Dampfer laut tutend ihre Furchen, während eifrige Passagiere mit Hilfe von Operngläsern die richtigen oder auch falschen Namen der Berggipfel ausrufen. Das schöne Luzern ist Ausgangspunkt aller Vierwaldstättersee-Besucher: dennoch scheint eS ausschließlich für England und Amerika reserviert zu fein. In der Kurliste wird aus einheitlichem Stilgefühl manchem Gast aus Dresden, Linz oder Hannover ein Mr. oder Mrs. vor den Namen gesetzt. Nur ein paar deutsche Fürstlichkeiten werden mit sämtlichen Titeln der Dorkriegszeit genannt Bei einem indischen Maharadscha h (der natürlich der reichste Indiens ist) steht schlicht: mit Gesolge. Märchenhafte Visionen von verschleierten Prinzessinnen, Leibfakiren, tiefbraunen Dienern und haselnuhgroßen Smaragden entstehen. Später ist man sehr enttäuscht, auf dem Tennisplatz einen dunklen, bescheidenen Mann zu sehen, der — wenn nicht alles täuscht — mit ganz gewöhnlichem hölzernen Schläger und schlichten Bällen spielt: der Maharadschah ■ •. Hingegen stammt die exotische, schmuckübersäte, dämonisch blickende Schönheit im Hotel National (sprich .Neschnell") aus dem schönen Böhmer- land, das schon einmal durch Hervorbringung einer Gaby Deslys seine diesbezüglichen Fähigkeiten bewiesen hat. Neben den großen Hotels am Kai entlang sind schöne, pompöse Geschäfte, die natürlich all das ausstellen, worauf das zahlende Publikum vom jenseitigen User .fliegt“. Unendlich viel Schmucksachen, Reifen, Ketten, Ringe, die den beliebten exotischen Schick ausmachen, kostbare antikisierende Brokattaschen und -decken und allerlei Dinge, die sich .Euriosities" nennen und so vornehm überflüssig sind. Die meisten Geschäfte aber dienen zur Ausstellung der wunderbaren Schweizer Stickereien. Auf bauebbünnen Tüchelchen sind mit unendlicher Mühseligkeit ganze Legenden eingestickt. Vor den Läden sitzen in langen Reihen junge, stille Schweizerinnen mit dunklem Mieder über die Stickrahmen gebeugt und zeigen den staunenden Amerikanerinnen, wie man sich dabei die Augen verdirbt. .Simply wondersul", sagen Mrs. Dorothy und Miß Evelyn und treten kauffreudig in den Laden. Kaffeedecken heißen hier entgegenkommend .Bridgegedecke'' und man erfährt aufhorchend, dah jene haarfein gestickten Gebilde Cocktailservietten sind. Es ist manchmal beschämend, Gegenstände des täglichen Bedarfs nicht gleich richtig erkannt zu haben... Etwas abseits dieser Luxusgeschäfte steht ein anderer Erwerbszweig in höchster Blüte: die Schweizer Holzbären und der Löwe von Luzern. Seit Jahrzehnten liegen diese Erzeugnisse in völlig unDcränberter Ausführung zum Verkauf aus, und es ist also anzunehmen, daß viele, ja unzählige Menschen sich hier gerne einen Bären aufbinden lassen. Man kann sie, wenn man reich genug ist, in Lebensgröße als Schirmständer kaufen, man braucht aber auch bei bescheidenem Geldbeutel nicht verzagen und kann sich tanzende, musizierende, kletternde, spielende Fingerhuttragende, auf dem Töpfchen sitzende Bären in jedem Format erstehen. Der ruhende Löwe aber, dessen schönes ausdrucksvolles Monument der tapferen Schweizer Garde geweiht wurde, ist besonders preiswert und naturgetreu in Schokolade zu kaufen. Man kann ihn bitter, mit Vanille ober mit Milch haben. Wenn man aus irgendeinem Grunde (grundlos tut man es doch nie) sehr früh aussteht, kann man ein Stündchen lang Luzern als Stadt an sich betrachten. Der herrliche ßaubengang am Kai, die schöne, alte Holzbrücke, viel fröhliche, bemalte Häuschen von vor paar hundert Jahren und die vielen Hotels mit den furchtbar vielen Engländern, die im Moment noch schlafen. Oder ruhen, wie es vornehmer heißt. Aus dem gipfelumrahmten See liegen die bürgerlichen Dampfer, die smarten Motoryachten und die romantischen Boote und warten auf ihr jeweiliges Publikum. Während die Hotels ihr Tagesmenü mit Preisangabe aushängen, stellen Cook und die anderen Reisegesellschaften unter .heute" die Konvolutausflüge zu festem Preis aus. ES geht alles sehr ordentlich und korrekt zu Nur ein Papierfetzen. Don MaxZungnickel. Vorgestern traf ich einen alten Sänger, dem es herzlich schlecht geht. Ein von der Not und vom Unglück verregneter Mensch, der sich mit seiner rostigen, ausgesungenen Stimme noch einige Groschen verdient, damit er wenigstens das nackte Leben hat. Ein seltsam erschrockener Ausdruck liegt in seinen Augen, wenn er längst vergessene Schlager auf Hinterhöfen fingt Derwüstet und gebeugt steht er aus- Ein wahrer Bortenkäfer des Hungers.-- Und doch: wenn er fo spricht, dann hat man das Gefühl, daß in ihm ein Adel schimmert wie ein Gespenst inmitten eines verfallenen Schlosses. Sechs Jahre lang war er Konzertsänger. Und nun holt er aus seinem abgeschabten Rock ein abgegriffenes Notizbuch heraus. Und in diefem Notizbuch liegen Papiersetzen Bedruckte Zeitungsausschnitte. Er zeigt ste vor. Und wie er sie vorzeigt, geht über sein not» verwüstetes Gesicht ein heller, glücklicher Schimmer. Die Zeitungsausschnitte sprechen in guten Worten über seine Kunst, übet die Schönheit seines Gesanges. Irgendeine unbekannte Feder in Magdeburg, in Leipzig, in Hildesheim und Halle hat über den Sänger liebenswürdig geurteilt- — Das Papier ist schon gelblich geworden. Es wird nicht mehr lange dauern, dann zerfällt es von selbst. Ader es hat trotzdem immer noch die Macht: im zerschellten Leben eines Menschen eine Rolle zu spielen. — SS ist wahr; diese lumpigen Papierfehen sind heute noch, im dunklen Dasein eines Gescheiterten immer noch so etwas wie Sterne. Die Zeitungsnummern, in denen diese Kritiken gestanden haben, modern schon längst in Archiven oder sind in die Papiermühle gekommen. Einige Zeilen daraus aber ruhen im Notizbuch eines Bettlers und halten ihn noch am LebenSsaden fest. Diese Zeilen haben damals, als sie zum ersten Male in das Dasein eines Menschen traten, die ungeheure Kraft besessen: den Bogen deS Tages jubelnd, zukunstssroh und strahlend über ein Leben zu spannen. — Und nun, wo daS Menschenleben nur noch Schatten und Ruine ist, nun nisten die vergilbten Papierfetzen immer noch darin wie Vögel, die stumm und geisterhaft in einem Irrgarten fliegen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonsttsch. Kinderstube. Lottchen und Wllli unterhalten sich tiefsinnig. Sagt Lottchen: »Ich wollte, ich wäre ein Junge geworden." Denkt Wllli ein Weilchen nach und erwidert dann. »Da kommst du aber jetzt zu spät! DaS hättest du vor der Taufe sagen müssen!" Einkauf. .Für zehn Pfennige Kaffee, für fünf Pfennige Zucker, drei Oelsardinen, für zwei Pfennige Salz und ein Diertelstück Butter", verlangt Elfriede Harpagon. Fragt der Verkäufer: »Sie geben wohl heute einen HauSball, gnädige Frau?" Unterricht. .Pappt, und jetzt sag mir, waS ist eigentlich .Bankrott* T* .Well, Junge — Bankrott ist, wenn man sein Geld in die Hose steckt uni> läßt die Weste pfänden." Ehrgeiz. .Nun bist du schon ein kleiner Mann und darfst dir heute zu deinem zehnten Geburtstage recht was Schönes wünschen", sagt Mama z» Ottchen. Otto schweigt. .Na", ermuntert die Mutter. .Darf ich Auguste zu dir fagen?" wünscht et sich in höchster Spannung. (Lust. Bl.) , Turnen, Sport und Spiel. 30 Zahre Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. 3n den Augusttagen des wahres 1900 wurde durch junge sportbegeisterte Gießener der Grundstock zur heutigen Spielvereinigung 1900 gelegt $>eute ist die Spielvereinigung 1900 Diesten einer der ältesten und gröhten Vereine des Westdeutschen Spielverbandes, wie auch des Deutschen Fustballbundes Annähernd 600 Mitglieder, in der Mehrzahl Aktive, treiben in den einzelnen Abteilungen des Vereins ihren Sport Sieben Fußball und Handball kommen Gymnastik und Leichtathletik für Frauen und Männer in bedeutender Weise zum SBort Tennis- und Hokey- sport ruhen zur Zeit im Verein. Unbekannt durfte es aber bei der Mehrzahl der Gießener Bevölkerung sein, dah auch der jetzige „Gießener Schwtmmverein" früher eine Unterabteilung 1900s war Die Satzungen der Sprelveremtgung 1900 schreiben als Hauptziel die _ Ertüchtigung der Jugend durch sportliche Betätigung vor. Entsprechend diesem Grundsatz leistet der Verein sportliche Breitenarbeit, wie sie ihresgleichen suchen dürfte Zehn Fußballmannschaften, drei Handballmannschaften und weit über 100 Leichtathleten und Frauenwettkämpferinnen, insgesamt etwa 300 aktive Sportsleute, vertreten fast jeden Sonntag den Verein im sportlichen Wettstreit Jubiläumsspiele am 10. August. Als Gegner für die L i g a m a n n s ch a f t wurde der Verein für Leibesübungen Aeu-Bsenburg gewonnen. Die Südhessen spielen einen bewundernswerten Fußball! nicht umsonst nennt man die Gäste im süddeutschen Derbandsgebiet die Mainfürther". Ihr technisch feingeschliffener, flacher Kombinationsfust- ball läßt sie mit dem Meister dieser Spielweise, der Spielvereinigung Fürth, fast auf eine Stufe stellen. Dah die Gäste süddeutsche Extraklasse repräsentieren, ergibt sich ohne weiteres daraus, dah der VfL. Oteu^fenburg 1927, 1928, 1929 und 1930 Teilnehmer an den Endspielen um die Süddeutsche Meisterschaft war. Ihre grohe Spielstärke dokumentierten die Bsenburger gegen Schluß der letzten Saison in zwei eindrucksvollen Siegen, und zwar über den bekannten Fuhballsportverein Frankfurt mit 4:1, und über Rot-Weih Frankfurt mit 4:2 Treffern. — Für den Iubiläumsverein wird die Aufgabe sehr schwer sein, gegen einen solchen Gegner mit zermürbendem Kombinationsspiel erfolgreich durchzustehen. Eine Niederlage ist wohl unvermeidlich, nur um deren Höhe läht sich streiten. Man rechnet bestimmt damit, dah sich die Blauweisten ehrenvoll aus der Afsäre ziehen Werden. 1900 wird mit einer etwas veränderten Mannschaftsaufstellung erscheinen. Dem Ligaspiel voraus geht der Aufmarsch der Aktiven. Da mit dem 10. August die Fuhballsaison 1930/31 beginnt, treten auch die unteren Mannschaften der Spielvereinigung 1900 auf den Plan Morgens beginnen die Gesellschaftsspiele. Die 4. Els hat die 2. Mannschaft von Hermannstein zum Gegner, die 3. Mannschaft spielt gegen Weilburgs 1. Elf, die Ligareserve gegen Hermannsteins 1. Mannschaft. Bei den 1900ern sind Schack aus Amerika und Erb aus Groh- Auheim wieder zurückgekehrt. Außerdem sind mehrere neue Spieler, sowie frühere Jugendliche Anzugekommen. Auch die Einigung zwischen Turnen und Sport wird dokumentiert durch ein Handballspiel der Jugendmannschaften Mtv. Gießen — 1900 Gießen. 1900 wird letztmalig in alter Aufstellung antreten. Der Ausgang des Spiels ist offen. In der Woche vom 11. bis 16. August veranstaltet die Spielvereinigung 1900 eine Wirble ins Leben! Roman von Anna Fink. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. S.-A. 16 Fortsetzung. Nachdruck verboten Der kleine untersetzte Herr befand sich augenscheinlich in groher Erregung. Während er mit dem Wirt das Frühstück besprach, lieh er lange Seremiaben dazwischen vom Stapel. Etwa folgen- dermaßen: „Herr Wirt, die Eier dreieinhalb Minuten, bitte keine Setunbe weniger oder mehr. Ich bin äußerst empfindlich in bezug auf Eier. Gott bewahre mich, daß mir das hier in diesem gottverlassenen Aest passieren muh! Den Tee, Herr Wirt, zehn Minuten ziehen Ach du lieber himmlischer Vater, kapiert dies Rindvieh doch nicht 1 — Aber ich meine ja gar nicht Sie, Derehrtester, ich meine ja meinen Chauffeur, der mit dem Wagen nicht zurechtkommt. — Ein Omelett? Weshalb nichtI O Gott, o Gott, ich geschlagener Mann! 3a, auch ein bißchen kalten Braten, wenn Sie's haben. — Das überleb ich ja nicht!" Erschöpft hielt der lebhafte Herr inne und goß auf einmal ein Glas Landwein hinunter. Der Wirt, ganz erschüttert von den Anforderungen, die an ihn gestellt wurden, war schleunigst verschwunden. Reginald hörte belustigt dem eigenartigen Monolog zu. Der Fremde merkte das bald und wandte sich an ihn. „Gestatten, mein Herr, Baron Griffinger", sagte er höflich in seinem stark österreichisch gefärbten Akzent, indem er sich erhob und verbeugte. Reginald nannte gleichfalls seinen Ramen. „Denken Sie, Herr Contius, was mir passiert ist: 3ch bin auf einer großen Geschäftsreise hier draußen in Deutschland, komme von Hamburg und will wieder heim nach Graz. Da spielt mir dieser Himmelhund von Wagen einen derartigen Streich, daß er mir hier gerad im Dorf weg- bleibt. Mein Chauffeur — er kann was - sucht und sucht und findet nist. Er schaut schon zwei ©tunben unb hat noch keine Ahnung. Oh, es ist zum Verzweifeln! Daheim warten sie auf mich. Ich habe eine große Aufsichtsratssitzung heut abenb. Unb steck hier so fest!" schloß ber Verzweifelte melancholisch unb schaute schwermütig in sein leeres Weinglas. Jubiläums-Sportwoche. Fußball- und Handballpokalspiele wechseln täglich ab. 3m Fußball beteiligen sich der Sportverein Alsfeld, der Sportverein Wetzlar, der VfB. Gießen und die Spielvereinigung 1900 Gießen 3m Handball haben die beiden Gießener Turnvereine, 1846 unb Mtv., bie Batl.-Mann- schaft Gießen, ber Polizeisportverein Butzbach unb bie Spielvereinigung 1900 Gießen zugesagt. Am Verfassungstag treffen sich R. 3. R. 15 — 1 9 0 0 im Hanbball unb Alsfeld - Wetzlar im Fußball Ein Spiel ber „Alten Herren" Wetzlar gegen 1900 vervollstänbigt bas Programm. — 3m Hanbball muh man der gut eingespielten Elf der Reichswehr ein Plus gegenüber den 1900em zusprechen. Der Ausgang im Fußball- tresfen ist nicht vorauszusagen. Die beiden Mannschaften stellen gute Kampfmannschaften mit solidem Können. Am Dienstagabend kämpft in der Handball- vorrunde Polizei Butzbach — Tv. 18 4 6 Gießen. 1846 trifft dabei auf den Favoriten des Turniers, sollte aber in der Lage sein, die Butzbacher zur Herausgabe ihres ganzen Könnens zu zwingen. Der Männerturnverein Gi eßen zog in ber Dorrunbe bas Freilos und tritt erst am Donnerstag in bie Schluhspiele ein. Mittwoch kommt es in der Fuhballvorrunbe zu einem Lokaltreffen B. f. B. gegen 1 900. Me Weltmeisterschaften ber Studenten. Deutschland Gejamtsieaer im Schwimmen. Bei den internationalen Meisterschaften der Studenten in Darmstadt wurden am gestrigen Donnerstag die Schwimmwettkämpfe abgeschlossen. Deutschland gewann mit der Mannschaft Weigmann, Ohlwein unb Watrin in 3:45,8 Min bie 3x100-Meter- La gen- staffel vor Oesterreich, Ungarn, 3talien unb Englanb. Die 3taliener tarnen bann durch Gam - bi zu einem weiteren Sieg im 1500-Meter- Freistilschwimmen mit 21:53,8 Min. Baci- galupo (3talien), Feh er (Ungarn), Roig (Frankreich», Wernitz (Deutschland) und Unterberger (Oesterreich) landeten auf den Plätzen. 3m Gesa m t k 1 a s s e m e n t ber Schwimmwett- kämpfe ergab sich bamit folgenbes Bild. 1. Deutschland 82 P., 2. 3taüen 54 P., 3. Ungarn 50 P., 4 Oesterreich 19 P.. 5. England 17 P., 6 Frankreich HP. 3m Wasserball kämpften Frankreich und Belgien um den vierten Platz. Belgien war feinem Gegner leicht überlegen und führte bereits bei der Pause mit 3:0 Treffern. Ein weiteres Tor nach dem Seitenwechsel ergab einen 4:0- Eieg ber Belgier, bie damit auf ber 4. Stelle vor Frankreich rangieren. Leichtathletische Wettkämpfe. Gestern erschien auch die Leichtathletik auf dem Programm. 3n der Hauptsache gab es Vorentscheidungen, doch fielen bei den Damen bereits im 100-Meter-Lauf und im Kugelstoßen ber Herren Entscheibungen. Bei den Herren qualifizierten sich Eid racher und Salz über 100 Meter zusammen mit je einem Oesterreicher, 3apaner und Ungarn für das Finale. Ueber 1 10-Meter-Hürden konnten sich die Deutschen nicht durchsetzen, zumal der ehemalige deutsche Meister Steinhardt (Karlsruhe) nicht startete. 3nder4x 100 -Meter-Staffel gewann die deutsche Vertretung mit Salz, Metzner Eldracher und Körnig ihren Vorlauf ganz sicher. Die Vorläufe zur Olympischen Staffel fielen aus, da nur sechs Mannschaften, nämlich Deutschland, Frankreich, 3ta- lien, Oesterreich, England und 3apan am Start erschienen, bie alle am Endlaus teilnehmen. 3m Kugelstoßen blieb ber Ungar Darany mit 15,21 Meter Sieger vor bem Deutschen Sievert mit 14,52 Meter. Der 100 - Meter - Laus ber Damen sah die Berlinerin Braumül- ler mit 13,1 Sekunden erfolgreich. Ungarn siegt im Säbelfechten. Unter der ausgezeichneten Leitung von Erwin C a s m i r gelangten am Donnerstag die Säoel- gefechte zur Durchführung Man sah wiederum sehr flotte unb interessante Kämpfe, bei benen, wie erwartet, bie Ungarn führenb waren. So lautete benn auch bas Endergebnis: l.Hehs (Ungarn) 5 Siege, 25 Treffer: 2. Fiala (Ungarn) 4 Siege, 23 Treffer, 3. Göszy (Ungarn) 4 Siege, 26 Treffer, 4. Gabrielli (3talien) 4 Siege, 27 Treffer: 5. Trillhase (Deutschland) 4 Siege, 28 Treffer: 6 Zaumichieli (3talien) 4 Siege, 30 Treffer: 7. Mayer (Deutschland) 3 Siege, 28 Treffer: 8. Kolbinger (Deutschland) 0 Siege, 35 Treffer. Rugbykampf Spanien — Frankreich 0:69 (0:25). Der Rugbykampf zwischen Spanien und Frankreich, der im Frankfurter Stadion ausgetragen wurde, sah die Franzosen ihrem Gegner um Klassen überlegen. Bereits bei der Pause hatten die Franzosen einen Vorsprung von 25:0 Punkten, der sich dann im weiteren Verlauf des stark einseitigen Spiels auf 69:0 Punkte erhöhte. Protest der Heidelberger Studentenschaft. Sie beteiligt sich nicht an den Schlußseierlich- keilen der Olympiade. WSR. Heidelberg, 7. Aug. Der Vorstand ber Heibelberger Studentenschaft hat folgende Entschließung gefaßt: „Bei den internationalen Weltmeisterschaften der C. 3. E. in Darmstadt ist den Sudetendeutfchen der Start unter deutscher Flagge durch die Sportkommission der C. 3. E. untersagt worden. Die Meldungen des Kreises 10 der D. St. (Sudetendeutschland) sind daraufhin zurückgezogen worden. Die D. St. hat mitgeteilt, dah sie sich lediglich wegen ihrer Verpflichtung als Gastgeber weiteren Maßnahmen vorläufig enthalte. Die Schluhfeierlichkeiten der Weltmeister- f(haften sollen am Montag, 11. August, in Heidelberg stattfinden. Die Tatsache, dgß gewisse Ausländer es heute in Deutschland wagen können, als Gäste auf deutschem Boden Deutsche von sportlichen Wettkämpfen rücksichtslos auszuschlie- ßen, veranlaßt die Heidelberger Studentenschaft zu schärfsten Maßnahmen. Sie sieht in diesem Darmstädter Skandal eine grobe Verletzung des grohdeutschen Prinzips, die wesentlichste Grundlage einer Zusammenarbeit deutscher Studentenschaften mit der C. 3. E. Aus diesem Grunde lehnt die Heidelberger Studentenschaft auf das entschiedenste a b, sich in irgendeiner Weise an den Schluhfeierlichkeiten der internationalen Weltmeisterschaften der Studenten am 11. August zu beteiligen.“ Schießsport der Studenten. 3n dem Aufsatz vom 1. August wurde von einem Po st Wettkampf der Universi- t ä t Rostock berichtet, an dem sich auch unsere Landesuniversität beteiligte. Die Ergebnisse dieses Wettkampfes liegen nunmehr vor. Gemeldet hatten sich insgesamt 10 Hochschulen mit 151 Schützen. Beteiligt haben sich später 118 Schützen, die eine Durchschnittsring- gahl von 7,8 erreichten. Unter Berücksichtigung ber erzielten Gesamtergebnisse würbe vom Wett- kampsgericht beschlossen, Diplome als Anerkennung für besonders gute Leistungen an bie- jenigen Schützen zu verleihen, bie eine „10“ als Mindestdurchschnitt, d. h. ein Trefferbild von 100 Ringen und darüber erschossen haben. Dieser Forderung »wurde von 18 Schützen genügt, die Deutscher Gtudenten-Welt- meister im Turmspringen. IMS B 8 HerrnannZiegler (Universität Berlin), der auf der Akademischen Olympiade in Darmstadt den Sieg errang und Akademischer Weltmeister wurde. sämtlich ein Diplom erhielten. Die drei besten Schützen konnten außerdem je durch einen vom A. f. L. ber Lanbesuniversität Rostock gestifteten Ehrenpreis ausgezeichnet werben. Es fielen an Diplomen unb Ehrenpreises an bie Gießener Teilnehmer 2 Ehrenpreise unb 5 Diplome, und zwar Kuba (Germania) 110 Ringe, 2.Preis, (bester Schütze 112 Ringe). 3 ade i (Silvania) 110 Ringe, 3. Preis. Pier (Germania) 103 Ringe, 10. Preis. Koch (Freistbt.) 101 Ringe, 14. Preis. Kleinbömer (Silvania) 101 Ringe, 18. Pr. Die übrigen Schützen belegten folgenbe Plätze: Merke (Freistbt.) 99 Ringe, 19. Platz. Böhm (Hubertia) 97 Ringe, 20. Platz. Hendeh (Hassia) 94 Ringe, 24. Platz. Petri (Germania) 90 Ringe, 33. Platz. B e t h ä u s e r (Freistbt.) ,90 Ringe, 34. Platz. Becker (Freistbt.) 88 Ringe, 40. Platz. Reeh (Wingolf) 84 Ringe, 51. Platz. Wolf (Hafsia) 82 Ringe, 59. Platz. Damit placieren sich sämtliche Gießener Schützen in ber oberen Hälfte, ein sehr zufrieben- stellenbes Ergebnis. Großer deutscher Erfolg beim Europa-Rundflug. Der 3nternationale Curopa-Rund- flug 1 9 30 wurde am Mittwoch beendet. Von den 60 Teilnehmern konnten nur 35 den 7560 Kilometer langen Flug beenden. Erst in den technischen Wettbewerben fiel die Entscheidung. Das Ergebnis ist in diesem 3ahre besonders erfreulich für den Organisator Deutschland, denn auf den ersten drei Plätzen befinden sich deutsche Flieger. Fritz Morzik konnte seinen Sieg aus bem Vorjahre wiederholen unb damit den Wanderpreis für Deutschland zum zweiten Male gewinnen. Mit 427 Punkten ging er auf feiner leichten Plötzlich fuhr er, wie von ber Tarantel gestochen, hoch, eilte ans Fenster, riß es auf unb schrie hinaus: „Otto, hast's gefunben?" „Rein, Herr BaronI" war bie Antwort. „Hör' mal, liegt's vielleicht an ben Ventilen?" fragte ber Baron eifrig. „Leiber nicht, Herr Baron", klang's zurück. Mit einem steinerweichenben Seufzer knallte ber Baron bas Fenster zu unb setzte sich ganz gebrochen nieber. „Wenn Sie gestatten, Herr Baron, sehe ich selbst mal nach Ihrem Wagen" bot Reginald liebenswürdig seine Hilfe an. „3ch bin Ingenieur und verstehe einiges von Autos." Der Baron überschüttete Reginald förmlich mit Dankesbezeugungen. „Warten wir erst mal ab, ob es mir auch gelingen wird, den Fehler zu finden", wehrte Reginald den Eifrigen ab. „3ch wüßte ja nicht, was ich tun sollte, um Ihnen zu danken", beteuerte der lebhafte kleine Herr. Contius ging hinaus und sah dem Chauffeur eine Weile zu. Als der sich aber anschickte, den ganzen Motor auszubauen, sagte er: „Lassen Sie mich mal ran. 3ch habe den Eindruck, Sie machen sich da ganz überflüssige Arbeit. Hat der Wagen Batteriezündung?“ Der Chauffeur bejahte und überließ Reginald gern das Feld seiner Tätigkeit. Baron Griffinger hatte unterdessen fein Frühstück in Angriff genommen. Die Eier waren in der Hitze des Gefechts zu weich geblieben, der Braten machte einen reichlich zähen Eindruck, aber das aufgeregte Gemüt beruhigt sich immerhin wieder etwas beim Essen. Reginald hatte den Fehler gefunden. Es war eine an sich harmlose Sache, aber, wenn man nicht dahinter kam, doch sehr unangenehm. Er drückte auf den Anlasser, und der Motor sprang an, dah es eine Pracht war. Der Baron hätte sich um ein Haar mit einem großen Bissen so verschluckt, daß er fast erstickt wäre, so geriet er in Ekstase, als er den Motor laufen hörte. Er eilte vors Haus und renkte Reginald beinahe die Hand aus bem Gelenk, so begeistert war er. „Sie sinb einmal ein ganzer Kerl!" rief er gerührt. „Was war denn nur an dem Teufelswaaen los?" Reginalb erklärte. „Es war weiter nichts als ein Wackelkontakt im Innern des Relaiskastens. Sehr einfach unb leicht zu beheben, wenn man sich auskennt. Ich habe selber einmal am einem Benzwagen sechs Stunben gesucht, unb zumSchlutz war's basselbe wie hier. Da hätten wir Glück gehabt, baß es nichts Schlimmeres war!" „3a, ber Herr versteht was", pflichtete Otto ehrerbietig bei. „3ch möchte mich ja zu gern erkenntlich zeigen, wenn ich nur wüßte tote ?“ Reginalb mußte lächeln. „Herr Baron, über biefen Fall möchte ich brirmen noch mit Ihnen sprechen. 3ch hätte schon eine Ditte." „Hoffentlich ist sie nicht gar zu bescheiben", rief ber Baron und zog Reginald mit sich ins Haus Die beiden setzten sich bann zusammen an ben runben Tisch. „Also — nun sagen Sie, womit ich Ihnen gefällig sein kann", brängte ber Baron. „Herr Baron", begann Reginalb zögernb, „wäre es nicht unbescheiben, wenn ich Sie bäte, mich mitzunehmen?“ „Aber natürlich, selbstverstänblich, mit tausend Freuden!“ war die begeisterte Antwort. „3st das schon alles?" „3a", sagte Reginald, „ich möchte gern nach Oesterreich." „Etwa gar nach der Stadt, woher ich komme?" fragte der Baron eifrig. „Weshalb nicht?" durchfuhr es Reginald. „Rur fort von hier." And laut sagte er: „3ch wäre Ihnen freilich sehr verbunden, wenn ich so weit mitfahren dürfte I" „Aber gern, gern", rief ber andere. „Sie haben mich aus einer schauderhaften Situation gerettet, und ich freue mich, in Ihrer Gesellschaft bie nächsten Stunben zu verbringen." So bezahlte Reginalb seine Zeche unb fuhr mit Baron Griffinger nach Oesterreich. Er hatte gerabe noch eine Reichsmark in feinem Besitz. * Der Conte Giarbino Malfieri hatte schlechte Laune. Es war aber auch eine miserable Rächt zum Fahren. Der Mond war durch große schwarze Wolken verdeckt, es regnete, und ein starker Wind trug nicht zur Erhöhung der Behaglichkeit bei. „Ein schauderhaftes Land, dies Deutschland!" dachte er bei sich. „3ch will froh sein, wenn ich erst bie Alpen hinter mir habe!" Unb fröstelnd schlug er den Kragen seiner schweren Lederjacke hoch. Der Wagen — es war ein Lancia — lag prachtvoll auf der Chaussee, und der Conte fuhr auch wirklich trotz Rächt, Dunkelheit und Regen, kein schlechtes Tempo, das er auch in ben Kurven kaum nerminberte. Gerabe ging er toteber mit elegantem Schwung in eine Kurve... ba gab es jenen eigenartigen Knall, ber bem Automobilisten anzeigt, baß ein Mantel mal toieber hinüber ist. Der Wagen geriet in leichtes Schleudern. Die Straße war sehr schmutzig und fiel außerdem steil ab, so dah der Conte alle Hände voll zu tun hatte, um den Wagen wieder zum Stehen zu bringen. Da er ein geschickter Rennfahrer war, gelang es ihm in kurzer Zeit. Er lenkte ben Wagen auf bie rechte Straßenseite unb stoppte ihn. Das rechte Hinterrab hatte baran glauben müssen. Fluchenb besah ber Conte das Unglück und machte sich sofort daran, das Rad auszuwechseln. Er war gerade dabei, das Reserverad wieder aufzumontieren und die Schrauben aufzuziehen, als ein tiefer Seufzer ihn zusammenfahren ließ. Es hatte geklungen, als ob ein Mensch recht aus Herzensgrund geseufzt habe. Wie aber sollte in dieser Rächt, bet diesem Wetter und zu dieser späten Stunde — es war zwei Uhr nachts - ein menschliches Wesen in diese Einsamkeit kommen? Der Conte schaute sich um, konnte jedoch nichts erkennen. Plötzlich aber schien es ihm, als bewege sich dicht vor ihm eine Gestalt. Er ließ das Licht seiner Taschenlampe öaraul fallen, wahrend et mit der rechten Hand nach dem Browning fuhr. Man konnte nicht wissen - er befand sich doch im Lande der deutschen Barbaren. Wer aber beschreibt sein Erstaunen, als das ungewisse Licht auf das Gesicht einer Frau fiel, der die Kleider vom Regen geradezu am Körper klebten. Der Conte war so sprachlos, daß er sich überhaupt nicht rühren konnte. Die Frau kam auf ihn zu, hob beschwörend die Hände unb sagte flehentlich „Um Gottes willen, nehmen Sie mich mit, nehmen Sie mich mit!" 3eht erst sah er, baß bie Frau noch jung war unb ein sehr schönes Gesicht hatte, wenn es auch blaß war unb wie erstarrt schien. „Che bellal“ flüsterte er anbächtig unb stand vollkommen versunken da. „Ditte, bitte - nur fort!“ drängte bie Fremde. Run kam Leben in ihn. Er verstand etwas Deutsch und hatte jedenfalls so viel begriffen, daß sie von ihm mitgenommen werden wollte. (Fortsetzung folgt.) fallet Möf’* (!) n-r Ä B Ä 6fü» 9« 6 fiunftlP 2. öd)ültr, 6 gugenin ßener 6. $■; - Herren- (Schaum, Paherrenner 6. $■ ( 2. Wetzlarer ( 3ugenb- 2 Gießener $ am Men 2 verem W Nest unb i?1 L-n-rS üachMl- hetl-" ßen-rS/« bürget5', Herren' 1. Karl r*r TS 1.M1? burger &»• Herren« 1, Minann, 2 Weiß, Tie- Jugend Irainz, Wei S.A. s Jugend sl u s e: 1. $ 1 Mewes, < Äugen/ Oberstus £eid)ta Gerhard! (f IW ö. Der z schasten in i) a r b Hoi Erfolg gef legte er i Platz. Er aus bester dah er imi läusern zu war er fej 2l)Kilomcle Dewagmann txremigungs bingä nach § Wern S)ti recht gut lag Gerhardt ei die ihn start gut bei tir Neunter ein Tur HaM 2m komn Sportplatz i den Lahn-D sen Spielen meldet, die ihre Kräfte herben sich dng-Taues treffen. M gut be SanSb Kommende M des T N gegen L ch R[ Wig an. 5 öit ton 1927 . '•< Seutfrfj# gj'e ton 1929 $We 6#* Serif 1 W! Ä te stteu: 6 t* 6 BFW.-ClHafd&inc au- dem Wettbewerb al- Lieger hervor, hinter ihm belegten Poß unb Rotz mit 423 bzw. 419 Punkten die nächsten Plätze. An vierter Stelle folgt die Engländerin Miß S p o o - n e r al- erste Au-ländcriri aus einer schweren Maschine mit 416 Punkten vor dem Deutschen Polte (409) und ihrem Land-mann Carberry (405). Capt. 2 road, der auf der Rund» fluaftrede der beste Wann war, büßte zum Schluß viel Terrain ein und wurde nur Ächter. Oer Gießener Gchwimmverein in Alsfeld. Am vorigen Sonntag veranstaltete der Alsfelder Schwimmverein ein Werbeschwimmsesr zu dem er die Schwimmoereine aus Wetzlar, Marburg und Gießen eingeladen hatte. Der Gießener Schwimm- verein beteilhigte sich mit 15 Wettkämpfern an dem Fest und konnte infolge sehr guter Leistungen verschiedener Schwimmer den Hauptanteil der Sicae mit nach Hause nehmen. Nachstehend die Ergebnisse: Herren.Frei st tl st afsel 3X100 m: 1. Gie. ßener S. V. (Schönfeld, Bickel, Schaum): 2. Marburger S. B. H e r r e n . R ü ck e n f ch w i m m e n 100 m: Kl. 2a: 1. Karl Schaum, Gießener S. V.; Kl. 2d: 1. Völker, Marburaer S. V. Brustschwimmen für Herren 200 m: 1. Fritz Pascoe, Gießener 6.93.; 2. Schüler, Marburger S. V. H e r r e n - F r e i st i l s ch w i m m c n 100 m: Kl.2: 1. Naumann, Wetzlarer S. 23.; 2. Schönfeld, Gießener 6. D. 5kl. 3: 1. Völker, Marburger 6.23.; 2 Weiß, Gießener S. D. Jugend-Rückenschwimmen 100 m: 1. Trainz, Wetzlarer 6.23.; 2. Hartmann, Gießener S. 23. Iugend-Bru st schwimmen 100 m: Ober, stuse: 1. Kirschke, Wetzlarer 6. 23. U n t e r st u f e : 1. Mewes, Gießener S. 23. Jugend-Frei st ilschwimmen 100 m: 0 berstufe : 1. Zimmer, Gießener S. 23. Unterstufe 1. Laubscher, Marburger 6. 23. Kunstspringen: 1. Engel, Wetzlarer 6.23.; 2. Schüler, Gießener S. 23. Fugend.Freistilslaffel 4X50 m: 1. Gießener S. 23.; 2. Wetzlarer S. 23. Herren. Lagen staffel: 1. Gießener S D. (Schaum, Pascoe, Schönfeld); 2. Alsfelder S. 23 Herren-Brust staffel 4X100 m: 1. Gieße- ner S. 23. (Moßner, Hechler, Mewes, Pascoe); 2. Wetzlarer S. 23. Jugend-Lagenstaffel: 1. Wetzlarer S. 23.; 2 Gießener S. 23. Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. Gerhardt (Sovg. 1900) wird bei den veutfchen Meisterschaften im Marathonlauf Neunter. ö. Der zu den Deutschen Leichtathletikmcister- schasten in Berlin entsandte 1900er Gerhardt konnte seinen Start zu einem beachtlichen Erfolg gestalten. Heber die Marathonstrecke belegte er unter 43 Bewerbern den neunten Platz. Cr erwies sich damit nicht nur als weitaus bester Westdeutscher, sondern zeigte auch, daß er immer noch zu Deutschland- besten Langläufern zu zählen ist. 3m ersten Teil der Strecke var er sehr gut auf dem Damm und hatte bei 20 Kilometer den zweiten Platz inne hinter dem Dewaamann Boß. Man gab hier dem Spiel- vereimgungSmann ernste Sicgesaussichten, allerdings nach Kampf mit den bekannten Marathonläufern Hempel und Wanderer, die auch recht gut lagen. Doch bei etwa 30 Kilometer hatte Gerhardt eine Schwächeperiode zu überwinden, die ihn stark zurückwarf. Dann hielt er sich jedoch flut bei und kam, wie bereits erwähnt, als Neunter ein. Tumgau Lahn-Oünsberg. Handbattpokalspiele im Tv. Londorf. Am kommenden Sonntag werden aus dem Sportplatz in Londors Handballpokalspiele für den Lahn-DünSbcrg-Gau ausgetragen. Zu diesen Spielen haben eine Reihe Mannschaften gemeldet, die in drei Klassen A, B und Jugend ihre Kräfte messen werden. In der A-Klasse toerden sich der Handballmeister deS Lahn-Düns- Tcrg-Q}auc8 und andere spielstarke Mannschaften troffen. Die übrigen Klassen sind ebenfalls ^ehr gut besetzt. . Handball im T. D. Klein-Linden. Kommenden Sonntag fahrt die Iugendmann- fchaft deS Tv. Klein-Linden nach Lich zu einem 'Epiei gegen die erste Iugendmannschaft des Tv. -ich. Die Klein-Lindencr Mannschaft tritt vollzählig an. Der AuSgang des Spiele- ist offen. Die hinter den Papieren SronNun a 1)1. Berlin Schluß» i-ud" Schius- Vnianfl» für« Rur# für# Hur« Datum 6. 8. 7. «. 6. 8. 7. b. ■ o i.'tunax eteiaiouiueujr con 1827 ....... Teutldie WeltManleUje 87.75 — 88 — van 1928 . . ....... Seutftbe 9lnl..H6l6I..S(6urt mH 101,5 — 102 — flutii'l.-iNrcbitu....... 59,9 — 66 60 SHflL ebne 8Iu41ol.«91ed)te . . •X, Oeli. Bowklaa: von ISS» (rfufjabib ios%)..... 7.65 f.t 7,7 7.8 92,25 — 93,4 -r. < berbetlen Provinz - Anleihe mi autlol.-Secbtrn..... 59 —— —— Seutldte Ramm. €ammelabl Inlelbe Lerie!..... e% irrank'. Hov.-Bank Oolbpfe 59 — 59.25 — XJII untontbat M# 1931 . . "X Frankl. Hyv.-Vank Oolbpfe 101,75 — — —- unkündbar bi« 1833 .... «betnti*e Hvp. Bank Liou. ®olbp|t........ 96 — — — 87 _ — — ff', Br. £ont«e»pltmbbrief«nftoJt 'S(anbbrieft S. 17...... 6', Pr l'anbeersttinkbriel anstatt 101-25 — 101,25 — »omm.-Cbl. «. 10..... Pr. 8anbe*ulan6bdelannalt 98 — 98 — rfanbbrtefe R. io...... Z *.». abfl. tycrfrtrfl4-CMlfla.tr- 97 — 97 — wn. tudiablbaT 1932 92 — — — <\> Ctftertfidjtifrr Ooiotrntt . 26,4 26,25 Otfieneittuftbe cllbeerrntr ä» Cf(terreid)tid)f Cinbrülldx — 3,15 Reett 2,15 _ 2 «’• Unflariilfk «Molbtente .... 24.13 _ 2< 24,1 ■’o UnflatiMfcf Liaattrente v. 1010 19.25 i9,6 e-ix beiflL non 1913 Ibtflarilcbf ffronenrente 20.5 2.1 20,6 ' .95 20,6 rsrkil-tf ZoNanIeibe von 1911 • o_ Türkiich. Baflbadbabn-Anl 1.9 — 5 4,95 4,9 _ 5 4,95 < ’o fHfll. Sehe II...... 3*o Sumdirtidie vereinb Rentr 4,9 — 5 t>rn 1903 ..... Rumtaiidif vereinb Rentt 9,5 — 9,6 9,6 con 1913 .......... 16 — 16,1 _ •X Rum jnfldx vereinb. Rente 7.4 — 7,4 7,4 Handball im T. D. Großen-Linden. Die 1. Mannschaftf des Tv. Großen-Linden hat am kommenden Sonntag bte gleiche Ess deS Tv. Münchholzhausen zu Gast. Die Grohen-Linde- ner werden mit Ersatz antreten müssen, sollten aber trotzdem in der Lage sein, daS Spiel für sich zu entscheiden. Fußballklub 1926 Sroßen-Buseck. 3u Beginn der Spielsaison 1930’S! werden die Mannschaften des FC. 1926 Großen-Duseck vor Kraflvrvden gestellt, die zu lösen eine große Ausgabe bedeuten. Die erste Mannschaft trägt bei dem Sp.- u. SpB. e. D. EhringShaufen (Kreis Wetzlar), zweiter Bez.-Kl.-Derem, ein Rückspiel auS. Das Borspiel konnten die Einheimischen 3:2 gewinnen. Ob es diesmal wieder Gelingen wird, den Sieg äu erringen, steht da- hin. — Die zweite Mannschaft nimmt aller Dor- au-sicht nach an dem Sportfest deS SpB. Harbach teiL lieber den Ausgang kann man nicht- voraussagen, da die Gegner nicht bekannt sind. — Die Iugcnd tritt in Gießen der ersten 3u- genb des DfD. Gießen entgegen. Sie wird alles aufbieten müssen, wenn ftc ehrenvoll bestehen will. —-ciler-Tuni' und Gpopibund. Am kommenden Sonntag wird die erste Mannschaft Wiesecks einer Rückspielver- Pflichtung in Dilbe 1 nachkommen. Wieseck war im Dorspiel knapper und verdienter Sieger Die Leistungen der Mannschaft sind aber inzwischen wesentlich zurückgegangen. Dementsprechend wird auch die Mannschast am kommenden Sonntag mit einer Riederlage rechnen müssen. Die ld-Mannschast WieseckS empfängt auf eigenem Platze die erste Mannschaft von Waldgirmes zum Rückspiel und wird wohl in diesem Spiel sicherer Sieger bleiben. Vorher werden die 1. 3ugendmannschaften beider De reine chre Kräfte messen. Auch in diesem Lpiele dürften die Platzbesitzer Sieger bleiben. Die zweite Iugcndmannschaft WieseckS wird zu einem Rückspiel in Droßen-Linden gegen die dortige 3ugenb antreten. Handball. Anläßlich der ReichSjugendwettkämpse im Kreise Wetzlar wird am kommenden Sonntag eine De- zirkshandballmannschaft ein Werbespiel gegen die erste Handballeis von DieteSheim bei Offenbach austragen. Die Gäste zählen zu den besten Handballmannschaften deS vierten Bezirkes. oder Regen auf die Grabsteine herabgeführt. 2n den 3nfan . . . •Kto de Jtan 2.068 2,072 2,066 2,070 0,427 0,429 0,422 0,434 Dien in D-- Ceft. abotit 59.115 59,235 59,12 59,24 frag . . . Belirod . . 12,401 12,421 12,402 12,422 7,421 7,435 7.426 7.440 Sabap’fl . . 73.315 73,455 73,33 73.47 Bulgarien 3,032 3,038 3,032 3,038 üifTabon 18,79 18,83 18.79 18,83 Zan,ig. . . 81,42 81,58 81.42 81,58 Äonft .nrta. 1,784 1,789 1.784 1.789 Arden. . . Canaba . . 5,435 5,445 5,43 5.44 4,185 4,193 4,187 4,195 Urn not). . 3,437 3,443 3,457 3,463 Tstro . . . 20,87 20,91 20,875 20,915 Wirtschaft. * Tellu - A G. für Bergbau unb Hüttenindustrie, Frankfurt a. M. Die Generalversammlung genehmigte den divi- benbenlofen Abschluß (l. D. 8 Proz.), und wählte den au- dem Dorstand ausgcschiedenen Herrn Fritz Sondheimer in den Aufsichtsrat. • Reue Arbeiterentlass ungen bei Benz und Lanz. Die Direktion der Daimler- Benz AG. in Mannheim hat beim Landes- kommissar den Antrag gestellt, bei dem Mannheimer Werk 400 Arbeiter zur Entlassung zu bringen. Die Sperrfrist läuft am 21. August ab; von diesem Tage an werden nach und nach die Entlassungen vorgenommen, die Arbeiter auS allen Abteilungen betreffen. — Auch bei der Heinrich Lanz AG. sollen anfangs September nach Beendigung der Sommersaison, wie jedes 3ahr, Entlassungen von Arbeitern und Angestellten im Dreschmaschinenbau erfolgen. Die Be- fchäftigung im Motorenbau wird als günstig bezeichnet; Einschränkungen sind zunächst nicht geplant. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 8. August. Tendenz: freundlicher. — Zum Wochrnschluß war die Spekulation infolge der schwächeren gestrigen Reu- Yorker Börse noch ziemlich nervös und zurückhaltend. Da aber Material nicht mehr an den Markt kam, machte sich eine weitere Beruhigung bemerkbar. Bei zunehmender Zuverlässigkeit schritt die Spekulation zu Deckungen, zumal das Ausland für einige Spitzenwerte Interesse bekundet haoen soll. Die Hmsatztätigkeit war bei Festsetzung der ersten Kurse etwas lebhafter. Die sonst die Börse nachteilig beeinflussenden Momente traten mehr in den Hintergrund. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten i m allgemeinen Äji rserholungen biszu drei Prozent *ein. Mehr in den Vordergrund treten konnten Deutsche Linoleum, die 5 Proz. gewannen. Etwas mehr Rachfrage bc- stand am Elektromarkt für Siemens mit plus 3,5, AEG. gewannen 1,25, Licht L Kraft 2, Felten 1, Gesfüvel 1,5 und Dchuckert 1,75 Prozent. Auch dem Kunstseidemarkt wandte sich mehr 3nteresse zu, unter Führung von Aku, die 3,5 Proz. fester eröffneten. Bem berg lagen 2,5 Proz. höher. Am Chemiemarkt lagen Farben und Sch^ideanstalt bis zu 1,5 Proz. gebessert. Kaliwerte gewannen bis zu 3,75 Prozent. Holzmann konnten In Rachwirkung der Mitteilung, daß im laufenden Geschäftsjahre eine gute Beschäftigung zu verzeichnen sei, ihre Aufwärtsbewegung um erneut 3 Prozent weiter sortsehen. Montanwerte lagen still und ohne nennenswerte Kursveränderungen. Schifsahrtsaktien zogen bis 1 Pro§. an. 3n Südd. Zucker kam noch etwas Material heraus, und dieses Papier büßte 2 Proz. ein. Auch Zellstoff Aschaffenburg waren leicht gedrückt. Renten still, aber gut behauptet. 3m Verlaufe war das Geschäft wieder sehr still, doch genügte vereinzelte Rachfrage, um eine nochmalige Besserung des KurSniveauS um bis zu 1 Proz. herbeizu- führen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Proz. weiter leichter. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1867; gegen Pfund 20,3860; gegen Paris 123,76; London gegen Kabel 4,87; gegen Mailand 92,99; gegen Madrid 43.65; gegen Holland 12,0860; gegen Schweiz 25,0450. Berliner Börse. Berlin, 8. Aug. Rachdem man an der gestrigen Abcndbörse und im heutigen Vormittags- verkehr die durch Interventionen der Großbanken erzielten Gewinne behaupten konnte, setzte die heutige Börse in merklich beruhigter Verfassung ein. Es war zwar noch an verschiedenen Märkten Angebot vorhanden und in einigen Werten kam Exekutionsware, allerdings nur in Heinern Umfange, heraus; die großen Verkaufsorders waren aber bei den Danken zurückgezogen worden, da die gestrige Inter- vcntionStatigkeit günstig auf die Kundschaft gewirkt hatte. Auch die Presse warnte verschiedentlich vor Hebertreibungen nach unten, waS sicherlich ebenfalls einen gewissen Einfluß gehabt haben kann. Bei den Banken sprach man von kleinem Kaufinteresse deS Rheinlandes; auch für das Ausland waren heute Kaufaufträge auszu- führen, den Rest besorgten die Interventionen der Großbanken. Cs ergaben sich kursmähige G e Winne von 1 b i S 2 Prozent, häusig bis zu 3 Prozent. Am stärksten befestigt waren Reichsbank. Salzdetfurth. Siemens, Iulius Berger, Kunstseidewerte, Vpritaktien; relativ schwächer eröffneten Schlesische Zement, Hackethal, Augsburg-Rürnberger Maschinen, Gcbr. Körting, Svenska und Zellstoff Waldhof, mit einem Verlust von 1,5 Prozent. Deutsche Anleihen waren behauptet. Ausländer nur wenig verändert. Der Pfandbriefmarkt lag vernachlässigt. Am Geldmarkt machte die Erleichterung des Tagesgeldes auf 2,75 bis 4.75 Prozent Fortschritte; die übrigen Sähe blieben unverändert. Auch nach den ersten Kursen blieb die Stimmung freundlich, die Mehrzahl der Papiere erfuhr sogar eine erneute Beseitigung von 1 bis 1,5 Prozent. Ostwerke. Tietz. Polyphon, Reichsbank und AKH. lagen sogar 3 Prozent über Anfang. Die Beruhigung machte bei anhaltender Interventionsbereitschaft Fortschritte, auch wies man darauf hin. daß sich die übrigen Auslandbörsen von der schwächeren Reuhorker Tendenz frei gemacht hätten und ebenfalls freundlicher tendierten. (Singefanöt (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) (Eine Litte an die Friedhofvoerwatlung. Schon mancher mag sich wohl beim öfteren Besuch des Re uen Friedhofes gefragt haben, wie es nur kommen mag, daß gerade auf denjenigen Gräbern, die direkt entlang den Daum-Alleen liegen, die Silber- oder Goldschrift so unglaublich schnell verblaßt und ganz unscheinbar wird. Der Grund dieser Erscheinung ist in den dichten Kronen der Alleenbäume zu suchen. Die Daumblätter schwitzen einen fiebrigen Saft aus. und dieser wird durch jeden Windstoß Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Iranffurt a. Tl Berlin Jranffurt a. Di. Verl in Schluß« tur4 1-Uhr. flur« (Schluß« für# ynfdng# Nur« Schluß« tut* J l-Uhr. flurd «Schluß« tu »4 Mnlarifl» Rur# Votum 6. 8. 7. 8. 6. 8. 7. 8. Datum .... 7. 8. 6. 8. 7.8. CHnnuuro»flmenlo ■batet tb.25 85 84,65 83.13 K-etemiflie eiablroerte . 75.25 75 75,25 ('amburfl-cObom Tontpnchstl . 8 — — 145 Cfaut SUrtnen..... 6'/. - 38,65 39.25 Hanio Tampfldufl . . . 10 — —- 122 _ poitwerke Aich<-r leben . IC 174 177 175,5 176,75 NordbeuNcher «.'lood . . . 8 — 85 94.5 84,75 Hallrverfe Westeregeln . 10 181 186,5 183 183 ÄLgemetne reunchellreriiansl. 10 106 — 106.13 106.13 Kaliwerke Ealibetiurth . 15 299 302,5 299,5 302,75 Barmer Bankverein 10 ilJ.75 114,25 114 114,13 Berliner Han del ?fle>elll<-ait . 12 — — 140.25 133.25 142 143,25 licmmen- unv 'Lrivat-Bani . 11 128.75 128 128 128 ®. K:onto.<9e1ell|d)ah, . 10 124 — 123,75 123,75 Solbichrnibt ..... . 6 53 — 53 52,5 Irctbnet Bank .... 10 24.5 124.4 124 124 ROtflerswerke ..... . 6 45 45,25 45 45,13 NeWbanl...... 12 236 238,5 MetalIgeielllchakl. . . . . e 101 101 101 101,13 vta.®......... . 8 134,5 135,9 135,25 135,25 $bllü>p Hoi»mann . . . . 7 71 73,75 71 72,75 Lerflmann...... . V — — 168,25 166.25 oemennverk Hrtbelberz 10 100.5 101 «ein. 8teferunflloelem*oft. 10 — —— IU.5 120,4 Gementwerf ÄctlOabt. . 10 125 _ _ «tat unb matt .... 10 125 127 125.5 127,5 91,7« Boni Ä firentefl . . . . f 67 66 67 ntiten Ä vMuu.eaume ®e^U|chaji fäi »leltnidx - - 754 90.5 91,5 91 Untentebmunflen . . 10 128.5 130 123 129,5 SAultbeli Pa^entzoler . 15 - 248,5 252 Hamburger aiehrtgltäU-Berfe *'bemtld e 6-e!:niltdt . . . 10 . e 123 129,5 124,5 128,75 C ftmerfe....... Sku ........ 12 18 '5 88.5 196,5 84.9 199 88 Lchleiiiche ».elmutal. . » . 10 _ 122 122.75 Bemberfl....... 1« 86 88,5 86 89 etbudrn ä le. . . . 11 143,13 144,75 143.25 144,25 Beimofl Balbbol . . . 8'/. 118 — 118 116,5 Eie men« 4 Halske . . . M - 16 181 184,5 181.5 184,5 a.eUftrH A'chas'enburo . 12 38,5 88 87 86.5 itannabto . . . . . . 8 103,5 104,5 (fbinlottrnburflet Baiser . b — — 89.5 90 Viittaenet 8 le.. . . . H 148 148 147.5 147 leljauei Wal..... . 9 _ _ 122.75 26 124,25 25,75 T aiwler Motoren . . . . 0 25,65 25,5 Buberur . . . • • . b 53,75 — 54.75 54 Teur*the Linoleum . . 176 181 177 179 Teutiche Hibbl .... . k — — 67.25 67.6 I'loithinenböu «.■#. . . . e 38,65 38,6 Usenet eteinreble . . . . t — —- Not. «uwmobti . . . . 0 10,5 9.9 Genenkrrchener . . . . ■ . . 8 101 100.75 101 101.5 Lrenstetn 8 koppel . . . * — — 55 56,75 Haroener..... - e • . f 92,5 — 92 93 Leonbarb Ite| .... 10 128 — 127 127 Hoeich Eilen . . . e e •H — — 78.25 Toeneko . . . — — 293 297,5 I>ie Bergbau ..... 10 — —— 220 221 INöcknerwerte ...» • • • • — — 77,5 77,5 frankfurter Maichtnen . . 4 22,5 _ 21,75 _ k.'In.Neuesten..... • • • < — 75.65 77,5 (Mrvr.et ...... • 6 32,75 31.75 Istannesmann-RSbreN . • e • 7 81 81 81 81 '.»-staebl . . . . Man-irider Bergbau . . Cberidtlef. (hienoebad • • • . 7 . 6 — — 53.5 47 53 '***** . 6 . 8 29 92 — 92 30 — Lberichtet. Sok«werke. . . • 6*4 — dl ,13 81.5 Marnkraftwerie tichst e. IP,. . 6 78,75 _ Pdcnii Bergbau.... e • 75 75 74.9 75 fhtifl ...... 10 85 85 Nbemiitbe Braunkohlen • • 10 202 201 202.5 Gebe. Roe bet..... 10 39,5 _ Sbetnftabl...... «tebed Dtoetei . . . . • • . 6 7J 82.5 83,75 82,5 Voigt * Haeiiner . . . Sftbbeutltte Reätt . . . 9 10 156 147,5 154 147 Pelz-Propaganda-Verkauf Als größtes Pelzhaus Frankfurts und eines der größten Deutschlands geben wir neue Beweise unserer überragenden Leistungsfähigkeit durch unsere Werbeveranstaltung, die von Jahr zu Jahr von den weitesten Kreisen mit größter Spannung erwartet wird. Maßanfertigung in bester Ausführung ohne Aufschlag Auch für die niedrigsten Preislagen garantieren wir ausdrücklich für gutes einwandfreies Material Sensationelle Angebote wie wir sie bisher noch nicht bieten konnten: Persianer-Mäntel die besondere Spezialität unseres Hauses. Direkter Roh einkauf gestattet, besonders seidige u.leicht- IcdrigeMäntel zu niedrigen Preisen zu liefern 850.- 980.- 1280.- 1480- und hoher Breitschw. 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August 1930. 5540D Heute mittag 12 Uhr entschlief sanft und unerwartet nach kurzem, schwerem Leiden unsere liebe herzensgute Tochter, meine Hebe Schwester, Schwägerin, Enkelin und Tante, meine innigstgeliebte Braut Großen-Linden, Münchholzhausen, den 7. August 1930. Gestern mittag entschlief nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe unvergeßliche Frau, unsere herzensgute treue Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. August, nachmittags 3Vz Uhr, vom Sterbehause aus statt In tiefer Trauer: Familie Ludwig Degen UI. Familie Ludwig Schmitt Paul Schneider und alle Angehörigen. Zwangsversteigerung 69/29 Am Donnerstag, dem 9. Oktober 1930, vormittags 9 Uhr, werden im Arntsgecichts- gebäude. Zimmer Nr. 106, die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen dem Heinrich Gottmann und Ehefrau, Marie geb. Geiß, in Gießen zugeschriebenen Grundstücke: 5549D 1. Fl. 29, Nr. 2 = 10 364 qm Acker links des Krofdorfer Wegs, gefch. 7255 Mk., 2. Fl. 22, Nr. 51 = 211 qm Hofreife, auf die Marburger Straße, gesch. 3533 Mk., 3. Fl. 25, Nr. 27 = 8428 qm Acker in der Lachenau, am Römersloch, geschätzt 2528 Mk., 4. Fl. 24, Nr. 1761/1o -- 6585 qm Acker an der Wißmarer Grenze, gesch. 1975 Mk. versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 7. August 1930. 3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen , . .... . Vermählungsanzeigen 061 Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Die Beerdigung unseres Heben Kameraden UUH Adam Döring findet am Freitag, dem 8. August, nachmittags 3 Uhr statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 5559D Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unseres Heben Entschlafenen Wilhelm Seb. Wacher danken wir herzlichst. Zwangsversteigerung 10/30 Am Donnerstag, dem 16. Oktober 1930, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts» gebäude, Zimmer 106, das im Grundbuchs von Gießen dem Znnocenz krack und Ehefrau, Lina geb. Lipp, in Gießen zugeschrie» bene Anwesen Am Riegelpfad 56 Fl. 5, Nr. 121°/.° = 514 qm Hofreite, geschätzt 9 612 Mark Fl. 5, Nr. 1225/.o = 324 qm Hofreite, geschätzt 16 388 Mark zusammen 26 000 Mark versteigert. 5550D Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 7. August 1930. 3.21. des Hessischen Amtsgerichts Gießen! Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Hkfknckom lane Ins Eric uh-Schul e NaschinenoaeEleXfre- Tonlnoustrit. Setreeate Wereeiel«ter-A»t«Hee,ea St,^K,,i,a.LttmUntrrtL