Samstag, 8. März (930 180. Jahrgang Nr. 57 Erstes Matt Lnnahme oen Snjetgew für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Brette örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig, für Ne» klameanzeigen von 70 > m Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrift 20u mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für öert Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Erlchernr täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: vre Illustrierte Gießener Famtlienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monats-Sezugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Nrichspsenmg für Trüger- lohn, auch bei Richter- fcheinen einzelnerNummern Infolge höherer Gewalt. Zernforechernschlüste anterSammelnummer225l Anschrift für Drahtnach« richten. Anzeiger Sieben. Po#fd)ed1onto: granlfurtam Main 11686. GiehemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Uniperfitüls-Vuch- und Zleindruckerei «.Lange in Glehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulttrahe r. Das Kompromiß. Nun endlich nach tagelanger Beratung hinter verschlossenen Türen ist bas Reichskabinett, dem man soviel Energie nicht mehr zuzutrauen wagte, mit einem eigenen Programm für den Etat des Jahres 1930 und die künftige Gestaltung der Reichsfinanzen an die Veffentlichkeit getreten. Es soll sogar schon als Gesetzentwurf dem Reichsrat zugeleitet worden fein. Aber die angesichts dieser gewiß erfreulichen, wenn auch überraschenden Initiative der Reichsregierung schon von einer Entspannung der par- lamentanschen Lage, ja von einer Behebung aller Schwierigkeiten sprachen, frohlockten zu früh. Seit kaum 24 Stunden hatte das Deckungsprogramm das Licht der Welt erblickt, als auch schon die eben erst mit großer Mühe ausgeschalteten Parteien sich erneut trüber hermachen, um chm das gleiche Schicksal zu bereiten, wie vor einigen Wochen dem ersten Deckungsvorschlag Moldenhauers. Gewiß, Kritik ist nicht nur selbstverständlich, sondern sogar notwendig, aber man fotite doch nun wenigstens einmal dem Reichskabinett, wenn es selbst sich endlich auf ein festes Programm geeinigt hat, die Möglichkeit geben, mit diesem Programm vor den Reichstag zu treten und die Volksvertretung vor die klare und offene Entscheidung zu stellen: „Willst du mit uns gehen?" oder „haben wir nicht mehr dein Vertrauen?" Die fast schon pathologisch anmutende Ängst vor einer Kabinettskrisis, die schon seit Jahren völlig sinnlos unsere ganze innerpolitische Situation beherrscht, droht allmählich das ganze System in Mißkredit zu bringen. Es wird doch immer deutlicher, wie die Parteien als sichtbare Träger dieses Systems das große Maß von Vertrauen verwirtschaftet haben, das ihnen einst breite Schichten des deutschen Volkes entgegengebracht haben. Sicher ist Politik die Kunst des Möglichen und politische Erfolge bei der Zersplitterung, man möchte fast sagen Awmisierung des politischen Lebens bei uns in Deutschland für absehbare Zeit nur auf dem Wege über Kompromisse zu erzielen. Aber das widerwärtige Gezerr der Parteien, das wir nun schon durch Monate um die Gestaltung des Reichsetats erleben muhten, die hilstosigkeit der zur Führung berufenen Reichsregierung, der leider immer deutlicher werdende Mangel an Willen zu jeder durchgreifenden Reform an Haupt und Gliedern, begünstigen das Gefühl lähmender Enttäuschung, dem in immer bedenklicherem Maße nxüte Beoölte- rungskreise verfallen. Diese heute tatsächlich nicht mehr zu leugnende Vertrauenskrisis ist in ihren Auswirkungen, politisch wie wirtschaftlich, viel verhängnisvoller, als es ein Kabinettswechsel wäre, dem man so ängstlich bemüht ist, aus dem Wege zu gehen, obwohl kein Teilhaber der regierenden Koalition an dieser noch Freude empfindet und nur noch die Furcht vor dem, was dann fommt, die cms- cinanderftrebenden Glieder notdürftig zufammen- hätt. Man sollte doch nicht von seiner eigenen Unabkömmlichkeit zu sehr überzeugt sein und so töricht, ,yi glauben, auf andere Weise könnte bei den bestehenden Mehrheitsverhältnissen in Deutschland nicht regiert werden. Wir wollen uns doch erinnern, daß nicht die schlechtesten Regierungen in Deutschland sich nur auf eine Minderheit im Reichstag stützten, wir wollen doch nach England hinüber- sehen, wo beide Labourkabinette Minderheitsregierungen waren, denen die Opposition bereitwillig eine Chance einräumte. Und in Frankreich, wo der gegenwärtige Präsident der Republik während seiner Amtszeit mehr als dreißig Kabinette hat kommen und gehen sehen, wird auch regiert, gewiß kein erstrebenswertes Vorbild für uns, aber doch ein Beweis dafür, daß eine Regierungskrisis noch nicht das Ende bedeutet. Das Reichskabinett sollte also, wo es sich endlich zu einem fest umstrittenen Programm durchgerungen hat, nun auch z u diesem st e h e n , statt aus dem Gefühl der eigenen Unentbehrlichkeit heraus sich erneut auf ein Feilschen mit den Parteien einzulasien. Verantwortungsgefühl ist eine schöne Sache, aber es wird in fein Gegenteil verkehrt, wenn man sich scheut, die verfassungsmäßig zuständigen Instanzen, in diesem Falle den Reichstag, zu zwingen, offen Farbe zu bekennen Wenn wir also dringend wünschen, daß das Kabinett Müller-Curtius, statt die Entscheidung immer wieder hinauszuschieben, nun endlich Ernst macht, so wollen wir doch nicht verhehlen, daß uns das D e ck u n g s p r o a r a m m des Reichskabi- netts äußerst dürftig erscheint. Von den bescheidensten Ansätzen zu einer organischen Finanzreform kaum eine Spur Alles ist nach dem Grundsatz des geringsten Widerstandes schlecht und recht zusammengestoppelt. Wünsche und Abneigungen der beiden widerstreitenden Flügelparteien der regierenden Koalition wurden offenbar sorgfältig gegeneinander abgewogen und so ein Kompromihprodukt geschaffen, das nach dem ersten Echo, das es in den beiden Fraktionen der Volkspartei und der Sozialdemokraten gefunden hat, anscheinend niemandem gefällt. glaubt, daß ihm „untragbare Opfer" zugemutet würden und seine „berechtigten Forderungen" gänzlich unzureichende Berücksichtigung gefunden hätten. Das ist vielleicht das Schicksal eines jeden Kompromisses. Aber gerade darum meinen wir, sollten die Parteien, denen Gelegenheit übergenug gegeben wurde, ihre Ansichten auszusprechen, nun vor eine klare Entscheidung gestellt werden, ob sie dieses Deckungsprogramm annehmen wollen, ober ob sie glauben, andere Männer könnten ein besseres oorlegen. Wir machen kein Hehl daraus, daß wir das Kompromiß nicht mögen, daß es uns in wesentlichen Punkten fast schlechter erscheint, als das chilferdingsche Programm vom Der- gangenen Jahr, das sich doch wenigstens den Anstrich eines Reform Programms gab Dies neueste des Kabinetts Müller ist voller Halbheiten. Der Reichsfinanzminister hat zwar an feinen grundsätzlichen Planen festgehalten, aber die Parteien haben Oer Rücktritt des ReichsbankpräfidentenDr.Schacht Berlin 7. Mär,. (TDIB.) Reichsbankpräsident D r. Schacht gab, wie gestern schon in einem Teil der Auflage berichtet wurde, im Zentralausschuß der Reichsbank bekannt, daß er die erforderlichen Schritte getan habe, um eine vorzeitige Beendigung feines Dien ft Vertrages herbeizufuhren. Der Grund zu diesem Entschluß liegt in seiner Auffassung vom Haager Schlußprotokoll. Dr. Hjalmar Schacht. > feg AM ■P daß er sich seinen Rücktritt überlegen möchte. Reichsfinanzminister Moldenhauer hat bei einer solchen Gelegenheit noch kürzlich versucht, ihn von der, Unzweckmäßigkeit dieses Entschlusses zu überzeugen. Das ist ihm nicht gelungen. 3n politischen Kreisen beurteilt man den Rücktritt Dr. Schachts als die letzte Konsequenz der Haltung, die der Reichsbankpräsident seit seinem Memorandum gegen den TZoung-Plan eingenommen hat. Das Heberrafchungsmornent des Rücktritts wird vor allem in dem Zeitpunkt gesehen, in dem Dr. Schacht seinen Entschluß bekanntgab. 2m Reichstag glaubt man, daß ein enger Zusammenhang mit der bevorstehenden "Abstimmung über die Voung-Ge setze besteht. Man schreibt Dr. Schacht die Absicht zu, daß er mit seinem Rücktritt auf d i e Abstirn - mung einwirken wolle, indem er die noch schwankenden Abgeordneten in die Front gegen den TZoung-Plan hinüberzieht. Schachts Zukunfispläne. Auslandrcife. — Privatleben auf dem Lande. Berlin, 8. März. (ERB.) Im Reichstag war gestern das Gerücht verbreitet, Dr. Schacht beabsichtige, ein Memorandum zu veröffentlichen, in dem er nochmals seine Besorgnisse über d i e finanziellen Folgen der Haager Abmachungen und seine Bedenken gegen die geplantes teuer- senkun g darlegen werde. Er wolle ferner nach dem Rücktritt von seinem Posten sich politisch betätigen. - Demgegenüber erfährt der „Börsen- Courier", daß Dr. Schacht nicht daran denkt, ein neues Memorandum hinausgehen zu lassen. Er will sich vollständig ins Privatleben zurückziehen und sich der Bewirtschaftung seines Gutes widmen. Voraussichtlich wird er auch eine größere Auslandreise antreten. Rach dem gleichen Blatt ist der ©eneralr at der Reichsbank, dem außer dem Reichspräsidenten und dem Zentralausschuß das Rücktrittsgesuch Dr. Schachts zur Kenntnis zu bringen ist, für den 31. März nach Berlin einberufen worden. Um die Nachfolge. Eine Kandidatur Luthers? Berlin, 8. März. (£11.) Die Morgenblätter beschäftigen sich ausführlich mit der Frage, wer Dr. Schachts Rachfolger werden soll. Das „Berliner Tageblatt" hört, am Freitag habe eine Besprechung des Generalrats der Reichsbank stattgefunden, die sich mit der Frage der Rachfolgeschaft beschäftigte. Cs scheint, daß die Kandi- da uc fcei frühe cn Reichs anzlers Dr. Luther im Vordergrund stehe. Der Rame Dr. Luther wird auch von der „D. A Z." genannt, die die Ansicht vertritt, daß Dr. Luther, der sich in das Verdienst der Stabilisierung mit Dr. Schacht teile, zweifellos das bei der Besetzung des Reichsbankpräsidentenpostens ausschlaggebende Vertrauen des Volkes besitzen würde, daß er es unter keinen Umständen zu irgendwelchen Erschütterungen der Währung kommen lassen würde. — Luther wird weiter noch vom „Börsen-Courier", von der „Germania" und auch vom „Vorwärts" genannt. Franz Hrbi g von der Diskontogesellschaft wird vom „Börsen-Cou- rier“ und der „D. A. Z." genannt, ebenso Staatssekretär a. D. Dr. Bergmann. Oie WirsschastSpariei an Schacht. Berlin, 8. März. (VDZ.) Die Reichstagsfraktion der Wirtfchaftspartei hat an den Reichsdank- präfibenten Dr. Schacht folgendes Schreiben gerichtet: „Die Reichstagsfraktion der Wirtfchaftspartei hat mit großer Bestürzung Kenntnis davon genommen, daß Sie von Ihrem Posten zurücktreten wollen. Angesichts der äußer st bedrohlichen Lage unserer Wirtschaft und unseres Vaterlandes überhaupt bittet die Fraktion Sic dringend, auf Ihrem Posten zu verbleibe n." Dr. Schacht wird jedenfalls solange im Amte verbleiben, bis über die Wahl eines Rachfol- g e r s Entscheidung getroffen werden kann. Der Reichsbankpräsident machte in der Sitzung des Zentralausschusfes der Reichsbank ferner folgende Mitteilung: von Zeit zu Zeit gehen völlig aus der Luft gegriffene Nachrichten über hie au- gebliche höhe der Dien st bezöge und über Abfindungen des Präsidenten und der Mitglieder des Reichsbankdirektoriums durch die Presse, die neuerdings sogar zu Anfragen im Parlament geführt haben. Ls war bisher nicht üblich, Einzelheiten privater Anstellungsvertrage zum Gegenstand öffentlicher Erörterungen zu machen; das Reichsbankdirektorium hat jedoch in vertraulichen Vefprechun- gen in den Ausschüssen des Reichsrates die genauen Ziffern aller Dienstbezüge des Präsidenten und der Mitglieder des Reichsbankdireklo- riums genannt und wünscht h-er öffentlich zu erklären, daß die in der Presse genannten Ziffern maßlos übertrieben sind. Abfindungen beim Ausscheiden aus dem Dienst werden weder an den Präsidenten noch an die Mitglieder gezahlt. Mit dem Rücktritt Dr. Schachts, der für die Oeffent'ichkeit zweifellos überraschend kommt, wurde in Kreisen derReichsregierung bereits feit einiger Zeit gerechnet. Dr. Schacht hat seit Wochen immer wieder erklärt. Echo der Presse. Genugtuung der Linken. — Schwere Besorgnisse der Rechtspresse. Berlin, 8. März. CRB. Der Rücktritt Dr. Schachts löst uneingeschränkte Befrie- digung in den Kreisen der Sozialdemokratie aus, der der „V o r w ä r t s" in seinem heutigen Leitartikel Ausdruck gibt. Das Blatt erklärt, Schacht sei an der Spitze der Reichsbank eine Gefahr geworden. Er selbst habe den Beweis dafür geliefert, daß die Unabhängigkeit der Reichsbank von der Reichsgewalt einer gewissen Einschränkung bedarf, wenn sie nicht zu einer Willkürherrschaft des Reich soankpräsidenten über den Staat ausarten soll. Für die deutsche Wirtschaft wird ein neuer Reichsbankpräfident, der sich auf fein eigenes verantwortungsvolles Arbeitsgebiet beschränkt und der die deutsche Währung schützt, ein Gewinn sein. — Die „Voss. Z t g." erinnert daran, daß im Haag sich die Reichsregierung zum ersten Mal aufgerafft und vor aller Welt gezeigt habe, daß sie die politische Führung habe und nicht der Bankpräsident. Das sei der Anfang von Schachts Ende gewesen. Die Schuld, daß es dahin kam, liege nicht auf Seiten der Regierung — Das „B. T." schreibt: Es hieße Schacht überschätzen und die Vorgänge der letzten Monate sowie vor allem I ihre Wirkung auf das Ausland außer acht lassen, wenn man für die deutsche Wirtschaft von dem Rücktritt des Reichsbankpräsidenten ungünstige Folgen befürchten würde. Schacht hat den allergrößten Teil des Vertrauens, das er in anderen Ländern genoß, seit der ersten Haager Konferenz, langsam, feit der zweiten Konferenz rapide verloren. Man wird Deutschland zu dem plötzlichen Rücktrttt überall dort, wo man es gut mit ihm meint, nicht kondolieren. Die „Germania" führt aus: Riemand wird Dr. Schacht die Anerkennung versagen, die ihm gebührt, wenn wir allein den Reichsbankpräsidenten beurteilen. Dem Politiker Schacht stößt das Mißgeschick zu, daß er unpolitisch ist oder zu politisch sein wollte. Daß der Rücktritt von Dr. Schacht weder währungspolitische Folgen hat, noch überhaupt von währungspolitischer Seite angesehen werden darf, braucht doch wohl nicht erst ausdrücklich gesagt zu werden. Die „D. A Z." erinnert daran, daß die Sozialdemokratie bereits während der letzten Haager Verhandlungen einen zugespitzten Kampf gegen Schacht geführt habe. Cs werde jetzt ein grundsätzlicher Kamps um die durch die Linke bedrohte Unabhängigkeit der Reichsbank es doch fertig bekommen, soviel Wasser in seinen Wein zu gießen, daß man das Ursprüngliche kaum noch wiedererkennt. So hat Moldenhauer zwar eine Erhöhung der direkten Steuern, wie es das „Notopfer" gewesen wäre, dem Namen nach vermieden, aber die Jndustriebelastunq, die mit dem Uebergang vom Dawesplan zum Vfoungabkommen eigentlich hinfällig gewesen wäre und etappenweise a b g e b a u t werden sollte, wird nur um 20 Millionen statt um 50 Millionen, wie vorgesehen war, vermindert. Insgesamt sollen 350 statt bisher 300 Millionen Mark erhoben werden, 70 Millionen werden dem Reservefonds der Bank für Industrie- Obligationen entnommen, fo daß 280 Millionen a l s B e l a st u n g bleiben. Das Mehr von 50 Mil- Honen soll der Reichsan st alt für A r b e i t s - lofenversicherung als Notstock zugewiesen werden. Die restlichen 50 Millionen soll die Arbeits- lofenoersicheruna durch eine Beitragser- f) ö t) u n g um t bis i Prozent erhalten, also durch eine weitere Belastung der Wirtschaft. Wenn auch in dem Kabincttsbcschluß vorsichtig angedeutet wird, daß mit dieser Bereitstellung eines Notstocks und der Beitragserhöhung Reformvorfchläge verbunden sein sollen, die die Reichsanstalt von sich aus machen soll und die vom Reichskabinett auf dem Wege über die Reichsgesetzgebung durchgeführt werden würden, fo ist doch damit der Wunsch nach einer Selbstverantwortung der Arbeitslosenversicherung und einer dauernden Entlastung der Reichsfinanzen natürlich nur sehr unzulänglich erfüllt. Eine Erhöhung der direkten Steuern, eine neue Belastung des Besitzes ist zwar dem Wort nach Der» mieden, aber das Kind hat eben nur einen a n - deren Namen bekommen. Ein anderer wunder Punkt, der heute schon herausgegriffen werden soll, findet sich in dem für 1931 geplanten Steuersenkungspro- gramm. Es muh ausdrücklich anerkannt werden, daß es dem Reichsfinanzminister Molden- Hauer gelungen ist, seine Absicht auf Senkung der Einkommen st euer zu Zwecken der dringend notwendigen inneren Kapitalbildung im Kabinett durchzuseyen. Aber von der mindestens ebenso notwendigen Beseitigung der G.e - werbe steuer findet sich kein Wort, es ist auch keine Rede von einer Aenderung des Finanzausgleichs in dem Sinne, den Gemeinden wieder die Selbstverantwortung für ihre Finanzgebarung einzuräumen, etwa durch die Gewährung eines Zuschlagsrechts zur Einkommen üeuer oder durch den Einbau eines beweglichen Faktors, wie es der HUferdingsche Reformplan vorsah. In der Richtung einer organischen Finanzreform liegt lediglich der Beschluß des Kabinetts, ein Gesetz zur Aus - gabenfenfung bei Reich, Ländern und Gemeinden auszuarbeiten und dadurch mit gutem Beispiel voranzugehen, daß der Reichshaushalt für 1931 gegenüber dem für 1930 Abstriche von 600 Mil.ionen auf der Aurgabenseite erfahren soll. Schwierig ist natürlich die berechtigte Frage nach den Garantien beantwortet, die dalür gegeben weiden können daß nach dies r rn u en Bela st u n g der Wirtschaft durch die Reparationssondersteuer und die Beitragserhöhung für ’öie Arbeitslosenversicherung nun im nächsten Iahre auch tatsächlich die jetzt versprochene Senkung der direkten Steuern erfolgen wird. Berechttgt. wenn man sich erinnert, daß sich erst vor Weihnachten das Eteuersenkungsprogramm Hilferdings innerhalb von vierzehn Tagen in ein Erhöhungs- Programm von beträchtlichem Ausmaß verwandelte, berechtigt auch, wenn man daran denkt, daß die erhebliche Erhöhung der Konsumsteuern und Zölle -- auf Bier und Mineralwasser, Kaffee und Tee, Benzin und Benzol — durch einen Rückgang des Verbraüchs vielleicht nicht das Aufkommen erzielen wird, mit dem man gerechnet hat, daß ferner die in den Liquidationsverträgen mit Polen, England u. a. übernommenen finanziellen Entschädigungsverpflichtungen nicht unbedeutende Anforderungen an den Reichs- säckel stellen werden und schließlich der Handelsvertrag mit Oesterreich Zollherabsetzungen mit sich bringen wird, die für die Einnahmeseite des Reichsbudgets von Belang sein dürften, so muß es erlaubt sein, dem an sich lobenswerten Steuersenkungsprogramm für 1931 mit einiger Skepsis zu begegnen. Zumindest muß verlangt werden, daß die Parteien der Koalition, die nun die für den Ausgleich des Etats für das Iahr 1930 für notwendig erachteten Steuer- erhöhungen beschließen, sich gleichzeitig in ebenso bindender Form auf das Steuersenkungsprogramm feftlegen und, was uns noch wichtiger erscheint, heute schon mit dem bisher schmerzlich vermißten ernsten Willen an die rigorose Drosselung der Ausgaben Herangehen. Ohne die große Reichs- und Verwaltung s r e f o r m, die in dickleibigen Gutachten und kaum noch beachteten Ausschußberatungen zu versumpfen droht, ist natürlich alles andere eitel Stückwerk. Aber wird nicht dies sogar ferne Zukunftsmusik, wenn weder Regierung noch Parteien^ sich zur entschlossenen Abkehr von den verhängnisvollen Methoden eines verfälschten Systems aufzuraffen vermögen, das durch ihre Schuld in Gefahr gerät, nicht mehr ernst genommen zu werden? "r.r.cn, die die unverzichtbare Voraussetzung .. ' oer beutja/cn Währung sei. Die Äö r, nz c i tun g" meint, der Entschluß öchach^s beweise aas hohe Verantwortungsgefühl Ic,'cs Mannes. Denn es könne gar keine Frage sein. vdf3 er in allerletzter Stunde noch einmal eh Klagern. >nt cZnf T t tfcA Freilaa, 7.Marz.i93O.7h afrds. _____________.—— Jan Mayer/ tywoixemos. <5neuer (jnatD DtdtCKL® wontig. • OfdecKi eltegen » Schnee G Graupeln e Neoei K Gewitter ©windstille O seh» eiente« O$i y nassige» Südsüdwest q sturmscnei nordwest Oie ’feiie fliegen mit dem winde Pie oeiden Stationen stehenden Zahlen geoen die Temperatur an Du Limen veromdea Orte mit gleichet^ wf eiecrcsmveau umoerfcanelea Uilldruck ttt?etterooru.»ssage. An der Südseite der ausgedehnten nördlichen Störung ist in ganz Deutschland eine Westwind- ftromung aufgekommen. Somit werden ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent verfrachtet, die das Wetter zwar mild, jedoch unsicher gestalten. Beim Aufgleiten der ozeanischen Warmluft tritt vielfach Wolken- und auch Rebelbildung ein, wobei auch vereinzelt leichte Niederschläge nicht ausgeschlossen sind. Die Temperaturen steigen noch weiter an. Wettervoraussage für Sonntag. Rebelig wolkiges Wetter, mild, vereinzelt leichte Riederschläge. Lufttemperaturen am 7. März: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 5,2 Grad: am 8. März: morgens 4,6 Grad. Maximum 9,2 Grad, Minimum 1,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. März: abends 6,3 Grad: am 8. März: morgens 3,4 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer lt Stunden. Aus der yrovinzialbauptstabi Gießen, den 8. März 1930. An der Sonnenseite. Ich muhte dieser Lage auf einer Geschäftsreise eine halbe Stunde in einer kleinen oberhessischen Stadl auf meinen Zug warten. Da es mir in dem Wartesaal des Bahnhofs zu dumpf war. ging ich draußen in *ö er Sonne aus und ab. Gleich neben dein Bahnhof war eine breite Strahe, die nur auf der einen Seite mit neuen Siedlungshäusern bebaut war. auf der andern Seite lagen die Schienen der Eisenbahn. Hier im Schuh vor rauhen Winden, von den Hellen freundlichen Häusern zurückgeftrah.t. wirkte die Märzsonne fast wie im Juni Unwillkürlich schlüpfte man aus seinem Uebcrzieher und trug ihn auf dem Arm. Aber es waren nicht nur die Sonnenstrah.en. die mich hterhergelockt hatten. Ein ganz farbenprächtiges. lebendiges Bild zog mich viel mehr an. Diese sonnenbeschienene, geschuhte, in tadelloser Beschaffenheit glänzende Strahe schien wie geschaffen für das Spazierenfahren von kleinen Kindern. Ich habe noch nirgends, auf keinem Spielplatz, in keinem Park, soviel Kinderwagen gesehen wie hier. Da sah man ganz weihe, blaue, grüne und bunt bemalte, alte und neue Modelle, sogar ein sogenanntes Torfbettchen. mit den bekannten Holzräöern. lief mitten darunter. Und in jedem Wagen ein kleines, rosiges Mensch- leinl Ist das kein Bild, das uns im Borfrühling erfreuen muh? Hinter den Wagen gingen die glücklichen Mütter, teils langsam schiebend, teils sich unterhaltend mit Freundinnen und Nachbarinnen. Bon wem gesprochen wurde? Ich brauche das nicht zu sagen. Die ersten Zähnchen, das erste Stammeln von Worten, das Spielen, das Sichaufsetzen und hundert andere Dinge, die den jungen Müttern sehr wichtig sind, konnte man da hören. Ich war öfters in diesem Städtchen gewesen, und unter den Müttern waren gar viele, die ich noch gekannt hatte, als sie vor Iahren mit langen Zöpfen durch die Straßen liefen. Ieht aber zeigten sie freudestrahlend das „erste". Ich mußte bewundern, staunen über die Aehnlich- keit mit dem Bater oder der Mutter, durfte mitlachen, wenn die Kleinen krähten oder unbeholfen nach dem über ihnen hängenden Ball griffen. Es gibt nichts schöneres als ein lachendes Kind, besonders dann, wenn die Sonne scheint. Gefreut habe ich mich vor allem auch darüber, Laß fast sämtliche Kinder ohne Kopfbedeckung waren. Was helfen uns auch bei diesem schönen Wetter die warmen Käppchen oder gar Kapuzen? Braune, schwarze und blaue Aeuglein guckten neugierig in die fremde Welt, die sie wohl zum erstenmal im Sonnenschein sahen. Die Bäckchen waren gerötet, die Mündchen standen offen, sobald ein anderer Wagen vorüberfuhr, in dem auch so ein kleines Ding lag und mit Armen und Beinen strampelte vor Vergnügen. „Ia, die Sonne!" dachte ich. „tut doch Wunder." Wie manches Kleine zeigte noch die Helle Zimmerfarbe. Aber gar schnell werden hier die Frühlingstage Aenderung schaffen. An die Sonnenseite des Lebens werden diese Kinder geführt, von der Sonne sollen sie bestrahlt und gekräftigt werden. Sie ist doch wie ein Gesundbrunnen. Die Zeit verflog mir wie im Handumdrehen. Mein Zug fuhr ein. Ich konnte mich kaum trennen von dem schönen Bild des jungen Lebens, und noch aus dem Eisenbahnwagenfenster habe ich lange hinausgeschaut und den glücklichen Müttern zugewinkt, den Müttern, die ihre Kinder an der Sonnenseite spazieren fahren, um ihnen die Wärme und den Duft der ersten Frühlingstage zukommen zu lassen. B. Z. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35. Wirsing 25 bis 35, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35 bis 40, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40. Feld- salat 180 bis 200, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60. Kartoffeln 4,5 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15. Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 40, Endivien 40 618 60. Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück, Radieschen 25 bis 30 Pf. das Bund; Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater: „Wie es euch gefällt" (Schülervorstellung). 15.15 bis 18.15 Uhr. - Goethe-Bund: Lichtbild vortrag von Dr. E. Meyer (Nürnberg): Sommer in Südtirol, 20 Uhr, in der Reuen Aula. - Wassergenossenscha.t Gießen (rechts der Lahn): Generalversammlung, 20 Uhr, bei Ferd. Kreiling. Heuchelheim. — Verein Rudersport Gießen 1913 und Alad. Ruderabteilung: Monatsversammlung, 20.15 Uhr, im Bootshaus. — DHC. Lichtbildervortrag, 20 Uhr, Physikalisches Institut. — Kurzschriftverein von 1861 und Damenverein Gabelsberger: Dereinsabend im Kaufm. Vereinshaus, 20.30 Uhr. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Pat und Patachon als Kanniba'en" und „Luvlno Lane im Sanatorium". — Astoria- Lichtspiele: .Der Schrecken der Posträuber" und „Dolores, die Pantherkahe". - Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Du wirst mich heiraten", 14 bis 16.30 Uhr, „Der fidele Dauer", 18.30 bis 21 Uhr. - Männer- und Frauenvereinigung der Mat- thäusgemeinde Gießen: Kirchenmusik, Passionsandacht, 20 Uhr, in der Stadtkirche. - Gießener Korzertverein: Das Münchener Döbereiner-Trio (Alt-Kammermusik auf Original-Instrumenten), 17 Uhr, llnitrr i ätsau'a. - Männer-Turnverein Gießen: Schwimm-Wettkämpfe, 15 Uhr, im Städtischen Volksbad. — Llchtsp echaus, Dahn- hosstraße: „Pat und Patachon als Kannibalen" und ..Lupino Lane im Sanatorium". — Astoria- Lichtspiele: „Der Schrecken der Posträuber" und „Dolores, die Pantherkahe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute um 15.45 Uhr findet die Schüiervorstellung des Shakespeare-Lustspiels „Wie es euch gefällt" statt. — Am morgigen Sonntag, 9. März, um 18.30 Uhr kommt als letztes Operettengastspiel des Frankfurter Ensembles in einmaliger Aufführung die allseitig beliebte Operette von Victor Leon, Musik von Leo Fall, „Der fidele Bauer" zur Aufführung. — Als nächste Premiere kommt in der nächsten Woche am Freitag, 14. März, eine neue Komödie in drei Akten von Edwin Burke, für die deutsche Bühne von Karl Lerbs bearbeitet, heraus. Das in der letzten Zeit von so vielen Seiten aus beleuchtete Problem der Ehe wird in dieser Komödie einer interessanten Betrachtung unterzogen. — Goethe-Bund. An Stelle von Hermann Stehr, der erkrankt ist. wird der Dichter Theodor Da übler am 23. März über „Goethe und die Antike" sprechen. Rähere Mitteilungen folgen.- — Gewerkschaftsbund der Ange- {teilten (G. D. QL). Die Abschlußfeier nach dem Reichsberusswettkampf der Angestelltenjugend findet nicht, wie gestern berichtet wurde, am heutigen Samstag, sondern erst am Samstag nächster Woche statt. • ** Diehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Rutzvieh-) Markt statt, dem sich am Mittwoch Schweinemarkt anschliehen wird. Am Mittwoch, 19. März, wird Pferdemarkt abgehalten. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ” Städtische Brennholzver steigern ng. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Stadtwald) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheit 13 20 Mk., Eichenscheit 8,20, Kiefernscheit 8,60, Duchenknüppel 9,40, Cichen- knüppel 6,60, Kiefernknüppel 7,00, Buchenstöcke 7,60, Eichenstöcke 4,20 pro Raummeter, Buchen- reisig 3. Kl. 17,00 pro 100 Wellen, Fichtenderb- stangen l.Kl. 2,00, 2. Kl. 1,60, 3. Kl. 0,80 Mk. pro Stück. Oberhefsischer Kun st verein. Die derzeitige Ausste'lung im Turmhause am Brand- Platz, welche insbesondere Schwälmer Trachtengemälde von Carl Mons und Graphik von Karl Thylmann enthält, ist nur noch in der kommenden Woche bis einschließlich Sonntag, 16. März, geöffnet, und zwar Sonntags, Montags, Mittwochs, Freitags von 11 bis 1 ilfjr, Mittwoch auch nachmittags von 3 bis 5 älhr. •• Die Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. * Eine Protest Versammlung der Gastwirte und Getränkeindustrie wird in unserem heutigen Anzeigenteil auf nächsten Mittwoch nachmittag in das CafS Leib cinberufen. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. •• Gefallenen-Gedachtnisfeier. Anläßlich des Volkstrauertages wird am Sonntag, 16 März. 20 älhr, in der Iohanneslirche eine musikalische Gedächtnisfeier für die im Weltkriege Gefallenen stattfinden. Es werden dabei mitwirken: Frau Dr. Weyl (Gesang), Organist Habicht (Orgel), sowie die gesamte Kapelle des l.Batl. 15. 2ns.-Rcg:s. unter Leitung von Obermusikmeister Loder. Das Programm kostet 50 Pf. und berechtigt zum Eintritt. Der Ertrag der Veranstaltung ist für die Kriegsgräber-Fürsorge bestimmt. Man beachte die heutige Anzeige. ** Deutsche Turnerschaft und Volks- trauer tag. Der Vorstand der D. T hat den an- gcschlossenen Vereinen nahegelegt, den Volkstrauer- tog am Sonntag, 16. März, von Veranstaltungen m. glichst freizuhalten. •* Beamtenschaft und Sparmaßnahmen. Der Hessische Beamtenbund hat auf nächsten Mittwochnachmittag alle Gesamtvorstände der Fachvereine der Beamten nach D a r m st a d t zusammengcrufen. Die organisierte Beamtenschaft — so s hreibt man uns — muß Stellung nehmen zu der Tatsache, daß weitaus die schwersten Lasten bei den hessischen Sparmaßnahmen auf die Schultern der Beamten fallen. Die Regierung, der Finanzausschuß des Hessischen Landtages und die Presse sind ebenfalls eingeladen. ** Ausstellung eines Billard-Ehrenpreises. Der vom 1. Gießener Billard-Club mit den Spielern Nicolaus, Rubin, Rudolph und Dr. S ch i r m e r im Kampfe gegen den Mainzer Billard-Club errungene echt silberne Ebsten- Wander- Pokal ist von heute ab im Schaufenster des Schuhhauses Bottina, Seltersweg, ausgestellt ** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Man bittet uns, darauf hii^uweisen, daß ab Montag, 10. d. M., der neue Greta-Garbo - Film „Der Krieg im Dunkel" im Lichtspielhaus laufen wird. Der nach dem bekannten gleichnamigen Roman von Ludwig Wolff geschrieben, von Fred N i b l o inszenierte Film behandelt ein interessantes Thema, die Vorkriegsspionage in Oesterreich und Rußland. Der Regisseur Niblo hat übrigens auch den „Ben-Hur".Film inszeniert und im „Totentanz der Liebe" bereits mit Greta Garbo zusammengearbeitet, deren zahlreiche Verehrer eine neue Begegnung mit der schönen Diva sicherlich begrüßen werden. — Am morgigen Sonntagvormittag findet die Vorführung des Kulturfilms „Die erwachende Sphinx" statt. ** Stenographische Werbewoche. Der Deutsche Stenographenbund, die Spitzenorganisation der Einheitskurzschriftler, veranstaltet in der Zeit vom 9. bis 16. März in allen Teilen Deutschlands eine Werbewoche. Der Zweck dieser Werbung ist, die Aufmerksamkeit der breitesten Oeffentlichkeit mehr noch als bisher auf die Einheitskurzschrift, die im Jahre 1924 von den Reichsbehörden und Länderregierungen für die Schule und Verwaltung vorge- fchrieben wurde, zu lenken. Die stenograph fche Bewegung hat mit der Einführung der Einheitskurz' fchrift einen außerordentlichen Aufschwung genommen, da die frühere Systemzerfpl.tterung beseitigt ist, niemand mehr im Zweifel sein kann, welches das bessere ©nftem sei, sondern nur noch den Entschluß zu fassen yat: Ich lerne stenographieren! ** Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Vor einigen Tagen wurde in der Grünberger Straße „Am Professoreneck" aus einem Personenkraftwagen ein Karton mit Herrenwäsche, bei einem Metzgermeister in der Reustadt verschiedene Würste aus dem Laden, in der Bahnhofstraße aus einem Mansardenzimmer, das mittels Rachschlüssels geöffnet wurde, 38 Mark und aus dem Hofe einer Wirtschaft ein älteres Mars-Fahrrad entwendet. Personen, die sachdienliche Angaben über die Täter und das Diebesgut machen können, werden gebeten, der Kriminal-Abteilung Rachricht zu geben. ** Festnahmen. Der Polizeibericht teilt mit: Festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt wurden: Der Steinschneider Ludwig Woeste aus Bergisch Gladbach wegen Diebstahls, der Metzger Hermann Lehmann aus Frankfurt a. M. wegen Hehlerei, der Händler Richard Wirth aus Kessel- dorf, der Landwirt Erich Willig aus Plein wegen Betrugs und Albert Seipp wegen Einbruchsdiebstahls. " Z e u g e g e s u ch t. In der Rächt vom 26. zum 27. Februar wurde auf der Lahnbrücke ein Laternenpfahl beschädigt. Der junge Mann, der der Tat mit zusah, wird gebeten, bei der Krlmi- na'pol'zei, Zimmer Rr. 24, vorzusprechen. , " (Sin hessisches Marinedenkmal. Die Vereinigung der ehemaligen Marineange- höriaen in Hessen plant die Crrichrung eines Denkmals für die gefallenen heßischen Angehörigen der Marme. Man beabsichtigt ein einem Leucht türm ähnliches Mal entweder an der Altrheinmündung bei Ginsheim, oder aber am historischen Platz des Altrheins bei Erfelden zu errichten. In der Kuppel des Turmes soll ununterbrochen ein Leuchtfeuer glühen. Zulassung von Iustizanwärtern. Wie der hessische Iustizmimster mitteilt, können zum Vorbereitungsdienst für die obere Iustiz- sekretärprüfung, deren Ablegung als Voraussetzung für eine künftige Anstellung im gehobenen mittleren Dienst bei den Iustizbehorden vorge- schrieben ist, eine beschränkte Anzahl von Anwärtern zugelassen werden. Der Vorbereitungsdienst dauert regelmäßig drei Iahre und ist unentgeltlich abzuleisten. Auch Unterhaltungszuschüsse werden den Anwärtern nicht mehr bewilligt werden können Die Gesuche mit den vorgeschriebenen Zeugnissen usw. sind bis -um 1. April an das Justizministerium einzu^eichen. •* Der „Hubertus", Verein weidgerechter Iäger, hielt am Mittwoch im „Hess. Hof" seine Monatsversammlung ab. Er begrüßte dankbar, daß daZ Kreisamt Gießen auf eine Eingabe des Vereins hin erneut auf das> Verbot des Abbrennens von Hecken und Feldrainen hingewiesen und die Beobachtung deS Verbotes dem Feldschuhpersonal zur besonderen Pflicht gemacht hat. CZ konnte weiter bekanntgegeben werden, daß die Bekanntmachung in einem anderen hessischen Iagdverein, wonach bei der Iagdausübung neben dem Patz der Versicherungsausweis mitgeführt werden müsse, nicht richtig ist. Sodann fuhr der 1. Vorsitzende, Herr Pascoe, in seiner Vortragsreihe über die Weidmannssprache fort und sprach über ihre Anwendung auf das Raubwild. Die neue „Preußische Verordnung zum Schutz der Pflanzen und Tiere" war der Gegenstand eines eingehenden: Referates von Studienrat Holzel. Im Anschluß daran wurde der Vorstand beauftragt, mit den anderen hessischen Iagdorganisationen in Verbindung zu treten und darauf hinzuwirken, daß auch in Hessen der Kugelschutz auf Schalenwild zur Pflicht gemacht würde, wie denn überhaupt zahlreiche Bestimmungen der preußischen Verordnung auch für eine Uebertragung nach Hessen geeignet erscheinen. Geheimrat Prof. Dr. O l t regte an, das im nächsten Iahr stattfindende 10jährige Iubiläum des Vereins zu einer Ausstellung aus allen Gebieten des Jagdwesens zu benutzen. Der Plan wird weiter verfolgt werden. Die nächsten Versammlungen werden Vorträge aus dem Gebiet der Iagdzoologie und des Iagd- rechtes bringen. , Berliner Dorfe. Berlin, 8. März. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Vormittagsverkehr lag geschäftslos und abwartend. Rachdem schon an der gestrigen Frankfurter Abendbörse leichte Erholungen eingetreten waren, scheint es, als ob, nachdem das Ausland die Lage nach dem Rücktritt Dr. Schachts ziemlich ruhig beurteilt hat, für heute mit keinen größeren Erschütterungen mehr zu rechnen ist. Allerdings wird viel davon abhängen, wie die Provinz und die Kundschaft auf die gestrige schwache Börse reagieren wird. Vorläufig taxiert man gegen gestern abend wenig veränderte Kurse. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,24, London gegen Mailand 92,82, London gegen Madrid 40,28, London gegen Buenos 42,25, London gegen Kabel 4,8613, London gegen Berlin 20,3775 zu 20,38 und Kabel gegen Berlin 4,1915 zu 4,1920. Deinen dochwurz'ihn l Z=ä richtig: nimm fdi i Milli l CIGARETTEN AM es W Pfeilring Lanolin-Creme O [Vermietungen | Zu venulklkll Billa nur b. Vanbc: Möbliert 3 Zimmer. Diele u. Küche und Zubehör, Pr e is m o n at l. 120.- odcr Unmöbliert 4 Zimmer mit Küche unb Zubehör. ’Bteiö monailich Jt 90.- Schrml. 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März, nachrniitags 6 Uhr: Familienzusammenkunft im Bereinsbcim Faulstich m. d auS« wärt. Schwimmern. F. G. F. Montag, 10.März, abends S‘/j ilbr Monats ver sammlnng b.KnmeradArnold iSchivkavatz). Anzug: ArbetiSguS» rüstung.Helm. Weg. d. Wtchtigi. d. Ber- sammliing ist teftL Betetltgerforderlich HZ2L Das Kommando. Stadttheater Sonntag, 9. Marz, Aufeer 'Abonnement Geschlossene Bolksvorftellung von 14 bis 16', Uhr Do wirst mich heiraten VuitfPlel in 4 Alien von Vouiö BerneniL Sonntag, 9.März, von 18', bis 21 Uhr Aufeer Abonnement Fremdenoornellung iLiumalige Aufführung! Der fidele Soner Overelie tu einem Borfviel und zwei Alten v.BlktorL^on, Musik von Vco ,>all. Piontag, lO.März, von 10' L bis 23 Uhr Aufeer Abonnenient Geschlossene Bornelluirg Die andere bette Gouineijs GnO) Drama in a Akten oon R. C. Sheriff. Trenstag l l.März, von 20 bis 22' , Uhr 2Z. Dienstag M.'vrst. Matnoiel Auguste Prasch-Grevenveig, Die tzetiige zionnne SchauivieliuS'Aucn oon William Lomer- iet Maugham, deutsch v. Aiiint Zoff. Mittwoch IS.Mär» von 20 bis 22' 4 Uhr N.MllvoapM.'vrsl. neeKeoü m rarate Schwank tn 3 Akten von Arnold u. Bach. Donnerstag, den 13. Marz, von 19',7 b. 21*... llhr ©ieöenet SllllMlvecelll 3. üyoiptioDiekODzerl Veuuiifl i r. Stefan Temesvary Orchener d. Darm- nädter Landes- theaters. Solistin: Meta Kerdvk-Bcrlln tSouran». Freitag, 14. März, von 20 bis 22',« Uhr 24.3ren^" SL w*S (jOUO ©rooifl n gjtri oon •N,„ |fi,wWF’ L-AiS Dranw Shenk pon — Nr. 57 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften) Samstag. 8. März (930 Sintflut im Paradies. Oie Überschwemmungskatastrophe in CuOfranfreid). - 3m Canon des Tarn- fluffes.—Carcaffonne,dasfranzösifche Rothenburg. -ZnToulouseundMontauban. Don Or Hermann Budzislawsti. Unter Mitarbeiter, der Südfrankreich aus eigener Anschauung kennt, schildert hier den Schauplatz der Hochwasserkata- strophc. Hochgebirge, schneebedeckte Gipfel, strahlend blauer Himmel, aber auch tiefblaues Meer, üppigste Vegetation, Langusten, Austern, guter Wein und sogar billige Hotels, wo in aller Welt kann man solche Dinge vereint finden? 16 Stunden, fast tausend Kilometer, rast der Schnellzug von Paris nach Süden, durch die herrlichste Landschaft, durch Provinzen, die gewaltigen Gärten gleichen, an alten Städten vorbei. Mittelalterliche Türme, gotische Kirchen, halbverfallene Burgen erscheinen und verschwinden. Wieviel Einwohner hat diese Stadt? Man braucht nicht hinzusehen, man sagt 30 000, und in neun von zehn Fällen wird es schon stimmen. Jetzt ist der Zug in Aarbvnne, 30 000 Einwohner, eine schöne alte Stadt, mit einer Kathedrale, die das Panorama beherrscht und deren Türme, unvollendet geblieben, unvergeßlich sind. In Aarbonne soll man Honig essen: die Imkereien sind dort berühmt. Aber man hat weder dazu Zeit, noch zur Besichtigung der Kirchen, Museen, alten mer leidet die Bevölkerung der Languedoc. Es gehört viel Zeit dazu, sich die Sehenswürdigkeiten dieses gesegneten Landstriches anzusehen. Aarbonne ist schön, aber Carcassonne ist unvergleichlich, ein sranzö i ches Rothenburg, eine Stadt der Türme, die ihr mittelalterliches Gepräge vollständig erhalten hat. Aus einer felsigen Anhöhe liegt die alte Oberstadt, von zwei Ringmauern eingeschlossen, mit einigen Türmen, die noch aus dem fünften Jahrhundert stammen. Insgesamt sind 50 Türme erhalten, eine einzigartige Befestigung, wie man sie sonst nirgends in der Welt studieren kann. In den Mauern dieses Städtchens hat sich ein Stück Weltgeschichte abgespielt. Schon zu Casars Zeit ein bedeutender Platz, wurde es einige Jahrhunderte später eine Festung der Westgoten. Dann kamen die Sarazenen, die sich aber nur kurze Zeit behaupten konnten; sie wurden von den Franken abgelöst, bis die Grafen von Barcelona Carcassonne eroberten, denen es von den Franzosen wieder abgenommen wurde. Kurz war die Episode der englischen Oberherrschaft. Ohne Romantiker zu sein, wird man bei einem Rundgang durch diese Stadt von historischen Erinnes Die alte Brücke bei Beziers, einem der Zentren der überschwemmten Gebiete gotischen Häuser und Vürgerbauten aus der Zeit der Renaissance. Aoch zwei Stunden, noch 150 Kilometer, und der Zug hält in Perpignan, der Hauptstadt des Departements der östlichen Pyrenäen, als Berwaltungsslh doppelt so viel Einwohner wie die gewöhnliche französische Kleinstadt beherbergend. Bon dort ist es nicht mehr weit nach den Bädern am Mittelmeer, die am Fuß der Pyrenäen liegen, etwa nach Danyuls sur Mer, dem einsamen Fischerdorf, in das Jahr für Jahr einige Künstler reifen, Maler und Literaten. Wer in diesen Tagen in Perpignan den Zug verlieh, wird sich allerdings kaum weit in die Pyrenäentäler hineinbegeben haben. Die Stadt Ist vollkommen vom Hochwasser einge» schlossen, die herrliche Avenue des Palmiers, auf der sonst die Spaziergänger unter mächtigen Palmen flanieren, kann mit dem Kahn befahren werden, in tiefergelegenen Stadtteilen haben sich die Bewohner auf die Dächer ihrer Häuser gerettet, und die Stimmung der Bürger ist denkbar schlecht. Was soll aus der Seidenzucht, was soll aus dem Handel mit Agrarprodukten werden, nachdem die geschmolzenen Lchneemassen aus den Pyrenäen den Boden aufgewühlt und die Kulturen vernichtet haben? Die ersten Früchte des Jahres, die Primeurs, werden diesmal ausbleiben, und der Reisende, der in diesen Wi.'.kel Frankreichs fährt, kann nur iwch hoffen, in irgendeinem vom Hochwasser verschont gebliebenem Weinkeller eine un- Mo/ssac N/mes Cette Castres Tou/ous Montauban ZZ 5/Z ßez/ers --- as- Narbonne. - Karte des überschwemmten Gebietes (die hauptsächlich betroffenen Orte sind unterstrichen). versehrt gebliebene Flasche Banyulser Dessertwein aufzutreiben. Perpignan und das ganze Land Rvussil- l o n sind mehr k atalanisch als französisch. Man braucht kein Ethnograph zu sein, um dies festzustellen. Man merkt es an der Sprache, die man kaum versteht, ober auch an den Leinwandschuhen, die dort getragen werden. Aber nicht nur dieses Pyrenäenland und die benachbarte Provinz Foix, mit dem wegen seiner .leidenschaftlichen" Jäger berühmt gewordenen Städtchen T a r a s c o n, sind vom Hochwasser schwer heimgesucht worden. Aoch schlimrungen gefangen genommen. Ehrfürchtig betritt man die tausendjährige Kathedrale, deren Glasmalereien ein gedämpftes Licht durchlassen, wandert durch die Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert, besucht die Museen, die Bastionen, schlendert die Boulevards entlang und genießt die malerischen Ausblicke auf die Oberstadt. In Carcassonne muß man gezuckerte Kastanien essen, in Toulouse, wenige Stunden entfernt, bestellt man sich Gänseleberpastete. Jede Stadt hat ihre Spezialität, und wäre nicht die Ueber- schwemmung dazwischengekommen, so könnte man sich bald an den Toulouser Beilchen freuen. Jetzt steht das Wasser in den Straßen der Ortschaften, die Toulouse umgeben, bis fünf Meter hoch. Kaum vorstellbar, daß diese heitere Stadt, mit ihren 180 000 Einwohnern eine der größten in Südsrankreich, plötzlich ernst geworden ist. Gewöhnlich flieht die Garonne recht munter durch sie hindurch, an winkligen Straßen vorbei, an Kirchen mit wunderbaren Kreuzgängen, und luftige Südfranzosen erörtern an ihren Ufern aufgeregt die politischen Ereignisse. Toulouse war vor 1500 Jahren die Hauptstadt des westgotischen Reiches. Seitdem hat sich manches Schreckliche an den Ufern der Garonne ereignet, Hunderte von Hugenotten wurden dort ermordet, aber auch manche schone Stunde an herbstlichen Abenden oder in lauen Frühlingsnächten konnte man dort verbringen. — Kennen Sie den schiefen Turm von Piesa? Sie brauchen nicht bis nach» Mittelitalien zu reisen, er schmückt ganz ähnlich — nur kerzengerade — die Basilika Sarnt-Serin in Toulouse. Die Fluten der Garonne werden von den Schmelzwassern der Pyrenäen gespeist. Läßt man sich auf dem Rücken dieses Flusses weiter nach Aordwesten tragen, so gelangt man an die Mündung des Aebenflusses Tarn, der diesmal weit schlimmer wütet, als die Garonne. Er entspringt im Hochland der Cevennen und durchfließt klar, mit grünlicher Farbe, ein mächtiger Giehbcvch, eine Landschaft, die großartig und gewaltig ist. Kurz vor seiner Mündung liegt das Städtchen M o i s s a c, im achten oder neunten Jahrhundert gegründet, rings um eine Benediktiner ab tei gebaut. Auch dort gibt es eine berühmte alte Kirche mit einem prachtvollen Portal, und daneben eins der schönsten romanischen Klöster Frankreichs. Vom Tarn ist der Ort durch einen Deich getrennt. Aber der 'Deich ist geborsten, die Fluten sind in die Stadt gedrungen, deren untere Teile überschwemmt sind, und 150 Menschen sollen ertrunken sein. Weiter auswärts am Tarn liegt Montauban — ungesähr 30 000 Einwohner — einst von engen Mauern umschlossen, die aber auf Befehl des Kardinals Richelieu niedergelegt werden mußten, und dadurch wurde Raum geschaffen, die Stadt auszudehnen. Montauban liegt auf einer prächtigen Felsterrasse, von besonders fruchtbarem Boden umgeben. Französische Dichter haben die Kraft dieser Erde besungen, und französische Rentner lassen sich dort nieder, um in schöner Umgebung und gesunder Lust, bei gutem Wein und berühmten Biskuits ihre Tage zu verlängern. 3m Kreuzgang um den Aationalplatz stehen sie, beschaulich und genießend. Jetzt sind die Spaziergänger von den Straßen verjagt worden. Der ■2am hat sie vertrieben, 30 Bewohner der Stadt sind in seinen Fluten ertrunken. Erstes Funkbild oon der Hochwasterkatastrophe in Südfrankreich. Fast alle Städte am Tarn sind von der Katastrophe betroffen worden. Fährt man von Montauban, sq gelangt man nach Albi — 30 000 Einwohner — wo es nicht nur eine unerhört wuchtige, wie von Riesenhand gebaute Kathedrale gibt, die die gesamte Stadt ebenso überragt wie das gotische Münster die Stadt Ulm, sondern auch bemerkenswerte und durchaus zu empfehlende Kuchen. Aber man verläßt bald den Wunderbau gotischer Architektur und verzichtet auf die mittelalterliche Kunst, um den felsigen Canon des Tarn zu besuchen, ein Aaturwunder, da es an Schönheit mit architektonischen Meisterwerken aufnimmt. Tropfsteinhöhlen und tiefe Schluchten im Kalkstein der Umgebung findet man ähnlich großartig auch in anderen Ländern, auch in Deutschland. Beispiellos ist jedoch der Eindruck einer Kahnfahrt in den Georges du Tarn — nur eilige Amerikaner fahren auch dort mit dem Auto vorbei; die Felsen hängen über dem Wasser, 58 Kilometer dehnt sich der Canon, unten braust der Fluß, darüber schweben Steinmassen von 400 und 500 Meter Höhe, nur mit Felsbil- öungen in den Dolomiten vergleichbar. Dort vergißt man das Liebenswürdige der südfranzö- fifdjen Landschaft, dort erkennt man die elementare Kraft des Tarn, der sich einst an dieser Stelle sein tiefes Bett durch das Gebirge genagt hat. Mskaus Kamps gegen Gott. Von unserem dl.-Derichterstatter. (Aachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau, März 1930. An dem Tage, da das auf dem rechten Mos- kwauser gelegene Simonow-Kloster in die Lust gesprengt wurde, brachte ein kleineres Moskauer Parteiblatt folgende Geschichte: „Die Detonation, die überall in Moskau zu hören war, hatte Menschenmassen auf die Straßen gelockt. Dabei beob- obachtete ein Aachbar des I. P. (Aame und Adresse voll angegeben), daß dessen Frau s i ch mehrmals bekreuzigte und Worte murmelte, die wie eine Verwünschung der „Zerstörer der heiligen Religion" klangen." — Unö einige Tage später stand in dem gleichen Blatt zu lesen: rantntel), Beseitigung des „Traditionsrummels", Gewinnung der Seele der Jugend, Aufrichtung und Pflege der neuen bolschewistischen Religion der reinen Vernunft ober (was nach Stalin das gleiche ist), der proletarischen Diktatur. Man darf deshalb nicht annehmen, daß der neue Anti- Religionsseldzug Moskaus lediglich ein Feldzug gegen die Kirchen ist. Diese Etappe ist längst überwunden; heute ist es ein Kamps, der systematisiert und bis ins kleinste Detail durchdacht ist. der Kamps gegen jeden Glauben u n-d jede Religion. Das alte „heilige Rußland" und das heilige Moskau, die Stadt der „vierzig mal vierzig Kirchen", bei deren Erwähnung sich jeder Muschik in der fernsten Provinzverlorenheit ehrfürchtig bekreuzigte —, das gibt es nicht mehr. Mit den kirchlichen Emblemen werden die Symbole der alten Zeit vernichtet und abgerissen. Die goldenen Zwiebelkuppeln werden nicht mehr die Hauptmerkmale des russischen Stadtbildes sein, sie verschwinden und fchmuhige, zerlumpte Eintönigkeit — ein Bild des Grauens! — wird sich in Zukunst dort breit machen. Auch in den Synagogen wird nicht mehr aus den fünf Büchern Moses, sondern aus den Werken des neuen Reiches gebetet und in die evangelischen Gotteshäuser sind ebenso wie in die Moscheen eifrige Arbeiterklubs eingezogen, die debattieren, Samenkörner kaufen und auf den Boden spucken. Wo früher an der Durchfahrt vom Rathaus — zum Roten Platz die von Zehntausenden alljährlich besuchte Iberische Madonna stand, dort prangt jetzt an der Rathauswand ein Schild mit dem Wort Stalins „Religion ist Opium für das Volk', und das Passionskloster auf der Twerskaja, dessen Mauern von gläubigen Pilgern inbrünstig geküßt wurden, ist jetzt e i n Museum des Gottlosenverbandes geworden. Es lassen sich vier Etappen der christenfeindlichen Politik der Sowjets feststellen. Die erste setzte gleich nach der Oktoberrevolution ein, als die neuen Machthaber aus der Erkenntnis heraus, daß die orthodoxe Kirche allzu eng mit dem zaristischen Ausbau des Reiches zusammenhing, kurzerhand die Trennung zwischen Kirche und Staat durchführten, eine Tat, die bekanntlich in anderen Staaten fahre- und jahrzehntelange Verhandlungen unter heftigsten - ter < " - E Minister für öffentliche Arbeiten Pernot, Präfekt Didal und der Bischof oon Montauban besichtigen die Verwüstungen in Moissac. „Gegen 2. P., der Mitglied der Partei ist, ist ein Ausschlußverfahren anhängig gemacht worden, weil er sich trotz mehrfacher Aufforderungen weigerte, sich von seiner Frau zu trennen, die wegen sowjetfeindlicher Propaganda (!) von der GPU. verhaftet wurde. Der Sohn der beiden, der Rotarmist G. P., ist auf feine Ditte in der Armee belassen toorben. Er hat eine Erklärung unterzeichnet, in der er die Verhaftung feiner Mutter billigt und s ich von seinen Eltern lossag t." Dieses Geschichtchen sagt ungeheuer viel und beleuchtet besser alle tiefgründigen Untersuchungen die neuen Wege, die die russische Revolution beschritten hat. Richt nur Sprengung und Schließung der Kirchen und Klöster, Bet- Häuser, Synagogen und Moscheen, nicht nur Massenausrottung der Geistlichen und Gläubigen, sondern auch zu gleicher Zeit Zerstörung der Familie, Vernichtung der Autoritätsbegriffe (es gibt nur eine Autorität: die Gene- inneren Zuckungen erfordert. Dann stiegen die finanziellen Aöte der Sowjets in zunehmendem Maße, und man ging zur Enteignung der reichen Schätze der Kirchen und Klöster über, ohne indessen die Grundlagen der Religion anzutasten. Jrn Gegenteil waren noch damals Rotarmisten in der Kirche keine Seltenheit. Indessen zeigten sich auch schon die Uranfänge einer „Liquidierung" der Kirchen, der dritten Etappe des bolschewistischen Vorgehens, zu jener Zeit, als Lenin noch lebte. Schon er hatte sich als „Hohepriester der Gottlosen" bezeichnet. Man hatte die ganze Macht der Kirche erkannt, suchte aber vorläufig, ihr auf friedlichem Wege beuuEommen. Man denke da nur an jene öffentliche Auseinandersetzung vor einem nach Tausenden zählenden Auditorium über die Religion zwischen den Spitzen der Partei und dem Patriarchen Tichon, — ein Religioirsdisput der Aeuzeit, der mit dem bollen Siege des Patriarchen endete. Was hat die Sowjets veranlaßt, Len Mißerfolg der Jakobiner vor Augen, zu Rachahmern des Radikalismus von 1792 zu werden? Die Erklärung liegt in dem Aufbau des kommunistischen Staates, in der Struktur der „proletarischen Diktatur" Wie jeder Revolutionsidee ist auch der bolschewistischen nichts gefährlicher als ein Leerlauf. Die Diktatur drohte, aus Mangel an Diktaturobjekten zugrunde zu gehen. Zumal die „Weltrevolution" sich als ein Phantom erwiesen hatte, die Kräfte der Partei aber beschäftigt werden müssen -, wenn nicht die katastrophale Wirtschaftslage, der Brot- mangel, die Geldnot, die Karten aus sämtliche Bedarfsartikel, die Wohnungsnot, die Arbeitslosigkeit, das Hungergespenst, die inneren und äußeren Mißerfolge auch die getreuesten Mitglieder der Partei zu gewissen Dergleichen zwischen dem Heute und dem Früher hätte anregen sollen. Auch die GPU. mußte beschäftigt werden, um dem Proletariat seine Macht zu Zeigen. Außerdem wuchs sich die Kirche dennoch mit ihrem passiven Widerstand zu einer wirklichen Gefahr aus. Es war eine Religion neben der bolschewistischen vorhanden. Diese will aber keine andere neben sich dulden. Deshalb Schluß mit der Glaubeysvergangenheit. wie mit der zaristischen »Vergangenheit Schluß gemacht wurde und mit der wirtschaftlichen soeben Schluß gemacht wird. Es soll kein selbständiges Denken mehr außerhalb dieser kommunistischen Religion geben. llnö um dies zu erreichen, hat der Kreml, der „heilige Kreml", jetzt mit aller Erbitterung — weil es sich für ihn um Sein oder Richtsein handelt zum letzten entscheidenden Schlag ausgeholt. Die vierte Etappe des Kampfes gegen die Kirche hat damit begonnen. Sie wurde durch zwei bedeutende Akte eingeleitet. Einmal hat der „Bund der Gottlosen", aus dessen Initiative in den vergangenen Zähren die Verfolgungen der Geistlichen zu- rückzulühren sind, seinen Ramen geändert. „Bund der ft rettbaren Gottlosen" heißt er jetzt, und mit dtefer Ramensänderung wird gesagt, daß er zur aktiven Religionszerstörung übergegangen ist Aber auch die Sowjetregierung hat ihre Reutralität endgültig aufgegeben und macht heute kein Geheimnis mehr daraus, daß alles mit ihrer Einwilligung ge- sHieht. Und der Weg zum endgültigen kommu- ntstischen Ziel, der Ausrottung jeder Religion, ist mit Leichen gepflastert, Ströme von Blut ergießen sich über ihn. Mit asiatischer Grausamkeit wird jeder Schatten eines Widerstandes gebrochen. Wie der Kulak, so ist jeder Geistliche, ja jeder Gläubige ein Verfemter, ein Ausgesto- hener. Er bekommt keine Karten, seine Kinder dürfen von keinem Lehrer unterrichtet werden, ihm wird das Wohnrecht entzogen. Hunderte von Geistlichen sind in den blutgetränkten Kellern der GPU. auf der Lubjanka hingerichtet worden, Tausende haben den weiten Weg nach Sibirien und den „Solowki", dem Guayana der Sowjets, antreten müssen. In den Kirchen werden Li st en der Besucher geführt, niedrigste Angebereien spielen die Hauptrolle. Die Psar- rer gehen nachts von Haus zu Haus, um sich Almosen zusammenzubetteln, und wenn die „Ra- botschaja Gaseta" feststellt, daß es trotzdem noch Tausende von Kirchen und Zehntausende von Geistlichen gäbe, so ist dies nur als ein Ansporn für die Gottlosenverbände aufzufassen. Deren Mitgliederzahl ist allein in den letzten vier Monaten auf nahezu eine Million angewachsen - noch in der gleichen Zeit des Vorjahres zählten sie nur etwa 50 000 Mitglieder. An der Petersburger Universität ist chnen e i n Lehrstuhl geschaffen worden, der für den Kampf gegen Gott besonders Begabte wissenschaftlich vorbilden soll. Und mit Millionen von Flugschriften und Werken antireligiösen Inhalts wird das Land überflutet, wie Millionen der früher in jedem Zimmer eines gläubigen Orthodoxen hängenden Heiligenbildchen dem Scheiterhaufen übergeben werden. „De r Antichrist geht durch das Land", so kann man den russischen Bauern, der auch in der Großstadt ein Bauer bleibt, verstohlen um sich blickend, flüstern hören, wenn man in seinen Augen zuverlässig ist Und ein amerikanischer Pressemann, der kürzlich nach einer Abwesenheit von wenigen Monaten nach Moskau zurückkehrte, sagte: „Geschichte ist jetzt das einzige, was man über Rußland schreiben kann. Denn im Ru tst jeöe Gegenwart mit der Vergangenheit verschmolzen." Zwei Dinge bleiben nur zu erwähnen bei einer Besprechung der neuen Periode der Christen- Verfolgung in Sow.etruhland. Dinge, die zugleich hinsichtlich der Erfolgsaussicht der blutigen blasphemischen Ereignisse ausschlaggebend für die Sowjets sein werden. Die Stellungnahme des Papstes und der englischen Kirch e n s ü r st e n hat die Machthaber im Kreml dazu veranlaßt, den Metropoliten Sergius vorzuschicken und ihn erklären zu lassen, daß die Kirche in Rußland auch weiter volle Glaubensfreiheit genieße, daß von einem Druck nichts zu spüren fei usw. - Wer ist Sergius? Er ist der oberste Führer der sogenannten lebendigen Kirche, die zum Teil unter Druck der Sowjetbehörden, zum Teil aber auch aus eigenem Antrieb sich der herrschenden Macht unterworfen hat. Sergius wurde als dienst- gemalt. Im Kreml glaubt man aber kaum an ein gemeinsames Vorgehen über die Grenzen „eines moralischen Druckes hinaus", obwohl die Abfassung des Berichts, den die englische Regierung über die wahren Zustände von ihrem hiesigen Botschafter verlangt hat, mit der größten Ungeduld erwartet wird. Als zweites Problem kommt aber hinzu, ob die Sowiets ihren Gegner wirklich niederwerfen können, ob die Religion wirklich auszurotten ist. Stalin mag sich nicht täuschen! Er hat es diesmal mit einem „ Feind" zu tun. dessen starke Seiten er zwar kennt, der aber für ihn überhaupt kaum faßbar ist. Denn der Gottesglaube wurzelt so tief in dem empfindsamen rusiischen Gemüt, daß die Gotteshäuser zwar zerstört werden können und die Heiligenbilder verbrannt und die Popen hingerichtet, die russische Seele aber nicht umgemodelt werden kann Es sei denn. es gelänge ihm, restlos die heutige Jugend zu gewinnen und in ihr die Grundlagen jeden Glaubens zu zerstören. Dann könnte die Sowjetunion in etwa zwei Jahr- W; W ■ e Soldaten rücken mit Pontons in ältester Bischof zum Metropoliten gewählt, nachdem alle höheren Führer gestorben, geflüchtet, verschickt oder hingerichtet waren. Die „lebendige Kirche" stellte ebenso einen Versuch der Geistlichkeit dar, ein Kompromiß mit den Sowjets abzuschliehen, wie sie von denen schließlich Wohl als eine Unterwerfung aufgefaht und geduldet wurde. Konnte Sergius anders Stellung nehmen, als er es getan hat? Natürlich nicht I Ob er nun von den Sowjets zu feinen Interviews befohlen und gezwungen wurde, das heißt, diese wider seine bessere Ueberzeugung abgegeben oder ob er damit einen letzten Versuch unternommen hat, den Frieden nicht ganz in die Brüche gehen zu lassen, das ändert nichts an der Tatsache, daß er den Machthabern im Kreml damit einen Dienst erweisen und den zu erwartenden außenpolitischen Druck mildern wollte. Ebenso wenig ändert das wohl aber auch etwas an der Tatsache, daß sein Unternehmen restlos mißglückt ist. Denn die wütenden Ausfälle, die die gesamte bolschewistische Presse täglich enthält, beweisen am besten, wie unangenehm die Einheitsfront der ganzen Welt von den Sowjets empfunden wird. Eine andere Frage bleibt es aber, ob auch mit einem einheitlichen Vorgehen des Auslandes zu rechnen ist. Das Gespenst „der papistisch-militaristisch-kapitalistischen Einheitsfront" gegen die Sowjetunion wird zwar mit täglich zunehmender Intensität an die Wand das Ueberschwemmungsgebiet ein zehnten der atheistische Staat sein. Aber bei dem heutigen Tempo - und dieses Tempo muß eingehalten werden, wenn es erfolgversprechend sein soll - wird die Entscheidung bereits früher fallen. Das Stresemann-Oenkmal am Mein. WER. Mainz, 7. März. Wie uns mit» geteilt wird, hat der Besitzer der „Bur g Satz" am Rhein, Albert Jungeblodt gus Stuttgart, ein wertvolles Grund st ück am Fuße des Lorelei-Felsens in der Gröhe von zirka 3000 Quadratmeter (jetzt drei übereinander liegende Weinberge) dem Denkmalaus- schuh in Mainz unentgeltlich zur Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Minister Gustav Qtrefemann zur Verfügung gestellt Dieses Grundstück war früher bereits einmal für ein Heinrich-Heine-Denkmal in Aussicht genommen, und ist wohl der idyllischste Platz in der schönsten Gegend am Rhein Gerade diese Gegend wird wegen der „Lorelei" von Abertausenden von Fremden besucht, wo auch die „Burg Katz" und gegenüber die größte Ruine am Rhein, die ehemalige „Burg Rheinfels" in St Goar, liegen Jahreshauptversammlung des Mittel rheinischen Fabrikanten-Vereins. Der Miltelrheinifche Fabrikanten- Verein hielt dieser Tage in den Räumen des Kasinos „Hof zum Gutenberg" in Mainz seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Geh. Reg.-Rat Dr. Dr. h. c. Haeuser, begrüßte in seiner Eröffnungsansprache die Gäste, insbesondere die Vertreter der hessischen Staatsrcgierung. der preußischen Regierung in Wiesbaden, der Provinzialdirek- tion Rheinhessen und der Städte, sowie die befreundeten Industrie- und Handelskammern und Wirtschaftsverbände. Ministcria.rat Pennrich (Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft) dankte im Ramen der anwesenden Behörd.nvertreter und überbrachte die Grüße der hessischen Landesregierung Rach Erledigung der Formalitäten, in denen dein Vorstände und der Geschäftsführung Entlastung erteilt und die Ersatzwahlen zum Vorstande vorgenommen wurden, erstattete der Geschäftsführer. Dr. h. c. P Meesmann Bericht über die Organifation der Industrie im Wirtschaftsgebiet des rNittelrheinifchen Fabrikanten.Vereins. Den interessanten Viudiüvru..gcn entnahm die Versammlung, daß durch verschiedene Umgestaltungen in Bälde eine restlose organisatorische Zusammenfassung der Industrie des Bezirks zur Vertretung lebenswichtiger Wirtschaftsfragen durchgeführt ist. Anschließend berichtete der Hauptreferent. Oberbürgermeister a D Dr. M o st, über das Thema \ „Fragen der Finanz- und Steuerreform". Der Redner legte den unlösbaren Zusammenhang zwischen Reparationszahlungen und innerer Finanzreform Lar. Einer Rcp^ra.ionkzahlung von etwa 6l'o Milliarden Mart innerhalb der letzten Jahre stehe eine Verschuldung in Höhe von 7 Milliarden Mark an das Ausland in der gleichen Zeit gegenüber. Zur Behebung dieses auf die Dauer unerträglichen Zustandes, der durch die passive Zahlungsbilanz weiter verschärft werde, schlug der Referent besondere Maßnahmen vor. Zunächst sei eine Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion erforderlich, für die als wichtigstes Erfordernis Senkung der Zinsrate und zur Erreichung dieses Zieles eigene innere Kapitalbildung anzusehen seien. Die kommende Steuerreform müsse die Erfordernisse der Eigenkaplla bildung berücksichtigen. Eine weitere Maßnahme sei die QSerbilltgung der Produktion, insbesondere der Aussuhrindustrie durch entsprechende Einstellung der Wirtschaf spolitik. Schließlich lei erforderlich eine vernünftige Einschr ä n * fung des Verbrauches insbesondere von Importgütern durch den einzelnen, sowie Beschränkung der öffentlichen Hand auf die notwendigsten Ausgaben Gesunde Kommunalpolitik, wie auch gesunde Sozialpolitik müßten sich in der Gegenwart die notwendigen Beschränkungen auf* erlegen, um nicht in der Zukunft bei der Erfüllung lebensnotwendiger Aufgaben info ge übermäßiger Belastung zu versagen In eingehender Weise belegte Oberbürgermeister Dr. M o st das Anschwellen der öffentlichen Ausgaben an Hand des amtlichen Zahlenmaterials der letzten Jahre. Die Ursachen' dieser gefährlichen Entwicklung seien in der durch den Krieg und Inflation bewirkten Ertötung des Spartriebes zu erblicken, eine Psychose, die leider in starkem Maße auf die öffentlichen Körperschaften übergegriffen habe Eine weitere, und wohl die stärkste Ursache der stets wachsenden Verwaltungskosten, sei in der verhängnisvollen Lösung der Selbstverantwortlichkeil zu erblicken, die einem Teil der Bevölkerung erlaube. Ausgaben zu beschließen, die nicht er selbst, sondern andere Bevö k.rungsgruppen zu tragen hätten. Die Wiederherstellung der Selb st Verantwortung für beschlossene öffentliche Ausgaben erscheine als daS wichtigste Problem der g.f.imtcn F i - nanzreform und als dessen Kernstück die Das Wachsfigürchen. Von Hermann Eris Busse. Lena Mack, die Bildhauerin, und ich, Hans Fram, schauten seit Stunden durch die großen Scheiben des D-Zuges, der längs des Rheines hinauf nach Basel fuhr. Gespräche wechselten mit stiller Ansprache durch die Augen. Wieder war eine merkwürdige Entfremdung eingetreten. Glück in die Leere gesunken, letztes Zuneigen gestört worden meist durch äußerliche Zufälle. Do standen wir wieder draußen, irgendwie draußen vor einem Geheimnis und Glück und sanden die Türklinke nicht. Da holte Lena, um zu überbrüden, eine gelbe Wachskugel aus ihrer Tasche und begann mit behenden Fingern zu modellieren. Die benützte auch ein beinernes Fingernagelstäbchen dazu. Als das kleine Figürchen fertig war, nicht größer als mein Mittelfinger, gab sie es mir herüber. Es war eine Eva, wie ich erraten konnte an dem Apfel, den sie in aufgehobener Hand hielt. Ich fand das Wachsgestältchen wohlgelungen und sagte es ihr so, als wäre ich ein Fremder, ein Kritiker sogar, fand es zwar an den Hüsten und Schenkeln zu üppig geraten im Gegensatz zu den zarten Schultern und dem feinen Köpfchen: der liebergang vom beseelten Mädchentum zum Muttertum sei $u stark betont. Die lachte mich aus und hielt das niedliche Machwerk, um einen Leerlauf der Minuten auszufüllen, gestaltet, für viel zu nichtig, eine Diskussion darüber zu eröffnen; aber ich. ein Draufgänger, wenn mein Widerspruch gereizt war. ließ nicht locker. Ich betrachtete Eva von allen Seiten, ließ sie in meiner Handfläche stehen und streckte den Arm aus, sie von weitem zu beschauen. Die wuchs in meiner Hand. Ich hatte viel Zigaretten geraucht, auch zwei, drei schwere Zigarren in den letzten Stunden, war vielleicht leicht narkotisiert, aufgeregt, harte Töne, die nicht da waren, sah das, was nicht wirklich sein konnte. Ich sagte Lena, das Figürchen musiziere, daS mache mich stutzig an meiner Kritik vorhin. Aus einmal habe das Figürchen die Gestalt einer Geige, feine rhythmische Gliederung töne. Die Haltung der Arme, die schmale Schale der Hand darin der Apfel ruhe, erinnere an einen wundervollen Schwanenhals. Das Köpfchen, leicht nach hinten geneigt, blumenhaft. wuchs aus den garten Schultern. „Lena, du hast in diesem Gebild hier vielleicht unbewußt die Totalität des Weibtums angedeutet, Mensch und doch eigentlich Blume, aber auch Tier, aber auch Musik, aber auch Kraft im Schwung der Hüfte, aber auch Schwäche im Triumph der Gebärde des Tragens der verbotenen Frucht: gut und böse in einem, laut und leise in einem, radt und g hRmnisvoll in einem.. vergib. Lena, ich bin übermannt“ Lena sagte ernst: „Zeig her das Ding. Es ist nichts." ..Richts?" Sie hatte das dunkle Lohen in den Augen: „S.ehst du. vorhin fragtest du. warum hast du das so und Vicht anders gemacht, warum die Linien und Formen des Körpers widerspruchsvoll? Ich bin so streng mit meinen Sachen, daß ich ein unbedingtes Ja für den Prüfstein des Wertes halte. Richt im Zeichen des Banalen, sondern im Zeichen des Selbstverständlichen. Ich will schaffen, daß man spürt, so ist das. was sie darstellt. wirklich. Ich will schaffen, daß man vor meinem Werk das Gefühl hat. es spricht das aus. was eigentlich verschwiegen ist: das Seelische Wesentliche, das man niemals darstellen kann welches aber sicherlich durch ehrlich und inbrünstig Geschöpftes von selber da ist. wie im lebendigen Menschen der Atem. Der tote Mensch ist ja der Wirklichkeit entfallen, er hat keine Seele mehr. Versteht mich nur recht, du fragst warum? Sieh, ich betrachte dieses, im übrigen ganz nichtige Wachsfigürchen, als mißlungen." Die lachte hellauf, denn ich mußte sie wohl sehr dumm angesehen haben. Sie nahm mir die kl'ine Eva aus der Hand und zerdrückte sie mit kräftigen Fingern. Run lachte ich auch. Es klang wohl ein wenig geflissentlich, denn ich wollte mich nicht als ein verärgerter Besiegter zeigen. Es kann ja lein, daß in diesem Augenblick etwas vom Urmann in mir war. der erstaunt sein aufbegehrendes Weib betrachtet, das gefügig und demütig fein soll nach dem alten Gesetz und das. nun es auf einmal Kraft und Forderung zeigt, ihm seltsam überlegen scheint, das muß in ihm angenehm wirken. So war es mir peinlich, zu sehen wie kühl und wissend sie über das Spielerische, die liebenswürdig schöpferische Leichtigkeit dieser Heinen Evagestalten streng Gericht hielt. Diese Frau würde keinen Kompromissen hold fein. Es gibt für sie nach dem was ich im Atelier von ihr sah nur eine reine Stimme, das Ja oder Rein Leben oder Tod. Ich lachte, um nicht kleinlich zu erscheinen vor Lena Mack. Dann sahen wir beide, froh der uns leicht gemachten Zerstreuung allzugroßer Spannung aus dem Fenster. Immer noch stieß der Zug, in rasendem Tempo wie mir schien, durch Rebel. Er war nicht dicht, kein geschlossenes Dunstgemäuer. An vielen Stellen riß er auf, und man sah durch breite, unregelmäßig geöffnete Spalten in die Ebene hinab, auf das fahle Stromband des Rheines und seines Uferwaldes. Die Pappeln, oft bis zur halben Höhe in Rebelhofen steckend, wiegten sich leise und traurig vor Einsamkeit. Der Zug fuhr jetzt am Jsteiner Klotz, die Bahnlinie lag über den Dörfern, an feinem Fuß starrten die Dächer in eng- geteiltem Gewoge gegen den Zug, als müßten sie ihr Leben gegen ihn verteidigen. Abenteuer aus der Tauentzien. Von Sigismund von JRaML .. Da steht er wieder der kleine Mann, und singt sein Schicksalslied. „Die neie Wohnungszeitung Jede tausend Anjebote von Wohnungen alla Aat!" Direkt unter seinen Füßen kommen zuerst Asphaltschichten, bann, tiefer, allerhand Pflastersteine dann Gasrohre, bann das Grundwasser. dann diverse geologische Epochen, und endlich bas feuerslüssige Innere der Erde Er aber steht mit dem Rücken zu den Autos, die chre Reisen feuchi au) den Asphalt drucken, läßt seinen Mund reden und schaut dabei aufmerksamst auf die dicke Zeitungsfrau Sie hat Zeitungen aus dem Kopf, auf den Schultern, in den Armen, und vorne an Wäscheklammern bis übet die Knie herunterhängen auch auf dem Rücken hängen ihr die Zeitungen herunter und soeben streckt jie ihre Hinterfront ein wenig vor. um sich von ihrem Mann ein letztes Blatt ganz hinten anklammem zu lassen Die milden Schaufensterpuppen sind in gleißende Pracht gekleidet aber dafür unbeweglich Und in den Elektrischen haben die Schaffner eine schmutzige Hornhaut vom Geldklimpern und rufen schnell. „Erst aussteigen lassen I" Und durch diese Pfeiler flutet der lichtbeglitzerte Menschenstrom, in welchem jedes Tröpfchen die ganze Welt auf fich selber bezieht, und sucht in dem Gedränge fich selbst sowie auch die Gattung zu erhalten Jedes Feuer schafft ringsum eine Dunkelheit rot, gelb, blau und schwarz ist diese Straße, in der sogar Bäume stehen und der Himmel voller Drähte hängt. der Himmel, der eine Oeffnung zwischen den Häusern ist wo man zuweilen den Schirm ausspannen muh Anders als auf anderen Straßen geht man auf der Tauentzien Schlipse. Hütchen werden zurechtgedrückt. jeder tut. als ob er auf dem Kamm der Lebenswelle reite, und schaut durch das Schaufenster verstohlen in dessen Spiegelung nach sich selber, eine jede nimmt ihre Chance wahr, in möglichst kürzester Zeit von möglichst vielen gesehen zu werden . Und wie das so geht, ging auch ich neulich dort, und entdeckte plötzlich es wa rein purer Zufall - daß man von der Tauenhienstraße aus die Asteroiden sehen kann. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Tatsächlich hier stand ich - auf der Tauenhienstraße und dort oben, allerdings ein bißchen weit, schwebten die Asteroiden Ich weih nicht, ob man es oben gehört hat, hier mitten auf der Tauentzienstraße wurden die Leute jedenfalls aufmerksam, denn ich begann wie verrückt zu lachen! Und als ob das immer so weiter gehen tonnte, ging ich schnell zum Wittenbergplatz, weil dort ein Fernrohr mit großem Kristallauge zum Himmel hinausschaut Man könnt« t dort den Planeten Reptun sehen, und zwar sehr schlau um die Ecke, für zwanzig Pfennig. Der Reptun ist so groß und grün wie eine Erbse und trägt eine Art Leibbinde gegen bifl kalte Rachtluft „Sehen Sie, tote er sich vor« wärts bewegt? Sehen Eie seine vier Mondes ries mir der Reptunvermieter für mein Gell) ins Ohr „Sie sind mit unbewaffnetem Auge nicht zu erblicken!" setzte er stolz hinzu In der Tat. die vier Monde führten wie vier Meilensteine einer geplanten Chaussee vom Reptun in die Weltnacht hinaus . Als ich zur Seite trat standen die Leute hinter mir bereits Schlange ich hatte eine kleine Reptun-Haufse entfesselt und horte noch lange immer wieder daS „Sehen Sie seine vier Monde? . Sie sind mU unbewaffnetem Auge ..“ Doch ich war enttäuscht Ich gab den Asteroidev von der Tauentzienstraße unbedingt den Vorzug Denn die hatte ich nicht durch ein Fernrohr sondern durch einen Witz erblickt, und das ist vermutlich die kürzere Verbindung Und ich machte mich wieder auf die Tauentzien« st raße auf um oben meine Asteroiden zu suchen Aber aus der Oeffnung zwischen den Häwerv fielen jetzt Tropfen, die Schirme wuchsen wir Pilze aus dem Asphalt der plötzlich alle Re» tlameglui spiegelte und die Asteroiden toaret fort als seien sie nie gewesen Die Schaffner klimperten mit schwarzen Händen, die dicke Zeitungsfrau hatte Wachstuch übergezogen und bei kleine Mann über dem feuert lässigen Erd-Inner» hatte den Rockkragen hochgeklappt und brüllt» zerstreut „ . ieba tausend Anjebote von Woh« nungen alla Aat! ..." Wkch- Öftbni. ,öen y°nhn. ?'& »'■iS5 tädte Sb,t«f- Sani,tl«™4 UNdtz'i« =8««™u?Gte .ltatcn, in jf. w^ührungN >°hlen »J Z' ■4monn. DeG ßj#® die S S NftQl. ! ^oniiatouidje des AG!; E ■ Dlrtlchalisiiag^ über das bkeuemfom'. cn vMammtnfya’Ra und innerer Fi. i-ionj^jfJung von N?lb der leg,en Fl® Höhe von s Manb in der c ^Hebung dieses Mondes der bilonz weiter ver« Mrent besondere > eine Stärkung en Produktion >t'gftcs Erfordernis r Erreichung dieses ipitalbilbung nde 6teuem\t>rm HgenlatV.aibiM, Aahnchme sei fit bultion. ini'tf durch emsprechkndr fitit Schließlich lei ge Einschrön» V insbesondere von Mnen, lotoit 5e« Hand auf die not* üe Kommunalpolilil, I mühten sich in der Lelchränlungen auf« ukunst bei der Er» Ausgaben inloge versagen An ein» erbürgenneifter 9r. fsentlichen Ausgaben i&fonmateriala der dieser geföf)tlid)cn ch den Krieg und bei ie leibet in ftoxUm lörperschasten über* ete, und toohl die wachsenden Dermal, chängnisooilen Cö« twortlichkeil zu iec Bevölkerung er« ieben, die nicht er i k^rungsgnippen zu . d e r h e r st e l l u n g -rtung tut be» en erscheine als das her gesamten o•• dellen Kernslück^ rÄuTST^f »"mS L Md en»««« »" 3»«* -glich E.« L'"LrZ ann ®ic (.r gehen ter l»Z W nbe®°K 3n W stolz feilen- en wie vier ^(lU) aullee ?»n’ Sei« Als 4 Areitf ll herausgebraebt Ganz besondere Fahreigen schäften, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit des erprobten Typs, modernste Konstruktion und vorbildliche Formschönheit kennzeichnen auch diesen Mercedes -Benx Typ Mannheim! Unsrem 4/5sitzigen Sechszylinder Typ Stuttgart 960 (Ä,6 Liter - 10/50 PS) der im Laufe eines Jahres durch seine hohe Leistung, verblüffenden Fahreigenschaften und erprobte Zuverlässigkeit überall den Ruf als Wagen der höchsten Klasse und die begeisterte Zufriedenheit von Tausenden Besitzern errungen hat, gaben wir mit der Schaffung eines neuen sechssitzigen Modells die notwendige Ergänzung. Für die vielen Interessenten des In- und Auslandes, welche einen sechssitzigen Wagen von Qualität und Klasse in niedriger Preislage wünschen, haben wir unsren O'* i Gesellschaft „Turn-Club“ Giefoen Frau Anna SpiesWwe im Alter von 53 Jahren. der Vorstand. 2I-3L» Der C. C. der Starkenburgia i. A. Eichhoff (XXX.XXX.X) 20001 Gießen (Mittelweg 7), den 8. März 1930. Friedhofs aus statt. 2ji2D Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. I986D Gießen, den 8. März 1930. 19900 2016V Der Vorstand. GewerMiaftDeiilscherl^motivführer.OrlsgruppeGießen Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 1991D Andenken in Ehren halten. Der Vorstand. 01644 Lollar und Frankfurt a. M, den 7. März 1930. die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 8. März 1930. 01622 2U0D| Statt Karten Todesanzeige. Kreuzplatz 12 01552 Offeriere 2J18D liefert frei Haus 2007L Freienseen, den 6. März 1930. Babnbontr. 35 Telcvbon 3571. Lagerhallen / lnli|iragen / Werkslätten J154 J Fernsorecber 3659. 176V Wir arbeiten Ihre Matratzen auf! X; Aufenthalts- und ßureaugebäude in zerlegbarer Holz-, Beton- oder Eisen- Beton-Ausiührung Donnerstagabend 5 Uhr entschlief sanft und unerwartet unsere liebe, treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weiß und Frau Marie geb. Spies. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres Heben Entschlafenen danken wir herzlich. Unterfertigter C. C. betrauert aufs tiefste das am 5. März 1930 in Oberursel i Taunus erfolgte Ableben seines lieben A H. Elisabethe Schön und Angehörige. Lollar, den 8. März 1930. Hermann Schwarz, Hallenbad Vertr. Karl Peppier. Hieben, Harb. Str. 26, Tel. 2168 Die Beerdigung findet Sonntag, 9. März, um 2 Uhr nachmittags statt. ____U1587 Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. März, nachmittags 3*/4 Uhr, von der Leichenhalle aus statt. Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. nach vollendetem Studium und kurzer schwerer Krankheit, im Alter von 26 Jahren in die ewige Heimat abberufen wurde. In tiefer Trauer: Familie Löbsack. In tiefer Trauer: Katharine Schmulbach geb. Spaar Helene Schmulbach Otto Schmulbach und Frau. Die Beerdigung findet Montag, den 10. März, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. ________________________________________ »lOtil I. Zuchiviehversteigerung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen in Butzbach am Mittwoch, dem 12. März 1930. Zur Versteigerung sind gemeldet 55 Fleckviehbullen, 14 Landschweineber und 12 Edelschweineber. 1743D Beginn der Versteigerung 10% Ahr vormittags. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften ist hier beste (9c[cirnf)eit geboten, gute Zuchttiere zu erwerben. Gießen, den 24. Februar 1930. Landwlrtschaslskammerausschuh ' für Oberhessen. Nachruf! Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kollegen Herrn Karl IW, Lokomotivfnlirer i. P. geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden sein 1866 kiiniMmereiMnnS 1916 eTieftrauernd teilen wir mit, daß am 6.März 1930 unser lieber Kamerad Karl Weidig Lokomotivführer i. R. im 64. Lebensjahr verschieden ist. Das letzte Ehrengeleit geben wir ihm am Montag, dem 10. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Ehrenmitgliedes *-■ Herrn Karl Weidig geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Montag, den 10. März, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Um -zahlreiche Beteiligung bittet Schülermützen Jür alle Schulen und Klassen Conrad Bramm Heute nacht 2'/, Uhr entschlief sanft nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, mein Heber unvergeßlicher Gatte, unser guter treusorgender Vater, Schwiegervater. Bruder, Schwager, und Onkel Johann Schmulbach Lademeister i. R. im Alter von 64 Jahren. Unseren Mitgliedern machen wir hiermit die traurige Mitteilung von dem Tode unseres lieben Altersgenossen Karl Weidig, Lokomotivführer i. R. Die Beerdigung findet Montag, den 10. März, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Statt Karten. Für die uns anläßlich des Einschlafens unserer Heben Mutter Frau Emilie Meistergeb.Bender bezeugte Teilnahme sagen auf diesem Wege allen herzlichen Dank la Saathafer auS Norddeutschland, I. anerkannte Absaat Zoh. Müller, Gießen Unterfertigte betrauert tief das plötzliche Ableben ihres Heben Bundesbruders Studienreferendar Ernst Löbsack (aktiv SS. 25-27) Die Beerdigung findet am 9. März 1930, um 14 Uhr, in Freienseen statt. Die G. B. Germania I. A.: Krause, F.-V. Verpachte tu größerem Orte Nähe Gießen mein Gemischtwaren- Geschäft mit schöner Wohnung. Interessent, wollen sich ichrtilttch unter 01527 an den Gießener Anzeiger wenden. San.-Rai Dr. Ferdinand Neuroth rez. 8. August 1867. lorlnrall in Weil große Ballen, äußerst preiswert. Tiefbetrübt geben wir allen werten Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht.daß unser lieber Sohn und Bruder Ernst . Statt besonderer Anzeige. Am 6. März, nachmittags l8/4 Uhr, verschied unerwartet nach schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden mein Heber, guter Mann, unser allzeit treusorgendfer Vater Herr Rudolf Klopf Schuhmachermeister im 60. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Klopf und Kinder. Gießen, den 8. März 1930. Rückgratverkrümmung M Glänzende Erfolge ohne Be M rufsttöruna. Bester Schuir geg. schwere Gesundheitsschädtga. u. frühe Invalidität. Höchste AuS- Rflra zeichniina u. goldene Medaillen. Kostenlose Auskunft. 11183V iÄ 1 F.IÜenzel, Frankfurt a.M.-SOd 95 Unter den Akazien 37. Kaufmann auS der Kolonial-, Trogen-, Material-, Jarben undEticnwarcn- branchc, 40 Jahre al', sticht ncüüut aus la Zeugnisse und rllelerenreu per sofort Derirauensvosten. evtl, auch Stellung als Verkäufer. Lagerist, Reisender oder Filialleiter. Führerschein SH. 1 und 3a. Gest, schimilche Angebote unter 0152 > an den Gießener Anzeiger erbeten. SleWMMMiini. FrankstMer Skr. 29 r Pelzmäntel -s Ich liefere bis auf weiteres als Selbst- Hersteller direkt an Verbraucher — Beamte, Festangestellte, Kaufleute, Anaeh. freier Berufe ttfro. und daher zu günstigsten Preisen Pelze in allen Fellarten aegeu 10-12 Monatsraten ohne jeden Aufschlag. Anzahlung nicht unbedingt erforderlich. 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Bereuttgte Stahlwerke . 93,75 — 95 54,5 Ltavi Mitten..... . 16*/, — — i6 5 56,5 Kaliwerke ’.'lldierdlebcn . 11 204,5 212 . 212 209 Kaliwerke Westeregeln . • ■ 10 20/ 215 214 212,13 Kaliwerke ^al.idetsurth . • • 15 343 358 <57.5 354 I. (9. Aarden-Industrte. 12 159,75 161 159 161.6 76 Echeideanitalt..... • e . 0 146 I47 (Molblrbmibt..... . 6 63 — 67 67 Rütgerswerke..... . 6 /4.5 74.5 73 74,5 Metallgekellschafk. . . . . 5 106 - 106.5 - Phlllvv Holzmann . . . . 7 95 — 95,5 95,25 Zementwerk Heidelberg 10 '26 5 127,25 Eementwerk Karlstadt. . 10 141,5 — — Wan» & Rrentao . . . • • . 8 82.25 82,75 81.25 — Schultheis Payenhoser . 15 - 264,25 266,5 Cftroedc....... e • 12 — — 206 208 Aku ........ 18 103 105 106.5 107 Bemberg....... 14 — - 149 151 Zellstoff B. aldhos . . . . 18*/. 703.25 —— 201 204 Zellst ass Afchasfenburg . ■ • 12 151 152.25 152.5 152.75 Eharlottenburger Wafser e e . 8 — 95,75 97 Dessauer ffla-5..... . 9 — — 166,25 169,5 Daimler Motoren . . . e e . 0 17.5 — 38.4 36,5 Deutsche Linoleum . . e e • . 239 — 238 241 Maschinenbau '21.-Q). . • e • . 0 — 44 44,75 Rat. Automobil . . • r . . 0 — 19 — Crenftein & Koppel . • . 6 — — '2,5 — Leonhard Tietz .... 10 — 155 155 155 Evenska....... — ■ 332 332 »frankfurter Matchmen . . - . 4 37 37 — iSrinner . . . . ■ ■ . 6 14,5 — 37 — Hevllgenflaedk . . . . 0 — d — Zunghans ..... . 6 40 — 40 Lechwerke. ..... . 8 105.5 105,75 — Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 8 107 - —1 —> Miag ..... 10 131 129 130 (Sehr. Roeder..... 10 116 — — Bolgt & Haesfner . . • . 9 218 218 — Süddeutsche Zucker • « • • 10 151,5 152,5 * Banknoten. Berlin, 7. März___ Geld Sritf •ecukritaiiiiaic 'Jtoten . . 4,168 4.188 Belgische 'J/otcn..... 58.13 58.37 Taniiche Noten..... 111,78 112,22 Englische Noten. . . . . 20,315 20.395 Französische L.'oten . . . 16.37 16.43 holländische Noten . . . _ * . 167,53 168,21 At fientfefte 'J/nten . . . 21,96 22,04 Norwegische Noten. . . 111.78 112.22 Deutsch Ccfterr .äiooflroncn 58,80 59.04 Nnmänische Noten . . . 2,47 2.49 Schwedische Noten - > . e • a 112,08 112.52 Schweiter Noten .... 80 74 81.06 Spanische Noten .... 50,05 50,25 Tschechoslowakische Noten . . 12 365 12.425 Ungarische Noten • • • 72.95 73.25 Z,eviftnmar(t Berlin - Frankfurt a. M. 7. 2).Lrz 8. Mär, Amtlich. Notierung Amtliche Folierung Geld Sri. Geld Srltl rinnt.-Nott. 167.81 168 1 167.94 168.28 Bu.'U-NireS 1,572 1,576 1,570 1.574 Brss.-rintw 18.315 58,435 58,33 58.45 Christiania. 111,96 112.1b 112,06 112,28 Novenhag.'n H2.01 112.23 112,12 112,34 Stockholm - 112,31 112,53 112.39 112,61 Helsingtors. 10,526 10,546 10.53 10,56 Italien. . . London. . . 21,91 21,96 21.94 21,98 20.344 20.384 20,36 20,40 Neuyork . . 4,1865 4.1945 4.189 4,197 DariS.... Schweiz .. 16,37 16,4 16.39 16,43 o,895 49,42 1 055 81.02 8113 Spa L-n . 49,52 51.20 51.30 Japan . . . 2,063 2,072 2,067 2.071 •Nio de Jan 1.474 0.476 9.483 0,485 Wien in Ceft. obfleft Prag . . . 38,95 39.0/ 38.98 59,10 12,402 12,422 •2.415 12,435 Pel irad . . 7.383 7,397 7,391 7,405 Dudav . . Bul arten 73.15 73.29 73.19 73,33 3,027 3 03 3,035 3.041 Lissabon 18.83 18,87 13,82 18.86 STaiutfl. . . fionit ntin. ,1,34 1,785 bl ,5«, 1,789 81,38 1,784 81.54 1,788 Athen. . . 5.415 5,425 5,435 5,445 Canada 4,167 4,175 4.171 4,179 Uru uat). . 3,686 3.694 3.706 3,714 Cairo .. - 20,86 20,00 20,875 20,915 3 K Pfarre' HE jkirch rer 0 ordeirtl her Zuhör' grob^ den 5 Kirche. PalW ir, fol c'n£ tt* y ycbotts tz'thE geböte lang bies a) 19,20 a Sil-bar zu 28.0 zu 14,. Krvsdo je Fest 22,502 Meter, Schiefe traM, schaM Menge unter < einige 1 Srsvarr verden Dersüg weite unter ' nens ' Pump' Laui genom 2>crfrc die bafi ist verp zu begii md zu 15v.h. denen Steige' cinüch sonder wurde lei, ti den 21 der 2 meinte teiligt sasfunc iG meüM kauf auch l wch'm Btt Hf 24,1 66,7 10,6 59,0 64,4 18,5) 990 ! 36,7 6,0 79,7 55,9 430 Ilall! 8(U5 soll da werben, Ml beginne 97 (S| (Ferne) 70,0 2560 ' 2.0) rX fohlen, <ßeo. i 58 Dag Borge, Wirb 3uf bruch ß. ' beyinr 66, io Nell desF 10,8 len Teils-) fjnunq. (ux ^prämcMe g, tyof. Di. -ans Seroloaischcn 3n- tte in Ämbrock nicke, wurde, wie [bet wird, für ihre icfonberen auf dem der Ludwiz- der Paul-Ehr- and der Stiftung enschast. Hanntjeim, iärz. Das Dienst- i:en oioli wird . Gleichzeitig wird ihn schon für das 'n, entsprochen. - ift noch nichts M— Tl88 58.37 112,22 20.395 16.« 168.21 22.« 112.22 59.^ 2« 112-52 81.06 50.2; 12.« 73.25 (L St VI»__/- 1: S .53 l .96 \ .78 1 1,80 \ 7.47 l 2,08 I ,0 74 | >0.05 2 365 72-95 । ronkfuri wer, 179 '»et- 56 b) 49 h-,5’. 14, c) y\6'‘53. es. der SaimterSenj ad Lastwagen von n Omnibussen past unsere Stadl und n der Frankfurter er dreiachsiger Hl-Aufbau unb nn Ölmotor auf. M lide Ausführung- Bä « zunöchtt S?.°11 bezahl Aktien , ^bezahlt wer. 1 bleiot zunächt «rf«. doch nun ?ren ju g* le 2fftienU.ß 'über öürsk m wenden Bilanz, werden. Mute QI.® -E'idung wurde 'Schreibungen und von 5 Prozent (i. Hionen Mark be- hlagen. Der bis. yälts ahres, sowie iterhin günstig, . Berlin. Der lung einer Divi- vor. dau R. Dolf dem nach 2vr- >022) Mark W« Reingewinn von i die Verteilung ) Prozent borge« ~i6L?r 1,5 58.33 112.05 112-^ 112.52 10-5 21,54, 20,36 4169 16. 9 hj .02 ,8.98 i2.J 7.39' 7319 3,<Ä 18.62 !!1m ts 3.70 20,8?’ Preußen. Kreis Wetzlar. cZ Krofdorf, 6. März. Gestern abend hielt Pfarrer Sic. Müller von Dutenhofen in der hiesigen Kirche einen Vortrag über „Die Kirchengemeinde Krofdorf in früherer Zeit". Der Redner wußte dabei in anher- ordentlich fesselnder Weise aus diesem Gebiete der Heimatgeschichte zu berichten. Die zahlreiche Zuhörergemeinde folgte den Darlegungen mit großem Interesse und bekundete dem Vortragenden herzliche Dankbarkeit für seine wertvolle geistige Gabe. Cs wird begrüßt, daß Pfarrer Müller am kommenden Mittwoch in unserer Kirche einen weiteren Vortrag, uno zwar über Palästina, halten will. Z Krofdorf, 5.März. Unsere Gemeinde hat einen größeren Posten Eichen- und Z ich tenstammholz im Wege de-■< schriftlichen Ai gebotes zum Verkauf gestellt. 3n der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurden die Angebote bekannt gegeben und die Zuschlagserteilung an die Höchstbictenden beschlossen. Cs sind dies a) für das Cichenstammholz: Klasse 2 zu 19,20 Mark je Festmester, Friedrich Spath zu Gilsbach, Klasse 3 zu 22,05 Mark und Klasse 4 zu 28,05 Mark je Festmeter, Julius Wellhofer zu Gicheni b) für das Fichtenstammholz Klasse la zu 14,25 Mark Zimmcrmeister Karl Heyer zu Krofdorf, desgleichen Heyer Klasse 2a au 20 Mark je Festmeter, Klasse lb zu 16,20 Mk., Klasse 2b zu 22,50 Mk. und Klasse 3a 4a zu 23,50 Mk. je Festmeter, alle drei Lose an Zimmermeister Karl Schieferstein zu Krofdorf. Die Vertretung beantragte, im Hinblick auf die ungünstige Wirtschaftslage und die niedrigen Holzpreise die Menge des im Gemeindewald einzuschlagenden Holzes vorerst für das nächste Wirtschaftsjahr unter Abweichung von dem Betriebsplan um einige hundert Fe st meter zu ermäßigen. Diese Ersparnis soll jedoch als Reserve betrachtet werden und der Gemeinde im Bedarfsfälle zur Verfügung stehen. — Für die geplante Erweiterung der Wasserleitung sollen unter vorläufiger Zurückstellung des Stockbrunnens im Kattenbachtal zunächst in dem der Pumpstation näher gelegenen Wiesengelände am LaunsbacherWaldDohrversuche vorgenommen werden. Diese Arbeiten übertrug die Vertretung der Firma Derlich aus Wetzlar, die dafür ein Angebot eingereicht hat. Die Firma ist verpflichtet, mit den Dohrversuchen umgehend zu beginnen. Das Wassergeld soll erhöht wsrden, und zwar die allgemeinen Derbrauchssätze um 75 v. H., die besonderen Abgaben der verschie- denen Gewerbebetriebe erfahren ebenfalls eine Steigerung, ferner will die Vertretung für Badeeinrichtungen und für Personenautos noch besondere Iahresabgaben einführen. — Abgelehnt wurde ein Antrag der Sozialdemokratischen Partei, wonach alle gegen Entgelt au^zuführen- den Aufträge der Gemeinde im Wege der Ausschreibung vergeben werden und Gemeindevertreter, die an Arbeitsangeboten beteiligt sind, von der Beratung und Deschluß- fafiunq darüber ausgeschlossen fein sollten. J Großrechtenbach, 3. März. An dem gemeinsamen Submisiionsnutzholzver- k a u f des Amtes Rechtenbach beteiligten sich u. a. auch die Gemeinden Großrechtenbach und Klein- rech^enbach. Cs waren insgesamt 23 Angebote Gestimmt und repariert wird Ihr Plano, FW od. Hoonimn i preiswert u. gut durch Lu A Pianohaus Schönau Gießen.Selters weg 91. Tel. 3269. Breies Laaer In neuen und gebr. Instrumenten. .Achten Sie auf den Namen MAGGI und die rot-gelbe 'Packung• Vergleich In der Prioatklagesache der Eheleute Anton Eckhardt, Großeu- Linden, Antragsteller, unter» 985 24,7 ‘45t ma BI 4-r ma Spelle- n. Saldi 1877D tauft: 3000 2000 Bullen-Dersteigerung. 56,7 10,6 461 690 1130 4. 5. 6. 5,13 26,58 11,20 2,05 Briefumschläge bei Brühl, GleOen 59,0 64,4 18,5 990 1 Stück 10 „ 29 9 „ 19546 Markt» erteilt Eichenstämme. mit 0,49 hn 2. Klasse statt. Bezüglich der in der Nähe des Platzes vorhandenen Stallungen Los Jlr. 1. Fichtenstangen 3. Klasse. Los Rr. 2. Fichtenstangen 4. Klasse. leiten lassen. Vorgelesen, genehmigt und schrieben. Gießen, den 3. März 1930. gez. Anton Eckhardt. gez. Marie Eckhardt. gez. Ludwig Nürnberger. MM W. Hankel Neuen Baue 7.l,eD Telephon 2612 71 Eichenstangen 2. Klasse 100 rm Eichennutzknüppel, 2,40 m lang 17 rm Buchennutzknüppel, 2,40 in lang 2 rm Nadelholzknüppel, 2,40 m lang 547 Stück Fichtenstangen 3. Klasse gegeben. Laubach, den 7. März 1930. Hessische Bürgermeisterei. Högy. Die Angebote sind nach Losen getrennt mit dem Vermerk „Holzverkauf" vor dem Termin abzugeben. Brandoberndorf, den 5. März 1930. Der Bürgermeister. J Stahl. Ferner werden daselbst um 1 Uhr auf dem Wege des schriftlichen Angebots Der» 1. Klasse, rm Eichenfcheiter 1. Klasse, rm Kiefern- und Lindenfcheiter 1. Klasse, rm Buchenknüppel, rm Eichenknüppel, rm Kiefernknüppel, Wellen Buchen- und Hainbuchen- reisig 3. Klasse, Wellen Eichen- und Fichtenreisig 3. Klasse, rm Buchen», Eichen» und Kiefern« Bartaobolz ofenfettto. Anfeuer bcU. Lägemebl zum Räuchern. 3. Wellhöser, 8cmf6t.Ä3ie «D E.AIthoff Seliernwerf 13 (In’e Lotze) Hot Telephon 2534. ZrWMr-MiierMklMieW. Arn Mittwoch, dem 19.2Här$ 1930, vormitlag» von 7| Uhr ab, findet auf den städtischen Marktanlagen an der Rod- Heimer Straße pferdemarkt 3. 4. 5. 6. Bandsäge- Blätter vorrätig von 8 bis 40 mm Breite sowie vrtma ichwedtfche Bandsäge-Feilen Gebern • Esktlstuna für Hand und Maschine. Löten von Band- faaeblöttern. 1533V Louis Baatiam Scllossermeisler Löberstrahe 2. Mittwoch, den 12. d. 21L, vormittags 11 Uhr, wird am Faselstall? dahier^ ein junger fetter Bulle öffentlich an den Meistbietenden versteigert. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekannt- 1999D vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Leopold Sah in Gießen, Bahnhofstraße 48/50, einerseits, und Ludwig Nürnberger, Grohen-Linden, Angeschuldigter, andererseits, wegen Körperverletzung und Beleidigung wurde heute nachfolgender Vergleich abgeschlossen: 1989V Der Angeschuldigte bedauert die Be» leidigungen gegen die Antragsteller ausgesprochen zu haben. Er hat sich über» zeugt, daß sie unwahr sind und sich lediglich durch Verhetzung Dritter hierzu oer- Söiobftnt etaue ©träte P HLIB Iflt rentable Geflügelzucht Leghorn Hühner. Gtflllgtlhos in Tlerginti-rim F5, Äatutoq holten frei SMMNttWkMW der Stadl Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen soll das restliche Brennholz versteigert werden, und zwar: 1954C A. Dienstag, den 11. März 1930, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 80, 90a, 97 (Stadtwald), 11, 23 28, 31 und 33 (Fernewald), Försterei Hochwart: 70,0 rm Buchen» und Hainbuchenscheiter Herr hoslohnkulscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden, wofür über 2000 RM. zur Verfügung stehen. Der Landwirtschaftskam- mer-Ausschuß für Oberhessen hat 300 RM. und der Hessische Landespferdezuchtver« ein 100 RM. für die Prämiierunaen bei den Gießener Pferdemarkten gestiftet. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen erhältlich. Die Prämienoerteilung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Die Ziehung der Pferdemarktlotterie .mit wertvollen lebenden Gewinnen sowie Einrichtungs- und Gebrauchsgegenständen aller zlrt findet am 20. Mär; 1930 statt. Gießen, den 3. März 1930. Die städtische Pferdemarkt-Deputatio«. llllllllllllllllllllllUllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllin WM Wkilj ftür Errichtung v. BertriebSstellen gefdi. elektrisch. Haushaltschlager seriöse Berfon. die auf eigene Rechnung Lager batten «zirka 500 Mk.) und Umer-SBertreter nach unserer Anleitung ornanifteren kanmpei gutem Einkommen gesucht. 1988V Slttior, Postfach 90, Stuttgart. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiin Rutzholzversteigerung Mittwoch, den 12. Mär;, mittags 1.30 Uhr, werden im Deutschen Haus", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 27, 28, 29, 45, 49, 50: Vergebung. Zu dem am 12., 13. und 14. Juli In kesielbach stallfindenden Stiftungsfest des Krieger- und Schühenoecelns und Lezlrks- feft des haffiabezirks Grünberg ist der Iuxplah zu vergeben. Angebote sind an den Vorsitzenden des Vereins einzureichen. Krieger- und Schühenverein 2024V Sesfetbach. Vorstehenden Vergleich bringe ich auf Kosten des Angeschuldigten zur öffentlichen Kenntnis. vr. Leopold Katz, Rechtsanwalt. Bekanntmachung. Der nächste vlehmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, den 11. Mär; 1930 Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt: Mittwoch, den 12. Mär; 1930, Schweine- markt. 1954C Auftriebszeil an beiden Markttagen von 71 bis 81 Uhr vormittags. Auf dem Rind» viehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 8. März 1930. Der Oberbürgermeister. _____J.V.: Dr. Rosenberg. stöcke, 58 Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. Kl. Das Holz aus dem Fernewald kann nicht vorgezeigt werden: vorherige Besichtigung wird daher empfohlen. Zusammenkunft am städtischen Stein- druck; in der 9. Schneise des Stadtwaldes. B. Freitag, den 14. Mär, 1930, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 58, 65, 66, 100a, 104 110b, Illa, 112a, 113c und vogelfck'uhgeyöl;, Försterei Gießen, Bezirk des Försters Geisel, Gießen: 10,9 rm Buchen- und Eichenscheiter 1. upd 2. Klasse, 36,7 rm Kiefernscheiter 1. und 2. Klasse, 6,0 rm Buchenknüppel, 79,7 rm Eichenknüppel, 55,9 rm Kiefernknüppel, 430 Wellen Buchen», Kiefern» und Fichtenreisig 3. Klasse, 3560 Wellen Eichenreisig 2. und 3. Kl., 2,0 rm Kiefern- und Fichtenstöcke. Das Holz aus den Abteilungen 58, 65, 66 und 100a kann nicht vorgezeigt werden; vorherige Besichtigung wird daher empfohlen. Zusammenkunft: Atter Schiffenberger Weg, 1. Schneise des Stadtwaldes. ©eifere Brennholzoerflelgerungen finden in diesem Wirtschaftsjahr nicht mehr statt! Gießen, den 7. März 1930. Der Oberbürgermeister. O.D.: Dr. Rosenberg. dngegongen. Auf die einzelnen Lose wurden für die beiden Gemeinden folgende Höchstgebote abgegeben: a) G r o ß r ech t e n b a ch: Los 1: Fichtenstämme Klasse 1 b bis 2 b 19,70 Mk.; Los 2: Lärchenstämme Klasse 1 b bis 3 a 12,80 Mark; Los 3: Kiesemstämme Klasse la bis 3b 14,55 Mk.; Los 4: Fichtenstämme Klasse la bis 3b 20,05 Mk. je Festmeter; b) Kleinrechtenbach: Los 1: Fichtenstämme Klasse la bis 1 b 12,40 Mk.; Los 2: Fichtenstämme Klasse la bis lb 12,70 Mk.; Los 3: Fichtenstämme Klasse la bis 2b 18,25 Mk.; Los 4: Fichtenstämme Klasse la 12,50 Mk.; Los 5: Fichtenstämme Klasse 1 b bis 2 a 16 Mk.; Los 6: Kiesemstämme Klasse la bis 3a 21 Mk. je Festmeter. <> Riederklee n, 6. März. Hier hat ein Kursus der K re i s w a n d e r h a u s h a lisch u l e begonnen, an dem 17 Mädchen aus der hiesigen Gemeinde teilnehmen. Der Kursus wird von der neuen Kreishaushaltslehrerin, Fräulein Adam aus Wetzlar, geleitet; er dauert sechs Wochen. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 4. März. Die Leiter von Ver- kehrsautos sind meist auf möglichste Einhaltung bestimmter Fahrzeiten angewiesen. Ihr dahingehendes Bestreben darf sie aber selbstverständlich nicht veranlassen, bei ihren Fahrten auf den Landstraßen von den bestehenden Verkehrsvorschriften, namentlich den Lleberholungsregeln, ir- gendwie abzuweichen. 2m Fragefall wurden letztere von dem Lenker eines Verkehrsomnibus offensichtlich nicht befolgt, und es mag dem An- geklagten zugegeben werden, daß diese Richtbefolgung auf besagtes Bestreben zurückzuführen war. Dies konnte ihn aber vor Strafe nicht schützen. Er behauptete, es sei ihm darum zu tun gewesen, nach dem Ueberholen eines vop ihm fahrenden, schwer belasteten Lastauto; im 2n- teresse seiner Fahrgeschwindigkeit baldigst wieder auf die rechte, gepflasterte, Straßenseite, die für ihn günstigste Fahrbahn, zu gelangen; zudem sei der Führer des Lastautos nicht rechts, sondern mehr nach der Mitte zu gefahren, wodurch das lleberbolen erschwert worden sei. Die Beweisaufnahme ergab aber das Gegenteil. Es wurde auch festgestellt, daß das Verkehrsauto dicht an dem Lastauto vorüber und nach dem Ueberholen zu früh auf die rechte Seite gefahren, auch letzteres von dem ersteren gestreift worden ist. Die Karambolage muß, zumal nach Angabe des Angeklagten sein Auto etwa 140 Zentner schwer war, eine sehr heftige gewesen sein; das Steuer wurde dem Leiter des angefahrenen Antos aus der Hand gerissen, letzteres über den Fußsteig hinweg in den Straßengraben geschleudert und stark beschädigt. Der weiterfahrende Angeklagte ist dann von 2nsassen des Autos auf den Unfall aufmerksam gemacht worden; er hielt, und es kam zwischen den beiden Autoführern unter Zu- ziehung von Augenzeugen hinsichtlich der Schuldfrage zu Auseinandersetzungen, die sich vor Gericht wiederholten. Aus der Art und Weise der durch den Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge verursachten Beschädigungen derselben, sowie aüS den beeidigten Aussagen eines gan- unbeteiligten Augenzeugen gewann das Gericht die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten, der, da immerhin Milderungsgründe Vorlagen. zu einer verhältnismäßig geringen Geldstrafe verurteilt wurde. & in allen Apotheken Gierens bestimmt: Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 Prosessors Dr. Dierkandt über .Macht und Verantwortung" und die Fortsetzung der Aussatz- reihe des Herausgebers über Heideggers Werk .Sein und Zeit". Die .Aussprache" ist besonders reichhaltig gestaltet. Cs beginnt auch die psychologisch interessante Selbstschilderung eines katholischen Theologiestudierenden. Pfarrer Heumann's Heilmittel bewährt bei zahlreichen Krankheiten. 180000 Dankschreiben. Das Pfarrer Heu- mann-Buch(272S.,I50Abb.) jeder, der sich auf dieses Inserat beruft, vöUig umsonst n. portqfrei durch i Co.. Nürnberg S 1* Die Ludw ig Heumann .. .. „ Pfarrer Henmann-Heilmittel erhalten Sie Vüchertisch. — Liliput - Textausgabe der Zi- vilprozeßgesehe. Mit Paragraphenüberschriften und eingehendem Sachregister, heraus- gegeben von Senatspräsident a. D. Dr. Baumbach. Verlag Otto Liebmann, Berlin W 57. 20 Gesetze auf 815 Setten im Westentafa-en- format auf Dünndruckpapier. Geb. 4 Mk. — (55) Durch besonders ausgeklügelte Druckanordnung konnten in einem kleinen Bändchen nicht weniger als 20, z. T. umfangreiche Gesetze untergebracht werden; u. a. Zivilprozeßordnung, Arbeits- gerichtsgeseh, Konkursordnung, Ansechtungs- gesch, Vergleichsrrdnung, Rechtsanwaltsordnung, Rechtsanwaltsgebührenordnung, Gerichtskosten- geseh. Das Bändchen enthält damit in kleiner, aber gut lesbarer Schrift alle das Zivilprozch- versahren betreffenden Geseke n.bst ausführlichem Sachverzeichnis. Präsident Baumbach, der bekannte Verfasser des Taschenkommentars der Zivilprozeßordnung hat den einzelnen Paragraphen stichwortartige Inhaltsübersichten vorangestellt, die den praktischen Gebrauch wesentlich erleichtern. — Die Einkommensteuererklärung 19 30 nach dem Einkommensteuergesetz und den I Einkommensteuernovellen vom 23.3uli 1928 und 29.Suni 1929. Mit den amtlichen Musterformularen, in Zweifarbendruck ausgefüllt und für die Praxis erläutert. Von Dr. Fritz Koppe, Rechtsanwalt, Hauplschrlftleiter der „Deutschen Steuer- Zeitung", Berlin. — Dreis kart. 3,80 Mk. — Jndustrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W10. (51). — Die amtlichen Formulare sind in der vorliegenden Schrift Frage für Frage ausgefüllt und Punkt für Punkt erläutert. Insbesondere ist Wert darauf gelegt, dem Steuerpflichtigen zu zeigen, wo ihm Rechtsbehelfe, Abzugsrechte u. dgl. gegeben sind. Es sind deshalb die Fragen des Abzugs der Werbungskosten, der Dienstauswandsentschädigungen, der Betriebsausgaben. der Versicherungsprämien, der steuerfreien Abschreibungen, Rücklagen, der Steuerschulden usw. . besonders eingehend dargestellt. Auch die Frage des wichtigen Verlustvortrages bei buchführenden Gewerbetreibenden ist eingehend behandelt. — Die Einkommensteuer des leitenden Angestellten. Gehalt, Tantieme, Aufwandsentschädigung. Zukunftssicherung von Dr. Dlümich, Regierungsrat am Landesfinanzamt. Berlin. Zweite, völlig neubearbeitete Auflage. Preis kartoniert 3,90 Mk. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10 (53). — Die Schrift beschränkt sich nicht etwa nur auf die im Untertitel angebeuteten Hauptpunkte, von denen die für die Praxis überaus bedeutsamen Fragen der Dienstauswandsentschüdigung und der Zukunftssicherung eine tief in die Materie eindringende Bearbeitung erfahren haben, sondern auch mit dem schwierigen Problem der Besteuerung der Gesellschafter-Geschäftsführer bei Cinmanns-, Familien- und Oroangesellschaften und zeigt die Richtlinien auf, die sich nach der Rechtsprechung für die Scheidung zwischen Gehalt und Gewinnentnahmen ergeben. —- Philosophie und Geben, herausgegeben von Prof. Dr. August Messer, Verlag Felix Meiner, Leipzig. 6. Jahrgang 1930. Einzelheft 80 Pf. — Das März-Heft bringt einen gehaltreichen Aufsatz des Berliner Llniversitäts- feo-n-fl erucii. luotürFe'i nm 9 3 - 0 Dr Wolf. Dr. Steinreich. Htrfchavoibeke. Katmarn: ■ Wertlieim. ‘D Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 9. März. Jnvokavit. Siadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 6: Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 6: Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer l^ic.'Waas. — Kapelle des Alten Zriedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Elifabelh-Kleinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lia Waas; 6- Pfarrer Lia Waas. — konfirmandenfaal (Liebig- straße 56). 2: Taubstummengottesdienst und Feier des hl. Abendmahls: Pfarrer Bechtolsheimer. -• Klein-Linden. 11: Kindcrgottesdienst; 1.30: Hauptgottesdienst. — wleseck. 9.45; 11: Kinderkirche. -- Allen-Vuseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenteich. 10: Garbcnteich; Feier des hl. Abendmahls; 1: Hausen. — watzen- born-Steinberq. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche; 7.30: Passionsandacht. — Cid). 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Pfarr- vikar Draudt. kakholische Gemeinden. Samstag, den 8. März. Gießen. 16 30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 9. März. 1. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Junqfrauenkongregation; 17.30: Chri- stenlehre und Andacht. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Fasten- predigt, anschließend Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Fastenpredigt, zuvor Beichte; 19.30: Andacht und Vortrag. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 11. März. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. fordern Sie ausdrücklich Zuverlässigem und unverserrtefr Empfang pERTRIX Anoden Batterie Auch Sie . werden so urfeilen:t^ft' J •WTO-RQdiq BATTERIEN SS Sie finden dort alle landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte in bester Qualität A. J.Tröster - Butzbach I327D Anlagen W Farben, p. Meter Mk. Wieder ein 01636 p. Meter Mk. 7.80 nicht. Ferner empfehle ich: I994D Gebr.Zsenberg.Tel.23i2 «SSV Pr I vat-Handelslehranstalten Glessen Herborn I763A Dies* drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen BrQhl’sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 RheumaSensit S Wenn nicht, dann besichtigen Sie meine Ausstellung im Fabrikhof am Faselmarkt, Donnerstag, den 13. März Lldil-, Ballerte-, ■Zünd- n. Anlasser- Phantasie-Mantelstoffe, 140 cm br., in vielen aparten Mustern, Tweed-Mantelstoffe, 140 cm br., besonders von der Mode bevorzugt, p. Meter .. 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' gearbeitet, verraten, i ten 2Ibenb bißchen Re nicht, denn würde das gentag los 3d) bin schrieben. ..hm, 6 nanendam Erlebnisse ..Rein, Dampfer gar nicht, Stab har feekrank t nötige Al von dieser 9m Film | Johannes in die Har stunde spät nicht viellei Men möi kleine Me Plantage. ! an, wo ich Ar könne äic fllaubi M s giM ffröulei "tfnstchu /u5e 5pr miedet da. wenn 2>e> tft liegt 0 in der ent berobe *- aieliers ti Hündchen. gängig, einen Au den Rücke Drehbuch der Erich auf der Thiele Produkt deulschen sehe -nich- Mlich lebe die lu erregten 2 Harvey wäre einvk lür auf - 3d) seh' übetgegar „Sie ji1 Lilian fy den Art । Reben Alm-Toi SM d« S cr E ^len Leii ^aute m 5°” letzt ^nfang, hÖ! eine L°«gesun Gebiete i , .^unäch l* C "eue Sflf loe ^.stellt Elchen i Cln und K ^irts I^ffung d-e aber HZ ist 'iur; auf^ne di- K । "nd^ken nen. 5 Samstag, 8. März 1930 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefien) Nr. 57 viertes Blatt Aus der Wett des Films. Lilian Harvey verschenkt ihr Herz. (Sin Interview von Paul Oubro. „Gnädiges Fräulein." Die Tür zu ihrer Garderobe öffnet sich. Ein Kopf: „Fräulein Harvey zur Aufnahme!" „Entschuldigen Sie, ich habe nur noch eine ganz kurze Sprcchizene. In einer Viertelstunde bin ich wieder da. Spielen Sie inzwischen mit Ehiggi oder, wenn Sie wollen, lesen Sie im „Liebeswalze r". Er liegt dort." Zur Orientierung: ich befinde mich in der entzückend, sachlich warm eingerichteten Garderobe Lilian Harveys der Usa-Tonsilm- ateliers in Neubabelsberg. Ehiggi ist ihr Schoß- hündchen. Ehiggi aber ist offenbar sehr wenig zugänglich, sie liegt in ihrem Körbchen, blinzelt mich einen Augenblick an und wendet mir uninteressiert den Rücken zu. Also bleibt nur „Liebeswalzer", das Drehbuch zu Lilian Harveys neuestem Ufa-Tonfilm der Erich Pommer-Produktion. Ich schlage auf. Schon auf der ersten Seite interessiert mich — Wilhelm Thiele, dessen Ufa-Film der Bloch-Rabinowitsch- Produltion „Hurra! Ich lebe!" einer der größten deutschen Presse-Erfolge war, führt die Regie. Ich setze mich in einen bequemen Lehnstuhl und lese. Plötzlich bin ich am Hofe von Lauenburg und erlebe die lustigste Tonfilm-Operette. Mitten in einer erregten Szene zwischen Willy Fritsch und Lilian Harvey — die beiden sollen sich heiraten, Fritsch wäre einverstanden, aber Lilian will nicht — geht die Tür auf — „Hat es lange gedauert?" Ich sehe auf die Uhr, vierzig Minuten sind vorübergegangen, ohne daß ich es merkte. „Sie sind sicher auf den Schluß gespannt", fragte Lilian Harvey. „Ja", und Lilian in ihrer entzückenden Art erzählt mir, wie endlich dieser Heirats-Kon- flikt zwischen ihr und ihrem Partner Fritsch ausgeht. Wir diskutieren noch kurz über das Wesen der Tonfilm-Operette überhaupt. Mitten in einem Satz fällt ihr ein: „Wir wollten doch eigentlich, richtig... natürlich „W enn d u einmal dein Herz verschenk st.. ." Jetzt wird Lilian noch lebhafter. „Ja, das war mein Abenteurer-Film. Ich habe noch niemals in einem Film so viel Abenteuer erlebt wie in diesem. Stellen Sie sich vor, wir sind auf einem Bananendampfer nach Teneriffa gefahren. Ec war nicht besonders groß, und ich kann Ihnen versichern, daß 80 v. H. unserer Passagiere — wir waren dreißig — seekrank wurden." • „Und Sie?" Da lächelte sie: „Ich habe all meine schwermütigen Gefühle nach dieser Richtung hin tapfer unterdrückt", und sie fährt lustig fort: „ich bin nicht seekrank geworden. Außerdem hatte ich auch keine Zeit dazu, denn ich mußte von morgens bis abends auf dem Schiff drehen. Unser Film spielt auf einem Bananendampfer. Also waren wir in der natürlichsten Umgebung. Da wurde so lange die Sonne es erlaubte, gearbeitet. Es war Hochsommer, und ich kann Ihnen verraten, daß die Sonne jeden Tag bis in den späten Abend schien. Ich hätte gar zu gern einmal ein bißchen Regen gewünscht. Aber schreiben Sie das nicht, denn mein Produktionsleiter Stapenhorft würde das sicherlich nicht gern hören, denn jeder Regentag kostet Geld." Ich bin indiskret gewesen und habe es doch geschrieben. „Hm, Sie erzählten von Abenteuer. Auf einem Bananendampfer kann man doch schwer abenteuerliche Erlebnisse haben." „Nein, nein, Sie täuschen sich, auch auf einem Dampfer kann man sehr viel erleben. Sie glauben gar nicht, wie das Zusammenarbeiten mit unserem Stab harmonisch war, wenn die Hälfte des Stabes seekrank war. Alle waren so sanft — nur keine unnötige Bewegung," fügte sie schelmisch hinzu, „aber von diesen Abenteuern wollte ich gar nicht erzählen. Im Film selbst erlebte ich einiges. Sehen Sie, als mir Johannes Guter, der Regisseur, das Manuskript in die Hand drückte, las ich es sofort. Eine Viertelstunde später rief ich ihn an und fragte ihn, ob er nicht vielleicht lieber Harry Piel für die Rolle engagieren möchte. Er lachte mich aus. Ich fpielte die kleine Pflegetochter des Verwalters einer Bananenplantage. Mein Abenteuer fängt in dem Augenblick an, wo ich von der heimatlichen Plantage ausrücke. Sie können mir glauben, ich bin sogar stolz darauf. Sie glauben gar nicht, wie schwer es ist. in Kleidern Neben dem großen Tonfilm her: Film-Ton Musik. — Tontrickfilm. — Auch der Kulturfilm kann reden. Berlin, im März. Gar kein Zweifel, der Tonfilm ist hier augenblicklich die große Mode der Stunde. Nicht nur, daß er Schlager schafft und verbreitet, seine letzten Leistungen haben so überzeugend gewirkt, daß sich auch bei den Zweiflern ein allgemeiner Umschwung zu seinen Gunsten vollzogen hat. Traute man ihm früher zu wenig zu, so fordert man jetzt vielleicht schon zu viel für den ersten Anfang, in dem er sich noch bewegt: jedenfalls hat eine allgemeine Orientierung zu ihm hin stattgefunden, und er hat auf die verschiedensten Gebiete übergegriffen. Hiervon einiges. Zunächst die Film-Ton-Musik. Es ist kein Bersehen, Film-Ton, nicht Tonfilmmu^ik heißt das neue Verfahren, das die Elcctrola-Gesell- schaft soeben im hiesigen „Capitol" vorführte. Es stellt sich bewußt auf die Llebergangszeit zwischen dem stummen und dem tönenden Film ein und ist für die Theater berechnet, die sich aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht zur Anschaffung einer Apparatur entschließen können, die aber doch ihrem Publikum nicht mehr die übliche Klein-Kino-Musik, sondern eine Art synchronisiertes Orchester vorsehen möchten, denn so viel läßt sich ja heute schon sagen, daß durch die synchrone Musik die Ansprüche der Zuschauer an eine gute Filmbegleitung erheblich gesteigert werden dürften. Wie Electrola hier ab- helfen will, wurde an dem AfafUm „Donau- walzer" (mit Hany Liedtke) gezeigt. Die Musik für das siebzig Minuten währende Spiel ist von einem bekannten Berliner Filmdirigenten auf zehn Electrolaplatten übertragen worden, die während des Films nacheinander ablaufen und auf jedes Instrument aufgelegt werden können. Da bl; pausenlose Darbietung mit allen Lieberblendungen in der Platte enthalten ist die VA Kilometer von der Küste in den Atlantischen Ozean zum Bananendampfer zu schwimmen. Und außerdem sehen Sie, wenn man auf Teneriffa behauptet hat, daß Haifische schon sehr lange nicht an der Küste waren, so ist das doch ein sehr unangenehmes Gefühl, beim Schwimmen zu denken: wenn du Pech hast, kommen gerade jetzt Haifische. — Ich bin nicht feige, aber Sie können mir glauben, ich werde kaum jemals wieder eine Strecke so schnell schwimmen wie diese. Und bann mußte ich die Ankerkette hinaufklettern. Auch das will trainiert sein. Sind Sie schon mal über eine Ankerkette auf ein Schiff geklettert?" Zu meiner Beschämung mußte ich gestehen, daß ich darin gar keine Erfahrung habe und mir jedenfalls vorstellen könnte, daß das sehr schwer sei. „xia, meine Hände waren noch lange hinterher zerschunden, und ich mußte es vorher öfter probieren, bevor mein Regisseur zufrieden war. Und nun kommt noch eine sehr abenteuerliche Sache. Ich steige also sozusagen über die Ankerkette als blinder Passagier in das Bananenschiff, kletterte durch eine Luke und falle direkt in einen Teerbottich hinein. Beim Lesen dieser Szene dachte ich, ach das wird man .sehr nett im Atelier machen können mit etwas schwarzer Schminke. Aber schon der erste Probeoersuch mißlang völlig. — „Lilian", sagte Johannes Guter, „wenn wir die Szene wirklich echt machen wollen, muß es schon Teer sein" — also, ich falle in den Teerbottich. Es war wirklich eine meiner schwierigsten Aufnahmen und hinterher sage ich Ihnen, — habe ich den ganzen Tag gebadet. Aber ich versichere Ihnen, diese Rolle hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht. Lilian Harvey als Sensations-Darstellerin hat mir direkt gefallen." „Wie mir." Sie unterbricht mich. „Keine Komplimente. Sie glauben gar nicht, wie viele begeisterte Verehrer ic., auf Teneriffa gefunden habe. Unter ihnen war einer der reichsten Plantagenbesitzer. Ich erzähle Ihnen, wie ich seine Bekanntschaft machte. Ich habe da bei einigen Szenen als Tochter des Verwalters mit den Einwohnern zu sprechen. Diese Eingeborenen sind dort sehr zudringlich. Jedenfalls sprang er uns mitten in eine unserer schönsten Szenen hinein und wollte mich den aufdringlichen Huldigungen seiner Landsleute mtziehen. Guter schimpfte fürchterlich, war aber gleich besänftigt, als ihm sein Kameramann Brandes ins Ohr flüsterte: Das ist der Besitzer von der großen Plan- tagen-Allee, die wir für einige Szenen brauchen, Guter wurde sofort honigsüß, und seine Freundlichkeit kannte keine Grenzen mehr. Die Pappelallee wollte er unbedingt für seinen Film haben. „O weh, jetzt habe ich Ihnen einen Monolog gehalten." „Aber", will ich unterbrechen, da öffnet sich die Tür. „Fräulein Harvey zur Aufnahme!" „Die Pflicht ruft, bis auf das nächste Mal." Ich verabschiede mich, treffe noch auf dem Wege Emil Jannings in feiner Rolle als Professor Emanuel Rat, wie er in sich versunken vor dem Tonfilm-Atelier auf und ab geht, drücke Gustav U c i ck y, her aus dem Schneiderraum seines neuesten Ufa- Tonfilms der Joe-May Produktion „Der unsterbliche Lump" kommt, und freue mich, daß hier an der Geburtsstätte des deutschen Tonfilms so intensiv gearbeitet wird. Europas größte Dunkelkammer. Oie unbekannte Armee des Films: 450 Nachtarbeiter. — Täglich 400 000 Meter Filmkopie. Von Georg Biesenthal. Eines Tages tauchte ein schrecklicher Kindheitstraum aus der Wirklichkeit wieder empor. Der Reporter, umhergeweht von der Erscheinungen Flucht, blieb momentlang stehen und hörte sein Herz klopfen. Es war in der Tat sehr sonderbar. Da gab es lange, schmale und dunkle Gänge, auf denen man ständig Schritte der LInbekannten kommen und verhallen hörte. In nachtdunklen Räumen tastete man große hölzerne Becken ab, die gefüllt waren bis an den Rand — mit Natronlauge, darin plätscherten finstere Gestalten. Aehender Geruch drang in die ' Nase, drückte nieder: Geruch der Zellulose, atemraubend. Ein sicherer Arm aber führte mich über Slu'en hinauf und hinab, im schwächsten Licht einer kleinen roten Lampe sah ich Maschinen mit gelenkigen Armen nach rollenden Filmbändern greifen — nebenan wieder scheint nur grünlich in der Finsternis, bei panchromatischem Filmmalerial — ein Labyrinth von Dunkelkammern. Es erinnerte an Bergwerk. Das ist die Afifa, Europas größtes Werk für Kopie und Entwicklung von Filmen. Mit einer Jahresleistung, die zu einem einzigen Filmband zufammengereiht, fast den Erdball umspannen könnte: 40 Millionen Me'.er Film. Kurt Wasch- n e ck ist ihr Gründer, Erbauer, Erfinder — ein Bruder des Regisseurs. 450 Menschen, die Hälfte davon sind Frauen und Mädchen, arbeiten in drei Abteilungen je drei Stunden. Hier aber wird auch die Tagschicht „Nacht" — Schicht. Denn nie drang helles Licht in diese Räume. Doch gibt es noch andere Seltsamkeiten. Oder kennt man ein zweites Werk außer diesem, das in die Weite und Breite gebaut ist — anstatt in die Höhe! Diele Häuser greifen aneinander, alle haben nur ein Erdgeschoß. Denn sie sind gebaut in ständiger Furcht vor Feuersgefahr — und am feuergefährlichsten ist ja tatsächlich auch das Material, das hier verarbeitet wird. Filmstreifen brennen nicht — sie explodieren! Also müssen. Dächer so leicht sein, daß sie einer Explosion sofort nachgeben, „in die Luft fliegen", dem Feuer nicht als Nahrung dienen, sondern ihm Platz machen. ilnö während die Seitenwände und der Plattenwechsel bei den Halbdauernadeln ziemlich mühelos erfolgen dürfte, braucht man zu diesem Verfahren, das eine Art Kolumbus-Ei darstellt, keine Fachleute. Die erste Vorführung geschah offenbar auf zwei Maschinen und bewies, daß man das natürlich machen kann. Wie viele Kinotheater sich dieses Systems bedienen werden, hängt wahrscheinlich nur von seiner Rentabilität ab. Amerika schickt uns den ersten Tontrick- film, in dem Muschi, die Filmkahe, auf Abenteuer ausgeht. Da sie eine Schwester des berühmten Felixkaters ist, kann man sich ungefähr denken, was sie da in überstürztem Durcheinander erlebt. Die ganze Bilderreihe ist mit Musik unterlegt, dazwischen tönen famose und charakteristische Geräusche: Muschi wird am Schwanz gezogen und quietscht, ein Papagei krächzt, ein Wagen holpert grotesk seines Weges, er rattert, das lahme Pferd poltert synchron und synkopisch mit seinem lahmen Fuß stärker auf, einmal tanzt Muschi zu den Tönen einer tierischen Jazzkapelle, und so geht es weiter. Hier hat der Tonfilm noch ein sehr weites Feld, denn die Sprache der Tiere und die Geräusche sind international, und man ist gerne geneigt, etwaige Unvollkommenheiten und akustische Nebendinge dem Groteskchorakter der Trickfilme zuzuschreiben. Die -Ufa hat das Verdienst, zugleich mit der ersten Filmoperette „Liebeswalzer" den ersten Kultur-Tonfilm herausgebracht zu haben. Die erklärende Begleitung durch einen populärwissenschaftlichen Vortrag wird dadurch ermöglicht, daß Kinder in den Laden eines Händlers kommen, um Muscheln zu kaufen. Er zeigt ihnen einige und erklärt ihnen an diesen Beispielen die „Geheimnisse des Meeres". Mit seinen Worten, die alle Zwischentitel entbehrlich machen, geht die Kamera auf den Meeresgrund, um aufzunehmen, wie diese Muscheln, Zwischenglieder zwischen Pflanzen und Tieren, auf der Tiefe der See leben, sich eingraben, Nahrung suchen, sich durch abgerissene Zweige der Umgebung angleichen. Wo die Stimme des Erklärers aus stärksten Brandmauern bestehen, fallen Vorder- und Rückwand sofort nach außen, geben den Weg frei für bedrohte Menschenleben. Das Ganze ist ein Nebeneinander selbständiger Kassetten, geordnet nach bestimmten Prinzipien. So kam es, daß einem Brand in der Afifa keine Menschenleben zum Opfer fielen. Trotzdem entsteht beim fremden Besucher beklemmende Zwangsvorstellung: in dieser gespenstischen Nacht, in diesen mit Menschen und Maschinen dicht gefüllten, von unbeleuchteten Stufen hier und dort unterbrochenen Arbeitszellen vom Feuer überrascht zu werden. Praktisch wäre das freilich nicht sehr gefährlich. Denn als die Afifa brannte, wurden nicht nur alle gerettet — mutige Arbeiter drangen immer wieder in die explodierenden Räume ein und retteten auch — die Maschinen, unter Einsatz des eigenen Lebens. In der Chronik sei es vermerkt. Indessen führte mich der schon oben erwähnte sichere Arm. Er gehörte Herrn Zeyn. Herr Zeyn sprach einen schwerwiegenden Sah: „Stellen Sie sich vor: vor sieben Jahren gab es noch nicht eine einzige Maschine für Filmkopie!" Tatsächlich liegt hier eine Entwicklung vor, an die ein Kinobesucher undankbarerweise gar nicht denkt. Was damals ausschließlich noch Handarbeit war, ist heute hochentwickelter Mechanismus Beispiel dafür, daß im Reich der Forschung und Erlindung das Angebot von der Nachfrage bestimmt wird. Denn wie in der Medizin eine ständig wachsende Zahl bestimmter Erkrankungen die Forschung gewaltig vorwärts zwingt und sie zu neuen Resultaten treibt, verlangte auch im Film ein rasch gestiegener Konsum von Publikums-Unterhaltung stürmisch nach besseren technischen Hillsmitteln. Und Waschneck erfand. Heute wäre es undenkbar, einen täglichen Bedarf von 100 000 Metern Filmkopie mit Handarbeit zu decken. Im Keller der Afifa sieht man noch die Requisiten von einst: die Rahmen, die mit Filmbändern beipannt, von einem Entwicklungsbad zum andern weitergereicht wurden — und die großen Windtrommeln, ähnlich dem Rhönrad von heute, die schnell sich drehten und durch den aussetzt, beginnt eine leis-unauffällige synchrone Musik, die die Dramen auf dem Grunde begleitet, denn es sind wirkliche Tragödien im Kampfe ums Dasein, die sich da unten abrollen, und abgesehen davon, daß hier der erste sprechende Kulturfilm vorliegt, enthalt er so erstaunliche und sehenswerte Bilder, daß er auch als stummer Lehrfilm seine unbedingte und hervorragende Geltung behält. Das Ergebnis dieser Zehnminutenbelehrung: es sollten viel nzehr gute Kulturfilme gezeigt und von den Zuschauern begehrt werden! B. D. Ditte: Keine Filmideen! Von Harold Lloyd. Hiermit wende ich mich an meine Freunde, deren es — ich glaube und hoffe es — eine große Anzahl in der Welt gibt. Ich richte diese Worte nicht an alle, sondern nur an die, denen es Herzensbedürfnis ist, mir mit Filmideen unter die Arme zu greifen. Cs ist gut gemeint, ich sehe das ein, doch ich bitte Sie sehr, zerbrechen Sie sich nicht weiter den Kopf über „fabelhafte Filmtricks" und „urkomische Szenen" für mich. Ich habe wirklich keine Verwendung dafür. Eine Zeit lang war das Schreiben von Film- manuskripten große Mode. (Gestehen Sie, ruht nicht auch in Ihrer Schreibtischschublade ein neun- aktiges Filmdrama, das natürlich viel zu gut ist, als daß es jemals das Licht der Leinwand erblickte?) Aber da die meisten von ßaien verfaßten Filmmanuskripte entweder prompt zu- rückgesondt wurden oder spurlos verschwanden, wurde das immerhin mühselige und zeitraubende Schreiben von Drehbüchern von den Außenseitern stark eingeschränkt. Dafür breitete sich plötzlich eine neue Epidemie aus: Cs regnete mit einem Male „Gags". Sie wissen zufälligerweise nicht, was Gags sind? Nun. das sind die witzigen und überraschenden Einfälle, die Lachsalven Hervorrufen, die grotesken Momente, die das A und O eines Filmschwanks bilden. Wie ge- so erzeugten Wind die aufgespannten Filme trockneten. z Laufendes Filmband von 1930: Aus den Ateliers kommen die Negative zum Entwickeln: werden gewaschen, getrocknet und poliert: kopierfertig gemacht: Abzüge entstehen: vorläufig Muster für den Regisseur: der in besonders dafür eingerichteten Kabinen aus den am besten gelungenen Aufnahmen die erste Kopie zusammenstellt. Hnb aus dieser erst — die noch einmal das Haus verläßt, um von der Film- prüsstelle zensiert zu werden — wird das endgültige Negativ gewonnen. Das wandert nun in die „Befundabteilung": wird auf individuelle Beschaffenheit geprüft: belichtet. Nach jeder fünften Kopie wird das Negativ wieder geputzt, ein Exhaustor nimmt jedes Stäubchen vom Filmband. ßO Debrie-Kopiermaschinen stehen in vollem Betrieb. So können von einem guten Negativ über hundert Kopien hergestellt werden. Zwölf Entwicklungsmaschinen ergreifen das laufende Filmband: führen es durch die Bäder: Metallrollen, mit Wildleder bespannt, polieren seine Glanzseite. Fahrstühle befördern es in den Trockenschrank, wo heiße Luft, nach bestimmten Temperaturen individuell reguliert, das Band empfängt. Schon fällt es fertig aus der Maschine, wandert durch die Hände von vielen jungen Mädchen, blond und zart — durch die Hände der Kleberinnen, die die einzelnen fertigen Teile des Films folgerichtig zusammenfügen. Jedoch stehen auch für mechanisches Kleben 50 Maschinen bereit. Noch einmal lassen Prüferinnen die Filmstreifen hinter rotem Licht an sich vorüberziehen, um vorhandene Mängel festzustellen: fehlerhafte Stellen werden herausgeschnitten und ergänzt, Länge der Kopien gemessen, ebenfalls maschinell — dies alles, wie gesagt, in völliger Dunkelheit. In Vorführräumen rollen ununterbrochen Filme zur letzten Kontrolle ab... Die Arbeitenden dürfen ans Tageslicht. Versehen mit gelben Schutzbrillen, da sie vor allzu schroffem Lichtwechsel schützen. Noch größer ist all' diese Präzision, handelt es sich um Tonfilmkopie. Hier müssen sämtliche Kopien in der Länge jeder einzelnen Szene genau übereinstimmen, exakt bis auf den Millimeter. Auch dafür gibt es schon Maschinen. — Lind noch eins: es werden auch Zwischentexte des Films, die sogenannten Titel, hergestellt. Gedruckte Vorlagen sind auf Trommeln gespannt, die von der „Titelfahrerin" am unbelichteten Film vorbeigeführt werden — einziger Fall, in dem sich die Kopieranstalt auch an der Aufnahme des Films beteiligt. Ein paar Daten. Die Herstellung allein dieser 5£itel erledigt ein Zeichenatelier und eine Druckerei, die eine Monatsleistung von 100 000 Meter aufweisen. Der Verbrauch an Entwicklungsbädern und Natronlauge beträgt wöchentlich 15 000 Liter — eine eigene Pumpstation fördert den Wasserbedarf aus der Erde. Ein eigenes Elektrizitätswerk sorgt für Kraft und ein mechanisches Laboratorium für dauernde Lieberholung und Entwicklung der Kopiermaschinen. Lind eine Armee von unbekannten Soldaten vollbringt ein Werk, das man vor flimmernder Leinwand vergißt — ein Werk aus der Nacht der Filmfabrik. Selbstporttcit eines Filmstars. Von Norma Talmadge. Meine erste Kindheitsermnerung hat nichts mit dem Film zu tun, sondern mit einer „Wippe". Ich spielte — ich werde wohl damals drei Jahre alt gewesen fein — mit einer älteren Genossin jenes hübsche Spiel, ohne auf die Bosheit zu rechnen, daß sie, als sie gerade einmal „unten“ war, unversehens herunterrutschte, so daß ich meinerseits in viel schmerzhafterer Weise die Bekanntschaft mit dem Erdboden machte. Immerhin dürfte mein Wehgeheul von dem ständigen Lärm des Niagarafalles übertönt worden sein, der kaum fünf Minuten von meinem Geburtshaus fein ewiges Lied singt. Wenig später übrigens, kurz vor meinem vierten Geburtstag, übersiedelten meine Eltern nach Brooklyn bei Neuyork. Dort wurde meine sagt, eines Tages setzte eine Hausse in Gags ein. Mein Bureau erhielt Warenladungen von Briesen, die alle die „fabelhaftesten und unerhörtesten Ideen enthielten. Cs hatte den Anschein. als ob die Leute ihre Nachtruhe opferten, um über Gags nachzudenken. Briefe, wie etwa der folgende, kamen schockweise: „Lieber Harold! Als ich gestern einen Spaziergang durch die Straßen machte, sah ich auf einmal einen Mann, der auf einen Baum kletterte, um seinem davongeflogenen Strohhut nachzujagen. Ich muhte sch ecklich lachen, und ich denke, daß Sie sicherlich diese Idee für Ihren nächsten Film benutzen sollten." Ich übertreibe nicht: solche und ähnliche Briefe häuften sich in meinem Bureau. Natürlich waren auch sinnvollere darunter, aber kein einziger dieser Vorschläge war zu benutzen. Weil es eben mit Gags eine besondere Sache ist. Sie sind eine ganz spezielle Wissenschaft. Was in der Wirklichkeit oder im Gespräch sehr lustig wirkt, ist auf der Leinwand noch lange nicht witzig. Aus diesem Grunde habe ich eine Anzahl Mitarbeiter, die eben auf Gags eingestellt sind. Diese „Gagmen" sind eine Spezialität. Cs genügt nicht. Humor zu haben, es gehört noch was anderes dazu, nämlich Originalität, Blick für das Filmwirksame und eine Reihe sonstiger, nicht genau zu definierender Eigenschaften. Manche berufsmäßigen Humoristen, die genügend Schlagfertigkeit und Witz besitzen, um ihr Publikum im allgemeinen zu erfreuen, haben sich als Gagmen versucht: und sind auf diesem Gebiet kläglich gescheitert. Also bitte: Keine Fllmideen. Bei uns wird alles selber gemacht. Lind wozu wollen Sie sich den Kopf zerbrechen? Lieberlassen Sie das den berufsmäßigen Gagmen, die wirklich kein leichtes Leben haben. Diel dankbarer ist Ihre Aufgabe, über den Film zu lachen, und wenn Sie diese Aufgabe nach besten Kräften erfüllen, ist alles in schönster Ordnung. Schwester Constance geboren, und dort gingen wir auch gemeinsam zur Schule. Am Dachmittag meines vierzehnten Geburtstages- plagte mich die Neugierde, nach einem in einem Rcuyorker Dorort gelegenen Filmatelier zu gehen und den Aufnahmen zu'-usehen. Diesen Tag kann man füglich als den Beginn meiner Filmkarriere bezeichnen. Ich wurde nämlich auf meine flehentlichen Bitten schon an demselben Tage „engagiert“, und zwar für eine ganz winzige Rolle in einem ebenso winzigen Einakter: viel größere Filme machte man ja damals überhaupt nicht. Don meinem Gesicht war. frei ich in diesem, meinem Filmdebut, überhaupt nichts zu sehen, da meine Rolle in dieser Grotesk-Komödie von mir verlangte, daß ich andauernd mit einem Sack über dem Kopf herumlicf. Mein Anfang-Honorar betrug 25 Dollar Pro Woche, und ich war sehr stolz darauf. Jetzt kamen auch bald größere Aufnahmen, und in dem Maße, in dem die Filmindustrie in rapiden Schritten sich zur Blüte entwickelte, wuchsen auch meine künst erischcn Möglichkeiten. Im Iahre 1916 wurde Ioe Schenk mein Ehemann und gleichzeitig der „Manager" der Familie Talmadge, der leitende Kopf aller meiner Produktionen, von dem ersten Versuch eines „Groß'ilms" bis zu unserem letzten und bisher größten Werk, dem First-Rational-Film „Die Kameliendam e". Ich habe übrigens vor kurzem auch „in Fleisch und Blut“ eine Reise durch ganz Europa gemacht, wo man bisher nur mein .Schattenbild“ kannte. Cs hat mir so gut gefallen, daß ich die Reise wiederholen möchte, sobald mich die Arbeit in unserem kalifornischen Atelier wieder ein paar Monate freilätzt. Oderheffen. Bürgermeister Ehrung in Nidda A Ridda, 6. März. Die außerordentlich große Anzahl von Stimmen, die Beigeordneter Rullmann bei der hiesigen Bürgerin e i st e r st i ch w a h l aus sich vereinigte, war schon ein glänzender Beweis der Verehrung und des Vertrauens, das dem neugewählten Bürgermeister seitens der Einwohner unserer Stadt entaegengebracht wird. Diese Gesinnung fand noch einen weiteren Ausdruck in zwei ö f f e n t - liehen Kundgebungen zu Ehren des Gewählten. Rach Bekanntgabe des Wahlergebnisses brachte die Feuerwehrkapelle bei Fackelschein dem neuen Bürgermeister ein Ständchen und Oberbahnmeister Struck beglückwünschte ihn au seinem Ehrenamte mit herzlicher Ansprache, ebenso Bankvorstand Seu m im Damen einer größeren Zahl von Stadtvorstandsmitgliedern. Am folgenden Tage wurde ein hoher Fichtenbaum, mit einem großen bunten Kranz geschmückt, vor dem Hause des neuen Bürgermeisters aufgestellt, abends versammelte sich daselbst der Gesangverein „S ä n g e r k r a n z" und trug einige vorzüglich eingeübte Lieder unter Leitung von Lehrer Dietrich aus Rodheim vor. Der Präsi» dent des Vereins, Bankbeamter Philipp Bechtold, sprach dann dem neuen Stadtoberhaupte die herzlichsten Glückwünsche des Gesang ereins und des größten Teils der Bevölkerung aus, die sich in großer Zahl zu der Feierlichkeit eingefunden hatte. Der Gefeierte dankte mit herzlichen Worten für alle ihm erwiesenen Ehren und das so reichlich bekundete Vertrauen der großen Zahl seiner Wähler und Wählerinnen und gab die Versicherung, daß er das ihm übertragene Bürgermeisteramt in der gegenwärtig wirtschaftlich schweren Zeit mit dem festen Vorsatz übernehme, es allzeit in strenger Gerechtigkeit zum Wohle der Stadt und ihrer gesamten Einwohnerschaft zu verwalten. Dabei hoffe er auf tatkräftige Unterstützung des Stadtvorstandes und aller Bürger. Auch von auswärts erhielt Beigeordneter R u l l m a n n eine außergewöhnlich große Zahl von Glückwünschen. Er erfreut sich als lang'ähriger Besitzer eines der ersten Gast- Häuser Diddas auch in der näheren und weiteren Umgebung eines sehr großen Freundesund Bekanntenkreises. Dun steht hier bald die Wahl eines Beigeordneten in "Aussicht, der den seither von Herrn Rullmann versehenen Posten in der Stadtverwaltung übernimmt. Em neues Stadthaus m Lad-Nauheim. = Dad-Dauheim, 7. März. Dem Stadt- r a t wird demnächst, sicherem Vernehmen nach, eine Vorlage der Stadtverwaltung über die Verlegung der Dien st räume des Stadthauses in die Villa Kurbrunnen (Kur- straße, gegenüber dem Parkhotel) unterbreitet. Die Verhandlungen wegen des Ankaufs der Villa sollen soweit abgeschlossen fein. In dem neuen Stadthaus sollen auch das Hochbauamt und die Stadtkasse untergebracht werden, während das jetzige Stadthaus in der Friedrichstraße für die Polizei frei würde. In der Altstadt, für die die seitherigen Diensträume der Stadtverwaltung sehr günstig gelegen waren, bringt man dem Projekt anscheinend wenig Sympathie entgegen. Landkreis Gienen. U Grohen-Linden, 7. März. Die Gewerkschaft Gießener Braunstein- Bergwerke vormals Fernie hat jetzt etwa 110 Morgen Acker- und Wiesengrundstücke auf sechs Iahre verpachtet. Der erzielte Durchschnittspreis beträgt pro Quadratmeter rund 1 Pfennig. Das Pachtgelände verteilt sich auf die Gemarkungen Großen-Linden, Lützellinden und Klein- Linden. is Steinbach, 6. März. In der gestrigen Gemeinderatssihung wurde die Rechnung von 1928 geprüft uno anerkannt. Cs lag ein Gesuch des Turn- und Sportvereins vor betreffend Beschaffung eines neuen Sportplatzes, da der seitherige infolge Feuchtigkeit zeitweise unbrauchbar ist. Der Ge- Rundsunkprogramm. Sonntag, 9. März. 7 bis 8.15. Von Hamburg: Ha.enkonzert. 8.45: Aus der Adventskirche, Kassel: Morgenfeier. 11: Erziehung und Bildung: „Die neue Schule", Vortrag von Dr. Kade, Dozent an der pädagogischen Akademie. 11.33: Erziehung und Bi düng: Elternstunde. Wie kommt ein Schulzeugnis zustande ? Ein B ick in die Zrugnisberatung eines Lehrkörpers. 12: Von Drr.nst dl: Führung durch die Deutsche Segelflug Ausstellung. 12.30: Stunde des Chorgesangs. 13.50: Stunde der Jugend: Kasperl stunde: Das tapfere Schneiderlein (für Kinder vom 4. Jahre ab. 14.50: Stunde des Landes. 15.50: Don Darmstadt: Handba l-Bun- pokalspiel SükOeutschland — Brandenburg. 16.20: Sckallplattenkcnzrrt: Unter'a'.tungä onze t 17. 5: Joseph Georg Oberkoster, Vorlesung aus eigenen Werken. 18.15 Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Vollsb ldung: .Ist Vcl.sg mein- schaft möglich?" Ein Bericht über die Siebenbürger Sachsen von Professor Richard Csaki, Leiter des deutschen Kulturamtes in Rumänien. 19.15: Sportnachrichten. 19.33: Don Stuttgart: .Die Flucht zu Gott", zwei Szenen von Stefan Zweig. 20: Aus der Markuslirche, Stuttgart: AbcndmusiL des Stuttgarter Orchestervereins. 21.15: Don Stuttgart: Willy Buschhoff liest aus „Diels Lyhne" von Jens Peter Iakobsen. 21.45: Von Stuttgart: Op'rnarien. 23 ri3 0.30: Tanzmusik. Montag, 10. März. 1233. Schal p a e . on er : S lager-Revue 1929/30. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Bad Homburg. Konzert der KurhauslapB e Tu kart. 18.05: „Ideen und Ziele des deutschen Werkbundes“, Vortrag von Dr. Riez'er, Direk'or des städtischen Museums Stettin. 18.55: Eduard Reinacher liest aus seinem Roman „Bohöme in Kustenz“. 19.05: Eng ischer Sprachunter'.i' t. 19.00: 10. Montagslo. z rt. 21: I n Zig un^rlager Mikrophon-Reportage. 21.33: Oper au' Schall- platten. In der Besetzung des Te'tro al.a Scala, Mailand. Der Bate-ter v-m S-villa. Dienstag, 11. Mär;. 13.30 bis 14.30: Scha.lplattenkonzert: „Franz Schubert" (musikalische Jugendstunde). 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Tierleben der Heimat: „Freund Adebar (der Storch)", Vortrag von Lehrer K. Stricker. 16: Hausfrauen-Dachmittag. 17 bis 17.45: Von Stuttgart: Dachmittaaskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „24 deutsche Erzähler" zwei Dutzend oder eine Zunft? Gespräch zwischen Hermann Kesten und Professor Dr. Martin Sommerfeld. 18.35: Von Stuttgart: „Deutsches Leben in Porto A.egre“, Vortrag von Probst Huebbe. 19.05: Von Stuttgart: „Reporter zur See", Vortrag von Stanhope. 19.30: Von Mannheim. „Pfälzer Humor“. 20.10. Klavierkonzert. 20.50: Die k eine Tagesserenade (Rundfunk-Kantate für Soli, Chor und Jazzband von Erhard Schu'he) 21.10: Sinfonisches Jazzkonzert der Jazzk.asse von Dr. Hochs Konservatorium. Mittwoch, 12. märj. 11.15 bis 11.45. Schulfunk: Musik - Alte Tänze. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Mauriea Ravel — Isaac Albeniz. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend „Wenn Pulver und B'ei regieren“ — Bilder aus dem Dreihig- meinderat konnte hierüber vorläufig noch keinen Beschluß fassen, da man sich über feinen Platz einigen konnte. Ein vorgeschlagener Platz soll vorerst besichtigt werden. Saasen, 6. März. Am letzten Montag verschied plötzlich dte Frau unseres ersten Lehrers und Organisten Herber. Die Beerdigung fand am Donnerstag auf dem Deitsberg statt. Die Beteiligung der Gemeinde zeig le, welche Verbundenheit zwischen der Verstorbenen und der Gemeinde bestanden hat: es war ein unübersehbarer Zug, der sie aus ihrem letzten Wege begleitete. A .i Grabe fang zunächst der Chor des Frauen- und Jungfrauenvereins, dessen Leiterin Frau Lehrer Herber seit der Gründung war. Der Pfarrer zeichnete das Charakterbild der Heimgerufenen nach 2. Tim. 4, 7 und 8 als Gattin, Mutter und in ihrer Wirksamkeit in der Gemeinde. Der Gesangverein „Ein^ tracht" sang den Schlußchor. Kranzniederlegungen unter Dankesworten und als Abschiedsgruh erfolgten von dem Frauen- und Jungfrauenverein durch Lehrer Krämer, von der Gemeinde Saasen durch Bürgermeister Schmitt, von den Schülern der 1. Schulklasse, vom Gesangverein ..Eintracht", vom Kirchenvorstand und der Gemeinde Michelstadt. 31 Jahre lang hat die Verstorbene in Saasen gelebt, das ihr zur zweiten Heimat geworden ist. + Gründer g, 6. März. Am Mittwoch fand im hiesigen Stadtwalde eine größere D u h - Holzversteigerung statt. An Kiefern kamen zum Ausgebot 54 Stück der Klassen 3a bis 4b, enthaltend insgesamt 41,07 Festmeter. Das Holz, das der Güteklasse A angehörte und bei dem die Landesgrundpreise betragen. 3a 45 Mk.. 'Sb 50 Mk., 4a 55 Mk. und 4b 60 Mk. pro Festmeter, erzielte im Durchschnitt 100 Proz. dieses Preises, teilweise noch etwas mehr. An Fichten kamen zur Versteigerung 147 Stämme mit 227,65 Festmeter der Klassen 2 b bis 5 der Gütck ässe N angehörend. Die Landesgrundprcise sind hier wie folgt festgesetzt: 2a 25 Mk., 2b 28 Mk., 3a 30 Mk., 3b 33 Mk., 4a 35 Mk.. 4b 38 Mk. und 5 40 Mk. Sämtliches Holz der Klassen 2a und 2b, zusammen 32,45 Festmeter, steigerte die hiesige Firma 0'eorg Haas L Co. zum Preise von 85 PrvA. der Lanvesgrundpreise zuzüglich des Schälerlohnes. Die Klassen 3a bis 5 erzielten durchschnittlich 90 Proz. der Landesgrundpreise. An Fichten-Duhscheit 2. Klasse. 3 Meter lang, standen 13,5 Raummeter zum Verkauf. Hier kam der Raummeter durchschnittlich auf 15 Mk., was genau dem Landesgrundpreis entspricht. Dicht so günstig war der Der- jährigen Kriege, vorgetragen von Rektor Wehr- han. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Dachmittags- konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Kommunale Finanzpolitik und die Wirtschaft", Vortrag von Dr. Köbner der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. 18.35: Don Stuttgart: Efpcranto-Llnterricht. 19.05: Don Stuttgart: „Ha- waiki, das Paradies des Paztfi“, Dortrag von Professor Dr. Schaffer, W'.en. 19.3) Don Stuttgart Russische Melodien, gesp-ett vom Bala- laika-Orch.ster „Wolga". 20.15 Dach Stuttgart: Literarische Veranstaltung. 20.45: Don Stuttgart: Kammermusik. 22 Schachunterricht.. Donnerstag, 13. Mär;. 12.30: Schallpla.tenk. zert: „Siegfried“. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Ein rheinischer Weberjunge erzählt", Improvisation von Paul Lawen. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Bad Homburg: Konzert der Kurhauskapelle Burkart. 17.55: Dr. Dielen spricht mit Studenten über Hochschule und Hochschulreform 18.35: Wie geht es Ihnen? Dolksschullehrer. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19 30: Unle Haltungs-Konzert des Rundfur.karchesters 20.30: Der Glückskandi- dat, Komödie in drei Aufzügen von Hans Müller-Schlösser. 22.50 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 14. Mär;. 12 30: Schallplattenkvnze. t: Frankfurter Sänger und Sängerinnen. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Das Lehrmädchen in der Hauswirtschaft und sein beruflicher Aufstieg", Dortrag von Berufsberaterin Klü sendorf vom Arbeitsamt Frankfurt a M. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Buch und Film. 18.35: Von Stuttgart: „Katholisches zur ökumenischen Bewegung", Vortrag von M. Pribilla, S. I. 19.05: Don Stuttgart: „Volksgemeinschaft und Vrlkswirtschaft", Vortrag von Hermann Hagen. 19 30: Zeitberichte, eine stürmische Parlaments- sihung in Budapest über die unna-ische Außenpolitik 20.10: Übertragung aus dem Festsaal der L.cderhal'e, Stuttiart: Symvh)..i.konzert des Philharmonischen Orchesters. Stuttgart. 21.45: Von Stuttgart: Zwei Sketschs 22.15: Von London: Dritte Sinfonie von Arnold Bax. Samstag, 15. Mär;. 11.15 bis 11.45: Don Kassel: Schulfunk: Ausland sdeutschtum 13: Schallplatte konzert: „Berlin, dir liebe ick!" 14 bis 14.45: Stunde der Jugend Schülerkonzert. 16: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17: Tanztee. 18.05: Fünfzehn Minuten Deutsche Reichspost: „Selbst- anschluhvcrk.hr und Fernsorechteiln-Hner", Vortrag von Oöertelegraphe Inspektor T^vnet. 18 20: Briefkasten. 18.35: „Mensch und Maschine", Vortrag von Dx. de Man. 19.05: Spanischer Unterricht. 19.30: Von Stuttgart: Zwiegespräch zwischen Paul Wanner, dem Verfasser des Kriegsgefangenenstückes „P. ©.“, und Karl Walter über „Erlebnisse in der Kriegsgefangenschaft". 20: Von Stuttgart: ilebertragung aus dem Großen Haus der Württ. Landestheater: Falstaff, Lyrische Komödie in drei Akten von Arrigo Doito. Deutsch von Max Kalbeck, Musik von Giuseppe Verdi. 22.40: Don Stuttgart: Das Liebes- und Tanzlied im Leben der Völker, gesungen und konferiert von Laura von Wolzogen. 23.30 bis 0.30: Tanzmusik. tauf des Cichennuhholzes. Es waren insgesamt 74 Stück, enthaltend 15 92 Festmeter Schnittholz (Güteklasse A) der Klassen 4 bis 6 und 67,40 Festmeter Bauholz (Güteklasse N) der Klassen 2 bis 5. Hier wurden die Landesgrundpreise nur teilweise erreicht, eine kleine Menge Er.'ieb ileb r- stand. - Am Donnerstag veranstaltete die Hessische Lichtbildstelle (Leiter: Schulrat Lorentz, Lauterbach) auf Veranlassung des Kreisschulan.ts Gießen in der hi.s gen Turnhalle eine Filmvorführung für die hiesigen Schulen und diejenigen der näheren Umgebung. Gezeigt wurde der Jagd- und Expedi- nßfüm auf Afrika „Simba, der König der Tiere“, der ein anschauliches Bild von dem' Tierleben in der afrikanischen Wildnis bietet. Weiter kamen noch zur Vorführung die beiden von Krcisschu'rat Lorentz selbst angenommenen Filme: „Vogelsbcrgsilm" und das „Motorradrennen: Rund um Schotten" Am vorhergehenden Abend waren diese b:n Filme in einer Vorstellung für Erwachsene gezeigt worden. F Obbornhofen, 6. März. Die Arbeiten an der Zubringerwasserleitung vom P r o v i n z i a l w a s s e r w e r k Inheiden nach hier schreiten gut vorwärts. Innerhalb zehn Tagen wurden die Erdmas.en für fast zwei Kilometer Leitung aufgehoben, obwohl an einzelnen Stellen die Gräben bis zu drei Meter Tieie erreichten. In dem feuchten Wiesengrunde mit verhältnismäßig hohem Grundwasserstand machen die auftretenden Wassern engen einige Schwierigkeiten, wodurch die Rohrlegung ^arbeiten sich verzögerten. Aus diesem Grunde muhten die Erdarbeiter die zwei ersten Tage dieser Woche feiern. Im ganzen sind hier 65 Arbeitskräfte beschäftigt, ausschließlich Erwerbslose. Davon stammen von hier 38, vom benachbarten Bellersheim 15 und von Inheiden 9, so dah in diesen Dörfern Ar- beitslose zur Zeit nicht mehr vorhanden sind. Auch die nötigen Fuhrleistungen wurden vertraglich von den P erdebesihern der drei Ortschaften ausgeführt. Die Waßerleitungsarbeiten werden von der Tiefbaufirma Pfeiffer & Schäfer in Kaffe! ausgeführt. Kreis Büdingen. # Echzell, 3. März. Der hiesige Turnverein (D. T.) veranstaltete dieser Tage einen wohl- gelungenen Turnabend im Saale zum „Deutschen Haus", der einen zahlreichen Besuch aufzuweisen hatte. Unter Leitung des langjährigen ersten Turnwarts Hermann Reitz wurden von der Turner- und Sumerinnenriege, sowie von Schüler- und Schülerinnenabteilungen Hebungen am Reck und Barren vorgeführt, die allgemein« Bewunderung fanden. Besonders gefielen die Reigen, Volkstänze und Gesänge der Schüler und Schülerinnen, die von Lehrer Schuch in selbstlose. Weife eingeübt und vorgeführt wurden. In feiner Ansprache wies Lehrer Schuch auf die hohe Bedeutung des Turnens für Körper und Geist hin. Dem Vorsitzenden des Vereins, Heinrich Dinding IV., wurde in Anbetracht feiner Verdienste als Förderer der Tumsache eine Ehrentafel überreicht, ebenso den Turnerinnen Erna Reitz und Herta Stoffel. T Fauerbach bei Didda, 4. März. Dank der rührigen Arbeit unserer Lehrers Baust- mann waren unserer Gemeinde am vorigen Samstag und Sonntag zwei in jeder Hinsicht wohlgelungene Volksunterhaltungs- a b e n d e vergönnt. An beiden Abenden fand in dem schön geschmückten Saal des Gastwirts Döckel bei sehr gutem Besuch (auch aus den benachbarten Gemeinden waren viele Gäste gekommen) eine Ausführung des Märchens „Dornröschen" durch die Schulkinder statt. Sämtliche Kinder spielten ihre Rollen ganz vortrefflich. Alle spielten in prächtigen Kostümen, die Frau Lehrer Baust- mann in wochenlanger Arbeit kunstvoll her- gestellt hatte. Sehr schöne Bühnenbilder — daS Werk des Metzgermeisters Gustav Hartmann trugen dazu bei, daß die Aufführungen jeden Besucher durchaus befriedigten. Die Aufführungen waren umrahmt von ernsten und heiteren Vorträgen und Liedern der Kinder, am Samstagabend brachte auch der Männeraesang ver- e i n einige Lieder zu Gehör und half so mit zur Verschönerung des Abends. Ebenso hatte sich der Turnverein in den Dienst der Veranstatüin- gen gestellt; er stellte an beiden Abenden am Schluß der Aufführungen schöne Pyramiden. Die beiden Abende brachten in der winterlichen Dorfstille eine allen Gemeindegliedrrn sehr willkommene Abwechselung, Familie B a u st m a n n darf des aufrichtigen Dankes der Gemeinde für dies« schönen Abende sicher sein. Der Zweck der Veranstaltung, ein gut Stück Volksbildungsa rbeit zu leisten, ist ohne Zweifel erreicht word-en. Am Montagnachmittag folgte eine letzte Aufführung für die Schulen der näheren Umgebung. Taten für Tonntag, 9. März. 1918: der Dramatiker Frank Wedekind in München gestorben. Taren für Montag 10 März 1788: der Dichter I. von Eicheiidorff in Lubo- wih geboren; 1873: der Romanschriftsteller I. Wassermann in Fürth geboren. Eewlnnauszug 5. Klasse 34. Picüstijcl-Süddeu sche (2lik Picust.) Ktessen-Lollcrie- Ohne Gewähr Nachdruck verboten 24. Ziebungstag 7 Marz 1930 dn der heutigen Vornnttagsiiehuna wurden (Gewinne über 15U M. gezogen Auf jete gezogene Nummer sind zwei gleit' Hohe Cc.Jnne gefallen, und zwar k einer aus die Lose gleiüer Nunmer in Ablcilunzen I und II den beiden 141918 12 l"etr nn. >u 3000 Hl. 132947 ' 83)3 7 13 126874 126632 wurden iXUrivumt ün bei heutigen NacdnnNagszteduna übei 150 M gezogen 61360 79454 138696 161629 228049 331477 365604 130496 151964 191613 317535 359410 392336 148128 170755 203641 220850 251092 305932 323279 338624 362524 379435 396873 51702 k 109770 142769 169784 259538 331840 371753 66861 93565 1 113153 143861 164960 185994 206843 239266 277695 312117 327714 346466 373575 389317 123192 145538 168738 187669 213854 240344 303913 315144 329464 357550 375479 391883 124180 144308 19.3707 317264 349'75 380969 156466 195908 321621 363441 396677 1307 365 120483 132882 <74224 20123' 230584 26022t 283096 30467t 32344c 35456t 367617 38417t 158504 178500 204164 229175 255140 307549 324711 344937 366663 384382 89975P 160301 1083'2 3300 58 366677 16'412 180873 204573 237931 259567 309578 32687g 3451 10 369040 385301 109106 •31146 16982c 18870t 22 3-#64 267182 27062? 30289c 31917t 33123t 36207c 382 12C 3H9I1A4 150036 198711 114179 13208c 172387 192234 226221 26829t 277437 304 idc 31979t 34275' 36367t 38373t 396847 27302 31442 34422 10240, 12746? 150441 181242 212594 24809 26M2? 288202 3053 IC 3267 3k 356037 38V 02 390410 159990 181821 2 Gewinn« «u I 0000 M. 283115 2 '' «rtinn« zu 500 ) M. 262383 2 ettolnn« 5 l8t>"6C 220676 248964 268616 29438? 3'382t 33111? 3590Ie 36220- 399974 208 «en > n« >o 300 M. 726 1146 -- - 13035 16063 20220 21964 24194 37724 386^0 39913 40434 44995 45342 47381 62843 62872 ----- 78888 79032 79747 83863 85006 8'017 96113 99474 100006 102217 109'78 11'8'8 ------ ------ 131940 13 37 34 OeDtunc «o 1000 M 19000 20837 669b । 704'8 36364 166358 170374 194314 2284,0 26 484 255073 325637 327968 356107 371418 371618 380579 66 ,v ÖUU 42i 26U76 36346 61692 606'0 52356 70495 84533 109306 '26°48 13383- 182211 16476t 185076 189720 190936 202326 229502 236667 25349t 276981 285>26 293343 2943'6 30744t, 312626 318278 33'>62 343610 3663'8 377384 39'20- 395078 395494 204 Wem ,'„« «n 300 1» 694 7.352 76/6 22/tiL 26387 33474 36647 37047 42702 44002 15970 8116t 31534 65680 74 380 78--9F 83 HO -176 38667 96229 98547 I011’8 " ------ ----- 1228 28 136818 180.27 212001 234'69 261752 285227 304S-30 326508 36-1678 370684 386317 An> •Ont’iiiiuuDt oerhlirhtri |r 75 ein? 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Hobohm (Cembalo) Werke von Buxtehude,Telemann,Scarlatti, Marais Eintrittskarten: 4.—, 3.— und 2 RM. bei Ernst Cha Hi er und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.— bei Tuff |M Hohe. Ueizlraff. altbewährte JiK billig, allbz.oT statt. wo;u wir hiermit einladen. Der Vorstand. Grünberger Wß-Versichemngs-Verein zu Grünberg (Hessen) Die ordentliche Mitgliederversammlung findet Sonntag, den 16. März d. I., nachmiitagS 2 Uhr, im Gasthaus der Adolf Revv Wwe., Grimberg, stau, wozu ich dte Mitglieder einlade. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Vereinsangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Grüpberg^Hessen, den 8. März 1930. Tom Mii in: Der Schrecken der Posiränöer Freielnnund der Gastwirte von Gießen u. Umgegend I Lichtspielhaus Sonntag, den 9. März 1930, 11.19 Uhr g Kulturfilm-Frühvorstellung I Die erwachende Sphinx Mit Colin Roß vom Kap nach Kairo Sfernwolle