Nr. 35 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 8. Zebruar 1930 Eriche mt täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte _ Tiehener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsvrechanschlüffe anterSammelnummcr2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VN'S lind verlaa: vrLHI'Iche llnwersttiitr-vuch. -nd Steinöniderel H. Sange in Sietzen. Sdjriftlcitnng und Seschäftsüelle: SchuMatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 n.ra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“, mehr. Chefredakteur. Dr Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Diesten. die Hessische Re. Betrag für den Staates zu vereinen Rückzahlungsplan nach gesetzliche Sicherung des fue- durch Hergabe von Reichs- der hessische Städtelag in Aussicht genommene Dieses Projekt sieht Jahresraten und die dites vor, eventuell bankvorzuZsaktien. gebenden Fehlbeträge ihre Bevölkerung mit belasten müssen. Insbesondere erhebt Einspruch gegen die bau zu entziehen und diesen allgemeinen Finanzbedarf des wenden. erschwert. Der Polenvertrag gehört in die Reihe der Liquidationsabkommen, die Deutschland in_ Verfolg der Empfehlung der Pariser Sachverständigen zum Zweck einer vollständigen „Liquidation der Vergangenheit" zwischen der ersten und zweiten Haager Konferenz mit einer Reihe seiner einvollständigen Stockung der Bautätigkeit eine andere Stellungnahme des Städtetages nicht verantwortet werden könnte. gen zuzustimmen. Sind so die rechtlichen Grundlagen des Liquidationsabkommens heftig umstritten, so gilt das gleiche von Ziel und Inhalt des Vertrages. Seine Befürworter sehen den Hauptzweck des Abkommens in der Sicherung des Grundeigentums und der wirtschaftlichen Rechte der deutschstämmigen Bevölkerung in den durch den Versailler Vertrag an Polen gelangten Teilen unserer Ostprovinzen. Das betrifft einmal Reichsdeutsche, die Besitz in Polen haben. Auf Grund des Artikels 297 des Versailler Vertrages hatte Polen das Recht, deren Frankfurt a. M, 7. Frbr. (Priv.-Tel.) Der Hessische Städtetag hat unter der Leitung seines Borsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Keller- Gießen, zu der finanziellen Lage der hessischen Städte Stellung genommen. Bach längerer Beratung wurden folgende Entschließungen einstimmig angenommen: Der Hessische Städtetag, durch Zeitungsnachrichten über das Sparprogramm der hessischen Regierung unterrichtet, erhebt Einspruch dagegen, daß die beabsichtigte Verbesserung der Staatsfinanzen im wesentlichen auf Ko st en und unter Schädigung der Belange der örtlichenDerwaltungs- stellen erzielt werden soll. Das Sparprogramm will den Fehlbetrag des Staates zum größten Teil nur verschieben und auf die Kommunen In Hessische SMelag $um Sparprogramm. Scharfer Einspruch gegen die Lastenverschiebung zum Nachteil der Kommunen. Oer polenvertrag. Der R e i ch s r a t hat in der gleichen Sitzung, in der er den für das Inkrafttreten des Poung- plans notwendigen Gesetzen seine Zustimmung gab, auch das deutsch-polnische Liquidationsabkommen angenommen. Daß die Abstimmungen über beide Vertragswerke sehr verschieden ausfielen, daß neben sämtlichen preußischen Ostprooinzen auch Schleswig-Holstein, das Rheinland und Westfalen, von den Länderregierungen Bayern und Mecklenburg-Schwerin dagegen stimmten, während vier weitere Länder sich der Stimme enthielten, wirft ein Licht darauf, wie sehr umstritten der Polenvertrag ist und wie auch heute noch trotz eines lebhaften „Aufklärungs"seldzugs der Reichsregierung über die Auswirkungen dieses Liquidationsabkommens die öffentliche Meinung in seiner Beurteilung durchaus auscinandergeht. Da auch die rechtlichen Grundlagen und politischen Voraussetzungen des Vertrags von feinen Gegnern, wie von der Regierung und den Kreisen, die sein« 'Annahme empfehlen, völlig verschieden dargestellt und bewertet werden, ganz abgesehen von dem Inhalt des Vertragswerks, den beiderseitigen Leistungen und Zugeständnissen, der Verhandlungstaktik und den politischen Folgen auf die Entwicklung im Osten überhaupt, ist eine unabhängige, vorurteilsfreie Urteilsbildung für die deutsche Oeffentlichkeit sehr würden. Die Bedenken gegen dieses Projekt richten sich vor allem gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer, weil sie sich wieder aus das Preisniveau ausdrücken dürste. Deshalb ist der zweite Plan ausgearbeitet worden. Er projektiert eine Verdoppelung des Viersteueroorschlages, so daß sie statt 180 theoretisch 360 Millionen bringen würde. Dabei muh man allerdings mit einem gewissen Rückgang des Konsums rechnen. In diesem Zusammenhang ist die Frage ausgeworfen worden, ob nicht angesichts der Verminderung der Differenz zwischen Bier- und Weinpreisen, der durch die Steuer eintreten würde, die Wiedereinführung der Wein ft euer berechtigt fein würde. Dieser Gedanke ist aber mit Rücksicht aus die besondere Rotlage der Winzer und auf starke politische widerstände fallengelasfen worden. Dafür sucht der Vorschlag des Reichsfinanzministers den Steuerausfall, der mit dem Rückgang des Konsums eintreten würde, durch eine Erhöhung des Kafseezoltes auszugleichen, die mit 50 Millionen veranschlagt ist. Keine Erhöhung der direkten Steuern. Auch die Bcamlcnttchäller sollen nicht tzerabstlsctzt werden. Es ist wohl verständlich, dah diese Vorschläge in der Parteiführerbesprechung keineswegs grohe Begeisterung ausgelöst haben. Ihnen wurden von anderer Seite auch Vorschläge zu einer Erhöhung der direkten Steuern entgegengestellt, die der Reichssinanzminlster aber unter keinen 11 m - ständen für annehmbar hält, weil eine Belastung der allgemeinen wirtschaft ihm einfach untragbar erscheint. Ebenso wenig kommt der Gedanke einer Herabsetzung der Beamtengehälter in Frage. In der Presse ist ja bereits eine Verminderung um 5 v. H. besprochen worden. Sie würde, auf Reich, Länder und Gemeinden erstreckt, annähernd 300 Millionen ergeben, wird aber aus sozialen und politischen Gründen als vollkommen unmöglich bezeichnet. In wttcher Form die Steuerpläne des Finanzministeriums verwirklicht werden, das hängt von den Besprechungen mit den Etats- und Finanzrefe- renfen der Fraktionen ab, die bekanntlich in den nächsten lagen beginnen. 3m Reichsfinanzministe- rium stehl man jedenfalls auf dem Standpunkt, dah Beitragspflicht der Städte zu den persönlichen Kosten der Volksschule. Rachdem der Staat 1924 den Finanzausgleich 5um Rachteil der Städte geändert und 1925 die Städte mit Beiträgen zu den persönlichen Kosten der verstaatlichten Polizeiverwaltung (1200 Mk. für jede Polizeistelle) belastet hat, muh die beabsichtigte Belastung mit Beiträgen zu den persönlichen Kosten der Volksschule entschieden zurückgewiesen werden. Auch die Erhöhung der Pflegesätze in den heil- und pflegeanftalten bedingt eine schwere Mehr- belaffung der Städte, die nicht getragen werden kann. Ter Städtetag stellt mit Rachdruck fest, dah die den Städten zur Verfügung stehenden Einnahmequellen. zumal sie sich angesichts der verschlechterten allgemeinen Wirtschaftslage als immer weniger ergiebig ertoe;,en, k e i - nesfalls ausreichen, um die den Städten obliegenden Aufgaben auch nur im bescheidensten Mähe erfüllen zu können. Anderseits wachsen die von den Städten gesetzlich zu leistenden Ausgaben, insbesondere auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege von Tag zu Tag unter allen Umständen im ersten 3ahre des Poung- planes ein wirklich ausgeglichener Etat zustande- gebracht werden muh. Man rechnet bestimmt damit, dah der darauf folgende nächste Etat verhättnis- mäfjig starke Erleichterungen bringen wird, zumal die Wirtschaftskrise bis dahin überwunden fein dürfte. Finanzreform vor fioungplan. Die Forderung des Zentrums. Berlin, 7. Febr. (Privat.) Bei der heutigen Besprechung des Reicbskabinetts mit den Parteiführern haben die Vertreter des Zentrums erneut ihre Forderung vorgebracht, die Finanzreform noch vor der dritten Lesung des Po ung-Planes unter Dach zu bringen, um so eine feste Bindung der übrigen Regierungsparteien zu erzielen. Ferner ist das Zentrum aus diesem Grunde nicht dafür cingetretcn, dah das Kabinett den Etat sofort verabschieden soll. Es wünscht, dah die unsicheren Ausgaben, die der Reichskasse durch die sich immer ändernden Kredite für die Arbeits- eingeräumt war, vor dem Gemilchten Schiedsgerichts- i'bof auf eine angemessene Entschädigung zu klagen, wenn ihnen der Preis von der polnischen Regierung durch außergesetzliche Maßnahmen unbillig beeinflußt erschien. Polen hat auf diese Weise bereits mehr als 50 000 Hektar liquidiert, weitere 55 000 Hektar ländlichen Bcsincs und 700 städtisch« Grundstücke im ungefähren Gesamtwert von 60 Millionen find noch von der Liguidation bedroht. In dem nun vom Reichsrat gebilligten Vertrag verzichtet Polen mit dem 1. September 1929 als Stichtag a u f alle weiteren Liquidationen mit der Einschränkung, daß das Abkommen nur dann rückwirkende Kraft erhält, wenn der bisherige Eigentümer noch nicht exmittiert war. Die im Bcrfaiüer Vertrag ausdrücklich Polen auferlegte Verpflichtung zur Entschädigung der enteigneten Deutschen übernimmt Deutschland, die zahlreichen, vor dem Gemischten Schiedsgericht anhängigen Pro- abwälzen, die dadurch ihre ohnehin sich er- ' noch mehr steigern und noch höheren Abgaben Berlin, 7.Febr. (WB.) Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers fand heute in Anwesenheit der Mitglleder des Reichskabinetts eine erste Aussprache mit den Führern der Regierungsparteien über die Gestaltung des Haushaltes 1930 statt. Immer noch 100 Millionen Defizit. Den Parteiführern hat der Reichsfinau;- Minister in längeren Ausführungen ein Bild der gegenwärtigen Finanzlage gegeben und ihnen gleichzeitig die Vorschläge unterbreitet, die das Reichsfinanzministerium zur Deckung des Defizits ausgearbeitet hat. Sie gehen von der Tatsache aus, daß trotz der 705 Millionen Minderausgabe, die aus der Differenz zwischen dem Poung- und dem Dawesplan in den haushalt eingestellt worden sind, noch ein Defizit von 700 Millionen bleibt Dieser Fehlbetrag ergibt sich aus einer Reihe von großen Posten, die das Reich für das 3ahr 1930 außerordentlich belasten. Es handelt sich dabei um die 450 Millionen des im Dezember beschlossenen Schuldentilgungsfonds für die Kreuger-Anleihe. 154 Millionen Defizit aus dem 3 ahre 1928, die nach dem Etatgesetz spätestens im tornnrnben Etatsjahr abgedeckt werden müssen, 250 Millionen für die Mrbeltslofenf ürforge und 95 Millionen Ausgabenerhöhungen, die sich aus der krifenfürsorge. der lex Brüning und verschiedenen kleineren Posten des Rachtragsetats zusammensehen. Dazu kommt noch ein Minderer t r a g an Steuern, der für das kommende Etatsjahr auf 223 Millionen berechnet ist, und ein Minderertrag der Reichspost von 7 Millionen, zusammen also 230 Millionen. Die Arbeitslosenfürsorge. Darlehen der anderen Lozialvcrsichcrungcn (Eine besondere Gefahr für den neuen haushalt liegt noch in der Unsicherheit, die über der Arbeits- lofenfürforge schwebt. Man muß nämlich unter Umstünden damit rechnen, daß die Zahl der Unterstützten zunächst noch weiter zunimmt. Deshalb ist im Reichssinanzministerium der Plan erwogen worden, die Arbeitslofenf ürsorge überhaupt aus dem Etat herauszunehmen, wenn nicht ganz, so doch bis auf einen Betrag von viel- leicht 50 Millionen und den größeren Teil der Fürsorge den Gemeinden zu übertragen, von anderer Seite bestand die Absicht, die Beiträge auf 4 v.h. ju erhöhen, so daß nur noch ein Fehlbetrag von 80 Millionen übrigbleibt. Das Reichsfinanzministerium hat aber diesem Projekt seine Zustimmung versagt, und zwar einmal, weil auch für die 80 Millionen kein e Deckung vor- Händen ist, und der Wirtschaft in diesem kritischen Stadium die neue Belastung der Beitragserhöhung nicht zugemutet werden kann. Es hat deshalb einen andern Vorschlag gemacht: Die 250 Millionen, die in diesem 3ahre notwendig sind, durch die Reichsange st elltenversicherung und die Invalidenversicherung hergeben zu lassen, da beide Anstalten mit lleberschüssen arbeiten, die sie im Augenblick nicht brauchen. Die Deckung -es Defizits im Reichshaushalt. ReichsfinanzministerMoldenhauerunterbreitetdenparteiführernseineDeckungsplänerHeraus nähme der Arbeitslosenversicherung aus dem Etat und Bier- und ttmsatzsteuererhöhung. Rach Zeitungsmeldungen soll gierung diese Maßnahmen damit begründen, daß । ■ - - •• ... - „ sie den Wohnungsbau in den letzten Jahren 6iß«ntum Zuruckzubehalten und zu liquidleren. Der mehrfach über die gesetzlichen Verpflichtungen L.qu.dabonserws war den Empfangsberechtigten hinaus gefördert habe und zur Zeit doch keine I unmittelbar auszubezahlen, wobei diesen das Recht ersten Hypotheken für den Wohnungsbau zu bekommen seien. Der Hessische Städtetag muß, soweit der städtische Wohnungsbau in Betracht kommt, auf Grund der Tatsachen widersprechen und im Gegenteil feststellen, daß die Hess. Regierung in den letzten Jahren den Wohnungsbau unter dem gesetzlich v o r g e s ch r i e b e- n e n Maß finanziert hat. Er muß auch widersprechen. daß keine ersten Hypotheken zu bekommen seien. Das mag für Landgemeinden zutreffen, aus deren Anteil an der Gebäudesonder- steuer aus diesem Grund noch etwa 1000 000 Mark im lausenden Etatsjahr verfügbar sein sollen. Der hessische Städtetag ist der Auffassung, dah diese Million umgehend den Stöbt en, deren Wohnungsnot trotz aller Bautätigkeit fortgesetzt steigt, zuzuführen ist. die Bereinigung der Vergangenheit im Geiste all- seitigen Entgegenkommens empfehle, jeder deutschen Konzession müsse auch «ine Konzession der andern Seite gegenüberstehen. Alle Gutschriften, soweit sie früheres deutsches Staatseigentum beträfen, ständen und haben nachgerade eine bedrohliche, in ein- I Deutschland zu, was besonders — Dr. Schacht hebt idnen Städten sogar katastrophale Höhe erreicht, dies ausdrücklich heraus — für das frühere deutsche Der Hessische Städtetag kann nicht annehmen. Staatseigentum in Polen von Bedeutung fei. Der daß die Hessische Regierung die finanzielle Lage Poungplan enthalte nicht die leiseste Begründung der Städte derart verkennt, daß sie ernstlich beab- den im Memorandum aufgezahlten Verzichten und sichtigt. den Städten neue Lasten auszuerlegen. Zahlungen, darunter auch denen aus dem Polenoer- die für die Städte untragbar find und mit | trag »yne gleichwertige Gegenleistun- Entschiedenheit abgelehnt werden müssen. Der hessische Stäbfefag nimmt mit starkem Be- fremben baoon Kenntnis, baß bie hessische Regierung beabsichtigt, 2 000 000 Reichsmark aus ber (Bcbäubefonberfleuer bem wohnungs- losenversicherung erwachsen. möglichst beseitigt werden, und schlägt dafür vor, die jetzige Erhöhung der Beiträge für die Arbeits- ........_____,_____u ... z losenversichcrung, die 3,5 Prozent beträgt, und zelnen Reparationsgläubiger abschloß. Schon hier die zum 1. Avril 1930 bekanntlich abläuft, bis jst bie Frag« umstritten, ob Polen überhaupt zu zum 1. April 1932 zu verlängern. Auf diese Deutschlands Reparationsgläubigern gehört. Di« Re- Weise hofft das Zentrum, daß die Arbeitslosen- parationsfommiffion hat Polen diese Eigenschaft Versicherung sich selbst sanieren kann, da niemals zuerkannt und Polens Ansprüche auf Rück- man allgemein annimmt, daß im Llahre 1932 erftattung für im Kriege beschlagnahmte Güter si- sich der durch den Krieg eingetretene Geburten- gurierten stets außerhalb der von den Reparationsausfall zugunsten eines Rückganges der Ar- I gläubigem geforderten Gesamtzahlung von 132 Mil- beitslosen um zirka 100- bis 300 000 Personen I liarden. So war Polen auch an dem Dawesplan bemerkbar machen wird. Ebenso tritt das Zen- nicht beteiligt und erst die Haager Konferenz erhob ttunx dafür ein, daß bei der jetzigen Steuer- bie rein privatrechtlichen Forderungen Polens zu und Finanzresorm auch die Sanierung der Reparationsforderunqen. So sah in diesem Falle di« Finanzen der Länder und Gemein- von den Sachverständigen geforderte ,I?ommerziali- den miteinbezogen wird. sierung" der deutschen Schuld aus. Weiter ist ftrih Wie der „Vorwärts" weiter berichtet, hat der ng, ob Deutschlands Forderung auf Ersah der an Grundgedanke der Anregung des Zentrums auch! Polen abgetretenen Staatsdomänen, Forsten, Bau- bei anderen Parteien Anerkennung ijchkeiten, Staatsbergwerke, die der preußische Figesunden Bedenken hätten sich jedoch wegen der nanzminister Dr. Höpker-Aschoff im November vo- zeitlichen Verzögerung des Poung- rigen Jahres mit 2% Milliarden bezifferte, noch planes und einer eventuellen sachlichen Rück- 3 u Recht besteht, wie die Gegner des Polenwirkung erhoben. — Die „D. A.-Z." sagt, das Vertrags behaupten, ober ob, wie das Auswärtige grundsätzlich Wichtige der Besprechung sei le- 2lrnt erklärt, diese Milliardenforderung auf Deutsch- biglid) der Entschluß, der Forderung des Zen- lands Reparationsleistungen in Anrechnung trums entsprechend die Grundlage des Etats vor gebracht wurde, als die Pariser Sachverständigen Verabschiedung der Vounggesetze zu bestimmen. bic 132 Milliarden des Londoner Ultimatums auf Das sei ein formaler Erfolg des Zentrums, der bie 34 Milliarden des Poungplans herabsetzten. Die- es hoffentlich ermutigen werde^auch aus fei- fer Auffassung steht entgegen die Meinung des nen außenpolitischen Wünschen nach Reichsbankpräsibenten Dr. Schacht, der, als deut- Klarheit zu bestehen. | scher Sachverständiger in Paris mit der Materie aufs innigste vertraut, in feinem berühmt gewordenen Memorandum erklärt, daß der Voungplan Die neuen (Steuern. die Umsatzsteuer erhöht werden? wird es verwirklicht, so bleibt noch ein Fehlbetrag von 350 Millionen zu decken, hierfür kommen nur neue Steuern in Betracht. Der Reichsfinanzminister hat den Parteiführern zwei Pläne entwickelt, der erste umfaßt die E r h ö h u n g der Bier st euer um 180 Millionen. Das ist der Vorschlag vom vorigen 3ahr, der den Reichsrat bereits passiert hat und bem zusiänbigen Reichstagsausschuh vorliegt, also ohne weiteres parlamentarisch weitergeführt werden könnte. Dazu mühte eine Erhöhung ber Umsatzsteuer auf 1 v. h. treten. Sie würbe für das Reich 190 Millionen und für bie Cänber 80 Millionen ergeben, so MI auch die Länder, wenigstens zum Teil, befriedigt j Der Städtetag hält es unbedingt für nötig, zesse, die die Liquidationsgeschädigten wegen unbil» dah die fraglichen 2 000 000 Mark nicht für den liger Entschädigung aus dem Liquidationserlös an- allgemeinen Finanzbedarf verwendet, sondern dem gestrengt haben, werden niedergeschlagen. Deutsch» Wohnungsbau, wohin sie gesetzlich land muß für alle noch ausstehenden Ersatzleistung gehören, zugeführt werden, weil ange- gen aus den Liquidationen auskommen. sichts der bestehenden Wohnungsnot und der | Don dem Liquidationsabkommen werden weiter betroffen deutschstämmige polnische Staatsangehö- , rige, die sog. frühere Ansiedlungsgüter be- 1 wirtschaften. Auf Grund von Rentengutsoerträgen hatte die preußisch« Ansiedlungskommission seit 1886 etwa 26 000 Bauern in den damaligen Ostprovinzen angesetzt. Der polnische Staat war in die Rechte der Ansiedlungskommission eingetreten und hatte im Jahre 1920 durch das berüchtigte Annullationsgesetz sich die Möglichkeit geschaffen, sich dieser mißliebigen Staatsbürger deutscher Abstammung auf billige Weise zu entledigen. Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag hatte zwar im Jahre 1923 dieses polnische Annullationsgesetz für unzulässig erklärt, aber Polen ließ sich dadurch in der Eindeutschung der polnischen Westmark nicht stören. 4000 deutsche Bauernfamilien wurden von Haus und Hof vertrieben und nur ein Teil von ihnen erhielt bisher eine durchaus unzulängliche Entschädigung. Auch diesen Ansiedlern gegenüber befreit das Liquidationsabkommen Polen von seiner Entschadi- gungspflicht. Deutschland sanktioniert also gleichsam den krassen Rechtsbruch, den Polen sich durch das vom Internationalen Gerichtshof für unzulässig erklärte Annullationsgesetz hat zu schulden kommen lQein dritter Punkt betrifft das W i e d e r k auf s - recht, das Polen sich als Rechtsnachfolger der preußischen Ansiedlungskommission auf Grund der Rentengutsverträge diesen Ansiedlern gegenüber ange- maßt hat. Das Wiederkaufsrecht sah vor, daß der preußische. Staat beim Tode des Eigentümers das Rentengut zurückkaufen konnte. Polen hat hiervon bereits in 458 Fällen Gebrauch gemacht, rund 12 000 weitere Rentengüter unterliegen zur Zeit noch dieser Bestimmung, mit deren Hilfe Polen in der Lage gewesen wäre, in absehbarer Zeit alle ehemaligen deutschen Ansiedlung-gllter in seine Hand zu bekommen. Zweifellos ein schwerer Schlag für die betroffenen deutschen Bauern, aber auch für das Deutschtum in den abgetretenen deutschen Ostprovinzen überhaupt, das dadurch seiner stärksten und lebenskräftigsten Stütze beraubt worden wäre. Polen hat nun im Liquidationsabkommen auf dieses Rückkaufsrecht v e r z i ch t e t, ein Ergebnis, das von allen Kritikern des Vertrages vielleicht am ersten als Erfolg gewertet werden würde, wenn Polen nicht gewisse Vorbehalte gemacht hätte, die doch zu starker Beunruhigung Anlaß geben. Das Abkommen schließt das Wiederkaufsrecht des polnischen Staates im Erbfalle nicht nur gegenüber den Erben erster und zweiter Ordnung einschließlich der Ehefrau aus, sondern gibt dem Ansiedler auch die Möglichkeit, mit einem Erben zu Lebzeiten einen Ueberlassungsvertrag zu schließen. Polen behält sich den Rückkauf nur dann vor, wenn „schlechte Bewirtschaftung" vorliegt oder wenn der künftige Besitzer „gerichtlich durch rechtskräftiges Urteil wegen eines Verbrechens oder eines Vergehens bestraft" ist. Letzterer Passus ist von den Vertragskontrahenten dahin authentisch interpretiert worden, daß ausschließlich Vergehen, die gegen den polnischen Staat gerichtet waren, also Desertieren oder Geheimbündelei usw. in Betracht gezogen werden dürfen, nicht aber etwa Steuervergehen, außer im Rückfalle. Wer die polnische Praxis gegen die Deutschen in den Ostprovinzen kennt, kann sich in diesem Punkt schwerster Befürchtungen nicht erwehren, daß hier polnischer Willkür ein bedenklich weites Loch gelassen wurde. „Vergehen gegen den polnischen Staat" sind es ja gerade, die man bei den unsicheren politischen Verhältnissen in der Republik im allgemeinen und bei der bedrängten Lage der Minderheiten in Polen im besonderen stets wird konstruieren können, wenn es darum geht, einen unbequemen deutschen Ansiedler seines ererbten Eigentums zu berauben. Finanzielle Bedeutung beansprucht der in dem Vertrag ausgesprochene beiderseitige Verzicht auf finanzielle private Forderungen deutscher und polnischer Staatsangehöriger. Die deutschen Forderungen, die sich auf 540 Millionen Mark belaufen, ergeben sich zum Teil aus widerrechtlicher Enteignung (im Falle der oben erwähnten von Polen anullierten Rentengutsverträge) zum andern Teil aus Minderbewertung bei der Ent- schädigung für Liquidationen. Sie sind, wie schon ausgeführt wurde, beim Gemischten Schiedsgericht eingeklagt und Deutschland übernimmt nach Niederschlagung der Prozesse die Entschädigung seiner Staatsangehörigen. Polen fordert, auch hierin großmäulig genug, nicht weniger als 830 Millionen Mark für angebliche Schäden aus der Kriegs- und Besatzungszeit. Auch bei größter Weitherzigkeit wäre davon, nach dem Urteil Sachverständiger, kaum der zehnte Teil, also rund 80 Millionen, ver- tretbar gewesen. Kommt man den Besürwortern des Liquidationsabkommens einmal so weit entgegen, den strittigen 2i Milliardenanspruch für das an Polen übergegangene deutsche Staatseigentum auszuscheiden, so bleiben bei der Aufrechnung der gegenseitigen Forderungen immer noch 460 Millionen, für die Deutschland einzustehen hat, bei der gespannten Kassenlage des Reichs zweifellos eine schwere finanzielle Belastung, die Deutschland aus dem Liquidationsabkommen erwächst. Aber an diesem gewiß harten finanziellen Opfer, das der Vertrag von Deutschland verlangt, dürste das Abkommen nicht scheitern, wenn es wirklich der deutschen Minderheit in Polen die Sicherung in ihrem Be- sitz und die Freiheit ihrer wirtschastlichen Betätigung gewährleistet, die die Reichsrcgieruno sich offenbar von dem Abkommen glaubt versprechen zu dürfen, wenn sie es den gesetzgebenden Körperschaften so angelegentlich zur Annahme empfiehlt. Nun ist es aber so, daß die Mehrzahl des deutschen Volkes jedem Vertragsabschluß mit Polen, möge er aus* sehen, wie er wolle, auf Grund der bitteren Erfahrungen der letzten zehn Jahre mit tiefstem Mißtrauen begegnet, weil man Polen einfach nicht mehr den guten Willen zubilligt vertraglich übernommene Verpflichtungen bona ticke zu erfüllen, ohne auf Hintertüren zu sinnen, durch die man sich ihrer mit einem Schein von Recht zu entziehen vermöchte. Solche Hintertüren bieten im Falle des Liquidationsabkommens zweifellos die polnische Agrarreformgesetzgebung, die schon seit Jahren ausschließlich dazu dienen muß, die Ent- dcutschungspolitik in den polnischen Westmarken voran zu treiben und ferner die Grenzzonen- Verordnung, die dem gleichen Zweck dient, wenn sie auch bis jetzt nur selten in Anwendung gebracht worden sein soll. Die polnischen Unterhändler sollen zwar in den Verhandlungen aewisse Zusicherungen gegeben haben, aber Deutschland weiß leider, was es von polnischen Versprechungen zu halten hat, zumal wenn sie nach jedem Regierungswechsel in Warschau abgeleugnet werden können. So ist es wohl begreiflich, daß sich in der deutschen Öffentlichkeit eine außerordentlich starke Mißstimmung gegen den Vertragsabschluß mit Polen bemerkbar macht, die dadurch nicht geringer wird, daß die Reichsregierung nach einer monatelangen Poli tik der Verschleierung nun durch eine gekünstelte Verbindung mitdemPoungplan die An- nähme des Polenvertrags entgegen aller schweren, ursprünglich auch von den bürgerlichen Regierungsparteien geteilten Bedenken, vom Reichstag erzwingen will. Das Zentrum hat im Preußischen Landtag einem Antrag der Rechten zum Siege verhalfen, der die preußische Staatsregierung beauftragt, im Reichsrat gegen den Polenvertrag zu stimmen. Ader Herr Otto Braun hat es nun, nachdem er feiner Partei durch die eigenwillige Berufung des Sozialdemokraten Grimme das Kultusministerium gesichert hat, nicht mehr nötig, auf Zentrumsgefühle Rücksicht zu nehmen, und weist die preußischen Regierungsoertreter im Reichsrat an, für den Polenvertrag zu stimmen. Auf das Verhalten des Zentrums im Reichstag wird man nun gespannt fein dürfen. Die Reichsregierung hat ja den Parteien, die sich etwas voreilig für eine Ablehnung des Polenvertrages stark gemacht haben, die Schwenkung nach Möglichkeit erleichtert. Wäh- rend es noch bis zur zweiten Haager Konferenz hieß, Poungplan und Polenabkommen hätten nichts miteinander zu tun, dem Reichstag stehe es selbstverständlich frei, den einen anzunehmen und das andere zu verwerfen, erklärt nun die Reichsregierung, beide feien zusammen anzunehmen, da eine Ablehnung oes Polenabkommens zur Folge haben könnte, daß die Gegenseite die Ratifizierung des Poungadkommens verweigere und das könnten wir wieder uns angesichts unserer Finanzkalamität nicht leisten. Darauf beginnen nun die bürgerlichen Regierungsparteienschon möglichst geräuschlos den Rückmarsch anzutreten aus einer im Gefühl überschätzter eigener Kraft und noch im vollen Bewußtsein der Gefahren des Polenvertrags bezogenen Oppositionsstellung. Herr Ulrich Rau- scher, Deutschlands Verhandlungsführer in Warschau, macht das Rennen. Vielleicht darf er dann zur Belohnung für feine ersten außenpolitischen Lorbeeren als Staatssekretär in das Auswärtige Amt einziehen, womit die Sozialdemokratie endlich auch hier festen Fuß gefaßt haben wird. Uns fehlt für diese Bocksprünge das Verständnis. Wir sind nur darauf gespannt, wie sich die bürgerlichen Teilhaber der Regierungskoalition aus der Zwickmühle ziehen werden, wenn sie heute anbeten sollen, was sie noch gestern kreuzigen wollten. Englands Vorschläge zur Seeabröstung. Eine Denkschrift für die Flottenkonferenz. - Das äußerste Entgegenkommen. London, 7. Febr. (TU.) Die britische Regierung hoi am Freitag der Flottenkonferenz eine Denkschrift übermittelt, die d i e a m l* lichen britischen Vorschläge für die Flottenabrüstung enthält. Sie geht von dem Grundgedanken aus, daß eine Verminderung der Flottenstärken nicht genügt und daß auch eine Vereinbarung über die künftigen Dauprogramme auf der Grundlage der Bedürfnisse der Länder notwendig ist. Deshalb wird vorgeschlagen, daß das 2lbkommen der Londoner Flottenronferenz bis 1936 laufen und 1936 eine neue Konferenz einberufen werden foU. 3m einzelnen wird dann vorgeschlagen: Ein Abkommen soll nicht nur über die Höhe der G e s a m t t o n n a g e der einzelnen Länder, sondern auch über die Größe der Schiffe der einzelnen Kategorien und die Höhe der jedem Land für die einzelnen Kategorien zustehenden Tonnage erzielt werden. Die britische Regierung lehnt für Großkarnpf- schisse, Flugzeugmutterschiffe uno Unterseeboote das Üebertragungsrecht ab, würde aber einer Uebcrlragung eines zu bestimmenden Prozentsatzes aus der Klasse der mit 21 Zentimeter bewaffneten Kreuzer in die Klasse der 15-Zenü- meter-Kreuzer zustimmen. Die britische Regierung schlägt weiterhin vor, daß die im Washingtoner Vertrag festgesetzte Anzahl von Großkampsschiffen bereits 18 Monate nach der Ratifizierung des aus der Londoner Konferenz sich ergebenden Vertrages erreicht werden soll, anstatt 1936. Großbritannien tritt weiter unter Beibehaltung des Washingtoner Kräfteverhältnisses für eine Verminderung d er Größe der Groß- k a rn p s s ch i f f e von 35 000 auf 25 030 Tonnen und Herabsetzung der Geschütz stärke von 42 Zentimeter auf 30,5 Zentimeter ein, sowie für eine Verlängerung der Lebensdauer von 20 auf 26 Jahren. Es begrüßt ein Abkommen, das die völlige Abschaffung der Grohkampfschifse ermöglichen würde. Für Flugzeugmutterschiffe wird für Großbritannien und die Vereinigten Staaten eine Gesamttonnage von je 100000 Tonnen an Stelle 135 000 Tonnen des Washingtoner Vertrages vorgeschlagen. Als höchste zulässige Größe werden 25 000 Tonnen sowie einer Verlängerung der Lebensdauer von 20 auf 26 3ahre empfohlen. 3n der Kreuzerfrage wird an Stelle der bisherigen Zweiteilung eine Dreiteilung vorgeschlagen: a) 10 000-Tonnenkeeuzer mit 21-Zenti- metergeschühen, b) Leichte Kreuzer mit 15-Zenti- metergeschützen bis zu Größen von 6300 bis 7000 Tonnen, c) Kreuzer unter 6000 Tonnen. Als Höchstgrenze für Zerstörer- Führerschiffe wird 1850 Tonnen, für Zerstörer 1500, als stärkstes Geschützkaliber für beide Typen 12 Zentimeter vorgeschlagen. Das auf 200 000 Tonnen angesehte britische Bauprogramm für Zerstörer könne herabgesetzt werden, wenn die Unter s ee b o o t s f o r de r u n g e n anderer Mächtevermindert würden. 3n der Unterseebootfrage will Großbritannien sich auf eine Verteidigungsstaffel beschränken und die Größe der U-Boote soweit als möglich verringern. Wenn die in der britischen Denkschrift zur Frage der Seeabrüstung gemachten Vorschläge angenommen werden, so werden innerhalb von 18 Monaten fünf Kriegsschiffe außer Dienst gesteUt werden. Rach Ansicht der britischen Sachverständigen stellt dies das Höchstmaß an Entgegen,kommen dar, mit dem sich Großbritannien im Interesse der Sicherheit und Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Kräfte einverstanden erklären kann. Amerikas Vorschlag. Frankreich unangenehm berührt, Italien hocherfreut, für Japan unannehmbar. London, 8. Febr. (WTB. Funkspruch.) Hebet die amerikanische Denkschrift scyreibt der Korrespondent des „Daily Telegraph": Diese Denkschrift ist wegen einer in Washington vorgekommenen Indiskretion mindestens 24 Stunden früher als vorgesehen, ausgegeben wordew Die französische Delegation ist von der ame- rikanischen Denkschrift nicht angenehm berührt. Die Franzosen haben den Eindruck, daß durch das energische Vorgehen Hoovers d i e Initiative auf die Vereinigten Staaten oder vielmehr auf die angelsächsischen Delegationen übergegangen ist. Die italienischen Delegierten sind dagegen erfreut, weil. Frankreich jetzt seine Tonnagezahlen mitteilen muh, und weil sie in der amerikanischen Denkschrift eine Verteidigung der italienischen Relativitätsdoktrin erblicken. Die japanischen amtlichen Kreise befleißigen sich einer gewissen Zurückhaltung. Der Vorschlag, nach dem Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Japan fünf bzw. drei und ein Panzerschiff abschaffen sollen, würde, obwohl sie auf dem Papier Japan zu begünstigen scheine, das Gleichgewicht der japanischen Flotte zerstören. Man glaubt, daß die Vorschläge in ihrer gegenwärtigen Form für Japan unannehmbar sind. Deutsche Schulnot in polen. Minderheitenpolillk Des Warschauer Unterrichtsministeriums W a r s ch a u, 7. Febr. (WTB.) Irn Sejm wieS der deutsche Sejmabgeordnete U11 a auf das krasse Mißverhältnis hin, das zwischen den kulturellen Bedürfnissen der deutschen Minderheit und den Leistungen des polnischen Unterrichtsministeriums besteht. Seit der Errichtung des polnischen Staates seien in Kongreßpolen allein über 400 deutsche Volksschulen geschlossen worden. Der Zustand im deutschen MinderheitZschulwesen sei unerträg- l i ch geworden. Die Schulbehörde Widers« tze sich den Vorschriften der Verfassung und die deutsche Bevöllerung suche vergebens bei der Regierung Berücksichtigung ihrer berechtigten Forderungen. Die deutsche Bevöllerung werde genötigt sein, die Verteidigung ihrer tulturettcni Rechte vor ei°nem anderen Forum zü führen. Württemberg und Baden. Karlsruhe, 7. Febr. (WTB.) 3m badischen Landtag wurde die Frage der Vereinigung Badens und Württembergs angesch.itten. Innenmin.stir Wilte- mann führte u. a. aus: 3m 3ntcreffe Badens dürste die Vereinigung mit Württemberg in einem gegebenen Zeitpunkt und unt?r gegebenen Umständen geboten sein. Run ist es aber nicht so, daß wir einen Fußfall tun müßten, damit uns Württemberg ausnimmt. Das badische Herbst in Apulien. Von Albert H. tausch. v. Trani. Von allen apulischen Städten an der Adria ist mir Trani von jeher die liebste gewesen. Sie war mir nah in eben dem Augenblick, m dem ich sie — vor vielen Jahren — zum erstenmal betrat. Aus Neigung wurde Liebe, und wenn mich heute mein Weg nach Ost-Apulien führt, nehme ich sie zum Mittelpuntt meiner Wanderungen und Ausflüge. Sie ist unendlich liebenswürdig, endlich gastfreundlich. Sie ist sehr zurückhaltend und vornehmen Gepräges. Sie ist — dieses letzte gewiß nicht das geringste — sehr schön. Wir kamen abends kurz nach sieben in Trani an und wohnten in dem reizenden, kleinen Albergo Italia. Es ist das angenehmste Gasthaus der Küste: mit Liebe gehalten, mit Liebe der Zeit angeglichen, ohne daß ihm dadurch seine besondere Art genommen würde. Es mag sein, daß der in Geschäften reifende Kaufmann lieber in Bari wohnt: es wird immer genug Freunde und Liebhaber des apulischen Landes geben, die dieses stille Haus in der stillen Stadt den geräuschvolleren Gasthöfen Baris vorziehen. Da ist kein Vestibül, in dem irgendwelche Menschen hin- und herrennen, da sinh keine großen Räume, In denen alle zu Hause fiift) und keiner: da ist ein ruhiger Speisesaal mit gewölbter Decke, gant in Weiß gehalten, von dem man bis in die Käme hinein sehen kann (man hört das Herdfeuer prasseln) — und weite, hohe, helle Zimmer, in denen man gerne verweilt, wenn man nicht unterwegs ist. Zimmer, in denen man lesen, arbeiten, schreiben kann wie bei sich zu Hause, Zimmer, in die das Geräusch des Straßenlebens anregend, nicht störend eindringt. Da ist eine Sauberkeit, die verwöhnt, und ein Betreut- (nicht Bedient-) werden, das es in keinem größeren Hause mehr gibt, weil das ewige Gehn und Kommen der Fremden gleichgültig macht gegen die einzelne Per- fon. Da ist ein alter Kellner in Frack und weißer Binde — möge er noch ungezählte Jahre dadleiden — der eine Würde hat, von der mancher der Gäste lernen könnte. Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig — und nicht mehr Beflisienheit, als man sich selber wünscht. Wir blieben lanae bei Tisch. Der schwere, dunkel- braune Moscato, der berühmte Wein von Trani, füllte unsere Gläser, füllte und weitete unsere Laune bis zu lauter Lustigkeit. Die Fenster standen ein wenig geöffnet, die Stimmen der auf- und abwogen. den Menge auf der Straße drangen in unser Lachen hinüber. Einmal erscholl Musik, von weitem her, und wurde bald wieder von der lauen, schwülen Nacht verschluckt. Hellblaues Wetterleuchten klaffte aus Wolken, die vom Meere herangezogen und sich zu Bergen ineinanderschoben. Obwohl Gewitter drohte, konnten wir es uns nicht versagen, noch spät bis zum Dom am Meer hinunterzugehen. So hell- erleuchtet die Hauptstraßen waren, so düster waren die Gassen. Welches Gewirr von engsten, aber tauberen Gassen in dieser kleinen Stadt! Welche Bogengänge, Binnenhöfe, Treppenläufe unter Arkaden, bis hoch hinauf in die oberen Geschosse. Welche Loggien und Balkone. Wie kühl muß es in diesen uralten Gebäuden, die oft genug an „Palazzi" gemahnen, im Sommer sein .. wie wenig müssen ihnen die Winterstürme der Adria anhaben können .. Durch die Oesfnung eines Vicolo traten wir auf den freien Platz am Meer, der die Kathedrale trägt. Ihr schmaler fteilragenber Glockenturm stand, umflammt von hyazinthblauen Blitzen, gegen den drohenden Nachthimmel. Im Hohlen seiner schlanken, romanischen Fenster, fingen sich die blauen Feuer. Sie glitten hastig, unaufhörlich, über die bleiche Fassade, küßten die traumhaften Säulen und Knäufe der Rundbogen einer früheren Loggia, welche jetzt als Blenden neben dem Hauptportale in der Mauer ruhen, und zauberten immer wieder — nur sekundenlang — die überreichen Steinranken und Tierornamente des Eingangstores, ja selbst das Filigran- und Figurenwerk der berühmten Bronze- türe in das gebannte Auge .. Sie liefen die Stufen der breiten Freitreppe hinunter bis auf die seitliche Mauerbrüstung, die niedrige, die auf das Meer weist. Welches Me«r in dieser herbstlichen Gewitter- nacht. Die warmen Winde stöhnten, seufzten über den fiebernden Wogen, die stahlblauen Schwerter rifjen die entferntesten Horizonte auf, ihr jäher Glanz funkelte in Wellenmulden nach, lief gegen die Ufer mit und zerbrach an der Böschung .. Die langhintrommelnden Donner kamen näher .. Wir wandten uns zur Heimkehr. Zu spät. Der Wolkenbruch überraschte uns an der ersten Straßenecke. Wir flüchteten in einen Binncnhof. Fast eine Stunde lang wütete das Wetter. Dann erst konnten wir uns durch triefende Gassen nach Hause tasten. Die Schritte hallten an den toten Wänden. Kein Mensch war um diese Stunde noch draußen. Es war lange nach Mitternacht. Als wir vor unserem Gaschos angekommen waren und die Blicke aufwärts wanden. sahen wir, daß Sterne funkelten Die Lust war stark und wunderbar belebt. Die feuchten Palmenwedel vor S. Francesco schlugen im reinen, gekühlten Wind. Schweres, bröckelndes Gold, hingen | die Sterne im Nachtraum. I In der Frühe des nächsten Tages faß ich an der Südostseite des Hafens, da, wo man den Blick auf die gefüllteste Schichtung der Häuserwände und der Dächer des alten Trani hat. Es war ein heißer, dunkelblauer Frühlingsmorgen. Goldbraune Segel lagen zur Ausfahrt bereit. Mich hielt das weiße und gelbe Gewühl des Hafenbogens .. Immer wieder: Levante .. Orient .. Dann ging ich hinüber in den schönen,, stillen Park, in dem die dunkelblauen Winden blühten .. Und blieb an der blendenden Steinbalustrade, dicht über dem Meere .. Dergißmeinnichtspiegel. Soll ich hinausrudern? Nein. Ruhen am Rande. Blaue Winden bis auf meine Schläfen niederhängend Süße Kelche mit hellroten Zungen. Hauchend gegen glücklichen Mund. Abenteuer des Fallschirmspringers. 3n unserer unromantischen Zeit ist der Beruf des Fallschirmspringers einer der wenigen, die in den Augen der großen Menge noch mit dem Reize des Geheimnisvollen umkle'.det sind. Daß man es aber auch hier mit ganz natürlichen Dingen, mit einer Auswirsiing Physi- | kalischer Gesetze zu tun hat, die sich trotz aller gefährlichen Zufälle in hohem ®ra'>e vorhersehen und beherrschen lassen, davon plaudert John Tranurn, der 3nhaber der Weltmeisterschaft für Falsichirrnabsprünge, in einer englischen Zeitschrift. „Gewöhnlich stellen sich die Leute einen Fallschirmspringer als eine Art milden Geisteskranken vor und sind dann ganz überrascht, in ihm einen Mann zu finden, der Fallschirme genau so prüft wie ein 3ngenieur eine neue Maschine und ebensowenig an seinen Ruhm und an Sensation, sondern an die Festlegung wissenschaftlicher Tatsachen denkt. SS würde töricht sein, wenn ich versichert«, daß das Fallschirmspringen eine ganz sichere Angelegenheit ist und nicht mehr Wagemut und Geschicklichkeit erfordert als der Sprung von einem fahrenden Omnibus. Am dichtesten hat mich der Tod bei einem Sprung auf einem 3ahrrnarkt in Amerika gestreift. Einer meiner Tricks bestand darin, ein Seil im Mittelpunkt des Fallschirmes zu befestigen. Rach meinem Absprung zog ich diese Leine, bis der Fallschirm wie ein leeres Eiscreme-Hörnchei aussah. Dann, nachdem ich einen Teil meines Falles in dieser Weis« zurückgelegt, ließ ich die Leine loS, um in der normalen Weise herabzufallen. Aber an diesem Tage kam es anders: das Seil in der Mitte riß, verwickelt« sich und verhinderte das Deffnen d«S Schirmes. Zum Unglück war die Stelle deS Schadens 4 Meter über mir und ich fiel mit unglaublicher Geschwindigkeit immer tiefer der Erd« zu. Da gelang es mir glücklicherweise, mich an den Stricken hochzuarbeiten, den hindernden Knoten.zu lösen. Avrr ich landete mit einem Ruck, der a'le meine Knochen durcke.n- anderwarf. Einmal habe ich eine Fall'chirm- springerin gerettet, deren Fallschirm an dem Flugzeug hängen geblieben war und sich nicht öffnen konnte: sie selbst hing ar.gcflammert an seinem Ende. Cs gelaig mit, zu ihr hinabzu- Hettern und sie aus ihrer gefahrvollen Lage zu befreien, indem ich sie ins Flugzeug hinein- holte. Wiederholt habe ich mitten in der Luft meinen Fallschirm mit dem eines andern Svrin- gers getauscht, was ganz abenteuerlich klingt, in Wirklichkeit aber ein Kinderspiel ist, und andere Dummheiten im Flug ausgeführt. Schwierig ist auch in meinem Beruf, wie in allen Dingen, der Anfang. Beim ersten Versuch eines Absprungs sind die empfangenen Eindrücke alles andere als angenehm. Ich habe Anfänger gesehen, die die gräßlichsten Grimassen zogen, wem sie sich dem, was sie für den sicheren Tod hiel.en, entgegensa'len ließen. Aus dem Scha'ott kann ein zum Tode Geführter keine größere Todesangst in den Mienen zur Schau tragen. Einig« starren wie gebannt zur Erde wie ein Vogel auf eine Schlange, andere bissen die Zähne zusammen und schlendern sich hinaus, während noch andere mit einem Blick auf ihre zurückbleiben- den Kameraden sich einfach loslasien. AUe aber sind eine Deute einer krankhaften Hysterie, die sie alles vergessen läßt, was sie in 10 bis 12 Wochen des Unterrichtes auf der festen Erde gelernt haben. Wenn sie aber erst einmal ihren ersten Sprung hinter sich haben, dann lachen sie über ihre Aengste. Ein regelrechler Fallschirmabsprung muß sich folgendermaßen vollziehen: Rach einem Blick auf das Gelände unten und Abschätzung der Entfernung, was gar nicht schwer und Uebungs'ache ist, stößt man sich ab und springt Dom Flugzeug. Man wird nicht, wie oft geg'aubt wird, zunächst rundum gewirbelt, sondern fällt gleich in der naturgemäßen Lage des Falles, d. h. kopfabwärts. Eine andere Möglichkeit für den Fall gibt es gar nicht. Wenn man sich von der Flugmaschine losgemacht hat, muß man den Oeffnungsring des Fallschirmes, der bei allen modernen Apparaten am Sih angebracht ist, ziehen. Durch diesen Zug löst sich die Der- scknurung des Fallschirmes, und «s geht in luftiger und sicherer Fahrt abwärts zur Mutter Erde. Sobald sich der Fallschirm geösfnet hat, nimmt der Flieger eine aufrechte Stellung ein. Ich habe an viele Dinge während meines Fluges gedacht, aber nie mir darüber Gedanken gemacht. waS bei der Landung geschehen würde.* Ltz Lerh.alb y?1<6iffe JlÄ °^"n e n bar Arres,e JJ Gleich^ lann. K ^rt' Stälifu '"ehmb«. Luch-) Hebe? • Sottc‘ ■inH W ^gtvn t)Otae. n <£tun^ n tootben. Die i‘ b°n der ame- genehm be. ' .Eindruck, da) Hoovers die ereinigten ^ngelsäWchm, e ltalleni- >en erfreut Mahlen mit- amerikamschen :t Üalimil^en kreise besleißi« hing. Der Bor- ' die Tkteinig- »• drei und ein >rde, obwohl sie anstigen scheine, lapanischen aubt, baf) die 'n Form für i Wx ßax^autt umtz ) 2m Sejm wies Altta auf das fischen den sulchen Minderheit yen Anterrichls- Crrichiung des ongrchpvlen e Tollsschu- Ser Zustand im fei unerträg* de widerfehe :fafiung und die ergebens bei Ijrer öerechügien erung Werte ce* Herr UWwEau ,xv Forum yi Jaden. ®Ä) 3m babi* rage der Der- d Württem- nminjt:r Mte- Intereffe W Dürilnberg m ) unt.r gegebenen 2un ist es aber fall tun mußten, mint ^aS babjff ^mTgiüÄ' ochiuarbelten, den Aber ich e Knochen butfa" eine llschir-n an -r und sich w a^-ilammrrian “ ihr hxnabzu WA.S ''iamtern ®ti’' nes andern " n'Ä rfts? L Anfänger S« "Ä'S ^SL sAs °^a^hfierto, d^ jaften 10 fgi ms 6tic auf der.ihren ^rnnWrte vollzi^^ -r-naße" und 0clan?rn^^ hum A Lage des .rgc-^E ihr^ sanken F Land bat Werte kultureller und wirtschaftlicher Art genug, die auch unserem württemberglschrn Aachbar begehrenswert erschrrnen können. Schließlich labt sich auch das Verhältnis zur Seit schiedlich und friedlich nach dem Grund,atz eines einheitlichen Wirtschaftsgebiets regeln. Kleine politische Nachrichten. Der Aeichsernährungsminister wird die Bereitstellung von 20 Millionen ansordern zur Magazinierung von Roggen. Vorausgesetzt, dah dieser Antrag die Zustimmung des Kabinetts findet Ware mit einer Entlastung des Marktes um mehr als 100 000 Tonnen zu rechnen. Der zu magazinierende Roggen wird von den dazu berufenen Stellen gekauft und bleibt beim Verkäufer liegen, so daß er bis zu einem geeigneteren Zeitpunkt vom Markte ferngehalten bleibt. Der Herr Reichspräsident hat dem Präsidenten von Mexiko anläßlich des Mißlingens des auf ihn verübtm Attentates telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen und der Hoffnung auf feine und seiner Familie baldige Genesung Ausdruck gegeben. • Der Herr Reichspräsident hat sich im Hinblick auf die ungünstige wirtschaftlich- Lage entscholfsen, die üvlichen parlamentarischen Abende in diesem Jahre a u s f a l l e n zu lassen und den hierdurch ersparten Betrag der Hindenburgspende zur Linderung berRot unter den Kriegerhinterbliebenen und Kriegsbeschädigten zu überweisen. Auch die Reichsregierung hat einen entsprechenden Beschluß gefaßt. • Am Freitagnachmittag besuchte Reichspräsident von Hindenburg das Reit- und Fahrturnier am Kaiserdamm, wo er mit dem Präsentiermarsch und nicht endenwollenden Hochrufen des überfüllten Hauses begrüßt wurde. * 3m Preußischen Landtag haben die Deutsch- nationalen einen Mih t ra u en s an tr a g gcgm den Ministerpräsidenten eingebracht, der damit begründet wird, dah entgegen dem Landtagsbesch luh die Vertreter des preußischen Staatsministeriums im Reichsrat für das Abkommen mit Polen gestimmt haben. Mit Zustimmung des Staatsministeriums hat der Polizeipräsident von Berlin die König- gräher Straße in Stresemann- Straße umbenannt. Damit entfällt der Beschluß der Siadtvervrdneten, die Tiergarten» und Lenne-Straße umzubenennen. Von der preußischen Regierung ist für das Oberpräsidium in Pommern der bisherige Regierungspräsident von Stettin von Halfern in Aussicht genommen, der der Deutschen Volkspartei nahesteht. Sein Rachfolger soll der bisherige Vizepräsident der Stettiner Regierung T e r w i l werden, der der Sozialdemokratischen Partei angehört. Der Papst empfing den Sekretär der Faschistischen Partei, Turati in 1''.stündiger Sonderaudienz. 3m Anschluß daran stattete Turati, der die große Uniform der Miliz- mit Ordensauszeichnungen trug und dem die Schweizergarde die Ehren erwies, dem Kardinalstaatssekretär einen Besuch ab. Aus aller Welt. Der Bau der Zugspißbahn Hal den höchsten Punkt erreicht. In der Nacht zum Samstag erfolgte auf einer Höhe von 2650 Meter am Ende des 4,4 Kilometer langen Tunnels der Zahnradbahn auf die Zugspitze de r D u r ch st o ß zum Platt. Dieser Durchschlag bedeutet die Vollendung eines wichtigen Bauabschnittes. Mit diesem Stollen ist der höchste Punkt der Zahnradbahn erreicht worden, an dem die Bergstation und das große Hotel am Platt entstehen werden. Der Fall Meußdörser. Zum Fall Meußdörser wird noch bekannt, daß die Schwester Schuberths ihren Bruder im Gefängnis besucht hat. Als sie ihm mitteilte, daß seine Frau keinen Pfennig bekommen habe, brach er in Tränen aus. Auf weiteres Zureden sagte Schuberth, er wolle die Wahrheit sagen. „Alles, was ich sagte, war e r - logen. Ich war nicht in der Villa, ich war an jenem Abend überhaupt nicht aus dem Haufe." Popp hat ohne Kenntnis von Schuberths Widerru fein Geständnis, daß er in der Nacht vom 4. zum 5. Dezember mit Schuberth in der Villa Meußdör- fers eingedrungen fei, ebenfalls widerrufen. Lebenslängliche Gefängnisstrafe wegen Diebstahls. 3n R e u y o r k wurde eine 28jährige Frau wegen eines Ladendieostahls zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Sie hatte sich dieses Vergehens zum vierten Male schuldig gemacht, und nach dem vor kurzer Zeit angenommenen, nur für den Staat Reuyork gültigen sog. Baumer- geseh steht auf das vierte Eigentumsdelikt einer Person Gesängnis für Lebenszeit. Dies ist der erste Fall, wo das Gesetz gegenüber einer Frau zur Anwendung ge'angt. Die ge- stohlenen Waren bestanden aus einer Flasche Parfüm und Schlafanzügen im Gesamtwerte von noch nicht 100 Dollar. Pilsudskls Autopark. In der polnischen Oppositionsvreste werden Angriffe gegen die höchsten Behörden laut wegen verschwenderischer Ausstattung mit L u x u s a u t o s. So wird festgestellt, daß die Autokolonne des Präsidenten der Republik und seiner Kanzlei aus 22 Personenwagen besteht, während das Heeresgeneral i n f p et- tora t sogar über 50 Personenwagen verfüge. Demgegenüber wird heroorgehoben, daß der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nur 5 und der König von Belgien sogar nur einen Kraftwagen besitzt. Aus der provinzialhauptstadi Gießen, den 8. Februar 1930. Freundlichkeit. Es wird so viel geredet und geschrieben, wie die Menschheit sich das Mit- und Rebeneinanderleben erleichtern und angenehmer machen könne, und wenn man all die guten Ratschläge auf ihren Kern untersucht, so indet man bei ihnen etwas Gemeinsames, das ich kurz ausdrücken läßt mit den Worten: „Seid Freunde untereinander! Seid freundlich!" Wenn man sich das einmal recht überlegt, findet man, dah es doch eigentlich gar nicht schwer ist, zu seinen Mitmenschen freundlich zu sein. Aber wie ost trifft man Leute, bei denen von Freundlichkeit keine Spur zu finden ist. 3a, es ist beinahe so, daß sie unter den Menschen beim täglichen Verkehr und Zusammensein fast eine auffallende Erscheinung geworden ist. Wer hat nicht schon erlebt, daß in der Eisenbahn, in der Elektrischen, oder im Verkehrsauto alle Plätze beseht waren, womöglich noch von jugendlichen Fahrgästen, aber selten einmal jemand sich erhob, um einem einste'genden alten Manne oder einer Mutter mit ihrem Kinde auf dem Arme den Platz anzubieten. Wenn es dann einmal so ein kleiner Bursche doch noch wagte und seinen Sitzplatz dem müden Erwachsenen anbot, wie angenehm fiel das auf. 3ch glaube, man erzieht die 3ugend zu wenig zur Freundlichkeit, an den Erwachsenen kann sie es heute leider auch nicht von selbst abgucken. Wer besucht nicht gern einen Laden, wo man zuvorkommend begrüßt und mit freundlichen Worten nach feinen Wünschen gefragt wird? Die steife und etwas kühle Redensart: „Womit kann ich dienen?" entpuppt sich leider manchmal als nicht ganz ehrlich gemeint. Manchem Verkäufer, mancher Verkäuferin ist es mit dem „5/ienen“ nicht so ernst gewesen. Unb doch kann man gerade von der Mehrzahl der Geschäftsleute auch heute noch „Freundlichkeit" lernen. Ganz besonders angenehm berührt es wohl jeden Kunden, toerm man sich in einem Geschäft beim zweiten oder dritten Besuch auch wiedrrerkannt fühlt. Mir geht es wenigstens so. 3ch bekomme da so ein wohltuendes persönliches Verhältnis zu dem Laden, der nur meine Stiefel, meine Anzüge, meine Hüte usw. verkauft und suche ihn dann immer wieder gern auf. 3a, Freundlichkeit wirbt! Das gilt übrigens nicht nur für Geschäftsleute, sondern auch allgemein unter den Menschen. Komme ich jemandem freundlich entgegen, wird man sich mir gegenüber nur in allerseltensten Fällen mürrisch, kalt oder abweisend verhalten. Mein D:ruf bringt es mit sich, dah ich mit Leuten der verschiedensten Schichten zu reden und zu unterhandeln habe. Alle sind sie für Freundlichkeit empfänglich und erleichtern mir dafür meine Berufsarbeit nicht unerheblich. Wie freut sich gar eine Mutter, wenn man zu ihrem Kinde ein freundliches Wort spricht! Llnd die Kinder selbst! Wer ihnen freundlich entgegenkommt, gewinnt ihr Herz im Fluge, und in feinen Händen werden bann alle gefügig und lenkbar. Alle, die viel mit Kindern umzugehen haben, sollten dieses leichte Hilfsmittel stets im Auge behalten. Richt immer ist es ganz leicht, zu unserem Rächsten freundlich zu fein. Man läßt sich doch leider so sehr von Aeuherlichkeiten beeinflussen. Wie viele unter unseren Mitmenschen scheinen, ihrem Aeuheren nach zu urteilen, alles andere mehr als liebenswert zu fein. Dafür find sie selbst natürlich nicht schuldig zu sprechen. 3a, die meisten leiden mehr davunter, als wir zu glauben wagen. 11 nb wie bankbar ist gerade so ein etwas stiefmütterlich von ber Ratur Behandelter für ein freundliches Wort, einen freundlichen Gruß ober ein kleines, liebenswür- biges Gespräch! Er fühlt sich gehoben unb gestärkt, bie Minberwertigkeitsgefühle, die ihm oft das Leben unter den Menschen schwer machen, werden ausgelöscht durch ein bißchen Freundlichkeit, das man ihm erwiesen hat. Mängel unb Fehler haben wir boch schließlich alle unb leiden mehr ober weniger barunter; warum sollten wir uns zum Ueberfluh bas Leben auch noch durch Unfreundlichkeit verbittern? „3a, aber wenn mir der Mensch boch gar nicht zusagt I" Dann soll man erst recht freundlich zu ihm fein. Mit gutem Willen geht es, unb man wirb es nicht zu bereuen haben. 3ch las einmal ein seines Wort von Moltke: „Laß dir's gesagt sein, baß Freunblichkeit gegen jebermann bie erste Lebensregel ist, bie uns manchen Kummer sparen kann, und daß bu selbst gegen bie, welche bir nicht gefallen, verbinblich sein kannst, ohne falsch unb unwahr zu werben. Die wahre Höflichkeit unb ber feinste Weltton ist bie angeborene Freunblichkeit eines wohl» wollenben Herzens." Beherzigen wir alle biese Worte! 3. Bornotizen. — Tageskalen ber für Samstag. G.D.A.: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, Eisenbahnhotel, Hopfeld. — Kavallerieverein: Iahres- versammlung. 20.30 Uhr. — I. Reichskurzschrift- gesellschaft „Gabelsberger" unb Damenabteilung e. 03.: Maskenball, 20.01 Uhr, in ber „Stadt Lich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bruder Bernhard" (Der Eremit) und „Sein Herzensjunge". — Astoria-Lichtspiele: „Gefangene deS Meeres" und „Das Haus ohne Männer". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Drei alte Schachteln", 18 bis 21 Uhr. — Baseler Mission: Missionsfilmvorführung, 20 Uhr, in ber Stadtkirche. — Stadtmis- fion, Löbcrstraße: vormittags 9 Uhr; nachmit- tags 15 Uhr: Soldaten- unb Schutzpolizei.Missionskonferenz"; 20 Uhr: Evangeliums- unb Wis- sionsversammlung. — Verein „Oberhessisches Damenheim": Wohltätigkeits-Aufführung „Die Eis- königen", 17 Uhr, auf ber Lieb gshöhe. — Co he- Bund: „Alte Haus- und Kammermusik", 20 Uhr. Reue Aula. — Lukasgemeinde: Vortrag mit Lichtbildern „Menschen und Städte in 3talien", 20 Uhr, im Lukassaale. — Oeffentliche Vorträge über Physiologie: 3. Vortrag „Die Funktionen des Rervensystems" (Vortragender: Prof. Dr. Türker), 11.30 Uhr, im Physiologischen 3nstitut. — Ehem. 23. Dragoner: Iahreshauptversamm- lung, Andres. Sonnenstraße. — Lich'.spiechaus. Bahnhofstraße: „Bruder Vernarb" (Der Eremit) und „Sein Herzensjunge"; vormittags 11.15 Uhr: Kulturfilm-Frühvorstellung: „Blaue Adria". — Astoria-Lichtspiele: „Gefangene des Meeres" und „Das Haus ohne Männer". — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Das nächste Konzert findet Donnerstag, 13. Febr, im Stadttheater als II. Sym- phoniekonzcrt statt, für welches das Meininger Landestheaterorchester unb Frau Paula Regner (Klavier) als Solistin gewonnen sind. Frau Hegners große Kirnst hatten wir schon öfter zu betounbern Gelegenheit; sie wird das ^s-Dur-Klavierkonzert von Mozart spielen, um so erfreulicher, als seit vielen 3ahren ein Mozartsches Klavierkonzert hier nicht mehr gehört wurde. Gehören boch biese Konzerte zu Den Perlen unserer klassischen Muftk. Das Meininger Lanbestheaterorchester ist noch von ben Zeiten her hier hochgeschätzt, ba es unter Max Reger spielte. Es hat seinen künstlerischen Ruf nicht eingebüfit, wie bie Besucher ber Kurkonzerte in Bab-Rauheim im 3ahre 1929 (seit welcher Zeit bas Orchester als Kurorchester im Sommer bort tätig ist) bestätigen können. Das Orchester wirb unter Leitung des Herrn Univer- sitäts-Musikdireltors Dr.Temesvarh außer ber Ouvertüre zur 3phigenie von Gluck bie große IV. Symphonie in E-OEoIl von Brahms spielen. Das Konzert verspricht für jeden Musik- freunb einen erlesenen Kunstgenuß. (Räheres in ber Anzeige.) — Der G oe the-Dund bittet uns, an biefer Stelle nochmals auf ben morgen, «Sonntag, abenb ftattfinbenben Kamrnermus.kabenb bes Harlan-Lu:as-Dui>Trio auf historischen 3nftru- menten hinzuweisen. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Wohltätigkeitsaufführung „Die Eiskönigi n“, die zum Besten des Vereins „Oberhessisches Damenheim" am «Sonntag» unb Montagnachmittag im Saale ber „Liebigs- höhe" stattfindet, sei nochmals ber Beachtung unserer Mitbürger empfohlen. Reger Besuch im Interesse ber guten Sgche wäre sehr wünschens» teert. — Ein Missionsfilm von ber Baseler Mission „Das Licht scheinet in ber Finsternis" wirb am morgigen «Sonntag, 20 Uhr, in ber S*a')tkirche vorgeführt. Der Film berichtet von ber M ssionsarbeit in 3nbien. Räheres in der heutigen Anzeige. — KaufmännischerVerein, Ortsge- werbeverein. Montagabend in der Reuen Aula Harlan-Lucas-Duis-Abend, „Alte Kammermusik". (Siehe heutige Anzeige.) — Die Gießener H o ch s ch u l g e s e lisch a f t fünöigt in unserem heutigen Anzeigenteil für Dienstagabend einen Vortrag von Prof. Dr. Weber, Halle, über „Die Religionen der Römischen Kaiserzeit" an. Der Vortrag findet im großen Hörsaal der Umversität bei freiem Eintritt statt. — Der Gemerndeverein der LukaS- gemeinde kündigt im heutigen Anzeigenteil an, dah er am 23. Februar in ber 3ohanneskirche eine musikalische Abenbfeier veranstalten wird. Interessenten seien auf diese Voranzeige hinge- teiesen. • * Straßensperre. Die Goethestraße zwischen dem Seltersteeg unb ber Iohannesstrahe wirb wegen Ausführung der Kanalanschlüsse am Reubau der Gewerbebank vom kommenden Montag ab auf 14 Sage für den Verkehr von Fahrzeugen aller Art gesperrt. ** Minister Korell spricht in Gießen. Wie bie Deutsche Demokratische Partei im heutigen Anzeigenteil befanntgibt, spricht Minister Korell am kommenden Montagabenb im Cafe Leib über das Thema: „Wie kann bem Gewerbe unb ber Lanbw ir tschaf t geholfen to erben?" In ber Anzeige wird betont, daß freie Aussprache stattfindet und Anregungen erwünscht sind. ** Das Vorlesungsverzeichnis der Landes-Universität für das Sommer- Semester 1930 ist jetzt erschienen. *• Fremdenvorstetlung im Gießener Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am kommenden Sonntag, 9. Februar, dürfte ben auswärtigen Theaterbesuchern in ber Frembenvor- stellung ein befonberer Genuß bevorstehen. Die Frankfurter Operetten-Gastspiele (Direkter Baars) gastieren mit ber alten Schlager-Operette „Drei alte Schachteln" von Walter Kollo. Die VorsteUung beginnt um 18 Uhr. Ermäßigte Opcrett.npreise. ** Die Museen sinb am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. *• D i e Erhebung bes Marktstandgeldes auf ben Vieh- unb Krämer- Märkten betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil. Die neue OrtSsatzung ist bereits tn Kraft getreten. • • Diehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Rutzvieh-)Markt statt, bem am Mittwoch Schweinemarkt folgen wird. • • (Sin öffentlicher Impftermin findet am nächsten Mittwoch in der Turnhalle der Goetheschule. Westanlage, statt. Räheres in der heutigen Bekanntmachung. ** Eine Ausstellung von Mu st er- küchen mit elektrischer Beleuchtung wird von der Elektro-Gemeinschast Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Die Anzeige sei unseren Mitbürgern zur Beachtung emp° ohlen. * • „Homberg (Oberhefse n).' Das hessi- che Gesamtministerium hat auf Antrag ber Stadt Homberg im Kreise Alsfeld beschlossen, daß die Gemeinde in Zukunft „Homberg (Oberhef- e n)“ zu benennen ist. Oie Wetierlaqe. X~Rost 5 ■b Still vj iVnt frekaa 7.FeDruar. 1930 T aods. Pat U /cbr. VON 20 bis 22 ‘/fUbr ig.Vlenskaa m.-orsk. Do wirst mich heiraten Luusptel in 4 Alien von Vonlß BerneuiU Mittwoch l^.oebr. VON 20 bis 22 Uhr ig.minwom-iiö.'Btn. mufil Sittcngemälde in vier ibilbern von Frank Webektnd. Tounerstag. den 13. .yebruar: von 19', bis 21', Uhr Siegener Sonzerwereln 2. SympnoniekiDzert VeltutiQ Ür. Steian Temesvary. Orchester des Meininger VmtbeiMbcö* tetö.Soltitin. Paula Hegner am 5Uavter. .vtetiaa, 14.Jcvr., aon 19'/, bis 2d Ubr 20.3re.laB-yD.-DottL Die anoeie Seite (joutneus 6nö) Drama m 3 Akieit von R. L. Sheriff. Lonntag.16.Fcbr. Auizer Abouneiueni <>remben Vorstellung von 18 bis 20'/, Uhr 3utn letzten Male Do wirst mich heiralei VuitlDtel in 4 Akten van Voutfi Berneuil. unübertroffen HalllDarKeit Lvarr nimmt Slunbcn an a Ausbessern t on Kleibern u. Wäsche. An» fertigen vonKnaben- anAÜflen. Stbr. Ang. u.0939a.d.Giest.Anz. werden auch beim Rauchen nicht abgestumpft. Siebeseltiger mit 1 bis 2 Kaiser'i Brust-Caramellen den unangenehmen Nikotingeruch, verhüten rauhen Hals und kräftigen Ihre Sprechorgane. Bei Husten. Heiserkeit und Katarrh sind sie das rasch und sicher wirkende Mittel. Meh; »Is 15 000 Zeugnisse. Beutel 40 Pfg. Dose 90 Pfg. Nehmen Sie nur Kaiser^ Brust-Car eilen Saatgut! Vertreter d.b.d. Land wiilech guteingefs. z Verk. v. Saat g. iKart.. HaL Gersteusw.lz. Frühjahrs lief. peg. hohe Prov. ges. Landw. bev. 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Auch Deutschlands Ent- woffnung ist bis auf einen geringfügigen Rest be= moffneter Macht, der für die Geltendmachung sei- ■ vrtl6t. kgieS w «ES* ,mi‘u. re£ 'Mwx\ "ievhvnM avncuen “■ oebt. sioo iileipg..... gutes Neues mit Begeisterung anzuerkennen. Des gleiche gilt von der Wirtschaft, die, auf den Weltmarkt angewiesen, ebenso wie das übrige Volk cire aufrichtige und friedensfördernde Politik von i'ter deutschen Regierung verlangt hat und sie auch na Interesse ihrer Existenz in aller Zukunft ver- i'argen muß. * * * stiemand, der Deutschland 1918 und jetzt gesehen !rt, wird behaupten, daß die Deutschen gezögert a.ben, an die Arbeit des Wiederauf- au es zu gehen. Das Land war ohne Nahrung, ?hne Metallvorräte. Alle Verkehrsmittel waren ab- zerutzt bis zur Zerstörung. Sämtliche Fabriken ar- hiteten mit Ersatzmaschinen, und 99 Prozent der Stadttheater SonnM.S-M/ s SSfiSSf 1 yn neu« KStz von WlJ Bon ^eiangE^s Ä MßSöD0) , (jomüYiificrt TIOOIO £ (göetij Ws Miii oop Die ganze Politik des Deutschen Reiches seit »Kriegsende hat keinen anderen Gesichtspunkt, kann (nid) logischerweise keinen anderen Gesichtspunkt halben als ein aufrichtiges Suchen nach möglichst er- rräglichen Abgrenzungen feiner Lebensinteressen ge- ;jen die seiner Nachbarn. Die die ganze Welt über- nischende Stärke, die Deutschland im Kriege gezeigt ■bil, verführt die deutschen Nachbarn häufig dazu, ?be i ihren Kriegsentschädigungsforderungen diese inrgerordentliche Kraftentwicklung während des Kriegs zum Maßftabe ihrer Nachkriegsforderungen zu machen. Es werden infolgedessen oft Bedingungen 'i'xigefteUt und Summen von Zahlungen genannt, bie keine andere Nation leisten könnte, und bte auch für Deutschland selbst dann zu schwer fein mürben, wenn die deutsche Arbeitskraft völlig wie- t>? r hergestellt wäre. Man muß die wechseloolle Ge- ichlichte der europäischen Konferenzen zur Erledigung der durch den Krieg aufgeworfenen Probleme ein» nid unter diesem Gesichtspunkt betrachten, wofern mein die deutsche Lage würdigen will. Es hat sich jcbesmal um ein die deutsche Nation gefährdendes Zuviel an Forderungen der ehemaligen -ZU USfg! Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 8. Sebruar 1950 Bevölkerung hatten Mangel an der allernotwendig- ten Bekleidung. Man erinnert sich vielleicht noch der Einzelheit, daß es keine Windeln mehr gab und die Säuglinge in den Großstädten in Zeitungspapier eingewickelt werden mußten. Von diesen Zuständen gibt es äußerlich in Deutschland keine Spuren mehr. Man reift durch ein anscheinend blühendes, wohlgeordnetes Land, in dem das Schaffen und die Arbeit niemals ruhen. Trotzdem verbergen fich unter dieser jeden Fremden überraschenden Aktivität immer noch die alten Sorgen, rühren sich die alten Probleme, die nur zu einem geringen Teile ihre Lösung gefunden haben. Die gesamte Wirtschaft des deutschen Volkes sieht manchmal wie das Problem aus, aus der Mark mehr als hundert Pfennige zu machen. Es gibt nirgends einen Ueberschuß an natürlichen Hilfsmitteln, die verteilt werden können, außer Kohle und Kali hat Deutschland keine nennenswerten Rohstoffe zu eigen, sondern es handelt fich immer darum, durch welche organisatorischen Mittel, durch welche neuen Erfindungen läßt sich das Vorhandene strecken, um mehr Menschen Arbeit und Brot zu geben. Die deutsche Arbeit bekommt dadurch zwar größere Intensität und wird aus sich heraus ztt immer größeren Leistungen getrieben, sie ist aber auch gegen jeden Einfluß, jede Störung von außen besonders empfindlich, noch empfindlicher als die Arbeit auch solcher anderer Länder, die mit ihren Produkten auf den Weltmarkt angewiesen sind. Weil in Deutschland fast alles erarbeitet werden muß und nur das Notwendigste, und auch das nur knapp, fich durch natürliches Wachstum ergänzt, wird jeder Verlust an Erarbeitetem ein schwer ersetzbarer Ausfall. Aus diesem Grunde muß Deutschland als Lebensschntz seiner Bevölkerung und, um der Verelendung vorzubeugen, eine komplizierte Sozialpolitik treiben und muß gleichzeitig peinlich daraus achten, daß diese Sozialpolitik nicht die Grenzen überschreitet, die durch Leistungsfähigkeit der Staatsfinanzen und durch die Wirtschaftskraft selbst gesetzt sind. * * * Die Passiva der Bilanz des deutschen Lebens sind die Tributzahlungen an die ehemals feindlichen Länder, die ungeheuren Lasten im Innern, deren Steigerung fast auf allen Konten sich gleichfalls auf den Krieg zurückführen läßt, und die Verzinsung der zum Wiederaufbau des Landes hereingenommenen fremden Gel-I der. Zu dem letzteren Punkte ist zu bemerken, daß I im Jahre 1923, nach der Inflation, so gut wie alles | Geld aus Deutschland verschwunden war. Das „Wunder der Rentenmark" war an sich kein neri- geschaffenes Kapital, sondern war ein neues Vertrauen schöpfen in ein neues Geldzeichen mit deutscher Prägung. Im Schutze der Rentenmark konnte fich dann zwar bald eine deutsche Kapitalbildung vollziehen. Sie reichte aber nicht entfernt aus, um den sich belebenden deutschen Bedarf an Kapital zu decken. Diese deutsche Kapitalbildung hätte ohne den Zustrom des fremden Kapitals auch sehr bald aufgehört. Mit diesem fremden Kapital- zufluß hängt eines der schwierigsten und atluellften deutschen Probleme zusammen, das der Höhe der deutscherseits im Inland« und Auslande zu zahlenden Zinssätze. Diese hohen deutschen Zinssätze sind nicht wie in anderen Ländern allein als finanzielles Problem von Bedeutung, sondern sie sind, weil das deutsche volkswirtschaftliche Gebäude auf der Basis geringerer Zinssätze entstanden ist, eine schwere s o - ziale Gefahr für das deutsche Volk, für den inneren Frieden des deutschen Volkes und damit auch für die Sicherheit der Kriegsentschädigungs- forberungen. Auch der unbefangenem Beobachter hat deutlich gesehen, daß die eine Kriegsentschädigung wünschenden Länder ihre Politik nicht immer im Sinne der deutschen Kred.tstützung geführt haben. Die Politik so mancher Diplomaten und vor allem die so mancher Generäle in den „Reparationen" begehrenden Ländern hat häufig den Interessen der übrigen Menschheit, die vor allem Arbeitsfrieden will, recht empfindlich im Wege gestanden. Man soll auch nicht vergessen, daß nach dem Kriege sämtliche Heere der Verbündeten, die gegen das bolschewistische Rußland mit Hilfe der geflüchteten Russen operierten, nach kürzester Zeit schweren Schiffbruch erlitten haben und sich rühmlos zurückzichen mußten. Damals, also nach dem Weltkriege und nach der Auflösung des alten deutschen Heeres, legte sich Deutschland als fester Wall vor den flammenden Osten und rettete Europa und seine Kultur. Seitdem ist zwar auf Wunsch der ehemaligen Entente die deutsche „Feuerwehr" völlig abgebaut worden. Niemand aber kann sagen, daß der Brandherd des Bolschewismus erloschen ist. Europa muß fich auf neue Vorstoßver- suche aus dem Osten gefaßt machen, und wie- herum wird es Deutschland setn, auf dem die Hauptlast der Abwehr und sei es nur einer kulturellen und passiven Abwehr, niht. Funktioniert die deutsche Abwehr nicht mehr, entsteht im Gefolge einer durch steigenden Notstand verursachten Verzweiflungsstimmung in Deutschland eine Schwächung des Widerstandes, dann steht für alle übrigen Kulturvölker mehr auf dem Spiel als nur die „Reparationen". * * * Für Deutschland gewinnen aber auch wirtschaftlich und bevölkerungspolitisch die Probleme des deutschen Ostens eine sich von Tag zu Tag steigernde Bedeutung. Der Osten des Reiches ist die wichtigste Lebens mittelquelle die auf deutschem Boden zur Ernährung der namentlich im Westen des Reiches zusammengedrängten Menschenmillionen übriggeblieben ist. Dieser Osten, der von dem arm gewordenen und durch die Kriegsentschädigungen ausgewogenen Staat nicht mehr wie früher gefördert werden kann und der unter dem ständigen Drucke der durch die Ziehung der neuen deutschen Ostgrenze bedingten politischen Gefahren und wirtschaftlichen Unmöglichleiten liegt, muß durch die Zusammenfassung aller deutschen Kräfte für das Reich als wichtigste Lebensquelle gesichert werden. Es wird keine deutsche Regierung in absehbarer Zeit geben, die hier nicht einen Prüfstein für ihr Können finden wird. Die erfolgreiche Konzentration deutscher Energien im deutschen Osten bedingt natürlich ein reibungsloses Funktionieren des Staatsorganismus. Die deutschen Bestrebungen, die unter den Stichworten Reichsreform und Staats- reform auch im Auslande bekanntgeworden sind, zielen darauf hinaus, den Staat zu befähigen, seine riesengroßen Aufgaben, namentlich auch seine Aufgaben im Osten, womit auch die Rettung der deutschen Landwirtschaft zusammenhängt, erfolgreich zu lösen. * * * Dieser Ausschnitt der deutschen Probleme zeigt, welche geistigen und auch körperlichen Anstrengungen das Schicksal vom deutschen Volke auch in der Zukunft noch verlangen wird. Bei dieser Lage der Nation wird man auch im Auslande verst e h e n , daß der Wunsch des deutschen Volkes, diese Arbeit in harmonischem Einverständnis möglichst mit allen anderen Völkern auszuführen, e i n aufrichtiger Wunsch ist. Der Kamps um Deutschlands Schicksal beginnt erst! 3n diesen Tagen gehen dem Reichstag die Gesetze über den QJoung- Plan zu. Eine Anzahl führender Politiker fassen in den nachstehenden Aeuhe- rungen ihre Meinung dahin zusammen, daß weder die Annahme noch die Ablehnung des V^ung-PlanZ dem deutschen Schicksal die Rettung bringt, sondern daß es abhängt von unserer Entschlossenheit zur ganzen Tat. Ein bewußter Aufbauwille muß alle Kräfte einen. VonOr.MorihMönne,Generalkonsul,M.d.R. Die große Aufgabe der kommenden Zeit wird es sein, die deutschen Finanzen zu sanieren und auf die Dauer ins Gleichgewicht zu bringen. Das läßt sich nur durch Maßnahmen erreichen, die die Kapitalbildung fördern die Steuerbelastung der Wirtschaft also senken. Wir sind uns dabei darüber klar, daß keine Resormversuche und Teilarbeiten eine wirkliche Hilfe für die deutsche Rot bringen können. Cs geht darum, daß ein bewußter Aufbau w i l l e alle die Kräfte vereint, die staatsbürgerlich bejahend eingestellt und entschlossen sind, eine wirtliche Genesungsarbeit Augenblickserfolgen vorzuziehen. Alle denkenden Menschen in Deutschland haben begriffen, daß die produzierende Wirtschaft keine weiteren Belastungen verträgt, wenn die Arbeiter selbst nicht am schwersten betroffen werden sollen. Denn sie müssen sich ja klar darüber sein, daß sie — ob Dawes- oder Voung-Plan — ihren Teil der Lasten zu zahlen haben. Ein geistreicher Abgeordneter hat in der französischen Kammer gesagt: Cs wäre das für Frankreich Bedauerliche, daß diejenigen in Deutschland, die bereit wären zu zahlen, nicht zahlen könnten, und diejenigen, die zahlen könnten, nicht bereit wären, es zu tun. In diesem geistreichen Wort liegt trotzdem ein sehr wesentlicher Fehler: diejenigen, die zur Zahlung bereit sind, wollen das ja nicht selbst tun, sondern sie meinen, die anderen, die Reichen werden zahlen. Reiche gibt es aber in Deutschlcurd kaum noch. Don dem ganzen Dolkseinkommen in Deutschland stammt kaum ein Viertel von Handel, Gewerbe und Kapital. Wie soll dieses Viertel, das heute schon überbelastet ist, die Zahlungen für vier Viertel auf sich nehmen. Es müisen also diejenigen, die den V^ungplan annehmen wollen, — notabene bet dem Weiterlau,en des Dawes- Plans wäre es dasselbe gewesen — fich vor allem klar darüber werden, wie sie überhaupt die Lasten aufbringen wollen. Von größter Wichtigkeit schnnt mir heute für Deutschland, daß die Sozialdemokratie endlich begreift, daß sie. wenn sie nicht den Gedanken des Klassenkampfes aufgibt, nicht Mitkämpfer in gemeinsamer Aufbauarbeit sein kann. Solange man die Arbeiter zum Kampf gegen das Kapital führt, fei es auch nur zu dem Zweck, höhere Löhne zu erzielen, wird die Erlösung von dem deutschen Fluch nicht möglich sein. Ich kann durchaus begreifen, daß die Arbeiter höhere Löhne und geringere Preise erftreben. Beides läßt sich aber auf dieser Welt sehr schwer vereinen. In der heutigen deutschen Lage brauchen wir gegenseitiges Verständnis und Ausrottung von Vorurteilen. Rur der gemeinsame, aufs gleiche Ziel gerichtete Wille kann die von allen ersehnte wirkliche Gesundung Deutschlands bringen. Sparen und die Steuern senken! Von Or. Meinhardt, Generaldirektor der Osramwerke. „Was ich — und viele mit mir — zum Wiederaufstieg Deutschlands für unumgänglich notwendig halte, ist schon hundertmal und trotzdem noch nicht zu oft gesagt worden: Sparen und die Steuern senken. Denn mit der jetzt auf ihr ruhenden Steuerlast kann die deutsche Wirtschaft nicht produktiv arbeiten. Das Finanzministerium müßte die Ausgaben auf das Rotwendigste beschränken und dementsprechend die Steuern, vor allem die der Betriebe. heruntersehen. Anleihen wären natürlich sehr gut und wichtig, aber nur dann, wenn sie nicht in wohltätigem. — so wichtig das auch z. T. sein mag — sondern in produktivem Werk angelegt werden, das das V.llsvermögen vergrößert. Vor allem darf die öffentliche Hand nicht mehr auf den Betrieben lasten wie bisher. Wenn eine Stadt, wie beispielsweise Berkin, 220 Betriebe unterhält, schafft sie einen völlig unnötigen Wettbewerb mit den Privatbetrieben. Wenn sie die Derkehrsunter- nehmen kommunalisiert, tötet sie die privaten Führunternehmen. Die sozialisierten Betriebe müßten wieder entkommunalisiert und der privaten Hand übergeben werden. Wir brauchen wieder einen Mittelstand, und wir brauchen Führerpersönlichkeiten in der Wirtschaft. Rur privater Initiative kann die deutsche Wirtschaft ihre Gesundung verdanken." „Aus der $üllc der Reden zur reitenden Tat!" Don Or. Elsa Mah, M. d. Jt Die vielfach vertretene Meinung, mit der Annahme oder Ablehnung des Voung-Planes sei Deutschlands Schicksal beschlossen, beruht auf einem Irrtum. Wohl hat Ranke recht, wenn er der äußeren Politik den Primat vor der inneren Politik zuspricht. Wohl wird man anerkennen müssen, daß auch der Voung-Plan trotz aller Fortschritte gegenüber den Verpflichtungen nach dem Dawes-Gutachten dem deutschen Volke schwer tragbare Lasten auferlegt. Auch der Voung-Plan stellt nur eine Etappe dar. Der entscheidende Punkt der ganzen Frage für die Gegenwart liegt darin, daß durch ein großzügig durchgeführtes Wirtschafts- und Finanzprogramm die Minderung der Re- parationslasten, die der Voung-Plan bietet, nun auch zum besten der deutschenWirt» schäft zur Auswirkung kommt. Diese Rotwendigkeit sollte dem deutschen Volke durch die verhängnisvolle Kassenlage Ende Dezember ausreichend zum Bewußtsein gekommen sein. Wenn es nicht gelingt, die durch Abgaben aller Art aufs äußerste erschöpfte deutsche Wirtschaft wieder neu zu beleben, wenn dasSter - ben s o vieler mittel st ändischer Betriebe sich fortseht, wenn die Ziffer der Erwerbslosen weiter steigt, so sind wir mit oder ohne Voung-Plan verloren. Die Berichte der Handelscammern reden eine erschütternde Sprache. Richt kleine Teilmittel, nur eine umfassende Aenderung im Steuer-und Abgabensh st em kann hier helfen. Im Jahre 1930 ist d i e Wirtschaft Deutschlands Schicksal: dieser Erkenntnis müßten sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer nicht verschließen. Cs gilt, aus dieser Erkenntnis heraus auch die notwendigen Ersparnisse in den öffentlichen Ausgaben durchzusetzen, die in dieser Höhe ein verarmtes au. gepowertes Land wie Deutschland sich nicht gestatten kann. Es gilt weiter, nach den vieten eingehenden Auseinandersetzungen über die notwendige Reichsreform und Vereinheitlichung aus der Fülle der Worte und Reden heraus endlich zur rett enden Tat zu kommen, wobei es. staatspolitisch gesehen, ohne mancherlei Verzichte unb weitgehende Beschränkungen alter Vorrechte und Gewohnheiten nicht abgehen wird. Derartige gesetzgeberische Maßnahmen verlangen eine weitgehende politische Ge- fchlosenheiL des deutschen Volkes, das in der klaren Voraussicht der schicksalhaften Bedeutung dieser Fragen endlich den Mut zu Opfern und Verzichten aufbringen muß, um sich selbst zu erhalten. „Grundsätzliche Neuorientierung der Finanzpolitik." Von Or. Hermann Fischer, Präsident des Hansadundes, M. d. 71 Die kommenden Auseinandersetzungen im Reichstag über das Haager Abkommen sowie den Reichsetat für 1930 und den Rachtragungshaushalt für 1929 dürfen unter keinen Umständen in retrospektiven Betrachtungen stecken bleiben. Für das Haager Abkommen wird sich zweifellos eine breite Front der außenpolitischen Dernunst finden. Darüber hinaus aber wird der Reichstag in diesen Tagen auf Wirtschaftsund finanzpolitischem Gebiet energisch zur Tat übergehen müssen. Denn die ganze letzte Entwicklung in Deutschland zeigt mit voller Eindeutigkeit, daß die sehr schwere Belastung, die das Haager Abkommen noch immer mit sich bringt, von Volk und Wirtschaft nicht getragen werden kann, wenn nicht diese reparations-poli- tische Reuregelung gleichzeitig der Ausgangspunkt einer grundsätzlichen Reuorientierung unsere r Wirtschafts- und Finanzpolitik wird. Das gilt insbesondere für eine Reform unserer Reichsfinanzen an Haupt und Gliedern mit dem Ziel einer möglichst kräftigen Senkung, der Volk und Wirtschaft übermäßig ein* engenden Steuerlast. Entscheidend für diese Reichsfinanzreform bleibt nach wie vor. soll sie nicht ein Stückwerk ohne volkswirtschaftlichen Effekt bleiben, daß nicht nur ein Umbau der steuerlichen Druckpunkte, sondern eine wirklichcSenkung derGesamtsteuer- l a st herbeigeführt wird. Der Kardinalansatzpunkt muh deshalb vornehmlich die Entlastung der inneren Kapitalbildung sein, um auf diese Weise der produktiven Wirtschaft wieder Raum zu verschaffen, damit aber die Möglichkeit der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu gewährleisten und so tatkräftig der riesengroßen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Kernstück der Finanzreform muß ein zielbewußter Abbau, wenn nicht überhaupt eine Beseitigung der Gewerbe st euer sein, die infolge ihres einseitigen und unsozialen Charakters wohl am stärksten heute der Kräftigung der produktiven Wirtschaft, insbesondere des Mittelstandes entgegenwirkt. Die Frage, wie weit es gelingt, die innerdeutsche Kapitalbildung auf dem Wege einer Finanzreform wieder in nötigem Ausmaß zu ermöglichen, scheint mir insbesondere auch deshalb von überragender Bedeutung zu sein, weil es keinem Zweifel unterliegen kann, daß bei dem gegenwärtig in Deutschland vorhandenen Zinsfuß die deutsche Landwirtschaft und der gewerbliche M i t t e l st a n d auf die Dauer eine genügende Rentabilität nicht erzielen werden. Auch ich stehe auf dem Standpunkt, daß die Beseitigung der K a s s e n s ch w i e r igle i t e n des Reiches wie auch die Deckung des vorhandenen Defizits die vordringliche Aufgabe unserer Reichsfinanzpolitik sein muß. Ich bin mir auch vollkommen darüber klar, daß angesichts der Zahlen, die der Reichsfiranzminister Dr. Moldenhauer hier genannt hat. für das 2ahr 1930 die Ersparnis des Voung--Plans und die Mehreingänge aus der Erhöhung ter Tabaksteuer zur_ Erfüllung dieser Ausgabe oeitoanbt werden müssen. Ich kann aber gleichzeitig nicht einsehen, daß es nicht möglich sein sollte, schon beim Etat für 1930 durch schärfste Durchsicht der Ausgabenfei t e und rücksichtslose Drosselung aller nicht irgendwie dringend notwendigen Ausgaben soviele Ersparnisse zu erzielen, daß schon jetzt mit dem Werk der Steuersenkung ein ernster Anfang gemacht werden kann. Ich kann mich dem heute weitgehenden Ausgabendefaitismus nicht anfchließen. Die Aus- gabendrosfelung ist eine Frage des Mutes des Parlaments und setzt allerdings voraus, daß die Parteien für sich darauf verzichten, diesen oder jenen Etat für unantastbar zu erklären und die Möglichkeit einer Ausgabensenkung immer nur bei den Etats au sehen, die ihnen und den hinter ihnen stehenden Wählerschichten weniger am Herzen liegen. Ich gebe allerdings 311,_ daß zahlreiche Abstriche für 1930 noch nicht möglich sein werden, weil sie zur Zeit noch durch gesetzliche Bindungen zwangsläufig sind. Eine energische Finanzreform in der aufgezeigten Richtung wird deshalb nicht möglich sein, wenn sich jetzt der Reichstag schnellstens dazu entschließt, diese sogenannten Zwangsläufigkeiten unserer Gesetze, die heute noch der Ausgabenminderung in zahlreichen Positionen des Etats entgegen» standen, erheblich aufzulockern. Oie Flottenkonserenz. Außenpolitische Umschau. Äon Dr. Otto Hoehsch, 0. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. Ä. So sehr uns nun im Innern der Kampf um den Voungplan beschäftigt, für die andere Seite ist die Frage der endgültigen finanziellen Regelung abgeschlossen, sie will zunächst davon nichts mehr hören. Denn alle drei Hauptmächte sind jetzt auf Wochen hinaus neben den inneren Aufgaben aufs stärkste durch die Flottenkonferenz in Anspruch genommen. Rach der Pariser Auffassung ist da jetzt eine „erste Etappe" erreicht. Das ist richtig, und richtig ist auch, daß darin Frankreich Boden erobert und es durch das Geschick seiner Delegation verstanden hat, aus der Isolierung herauszukommen. Richtig ist, daß das durch Zugeständnisse Englands möglich wurde, mit denen sich England vom englisch-amerikanischen Gesamtplan entfernte und also seinerseits die Bereinigten Staaten isolierte. Obwohl viele Mühe auf die Vorbereitung der Konferenz verwandt wurde, sind die von ihr berührten Interessen doch so groß, so vielgestaltig und so verwickelt, daß die Vorbereitung gar nicht für alles vorsorgen konnte. Dazu kommt die weite Entfernung der amerikanischen Delegation von Washington (es zeigt sich, daß Telegraph und Telephon eben doch nicht alles leisten können) und dah sie — worauf wir öfter hinwiesen — unter Gesamtmängeln der amerikanischen Diplomatie überhaupt leidet. Diese sieht die Dinge und die Linien immer zu ein* * f a ch und sie verfügt nicht über genügend geschulte Kräfte, die sich Männern wie Briand und dem immer größeres Format annehmenden Tardieu gegenüber behaupten können. Von Krisen und dergleichen aber zu sprechen ist noch viel zu früh. Die Konferenz wird lange dauern, und beide Initiatoren, Mac Donald und Hoover, wissen, was für sie auf dem Spiel steht. Für beide ist die Lage in der inneren Politik so schwierig, dah sie beide unbedingt einen wirklich grohen sinnfälligen Erfolg in der Auhen- politck brauchen. In Kürze nur sei das herausgehoben, was die „erste Etappe" bedeuten soll. Amerika will die Herabsetzung des Programms der Schlachtschiffersatzbauten, die Abschaffung des U-Tootes und vor allem ein Abkommen zur Beendigung des Wettrüstens bei Kreuzern und Torbedobootszer- störern. Für den letzten, den wichtigen Punkt, hatten Amerika und England miteinander das sogenannte Kategorienprinzip verabredet, d. h. die Festsetzung einer Gesamttonnage für die einzelnen Schiffsklafsen, über die nicht hinausgegangcn werden dürfe. Mühselig war dafür die Einigung zwischen England und Amerika in dem Punkte der 10 000-Tonnen-Kreu- zer erreicht worden. Frankreich dagegen ging nach London mit der Forderung der so- genannbten „G l 0 b a l t 0 n n a g c“ , d. h. der Festsetzung einer für alle Schiffsklassen einheitlichen Tonnenzahl, die nicht überschritten werden darf, innerhalb deren aber die einzelnen Staaten das Recht haben, für die einzelnen Kategorien frei zu verfügen. Das ist die sogenannte Transferklausel, eine Formel, die von Paul Boncour stammt. Gießener Giaditheaier. Frank Wedekind: „Musik". Der Kampf, der heute politisch und literarisch mit Heftigkeit und Erbitterung gegen den Ab rei- bungsparographen Les Stra ge.e.chuches ge,ührt wird, ist schon vor fast einem Vierteljahrhundert von Wedekind gelochten worden. Allerdings, wie es dec damaligen Zeit entsprach, mit anderen Mitteln und- in anderem Etil: heute nennt man das Ding beim Ramen und bei der Rümmer: damals umschrieb man es noch und verstellte die ominösen Ziffern. Heute stellen die Zeitdramatiker sachlich und mit entschiedener Tendenz ihr Zweck-Stück auf die Bühne; Wede.ind jcyrieo ein halbromantisches. von Pathos geschwelltes, in Satire. Ironie und Groteske umschlagendes „Sittengemälde" in vier Bildern. Er konnte nicht aus seiner Haut heraus, er verleugnete nie seinen Ton und die ihm eigentümliche Ausdrucksweise, und ec ist auch mit diesem Stück nur zur Hälfte noch aktuell, ... zur Hälfte doch Schon historisch geworden, in die Entwicklung der Literatur unseres Iahrhunderls einbezogen, als der Mittler und Verbindungsmann zwischen dem Raturalismus und dem Expressionismus, den wir heute ja auch schon hinter uns haben. Das liegt vor allem daran, dah Wedekind von dem speziellen ..Fall", der den Anlaß gab (es handelte sich wohl um eine Münchener Skandalaffare) im Grunde nicht los kommt. Das lähmt heutigentags die aktuelle Stohkraft des Dramas. Das Stück ist — als Zeit- und Tendenz'chauspiel — eigentlich nach dem zweiten Bild erledigt. Was nachher noch kommt, hat mit den in gleicher Richtung laufenden modernen Bestrebungen nicht mehr viel oder sehr wenig zu tun: es geschieht noch Wedekinds Willen und es geschieht nicht immer verständlich notwendig und mit psychologischer Begründung. • Dah das Mädchen nach der Entlassung aus dem Gefängnis abermals zu seinem Verführer zurückkehrt, mag noch angehen und ist auch Halb- England hat nun diese prinzipielle Forderung Frankreichs angenommen und damit die amerikanische Vertretung sehr überrascht. Für die Unsicherheit der amerikanischen Vertretung ist bezeichnend, dah das Mitglied in ihr, das am meisten in diesen Dingen Bescheid weih und immer schon bei solchen Verhandlungen dabei war, der Brüsseler Botschafter Amerikas, G ibson, schon erflärte, nach dem Cinlenken Englands könne Amerika auf seinem Standpunkt auch nicht mehr bestehen. Das erinnert unangenehm an ähnliche überraschende Erklärungen Amerikas bei früheren Abrüstungsrerhandlungen, die praktisch auf Zuge st ändnissean Frankreich hinaus kamen. Allerdings ist nun diese Liebertragung innerhalb der einzelnen Kategorien beweglicher ge- faht und zugleich auch mehr gebunden worden, als Frankreicy das wollte. Rur für einen gewissen Prozentsatz der Tonnage ist Frecheit der Liebertragung in eine andere Schiffsklasse erlaubt, nur für die kleineren Schiffseinheiten, und außer» dem nur nach vorhergehender Mitteilung an die Vertragsmächte, die sich so in ihrem Rüstungsprogramm auf derartige Veränderungen einrih- ten können. Ein Ihr vor der Reuverteilung vor dem neuen Bauauftrag hat die betreffende Macht den anderen Vertragsmächten die beabsichtigte Aenderung mitzuteilen, und sie ist auherdem ausdrücklich verpflichtet, dafür zu sorgen, dah die Erhöhung der Tonnage in einer Kategorie eine entsprechende Kürzung bei einer anderen einschließt. Das ist die „erste Etappe" auf dem rein technischen, dem Rüstungsgebiete. Viele Einzelheiten sind hier noch festzustellen. Die Hauptfrage wird sein, ob es England gelingt, die Schlachtschiffe und die großen Kreuzer besonders zu stellen und die Liebertragung von Tonnage zwischen diesen Typen einerseits und allen anderen andererseits auszuschließen. Gelingt das, so wäre durchgesetzt, was England braucht, und es wäre der französische Erfolg sehr entwertet. Man sieht: ein sehr heißes Ringen, bei dem der Schein mehr als das Tatsächliche für den Erfolg Frankreichs spricht. Ein Ringen um so schwieriger, weil dabei ja noch um große politische Fragen gekämpft wird: Das Pazific- abkommen (zwischen England, Amerika und Ia- pan), das franzosisch-itackenische Verhältnis, das Verhältnis Englands zum französischen Programm der Sicherheit für das Mittelmeer, den Kanal und die französischen Kolonien. In jedem Falle hält die Londoner Konferenz jetzt wochenlang die drei Großmächte in Ollem; für andere Fragen der Außenpolitik haben sie kein Interesse. MetzeeressachschiilesmDemMngiindMWast Äon Fachstudiendirektor Bouchholh, Truppenunterrichtsleiter in (Sieben. In Rr. 214 vom 12. September 1929 des „Gießener Anzeigers" wurde über die Heeres- sachschule für Landwirtschaft berichtet. Diese Zeilen sollen nun über die Heeresfa ch- schule für Verwaltung und Wirtschaft orientieren, da immer noch weiten Kreisen die für die Wehrmacht so bedeutsame Einrichtung dieser Schulart mehr oder weniger unbekannt ist. Olls nach dem unseligen Kriegsende unser 100 000-Mann-Heer ausgestellt wurde, in dem sich der Soldat vertraglich auf 12 Iahre zur Dienstleistung dem Staate gegenüber verpflichtet, ergab sich auch die Schaffung der Heeresfachsa)ule aus mehreren zwingenden Gründen fast von selbst Denn wer sich von seinem 18. bis 30. Lebensjahre mit bedingungsloser Hingabe an den Staat, unter Aufgabe persönlicher Freihetm und staatsbürgerlicher Rechte diesem Staate verpflichtet, hat gewiß Anspruch darauf, nach dem erzwungenen Ausscheiden nach 12 Iahren im zivilen Staatsdienste weiter verwendet zu werden. Erprobt und besonders befähigt dürfte der ehemalige Reichswehrsoldat, der sog. „DerSor- gungsanwärter", für den zivilen Staatsdienst deshalb sein, weil er eben während seiner Militärdienstzeit unter dem sittlichsten aller Gesetze, dem Gesetze der Dienstverpflichtung für die Gemeinschaft, gestanden hat; weil sich in ihm während dieser Zeit wertvolle Charaktereigenschaften ausbilden und vertiefen konnten. Di:se Existenzsicherung nach 12 Iahren muß aber vom Staate auch gewährleistet werden, da sonst der Ersatz für unsere. Wehrmacht entweder sehr schwer zu erlangen sein wird ober die Qualität dieses Ersatzes erh:blich sinkt. Reben dieser ersten Aufgabe, dem Soldaten die Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die er nach zwölfjähriger Dienstzeit beim älcber- tritt in einen bürgerlichen Beruf braucht, erleichtert die Heeresfachschule dem Manne aber auch sein militärisches Vorwärtskommen, indem sie ihn durch geistige Weiterbildung zu Führer- Posten geeignet macht, neben der rein militärischen Ausbildung. Rach vorläufigen Versuchen in den ersten Iahren nach dem Kriege unterscheidet man seit 1922 Heeres- und Marinefachschulen. An Hecres- fachschulen gibt es solche für Verwaltung und Wirtschaft, für Landwirtschaft, für Gewerbe und Technik und für Forstwirtscha't. Während sich von den drei letztginamrien OI.ten nur einig: in ledern Wehrkreise befinden, besitzt jede Gar.sifon eine Heeresfachschule für Verwaltung und Wirtschaft, die, wie aus dem Ramen ersichtlich, die Leute für den Verwaltungsdienst oder den fr ei en Beruf im Wirtschaftsleben vorbereitet. Rach dem vom Reichswehrminister'um im Einverständnis mit den Behörden aufgestellten Lehrplan und nach der Prüfungsordnung wird eine Olbschlußprüfung I und h unterschieden. Die Abschlußprüfung I für Beamtenanwärter berechtigt zum Eintritt in die frühere Besoldungsgruppe V, die Olbschlußprüfung II für Beamtenanwärter zum Eintritt in die frühere Besoldungsgruppe VH. Die Olbschlußprüfung für Kaufleute fordert die Kenntnisse und Fertigkeiten, die von einem tüchtigen Kaufmann zu verlangen sind. Die Heeresfachschule umfaßt die Klassen VIII bis 1; dazu tritt noch die Wiederholungsklasse. Die Klassen VIII bis VI werden Unterstufe genannt, dre Klassen V bis 1 Oberstufe. Rach vollendetem vierten Dienstjahre tritt der Soldat nach einer Vorprüfung in der Regel in die Klasse VIII ein. Die Versetzung in die nächsthöhere Klasse im Herbst erfolgt nur bann, wenn der Heeresfachschüler in jedem Fache mindestens genügende Leistungen aufweist. Richt g nügende Leistungen in Deutsch oder Rechnen (Mathematik) können nicht ausgeglichen werden, wohl aber in den übrigen Fächern. Der Besuch der Unterstufe ist für jeden Soldaten Pflicht, sofern er nicht mindestens eine höhere Schule bis Ober- Sekundareife befucht hat. Hat ein Soldat nach fünfjährigem Schulbcfuch die Unterstufe nicht mit Erfolg bcfucht und durchlaufen, fo muß er aus dem Unterricht ausfcheiden. Zeigt et aber Schon nach dreijährigem Schulbesuch keine wesentlichen Forlfchritte, fp kann er auf Beschluß der Lehrer- konferenz vom weiteren Besuch ausgrSchte Sen werden. Von der Unter- zur Oberstufe findet eine Versehungsprüfung statt. Diese entscheidet darüber, ob ein Schüler für die Spätere Abschlußprüfung I ober II in Frage kommt, ober ob er ganz aus dem Unterricht ausScheiden muß. Witt «.in Schüler nach drei Iahren freiwillig aus dem Unterricht ausscheiben, fo hat er eine schriftliche Erklärung abzugeben, daß er allen Ansprüchen, die er etwa auf Grund weiter genossenen Unterrichts erheben könnte, entsagt. Wer für die Abschlußprüfung I vorgesehen ist, scheidet nach der Klasse VI aus dem Unterricht aus, kann im vorletzten Dienstjahre als Gastschüler wieder eintreten und besucht im letzten Tienstjahre die Wiederholungsllasse. Wer für die Abschlußprüfung II vorgesehen ist, durchläuft die Klaffen V bis I. Hierbei darf keine Klaffe verdoppelt werden, da der Soldat fönst die Prüfung während feiner Militärzeit nicht mehr ablegen kann. Da die Forderungen des Lehrplans sehr hoch find und von den Lehrern bei der Beurteilung der Schüler ein strenger Maßstab gefordert und angelegt wird, kann nur derjenige die Olbschlußprüfung h erreichen (etwa Abiturientenreife), der gut begabt, Sehr fleißig Wegs motiviert. Daß es nicht viel Später ein zweites Kind von ihm bekommt, daß das Kind bald nach der Geburt stirbt und die Mutter der Lächerlichkeit anheimfällt ... weil der Haupt- moralift des Stückes zuletzt als der Vater und Urheber allen Unglückes angesehen wird —: das ist Wedekinds Sache; es dient zur Illustrierung des Titels und des Untertitels, es mag auch traurig sein, aber es intcreffiert uns heute nicht mehr. Hier ilt das Drama nicht mehr aktuell, sondern längst historisch geworden. * Der Titel „Musik" ift bittere Ironie; das Stück ist nicht aus Harmonien, Sondern aus Schrillen Mißklängen zusammengesetzt; eine infernalische Romanze, ein Bänkelfang, ein Trauermarfch. Beginnend, im echten Wedekindstil, „bei Rächt und Rebel" mit der Flucht der verführten Privatschülerin Klara Hühnerwadei vor dem Staatsanwalt. Die zweite Station ift die Gefängniszelle, „hinter schwedischen Gardinen". Rach der Begnadigung kommt sie „vom Regen in die Traufe — es wurde schon angedeutet —, und der Weg endet mit dem „Flucy der Lächerlichkeit" in einer ländlichen Dachkammer an der Wiege des toten Kindes ... mit dem ausbrechenden Wahnsinn, und nicht im Glanz der gefeierten Wagnersängerin, um die Sich die größten Theater, nach der Prophe^iung des Meisters, „die Hälfe brechen" sollten. Und ganz zuletzt ruft der Dichter aus der Bühne ihr nach, wie der armen Rose Bernd der Schlesische Gendarm —: „Die kann ein Lied fingen.“ • Man sieht: Wedekind bleibt bis zum letzten Wort im Bilde. Und wie Klara das echte Kind chres Schöpfers toar. und irgendwie verwandt mit dem unseligen Professor Dühring im „Kammersänger", — so geistert er, der Dichter, selber hier durch sein Stück in der Gestalt des Literaten Lindckuh (mit dem die Leute meift nichts an- zufangen wifsen), als der hilflose und ewig mißverstandene Moralist, der es gut meint und danebengreift, als der Ethiker und Weltverbesserer. der als Zyniker und Erotiker verschrieen, verlacht, bekämpft und von der Zensur verboten wurde. Seine Rachsolger heute treten ohne Maske, ohne Mummenschanz, ohne Romantik und mit offenem Visier auf den Plan: ob sie auf ihrs Weise den Kampf gewinnen werden, den er begann, steht dahin. — e Der Regisseur, Peter Fassott, bemühte sich, das Stück fo aktuell wie möglich zu spielen. Er setzte die Paragraphenziffer ein, die heute umkämpft wird; er inszenierte in modernem Kostüm und er machte aus der OBagnetfängerin im Heroinenstil, die uns heute kaum noch liegt, eine simple kleine Defangselevin. Ueber das zweite Bild hinaus vermochte er allerdings das Stück — im Sinne des oben Gesagten — auch nicht aus seiner Zeitgebundenheit zu lösen. Im übrigen war die Aufführung korrekt; es konnte aber wohl noch einiges gestrichen und vor allem etliche allzu stürmische Ausbrüche (im zweiten und letzten Bild) gedämpft werden; je sachlicher, desto besser. e Dies gilt vor allem für die an sich sehr tüchtige Leiftung von Trude Heß. die die große und aufreibende Partie der Klara mit einer inbrünstigen Hingegebenheit zu bewältigen trachtete. Aeußerlich eine gar nicht Heroinenhafte, dem modernen Empfinden durchaus angepaßte Erscheinung, wirkte sie am stärksten im dritten Akt; sympathisch auch im ersten und in der ersten HÄfte des zweiten. Doch ließ sie sich hier gegen Ende und dann auch im letzten Bild von der (allerdings verführerisch angelegten) Rolle zu theatralischen Steigerungen hinreißen, die die menschliche Ausstrahlung der Vorgänge beeinträchtigten. (Oln diesen Stellen hätte die Regie ausgleichend eingreifen sollen.) Das Ehepaar Reißner wurde von Hans Hais und Maria Koch sicher, sparsam und mit angenehmer Zurückhaltung gegeben. Arzdorf (Lindekuh) traf nicht ganz den Ton dieser Figur; auch Luise Schubert-Jüngling (als Aufseherin) wirkte stellenweise mehr komisch als aufreizend, und Komik hat Wedekind mindestens hier entschieden ferngelegen. Gut war V o Ick als der Arzt Dr. Schwarzkopf. — • Im Hause herrschte ziemliche Llnruhe, so daß man mehrfach Mühe hatte, den Text au verstehen; vielleicht kann auch im ersten Bild etwas lauter gesprochen werden. Dr. Th. und regelmäßig bn Unterricht erschienen lst. Teilnehmer der Prüfungsklasfen werden in der Regel im letzten Dienstjahre vom militärische« Dienst befreit. Die Prüfungen werden von einem Prüfungsausschuß abgehalten, dem der Wehrkreis-Llnt:r- richtslciter als Vorsitzender, der Truppenunterrichtsleiter und die an der Prüfung beteiligten Fachlehrer, ein älterer Offizier des Truppenteils und die Vertreter der Olnstellungsbchilrden angehören. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teile. Für den jährlichen Llnterricht find 30 Schulwochen angesetzt. Die Klassen VIII bis Hl erhalten 8 Stunden Llnterricht. die Klasse II 23. die Klasse I 28 und die WiederholungsllaSse 14 Stunden pro Woche. Die Unterstufe umfaßt die Fächer: Deutsch, Rechnen. Gefchichte, Erdkunde, Kultur- und Lebenslunde. Maschinen chreiben und Kurzfchrift. In der Oberstufe treten folgende Fächer hinzu: Volkswirtschaftllehre, Cefetzes- kunde, Fremdsprache (Englisch), Staats- und Vec- waltungslunde. Physik und Chemie. In der kaufmännischen Abteilung treten hinzu: fgufrännifdje Buchführung, kaufmännischer Schriftverkehr und Handelskunde. Die Heeresfachschule für Verwaltung und Wirtschaft (VW.) in Gießen hat neben dem hauptamtlichen Trupprnuntcr- richtsleiter noch zwei hauptamtliche und 18 nebenamtliche (akademische und seminaristische) Lehrer. Die über 300 Schüler verteilen sich auf 17 Klassen. Der Hauptunterfchied des Unterrichts in den Wehrmachtschulen im Vergleich zu den höheren Schulen besteht — abgesehen davon, daß die Schüler erwachsene Männer find — auf der einen Seite im Fehlen der zweiten Fremdsprache, auf der anderen Seite ist der Llnterricht ergänzt durch die oben angeführten staatsbürgerkund- lichen Fächer. Es ift einleuchtend, daß diese Ergänzung im Hinblick auf die Spätere Tätigkeit im öffentlichen Dienst sehr wertvoll ist. Wer daher von den DerSorgungsanwärtenr ein gutes militärisches Führungszeugnis besitzt und dazu die Abschlußprüfung I oder gar II der Hecresfachschulc für Verwaltung und Wirtschaft bestanden hat. wird Sich im Verwaltungsdienst ober im kaufmännischen Berufe aufs beste bewähren. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 9. Febr., von 1530 bis nach 18 Llhr: „Die verkaufte Braut": von 20 bis nach 22.30 Llhr: „Das Land des LächelnS". Montag, 10. Febr.. von 2) bis gegen 22 Llhr: „Der getreue Musikmeister"; „Von heute auf morgen“. Dienstag, 11. Febr., von 20 b.s 22.30 Llhr: „Fra Diavoio". Mittwoch, 12. Febr., von 20 bis 22.30 Llhr: ..Tiefland". Donnerstag, 13. Febr., von 19.30 bis 22.30 Llhr: „Die Afrika- nerin“. Freitag, 14. Febr., geschlossen. Samstag, 15. Febr., von 20 bis 22.30 Llhr: „Martha. Sonntag, 16. Febr., von 15.30 bis 18 Llhr: Schüler-Vorstellung „Der Freifchüh"; von 19.'0 bis nach 22 ilbr: „Das Land des Lächelns". Montag, 17. Febr., von 20 bis nach 22.30 Llhr: „Madame Butterfly". Schauspielhaus. Sonntag, 9. Febr., von 15.30 bis gegen 17.45 Llhr: „Cyankali"; von 20 bis nach 22.15 Llhr: „Iulius Caesar". Montag, 10. Februar, von 20 bis nach 22.15 Uhr: „Iulius Caesar". Dienstag. 11. Febr., von 23 bis gegen 22.30 Llhr: „Straße“. Mittwoch, 12. Febr., feg 15.30 bis nach 17.30 Uhr: „Wilhelm Teil“: von 20 bis gegen 22.30 Uhr: „Straße". Donnerstag, 13. Febr., von 20 bis nach 22.15 Uhr: „Julius Caesar“. Freitag, 14. Febr., von 20 bis nach 22.15 Uhr: „Iusius Caesar“. Samstag, 15. A.bc^ von 19 bis gegen 21.30 Uhr: „Straße"; Anfang 22 Uhr: Kabarett der Frankfurter Rachtkomiker. Sonntag, 16. Febr., von 15.30 bis 17.45 Uhr: „Chankali"; von 20 bis gegen 22.30 Uyr: „Straße". Montag, 17. Febr., von 20 bis gegen 22 Uhr: „Brülle China". Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 10 vom 7. Febr. enthält: Schlachthausanlage des Metzgers Rudolf Dietz zu Watzel bom-Gtcinberg. — Poli'eiverordnung über den Fuhrwerks- und Kraftfahrzeugverkehr in der Gemeinde Grünberg. — Dienstnachrichten. Zucker aus Lust. Im vergangenen Iahre berichtete Profesior Dr. B e r g i u s auf der Hauptverfammlung Deutscher Chemiker von seinen erfolgreichen Versuchen, aus der Zellulose des Holzes durch geeignete Behandlung mit starker Salzsäure für den Diehmagen verdaulichen Zucker herzustellen. Zellulose und Zucker gehören zu der Gruppe der Kohlehydrate, das heißt der Verbindungen, in denen außer Kohlenstoff auch Wasserstoff und Sauerstoff vorhanden sind, und zwar Waffer- ftoff und Sauerstoff im gleichen Verhältnis toie im Wasser. Die Griechen nannten nämlich „Verbindungen des Wasferö" Hydrate, daher der Rame Kohlehydrate. Salsiäure bewirkt eine chemische Veränderung dec für den Magenfaft des Tiere- unlöslichen und daher unverdaulichen Zellulose, so daß eine lösliche Zuckerart entsteht. Die Zellulose des Hol-es, die aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff besteht, ist in der recht verwickelten, aber äußerst fachgemäß geleiteten „chemischen Fabrik" des Baumes entstanden, und zwar aus den Rohstoffen Kohlensäure — Kohlenstoff und Sauerstoff — und Wasser — Wasserstoff und Sauerstoff — unter dem Einfluß des Lichtes, besonders der ultravioletten Strahlen. Das Wasser liefern die Wurzeln, die Kohlensäure wird aus der Lust durch die Blätter zugeführt, und die Verein!« gung bewirkt der grüne Blattfarbstofs, das Blatt? grün ober Chlorophyll. Seit langem bemühe» sich nun die Chemiker mit mehr oder weniger großem Erfolg, der Pflanze diesen Vorgang nachAurnachen. Die Lust enthält ja nicht nur Kohlensäure, sondern auch Wasser. Warum sollte man nicht einen Stoff, ähnlich dem Blattgrün, finden, der nicht wie diefes an das Zellengehäuse der Pflanze gebannt ist. Sondern frei im Tiegel oder im Großbottich Kohlensäure und Wasfer zu Zucker vereint? Professor Baly von der Universität Liverpool scheint es, den neuesten Berichten zufolge, nach langjährigen Versuchen endlich geglückt zu fein, dieses Ziel zu erreichen. Er fand verschiedene Stoffe, die die Rolle des Blattgrün übernehmen können, z.B. Aluminiumhydrooxyd. Er läßt -um Beispiel über eine wässrige Auffchlemmung dieser Derbin- Ibimg unter dem Einfluß ultravioletten Lichtes Kohlensäure streichen unb erhält so tatsächlich Zucker. LZL 'Sä SÄ: teh etNeSe K Zj-M ■s®?8e ^nftder/ch ä jSp'ttodb ¥?-S S«L ÄÄ $ SU den HZHm, , davon, daß bi, « vf der ein ürenwsprache, trahe". Donners'.e; 22.15 Uhr: ,3ulwi von 20 bis ne: . Samstag. 15. SJfr- r: .Straße"', Ansar; iksurter Hachtkomitn 5.30 bis 17.45 U : gegen 22.30 Uh: >r,von 20 bis Mi 1 lust' ,, LAS" LGÜS Sie ^1' t entsteht- ^ Vu,, er^'L^t |achge-^ -HK ) SaueM „ d M belo^stesern J e wird < ^in enthaii L^m SM GW LndigungSblatt. ündigungsbla! tißält: SchlaKau ols Dietz zu Drhe Verordnung. über vc illgverlchr in der So ustnachrMn.^ Der verbesserte OPEL ist da 1 ■■■«**, und zu billigeren Preisen! Im Vollbewußtsein ihrer Verantwortung als Deutschlands größte Automobilfabrik hat die Adam Opel A.G. den verbesserten Opel - 4 und 8 PS-herausgebracht, der seiner Qualität und Leistung nach die führende Stellung auf dem deutschen Automarkt verdient! Folgende Verbesserungen beweisen es: RM 1990 VIERSITZER RM 2350 4550 Alle Preise ab Werk vierfach bereift 2500 2700 4300 4600 2400 3700 4 PS 4 PS 4 PS 8 PS 8 PS 4 PS 1V2 To. PRITSCHENWAGEN MIT PLANE CABRIOLET LIMOUSINE LIMOUSINE LUX.-LIMOUS. LIEFERWAGEN Die neuen billigeren OPEL-PREISE Nehmen Sie diese Beschreibung mitundlassenSiesichdieVerbesse- rungen Punkt für Punkt erklären. Sie müssen unbedingt diesen gen sehen • . . heute noch I nächsten Opelhändler . . . 1 Verbesserter Motor: • Gleichmäßigeres und ruhigeres Arbeiten und größere Kraftausnutzung sind in beiden Typen im 4 und 8 PS durch Änderungen In Kurbelwelle, Ventilsitzen, Zylinderdeckel und Zylinderkopf erreicht worden. Unter Aufrechterhaltung der bisherigen Geschwindigkeit und unter Erreichung größeren Anzugsvermögens ist der Benzinverbrauch im 4 PS und im 8 PS bedeutend geringer geworden. Dies Resultat ist dank den verbesserten Vergaserh, die zu jeder Zeit die richtige Mischung von Benzin und Luft gewähr- Durch die erleichterten Zahlungsbedingungen können weitere Zehntausende Autobesitzer werden. und verbesserte Cabriolet-Karosserie haben die 4 PS Modelle eine Schönheit erhalten, die vorher nie in der niedrigen Preisklasse zu finden war. Beachten Sie auch die neue indirekte Beleuchtung des Armaturenbrettes und das neue, verbesserte Tachometer. Bei beiden Typen kann der Käufer eine der drei Farbenkombinationen wählen. Die Dauerhaftigkeit der Lackierung wurde durch ein besonderes Verfahren erzielt. Diese Lackierung schützt den Wagen gegen alle Wettereinflüsse. Jeder Wagen hat größeren Wert: Die Herstellungskosten des verbesserten Opels sind größer, der Wert jedes Wagens ist bedeutend erhöht, und doch ist der Verkaufspreis niedriger. Die 8 PS Modelle sind mit größeren Ballonreifen versehen worden. Ein größerer und stärkerer Anlaßmotor Ist eingebaut Die Bodenfreiheit Ist unter Beibehaltung derselben niedrigen Straßenlage vergrößert, und die geschlossenen 4 PS Modelle sind mit elektrischen Winkern ausgestattet worden. Die Fenster aller geschlossenen Wagen bestehen aus Spiegelglas. Anstatt mit Acceleratorhebel Ist jeder Wagen jetzt mit Gaspedal versehen. Zusammen bedeuten diese Verbesserungen für jeden Käufer des verbesserten Opel: Schönheit, Bequeir/ichkeit, Sicherheit, Dauerhaftigkeit, Kraft, Schnelligkeit, Sparsamkeit und Preiswürdigkeit. 5 Verbesserte neue und schöne Karosserien: •Die beiden 8 PS Modelle und die 4 PS Limousine sind tr.ii neuen schönen Karosserien versehen worden. Der neue Kühler im 8PS, die neuen vollgewölbten Kotflügel, die neuen parabolischen Scheinwerfer mit eingebautem Parklicht verleihen diesen Modellen eine äußere Form, die sonst nur bei den teuersten Limousinen zu finden ist In den Luxus-Modellen finden Sie außerdem neuen Benzinmesser, neue Uhr und neues Motometer. Durch die neue Limousinen-Karosserie des 4 PS, die niedrigere leisten, erzielt worden. Verbesserte Kühlung: ® Zuverlässigeres und regelmäßigeres Fahren selbst bei höchsten Geschwindigkeiten Ist das Resultat weitgehender Verbesserungen des Kühlersystems. Durch größeren Wasserinhalt wird Überhitzung des Motors selbst bei höchsten Geschwindigkeiten vermieden. — In den 4 PS wurde ein Ventilator mit nachstellbarem Ventilatorriemen eingebaut Verbesserte Bremsen: Völlig geänderte Bremsen gewährleisten jetzt höchste Bremswirkung und Sicherheit. Die Bremsbacken und Bremsbackenbeläge sind besser verarbeitet, und jeglicher Ölverlust ist durch vollkommen geschützte Bremsen verhindert, eine Verbesserung, die sonst nur bei den teuersten Wagen der Welt zu finden Ist. Das geänderte Bremssystem bewirkt auch sofortige Bremswirkung, selbst bei einem leichten Druck auf das Bremspedal. Verbesserte Steuerung: ■ * Durch veränderte Steuerübersetzung Ist das Lenken von beiden Typen jetzt spielend leicht geworden. Im 4 PS trägt die zweckmäßigere Anbringung des Lenkrades auch hierzu bei, sodaß der Fahrer selbst bei stundenlangem Fahren nicht ermüdet 1;-. i -v r ■i l Der nächste OPEL- Großhändler: PJÄGER O Frankfurter Straße 52/56 x3 I 8 Iv 6 n Telephon 2487 und 3013 Butzbach Nieder-Weiseler Straße Telephon 146 I a y- Braunfelser Straße 69 VVoIZIar Telephon 2606 IIW> Noch Ist es Zelt CANADIAN PACIFIC HW LetzterTag: 11. Februar 3f?re Verlobung beehren sich anzuzeigen H89A Hausfrauen-Vereine und Lindheim Gießen, den 7. Februar 1930. JI68Ü Elektro-Gemeinschaft Gießen 119)1 II92D Rlein-Linden, den 7. Februar 1930. 1160D Marburger Konzertverein .2030 Ausstellungsküchetr sollen Musterbeispiele elektrisch Diese 088 i BMW 0908 Tanz-Unterricht 116 , Ecke Bahnhofs!* (früher Felsenkeller) niedergelassen. Sprechstunden: Täglich von 8—1 und 2—7, Sonntags von 10—12 Uhr. Gestimmt und repariert wird Ihr Piano, FlOgel od. Harmonium preiswert u. gut duich l,iz A Pianohaus Schönau Gießen.Selters- weg 91. Tel. 3269. Großei Liier in neuen und uebr. Instrumenten. Sonnabend, den 15. und Sonntag, den 16. Februar 1930 2 Symphonie-Konzerte der Meininger Landeskapelle CHEVROLET 6 DER PREISWERTE, STARKE PERONENWAGEN D. LEIS TUNGSF., SCHNELLE LIEFERWAGEN Sprachlehrer aciucht. für engl. KonoerfaL 1-2 Sio. wöchentl.,nach6Uhr abends. Angeboie nut Preis an Nord- anlagc 18 p. [05 7< Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilriahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Schultheis sagen wir allen unseren innigsten Dank. Heterich Engel nebst Angehörigen. Großen-Linden, den 8. Februar 1930. Donnerstag, 20. Febr, beginnt ein neuer Tanz-Kursus für Anfänger in sämtlichen modernen Tänzen. Vorherige Anmeldungen erbeten Tanz-Lehr-Institut Bäulke ERSATZTEILE fiTTfi Eft RED MUEHLSTR. 22 REPARATUREN Ul IU lADLlI TELEPHON3096 Danksagung. Für die vielen Glückwünsche aus nah und fern und für die zahlreichen Ehrungen, die uns an unserer diamantenen Hochzeit zuteil geworden sind, sprechen wir auf diesem Dege allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren Herz« lichsten Dank aus. Konrad Lotz und Ehefrau Marie geb. Faber Statt Karten! banksaganc. Für die unermeßlich vielen Beweise heimlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Vaters, Schwiegervaters. Gioßvaters, Urgroßvaters, Bruders. Schwagers und Onkels Herrn Heinrich Seidewand sagen wir allen für die. reichen Blumen- und Kranzspenden. allen die ihm das letzte Ehrengeleite gaben, unseren aufrichtigsten Dank. Insbesondere danken wir dem Gesangverein ,Heiterkeit“ für i >ren erhebenden Gesang, dem Verein für Sterbe- Unterstützung für die Kranzniederlegung, dem Herrn Pfarrer für seine tröstenden V orte und den evangelischen Schwestern für die liebevolle Pflege. Die trauernden Hinterbliebenen: Fam he Karl Seidewand Familie Lina Bastian Familie Konrad Becker Familie Peter Ritsert. Gießen, Berlin, den 7. Februar 1930. MOO ” \ i $10 \ \ - 1 MOO ’* , moisiger direkler SdindldampM®^- 1/ 6rÖ55le5 Verkehrsnetz derWelt! Eigene SchneiIdampfer, Eisenbahnen a Hotels. Nächste Abfahrten von Hamburg: D. „Melita“ 6. März D. „Montclare“ 20. März Ü. „Montcalm“ 8. April Behördlich konzessioniert zur Beförderung von AUSWANDERERN Original Schifls- und Eisenbahnfahrkarten - Verkauf bereit» tu Deutschland, daher »em Aufenthalt im Landungshaten. Die Sorge für die Weiterreise. Oenäckbeförd^rung usw übernimmt die Gesellschaft Deutsch« Bedienungspersonal. Kostenlose Auskunft über Einreisebedingungen u Abfahrten durch Gustav Sonntag, Gießen, Seltersweg 88 Statt Karten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme an dem schweren Verluste, der uns abermals betroffen hat, danken wir allen denen, die unserer lieben !• ntschiafenen in so reichem Maße gedachten, herzlichst. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte und den Schwester* des Evangelischen Schwesternhauses für die liebevolle Pflege. Familie Fritz Linker Familie Karl Blick. Suche Anwesen nut 4—5 Zimmer u. Zubehör und 2-3 Mora Garten, Obn- bof oder Wiese auch mehr, tfoliert, mög- ticbit am Nasser gelegen, Bahnstation 9inUe Gienen, Marburg, 'J onn, nrnnL- suri a.M. zu pachten. Angeb um. F.bl.6353 an Ala Haaienäein & Bögler. Frankfurt am Kan. 1131V Sielt, gewissenhafter Herr (flQufmnnni empfiehlt sich für bess. Bereme zum Inkasso oder als Rechner. Schrift!. Angeb. unt. 0920 an d. Gieh.Anz. Harlbrenaholz ofenfexitfl. Anfeucr- boU, Lägemcbl zum Räucher«. 3. Wellhöfer, Bcrnitir.2313 "’D Wer erteilt Redesciiriitdiklat? Schriktl. Angeb. unt. 0897 an d. Gien, Anz. 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Ä.Anz. fünft 200 len Lclb der otiÖf tk-lf* rij* 1 rüÜTZ otclare“ 20. Mio "einig von rern • VvrUrt bereit» tg nphilm. vie Sorgt uw Obttnimmi Fpmoul. cn u Abfahrten durch Wersweg 58 fahrt (Krieger-, Kaiser- und Friechrichstrahe) entstehenden Kosten wurden gemäß den Borschriften des hessischen Straßenge.ehes von der Stadt getragen. — Zur Anschaffung eines neuen Tanzbodens wurde der Ausschußgesellschaft ein Betrag von 150 Mark bewilligt. — Da in den letzten Wochen auch von vielen Richtbedürftigen Lesholz in den städtischen Waldungen gesammelt worden ist, hat sich der Gemeinderat genötigt gesehen, Lesholzkarten einzuführen, die nur an Bedürftige abgegeben werden sollen. — Ein Schmiedemeister beabsichtigt, ein Stück Gemeindegelände, welches an seine Hofreite angrenzt, zwecks Errichtung einer Autoreparaturwerkstatt v r äujig auf einige Jahre zu pachten. Es wurde Inaugenscheinnahme beschlossen und die Abstimmung zur nächsten Sitzung zurückgestellt Ein Kamps gegen die Feldbereinigung. < Stumpertenrod, 5. Febr. Die geplante Bereinigung unserer Gemarkung hält vor wie nach die Gemüter unserer Einwohnerschaft in erregter Spannung. Am Samstagabend fand wiederum eine sehr stark besuchte Ber- sammlung in dieser Angelegenheit statt. Bürgermeister Hahn brachte die Antwort des Wirtschaftsministeriums zur Verlesung, die ihm auf seine im Auftrag der Besitzer an die Regierung gerichtete Eingabe zwecks C i n st e l l u n g und Aufhebung des Verfahrens zuteil wurde Dankbar anerkannt wurde nach den Dar- Eintreffen der Vormittagszüge am Bahnhof ab- geholt und in das Festlokal „Zum Darmstädter Hof "geleitet. Rach 'Begrüßung durch den Der- bandsvc.rsitze.nden. Schäfer Philipp Wirth von Welterscld. ergriff Bürgermeister Fendt dahier das Wort und hieß namens der Stadtverwaltung Fest- und Ehrengäste aufs Herzlichste willkommen. Für den Landwirtschastslammerausschuß für die Provinz Oberhessen sprach Oekonomierat Dr. Wagner, Gießen. Die Festrede hielt Dr. Körner, der Schriftleiter der „Süddeutschen Schäserzeitung", Stuttgart. In der sich anschließenden Jahreshauptversammlung des Oberhessischen Schäserverbandes wurden nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten (Jahresbericht, Rechnungsablage) noch die Frage des W o l l a b s a tz e s. der Einführung von F l e i s ch- s ch a f e n und der Prämiierung von Schäferhunden besprochen. Mittags um 1 Uhr ging der F e st z u g durch die Straßen der Stadt, wobei die Schäser in ihrer malerischen Tracht (Schafpelzmühe. Schäserschippe, Behang) ein schönes Bild boten. Bei dem Schäferlauf in der .Pfanne" erhielt Schäser Wentzel, Ulfa, den erst.nPreis in Gestalt eines Hammels. Erste Siegerin im Wettlaus der Schäfermädchen blieb Elisabeth Hoffmann von Steinheim .die damit ein wertvolles Schaf gewann. Die höchste Punktzahl hatte in diescni Wettlauf Fräulein P f a n n k u ch von Ridda. die aber nach zweimaligem Siegen in den letzten Jahren außer Konkurrenz lies. Bei Gesang, Konzert und Ansprachen verliefen die Rachmittagsstunden im Festsaale schnell, bis die Abendzüge die Gäste wieder in die Heimat brachten. Gemeinderat in Laubach. □ Laubach, 6. Febr Zu der gestrigen Ge- meinderatssihung die unter dem Vorsitz des Bürgermeisters H ö g y stattsand, waren die Mitglieder vollzählig erschienen. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde das am zweiten Sonntag im Juni alljährlich stattfindende A u s - schuh fest besprochen. In diesem Jahre tritt seit längerer Zeit wieder einmal der Fall' ein, daß das Laubacher Rationalfest mit Pfingsten zusammenfällt. Da ohnedies am Pfingstdienstag von jeher Schweinemarkt abgehaltenwird. legungen des Redn.rs die verständnisvcl^e Unter» stützung unserer Sache durch Kreisdirektor Dr. I a n n, welcher in einem der Eingabe beigefügten Begleitschreiben außerordentlich warmherzig die Belange unserer Gemeinde vertritt. Wenn er als Fachmann im Bertzinigungswesen und genauer Kenner der Verhältnisse seiner Kreisgemeinde die berufenste Persönlichkeit ist, ein streng sachliches, unparteiisches Urteil zu fällen und darin der Befürchtung Ausdruck gibt, daß „die Durchführung unter den derzeitigen Verhältnissen die Gemeinde sowohl, als auch die Privatbesitzer wirtschaftlich zugrunde richten würde," so zeigt das doch, wie sehr wir. mit unserer Meinung über die Unmöglichkeit der Durchführung aus finanziellen Gründen auf dem richtigen Wege sind und nicht allein stehen. Die Regierungsantwort weist ledig» ich daraus hin, daß für 1930 nach dem Arbeits-» plan keine Arbeiten für die Gemarkung vorgesehen seien und mithin keine neuen Kosten entstehen. Zu dem Antrag selbst will man Ende des laufenden Jahres erneut Stellung nehmen, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse für das neue Jahr beurteilen ließen. Es war die einmütige Auffassung aller Versammlungsteil- .iehmer, daß diese Antwort in keiner Weise befriedigen könne. Ueber die Ablehnung jeglicher Mittel seitens des Staates, der entgegen seitherigem Brauch doch die halben Dermessungs- kosten trug, herrscht bittere Enttäuschung, denn teilweise Ucbernahme dec Kosten und Bereitstellung langfristiger Kredite zu erträglichem Zinssatz waren die Voraussetzungen, unter denen seinerzeit das Verfahren überhaupt schon gegen stärksten Widerstand der Mehrzahl beschlossen wurde Da infolge der Finanznot des Staates daran heute gar nicht zu denken ist und sehr wahrscheinlich der Geldmarkt noch schlechter toiro, betrachtet sich die Gemeinde auch ihrerseits nicht mehr an ihren Beschluß gebunden. Es besteht völlige Einmütigkeit darüber, daß hier alles versucht werden muß, um die Au s f ü h - cung der Bereinigung ohne Staatshilfe zu verhindern. Besonders hart und bitter empfindet man die Tatsache, daß der S^at schon vor und nach dem Kriege mit erheblichen Mitteln auch von den Steuern der Vogelsbergdörfer eine ganze Anzahl Gemeinden in den „wirtschaftlich besten Gegenden" bereinigt hat. und heute in der denkbar schlechtesten Zeit mutet man einer armen Gemeinde im Vogelsberg zu, aus eigner Kraft ohne Staatshilfe dieses Verfahren durchzuführen. Wenn trotzdem jene Ge- ^nteiflfleue S** meinden mit weit günstiger Preisgestaltung für ihre Produkte infolge der besseren Verkehrs- läge, mit besseren Böden, höheren Ertragswerten und günstigeren klimatischen und betriebswirtschaftlichen Verhältnissen heute über Geldnot, Schuldenwirtschast und Unrentabilität klagen, dann vergleiche man daran unsere Leistungs- sähigkeit. Wo bleibt da die nötige Rücksicht und das Verständnis für das vom Herrn Arbeitsminister ausdrücklich anerkannte Rotgebiet des Vogelsberges? Man kann sich die Erregung des Dorses wohl leicht denken. Es ist deshalb ganz unverständlich, aus welchen Gründen sich die Regierung dem Ersuchen der geschlossenen Gemeinde verschließt. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Ist der Staat infolge seiner trüben Finanzlage, wie es in der Pressebesprechung von allen Ministern dargelegt wurde, nicht in der Lage, seine gegebene Zusage zu halten, so ist die von der Gemeinde geforderte Entbindung von ihrem Beschluß ein durchaus billiges Verlangen. Es wurde darum einmütig der Beschluß gefaßt, eine nochmalige Eingabe an den Minister für Arbeit und Wirtschaft, von sämtlichen Besitzern unterschrieben, mit der Bitte um Aufhebung zu richten, bis die Voraus chungen für eine Durchführung seitens des Staates und der Gemeinde gegeben sind. Die Feldbereinigung bedeutet zweifellos den bedeutendsten Fortschritt für die Intensivierung der Landwirtschaft, das ist klare Erkenntnis aller. Daß wir hier aber durch die bisher schon mit Hochdruck betriebene Intensivierung auch in eine Schulden wirtschaft hineingeraten sind, die manchem Betrieb schon schwer zu schassen macht, ist leider traurige Tatsache Darüber, daß die enormen Kosten einer planmäßigen Bereinigung bei der heutigen Geldnot und den dadurch bedingten hohen Zinssätzen ohne tatkräftige staatliche Hilfe den Ruin für viele Existenzen bedeuteten — auch für die auf die Landwirte angewiesene Geschäftswelt — ist kein Wort mehr zu verlieren. Hoffentlich verschließt sich die Regierung diesmal nicht wiederum den zwingenden Gründen der Gemeinde und des Kreisdirektors und gibt dem Ersuchen statt im Interesse des Dorfes und seiner Bewohner sowie des Staates selbst. Landkreis Gieften. Qj Lollar, 6. Febr. Bei gut besuchtem Hause veranstaltete hier gestern am Spätnachmittag für Kinder, am Abend für Erwachsene der vaterländische Film- und Vortragsdienst der Deutschen Volksrartei Film orsüh - tungen im Saale „Zum Schwanen'. Im Mittelpunkt eines reichha.i.gen Programms (Rheinreise, Bilder von Heer und Flotte u. a.) stand der Film von der Weltfahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin". Die Vorführungen wurden mit großem Interesse ausgenommen. 2m Anschluß an die Abendaufführung vereinigten sich die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei noch zu einem kurzen gemütlichen Beisammensein, wobei Provinzialge- fd)äft8fübrcr 'S'r Weißer G'eßen über die en Stadtsälen: iaydn, SM ,oe. FagottundOr .-Moll, op-981 Stehplatz M' *■ ’ LhhandW niv.-vuen" . beschloß der Gemeinderat, den in den letzten drei Jahren am dritten Ausschußtage abgehaltenen Prämiierungsmarlt aussal- l e n zu laden Es soll auch der Ausfchuhgelell- schäft gegenüber der Wunsch ausgesprochen werden. das Fest nicht zu verlegen, da der Markt in allen Kalendern auf Dienstag. 10. Juni, festgesetzt sei. Seit 1924 beziehen die bei den Brenn- Holzversteigerungen mitwirkenden st ä d t i s ch e n Beamten bis zu 15 Raummeter Holz zu 4/s des Tarispreises. Cs wurde beschlossen, daß nunmehr an diese für das Jahr 1930 Brennholz nur zum Durchschnittspreis aus der Hand abgegeben wird, der sich aus den diesjährigen Holzversteigerungen der Stadt ergibt. — Die durch die Ausmessung der neuenOrtsdurch- öffnete der erste Vorsitzende Ludwig Müller die Versammlung mit einer Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder und gedachte dabei eines verstorbenen Mitgliedes, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Aus dem Jahresbericht unb der Rechnungsablage des Vorstandes war zu ersehen, daß der Verein in seiner Aufwärtsentwicklung weiterhin gute Fortschritte gemacht hat. Dem Vorstand wurde für feine Mühewaltung herzlich gedankt, und bei der anschließenden Wahl wurde der gesamte Vorstand einstimmig wiedergewählt. Zur Vorbereitung des 25. Stiftungsfestes, das am 21., 22. und 23 Juni ftattfinden soll, wurden dem Vorstand noch 7 M.tglieder beigegeben, die gemeinsam mit dem Vorstand als Festausschuß die Herrichtung der Feier übernehmen sollen. Mit Rücksicht auf dos bevorstehende Jubiläumsfest fällt der seitherige alljährliche Familienabend aus. Nachdem man bei einem Rückblick auf die Veranstaltung vom 25. Januar den damals Mitwirkenden nochmals herzlich gedankt hatte, wurde auch dem langjährigen und bewährten Chorleiter C h r. M öbus Dank ausgesprochen, für feine hochgeschätzte Tätigkeit, durch die der Verein auf seine heutige gesangliche Höhe gebracht wurde. Mit einigen Liedervorträgen fand die Versammlung ihren Abschluß. D L i ch, 6. Febr. Bei der heutigen Ruh- und B r e n n h o l z v e r st e i g c r u n g in den Waldungen der Stadt wurden gegenüber den vorhergehenden Versteigerungen wesentlich niedrigere Preise erzielt. 2e nach Beschaffenheit und 21 b- suhrmöglichkeit des Holzes wurden geboten für Buchenscheiter 25 bis 28 Mk.. Buchentnüppel 18 bis 22 Mk. je 2 Raummeter, Buchendurchsorstungs» wellen 9 bis 13.50 Mk. undDuchenastwellcn 8 bis 10 Mk. je 50 Stück, Duchenstöcke 14 bis 20 Mk., Eichenstöcke 12 bis 14 Mk., Kiefern- und Fichtenstöcke 5 bis 6 Mk. je 4 Raummeter: Ruhscheiter 13 bis 19 Mk.. Ruhknüppel 15 bis 18 Mk. ic 2 Raummeter. s. Hungen. 4. Febr. Gestern fand im Gräflich Traunselsschen Walddistrikt „Tiergarten" eine Brennholzversteigerung statt, bi? gut besucht war. Buchen-Scheitholz tarn auf durchschnittlich 11 Ml. Buchen-Knüp^el auf 6.50 bis 7 Mk. je Meter. Fichtcn-Knüppel. die hauptsächlich von Bäckern begehrt waren, erzielten 4 Mk. pro Meter. Buchen-Reifer 6 Met r 4 bis 5 Mk. Reiser mit starkem Astholz kamen auf 20 bis 25 Mk. für je 10 Meter. Außerdem gelangte eine große Anzahl Fichten-Stangen zur Versteigerung, für die je nach der Große des Hausens 10 bis 12 Mk. geboten wurden. # Bellersheim, 6 Febr Wie vor kurzem berichtet wurde, ist die Erbauung einer Rohrleitung vom Provinzialwasserwerk Inheiden nach Wölfersheim zum Schwelkraftwerk geplant. Die Leitung geht durch die Jnheider. die hiesige und Obbornhöfer Gemarkung. In diesen Tagen nun sanden die Verhandlungen zwischen dem Kullurbauamt Gießen und den Gemeindeverwaltungen bzw. Grundstückseigentümern statt über die für die Benutzung der Grundstücke und öffentlichen Wege zu gewährende Entschädigung. Die Gemeindekasfe dahier erhält für jeden laufenden Meter Rohrleitung der in Gewannenweae verlegt wird. *-........ Frauiein Inge Wiedemann (Berlin) stellte aus Dei 200-Meter-S'trecke mit einet Zeit von 3:17,6 einen neuen deutschen Rekord im Rückenschwimmen auf. ersten Verse des Lutherliedes ..Eine feste Burg ist unser Gott" und nach einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden Dr. Kunz von hier wurde der große Lutherfilm vorgesührt. Der Film, der ungefähr zweieinhalb Stunden lief, führte den Besuchern das Leben und Wirken des großen Reformators Dr. Martin Luther recht lebhaft vor Augen und fand allgemeinen Beifa'l * Reiskirchen, C Febr Der hiesige G e - fangoerein „Einigkeit" hielt dieser Tage bei Gastwirt Fritzel seine ordentliche Generalversammlung ab. Rach einem Chorgesang er- diesjährigen Holzversteigerung Scheitholz: buchen 24 bis 29 Mk., eich 20 Mk., kiefern 11 bis 16 Mk., sichten 6 bis I Run-funkprogramm. Sonntag, 9. Februar. 7 bis 8.15 Ahr: Don Hamburg: Hafentonzert. 9 bis 10: Morgenfeier, veranstaltet von der Gv. Landeskirche Frankfurt. 10.30: Buh und Film. 11.00: Gottfried Kölwel, Vorlesung aus eigenen Werken. 11.30: Erziehung und Bildung: „Hygiene im Kindergarten" - Vortrag von Regie- rungsrat Medizinalrat Dr. Hi'tmann, Wiesbaden. 12.00: Mandolinenkonzrrt. Ausluhrence: Wiesbadener Mandolinenorchester „Taunus- freunde 1921". 14.00: Stunde der Jugend. Kas- perl-Stunde „Lustige Kasperlstreiche". Für Kinder vom 4. Jahre ab. 15.00: Stunde des Landes. 16.00: Vortrag von Walter Hasenclever. 16.30: Violinkonzert Sam Dushkin. 18.00: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Dolk.bil- düng: „Goethe und die Erziehung". Vortrag von Lehrer August Möller. Frankfurt a. M. 18.30: „Tie Musik der Reugriechen" - Vortrag mit Schallplattenbeifpielen von Dr. Wilhelm Hei- nih. 19.30: Von Stuttgart: Dlasmusik. 20.30: Von Stuttgart: „Quer durch das lustige Wien". 21.30: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 23.15: Tanzmusik. Montag, 10. Februar. 12.30 Uhr. Schallplattenkonzert: Unterhaltungskonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3u- gend. 1. „Das Erdbeben von San-Franzisko im Jahre 1926". 2. „Durch das Todestal Ka'.ifor- niens", für Kinder vom 12. Jahre ab. 16.00: Hausfrauen-Rachmittag 17.00; Von Vad Homburg Konzert des Kurorchesters. 18.05: Zeitfragen: „Welcher Kritiker ist objektiv?" — Zum Münchener Kritiker-Prozef) - Vortr?.g von Dr. Ludwig Marcuse. 18.35: „Chicago". Vortrog von, Dr. Arthur Holitscher, Berlin. 19.05: Eng ischer Unterricht. 19.30: „Auf den Spuren des Tanzes", Vortrag mit Schallplattenbeifpielen von Dr. Wilhelm Heinih. 20.15: Richard Dehmel. zum Gedächtnis (gest. 8. Februar 1920). 20.45: Liederabend, Runa Torgen. 21.30: Preisprogramm: 1. Preis des Rundfunk-Preisausschreibens. Motto: Volk, Freiheit und Friede. 22.45: Nachrichten. Dienstag, 11. Februar. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Rheinischer Humor. 14.15: Empfang des Heilsarmeegenerals Higgins auf dem Hauptbahnhof Frankfurt a. M. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze. 16.00: Konzert der Staatskapelle der Heilsarmee, Berlin. 17.15: Von Freiburg: Lieder von Richard Trunk. 18.05: Von Kassel: „Die gegenwärtige Krise der Selbstverwaltung." Vortrag von Regierungspräsident Dr. Friedensburg. 18.35: Von Stuttgart: „Das Südtiroler Frauenstift Sonnenburg", Vortrag von Probst Dr. Jos. Weingartner, Innsbruck. 19.00: „Lobrede auf den Snobismus", Vortrag von Anton Kuh. 19.40: Zeitberichte. „Die Aegyptendebatte im englischen Parlament." 20.25: Von Stuttgart: „Michail". E n Hörspiel von H. Micheler und R. Dollinger. Musik von R. Tants. 22.50: Von Mannheim: Kompositionsstunde Kurt Spanich. 23.35: Tanzmusik. Mittwoch, 12. Februar. 11.15 bis 11.45 Ahr Schulfunk. Deutsche: Ober- bayrische Mundarten. 13.15: Werbekonzert (Schallplatten): Bunte PlattenI .15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Der Prager Fenstersturz, die Zerstörung Magdeburgs und andere Geschichten aus dem 30jährigen Kriege"; (für Kinder vom 10. Jahre ab). 16.00: Konzert II aus dem Dolks- bildungsheim, Frankfurt a. M. 18.05: Stunde der Bühne: „Das Problem der Theatergemeinschaften unter Berücksichtigung des rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes." Vortrog von Stadtrat Dr. Michel. 18.35: Don Stuttgart: Esperanto-Anter- richt. 19.05: Don Karlsruhe: „Menschenhand und Kulturwerden", Dortbag von Jng. Friedr. Herig. 19.30: Chorkonzert des Cäcilienvereins, vereinigt mit dem Rühlschen Gesangverein C. D. 21.00: Don Stuttgart: „Karneval". Eine Faschingsrevue von Ilse Kamniher und Ernst Stockinger. Donnerstag, 13. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Frau Rat Goethe fährt zu Hofe". 16: Don Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Frankreich: Die Parteien — der Abgeordnete und der Wähler", Dortrag von Professor Gottfried Salomon. 18.35: „Das menschliche Gehirn — ein Empfänger, Transformator und Sender der Weltenenergie", Dortrag von Dr. Emil August Dlogau, Berlin. 19.05: Französischer Anterricht. 19.30: Anter- Haltungskonzert. 20.30: Rora oder ein Puppenheim, Schauspiel von Henrik Ibsen. 22.25 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 14. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert: Eduard Grieg. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Derufs- laufbahnen und Berufsaussichten für Schüler höherer Lehranstalten", Vortrag von Berufsberater Dr. Clauß vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. (für Kinder vom 12. Jahre ab). 16: Von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Fünfzehn Minuten Umschau in Wissenschaft und Technik- 18.15: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost: „Zahlung durch Post- scheck und Postüberweisung", Vortrag von Postinspektor Heller. 18.35: Don Stuttgart: „Die Bewegungen der Sterne im Raum', Vortrag von Prof. Beutel. 19.05: Von Karlsruhe: Volks- wirtschaftliche Reihe: „Die Bedeutung der Maschinenindustrie in der deutschen Wirtschaft", Vortrag von Prof. Dr. E. Wehrle. 19.30: Literarischer Abend: „Gedichtete Porträts". 20.15: Orchesterkonzert. 22.40 bis 24: Tanzmusik. Samstag, 15. Februar. 11.15 bis 11.45: Schulfunk-Musik: Musikinstrumente: Flöte und Geige, vorgetragen von Studienrätin Cilla Geis- 12.45: Schallplattenkonzert: „Du alter S tef ans türm"!..." 15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Ein rheinischer Weberjunge erzählt". 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17.55: Von der Deutschen Welle Berlin: „Zehn Jahre Detriebsrätegeseh", Vortrag von Clemens Hörtel 18.20: Briefkasten. 18.35: Don Stuttgart.- „Kuriosa der Zensur", Dortrag von Dr. Berendt. 19.05: Spanischer Anterricht. 19.30: Don Stuttgart: „25 Jahre literarisches Cabaret". 21: Don Stuttgart: „Querschnitt durch die europäische Musik seit Mozart". 22.45 bis 0.15: Von Stuttgart: Funkbrettl. 0 Ober-Hörgern, 6. Febr. Dieser Tage i veranstaltete teS Landwirtschaftsamt Lich hier in der Gastwirtschaft von Düringer einen Vor- tragsabend. Rach Begrüßung durch Bürger- meister Müller sprach Dr. Zöller in etwa ^/.stündigem Dortrage über das Thema „Schweinezucht und Schweinemast". Anschließend an den Dortrag fand eine Aussprache statt, in deren Derlauf der Dortragende auch eine Anzahl Fragen beantwortete. * Obbornhofen, 6. Febr. Im Saale der Wirtschaft „Zum Adler" hielt der frühere Luft» schiffer, jetzige Landwirt Hahn aus Beltershain einen sehr interessanten Lichtbilder- vortrag über seine Erlebnisse auf den Fahrten mit verschiedenen deutschen Kriegsluftschifsen während des Weltkrieges. Besonders eindrucksvoll war sein Bericht üter die Fahrt mit dem Zeppelin „l-. 5 9", der bekanntlich von der bulgarischen Küste nach Deutsch-Ostafrika zur Hilfeleistung für die Truppen des Generals von Lettow-Dorbeck fliegen sollte, auf halbem Wege ater durch Funkspruch zurückgerufen wurde und dann im Ausgangshafen an der bulga^schen Küste glücklich wieder landete, später jedoch auf einer Fahrt gegen Italien in der Meeresstraße von Otranto verunglückte und der ganzen Besatzung den Tod brachte. Herr Hahn hat die Fahrt in Richtung Ostafrika mitgemacht und wußte davon sehr anschaulich zu berichten. Die Zuhörer nahmen die interessante Schilderung mit lebhaftem Beifall auf. Kreis Büdingen. # Echzell, 6. Febr. Der gestern hier ab- gehaltene Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 192 Stück zu verzeichnen. Da sich eine große Zahl Kaufliebhaber aus den benachbarten und weiter entfernten Wetteraudörsern eingefunden hatten, gingen die Preise sprunghaft in die Höhe. Die Arsache ist in den äußerst niedrigen Kartoffelpreisen (Zentner nur zwei Mark) und dem unter Vorkriegshöhe liegenden Gerstenpreis (Malter 17 Mark) zu suchen. Für sechs Wochen alte Jungtiere wurden 33 bis 42 Mk. bezahlt, sieben Wochen alte kosteten durchschnittlich 45 Mk., ältere kamen je nach Qualität bis 60 Mk. Groß war auch die Rachfrage nach älteren Springern und Cinlegschweinen, wofür ie nach Alter und Stärke 80 bis 92 Mk. bezahlt wurden. ♦ Don der mittleren Nidda, 6. Febr. In hiesiger Gegend sind die Preise für Schlachtschweine von 82 Pfennig Lebendgewicht aus 75 Pfennig zurückgegangen. Dementsprechend haben einige Metzger auch den Preis für Schweinefleisch entsprechend herabgesetzt, für Kochfleisch auf 1.10 Mk., für Braten- und Kotelettstücke auf 1.20 Mk. Kreis Schotten. * Laubach, 7. Febr. Dermutlich durch den vergangenen fast tropischen Sommer veranlaßt, blüht hier in einem Privathaus eine Fächer- Palme. Es scheint die südeuropäische Zwergpalme zu sein. Sie hat bis zum Herbst im Freien gestanden und von Oktober an im fast dämmerigen Hausflur mit Zentralheizung. Sie dürfte mindestens 40 Jahre alt sein, ohne bisher je geblüht zu haben. T Steinberg. 4. Febr. Der Gesangverein „Harmonie", der im kommenden Sommer sein 25. Jubiläum verbunden mit Fahnenweihe begehen will, hielt am Samstagabend in der Gastw.rtschast Bechtold seine diesjährige Generalver sammlung. Der Dor- sitzende, Sägew.rl-b s her L a n g l i h. le'tete die Versammlung, die überaus stark besucht war. Nach der Verlesung des Jahresberichtes durch den Schritsührer Otto L a n g l i tz erstattete der Rechnet Otto Carl den Kassenbericht, ter mit einem Bankguthaben von 500 Mk. abschloh. Die Neuwahl des Dorstantes ergab die Wiederwahl sämtlicher Dorstandsmitg ieter. Neu wurde in den Dorstand als w.iteres Vorstandsmitglied gewählt Schmiedemeister Karl P r e u s ch. Als Fahnenträger für die bei dem bevorstehenden Buntesfest im Juli zu weihende Fahne wurde Hermann L a n g l i h, als Fahner.b g'eiter Karl Weidner und Georg Bernhard bestimmt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles hielt ein geselliges Zusammensein die Sänger beim Gesänge schöner Lieder unter ter Leitung des Dirigenten Lehrer Judersleben (Glashütten) noch einige Zeit beisammen. Kreis Alsseld. ck. W e t t s a a s e n, 6. Febr. Zu ter hiesigen Bürgermei st erwähl war nur e i n Wahlvorschlag, lautend aus den Namen des seitherigen Bürgermeisters Hock, eingereicht worden. Eine Wahlhaedluna war unter diesen Amständen nicht ersorderlich. Bürgermeister Hock ist somit durch das Vertrauen der Gemeinde weiterhin mit dem Bürgermeisteramt betraut worden. Diese Aebereinstimmung im Dorfe ist ein Zeichen für das gute Verhältnis zwischen dem Ortsober- Haupt und der Dorleinwobnerschaft. 4 Rieder-Gemünden, 6.Febr. Der hiesige Sportverein veranstaltete in ter Wirtschaft von Schäfer einen außerordentlich gut besuchten Theaterabend. Der Gesangverein, ter sich in anerkennenswerter Weise mit einigen schön vorgetragenen Chören zur Bereicherung des Abends zur Verfügung gestellt hatte, eröffnete die Veranstaltung mit einem Chorgesang. Rach den Begrüßungsworten des Vereinsvorsitzenten und nach einem Doppelquartett-Vortrag unter Leitung von Lehrer Loh folgte das erste Theaterstück, ein Drama in vier Akten, das von den Darstellern sehr wirkungsvoll gegeben wurde. Einem weiteren Gesangvortrag folgte dann ein Lustspiel, das ebenfalls eine vortreffliche Wiedergabe fand. Reicher Beifall bekundete den Mitwirkenten die Zufriedenheit der Besucher. Um die Durchführung ter Theaterauf- führungen haben sich Lehrer Loh und L. Otte r b e i n verdient gemacht. Eine Verlosung und Tanz bildeten den Abschluß des 2lbends. * Eudorf, 5. Febr. Im Anschluß an einen Vortrag des Landwirtschaftsrates Dr. K l a u e r (Alsfeld) entwickelte Bürgermeister Stamm die Idee der Anstellung eines Milchkontrollbeamten von Gemeinde wegen. Vom Redner des Abends wurde dieser Gedanke lebhaft befürwortet. Rur auf diesem Wege sei ein Dorankommen in der Viehzucht möglich. Die leidige Rassenfrage habe demgegenüber in den Hintergrund zu treten. <5 Dannenrod, 6. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage unter der Leitung seines Vorsitzenden Georg Sehrt die ordentliche Generalversammlung ab. Die Jahresrechnung des Vereinsrechners Hermann Hack gab zu Beanstandungen keinen Anlaß, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werten konnte. Rach einer Aussprache über das 25. Der- einsjubiläum und nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten wurden die geschäftlichen Verhandlungen geschlossen. (tiiefccncr Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-160, Matte 30-35 Pf. das Pfd.; Eier 13—14 Pf. das Stück; Käse 10 Stück 60 bis 140 Pf., Wirsing 15-20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 10-15, Gelbe Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 30—35, Anter-Kohlrabi 8—10, Grünkohl 15 -20, Rosenkohl 30—35, Feldsalat 100—120, Tomaten 70—80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50—70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4,5 -5, Aepfel 10—15, Birnen 10—15, Dörrobst 30- -35, Honig 40—50, Rüsse 50—80 Pf. das Pfund; Tauben 70—80 Pf. das Stück; Junge Hähne 120—130, Suppenhühner 100-120 Pf. das Pfd.; Blumenkohl 50-80, Sa- lat 25—30 Pf. das Stück; Endivien 80—100 Pf. das Pfd., Lauch 5-15, Rettich 10-20, Sellerie 10—40 Pf. das Stück, Kartoffeln 3.80—4.00, Wirsing 10—12, Weißkraut 6—7, Rotkraut 7—8, Aepfel 10-12, Birnen 8-10 Mk. per Ztr. Laten für Sonntag, 9. Februar. 1789: Franz Taver Gabelsberger, Begründer der deutschen Stenographie, in München geboren (gestorben 1849), - 1834: der Dichter Felix Dahn in Hamburg geboren (gestorben 1912). Studentenschaft und Nationalsozialismus. Die republikanische, demokratische, sozialistische und Zentrums-S-udentengruppe (Republikanische Arbeitsgemeinschaft an der Landesuniversität) hatte für gestern abend zu einer öffentlichen Versammlung in den oberen Saal des Cafe Ernst Ludwig eingeladen. Der verhältnismäßig kleine Saal war bereits vor der festgesetzten Zeit von den Rationalsozialisten, die zum Teil aus Frankfurt gekommen sein sollen, beseht worden, so daß die später erscheinenden Besucher keinen Einl.ß mehr finden kannten. Die Versammlung wurde daher in den Saal des Gewerkschaftshauses verlegt, wohin auch die Rationalsozialisten zogen. Jnzwi.chen hatte sich der Saal des Gewerkschaftshauses entsprechend gefüllt, so daß die Polizei, um eine Aeterfüllung des Saales zu vermeiden, nur einen Teil der mittlerweile angekommenen Rationalsozialisten zur Versammlung zulassen wollte. Diese lehnten das aber ab und zogen davon. Hierauf konnte die von cand. jur. Kinkel geleitete Versammlung ohne wesentliche Störung durchgesührt werden. Pre sechef Dr. Mieren- d o r f f sprach über „Studentenschaft und Rationalismu s". Der Redner vertrat zunächst die Auffassung, daß die derzeitige Entwicklung in politischer Hinsicht bei der Studentenschaft eine Gefclsr für die deutsche Studentenschaft sei. In länget, .i Ausführungen sehte er sich, öfters durch Zwischenrufe unterbrochen, sodann mit den Ra:i:nalsozialisten auseinander, bemäntelte in diesem Zusammenhang die Frage: „Was ist Rationalismus?", um dann auf die Eigenart der Studentenschaft einzugehen. Er schilderte die Rot der Studentenschaft, die einen schweren ®~i- stenzkampf führen müsse. Heute handele es sich bei dem Studenten nicht mehr um ein wissenschaftliches, sondern um ein Brvtstudium. Der Redner behandelte dann weiter die Frage: „Was will der Rationalismus?", um in einem geschichtlichen Ausbau über das Wesen der Demokratie von der Bedeutung des demokratischen Staates und Republik für unser Volk zu sprechen. Er vertrat dabei die Auffassung, daß der Weltkrieg vermieden worden wäre, wenn wir vorher bereits das parlamentarische System in ter Art, wie in England gehabt hätten. Auch der Zusammenbruch wäre vermieten worden, wenn wir während des Krieges bereits einen demokratischen Staat gehabt hätten. Er lehnte die Diktatur in Deutschland mit dem Bemerken ab, daß die Verhältnisse in Rußland und Italien andere seien, wie bei uns. In seinen weiteren Ausführungen verteidigte der Referent die von ter seitherigen Regierung betriebene Außenpolitik unter besonderer Anerkennung der Tätigkeit des Außenministers S t r e s e m a n n. In der anschließenden Aussprache kamen die Herren Wendnagel, Descrendar V omend, Dr. H ö ch st e r (Frankfurt a. M.) und Davidso.hn zu Wort. Mit einem Schlußwort des Referenten fand die Versammlung nach 12 Ahr ihr Ende. verwenden zur Pflege ihrerKinder "Penaten-K WSS lnApolh.u.Drog.60pfg Große Streudose80pf$ 'n LudwigssBrunitera und Weiß-Stück von bester Quali tftt und trröliter Ergiebigkeit zu billigstemPreis C. RÜbsamen, Gießen Fpriisurecher 3tiä9 1<6D I Nur noch 8 Tage | I dauert unser Ausverkauf I Ohne Nutzen I geben wir unsere Ware ab I Billigste Preise in Wollgarn I Sie kauten nie wieder so, wie bei I I Hildebrandt & Co.! I Kreuzplatz 1 .imi I DriM Karl W. Gerlier Nervenarzt praktiziert wieder 10-1 2—5 Uhr Gießen, Bahnhofstrabe 54 Fernruf vorl 2553 (bei Siegm. Jakob). _______________________wa Vilttgev SbKvevkaus noch einige Tage von 9—1 und 3—6 Uhr 'SleMW.M.1.- W-ll.EellMolM MsWWl (gießen Nordan aae 7. Hinterhaus. 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Februar 1930, abends 8l/4 Uhr Im großen Hörsaal der Universität: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Wilhelm Weber, Halle über: „Die Religionen der Römischen Kaiserzeit“ AstoriaLichtspiele 1. Schlager: Gefangene des Meeres Die Tragödie einer U-Boot-Mannschaft in 6 spannenden Akten. Ein Film von Spionage xl Verrat - von Kameradschaft u. Pficbttreue. 2. Schlager: Das Haus ohne Männer Ein heiteres Filmlustspiel In 7 Akten. _______________________________________________________936C Herr Minister Korell spricht am Montag, dem 10. Februar, abends 8*/4 Uhr, im »Caf£ Leib«, Walltorstraße, in öffentlicher Versammlung über das Thema: Wie kann dem Gewerbe und der Landwirtschaft geholfen werden? Alle interessierten Kreise sind herzlichst eingeladen Freie Aussprache H55D Anregungen erwünscht Deutsche demokratische Partei Cafe Astoria Heute Tanz-Abenfl Tanzkapelle: Lutz Husemeyer iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijjiiiiHiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiiiiiniii Restaurant Gambrinus Ecke Klinik- und Frankfurter Straße Samstag, den 8. Februar, abends 8 Uhr Grober Kappenabend Es ladet freundlichst ein n9%;D Heinrich Greilich. fiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Gute oltcinflefüDrte Wirtschaft mit Laal. Stallung.gedeckter Halle, schönen, varkaruaenGarien. tn ar ötz. Bororte Gleitens Aamillenverhäll- nissc halber etnschl. Inventar ZU versaufen. Schriftliche Anaeboie unter 0798 an den Gienener Anzeiger erbeten. Sonntag. Schulstraße und Seltersweg. I166D Gesangverein „Harmonie-Gi Samstag. 15. Februar 1930, abends 8 Uhr 11 Minuten IMMasMall in sämtlichen Räumen der Liebifishöhe Prämiierung der schönsten Masken Ueberraschungen aller Art Eintrittspreise; Herrenkarten 2 — M., Damenkarten 1.50 M. Vorverkauf: Herren- und Damenkarten bei den Frieseuren Dany, Bahnhofstraße 64. und Buchberger, Am Bahnhot; Damenkarten im Modehaus Salomon, Schulstraße, 1 Schmücker Nacht., Marktstraße, Kaufhaus Elsoffer, Marktstraße; Herrenkarten in den Zigarrengeschäften ^nabeninftttut Luc us NorstbauS b. Echzell. Friedberg i.Hess.. 2and23U?lrwv Bad-Naubeiini. Gegr.1809 Intern, in. 40 SchUl. Sexta-Qberietnnda, Cbcrrcnli bulc und ittealahmnasinni. Grllndl.Unierrichti.fi Klassen. Individuell. Erztehnna. In christlich-mievang.iLtnn ae- letiet. Schöne Vone a.Wald. Gesnnde Lebensiveise. Bene(Linvsehl. Eintritt jederzeit Illnifrier'.erBrosoekt kostenl durch Dr. Lucius. Vogtsche Privat-Handelslehranstalten Giessen Herborn I. Höhere Handelsschule (Obersekundareife) ll. Handelsfachschule. 111. Abendkurse. Einzelunterricht. Beginn des neuen Schuljahres 1. Mal Druckschriften kostenl. Direktion Gießen Goethestr. 32 Montag, den 10. Febr., abends 8 Uhr im Katholischen Vereinshaus Botlrag lüfMen rbema. „hie tötDerilifjen und ieellfflen Eeiöea öet Stauen Im Wes uns Mieden" Beönerin: Stau Gifo d. Go Nm. fiedln. Zur Deckuna der Unkosten werden 50 'Bf. erhoben. — Die Irauen u.Töchier unserer Siadi werden zu diesem Vortrag sreiind- richit eingeladen. 0843 Naturheilverein Gießen. GoetheBund Sonntag:, 9. Febr. 1930. abde. 8 Uhr Neue Aula [IW)D Alte Haus-und Kammermusik auf historischen Instrumenten Wir machen unsere Mitglieder auf das WohMigkeiis- fest zugunsten des NMesDiivk« JMMelmes aufmerksam. ll5D Gießener Arauen-Vereine. Theater-Cafe Ernst Ludwig Jeden Samstag- a. Mittwgchnachm. 4 Uhr Tanz-Tee Abende: Gesellschafts-Abend mit Tanz Dunkler Anzug erbeten omi Job6 Aulbach epielt auf! M-Mairail MM Sonntag, den 9. Februar (nMD WWkk Menü Stimmung! Eintritt tret'. Humor! ES ladet sreundlichst ein der Wirt. taMilng mil Steel» Sonntag, den 9. Februar, ab 4 Uhr nachmitiage. bei Gastwirt E.Sieck 11961) Schtiteenvereln Hhhnel. Aufsuchtfutter NAGUT rrsetil Muttermilch, .' . schotfr getundet.we ... ■ fjiois, treislutt und . wahre-, hta«1glüclc. Samstag, 8. Zcbrnar l<)50 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 35 viertes Blatt erreicht keiner der Jupitermonde auch nur den zehntausendsten Teil der Masse dieses gctoaltigen Sternes. Sonnenfinsternisse spielen dort keine große Rolle, um so mehr aber die Mondfinsternisse, die dort bei jedem Mondumlauf eintreten, unb deren Beobachtung durch Olaf Römer im Jahre 1675 eine der ersten Möglichkeiten war, die Geschwindigkeit des Lichts zu messen. Run haben diese vier alten Monde noch fünf kleine Brüder bekommen, deren Entdeckung erst mit den vervollkommneten Hilfsmitteln der Gegenwart gelingen konnte, weil sie entweder sehr lichtschwach sind oder dem Jupiter sehr nahe stehen. Besonders merkwürdig ist der fünfte Jupitermond. Sein Durchmesser beträgt nur 160 Kilometer und er ist nur etwa halb so weit vom Jccpiter entfernt wie der Erdmond von uns. Im Verhältnis zur Größe des Hauptsterns steht er ihm also außerordentlich nahe unt) umläuft ihn infolgedessen in einem halben Tage. Don diesem Mond aus betrachtet verdeckt der Jupiter einen ganz gewaltigen Teil des Himmels: denn da der Jupiter einen etwa vierzigmal größeren Durchmesser hat als der Erdmond, und die Entfernung vom fünften Mond bis zu ihm nur halb so groß ist wie die Entfernung zwischen Erde unb Erdmond, so erscheint der Durchmesser des Jupiter vom fünften Monb aus betrachtet etwa achtzigmal so groß wie der Monddurchmesser für uns. Zwei von den fünf letzten Monden sind überhaupt nicht unmittelbar durch das Fernrohr, sondern nur auf der Lichtbildplatte wahrnehmbar. Das ist insofern merkwürdig, als deren Ileber- legenheit der unmittelbaren Beobachtung gegenüber darauf beruht, daß sie still hält, was das Auge nicht kann. Aber um diesen Borteil auszunuhen, muh man das Fernrohr dem sich bewegenden Stern genau nachführen, unb das ist bei einem noch gar nicht entdeckten Wandelstern, dessen Bewegung also noch gar nicht bekannt sein kann, keine ganz leichte Sache. Tatsächlich verdankt man die Entdeckung des letzten Mondes nur einem glücklichen Zufall, indem das Fernrohr zur Beobachtung des achten Mondes gerade so geführt wurde, wie es zur Entdeckung des neunten nötig war. Aus Natur und Technik. Vom Strahlungsdruck. Don Professor Or. Paul Kirchberger. NactHruck verboten. Die Kraft des Windes kann eine Aeolsharfe Aum Tönen bringen und andererseits Gebäude zerstören und Bäume entwurzln. Der elektrische Strom, der sich erstmalig durch die Zuckungen eines Froschschenkels verriet, kann die gewaltigsten Maschinen in Bewegung setzen und bleibt sich in seinem Wesen doch gleich. Es ist auch dieselbe Schwerkraft, die eine Schwarzwälderuhr in Gang hält und die Erde und sogar den vielmals größeren Jupiter mn die Sonne kreisen läßt. Diese Beispiele ließen sich nach Belieben vermehren. Es sind zwar dieselben Kräfte, die überall wirken, dieselben Gesetze, denen sie folgen, und wenn dem nicht so wäre, wäre jeder Versuch, die Welt auch dort, wo sie unseren Sinnen nicht unmittelbar zugänglich ist, zu erforschen, von vornherein vergeblich: aber die Ausmaße m denen sich die Kräfte entfalten, sind ,e nach den Umstanden gänzlich verschieden, und Wirkungen, die unter gewöhnlichen Bedingungen kaum merklich sind, können unter anderen Verhältnissen zu ganz ungewöhnlicher Macht anschwellen. Es gibt aber vielleicht kaum ein zweites Beispiel dafür, daß dieselbe Kraft unter scheinbar entgegengesetzten Verhältnissen, nämlich im ganz Kleinen und im ganz Großen, eine wesentliche Rolle spielt und nur unter den uns vertrauten Bedingungen unmerklich wird, wie der Strahlungsdruck, auf dessen Bedeutung im Weltall erstmalig hinge wiesen zu haben das große Verdienst des vor 1 Yi Jahren verstorbenen Arrhenius ist. Daß man im gewöhnlichen Leben von dem Druck, den etwa die Sonnenstrahlen ausüben, nichts wahr- nimmt, wird ohne weiteres verständlich, wenn wir bemerken, daß er auf ein Quadratmeter, wenn es sich um eine schwarze Fläche handelt, dem Gewicht von 0,4 Milligramm, und bei spiegelnder Flache dem Gewicht von 0,8 Milligramm gleichkommt. Es ist aber durch sinnreiche Vorrichtungen doch gelungen, diese winzige Wirkung zu messen, und die Ergebnisse standen in vollständiger Uebereinstimmung mit den vorher durch die Rechnung gefundenen Zohlen. Woher kommt es nun, daß der Strahlunasdruck im Kleinen so viel mächtiger wirkt? Das wird verständlich, wenn wir bedenken, daß wir ihn in erster Linie mit der Schwerkraft zu vergleichen haben. Wir bemerken ihn nicht, weil die Schwere aller uns vertrauter Körper so groß ist, daß er ihr gegenüber gar nicht ins Gewicht fällt. Dies wird aber sofort anders, wenn wir zu ganz kleinen Körpern übergehen. Rehmen wir an, wir haben ein Sandkorn, das eine Kugel von 1 Millimeter Durchmesser ausmacht. Auf ein solches Korn wirkt die Schwerkraft so stark, daß sie den Strahlungsdruck völlig in den Hintergrund drängt. Run wollen wir aber statt des Sandkorns ein tausendmal kleineres Stäubchen betrachten. Dann werden natürlich sowohl Strah- lungsdruck als auch Schwerkraft kleiner, aber der Strahlungsdruck wird, weil er von der Größe der Oberfläche abhängt, nur auf den milliondstel Teil abnehmen: denn eine tausendmal kleinere Kugel hat ein« eine Million mal kleinere Oberfläche. Die Schwerkraft hingegen, die ja nicht von der Oberfläche sondern von der Masse des Stäubchens bestimmt wird, nimmt in dem Maße ab, wie sich der Rauminhalt verringert, das ist auf den milliardsten Teil. Die Schwerkraft hat also tausendmal mehr abgenommen als der Strahlungsdruck, und wir sehen, daß, wenn wir zu immer kleineren Stäubchen übergehen, schließlich der Punkt kommt, wo sich Strahlungsdruck und Schwerkraft die Waage halten oder gar, wo der Strahlungsdruck überwiegt. Arrhenius hat zuerst auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, daß Lebenskeime vom Strahlungsdruck durch das Weltall getragen werden könnten, und daß sich so vielleicht das Leben von einem Himmelskörper auf den anderen fortpflanzt. Roch viel erstaunlicher als im Kleinen sind aber die Wirkungen des Etrahlungsdruckes im Großen. Das kommt daher, daß der Strahlungsdruck immer mehr zunimmt, je stärker die ihn erzeugende Strahlung ist. Diese wiederum hängt von der Höhe der Temperatur ab, wirklich hohe Temperaturen aber können sich nur in gewaltigen Körpern, also in glühenden Weltkörpern auf die Dauer aufrecht erhalten. Dabei ist zu beachten, daß, wenn die Temperatur — allerdings nicht vom gewöhnlichen Nullpunkt, sondern von dem sogenannten absoluten Nullpunkt, 273 Grad unter Null, aus gemessen — auf das Doppelte steigt, die Strahlung nicht weniger als den sechzehnfachen Wert annimmt. Bei vierfach höherer Temperatur hat sie sich wieder versech- zehnsacht, ist also bereits auf das 256fache des ersten Wertes angewachsen. Und wenn wir nun hören, daß unsere Sonne an ihrer Oberfläche 5000 bis 6000 Grad, manche Sterne aber sogar 25 000 bis 30 000 Grad heiß sind, so kann man sich schon ungefähr vorstellen, welch« Werte hier der Strahlungsdruck annimmt. Dabei beziehen sich die eben erwähnten Temperaturen nur auf die Oberfläche der Sterne, im Innern sind sie noch viel, viel heißer und der Strahlungsdruck wird dementsprechend größer. Neuerdings hat nun diese ganze Lehre eine sehr merkwürdige Bestätigung gefunden. Es war nämlich lange Zeit sehr ausfallend, daß die Massen aller Himmelskörper nicht sehr voneinander verschieden sind. Es gibt wohl Sterne, die etwa das Fünfzig- fache, allenfalls auch das Hundertfach« der Masse unserer Sonne haben, aber solche von noch größerer Masse kaum. Ganz neuerdings sollen jedoch einige Sterne berechnet sein, deren Masse 238 Sonnenmassen ausmacht. Aber dies ist noch kein sicheres Ergebnis, und was würde auch selbst eine Zahl wie 238 bedeuten, wenn wir hören, daß der Rauminhalt, den manche Sterne einnehmen, mehrere Mil- lionenmal, oder auch die Strahlung, die sie aussen- den, viele tausendmal so groß ist wie bei der Sonne. Die Erklärung für die merkwürdige Tatsache, daß der Masse der Himmelskörper nach oben hin eine gewisse Grenze gesteckt zu sein scheint, liefert wiederum der Strahlungsdruck. Je größer nämlich die Sternmasse wird, um so stärker nimmt die Temperatur von der Oberfläche nach dem Mittelpunkt hin zu, und um so gewaltiger wird der Strahlungsdruck. Er kann so groß werden, daß er die gegenseitige Anziehung der den Stern bildenden Massen überwiegt, und in diesem Falle würde er den Himmelskörper eben zersprengen. Man hat ausgerechnet, daß, wenn die Gesamtmasse eines Himmelskörpers, in Kilogramm gemessen, ein« 1 mit 30 Nullen ist, die Schwere den Strahlungsdruck noch | überwiegt, während bei einer 1 mit 31 Nullen der Strahlungsdruck stärker ist als die Schwerkraft, und gar bei einer 1 mit 35 Nullen auf das 200fache ihres Wertes angewachsen ist. Bei so großer Masse wäre der Stern durch den Strahlungsdruck längst auseinander gesprengt. So zeigt uns der Strahlungsdruck, daß eine Kraft im Kleinen sowohl wie im Großen gewaltige Wirkungen haben kann, während sie unter den uns gewohnten Bedingungen kaum bemerkt wird. Oer Fernseher in der Zigarrenkiste. Fortschritte im Bau von Kernsehern. Don Wilhelm Buchmann. Nachdruck verboten. Einer der wichtigsten Teile in jedem Fernseher ist die Vorrichtung, mit der das Bild zusammengesetzt wird. Bekanntlich werden die ankommenden Stromschwankungen einer Rcon- lampe oder einer Kerrzelle zugcführt und dort in Lichtschwanlungen umgeseht. Je nach der Stärke des ankommenden Stromes wird also die Helligkeit des Lichtes verändert. Damit nun aber ein Bild entsteht, müssen die Lichteindrücke jeweils dem Punkt des Bildes zugeordnet welchen, der dem betreffenden Dildpunkt auf der Senderseite entspricht. Es ist also notwendig, den in seiner Helligkeit schwankenden Lichtstrahl im pe '3, 7 vf *2, vom Verstärker _ 1 23 4_____________________ . Lochtrommel Verteiler Antriebsmotor Während die Lochtrommel viermal umläuft, läuft der Verteiler nur einmal um, so daß während der ersten Trommelumdrehung die erste, während der zweiten die zweite usw. Lochreihr durchleuchtet wird, da während der ersten Hm- drehung die erste Elektrode der Lampe, während der zweiten die zweite usw. durch den Verteiler eingeschaltet wird. Empfänger nacheinander über die ganze Bildfläche huschen zu lassen. Ob dabei der Lichtstrahl auf eine Mattscheibe oder unmittelbar in das Auge des Beschauers geworfen wird, ist an sich gleichgültig und mehr eine Frage der zur Verfügung stehenden Lichtmenge. Dagegen ist es unbedingt notwendig, daß zwischen der Zu- sammenlehvorrichtung im Empfänger und der Bildzerlegungsvorrichtung im Sender, die nach ähnlichen Grundsätzen gebaut ist, vollkommener Gleichlauf besteht. Bei den bisher benutzten Empfängern verwendete man zur Zusammensetzung des Bildes, wenn man von den verhältnismäßig kostsp'eligen und schweren Spiegelrädern absieht, ausfch ießlich die von A i p k o w angegebene und nach ihm benannte Scheib« mit auf einer Spirale etwa im Abstand der Bildbreite voneinander entfernt an- geordneten Löchern. Je feiner nun das Bild unterteilt werden soll, damit auch Einzelheiten besser erkennbar werden, um so mehr Löcher müssen — bei gleicher Bildgröße — auf dem Spiralgang der Scheibe untergebracht werden. Bild .o; Bild o Lochtrommel Nipkowsche Lochscheibe Das Bild zeigt, wieviel kleiner die Lochtrommel ist als die Lochscheibe. Das bedeutet aber nichts anderes, als daß der Durchmesser der Scheibe.wächst, wenn man nicht einen besonderen Kunstgriff anwenden will, wie dies Telesunken-Karolus getan haben, indem sie die Lochspirale mehrgängig machten und durch eine zusätzliche sich drehende Sch.'ihtrommel 'dafür sorgten, daß die Spiralengänge der Reihe nach freigegeben wurden. Eine sehr hübsche Lösung für die Dildzusam- mensehung hat nun neuerdings der feit Jahren am Fernseher arbeitende Amerikaner C. Francis Jenkins angegeben, die sich vor allen Dingen durch einen auß.rordentlich geringen Plahbedarf auszeichnet. Er ordnet die Löcher nicht auf einer Scheibenebene in einer Spirallinie, sondern auf dem Umfang einer Trommel in einer Schraubenlinie an. Diese Schraubenlinie hat mehrere Gänge, beispielsweise vier. Die Löcher sind nun so verteilt, daß sie immer in Reihen zu vieren nebeneinander stehen. Bei 12 Löchern für jeden Schraubengang ergibt dies 48 Löcher und damit J8 Zeilen, aus denen das Bild zusammengesetzt Glimmlampe mit den vier Elektroden, von denen durch den Verteiler immer nur eine zum Leuchten gebracht wird. wird. Dabei hat die Lochtrommel nur einen Durchmesser von 15 Zentimeter. Die gleiche Anzahl von Löchern, auf der Lochscheibe untergebracht, würde dagegen, gleiche Bi.dgröße vorausgesetzt, bereits einen Sch.ibendurchmefser von rund 75 Zentimeter bedingen. Der Ferns.her würde daher etwa so hoch wie ein Tisch werden, während der neue Fernseher samt seinem ^Antrieb bequem in einem Kästchen mit den Kantenlängen von etwa 20mal 20ma[ 50 Zentimeter oder noch weniger untergebracht werden kann. Da natürlich immer nur ein einziges am Bildfenster vorbeihuschendes Loch in der Trommel erleuchtet sein darf, so muß — ähnlich wie bei der mehrgängigen Spiralscheibe — dafür gesorgt sein, daß immer nur ein Schraubengang von Löchern Licht erhält. Jenkins hat dies dadurch erreicht, daß er eine Reonlampe mit vier nebeneinander liegenden Elektroden baute, die durch einen Verteiler reihum eingeschaltet werden. Dieser Verteiler hat in unserem Beispiel vier Kontaktfelder, über die ein von der Trommelwelle mit 1 , ihrer Geschwindigkeit angetriebener Schaltarm läuft, so daß also während der ersten älmdrehung die erste Elektrode der im Innern der Lochtrommel sitzenden Lampe durch die Locher des ersten Schrau- Lampe Glasstäbe Die Anordnung der Glasstäbe in der Loch- trommel von der Seite gesehen. bengangs leuchtet, bei der zweiten älmdrehung die zweite Elektrode durch die Löcher des zweiten Schraubengangs usw. Eine weitere Aufgabe, die zu lösen war, bestand in der möglichst günstigen Ausnutzung der an sich Brennstoffragen. Don Franz Neumann. Rachdruck verboten I Gelegentlich der 12. Hauptversammlung der Drennkrastfechnischen Gesellschaft s prach Direktor Karl De ter, ein Mitglied des Direktoriums der Hamburg-Amerika Linie, über „die Entwicklung der Seeschiffahrt und die Brennstoffwirtschaft". Der Vortragende führte aus, daß man schon immer bestrebt gewesen sei, den Brennstoffverbrauch bei Schiffen herabzusehen, schon um Frachtraum zu gewinnen. Durch Steigerung des Dampfdruckes und verbesserten Kesselwirkungsgrad kam man so von 2 Kilogramm Kohle für die Pferdekraft- stunde auf 0,68 Kilogramm. Im Jahre 1910 konnte man den Kohlenverbrauch durch die Einführung der Ueberhihung des Dampfes sogar auf 0,6 Kilogramm senken, und bei den ganz großen Turbinen kommt man auf 0,54 Kilogramm für die Pferdekraftstunde herunter. Selbst bei den größten Schiffen wie der Lust» tania, Mauretania, Olympie, Titanic, Imperator und Vaterland wurden dabei die Roste durch Heizer von Hand beschickt. Die Schwierigkeiten mit den Heizern und ihr . schwerer Dienst insbesondere in heißen Seegegenden führten schließlich unmittelbar vor dem Kriege zu dem Gedanken der Oelfeuerung, und der Krieg lieferte besonders bei den Kriegsschiffen wertvolle Erfahrungen mit ihr, so daß man mehr und mehr zur Oelfeuerung überging. In dem Bestreben nach besserer Ausnutzung des Brennstoffes führte man auch den Dieselmotor in die Schiffahrt ein, der ja auch Oel verbraucht: so kommt es, daß jetzt der Kohlenvcrbrauch geringer ist als vor dem Kriege, obwohl der Weltraumgehalt der Schiffe fast um die Hälfte größer ist, als vorher. Während vor dem Kriege 96 vom Hundert der Schiffe mit Kohlenfeuerung betrieben wurden, sind es heute nur noch 60 vom Hundert. Dagegen ist her Heizölverbrauch für die Welthandelsflotte von rund 3 Millionen Tonnen vor dem Kriege im Jahre 1928 auf etwa 32 Millionen Tonnen Heizöl und 5,5 Millionen Tonnen Dieselöl gestiegen. Der Vortragende sprach die Ansicht aus, daß man auch einem steigenden Oelverbrauch mit Ruhe entgcgenschen könne, da der Weltölvorrat noch etwa 10 Milliarden Tonnen betrage. Er meinte, in etwa 20 Jahren werde die Hälfte dcr dann noch viel zahlreicheren Schiffe durch Dieselmotoren ang? trieben werden. Für die deutsche Handelsflotte sei es besonders wichtig, daß sie durch Verflüssigung der Kohle deutsches Ocl bekomme und so vom Ausland unabhängig werde. Hierauf sprach Direktor Dr. W. Krauß über „die Tankfrage im Kraftwagen- bet r i e b". Aus diesem Vortrag interessieren besonders einige Zahlen: In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich die Zahl der Personen- und Lastkraftwagen von 60 000 im Jahre 1906 auf 25 Millionen im Jahre 1929 gesteigert. Damit dürste die Höchstzahl so ziemlich erreicht sein. In Deutschland betrug die Zahl der Kraftwagen im Jahre 1903 einschkicß- Zlich der Krafträder nicht viel mehr als 20 000, während es heut« über 1,3 Millionen Kraftwagen in Deutschland gibt. Für den Betriebsstoff bedarf dieser Kraftfahrzeuge sind in der ganzen Welt Tankstellen angelegt worden, und zwar kommt eine Tankstelle in Kraftwagen den Vereinigten Staaten auf 80 32 27 24 23 22 Deutschland England Frankreich Holland der Schweiz Dänemark auf, auf fol- Der Vortragende stellte die Forderung daß neben der Ausgabe von Betriebsstoff den Tankstellen für den Kraftfahrer noch gende Bedürfnisse befriedigt werden und Einrichtungen vorhanden sein müssen: Küh'wasser, Reifen, Druckluft, Wagenheber, Waschgelegen- heit, Erfrischungen. Jnstandsehu.'.gsmöglich.e t, Schnellwäscherei, kleine Ersatzteile, erste Hilfe und auch die Möglichkeit, Hilfe von der Strecke aus durch den Fernsprecher herbeizurufen. Auch dieser Vortragende ist der Ansicht, daß der natürliche Betriebsstoff noch auf lange Zeit hinaus vorhanden sei und daß in Deutschland „ 18 stellte die Forderung die Benzolerzeugung, die im Jahre 1929 über 300 000 Tonnen betragen hat, ferner die gestiegene Verwendung von Spiritus mit 25 000 Tonnen im Jahre 1929 immerhin ins Gewicht fallen, ebenso natürlich die Erzeugung künstlichen Benzins aus Kohle. Oie Monde des Jupiter. Don Professor Or. Küstermann. Ein König ohne Hof ist eigentlich kein richtiger König, und so war der Raine des Götterkönigs Jupiter, den der mächtigste Wandelstern des Sonnensystems führt, erst in dem Augenblick voll gerechtfertigt, als man seinen Hof in Gestalt der Monde entdeckte. Dem großenGa- l i l e i, der ja als Erster den Himmel mit dem damals noch neuen Fernrohr betrachtete, gelang diese Entdeckung. Hohe Freude erfüllte ihn: denn die Monde waren ja ein handgreiflicher Beweis für die kopernikanische Lehre, daß sich die Himmelskörper mit Ausnahme des Crd- monds nicht um die Erde drehen: Wenn Monde den Jupiter umkreisen konnten, so muhte ein Umlauf der Wandelsterne um die viel größere Sonne erst recht möglich sein. Freilich überzeugte dies die Gegner nicht. Einer von ihnen weigerte sich einfach, durch das Fernrohr zu sehen, so daß Galilei, als jener kurz danach starb, die Hoffnung aussprach, er werde die Monde dann bei seiner Reise in den Himmel zu sehen bekommen. Vier Monde waren es, die Galilei entdeckte, und die man in der Tat schon mit kleinen Fernrohren wahrnehmen kann. Zum mindesten einer oder zwei von ihnen toürben für durchschnittliche Sehschärfe dem bloßen Auge ohne weiteres sichtbar sein, wenn der strahlend helle Jupiter nicht so nahe stüirde. Selbst der äußerste von ihnen entfernt sich um noch nicht ganz einen Mond- halbmesscr von seinem Hauptgestirn, so daß seine Dahn, von uns aus gesehen, den Monddurchmesser noch nicht voll erreicht. Im Verhältnis stehen sie alle dem Hauptgestirn viel näher als unser Mond der Erde und sind auch verhältnismäßig viel kleiner. Während unser Mond den achtzigsten Teil der Erdmasse hat. ich 1 Fortsetzung. Eine Falte trat „Du willst nach Verwundert sah Na..-druck verboten. auf Lus Stirne. Berlin zurückreisen?" Schulhofs sie an. Lebensinhalt istl ... Für mich besonders! ... Ich kann mich nicht ändern, und wenn ich dich auch noch mehr liebte, als es der Fall ist!" Um Lus Lippen zuckte es wie Hohn. „Eine seltsame Liebeserklärung, das must sagen!" „Ich muh selbstverständlich morgen fahren!" „Du vergißt, daß ich übermorgen das Endspiel mit Madame Calllaux habe!" »Ich hätte dem Spiel natürlich gerne beigewohnt, daS brauche ich dir nicht erst zu sagen, Lu! Du wirst aber verstehen, dah ich unter den vorliegenden Umständen Heimreisen muh!" Lir machte eine schroffe Bewegung mit der Rechten. „Rein! Das verstehe ich nicht! ... Ich wünsche, dah du bei dem Spiel, das darüber entscheiden wird, ob ich Europameisterin werde, dabei bist!" Schulhoffs Antlitz rötete sich. Der herrische Ton, in dem Lu gesprochen hatte, empörte ihn. Er zwang sich aber zur Ruhe. „Menn Vater krank ist und meine Anwesenheit wünscht, geht das doch einem Tennisspiel vor, und wenn es das wichtigste von der Welt wäre!" Lu lächelte spöttisch. „Das mag deine Ansicht sein, die meine ist es nicht! Uebrigens wird die Krankheit deines Vaters nicht halb so schlimm fein; er hätte sonst nicht selbst telegraphiert!" Es klang kalt, herzlos, wie sie das sagte. Felix Schulhofs sah Lu betroffen an. Wieder, wje an diesem Morgen schon, hatte er jäh das Empfinden, einem fremden Menschen ge^enüberzustehen. Er wehrte sich instinktiv gegen dieses Emp- finden; er wollte Lu so sehen, wie er bisher ihr Di;d in sich getragen hatte ... seit jenem Tage, als er sie zum erstenmal gesehen und das sto^e schöne Mädchen sogleich besinnungslos geliebt hatte. ... Er trat zu Lu, die sich auf den Divan gesetzt hatte und mit finsterem Gesicht vor sich hinsah, und sagte herzlich, eindringlich: „Wenn du, was ich ja sehnlichst wünsche, mit deiner Vermutung auch recht hättest. Lu, dost Vaters Erlranlung nicht schwerer Ratur ist, so mühte ich trotzdem heim! Du weiht, dah in diesen Tagen die Entscheidung wegen unseres großen Bauprojekts fällt; da muh einer von uns beiden, entweder Vater oder ich, unbedingt zur Stelle sein. Und da Vater nun ausfallt, muh ich eben nach Hause!" Lu war brüsk aufgestanden „Ratürlich! Du muht heim! Die Arbeit verlangt es!" stieß sie höhnisch hervor. „Immer die Schulhosf faßte sie am Arm. „Wie sprichst du. Lu?" Sic lachte auf, sagte aber nichts darauf. Schulhofs dachte an die Zerwürfnisse und Auseinandersetzungen, die sic wegen der gleichen Ursache in Berlin schon immer hatten, und der Wunsch, endlich einmal Klarheit zu schaffen, erstand heischend in ihm. „Ich habe mich bisher für dich frei gemacht so viel ich konnte, Lu! Ich bin auch jetzt, obwohl daheim Dinge von ungeheurer Wichtigkeit für unsere Firma auf dem Spiele stehen, mit dir noch Rizza gefahren. .. Lu riß jäh ihren Arm aus Schulhoffs Hand, die sie noch immer gefaßt hatte. „Danke! Das genügt mir!" stieß sie hervor. „Wenn ich allerdings geahnt hatte, welches Opfer es für dich war. mitzufahren, hätte ich dich nicht darum gebeten!" Wie zwei Feinde standen sie sich gegenüber. Zwei Feinde, von denen jeder nur den einen Willen kannte: sich dem anderen gegenüber zu behaupten In Schulhofs brach in diesem Augenblick etwas entzwei. Als sei eine Binde von seinen Augen gefallen erkannte er die tiefe Kluft, die ihn von Lu trennte. Siebte sie ihn wirklich? - -. Könnte sie dann so zu ihm reden? ... Ihr selbstsüchtiges Wesen wollte einzig nur herrschen ... ihn beherr- schen ..nur ihre Wünsche, ihre Passionen galten ihr etwas . . seine Arbeit. Die er so sehr liebte, war chr ein Nichts! ... Wie eine Befreiung wehte es über Schulhofs heitSrücksichten In andere Hände legen mußte, sowie den Ehrenvorsitzenden Iakob Schmidt, der auch ein Viertelfahrhundert an der Spitze des Vereins gestanden hat. Beiden dankte der Redner in warmen Worten. Worte des Dankes hatte et auch für den jetzigen Dirigenten. Herrn Kümmel, Rodheim, der den Verein vor drei Iabren übernahm und ihn in 3 Iahren in gesanglrcher Hinsicht auf beachtliche Höhe geführt hat. Ferner sprach der Redner dem Dereinsmitglied S ch e e r e r Dank aus für die Schaffung des schönen Saales, in dem der Verein seine Kräfte besser entfalten könne. Warme Worte des Dankes hatte der Redner ferner für die Sänger- stauen, die manche einsame Stunde aus sich nehmen müssen, wenn der Mann zur Gesangstunde gehen muß: Mit dem Wunsche, daß der Gesangverein »Liederhain" getrost in die Zukunft schauen dürfe und auch in der Zukunft nur das eine Ziel kenne: die Pflege des deutschen Liedes, brachte er ein Hoch auf das deutsche Lied und den Gesangverein »Liederhoin". Zur Verschönerung des Abends führten Mitglieder des Vereins ein Lustspiel und ein Duett aus, so daß auch die Lachmuskeln der Gäste in Bewegung gesetzt wurden. Der musikalische Tell des Abends lag in Händen von Mitgliedern der Kapelle Weller, Oie* ßen, die ihrer Aufgabe voll gerecht wurden. Im Ramen der Gäste dankte Lehrer Wagner den Veranstaltern und hob besonders die Verdienste des Dirigenten. Herrn Kümmel, hervor, der in der Gesangleistung jeden Gast befriedigte. Verlosung und Tanz beschlossen den schönen Abend. T Rodheim a. B., 6. Febr. Im Anschluß an den Ausruf des Hochmeisters des 3ungbeut- schen Ordens wurde hier eine Ortsgruppe der »Bolksnationalen Reichsvereini- g u n g" gegründet, deren Mitglieder bis jetzt die Zahl 100 übersteigt. Gestern abend fand eine Besprechung zur weiteren Durchorganisierung statt, wobei auch der Ortsausschuß gewählt wurde. Diesem gehören an: Hauptlehrer i. R. Friedrich L ö l l, Landwirt Wilhelm Schneider, Landes oberwegemeister Kasp. Schmidt, Arbeiter Karl Koth, Lehrer Karl Jäkel und Dampfziegellibesiher Wilhelm Bender II., Vorsitzender des Ausschusses wurde Landesvber- wegemeister Schmidt. _L Waldgirmes, 6. Fehr. Bei unseren beiden Brennholzversteigerungen waren die Preise gegen früher niedrig. Es kamen je 2 Meter Buchenscheit auf 22—27 Mk., Knüppel 16—18 Mk., Eichenscheit 18-20 Mk., Kiefern- und Fichtenscheit 6—10 Mk. Die Reiser wurden meist unter dem Hauerlohn verkauft, je 8 Meter Buchen 6—8 Mk., Fichten 3—6 Mk. Biele Haushaltungen von hier haben ihren Holzbedarf durch das Fällen von alten Obstbäumen gedeckt, da die Schätzung derselben und der Besihwechscl durch die Zusammenlegung bevorsteht. Kreis Wetzlar. * Launsbach, 5. Febr. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats stand der Antrag des Turnvereins A.D.T. zwecks Bereitstellung eines ebenen Spielplatzes für die sporttreibenden Vereine zur Beratung. Im allgemeinen konnte man feststellen, daß der neue Gemeinderat weitsichtiger ist In dieser Angelegenheit. Es wurde der Beschluß gefaßt, am Sonntag im Beisein der Vorstände der beiden Turnvereine eine Besichtigung der in Frage kommenden Geländestreifen vorzunehmen. Sodann behält sich der Gemeinderat die endgültige Zusage bis zur nächsten Sitzung vor. Der jetzige Platz soll nur vorübergehend zur Verfügung gestellt werden, bis der vorgesehene Platz in den Roten Gräben fertiggestellt werden kann. ? Odenhausen (Lahn). 6. Febr. Rach- dem die hiesige Pf ar r stelle seit l.Mai 1929 verwaist ist, scheint nunmehr der Zeitpunkt nicht mehr fern zu fein, wo unsere Gemeinde und das Fillaldorf Salzböden wieder einen Seelsorger erhalten werden. Bei dep seinerzeitigen Ausschrei- Preußen. Kreis Biedenkopf. Bieber, 6. Febr. Am vorigen Samstag veranstaltete der Gesangverein „Liederheim" seinen diesjährigen Familienabend, bei dem der Saal des Gastwirts Scheerer gut besetzt war. In der Begrüßungsansprache dankte der zweite Vorsitzende Haus den Veteranen Les Gesangvereins, daß sie den Verein, der der älteste des Ortes ist (et feierte im Juni 1926 sein 40- Iubiläurn), durch alle Stürme der Zeit aus kleinen Anfängen zu dem stärksten Verein von Bieber entwickelt haben. Unter den Veteranen hob er besonders hervor den Ehrendirigenten Haupflehrer L ö 11, in dessen Händen 40 Jahre i)cr Dirigentenstab lag und der ihn aus Gesund- schwachen Reonkichtquelle. Auch hierfür ist eine /seht hübsche Anordnung getroffen worden. Von den Löchern am Trommelumfang gehen von außen verspiegelte Glasstäbe speichenartig bis nahe an die Elektroden der Reonlampe heran. Das Licht wird in diesen Glasstäben gefangen und von der spiegelnden Wandung tote durch ein Rohr fast verlustlos den Trommellöchern zu- gelcitet. Allerdings sind die Bilder noch verhältnismäßig klein; sie werden deshalb durch eine große Linse betrachtet. Sie Unterteilung der Lichtquelle in mehrere Elektroden bringt aber den Vorteil der besseren Lichtausbeute, so daß die Bilder deutlicher werden als bisher. Dabei sind keine besonderen CßerftärteranorOnungen zum Betrieb der neuen Lampe notwendig; der Fernseher kann ohne weiteres an Stelle eines Lautsprechers an einen guten Empfänger angeschlossen werden. Die Ausgangsleistung des Endrohres genügt vollständig zur Aussteuerung der Reonlampe. Hand in Hand njit der Vervollkommnung der Fernseher ist in Amerika auch die Sendeeinrichtung weitergebildet worden. Etwa in der Mitte dieses Iahrcs ist in Ierseh City im Staat Rew Iersey ein starker Sender in Betrieb genommen tooröen, der vorwiegend dem Fernsehen dient. So ist es möglich, dah sich eine große Anzahl von Sehgästen an den Versuchssendungen beteiligt. Man hofft auf diese Weise durch Mitarbeit eines großen Kreises am schnellsten zu der unbedingt notwendigen Weiterbildung zu kommen. Man geht drüben also bewußt den gleichen Weg wie bei der Entwicklung des Rundfunks vor etwa einem Jahrzehnt. Absichtlich hat man mit einfachen Sendungen begonnen, und zwar mit Schattenrihfilmen — einfach schwarz-weiß, ohne Schattierungen —. Zu wirllichen Sendespielen will man erst später übergehen. Der Film bringt auch den Vorteil einer außerordentlich einfachen Sendeeinrichtung. Jedes Filmbildchen muß Zeile für Zeile mit einem Lichtstrahl abgetastet werden. Das macht man nun- nicht etwa so, wie es bei den üblichen Filmvorführapparaten geschieht, daß jedes Bild für einen kurzen Augenblick — Via Sekunde — stillsteht und in dieser Zeit betrachtet oder ab- aetaftet wird, sondern der Film läuft mit gleich- bleibender Geschwindigkeit zwischen einer starken Lichtquelle und einer Photozelle hindurch. Vor dem Film dreht sich eine Lochscheibe, deren Löcher jedoch nicht wie bei der Ripkowschen Scheibe auf einer Spirale, sondern auf einem Kreis angeordnet sind. Die Löcher lassen einen feinen Lichtstrahl durch den Film in die Photozelle fallen. Dadurch, daß der Film während der Abtastung weiterläuft, tastet Der folgende Lichtstrahl nicht die gleiche, sondern die folgende Zelle ab. Zwar steckt das Fernsehen noch immer in den Kinderschuhen. Es ist bei der schnellen Entwicklung unserer Technik jedoch zu erwarten, daß es nicht allzulange dauern wird, bis die Fern- sehempfängcr ganze Bühnenszenen und Ereignisse nach der Ratur werden wiedergeben können. Dann wird der hörbare Rundfunk durch die Fernschau eine wertvolle Ergänzung erfahren. Arbeit! Ich hätte mich gewundert, wenn die paar Tage hier in Rizza vorübergegangen wären, ohne daß ich das Wort Arbeit von dir gehört hätte!" Schulhofs wollte ihr entgegnen, Lu schnitt ihm aber das Wort ab. „Ich weih, was du sagen willst! Ich habe es in Berlin oft genug gehört! Immer, wenn ich dich brauchte, hattest du zu tun! Seine Arbeit war dir wichtiger als ich!" Schulhofs fuhr auf. „Das ist nicht wahr, Lu!" „Doch, es ist wahr! Ich will aber den Wann, mit dem ich verlobt bin, nicht immer mit feiner Arbeit teilen!“ Schulhofs fühlte, wie eine trotzige Regung in ihm aufstieg. „Von einer Teilung kann keine Rede fein!" antwortete er überlegen. „Su darfst aber nicht vergessen, daß für den Mann seine Arbeit der Sie blonde Sklavin Vornan von Hermann Weick. ein (D. T.) sein gut besuchtes Wintervergnüaeir ab. Im Anschluß an die Begrüßung durch Den Vorsitzenden, Landwirt K. Lauer, führte Turnlehrer R a u m a n n aus Marburg einen Sihn über die Kurische Rehrung vor, der lebhaften Beifall fand. Hierauf folgten turnerische Vorführungen der Schüler unter der Leitung des Schülerturnwartes Konrad Bock und der älteren Turner unter der Leitung des 1. Turnwar- tes Th. Scheid. Sie Vorführungen lösten lebhaften Beifall aus. Baron Freiherr Gun- trum Schenck dankte im Ramen der Zuschauer den Turnern für die vortrefflichen Vorführungen. Hierauf erfreute Turner Heinrich B ast i a n mit einem Gedichtvortrag in oberhessischer Mundart, der von dem Sinn und Zweck der Turnvereine handelte. Bei Verlosung und Tanz blieben die Teilnehmer dann noch mehrere Stunden in schönster Harmonie beisammen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 7. Febr. Der 21 Jahre alte Bäcker Hermann Hotz und die 19sährige Kontoristin Emma ßiebler wurden heute morgen in der Küche der elterlichen Wohnung des jungen Mannes gasvergiftet aufgefunden. Stundenlange Wlederbetebungsver- suche mit Sauerstoffapparaten blieben erfolg os. Wie es heißt, hat Arbeitslosigkeit die jungen Leute in den Tod getrieben. — In letzter Zeit mehren sich hier die Geschäftsei n- bräche. So wurde in einer der letzten Rächte in ein Strumpfgeschäft in der Bleidenstratze ein- gebrochen. Sabei wurden für 1 250 M k. Sa* men st rümpfe, seidene Winterkleider und Selbstbinder entwendet. Die Same neigte zustimmend den Kops. Während Schulhofs speiste, betrachtete er unauffällig sein Gegenüber. Die junge Same war mit vornehmer Eleganz gekleidet. Blondes, lockiges Haar umrahmte ein ungewöhnlich reizvolles Gesicht. Ein ernster, sinnender Ausdruck lag über den weichen Zügen. Sie schien die beobachtenden Blicke, die Schul- hoff ihr zuwarf, nicht zu bemerken. Sie sah an ihm vorbei zum Fenster hinaus, mit einem fernen und, wie ihn dünkte, schwermütigen Blick. Mehr und mehr fühlte Schulhosf. wie die Frenrde fein Interesse fesselte. Wer mochte sie sein? ... Reiste sie allein? ... Der Wunsch, sie kennen zu lernen, regte sich in ihm. Er hätte sich die älrsache dieses Wünschens nicht erllären können. Cs war sonst nicht seine Art, von jedem hübschen Gesicht sogleich begeistert zu fein. In diesen schönen, anmutigen Zügen war aber etwas, das ihn bannte. Ser Kellner brachte den Kaffee. Schulhofs nahm die Zigaretten aus der Tasche. Sa traf ihn ein kurzer, forschender Blick der Fremden. Für Sekundendauer sah er in ihre Augen. Er verneigte sich und fragte: „Stört es Sie, wenn ich rauche, Gnädigste?" Sie Same wandte sich ihm zu. „Rein ... gar nicht," antwortete sie freundlich. Schulhosf zündete sich die Zigarette an, er sah den Rauchwölkchen nach ... die Same schien sich wieder für die Landschaft zu interessieren, die in wechselvollen Bildern draußen vorüberzog ___ Rach wenigen Minuten begegneten sich wieder beider Augen. Hm den schmalen, feingeschnittenen Mund der Same huschte kaum merklich ein Lächeln. Ähulhoff sagte: ^.Es ist eigentlich schade, daß man so am Schwarzwald vorübrrfährt. Man sollte eine Welle in den Bergen Aufenthalt nehmen!" Er wurde sich seiner Worte erst bewußt, als sie gesprochen waren. War es nicht unschicklich, so ohne weiteres _ i&m fremde Same anzusprechen? ... Wie toürbe sie seine Worte aufnehmen? ... Die Fremde wies mit der Hand zum Fenster. „Ich komme von oben," sprach sie. „Ich war einige Tage auf dem Feldberg." Freude rauschte in Schulhosf auf. Sie Same toar also über seine Worte nicht erzürnt! Run durfte er die Unterhaltung nicht mehr abreihen lassen! ,Sr begann, vom vergangenen Winter zu erzählen, als er einige Wochen auf dem Feldberg mit Skifahren zugebracht hatte. Die Fremde hörte ihm aufmerksam zu. (Fortsetzung folgt.) Bung der Stelle hatten sich nur drei Bewerber gemeldet, nämlich Pfarrer Lindenborn (Gotha), der Enkel des Pfarrers Lindenborn, der lange hier amtierte, Pfarrer Geiß (Ober- Ofleiden) und Pfarrer Fröhlich (Bobenhau- fen). Sie Wähl der Kirchenvertretung fiel auf Pfarrer Lindenborn, der aber nach Ablauf der Bedenkzeit ablehnte. Runmehr muhte, da für Pfarrer Geiß keine absolute Mehrheit vorhanden war, nach dem Kirchengefeh nochmals gewählt werden. Es wurde dann Pfarrer Geiß einstimmig gewählt. Sieger lehnte jedoch, nachdem er das Pfarrhaus als ehr mangelhaft befunden hatte, ab. (S3 hätte jetzt eine nochmalige Ausschreibung erfolgen mü fen, wenn nicht Pfarrer Lindenborn seinen Entschluß geändert hätte. Er teilte nämlich dem hiefigen Presbyterhuin mit, daß er jetzt bereit wäre, die Stelle anzunehmen. Rachdem er mit dem Presbyterium persönlich verhandelt hatte, erklärte sich die erweiterte Kirchenvertretung mit der älebernahme des Pfarramtes durch Pfarrer Lindenborn einverstanden, so daß dieser wohl zum 1. April antreten wird. ch Erda, 6.Febr. Unsere Gemeinde hat im vorigen Iahre die W a 11 c r i c i t u n g mit teilweiser Kanalisation des Ortes erbaut. Sie Kosten belaufen fich auf etwa 125 000 Mark, zu deren Deckung der Gemeinde eine besondere Holz- fällung im Gemeindewald von der Forftauffichts- behörde bewilligt wurde. Aus diesem Sonderhieb wurden rund 3000 Festmeter Holz gewonnen, die jedoch in unserer Gegend nicht abgeseht werden können. Auf Anraten der Regierung versucht die Gemeinde nunmehr, das Holz durch Vermittelung großer Holzhandelsfirmen im Ruhrgebiet zu verwerten. Für Brennholz wurden bei der letzten hiesigen Holzversteigerung bis zu 35 Mark je Raummeter erzielt. — Der hiesige Spar- und Darlehnskassenverein c. G. m. u. H. hielt dieser Tage im Rathause seine ordentliche Generalversammlung ab, zu der die Mitglieder fast vollzählig erschienen waren. Zunächst wurde die Rechnung und Bilanz für das Iahr 1929 vorgelegt. Ser feit 27 Iahren bestehende Verein hat fich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gut weiterentwickelt. Die Spareinlagen bezifferten sich am Iahresschluß auf 51 491 Mark. Sie Aktiven und Passiven belaufen sich auf 70 712 Mark, der bilanzmäßige Umsatz betrug 1018 036 Mark; der älmsah ist im Rechnungsjahre um rund 100 000 Mark gestiegen. Rach dem Bericht des Verbandsrevisors Ä re- rn a n n vom Raiffeisenverband Frankfurt wurde die Bilanz einstimmig genehmigt und dem Vorstand und Rechner Entlastung erteilt. Weiterhin stimmte die Versammlung zu, daß der Reingewinn von 515,19 Mark dem Reservefonds zugeführt wird. Bei der Wahl der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden die Herren Johannes Schneider und Georg Rinn in den Vorstand wiedergewählt. Aus dem Aufsichtsrat schied auf seinen Wunsch Herr Peter Sbr r aus, neugewählt wurden Kaufmann Theo K a u ß und Landwirt Heinrich S o r r. Schließlich wurde die Grenze für Kredite und Bürgschaft neu festgesetzt und die Anleihehöchstgrenze erhöht. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprachen noch Ver- bandsrevisor K r e m a n n und Lagerhausverwalter Gath über verschiedene genossenschaftliche Fragen. — Da unser Pfarrer Müller in der nächsten Zeit von hier fortzieht, um eine neue Pfarrstelle in Diskirchen (Lahn) zu übernehmen, wurden am vorigen Sonntag die in diesem Jahre aus der Schule entlassenen Kinder konfirmiert. Cs waren insgesamt neun Mädchen und vier Knaben. — Der Holzhauermeister der Fürst!. Hohensolms- schen Forstverwaltung Peter Brück von hier konnte dieser Tage das Jubiläum seiner 40- jährigen Tätigkeit als Holzhauer und Holzhauermeister begehen. ^rcis Marburg. O Fronhausen (Lahn). 6. Febr. Am vorigen Samstag hielt der hiesige Turnver- hin. Rein, er war nicht der Mann, zum willenlosen Werkzeug Lus zu werden! „Fahre morgen ruhig nach Hause! Ich lanh auch ohne dich spielen!" sagte Lu kalt und wandte sich zum Gehen. Schulhofs zündete sich eine Zigarette an. Eine ihm selbst unerklärliche frohe äleberlegenheit war in ihm. „Ich freue mich, daß du dich meinen Gründen doch nicht verschließt!" Lu drehte sich um. Aus unsicheren Blicken sah sie ihren Verlobten cm. Ahnte sie nicht, daß in dieser Stunde die Wacht, die sie bisher über ihn besessen hatte, zerbrochen war? ... Sie sagte kurz: „Wenn du keine Lust hast, mich heute abend ins Kasino zu begleiten, dispensiere ich d.ch!" Schulhosf hörte den verhaltenen Zorn aus ihren Worten. „Warum sollte ich nicht mitgehen, Lu? ... Be- elle dich aber, damit wir nicht zu spät kommen!" Das Feindselige zwischen ihnen wuchs noch im Verlaufe des Abends. Schulhofs tanzte nur wenige Male mit Lu. Sie war stets von zahlreichen Kavalieren umringt, die sich um die Gunst, mit der schönen Tennismeisterin zu tanzen, stritten. Loudon, der lange Engländer, wich kaum einmal von ihrer Sette. Gleichmütig sah Schulhosf diesem Treiben zu. Er ging nachher in den Spielsaal, setzte ohne sonderliches Interesse und gewann rasch hintereinander einige hundert Franken. Rach einer Welle tauchte Loudon im Saale auf. Suchend blickte er umher. Als er Schulhofs entdeckte, kam er herbei. „Wollen Sie auch spielen?" fragte Schulhosf. Der Engländer verneinte. „Ich habe heute abend, bevor Sie kamen, schon so viel verloren, daß ich in nächster Zett wahnsinniges Glück in der Liebe haben muß!" Gleich darauf fragte er, wie auS einer Gedankenverbindung heraus: „Ist es wahr, daß Sie uns morgen verlassen wollen, Mr. Schulhofs? Miß Horwitz sprach soeben davon." Schulhosf durchschaute den anderen. „Gewiß, ich fahre morgen nach Berlin zurück." Ein Zucken Der Freude lief über das sonst so beherrschte Gesicht des Engländers. Es war Felix Schulhofs nicht entgangen. Er wunderte sich, daß keine Spur von Eifersucht sich in ihm regte. III. Ser Speisewagen war dicht besetzt. Rur an einem Keinen Tisch, an dem eine Same sah, war der gegenüberliegende Platz noch frei Schulhoff ging darauf zu. „Gestatten Sie?" fragte er. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 9. Februar. 5. Sonntag nach Epiphanias. Ltadtlirche. 9.30 Uhr: Mifsionsprediger Lauck (Frankfurt a. M.); 11: Kindertirche für die Mat- thäusgemeinde; Missionsprediger Lauck; 5: Pfarr« assistcnt Schlaudrafl.— llobanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolshelmer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Lenz; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Jo« bannesgemeinde; 8: Bibelbefprcchung im Johannes- (aal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Elifabeth-KIeinkindcrschule. 9.45: Pfarrer Lio. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemttnde; Pfarrer llic. Waas. — Klein-Linden. 11: Kinder gottesdienft; 1.30: Hauptgottesdienst. — Wieseck. 9 45; 11: Kinderkirche. — Ailen-Luscck. 10; 6. — Kirchberg. 10; Kirchberg; 1.30: Mainzlar.— Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich; 1: Haufen. — Watzenborn-Steinberg. 1: Hauptgottesdicnst (Opfer für die russischen Emigranten; 2: Kinderkirche. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn (Chorschule); 12.45: Kinder- gottesdienft; 2: Pfarrvikar Staubt. katholische Gemeinden. Samstag, den 8. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 9. Februar. 5. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Jungfrauen-Kongregation; 17.30: Chri» stenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — (jungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8 45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. eonnttimfricnit X'Herste n.'Uvotb"kr», am 9. 2. 30 Dr. W. Klein. Dr. S. Klein. Petikanavotbeke. _____________.iabulirzt: Dr. Jäger. ’D Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. t 3n wechs Daß erfohi nid) fortfef gung tung wurd Sd? Aber einig« lief) er ätimi enitäl eing hebliH nur ft ?pezw Mar weist Memli inune Le pooler bedeut PNgcr TieiX' s-lvh M endev Darc hier den < zust i laufen, nur a aß C aber < unb p dm t schwa mit i laaüi ckpor ist. MHr 5er 6 oedrüc hier c fiuttci Aettn Iriezr 'Rau cher. 3n Docl zen- Mar 0.25 7loti< 18 b Mai: 10. 39,50 39,50 fleie Deuc bis 5,5 vo Die einge> w fricH bol « »c, । »l L 8% f. Cbtrt-c 3^.1 ’tuiia tiniei ,,xiii „4; tat C.( •%T ’ft" ‘W ‘yti 'S? LxzÜ i'45 es 1 S”üikT£ jürjrf Miß oT utner a»; p"o ihs KL ^Ä?unL «L?** i-r-t A9 ^^/auL ZM ä!?y?* KL ien. m. lQd) Epiphamas. '5Pttbtger Lauck $ !ur die Mat. «ud; 5; Psarr. r^e.9-%: darret für die Lukas- - o: Pfarrer Lenz: Lukas, und 3o. iug im Johannes« de» »Ifen Zrird- erkirche- Pfarrer k 9.45: Marrer wkusgtmtinbe: en. 11: fiinicr. >st. - wiefeck. ujcck. 10, 6. - Mr. — t)aulro. m\tn. — Dahen- äU (Opfer für die irdje. - Eid), lö: ; 12.45: Kinder, t den. uw. chte. I noch Epiphanie. Neffe-, Kommunion Men: 8: Kommu- 1: Neffe mit Pre- ilion; 17.30: Chri- rg. 9.45: Neffe mit it mit Predigt. - - Collar. 845: W: fiodjamt mit nm 9.2. % Peiikanavoldeke. w._______2 redattisn. 17 Uhr. Samstag lediglich on die den Kopf- betrachtete er un* ornchmer Eleganz ,ar Mrahmte em . §jn ernster, fm* it rneichen Men. Wc. die ÄR* M Sie 0 « j, mjj einem, tet* gütigen Aia. Mr mvchk ste lernen, regte 1'4 tiefes Dünf-Hew' r fonfi M! f->gle<^ Wen. -MM" ihn W* M , GnädigfteT' riete s>° f“®61 myji '9"kinafchnilte"^ ifSM » fn am rä"*1** [p öS". "Iiils>ic prcch-nd - menj; • * Fenster- öflr ffdüf' tflam -u- Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die bereits zum Schluß der vergangenen Woche eingetretene weitere Abschwächung nahm auch zu Beginn der neuen Woche ihren Fortgang. "Namentlich der vom Roggenmarkt ausgehende Druck brcvüte weitere Unsicherheit und hemmte die Unternehmungslust stark. Auch die uneinheitliche Preisgestaltung an den Üeberseemärktcn bot teure Anregung, verstimmte noch eher. Der Konsum war weiter sehr zurückhaltend, so daß bei der fehlenden Kauflust die Preise erneut nachgaben. Weizen setzte zunächst auf höhere Liverpooler Meldungen höher ein. ohne daß jedoch bedeutende Umsätze zustande kamen. 3m Verlause gingen die anfänglichen Gewinne und noch mehr wieoer verloren. Witbestimmend war auch der schlechte Absatz am Wehlmarkte. Auslandweizen ohne Interesse. Roggen verzeichnete in dieser Woche wieder vermehrtes Angebot, da auch andere Provinzen (Bayern und Thüringen) mit Ware an den Markt kamen, mit der Hoffnung, hier einen höheren Preis zu erzielen, als an den anderen Plätzen. Die wenigen Umsätze, die zustande kamen, wurden lediglich wieder von Stützungsfirmcn getätigt. Trotz Ermäßigung der Mehl preise seitens der Meblhändler war auch hier das Geschäft gleich Rull- Selbst einige größere niederrheinische Mühlen, die bisher immer noch Reflektanten waren, waren kaum im Markt. Ziemlich schwach liegt neuerdings auch Gerste. Da die Brauereien voll eingedeckt sind und nur in kleinen Mengen beste Qualitäten kaufen, kommt viel Ware an den Markt, die nur als Futtergerste (in kleinen Mengen auch als Industriegerste) Verwendung findet, hier aber auf die Konkurrenz der Importware stößt und nur zu nachgebenden Preisen abgeseht werden konnte. Hafer und Mais lagen weiter schwach, was mit der allgemeinen Lage und mit dem ^Imstande, daß wir infolge der ausländischen Konkurrenz keinen Hafer und Mais exportieren können, in Zusammenhang zu bringen ist. Kleie lag ebenfalls nach wie vor matt. Während Roggenkleie bisher im Einklang mit der Stützung am Roggenmarkt relativ weniger gedrückt war, setzte jedoch in dieser Woche auch hier ein größerer Rückschlag ein. Don sonstigen Futtermitteln, wie Oelkuchen, Sojaschrot und ReiSmehl, ist sogar ein Untcrfdjreiten der Dor- kriegSpreise festzustellen. Hülsenfrüchte und Rauhfuttermittel ebenfalls weiter schwächer. Kartoffeln behauptet. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Weizen, Gerste. Hafer, Mais. Weizen- und Roggenmehl und Roggenkleie je 0,50 Mark, Roggen um 0,60 Mark, und Weizenkleie 0.25 Mark nach. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 26,25 bis 26,40; Roggen 18 bis 17,90; Gerste 19; Hafer 16,25 bis 16,50; Mais 15,75 bis 16; Erbsen 29 bis 42; südd. Heu 10. getrocknete Treber 12,50, südd. Weizenmehl 39,50 bis 40,25; niederrheinisches Weizenmehl 39,50 bis 40,25; Roggenmehl 26 bis 27; Weizen» fiele 8.15; Roggenkleie 8.50; Linsen 50 bis 90; Weizen st roh 5,30 bis 5,50; Roggenstroh 5,30 bis 5,-50. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. In der Berichtswoche war die Börse von wechselseitigen Schwankungen stark beeinflußt, so daß das Geschäft eine erhebliche Eindämmung erlahrcu mußte. Die Tendenzgestaltung sah wohl nicht hoffnungslos aus, da an die weiter fortschreitende internationale Geldmarktverslüssi- gung hinsichtlich der zukünftigen Geschästsgestal- tung der Börse recht große Hoffnungen geknüpft wurden. Ratürlich förderten die Diskontsenkung in Frankreich und Polen diesen Optimismus. Aber auch die festere Reuyorker Börse, sowie einige günstiger lautende Konjunkturberichte ließen reiche Rahrung für eine zuversichtlichere Stimmung auskommen. Man war aber bald stark enttäuscht, da der mangelnde Auftragseingang den Wut bei der Kulisse ganz erheblich einschränkte. Das Geschäft konnte daher nur selten etwas lebhaftere Formen annehmen Spezialwerte traten unter Führung von Reichsbankanteilen etwas mehr in Erscheinung, zeitweise war in diesem Papiere die Llmsahtätigkeit ziemlich erheblich, da auch das Ausland doch immer noch für einige deutsche Papiere etwas Interesse bekundete. Die übrigen Markte wurden hiervon ausgehend verschiedentlich mitge- zogen, so daß trotz der Zurückhaltung und Lustlosigkeit in dieser Woche Kursverluste vermieden werden konnten Die Spekulation war. wie in der ganzen Woche zu bemerken war, auf sich selbst angewiesen. Verschiedentlich wurde beobachtet, daß baS Publikum mit Derka isslimiten an den Markt kam. Das herauSkommende Material fand ziemlich leicht Unterkunft, selbstverständlich waren aber immer wieder Abschwächungen die Folge. Gegen Ende der Woche blieb die Stimmung unsicher, die Kurse gaben von ihren zwischendurch erzielten Gewinnen den größten Teil wieder her. Dor allem waren Reichsbankanteile an- geboten, da man sich über die Statutenänderung nicht ganz einig war; auch war man mit dem Gratisbezugsrecht nicht zufrieden. Wan glaubt, daß der hohe Kurs der Reichsbankanteile jetzt keine Gewinnchance mehr bietet, und die interessierten Kreise schritten zu Gewinnmitnahmen, so daß ein "Verlust von etwa 12 v. H. eintrat. Das Finanzprogramm Modenhauers trug zur "Verschlechterung der Lage nicht unwesentlich bei, da hiernach mit einer Steuersenkung kaum zu rechnen ist. Das Geschäft war sehr klein, und da die Spekulation zu Abgaben schritt, traten erneute Kursrückgänge ein. Besonders Bernberg waren stärker angeboten. Aber auch Siemens lagen unter Druck. Als wider Erwarten eine Diskontsenkung der Dank von England um ein halb Prozent gemeldet wurde, nahm die Tendenz später im Grundton wieder ein etwas freunb- licheres Ans ehen an. Einige Rückleckungen hatten eine geringfügige Besserung des Kursniveaus zur Folge. Im Vergleich mit den Kursen der vergangenen Woche zogen Danken von 2 bis 4 p. H. an. Barmer Bank. Bahr. Hyp.-Dank und Berliner Handelsgesellschaft konnten etwas mehr Interesse auf sich lenken. Schiffahrtswerte waren bis zu 2,5 v. H. höher. Am Kunstseidemarkt waren Aku angeboten und 6 v. H. schwächer. Rachfrage bestand dagegen für Bemderg. die etwa 20 v. H. höher lagen, aber aus eine Meldung hin, wonach bei diesem Betrieb eine Arbeitseinschränkung geplant ist, mußte dieses Papier wieder 5 v. H. ihres Gewinnes hergeben. Kaliwerte verloren bis zu 3 v. H., nachdem in der vergangenen Woche hier eine kräftige Erholung eingetreten war. Es drehte sich aber in der Hauptsache um Gewinnmitnahmen, da nachteilige Momente für diese Aktie nicht in Frage kommen. Rheinstahl und Rheinische Braunkohlen lagen je 5 v. H. abgeschwächt. Don Elekiroaktien konnten Schuckert und Siemens einen Gewinn von je 3 v. H. verbuchen. Svenska plus 5 Mark. Zellstoff Waldhof besserten sich um 7 v. H., angeblich soll der Kreuger-Konzern einen größeren Posten Aktien gekauft haben. Am Anleihemarkt waren deutsche Anleihen kräftig anziehend. Türken waren vernachlässigt. Devisen waren wenig verändert. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld im Zusammenhang mit dem Ultimo mit 7 v. H. etwas höher, jedoch bei reichlichem Angebot. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlachtviehmarkt hielt sich in der letzten Woche weiter in engen Grenzen, trotzdem der Austrieb noch geringer als in den Dorwochen war. Die Export- beteilignng war in dieser Woche nicht so stark, doch konnte man allgemein eine größere Kauflust der Frankfurter Metzger beobachten. Die Preise konnten sich überwiegend etwas bessern, nur bei Schweinen trat ein Derlust von etwa 3 Mark ein, was man damit begründete, daß die Futtermittelpreise ebenfalls sehr stark ermäßigt feien. Wenn auch die Konkurrenz durch die Einfuhr von polnischen und litauischen Schweinen noch nicht so groß ist, so verstimmt diese Einfuhr doch allgemein. Dies waren die beiden Hauptmotive für das schleppende Geschäft und den Rückgang der Preise am Schweinemarkt. Der Rinder markt hatte weiter etwas geringeren Austrieb, genügte jedoch der Rachfrage vollauf. Rach ruhigem Handel und etwas anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Kälber und Schafe haben nach wie vor ziemlich ruhiges Geschäft, bei leicht gebesserten Preisen wurde ausverkaust. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1383 Rindern, darunter befanden sich 292 Ochsen. 70 Bullen. 503 Kühe und 327 Färsen, ferner aus 1323 Kälbern. 310 Schafen und 5377 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb der vergangenen Woche standen 37 Rinder, 217 Kälber, 199 Schafe und 5 Schweine weniger zum Derkaus. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in "Mark: Ochsen, al) 57 bis 59, a2) 53 bis 56, bl) 48 bis 52. Bullen: a) 54 bis 56, b) 46 bis 53. Kühe: a) 45 bi» 47, b) 40 bis 44. c) 34 bis 39. d) 28 biS 33. Färsen: a) 56 biS 59. b) 52 bis 55. c) 48 bis 51. Kälber: b) 70 dis 74. c) 64 bis 69. d) 55 bis 63. Schafe: a) 50 bis 52. b) 42 bis 48. Schweine: a) 76 bis 78, b) 76 bis 79, c) 78 bis 80, d) 77 bis 80. c) 75 bis 78. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche zogen Ochsen und Kälber bis 2 Mark, Bullen, Kühe und Färsen bis 1 Mark an, während Schweine bi« 3 Mark nachgeben mußten. Schafe blieben gut behauptet. • Sie Entscheidung des ReichSaus- sichtSamts in der Favag-Angele- g e n b c i t Das Reichsaufsichtsamt hat tn der Angelegenheit der Frankfurter Allgemeinen Der- sicherungs AG. folgende Entscheidung getroffen: „Das Zahlungsverbot wird bis auf weiteres ausrechterhalten." Die Entscheidung hat die Bedeutung. daß der Senat sich vorbehält, jederzeit, insbesondere auch noch vor der Gläubigerversammlung, die Mitte März stattfinden soll, die Frage zu prüfen, ob das Zahlungsperbot noch weiter aufrechtzuerhalten, oder der Konkurs zu beantragen ist. Das Zahlungsverbot kann nur zeitlich erfolgen und nur solange gerechtfertigt werden, als das ReichsaussichtSamt bzw. der Senat die äleberzeugung besitzt, daß eine außergerichtliche gütliche Einigung der Beteiligten zu- standekommt. • Zinsermäßigung der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt. Die Deutsche Rentenbanl-Kreditanstack tLandwirtschaft.ich« Zentralbank) hat aus Anlaß der Herabsetzung des Reichsbankdiskontsahes den Zinssatz für die von ihr ausgegebenen kurzfristigen Perfonalkre- dite mit Wirkung vorn 5. Februar 1930 ab gleichfalls um 1 'e Prozent herabgesetzt. • Zur Zahlungseinstellung der Go - Id Schuhfabrik A.--G., Frankfurt a. W. Wie die "Verwaltung mitteilt, find in den letzten Tagen vor der Zahlungseinstellung Verhandlungen mit ernsthaften Reflektanten bezüglich einer Interefsierung an dem Unternehmen gepflogen worden, die aber wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu Ende geführt werden konnten. Stele Verhandlungen gehen nunmehr weiter. Wenn der Gesellschaft Zett zur ruhigen Abwicklung gelassen wird, oder das Objekt im ganzen verkauft werden kann, so kann mit einer Quote gerechnet werden, die wesentlich über der in einer Zeitungsnotiz genannten von 20 Prozent liegen dürfte. * Frankfurter Gewerbekafse e. G. m. k>. H., Frankfurt a. W. Im Jahre 1929 konnte die Bank ihren Umsatz von 259,3 auf 269.5 Millionen Mark steigern. Aus Zinsen wurden 793 630 (671 531) Mark und aus Provisionen 304 628 (273 876) Mark vereinnahmt. Anderseits erforderten Zinsausgaben 550 429 (454 926) Mark. Unkosten 333 421 (304 773) Mark und Mschrei- bung des Kursverlustes auf eigene Effekten 33 215 (im Dorjahre 4615 Mari Kursgewinn). Aus 202 363 (198 803) Mark Reingewinn werden wieder 10 v. H. Dividende auf 1,50 (1,37) Mill. Mk. Gefchäftsguthaben verteilt. " 12-Millionen-Anleihe für das Baden-Werk. Wie WTB.-Handelsdienst hort, hat daü Badenwerk durch "Vermittlung der Schweizerischen Kreditanstalt in Zürich eine "Anleihe von 12 Millionen Schweizer Franken zu 6 Prozent verzinslich ausgenommen. Bier Millionen seien bereits plaziert, die restlichen acht Millionen würden demnächst in der Schweiz aus- gegeben werden. Frankfurter Börse, Frankfurt a. M., 8. Febr. Tendenz: geschästs- los. — Zum Wochenschluß mar die Börse eher niedriger und zu den ersten Kursen waren Umsätze kaum zu verzeichnen. Die günstige Gestaltung des Geldmarktes durch die Diskontsenkungen in den letzten Tagen blieb ganz ohne Einfluß. Aufträge waren auch heute wieder kaum eingetrosfen, so daß die Spekulation sich sehr reserviert verhielt und verschiedentlich zu Abgaben schritt. Es traten Abschläge in kleinerem Umfange ein. Die schwachen Ausland- börsen wurden allgemein gefchästshemmend empfunden. Zu den ersten amtlichen Notierungen kamen nur wenig amtliche Notierungen zustande. Am Elektromarkt eröffneten Siemens mit minus 3 v. .f). etwas stärker gedrückt. AEG. verloren 1 v.H. Einiges Interesse machte sich dagegen für Licht & Kraft bemerkbar, die 1,13 v. H. fester eröffneten. Bon Chemiewerten waren Farben stark vernachlässigt, und ein Erstkurs mit minus 2 v. kam erst spät zustande. Rütgerswerke büßten 1,75 d. H. ein. Auch Montanwerte neigten zur Schwäche, doch gingen die Rückschläge nicht über 1 v. Sj. hinaus. Gut behauptet lagen am Bauuntcrnehmungsmarkt Zement Heidelberg und Wayß & Freykag. Bankwerte verloren bis zu 1 v. H. Reichsbank wurden etwa 2 o. H. schwächer taxiert. Don Renten waren Alt- und Neubesitz etwas niedriger. Von Auslandrenten fetzten österreichische und ungarische Renten ihre Aufwänsbewegung fort, dagegen lagen Türken weiter schwächer. Nach den ersten Kursen hielt die Verstimmung an; die Kurse gaben erneut um 1 bis 1,5 v. H. nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. j). weiter leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1854, gegen Pfund 20,3613, London gegen Kabel 4,8650, gegen Paris 124,05, gegen Mailand 92,94, gegen Madrid 37,55, gegen Schweiz 23,25, gegen Holland 12,12. 'berliner Börse. Berlin, 8. Febr. Während sich sonst im allste, meinen die Kursfestsetzung bei allzu großem Geschäft zu verzögern pflegt, litt sie heute unter einer erschreckend geringen llmsatztätigkeit. Es fehlte der heutigen Samstagbörse jede Anregung, und die Kursentwicklung war, da auch die Spekulation sich kaum am Geschäft beteiligte, auf den meisten Märkten eine ziemlich willkürliche Reichsbankanteile gewannen 3,25 v. H, wobei angeblich das Ausland etwas Interesse zeigte. Auch nahm die Spekulation anscheinend Staufoperationen vor gegen andere Werte, auf Grund der höhergesprochenen Golddiskont Reichsbank.Anteile (per Erscheinen 107 v. H. Geld). Sonst lasten nur noch Felten auf den Schwedenauftrag etwas fester. Auch Polyphon zogen um 2,5 v. H. und die Kaliwerke bis 1,75 v. H. an. Recht schwach lagen dagegen wieder Siemens mit minus 4,25 v. f). und Bernberg mit minus 4 v. $). Auch die Spritwerte verloren auf die drohende Biersteiler- crhöhung 2,5 v. H. Farben wurden mit einem Verlust von 2 v. H. uemlich lebhaft umgesetzt. Aus die herab- gestimmten Freigabeerwartungen erschienen Kanada- Zertifikate wieder mit Minus-minus-Zeichen und er- . öffneten mit 29 v. H., d. h. 3,5 o. H. unter gestern. Deutsche Anleihen neigten heute zur Schwache. Von Ausländern gaben Türken eher weiter nach, während österreichische und ungarische Renten 1 bis 1,5 v. f). gewannen. Der Pfandbriefmarkt war noch wenig entwickelt, aber auch hier schien das Kausinteresse etwas nachzulassen, und die Kurse wurden eher etwas schwächer taxiert. Der Geldmarkt war weiter erleichtert. Tagesgeld 2,25 bis 7,25 v. H., vereinzelt 5 v. H.; Monatsgeld stellte sich auf 7 v. f). bis 8 v. H, und darunter, Warenwechsel hatten einen Satz von zirka 6 v. S). Nach den ersten Kursen drückte die Drberlofigtcit weiter auf die Stimmung, und auf den meisten Märkten ergaben sich erneut 1-v. H. Verluste. Salzdetfurth und Polyphon gingen um 2 v- S). zurück, dagegen konnten sich Bernberg um 1 o. H. erholen. Aus aller Wett. Präsident Hoovers deutsche Abstammung. Die Abstammung des derzeitigen Präsidenten der "Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, wird auf einen um die Mitte deS 18. Jahrhunderts aus ßllerftaöt (Pfalz) nach Amerika auSgewanderten Andreas Huber zu- rückgeführt. Auf Wunsch von Eolonel Emserson, eines Freundes des Präsidenten, hat der als Psalzsorscher bekannte Professor Dr. Häberle im Interesse des Deutschtums in den Vereinigten Staaten, das großen Wert auf die Feststellung legt, daß Hoover der 1. Präsident deutscher Abstammung ist, in Ellerstadt Nachforschungen angestellt. In der früheren, jetzt umgebauten Protestant. Kirche ist der am 29. Ian. 1723 geborene Andreas Huber am 7. Februar 1723 durch den damaligen lutherischen Pfarrer Johann Georg Kall getauft worden. Dieser Tage ist nun Professor Dr. Häberle aus dem Weißen Haus ein eiger händiges Schreiben des Präsidenten Hoover zugegangen, in dem er für die für seine Familiengeschichte wertvollen Mitteilungen feinen Dank ausspricht. Gefängnis für einen fahrlässigen Autofahrer. Das Schöffengericht Berlin.Mitte verurteilte den 24jährigen Kraftwagenführer Pohl wegen fahr lässiger Tötung und Körperver lctzung zu 14 Fahren Gefängnis. Pohl hat am Treptower Park mit seinem Automobil einen Mann totgefahren, an der nächsten Straßenecke einen Radfahrer z u Boden ge« schleudert und schwer verletzt und mar bann, ohne sich um die Opfer zu kümmern, mit unoer minderten Geschwindigkeit weitergefahren. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 v. H., Lombardzinssuy 7 v. H. Zrankiirri a T? Verllr -chiug. fture utr ÄHt Lchiub Ihm läniany fiur» Taluw 7-2. 8. 2. 7.-2 8.2 8"a leuiaje duiaiamet»: ron iri*7 ....... 87,5 — 87.5 7% Drilliche Nelchkanleih« eon 1929 ......... 96,3 97,3 —- 2'1. einJ^tiblöl.-Sdjulo mit ShU Irl -Rechten........ _ 53.15 53 53.2 IceM rßnj fluilo«. Rechte — 9.05 9.3 9.1 8% Hell. 5olt8|toal von 1929 (rüdjiiNb. 102%) . . 87.5 88 — Obtrhcllcn Provinz - Anleihe mli Aurloj.-Rechlcn..... 50 — - Teutjffie fttnitm. Eawweiabl. Anleihe Gerte 1 . . 8% Sranff. hvp.-yMll SoldNie XIII untüiisbai bi» 1934 . 50,65 50.8 — 96.5 _ _ 7% Franks. Hvp.-Lank Aoldvle unküiivbnr bis 19:32..... 85.75 _ —— <>.;% Rheinische tzhv.-Bank eich«, öolhvie........ 8% Pr. Lnndcepsündbrtekanllall Psniivbriele 9i. >7..... 8% Pu L-»'ecspsandbrtelaiiNaU flonim.-Lbl. 9i. 16..... 83.8 _ — — 97 _ 97 — 94,5 _ 94 _ 7% Pr. LnnecsvIanbbrtelaolt-iU, $|üiibbric,e 9i. 10 88.5 — 89 a.e til. eba- S-Vikrreat-Libltgruüm tutkablbta: 1932 93 — - - 4% Ctltenele »olvne.. 27,4 — 27.5 28 < 20% Crftcn. --Ubcrri' 4.5 •— 4.75 4% V-Nerretchilche Einheitliche SieiUe.......... 2.7 — 2.95 4% Unsiariich« Goldrie.. . • '4.75 —— 24.9 22.75 25,75 4% Nnaorllche Slaatür. v. 1910 -*• — 23.5 4^% tce#l. oon 1913 . . • — *- 24 4% lingarnche flrtnentte.. . 2.75 — 2.1 2.85 4% Türk. Hollanleihe o. 1911 - 1% Türkische Bagvabbaha-Lw Serie I. . 7.2 7.25 7.5 7.4 7,4 _ 7,55 4% vee«, L-r«e || 7.4 — 7.45 7,5 6% Rumänisch, vereind Rente »on 1903 11.5 —— 11.75 mäntlche vereint, Ren re von 1913 ....... 17,5 - 17,9 - Riunaatzch» vereind. "J.en< . 8,9 — S - •tranl hi rt a W -ch>uv» •ur- „Ubi »»t. Schluß. 1 Ünfong» friite Tolurv 7 2- 8. 2 7 2 8 2 Hambuig-ümertia Scrfti Hamd.-LOda!^ tatnyfidi 1 röT — nr 107.25 , • — 170 -w- (•ania Dami fltitn..... 1< — - 152 — *Jtt6cutfdici Lloyv . • • . r 103.5 — 108.75 103.4 tfillfl. Deuijchc itteDilantt . - l 126.5 — 126.75 126.75 8atm et B anlverei.i 1 130 5 130.25 130 76 Berliner Harivelsgeiellivi. . . 1. 189 — 139 25 130.5 Lomvicr: und Lnoai-Banl . 1. 161.75 160,9 161.75 160.9 taimft. u. Äononalbanl - ■ 1 241 240.5 239.25 Deuk'ch»: Barrl ...... 1i 152,5 — 152.5 152.5 Trecenis-Aeielllcho/i. 2M. . 11 152.5 — 152.5 152-5 Lrcesner Aam...... 1' 153.5 152,75 153.5 152.75 Sierch4bani - • 1 307.5 — 106.5 307 . Le rp moira . 181.25 130.25 181,25 209 180.4 209 Slelrt. £kfftunfl«artrili(tafl 1 168 169.5 167.5 Lichl und flraft l' 169.5 170.6 170.5 170 Reiten 4 Guilleaume .... 128.5 — 128.5 129 25 Gel. f. Siek». UntcnL. . . . 10 173,5 — 173.5 172.6 Hamb Wellt -Serir .... t — — 137.5 — Rhein Eleltr........ — — Schlei. Sle'rr ...... IG — — 168.5 168.5 Echucken 4 So. ..... 11 — •V 191,65 190.25 Siemens 4 yaiäte..... 16 281 278 281.75 277.5 IranetaDto........ . 8 — 133.5 Lahme oet 4Lo..... . 10 173 — 173 — ®nö€tu- ..... . 5 76,9 77 ■ Teuilche 0t».’:...... . 6 104.5 106.4 105.9 wiener Steintohls..... —- — 137 136.25 «.'lienkirchener ...... . 8 139 139,75 140 £niTp*net......... . 0 —— *— 137,5 138 pocich 6rten........ 6* — — 114.5 114 Ü'U Berqbau....... 1'- —7- - 248 248 fllödncrroette ...... 112 — 111.75 112.13 flöln SlcufikR . . . . . 1 —« —• 112,5 112.6 iRanriesman- .»rülire» . . . . 1 "i,; 111.13 111.9 111.5 iNane|clt>ei Bergbau .... 112,5 — 112 111,75 Lbench'ei. (Jben.eoaö . . . — — Lberrchlei ttclereede .... . 7 — 103.75 103,5 Pbouit Bergbau..... 6P 10-5 —- 105.9 105.75 Sihe niiche Äraunlohlen. . . 10 249 '-49.25 247.75 Rhemftal» . , . , . . . 6 —— 119.5 118,9 Liefert Stonlzm ...... 7^ — - .ttaulhm a »i Lierlin äd/iuö-l Aure I i'Uo. »I'k SDluB-i 6ur< ! Ulnfong» 8nn atum 7 2 8 2 7. '1 82 Keterme.re Stafll® . . 104.5 104 104.75 104.6 Claw . IG’,. — — 60.75 60 4 215.75 fta! werke Ä'cherslebea 1 214 — 214 ffa. werke Sette regeln . . 1c 216,5 217.5 217.75 ych rvee f Salädeliurro r 362 - 363 363 J ßarv-N'Iuvattir« . i • l68,25 166.25 168 166.5 Tor.nmü 9>obd .... . . . G — — 80 79 Tcheiveavttchr..... 151 — L— «cldichmldl..... 72.5 - 72.5 72.5 N ärger» u>ecle..... . . - «r 805 79 79 25 78.9 Äerallgelellicha/t . . . — 114,5 — "toatilDD Vo^Btd.tn - - - *1 37 97 — Lernen werk bei de'berg . 10 113.25 118.75 — — »Lemeinwerk QarlttaBi . . 10 — — —• — Goob « ,it o . . . 8 — 88-5 86.75 — Lchuirvei» Liqrerurokec . . . 15 - - 279 276.6 Ottwetke....... . . 12 -»» — 212,25 211.25 Set. »laiuftcP . . . . 18 •— — •* -*• Äemderg....... . . 14 167 165 161 MlOofi Waldhok . - - ficlifioii Aichchsenhara . Charlottenburger Omer . 18% 214.5 — 213.5 212 . . a ... 8 153 75 — 154 103.5 108.75 Miauet «Sa: . . . — — 168.5 168.75 Daimler Valoren . . . .•et — 40.25 40.4 40 4 Deuklche Linoleum . . — 254 —- j8aichi«icnbau >2--S. . . . . . 0 —V 47.4 47,13 L 1 rro -n • iti g < . . . 1 — - — — l'udid l'oeni . . . . . K -* — — — «61. Luwmourl .... • . . • — — r— CtMUteui ch Svvvel . . . . . 6 —V —- 78.75 — y-onhAtD lieg .... . . 10 — --- — Lveniko .... — 352.5 332 ittauR. Siaicomeu . . . ... 4 44 46,5 — «tiKiiai....... ... 6 54,5 — 54 — peylraenftLrai . . . . Jungdmu....... Lechwetle. ... 6 . 8 45 106 I 1 1 'LI 111 matuttMlwetb- HSchtt a. Vi- 8 107.25 TV — — {QlOti. 10 132 — 131.5 131 «Lebt. Rvedet . ... . . 10 119 — — öoigi ch HaeivuL . . - > . . e 220 218.5 LSLS-L-ckei..... . . v> 158,75 l 157,25 1 - Banknoten. Berlin. 7. ,sestüar <4eTF Srtes illmenkanllche Nolen ... 4.16 4,18 Belgische Tkolen ...... 58,26 58,50 Däniiche Roten ........ 111.63 112,12 Englische Noten ....... 20,31 20.39 lrtanzüliiche Noten..... . 16.41 16.47 tzollänvische Noten ....... 167.43 168,16 Italienische Noten........ 21.93 22.01 Norwegische Noten....... 111.53 111.97 Deutiw»Oesterreich, 4 IOO Tchilliug 53.73 58.97 Numäniiche Noten ..... 2.47 2.49 SdtnteDiitbe Roter-....... 111.93 112.42 Schweiler Note» . ...... 80.79 81.11 ^pantsche Notei ..... 54.54 54.76 kichechoilowokische Noten..... 12.32 12.38 llnaatilch, Noten .... 72.92 73.22 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU 7 Heb tu ar 8 Rcbtuai Norierun, Ümlliche Not eruno tirlc «riel tttelv «n l «rntt.-Roti 167.80 168.14 167.81 168,15 Buen-'Airer 1.563 ; 1,567 1.534 1.588 «i-O.,Ankw 58.27 58.39 58 265 58.335 Ghrifiianta - 111,70 ! 111,92 111.68 111.90 topenbagen 111,83 112.09 111,93 112,12 Stockholm 112.18 112.40 112.13 112.40 veliingforS. 10.514 10.534 10.512 10.532 Italien. . . London. . . 21.88 21.92 21.835 21.925 20.342 20.382 20.341 20.381 OituDorf . . 4.181 4,189 4,1315 4.1895 Tod5.... 16.385 16,405 16,385 16,425 Schwel; . . 80.72 80 83 80.725 80.885 Span len . 54,75 54,85 55,13 55.23 Japan . . 2.056 2.060 2.056 2.060 •Hto tx Ian Dien in D-- 0.477 0.479 0,474 0.476 Ceß. abaefi 38.875 58,895 53.885 59.00-5 Prag - 12.371 12,391 12.37 12.39 Belirad ■ 7.370 7.384 7.370 7.384 Budapest. 73.10 73.?4 73.10 73.24 Bul orten 3,027 3,033 3.027 3.033 yiflabDn 18.78 18.82 18.78 18.82 Tan;ig. Onnft .ntfat 81,32 1.910 81.48 1.914 81.33 1.913 81.49 1.922 Athen 5.405 5.415 5.415 5.42-9 Lanado 4.141 4.169 4.142 1.150 Um nav 3-646 3.654 3.646 3,654 iatro .. 20,86 20,90 20,86 20,90 Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll folgendes Nutzholz auf dem Wege schriftlichen Angebots verkauft werden: 1148D Fichtenstammholz. Güteklasse N, Langholz und Abschnitte. Los 1. Klasse la 83 Stück, 11,89 fm „ 2. „ 1b 69 „ 24,98 „ „ 3. „ 1b 103 „ 26,97 „ „ 4. „ 2a 78 „ 53,69 „ „ 5. „ 2a 55 „ 31.45 „ „ 6. „ 2b 50 „ 58,51 „ „ 7. „ 2b 38 „ 43,87 „ „ 8. „ 3a 25 „ 39,63 „ „ 9. „ 3a 20 „ 33,71 „ „ 10. „ 3b 7 „ 14,56 „ „ 11. „ 4a 3 „ 8,37 „ kiefcrnftämme. Los 12. Klasse 1b 2 Stück, 0,86 km Das Holz ist mit Rinde gemessen und entrindet. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen in den Losen bis Donnerstag, den 13. Jebcuar 1930, nach- mittags 2 Ahr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Oeffnung der Angebote erfolgt. Mit der Einreichung unterwirft sich der Käufer den Vcrkaufsbedingungen, die vor dem Termin bekanntgegeben werden. Das Holz ist vorher einzusehcn, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden, und wird auf Verlangen von Förster Keil vorgezeigt. Schälerlohn wird aufgerechnet. Beuern, den 6. Februar 1930. Bürgermeisterei Beuern. _________Linden st ruth._________ JF M-Wskeigerungen^ der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag, 10. Februar, werden im Brun- nenwald, kühunter, Graudorn versteigert: Raummeter Scheitholz: Buche 202, Eiche 7, Nadel 11; Knüppel: Buche 51, Eiche 12, Nadel 5; Stöcke: Buche 59, Eiche 10, Nadel 22; Wellen: Buche 4070, Eiche 780, Kiefer 200; Raummeter Gartenpfosten: Eiche 19, Spalierholz: Fichte (1,55): 6, und von mittags ab: Festmeter Schnittholz: Eiche (4. u. 5. Kl.) 6, Weymouthskiefer (6. Kl.) 3, Kiefer (3. u. 4. Kl.) 2; Stammholz: Kiefer (2 u.3.Kl.) 10, Birke (3. Kl.) und Esche (2. Kl.) 1; Eiche (Wagnerholz 1. u. 2. Kl.) ca. 20, dabei 30 Deichseln. Buche (3. u. 4. Kl.) 9; Derbstangen: Fichte (2. u. 3. Kl.) 13 (318 St.); Reisslängen 4 (189 St.). Das Holz sitzt sehr gut zur Abfahrt in der Nähe der Staatsstraße Lich—Gießen. Zusammenkunft 10 Uhr auf der Straße bei Hof Albach. 5100 Dienstag. 11. Februar, werden im Münchwald versteigert: Raummeter Scheitholz: Buche 97, Nadel 12; Knüppel: Buche 79, Eiche 11, Nadel 37; Stöcke: Buche 4, Nadel 5; Wellen: Buche 1640, Eiche 1840, Nadel 120 (dabei Forstwellen); Raummeter Gartenpfosten: Eiche 9; Spalierholz: Fichte (1.55) 21. Zusammenkunft 10 Uhr: Schlagweg: Burkhardsfelden—Lich, Waldeingang. Montag. 17. Februar, werden in Erles- berg, Schwarzekuh und Wehrholz versteigert: rm Scheitholz: Kiefer 11, Fichte 8, Knüppel: Eiche 40, Kirschb. 2, Kiefer 17, Fichte 9, Stöcke: Kiefer 27, Fichte 33, Wellen (z. T. güte Forstwellen): Eiche 3050, Kiefer 980, Fichte 4 Lose; ferner: fm Derbstangen: Fichte (3. Kl.) 11, rm Eiche, weide- psähle 64 (= ca. 1600 Stück); Nutzscheit (rd.) Akazie 1, Spalierholz Fichte (1,55 m lang) 9, 10 Stück Deichseln. Zusammenkunft: 10 Uhr, Straße Lich— Nieder-Bessingen (Erlesberg). Dienstag, 18. Februar, werden in Meil- bach und Münchwald versteigert: fm Schnittholz: Buche (3. Kl.) 1A, Linde (2. Kl.) i, wagnerhol;^ Birke (2. und 3. Kl.) 2, Eiche (1. Kl.) 1, Esche (2. Kl.) 1; Bauholz: Fichte (meist Sparren) 52; Derbstangen (Weißbinderstangen und Spalierholz) 24, Reisslängen 6; rm Gartenpfosten: Eiche 8. Außerdem werden ohne Besichtigung versteigert: aus dem Riedwald 330 fm Fichtebauholz (la- bis 3a-Kl.) in einzelnen Losen, aus dem Lrlesberg 25 fm fiie- fernbauholz. aus verschiedenen Distrikten 50 fm Fichtcderbstangen 1. und 100 fm 2. und 3. StL Nähere Auskunft und Besichtigung: Förster Stein, Hattenrod. Zusammenkunft: 10 Uhr Meilbachpflanz- garten (zw. Lich und Hattenrod). Mittwoch, 19. Februar, werden in der Hard versteigert: rm Scheitholz: Buche 40, Eiche 15, Nadel 9; Knüppel: Buche 26, Eiche 20, Weichholz 7, Nadel 45; Stöcke: Buche 17, Eiche 16, Nadel 8; Wellen (z. T. gute Forstwellen): Buche 1700, Eiche 1500, Weichholz 380; außerdem fm Schnittholz: Eiche (4. bis 8. Kl.) 9, Buche (4. Kl.) 1, Linde (2. und 3. Kl.) 1, Ahorn (4. Kl.) A, Erle (1.Kl.) $; wagnerholz: Esche 6, Ahorn 1; Bauholz: Fichte (meist Sparren) 60; Derbstangen: Fichte 2. 30 (438 St.), 3. 23 (653 St.); Stück Reisslängen 415, Bohnenstangen 130; rm Nutzscheil: Eiche (gespalten) 5, Spalierholz: Fichte (1,55 m lang) 9. Zusammenkunft 91 Uhr Butzbacher Straße, L Forsthaus Fasanerie. ▲ 24. Februar: Höhler^N Bk 25. Februar: Fuchsstrauch. Bekanntmachung. Mittwoch, den 12. Februar 1930, von 15 bis 16 Uhr. findet in der Turnhalle der Goetheschule, Westanlage, ein öffentlicher Impftermin statt, in welchem alle in 1928 und früher geborenen Kinder, für die bis jetzt der Nachweis der erfolgreichen Schutzpockenimpfung noch nicht erbracht wurde, dem Impfarzt vorgestellt werden können. Die Impfnachschau findet Mittwoch, den 19. Februar 1930, von 15 bis 151 Uhr, statt. 1088C Die Kinder müssen mit reingewaschcnem Körper und reinen Kleidern zum Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. Gießen, den 30. Januar 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Rasender g. Ruhholzversteigerung. Nächsten Mittwoch, den 12. Februar l. 3., soll in den Waldungen der Gemeinde Steinbach nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 11431) Stämme. N Eiche 2., 3. und 4. Klasse, Wagnerholz, 30,03 km. Eiche: Gartenpfosten 40 Stck., 2,20 m lang, 2,25 km. A Buche: 4 Stck. 4. Kl. 3,60 km N „ 2 „ 3. u. 4. Kl. 1,47 „ N Lärche: 1 „ 2b-Kl. 1,24 „ N „ 1 „ 4a- „ . 2,02 „ A Kiefer: 4 „ 3a- „ 3,77 „ A „ 13 „ 3b- „ 16,65 „ A „ 2 „ 4a- „ 3,63 „ N „ 13 „ 3a- „ 12,68 „ N „ 2 „ 3b- „ 2,57 „ A Fichte: 1 „ 4a. „ 1,32 „ A „ 1 „ 4b- „ 2,08 „ Fichtenderbstangen. 1. Kl. 94 Stck., 8,46 km 2. „ 155 „ 9,30 „ ■ 3. „ 336 „ 10,68 „ 4. „ 148 „ 2,96 „ 5. „ 265 „ 3,46 „ 6. „ 35 „ 0,51 „ Zusammenkunft vormittags 10 Uhr im Distrikt Helgenwald. Steinbach, am 6. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Steinbach. Ä r ä m e r. Nutz- und Bauholzversteigerung. Dienstag, den 11. Februar, sollen aus den Waldungen der Gemeinde villingen aus den Distrikten Blaustück, Schlaghaus und Buchwald 1138D 1. Buchenstämme: Güteklasse A: 5 Stück 3. Kl., 2,79 fm, 6 Stück 4. Kl., 5,88 fm, 1 Stück 5. Kl. 0,77 fm. Güteklasse N: 3 Stück 3. Kl., 1,90 fm, 4 Stück 4. Kl., 3,93 km. 2. Eichenslämme: 25 Stück 2. Kl., 11,35 fm, 29 Stück 3. Kl., 18,94 fm ; 7 Stück 4. Kl., 5,35 fm; sowie 70 Stück Wagendeichseln. Auf Wunsch noch Wagnerholz aus dem Grubenholz. 3. Fichtenstämme: la-Kl. 35 Stück, 4,81 fm, Id-Kl. 10 Stück, 2,98 fm; 2a-Kl. 8 Stück, 4,47 fm, 2d-Kl. 12 Stück, 12,76 fm ; 3a-Kl. 4 Stück, 4,93 fm, 3d-Kl. 2 Stuck, 4,99 fm. 4. Fichtederbstangen: 1. Kl. 246 Stück, 2. Kl. 598 Stück, 3. Kl. 1034 Stück, 4. Kl. 338 Stück, 5. Kl. 10 Stück öffentlich versteigert werden. Beginn der Versteigerung um 10 Uhr vormittags. Zusammenkunft im Distrikt Blaustück am Waldeingang an der Eisenbahn. Villingen, den 5. Februar 1930. Bürgermeisterei Villingen. Pauli. Stammholzverkauf. Die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg (Kreis Wetzlar) verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: 1175D 1. Lichenftämme aus den Distrikten 7c, 13b, 14a, 25b: Los 1. 161 Stück Klasse 2 - 66,32 km ,, 2. 124 „ 3 = 100,40 „ „ 3. 52 „ „ 4 -- 59,70 „ „ 4. 4 „ „ 5 = 6,87 „ 2. Fichtenstämme aus den Distrikten 8, 17b, 19 und Totalität: Los 5. 319 Stück Kl. la = 47,92 km „ 6. 113 „ „ 1b = 34,47 „ „ 7. 32 „ „ 2a = 18,26 „ „ 8. 10 „ „ 2b = 7,21 „ „ 8. 2 „ „ 3a u. 4a = 2,19 „ Zuschlag bleibt vorbehalten und Bieter 8 Tage, vom Eröffnungstermin an gerechnet, an sein Gebot gebunden. Zahlung vor der Abfuhr, V3 beim Zuschlag, Vi bis 1. Juni d. I., Rest bis 15. Juli 1930 an die Gemeindekasse in Krofdorf. Fichten müssen bis zum 1. Mai d. I. entrindet oder abgefahren fein. Nähere Auskunft durch Förster Möller in Krofdorf bei Gießen. Angebote je Festmeter, nach Losen getrennt, werden bis zum 21. Februar 1930 nachmittags 1 Uhr. an den Gemeindevorsteher Will In Krofdorf bei Gießen erbeten. Till««« 89 äOücmer.m.Ksp.Fülltf. I UrHIl 1°<® tf.Fttr.und Bekldg. I Ul Uli Mk.26.- p.Stück, Haus- türen,Glasabschlüsse, Fensterläden USW. billigst 696->l> Holzwarenfabrik E.H. Müller, Gießen Turnverein Steinbach, vevgebmrg. Zu dem am 19., 20. und 21. Juli d. I. stansindcnden Eüdwcsideutich. Bundes- Turnfcft 'n Stcinback «KretS Gienen», sind ote Stände aus dem Iurolatz (Karussell, Schießbuden. Zuckeritändc und bergt.) au uerneben. Bewerber wollen ihre Angebote schrtttltch bis zum 1. Mär» 1930 an den Vorsitzenden des WtrkschaliL- auSschusieö Herrn Karl Reuschlina IV.. Ovendorf 10, etnsenden. [1152D Mtzholz-Gubmission u. -Versieigerung in -en Waldungen bei Nordeck. l. Submission. Fichlen-Stämme, Klasse nach Homa: Bedingungen im Termin. Angebote mit der Anschrift „Submissionsverkauf" bis zum 12. Februar 1930, 9 Nhr, an die Forstkasse in Nordeck erbeten, wo sofort die Eröffnung derselben stattfindet. Los la lb Stück! fm 2a Stück! fm 2b 3a Stück' fm 4a Stück! fm Im ganzen Stüch fm Stück fm Stück fm 1 14 2,28 30 ! 9,31 9 5,13 2 1,66 — — — — 55 ! 18,38 2 65 12,06 85 26,15 10 5,68 — — — — — — 160 43,89 3 73 12,78 72 21,75 8 4,49 — — — — — — 153 ; 39,02 4 25 4,90 89 31,94 25 14,93 2 2,43 1 1,70 — — 142 155,90 5 3 —,69 28 10,78 20 *13,36 7 7,60 1 1,41 — 12,64 60 36,49 6 150 26,11 67 18,30 2 —,65 — — — — — — 219 45,36 7 114 18,54 81 124,49 9 | 4,75 — — — — — — 204 |47,48 II. Versteigerung. Mittwoch, den 12. Februar 1930, von 11 Uhr ab, in dem Stelzenbachschen Gasthaus werden öffentlich versteigert: Eichcn-Ltämme: 1. Klasse 6 Stück — 1,09 km 2. Klasse 28 Stück — 8,33 km 3. „ 14 „ = 7,10 fm 4. „ 4 „ = 3,50 fm . 5. „ 3 „ = 3,47 fm Fichten-Ttangen: 1. Klasse 185 Stück, 2. Klasse 238 Stück, 3. Klas'e 500 Stück, 4. Klasse 865 Stück, 5. Klasse 850 Stück, 6. Klasse 300 Stück, 7. Klasse 330 Stück. Tie Hölzer werden auf Verlangen bet vorheriger Anmeldung bei der Försterei, Tel. Oeffentliche Winnen, vorgezcigt. 1170 D Bekanntmachung. Der nächste viehmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, den 11. Februar 1930 Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt. rMllwoch, den 12. Februar 1930, Schweinemarkt. 1088C Austriebszeit an beiden Markttagen von S'-j—9,2 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 8. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Rosenberg. Holzversteigerung aus den Forstorten Stätte, Höhringsteich, Geiselstruth und Odenkopf der Freiherrn von Rordeck zur Rabenau, Freitag, den 14. Februar 1930, 10 Uhr vormittags. Zusammenkunft «kraße Odenhausen — Rud- dingshausen bei Kilometerstein 3. Es werden versteigert Ruhholz (vorwiegend Handwerkerholz): Stämme, fm: Buchen 2,90 Kl. 3, 3,60 Kl. 4, 1,38 Kl. 5; Fichten: 5,59 Kl. 3a, 1,44 Kl. 3b, 4,06 Kl. 4a, 3,12 Kl. 4b; Kiefern: 5,97 Kl. 3a, 2,50 Kl. 3b, 3,63 Kl. 4a; Lärchen: 1,22 Kl. 2b, 1,68 Kl. 3a; Derbstangen, Stück: Eiche 12 (Deichseln); Fichte: 47 1. Kl., 28 2. Kl., 15 3. Kl.; Ruhscheilholz, rm: Kiefern 11 (3 m lang), Fichte 6 (3 m lang); Ruhknüp- pelholz, rm: Fichte 5 (3m lang); Ruh- reisig, rm: Fichte 12 (Schichthaufen); Brennholz, rm: Scheiter: Buche 85, Kiefern 4, Fichte 70; Knüppel: Buche 15, Kiefern 14, Fichte 50; Reisig: Buche 16, Eiche 6; Stöcke: Buche 10, Fichte 12. Das zur Versteigerung kommende Holz wird vorgezeigt. 1174D Londorf, den 7. Februar 1930. Hessisches Forstamt Rabenau. Dr. Zimmer. Brennholzversteigerung Oberförsterei Brandoberndorf. Freitag, den 14. Februar, 11 Uhr, Cleeberg, Deutsches haus, aus der Försterei Cleeberg: 1171D 267 rm Eichen-Scheit und -Knüppel 225 rm Eichen-Reiser 1. Klasse 172 Hdt. Eichen-Stammwellen 148 rm Buchen-Scheit und -Knüppel 170 Hdt. Buchen-Wellen 113 rm Nadelholz-Scheit und -Knüppel 24 rm Nadelholz-Reiser 1. Klasse. Blau durchkreuztes Holz kommt nicht zum Verkauf. Der preußische Staatsoberförster. Rützholzversteigerung der Gemeinde Ahbach. Am Donnerstag, dem 13. Februar 1930, werden von vormittags 9 Uhr ab in der Gastwirtschaft Fersch zu Ahbach nachstehende Nutzhölzer öffentlich meistbietend versteigert: 1U9D 29 'Eichenstämme Kl. 2 mit 10,02 km 84 „ „ 3 „ 52,56 „ 28 „ „ 4 „ 26,03 „ 18 „ „ 5 „ 19,76 „ 6 „ „6 „ 9,11 „ (Kl. 5 und 6 sind Schnittstämme) Eichcnnutzknüppel, 2 u. 4 m L, = 50,00 rm 6 Buchenstämme Kl. 3 mit 4,23 km 6 Buchenstämme Kl. 3 mit 4,23 km 6 „ „4 „ 6,21 „ 40 Roterlenstämme „ 2 „ 13,04 „ 8 „ „3 „ 6,21 „ Roterlennutzknüppel, 2 m I., = 13 rm 86 Fichtenstangen 1. Kl. 95 „ 2. „ 67 „ 3. „ Atzbach, den 6. Februar 1930. Der Gemeindevorsteher. Brückmann. Eine Sensation ist der Inventur- Ausverkauf im Sdiuhhaus Metropol Brno 49g UMnne... Ij Bema M echtßoMHalb-Uvv schabe, ^doppelt Z Damen Qüfi taupe and beiße 1 Spanne U lassen Sie sich bei uns beraten! Wir fuhren die berühmte. RÄDIUMETTE Die Fußstütze müder schmerzlindernden radioaktiven Strahlwirkung. ter Sdiuhhaus Metropol Seltersweg 19 ______________________________________ l I64A Holzversteigerung Nachstehendes Holz soll Dienstag, den 11. Februar, vormittags 10 Uhr, auf dem Lagerplatz beim Straßenwärterhaus in Gießen, Schiffenberger weg 120, versteigert werden: 1145D 1. Ruhholz. 2 Kiefern-, 2 Eichen-, 1 Birkenstamm mit zusammen 1,489 km. 2. Brennholz. 21,0 rm Kiefern- und Lindenknüppel 57,0 rm Kiefern- und Lindenreisiq 3,5 rm Stockholz. Gießen, den 4. Februar 1930. Prooinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Bekanntmachung. Auf Grund der Artikel 15 und 199 der Städteordnung vorn 8. Juli 1911 in der Fassung vom 15. April 1919 ist auf Beschluß des Stadtrats vom 23. August 1929 17. Dezember 1929 nach Begutachtung durch den Oberbürgermeister und den Kreisausschuß mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern und des Ministers für Arbeit und Wirtschaft vom 21. November 1929 zu Nr. M. A. W. 37 719 eine Ortssahung über die Erhebung des Rlarktstandgeldes auf den Vieh- und Krämermärkten der Stadl Gießen erlassen worden. Die Ortssatzung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amtsoerkündigungsblatt, das ist der -31. Januar 1930 (siehe A. V. Bl. 1930, Nr. 9) in Kraft; die Ortssatzung liegt außerdem von heute ab im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 12 — zur Einsichtnahme offen. 1088C Gießen, den 8. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr. Rosenberg.______ Nutz- und Brennholzversteigerung im Lichen Stadtwald. In den Distrikten Kreppelwäldchen und Langebuchen werden am Donnerstag, den 13. Februar 1930, vormittags 10 Uhr, nach vorheriger Zusammenkunft am Kreuzungs. punkt der Nieder-Bessinger und Konze- bühlschneise im Distrikt Kreppelwäldchen versteigert: 1140D A. Brennholz. Scheiter rm: Buchen 180, Eiche 7, Fichtg. 30, Esche 2. Knüppel rm: Buchen 60, Eiche 25, Eschr 3, Fichte 20. Reisig-Wellen: Buche 1500, Eiche 620, Esche 135, Erle 100, Fichte 1000. Stöcke rm: Buchen 45, Eiche 23, Fichtq 277, Esche 3, Erle 4. B. Ruhholz. Ruhscheiter rm: Eiche 23 (2,20 m lang). Ruhknüppel rm: Eiche 15 (2,20 m lang), Fichte 52 (3 m lang). Stämme: Esche 3,77 fm, 19 Stück von 15 bis 47 cm Durchmesser (2,8 dis 7 m lang). Ferner werden am Freitag, den 14. Februar 1930, vormittags 10 Uhr, in den Distrikten Riedköpfe, Schweinstallheg, Fichtenkopf, Eichwald, Ettingshäuserkopf und Lindenseif nach vorheriger Zusammenkunft auf der Suhlschneise am Licher Feld Der» steigert: A. Brennholz. Scheiter rm: Buchen 270, Hainbuche» 23, Eiche 6, Fichte 8. Knüppel rm: Buchen 100, Hainbuchen 73, Eiche 35, Linde 15, Fichte 3. Reisig - Durchforstungswellen: Buchen 5760, Eiche 1175, Linde 700. Reisig-Astwellen: Buchen 1280, Eiche 445, Fichte 100. Stöcke rm: Buchen 111, Eiche 10, Fichte 28. B. Ruhholz. Stämme: Dirke 4. Kl. 1 Stück, 0,64 lau Derbstangen: Hainbuchen 41, Eiche 8. Ruhscheit rm: Eiche 12 (2,20 m lang). Ruhknüppel rm: Eiche 10 (2,20m lang), Fichte 3 (3 m lang). Das Eiche-Nutzscheit und Knüppelholz eignet sich zu Wagnerholz und Garten- Pfosten. Günstige Zahlungsbedingungen. Am 20. Februar d. 3. findet eine große Bau- und Nutzholzversteigerung statt. Lich, den 5. Februar 1930. j Hess. Bürgermeisterei Lich. Geil. Holzsubmission Aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck kommen folgende Holzsortimente zum Verkauf: 11820 Fichtenstämme N. Distr. Esp, Diebsborn, Wellersloh und Neuwald. Los 1. la°Kl. 34 St. mit 5,37 km „ 2. Id- „ 23 „ „ 7,89 „ „ 3. 2a- „ 16 „ „ 9,11 „ „ 4. 2b- „ 9 „ „ 9,24 „ „ 5. 3a- „ 3 „ „ 5,15 „ Distr. Eichwald usb Kleinfeld. Los 6. la-Kl. 78 mit 15,80 km „ 7. lb. „ 70 „ 22,58 „ „ 8. 2a- „ 25 „ „ 15,83 „ „ 9. 2b- „ 8 „ „ 7,70 „ „ 10. 3a- „ 2 „ „ 2,95 „ Distr. Kirschbaum und Bcueregroben. Los 11. Ib-Kl. 9 St. mit 3,1lfm „ 12. 2a- „ 6 „ „ 3,31 „ „ 13. 2b- „ 10 „ „ 10,81 „ „ 14. 3a- „ 6 „ „ 9,71 „ Distr. Buchberg, Streitwald, Radenkopf und Unter. Los 15. Ib-Kl. 4 St. mit 1,78 fm „ 16. 2a. „ 11 „ „ 7,70 „ „ 17. 2b- „ 18 „ „ 18,55 „ „ 18. 3a- „ 5 „ „ 9,36 „ Distr. Tanne. Los 19. Ib-Kl. 5 St. mit 2,21 fm „ 20. 2a- „ 20 „ „1619 „ 21. 2b- „ 22 „ „ 28,40 „ „ 22. 3a- „ 3 ,. „ 4,67 „ D'.str. Neitsberg und Oderstruth. Los 23. la-Kl. 3 St. mit 0,45 fm lb- „ 2 „ „ 0,62 „ 2a= „ 5 „ „ 3,24 „ 2b- „ 2 „ „ 1,59 „ Die Angebote sind verschlossen, nach Losen und Klassen getrennt, bis zum Donnerstag, den 13. Februar 1930, mittag» 1 Ahr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Die Verkaufsbedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, können bei uns eingesehen werden, auch werden dieselben im Termin bekonntgegeden. Da» Holz lagert an guten Abfuhrwegen eine halbe Stunde von der Bahnstation Großen- Buseck entfernt und wird auf Wunsch durch Förster Wagner dahier vorgezeigt. Großen-Buseck, den 7. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei, , > Gans, v *