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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm hö' e für Anzeigen von 27 nm Breite örtlich 8, ausn arts 10 Reichspfennig: ftii Reklameanzeigen von 70 am Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh, Longe. Derantwortlich für P> luik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen Verhandlungspause im Haag. h a a g, 7. Ian. (ID23.) Die heutigen Verhandlungen der sechs Mächte schlossen die erste Lesung über die Vorschläge zur Ausfüllung der offenen Punkte aus dem Zoungplan und die darüber hinausgehenden Vorschläge der Gegenseite ab. Donnerstag früh gehen die Verhandlungen weiter. Für Morgen ist eine Verhandlungspause für dieses Komitee eingelegt. währenddessen diedeutscheDelegatlon die verhandlungsergebnisse überprüfen und eigene Forderungen und Vorschläge für die zweite Lesung vorberelten wird. Die Gegenseite hat in der Frage des negativen Pfandrechtes ihren Wunsch, dieses Recht irgendwie zu aktivieren, heute nach Kampf fallen gelassen, selbst aber Len 2vunsch oorgebracht, dah die Zahlungen der Reich s b a n k (660 000 000 Mark jährlich) in irgendeiner Form besonders zurverfügung gehalten werden sollen. Auch dieser Wunsch ist deutscherseits als über den Poungplan hinausgehend o b g e l e h n t worden. In der zweiten Lesung wird deshalb ein neuer Vorschlag der Gegenseite vorgelegt werden. Einen weiteren Verhandlungsgegenstand bildete die Anpassung des deutsch-amerikanisch en Sonderabkommens an den Poung- plan; hier Hal die deutsche Delegation eine sinnge- inähe und selbstverständliche Erklärung abgegeben, die für den Fall des Moratoriums die G l e i chsl e l l u n g der Gläubiger aus dem einen oder anderen Abkommen sichert und von den Juristen für das Schluhprolokoll nunmehr formuliert wird. Lin weiterer Verhandlungspunkt war die Frage des B e - lriebsrechles der Reichsbahn, das nach dem bisherigen Reichsbahngefeh 1964 endet, während die Zahlungen der Reichsbahn erst 1966 ablaufen. Die Differenz von 15 Monaten soll ohne eine Verlängerung des Belriebsrechles dadurch überbrückt werden, dah an die Stelle der Dahn eventuell das rechlsnachfolgende reichseigene Unternehmen diese 660 000 000 Mark jährlich atißubrin-irn haben wird. In zwei Fragen von minderer Wichtigkeit ist also vorläufig Einigung erzielt, andere sind zum Teil aus organisatorischen Gründen, zum Teil wegen fachlicher Differenzen «och nicht geregelt. Hebet den Verlauf der zeitweise sehr erregten Aussprache berichtet der „Lokalanzeiger": Die zweite Sektion der Konferenz vom Haag stehe von vornherein unter dem Zeichen der möglichst anständigen Liquidierung einer durch und durch verschuldeten Erbmasse. Die deutsche Delegation fühle sich sichtlich nur als Liquidator, aber das sei ebenso ehrlich zu- gestanden als ein Liquidator, der fast nicht mehr den versuch mache, die Dinge zu ändern, aber wenigstens seinerseits das Geschäft ordentlich zu führen. Der deutsche Finanzminifter Moldenhauer fei bei der Sitzung am Dienstag so lebhaft und auch fo stark in seinen Ausführungen geworden, dah sich die andere Seile sozusagen b e - schwerdeführend an Minister Lurtius gewandt habe. Der habe feinem Erstaunen über diese Beschwerde Ausdruck gegeben und sehr entschieden betont, dah es eine Selbstoer- fl ä n d l i ch k e l t wäre, wenn sich der deutsche Fi- »anzminister über Anforderungen entrüste, und fic aufs zäheste abrocife, die immer wieder len versuch machten, über den Poungplan hinaus zu gehen. Als B r i a v d darauf wieder von den Opfern gesprochen habe, habe Lurtius darauf hingewiesen, dah man doch endlich einmal auch an die Opfer Deutschlands denken könne. Danach feien die versuche, gewiße Diskussionen zu erzwingen, von der anderen Seite eingeschränkt worden. Minister Moldenhauer habe sich ausdrücklich vorbehalten, wenn inzwischen keine Einigung erzielt werden könnte, seinerseits am Donnerstag verschiedene Fragen aufzuwerfen. Die deutsche Delegation hat, wie die „DAZ." berichtet, sich vorbehalten, das Reichskabinett In Berlin, insbesondere hinsichtlich der Deutschland angefonnenen Verschlechterung der Revisionsklausel zu befragen. Die deutsche Delegation erklärte mit aller Energie, dah sie hier nicht nachgeben wolle und für die Donnerstagsihung im Einvernehmen mit dem Reichskabinett ihre Stellungnahme nochmals präzisieren werde. Moldenhauer contra Tardieu. EurtiuS lehnt Hiigeständnifse über den Aoungplan hinaus ab. London, 8. San. (Funkspruch.) Reuter meldet aus dem Haag: -Zwischen dec deutschen und der französischen Delegation kam es gestern zu einem scharfen Zusammenstoß, aber der Sturm legte sich bald. Einige Bemerkungen des Reichsfinanz- ministers Moldenhauer, der in dem Ruse steht, immer deutlich seine Meinung zu sagen, veranlaßten Tardieu, der in Frankreich den gleichen Rus genießt, zu einer scharfen Antwort. Schließlich griff Reichs- außenminister Curtius ein mit der Erklärung, es sollte nicht wie im letzten August geglaubt werden, daß die Opfer immer von Deutschland gebracht werden müßten. Deutschland habe die Grenze erreicht und sei nicht bereit, über den Voungplan hinaus- gehende Opfer zu bringen. Die Schwierigkeiten beziehen sich hauptsächlich auf den besonderen beratenden Ausschuß, den die Internationale Bank im Falle, daß Deutschland den Antrag auf ein Moratorium stellt, einsetzt. Die Gläubigermächte sind der Ansicht, daß erst "ihre Zustimmung gegeben werden müsse, bevor die Anempfehlungen des Ausschusses angenommen werden könnten, und daß der Ausschuß nicht die Befugnisse haben dürfte, sich über die Entscheidungen der Gläubigerregierungen in der Frage des Moratoriums hinwegzujetzen. Die Frage der deutschen Eisenbahnen wurde ebenfalls erörtert. und die Gläubigermächte brachten die deutsche Delegation in einige Verlegenheit durch den Wunsch nach Maßnahmen, die nach deutscher Ansicht zu einer Herabsetzung der Löhne und zur Entlassung von E i s e n b a h n p e r s o n a l führen müßten. Man rechnet damit, daß die Konferenz Mitte nächster Woche ihr Ende finden wird. tim dieStellimg desReichsbankpräsidenien Berlin, 7. San. (Priv.-Tel.) Die Hetze der Sozialdemokratie gegen die gesetzlich fest- gelegte Stellung des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht stellt sich immer mehr als ein gefährliches innenpolitisches Manöver heraus, das dazu bestimmt war, im letzten Stadium in den Reparationsberatungen noch Stimmung für besondere sozialdemokratische Parteiwünsche zu machen. Es ist natürlich kein Zufall, daß die entsprechenden Andeutungen und Anregungen gleichzeitig in der Pariser Presse auftauchten. Rach den hier vorliegenden Snformationen aus dem Haag hat der französische Ministerpräsident Tardieu seinerseits in Besprechungen mit den deutschen Delegierten diese Frage aufgegriffen und zur Erörterung gestellt. Richtig ist das gestern verbreitete Dementi, demzufolge von einer Anregung des franzö.ischen Ministerpräsidenten keine Rede sein kann. Richtig ist ferner, dah die deutsche Delegation auf diesen famosen Plan nicht ein« gegangen ist, wobei allerdings unklar bleibt, inwieweit sich die sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder mit dem Borstoh des „Vorwärts" identisch erklären. Der Grund für die plötzliche Attacke der Sozialdemokratie gegen die Stellung des Reichs- bankprä,identen liegt natürlich darin, dah man in diesem Lager das notwendige Eingreifen Dr. Schachts bei der Sanierung der Kassenlage des Reiches mit Recht als eine starke Demütigung empfand. Aber ist damit bewiesen, dah derartige Befugnisse des Reichsoankpräsidenten überflüssig sind? Geht nicht vielmehr aus dem trostlosen Zustande, in dem Hilserding die Reichsfinanzen zurückgelassen hat, mit aller wünschenswerten Deutlichkeit hervor, dah es in Deutschland einer Snstanz bedarf, die unabhängig von dem Getriebe der Parteien über die Gesundheit der deutschen Währung wacht. Wenn jetzt der „Vorwärts" in ebenso heftigen wie unsachlichen Angriffen den Reichsbankpräi identen für die wirtschaftlichen Schäden und für das Ansteigen der Arbeitslosenziffern verantwortlich zu machen sucht, die die notwendige Folge der Ausgadeneinschränkung sind, dann ist das eine völlige Tlmkehrung des wahren Sachverhalts. Wenn man aber bestreiten will, dah die allerengften Beziehungen zwischen der Finanzgebarung des Reiches und der Güte der deutschen Währung bestehen, dann verrät man damit einen erstaunlichen Mangel an finanzpolitischem Verständnis. Die Schmerzen der Sozialdemokratie aber haben andere Gründe: Sie ist empört darüber, dah es eine unabhängige Stelle im Reich gibt, die heute noch in der Lage ist, dem wirtschaftspolitischen Unfug entgegenzutreten, der unter der Flagge „öffentliche Wirtschaft" getrieben wird. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat sich zweifellos ein Verdienst erworben, indem er diesen Kampf aufnahm, bei dem es sicherlich keine Lorbeeren der Popularität zu ernten gab. Glücklicherweise ist der Versuch, von der Etappe her im Haag in aller Eile eine Aenderung des Reichsbankstatutes herbeizuführen, in vollem Umfange mißlungen. DerReWaMiißzmzweilensaagekKonfMnz. Ein Schreiben an den Reichskanzler. - Hugenberg fordert die Verkündigung des Jreiheitsgesetzes. Berlin. 7. San. (TU.) Das Präsidium des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren hat ein Schreiben an den Reichskanzler beschlossen, in dem es heißt: „Der von dem Reichsausschutz für das deutsche Volksbegehren über das Freiheitsgesetz eingeleitete Volksentscheid hat eine vorläufige Gesarntzifser von 6 293 109 abgegebenen Stimmen erzielt. Gegenüber 5 825 082 Sa-Stimmen sind nur 337 320 Rein-Stimmen abgegeben worden. Damit ist nach der von hervorragenden Staatsrechtlern gestützten Au fassung des Reichsaulschusses die Vol.sbesragung dahin ausgefallen, dah das Freiheitsgcsetz nunmehr durch Verkündung in Geltung zu s e tz e n ist. Wir bitten, die entsprechenden Schritte einleiten zu wollen. Eine Politik, die dieser Rechtslage zuwider drei Generationen^ des deutschen Volkes u..erträg.iche Lasten aufbürden läht, kann von uns und den künftigen Geschlechtern nicht als bindend anerkannt werden. Der Verlauf der 2. Haager Konferenz zeigt schon heute, dah Deutschland neben allem, was schon zugestanden ist, neue schwere Gefahren politischer und wirtfchast.icher Ratur drohen. Die von der Reichsregierung für beseitigt gehaltene Defugniszu neuen Sanktionen wird von den Gegnern ausdrücklich weiterhin beansprucht. Keine Formel, die irgendwie die Sanktionsbestimmungen aufrecht erhält, auch nicht die Einschaltung eines irgendwie gearteten Schiedsgerichtes würde der Voraussetzung Genüge tun, die von der deutschen Regierung seinerzeit für die Annahme des Voungplcrns gefordert war: Wiederherstellung der deutschen Souveränität. Sn der Frage der Liquidationen hat es die deutsche Regierung unterlassen, das deutsche Volk über ihre Entschliehungen und über bereits paraphierte Abmachungen zu unterrichten. Sm Widerspruch zur gesamten öffentlichen Meinung in Deutschland ist der Text des deutsch- polnischen Vertragsentwurfs bei dem Vorsitzenden der Haager Konferenz niedergelegt und damit zu einem Gegenstand der im Haag stattfindenden Verhandlungen gemacht worden. Damit ist die in diesem Vertragsentwurf bestehende Gefahr für den deutschen Osten zu einer unmittelbaren und unheimlichen Drohung geworden. Das deutsche Volk hat Anspruch dar- auf. zu erfahren, welche Vorgänge die deutsche Regierung und die Haager Delegation veranlatzt haben, ihren ursprünglichen Standpunkt in diesen Fragen aufzugeben. Sm Kampfe gegen das deutsche Volksbegehren haben Mitglieder der Aeichsregierung nicht nur die völlige Räumung der Rheinlande und den Wegfall jeglicher Kontrolle in den ehemals besetzten Gebieten versprochen, sondern auch eine befriedigende Regelung der Saarfrage als eine unerläßliche Voraussetzung für die Annahme des TZoungplans bezeichnet. Es ist heute zu fragen, wie es mit der Erfüllung dieses dem deutschen Volke gegebenen Wortes steht. Auftakt zur Flottenkonferenz. Eine Botschaft des Präsidenten Hoover. Washington, 7. San. , (WB.) Präsident Hoover gab heute der amerikanischen Delegation zur Londoner Seemächtekonferenz ein Ab- schiedssrühstück. Sm Anschluß daran wurde eine Kundgebung des Präsidenten veröffentlicht, in der es u. a. heißt: Sch habe die äleberzeugung, daß die ganze Ration der Delegation zur Seemächtekonferenz eine glückliche Reise und ihren Bemühungen Erfolg wünscht. Die Völker und Regierungen der fünf an der Konferenz teilnehmenden Mächte sind alle von dem ehrlichen Wunsch beseelt, dah ein Abkommen zustandekommt, durch das nicht nur das Wettrüsten beendet, sondern auch eine tats ächliche Verringerung der Rüstungslasten her beige, uhrt wird. Die auf der Seemächtekonferenz zur Beratung stehenden Probleme enthalten so viel technische Spezialfragen, dah mit einem schnellen Tlbschluß der Arbeiten nicht gerechnet werden kann. Es wäre an sich schon ein großer Erfolg, wenn man in drei ober vier Monaten fertig werden könnte. Sch hoffe, daß unser eigenes Volk die Arbeit unserer Delegation unterstützt, in dem es G e d u l d b e w e i st , die Delegation ermutigt und sie nicht kritisiert. Wir gehen nach London in eine Atmospäre internationaler Freundschaft und wir haben die Pflicht, so weit es an uns liegt, diese Atmosphäre zu erhalten. Zum selben Thema erklärte Staatssekretär S t i m s o n , die achtjährige Ruhepause, die seit 1922 im Dau von Großkampfschif- sen geherrscht habe, habe die Befriedung der Welt und das Gefühl der Sicherheit außerordentlich gefördert. Runmehr laufe diese Frist ab, und man wolle versuchen, ob man sie nicht verlängern und gleichzeitig den Dau von Kreuzern, Zerstörern und Ick-Dooten vertraglich begrenzen könne, sowohl um die gewaltigen Baukosten zu verringern, wie das Gefühl der Sicherheit und den Gedanken der internationalen Verständigung noch weiter zu stärken. Dies sei das Ziel Amerikas wie der anderen vier Regierungen, mit denen der Staatssekretär Vorbesprechungen gehabt habe, die von freundschaftlichstem Geist erfüllt gewesen seien. Kommunistenrevolte in Vertin. Schwere Zusammenstöße mit der Polizei. Berlin, 7. San. (WTD.) Heute vormittag wurden der wegen schweren Raubes, Totschlags usw. zu 11 Sahren Zuchthaus bestrafte Meyer- Kubisch, der vor kurzem im Zuchthaus einer chweren Krankheit erlegen ist, und dec von Rationalsozialisten tödlich verletzte Kommunist Reumann auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde beigeseht. Bei dem Rückmarsch der lommunistischen Teilnehmer der Beerdigung kam es an verschiedenen Stellen im Osten Berlins, als die Demonstranten den polizeilichen Anordnungen keine Folge leisteten, zu Zusammen- töhen mit der Polizei. Auf dem Lausitzer Platz wurde gegen 13.30 Alfjt der Polizeihauptmann Krampe von einer Anzahl Kommunisten umzingelt, als er die Beschlagnahme eines Transparents mit hetzerischer Snschrift anordnete. Mehrere der Kommunisten schlugen ihn blutig, anscheinend mit verborgen gehaltenen Werkzeugen, und warfen ihn zu Boden. Der Pollzeioberwachtmeister Hübner, der feinem Vorgesetzten zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls mißhandelt. Einem der Angreifer gelang es, dem Schutzpolizisten die Pistole zu entreißen, doch wurde sie ihm von Polizeimajor R a u s ch k e wieder abgenommen. Schließlich machten die Polizeibeamten von ihrem Gummiknüppel Gebrauch und gaben auch, als aus der Menge geschossen wurde. Schüsse ab, durch die jedoch niemand verletzt worden ist. Hierauf gelang es, den Lausitzer Platz von Kommunisten zu säubern. Sieben der Hauptangreifer wurden fest genommen und zum nächsten Polizeirevier gebracht. Zu weiteren Zusammenstößen kam es dann bei der Räumung der W r angel- und der Oppelner Straße, wohin sich ein großer Teil der zerstreuten Kommunisten geflüchtet hatte. Auch hier machte die Polizei von ihrem Gummiknüppel Gebrauch und nahm drei der Ruhestörer fest. Aehnliche Szenen spielten sich gegen 14.30 Tlhr auf dem Küstriner Platz ab. Hier wurden die Züge der kommunistischen Demonstranten wegen Richtbefolgung der polizeilichen Anordnungen aufgelöst und in die angrenzenden Straßen zu- rüdgeörängt. Als dann die Beamten durch die Ridersdorfer Straße kamen, wurden sie aus den Fenstern mit Steinen beworfen. Hier wurden schließlich 33 an der Ruhestörung Beteiligte fe ft genommen, die sämtlich dem Rot-Frontkämpferbund angehörten. Die polizeilichen Ermittlungen nach den Stein- und Preßkohlenwerfern werden fortgesetzt. Die berliner Stadtverordnetenversammlung ausgeflogen. Berlin, 7. San. (WB.) Die erste Sitzung der Berliner Stao.verordnetenversammlung im neuen Sahre ist nach zweistündiger Dauer aufgeflogen. Den äußeren Anlaß bildete ein kommunistischer Dringlrchkeitsantrag gegen das Vorgehen der Berliner Polizei bei der heute nachmittag erfolgten Beerdigung von zwei Kommunisten. Der Dringlichkeit dieses Antrages wurde widersprochen, was bei der kommunistischen Fraktion lebhafteste Lärrn- s z e n e n hervorrief. Die Kommunisten verlangten unter lautem Geschrei, dah sich der Stadtverordnete melden sollte, der den Widerspruch eingebracht habe. Da dies nicht erfolgte, verübten die Kommunisten einen derartigen Skandal, daß die Sitzung zunächst vertagt wurde. Rach Wiederzusammentritt verlangten die Kommunisten nochmals Entfernung der Polizei aus dem Rathaus. Stadtverordnetenvorsteher Haß erklärte hierzu, Stadtrat Richter, der Dezernent für das Rathaus, habe chm mitgeteilt, daß sich die Polizei bereits bis auf acht oder zehn Waim entfernt habe. Die Kommunisten riefen hierauf, dah fei eine Lüge, und verübten wieder einen derartigen Spektakel, dah die Sitzung nunmehr vom Vorsteher geschlossen wurde. Die Llntersuchung des Sktarekskandats. Noch weitere Ermittlungen im Fall Bötz. Berlin, 7. San. (WTB.) Rach umfangreichen Ermittlungen ist jetzt die Arbeit des vom Oberpräsidenten zur Feststellung der disziplinären Verfehlungen in dem Falle Sklarek eingesetzten ^lntersua)ungskommissars Oberregic- rungsrat T a p o l s k i soweit gediehen, dah in einigen Fällen die Voruntersuchung bereits geschlossen werden konnte. Beendet ist die Disziplinarvoruntersuchung gegen die Stadtbankdirektoren Dr. Lehmann und Z e h e 1, gegen die nunmehr der Staatsanwalt Anklage erheben muh. Sn einer Reihe weiterer Disziplinarfälle gegen städtische Beamte ist im Laufe der nächsten Woche der Abschluß der Voruntersuchung zu erwarten. Die Ermittlungen im Falle Böß dauern immer noch an, während die Voruntersuchung gegen den Stadtkämmerer dadurch ins Stocken geraten ist, dah dieser erkrankt und infolgedessen nicht vernehmungsfähig ist. Konferenz der evangelischen Arbeiterführer Westdeutschlands. Hamm, 7. San. (WB.) Die Vereinigung evangelischer Arbeiter- und Gewerkschaftssekretäre West deut sch- l a n d s hielt eine zahlreich besuchte Konferenz ab, in der Reichstagsabgeordneter Hartwig imb Landtagsabgeordneter Linder über die christlich-soziale Bewegung der Gegenwart sprachen. Die Konferenzteilnehmer begrüßten einmütig die Haltung der aus der Deutschnationalen Dolkspartei aukgeschiedenen Abgeordneten und bekannten sich zum christlich-sozialen Gedanken, an desien Durchsetzung sie nach besten Kräften mitzuhelfen sich bereit erklärten. Es sei nunmehr für die christlich-soziale Bewegung in Deutschland eine freie Bahn geschaffen, wodurch den weitesten evangelischen Volkskreisen, besonders auch der Arbeitnehmerschaft, die Möglichkeit zur praktischen Mitwirkung im staatsbürgerlichen Leben gegeben werde. Studentischer Protest gegen das Mensurverbot. Berlin, 7.Jan. (TU.) Die dem Allgemeinen Deutschen Waffenring angeschlossenen studentischen Verbände haben eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: Die deutsche Oeffentlichkeit ist von Beschlüssen des S t ra f r e ch t s a u s s ch u s s e s des Reichstages überrascht worden, die mit einer bisher ungekannten Einseitigkeit eine Ausnahmegesetzgebung gegen alt überlieferte Einrichtungen des deutschen Studenten- tu ms einleiten. Es ist beabsichtigt, das studentische Fechtwesen mit mehriährigen Gefängnisstrafen zu belegen, und damit härter zu bestrafen als gemeine Verbrechen. Damit nicht genug, ist als Zusatzstrafe vorgesehen, daß die Betroffenen aus der Beamt e n l a u f b a h n für immer entfernt werden. Es ist mit den Grundsätzen eines Rechtsstaates unvereinbar, weite Kreise von Staatsbürgern unter Mißbrauch staatlicher Machtmittel nicht nur zu gemeinen Verbrechern zu stempeln, sondern sie durch Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz zu nötigen, Ueberzeugungen aufzugeben, die vielleicht nicht überall verstanden werden, bestimmt aber dem ernsten Willen zu Anstand und Sauberkeit entspringen. Wenn man auch soviel staatsbürgerliche Einsicht voraussetzen sollte, daß die vom Rechtsausschuß des Reichstages in erster Lesung gefaßten Beschlüsse nicht in dieser ungeheuerlichen Form Gesetz werden, so kann andernfalls doch kein Zweifel darüber bestehen, daß das deutsche Studententum mit aller ihm eigenen Kraft und Beharrlichkeit den äußersten Wider st and gegen diese Art der Gesetzgebung leisten wird. Diese Haltung ist der selbstverständliche Ausdruck von Selbstachtung und Rechtsgefühl, auf die jeder Deutsche ein Anrecht hat. Dos deutsche Studententum rechnet in diesem ihm aufgezwurgenen Abwehrkampfe auf Verständnis und Unterstützung aller Volkskreise, die davon überzeugt sind, daß es im öffentlichen Leben b e k ä m p f e n s w e r t e r e Erscheinungen gibt als gerade althergebrachte studentische Gebräuche. Nußlandbauern für die Ostsiedlung? Reichskommissar S t ü ck l e n hat sich nach Königsberg begeben, um an Besprechungen teilzunehmen, in denen über das weitere Schicksal der deutschen Ruhlandauswanderer beraten werden soll. Bei der Besprechung, an der der Oberpräsident von Ostpreußen und der Reichskommissar Ronneburg teilnehmen werden. soll rein informatorisch geprüft werden, ob Flüchtlinge in den menschenarmen Gebieten des deutschen Ostens untergebracht werden können. Ein deutscher Firmenvertreter in Rußland verduftet. Der Bevollmächtigte des deutschen Konsortiums für den tranZpersischen Bahnbau, der Sowjetbürger Julius Hessen ist am 3. Januar durch die G.P. 11. verhaftet worden. In dem Konsortium, das Hessen seit etwa zwei Jahren in Moskau vertrat, sind eine Anzahl erster deutscher Firmen zusammen- oefaht, die gegenwärtig an der Rordstrecke der Transpersienbahn arbeiten. Dieses Konsortium hat einen Vertrag mit der Sowjetregierung abgeschlossen über die Durchfuhr deutscher Materialien für den Dahnbau, wobei die russische Regierung eine Option auf diejenigen Materialien hat, die sie selbst liefern zu können glaubt. Bei Hessen konzentrierte sich die Abwicklung dieses Vertrages aus der deutschen Seite, soweit es sich um Sowjetruhland handelt. Kunst und Wissenschaft. Drei Frankfurter Firmen erwerben den Wclfenschatz. Der Welfenschatz ist von den drei Frankfurter Firmen 2. & S. Goldschmidt, Z. W. Hackenbroch und I. Rosenbaum von dem bisherigen Besitzer, dem Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, erworben worden. Heber die Erwerbung macht der Generaldirektor der Frankfurter Museen, Professor Swarzenski, fol- ?ende Angaben: Der Schatz besteht aus 6 2 W e r- e n überwiegend kirchlicher Kunst des frühen und» hohen Mittelalters. Ganz abgesehen von der einzigartigen historischen und liturgischen Bedeutung des ganzen, befinden sich unter ihnen mehrere Hauptwerke vorromanischer und romanischer Kunst, die den Schah nur mit den bedeutendsten europäischen Kirchen- schätzen vergleichen lassen. Der Schatz befand sich bis nach dem Mittelalter im Braunschweiger Dom, dessen Begründer Heinrich der Löwe eine große Zahl von Reliquien 1173 von einer Pilgerfahrt aus Jerusalem und Konstantinopel mitgebracht hatte, doch gehen einige dieser Werke in noch frühere Zeit zurück. Im 17.Jahrhundert wurde der Schah vom Domkapitel an die hannoversche ßinic des Weifenhauses abgetreten und wurde dann in der Schloßkirche von Hannover bewahrt. 1803 wurde er aus Angst vor den Franzosen nach England gebracht, kam dann in das königliche Archiv in Hannover und 1862 in das soeben gegründete Welfen- museum. Rach den Ereignissen von 1866 nahm ihn der Exkönig Georg mit nach Wien. Der Schah wurde hier im österreichischen Museum für Kunst und Industrie vorübergehend ausgestellt ist aber seit Jahrzehnten der Oeffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Lin Mozart-Fest der Stadt Basel. In Basel konstituierte sich ein Organisationskomitee für die Durchführung eines großen Mozart-Festes der Stadt Basel vom 10. bis 1 8. M a i d. I. vorgesehen ist die Aufführung der fünf hauptsächlichsten Opernwerke Mozart- Im Stadttheater und verschiedene Konzert«, zu denen erstklassig« Solisten d«- In- Oie Hochzeiisseier in Rom. Italien huldi 3 t seiner zukünftigen Königin. - EinTrachtenzug von 4000Personen. Rom, 7. Jan. (TU.) Die italienischen Stämme brachten heute ihrer künftigen Königin eine sinnreiche Huldigung dar. Gegen 4000 Vertreter zogen in ihren farbenfreudigen National- k o st ü m e n an den fürstlichen Zuschauern vorüber, die dem Trachtenzug von ihrer Tribüne auf dem Ouirinal-Platz beiwohnten. Das Schauspiel dauerte zwei Stunden, da der Zug drei Kilometer lang war und mehrere Gruppen besondere Vorführungen darbrachten. Eine Abteilung berittener Polizei und Trompeter eröffnete die Parade. Dann folgten die Bannerträger der faschistischen Feierabend-Verbände, denen die Vorarbeiten für diese Veranstaltung anvertraut waren. Daran schlossen sich entsprechend ihrer geographischen Lage die Provinzen von Norden nach Süden. Den Schluß bildeten Latium mit Rom, dann Rhodos und die Kolonien. Die Sardinier eröffneten den bunten Reigen mit ihrer Hymne, in der die historischen Beziehungen der Insel zum Hause Savoyen wiederklangen. Dann folgten Piemont, Ligurien und die drei V e n e t i e n. Die W e l s ch- tiroler führten ihre charakterist.schen Tänze auf und zeigten eine Hochzeittgesellschaft in grüngcstriche- nen Schlitten, das Brautpaar in einer Tannenlaube. Auch Zara wiegte sich im Tanz. Inzwischen marschierten die Lombardei, Emilia und Tos- c a n a auf. Sänger aus Forli und Lugo lösten die Tänzer ab. Vertreter der adriatifchen Insel L a ° gosta vollführten einen kriegerischen Tanz und schließlich folgten Rhodos, Eritrea und Lydien. Wie ein Märchenbild mutete dieser Zug an mit seinen ernsten und fröhlichen Trachten, mit dem blitzenden Schmuck historischer Waffen, Schleiern und Federn, mit Pferden, Esiln, Maultieren, Och,en, Büffeln und Kamelen, stets mit Beifall begrüßt. Der Zug ging aus von dem Roten-Kreuz-Platz, und erst nach Stünden führte seine Spitze wieder von der langen Wanderung durch die von Schaulustigen dicht besetzten Straßen dorthin zurück. Auf der auf dem P.ah des Quirinals errich- teten Tribüne hatten der König und die K ö n i- g i n von Italien, der König und die K ö n i- g t n voi^ Belgien, die Prinzen und Prinzessinnen beider Häuser und die anläßlich der Hochzeit in Rom weilenden fremden Fürstlichkeiten Platz genommen, darunter König Doris b o n (Bulgarien mit seinem Bruder Kyril und Prinzessin Eudoxia von Bulgarien, die Königin von Schweden, das ehemalige Königspaar von Portugal und die Königin-Mutter von Portugal, die ehemalige Königin Sofievon Griechenland, das ehemalige Königspaar Amanullah von Afghanistan, die Großherzogin von Luxemburg, ferner die Großmutter der Braut, Herzogin Karl Theodor in Bayern, der ehemalige Kronprinz und die Prinzessin Ruprecht von Bayern, Prinz Johann Georg von Sachsen, Prinz und Prinzessin Philipp von Hessen, der Jn- fant Ferdinand von Spanien, Prinz Wilhelm von Schweden, der Herzog von Bork, Prinz und Prinzessin Klementine Napoleon und der Graf von Paris. Oer Kampf um die Arbeitszeit auf der Genfer Kohlenkonferenz. Genf, 7. Jan. (WB.) Bei Fortsetzung der allgemeinen Aussprache über die Arbeitszeit kam in der Kohlenkonferenz hauptsächlich der Standpunkt der Unternehmer zum Ausdruck, die gegen den vom Arbeitsamt vorqelegten Vertrag s:n w. rs zahlreiche Te ds - °J’ Wien > o , ”6 o o na^Do. m 3 X / ■ > ©woixemos ontftei Qnart> oedecni» woimg. e ocdrctt «Regen v Sehnte öGrauptin. e NeOtl K Qrwiller.(§)Wind$tiilt«O^ icNT ciente» O$i ^5 nissige» Südsüdwest q sturmacnci -fordwesl oie »ftirr megen mit dem winde Sie oeiden Stationen dienenden Za* Ml Matresniveau umocrecnoetee Luftdruck Wettervoraussage. Mit dem Weiterzug der jetzigen nördlichen Störung in der Ai-jtung ihrer Vorläuferin dehnt sich abermals ihre Südseite mit über Deutschland aus, die vorübergehend auch in unserem Bezirk Temperaturanstieg, leichten Rebel und Sprühregen bringen wird. In der bann folgenden Westluft tritt wieder Abkühlung ein und die Rebel- und Wolkendecke geht zurück. Wettervoraussage für Donners- t a g. Zunächst milder, nebelig-wolkig mit . vereinzelten leichten Riederschlägen, dann wechselnd« Bewölkung mit Temperaturrückgang . Witterungsaussichten für Freitag. Wolkig, auch zeitweise aufklarend Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, meist trocken. Lufttemperaturen am 7. Januar: mittags 8 Grav Cesirus, abends 4,2 Grad; am 8. Januar: morgens —0,2 Grad. Maximum 6,5 Grad, Minimum 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm ^tefe am 7. Januar: abends 3,3 Grad; am 8. Januar: morgens 1,4 Grad Celsius. Amtliche Dintersportnachrlchtea. .^Schwarzwald. Feldberg: Heiter. 0 Grad, 25 Zentimeter Schnee, gekörnt, 6H unb A°oel gut. — Ruhr st ein: Heiter, 1 Grad, 1 ,r\en^metcr Schnee, verharscht, Ski gut, Rodel mäßig. Derch teSgaden: Heiter, 1 Grad, Aentuneter Schnee, verharscht. Oft und Rodel mäßig. Uöhz Hzizkraff. altbewährt । Md^ öuC 'On'- iSaubes.billig, aJlbedehrfr* Md*1 trftJc/ V riketfs V der Schriftsteller Houston 1832); 1855). Bornotizen Untergang 11.53 Uhr. 1908: der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gestorben (geboren 1832); — der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain in Bayreuth gestorben (geboren •• Neue Mitglieder des Gießener Kreistages. Wie der Wahlkommissar für die Gießener Kreistagswahl in der neuesten Bummer des Amt^v:r ünd gunglbsatte^ bekanntgibt, ist an Stelle des verzogenen Geschäftsführers Karl D r ö me r in Gießen der Bahnassistent Ludwig Seth in Großen-Linden in den Gießener Kreistag eingetreten. Für den verstorbenen Studienrat Dr. Lenz in Gießen wurde der Landwirt Karl Huber in Großen-Buseck und für den gleichfalls verstorbenen Landwirt und Mchgermcister Heinrich Bausch in Grünberg der Landwirt Heinrich Schon in Lollar in den ©(ebener Kreistag berufen. ** P e r s o n a 1 i e. Der Kreisveterinärarzt, De- terinarrat Dr. K a r l K i ck in Lauterbach, wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1930 ob in den Ruhestand versetzt. ** Beschränkung f ü r den Lastkraftwagenverkehr in Gießen. 3m neuesten Amtsverkündigungsblatt wird eine neue Polizer- verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr in der Stadt Gießen veröffentlicht. Danach dürfen innerhalb der geschlossenen Ortsteile der Stadt Gießen Kraftfahrzeuge, die nicht mit Luftbereifung versehen sind, eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis 150 Mark oder mit Haft bestraft. ** Vorschriftsmäßige Müllgefäße anschaffen l Im Anzeigenteil unseres gestrigen Blattes gibt das Städtische Tiefbauamt bekannt, daß nach dem 1. Februar unvorschriftsmäßige Müllgefäße durch die städtische Müllabfuhr nicht mehr geleert werden. Es wird dringend angeraten, sich bis dahin allgemein mit den vorschriftsmäßigen Müllgefäßen zu versehen. Man beachte die Bekanntmachung. ** Zur Wilddiebsaffäre Mortaigne teilt der Polizeibericht mit: Um einen Ueberblick über den Urrtfang der von dem Milchhändler M o r - taigne begangenen Wilddiebereien zu bekommen, werden alle Personen, die im guten Glauben Wild von dem Verhafteten gekauft haben, ersucht, bei der Kriminalabteilung Zimmer 67 vorzusprechen. •• Wem gehört das Fahrrad? Der Polizeibericht meldet: Beim Polizeiamt wurde ein Fahrrad, Marke „Corona", das in einer hiesigen Wirtschaft als Pfand zurückgelassen wurde, sichergestellt. Der Eigentümer des Fahrrades — Tageskalender für Mittwoch. Diadttheater: „Der Beilchenfresser", 19.30 bis 22.15 Uhr. — Deutsche Frauenkultur: Generalversammlung, 20 Ahr, Cafe Am end. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Eristo". — Astoria-Lichtspfele: „Nachtbesuch am Geheimtresor" und „Da hält die Welt den Atem an!“ — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute zum letztenmal „Der Deilchenfresser", Lustspiel von Gustav Moser. — Am Freitag, 10. Januar, findet die Premiere von Ridleys „Der Geisterzug" statt. Spielleitung: 'Peter Fassot. Das Stück hat in Amerika und England einen Riesenerfolg gehabt. — Am Sonntag, 12. Januar, 15 Ahr, geht „Das tapfere >2chneiderlein" zum letztenmal in Szene. 18,30 Ahr: Operettenpremiere „Gräfin Mariza". — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Die erste Serie der dieswinterlichen Konzerte des Konzertvereins wird am Sonntag, 12. Januar, beendet mit einem Diolinabend der ausgezeichneten Geigerin Alma Woodie,, welche den Gießener Konzertbesuchern keine Fremde ist, stzielte sie doch schon im 3ahre 1913 als vierzehnjähriges Mädchen zum ersten Male hier und war auch in späteren Jahren Gast des KonzertvereinS. Erregte sie schon in ihrer jüng- Herr 3ugend Aufsehen in der musikalischen Welt, so zählt sie jetzt zu den allerersten ©eigenfünft- lern. Die in- und ausländische Kritik rühmt übereinstimmend ihre ausgezeichneten musikalischen und geigerischen Qualitäten. 3hr Programm bringt vorwiegend moderne Musik (nicht modernste), die schon zum klassischen Bestandteil der Musikliteratur gehört. Eine Violin-Klavier» sonate von Psihner, die große Solo-Diolinsonate von Reger in O-Moll, die ein Prüfstein für reifstes Können ist. Dann eine „spanische Suite de Fallas", des populärsten spanischen Tondichters, und zum Schluß drei Stücke von Händel. Die Begleitung der Werke hat Dr. W. Stechow (Berlin-Göttingen) übernommen, dem der Ruf eines außerordentlich feinsinnigen und musikalischen Klavierspielers vorausgeht. Interessenten seien auf die Deranstaltung, die am 12. Januar, 17 Ahr, in der Aniversitätsaula stattfindet, aufmerksam gemacht. Näheres in den Anzeigen. — Frauengestalten der Romantik. Aeber dieses Thema spricht am 13. Januar, abents 8 Ahr, in der Reuen Aula der Ani- versität, der durch seine feinsinnigen Goethe- Studien bekannte Kirchenrat Professor D. Dr. Robert Zilchert aus Prag. Der Gelehrte, der zum engeren Freundeskreis Scherers gehört und einer der Bannerträger des Deutschtums in Böhmen ist, wird als einer der formvollendetsten Redner angesprochen, dessen packenden, geistvollen Ausführungen den Zuhörer in Bann halten. Der Besuch des interessanten Vortragsabends kann nur empfohlen werden. Räheres ist aus den Anzeigen zu entnehmen. — Das Gastspiel Sylvester Schäffers im hiesigen Lichtspielhaus dauert vorn morgigen Donnerstag bis zum kommenden Sonntag einschließlich. Sylvester Schäffer, der als König der Artisten als der größte Dariete- künstler der Welt bezeichnet wird, genießt auf dem Gebiete seines künstlerischen Faches in der Tat einen außerordentlichen Ruf. Sein Rame allein bedeutet schon ein artistisches Programm, das auch hochgespannten Erwartungen gerecht werden kann. Das Auftreten dieses Künstlers in Gießen darf als ein Ereignis für unsere Stadt bezeichnet werden, das man nicht unbeachtet und ungenutzt vorübergehen lassen sollte. Wer sich einige Stunden aufrichtiger Freude an hervorragenden artistischen Leistungen bereiten will, gehe zu Sylvester Schäffer I Räheres ist aus der heutigen Anzeige des Lichtspielhauses ersichtlich. Aus der prvvinzialbaüptsladt Gießen, den 8.Januar 1930. Prof. Dr. Iesionek 60 Zahre alt. Am morgigen 9. Januar vollendet der Dircltor der Gießener Aniversitätsllinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Prof. Dr. Iesionek, fein 6 0. Lebensjahr. Prof. Dr. Ieswnek wurde am 9. Januar 1870 in Lindau i. D. geboren. Er studierte in München, Kiel und Tu- Ennoen und promovierte im Jahre 1894 bei der niedizinischen Falu tät der Aniversität München. 3om Februar 1894 bis März 1906 war er als Assistent und Oberarzt am Städtischen Krankenhaus in München und an der dermatho'ogtschen Klinik zu München tätig. Im Jahre 1601 habllr- tierte er sich für Dermathologie und vhphilito- logie an der Aniversität München. Am 1. April 1503 kam er als außcrordcnll.ch r Professor für das Fach der Haut- und Geschfechtskrankhellen an die Hautklinik der Aniversität Gießen, deren Leitung er seit jenem Tage innehat. Am 1. April L92O wurde er zum ordentlichen Pro,essor ernannt. , Prof. Iesionek hat sich durch seine lang- jährige Tätigkeit als Direktor der Amversrtats- Hautklinik und als Leiter der Lupusheilstatte des Hessischen Heilstätten-Bereins um unsere Landes- «niversität, insbesondere aber um seine Klinik »ntz die Lupusheilstätte große Verdienste ertoor- Een. Anter seiner ärztlichen Leitung ist das An- ssehen der beiden Institute in der Fachwelt in Hohem Maße gesteigert worden. An den Erweiterungen der Hautklinik, wie auch der Lupus- lleilstätte und an deren neuzeitlicher Ausgestal- Cung hat Prof. Iesionek in entscheidender Weise giim Ruhen der Institute und zum Besten der Kranken mitgewirkt. Dadurch hat er sich sowohl bei der ärztlichen Fachwelt, der Gießener KU- nikerschaft, wie auch in der Bürgerschaft und bei seinen Kranken hohe Wertschätzung erworben. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat er sich vornehmlich Fragen der Tuberkuloseforchung gewidmet. Seine Publikationen über Lrchtbwlog.« und mehr noch seine Biologie der gesunden und kranken Haut sind grundlegende und von der engeren Fachwissenschaft weitgehendst anerkannte Arbeiten. Prof. Iesionek hat es besonders verstanden, die Ergebnisse seiner ärztlichen Tätig- f eit breiten medizinischen Kreisen zugänglich zu wachen. Seine „Praktischen Ergebnisse auf dem Gebiete der Haut- und Geschlechtskrankheiten", eine Arbeit, die in den letzten Jahren vor dem Kriege entstanden ist, ist zu einem vielgebrauchten Handbuch der dermathologischen Praxis getoor- btn. - , . , Sein liebenswürdiges Wesen und seine bescheidene Art. die ihn auch veranlaßte, sich allen Ehrungen anläßlich seines 60. Geburtstages durch eine Reise zu entziehen, verschafften auch dem Menschen Iesionek die Sympathie weiter Kreise unserer Bürgerschaft. Talen für Donnerstag. 9 Januar. Sonnenaufgang 8.03 Ahr, Sonnenuntergang 16.11 Ahr. — .Mondaufgang 1.30 Ahr, Mond- Gesuche bis spätestens zum 15. Januar bei dem zuständigen Kreis- oder Stadtschulamt einzureichen. ** Das A eber springen von Klassen in den höheren Schulen. Auf Anregung deS Hessischen Landesamtes für das BildungS- wesen wird seit 1926 in den höheren Schulen dem bis dahin nur selten geübten Aeberspringen von Klassen erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet. Als „Springer" können nur solche Schüler in Frage kommen, die durch außergewöhnliche Begabung und Leistungsfähigkeit eine so rasche Entwicklung nehmen, daß für sie ein Verbleiben im Alters- verbände unzweckmäßig und als ein Hemmnis erscheint. Die Entscheidung über das Springen eines Schülers hat der Klassenlehrerrat, doch ist auch schriftliches Einverständnis der Erziehungsberechtigten erforderlich. Aeber die beim Aeberspringen von Klassen gesammelten Erfahrungen ist erstmals im letzten Sommer berichtet worden. Rach den Berichten hat sich das Springen durchaus bewahrt; die Springer haben sich in den neuen Klassen rasch eingewöhnt und zählen durchweg auch hier zu den besseren Schülern. Seit der Anregung der Schulbehörde im Herbst 1926 haben bis Ostern 1929 18 Schüler springen dürfen. In 9 Fällen hat das Springen während des Schuljahres stattgefunden, in 9 zu Ostern; 11 Springer sind Schüler von Anter-, 2 von Mittel- und 5 von Oberklassen. RDV. Moderne Personenwagen für die Reichsbahn. Die im Bau befindlichen neuen Personenwagen der Reichsbahn werden aus Stahl konstruiert. Sie bestehen aus einem festvernieteten Stahlgerippe, das mit Blech überzogen und nur innen mit Holz verkleidet ist. Es werden zur Zeit Versuche unternommen, um auch die Holzverkleidung durch einen nicht brennbaren und nicht splitternden Kunststoff (zerfasertes Holz!) zu ersetzen. •• Gemeindeverein der LukaSge- m e i n d e. Bei dem Familienabend, den der Gemeindeverein der Lukasgemeinde am vorigen Sonntag veranstaltete, hielt Fräulein Helene Krüger einen Vortrag über eine „Touristenfahrt nach Spitzbergen". Die Vortragende hat im letzten Sommer diese Reise gemacht und erläuterte sie in interessanter Weise durch viele Lichtbilder. Den musikalischen Teil der Veranstaltung hatte Fräulein Amalie Holzapfel übernommen, die mit ihren Schülern, den Geschwistern Dayersdorf und Fraulein Erler. verschiedene Stücke klassischer Musik vortrug. Fräulein Horn und Fräulein Säubert wirkten durch Gesangsvorträge mit. Der Familienabend wurde von dem Vorsitzenden des Gemeindevereins der Lukasgemeinde, Kirchenvorsteher Juwelier Roll, durch Worte der Begrüßung eingeleitet und durch Worte deS DankeS geschlossen. Der Saal war, wie immer in solchen Fällen, überfüllt. *• Weihnachtsfeier der Kriegsblinden. Man berichtet uns: „Der Bund erblindeter Krieger, Untergruppe Gießen, hielt wie alljährlich seine Weihnachtsfeier ab; sie fand im Katholischen Dereinshaus statt. Zu ihr hatten sich von den 41 Kriegsblinden, die zur Untergruppe gehören, 33 eingefunden. Außerdem waren erschienen Vertreter der Stadtverwaltung, der Fürsorgeämter, des VersorgungSamtes, der verschiedenen mit der Kriegsblinden-Organisation in mehr oder weniger enger Fühlung stehenden Organisationen und Vereine, und die passiven Mitglieder der Untergruppe. Zum Gelingen der Veranstaltung hatten sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt die hiesige Militärkapelle, der Gesangverein „Concordia , eine Theatergruppe unter Leitung von Herrn Adam und zwei Sänger. An Stelle des verhinderten ersten Vorsitzenden begrüßte der zweite Vorsitzende Dr. ® umbel die Erschienenen. Er p>ie8 auf die Bedeutung der Weihnachtsfeier für die Kriegsblinden hin, die alljährlich aus der weitverzweigten Untergruppe herbeieilten, um im Kreise der schicksalsverbundenen Kameraden einige frohe Stunden zu verleben. In eindrucksvollen, warm- empfundenen Worten feierte Bürgermeister Dr. Seid von der Stadtverwaltung Gießen daS stille Heldentum der Kriegsblinden. Unter der Leitung des sehenden Beisitzers der Untergruppe, Herrn Vogel, und der liebenswürdigen Mitwirkung der Fürsorgeschwestern wickelte sich das Programm zu aller Zufriedenheit ab. Es sei hiermit allen Spendern, die auch in diesem Jahre dazu beigetragen haben, daß jedem kriegsblinden Kameraden ein Weihnachtsgeschenk überreicht werden konnte, herzlichst gedankt."- wird ersucht, sich bei der hiesigen Kriminalpolizei, Zimmer 27, zu melden. •• Verhaftung des Bankier- Bachmann. Gestern vormittag wurde der Bankier Wilhelm Dachmann in Gießen, Inhaber der Firma Bachmann & Schäfer in der Westanlage, auf Anordnung des Untersuchungsrichters beim Landgericht der Provinz Oberhessen verhaftet und dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Bachmann wird der Untreue und der Unterschlagung von Wertpapieren, die ihm von Kunden zur Durchführung der Auswertung zu treuen Händen übergeben worden waren, beschuldigt. Eine ganze Reihe von Personen aus Gießen und Umgegend ist durch die strafbaren Machenschaften Bachmanns geschädigt worden. Geschäftsbücher und Akten der Firma wurden im Auftrage der Unter- fuchung^behörde von der Polizei als Beweismittel beschlagnahmt. ** E i n eigenartiger Eisenbahnunfall ereignete sich am Montag gegen 17.30 Uhr unmittelbar vor dem Gießener Bahnhof bei der Einfahrt eines Gäterzuaes aus der Richtung Geln- | Haufen. An einem auf der Grube Trais-Horloff beladenen Kesselwagen mit Teeröl hatte sich während der Fahrt des Zuges zwischen Schiffenberg und Gießen das Ablaßventil aus bisher noch nicht ermittelter Ursache geöffnet, so daß ein starker Strahl des flüssigen Brauntohlenteers seitwärts aus dem Wagen herausspritzte. Hierdurch wurden an der Eilenbahnüberführung bei der Ludwigstraße und am sog. Essiggäßchen, sowie an den Bahnübergängen in der Liebigstraße und der Frankfurter Straße eine ganze Anzahl Passanten an ihren Kleidern und im Gesicht erheblich beschmutzt. Die Bahnübergänge an der Liebigstraße und der Frankfurter Straße waren durch die ausgespritzte Masse so glatt geworden, daß Radfahrer und Motorradler zu Fall kamen. Eine weitere unangenehme Folgeerschei- nung des eigenartigen Unglücksfalles war, daß die Anwohner des Riegelpfaoes unter dem außer- ordentlich üblen Geruch zu leiden hatten. Von den in Mitleidenschaft gezogenen Straßenpassanten sind bereits Schadenersatzansprüche geltend gemacht worden. Wen die Verantwortung für dieses Malheur und damit auch die Haftung für den Schaden trifft, die Reichsbahn oder die Verwaltung der Grube Trais-Horloff, unterliegt zur Zeit noch der Nachprüfung. ** Keine Gelder der hessischen Kriegsblinden . Lotterie unterschlagen. Von dem Bund erblindeter Krieger, Untergruppe Gießen, wird uns mitgeteilt, daß es sich bei den Unterschlagungen von Kriegsblinden-Geldern durch Rschtsan- wall Dr. S ch l i n k, Gießen, nicht um Gelder der im vorigen Jahre veranstalteten Hessischen Kriegs- blinben-ßotterie handelt. Die Lotteriegelder sind bei der Dezirkssparkasse Mathildenstift Friedberg angelegt. Ihre bestimmungsgemäße Verwendung wird durch das Hessische Kreisamt Friedberg überwacht. •• Die Fußball-Mannschaft der „Hesse n". Gestern morgen ist die 1. Fußballmannschaft des Linienschiffes „Hessen" nach Kiel abgereist. War der Empfang am Freitagabend schon ein sehr freundlicher, so muß der Abschied der trotz ungewöhnlicher Stunde zahlreich erschienenen Mitglieder des Dereins für Bewegungsspiele und des Gießener Marinevereins von den „Hessen"-Leuten als ein überaus herzlicher bezeichnet werden; ein Beweis, welch großer Sympathien sich die „Hessen" in Gießen erfreuen, was bei dem vorzüglichen Eindruck, den sie überall durch ihr tadelloses Auftreten hinterließen, nicht wundernehmen kann. Der pietätvolle Akt der Gefallenenehrung und Kranzniederlegung durch den Führer der Abteilung, Leutnant zur See Wittich, fei deshalb an dieser Stelle nochmals erwähnt, weil es die erste derartige Ehrung seitens einer fremden Mannschaft war, die gezeigt hat, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Linienschiff „Hessen" und dem D. f. D. über die Grenzen des Spielfeldes hinausgehen, und die Zeugnis ablegte von dem echten kameradschaftlichen Geist der Gäste. Trotzdem ihnen das Glück im Fußball-Wettspiel nicht hold war, dürsten ihnen doch, dank der Fülle der vom Marineverein und V. f. B. arrangierten gesellschaftlichen Veranstaltungen in den Clubhäusern beider Vereine, die Tage ihres Hierseins in steter Erinnerung bleiben. •• Aebergang in öie höhere Schule nach dreijährigem Besuch der Grundschule zu Ostern 1930. Nochmals fei darauf hingewiesen, daß zu Ostern 1930 infolge der gestiegenen Schülerzahl damit zu rechnen ist, daß wesentlich mehr Schüler als bisher in die höheren Schulen eintreten wollen. Am die dadurch schwierig werdende Klasseneinteilung rechtzeitig durchführen zu können, ist es notwendig, daß die Anmeldung der Schiller frühzeitig erfolgt. Für Schüler, die bereits nach breijäprigem Besuch der Grundschule in die höheren Schufen übertreten sollen, sind nach einem Ausschreiben des Ministeriums für Kultus und Bildungswesen die M .in Inventur Ausverkauf gesucht! 196V SivellM 0.S.. 35Pl i Seeaal Karbonade...50pf. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gießener Konzertverein Sonntag, den 12. Januar 1930, 17 Uhr, Universitäts-Aula Fünftes Konzert ErkMug. Die gegen Cerra Johannes Heß XXV., Metzger und P,aü- rotrt in Leihgestern ausgesprochene Beleidigung nehme ich biernili als unwahr Anrütf und bedauere dieselbe geian au Eier können auf der Farm und Neustadt 50 abgeholt werden. Geflügelfarm Dietmar Schellfische Kabeljau Kaifisch o. K. abgewogen Pfund 30 Pf. Goldbarsch o. K. Pfund 38 Pf. MklWeM L eblgstrasie 71 Telephon! «85 Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Philipp Luh und Angehörige. Gießen, den 6. Januar 1930. Danksagung. Für die überaus große Beteiligung und herzliche Anteilnahme bei dem Heimgang meines so treu geliebten Mannes sage ich allen meinen innigsten Dank. Minna Schieiter Witwe. Sonntag ILJannar: Giehen—Münchbolz« Haufen —Siovvelbg. Wehiar.4',,Stunden AbmiOUbrEckeWib Helm« u. Franks. DtL MO* nMmgen zur Mitnahme von Gütern von Gienen nachFrankfurt a.M., Offenbach a. Wt. und zurück nach Giehen per 13.V.M. btetei an Slflmrad 4 Bender G. in. b. H. Möbeltransport WalltorttrakreLSd Telephon3519. Zmutein oder unabbängige Frau mti guten Empfehlungen zur pflege eine,' allen Dame als Slütte neiucht. Schriftliche Angebote unt. 21 ID an den GieK. Anz. Gestimmt und repariert wird Ihr Plana, Flfidel od. Harmonium preiswert u. gut durch [fl|5 A Pianohaus Schönau Gießen,Selters weg 91. Tel. 1269. Großes Laier in neuen und gebr. Instrumenten. Am Montag, dem 13. Januar, spricht in der Neuen Aula Universitäts-Professor Dr. Dr. Zilchert über: Frauengestalten der Romantik Wir machen unsere Mitglieder auf diesen Vortrag des Prager Literarhistorikers aufmerksam und geben ihnen bekannt, daß Karten zum Preise von Mk. 1 00 Gießen (Samdfog, 11. Sanuar 1930, abends S Llhr, im Gaf6 Leib: Der Herr hat es gewollt, der Herr hat es gegeben, Der Name des Herrn sei gepriesen. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlüsse gefallen, heute morgen gegen 9 Uhr meine liebe Frau, unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Bernbard Müscb, lobanna ^eb.Heioefflann im Alter von 69 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. — Nach einem Leben der Arbeit und des Gebets starb sie nach schwerer Krankheit unerwartet, aber wohl vorbereitet und versehen mit den hl. Sterbesakramenten, sanft und gottergeben im St. Josephs- krankenhaus zu Gießen. Bernhard Müsch und Kinder. Buer L Westf., Lollar bei Gießen, Osterfeld i. W., Düsseldorf, den 6. Januar 1930. Merfioiet entlaufen 0147 Franks. Ttr. «3. (jicbirgs* Haler-Flocken aus bestem, voll- w< riig. Hafer. Ein gutes Nahrungsmittel für Gesunde und Kranke. 0142 1 Paket (1 Pfund) nur 50 Pf. im Reformhaus Aufklärung Im Publikum herrscht leider immer noch die Ansicht, daß Ei gleich Ei sei, dem ist nicht so. Der Nährwert eines Eies liegt weniger im Eiweiß, sondern ist in Form von der Nervennahrung Lezethin im Dotter enthalten. Das absolut irische Hühnerei, wie Sie es nur aut der Farm bekommen können, enthält bis zum 6. Tage 11,8 Prozent Lezethin. Infolge der Porösität der Schale verdunstet das Lezethin und verliert nach 14 Tagen ganz dieses hochwertige Nährmittel, Auslands- und Kühlbauseier, auch Landeier, die erst vom Hühnerhalter, dann vorn Händler gesammelt werden, enthalten kein Lezethin mehr und können der Speise nur noch die Geschmacksrichtung angeben. Daher keine solche minderwertigen Eier im Haushalt. 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Der Rest der ersten Spielhälfte verläuft bei gleichwertigen Leistungen und offenem Spiel. Sn der Pause marschierten die Mannschaften geschlossen zum Ehrenhain, wo sie links und rechts vom Gedenkstein Aufstellung nahmen. Leutnant zur See Wittich gedachte in kernigen Worten derer, „die in Kraft und Schönheit für uns starben" (Inschrift des Ehrenmals) und legte im Auftrage seines Kommandanten einen Kranz nieder. Eine kurze und schlichte, aber um so eindrucksvollere Ehrung der Gefallenen des Vereins, die den „Hessen"-Leuten volle Sympathie und Anerkennung aller eintrug. Aach dem Wiederanpfiff entwickelt sich wceder ein flottes Spiel. Die Gäste sehen alles ein ugd versuchen mit Macht das Resultat zu verbessern. Sie drängen einige Zeit, vermögen aber nicht zum Erfolg zu kommen, den sie eigentlich bereits verdient hätten. D. f. V. kommt auf und geht seinerseits zum Gegenangriff über. Trotz aufopfernder Abwehr müssen die „Hessen" ein' drittes Tor hinnehmen. Ihrem Eifer gelingt es, obgleich infolge Verletzung eines Spielers nur noch mit zehn Mann spielend, das Resultat trotz des überlegenen Feldspiels des Gastgebers, zu halten. Kurz vor Schluß kommen sie zum Chren- tung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft letzthin die Reichsbahnstellen aufgcfordert, daran mitzuarbeiten, daß auch aus allen Anschlägen und Bekanntmachungen, mit denen sich die Reichsbahn an ihre Kundschaft wendet, soweit wie irgend möglich ein gewinnender und damit für die Reichsbahn werbender Ton klingen soll. Daher sollen die in den Zügen, auf den Bahnhöfen und an sonstigen Stellen angebrachten Anschläge, Anweisungen und Verbotstafeln einer Nachprüfung in dieser Hinsicht unterzogen toerben. Man strebt an, den Ausdruck „Verbote n“, der im Geschäftsverkehr unfreundlich klingt, nach Möglichkeit zu vermeiden. Freilich wird dies nicht leicht sein, da aus rechtlichen Gründen oft ein bestimmtes Verbot nötig ist. Doch wird auch in solchen Fällen versucht werden, das „Verboten" durch die meist weniger schroffe Wendung „nicht gestattet" zu ersehen. Auch wird im Einzelfalle nachgeprüft, ob hierbei ein sachlich knapper Ton oder eine längere, höflichere Wendung in den einzel» nen Fällen vorzuziehen ist, wobei Ausdrücke wie „Kein E ntritt“ oder „Es wird höflichst gebeten, rechts an die Schalter heranzutreten", benutzt werden sollen. Auch soll durch den Zusatz des Wortes „Bitte", z.B. „Bitte rechts gehen", die erwünschte Verbindlichkeit der Anschrift hergestellt werden. Um unnötige Kosten zu vermeiden, soll die Aenderung der bisherigen Anschläge allmählich gelegentlich von Ausbesserungen und Instandsetzungen vor'enommen werden. Schon jetzt sollen aber die Dienststellen bei der Abfassung aller örtlichen oder auch nur vorübergehenden Anschläge und Bekanntmachungen nach diesen Anregungen verfahren. V. f. B. 1 Fußballmannschaft ^Linienschiffes „Hessen" — Der Verein für Bewegungsspiele kann diesen Tag mit Stolz als Markstein in seiner Geschichte verzeichnen. Es war ein Tag des vollen Erfolges in jeder Beziehung. Rund 1600 Zuschauer hatten sich eingefunden, eine in Anbetracht der Jahreszeit stattliche Zahl, die selbst in den besten Sommermonaten in Spielen gegen große Gegner nur selten erreicht wird. Kurz nach 2,30 Uhr betraten die „Hessen"-Fußballer im schmucken Marinesportdreß, von dem Publikum aufs lebhafteste begrüßt, das Feld. Aach Erscheinen der Platzmannschaft fand in der Spielfeldmitte ein kurzer Degrühungsakt statt. Der Führer der Marineabteilung, Leutnant zur See Wcttich, überreichte dem Vertreter des Vereins zum Zeichen der Dankbarkeit für die gastfreundliche Aufnahme ein Bild des Linienschiffes und jedem der V. f. D.-Spieler, sowie dem Schiedsrichter ein Mühenband, während Spielausschuhobmann Barth den „Hessen" zur Erinnerung an ihr Hiersein ein Bild des D. f. B.-Klubhauses übergab. Dann hat der Fußball das Wort und em rassiger Kampf beginnt. Bei beiden Mannschaften macht sich vorerst eine gewisse Nervosität bemerkbar; allmählich finden sie sich und bringen Einheitlichkeit in ihre Aktionen. Während D.f.B. ein kleines Plus durch sein ausgesprochenes Kombinationsspiel hat, zeigt sich, daß den Güsten, durch den erklärlichen Mangel an Training, das richtige Zusammestspiel fehlt, was sie aber dank ihrer glänzenden körperlichen Verfassung und durch großen Eifer völlig aufzuwiegen verstehen. Ihr Sturm ist etwas schuhunsicher und vergibt eine klare Chance, die zum Führungstor hätte versäumen, die Veranstaltung zu besuchen. Die Eintrittspreise sind sehr niedrig bemessen, um möglichst jedem Gemcindeglied den seltenen Genuß zu ermöglichen. lieber die beiden hier noch wenig bekannten, nicht gehörten hervorragenden Künstler aus Leipzig und Oldenburg, die der Kirchengesangoerein für dieses Konzert zu gewinnen das Glück hatte, sei folgendes mitgeteilt: beide stammen aus Bad-Nau heim, aus dem dortigen Pfarrhaus Wifsig, in dem die Musica sacra ganz besonders gepflegt wurde. Frau Dr. Q u i st o r p sang kürzlich in Wiesbaden im 4. Konzert des Vereins der Künstler und Kunstfreunde. Ebenbürtig ihr zur Seite in der Beherrschung der Orgel steht ihr Bruder, Dr. O. W i s - s i g. Er ist ein Meister seines Fachs. Er beherrscht nicht nur sein Instrument und alle Feinheiten des Vortrags und der Registrierung, sondern er hat sich auch als Musiker von beträchllicher Gestaltungskraft erwiesen. Möchte allen Freunden der herrlichen Musica sacra ein genußreicher Abend beschieden sein. Der Veranstaltung ist ein schöner materieller Erfolg zu wünschen, da der Reinertrag zur Bezahlung der neuen Orgel in der Kapelle des Alten Friedhofs bestimmt ist. W. Dienst am Kunden bei der Reichsbahn. Seit langer Zeit ist die Deutsche Reichsbahn bemüht, die guten Beziehungen zwischen der Reichsbahn und den Reisenden, den sog. „Dienst am Kunden", zu pflegen. Das Personal ist wiederholt angewiesen worden, beim persönlichen Umgang mit den Reisenden Höflichkeit zu beobachten. Aun hat die Hauptverwal- aufgefangen, die augenscheinlich sie selbst betrafen. „Armes, kleines Dingi" hörte sie die letztere in mitleidigem Ton halblaut sagen, und war nicht im Zweifel, wer damit gemeint war. „Ihnen allein hot sie es zu danken, daß meine Mutter sie jetzt mit uns speisen läßt", erwiderte Kurt darauf. „Wie gut Sie sind." Fräulein von Rechtens Erwiderung war nicht zu verstehen; dann nahm er wieder das Wort: „Io, ich muh auch sagen, es ist ein wenig hart für ein so junges Mädchen; aber sie wird in Wahrheit nicht so vernachlässigt, wie Sie es anzunehmen scheinen. Meine Mutter ist ihr sogar sehr zugetan." „Sie hat auch etwas sehr Sympathisches. Finden Sie dos nicht auch, Herr von Wildhofen?" Doris sah mit klopfendem Herzen auf ihren Teller hinab; das Blut schoß ihr in die Wangen, und mit fieberhafter Spannung suchte sie die Antwort von Kurts Lippen zu lesen, doch eben erhob Frau von Rechten chre Stimme besonders laut, so daß sie nur ein Bruchstück von seiner Antwort auffangen konnte. Er hatte seinen Blick nicht von Sabines gesenktem Antlitz abgewandt und schloß soeben: „Lind Sie vor allen anderen sollten mich hierin verstehen." Wie ein scharfer Stich fuhr es durch das Herz der Lauscherin. Jetzt hatte sie mehr gesehen und verstanden, als für ihre Ruhe zuträglich war. Was Kurt weiter sagte, bezog sich wieder auf das schöne Mädchen an seiner Seite: „Sie besitzen das beste Herz von der Welt, und nur deshalb denken Sie auch ihrer so teilnehmend." Doris gab im stillen zu. daß er recht hatte, und schalt sich gefühllos, daß sic keine größere Dankbarkeit für Sabines mitleidige Regung empfand. Aach beendeter Mahlzeit sollte ihr eine Erklärung werden für Fräulein von Rechtens plötzlich erwachtes Interesse an ihrer Person. Diese nötigte sie neben sich auf ein Sofa in einer versteckten Ecke des Salons, möglichst entfernt von den beiden älteren Damen. „Aun bleiben Sie bei mir und plaudern Sie mit mir, Fräulein Horter. Ich habe mir dies ausgedacht, denn es langweilt mich zu Tode, bei der alten Dame zu sitzen und zuhören zu müssen. Als junges Mädchen sind Sie mir natürlich amüsanter, und es macht mir gerade Spaß, daß Sie weder über Großstädte noch über Gesellschaften mitsprechen können." Das also war der Grund, weshalb die verwöhnte. gefeierte Schöne sich herablieh, das arme Gesellschastsfräulein, zu beachten. ' (Fortsetzung folgt) Aobile-Expedition." (263 Seiten 8° mit 57 Abbildungen und drei Karten. Geh. 6 Mk., Leinen 7 Mark) bei F. A. Brockhaus in Leipzig als Buch erschienen (750). Die Darstellungen Dehou» neks tragen den Stempel der Wahrheit und Llnvoreingenommenheit. Sie ermöglichen es, etwa aus Rom anläßlich der amtlichen Untersuchung der Tragödie zu erwartende Tendenzmeldungen und manche andere durch Sachkenntnis wenig belasteten Veröffentlichungen von Aichtteilneh- mern zu berichtigen. Das Buch Behouneks ist eine unbeschönigte, menschlich ebenso erschütternde wie sachlich sensationelle Erzählung dieser Expedition. Hier liegt der objektive Originalbericht des einzigen überlebenden, nichtitalienischen Teilnehmers an der Expedition vor: zugleich auch ein wertvoller Beitrag zur großen Geschichte der Polarforschung überhaupt. Geistliches Konzert in der Stadtkirche. Man schreibt uns: Der Evang. Kirchengesangverein Gießen hat es stets als seine Hauptaufgabe betrachtet, durch Pflege des kirchlichen Chorgesangs den evangelischen Gemeindegesang zu heben und hierdurch zur Förderung des kirchlichen Lebens der evangelischen Gemeinde mitzuwirken. Zum andern aber will er auch durch Veranstaltung von besonderen k i r ch en- musikalischen Aufführungen der Gemeinde auserlesene Stücke edler Kirchenmusik darbieten. Diesen Zweck verfolgt auch das g e i st l i ch e Konzert, das er am Donnerstag, 9. Januar, abends in der Stadtkirche veranstaltet. Das Hauptstück dieses Abends ist die Kantate für Soli, Chor, Orchester und Orgel von I. S. Bach: „Wie schön leuchtet der Morgenstern." Umrahmt und getragen wird der Kantatetext von der ersten und letzten Strophe des Chorals: „Wie schön leuchtet der Morgenstern", der nicht mit Unrecht als „Königin" unter den Chorälen bezeichnet wird. Zwischen beide Strophen fügen sich Rezitativs und Arien ein (Weissagung auf die Geburt des Heilandes und Verkündigung des Engels Gabriel an Maria). Der feierliche große Eingangschor ist eine Choralphantasie größten Stils mit reicher instrumentaler, Ausstattung. Nach dem Vorspiel setzt der »Sopranchor ein mit der Choralmelodie, die als Cantus firmus den ganzen Chor durchzieht, von den drei anderen Stimmen wirkungsvoll begleitet. Am Schluß entwickelt sich ein wunderbarer, gewaltiger Choraufbau, umrauscht von fesllichem Orchester- Und Orgelklang. Des weiteren seien aus dem Programm erwähnt: zwei kleine geistliche Konzerte für Sopran und Orgel von H. Schütz: „O Jesusname" und „O du allerbannherzigster Jesu"; ferner eine Arie für Sopran von I. S. Bach: „Jesus soll mein erstes Wort" und ein Rezitativ und Arie für Tenor von I. S. Bach: „Verschmähe -nicht" und „Nimm mich dir zu eigen hin." — Bereichert wird der Abend durch Orgelkompositionen aus Passacaglia von Buxtehude (1637 bis 1707) und Toccata und Fuge in v-Moll für Orgel von I. S. Bach. Buxtehude, ein berühmter Orgelkomponist, bekleidete von 1668 bis zu feinem Tode die Stelle des Organisten an der Marienkirche in Lübeck. Bach pilgerte zu Fuß von Arnstadt in Thüringen nach Lübeck, um Buxtehude zu hören und von ihm zu lernen. Ausführende sind neben dem Kirchenchor in erster Linie Frau Dr. Anny Q u i st o r p - W i s s i g aus »Herr H. Landzettel aus Darmstadt, rganift H. Simon aus Gießen und Herr Musikdirektor Dr. Wissig aus Oldenburg; die Orchesterpartien werden von Mitgliedern des O r - chesteroereins mit Unterstützung von geschätzten hiesigen Kräften ausgeführt. Die Leitung des Ganzen liegt in den Händen des Herrn Otto Linde n st r u t h , Dirigenten des Evang. Kirchenge- sangvereins. Wie ersichllich, wird den Besuchern des Konzerts erstklassige Kirchenmusik geboten; es sollte niemand Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 7. Januar 1930. lZin Gefährte Nobiles spricht in Gießen. Der Goethe-Bund hatte für gestern abend lZrof. Dr. Fr. D e h o u n e k, der seinerzeit an der ;iobile-Aordpol-Expedition teilgenommen hat, zu einem Vortrag gewonnen. Die Aeue Aula war cicht besetzt, ein Beweis für das große In- : presse, welches man auch in Giehcpt dieser For- 'Zningsexpedition und ihrem Schicksal entgegenbringt. In äußerst interessanter Weise schilderte der Redner, dem die deutsche Sprache teilweise i vch etwas Schwierigkeiten bereitete, ferne Er- 1-bnifs« und den tragischen Ausgang der Robrle- Vordpol-Expedition, die trotz alledem der Wtssen- fchaft wertvolle Dienste geleistet habe. Der Redner kam zunächst auf die früheren Polarflüge und deren Ergebnis zu sprechen, um sch im weiteren mit den bei diesen Forschungs- kßpeditionen aufgetretenen Mängeln zu beschäftigen Er schilderte dann eingehend Zweck und 3tel der im Jahre 1928 durchgeführten Robrle- Blordpol-Expedition, erläuterte die Vorbereitungen nub die Ausrüstung des Luftschiffes „Italra", besprach dessen Leistungsfähigkeit. Bauart und (Hinrichtung, um sich dann mit den Teilnehmern rn dieser 'Forschungsexpedition zu beschäftigen Oer 'Redner besprach weiter die Schwierigkeiten während der Fahrt nach Spitzbergen und von fa aus zum Rordpol, den das Luftschiff etwa zwei Stunden umkreiste, ohne niedergehen zu können, weil der Wind die Landung auf dem (i?i8 verhinderte Er zeigte dann, welche Gebiete neu erforscht wurden, schilderte die dort gemachten wissenschaftlichen Feststellungen, um sich dann eingehend mit der verhängnisvollen Rückfahrt - zu beschäftigen. Der Redner erläuterte die Eindrücke vor, während und nach der Katastrophe, Ibci ber secHs Mann der Besatzung von dem Luftschiff entführt wurden und verschollen sind, schil- baft ist zur Zeit in außergewöhnlich guter Form. Lediglich die beiden Außenstürmer erfüllen nicht ganz die in sie gesetzten Erwartungen. Die Gießener schufen von Anbeginn an kritische Situationen im Wetzlarer Strafraum, doch schien hier der Torhüter schier unüberwindlich. Er meisterte einfach alles, obwohl die Gäste mit ganzen Schuhserien aufwarteten. Erst einen Strafstoß, wegen unfairen Spiels, muhte er passieren lassen. Rach glänzender Kombination steht das Spiel 2; 0 für Gießen, ohne daß*ein Wetzlarer den Ball berühren konnte. Als dann bei fortgesetzter ständiger LIeberlegenheit aus fast unmöglichem Winkel der dritte Treffer der Gießener im Tor des Gastgebers landet, bezweifelt niemand mehr den sicheren Sieg der Dlauweißen. Mit 3:0 für 1900 wechselt man die Seiten. Rach kurzer Pause nimmt das Ringen seinen Fortgang. Anfangs will es bei den Gießenern nicht gleich richtig klappen, und Wetzlar drängt etwas. Die 1900er stellen aber bald die alte lieberlegenbeit wieder her, als durch Verwandeln eines Elfmeterstrafstoßes der Spielstand 4:0 für Gießen lautet. Die Spielweise Wetzlars nimmt dann eine Schärfe an, wie man sie von dieser sowieso sehr körperlichen Mannschaft bis jetzt noch nicht gewohnt war. Es nimmt Wunder, daß bei dieser Handlungsweise und der großen Bodenglätte feine ernstlichen Unfälle entstanden sind. Der Schiedsrichter, in der Spielleitung gut, straft viel zu wenig. Er läßt es Immer wieder bei Ermahnungen und Verwarnungen. Erst ganz am Schluß stellt er einen der Wetzlarer -UcbeHäter vorn Platz, bei dem der Platzverweis schon vor dem Seitenwechsel angebracht gewesen wäre. Gin Gießener revanchiert sich auf eigene Faust, indem er den Gegner zu haken versucht. Der Schiedsrichter, ein Herr von Borussia Fulktzi, ahndet mit berechtigtem Elfmeter, denn auch der Versuch ist strafbar, der unhaltbar verwandelt zum Wetzlarer Ehrentor führt. Prompt antwortet aber Gießen mit einem fünften Treffer. Ein Strafstoß, abermals wegen ilnfairneß, landet nach schöner Kombination im Wetzlarer Tor. Damit beschließen die Gießener den Reigen der Tore, obwohl noch viele Gelegenheiten (darunter zwei sog. totsichere bei Alleingängen) dazu vorhanden waren. Der 5:1-Sieg stand fest. Die Begeisterung der Reisebegleiter stieg von Treffer zu Treffer. Die Tore erzielten: Adelberger drei (erstes, viertes und fünftes) und Zeiler zwei (zweites und drittes). Der Sieg der Gießener Elf war verdient und hätte den Leistungen entsprechend sogar noch höher ausfailcn dürfen. Das technisch bessere Spiel 1900's triumphierte über das harte, körperliche, diesmal meist unfaire Spiel des Wetzlarer Sportvereins. 1900's 3. Mannschaft verlor auf eigenem Platz gegen Garbenteichs erste C l s 1:3 (Halbzeit 0:1). Die im Feldspiel größtenteils überlegenen Gießener konnten dies nicht in Zahlen ausdrücken, während der Gegner bei gelegentlichen Durchbrüchen glücklicher war. Fuhball in Heuchelheim. Spv. 1920 1 — S. L. Niedergirmes 2:2 (1:1). Die Gegner trafen sich am Sonntag in Heuchelheim im Verbandsspicl. Riedergirrnes hält augenblicklich die Spitze der Tabelle. Man war gespannt, wie sich die Heuchelheimer in ihrer neuen Ausstellung gegen diesen starken Gegner bewähren würden. Das llnentschieden ist nicht allein schinei- chclhaft für Heuchelheim, sondern mit etwas mehr Glück hätte die Mannschaft das Spiel gewinnen müssen. Zn der Halbzeit war das Resultat 1:1. Rach ausgeglichenem Spiel in der ersten Hälfte machte sich in der zweiten nach Umstellung der Heuchelheimer eine sichere Ueberlegenheit bemerkbar. Bald lagen sie auch nach schönem Schuß des Halbrechten in Führung. 3n der letzten Minute konnte Riedergirmes mit Glück den Ausgleich erzielen und eine Riedersage verhindern. $. C Teutonia Steinberg. Steinbad) I Steinberg I 3:5 (0:2). Am Sonntag weilte die erste Els zum fälligen Verbandsspiel in Steinbach und konnte das Treffen 5:3 für sich entscheiden. Trotz den mit Recht gefürchteten Platzverhältnissen waren sie den Einheimischen technisch weit überlegen; hierfür spricht schon das Eckenverhältnis 7:2 für Steinberg. Die Gäste verdankten nur den durchdachten Vorlagen und dem schnellen und placierten Zuspiel ihren verdienten Sieg. Handball im T. V. Großen-Buseck. To. Großen-Buseck I gegen 1. Kompanie 3nf.-Kegtö. 15 Gießen I 1.1 (1:0). Am Sonntag trafen sich in Großen-Buseck zwei gleich starke Gegner. Die zahlreichen Zuschauer sahen einen spannenden und an guten Leistungen reichen Kampf. Zu Anfang des Spiels waren die Großen- Busecker, die mit zwei Ersatzleuten antraten, leicht überlegen. Rach der ersten Halbzeit wurde der Kampf ausgeglichener, und die 1. Kompanie fand sich besser zusammen, so daß sie den wohlverdienten Ausgleich erzwingen konnte. Es war von Anfang an ein sehr schönes und faires Spiel. Das Resultat entspricht voll und ganz dem Spielverlauf. Besonders gute Leistungen boten beide Torleute. Schiri G e i ß m a r war gut. Tv. Großen-Buseck II — 2Nkv. Gießen II 1:4 (1:1). Die 2. Mannschaft hatte sich die gleiche des Mtvs. Gießen verpflichtet. Mtv. gewann erwartungsgemäß. Arbeiier-Turn- und Gpor.bund. Praunheim I — Gießen I 2:6. Zu ihrem letzten Serienspiel weilte Gießens Kreisklassenmannschaft am Sonntag in Praunheim. Dieses opicl hatte insofern besondere Bedeutung, als hier die beiden Tabellenletzten um den Abstieg kämpften. Was wohl niemand entartet hatte, trat ein. Auf völlig aufgeweichtem Spielfelde lieferten sich beide Mannschaften ein spannendes Spiel. Gießen fand sich mit den mißlichen Platzverhältnissen schnell ab und war feinem Gegner merklich überlegen. Ein Elfmeter brachte ihnen das erste Tor. Praunheim strengte sich nun mächtig an und konnte das Spiel auch offener gestalten. Trotzdem konnte Gießen bis zur Halbzeit noch viermal einsenden, dem Praunheim durch Elfmeter einen Treffer entgegensetzte. Rach Seilenweck-sel war Praunheim tonangebend, doch wollte es ihm nicht gelingen, im entscheidenden Moment einen Torschuß anzubringen. Auch ein Elfmeter wurde von ihnen verschossen. Gießen kam allmählich wieder mehr auf. Wohl erzielte Praunheim einen zweiten Treffer, während Gießen seine Torzahl auf sechs erhöhte. An diesem Resultat konnten dann beide Parteien nichts mehr ändern. Sollte Praunheim in seinem letzten, noch ausstehenden Spiele gegen Dorheim verlieren, so wäre Gießen durch seinen Sieg vom. Sonntag dein Abstieg glücklich entgangen, Rodheim I — Gießen Ib 3:0 (2:0). Sofort nach dem Anstoß entwickelt sich ein lebhaftes Spiel, bei dem der Platzverein bis zur Halbzeit trotz aller Anstrengung der Gießener Gäste zwei Tore erzielte. Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel härter. Rodheim konnte noch ein Tor erzielen, Gießen erreichte aber trotz aller Anstrengun? gen nichts, obwohl es das Ehrentor verdient hätte. Rodheim (Jugend kombiniert) — Gießen II 2:5 (2:2). WWW, II IL iwinMiwKiYinitmnMM liche Stimmung erhalten, ba die Lage im Haag weiter verstärkten Optimismus auslöste Es hat auch den Anschein, daß diesmal die Ber- Handlungen einen reibungslosen Verlaus nehmen und daß für Deutschland mit einem gün« fügen Ergebnis gerechnet werden kann. Ferner machten die weiter günstigen Geld- mar k t ve r h ä 11 n i s s e einen guten Eindruck. Man rechnet mit einer neuen Diskontsenkung der Bank von England, und ebenfalls mit einem baldigen Senken der Berliner Sähe. Dies dürfte naturgemäß den am Börsengeschäft interessierten Kreisen einen kleinen Ansporn geben, so daß der heutige Optimismus seit längerer Zeit erstmalig angebracht erscheint. Auch die gestrige feste Reuyorker Börse trug zur Besserung der Börsensituation bei. Als besonders günstig wird die Zunahme der eintreffenden Aufträge von Ausland- und Publikumsseite verbucht. Das Geschäft konzentrierte sich aber wieder nur in der Hauptsache auf S p e z i al w e r te . wobei siH auch heute wieder gegenüber der gestrigen Abendbörse recht ansehnliche Gewinne ergaben. 3m Vordergründe standen vor allem Montanaktien. Hier schritt das Ausland zu Rückkäufen, auch dürfte die günstige Konjunktur berr (Siifeninöuftrte, iotoie die besondere Bevorzugung der Branchen dieser Werte in Amerika eine gewisse Rolle gespielt haben. Führend waren Mannesmann mit plus 2,5 v. H., auf die Quotenerhöhung durch die Llebcrnahme des Röhrenwerkes der Rheinmetall. Klöckner, Otavi-Minen und Rheinstahl konnten bis 1,5 v. H. bzw. Mar? anziehen. Am Chemiemarkt bestand für 3.-G.-Farben mit plus 1 v. H. nur geringes 3ntereffe. Deutsche Erdöl gewannen 1.25 v. H. Rütgerswerke 1,5 v. H. Mehr in den Vordergrund traten noch Deutsche Linoleum mit 2,5 v. H. Am Elektromarkt ergaben sich Gewinne bis 1,5 v. H. Kaliaktien bis 1,5 v. H. fester. Am Bankenmarkt wiesen Barmer Bank mit plus 2 v. H. einen Spihengewinn auf. 3m Gegensatz zur Allgemeintendenz lagen am Kunstseidemarkt Aku, die eher angeboten waren und etwas schwächer eröffneten. Renten waren ebenfalls etwas lebhafter. 3m Verlaufe war das Geschäft in copezialwerlen weiter etwas lebhafter. 3m Vor- dergrunde standen Farben-, Montanaktien und Zellst off werte. Es traten erneute Besserungen: bis zu 1 v. H. ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1893, gegen Psund 20,421, London gegen Kobel 4,8940, gegen Paris 123,91, gegen Mailand 92,60. gegen Madrid mit 3,40 schwach, gegen Schweiz 25,1213» gegen Holland 12,0825. Berliner Börse. Berlin, 1.3an. Schon, heute vormittag hörte man in den Banlbureaus, ohne daß von Geschäft die Rede war, freundlichere Kurse nennen, ba man im allgemeinen die vorliegenden günstigen Momente diskutierte und überhaupt die börsentechnische Situation als haussegünstig an» sah. 3m einzelnen fanden neben dem Haag die Flüssigkeit am internationalen Geldmarkt, damit zusammenhängend die Hoffnungen auf Diskonl- fenfungen in London und Paris stärkere Beach- hing. Zu den ersten offiziellen Rotierungen konnten sich dann die etwas hochgespannten Erwartungen nicht voll erfüllen, da eben das Feh- len von Verkauforders im allgemeinen, aber nicht immer und nicht an allen Märkten Kurssteigerungen herbcizufuhren öermag. Dennoch war die Anfangstendenz als durchaus freund! i ch anzusprechen. Lediglich am Montanmartt, der in letzter Zeit stark favorisiert lag. war die Kurs- enttoidlung auf kleine Realisationen nicht gan- einheitlich, doch hielten sich auch hier die wenigen Verluste im Rahmen von 0,5 bis 1 Prozent. Schiffahrtsaktien verkehrten heute wieder freundlicher. Heber 2 Prozent gewannen Mannesmann- Röhren, auf günstige Prefsenachrichten, Elektrische Lieferungen, Deutsche Kabel und Slöhr, wohl auf Freigabehoffnungen, Svenska, Hotel« Betriebsgcfellschaft und Reichsbank. Allgemeine Lokal und Kraft verloren 1,25 Prozent, Schan- tung 1,25 Prozent und Schubert & Salzer (letztere auf die Rach richten von Vetriebsbeschränkungcn). Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer ruhig und ebenfalls freundlicher. Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt, aber anscheinend etwa behauptet. Geldmarkt mit einem Satz von 5,5 bis 7,5 Proz. für Tagesgeld weiter erleichtert. Monatsgel- 8,5 bis 10 Prozent. 3m Verlaufe schien sich auf das verspätete Eintreffen von Publikumsorders am Montanmarkt allgemein eine Besserung durchsetzen zu wollen, doch bald verstimmte wieder der neuerliche starke Rückgang der AKLI.-Aktien um fast 5 Prozent, so daß allgemein Abbröckelungen eintraten, die bis zu 1 Prozent gingen. Bemberg minus 2,5 Prozent. Wirtschaft. Hindermarkt in Gießen. Beim heutigen Gießener Rindviehmarkt betrug der Auftrieb 895 Stuck Groß- und 3ungvieh und 210 Kalber. Der Handel am Vormarkttage war ziemlich lebhaft und flaute am Schlüsse des HauPt- marktcs etwas ab, so daß geringer Lieberstand verblieb. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 600 bis 650 Mk., 2. Qualität 400 bis 550 Mk., 3. Qualität 200 bis 350 Mk., Schlachtkühe 150 bis 350 Mk., Rinder 3,'4e bis Ip'zjährig, 150 bis 250 Mk.. bis Zährig 120 bis 180 Mk.; Kälber pro Pfund Lebendgewicht 50 bis 65 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Rotiz. * Mainzer Gctreidekreditbank. Der Gläubigerausschuß im Konkurs der Mainzer Getreidekreditbank hat beschlossen, den gesamten Aufsichtsrat für den Zusammenbruch der Bank haftbar zu machen. Der Konkursverwalter hat daher bereits eine Regreßklagc beim Landgericht über einen Betrag von 680 000 Mk. eingereicht, Wer die am 10. Januar verhandelt werden soll. * D i e Umstellung der Opelwerke auf den Betrieb der General Motors und die neue Produktionsgrundlage bei dem Automobilbau ist mit dem gestrigen Tage endgültig durchgeführt worden. Nachdem die Organisation einen völligen Reuaufbau erhalten hat, hat der neue Betrieb mit 6000 Personen im Aulomobilbau wieder die Arbeit aufgenommen, und zwar an fünf Wochentagen mit achtstündiger Arbeitszeit, nachdem eine Zeitlang der Betrieb völlig still- gesianden hat. ' Torpedo Fahrräder und Schreibmaschinen Weilwerke A. G., Frankfurt a. M. -Rödelheim. Die Gesellschaft erzielte 1928 29 einen etwas verminderten Bruttogewinn von 1,250 (1,438) Mill. Mark. Anderseits konnten Linkosten auf 0,990 (1,261) Mill. Mark herabgcmindert werden. Rach 115 872 (78 992) Mark Abschreibungen verbleibt einschl. 27 693 (24 764) Mark Vortrag ein Reingewinn von 171 810 (123 693) Mark, woraus 8 (6) Proz. Dividende verteilt und 43 810 Mark vorgetragen werden sollen. Rach dem Bericht konnte trotz der allgemein ungünstigen Lage des Fahrradgeschäftes die im Herbst 1928 gedrosselte Fabrikation während des Geschäftsjahres durchgehalten । werden. Der Absatz hat sich gegen das Vorjahr | nur wenig verringert. Auch im Motorradgeschäft । machte sich bereits Lieberproduktion bemerkbar; immerhin war der Limsatz nicht unbefriedigend. Der Schreibmaschinenabsatz im Inland, besonders aber im Ausland, war befriedigend. Die Gesellschaft hat in einer Reihe von Staaten Regierungsaufträge erhalten. Die Llmsähe in Buchhaltungsmaschinen sind weiter gestiegen, und auch für das laufende 3ahr wird ein guter Absatz erhofft. * Vergleichsvorschlag bei der Elite Diamantwerke A. - G. Wie „WTB.-Han- delsdienst" erfährt, ist es im Vergleichsverfahren der Elite Diamantwerte A.-G. Siegmar i. Sa. gelungen, einen Vergleichsvorschlag zustande zu bringen, nach dem die Gläubiger bis 1000 Mk. volle Befriedigung, die Gläubiger über 250 000 Wart 35 Prozent und alle übrigen Gläubiger 50 Prozent, letztere zahlbar in fünf gleichen Monatsraten, die erste Rate beginnend drei Mo- nate nach Rechtskraft des Vergleichs unter Garantie einer O»Bank, erhalten sollen. Der Gläu- bigerausschuß hat in der Sitzung vom 6. Januar den Vergleichsvorfchlag geprüft und zur Annahme empfohlen. Der Vorschlag selbst wird der Gesamtgläubigerschaft bereits in den nächsten Tagen zwecks Annahme zugestellt werden. * Schultheis - Patzenhofer Brauerei 2(. = Berlin. Die G.-V setzte die Dividend« auf .wieder 15 v. H. fest. Ein Aktionär äußerte seine Unzufriedenheit über den Geschäftsbericht und das Erträgnis. Bei der außerordentlich günstigen Konjunktur der Brauindustrie hätte eine Dividende von 25 ü. H. verteilt werden können. Die Abschreibungen feien zu hoch, die Vorräte dagegen außerordentlich unterberoertet. Generaldirektor Dr. Sobernheim verteidigte die Dividendenpolitik der Verwaltung mit der undurchsichtigen Wirtschaftslage. Er erwies auf die Schwierigkeiten in Berliner Gaststättenbetrieben, die sich weiter ausdehnen könnten. Die Verwaltung hoffe bald einmal eine Dividendensteigerung verantworten zu können. Träte die Bierstcuererhöhung in Kraft, so wurde eine Abwanderung zu anderen Getränken stattfinden und die Gefahr neuer Lohnforderungen heraufbeschworen werden. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 7. 3an. Tendenz: freundlich. — Auch heute konnte sich die freundKurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H. iitanlfurl a M »etlin .aanlfutt o i'l Berlin Franlsuri a Al Berlin Banknoten. cdjIUB* ffurS "Üb' Kur Schluß Kur- Äniang- fi'ir? Lchlutz.1 i-Ul)c Kurs 1 Kur- Schluß’ Kure Anfang- Kur--- Schluß K'ir? 1-UQi Kur Schluß Kiir.' Ansang. Kur Berlin. 6. Fanuar Geld Brief Amerikanische Noten..... Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Franzosijche Noten ....... Holländische Noten ....... FtallenisMe Noten...... . Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten . ...... Spanische Noten...... . Tschechoslowakische Note»..... Ungarische Noten ...... Devisenmarkt Berlin 4,17 58,23 111,78 20,377 16,435 168,53 21,86 111,83 58,71 2,465 112,20 81,21 55.14 12,335 73,05 — Aranksur 4,19 58,47 112,22 20,457 16,495 169,21 21,94 112,27 18.95 2,485 112,64 81.53 55,36 12.385 73,35 a. M. Datum C 1 7. I. C . 7 1 La um 0 1 7-1- 6. 1 7 I Dalum 6 1 7. 1- 6. 1. 7- 1 •"o Den jche ^.■idjsanleioe ron 10H7 ........ 7% Leu Ische Reichem,leihe von 1929 ......... D'. Anl.-Äblöf.-Schuld mit Aus los.-Rechlen........ Lei-l rUne AuSlol.-Rcchie 3% Hell. VolMant von 1929 (rü«Iz>>!'lb. 102%) ... Cbcrbclfcn Provinz »Anleihe mli .'lue!oj.-9>echien...... l'einime Äunim. Sainmeiabi. Anleihe Serio l....... 8% Krauls. Hup.-Ban! Goldpse XIII iiiitünbbiU bis 1934 . 9% Franks. Hup.-Aank Goidpfe. unkündbar bis 1932 ..... 4'yihcinijdie Hyp.-Banl Vi.ni. Eoivpie........ 8% ißt. l;cher»leben ... i Lai werke Weileregeln ... 10 ttahroer e Salzdellurtb ... 15 ? G. Farben-Jnbustrto ... 12 Dynamit Nobel.......6 Cchcideanstalt........ 9 Goid|chmidk ........ 6 Siütgerswerk........c Metallgeiellichast......8 Phllipp Hoi,mann.....7 lernen werk Heidelberg ... 10 Cementwerk Karlstadt ... 10 Wavß » Frey lag .... 8 Schulthel« Patzenhos« ... Id OktwerK.........19 Ber. Glanz stoss......18 Bemberg.........i-i fiellfioii Waldhos .... 18% Zellstoü Bichasjcnburg ... r. G yarlotienburger Aafser ...» Defjaaer Gas........8 Daimler •lUnloten ...... 0 Deutsche Linoienm..... Aii ’rw'rie Kl Die ...... o ruoi». lioem- .... 10 92at. LlutomobU . . ..... o Orenstein & Koppel.....6 1' onbaro Tietz......10 Svendka - - Frankl. Mwchmea ...... 4 (Sahnet...... 6 Henligenstaed: .......o Lunghan».........6 Lcckwerle- . 8 Alaintrailwerte Höchst a. M. » Atiag. . . 10 Gebr. Roeoer . 1» Borgi L U Lütz». Lucker.......10 105,25 53,25 187 196 317 172,9 149 64 63,75 83 113 145 73,5 136 135 - 35,5 237 — 314 42 50.5 5,25 46 103 127 104 222,25 160,75 55 .188 197j5 173,6 69,75 115,5 113 73,5 182,5 1 239.5 — - 105.25 54 186.75 196 318 172.4 80,75 64.5 68.75 115.5 - 74 275,25 212,25 137,25 181 133,5 93,5 149 35 237.5 44,75 17,13 68,5 313 41,5 52,13 46 128 222 160,75 105,5 54,75 188,75 318 173,13 80,9 64,75 69.9 116 — 275-75 213 139,5 183,5 94 149,5 35,9 238,75 45,25 17,9 156 316 12&.5 — A.S.G . Bergmann ... Eicktr. LieserungSgelellschast 1> Licht und Kraft ... 1< 6. Januar 7. Januar Amtlich' Geld Notierung Bries Amtliche Gelb Notierung Bn 1 Fellen & Guilleaume. . . Gei. f. Clcltr. Untcra.. . . Hamd. Slellr -Werke . . . Rhein. Clcltr....... Schlei. Del........ Cchuclert & Go. ... . Siemens * Halske .... Tranoradio..... . Lahmeyer & Go...... Buecru.. . . .... Deutsche Gtböl..... Eifener Steinkohle .... Gelienkirchener ..... Hm neuer...... . <>01-1(11 Cifen....... Bergbau...... KIScknernierke...... Köln-Ncue!len . . . Manne-nianu -Rbhreo . . ®>(aii#|clbet Bergbau . . . cbcrich'ei. Eiienoeoars . . Lbcrichlei. Kokswerk. - . Pboulx Bergbau..... örheinlich, Brounkvhkn. . IKbelmtaifr....... Rtcbeck Ploolan ..... IV- lu 1 1" 11 16 . b 10 . 6 . 6 . 8 . 0 6» . 7 6 k: 10 . Gl Amst.-Non Buen.--Aires Brft.°AnNv Christiania - Kopenhagen Sloclbolni . Hclüngfors- Malten. . . L'oiibon. . . Neunork . . Tnviö - • • , Zchwcij . . Spanten . (Vapan . . . Milo de Jan Wien in D-. Feil, abgest Prag . - . 9>el,rad . . Budapest. . Bnl arten Lissabon .teilst, ntül- Athen. . ffanana iitu ,uaQ . Latro . . . 168,82 1.697 58,44 112,03 112,09 112,43 10,513 21,895 20,40 4,1845 16.458 81,15 55,19 2,053 0.452 ^3,37 12.38 7.415 73.27 3,024 18,83 81,57 1 978 5 435 <1.140 3,376 20,92 169,16 1.701 58,56 112,25 112,31 112,65 10,533 21,935 20,44 4.1925 16,495 81,34 55,31 2,057 0,454 58,99 12,40 7,429 73,41 3,030 18.87 81,73 1,982 5,445 4.H3 3-304 20,96 168,82 1.696 58,415 112,01 112,07 112,39 10,513 21,90 20,397 4,1855 16,46 81,21 54,20 2,055 0,441 58,395 12,381 7,418 73,27 3.027 18,83 81,57 1 -978 5.435 4.140 3,876 20,92 169,16 1.700 58,635 112,23 112,29 112,61 10,536 21.94 20.437 4.1935 16,50 81,37 54,30 2,059 . 0,443 59,015 12,401 7.432 73.41 3.033 18.87 W 4.143 3,334 20,96 Hr.66 s*ie9i(i X Ackn" . ridjltn. Wi polM1 zuMs"" Sic verhall ffaagj der 11 vorM. dein MS vsrMs1 )i, VcrMd jorbetu zweite tesm in der 3«! ihren Wnn' Henle nach den IDuni drr Resi ßgcndelaer grhallei teulldjedeil abgelebt btfbalb ein legt werden. 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