Nr. 56 Erstes Blatt 180. Jahrgang 8reitag, 7. März 1930 (lr id) e in i ivglich.outzei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Jamilienblättei Heimat im Bild Die Scholle monats-Bepigsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Retchsplennig für Träger» lohn, auch bei lllichter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer (Bemalt üernlvrechanschlüsse anterSammeInummer2251 Anschrift |ür Drahlnach- richten Anzeiger Siesten. Pofifd)edtonto: granlfurt am Main 11686. Gietzenn Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitk vnd Verlag: vrühl'sche Universt1ät5-Vvch- und Ztetndruckeret L Lange tn Gietzen. Schristleltung und Geschäftsstelle: Schnlllraße 7. Annahme von Anzeige» für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Ehefredakteur Dr Friedt Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil (Ernft Blumfchein und für den Anzeigenteil Ma^ Filter, sämtlich in (Biehen Tirpitz t- Äon H. v. Waldeyer-Sarh, Kapitän z. S. a. D. Die Zeit, wo Der CDrouaDmiral von Tirpitz dem ganzen deutschen Volke als der gefeierte Mann galt, liegt um Jahre zurück. Tirpitz war eine Persönlichkeit, wie sie nur selten geboren werden. Sein Schaffen und Wirken war - hiermit finden wir wohl das rechte Wort, - vom echten Hansegeist erfüllt. Was kühne Geschlechter und wackere Städte vor Jahrhunderten aus eigener Kraft erreichten ein freies Meer und freie Fahrt über See für den Kaufmann deutschen Geblüts, das wollte auch ein Tirpitz unter dem Schuhe der neuen deutschen Kaiserkrone für den deutschen Handel sicherstellen. Vor allem wollte er aber jenen Zustand schassen, der dem losen Bunde der Hanse im Mittelalter fehlte und woran er schließlich zugrunde ging: die Gewähr eines staatlichen Rückhalts mit starken staatlichen Machtmitteln! Dabei ist zu beachten, daß Tirpitz keineswegs eine Eroberernatur war. 2111' seinem Schaffen und Bauen, der gesamten Entwicklung der deutschen Wehrmacht zur See. ging eine kühle fast nüchterne Berechnung voraus, die sich allerdings, das muh zum Ruhme von Tirpitz gesagt werden, vom Schöpfergeiste des geborenen Staatsmannes beflügeln lieh. 2luch darüber kann nicht der geringste Zweifel bestehen: Tirpitz hat den Frieden wahren wollen, als er Deutschland zur See stark machte Seine Ueberlegung, dah auch die von ihm angestrebte deutsch-englische Freundschaft nur dann von Bestand sein könne, wenn Deutschland aus der See etwas zu sagen habe und sich vor England nicht zu ducken brauche, war durchaus gerechtfertigt. Wer das Wesen des verstorbenen Grohadmi- rals aus eigener Erfahrung kennt, ist von höchster Verehrung für ihn erfüllt. Hinter seiner hohen Stirn lebten und entwickelten sich dauernd neue Gedanken. Richt etwa so, dah er als ein Phantast von diesem zu jenem schweifte — ganz im Gegenteil: peinlichst -geordnet in der Folgerichtigkeit der Entwicklung und bis zum äuhersten klar durchdacht, kam jedes Wort aus Tirpitz' Munde. Der Schatz seiner Gedanken war aber ungeheuer reich. Auf allen Gebieten, mit denen er sich während seiner langen Marinelaufbahn -zu beschäftigen hatte, war er schlechthin Meister. 2lls junger Kapitänleutnant entwickelte er die junge Torpedowaffe. Bis zu seiner Zeit klebte sie bei allen Marinen an der Küste. Tirpitz machte aus ihr eine Hochseewaffe. Die von ihm geschaffene Taktik der deutschen Torpedoboots- Verwendung wurde von allen Marinen der Welt anerkannt und nachgeahmt. 2lis er später zum Oberkommando der Marine kommandiert wurde, lag es in seinen Händen, die Flottentaktik zu entwickeln. 2luch diese Aufgabe stellte ihn vor völlig neue Fragen. Man darf nicht vergessen, dah der Liebergang vom Segelschiff zum Dampfschiff in jenen Tagen noch nicht vollendet war, und dah gerade in den Köpfen vieler alter Seeoffiziere die Erinnerung an die Segelschiffszeit nicht weichen wollte. Tirpitz hat sich damals auch auf diesem Gebiete als ein völlig neuzeitlich eingestellter Mensch bewährt. Rücksichtslos brach er mit dem Alten. Seine Arbeit war aber nicht so, dah er Trümmerstätten hinterlieh. Rein, er baute von Grund aus neu auf und hat auch hier einen Entwicklungsweg vorgezeichnet, der nicht nur in der Skagerrakschlacht seine Krönung fand, sondern auch von den anderen Seemächten, genau wie bei der Torpedobootstaktik als bahnbrechend verfolgt wurde. Das Lebenswerk des Grohadmirals begann jedoch, als er zum Staatssekretär des Reichs- Marineamts berufen war. Alle Versuche seiner Vorgänger, einen systematischen Ausbau der deutschen Flotte zu betreiben, waren gescheitert. Tir- pih' klarer Kopf suchte einen klaren Weg: einen Weg, der ihm und seinem Werke sichere Cnt- wicklungsmöglichkeiten bot, zugleich aber auch den Wünschen des deutschen Volkes entsprach, das von jeher auf Genauigkeit aller etatsrechtlichen Fragen und Dinge besonderen Wert legte. Er fand diesen Weg in den berühmt gewordenen Flottengesetzen, ilnb nun trat das Erfreuliche ein. dah der Widerstand gegen diese Gesetze von Mal zu Mal abnahm. Wenn heute behauptet wird. Tirpitz sei ein Kriegstreiber und Rüstungsfanatiker gewesen, so ist das eine grobe Entstellung: nicht nur. weil der Reichstag von Jahr zu Jahr bewilligungsfreudiger für die Flotte wurde, sondern auch, weil ein Mann wie Tirpitz nichts sehnlicher wünschte, als die Aufrechterhaltung des Friedens. Wie man im März 1916 über den Großadmiral dachte, damals, als er notgedrungen seinen 2lb» schied nahm, mögen folgende Ausführungen beweisen, die einer linksgerichteten Zeitung entnommen sind: „Ganz abgesehen von der politischen Stellungnahme der einzelnen Gruppen zu den großen Fragen unserer Politik nach dem Kriege, wird eigentlich jeder wünschen müssen, daß eine zielbewuhtc Kraft wie die des jetzt zurücktretenden Staatssekretärs des Reichs-Ma- rineamts den Zwecken des Reiches erhalten bleibt Es bleibt doch bestehen, daß Herr von Tirpitz für viele Dinge früher sehend gewesen ist als mancher andere. Das hat gerade die Entwicklung unseres Verhältnisses zu England bewiesen." Wenn man nun fragt, was hat den Anstoß dazu gegeben, daß der Großadmiral von Tirpitz. einst vom ganzen deutschen Volke umjubelt, zum Gegenstand heftigster und widerwärtigster An° Sriffe geworden ist. dann gibt es nur die eine Inttoort: man hat ihn zum großen Teil für den verlorenen Krieg verantwortlich gemacht, man hat nach einem Sündenbock gesucht und Zum Tode des Großadmirals von Tirpitz. München, 6. Mär;. (IBIB. Drahtnachricht.) Großadmiral v Tirpitz ist heute vormittag im Atter von nahezu 81 Jahren im Sanatorium Lben- haufen im Isartal gestorben. Die wir aus dem Freundeskreise des verstorbenen Grohadmirals v. Tirpitz erfahren, ist der Großadmiral nur kurze Zelt Im Sanatorium gewesen Roch vor einigen Tagen Hal einer seiner allen Kameraden ihn in Berlin auf der Straße getroffen, ohne daß Tirpitz mehr Anlaß zur Klage über feinen Gesundheitszustand zeigte, als sonst. Er litt immer unter A st h m a. Seine Freunde nehmen an, daß dieses Leiden schließlich zum Tode geführt hat. Nie Teilnahme des Reichspräsidenten. Beilcidskundstcbunqenderllieichsregicrunq, der Reichswehr und der Parteien. Berlin, 6. März. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat der Witwe des verstorbenen Großadmirals v. Tirpitz in einem Telegramm folgenden Wortlautes fein Beileid ausgesprochen: „Ties erschüttert durch die Rachricht von dem Heimgange Ihres von mir hochgeschätzten Gatten, des Großadmirals v. Tirpitz, spreche ich Ihnen und den Ihren meine tiefempfundene Teilnahme aus Die großen Verdienste des Verstorbenen um die deutsche Flotte in Frieden und Krieg werden in der Geschichte der deutschen Wehrmacht weiterleben lgez.) Generalfeldmarschall v Hindenburg. Reichspräsident." Reichswehrminister G r o e n e r widmet dem verstorbenen Großadmiral v. Tirpitz folgenden Rachruf: Heute verstarb im 81. Lebensjahre der frühere Staatssekretär des Reichsmarineamtes und preußische Staatsminister Großadmiral Alfred v. Tirpitz. Sein Rame gehört für alle Zeiten der Geschichte an als der des Schöpfers der deutschen Flotte. Der Entwicklung der Reichsmarine galt sein wärmstes Interesse. Sie wird das Andenken an den hochverdienten Offizier und treuen Kameraden allezeit in Ehren halten. Der Reichskanzler hat in einem Telegramm der Witwe des verstorbenen Großadmirals Staatssekretärs a. D v. Tirpitz und ihren Angehörigen zugleich im Ramen der Reichsregierung aufrichtiges Beileid ausgesprochen. Die Deutschnationale Volkspartei, die Christlichnatio- nale Arbeitsgemeinschaft und die Deutsche Volkspartei haben an die Witwe des verstorbenen Großadmirals ebenfalls Deileidskundgebungen gerichtet. Englische Rachrufe. London, 7. März (WTB. Funkspruch^ Die Morgenblätter würdigen das Andenken des Großadmirals o Tirpitz in ausführlichen biographijchen Aufsätzen und größtenteils auch in Leitartttetn Der organisatorischen Fähigkeit und der Arbeitskraft des Schöpfers der deutschen Flotte wird uneingeschränkte Anerkennung gezollt, sein politisches Wirken dagegen wird, wie zu erwarten war, sehr abfällig beurteilt So sagt „Times": (Er ist bis zu seinem Ende ein unbelehrbarer Anhänger der Auffassung gewesen, daß Macht vor Recht geht. Moralische Verblendung verzerrte sein Urteil derartig, daß er niemals einsah, welch großen Anteil seine meisterhafte Befürwortung dieser bösartigen Theorie an dem Zusammenbruch seines Landes hatte „Daily Telegraph" spricht von der unheimlichen diplomatischen Geschicklichkeit und äußert: Er war eine Verkörperung des preußischen Geistes, rücksichtslosen, nationalen Ehrgeizes, aber er verkörperte in sich noch mehr, was ihm einen größeren Anspruch daraus gibt, in der Erinnerung fortzuleben. Die liberale Presse äußert sich durchaus feindselig. „Daily Chronicle" erklärt: Großadmiral v. Tirpitz bildet mit dem Fürsten Bülow und dem vormaligen Kaiser die Gruppe von Deutschen, die am meisten getan hat, den Zünd st off anzuhäufen, der den Weltbrand verursachte. Er kann als ein Musterbeispiel des Beamten in der Politik angesehen werden, dem Pflichterfüllung und Tüchtigkeit über alles ging, der aber außerhalb seines begrenzten Wirkungskreises vollständig blind ist. „Daily News" bezeichnet Tirpitz als Deutsch lands bösen Geist und sagt: Es wäre zwecklos zu leugnen, daß das Hinscheiden des grimmigen alten Mannes ein Gewinn für die Sache des europäischen Friedens ist, dessen Feind er während seines ganzen Lebens war. Die einzige Huldigung, die man ihm erweisen kann, wenn man seine Politik und seine Weltanschauung verabscheut, ist die Feststellung, daß er wirklich ein furchtbarer Gegner war. Oer Lebenslauf des Großadmirals. Alfred Friedrich v. Tirpitz wurde .-: «Ä. -: I ihn in Tirpitz gesunden! Daß im Leben der Erfolg entscheidet, ist eine Binsenwahrheit. Der Umstand aber, daß der Großadmiral von Tirpitz bereits im März 1916 um Enthebung von seiner Stellung bat. müßte unseres Erachtens genügen, um die Schuld- und Derantwortungsfrage für den Ausgang des Krieges mit seiner Person nicht zu verquicken. Als er aus seinem 2llnte schied, hat fast die gesamte deutsche Presse sehr ernste und sehr wohlgemeinte Worte des Bedauerns gesunden, und daS Ausland wußte, was es tat, als es einen unblutig errungenen Sieg zu seinen Gunsten buchte. Als ein hochbetagter Mann ist Tirpitz von uns geschieden. Wenn es überhaupt eine Gerechtigkeit aus Erden gibt, dann wird ste dafür Sorge tragen müssen, dah der Großadmiral in der Erinnerung des deutschen Volkes wieder in jene Chrenstellung einrückt, die ihm gebührt und die er vor dem Kriege inne hatte. Er ist in Wahrheit auch heute noch ein leuchtendes Vorbild für daS deutsche Doll und hat sich im Dienste des Vaterlandes verzehrt. Die Person galt ihm nichts, er lebte nur der Sache, und wenn eS die Verhältnisse auch mit sich brachten, daß er immer wieder durch persönliches Eintreten und durch Wort und Schrift für seine Gedankenwelt warb, so geschah es einzig und allein zum Ruhen deS Vaterlandes. Die Skagerrakflagge weht Halbstocks. Die alte und die neue Marine trauern ihrem großen Führer in Ehrfurcht und Liebe nach. notdürftig zu beheben. Wenn man eine annähernde Einschätzung von der Verheerung erhalten will, kann man vielleicht auf Montauban verweisen, wo von 30 000 Personen etwa 7000 obdachlos sind. Dort werden mehr als 10 0 Tote zu be- klagen sein. Ob die Zahl von insgesamt mehr als 700 Toten, von denen gesprochen wird, den Tatsachen entspricht, läßt sich im Augenblick nicht feststellen, doch dürfte diese Zahl, den von überall eintreffenden Nachrichten zufolge, nicht übertrieben sein. Nach einer oberflächlichen Schätzung sollen im gesamten Ueberschwemmungsgebiet mehr als 10 000 Personen obdachlos sein. Aus aller Welt. Raubüberfall auf einen Geldtransport. Ein Lohnge.d.ransporl jroilajen den Zechen Wilhelmsscbacht II und Wilhelmsschacht III bei Zwickau ist um 22 Uhr von drei bewaffneten Banditen überfallen worden. Die Räuber schossen aus die Begleiter des Geld- transportes. Einer der Begleiter erhielt einen schweren Bauchschuß. ein anderer einen Steckschuß in den linken Oberschenkel, und dem dritten wurde der linke Fuß durchschossen. Einer der Derlchten setzte sich mit dem Stock zur Wehr. Als sein Gegner einen wuchtigen Hieb auf den Kopf erhielt, ergriff er mit den anderen Räubern die Flucht. Trotz seiner Verletzung nahm einer der Begleiter die Verfolgung auf, was zur Folge hatte, daß der Räuber die Kille mit dem Geld, die er an sich gerissen hatte, wieder wegwarf Ges ngenenaufruhr in einem dänischen Zuchthaus. 3m Zuchthause in Horsens tarn es zu Unruhen. Ein Gefangener war wegen Gehorsamsverweigerung mit Einzelarrest bestraft worden. worüber sich die anderen Gefangenen erregten und weshalb sie schließlich die Aufsichtsbeamten angriffen. Es entwickelte sich ein heftiger R a h k a m p f, in dem die Gefangenen Ziegelsteine aus dem Fußboden brachen und damit nach den Wärtern warfen. Mehrere von den Beamten wurden am Kopfe verletzt. Die Wärter und die Polizisten wehrten sich mit Knüppeln, und es gelang ihnen schließlich, die Ordnung wieder- herzustellen. Der Erreger der Papageienkrankheit entdeckt. Die Aerzle des London-Hospital haben den Erreger der Papageienkrankheit isolieren und feststellen können. Es handelt sich um einen Bazillus ähnlicher Art, wie er bei Pocken, Masern und Maul- und Klauenseuche festgestellt werden kann. Der Bazillus ist sowohl bei menschlichen wie bei tierischen Erkrankungen einwandfrei nachgewiesen worden. Die Aoung-Gesetze wieder vor dem Plenum des Reichstags. Berlin, 6. März. (V. D. Z.) Präsident Lobe eröffnet die Sitzung mit der offiziellen Mitteilung von der Mandatsniederlegung des demokratischen Abg. Dr. Hellpach. Auf der Tagesordnung stehen die mit dem Voung-Plan zusammenhängenden Gesetzentwürfe in zweiter Lesung Abg. Ulitzka (3 ) Ich verhehle nicht die Enttäuschung, die uns das Ergebnis der Haager Verhandlungen bereitet Diese Enttäuschung kommt nicht auf das Konto unserer Delegation, enttäuscht sind wir darüber, daß die Verhandlungen gezeigt haben, wie tief noch immer der Abgrund von Mißtrauen ist, der zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern klafft, lieber das Gutachten der Pariser Sachverständigen hinaus hat man auf Deutschland Lasten gelegt, die anerkanntermaßen die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft uberstei- gen. Die großen politischen Fortschritte des Reuen Planes liegen darin, daß damit die^Ent- Politisierung der Reparatidns- frage. die Befreiung des besetzten Gebietes und eine größere Bewegungsfreiheit für unsere Außenpolitik erreicht ist. Ob Deutschland die ihm im Voung°Plan auferlegten Verpflichtungen dauernd erfü len kann, das kann he cke kein Mensch sagen. Die Gläubigermächte müssen sich begnügen mit der ehrlichen Erklärung, daß Deutschland bis an die Grenze aller Möglichleiten diese Derpslichtun- gen erfüllen will. Die Gläubigermächte haben die uns auferlegten Verpflichtungen nicht nach der Grenze unserer Leistungsfähigkeit, sondern nach ihren eigenen Bedürfnissen ermessen. So hat auch der Voung-Plan noch immer den Charakter des Diktats, für das die Gläubigermächte die Hauptverantwortung tragen. Einen Grund für die Verbundenheit des Liquidationsabkommens mit dem Voungplan vermögen wir nicht einzusehen, vor allem deshalb nicht, weil das deutsch-polnische Liquidationsabkommen über den Rahmen der Haager Abmachungen hinausgeht. Bevor das Zentrum irgendein Votum abgibt, muh die Voraussetzung erfüllt fein, die wir von vornherein gefordert haben, die Sanierung der Finanzen. Wir fordern das nicht aus Eigensinn oder Machtdünkel, sondern weil der Reichstag ohne diese Sanierung nicht die Verantwortung für die außenpolitisch« Entscheidung vor unserem Volle und vor dem Aus- lande tragen kann. Abg. Or. Reichert (Ont.) erklärt, der TZoungplan enthalte keine Sicherung gegen eine dauernde Untergrabung der deutschen Wirtschafts- und Lebensverhältnisse. Deutschland müsse als Krisenherd Europas mehr und mehr zum Kulturerden bolsch w stischer Ideen werden. 3m Vergleich zur Anpaisungsfähigkeit des Dawesplans sei der Doungplan die starrere Regelung mit endgültiger Festlegung der Tribute in untragbarer Höhe. Rach dem Dawesplan hatte Deutschland bei einer Erhöhung der Goldkaufkraft um mehr als 10 Prozent, gemessen an den sinkenden Warenpreisen, ein ausdrückliches R e v i s i o n s r e ch t auf entsprechende Herabsetzung der deutschen Gesamtlasten. Erstmals im Fahre 1930 hätte diese Herabsetzung der Daweszahlungen für Deutschland praktisch werden müssen. Der Mangel einer solchen Goldklausel im Voungplan werde die Tributslasten im Lause der Jahrzehnte weit über die Dawesplanlasten hinaussteigen lassen. Statt der kostspieligen Liquidationsabkommen hätte die Regierung besser getan, rechtzeitig die Rückgabe des unversehrten Saarlandes sicherzustellen und die offenen Wunden an der deutschen Ostgrenze zu schließen. Das deutsche Volk könne auch nicht länger darauf warten, daß die koloniale Rohstosfwirtschaft in überseeischen Gebieten Deutschland wieder ermöglicht wird. Reichsaußenminister Or. CurtiuS erklärt, den Vorwurf, Lvbredner des Dawesplanes zu sein, würden die Deutschnationalen wohl nicht von sich weisen können. Sie rühmen jetzt als Vorzug des Dawesplanes, daß er ein Provisorium mar, während der Poungplan ein D e f i n i t i v u m sei. Das Provisorium war für unsere Wirtschaft aber keineswegs ein Vorteil, sondern wuchs sich, je länger je mehr, zu einer schweren Gefahr für unsere Wirtschaft und Industrie aus. Es führte da- zu, daß wegen des Mangels einer festen Endsumme unsere großen Zahlungen abgeschrieben wurden auf die 132 Milliarden, also praktisch in den Schorn- stein geschrieben wurden. (Unruhe rechts.) Der weitere Vorzug des Dawesplanes soll darin liegen, daß dabei Deutschland eine Reichsmarkschuld hatte, wahrend der Youngplan eine Devisenschuld vorsieht. Tatsächlich mar die Transferklausel für unsere Wirtschaft kein Vorteil; denn dabei lag alle Macht in der Hand des Reparationsagenten, während jetzt die Transferierung in unserer ei gen e n S) a n b liegt. Ebenso lag es mit den Reoisionsmöglichkeiten, die dem Dawesplan nachge- rühmt wurden. Wir haben ja gesehen, daß die Transferklausel nicht so funktionierte, wie mir es erhofft hatten, und daß über die. Revisionsmöglichkeiten der Reparationsagent nach eigenem Belieben verfügen konnte. 3eht werden wir den Reparationsagenten, das Transferkomitee und die übrigen aus. ländischen Einflüsse auf unsere Wirtschaft los. Das betrachten wir als einen Vorzug des Poungplans. Bei Ablehnung des Voungplancs märe eine Wirt- schaftskrise mit den furchtbarsten Folgen unvermeidlich (Abg Graf Westarp (2)ntL): Herr Minister, halten Sie den Houngplan für durchführbar?) Ich habe schon in der ersten Lesung erklärt, daß ich jede Prophezeiung ablehne Das aber kann jeder schon heute sagen, daß wir bei Ablehnung des Houngplanes in eine hoffnungslose Krise hineingeraten Wir wollen dagegen auf neuer außenpolitischer Grundlage unser Volk und unsere Jugend oorwärtsbringen. Abg. Or David (Soz.j Es ist sehr leicht, gegen das sehr bedenkliche Kompromitzwcrl des Voungplans anzukämvfen. Wir haben ja nur die Wahl zwischen Annahme des Poungplans oder Fortbestand des Dawes- plans. Kein Vertreter der Opposition hat uns einen Weg zeigen können, wie wir auf andere Weise vom Dawesp an loskommen könnten. Dem Dawesplan gegenüber besitzt der TZoungp'an aber unleugbare Vorzüge. Er befreit uns von der Sanktionsgefahr, befreit uns von den vielen aus (indischen Vormündern unserer Wirtschaft und bringt uns vor allem die Befreiung des Rheinlandes. Fortsetzung der Beratung am Freitag. Die Parteien und das Deckungskompromiß Sozialdemokratie und Dolkspartei sind von der Vorlage desReichskabinettö nicht befriedigt.—Das ZentrumbeharitaufseinemStandpunkt —Keine Entspannung. Berlin, 6. Mörz. (CNB.) Die Widerstände der Fraktionen gegen die Einigung in der Finanzfrage, die gestern im Kabinett erfolgt ist, haben sich im Laufe des heutigen Tages verstärkt. Das kommt sichtbar in dem Beschluß der sozial de rnokra- t i e zum Ausdruck, die sich die Stellungnahme vorbehält, ebenso aber auch in dem Ergebnis der Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei, der die Belastungen der Wirtschaft zu stark sind und die Steuersenkungsversprechungen als Zukunftsmusik erscheinen. Sozialdemokratie und Deutsche Volkspartei sind weiter dafür, daß zunächst der Poung- plan erledigt wird. Damit hat sich also an dem Gegensatz dieser beiden Fraktionen zum Standpunkt des Zentrums nichts geändert, und die Situation sieht eigentlich wieder genau so aus, wie vor der Kabinettseinigung. Im Reichstage rechnete man heute damit, daß der Kanzler am Samstag in einer interfraktionellen Besprechung den Versuch machen würde, die Fraktionen aus das Regierungskompromiß zu einigen. In den Abendstunden verlautete aber, daß diese Absicht vorläufig noch nicht besteht. Das würde bedeuten, daß die zweite Lesung der Pounggesetze inmitten der allgemeinen Unklarheit über die Finanzfragen weitergeführt wird. Gelingt es nicht, bis Mitte der nächsten Woche eine Einigung herbeizuführen, so wird die Entscheidung bei der Schlußabstimmung über den $ o u n g • plan fallen. Eine Mehrheit ohne das Zentrum ist nicht denkbar. Unter diesen Umständen blieben dann nur zwei Möglichkeiten, entweder das Zentrum gäbe nach, oder die Pounggesetze würden vom Reichstage abgelehnt. In Zentrumskreisen wird ausdrücklich betont, daß das Zentrum nicht daran denke, seinen Standpunkt aufzugeben. Die Ablehnung der Pounggesetze würde natürlich den Rücktritt der Regierung zur Folge haben. Vorläufig tröstet man sich jedoch noch thimjt, daß man ja noch etwa a ch t Tage Zeit hat, und daß inzwischen noch manches geschehen könne, um die Krise zu vermeiden. Als Antwort auf die gestern gemeldeten Ausführungen des „Vorwärts" erklärt die „Germania" in Fettdruck: Wir find der Meinung, daß die Sanierung der Finanzen das Mittel ist, um den Weg ins Freie zu finden, und daß ohne Sanierung der Finanzen auch die Ermäßigung des Poungplans ihre Bedeutung verlieren. Was das Volk will, ist eine geordnete Finanzwirtschaft. Das ist der Weg, um Katastrophen zu vermeiden. Wir wiederholen: Es wird jetzt Sache der Reichsregierung sein, eine feste Bindung auf i h r Programm zu fassen und zu verhüten, daß die im Kabinett mit Mühe und Not überwundene Krise nun von den Parteien her droht. Sin Beschluß der Bolksparlei. Die Partei hält an ihren Forderungen fest. Berlin, 6. März. (Ddz.) Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei faßte nach vierstündiger Beratung folgenden Beschluß: Die Fraktion ist der Ansicht, daß die Beschlüsse des Reichskabinetts in wesentlichen Punkten ihrem Beschluß vom 2. März 1930 nicht gerecht werden. Sie wird in den weiteren Verhandlungen auf die Erfüllung ihrer Forderungen im Interesse der Gesundung der Wirtschaft, die die Voraussetzung auch für die Minderung der Arbeitslosigkeit ist, dringen. Wie ernst die parlamentarische Lage ist, zeigt ein Vorfall, der sich in der volksparteilichen Reichstagsfraktion abgespielt haben soll. Die Vorschläge des Kabinetts seien so scharf kritisiert worden, daß der Eindruck entstand, der Reichsfinanz- m i n i st e r werde von seiner Fraktion völlig desavouiert werden. Minister Moldenhauer habe daraufhin erklärt, daß er sich zum Kanzler begeben werde, um ihm sein Rücktritts- g e s u ch zu übermitteln. Erst auf Zureden seiner Parteifreunde habe sich Moldenhauer entschlossen, von seiner Demission Abstand zu nehmen. Der kommunistische „Wettkampstag". Zn Berlin. Tie Polizei bleibt überall Herr der Lage. Berlin, 6. März. (WTB.) 3m Laufe des Tages haben Erwerbslose und Kommunisten an vielen Stellen der Stadt versucht, Umzüge zu veranstalten. Die Ansammlungen wurden jedoch überall sofort aufgelöst. Auch in der Leipziger Straße, also innerhalb der Bannmeile, versuchten Arbeitslose, sich zusammenzurotten. Zu einem ernsteren Zwischenfall kam es auch in Charlottenburg, wo Polizeibeamte durch 300 bis 400 Demonstranten so hart bedrängt wurden, daß sie in der Rotwehr scharfe Schüsse abgaben. Hierdurch wurden drei Personen verletzt. An anderen Stellen der Stadt wurde den einschreitenden Beamten ebenfalls Widerstand geleistet, wobei bisher insgesamt fünf Beamte verletzt worden sind. 3n Reukölln, also in dem Viertel, in dem sich auch im Mai die Kommunisten sehr rege zeigten, wurde auf eine Straßenbahn ein Sprengstoffanschlag verübt. Der auf die Schienen gelegte Sprengkörper, der anscheinend eine Pulverladung enthielt, explodierte, ohne Schaden anzurichten. Zu gr.h ren Ansammlungen kam es gegen Ge - schäftsschluh an der Friedrich- Ecke Leipziger Straße. Gegen einschreitende Polizeibeamte wurde Widerstand geleistet. Ein Polizeibeamter gab in der Rotwehr einen Schuß ab und verletzte feinen Angreifer schwer. Er wurde mit einem Bauch chuh nach dem Urban-Krankenhaus gebracht. Am Wedding-Platz wurden beim Einschreiten gegen Demonstranten zwei Beamte durch Hiebe mit Schlagringen so verletzt, daß sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Gegen 21 Uhr versuchten Demonstranten i m Zentrum Berlins, an der Münz-Ecke Alte Schönhauser Straße eine Barrikade zu bauen. Sie schafften Müllkästen, Steine und Bretter herbei und löschten die Straßenlaternen aus. "Beim Erscheinen der Polizei flüchteten die Täter. Kurz nach Mitternacht mußte die Polizei noch zu einer SäuberungderMulackstraheund der Schendelgasse schreiten. In den bei- den Straßen hatten die Demonstranten sämtliche Lampen ausgedreht, so daß es stockfinster war und man in der engen Gasse kaum zehn Schritte weit sehen konnte. Die Beamten riegelten die Straße ab und gaben das Kommando, sofort zu räumen, da geschossen würde. Kurz danach wurden mehrere Salven durch die Straße gefeuert. Beim Eindringen fand die Schupo auf dem Straßen- dämm zahlreiche zerstörte Verkehrsschilder und Bretter vor, die von den Demonstranten auf die Straßen geworfen worden waren. Als die Polizei nach der Säuberungsaktion abrückte, wurden ihr aus dem Dunkel heraus Schüsse nach- gesandt. Um wenigstens einiger Schützen habhaft zu werden, fuhren Patrouillenwagen mit sechs Mann durch die alte Schönhauser Straße und durchsuchten unter Vorhalten der Pistole die Gestalten, die sich in die Hausflure geflüchtet hatten. Gegen 1 Uhr schien cs, als ob endlich Ruhe eintreten sollte. 3m Reich. Berlin, 6. März. (WTB.) Aach den bisherigen Meldungen aus dem Reiche ist der von den Kommunisten für heute anberaumte „Well- kampftag" im allgemeinen verhältnismäßig ruhig verlaufen. In Düsseldorf kam es zwar beim Arbeitsamt zu Ansammlungen; aber diese wurden von der Polizei mühelos zerstreut. In den Arbeitervierteln ist alles ruhig geblieben. Für Dresden hatte der sächsische Innenminister alle Kundgebungen verboten. Trotzdem scharten sich an mehreren Stellen der Stadt Kommunisten zusammen, zumal in der inneren Altstadt. Es kam zu Zusammenstößen, und Züge wurden aufgelöst, was sich zum Teil nur durch Anwendung des Gummiknüppels bewerkstelligen ließ. Rachdem kleine Ansammlungen in Göttingen am Vormittag mühelos zerstreut worden waren, kam es am Rachmittag wieder zu Zusammenrottungen, insbesondere auf dem Theaterplatz. Die Polizei wurde dieser Kundgebungen Herr. Rach 15 Uhr erhielten die Göttinger Kommunisten aus Hann.-Münden Zuzug durch etwa 130 Genossen. In Zittau kam es am Rachmittag auf dem Königsplatz im Anschluß an eine Erwerbslosen- berfammlung zu schweren Ausschreitungen. Vorher hatte die Polizei bereits einen Erwerbslosenzug, der von Reichenau her an- marschierte und in Zittau selber eine Ansammlung von 300 bis 400 Mann ohne Schwierigkeiten zerstreut. Runmehr aber griffen etwa 100 Erwerbslose eine Polizeistreife von fünf Mann mit Stöcken und Messern an. Drei Beamte wurden schwer verletzt, und erst als ein vierter von seiner Schußwaffe Gebrauch machte, ließen die Angreifer von ihrem Opfer ab. In Halle tarn es nachmittags an verschiedenen Stellen der Stadt zu starken Ansammlungen, die von der Polizei immer wieder zerstreut wurden. In dem benachbarten Industrieort Ammendorf wurde ein Demonstration-zug, der sich zu bilden versuchte, aufgelöst. Als zum zweiten Riale versucht wurde, einen Umzug zu veranstalten und die Polizei einschritt, wurden die Beamten tätlich angegriffen und niedergeschlagen. Ein Beamter, der seinem in höchster Gefahr befindlichen Kameraden beisprang, mußte von der Schußwaffe Gebrauch machen, wodurch zwei Personen getötet und eine verletzt wurden. In Leipzig mischten sich kommunistische Demonstranten unter die zahlreichen Mesfebefucher, entfernten sich schnell, sobald die Polizei einschritt, beunruhigten jedoch bald wieder den Messeverkehr, so daß die Polizei unaufhörlich beschäftigt war, die Ruhestörer zu entfernen. An verschiedenen Stellen der Stadt wurden Fensterscheiben eingeworfen, so z.D. am neuen Rathaus, im Park-Hotel und im Parteilokal der Rationalsozialisten. Die besondere Wut der kommunistischen Demonstranten richtete sich gegen das Gebäude der sozialdemokratischen „Leipziger Volkszeitung", deren 5en- sterscheinen restlos zertrümmert wurden. Kommuniftenunruhen rn U. Cd. A. Scharfe Zusammenstöße mit der Polizei. Neuyork, 6. März. (WTB.) Allen außergewöhnlichen polizeilichen Gegenmaßnahmen zum Trotz gelang es den Kommunisten, an verschiedenen großen Orten des Landes Ansammlungen und kleine Unruhen ins Werk zu setzen Die Polizei in Washington sah sich gezwungen, Tränengas zu verwenden, um die Demonstranten, die sich vor dem Weißen Hause angcsammelt hatten, auseinander zu treiben. Es erregte unliebsames Aufsehen, daß eine erhebliche Zahl von 300 Verletzten zu verzeichnen ist. In seitenlangen Schilderungen wird von der Presse festgestellt, daß der Zusammenstoß zwischen Polizei und Demon- ftranten das Schlimmste gewesen ist, was man in dieser Beziehung seit vielen Jahren erlebt hat. Dabei findet das Verhallen der Polizei oder besser ihrer unteren Organe in beiden politischen Lagern s ch a r f e K r i t i k e r. Die demokratische „World", wie das rechtsrepublikanisch eingestellte Blatt „Herold Tribüne e.k.aren, die ^cc.ßii-h...en Let y0.i5cii.ci- tung seien wohlüberlegt und durchaus geeignet, jedes Blutvergießen zu verhindern, wenn nur die Mannschaften der Polizei bessere Disziplin gezeigt hätten. „Herold Tribüne" stellt fest, daß man Kriminalbeamte mit Iournaiistenausweisen versehen hätte. Gerade diefe Kriminalbeamten: hätten sich, so erklärt das Blatt, „wie Irrsinnige im Blutrausch" benommen. Auch aus anderen Städten laufen jetzt Meldungen ein, die erkennen lassen, daß es ziemlich stürmisch hergegangen ist, so in Detroit, wo die Polizei mit Straßenbahnwagen und Omnibu sen rücksichtslos in die Menschenmassen hineingefahren sein soll. Oie Detterlaae. Donnerstaa, 6./v\arz.1930.7h abds. <5 _Nor< 05h ADi rdee tr & inKJ len öwomenios. Qneaei onaiD DtdtcxL» -oixig. • oratm •Keoen * Schnee q graupeln e neoei K6r*Mtcr(g)windsMie •O' -.ehr cicnte* Osi nassipe« tvdsuowesi q siurmijcnei ’iordwes» Oie Ptene fliegen mit gern winde Die oeiden Stationen stehenden Zah» ien geoen die Temperatur an Pie Linien i'eromdeo Orte mit gleichen wf neeresmveau umoerecoarien Uiitarucfc Wettervoraussage. Der Hochdruckkern, welcher sich gestern über Deutschland ausbreitete, ist sehr rasch südöstlich nach den Balkanländern abgezogen, und eine Störung über dem Kanal hat bei uns bereits starken Barometer» fall verursacht. Sie wird etwas wechselhaftes Wetter bringen, wobei es zum Auftreten einzelner Niederschläge kommen dürfte. Anfänglich steigen mit dem Herantransport der Warmluft die Temperaturen etwas an, was sich auch nachts bemerkbar machen wird. Wettervoraussage für Samstag: Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung und vereinzelten Niederschlägen, zunächst milder. Witterungsaussichten für Sonntag: Teils bewölkt, teils aufheiternd, meist trocken. Lufttemperaturen am 6. Marz mittags 10,8 Grad Celsius, abends 0.3 Grad; am 7. März morgens 2,4 Grad. Maximum 12,0 Grad, Minimum — 0,2 Grad. — Crdtempcraturen in 10 cm Tiefe am 6. März abends 6,3 Grad; am 7. März morgens 2,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. Amtliche Mnterfportnachrichten. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, drei Grad, 30 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut Alpen. Berchtesgaden: Klar, 5 Grad. 9 cm Schnee, verharscht, nur stellenweise Sportmöglichkeit vorhanden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 7. März 1930. Louis Emmelius. Am heutigen Freitag. 7. März, feiert unser geschätzter Mitbürger Geheimer Kommerzienrat LouiS Emmelius seinen 8 0. Geburts - t a g. Als ein Pionier der Pflicht im besten Sinne des Wortes tritt der Jubilar über die Schwelle eines neuen Lebensjahrzehnts. Er hat das Alter des Psalmtsten erreicht, und es war, wie dieser sagt, köstlich, denn es ist Mühe und Arbeit gewesen. . Louis Emmelius wurde am 7. März 18d0 im benachbarten Aßlar im Kreise Wetzlar geboren, besuchte das Gymnasium zu Gießen und eine Handel.schule, um darauf eine dreijährige Ausbildung in einem Rohtabalgeschäst zu genießen. Seiner Militärpflicht genügte er als Einjahrig- Freiwilliger im 2. Grohherzoglich Hessischen In- fanterie-Regiment Nr 116 in Gießen. Im deutschen Einigungslriege 1870/71 stand der Zwanzigjährige unter den ruhmreichen Fahnen dieses Regiments und wurde am 18. Januar 1871, am Tage der deutschen Kaiserproklamation und der Einigung Deutschlands, zum Offizier befördert. Geschmüclt mit dem Hessischen Mllitärverdienst- kreuz kehrte er, der in so manchem Gefecht unverwundet geblieben war, ins Vaterhaus zurück. Hier, im Hause an der Marburger Straße, stellte nunmehr der junge strebsame Kaufmann seine ganze Arbeitskraft in den Dienst der väterlichen Firma..Carl Emmelius". Neun Jahre lang hatte sein Vater mit dem Zigarrenfachmann Scheidt die Zigarrensabrilation unter der Firma „Emmelius S Scheidt betrieben. Am 1. Januar 1871 schieden die beiden Teilhaber durch friedliches Uebereinlommen. Die schon seit einem halben Jahrhundert in Gießen bestehende Tabakindustrie erlebte in der Folgezeit ein neues Aufblühen. Ihre Fabrikate, die zum Teil über das Weltmeer wanderten, waren berühmt. Sie wurden ausschließlich mit der Hand verfertigt, konnten darum auch auf dem Lande hergestcllt werden und brachten deshalb Arbeit und Verdienst in die damals noch mehr als heute unter den Röten der Zeiten lebenden Dörfer. Don den Filialen, die deshalb die Firma Carl Emmelius gründete, bestehen heute noch die zu Grohen- Buseck und Frankenbach. Im besten Sinne verstand LouiS Emmelius das, was er ererbt von seinen Vgtern hatte, auch zu besitzen, d. h. es nicht nur zu erhalten, sondern auch auszubauen. Seine Erfolge in geschäftlicher Beziehung sind bekannt. Aber auch als guter Bürger tat er seine Schuldigkeit und stellte pflichtbewußt stets seine Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit. Seit dem Jahre 1893 gehörte er als Mitglied der Rationalliberalen Partei der Stadtverordnetenversammlung, dem heutigen Stadtrat, an, wurde im Jahre 1911 zum unbesoldeten ehrenamtlichen Beigeordneten gewählt und im Jahre 1917 einstimmig wiedergewählt. Das Hauptfeld feiner Tätigkeit war die städtische Finanzverwaltung, der er sich mit hervorragendem Fleiß und größter Gewissenhaftigkeit widmete. Die Stadtverwaltung hatte in ihm auf diesem Gebiete einen hervorragenden Berater und Mitarbeiter von großer Erfahrung. Seine Verdienste um das Allgemeinwohl werden unvergessen bleiben. Im Kreise der Fachgenossen, im Verein der Tabakindustriellcn von Gießen und ilmgegenb, dessen zeitweiliger zweiter Vorsitzender und Schatzmeister er war. und in dessen Kommissionen wirkte er lange Jahre gleichfalls erfolgreich. Der Verein zeichnete ihn durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft aus. Unvergeßlich ist ferner auch das Wirken des Jubi'ars als Kirchenvorsteher der evang.I schen Gern inde, sowie seine Tätigleit im Kreistage und im Schulvorstand. Er ist Mitbegründer des Kriegervereins Gießen. Vieles hat er für die Gießener Hochschulgesell- fchast getan und hat auch sonst im stillen viel Gutes gestiftet. Er gehörte zu jenem Kreise vorbildlicher Gießener Bürger, die vor der Verarmung unseres Vaterlandes die Linke nicht wissen ließen, was die Rechte tat, die so manches Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns schufen, um das andere Städte unser Gießen beneiden dürsten. Ein bleibendes Denkmal hat sich Louis Emmelius, der auch dem Städtischen Museum stets ein eifriger Förderer war, durch die Gründung des besonders reichausgestatteten Kriegsmuseums gesetzt, von dessen Wänden fein Bild herabblickt neben dem seines verdienstvollen unvergeßlichen treuen Freundes, Museumsdirektors Professors Dr. h. c Karl Kramer. Mit dem siebzigsten Lebensjahre legte der Jubilar seine zahlreichen Ehrenämter nieder. Allezeit war Louis Emmelius, der heute noch wie vor langen Jahrzehnten trotz der Fülle der Jahre alltäglich seine Schritte zum Geschäft lenkt, auch ein Freund edlen geselligen Lebens. Als einstiger langjähriger Präsident des Gesellschaltsvereins, des Klubs, ist er heute dessen einziges noch lebendes Ehrenmitglied und spendet dort heute noch aus seinem guten Gedächtnis den jüngeren Generationen manche Gabe der Erinnerung aus vergangenen schöneren Zeiten. Die Hoffnung au eine bessere Zukunft hält ihn aufrecht. Im Weltkrieg verlor er schon Ende 1914 feinen ältesten Sohn und geschäftlichen Teilhaber, der als Artillerie-Oberleutnant der Reserve in Rußland sein hoffnungsvolles Leben ließ. So brachte er dem von ihm geliebten Daterlande den schwersten Tribut seines Lebens dar. An äußeren Ehren hat es dem Jubilar nicht gefehlt. Im Dezember 1917 wurde er Geheimer Kommerzienrat, und es schmückt ihn das Visierkreuz 1. Klasse des hessischen Philipps- ordens mit Oer Krone. Die Stadt und der einstige Landesherr ehrten seinen Fleiß und sein Wirken. Und wenn Louis ErnmeliuS scheute an der Seite feiner Gattin Antonie geb. Droost feinen 80. Geburtstag in voller Gesundheit und geistiger Frische im Kreise seiner Familie begeht, so darf er das in der Gewißheit, daß j^>m alte die ihm im öffentlichen Leben, im Berufe und in Freundeskreisen nahestanden, von Herzen einen weiteren gesegneten Lebensabend wünsche»« Stiftung einer Ehrenplakette der Stadi Gießen. Don der Stadtverwaltung wird uns mitgeteilt: Der Stadtrat hat in seiner nichtöffentlichen Sitzung am 3. März d. I. beschlossen, eine Ehrenplatette der Stadt Gießen zu stiften, die an Personen verliehen werden soll, die sich um unsere Stadt besondere Derdienste erworben haben. In der gleichen Sitzung beschloß der Stadt- rat, die Ehrenplakette der Stadt Gießen Herrn Geh. Kommerzienrat Louis Emmelius aus Anlaß seines 80. Geburtstages zu verleihen. Fünfzig Jahre Mitglied der Hessischen Landessynode. Am 2. März waren es 50 Jahre, daß Geh. Justizrat Wahl in Schlitz als Abgeordneter des Dekanats Alsfeld in der Hesiischen Evangelischen Landessynode verpflichtet wurde Seit dieser Zeit gehörte er ununterbrochen als weltlicher Abgeordneter dieses Dekanats und später des Dekanats Lauterbach der Landessynode bzw dem Landes- kirchentag an. Er hat «ich an den Arbeiten des kirchlichen Parlaments hervorragend beteiligt und der Landeskirche vorzügliche Dienste geleistet. Die Glückwünsche und den Dank des Landes- kirchentags sprach dessen Präsident Archivdirek- kor D. Sjerrmann dem Jubilar persönlich unter Aleberreidjung eines Blumenarrangements aus. Ebenso Prälat v. 0r. D i e h l namens der Kirchenregierung und des Landeskirchenamts, ferner Oberkirchenrat Wagner als Superintendent der Provinz Oberhessen und Dekan Schlös- s e r namens des Dekanats und des Dekanatsausschusses Lauterbach. Fahrplanverbeffernngen. Gestern fand in Frankfurt a. M. auf Einladung der Reichsbahndirektion Frankfurt die zu Fahrplanwechseln übliche Besprechung mit den beteiligten Handelskammern über den Iahressahrplan 1 930/3 1, der am 15. Mai in Kraft tritt, statt. Aus der Besprechung ist als besonders bedeutsam für Oberhessen hervorzuheben, daß im Sommer 1930 das bl)-Zug-Paar 153/ 154 Frank- für t—Kassel—Hamburg wieder verkehren wird. Das fl)-Zug-Paar 191/19 2, das bisher schon Aufenthalt in Gießen in den Nachtstunden hatte, wird im Sommer auch den erstrebten Aufenthalt in Bad-Nauheim bekommen. Der Derkehrsbund Oberhessen, Sitz in Gießen, hat ferner von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M die Mitteilung erhalten, daß vom 15. Mai ab (Fahrplanwechsel) der Personenzug 7 8 4 versuchsweise während des Sommerfahrplanabschnittes von Marburg bis Gießen durchgeführt wird. Der Zug wird in Marburg um 23.30 Uhr abfahren und in Gießen um 0.05 Uhr eintreffen. Mit diesem Zuglauf wird eine vom Derkehrsbund Oberhessen und dem Ser» kehrsverein Gießen wiederholt bei der Reichsbahn- direktion Frankfurt beantragte Spätabendver- bindung zwischen Marburg und Gießen hergestellt. Das Entgegenkommen der Reichsbahndirektion bei der Erfüllung der Berkehrswünfche der Interessenten an der Strecke Marburg—Gießen ist mit Dank zu begrüßen. Es ist nunmehr Sache der Bevölkerung, durch entsprechende Benutzung dieser Spätverbindung dazu beizutragen, daß sie auch über den Sommerfahrplan- abschnitt hinaus für den Winter erhalten bleibt. Sie Landwirtschaft wirbt für ihre Produtte. Würde jeder deutsche Derbraucher zu seiner Ernährung in erster Linie deutsche Waren benutzen, dann wäre nicht nur der Landwirtschaft viel geholfen, sondern mit ihr der gesamten deutschen Wirtschaft. Vieles Geld, das so ins Ausland flieht, würde im Lande bleiben und der Allgemeinheit zugute kommen. Die Rot der Landwirtschaft ist aber derart groß, daß sie nicht mehr in der Lage ist, zur Förderung des Verkaufs ihrer Ware Ne heute in jedem Geschäftsbetrieb so notwendige Reklame zu entfalten. Für sie hat es begrüßenswerter Weise das Deutsche Kalisyndikat, Berlin, übernommen, die Verbraucher aufzurütteln und ihnen durch Brief- verschluß marken die Rotwendigkeit, nur deutsche Waren zur Ernährung zu verwenden, täglich vor Augen zu führen. Der einzelne Landwirt wird gerne die Gelegenheit ergreifen, die für ihn geschaffenen Werbemarken richtig zu benutzen. Es ist zu hoffen, daß sich dadurch auch der letzte Verbraucher seiner volkswirtschaftlichen Pflicht erinnert und der Mahnung der auf den Briefen in fein Haus getragenen Marken folgt. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Weekend im Paradies", 20 bis 22.15 Uhr. — Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege: Hauptversammlung, 18 Uhr, Evangelisches Schwesternhaus. — Realgymnasium Gießen: Schulfeier und Ausstellung von Schülerzeichnungen, beginnend 16.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Pat und Patachon als Kannibalen" und „Lupino Lane im Sanatorium". — Astoria-Lichtspiele: „Der Schrecken der Post- räuber" und „Dolores, die Pantherkatze". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr wird der erfolgreiche Fasching'schwank .Weekend im Paradies" gegeben. - Am Samstag, 8. März, ist eine Schulervorstellung von Shaiespeares heiterem Lustspiel „Wie es euch geiällt“. - Sonntag, 9. März, findet als Frcmdenvorstellung um 18.30 Uhr als letztes Operettengastspiel des Frankfurter Ensembles eine einmalige Aufführung der au gezeichneten Operette „Der fidele Dauer" von Dictor Leon, Musik von Leo Fall statt. — In Vorbereitung ist eine neue Komödie von Edwin Burke: .Die Sache, die sich Liebe nennt." (Für die deutsche Bühne bearbeitet von Karl Lerbs.) — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Wie aus der Dornotiz und den Jnie- raten ersichtlich, wird das Döbereiner Trio am kommenden Sonntag das gesamte Programm aus xOriginalinftrumcntcn aus der Barockzeit bringen. ‘X(uf Grund vielfacher Anfragen sei hierzu bemerkt zur Verwendung kommen Cembalo, Viola - - ■ Holst dem deutschen Sauern: W Roggenbrot! — Fremdenvorstellung imGießener Stadttheater. Man schreibt uns: Am Sonntag, 9. März, wird als letztes Operetlengastspiel des Frankfurter Operetten Ensembles „Der fidele Dauer" gegeben. Diese Operette von Leo Fall gehört zu dem Bestand der leichten melodiösen Musik, die noch mit Gemüt komponiert ist. Die Gesänge „Heinerle, Heinerle, hab kein Geld", „Der Infanterist, der Kavallerist, der Artillerist". „Ist man auch eine Dauer, Dauer, Dauer.." gehören zum Besten, was die Bühne an solchen Liedern gebracht hat. Beginn 18.30 Uhr. Ermäßigte Operettenpreise. •• E in Eisenbahnunfall ereignete sich vorgestern abend auf der Strecke Gießen—Lollar dadurch, daß sich an einem Wagen des um 20.06 Uhr in Richtung Marburg hier abfahren- den Perwnenzuges unterwegs plötzlich eine Ab- tciltür öffnete und von dem gerade entgegenkommenden besch.eunigten Personenzug, der um 20.30 Uhr in Gießen eintrifft, erfaßt wurde. Die Tür wurde stark verbeult und beschädigt, die Fensterscheibe flog in Trümmer und die Glassplitter wurden in das Abteil geschleudert. Eine Dame wurde durch Splitter am Kopfe verletzt: trotz starker Blutung war die Verwundung erfreulicherweise nur leichter Ratur. Zwei weitere Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. da gaxmba und Viola d’amore. Beim Cembalo (Klavizsimbel) erfolgt die Tonbildung durch Federkiele, die die Saiten reihen. Es ist der Vorläufer des Hammerklaviers. Die Violen sind die ersten, künstlerischen Zwecken zur Unterstützung mehrstimxnigen Gesangs dienenden Saiten- Streichinstrumente. Ihre hauptsächlichsten Vertreter waten die Viola da bracchia (Armgeige) und die Viola da gamoa (Kniegeige). Sie trugen im allgemeinen 6 Saiten, nur die Diskant- Viola hatte deren 5 (das Quinten der Franzosen). Aus der Vergrößerung der Viola da gamba (oder ®amfcv) wurden Baßgeige und Violoncell (kleine Baßgeige). Die verkleinerte Armgeige wurde zur Violine. So sind die Violen die Stammeltern unserer heutigen Streichinstrumente. Die Vipla d’amore hat 7 Grifssaiten und sieben unterhalb des Stegs und Griffs liegende Resonanzsaiten. Für Freunde häuslicher Kammermusik sei darauf hingewiesen, daß zwei Werke des Programms für moderne Instrumente (Geige, Cello und Klavksir) bearbeitet worden sind, und zwar da§ Trio \*>on Buxtehude und das Konzert von Teleman. Der Umstand, daß das zweite Orchesterkcnizert aus technischen Gründen eine Verlegung erfahren muhte, führte bedauerlicherweise zu einem zeitlich engen Zusammentreffen der beiden letzten Konzertveranstaltungen. Dem Ka'mmermusikabend am Sonntag folgt am Donnerstag. dem 13., als 10. und letztes Konzert ein Symphoniekonzert im Stadttheater. Unter Lw. Temesvorys (Stabführung werden wir von Beethoven die Pastorale und die 3. Lec^norenouvertüre, von Mozart eine Konzertaria (Solistin Frl. Condoo K e r d y k , Sopran auS Berlin) Horen. — Eine kirchen. »musikalische Pas- fionsan dacht veranstaltet die Männer- und grauen Bereinigung der '.Matthäusgemeinde am kommenden Sonntag, 20 Uhr. in der Stadtkirche. Mitwirkende sind Frau \9r. Wehl, Giehen, und Frl. Käthe ® ä r t n e >r , Klein-Linden, als Sängerinnen, Frl. Gertrud Reumann, Wetzlar, und Mufiklehrer Franz Bauer jr., Gießen, als Violinspieler, die Knabe.vichorschule der Stadtkirche und Stadtorganist Hei.a^ S i m o n , Gießen. Programme zu 30 Pf. berechtigen zum Eintritt. (Siehe gestrige Anzeige.) Die Veranstaltung sei der Beachtung unserer Mitbüv^'er empfohlen. - Der Goethe-Bund rxeranftaltet seinen nächsten Vortragsabend am konui lenden Sarns- t a g (nicht Sonntag). Dr. Weyer aus Nürnberg hält einen Lichtbildervortrag über „Sommer in Südtirol". (Siehe heutige Anzeige.) — Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein. Kommenden Montagabend in der Reuen Aula Vortrag von "S>V. Meyer, 'Nürnberg, über „Sommer in Südtirpl". Näheres in der heutigen Anzeige. — Die Ortsgruppe Gießen- des Gewerkschaftsbundes der An g-.e st eilten (GDA.) veranstaltet am morgigen Samstag in der „Stadt Lich" um 20 Uhr eine Abschlußfeier mit Auszeichnung für die besten Leistungen clfriirtit Schokolade o.G5. Siöüterljüusjuno Sanul. oeaetar. vollw. Vebenöniit and’chüb yc Einwohner hat Deutschlandl Wie lange wird es dauern bis alle wissen, daß es sich beim Kaffeegenuß um ein Zusammenwirken der verschiedenen Bestandteile des Kaffees handelt? Idee ist der veredelte und leichtbe- körrvrnliche Kaffee, in dem die Kaffeegerbsäure abgebaut ist. Kaffee-Empfind- licfwjn, wozu auch Nervöse gehören können, wird der leichtbekömmliche Idee-Kaffee besonders empfohlen. Fernsprecher 30 I96UI Limburg'Lahn (Obere Schiede 15i, Worms. Köln, Bonn. Gießen, Ems und Neuß, den 6. März 1930. Die Beerdigung findet statt in Gießen am Montag, dorn 10. März, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus. Das feierliche Seelenamt in Gießen wird gehalten am Montag, dem 10. März, morgens l,?8 Uhr. GießenerPferdemarkl- Lotterie. 3Ääti Gewinne i.W. v.zuf 7500 aut Höchftflew. i. W. von 2000 nut 1000 o usw. tfose ä 1 tmt, 11 Stück 10 JUt find in all. Vofeaefchäflen zu haben».bei Bnch- acker NeuenBäuell eQ2. £)_ Bedeutende ^Lein- arv' handUinfl, im 'Brodukiionsfl^biete. über 100 Iah,re bestehend. sucht bestens elnw führten Qualität und Qua lila ts-Flr6eit ist das Eßeste, Eleganteste uindEßilligste ini 3el* Domen- il öerren Würoetjlile f. Siimslafls nefuebt. Zu erfr. t. d. Gefehlt. d.Ghen.Anz. 01566 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres Heben Entschlafenen danken wir herzlich. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, sowie lür die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden der Verwandten, Bekannten und Vereine. Familie Heinrich Ranft. Auio- möbelwagen zur Mitnahme von Gütern ver 8. Mär» von Frankfurt a.M. — tyrtebbeifl nach Gienen bietet an Stiickralh & Sender G. m. b. H. Möbeltransport Walliorftrane 49b Televbon 3519. Stadttheater SamStag. 8.März. von 1A b. ,8'« Uhr LchuleroorneUung Kleine Brette Wie es eum gefönt Vnufvlel in n Auf- züflen von Shake» fveare. deutsch von Auflu't Wilhelm o. Schlegel. 300 Mk. von Beamten aegen inonailiche Rückzah- hinten aesuchi. Schr. An ieb. unter 01548 a.d. Gien. Anz. Sonderangebot «Utz- Gdelkoft zumRohaenuhund als Delikatesse öafeln.-K. Md. IM Erdn.-K« frisch Sfieinrid) EKrevert Feine Sperren- u. Bamen-SYlaß Schneiderei gießen, EPlo(ßstraj3e 7 Fernsprecher 332'3 33 aus Set 1 glaubte ihre 2 werden ein ne LhNUN! 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Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Frau Klara MuthWw. geb. Kilbinger Die tieftrauernden Hinterbliebenen Mater M. Antonia J. SL M. geb. Klara Muth August Muth, Direktor Fr tz Muth, Kaufmann Maria Schmale geb. Muth Elsbeth Muth geb. Klausmeyer Das Wildle! Asche f Mcr f0 -.Dein: ^ügetani 4andschu neuer J? ®inc [q &>* p?; konnte bi .Du da 'wn i 1lmQangfa uw an ; Ke sich Dann biogene vobft t,u 9e^ber ober sie i Pvne $ «sä' tSf li. Hx hielte^ Jtl 1 Ich bin am Landgericht Giefeen zugelassen HAMBURG-AMERIKA LINIE von HAMBURG direkt nach KANADA NÄCHSTE PASSAGIERABFAHRTEN, M.S. „St. Louis“ 28. März M.S. „Milwaukee“ 4. April D. „Cleveland" 16.April M.S. „St.Louis“29.April D. „Cleveland". .21. Mai M.S.„St.Louis“ . 4.Juni Das große Paket von 200 gr kostet nur Mk. 1.50 J. J. Darftoven ♦ Jfamäurö 15 Ueberall käuflich Schokolade. Bonbons, KekS, Waffeln, Marzipan. Nougat, Pralinen, lofe und in usotfiuinen. Kaffee. 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Machen Sie den Versuch \Ä gleich morgen früh, aber nur mit Nivea-Creme; denn nur sie enthält""das dem Hautfett'' verwandte Eucerit, und darauf beruht ihre Wirkung. 1'G' kiwx Nivea Creme dringt In die Haut ein und hinterläßt keinen Glans. Dosen tu RH. 0 20, 0 30, 0 60 u. 1.20. Tuben aus reinem Zinn 0.60 und 1.00 Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Schneidermeisters Otto Reuhi von Dorf-Gill wird heute am 6. März 1930, mittags 12 Uhr, das Konkursver^hren eröffnet, da derselbe selbst die Eröffnung beantragt und feine Zahlungsunfähigkeit dargetan hat. De Referendar Karl Dörmer zu Cid) wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 22. Mär; 1930 bei dem Gerichte anzumelden. 19530 Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über *bie Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Jreltag, den 11. April 1930 vormittag» 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 1, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 22. Mär'; 1930 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zu Lich. Beteiligung still oder läng bietet sich Herrn mit Mk. 10-15000.- an gutgehender Großhandlung, evtl, wird Reiietatigkeii neboien. Gest, schritt!. Ginget), u. 1961D a. d Gß.Anz. Vergleichsverfahren. lieber das Vermögen der Firma Sigmund Jacob in Gießen. Inhaberin Frau Emilie Jacob geb. Levi in Gießen, Bahnhofstraße 54, ist am 5. März 1930, nachmittags 5aA Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. 19520 Gleichzeitig ist an die Schuldnerin ein allgemeines Veräußerungsoerbot erlasien worden. Der Kaufmann Louis Atthoff sen. in Gießen. Walltorstraße 16, ist zur Der- trauensperson ernannt. Termin zur Verhandlung über den Der- gleichsvorschlag ist auf Donnerstag, den 3. April 1930 vormittags 9 Uhr vor dem Hessischen Amtsgericht In Gießen. Saal 204, II. Obergeschoß, anberaumt. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen — und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen sind auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Betelligten niedergelegt. Gießen, den 5. März 1930. [Der UrHmdsbeamte der Geschäftsstelle Hessischen Amtsgerichts Gießen. Abi. für streit. Gerichtsbarkeit. i LieferungSvergebung. Die Lieferung des Jahresbedarfs an Tlelfch. und wurstwaren, Backwaren. Butter, Milch und Li» sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen und an Reinigungsmaterial (Seife usw.) für das Rj. 1930 soll für die: 19430 1. Medizinische Klinik. Frauenklinik und Hautklinik 2. Chirurgische Klinik und Ohrenklinik, 3. Augenklinik und Kinderklinik, 4. Klinik für psychische und nervöse Krankheiten vergeben werden. Für die unter 1 genannten Kliniken ist außerdem die Abgabe des Gespüts und für die Kliniken unter 2 und 3 die Entleerung der Müllgruben zu vergeben. Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten können an Werktagen bei der Verwaltung jeder Klinik von 15—17 Uhr (außer Samstags) eingesehen und die De- barfsliften gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Muster sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die zuständigen Der- roaltungen bis Mittwoch den 19. Mär; 1930, 9 Uhr. einzureichen. Eröffnungsslunde der Angebote für die a) Augenklinik und Kinderklinik 9 Uhr, b) Chirurgische Klinik und Ohrenklinik 1 ) Uhr, c) Medizinische Klinik. Frauenklinik und Hautklinik 11 Uhr, d) Klinik für psychische und nervöse Krankheiten 12 Uhr. Zuschlagsfrist bi» zum 26. März 1930. Bekanntmachung. Auf Grund des Beschlusses des Stadtrats vom 17. Dezember 1929 und mit Genehmigung des Herrn hessische» Ministers des Innern dutch Verfügung vom 19. Februar 1930 zu Nr. M. d. I. II 1174 erhält der §72 der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung der Stadt Gießen vom 20. Oktober 1928 folgenden Zusatz: „ober in dem Krematorium einzuäschern". 1954C Gießen, den 4. März 1930. Der Oberbürgermeister. I. D.: Qr. Hamm. Die Nutz- und Vrennhoizverffeigerungea vom 26. Februar in KleIn - Linden und vom 1. März In Watzenborn smd genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassenstellen am 10. Marz. Ueberroeifung und erster Abfuhrtaa am 11. Mär;. Ablauf der Zahlungsfrist jur unverbürgte Schuldigkeiten am 21Mar; (.3. Gießen, den 6. März 1930. 19550 Hessisches Forstamt Schiffenberg. Die Nuhholzversleigerung Im Markwaid Grüningea-Dorf-Gill vom 22. o. M. ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei der Markkasse in Grü- ningen am 10. März. Ueberroeifung und erster Abfuhrtag am 11 Mär;, vormittags 8 Uhr. Zusammenkunft: Forstort Fliegenstall Ablauf der Zahlungsftist für unverbürgte Holzgeldschuld am 17. Mär; 1930. Gießen, den 6. März 1930. 19560 Der Vorsitzende des Markoorstandes. Nicolau», Forstrat. Angeiebene rheinische Weberei ivcht für .Vie Arnkel <1934V Sieppöelenfiiln aoö Wfiofie bei der in rtrane kommenden Abnehmer» schuft in Cberbcffcn, Lahn- und sieg. (Scbict. Siv: Gießen, bestens eingef. Vertreter. Cnetten unter Dl. O. 2653 befördert Kudolf JloHHÜ, DÜNNCldorfe Wanille ^KOPFSCHMERZ NEURALGIE JAHRZEHNTE BEWÄHRT -OHNE MAGEMBEKHWEMEN CITRI GEGE RZUGE IRASCHENDI lUWIBKUHGj I046A bietet Ihnen mein SchuhhausHerbert 8 ommer- prossen Miele ervissen MARGARINE doppelt so gut billig Schmücker Berufs-Kleidung Hosen Blaue Monteur-Jacke Serie 1 Blaue Monteur-Hose Serie 2 Lager-Mantel aus gutem Rohnessel Serie 3 Stein Vaden. Eingang Ecke BolkSbad. 425 Wogau Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe hoch . Serie 4 475 Serie 1 Kellner-Jacke Serie 2 Koch-Jacke 675 Serie 1 Serie 2 Damen-Berufskleidung in großer Auswahl I 1M2A Sie preiswert bei mir. I723A Zu haben in den einschlägigen Geschäften JTHMUCKER. 595 875 975 695 g95 395 269 265 Es liegt in Ihrem eigensten Interesse, uns mit Ihrem unverbindlichen Besuch zu beehren und sich vonVorstehendem zu überzeugen. Auch vergessen Sie nicht, unsere Schaufenster zu besichtigen. tE Hi Maler-Kittel .... 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Qiltbofr, Konkur sverwalter. Hofiotöerüog Fn dem Konkurse über das Bermögen des Christ. Ranit, der Werliaden, zu Gtefren, fordere ich gem. 8 152K.O. dte> jentgeu Konkurs- gläubiger auf, deren Forderungen nicht festgesiellt sind, innerhalb zwei Wochen den Nachweis zu führen, dah und für welchen Betrag die Feststellungsklage erhoben, vzw. nur die Unterlagen zur Anerkennung fraglicher Anforllche vorzulegen andernfalls bet demnächst vorzunehmender Verteilung solche unbe- rücküchttgt bleiben. Gtegen, den 7. 'März 1930. Altdoff. Konkursverwalter. SÄl Jlr. 6 für wuroe. 'i bemächtig, ''elen mei mein Mo die 2Daff( rlHet hol .Em rett« 'ch meinen Auhe ; Die unt trachte et muhte ei oen ... n Tür . ;" einem % bvr mit, ottrne *i ba hob k • 6t sah 'n dem a. «ttoaä y, $Q kra« ^nhn. Jo ? sollte ” $ele wat jr Ziehen br. öer 5 -/eines ' Eie J' 9( LH SÄ '° **5 Nr. 56 vr'ttes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) 8reitag,7. März 1930 Spielvereinigung 1900 Gießen. Offenbacher „Kickers" — Süddeutsche Extraklasse gastieren hier. o. 1900 hat für die nächsten Sonntage namhafte (Segnet zu Freundschaftsspielen nach (Liesten verpflichtet. Es sind in der Mehrheit süddeutsche Vereine. 'Heben den Osfenbachcr ..Kickers". ..Rot- Weiß"-Frankfurt, Hanau 93, „Viktoria"-Aschaffenburg, Kreuznach, Grost-Auheim und Oberrad erscheinen voraussichtlich noch der 1. F. C. Langen. „Sportfreunde" und „Olympia", Frankfurt. Aus Westdeutschland wurde „Kurhessen"» Kassel fest verpflichtet, während noch mit „Her- mania"-Kassel, „Vorussia"-Fulda und einigen Siegener Mannschaften Verhandlungen schweben. "Nachdem die für den 2. März vorgesehene Begegnung mit dem Dallspielclub Oberrad des Länderspiels wegen verlegt werden muhte, erscheinen am kommenden Sonntag nach etwa acht bis zehn Jahren zum ersten Male wieder die Offenbacher Kickers in (Ziehen. Die Gäste gehören schon seit Jahren der süddeutschen Extraklasse an. Heberragend war das Abschneiden der Mannschaft in den jetzt beendeten Meister- schaftskänrpfen im Mainbezirk. Erst durch eine knappe Niederlage im letzten Verbandsspiel gegen Hanau 93 wurde die Mannschaft aus dem Rennen geworfen, als 2. der drei Vertreter des Mainbezirks an den Spielen in der Trostrunde des Süddeutschen Fuhball- und Leichtathletik- Verbandes teilzunehmen, deren Sieger Chance hat. Deutscher Meister zu werden. Die Offenbacher dürften eine durchweg ausgeglichene, technisch sehr gute Mannschaft stellen, in der höchstens die drei Schlustleute etwas überragen werden. Den Angriff führt der hier nicht unbekannte Belle, früher Sportclub Bürgel. Dieser Elf dürften die ®i eßen er wohl so ziemlich in jeder Hinsicht unterlegen fein. Tatsache ist jedoch, dast die Blauweihen großen Gegnern immer mit größeren Leistungen aufwarteten und den Gast damit zur restlosen Hergabe alles Könnens zwangen. Keinesfalls wird man im Lager der Einheimischen von vornherein mit einer Riederlage rechnen, sondern der Gast wird erst nach schwerem Kanrpf Sieger bleiben können. 1900 bestreitet das Sviel voraussichtlich in stärkster Aufstellung. Die Spielleitung hat ein Herr von Wetzlar. Die Ligareserve und dritte Mannschaf t der Spielvereinigung tragen Gesellschaftsspiele gegen die erste und zweite Elf von Hermann st e i n bei Wetzlar aus. Die Spiele finden auf dem Platz des Gegners statt. Der jeweilige Ausgang ist nicht vorauszusagen, da die derzeitige Spielstärke des Gastgebers nicht zur Genüge bekannt ist. Die Aufstellung der Gießener ist recht stark, so daß sie eigentlich erfolgreich sein sollten. Die vierte Elf 1900s ist mit den Verbands- spiclen noch nicht zu Ende. Ein solches führt sie am kommenden Sonntag nach Daubringen, dessen zweite Mannschaft den Gegner stellt. Man erwartet die Gießener als knappe Sieger. Die erste Jugend 19006 spielt in Lollar ein Pslichtspiel, das sie bei einigermaßen konstanten Leistungen, wenn auch nur mit geringer Tordifferenz, gewinnen sollte. Die zweite Jugend sollte zu Hause ihren Siegeszug fortsehen. Wehlar-Riedergirmes zweite Jugend ist der Gegner. Turnen, Sport und Spiel. Die dritte Jugend wird versuchen, im Rückspiel an Steindorfs erster Jugend Revanche zu nehmen sür die im Vorspiel durch ein Eigentor erlittene 2:3°Riederlage. Der eigene Platz sollte hier den Ausschlag zugunsten der Gießener geben. Wohl die interessanteste Jugendbegegnung dürfte 1900 1. Schüler gegen V. f. B. Gießen 1. Schüler sein. Beide Mannschaften sind gleichstark und haben in den seitherigen Begegnungen immer durch schönes, faires Spiel gefallen. 1900s zweite Schülerelf empfängt die erste Schülermannschaft von Burgsolms. Gemessen an dem Vorspielsieg, sollten auch diesmal die Gießener siegreich bleiben. V. f. B Am kommenden Sonntag trägt die Ligamannschaft gegen F. V. Ockershausen auf dortigem Platz das Rückspiel um die Meisterschaft der Gruppe Lahn aus. Das vor 14 Tagen auf hiesigem Platz ausgetragene Vorspiel entschied Ockershausen knapp mit 1:0 für sich. Die Möglichkeit, am kommenden Sonntag zu gewinnen, ist entschieden geringer, da Ockershaufen den Vorteil seines von cemden Mannschaften mit Recht gefürchteten p.aßc6 hat, der schon manchem spielstarken Gegner zum Verhängnis wurde. Trotzdem braucht die V. f. B.-Mannschaft nicht ohne jede Hoffnung nach dort zu gehen. Wenn sie dieselbe Leistung zeigt wie in dem vor kurzem dort ausgetragenen Rückspiel der Ver- bandsspielserie, das sie nach scharfem Kampf mit 1:0 gewann, sollte auch diesmal derselbe Erfolg möglich fein. Cs wird einen harten Kampf zweier gleichwertiger Gegner geben, die alles daransehen werden, um als Sieger aus ihm hervorzugehen. Gelingt dies Gießen, so steht es mit Ockershausen wieder gleich, wodurch ein drittes Entscheidungsspiel, diesmal auf neutralem Platz, notwendig würde. Gewinnt dagegen die Platzelf, so erringt sie damit die Gruppenmeisterschast, die ihr übrigens auch schon bei einem Unentschieden sicher ist. Der Ausgang des Treffens ist offen. Die zweite Mannschaft hat ein Gesellschaftsspiel mit der ersten des Sportvereins Cappel bei Marburg abgeschlossen. Die Gäste gehören der ersten Gauklasse an und sind als recht spielstark bekannt. V. f. B. wird sich an- strengen müssen, wenn er nicht verlieren will. Die dritte Mannschaft fährt nach Cappel, um ihre Kräfte mit der dortigen zweiten zu messen. Da ihr Gegner weniger spielstark ist, sollte man ihr eher einen Sieg zutrauen können. Ebenfalls ein Gesellschaftsspiel auf fremdem Platz trägt die vierte Mannschaft in Rauborn gegen dessen zweite aus. Heber ihr Abschneiden kann nichts vorausgesagt werden. Von der Jugend- und Schülerabteilung sind sämtliche Mannschaften auf dem Plan. Eine schwere Aufgabe steht der ersten Jugendmannschaft bevor; sie fährt nach Wetzlar, um gegen die gleiche des Sportvereins das fällige Pslichtspiel auszutragen. Die Plahelf ist als außerordentlich spielstark bekannt und hat in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren. V. f. B. muß sich sehr anstrengen, wenn er einigermaßen günstig abschneiden will. Das Vorspiel endete 1:0 für Wetzlar. Die zweite empfängt zum Pslichtspiel die erste Rieder-Weisels. Der Ausgang ist offen. Ebenfalls auf eigenem Platz steht die dritte Jugend der ersten des V. f. R. Butzbach gegenüber; sie wird bei der körperlichen Hcberlcgenßcit des Gegners alle Mühe haben, um nicht zu verlieren. Während die erste Schülermannschaft Gegner der gleichen der Spielvereinigung auf deren Platz ist, trägt die zweite auf eigenem Platz ein Pflichtspiel gegen die Schüler Garbenteichs aus. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. ö. Vom Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverband wird am kommenden Samstag das zweite Frankfurter Hallensport- s e st veranstaltet. Wie im Vorjahre, so verspricht auch diesmal die Veranstaltung ein leichtathletisches Ereignis ersten Ranges zu werden. Den übrigen Beispielen im Reich folgend, ist der Deutschen Turnerschast unbeschränktes Tcinahmerecht eingeräumt worden. Durch die aus diesem Lager eingegangenen zahlreichen Meldungen tritt naturgemäß ein stärkerer Wettbewerb als im Vorjahre ein. Die Leichtathleten der Spielvereinigung 1900 werden daher einen äußerst schweren Stand haben. Man müßte ihre Teilnahme als ein Wagnis bezeichnen, wenn nicht durch den Start im Vorjahre der Beweis hätte erbracht werden können, daß man die großstädtische Konkurrenz nicht zu scheuen braucht. Die Veranstaltung ist in Einladungs- und offene Wettbewerbe eingeteilt. In den erstgenannten treten die 1900er E. Schäfer (im Kuge.stoßen), Gust. Koch (3000-Meter-Lauf) und höchstwahrscheinlich Hopfenmüller (60- Meter-Hürdenlauf) in Aktion. Schäfer ist zwar 1900’3 bester Könner, wird aber in Frankfurt kaum eine Rolle spielen können, denn es ist Weltklasse am Start. Der erste Platz ist dem Weltrekordmann H i r s ch f e l d nicht zu nehmen, ihm werden Schneider, Rüsselsheim; Hehler, Fürth, oder der D.-T.-Meister L i n g n a u folgen. Koch ist in Gesellschaft der gesamten süddeutschen Langstreckenelite und des Favoriten Diekmann, Hannover. Bei Hopfen müllers Wettbewerb werden Welscher, Frankfurt; T r o ß b a ch und Weiß, Berlin, die Spitze bilden. — Die offenen Konkurrenzen sind nur läuferischer Art. 2m 60-Meter-Lauf sollten sich trotz der Teilnahme von Landesmeistern (Schultze, Stettin) und einigen bedeutenden Mehrkämpfern (W e i ß, Mehner usw.) wenigstens die 1900er Geist und Guyot für den End lauf qualifizieren können. Dem Erstgenannten gelang dies im Vorjahre schon. Mit besonderem Interesse muß man das Abschneiden der Gießener Mittelstreckler verfolgen. Bepperling und Peters haben einem intensiven Training obgelegen und dürften keine schlechte Rolle spielen. Hoffentlich liegt der Lauf der 3X1000-Meter-Staffel nicht zu nahe, denn bei der vorhandenen starken Konkurrenz (D u ck h und W a l p e r t, Teutonia Berlin; D i e f i n g, V. S. C.; Arnold, Stuttgarter Kickers; L e u n i g, Eintracht Frankfurt u. a. m.) muß das letzte hergegeben werden. In der bereits erwähnten 3xl000°Meter°Staffel hat die Spielvereinigung 1900 in der Hauptsache die Vereine der eben genannten Mittelstreckler zu fürchten. Die 1900er haben weiter die beiden Sprinterstaffeln, nämlich die 5x60-Meter-Pendelstaffel und die 4X2»Rundenstaffel, belegt. Während bei der ersten fast stets alle Kalkulationen über den Haufen geworfen werden (durch die schwierige Stabübergabe), sind bei der Rundenstasfel die Berliner Teutonen und der Berliner Sportclub, die hier über ausgezeichnete Kräste verfügen, in Front zu erwarten. V.f.B. Leichtathletik. Zu dem am kommenden Sonntag in Frankfurt stattfindenden Hallensportfest entsendet der V. s. B. fünf Läufer. K o ch, S i e b e l s und S t a n g beteiligen sich am 60-Meter»Lauf offen. G. Mül - le r und Henns am 800-Weter-Lauf offen. Die Konkurrenz ist außerordenllich zahlreich und stark, so daß für die V. f. Der, denen jede Erfahrung im Hallenwettkampf fehlt (außer Müller, der einmal in der Halle lief) kaum Aussicht auf einen bescheidenen Erfolg besteht. Trotzdem wird die Teilnahme an der großangelegten Veranstaltung für sie recht wertvoll sein. — W. Mohl. der für Kugelstoßen eingeladen war, kann dieser Einladung nicht folgen, da er inzwischen zu einem im Verbandsheim des W. S. D. in Duisburg stattfindenden Werferkursus einberufen worden ist. Mohl ist vor einigen Tagen mit dem Zwan» zig-Desten-Abzeichen des W. S. V. für feine im vorigen Herbst bei den Wetzlarer Kampfspielen erzielten Leistung im Diskuswerfen von 38,57 Meter ausgezeichnet worden. Bei intensivem Training sollte er in der kommenden Saison seine Leistungen noch stark verbessern können. Gchwimmwettkämpfe im M. T. V. Am kommenden Sonntag werden im städtischen Volksbad zwischen dem T.V. 1860 Frankfurt a. M., dem T. V. Wetzlar und dem Gießener M. T. D. Wettkämpfe ausgetragen im Staffelschwimmen, Springen und im Wasserballspiel. Die Bruststaffel des M.T.D. gehört mit zu den besten im ganzen Kreis. Beim Springen wird der D. T.-Meister im Turm- und Kunstspringen. Hermann Stork, sein Können zeigen. Das Wasserballspiel zwischen dem Kreis- meister T.V. 1860 Frankfurt a. M. und dem M.T.V. wird wohl mit einem Siege der Frankfurter enden, doch darf man hoffen, daß die Männerturner nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen der Gästemannschaft den Sieg nicht allzu leicht machen werden. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. 1900’6 erste und aktive Jugendelf haben am konnnenden Sonntag die gleichen Mannschaften des T.-V. Allendors (Lumda) als Gast. Die A. * D. - T. - Leute lösen ihre Rückspielverpslich- tungen ein. Auf eigenem Platz mußte ihre aktive Mannschaft eine knappe, die Jugend dagegen eine deutliche 8:0-Riederlage von den 1900cm hinnehmen. Auch am Sonntag werden die Spielvereinigungsleute wieder auf harten Widerstand stoßen. Es wird für sie um so mehr Vorsicht geboten sein, als sie wiederum mit Ersah bzw. neuen Kräften antreten müssen. Handball im Lahn-Oünsber§ Aan Zur Fortsetzung der Verbandsspiele treffen sich am Sonntag in Londorf Rodheim und Londorf, aus dem Londorf als Sieger hervorgehen sollte. Garbenteich wird es nicht sehr schwer- fallen, Beuern auf eignem Platze glatt zu schlagen, während sich W i e s e ck in Dorlar sicher die Punkte holen wird. Arn kommenden Sonntag empfängt die Hand- ballmannschaft des Tv. L a u n s b a ch im A. D. T. die erste Mannschaft des Tv. Garbenheim Die blonde Sklavin. | Roman von Hermann VeiÜ 24 Fortsetzung. 'Nachdruck verboten Auch heute wußte ich sogleich, was er wollte. Lieber sterben, als mich noch einmal von ihm berühren lassen! Seine Wut stieg, als ich nicht öffnete, ins Maßlose. Mit Füßen trat er an die Tür, er warf sich mit dem Körper dagegen; er drohte die Tür einzuschlagen, wenn ich nicht aufmache. ... Ich wußte, daß er in der Verfassung, in der er sich befand, feine Drohung wahr machen würde. Wahnsinnige Erregung hatte sich meiner bemächtigt. Hilfesuchend blickte ich umher. Da fielen meine Blicke auf den Wandschrank, in dem mein Mann feinen Revolver aufbewahrte ..., die Waffe, die er schon mehrmals auf mich gerichtet hatte. ... Ein rettender Gedanke zuckte in mir auf. Wenn ich meinem Manne drohte .... ich wußte, daß er feige war ..vielleicht würde er mich dann in Ruhe lassen. Wie unter einem Zwange nahm tch die Waffe aus dem Schrank .... im gleichen Augenblick krachte etwas an die Tür .... mein Mann mußte einen Stuhl dagegen geschmettert haben ..., nun war es stille ...» da sprang ich zur Tür .... schob den Riegel zurück ..., riß mit einem Ruck die Tür auf ..., mein Mann stand vor mir, bleich, die Haare hingen ihm in die Stirne, Wahnsinn glühte aus seinen Augen ba hob ich ihm die Waffe entgegen. ... Er sah mich ..., wich zurück .., Entsetzen in dem aufgequollenen Trinkergesicht ..., er lallte etwas Hnverständliches. ... Da krachte ein Schuß. Was dann geschah, erlebte ich wie im Fieberwahn. Ich sah meinen Mann zu Boden sinken ..., ich wollte schreien, ihm zu Hilfe eilen .... da kam Peter Hvnneckor auf mich zugestürzt er war im Zimmer gewesen, ohne daß ich ihn gesehen hatte ..., und riß mir den Revolver aus der Hand. Keines klaren Gedankens mehr fähig, ging ich in mein Zintmer. Ich sank in Ohnmacht. Als ich erwachte, stand Honnecker vor mir. Nie werde ich den Blick vergessen, mit dem er mich betrachtete. „Sie haben Ihren Mann erschossen!" sagte er falt, gefühllos. „Sie werden wissen,_ was Sie zu gewärtigen haben!" Er lächelte hämisch und fuhr dann fort: „Es wäre jammerschade, wenn eine so junge und hübsche Dame ins Gefängnis käme, nicht wahr! Ich werde Ihnen helfen I Ich habe bereits Vorkehrungen getroffen, daß man als Todesursache Ihres Mannes Selbstmord annimmt. Er hat heute abend beim Spiel so viel verloren, was ich und auch andere Leute bezeugen können, daß es ganz glaubhaft ist, wenn er sich auf diese Weife aus dem Leben gemacht hat! Ich habe einen Arzt an der Hand, er wohnt ganz in der Rähe, der uns ein Zeugnis, wie wir es brauchen, ausstellen wird. Was im übrigen Sie, Eva, betrifft, so haben Sie ganz nach meinen Anordnungen zu handeln; Sie fahren so am besten!" Ich wagte feinen Widerspruch. Mein Wille war wie gelähmt. Was hätte ich auch sagen ..., was unternehmen können? ... War nicht der Plan, wie Honnecker ihn vorschlug, der einzige Weg, der mich vor der Schmach des Gefängnisses bewahren konnte? ... Späterhin habe ich es oft bitter bereut, daß ich nicht sogleich meine Schuld bekannt und gebüßt hatte. In jener Stunde aber war ich zu schwach dazu. Ich ließ mich treiben ..., einer ungewissen Zukunft entgegen. Bald aber sollte ich klar sehen. Eines Tages forderte mich Honnecker ohne weitere Begründung auf, meine Wohnung aufzugeben und zu ihm zu ziehen. Run erst begriff ich ganz die tiefere Hrsache feines Vorgehens. Ich weigerte mich, feine Aufforderung zu befolgen; da lachte er nur. Ob ich vergessen habe, daß ich ihm auf Gnade und Hngnaöe ausgeliefert fei?, fragte er mit einem Lächeln, das mir das Blut in den Adern erstarren ließ. Ein einziges Wort von ihm, und ich sei verloren! Ich solle also vernünftig sein und mich nicht länger sträuben! ..." Eva Witte schwieg. Ihre Züge waren wie versteint. Rur um die Lippen zuckte es. Sie waren am Ende der Alice angelangt und schritten über einen freien Platz, hinüber zum Wald, der hier begann. Schweigend gingen sie unter den Bäumen hin. Rur selten begegneten sie einem Menschen. Tiefer Friede herrschte ringsum. Eva Witte machte eine müde Bewegung mit der Hand. „So kam ich in sein Haus," sprach sie leise, gequält, „in mein Gefängnis! Seine Gefangene war ich fortan..., feine Sklavin!... Für ihn mußte ich allezeit da fein, keinen eigenen Willen sollte ich mehr habens Rur fein Wille galt! Er quälte mich mit feiner Liebe, seiner Eifersucht. Zur Geliebten wollte er mich haben. Verzweifelt lehnte ich mich dagegen auf. Lieber sterben, als diesem Manne, den ich haßte, zu Willen zu fein! Hnmenschliches habe ich durchgemacht. Fluchtpläne tauchten immer wieder in mir auf; damals, auf dem Feldberg, als wir uns dann bei der Heimfahrt trafen, war ich Tagelang fest entschlossen, zu fliehen; aber plötzlich war mir, als spürte ich seine Faust im Racken. Willenlos geworden, kehrte ich wieder in mein Gefängnis zurück. Einige Male war ich nahe daran, meinem zerstörten Leben ein Ende zu machen. Wozu sollte I ich diese Qualen, dieses schmachvolle, würdelose Dasein noch länger ertragen?.. .Aber bann tauchte immer wieder ein Hoffnungsstrahl in mir auf: daß es eines Tages doch wieder besser würde. Ich verlachte mich ob dieser Hirngespinste; aber die Zuversicht, die mich so seltsam ergriffen hatte, wollte nicht weichen. So blieb ich und trug die Last dieses Lebens weiter." Bis in die Tiefen feines Wesens erschüttert, hatte Felix Schulhofs den Worten gelauscht. Er dachte nicht darüber nach, wo hier eine Schuld lag. Rur an die Reiben unb Kämpfe dieses Frauenlebens, das durch einen sinnlosen Zufall aus der Bahn geworfen worben war, bachte er, unb namenloses Mitleid mit Eva erfaßte ihn. Er nahm ihre Hand; zuckend lag sie in der seinen. Run trafen ihn ihre Blicke, in denen abgrundtiefes Weh klagte. „Da kamst du, Felix... Ich hatte dich lieb vom ersten Augenblick an. Dennoch wehrte ich mich dagegen, dich wiederzusehen. Mein Leben, meine Vergangenheit sollten dir um jeden Preis verborgen bleiben!... Was konnte ich dir auch sein, ich, die zur Deute eines anderen Mannes geworden war!... Meine Liebe zu dir war stärker als alle Vernunstsgründe. Aber immer, auch in unseren seligsten Stunden, ging die grauenhafte Angst mit mir: baß der Tag kommen würde, kommen mußte, an dem du erfahren würdest, wer ich fei..." Jäh brach Eva Witte ab. Ihr Atem ging schwer. Dann sagte sie hart: „Run weißt du es! Run wirst du mich verachten!..." Schulhofs blieb stehen. „Wie kannst du das glauben, Eva?" Eine Erschütterung ging durch ihren Körper. Cs war wie ein Verzweiflungsschrei, als sie Schulhofss Hände ergriff unb hervor stieß: „Ich wollte ihn ja nicht töten! Glaube mir!... Ich begreife ja heute noch nicht, wie ber Schuß losgegangen ist!... Ich wollte doch kein Menschenleben vernichten!...“ Sie brach in hemmungsloses Weinen aus. Schulhofs nahm sie in feine Arme. „Das weiß ich, Eva!" sagte er tröstend. „Es war ein unglücklicher Zufall.. Sie gingen den Weg zurück, den sie gekommen waren. Als sie wieder in die belebtere Gegend kamen, rief Schulhofs ein vorübersahrendes Auto an. „Wir fahren zunächst zu mir nach Hause," sagte er. „Wir müssen in Ruhe überlegen, was zu tun ist." Eva Witte wollte widersprechen, aber Schulhofs schob sie ohne weiteres in den Wagen. Sie sah ihn traurig an. „Warum läßt du mich nicht meiner Wege gehen, Felix? ... Es wäre besser für dich, glaube mir!“ „Du sollst nicht so sprechen, Eva! Wir gehören zusammen! Jetzt im Hnglück erst recht!" Er lehnte sich zu ihr hinüber. „Liebst du mich nicht mehr?" Ein "Heben ging durch ihren Leib. „Doch...,“ antwortete sie kaum hörbar. „Wir müssen zusammenstehen gegen den Feind, der uns vernichten teiltI Meinst du, ich könnte es ertragen, dich allein dem Haß dieses Hn- menschen preisgegeben zu wissen?" Er riß sie an sich. „ Fühlst du denn nicht, wie sehr ich dich liebe, Eva!" Regungslos lag sie in seinem Arm. Der starre Ernst wich aus ihren Zügen. Sie sah Schulhofs an, als könne sie seine Worte nicht fassen. Plötzlich fuhr sie zurück. „Es kann ja nicht sein!... Es ist ja Wahnsinn! ..." rief sie verzweifelt. » „Warum nicht?" fragte Schulhofs, der sich diesen Ausbruch nicht erklären konnte, bestürzt. Flammende Rote bedeckte ihr Gesicht. „Du sollst kein doppeltes Spiel treiben.. stammelte sie. „Deine Braut...“ Sie brach ab und schlug die Hände vor die Augen. Schulhofs begriff nicht sogleich. „Meine Braut?..." Dann aber tauchte ein Verdacht in ihm auf. „Woher weißt du?" fragte er rasch, drängend. Sie sah an ihm vorbei. Stockend antwortete sie: „Als Honnecker an der Ostsee auftauchte, um mich heimzuholen, sagte er..., daß du verlobt seist. Ich wollte es nicht glauben.. da zeigte er mir ein Bild in einer Zeitschrift..., da warst du mit deiner Braut photographiert...“ Schulhofs sah klar. Auf diesem Wege hatte Honnecker versucht, ihm Eva abspenstig zu machen. „Ich war verlobt. Ich habe aber das Verlöbnis, das ein Irrtum gewesen ist, gelöst, als ich fühlte, daß ich dich, Eva, liebe! Vielleicht hätte ich dir davon sagen sollen; aber die Vergangenheit war für mich so völlig abgetan, ich dachte nur an dich und unsere Zukunft, da erfchien mir alles andere nebensächlich!" In neu erwachendem Hoffen sah sie ihn an. „So steht niemand mehr zwischen uns?" „Riemand!" antwortete Schulhofs und versank in schweres Rachdenken. Es war ihm plötzlich eingefallen, daß Lus Vater heute morgen seinen Besuch erwartete. Er würde zu ihm gehen und ihm sagen, daß er Lu nicht heiraten könne. Ein harter Zug grub sich um Schulhofss Mund. Die Hilfe, die Horwitz ihm hatte leisten wollen, war dadurch verloren..., der Ruin seines Geschäfts somit unvermeidlich geworden. Er konnte aber nicht anders handeln. Sein Platz war an Evas Seite. Auf Gedeih und Verderb fühlte er sich mit ihr verbunden. Hnb wenn er auch zugrundegehen müßte, er würde sie nie im Stiche lassen. (Fortsetzung folgt.) ?sE Wirtschaft wurde es wieder freundlicher. Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. 2JL 5.25 6,15 11 17.25 8.85 =i' 5g‘ 25,8 ’2,9 2,7 .25 retten einige entzückende Liedchen, di« gut gefielen. Ilse Jahn vom Stadttheater Gießen erfreute mit mehreren schelmischen, voikstümti -en Liedern zur Laute und hatte sich schnell die Sympathie der Zuhörer erobert. Sämtliche Darbietungen der Künstler und Künstlerinnen wurden begeistert ausgenommen. Wan kann dem Club und seinem ersten Vorsitzenden zu dem Mute, auf dem Lande gelegentlich des Stiftungsfestes mit Künstlern aufzuwarten, nur gratulieren. Der Erfolg war zweifellos ein großer. 4% Oesterreichn-he (Solorente . . 4,20% Ockterretchtlchr Süberrente 4% CefterretoMe Ginbettlidie Renre 4% Ungarftche Solbrente .... 4% Ungartiche 6taat»rcntee. 1610 4%% oe4(ll. von 1913 4% Ungarische Kronenrcnte 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anl Serie l 4% vettzl. Serie II 5% Rumänisch, verein b Rente von 1903 4%% Rumänische öeretnt). Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereint». Rente 25.7 '3.13 24.4 2,55 6,45 6.5 11.13 17,75 8.8 28.7 5.4 Rückiritisabsichien des Treichsbankpräsidenten Or. Schacht Berlin. 7. Wär;. (IVTB. Eigener Drahlberichl.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht gab heule im Zentralausschuh der Reichsbonk bekannt, daß er die erforderlichen Schritte getan habe, um eine vorzeitige Beendigung seines Dienst- vertrages herbeizuführen. Der Grund zu diesem Entschluß liege in seiner Auffassung vom Haager Schluhprotokoll. Dr. Schacht wird jedenfalls solange im Amt verbleiben, bis über die Dahl seines Rachfolgers Entscheidung getroffen werden kann. Oiskontermäßigung der Reichsbank. Berlin. 7. Wärz. (WTB. Eigene Drahlmel- dung.) Die R e i ch s b a n k hat den Diskont- f a h von 6 auf 5,5 und den Lombardzinsfuh von 7 auf 6,5 o. h. mit Wirkung vom 8. März herabgesetzt. Oiskoniermäßigungen. London, 6. März. Die Bank von England hat den Wechseldiskontsatz um V» Proz. von 41/? auf 4 Proz. herabgesetzt. Stockholm, 6. März. Die Schwedische Reichsbank setzte den Diskont von 41/. auf 4 Proz. herab. Kopenhagen, 6. März. Die Dänische Ration albank setzt ab 7. d. M. ihre Di8- kontrate von 5 auf 4'/r Proz. herab. Amsterdam. 6. März. (WTB.) Die Niederländische Dank Amsterdam hat den Wechseldiskont mit Wirkung ab 7. März von 4 Proz. auf 3l/t Proz. herabgesetzt. Keine Diskontherabsetzung in Neuyork Neuyork. 6. März. (WTB.) Die Aeuyorler Dundesrcscrvebank hat auch heute ihren Diskontsatz unverändert auf 4 Proz. belassen. Eine Diskontermäßigung der Dundesreserv.bank in St. Louis ist gleichfalls nicht erfolgt. zum fälligen Rückspiel. Das Vorspiel endete 1:1 in Garbenheim. Der Ausgang des Spieles ist offen. Arbeiter-Turn- und Sportbund Am kommenden Sonntag wird Watzenborns erste Mannschaft gegen die erste Mannschaft W i e - secks in Wieseck das Rückspiel austragen, hier dürfte es den Gästen nicht wieder gelingen, einen Ueberraschungssieo zu erzielen; sie werden sich wohl mit einer Niederlage abfinden müssen. Gießen 1b hat auf dem Trieb die Ib-Mann- schaft W i e s e ck s zum Rückspiel zu Gast. Das Vorspiel konnten die Gäste mit 10:0 Toren für sich entscheiden. Ob es ihnen am kommenden Sonntag wieder gelingen wird, Sieger zu bleiben, ist sehr zu oezweifeln, da Gießen zu diesem Spiel alle verfügbaren Reserven heranholen wird. Vorher stehen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. In diesem Spiel dürften die Platzbesitzer Sieger bleiben, zumal sie über die körperlich stärkere Mannschaft verfügen. Die Kampfrichter für Leichtathletik werden am kommenden Sonntagoormittag in Krofdorf ihre Frühjahrstagung, verbunden mit Prüfung für Kampfrichter in Leichtathletik, abhalten. Der Freie Turn- und Sportverein Wieseck hat für Sonntag einen Dereins-Gerätewett- kampf zwischen Launsbach und Wieseck vorgesehen. An jedem Gerät werden je eine Hebung, sowie eine Freiübung gewertet werden. Kunst und Wissenschaft. Leonhard Franks „Bruder und Schwester". Leonhard Franks Roman „Bruder und S ch w e ft e r", den wir bereits ausführlich gewürdigt haben, erschien soeben, wie wir einer Mitteilung des „Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel" entnehmen, im 21. bis 30 Tausend. Das Buch wurde bisher in sieben Sprachen Übersetzt. (Insel-Verlag zu Leipzig.) Büchertisch. — Dr. med. Hans Balzli: Kunst und Wissenschaft des Essens, Gesundheit und Vo kswohlfahrt durch basische Ernährung, Bd. Il: Nahrungsmi.tellehre, Ernährungstherapie, Kü- chentechnck und Speisenbereitung. Vermag Otto Reichl, Darmstaor. Preis 24 Mk. (21.) — Hier spricht ein Arzt, der das wissenschaftliche und praktische Ernährungsgebiet von Grund auf kennt und die Crnährungsmöglichkeiten jahrelang am eigenen Körper ausprobiert hat. Die Nahrung, für die Baizli eintritt, entspricht der neuesten Erkenntnis der Crnährungsforschung. Die Nährstoffe kommen ebenso zu ihrem Recht wie die Mineralien, die V^amine und die Geschmacks- stosse. Dabei verst.ht es Dalzli gegen Einseitigkeiten, Tlebertreibungen und Sektiererei energisch Front zu machen. Das Buch ist besonders den Frauen und Müttern gewidmet, denen der häusliche Herd anvertraut ist, aber auch Hauswirt- schafts.ehrerinnen und Diätschwestern werden es mit Gewinn studieren. — Die Handelshochschule. Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften, herausgegeben von Professor Dr. Schmidt, Frankfurt a. W. Industrie-Verlag Späth & Linde, Berlin W10. — Von dem hier schon mehrfach angezeigten Sub» skriktionswerl liegen die Lieferungen 66 bis 69 vor. Damit wird in Band l das Kapitel „Handelsgeschäfte" von Geheimrat Burchard, Frankfurt a. M., au Ende gebracht, das Kapitel „Sozialpolitik" des zweiten Bandes von Professor Günter, Gießen, fortgesetzt, das Kapitel „Wirtschaftsgeographie" des vierten Bandes von Professor Leiter, Wien, begonnen und schließlich begonnen noch mit dem Kapitel VI des dritten Bandes „Zivi'prozeßrecht" von Professor de Boor. Frankfurt a. M. — Steuererlaß und Steuerstundung von Hans Schäfer, Bücherrevisor. Dries- muster für den Verkehr mit den Steuerbehörden, zweite, erweiterte und verbesserte Auflage. Verlag Karl Zelenh & Co., München 23. Brosch. 1.85. (69.) — Im Märzheft der Zeitwende (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) zeichnet „Die musikalische Situation von heute" Wolfgang von Barte.s mit Geist und Temperament, bei aller Kritik nicht ohne Optimismus und positive Wertung des Neuen. Neben modernen Erscheinungen, wie der „Dreigroschenoper" und dem „Lehrstück" wird auch der populäre Wusikbelrieb im Rundfunk und Tonfilm kritisch durchleuchtet. Mau merkt, daß hier ein Musiker spricht, der selbst ganz in den Dingen drinsteht. Während sich dieser farbige Situativnsbericht stellenweise geradezu amüsant liest, wirkt wahrhaft erschütternd das Blld, das Johannes Schleuning „Vom Todesringen der deutschen Dauern in Sowjetruhland" entrollt. Der Sturm der Entrüstung über die Vergewaltigung der religiösen Grundrechte des Menschen durch die Sowjetregierung, der heute die gesamte zivilisierte Welt ergriffen hat, wird durch diese Schilderung seelischer und körperlicher Not und brutaler Unterdrückung in vollem Almfang gerechtfertigt. Die Reihe der Aufsätze wird unterbrochen durch den neu beginnenden Roman Anna Schiebers „Das große Ich", der von packender seelischer Tiefe ist und in einer traumhaft-visionären Weise erzählt wird. Aus den Randbemerkungen heben wir hervor „Wandlung in der Jugendbewegung" und den Bericht über „German Bestelmehers Landkirchenbauten". der durch fünf Bilder der evangelischen Kirche zu Prien am Chiemsee illustriert wird. * Der Großhandelsindex im Monatsdurchschnitt Februar. Die für den Monats- ■ durchschnitt Februar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist von 132,3 im Vormonat auf 129,3 ober um 2,3 o. H. gesunken. Die Indexziffer für die Hauptgruppen stellten sich für Agrarstoffe auf 116 (121,8), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 126,7 (128,3) und für industrielle Fertigwaren auf 154,6 (156). * 15prozentige Entschädigung der F a v a g a k t i o n ä re? — Regreßpflicht des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Aussichtsrats der Frankfurter QI [gemeinen Ver- sicherungs A. G. haben sich bereit erklärt, den Aktionären ein Angebot zu machen, wonach unter ■ der Voraussetzung der restlosen Bereinigung der ganzen Angelegenheit 60 Mk. je Aktie' gezahlt werden sollen; das sind etwa 15 Proz. Der Deutsche Ak.ionärvcrein glaubt, den Aktionären die Annahme dieses Angebots empfehlen zu sollen und rechnet damit, daß der demnächst erscheinende Revi ivnsbericht eine Haftpf icht der Aufsichtsratsmitg.ieüer nicht verneinen wird. Diese Annahme findet ihre Bestätigung durch den von der Revisionskommission der Favag in der nächsten Woche zu erstattenden Bericht, an dessen Schluß gesagt wird, daß die Verantwortlichkeit von Vorstand und Aufsichtsrat als gegeben zu betrachten fei. Borliner Börse. Berlin, 7. März. Die Hoffnung, daß die gestrige Londoner Diskontsenkung, obwohl Neu- York diesem Beispiel nicht gefolgt war, in Berlin eine Ermäßigung der Reiu-sbanksütze für Diskont und Lombard nach sich ziehen würde, wirkte sich schon vormittags, allerdings nur rein stimmungsmäßig, aus. Man nannte freundlichere Kurse, wartete aber den weiteren Gang der Dinge ab, und es wurden nur wenig ülmsätze getätigt. Zu den ersten offiziellen Notierungen kam es dann fast durchweg zu K u r s - besserungen bis zu 2 Prozent, die in erster Linie auf Deckungen der Spekulation zurückzuführen waren. Außerdem wirkten die festen Auslandbörsen, die Diskontermäßigungen in Amsterdam und Stockholm, die Nichtbestätigung der diversen, an der gestrigen Börse umlaufenden Gerüchte, die Erfo glofigkeit der gestrigen Aktion der Kommunisten usw. gün'lig, währerck) die üneinigteit der Parteien über das Finanzprogramm der Regierung und der Rückgang der Ruhrkohlenförderung etwas zur Zurückhaltung mahnten. Stärker befestigt eröffneten (Siemens plus 4 Prozent, Schultheis plus 3,75 Prozent, Schubert & Salzer und Salzdetfurth je plus drei Prozent, Dessauer Gas und Polyphon je plus 2,5 Prozent. Auf die Nachrichten von einem günstigen Fortgang der Verhandlungen einer ®e- meinsuß« hitd 1-Ubr« $T re <3d)lup«i furd i' Anfang« Hure 'Datum 6 i. 7. 3 6 4 7. 3 6% Deutsche iHeidieanieüie von 1927 ..... 87,5 — d7.4 _ 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 . . . 97 — 97,7 _ Deutsche 21nl.-Ablö>.-Schuld mit Auslot. Rechicn . . . 51 51,05 50,9 51 Dcsgl. ohne Auslal.-Rechte . . 85 6.4 8.4 3,4 8% Helt, itoltoftaal von 1929 (rüdsahlb. 102%) 85,25 — 85,5 — Cberfjeifen Provinz • Anleihe mit Ausloi.-Rechten 48.75 —— * Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Gerte 1 . . 48.75 — 48,5 — 8% ,tranf|. Hyv.-Banl (tzoldpse. XIII uniünbhar bis 1931 96,5 — 7% ixtanft. Hyp.-Bank Aoldpse unkündbar bis 1032 .4,5 _ — • 4y,% Rheinische Hnp.-Bank Liuu. (tzoldpse. 81,9 — — — 8% Br. LandesvlandbrtetanstaU, Psandbrtele R. 17 97 — 97 __ 6% tßr LandespsandbriesanNalt, ftomm.-Cbi. 31. 16 94,5 — 94 _ 7% Br. LandespsandbrtesanitaU, Pfandbriefe R. 10 89 — 89 _ A.E.G abg. yorttiege-Cbltgatto' nen. rückzahlbar 1932 . . . 92 — — — :?ranflurt a. DI. Berlin vranouri a. ". Berlin C'thiuft»! aniburg«?lmen!a Pate, ... 7 Hamburg.Sildam.Dampfschiss 8 Hansa Damvychiss . . 10 iiorddeuttcher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheCredltansi. 10 Barmer Bankverein 10 Berliner HandelsgeleUjchost 12 Commerz und Prtvat-Bank 11 Darmstädter und Nationalhanl 12 Deutsche Bank und $isconto O)efell|d)aft, . . . 10 Dresdner Bank......10 Reichkbank........12 A.E.G............8 Bergmann.........9 Clektr. Lteserung-getellschast 10 Licht und Kraft . 10 .leiten & Guilleaume . . 7% GefeUschajl für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Cleltriiltät6-33ede 10 Rheinische Elektrizität ... 9 Gchlesijche Elektrizität. ... 10 Schuckert & Co...... . 11 Siemens & Halske.....16 Transravio . ........ 8 Lahmever S Co.......lf Buderus ...... 6 Deutsche Erdöl . ...... 6 öilener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ...... 8 Harpener ........ 0 Hoesch Eisen. . ...... 6V« 3ne Bergbau.......10 Mlödnerroerte ...... 7 Köln-Reuellen...... . 7 Mannesmann-Röhren .... 7 Mansselder Bergbau . .... 7 Oberfchlel. Eilenbeoars .... 5 Cbertchlel KokSwerke .... 7 Pbönir Bergbau ... 6^ Rheinische Brauukohteu . . 10 Nheinstahl ....... 6 Rieheck Montan ...... 7,2 104.5 107 121 129 183 155 235.25 147 148 286 '62,5 167 126 172,5 249 ■ 65,5 76,25 138 134 105.25 101,5 105 120 75 129 154,5 - 147 148,5 162,75 163,75 250.5 77 101.5 - 103.75 146 106,75 121,13 129,25 182 5 154.5 234 146.5 147.75 285 161.75 200,4 166 126 172 <31 165 185,13 246 9 167 75.75 101,5 139.75 137,75 133,75 108,5 249 104 106,5 104 5 ■04.5 100.13 •01,4 235 116 105 106.5 121 I2J 182 154.5 234 146 6 148.5 285,13 162,5 166,75 126.13 171.75 186.75 250,9 102 140 109,9 104,75 107 105,75 105 100.75 102,13 235 116,75 Bereinigte Stahlwerke . Ctaoi Minen .....16’/, Kaliwerke Aschersleben ... 1' Kaliwerke Westeregeln ... 1< Kaliwerke Salzdetlurtb ... 15 3. ®. AarbeivSnöuftrte ... 12 Dvnamit Nobel.......(- Scheideanstalt........v Goldschmidt ........5 Rütgerdwerke ........ 6 Metallgelcllschast.......8 PHUwv Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementmerk Karlstadt. ... 10 Watch Ä ftrentag......8 Sckmltbets Patzenhoser ... 15 Cftroerte.........1? Slku . . 18 Sternberg ...... . H ZellstosI -Salbhof .... 18*/, Zellslosl Aschaskenburg ... IS Charlottenburger Walser ... 8 Dessauer Gar ..... 9 Daimler Motoren .....0 Deutsche Linoleum ...... Rat. Automobil ...... 0 CrenOein & floppe! ..... 0 Leonhard Tietz ...... 10 Sveneka ........ .rranksurter Maschine« .... 4 Gritzner . 6 Hevligenliaedt 0 Iunghans 6 Lechwerke.........8 Mainkraitwerke Höchst a. '31. 8 Miog 10 Gebr. Koedet ...... 10 Boigt S Haessner ...... 9 Süddeutsche Zucke» .... 10 96 212 215 358 163.65 147 69 76.25 108 96 126 25 141.5 J3 25 107-75 208 152 39 145 37 4.5 40 '06 107 131 117 218 153,25 1 12| 1 21 1 1 Kl 21 1 | 1 1 1 82। 1 |81 1 1 1 1 1 1 ' 1 1 • 1 1 1 1 cm cm rn cm 95 56-5 212 214 357.5 162,75 r9 76 107,5 96 82 261 109,5 109 153,75 207 153.5 >04 5 170 39 144,5 44.5 74 157 333 37 40,75 130 218 152,25 95,5 57 213 5 216 360.5 164,5 69.25 76.5 109 97 82 271,25 211 108.4 153.5 209 99 172,S 39.75 245.75 45.25 --ck 335 - z - 130 Berlin, 6. Mckr, »elb »rief Ämeritanlikye Wotcn..... 4.166 4J86 Belgische Noten ....... 58.23 58 47 Dänische Noten........ 111.78 H2.22 Englische Noten........ 20,312 20.392 Franzöltsche Noten...... 16.377 16.437 Holländische Noten ..... rtt lienische Noten...... i67,51 21.97 168,19 22,05 Norwegische Noten...... Deuilch-Scsterr,4100 Kronen H1.75 112.19 58,80 59.04 Rumänische Noten...... 2,465 2.485 Schwedische Noten...... H2.07 112.51 Schwester Noten....... 60 78 81.10 Spanische Noten....... 49.10 49 30 Tlchechoilowakische Noten . . Ungarische Noten 12.355 12,415 73.W 73.32 6. D.ckrz 7. Tldn Bmllich. Notierung Amtliche Notierung ©cio Bri.l Gelb Srtei 2tm't-Rott. 167,81 168 15 167.82 168 16 Bu n 'AireS 1,572 1,576 1.566 1.570 Brss. Antw. 58,315 58,435 58.315 58.435 Edristiania. 111.96 112.16 111.98 112. 0 Kop.'ndag.'n 112,01 112.23 112,02 112,24 Stockholm . 112,31 112.53 112,32 112.54 HeinngtorS. 10,526 10,546 10.52° 10.548 Italien. . . 21.91 21,96 21,92 21.96 London. . . 40.344 20.384 20,35 20 39 '.'ieupork . . 1,1865 4.1945 4 187 4,195 VoriS.... 16,37 16,41 16 375 16.415 Schwei) . . .0,895 ul 055 80.93 81 09 Spa i:n . 49,42 49,52 50-35 50,45 Japan .. . 2,068 2,072 2.064 2,068 Hio de Jan 0.474 0.476 0.482 0.484 Wien in D-- Ceft. abgeft 58,95 59,07 58.94 59.06 Prag . . . 12.402 12,422 12.405 12.425 •Bel trab . . 7,383 7,397 7.385 7.399 Budap.s». . 73,15 73.29 73,16 73.13 Bul arten 3,027 3 03c 3,032 3.038 Lissabon 1883 18.87 18,82 18.86 Dmn'g. . . .1.34 bl.Su 81,34 81.50 Konst ntia. 1.785 1,789 1.784 1.788 Athen. . . 5.415 5.425 5.415 5.425 Canada 4,167 4,17* 4.167 4.175 llru uav . 3.686 3.694 3.696 3.704 Cairo . . . 20,86 20,90 20,863 20.903