•1^ lgniz.^W Na&ied Wv ^>k, Hut Ufo nmermusik umenlen ortrag luis-Irio d 2.- im V otvemnf te, Stude-.itenkartei ekretär Ritter. Uul 1 erhalten im Vow des Gi'scheln» Mr. I uentgilLlch Lintrim m sgahe des blauen An ; für Februar-Apr. in der loslkallinhui' fälligen Beitrags!an :h Kassenboten finde; .•hzeihg das neue Heä ebnet ausgegeben. ertverein ZERT 'Uhr.Stadttheate teil Ei ;5: £ •5: •Ni enbal )Mk. W/W .nadtmlUaßsAUbr tüll«“ leater-Or ehester emesvary er (Klavier) Mozart, Klavierkonztf. ie E-Moll mer< ist aus 5eltersweg 91 50 bei Ernst Challid 5Se. - Studentenkant öen Ausweis 6 n.-.itiöl- riiar ir gaumen »ball nenaW^A* sej^^* j(I juöbach = jbendfflitTanz ialrt,laltl w Nr. 52 Erstes Blatt 180. Zahrgang Freitag, 7. Februar 1930 (Et|d)tint lögl'ch.autzrr Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte (Biefeener Familienblätter Heimat im Dlld Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träqer- lohn, auch bei Rrchler- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe anterSammelnummer'2251. Anfchrifl für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen, poilfchecktonto: Franlsurtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Dctlag: vrLHI'Iche Univerfitäts-Vuch- und Steinöruderei R. Bange in Sietzen. Sdjriftleitung und Seschäsisüelle: Schulüratz- 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfcnnig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20" , mehr. Ehefredakteur Dr Friedt Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot' für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Ostpreußen und das Polenabkommen. Heftige Opposition der ostpreußischen Wirtschaftskreise gegen den geplanten Abschluß des Liquidationsvertrags mit Polen. Eine Entgegnung des Auswärtigen Amts verteidigt das Abkommen. Königsberg, 6. Febr. (WB) O st pre u- hischeWtrtschaftskreise haben einen von den Präsidenten der Handels-, der Landwirt- schasts- und der Handwerkskammer sowie vom Gencrallandschastsdirektor und vom Präsidenten des Vorstandes der ostpreußischen Industrie- und Handelskammern unterzeichneten Aufruf veröffentlicht, in dem die Verfasser an die ge- setzgebenden Körperschaften das Ersuchen richten, dem polnischen L i q u i d a t i o n s a b- kommen vom 31. Oktober 1929 öle Genehmigung zu versagen. 3n der Begründung dieses Verlangens erklären die Verfasser des Aufrufes, das) das fragliche Abkommen dem Vertragspartner Hunderte von Millionen Mark -ubillige, und führen dann weiter aus, die einzige Gegenleistung Polens fei der Verzicht auf Vertreibung von deutsch st ämmigen Polen von ungefähr 50 000 Hektar, ohne daß damit eine Gewähr für die schließliche Erhaltung des Deutschtums der ^Beteiligten gegeben fei. Es bleibe, so meinen die Verfasser des Ausrufes, unverständlich, daß für diesen Zweck Millionen- vpser gebracht werden sollten zu einer Zeit, in der d i e Provinz Ostpreußen zusammenbreche, weil die Mittel zu ihrer ilnterftü&ung fehlen, und knüpfen daran die Bemerkung, die Schlüsse, die die Bevölkerung Ostpreußens aus diesen Umständen ziehe, feien geeignet, den Widerstandswillen der Provinz zu brech en, der die unerläßliche Voraussetzung für die Deulscherhaltung Ostpreußens bilde. Weiter erklärt der Aufruf, Deutschland nehme sich, indem es mit dem Liquidationsabkommen alle Ansprüche an Polen aufgebe, jede Möglichkeit für Verhandlungen über den Ruckerwerb des Korridors zu geeignetem Zeitpunkt. Dies müsse in Ostpreußen tiefste Enttäuschung und Riederge- schlagenheit Hervorrusen • Dazu wird uns von amtlicher Stelle mit= geteilt: Der Ausruf der ostpreußischen Verbände geht von einer Reihe irriger Voraussetzungen aus, die zu falschen Schlußfolgerungen und zu einer schiefen Beurteilung des deutsch-polnischen Abkoin- mens vom 31. Oktober 1929 führen. Zunächst wird betont, daß es sich nicht darum handelt, „den Polen Hunderte von Millionen zuzubilligen". Geldliche Leistungen werden überhaupt nicht den Polen, sondern nur reichsdeutschen Gläubigern zugebilligt, die Ansprüche an den polnischen Staat auf Zusatzentschädigungen zu den Liquidationserlösen haben, die ihnen in unzureichendem Umfange von der polnischen Regierung ausgezahlt worden waren. Diese deutschen Gläubiger habei^ in den seit Jahren vor dem deutsch-polnischen Schiedsgericht schwebenden Prozessen bis heute kein« Ergebnisse erzielt und sollen nun von der deutschen Regierung abgefunden werden. Der Vorteil für die polnische Regierung besteht lediglich darin, daß sie von diesen Klagen, deren prozessualer Ausgang überdies naturgemäß unsicher ist, freigestellt wird. Die Gegenleistung Polens für diese Freistellung besteht nicht nur, wie es in dem Aufrufe dargestellt wird, in dem Verzicht auf A u s- Übung des Wiederkaufsrechtes gegenüber deutschstämmigen Polen (das übrigens ein Areal nicht von 50 000 Hektar, sondern von rund 180 000 Hektar mit einem Wert von rund 250 Millionen Reichsmark und einen Personenkreis von 80 000 Menschen betrifft), sondern außerdem in einer Ausdehnung des polnischen Liquidationsverzichtes über die Empfehlung des Poungplanes hinaus; auch solche Fälle, deren Liquidation bereits durchgeführt war, werden freigegeben, wenn sie sich am 1. September 1929 noch in der Hand des früheren Eigentümers befanden. Durch dem dergestalt erweiterten Verzicht werden 900 ländliche Grundstücke, darunter 34 große Güter in einer Gesamtgröße von rund 50 000 Hektar sowie etwa 700 städtische Grundstücke von der Drohung der Liquidation frei. Der Wert der ländlichen Grundstücke beträgt etwa 50 bis 60 Millionen Mark, der der städtischen 5 bis 10 Millionen Reichsmark. Wenn der Aufruf dann das deutsch-polnische Abkommen mit der Tlotlage der Provinz Ostpreußen in Zusammenhang bringt, so ist dazu folgendes zu bemerken: Reich und Staat haben im Rahmen des nur irgend Möglichen in den letzten Jahren Hunderte von Millionen nach Ostpreußen gelegt; es braucht nur an das auf Initiative des Herrn Reichspräsidenten zustande gekommene O st Preuße n- gesetz vom 18. Mai 1929 erinnert werden. Es ist ferner bekannt, daß gerade jetzt zwischen Reich und Preußen weit vorgeschrittene Verhandlungen über eine G r e n z h i l s s a k ti o n für den Osten schweben, die sich nicht nur auf Hingabe von Mitteln wird beschränken können, sondern eine starke Rücksichtnahme aller staatlichen Maßnahmen auf den Osten ins Auge zu fassen haben wird. Wie demgegenüber auch nur mit dem Gedanken gespielt werden kann, daß der „Widerstandswille der Provinz gebrochen werden könnte", bleibt unerfindlich. Schließlich kommt in dem Aufruf der Gedanke zum Ausdruck, daß Deutschland sich durch Abschluß des deutsch-polnischen Abkommens jeder Möglichkeit zu vertragsmäßigen Lösungen der Korridorfrage begebe. Diese Behauptung, für die auch nicht der Schatten eines Beweises erbracht wird, ist völlig abwegig. Das Abkommen beschäftigt sich, wie schon ein flüchtiger Blick in den Text zeigt, mit finanziellen F r a g e n nt> solchen, die füröie Erhaltung des Deutschtums in Polen von Bedeutung sind. Das Problem der deutsch-polnischen Grenzen wird nicht im entferntesten berührt, und das Abkommen enthält keinerlei Hindernis für das Deutsche Reich, seine Politik hinsichtlich der Frage der Ostgrenze aufrechtzuerhalten. Oie Enteignung deutschen Bodens in Polen. Ter Zweck der Aarargcsetz"cbung Warschau, 6. Febr. (TU.) Im polnischen Sejm führte der deutsche Abgeordnete S p i tz l e r u. a. aus: Die Geschichte der deutschen Minderheit sei seit Beginn des Bestehens des polnischen Staates er- London, 6. Febr. (WB.) Der Führer der amerikanischen Delegation, Staatssekretär Stimson, gab eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Wir haben den Engländern eine sofortige Parität zwischen der englischen und der amerikanischen Flotte in allen Kategorien vorgeschlagen, de durch eine Verminderung der Zahl der Grohkampsschisse bereits im üatjre 1931 statt 1942 erreicht werden kann, hinsichtlich der Kreuzer schlagen wir vor, daß England 15 Kreuzer von 10 000 Tonnen mit Szölligen Geschützen haben soll, und die vereinigten Staaten 18 Kreuzer der gleichen Kategorie. Dafür billigen wir England in der Kategorie der kleineren Kreuzer ein Uebergew'.cht von 42 000 Tonnen zu. Wir schlagen ferner völlige Parität zwischen England und den vereinigten Staaten hinsichtlich der Flugzeugmutterschiffe, der Zerstörer und der Un- terseeboote vor, und zwar auf einer möglichst niedrigen Tonnagebasis. Wir würden ohne weiteres einer Abschaffung der Unterseeboote zustimmen, falls in diesem Punkt eine Vereinbarung unter den fünf Seemächten erreicht werden kann, aber jedenfalls stehen wir auf dem Standpunkt, daß die Unterseeboote gegenüber den Handelsschiffen denselben Bestimmungen des internationalen Rechts unterworfen werden sollen, wie die Ueberwasserschiffe. Der Vorschlag, den die amerikanische Delegation der japanischen Delegation macht, sieht keine gleichmäßige Kontingentierung für alle Kategorien vor. Der französischen und der italienischen Delegation, deren Bedürsnisse in keinem so unmittelbaren Zusammenhang mit den unsrigen stehen, haben wir keine Vorschläge zu machen, aber die Regelung der Fragen, an denen sie besonders interessiert sind, ist sehr wesentlich für die von allen angestrebte Einigung. Berlin, 6. Febr. Rachdem der Reichsfinanz- minister der Reichsreg'.erung die Einzelheiten seines neuen Etats bekanntgegeben hat, kommt in dem Echo, das diese Kabinettssitzung fand, allmählich die Stimmung der verschiedenen Parteien zum Ausdruck. Im wesentlichen scheint man es auf die Umsatzsteuer abgesehen zu haben, die von den Sozialdemokraten, aber auch von der Deutschen Dolkspartei abgelehnt wird, und zwar mit der Begründung, daß wir uns gegenwärtig in einer aufsteigenden Konjunkturperiode befänden, die von der neuen Steuer nur gedrosselt werden würde. Der Reichsfinanzminister hat, da er diese Widerstände bereits befürchtete, schon gestern zu verstehen gegeben, daß er dann eine Verdoppelung der Bier st euer verlangen müßte. Das Desizit des neuen Etats beträgt 700 Millionen, die sich aaer um 250 Millionen vermindern würden, wenn der Vorschlag des Reichsfinanzministers, die Arbeitslosenversi che- rung aus dem Etat voUkommen herauszunehmen, Annahme finden würde. Zur Deckung der ganzen 700 Millionen würden die bereits vorgeschlagenen Steuererhöhungen nicht einmal ausreichen. Angesichts dieser Tatsache rechnet man damit, daß die Parteien in der Besprechung mit der Regierung zu einem Uebereinfommen kommen werden. Erst dann wird das Reichs- süllt von Versuchen der Regierung, die kulturelle Arbeit der Minderheit dadurch zu diskreditieren, daß ihre Führer der staatsfeindlichen Tätigkeit angeklagt und beschuldigt wurden. Er wolle der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Veränderung in der Leitung des Justizministeriums allen Versuchen, die Rechtspflege zu einem politischen Kampfmittel zu erniedrigen, ein für allemal ein Ende bereiten werde. — Beim Haushalt des Agrarreformministeriums griff Abg. von Sänger die Parzellierungspolitik des Ministe- riums äußerst scharf an und wies u. a. daraus hin, daß nur in einem Punkt man seit der Durchführung der Agrarreform die Deutschen berücksichtige, und zwar bei der Enteignung ihres Lande s. Von 41 000 Hektar Boden, die im Laufe der letzten vier Jahre von den Wojewodschaften Posen und Pommerellen enteignet worden seien, habe man 31 000 Hektar, d. h. ü b e r 7 5 v. H. d e n Deutschen weggenommen, aber nur 10000 Hektar oder nicht ganz 25 v. H. den Polen. Dabei betrage der deutsche Großgrundbesitz in diesen Wojewodschaften nur etwa 30 v. H., der polnische jedoch 70 v.H. der anbaufähigen Fläche. Günstige Ausnahme in England. Eine „annehmbare Grundlage". London, 7. Febr. (WTD. Funkspruch.) Der „Daily Telegraph" erklärt, das „kühne Angebot" der amerikanischen Delegation sei auf direkte Veranlassung des Präsidenten Hoover erfolgt. Dies sei bei weitem die wichtigste Entwickelung dieser Flottenkonferenz. Rach dem amerikanischen Plane wären 5 britische und 3 amerikanische Schlachtschiffe sofort abzuwracken, in der noch wichtigeren Frage der Kreuzertonnage scheine aber ein vernünftiges Kompromiß erreicht worden zu sein. R. türlich könne England sich nicht auf Festsetzung irgendeiner Tonnage einlassen, wenn alle Mächte beispielsweise ihre lü-Bootflottillen aufrechterhalten. Mit diesem wichtigen Vorbehalt könne Stimsons Vorschlag von ganzem Herzen begrüßt werden. „Times "sagt: Der erste Eindruck ist, daß die amerikanischen Vorschläge eine annehmbare Grundlage für die weiteren Verhandlungen bilden. Es wird immer wahrscheinlicher, daß ein Plan aufgestellt werden wird, der es Großbritannien, Amerika und Japan erlauben würde, eine nichtübertragbare Tonnage für jede Schiffsgattung festzusehen, während Frankreich und Italien, falls sie es wünschen, die Möglichkeit erhalten, einen gewissen Betrag an Tonnage zwischen den Klassen der leichten Kreuzer und der Zerstörer auszutauschen. — Die „Morning Post" schreibt: Der wichtigste Punkt in den amerikanischen Vorschlägen ist die ins Auge gefaßte Regelung der Kreuzerfrage. Zum erstenmal sind Tonnagezahlen genannt worden. Die Bezugnahme auf Frankreich und Italien drückt deutlich den Gedanken einer besanderen Vereinbarung zwischen diesen' beiden Ländern innerhalb des Rahmens eines allgemeinen Vertrages aus. kabinett die gesetzlichen Bestimmungen und die Einzeletats zur Verabschiedung bringen, um den ganzen Haushaltsplan in der kommenden Woche dem Reichsrat zuleiten zu können. Der „Vorwärts" schreibt: Die Vorschläge des Finanzministers riefen fast den Eindruck hervor, als wolle man aus einem Extrem in s andere verfallen! Rach den Ausschweifungen der Steuersenkungspropheten Ausschweifungen in der Steuererhöhungsfreudigkeit. Ein derartiges Tleberschlagen ins andere Extrem sei weder notwendig, noch entspreche es auf die Dauer den Anforderungen einer Finanzpolitik, die auch den Gesichtspunkt der steuerlichen Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren solle. Dor allem erscheine es bedenklich, dauernde Steuererhöhungen vorzunehmen, noch dazu bei Steuerarien, die eine spätere Senkung sehr problematisch erscheinen ließen, um Deckung für einen einmaligen Fehlbetrag zu schaffen. Moldenhauer schlage Erhöhungen von Verbrauchs st euern von insgesamt rund 400 Millionen Mark vor. Das sei ein sehr reiches, ja ein überreiches Steuerbukett. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sehe sich nun vor der Aufgabe, gründlich zu prüfen, was an diesem Steuerbukett notwendig undd sozial tragbar sei. Sie werde das Rotwendige bewilligen. um die Sanierung der Finanzen und die Llnabhängigkeit der Reichsfinanzpolitik herbeizuführen. Oie Bottspariei in Heften zur Reichsreform. Keine einheitliche Ltcllung zur An» fchluskiraac Darmstadt, 6.Febr. (Wolff.) Das Gcneral- fetretadat der Deutschen Volkspartei in Hessen teilt mit: Wenn man den Berichten einiger Zeitungen, vornehmlich den preußischen, glauben soll, hat die Sitzung des Landesauss chusses in Frankfurt a. M. unter dem Eindruck einer spontanen Kundgebung der hessischen volksparteiler für den Anschluß Hessens an Preußen gestanden. Diese Auffassung entspricht nicht den Tatsack)en; wohl war es so, daß ein Vertreter Rheinhessens als einziges Mittel für eine durchgreifende Gesundung Hessens das Aufgehen In Preußen empfahl und dabei die nachdrücklichste Unter- ftühung der Mehrheit der oberhessischen Vertreter sand. Mit gleicher Entschiedenheit aber traten eine Reihe Starkenburger Vertreter gegen derartige Aussassungen auf. so daß nicht im geringsten der Eindruck entstehen konnte, als ob der Landesausschuh als solcher eine einheitliche Stellung zu dieser Frage eingenommen hätte. Die Diskussion darüber nahm in den fünfstündigen Verhandlungen vielleicht eine Viertelstunde in Ansvruch und wurde dadurch erledigt, daß der Vorsitzende darauf hinwies, daß die Erörterung über Einheitsstaat usw. über den Rahmen der Tagesordnung hinaus- ginge. Richtig ist, daß der Landesausschuß den Beschluß faßte, in Bälde in einer besonderen Sitzung mit dem Problem der Reichsreform sich zu befassen, und daß erst diese Sitzung dazu berufen sein wird, die Stellung der hessischen Volkspartei, ter zur Reichsresorm, Anschluhfrage usw. sestzu- legen. Ium geplanten Lehrerabbau in Hessen. Eine Einqabe der Lchrcrorganisationen Darmstadt, 6. Febr. (Wolff.) Wie aus den Mitteilungen über das Sparprogramm der hessischen Regierung zu ersehen war, trägt sich die Regierung mit dem Gedanken, an der Volksschule 205 Stellen einzusparen. Rachdem bereits im Jahre 1924 an der Volksschule 275 Stellen und in den folgenden Jahren noch weitere 242 Stellen eingespart wurden, glaubten die hessischen Lehrer und Lehrerinnen die Volksvertretung auf öie unterrichtlichen und gesundheitlichen Schäden, die durch einen erneuten Abbau an der Volksschule öe£ Heranwachsenden Jugend zugefügt werden, aufmerksam machen zu müssen. Der Hessische Landes-Lehrerverein, der Katholische Lehrerverein, der Hessische Landes-Lehrerinnenverband und der Verband KatholischerDeutscherLeh- r er i nn en in Hessen haben daher bereits am 6. Januar den nachfolgenden Brief an die Abgeordneten gerichtet: „Die unterzeichneten hessischen Lehrerorganisationen gestatten sich, Ihnen folgendes zu unterbreiten: Seit 1924 sind an der hessischen Volksschule über 5 0 0 Stellen abgebaut worden. In den nächsten drei Jahren werden der Volksschule insgesamt 30 000 Schüler mehr zugeführt als zur Entlassung kommen. Das würde eigentlich die Errichtung von 7 5 0 neuen Stellen nötig machen. Sollte unter diesen ilmftänben das Gerücht von einem weiteren Abbau an der Volksschule zutreffen, so würde der Heranwachsenden Jugend ein Schaden zugefügt, der nicht zu verantworten wäre." Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 6. Febr. (Wolff.) 3m Finanzausschuß des Hessischen Landtages wurde von der Regierung in Aussicht gestellt, daß der Etat in etwa 14 Tagen dem Landtag unterbreitet werde, so daß die Ausschuß- beratungen etwa am 20. Februar beginnen könnten. Die Gutachten des Sparkommissars werden ebenfalls bis zum Ende der kommenden Woche im Druck erscheinen. Die bei der Beratung der Vorlage über den ■ilebergang der Hefrag (Hessen-Frank- furt°Elektrizitäts-AG.) an die Preag (Preußische Elektrizitäts-AG.) sich gezeigten Schwierigkeiten treten im Ausschuß nicht in die Erscheinung. Der Vertrag wurde vielmehr einstimmig gebilligt. Die Regierung wurde außerdem ermächtigt, auf den hessischen Anspruch an die Hesrag wegen Auszahlung von Dauzinsen info- Amerikanische Initiative ans der Noiienkonserenz Em großzügiger Vorschlag Stimsons bietet England völlige Parität in allen Schiffskkassen an. Oie Gestaltung des Reichsetats. cocit zu verzichten, als dies die Stadt Frankfurt bereits getan hat. Ein Antrag Werner lfrak- tionslos) und Böhm (Dnatl.), der ebenfalls die Hefrag betraf, wurde durch die vorhergehende Aostimmung für erledigt erklärt. Ebenso werden einige Eingaben entsprechend der Regierungserklärung für erledigt erklärt. Der von dem Kun st verein für Hessen und der Freien Bereinigung hessischer Künstler verlangte Beitrag von 5000 Mark für dre vom- > merausstellung 1 930 in Darmstadt wird gegen eine Stimme bei zwei Stimmenthaltungen aus Sparsamkeitsgründen abgelehnt. Das Parlament im Rundfunk. Ein mitzglücktcs Experiment. Berlin, 7. Febr. (Priv.-Tel.) 3e länger die Einrichtung des Rundfunks besteht, desto zahlreicher werden die Klagen über seine Han^ habung. Bisher hat es sich aber immerhin noch vermeiden lassen, diese technische Errungenschaft mit parlamentarischen Sitzungen m direkten Zusammenhang zu bringen, also zu ver^ hindern, dah die breitere Oesfentlichkett durch älebertragungen einen Einblick in dre Berhalt- nisse gewinnt, die wir zum Schaden für den Parlamentarismus nur allzu oft in den Sitzungssälen unserer Parlaments vorfrnden. Diejenigen, die es mit dem Parlamentarismus gut meinten, haben sich auch stets gegen die Leber- tragung von Brandreden und Spektakelstucken gewehrt. Sie haben jetzt die Waffen strecken müssen, weil diejenigen, die Republik, Demokratie und Parlamentarismus allein gepachtet zu haben glauben, es fertig gebracht haben, nun auch das Rundfunkmikrophon dort hinzustellen, wo parteipolitische Gegensätzlichkeiten am stärksten aufeinander zu Platzen pflegen und wo es nicht immer so zugeht, tote man sich das im Interesse des Parlamentarismus selbst wünschen mühte. Den Anfang hat Preußen gemacht, und zwar ausgerechnet der Sklarek-älnter- suchungsausschuh, in dem am Donnerstag der Berliner Bürgermeister Scholz sprechen sollte. Der Rundfunk wurde auch eingeschaltet, aber im gleichen Augenblick verstanden es die Kommunisten mit Hilfe des kommunistischen Ausschubvorsitzenden eine Geschäftsordnungsdebatte von Stapel zu lassen, die lediglich dazu diente, vor dem Mikrophon Parteipolitik zu treiben. Die anderen Parteien beschränkten sich nur auf leere Proteste. Sie muhten sich überdies durch die Kommunisten die schwersten Beleidigungen gefallen lassen, die selbstverständlich nun in alle Welt hinausgefunkt wurden. Brüllendes Gelächter löste es schließlich aus, als ein Demokrat „tm Interesse des Ansehens des Parlaments" Schluß der Debatte verlangte. Auch seine Worte und ihre Aufnahme natürlich durch den Rundfunk hinaus. ünt> drathen im Lande wird man nunmehr naai uie,e.n bezeichnenden Zwischenspiel wissen, was man vom Parlament im allgemeinen und der Tätigkeit unserer Abgeordneten im besonderen zu halten hat. Amnestie in Spanien. Madrid, 6.Febr. (TU.) Aus Anlaß des am heutigen Donnerstag vor einem Jahr erfolgten Todes der Königinmutter Maria Chri- ft i n a von Spanien beschloß der Ministerrat, eine weitgehende A m n e st i e für sämtliche Militär- und Zivilpersonen zu erlassen, die in die während der Diktaturzeit versuchten Umsturzanschläge verwickelt waren Dadurch werden auch alle vor einem Jahr entlassenen Artillerieoffiziere wieder in den Dienst eingestellt. Die von Primo de Rivera aufgehobenen Unterstaatssekretariate werden jetzt wieder errichtet. (Sambo und Gabriel Maura bemühen sich, gemeinsam die sogenannte große nationale Partei zu bilden. Aus aller Wett. Der Fall Meuhdörfer. Die Gerichtspressestelle Bayreuth erklärt: Die in den letzten Tagen vorgenommenen Rachforschungen bezweckten hauptsächlich festzustellen, ob die Angaben Schuberths und Popps, die sich bekanntlich s e l b st des Einsteigens in die Billa Meuhdörfer beschuldigt hatten, wahr seien. Die Rachforschungen ergaben, daß d i e Angaben nicht wahr sein können. Cs wurde festgestellt, dah Schuberth und Popp au der in Frage kommenden Zeit sich nicht in der Billa Meuhdörfer, sondern an ganz anderen Orten befunden haben. Schuberth hat seine bisherigen Angaben bereits dem Llnter- suchungsrichter gegenüber widerrufen. Er bezeichnete als Beweggrund seiner Selbstbeschuldigung die Erlangung der in Aussicht gestellten Belohnung, mit der er für seine Familie sorgen wollte. Stresemann-Ltraße in Berlin. 3n der Stadtverordneteniitzung wurde der Antrag der Deutschen Dolkspartei, den Stcahenzug Tiergarten-Lenne-Straße Stresemann-Strahe zu nennen, mit 109 gegen 101 Stimmen angenommen. Dafür stimmten die bürgerlichen Mittelparteien und die Sozialdemokraten, dagegen die Deutschnationalen, die Rationalsozialisten und Kommunisten. (Befangene Aufständische entfliehen von Jleu-(Buinea. Aus dem am oberen Digoel-Fluß auf Neu- Guinea errichteten Konzentrationslager, in dem seinerzeit die Führer der kommunistischen Bewegung und eine Anzahl aktiver Teilnehmer an dem kommunistischen Auf- standsoersuch in Niederländisch-Jndien interniert wurden, sind mehrere Gruppen von Internierten e n t f l o h e n. Einer dieser Gruppen gelang es, die Thurda-Jnscln au erreichen, wo sie von einem Regierungsdampfer wieder übernommen wurde. Eine andere Gruppe wurde auf der Flucht int Urwald von Paquas überfallen. Die Ueberlebenden, die zum größten Teil bei dem Kampfe verwundet wurden, wurden von Paquas in das Internierungslager zurückgebrachl und an die holländische Besatzung ausgeliefert Der zu dieser Gruppe gehörende bekannte Kommunistenführer D a ch l a n mußte von feinen Anhängern im erschöpften Zustande im Urwald zurückgelassen werden. Beraubung einer Aztekenpyramide in Mexiko. Diebe haben die Attetenpyrarnide von Eholula im Staate Puebla erstiegen und von dem Ma- rienbildnis die goldene Krone, die 3utoelen und Gewänder, sowie den 3esuslnaben des von Eortez aufgestellten MarienstandbildrS gestohlen. ttnierzeichnung des Freundschastsverirags zwischen Oesterreich und Italien. Das Ergebnis der Haager Konferenz. - Trinksprüche zwischen Schober und Mussolini auf die neue Freundschaft. Rom, 6. Febr. (Tel.-Ln.) Der italienischösterreichische Freundschafts-, Vergleichs- und Schiedsgerichtsvertrag ist von Schober und Mussolini am Donnerstag unterzeichnet worden. Rach der Unterzeichnung schenkte Mussolini dem österreichischen Bundeskanzler eine silberne Statue, die den Tiber darstellt. — Der Wortlaut des Vertrages wird am Mittwoch in Wien und Rom veröfsentlicht werden. Der Vertrag ist auf zehn Fahre abgeschlossen worden, läuft aber weiter, wenn er nicht gekündigt wird. Am Donnerstagabend veranstaltete Mussolini ein Festessen zu Ehren des österreichischen Bundeskanzlers, auf dem zwischen beiden Staatsmännern herzliche Trtnksprüche gewechselt wurden. lien und Oesterreich seien durchden Freund- schastsvertrag bekräftigt worden. Zum Schluß sprach Schober seinen aufrichtigen Dank für die Aufnahme in 3talien aus und erhob sein Glas auf das Wohl des Königs von 3talien, der königlichen Familie, Mussolinis und des gesamten italienischen Volkes. Gchober ist sehr zufrieden. Der Zweck der Berliner Reise Rom, 6. Febr (TL.) Bundeskanzler Schober empfing am Donnerstag die Vertreter der deutschen und österreichischen Presse und erllärte ihnen u. a., daß der am Donnerstag unterzeichnete Vertrag ein Freundschafts-, Vergleichs- und Der Staatsbesuch des österreichischen Bundeskanzlers In Rom: Bundeskanzler Schober (Mitte) bei der Ankunft in Rom. 1 ff, A, ■ H • M W M I M Mussolini führte u. a. aus, die Regierung und das italienische Volk chatten Schobers Besuch herz'ich ausgenommen und werteten seine Bedeutung besonders, da in dem neuen Vertrage die Freundschaft zwischen beiden Rationen festg.legt worden sei Die Bedeutung Oesterreichs in C u° ropa sei- der faschistischen Regierung immer klar gewesen und das erkläre 3taliens Haltung auf der Haager Konferenz. Mit 3nteresse verfolge 3talien Oesterreichs Bemühungen, zu einer Gesundung seiner politischen und wirtschaftlichen Lage zu kommen. Mussolini schloß mit einem Hoch auf den Bundespräsidenten, die Republik Oesterreich und den Bundeskanzler. Bundeskanzler Schober dankte Mussolini für die freundlichen Worte. Das Ergebnis der Haager Konferenz sei für Oesterreich von historischer Bedeutung. Der Erfolg hätte nicht erzielt werden können, wenn nicht Italien, das der größte Gläubiger Oesterreichs war, auch diesmal, wie schon wiederholt, weitreichendes Verständnis für österreichische Lebensnotwendigkeiten bewiesen hätte. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen 3ta- Schiedsgerichtsvertrag sei, wie Oesterreich ihn schon mit vielen Staaten abgeschlossen habe, wie z. B. mit der Schweiz, der Tschechoslowakei ufto. Alle, die hinter dem österreichisch- italicnischen Freundscha ts° und Sch edsgerichts- vertrag etwas Außergewöhnliches suchten, würden durch die Veröffentlichung enttäuscht sein. Er fei kein Mann, der die Oesfcnt- lichkeit zu scheuen brauche. Schober tarn im Verlaus des Presseempfanges dann auch auf feine bevorstehende Reise nach Berlin zu sprechen. Er freue sich, als österreichischer Bundeskanzler dem benachbarten Deutschland seinen Besuch abzustatten, und sprach die Hoffnung aus, daß bei dieser Gelegenheit auch die Frage des deutsch-österreichischen Handelsvertrages geklärt werden könnte. Aus die Frage, ob die Ursachen, die seinerzeit zur Trübung der italienischösterreichischen Beziehungen geführt hätten (womit wohl S ü d t i r o l gemeint sein dürfte), beigelegt seien, erklärte Bundeskanzler Schober, daß er vom ersten Tage seiner Kanzlerschaft an nur Freundschaftsbeweise 3taliens gegenüber dem österreichischen Volk erfahren habe und keinerlei Beschwerden mehr an ihn gelangt seien. Das Attentat ans den Präsidenten von Mpko. Das Attentat auf den Präsidenten von Mexiko: Präsident Ortiz Rubio im Kreise seiner Familie. A V z1 Die Mexikaner legen Wert darauf, daß sie keine Gelegenheit zum Revolutionspielen vorüber- gehen lassen. Auch der Tag, an dem der neue Präsident Ortez Rubio sein Amt an trat, ist durch solche Do.ksbelustigung gekrönt worden. Der Präsident ist angeschossen, nach neueren Rachrichten sogar nicht unbedenklich: aber wer in Mexiko ein Amt übernimmt, weiß, daß damit automatisch gesteigerte Lebensgefahr verbunden ist. 3m Grunde genommen ist das Land in den hundert 3ahren, seit es die spanische Herrschaft abschüttelte, aus den Unruhen nicht herausgekommen, vielleicht wenn man die Zeit des Diktators Porfirio Diaz abrechnet. Da waren immer Heinere Provinzialarößen oder Generale. die sich selbständig machten und gegen die Zentralgewalt ankämpften, die auch immer Anhänger fanden, solange sie Geld hatten und. da das Land nur halb kultiviert ist, einen Guerillakrieg führen konnten, der mit Drand- chahungen des Landes solange geführt wurde, bis die Armee aus Mangel an Lebensmitteln oder an Plünderungsmöglichkeiten auseinanderlief. Präsident Calles hat diesen Unfug zu teuem gesucht und hat auch unbestreitbare Cr- olge erzielt. Was sich ihm in den Weg stellte, wurde beiseite geräumt, so daß er schließlich unbestrittener Herr des Landes war. Er hat aber dafür von der andern Seite her die Brand» adel in die Bevölkerung hineingeworfen, indem er einen Kulturkampf gegen d i e katholische Kirche führte, den er später wieder abbauen mußte. Die Leidenschaft dieses ohnehin temperamentvollen Mischvolkes sind dadurch erneut in Bewegung geraten, und eine Folge dürfte auch das neueste Attentat fein, hinter dem vermutlich der unterlegene Präsidentschaftskandidat Dasconcellvs steht. Wan könnte aus dieser Geschichte der Revolutionen schließen, dah Mexiko noch nicht die moralische Reife zur Eigenstaatlichkeit hat. Die Bereinigten Staaten haben diese Folgerung auch ziehen und das Land annektieren wollen, schon mit Rücksicht auf die reichen Geleitet im Rorden. Sie haben zu dem Zweck längere Zeit eine eigene Privatarmee auf mexikanischem Boden unterhalten. Aber der Unabhängigkeitssinn der Mexikaner ist so groß, daß sie sich gegen diese Einrnisa-ung von Rorden l>er einmütig zusammenfanden. Die Petroleummagnaten haben deshalb ihr Tempo gemildert und suchen jetzt im Wege der friedlichen Ansaugung der Mexikaner allmählich Herr zu werden, was ihnen auch eher gelingen dürfte. Denn je mehr das Land besiedelt wird, je mehr fremde Kolonisten einbringen, die in Ruhe ihren Besitz mehren wollen, desto eher muh der klassische Revolutionär aussterben. Aber darüber wird noch einige Zeit vergehen. Die Mersuchung des Attentats. Eine weitverzweigte Verschwörung? Mexiko, 7. Febr. (WTD. Funkspruch) Prä- ident Rubio muhte sich Donnerstag nachmi tag einer zweiten Operation unterzieh n, die der Entfernung eines Knochensplitters aus dem Kiefer galt. Der Patient hat die Operation gut überstanden, und die Aerzte bezeichnen sein Befinden als befriedigend. Sie wollen aber nicht gestatten, daß irgend jemand ich mit ihm unterhält. 3n der Bundeshauptstadt herrscht völlige Ruhe. Angesichts der Zeitungsberichte, dah Präsident Rubio sich nicht in Le^nsgefahr befinde und wahrscheinlich bereits innerhalb einer Woche imstande sein werde, feine Amtstätigkeit aufzunehmen, hat sich die Erregung der Bevölkerung gelegt. Der Täter Flores ist im Militärgefängnis untergcbracht. Er hat zugegeben, dah er dem Präsidenten mehrere Stunden nach st eilte, um eine günstige Gelegenheit für den Anschlag abzupassen. ®ie Lnterfuchungsbchärde geht offenbar von der Voraussetzung aus, dah der Anschlag auf eine weitverzweigte Verschwörung zuräck- zusühren ist: es wird jedoch nicht belanntg .geb n, welche Ergebnisse die Untersuchung bish.r gezeitigt hat. Die Truppen, die während der ganzen Rächt in kleinen Abteilungen durch die Straßen marschierten, wurden heute zurückgezogen. Vor der Wohnung des Präs deuten kind jedoch 50 Mann der Präsidentschaslswache auf gestellt. Der Verkehr wird von der Polizei im Umkreis von zwei Häuserblocks umgeleitet. Rach dem Polizeibericht sind bei dem Anschlag drei Zuschauer durch die Schüsse des Täters verletzt worden. Oie Wetterlage. Ponnerstaa <5 Köst, Tnol Wo RDerdj UM O ’ÖÄ > Wien 7° < o o .laoent i io T -2.5 ,Nordöya|C7 O • " Ti Clermont (jenf-J ' Oe b fö. ywoixentox Onrner. <>nai6 vroecxi.» woitig. G orarcitt «Regei\ » Schnee aOraupein e hcdci R (iewiuer (§)wmastiiie.KS sei» CKhte> Os» n«$$ige» Suasuowgsi Q siurmucne» nordwesl Oie »lene niegea mit dem wmoe Oie oeiden Stationen stenenden Zahlen gelten die Temperatur an Oie Limen verpmaeo Orte mit gleichen «Bf necruniveau umaer«boelen Luftdruck Wettervoraussage. Der Kaltlufteinbruch hat sich über ganz Deutschland durchgesetzt, so daß die heutigen Morgentem- peraturen bei Null und etwas darunter lagen Er hat gleichzeitig eine Verlagerung des nordwestlichen Hochdruckgebietes nach der Nordsee bewirkt. Das Hoch wird sich weiter nach dem Festlands ausbreiten. Dabei werden feine ausfließenden Lustmassen uns überfluten, so daß unter südöstlichen Winden das rauhe Wetter anhält. Einzelne Schneefälle sind vorerst noch zu erwarten. Die Temperaturen sinken langsam weiter und kommen unter dem Gefrierpunkt zu liegen. Auch nimmt die Wolkendecke später mehr ab, so daß Aufheiterung ein- tritt. Witterungsaussichten für Samstag. Teils wolkiges Wetter mit vereinzelten Schneefällen, teils aufheitemd, leichter Frost. Amtliche Wintersportnachrichten Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, minus 5 Grad 15 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — Herchenhainer Höhe: Klar, minus 5 Grad, 15 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. m rt in . -U 'Kr i. aber ri?? föss »falte Xer. dein bcr, 'e fa Ni bi» ? wtenffou Jb yiitttn 'Nen (M. den, Zweck J* aus nieri, d-, Sn- , l'1 1° groh, V b°n Morden 1c Petroleum. !W® gemildert ledlichen Aus. Herr zu wer. durste. Denn ' mehr fremde r ihren Besitz * Milfr »aruber wird Watt. Wn»ß? inlsPruLs Prä- stag nachmi tag unterzieh n, dir ■ittcti aus dem die Operand die Aerzte sneölMd. Sie irgend jemand Bundeshoupt- Angesichts der lubio sich nicht hrscheintich be» mbe sein werde, hat sich die Er- ki Ater Flo- ntergebracht. Er äsidenten inch« >, um eine gün« blag abzupasien. ossenbar von der chlag aus eine lörung zurück« t belanntg.g:bn, jung bisher ge« >ie während der iungen durch die freute zurück« des Präf denten tentfdWvacfre vn der ivcks nmgeieiiet. ei dem Anschlag chüsjc des Aters JI« 5980 ■ (ab Werk) Daimler-Benz A.-G. Verkaufstelle Giefeen, Bahnhofstrabe 90/92 347V Mit unsrem übrigen ausgowählten Typenprogramm können wir auch in mittleren und stärkeren Wagen den höchsten Gegenwert für den Kaufpreis bieten. Treffen Sie Ihre Wahl nie, ohne Mercedes-Benz geprüft zu haben. 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Ist es doch bei der Gicht meist die große Zehe, bie als Ein des Leidens Gram und Kummer verur- facht Die Gegend des Gelenkes zwischen Mittel- fuhknochen und Zehe schwillt im akuten Gichtanfall stark an, indes sich tue darüber.liegende Haut hochrot verfärbt und brennend heiß wird. 3m Gelenk wühlt, beißt und brennt es; jede, auch die leiseste Berührung, löst die heftigsten Schmerzen aus. und oft dauert es Stunden und Stunden, dis die rasenden Beschwerden nachlassen. Beben dem großen Zehengelenk können auch andere Gelenke der Füße und Zehen, der Hände und der Finger, Knie-, Ellenbogen-, und noch größere Gelenke befallen werden. , Es ist bekannt, daß bei der Gicht Abweichungen des Harnsäure st offwe ch f e 13 vom Normalen eine wichtige Rolle spielen. Die Harnsäure wird bei der Gicht nicht in genügender Menge von der Niere ausgeschieden; sie sammelt sich im Blute an und schlagt sich — unregelmäßig periodisch — in Kristallform nut Vorliebe auf den Gelenkknorpeln nieder; Jie fällt aus", sagt der Chemiker; und .löst den Anfall aus", seht der Arzt hinzu. Auch die Gicht- kn o t e n an den Fingern, an den Ohren ufto. hefteten aus harnsauren Salzen. Worauf aber die Gicht, worauf letzten Endes die Harn- säurestoffwechfelstörung beruht, das ist noch in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Sicherlich spielt in manchen Fällen erbliche Anlage eine Nolle; zumal in Familien, in denen auch noch andere Stosfwechselstörungen, wie Zucker, Fettsucht und dergleichen Vorkommen. Die Annahme, daß starker Flei sch genuh mit zur Entstehung des Leidens beiträgt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Jedenfalls ist die Gicht in England mit feinem großen Fleischkonsum viel verbreiteter als in Japan, dem fleischarmen Neis- lande. Alkoholmihbrauch, vor allem das übermäßige Trinken schwerer Rot- und Portweine, wie überhaupt üppiger Lebenswandel gelten als besonders schädlich für Personen, die eine Anlage zur Gicht haben. 3m übrigen ist das Podagra eine klassische M ä n n e r k r a n k h e i t ; auf 50 bis 80 gichtkranke Männer kommt eine gichtkranke Frau. Die Behandlung der Gicht hat zunächst einmal den akuten Anfall mit Hilfe von innerlichen Medikamenten zu bekämpfen. 3n der anfallsfreien Zeit muß eine Diät eingehalten werden, die dem Körper möglichst wenig harnfäurebil- dende Kost zuführt. Man wird also bei Fleischspeisen Niere, Leder, Euter, Zunge, ferner alle kleinen Tiere (Taube, Rebhuhn und dgl.), und außerdem Oelfardinen, Hecht, Zander ufto. vermeiden. Anderseits eignen sich Sahne, Milch, Butter, Mehlspeisen, Eier, Obst und Gemüse be- sonders gut für eine Gichtdiät. Der Kranke kann jedoch ruhig 100 bis 150 Gramm Fleisch pro Tag genießen. Schließlich spielen ganz besonders bei den chronischen Formen der Gicht Bade- und Trinkkuren mit natürlichen Heilquellen, Schlamm» und Moorbäder, HeißluUbehandluna, Dampf duschen, Diathermie und andere physikalische Methoden eine wichtige Rolle. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadt' theater: „Musik", 20 bis 22 Uhr. — Republikanische Arbeitsgemeinschaft an der Landesuniversität: Vortrag über das Thema „Studententum und Nationalsozialismus" (Vortragender: Dr. mierenborff), 20.15 Uhr, im Cafs Ernst Ludwig. — Matthäus« gemeinde: Hauptversammlung, 20.15 Uhr, im Gemeindesaal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bruder Bernhard" und „Sein Herzensjunge". — Astoria-Lichtspiele: „Gefangene des Meeres" und „Das Haus ahne Männer". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Premiere „Musik", von Wedekind, beginnt um 20 Uhr. — Sonntag Fremdenvörstellung „Drei alte Schachteln", Operette van Walter von Kolo. — Dienstag, 11. Februar, „Du wirst mich heiraten", Lustspiel von.Verneuil. — In Vorbereitung: „Wie es Euch gefällt", Shakespeare, und »Heilige Flamme", von Maugham. — Hebet „ötuöentenfebaft und Nationalsozialismus" wird der Pressechef des Hess. Innenministeriums Dr. Mieren- dorff, Darmstadt, heute Freitag, 20*/♦ Uhr. im oberen Saale des ©a'e Ernst Ludwig sprechen. Die Veranstaltung geht von der republikanischen Arbeitsgemeinschaft an der Landesuniversität aus. — Familienabend der ßutas gern einbe. Die Lukasgemeinde wird dm nächsten Sonntagabend wiederum einen Familienabend in ihrem Gemeindesaal veranstalten. Es wird ein Vortrag m t Lichtbildern über das Thema: „Menschen und Städte in Italien" gehalten werden. Der Vortrag wird durch gesangliche, dem Thema angepahte Darbietungen umrahmt werden. Näheres in der heutigen Anzeige. — Die Soldaten- und Schuhpolizeimission, Sih Eßen, die auf eine 39jährige segensreiche Tätigkeit zurückblickt und die ihre Aufgabe darin sieht, den Reichstvehrsoldaten, der Schutzpolizei und den Fremdenlegionären (mit letzteren steht sie allein mit mehr als ICO in brieflicher Verbindung) das Evangelium nahezubringen, labt im heutigen Anzeigente.l zu einer Konferenz im <5aare der Stadtmission ein. — Der Verein ^Oberhessisches Dame n h e i m" teilt mit feiner Wobltä'.igle'tsauf- führung »Die Eiskönigin" allen Besuchern den Minter vorzaubern, den die Natur uns bis jetzt noch vorenthalten hat. Die Wohltätigkeitsveran- ftaltung wird in unserem heutigen Anzeigenteil erneut angekündigt. Der Besuch des Festes, das am (Sonntag und Montag auf der Liebigs- höhe stattsindet, fei noch einmal toarm empfohlen. — Ein Dortrag für Damen findet auf Veranlassung des Naturheilvereins am kommenden Montagabend im Katholischen Dereinshaus statt. Vortragende ist Frau Elsa von ® elfte r l (Berlin), die — wie man uns mitteilt — den Frauen und Töchtern unserer Stadt viel wichtiges zu sagen haben wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Der öffentliche Vortrag .Gutes Licht gehört zum Haushalt', den die Hausfrauenvereine und die E.ektrogemeinfchaft Gießen veranstalten, findet, wie wir in Derichti- gung einer früheren Notiz bemerken möchten, am nächsten Dienstagabend im Saale des Eas6 Leib statt. L.U. Don de r Landes-Universität Gießen. Die Universität Amsterdam hat Professor Dr. Victor eingeladen, im März Gastvorlesungen dort zu halten. •* Finanzamtspersonalie. Der Obersteuerinspektor Ernst Lehr beim Finanzamt Gießen wurde zum ©teucra.ntmann ernannt und an das Finanzamt Friedberg ver.'etzt. Herr Lehr konnte sich hier bei seinen Vorgesetzten, sowie bei seinen Kollegen und sogar bei den Steuerpflichtigen des größten Ansehens erfreuen. 8 8. Geburtstag. Am nächsten Sonntag, 9. Febr., begeht der Oberpostschafsner i. R. Adam Emig, Wilhelmstraße 45, Altveteran von 1866 und 1870 71, bei noch guter körperlicher Rüstigkeit seinen 88. Geburtstag. ** D i e Fenträluhrenanlage in Gießen, die noch vor einigen Wochen den Stadtrat beschäftigte, wirb nun in Betrieb kommen. An die Anlage, bie ihren Betriebsmittelpunkt im alten Rathause in dem großen Vorzimmer vor dem Standes« amtsbureau hat, ist bereits die öffentliche Uhr an der Johanneskirche angeschlossen und seit gestern in Gang gesetzt worben. Von heute mittag ab soll auch die öffentliche Uhr an bcr Katholischen Kirche von dieser Zentralanlage aus betrieben werben. In den nächsten Tagen werben bann bie öffentlichen Uhren am alten Rathaus, an ber Pestalozzischule unb am Gas« unb Wasserwerk angeschlossen und in Betrieb gesetzt werben. Der Anschluß weiterer öffentlicher Uhren ist für dieses Jahr vorerst nicht geplant, es wirb für nächstes Jahr damit zu rechnen sein. Dagegen haben sich eine ganze Anzahl industrieller und gewerblicher Betriebe jetzt bereits an die Zentral« uhrenanlage anschließen lassen, um dadurch eine ein- heitliche unb einwandfreie Uhrzeit zu erlangen. Die Zcntraluhr im alten Rathaus wird täglich nach den Hingaben des Nauener Zeitzeichens gerichtet, so baß bie Bürgerschaft unb bie angeschloffenen Betriebe also jeberzeit bie maßgebenbe mitteleuropäische Zeitbestimmung haben. Kirche und Schule. = Hungen, 6. Febr. Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz von Dekan Engel, Obbornhofen, und in Anwesenheit von Oberkirchenrat Magner, Gießen, dir erste Deka n a t s k o n f e re n z unseres Dekanats im neuen Jahre statt. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein Referat von Pfarrverwalter Lenz, Münzenberg, über .Die Geschichte und Bedeutung der Augsburgischen Konfession", deren 400. Jubiläum in diesem Jahr festlich begangen wird. Der Redner trug die neuesten Forschungen auf diesem Gebiet vor. Im Verlaufe der geschäftlichen Verhandlungen wurde mitgeteilt, daß die diesjähr. Superintendenturkonferenz am 21. Mai in Gießen stattfindet. tog. Gedern, 4. Febr. An Gaben und Opfern unserer evangelischen Gemeinde gingen im Jahre 1929 insgesamt ein 3090 Mk., und zwar milde Gaben an Vereine unb Anstalten evangelisch-christlicher LiebeStätigkeit 1425 Wk.. allgemein erhobene KirchenkoUekten ausschließlich Neujahrskollekte 371 Mk., Opfer und Gaben für die Ortsarmen 183 Mk.. sonstige freiwillige Leistungen für kirchliche Zwecke 1111 Mk.; auf den Kopf der evangelischen 'Bevölkerung entfallen somit 1,70 Mk. (Schluß be» redaktionellen Teil») Zum guten fiaffee gehört ein guter Zusatz. Dieser alten Erfahrung ist cs in erster Linie zu verbanken, baß ber „Aechte tfranrf" mit ber Schutzmarke, ber Kaffeemühle, über bie halbe Welt verbreitet würbe. Sein reicher Gehalt an Wiirzftosfen, seine Färbekraft, sein« große Ausgiebigkeit unb Billigkeit im Verbrauch sinb Eigenschaften, bie jebe gute Haus- {rau zu schützen weiß. 251V TUerccbes-Beni in Barcelona prelegcfröi Das internationale Preisgericht ber Weltausstellung in Barcelona hat ber Daimler-Benz A.-G., Gaggenau, für bie ausgestellten Nutzkraftfahrzeuge ben „Großen Preis" zuerkannt. 347v Der Seniorchef des Hauses H. Ä Co. ist mit seinen 79 Jahren noch von einer solchen geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit, daß er täglich bei allen wichtigen Entscheidungen selbst mitwirkt. Die Bürde des Alters ist ihm kaum fühlbar geworden. - „Solange Arterien, Herz, Nerven und Nieren in Ordnung sind - pflegt er zu sagen - bleibe ich jung. Und da Ich stets den coffeinfreien und unschädlichen Kaffee Hag trinke, vermeide ich es, diese wichtigsten Organe Einflüssen auszusetzen, die ihnen schaden könnten. Ich kann sogar abends meinen Mokka trinken, so schwarz ich ihn nur mag - aber F ig muß es sein V* VA ■ und teils mit 50% Preisnachlaß, denn es ist ja JUIIU UCIIO lllll Uv /O il vl vl IQvl HQMj UCIIII ÖO IDl J CI nventur-Ausverkauf Das war schon ein Betriebl — Aber alle Kunden waren id3n W.HankelWw Telephon 2612 [Theodor I i I5D CITROVANIUE Gießen Maßschneiderei Marktstraße 9)9A SCHMERZ RANE f i sten Dank. Familie Lotz. ALGIE NSCHMERZ Datteln 0.80 0860 Acmmte. | Kaufgesuche I 6785 D Lager. OS )S 535A emvnehlt Nuhholzverkauf empfiehlt preiswert o35A S«OMSeiMSE« Telephon 3403. Bahnhofstraße 0867 Verkauf. Submission Karl aimmermnnn Stück nut Vojnnniur. u. j Stellengesuch e 1110D tierung nach „Homa". Am Samstagvormittag verkaufen wir, solangeVorrat, weit unter eigentlichemWert ca. 500 Gardinen-Reste Vertreter lür leithlmel W 50 i)6ßV Mietgesuche | RM Haus der Handarbeit (Salomon) Seltersweg 81 H07A 3eiinm?nbi.ur. um. 1116 a. ö. 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Bei dem Ableben meines guten Gatten, unseres lieben Vaters Karl Heuling, Weißbindermeister durften wir in überaus reichem Maße Beweise herzlicher Teilnahme erfahren. Wir fühlen uns veibunden, hierfür sowie für die mehrerseits gewidmeten wohltuenden Worte des Tro-tes und der Anerkennung auf diesem n ege geziemend zu danken. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Reuling geb. Salzmann. Gießen, den 6. Februar 1930. Samenhaus UM Iah Balinboistrastc Tel. 3403. Soziale «MM der Ausgeber v. Gltflcn» angeboten Iftrt, blttln» gegangen ^8 ewcrbungs» üilcrlagen «Zeugnisse, ZeugnKabschdft., Licht» bilder u.dgt.l schneiissens »urültzvs. Vie Stellung» fuAenben sind bontbar dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigte!! aus dic^e Weise untcrfiüht und sind aus diese setbslverssLnbllche pflicht auch angewiesen. Gietzeuev Aureigev Laden mitt lei er Grübe, mögl. mit Wohnung, iür lo'ort au mieteu gesucht. Schriitliche Angeb. unter 0835 ein d u Gtest. 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Wie die Warschauer Minister von pilsudskis Oberstenclique überwacht werden. Oie »Defensive", Polens gewaltige Spihelorganisation. - O.fiziere und »Patriotinnen" im Auswärtigen Nachrichtendienst. Don Ferdinand Luck. Unser Mitarbeiter, ein hervorragender Kenner der geheimen internationalen Nachrichtenorganisationen und besonders der entsprechenden polnischen Einrichtungen, klart hier die Arbeitsweise und die politischen Untergründe der Warschauer Telephonspionage auf, die vor einiger Zeit lebhaftes Aufsehen erregte. In fast allen Staaten wird den Inhabern von Fernsprechanschlüssen zugesichert, daß da s -L e ie • phongeheimnis unter allen Umstanden gewahrt bleibt — aber diese Zusicherung wird keineswegs regelmäßig gehalten. Praktisch ist das Telephongeheimnis in der überwiegenden Mehrzahl der Länder schon dadurch ausgehoben, daß so ziemlich alle Postbehörden der Welt die Fernsprechanschlüsse der diplomatischen Vertretungen im Geheimen st r c n g überwachen. Das geschieht aus Gründen der staatlichen Sicherheit; um die ausländische Spionage abzuwehren, werden die Telephongespräche der fremden Diplomaten belauscht, und so gelingt es, in verdächtigen Fällen Spitzel abzufangen, die ihre Dienste den fremden Missionen anbieten. Diese inoffizielle Kontrolle der Ferngespräche geht gewöhnlich entweder vom Po- lizeipräsidium oder vom Kriegsministerium aus; man ermöglicht sie durch dos Aufstellen von sogenannten Klappenschränken, die von sprachkundigen Beamten und häufig von Offizieren be- dient werden. Liegen gegen einen fremden Diplomaten oder Militärattache bestimmte Verdachtsgründe dafür vor, daß er mit Spitzeln in Verbindung steht, so werden nicht nur die Fernsprechapparate im Gesandschaftsgebäude sondern auch das Telephon der Privatwohnung überwacht, und selbstverständlich sind Detektive mit der Beobachtung der betreffenden Däuser betraut. Schon vor dem Krieg wurden Diplomatengesprääi« ® allgemein belauscht. Das geschah aus außenpo- )en Gründen; die innerpolitische Ueber- wachung von Tclephongesprächen ist jedoch erst in den unruhigen Zeiten nach dem Krieg eingerichtet worden und erfreut sich besonderer Beliebtheit in den Oststaaten, in Polen und in Rußland, wo sie seit langem besteht und konsequent ausgebaut worden ist. Die Warschauer Meldung über die Belauschung vertraulicher Staatsgespräche zwischen dem Ministerpräsidenten Bartel und dem Statspräsidenten M o s z i ck i kann den Kenner der inerpolitischen Verhältnisse Polens durchaus nicht überraschen; erstaunlicher ist es, daß es ein polnischer Journalist gewagt hat, den Inhalt dieser Telephongespräche zu veröffentlichen. Aber die Praxis, sogar ministerielle Televhongespräche abzulauschen und unter Umständen publizistisch oder parlamentarisch auszuwerten, ist nicht erst in diesen Tagen entstanden;Zie besteht in Polen seit der Gründung der sogenannten „Defensive". Die „Defensive" ist eine Geheimorganisation, die zwar dem polnischen Generalstab unterstellt ist, aber selbständig arbeitet. Ihre Mitglieder sind f a st ausschließlich Offiziere, die in der Regel der Reserve angehören und als Beamte in den verschiedenen Ministerien sitzen. Es sind Horchpo- st e n, die an die Zentrale der „Defensive" alles berichten, was in ihren Aemtern den Verdacht des Landesverrates eregt — wobei der Tatbestand des versuchten Landesverrats nach polnischen Begriffen schon gegeben ist, wenn eine beamtete Persönlichkeit pazifistische Neigungen offenbart oder den ewigen Bestand der polnischen Landesgrenzen bezweifelt. Jeder Verdächtige wird nun von der „Defensive" auf Schritt und Tritt beobachtet. Selbst wenn er nickt zu überführen ist, gilt er doch in Zukunft als unsicherer Kantonist, dessen Name in eine schwarze Liste eingetragen wird. Die „Defensive" hat eigentlich nur die Aufgabe, für den Schutz der östlichen und westlichen Grenzen zu sorgen; aber sie hat ihr Wirkungsgebiet sehr erweitert und erfaßt vor allen Dingen nicht nur das Inland, sondern ist auch in den Nachbar st aaten als weit ausgedehnte Spionageorganisation tätig. In einzelnen Fällen gehören die Auslandsmitglieder der „Defensive" sogar dem polnischen diplomatischen Corps an, bei dem sie offiziell den Posten eines Legationssekretärs oder Attaches innehaben, aber hinter den Kulissen im Sinne der „De- sensive" tätig sind. Auch in Deutschland wurde ein solcher Fall festgestellt, als der Prozeß des polnischen Spitzels Schreck vor dem Reichsgericht in Leipzig die inoffizielle Tätigkeit des Presseattaches Paciorkowski von der Berliner Polnischen Gesandtschaft enthüllte. Paciorkowski war polni- scher Offizier und wurde von der Zentrale der „Defensive" zu Spi.o nagezwecken nach Deutschland abkommandiert. Noch vor der Aufrollung des Schreck-Prozesses in Leipzig mußte Paciorkowski fluchtartig Berlin verlasien; er suchte eine Zuflucht in Genf, wo er ein kurzes Gastspiel in den Sälen des Völkerbundes gab, dann aber auch aus der Schweiz verschwand. Sehr schwierig ist die Arbeit der „Defensive" auf de ni Boden der Sowjetunion, wo die polnischen Spione in den verschiedensten Ver- kleidungen auftreten. Erleichtert wird ihnen ihr Kundschafterdienst durch den Umstand, daß sie als gebürtige Kongreßpolen die russische Svrache vollkommen beherrschen und mit den russischen Sitten und Gebräuchen restlos vertraut sind. Die Mitglieder der „Defensive" üben in der Sowjetunion eine Tätigkeit aus, die auf Leben und Tod geht; denn einer Entlarvung eines Spions auf russischem Bo- den folgt sofort die Erschießung am Ort der Tat, ohne lange gerichtliche Untersuchungen. Die umfassende und in ihrem Sinne großartige Organisation der „Defensive", die im Interesse der Landesverteidigung wirkt, dient nur polnischen Zwecken, und ihre Archive bleiben selbst den französischen Offizieren verschlossen, die der Warschauer Militärmission angehören. Obwohl man zwischen Paris und Warschau über militärische Fragen sehr vertrauliche Unterhaltungen führt und die fron- zösische Generalität im franko-polnischen Bündnis Führung besitzt, endet diese Freundschaft doch vor den Archiotüren der „Defensive". Diese polnische Nachrichtenorganisation ist mißtrauisch selbst gegen den Pariser Bundesgenossen und läßt seinen Verbündeten stets von einer neutralen Warte aus beobachten. Zu dieser heiklen Mission werden aber nicht Offiziere abkommandiert, sondern polnische Patriotinnen stellen sich in den Dienst der Defensive. Sie wirken in Paris oder Genf, und da sie den ersten Gesellschaftskreisen angehören, erhalten diese „politischen Mannequins" I bald Zutritt zu den Salons und Bureaus, in denen polnische Fragen erörtert werden. Offiziell ist von I dieser Invasion „politischer Mannequins" aus Polen am Quai d' Orsay nichts bekannt, doch war diese Zweigstelle der Warschauer „Defensive" in Paris sogar einmal Gegenstand diplomatischer Erörterungen zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei; Bcnesch hat sich in seinem eigenen Amt bitter darüber beklagt, daß der tschechische Nachrichtendienst der Aufklärungsarbeit der polnischen Patriotinnen weit unterlegen sei. Wer mit dem Aufbau der „Defensive" vertraut ist, wird nicht daran zweifeln, daß In Polen der Fernsprechverkehr zu innerpolitischen Zwecken überwacht wird. Es ist sogar bekannt geworden, wo sich die Abhörstation befindet; sie ist im Hauptfernsprechamt unter dem großen Saal für Fernverbindungen angelegt worden, und aroar während der Amtstätigkeit des Postministers Börner, der zur Oberstenclique gehört. Die „Defensive" wird nämlich in letzter Zeit offenbar nicht mehr allein nach den Grundsätzen der Landesverteidigung geleitet, sondern von politischen Klügeln beeinflußt. Sie steht unter der Kontrolle der Oberstengruppe, deren Herr und Meister Pilsud- s k i ist, und in der die Freunde des Marschalls, Oberst Beck und General R y c z - S m i g I a , die sührcnde Rolle spielen. Diese Schwenkung der „De- fcnsive" ist auch deshalb sehr bedeutsam, weil daneben noch ein anderer geheimer Nachrichtendienst besteht, der der Zentralleitung der polnischen Legionäre unterstellt ist und in ganz Polen arbeitet. General Rycz-Smigla ist der Chef des Legionärkorps, ein ergebener Anhänger Pilsudskis, während in der „Defensive" ursprünglich auch Geg- uer Pilsudskis, z. B. die Anhänger des Generals Haller mitwirkten. Nun hat die Oberstengruppe in ihrem zähen Kampf um die Macht beide geheimen Informationsapparate an sich gerissen, und sie schreckt nicht einmal davor zurück, die erhaltenen Nachrichten zu veröffentlichen und dadurch das Ab- hörsystem im Warschauer Fernsprechwesen vor aller ■ Welt zu enthüllen. Der Siaubeckenbruch beim Kraftwerk Jkbbetborn (Grenzmark): An der Unglücksstelle. w. » u Daten für SamStag, 8. Februar. Sonnenaufgang 7.28 Uhr, Sonnenuntergang 17.02 Uhr. — Mondaufgang 11.04 Uhr, Mond- untergang 3.20 Uhr. 1587: Maria Stuart, Königin von Schottland, in Fotheringhay hingerichtet (geboren 1542); — 1725: Zar Peter der Große in St. Petersburg gestorben (geboren 1671); — 1795: der Humorist und Satiriker Moritz Gottlieb Saphir in Looas Bereny in Ungarn geboren (gestorben 1858). — 1828: Der französische Schriftsteller Jules Verne in Nantes geboren (gestorben 1905); — 1867: der Philosoph Max Dessoir in Berlin geboren; — 1871: der Maler Moritz v. Schwind gestorben (geboren 1804). — 1906: der Geograph Alfred Hirchhoff in Mockau bei Leipzig gestorben (geboren 1838); — 1920: der Lyriker Richard Dehmel in Blankenese gestorben (geboren 1863). Erwerbslosen-Oemonstraiion in Darmstadt. WEN. Darmstadt, 6. Febr. Heute abend demonstrierten mehrere Hundert Erwerbslose erneut vor dem Rathaus, wo der Stadtrat über verschiedene Anträge auf Erwerbslosenhilfe beraten wollte. Als es zu Verkehrs st örungen und Unruhen kam, griff die Schutzpolizei ein und zog eine Bannmeile um das Rathaus. Verhaftungen wurden keine vorgenommen. Die blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. Nachdruck verboten I. Zwei Raketts unter den Arm geklemmt, im weihen, eng anschließenden Sportskleid, betrat Lu Horwitz den Balkon. „Äommft du mit, Felix 7" Felix Schulhofs lieh die Zeitung, in der er gelesen hatte, sinken. „Jetzt schon?... Dein Spiel beginnt doch erst um 11 Ahr, wenn ich nicht irre!" Lu Horwitz hatte in einem Sessel Platz genommen. Sie legte die schlanken, sehnigen Beine übereinander und griff nach den Zigaretten, die auf dem kleinen Tische standen. Felix Schulhofs reichte seiner Verlobten Feuer. »Danke!... Ich möchte vor dem Spiel noch zu Farrere gehen. Er hat. wie er mir mitteilt, neue Modelle bekommen; die will ich mir an- sehen." Sie sprach kühl und blickte gleichmütig zur Promenade des Anglais hinab, aus der zahlreiche Kurgäste spazierten. Das Meer schimmerte in märchenhafter, unwirklicher Bläue. Ein leuchtender Himmel spannte sich übor Rizza. Die Morgensonne tauchte alles in strahlenden Schein. Schulhofs hatte sich erhoben. »Wollen wir gehen?" Als sie durch die prunkvolle Hotelhalle schritten, folgten bewundernde Blicke Lu Horwitz. Man kannte die aparte Erscheinung der deutschen Tennismeisterin, die seit einer Woche in dem Hotel wohnte. Aeberall, wo sie erschien, war sie Gegenstand ungewöhnlicher Aufmerksamkeit. Lus elegantes, hechtgraues Kabriolett stand vor dem Portal. »Zu Farrere, Boulevard Victor Hugo!" sagte sie zu dem Chauffeur. Sie sahen dann in dem stimmungsvollen Raum des berühmten Modehauses; Mannequins, das stereotype Lächeln im puppenhaften Gesicht, führten die neuesten Modeschöpfungen vor; Monsieur Edrnond Farrere, der Chef des Hauses, war selbst zur Stelle und pries die einzelnen Modelle mit der Miene eines kennerischen Feinschmeckers. Aber Lu Horwitz teilte seine Begeisterung nicht. »Ganz hübsch, aber nicht das, was ich suche!" sagte sie mit etwas hochmütigem Lächeln. Monsieur Farrere war untröstlich. Felix Schulhofs empsond ein leises Mitleid mit dem Manne, der sich verzweifelte Mühe gab und doch nicht zum Ziele kommen konnte. Aber Lu hatte nun einmal diesen verwöhnten, extravaganten Geschmack; da war es nicht leicht, das Rechte zu finden... »Ich glaube, wir können gehen," sprach Lu Horwitz zu Schulhofs, »der Mann hat wirklich nichts Vernünftiges!" Sie dachte nicht daran, ihre Stimme zu dämpfen, so dah die Angestellten, die in der Rähe standen, ihre Worte hören muhten; sie machten betretene Gesichter. Farrere, der in einem Rebenraume verschwunden war, kam zurück, an seiner Seite eine der Probierdamen in einem mattgelben Seidenkleid; es war ein auherordentlich kostbares Stück, in Farbe, Form und Verzierung ein kleines Meisterwerk Lu Horwi) lieh den Mannequin einige Male hin und her gehen. Das Kleid schien ihr zu gefallen. »Warum Haden Sie mir dieses Modell nicht gleich gezeigt?" sagte sie vorwurssvoll zu Farrere. Dieser lächelte zufrieden, er sah den Abschluß eines guten Geschästs näherrücken. »Ich wollte das Beste bis zuletzt aufheben, Mademoiselle!" »Kann ich es probieren?" Dke Direktrice, eine schon etwas ältliche Dame mit stark geschminktem Gesicht, begleitete Lu in den Ankleidesalon. Monsieur Farrere zog Schulhofs m ein Gespräch, in seiner temperamentvollen Weise schwatzte er von diesem und jenem, Schulhofs langweilte sich dabei und wünschte, dah diese Kleideraffäre nun bald zu einem Ende tarne. Lu erschien wieder. Sie trug das mattgelbe Gewand, es schien, als habe das Kleid nur darauf gewartet, von ihr getragen zu werden, so patzte es zu ihrem Körper, zum Ausdruck ihres Gesichts, zur Farbe ihrer Haare. »Superbe! Superbe!" rief Farrere und tänzelte aufgeregt um Lu herum. Auch Felix Schulhoff war von Lus Anblick seltsam gebannt. Er sah ihre schlanke, ebenmäßige Sportsgestalt, er sah das ungewöhnlich schöne, immer etwas hochmütige Gesicht mit den großen, kühlen Augen, er sah den schmalen Mund, die tiefschwarzen Haare, die glatt um ihre hohe Stirne lagen ... Wie ein fremdes, schönes Bild betrachtete er seine Braut. And jäh durchzuckte ihn ein Gedanke: dah dieser Schönheit das Letzte, Entscheidende fehle... die Wärme... das Sonnige... Kühl, unnahbar stand Lu da, herrischen Ausdruck in den Zügen. »Ich werde dieses Kleid nehmen!" sagte sie zu Farrere. »Es steht dir sehr gut, Lu!" sprach Schulhoff und lächelte ihr zu. Aber nachher, auf der Fahrt durch die Stadt, war er nachdenklich. Immer wieder gingen seine Blicke zu Lu, als sehe er sie heute zum ersten Male. Als sie über die Place Massena fuhren, winkte ein Herr ihnen zu. Lu Horwitz lieh den Wagen halten. „Mister Loudon!" sagte sie kurz zu Schulhofs, der, über die Unterbrechung der Fahrt verwundert, aufgeblickt hatte. Der Engländer, eine baumlange, hagere Gestalt mit eckigem, ledernem Gesicht, trat an den Wa- genschläg. „Wollen Sie zum Turnier?" fragte Lu Horwitz Mr. Loudon küßte ihr die Hand. „Ich bin auf dem Wege dorthinI" »Dann fahren Sie mit uns, Mr. Loudon!" Felix Schulhofs war der Engländer nicht sonderlich sympathisch, er hätte es lieber gesehen, wenn dieser nicht so ost in seiner und Lus Gesellschaft gewesen wäre. Die unverblümte Art, mit der er Lu den Hof machte, hatte ihn schon manchmal geärgert. Lu schien aber nichts daran zu finden. Ihr gefiel Loudon, der zu den ständigen Gästen sämtlicher bedeutenden Tennisturniere der Welt gehörte. Er reifte von einem Ort zum anderen, wo im Tennissport etwas Besonderes los war, war auch Mr. Loudon zur Stelle. Dies war sein Lebensinhalt... »Ich glaubte Sie schon längst auf dem Platze, Miß Horwitz!" sagte er und sah auf die Ahr. „Ich muhte vorher noch zu Farrere, um mir ein Kleid zu kaufen." Loudon lachte; dabei zeigte er seine großen, raubtierartigen Zähne. „Ich bewundere Ihre Rerven, Miß Horwitz! Eine Stunde vor einem so wichtigen und schweren Spiel noch die Ruhe zu haben, ein Kleid zu kaufen, das macht Ihnen so leicht keine andere Dame nach!" Lu Horwitz zuckte mit den Schultern. „Ich fürchte den Kamps mit ©enorita Muralez nicht!" »Sind Sie Ihrer Sache so sicher?" „Ich muh dieses Spiel gewinnen! Ich will in die Schluhrunde kommen!" Klar, hart tarnen diese Worte aus dem Munde der jungen Dame. Loudon sah sie aus seinen Hellen Augen, die zu dem tiefgebräunten Gesicht seltsam kontrastierten, durchdringend an. „Sie werden gewinnen, Mih Horwitz! Ich habe noch niemals eine Spielerin getroffen, die neben den selbstverständlichen technischen Fähigkeiten so den eisernen Willen, zu siegen, besah wie Sie!" Felix Schulhofs hörte dem Gespräch der Beiden nur mit halbem Ohr zu. Er kam sich dabei eigentlich recht überflüssig vor. Er liebte den Tennis- fport, gewiß! Aber nie war er ihm Selbstzweck wie diesen Beiden, die kaum für anderes mehr Sinn und Interesse hatten. Auch nachher, während des Wettspiels zwischen Lu und der Spanierin Muralez, wunderte sich Felix Schulhoff, wie gelassen und gleichmütig er dem spannenden Kampfe gegenüberstand. Ja, einmal huschte der Wunsch ihm durchs Gehirn: daß Lu dieses wichtige, entscheidungs- volle Spick verlieren möge. Er hätte sich keine Rechenschaft darüber geben können, warum er dies wünsche...es war nur wie ein blitzartiges Verlangen in ihm... dann war es wieder verstummt. Lu gewann aber das Spiel. Ihre Ruhe und Aeberlegenheit hatten das nervöse Temperament der kleinen, glutäugigen Spanierin rasch zermürbt. 11. Die Zofe, die Lu Horwitz frisierte, konnte es dieser nicht recht machen. Anzufrieden sah Lu in den von gleißenden Lampen erhellten Spiegel. „Sie sind heute nicht bei der Sache, Anna!" „Aber gnädiges Fräulein, ich gebe mir doch alle Mühe!" antwortete das Mädchen, dem Weinen nahe. Da klopfte es an die Türe des Salons. »Sehen Sie nach, wer es ist!" befahl Lu Horwitz. Das Mädchen kam gleich darauf wieder zurück. Es schloß die Türe zum Schlafzimmer hinter sich. »Herr Schulhoff möchte das gnädige Fräulein sprechen. Er wartet im Salon." »Ich bin bald fertig, Felix!" rief Lu zum anderen Zimmer hinüber. »Kann ich dich nicht gleich sprechen?" tönte es zurück. „Ich bin noch nicht so weit. Gedulde dich wenige Minuten!" „Es ist aber sehr dringend, Lu!" Ein unwilliger Ausdruck kam in Lus Züge. Sie stand auf. „Geben Sie mir den Mantel, Anna!" Den seidenen Frisiermantel umgelegt, betrat Lu den Salon. „Was ist denn los, Felix?" fragte sie, ärgerlich über die Storung. Felix Schulhoff war im Frack; sein Gesicht zeigte die Sparen großer Erregtheit. »Dieses Telegramm habe ich soeben erhalten!" Lu las die Depesche: „Bin erkrankt. Komme sofort zurück. Vater." Sie legte das Telegramm auf den Tisch und sah Schulhoff fragend an. „Ich kann mir nicht denken, was an Vater gekommen ist!" sprach Schulhoff sorgenvoll. „Er war bis jetzt noch nie krank! And einer geringfügigen Anpäßlichkeit wegen würde er mich nicht zurückrufen!" (Fortsetzung folgt.) Protest des Alsfelder Kreistages । .Der Kreistag des Kreises Alsfeld begrüßt die Ubiicgt der Regierung, Sparmaßnahmen zu treffen, bittet aber, unter allen Umständen nur solche Maßnahmen zu ergreifen, welche tatsächlich für die Allgemeinheit, insbesondere die Steuerzahler, eine Ersparnis bedeuten. In der Aufteilung des Kreises Alsfeld erblickt der Kreistag keine Ersparnis, weder für den Staat, noch für die Einwohner des Kreises Alsfeld, für welche die Aufteilung eine bedeutende Mehrbelastung bringt. Es wird, wie bereits in anderen Eingaben erwähnt, die Steuerkraft der Kreisstadt Alsseld durch die Aufhebung des Kreises Alsfeld derartig geschwächt, daß der dadurch entstehende Ausfall an Kreis- st e u e r n von der Landbevölkerung in Zukunft auch noch getragen werden muß. Dazu kommen die bedeutenden Mehrausgaben, welche der Bevölkerung für den Fall der Aufteilung des räumlich größten Teiles der Provinz durch weitere Reifen zur neuen Kreisstadt entstehen. Don der Absicht der Regierung, bei der Einsparung von Remtern auf die wirtschaftliche, geschichtliche und kulturelle Bedeutung Rücksicht zu nehmen, hat der Kreistag mit Freude Kenntnis genommen. Er knüpft an diese Absicht die Hoffnung, daß seitens der Re- §ierung dem Umstand Rechnung getragen wird, ah der KreiS Alsfeld schon solange Der- waltungsbezir! und die Stadt Alsfeld schon solange Kreisstadt ist, als die Ge'chichtsschreibung in der Lage ist, darüber zu berichten. Zur Kreisstadt Alsfeld gehören die jetzigen Gemeinden des Kreises Alsfeld seit ewigen Zeiten. Diese enge Zusammengehörigkeit kann nur mit großen Opfern für alle Beteiligten zerschlagen werden. Unter Berücksichtigung dieser Umstände legt der Kreistag des Kreises Alsfeld gegen die Aufhebung des Kreisamts Alsfeld und gegen die Aufteilung des Kreises Alsfeld einmütig und entschieden schärf steVerwah- rung ein." Werter wurde beschlossen, eine Abordnung nach Darmstadt au entsenden, welche gemeinsam mit der von der Stadt Alsfeld zu entsendenden Deputation dem Herrn Minister des Innern mündlich nochmals die schwerwiegenden Gründe der gesamten Kreisbevölkerung gegen die Aufhebung des Kreises Alsfeld darlegen soll. k* 211 s f e l b, 6. Febr. Zu der heutigen außerordentlichen Sitzung des Kreistages des Kreises Alsfeld, die als einzigen Punkt der Tagesordnung enthielt: Die Aufteilung des Kreises Alsfeld, waren sämtliche Abgeordnete des Kreises erschienen. Der Vorsitzende des Kreistags, Kreisdirektor Dr. Stammler, erläuterte zunächst di« Hauptgrundzüge des von der hessischen Regierung bekonntgege- benen Sparprogramms, welches auch die Ankündigung eines recht bedeutsamen Abbaues von Behörden enthält. Im Zusammenhang mit dem geplanten Behördenabbau sei auch der Kreis Alsfeld genannt worden. Wenn auch die hessische Staatsregierung voraussichtlich nicht so weit gehen werde wie der Vorschlag des Reichssparkommissars, der für O b e r h e s s e n die Aufhebung von drei Kreisen vorgeschlagen hat, so sei doch damit zu rechnen, daß bei dem Abbau von Be- Hörden in Oberhessen ein Kreis zur Aufteilung vorgesehen werde. Angesichts dieses Umstandes sei es Pflicht der Vertreter des Kreises Alsfeld, zu dieser in Aussicht stehenden Maßnahme nicht zu schweigen, da man sonst an den maßgebenden Stellen zu der falschen Auffassung gelangen könne, als ob der Kreis Alsfeld an einer evtl. Auflösung kein besonderes Interesse habe. Es handele sich hier um eine Kreisangelegenheit, wozu die Stellungnahme des Kreistages gesetzlich zulässig sei. Es hätten zu der Frage bereits mehrere Kundgebungen stattgefundsn, und zwar von den wirtschaftlichen Organisat'onen der Stadt Alsfeld, der Stadioertretung von Alsfeld und dem Bürgermeifteroerein des Kreises, welche einmütig mit aller Entschiedenheit gegen «ine Aufteilung des Kreises Alsfeld Verwahrung eingelegt hätten. Der Kreisausschuß habe eine Entschließung vorbereitet, welche dem Kreistag zur Annahme vorgeschlagen werde. In der anschließenden Aussprache gaben die Vertreter aller Parteien im Kreistag die übereinstimmende Erklärung ab, daß sie sich unter Zurückstellung aller trennenden Parteiunterschiede mit aller Entschiedenheit gegen eine Aufteilung des Kreises Alsfeld verwahren. Es wurde darauf die vom Kreisausschuh vorgeschlagene Entsch ießung einstimmig angenommen, welche folgenden Wortlaut hat: Bismarck und die Amerikaner. Unbekannte Gefpräche mit Bismarck Bismarcks Dorliebe für die Angelsachsen (nicht aber für die englische Politik) ist bekannt. Menschlich bedeutsamer aber sind Bismarcks Deziehun- gen zu Amerikanern gewesen. Hier fällt im allgemeinen das politische Moment weg, so daß Bismarck sich ungezwungener als sonst geben kann. Die Süddeutschen Monatshefte (München) behandeln in ihrem neuesten Heft unter dem Titel „Unbekannte Gespräche mit Bismarck" dieses heute besonders interessante Thema aus Bismarcks Geben. Dr. Otto Graf zu Stoll^rg-Wernigerode, welcher in der Einleitung des Heftes ein knappes, zusammenfassendes Bild über Bismarck und die Amerikaner gibt, geht aus von der Iugendfreundschaft Bismarcks mit dem Historiker Motleh, von dem er behauptet daß Bismarck für keinen anderen Mann so viel menschliche Wärme aufbrachte, obwohl er den Grafen Alexander Keyserling seinen ältesten und liebsten Freund nannte. Motley war auch 1872 bei der silbernen Hochzeit Bismarcks in Darzm. Er wird dort ganz als naher Freund des Hauses aufgenommen, ist entzückt über die Einfachheit, mit der sich der große 'Staatsmann gibt, und stellt wehmütig und prophetisch fest, daß er ihn so bald wohl nicht Wiedersehen werde. Sie haben sich nicht wiedergesehen. 1874 starb Motley. Stolberg bringt zuerst die Gespräche Bismarcks mit dem bedeutenden amerikanischen Diplomaten Bancroft, der von 1837 bis 1874 Gesandter in Berlin war, aus den Jahren 1867 bis 1839, wo die persönliche Berührung der beiden zweifellos am stärksten war. Bancroft war ein besonderer Freund Deutschlands. Er tat in den Bereinigten Staaten viel, um der deutschen Sprache zu größerer Geltung zu verhelfen. Er gründete eine Schule in Reu-England, in der zum ersten- mal Deutsch Unterrichtsfach war. und hat sich auch an ilebersehungen Goethescher Dichtungen gewagt. Bancroft sprach fast a^entlos deutsch, so daß, als einmal jemand einen Posten nach Dancrofts Ramen fragte, der das Auswärtige Amt gerade verließ, dieser antwortete, das sei ein alter deutscher Herr mit Ramen Bancroft. Es tarn nicht selten vor, daß Bancroft mit Bismarck im Tiergarten spazieren ritt oder daß ihn dieser zu einer Spazierfahrt abholte. Zum ersten Male werden die Gespräche Bismarcks mit dem englischen Maler William D. Richmond in Friedrichsruh 1887 bis 1890 in geschlossener Form vorgelegt. Sie enthalten _biel Reues, besonders Aeuherungen Bismarcks über Kunst, Literatur und Wissenschaft. Cs folgen Gespräche mit dem amerikanischen Journalisten James Pemberton Ground Wt vielen gleichfalls in Deutschland ganz unbekannten Aeußerungen Bismarcks. Das Gespräch des amerikanischen Gesandten George Bancroft mit ter Kronprinzessin in Reubabelsberg, das uns Graf Stolberg gleichfalls übermittelt, lag für uns und die Welt unbekannt bei den Bismarck-Aufzeichnungen in Reuyork. Cs zeigt fcen lebhaften, sich für alles interessierenden Geist der späteren Kaiserin Friedrich. Wenn auch die Vereinigten Staaten damals keine Macht waren, auf die Bismarck im Falle eines Konflikts ernstlich rechnen konnte, so zeigen doch auch alle diese neu erschlossenen Gespräche, tote sehr er die Freundschaft eines anderen Landes bei der schwierigen außenpolitischen Lage für wertvoll und willkommen hielt. Und man weiß aus einem früher veröffentlichten Gespräch Bismarcks mit Karl Schurz, wie sehr ihm darauf ankam. die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten und besonders die D e u t schäm e r i k a n e r für die deutsche Sache zu gewinnen. So bilden diese neuen Veröffentlichungen mit ihren wertvollen Erläuterungen einen ebenso interessanten wie wichtigen Beitrag zur Geschichte Bismarcks. Rom kündigt der Straßenbahn. Von unserem römischen ^.-Korrespondenten. Rom, Januar 1930. Den ersten Tag des neuen Jahres hat schon immer ein tiefes Solidaritätsgefühl ausgezeichnet — alle Völker vereinigt er unter dem Zeichen der Kündigungen und der Tariferhöhungen. Die Straßenbahn geht gewöhnlich mit gutem Beispiel voran. Da sie immer vollbesetzt ist, müssen die Fahrpreise erhöht werden, so verlangt es das ungeschriebene Wirtschaftsgeseh. Während sich aber in einer so modernen Stadt wie Berlin der rote Rat mit einer einfachen Preisheraufsetzung begnügt, hat der weise Rat einer alten Stadt gleich der ganzen Straßenbahn gekündigt, soweit sie bislang im Innern der römischen Mauern angestellt und beschäftigt war. Sie darf hier überhaupt nicht mehr verkehren, denn sie ist ein Verkehrshindernis. Womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß für die verminderte Fahrstrecke nicht doch eine Preiserhöhung oorgenommen werden könnte. Rom hat, wie man weih, keinen Stadtrat, keinen ©emeinberat, keinen Magistrat und wie die überlebten parlamentarischen Einrichtungen alle hießen. In den italienischen Städten regiert unumschränkt der Podesta, und in der Hauptstadt, die ein ©oubernatorat ist, der © o - bernatore. Er kann Alleen umlegen und Häuserzeilen herausreihen lassen, wie es ihm gefällt. Diesmal kam die Straßenbahn an die Reih^ Der Duce meinte eines Tages, sie sei die Wurzei des Hebels, an dem das alte Rom krankt, sie müsse verschwinden. Unö folglich gab der ©ouberneur dieser Meinung Ausdruck. Da gibt es keine Debatten im Rate, da brauchen die hochwohllöblichen Stadtbäter nicht erst bei ihrer Partei anzufragen, wie sie darüber zu denken haben, da kommt einfach eines Abends der Befehl: Raus mit den Schienen! Und am nächsten Morgen werden sie rausgerissen. Sogar die Haltetafeln hat man schon abgebrochen, obwohl die große Reuerung erst mit dem ersten Tag des neuen Jahrzehnts einsetzt. Rom seht also wieder einmal ein neues ©c- sicht auf. Cs sieht folgendermahen aus: Rings um die Altstadt läuft ein Sirahenbahnring, der sich zum Teil genau an die alte Ringmauer hält, und bon ihm aus gehen „Radien" in die Vorstädte oder, richtiger gesagt, in die neueren Quartiere. Innerhalb des Rings oder der cir- conballazione berkehren nur noch Autobusse. (Der Harne ist schrecklich, hat sich aber auch im Italienischen eingebürgert.) ES ergibt sich also mit einer Einfachheit, die auch ein Mann vom Lande verstehen kann, daß jeder, der in die Stadt hinein will, zwei Verkehrsmittel gebrauchen muh: Gr fährt zunächst mit der Straßenbahn bis zum Ring und besteigt dort den Autobus. Der Fahrschein, der zu zweimaligem Um- steigen berechtigt und zeitlich auf eine Stunde beschränkt ist, kostet 50 Centesimi. Das ist überhaucht die geringste Gebühr, die auch für eine einfache Fahrt im Tram oder Bus berechnet wird. Immerhin kann man dafür also zum Beispiel vom Monte Sacro, dem historischen Mons Sacer aus bis an die Tore fahren und dann um ganz Rom herum. Eine wirklich ebenso billige wie ausgedehnte und interessante Reise. Mit dem llmfteigen auf einen Autobus, dem Eintritt in die Stadt also, erhöht sich der Preis auf 60 Cent. Der gleiche Fahrschein gilt auch eine Stunde lang innerhalb der Stadt, berechtigt bon Bus zu Bus, ebenso zum Austritt aus der City. Für 70 Cent, kann man über das Weichbild der Stadt hinausfahren und die Ultra- cheriferische benützen, das sind die Sonderlinien der Vorstädte, die bisher ihren eigenen Tarif hatten. Für 80 Cent, kann man beliebig aus Tram und Kraftwagen herumspringen, soweit man eine gerade Linie einhält, und wer diese Beschränkung nicht annehmen, sondern ganz Rom zur Verfügung haben will, der nimmt einen Stundenschein (oratio) für 1 Lira. Dis 8.30 morgens zahlt man übrigens nur halbe Preise, so daß also die obenerwähnte Reise „Rund um Rom" als Morgenfahrt nur 25 Cent, kostet. Die Monatsabonnements bewegen sich zwischen 35 und 56 Lire. Alles in allem: die Römer haben feinen Grund, sich zu beklagen. Sie bekommen etwas für ihre Batzen. Rur müssen sie dafür schrecklich fleißig sein und die komplizierten neuen Fahrscheine, auf denen die Strecken ein- §ezeichnet sind, die Radien und die Innenlinien, ie Rundfahrten und die ultra-periferischen genau studieren. Es soll sogar Leute geben, die sich bor dem ersten praktischen Examen fürchten. Dr. Bode in Gießen. Am Dienstag weilte Dr.Rudolf Bode aus München, der bekannte Begründer des nach ihm benannten Gymnastiksystems, in Gießen, um seine Ideen theoretisch und praktisch vorzuführen. Durch diese vom Institut für Leibesübungen der hiesigen Universität in die Wege geleitete Veranstaltung wurde einem größeren interessierten Kreise der Studenten und Bevölkerung Gießens ein guter Einblick in ein bekanntes Gymnastikshstem gegeben. In einem Vortrag im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts gab Bode das theoretische Fundament feiner Gymnastik. Er wandte sich gegen die Mißstände, die sich nach dem Aufschwung unserer Leibesübungen nach dem Kriege eingestellt haben. Das Leistungsprinzip steht zu sehr im Vordergrund, es herrscht ein Jagen nach Platz und Ziffer. In gänzlicher Abkehr hiervon tritt die Gymnastik auf den Plan. Das Leistungsprinzip findet bei ihr kein Gehör. Sie will Leibesübungen aus dem lebendigen Spiel der Kräfte. Der Mensch kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern nur in Verbindung mit seiner Umgebung. Infolge dieser Wechselbeziehung verlangt Bode reaküves Bewegen, Bewegungen als Reaktionen auf Eindrücke von außen her; denn nur bann ist der Mensch wirklich naturhaft, triebhaft tätig. Einige weitere Forderungen, die er aufstellt, sind: 1. Das Prinzip der Oekonomie der Bewegung. Es darf nur so viel Kraft angeseht und an» gewandt werden, wie für den Bewegungsablauf erforderlich ist. 2- Das Prinzip der Totalität der Bewegung. Keine isolierte Bewegung, der ganze Körper muh beteiligt sein und mitschwingen. 3. Das Prinzip des Wechsels zwischen Spannung und Entspannung. Im Anschluß an die Theorie folgte in der Turnhalle des Realgymnasiums die Praxis. Drei Damen brachten unter Bo des Leitung, auf die Klänge eines Klaviers reagierend, in eindrucksvoller Weise die Ideen Bodes zum Ausdruck in Gang-, Lauf-, Druck-, Zug- und einer Anzahl von Schwingbewegungen. Wohl jeder war erfreut über den rhythmischen Ablauf der Bewegungsfolgen, über das Drehen und Wenden und das Wiegen in den Gelenken. Riemand dürfte ohne irgendeinen Gewinn diese Veranstaltung besucht haben. • Wenn man auch im großen und ganzen die A^s'üh u gen Bodes unterstreichen muh, so konn man sich doch nicht des Eindrucks gelegentlicher Uebertreibung in feinen Forderungen erwehren. In seinem Streben, alles naturhaft zu gestalten, geht er oft so weit, daß manches doch den Stempel der Unnatur und der Künstelei trägt. Gewiß sind die unangenehmen Begleiterscheinungen des Wettkampfes, die Ueberbetonung des Leistungsprinzips in unseren Leibesübungen ein Uebel- stand. Aber wir werden nie auf den Wettstreit als solchen verzichten können; er entspricht eben zu sehr dem Charakter des Mannes und birgt hohe ethische Werte in sich. ES kann nur einen Streit über die Form geben. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum die Gymnastik, wie sie Bode und andere fordern,, vornehmlich eine Domäne der Frau bleiben wird. Im übrigen wird sie in bezug auf unsere anderen Formen der Leibesübungen stets nur ergänzenden Charakter in Anspruch nehmen können. Zweifel erheben sich auch hinsichtlich Bodes Forderung, daß jede Bewegung im Körperschwerpunkt anzusehen habe. Könnte man nicht eher eine Bewegung als richtig ansprechen, wenn sie ihrem Zweck entsprechend richtig ausgeführt wird? Als großes Verdienst muß aber der Gymnastik, und besonders der Dodeschen, angerechnet werden, daß sie befruchtend auf unsere gesammten Leibesübungen eingewirkt hat. Ihre Prinzipien sind zum großen Teil heute schon in den Leibesübung treibenden Verbänden verwirklicht. Und wenn sich die körperliche Erziehung heute in einem ganz anderen Lichte zeigt, als noch vor einem Jahrzehnt, so muß man gestehen, daß die Gymnastik in diesem erfreulichen Aufschwung in beträchtlichem Maße beteiligt gewesen ist. Georg König, Turn- und Sportlehrer, Gießen. Oderheffen. Lumdaial'Sängerbund. J Nordeck, 4. Febr. Der Lumdatal- Sängerbund, Mitglied des Hessischen und Deutschen Sängerbundes, hielt in der Gastwirtschaft von Stelzenbacy, dahier, einen gut besuchten San- gertag ab. Nach dem gemeinsamen Gesang des „Deutschen Sängeigiußes^ und dem wohlgelunge- nen Vortrag zweier Chöre durch den hiesigen Gesangverein „Teutonia" eröffnete der 1. Voisitzende, Berufsschullehrer Eberle aus Lollar, die Tagung m.t herzlichen Worten der Begrüßung. Zunächst verlas der 1. Schriftführer, Lehrer Walther aus Winnen, die Protokolle des vorigen Sängertags und der letztenDolstandsfitzung. Der nächste Punkt der Tagesordnurg betraf den diesjährigen Liedertag, mit dem in altgewohnter Weise ein Wertungssingen der Gauoerei ne verbunden sein wird. Der 15. Juni wurde hierfür bestimmt. Als Ort war auf dem Herbst- Sängertag bereits Nordeck gewählt worden. Der Verein „Teutonia", Nordeck, wird die Vorbereitung des Festes übernehmen. Wie der Vorsitzende dieses Vereins, Grebe, mitteilte, wird damit ein althergebrachtes Nordecker Volksfest, das sog „Kirschen- tänzchen", verbunden werden. Jeder Verein hat einen selbstgewählten Chor und einen Pflichtchor, der ein Volkslied sein soll, vorzutragen. Letzterer wird von der Dirigentenoersammlung bestimmt und wird den Vereinen alsbald zugehen. Zwei Parti- turen des Wahlchores sind bis spätestens 15. Mai an den Gauoorsitzenden Eberle in Lollar einzu- senden. An das Singen wird sich eine allgemeine Besprechung anschließen. während eine eingehende Kritik den Vereinen später zugcstellt werden soll. Die Bestellung des Sachverständigen wird dem Vorsitzenden überlasten. Ein Antrag Roth (Daub- ringen), das Singen an Orten, wo ein genügend großer Saal nicht zur Verfügung steht, zukünftig in einem Sängerzelt abzuhalten, fand Annahme. Hier in Nordeck ist jedoch in der Stelzenbachschen Wirtschaft ein geeigneter Saal vorhanden. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Aufteilung des ehemaligen Lahngaues. Nachdem der Vorsitzende über den Sängertag in Gießen eingehend berichtet, di« Vorschläge des Vorstandes des ehemaligen Lahngaues nochmals vorgetragen und das Für und Wider sorgfältig erwogen hatte, entspann sich eine außerordentlich lebhafte Aussprache, an der sich Sänger aller vertretenen Vereine beteiligten, und die in der allgemeinen Forderung gipfelte, bei dem alten Beschluß zu beharren, der besagt, daß nur eine Gaueinteilung, die nach geographischen Gesichtspunkten vor- genommen wird, als richtig anzuerkcnnen ist. Wenn bei allen in Betracht Kommenden der gut« Will« hierzu vorhanden sei, ließe sich dieser Grundsatz auch durchführen. Der .Lahntalsängerbund", der im letzten Jahre eine ganze erhebliche Zunahme seines Sangerbestandes zu verzeichnen hat, löst sich auf und bildet nach dein Beitritt weiterer Vereine einen selbständigen Gau im Hessischen Sängerbund. Im Verlaufe der Aussprach« wurde noch fcftgcftellt, daß der Bericht im „Gießener Anzeiger" und in der „Hessischen Sängerwarte" über den Sängertag zu Gießen im Dezember v. I. die irrige Meinung auffomemn lassen könnte, als hätten verschiedene erwähnte Redner gegen die von den Vertretern des „Lumdatal-Sängerbundes" verfochtenen Vorschläge gesprochen, das Gegenteil wäre doch aber der Fall gewesen. Der Vorsitzende bat dann noch um möglichst baldige Einsendung der Bcstandserhebungen, sowie der Vorschläge zur Ehrung von Sängern und Dirigenten, ferner teilte er mit, daß im Februar eine Dorstandssitzung in Lollar fein soll, und erinnerte an den „Deutschen Liedertag". Ein Zusatz zur Satzung bestimmt, daß Feste von sog. „wilden" Vereinen von den Gauvereinen nicht besucht werden dürfen. Nach der Erledigung einiger interner Angelegen- beiten konnte der Vorsitzende nach 18 Uhr die Versammlung schließen. Horloff Wetierial-Sängerbund. H Hungen. 4. Febr. In gemeinsamer Sitzung tagten am Sonntag im „Solmscr Hof" dahier der Borstand und die Dirigenten deS Horloff -Wettertal -Sängerbundes. Der neugewählte erste Vorsitzende K. Dender. Hungen leitete die gut besuchte Versammlung. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Stellungnahme zu der Frage des Zusammenschlusses mit dem Chattiasänger- bund. Die Ansicht aller Anwesenden ging dahin, daß grundsätzlich dem Zusammenfassen der beiden Bünde nichts im Wege stünde, aber der damit verbunden« Eintritt in den Hessischen bzw. Deutschen Sängerbund wegen der sehr hohen Beiträge in der wirtschaftlichen Geg:nwart5not, die gerade auf unseren kleinen Landpereinen lastet, nicht möglich sei. Als Massenchor für das in diesem Jahre in Hungen stattfindende Dun- desfest wurden von der Dirigentenkonfer.nz di« ausführungsfreien Lieder „Wer recht in Freuden wandern will" und „Die Sonn' erwacht" bestimmt. Empfohlen wurde weiterhin recht zahlreiche Deteiligung an den Festen in Hungen, das mit einem Reform Wettstreit verbunden tot» den soll, und in Rodheim a. d. Horloff. Mit Dank an die Versammlung schloß der Vorsitzende Dender, nachdem noch einige mit der kommenden Jahresarbeit in Verbindung stehende Fragen (Festsetzung des Eintrittspreises für das Dundessest usw.) erledigt worden waren, die arbeitsreiche Tagung. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 4. Februar. Am Samstagabend veranstaltete der hiesige Krieger- verein im Saale „Zur Deutschen Eiche ein Wohldätigkeitskonzert, das sehr gut besucht war. Das Konzert wurde au i geführt von der Musikkapelle des l.Datl. Inf.-Regt .15 in Gießen unter Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r. Das sehr reichhaltige Programm war in Streich- und Blasmusik eingeteilt. Zu Beginn des Konzerts hielt der erste Vorsitzende des Vereins, Fr. Schimmel, eine Ansprache, in der er nach Begrühungsworten unserer Gefallenen gedachte, deren Vorbild der Treue, des Pflichtgefühls und der Einigkeit in der jetzigen Zeit mehr denn je nötig sei. Stehend hörten die Anwesenden dem von der Kapelle gespielten Lied „Ich hatt' einen Kameraden" zu. Im weiteren Verlaufe des Konzerts wechselten ernste und heitere Musikstücke ab. In einer Pause sprach der De- zirksvorsteher Professor Dr. K r a e m c r (Gießen), der seine Freude über den vollbesetzten Saal zum Ausdruck brachte, ti>a3 der beste Beweis dafür sei, daß viele Derständnis dafür hätten, eine Sache fördern zu helfen, die alte deutsche Tugenden pflegen wolle: Einigkeit und Recht und Freiheit. Das gute Alte ehren und in Erinnerung behalten, sei wert, beherzigt zu werden. Dank zollte er dem verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, daß er das Deutschlandlied zur Rationalhymne bestimmt habe, die im Anschluß an die Rede stehend gelungen wurde. Hierauf erfolgte die Ehrung derjenigen Mitglieder, die dem Kriegerverein 25, 40 und mehr Jahre angehörien. Prof. Dr. K r a e m c r Überreichte mit herzlichen Worten der Anerkennung das Chrenkreuz der Hassia dem Polizeidiener i. R. Fr. Jung und dem Dereinsdienrr Karl Lang; das Ehrendiplom für 40,artige Mitgliedschaft dem Gastwirt Fr. Rinn; das Ehrenzeichen für 25jährige Mitgliedschaft den Mitgliedern W. 111 m W.lh. Klein II., Lehrer Möller, W. Volk, Fr. Klein, Wilhelm S ck a u m , Aug. Sieger II. und W. D e i b e L Leyrer Möller sprach im Ramen der Ausgezeichneten Dank für die Ehrungen aus mit der Versicherung, daß sie auch weiter der guten Sache die Treue halten toürben. Die weiteren Darbietungen der Militärkapelle fanden ebenso wie im ersten Teil des Abeirds stärksten Beifall, den die Kapelle mit einer Anzahl Zugaben quittierte. In dem Schlußwort des Vorsitzenden Schimmel kam der Dank der Besucher an die Kapelle für die vorzüglichen musikalischen Darbietungen zum Ausdruck. Der Reinertrag des Konzerts ist zur Unterstützung der Kriegsbeschädigten und der Krieger-Hrnterbliebenen bestimmt. • Lang-GönS, 7. Febr. Am morgigen 8. F .bruar tan.x d:r Leijrer an ter h esigen Vol.s- schule Philipp Hofmann auf eine 25- jährige Tätigkeit als Lehrer in unserem Orte zurückblicken. Der Jubilar kam vor 25 Jahren direkt vom Seminar als Junglehrer hierher und ist seitdem immer mehr mit unserer Gemeinde verwachsen. Reben einer reichgesegneten Tätigkeit als Schulmann und 3u» genderzieher hat er sich in uneigennütziger Weise für unseren Ort auch als Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins bemüht, ferner ist ec 1 ehrenamtlich als Obmann des LehrerveveinS Die- ubft bene?^* -- bit &n )n9QUesS' iber lamrip1110*5 'SWntSj.“’ N--?r dL ' Snl Ä »5 KL 5 wtn öerithi», Menen Bor- ”Qte doch ober bet um möglichst bol. -7 teilte er mit, Kung in Lollar Deutschen Lieber- ?• 6q& Feste von Moereinen nicht iletner Ungelegen« b tt Uhr bic Der- foflerbunb. 3n gemeiniam« w -Solrnlcr hds" Dirigenten bei ängerbundes. Ä. Senöer, !? S:rfammlung. rar bie Stellung. Zusammen« ittialanger« ilenben g.ni ba« ammmlaVirn bet stUnbe, aber bet en Wischen bjto. btt lehr hohen :n ©egentoattLnol, nen Lanbpereinen Aassenchor |üi bii stattsindenbe Sun« gentcnlonfer-iy die r recht in Freuen onn’ erdacht" be« !iterhin recht zahl« Festen in Hungen, eit verbunden to t« l d. Horioss. Wit lost der Dor'ihende mit bzt kommen« rinbung ftefcnte Üs-rrisÄ V« W orden waren, bie chen. ebmat Am Gams« jiesige Krieger- leutschrn Eiche ein rt, das sehr gut wurde auigesuhrt Ball Ins/MgtUb z Obermusikmeisterr ige Programm W Mteilt. Zu DeM unserer SeM nen Treue, des Pst'-t n der k> h^ea d-c ^m- a«l* $tiS 2M uleJ7 fcW $u i wcrt^W Err ’ H*. wurde. ;K-S n 2ö, **' 2ber- ^Olnerfcnnung *£ &*®S5 BereSriae Dit' ür 4O‘a)S Ehren- jebi^ 11 Lehrer Aler" " iDilhelm Kle^ Jeibel. J. und D. Jus- hrunS?°^r gut-" h v^ter ^jter^ ürden. *Ln ebenso fiten Deisall jiib^ ltarkst „ ff** |"u' vitag ügllchen »ein,-rtt^ feJS" 7 aui e,ner in fllrJ llehr^ i 3S Ou"g' 's--na-°^r «g ften-ßanft und als Mitglied des Kreisschulaus- Kusses tätig. Allenthalben in unserer Gemeinde und darüber hinasts bei seinen Berufs ko liegen kann sich Herr Hofmann der größten Wert- schohung er! reuen. . X Wieseck 4. Febr. Geschrctt von der Baseler Mission lief gestern gegen Abend vor der Schuljugend und abends vor den Erwachsenen der zweite ^ndiensilrn. Das Licht scheinet in der Finsternis'. Geschichte des Ucberlrllts eines Hindumädchens. Missionar Döh (China). zur Zeit in Heimaturlaub, gab zu dem Film, der einen tiefen Eindruck machte und prächtige Aaturaufnahmen bot, die Erläuterungen. Fast 50 Mk. an freiwilligen Gaben und Erlös von verlausten Misstonsschristen war das finanzielle Ergebnis beider Veranstaltungen. * Alten - Duseck, 4. Febr. Der Kegelklub ..Gut Holz" hielt dieser Tage unter der Leitung seines ersten Dorsihenden Karl Schäfer seine diesjähr ge Generalversammlung ab. Aach dem Jahresbericht hat der Klub bei den Dundesveransta'tungcn ,m verflossenen Jahre zwei wertvolle Preise und den Wanderpreis errungen. Der von dcm Rechner Wagenboch erstattete Kassenbericht wurde In seinem Abschluß als gut bezeichnet. 3m Hinblick auf die ungünstige Wirtschostslage wurde das für dieses 3ahr vorgesehene 25. Stiftungsfest zurückgestellt, dagegen soll die für den Sommer geplante Rheinsahrt durchgeführt werten. Bei der Borstandswahl wurde der bisherige Borstand wiedergewählt, dabei der erste Vorsitzende zum elften Male. Die Mitgliederzahl hat sich rm verflossenen Jahre auf 70 erhöht. : Beuern, 5. Febr. Am Sonntag hielt der Gesangverein „Polyhhmnia" im Saale der »Germania" sein diesjähriges Winter- vcrgnügen ab. Der erste Vorsitzende Schreinermeister Reinhard R a n s t eröffnete die Feier mit einer Degrützungsansvrache, in der er die zahlreich erschienenen Gäste und Dereinsange- yörige willkommen hieß und die in einem Hoch auf das deutsche Lied ihren Ausklang fand. Das reichhaltige Programm bot den Besuchern reiche Abwechslung. Vorzüglich gespielte Theaterstücke ernsten und heiteren 3nhalts wechselten in bunter Reihenfolge ab und sanden lebhaften Beifall. Die vorgetragenen Ehöre zeigten, daß der Derein unter der tatkräftigen Leitung seines bewährten Dirigenten Heinrich E ch 0 m b e r Hervorragendes zu leisten vermag. Eine besondere Ehrung wurde dem Zimmermeister 3oh. Karl Funk zuteil, denn ihm wurde für 40iährige aktive Mitgliedschaft eine silberne Radel unter anerkennenden Morten überreicht. — Bei der am Dienstag in den hiesigen Gemeindewaldungen abgehaltenen D re nn h 0 l z v e r ste i g e r u n g tourten fdlgende Preise erzielt: Duchenscheiter 27 bis 30 Mk., Buchenknüppel 20 bis 24 Mk., Buchenstöcke 14 bis 18 Mk. je zwei Raummeter. Duchenreisig tourte mit 2 bis 3 Mk. pro Raurn- 1 meter bezahlt. Geschichten aus aller Welt. lAachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Jetzt fliegt die Kuh! (a) Aeuy 0 rk. ES gibt ein uraltes Ammenmärchen von einer Kuh, die zum Mond fliegt. Jetzt hat die erste ihrer Art wirklich den-ersten Flug — wenn auch nicht zum Mond — so doch von den Bereinigten Staaten nach Kanada gemacht, ilnb zwar war diese Erste eine Preiskuh — eine Musterkuh. die von allen bewundert wurde und ihrem Besitzer in A.bany manches Lob eingetragen hatte. Als er des Lobes voll war, verkaufte er auf einer großen Tierausstellung in Albany das Tier an einen kanadischen Liebhaber. Run begann aber am gleichen Tage in Toronto in Kanada auch eine große Schau des edlen Rindviehs. Der neue Besitzer war ehrgeizig genug, sein neues Eigentum gleich präsentieren zu wollen. Um aber zeitig cinzutresfen, wurde ein großes Flugzeug gemietet, aufgeräumt und als Stall hergerichtct. Die Kuh stieg, wenn auch etwas unbeholfen, ein und landete fünf Stunden später in Toronto. Und zwei Stunden später hatte sie wieder einen Preis gewonnen. Man sieht, der Ehrgeizige muh nur die Kühe und die Zeichen der Zeit verstehen — bann geht es schon. Tcr Elefant im Krämcrladcn. (f) London. Wenn ein Elefant in einen Porzellanladen gerät, soll es viele Scherben geben. Was man in Hüll in England in diesen Tagen sah, ging auch nicht gerade scherbenlos ab — obwohl ein Elefant nur im Krämerladen herumstapfte. Seit einigen Tagen war ein Zirkus in der Stadt. 3etzt sollte er nach Bradford verladen werden. Eines der Prachtstücke des Unternehmens war eine Elefantenmama mit ihrem kleinen Cle- fäntchen. Offenbar war es dem Baby etwas langweilig geworden. Als man nämlich zum Bahnhof zog, belapi es Wandergelüste, entwischte seinem Wärter und zog im Trab durch die Stadt. 3m Laufschritt stürmte die Mama, die man nicht mehr halten konnte, hinterher. Beide machten einen regelrechten Ausflug, der ihnen gewiß sehr lustig vorkam. weil die Mutter dem Baby auch einmal außerhalb des Zirkus zeigen konnte, wie stark sie war. Hier hob sie ein Tor aus, dort riß sie einen Daum um. 3n respektablem Abstand folgte das Publikum dem merkwürdigen Treiben. Wollte sich ein Wärter nahen, so nahm die Elefantenmutter eine so drohende Haltung ein, daß die kleinen Menschlein schleunigst ausrissen. Der Höhepunkt dieses Clefantenvergnügens war aber die Reise durch einen Krämerladen. Mit gut gezielten Würfen sausten die Konservenbüchsen durch die Fenster ins Freie. Mama war wirllich sehr gut gelaunt, und das Baby quietschte vor Freude. Als der Laden ziemlich vollständig ruiniert war, stellte sich die Mama mit ihrem Baby freiwillig den Wärtern. Da man der Ansicht ist, daß Strafe sein muß, hat man sich entschlossen. die beiden, den großen und den kleinen Sünder, zu Fuß von Hüll nach Bradford marschieren zu lassen, damit beiden klar wird, wie sich ein wohlerzogener und gesitteter Zirkus- elefant benimmt. Oft ist es doch lustig, Elefant zu sein. Tic „ScitmiHionärc“ der Kordilleren. (h) Santiago. 3n den tiefen und engen Fluhtälern ter Kordilleren, des gigantischen Kettengebirges an ter Westseite von Südamerika, lebt ein vor einiger Zeit entdeckter, natürlich gleich den übrigen Rothäuten im Aussterben begriffener 3nt>ianer- stamm. Wenn die amerikanische Devise, Zeit sei Geld, der Wahrheit entspricht, sind diese 3nöia- ner ganz bestimmt Zritmillionäre. Ein englischer Missionar versuchte jetzt, Zeitungsmeldungen aus Valparaiso zufolge, die mehr als komplizierte Sprache der Roten systematisch zu erfassen. Aus dem Versuch des Engländers geht hervor, daß die 3nbianer ihre Gedanken mit einer derartigen Zeitverschwendung umschreiben, als hätte der Tag mindestens vierundzwanzig Stunden. Zwei Beispiele dürften hierfür genügen. „Wait kyanaman kupingini kikpith umuk". Das heißt wörtlich überseht: „Die Fettware, hergestellt aus der Flüssigkeit des Euters der Kuh". Auf gut deutsch: Butter! — 3m Kopsrechnen müssen die roten Gentlemen ganz besonders schwach fein. Eine ganz einfache Zahl wird wie folgt ausgedrückt: „Sogemek vaktha mokeminik anthantha ma“. Zähle sämtliche Finger der beiden Hände zusammen, dazu kommen die Finger des einen Fußes und weitere drei Finger des anderen Fußes. Schlußeffekt: achtzehn. Der Himmel möge die Zeitmillionäre der KordMeren vor einer 3nflation behüten! ... Zeitung am Nordpol. (r) Kopenhagen. So unglaubhaft es auch erscheinen mag: selbst der Rordpol und seine unfreundliche Umgebung haben ihre eigene Zeitung. Einem wackeren Pionier des 3ournalismus, Lars Möller, kam vor einigen 3ahren der Gedanke, dem nördlichsten Teil der Welt ein eigenes Organ zu schenken. Die Ausführung des aus kulturellen Gesichtspunkten im höchsten Grade anerkennenswerten Gedankens war nicht gerate leicht: die Leser Möllers wohnen nämlich nicht in Städten, sondern in Zelten, die sich, aus Tierfellen zufammengeflickt, in ansehnlicher Entfernung voneinander befinden. So muß der „Rordpolredakteur" nicht nur den Druck seines Blattes selbst besorgen, sondern auch den Vertrieb: einen Postdienst gibt es in dieser Gegend natürlich nicht mehr. Lars Möller durchquert nun auf Schneeschuhen die menschenleersten Gegenden von Rordgrönland, um den nördlichsten Lebewesen auf Erden, den braven Eskimos, ihre Zeitung ins „Haus" zu bringen. Aber auch ein Segelschlitten steht dem kulturellen Vorkämpfer des hohen Aordens zur Verfügung, um so durch noch größere Reisen die Auflage seines Blattes womöglich zu vergrößern. Möller, selbst ein Eskimo, braucht nicht zu bereuen, die Riveauerhöhung seines Volkes zur Lebensaufgabe gemacht zu haben: sein lleines Geschäft geht für dortige Verhältnisse recht gut, und feit einiger Zeit erscheint der Generalanzeiger für den Rordpol und Umgebung schon zweimal im Monat! Tic Hascnstalislik der rschechoslotvakci. (8) P r a g. Die Prager Regierung hat vor einiger Zeit, wohl um dem ungarischen Revisionskampf beglaubigte Zissern entgegenhalten zu können, an- geordnet, man möge ganz genau die Häupter ihrer Lieben in Ober-Ungarn zählen. Richt ettoa nur die Zweifüßler, sondern auch die Tiere sollten „statistisch erfaßt" werten: Kühe. Pferde. Federvieh und anderes mehr. Prag wollte alles wissen: selbst die genaue Zahl der Hasen! So grotesk diese Zumutung auch klingen mag: eines denkwürdigen Tages erhielten die Dorfnvtare von den Zupanen (dereinst Obergespane genannt) den dienstlichen Beseh!, binnen acht Tagen festzustellen, w.eviel Hasen sich in ihrem Verwaltungsbezirk befänden. Das war nun eine recht mulmige Angelegenheit. Die Hafen wußten von jeher, daß es für sie unbedingt besser sei. im Verborgenen zu blühen, andernfalls sie Gefahr liefen, nicht mehr leibhaftige Hasen, sondern Sonntagsbraten des kleinen Mannes zu sein. Die Hasen waren dementsprechend weniger vernünftig als die Minoritäten der Tschechei. die sich bekanntlich alles gefallen lassen müssen, wenn sie in Frieden leben wollen. Die Hasen lehnten sich einfach gegen die Staatsgewalt auf und ließen sich zum größten Leidwesen ter Roiare nicht abzählen. Das konnte aber schlimm werden, denn schließlich hing die Position der Beamten nicht von den revolutionären Hasen, sondern von den Zupanen ab, die wiederum ehrgeizig genug waren, den Prager Befehl strikte durchzuführen. Da verließen sich die Roiare auf ihre Phantasie. Herr Platschko meldete z. D. dreißig Kaninchen an und überlieh eS ter Regierung, die Angabe zu kontrollieren. Anders der benachbarte Dorfnotar. Herr 2Imola. Dieser wollte mit den kleinen Vierfüßlern nicht fo sparsam umgehen und gab an, runde zweihundert zu ..verwalten". Wogegen Meister Pratzulek sür ungerade Zahlen war und den Bestand von 127 Hasen meldete. Vorsichtshalber mit dem Vermerk, daß elf hiervon noch „Säuglinge" seien. Al 0 lösten die wackeren Beamten der Reihe nach das „Hasenproblem". Die Streber meldeten ilnmaticn von Hasen, auf daß die Herren von „oben" ihre hellste Freude haben Tollten; die Vorsichtigen gaben nur geringe Mengen an. denn vielleicht müßte man die Tiere gelegentlich sogar abliefern ... Rur Daniel KockaS zerbrach sich Rächte hindurch darüber den Kopf, wie er s machen sollte. Er traute sich nicht, eine fingierte Ziffer in die betreffende Rubrik der Statistik einzuschreiben. versuchte also, die Aus- gäbe ehrlich zu lösen. Er begab sich Tag für Tag auf die Felder und veranstaltete, mit einem Rotizbuch und Bleistift bewaffnet, stundenlange ..statistische Hasenjagden". Mit dem Erfolg, daß ihm nach zwei Wochen der Schädel brummle. Er sah ein. daß es nicht so ginge und wandte sich an die 3ägcr des Dorfes. Die wußten aber leider nur das eine, wieviel Hasen sie selbst geschossen haben. Selbst der berüchtigte Wilddieb am Orte konnte über die Bestände keine Auskunft geben. Da kam Kockas auf eine epochale 3tec: er verpflichtete ettoa fünfzig Treiber, bestellte die gesamte Schuljugend als Hilfstreiber und veranstaltete eines Morgens eine großangelegte Hasen- treibjagd. wie sie die Welt bestimmt noch nicht gesehen. Die ganze, annähernd ztoeihundertköpfige Gesellschaft „arbeitete" einen ganzen Tag. und am Abend konnte Kockas mit ruhigem Gewissen melten, daß sich in seinem Bezirk kein einiger Hase aufhielt ... Neue Bucher. — Regimentsg eschichte des 2.'Ras- säuischen Feldartillerieregiments R r. 63, II. Teil., bearbeitet von Ovecstleutnant a. D. v. Reckow. (Band 231 der Schriftenfolge „Erinnerungsblätter deutscher Regimenter'): Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg L O. Preis 16 Mark. (12) — Mit der vorliegenden Darstellung der ruhmreichen Anteilnahme des Regiments an den entscheidenden Kampfhandlungen des Weltkrieges hat ter Verfasser jedem Regimentskameraden einen Familienschah geschaffen, wie man ihn sich schöner und lebendiger nicht denken kann. 3n eindrucksvoller Sprache reden zu uns die Ramen der einzelnen Kampforte und -abschnitte. Wochen ohne Ruhe. Wochen, in denen an die Leistungsfähigkeit ter Marmschastcn durch die ununterbrochene Feuertätigkeit bei Tag und bei Rächt die höchsten Anforderungen gestellt wurden. Auch Augenblicke des Aufatmens, der Freude sind nicht vergessen und stilles Ergötzen wird jeder Leser än ter verblüffend naturgetreuen Schilderung manches Originals finden, deren ja jede Batterie oter K:könne welche hatte. Die schlichte, bescheidene Art der Darstellung, das Eingehen auch auf die kleinen und kleinsten Erlebnisse und Begebenheiten, der anheimelnde, kameradschaftliche Ton. und als Gesamtergebnis die Stimmung der selbstverständlichen Pflichterfüllung und des kameradschaftlichen Zusammenstehens un Kampf für eine gerechte Sache machen das Buch jedem Regimentskameraden hochwillkommen. — Die schönsten bekanntesten Songs aus Weills „D r e i g r 0 s ch e n 0 p e r". liegen jetzt bei der „Musik für Alle" (Verlag Ullstein, Berlin SW £8), in einer Bearbeitung vor, die jeder, der ein bißchen Klavier spielen kann, bewältigt. 3n einem zweiten Heft bringt die „Musik für Alle" das Wichtigste aus Kreneks „3onny spielt auf". Beide Werke stellen musikalisches Reuland für die „Musik für Alle" dar, die, indem sie mm auch an modernster Musik nicht vorbeigeht, ihre selbstgestellte Ausgabe, als große musikalische Hausbibliothek alles Wichtige zu sammeln, erfüllt. 456. — Reue Ull st einbüche r: Daß Punks ein liebenswürdiger junger Mann und Britta eine bezaubernde junge Dame ist, und daß es eine Menge Leute gibt, denen das genügt, daran wird keiner zweifeln, der Ludwig von Wohls neuen Roman ..P unks kommt aus Amerika" (Verlag Ullstein. Berlin, Preis 1 Mk.) gelesen hat. Von ter Atmosphäre des Fernen Ostens ist A r t h u r M i l l s abenteuerlicher und gefühlsstarler Roman „Liebe in Hongkong" durchllänll (Der ag Ullstein, Berlin, Preis 1 Mk.). Die Fremdheit ter Ras.en. die so zahlreiche politische und private 3ntrigcn zwischen Chinesen und Kolonisten zur Folge haben, bilden den farbigen Hintergrund einer aufregend packenden Handlung. (538/99) — Anna Freud: Einführung in die Psychoanalyse für Pädagogen. Bl.r Vorträge, g:halten vor Horlerzi h rn d r Stadt Wien. 112 Seiten, Kl.' 8°. Kart. 3.50 Mk. Hippo- krates-Verlag. G. m. b. H . Stuttgart und Leipzig. (639) Aus einem bestimmten Material, das nur die ersten Lebensjahre des Kindes zu bieten haben, entwickelt Anna Freud eine Anzahl von Grundbegriffen ter Psychoanalyse lebendig vor uns. Sie bringt uns die Kenntnis des Unbewußten nahe, den Begriff der Verdrängung, ter Reaktionsbildung, der Subl'.m erung: sie erflärt uns die wichtigsten Bestandteile der 'Freudschen Trieblehre, Oedipuskomplex, Kastrat onslom- pler. Uebertragung und Libido, und sie zeigt ten Pädagogen, welche erzieherisch wer.volle Rolle das Ueber-3ch spielt. Aber auch prakt sche Anweisungen gibt uns die Derfasferin, so daß die Psychoanalyse zu einer wahren Hilfe für die Arbeit des Pädagogen wird. — Vom Sinn und Unsinn des Be- rechtigungswefens. Herausge e en von Oberstudiendirektor Dr. Behrend in Verbindung mit Ministerialrat Dr. Mehner, Bibliothekar Dr. Münster, Dr. Pin^erneil, Reichstagsabgeord- reten Steinkopf und Ministerialrat Ziertmann. Broschiert 4.20 Mk. Verlag von Quelle & Me. er, Leipzig (544). — 3n der vorliegenden Schrill kommen Vertreter der Schulverwaltung, der Wirtschaft, der Elternschaft, der Schule und der Beamtenschaft zu Wort, um frei von einseitiger Uebertreibung das ganze Problem des Berech- tigungswe'ens von allen Seiten zu beleuchten. Die Schwierigkeiten werben nicht verkannt, die Mißstänte nicht totge'chwiegen, aber die Verfasser spüren die tahächlichen Grünte für die Auswüch e des Berechtigungswefens auf 'Nimm Md In den ersten 10 Jahren nur die milde, reine, nach ärztlicher Vorschrift für die zarte Haut der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und macht sie frei für eine p-esunde, kräftige Hautatmung. 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Februar 1930, nachm. 6 Uhr (Liebigshöhe) Die Eiskönigin Singspiel nach einem Märchen von Andersen Musik von Viktor Holländer Eintrittskarten: RM. 2. — , 1. — , bei Ernst Challier, dem Verkehrsverein und abends an der Kasse. — Kinder aut Montag, den 10. Febr., abends 8 llhr im Katholischen DereinShauS BoilrofllätDomeo THOna: „Die lörDetllfieo unö iteflfdientelöra öet Stauen Im liebes- unö Wieden" Beönetlo: Stau 6i|a o. ®o Herl. Berlin. Zur Deckung der Unkosten werden 50 Vf. erhoben. — Tie Frauen u. Töchier unserer Siadt werden zu diesem Borlrag freund» ltchst eingeladen. 0843 Naiurheilverein Gießen. Soldaten- und Schutzpolizei- Ulissions-Konserenz Sonntag, den 9. Februar 1930, vorm.ttago von 9 Ubr ab, und nach» mittags von 3 Ubr ab im Saale der Samstag, den 8. Februar, abends 8.11 Uhr: Großer Kappen-Abend __________________________ 1114U Das große Paket von 200 g kostet nur Mk. 1.50_ J.J. Darboven • Hamburg 15 Ueberall käuflich H. 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So erreichte die erste Jugend auf dem völlig unzulänglichen Platz in Aßlar ersatzgeschwächt nur ein Unentschieden (2:2), obwohl man allenthalben im Lager d r Giehener mit ein m kuappen Sieg gerechnet hatte. — Die erste Schülcrelf lehrte aus Burgsolms mit einem schönen 3:0-Sieg nach Hause obwohl die Giehener nur neun Spie.cr rm Sprel hatten. — Die Gegner der zweiten und Dritten Jugend sowie der zweiten Schü.ermannschaft b.ie- den aus, so dah die Mannschaften ohne Spiel blieben. , . , ,, , Der kommende Sonntag ist der letzte Spieltag der Fuhballsaison 1929/30 für die erste De- zirksliga, Gruppe Lahn. Die Lage ist verwicle.ter denn je. Der kommende Sonntag soll ten Meister und den zum Aufstieg in die Oberliga bevech- tifltcn Tabcllenzweiten bringen. In Marburg treffen Germania und V.f.B. Giehen auseinander, in Giehen tritt die Spielvereinigung 1 900 dem Fuhballverein 1913 Wallau entgegen. Die drei Ersteren im Verein ir.it Ockers- Hausen sind die Bewerber um die beiden ersten Plätze. Das Spiel in Giehen ist das letzte Der- bandsspiel auf dem Sportplatz an der Liebigs- höhe. Der Gegner Wallau ist keinesfalls zu unterschätzen. Im Dorspiel in Wallau blieb 1900 knapp mit 4:3 Treffern Sieger nach einem ausgeglichenen Sviel, während der Lokalgegner D.s.D. in Wallau sogar Federn lassen muhte und zwei Punkte verlor, um die seitdem heftig am grünen Tisch gestritten wird. Die Gäste zeigen recht gute Veranlagung und sind besonders in der Hintermannschaft ausg zeichnet. 1900 mühte schon recht hoch gewinnen, wenn es günstigenfal.s aus Grund des besseren Torverhälttiisses den Ausstieg erringen will. Das steht jedoch sehr in Frage, da infolge Erkrankungen 1900 wahrscheinlich mit ersatzgeschwächter Mannschaft antreten muh. Für die Hiesigen gilt es daher, von Anbeginn an mit Energie und vollem Ernst bei der Sache zu sein, damit sich das Schauspiel von Ockershausen nicht wiederholt. Man hält den Ausgang des Treffens für vollständig offen. Ligareserve und 3. Mannschaft fahren zu Gesellschaftsspielen nach Weilburg. Durch Teu- einstellungen hofft man die Giehener so gestärkt, dah mit erfolgreichem Abschneiden gerechnet wird. Die 4. Mannschaft steht vormittags im Lokaltreffen gegen die gleiche Elf des D. f.B. Es ist nicht ausgeschlossen, dah 1900 den Dor» sp.elsieg wiederholt. Die 1. Jugend spielt ebenfalls gegen den Ortsgegner im Pflichlspiel. Diese Spiele ver- liefen bisher immer sehr spannend, der Sieger ist nicht vorauszusagen. 2. Jugend und 2. Schülerelf spielen in Steinberg, während die 1. Schülermannschaft nach dem Ligaspiel den Schülern Garbenteichs entgegentritt. D. f. B. Am kommenden Sonntag fährt die Ligamannschaf t nach Marburg, um dort gegen „G e r - m a n i a" zum letzten Verbandcspicl der diesjährigen Saison anzutreten. Für beide Vereine ist der Ausgang des Kampfes von allergrößter Bedeutung, da er entscheiden sollte, wer den Aufstieg zur Be- 'irksligaklasse mitmacht, für den nach dem derzeitigen Tabellenstand vier Vereine in Frage kommen. An erster Stelle steht Ockershausen, das die Serie bereits beendet hat (14 Spiele, 9 gewonnen, 2 unentschieden, 3 verloren, 30:18 Tore, 20:8 Punkte). Ihm folgt V.f.B. 13 Spiele, 8 gewonnen, 2 unentschieden, 3 verloren, 29:21 Tore, 18:8 Punkte). Als dritter kommt „Germania" Marburg mit 13 Sp eie, 8 gewonnen, 1 unentschieden, 4 verloren, 41:22 Tore, 17:9 Punkte. Die Spielvereinigung 1900 hat die gleiche Punktzahl (13 Spiele, 8 gewonnen, 1 unentschieden, 4 verloren, 47:30 Tore, 17:9 Punkte) und trägt ebenfalls am kommenden Sonntag ihr letztes Punktspiel aus. Sie hat im Kampf gegen Wallau ungleich mehr Siegesausfichten, als V.f.B. gegen Marburg, zumal sie auch noch den Vorteil des eigenen Platzes hat. Gewinnt V.f.B., so wird er dadurch mit dem Tabellenersten Ockershausen punktgleich und hat sich jedenfalls dadurch den Aufstieg gesichert. Es wären dann noch zwei Entscheidungspiele zwischen Ockershausen und V.f.B. nötig, um zu ermitteln, wer von diesen beiden Meister und wer Tabellenzweiter sein wird. Verliert dagegen V.f.B., so scheidet er endgültig aus dem Rennen aus und Ockershausen ist ohne weiteres Meister. Ein unentschiedenes Resultat gegen „Germania" würde V.f.B. wohl bestimmt nichts nutzen, da ein Sieg der Spieloereinigung ziemlich sicher' ist und diese dann trotz gleicher Punktzahl auf Grund ihres besseren Torverhältnisses den zweiten Platz einnehmen würde. Ebenfalls wird das bessere Torverhältnis zu entscheiden haben, wenn „Germania" Marburg und Spielvereinigung Giehen gewinnen würden. 55a „Germania" zur Zeit einige Tore besser steht, ist es nicht ohne Chance. Das Marburger Spiel wird dahc? ein harter Kampf werden, da es für beide Gegner ums gleiche geht. Giehen sowohl wie Marburg müssen für je einen Spieler mit Ersatz antreten. Der Ausgang ist offen. D.e zweite Mannschaft beabsichtigte mit nach Marburg zu fahren, um gegen die gleiche der „Germania" ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Ob der Abschluß getätigt worden ist, war bei der Niederschrift d'eser Zeilen noch nickt bekannt. Auch die dritte Mannschaft steht in dieser Saison zum letztenmal im Kampf um die Punkte. Der Ausgang dieses Treffens ist für sie ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Ihr Gegner ist Steinbachs erste, gegen die sie trotz ihres Vorteils des eigenen Platzes einen sehr schweren Stand haben wird. Während sie im Vorspiel auf dortigem Platz nur ein 3:3 erzielen konnte und damit den einzigen Punkt in der Vorrunde verlor, mußte sie sich vor einiger Zeit in dem als Verbandsrückspiel angesetzten, jedoch wegen Fehlens des Schiedsrichters nicht gewerteten Treffen von den eifrigen Steinbachern eine 1:3-Nicderlage gefallen lassen. Auch vor 14 Tagen verlor sie im Punktspiel gegen Steinbergs Erste trotz stärkster Mannschaftsaufstellung mit 1:3. Da Steinberg nur mit einem Punkt hinter V.f.B. an zweiter Stelle steht, muß die Platzmannschaft das Treffen gegen Steinbach für sich entscheiden, wenn sie Meister werden will. Während die erste I u g e n d zum Pflichtspiel auf den Platz der Spielvereinigung muh, hat die zweite auf eigenem Platz die zweite A h - l a r s zum Gegner, lieber den Ausgang dieses Treffens kann nichts vorausgesagt werden. — Die dritte Jugend muß nach Lich, um sich im Pflichtspiel mit der dortigen ersten zu messen. Infolge der körperlichen Ueberlegenheit des Gegners wird sie um eine knappe Niederlage kaum herum- fommen. — Die e r ft e Schülerelf pausiert. Die zweite ist Gegner der Nieder-Girmeser Schüler auf dortigem Platz. D. s. K Lich. Am nächsten Sonntag hat die Jugend auf eigenem Platze gegen D. s. B. 3. Jugnrd anzutreten. Dach den bisherigen Leistung:n zu urteilen, müßten die Dasenspieler den Platz als Sieger verlassen. Hanvball im Männerturnverein (O.T). Am nächsten Sonntag kommt auf dem Turn- und Sportplatz des Männer-Turnvereins ein Handball-Freundschaftsspiel zwischen der zweiten Mannschaft LesTurn-undSportvereins Butzbach und der gleichen des hiesigen Männer-Turnvereins zum Austrag. Das Dorspiel in Butzbach endete unentschieden: da dieses Spiel schon eine ziemlich große Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften zeigte, kommt es nur Darauf an, in welcher Stärke diese antreten können. Die stärkere bzw. technisch bessere Mannschaft wird Sieger werden. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Um allen Spielern Gelegenheit zu geben, aktiv mitzuwirken, werden in Zukunft sechs Mannschaften Wettspiele austragen. Als Gegner für kommenden Sonntag sind Friedberg und Diedergirmes nach hier verpflichtet. Die 1. Mannschaft muß sich mächtig strecken, um die gleiche der Tg. Friedberg zu bezwingen. Heber die Spiele der 2., 1. Jugend- und 2. Jugendmann- schaft und der Schüler ist eine Vorhersage schlecht möglich, da Die Spielstärke Der Gegner nicht bekannt ist. Handball im T. V. Fronhausen (O T.) Dächsten Sonntag empfängt Fronhaufen die 1. Mannschaft vom Turnverein Wenkbach zum Verbandsspiel. Fronhaufen muß für zwei erkrankte Spieler Ersah einftellen. Der Ausgang des Spieles ist daher offen. Das Vorspiel m Wenkbach endete 1:0 für Fronhaufen. 57.GauturnfestdesGauesHeffenD.T. Dachdem Die Kreisleitung Des Mittelrhein- kreifes Der Deutschen Turnerschaft die ersten beiden Sonntage im Juli für Gauveranstaltungen freigegeben hat, findet nunmehr das 5 7.Gauturnfest des Gaues Hessen vom 5. bis 7. Juli in Kirchhain statt. Im Turnverein Kirchhain sind Die Ausschüsse bereits an der Arbeit, um für das Fest Die rechte Grundlage zu schaffen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Tv. Garbenteich 1 - Tv. Staufenberg l 8:1 (5:1). Lv. Wieseck 1 — Tv. Londorf 1 0:1 (0:0). Tv. Dodheim I — Tv. Dorlar I 2:2. Sm ersten Spiel in Garbenteich hatte Garbenteich das Spiel jederzeit in Der Hand und konnte bereits in Der ersten Minute ein Tor vorlegen, Dem bis Halbzeit weitere vier Tore folgten, während Staufenberg fein Ehrentor entgegensetzen konnte. Dach Der Pause konnte Garbenleich noch Drei Erfolge buchen. Staufenberg trat nur mit 10 Mann an. Unter sehr schlechten Plahverhältnissen wurde das Spiel in Wieseck durchgeführt. Man sah einen ausgeglichenen Kamps, in Dem Wieseck in Der ersten Hälfte etwas mehr im Angriff lag, aber durch die gute Arbeit des Londorfer Torwarts nichts erreichte. Dach der Pause legte Londorf mächtig los und konnte bald Den Siegestreffer erzielen. Weitere Bemühungen Wie» secks, Den verdienten Gleichstand herzustellen, scheiterten an Der sicheren Verteidigung Londorfs. In Dodheim brachte es Dorlar fertig, gegen Die Platzmannschaft ein unentschiedenes Ergebnis herauszuholen. Dodheim trat mit Ersah für seinen Torwart an. Kommenden Sonntag treffen sich Kinzenbach und Garbenteich in Kinzenbach. Der Ausgang des Spiels ist als offen zu bezeichnen, obwohl Garbenteich etwas besser sein sollte? Ferner spielen aus den Plätzen Der jeweils erstgenannten Vereine Beuern — Dorlar unD Staufenberg — DoDheim. Beide Spiele sind als Durchaus offen zu bezeichnen. Hochschu sport. SüDwestdeutfche hochschulmeisterschaften. Dach längerer Zeit tritt in diesem Semester die Gießener Universität wieder in stärkerem Maße als in Den letzten Jahren im sportlichen Wettkampf in Wettbewerb mit den anderen Universitäten. So wird sie zu den s ü d w e st - deutschen Hochschulmeisterschaften, die am 8. und 9. Februar in Heidelberg ausgetragen werden, 24 Teilnehmer entsenden. Die Gießener Mannschaften werden in folgenden Wettbewerben starten: Geräteturnen, Zehnkampf (Ober- und Unterstufe), Musterriegenturncn, Cin- zelmeisterschaften am Deck. Pferd und Barren, Waldlauf, Kleinkaliberschießen und Schwimmen (Lagenstaffel, Druststaffel, Freistilstaffel. Wasserspringen). Daneben wird sich Die Gießener Universität auch noch an dem Hochschulmehrkampf beteiligen, der sich aus folgenden Einzel- kämpsen zusammenseht: Musterriegenturnen, Kleirkaliberrnannschaft-schießen, Mannschafts- Waldlauf, Schwimmen (Lagenstaffel, Deuststafscl) und Gerätezehnkampf (für Den Die Drei Vesten gewertet werden). In dem Hochschulmehrkampf wird Die Gießener Mannschaft gegen Die anDercn Universitäten einen schweren Stand haben, Da sie bei ihrer verhältnismäßig geringen Anzahl von ©tuDierenDen keine allzu große Auswahl treffen kann. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Für Den kommenden Sonntag hat sich Heuchelheim den diesjährigen Bezirksmeister De3 II. Bezirkes, Vilbel I, zu einem Gesell,chasts- spiel verpflichtet. Die Gäste verfügen über eine flinke, stabile Mannschaft. Die Einheimischen werden sich mächtig ins Zeug legen müssen, wenn sie gegen diese Mannschaft ehrenvoll abschneiden wollen. Watzenborn! hat sich zu einem Propagandaspiele Wieseck 1 verpflichtet. Das Kräfteverhältnis ist hier zu unterschiedlich. Die E.n- heimischen werden sich nur auf Abwehr beschränken müssen. In Kinzenbach stehen sich Wieseck Ib und Kinzenbach l im Rückspiel gegenüber. Das | Vorspiel gewann Wieseck 6:1. Ob es auch diesmal Sieger werden wird, hängt vom Siegeswillen der Mannschaft ab. Dödgen l hat Wiesecks Jugend zum Dückspiel zu Gast. Auch hier werden, wenn nicht alles trügt, Die flinken Gäste wieder Sieger werden. Die zweite Mannschaft Heuchelheims, die gegen Leun l spielt, wird alles hcrgeben müssen, um Die am Vorsonntag erlittene Niederlage wieder quitt zu machen. Die 3. Gruppe des III. Bezirkes hat ihre Gruppenturn stunde am Sonntagvormittag in Daunheim. Auch hier werden die Ucbungen zum Bezirks- und Kreisfest das Ucbungd- programm bilden. Kunst und Wissenschaft. Professor Friedrich von Duhn t- Wie aus Heidelberg gemeldet wird, ist dort im Alter von 78 Jahren Geheimrat Professor Dr. Friedrich von Duhn gestorben. Mit ihm hat die archäologische Wissenschc.,. einen ihrer hervorragendsten Vertreter verloren. Das wissenschaftliche Arbeitsfeld von Duhns war das gesamte Gebiet der klassischen Altertumskunde. Von besonderer Bedeutung waren auch die Studienreisen, die er mit badi.chen Philologen in Ländern des klassischen Südens unternahm. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Eine Stunde mit pirandetto. Don Gustav W. Eber.ein, Dom. Zwischen der Hauptprobe und der eine Stunde später stattfindenden Erstaufführung erwische ich Den italienischen Ibsen in der Hotelhalle am brausenden Ma länder Corso. Schnappe ihn einem Schwarm jagender Menschen weg. Es sind mehr als sechs Personen auf der Suche nach diesem Autor. Es ist gegenwärtig auch Theater um ihn, er steht mitten in einem Kampf, der das Schicksal der italienischen Bühne bestimmen wird. Wir warten nur noch auf das Einschreiten des Deus ex machina, des Duce... „3d) bin gehetzt... komme eben von Turin .. sprang noch schnell hin zu- Probe... Sie wissen ja: mein „Lazarus" —“ Ja, ich weiß. Da und dort entdeckt man an den Hauswänden, in der Galleria, an den Licht- masten winzige grüne Plakate: Novitäl — Piran- dellol Anderswo würden Die Steine schreien und Die Agenturen brüllen. Anderswo hat man dieses Stück überhaupt schon längst aufgeführt. „Wie kommt der „Lazarus" so spät auf die Mailänder Bretter, verehrter Meister? Man spricht ja schon in Leipzig darüber, in England ist er seit Jahr und Tag bekannt, nur Italien —“ „Das ist es ja eben. In Italien hinkte die Uraufführung hinterher. Ah, wie sie mir grollen, wie sie mich jagen! Aber jetzt erst recht — senza tregua, ohne Waffenstillstand werde ich kämpfen, bis wir auch in Italien ständige Theater statt Der Wandertruppen haben. Natürlich wollen Die Herren, Die an Dem jetzigen ZustanD verdienen, nichts von einer solchen umwälzenden Neuerung wissen, aber ich gebe nicht nach und ich habe die feste Ueberzeugung, dah Mussolini auf meine Seite treten wird." „Mussolini wird jeden Widerstand brechen, sowie er einmal erkannt hat, daß die Zukunft Der italienischen Schauspielkunst an feste Bühnen gebunden ist, nicht an den unsicheren Thespiskarren." „Nur dann können wir die Darstellerkunst auf die Höhe bringen, die Deutschland erreicht hat." „Molto gentile! Nur schade, dah unsere Dramatiker so schwer Schritt halten können. Sie haben ja die letzte Zeit viel in Deutschland gelebt, kennen die Verhältnisse der Vorkriegszeit, haben in Bonn studiert, Da kann Ihnen Der Niedergang unserer Bühnen nicht entgangen fein, die Entgötterung der Kunst, der Schmutz, die Perver- fUät, Der politische Einfluß —" „Ja, ich habe Erstaunliches gesehen, das muß ich schon sagen, und ich begreife nicht, warum Die Politisierung des Theaters so geschäht wird, warum sie überhaupt eintreten konnte, denn was hat, im Grunde, Politik mit Kunst zu tun?“ „Sie ist die nährende Flamme und wie eine Flamme wird sie sich schließlich selber verzehren. Feuilletonistisch gesagt: man könnte einen Aufsatz schreiben: Der Fall Toller, oder: Wie bringe ich mein Drama an? Cs ist heute in Deutschland leider so, daß — wie früher der Sänger mit Dem König — so heute der Dichter mit der Mode gehen muß." „Und in Mode wäre?" „Sein Drama anzubringen, braucht der literarische Nichtskönner sich nur politisch herauszu- puhen. Gewiß, gewiß, auch in Italien hätte keiner Glück mit einem Stück, das der gegenwärtigen Staatsauffassung zuwiderläust, aber der Unterschied ist Der, daß das staatspolitische Qk- kenntnis hier noch nicht als Reifezeugnis für Die Bühnenlaufbahn gilt." „Bedauerlich und — amerikanisch: der Dichter geht nur auf Den Erfolg aus. Er weih, dah sich Der Wagen des Erfolges durch politisches Gas besch.eunigcn läßt und stößt Den Hebel auf Den Grund. Ich muh aber auch gestehen, daß die Dekadenz im Stofflichen durch eine geradezu geniale Schauspielkunst gehemmt und oft ausgeglichen wird. Ich bewundere einfach eine Dorsch oder einen Pallenberg, ich kann über ihrem Spiel ganz vergessen, was gespielt wird. Besonders das Zusammenspiel hat einfach etwas Hinreißendes." „Ich zweifle nicht, daß man auch in Italien so weit kommen wird." „Sie tun recht, nicht zu zweifeln. Ah, meine herrlichen Schauspieler! Was sieckt doch für eine Rasse DarinI Denken Sie, sechs Proben genügen mir —“ einem Pirandello!" vollauf! Und wir werden nicht verlieren, wir sind Schönheitssucher —" „Sie sind auch Gottsucher, wie Ihr „Lazarus ^^Vielleicht ist das ein und dasselbe. Wie Licht und Poesie." „Wir alle haben ein unbändiges Verlangen nach Licht, nach Ton und Musik reiner Sphären, sogar der Film schreit ja nach tieferem seelischen Ausdruck." , _ . „Meinen Sie etwa" — und das weiße Spitzbärtchen wächst fast an meinem bartlosen Kinn an uyd die sprühl^bendigen Aeuglein des Dichters knabbern förmlich an Den meinigen — »den Ton- | film??" Zwei Fragezeichen. Keine Zeit zu einer Antwort. Der Dialog geht in einen Monolog von hamletischer Gewalt über. Pirandello ist kein Freund des Tonfilms, wenigstens nicht des gegenwärtigen Sprcchfilms: das Theater ins Theater, der Roman Dein Leben, Der Film Der ßeintoanDI Wenn er sprechen müsse, Dann Dürfe es nur Musik sein, nicht Worte. ... Cs rauscht und weht über mich hin, Pirandello reitet sein Steckenpferd, ach nein, es ist ein wunderbarer Schimmel, es ist Grane, das Doß, das hincinsprengt in wagnerische Weiten: „Musik, Musik, ja, einen ganzen Saal voll Musik! Und sie Darf mechanisch fein, Die Übertragungstechnik hat ja ein Wunder vollbracht. Aber auf Der Leinwand kein kümmerliches, klebendes Mitgehen Der handelnden Personen, die als sprechende Schalten unnatürlich wirken, sondern — stellen Sie sich das doch nur einmal vor! — die Verkörperung Der Musik selbst! Auf Der Leinwand zieht vorüber, was der Tondichter beim Komponieren empfand, was er fühlte und sah, was in ihm wühlte und jauchzte--" „Wunderbar! Rur — wie wollen wir Nach- gebornen hier richlig nachempfinden? Jeder hört doch etwas anderes heraus. Goethe zum Beispiel sah Farben —" „Auch ich sehe Farben, das tut ja nichts zur Sache, Die Verschiedenheit wird ihren Reiz haben. Bei Beethovens Eroica steigt, kann denn etwas anderes heraufsteigen als Napoleon? Wird Tschaikowskys „18.2 m ßv.rstanden w r den? Wir werden einen Film haben: Bach in Der Interpretation D'Annunzios oder Hauptmanns! Oder: Paleftrina in der Interpretation Pirandellos! Sehen Sie nicht sofort Kirchenpfeiler heraufwuchten? Ah — welch eine Blüte der Kunst wird das werden —! „Wenn Könige bauen, haben Die Kärrner zu tun. In Diesem Falle kriegen auch Die Maler wieder ein Betätigungsfeld. Aber was sagen Die Zilmherren zu diesem in seiner Phantastik so gewaltigen Gedanken?" „Die Filmgewaltigen? Sie verstehen ihr Geschäft nicht. Sie ahmen die Amerikaner nach, weil sie glauben, nur auf diese Weise Geld verdienen zu können. Irrtum!!! Den Amerikanern kann doch nur imponieren, was sie selber nun und nimmermehr Herstellen können. Was glauben Sie wohl, wie sie einem solchen Musikfilm, wie ich ihn ausmalte, gegenüberstehen würden, he?" „Nun, mit offenem Munde, denke ich." „Bravo! .Und das müssen wir wollen und er- | reichen. Nur so kriegen wir sie. W i r müssen । ihnen Neues bieten, nicht umgekehrt. Dann rollt der Dollar, dann können wir exportieren und uns endlich frei machen von dem Mo och, der sich anschickt, ganz Europa aufaufreffen! Damit würde der Film eine hohe Mission erfüllen, Denn Dieses Amerika — —“ Wir haben noch lange über Dieses gefährliche Wesen gesprochen. Pirandello weiß viel weniger kompliziert und getüftelt zu sprechen und zu Denken, als man es nach feinen Bühnengestalten annehmen möchte. Der Corso brauste unD in Der Hotelhalle wurden Geschäfte über Geschäfte „getätigt“. Dennoch aber war Die Düstere Halle voll Licht, so hell strahlte Die hoffnungsreiche Musik PiranDellos, Der ein guter Faszist und ein wahrhafter Europäer ist. Gchriststeller-Anekdoten. Bei einem Wohltätigkeitsfest für Die Armen tanzte Bernard Shaw auch mit piner Same in einem gewissen Alter. Die San* verfehlte nicht, sich geehrt zu fühlen und Dem Sichter in überschwenglicher Weise zu danken. „Wie überaus liebenswürdig," sagte sie, „daß ein Sichter von Weltruf mit einer Unbekannten getanzt hat " — „Warum denn nicht," blitzte Shaw sie ironisch an, „sind wir Denn nicht auf einem Wohltätigkeitsfest?" * Balzac steckte bekanntlich dauernd in Schulden. Einmal schrieb ihm einer seiner zahlreichen Gläubiger: „Ich kann nun nicht länger warten. Denn ich habe morgen eine dringende Schuld zu befahlen." Balzac antwortete ihm: „Schämen Sie sich nicht? Sie machen die Schulden und ich soll sie bezahlen!" Mark Twain bemühte sich einmal um eine Same: „Sie sind so schön und entzückend, gnädige Frau!“ — Antwortete sie ungnädig: „Cs tut mir leib, daß ich von Ihnen nicht das gleiche behaupten kann." — Erwiderte Mark Twain: „Folgen Sie meinem Beispiel: lügen Sie!" « Rudyard Kipling soll für jedes Wort, das er schreibt, sechs Schilling erhalten. Wenigstens erzählt man sich das in London. Eine Same also, die durchaus ein Autogramm von Kipling haben wollte, bat ihn brieflich darum und legte sechs Schillinge und einen frankierten nnd adressierten Umschlag bei. „Nur ein Wörtchen," bat sie in ihrem Bries. Nach einigen Tagen hatte sie es: .Sankel" A. Wirtschaft. * Ermäßigung des Privatdiskonte s. Der Prioatdiskont wurde für beide Sichten um je z d. $). auf 5| o. H. ermäßigt. * Distontermußiguag in Veuyork. Die Veuyor'er Bundesreservebank hat ihren Diskontsatz von 41/2 Proz. um 1,'2 Proz. aus 4 Proz. herabgesetzt. Der Diskontsatz von 41Z2 Prozent war seit dem 15. November 1929 in Geltung. * Ermäßigung des Londoner Bank« diskontes. Die Bank von England hat gestern den Wechseldiskont von 5 aus 4XA v. H. herabgesetzt. * Kein Moratorium der Türkei. Die Berliner türkische Botschaft erklärt, daß an den Meldungen über ein von der türkischen Regierung geplantes Moratorium kein wahres Wort sei. * Zahlungsein st ellung eines 0 ’ nauer Bankhauses. Das Bankhaus Bacharach in Hanau hat größere Verluste erlitten und infolgedessen seine Zahlungen eingestellt. Die Gläubiger sind für nächsten Montag zu einer Versammlung einberufen worden. In einem Rundschreiben teilt das Bankgeschäft mit, daß man bemüht sei, die Gläubiger voll zu befriedigen. • Der Großhandelsindex tm M o - n a t s d u r ch s ch n i t t Januar. Die für den Monatsdurchschnitt 3anuar berechnete Groh- handelsindexziffcr des Statistischen Reichsamts ist von 134,3 im Vormonat auf 132,3, oder um 1.5 Prozent gesunken. Die Indexziffern für die Hauptgruppen stellten sich für Agrarstoffe auf 1218 (Dezember 126,2), für industrielle Roh- stosse und Halbwaren auf 128.3 (129,3). und für industrielle Fertigwaren auf 156,0 (156,2). * Zur Zahlungseinstellung der Raab-Katzenstein Flugzeugwerke. Wie dem WTB.-Handelsdienst von der Verwaltung der Raab-Katzenstein Flugzeugwerke G. m. b H. in Kassel mitgeteilt wird, trifft es nicht zu, daß die Gesellschaft bei dem Zusammenbruch des Bankhauses Schirmer in Kassel eine größere Summe eingebüht habe, vielmehr hatte die Gesellschaft von dem Bankhaus einen größeren Kredit in Anspruch genommen, der infolge des Zusammenbruches des Bankhauses abgedeckt werden mußte und so die Gesellschaft in Schwierigkeiten brachte. Der Betrieb des Werks soll unverändert aufrechterhalten werden; auch die Flug- schule soll bestehen bleiben. * Zahlungsein st ellung der Golo- S chuh s abr ik A. G., Frankfurt a. M. Infolge dec schlechten Konjunktur und größerer Verluste in einzelnen Abteilungen der Fabrik har die Go'o-Schuhsabrik A.-G., Frankfurt a. M. sich genötigt gesehen, ihre Zahlungen einzustellen und Antrag aus Eröffnung des Vergleichsverfahrens zu stellen. Für das Geschäftsjahr 1928 hatte die Gesellschaft noch aus 120199 Mark Reingewinn 6 Proz. Dividende auf 1,35 Mill. Mark Aktienkapital ousgeschüttet. Die Passiven werden auf insgesamt zirka 4 Mill. Mark geschäht, wovon etwa 2 Mill. Marck bevorrechtigt sind. Demgegenüber dürfte der Hauserbefitz der Gesellschaft das wertvollste Alt.vum sein. Ein genauer Äeberblick wird in etwa acht Tagen, nachdem die RevisionZgesellschaft ihre Arbeiten beendet hat, möglich sein. * Export st eigerung in Solinger Stahlwaren. Die Ausfuhr in den sog. Solinger Artikeln, also in feinen Schneidwaren, vermochte sich 1929 gegenüber den Vorjahren weiter zu steigern. Sie belief sich auf 8150 Tonnen im Werte von 75,4 Millionen Mark gegen 7300 Tonnen im Werte von 70,1 Mill. Mark im Iahre 1923. 3m Vergleich zur Vorkriegszeit ist mehr als eine Verdoppelung der Ausfuhrmenge zu verzeichnen. Die hauptsächlichsten Be?-ugsländer waren im vergangenen Iahre: England 735 (1923: 615) Tonnen, Bri» tisch-Indien 629 (543) Tonnen, Viederländtzch- 3ndien 526 (500) Tonnen, Brasilien 457 (380) Tonnen, 11. <5. QI. 436 (378) Tonnen, Argen- tinien 406 (357) Tonnen. Holland 354 (322) Tonnen. 3talien 269 (278) Tonnen, Belgien 192 (141) Tonnen, Britisch-Südasrika 185 (166) Tonnen. Oesterreich 179 (178) Tonnen, Spanien 169 (172) Tonnen usw. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 7.Febr. Tendenz: unein» Zeitlich. — Die Börse war gegenüber den letzten Tagen nur wenig verändert. Die Grundstimmung war wohl etwas fester, do, nachdem nun auch die Neuyorker Reserve Bank ihren Diskontsatz auf 4 v. H. ermäßigt hat, die Geldverflüssigung keine weiteren Fortschritte mehr machen kann, blieb der Geldmarkt nunmehr ohne Anregung und das Geschäft erfuhr keine Belebung. Das Publikum fehlre immer noch, auch war von einer Beteiligung des Auslandes kaum etwas zu bemerken. Die Kulisse war daraufhin fehr zurückhaltend und schritt nur in Einzelfällen zu Deckungen. Der bessere Stand der Favagoerhandlungen, bei dem wahrscheinlich ein Konkurs vermieden werden kann, konnte ebenfalls keinen Eindruck machen. Zur Lustlosigkeit und Zurückhaltung trugen vor allem die schwachen Auslandbörsen bei. 9n Paris liegt schon seit Tagen das Geschäft erheblich schwacher. Jungst herrschte daselbst sogar eine ausgesprochene Baisse- stimmung. Diese Tatsache machte auf den deutschen Markt einen nachteiligen Eindruck. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Am Elektromarkt waren Siemens 2,25 v. 5). fester, nachdem dieses Papier an der gestrigen Abendbörse gedrückt lag. Schuckert waren behauptet. Licht und Kraft verloren 1 v. H., Chadea'tien mußten sogar 3 Mark nachgeben, aber AEG. konnten hierfür wieder 1,25 v. H. gewinnen. Deutsche Erdöl büßten 1 v. H. ein. Montanaktien hatten heute eine uneinheitliche Entwicklung. Buderus, Gelsenkirchen und Harpener gaben bis zu 1,25 v. H. nach. Klöck- nerwerke, Mannesmann und Rheinstahl vermochten dagegen etwas Interesse auf sich zu lenken, bei Besserungen bis zu 15 v. H. Am Bankenmarkt war die Entwicklung nicht einheitlich. Reichsbank konnten bei einigen Rückkäufen 1,5 v. H. gewinnen. Barmer Bank leicht gebessert. Renten still. Deutsche Anleihen behauptet. Schutzgebiete lagen etwas schwächer. Türken dagegen trotz des Dementis, daß die türkische Regierung um ein Moratorium nachsuchen werde, weiter etwas nachgebend. Im Verlaufe war die Stimmung nicht unfreundlich, ohne daß nennenswerte Umsätze zustande kamen, doch besserte sich das Kursniveau bis zu 1 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 5 v. H. leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1840, gegen Pfund 20,370 gegen Paris 124.06. London gegen Kabel 4 8660, gegen Mailand 92 97, gegen Madrid 37 42, gegen Schweiz 25,2025, gegen Holland 12,1225. Berliner Börse. Berlin, 7. Febr. Für die heutige Börse lagen einige günstige und einige ungünstige Momente vor, und es war im heutigen Dormittagsverkehr noch nicht zu erkennen, welche Seite die Oberhand bekommen werde. Da aber das Geschäft so gut wie ganz aufgehört hatte und die Kundenorders nach wie vor ausblieben, lag es an der Spekulation, sich zu entscheiden. Einerseits hakten d.e leichten i ternationalen Geldsähe (Qleu- york hatte seinen Diskontsatz gestern auf 4 Prozent ermäßigt), die Dementis hinsichtlich angeblicher Schwierigkeiten in der Provinz, d'.e besseren Aussichten in der Angelegenheit der Frankfurter QUlgemeinen Bersicherungs-A.-G. usw. anregen müssen, anderseits wirkten aber die wenig günstige allgemeine Wirtschaftslage, in der 3n- dustrie angestellte Tarifverhandlungen und vor allem die kommenden Etatsverhandlungen geschäftshemmend, und die Kurse bröckelten, hauptsächlich aber wohl durch die herrschende Ce- schäftsstille veranlaßt, zu den ersten Kursen der heutigen Börse um 1 b is 2 Prozent iin Durchschnitt ab. Stärker gedrückt lagen Chadeaktien mit minus 4,50 Mk-, Aku 4,5 Prozent, Schubert & Salzer mit minus 3,5 Prozent, und die Montanwerte, die bis 2,5 Prozent verloren. Kanada-Zertifikate erschienen mit Minus- Minuszeichen. Bemerkenswert fest eröffneten Bayerische Motorenwerke mit plus 1,75 Prozent, und ' Polyphon mit plus 2 Prozent. Lebhafter ging es heute wieder am Rentenmarkt zu, an dem von deutschen Anleihen Qlltbesih eher fester eröffneten, Reubesih konnten sich dagegen gut behaupten. Don Ausländern setzten österreichische und ungarische Renten ihre Aufwärtsbewegung in verstärktem Maße fort. (Man svrach von Prager Käufen.) Dagegen konnten Türken trotz des Dementis Abschwächungen nicht verhindern. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Die Grundstimmung war an diesem Markte nicht unfreundlich, die Kurse dürften sich auf dem gestrigen Stand behaupten. Der Geldmarkt war writer erleichtert. Man nannte Tagesgeld mit 6 bis 8 Prozent, Monatsgeld mit 7 bis 8,25 Prozent. Rach den ersten Kursen wurde es auf Deckungen allgemein etwas fester. Bemberg gewannen 2,5 Prozent, Salzdetfurth 2 Prozent. Das Geschäft hielt sich aber weiter allgemein in engen Grenzen. B liner Produktenbörse. Berlin, 6. Febr. Die dauernde Flaue der Auslandmäikte, vor allem die sehr flauen Rotierungen Liverpools, wirkt auf den hiesigen Markt außerordentlich verstimmend, der Geschäftsum- fang leidet hierunter in erster Linie. Weizen ist vom Inlande verhältnismäßig stark, aber keineswegs dringlich angeboten, zu etwa 2 bis 3 Mark niedrigeren Preisen findet das vorhandene Material Unterkunft. Roggen ist laufend reichlich offeriert. Durch die anhaltenden Stühungskäufe tritt das Angebot am Platze besonders stark in Erscheinung. Die Wühlen, die über sehr schleppenden Roggenabsah (lagen, anderseits infolge der Stützungsaktion Rohmaterial zu einigermaßen rentablen Preisen nicht erwerben können, bekunden kaum irgendwelche Vachfrage. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Losungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 250. Don H. Kirschmann. Schwarz. 8 6 7 5 3 2 4 M 8 7 6 5 4 3 2 L h a b a b c d- e f £ •: a d e f g h Weih. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt Weiß: 10 Steine Kg2; DI7; Tel, e8; Le2; Sb5, f5; Bc2, e3, e5. Schwarz: 6 Steine Ke4; Dd4; Tc8; La8; Sd2, hl. Durch einen hübschen Cinleitungszug tritt die Kraft der beiden verbauten weihen Türme in Aktion. Partie Nr. 176. Vachstehende Partie wurde am 15. Dezember 1929 im hessischen Städteturnier zwischen Offenbach a. M. und Gießen am fünften Brett gespielt. Unregelmäßig. Weiß: Fröhlich (Offenbach a. M.). Schwarz: Dr. Rothenberger (Gießen). 1. e2-e4 I.b7-b6 2.d2-d4 2. Lc8—b7 3.d4-d5 Schwächt die weihe Zentrumsstellung; besser geschieht 3. Ld3. 3.... 3.Sg8-f6 4. f2 —f3? Dieser den Königsflügel fast immer schwächende Zug, sollte nur in den seltensten Fällen angewandt werden. 4 . . . 4. e7-e6 Mit der Drohung 4.. . ., Sxe4! ulte. 5. dbxed 5. f7xeö Jetzt scheiterte 5.. . ., Sxe4 an 6. exd7 + usw. 6. LI 1 - c4 6. d7-d5 . 7. Lc4-b3 7. Sb8-d7 8. Sbl-c3 8. c7-c6 9. a2-a3 9 Lf8-c5 10. Sgl -e2 10.0-0 H.Se2-f4 11. Dd8-e7 12. Ddl-e2 12. Kg8-h8 13. Lei -d2 13. e6-e5 14. Sf4-d3 14 Lb7-a6! 15. e4xd5 15 cfxd5 16. Sc3xd5 16. Sf6xd5 17. Lb3xd5 17.Ta8-c8 18 Tal -cl Die Folgen der schwachen weihen Eröffnung machen sich jetzt bemerkbar. Der weihe König kann nach keiner Seite rochieren und muh dem Ansturm der schwarzen Figuren in der Mitte bald erliegen. Vach 18. 0-^-0—0 würde 18..., Lxa3 verhängnisvoll wirken. 18.... 18 De7-h4+ 19. g2-g3 19. Dh4-h5 34. Le5-c3 Es gibt keine Qkrteibigimg mehr. Die letzten Züge hätte sich der Weiße ruhig sparen können. 35.. . 35 Fr x -H 34.. . . 35. Dd2-d6 Kfl, e3! usw. 36. Ke2-fl 37. Dd6xf6 38. Kfl-e2 39. Ke2-d3 40. Tgl-fl 41. Kd3-c2 11 nb Weiß einigen Zügen 20 Lc5-d6 21. "d7-f6 22 VcS-eS 23 Sföxg4 24. Dh5-g6 25 La6-b7 26 Lb7-f3 27 Lf3-g2 28. Lg2-c6 29. Th-f3 3) e5-c4 3!.Ld6-e5 32. b6-b5! 20 b2-b4 21. c2 — c4 22.Ld5-e6 23.Le6-g4 24. '3xg4 25. Sd3-f2 26. Fhl -fl 27. De2-e3 28. Tfl —gl 29 De3-c3 30 Ld2-e3 31. Kel-e2 32 Dc3-d2 33. c4 — c5 mit baldigem Matt geführt. 36. I"e3-f3 37. Tf3xf6 38 e4-e3 39. e3xf2 40 Ti6-t3-b 41.Te8-e2+ wurde, da er nicht aufgab, in mattgeseht. Den Turm kann Weih nicht schlagen, wegen 3b..., Df3 matt; aber zu einem noch rascheren Ende als die von Schwarz gewählte Spielweise hätte 35..., Txf2+! 36. Lxf2, Df34-, 37. 33 L)g6 -16 34. Tcl -dl Sonst folgt 34.. . ., Td8 nebst I.c6-d5— c4+ usw. Lösung des Problem- Ar. 246. Don A. Sedlacek. I.f6-f7!,g7-g6(g5)2. Dd5-hl,Kh8-g73.Dhl-al matt 2. . . ., S bei. 3. Dhlxhö matt. 1.. . . Lh6-f4 (e3) 2. Dd5—f5 nebst 3. Df5-h7 oder Df6 matt. 1 . . S beliebig 2 Sf8-g6+, Kh8-h7 3.17 —f8 Spr. matt Sehr hübsch. Schachbricfkasteu. H.A., Lletzhausen. Besten Dank für Ihre Einsendung. Ihr Zweizüger wird in einer der nächsten Vummern gebracht. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktlonSt'sch. Litt. Kleemann hat sich beim Drogisten für zwanzig Pfennig Vatron gekauft. Plötzlich sieht er auf dem Fußboden ein Markstück liegen. Geistesgcg:n- wärtig läßt er seinen Handschuh darauf fallen und will es aufheben. Aber das Geldstück kommt nicht mit dem Handschuh mit. Voch einmal versucht er das Manöver, und er ist gerade dabei, sich zum drittenmal zu bücken, als der Drogist sich umdreht: ,Oh, bitte, darf ich Ihnen eine Flasche von unserem vorzüglichen Patentkitt geben? Ich glaube, Sie haben sich bereits von der ausgezeichneten Klebkraft überzeugt.- Klassiker. Kürzlich wurde im Stadttheater zu 2. das „Käthchen von Heilbronn" aufgeführt. Ich hatte meinen Platz neben der Stadtverordnetenloge. Es wird dunkel, der Vorhang geht hoch, und — Sie erinnern sich an die erste Szene, nicht wahr? — da steht der Meister Theobald Friedeborn vor dem heimlichen Gericht, klagt gegen den Grafen Wetter vom Strahl, erzählt, wie seine Tochter Käthchen auf- und davonging, wie sie dem Grasen nachläuft von Ort zu Ort und nicht zu ihrem bejammernswürdigen Vater zurückkehren will... Und da seufzt einer von den Stadtvätern neben mir und ich höre aus dem Dunkel: „Öltet das Määdjn geheerd doch eesach in de Fursorche-Erziehungk!" Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschiosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 v. H., Lombardzinsfuß 7 v. H. Tranthiri a w fflerllr trantfurt a Berit' '-ran fht rt a M Berlin Banknoten. ______ «Iure , Ui> ffur timanA» Rur ,-d).uB*' . . . Saturn 6.2 7-2. 6- 2 7-2 6 2. 7- 2 6 2 7-2 Datum 6 2 7 2 6. 2 7.2 Tünilcbe Roten .... 11,58 112,02 20,32 20,40 6"a i eu inen . . 16'/» — — 60 60,4 168,19 7% Tciitlche Relchkanleihe Äanla Dami||.t)l||..... 91orbbcutfdiec Lioyb .... 1( — — 151 — Ra> werte AuherSlebea ... 1- 215 —• 214,5 214.5 Italienllrde Noten.... Z1 # 22,01 von 1929 ......... 96.4 — 97,2 — . (■ 107 107 107,75 107 Ra werte Ißelteregeln ... lu 217,5 — 218 217 Nonvegllcke Roten . . . H1.87 T'. Wn...2iblöL-6d)ulo mit Su» flllg SrutlrfiedrebitanH . ■ 1' 126,5 126.75 129.9 Raliwer t SaUbetiurtb ... 15 362 — 361,5 359.5 SeuridhOefterreid), • 1OO tedjunng OT1I4 58,97 Inf ■Oifdiirn . 52,9 52,9 52,75 52.9 Barmet Bantoerein .... ii 130,5 131 130 5 131 167 168,5 wumanlltfle Noten . . . 2,46 2,48 Sc i’i ebne AuSlo« Rc6)te 9.6 9,6 9.45 9.4 itierimet HanbeisgeieUfch. . . li — 189.5 ;V ® i^nben.gnouftrte ... 12 167 168 Gdiroebilrtie Noten . . . • • • •IZ.UJ 112,47 6% Heg. BolUNaal von 1929 Kommerz- unb Prioal-Bant - n 161,5 161,25 161,75 161.25 Dvnamit Nobel.......6 — — 79,5 — Sätweller Roten . . . öu,/b 81.08 (tüdjnf)lb. 102%) 87,75 • 88,5 —— Darmst. u. Ratlonaidan! . 1 240,5 240 239.5 Sdieibeanflalt ........ u 151 — — — 54,74 54,96 Cberheiicn Provinz - Anleihe mH läu:loi.«fliedilen . Dent'che Bant ...... 1< 152,5 152,5 152,75 152,5 SolbiLmibt ........6 73 — 71,75 72,5 tidie»oilowafiidje Noten. 12,33 12.39 50 — — — Dieronto-Äeleilfchajt, fXni. - li 152,5 152.5 152,75 152,5 NOlgelSwerte ........ 6 79,5 — 79,4 79,4 Unaarlidif Roten • • • 72,9? 73.22 $eut|die flumm. Sammelabt ilitlcific Serie 1 8% Sranlf. Pnv -Bank (Dolbpfc 50.5 — 50,5 Dresbner BmU...... Reichibsm ...... i i 154.25 303,5 153,25 305 154.25 305,4 153,5 306 MetaUAeietllLatt ...... 8 113,5 114,5 115 97 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. PVUtvv Hofmann .... 7 XIII tm(ünöbar bto 1934 . 7% Frrmll. Hnp.-Bonk «oibple unkündbnr bis 1932 ..... 4ty% tHbcliilirtie Vvv.-Bank filqu. Goivvie........ 8% 'Br. Smibctpfanbbrtefanfialt 'Bfmbrie|e R. 17..... 8% Pt. L-'»deopsanbbrletanNaIt 96,5 — — — ASS......... Bergmann . . . ttieltr. 8kferunAlaelenidia|t 177,75 179 178,75 209,75 168.75 178,4 209 Lerne» wert fwibellttg ... 10 118 — — — b #TCuniai 1- worum 85,5 — - — 1. 168 llementwcrt ffarlftaoi ... 1° tSaob 4 H> B an .... 8 86,5 86,25 85,25 — flnillich -Helt b'tteiui'i Br>el tttmutn» .Helt Rui eiung Bn 84 97 — 97 — üldit unb krall freiten & «Dullleaunte.... Sei. f. Sie tu. Untern.. . . . Hamb Gletit -ffierte .... 1> 7H 10 1 171 128,5 174,5 IIII3 169,75 128- 5 173,75 136,25 146 167,25 190.5 281 168.5 128 172,5 136 SLmtders PayenMer ... 15 Oftwerte ....... . 12 Bet. Slanzflofl......18 Bemberg........." 2111 280 213,5 162,5 280,5 212,5 162.5 212 amii.-vfott. Buen.-Airetz Brst.-Äntw Cbriftiania 167,80 1.560 58.275 111,70 168,14 1,564 58.395 111.92 167.80 1.563 58.27 111.70 168.14 1,567 58 39 111,92 ftomm.-Cbl. R. 16..... 7% -ßr. Omibc«p|anbbde|anBclt, Psonbbricle R. 10 . . A.a (S. odg fcotttie3b»übliflatlon 94,5 — 94 — chaii:nbuea ... .x Lbarlonenburger 49affet ... 8 Defiauer Sa» .....0 155 154 156 107.65 167.5 154 107,5 167 Stockbolm ßelftnflforS. rttatien . London. . 112.23 10.515 21.89 112.45 10.535 21,93 112,18 10.514 21.88 112,40 10,534 21.92 duhabibar 1932 ... 92 — — — Ladmeyer L Lo.. ..... Daimler Motoren ..... V — 40,5 40.25 39.75 20,344 20,385 20,342 20.382 173 174,9 173 DeuilLe Linoleum ..... 254 — 253,5 252 Reuvork . . 4,1825 4,1905 1,181 4,189 4% CriterrtfAlW Oolbtte.. 26,9 27,25 26.9 — Buoeru»..... . . . 6 77,5 77 76,75 76,25 Maichlnenbau A.-B. ..... O fl rin n tfl o r ..... u — — 47 46.75 Paris. . E cd wetz . . 16,395 80,735 16.495 80.895 16.385 80.72 16.405 80 88 4,20% Crücn (-llbern- 4% Cefieneldillifif TtnhettUche 4,25 — 4,13 — Deut!Le (Jrb81 ...... . 6 >06.75 105,75 106,25 105,5 L'uow Loew «... io — * • — Eva len 54,90 55,00 54.75 54.85 iHlener Eteintokls . . . . . 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Zoltanieihe v. 1911 4% IQrtiidx ltiaababba»n.an: 2,65 — 2,7 — 61ödncra>ed? . . . . . 111 112 111.75 111,75 •Itanh. dJtaidjtnee......4 Heoitaenftae« .......o 47,5 48.5 — Beltrad 7,370 7,384 7,370 7,384 l. 6 1,4 7.75 7,65 LSln dteueifen . . . . 1 113.75 112 55 54 5 _ Buvap.ft Bul arten 73,00 3,027 73.00 3.033 73,10 73,24 7,65 7.7 «lanneeman- -Rbdre» . . . . >11,5 112 111,65 111,75 6 * 3,027 3,033 Serie 1 4% be«fll. Si-d* II 6% Rumünllche Derehtb Äentr »anekloc Bergbau . . . . Cberuh'ei (8>>eu eoat . . . _ 111,5 111.25 45 — 45.25 t'iflobon Tanjta 18,80 81.32 18.84 81.48 18.78 81,32 18.82 81,48 7.65 7,55 7.65 7.7 — — LeLwerte. 8 106 — — 10,9 Öbenitlet floteroede.... — 103,25 103,5 Matnttaitwert HbLV a. VD k 107 — * * ffonft.nttit 1.823 1.927 1,910 1,914 von 1903 - - 4H°1. d-' .mAntidie oetehtb Rente 11 Bdonir LetAbau - . . es 104.5 — 104.75 104.75 iStaa U 132 — 131.5 131,5 9ltLen 3,405 5,415 5.405 5,415 17,15 8,75 17,25 8.75 Sihe niiLe Braunlohien . . . 10 248 - 248,5 248 5 Sebt Roeber .....io 119 — Lanoda 4,141 4,149 4,141 4,169 von 1913 tfc Rumäne* verrtnL. din^ besonders auch kränkliche, ^UjlVVlIlVp zurückgebliebene und solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Etzlöffel voll echtes R A S S O L mengen. Verlangen Sie nur echtes Rastol in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Diesten. Zu haben in allen Apotheken. HerrenHalbschuhe Rabatt Rabatt HOdA Au! alle im Prelle nicht znrflckgeaetxten Le der-Sehnhwaren trotx billigster Preise gefällitre Paßform, weiß gedoppelt Käme 1 haarst off- Ohrenschuhe mit Filz und Ledersohle Gr. 25-30 95 4, 22-24 75 4. 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Februar, vormittags 10 Uhr, werden in der Gastwirtschaft von Ronthaler zu Langd aus den Staalswald- distrikten der Försterei Langd versteigert: Nutzholz (Elchenstammholz), insbesondere aus Eisenkaute 1,2 und 5; Brennholz aus Hupp 6 und 9; ferner Nutz- und Brennholz aus Heegwald 5 und 8 und Merloh: A. Nutzholz: Langholz: Eiche Kl. 2 26 St. = 9,63 km; Kl. 3 8 St. - 5,44 km ; Kl. 4 4 St. - 3,35 km; Kl. 5 1 St. - 1,19 fm; Kiefer Kl. 2a 1 St. = 0,36 fm ; Kl. 3a 2 St. = 1,28 km; Reis- siangen: Fichten 4. Kl. 1170 St.; 6. Kl. 1000 St.; 7. Kl. 270 St. (gespitzt). B. Brennholz: Scheiter rm: Buche ca. 550 1. Kl.; 29,3 2. Kl.; Hainbuche 2 1. Kl.; Elsbeere 1; Knüppel rm: Buche 36l) 1. Kl.; 8 2. Kl.; Hainbuche 60; Eiche 75; Birke 1; Elsbeere 2,2; Reisig 1.Kl. (Knüppelreisig) rm: Eiche 46; Reisig 2. Kl. (Stammreisig) rm: Buche 30; Reisig 3. Kl. (lUftrcifig) rrn? Buche 800; Stöcke rm: Buche 4 2. Kl. Sämtliches Holz lagert au chauffierten Wegen oder in deren unmittelbarer Nähe. Besichtigung wird vorau-gesetzt. Das blau unterstrichene Holz in den genannten Schlägen kommt nicht zur Versteigern' g. Nähere Auskunft durch Herrn F ist.r Büttner zu Langd und die unterzeich'ete Stelle. 10900 Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Holzversteigeruna des Graf zu Solms Laubachfchen Forst, amls Laubach. Montag, den 10. Februar, 10 Uhr, im Solmser Hof zu Lauback) aus verschiedenen Abteilungen der Distrikte Wildfrauberg, Hahnenkopf, Lampcrtstor, Süßcrlopf, Hirtenbachskopf, Hirtenbach und Flegel- hüttergräben des Reviers Tiergarten, rm Scheiter: 720 Buche, 4 Eiche, 4 Fichte; Knüppel: 429 Buche, 12 Eiche, Birke, Kirschbaum, 6 Aspe, 4 Elsbeere, 10 Nadel; Stöcke: 176 Buch', 38 Fichte, 10 Kiefer; Reiscrknüppel. 93 Buche; Stammreiser: 137 Buche; Astrcisn'. 244 Buche; Buchenwerkscheii: aus Wildfrauberg 12 rm; 2 Kirschbaumstämme - 1,02 fm 3. aus Lampcrtstor und Hirtcn- bachskopf. Die mit F bezeichneten Nummern werden nicht ausgeboten. Kohlreiser und Lesholz flächenwcise. Auskunft erteilt Förster Knöß, Larden- b a ch.1111D MWNWSMMl ober faflilanöigeni Genien wird die fcltene ßielegenbeit geboien sich als © netalageni altbekannter Ge'ellschau, die .veueiversicher, ug und alle fomtigen rauchen. mich Leben betreib», erbeblich au verbeii-rn. Bklicht- peniuin nicht verlangt. Aliersvcikor- nniifl durch lebenülängliches Znkassv. Auch Bezirkövertreier werben au ho». Bezügen anaeiteUt. Bewerbungen, die verlra lich behandelt melden, inner F. T. D. 183 durch Nudols SJloh'c, Aranksurt a. M. 1091 \ Wir suchen zum Besuche der Prioaikimdschast redegewandte Herren oder Damen für ben Berkans eines patentierten vraklischen rrüchengerätes, welches in iebem Haushalt gebraucht wird. ES kommen nur Herren ob. Damen in ,>rage. welche mit nnchweiob. gut Erfolge schon Bnvatlunbfch besucht haben und die in der Lage sind für AuSl'eferuitgSlager eine Kaunon von M. 1000 au Nellen, welche bank' mätitg ncöergeüelh werden. Angebote erbeten unter M. F. 17A an b. Ann. Erpeb. Büscher & Sarp Siegen i. W. nzov < 1 ß z s =s- C >- - ® •z: c £ = u - S-Q r v D > z £ c .» c ii &• 2 . if= >2> =9 =fi 9, ; rÄ S)?r L- = u5 ii ir Nr. 51 Zweites Blatt Donnerstag, 6. Abruar MO Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Vmgenneister-Protest aus dem Kreise Aisseld. Und Muffolmi? Von unserem römischen ^.-Korrespondenten. Rom, Februar 1930. Der Sturz des spanischen Diktators hat die Propheten aus die Zinne ihrer Partei gerufen und sie verkünden als bevorstehendes Ereignis das, was ihnen und ihrer Partei am Herzen liegt: auch Mussolini müsse weg. Wenn das spanische Mäntelchen fällt, folge der schwarze Herzog nach. Oder in algebraischer Form: wenn zwei Größen einer dritten Größe gleich sind, dann sind sie unter sich gleich. War Primo nicht der spanische Mussolini? Sein Werk ist mißglückt, folglich — Wenn in unserer vergnüglichen Zeit überhaupt noch eine Rechnung gilt, dann ist die obige falsch, die Gleichung kann nicht aufgehen, denn die Voraussetzung ist irrig. Primo war kein Mussolini, die spanische Diktatur keine italienische und nichts kann ungleicher sein als die Faktoren, mit denen beide Machthaber zu rechnen haben. Es heißt die historische Entwicklung der Stellung Mussolinis übersehen, wenn man jetzt Primo als seinen Schrittmacher betrachtet, der doch nur sein Nachahmer war. Der Spanier hal seine Macht aufgerichtet, nachdem sich die faszistische bereits zwei Jahre bewährt hatte, er importierte das Liktorenbündel, wie man sich einen interessanten Baum aus einer Baumschule kommen läßt, er nahm in Bausch und Bogen hin, was in Italien sechs Jahre zu seiner Entwicklung gebraucht hatte. Was Wunder, wenn es schlecht einwurzelte? Primo war ein Diktator fast ohne Anhang, ein Feldherr ohne Soldaten, es stand nichts hinter ihm als eine Menge von Zuschauern, die ohne besondere Begeisterung sich fragten, ob das Experiment, das ihnen da voig.macht werde, wohl glücken könne. Hinter Mussolini dagegen steht nicht nur eine gewaltige, eine Millionenarmee todbereiter Mannschaften, sondern auch das, was Spanien nie besessen hat: ein Faszismus, das heißt eine Idee. Es ist müßig, die beiden Männer auf ihre Charaktereigenschaften zu untersuchen, nachdem Pnmo selber zugegeben hat, einen unverzeihlichen Fehler begangen zu haben, als er die Offiziere, also Untergebene befragte. Ein Fehler, der eine Schwäche verrät, wie sie Mussolini nicht kennt. Weit öfter als sein Kollege in tyrannis ist der Duce in heikler, ja in viel gefährlicherer, in lebensgefährlicher Lage gewesen, der Lasso hing ihm einige Male um den Hals, ober immer wieder verstand er es, den Kopf noch rechtzeitig aus der Schlinge zu ziehen und damit seine Gegner zu fangen. Schwäche zu zeigen, das ist das bedenklichste, was ein Führer tun kann, denn er muß immer damit rechnen, daß die grimmigsten Feinde im eigenen Lager stehen. Als Mussolini noch der Erschütterung des Landes durch die Ermordung Matteottis nur einen Augenblick schwankte, ob er die Opposition versöhnen oder vernichten solle, da bekam er deutlich zu hören, daß „die Revolution wohl einen Mussolini wert sei", mit anderen Worten, daß sie im Falle seines Versagens über seinen Kopf hinweg weitergetrieben werde. Und er erkannte die Zeichen der Zeit, er gab die Parole aus, daß man ihn töten solle, sowie er zu- rückweiche. Wir können aber von der Tatsache, daß Mussolini aus anderem Holz geschnitzt ist als der galante de Rivera, der Salondiktator, ganz absehen, denn auch die Verhältnisse in Spanien lassen sich in keiner Weise mit denjenigen in Italien vergleichen. Der General erlog einem Pronunziamento, dos ist nicht mehr als ortsüblich: gegen den Duce müßte sich, um ihn zu Fall zu bringen, eine gonze Nation erheben. Und selbst dann käme es noch auf eine m'litärische Machtprobe on, denn alle wafsenfähigen Männer sind in der Hand Mussolinis. Nehmen mir den schwersten, von ausländischen Gegnern so gern an die Wand gemalten Fall an, daß sich das königliche Heer gegen ihn wende — dann kann er ihm immer noch viermal so viel Truppen entgegenperfen. Nach der neuesten Auf- w> Alsfeld, 5. Febr. In einer heute unter dem Vorsitz von Bürgermeister K o r e 11 (Angenrod) abgehaltenen Versammlung der Bürger- meistervereinigung des Kreises Alsfeld, die im Hotel „Deutsches Haus" stattfand, an welcher auch die Vertreter des Kreisamts Alsfeld teilnahmen, befaßte man sich zunächst eingehend mit der Frage der Aufteilung des Kreises Alsfeld. Das Referat hierüber erstattete Bürgermeister Dr. D ö l s i n g (Alsfeld), der einleitend darauf hinwies, daß die Auffassung eines Kreisamts und die damit verbundene Aufteilung des Kreises eine weit größere Bedeutung habe, als die Aufhebung irgendeiner anderen staatlichen Behörde. Auch die kleineren Städte mußten in den letzten Jahren für Reichsund andere Stellen zwangsläufig recht erhebliche Aufwendungen machen, die fast ihre Finanzkraft überstiegen. Um so harter würde es sie treffen, wenn man ihnen heute ihre lebenswichtig st e Behörde wegnehmen würde. Auch die Landbevölkerung hätte davon große Nachteile und erhöhte Aufwendungen. Gerade der Kreis Alsfeld fei infolge seiner Lage abseits von großem Äerkehr und dadurch an sich schon gegenüber anderen Kreisen wirtschaftlich benachteiligt, die Steuerlasten seien aber die gleictjen. Schon aus diesem Grunde sollte man der Bevölkerung eines solchen Kreises nicht zu- muten, noch weitere Opfer zu bringen. Alle Redner aus den verichiedenen Teilen des Kreises erklärten einmütig ihren festen Millen, bei dem Kreis Alsfeld zu bleiben. Etwaige Svarmaßnahmen dürsten keinesfalls auf Kosten der Bevölkerung gehen. Aach reger Aussprache nahm die Bürgermeisterversammlung eine Entschließung an, welche besagt: „Sie heute versammelten Bürgermeister bzw. deren Vertreter der 8 4 Gemeinden des Kreises Alsfeld erheben namens ihrer Gemeinden mit allem Aach- druck Protest gegen eine Auf teilung des Kreises Alsfeld. Eine solche Maßnahme würde für die gesamte Kreisbevölkerur- zu untragbaren Mehrbelastungen führen und eine nicht zu verantwortende Verteuerung und Erschwerung des dienstlichen Verstellung vom 1. Februar verteilen sich die faszisti- schen Streitkräfte wie folgt: Kampfkaszio 1 049 923 Mann Studenten und Professoren 27 963 „ Vortrupp 365 044 „ Zu diesen geschulten Truppen, die sämtlich militärisch ausgerüstet sind, kommen nun noch als Hilfstruppen die weiblichen Faszi mit rum) hunderttausend Mitgliedern und als unerschöpfliche Reserve die Millionen der in den sadistischen Syndikaten und Verbänden der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, der Beamten und Sportvereine straff gegliederten Männer, so daß m t einer schlagfertigen Heeres- macht von über 7 Millionen Köpfen gerechnet werden kann. Frauen und Kinder machen wieder über 2 Millionen aus, die genaue Zahl der organisierten Regierungskräfte beträgt 9 857 026 Menschen. Dabei dürfen die Kinderorganisationen durchaus nicht wegwerfend behandelt werden, denn sie sind die immer sich erneuernde Kraftzelle des Faszismus. Jahr für Jahr treten Hunderttausende von Schülern zu den Balillas, Hunderttausende von Balillas zum Vortrupp, Hunderttausende von Jungmann- schaflen zum Kampsfaszio über, der daher ftromartig anschwillt, ohne daß sich unsichere Kantonisten einschleichen könnten. Denn eines kann man in Italien nicht werden: Faszist. Die Reihen sind geschlossen. Wer unbedingt mitmachen will, dem bleibt nichts anderes übrlg, als noch einmal auf die Welt zu kommen und gleich als Neugeborener in ein schwarzes Hemd zu schlüpfen. Diese grandiose Organisa- kehrs aller Gemeinden mit ihrer Krcisbehörde nach sich ziehen. Wir hoffen zuversichtlich, daß der Hessische Landtag und die Hessische Staatsregierung keine Maßnahmen treffen werden, die eine vom großen Verkehr abgelegene und dadurch an sich schon benachteiligte Gegend noch weiter schädigen müssen." Diese Entschließung soll dem Minister des Innern unterbreitet werden. • Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde die neue Anweisung des Finanzministeriums über die Ausstellung von Bürgscheinen zur Sicherstellung gesteigerter Domanialgefälle behanoelt. Hierbei wurde allseitig scharfe Kritik geübt an dem neuen Bürgscheinformular, wodurch die Haftung der Bürgermeister für zahlungsunfähige Bürgen oder Käufer noch wesentlich weiter als seither au3- gcdchnt wird. Die Versammlung faßte hierzu folgende Entschließung: „Die Bürgermeister des KreiseZ Alsfeld erklären den Inhalt des neuen Bürgscheinformulars für entschieden zu weitgehend und erheben dagegen nachdrücklichst Beschwerde Sie lehnen im Hinblick auf die durch die neue Anweisung bedingte erhöhte Haftbarkeit der Bürgermeister aus der Bescheinigung über die Zahlungsfähigkeit der Steigerer und Bürgen künftig alle Bürgscheinerteilungen ab, die nicht ganz einwandfrei sicher sind. Es muß den Ort i bürgern alsdann überlassen bleiben, sich gegen diesen, durch die Anweisung des Finanzministeriums geschaffenen Zustand zu beschweren." Diese Entschließung soll auch dem Hess. Landgemeindetag zur weiteren Verfolgung mitgeteilt werden. Weiter wurde beschlossen, den Hess. Landgemeindetag zu ersuchen, gegen die von der Regierung auf Kosten der Gemeinde n beabsichtigten Sparmaßnahmen Einspruch zu erheben, da dies in Wirklichkeit nur eine Verschiebung der Lasten, aber keine Ersparnis sei. Zum Schlüsse wurden noch verschiedene innere Angelegenheiten der Bürgcrmeistervereinigung behandelt. tion, ohnegleichen in der Geschichte, ist das Werk und die Burg Mussolinis. Was hat der spanische Marchese zur Seite zu stellen? Nicht einmal Ansätze. Ein Vergleich der geistigen Kräfte ergibt dasselbe Bild. Auf ter Pyrennäenhalbinsel ein — an sich begrüßenswertes — Gewoge von mehr oder minder klaren Ideen und Richtungen aller Art, auf der Apenninenhalbinsel nur eine einzige Strömung. In Spanien Kasten, Schichten, Bünde, ganze Provinzen, die sich bekriegen, selbst in der Sprache, in Italien eine einzige politische Lebensform. Ein Parlament, eine Partei, eine Presse. Ein Staat, der alles und alle in seinen Dienst gestellt hat, der keine anderen Götter neben sich duldet. Ein einziger Mann, der wirklich regiert, ohne Kompromisse und ohne Konzessionen. Man mag mit Fug und Recht verschiedener Meinung darüber sein, ob ein solches Staatswesen ein Ideal darstellt oder auch nur den Vorzug gegenüber demokratischeren Gebilden verdient, das steht hier nicht zur Beurteilung. Die Frage lautete nur, ob auch die Macht Mussolinis schwankt. Und wer ehrlich antworten will, der kann nur sagen: Nein. Der Duce deutet weder — wie es Primo de Rivera nur allzu häufig getan hat, an, daß er demnächst zurücktreten werde, noch ist es fein geheimer Wunsch. Im vorigen Sommer wußten auf einmal eine Menge von Leuten und sogar faszistische Zeitungen zu melden und zu munkeln, er werde die Partei auflösen. Und was erwiderte er? Wenn die Partei nicht wäre, dann würde er sie erfinden und genau so zusammensetzen, wie sie jetzt ist. Alles andere Gerede sei „absurd und grotesk wie die Sache im Haag". Und Anzeichen, daß der Duce gezwungen werden könne, anders als freiwillig von der Bühne abzutreten, müßten mit der Diogeneslaterne gesucht werden. Italien zeigt heute eine Ruhe und Oe- chlossenheit, wie kein anderes Land seiner Große. Das schließt natürlich unterirdische Gegen- trömungen nicht aus. Mussolini läßt sie jedoch, und hier schließt sich der Kreis, im Gegensatz zu seinem weniger starken Imitator nicht hochkommen. Oer Wormser Oberbürgermeister bleibt im Amt. WSN. Worms, 5. F-ebr. Oberbürgermeister Rahn hat den Antrag auf Pe n {i o n i e r u n g wieder zurückgezogen. llm die (Gültigkeit der Wormser Gtadtratöwahl. WSA. D a r m st a d t. 5. Febr. Der P r o v f n- zialausschuh der Provinz Rhein- hessen beschäftigte sich mit dem Einspruch der Kommunistischen Partei Worms g.'gen die dortige Stadtratswahl. Es waren wegen einiger tatsächlicher und mehrerer ang:blichcr Verstöße gegen das Wahlgesetz Beschwerden beim Kreisausschuh Worms von den Deutschnationalen und den Kommunisten erhoben worden. Ter Kreisausschuß hatte die Wahl für gültig erklärt und wegen zweier strittiger Stimmzettel diese den Deutschnationalen zuge- wiesen. Dagegen legten die Kommunisten Berufung beim Provinzialausschuh ein, die als unbegründet zurückgewiesen wurde. Oer neue Wetzlarer Etat. H Wetzlar, 5.Febr. Der neue Etat der Stadt Wetzlar yat in seinem Entwurf eine gewisse lleberraschung in der Bürgerschaft hervorgerufen. Seine Endsummen sind von 4 7Z7OOO Mark im Vorjahre auf 5 800 000 Mark in diesem Jahre gestiegen. Der ungedeckte Fehlbetrag beträgt 793000 Mark, für den, falls es nicht gelingt, erhebliche Abstriche vorzunehmen, neue Steuerquellen erschlossen werden müssen. Wie wir aus unterrichteten Kreisen hören, ist die Erhöhung der Endsummen dadurch hervorgerufen, daß in erster Linie die Etats der Eigenwirtschaften erstmalig in diesem Etat erscheinen, da diese Betriebe als GmbH, ab 1. April aufhören sollen, und weiter der Etat des neuen Schlachthofes, der allein in Einnahme und Ausgabe mit einer Summe von 170 000 Mark abschlieht, jetzt auftritt. Sn der letzten Stadtverordnetensihung war gerade wegen dieses Etats eine größere Aussprache, da die neuen S ch l a ch t g e b ü h ren auf den Widerspruch der Metzger gestoßen sind. Mit der Inbetriebnahme des Schlachthofes werden die Schlachtgebühren gegenüber den bisherigen Sähen des Innungsschlachthofes eine wesentliche Erhöhung auf 15 Pfennig für das Kilo Fleisch erfahren, wozu noch die Aebengebühren für Beschau usw. treten. Da der Schlachthof sich in Einnahme und Ausgabe selbst tragen muh, war nach Ansicht der Stadtverwaltung eine Ermäßigung der Gebühren unter diese Sähe zur Zeit nicht tragbar. Der Gesamtetat wird nunmehr in den verschiedenen Kommissionen einer genauen Durchsicht unterzogen, und es steht zu hoffen, daß hier noch erhebliche Abstriche gemacht werden können, die das ungewöhnlich hohe Defizit erheblich herabmindern Werdern Bei der schlechten Wirtschaftslage ist dabei noch mit größeren Steuerausfällen auf der einen Seite und noch größeren Mehranforderungen derWohlfahrtsstelle für Erwerbslose auf der anderen Seite zu rechnen. 'vo" 0JM-M* 3‘ Hw u erd*11 .0SM ... «Noibenfi. i UM Wir mci® .m i&Ms Oer zärtliche Pinguin. Von Martin Borrmann. Im äußersten Rorden Europas, auf den furchtbaren Klippen der Fär°Oeer-2nseln, welche, von den Riedcrschlägen des sommerlichen Rebels und den grausamen Stürmen der Arktis zerrissen, hoch wie Gebirge aus den Fluten steigen, lebt das seltsame Volk der Riesen- oder Drillenalken, eine große und humorvolle Schwimmvogelart, Doppelgänger ihrer bekannteren Antipoden, der berühmten südpolaren Pinguine. Die Pinguine kennt fast jeder von uns aus dem Film: und jeder, der sie gesehen hat, ist von ihnen entzückt: so rührend sind sie, so tolpat.chig — und so menschlich. Ihre Parlamentsversammlungen gleichen dem Marktklatsch einer kleinen Stadt. Wenn sie von den Felsen herab, immer zwei und zwei, auf gewundenem Pfade zum Strande schreiten, wirken sie nicht anders als alte Priester, die schwatzend zu einer heiligen Waschung wandeln. Immer sind sie ernst, gütig" und würdevoll! Es gibt eine Ansicht, daß sich in ihnen die Weisen der Erde wieder verkörpert hätten. Man muß sich die Riesenvögel, von denen diese kleine Geschichte handelt, vorstellen wie Pinguine. Sie haben ihre Statur, ihre Größe, ihre Lebensart, ihre seltsame Seele. Der alte Gouverneur der Fär-Oeer-Inseln, ein Däne, hat aus ihrem Geben eine Tragödie oder vielmehr eine Komödie erlauscht, die an komischer Menschenähnlichkeit so bald ihresgleichen nicht hat. Ich gebe die Geschichte hier nur beiläufig wieder, so kurz, wie ich sie aus dem Mund meiner Gewährsperson, die jenen alten Dänen noch kannte, gehört habe. Sie wartet also noch ihres Andersen. Denn sie ist ein Märchen und ein Symbol zugleich, wert eines Märchendichters! Wenn im Leben der „Pinguine" die Zeit kommt, wo unter ihren schwarzweihen Talaren die Herzen in Liebe zu schlagen beginnen, dann ist es bei diesem Stamm Aufgabe der Männchen, nicht der Weibchen, auf der geschützten Seite der Felsen, nah ihren verschlungenen Strandwegen, ein Rest zu bauen. Sie müssen diese Arbeit verrichten, noch während sie Junggesellen find, mehr noch: dieser Restbau ist überhaupt die Grundlage ihrer Verheiratung, ja, deren Vorbedingung. Rur zu dem, der ein brauchbares Rest gebaut hat, kommen die Weibchen. Wer das schönste fertiggebracht, hat Aussicht, zwei bis drei Frauen zu erhalten. Die Männer mit mittelmäßigen Restern hingegen bekommen höchstens ein einziges Weibchen. Wer aber schlecht I gebaut hat, kriegt gar keines! Run lebte unter den Pinguinen, die der alte Gouverneur beobachten konnte, ein besonders schönes und kluges, menschenähnliches Männchen. Stolz trug es seine anderthalb Meter Größe, straff und fett war es wie ein Gänsebraten, an allen Körperfüllen wohlgerundet wie das Baby einer Riesin. Rach dem Begriffe der Pinguinen: ein prachtvoller junger Mann! — Leider hatte er einen großen Fehler: er besah nicht die Fähigkeit, sich ein Rest zu bauen. Er versuchte es fort und fort. Zweige gab es hier nicht, aber Erdklumpen, ein wenig Gras und viel Geröll. Den andern Männern genügte das, um ein rundes, großes und schützendes Rest zustande zu bringen. Er aber konnte es nicht! Immer fiel ihm alles auseinander. Seinen Schnabel vermochte er nur unbeholfen zu bewegen. — Ach, wenn es doch statt dessen auf gute Manieren, auf kluge Reden oder sicheres Auftreten angekommen wäre! Das konnte er. Beim Spazierengehen vermochte er es, ruhig zu gehen wie ein Assessor, während seine Kameraden sich so ungeschickt habet aufsührten, wie er mit dem Schnabel: sic watschelten ganz fürchterlich. Aber Schönheit galt hier ja nichts. Wohin er sah, herrschte nur krassester Materialismus. — Er blieb ohne Weibchen, ilnö die anderen hielten Hochzeit! Das alles sah der gute alte Gouverneur von den Fär-Oeer-Inseln. Menschen sind nicht in jedem Fall grausam und schlecht. Zuweilen sind sie auch hilfreich. Jene Inselbewohner, die mit Hilfe von Strickleitern sonst die höchsten Felsen erklommen und, während die aufgescheuchte Schar der erschrockenen Eltern mit ihren schwirrenden Flügeln den Himmec verfinsterte, die saftige Brut mit Knütteln totschlugen und in ihre Jagdtasche steckten -- jene Inselbewohner bewiesen sich plötzlich als Freunde und liebevolle, göttlich eingreifende Retter. Auf Befehl des Gouverneurs legten sie nämlich wiederum Strickleitern an die Felsen. Aber sie tarnen diesmal nicht, um zu töten. Statt der Knüttel und Flinten brachten sie Körbe mit, denen sie einen grauen, zähen Inhalt entnahmen, Mörtel genannt, einen auf den Fär-Oeer-Inseln sehr kostbaren Stoff. Ungläubig und einstweilen noch schüchtern sah die Pin- guinenherde ihrem Beginnen zu. Die Menschen näherten sich der geschützten Felsseite und den Restern der Pinguinenmännchen. In ihrer Reihe, dort, wo die kläglichen Baureste des ungeschickten schönen Pinguins lagen, begannen sie, sich zu beschäftigen. Sie bauten — es war ein Ereignis, das man kaum glauben konnte und das jedem. der es sah, den Atem verschlug, dem ungeschickten Pinguin ein Rest! Ein Rest? Ach, es war der Traum, das Ideal eines Restes, es war eine Burg, ein Monsalvatsch, vom Pinguinenstand- punkt aus gesehen! Es war glatt und zementiert und kreisrund und mit einer schützenden Brustwehr gegen die Orkane versehen: man konnte darin schlummern, ohne daß sich auch nur ein Flaum bewegte, während darüber der Nordwind raste. Eine weiche Einlage, von der man verwundert feststellte, daß sie dem Gefieder längst entschlafener Brüder entstammte, war die Innenausstattung. Das Verblüffendste aber war die Gröhe des Restes. Richt zwei, nicht drei Weibchen gingen dort hinein, vielmehr zehn, ja, ein ganzes Dutzend! Und sie tarnen. Kaum daß die Menschen fort waren und der Pinguin sein Prachtnest bezogen hatte, begannen die Ehebrüche. Treulose gab es in jedem Rest, wo mehrere Weibchen waren, aber cs kam auch vor, daß die einzige Gattin ihren Gemahl verließ und sein schäbiges Rest mit der sündigen Gralsburg vertauschte. Der Gatte blieb einsam zurück und war schrecklich verlassen — wie vorher der schöne ungeschickte Pinguin. Der schöne Pinguin aber hatte jetzt auf einen Schlag zwölf Frauen erhalten, die wie Mauerzierate nach allen Himmelsgegenden aus der zementierten Burg herausblickten und ihrer Freude an Haus und Mann lauten, gellenden Ausdruck geben. Hierbei soll fein Gesicht, so hat der Gouverneur von Fär-Oecr versichert, zum erstenmal neben seinem maßlosen Stolz auch maßloses Entsetzen gezeigt haben. Oer größte Rummelplatz. Die Amerikaner, die ja bekanntlich von allem das Größte haben müssen, sind besonders stolz auf die ungeheuere Dergnügungsstadt Reuyorks, die sich an der Küste von Coney Island dehnt. In den heißen Tagen, die die Millionenstadt in eine brodelnde Hölle verwandeln, schleudern die Untergrundbahnen alltäglich Hunderttausende von erholungsbedürftigen Menschen in dieses Chaos, in dem ihrer neue Sensationen harren. „Hitze, Feuchtigkeit, ein Wirrwarr von Sprachen. Fünf Kilometer einer durcheinander quirlend-n Menschheit, die eng wie Sardinen auf einer Fläche brennenden Sandes zufammenge- packt ist: ein verlassenes Meer auf der einen Seite, unendliche Reihe parkender Autos auf der anderen: ein unablässiger Lärm von mechanischen Klavieren, Karussells, Berg- und Talbahnen — Radau und Hitze, Durst und Gähnen." So schildert Sir Percival Philips in einem Londoner Blatt den ersten Eindruck von diesem „größten Rummelplatz der Welt". „Es ist ein unwahrscheinlicher Ort, dieser Vergnügungsplah, ein Badeort, für den es keine Vergleiche gibt. Coney Island ist das Armenviertel von Reuyork, das ans Meer oefördert wird. Auf dem Hintergründe eines Rummelplatzes mit den tollsten Sensationen und unzähligen Duden, in denen man essen und trinken kann, sitzt hier der Reuyorker Spießer mit seiner ganzen Familie bis zum kleinsten Daby auf dem heißen Sande, den er der salzigen Flut vorzieht. Cie sind so eng aus in indergepackt, daß man nur mit der größten Sajwierigkeit sich zwischen den Mcnschenmassen hindurchwinden kann. Das Gewühl dieser Stätte findet kein Ende. Wenn die Siedehitze über Reuyork glüht, dann findet man erst um Mitternacht hier ein wenig Abkühlung, und bis in die frühen Morgenstunden rollen die Kraftwagen an. Riemals herrscht Stille. Die weiten Flächen des „Vergnügungsparks" und der „komischen Stadt' dröhnen von dem ewigen Rattern der Rutschbahnen, von dem Sausen der Flugzeuge, die sich um ein Riesenrad schwingen, von dem Geheul und Gekreisch der Fahrenden und von dem Schreien nach „warmen Würstchen". Die Desucher von Coney Island haben stets Hunger: sie essen zu allen Stunden und in allen Stellungen. Kleidervorschriften gibt es hier nicht. Die Dadekostüme find auf ein Mindestmaß beschränkt, und sie werden nicht nur am Strande getragen, sondern auch im Innern der Insel, wo sich der ungeheuere Rummelplatz ausdehnt. Die Straßen sind gefüllt mit Menschen in jedem Alter, die ihrem Auszug nach stets bereit scheinen, sich in die Fluten zu stürzen, aber gar nicht daran denken. Coney Island ist nur ein Teil der Küste von Long Island, an der Reuyork in den schwülen Tagen Abkühlung sucht. Da schließen sich Brighton Beach und Manhattan Beach an, und hier liegen die riesigen Freibäder, deren Leben sich wohl allein mit dem Treiben am Berliner Wannfee vergleichen läßt. Auch hier dringt der Rummelplatz bis an die Küste. Eine ganze Menschheit in Dadekostümen wandert umher, erfrischt sich an den Duden oder sitzt an den Tischen der Restaurants, hört Musik und besucht die Schaustellungen. Hier spielen Männer in Dadekostümen Daseball und dort Frauen in nicht minder unvollkommener Kleidung Tennis. Da schiebt eine junge Frau im Dadekostüm ihr Daby im Kinderwagen vor sich her. und niemand sieht sich nach ihr um. Geniert fühlen sich nur die Leute in Hemden und Deinkleidern. Man mutz ganz unter dieser Menge untertauchen, wenn man den größten Rummelplatz der Welt erträglich finden will." Aus der Provinzialhauptstadt. (Sieben, den 6. Februar 1930. Zrauenbeweguny und Jugend. Eine ganz ungewöhnlich große Zahl von Zuhörerinnen hatte sich — wie man uns berichtet — zu der Februarsihung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, Ortsgruppe Gießen, eingesunden, um Fräulein stud. itir. Anita Rosenberg über das Thema „Frauenbewegung und Jugend" sprechen zu hören. Die Rednerin knüpfte in ihrem ausg:zeicyneten Dortrag an die Worte an, mit fccm.il am Schluß des großen Berliner Kongresses Dr. A. Wulf als Sprecherin der Jugend fcie Ziele und Formen der Frauenbewegung abgelehnt hat, weil die Bewegung zu sehr gegen den Mann gerichtet sei. Infolge dieser Abwehrstellung beschweren sich die Führerinnen der Frauenbewegung häufig darüber, daß fich die Jugend zwar aller Rechte bediene, die für sie erkämpft worden sind, daß sie aber den Dank dafür schuldig bleibe. Die Bortragende bemühte sich, darzulegen, daß man der weiblichen Jugend hierin doch Unrecht tue. Solange die jungen Mädchen noch in der Ausbildung sind, treten die Probleme der unterschiedlichen Bewertung der Männer- und Frauenarbeit nur selten an sie heran. Die große Zahl berufstätiger Frauen hat aber — bewußt oder unbewußt — das Erbe der Frauenbewegung angetreten und wurzelt viel zu fest darin, um sich davon zu lösen. Anders gestaltet sich die Frage hinsichtlich der Organisation. Hier ist seit dem Kriege eine große Zersplitterung eingetreten, denn die Mehrzahl der überhaupt für diese Dinge interessierten Frauen ist entweder politisch oder konfessionell organisiert. Auf diele Weise und in der Form von Berufsverbänden sind wohl die meisten jüngeren Frauen an die Bewegung angeschlossen. Sie sind aber dadurch und durch den wirtschaftlichen Existenzkampf doch so sehr in Anspruch genommen, daß ihnen die allgemeinen Probleme der Frauenfrage fremd geworden sind. Es ist jedoch dringend erforderlich, fcie heranreifende Generation im Dienste einer höheren Idee zusammenzuschließen. Hier handelt es sich um die Einwirkung der Frau auf die Zukunft unseres Lebens in- und außerhalb der Familie, damit aus der bisherigen Welt, die ausschließlich auf den Mann zugeschnitten war, eine Welt für beide Geschlechter geschaffen werde. An die Seite des väterlichen Einflusses, wie er heute, dem Sinn des BGB. entsprechend, im Staat, in der Partei und in der Familie vorherrscht, sollte in Zukunft gleichberechtigt der mütterliche Einfluß treten. Die äußerliche Gleichberechtigung aber muß getragen werden von dem tiefen Verantwortungsgefühl, das nicht als Geschenk vom Himmel herabkommt, sondern in unablässigem Bemühen erworben werden muh. In der angeregten Diskussion wurde mehrfach der Wunsch nach einer politischen Schulungswoche für Frauen geäußert. Zum Schluß betonte Frau Landtagsabgeordnete Maria Birnbaum in warmen Worten, wie sehr auch die politisch tätige Frau an den allgemeinen Fragen der Frauenbewegung teilnimmt, wenn sich auch manches infolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten heute noch nicht durchsetzen läßt. Der rechte Mensch an der rechten Stelle, gleichviel ob Mann oder Frau, das sollte unsere Forde- 9er Traum vom GM. Roman von E. Lovett undM. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann. München. (Schluß.) Freilich war dies in den ersten Tagen ihrer jungen Ehe und dem ersten Aebermah ihres eigenen jungen Glücks gesch:h:n, wo Doris die ganze Welt wie in Rosenlicht getaucht erschien. Damals war es ihre Wonne gewesen, Sabine ein ähnliches Glück vcrzuspiegeln. Später verfuhr sie so in weniger überschwenglicher Weise. Trotz all ihrer Freude und tausendfachen Beschäftigungen im eigenen, reizenden Heim vergaß Frau Doris ihre Freundin nicht. Sie besuchte sie täglich im Krankenhause und ließ unzählige Sendungen von Blumen, Früchten und Büchern in die Hände der sich nur langsam erholenden Sabine gelangen. Dann endlich kam ein Tag, wo der Arzt diese für so weit gekräftigt erklärte, daß sie das Hospital verlas,en konnte. 2m Beisein von Doris Hagenau tauchte die Frage auf, wohin sich die arme Sabine zunächst zu wenden gedächte. „Zurück in meine frühere Wohnung", antwortete sie mit gepreßter Stimme. „Das wäre nicht übel! Aebrigens hast du ja gar keine Mittel dazu!" wandte Frau Doris ein. „2ch muß tun, was ich kann", lautete die zögernde Antwort. „Jene Zimmervermieterin ist eine gute Frau, die mich gewiß wieder bei sich aufnimmt. Bon dort aus muß ich mich dann gleich um eine Beschäftigung bemühen." „2ch möchte wissen, was du in deiner Verfassung arbeiten willst. Du bedarfst noch der sorgfältigsten Pflege, mußt wochenlang deinen Portwein, dein zartes Geflügel, überhaupt alles mögliche haben, bevor du wieder bei Kräften bist. Und du sprichst von Arbeiten-wollen?" Sabine machte einen Versuch zu lächeln. „2ch hoffe auch ohne diese Pflege wieder kräftig zu werden. Und übrigens ich muh auf alle Fälle zurück in meine Wohnung: ich habe ja alle meine Sachen dort!" „Die wirst du mir überlassen! 2ch werde mich sogleich danach umsehen — jetzt, sogleich —", sagte Frau Doris in bestimmtem Ton. „Ich fahre sofort in die P.-Straße und wickle alles für dich ab; dann komme ich hierher zurück, um dich zu holen. Du gehst mit mir nach Hause, Sabine!" „O Doris!" „Kein Wort weiter, ich bitte dich! Bei mir ist alles vorbereitet, und hier bist du bereits abgemeldet. Gott befohlen solange!" Und hinaus eilte die kleine Frau und nickte zum Abschied mit ihrem zierlichen Köpfchen. In kurzer Zeit hatte sie alle Habseligkeiten der verwaisten Freundin zusammengepackt und in ihre eigene Wohnung befördert. Rachdem sie der Zimmervermieterin in Sabines Ramen bezahlt hatte, kehrte sie sofort in das Krankenhaus zurück und holte sich die Rekonvaleszentin, die in ihrer Schwäche einem Kinde gleich war. in ihr schönes, geliebtes Heim. Dort war Sabine die erste Bewohnerin des reizenden Fremdenzimmers, das die energische junge Hausfrau ihrem lieben Gaste völlig zur Verfügung stellte. Es ließ sich nicht verhehlen, daß dies Werk der Barmherzigkeit, das die gute Samariterin in einem Augenblick beschlossen und im nächsten Oie wirtschaftlichen Forderungen des hessischen Gastwirteverbandes. WSR. Darmstadt, 4. Febr. 3m dichtbesetzten Saale des Rummelbräu hielt gestern der Rhein-Mainische Ga st Wirteverband (Hessischer Landesverband) eine Versammlung ab, in der zu den Fragen der bevorstehenden Finanz- und Steuerreform, insbesondere zur geplanten Biersteuerer- Höhung, Stellung genommen wurde. RachDe- grühungswrrten des Landesverbandsversitzenden hielt Gewerberat Peters (München) ein ausführliches Referat, in dem er sich gegen die Steuerlast des gewerblichen Mittelstandes wandte, insbesondere gegen die Sonderbelastungen des Gastwirtsgewerbes, dem neue schwere Belastung drohten. Sehr scharf kritisierte der Redner die hessische Lustbarkeitssteuer. Den Ausführungen des Redners entsprechen im wesentlichen die Forderungen, die in der nachstehenden Entschließung ausgestellt wurden: „Die im Rummelbräu zu Darmstadt zahlreich versammelten Gastwirte aus allen Teilen des Volksstaates Hessen fordern aus tiefster Rot heraus von Reichstag und Regierung endlich die lange angekündigte, immer wieder hinausgeschobene Finanz- und Steuerreform unter besonderer Berücksichtigung folgender Ge° sichspunkte: llmfaf enöe Verwaltungsreform nach wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Gesichtspunkten; Aufhebung aller die Wirtschaft hemmenden Gesetze; Senkung der Ausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden auf das unumgänglich notwendige Maß; klare Abgrenzung der Aufgaben des Reichs, der Länder und Gemeinden, sowie der Einnahmequellen zur Erfüllung dieser Aufgaben; Beschränkung der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand auf lebensnotwendige Dersor- gungsbetriebe bei gleichzeitiger Beseitigung ihrer steuerlichen Bevorzugung; Beschränkung der steuerlichen Bevorzugung der sogenannten gemeinnützigen Betriebe und Anstalten durch stärkere Begreiizung des Begriffs Gemeinnützigkeit; Aufhebung der sog. Lex Brüning und Erteilung eines begrenzten Zuschlagsrechts zur Einkommensteuer an die Gemeinden unter Ablehnung weiterer Aenderungen der Einkommen- und Desihsteuem; Beseitigung der Rentenbankzinsen; Beseitigung der Gewe rbesteuer; Aufhebung der Aufbringungslast bis zum 31. März 1933 durch etappenmähige Heraufsetzung der Defreiungs- grenze derart, daß, mit dem 1. April 1930 beginnend die Aufbringungslast jährlich um etwa 110 Millionen Mark vermindert wird; sofortige Befreiung des Beherbergungsgewerbes von der Hauszins st euer und baldmögliche Beseitigung derselben; Verbrauchssteuern sind grundsätzlich nur vom Reich zu erheben, die zur Zeit bestehenden weder zu beseitigen, noch zu erhöhen. Mit Entschiedenheit erhebt das deutsche Gastwirtsaewerbe Protest gegen jede weitere Erhöhung der Bier st euer, da bei der gesunkenen Kaufkraft unseres Volkes eine Abwälzung starken Konsumrückgang und Vernichtung zahlreicher gastwirtschastlicher Existenzen zur Folge haben muß, das Ziel der steuerlichen Ertragssteigerung somit nicht erreicht wird. Schließlich werden noch reichsgesehliche Beschränkung und Begrenzung der Sondersteuern (Lustbarkeitssteu- em usw.) und stärkere Berücksichtigung der allgemeinen Wirtschaftslage bei der Ausgestaltung der sozialen Fürsorge verlangt. rung sein. Die Röte des deutschen Volkes in seinem Existenzkampf nach innen und außen sind so groß, daß beide Geschlechter und alle Genera'innen sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenschlie hen müssen. Werbeschwimmen des T. V. von 1846 Gießen. Das Werbeschwimmen des Turnvereins von 1846 am vergangenen Sonntag im städtischen Volksbad erfreute sich eines auß:rordent ich guten Besuches und darf in jeder' Hinsicht als 'wohl- gelungen bezeichnet werden. Die engen Verhältnisse des Schwimmbades gestatteten es nur zirka 300 Zuschauem, den spannenden Wettkämpfen und abwechslungsreichen Darbietungen beizuwohnen; viele mußten wegen Aeberfüllung wieder umkehren. Ein Beweis für die wachsende 'Beliebtheit, der sich das Schwimmen in unserer Stadt erfreut. Allein 93 Teilnehmer im Verein mit den befreundeten Schwimmabteilungen des Tv. Wetzlar. der Turngemcinde Friedberg und des Tv. Butzbach bedingten eine möglichst schnelle Abwicklung des Programms. Man konnte feststellen, daß der Tv. von 1846 Gießen in fast allen Lagen des Schwimmens die besten Kräfte zu auch schon ausgeführt hatte, unserer Frau Doris hinterher doch einige Besorgnis verursachte. Das war, als ihr, freilich ein wenig verspätet, einfiel, daß ihr Herr und Gebieter erst nach der Heimkehr von seinen Berufsgeschäften von Sabines Anwesenheit erfahren sollte. Der Gedanke, was er beim Anblick der umfangreichen Koffer sagen würde, die das nicht gerade geräumige Vorzimmer seiner Wohnung ganz beängstigend anfüllten, verursachte der kleinen entschlossenen Frau doch ein wenig Herzklopfen. „Holla! Was hat das zu bedeuten?!" rief der Rechtsanwalt denn auch gleich bei feinem Eintritt im höchsten Erstaunen. „Haben wir Besuch erhalten?" Doris, die ihn schon mit innerer Erregung auf der Schwelle des Speisezimmers erwartet hatte, eilte ihm schnell entgegen und gab ihm mit fliegendem Atem die nötige Erklärung. „So, so!" meinte Hagenau ein wenig trocken. „Run ja, was nützt einem ein behaglich eingerichtetes Fremdenzimmer, wenn man seinen Freunden — denen es not tut — nicht einmal etwas Gutes dadurch erweisen kann? llnö die arme Sabine hat ja jetzt keine anderen Freunde in der weiten Welt als und, Konrad. Sie ist so bleich unö schwach, und — und — du bist doch nicht böse mit mir, Konrad?" „Böse? O du liebes, kleines Weib! Sei gesegnet vom Scheitel deines teuren Hauptes bis zu den Spitzen deiner zierlichen Füße! Rein, ich bin nicht unzufrieden mit dir, Geliebte! Ich wünschte nur, es gäbe viele Frauen deiner Art in der Welt!" — llnö damit umschlang Rechtsanwalt Hagenau fein junges Weib und preßte es innig an feine Brust. „So darf Sabine also bei uns bleiben?" „Solange wie es dir gefällt, mein Lieb!" „O Konrad, Konrad, wie unbeschreiblich gut bist du! Ich erfahre es ja immer und immer wieder; du bist der beste Mensch auf der weiten Welt!" ilnb so war es gekommen, daß Sabine ein Gast des jungen Ehepaares geworden und vorderhand auch geblieben war. Don ihrem Fortgehen war keine Rede mehr, und man erschien es als selbstverständlich zu betrachten, daß das Heim der Freunde auch das ihre bleiben sollte, bis — Kurt von Wildhofen von seiner langen Reise zurückkehrte. Um sie zu holen? Vielleicht! Heute war der zehnte Juni, und man wußte im Hause Hagenau, da«; Vetter Kurt bereits vor Tagen in die engeren Grenzen seines Vaterlands zurückgekehrt war und heute in der Residenz cintrcffen würde. Ein Telegramm hatte die Freunde von der Stunde seiner Ankunft in Kenntnis gesetzt, und infolgedessen war ein zweites Fremdenzimmer hergerichtet worden. „Wenn du deine Freundin zur Seite hast, sehe ich nicht ein, warum ich nicht auch meinen Freund im Hause haben soll!" hatte der Rechtsanwalt mit lustigem Augenzwinkern zu feiner sehr beschäftigten und äußerst befriedigt dreinschauenden jungen Frau gefagt. „Warum nicht!" lautete die Antwort. „Ist es doch schon sehr, sehr lange her, daß du mir einen ernsten Vortrag darüber gehalten hast, wie sehr es meine Pflicht wäre, den armen, verblendeten Kurt aus den Händen einer Intrigantin, einer Abenteuerin gefährlichster Art, zu befreien. Wegen der Mutier hattest du recht, wegen der Tochter aber ich. Ist es nicht so?" verzeichnen hatte. Er gewann alle Staffeln gegen die kombinierten Mannschaften von Friedberg und Wetzlar. Lediglich wenn drei Mannschaften starteten und Gießen die mittlere Bahn inne* hatte, mußten Riederlagen eingesteckt werden, da Gießen infolge des Bogens im Bassin bei jeder Bahn einen Meter mehr zu schwimmen hatte. Aber auch die kleinsten Schwimmer hatten sich bald die Gunst der Zuschauer erworben. Mit welcher Vorsicht wurden die brennenden Kerzen von den Schülerinnen durch das Wasser getragen und was für einen großen Beifall löste das Massenspringen der Schüler aus! Der Reigen sämtlicher Turnerinnen wurde formvollendet vorgeführt und fand großen Anklang. Eine nicht auf dem Programm stehende humoristische Einlage löste sich nach anfänglichem Unwillen der Zuschauer unter großer Heiterkeit zur allgemeinen Zufriedenheit auf. Im Tauchen und Kunstspringen wurden von den Turnerinnen und Turnern gute und beachtenswerte Leistungen gezeigt. Von guter Schulung zeugte das Figurcnlegen der Turnerinnen des Tv. von 1846 Gießen, das einen besonderen Reiz durch Schein- werferbelcuchtung erhielt. Das zuletzt ausgetragene Wasserballspiel konnte der Gaumeister, Tv. von 1846 Gießen, trotz Zusammenstellung der besten „Laß mich in Ruhe, kleine Frau!" „Ich will nur wissen, ob du dich zu meiner Ansicht bekehrt hast?" „Ja. natürlich! Ich habe doch nicht umsonst an der Seite meiner kleinen Weisheit gelebt!" Obgleich sich Hagenau mit den Anordnungen seiner Gattin einverstanden erklärte, befiel ihn doch nachträglich ein ernster Zweifel darüber, ob ihr beiderseitiges Verhalten auch richtig und klug zu nennen sei. „Meinst du nicht auch, daß wir dem Heimkehrenden mit der Aufforderung, bei uns zu wohnen, doch die Pistole auf die Brust sehen werden?" meinte er nach Empfang von Kurts Telegramm ganz besorgt. „Angenommen, mein Freund hat seine Meinung über die Sache geändert — erwähnt hat er Sabine ja nie in seinen Briefen, und Zeit und Trennung haben ihn das Unvorteilhafte seines Verhaltens recht erkennen lassen, ebenso die Anklugheit, direkt gegen den Willen seiner Eltern zu handeln? Was bann?" „Waren Sie jemals leidenschaftlich verliebt, Herr Rechtsanwalt, wenn ich fragen darf?" „Anglücklicherweise ja!" lautete die von einer Liebkosung begleitete Antwort. „Haben Sie damals das Anvorteilhafte Ihrer Heirat erwogen oder nach eines anderen Menschen Meinung gefragt, mein Herr?" „Oho, das war etwas ganz anderes!" „Richt im geringsten! Alle verliebten Männer sind einander auf ein Haar ähnlich." „Du scheinst ja eine große Erfahrung darin zu besitzen!" „And du nicht die geringste! Aeberlasse deshalb nur alles mir, du Zweifelsüchtiger, und — räume uns jetzt endlich das Feld! Du bist un8 ganz schrecklich im Wege — hast mir auch schon mindestens viermal „Auf Wiedersehen!" gesagt, du urkomischer, lieber, einziger Mensch! Roch eins. Konrad: vergiß ja nicht, heute zeitiger nach Hause zu kommen! Kurt wird um fünf Ahr hier fein, denke ich; wenn du konnst, muht du ihn empfangen." Hagenau nickte zustimmend und trennte sich endlich von seinem emsig schaffenden Frauchen. * Run stand der sehnlichst erwartete Wagen vor der Tür, und gleich darauf betrat Kurt die Schwelle des Hauses. Sabine erhob sich von ihrem Sih und machte einige Schritte zur Tür; dann blieb sie zögernd stehen. „Ich bitte dich, Doris, gehe hinaus und empfange du ihn allein!" flehte Sabine, die Hände bittend ineinander legend. „Ich gehe hinauf in mein Zimmer." „Rein, bleibe, wo du bist! Ich höre Konrads Stimme, der mit unserem Gast gekommen ist. Ich gehe ihm jetzt entgegen und werde ihn schnell ein wenig vorbereiten." „Oh, Doris, Doris, bedenke, wenn er mich vergessen hat. wenn er ganz anderen Sinnes geworden ist. wenn —“ ..... wenn der Mond einmal am Tage scheint ..entgegnete die kleine Frau lachend und schlüpfte dann schnell aus dem Zimmer. Kurt von Wildhofen kam soeben die Treppe heraus, gefolgt von ihrem Gatten. Kaum hatte er die junge Frau Rechtsanwalt in wärmster Weise begrüßt, als er schon fragte: „Wo ist Sabine? Ich habe Konrad schon gesagt, Kräfte von Friedberg und Wetzlar, tn überzeugender Weise mit 8:1 gewinnen. Bornoti,;cn. — Tageskalender für Donnerstag: Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: Vortragender: Univerfitätsprofessor Dr. Rosenberg: Thema: Die für den Kaufmann und Gewerbetreibenden wichtigen Teile des Bürgerlichen Gesetzbuches, 20.15 Uhr, Großer Hörsaal der Universität. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen und Deutsch-Oesterreichischer Alpen-Verein: Lichibilderoortrag Dr. Karl Wien (München): „Die Deutsch-Russische Pamirerpedition", 20.15 Uhr, in der Reuen Universitätsaula. — D.H. V.: Vortragsabend „Rheinischer Humor", 20.30 Uhr, im Eafs Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bruder Bernhard" (Der Eremit) und „Sein Herzensjunge". — Astoria-Lichtspiele: „Gefangene des Meeres" und „Das Haus ohne Männer". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen Premiere von Frank Wedekinds „Musik", das er selbst ein Sitten* gemälde in 4 Bildern nennt, hat Peter Fassot die Spielleitung. Es wirken mit die Damen Doering, Fuhrmann, Heß, Jüngling, Koch und die Herren Arzdorf, Hais, Bolck, Zingel. Bühnenbilder Karl Löffler, Beleuchtung Keim. Beginn der Vorstellung 20 Uhr. — Am Sonntag, 9. Februar, findet die Erstaufführung der bekannten Schlageroperette „Drei alte Schachteln" statt. Walter von Kolo hat sich mit dieser Operette Wellruhm verschafft. — Der Goe t he - Du n d will, wie man uns schreibt, mit seinem nächsten Vortragsabend am kommenden Sonntagabend seinen Freunden und Vortragsbesuchern einen besonderen Kunstgenuß bereiten. Das Harlan-Lucas-Duis-Trio, fcem ein guter Rus vorausgeht, bringt nach einführendem Vortrag „Alte Haus- und Kammermusik auf historischen Instrumenten", Werke des 15. bis 18. Jahrhunderts auf den originalem Instrumenten, wie Clavichord, doppelchörige Laute, Blockflöten, Violen, Pochette und Viola d' amore u. a. mehr zum Vortrag. (Siehe heutige Anzeige.) ** Reue Freimarkendrucke. Künftig werden die Freimarke zu 10 Pf. in rotvioletter und die Freimarke zu 20 Ps. in fiibergrauer Farbe her- gestellt werden. *• Eigentümer gesucht. Der Polizeibericht meldet: Bei einer in der Goethestraße verübten Sachbeschädigung ließen die Täter eine zur Tat benutzte, etwa drei Meter lange, runde eiserne Torsperrstange zurück. Der Eigentümer wird ersucht, die Stange nach Anerkennung bei der Kriminalpolizei in Empfang zu nehmen. " Allerlei Diebstähle. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Rächt vom 22. zum 23. Januar wurde aus dem Hofe des Grundstückes Mühlstrahe 26 ein Stallhase (Häsin) von tiefschwarzer Farbe mit weißer rechter Vorderpfote entwendet. — In Hanau wurde ein Fahrrad- und Manteldieb festgenommen, der bei seiner Vernehmung angab. Ende Rovember 1929 in Gießen einen gestohlenen Mantel an einen Passanten auf der Straße für 20 Mk. verkauft zu haben. Diejenige Person, die den Mantel in gutem Glauben gekauft hat, wird im eigenen Interesse ersucht, der Kriminalabteilung, Zimmer 24, Rachricht zukommen zu lassen. — Kurz vor Weihnachten wurden abends bei cingctrc» daß ich sofort zu ihr muh; ich habe den Wagen gleich unten warten lassem Deinen Brief, liebe Doris, mit all den traurigen Rachrichten über mein Lieb, erhielt ich leider erst vor acht Tagen. Haltet mich jetzt nicht länger zurück — ihr lieben, guten Menschen! Also — wo ist sie?" „Hier!" unterbrach ihn Doris mit glückseligem Lachen, unö einen triumphierenden Seitenblick auf ihren Gatten werfend, rief sie: „O bu scharfsichtiger, alter Kurt! Wie traurig wäre es um euch bestellt, gäbe es nicht Frauen in der Welt! — So. jetzt komm mit mir, und du, Konrad, schickst wohl den Wagen fort. Komm nur, lieber Kurt, ich habe in meinem Salon eine kleine Aeberraschung für dich!" Doris öffnete fcie Tür des'Salons und lieh Kurt eintreten, ihn mit scherzhafter Gewalt ein wenig vorwärtsschiebend; dann schloß sie schnell die Tür und zog sich zurück. Regungslos stand Sabine in der Mille des Zimmers. Bleich und wortlos sah sie ihm entgegen. Kurt sah auf den ersten Blick, daß sie heftig zitterte. In seinen Augen hatte die schmächtige, schwarzgekleidete Gestalt nie so rührend, so verführerisch ausgesehen als in diesem Augenblick. Ihr goldenes Haar leuchtete ihm wie Sonnenschein entgegen und ihre blauen Augen blickten ihm durch einen Tränenschleier tief ins Herz. Es waren Freudentränen des Wiedersehens. Was las er noch außerdem in diesen geliebten Augen? Schmerz, Reue, Schüchternheit, Demütigung und eine unbeschreiblich rührende Ditte um Verzeihung. Es war, als erwarte das zarte Wesen aus seinem Munde ein Urteil, von dem ihr ferneres Leben, ihr Sein oder Richtsein abhängen sollte. Sie brauchte nicht lange zu warten. Mit schnellen Schritten hatte er den Salon durcheilt — und hielt die zitternde Gestalt in seinen Armen, sie mit leidenschaftlichem Entzücken an fein hochschlagendes Herz pressend. „O Kurt, sind sie denn ganz, ganz sicher, daß Sie mich lieben — trotz alledem?' f.'üfterte sie mit halb erst eher Stimme, als er sie nach langer Pause freigab. „Ganz, ganz sicher, Geliebte!" „Aber meine unglücklichen Eltern! Auch ihr Tod kann den befleckten Ramen nicht auslöschen — ich weiß es! Wie könnten Ihre Eltern, Ihre Freunde und Antergebenen Achtung und Vertrauen finden für ein von der Welt geüchtctes Wesen, wie ich es bin?" „Was gilt mir die Welt uni) ihre Meinung'. Was sind mir andere Leute! Dich will ich haben, nicht sie!" „Aber deine Eltern — deine Eltern?" beharrte sie in ihrem ängstlichen Forschen. „Die Eltern find glücklich in der Kinder Glück!" sagte er ernst. „Glaube mir, auch die meinigen werden keine Ausnahme machen." „Aber an mir war alles falsch, unedel und niedrig, Kurt! Ich bin nicht wert, deine Gefährtin im Leben zu sein." „Törichtes Kind! Du bist für mich die Eine auf der ganzen Welt, die ich allein begehre. Ich will keine Einwendungen mehr hören. Sage mir nichts mehr als das eine: daß du mich liebst!" And nur dies eine sagte sie ihm, und dann schwieg sie jubelnden Herzens; denn das Glück 1 schloß ihr die Lippen. Wirtschaft Uten Amtsgericht Gießen einer rechts aus einer Rebenstraße kommenden, Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 158 132 220 157,25 10/.25 132,5 119,25 220 158,5 schon auf der Kreuzung und zu nahe bei dem Posten gewesen zu sein, um noch halten zu können, auch habe er fürchten müssen, seine Passagiere würden durch den plötzlichen Ruck im Wagen arg durcheinandergerüttelt. Die erste Behauptung wurde widerlegt: sein weiteres Vorbringen war unbeachtlich, da die Unannehmlichkeiten, die vielleicht die Passagiere zu erleiden gehabt hätten. in keinem Verhältnis standen zu den Gefahren, die eine Kollision beider Fahrzeuge hätte mit sich bringen können. Milde war aber angebracht. Der Omnibusführer erhielt eine Geldstrafe von 8 Mark. * Ermäßigung des Privatdiskontes. Der Privatdiskont wurde gestern für beide Sichten um z v. fy aus 57/s v. H. ermäßigt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag 8. Februar. Vorabend: 5.15 Uhr; morgens: 9; abends: 5.40 und 6.20 Uhr. Israelitische Rellgionsgesellschaft. Sabbatfeier den 8. Februar. Freitag abend 5.05 Uhr-, Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 6 20. — Wochengottesdienst morgens 7; abends 5 Uhr. Verletzten. Ein Autoschlosser war mit seinem Motorrad stoischen der Wellersburg und Lollar, obwohl sich in einem weiten Lichtkegel bewegte, auf d as Bankett geraten und hatte einen dort stehen- iwn Opelwagen derart angefahren, daß dieser si-ch etwa 5 bis 6 Meter verschob. Bei dem Zu» l^mmenstoß wurde sein Mitfahrer verletzt. Der Angeklagte ist auch für diesen verantwortlich: er h-at dessen Verletzung durch seine grobe Fahrlässigkeit veranlaßt. Sie trug ihm eine Geld- |t r a f e von 75 Mark ein. Dadurch, daß eine nach Lich fahrende Auto- sLhrerin die linke, statt die rechte Straßenseite i nhielt, veranlaßte sie einen Zusammenstoß mit ' Gießen, 4. Febr. Drei Kraftfahrer hatten I sich wegen Verstöße im Kraftfahrzeug- .verkehr zu verantworten. Gegen zwei davon -Dar auch Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben, in dem einen Salle von Amts wegen, da der Angeklagte die hm infolge seines Berufs bzw. Gewerbes ob- li.cgende erhöhte Aufmerksamkeit vernachlässigt hotte, in dem anderen FaUe auf Antrag der bedungen, so daß das Kursniveau sich allgemein um 1 v.H. bessern konnte. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 7 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt war London etwas fester. Man nannte Mark gegen DoUar 4,1865, gegen Pfund 20,367, London gegen Kabel 4,863750, gegen Paris 124,01, gegen Madrid 37,06, gegen Schweiz 25,0990, gegen Holland 12,12. Berliner Börse. Berlin, 6. Febr. Aach einem sehr stillen Dormittagsverkehr zeigte sich schon an der Vorbörse die erste Schwächeerscheinung. Man diskutierte lebhaft über den von der Morgenpresse veröffentlichten Ctatsvorschlag drsReck.s» sinanzministers Moldenhauer und war darüber verstimmt. Beachtung fanden auch die nicht günstigen Ausführungen des Instituts für Kon- lunklurforschung über die Entwickelung des Frühjahrsgeschäftes. Auch sonst überwogen die un- günstigen Momente. Seitens des Auslandes tauchten wieder Widerstände gegen den Frankfurter Versicherungs-Vergleich auf. Die Aufsichten auf eine Diskontsenkung der Dank von England für heute sind ebenfalls schlechter geworden usw. So kam zu den ersten Kursen auf fast allen Märkten seitens der Spekulation und, anscheinend nicht immer ganz freiwillig, seitens der Provinz Ware heraus. Die Kurse zeigten allgemein Rückgänge von 1 b i s 3 v. H. Spezialwerte verloren bis zu 6 v. H. An erster Stelle standen Elektrowerte. Berger lagen auf eine „Times"-Meldung, nach der die türkische Regierung ein fünfjähriges Moratorium für die Zahlungen an Ausländer beantragt habe, verstimmt. In Reichsbank setzten sich die Rückgänge fort. Der Kurs stellte si,ch heute 5,5 v. H. niedriger. Salzdetfurth und Siemens verloren je 5 v. H. Schubert & Salzer lagen 4,5 v. Sy niedriger. Demberg minus 6, Polyphon minus 4, Farben minus 2,25 v. Sy usw. Durch feste Haltung zeichneten sich Svenska plus 2,50 Mark und Maschinen Buckau mit plus 4,75 Mark aus. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Don Ausländern lagen Türken, für die die obenerwähnte Meldung stimulierte, gut behauptet. Am Geldmarkt war eine kleine Erleichterung zu verzeichnen. Der Sah für Tagesgeld stellte sich auf 6,5 bis 8,5 v. H. Monat geld 6,90 bis 8,25 v. Sy Rach Öen ersten Kursen blieb die Tendenz bei sehr geringen Umsätzen uneinheitlich. Etwas Rachfrage machte sich für Klöckner und Mannesmann bemerkbar. Akkumulatoren wurden im Derlause bemerkenswert fest mit 115 v.H., dagegen waren einige Spezialwerte auf plötzliches Angebot niedriger, was der Börse ein ungünstiges Moment gab. Aranksurter Schlachtvießmarkt. Frankfurt a. M., 6. Febr. Auftrieb: Rinder 148; Kälber 906; Schale 213; Schweine 319. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74, mittlere Mast- und Saugkäloer 64 bis 69, geringe Kälber 55 bis 63. Schafe. Mastlämmer und jüngere Mosthämmel, Weidemast 50 bis 52, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 43. Schweine nicht notiert. Marktverlaus: Bei allen Gattungen ruhig, ausverkaust; Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Mr . nntn.’ n % den Sal-n "e er m az, 9a,n-L’fe sie nul •rRr lwehrhandbuch soll in einer neuen Auf- läge herausgegeben werden. Die darin enthaltene 2 indesfeuerlöfchordnung hat verschiedene Aende- ri tagen erfahren. Auch wurden für die Aus- lührungsbestimmungen Aenderungen vorgeschla- gvn. Gegenstand weiterer Beratung waren Richt- Itinien bei der R e u a n s ch a f f u n g vonMo- l o r s p r i h e n. Ein Ausschuß soll den Gemeinden, die Motorspritzen anschaffen wollen, mit Ratschlägen an die Hand gehen. Die Richtlinien für Theater-, Kino- und Saal- wachen sollen strenger gehandhabt werden. Die Bestimmungen über Abnahme moderner Feuer- idlchgeräte sollen ebenfalls in das neue Hand- bmch aufgenommen werden. Dabei wurde betont, bie LandeSbrandkammer möge einen evtl. Zu- hodr tiexi tzLazcn leim Mies, liebe “ ncke. Künftig exr- rotoioletter und bie grauer Forbe her- t Der Polizei, der Goecheftraße n die Täter eine ter lange, ninbe Der tzigeninmer Aneckenmnn bei ang zu nehmen. . Der heutige Po- acht vvm 22. zum Hose des Grund« llhase (Häsin) von rr rechter Dorder« i wurde ein Fahr- tnmen, der bei feite Aovember 1929 Mantel an einen r 20 Mk. verkauft )ie den Mantel in wird im eigenen lalabteilung, Zim- Iu lallen. - Kurz M bei tingelte- ihr entgegenfahrenden Radlerin, die im Begriffe war, vorschriftsmäßig in einem weiten Dogen auf die rechte Straßenseite zu fahren. Die Radfahrerin trug bei d:rn Zusammenstoß Verletzungen davon, die die Autoführerin ebenfalls durch Fahrlässigkeit veranlaßt hat. Letztere erhielt eine Geldstrafe von 30 Mark. Din Derkehrsposten hat einem Autoomnibusführer, der sich vor einer Straßenkreuzung befand, das Haltereichen gegeben, nachdem er einem anderen Auto, das im Begriffe stand, die Kreuzung zu überqueren, freie Bahn gewährt hatte. Der Omnibusführer hielt nicht an. Er erklärte, schuß nicht gewähren, wenn die Abnahme von M Geräten nicht durch einen Fachmann erfolgt s? lei Weiter wurde beschlossen, daß jeder Kreis- ;s < u e r w e h r i n s p e k t o r einen Stellvertreter benennen solle für den Fall seiner Verhinderung. Zur Versicherung der Kreisfeuer- webrinspektoren gegen .Unfälle wurden Vorschläge ausgearbeitet, die der Landbrandkammer unb den Kreisämtern zugeleitet werden sollen. Heber die Verwendung von Hand feuer- W l o s ch e r n sind durch die Regierung Richtlinien •4 herausgegeben worden. Danach dürfen an Ga- regen nur entweder Trocken-Schaumlöscher oder Oetralöscher mit mindestens zwei Liter Inhalt verwendet werden. PfofeR^rei' des. so.- 1,0 Ge- ÄS* .•MV* 50 W ^im ff®5' ’M; " 1,5 Meeres- W ?’e, Domen tot, ^0(f) und die f*r ,e Wellruhm oer= man .Vortragsabend lernen Freunden Anderen Kunst- ^cas-Duis-Trio oringt nach em- und Kammer« Werke des /en originalen ^dvMchöchc e und -Biola (Srehe heutige tiiaintrai teert HSch» a Bl 8 tiiafl. 10 ®ebr. Roebet......1° Soigt * Haelsna ...... 9 Südv. Üucker.......10 i Lachrichten über rst vor acht Tagen, jurütf - ihr lieben, st lief ■iß mit glückseligem erenden Seitenbliä cf sie: Kurt! Die traurig bc es nicht Frauen m mit mit, und du, Sagen fort. Komm meinem Salon eine i“ z« Salons und lieh ■zhastn Gewalt em m schloß fie De» in der W j sah fie 'hm ent* lick, dah sie.HA ite die MachW, 0 rührend, so J® bÄ Digenbluk. mic Sonnen- aiugen bli-ücn tuen $ LLM * Zarte Deien 'e da- i01 |ex« WSR. Frankfurt a. M., 5. Febr. Hier tagten kürzlich die K r e i s f e u e r w e h r i n s p e k- Hessens. Das Hessische Feuer- andbuch soll in einer neuen Auf- ite!" , zftich $ , E S,tz nUeii51'9' öfc“«* jt werk. für Nii^ ^gchre- flnein ^gc elIt < dann Oie Bedeutung der Siemens-Anleihe. Die neue Siemens-Anleihe hat in der Ocffenllichkeit aus verschiedenen Gründen große Beachtung gefunden. Abgesehen davon, daß der Abschluß einer tausendjährigen Anleihe, d h. einer Anleihe, die, wenn von den vorher- gesehenen Kündigungsmöglichkeiten nach 10 bzw. 75 Jahren nicht Gebrauch gemacht wird, erst nach 1000 Jahren rückzahlbar ist, bisher in der Wirt- chcistsgeschichte noch nicht oorgekommen ist, lenkt diese Transaktion des Siemens-Konzerns auch in anderer Hinsicht die Aufmerksamkeit auf sich. Denn es handelt sich vor allem um eine ganz neue 21 r t finanzieller Beteiligung des kapital ft arten Amerika, das für die deutsche Wirtschaft und ihre Finanzierung eine so große Nolle gespielt hat und, solange- die Kapitalbildung in Deutschland hinter den Anlageerfordernissen zurückbleibt, spielen wird. Die Finanztransaktion des Siemens-Konzerns unterscheidet sich we- sentlich von der im letzten Jahre erfolgten Aktienbegebung seines großen deutschen Konkurrenten, der AEG., die das Problem der Ueberfrembung der deutschen Wirtschaft seinerzeit wieder scharf in den Vordergrund gerückt hatte. Die Uebergabe von Aktien der AEG. an die General Electric hatte zur Folge, daß Vertreter der amerikanischen Gruppe in den Aufsichtsrat der AEG. eintraten, so daß auf diese Weise eine unmittelbare Einfluß- nähme der General Electric, wenn auch im Minderheitsverhältnis zu der gesamten Verwaltung, auf die AEG. geschaffen wurde. Der Hiemens-Kon-ern hat durch seinen ersten Repräsentanten diese Transaktion der AEG. scharf kritisiert und betont, daß für ihn bei der Aufnahme ausländischen Kapitals die Erhaltung des Charakters der Gesellschaft als rein deutsches Unternehmen ausschlaggebend bzw. entscheidend sei. Der Charakter des Siemens-Kon^ns bleibt denn auch tatsächlich von dem Abschluß der neuen Eiemensanleihe vollkommen unberührt. Zwar ist eine Schuldverschreibung mit einer Fälligkeit von tausend Iahren eigentlich nichts anderes, als eine Aktie, und anscheinend sind es nur formaljuristische Gründe, die zur Festsetzung eines Rückzahlungstermins nach tausend Iahren geführt haben, aber in jedem Falle, wenn man nun einmal den Vergleich mit der Aktie ziehen will, handelt es sich um die Ausgabe von stimm- rechtslosen Vorzugsaktien Darin liegt eben der wesentliche Unterschied der Finanzierung des Siemens-Konzerns und des AEG-Konzerns mit amerikanischem Kapital, daß in der Hauptsache die General Electric, die die Anleihe zum erheblichen Teil übernimmt, auf eine Einflußnahme durch Stimmrecht verzichtet hat. Damit ist nun auch zwischen Siemens und der G e - neral Electric eine Verbindung geschaffen, deren Bedeutung sich ieht noch nicht in ihrer Tragweite übersehen läßt. Man würde zu weit gehen, schon jetzt von der bevorstehenden Gründung eines W e l t e l e k t r o t r u st s zu sprechen. Solange in der Welt noch riesige Elektrifizierungsmöglichkeiten vorhanden sind, solange also an die Rotwendigkeit der Märkteaufteilung nicht gedacht zu werden braucht, kann man in dem letzt bestehenden losen Bündnis zwischen der AEG., dem Siemens-Konzern und der General Electric allenfalls Keime zu einem solchen Welt- elektrotrust erblicken. Für die deutsche Elektrowirtschaft, der es auf diese Weise gelingt, ihre Finanzierungsschwierigkeiten zu beheben, die gerade im Äuslandgeschäft sich hemmend auswirkten, bedeuten aber die beiden Transaktionen sehr viel und eröffnen außerordentliche Perspektiven. • Daimler-Denz A. G.. Stuttgart. Zu den Rachrichten über angebliche Arbeiterentlassungen bei der Gesellschaft erfährt WTD.- Handelsdienst von unterrichteter Seite, daß die in der Pr.sse gegebene Darstellung irreführend ist. Im Verfolg der Rationalisierungsmahnah- men hat sich die Zweckmäßigkeit einer stärkeren Konzentration einzelner Werkstätten in Unter- türkheim herausgestellt, aus welchem Grunde die entsprechenden Abteilungen im Werk Mannheim geschlossen wurden. Das Werk Mannheim beschäftigte Ende 1928 rd. 2800 Arbeiter, Ende 1929 dagegen rd. 2900, so dah eher von einer geringfügigen Erhöhung der Belegschaft „ gesprochen werden kann. Die Belegschaft sämtlicher Werke des Konzern betrug Ende 1928 12 150. Sie konnte auf Grund fortschreitender Rationalisierungserfolge bis Ende 1929 auf 10 020 Köpfe verringert werden, obwohl Produktion und Umsätze des vergangenen Iahres die gleiche Höhe wie 1928 haben. Eine weitere Reduzierung dran)ufllollQitDii(l)f Noleo....... 3tallpni1d>f Nolen ....... Norwegitdie Noien....... Deuiitti cesieereich, * 100 sckillllng fRumäniidif 'Noien ...... Lcliweviiche Noten ...... Lidweuer Noien ...... Spanische Noien ..... . r'chechoüowakilchk Noten..... llngariiche Noten ..... 131,5 'raulhirt a ibrrllr a> us- enrt U Wut sd).i.b «'N Lniaiia- Kur Datum 5.2 | 6 1 5 2 | 6. 2 tiereiwqie Siablo 105.25 104,75 105,25 104.75 Cloo Nl'nen 16'/. 60,9 — 60.9 60.5 Sa werte 21 cherliebea 1 218,5 214,5 218,5 216.25 Ra werke welieiegeia . lu 221 —— 222,5 221 Ra>u>> > e Soll Den urtb . 15 370 — 369 365 J. ® tfatbenOnouftne . Ji 170 167,75 170 25 168 Donamil -Robb . . . ■ . . 6 — — 80,5 — LLeiveanllaU.... • . . — 152 — —— . . 5 74 — 73,65 73 Nüigerewerte .... e . . 6 81,5 80,25 81,4 80 NieiaUkieieUichati • . • . . 8 115 — 115,5 PhtUvv imann ■ . • ’ — 98 97 Lemen werk oeiDeiberg e . 10 IIS — — — ^emeniwert 'larKlaöi . in — — — «Laos « ,' 0 -w - . . 8 — 87,5 — Schmibeu «a-enoot« ■ . 15 — — 281,5 280,5 Llrwerke ..... . 12 — — 215,5 213,5 Lei OJianiftofl . . 18 — — — — «em berg...... 14 168 161 168 162 ZeUltob «Bolöbol . . 18 H 215 213,75 215,25 212 Zellstoii «ichai, nbura . . £ — 154.5 1575 156,5 Ühariotiendurgel Waise • . . 8 — — 108.5 106.5 Teuaucr ct1>len..... _ _ — — Dieconu»-Äeleillchas>, Aut. . 1< 153,75 153 153,25 153,13 leuildir fiuuim. Sammetabl. Drcooner Bank...... 1 156,25 — 156,25 155.25 Anleihe Serie 1 ■t> orautf. Hvp.-Bank SolDpse 50.5 — 50.4 — Retchsbani ...... 1 309,5 306 310 306 XIII uulünDbar bld 1034 . r-o Rraulf. Hnp -Äank Solvvie 96,5 — — S.S.S . . 180,75 178,25 181.5 177,5 85,5 yerpmann -w 213.5 — uukündbar chis 1932 ..... 4.4% libcinlfdie Hyp.-Banl LIqn. Solvvte........ Pr. Laudeepsandbriesauftalt —— — — ttteltr. LielerunpegeieMchatl 1 — — 170,5 168,75 83,8 Licht unv firafi 11 173 — 173 — —- — — gelten * Sutlteaume.... IV, — — 130.25 128 75 97 «ei | Eteltr. Untern.. . . . 10 — 175 178 176 Psundbriese R. 17..... S'o 'Br. LauveepsanDbricsanslaN — 97 Hamb Siek,t.Werke .... 1 — 137.5 136,75 94,5 Bibeln. Siektr....... — 149.25 146 Komm.-Lbl R. t6..... r‘„ Pr. LanDrepsanDbrielanIlali, — 94 — Echte«. Eie' ...... 1< — — 167 88,5 88 Echucken ch So...... 11 194 191 194,9 191 PlauDbricsc R. 10 — — Siemen« » yaUte..... 16 285,5 281 286,5 282,5 B.C ®. ai>g. e orfnej6*CbliflOtlon 2ran»raDto........ . 8 — 136.25 132,5 ructiablbar 1932 ..... 91 — — — Lahmeyet »So.. ..... 10 174 — 174 —- l'o Oesierreichilche (Bolbttt. - 26,25 — 26,75 * Buverus........ . 5 77.5 - 78 76,5 • 2n°o Cciten. Sllbcttt- 3,75 — — — Deutlche Erd St...... . 6 108 107 107.75 106,5 ü’o Oesierreichilche Einheitliche 2,5 2,8 Ibiener Steinkohle..... — — 138.5 — Reute.......... — — Sellenkircheoer ...... . t 141,5 — 141,75 140,75 •lo Uunariidie Gowrie . . - 23,8 23.9 23,7 24 Harpener......... . 0 141,5 — 141.5 140,25 l'o Ungarilche SiaaiSr. o 1910 — — 22,2 22,5 Hoeich Eilen........ 6Vt — — 117,25 — 4. .°o teigl. von 1013 . . . 23,5 — 23,5 — alle Berpbau....... U — — 247 — L\> Unaatilche fironenrte.. . 2.5 — 2.5 2.6 Rlddncrroerte ...... 111,25 111,5 111.75 111,25 113,25 4.)!» Düri. Zollanleihe v. IS11 . Dürtilche LagvaDbahn-Sn 7.95 7,6 8,1 7.8 Röin OicueHcn . . . . * — — 1144 itlannroman- -ffifibrea . . . . 1 111,5 111,5 112.75 112 Serie 1..... 4-t-eefll. Serie 11 7,9 7,6 7,95 7,9 Maneselbei Bergbau . . . 113 — 112,5 111,5 7.9 7,6 8 7,75 Cbcnä'ei. iti en. eoan . . . — — 81.25 — b o RumSnilche oerclnb Slenic Oberichlei Roieroede.... . *< — — 105 103.9 von 19U3 . . . . 10,75 — 10.9 — Bdünix Berabau...... Rhe nllche Braunkohlen. . . 6S 105.5 — 105,75 105.4 R.imSnilche oeeelnh. Rente 10 250 248,5 250 243,75 von 1913 ....... _ 17,25 — Sibeinslaht........ . 6 120 118 120,25 118,5 tffc ViumanSche vereinh. Jien.c . 8,55 — 8,65 — ttiebed lÄontan...... 7A — — 100,5 — 5 Februar 6. Februar ümilirh- Nonelun, Ällillich' N»t i iUIlg chelk Brie! «eit Bri ÄM'l..Noll 167,94 168,28 167,80 168.14 Buen.-AireS 1,624 1,628 1,560 1,564 Brss. 21nrw 58.28 58.40 53.275 53 395 Gbriftiania 111,74 111,94 111,70 111 92 Kopenhagen 111,87 112 09 111,85 112,07 Stockholm 112,27 112.49 112,23 112.45 HellinaforS. 10,516 10,536 10.515 10.535 Italien 21.905 21,945 21 89 21.93 London. . 20.344 20.384 20,344 20.385 Neuvork . . 4,1835 4,1915 4,1825 4.1905 Pari« - . . - 16,40 16.44 16,395 16.495 Schwei» . . 80 77 80 93 80,735 80.895 Sva i:n - 55,13 55.25 54,90 55,00 Japan 2,054 2,058 2,056 2.060 •Hio 6t Ian ölen in D-- 0,478 0,480 0.481 0.483 Ctft- obfleft 58.885 59,005 58,855 58.975 Prag 12,370 12,397 12,376 12.396 Belirad 7,368 7,382 7,370 7,384 Budao.'ll 73,11 73,25 73.00 73 00 Bul arten 3,027 3.033 3.027 3,033 Lissabon 18,78 18.82 18,80 18.84 TnnVa 81,32 81.48 81.32 81.48 pnnn ntln- 1,930 5,415 1 923 1,927 Alben 5.405 1.934 5,405 5,415 Tanada 4,112 4,150 4.141 4,149 llru uat) 3.746 3,754 3,706 3,714 Kairo 20,865 20,905 20,865 20.90» Preußen. Kreis Wetzlar. D Krofdorf, 3. Febr. 3n der Gastwirtschaft Moos fand dieser Tage ein Familienabend der Ortsbauernschaft statt, der sich eines zayl- reichen Besuches erfreute. Der Vorsitzende der Ortsbauernscha^t, Landwirt Schmidt, richtete herzliche Begrützungsworte an die Erschienenen und dankte ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen. Der Dauernschriftsteller und Heimatdichter OB 11 - Helm Reuter (Dornholzhausen) sprach über die Ausgaben der Landvolkbewegung. Ferner trug er selbstverfaßte Gedichte ernsten und heiteren Inhalts vor. Verschönt wurde die Feier durch die Mitwirkung des hiesigen Gesangvereins „Germania". sowie durch eine Anzahl Musikstücke. Mit Dankesworten des Vorsitzenden an alle Mitwirkenden, sowie mit einem Hoch auf den deutschen Bauernstand wurde die schön erlaufene Feier geschlossen. < Hörnsheim, 3. Februar. In der längsten Sitzung des Gemeinderats wurden der wiedergewählte Gemeindevorsteher Jung und der wieder- gewählte Gemeindevorsteher-Stellvertreter B e p l e r durch Bürgermeister Dr. Neumann (Groß-Rech- tenbach) in ihr Amt eingeführt. CO Groß-Rechtenbach, 3. Febr. Der hie. sige Mannergesangverein „Lieder- kranz" veranstaltete gestern abend im Gemeindesaal im neuen Schulhause ein Konzert, das sich eines guten Besuches erfreute. Aach Be- grühungsworten des Vereinsvorsihenden Heinrich Zörb wurde das Konzert durch den Marsch „Friedensgrüße" eröffnet. Mitwirkende waren Landjägermeister Bartelt, Groh-Rechtenbach (Geige), Lehrer Watz, Klein-Altcnstädtm (Klavier). Hella Rosenthal, Wetzlar (Sopran), Lore Gerhards, Groh-Rcchtenbach (Klavier) und der Männergesangverein „Liederkranz" Groh- Rechtenbach, unter Leitung seines Dirigenten. Lehrer Gerhards (Groß-Rechtenbach). Den Besuchern wurden einige schöne Stunden geboten. Strafkammer Gießen. * Gießen, 4. Febr. 3n einer Mainacht des 3ahres 1929 hatte der Aachtwächter eines Dor- fes aus der Umgegend mehrere junge Burschen wegen ihres ruhestörenden Lärms zur Ruhe ermahnen müssen. Diese griffen ihn darauf an und mißhandelten ihn und zwei Leute, die ihm zu Hilfe kamen. Rach umfangreichen Ermittelungen kam es zur Anklageerhebung gegen sieben Burschen. Zwei wurden von dem Amtsgericht verurteilt, fünf freigesprochen. Der eine Verurteilte erkannte das Urteil an, der andere und die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Die heutige Verhandlung erbrachte keine einwandfreie Klärung. Alle sechs Angeklagten wurden mangels Beweises f r e i ge s p r o ch e n. Wegen Amtsunterschlagung und Unterdrückung einer Zählkarte war ein inzwischen entlassener Postagent zu insgesamt acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auch die Derusungsverhandlung ergab einwandfrei die Schuld des Angellagterr. Er hatte im Mai 1929 mit anderen Einzahlungen auch eine solche von 837,50 Mk. entgegengenommen. Geld und Zahlkarte waren aber bei einer Revision spurlos verschwunden. Als Täter konnte nur der Angeklagte allein in Frage kommen. Aus Rechtsgründen nahm die Strafkammer eine strafbare Handlung (3dealkonkurrenz — nicht Realkonkurrenz wie das Schöffengericht) und erkannte auf sieben Monate Gefängnis. WdudiA DeradoiOTL nicht lange geziert. TUmm ^aLfer-^crax extraparfumierl. Üu 03 tnjtfaddie dftndnrirdglatt und/ein. ^tskfeter^u/Phülltdeinen rper ein* MAG GP :leischbrühwürrel V Ä V ».• .h ■ -■•'S* 1 ; -t W M UMMA -■ Samstag, den 8. Februar jg Großer Maskenball Eintritt ä Person 1.50 Mk. : ro Jeden Sonntag von 8 Uhr ab Tanz Vorzügl.billige Küche, Weine u. Biere. Eintritt75Pf. i ® Gießener p RnR’or Stimmungskapelle Fips UelWUiUI -.-i S3QD Bohnerreparaturen Ncucinziebcu von Borsten uiw. werden lachgemäli und preiswert auögeiührt Wilh. Leichtweis, fi?'“"' Tonneustraße 18, [0816 OIHtllMIHMNWHWH» Machen auch Sie einen Versuch mit meinen Fisch-Filets! 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Die Bundeimitglleder erhalten im Vorverkauf bei Chai Her gegen Einlösung des Gn scbelnea Nr. 1 ib'.aaes Gutscheinheft) bis zu 2 Plätzen unentgait-icli Eintrittskarten ab Mittwoch, den 5. Februar. I89D UZur besonderen Beachtung: Die Ausgabe des blauen Ausweis und Gutscheinhettes igülti < für Februar—Aprd) erfolgt ab Mittwoch, 5. Februar, in der Musikalienhandlung Challier geg n Zahlung der fälligen Beltraestate von Mk. 5.—. Einkassierung durch Kassenboten findet nicht statt. Bei Challier wird gleichzeitig das neue Heft unserer Bundeszeitschrift unberechnet ausgegeben. Hotel Deutsches Haus in Butzbach Nur Freitag und Samstag halte ich meinen diesjährigen Inventur-Ausverkauf Männer- und Frauen -Vereinigung der Matthäus-Gemeinde in Gießen Zu der am Freitag, dem 7. Februar 1930, abends Llhr, im Gemeindesaal, Kirchstr. 9, stattfindenden Hauptversammlung werden alle Mitglieder freundlichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Zahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Voranschlag für 1930, 4. Vorstandswahl, 5. Verschiedenes. Der Vorstand. loeso Hessische Aufbauschute Friedberg. Anmeldungen zum Eintritt in die unterste Klaffe der Aufbauschule sind bis zum 22. März 1930 bei der Direktion einzureichen. Der Meldung (nicht stempelpflichtig!) sind beizufügen: 1. der Geburtsschein, 2. der grüne Impfschein, 3. das ftfjfc Schulzeugnis (mit Roten in allen Fächern der Volksschule), 4. ein von dem Schüler selbst geschriebener Lebenslauf. Da die Aufbauschule ihre Schüler schon in 6 Zähren zur Reifeprüfung führt, kann sie nur gut beggbte Schüler aufnehmen, die aud) körperlich den erhöhten Anforderungen gewachsen sind. Sie müssen mindestens 7 Fahre die Volksschule besucht haben. Oie Aufnahmeprüfung findet am 27. und 28. März 1930 statt, jedesmal morgens um 8 ühr anfangend. Friedberg, den 3. Februar 1930. Direktion der Aufbauschule. Dr. Faber. 1067V WeiMothen-AnWe Maskenball Samstag, den 8. Februar 20.01 Uhr findet in sämt. 4 Räumen der „Stadt Lieh" der der I. Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsberger“ und Damenabteilung e.V. statt — Eintrittskarten im Vorverkauf ermäßigt. Preis M. l.OO, an der Abendkasse M. 1.50. — Vorverkauf in den Friseur- geschälten Karnbach. Kaplansgasse 27, Wahl. Neustadt 33. Giefeener Konzert verein SECHSTES KONZERT Donnerstag, 13 Februar 1930,20 Uhr,Stadttheater Das Meininger Landestheater-Orchester Leitung: Dr. Stefan Temesvary Solistin: Paula Hegner (Klavier) Gluck, Ouvertüre zu Iphigenie — Mozart. Klavierkonzert Es-Dur — Brahms, Vierte Symphonie E-Moll Der Konzert-Flügel »Blüthner« ist aus dem Pianolager Schönau, Seltersweg 91 Eintrittskarten: Mk. 5.00, 4.00 und 2.50 bei Ernst Challier (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. — Studentenkarten Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis iuo3D Die bereits für 23. I gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit Theater-Cafe Ernst Ludwig / Kietzen gegenüber dem Stadt-Theater Samstag, den 8. Februar, nachmittags 4 Uhr TANZ-TEE Abends: Gesellschaftsabend mitTanz Dunkler Anzug erbeten. Auf vielseitigen Wunsch aus Gesellschaftskreisen findet der TANZ-TEE jeden Samstag- und Mittwoch-Nachmittag statt. 0840