Nr. 5 Erstes Blatt Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezngsprels: 2,20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliiste unterSammelnummer225I. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. psstfchcälvnto: Frankfurt am Main 11686. 180. Jahrgang Dienstag, .7 Januar MO GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten vri'ü und Verlag: vnchl'lchc Univerfiläls-Vnch- und Sleindruckerei R. Lange in «letzen. Schristleltung und Seschästrftelle: Schullttatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich m Gießen. Lesefrüchte. 3nt „3 u n g D e u t f d) e n“ vom 4. Januar lesen wir unter der Lieberschrift „Fünffaches Kanzlergehalt" folgende interessante Zahlen- Zusammenstellung, aus der sich jeder Leser seinen eigenen Vers machen kann: Als Berlin vor einem 3ahre die verschiedenartigen Derkehrsgesellschaften zu einem großen städtischen Monopol zusammenschloß, schickten die Parteien des Rathauses jeder einen eigenen Vertreter in das Direktionszimmer. So kam es, daß parteipolitische Eifersucht den vollständig genügenden Posten eines einzelnen Fachmannes auf fünf Posten erhöhte und für fünf verdiente Parteigänger einen sicheren Unterschlupf schuf. Jeder einzelne dieser fünf Direktoren bezieht ein Gehalt, das das Gehalt des Oberbürgermeisters bei weitem übertrifft. Köln zahlt seinem Oberbürgermeister allein an Wohnungsgeld 36000 Mk., also so viel wie das Reich einem Minister Gehalt. 3n Frankfurt a. M. wurde jüngst der Leiter der städtischen Gasgesellschaft mit 4 5 0 0 0 Mark Iahresein nähme pensioniert. 3eht ist seine Pension beschlagnahmt worden, da unter feiner persönlichen Verantwortung Kreditüberschreitungen vorgekommen sein sollen. Als er noch praktisch wirtschaftete, bezog der kommunale Generaldirektor mit 265 000 Mk. jährlich rund fünfmal soviel wie der deutsche Reichskanzler und doppelt soviel wie der Reichspräsident. Seine Pension ist sogar doppelt so hock wie die des Reichskanzlers. Der Reichsdankpräsident Dr. Sckacht bezieht jährlich .350 000 Mk. und bekäme, würde man ihn jetzt pensionieren, eine Abfindung von 2,5 Millionen Mark mit auf den Weg. In den „Leipziger Reuest en 21 ach - richten" schreibt Paul Harms über die Behandlung des Polenvertrags im Haag u. a.: „Der Pole übergab der Konferenz den Text des deutsch- polnischen Abkommens, das die deutsche Regierung vor der deutschen Oeffentlichkeit nicht nur, sondern auch vor dem Deutschen Reichstag bisher ä n g st l i ch geheim gehalten hat. Das Abkommen reicht noch in die Zeit Stresemanns zurück; von ihm ist ein Entwurf noch signiert worden, den sein Rachfolger Curtius dann zienr- lich unverändert übernommen und in unbegreiflicher Hast paraphiert hat. Der eigentliche Vater des Abkommens aber ist der Warschauer Gesandte Ulrich Rauscher, der es in raschem Zuge zustande brachte, nachdem die hinhaltende Diplomatie Stresemanns ausgefallen war. Man nennt das neuerdings „ein Erbe verwalten ...“ Es ist daher nicht ganz überflüssig, sich zu erinnern, wer Ulrich Rauscher ist. Rauscher ist ein Typus dessen, was Thomas Mann, bevor er sein politisches Damaskus fand, den Zivilisations-Literaten genannt hat. Ohne Zweifel war Rauscher als solcher von nicht gewöhnlicher Begabung. Er, der Sozialdemokrat, war infolgedessen vor dem Kriege sehr geschätzter Mitarbeiter des Feuille- !ons der „Frankfurter Zeitung". Durch den Um- sturz kam Rauscher — der sich im Kriege als literarischer Propagandist gegen Belgien tüchtig betätigt hatte — als Privatsefretär Scheidemanns in die Reichskanzlei, wurde 1921 als Gesandter nach Tiflis abgeschoben und 1922 als Gesandter für Warschau wieder hervorgeholt. Wo dieser alte Bohemien die Kenntnisse und Erfahrungen her haben soll, um ein Abkommen, wie das deutsch-polnische, in seiner wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Tragweite zu übersehen, ist sein und seiner Partei Geheimnis. Aber der Besitz eines sozialdemokratischen Parteibuches befähigt nach der Meinung derer, die es auszustellen die Vollmacht haben, ja ohne weiteres für jedes Amt! Im Dezembcrheft des „Widerstandes" gibt einer, der Rauscher von alters her zu kennen scheint, für den fixen Erfolg seiner Verhandlungen mit Polen diese Erklärung: „Schließlich landete er in Warschau als Gesandter. Cs war in mehr als einer Hinsicht ein schlimmer Fall. Rauschers Raturell und polnischer Lebensstil harmonisieren besser zusammen, als für Deutschland gut ist. Erst schaff' dein Sach', dann trink' und lach'. Wenn das Wort nicht von Erzberger stammte, so könnte es von Rauscher sein. Der Einfluß, den dieser Bohemien in gehobener Lebensstellung zuletzt auf den sterbenskranken Stresemann gewonnen hatte, ist ein dunkles Kapitel, das wohl nicht sobald, wenn je, aufgeklärt werden wird." So also sieht der deutsche Vater des Abkommens aus, das der polnische Außenminister im Plenum der Haager Konferenz übergab mit dem Bemerken: Es bilde einen unlösbaren 'Bestandteil des TZoung-Planes. Dagegen hat der deutsche Vertreter Curtius sofort Einspruch erhoben. Die Rechtskraft des deutsch- polnischen Abkommens, so erwiderte er, beurteile sich nach dem Vertrage selbst. Richt bestreiten konnte Curtius, daß die Uebergabe des Abkommens an die Haager Konferenz vereinbart worden sei, und erst recht nicht, daß § 1 des Abkommens bestimmt: Boung-Plan und Polenver- trag'sollten gleichzeitig ratifiziert werden. Das ist eine Bindung, von der in Deutschland außerhalb der Regierung niemand eine Ahnung gehabt hat. Durch diese zeitliche Bindung wird zwischen Polenvertrag und Voung- Plan für Reichsregierung und Reichstag ein innerer Zusammenhang hcrgestellt, von dem wir gern glauben wollen, daß Herr Ulrich Rauscher ihn in seiner Tragweite nicht erkannt hak, von dem loszukommen für den deutschen Vertragspartner aber kaum mehr möglich sein wird.--- Das deutsche Volk nimmt das in fatalistischer Ergebung hin. Denn — so heißt es in dem er* Roch keine Ergebnisse im Haag. Oer Zahlungstermin für die deutschen Monatszahlungen. - Oie Ganktionsfrage. - Oie Ostreparationen. — Oas Gaarproblem. Wann ist die Monatsrate zu leisten? Drohende Mehrbelastung aus Zinsverlust. Haag, 6. Ian. (TU.) Der Montag ist fast ununterbrochen mit Beratungen der fünf großen Gläubcgerrnächte mit der deutschen Regierung ausgefüllt gewesen. Man steht jetzt mitten in den Schwierigkeiten. Die Aufstellung der Liste der noch offenen reparationspolitischen Streitfragen hat eine Reihe äußerst schwieriger Fragen ergeben, von denen am Montag fast ausschließlich die Frage des Zahlungstermins der deutschen Monatszahlungen nach dem Poungplan behandelt worden ist, ohne daß eine Einigung zustande kam. Man sah sich daher gezwungen, dieSachverständigen der Pariser Konferenz anzuhören. Deutscherseits hat man sich an Dr. Schacht und Geheimrat Kastl gewandt. Es handelt sich dabei um die Frage, ob die Reichsregierung verpflichtet ist, die monatlichen TZoungzahlungen am 1., am 15. oder am Ultimo zu leisten. Es handelt sich hierbei um eine Iahresdifferenz, die allerdings verschieden ausgerechnet wird, jedoch für Deutschland eine weitere Belastung von rund neun Millionen Mark jährlich ausmachen würde, wenn die Reichsregierung die fälligen Iahresraten bereits zum 15. jeden Monats zur Verfügung stellen müßte, während nach deutscher Auffassung diese Beträge erst am 30. verfügbar zu halten sind. Die hierdurch entstehenden Zinsverluste machen naturgemäß bei einer Berechnung für den Gesamtablauf des Bormgplanes einen erheblichen Betrag aus. Von deutscher Seite ist in der geheimen Sitzung der sechs Mächte am Montag der Standpunkt vertreten worden, daß Deutschland neue Zusahlasten über den Voungplan hinaus nicht mehr übernehmen könne, und daß die deutschen Voungraten entsprechend dem internationalen Brauch zum Ultimo gezahlt werden müßten. Immer noch die SaMonssrage. England zeigt sich indifferent • Die Sanktionsfrage ist nach den längeren Besprechungen des Sonntags heute nicht mehr behandelt worden, da man das Eintreffen des in Aussicht gestellten französischen R o t e n e n t w u r f s zur endgültigen Regelung der Sanktionssrage erwartet. Roch immer besteht wenig Klarheit darüber, welche Vorschläge von der Gegenseite vorgelegt werden. Auf englischer Seite liegt offensichtlich die Tendenz vor, militärische Sanktionen nicht mitzumachen, dagegen dos Schwergewicht auf politische und wir t- schaftliche Sanktionen zu verlegen. Die Alliierten haben am Montag über diese Frage unter sich verhandelt, um einen übereinstimmenden Text für den Rotenentwurf herzustellen, der im Verlaufe des Dienstags überreicht werden soll. Von alliierter Seite wurde ausdrücklich fest- gestellt. daß Schatzkanzler Snowden zwar militärische Sanktionen ablehne, jedoch die Forderung auf eine Einführung wirtschaftlicher und politischer Sanktionen in den Poung-Plan aufrecht erhalte, wobei der französische Standpunkt durch England unterstützt werde. Oesterreich lehnt Reparationszahlungen ab. Energische Haltung des Bundeskanzlers Schober. Parallel mit der deutschen Reparationsfrage wurden eingehend die Ostreporationsfragen behandelt. Der Versuch des österreichischen Bundeskanzlers Schober, mit den Vertretern der österreichischen Nachfolgestaaten zu einer Einigung über die österreichischen Reparationsverpflichtungen zu gelangen, ist nach einer Erklärung Schobers bisher ohne jeden Erfolg geblieben. Man hat Oesterreich die Zahlung von Summen zugemutet, die Schober für unaufdringlich hält, da in Oesterreich jeder Schilling zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und zur Verbesserung der wirtschaftlichen I Lage benutzt werden müsse. Oesterreich könne daher weder auf Grund des Vertrages von St. Germain | noch auf Grund irgendwelcher anderer Vertragsbestimmungen Zahlungen an iraendein anderes Land leisten. Die Verhandlungen über die österreichischen Reparationen sollen so r t g e s e tz t werden, wobei sich übrigens eine Einheitsfront von Frankreich, Polen, Rumänien und der Tschechoslowakei gegen Oesterreich gebildet hat. Ob nicht übrigens der Gesichtspunkt, daß alles im Lande aufkommende Geld für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und für die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage verwandt werden müßte, auch für Deutschland eine größere Berechtigung hat, als allgemein anerkannt wird? Oie Ostreparationen. Ergebnislose Verhandlungen mit Ungarn und Bulgarien. In der ungarischen Reparations- frage ist ebenfalls noch kein Fortschritt erzielt worden. Die ungarische Regierung hält mit großer Energie ihren Standpunkt aufrecht und lehnt energisch ab, auf die im Trianonvertrag Ungarn zugesicherte Schiedsgerichtsbarkeit zu verzichten. In privaten Verhandlungen zwischen Ungarn auf der einen und der Tschechoslowakei und Die Berliner Finanzkrisis. Neue Geldnöte der Stadtverwaltung. — Finanzielle Schwierigkeiten in der Vergnügungsindustrie der Reichshauptstadt. Berlin, 6.Ian. (Priv.-Tel.) Eben erst hat der Staat in die Finanzwirtschaft der Reichs- Hauptstadt eingreifen müssen, um das Schlimmste abzuwenden, und schon treten für Berlin wieder neue Finanzschwierigkeiten auf. Der Stadtsyndikus hat gelegentlich der Tagung des Erwerbslosenausschusses erklärt, daß der 3a* nuaret a t der Stadt Berlin wiederum mit einem Defizit abschließe, und die erwarteten Einnahmen im Monatsetat um 48,5 Millionen geringer als die zu erwartenden Ausgaben seien. Es besteht auf Grund der Anordnung des Oberpräsidenten nun keine Möglichkeit, dieses Defizit durch Aufnahme kurzfristiger Gelder zu decken. Der Fehlbetrag von 48,5 Millionen wird aller Voraussicht nach sogar noch weiter an* steigen, da in den nächsten Tagen die Abrechnungen der großen Baufirmen für die im vergangenen Iahre aufgeführten Bauten eingehen. Welcher Weg zur Abdeckung dieses Defizits eingeschlagen werden soll, steht augenblicklich noch nicht fest. Schlimmer sieht es noch im Berliner Der- gnügungsgeöerbe aus. Es steht jetzt fest, daß neben Zahlungsschwierigkeiten des Voßkon- z e r n s auch eine große Reihe anderer namhafter Berliner Gast- und Vergnügungsstätten in ernste wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind. Es ist also jetzt in der Berliner Vergnügungsindustrie jener große Erdrutsch eingetreten, der andere Zweige unseres Wirtschaftslebens schon vor längerer Zeit erfaßt hat und dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Schaut man nach den Gründen, bann kommt man sehr schnell darauf, daß die all- aemeine Uebersetzung des Vergnügungsgewerbes einen großen Teil der Schuld an den jetzigen Zusammenbrüchen trägt. Das ist zweifellos ein.sehr wesentlicher Grund für die bedauerlichen Erschei- nungen der letzten Tage, die uns eine weitere Vermehrung der Arbeitslosigkeit bringen dürften. Veranlaßt ist dieser Zustand aber zum Teil auch dadurch, daß spekulative Kredite mehr als sachlich gerechtfertigt war in solche Betriebe hinein- gesteckt worden sind. Schließlich ist ein großer Teil der Zusammenbrüche auch auf die S t em e r p o l i -- ti k des Berliner Magistrats zurückzuführen, besonders was die Eintreibung der Lustbarkeits- steuer anlangt. Es werden da Geschichten erzählt, die einen starken Beweis für die Rigorosität der Steuerbeamten, viel weniger aber für das wirtschaftliche Verständnis der Stadt liefern. Genau wie bei dem Kinogewerbe macht es die Stadt bei den Gaststätten. Durch eine rohe und schematische Steuerveranlagung und -eintreibung, die auf die Erträge nicht die geringste Rücksicht nimmt, werden die Betriebe gerade in solcher Zeit auf das stärkste belastet, in der sie ohnehin durch Mangel an Verkehr Mühe haben, die sonstigen Unkosten zu decken. Oder ist der Stadt etwa damit gedient, daß sie auf der einen Seite die Vergnügungssteuer durch Pfändung vielleicht restlos eintreibt, auf der anderen Seite aber dieselben Betriebe in die Lage bringt, ihre Verpflichtungen bei den städtischen Gas-, Wafser- und Elektrizitätswerken, die ja schließlich auch der Stadt gehören, nicht erfüllen zu können? Die Stadt hat ein berechtigtes 3nteresse daran, die wenigen ihr verbliebenen Steuerquellen auszuschöpfen. Wenn sie aber die goldene Henne schlachtet, die ihr die Eier legen soll, dann macht sie den Fehler, den die gesamte deutsche Finanzpolitik der letzten Iahre begangen hat und der zu den krisenhaften Erscheinungen der Gegenwart führte. Daß in Berlin der krisenhafte Zustand sich zuerst so stark zuspihte, ist freilich auch kein Zufall, sondern die Folge einer parteipolitischen Wirtschaft, die an vielen Stellen das Geld mit dollen Händen zum Fenster hinauswarf und die jetzt einen weithin sichtlichen Zusammenbruch erlitten hat. wähnten Artikel des „Widerstandes" über den „Sieger Rauscher" nicht unzutreffend —: „Unser Volk ist geduldig und gerecht; es macht sich ein Vergnügen daraus, für das Ausland zu schuften; die deutsche Sozialdemokratie hat den deutschen Arbeiter für diese Aufgabe geradezu begeistert." Wer sich an der künstlichen Vernebelung nicht mitschuldig machen will, der wird zugeben müsse-r: Der Auftakt im Haag war für uns schlimm. Das offen auszusprechen ist Pflicht, wenn man an dec deutschen Zukunft nicht einfach verzweifeln will. Die erste wird nicht die letzte Riederlage gewesen sein, die wir im Haag erleiden. Aber die Hoffnung ist berechtigt, daß aus diesen diplomatischen Riederlagen wenigstens der Wille zur inneren Umkehr geboren werden wird." Aeichshaushalt und Finanzresorm Der Kanzler wünscht bis zum 15. April die Verabschiedung des Etats. Berlin, 6. Ian. (Priv.-Tel.) Der Reichskanzler» hat neuerdings den einzelnen Ministerien den Wunsch ausgesprochen, die Haushalte für das kommende Jahr so schnell w.ie möglich fertigzustellen. Bekanntlich muß alsbald nach der Haager Konferenz der Nachtragshaushatt für 1929 wie der ordentliche Haushalt für 1930 vom Parlament in Arbeit genommen werden. Nach der Meinung des Reichskanzlers sollen die Etaberatungen bis längstens z n m 15. April, womöglich aber schon bis 311m 31. März des laufenden Jahres beendet fein. Diese Nachricht, die in der Regierungspresse erscheint. läßt den Verdacht aufkommen, als wolle man die in Aussicht gestellte Finanzreform außerhalb des Zusammenhanges der Haus- Haltsberatungen behandeln oder — wie die Dinge nun einmal liegen — nicht behandeln. Denn niemand glaubt im Ernst, daß es gelingen könnte, die Finanzreform im Zusammenhang mit dem Haushalt in f 0 kurzer Zeitzu erledigen, vorausgesetzt, daß die Regierungskoalition überhaupt noch bis zu diesem Zeitpunkt zusammenhält. Wahrscheinlich werden nachher, wie es schon im vergangenen Jahre war, die klugen Leute kommen und den Satz verfechten, daß das Reich zunächst einmal den Haushalt haben müsse, gleichgültig was aus der Finanzreform wird. .Innerhalb des Haushalts bestände dann nur noch*die Notwendigkeit, den Schuldentilgungsfonds zu berücksichtigen, «olche Verfahrunasweise würde allerdings im Widerspruch mit den Erklärungen des Reichskanzlers in dessen Neujahrsansprache stehen und ein besonders unrühmliches Ende der Finanzreform bedeuten. DieFinanzierungderReichsbahn. Tariferhöhung oder Mittel aus der Vcrkehrsstcuer. Berlin. 6. Ian. (Priv.-Tel.) Die Frage der Tariferhöhung der Reichsbahn, die bekanntlich seit der Lohnerhöhung des letzten Sommers schwebt, wird nunmehr endgültig nach dem Abschluß der Haager Verhandlungen spruchreif werden, also in dem Augenblick, in dem sich die Gesamtbelastung der Reichsbahn übersehen laßt. Man ist sich ganz allgemein darüber klar, daß der jetzige Zustand nicht mehr länger andauern kann, da die Reichsbahn außerstande ist, dringende Aufgaben hinsichtlich des Streckennetzes und der Beschaffung rollenden Materiales zu erfüllen. Reichsverkehrs* minifter Stegerwald hat sich bekanntlich gegen die von der Reichsbahn verlangte Tariferhöhung ausgesprochen und es ist kein Zweifel, daß die Reichsbahn, die jeden anderen Weg zur Beschaffung der notwendigen Mittel lieber gehen würde, als den der Tariferhöhungen. Eine Möglichkeit, die Verteuerung der Fahrpreise zu vermeiden, besteht darin, daß das Reich der Reichsbahngesellschaft einen Teil der Verkehrssteuer, die die Reichsbahn jährlich in Höhe von 290 Mill. Mark an das Reich abführt, zu - rückvergütet. Hier entsteht allerdings die entscheidende Frage, wie sich der neue Finanzminister Moldenhauer zu einer solchen Regelung stellen würde. Bekanntlich muh das Reich die ihm zustehenden Einnahmequellen in Airbetracht der mehr als gespannten Finanzlage sich unter allen Umständen zu erhalten suchen. Eine Regelung dieser schwierigen Frage könnte nur im Zusammenhang mit der geplanten Finanzreform erfolgen, worarcs sich wiederum ergibt, von welcher zentralen Bedeutung für das gesamte deutsche Wirtschaftsleben die Finanzreform ist. Denn eine Erhöhung der Reichsbahn- tarife würde im gegenwärtigen Augenblick angesichts der absinkenden Wirtschaftstonjunktur zweifellos eine gewaltige Erschütterung des an sich aus den Fugen gehenden Wirtschaftslebens mit sich bringen. Jugoslawien auf der anderen Seile sollen gewisse Ergebnisse erzielt worden sein, wodurch Rumänien in eine isolierte Lage zu gelangen scheint. Rumänien ist noch immer der stärkste Gegner Ungarns. — 3n der bulg ari - schen Reparationsfrage sind gleichfalls heute eingehende Verhandlungen geführt worden. Auch hier liegen noch keine Ergebnisse vor, doch bereitet die bulgarische Reparatioirsfroge die geringsten Schwierigkeiten. Die Aussichten. Die Haager Konferenz wird aller Voraussicht nach — falls keine äleberraschungen eintreten -- in dem gegenwärtigen Tempo bis Ende der Woche weiter arbeiten. Die Stimmung ist, wie bekannt und üblich, auf französischer Seite außerordentlich optimistisch. Die französische Presse bietet die bekannte Hilfsstellung. Auf deutscher Seite ist man sich der außerordentlichen Schwierigkeiten bewußt, die zum großen Teil aus die Beschlüsse der ersten Haager Konferenz zurückgehen. In den Hauptfragen befindet sich die deutsche Regierung infolge der bereits vorliegenden Abmachungen in einer Zwangslage, die ihre Bewegungsfreiheit sehr einschränkt. Die Hauptbelastungsprobe der Konferenz wird ohne Zweifel die Regelung der S a n k t i o n s - frage bilden. Ob überhaupt auf dieser Sionferenj über die Saarfrage verhandelt werden wird, ist zur Zeit noch unklar. Anhaltspunkte liegen hierfür noch nicht vor, da scheinbar auf keiner Seite die Neigung besteht, die Saarfrage, deren grundsätzliche Klärung zwischen den Außenministern dringlich erforderlich wäre, in Angriff zu nehmen. Oie Angst vor Schacht. Pariser Stimmen zur Berufung des Reichs- bankpräsidcnten nach dem Haag. Paris, 7. San. (1BIB. Funkspruch.) Die Haager Berichte der französischen Presse beschäftigen sich sehr lebhaft mit der Berufung D r. Schachts nach dem Haag und lassen die Befürchtung erkennen, daß das Eingreifen des Reichsbankpräsidenten die Verhandlungen ungünstig beeinflussen könne. So erklärt der im Haag befindliche Auhenpolitiker des „Echo de Paris", die Nachricht von der Ankunft Dr. Schachts habe bei der französischen Delegation einige Besorgnis ausgelüst. Dr. Schacht werde innerhalb der deutschen Delegation nicht gerade für Zurückhaltung eintreten. Gewifse kreise behaupten, da es nun einmal so gehe, sei es schon besser, daß der große deutsche Sachverständige an die Seite von Eurtius und TNoldenhauer trete, denn dann habe er wenigstens mit teil an der Verantwortung. Allerdings frage es sich, in welchem Sinne Dr. Schacht operieren werde, und ob er überhaupt der Aufforderung nachkomme. Der Sonderberichterstatter des „Excelfior" tagt, wenn Dr. Schacht die Absicht habe, die Atmosphäre der Herzlichkeit, des vertrauens und des Entgegen k o m m e n s (?), die im Haag herrsche, zu zerstören, dann werde er eine schwere Verantwortung auf sich laden. Oie Sozialdemokratie gegen Schacht. Der unbequeme Reichsbankpräsideut. 'Berlin, 6. Ian. (Priv.-Tel.) Die Berliner Spätausgabe des sozialdemokratischen „Vorwärts" richtet heute einen scharfen Angriff auf die gesetzmäßige Stellung des Reichsbankpräsi- denken. Das Blakt betont, daß die Haager Verhandlungen wohl nicht mehr viel an den materiellen Lasten Deutschlands ändern könnten, aber sie könnten uns die Befreiung der deutschen Wirtschaft von der Diktatur des Reichsbankpräsidente n bringen. Das Blatt behauptet weiter, daß sich diese Diktatur immer mehr zum Verhängnis auswirke, wie man im Inland und im Ausland vielfach erkenne, aber gerade das Ausland trage Schuld an dieser Diktatur durch die Be st imm ungen des Dawesplanes. Wenn nun der Boungvlan grundsätzlich an diesem Zustand nichts änoere, dann bleibe der Reichsbankpräsident weiterhin der Beauftragte desFinanzkapitals Papageienkrankheit. In Berlin und letzhin auch in Hamburg, München, Prag und Bernburg waren in der letzten Zeit mehrere schwere Erkrankungen, von denen leider mehrere unter den Erscheinungen heftigster Lungenentzündung tödlich verliefen und deren Arsache zunächst rätselhaft erschien, zu beklagen. Rähere älnlersuchung der Begleitumstände läßt es jetzt im hohen Grade wahrscheinlich erscheinen, daß es sich hierbei um die äleber- tragung einer Tierkrankheit auf den Menschen handelt. Glücklicherweise sind die Tiere, die die Krankheit verbreiten, nicht allzu häufige Mitbewohner menschlicher Behausungen. Es handelt sich nämlich um die Papageien, nach deren wissenschaftlichen Ramen Psittakos (Sittich) die Krankheit den Ramen Psittakose führt. Die Tiere, die offenbar nur in ihrer südamerikanischen Heimat oder unmittelbar nach deren Verlassen, nicht aber nach der Akklimatisierung in unseren Breiten von der Infektion befallen werden,^ zeigen zunächst Mattigkeit, Freßunlust, Sträuben des Gefieders und schwere Durchfälle, denen sie gewöhnlich in einigen Tagen erliegen. Cs ist noch nicht sichergestellt, ob die lieber- tragung vom Tier auf den Menschen nur während der Krankheit oder schon in deren Dor- stadium, der sogenannten Inkubationszeit, erfolgen kann, ebensowenig die Ansteckung' von Mensch auf Mensch oder von frisch importierten Papageien auf akklimatisierte. Die Wahrscheinlichkeit, daß es sich bei den bedauernswerten Fällen in Berlin und Hamburg wirklich um die Papageienkrankheit bei den befallenen Menschen, nicht um ein zufälliges Zusammentreffen des Erwerbs frisch importierter Vögel mit in augenblicklicher Jahreszeit nicht seltenen Erkältungskrankheiten handelt, wird dadurch erhöht, daß gerade jetzt Zeitungen des süd° amertkanischeu Herkunftslandes der Tiere ein gehäuftes Auftreten der Ps ttakose melden Das glücklicherweise bisher auf einen engen Kreis beschränkte Aufflackern der Krankheit, die vor einer Reihe von Jahren schon einmal in Paris beobachtet wurde, mahnt immerhin zu einer gewissen Vorsicht. Papageienbesitzer sollten dem Gesundheitszustand ihrer Pfleg! inge be* Lin Berliner Mnzfälschnngs Prozeß Dom Heichsbrmd der höheren Beamte??. Berlin, 7. Ian. (Priv.-Tel.) Auf dem außerordentlichen Bundestag, den der R e i ch s b u n d der höheren Beamten am 4. und 5. Januar in Braunschwe»g abhielt, stand fast als einziges Thema zur Beratung, wie der Bund feinen d u i ch Bestand der Kriegführenden, den Gegner durch Vernichtung der Währung zu treffen. Recht fleißig auch die Arbeit der beiden „Patrioten", die in kurzer Zeit falsche Roten über Riesen- beträge verfügbar hatten. Und ebenso geschickt erwiesen sie sich in der Wahl der Mitarbeiter: man machte sich an Leute in Deutschland heran, die gefühls- und überzeugungsgemäh die Sowjetunion bekämpften und daher mit dem Kampfplan durchaus einverstanden waren. Wo diese Voraussetzungen sich freilich nicht erfüllten, da mußte mit grobem Schwindel nachgeholfen werden. Also ganz und gar politisch, dieser Fälscher- Prozeß? Run, der finanzielle Beigeschmack ist nicht ausgeblieben, wie die deutsche Staatsanwaltschaft in mühevoller, drei Jahre währender Untersuchung feststellen konnte. Der Kopf der Fälscherbande hat einige von seinen schönen neuen Boten einer Münchener Bank zum Einwechseln vorgelegt und von dem Ertrage dieser anstrengenden Beschäftigung recht gut gesundere Aufmerksamkeit widmen, namentlich von zu naher körperlicher Berührung, besonders von der Unsitte, ihnen Leckerbissen mit den Lippen zu reichen, sich endgültig abkehren. Dann aber sollte die Kontrolle aus dem Ausland eingeführter Luxustiere, deren Mangelhaftigkeit z. B. auch zu der monatelangen, unumgänglich notwendigen, aber tierquälenden Hundesperre in Berlin geführt hat, eine wesentliche Verschärfung erfahren, die ohne weiteres durchzuführen wäre. Bei Innehaltung der genannten Vorsichtsmaßregeln braucht keinerlei Beängstigung über ein bedrohliches Umsichgreifen der Infektion zu herrnfchen. Dr. M. Mißbrauch des Asylrechis. Berlin, 7. Ian. (Priv.-Tel.) Es ist kein Durchschnitts-Münzfälschungsprozeß, der am Montag im Berliner Kriminalgericht begonnen hat und sich sehr wahrscheinlich über längere Zeit erstrecken wird. Auf der Anklagebank sitzen ein paar Ausländer, Georgier, die de tacto Sowjetrussen sind, neben ihnen einige Deutsche, die der Beihilfe beschuldigt werden. Die Ausländer S a d a t h i e r a s ch w i l i und K a r u « midze sind zweifellos die interessanteren Personen. Sie sind auf die ausgefallene Idee gekommen, russische Tscherwonehnoten herzu st ellen und begannen sie eben zu vertreiben. Rach ihrer Aussage war dabei die tiefere Absicht, die glühend bekämpfte Sowjetunion, die ihr Heimatland Georgien überwältigt und sich angegliedert hatte, durch die Erschütterung der Währung zu gefährden. Genial ersonnen dieser Plan, wenn auch freilich nicht neu: Es gehört zum eisernen und die deutsche Regierung werde zu immer neuen Kapitulationen vor ihm genötigt sein. Die gegenwärtigen Haager Verhandlungen böten vielleicht die letzte Gelegenheit zur Beseitigung dieses unwürdigen und verfassungswidrigen Zustandes. Unwürdig und verfassungswidrig? Die Sozialdemokratie war es doch gerade, die seinerzeit für den Dawesplan durch dick und dünn gegangen ist. Die Behauptung, daß die Diktatur des Reichsbankpräsidenten sich zum Verhängnis der deutschen Wirtschaft gestaltet habe, kann mit Aber ich hatte einen Beruf und reifte zu Studien- Zwecken nach Amerika. Ich kannte, ich durfte ihn nicht bei mir behalten, er hätte mein Leben umge- worfen. Zerstörte ich das seine, indem ich ihn der Ungewißheit zurückgab, ich der id) ihn gefunden hatte? O Frage, ruhelos wie das Meer! Ein englifdjer Arzt fragte am nächsten Tag nach ihm; feine blaffe Frau wolle den Jungen, falls allo Nachforschungen ergebnislos blieben, ein paar Jahre lang behalten. Später könne man ihn in eine Anstalt tun. Ich fror. Ick) erkannte, daß ein warmes pulsendes Heldenherz eingezwängt werden sollte in die Eintönigkeit einer unpersönlichen Erziehung. Und ich sah irgendwo in der Welt die Augen einer Mutter vorwurfsvoll auf mich gerichtet, die übermeinkn Al>gen einer Unglücklichen, die sich — warum nur? — des kostbarsten Schatzes ihres Lebens hatte entledigen müssen. Ick- sah den Knaben auf dem Schiff nur noch selten. Ich ging ihm — uns beide zuliebe — aus dem H a m m e r ft e i n, Januar 1930. Die Aerzte haben verschärfte Quarantäne über das Lager verhängt. Schon von weitem leuchten den Ankommenden die weißen Armbinden der Wächter entgegen, die den Unberufenen fernhalten. Merkwürdig, wie sich die Luft veränderte. 'Der kräftige Qzon des Waldes ist einer von Desinfektionsmitteln geschwängerten Atmosphäre gewichen, und schon stehen wir in einem Kreis großgewachsener Gestalten, deren freundliche, kluge Augen neugierig und wohlwollend auf uns gerichtet sind. Der erste bestimmende Eindruck. den man von diesen Deutschen aus dem Wolgaland empfängt, ist die ausgesprochene Sicherheit des Benehmens. Reben dem gläubigen Vertrauen des Mennoniten steht der Stolz des Katholiken, beide sich in ihrem Wesen völlig gleichend. ,,W i r wollen nach Ka - na da", so sagen sie, „aber erst, wenn die Kinder wieder gesund sind." Die schwere epidemische Lungenentzündung, bekannt in den Ländern des Hungerns, der lastende Tod drückt die Stimmung, die an sich zukunftsfroh war. als das russische Schiff in Deutschland anlegte. Ja, die Kinder müßten wieder fröhlich fein, diese lärmende Schar, deren Mehrzahl — Gott sei Dank — nichts erfuhr vom bitteren Massentod. Die Kinder drücken überhaupt dem Lager ihren eigenen Stempel auf. Da gibt es noch kinderreiche Familien. Wie die Orgelpfeifen stehen die Kleinen vor uns, mit großen Augen, und erzählen von der guten Schwester „Sonnenschein", die immer so lieb zu den kleinen verkümmerten Wesen ist. Die Helferinnen haben es nicht leicht, besonders die „Sonnenschwester" Hedwig und Schwester Margarete. EnergischeVorbeugungsmahnahmen gegen das erschreckende Umsichgreifen der Krankheit wurden ergriffen. Die Mißtrauischen und Gesundbeter mußten in Kürze überzeugt und unschädlich gemacht werden, und so gab es Rächte schwerster Arbeit. Und dabei das schnelle, erbarmungslose Hinsterben der kranken Kinder. Ein Augenzeuge erzählt ein erschütterndes Erlebnis: „Täglich gehe ich durch die Krankenbaracke und sehe, wo ich helfen kann. Vor wenigen Tagen bemerke ich mit Freuden ein krankes Mädelchen von vier Jahren, das recht wohl und munter in seinem Stühlchen sitzt, in der kleinen Hand einen Becher Milch. Auf meine Frage, ob es gut llnb muß immer noch alle Kraft und alle 3er« nunft zusammennehmen, nm nicht planlos in die zu ziehen und ihn zu suchen, den stummen ■natiehjoft, ihn an m?in Herz zu nehmen und nicht nieder herzugeben. einem Schein des Rechtes nur auf dieWirt- fdjaft der öffentlichen Hand bezogen werden, die gegen das „internationale Finanzkapital" zu verteidigen gegenwärtig die Sozialdemokratie zu ihrer besonderen „nationalen" Aufgabe gemacht zu hoben scheint. Offen bleibt übrigens die weitere Frage, wie sich die Sozialdemokratie die Sicherung der deutschen Währung denkt, wenn ihrer uferlosen und sinnlosen Wirtschaftspolitik von keiner Seite mehr Einhalt geboten werden kann. schmeckt, strahlen mich zwei Augen an. Ich gehe einige Schritte weiter. Da stößt die Schwester einen Schrei aus, ich fahre entsetzt herum. Der Becher ist den Händen des Kindes entglitten. Das Köpfchen fällt schwer auf die Brust, und ein dicker, bräunlicher Schleim tritt aus dem bleich gewordenen Mund. Rach wenigen Minuten halten wir eine kleine, magere Leiche in den Armen." Schrecklich hat der Tod unter den armen Geschopf- chen aufgeräumt. Rur die Kleinen sind es, die der Gottesgeißel zum Opfer fielen. Die älteren sind gesund und munter, und die ganz Kleinen, die im Lager zur Welt kamen — es sind heute bereits 18 gedeihen prächtig unter guter Rahrung und sorgsamster Pflege. Täglich werden 300 Liter Vollmilch, sowie große Mengen von Lebertran und Malzextrakt an die Kinder und Wöchnerinnen ausgegeben. Täglich werden in mehreren Küchen gute, nahrhafte und reichhaltige Speisen zubereitet. Kranke und Gesunde sind streng getrennt, und schon beginnen sich die Mienen auszuhellen, denn die Gefahr hat ihren Höhepunkt überschritten. Dank der opferfreudigen Hilfe der Aerzte und Schwe- ftern ist seit Freitag kein neuer Krankheitsfall eingetreten. „Wir haben gewußt," Erzählt uns ein Lagerinsasse, „daß wir viele unserer Kinder sterben sehen mußten. Schon in Rußland herrschten die Masern, die bei dem bitteren Mangel selbst am nötigsten Lebensbedarf nicht behandelt werden konnten. Dann haben wir und die Kinder monatelang verdorbenes Brot essen müssen, weil wir kein anderes in Rußland bekamen, und als die Kleinen zu husten anfingen, da wußten wir, daß bei vielen von den Kindern menschliche Hilfe zu spät kam: denn wir kennen diese Lungenentzündung, die nur die schwächsten Kinder trifft und die uns schon viele genommen hat." Mit Würde trägt der deutsche Bauer, so nennt sich der Landsmann aus dem Osten, den .schweren Verlust. Der fatalistische Mennoniten- glaube bannt die Verzweiflung, und so schließt unser Erlebnis mit der eigenartigen Beobachtung, daß die Flüchtlinge mit ilnge&ulö das Ende der Quarantäne erwarten, um dann von neuem die starten arbeitgewohnten Arme zu regen zu neuer besserer Zukunft. Mten Tage für ihn zu sorgen: bald würden sich ja seine Eltern melden. Man telegraphierte nach Hamburg, Polizei wurde benachrichtigt. Alles ohne Er- folg. Der stumme Knabe trug einen Gürtel aus weißem Wildleder, daran hing an einer silbernen Kette ein schmales silbernes Taschenmesser mit der Inschrift: Au revoir, Benvenuto. Ob er Benvenuto heiße? Er nickte trotzig, er verstand einige Brocken Deutsch, Französisch, Englisch, auch etwas Rumänisch. Benvenuto war Tagesgespräch. Er wurde photographiert, und sein Bild erschien nicht nur in allen Polizeirevieren, sondern aud) auf den Titelblättern der großen Zeitschriften. Aber das Rätsel um ihn blieb ungelöst. Es ckiar nichts aus ihm yerauszube- fommen; man fühlte genau, daß er sich bei allem, was er nichp zu beantworten beabsichtigte, so stellte, als verstünde er nicht, was gemeint sei. Obwohl er ein Kind war, weinte er bei den langen Verhören nicht, aber stampfte mit dem Fuß auf und ballte die Hände zur Faust: ein sprungbereiter, gequälter junger Tiger, voll Feuer und Blut. Es war klar, er verbarg ein Wissen um Dinge und Geschehen, die er um nichts in der Welt preisgeben wollte. Sein stummer Mund, zu hart für Kinderlippen, verschloß eine Welt, die er feinem verriet. Er war ein Held mit der Unbestechlichkeit eines Gottes. Wen verteidigt dieser Knabe, indem er ihn verschwieg? Wem opferte er feine Zukunft, fein kleines, unendlich großes Schicksal? Er schlief neben mir in einem weißen Kinderbett, das id) für ihn bestellt hatte. Als ich ihm abends die Haare aus der Stirn strich und ihm ein deutsches Abendlied vorsang, preßte er feine Hand an meinen Mund und warf' feinen ungestümen Körper gegen meine Brust. Seine Kraft, die Kraft eines Titanen, ließ ihn. im Stich, und er zitterte. Ich küßte fein edles braunes Gesicht, und feine unschuldigen, wissenden Augen sagten mir Dank. Seitdem liebte ich Benvenuto, liebte ihn mit der selbstlosen Liebe einer Mutter, mit jener Liebe, die einzig ist, weil sie ungetrübt ist von leidenschast lichen Menschlichkeiten und dein Ewigen verschwistert. Ich hätte seine kluge tapfere Seele tn meinen Schutz nehmen, ihm in seiner ergreifenden Stnmmyeit durchs Leben helfen mögen, durch das rauhe Leben, dem er sich mit bewußtem und rührendem Ver schweigen in die fremden. Arme warf. lebt. Solange, bis ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wurde und er einen Ortswechsel für ratsam hielt. Diese ..Devisentransaktion" aber hatte mit einem Schlage das Bestehen einer Fälscherfabrik der deutschen Falschgeldstelle bekanntgemacht unk dazu geführt, daß die Fäden auf- gedeckt wurden. Danach sollte es sich in Berlin doch nur um einen durchschnittlichen Betrugsprozeß handeln? So stimmt die Sache auch wieder nicht. Denn int Hintergrund tauchten bei der Tlnteriuchung doch allerlei markante Gesichter auf, der Oelmagnat der Welt Sir Henry Deterding, der inzwischen verstorbene General Hoffmann, bekannt aus seiner Arbeit am Friedenswerk von Brest-Litowsk, dazu die gewaltige Organisation der Fälscher, die für den Vertrieb der gefälschten Roten nach allen Teilen der Alten Welt geschaffen war und darauf hinwies, wie tatsächlich ein konzentrischer Angriff aus die russische Währung zum mindesten ge- . Plant war. Das muß erst der Ausgang der öffentlichen Hauptvcrhandlung lehren, ob die Fälscher die Politiker oder die Politiker die Fälscher für ihre Sache ausbeuten wollten. Mer daß sie ihre Kunststücke ausgerechnet auf deutschem Boden aussähren mußten, nimmt den Beteiligten die Oeffentlichkeit mit Recht übe'; hier wird der Staatsanwalt kräftig in die Kerbe hauen dürfen. Mißbrauch des Asylrechts verbitten wir uns! Kritik der Berliner Presse. Gegen die Sanktionssorderung. Berlin, 7. Jan. (TU.) Zu der Streitfrage der „Sanktionen" schreibt die „D.A.Z.": „Unsere Gegner unternehmen den Versuch, ausdem negativen Pfandrecht, das sie besitzen, ein positives zu machen und z. B. dem Sonderausschuß, dessen rein beratender Charakter absolut feststeht, weit- gehende Befugnisse der Ueberwachung. Nachprüf un gunddesaktioenEingrei- sens in die deutsche Finanzwirtschaft zu geben. Sie greifen damit das zweite Hauptargu ment für eine Erwägung des Poungplanes durch Deutschland an, daß nämlich durch die Neuregelung die eines großen Volkes unmiirbige ausländische Kontrolle über seine Wirtschaft beseitigt werden soll. Man soll mit starken Worten sparsam sein, denn es ist nicht der erste und nicht der letzte Ueberfall, der uns hier bedroht. Aber von fairer Verhandlungsmethodr ist dieses Verhalten offenbar weit entfernt und der Versuch, es mit dem Volksbegehren oder gar mit dem Memorandum des Reichsbankpräsidenten zu begründen, schlägt völlig fehl." — Die „Germania" sagt: „Der Kampf wird hart werden, denn in diesem einen Punkt kann und wird die deutsche Delegation feinen Schritt zurückweichen, ohne den Tjoungplan zu einem Siegerinstrument zu degradieren." Der Berichterstatter der ..Deutschen Tageszeitung" erklärt in einer sehr scharf gehaltenen Kritik, daß bis jetzt noch keines der für Deutschland entscheidenden Probleme über das Stadium der Vorbesprechungen oder Sondierung hinausgelangt und daß tatsächlich Deutschland wieder völlig in die Defensive gedrängt sei. Das feien aber auch die Folgen der ministeriellen Rundfunkreden, in denen der Poung-Plan über den grünen Klee gelobt und von den Sanktionen fast wie von einem Recht Frankreichs gesprochen wurde. So fei auch den Engländern die Brücke gebaut 3 u ihrer völligen Indifferenz, mit der sie den französischen Sanktions- absichten bis jetzt gegenüberständen. Ebensowenig sei offenbar mit einer ernsten Ausrottung der Saarfrage und deren enger Verquickung mit der Annahme des Poung-Planes im Sinne der Kaasschen Forderungen zu rechnen. Was den Vertrag mit Polen angeht, so trete auch hier wieder der alte grundlegende Fehler der deutschen Politik in Erscheinung: Die deutsche £:iftuin werde erst unabänderlich gemacht, und dann hoffe man auf geneigtes Entgegenkommen der Polen. Oas Rätsel um rin Kind. Von Dorothea Hollah. Als vor einigen Jahren die „Deutschland" Hamburg verließ, lief anfangs alles wie ein Bienenschwarm durcheinaner. Winken, Abschiedsgrüße, Lachen und Tränen! Und als nach etwa einer Stunde Ruhe eintrat, stand er plötzlich allein, mutterseelen- allein im Speisesaal 1. Klasse, wo die lifdje für das Mittagsmahl geschmückt wurden: der Knabe, etwa zehnjährig, mit dem sorgfältig gepflegten Haarschnitt und den schwarzen rätselhaften Augen. Er war wundervoll gewachsen, war das Ideal einer Knabengestalt, braun, sehnig und schlank Er trug geflochtene Sandalen und einen Anzug aus Rohseide dem «ine breite rote Schleife fremdländischen Reiz verlieh. Man fragte ihn, zu wem er gehöre und wie er heiße, aber dieser kleine Gott der Schönheit war stumm. Man konnte nichts erfahren, um so weniger, als er sich and) weigerte, durch Zeichen irgenbroeldje Auskunft za geben. Er wurde auf dem Schiff aus- gerufen, alle kamen und ftajmten über feinen süßen leidenschaftlichen Blick und über feine stolzen tier haften Bewegungen, aber niemand kannte sich ent- finnen, ihn zuvor an der Seite eines Erwachsenen gesehen zu haben. Man sah ihn an, wie man ein eigenartiges, fremdes und schönes Bild ansieht, und ging weiter, es nahm sich niemand seiner an, denn cs hatte schließlich jeder sein Päckchen an Leid oder j-uft zu tragen, das er weder bereichern noch fchmä- lern wollte, schließlich erbot ich mich, während der 3d deuMlandfiWlingen imLasaHammaM. Sonderbericht der Telegraphen-älnion. Wege. Nur von hinten betrad)lcte ich ihn oft lange, wenn er an der Seite des englischen Arztes sich gegen die Brüstung lehnte und mit dem Blick eines Heroen übers Meer schaut«, in seinem baftfarbenen Anzug mit der flatternden brandroten Schleife, die auf sein stolzes verschlossenes Antlitz einen Schein gebannter Glut warf. Der Wind fing sich in der Seide seiner Bluse, und der weiche Stoff schmiegte sich eng um seine ebenmäßigen Glieder. Al2 der Dampfer „drüben" anlegte, wußte mich der Kleine im Menschengewühl zu finden, und einen Augenblick lang fühlte ich die geliebte Knabenhand in der meinen: Er schenkte, mir sein Messer, seinen cin3I9cn Besitz. Ich wandte mich ihm zu, wollte ihm gute Worte sagen. Er aber legte den braunen Finster auf feine stummen Lippen und fd)üttelte fttchend oen bronzedunklen Kopf, als fürchte er, ich wollte Augenblick auf irgendeine Art noch em Geständnis abringen und die Kette, die Gcheim- ms und Rätsel um sein Leben wanden, zerreißen. Er ging, ich war allein, so allein wie nie zuvor. jJielt in der Hand das kleine silberne Messer: Au revoir, Benvenuto. Köst: Stydisflortr orsna1 Xinm Oslo 5 ^berdeen- ^CfG Kiagenf, Pa^S-.f ?TOur«M S- Wr-H- i —Ttleunont iftnf < woir.i). e DtdttRi •RtatK vO^DenlnvG^ . rT5„ JVb ' Mltn Montan d.ß.Jan. I^G T abds. wrv Zusammenschlüsse im Gießener Siadtrai drei logen. Die Weiierlaae. Der Ausfall der Kommunalwahlen vom 17. November v. S. hat bekanntlich im (Siebener Stadtrat der Deutschnationalen Volkspartei und der Demokratischen Partei die bisher innegehabte Fraktionsstärke von mindestens fünf Vertretern genommen. Das Zentrum ist mit zwei Vertretern wiedergekehrt, während auf der rechten Seite ein nationalsozialistisches Stadtratsrmtglred seinen Einzug hält. 3n ausreichender Stärke zur Frattionsb ldung sind lediglich die Deutsche Bock^- partei (8 Vertreter), die Mittelstandsveremigung (ebenfalls 8 Vertreter) und die Sozialdemokra- tische Partei (14 Vertreter) auch im neuen Stadt- rat wieder erschienen. Es lag nahe, daß angesichts dieses Wahlausfalles bei den kleinen politischen Gruppen der Gedanke des Anschlusses an eine Fraktion lebendig werden würde. »eichen, ohne den erinflrumenl zu begnr .Deutschen Ta- .einer sehr schars gc> jetzt noch keines scheidenden Probleme Vorbesprechungen oder : und daß tatsächlich illig in die De> . Das seien aber auch (en Sun^imkeben, in )er Öen grünen Klee lionen fafi wie von »sprachen tauM So ern die Tiüäe lligtn Jndisse- MMschenSanttions' rstächen. Ebensoirenig :nsten Ausrollung der enger Derquickung mit -Planer im Sinne der zu rechnen. Das den , so trete auch hier toie« t Fehler der deutschen Die deutsche Lristunz ; gemacht, und drnn Entgegenkommen der wr Preffe Hypothek von 3 v.H. bis auf 1 v. H. hinfort nur noch zulässig sein soll, wenn sich aus der Geiamt- belastung des Neubaues eine Miete ergibt, öic 150 u. S). der Friedensmiete für entsprechende Altwohnungen überschreitet. Taten für Mittwoch. 8 Aanuar. 1642; der Physiker und Astronom Galileo Galilei in Arcetri bei Florenz gestorben (geboren 1554); — 1822; der Naturforscher Alfred Nussel Wallace in Uhs geboren (gestorben 1913); - 1830: der Musiker Hans von Vülow in Dresden geboren (gestorben 1894); 1919: der Schriftsteller Peter Altenberg in Wien gestorben (geboren 1859). Gießener Wochenmarktpreise. Gs kosteteii auf dem heutigen Wvchenmarkt; Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Vutter Pfund 1,30 bis 1,70; Matte 30 bis 35; Wirsing 15 bis 20; Weihkraut 10 bis 15; Notkraut 15 bis 20; gelbe (Rüben 12 bis 15; rote Nüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 1,00 bis' 1 20; Tomaten 60 bis 90; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4Vr bis 5; Aepfel 10 bis 15; Timen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 1,10 bis 1,40; Nüsse 50 bis 80; Tauben Stück 70 bis P)- Kisteneier 16 bis 17; frische Landeier 18 bis 19; Blumen- kohl 50 bis 80; Salat 35 bis 40; Endivien 15 bis 40; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Nettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; Wirsing 10,00 bis 12 00; Weih kraut 7.00 bis 8,00; Notkraut 10,00 bis 12,00; Aepfel 10,00 bis 12,00; Virnen 8,00 bis 10,00. und im Kreise Gießen. Vei der bevorstehenden Wahl des Provinzialausschusses der Provinz Ober- Hessen gehen gemeinsam vor: Aus der einen Seite der Hessische Landbund (11 Sitz?'. die Nationalsozialistische Arbeiterpartei (1 Sitz) die Mittelstandsvereinigung (Reichspartei des deutschen Mittelstandes) (1 Sih). Evangelische Volk gemeinschaft (1 Sih), Deutschnationale Volkspartei <1 Sih); aus der a n d e r e n S e i t e die Deutsche Volkspartei (3 Sitze), das Zentrum (2 Nitze), die Demokraten (1 Sih). Als dritter Faktor kommt die Sozialdemokratische Partei mit 13 Sitzen hinzu. Die Kommunistische Partei nut einem QU3 bleibt abseits stehen. . . . . Vei der bevorstehenden Kreisausschutz- wähl im Kreise Gießen gehen zusammen: auf der einen Seite der Hesiifche Landbund (9 Sitze).. Deulschnalionale Volkspartei (1 Sih). Mit elstandsverein gung (Reich'Partei des deutschen Mittelstandes) (2 Sitze), Evangelische Volksgemeinschaft (i Sitz); auf der anderen Seite die Deutsche Volkspartei (3 Sitze), das Zentrum (2 Sitze). Demokraten (1 Sih). Als dritter Faktor kommt noch hinzu die Sozialdemo- kratische Partei mit 12 Sitzen, und schließlich die Kommunistische Partei mit einem Sitz, die auch hier abseits bleiben dürfte. Aus der provinzialhauptsiadt Gießen, den 7. Januar 1930. „Kein Dienst am Kunden bei der Gießener Isteichspost.^ HauszinssteuerhypoLheken für Wohnuntz^bauten in Preußen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mittelst, haben die zuständigen Minister jetzt die neuen Grundsätze bekanntgegcben für die Vergebung von Hauszins st cuerhypot beten zu ’lß o 1): nungsbauten in Preußen, die im ^ahre 1930 errichtet werden sollen. Die (Grundsätze schließen sich in der Hauptsache den vorjährigen Richtlinien an Neu ist vor allem die Bestimmung, daß am 1. April 1930 die Tilgung derjenigen Hauszlns- steuerhypotheken zu beginnen hat, die >m Rechnungs- ahre 1924 bewilligt und bis einschließlich 1. April 1 9 2 5 völlig zur Auszahlung gelangt find Für die nach dem 1. April 1925 ausgezahlten Hauszinssteuerhypotheken ist von einer Tilgung für die ersten fünf Jahre von dem auf die Auszahlung der Schlußratc folgenden 1. April und 1. Oktober eines Jahres ab abzusehen. Weiter bestimmen die neuen Richtlinien, daß eine Herabsetzung des Zinssatzes für die Hauszins steuer- höheren Äeomiett. -Iet) W öeni auhci i »er Rcichsbund n am 4. und 5.3anuir stand M als cW er Bund seinen burj müße sein in der begann** I -X' ■ "Un tre (üeaner en CnUe^tiTe o_en. ein no|i||n„ ^nderausschuß l|L ».^erwachuna hna ° 0 m T H «t) Q f t das zweite hauptaigu- e§ yiminnKr--. , B . Zu der gestrigen Berösfentlichung unter dieser Ueberschrift geht uns heute vom Postamt Gießen die nachstehende Erwiderung zu: „Die beiden Wertzeichengeber auf Bahnsteig 1 des hiesigen Vahnhoss sind für das mit der Reichsbahn reisende Publitum, nicht für die Gießener Bürgerschaft bestimmt. Da die Geber dieser Art nicht wetterbeständig sind und deshalb dauernde Störungen verursachen, sollen Ire demnächst durch wetterbeständige neuester Art ausgewechselt werden, und zwar werden alsdann deren drei im Vahnhof zur Aufstellung gelangen. Wenn es nach dem Befinden der Reichsbahn angängig ist, soll die Aufstellung der drei Geber derart erfolgen, daß sie sowohl vom Bahnsteig 1 als auch in der Empfangshalle des Bahnhofs zugängig sind. Andererseits werden zu gleicher Zeit drei Wertzeichengeber wetterbeständiger Art vor dem Hauptpostamt ausgestellt werden, damit schon hier der Wertzeichenbedarf der Gießener Einwohner gedeckt werden kann. Bei dieser Gelegeicheit bemerken wir daß das Einlegen von Briefen in den Bahnhofsbriefkasten nur in den Fällen Zweck hat. in denen die Briese erst kurz vor Abgang des in Frage kommenden Postzuges aufgeliesert werden. Sn allen übrigen Fällen werden die Sendungen zur Bearbeitung nach dem Hauptpostamt verbracht. Die besonderen Bähnhofsgänge können daher in vielen Fällen unterbleiben. Zu dem Dienst am Kunden bei der Gießener Reichspost war auch in der Wertze.chengeber,rag2 längst Vorsorge getroffen. Es muß aber aoge- toartet werden, bis die neuen Wertzeicyengeber geliefert sind, von denen allein für Gießen 18 Stück vorgesehen sind." Anmerkung der Redaktion: Daß die Postautomaten auf Bahnsteig I für das reitende Publikum, ober nicht für die Gießener Bürgerschaft bestimmt sind, dürfte unsere Mitbürger sicherlich in Erstaunen setzen, da man bisher hier doch wohl der Meinung war, daß die Gießener Post auch im Bereiche des Bahnhofes die Interessen der Gießener Bürger nicht als Nebensächlichkeit anzusehen habe. Aber auch dem reisenden Publikum ist mit Automaten nicht gedient, die gesperrt sind. Sm übrigen glauben wir. daß die Benutzung dieser Automaten durch Reisende nicht allzu stark sein wird. jeöenfaLd weit geringer, als durch Gießener Bürger. Mit Befriedigung entnehmen wir der Mitteilung der Post, daß die Aussicht besteht, demnächst auch m der Empfangshalle des Bahichofes Triefmarkenautomaten aufzustellen und einige dieser Apparate auch vor dem Hauvtpostamt dem Publikum verfügbar zu halten. Es ist uns nur nicht recht verständlich, daß die Beschaffung dieser Apparate, für die schon ..längst Vorsorge getroffen' sein soll, eine so lange Zeitspanne erfordert, wie der beanstandete Mangel nun schon besteht, nämlich seit über einem Sahre. Wenn die Tereitstellung dieser Apparate in Kürze vor sich geht, wird der Zweck der gestrigen Zeilen erreicht sein. Nach eingehenden Berhandlungen zwischen den Vertretern der Parteien ist nunmehr dieser A n > schluß der kleinen Stadtratsgruppen an die benachbarten Fraktionen erfolgt. Zwischen der Deutschen Vvlkspartei, der Demokratischen Partei, der Volksrechtpartei und dem Zentrum ist eine Fraktionsbildung vereinbart worden, die unter dem Namen „A rbeitsgemcinschaft der Mitte" auftreten wird. Zu dieser Fraktion gehören 8 Volksparteiler, die 3 Demokraten, der Vertreter der Volksrechtpartei und die 2 Zentrumsvertreter, so daß hier eine G e s a m t f r a 11 i_o n s st ar Fe von 14 Köpfen vorhanden ist. ^raktlonsvor- sitzender ist das Stadtratsmltglied Kaufmann Wilh. Horn stellv. Fraktionsvorsitzender «tadtratsmit- glied Schulrat F i s ch e r. — Als zweiter Zusammenschluß ist die Bildung einer gemeinsamen Fraktion -wischen den 8 Vertretern der Mittelstandsvereinl- gung und den 3 Angehörigen der Deutschnationalen Volkspartei unter der Bezeichnung „W i r t s ch a f t = liche Vereinigung" zu berichten. Die Starke dieser Fraktion beläuft sich mithin aus 11 Kopse. Vorsitzender dieser Fraktion ist das Stadtratsmst- qlied Architekt Nicolaus, stellv. Vorsitzender ist Stadtratsmitglied Oberingenieur 5? u r z. Als Grundlage der kommunalpolitischcn Arbeit dieser Fraktion gilt das von der Mittelstandsvereinigung (Wirt- schaftspartei) aufgestellte Gießener Kommunalpro- Unbcrechtigter Optimismus bco rieuhandersfürdicIndustricobligatlonen. Berlin, 6. San. (WB.) Der Gewicht des Treuhänders für die deutschen ^dustrie-ObU- gationen, R o g a r a. ist nunmehr brrOesfentlich- kit übergeben worden. Er erwähnt, daß die Sachverständigen empfohlen haben, die -ö e - I a ft u n g, die her deutschen Sndustne auferlegt to-orben ist, in Wegfall kommen zu lassen. 3 m Schlußwort heißt es: Der vorang^angene Acricht für 1927 und 1928 hatte daraus hinge- tDicfen, daß die industrielle Produktion (roh gewisser Depressionsmerkmale einen hohen Stand erreicht habe. Der gegen- Diärlige Bericht für den Zeitraum 1928 29 weist daraus hin. daß die Lebensfähigkeit gewisser Produktionszweige (insbesondere die Grund- iiidustrien) imstande gewesen ift,_ die seit August 1928 hervorgetretenen S ch w achee lemen t e , u überwinden. Die Förderungsindustrien ^Steinkohle, Braunkohle und Kali) heben ihren Produktionsstand aufrechterhalten unb die Eisen- und Stahlindustrie hat : hie ilntätiqfeit, die durch die Arbeitsstillegung im November 1928 und durch den außerordentlich strengen Winter hervorgerufen worden war mit Hilfe intensiverer Produktion seit April 1929 erfolgreich bekämpft. Nur die weiterverarbeitenden S n b u ft r i e n, unter ihnen die Textilindustrie, haben eine ungünstige Periode durchgemacht mit dem Ergebnis, daß her allgemeine Sndex, als ganzes genommen, ein Herab sinken in den Zweigen der in Betracht kommenden Produktion zeigt. Dies berührt indessen nicht die Gesamtlage der deutschen Industrie. Ihre Merkmale sind lediglich die einer Periode der Beschwerlichkeit, die durch gewisse Faktoren, zugleich wirtschaftlicher und allgemeiner Art, verursacht ist, aber wahrscheinlich n u r v o r- ibergeljenben Charakter trägt. WirWastskonserenzen in Grnf. Kohlen. — Zölle — Landwirtschaft Genf, 6. San. (WB.) Sm Internationalen Arbeitsamt ist heute die von der letzten Dolker- bundsversammlung auf englische Anre^mg vorgeschlagene vorbereitende technische Kohlenkonferenz zusammengetreten. Die Konferenz hat darüber zu beraten, ob die Fragen einer internationalen Regelungder Arbeitszeit, der Löhne und derJon» Aigen Arbeitsbedingungen im Koylen- fcergbau von der nächsten Arbeitskonferenz im Suni dieses Sahres behandelt werden sollen. »Deutschland ist vertreten für die Reichsregierung 2.urd> Ministerialdirektor Dr. Sihler, für die -Unternehmer durch Dr.Süngst (vom Bergbau- Verein in Essen) und für die Bergarbeiter durch 7>en zweiten Vorsitzenden des Deutschen Bergarbeiterverbandes Schmidt (Bochums. Sn der allgemeinen Aussprache wurde der Vertragsentwurf des Sntcrnationalen Arbeitsamtes von der Mehrzahl der Regierungsvertre- ier sowie von einem Arbeitervertreter als Grundlage für die Verhandlungen angenommen. Der holländische Regierungsver- freter unterstützte kräftig die deutsche Forderung nach gleichzeitiger Ratifizierung der Konvention als Voraussetzung für ihr Inkrafttreten. Sn sehr vorsichtiger Weise äußerte sich der englische Regie- cungsvertreter Sir Sidney Chapman zur Frage der internationalen Regelung der Löhne und sonstigen Arbeitsbedingungen, er könne im Augenblick noch keine Erklärung abgeben. Tie Kohlenkonferenz soll insgesamt 14 Tage dauern und wird also in ihrer zweiten Hälfte mit der 'Ratstagung zusarnmensallen, beten Hauptpunkt eine weitere für die wirtschaftliche Befriedung Europas wichtige Frage ist, nämlich der Abschluß eines zwei- bis dreijährigen Z o 11 w a f f e ii st i l l st a n d e s in der für Mitte Februar vorgesehenen Staatcnkonfe- renz. Das Wirtschaftskomitee will deshalb noch in dieser Woche zu Händen dieser Konferenz einen zusammenfassenden Heb rblid über feine Vorarbeiten für den Abschluß von Kollektivzollverträgen aufftellen. — Ein weiteres wichtiges Wirt- schaftsproblem, die W e 11 a g r a r f r l f c und ihr Aspekt in den einzelnen Ländern, bildet den Beratungsgegenstand einer ebenfalls heute in Genf eröffneten Völkerbundsveranstaltung. 21 Länder, darunter die Hauptgetreideproduzenten aus Europa und äleberfee, haben zu dieser ersten, auf deutsche Qlnrcgung zurückgehenden Besprechung ihre Sachverständigen entsandt. Bornotizen. - Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Die keusche Susanne". 19.30 bis 22.15 älhr. — Oeffentlicher Vortrag: Die Wunderkuren in Gallspach, 20 älhr, Hotel „Bayerischer Hof". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Graf von Monte Eristo." - Astoria-Licht- spiele: „Nachtbesuch am Geheimtresor" und „Da hält die Welt den Atem an!“. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns berichtet: Die heutige Operettenaufführung ..Die keusche Susanne" beginnt 19.30 älhr. — Mittwoch. 8. Sanuar, wird zum letzten Male „Der Veilchenfresser" von Moser gegeben. Dieses Stück hatte bei fast immer ausverlaustem Haus in der Neuinszenierung des Oberspielleiters Hans T a n n e r t einen sehr großen Erfolg. — Am Freitag. 10. Sanuar, gelangt die mysteriöse Komödie „Der Geisterzug" von Arnold Ridley zur Aufführung, die überall mit großem Erfolg und vielen Wiederholungen gespielt worden ist. Spielleitung: Peter Fasfot. ** Spielplanänderung im Stadt- theater. Man schreibt uns: Erfreulichert^eise ist in diesem Safjr ein solcher Andrang zu chen Märchcnvorstellungen, daß sich die Sntendanz dazu entschlossen hat. am Sonntag, 12. Sanuar. nachmittags 3 älhr, auf vielseitigen Watsch „Das tapfere Schneiderlein" noch einmal zu wiederholen. Das Märchen stück wird, an diesem Tag zum letzten Male aufgeführt. ** Vorstandswahl bei der israelitischen Religionsgemeinde. Bei der Dorstandswahl der israelitischen Religionsgemeinde wurde Herr Louis Marcus wiedergewählt. Er verwaltet fein Amt schon über fünf Sabre. • Fahrpreisermäßigung auch beim Norddeutschen Lloyd. Wie die Hamburg- Amerika-Linie vor einigen Tagen, gibt auch der Norddeutsche Lloyd in Bremen bekannt, daß mit sofortiger Wirkung für feine sämtlichen Nordame- ritadampfer die Mindestfahrpreise verschiedener Klassen herabgesetzt werden, und zwar die Mindestfahrpreise der Kajütenklasse um 5 bis 10 Dollar und die der zweiten Klasse um 5 Dollar. Außerdem tritt eine erhöhte Rundreiseermäßigung. die für Geschäftsleute, Touristen und Be- suchsreisende große Vorteile bietet, ebenfalls mit sofortiger Wirkung für diese Klassen in Kraft. Die vor einigen Sahren eingeführte dritte Kajüte für Touristen hat bei den lieberfeereifenben so großen Anklang gesunden, daß man auch in dieser Schisksklasse die Fahrpreise in einer für die Reisenden vorteilhaften Weise neu regulieren konnte. Vücheckisch. Illustrierter Hessen-Kalender 1930. ** Vom Hessischen Verkehrs Verband ist der Illu» trierte Hessen-Kalender 1930 in vorzüglicher Art herausgebracht worden. Der Kalender zeigt die Schönheiten des Hessenlandes und ist geeignet, die Fremdenvcrkehrswerbung in guter Weise zu unter- tützen. Der Hessen-Kalender eignet sich auch als Geschenk an Verwandte'und Freunde, die außerhalb des Landes wohnden. Er ist zu 1,80 RM. in Buch- und Schreibmaterialienhandlungen oder vom Hesst- chen Verkehrs-Verband in Darmstadt zu beziehen. Deutscher Reichsbahn-Katendcr 1930. Jed^r, der die 159 Blätter dieses Kalenders (Herausgeber Reichsbahndir. Dr. Baumann, 4. Auft^ KonkordiaVerlag, Leipzig C 1, Goethestr. 6. Preis 4 Mark) durchsieht, die eigentlich viel zu schade zum • Abreißen sind, muß zu der Ansicht kommen, daß hier ein Werk geboten wird, das uns der Reichsbahn näher bringt. Dr. Baumann hat es verstanden, Wissenschaft und Unterhaltung so geschickt zu paaren, daß ihm die Reichsbahn dankbar sein muß. Die Deutsche Reichsbahn wird der Kritik als größtes Wirtsck>afts- und Verkehrsunternehmen immer aus- gesetzt jein. Kommt doch jeder Deutsche und ,eder Besucher Deutschlands mit der Reichsbahn fast täglich in Berührung, und hat doch jedes deutsche Wirt- schastsunternehmen trotz Kraftwagen und Flugzeug mit der Reichsbahn zu tun. Dem Kritiker möge der deutsche Reichsbahn-Kalender mit zur Aufklärung dienen. Wird er rechtzeitig zur Hand genommen und genau gelesen, kann er auf manchen Hweifcl Auskunft geben. Deutscher Reichspost-Kalender 1930. Der Deutsche Reichspost Kalender (herausgegeben mit Unterstützung des Reichspostministeriums Konkordia-Verlag, Leipzig C 1, Goethestr. 6. Preis 4 Mt.) ist in zweiter Folge erschienen. Auch diesmal hat er die Ausgabe: die Oefsentlichkeit in knapper und anschau- licher Form über die vielseitigen Einrichtungen der Deutschen Reichspost aufzuklären und die Zweck- mäßigste beguemfte und wohlfeilste Ausnutzung der Verkehrsmittel zu zeigen. Der Kalender ist mit feinem vielseitigen und gediegenen Inhalt eine öueUe reicher Anregung und Belehrung. ('55) gramm. Beide Fraktionen haben in den letzten Tagen ihre Vertretungen in den Ausschüssen des Stadtrates geregelt, so daß nunmehr nach dieser Richtung hin der Inangriffnahme der kommunalen Arbeit nichts mehr im Wege steht. Der Gießener Stadt rat wird nunmehr große Gruppen aufweisen: Die Fraktion Arbeitsgemeinschaft der Mitte * sehnet aOraupein. s mcmi KGewiUer.(§)Winch Nachtfrostgefahr. Witterungsoussichten für Donnerstag. Wieder mehr wolkiges Welter, jedoch vorübergehend auch aufheiternd, Temperaturen ansteigend. Lufttemperaturen am 6. Januar: mittags 5,2 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 7. Januar: morgens 2 Grad; Maximum 5,4 Grad, Minimum — 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Januar: abends 3,2 Grad; am 7. Januar: morgens 1,6 Grad Celsius. — Sonncnscheindauer % Stunde. und reifte zu sonnte, iä> durst« N Üte mein Men * le den ^W ]r e^xe rixn loll*e |]nx idi ■ Steiner 'LÄ liberum«1;! !"*Si “ nwrmi »' em 2chH nut JJ*ten * «ult ta i. id>lr‘f l*S,s fid)«- l' ngliiajen eines ib mü b£'n,? fatbentn in euwm MIL. branbroten ^ ^in es Antl. in w ®w***i1' n" anl‘fl*e' unii en*1' üie.Ärfi«, V* ' '****» kjjrchtt e.r' ijifl INA 1'3 J Ssc 6 61t W; ^tlin brvfi m bette ’M 7bin9 h > ^rtrieb be?Trlion en der o „ sch, 6in“Ä « rÄ* ,,»Falle einerAblchnung des AoungPlanes. Berlin, 6. San. (WTD.) Die National- ifcerale Korrespo nbe ö meldet aus dem Mag folgendes: Die »Köln. Zig-, sprüht m imern Haager Artikel davon, daß dre Ableh g d-° B ° u n g P l ° n s »u einer « « ■ una der B e a m t e n ge h a l ter um 20 i z 2 5 Pr'ozent führen könne. Dlese Neuße- 11-nn des SSaaaer Korrespondenten der „Köln, (tj?- erfolg im Zusammenhang mit ,'M. die der Neicyssinanzm'mster Prosestor Dr. ILol den Hauer seinem sranzosckchen Ko.stgen - H z r o n gemacht haben soll, so daß der lmge Eindruck entstehen konnte. Moldcnhauer habe eine I te rartige Maßnahme in seinem Gespräch mt -rerou erwähnt. Das ist in keiner Weise ' r Fall Der Reichsminister hat lediglich mit- Lt. daß er sich auch für den Fall der Ab- -Lnung des Voungplans durch Auf st el- mng eines zweiten H a u s h a l t P l a n s fmaerichtet habe, ohne jedoch irgendwelche Emzel- ,eiten zu erwähnen, die sich hirraus ergeben nühtcn. Eine Herabsetzung der Beamten gehalter ft bei dcn in Vorbereitung befindlichen beiden ^atsplänen des ReichsfinanzmimsterL Molden- iciuer in keiner Weise in Betracht ge fUk"NII«6le5' Wit Ä»'.M 6,8 I EN Die Lage der deutschen Wm ET U W b« letzte l)t ^ber von fairer dieses Milieu nb ber Beisuch, K M mit bem Wlemoranbum -u begründen, schlügt mania" sagt: „Der denn in diesem einen -Nische Delegation keimst 14* Sitzen,' die Wir t scha ft I icheVereini- gunq mit 11 Sitzen und die sozialdemokra- t i s äse F r a k t i o n mit 14 Sitzen. Daneben werden dann noch die 2 Kommunisten und ein nationalsozialistisches Stadtratsmitglied Sitz im Stadtrat yaben. Der Aufmarsch in der Provinz I n Zusammenbruch der Reichsdund- ! »s geschädigten Mitgliedern Helsen konnte Nach d gen Beratungen wurde nach e.ner Blattermel- IS beschlossen, durch Erhöhung des Bei- ’n um 6,25 Mark je Mitglied und Monat auf drei Jahre em Vergleichsver- fllien ermöglichen, durch das den Geschädigten ji möglichster Kürze die Verfügung über eine am rliehe Quote ihrer Forderungen gesichert werden E Leiter soll den geschädigten Mitgliedern du r ch ,e reiwillige Umlage von 10 Mark V Mitglied noch darüber hinaus geholfen Keine Kürzung der Beamtengehälter. Ill.5b MS5l Lollar, den 7. Januar 1930. Eintritt frei!/Unter 21 fahren keinen Zotritt! Die Beerdigung findet Mittwoch, 8. Januar, nachmittags 2% Uhr, JlzO von der Leichenhalle aus statt. )89D 0107 Der Graf von Monte Cristo nachmittags 3 Uhr, statt IHOD ff Tel. 3801 )lr/ [■»!» Onhal Frische Fische u. Filets in bester Qualität [0134 Betr. Fischhaus Cuxhaven üfarktstr. 14 Teleph. 2417. Lollar, den 6. Januar 1930. 138D Cafe Amend 1. verkaufen. 0138 2. Stlr, 3. mit verstärkter Haus - Kapelle wählte s Programm) (A u s e r I94D 3. 4. Tie über: vermieten 0122 von 15 bis 19 Uhr 099 Wartwcg 6V. Di« Gi< für Feinschmecker Kräuterhaus , 2li (Reich I.Teil. Nach dem bekannten Roman von Alexander Dumas Sn Sonne ist auf btn. I 11 VI D Punk Prov G mit Lil Dagorer in d. Hauptrolle « Außerdem das reichhaltige Beiprogramm . El! Siljiir (miltte fcen st Morgen Mittwochabend: Sonderkonzert Stad.-ilet. erteilt Nadshilfe- stunden gegen mäßige Ver- gütnngi.d.Sprachen bis aur Mittelstufe, i.Maibematik.Phnsik und Chemie bts auy Oberstufe. Auch Be- aufsichtigung der Schularbeiten. Schr. Anfr. unter 1911) an den Gieö. Anz. erb. Das richtige oberhess. Landbrot (Dienstag u. Freitag) auf Holzfeuer gebacken Brennholzversteigerung Die Fürst Solms-Lich'sche Oberförsterei Hohensolms versteigert am Samslag, dem 11. 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Jan., von 19'/, btS22> .Uhr 14.mitttD0d)-Hö.-B[fL In neuer 1UD Inszenierung! im letzten Male: erDemwreflet Lustspiel in 4 Akten von G. v. Moser. Zuckerkranke Wie Sie Ihren Zucker los und wieder arbeitsfähig werden, teile ich jedem Kranken unentgeltlich mit. Fr. Löw. Walldorf Ij 25 (Hessen) Fü KugS & 52, Arbeits MWH» verwend, mit bestem Erfolg „Flcischer's Kugelgelenk Bruchband^ D. R.-Patent — ohne Feder, ohne Gummi, ohne Schenkeltiemen — selbst Anf vielfachen Wunsch wiederholt! OeffentlicherVortrag über das aktuellsteThema der gesamten Kulturwelt: üiöMMmiiiiiKiilkMli Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine hebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabetha Hofmann geb. Schäfer im 55. Lebensjahr nach kurzem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Hofmann V. «42b SR » Achtes £ni9en 9Qn ,n eine. Diese WocheWieder- begtnn des is?d önilenitoiBings und zwar wie seither Mittwochs o.6-7 Uhr für Jugendliche: Donnerst. v.8 10Nhr für Aktive in derTurnhalle der Pestalozztschule. Freitags v. 8 10 Uhr für Frauen in derTurnhalle der Studienanstalt. Montag, den 13. Januar 1930, abds.SUhr.inderNeuenAuladerUniversität VORTRAG von Lichtspielhaus Ab heute: Fische morgen früh eintreffend. Schellfische, Kabeljau, Seelachs Goldbarsch, Filets 25a alles zu sehr billigen Preisen Richard Grünewald Babnbosstr. 27, Fernfvr. 3631 G. m. b. h. Der in dem Vergleichstermin vom 18. Dezember 1929 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. Das Veräußerungsverbot, wonach der Schuldnerin verboten wurde, über die ihr gehörigen Grundstücke zu ver- Beschluß in dem Vergleichsverfahren über das Vermögen der Jirma Basallwerke Gießen Bekanntmachung Nach dem 1. Februar d. 3. werden Müll- gefähe, die der Vorschrift des § 18 der Polizeiverordnung vom 15. April 1929 nicht entsprechen, durch die städtische Müllabfuhr nicht mehr entleert. 15C Es liegt daher im eigenen Interesse der Benutzer der öffentlichen Müllabfuhr, sich sofort die vorschriftsmäßigen Müll- gefäße zu beschaffen. Die Gefäße sind in den mehrfach bekanntgegebenen Geschäften bis zum 1. Februar d. 3. zu den bisherigen Preisen zu haben. Auch können vorschriftsmäßige Müll- oefäße zu den gleichen Preisen vom Siädi. Tiefbauaml, Asterweg Nr. 25, bezogen werden, das diesbezügliche Bestellungen entgegennimmt. Gießen, den 6. Januar 1930. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Damen für Frisier Abende und Wettbewerb gesuchtlDauerwellen grat.i.Meldungen bet Woesihoff in Firma ($. Koch, Selterswea Nr. 75 D.Dr.Robert Zilchert Universität» - Professor in Prag, über: Die Frauen gestalten der Romantik Mittwoch, den 8.3anuar 1930, nach, mittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (im „Löwen") zwangsweise gegen Barzahlung: vier Vertikos, mehrere Chaiselongues, und Sofas, drei Trumeauspiegel, sechs Schreibtische, ein Grammophon, drei Pianinos, einen Dreschwagen mit Strohpresse und Spreubläser, acht Nähmaschinen, eine größere Partie Schuhmacherartikel, eine Schuhmacher-Nähmaschine, eine größere Partie Oefen, Herde und Gasherde, eine Waschmaschine, einen Kartoffeldämpfer, zehn Sitzbadewannen, neun Kartoffelquetschen, 20 Holzriemen- scheiben, 20 Einkochapparate, zwei Bücherschränke, ein Fernglas, zwei Photoapparate, einen Schreibmaschinentisch mit Rollschrank, drei Zimmerteppiche, ein Harmonium, einen Radioapparat, eine Küchenanrichte, zwei Tür- portieren, einen Regulator, drei Büfetts, zwei Kredenzen, 20 Herren-Wintermäntel, einen Projektionsapparat, fünf Schreibmaschinen, einen Personenkraftwagen, 15 Bozener Mäntel, eine Ständerlampe, ein Oelbild mit Goldrahmen, einen Warenschrank, einen Warmwasserapparat, einen Sessel mit Kunstleder, zwei Blumenkrippen, einen Eiskonservator, eine Kaffeemaschine, einen Weißzeugschrank, zwölf Dutzend Alpakka- Messer, -Gabeln und -Löffel, ein vollständiges Bett, einen Registrierschrank, eine Registrierkasse. ' 183D Bestimmt um 3 Uhr nachmittags auf dem Lager der Firma Slückrath & Bender, walttorsir. 49: ein Pimnno. 3unker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. MM Leichtathl.-Abteilung. Hallentraining Die Uebungsstunden finden wieder nennu rote seither regelmäßig statt. Mittwochs Frauen. Donnerstags Schüler und Aktive. tMP Die Leltaag. Eintritt 1 Mk. Vorverkauf der Karten in der Univ.-Buchhandl. Dr. Meyer, Seltersweg 89 159p £a»tnMal Zentrum der Stadt, mit 2 großen Schaufenstern, Kontor und große» Kellerräumen ver 1. Avril zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 0137 an den Gießener Anz. IZjähriges Mädel das bereits 2 Jahre in einem Geschäft tätig war, sucht vafi'cnde Beschäftigung gleich welcher Art. Schr. Angeb. u. 0118 an den Gieß. 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MllevAkM-.m- *i ntaM? ein Wobn- oder Geschäftshaus kaufen? oder eine hochverzinsliche Hypothek durch eine billige avtöien oder haben Sle 1932 eine Auiwertungshyooihek auszuzahlen, dann wenden Sie sich wegen Finanzierung dieser Angelegenheit an 069 Karl Seibert, Gießen, Stepbanstr.i7S. Bestimmt zu treffen Mittwochs von vor- ______mittags 8 bis abends 7 Uhr. Männer und Frauen, versäumen Sie diesen hochwichtigen Vortrag nicht, der Kranken den sichersten Weg zur Gesundheit und Lebensfreude, Gesunden das Mittel zur Erhaltung ihrer Arbeitskraft zeigt, HocbinteressanteDemonstrationen DasWunderderNeon-Stab-Diagnose Der Vortrag findet statt: Hittwoch, ö. Januar, abends 8 Uhr, Im Restaurant „Stadt Lieh“, Lieber Straße. Referent: Apotheker W. Ballast. Anaestellter.in guter Position, sucht aus VrtvatHand gea.hohe Zinsen, gute Sicherheiten und monatl. Rückzahlung Mk. 5OO.- solort zu leihen. Schr. Ang. unt. 0139 a. d. Gieß. Anz. erb. 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Die ungemein komplizierten Verhältnisse bei der Sozialversicherung, die u. a. bedingt sind durch die regionale Aufteilung, bringen es mit sich, daß bis zur Fertigstellung einer endgültigen Uebersicht über die Bilanz der deutschen Sozialversicherungen (ohne die Arbeitslosenversicherung) durch das Reichsversicherungsamt sehr viel Zeil benötigt wird. So liegt erst jetzt der Bericht über die Bilanz des Jahres 1928 vor, die auch eine Reihe ineressanter Schätzungen für 1929 enthält. Daraus geht hervor, daß 1928 ein Ueberschuß von rund 770 Millionen für alle Versicherungen (Krankenversicherung, Unfallversicherung, Invalidenversicherung, Knappschasts- und Angestelltenverßcherung) errechnet wurde, der eine S t e i g e rung bes G e- samtvermögens von 2,6 Milliarden aus nahezu 3,4 hervorgerufen hat. Ebenso hoch wie das Vermögen waren 1928 auch die Gesa m t - ausgaben, die von 3 Milliarden auf 3,4 Milliarden anwuchsen, während die Gesamteinnahmen etwa 4,2 Milliarden betrugen. Die Unfallversicherung erzielte einen Ueberschuß von 18 Millionen bei 377 Millionen Gesamtausgaben, die sich nach der Schätzung 1929 auf rund 400 Millionen belaufen dürsten. Ebenso ist bei der Invalidenversicherung für 1929 mit einer Steigerung der Ausgaben von 806 Millionen auf mehr als 900 zu rechnen, während der Ueberschuß sich von 396 auf 300 Millionen senken dürfte. Allerdings ist dieser Ueberschuß nur möglich durch die Zuschüsse, die von Seiten des Reiches gezahlt werden. Aber es ist anzunehmen, daß schon in allernächster Zeit wahrscheinlich sogar schon im Rahmen der kommenden Etatsberatungen diese Frage eine große Rolle spielen wird. Ebenso würde die k n a p fisch östliche Pensionversicherung ohne die durch die Lex Brüning vorgesehenen Zuschüsse im vergangenen Jahr in der Arbeiterpensionskasse :rge ohne Dart, Karl Müller II., Lang-Gons. E., C., 1. Porz, mit Dort, Karl Müller IL, 1. Dlaupor- Zellanf. m. B., Heinr. Hofmann, Marburg, 1. Zwergkämpfer, birfenfarb., Karl Philipp IV., Steinberg, E., 1. 3ti>:rgfäm;f r, gol'.h Ifig, W.lh. Aeusch UL, Lang-Gors, 1. Deutsche Zwerge, Hch. Wagner, Großen-Linden, 1. Silber-Bantam, Hch. Hofmann, Marburg, 1. Bantam, schwarz, Aug. Felsing, Gießen, E., 1. C. Tauben: Koburger Lerchen, fiEber m. D., Wilh. Diedenkopf, Münster, E. Kob. Lerchen (gelercht), Heinrich Köster, Riederlleen, E., 1. Storchtauben, rot, Rudolf Rosenbaum, Gießen, 1. Schönheitsbriestauben, dunkel, Hch. Hofmeister, Büdingen, E., 1.; Eugen Appel, Friedberg- Fauerbach. 1. Steinhe'.mer Bagd.tten, weiß, Karl Sieg, Münster, E. Kröpfer, engl., Rudolf Rosenbaum, Gießen, 1. Schles. Wcis;platt!r pfer, filber, Wilh. Lamp, Rieder-Bessingen, E. Steigerkröpfer, schwarz, Jakob Burk, Londorf, E. Elster Kröpfer, rot, Georg Spengel. Bersrod, 1. Elster Kröpfer, schwarz, Ludw. Lich, Londorf, E. Hess. Kröpfer, Risselkopf, Georg Reuhl, Rie- der-Hademar, 1. Hess. Kröpfer, schwarz, Tiger, Georg Reuhl, Rieder-Hademar, C. Hess. Kröpfer, Tiger, Th. Vogt, Reichelsheim, 1. Hess. Kröpfer, nun einmal ein übermütiger Geselle — aber unter den Augen einer Mutter, wie Frau von Rechten, bin ich ohne Sorgen, daß sich daraus etwas Ernsthaftes entwickeln könnte." „Tante Hanna", begann Doris nach einer Keinen Pause mit etwas unsicherer Stimme: „Hast du irgendeine Vermutung, wer Frau von Rechten eigentlich sein mag?" Frau von Wildhosen nahm hastig die Brille ab. Olein, dieses Mädchen! Wer und was sott sie anders sein als eben Frau von Rechten, die Witwe des Majors von Rechten, der durch einen unglücklichen Sturz vom Pferde seinen Tod fand! „Lind du glaubst, sie würde es nicht gern sehen, wenn chre Tochter sich mit einem reichen Manne, wie zum Beispiel Vetter Kurt es einmal sein wird, verheiraten könnte?" setzte Doris das Thema fort — wie es ihrer Tante schien, mit ein wenig zu viel Beharrlichkeit. Lächelnd erwiderte diese: „Oh, sie würde wohl kaum etwas dagegen haben, aber, wie ich sie beurteile, denkt sie viel zu vornehm, um die ihr erwiesene Gastfreundschaft dahin auszubeuten, daß sie den einzigen Sohn und Erben einzufangen sucht. Sie sagte mir überdies, daß sie gar nicht den Wunsch hege, ihre Tochter $u verheiraten, denn sie könne den Gedanken einer Trennung von ihrem einzigen Kind nicht ertragen, und auch Sabine möchte chre Mutter nicht verlassen. Sie hätte darum schon einige vorzügliche Part'en zarückgewiesen, darunter auch einen Ausländer von fürstlichem Reichtum, dessen Bekanntschaft die Damen auf einer Reise, ich glaube in Abbazia, gemacht haben." „Sie müssen viel auf Reifen fein!“ warf Doris ein. „Ja, sie sind in der Residenz mit vielen Ausländern in hohen Stellungen bekannt geworden, und erhielten dann von manchen Einladungen, sie in ihrer Heimat zu besuchen. Frau von Rechten hat allem Anschein nach sehr distinguierte Verbindungen." „Olllem Anschein nach!" wiederholte Doris ein wenig respektwidrig, setzte aber schnell hinzu: „Was für eine wundervolle Erscheinung mutz doch Frau von Rechten in ihrer Jugend gewesen fein!“ In diesem Augenblick trat ein Diener ins Zimmer und überreichte der Schlotzherrin ein Billett, das ein Reitknecht soeben abgegeben hatte. „Ach, wie unangenehm!" rief Frau von Wild- Hofen, als sie es gelesen hatte, und setzte dann rasch hinzu: „Ist der gnädige Herr bereits von seiner Ausfahrt zurück, Matthias?“ — „Roch nicht, gnädige Frau!" „Dann muß ich mit meinem Sohn Rücksprache nehmen. Liebe Doris, möchtest du schnellstens an den See gehen?" „Wünschen gnädige Frau, daß ich gehe?" fragte der Diener. „Rein, ei ist mir lieber, wenn Fräulein Harter dunkelscheck, Th. Vogt, Reichelsheim, C. Hess. Kröpfer, schwarz, Georg Reuhl. Ried.r-Hademar, 1. Hess. Kröpfer, rot, Hch. Jäger, Oberhörgern. E., 1. Hess. Kröpfer, blau, o. D., Alb. Schmidt. Lang-Göns, E., 1. Hess. Kr. m. B., Wilhelm Moritz Müller. 1. Hess. Kr.. fahl o. B., Hch. Wagner, Grohen-Linden, 1., 1. Hess. Kr.. w.iß, Th. Vogt, Reichelsheim, C.; Richard Kaifer, Lang-Göns, E., C., E., C. Brünner Kröpfer, schwarz, Th. Vogt, Reichelsheim, 1. Brünner Kröpfer, Weitz, Hch. Hofmann, Marburg, C.; Wilh. Größer, Grohen-Linden, 1. D. Kaninchen: Weiße Wiener. Wilhelm Größer, Großen-Linden, 1. Belg. Riesen, Wilh. Ludw. Metzger, Sambach, E.. 1. Chinchilla, groß, Heinr. Dauer, Duhbach, 1.; Hch. Görlach, Holzheim, 1. Erau-Si.ber, dunkel, Ant. Jak. Wagner, Lang-Göns, 1. Gelb-Silber, Ant. 3(5. Wagner, Lang-Göns, 1. Hermelin, Ant. Jak. Wagner. Lang-Göns, E., 1.; Ph. Zimmermann, Großen-Linden, 1. Dlaue Wiener, Hch. Dauer, Duhbach, E. Oberheffen. Vertreieriag -es Wetter al-Sängerbundes. Am Sonntag tagte in Bettenhausen der Vorstand des Wettertal-Sängerbundes, der wohl zu den kleinsten seiner Art gehört, da er nur fünf Vereine zählt. Alle Vereine hatten ihre Vertreter entsandt. Durch das Ausscheiden, bzw. den Wegzug zweier Vorstandsmitglieder war Neuwahl nötig geworden. Zum Bundesvorsitzenden wurde Lehrer Glück, Langsdorf, gewählt, zu feinem Stellvertreter der Präsident des Männerchors Trais- Münzenberg, Herr H a u b. Rechner wurde Herr Hahn, Bettenhausen, Schriftführer Herr Müller, Birklar. Das Bundesfest soll am 15.Juni 1930 in Trais-Münzenberg stattfinden, dessen Verein Fahnenweihe hat. Wertungssingen findet in 1930 nicht statt. Der Beitritt zum Hessischen Sängerbund, ein Thema, des schon mehrmals auf der Tagesordnung mar, wurde diesmal einstimmig b e s ch l o f f e n. In Anbetracht dessen mußte der Bei - trag für Wettertal-Sängerbund und Hessischen Sängerbund auf 1 Mark festgesetzt werden. Keinesfalls aber soll durch den Beitritt zum Hessischen Sängerbund die Selbständigkeit aufgegeben werden, da sich der Wettertal-Sängerbund bewährt hat. Hoffen wir, daß wahrer deutscher Sängergeist und Treue den kleinen Bund zusammenhalten zur Pflege des deutschen Liedes und echter Kameradschaft. Landkreis Gießen. Bg. Grohen-Duseck, 6.Jan. Im festlich beleuchteten Saale des Gastwirts Wllh. Wagner veranstaltete der Gesangverein „(Sänger* Zran$" ein Konzert. Der Veranstaltung lag ein von feinem bewährten Dirigenten Konrad R i c o l a i außerordentlich glücklich zusarnmen- gestelltes Programm zugrunde. Sämlliche Chöre legten Zeugnis ab von sorgfältiger Einstudierung durch den Chormeister und verständnisvoller Mitarbeit der Sänger. Eine prächtige Leistung war der Chor „Morgenlied". Wohlverdienten, stürmischen Anklang fand „Heimkehr zum Rhein", ein Ehor von Werth, der in feiner Ausgeglichenheit eine Gipfelleistung des Vereins darstellte. De- fonöeren Deifall fanden auch die heiteren Lieder „Die Keine Rachbarin“ und „Ein luftiger Bub", sowie „Der kleine Postillon", ein Chor mit Trompetensolo. Otts Solisten wirkten mit Exnst Schneider, Gießen, der durch sein prächtiges Cellospiel erfreute, Fräulein Eckhardt, Gießen, als verständnisvolle und fertige Begleiterin am Klavier, Max Pomih, Wetzlar, dem feine beiden Darbietungen auf dem Tylophon stürmischen Beifall einbrachten, und Fräulein Paula Schnei- d e r, Gießen (Sopran). Die sympathische Sän- gerin bot mit ihren Liedern „Die Vöglein im glei chpnit meinem Sohn spricht. Sagen Sie Herrn von Sydows Reitknecht, daß es keiner Antwort bedarf." Als der Diener daS Zimmer verlassen hatte, fuhr Frau von Wildhofen, zu Doris gewandt, fort: „Hole dir Hut und Mantel, mein Kind, und sieh zu, ob du deinen Qktter auf dem Eise finden kannst. Sage ihm dann, daß Herr von Sydow soeben habe sagen lassen, seine Frau sei zu stark erkältet, um uns heute abend zu besuchen. Frage ihn, was nun zu tun wäre. Ob sein Freund, der Rechtsanwalt Hagenau, ohne Dame zu Tisch gehen soll, oder ob es ihm besser erscheint, noch schnell eines der jungen Mädchen vom Pfarrhvf einzuladen. Ich Weitz nicht, was Kurt zu dieser plötzlichen Aenderung sagen wird. Er war so froh, in der geistreichen Frau von Sydow eine so passende Tischdame für seinen Freund gefunden zu haben. Es scheint, daß dieser etwas eigentümlich ist, und sich mit Damen leicht langweilt. Kurt wird über die Olbsage recht verstimmt fein.“ „Sein Freund könnte ja Fräulein von Rechten zu Tisch führen!“ rief Doris. „Geh nur, und frage Kurt um fein: Meinung! Ich habe den Diener nicht zu chm geschickt, um Mißverständnisse zu vermeiden; möchte natürlich auch nicht, daß diese Angelegenheit vor den beiden Damen verhandelt wird. Suche ihn allein zu sprechen." Doris befand sich gleich danach auf dem Wege zum See; sie ging quer durch den Park, einen kleinen Abhang hinunter, der, mit leichtem Reif bedeckt, wie überzuckert schien. Die Luft war kalt und still; der Himmel hatte sich aber bezogen und sah grau und düster aus. Ein Witterungswechsel — entweder Schnee oder Tauwet- ter — lieh sich erwarten. Da es völlig windstill war, wie so häufig bei starkem Frost, konnte Doris schon aus der Ferne das scharfe Geräusch der Schlittschuhe auf dem Eise wahrnehmen. So waren sie also dort! Wie herrlich mußte es sein, sich Tag für Tag dies prächtige Vergnügen zu gönnen, besonders im herein mit einem Partner wie Kurt von Wild- hosem Was für ein glückliches Mädchen war doch diese Sabine! Trotz allem, was Tante Hanna ihr vorhin gesagt hatte, war Doris fest davon Erzeugt, daß die beiden jungen Menschenkinder Nch liebten, und Frau von Rechten, weit entfernt öaüon, die gewissenhafte, vornehm denkende Ola- tur zu sein, als die sie sich der arglosen Tante gegenüber hinzuftellen wußte, örüdte nicht nur beibe Augen zu, sondern half nach und schürte die olomme, so viel sie konnte. Doris konnte ihr das nicht Übelnehmen, fand es von deren Standpunkt aus nur allzu erklärlich — wer hätte eine Mutter tadeln können, wenn sie das Glück ihres Kindes wollte? (Fortsetzung blgt) 1. ho / btt W ' ”, er nur füni " *? ®««ta '3»- den iffieaxuQ “MT Nötigt aJbe” wu?L M, zu seinem !ntt wurde h-n- lrtt fort ÜJlüb Muni 1930 in f* herein ssch n9«n findet in ichen Sänget^ "mehrmals aus br einstimmig M mußte der Bei, 'd Hessischen An- !rdem Keinesfalls irssischen Sangen n werden, ba sich M Hoffen wir, und Treue den ^strge der dech- W seit 3an. 2m festlich Äilh. Wagner ein „Sänger* Deranstaltung lag irigenten Konrad ^-ich zusammen- Eämtliche Chöre igcr Einstudierung andnisvoller Mit- itige Leistung war verdienten, ftümi« ZM Rhein", ein - Äusgeglichenhcit s harftellte. De* e feileren Lieder n lustiger 2ub", Chor mit Trvrn« :ltm mit Ernst i) fein prächtiges ckhardt, Eichen, ;e Degleiterin am r, dem seine beiden >n stümischen Bei* , Paula Schnei* sympathische San* „Die Döglein ün sheim, » VbKnur. "■ A S&bt v' ?% Kess. H ?T K ZK i[in, Ani ®Q!- -öaucr, . Sagen Sie Hem es keiner Antwort •r verlassen hatte, । Joris gewandt, mein Kind, unb s dem Eise finden j:rr von Sydow Frau sei zu stark i besuchen. Frage Ob sein 3» Dame zu M lei erscheint, noch 0»»» «j Äutt i» tel Bit». tt »“■ , ton es»o» ® »»Ä w w Likin von Rechten „ schn: Meinung' -ÄVS «r r"e srch ° ^itte* wie so ^|emc hon au» ‘■ j tzem Vie sie a ° dies T°» >nen. ori astlö* ie K Daubringen, 7. San. Am Samstagabend veranstaltete derGes angverein „D au- bringen" (Chorm. Berufsschullehrer Eberle (Lollar) im Saale der Wirtschaft Weimer sein diesjähriges Wintervergnügen. Eingeleitet wurde der Abend durch eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Herrn Roth, und einen von Mitglied Lehrer Weimer (Sellnrod) vorgetragenen Prolog. Die vorgetragenen Lieder brachten drei Grundgedanken zum Ausdruck. Die erste Gruppe mit den Liedern „Vespergesang" von Kämpf, .Sternennacht" von Schulten und „Das Mutterlied" von Eberle drückte die Abendstimmung aus. Die zweite Gruppe besang mit .Glückliche Liebe" von Hansen und „Heute scheid ich" von Ssemann der Liebe Glück und Schmerz. Sn der dritten Gruppe kam in „Holländisches Fuhrmannslied" von Ploner, „Oberbayerisches Volkslied" von Pley und „Gänsedieb" von Schaaf der § unter im Volkslied treffend zum Ausdruck. ämtliche Lieder, die zum Teil erhebliche Schwierigkeiten aufwiesen, zeigten in Auffassung,. Reinheit und Betonung oas vortreffliche Können des Vereins. Ein Einakter, um dessen Einübung sich Dahnassistent Latsch verdient gemacht hatte, fand guten Beifall. Tanz hielt die Besucher in fröhlicher Stimmung noch lange beisammen. V Mainzlar, 7. San. Am Samstagabend hielt der hiesige Männergesangverein seine diesjährige Generalversammlung bei Mitglied Hch. Vogel IV. ab. Der 1. Vorsitzende Ludwig Kreiling eröffnete und leitete die Versammlung. Den Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Sahr erstattete Schriftführer Karl Vogel, während über die Kasse der Kassierer Ludwig Fuchs Rcchnungsablage leistete. Der Abschluß ergab einen Heberschuß. Kassierer und Schriftführer wurden für chre mühevolle Arbeit der Dank des Vereins ausgesprochen. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde für das ausscheidende Vorstandsmitglied K. Grölz das Mitglied K. Müller gewählt, so daß dem seitherigen Vorstände durch die einstimmige Wiederwahl das Vertrauen ausgesprochen wurde. Unter „Verschiedenes" wurde u. a. die für dieses Sahr geplante Sängerfahrt nach Eveking in Westfalen ausführlich besprochen. Um die Kosten für diese Fahrt auf ein Mindestmaß zu beschranken, wurde bereits vor einiger Zeit eine Reisekasse gegründet. Die Beschlußfassung über Tag und Stunde der Fahrt wurde einer späteren Versammlung Vorbehalten. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles schloß der erste Vorsitzende mit Dankesworten die in allen Teilen gut verlaufene Versammlung. Man ging dann zum gemütlichen Teil über, wobei besonders das deutsche Lied noch zu seinem Recht kam. v. L o n d o r f, 7. Jan. Das Anwesender Frau M. Rotschild Witwe, die nach Darmstadt verzogen ist, ging durch Kauf in den Besitz des Sattlermeisters Ernst Börger, Dreihausen (Kr. Marburg), über. Kreis Büdingen. △ Nidda, 7. San. Mit Beginn des neuen Jahres haben hier die Vereinsfestlichkeiten stark eingesetzt. Wie alljährlich, hielt gleich am Neujahrstag die Freiwillige Feuerwehr ihr Dintervergnügen im „Gambrinus" ab. Einer herzlichen Begrüßungsansprache des Kommandanten der Wehr folgte eist reichhaltiges Pro- . gramm in musikalischen und theatralischen Vorführungen und Kcnzertieren der Feuerwehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Bäcker von hier und zuletzt Tanzvergnügen. Am nächsten Tage hatte der SungoeutscheOrden,Bru- derschaft Nidda, seine Mitglieder und Freunde zur Weihnachtsfeier im „Gambrinus" «ingeladen. Sn seiner Begrüßungsansprache legte der Großmeister der Bruderschaft Nidda, Studienrat Braunewell. die Ziele und Fortschritte des Ordens klar. Musikvorträge eines Violinkünstlers, Theateraufführungen und vor allem die vorzüglichen Liedervorträge von Frl. Schade (Bad-Nauheim) ernteten wohlverdienten Beifall. Bahnmeister Struck von hier sprach allen Mitwirkenden den Dank der Gäste aus. Am 4. Sanuar hielt der V. H. C., Z w e i g v e r e i n Nidda, sein diesjähriges Wintervergnügen im »Gambrinus" ab, wobei gleichzeitig die Auszeichnung der verdienstvollen Wanderer aus dem vergangenen Sahre erfolgte, die der Vorsitzende des Zweigvereins, Oberlandmesser E i ch, hier, mit Worten der Anerkennung und besten Hoffnungen für die Zukunft vornahm. Auch hier bestand die Hauptunterhaltung in musikalischen Vorträgen, Theater und Tanzvergnügen. Als vierte Feierlichkeit im neuen Sahre ist die Weihnachtsfeier der katholischen Gemeinde Nidda am letzten Sonntag, 5. Sanuar, in der Turnhalle anzuführen, zu der die Gemeindeglieder mit ihren Familien aus dem ausgedehnten Kirchensprengel außerordentlich zahlreich erschienen waren. Vorzüglich eingeüote Chöre, ein mit tiefem Empfinden aufgeführtes Melodram und fröhliche Weih- nachtsspiele der Kinder fanden wohlverdienten Beifall. ]:[ Gelnhaar, 7.Jan. Zur Berichtigung des Berichts im „Gieß. Anz." Nr. 3 vom 4. Januar sei mitgeteilt, daß nicht Lehrer Schütz von Wibelsbach, sondern Lehrer Pfeifer von Rimbach bei Schlitz hie hiesige Lehrerstelle erhält, wie das Kullusmini- sterium im letzten Augenblick noch entschieden hat. Lehrer Schütz kommt demnach nach Rimbach. Kreis Schotten. xl Ulfa, 5. San. Schon längere Zeit war von Eingeweihten beobachtet worden, daß in den ausgedehnten Waldungen zwischen Schotten, Laubach und Hungen Spuren von Wildschweinen zu finden waren. Auf der in diesen Tagen hier stattgehabten Treibjagd des Iagdpächters Georg Reuß, Friedberg, auf Hasen und Füchse kamen in dem Trieb auch drei Sauen vor, die alle drei mit sicherem WSN. Die Deutsche Reichsbahn veröffentlicht jetzt einen vorläufigen Rückblick über die Lage der Reichsbahn im Jahre 1929, worin über den Personenverkehr ausgeführt wird, daß dieser nicht ganz die Ergebnisse des Vorjahres er* reicht habe. Im Gesamtverkehr hätten die Einnahmen nur 99,2 v. H.» die beförderten Personen 99,4 v. S). und die Personenkilometer 96,4 v. S). gegenüber den Zahlen des Vorjahres betragen. Während im Stadt-, Ring* und Vorortverkehr von Berlin die Einnahmen um 6 o. $)., die beförderten Personen um 6,5 v. H. unb die Personenkilometer um 9,8 v. H. zugenommen haben, betrugen beim allgemeinen Ver- ! ehr die entsprechenden Zahlen nur 98,8, 97,1 und 94,7 gegenüber 1928. Der Anteil der Holzklasse an den Einnahmen, an beförderten Personen und Personenkilomelern ist im Vergleich zu 1928 vor der Tarifumstellung vom 7. Oktober des Vorjahres zurückgegangen, während bei der zwei* ten Klasse die Verkehrsleistungen und die Einnahmen gestiegen sind. Nachdem reichlich ein Jahr seit der Tarifreform und der Einführung des Zweiklassensystems vergangen ist, kann nach amtlicher Angabe das Ergebnis dahin zusammengefaßt werden, daß die durchgreifende Aende- rung der Personentarife für die Reichsbahn im allgemeinen das gebracht hat, was billigerweise erwartet werden konnte. Trotz des Rückganges des Fernpersonenverkehrs in feiner Gesamtheit, der feine Ursache sowohl in der ungünstigen allgemeinen wirtschaftlichen Lage, wie , auch in der Steigerung des Wettbewerbes des | Die „Preußische Gesetzsammlung" Nr. 30 vom 23. Dezember 1929 veröffentlicht den Wortlaut einer neuenVerordnung zum Schutze von Tier- und Pflanzenarten in Preußen, die am 1. Sanuar 1933 in Kraft getreten ist und deren Kenntnis für alle Naturfreunde und Säger in Preußen oder in seinen „Grenzlanden", wozu wir in der G'.ehener Ecke ja gehören, von größter Bedeutung ist. Cs dürfte sich für die unmittelbar Snter:ffierten empfehlen, sich die Verordnung im Wortlaut zu beschaffen. Ausgabe dieser Zeilen soll und kann es nur sein, das Wichtigste hervor,uheben. Durch den § 1 werden für b ie Dauer des ganzen Sahres im ganzen Staatsgebiet geschützt: 1. Folgende Tierarten: Apollofalter, Hirschkäfer, Sumpfschildkröte, alle in Europa einheim schen wildlebenden Vogelarten (Ausnahmen: Haubentaucher, Fischreiher, Hühnerhabicht, Sperber, Rohrweihe, Bleßhuhn, Haus- und Feldsperling, Elster, Eichelhäher, Raben-, Saat- und Nebel.rähe), Wildkatze, Edelmarder (außer in Fasanerien), Nerz. Haselmaus, Siebenschläfer, Biber, Reh und Elch, jedoch bekommen letztere gewisse Schußzeiten (s. später). 2. 30 Pslanzenarten (s. Verordnung). Verboten ist das Fangen, Töten, die Beschädigung von Puppen, Larven, Eiern und Nestern. Verboten ist die Verwendung von Licht, oder von Pfahleisen zum Vogelfang oder die Auslobung von Belohnungen für den Fang oder Abschuß von Raubvögeln. Besonders wichtig für Säger ist der § 4, in dem es heißt: „Der Schrot- und Postenschuh auf Rot-, Dam- und Rehwild ist verboten. Das gleiche gilt für den Schuß mit gehacktem Blei." Erfreulicherweise soll die Tierwelt auch gegen die herum stromernden Hunde und Katzen energisch geschützt werden. Ein Hund gilt als unbeaufsichtigt, wenn er sich so weit von seinem Herrn entfernt, daß diesem eine Einwirkung auf das Tier nicht mehr möglich ist, eine Katze, wenn sie mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt ist. Solche Tiere dürfen von dem Sagdberechtigten und seinen Beauftragten getötet werden (Aufnahme: Hirten-, Sagd-, Blinden- und Polizeihunde). Schuß zur Strecke gebracht wurden. Anscheinend halten sich in dem Sagdbezirk noch mehr Schwarzkittel auf. Kreis Alsfeld. Nieder-Gemünden, 7.Januar. Herr K. Kratz aus Freienseen hielt gestern mittag im Saal der hiesigen Bahnhofswirtschaft einen von den Schulen Burg- und Nieder-Gemünden besuchten Lichtbildervortrag über „Die deutsche Marine in Krieg und Frie- d e n“. Sm ersten Teil seines Vortrages zeigte er die geschichtliche Entwicklung der deutschen Flotte durch die Sahrhunderte hindurch, mit den ersten Anfängen unter dem Großen Kurfürsten beginnend und mit den modernsten Riesendampfern endend. Alle Schiffsarbeiten wurden den Kindern im Bild gezeigt. Dazu gab Herr Kratz als alter Seemann die nötigen Erläuterungen. Sn dem zweiten Teil seines Vortrages zeigte er in Wort und Bild das Leben auf unb in dem Schiff. Die Vorführung dürfte einen bleibenden Eindruck bei den Kindern hinterlassen haben. I M a u l b a ch, 7. San. Auf Veranlassung der D o r f k i r ch e n-D er ei ni gu ng für das nördliche Oberhessen fand hier in Verbindung mit dem Finkensteiner Bund vom 30. Dezember bis 5.Sanuar eine Singwoche unter Leitung von Lehrer Heinz Ameln, Kassel, statt. Etwa hundert sangesfreudige Mädchen, Burschen und Männer aus Maulbach und der Nachbarschaft haben mit gutem Erfolg daran teilgenommen, auch die Schüler der Maulbacher Schule übten fleißig mit. Die ständig im Wachsen begriffene Singbewegung will wieder zum rechten Verständnis des deutschen Gesanges erziehen. Sie ist inmitten der vielen Zerfallserscheinungen unserer Zeit ein erfreuliches Zeichen. Das Singen darf nicht Verstandessache fein, es muh Herzenssache werden. Seder Singende mutz das Gefühl haben: ich finge nicht für die anberen, sondern für mich selbst, zu meiner eigenen Freude und Erbauung. Die an der Singwoche beteiligt waren, haben dabei auch gelernt, wie man richtig und ohne Anstrengung singt. Da hörte man viele neue Anregungen und nahm sie auch zu Herzen. Man staunte weiter Über die reichen Schätze teert- Kraftwagens findet, ist die Einnahme für einen Personenkilometer gestiegen. Auch die erwartete Auswanderung in die zweite Wagenklasse ist eingetreten. Die Steigerung der Einnahmen in der zweiten Klasse des Fernverkehrs betrug in den ersten acht Monaten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1928 rund 52 v. H. Die Erhöhung der Einnahmen aus den Schnellzugszuschlägen entspricht annähernd den Veranschlagungen. Die ein* geführten Eilzugzuschläge sind der Benutzuna der Eilzüge nid;! abträglich gewesen, im Gegenteil, der Verkehr in diesen Zügen hat zugenommen. Der veranschlagte Betrag ist wesentlich übertroffen worden. Nicht eingetreten ist dagegen die durch Verbilligung der Fernreisen in Eil- und Schnellzügen erwartete Derkehrssteigerung. Das Ge s a m t p e r s o n a l der Reichsbahn hat im Jahre 1929 etwa 715 000 Köpfe betragen, war mithin gegenüber dem Vorjahr um 15 000 höher. Der ZuganL ist namentlich beim Betriebspersonal infolge des stärkeren Verkehrs unb der Verkürzung der Dienstdauer entsprechend den Anregungen des Ausschusses zur Untersuchung der Betriebssicherheit eingetreten. Außerdem hat während der Frostperiode Anfang 1929 ein stärkerer Personalverbrauch statt- gesunden. Die Zahl der Beamten, die nach Ansicht der Verwaltung zum Teil noch über den Rahmen des sachlichen Bedürfnisses hinausgeht, konnte entsprechend dem natürlichen Abgang und in Durchführung des Stellenprogramms um etwa 2500 Köpfe verringert werden'. Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen ist untersagt. Präparatoren u. ä. Berufe müssen Bücher führen, aus denen die Herkunft von solchen Objekten nachgewiesen werden kann, die sich in ihrem Besitz befinden. Die Anlage D zählt die Tiere auf, die der Sagdberechtigte zu besonderen Zeiten erlegen darf, während sonst alle Bestimmungen auch für ihn gelten. Ausnahmen von der Verordnung kann in besonderen Fällen (wesentliche wirtschaft iche Schäden, wissenschaftliche Zwecke, Stubenvogelhaltung) der Regierungspräsident gestatten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder Haft bedroht. Die Verordnung ist, wie oben erwähnt, bereits am 1. Sanuar 1930 in Kraft getreten, sie seht aber noch nicht die weitergehrnde Wildschutzverordnung vom 8. Mai 1929 außer Kraft, die erst am 28. Februar 1930 abläuft. Wir geben zum Schluß noch eine Liebersicht über die Schußzeiten derjenigen Tiere, die an sich durch die Verordnung geschützt sind, aber zu den jagdbaren Tieren gehören. Da der preußische Sagdschein z. T. noch andere Zeiten angibt, empfehlen wir entsprechende Abänderung. Schußzeiten (nur solcher Arten, die für unser Gebiet in Frage kommen könnten): 1. Wilde Gänse 1. Suli bis 28. Februar. 2. Wilde Enten 16. Suli bis 31. Dezember. 3. Haselhuhn 1. Oktober bis 30. November (nur mit bcs. Erlaubnis des Reg.-Präs.). 4. Auerhahn 1. Dezember bis 31. Mai. 5. Rebhuhn 1. September bis 30. November. 6. Fasanen: Hähne 16. September bis 31. Mai, Hennen 16. September bis 31. Sanuar. 7. Slrand-Wasserläuser und Gr. Brachvogel 1. September bis 28. Februar. 8. Waldschnepfe 1. August bis 15. April. 9. Bekassine 16. Suli bis 15. April. 10. Tauben 1. September bis 28. Februar. 11. Reh: Docke 16. Mai bis 31. Oktober, toeibl. Rehwild und Kälber 1. November bis 31. Dezember. vollen alten Dolksliedergutes, das in unserem Volke verborgen liegt. Es aus den Tiefen zu heben und der Allgemeinheit wieder zugänglich zu machen, ist ein grotzes Verdienst dieser Sing- bewegung. Sn der überfüllten Schlußverfamm- lung am Sonntagabend konnten sich auch Nicht- tellnehmer einen Begriff davon machen, wie wertvoll und segenbringend die in der Woche geleistete Arbeit war. Preußen. Kreis Wetzlar. oo Wißmar, 6.Jan. Dieser Tage wurden Gemeindevorsteher Ludwig B i t t e n d o r f und sein Stellvertreter Heinrich Bittendorf, beide von der Gemeindevertretung neugewählt, nach ihrer Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde von Bürgermeister Brockmeier zu Krofdorf für ihr Amt verpflichtet und in dieses eingeführt. 0 Atzbach, 6. Jan. Die von der Gemeindevertretung wiedergewählten und von der Aufsichtsbehörde bestätigten Gemeindevorsteher Ludwig Brück mann und stellvertretender Gemeindevorsteher Ludwig Koch wurden in der jüngsten Ge- meinderatssitzung durch Bürgermeister Brock- m e i e r zu Krofdorf für ihr Amt wieder verpflichtet und eingeführt. — Für den Gemeindewald ist die Aufstellung eines Betriebswerkes erforderlich. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, die Kosten dafür nach Beendigung der seinerzeit im Gange befindlichen Umlegung der landwirtschaftlichen Grundstücke zu übernehmen unter der Voraussetzung, daß ein Extrahieb in dem Gemeindewald, den die Regierung in Aussicht gestellt hat, in solchem Umfange genehmigt wird, daß aus dem Erlös dieses Sonderhiebes sämtliche durch die Anfertigung des Betriebswerks entstehenden Ausgaben gedeckt werden. 0 Dutenhofen, 5. San. Die dieser Tage hier stattgefundene Treibjagd erbrachte 75 Hasen und zwei Fasanen. Kreis Biedenkopf. 0 Rodheim a. d. D-, 7. San. Die Weleute Heinrich Schmidt und Ehefrau Margarethe feierten am Sonntag das Fest der goldenen Hochzeit. Die kirchliche Feier schloß sich dem NachmittagSgottesdienst an. Pfarrer Domek legte seiner Feierrede den Text deS 91. Psalms, Vers 1 und 2 zugrunde. Anschließend wurde bem goldenen Hochzeitspaar eine schöne, große Dilder- bibel als Geschenk der Kirchengemeinde und ein Gedenkblatt des nassauischen Landesbischofs überreicht. Das Subelpaar erfreut sich bester körper licher und geistiger Frische. Kreis Marburg. 0 Fronhausen (Lah n), 7. Jan. Auf der Landstraße Sichertshausen—Bellnhausen, in der Nähe der Bellnhäuser Mühle, ereignete sich am Sonntagnachmittag ein schwerer Autounfall. Die Witwe Karl Wölfel von Sichertshausen, die sich zum Abendmahl nach dem Vereinshause in Bellnhausen begeben wollte, wich auf der Landstraße einem Auto aus und wurde, als sie wieder nach der Straßenmitte zu ging, von einem plötzlich aus der entgegengesetzten Richtung herannahenden Kraftwagen erfaßt und überfahre n. Die Lenkerin dieses Autos versuchte, den Unglücksfall zu vermeiden und bog scharf nach rechts ab, jedoch wurde die bedauernswerte Frau von dem Wagen erfaßt, der außerdem noch gegen das Geländer der neuen Brücke stieß. Die Führerin des Autos verbrachte die Verunglückte sofort zum Arzt nach Fron- Hausen, von wo sie nach erster ärztlicher Hilfeleistung mit dem Auto der Chirurgischen Klinik in Marburg zugesührt wurde. Dort liegt sie mit schwere« Verletzungen ernstlich darnieder. Neue Zraktionsbildung im Offenbacher Stadtrat. Offenbach, 7.Jan. (WSN.) In der Vorstandssitzung der Demokratischen Partei, in der über den Zusammenschluß der beiden demo- kratischen Stadtratsmitglieder im neuen Stadtoarla» ment mit den drei Mitgliedern der Mittelstanosliste zu einer Fraktion beraten wurde, ergaben sich bei der Abstimmung in geheimer Wahl bei 21 Ab« stimmenden 14 Stimmen für den Anschluß und neun dagegen: ein Zettel war unbeschrieben. DurH diesen Beschluß scheiden die Demokraten, die nach dem Kriege mit neun Mandaten in das Stadtparlament einzogen, als selbständige politische Gruppe im Stadtrat aus. Die Wirtschaftspartei hat dis Fraktionsführung übernommen. Die neue Fraktion zeichnet jetzt mit dem Namen „Freie bürgerliche Mitte". Wie wir hören, soll jetzt noch eins zweite Arbeitsgemeinschaft gebildet werden. Es handelt sich um den Zusammenschluß der Opposition, des Kommunisten Galm und der Sozialdemokraten. Einweihung des St.MarienkrankenhauseS in Darmstadt 2) a r m ft a b t, 7. Jan. (WSN.) Nachdem bereits gestern die kirchliche Weihe des von der Genossenschaft der Schwestern der göttlichen Vorsehung» eine Gründung des Mainzer Bischofs Ketteler, erstellten St. Marienkrankenhauses durch den derzeitigen Bischof von Mainz, Dr. Hugo, in Anwesenheit zahlreicher kirchlicher Würdenträger und der Zentrumsabgeordneten des Hessischen Landtags stattgesunden hatte, wurde heute das neue Krankenhaus offiziell feiner Bestimmung übergeben. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man dis Ministerialräte der Bauabteilung des Finanzministeriums, weiter Ministerialrat Dr. S ch r o h e von der Gesundheitsabteilung des Innenministeriums, Staatsrat Dr. v. E y f f vom Justizministerium, Oberbürgermeister Mueller, zahlreiche Vertreter der hiesigen Krankenhäuser, der Aerztekammer, des Aerztlichen Kreisvereins, der Krankenkassen, Stadt- ratsmitglieöer und auch die Gattin des zur Zeit in Rom weilenden hessischen Finanzministers Kirnberger. Dem Leiter des Krankenhauses, Dr. Melsheimer, wurden warme Glückwünsche und der Schwestern-Genossenschaft, die auch die Betreuung der Kranken übernimmt, herzliche Worte des Dankes für die große soziale Tat der Errichtung des Krankenhauses gewidmet. Die Schwestern-Genossenschaft hat in Hessen bereits in Mainz, Mainz-Mombach, Offenbach, Lampertheim und Hirschhorn Krankenhäuser erstellt, denen sich nunmehr das Darmstädter Haus anschließt. Das in ruhiger und prächtiger Lage in der Nähe der Ludwigshöhe gelegene Heim ist mit allen technischen Hilfsmitteln der Neuzeit ausgeftattet. Es ist für 110 Briten eingerichtet, von denen zunächst 25 bis 30 belegt werden. SLrAusammelibruchderSausratG.m.b.H. Frankfurt tritt dem Beschluß des Landesausfchuffes bei. WSN. Frankfurt a. M., 6. San. Der Frankfurter Magistrat beschloß, in der Frage der Regelung der Verhältnisse bei der Hausrat G. m. b. H. grundsätzlich dem Beschluß des L and es a us sch u sse s Wiesbaden vom 28. Dezember beizutreten unter der Bedingung, daß das Vergleichsverfahren zustand« komme. Kirche und Schule. )( L i ch, 5. San. Sm Sahre 1929 wurden in der evangelischen Gemeinde Lich 41 Kinder getauft, 52 konfirmiert, 13 Paare kirchlich getraut und 31 Gemeindeglieder kirchlich beerdigt. Nach alter Sitte werden im Gottesdienst des Neujahrstages die „drei Kirchenältesten", d. h. die „drei ältesten der Verstorbenen des Sahres feierlich verlesen. Es waren im vergangenen Sahr: Anna Maria Heller, geb. Heller, 86 Sahre alt, Heinrich Schmidt V. 83 Sahre alt, und Sohcmn Sakov Dietz III. 82 Sahre alt. — Sn Nieder- Bessingen wurden 7 Kinder getauft. 3 konfirmiert. 1 Paar getraut und 6 Gemeinoegliedev beerdigt. Berliner Börse. Berlin, 8. San. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigte das selbe Bild, wie in den letzten Sagen. Die Llmsahtätigkeit war klein, die Tendenz ruhig, und die Stimmung freundlich. Neue Momente sind nicht vorhanden, doch nehmen die Haager Verhandlungen scheinbar einen normalen Verlauf. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87 bis 123,91, London gegen Mailand 93,10 etwa, London gegen Madrid 37,50 zu 37,60, London gegen Kabel 4,87 zu 4,8710, London gegen Berlin 20,4050 zu 20,41, Kabel gegen Berlin 4,1895 zu 4.19. Aus dem Amtsverkündigungsblaii. * Das Amtsverkündigungsblatk Nr. 2 vom 7. Sanuar enthält: Die Wahlen zum Kreistag. — Benachrichtigung der Gendarmerie- stationen durch die Ortspolizeibehörden. — Po- lizeiverordnung über den Kraftfahrzeugverrehe in der Stadt Gießen. — Dienstnachrichten. Die neue preußische Tier- und pflanzen- schutzverordnunßvom^6.Dezember'1929 Wichtig für Ilaturschühler und Jäger. Don Studienrai Ernst Holzel, Gießen. Sylvester Schäffers Programm Außerdem das erstklassige Filmprogramm 12. Schlußapotheose „Siegfried Bühnenteil 5.30, 8.30 Uhr Preise der Plätze: Von Mk. 1.20 bis Mk. 3.00. Jugendliche aut allen Plätzen die Hälfte Abonnements haben während des Gastspiels keine Gültigkeit DieserFilm istnicht zu verwechseln mildem bereits vor Jahren gezeigten Film gleichen Titels, sondern dieser Millionenfilm wurde erst vor wenigen Wochen fertiggestellt Letztes Auftreten vor seiner Abreise nach Amerika Es werden zu den einzelnen Plätzen nur soviel Karten ausgegeben, wie Plätze vorhanden. Sichern Sie sich rechtzeitig Karten im Vorverkauf an der Tageskasse und Universitäts-Buchhandlung, Seltersweg 1. Zauberkunststücke 2. Jongleurakt 3. Oelmalerei 4. Harlekinade 5.Jagdszene 6. Violinkünstler 7. Liebesfreud 8. Amerikanischer Negergeiger 9. Römische Spiele 10. Feuertanz 11. Hohe Schule Lil Dagover Jean Angelo Bernhard Goetzke Ferner ein auserwähltes Beiprogramm und die neueste Ufa-Wochenschau ungekürzten Nachm.-Vorstellungen besuchen zu wollen Mm Der Graf von Monte Cristo, I. Teil ■ Anfangszeiten: Filmteil 4.00, 6.30, 9.30 Uhr Sylvester Schäffer Der König der Artisten, der größte Varietökünstler derWelt Lichtspielhaus Bahnhofstraße _ bis Sonntag, 12. Jan., einschl. Sensations-Gastspiel Des großen Erfolges wegen bis Sonntag, den 12. Januar 1930: Der Graf von Monte Cristo I-p • । nach dem bekannten . I 611 Roman von Alexander Dumas & ML • V/ -?& Donnerstag, den 9. Zanuaa 1930, nachmittags 2 Llhr/ versteigere ich im,/Löwens Neuenweg 28/ dahier/ zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Klaviere, ein Motorrad, sechs Nähmaschinen, einen Sessel, vier Schreibmaschinen, sechs Büfetts, zwei Bücherschränke, vier Schreibtische, sechs Chaiselongues, zwei Teppiche, drei Kassenschränke, einen Rauchtisch, drei Regulatoren, vier Sofas, einen Bilderschrank, drei Kredenzen, einen Eisschrank, einen Gasherd, einen Aktenschrank, ein Klubsofa, eine Waschmaschine, zwei emaillierte Herde, eine Bohrmaschine, eine Standuhr, zwei Registrierkassen, zwei . Warenschränke, zwei Ladeneinrichtungen, zwei Vertikos, vier Grammophone, einen Ofen, einen Waschtisch, einen Kleiderschrank, ein Herren-, ein Damenfahrrad, zehn Kartons Schokolade, 75 Dosen Gemüsekonserven, 150 Flaschen Liköre, 36 Pferdchen, 30 Kinderklappstühle, zehn Bostwagen, zwei Holländer, zehn Schiebkarren, eine elektrische Haarschneidemaschine, drei Tische mit 18 Stühlen. Bestimmt: Badeanzüge, 7 Hemdhosen, Schlupfhosen, Kinderanzüge, Kindermützen, drei Damenwesten, acht Schals, drei Damenblusen. 215D Oer«/ Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Fernruf 4101. Anmeldung für das neue Schuljahr der Hess. Reahchule Nidda. Zur Aufnahme in die unterste Klasse der Realschule (Sexta) werden zugelassen: 1. Schulkinder mit vier Volksschuljahren (ohne Prüfung). 2. Besonders leistungsfähige Kinder nach Anhören des Grundschullehrers unter Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde (Kreisschulamt) schon nach dreijähriger Volksschulpflicht Die unter 2 genannten Schüler müssen sici einer Aufnahmeprüfung in Deutsch und Rechnen unterziehen, die sich auf das Pensum des 3. Grundschuljahres erstreckt. Die Eltern dieser Kinder müssen umgehend entsprechenden Antrag bei dem Leiter der betreffenden Volksschule stellen. Alle Schüler, die an Ostern in unsere Schule eintreten sollen, sind bis spätestens 15. Januar bei der unterzeichneten Direktion anzumelden. Sie haben bei der endgültigen Aufnahme am Montag, 28. April, vorzulegen: Geburtsschein, Impfschein und letztes Schulzeugnis (mit Einzelnoten). 209D Um den aus der Richtung Gelnhausen— Stockheim kommenden Schülern den Besuch zu erleichtern, lassen wir den Unterricht erst um 8.40 Uhr beginnen. Diese Schüler brauchen z. B. morgens von Stockheim bzw. Ortenberg erst um 8.10 bzw 7.54 Uhr abzufahren und sind mit dem Schülerzug wieder um 13.50 bzw. 14.15 Uhr zu Hause. Unsere Schule befolgt den amtlichen Lehrplan der Oberrealschulen des Volksstaats Hessen. Nidda, den 7. Januar 1930. Die Direktion der Realschule. Lauckbard. Bauschule Ingenieurschule Tonindustrie Werkmeisterschule Werben Sie mittelst der Zeitungsanzeige und In geeigneten Fallen auch durch gute Drucksachen! Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe, beete Ausführung und günstige Prelevorschläge bietet Ihnen die BrOhl'sche Druckerei. Oleßen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 8151 H INVENTUR so Out wie immer Damenstrümpfe Mako, feinfädig, schwarz...............1.25 Seidenflor, farbig.....................1.40 Seidenflor mit Wollsohle, schwarz.......1.50 Reine Wolle, schwarz, farbig...........2.50 Seide mit Flor, meliert........... 1.50 Waschseide mit kleinen Fehlem.........1.50 Bem berg- u. Celtaseide, fehlerfrei, 1. Wahl 2.50 Seide mit Flor, extraschwer............3.- Sportstrümpfe, Baumwolle.............1.50 Sportstrümpfe, Wolle plattiert..........2.25 Sportstrümpfe, reine Wolle.............3.— Unterstrümpfe, Baumwolle.............0.50 Unterstrümpfe, reine Wolle.............1.25 Füßlinge, reine Wolle.........1.40, 1. — , 0.75 Beinlängen, reine Wolle, gestrickt, 40 cm 1g. 1.— Kinderstrümpfe, reine Wolle lederfarbig, Größe 6-11.............2.— Kinder-Kaschmirstrümpfe, reine Wolle schwarz, Größe 5—9................1.25 Kindersportstrümpfe Größe 3—5 6—8 9—11 1.50 2.— 2.50 Damen- und Kinder-Gamaschen und Haferlsöckchen außergewöhnlich preiswert Damenhandschuhe Trikot, ohne Futter....................0.75 Trikot, mit 1/1 Futter...................1.— Trikot mit Umschlagmanschetten........1.50 Glacö- und Schwedenleder.............4.50 Kinderhandschuhe 4—7_______2-3 1.— 0.75 Damen-Unterkleldung Schlüpfer mit weißem Futter............2.25 Schlüpfer, Kunstseide mit Futter ... .3.-, 2.50 Schlüpfer, Kunstseide mit schwerem Plüschfutter........................3.— Schlüpfer, reine Wolle.............5.—, 3.50 Unterkleider mit passenden Schlüpfern, Kunstseide mit Futter................6.50 Unterkleider, Kunstseide mit Futter......4.50 Unterkleider, reine Wolle...............6.50 Kinderschlüpfer, Baumwolle mit Futter Größe 40-50 25—35 2.- 1.50 Kinder-Unterkleider mit passenden Schlüpfern Größe 30-38 26-28 4.- S.- Alle Waren entstammen meinem Lager; für Ausverkaufszwecke besonders hergestellte „Schlager“ führe ich nicht! iie Standwerdung des Proletariats" an die Spitz« des soeben beginnenden 6. Jahrgangs stellt, so bekundet sie damit den Wilken, sich ernstlich um die Lösung der Röte unseres Volles zu mühen. Roch ist das Proletariat in Deutschland nicht „Stand" im eigentlichen Sinne, denn es ist noch in unfruchtbarer Opposition zu den bürgerlichen Werten befangen, ohne wirklich neue eigene Cffierte dem Leben der Ration eingegliedert zu haben. Aber der Aufsatz schlicht mit den Worten: „Wir glauben, Gott will den neuen Stand, und ringen mit“. Der von Winnig angeschlagene Ton klingt in den folgenden Beiträgen weiter. Hel- muth Schreiner, selbst seit Jahren in der Fürsorgeerziehung tätig, äußert sich zur Schicksalsfrage der Pädagogik, wie sie etwa die Bücher P. M. Lampels und ihr Echo in der Öffentlichkeit aufbrechen ließen. Aus seinen Einführungen spricht das Ethos des leidenschaftlichen Erziehers; die Lösung, die er sucht, liegt in der Richtung einer starken und freien Gläubigkeit. Es folgt ein Aussatz, dessen Thema mit dem des Leitaullatzes zusammenllingt, denn er führt ur.8 tief ein in Werden und Wesen der sozialen Frage und des modernen Kapitalismus: „Die Wurzeln des amerikanischen Radikalismus und der amerikanischen PH lanthrop'.e" vonIcha n?s Schattenmann. Diese Untersuchung ist nicht nur aktuell, sondern auch wissenschaftlich bed.utend: sie beruht auf sorgsamen Quellenstudien in den Vereinigten Staaten. Letzte Nachrichten. Schießerei mit tödlichem Au^ng. O f f e n b a d), 8. Ian. (ZU. Drahtbericht.) Gestern abend hat der Werkmeister Julius Schäfer den Kaufmann Senjon S totfchewsky, der In Offen- bach ein kleines Rafierapparategeschäft betrieb, erschossen. Schäfer, der von Slotfchewsky Geld zu bekommen Halle, verlangte dieses gestern abend, hierauf kam es zu einer Auseinandersetzung. Slotfchewsky soll in deren verlauf einen Totschläger ergriffen haben, worauf Schäfer aus einer Selbst- ladepiskole Schüste abgab, von denen einer tödlich war. Slotfchewsky erhielt einen Herzschuß und war auf der Stelle tot. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o h., Lombardzinsfuß 8 v. h. Frankfurt a 9.0 Berlin ■rdruB- «kure -Ut> Kur Schlub Rur< Aniang, fiuto Datum 7 1 8- 1 7 . 8 1 6eo Stu lche et. id)eanieu#t ron 1P27 ....... 87,4 _ 87,5 _ 7% Deutsche Reichkanleihe von 1929 ......... 96,75 — 96.75 — Dl. Üni.-2i6lö|.-Gd)ulo mtt Au- 50 — 50.1 50.1 Tesol. r[)tu AuSlos Rechte 8% He«. BolMaat von 1929 2,65 7,7 7.65 7,75 trückzahlb. 102%) .... Cberbelfcn Provinz - Anleihe mit 87 — — — Hluolos.-Nechten . ... 46 — — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 8% Franks. Hnp.-Bank Goldpse 47 - 47,25 - XIII unkündbar bis 1034 . 6,5 — — 7% grants. Hvp.-Bank Goldpse unkündbar bla 1932 ..... *¥1% Rhcinilche Hyp.-Bank 82 — — — tilqu. Goldvie........ 8% Pr. LandcSpsandbrtcfanftalt 81 — — - Psandbrielc R. 17..... 8% Pr. LanvcapfanvbrlcsanstaU 97 — 97 — Koinm.-Lbl. R 16..... 95 * 94,5 _ 7% Pr. Landesvlandbricsanltolt, Psandbricsc R. 10 O.C.O. abg. vor triezt-Obligation 8,5 — 88,5 — rückzahlbar 1932 . . . 86,5 — - — 4% OeNerrrichtlche dolbrte 24,25 _ _ 4,20% Oeilcrr. SUbetti- 4% veslerreichilche Einheitliche 2,6 — 2,7 — Rente.......... 4% Ungarische ®olbtie.. . . 1.9 — — _ 21.9 — 21,8 _ 4% Ungarische S>aat«r. o 1910 19,5 —— 19,65 19,75 4h% uegL von 1913 . . . — — 21,13 4% Unqatlldie fltoncnrte.. . 1,95 — 1.95 _ 4% türt. Lollaolclhe v. 1911 . 4% Türkische Bagoadbahn-An 7.25 7,5 7,4 7.6 Serie I..... 7,4 7,4 7,6 4% Mol. S»rie II 6% Rumänische vereinh. Rente 7,4 — 7,4 7,6 von 10U3 . . . . *Vi% in nnflnHdir vereinh. Rente 8,85 — 8,95 — von 1913 ....... 14,25 — 14,3 — 4% Rumänische vereinh. u.eme . 7,15 — 7,2 - ^Tonffurt a w Berit. ■r Knr» ■Uh Rur Schluß 1 An lang- Rur: । flur Damm 7 1 8 1 7 1 8 1 Hamburg-Amerika Paket < Hamb. Südam Dampssch. . t- Hama Dtrm t sl hiss.....K Norddeutscher Lloyd..... Allg DeulicheEredilanL . . 1' Barmer Bankverein .... 1« Berliner Hanveisgelellsch. . . 1. Eommerz- und Privat-Bank . Darmst. u. Rakionalbanl . 1 Deunche Bank......1 Dieconto-iSeleUschast, Aut. . 1> Dresdner Bank......1 ReichSbam.......i A.S.S...... Bergmann . . Elcltr. LieserungSgelelllchast 1> Licht und Krast n stellen 4 Builleaume. ... TY, Gei. s Bellt. Untern.. ... io Hamb viel r »Werke .... 1 Rhein Elel:r........; Schiel, eirfr ......!<• Schlickert L Co......11 Siemen« 4 Hauke.....16 Transradio..... . . . 8 Lahmeyer 4 So. .... . 10 Buderus ........ 5 Deutiche Erddl.......e Cliener Steinkohle ...... t- Gelienkirchener ....... 8 Harpener......... 0 Hoeich Eilen........6Yt stiie Bergbau.......10 KlScknerwerke ....... fiöin-9kufllen .... 7 Mannesmann -Rühren ... 7 i)ian#icioci Bergbau...... CbcrWet. Enen^eoarf .... vberichle,. Kokswerke.....7 Phünir Bergbau......6H Rheinische Braunkohlen... io Wbctnflohi ....... 6 Rleveck Montan......7,4 96,25 95,25 117,25 118,75 176,25 148.5 226.5 143,75 143,75 144.25 280 157,5 148 114 150 276 160 65 133 142,5 222,5 94 95,4 103,25 250 109,5 118.75 148 225 143 143 25 280 157 149 175,5 160,75 65 95.5 134 6.4 97 104,25 111 9b.25 176 144 5 95.25 117,75 118.75 175.75 148 226 143.5 143.5 144,25 280,5 157,13 160 150 114 25 150,5 129 146,5 174,75 275 161.5 64,25 r4,5 135 133 143 111 222,25 64.5 109 95.65 106.9 72-25 93.5 103 249 109,5 96,6 175,5 96 117,5 118.75 176 225 143,75 143.25 279,5 156,5 206 149,75 128.5 137 175 275 65.75 95,4 134.5 133 144 112-5 222 95.5 109,5 96.9 107,25 71,5 93,9 103.6 250 109,75 Frankfurt a M Berlin