Nr. 208 (Erftes Blatt 180. Jahrgang Samstag, b. September 1930 Erichecnc »ägttch,avher Soimtags und Feiertag» BtUaeei: fhe Illustriert, Siebener Familienblätter Heimat im Düü Die Scholl« Monats-Vejug,preis: 2.20 RecchsmarK und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- Beineu einzelnerNummeru folg, höherer Gewalt. Zerufprechaufchlüße enterSammdnummer22SL Anfchrift für vrohtnach- nchten Hnjdgrr Oletze», pollichecktonto: Srentfurtammain 11688. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Vrvck und Verla-: vrühl'fche Utttverßlüti.vuch» and Stetwömderei H. Lange ti «tetzen. Schriftlettnng und Sefchäftrftelle: Schnllttaße 7. Annahme mr Injelaee für di« Tagesnummer bis zum Nachmmag vorher. Preis für l mm höhe für Snjdqrn non 27 mni Brerle örtlich 8, auswärts 10 Reichspf enntg: für Re» Klamean zeigen von 70 mm Breite 35 Relchspfennig, Platzoorfchrift 20*. mehr. Ehefredabteur vr.Fnedr. Wilh. Lang«. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Dr jy Ibonot; für den übrigen Teil Ernst Vlumfchein und für der, Anzeigenteil Max Fist«, sämtlich in Dieben. Frauen im Wahlkampf. Don Dr. Marga Job. Es besteht in weitesten Schichten der Bevölkerung eine unverkennbare Mißstimmung, die hauptsächlich durch die inneren Wirtschafts- Verhältnisse Keroorgerusen ist. Die Folge ist, daß eine art politischer Fatalismus Platz greift, und damit wird die Gefahr heraufbefchworen, daß auch die Frauen von der allgemeinen Gleichgültigkeit angesteckt werden. Allerdings bisher haben sie im politischen Leben nicht oerfagt. Irn Gegensatz zu den von männlichen Wahlrechtsgegnern ausgestellten ungünstigen Prophezeiungen entwickelten die weiblichen Wähler von vornherein ein überraschend großes Interesse, das sich an der lebhaften Teilnahme an den Wahlen aussproch. Obwohl die Männer, von den Parteien umworben und dadurch aufgeklärt, schon seit Jahrzehnten das Reichstagswohlrecht besaßen, übten sie das Wahlrecht zur Nationalversammlung des neuen Reiches in geringerem Maße aus als die Frauen. Dadurch wird der weiblichen Anpassungsfähigkeit ein glänzendes Zeugnis ausgestellt, zumal angesichts der Tatsache, daß den Frauen da- mals erst feit einem Jahrzehnt, seit dem Inkrafttreten des Reichsoereinsgesetzes, die Beteiligung an der Politik gestattet war, und daß die Mehrzahl der Parteien sich um sie gar nicht gekümmert hatte und auch nicht für ihre völlige staatsbüraerliche Gleichberechtigung eingetreten war. Die Parteien wurden insofern Nutznießerinnen der erweiterten Frauenrechte, als ihre Reihen dadurch aufgefüllt wurden-, sie kamen auch den Frauen entgegen und stellten weibliche Kandidaten auf. In der Nationalversammlung gab es unter 423 Abgeordneten 41 Frauen: 9,6 v. H., im Reichstag vom Dezember 1924 waren es nur noch 33: 6,6 v. S). Diese noch heute charak- teriftifche Verminderung der Zahl der weiblichen Abgeordneten ist natürlich nicht geeignet, die Wahlfreudigkeit der Frauen zu erhöhen. Wenn aber auch unzweifelhaft die Parteien für die Frauen eine Enttäuschung bedeuten, so darf dies doch nicht dazu führen, daß die politische Aktivität der Wählerinnen geringer wird, lieber den Parteien steht der Staat, und der Gedanke, daß die Parteien nicht Selbstzweck sind, sondern nur Mittel zum höheren Zweck, darf niemals verblassen. Es liegt in der weiblichen Natur, niemals den Partei standpunkt zuungunsten eines weiterreichenden Lebens- und Welt- erfassens in den Vordergrund zu stellen. In schöner Unbefangenheit sind sie der Natur näher als die Männer: es liegt ein tiefer Sinn darin, daß Faust in seinem Drang nach Erkenntnis ins Reich der Mütter herab- steigt. Immer sind es die Mütter, die den Wen von der Vergangenheit zur Zukunft weifen, die Glied zu Glied in der ewigen Kette des Geschehens fügen. Als Schöpferinnen des Lebens tragen sie die höchste Verantwortung, das Leben zu erholten. Damit ist die Heilighaltung des Staates untrennbar Der- knüpft. Bisher hat es sich erwiesen, daß die äußerst rechts wie auch äußerst links gerichteten Parteien nicht auf die große Menge der Frauen rechnen konnten. Die Frauen suhlen sich berufen, mit aufzubauen, nicht aber zu zerstören, den Geist wahrer Versöhnlichkeit zu verbreiten, nicht aber die Verhetzung zu vergrößern. Auch im politischen Leben ist es dringend notwendig, daß die gleiche Sorge um Die Allgemeinheit herrscht, wie im Heim um das Wohl der Familie. Schwerer als je ist die Aufgabe zu lösen, Kultur in die Politik hineinzutragen, das frauliche Element zur Geltung zu bringen, die Kraft und Fähigkeit durchzusetzen, widerstrebende Kräfte zusam- menzusassen. Die weibliche Solidarität trägt überdies dazu bei, die sonstigen Gegensätze zu überbrücken. Daß ihr Vorhandensein eine versöhnliche Wirkung ausübt, beweist die Reichstagsarbeit. Frauen aller Parteien fanden sich zu gemeinsamen Vorgehen zu- sammen, wenn es galt, ein der weiblichen Gesamtheit gegenüber verübtes Unrecht abzuwehren. Wie groß mußte ihre Begeisterung fein, wenn ihnen von feiten anders eingestellter Parteien nichts in den Weg gelegt wurde. Die Geschichte der weiblichen Parlamentstätigkeit beweist auch, i$ie oft die Sachlage einen solchen gemeinsamen Schritt erforderte. Selbstverständliche Forderungen wie die Verleihung des passiven Wahlrechts an die Frauen zu den Kaufmanns- und Gewerbegerichten (den heutigen Arbeitsgerichten), die Erlaubnis des Börsenbesuchs für Frauen mußten wiederholt gestellt werden, ehe sie von der Regierung bewilligt wurden. Dem einmütigen Vorgehen der weiblichen Abgeord- Oer Reichskanzler an die Partei der Nichtwähler. Ein ernster Appell an das Verantwortungsgefühl des Staatsbürgers. — Oie Reichsregierung fordert die Entscheidung des Wählers über ihre Leistungen und ihr Programm. Berlin, 5. Sept. (2BIB. Funkspruch.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing heute den Chef- rebafteur des WTB zu einer Aussprache über bie politische Loge. Hierbei beantwortete er verschiedene mit bem Wahlkampf zusammenhängende Fragen. Frage: Wie beurteilen Sie, Herr Reichskanzler, die Ausfichten der bevorstehenden Reichstags- wähl? Antwort: Wer an bas beutsche Volk glaubt, wer Vertrauen zur beutschen Wirtschaft hat, wer den Arbeitswillen des Deutschen kennt und hochscbätzen gelernt hat, ber wirb auch mit einiger Z u - verficht bem 14. September entgegen- sehen bürfen. Ein Volk, bas zwölf Fahre bitterste Rot ertragen hat unb nicht verzweifelt ist, wirb an bem läge, an bem es berufen ist, seine Zukunft zu sichern, nicht versagen. Hierbei muh ich allerbings eins hervorheben: Alle müssen ihre Pflicht tun. Ls gehl nicht an, bah, wie bei früheren Dahlen, Millionen Deutscher beiseite stehen und ber Wahlurne fernblei ben. Die sogenannte Partei ber Richlwahler ist bie stärkste Partei des deutschen Volkes. Beim letzten Male hallen über zehn Millionen deutscher Frauen und Männer ihre Wahlpflicht versäumt, was einen Ausfall von rund 175 Reichstagsabgeordneten bedeutet. Das sind, wie Sie mir gewiß zugeben, geradezu ungeheuerliche Zahlen. Die schwere Not der ®t- samtheit ist die Not sedes einzelnen. Kritik au üben und bann, wenn es darauf ankommt, nicht positiv mitzuarbeiten, ist gewissenlos. In einem demokratischen Staat ist das Wahlrecht in erster Linie Wahlpflicht. Wer diese Pslicht nicht erfüllt, verfälscht das Bild des Dolkswillens. Diejenigen, die am abfälligsten über das Versagen des Reichstags geurteilt haben, mögen sich die Frage vorlegen, ob nicht gerade sie et. waren, die aus Bequemlichkeit oder Interesselosigkeit an diesem Versagen mit schuld gewesen sind. Gerade diejenigen Parteien, die die schwere Last der Verantwortung getragen haben, litten besonders unter ber Wahlenthaltung. Frage: In welchem Lager wirb nach Ihrer Aus- sassung, Herr Reichskanzler, biesmal b i e größte Zahl ber Nichtwähler zu finden sein? Antwort: Das ist schwer zu sagest. Ich habe aber die Hoffnung, daß die Erkenntnis der u n • geheuren Wichtigkeit gerade dieses Wahlganges den hinter der Regierung stehen- den Parteien einen beträchtlichen Zuzug aus dem Heere der Nichtwähler verschaffen wird. Die gegenwärtige Regierung hat, ohne bah ich mit dieser Feststellung ju scharfe Kritik an ihren Vorgängerinnen üble, positive Arbeit geleistet. Sie hat alle die Probleme angepackt, die in früheren Zeiten keine Lösung fanden, weil man sich nur ungern an unpopuläre Mahnahmen heranwagte. W i r haben da» getan. (Ein Kranker muh wissen, was ihm fehlt, damit et die Mittel anwenden kann, die zu seiner Gesundung führen. Das deutsche Volk hat ein Recht, bie Wahrheit zu wissen und ist auch reif genug, zu erfahren, wo Mihstände sind unb wie sie beseitigt werden können. Frage: Werben aber nicht gerade diese Regie- rungsmahnahmen, Herr Reichskanzler, die Arbeit der hinter der Regierung stehenden Parteien erschweren? Antwort: DaS Gegenteil mühte der Fall fein, wenn man noch an einen politischen Instinkt DeS deutschen Volkes glauben darf. Die Maßnahmen der Reichsregierung erschweren nicht die Arbeit der hinter der Regierung stehenden Parteien, sondern erleichtern diese Arbeit. Wir hatten eine Zerrüttung der Finanzen vorgesunden, deren Ursachen weit wrüdlicgcn. Die Regierung hat den Haushaltsplan in Ordnungaebracht, soweit dies in den gegenwärtigen Zeiten einer kaum dagewesenen Weltwirtschaftskrise überhaupt möglich war. Die qualvollen Sorgen früherer Monate, ob die Verpflichtungen des Staates am Ende eines Monats überhaupt noch erfüllt werden können, besteht nicht mehr. Es ist gelungen, über eine Milliarde Reichsmark durch daS 2t- beitsbeschasfung-programm zusätzlich der deutschen Wirtschaft zuzuführon. Dadurch wird 100 000 Arbeitern Brot verschafft und dadurch teils Arbeitslosigkeit vermindert, teils ihr Anwachsen gehemmt. Durch ein großzügiges Programm. dessen Durchführung im besten Gange ist, haben wir dem schwerleidenden Osten wirkliche Hilfe angedeihen lassen. Wir haben nicht von Sparsamkeit geredet, aber wir haben sparsame Haushaltsgestaltung in die Tat um- gesetz t.Sie haben vielleicht auch die grobe gestrige Rede des Herrn Vizekanzlers Dietrich gelesen, wonach vom Kabinett bereits Maßnahmen vor- geschlagen wurden, nach denen in dem Haushaltsplan 1931 eine Ersparnis von ü-ber 300 Millionen gegenüber dem Entwurf 1930 möglich werden soll. Wer die Dinge kennt, namentlich die vielen Zwangsläufigkeiten und die etatgesehlichen Festlegungen, wird mit mir darin eine sehr wertvolle politische Arbeit erblicken. Freilich! Wir haben manchem weh tun müssen, aber wir haben der Gesamtheit geholfen und das Vertrauen im Auslande in die deutsche Wirtschaft und zur deutschen Arbeit gestärkt. Der gesunde Sinn de» Deutschen muß und wird erkennen, dah solche Maßnahmen die beste IDaffe und die erste Voraussetzung gesunder Verhältnisse In Staat und Wirtschaft «ind. Deswegen glaube ich auch, daß viele, die früher der Wahlurne ferngeblieben sind, weil sie immer wieder sehen konnten, daß das vieloersprochene nur Schlagworte für den Wahltag waren, diesmal ihre Wahlpflicht erfüllen, wir haben nicht» Unmögliche» versprochen, wir fordern jeden Staatsbürger auf, über unsere Politik zu urteilen, wir haben Wege in die nahe Zukunft gewiesen, wir haben nicht In bilderreicher Sprache Vesterungen In Aussicht gestellt, sondern in nüchternem (De- setzestext der vessenilichkeil unser Programm unterbreitet oder in Entwürfen und Richtlinien kundgetan. Zeder hat schwor, auf weih, rea» wir getan haben, und wo» wir noch tun wollen. Zeder muß sich entscheiden, ob er zu uns stehen will oder nicht. Der Wähler Hal dieses Mal über bereit» vollzogene Tatsachen zu entscheiden und nicht über wechsel auf die Zukunft. Deswegen Ist jeder, der nicht wählt, nicht nur oer- antroortungelo», sondern gewissenlos. Frage: »Glauben Sie, Herr Reichskanzler, mit dem kommenden Reichstag Ihr Programm verwirklichen zu können?" Antwort. .Die Entscheidung darüber liegt nicht bei mir und dem Reichskadinett. Sie liegt in den Händen des Wählers am 14. September. Er wird Darüber zu entscheiden haben, ob die in großen Umrissen von mir gekennzeichneten Reformplane der Reichsreglerung Wirklichkeit werden sollen oder nicht. Ich vertraue Darauf, daß eine große Stunde kein kleines Ge- schlecht finden wird. 3d) vertraue auf Den ge* IunDen staatsbürgerlichen Sinn des deutschen Vvl- kS. die Entscheidung geht um Riedergang oder Gesundung undWleDerausstieg. Wer dieser Entscheidung durch ^Fernbleiben von Der Wahlurne ausweicht, der ist der Ehre, ein deutscher Staatsbürger zu sein, nicht wert. Höher als das Wahlrecht steht die Derpslid>tung, von diesem Rechte Gebrauch zu machen." Aalionalsozialislen und Reichsregierung. Eine Denkschrift des ReichSinnenministeriumS. V e r l i n, 5. Sept. (TRD.j 3m Streit zwischen dem Reichsinnenministerium und der thüringischen Dtaatsregierung um dce Polizeikosten- zus chüsse vor Dem Staatsgerichtshof begrün- Det daS Reichsinnenministerium Die Einbehaltung mit Der VerwenDung von national- sozialistischen lei tenden Polizeibeamten in Thüringen. Diese gäben nicht Die Gewähr Dafür, daß Die ihnen unterstellte Polizei im Falle von Unruhen ein Durchaus zuverlässiges Mittel in Der Hand Der Regierung fei; Denn Die RSDAP. verfolge selbst hochverräterische Ziele. Die RSDAP. hat jetzt bestritten, daß sie Die bestehende Verfassung umstoßen wolle. Die thüringische StäatSregierung hat Dem StaatSgerichShof diese Erklärung übermittelt. Die Reichsregierung hat ihrerseits Dem Gerichtshof eine Denkschrift zu gestellt. Die zu sol- gcnDcm SchlußergebniS kommt: .Die RSDAP. erstrebt mit allen Mitteln den Umsturz der auf Die Weimarer Verfassung gegründeten deutschen Republik. Sie führt bewußt. aber mit anderer Taktik die Politik, Die im 3 ah re 1923 zu dem Hitler-Putsch führte, fort. Die bei dem Scheitern dieses Putsches gemachten Ersahrungen haben die Partei Deranlafjt, in planmäßigen Etappen eine neue Revolution vorzubereiten, deren Ziel die Ausrichtung eines diktatorisch-organisierten rein völkischen Staates ist. Die Partei selbst und die von ihr geschaffenen Organisationen sind so aufgebaut, daß sie alle als geschlossene, militärisch disziplinierte Kampftruppen bei Dem beabsichtigten Umsturz eingesetzt werben können. Soweit sich Rattonalfozialistcn am parlamentarischen StaatS- leben beteiligen, tun sie es au Dem ausgesprochenen Zweck, Den Staat unb feine Machtmittel von innen heraus zu unterhöhlen, um Den Generalangriff durch Schwächung Der inneren Widerstands kraft des Staates zu erleichtern. Sie fühlen sich schon jetzt geruftet, um unter Anwendung von brachialer Gewalt Den Umsturz herbeizuführen." (Es Dürfte jo wohl bei uns nur noch sehr wenige geben, die nicht Der Ansicht sind, daß Herr Hiller mit seinem Anhang noch immer an eine Neuauflage Des Münchener Putsche» vom Jahre 1923 denkt. So interessant das zusammen» ptragene Material auch ist, so wenig Zweck hat eine Veröffentlichung in diesem Augenblick, weil es o aussteht, als ob es sich hier um einen Ausschnitt aus der Wahlpropaganda handelt. Diel bester wäre cs dagegen, wenn von Seiten des Reiches die nationalsozialiftischc Gefahr mit anderen Mitteln als mit Denkschriften bekämpft werden würde. Aber man ist ja nicht einmal fähig, gegen de n Kommunismus fo zu Felde zu ziehen, wie das nötig wäre, um auch durch die Umsturzpläne von links her einen dicken Strich zu ziehen. Statt besten darf Max Hölz, der lange Zeit der Schrecken Mitteldeutschlands war, wieder von einer Wahlversammlung in die andere ziehen und die Massen aufputschen. In Berlin hat er am Donnerstagabend vor mehreren tausend Kommunisten gesprochen und unter frenetischem Beifall erklärt, daß in Rußland noch Diel z u wenig erschossen würden, und daß man dafür Sorge tragen möge, daß auch in Deutschland eine Tscheka bald ihre Arbeit aufnehmen könne. Es ist in der Tat höchste Zeit, daß wir endlich wieder zu einer ft arten Reichsgewalt zurückkehren und dem Spuk der Radikalen ein Ende bereiten, denn sonst kann es passieren, daß es eines Tages doch noch zu revolutionären Entladungen kommt und die vorhandenen staatlichen Machtmittel nicht ausreichen, um mit den radikalen Parteien fertig zu werden. ncten aller Fraktionen gelang es, im Jahre 1922 Das umstrittene passive Wahlrecht Durchzusetzen. Es beDurfte größerer Energie, altes Unrecht auszumerzen als zu verhüten, Daß neues geschaffen werDe. Bei Vorlegung von neuen Gesetzentwürfen weiß man im voraus, Daß sie bei Den weiblichen AbgeorDne- ten einen Sturm Der Entrüstung erregen roür- Den, wenn sie eine Beeinträchtigung von Fraueninteressen mit sich brächten. Muß auherDern Damit gerechnet roerDen, Daß Der Widerspruch Der Parlamentarierinnen i m ganzen Land WiDerhall finDet, so ist Dies eine Tatsache. Die ins Gewicht fällt. Kenner amerikanischer Verhällnisse berichten, von welchem Einfluste Das glühende Interesse, Das intelligente, geschulte, urteilsfähige Frauen an Der Dortigen Politik nehmen, auf Die Gestaltung Des politischen Lebens ist. Es versteht sich von felbst. Daß je mehr Die Politik Herzenssache ist, je größer Das VerstänDnis wird. Sachkenntnisse allein genügen jeDoch nicht, um zur politischen Reife zu gelangen, es Darf auch nicht an Der E i n s i ch t D e r gegebenen Möglichkeiten fehlen. In Dieser Beziehung sinD Die Frauen glücklich Daran, sie sind von Natur aus Die geborenen Realpolitikerinnen mit einem ausgesprochenen Sinn für Das Konkrete, Das Erreichbare. Wir brauchen aber DringenD Die Politik Des gefunDen Menschenverstandes, wir beDürfen Daher Der Verstärkung Des weiblichen Einflusses. Frauen an Die Front! Der Ausbau Der Deutschen Zukunft erforDert Die (Entfaltung Der männlichen u n D weiblichen Kräfte! Schwierige Aufgaben warten noch Darauf, richtig angepackt zu roerDen, es fei nur an Die Finanz-, Wirtschafts- unD Sozialpolitik geDacht. Der öffentliche Haushalt beDarf Der verstänDi- gen Hausfrau. FrauenfeinDliche Gesetze müssen beteiligt werden! Kulturelle Zwecke bürfen nicht vernachlässigt roerDen! Es ist Darum Pflicht aller Frauen, Die Kräfte zu regen, politische Gleichgültigkeit zu bekämpfen unb bei Den Reichstagsroahlen in noch stärkerem GraDe als früher Das W a hlrecht auszuüben! Oes Reichskanzlers Antwort an Braun 03re6lau. 5. Sept (ERB.) Reichskanzler Dr. Vrüning hat bei einer Versammlung in VrcSlau auf Die Anfragen, die der preußische Ministerpräsident Braun und der Reichstags- Präsident L ö b e an ihn gerichtet hatten, ob das Zentrum künftig mit oder ohne die Sozialdemokratie regieren wolle, d i e Gegenfrage gestellt, ob die Sozialdemokratie Die Möglichkeit sähe, mit einem Mann zu- fammenzuarbeiten, von dem es in einem fozialdemokratischenWahlflugblatt heiße: „Mit den Aermften unserer Armen, da hat Herr Brüning kein Erbarmen." WM . X ••'•<* •> •' ••-«? ;< '» • : ■■ WMUM *vy? -A v,-z y V/ <■ * Die MrbeWimkataflrophe in Sanio Domingo. Schwere Opfer an Menschenleben und Sachwerten. — Drohende Hungersnot. Hilfsmaßnahmen sehr erschwert. Höhe von 14 0 0 0 bis 16 0 00 Metern er» reicht werden müsse. Die 3% mm starke Gondel besitzt zwei Ausgänge und ist auf einen Druck von 7 Atmosphären geprüft, d. h. auf zwei Atmo- sphären Ueberdruck, während auf > der Fahrt höchstens mit einer halben Atmosphäre Ueberdruck gerechnet wird. Außerdem wird Pie- card drei Fallschirme mitführen und ein seitlich der Gondel angebrachter Schraubenmotor wird es ermöglichen, die Gondel nach beliebiger Dichtung zu drehen und je nach Bedarf die schwarzen oder die weihen Flächen der Sonnenbestrahlung auszusehen. Der Gelehrte berechnet Hie Temperatur in der Gondel auf 20 bis 25 Grad. Er hat bis jetzt sechs Flüge als Passagier und sechs als Ballonführer ausgeführt, wobei er aber über eine Höhe von 4500 Meter nicht hinausgekommen ist. Günstige Witterung vorausgesetzt. hofft Piccrcd, frühestens am kommenden Dienstag aufsteigen zu können. Piccard rechnet mit einer Temperatur von 25 Grad Kälte innerhalb der Gondel und einer Außentemperatur von über 60 Grad unter Null. Professor Piccard ist 46 Jahre alt, in Basel geboren. Er wirkte an der Technischen Hochschule in Zürich und ist seit acht Jahren als ordentlicher Professor für Physik an der Universität Brüssel tätig. Nie Wahlvorschläge für -en Wahlkreis Hessen. WSN. Dar m.st a d t, 5. Sept. Für die Reichstagswahl am 14. September sind im Wahlkreis 33 (Hessen) 14 Wahlvorschläge eingegangen, und zwar: 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands (David). 2. Deutschnationale Volkspartei (Dr. Ruppel). 3. Deutsche Zentrumspartei (Dr. Bockius). 4. Kommunistische Partei Deutschlands (Remmele). 5. Deutsche Volkspartei (Dr. Dingeldey). 6. Deutsche Staatspartei (Dr. Ehrhard). 7. Reichspartei des Deutschen Mittelstandes, Wirtschaftspartei (Dr. Hornesfer). 9. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Hitlerbewegung (Münchmeyer). 10. Hessisches Landvolk, Christlich-Nationale Dauern- und Landvolkpartei (Dorsch). 11. Volksrechtpartei, Reichspartei für Dolksrecht und Aufwertung und Christlich-Soziale Reichspartei (Dr. Sßolf). 12. Deutsche Bauernpartei (Hillebrand). 16. Konservative Volkspartei (Hoetzsch). 17. Christlich-Sozialer Volksdienst, evangelische Bewegung (Hartwig). 22. Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenpartei (Becker). In dieser Liste unseres Wahlkreises tritt als Nr. 16 auch die Konservative Volkspartei in Erscheinung, die in den Reichslisten namentlich nicht vertreten ist, da sie für das Reich mit dem Landbund eine Listenoerbindung eingegangen ist. Oie Wahlvorschläge für Hessen-Nassau. WSN. Kassel, 5. Sept. Im Wahlkreis 19 (Hessen-Aassau und Waldeck) sind folgende 16 Parteien vom Wahlausschuß für zugelassen erklärt worden: 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Scheidemann). 2. Deutschnationale Dolkspartei (Steuer). 3. Deutsche Zentrumspartei (Dessauer). 4. Kommunistische Partei Deutschlands (Münzenberg). 5. Deutsche Bolkspartei (Kalle). 5a. Christlich-soziale Volksgemeinschaft (Dro- dersen). 6. Deutsche Staatspartei (Reinhold). 7. Reichspartei des Deutschen Mittelstandes, Wirtschaftspartei, (Rhode). 9. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Hitlerbewegung, (Sprenger). 10. Deutsches Landvolk, Christlich-Dauern- und Landvoltpartei, (Hepp>. 11. Volksrechtpartei (Nieyrn). 12. Deutsche Bauernpartei (Trieschmann). 16. Konservative Voltspartei (Hoetzsch). 17. Christlich-Sozialer Doltsdienst (Hartwig). 22. Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenen- Partei (Delles). 23. Unabhängige sozialdemokratische Partei (Liebknecht). Oer ReichsfinanzmmiAer . antwortet Hugenberg. Stuttgart, 5. Sept. (WTB.) Reichsfinanz- Minister Dr. Dietrich ging in einer Wahlversammlung auf die in Stuttgart von Geheimrat Dr. Hugenberg erhobene Frage ein, ob es richtig sei, daß die Franzosen uns 2 Milliarden Mark borgen wollten. Der Minister erklärte, daß der Reichsregierung nichts davon bekannt sei. Es sei auch nicht versucht worden, die Franzosen anzuborgen. Bei den Franzosen bestehe dazu gar keine Neigung. Aber wenn die Franzosen uns gern 2% Milliarden Mk. zu 3 v. H. borgen möchten, dann werde er sie morgen annehmen trotz Hugenberg. Aus aller Welt. Die Katastrophe des österreichischen Verkehrsflugzeugs. Den von Partenkirchen ausgesandten Bergungsexpeditionen ist es gelungen, auf dem Krottenkopf ungefähr sechs Kilometer nordöstlich Garmisch-Partenkirchen das vermißte österreichische Verkehrsflugzeug aufzufinden. Das Flugzeug ist im-Aebel gegen die Felswand angeprallt und vollkommen zerschmettert worden. Der Führer muh sofort tot gewesen sein. Nachdem die Rettungsexpeditionen noch die Leiche des Fliegers freigelegt hatten, kehrten sie wieder zurück. Der Leiter der Süddeutschen Lufthansa, Major Hailer, ist mit dem Leiter der Oesterreichischen Lufthansa, Direktor Dr. Hoffmann, und dem Leiter des Innsbrucker Flugplatzes, Hauptmann Lovy, von der Schwarzenberg-Alm aufgestiegen, um die Leiche des Fliegers zu bergen/ Die Tragödie der Andree-Expedition. Das Logbuch der Andree-Expedition enthält Aufzeichnungen bis zum 5. September. Bis dahin kann man also das Schicksal der drei Männer verfolgen. Der Text ist bis zu diesem Da- Lin Ieleidignngspwzeß des ehemaligen Kaisers. Washington, 5. Sept. (WTV.) Der Vertreter des Roten Kreuzes Hauptmann Antonio Silva berichtet aus Santo Domingo, bei der Wirbelsturmkatastrophe seien rund 1 000 Personen getötet und 2500 verletzt, 4700 Wohnhäuser zerstört und 200 beschädigt worden. 29 000 Personen feien obdachlos. Die verluslziffern beziehen sich nur auf die Stadt. Aus dem Landes- i n n e r n , wo ebenfalls große Verluste befürchtet werden, sind noch keine Einzelheiten bekannt. Die Zahl der Toten ist nicht einmal ungefähr schätzbar, da zahlreiche Tote noch unter den Trümmern begraben liegen. Bisher wurden 800 Die Zitadelle von Santa Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Leichen geborgen. Der Versuch, die Toten zu beerdigen, muhte als hoffnungslos aufgegeben werden. Wan muhte wassenoerbrennungen vornehmen. Die hilfsmahnahmen der offiziellen und der privaten Kreise schreiten mit gröhtmöglicher Schnelligkeit fort. Das amerikanische warinefahr- zeug „hebe" ist mit Lebensmitteln nach Santo Domingo unterwegs, zwei weitere Dampfer sollen Aerzte, Krankenschwestern und Medikamente bringen. Der Sachschaden wird auf mindestens 20 Millionen geschäht. Die Hungersnot greift immer mehr um sich. Gröhte Rationierung der eintresfenden Lebensmittel ist notwendig. Die Löschung der Dampfer wird mit grohen Schwierigkeiten verbunden sein, da die Hafenschiffahrt infolge der umherschwimmenden Wrackstücke beinahe unmöglich ist und auherdem sämtliche Lagerhäuser z e r st ö r l wurden. Gröhere Trupps begannen bereits mit den Aufräumungsarbeiten und der Instandsetzung der Straften, die Wochen und Monate dauern soll. Beinahe alle öffentlichen (Betäube, unter ihnen der Palast des Präsidenten, das Abgeordnetenhaus und das Justizgebäude sind h e r st ö r t. Die älteste Stadt der Reuen Welt Santo Domingo, die Hauptstadt der Republik gleichen Namens auf der Insel Haiti, die jetzt durch einen Wirbelsturm fast vollkommen zerstört wurde, ist die älteste Stadt der Neuen Welt. Sie wurde am 4. August 1496 von Bartolome Colon gegründet und hat so manche Katastrophe überstanden, so daß wir auch diesmal für ihre glückliche Wiederauferstehung aus der Asche hoffen dürfen. Zerstörungen und Erdbeben wechselten miteinander ab, wie ja überhaupt die Geschichte der Insel erfüllt ist mit furchtbaren Naturkatastrophen und blu- tigen Revolutionen. Die Spanier hatten bei der Entdeckung der Insel ihren indianischen Namen Haiti in Santo Domingo umgewandelt, wie auch die Hauptstadt getauft wurde, aber 1844 heißt nur noch der größere östliche Teil Santo Domingo, der ebenso wie der andere den Namen Haiti behaltende Teil eine selbständige Republik wurde. Zum Unterschiede Der Katholikentag in Münster. In Münster begann in der ganz in weiß und gold gehaltenen Stadthalle die erste geschlossene Generalversammlung, in der Die Fragen des Missionswesens und Auslanddeutschtums behandelt wurden. Fürst Alois von Löwenstein, der Präsident des Zentralkomitees, erstattete Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees im vergangenen Jahr. Unter ungeheurer Begeisterung der Bevölkerung wurde dann durch die Präsidenten des Katholikentages, den Bischof von Munster und die Vertreter der Stadt der päpstliche Nuntius Dr. Cesare Orsenigo vom Bahnhof zum Bischöflichen Palais geleitet. In den beiden Festhallen wurden der Nuntius und der Kardinal Dr. v. Faulhaber, München, stürmisch begrüßt. Der Nuntius begrüßte Deutschlands Katholiken aufs herzlichste. Die christliche Erziehung, das Thema des Katholikentages, sei von der katholischen Kirche immer in den Vordergrund gestellt worden. Auch habe die katholische Kirche stets b" Institution der Familie gestützt, die Unauflöslichkeit der Ehe, den Segen einer zahlreichen Kinderschar und die Autorität als Stellvertreter Gottes gepredigt, da sie allein die Fundamente des Glaubens und die Forderung jeder weisen Erziehung seien. Anschließend sprach dann Domprobst Universitätsprofessor Dr M a u s b a ch (Münster) über das Thema- Augustinus^ Sendung an seine und unsere Zeit Der Herr Reichspräsident hat auf das ihm zugegangene Degrüßungstelegramm folgende- geantwortet: „Den Teilnehmern am 69. Katholikentag in von Haiti, wo die Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent aus Negern besteht, heißt Santo Domingo auch die ,.M u l a t t e n r e p u b l i k", denn hier wohnen Menschen jeglicher Färbung mit Europäern zusammen. Es ist ein merkwürdiges Farben- und Rassengemisch. Die Weißen bilden etwa ein Drittel der Bevölkerung, daneben stehen die dunkleren Mulatten und die helleren Kreolen, die gelblichen M e st i z e n, und in den Städten viele Türken und Syrer. Die Stadt Santo Domingo, die über 30 000 Einwohner hatte, war außerordentlich schön gelegen: sie erhob sich mit ihren verfallenden Mauern und Türmen, die von ihrem ehemaligen Festungscharakter noch Kunde gaben, malerisch Der Hauptaltar der Kathedrale von Santa Domingo, in der Christoph Kolumbus begraben lag. auf einer Höhe an der Südküste der Insel, aus einer fruchtbaren Ebene, die an der Mündung des schiffbaren Ozama liegt. Kleinere Schiffe konnten bis nahe an die Stadt fahren, während die größeren apf der oft stürmischen Reede ankern mußten. Das schönste und älteste Bauwerk ist die gotische Kathedrale, ein majestätischer Dom, der von den Spaniern von 1514 bis 1540 errichtet wurde und in dem sich ein Vierteljahrtaufend das Grab des Kolumbus befand, bis dann 1795 nach der Besetzung der Insel durch die Franzosen die Gebeine des Entdeckers fortgeführt wurden. Die Stadt hat gerade, bevor sie jetzt so schwer heimgesucht wurde, eine moderne Wasserleitung und Kanalisation erhalten. Sie hatte in den letzten Jahren einen grohen Aufschwung genommen im Zusammenhang mit der Einführung der Verwaltung durch die Vereinigten Staaten. Die Mulattenrepublik war in ihrer kurzen Geschichte beständig von Revolutionen und Bürgerkriegen erschüttert: außerdem bestand im Innern ein Räuberunwesen, das jede Reise gefährlich machte. Als der Staat nun 1904 völlig zusammen- ßrach und bei 1,8 Millionen Dollar Einnahme 32 Millionen Dollar Schulden hatte, da führte Präsident Roosevelt eine Geschäftsaufsicht durch, die die Verwaltung der Steuern mit ein- sshloh. Die strenge amerikanische Verwaltung gefiel den Bewohnern gar nicht, und als sie durch eine neue Revolution sich selbständig zu machen suchten, erfolgte 1916 die militärische Besetzung. 1924 wurde die verfassungsmäßige Regierung wieder hergestellt, aber die Vereinigten Staaten behielten die Oberaufsicht und werden jetzt auch großartige Hilfsmaßnahmen durchführen. Das Land dürfte sich von der Zerstörung durch den Wirbelsturm bald wieder erholen, denn man hat mit Recht gesagt, daß kein Land der Erde die Insel Haiti an Fruchtbarkeit übertrifft. Ausgeführt werden besonders Zucker, Kakao, Kaffee und Tabak. Die Stadt Santo Domingo ist der Mittelpunkt der großen Zuckerrohr- Plantagen, deren Erträgnisse in 20 modern eingerichteten Fabriken verarbeitet wurden. Von hier strahlen auch die Autostraßen aus, die nach allen bedeutenderen Küstenorten der Republik führen. Der Kraftwagen hat nämlich in Santo Domingo die Eisenbahnen fast völlig verdrängt. Münster danke ich für das freundliche Meingedenken und für die Versicherung eifrigster Mitarbeit an der Ueberwindung der schwierigen Zeitlage. Ich erwidere Ihre Grüße herzlichst mit dem Wunsche, daß Ihre Tagung erfolgreich dazu beitragen möge, christliche Gesinnung, Pflichttreue und Verantwortungsgefühl für Staatswohl und Vaterland im deutschen Volke zu stärken. (gez.) von Hindenburg, Reichspräsident." Piccards Höhenflug. In einer Alum'ntumgondel auf eine Höhe hon 16 Kilometern. Der belgische Professor Piccard, der die Absicht hat, mit einem Ballon in einer besonders für diesen Zweck gebauten Gondel 16000 Meter hoch zu [teigen, um Messungen oorzunehrnen, ist mit Lastkraftwagen, auf Denen er persönlich die lieber- fuhruna der nach seinen Plänen konstruierten Gon- del und Meßinstrumente leitete, in Augsburg » ®r begab sich zur Riebinger Ballonfabnk, wo die Abladearbeiten erfolgten. Piccard empfing in der Montagehalle die Presse, um über seine Höhenfahrt Auskunft zu erteilen' Die in Form einer Kugel von 2,10 Meter Durch wesser aus Aluminiumblättern zusammengeschweißte schwarzweiße Gondel war bereits provisorisch aufgestellt, und mit dem Einbau der wissenschaftlichen Instrumente soll morgen begonnen werden Mit allem Nachdruck betonte der Gelehrte, daß sein Unternehmen mit sportlichen Höhenrekordversuchen nichts zu hin habe, sondern rein wissenschaftlichen Zwecken diene, für die allerdings eine Berlin, 5. Sept. (Itl.-Un.) Unter großem Andrang fand die Verhandlung in dem Privatbeleidigungsprozeß, den der ehemalige Kaiser gegen die „Morgenpo ft" angestrengt hat. Dem Prozeß liegt ein Artikel zugrunde, der am 24. Oktober 1929 mit der Ueberschrift „Das Lieferungsmonopol Krupps. — Stumme Geschäftsfreunde Wilhelm II." in der „Morgenpost" erschienen ist. Zu Beginn der Verhandlung schlug der Einzelrichter, Amtsgerichtsrat Bues, den Parteien nochmals einen Vergleich vor. Darauf erklärte Rechtsanwalt Bloch im Namen des Kaisers, daß ein Vergleich nur dann Zustandekommen könne, wenn die „Morgenpost" auf der ganzen Linie widerrufe. Demgegenüber erklärte der Verteidiger des Chefredakteurs Mendel, Justizrat Mamroth, daß sie an sich zu einem Vergleich bereit seien, nur von einem Widerruf könne keine Rede sein, da sie noch heute den bündigen Wahrheitsbeweis für ihre aufgestellten Behauptungen antreten könnten. Rechtsanwalt Bloch betonte dann nochmals, es käme ihm lediglich darauf an, daß der Inhalt des Artikels, der sich mit infamen Schmähungen gegen den Kaiser befasse, re st los zurückgenommen werde. Amtsgerichtsrat Bues begann dann mit der Verlesung des inkriminierten Artikels aus der „Morgenpost". Oie Beweisanträge der Verteidigung Darauf nahm die Verteidigung das Wort, um Anträge für die Führung des Wahrheitsbeweises einzubringen. Daß die in dem Artikel angeführten Monopolverträge der Firma Krupp außerordentlich schädlich gewesen seien, sei zu verschiedensten Malen in der Öffentlichkeit im Reichstage erörtert worden. Thyssen sei es nie gelungen, das Kruppmonopol zu durchbrechen, obwohl sich der damalige Kriegs- Minister von Einem gegen das Lieferungsmonopol ausgesprochen habe. General v. Reichenau habe sich für das Rohrrücklaufgeschütz eingesetzt und diese Ansicht in einer Reihe von Veröffentlichungen bekannt, wodurch seine dienstliche Stellung derart erschwert worden sei, daß er den Abschied genommen habe. Der Der» torbene General v. Falkenhayn habe in seinem Werke „Die Oberste Heeresleitung 1914—16“ getrieben, die Truppen haben die Unterlegenheit unferer Fe ldartillerie gegenüber der französischen empfind- lich gefühlt. Ferner beantragt die Verteidigung, Geheimrat Hugenberg darüber zu vernehmen, daß das an Krupp gegebene kaiserliche Darlehen später in Obligationen umgewandelt wor- den sei, so daß ein erhebliches Interesse der Hohenzollem am Gedeihen der Kruppwerke vorhanden gewesen sei und ferner, daß die Krupp-- Obligationen später im Wege der Erbfolge in Öen Besitz des letzten Kaisers übergegangen seien. Die Ausführungen des Klägers Der Vorsitzende lehnte die von der Verteidigung gesellten Deweisanträge ab. Das Gericht sei der Ansicht, daß diese Vorgänge sich niemals auf dem Wege der Beweisaufnahme klären ließen. Der Beweis dafür, daß der Kaiser seine staatsbürgerlichen Pflichten verletzt habe, könne durch die von der Verteidigung gestellten Beweis- anträge niemals erbracht werden. Der Rechtsbeistand des ehemaligen Kaisers, Rechtsanwalt Dr. Bloch, geißelte in scharfen Worten die Attacke, die sich die „Morgenpost“ gegen den Kaiser geleistet habe. Der Kaiser sei auf die vielen gegen ihn nach dem Kriege gerichteten Verleumdungen gar nicht eingegangen. Hier aber sei ec für das alte kaiserliche Heer eingetreten, das in dem Artikel auf das schwerste geschmäht worden sei. Cs sei auch bezeichnend, daß sich hier der Angeklagte als Exponent der „Morgenpost" verpflichtet gefühlt habe, eine Parallele äu den Sklarekereignissen zu ziehen, und eine Entlastungsoffensive für die Sklareks einzuleiten. Rechtsanwalt 'Dr.'Bloch beantragte, den Angeklagten Chefredakteur Mendel zu einer Freiheitsstrafe zu verurteilen, da eine Geldstrafe, wenn sie auch fünfstellig sei, vom Ullstein- kovzern übernommen und den Angeklagten nicht weiter schmerzen werde. Rechtsanwalt Dr. Eve r 11 n g hielt Dem Angeklagten vor, daß er einem Herrscher das Niedrigste vorgeworfen habe, was man sich überhaupt denken könne. Tw. Everling führte dann verschiedene Artikel der „Morgenpost“ aus den Jahren 19 13, 1915 und 1917 an, die alle von großer Liebe und der Treue zu Kaiser Wilhelm sprechen und ganz offensichtlich den Kaiser in seinem Glanze in den Himmel heben und ihn als fleckenlosen Monarchen schildern, während man ihn dann später im Unglück besudelt und beschimpft. Oas Urteil Der Einzelrichter verurteilte darauf den Chefredakteur der „Morgenpost“ Mendel wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 1 500 Mark ersatzweise zu drei Monaten Gefängnis. Dem Kaiser wird nach Rechtskraft des Urteils die Publikationsbefugnis in der „Morgenpost“ zu- gesprochen. — In der Urteilsbegründung führte der Richter aus, nach der heutigen Gesetzesregelung sei der frühere Kaiser eine Privatperson, die den Schutz für seine Ehre genau so beanspruchen könne, wie jeder andere Staatsbürger. Der innere Anlaß der Behauptungen der „Morgenpost“ sei zweifellos der Sklarekskandal gewesen und diese Parallele zum Sklarekskandal sei eine schwere Beleidigung des früheren Kaisers. Desgleichen sei es eine Beleidigung, daß man dem Kaiser Hochverrat und e g o i st i s ch e Motive, sich zu bereichern, vorgeworfen habe. Das Gericht glaube dem Angeklagten, daß er die Personalpolitik des Kaisers für schädlich und vaterlandsfeindlich gehalten habe. DcM Gericht konnte auch dem Angeklagten nicht nachweisen, daß ef wider besseres Wissen gehandelt habe. Die Pflicht einer großen Tageszeitung sei, Mißstände zu brandmarken. Nur fet dieser Artikel weit über das Maß oes Erlaubten hinausgeschossen. Eine Freiheitsstrafe hätte nicht in Frage kommen können, weil man dem Angeklagten keine ehrenrührige Gesinnung nachsagen könne. ----J ( HMl KUNDEN .IAN UN .Pf. 1915 8000 57000 7930 120000 f»27 36000 '»29 84000 IAX18 der Million. Mion enthält ibet. 2i- thi» >er drei Mn« )U vielem Da« 1). igieugi. >tenl)ktgmgfr m Arotten* 'rdöftilch ®Qr. bte öfter« u9 aufzulm- gegen bie bolltom« Der $übrcr «m btt de- Metzer« r iunid. Der ®a']or Hailer, -en Lufthansa, m Leiter bei mn Lovy, non gen, um btt fr* «tat • * Don der Kraftpoft Gieße n—L a u n »• bad) — Wißmar. Dom Postamt wird uns mit- geteilt: Den viel lach vorgcbrachlen Wünschen der Bewohner der Orte Launsboch und Wißmar entsprechend, werden mit Wirkung vom 7. September ab die Fahrzeiten der Kraftpost Gießen—Wißmar an Sonntagen wie folgt festgesetzt: ab Wißmar 12.00 Uhr, ab Launsbnch 12 12 Uhr, an Gießen 12.25 Uhr. Rückfahrt: ab Gießen Bhf. 17.36, an Launsbach 18.00, an Wißmar 18.10. Nach Ankunft in Wißmar setzt der Postkrastwagen um 18.12 die Fahrt bis nach Krosdorf fort, wo er um 18.20 Uhr anfommt. • • Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet N 'N fr freuet) uetj. anbg (Mn, Augen rieben 34) habe alS Jüngling auch den Flegel geschwungen. SS war keine leichte Arbeit für junge, ungeübte Arme, besonder- auch dann, wenn die Knechte mit kritischen Aügcn die .ßtubierten“ bespötteltenI Da mußte man alle Kraft zusammennehmrn, aber auch die Gedanken, denn träumen konnte man nicht beim Dreschen Da hieß eS. Takt gehalten, besonders, wenn eS vier oder gar fünt Drescher waren! Sprichwörtlich ist ja der Appetit der Drescher. Kein Wundern denn schon srühmorgenS um drei Uhr ging eS beim trüben Schein eine« Oellämp- chen» an die Arbeit. Dar man4>e heitere Jugendstunde habe ich beim Klang deS Dresch- slegclS verlebt. Wie schön ließ eS sich da im Stroh Verstecken spielen! Wie oft wurden Hefter mit jungen Mäusen au-gehoben! Waren die Drescher bei der Mahlzeit, und e- waren er» fllebige Mahlzeiten, dann konnten wir ungestört n der Scheunentenne Purzelbäume schlagen. Belm Ausrollen de- Strohe- auf da- hohe Gerüst waren wir natürlich auch. — Heute hat die Dreschmaschine die Herrschaft auf der ganzen Linie. ES ist wohl die erste Maschine, die sich bei den Landwirten heimisch gemacht bat; denn der Dorteil de- Dreschen- mit der Maschine ist so in die Augen springend, daß einer schon sehr am Alten hängen müßte, wenn et auch heule noch seine Frucht mit der Hand au-dreschen wollte. Und wandert man jetzt durch die DSrset, so hört man überall das eintönige Summen den Dreschmaschine Schön Ist die Arbeit bei ihr allerding- nicht. Wohl sehnt der Landmann den Tag heran, an dem er seine Dorräte dem Dreschwagcn übergeben kann, aber noch froher ist er wenn diese Tage vorüber sind. Die Maschine frönt ja gewissermaßen die ömte- arbelt, indem sie da- goldene Getreide fein säuberlich in die ausgehängten Säcke schultet, und je mehr eS gibt, desto mehr lacht da- Herz de- Dauern. Aber eS ist doch ein harter Tag Der Klang deS Dreschflegel- hat uni in Jugend geweckt Klipp, kapp! ging cD am stützen Morgen, wenn wir noch schlaslrunken die tum deutlich und klar, wird bamt aber undeutlich Dr Horn, der >eyt versucht, da - Schicksal Fränkel- zu rekonstruieren, schlägt oor, daß Schweden eine neue Expedition zur Weißen Insel entsendet, die weiter ,u4>en soll. Da- Logbuch enthält, toie Dr Horn sagt, nichtüber die Frage, ob zwei oder drei Männer über da- EiS marschierten Die Mannschaft der .Dratvaag" fand die beiden Leichen einen halben Meter tief im Elfe ES wäre möglich, daß die Leiche Fränkel- noch tiefer lieat. Man hält e- aber für wahrscheinlicher, daß Fränkel sich von Andree und 6trinbberg getrennt hat, um an- andere Ufer zu gelangen. Da alle Gewehre der Srpedition auf der Weihen Insel gesunden worden sind und ein Mensch ohne Gewehr sich in jenen Degen- den in einer hoffnung-losen Lage befunden hätte, muh Fränkel- Tragödie jedenfalls vor dem Tode Andree- und StrindbergS angesetzt werden für alle, für Frauen und Männer; denn eS sind gar viele Hände nötig, um die Arbeit bet der Drcschmaich.ne fortlaufend zu bewältigen. Schon früh am Tage w'.rd begonnen. Dann geht et ununterbrochen bis zur Mittagspause Ss gibt nur einen kurzen Halt, wenn andere Siebe und Walzen beim Fruchtwechsel eingesetzt werden müssen Scheint dann die Sonne noch mit solcher Krast und Eindringlichkeit wie in der letztet, Zeit, so nnlchl sich in den unendlich vielen Staub, der überall in der Scheuer, im Hof, Im Garten, auftoirwlt, viel viel Schweiß Wie sehen die Gesichter der Heiser au-! Denn eine Familie kann in den seltensten Fällen die Arbeit bewältigen. Da muß die ganze Derwandtschalt, auch der Aachbar, mlthelsen. Frisch und mutig greifen alle an, wenn in der Morgenfrühe die Maschine Ihren Plifs ertönen läßt. Abgehetzt, verstaubt, mit entzündeten Augen vom Schmutz sagen alle am Abend: Endlich! Aber ist der Tag noch so schwer, der Abschluß gleicht wieder alle- au-, und em Aachtesfen am Dreschtag ist nicht zu verachten. Da biegen sich die Tische. Da- ist recht so. Frisch gewaschen, mit gutem Appetit versehen, erscheinen die ArveitSieute Die Hausfrau legt ihre Ehre drein, daß alle- in Hülle und Fülle da ist. Am Tage vorher wurden Kuchen gebacken, wie zu einer Beinen Hochzeit, und frische Wurst unb ‘Braten sehlen auch nicht. Für da- Getränke, da- den staubigen Hal- glatten soll, hat der Hau-herr gesorgt. So ist eS kein Wunder, trenn beim Drcschernachtesien bald alle Mühe vergessen ist und regste Unterhaltung In Fluh kommt. Gar manche Schnurre wird erzählt, manche alte Geschichte aufgewärmt Und nicht selten kommt e- vor, daß ein alte- DolkSlied durch die stille Dacht ertönt. Da- Ist da- Schonste, daß ein Lied den Takt der Dreschflegel auS den früheren Zeiten abgelöft hat. W. Flaggt zum Zeuenvehf'Zubiläum! Unsere Mitbürger seien noch einmal gebeten, au« Anlaß deS 7 5. Jubiläums der beiden Gießener Freiwilligen Feuerwehren am heutigen SamStag und am morgigen Sonntag die Häuser mit Flaggen zu schmücken, um dadurch sichtbar den gebührenden Dank der Bürgerschaft an die Wehren für deren uneigennützige- Wirken im Dienste der Gesamtheit zum Ausdruck zu bringen. Daten für Sonntag, 7 September 1533: Königin Elisabeth von England geboren; — 1654: der schwedische Staatsmann Graf Oxenstjerna gestorben. Aus der Prvvinzialdauptstadi. . Dießen, den 6. September 1930. Oie Dreschmaschine brummt. fonti itter rg. Rtichsfj,^,, «r J Geheimrat M " rich, vM,fr er, beton fran, L*6ung. üttt ^lilliartm «fit mon ch«. ivnnr durch Uten 2evr^- loerden. Dcr liiert, Rcchis- Kirf en Mricn oft" gegen ben ■ auf die Dielen den Terleum- zt aber sei et er eingetreten, rste geschmäht , bah sich h>cr .Mrgenpvsi rallele Mi den xn, unb eine einzuleiten. :e, Nm Tinge- einer Frei' ine Seldftrase, n Ullstein- den AngeNag- Mtsanvalt raten ror. dab porgciDorfcn en könne. Dr. Artikel der ren 1913, grob« Liebe sprechen und in feinem und chn als Mhrend mau sudelt und raut tw mbtl »<« ’ 0eI»V ie zn *r. k gen Sefeft« önne,.®1® , Der innere Dl9Ti?lef! :n unb 61 anbal’e des früh' es eine >n«ge- :SS SiS SurzsefchuineneS ’ «urzgefchutncneS | n ■ ■ J "f 1 HS jms Anmachholz laPortland-Zemeot Instandsetzung 1490D lieltri bester Qualität, unter Syndikatspreis C. Rübsamen, Bleien Fernsprecher 3659. «w anlagen an Kraftfahrzeugen Rubi & Fetzer Grieben, Schanzenftr. 3 Telephon 2534 5911D ID VERKAUF EIGENER UND FREMDER ERZEUGNISSE IN CHRI5T0F5TAL A36 (WÜRTT.) Daupltigewtfk Lollar v. Rnb». S.-G. Geburts-Anzeigen liefert Brühl, eießen Je schwerer die Lasten ... Die größte Partei must wählen! stellten bei den bisherigen Wahlen die Ti i cht. Wähler dar. Durch ihren unangebrachten Verzicht aus das Stimmrecht legten sie den Grund zu den bisherigen Schwierigkeiten im Reichstag. Dieser Fehler bars bei der kommen« den Reichstagswahl nicht wieder gemacht werden. OaS deutsche Volk und jeder einzelne würde schwer darunter zu leiden haben. Mehr denn je bedeutet jetzt der Besitz des Wahl« rechts die Verpflichtung zur Stimmab« gäbe. Deshalb heißt es besonders für jeden bisherigen Tkichtwähler: Auch ich — Der Feuerwehr-Fest zug am morgigen Sonntag Aus potczeilichc Anordnung wird sich der Festzug der Feuerwehren morgen nicht durch btc Alicenstraßc ^udwigstraße, Doerhrstraßc betreten, sondern vorn SelrerSweg direkt nach der SüdSnlage führen. ee Serlofuna eines Fr« i|lutzs im Stadttheater Um zum Schluß der diesjährigen Sommerfpielzett den Tdeaterveiuchern eine besondere Uederrafchung zu bieten, wird im Stadt- theater wahrend der großen Pause in der Vorstellung am nächsten Dienstag ein Freiflugschein verlost werden Der Flugschein gilt für die Strecke Gießen—Frankfurt a M • • Dl e Er -bahn. Durch die Ansage einet neuen Straße entlang den Eichgärten In Fortsetzung der Roonstraße Ist die Detlegung bei AestaurattvnSraumeS des Gießener Ei-verein- notwendig geworden. Die Halle ist abgebrochen. Sie wird bi- zur Verlegung der Si-bahn an der Stelle der bereits abgebrochenen Zaßhalle der Zurbuchschen Lackfabrik aufgebaut. Am nördlichen Ende der Ei-bahn wird zur Zeit an der Errichtung einer sog. Spritzbahn gearbeitet Das Material für die etwa 70 Zentimeter höher gelegte Spritzbahn wird an der Wiese nahe der Wicseck au-gehoben. Die entstandene Vertiefung soll zu einem Planschbecken für die kleinen Wassersportler hergerichtet und damit Sornmer- und Winterbetrieb auf dem Gelände der Eisbahn ermöglicht werden. Die Spritzbahn wird eine Betonschicht erhalten. Im Winter wird diele Bahn leicht überflutet, so daß eine dünne Eisschicht entsteht, auf der der Ei-sport ausgeübt werden kann, bevor die erforderlich« stärkere Eisschicht den Sport auf der Wiese ermöglicht. (Weitete Lokalnachrichten Im 3. Blatt.) Packung mH DuAbevftl 30Pfg. in allen Fachgeschäften etMIHidi DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM-GESELLSCHAFT tu' ntuuNHu uMtnOMif* liiwx) CUtoitcniokO «ertn 3 eim warm. ® -wo eeeercet •»rjra Q)w*c«i Voraussage. Don dem iNorbmcertief hat sich an der Südseite eine leilftörung abgc|paltcn, welche über dem Kanal und Holland sich weiter bewegt. Beveil» wäh- renb der verflossenen Nacht und im Laufe des heutigen Morgens beherrscht sie die Wetterlage. Unter Temperaturanstieg und (Eintrübung traten in unserem Bezirk stellenweise Gewitterstörungen und überall Regen auf. Wenn auch durch die Teilstörung keine wesentliche Beeinftusiung mehr eintritt, so dürfte durch die Hauptftörung eine weitere Staffel feucht warmer Südwestluft zu uns gelangen. Sie wird außer Bewölkung noch zum Auftreten einzelner Niederschläge führen. Hinsichtlich der Temperaturen tritt keine merkliche Aenderung ein. Der Temperaturausgleich zwischen Tag und Nacht bleibt bestehen. AussichtenfürSonntag: Bewölkt unb gelegentlich auch aufbelternb, einzelne Niederschläge, Temperaturen wenig verändert. Aussicht en fürMontag: Einfetzende leichte Abkühlung, dabei wechselnd bewölkt mit Aufheiterung. • • • j® schlechter die Strassen und je stärker die Steigungen sind, desto zuverlässiger muss der Betriebsstoff sein. Sie wünschep, pünktlich zu sein, und müssen deshalb ohne Störungen fahren. Mit „ESSO” im Tank überwinden Sie alle Fiinder« nisse, mit „Esso” erreichen Sie rechtzeitig das Zieh E 8 8 O BEDEUTET, schnelles Starten, rückstandlose Verbrennung, klopffreies Fahren und unwiderstehliche Kraft. Tanken Sie ESSO,den roten Betriebsstoff, aus den silbernen Esso Pumpen die geschmeidige Riesenkraft D A P O L I N STANDARD MOTOR OIL Die Wetterlage. 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Diese wird nun vertuchen, ihre Absichten mit außerparlamentarischen Mitteln weiter zu verfolgen. So wird nun die Frage ein Stück der DölkerbundSarbeit und darin der deutsche n BölkerbundSpolitik. Hier werden Rechte verletzt, die durch den Döllerbund garantiert sind. Jede- Mitglied de- Rat-, also auch Deutschland, hat da- Recht, wie der Ausdruck lautet, den Rat auf eine Verletzung der Bestimmungen de- MemelstatutS vom 8 Mai 1924 ausmerksam zu machen. Da e- sich hier um ein Leben-interesse einer deutschen Minderheit handelt, hat Deutschland die Pflicht, dazu Um. Aber man begreift die Starrheit und Engigkeit und Rücksicht-losigkeit nicht, mit der man in Äotono die Memelsragen behandelt. Man sieht dort nicht, wie man gegen daS eigene 3 n t e r e ff e verstößt, eine enge Zusammenarbeit ist für Litauen mit keinem Staate so möglich und so nützlich wie die mit Deutschland. Die macht man so unmöglich, obwohl Deutschland wirklich große Geduld bewiesen hat. Hat denn Litauen aber sonst so viele Freunde in der Welt? Wer einmal in Genf der Behandlung litauischer Fragen beigewohnt hat, weiß, wie Litauen in Europa völlig isoliert ist. In Polen soll nun am 16. Rovember für den Sejm, am 23. für den Senat gewählt werden. ES ist also auch jetzt noch kein Staatsstreich versucht worden. Pilsudski will die Verfassungsänderung verfassungsmäßig durchsetzen, mit einem neuen Sejm. Wird das gehen? Wie wird die Wahlbewcgung sein, und was wird sie bringen? Zunächst ist jedenfalls da- „im Staat herrschende EhaoS", mit dem daS Dekret die Auslösung begrunhet, nur noch größer geworden. WaS hat eigentlich eine Diktatur für einen inneren Sinn, die lediglich die innere Spannung und Unsicherheit vermehrt, ihren Anhängern so die Zügel schießen läßt wie im ilebcrfall auf den Dizemarschall beS Sejm, den Bauernführer Domski und ähnlichen Vorgängen? Darum ist ja auch in der Außenpolitik mit Polen nicht weiterzukommen. ES spricht nach wie vor strikt gegen jede Idee einer Grenz» reoifion im Osten. Aber e- kann nicht hindern, daß diese Erörterung in vollstem Fluh ist. Don seinem Standpunkt auS hat sich Poin- c ar 6 (in der „Illustration) dazu geäußert. AuS Deutschland hat man, wie eS nötig -tour, daraus geantwortet. Die Welt, auch da, wo eS ihr unbequem ist, muh sich daran gewöhnen, daß man über die Frage redet, wie im Frieden die heutige Grenze zwischen Deutschland und Polen zu revidieren sei. Poincare sährt Geschütze aus der Geschichte aus, daß Ostpreußen „lein ursprünglich deutsches Land, sondern eher eine deutsche Kolonie war". Weiß er Bescheid in diesen Sachen, oder spricht er nur als Advokat, der eine faule Sache mit faulen Gründen verteidigt? WaS er (o schrieb, ist llnfinn, aber bei der Bedeutung deS Manne-, dessen Rolle in der Politik Frankreichs noch nicht au-gespielt ist, und bei der Kcnntnislosig» feit, mit der die Welt den Verhältnissen im Osten gegenübersteht, sollte man sich die Mühe Anekdoten vom Balkan. Don ^Robert Reumann. Diese Geschichte ist verbürgt, und es ist von ihr sowohl im Vierzehnten Bericht de- Politischen Komitees zu Odessa an Lenin die Rede als auch in einer Ehiffredepesche deS österreichisch-ungarischen Botschafters Grasen MenSdorsf an den Minister Ezernin. Gin Balkanstaat, dessen Ramen ich nicht nennen will — und der es im übrigen verstanden bat. anläßlich der großen Teilung der Beute sich den Wanst wie wenig andere vollzuschlagen und seine Grenzen um ein Beträchtliches nach Rorden und Westen weiterzurücken —, ein Balkanstaat wußte, als der große Brand in Europa auSbrach, so lange und geschickt zwischen Mittelmächten und Entente zu lavieren, bis schließlich um ihn zwischen Oesterreich und Rußland ein regelrechtes Wettbieten anhob. Sagten die einen Beute au im Rordosten, so versprachen die andern Land im Südwesten. sprachen die einen von Geld, so sprachen die andern von Gold, wußten die einen den Weg zu drei Ministern zu finden, so bestachen die anderen drei weitere — cs war zu keinem Ende zu kommen. Verhandelte man mit den Russen in Odessa, fo verhandelte man mit den Oesterreichern in Budapest — bis es schließlich doch den Russen gelang, dem Minister des königlichen Hauses ein kleines Bankdepot in der Schweiz zu errichten und so den ganzen Staat auf ihre Seite zu ziehen. .Also topp , sagte der Russe. Aber der älnterbänöler der Dalkanleute lehnte sich in seinem Sessel zurück und sagte .Roch einen Augenblick. Wir sind also bereit, für unsere heiligen Belange zum Schwert zu greifen. Aber ist den Herren bekannt, daß unsere Ausrüstung höchst mangelhaft ist?" Der Russe winkte ab und sagte: .WaS Ihre Armee zur vollen Ausrüstung braucht, wird selbstverständlich von uns zur Verfügung gestellt." — .Alles?" — .Alles." — .Dann bitte ich um Aufnahme dieses Punktes in den Vertrag." Aber auch alS dieser Wunsch erfüllt toar, konnte der Balkanmann sich noch nicht zur Unterzeichnung verstehen. „Ucbcnnorgcn, meine Herren, übermorgen", antwortete er auf alles Drängen. Das toar am 12. September. Am 14. erschien der Dalkanmann in Odella. .Ein Qllann — ein Wort", sagte er mit Lächeln und unterschrieb. Erst am 15. traf bei den Russen die offizielle Mitteilung ein, daß fic dem neuen Bundesgenossen eine neue Artillerie zur Verfügung zu stellen hatten — der Bundesgenosse hatte am 13. feine gesamten Kanonen an Oester- nicht verdrießen lassen, auch amtlich diese Sätze im einzelnen schlagend zu widerlegen, waS ja nicht schwer ist. Schon die Manlelnote vom 16. Juni ISIS, mit der der FriedenSvertrag übergeben wurde, hat gesagt, daß damit .ein Apparat geschaffen fei, durch den die im Jahre 1919 geschaffene Regelung selber von Zeit zu Zeit abgeändert werden und neuen Ereignissen und neu entstehenden Verhältnissen angepaßt werden kann". Da- zielt auf den Artikel 19. da- gibt d i e Möglichkeit und da - Rechl zur Revision. Auch Poincarö kann da- nicht au- der Welt schallen. Darum sucht er. wieder al- Advokat, nach allem, was Deutschland unmöglich machen könne, dielen Rechtsanspruch geltend zu machen. Die Derhältnifse im Osten gefährden ja gar nicht den Weltfrieden, sagt er. nur Deutschlands Aevifion-parlet ist die Gefahr. llnö eine Revision kann ja nur in Gang gebracht werden durch einstimmige Entscheidung des Völkerbundsrats oder des an- gerufenen < die durch Polens Stimme immer unmöglich fein werde ufto. Mit dem Ge'chick. das wir an Poincare kennen. wird hier die Frage auf da- Blei- juristischer Advokatenause nanderleyung geschoben. Das zeigt, daß eine Aktion auf Anwendung deS ArtikelS 19 von deutscher Seite aus das sorgfältigste vorbereitet sein muß. wenn sie nicht einfach zu Boden fallen soll Daran haben die berufenen politischen und juristischen Köpfe der deutschen Außenpolitik zu arbeiten. Inzwischen muß eine möglichst geschlossene Diskussion in Deutschland und mit dem Ausland dasür sorgen, daß der Artikel 19 In der Erörterung bleibt und man nicht mit der Scheu an ihm vorbei geht wie jahrelang seit Gründung des Völkerbundes. Wir willen, daß vieler so dehnbar gesaßte Artikel 19 kein Zauberstab ist. der einfach die Zur zur Revision aufspringen läßt. Aber cben’o willen wir. daß er im Völkervundstatut drin steht, mit ganz klarer Absicht. Revisionsmöglichkeiten zu schassen. Der Völkerbund hat nur Daseinsberechtigung. wenn er auch diele Aufgabe erfüllt, durch Möglichkeiten friedlicher Revi- fion kriegerifchen Konflikten vorzubeugen. Will er fich darum drücken, so muß ihn eine überlegte. aber auch entschlossene deutsche Völker- bundtpolitik aus da- Glci- aktiver Arbeit dasür eben bringen. Der unbekannte Diktator: Thomas Vota kommt nach Deutschland. Oer gigantische Aufstieg eines genialen Mannes. — Vom Pantoffelmacher zum $orb der Schuhindustrie. — Oas „System Bata". — Oie tschechische Invasion in Obrrschlesien. Don Egon Larsen. Der alte Anton Data, sprich Batia, war Pa ntoffelschuster im Dörfchen Zlin in Mähren, dort, wo die tschechischen den slowakischen Wölfen Gutenacht sagen. Und e- sah nicht danach aus. al- sollte der kleine Thoma- Bata jemals zu Höherem bestimmt fein, als in dumpfer Stube Paputfchen, wollene HauS» fchuhe für reiche Leute zu nähen. Wenn man nach fünf Schnlfkhren noch nicht dividieren kann und nicht einmal rechte Lust zum väterlichen Gewerbe zeigt, dann scheint eS nicht sonderlich bestellt zu sein um die Zukunft solch eines Arbeiterjungen. Aber es dauerte nicht lange, da zeigte der kleine Thoma- andere Talente. Erst begleitete er den Vater auf feinen Fahrten von Markt zu Markt und verstand eS, recht geschickt beim Verkauf zu Helsen; dann zog er alleine los, nach Prag und Wien, und schloß — alS Sechzehnjähriger — öle ersten .Kaufverträge" für die väterliche Heimindustrie. Er reifte viel und ah wenig — ein paar .Kipfeln" genügten ihm, und wenn er müde toar. schlief er in den Wartesälen der Bahnhöfe. Unö als er nach Zlin zurückkehrte, brachte er Bündel von Aufträgen für seinen Vater und die anderen armen Heimarbeiter mit... Unaufhaltsam schuftet Thomas Bata sich auswärts. Br macht auS der Werkstatt des Vaters die ständig wachsende Firma T. L A. B a t a. AlS 26jähriger geht et auf ein Jahr nach Amerika, holt dort in den Schuhfabriken seine HandwerkSkenntnisse nach, arbeitet auf dem Rückweg in einigen englischen und deutschen Fabriken, vor allem in Pirmasen-, wo er Absätze .putzt". Zuhause, in Zlin, gestaltet er sein Unternehmen nach modernen, westlichen Gesichtspunkten um. Und 1914, da er am Tag der Kriegserklärung „zufällig" in Wien ist, gelingt es ihm, den phantastischen Auftrag von 50 000 Paar Milltär-Segelschuhen zu erlangen. Er verteilt ihn sofort unter die ZI inet Schuhmachermeister, macht sie zu seinen Unterlieferanten. Das „System Data" entsteht. Der Krieg mit seinem Warenhunger, seinen Militärlieferungen macht Data groß. Das Ende der Donaumonarchie, die Konstituierung der Tschechoslowakischen Republik macht ihn noch größer. DaS Genie diese- Mannes kennt keine Hindernisse, keine Kompromisse, keine Riederlagen. Bald gehört ihm ganz Zlin, ein neue- Zlin: mit sünszig Riesenkästen, den fast über Rächt auS der Erde gestampften gleichförmigen reich verkauft, an der Landesgrenze übergeben und mit blanker Münze bezahlt bekommen. Dieser gleiche Balkanstaat hat also bei der großen Teilung der Beute den Wanst nach Kräften sich vollgefchlagen — aber doch nicht so sehr, daß nicht seine Währung zugleich mit den Währungen der Staaten ring-um nach FriedenS» schluß im allgemeinen Aschermittwoch ins Gleiten gekommen wäre. Und da eben damals große Danknotenfälfchungen fich fühlbar machten ertcbrt- möglichkeit zwischen Marburg und Dietzen am Abend überhaupt — bereits um 21.05 ab Marburg haben. Hiermit wirb von der Reichsbahn ber jahrelang beklagt« Mistflanb einer absolut unzulänglichen Abendverbindung zwischen Marburg und Dietzen wieder hergestellt. Die Reichsbahnverwaltung wird zur Begründung dieser Maßnahme vielleicht anführen, daß die Besetzung des Spätperfonenzuges Marburg—Dietzen nicht ausreichend gewesen fei. Aus eigener Beobachtung . im Derlause der bisherigen Sommermonate ist uns bekannt, daß dieser Zug verschiedentlich ganz annehmbare Frequenz hatte, aber an anderen Tagen nicht allzu stark besetzt war. Immerhin muß man doch sagen, daß für di« Reichsbahn nicht nur der Derdienststandpunkt allein maßgebend fein darf, sondern auch die Interessen tyr Bevölkerung einen gewichtigen Faktor bei den Entschließungen der ReichSbahn- Dertoaltung darstellen. Don diesem Standpunkt auS betrachtet wird man der Beseitigung der bisherigen Spätverbindung zwischen Marburg und Dietzen nicht zustimmen können. Hier sowohl, wie bei dem obenerwähnten D 153/154 sollten die berufenen Vertretungen ber Bürgerschaft es an Schritten bei ber Reichsbahndirektion Frankfurt nicht fehlen [affen. lieber die ReichSbahnstrecken in der Provinz Oberheffen ist angesichts ber erfreulichen Jahr- planlage nur wenig zu sagen. SS ist zu begrüßen, daß di« ReichSbahnbirektion Frankfurt für den Wintersport int DogelSberg wieder günstige Zugverbindungen von Gießen über Ridda nach Schotten und von Frankfurt über Stockheim —Gedern bis Lauterbach vor- aefehen hat. Auch die Rückfahrtmöglichkeiten für die Wintersportler erscheinen günstig geregelt. Zu bedauern ist dagegen, daß auf der Strecke Schotte n—2t idda die letzte Abendverbindung von Schotten ab künftig auch an Sonntagen schon um 17.36 Uhr gegeben sein soll, während nach dem Sommersahrplan noch um 19 Ahr und um 21.41 Uhr Zugverbinbung von Schotten nach Ridda vorhanden war. Wir meinen, baß die Rcichsbahndirektion Frankfurt der Kreisstadt Schotten und den übrigen Interessenten an der Strecke Schotten—Ridda auch an den Sonntagen im Winter die Tür nach außen, d. h. die Der- kehrsrnöglichkeit zu späterer Stunde, alS jetzt vorgesehen, an die Hand geben sollte. Die Kreisstadt Schotten und die dortigen Gtreckengemeinben werden nach unserer Ansicht keine unbillige Forderung an die Reichsbahn stellen, wenn sie ersuchen. auch im Winterfahrplan wenigstens die jetzige Sonntagsverbindung um 19 llhr ab Schotten nach Ridda neben der im neuen Fahrplanentwurf vorgesehenen Zugfolge noch beizubehal- ten. Die berufenen Stellen zur Wahrnehmung der berechtigten Intereffen deS Vogelsberg- gebietes werden in der Vertretung dieser Dache bei der Reichsbahndirektion eine dringend« und lohnend« Aufgabe finden. tesbienft an dem genannten Tage zu hatten, sollte zum mlnbefttn ein Iugendgotlesdienst statt- finden. E» empfiehlt sich weiterhin, der Bedeutung des Tage», wo es möglich ist, durch einen Gemeindeabend, öffentlichen Vortrag oder dergleichen Rechnung zu tragen. Vornotizen. — TageSkalender für SamStag. Gießener Freiw. Feuerwehren: Feuerwehrjubiläum, 19.30 Uhr, Antreten zum Fackelzug auf dem Brandplatz. — Artilleristen-Verein: RlonatSver- fammlung, 20.30 Uhr, im Hessischen Hof. — G. R. G.: Generalversammlung, 20.30 Uhr. im Bootshaus«. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „GabclSberger": QkreinSabenb, in der »Stadt Lich", 20.30 Uhr. — D. H. V. Familienabend, 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Skandal um Eva" und »Micky"-Maus. — Tageskalender für Sonntag. Gießener Feuerwehren: 15 Uhr. Festzug vom OS- waldSgarten. - Dolksrecht-Partei: Wahlversammlung. 20.30 Uhr, im Easö Leib. — Kriegerverein Gießen: Sommerfest. 15 Uhr, Gchützenbaus (gedeckte Halle). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Skandal um Eva" und »Mickh"- Maus. — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Am nächsten DienStag wird die Sommerspielzeit deS Stabttheaters mit der einmaligen Ausführung von Wilhelm Lichtenbergs älstspiel ..Seine Majestät daS Publikum" beschlossen Werdern Das Stück, welches vom Gießener Stadttheater uraufgeführt tourbc, ist bereits vom Wiener Burgtheater angenommen. Es beßanbelt in einer reizvollen Mischung das Thema Liebe, Ehe, Scheidung. Die Spielleitung hat Walter Bäuerle, der für die kommende Spielzeit neu nach Gießen verpflichtet wurde und der mit dieser Inszenierung sich zum erstenmal in Dießen als Regisseur vvrstellt. — Di e Dolksrechtpartei wird am morgigen Sonntagabend im Saale des Tafts Leib eine öffentliche Wahlversammlung veranstatten. Es sprechen Prosesior A x t (Darmstadt) und Iustizrat Brink (Berlin). Siehe heutige Anzeige. — Die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (W i r t s ch a f t s p a r t e i) veranstaltet am Montag, 8. September, 20 Uhr, im Safe Leib, ihre zweite Wahlversammlung. Als einziger Redner spricht der Spitzenkandidat Professor Dr. Home ff er über das Thema: „Der E n d k a m p f: Privatwirtschaft oder Sozialismus." (Siehe gestrige Anzeige.) — Die Deutsche JBolf spartet tritt am nächsten Dienstagabend im Caft Leib mit ihrer Zweiten Wahlversammlung vor die Oeffentlichkeit. E» spricht Rcichstagsabgeordneter Dingeldey, Spitzenkandidat der Deutschen Dolkspartei in Hessen. Sieh« heutige Anzeige. — Eine sozialdemokratische Wahlkundgebung wird am Dienstagabend in der Volkshalle stattfinden. Als Redner sind vorgesehen Staatskanzler a. D. Dr. Renner (Wien) und Staatspräsident Dr. Adelung (Darmstadt). Gießener D?ochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 biS 180, Maste 30 bis 35, Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 6 Tis 8. "Äotfraut 10 biS 15. gelbe unb rote Rüben 10 biS 12, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 8 biS 10, grüne Bohnen 15 bis 20, gelbe Bohnen 20 bis 25, Hnter-Kohl- rabi 6 bis 8, Erbsen 20 biS 25, Tomaten 15 bis 20. Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 60, KürbiS 8 bis 10. Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 5. Falläpfel 5 bis 6. Acpsel 20 biS 40, Birnen 15 biS 30. Dörrobst 30 biS 35, Zwetschen 15 bis 20, Mirabellen 20 biS 25, Reineclauden 10 bis 15, Pfirsiche 40 bis 70, Brombeeren 40 bis 45. Preifelbeeven 30 biß 35. Rüsse 60 bis 70. Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 biS 130, Suppenhühner 100 bis 120 Ps. daS Pfund: Käfe lzehn Stückj 60 bis 140; Tauben 70 bis 80. Eier 12 biS 13. Blumenkohl 30 biS 70, Salat 10 bis 15, Salat gurten 10 bis 20, Einmachzurken 2 biS 4, Endivien 10 biS 20. Ober-Kohlrabi 6 biS 8, Lauch 5 biS 10, Rettich 10 biS 15, Sellerie 10 biS 20 Pt. daS Glück; Radieschen 10 bis 15 Ps. das Bund; Kartoffeln 4,50 Mk. der Zentner. " D i e Stromlieferung vom Heber- landwerk Oberhessen. Der Provinzial- bireftor der Provinz Oberhessen gibt im neuesten Amtsverkündigungsblatt folgendes bekannt: Die schwierigen wirtschastlichen Verhältnisse, unter denen das Heberlandwerk der Provinz Ober- Hessen die öffentliche Elektrizitätsversorgung biS in die entlegensten Dörfer und Gehöfte durchzuführen hat, machen es jedem, der überhaupt an den Dorteilen der Versorgung teilhaben will, zur Pflicht, ihre Durchführung nach Möglichkeit au fördern. Wie höchstrichterliche Entscheidungen scflgestellt haben braucht sich unter diesen Umständen das Heoerlandwerk nicht darauf einzulassen, daß ein Abnehmer nur Lichtstrom abnimmt und sich dir von ihm benötigte Kraft selbst erzeugt 3tn derartiges Verfahren, wenn es tn größerem Matzc ongeuenbet würde, müßt« die Aufrechterhaltung ber öffentlichen Energieversorgung zu angemef'enen Preisen in Frag« stellen Das Heberlanbmerf ist daher mit Rücksicht auf das Gemeinwohl der Provinz ver- vssichtet, sich auf den Rechtsstandpunkt zu stellen, selbst wenn dadurch Sonderinteretten «meiner leiden Mit Zustimmung deS ProvinztalauS- fchufles gebe ich hiermit bekannt, daß bat Heber- landwerk biejcnigen Betriebe, in denen die Kraft selbst erzeugt wird nicht mehr mit Lichtstrom versorgen wird. •• Geschichte der Familie Roth. Am heutigen 6. September kann BerlagSbuchhändler Otto Roth, der im Jahre 1849 in Dietzen ae- boren wurde, in völliger körperlicher und geiftt- gcr Frische seinen 81 Geburtstag feiern Aus Anlaß dieses TageS hat Herr Otto Roth eine Geschichte der Familie Roth herauSgegeben Diese Geschichte wurde nach Urkunden alten Ehroniken und Briefeck von Pfarrer Heinrich Bechtolsheim er in Gießen forgsällig bearbeitet. Die Unterlagen für die vorliegende Geschichte der Zamttte Roth, die jahrhundertelang in Weißenburg (Bauern) ihren Dohntitz hatte und mit dem BerlagSbuchhändler Emil Roth nach Gießen gekommen ist, sind in jahrelanger, mühsamer Arbeit gesammelt worden. Das mit zahlreichen Bildern geschmückte Buch ist schon rein geschichtlich interessant, da die direkten Borsahren deS Gießener Zweites der Familie Roth fast durchweg im öffentlichen Leben und als Rats- Herren die Geschichte der Stadt Weißenburg mit- becinflußlen. DaS beste Zeugnis für ihre Verdienste gibt da» im Jahre 1577 von Kaiser Rudolph II. dem Bürgermeister Hans Roth in Weißenburg verliehene erbliche Zamilienwappen, von dem der Geschichte eine verkleinerte Wiedergabe des Originalwappenbriefes beigegeben ist. Hoch interessant ist auch, die Stammreih« der Gießener Familie verfolgen zu können, die lückenlos bis zum Jahre 1510 nachgewiesen ist. Die Schrift ist im Buchhandel erhältlich. •• AuS dem Südviertel. Die Friedrichstraße zwischen Wetzlarer Weg und Frankfurter Straße wurde in den letzten Tagen von Grund auf hergestellt und mit einer neuen Decke au« Splitt und Teer versehen. Die Bürgersteig« wurden asphaltiert. Dte Straße ist jetzt für den Verkehr wieder freigegeben worden. — In der Frankfurter Straße, kurz vor der Zlbzweigung deS Wetzlarer Wege-, ist zur Zeit eine große Tankstelle im Entstehen begriffen. Mächtige Fässer zur Ausnahme der Denzinmengen werden in die Srd« versenkt. Infolge dieser umfangreichen Arbeiten unmittelbar an unserer ersten Verkehrs st raße wird der Straßenverkehr stark behindert. zumal auch noch viele neugierige ständig den Arbeiten zusehen. •• Kirchen-Jubiläum in Annerod. Am morgigen Sonntag. 7. September, feiert die evangelische Gemeinde Annerod das 50jährige Bestehen ihrer im Jahre 1880 neuerbauten Kirche, die nunmehr im Innern wieder völlig hergestellt worden ist Zu der Feier, die vormittags um 10 Hßr beginnt, haben verschiedene Künstler und Vereine ihre Mitwirkung zugesagt. Fahrgelegenheit ab Dietzen, Ludwigsplatz. 9 Uhr. Näheres ist auS der gestrigen Anzeige ersichtlich. ••(Erftgent(ftunb6annbeftoß(en. An- fangs harmlose, dann aber ausgeartete Neckereien an einem Betrunkenen trugen einem Arbeiter eine Gefängnisstrafe von vier Monat en ein. Während der Neckereien hatte der Angeklagte, der auch nicht mehr nüchtern war, dem Betrunkenen die Uhr, deren Kette lose herabhing, aus der Westen- tafd)c gezogen. Daß dies.von vornherein in diebifcher Absicht geschah, ergab eine Reihe von Umständen. Der Angeklagte hatte die Uhr auch andern Tage» um einen Spottpreis verkauft. Es handelte sich um einen rückfälligen Dieb. Deshalb wurde vom Amtsgericht in Gießen auf die oben angegebene Gefäng- nisftrafe unter Annahme mildernder Umstände erkannt. Ohne Annahme der letzteren hätte Zuchthaus verhängt werden müßen. Deutsche Dolkspartei. Man berichtet unS: Hm den Frauen Gelegenheit zu Aussprache und Belehrung zu geben, veranstaltete der Frauenausschuß der Volkspartei einen Ausspracheabend im »Hindenburg". Frau Abgeordnete Birnbaum legte den Anwesenden die dringend« Bitte anS 5>er,. ihre Wahlpflicht zu erfüllen und alle Lässigen und Hnentschlossenen zu überreben, dasselbe zu tun. Gelte es doch diesmal, einen Block ber staatSbejahenben Parteien zu btlbcn, ber ben Kampf mit ben staats- zerstörenben Elementen nach rechts unb links aufnehmen Snne. Frau Abg. Birnbaum entwickelte daraus noch einmal baS $rogramm, daS bie neue Regierung unbebingt durchfüpren müsse, um Deutschlanb vor einer Katastrophe zu be- toabren. GS folgte eine rege Aussprache, in der die Rednerin Gelegenheit hatte, manche wichtige Frage, hauptsächlich über daS Verhältnis ber D. V. P. zu anderen Parteien, zu beantworten. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 6 Sept. Der Gemeinberat beschäftigt« sich gestern abend mit einem Schreiben ber Provinz.albirektion wegen Instanb- fetzung ber Gießener Straße. Rach dem Vorschlag ber Provinzialbauverwaltung soll bie Gießener Straße nach der Instandsetzung eine Traßdecke erhalten. Die Gemeinde ist nach be- steheitden Bestimmungen verpflichtet, die Kosten für die über 2,5 Meter Breite hinauSgehende Fläche zu übernehmen. Rach dem Voranschlag werben die Kosten 7752 Mk. betragen Rach längerer Aussprache wurde dem Voranschlag zu- gefhmmt, damit die Arbeiten baldigst fertiggestellt werden können AuS ben weiteren Mitteilungen des Bürgermeisters war zu entnehmen, daß der Srchenröder Weg. die Graben- unb die Ludwig- straße nun auch bald instandgesetzt werben sollen. Wegen der Instandsetzung ber Komblumenstratze wird der Gemeinderat nach Bekanntgabe ber Hn- kosten für die zuerst vorgesehenen Straßen noch entscheiden Dem Gesuch von Hch. Meyer um Heberlassung eines Teiles der Wüstung in ber Sandgrube wurde entsprochen Für ben freigewordenen Posten des Schuldieners liegen 33 Bewerbungen vor. Eine Kommission von fünf Mitgliedern des Demeindevorstandes soll dem Gemeinderat demnächst Vorschläge machen, damit in geheimer Abstimmung über die Vergebung der Stelle entschieden werden tarn. * Steinbach, 5. Sept. Unter Ort wurde später als die anderen fünf Schiffenbergdörfer (Garbenteich, Fronebach, Erlebach, Cotten und Watzenborn) gegründet. Die Ansiedler sind aus einer anderen Gegend gekommen. Cs war auch ein anderer Menschenschlag. Die Termine Steinbach war ausgedehnter als die der übrigen Orte, und es ward daselbst ziemlich früh eine Kapelle erbaut. Der Verbindungsweg zwischen dem Kloster und Steinbach ist bis auf die Neu- zeit ziemlich unverändert geblieben. Er vereinigte sich am Eingang des Dorfes mit dem alten Gießer Weg und in der Gabelung beider, angrenzend an die Gewann „A f f o l t e r* genannt „Affelon" must die Kapelle gelegen haben. „Affelon" ist wohl von A v e l o h n abzuleiten. Für das Aveläuten wurde ein gewisser Lohn in Nutzungs- grundstücken bezahlt. Als später diese Gewann veräußert wurde, muh sie in die Hand einer Familie (Gerhard) übergegangen sein, denn bis in die Neuzeit hatten Träger dieses Namens fast alle Grundstücke inne. Sn der Gabelung liegt nun ein Garten, der ein Quadrat bildet und sich fast um einen halben Meter über das Nach- bargelände erhebt. Sn dem Garten, dessen Sohle schon um einen Fuh vom jetzigen Besitzer, Schuhmachermeister Reuschling, gesenkt toorten ist. kommen deutlich sichtbare Stellen vor. auf tenen besonders in trockenen Sahren nichts wächst. Sm Untergrund mühten also Stein- oder Mauerreste stecken. Da nach den Mitteilungen, die eine Frau vor etwa 100 Sahren ihrem Eidam machte (sie hat auch noch lebhafte Schilderungen von der allgemeinen Hungersnot des Sahres 1770 gegeben), in dem Garten des „Schusterkarl", des Schwiegervaters des obengenannten Reuschling, die Steinbacher in alter Zeit in feierlicher Weise i ihre Kirchweih begingen, da hier eine wichtige I Wegkreuzung nach allen Himmelsrichtungen sich befindet, und der Platz dem Schiffenberg am nächsten lag, ist im fraglichen Garten wohl die Stelle der ersten Kapelle zu suchen und die Absicht des Herrn Reuschling, im Spätherbst einmal Nachgrabungen zu veranstalten, zu begrüßen. > Linden st ruth, 5. Sept. Seit einigen Tagen genießt unser Dorf den Segen einer Wasserleitung. Nach langen Verhandlungen hat die Gemeinde "mit der Stadt Gießen einen Wasserlieferungsvertrag abgeschlossen. Danach liefert die Stadt Gießen, deren Wasserleitung durch • unseren Ort führt, an die Gemeinde das Wasser zum Kubikmeterpreis von 11 Pfennig. Die Ortsleitung, deren Kosten sich auf 15 000 Mark belaufen, wurde durch die Gemeinde hergestellt. Zur Verzinsung und Abtragung des Kapitals wird die Gemeinde den Kubikmeterpreis entsprechend hoher festsehen, man rechnet mit etwa 25 Pfennig. Mit der Vollendung der Wasserleitung ist einem dringenden Bedürfnis unseres Ortes abgeholfen. Kreis Alsfeld. LIEFERWAGEN S > In Gießen: Frankfurter Straße 52 Telephon 2847 Reparatur-Werkstätte - Garagen - Großtankstelle Nr. 208 vierter Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)Samstag, 6. September (950 Wirtschaft. Oie Roggenstühung. Dor Vertretern der Berliner Presse erklärte der Getreidekommitsar bc» Reilsernäbrungsmini- fteriumS, Ministerialdirektor Dr Baad«, da sich alle Parteien, auch die Sozialdemokraten, über die Lotwendig kett der Loggen» ftützung einig seien, und dem Leich noch reiche sinanztclle Möglichkeiten zur Verfügung ständen, sei an eine plötzliche Beendigung der Stützung-aktion nicht zu denken. An- Sesicht« der geringen diesjährigen Loggenernte andele es sich unter Einsetzung der alten Vorräte bei einem normalen Brotverbrauch von 4 bis 4,5 Millionen Tonnen ind einer normalen Rog- genversuttcrung von 2,5 Millionen Tonnen nur um die Lotwendigkcit der Unterbringung der restlichen 800 000 Tonnen. Da bisher in drei Monaten 300 000 Tonnen Solin- Doggen zu 70 Mark unter Aufwendung von 20 Millionen Mark verlorener Zuschüsse abgcleht worden seien. f6nne der weitere Arberschuh im Lause des Jahres spielend abgesetz» werden, besonders wenn nach dem Verbrauch der Dor- einsuhren an Gerste der Absatz von öolin- Loggen mit der Berechtigung zum Erwerb zollbegünstigter Gerste verbunden würde. Bei dem matten Angebot, da- in den letzten Tagen, vor ollem in Berlin, den Stützungsgesellschasten gemacht worden sei. handele es sich in der Hauptsache um Terminware bei geringem Angebot von essektiver Ware, so dast sich der Handel zum LicserungStcrmin erst mit Loggen erlassen müsse. Angesichts der sicheren Erfolglosigkeit des Dersuches, die Stühungsgesellschasten zu siren. habe die Spekulation an der Produktenbörse bei der Lealilierung ihrer Terminverpsiichtungcn mit unter Umständen gröberen Verlusten zu rechnen. • Saaten- und Srntestand im Deutschen Leich Ansang September. Die Qualität der diesjährigen Getreideernte Hot unter der lang andauernden Lässe vielsach gelitten. Besonders stark wurde die Ernte an Sommer- halmsrüchten, vor allem an Haser, durch Auswuchs und Aussall beeinträchtigt. Die Entwicklung der Hacksrüchte ist durch die Licderschläge überwiegend günstig beeinsluht worden. 3m allgemeinen haben sich die Srnteauslichten für Hackfrüchte gegenüber dem Vormonat gebelfert. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten, 2 -- gut, 3 mittel, 4 gering, ergibt sich im Reich-- durchlchnilt folgende Begutachtung Spätkar- tossel 2,6 (Vormonat 2.8), Zuckerrüben 2,5 (Vormonat 2,7), Runkelrüben 2,5 (Vormonat 2,7), Klee 2,7 (Vormonat 3.0). Luzerne 2.5 (Dormonat 2,5). Dewäffcrungswiefeu 2.3 (Vormonat 2.4). andere Wielen 2.7 (Vormonat 3.0). • Anhaltende Depression auf dem Automarkt Der Kraftfahrzeugabsatz zeigt« im Juli kein« Anzeichen einer Besserung. Unter dein Einfluß der ungünstigen Witterungsverhöltnisse ist der Absatz fabrikneuer Personenkraftwagen weiter zurückgegangen. Die Registrierungen betrugen im Durchschnitt des Juli arbeitstäglich etwa 280 gegenüber 358 ctürf im Monat Juni. Auch der Absatz van Nutzfahrzeugen blieb unbefriedigend. Arbeitstäglich wurden 57 Stück zugelaffen gegen 63 Stück im Darmonat. Mit Eintreten einer günstigeren Witterung hat das Geschäft in den letzten Wochen eine kleine Belebung erfahren: dennoch ist im Gesamt- ergebnis des Auguftgeschäftes — soweit sich das setzt schon überfchen laßt — eine weitere Abschwä- chung eingetreten, die allerdings verhältnismäßig gering und faisonmäßig bedingt ist. e Der Mehlbreis weiter gesenkt. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl (Spezial 0) ab 5. September erneut um 25 Pf. auf 41,25 Mk. ermäßigt. • Zusammenfaffung der Frankfurter VaSinteressen. Die Frankfurter Vasgesellschaft hatte bereits in ihrem Geschäftsbericht für 1929 darauf hingewiesen, dah eine Vereinheitlichung der Gasversorgung in Frankfurt a. M. durch Zusammenfassung der gesamten Sasinteressen in einer Gesellschaft geplant sei. Lach Mitteilung des Vorstandes ist die Verwirklichung des Projektes so weit sortgefchrit- ten, daß die Vorlage der entsprechenden Verträge in aller Kürze bei den zuständigen Stellen erfolgen wird. Die Vereinheitlichung der Gas- interesfen der Frankfurter Gasgesellschaft und der Stadt Frankfurt soll in einer neuen Gesellschaft erfolgen, deren Grundkapital sich restlos in Händen der Städte Frankfurt und Offenbach befinden wird. Die Gesellschaft wird mit einem Grundkapital von 33 Mill. Mark aus- geftattct. Die Gründung erfolgt mit Wirkung vom 1 Januar 1930 Die neue Gesellschaft soll den Firmennamen .Main-Gaswerke AG" erhalten. Den Privatakt,on^ren der Frarklurter Gosgesellschaft wird die Stadt Frankfurt ein Ankaufsangebot auf ihre Aktien zu 130 Proz. unterbreiten. • Daimlcr-Üen». Zu der in diesen Tagen über Arbcitcrentlaslungen bei der Daimler- Benz AG verbreiteten Lachricht teilt die Ge- schältslcitung mit, dah sich diese Angaben lediglich auf das Mannheimer Werk beziehen. Dieser Betrieb ist von fortschreitenden Ratio- nalisierungsmostnohmen am stärksten betroffen und bat gegenwärtig eine Delegfchaft von nur noch 900 Mann Lach Durchführung weiterer Rationalifierungsmahnahmen und der saifonmü- stigen Einschränkung der Produktion, die in diesem Jahre infolge der herrschenden allgemeinen Depression der Wirtschaft früher al» sonst vor- genommen wurde, beschönigt der Konzern gegenwärtig noch 9000 Arbeiter und Angestellte. frankfurter Börse. Frankfurt a. M. 6. Sept. Tendenz etwas freundlicher. — Die Wochenschluhbörse zeigte ftim- mungsmaßig wieder eine leichte Besserung. Die feste gestrige Neuyorker Börse war in erster Linie dafür ausschlaggebend. Die Kulifff trat etwas aus ihrer Zurückhaltung heraus und schritt an einige einigen Markten zu Deckungen, so daß das Geschäft in einigen Spitzenwerten zeitweise etwas lebhaftere Formen annehmen konnte. Sonstige Anregungen fehlten vollkommen. Die wirtschaftlichen Berhaltnisse liegen nach wie vor ungunfiig. Die NedenmarNe lagen vernachläsfigl und fast ohne Geschäft. Gegenüber der gestrigen Abendborse ergaben sich Kurserholungen im Durchschnitt bis zu 1,5 o. H. Etwas mehr Interesse machte sich für Chemiewerte gellend. IG.-Farben konnten 1 v. S). und Scheide- anstatt ebenfalls 1 o. S). gewinnen. Holzverkohlung besserten sich dagegen nur leicht. Gefragter waren noch am Elektromarkt Schlickert mit plus 1 v. H. AEG. zogen um Bruchteile eines Prozents an. sonst kamen an diesem Markte Grftnotierungen vorläufig nicht zustande. Kunstseidepapiere gewannen bis zu 1 v. S). Etwas mehr in den Vordergrund treten tonnten noch von Kaliwerten Westeregeln und von Zellstoffwerten Waldhof, die bis zu 1,75 o. h. fester eröffneten. Zellstoff Aschaffenburg waren dagegen nur behauptet. Banken lagen wenig verändert. Am Ren- tenmarkl war die Umsotztatigkeit ebenfalls nicht umfangreich. Nur für Mexikaner bestand wieder etwas mehr Nachfrage, bei anziehendem Kurse. Im Verlaufe war die Stimmung auf weitere kleine Deckun- gen freundlich, und gegen Anfang traten manchmal Kurserhohungen bis zu 1.5 v. f). ein. Siemens lagen insgesamt 4 v. S). fester. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 v. f). unverändert. Am Devisenmarkt unterlag der Dollar größeren Schwankungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1985, gegen Pfund 20,4150, London gegen Kabel 4,8610, gegen Paris 123,78, gegen Mailand 92,90, gegen Schweiz 25,0550, gegen Holland 12,0790. Berliner Börse. Berlin, 6. Sept. Die erste Samstagsbörse nach der zweimonatigen Sommerunterbrechung eröffnete den Erwartungen des Vormittagsverkehrs entsprechend in vollkommener geschaftsloser und wenig veränderter Haltung. Die Kursfestsetzung vollzog sich recht schleppend Man merkte an dem Ordereingang, daß das Publikum erst wieder daran gewohnt werden muß. daß auch am Samstag Börte abgehalten wird. Aus der Wirtschaft war eine leichte Besserung des Ruhrkohlenabsatzes, allerdings bei weiter steigenden Haldenbeständen, gemeldet wor- den. Auch die befriedigende Entwicklung des Kunft- seidemorktes und der sehr feste Sd)lü& ber geftrigen Neuyorker.Börse waren keine ungünstigen Momente. Bei JG.-Farben blieb aber eine Abschwächung der Karftabtaltien auf 9,5 noch 9,75 Dollars nicht ohne Einfluß. Dom Karftabtmarlt ausgehenb kam bann hier auch eine Unsicherheit in die Tendenz. Man sprach außerbem von Krcbitfünbigungen bei dieser Gesellschaft und notierte den ersten Kurs 3,5 v H niedriger Sonst waren die Kursveranberungen sehr Nein unb gingen nur ganz vereinzelt über 1 v H hinaus Siemens zeichneten sich sogar mit einem IL-o H.- unb Motoren Deup mit einem 2 o. H.- Gewinn aus Deutsche Anleihen unb Ausländer ruhig. Lissaboner Stadtanleihe : • v. H fester Pfand briefe waren bei lehr kleinem Gelchasi behauptet. Ablosungspsondbriefe weiter gesucht. Am Geldmarkt erleichterte sich lagesgelb auf 2,5 bis 4,5 o H. bie übrigen Satze blieben unverändert Auch nach den ersten Kursen blieb die Umsapiatigkeit Nein, bei leichten Deckungen zum Wochenschluß war die Mehr- zahl der Papiere wieder leicht gebessert Das weitere Anziehen des Dollarkurses auf 4,20 Mark fand zwar Beachtung, wurde aber heute schon wesentlich fachlicher beurteilt, da man tingeleben hat. daß die Bewegung nur eine Folge ber Verschiebung der Pfund- gegen Kabelparitot ist und nur auf eine Veränderung des London Neuporker Zinsgefalles zurückgeführt werben darf. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Die Lage am Frankfurter Schlachtviehmarkt war gegen bie Vorwoche kaum verändert Das Geschäft war nach wie vor lehr klein Lediglich der Export schritt weiter zu einigen größeren Käufen, während die Frankfurter Metzger nicht über den notwendigsten Bedarf hinausgingen. Die Preisveränderungen waren nur unbedeutend. Aus dem Aindermarkt war der Austrieb stärker als in der Vorwoche DaS angetriebene Vieh war von nüttlcrcr Qualität Bei ruhigem Handel verblieb Aeberstand. Die Preise gaben bei Ochsen, Bullen unb Färsen etwas noch, konnten sich aber bei Kühen behaupten. Etwa 52 Prozent des Austriebs wurden wieder in die bekannten DersorgungSgebiete auSgesührt. Am Schweinemarkt war die Beschickung geringer olS in der Vorwoche. Lach schleppendem Geschäst unb kaum veränderten Preisen wurde der Markt geräumt. Fettschweine waren wiederum fast unverkäuflich. Kälber hatten bei etwa» schwächerem Austrieb ruhige» Geschäft. Bei von 1 bi» zu 3 Mark anziehenden Preisen wurde ausverkauft. Schafe wurden bei unveränderten Preisen geräumt. Der Gesamtaultrieb bestand aus 1407 Rindern. darunter befanden lich 360 Ochsen. 114 Bullen, 462 Kühe und 420 Färsen, ferner aus 1363 Kälbern, 245 Schafen unb 5365 Schweinen. Verglichen nut dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 35 Rinder mehr angetrieben, während 73 Kälber, 45 Schale unb 255 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt würben pro Zentner Lebendgewicht in Work Ochsen al) 58 61. .12) 53 57. bl) 48- 52 Bullen a) 54 57. b) 48 53. Kühe r) 48 - 52. b) 44 47. c) 40 43. d) 34 39 Färsen a) 59 c2. b) 55 58. c) 50 54 Kälber b) 79-82. c) 73 78. d) 65-72. Schale al) 50 bi» 53. b) 43- 49 Schweine b) 66 - 68. c) 67 bi» 69. d; 67 - 69. e) 65-68. XBodjenbtndit vom frankfurter Effektenmarkt. Zu Beginn dieser Woche konnte sich die freundlichere Stimmung nicht erhalten, da erneute ungünstige Wirtschaltrnachrichten unb die Unlieber- beit über den Ausgang ber Wahlen der Spekulation starke Zurückhaltung aulerlegten. Die Orderlosigkeit dehnte lich weiter au». Io dah Im Zulammenhang mit zumeist schwächeren Auslanbbörfen das Geschält fast vollkommen st a g n i e r t e. Auf der andern Seite fehlten Anregungen, um der Bvrl« einen Ansporn zu geben. Der Grundton war aber widerftandssähig, so dah bie Baiste-Lpekulation nicht wagte, einen Vorstoß zu unternehmen. Di« Kursverluste blieben daher im allgemeinen zie n- lich gering. Die Zunahme bet Spareinlagen m Preußen auf über 10 Milliarden wurde kaum beachtet. Doch wurde die Tendenz wider Erwarten im Laufe der Woche freundlicher. Anlaß hierzu boten einige Sonderanregungen oder einige Lpezialbewegungen. In Börsenkreilen machte sich wieder ein Hoffnungsschimmer bemerkbar. und die Spekulation schritt verschiedentlich in SpeUalwerten zu Meinungskäusen, so daß m Verbindung mit einigen Ausland- order» da- Geschäft in Spezialaktien wieder lebhaftere Formen annehmen konnte. Auch scheint sich da» Vertrauen im Auslande zu den deutschen Aktienmärkten wieder etwa- zu heben. Die Wirtschaft-nachrichten lau- Die deutsche Wirtschaftslage Lude August. Das Institut für Konjunkturforschung verössent- licht in feinem neuen Dierteljahrshest bie Ergebnisse feiner Untersuchungen über die gegenwärtige deutsche Wirtschaftslage, die im engsten Zusammenhang mit der Entwicklung der weltwirt- schastlichen Industriekonjunktur steht. Danach verharrt die deutsche Wirtschaft in tiefer Depression. Der Umfang der industriellen Tätigkeit dürste zur Zeit um 15 bis 20 Prozent geringer fein, als zur gleichen Zelt des Vorjahres. Die Indexziffer der industriellen Produktion ist von Juli 1929 auf Juli 1930 um 20 Prozent zurückge- gangen, der gewerbliche Stromverbrauch um 14 Prozent (Juni-Vergleich), die Wagengestellung der Reichsbahn um 18 Prozent, die Zahl der in der Industrie geleisteten Arbeitsstunden um 21 Prozent, der Beschäftigungsgrad der Gewerkschaftsmitglieder um 17 Prozent. Die Arbeitslosigkeit erstreckte sich Mitte August auf 2,85 Millionen Personen, das sind rund 1,5 Millionen mehr als vor einem Jahr. Das Bild, das sich aus der Betrachtung der verschiedenen Wirtschaftsbarometer ergibt, ist eindeutig nur insofern, als es die Hoffnung auf eine noch inwiefern Jahr zu erwartende Besserung der Wirt- schastslage nicht erlaubt. Dagegen ist Im Augenblick noch nicht mit voller Sicherheit zu ent- scheiden, ob der konjunkturelle Tiefpunkt der Depression bereits erreicht worden ist. Eine Anzahl von Symptomen legt diesen Schluß nahe. Zu berücksichtigen ist aber, daß durch die politischen Ereignisse Faktoren geschaffen sind, die störend in den Wirtschaftsorganismus eingreifen und die aus ihm erwachsenden Konsolidierungstendenzen in gewissem Umfange unterbinden. Denn zweifellos gesellt sich zu den konjunkturellen Reaktionen, die zur Depression geführt Haden, eine schwere verkrauenskrisis, die sich In einer verhängnisvollen Kapitalflucht äußert. Besonders viel wird für die deutsche Wirtschaft auch diesmal darauf ankommen, wie sich in der nächsten Zelt die Konjunktur in den Vereinigten Staaten und in anderen Landern gestalten wird Denn zum erstenmal seit dem Weltkrieg haben die strukturellen Verflechtungen der Weltwirlschast zu einem sehr engen Zusammenhang auch der wirt- schastlichen Gebiete der einzelnen Länder gesührt. Zum erstenmal ist die deutsche Konjunktur In Gleichtakt mit der Konjunkturbewegung der anderen großen Industriestaatenge- treten. Anders als 1926 bietet deshalb ber Export der deutschen Industrie keinerlei Ausgleiche die Ausfuhr Deutschlands Ist sogar mengenmäßig ge- fünfen Diese Entwicklung ist um so nachteiliger, als Der Rückgang im internationalen Preisniveau automatisch eine Erhöhung der Reparation»- lasten nach sich zieht. 3n der Weltwirtschaft Hal sich der ftonjunflur- rückgang in den letzten Monaten weiter verschärft. Mit Ausnahme von Frankreich, sowie von Dänemark, Irland unb Norwegen befinden sich alle Lander in einem mehr ober weniger starken Konjunkturrückgang Anzeichen eines nahe bevorstehenden, oder bereits vollzogenen Tendenzum- schwungs der Konjunktur im Sinne eines beginnenden Wiederanstiegs zeigten sich bisher i n keinem Lande. Bei der wechselseitigen internationalen KonjunfturbeeinfluHung bedeutet die noch anhaltende Rückgangstendenz in einzelnen Ländern eine weitere weltwirtschaftliche Markt- Verengung und damit zunehmende Erschwerung des Auslandabsatzes. Van entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der Weltkonjunktur Ist die weitere Entwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Auch hier dürften noch nicht alle Spannungen überwunden sein, die auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Tätigkeit hindrängen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. ^ronflun a. 171 Berlin .Iranffun a. M Ztehtn .VranKun a. Dl. Berlin C-xSiu^-, i-Utr. -ur* ! Ri-r# e»iy6- hir« ! In lang» Rur# iuw-| tur« | l«Ubr» Rur# für# Vnfanp Rur* c-djiufc. i-Jbr- •ur t ■ OurX lu6- für* | enfan^, Rur* Oähite 5 9 6 9 5 9 6. 9 Datorn 5 9 6 9 6 9 Öatnm 5 9 6 9 5 S 6 9 r% trunax Mciaj«tiu.cioc W* 1»#7...... . 7% Rrlibtanlribr roe IMS.......... trutidx em.-mei.-ediu» euitol....... ebne 8u4Urt.*Se<6te . . 8% tdl. non IMS (rMHW «<*%> ' CSertdlen f tretn« - Inlette Bi ■uilrl -St4tm...... tewtld)# »-"-'m. 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Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M JStrlln. <5eymebHdie Solen..... . e-troeuer Hotte ...... Bpanlldx Soren........ I'djetofloircWdir Solen..... ILigort d>e Solen ...... 4.181 58,3» 111.93 20,34 168.53 22,01 111.95 59.10 2.475 112,3» 81.39 44.01 12.40 73.28 T3oi 58,60 112.37 20.42 16.51 169,21 22,09 112.39 2.495 112.82 11.71 44.19 12.46 73.58 5 Sepiemde» 6 «"«piernder amti<«M «Reib Nonmmfr »miuttx .403 0,405 0.4025 0,4047 Sira ta Ce*L aboeß 59.22 59,34 59.21 59,33 Trag . . . Belirad . . 12.441 12.461 12.442 12,462 7.428 7,442 7,428 7,442 Sntan-ß . . 73,465 73,605 73,455 73,495 ?ul .arxa 3.037 3.V4Z 3.037 3,043 2! »Rabon . 18.84 18.89 18.83 18,87 Tandg. . . RcntL-ntia. 81,52 1.784 81.68 1.789 81,52 1.784 81,68 1,789 5,435 5,445 5,435 5,445 4,194 4,202 4,197 4.205 Um •«'■*1 . 3,407 3,413 3,407 3,413 tos . . 20,90 20,94 20,90 20,94 teten zwar immer noch ungünstig, aber dies tat, ebenso wie die meist wieder schwächeren 2luslandbörsen, der Widerstandsfähigkeit und der zuversichtlicheren Stimmung keinen Abbruch. 3m allgemeinen traten gegenüber der vergangenen Woche Kursbesserungen von 2 bis 6 Proz. ein. Einige Werte machten jedoch eine Ausnahme und gewannen ganz erheblich. Führend waren Kaliwerte, von denen Westeregeln 13 Proz., Salzdetfurth 20 Proz. und Aschersleben 11 Proz. gewannen. Ausschlaggebend für diese Sonderbewegung waren die Aussichten auf ein evtl. Bezugsrecht des Kali- konzernS und die wieder sehr günstigen Absah- aussichten der Fabrikate dieses Llnternehmens. Aber auch Elektroaktien waren, jedoch nur zeitweise, lebhafter gehandelt. Angebliche Schweizer Käufe führten zu Besserungen von 1 bis zu 5 Proz. Der Chemiemarkt konnte ebenfalls regeres Interesse auf sich lenken. Neben I.-G.- Farben waren Rütgerswerke und Deutsche Erdöl bevorzugt. Die Mitteilung, daß Neuemissionen bei Aku nicht geplant seien, da die gesunden finanziellen Verhältnisse dieses Unternehmens einen erneuten Geldbedarf nicht recht- fertigen tourten, führten ebenfalls zu Deckungen bei einem Gewinn von 6 Proz. Arn Montanmarkt herrschte meist stilles Geschäft, doch traten auch hier Kursbesserungen ein. Schiffahrtswerte und Banken lagen bis zu 2 Proz. fester. Reichsten? gewannen 5 Proz. Lebhaftes Geschäft hatte noch ter Rentenmarkt, wo hauptsächlich Mexikaner auf aussichtsreiche Verhandlungen gesucht touren. Es traten Steigerungen bis zu 3 Proz. ein. Auch deutsche Anleihen waren gesuchter und fester. Am Geldmarkt machte sich nach dem Ultimo wieder eine Entspannung bemerkter. Tagesgeld war mit 3 Proz. angeboten. Am Devisenmarkt lag Spanien anfangs schwach. Doch beruhigten die Schutzmaßnahmen der spanischen Regierung für ihre Valuta. Die Mark und das Pfund waren international etwas gedrückt. Wochenbericht vom Sranffurter produkienmarkt. Dir schon seit einiger Zeit bestehende Unsicherheit und Zurückhaltung an ter Produktenbörse wich auch in dieser Woche nicht, i Es lagen wiederum verstimmende Momente vor, so daß das Geschäft kaum in Gang kam. Nachdem noch zu Beginn ter Woche die Preise widerstandsfähig waren, gaben sie im Verlaufe infolge I ter flauen Auslandmeldungen erheblich nach. Da auch das Angebot die Nachfrage übersteigt und ter Markt kaum aufnahmefähig war, konnte sich selbst zu den niedrigen Preisen kaum Geschäft entwickeln. Auch für die nächste Zeit erhofft man keine Besserung ter Lage, solange die staatlichen Eingriffe am Getreidegeschäft nicht aufhören. Arn Weizenmarkt war das Angebot sehr groß. Da die Mühlen kaum Ware aus dem Markte nahmen, trat ein Verlust gegen die Vorwoche von 4 bis 6,50 Mark per Tonne ein. Die beabsichtigte Erhöhung des Dermahlungszwanges auf 80 Prozent wirkte ehe verstimmend als anregend, da die Mahlfähigkeit des Weizens sehr gering sei. Roggen war weniger angeboten und im Preise anziehend, was auf die starke Interventionstätigkeit auf dem Berliner Roggenmarkt zurückgeführt tourte. Das Geschäft war aber auch hierin unbedeutend. S) a fe r war zu unveränderten Preisen angeboten, konnte aber nur schwer untergebracht werten. Nachdem der Konsum infolge ter schlechten Ernteaussichten in den Vorwochen stark gekauft hatte, ist er jetzt kaum aufnahmefähig. Das Mehlgeschäft stagnierte fast vollkommen. Trotzdem die Mühlenkonvention die Preise für Weizenmehle abermals um fast eine Mark ermäßigt hatte, war ter Absatz sehr schleppend. Roggenmehl lag dagegen fest, aber ohne besonderen Ämsatz. Futtermittel lagen allgemein ruhig und gegen die Vorwoche billiger angeboten. Hülsenfrüchte und Rauhfuttermit- tel unverändert, Kartoffeln weiter leicht nachgebend. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 256 bis 257,50; Roggen 170 bis 171; Hafer (alt) 195 bis 197,50; Hafer (neu) 170 bis 172,50; Weizenmehl, südd. 41,25 bis 42; Weizenmehl, Niederrhein. 41,25 bis 41,75; Roggenmehl 27,75 bis 28,75; Weizenkleie 7,25; Roggenkleie 7; Kartoffeln: gelbfleischige Frühkartoffeln ter Zentner 2,50 bis 2,60 Mark; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 28 bis 40, Linsen je nach Qualität für Speiseztoecke 36 bis 70; Heu, südd., gut, gesund, trocken, 5,50 bis 6; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepr. 3,20; gebündelt 2,80; Treber, getrocknet 10,50 bis 11,50. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo Frachtverrechnung (Parität) Frankfurt a. M. für alsbaldige Lieferung. Oie öffentliche Berufsberatung. Lieber das erste Berichtsjahr vom 1. Juli 1929 bis 30. Juni 1930 weist die nur um einige Monate länger bestehende Berufsberatungs- abteilung des Arbeitsamts Gießen folgende Tätigkeit auf: 1 007 Ratsuchende (658 männliche, 349 weibliche) nahmen die Berufsberatung während des gesamten Zeitraumes in Anspruch. Diese wurden 1177mal wiederholt beraten, so daß im ganzen 2184 Beratungen zu verzeichnen sind. 155 Ratsuchende (90 männliche, 65 weibliche), darunter 23 Abiturienten und 2 Abiturientinnen, kamen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen. 45 Ratsuchende (36 männliche, 9 weibliche) standen unter Jugendfürsorge, und 86 (39 männliche, 47 weibliche) waren Kriegerwaisen. 247 (194 männliche, 53 weibliche) wurden einer psychotechnischen Eignungsprüfung unterzogen und 119 (89 männliche, 30 weibliche) auf ihre gesundheitliche Be- , rufseignung einer besonderen ärztlichen Unter- suchrmg. An Arbeitgeber wurden wegen vor- - aussichtlicher Berufseignung einzustellender Lehrlinge und an Behörden wegen Gewährung von Erziehungsbeihilfen insgesamt 63 (49 für Knaben, 14 für Mädchen) schriftliche Gutachten hin- ausgegeben. In 220 Fällen sind für 172 Knaben und 48 Mädchen schriftliche Beratungen und Antworten erteilt worden, die in den obengenannten Beratungen nicht inbegriffen sind. An offenen Lehrstellen kamen 459 (377 für Knaben, 82 für Mädchen) zur Anmeldung, von denen 2 7 8 = 60,6 Prozent (226 für Knaben, 82 für Mädchen) durch unsere Vermittlungstätigkeit beseht werden konnten. Unter den in Lehrstellen Vermittelten befinden sich auch 27 Schüler (22 männliche, 5 weibliche) aus höheren Lehranstalten. — Infolge der schlechten Wirtschaftsverhältnisse wurde eine nicht geringe Anzahl offener Lehrstellen wieder zurückgezogen, einige erledigten sich von selbst, wieder andere haben sich auf Grund unserer Erhebungen vor allem wegen Fehlens der Anlcitungsterechti- gung als ungeeignet für eine Lehrlingsausbildung erwiesen. Manche Lehrstellen können nicht besetzt werden, weil sie ohne Kost und Wohnung sind. Arn meisten gesucht werden noch Schrei- nerlehrlinge, und am meisten vermittelt wurden Lehrlinge für das Metallgewerbe, darunter auch -solche für das kaum begehrte Former- und Schmiedehandwerk. Don den 1007 Ratsuchenden wurden 409 (288 Knaben^ 121 Mädchen- 756mal in den Reben- stellen-Sprechstunden Friedberg, Büdingen, Schotten, Alsfeld und Lauterbach beraten und 90 davon (73 Knaben, 17 Mädchen) in Lehrstellen vermittelt, so daß rund ein Drittel ter gesamten Beratungs- und Vermittlungstätigkeit auf den Außenbezirk und zwei Drittel auf den Stadt- und Landkreis Gießen entfällt. 111 verschiedene Berufswünsche (86 männliche, 25 weibliche) haben die Ratsuchenden geäußert. Die 10 begehrtesten männlichen Berufe waren (die Zahl gibt an, wie oft der Beruf gewünscht wurde): Kaufmann 79, Autoschlosser 35, Maschinenschlosser 31, Elektro-In- ftallateur 31, Friseur 26, Maler und Weißbinder 23, Buchdrucker und Schriftsetzer 21, Schuhmacher 21, Bäcker 18, Kunst- und Dau schlosser 16; die fünf begehrtesten weiblichen Berufe waren: Verkäuferin 72, Schneiderin 56, Kontoristin 46, Hausgehilfin 21, Friseuse 14. — 229 Ratsuchende — 22,7 Prozent (125 männliche, 104 weibliche) hatten überhaupt keinen bestimmtenDerufswunsch; für diese mußte erst die Berufsberatung geeignete Berufe in Vorschlag bringen. Dazu wären noch viele Ratsuchende zu zählen, die zwar einen bestimmten, aber keinen ernstgemeinten Berufs- Wunsch äußerten und ebenso leicht für irgendeinen anderen, als den gewünschten Beruf zu bestimmen waren. An alle 2573 in unserem Bezirk zur Volksschulentlassung gekommenen Knaben und Mädchen brachten wir illustrierte „Merkblätter" für die Berufswahl und zum Schulfleiß auffordernte „Mahnzettel" zur Verteilung, und in den Ober- Haffen höherer Lehranstalten „ Aufklärungsblätter für akademische Berufe". Auch erhielten sämtliche Volksschulen und höhere Lehranstalten unseres Bezirks das Programm' ter berufskundlichen Radiovorträge zugesandt. In den größeren Ent- laßklassen ter Volksschulen hielten ter -Berufsberater und die Berufsberaterin Belehrungen über d ie Berufswahl ab. Für Schulabgänger und deren Eltern fanden im November in Gießen sechs verhältnismäßig sehr gut besuchte berufskundliche Vortragsabende statt, in denen berufene Fachvertreter und -Vertreterinnen über 18 verschiedene männliche und weibliche Berufe sprachen. Ein im Januar im Lichtspieltheater in Gießen vorgeführter berufskundlicher Film: „Von der Schulbank zur Werkstatt" war von etwa 750 Schulkindern und Lehrern des Stadtkreises Gießen besucht. Bei verschiedenen Veranstaltungen und Organisationen wurden von der Berufsberatung sechs Vorträge gehalten, darunter ein Radiovortrag über die baugewerblichen Berufe. Auch Aufklärungsartikel über die Berufsberatung wurden verschiedentlich in der greife veröffentlicht. Mit dem vom Stadtschulkreis Gießen gewählten Lehrerbeirat fanden in den Räumen ter Berufsberatung im Berichtsjahr vier Sitzungen statt. Lim auch die übrige Lehrerschaft über die Tätigkeit der Berufsberatung, an der sie durch Ausfüllung ter für die Beratung bestimmten Schülerkarten mitwirkt, in großen Zügen zu unterrichten, erscheinen nach Bedarf besondere Mitteilungen an die Lehrerschaft, die bis jetzt zweimal herausgegeben und an sämtliche 396 Schulgemeinden verschickt worden sind. Rundsunkprogramm deö Frankfurter Senders. (Aus ter „Radio-Llmschau".) Sonntag, 7. September. 7 bis 8.15 Llhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Liebertragung aus dem Llrsulinen-Kloster, Frankfurt a. M. Katholische Morgenfeier. 9.15: Auf Schallplatten. Ausgenommen tn ter Kirche Santa Maria degli Angeli in Rom: Missa so- Icmms, von Ernesto Boezi. 10.00 (von Kassel): Stunde des Chorgesangs. 11.00 (Hanau): Kammermusik. 12.00 (von Leipzig): Konzert des Leipziger Sinfonieorchesters. 13.05: Stunde des Landes l. 13.30 (Von Kopenhagen): Fuhball-Länter- spiel Deutschland—Dänemark. 15.10: Stunde der Jugend. 16.00: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.00: Stunde des Landes II. 18.25: „Kunstwissenschaftliches an der Saar", Vortrag von Museumsdirektor H. Keuth, Saarbrücken. 19.20: Sportnachrichten. 19.30 (Stuttgart): Kleine Stücke für Violine. 20.15 (Stuttgart): Bunter Abend. 21.45 (Stuttgart): Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 8. September. 8 bis 9 Llhr: Von Bad Ems: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplattenkonzert: Lieder von Richard Strauß. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Die soziale Bedeutung des Zeittheaters", Vortrag von Dr. Oskar Goetz, Berlin. 18.35: „Denksport", Vortrag von Irma Dresdner. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Mandolinen- und Zitherkonzert. 20.15: Prozeß um eine Katzenpfote. Hörspiel von Rich. Friedel. Darauf: Die Sache Lapin. Lustspiel in sieben Szenen von Joachim Ählemann. 21.45: Klavierkonzert Franz Osborn. Dienstag, 9. September. 8 bis 9 (Bad Ems): Konzert des Kurovchesters. 12.20 (Schlangenbad): Konzert des Kurorchesters. 13: Schallplattenkonzert: Kammermusik (Franz Schubert). 15. Haussrauen-Nachmittag. 16 (Stuttgart): Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Gestaltung in Kunst und Typographie", Vortrag von Kurt Schwitters, Hannover. 18.35 (Stuttgart): „Die überseeischen Handelsunternehmungen des Großen Kurfürsten", Vortrag von Dr. Hans Krey. 19.05: „Drei große Menschenkenner. II. Larochefoueault", Vortrag von Dr. A. Ch. Wilsmann. 19.30 (Aus dem Staatstheater Kassel): Samson und Dalila. Oper in drei Akten (vier Bildern) von Ferd. Cematre. 22: Harry Kalm liest aus seiner Novelle „Amerika". Mittwoch, 10. September. 8 bis 9: Don Bad Bertrich: Konzert des Kur- orchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. Englisch. 12.20: Don Stuttgart: Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert: Fröteric Chopin. 15: Stunde der Jugend. 16: Don Stuttgart: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Der Völkerbund", Vortrag von Kurt Göbel, Frankfurt a. M. 18.35: Von Stuttgart: Esperantokurs. 19.05: Von Stuttgart: „Geschichten von der Wasserkante", Vorlesung von Dr. Hans Boettcher. 19.30: Schallplattenkonzert: Llnterhaltungs- konzert. 20.30: Künstler-Anekdoten. 21.15: Von Stuttgart: Volkschöre. 22: Don Stuttgart: Französische Lieder. . Berliner Börse. Berlin, 6. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nach den Sommermonaten wird heute zum ersten Male wieder Samstags Börse abgehalten werden. Vormittags war aber bisher noch keine Geschäftsbelebung zu erkennen; trotz des festen Schlusses der gestrigen Neu- yorker Börse verhielt sich die Spekulation abwartend und man taxierte die Kurse gegen gestern abend ohne große Veränderungen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,78, London gegen Mailand 92,83, London gegen Spanien 46,04. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schriftleitung.) E. E. Lieber die Einstellungsbedingungen fütf die Offizierslaufbahn im Reichsheer erhalten ©ie nähere Auskünfte bei dem Geschäftszimmer deS Regiments, bei dem Sie in den Heeresdienst ein* treten wollen. \ Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatk N r. 6 7 vom 5. September enthält: Falsche Reichsbanknoten. — Die öffentliche Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhessen. — Die Wohlfahrtslasten der Gemeinden. — Verbandstag ter Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen. — Die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. — Verfassungsfeier 1930. Gewinnauszvg 6. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar "je die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II einer auf beiden 23. Fiehungstag 4. September 1930 9n der heutigen Vormittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 ®ttoinne m 6000 M. 170720 368162 6 »etoinnt ju 3000 M. 21523 121340 232467 16 Gewinn« »u 2000 M. 101138 120280 208421 234717 302490 334144 336029 369609 20 ©etotnne ju 1000 M. 19804 91024 161666 178734 194037 246792 314424 317163 319601 368686 78 »ttotnne ,n 600 M. 61614 62147 64380 98118 103371 104717 116738 123920 141786 143363 144462 160499 165542 169988 170110 170982 200881 201603 203633 204631 218336 223016 231431 243594 266965 269119 272882 288154 293379 308139 316181 327365 332789 349976 363753 369642 376752 377308 392178 272 Gewinne ,u 300 M. 15004 15993 20150 23938 25662 25886 27294 31517 32026 33196 34241 35074 42469 45442 46107 46259 47612 48215 49598 53559 53922 62912 67179 75664 77968 81314 81659 83206 84170 85444 92291 94206 96986 97989 99337 101453 103118 103725 103921 105370 107090 110230 111169 114224 114395 116776 116931 115994 117719 118626 120020 122319 124844 126306 132966 134799 136131 137216 142969 146183 147006 152484 155834 166961 160447 162821 177972 191359 193763 194688 200383 206494 286794 210785 213643 216624 217475 222476 223890 224961 226168 226985 229148 229312 230088 234865 235268 237552 238933 247912 249038 251952 258696 260516 268603 271684 277129 283588 284084 286694 287423 291700 292199 299091 304173 304703 307419 313429 315720 318077 320215 321366 322692 330089 338890 339881 343648 344598 346901 349788 350440 351092 351921 353688 359469 362242 363311 366260 368475 370674 382088 383894 389365 394634 394803 396831 ön der heutigen Nachmittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®etotnne »u 5000 W. 348526 4 Gewinne »u 3000 M. 156392 308533 - 12 Gewinne »u 2000 M. 160578 1 88560 245329 351259 364168 369206 28 Gewinne iu 1000 W. 51940 57155 70087 72209 78531 193613 271455 279803 298508 303038 334182 343444 360116 379643 76 Gewinn« »u 500 M. 1102 13828 23069 26488 41439 48775 53652 57317 68735 65074 68263 68851 115064 147598 151048 156118 170979 190110 201457 210197 211757 216771 218955 238061 238476 264138 265256 278687 286375 287039 301116 328571 336674 338102 369568 370829 371326 387268 158 Gewinn« |u 300 W. 3552 23471 40071 41511 45407 51925 63643 54783 57520 68349 67363 68130 74743 78532 78677 80406 80919 81804 86612 89900 92391 92673 93909 98113 104400 119984 123892 124954 125579 126639 140962 152939 158998 166745 168950 175>54 178661 193336 193920 204058 215618 217587 243276 247647 248016 250739 253389 266823 260159 261813 263605 266619 267677 272652 276199 276410 278066 278614 278847 286860 290296 292468 293616 295081 324233 327375 328171 328460 330637 331712 366549 369772 376365 379321 381131 383856 394643 395470 399060 Fm Gewinnrabe verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 6 Gewinne zu je 25000, 18 zu je 10000, 32 zu je 6000, 82 zu je 8000, 166 zu je 2000, 388 ju je 1000, 946 zu je 500, 2414 zu je 800. „Trotz Rückganges der deutschen Lastwagenproduk. tionszif ern im ersten Halbjahr 1930 auf etwa 60°/a der ent prechenden Vergleichsziffern des Vorjahres, hat die Adam Opel AG. in Rüsselsheim a. M. ihren prozentualen Anteil am Gesamtabsatz der Liefer, und Lastwagen bis VA t Tragfähigkeit um rund ein Drittel seiner ursprünglichen Höhe gesteigert. Die Aussichten für das Herbstgeschäft werden im Der» gleich zu der allgemeinen Lage der Industrie als günstig betrachtet." 1344v /rawe Haare nicht färben! = = Jgr ENTRUPAL ges. gasch- das seit Jahren bewÄhrto blote- | > gische Haars tirkungswasser führt den geschwlchtan । o -q Haarwurzeln die verbrauchten Pigmente (Farbstoffe) tu - q O /■ «oda6 graue Haare und Nachwuchs auf natürliche Welse - «o 3 / ff die ehemalige Farbe wtedererhanen. da har Feh Horba* • • • 1 ■ ausgeschlossen. Koptachupper. verschwinden nach ■ — J kurzem Gebrauch. Anwendung einfach. Garantiert un- • _ 3 schädlich. Original-Flasch. U 4SO Prospekt kostenlos ’ Versand: Marien-Apoth. 36, Berlin -W, Wilhelmsaue 110, Cie sehen, eine einfache Cache; man muß es nur richtig machen. / Perfil ist außerordentlich ergiebig. Nehmen Cie auf S Eimer Wasser 1 Paket Perfil ohne jeden weiteren Zusatz. Die Perfil» lauge wird kalt berettet. Die Wäsche wird nur einmal kurze Zeit gekocht. Aenne« (Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persilwerke: © Henkel s Aufwasch-, Spül- und Betnigungsmittet?^ INI