Nr. 105 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 6. Mai 1950 Trlche'n» täglich,avtzer Sonntags und Feiertags Beilagen: v,e Illustrierte Gieße ner FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle monatsBejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen «inzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfvrechanfchlüsse anterSammelnummer225l Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. Pottscheckkonto: Krankfun am Main 11686. GieMerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig! für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Dietzen. Englands Offensive gegen Gandhi. Oer Kampf der indischen Rationalisten geht nach Gandhis Verhaftung weiter. — Protestkundgebungen in Bombay. Mahatma Gandhi scheint sehr viel Sinn für europäische oder besser amerikanische Propagandamethoden und — Schlaworte zu haben. Der Ehrenname „Salzdieb", den er sich beigelegt hat, ist jedenfalls in seiner knappen Fornurlierung außerordentlich wirksam und atmet in nichts den Geist der Sprache Tagores, deren blumenreiche Ausdrucksweise für viele Europäer bis jetzt noch das literarische Erlebnis des Orients war. Man wird sich umstellen müssen. Denn auch die Konsequenz, mit der Gandhi seine Verhaftung durch die englischen Behörden betrieben und durchgesetzt hat, gehört in diesen politischen Propagandafeldzug hinein, sie ist auch nur ein Teil der Methoden, die auf durchaus amerikanische Weise das Interesse des westlichen Menschen an dem Schicksal Indiens wecken sollen und geweckt haben. Denn auch dem, für den das indische Problem ein Buch mit sieben Siegeln ist, an die er nicht zu rühren wagt, leuchtet wohl ein, daß die plötzliche Verhaftung des indischen Nationalist en- führers zum mindesten das Zeichen für eine außerordentlich scharfe Zuspitzung des englisch- indischen Gegensatzes ist, wenn sie nicht gar die Gegensätze noch vertieft und die indische Doykott- bewegung zu offenem Aufruhr treibt. Natürlich ist cs falsch, die indische Frage lediglich unter dem Gesichtswinkel britischer Daumwollinteressen zu sehen und zu beurteilen. Aber es ist nicht zu leugnen, dah die großen Spinnereien von Lancashire und Manchester durch den von Gandhi inszenierten Boykott gegen ihre Waren in eine bedrohliche Situation geraten sind und dah in dieser Weise indirekt also der indifch-britische Konflikt in dem Interesse eines mächtigen Teils der englischen Industrie an den großen Märkten von Bombay, Kalkutta usw. zum mindesten einen günstigen Nährboden findet. In den glücklichen Zeiten der ostindischen Han- delScompanie hatte der indische Vizekönig noch nicht Gewaltmahnahmen nötig wie die, die er fetzt anwcnden muh. Immerhin ist bemerkenswert, dah die Verordnung, mit deren Nechts- titcln Gandhi verhaftet wurde, auf das Iahr 1827 zurückgeht, also schon mehr als hundert Iahre alt ist und somit beweist, daß die britische Herrschaft. will sagen, das britische Handels- interesse an den indischen Märkten, bedroht war. Lind wer erinnerte sich nicht noch der grausigen Bilder aus der Zeit des blutigen Militär- aufstandcs in Indien, als es die englischen Offiziere für notwendig hielten, mit den Methoden finsterster spanischer Kolonialzeit zu arbeiten und vor dem indischen Volke dergestalt Exempel zu statuieren, dah sie vor ihre geladenen Kanonen die Meuterer binden liehen, und die Geschütze dann abfeuerten! Immer wieder hat es seither Volksbewegungen, Unruhen und Aufruhr in dem Lande gegeben, das den stolzesten Besitz im politischen Kronschatz Englands darstellt und um dessentwillen sich die britische Politik nirgends, weder in Aegypten, noch in Palästina, noch endlich in Persien vor offenkundigen Rechtsbrüchen gescheut hat, bannt nur ja der Landweg nach Indien gesichert werde. Aber vielleicht noch nie ist die Bewegung dort so in die Tiefe gegangen wie diesmal. Ein Beweis, für wie ernst man in London ebenso wie in Kalkutta die Situation beurteilt, ist doch die Tatsache, daß der indische Vizekönig es für notwendig gehalten hat, auch prominente Mohammedanerführer gefangen zu sehen, um sie an der antienglischen Propaganda zu verhindern. Bisher konnte man sich im britischen Kolonialamt, das ja noch immer die wesentlichsten Angelegenheiten des indischen Do- minons betreut, darauf verlassen dah die leidenschaftlichen, religiös bedingten Spannungen zwischen Hindus und Mohammedanern den britischen Regierungsbeamten in Indien die Situation erleichtern würden. Noch vor wenigen Fahren konnten wir ja verschiedentlich Nachrichten von blutigen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern leserc. Es scheint aber, dah die Inder selbst mindestens für die Dauer chres Kampfes gegen England die Austragung dieser inneren Gegensätze zurückgestellt haben, um sich durch eine geschlossene Front die politische Freiheit zu erkämpfen, die sie er- ftreben, nicht die, die Großbritannien ihnen zu konzedieren bereit ist. So lastet bas indische Gespenst auf der ganzen britischen auswärtigen Politik, und Macdonald sieht sich gewiß gegen seinen eigenen Willen genötigt, zur Wahrung der politischen Autorität Londons in Indien Mittel anzuwcnden. die einer rücksichtslosen konservativen Regierung würdig gewesen wären. Wie werden die Dinge nun weitergehen? Wird die Verhaftung Gandhis, der in europäisch-Parlament - tarischem Sinne ja eigenllich nie politischer Führer gewesen ist, sondern seinen Anhängern gegenüber viel mehr mit religiösen und philosophischen Argumenten arbeitete, den indischen Aktivismus erst recht entfalten oder ist sie dazu angetan, ihn zu ersticken, ehe sich Lord Irvin, der Vizekönig, genötigt sieht, Truppen aus der Heimat anzufordern? Antwort hierauf kann nur die Entwicklung der nächsten Wochen allein geben, und von ihr hängt es ab, in welchem Ausmaß und welchem Tempo die oft verheißene und nie durchgeführte indische Derfassungs- reform, die den Indern eine wirklich indische Regierung geben soll, durchgefuhrt werden wird. Links: Mahatma Gandhi und die indische Frauenführerin Sarogini Naidus in der primitiven indischen Tracht. — Rechts: Lord Irwin, der englische Vizekönig, der Gandhi verhaften ließ. Wie Gandhi verhaftet wurde. London, 5. Mai. (IlL) lieber die Verhaftung Gandhis rocrben folgende Einzelheiten gemeldet: Gandhi befand sich in seinem Lager in ft a r a b i, einer kleinen Stadt, etwa 225 Kilometer von Bombay. ft u r 3 vor 1 llhr nachts erschien der Bc- zirksrichter, der Polizeichef, sein Stellvertreter und 20 bewaffnete Polizisten am Lager Gandhis. Gandhi war fest eingeschlasen. Die Polizei richtete einen grellen Taschcnschelnwerfer auf sein Gesicht. Gandhi erwachte und fragte nach den Wünschen der Polizei, worauf ihm mstgeteilt wurde, dah man Anweisung hätte, ihn zu verhaften. Gandhi fragte nach dem Grund, worauf der Haftbefehl verlesen wurde. Gandhi machte sich dann sofort bereit, gab einem seiner Mitarbeiter einen Brief an den Vizekönig, Lord 3 r ö i n , und ersuchte einen anderen, die Hinduhymne zu fingen. (Er selbst nahm sein tragbares Spinnrad mit sich und wurde sodann in einem Lastauto zum Bahnhof, von dort mit einem Bom- bayer Postzug bis Bovrivli, etwa 35 Kilometer von Bombay, gebracht. Dort wurde er zu einem Polizeiauto geführt, das mit heruntergezogenen Scheibengardinen ausgerüstet war, um nach aufjen hin den Eindruck zu erwecken, als ob sich eine verschleierte indische Frau darin befände. Die Ankunft in dem sehr weit entfernten Gefängnis von 3oroba ging glatt vonslatten Gandhi erklärte dem Vertreter des Reuterbureaus, dah ihm auf der Fahrt jegliche Bequemlichkeit gewährt worden fei. Wan glaubt, dah die Regierung ihm eine monatliche Pension von 100 Rupien für feinen Lebensunterhalt sowie den ihm Unterstellten eine Lebensmittelbeihilfe zubilligen werde. OieGründefürdieBerhastung Tic Regierung von Bomban befürchtete blutige Zusammenstöße. Lon don, 5. Mai. (SeL-Un.) Die Regierung von Bombay veröffentlicht einen amtlichen Bericht über die Verhaftung Gandhis, in dem es u. a. heißt: Der Feldzug des zivilen Ungehorsams, für dessen Einleitung und Führung Gandhi in erster Linie verantwortlich war, hat zu ausgedehnten Verletzungen von Recht und Ordnung und schweren Störungen des öffentlichen Friedens in allen Teilen Indiens geführt. Gandhi hat zwar selbst diese Ausschreitungen bedauert, aber seine Proteste gegen das Benehmen seiner unruhigen Anhänger sind schwächer geworden und es ist offensichtlich, daß er nicht länger in der Lage ist, sie zu kontrollieren. Nachdem Gandhi feststellen konnte, dah weder die Verletzung der Salzgesetze, noch das Streikposten stehen von Geschäften, Spirituosenausschänken, noch der Boykott ausländischer Kleidung zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben, hat er seine Anhänger veranlaßt, die Zahlung von Landabgaben einzustellen. Weiter hat Gandhi erklärt, daß er beabsichtige, nach den Salzwerken in Dharrsana zu marschieren, um von dem dort gesammelten Sal; Besitz zu ergreifen, daß nicht Eigentum der Regierung, sondern der Salzfabrikanten ist. Ein solcher Vorfall könnte nicht ohne die Anwendung von Gewalt erfolgen und würde unvermeidlich zu bewaffnetem Widerstand der Solzherstellung und der Polizei führen. Die Regierung von Bombay hat, seitdem Gandhi Ahmedabad verließ, stets eine Politik der größtmöglichen Duldsamkeit befolgt. Die Ereignisse haben aber nun gezeigt, daß die früheren Vorfälle ähnlicher Art, die im späteren Verlauf von Blut und Feuer begleitet waren, sich wiederholen würden, wenn Gandhi erlaubt würde, seine gegenwärtige Kampagne sortzusetzen. Unter diesen Umständen ist die Regierung von Bombay in vollem Einvernehmen mit der Regierung Indiens zu dem Beschluß gekommen, daß es nicht länger mög - l i ch ist, Gandhi in Freiheit zu lassen, wenn nicht eine sehr e r n ft e Bedrohung der Ruhe Indiens erfolgen soll. Der Haftbefehl, auf Grund dessen Gandhi festgenommen wurde, führt u. a. aus, da die Regierung die Tätigkeit des zu Verhaftenden mit Besorgnis betrachten müsse, werde ihm nach Maß- gäbe der Ordonnanz 25 vom Jahre 1 8 2 7 eine Freiheitsbeschränkung auferlegt. Die angezogene Ordonnanz sieht die Möglichkeit vor, gewisse Persönlichkeiten ohne gerichtliches Urteil in Hast zu halten. Als Aufenthaltsort für Gandhi ist das Peroda-Gefängnis in Puna bestimmt, wo er heute morgen gegen 11 Uhr ringe- troffen ift. Gandhis Nachfolger. Ter Kampf wird fortgesetzt. Bombay, 5. Mai. (Tel.-lln.) Abbas Tyabj, den Gandhi zur Führung seiner Freiwilligen im Falle seiner Verhaftung bestimmt hatte, hat seinen Posten angetreten. Aus Lahore wird gemeldet, daß auf die Nachricht von der Verhaftung Gandhis hin alle Schulen geschlossen wurden. 15 freiwillige Mitglieder des Kongresses wurden bei der Bildung von Posten vor den Geschäften, die ausländische Stoffe verkauften, verhaftet. Eine Massenversammlung von mehr als 100 000 Personen wurde in Bombay abgehalten. Die Redner forderten die Anwesenden auf, weiterhin keine Gewalt anzuwenden und den Kamps fortzusetzen und beglückwünschten Gandhi zu seiner Verhaftung Oie Lage in Bombay Tie Läden geschlossen und die Arbeit eingestellt. Bombay, 5. Mai. (211.) Die Nachricht von Gandhis Verhaftung wurde in Bombay von Kongrehfreiwilligen mit Glockengeläute verbreitet. Das Publikum wurde aufgefordert, d i e Arbeit einzustellen und den heutigen, sowie den morgigen Tag als Nationaltrauertag zu begehen. Die Devisen-, Baurn- woll- und Saatbörsen wurden geschlossen. Die Dombayer Regierung hat zwei Abteilungen eines englischen Infanterieregiments im Zentrum der Baumwollspinnerei-Industrie und in der Nähe eines Polizeihauptquartiers stationiert. Als weitere Vorsichtsmaßnahme wurde ein Freiwilligendienst für die Aufrechterhaltung der Ordnung mit Lastautos eingerichtet. Die Hindu-Läden sowie die Mehrzahl der mohammedanischen Geschäfte sind zum Protest gegen die Verhaftung Gandhis geschlossen. Die Börsen haben ihre Tätigkeit eingestellt. Die Regierungsgebäude, die Post und die Spinnereien werden militärisch bewacht. Wie aus Ialalpur gemeldet wird, erklärte Frau Gandhi in einem Interview, sie hoffe, daß Indien aus die ungerechtfertigte Tat der Regierung eine kampfbereite Antwort geben werde. In Peschawar durchsuchte Militärpolizei die Bureaus des Verbandes der Freiwilligen Gandhis und anderer Organisationen, beschlagnahmte eine Reihe von Schriftstücken und nahm 17 Personen fest. Diese Maßnahmen erfolgten wegen eines Briefwechsels der Ausschüsse des Verbandes der Freiwilligen Gandhis mit Haji von Tarangzai, einem Führer der Mohammedaner jenseits der Grenze, der, wie erklärt wird, eine Armee von 100 000 Mann aufstellen sollte. Haji kam wirklich mit 400 Stammesangehörigen an der Grenze an, aber die Mohammedaner gingen auf seine Wünsche nicht ein. Der afghanische Stamm der Afridi unterstützt die Polizei bei der Aufrechterhaltung der Ordnung. Studentenunruhen in Madrid. Die Universität gefchloffcn. Madrid, 5.Mai. (Id.-Un.) Die am Samstag gemeldeten Studentenunruhen haben sich am Montag in verstärktem Maße wiederholt. Da die Negierung der Polizei noch immer keine Erlaubnis zum Betreten des Universitätsgebäudes gegeben hat, waren die Polizisten den Angriffen der in der Universität verschanzten Studenten ausgesetzt, die mit Steinen und anderen Wurfgeschossen nicht nur die Polizei, sondern auch harmlose Passanten und Straßenbahnen bombardierten. Das Dach der medizinischen Fakultät, dessen Ziegel das Munitionslager für die Studenten darstellte, ist abgedeckt. Die Lage war am Montag wesentlich ernster, da die Polizei, nachdem zahlreiche Beamte gefährlich durch Steinwürfe verletzt waren, in Selbstverteidigung, zur Schußwaffe greifen mußte. Auch aus der Universität heraus, auf der wieder die rote Fahne wehte, sollen Schüsse gefallen sein. Bisher sind ein Toter und 17 Schwerverwundete gemeldet, darunter ein Husarenmajor. In der medizinischen Fakultät, die im gleichen Gebäude ist wie das Krankenhaus San Carlos, kam es zu aufregenden Szenen, da die Stu- denteu ohne jede Rücksicht auf die Kranken ihren Kampf führten. Die. Unruhen im Universitätsviertel fanden erst ein Ende, als der Rektor und der Senat beschlossen, die Universität bis auf weiteres zu schließen. Zwei von den bei den Zusammenstößen am Montag verwundeten Leuten liegen im Sterben, so daß sich die Zahl der Todesopfer auf drei erhöhen wird. Die katholischen Studenten befinden sich im schärfstem Gegensatz zu den Rebellen und klagen vor allen Dingen U n a m u n o wegen seiner Hetzreden als indirekten Urheber der blutigen Zwischenfälle an. Der Straßenverkehr war am Montagmittag nach verschiedenen Teilen der Stadt bis zu drei Stunden unterbrochen. Die Arbeiterschaft verhält sich bis jetzt neutral. Die Demokraten und das Kabinett Brüning. Ter Erweiterte Partcivorstand billigt die Politik der Reichstagsfraktion. Verl in, 5. Mai. (END.) Irn Reichstag trat der Erweiterte Parteivorstand der Deutschen Demokratischen Partei zu der angekündigten Sitzung zusammen, die vor allem den Zweck hat, die Auffassungen in der Partei zu klären Dis Sitzung, die sehr gut besucht ist. wurde mit einem groß angelegten Referat des Parteiführer- Koch-Weser eingeleitet. Dieser begründete den Eintritt der Fraktion ins Kabinett und verwies im übrigen auf die Vorbehalte, die der Abgeordnete Staatssekretär a. D. Meyer in seiner Rede zum Etat vor einigen Tagen im Namen der demokratischen Fraktion gemacht hat. Diese Vorbehalte beziehen sich vor allem auf die Forderungen der Demokratischen Partei zum Oft* Programm und aus die Ablehnung des Panzerkreuzers B. der übrigens nach der Auffassung parlamentarischer Kreise praktisch nicht mehr zur Debatte steht. Besonders ausführlich behandelte Koch-Weser die versch ebenen Bestrebungen zur Ne ugestaltung der Parteikon st ella- t i o n. Er zerstreute und mißbilligte unter der Zustimmung des Parteivorstandes die falschen Gerüchte, durch die in den letzten Wochen die Einigkeit der Partei gefährdet worden sei. Koch- Weser bekannte sich zu der Notwendigkeit einer Zusammenfassung der st a a t s b ü rg erlichen Kräfte, lehnte aber die Fusionierung bestehender Parteien ab. Iede Neubildung, die als eine Mandatsversicherung der heutigen Parlamentarier erscheine, sei untoirffam und aussichtslos Auch in der kritischen parlamentarischen Lage vor Ostern sei von keinem verantwortlichen Führer über gemeinsame Listen verhandelt worden. Das wichtigste sei, daß das demokratische Gedankengut gewahrt bleibe. Die Aussprache ergab, daß die in der Oeffenb# lichkeit aufgestellte Behauptung, die Reichstagsfraktion der Demokratischen Partei habe sich in ihrer Stellungnahme zu dem Kabinett Brüning durch Fusionsmöglichkeiten bestimmen lassen, völlig gegenstandslos sei, und daß auch, wie bereits durch die Abgeordneten Meyer und Dr. Fischer erklärt wurde, die geplanten Verlautbarungen über Verhandlungen wegen gemeinsamer Listen mit anderen Parteien jeder Begründung entbehr- Len. Dieser Feststellung schloß sich insbesondere auch der Abgeordnete G r z i m e k ' entgegen seinen früheren Informationen nach dem Ergebnis der Aussprache an. Aeichstagsabgeord- neter L e m m e r machte u. a. Mitteilung über den sozial-republikanischen Kreis innerhalb der Partei, der versuchen will, junge Menschen aus der deutschen Jugendbewegung und der aktiven Iugendgeneration für die programmatische Haltung und Zielsetzung der Demokratischen Partei aufzuschließen. Aach mehrstündiger Aussprache wurde einstimmig bei mehreren Stimmenthaltungen folgende Entschließung angenommen: „Der Parteivorstand der Deutschen Demokratischen Partei billigt das Verhalten der Aeichs- tagsfraktion bei den Abstimmungen im April. Der Parteivorstand hat zu der Aeichstagsfrak- tion und zu dem demokratischen Reichswirtschaftsminister das Vertrauen, daß sie in der jetzigen Kombination die Grundsätze der Partei wahren und aus deren etwaiger Verletzung mit Entschiedenheit die Folgerungen ziehen werden." — Der Parteiausschuh der Demokratischen Partei wird am 25. Mai in Halle zu einer Tagung zusammentreten. Die Frankfurter Demokraten gegen die Mitarbeit im Kabinett. Frankfurt a. M., 5. Mai. (WTB.) Der Gesamtvorstand des Frankfurter Demokratischen Vereins hat folgende Entschließung an die Reichstagsfraktion und den Reichsparteivorstand der Demokratischen Partei gerichtet: 1. Wir bedauern, daß die demokratische Reichstagsfraktion und das demokratische Kabinettsmitglied nicht in der Lage gewesen sind, ihren Einfluß gegen die unheilvolle Agrar- und Steuerpolitik sowie andere reaktionäre Schritte der Regierung Brüning geltend zu machen, und daß sie. wenn sich dies als unmöglich erwies, nicht den Entschluß gefunden haben, sich alsbald wieder von einer Regierungsfront Drüning-Treviranus zu trennen. Wir ersuchen die Reichstagsfrartion, bei der ersten Zumutung, die sich mit demokratisch-republikanischen Grundsätze und einer gesunden Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht vereinbaren läßt, diese Trennung von der Regierung Brüning zu vollziehen. 2. Wir sind der Auffassung, daß weder durch eine Fusion der Demokratischen Partei mit der Deutschen Volkspartei, wie sie öffentlich vorgeschlagen worden ist, noch durch ihre Parlament arif^e Arbeitsgemeinschaft oder irgend welche ähnliche Vereinbarungen eine wirksamere Vertretung demokratischer, sozialer und liberaler Grundsätze geschaffen werden kann. Der Reichsparteivorstand sollte Vorsorge treffen, daß nicht Verhandlungen einzelner Parteimit- ?lieber die selbständige Alt ionsfähig- eit der Partei gefährden. Gegen den neuen amerikanischen Zolltarif. Erschwerung des Außenhandels. . Reuhork. 5. Mai. (WTB.) Die Morgenblätter bringen sämtlich auf ihrer ersten Seite einen Aufruf, der von über 1000 in Washington versammelten Aationalökon omen unter- ■ zeichnet ist, die 46 Staaten und 179 Universitäten und Hochschulen vertreten. Der Aufruf ersucht den Kongreß. die Tarifvorlage ab- z u l e h n e n. bzw. den Präsidenten, die Vorlage nicht zu unterzeichnen, da der Tarif in der vorgesehenen Gestalt weite Kreise der Vereinigten Staaten schädige, ohne der amerikanischen Industrie zu helfen. Der Aufruf bezeichnet es ferner als eine Ironie, daß die Regierung einerseits die Förderung der Ausfuhr erstrebe, während sie anderseits den Außenhandel, durch einen Tarif erschwere, der die herrschende Arbeitslosigkeit nicht zu bessern vermöge, dafür aber die amerikanischen Auslandanlagen gefährde und sicherlich Vergeltungsmaßnahmen des Auslandes veranlassen werde. Personalwechsel im C saß. Berlin, 6. Mai. (Priv.-Tel.) Die französische Regierung hat ganz plötzlich die beiden Präfekten von Straßburg und Colmar ab- berufen, so plötzlich, daß einer von ihnen seine Absägung erst aus der Zeitung erfuhr. Im ganzen Lande zerbricht man sich den Kopf darüber, was diese Maßregel zu bedeuten hat. Die Vermutung eines Kurswechsels läge nahe, da die beiden abgebauten Präfekten stramm i m nationalistischen Fahrwasser segelten. Aber derartige Vermutungen haben unter dem Kabinett Tardieu sehr wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Viel eher ist anzunehme^ >ah die Pa- rrser Regierung über die Mißer > ihrer bisherigen Vertreter — siehe das Anwachsen der autonomistischen Bewegung und den mißglückten Colmarer Prozeß — entsetzt ist und nun mit neuen Männern das gleiche Ziel ver- folgen ttnlL Womit sie freilich kein Glück haben mirfte. Der Augenblick, wo Frankreich Elsaß- ^ottzrcnyen hatte gewinnen können, ist durch Llngeschick und Plumpheit verpaßt. „ Gin neues Programm der elsässischen Autonomisten. Daris 5. Mai. (WTB.) Die in Straßburg ^^^Ä?^Mche ElsH.Lothringer ZeS söffenMcht einen Bericht über die erste ®%8ierten beider autonomistischen ^Richtung Roos und der Richtung Zahlet, die vor fünf Monaten ein ge“ rutzelle!^ ssA r t" n s p r o g r a m m auf- batten, lieber dieses Pro- ®tnt9Un9 erzielt worden. In der gestern angenommenen Entschließung heißt es ^nerfennung der Mutter- Amnestierung und L°8pd11ung der Opfer Polin- r n toleranz, noch immer sehr unvollkommen durchgeführt seien. Beide auta. nomistischen Richtungen würden des^^gsich d e n K amp f f or tsetze n , um ten elfafi-totS ^gischen Volk die Freiheit zu verscÄK, A die Sieger deS letzter Krieges alsGrmMm^ d^ neuen Völkerrecht bezeichneten, SfrlE ^^Ureichen Ländern verwirklicht wo^ Autonomie sei an die Spitze sämtlicher Forderungen zu stellen. 9 96 Die nächsten Aufgaben des Aeichskabinelis Reichskanzler Or. Brüning entwickelt sein Dortmund, 5. Mai (WTB.) Auf dem Provinzialparteitag der westfälischen Zentrumspartei führte Reichskanzler Dr. Brüning u. a. aus: Das Kassensanierungsprogramm ist angenommen; doch werden wir in kürzester Frist uns immer wieder in der Regierung den Kopf zerbrechen müssen, wie wir die Sanierung der Arbeitslosenversicherung durchfuhren. Ich glaube im übrigen, daß man im deutschen Volke doch in sehr starkem Maße einsieht, daß nach der Demission des Kabinetts Müller die Zeit zum handeln endlich gekommen sein muh und nicht zum ewigen verhandeln, da über dem Verhandeln der Kredit Deutschlands nach der finanziellen und politischen Seite unterminiert worden wäre. Das Parlament, wenn es Sinn hak. ist nicht dazu da. Agitationspolitik der Parteien zu treiben, sondern das Parlament ist dazu da. Verantwortung zu übernehmen für das ganze Volk, für feine Zukunft. Wir haben ein Interesse an der Konsolidierung der Dinge auf lange Sicht. Wir werden uns bemühen, ein Programm aufzustellen und unter allen Umstünden zur Annahme zu bringen, das die Grundlage für die Wiederaufwärtsentwicklung des deutschen Volkes in den nächsten fünf Jahren bringen muß. Die Versuche in den Produktionsländern der neuen Welt, unter allen Umständen, wie wir befürchten mit staatlicher Unterstützung, in nächster Zeit um jeden Preis Getreidemengen nach Europa zu bringen, zwingen Deutschland zu außerordent- lichen Maßnahmen. Was wir gemacht haben in der Zollpolitik, sind Schutzmaßnahmen gegen Ucberraschungen. Was der Landwirtschaft not tut, ist nicht die Hoffnung auf übermäßige Preise, sondern die Erwartung auf stabile Preise auf lange Sicht. Das ist das wichtigste Moment! Es ist nicht so, als ob die Maßnahmen der Reichsregierung etwa eine einseitige Bevorzugung des Großgrundbesitzes ober des- östlichen Grundbesitzes bezwecken. Wir stehen vor der Tatsache, daß die Kaufkraft der Landwirtschaft sinkt, und das Arbeitslosenproblem wegen der Gefährdung der Exi- stenz der Landarbeiter nicht nur nicht gemildert, sondern sogar verschärft wirb. wir müssen helfen im Rahmen eines weil aus- schauenden und konstrukkiven Programms. | Programm. nicht etwa durch ausschließliche Subvention von den Teilen des Grohgrundbesihes. der wirt- schaftlich nicht gehalten werden kann, sondern auch durch die Vergrößerung von kleinbäuerlichen und mittleren Betrieben und durch Förderung der neuen Ansiedlungen, wir haben das größte Interesse daran, daß in den meist menschenarmen Gegenden des Ostens durch eine verantwortungsvolle Gesamtpolitik eine gesunde Siedlungspolitik für die Zukunst gesichert wird. Linser Programm gilt nicht einseitig für den Osten. Was wir wollen, ist, durch ein langfristiges Programm die Wirtschaft schrittweise zur Erholung zu bringen, um dem Problem der Arbeitslosigkeit aus den innerpolitischen und wirtschaftlichen Verhältnissen heraus Herr zu werden. Schulden dürfen in Zukunft von den öffentlichen Körperschaften nicht mehr so wie in der Vergangenheit gemacht werden. Daß wir in dem entscheidensten Augenblick unserer Geschichte nach Paris gehen mußten zu Verhandlungen über den Dawesplan, in einem Augenblick, wo unsere Schuldenlast 6 bis 8 Milliarden Mark betrug, und damit die Möglichkeit geschaffen war, jeden Tag in Deutschland die größte wirtschaftliche finanzielle Katastrophe herbeizuführen. darin liegt die Schuld der Vergangenheit. Es ist besser, den Mut zu haben, im entscheidenden Augenblick auch etwas LIn- populäres zu tun, als die Dinge aufzuschieben und schließlich zur Katastrophe treiben zu lassen. Die Regierung muh den Reichstag vor neue Aufgaben stellen. Die Regierung muß führen, muß für die Vorlagen kämpfen und sich dafür einsetzen. Man behauptete, als ich Fraktionsführer wurde, ich sei Iungkonservativ. Dazu muß ich sagen, daß ich überzeugter Anhänger eines guten Parlamentarischen Systems auch schon vor der Revolution gewesen bin und mich mit diesen Dingen eingehend beschäftigt habe. Wenn aber die Parteien nicht in ihrer Mehrheit bereit sind, die Konsequenzen dieser verfassungsmäßig -verankerten Demokratie zu ziehen und die Verantwortung, die eine solche Demokratie jedem einzelnen auferlegt, wirklich zu tragen, so ist das für ein Land gefährlich. Siegerwalds sozialpolitisches Programm. Oie Bekämpfung der Arbeitslosigkeit das dringendste Problem. D o r t m u n d, 5. Mai. (WTB.) Reichsarbeits- nunifter Dr. Stegerwald führte auf dem westfälischen Provinzialparteitag des Zentrums u. a. aus: Lieber die Finanzpolitik von Reich, Landern und Gemeinden herrscht in Deutschland nur wenig Klarheit, die Steuerpolitik hängt in Deutschland enger als in anderen Ländern mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik und der Ar- beitslosenfrage zusammen. Wir sind zunächst ein kapitalarmes Land geworden, früher hatten wir innerhalb Deutschlands Steueroasen. Diese Stellen sind beseitigt. Dafür haben wir aber heute sehr viel schlimmere Steueroasen in Europa. Daneben entstehen in der Schweiz in Holland, in Dänemark Dachgesellschaften, t>0^ *2° aus großzügig deutsche Llnternehmungen und Konzerne geleitet und selbstverständlich auch versteuert werden. Mit deutschen Gesetzen ist diesen Erscheinungen nicht beizukommen. Internationale Steuervereinbarungen kommen nicht zu- stande, weil ihnen die begünstigten Staaten nicht ^ustimmen. Bei solcher Gesamtlage bedeutet die Beibehaltung oder gar eine weitere Erhöhung der Einkommens- und Vermögenssteuer eine v e r stä rkte Kapitalabwanderung von Deutschland und damit eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit. Daher ist gegenwärtig einer sozialeren Gestaltung des Steuerwesens von der Einnahmenseite her nicht beizukommen. Das ist nur möglich durch Verringerung der Ausgaben. Die letzten Steuern haben teilweise größere Llnzufriedenheit ausgelöst. Trotzdem konnten sie im wesentlichen nicht anders gestaltet werden. Auf dem Gebiete der Sozialpolitik haben wir uns in Deutschland, insbesondere in der nächsten Zeit, mit den zwei Fragen zu beschäftigen, wie verringern wir die Zahl der Arbeitslosen und wie versorgen wir jene, die wir nicht in den Produktionsprozeß einbeziehen können. Das Iahr 1930 wird neben 1926 das größte Arbeitslosenjahr werden, das Deutsch- and je gehabt hat. 1929 hatten wir durchschnittlich 1,275 Millionen Arbeitslose, 1930 werden %lr, uns auf 1,5 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt einrichten müssen. Die Poli- tik des Iahres 1930 wird sich erst stärker 1931 auszuwirken beginnen. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung muß noch vor den Sommerferien erfolgen, wenn nicht die mühsam in Ordnung gebrachten Etats und damit die deutsche Wirtschafts- und Kreditpolitik erneut völlig durcheinander gebracht werden sollen. Im ganzen spitzt sich die Frage der Sozialversicherung dahin zu, wieviel wollen die im Produktionsprozeß stehenden Arbeiter von ihrem Lohn an jene abgeben, die vorübergehend oder dauernd aus dem Produktionsprozeß ausscheiden? Darüber muß in absehbarer Zeit im politischen Leben zwischen Arbeitgeber und Arbeiter eine Ver- standigung möglich sein. Mit dem Iahre 1931 durfte ein wesentlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit und damit eine Erleichterung der Wirtschaft zu erwarten sein. Bei der Krankenversicherung wird durch Zuruckbrangung ber Bagatellsachen und durch Neu- orbnung ber Arztfrage und des Arzneiwesens D e r- b l l l i g u n g herbeizuführen versucht werben. Bei ber Unfallversicherung wirb den Arbeitern eine verstärkte Mitwirkung bei Erlaß ber Unfalloerhutungsvorschriften unb bei ber Uebn'wachung ihrer Durchführung einzuräumen sein. DieJnvaliben- oerslcherung steht im Jahre 1933 vor einer Krise. Dann wird ihre Ausgabe höher als bie Einnahmen. Auch werben in absehbarer Zeit Beiträge und Leistungen für bie besser bezahlten Qualitäten arbeiter denen ber Angestelltenoersicherung angeglichen werben müssen, wie auch für bie älteren Arbeiter, bie nicht mehr bem Probuktionsprozeß ange- gliedert werben können, Erleichterungen zum Bezug ber Altersrente geschaffen werben müssen. Die bafür benötigten Mehraufwenbungen müssen in der Haupt- fache durch Ersparnisse in anberen Der- slcherungszweigen unb durch eine Der- einfadjte unb verbilligte Verwaltung gewannen werben. Im übrigen sehe ich in den nächst?" fahren in ber Sozialversicherung nicht bas Kernstück ber Sozialpolitik, sonbern in folgendem: 1. Es muß alles aufgeboten werden, um bie Ar- gliebern" Wlel)er bPU Produktionsprozeß einzu- 2. Es sind durch eine entsprechende Wirtschaftsund Steuerpolitik die Voraussetzungen für eine aktive Reallohnpolitik zu schaffen. . 3- ®9. -st das Arbeitsrecht vorwärtszubringen, insbefonbere das Arbeitsvertraqs- und Tarifver- tragsrecht. ' Gdingen bedroht Danzig Polens Wirtschaftspolitik im Kampf gegen den deutschen Osten. Berlin 5. Mai. (Priv.-Tel.) Es ist 6e- tannt, daß die Absichten der polnischen Wirtschaftspolitik seit langem darauf hinausgehen den Seeverkehr über den Hafen von Gdingen zu leiten, den Polen mit einem Riesenaufwand an Kosten trotz der Llngunst Lage ausbaut. Die alteHanse- stUdt Ranzig hat hierdurch trotz des scheinbaren Aufschwunges ihres Umschlagsverkehrs bereits getoaltigen Schaden erlitten, weil nämlich der Wert der Danzig passierenden Waren gegenüber den früheren Iahren und der Vor- lt gewaltig gesunken ist. Bis M liegen, die Dinge noch so, daß beide Häfen Lnhmn polnische Wirtschaft eine besondere Belieben? ^ben, Swnal Danzig betriebswirtschaft- ttch und technisch Gdmgen stark überlegen ist. h8 nur eine Frage der Zeit, daß Polen dazu übergehen wird. Gdingen in einen ?emäß^a?/e7n^ ^lneinzuführen, der sich natur- a Hein gegen Danzig richten wird rnLL6 wirtschaftlichen Mitteln versucht staates XÄnaIe Selbständigkeit des grei- n öu unterhöhlen. 21 u^fAm„ J?1 bat Edingen einen unerhörten S J.“n 9 genommen. Im Iahre 1924 trat 8 iUm erstenmal als Llmschlagshafen in Erscheinung. Während des englischen Grubenarbeiterstreikes stiegen seine Handelsziffern sprunghaft an. Die Ausfuhr über Gdingen, die im Iahre 1924 nur 9000 Tonnen betragen hatte, belief sich 1926 bereits auf 400 000, 1927 auf 900 000, 1928 auf 1 765 000 und 1929 auf fast 2,5 Millionen Tonnen. Gdingen hat damit etwa ein Drittel des jetzigen LImsatzes von Danzig erreicht (wobei die Einfuhr dieses polnischen Hafens eine verhältnismäßig geringere Rolle spielt), aber es hat Königsberg und Stockholm und eine ganze Reihe anderer Ostseehäfen bereits bei weitem überschritten. Die ersten Monate des Iahres 1930 lassen erraten, daß sich der Llmschlag in Gdingen gegenüber dem Iahre 1929 ungefähr nochmals verdoppeln wird. Hierbei ist besonders bemerkenswert, bah die Steigerung der polnischen Einfuhr über Gdingen sehr stark heraufging, obwohl die Gesamteinfuhr des polnischen Staates sich infolge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen im Anfang des Iahres 1929 erheblich senkte. Daraus geht hervor, wie stark sich das Schwergewicht des polnischen Handels von Danzig auf Gdingen I Aehnlich liegen die Dinge übrigens hinsichtlich der Ausfuhr. 2lbsolut gesehen ist I äUxic dir Ausfuhr über Danzig im letzten Iahre auch gestiegen, aber in einem viel geringeren Maße als die über Gdingen. Die polnische Wirtschaftspolitik tut auch alles, um die Spesen für den Handel über Gdingen möglichst niedrig zu halten, um diesen rein polnischen Hafenplatz gegenüber dem deutschen Danzig in jeder Weise zu begünstigen. Lim so höher ist der nationale Abwehrwille der Danziger einzuschätzen, die diesen schweren Kampf in dem vollen Bewußtsein führen, daß sie einen Posten des deutschen Volkstums im Osten zu verteidigen haben. Deshalb dürfen auch die Blicke aller Deutschen, wenn sie sich jetzt auf die besondere Rotlage des Ostens richten, nicht an Danzig vorüberschweifen, das im schweren wirtschaftlichen und nationalen Abwehrkampf gegen die polnische Lleber- fremdungsgefahr und gegen die wirtschaftlichen Drosselungsabsichten der polnischen Politik steht. polens Millionen für Auslandspropaganda. Berlin, 5. Mai. (Priv.-Tel.) Dem polnischen Außenminister Zaleski ist ein kleines, aber recht unangenehmes Mißgeschick passiert: der polnische Sejm hat ihm nicht nur die hübsche Summe von zwei Millionen Zloty von seinem Fonds für die Auslandspropaganda des Polentums, in deren Mittelpunkt selbstverständlich Deutschland steht, gestrichen, sondern im Zusammenhang mit dieser Aktion sind auch in der polnischen Presse, die Herren Za- leski nicht geneigt ist, interessante Ausstellungen über die Hohe der aufgewandten Geldmittel zum Zweck der polnischen Auslandspropaganda veröffentlicht worden. Daraus ergibt sich, daß der polnische Außenminister ursprünglich z w ö l f M illionenZloty für seine polnische Auslandspropaganda verlangt hatte, die unter dem harmlosen Titel „Fürsorge für die kulturellen Bedürfnisse der Auslandpolen" zum größeren Teile versteckt sind. Ein anderer Fonds, dessen Titel ebenfalls den eigentlichen Zweck der Gelder verschleiert, ist der dem Minister zur Verfügung stehende p e r - jönliche Dispositionsfonds von 4,2 Millionen. Im Kampf um die Streichungen hat Zaleski übrigens die interessante Mitteilung gemacht, daß er nach der Kürzung um zwm Millionen, um den dringendsten Bedürfnissen abzuhelfen, einen Teil seines Repräsentations- fonk^ den Auslandpolen zur Verfügung stellen wurde, womit auch von ihm die eigentliche Zweckbestimmung des Fonds eingestanden ist. Rach der Streichung durch den Sejm verbleibt zum Zweck der amtlichen polnischen Auslandspropaganda auf Grund polnischer Feststellungen im- uoch die beträchtliche Summe von 9 bis 9,5 Millionen Zloty. Während die Polen so große Summen amtlicher Gelder für ihre Aus- landpolen bereitstellen, wird jede Gelegenheit benutzt, um das Deutschtum in Polen des ungerechtfertigten Verdachts zu bezichtigen, es erhalte amtliche Gelder heimlich von deutscher S eitel Das deutsche Geschwader in Syrakus. Syrakus, 5. Mai. (WTV.) Admiral Ol- b«rop die Offiziere seines Stabes und einige hundert Seeleute des deutschen Geschwaders wohnten im altgriechischen Theater einer Aus- fuhrung des Agamemnon bei. Aach der Vorstellung begab sich ein deutscher Osfizier aus die Buhne und überreichte den Künstlern einen Korb nut Rosen. Diese ritterliche Handlung ^urde von den Anwesenden mit begeistertem Beifall ausgenommen. Admiral Oldekop machte dem Abgeordneten Pace, Vorsitzenden des Or- ganisationsinstitutes für die Schauspiele, eine das Flaggschiff darstellende Radierung mit einer Wid- mung zum Geschenk. Daraus fand zu Ehren der putschen Gaste ein von der Provinz und der Stadt veranstalteter Empfang statt, an dem Vertreter aller Behörden teilnahmen. Die Ver- austaltung trug einen überaus herzlichen Cha- u- Der Stand der Volksgesundheit. Das Reichsgesundheitsamt hat soeben eine ^mmenfteUung über bie natürliche Bewegung Yer unb mehr11ff nmnhnbCUt^eT?-f?e,neinben mit 15 000 2Q mÄnin $fn veröffentlicht, in ber etwa Anwohner, also beinahe bie h 0 VJ?(,r ®efamtbeDöIferung bes Rei° bicfcr aufammenMung wird ub“ bc" Gesundheitszustand des deutschen Sf 6,e9e^n?er nach den Feststellungen de- " «nVA ? '°Htert *>Qf- Besonders hielt _.^w°ch>en ber Ärebs-unbäer*. =Inhr» -V V- n Ols Tabesursache im vergangenen ?°b°i if-d7° Znhl S rnnkh-ttenL^ d°" Todesursachen bie gölten® ta ’Ä die T ° u»«°l°n«sch oerschiechtert. So sind r. 2falle an Klnderkrankbetteu stark gestiegen. An erster Stelle stehen habet Aus alter Welt. Reichsausschuß für Krebsbekämpfung. s toitWen. iH am 1. April unter Führung ^relchslnnenminlsteriums ein Reichsausschuh uc Krebsbekämpfung ins Leben gerufen worden, Dec inzwischen feine Arbeiten ausgenommen hat. u”y, endgültige Zusammensetzung dieses steht jedoch im Augenblick noch da noch einige besondere Beratungen 3toif®en hen Beteiligten ftattfinöen müssen. Der Ave? dieses Reichsausschusses besteht darin, zunächst mit allen Stellen im Reiche die Verbindung aufzunehmen, die bereits die praktische und organisatorische Arbeit der Krebsbekämpfung leisten. Von beteiligter Seite wird ferner mit- geteilt, daß der Reichsausschuß in engstem Einvernehmen mit dem seit 30 Iahren bestehenden Zentralkomitee zur Erforschung und Bekämpfung der K r e b s k r a n k h e i t e n arbeitet, und zwar insofern, als dem Zentral- komitee die wifsenschaftlichmiedizinische Aufgabe zufallt und ihm die Erforschung der üt- r Dämpfung sm öglich- feiten beä Krebses Vorbehalten bleibt, während der neu gegründete Reichsausschuß sich mit den organisatorischen Aufgaben der Fürsorge der Schaffung von Einrichtungen und der Zusammen- arbeit aller in Betracht kommenden Stellen zum Zweck der 2-handlung der Krebskranken zu be^ fassen haben wird Das Ziel hierbei soll das Der- 1mh6SriiMCn6lMat0ttoenSisteit bcr Frühdiagnose uni> Frühbehandlung Wecken. Die endgültige Zu- S" *« des AeichsauSschuffes dürfte vor- S tomm?”* iH Mem Ab. 8- urn di/xA <6S A W§ ZK stachen J** w$£at *• 1 für Aus- inöo. LM •Ä'Ä -iMr ^propagaM bcr- tt9tbt sich, bah urfprünalich seine polnische 1 * die unta if!V für die der Aus. Telle versteckt sind, 'tel ebensallS den c l^rfchlciert, ift n9 stehende per, ' puds von 42 die Streichungen ssante Mitteilung urzung um Mi H Bedürfnissen BePräsrniaiivnL. WR Men «elMüichr &otd- estanden ist. Aach ^ejm verbleibt zum Hen Auslandspro«^ c Feststellungen im« Summe von 9 blend die Polen so Iber für ihre Aus- > jede Gelegenheit in Polen des un» bezichtigen, cS er- ich von deutscher «er inSyralus. Ö.) Admiral 01« ßtabei und einige fchen Sefchtoadcrs '.ater einer Oluf- on bei. Aach der deutscher QsMn M den Künstlern ntterttche Handlung i mit begeisterten ral Oldekop machte iorsihenden des Or« rchauspiele, eine das cung mit einer Md« sand zu Ehren der 1 Provinz und der ina statt, an dem nahmen. Die Mr« is herzlichen Eha« Sen. Abdämpfung. pril unter Führung ein Aeichsausschuy >en gerufen worden, l aufgenommen 9^ L f* Ärfimpfc, Diphtherie, Keuchhusten und Mosern. Auch die Grippe hat in manchen Gebietsteilen auf die Sterbezistern eine verheerende Wirkung gehabt. Während 1928 nur 3524 Personen an der Grippe starben, waren es im letzten Jahre in dem van der Zählung erfaßten Gebiet 12 594. Auch die Todesfälle an Lungenentzündung weisen eine nicht un- erhebliche Steigerung von 22 000 auf über 27 000 aut Lediglich die Zahl der Todesfälle durch Tuber« kulose ist die gleiche geblieben. Nur ein ganz minimaler Rückgang der Todesfälle um etwa 200 ist zu verzeichnen. Drei Zahnärzte auf einer Autofahrt verunglückt. Sin schwere« Autounglück, dem drei Berliner Zahnärzte zum Opfer fielen, ereignete sich auf bet Berliner Ehaussee bei TJittenberg. Der Privatwagen des Zahnarztes Dr. Albert Dchragen- heim aus Moabit geriet beim ileberfjolcn eine« anderen in« Schleudern und stürzte eine zwei Meter tiefe Böschung hinunter. Das Auto blieb mit den Bädern nach oben v ö l l l g zertrümmert liegen. Die am Steuer sitzende Zahnärztin Dr. Erna Dchragenheim war s o - fort tot. Albert Schragenheirn und die beiden anderen Autoinsassen, der Zahnarzt Dr. Silberstein auB Moabit mit seiner Frau erlitten Dchä- delbrüche. Sech« Todesopfer $ines Tribuneneinsturzes. Bei der Eröffnung des neuen Flugplatzes von Guadalajara (Mexiko), der etwa 40 000 Per« fernen beiwohnten, rammte ein Automobil einen Irägcr der Z u f ch a u e r t r l b ü n e, auf der sich über 2000 Personen befanden. Infolge des Stoßes stürzte die Tribüne ein. Hierbei wurden sechs Personen getötet, 36 Personen mußten mit mehr oder weniger schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. verbot flugakrobatischer Vorführungen. Die preußische Regierung beabsichtigt nach erneuter Prüfung der Sachlage in den nächsten Tagen ein Verbot von flugakrobatischen Vorführungen zu erlassen. Der Erlaß der entsprechenden Verordnung wird zur Zeit von dem für diese Veranstaltungen zuständigen Handelsministerium vorbereitet. Großer IDalbbranb im Norden von Berlin. 3n den ausgedehnten Waldungen bei Cehde - n i ck brach Feuer.aus, -bas in kurzer Zeit eine so große Ausdehnung erlangte, daß die gesamte Bevölkerung der umliegenden Ortschaften sich an den Löschardeiten beteiligen mußte. Das Feuer wurde in eine Schonung getragen und In wenigen Augenblicken standen Tausende von Bäumen in Flammen, lieber 20 freiwillige Feuerwehren aus der Umgegend eilten nach der Brandstelle. Mehrmals mußten die Feuerwehrleute sich zurück- ziehen, da schon die Baumkronen über ihren Köpfen brannten. Erst nachdem noch mehrere hundert Helfer aus den kleinen Ortschaften in der Gegend von Eehdenick, die auf Fahrrädern nach der Brandstelle geeilt waren, mit eingriffen, konnte durch Fällen von Bäumen und Aufwersen von Gräben eine weiten- Ausdehnung des Brandes vermieden werden. Zahlreiches Wild ist in den Flammen umgekommen. Die Ursache des Feuers wird auf fahrlässige Brandstiftung zurückgeführt. Iugendwanderer hatten am Waldesrand ihr Mittagessen abgekocht und dadurch das Feuer verursacht. Die Landjägerei hat eine Untersuchung eingeleitet. Da, der Montblanc einbringt. Die unfruchtbaren Eisfelder de« Montblanc, auf denen weder Baum noch Strauch wächst, haben trotzdem eine recht große wirtschaftliche Bedeutung. Der Reingewinn, den der Montblanc bringt, läßt sich höchstens mit dem Geschäftsergebnis eines ganz großen industriellen ^Unternehmens vergleichen. In einem der letzten Iahre ist der Montblanc von insgesamt 4 00 00 0 Touristen besucht worden, davon etwa 220 000 auf der französischen, 115 000 auf der italienischen und 65 000 Besuchern auf der schweizerischen Seite. Bei Zugrundelegung einer mittleren Ausgabe von 50 Goldfranken für jeden einzelnen Besucher bedeutet das einen Ertrag von 20 Mill. Goldfranken für die Hotelindustrie des Montblanc-Gebiets. Vor dem Kriege war der Montblanc noch stärker besucht. So zählte er im Jahre 1913 auf der französischen Seite rund 400 000 Besucher, auf der italienischen 225 000 und auf der Schweizer Veite 350 000. Schwerer Wirbelsturm in Japan. Man befürchtet, daß der Wirbelwind, von dem der südliche Teil der Insel Sachalin und die Insel Hokkaido heimgesucht wurden, den Tod zahlreicher Fischer verursacht hat. Hunderte von Perso- nen werden vermißt. 94 Leichen wurden ans Ufer getrieben. Der Sachschaden wird auf 5 Millionen Dem geschätzt. Der Sturm brach gerade in dem Augenblick aus, als Tausende von Fischern, durch das Erscheinen eines riesigen Heringschwarms gelockt, sich in See befanden. Aus der provmzialhauptfiadt. Gießen, den 6. Mai 1930. Oes Waldes grüne Hochzeit. Droben am Hügel stehen die hohen Birnbäume in voller Blüte. Tausende von Bienchen um* summen die duftenden Zweige. Hinter dem leuchtenden Weiß der Obstbäume dehnt sich der Wald, Tannen und Kiefern mit ihrem dunklen Grün, dazwischen Buchen und Birken im Schmuck der bellen Blättchen. Besonders die schlanken Birken mit den hängenden Zweigen sind, bezaubernd. Stolzer sind allerdings die Obstbäume mit ihrer schneeigen Pracht. Aber auch der Wald hat geblüht, ohne daß er vier Aufheben« davon machte, nicht mit weihroten Blüten blättern, sondern unscheinbar und verborgen, von den meisten Menschen fast unbemerkt. Die Waldbäume sind ‘2DinbbIüt[«r,_ sie brauchen keine Bienen anzulocken. Unauffällig erscheinen einige Kätzchen und Staubfäden, und der Wind überträgt den Blütenstaub Schon im Herbst bildeten viele Bäume des Waldes ihre Blüten aus. Kahle, harte Kätzchen tarnen bei den Birken, Haselsträuchem und Erlen zwischen dem sommerlichen Laub hervor. Und nun beim Ausschlagen des jungen Laubes kommt auch die Buche mit ihren Blüten kugeln. Die stolze Siche blüht fast unsichtbar. Die Kiefer freilich verschwendet oft die Fülle ihres Blütenstaubes, bedeckt den Waldboden mit weithin leuchtendem Gelb. „Ss hat Schwefel geregnet,“ sagt der Bolksmund. So begeht der Wald sein Hochzeitsfest. Bom Frühling wachgeküßt, entfalten sich die jungen Blätter. Die Anemonen leuchten schon seit Wochen, und die ersten Maiblumen wollen ihre Glöckchen läuten lassen. Schwellend« Moospolster laden den Wanderer zur Rast ein. Auch der Hochzeitlader, der Kuckuck, ist seit den Osterfeier- tagen wieder zu uns zurückgekehrt. Die Spechte hämmern vor Freude an den hohen Bäumen, in den Zweigen gurren die Tauben. Dor dem hellen, maigrünen, wie Seide glänzenden Laub der Buchen stehen trotzig die Tannen und Kiefern mit ihrem dunklen Kleid. Aber auch in ihren Spitzen treibt neues Leben hervor. Wie Kerzen haben sie frische Zweiglein auf- geftedt. Die Lärchen, die einzigen Radelbäume, die ihre Radeln im Winter abwerfen, waren die ersten Im zarten Grün, dann folgten die Dirken, die schönsten der Frühlingsbäume. Wie aufblühende Jungfrauen stehen sie in ihrem weihen Kleide, umflattert von ihrem beweglichen Laub und den braunen Kätzchen. Rur die Eichen und Eschen strecken noch die kahlen Zweige in die Luft. Aber auch ihre Stunde ist bald gekommen. Schon schwellen die Knospen. Die Sonnenstrahlen durchdringen das junge, seidenzarte Laub der Buchen und malen noch helle Kreise auf den Waldweg, ileberalt drängen unter ihrem Zauberkuh junge Buchenpflänzchen aus dem braunen Laub und entfalten ihre kleinen Blättchen. Schützend stehen die großen Kronen der alten Bäume über den Kindern des Waldes. Wunder über Wunder, wohin das Auge schaut. Und erst die angrenzende Wäldwiese mit ihrem saftigen Grün und den blühenden Blumen! Da tritt gerade ein Reh aus dem schützenden Wald hervor und äugt furchtlos nach uns. Don fernher ruft der Kuckuck, und leise fährt der Früh- lingSwind durch das junge Laub. O Täler weit, o Höhen, v schöner, grüner Wald! D. Oie Verfassungsfeier 1930. Im Saale des Regierungsgebäudes fand gestern mittag unter dem Vorsitz des Prooinzialdirektors G r a e f eine Besprechung der Regierungsbehörden mit zahlreichen Herren der Gießener Vürgerschaft über die Feier des diesjährigen Derfassungs- ta g e s statt. Provinzialdirektor Graef schilderte zunächst die Erfahrungen, die man bei der Organisation der vorjährigen Verfassungsfeier machte, und gab sodann mancherlei Anregungen für die würdevolle und zweckmäßige Gestaltung der Der- fassungsfeier in diesem Jahre. Volle Einmütigkeit kam darin zum Ausdruck, daß die Feier durchaus überparteilich fein soll und mit größter Sorgfalt alles zu vermeiden ist, .was irgendwelchen Anstoß erregen könnte. Die Feier soll wieder in der Volkshalle ftattfinden, dabei wird unsere Gießener Militärkapelle mitwirken. Als Festredner soll Innenminister L e u s ch n e r, Darmstadt, gebeten werden. Bei der Feier hofft man auch Massenchöre der für diesen Tag vereinigten gesamten Gießener Mannergesangvereine hören zu können. Diese Darbietungen sollen den offiziellen Teil der Verfassungsfeier bilden. Es wurde weiter aus der Mitte der Versammlung angeregt, im Anschluß an die offizielle Feier noch einen sog. inoffiziellen Teil mit Konzert und mancherlei sportlichen Darbietungen zu arrangieren, ferner auch die Studentenschaft zu der offiziellen Feier einzuladen. Mit der weiteren vorbereitenden Arbeit wird sich ein Unterausschuß beschäftigen, der unter dem Dorsch des Oberregferungsrats R s h e l (Stellvertreter Regierungsrat Schmidt) vom Kreisamt tätig fein wird und dem als Mitglieder noch angehören Bürgermeister Dr. Seid, Stabt- schulrat Fischer, Rektor Kröll und Gewerk- schaftsangestellter Ottilie. Der Unterausschuß hat das Recht, sich erforderlichenfalls durch weitere Her- ren zu ergänzen. Verband Hessischer Erwerbs» und Wirtschastsgenoffenschafien e. V. Die hessischen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften e. D. mit dem Sih in Kassel, dem auch die Handels- und Ve» wcrbebank Gießen e. G. m. b. H. angeschlossen ist, halten ihren diesjährigen (67.) DerbandStag in Homberg an der Sfze ab, und zwar am 23. und 24. Mai. Auf der umfangreichen Tagesordnung stehen u. a. die Wahl des zweiten Dorsitzenden, der Bericht des Derbandsrevisors über die vorgenommenen Revisionen, die Beschlußfassung über die Gründung eines Zweckverbandes mit dem Wiesbadener und dem Darmstädter Revisionsverband und über die Satzungen diese« Verbandes, ferner die besonders wichtigen, bereits auf dem letzten Deutschen Genossenschaftstage in Stuttgart verhandelten Fragen über die Errichtung einer Stützungsgemeinschaft der Kreditgenossenschaften des Deutschen Gcnoffenschaft«- verbandes, die Annahme der Satzungen dieser Stützungsgemeinschaft und die Wahl des Ausschusses zur Derwaltung und Verwendung des zu schaffenden Grundstocks. 3n der öffentlichen Sitzung wird Verbandsdirektvr L e t s ch e r t, Kassel, über das Geschäftsjahr 1929 berichten. Vorträge werden gehalten von dem Genossenschaftsanwalt Professor Dr. Stein, Berlin, über „Die Sicherung der Mitglieder und Gläubiger einer Genossenschaft durch Revision des Aufstchtsrates und Verbandes": von Bankdirektor Dr. Bre- denbreuker, Frankfurt a. M., über „Die wichtigsten Bestimmungen des Depotgesetzes" und von Direktor Bünte, Berlin, über „Organisationsfragen unter besonderer Berücksichtigung der Maschinen". Gietzener Wochcnrnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 50 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4,5 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das P'und: Käse (zehn Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 25, Salatgurken 75 bis 80, Ober-Kohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich (neue) 25 bis 30, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig das Bund; Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stabt- tfjeater: Gastspiel des Groh-Ruisilchen Nationalorchesters, 20 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Zwei Herzen im | Takt". — Das Groß-Russische National-Or- ch e ft e r W. H. B. gastiert heute um 20 Uhr im Stadttheater. Die Veranstaltung verspricht einen sehr genußreichen Abend und sei zum Besuche bestens empfohlen. — Das Englische Seminar der Can» desuniversitöt veranstaltet am Mittwoch, dem 7. Mai, im Hörsaal 33 des Kollegienhauses einen englischen Vortragsabend, der den Problemen des modernen amerikanischen höheren Schulwesens gewidmet ist (Recent Development in American Higher Education). Der Sprecher des Abends ist Professor E. C. Fries von der Universität zu Ann Arbor, der großen Staatsuniversität in Michigan. Näheres siehe heutige Anzeige. ** Verkehrsverein und Verschöne- rungsoerein. Die gestrige Generalversammlung des Gießener Verkehrsvereins, über deren Verlauf wir noch berichten werden, beschäftigte sich u. a. auch mit dem Anträge des Vorstandes und Ausschusses, der Verschmelzung des Verschönerungs- oereinsmitdemVerkehrsvereinaufder Grundlage der Vereinbarungen durch die beiden Dereinsvorstände zuzustimmen. Der Verschmelzungs- antrag wurde von der Gener^versammlung ein- stimmig genehmigt. Nunmehr wird sich die Generalversammlung des Derschönerungsoereins am morgigen Mittwochabend mit der gleichen Angelegenheit zu beschäftigen haben. Falls auch dort ein zu- stimmender Beschluß gefaßt wird, werden die beiden Vereinsvorstände die alsbaldige Ueberleitung des Verschönerungsvereins in den Derkehrsoerein vornehmen und damit das Verschmelzungswerk un- gesäumt zum Abschluß bringen. " Der Bauersche Gesangverein hielt am Samstagabend seine diesjährige Generalver- fomutfung ab. Aach Begrüßung durch den etilen Vorsitzenden H. Lev erstattet« der 2.Schriftführer K. Seifert den Jahresbericht. Er gab einen Ueberblick Über die Tätigkeit de« Vereins im abgelaufenen Dereinsjahr. Der Rechner H. Lich erstattete Bericht über die Kasse deS Verein«, den BaufvndS und di« Gevrg-Todt- Stiftung, wobei sich zeigte, daß die Kassenver- hältnisse günstig find. Bei den Wahlen wurde an Stell« des zurückgetretenen Vorstandsmitgliedes Rudolf Weber, Fritz Geldmacher gewählt. 3m übrigen erfolgte die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. Die übrige Tagesordnung erstreckte sich auf allgemeine Veretns- fragen. •• D ie Penfionskafsenverfchmel- zung im Bankgewerbe befehl off en. Die Generalversammlungen der neutralen Pen- sionSkasfen im Dankgewerbe und der Haupt- pensionskass« der früheren Deutschen Bank haben beschlossen, die Fusion der beiden Kaffen durchzuführen. 3n beiden Versammlungen wurden di« für di« Verschmelzung notwendigen Satzungsänderungen und der Fusionsvertrag selbst einstimmig angenommen. Die Kassenverschmelzung beb ar f nun noch der Zuftimrmmg de« ReichS- aufsichtSamte« für Privatversicherung und des ReichSarbeitSminifterium«. Oie Wetterlage. ADtrdeen- 721 uai & .Oslo _ äX 5 ——— Montag den5.Mai 7h abdl ZÄ5I TJB ——L- Gvontentoi onenn, onaro Befleckt. ® wbtxia • bedeckt, • Rege^ # Schnee »Oraopeia • riebet K«ewit'er.©windstille.O-> set» klebte- Or massige» Südsoawesi q stürmische» lordwesl 6le Ptene fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen dienenden Zatw len geben die Temperatur an. Die Urnen verbinden Orte BUt4jelcb€< let n*ezcsnJVeeu umaereuuiele» LufWruxx Wettervoraussage. Eine Rinne tiefen Druckes erstreckt sich heute morgen in westöstlicher Richtung vom Kanal her über Deutschland. In ihr haben sich mehrere Kerne ausgebildet, die, wenn auch bei schwachen Luft- druckgegensähen, eine verschiedenartige Luftbewegung Hervorrufen. Es ist somit das Aufkommen einer ein- heitlichen Wetterlage zunächst nicht möglich. Bewölkung wird mit Aufheiterung abwechseln, vereinzelt kommt es zu Gewitterstörungen, wobei auch Niederschläge auftreten können. Da an der Rückseite der Störungsgebiete allmählich etwas kühlere ozeanische Luft zufließen wird, werden die Temperaturen einen geringen Rückgang erfahren. Wettervoraussage für Mittwoch- Wolkig, vorübergehend auch aufheiternd, etwas kühler, vereinzelt noch gewitterartige Niederschläge. Reisewetterbericht. WesterlandaufSylt. Temperaturen 7 Grad Eelsius, kühle Nacht, Nordostwind, heute morgen wolkig bis ganz bedeckt, Wetteroerlauf seit gestern meist trübe. Baden-Baden. 10 Grad Celsius, der Jahreszeit angemessene Temperatur, Südostwind, heiter bis halb bedeckt, Witterungsverlauf feit gestern meist trübe. Garmisch-Partenkirchen. 11 Grad Celsius, Südwestwind, heiter bis halb bedeckt, Verlauf seit gestern heiter bis wolkig. Lufttemperaturen am 5. Mai: mittaas 18,5 Grad Celsius, abends 13,5 Grad: am 6. Mai: morgens 11,5 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum 9 Grad. führt ab, es wirkt sehr, milde, versuch es, und srin Du bist im Bilda W M UM \(S)a des Land tengrade" veilen >" ganze Err Zer mlde D 6Ä srs SMplare 2 floffen austn üS-iköferheer^ Xe man 2Inson L Salles Mrm soM Oe dabei den w Surren dci Saäusch. das ' Die im voi Süßerer Mena yen- in welchen leniQnb aus !l)l Rngebäub ™ wird, fll ru^en jedoch j( Licht au nh "" * ^°6euerstellen dieses') Anw ^hende1 ra?nbun9, in ^nuch ^chw?N?,D baren >/ aber der Erhai I kommt, weisen Potizeistrasgese Währung dera die Beseitigun wir Ihrem B veranlassen, ei Unsere Fenster zeigen alles! 3560 A Gebr. Imheuser Am Markt Ein Sonder-Verkaufl STage Sommer-Stoffe ganz besonders billig! Waschseide — Wollmousseline — Voile — Foulard — Seiden-Voile und Georgette [Stellenangebote XMM Eisenhandlung, Gießen 03041 Wegen Aufgabe meines Detailgeschäfts verkaufe ich mein großes Lager in sämtlichen Haus- und Küchengeräten, wie: Emaillewaren, Aluminium waren, Blechwan, Lackierwaren. 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Heute mittag 12Va Uhr verschied plötzlich und unerwartet nach langem Leiden mein lieber, braver Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Heinrich Vogel im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Christine Vogel Wwe. nebst Angehörigen. Mainzlar, den 5. Mai 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Mai, nachmittags um 3 Uhr statt. Donnerstag, den 8. INai 1930, von Uhr ab im „Löwen": zwei Ladentheken, einen Glasaufsatzkasten auf Ladentheken, zwei Warenschränke mit Schiebetüren, ein großes Regal mit Zigarettenschrank, zwei Gas* Heizöfen, Papier, Schreibmaterial, Briefpapier, Kinderspiele, kurz alle Bureau- und Schulbedarfsartikel in großer Auswahl. Versteigerung bestimmt. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Todesanzeige. 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Mai 1950 und da ein Weibchen 50 bis 200 man sich vorstellen, wie große von den Raupen zuweilen verkleinere Schwärme kann man abgesehen. Aus bis drei Brüten, Eier legt, kann Massen Gemüse „Aegypiische Plagen" in Mitteleuropa. 22 Millionen Maikäfer in einem Wald. - Riesenheere von Kohlweißlingen. Bienenangriff auf Antwerpen. Don Dr. Zrlh Eltmann. die Kohlweißlinge auf die Gemüsepflanzungen den Eiern entwickeln sich zwei nichtet werden. oft beobachten. Aber im Jahre 1908 konnte man in München feststen en. daß eS auch große Schwärme gibt und mitunter auch Züge von Kohlweißlingen zu einer Art „ägyptischer Plagewerden können: damals flogen riesige Falterschwärme über München. Am 26. und 27. Juli 1883 beobachtete man in Tangermünde ein Millionenheer von Kohlweißlingen, die so dicht über der Stadt schwebten, daß man zunächst an einen merkwürdigen Schneefall glaubte. Llebriges wandern nicht nur die Kohlweißlinge, sondern auch deren Raupen, die zuweilen in großen Klumpen auf den Wegen liegen. Sowohl gegen Kohlweißlinge als auch gegen Rönnen verwendet man neben vielen anderen Mitteln vor allem m e h e r seine Beobachtungen, so fällt sofort auf. daß die getöteten Bestände auf sächsischer Seite kleinere oder größere zerstreut liegende Flecken bilden, in Böhmen jedoch große zusammenhängende Flächen." 3m August 1922 wurden die Kurgäste in dem schlesischen Bad Reinerz ebenfalls von einem unangenehmen Ronnenbesuch überrascht. An einem Sonntagabend überfiel ein Schwarm, offenbar durch die Achter der Bogenlampen angelockt, den Orchesterraum der Kurkapelle. Die Schmetterlinge setzten sich in dichten Klumpen auf die Instrumente und die Roten, auf Pulte und Stühle, auf die Musiker und sogar auf deren Brillengläser. Einzige Rettung war die Flucht: die Menschen rissen aus. die Insekten blieben Sieger. Am nächsten Tag war alles wieder ruhig. Ein anderer Schmetterling, der Kohlweißling. tritt gewöhnlich nur in kleineren Schwärmen auf. ist aber deshalb nicht weniger gefährlich. Schaden richten nicht die Schmetterlinge, sondern deren Raupen an. Dor allem haben es große Bogenlampen, auf die die Schmetterlinge wie gebannt zufliegen. Sie können dann weg- gefangen oder durch elektrische Dentilatoren an* gesaugt werden. Die Berichte, die man auS exotischen Ländern über die Raubzüge der verschiedensten Insekten erhält, beschreiben also keine Sensationen, deren man nicht in ähnlicher Form auch in Mitteleuropa teilhaftig werden kann — wenn auch zugegeben werden mag, daß gerade die Heuschreckenplage im Mittelmeergebiet zuweilen Dimensionen annimmt, mit denen Die Schädlingsheere in Deutschland nicht verglichen werden formen. Aber man vergißt bei uns. daß die einheimischen Insekten nicht weniger vermehrungslustig sind als die verwandten Arten in fremden Erdteilen, von denen man weiß, daß sie ungeheuren Schaden anrichten und ganze Ernten vernichten können. Tatsächlich konnte man vor etwa 15 Jahren Libellenschwärme beobachten, die das Saaletal entlangflogen und bei Merseburg die elektrischen S&itungen störten. Im Mai 1880. also vor genau 50 Jahren, Überflog ein ungeheurer Libellenschwarm Warschau. Sie störten das Leben in dieser Stadt so sehr, daß sogar die Schulen geschlossen werden mußten. Die Heuschreckenschwärme, die zur Zeit Aegypten, Palästina u;tb Südspanien bedrohen, sind nicht die einzigen Feinde des Lanbwirtes. Auch in unseren Breitengraden gibt es Insektenheere, die zuwellen in so großen Massen auf treten, daß ganze Ernten vernichtet werden. Der milde Winter und das freundliche Frühjahr haben nicht nur das Wachstum der Pflanzen gefordert, sondern auch günstige Doroedingungen für daS Gedeihen von allerlei Schädlingen geschaffen. Man rechnet damit, daß in diesem Jahr die Maikäfer, deren erste Exemplare sich jetzt zeigen, wieder in großen Massen auftreten werden. Wie gewaltig ein Maikäferheer sein kann, zeigt eine Beobachtung, die man Anfang Mai 1926 in der Umgebung von Halle machen konnte. Damals zog ein Schwarm solcher Käfer über das Land und verdeckte dabei den Himmel wie eine dunkle Wolke: daS Durren der kleinen Tiere verursachte ein Geräusch, das man nur mit dem Lärm eines Flugzeuges vergleichen kann. Die Freßlust der Maikäfer ist bekannt. Dor ein paar Icchren wurde auS Altötting in Bayern gemeldet, daß die Maikäfer an einem einzigen Tage eine große alte Eiche vollkommen kahl fraßen. Aber der größte Schaden wird nicht von diesen Käfern, sondern von deren Larven, den Engerlingen, an- aerichtet: jedes Maikäferweibchen legt durchschnittlich 50 Eier. Ein Beispiel dafür, was der Landwirtschaft von diesem tteinen Käser droht, liefern die Untersuchungen, die Professor E s ch e - rich schon vor 20 Iayren in der Forstverwal- hmg deS Dienwaldes in der Rheinpsalz angestellt hat. Im Jahre 1911 wurden dort 22 Millionen Käser abgesammelt; nimmt man an, daß sich darunter 10 Millionen Weibchen befunden haben, so wurde durch diese Sammelkampagne der Forst vor 500 Millionen Engerlingen bewahrt. Für diesen Feldzug mußten dort jährlich 16 000 bis 20 000 Mark ausgegeben werden. Immerhin machten sich diese Ausgaben bezahlt, da dort, wo vorher trostlos mißglückte Anpflanzungen standen, nach ein paar Jahren gesundhei isst rotzende Kulturen zu finden toaren. Roch gefährlicher für die Forstwirtschaft als die Maikäfer sind die „Rönnen", jene bösartigen Schmetterlinge, die sich im letzten Jahrzehnt erschreckend in Mitteleuropa vermehrt Haven. Sie treten zuweilen in Schwärmen auf, die durchaus an Insektenheere in den Tropen und den Subtropen erinnern. Man sah z. B. auf dem böhmischen Gut Liboch am 16. Juni 1920 einen Ronnenschwarm, der 40 bis 50 Meter breit war und dessen einzelne Tiere dicht übereinander in einer Tiefe von drei bis vier Meter flogen. 1920 wurden in Böhmen besonders viel Rönnen beobachtet: aber 1921 überflogen die Schwärme dieses Schmetterlings die sächsische Grenze, und in der Sächsischen Schweiz und in der Umgebung von Zittau und Oybin wurden gewaltige Ronnenschwärme festgestellt, die aus Böhmen kamen. Der in Sachsen angerichtete Schaden war außerordentlich stark, wenn er auch den Verheerungen in Böhmen nicht gleichkam. „Lieberblickt man vom Gipfel eines Berges auS Teile des sächsischen und böhmischen Waldgebietes", schllderte Oberregierungsrat Dr. Stroh- 3n Antwerpen wurde die Bevölkerung im Juli 1924 von unabsehbaren Scharen Dienen angegriffen. An den Häusern und an allen Lampen hingen diese gefährlichen Tiere in großen Massen und da sie nicht weiterslogen, mußten Arbeiterbataillone eingesetzt werden, die mehrere Tage einen Dernichtungsfeldzug gegen die Bienen führten. Die Berliner entsinnen sich noch der in gewissen Abständen wiederkehrenden Raupenplagen im Tiergarten. In manchen Icchren war es unmöglich sich auf irgendeine Bank dieses Parkes zu sehen und einen Schritt auf einem Tiergartenweg zu tun, ohne zahlreiche Raupen zu zertreten. Schließlich weiß jeder Forstfachmann, welchen Schaden die E u - lenschwärme anrichten — natürlich nicht die Bogel, sondern die gleichnamigen Schmetterlinge und deren gefräßige Raupen, die ganze Waldbestände vernichten. Reben diesen Insekten, die jeder kennt unb jeder beobachten kann, gibt es andere Schädlinge, die in den Getreidespeichern, den Lagerhäusern und an anderen Stellen Verheerungen anrichten. Allein von den in den Speichern lagernden Getreidemengen werden jährlich etwa fünf Prozent durch Insektenfraß und Schimmelpllz vernichtet. In Amerika, wo diese Verluste staNstisch genau erfaßt werden, hat man berechnet, daß der Wirtschaft auf diese Weise etwa 850 Millionen Mark verlorengehen. Deshalb bestehen in den Der- einigten Staaten sehr viele und in Deutschland einige Gesellschaften, die sich mit der Schäd* lingsbekämpfung beschäftigen. Ramhafta Gelehrte widmen sich ausschließlich der Erforschung der Schädlinge und bemühen sich, neue Mittel gegen die gefräßigen Insekten zu finbeit. Mit Gift, mit Gasen, die von Flugzeugen aus verbreitet werden, mit den verschiedensten Methoden ist man ihnen schon zuleibe gerückt. Sogar giftiges GaS wie Blausäure hat man für diesen Zweck angewendet. Die Schwierigkeit besteht immer darin, weder die Pflanzen noch nützliche Tiere gleichzeitig zu vernichten. Außerdem hat man mit Erfolg die Feinde der schädlichen Insekten an die gefährdeten Stellen gebracht, also bestimmte (Böget gegen Schmetterlingsraupen imb Maulwürfe gegen die Engerlinge eingesetzt. Ein erfolgreicher Feldzug gegen die Schädlinge würde der deutschen Volkswirtschaft zweisellos in jedem Jahr viele Millionen Gewinn bringen. Hauptversammlung des hessischen Landesverbandes des Einzelhandels. MSR. Bensheim a. d. B., 4. Mai. Heute vormittag wurde im Beisein zahlreicher Mitglieder und Ehrengäste im Großen Saal des Hotels „Deutsches Haus" in Bensheim die ^.Generalversammlung des Landesverbandes des hessischen Einzelhandels e. D. durch den ersten Vorsitzende W. Kalb- fuß, Darmstadt, eröffnet. Er begrüßte zunächst die Erschienenen, gab dann einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und drückte die außerordentliche Enttäuschung aus, die alle Kreise des Handels ergriffen habe, als im vergangenen Herbst statt der versprochenen Steuersenkung eine Steuererhöhung erfolgte. Wenn man gerade jetzt sehe, wie zum Teil in den Ländern, aber fast in allen Gemeinden ungeheure Steuern gefordert werden, dann habe man den Eindruck, daß die Gesetzesmacher für die schwierige Lage des größten Teils der deutschen Wirtschaft immer noch nicht das richllge Verständnis hätten. Das treffe zum Teil auch auf die politischen Parteien zu. Er wisse, daß die erhöhte Umsatzsteuer für Großbetriebe verschieden beurteilt werde; deshalb wolle er eine Debatte darüber auch jetzt vermeiden. Er wünsche nur, daß die Befürchtungen, die so viele Führer des Einzelhandels hegten, sich nicht bewahrheiten mögen. Ganz entschieden aber müsse man sich gegen die Methode wenden, solche Gesetze ohne Anhörung der davon Betroffenen, nur vom Gesichtspunkt des politischen Kuhhandels aus, zu machen. Zu unserem Schaden habe man fühlen müssen, z. D. bei dem Gesetzesbeschluß über den Fiinf-Uhr-Ladenschlutz am Hciligenabend, daß in unverantwortlicher Weise über die Kopfe der Betroffenen hinweg politische Dereinbarun- gen getroffen wurden, von denen der Fernstehende kaum eine Ahnung habe. Die meisten politischen Parteien versicherten dem Einzelhandel bei jeder nur möglichen Gelegenheit, daß sie an der Erhaltung des kaufmännischen und gewerblichen Mittelstandes das größte Interesse hätten und alle- für feine Erhaltung tun würden. Er wünsche, daß es nicht nur bei Worten bleibe, und hoffe, im kommenden Jahre auch Taten zu sehen: denn nur bann könne der Pessimismus überwunden werden, der wie eine trübe Welle weite Kreise des Einzelhandels ersaßt habe. Alle schönen Reden und zuversichtlichen Ermahnungen von Ministerien und führenden Wirtfchafllern, die man in den letzten Wochen gehört habe, hätten ihren Zweck verfehlt, wenn die Regierungen und Parlamente nicht durch Taten beweisen, daß sie für die Rot des Standes Verständnis haben. Es folgten bann die Glückwunschansprache n der verschiedenen Behörden- und Derbands- Dertreter. Ministerialrat Pennrich, Darmstadt, wünschte der Tagung für die hessische Regierung und den am Erscheinen leider verhinderten Minister für Arbeit und Wirtschaft herzlich Glück. Man werde dem Einzelhandel sein besonderes Augenmerk zuwenden und ihn nach Möglichkeit unterstützen. Der Bürgermeister von Bensheim, Dr. Angermeier, gab seiner Freude Ausdruck, daß der Derband in diesem Jahre in dem schonen Bensheim tage. Syndikus Regierungsrat Dr. Rohner wünschte für die öffentlich-rechtlichen wirtschaftlichen Verbände Hessens, also namens der sieben hessischen Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammer Darmstadt der Tagung vollen Erfolg. Direktor Stei- n e l sprach die Glückwünsche der Landeszentrale des badischen und süddeutschen Einzelhandels auS, Direktor Weiler die der Erwerbs- und Wirtschafts- sowie der Kreditgenossenschaften. Es folgte nun ein Referat des Syndikus H i tz i n g e r, Berlin, über das Thema „Die ungenügende Finatnreform — Hoffnungen und Enttäuschungen." Er betonte zu Anfang feiner Ausführungen, daß er für die nächste Zeit noch keine Hoffnung auf irgendwelche Steuererleichterungen machen könne. Im Gegenteil sei man zunächst noch sehr enttäuscht, da immer noch nicht die notwendige Sparsamkeit angewandt werde. Allerstärkste Oberhessischer Kunstverein. Graphik-Ausstellung der Gesellschaft für Volksbildung, Berlin. Eine sehr gute und sehr umfangreiche Ausstellung, an der, wie wir hören, über hundert Künstler beteiligt sind. In der Tatsache, daß die Veranstaltung von der Gesellschaft für Volksbildung ausgeht, hat man zunächst die Gewähr für ein qualitätvolles Gesamtniveau, zum andern ist damit auch der volkserzieherische, kunstpädagogische Charakter der Ausstellung gekennzeichnet, die ihre vornehmste Aufgabe darin erblickt, ein großes Publikum vom Schund, vorn Kitsch, von der Minderwertigkest und auch vom belanglosen Durchschnitt zur bewußten Anerkennung des reinen Kunstwerkes hinzuführen; ein Erfolg dieser Bemühungen würde sich wiederum beim Besucher und Beschauer am positivsten und greifbarsten in der Erwerbung eines Kunstblattes ausbrücken. Es handelt sich hier (ohne Ausnahme) nicht nur um eine Schau, sondern vor allem auch um eine Werbe- und Verkaufsausstellung. Das geht auch aus der Preisbemessung hervor, die für das einzelne Stück im Durchschnitt als außerordentlich niedrig bezeichnet werden muß; es soll der Nachweis geführt werden, daß Dualität im Kunsthandel nicht unbedingt mit Unerschwinglichkeit für den normalen ~au3) 'n gleichbedeutend zu sein braucht; nur so i^.Ausweg" zum billigen Kitsch erfolgreich geM^erden. Wir halten es für wesentlich — wichtiger als eine ausführliche Einzelbeschreibung —, auf diese grundsätzlichen Gesichtspunkte hinzuweisen; sie sind zwar nicht besonders originell, haben aber jedenfalls praktisch bisher kaum die Beachtung gefunden, welche im Interesse aller wirklichen Kunst und wertvollen Kunst- übung sehr wünschenswert erscheinen muß. Außerdem befindet sich der Referent einer derartigen Ausstellung gegenüber in einer nicht ganz bequemen Situation insofern, als es ihm aus naheliegenden Gründen vollkommen unmöglich ist, den Einzelerscheinungen in btr Fülle des Gesamtbildes so eingehend gerecht zu werden, wie er es zur Orientierung oder Anregung des Besuchers für empfehlenswert hält. Ferner besteht die Schwierigkeit (hier wie bei jeder Ausstellung), daß ein Referat, noch dazu in der unvermeidlichen räumlichen Begrenzung — im Gegensatz zu einer Führung ober einem Dortrage — stets Notbehelf und problematisch bleiben muß, solange bas besprochene Anschauungsmaterial fehlt, ber Gegenstanb, von bem jeweils bie Rebe ist. Kunstbeschreibung oder Kunstkrstik ohne Silber in irgenb- einer Form wirb stets ein mehr ober minder unzulängliches Unternehmen bleiben müßen, wenn nicht dem Leser der Stoff ganz unmittelbar gegenwärtig ist. was nur in den seltensten Fällen zutreffen dürfte. * Wir legen also mehr Gewicht darauf, zum Besuch der Ausstellung, besonder- auch der geplanten sachkundigen Führungen anzuregen, und zur gründ- lichen. womöglich wiederholten Beschäftigung mit Einzelheiten; ferner darauf aufmerksam zu machen, daß man in Gießen immerhin nicht allzu häufig Gelegenheit findet, einen so weiträumigen Ausschnitt aus einem wichtigen Teilgebiet der zeitgenössischen bildenden Kunst, übersichtlich angeordnet und in tech- nisch sorgfältig ausgewählten Beispielen vorgeführt, auf sich wirken zu lassen. ♦ Die hervorragendsten Vertreter der modernen graphischen Kunst in Deutschland sind vertreten; wir greifen hier ein paar Namen heraus, die am entschiedensten bas Niveau ber Ausstellung festlegen: Corinth, Erker, Sepp Franck, E. Kirchner, Kollwitz, Liebermann, Meib, Staeger, Thoma, Grabt, Kampf, Kamomann. — Man sieht Rabierungen, Holzschnitte, Steinzeichnungen, einfarbig unb mehrfarbig, unb Drucke verschiedenartiger Technik. Aus einem Runbgang burch bie Ausstellung möchten wir nur einzelne Blätter heroorheben; gleich am Eingang finbet man zwei (übrigens Verhältnis- mäßig bekannte) Steinzeichnungen ber großen Mei- fterin Käthe Kollwitz: bie „Nachdenkende" und aus bem Zyklus vom Kriege „Gefallen"; zwei Blätter, deren überwältigender Eindruck wohl vor allem auf der Uebereinftimmung von vollendeter Technik unb aufwühlenber Gefühlskraft beruht. * Unter ben Farbenholzschnitten scheinen uns zwei Lanbschaften von Leo Franck bemerkenswert, bie burch eine aquarellhafte Zartheit ber Zeichnung unb ihre koloristische Wärme sofort bestechen. In ber gleichen Gruppe von Wilhelm Lange ein fein komponiertes unb farbig abgewogenes Stilleben „Dunkler Krug". Unter ben Holzschnitten gegenüber müssen vor allem zwei Bauemporträts (von Tierkreiszeichen umrahmt) hervorgehoben werben, bie unverkennbar die Hanb bes verstorbenen Astmeisters Hans Thoma verraten. Steinzeichnungen an ber Rückwanb: religiöse Mo- tive von Steinhausen, baneben roieber ein Thoma, auch ein stimmungsvolles Lanbschasts- bilb von Seltmann; ausgezeichnet wirkt ber männlich-markante Fichte-Kopf von Profesior Arthur Kampf (Fensterwanb). * Dann eine Gruppe farbiger Steinzeichnungen: „Arbeiterfrau" unb „Pflugzieher" ber Kollwitz; ein entzückenbes Kleinstadtibyll bes neuerdings entdeckten Spätromantikers Hermann Gradl unb ein Landschaftsbild von Kampmann (übrigens keine feiner besten Arbeiten). * Den breitesten Raum beanspruchen die Radierungen; mir erwähnen etwa: eine „Flucht nach Aegyo- ten" in ber silberstistmäßigen Zartheit bet Strichführung gerb. S t a e g e r s; bas vergeistigte Selbst- bilbnis ber Kollwitz; bie „Ruhe auf ber Flucht", sehr fein, von E r l e r ; ein kraftvoll aus Licht unb Schatten herausgeformter Arbeiterkopf von Turner; ein groteskes Miniaturscherzo von Kirchner; eine Landschaft in allmeisterlichem Stil von Kätelhöhn (der schon früher hier oorgefteUt wurde); die ganz impressionistisch behandelle, technisch brillante „Susanna im Bade" von Corinth; Bild- nisse Eberts unb Stresemanns von Kauffmann- M e 11 i n ; eine bezaubernb hingehauchte (unb raffiniert ausgesparte) japanische Landschaft von OrIik; hervorragend das plastisch aufgeteilte und burch- mobettierte Schreker-Sildms von Michael Fingest e n, einem ber fähigsten graphischen Porträtisten ber gesamten jüngeren Generation; in ber Hinteren Ditrine zwei erlesene Slätter: Liebermanns charakteristisches Selbstbilbnis unb eine schöne, monumental stilisierte Madonna von Sepp Franck; ferner der „Frühlingstag" von Reifferscheid; ein an Meuniers Gestalten erinnernder, wuchtiger „Korbträger" von Carl K la p p e r ; und die „(Entenmutter" von Po11ner. * Ein paar gute Steindrucke, als schlichter, dekorativer Wandschmuck zu empfehlen, findet man von Junghanns, Olszewski) und andern. Farbenradierungen gibt es etwa von Prinz!, Schweriner und Hermann Stehr, dessen Silber lebhaft an Staeger erinnern. ♦ Außerbem finbet man noch eine kleine Anzahl graphischer Blätter (meist Lanbschaften) ber einheimischen Künstler H. Will (Gießen) unb Carl Fries (Ortenberg), bie beide auch Führungen durch die Ausstellung veranstallen werden. * Die Ausstellung wurde am Sonntagvormittag bei gutem Besuch der Oeffentlichkest übergeben; ber Dorsitzenbe des Kunstvereins, Landgerichtsdirektor a. D. B ü ck i n g, hieß die Anwesenden, insbesondere die Vertreter der Universität, ber Behörben unb ber Schulen herzlich willkommen unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß bie Ausstellung im Sinne ber Gesellschaft für Bolksbilbung zum Besten ber Kunst, ber Künstler unb bes Publikums ihren Zweck erfüllen möge. Anschließenb hielt Professor Dr. Rauch, ber Kunsthistoriker der Landesuniversität, einen Dortrag zur Einführung in das Wesen ber Ausstellung; er betonte u. a., daß gerade die Griffelkunst heute besonders zur Volkstümlichkeit geschaffen sei: wegen ihrer Billigkeit, wegen ber Eigenart ihrer künstlerischen Mittel unb wegen ihres ganz beutschen Charakters; bie Bestrebungen ber Gesellschaft für Volksbildung, gute Kunst ins Haus zu tragen, haben es angesichts unserer wirtschaftlichen Notlage unb ber herrschenden Tendenzen ber sog. neuen Sachlichkeit nicht leicht, sich burchzusetzen; auch in ben Wohnräumen ber jüngsten Architektur finden sich Bilder als Wandschmuck, vielfach aber primitive und minderwertige Erzeugnisse; hier habe die Gesellschaft eine große Mission zu erfüllen. Der Vortragende besprach bann ben Charakter ber gegen- roärtigen Ausstellung, bie ganz unproblematisch, überzeitlich unb allgemein eingänglich wirke unb wies auf einem knapp orientierenden Rundgang auf die Reichhaltigkeit der hier vorgeführten Techniken unb bie Fülle ber künstlerischen Erscheinungen hin. Der Dorsitzenbe bes Kunstoereins bankte Herrn Professor Rauch, ber übrigens am kommenden Donnerstag im Zusammenhang mit dieser Ausstellung über die Geheimnisse der Schwarzweißkunst sprechen wirb, zum Schluß für feine lichtvollen Ausführungen. —y— „Zwei Herzen im Oreivierieliaki.^ Dies ist ein (für Gießen) neuer Tonfilm, ber seit gestern im Programm bes Lichtspielhauses gezeigt wirb. Manuskript von Walter Reisch unb Franz Schulz; Regie von Geza vonDolväry; Musik von Robert S t o l z. Das Ganze stellt sich als eine Mischung aus leichtem Lustspiel unb ber alten Wienerwalzeroperette bar, bie im Tonfilm wieder zu Ehren kommt unb anscheinend sogar große Mode wirb. Die Musik ist, wie nicht anders zu erwarten war, in manchen Teilen der Partitur tradittonell gebunden, bringt aber auch ein paar eingängliche und sangbare Melodien von ganz moderner Prägung; die Handluttg schildert in einer Reihe heiterer unb mit Geschick inszenierter Bilder den Werdegang einer Operette, deren Premiöre an einem verlorengegangenen Walzermotiv elend zu scheitern droht; überflüssig zu sagen, daß es im letzten Augenblick, als die Generalprobe schon saft beendet ist, noch gefunden wird und mit ihm das süße Mädel, ohne das eine Wiener Operette natürlich unmöglich wäre. Die Liebertragung bedarf stellenweise noch einiger Korrekturen, ist aber im allgemeine, besonders in den Svloszene, von angenehmer Präzision. In der Besetzung begegnet man neben bekannten unb bewährten Kräfte wie Walter Janssen (früher am Frankfurter Schauspielhaus), Szöke Szakall, Ettlinger, Morgan unb Hörbiger einige bisher kaum hervorgetretene Darstellern; O. Karlweiß unb Willy Forst z. D. mime ein sehr brolliges Paar feindlicher Brüder unb dennoch unzertrennlicher Librettisten; in ben weibliche Rolle: in erster Linie 3ree Eisinger als fesche Subrette, währeb Gretl Theimer (bie Hedi im Dreivierteltakt) einen ziemlich an- fängerhafte Eindruck macht. Die Schlagetexte et stamme der G. m. b. H. 2llft:ed Grünwald, Walter Reisch, Armin Robin- son und Fritz Rotter. — Außerdem bringt das Programm neben der übliche Wochenschau eine sehr hübsche kleine Tonftlmrevue. die mit allerlei originelle Einfälle unb technischen Tricks bie vielfältige, nee Möglichkeiten des Klangfilms amüsant zur Geltung bringt. — r-* Sparsamkeit im Deutschen Reich selbst, namentlich in der Verwaltung, müsse angewandt werden. Das (Desamtausgabevolumen Deutschlands müsse ün Ganzen betrachtet werden, nicht getrennt noA Reich, Ländern und Gemeinden, da dadurch rin falsches Bild entstehe. Die große Masse trage den Aauptanteil an direkten und indirekten Steuern. Anschließend wurde '253. Kalb futz als erster Vorsitzender etnstinnnig wiedergewählt. Den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattet« Syndikus Dr. A. Mößner. Die Dechnungsablegung, die einen kleinen äleberschuh ergab, wurde einstimmig genehmigt. Rach einem gemeinsamen Mittagessen fand nachmittags die Generalversammlung des Glasversicherungsvereins des hessischen Einzelhandels A.--G. und anschließend die Mitgliederversammlung des Dezirksvereins Freistaat Hessen im Reichsbund des Textilhandels e. V. statt. 3n beiden Veranstaltungen wurden lediglich interne Fragen behandelt. Date« für Mittwoch, 7. Mai. Sonnenaufgang 4.24 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr. — Mondausgang 12.58 Uhr, Monduntergang 2.47 Uhr. 1833: der Komponist Johannes Brahms in Hamburg geboren; — 1840: der russische Komponist Pe- ter Tschaikowsky in Wotkinsk geboren; — 1880: der französische Schriftsteller Gustav Flaubett in Croisset bei Rouen gestorben; — 1919: der Vertrag von Versailles. Tumen, Sport und Spiel. Erste leichtathletische Krauen- wettkämpfe. Leichtathletik auf dem Waldsportplatz des B. f. B. Mit dem überaus günstigen Wetter am Sonntag war die erste Voraussetzung für das Gelingen dieser für Gießen neuen Veranstaltung gegeben. Die Beteiligung war sehr stark, eine um so erfreulichere Tatsac^, da es die erste Veranstaltung dieser Art auf dem Waldsportplatz^ war. Daß auch der Männerturnverein Gießen startete, verdient — obgleich schon in der Vorschau erwähnt — nochmals unterstrichen und anerkannt zu werden, der damit den Einigungsgedanken der D.T., D.S.B. und des D.F.B. als erster in die Tat umsetzte. Es standen in Gießen zum erstenmal Turnerinnen und Sportlerinnen im friedlichen Wettkampf nebeneinander, ein Moment, das der ganzen Veranstaltung ein besonderes Gepräge gab und für die künftige Gestaltung und Entwicklung des Gießener Turn- und Sportbetttebs von Bedeutung ist, was nicht zuletzt auch ein Verdienst des einladenden Vereins ist. Dank gründlicher Vorbereitung und Organisation wickelten sich die Konkurrenzen flott und reibungslos ab. Nachstehend die Ergebnisse. 50-Meter-Lauf, Frauen: 1. Schmitt, I. G. Sporto. Frankfurt 7,2 Sek.; 2. Else Schmidt, I. G. Sp.V. Frankfurt 7,4 Sek.; 3. Weil, J.G.Sp.V. Frankfurt 7,5 Sekunden. 100-Meter-Lauf, Frauen: 1.Siebert, I. G. Sp.V. Frankfutt 13,4 Sek.; 2. L. Schmitt, I. G. Sp.V. Frankfurt 13,5 Sek.; 3. E. Schmidt, I. G. Sp.V. Frankfurt 14,8 Sekunden. 800-Meter-Lauf, Frauen: 1. Pfaff, V.f.L. Wetzlar 2:56,4 Min.; 2. Etzelmüller, V.f.B. 08 Gießen 2:58,5 Min.; 3. Fr. Müller, V.f.B. 08 Gießen. Hochsprung, Frauen: 1. Bickelhaupt, Mtv. Gießen 1,44 m; 2. Siebert, J.G.Sp.V. Frank- futt 1,39 m; 3. Wendels, K.B.C. Köln 1,36)4 m. Kugel, Frauen: 1. Siebert, J.G.Sp.V. Frankfutt 10,71 m; 2. Wendels, K.B.C. Köln 9,44 m; • 3. Bickelhaupt, Mtv. Gießen 9,39 m. Diskus, Frauen: 1. L-. Schmitt, I. G. Sp.V. Frankfurt 25,30 m; 2. Luh, D.s.B. 08 Gießen . 23,80 m; 3. Frey, V.f.L. Wetzlar 23,30 m. Speer, Frauen: 1. Siebert, J.G.Sp.V. Frankfurt 29,34 m; 2. Schmitt, I. G.Sp.V. Frankfutt 28,02 w; 3. Hollmann, V.f.L. Wetzlar 25 m. Dreikamof, Frauen (100 m, Kugelstoßen, Hochsprung): 1. Siebert, I. G. Sp.V. Frankfurt 97 P.: 2. Bickelhaupt, Mtv. Gießen 77 P.; 3. Wendels, K.B.C. Köln 72 P. 4X100-Meter-Lauf, Frauen: 1. M tv. Gießen 56,2 Sek.; 2. I. G. Sp.V. Frankfurt erste Drannschaft 58,6 Sek.; 3. I. G. Sp.V. Frankfurt zweite Mannschaft 59 Sekunden. 50-Meter-Lauf, Jugendklasse A: 1. Schneider, I. G. Sp.V. Frankfutt 7,9 Sek.; 2. Fischer, V.f.B. 08 Gießen 8 Sek.; 3. M. Müller, V.f.B. 08 Gießen 8,2 Sekunden. 200-Meter-Lauf, Jugendklasse A: 1. Dömeland, I. G. Sp.V. Frankfutt 32,4 Sek.; 2. M. Müller, V.fB. 08 Gießen 33,1 Sek.; 3. Schneider, I. G. Sp.V. Frankfutt 33,5 Sekunden. Hochsprung, Jugendklasse A: 1. Kuh n, V.f.L. Wetzlar 1,26 m; 2. Fr. Fischer, V.f.B. 08 Gießen 1,24 m; 3. Dömeland, I. G. Sp.V. Frankfurt 1,19 in. Weitsprung, I u g e n d kla ss e A: l.Kuhn, V.f.L. Wetzlar 4,21 m; 2. Schneider, I. G. Sp.V. Frankfurt 4,06 m; 3. Heß, Mtv. Gießen 3,81 m. Kugel, Jugendklasse A: 1. Kuhn, V.f.L. Wetzlar 8,50 m; 2. Dömeland, I. G. Sp.V. Frankfurt 8,29 m; 3. Fischer, V.f.B. 08 Gießen 7,42 m. Dreikampf, Jugendklasse A (50 m, Kugelstoßen, Hochsprung): 1. Schneider, I. G. Sp.V. Frankfurt 52 P.; 2. Kuhn, V.f.L. Wetzlar und Fischer, V.f.B. 08 Gießen 44 P.; 3. Dömeland, I. G. Sp.V. Frankfutt 42 P. 4X50-Meter-Lauf, Jugendklasse A: 1. Mtv. Gießen 30,7 Sek.; 2. Sp.Vgg. 1900 Gießen 30,8 Sek.; 3. V.f.L. Wetzlar 30,8 Sek. (Handbreite zurück). 50-Meter-Lauf, Jugendklasse B: 1. Röhmig, Mtv. Gießen 7,5 Sek.; 2. Lösch, Sp.Vgg. 1900 Gießen 7,6 Sek.; 3. Mätschke, V.f.L. Wetzlar 7,8 Sekunden. Weitsprung aus dem Stand, Jugendklasse B: 1. Röhmig, Mtv. Gießen 2,32 m; 2. Lösch, Sp.Vgg. 1900 Gießen 2,07 m; 3. Eichhammer, I. G. Sp.V. Frankfurt 2,04 m. Ballweitwerfen, Jugendklasse B: 1. R ö hmig , Mtv. Gießen 46,49 m; 2. Schmidt, Mtv. Gießen 46 m; 3. Lösch, Sp.Vgg. 1900 Gießen, 44,91 m. Dreikampf, Jugendklasse B (Ballweit, Weitsprung aus dem Stand, 50 m): 1. Röhmig, Mtv. Gießen 56 P.; 2. Lösch, Sp.Vgg. 1900 Gießen 42 P.; 3. Eichhammer, I. G. Sp.V. Frankfurt 21 P. Gymnastik (einzel): 1. Frau Kömpel, Sp.Vgg. 1900 Gießen 36 P.; 2. Frau Fischer, V.f.B. 08 Gießen 35 P.; 3. Steuerwald, V.f.B. 08 Gießen 33 P. D. f. B -Leichtathletik in Burg. Die zu den leichtathletischen Wettkämpfen des Spiel- und Sportklubs 1921 Burg entsandten Gießener V. f. B.er brachten glänzende Erfolge mit zurück. Die Ergebnisse der von ihnen belegten Konkurrenzen waren folgende: Dreikampf: 1. Mohl (V. f. B.), 116 Punkte; 2. Jakob (V. f. B.), 78 P. 400 Meter: 1. Büttner (V. f. B.), 55 Sek.; 2. Muller (V. f. B.); 3. Schäfer, Hernbornseelbach. 1500 Meter: 1. Heberling (Spo. Wetzlar) 4:21 Min.; 2. Paul (Spvg. 1900), 3:22,3 Min.; 3. Heise (V. f. B.). Leichtathletik im M. T. V Ebenso wacker wie die Turnerinnen des Mtv. bei den nationalen leichtathletischen Frauenwett- kämpfen auf dem Platze des V. f. B. schlugen sich die beiden Turner Hans Steines und Heinz Rötst e r m e l, die den Mtv. bei dem kreisoffenen Sportfest der Turngemeinde Frankfurt-Rödelheim vertraten. Unter starker Konkurrenz bei einer Teilnehmerzahl von über 400 Mitbewerbern errang Turner H. Steines mit der sehr beachtlichen Leistung von 3,30 Meter im Stabhochsprung einen überlegenen ersten Sieg, außerdem wurde er im Dreikampf Vierter. Heinz Rothermel wurde unter nahezu 60 Teilnehmern im Dreikampf erster Sieger und wurde im Kugelstoßen ebenfalls Erster. V. f. B. Die Ligamannschaft hatte sich für vergangenen Samstag die Liga des F. C. U n i o n N i e d e r - rad eingeladen. Daß sie gegen die als sehr spielstark bekannten Gäste nicht gewinnen konnte, war vorauszusehen und auch in der Freitagsoorschau schon gesagt. Trotzdem überraschte die Höhe der Niederlage. 1:9 ist ein Resultat, wie es V.f.B. lange nicht mehr hinnehmen mußte. Und doch braucht es nicht allzu tragisch genommen zu werden, denn das Beispiel vieler anderer, zum Teil sogar sehr guter Vereine, die ebenso und noch höher verloren, beweist, daß derartige Ergebnisse durchaus nicht als ein Zeichen des Niedergangs bewertet werden müssen. Von der Platzmannschaft kann man naturgemäß nicht das verlangen, was man von Niederrad, das selbst den Süddeutschen Meister „Eintracht" Frankfurt schlagen konnte, zu sehen bekam. Das Spiel sollte ihr aber eindringlich gezeigt haben, woran es ihr gebricht. Wenn es für sie der Anstoß gewesen ist, die bestehenden Mängel durch intensives Training zu beheben, so sollte die Verpflichtung Unions und die von diesen ihr erteilte Lehre für sie von großem Nutzen sein. Die Gäste machten ihrem Trainer Townley alle Ehre, und sie führten ein Spiel vor, wie man es seit Jahren oder vielleicht noch nie in Gießen zu sehen bekam. Mit wahrhaft spielender Leichtigkeit demonstrierten sie Fußballkunst fast in der Vollendung. Am hervorragendsten war ihre schulmäßig genaue Kombination, die natürlich nur möglich ist bei einem so durchdachten Stellungsspiel, wie es ihr eigen ist. Was feder einzelne an technischen Feinheiten, Lauf-, Start- und Schußvermögen zeigte, war geradezu virtuos. Die Einheimischen waren beim besten Willen dem hervorragenden Können des Gegners nicht im entferntesten gewachsen, beschränkten sich aber nicht auf die Abwehr, sondern versuchten, so gut es ging, das Spiel offenzuhalten. Daß sie mit zwei Mann Ersatz antreten mußten, war wohl ein Nachteil für sie, dürfte aber den Ausgang des Spiels nur wenig beeinflußt haben. lieber den Verlauf des Spiels ist wenig zu sagen, da Union stets dominierend das Feld beherrschte. Schon drei Minuten nach Beginn fiel das erste Tor. Bei der Pause lautete das Resultat bereits 5:0. In der zweiten Halbzeit ließen die Gäste etwas nach, da sie sich wohl nicht weiter verausgaben wollten, erzielten aber doch noch vier Tore, denen V. f. B. nur eins entgegenstellen konnte. Der Kamps war fair. Schiedsrichter Spurt leitete einwandfrei. * Am Sonntag weilte die L i g a m a n n s ch a f t in Mudersbach, um der dortigen Germania ein Gesellschaftsspiel zu liefern. In Anbetracht der drei in der vergangenen Woche zum Teil sehr schweren Spiele wäre dieser Abschluß besser unterblieben. Die Ermüdung der Spieler und mehrfacher Ersatz machten sich bemerkbar, so daß sie sich schließlich mit 3:6 geschlagen bekennen mußte. Während die erste Jugendmannschaft trotz überlegenem Spiel gegen oie e r st e L i ch s nur 1 Konstanze. Roman von Karl Heinz Doigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 4. Fottsetzung. Nachdruck verboten. „5/u hast eben selbst erklärt, das sei meine Sache." „Run, nun“, versuchte der Oberst zu begütigen. »Du darfst nicht alles so genau nehmen.. „Kind", schluchzte die Mutter, „ich kenne dich gar nicht mehr wieder. Du bist so hart mit dir selbst, so verbittert." Konstanze antwortete nicht. Mer je eindringlicher sie sah, mit welchem Unverständnis ihr die Eltern begegneten, desto stiller, eisiger und in sich verschlossener wurde sie. „Ich frage dich", klang ihres Vaters Stimme um vieles ruhiger an ihr Ohr. „Was gedenkst Du denn nun zu tun? Hast du dir denn die Folgen deines Handelns überhaupt überlegt?" Der Oberst versuchte in ihren Mienen zu lesen. Sehr bleich sah seine Tochter aus und er gewahrte, daß ihr Gesicht von Minute zu Minute mehr verlief. — „Es ist das Antlitz einer unendlich schönen Toten", dachte Waldemar von Heisttttz und ein geheimes Mitleid für Konstanze schlich sich bei ihm ein. „Ich werde euch nicht zur Last fallen“, flüsterte Konstanze. Sie hatte plötzlich ein Gefühl, als wanke her Boden unter ihren Füßen. Um alles in der Welt nicht schwach werden! Graue Re- bel schwammen vor ihren Augen. — Eine törichte Schwäche. So etwas kommt meistens im ungelegensten Moment. — Sie horte wieder ihres Vaters Stimme wie aus weiter Feme: „Wozu also dieses Hin und Her, Konstanze? Immer quf geradem Wege bleiben!" „Ratürlich, Papa", gab sie mit dünnem 22cheln zu. „Du hast ganz recht, immer auf geradem Wege... wenigstens, auf dem, der den Menschen der gerade Weg erscheint... wenn auch nur äußerlich, nicht wahr?" Sie sah, wie ihr Vater etwas zu seiner Frau sagte, verstand aber die Worte nicht. Dann hörte sie den Oberst wieder zu ihr gewendet sagen: „Heute nachmittag kommen Ohlsens und deine Brüder, Konstanze. Das trifft sich ganz gut. Da können wir alles nochmals besprechen. Im übrigen, weißt du, wir sind ja so halb und halb auf Ohlsens angewiesen. — Ich hoffe, du wirst, wenn nicht auf den Rat deiner Eltern, doch auf den deiner Brüder hören, Kind." „Der hohe Familienrat!" dachte Konstanze und fühlte einen leisen Schwindel. — Ratürlich — vortrefflich! Jeder mußte seine Meinung zum besten geben. Bei jeder größeren Entscheidung trat die Familie zusammen. Das war Tradition bei den von Heisttttz. Plötzlich flimmerte es vor Konstanzes Augen. Sie wankte. Ihre Mutter umfing sie. „Kind, Kind, was ist denn?" hörte sie aus ungewissen Weiten ihre Mutter fragen. „Du bist überanstrengt, Kind.. Frau von Heisttttz führte ihre bleiche Tochter ins Schlafzimmer, bettete sie auf das Sofa und ging still hinaus. — „Keine Wärme ist in diesem Hause“, empfand Konstanze in dumpfem Brüten. Sie sah eine grinsende Fratze auf sich zukommen. Sie verschwand. — Run liegst du auf einem hohen, hohen Fels, Konstanze. — Am Fuße schäumt das Meer. Kein Mensch kann zu dir Vorbringen, du bist verlassen, einsam. Rur ein paar Raubvögel umkreisen dich, wollen sich dir nähern, dein Fleisch zu picken. Aber noch lebst du, deshalb wagen sie sich nicht heran. Roch lebst du. — Oder fängt das Leben jetzt erst an?! — Rach Stunden tauchte Konstanze empor aus einem Strome des Vergessens. Es war ein Vergessen, dem nicht so bald das Erinnern folgte. Sie sah sich verwirrt im Zimmer um. Sie war ja im Elternhaus. Aus den Rebenzimmern hörte sie Sttmmen- gewirr. Waren die Gäste da oder träumte sie noch immer? — Wieder berfanf sie bei offenen Augen in eine seltsame Gedankenlethargie. Filmartig rollten sich dann bunte Bilder vor ihrem geistigen Auge ab. Da wurde leise die Türe geöffnet. Frau Oberst von Heistritz trat behutsam ein. Als sie merkte, daß Konstanze wach fei, sagte sie zugleich mit einem Ton in der Stimme, der der alten Dame sonst nicht eigen war, und aus dem eine gewisse Geschäftigkeit und Wichtigkeit sprach: „Vor einer halben Stunde sind Ohlsens aus Eulenhorst angekommen. Auch Werner mit seiner Frau und Manfred und Felix sind da. Sie warten alle schon auf dich. Sie sind sehr neugierig, dich zu sehen. — Papa hat bereits mit ihnen über deine Streiche gesprochen. — Willst du nicht jetzt herübettommen?" Konstanze war bereits wieder in der Wirklich« keit. Immer weiter entrückte ihr die Mutter, je mehr sie sprach. Das fühlte sie mit eindringlicher Schärfe. „Komm nur“, drängte Frau Oberst von Heistritz wieder. „Besonders Magda freut sich sehr, dich endlich einmal wiederzusehen." Konstanze biß trotzig die Lippen zusammen. Sie wußte gut genug, daß ihre Schwester nur begierig war, sie zu sehen, weil es eine gewisse Sensation versprach, eine „Ehebrecherin" neugierig betrachten zu dürfen. — Ha! Konstanze erhob sich und lachte auf, so daß ihre Mutter ein ganz erschrockenes Gesicht machte. Ha! Ruy sollte wohl die letzte große Demütigung kommen: Die Parade vor den lieben Verwandten. — Unb toie die sich haben würden, alle miteinander! Sie sah schon jetzt im Geiste die sittlich entrüsteten Gesichter ihrer Brüder. — Gut! Auch das würde zu ertragen sein! — Man mußte nur mit der nötigen Konsequenz feine Ansichten vertreten. Frau von Heistritz war ihr behilflich, die Toilette zu ordnen. Konstanze richtete rasch vor dem hohen Spiegel mit wenigen Griffen ihr leicht in Unordnung geratenes schwarzes Haar. Unb wie Frau von Heisttttz jetzt das Spiegelbild ihrer Tochter in dem hohen Glase betrachtete, mußte sie sich sagen, daß diese Frau mit all ihrer herben Schönheit wohl dazu bestimmt sei, das Extremste im menschlichen Dasein zu erleben. Entweder das höchste Glück ober die schwerste Rot. Ein weiches Gefühl beschlich die alte Dame. So hatte sie ausgesehen in ihrer Jugend. Es waren ihre Augen, ihre Gestalt und ihre durchsichtige Haut. Rur den Charakter und den zähen unbeugsamen Willen schien Konstanze als besondere Gabe von der Ratur erhalten zu haben. „So, Mama", sagte Konstanze in resigniertem Tone unb ging mit ihrer Mutter hinüber in den Salon. Schließe die Augen unb bewahre Mut, Konstanze, denn du gehst in den Rachen eines Löwen mit geifernden Lefzen unb giftigen Zähnen! Wie durch einen Schleier gewahrte sie in dem Zimmer, das angefüllt war mit dem bläulichen Rauch guter Zigarren, einige Männer- unb zwei Frauengestalten. Sie fühlte Händebrücken, den Kuh ihrer Schwester Magda, hörte verlegenes Husten. Ein paar Worte der Begrüßung klangen wie aus anderen Welten an ihr Ohr. „Ist es nicht ein Spießrutenlaufen?" fragte sich Konstanze, indem sie durchaus beherrscht mit verbindlichem Lächeln die Begrühungsworte erwiderte. Fragen schwirrten durcheinander, herkönunllche törichte Fragen und abgedroschene Redensarten. Dann entstand eine verlegene Pause. Oberst Waldemar von Heistritz legte schließlich feine Zigarre auf den Rand des gläsernen Aschenbechers unb begann mit seltsam heiserer Stimme unb mit einer gewissen Pose, die man sonst an ihm nicht kannte. „Ja, Konstante hat sich da leider eine sehr törichte Sache eingebrockt. — Ra", setzte er mit erzwungenem Lächeln hinzu, „sie wird ja verständig genug sein, die Angelegenheit selber wieder ins rechte Gleis zu bringen.“ Konstanze gewahrte plötzlich, daß ihre Schwester Magda verweinte Augen hatte und sie wußte auch sofort, daß Magda wohl am meisten ihren Schritt verachte. Dm ihrer selbst willen, natürlich. Sie fürchtete sich sicherlich vor dem Klatsch, dem nun die Frau Baronin als Gutsherrin in Eulen- Horst ausgesetzt fein würde. Der Oberst schwieg und betrachtete fragend seine Tochter, die den Kopf gesenkt, inmitten der Verwandten still und resigniert sah und einem knapp mit 3:2 gewinnen konnte, verlor die dritte Jugend gegen die Schüler Garbenteichs überraschend mit 1:2. Gpielvereinignng 1900 Gießen. ö. Die ersatzgeschwächte Gießener Elf unterlag am Sonntag dem technisch reiferen Spiel des Rhein-Main-Kreismeisters Sportklub „Opel" Rüsselsheim 1:6 (0:3). Bei 1900 konnten Adelberger und Heilmann, wohl die Besten der Mannschaft, nicht mit von der Partie fein, wodurch in erster Linie der blau-weißen Elf der Zusammenhang und die Schlagkraft genommen wurden. Aber auch die gesamte Mannschaft machte einen etwas müden Eindruck. Es fehlte der Eifer und Siegeswillen, wie bei den letzten Spielen. Deprimierend wirkte wohl auch, daß der Gegner zu einigen recht glücklichen Treffern kam. während den Einheimischen bei gleichen An- lässen das Glück nicht hold war. Ds?-Torreigen der Gäste begann Mttte der ersten Halbzeit. Der dritte Treffer fiel aus einem Eckball, und mit diesem Stande wechselte man die Seiten. Bis dahin hatte Gießen noch einigermaßen Widerstand geleistet, verstärkte diesen nach dem Seitenwechsel eine Zeit lang erheblich und wurde offensiver, konnte aber keine der gebotenen Torgelegenheiten ausnutzen, nicht einmal ins leere Tor. In dieser Spielperiode tarnen dis Süddeutschen durch einen leichtsinnig verschuldeten Strafstoß ganz leicht zu einem vierten Treffer, da von den Gießenern niemand die Abwehr versuchte. Endlich brachte Z e i l e r nach Ueberfpielen mehrerer Gegner bas Ehrentor. Recht bdenklich wurde die Lage, als der Gießener Katz (linker Läufer) infolge Verletzung ausschied. Anfangs blieb zwar 1900 noch im Zug, dies änderte sich aber, als Rüsselsheim auf 5:1 erhöhte. Als dann auch noch Henrich und später Zeller aus unersichtlichen Gründen das Spielfeld verließen, blieb den übrigen acht Gießenern nichts übrig, als Zerstörungsfpiel zu treiben, um das Resultat zu halten. Nur noch einmal landete der Ball in den letzten zwanzig Spielminuten im Tor 1900s. Damit stand das Endresultat fest. „Opel" Rüsselsheim war sehr schnell unb hatte ein famoses Stellungsspiel. In dem schußgewaltigen Sturm überragten die Außenstürmer. Verblüffend sicher arbeiten die beiden Verteidiger mit ihren weiten Abschlägen. Dieser vorzüglich durchtrainierten Mannschaft kann man bestimmt die besten Chancen zum Aufstieg in die oberste Spielklasse geben. Schiedsrichter Philipp (Großen-Buseck) befriedigte beide Patteien durch einwandfreie Spielleitung. Der mit großer Verspätung antretenben Eh-i ringshäuser Liga unterlagen 1900s Reserven, bei denen man viele „Alte Herren" sah, mit 1:0. 1900 verschoß dabei einen Fouleismeter, sonst konnte die Partie remis stehen. Beiderseits wurde wenig geboten, da die Spielweise viel zu hoch war. 1. Jugend: Der Gegner, V. f. B. Friedberg, war technisch den 1900 überlegen, die ein ausnahmsweise schwaches Treffen lieferten. Dom Stellungsspiel war selten etwas zu sehen, dazu ließ die Verbindung zwischen Läuferreihe und Sturm viel zu wünschen übrig. Der Friedberger Tormann gefiel am besten von den Spielern, er hielt die schwierigsten Bälle. Das Spiel endete 2:2. 1. Schü le r: Die kleinen Wetzlarer 2. Schü« l e r gaben sich alle Mühe, konnten aber gegen die 1. Schüler von 1900 nicht aufkommen, die das Spiel 5:0 gewannen. Die Gegner der 2. und 3. Jugend traten nicht an« Sportverein 1928 Garbenteich. Steinbach I — Garbenteich I 2:3 (2:0). Am Sonntag trug die 1. Mannschaft des Sport- Vereins 1928 das fällige Rückspiel gegen die gleiche des Sport-Vereins 1926 Steinbach aus. Von Beginn entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem Steinbach bis zur Halbzeit 2:0 in Führung lag, dabei durch ein Selbsttor der Garben- teicher Verteidigung. Rach dem Wechsel ging Garbenteich stark aus sich heraus und drängte unendlich schönen Gemälde glich voller Herbe und Süßigkeit zugleich. Rie hatte sich Konstanze einsamer gefühlt, als in dieser Stunde. „Ich muß sagen", wendete sich Werner von Heistritz, der Konsul, jetzt an Konstanze, „daß Agathe und ich sehr erstaunt sind über deinen Schritt, von dem uns Papa unterrichtete und —" er zuckte die Achseln — „wir verstehen ihn durchaus nicht." Mit jähem Ruck hob die Angeredete ihr schönes Haupt. Ein Zug schmerzlicher Bitterkeit lag um ihren kleinen festen Mund. „Das glaube ich gern", entgegnete sie. „Vielleicht wird überhaupt kein Mensch mich verstehen können, außer mir selbst." Manfred, der Gerichtsrat, verzog das Gesichc zum Lachen. Aber es war mehr ein scheußliches Grinsen als ein Lachen. Da er in seiner frühesten Jugend ein Auge verloren hatte, trug er ein Glasauge, was der linken Gesichtshälfte einen merkwürdig abgestorbenen Ausdruck verlieh, einen schreckhaften Ausdruck beinahe, wie bei Mumien, die längst verstaubt sind. Man erzählte sich die groteskesten Dinge von diesem Glasauge. Viels wollten wissen, er sei früher durch einen Schuß im Zweikampf verwundet worden und hätte dadurch das Auge eingebüßt. Andere 5""ar von einer wüsten Schlägerei, die ^gcr trunkener Student in einer üblen »ui. — In Wahrheit waren diese Rede'r 03 c völlig aus der Luft gegriffen. Er hatte ’jem linkes Auge als Kind beim unvorsichtigen Spielen mit einer Iagdpatrone verloren. Manfred lachte, wiegte den häßlichen Kahlkopf hin und her. Er schnalzte mehrmals mit der Zunge und begann in seiner süßlichen Art: „Heberiege dir doch einmal, Schwesterlein! Deine Handlungsweise verstoßt arg gegen das Gesetz. Dein Mann hätte durchaus das Recht, sich von dir scheiden zu lassen und zwar wegen böswilligen Verlassens. — Erlaube einmal, das ist Paragraph ... Paragraph ..." Er überlegte ... „na, jedenfalls gestattet das Gesetz, nunmehr deinem Mann, die Klage gegen dich zu erheben." Jetzt sprang der alte Oberst ganz empört auf, so daß alle den alten Herrn ganz erschrocken ansahen. Sein Gesicht war blutrot. „Das fehlte mir gerade noch!" schrie er, „wenn sich jetzt Lothar von dir scheiden läßt, sind auch wir geschiedene Leute, mein Kind." Er trat dicht vor Konstanze hin und funkelte sie böse an. „Eine geschiedene Frau will ich nicht in der Familie haben. Dafür danke ich bestens. Den Skandal will ich nicht erleben. — Denke doch, bitte, beispielsweise einmal an deinen Bruder Felix. Er stehL > kurz vor der Verlobung mit Josephine von Zollen. Die Partie ist erstklassig. Durch dich wird die Geschichte auseinandergehen. Das kannst du dir dann dein ganzes Leben lang vorhalten." (Fortsetzung folgt.) CollOKt s überlege« SM ßanMM 1. Jgd. Id. hm Am Sonntag { I des Siebener M | ftintemini tyu [ MnWltsspiel ctienhR mit e Mhiend A Ä schöner : I noch btu Menspiel, toai I. chchtc. Handball Stablmannidja1 3nfolge verso für biet Men. Die babur ? ''ch fch unt> Mem Nonnschas !«■* to Gallun llnglü SpMit ber übrig s I die in bet dadurch i EÄ to 'S ÄS- ÄU Pt« $irt ; «Ä WZ'"" M fe“*1 Zugend, der St MsteM Kleider nu' 'Beurteilung J» Allen < daß. si- sd Technik beM Di- fötal Anspruch * zu Menen ausbmu ^fo1fflncn5Jfr tat etfien Plah tr Nl Ain Sonntag st' I W mb Dich larerNMtsich Ulli unb unterlag M 2lnM erziel [I to daraus das zl ! ^glichen Lollam I 'Jfflfe erzielte Di ms durch einen tz Lollar. SofoT I irfki QhNeid rfl durch 1 Rach tn< -:A überlegen u |iä Halste fest Ichr stark verteil M Durch eii DM abermals lnÄeGhbt6Uf st«! Wirtschaft lugendmannschaft 8 die gleiche des Banknoten. Srauffurl . 0 > . 0 , . 0 , . 6 , 10 140,25 183 148 105.9 168.25 41.25 243 52,9 18,5 83,5 151,5 339 59,5 11,4 CberldHei. RotSmede. Phönix Bergbau fRbe-j.titte Braunlobla SSlo-Neueslen. . . . Mannesmarm-Rtihren Marisfelder Bergbau . CberWel. Gtienbebarl 34,751 38,5 | 43,75! 106,25 94 । 1341 103,5 161,75! 111,75 115,5 175 150 228.5 142,75 144.75 298 171 j 26,75 4.6 2,55 24.4 21 21,9 2,55 wandeln. 3n 5er zweiten Halbzeit gelang tf feinet Partei, bei der oft recht reichlichen Äbweyr an dem bestehenden Resultat etwa» zu ändern. Oppenrod I — Lollar I 1:3. In Oppenrod standen sich diese Gegner gegenüber* Die Einheimischen traten mit nur 10 Monn an. So konnten die Gäste in zahlenmässiger Ueberlegenheit dos Heft in die Hand nehmen. Oppenrod setzte sich jedoch gut zur Wehr und konnte mit 1:2 die Seiten wechseln. Nach dem Wechsel konnten die Gäste ihr« Torzahl auf drei erhöhen. (Sieben II — Tret, I 2:2. Aus dem Trieb lieferten sich beide Mannschaften ein flottes, ausgeglichenes Spiel. Während Gießen von Spiel zu Spiel bessere Leistungen zeigt, lassen die Gäste viel von ihren früheren Leistungen oer- missen. Beide Parteien konnten je zweimal erfolgreich sein. pamburg-Amerilo Pater . . 7 ^•.amburg.öilbam. Samyfkbilf • 8 Hansa Tompsittiss .... 10 gzotbbeutittct Lloyd . . . Allgemeine TeuritteCtebÜantL Barmer Bankverein . . - Berliner Handcl-gefelftchafl ilrmmeri* und Prival-Bant . Tarmslädker und . . • • • • • 10 Bude ........ • • • ® Deutsche Grb6! .......° Essen er Steinkohle......° Gelfenkircheu« ,.••••-» Harvener ....... 7 Hocsch Eifert........6% 3-fe Bergbau ..••••• Rlidnerroerte I 7 . 7 . 5 . 7 6¥i 16 . 6 7,0 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ang-fiihrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzmsfuß 6 v. H. 6- 5- 111,25 Scftaier OkJ ....... Daimler Motoren . . . . . Deutsche Linoleum . • « < Maickinenbau 3X8. . • • < °caL Automobil . • • • . Lrenftein & Loppel • • • Leonbard Tie- . . . . . SvenSka........ Frankfurter Malchtne» . • Gritzner...... • Hevliaenftaedt ..... Funghanr. ....... Lechwerte........ Mainkroftwerke Höchst a. M. Mias.......... Gebr. Roeder ...... Bomt S Haefke» • • • • Eüboemf cke Lucke» ... * Sommervergünstigunaen des Deutschen Kalisyndikats. Auf Bestellunaen für Kalisalze zur unmittelbaren Verwendung als Sali- düngemittel die dem Kalisyndikat in der Zeit vom 1. bis 20. Mai zur prompten Lieferung zugehen, wird eine Barzahlungsveraütung von 3 v. H. und eine Lagervergütung von 4 v. H. gewährt. Bei In- anspruchnahme des Wechselkredits wird ein zinsfreies Ziel bis zum 1. Dezember 1930 und eine Lagervergütung von 4 v. 5). eingeräumt. In der Zeit vom 21. Mai bis 18. Juni gewährt das Kali- fyndikat eine Barzahlungsoergütung von 2,5 v.H. unb eine Lagervergütung von ebenfalls 2,5 v. H. Bei Inanspruchnahme des Wechselkredits wird ein zinsfreies Ziel bis zum 15. Dezember 1930 und eine Lagervergütung von 2,5 v. H. gewährt. Dom 19. Juni bis 10. Juli beträgt die Barzahlungsver- ... r>-------1,5 v. H. scharfen Ball, der Schiri pfiff Tor. Bei Halbzeit lag Rot-Weiß 2:0 in Führung. Kurz nach der Pause holte die Stadtmannschaft durch S t r c m m e l ein Tor auf, mußte aber bald darauf durch einen Strafstoß ein drittes Tor Isinnehmcn. 15 Minuten vor Schluß schied der linfe Läufer infolge einer Derleyung au8; trotzdem blieb das Spiel jederzeit offen. Handball der Gießener Garnison. 1. Komp. 15. J.-K — Turngefcllschaft Neuwied 4:4 (3:1). 1. Komp. 15. 3.-H. gegen Turngefellschaft Kärlich (Bezirk Koblenz 11:6 (4:3). Für Samstag und Sonntag hatte sich die 1. Hand- ballmannschaft der 1. Stomp. 15. Inf.-Regts. zwei Gegner gewählt, die die Spielstärke der vorhergehen- den Mannschaften übertrafen. Am Samstag gelang es der Els, sich in einem fairen Kampf mit den Vertretern von Neuwied, die am Ostersonntag die Allg. Turngesellschaft Aachen 4:3 schlagen konnten, ein Unentschieden zu erkämpfen. In herrlicher Kampf- bahn lieferten sich die beiden Mannschaften ein Spiel, das alle Zuschauer befriedigte unb die Gießener Soldaten zu einem ebenbürtigen Gegner erhob. Ging der Kampf am Samstag gegen einen Svitzenoertreter der Meisterklasse, so stand die Mannschaft der 1. Kompanie am Sonntag einem gefährlichen Spitzenoer. tretet der A.Klasse des Rhein-Mosel-Gaues gegenüber. In schönem Spiel gelang es schließlich der Ausdauer der Soldaten, den Platzbesitzer vor einer begeisterten Zuschauermenge zu schlagen. Zur Ehre der Handballmannschaften des Mittelrheinbezirks muß besonders erwähnt werden, daß sie über eine sehr faire und eifrige Kampfweise verfügen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Garbenleich l — Beuern I 10:1 (7:1). Das am Sonntag in Garbenteich ausgetragene Verbandsspiel gegen Beuern brachte eine Heber- raschung insofern, als entgegen der Vorschau das Spiel für Garbenteich hoch gewonnen ging. Die Platzmannschaft trat mit vier Ersatzleuten an, die sich gut bewährten, während die Gäste komplett waren. Auf den Spielverlauf näher einzugehen, erübrigt sich, denn das 10:l-Ergebnis läßt darauf schließen, daß der Platzverein das Spiel jederzeit in der Hand hatte. Albach I — Launsbach I 3:3. Am Sonntag trat die Launsbacher erste Mannschaft zum fälligen Rückspiel gegen die Albacher erste Mannschaft auf dem Albacher Platze an. In der 24. Minute konnte Launsbach den ersten Tres- fer unb in der 29. Minute seinen zweiten Treffer erzielen, so daß das Spiel in der Halbzeit 2:0 für Launsbach stand. In der zweiten Hälft« konnte Launsbach noch einmal einfenben, während es Albach gelang, drei Tore zu schießen, so daß obiges Resultat zustande kärn. Das Spiel war scharf, jedoch fair. Albach spielte mit drei Mann Ersatz. Dem Schiedsrichter Zöller (Hansen) gebührt alles Lob. CRah porf im Gau Lahn. Bei herrlichem Wetter ging am Sonntag die 50 - Kilometer - Zuverläss igkeits- fahrt des Gaues Lahn im Bund Deutscher Radfahrer mit Start und Ziel Marburg vonstatten. Dem Straßenfahrwart Kehr, Gießen, stellten sich 29 Fahrer zum Start. Mit regem Interesse verfolgte das überall zahlreich erschienene Publikum den spannenden Kampf um den Sieg. Wie schon bei der Borschau gesagt, war Preis, Germania Gießen der beste Mann. Schocker, Marburg. Muhl 1885 Gießen hatten Pech, obwohl diese, da Einzelstart war, manchen Fahrer unterwegs em- holten, aber an Zeit nicht mehr gewannen, um den Sieg an sich zu bringen. Rachstehend die drei ersten Sieger in A-, B- und Sen.-Klasse. A -Klasse: 1. Preis Heinrich Preis, Germania Gießen, 1:33,34 Std., 2. Knierim, 1887 Wetzlar, 1:34,45 Std.: 3. Bender, 1887 Wetzlar, 1:35,35 Std. B -Klasse: 1. Preis 03 o f u in, 1891 Marburg. 1:35,55 Std.: 2. Fischer, 1891 Marburg, 1 36 46 Std.: 3. B l e ch e r, Mandeln. 1:37,45 Std. Sen.-Klasse: 1. Preis Hildesheim, Lollar, 2:09 Std. Arbeiter-Turn- und Gportbund. Gießen Ib — Wieseck I 1:6. Am Sonntag standen sich diese Mannschaften im Serienspiel auf dem Trieb gegenüber. Beide Parteien stellten sich komplett dem Unparteiischen. Gie- ß«n mußte sich gleich mächtig wehren, konnte aber nicht verhindern, daß Wieseck bereits nach wenigen Minuten zur Führung kam, dem nach kurzer Zeit Berlin Schluß» I Sin fang» lut/ | flur« Am Sonntag hatte die erste Iugendmannschaft des Gießener Männerturnvereins die gleiche des Turnvereins Heuchelheim zu einem Handball- Freundlchastsspiel nach hier verpflichtet. Das Spiel endete'mit einem überlegenen ll:l-Sieg der Dlver. Wahrend die Einheimischen wieder einmal ein schönes Spiel vorführten, fehlte bei den Tasten noch dos nötige Stellungs- und Zusammenspiel, was auch die hohe Riederlage Der- Bruttogewinn von 0,91 (0,65) Mill. Mk., wovon Linkosten 0,87 (0,65) Mill. Mk. und Abschreibungen 23 100 ( 4000) Wk. erforderten. Au- dein verbleibenden Reingewinn von 23 649 (4037) Mk. sollen die Stammaktien erstmalig wieder 7 Prozent Dividende erhalten. Die Dorzug-aktien werden wieder mit 6 Prozent verzinst. Rach dem Bericht war das Inlandgeschüft betriedigend, so daß der Filmbetrieb erneut erweitert werden mußte. • D ie Kündigungen bei Mannesmann. Zu der Meldung von weiteren Entlassungen aus den Zechen „Eonsolidation" unb „Königin Elisabeth" ist nachzutragen, daß von der Belegschaft von 3000 Mann jeweils nach bet Arbeitslage Teilentlassungen stattfinden sollen. Die Verhandlungen haben ergeben, daß auch diese Teilentlassungen nur vollzogen werden sollen, wenn die Arbcitsmöglichkeit sich in dem Maße verschlechtert, wie befürchtet wird. AuS diesem Grunde sind die vorläufigen Anträge auf Kündigung beim StillegungSkornrnissar gestellt worden, so daß ihnen zum größten Teil nur formale Bedeutung zukommt und bei tatsächlicher Verschlechterung der Lage nur ein geringer Prozentsatz Kündigungen wirksam wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. 9)1., 6. Mai. Tendenz: geschästs- los. Nachdem gegen Schluß der gestrigen Neuyorkes Börse eine leichte Erholung zu verzeichnen war, wurde auch im heutigen Dormittagsverkehr die Stimmung etwas freundlicher taxiert, doch konnte zu Beginn des offiziellen Börsenverkehrs keine Geschäftsbelebung eintreten, da in erster Linie wieder der Auftragseingang viel zu wünsch en übrig liefe. Aber auch besondere Anregungen fehlten, die wenigstens der Kulisse einen Ansporn hätten bieten können. Das Geschäft bewegte sich in den denkbar engsten Grenzen. Vereinzelt kam in geringem Umfang Material an den Markt, so daß die Tendenz zur Schwäche neigte, doch blieben die Kursabbröckelungen im allgemeinen sehr bescheiden, unb gegenüber der gestrigen Abendbörse überschritten die Berluste kaum 1 v. H. Irn Grundton der Börse war aber aleich zu Beginn eine gewisse Widerstandsfähig- feit nicht zu verkennen. Am Elektromarkt eröffneten AEG. 0,75 v. H., Chadeaktien 1 Mark und Siemens 1,5 v. H. schwächer. Für Felten bestand dagegen einige Nachfrage, bei einer 1-v. H.-Erhöhung. Don Chemiewerten lagen Farben 1 v. H. abgeschwächt. Etwas hervortraten Bauunternehmungen, die durchweg bis zu 1,75 v. H. höher lagen. Der Montanmarkt lag still. Später machte sich verstärktes Interesse für Rheinstahl geltend, die 1,5 o. H. anAogen« Die übrigen Werte dieses Marktes waren durchschnittlich etwas niedriger. Schiffahrtswerte leicht angeboten. Bankaktien waren nicht ganz einheitlich. Berliner Handel büßten 1 v. H. ein, während Commerzbank etwas anzogen. Am Rentenmarkt war das Geschäft in deutschen Anleihen etwas lebhafter. Besonders Schutzgebiete traten in den Vordergrund. Don Ausländern waren Zolltürken nachgebend. Im Verlaufe war die Tendenz auf vereinzelte Deckungen der Kulisse etwas freundlicher: unter Be- vorzugung von Rheinstahl, Farben, AG. für Verkehrswesen und vereinzelten Elektrowerten ergaben sich bei etwas regerer Geschäftstätigkeit zumeist E r - Höhungen bis zu 1 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 o. H. leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1886, gegen Pfund 20,3630, London gegen Kabel 4,8610, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid zirka 40, gegen Schweiz 25,0825, gegen Holland 12,0750. rrsachtc. Handball der Siadtmannschast. Stadtmannschaft — S.C. Rot-Weife Frankfurt 1:3 (0:2). Infolge verschiedener ^Imstande mußte die Siadtelf für vier der besten Spieler Ersah cin- Itcllcn. Die dadurch bedingten Umstellungen wirk- ten sich sehr unvorteilhaft aus. Es klappte in "einem Mannschaftsteil. Der Sturm kombinierte 41 viel und stand andauernd abseits, hatte auch allem Unglüd rc/ichlich Schuhpech. Die Deckungsarbeit der Hinfcrmannschast ließ viel zu wünschen übrig. Die Läuferreihe war mehr im Sturm, wie in der Ak^wehr zu finden, und verschuldete dadurch die 'beiden ersten Tore. Außer htm Torhüter konnte in der ganzen Mann- ichast niemand genügen. Rot-Weiß war nicht besser. Es hatte ein' kleines Plus in der Ber- teiöigung, die taktis-H richtig spielte. Der erste Irfolg für Frankfurt war sehr zweifelhaft. Balser hielt auf der Torlinie stehend einen hm Gegner in seine Hälfte zurück, wodurch es Earbenteich vergönnt war, drei unhaltbare Treffer unter diesen den Siegestreffer, anzu- h^naen. Schiri Kreiling (D.f.D. Gießen) ®ar bem Spiel ein gerechter Leiter. Faustball'llebungSspiele beim Turnverein 1846 Gießen. 3m vergangenen Sonntag hatte die Spiellei- Hna für Faustball zum zweiten Wale in diesem avre einige Landvereine der näheren Umgebung zu UebungSspielen eingeladen. Der Sinladung hatten folgende Mannschaften Folge celeiftet: Lützellinden, Holzheim, Hörnsheim mit 1 V. und Iugend, Hnichelheim, Krofdorf. Hochelheim und die 2. M. des T- D. Gießen. Die Spiele zeigten deutlich, daß einige Mannschaf- tm inzwischen gut geübt hatten, während andere Lte erstes Spiel für das neue Spieljahr durch- führten. Rach der zweiten Mannschaft von 1846 yigtcrx sich Holzheim und Lützellinden in guter $orm. Holzheim dürfte bei genügend Llebungs- 'riel Aussicht auf die Gausonderklasse haben. Ob Lützellinden dasselbe erreichen wird, ist fraglich, Sa in seinem Bezirk erst die Zweite 1846 besiegt »erden mühte. Tapfer hielt sich die Heuc^l^i- tier Iugend, der im laufenden Iahre noch Er- <8[gc osfenstehen dürften. Die 1. Hörnsheims frnnte leider nur ein Spiel durchführen, so daß eme Beurteilung ihrer Spielstärke schlecht mög- ich ist. Allen anderen Mannschaften merkte man an, daß sie noch wenig Spielerfahrung md Technik besitzen, aber auch das lernt sich mit der Zeit. Die Spielleitung der 46er darf für ijch den Anspruch machen, mit diesem Tressen Der Faustballsache wieder einen guten Dienst erwiesen zu haben. Wenn die Vereine auf_ dem Gesehenen auf bauen und daraus lernen, können die kommenden Verbandsspiele scharfe Kämpfe um iwn ersten Platz bringen Handball in Lollar. Am Sonntag standen sich in Lollar die Erste Lollars und Wiesecks gegenüber. Die junge Goller er Elf hielt sich in diesem Spiel überraschend gut und unterlag unverdient 4:5. Bereits kurz nach Anstoß erzielte Lollar das erste Tor, dem hin darauf das zweite und dritte durch den vor- itglichen Lollarer Halbrechten folgten.'Dis zur Pause erzielte Wieseck noch zwei Tore, und zwar ein- durch einen 13-Meter-Wurf. Halbzeit 3:2 Nir Lollar. Sofort nach der Pause erzielte Wie- seck das AuSgleichtor und konnte kurz darauf die Führung durch den dritten 13-Meter-Wurf er- rtticn. Rach diesem Tor wurde Lollar wieder stark überlegen und setzte sich vollständig in Wie- fette Hälfte fest Obwohl die Gästemannschast sehr stark verteidigte, gelang Lollar der Aus- alcid). Durch einen (teilen Vorstoß übernahm Dieseck abermals die Führung. Alle weiteren Anstrengungen der Einheimischen, den verdienten Ausgleich zu erzielen, blieben ergebnislos. Die Lollarer Iugend fertigte die gleiche WieseckS nach überlegenem Spiele glatt 2:0 ab. Handball im Männerturnverein (O.T). 1. Jgd. To. Heuchelheim — 1. 3gb. Mtv. (Stehen 1:11 (0:3). Rindermarkt in Gießen. Aus dem heutigen Rindermarkt in Gießen waren 1229 Stück Großvieh und 220 Kälber zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten: Milchkühe ober hochtragende Kühe 1. Dualität 600 bis 700 Mark, 2. Dua= lität 500 dis 600, 3. Qualität 300 dis 450, Schlacht- kühe 130 bis 450, Rinder jährig) 120 bis 250, Rinder (X- bis IX-jährig) 180 bis 350, Kälber je Pfund Lebendgewicht 60 bis 70 Pf. Bessere Tiere über Notiz. Der Handel am Dormarkttag war recht flott, liefe aber am Haupttage merklich nach. Sehr gesucht waren Jung- und Mastvieh. Der Markt wurde geräumt. • Günstiger Saatenstand in Preußen Anfang Mai. Rach Mitteilung des Preußischen Statistischen Landesamtes ist die Witterung im April für die Landwirtschaft günstig gewesen. Wenn 2 gleich gut, 3 gleich mittel und 4 gleich gering bedeutet, so steht der Winterweizen mit 2,3 gegen 2,5 anfangs April besser. Winterroggen 2,4 (2,5), Wintergerste 2,5 (2,7), Gemenge aus Wintergetreidearten 2,6 (2,7), Raps 2,7 (2,8). Die Grünlandflächen haben sich überraschenderweise im ganzen Staat gut erholt. Die Witterungsschäden sind unbedeutend. Die Saaten des Sommergetreides sind in der Regel gut ausgelaufen. Pslanzenkrankheiten und Pflanzenschädlinge werden nur vereinzelt gemeldet z antretenben Eh, igen 1900s Rkscr- Ite Herren* sah, mü Fouleisnieter, sonst i. Anderseits mürbe .se viel zu hoch war, ÜU.B. Fried- ) überlegen, die ein ffen lieferten. Son zu sehen, dazu lieh erreihe und Sturm riedberger Tormann ,eiern, er hielt die endete 2:2. ehlarer2.Schu- nten aber gegen die nmen, die das Spiel >nb traten nidÜ an, i)\ 1-3 (2-.0\ MM des Sports Lckspiel gegen bw 926 Steinbach allein flottes Spiel, albzeit 2:0 in W Ibsttor der Darbendem Wechsel gm« craus und drängkc ^voffeUbeünd nsamer gefühlt, als ■ sich Werner von n Constanze. M t sind über deinen SÄ* #5 y bei Mmien, n Ah dock darben und h" Vflar hunger p!C gfctP ikn r;tt w t ft?l* w- S5Ä* ”l , wenn *»»yä. -alten- 'igt> ———das in s^-- Volk nicht nun . . i auch zur wirtst auf steigen konnti * ü Parteier v-sg!. ohn» . Hel!. Boltliiaat von 19^3 irüdjaWb. 102%) . . CberMfen Provinz»Anleihe mii LulIol^Rrckiev l . . teatfdie komm. Sanur.telabL Inlette Serie 1 kst-nN- Hov.-Bl'rnk «ottpte. XIII unkündbar bir, 1934 1% Frantz. Pop.-kiank Sottpte unkündbar bti IS'jS ... Rhein ritte p.gv^Dank Liiw.«oldvte Vr. Lande«Mandbrie!anüali, Tfmbriefe 5L'i7 . . . . 4'» Br. Lande^Vsandbriosanllall, :)i. 16 '• W- Lanb--epi2ndbrie!anNaIl. »lanbbriefe.S. 10 . . . IS.0. abg. Borkrie««»Obligario- nen. tiWsa’jffia 1932 . . 4% Ceftetttittntte Goldren» . . MO% vette>rreittÜche Silberrenke Oefterfteidjtftte SinheÜUche fttnlt / 4* Ungartzlchk ©ofttente . . llngariiytte Eiaals renke v. 1910 be#tn. von ISIS 4% Üngaris cbe Äronenrente . lütiitoje Sonaitiette von 1911 Türtzivbe Bagdad bahn-Anb Serie 1 I deSgl. chcne D Rumäntziche öerebtt. Rente ton 1903 *H% 8him hiiltte vereinh. Slentt ton 1918 ’ ......... i* Ämcto betrttt. Statt» «Schluß» j t-Uhr- für» I flur< 5. 5. j 6- 5- Sranffuri a. Ul. «rttiuB- 1-Ubr- hir< flure Jranffuri a. M. <5ttiu6»i für« | Vtihr» Pur# Gchluß- fur« «nfany Älir£ Datum 5. 6. 6. 5. 5. 5. 6. 5. Öetetntflte Eiahlwerle .... 98 98,13 97,75 Ltavi Minen......16'/. — —— 49.4 49 Kaliwerke StzcherNeben ... 10 227.5 — 223.5 — Holtoerte Vesteregeln ... 10 232 —— 234 — ÄalüDede SaUbetfurtfi ... 15 399 — 399.75 397 S. yarben.Inbukrie . . . 11 184,13 183.25 185 183,75 ionamit Nobel ...... 6 — — 88,25 — tottcibeanftaU 8 — —— — — yoldschrnidi ...... .5 71 — 71 69,25 Rükgerswerie..... 6 70,5 — 70,5 70 MerällgeieLIttaft. ...... 8 110 109,5 109,75 - DbilWV Hol-mann......7 110,5 — 111 — Zementwerk Heidelberg - . 10 135,5 — ■ Gement®et! Sartztadt. ... 10 — — — ZSaob & fiteetao......8 93.25 94,5 93,5 — Sdraltteti Parenhose« ... 15 — - 302.5 301,25 Cftoetfe..... 12 — — 257,25 255,25 Berlin, 5-Mai WeiF >lef - timeritoniltte 'Jloten..... <7756 4J86 Belgische Noten ...... 58.28 58,52 111.63 112,12 Englische Noten........ Französische Noten ...... 20,305 20,385 16.405 16,465 Holländtsche Noten...... 168,08 168,76 Italienische Noten ...... 21,96 22.04 111,78 58.88 112,22 Dentsch-Qeslerr-, ä 100 Kronen 59.12 Rumänische Noten...... 2.467 2.487 Ptttrehtittte Noten ...... 112,10 81,08 112.54 Schweizer Noten....... 81,40 Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Noten . . 51,70 51,90 12.39 12,45 Ungarische Noten..... . 73,02 73,32 5. Mai 6. Mai Amtliche Geld Kotierung »rief Amtliche Geld Notierung Aries ÄntfL» ‘Hott. 163,44 168,77 168,51 168 85 Buen.-AireS 1,624 58,37 1,628 1,608 1,612 Brss-Antw- 58,49 58,33 58,50 C Kristiania. 111,93 112,20 111,99 112.21 Kopendaaen 112,01 112,23 111,99 112,21 Stockholm . 112,39 112,61 112,33 112.55 feelfinafoi* 10,533 10,553 10,536 10.556 Italien. . . 21,94 21.98 21,94 21.93 London. .. Nenn ort .. 20,342 20,382 20,342 20,382 4.134 4,192 4,1845 4,1925 Paritz.... 16,42 16,46 16,42 16,46 Schweiz . . 81,03 51,72 81,24 81,07 81,23 Spanien. . 51,32 51,00 51,10 Japan . . . 2,067 2,071 2,067 2,071 Nto de Jan. 0,500 0,502 0,500 0,502 Wien in Lest. ttbaefL 59,005 59,125 59,025 59,145 &•:: 12,40 7,405 12,42 7,419 12.40 7,403 12,42 7,417 Dndavest. > 73,15 73.29 73.15 73,29 Plllaarien. Liffabon - . 3,036 3.042 3.036 3,042 18,78 18,82 18,78 18,82 Taiutg.,. . flonfuntiife 81,36 1,785 81,52 1,789 81,39 1,784 81,49 1,788 ätbea. . . 5,435 5,445 5,435 5,445 Tanada . . 4,176 4.184 4,176 4,184 Urn;naU. • 3.846 3,854 3.646 3,854 Latra .»* 20,86 20,90 20,90 Kreistag des Kreises Alsfeld. * Alsfeld, 5.Mai. Der Kreistag des Kreises Alsfeld hielt heute unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Stammler feine diesjährige ordentliche Tagung ob, zu der sämtliche zweiundzwanzig Kreistagsabgeordneten erschienen waren. Zunächst wurden die neuen Kreistagsmitglieder Beig. Wilhelm Eckhardt (Flensungen), Arbeiter Pari Philippi (Homberg) und Landwirt Joh. Konrad Pfeffer auf dem Dammeshof bei Arnshain in ihr Amt eingeführt und verpflichtet. Sodann genehmigte der Kreistag die Rechnung derKreiskasse vom Jahre 1 9 28, über die wir in unserer Nr. 100 vom 30. April bereits berichteten, ebenso wurde der Bericht über die Verwaltung und den Stand der Kreisoerbandsangelegenheiten vom Rechnungsjahr 1928 gutgeheißen. Hierauf folgte die Beratung des V o r a n s ch l a - gesdesKreisesAlsfeldfür das Rechnungsjahr 1930. Nach längerer Aussprache wurde der Voranschlag in der von der Kreisverwaltung mit 343 601 Mark in Einnahme und Ausgabe abgeschlossenen Fassung angenommen. Eine Abweichung von dem Vorschläge der Kreisverwaltung trat in der Hauptsache nur insofern ein, als auf der Gin = nahmeseite 5000 Mark Mehrertrag aus dem Kreiskrankenhaus und auf der A u sq a beseit e 5000 Mark Mehrausgabe bei dem Kapitel „Fürforg e" als Zuschüsse an l e i st u n g s - schwache Gemeinden vorgesehen wurden. Die K r e i s u m l a g e n , die von der Kreisverwaltung mit 150 000 Mk. vorgesehen waren, setzte der Kreistag auf 144 000 Mark fest. Schließlich wurde noch nach eingehender Aussprache der Posten für eine zweite Kreisfür» sorgerin genehmigt, eine beantragte Aenderung der Kreissatzung über die Fürsorgepflicht als durch die Doranschlagsbeschlüsse erledigt von der Tages- ordnung abgesetzt und zum Schluß die Mitglieder der K ö r k o m m i s s i o n für die Jahre 1930, 1931 und 1932 gewählt. Oberheffen. Voranschlag der Stadt Lauterbach für das Zahr 1930. Lauterbach, 5. Mai. Der Stadtvor - ft ci n b beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Walz vor allem mit dem Voranschlag der Stadt ßauterbach für das Rechnungsjahr 1930. Der Voranschlag schließt in der Betriebsrechnung mit 318 230 Mark, in der Vermögensrechnung mit 43 320 Mark, insgesamt also mit 361550 Mark ab. Zur Deckung der Ausgaben ist neben den Reichssteueranteilen und den Erträgen aus dem Vermögen noch eine Gemeindeumlage in Höhe von 64 000 Mark erforderlich. Nach längerer Beratung wurde der Vor- anschlag einstimmig genehmigt, lieber einige bemerkenswerte Einzelheiten der Voranschlagsrechnung wird noch berichtet. Landkreis Gießen. —r Lang-Göns, 4. Mai. 3n der Hauptversammlung unseres Geflügelzuchtvereins sprach am gestrigen Abend nach kurzen Degrüßungsworten des ersten Vorsitzenden Otto May Herr Hofmunn (Marburg), Vorsitzender des dortigen Geflügelzuchtvereins, über neuzeitliche Geflügelhaltung im landwirtschaftlichen Betrieb. In längeren Ausführungen wies er vor allem darauf hin, daß an den Fortschritten, die die letzten Jahre gebracht haben, besonders der Bund deutscher Geflügelzüchter hervorragend beteiligt ist. Auch auf die Farmen und ihre zur Zeit schwierige Lage, sowie auf die Eierverwer- tungsgenosscnschaften ging der Vortragende näher ein. Als Züchter verlangte er auch auf dem ländlichen Hof Rasfegeflügel, nicht bunt zusammengewürfelte Tiere. Dann erst gebe es einen Fortschritt. Außerdem sollten sich die Landwirte nicht nur Leghorn anschaffen. Das Ziel müsse lauten: Durch Rassezucht zur Leistung! Dem Redner wurde lebhafter Beifall gezollt. Sn der Aussprache wurden noch verschiedene Fragen berührt. )( Grüningen, 5. Mai. Altbürgermeister Gilbert vollendet am 9. d. M. in geistiger und körperlicher Frische sein 8 6. Leben sja h r. s. Trais-Horloff, 5. Mai. Mit Beginn des neuen Schuliahres wurden unsere beiden Schul st eilen neu besetzt, nachdem vor Ostern die beiden Schulverwalter infolge der Abbaumaßnahmen abberufen worden waren. Die erste Stelle wurde Lehrer Wahl übertragen, der seither in Freiensteinau wirkte, die zweite der Lehrerin Frl. Siebert. Da diese jedoch erkrankt ist, wird sie durch Schulverwalter Koch aus Reu-Ssenburg vertreten. Rach dem mehrfachen Lehrerwechsel des vergangenen Schuljahres kehren nun hoffentlich wieder feste Verhältnisse in unserer Schule ein. Kreis Friedberg. oo Butzbach, 3. Mai. Heute nachmittag geriet auf unerklärliche Weise das Personenauto, eine Adler-Limousine, des Kaufmanns Zöllner von hier in Brand und brannte f a ft volist ä n d i ga u s. Der Autobesitzer hatte in dem Autogeschäft Grauer Betriebsstoff getankt, wobei etwas Betriebsstoff übergelaufen war. Als der Motor mit dem Anlasser in Bewegung gesetzt werden sollte, schlug plötzlich Feuer aus dem 2(uto heraus und setzte es in Flammen. Man schob das Auto von der in gefährlicher Nähe befindlichen Tankstelle weg und versuchte zu löschen. Dies gelang jedoch erst, als das Auto bereits zum größten Teile ausgebrannt war. Als ein Glück muß es bezeichnet werden, daß sich das Feuer von dem brennenden Auto nicht auf die in unmittelbarer Nähe stehenden Fachwerkbauten — die Straße ist an der Brandstelle sehr eng — übertrug. Dies konnte nur durch die sofort vorgenommenen Löscharbeiten verhindert werden. Einige Balken eines an der Brandstelle befindlichen Fachwerkbaues waren bereits angebrannt. Kreis Büdingen. * Ridda , 5. Mai. Am Donnerstag, 8. Mai, veranstalten die drei evangelischen Dekanate Büdingen, Ridda und Schotten auf Anregung des Dekanats Ridda nachmittags im hiesigen Gam- brinus-Saale eine Religionslehrerkvn- ferenz für die genannten Dekanatsbezirke. Den Mittelpunkt der Tagung bildet ein Vortrag des bekannten Religionspädagogen Schulrat Dr. theol. Eberhard aus Berlin über das Thema „Gegenwartsaufgaben des evangelischen Religionsunterrichts". Bei der hervorragenden Bedeutung des Redners auf dem Gebiete der Religionspädagogik wird ein starker Besuch dieser Konferenz erhofft. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 4. Mai. Bei der heute dahier stattgehabten Dürgermei st erwähl erhielten der seitherige Bürgermeister Christian Högy II. 238, der Beigeordnete Friedrich Fritz 86 und der Bauarchitekt Heinrich Äon» r ab 72 Stimmen. Högy ist somit gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr stark. Von 425 Wahlberechtigten machten 397 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Kreis Alsfeld. (!) Homberg, 5. Mai. Gestern vormittag verunglückte im hiesigen Schalthaus des Heber» landwerkes bei Vornahme von Heberholungsarbeiten der etwa 28 Sahre alte Monteur Lucius tödlich. Infolge eines Schwindelan- sallcs soll er den Halt verloren haben und gegen die Starkstromleitungen gefallen fein, wobei er schrecklich verbrannt wurde und bald daraus starb. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder. . mr. Wallersdorf, 5. Mai. Hier fiel das siebenjährige Kind eines Arbeiters beim Spiel so unglücklich den steilen Hang eines Steinbruches herunter, daß es einen doppelten Beinbruch erlitt. Preußen. Kreis Wetzlar. Krofdorf, 5. Mai. Arn Sonntagmorgen ist im hiesigen Staatswald ein Hirsch auf eigenartige Weise zu Tode gekommen. Im Distrikt Bäuerstätt wurde ein größeres Rudel Hirsche durch Spaziergänger aufgescheucht. Die Tiere sprangen erschreckt ab und dabei rannte ein Spießer so heftig gegen einen Baum, daß er das Genick brach. Die Spaziergänger benachrichtigten den Förster auf Forsthaus Waldhaus, der das Tier ins Forsthaus bringen ließ. rd Atzbach, 5. Mai. In unserer Gemeinde kmw men für das Rechnungsjahr 1930 = 350 v. H. ftaat« lichen Grundvermögensfteuer und 350 v. H. der Gk* roerbefteuer vom Ertrag und vom Kapital als Ge» meinbeumlag« zur Erhebung. Nur die für di« ersten Jahre von der Staatssteuer ganz freigestellten Hausneubauten, soweit sie mit 20 Pf. je Tausend veranlagt sind, sollen für 1930 die Hälfte der Umlage - 175 v. H. zahlen. <> H o ch e 11) e i m, 3. Mai. Einen schweren Unfall erlitt der Schmiedemeister Anton Althen von hier. Er fuhr mit feinem Kuhfuhrwerk einen Wagen Feldbrandsteine, kam auf unerklärliche Weise zu Fall, wurde von dem Wagen ersaßt und erlitt erhebliche Verletzungen am Oberkörper. Nur dadurch, daß die Kühe sofort stehen blieben, wurde ein schwereres Unheil verhütet. Nach erster ärztlicher Hilfe mußte der bedauernswerte Mann mittels Sanitätsautos in die Chirurgische^Ilinik in Gießen übergeführt werden. ^vv/vwiA^tvw, wie man die Güte bei Getreidekaffee prüft? Mischen Sie Teil Bohnenkaffee mit 3lt Teile Seeligs Kornkaffee und Sie werden nicht merken. daO nicht nur Bohnenkaffee genommen wurde. Das ist der große Vorzug bei Seellgi Kornkaffee mit der wertvollen Kandierung, daß er sich dem Bohnen« ! affee-Geschmack so unvergleichlich anpaOL Und deshalb Ist „Seelig'5 kandierter Kornkaffee" als Familiengetränk, auch wenn w allein genossen wird, so beliebt Dabei das Gesündeste was es gibt für Magen, Herz und Nerveft. Dr. Lahmanns Hausgetränk. 1 Pfundpaket 55 Pfennig. Die Frisur bildet die Umrahmung des Gesichts. Heute ist cs leicht für die Dame, den Reiz ihres Gesichts durch den Rahmen der Frisur zu erhöhen, denn die Frisur von heute eignet sich dazu besonders gut. Wenn aber das Haar schön aussehen und sich jeder gewollten Form anschmiegen soll, ist vor allen Dingen die regelmäßige Kopfwäsche notwendig: Flüssiges P i x a o o n oder Pixavon-Shampoon ist dafür besonders zu empfehlen. 2228v I 5Öpfg .NORMALDOSE k DER BILLIGE BODENBELAG Äerlin-Panlow, Florastrckße 63 II 3561D 5--iar Sonntag von 11 bis 1L . ’e Montag, Mittwochunc^^m/eife > uUgcc Donnerstag, den 8. Mai, im Vortrag mit Lichtbilder von tic. • ■ . , Die glückliche Geburt eines kräftigen Mädchens zeigen hocherfreut an Innenarchitekt Mak Sigler und Frau Gertrud, geb. Jager ein Besuch in der Werkstatt eineS Künstlers Eintritt für unsere Mitglieder nebst Augehör*gen an^ ^0 Pf, ermäßigt 8558D lasPalrertaMnrtiise Es bildet immer aufs neue den Herd zu häuslichem Krieg. Dieses Pulverfaß ist das Wasch' faß Waschtage sind nun einmal Großka°}Pf' tage in der Ehe. Ungemütlichkeit Ger®*2*6 Stimmung. Krach. Aber das brauchte lieh nicht zu sein. Sie sollten Ihre Wäsch r uei uns waschen lassen. Nachfolgende 3 Ausführungen befreien Sie von diesen Uran' nehmlichkeiten: Naßwäsche (halbtrock*n^ Pfund Wäsche (getrocknet, glatte Wäsche mangelt) Plättwäsche wie neu. Großwäscherei „Edelweih“, Gießen Sdiützenstrabe 12 — Telephon Nr.3487 trag mit luicntnuaer von L -cxtäIüchi Die Geheimnisse fier Schwarz-Kirnst Gewerbe-Verein Giefeen Wir machen unsere Mitglieder auf die sbis 25. Mai im Turmhaus am Brand stattflndende । GranIMe Bild-Ausstellung der Gesellschaft fürV olksbi1 6 in Berlin aufmerksam, wozu sie mit AnZutritt haben, r-.. . . „ Dolch einen Die Ausstellwfes-^ 1 linh hätte Cafe MmsM hellt Ailhon und Rheuma, anuerdem Katarrhe, Bronchiti«, Neuralgien, Frauenleiden, Kinderkrankheiten. Moderne» Kunnlttel- hau» — Althbtorbche Stadt. Prospekte durch die Kurverwaltung. Tel. 711, Von großer bekannterHamburger Lebensmittelfirma zwei tüchtige Werber(innen) gesucht. Tagesfixum RM.6.— und hohe Provision. Kurze Angebote mit. 03026 a. den Gießener Anzetg. Morgen Mittwochabend: SOkl'KIlW mit veMlter IjmisWle ________ 3568D f Für Parkett > und Linoleum Dro wol bestes Reinigungsmittel Drog.Winterhoff < Kreuzpl. 10 V Täglich frisch ge stochenen W.Hankel Tel. 2612. [170D Gaai- und Speise- Muffeln empfiehlt 2640V 9. Iremsler StPioffr. 73. Tel. 3581 EISU-Betten (Stahl u. Holz) Polster, Schlafzimm.^tahlmatr. Kinderb.Chaisel. a.Pri- vale. Ratcnzl. Katal.fr. 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