Nr. 285 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 5. Dezember 1950 erid)tint rügl'ch.ovtzn Sonntags und Feierlag» Beilagen Vie Dnuflrtcrtt Vietzener Familien blättei tzetmat 'm Bild Die Scholle MonalS'bezugrvrei,: 2.20 Reichsmark and 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- Beinen einzelner Nummern folgt höherer (Bemalt Heralvrechanlchlüsie anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiesteit Polscheckkonto. Sfoi’Murtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'fche Universitütr-Vuch- und Steintnideret 8. Lange tn Liehen. Zchriftiettung und Gefchäftritelle: Zchui'ttahe I. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig. Platzvorfchrift 20” . mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyr ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filier, lämtlich in (Biehen Das Kabinett Tardieu im Senat gestürzt. Die Radikalen gegen Tardieu. — Das Kabinett bleibt mit 139 gegen 142 Stimmen in der Minderheit. — Die Demission wird angenommen. — Schwierigkeiten der Kabinettsbildung. nen Angriffen auf die Regierum 4. Des (CAD ) Das Anfang Marz i günstig, ein Regime zu stürzen, das die Wah - 'dem Interregnum des radikalen (Sin- I len des Jahres 1 932 bereit« vorzubereiten Paris schäft nach Frankreich zu verhindern. Auheiipolitik der Regierung sei eine Politik Reorganisierung des Friedens wesen, und wenn sich Anzeichen ergaben, diese Politik nicht überall auf Gegenliebe Die der ge- dah ge- im Begriffe war. Die in Frankreich nicht zu unterschätzenden persönlichen Gründe, die TardieuS Sturz im Senat herbeigeführt haben, liegen in dem Raturell deS Ministerpräsidenten, der feine Widerfacher gern feine Lleberlegenhett fühlen läßt. In der Kammer hat er sich dadurch wiederholt unangenehme Zwischenrufe zugezogen, und auch im Senat gefällt seine Art den älteren Herren nicht: deswegen haben sie sich heute nicht besonders stark für ihn eingesetzt, obzwar ihm die H i l f e P o i n - cares zur Seite stand, der wiederholt an verschiedenen Stellen der Rede TardieuS das Zeichen Das Ende des zweiten Kabinetts Tardieu Der Mangel einer festen Mehrheit. — Wer wird der Nachfolger? Paris, 4. Dez. (WTB.) Die heutige Sitzung des Senats erlebte einen Andrang des Publikums, wie er seit einem Jahrzehnt nicht beobachtet wurde. Die Tribünen wurden oom Publikum fast gestürmt. Man schlug sich um die Plätze, und die Republikanische Garde hatte alle Mühe, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Schon vor Beginn der Sitzung herrschte in den Wandelgängen große Nervosität. Auf der Journalistentribüne war es kaum möglich, zu atmen Der allgemeine Eindruck war, daß der Interpellant, der raoikale Senator chöry, keine wirkungsvolle Rede gehalten hat und in fei- Regierung sich in Klei- Die Antwort des war in stoßen fei, so habe Frankreich die Derpflichtung, den Weg zu überwachen, und das tue es. Dr. C u r t i u s hat von den Lebensnotwendigkeiten der Völker gesprochen. Jedes Volk kann solche Forderungen Vorbringen; aber im Interesse des Weltfriedens ist es nötig, daß man ein wenig mehr auf die Versprechungen und Unterschriften achtet. Zwischen den Völkern Europas hat man auf diesem Gebiet so viele Interessen auszugleichen, daß man Streitigkeiten über Abstraktionen nicht in einer so ernsten Stunde erledigen kann. Weder Sentimentalität, noch Prinzipienreiterei! Seit zehn Jahren hat Frankreich Entgegenkommen und Großzügigkeit bewiesen; aber es ist auch nötig, daß ein Volk seine Rechte s i ch e r st e l l t. Im übrigen hielt Tardieu alles aufrecht, was er über die Revision der Verträge und über Artikel 19 des Völkerbundsstatuts gesagt hat. Eine Revision der Verträge sei am besten dadurch zu erzielen, daß zwei Staaten sich unte reinander Der» ständigen. Er schloß mit dem Ersuchen, feine Regierung nach ihren Taten zu beurteilen und bei der Abstimmung darauf zu achten, daß man in ernster und schwerer Zeit lebe. zum Applaus gegeben hat. Eine Antwort auf die Frage der R a ch s o l g e TardieuS kann um so weniger gegeben werden, als der Sturz des Kabinette im Senat erfolgt ist. Die Rede, die die Entscheidung gegen Tardieu herbeigesührt hat, war die des der Fraktion» Chaumet angehörenden Senator- Victor Doret, und dieser hat ausdrücklich erklärt, eine Regierung ohne die Radikalen sei bei der lehigen ernsten Lage nicht möglich. Man brauche die Konzentration. Der Präsident der Republik wird also eine Persönlichkeit suchen müssen, die die Konzentration durchführt und in der die Radikalen die Konzentration machen können. Eine der Persönlichkeiten, die etwa in Frage kämen, ist Potncarö. Viele Anhänger Poin» cares erklären, er wolle nicht. In diesem Falle könnte ein radikaler Senator, vielleicht aber auch V r i a n d , für die nächste Ministerpräfi- dentschast in Frage kommen. Aber Tardieu wiederum berufen, würde heißen, die Radikalen wiederum von der Regierung ausschließen. Parteien und Notverordnung. Fortsetzung derReichStagSdebatte über das Sanierungsprogramm desKabmettS Berlin, 4. Dez. (VDZ.) Auf der Tagesordnung standen in Verbindung mit der Aussprache über den Etat für 1930 die Mitteilung über die neue Rotverordnung vorn 1. Dezember, die Anträge auf Aushebung dieser Rotverordnung sowie die Anträge über Osthilsen, Vollstreckungsschuy, landwirtschaftliche Verhältnisse und verschiedene Steuern. Abg. Keil (Soz.) erklärt: Das unter dem Druck übermäßiger Reparationslasten leidende Deutschland ist von der Weltwirtschaftskrise besonders empsindlich getroffen worden. Die Krise wurde verschärft durch die Ausschaltung der größten Arbeiterpartei, der Sozialdemokratie, aus der Regierung und durch die bewußte Defizit Politik des Jahres 1929. Die Sa- nierungspläne des Kabinetts Vrüning haben nicht unseren Beifall gesunden. Wir werden be,m Etat der Reichswehr größere Spar- samkeit wünschen, aber eine Verminderung der Deinen Reichswehr to o 11 e n to i r nicht, da die anderen Staaten bisher nicht den ernsten' Willen zur Abrüstung gezeigt haben. Die Regierung hat Aenderungen vorgenommen, die sich xum Teil mit unseren Wünschen decken. (Laute Zwischenrufe der Kommunisten. — 2lbg. Dr. Reubauer (Korn.) erhält zwei Ordnungsrufe.) Inzwischen hat sich die Rotlage so verschärft, daß bei einer weiteren Derziger mg der Sanierung die Zahlungsfähigkeit bc-.) ^iches in Frage gestellt und damit die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung herauf- beschworen werde. Abg. Feder-Sachsen (Nai.-Soz.) erklärt, dem Kabinett Brüning fehle die nach der Verfassung notwendige Existenzgrundlage. Der Etat 1931 wird oorgelegt, obwohl der Etat für 1930 noch nicht ordnungsmäßig erledigt ist. Hinter verschiedenen Ministern dieses Kabinetts steht nicht einmal eine Fraktion. Nach der Verfassung bedarf jede Regierung zur Amtsführung das Vertrauen des Reichstages. Wir wollen den Reichstag zu einer klaren Entscheidung dieser Frage nötigen und bringen deshalb einen Vertrauens- antrag für die Regierung ein. Daß wir selbst zu einer solchen Regierung kein Vertrauen haben, ist selbstverständlich. Dieses Kabinett widerspricht auch insofern dem parlamentarischen System, als die größte Regierungspartei, die Sozialdemokratie, nicht in ihm vertreten ist. Wir sind durchaus nicht Gegner der Republik, wir werden ihr gern dienen, wenn unser Adolf Hitler einmal an ihrer Spitze nigfeiten verlor. Ministerpräsidenten Tardieu ihrem ersten Teil ein trockener Rechen- fchaftsbericht nach dem Beisp i e l Poin- c a r i s , der wiederholt als Ministerpräsident nach 1926 derartige mit Zahlen gespickte Reden gehalten hat. Erst der zweite Teil der Rede, der sich mit der Politik des Innenministeriums beschäftigte und dann zur Außenpolitik überging, um in einen taktischen Appell für die Erhaltung der fetzigen Regierung in Anbetracht der schweren und ernsten Zeit überzugehen, erregte größeres Inter- Oie Niederlage. DaS Tcmissionsgcsuch TardieuS angenommen. Im Namen der radikalen Fraktion erklärte deren Vorsitzender, Senator B i e n v c n u-M a r t i n, seine Fraktion stimme nicht für die Regierung, weil zwischen der Politik der Regierung und den wesentlichen Grundsätzen der republikanischen Doktrin ein Widerspruch bestehe. Zwei Beweise seien hierfür: Nämlich einmal der geistliche Unterricht, der von Mitgliedern des Kabinette angegriffen worden fei, und auch von der andern Seite werde die Außenpolitik Briands bekämpft und Briand selbst verleumdet. Hierauf folgte die Abstimmung über die von den Radikalen vorgeschlagene Tagesordnung, bei der das Kabinett mit 139 gegen 147 Stimmen in die Minderheit geriet. Der Präsident der Republik hat die Demission des Kabinetts Tardieu angenommen und dieses gebeten, die Geschäfte vorläufig weiterzuführen. In den Wandelgängen der Kammer hat kurz nach der Abstimmung im Senat Poincare auf die Frage, ob er einem even- tueUen Auftrag des Präsidenten der Republik Folge leisten würde, erklärt, daß er f I ch absolut weigern würde. Wenn dies sich bestätigen sollte, rech- net man mit einer langwierigen schwierigen Krise. esse. Der Angriff der Mtalen. Senator Häry brachte zur Begründung seiner Interpellation alle die Argumente vor, die die Presse des Linkskartells seit Wochen und Monaten gegen die Regierung Tardieu vermehrten. Er erklärte zunächst mit Rücksicht auf die Angriffe von rechts, er habe f ü r d i e Rheinlandräumung g e ft i m m t, da die Besetzung nicht eine Bedingung für Frankreichs Sicherheit sei, und da der Friedensvertrag sie nicht zu verewigen wünschte. Die Besetzung fei auch nicht eine Bürgschaft gewesen, sondern ein Zwangsmittel gegenüber Deutschland, seine Verpflichtungen innezuhallen. Man sei der Ansicht gewesen, daß es keiner Zwangsmittel bedürfe. Die Ereignisse im Rheinland hätten zweisellos eine Enttäuschung gebracht und die Annahmen der Regierung über den Hausen geworfen, höry ging zum Angriff über, indem er der Regierung den Vorwurf machte, den Senat nicht unterrichtet und die erfolgten Kundgebungen im Rheinland nicht vorausgesehen zu haben, wären übrigens die deutschen Wahlen nicht schlimmer ausgefallen, wenn Frank- reich eine Politik der Gewalt an- gewendet hätte? Wenn es irgendwie scheine, daß der verabscheu- ungStoürLig? Rüstungswettbewerb wieder beginnen solle, müsse man fragen, wie es um Frankreichs Verteidigung stehe, und vb feine Bedürfnisse befriedigt seien. Der Heeres- ausschuß erfläre nein, und weise darauf hm, daß der Flotte die notwendige Basis fehte Auch was tute Heer anlange, lasse man sich leicht durch den Schein täuschen. Das Gerücht über dieLlnzulänglichkeit dere inj a y» rigen Dienstzeit sei im Umlauf. Warum studiere man nicht, wie es das Parlament feit 50 Jahren fordert, eine Methode der A u s - Hebung eingeborener Truppen? Zugegeben fei, dah daS gegenwärtige Kabinett durch die Finanz,! age gehemmtsei. Die Teuerung werde immer schlimmer. Die Spekulation greife um sich. Die Regierung habe in Börsengeschäfte eingegrifsen, aber zum Schaden der Deinen Sparer. Die sogenannte Prosperität der Regierung sei eine Mystisikation. Die Regierung arbeite für die Rechte, und die Rechte arbeite für die Regierung. Das Ministerium arbeite letzten Endes für die Wahlen von 1932. TardieuS Verteidigung. Ministerpräsident Tardieu antwortete: Die Politik der Regierung bestehe darin, Frankreich ein Höchstmaß von Einigkeit zu geben, damit es dem Druck von außen und der Wirtschaftskrise widerstehen könne. Auf die Ursachen der Krise sei man weder in der Kammer noch im Senat eingegangen. Die jetzige Weltwirtschaftskrise kenne nicht ihresgleichen. Es gebe nicht weniger als 15 bis 25 Millionen Arbeitslose in der Welt. Unter den betroffenen Ländern gehe es Frankreich noch am besten. Die Bank von Frankreich verfüge über 51 Milliarde» Franken in Gold, in den Sparkassen lägen 37 Milliarden Franken. Sicherlich, so er- klärte Tardieu. gibt es aber auch bei uns heikle Punkte. Ich erinnere an die Börse, die Luxusindustrie, die Fremdenindustrie, die Ausfuhr und unsere Kolonien. Wenn wir aber nicht Herr des Auslandmarktes sind, so sind wir doch Herr des inneren Marktes. Untere Lage ist günstig, weil wir sparsam sind und weil Poincare die Stabilisierung unter so günstigen Bedingungen verwirklicht hat. Hierauf kam der Ministerpräsident auf die Arbeit ferner Regierung zu sprechen. Sie sei em Versuchs das Eindringen der ausländischen Wirt- d. 3. nach dem Interregnum — ---------- — tagskadinetts Chautcmps von Tardieu gebildete zweite Ministerium ist anderselbenKlippe gescheitert, die am' 17. Februar bei einer belanglosen Budgetfrage das Auseinanderfallen seiner ersten Kombination herbeisührte: Am Mangel einer festen Mehrheit. An Stelle der Durgfriedensmehrheit. die in den wirtschaftlichen Rotjahren 1926/28 die Politik Poincares unterstützte, war Tardieu. nach- dem die Por^eipoli ik wieder in ihre Rechte getreten war. auf das gefährliche, aber in Frankreich nicht ungewöhnliche Spiel der sog. ,,®r- fatzmehrheiten" angewiesen. Er stürzte im Februar ebenso wie heute über der widerspruchsvollen Rvtwendigkeit. mit einer rechtsgerichteten Mehrheit eine Linkspolitik zu treiben. Bria nd muhte seine Außenpolitik mit der Marin- Gruppe, die ihn zum großen Teil habt, und deren Presse ihn jeden Tag angreift, machen, und Tardieu muhte, um sich am Ruder zu erhalten und um den linken Flügel seiner Kammermehrheit bei der Stange zu halten. Briand stützen, obwohl er außenpolitisch auf einer anderen Linie marschiert. Zu dieser Hauptschwäche, die von den radikalen Gegnern des Kabinette heute mit schonungslosem Sarkasmus ausgenuht wurde, kamen diesmal noch das W i r t s ch a s t s r e s o r m- Programm Tardieu s, das für vollkommen ungenügend erklärt wurde, und die Affäre des Bankiers Oustric mit den damit zusammenhän» genden F i n a n z s k a n d a l e n, die seit Wochen eine Krisenstimmung geschaffen haben. So erschien den Radikalen und überhaupt dem negativ immer noch aktionsfähigen Linkskartell die Gelegenheit steht. (Lachen llnföj Die Erfüllungspolitik hatte das Ergebnis, dah Deutschland mit 50 bis 60 Milliarden verschuldet ist. Die deutsche Handelspolitik ruiniert die deutsche Landwirtschaft, während Mus- s o 1 i n i es erreicht hat, in fünf Jahren die italienische Brotgetreideerzcugung mehr als zu verdoppeln. Von dem versprochenen Preisabbau des Kabinetts Brüning ist nur der Lohn- und Gehaltsabbau übrig geblieben. Wir Nationalsozialisten beantragen dagegen die Wegsteuerung der Bank- und Börsengewinne, die Einziehung der Kriegstzewinne und fcharfe Maßnahmen gegen Schieber und Wucherer. Wir fordern die Ablehnung des Dames- und Poungplans. Wir sind nicht die Eigentumsfeinde, sondern erkennen das Privateigentum an und wollen cs unter staatlichen Schutz stellen. Selbstverständlich erkennen wir auch das Erbrecht an. Wir sind gegen die Sozialisierung der produzierenden Wirtschaft, aber wir wollen die Verstaatlichung von Handel, Verkehr und Geldwesen. (Zurufe.) Wir wollen auch keineswegs den soliden Privotbankier oder den ehrbaren Kaufmann ausscholten. Die Mammutkonzerne müssen natürlich verschwinden. Bei unserem Kampf gegen den Zinswucher müßten wir eigentlich die Kirche auf unserer Seite haben. Reichsfinanzminister Br. Dietrich: Mit bem Vorredner bin ich darin einig, daß wir das selbständige Gewerbe schützen müssen vor der Gefahr, von den Grohkon- zernen aufaefressen zu werden. Der Zinssatz wird sich durch staatliche Verbote nicht herabsetzen lassen. Die ZinSsenkung wird am besten erreicht, wenn Deutschland politisch und wirtschaftlich stabil wird. Das erste Wittel dazu ist die Annahme des Ihnen vorgelegten sparfamen Etats. Wir stehen im Winter vor der Frag«, wie die Gern e i n d e n die schweren Lasten für dieWohl- fahrks-ErwerbSlosen aufbringen können. Wir leiden auch darunter, daß zwar nicht daS Reich, aber die deutsche Wirtschaft kurzfristige Auslandschulden hat. Darum tooITcn to r eben durch eine Sanierung der Reichsfinanzen das Zutrauen des Auslandes zu Deutschland wiederherstellen. Es ist zu begrüßen, daß jetzt auch von nationalsozialistischer Seite der verlorene Krieg als d i e Ursache unserer Finanznot anerkannt wird. Alle Regierungen haben sich bemüht, diese Rot zu beheben. Es mögen dabei manche Fehler ge- m a ch t worden sein, aber ich verwahre mich dagegen, dah man irgendeiner dieser Regierungen geradezu hochverräterische Haltung zum Vorwurf macht. Wenn Aog. Feder Deutschlands G e s a m t v e r s ch u 1 d u n g au|' 50 bis 60 Milliarden angibt, so übersieht er, daß auch der Sieger st aat England 50 Milliarden Schulden hat. Die Inflation ist nicht verbrecherisch gemacht worden, sondern sie ist die Folge deS großen Krieges gewesen, den wir geführt haben gegen die Ruhr- befetzung. De Kriegsschuldbehauptung im Versailler Vertrag haben wir niemals anerkannt. (Zurufe von den Rationalfozialisten: „Hermann Müller!") Ich habe in Weimar die Ablehnung des Versailler Vertrages durch die Demokraten ausdrücklich damit begründet, daß wir den Angriff auf unsere Ehre nicht hinneh- men konnten. (Abg. Dr. Goebbels (Rats.): „Herr Minister, Sie werden von urte nicht persönlich angegriffen, sondern a I s Träger des Sy st em S!") Der Abg. Feder hat Mussolini gerühmt wegen der PvoduktionS- steigerung der italienischen Landwirtschaft. Warum sagt er nicht, dah die deutsche Landwirtschaft mindestens dasselbe ge- leistet hat. Wir brauchen keine ausländischen Vorbilder, wenn es gilt, an der Ueberwindung unserer Rot zu arbeiten. Wir haben in der deutschen Reichsregierung auch kein anderes Ziel, als die Ehre und Freiheit unsere- Volkes zu verteidigen. (Beifall in der Mitte.) Abg. Ersing (3.) . richtet an die Rationalfozialisten die Frage, warum von ihnen nicht ein klares Sanierungsprogramm an Stelle des von ihnen bekämpften Regierungsprogramms vorgetragen werde. Der deutschnational« Parteiführer Hu - g e n 1) e r g hab« auf fein Liebeswerben um die Rationalfozialisten von dem Organ des Dr. Goebbels Die Antwort erhalten, die Rational- sozialisten wollten nichts zu tun haben mit dem stinkenden Misthaufen einer verwesenden bürgerlichen Partei. Rationalfozialisten habenMusso- lini in Rom ausgesucht. (Abg. Stöhr, (Ratsoz.): „Sie werden keinen nennen können. Bisher war fein Mitglied unserer Partei bei Mussolini in Rom." — Abg. Ersing: ^Der Stahlhelm war doch da!" — Abg. Stöhr: „Unfern Parteimitgliedern ist die Mitgliedschaft im Stahlhelm verboten!") Die Agitationspolitik der Parteien in den vergangenen Jahren hat es verschuldet, daß die auf dem Papier errechneten Etats der Wirklichkeit nicht standgehalten haben. Wir begrüßen es. daß die Regierung beim vorliegenden Etat den Mut zur unpopulären Sparsamkeit gehabt hat. Ein Tabakmonopol lehnen wir ab. Die durch die erhöhte Tabaksteuer in ihrer Existenz gefährdeten Angehörigen des Gewerbes müssen entschädigt werden, nötigenfalls über die jetzt vorgesehenen Termine hinaus. Die Sparsamkeit beim Sozialetat darf nicht zu weit gehen. Die Beamten haben immer gesagt, sie waren zu Opfern bereit, tocrm auch die übrigen Volksschichten Opfer bringen. Ich stelle fest, Last die Arbeiterschaft durch die Hinnahme von Lohnkürzungen mit den Opfern vor- angegangen ist. Wenn die Regierung Preissenkung predigt, dann sollte sie ihre Mahnung auch bei der öffentlichen Verwaltung durchführen. Abg. ör. Bang (Oni.) erhob schärfsten Einspruch dagegen, daß die Rechte des Parlaments der Verfassung zuwider vergewaltigt würden. Die Voraussetzungen für die Anwendung des Artikels 48 bei der Notverordnung seien keinesfalls gegeben. Dieser Artikel diene nur den Bedürfnissen parlamentarischer Selbsterhaltung, man wolle damit lediglich eine Unsichere Mehrheit des Reichstags ersetzen Eine Sanierung ohne Inangriffnahme der R e p a r a t i o n s f r a g e sei sachlich unmöglich. Zerstört werde der innere Markt Deutschlands durch die Erfüllungspolitik und durch eine falsche Wirtschaftspolitik. Die früheren lieber- schüsse seien verwirtschaftet Deutschland lebe nun von der Verschleuderung wesentlicher Vermögenswerte und von immer neuen Bankkrediten. Die Schuld an der katastrophalen Entwicklung sei die bisherige Art der Haushaltsgestaltung und die fcssellose Ausgaben wirtschaft des marxistischen Fürsorgestaates. Ein toller Zustand sei es auch, daß den Steuerzahlern die abgepreßten Steuern als Darlehen zurückgegeben werden müßten. Deutschland müsse sich endlich rückhaltlos zu dem Grundsatz armer Völker bekennen, daß sich der öffentliche Bedarf nach-den Einnahmen zu richten habe. Die Gesamtlast für den öffentlichen Apparat in Deutschland betrage heute 25 bis 27 Milliarden Mark, umgerechnet also doppelt soviel wie 1913. Die gestrige Darstellung des Ministers über seine Schätzung des Einnahmeausfalles entspreche nicht den Tatsachen, und auch der vorliegende Haushalt beruhe auf irrigen Schätzungen. Ebenso werde die Hoffnung auf die neuen Steuern trügen. Die Hoffnung der Regierung, im nächsten Jahr vor einer wesentlichen Besserung der Wirtschaftslage zu stehen, werde ohne ein Herangehen an die Tributfrage und ohne eine grundsätzliche Umstellung der gesamten Wirtschafts- und Handelspolitik keine Erfüllung finden. Die A b - hängigkeit des Kabinetts von der Sozialdemokratie werde am besten durch die weitere Verwässerung des Programms mit sozialdemokratischen Forderungen bewiesen. Wirkliche Sparsamkeit und echte Ausgabensenkung decke sich dagegen mit der bewußten Kampfansage an den Marxismus. Die deutschnationale Fraktion wolle sich an der Selbsttäuschung der Regierung nicht beteiligen und lehne deshalb das sog. Sanierungsprogramm und den Haushalt ab.' Abg. Or. Cremer (OVP.) Der Etat für 1931 fetzt voraus, daß die Notverordnung Gesetz bleibt. Wir erkennen dankbar an, daß unsere früher oft abgewiesenen S p a r - samkeitsanregungenrm vorliegenden E'at berücksichtigt worden sind. Die Einsparungen gehen weit hinaus über das, was wir im Frühjahr 1929 forderten und was damals von der Mehrheit als ganz unmöglich bezeichnet wurde. Wäre man schon damals unseren Anregungen gefolgt, so wäre das Reich heute um 1200 Millionen Mark reicher. Tei der Organisation der Finanzämter, der s^rsorgungs- und Arbeitsämter wer- den sich schon im laufenden Etatsjahr weitere Einsparungen machen lösten, über bie_wir "im Ausschuß noch sprechen können. Wir müssen fragen, ob der ungeregelte finanzielle Zustand der Arbeitslosenversicherung nicht auch auf den Etat trotz der formellen Trennung seinen verhängnisvollen Einfluß ausüben kann. Davor können wir uns nur schützen, wenn bis zum April 1931 die dringend notwendige Reform der Arbeitslosenversicherung durchgeführt ist. Die Frage der Gemeindefinanzen ist durch Etat und Rotverordnung noch nicht befriedigend gelöst. Für den deutschen Kredit im Auslände wäre es aber verhängnisvoll, wenn die Kreditfähigkeit der deutschen Gemeinden nicht vollständig wiederhergestellt wird. Die Aenderungen der Iuliverorönung kann man beim besten Willen nicht als ein Produkt marxistischer Gedankengänge bezeichnen. Wenn man überlegt, daß die Sozialdemokratie, die vor sechs Monaten die Rotver- vrdnung a b l e h n t e, der neuen Rotverordnung z u st i m m e n will, so kann man nur sagen: W e lch eineWendung durch Gottes Fügung!" (Hört! Hört!) Jedenfalls kann niemand die Ablehnung der neuen Rvtverordnung damit begründen, daß sie marxistischer sei als die vom 3uti. 3n der Preissenkung ist zwar noch nicht alles, aber es ist schon sehr viel geschehen. Die Ankurbelung der Wirtschaft wird natürlich erst möglich sein, wenn die Preissenkungsaktion abgeschlossen ist. Wir bedauern, daß die Vorverlegung der Be- amtengehaltskürzung in der Form erfolgte, daß die Veamten gewissermaßen zum Handelsobjekt zwischen Reich und Ländern gemacht wurden. Wir bedauern auch sehr die Regelung der erhöhten Tabaksteuer, bei der die Zigarrenwirtschaft nicht mit dem notwendigen Verständnis und mit der nötigen Erkenntnis behandelt worden ist. Wir beantragen, daß wenigstens durch die Aussührungsbestimmungen d i e schlimm st en Härten gemildert werden. Abg. Or. Gereke (OLBp) Zu unserem Bedauern können wir die neue Rotverordnung nicht billigen. Wir haben den Weg Dr. Brünings zunächst grundsätzlich begrüßt, weil er eine Kursänderung im Sinne weitester nationaler Kreise besonders durch das Agrar- und Ostprogramm zu bedeuten schien. Darum haben wir auch die Rotverordnung vom 3uli gutgeheißen. Tatsächlich hat sie ja verhindert, daß die deutsche Landwirtschaft völlig in den Preiszusammenbruch auf den internationalen Rohstoffmärkten hineingerissen wurde. Der Rotverordnung vom 3uli mußten aber bald weitere Schritte folgen, wenn die Anfangserfolge nicht wirkungslos bleiben sollten. Die Reichs- tagsauflösung, für die vornehmlich die Deutschnationalen die Verantwortung tragen, und die Wahlen vom 14. September ergaben einvöllig verändertes p a rlamentarisches Bild. Wir hätten gewünscht, daß der Reichskanzler dem Rechnung trug. Das Schwergewicht hatte sich nach rechts verlagert. Die Taktik des Kabinetts führte aber leider zu einer immer stärkeren Abhängigkeit von der Sozialdemokratie. Der Redner schlägt zur Entlastung der Realsteuerpflichtigen einen Ausbau der Kraftfahrzeug- steuerzurDetriebsstoffsteuerund eine Erhöhung der LI m sah st euer vor. Die von Schiele durchgesetzten Maßnahmen für die Landwirtschaft erkennt der Redner an, er erklärt jedoch. daß das Landvolk die als geschlossenes Ganze vorgclegte Notverordnung ablehnen müsse. Abg. Adolph (Bottsnational) erklärt, das deutsche Volk wolle jetzt keine parteipolitischen Auseinandersetzungen über die Schuld an der Finanznot hören, sondern es verlange. Berlin, 4. Dez. (IU.) 3m Laufe des Donners- lagnachmMags wurde im Reichstag bekannt, daß aus den Reihen der Dirtfchaftspartei heraus e i n förmliches Mißtrauensvotum gegen die Regierung Brüning eingebracht werden soll. Unterzeichnet war dieser INihlrauencantrag von 18 Mitgliedern der wirtschaftsparteilichen Reichstagsfraktion, so daß fünf Hamen fehlten, unter denen sich die des Reichsjustizministers Dr. B r e d t und des Abgeordneten L o l o s s e r befanden. Als dem Reichskanzler Mitteilung von dem bevorstehenden Mißtrauensvotum der IDirt- ichaftspartei gemacht wurde, berief er im Reichstag eine Ministerbesprechung ein, in der Einvernehmen darüber bestand, daß angesichts dieser Tatsache ein längeres verbleiben Dr. Bredts im Kabinett ausges 6) lassen sei. Der Reichskanzler wird deshalb bei der ersten Gelegenheit dem Reichspräsidenten die Annahme des Demissionsgesuches des Reichsjuftizministers empfehlen. 3n parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die Bewilligung des Gesuches im Laufe des Samstags erfolgen wird. Obwohl durch den Uebergang der wirtfchafts- partei in die Opposition die Basis für das Kabinett sehr schmal geworden ist, zumal D a r m st a d t. 4. Dez. (WHP.) Präsident Delp teilt mit, der Aeltestenrat habe zu den Steuerdorlagen eine Beschränkung der Redezeit beschlossen. Die Abg. Dr. Leuchtgens (Ldbd.), Dr. Werner (Rats.) und Dr. Keller (DV.) erheben schärfsten Protest gegen diese Aenderung der Beschlüsse des Aeltrstenrats durch die Koalitionsparteien. Es folgt eine Kontroverse zwischen dem Abg. Dr. Werner (Rats.) und Abg. Kaul (Soz.), der erklärt: Im Gegensatz zu der bisherigen Haltung der Sozialdemokraten werden wir es jetzt nicht mehr zulassen, daß nationalsozialistische Beamte vom Staate für ihre Agitation gegen diesen Staat bezahlt werden. „Das ist jetzt vorbei, darauf können Sie sich verlassen." (Pfuirufe, Unerhört!) Abg. Dr. Werner (Rats.) erwidert, die SPD. habe viel mehr „Münchmeyer" als die Nationalsozialisten. Daß die Nationalsozialisten an der Kapitalflucht schuld seien, wie das Abg. Lux behaupte, werde durch die Tatsache widerlegt, daß die Kapitalflucht schon seit Jahren erfolge. In der schlimmsten Periode Metternichs seien keine so unerhörten Drohungen laut geworden, wie die des Abg. Kaul soeben: „Machen Sie ruhig jetzt Schluß mit uns, in dreiviertel Jahren machen wir Schluß mit Ihnen." Abg. Reiber (Dem.) fragt den Vorredner, wie er es nenne, wenn die Nationalsozialisten in ihren Einflußgebieten alle andersdenkenden Beamten aus dem Dienst würfen? Abg Dr. Werner (Nats.) erwidert, nirgends sei ein Erlaß ergangen, politisch andersdenkende Beamte zu entlassen. Dies geschehe nur mit Parteibuchbeamten auf politischen Posten.' Die Abstimmung über die Anträge auf Winter- und Weihnachtsbeihilfe ergibt mit den Stimmen der Regierungsparteien die Bestätigungen der Ausschußbeschlüsse. Die Anträge sind also durch die Maßnahmen der Regierung für erledigt erklärt. Oie Aussprache über Gieuererhöhungen. Ter Finanzminister begründet die Borlage. Finanzminister Kirnberger erklärt: Die Verlängerung des Landtags im letzten Jahr geschah hauptsächlich auch aus dem Grund, um neben der Verwaltungsreform auch die Ordnung der hessischen Finan- z e n durchführen zu können. Die Beseitigung der Fehlbeträge im hessischen Haushalt läßt sich nicht länger mehr hinausschieben, obwohl ifjrer Durchführbarkeit sich gerade jetzt besondere Schwierigkeiten entgegenstellen. Ein Budgetausgleich in Hessen ist dadurch erschwert, daß seinerzeit der innere Finanzausgleich zwischen Land und Gemeinden in Hessen für das Land besonders ungünstig geregelt wurde. Auf diesen Weg der A e n d e r u n g des inneren Finanzausgleiches müßte die Regierung allerdings doch zurückgreifen, wenn der Budgetausgleich auf anderem Wege nicht gelänge. Da in Zukunft ein Teil der Erträgnisse der S o n d e r g e b ä u d e st e u e r zur Senkung der Realsteuern herangezogen wird,'wird die Woh- nungsbauwir4 schäft vollkommen neu geregelt werden müssen. Denn es ist nun nicht mehr möglich, den hessischen Städten den im Stadtbezirk aufkommenden Anteil der Sondergebäudesteuer im vollen Betrag zum Wohnungsneubau zur Verfügung zu stellen. Die Städte erhalten künftig nur insoweit Mittel, als ein dringender Bedarf anerkannt wird. 3n Hessen werden für 1931 nach den Reichs- grundsätzen aus der Sondergebäudesteuer nur noch 5 Millionen, d. i. d i e Hälfte des ganzen Betrags von 10 Millionen, für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Davon ist der größte Teil für Verzinsung und Tilgung der aufgenommenen Wohnungsbaudarlehen bestimmt, so daß „aus den Rückflüssen" nur noch ein Betrag von etwa einer Million sür Reubautätigkeit verfügbar sein wird. Es ist aber dabei zu berücksichtigen, daß in Hessen seit der Stabilisierung 30 Prozent mehr Wohnungen als im Reichsdurchschnitt gebaut worden sind und daß nach statistischen Berechnungen der Wohnungsbedarf in Hessen bereits 1 936 vollschleunige Hilfe aus dieser Rot. Darum werde die Volksnationale Reichsvereinigung trotz vieler Bedenken gegen einzelne Bestimmungen für die A u f r e ch t e r h a l t u n g der Rot- verordnung stimmen. Von der Regierung müsse allerdings verlangt werden, daß sie die Preisabbauaktion mit größerem Rachdruck durchführt und daß auch der Wohnungsbau nicht vernachlässigt werde. Wciterberatung Freitag. Das Gesetz über die Festsetzung des Zinssatzes für die Aus wer tunashypotheken wurde ohne Aussprache in allen drei Lesungen angenommen. auch b i e Landvolkparlei für die Auf- Hebungsanträge stimmen dürfte, rechnet man in Regierungskreifen doch mit einer knappen, aber sicheren Mehrheit von etwa 15 Stimmen. Die Sozialdemokraten werden vollzählig zur Stelle fein und auch bei der Deutschen Volkspartei werden nur die Mitglieder fehlen, die, wie kardorff und Scholz, durch Krankheit am Erscheinen verhindert sind. Die Schwierigkeiten, die mit der Bayerischen Volkspartei wegen der Ausnahme des vom Reichsrat noch nicht verabschiedeten Steueroerein- heitlichungsgesehes entstanden sind, waren im Lause des Donnerstagnachmittags (Berenftanb einer längeren Aussprache zwischen den Vertretern der Bayerischen Volkspartei und dem Reichskanzler, von der Fortsetzung dieser Erörterung erwartet man in Regierungstreuen eine völlige Bereinigung der Differenzen noch vor den entscheidenden Abstimmungen, so daß auch von dieser Seite her lleberraschun- gen nicht befürchtet werden. Ob der Kanzler noch in die Debatte eingreifen wird, steht noch nicht fest. Lr wird sich den ganzen Freitag über hierfür zur Verfügung halten, will jedoch nur dann sprechen, wenn aus den Reden der Oppositionsvertreter hierzu ein besonderer Anlaß vorliegt. kommen gedeckt sein wird. Der Fehl be-- traig wird sich auf etwa 8,3 Millionen stellen. Das Rächstliegende, um diesen Fehlbetrag zu beseitigen, sind Sparmaßnahmen, und die Regierung ist hier bis zur äußersten Grenze des Möglichen gegangen. Auf diese Weise sollen noch 2,85 Millionen eingebracht werden, das sind zusammen mit der öprozentigen Gehaltskürzung von 4,55 Millionen gleich 7,40 Millionen, ein Opfer, das im Laufe eines 3ahres imwesentlichenvondenBeamtenauf- gebracht werden muß. An sachlichen Einsparungen werden sich 0,5 bis 0,6 Mill, ergeben. 3n der Hauptsache mußten für Einsparungen die persönlichen Ausgaben herhalten. Rach dem Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Besoldungsgesetzes sollen ledigen Beamten künftig nur noch die Hälfte des Wohnungsgeldzuschusses gezahlt werden. Weiter soll eine Annäherung der Anwärtervergütungen an den früheren Zustand von 1920 herbeigeführt werden. Der Gesetzentwurf zur Aenderung des Gesetzes über den Stellenplan sieht eine Veränderung der Auf- rückungs stellen vor. Die ohnedies schon sehr geringen Tagegelder sollen- in Hessen um weitere 20 Prozent herabgesetzt werden, wovon eine Ersparnis von 100 000 Mark erhofft wird. Mit den Mehreinnahmen von 200 000 Mark aus Rotariatsgebühren wird insgesamt rund 1 Million erspart. Weiter ist eine Verminderung der S t e llenzahl in den Ministerien über die Vorschläge des Sparkommissars hinaus um 10 Prozent vorgesehen: die Staatsratsstellen und die Minister!alratsstellen der Gruppe Ib werden auf den Inhaber gesetzt. Die Verringerung der Forstämter um sieben ist in diesem 3ahr bereits durchgeführt, obwohl bereits in den letzten neun 3ahren zehn Forstämter aufgehoben wurden: die Baubehörden werden um 10 Prozent verringert, obwohl der Sparkommissar hier keine Beanstandungen geltend gemacht hat: die Vermessungsämter sollen mit den Feldbereinigungsämtern zusammengelegt und außerdem noch fünf Aemter aufgehoben werden: die Zahl der verschiedensten Behörden soll verringert werden. Ebenso sind bei den Volksschulen, gewerblichen Schulen und höheren Schulen Einsparungen beabsichtigt: weiter auch bei der Tlniversität und der Technischen Hochschule. Heber Sparmaßnahmen bei den Landwirtschaftsschulen schweben zur Zeit Verhandlungen. Einschneidende organisatorische Maßnahmen auf dem Gebiete des Gefängniswesens lassen wesentliche Ersparnisse erhoffen. Die sogenannte kleine 3ustizreform wird gleichfalls Ersparnisse bringen. Das finanzielle Ergebnis darf auf insgesamt etwa 1,5 bis 2 Millionen veranschlagt werden. Unter Zugrundelegung eines Betrag:s von 1,8 Millionen verringert sich damit der Fehlbetrag auf etwa 51/» Millionen. Von einer Heraufsetzung der Altersgrenze wurde abgesehen, um nicht dadurch die Beseitigung der auf den 3n- haber gesetzten Stellen zu verzögern. Gegen eine noch stärkere Belastung der Beamten etwa dadurch, daß man die bprozentige Gehaltskürzung des Reichs erhöht hätte, bestehen bei der Regierung Bedenken. Den nun noch verbleibenden Fehlbetrag zu beseitigen, gibt es nur noch zwei Wege: Der eine wäre eine Aenderung unseres inneren Finanzausgleichs: er wäre keine Erleichterung des Steuerzahlers, da dann die Gemeinden gezwungen wären, sich die Mittel für ihre Wohlfahrtslasten durch Erhöhung der Realsteuern zu verschaffen. Der andere Weg ist der der S t e u e r e r h ö h u n g. Er mußte beschritten werden, wenn auch die Zeit denkbar ungünstig ist, denn die allgemeine Forderung nach Senkung der R e a 1 st e u e r n ist berechtigt, und sie ist auch von den Ländern oft genug gestellt worden. Wenn nun das Reich dieser Forderung nachkommt, so soll die Senkung von Hessen nicht sabotiert werden. Daß die hohen Realsteuersätze gesenkt werden, ist nur zu begrüßen: aber es wäre nicht berechtigt, das auch auf Steuern auszudehnen, für die der Vorwurf, daß sie übertrieben hoch sind, nicht zutrifft. Das gilt auch für die hessische Grund st euer. Das Reich hat auch auf diese Verhältnisse insofern Rücksicht genommen, als es die Möglichkeit einer Erhöhung der Steuersätze bis zum 31. Dezember d. I. zu gelassen hat, weil es ungerecht gewesen wäre, Länder, die ihre Steuern bisher nicht erhöht hatten, ebenso zu behandeln und zu ebenso starken Senkungen zu zwingen wie andere Länder mit hohen Steuersätzen. Die Grundsteuer für bebauten Grundbesitz soll von 12 auf 36 Rpf. erhöht werden. Preußen hat sie im letzten Jahre von 24 auf 48 Rpf. erhöht. Die Abwälzungder Gebäudesteuer- e r h ö h u n g auf die Mieter bleibt besonderen Verhandlungen Vorbehalten. Auch eine kleine Mieterhöhung läßt sich rechtfertigen, da auch die Mieten in Hessen durchweg geringer sind wie die in den benachbarten preußischen Gemeinden. Der Ertrag der Grundsteuererhöhung wird auf 4 Millionen veranschlagt. Da durch die Realsteuersenkung gleichzeitig 5 Millionen eingespart werden, so ist der Betrag, der der hessischen Wirtschaft dadurch zugeführt wird, größer als derjenige, der ihr durch die Grundsteuererhöhung entzogen werden soll. Eine Erhöhung der Sondergebäudeft euer soll sich lediglich auf diejenigen Objekte erstrecken, die sich nach ihrem Friedenswert besonders hoch verzinsen. Damit hofft man noch eine Mehreinnahme non mindestens 500 000 Mark zu erzielen, so daß danach noch ein Fehlbetrag von 930 000 Mark bleibt. Es muß aber gelingen, diesen ebenfalls zu beseitigen. Sollten durch die Reichsreform den Ländern neue Einnahmequellen eröffnet werden, so würde selbstverständlich der Ausgleich des Budgets in erster Linie durch die Sparmaßnahmen durchgeführt und hie Steuererhöhung, soweit wie angängig, wieder rückgängig gemacht. Oie Stellung der Parteien. Abg. Dr. Leuchtgens (Landbund) erblickt in den Ausführungen des Ministers das endliche Ein- geftänbnis, daß d i e Finanzen Helfens in Unordnung find, und daß die feit Jahren ab- gelehnten finanzpolitischen Forderungen der Opposition glänzend gerechtfertigt werden. Die geplanten Steuererhöhungen lehnen mir ab, denn ein Preisabbau wird unmöglich, wenn dec Wirtschaft neue La st en auf erlegt werden. Das Defizit kann ohne Steuererhöhung abgedeckt werden durch rücksichtslose Verkleinerung des Beamtenapparates, Kürzung der Hochschul- und Universitätsbeiträge, Aufgabe des staatlichen Landesthea- t e r s, Uebergang der Polizei auf die Städte und eine neue Besoldungsordnung. Der Reichsfinanzminister hat soeben erklärt, daß es keine Verfassungsänderung ist, die Beamtengehälter zu senken. Abg. Hoffmann (Z.) ist mit einer Abänderung des inneren Finanzausgleichs einverstanden Die Anschluhfrage wird durch dieSteuer- erhöhung nicht aktuell, denn in Preußen sind die Steuer- und Mietsätze noch immer höher. Die Opposition tarnt uns feine anderen Vorschläge zur Abdeckung des Defizits machen. (Widerspruch.) Trotz lebhafter Bedenken wird das Zentrum der Steuererhöhung, die nur eine Lastenverschiebung innerhalb der Wirtschaft bringt, zustimmen. Abg. Dr. Riepoth (DV.) erinnert an die Erklärungen des sozialdemokratischen Kanzlers Müller und des Finanzministers Hilserding über die Rvtwendigkeit der Realsteuer- senkung und des Preisabbaues. Was tut die Sozialdemokratie in Hessen? Der Zentrumskanzler Brstning geht im Reich vorbildlich und zwingend voran, das hessische Sanierungsprogramm dagegen bedeutet die S a b o t a g e de v Pläne der Reichsregierung. 3n Hessen gibt es keine Steuerreserven mehr. Rur wenn preußische Beispiele günstig sind, werden sie von der Reg'erung herangezozen. Grund- und Sondergebäudesteuererhöhung lehnen wir entschieden ab. Der Rot der hessischen Finattzen. kann nur gesteuert werden durch die auch vom Reichssparkommissar anerkannten Forderungen nach Abbau der Aufgaben. Derwaltungsresorm, Beschränkung der Beamteneigenschaft auf Stellen mit Hoheitsaufgaben. Mit dem Zer.trumsabgeord- neten Burgbacher fordere ich: „Schluhmitder Steuererhöhung I" Die Steueraussprache geht am Freitag weiter. Oie Wetterlage. Jan rtaytn- fey .5101 ,ohI 10 ) MDI 5 / Pedin (g) O < Wtrip rNÄ0) X 1 o\cT -965— --------Val. 3 Oslo X. .9™ (& - Az 3E tnflC O wolkenlos O neiter. o nal» oedeckt. ® woikiq. • Bedeckt • Nrge». * Sehnet o Graupeln « «edel K Gr WH»rr.(§) Windstille. O> sehr leichte» Osi nissige» Südsüdwest q stürmische- «iordwesl die Piene lliegen mit dem winde. Die oei den Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatui an. Die Limen verpinden Orte mit gleichen, aut Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Wenn auch durch allgemeinen Luftdrucksall das Hochdruckgebiet sich nach und nach abbaut, so beherrscht es doch vorerst immer noch die Wetterlage. Die Temperaturen lagen in Deutschland heute morgen wieder durchweg unter Null. Die ruhig über dem Festland lagernden Kaltluftmassen leisten der im Norden vorüberziehenden Warmluft Widerstand, so daß vorerst noch Frost auftritt, jedoch wird von höheren Schichten herab langsame Milderung statt- finden. Aussichten für Samstag: Neblig und bewölkt mit Aufheiterung, trocken, noch Frost, aber im ganzen etwas milder. Mßtrauensantrag der Mrlschafispartei. Das Kabinett rechnet mit einer kleinen aber sicheren Mehrheit. Stenerdebalte im Hessischen Landtag. w. Cafe Astoria 07516 RASSOL Für das Weihnachtsgeschenk 500 00 Blaue Mützen von an. HUT*'HA USER Marktstrafae 25 RM r?2iLi Gießen Seltersweg 85 3 m Wollmousseilne, 75/80 br., mod. Must. 3 m Waschsamt,bedr.,f.prakt Laufkleider 3*/t m Schotten, r. W., 70 cm, für StraBenkl. 4 m Tweed, 70 breit, flotte moderne Muster 4-5 m Wasch-Kunstseide, mod. Druck 31 /, m Voll-Volle, neueste Musterungen .. 4 m Beider wand, K'seide, schwere Ware 4 m KQnstler-Druck für das Hauskieid .. 4 m Flausch für Morgenröcke, einfarbig .. i gr. Fl. 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Daher richtet die hessische Regierung an die gesamte Einwohnerschaft Hessens den dringenden Rus: verschließt Herzen und Hände nicht vor dem Massenelend! helfe feder, der helfen kann, die N o t s e in er Volksgenossen z u lindern! Die hessische Bevölkerung hat stets in Notzeiten hilfreichen vürgersinn bewiesen, daher kann die Regierung hassen und vertrauen, daß ihr Notruf nicht ungehört verhallt und daß sich dieser Gemeinsinn gegenüber der jetzigen ungeheueren Notlage erneut bewähren wird. Darmstadt, 4. Dezember 1930. hessisches Gesamtministerium. Adelung, Kirnberger, Leuschner, Karell. rechte Weihnachtsstimmung sorgen. Or. med. Was16 t- Kaffee mit viel fparramerimVbrbraudi und trotzdem belfer! 'Birke 8renoessel|^bdc™rh^f Grundstoffe der Natur" Rezepten das echte Birkenwasser „Maiengoid“ für blondes Haar, */« Ltr. RM. 1.- und echtes Brennesselhaarwasser für fettiges Haar, Ltr. RM. 0.75 gewonnen wird. Fein parfümiert. Haarausfall, Schuppen u lästig. Kopfjucken verschwinden. 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Der Heimgegangene entstammte einer allen Apothekerfamilie in Schlitz und studierte, nach dem Schulbesuch in seinem Heimatstädtchen und aus dem Gymnasium in Fulda, in Würzburg und Gießen Medizin. Seine erste ärztliche Tätigkeit übte er in Herbstein aus, später ging er nach Heppenheim a. d. Bergstraße. Nachdem er dann mehrere Jahre in Straßburg im Elsaß oraktiziert hatte, siedelte er wieder nach seiner oberhessischen Heimat über. In mehr als zwanzigjähriger pflichteifriger Arzttätigkeit in Gießen — in den Kriegsjahren leitete er auch mehrere Gießener Lazarette — hat sich der Verewigte dank seiner umfassenden ärztlichen Kenntnisse und seiner guten menschlichen Eigenschaften in allen Kreisen der Gießener Bürgerschaft, darüber hinaus aber auch bei der Landbevölkerung ein hohes Maß von Vertrauen und Wertschätzung erworben. 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Die Predigt hält Provisor Dr. Schumann. •• Fremdenoor st ellung im Gießener Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Um auch dem auswärtigen Publikum, dem vielleicht nur am Sonntag der Theaterbesuch möglich ist, Gelegenheit zu bieten, eine Operette zu hören und um das Programm der sonntäglichen Fremdenoorstellungen möglichst ab- wechslungsreich zu gestalten, hat die Intendanz sich entschlossen, die Vereinigten Operettenbühnen Bochum-Hamborn zu einem Gastspiel am Sonntag, 7. Dezember, zu verpflichten. Zur Aufführung gelangt die Operette „Der Vetter aus Dingsda" von Haller und Rideamus, Musik von Künneke. Musik und Libretto dieses Werkes der leichten Muse durften ihre Publikumswirkung nicht verfehlen. Beginn der Vorstellung 18 Uhr, Ende 20.30 Uhr. * Gestohlene deutsche Wertpapiere in Paris zum Kauf angeboten. Die bei dem Einbruch in das Amtsgericht zu Vilbel nm 25 November von den Dieben erbeuteten 2000 Gold- mark 8-v. H. Gold Pfandbriefe der Frankfurter Hy- pothckenbank, 500 Goldmark 8-0.5).- und dreimal 100 Goldmark 8-v. H.-Pfandbriefe der gleichen Hi)po. thekenbank sind nach polizeilichen Feststellungen in Paris zum Kauf angeboten worden. Ob die Wertpapiere verkauft oder beschlagnahmt wurden, ist bisher hier noch nicht bekannt. Von den Einbrechern fehlt bis jetzt noch jede Spur. Hur beste Qua stufen za Ansnahmepreisen la RinlUe ach Pid. 1.1« la jaagee ^«aatlleiiek. • ~ 0.80 la Aaibdtlsek, aoeh Bedbraien__Lid Liß, 1.00 la betiweinebaach Md. 0.00 la Schweinekrataa, iiek BcUttraien ■ • • V'd. 1.10 la ^aemeinelsek Pld.1.20. 1.10 la Hackfleisch, iietS frn'tfi 1.00 la Bindawaretchea. Pid. l.Oo Für HausiLlachtunaen empteale la jene. HastfL, knochenL 1.00 MtzgeieiZlllav.veiieiiivegis Achten Sie aut Qualität u.«reife im ftettfter, wovon auf Wunsch alles erdaltlich 07>13 Aus der provinzialbauptstadl Gießen, den 5. Dezember 1930. Wenn der Molaus kommt. Am vorigen Samstag begegnete mir in einer belebten Straße der Stadt ein kleines Mädchen mit einem runden Paket, aus dem die Tannenzweige herausschauten. Ein Adventskranz! Cs waren nicht nur die grünen Zweiglein, die mich aufschauen ließen, sondern vor allem die glan^ zenden Augen des Kindes. Advent I Nur noch einige Wochen, dann kommt das Weihnachtsfest! Ich nickte dem Mädchen zu. ohne etwas zu sagen, schaute nut auf den Hosfnungskranz, und es nickte strahlend zurück. Wir hatten uns ver- standen, auch ohne Worte. Aber heute meldet sich die frohe Zett durch den Nikolaus an. Läßt uns der Adventskranz mit seinen paar Kerzen aufschauen und künftiger Tage gedenken, so tritt der Nikolaus ganz anders auf. besonders für unsere Kinder. (St ist nicht nur ein Sinnbild, ein stilles Wahr- Zeichen, das auf ein großes Ereignis Hinweisen will, sondern mit seiner Person verbindet sich Handlung und Leben. Er ist der erste Dole, der schon Gaben verteilt und wunderbare Hoffnungen erweckt. Wenn er gegangen. ist, zieht der Geruch vom Tannenbaum und süßem Weihnachtsgebäck durch das Zimmer. „Es weihnochtet" Ist es mit dem Nikolaus nicht wie mit der ersten Lerche im Frühjahr? Schlägt da das Herz nicht auch schneller in Erwartung schönerer Zeiten? Schon die Vorfreude ist ein großes Glück. Ein geheimnisvoller Zauberschein umhüllt die paar seligen Wochen, mag es auch draußen stürmen, und mögen Regenschauer hernieder- plahen. Die Freude ist ja inwendig in uns, in unferm Herzen. Wer sich in diesen Tagen nicht mitfreuen kann, der schaue nach den Kindern! Pilgere einmal langsam an den Schaufenstern mit den Spielsachen vorüber, wo sich die Kleinsten die NäSchen platt drücken an den Glasscheiben, bleibe einige Minuten stehen und lausche den Gesprächen der Kinder! Schon die glücklichen Gesichter erhellen uns den Tag. Ich bin sicher, daß dann auch der Abglanz dieses Frohsinns in dein Herz fällt. Wir werden ja in diesem Iahte der Not keine „reichen" Weihnachten feiern können, aber wir wissen alle, daß es nicht auf die Menge der Gaben ankommt. Ein grünes Tannenzweiglein, einige Aepfel und Nüsse, und für die Kleinsten ein einfaches Spielzeug, all das hilft schon, daß wir trotz der trüben Zeit einmal auf atmen und uns von Herzen mit den Kindern freuen können. Glücklich sind die, die selbst zum Kinde werden und in diesen Tagen schon die Weihnachtsglocken hören. Wie ein zarter Schleier breitet sich über unser Tun und Denken eine geheimnisvolle Stimmung. Manche Türen finden wir verschlossen, und leises Gekicher verrät, daß da Ueberraschungen vorbereitet werden. Wir sind nicht neugierig, wir tun so, als ob wir nichts gehört hätten. Aber auch die Kinder merken, tote sich Vater und Mutter leise unterhalten, tote sie plötzlich verstummen, wenn die Kleinen ins Zimmer kommen. Auch sie sagen nichts, aber ihr Herzchen klopft doch schneller. Erwartungsvolle Tage! Der Nikolaus ist ein rechter Zauberer. Er bringt Sonnenschein und Freude ins Haus. Noch Das Andenken an diesen Helfer der ^leidenden Menschheit wird bei vielen Bürgern in Stadt und Land in guter Erinnerung fortlcben. Bornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: „Der Tenor der Herzogin", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Busid.Haus und Schule": Adventsfeier in der Zohanneskirche, 20 Uhr. — S. T. A.: Oeffentlicher Vortrag: „Jesu Auferstehung", 20.15 Uhr, im Realgymnasium. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Irene Rysbergnes große Liebe". — Astoria-Lichtspiele: „Falschmünzer" und „Amor auf Ski". — Aus dem Stadtthea t erbureau wird uns geschrieben: j)cute, 19.30 Uhr, Gastspiel (einmalig) der Frankfurter Oper in der Opernoperette „Der Tenor der Herzogin", dem jüngsten Werk des bekannten Komponisten Künneke. — Die Gesangsschule Heermann veranstaltet am morgigen Samstag, 6. Dezember, ein Wohltätigkeitskonzert, dessen Neinertrag der Ortsgruppe Gießen des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft zur Verfügung gestellt werden soll. Der Frauenbund der Deutschen Kolonial- gesellschast umfaßt in 111 Abteilungen über 22 000 Mitglieder und schuf sich ein weites Arbeitsgebiet, dessen Bewältigung nicht nur durch die stete tatkräftige Hilfe der Mitglieder, sondern auch durch die Opserbereitschaft breiterer Volkskreise möglich ist. Der Verein betreut die deutschen Schulpensionate in Südwest- und Ostafrika, gibt Stipendien für Berufsausbildung der deut- Ng-Glkllm Morgen Sonnabend MMIW- 075,8 bei Gicht, Zu^^jlSJ^ilden.MegenleldenuSW, Arterlenverkelkuws.f . dae Fachinger Alle Schweine, Ä.’Äu'ÄSStS olche mtl «elfen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Ein Winter von N o l ungeheueren Ausmaßes steht vor der Tür. Unzählige deutsche TUitbürger, arbeitswillig und arbeitsfähig, sind als Opfer der furchtbaren Wirtschaftskrise aus Arbeit und Brot gesetzt und mit ihren Familien dem Elend langdauernder Arbeitslosigkeit preisgegeben. Staat, kreise und Gemeinden tun ihr Aeußerster und Letztes, um durch Arbeitsbeschaffung und Fürsorge zu helfen, aber ihre kraft reicht nicht aus, aller Not zu steuern. Nur wenn ohne Rücksicht auf Partei, konsefsion und Stand alle Volksgenossen, die noch Helsen können, in dem ernsten und festen Willen zur Hilfe für die Notleidenden zusammenstehen, kann gehofft werden, das Elend dieses Winters zu meistern. Wir rechnen daher auf die stets bewährte Mithilfe der freien Wohlfahrtspflege, der chari- talioen verbände, denen es gelingen möge, durch planmäßige Veranstaltung von Sammlungen von Geld und Naturalien reichliche Mittel zur Linderung der Not auszubringen; die Organe der öffentlichen Fürsorge werden gerne ihre Mitwirkung zur Organisierung dieser ergänzenden Hilfs- tätigtest leihen. Wir rechnen aber auch und ganz besonders auf die werktätige und von Herzen kommende Mithilfe von Mensch z u Mensch, die ein weites Tätigkeitsfeld findet auf dem Gebiete I der Nachbar Hilfe, der Speisung armer Kin- I llk.O Unterzeuge • Strümpfe • Handschuhe weit billiger als früher in bekannt guten Qualitäten im 8192A Spezialgeschäft JuÜUS Schulze Kreuzplatz Nachruf. Versäumen Sie nicht 0/515 Lieh, den 4. Dezember 1930. 0711» l.— Jlk. 8I83D 8171D Kräuier-Honig 07512 e Nationalsozialistische R189D Der Vorstand. „Man 81951 Hierzu laden wir ein. — Eintritt 50 Pfennig. Erwerbslose gegen Ausweis 30 Pfennig nefudit 0741)6 ORTSGRUPPE GIESSEN Der Saal wird geheizt 07495 Ein Geschenk 8175 D Große Hessische 8114D Landes-Geflügelschau Ueberschuhe in allen Preislagen 8179 A M.G.Grode SSI [Strickwaren 81dl A in nur bester Qualität und besonders billig bei Die Ausstellung ist an beiden Tagen geöffnet von 8 Uhr vorm. bis 6 Uhr abends - Eintritt: Samstag 1 Mk., Sonntag 50 Pi. Grobe Auswahl in eleganten Straßenschuhen Tanz- un i Gesellschafts-Schuhe — Jagd- und Beruts-Schuhwerk — Warme Haus-Schuhe Ausgestellt ca 1500 Tiere / Sonderschauen zahlreicher Spezialklubs, des Veterinärhygienischen und Tierseuchen-Instituts d. Landes Universität Verkautsabteilung für Nutz- und Rasse-Geflügel /Samstag Versteigerung von Herdbuch-Hähnen durch die Hessische Landwirtschaftskammer / bewahren. Gießen, den 5. Dezember 1930. Elisabethe Hübner Witwe Wilhelm Hübner jun. und Frau. Ich führe, wie bekannt, die beste Qualitätsware zu den billigsten Preisen Samstag, den 6., und Sonntag, 7- Dezember 1930 in derVolkshalle zu Giefeen Kräuier-Malz und -Kandis lieg. Husten. Verschleimung, Erkältung ufro. Kräuterbaus lang. Scbulstrabe 5. Ers.e Heichsknrx- schriftgesellscbaft Sabelsberger** nnd Damenabteilung. e. V., Gießen. Qamsiog.ö 8 vez.ZO. Vereinsabend tn der „Stadt Ltrb". Bekanntgabe des Wettfchretb • Ergeb- msseS des Vereins- Wetfschreibenö und Ausgabe der Ehren- vre-ie sowie der Urkunden vom Bundestag ut Berlin. mnoD Gießen (Bruchstraße 17), Friedberg (Hess), Langd, den 4 Dez 1930. Die Beerdigung findet Samstag, den 6 Dezember, vormittags iV/zUhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Kranzspenden sind nicht im Sinne des Entschlafenen. Gießener Eisverein e.V. Versammln a der Lvort btcila. Sonntag, 7.XII. llühr tut CaI6 Astoria 1. W» t kämpfe des S.W.D. E.B 2. Eis- u. lli'ollschuh-Hockey. 3. VereinSmetiter- schafien. 4. Verschied. Gäste willkommen. MÄfll) Der Snielwart. Mittwocli abend 7'? Uhr entschlief sanft in der hiesigen Klinik nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigst- geliebter Gatte, mein guter, treusorgender Vater, mein lieber Schwiegervater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Siebener liuver Klub 6assla 1906 e. v. Morgen Samstag abends 8*/3 Ubr Mitgliederversammlung int Booisliaus. ,,^l> .,«,0 Ter Vorstand. Mittwochs und Freitags die Unterrichte zu besuchen. Geschäftsstelle: Scfaulstrahe 6 L Der Kuchen X f gerät mit ) Drowe-Backpulver 6 Pak. Mk. - .50 k Drogerie WinlerlioU Xkreuzplatz 10S Brauerei Ihring-Melchior Kommanditgesellschaft. Krämers M-Zlisu-SAule das zeitgemätze Institut für moderne Selbstverteiütaunq flibi Ihnen die unsichtbare Waffe mit au> den Weg Somsmg. ö. 6. Dez., 8 Uhr abends im Ästest. Andrees" tLvnnenstrahe Herren-Abend anlähl. ö. 16 Wteder- feUr der Sckilachi bei Vodz. ^ichtbilder- Vortraa„Vcrd n". 5j.-Bfl.1900 Sonntag, 7. Dez., nachm. 3 Hüt entscheidendes Spiel um d.Handballmeister- schalt im La: nkreis: V. s. L. Wctrlar I. gen. 1900 I. Davor Zuaendius; ballsviele anlänl.dcr Gaum inderung Vorm. iO'/4 Ubr V. s. V. Wet'lar II. gea. looo II. [ ,m7D Als Ls des ®at eigentlich Besucher. 8t ichri chiminelie^ Wiben >u 8U holen Scharren .. Trst al hei der d°r Uten der Tat große 6d Ein h< daß bem S pftit u>6 die r unbeeinf[u - ^eichwr k.°lten, sei, ölc ausdr^ INS* Nikolausbärte und Masken von 30 Pf. an Kutten zu verleihen Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben alten Herrn Herrn Georg Keil geziemend in Kenntnis zu setzen. „Union“ Gießen. Gießen, den 4. Dezember 1930. 1864-1914 Am 2. d. M. ist unser lieber Alterskollege Herr Dr. med. R. Wasle verstorben Die Einäscherung hat heute statt- gefunden Wir werden dem Entschlafenen, der stets treu zu uns stand, ein ehrendes Gedenken Nach langem, schwerem Leiden entschlief infolge eines Schlaganfalles gestern morgen 7 Uhr meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Maria Katharina Renier, geb. Hofmann im Alter von 60 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Reuter IL Wleseck, Allertshausen. Frankfurt a. M., den 4. Dezember 1930, Die Beerdigung findet Sonntag, den 7 Dezember 128/4 Uhr, statt. Herr Wilhelm Hübner Bauoberinspektor i. R. im nahezu vollendeten 64 Lebensjahr. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Redner: Kapitänleutnant a.D. von Killinger Mitglied des Sächsischen Landtages. — Thema: Nationalsozialismus — Bürgertum — Marxismus Deutsche Arbeiter-Partei^.. Sonntag, den 7. Dezember 1930, abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten: OelenlLVersammlunO vom SCHUHHAUS HERBERT MARKTPLATZ 2, neben der Engelapotheke Am ersten dieses Monats verstarb nach kurzem, schweren Leiden unser erster Chauffeur Herr Wilhelm Möller im Alter von 39 Jahren. Das allzu frühe Ableben dieses braven, tüchtigen Mannes, welcher die Interessen unserer Firma immer aut das Beste wahrte, hat uns tief betrübt und wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. das immer richtig ist — — — SCHUHE HäS* kickenden Flßuren let ein le In e » neuieltl. Gesellschaftsspiel ro M. 4.50 and Ist ro haben bei SpielwarenbaasMorltt Gregor! » Gießen, Seltersweg 63. (81S,V fahren Livree perlte stand. "klein bh ff gibt chnen p JU'5 icnben Qr ^ehen, yetn n sej j in Mien! Qnbr ÄE Lre MonatS'Versammlung Samsfaa, den 6. Dez mber „Hessisch r Hof. Stadttheater Lametta«, 6. Dez., von li)' rbio 221 ? Uhr gefchlosf. Borstellung irfum 10. ’Dlole!) sminöntiiinnes Schauipicltn4Akten i9 Bllderni von Carl B ckmaycr. K-'Ä SÄ beul«e“ „ jlnb alletr LkS dah di- 2 aller Kai mebri ö-irischa sige HoW vk kein 61 Dorbedingr sehr bedeul vielen Pro schon, llnd । 1913 siebentens nicht >nehr- z.D. an seine e>k gern lA Sie Pr°d nch ®ic' < reien viel aus sei viel zu Dtti Sowietl er durch I soviel beto' andere mu| es zum gr dafür @ck aber beza Papiergeld, Arbeitskraf Produktion, scheu Wirts« Außlands.1 ztoeigen di hochtrciben, durch die j< Das beiv 1929 zur ® den auch t allerdings s sen. Dur! an Jndustr Wert diese nüht dieser tigen 2 landwii stellte sch 1913 aus 346 Millii noch Wiel Die rieft« Ausfuhr ausfuhr n ausfuhr n Jahre 192 eine Abn Die 6t Kräften l Denn sie sich, nach' lehr zurr Dege üb erhosst di Ausfuhr : lichen ( Wirtschi an Masc Maschinen schinen voi umzugehen | Mietgesuche Höhl. Zimmer mit Benttalbetzung von Student nefurtji. Sev. ctnnnnn eiiü. Schr. Ang. u.07500 a. den Gten. Anzeiger. 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Mit einem letzten Aufwand seiner Stimme donnerte er aufs kreisende Rund los: und das Allerschlimmste ist. daß es Ihnen bisher noch keine einzige Seele gesagt hat, Herr Windel Sie Vichtskönner. Sie Dummkopf, Sie La fe — „Unsere Aufnahme ist beendet", äußerte die Verkäuferin schüchtern, indem sie sich behutsam an dem erbitterten Schreihals Morx vorüberschlängelte. „Va also —I", brummte Marx, „wenn wir unsere Platte abgespielt haben, dann kann ich ja aufhören. Wissen Sie, nur keine unnötige Zeitschriften. — Das Dezemberheft von Westermanns Monatsheften hat natürlich wie jedes 3afjt die besondere Vote des Weihnachtsheftes. 3n der Familie wird das Weihnachtslied, das dem Hefle beigegeben ist und dem Voten beigefügt sind, große Freude bereiten. Mit Erzählungen sind die Dichter Voland Betsch, Wilhelm von Scholz und Ernst Zahn vertreten. 3n die Werkstatt des Malers Georg Orth führt eine durch viele Abbildungen belebte Abhandlung von Prof. Schulz. Gern werden die Skifahrer hireir. daß in diesem Heft eine Wiittersportnovelle enthalten ist auf die wir besonders Hinweisen möchten, ebenso wie auf den Artikel „Schmuck der Dame". Die Zeit vor Weihnachten ist die Zeit der Geschenke. Der Artikel gibt hierzu wertvolle Anregungen. — Philosopyie und Leben. Herausgegeben von Pros. Dr. August Messer, Gießen. Verlag Felix Meiner, Leipzig CI.— Das Vovemberhcft (11) ist religionsp^i'osophi- schen Problemen getoibmet. 3m Hauptteil schreibt 3renäus über Karl Emst Rankes Gottesbeariff. Hermann Schwarz verbreitet sich über das Thema .Werdende Gottheit". Eine prinzipielle Auseinandersetzung in Gesprächs'orm handelt von .Wissen und Glauben, Philosophie und Theologie". Vielseitiges Mat rial zum Generalthema des Heftes enthalten die Lesefrüchte und die Aussprache. Besprechungen aus der einschlägigen Literatur runden das Gesamtbild ab. — Die Leipziger 3llu ft ritte Zeitung (Verlag 3. 3. CELe'er) liefert in ihrem neuen Heft 44711 u. a eine aufschlußreiche Untersuchung, die betitelt ist .Don Medien, die aus der Schule plaudern". Karl @raf von Klinckowström gibt hier eine Anzahl von Beispielen spiritistischer Demonstrationen, die als Schwindeleien entlarvt wurden. Eine Vevue der Frisuren von der Antike bis zur jüngsten Gegenwart bringt der Beitrag „Wie wünschen Sie 3hr Haar, gnädige Frau?? Dem speziellen 3nteresfenkreis der Dame ist weiter der Modebeitrag „Für Straße und Gesellschaft gewidmet — ebenfalls eine Fundgrube mo* । bischer Einfälle. Anstrengung mehr...!" „Wir müssen die Platte jetzt noch fetten und vorspielsertig machen", lispelte das Fräulein, „dann bekommen Sie 3hre eigens dazu gefertigten Vadeln und — man kann so Platte übrigens im gewöhnlichen Brief Als sie dem Käufer seine Ware in einer Pappschachtel überreichte, konnte die Verkäuferin nicht umhin, wider alle Vorsicht doch die schwierige und Aergernis erregende Frage anzutasten „... soll Herr Winde wirklich nicht ...?!" „Wo denken Sie bloß hin?!", oertounberte sich Morx, „ich werde doch nicht den Teufel tun und mir diesen Burschen auf den Hals hetzen. Denken Eie mal: ein Abteilungsvorsteher —!“ „3a, aber warum haben Sie denn bloß nur —?!“ schicken sollte? 3d) bin zufrieden, daß ich sie bekommen habe. Wie oft kann man sich, nebenbei gesagt, dieses Ding zu Hause vorspielen lassen?" „Ungefähr fünfzigrnal —", erwiderte die Verkäuferin bedrückt, „und was ich noch sagen wollte das Wort „Sie Gaffe —!" ist nicht mehr daraufgekommen. Es wird doch nichts schaden? Den „Dummkopf" hört man dafür besonders gut!" „Lassen wir den „Lassen" ...", knurrte Morx großzügig, „der „Dummkopf" tut es auch schon. Fünfzigmal wird es mit dem „Vichtskönner" wohl reichen!" Während die Verkäuferin mit fünfer Hand die äu besprechende Platte auf den Apparat schraub.e, bemertte sie, dap Morr noch etwas zaudernd stand. ,. „Es wäre vielleicht ganz gut, falls man pter allein bleiben könnte", äußerte er verdrieß.ich. „eß gibt doch schließlich Dinge, bei denen man leinen Zuhörer braucht, nicht wahr? Ich sage Ihnen, Sie verlieren nichts dabei." Mit einem zwar befremdeten, aber wohlwollenden Achselzucken gab das junge Mädchen zu verstehen, daß sich dieser Wunsch zu ihrem De- dauern nicht verwirklichen liehe, weil es ihr Amt sei, die Sprechaufnahme zu überwachen. Da5 ist schade", murrte Morx nicht ohne einen gewissen 3ngrimm vor sich hin, „aber wenn es nicht anders geht, dann ist da wohl nichts zu machen. Hören Sie also in des Leusels Hamen zu. Obschon es richtiger wäre, wenn Sie - Er brach seinen Satz mit einer unmutigen Bewegung ab und sah erbost den letzten Vorderei- hingen zu, seinen Stimmklang auf der Platte einzufangen. Dvl> Harry Schreck Als Oskar Morx die Schallplatten-Abteilung des Warenhauses betrat, unterschied er sich eigentlich in Vichts von der Schar der übrigen ^Besucher Er schritt — ein vom Leben schon sanft ver- schimmelter, aber immerhin rüstiger Mann — bescheiden zur Ka se um sich d.i seine Waitenummer zu holen und dann mit mürrischer Geduld auszuharren, bis die Veihenfolge an ihn tarne. Erst als man ihn in den Aufnahmeraum bat, fiel der Verkäuferin sein rauher Tonfall auf, der streng die Frage unterstrich, ob er hier in der Tat jedes beliebige Satzgefüge auf die faustgroße Schwarzscheibe sprechen dürfe. Ein halberstauntes Lächeln versicherte ihm, daß dem nichts im Wege stehe und daß er für das entrichtete Entgelt von einer Wart zweifellos die Berechtigung habe, seine Worte nach unbeeinflußtem Gutdünken auszuwahlem Gleichwohl schien es Morr für zweckmäßig zu halten, feine Erkundigungen zu wiederholen: auch die ausdrückliche Bestättgung erweiterte ihn kaum. an der Maschine herausstellt, muh sie Wochen- und monatelang stillstehen, weil keine Techniker für die Veparatur vorhanden sind. Man hat natürlich auch versucht, den eigenen Maschinenbau zu forcieren, bisher aber mit geringem Erfolg, zumal es an Maschinenbausachverständigen mangelt und die aus dem Auslande, besonders aus Deutschland, herangezogenen, nach russischen Verhältnissen recht teuren Kräfte den Bau so verteuern, daß die aus dem Auslande bezogene Maschine oilliger ist, als die im Lande Hergestell te. Das gilt auch für die Industrie, den Bergbau, den Eisenbahn- und Schiffsverkehr. Rußland produziert hier zu teuer und kann deshalb mit der Konkurrenz des Auslandes nicht Schritt halten. Das wird auch den ganzen In- dustrialisierungsplan Stalins auf absehbare Zeit vereiteln. Auch die Steigerung der industriellen Ausfuhr ist nur möglich gewesen durch einDumping- s y st e m, das man für manche Warengruppen anwandte, um die Waren überhaupt absehen zu können. Und gegen dieses Dumpingsystem beginnt das Ausland sich bereits zu wehren. Das gilt besonders für England und Amerika. Der russische Absatz in England macht heute nur noch Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben zu den Steuer- plänen der hessischen Regierung in einer Eingabe an diese folgende Stellung eingenommen: „Wie wir aus der Presse entnehmen, sind seitens der hessischen Regierung zur Abdeckung des Fehlbetrags des Staatshaushalts für das Iahr 1931 vier Gesetzesvorlagen an den Finanzausschuß des Hessischen Landtags geleitet worden, in denen u. a. eine Erhöhung der Grundsteuer um 4 Millionen Marl und der Eon- dergebäudesteuer um 0,5 Millionen Mark vorgesehen ist. Der Finanzausschuß hat inzwischen den Regierungsentwarfen zugestimmt. Bei der außerordentlichen Tragweite dieser Gesetze für die hessische Wirtschaft bedauern wir. daß uns die Begründung der Regierungsvorlage amtlicherseits nicht zur Versagung gestelll wurde und wir lediglich auf die Informationen aus der Presse angewiesen sind. Die Folge davon ist, daß wir uns nur im allgemeinen zu den Vorschlägen der Regierung äußern können. So sehr wir mit dem Bestreben der hessischen Regierung, unter allen Umständen eine Ausgleichung des Etats herbeizuführen, einiggehen Hal.en wir uns als amtliche Berufsver- treiung der hessischen Wirtschaft auf der anderen Seite für verpflichtet, wiederholt darauf hinzuweisen. daß eine weitere steuerliche Belastung von der TDirt- schaft jur Zeit nicht getragen werden tarnt. Die Ertenntnis, Lag eine wirkliche Sanierung des Staatshaushalts nur erreicht werden a n nenn ie. Wirtschaften ausreichender Lebensspielraum gewährt wird, hat die Reichsregierung dazu veranlaßt, durch die in den letzten Tagen erlassene Votverordnung eine Realsteuersenkung vorzunehmen. Der Zweck dieser Maßnahme wurde vereitelt, wenn nunmehr seitens des Landes Hessen eine neue Erhöhung der Steuerlasten vorgenommen werden sollte. Die Zifiem. die als Steuer mehr- betrüge auf der einen und als Summe der Realsteuersenkung auf der anderen Seite genannt werden halten sich ungefähr die Waage. tagung nahm nach eingehender und einmütiger Aussprache nächstes e ide Entschließung an: „Die volksparteilichen Kommunalpolitiker sind der Auffassung, daß bei allen neuen Stcucr- anforberungen in der Ietztzeil zunächst zu prüfen ist, ob nicht durch Verwaltungsmaßnah m e n und Abstricheim Etat ei c$)c.fung&* möglichkeit gegeben ist. Denn das Gebot ver Stunde ist nicht Steuererhöhung, sondern Lastensenkung. Eine R e a l st e u e r - erhöhung muß daher grundsätzlich abgelehnt werden. Don den in der Votverordnung den Gemeinden zugewiesenen Steuern entspricht die V ü rg erst e u e r am ehesten der volksparteilichen Grund- aufsassung. Sie ist daher auch für die DDP. die Doraussetzung für eine etwaige Einführung der Bier st euer. Die Schankverzehrsteuer ist abzulehnen." senden." „Wieso —?", fragte Morx erstaunt, kommen Sie darauf, daß ich so eine Platte drei Prozent der Gesamteinfuhr Englands auS, und daß man in den Vereinigten Staaten von Amerika sehr scharf vorgeht, beweist die Einfuhr- Verweigerung russischen Holzes, die im 3uli diese« 3 ab res fast zu einem schweren Streitfall zwischen Rußland und Amerika geworden wäre. Rußlanc^ Politik geht darum heute darauf hinaus, überall günstige Handelsverträge zu erlangen, die ihm den Absatz seiner Ware sichern und die ferner die K r e d i t v e r h ä 11 n i s s e für Die nach Rußland einqeführken Waren möglichst günstig regeln. Zwischen Deutschland und Rußland besteht bekannllich em solcher Kreditvertrag. Ganz kürzlich hat Rußland auch mit Italien einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen, der vielleicht Italien zu einem starken Konkurrenten aus dem russischen Markt machen wird. Hat sich doch Rußland in diesem Vertrage verpflichtet, die Sotojetaufträgc, die für die italienische Industrie in Betracht kommen, zunächst einmal italienischen Firmen anzubieten und sich erst, wenn diese ablehnen, an andere Firmen des Auslandes zu wenden Run kann gewiß die italienische Industrie in den meisten Produkten mit der deutschen nicht konkurrieren Immerhin sind hier doch aber Italien Möglichkeiten geschaffen, die man bei uns nicht unbeachtet lassen sollte. „Wissen Sie übrigens schon, was Sie sprechen wollen?", fragte die Verkäuferin vorsichtig. „Sie haben einundeinehalbe Minute Zeit zum Reden ..." ..Und ob ich das weih!", polterte Morr gereizt, „meinen Sie etwa, daß ich zu meinem Vergnügen hierhergekommen bin? Ode. glauben Sie, daß ich hier eine Liebeserklärung plauschen will? Ich bin immerhin fünfzig Iahre alt ...!" „Die meisten Herren fingen irgendetwas aus die Platte", fuhr die Verkäuferin harmlos fort, „es gibt so reizende Lieder, nicht wahr? Vielleicht fingen S e auch: .Waideslust! Wcndeslust! O, wie einsam schlägt die Brustt — ?" „Soll ich nicht gleich das Lied vom treuen Husaren singen?", raunzte ihr Gegenüoer bissig. „Manche Herren erklären zu Beginn: .Gesungen für meine liebe Braut Antonie', oder wie sie sonst heißt", erläuterte die junge Dame Sie gewahrte noch rechtzeitig, daß die Augen ihres Kunden bedenklich zu funkeln an fingen, und zog sich in eine bekümmerte Schweigsamkeit zurück „Kann ich jetzt sprechen?", erkundigte sich Morr. „Ditte!", erwiderte das Fräulein verstimmt. Leise surrte ein kleiner Stift über die Platte hin. Oskar Morr hatte einen kurzen Zettel aus der Weste gefingert. Er beugte sich mit halbem Zwinkern darüber, um keinen Buchstaben außer acht zu lassen. Er setzte an: „Gesprochen für meinen Abteilungsvorsteher Emil Winde". Das Mädchen beim, Aufnahmeapparat horchte verwundert auf und äugte heimlich zu dem Besucher hinüber, der mit scharfer harter Betonung in die drehende Scheibenplatte hmeinsprach und dabei jeden Lautsplitter auskostete: „Daß Sie aus mich und die Herren, die unter Ihnen arbeiten müssen, wie ... na, sagen wir . - wie sonst was w rlen — das wissen Sie wahrscheinlich Daß Sie ein Streber sind, könnten Sie sich auch selbst denken. Aber daß Sie ..." „Um des Himmels willen —!", stöhnte die Der- käüserin bestürzt, obschon sie pslichtg^nah die Stimme dämpfte, „aber was reden Sie Denn da bloß?!" Mit einer fegenden Geste der Faust wischte sie Morr in ihre Unbeträchtlichkeit zurück. Grell und böse sausten seine erbitterten Satze weiter: aber daß Sie zu allem der erbärmlichste Vichtskönner sind, der diese Erde je betteten hat ... daß Sie der dümmste Bursche sind, den man jemals an eine maßgebende Stelle geschoben hat. das hören Sie wohl erst von mirl Einführung der Bürgersteuer in Darmstadt. Darmstadt, 4. Dez. (WER.) In seiner heutigen Sitzung befaßte sich der Darmstädter Stadtrat erneut mit den Deckungsvorlagen für die Auszahlung der beschlossenen Winterbei- Hilfe. Nach lebhafter Debatte wurde gegen Die Stimmen Der Sozialdemokraten, der Nationalsozialisten und der Kommunisten die Bürgersteuer in der Fassung der Notverordnung genehmigt. Bier st euer und Qemeinbegetränte- steuer verfielen auch diesmal der Ablehnung. Dr Rhoda Erdmann, beamteter a. o Präses- or und Direktor des Instituts für experimentelle Zellforschung in der Medizinischen Fakultät der Universität Berlin begeht am 5. Dezember den 60. Geburtstag. In 5)ersfeld geboren, studierte sie in Berlin, Zürich, Marburg und München und promovierte 1908 in München mit einer zoologischen Arbeit 1908 bis 1913 war sie am Institut für In- ektionskrankheiten „Robert Koch" als Wissenschaft- icher Hilfsarbeiter angestellt. Dann folgte fie einem Ruse an die Pale-Universität. 1915 erhielt Dr. Erdmann eine Anstellung als Lecturer Der Biologie an Der Yale-Universität und zugleich e'nen Rus als Associate an die neue Abteilung für tierische Pathologie des Rockeseller-Inftitutes in Princetom Seit 1919 arbeitete die Gelehrte am Institut für Krebsforschung an der Charite in Berlin, wurde 'Abteilungsleiter der neugegründeten Abteilung für experimentelle Cytologie am genannten Institut, habilitierte sich 1920 in der Berliner philosophischen Fakultät und erhielt einen Lehrauftrag für expert- menteUe Cytologie. Später erhielt sie die venia legendi für allgemeine Biologie, 1929 die Ernennung zum beamteten a. o. Professor für experimentelle Zellforschung. so daß im Endergebnis von einer Steuer- erleichterung, wie sie Die Reichsgesehgebung bezweckt, nicht gesprochen werden könnte. wir verweisen insbesondere auch auf die unheilvolle Wirkung, die ein derartiges Vorgehen des Landes Hessen auf die in Fluß befindliche allgemeine Preissenkungsaktion haben muh. Wenn der Herr Minister zur Begründung der oox- gesehenen Steuererhohung ausführt, daß namentlich im Hinblick auf die preußischen Verhältnisse Hessen in seiner Grundsteuer noch erhebliche Steuerreserven habe so ist dem einmal entgegenzuhatten, daß nur die Gesamt st euer b eia st ung in den einzelnen Ländern zum Vergleich herangezogen werden kann, und zum andern, daß Die hessischen Verhältnisse angesichts Der befonDeren wirtschaftlichen Notlage Des Landes einer besonderen Berücksichtigung bedürfen. Jedenfalls vermag die von der hessischen Regierung gegebene Begründung nicht die schweren Einwände zu entkräften, die sich daraus ergeben, daß das Vorgehen des Landes Hessen im schroffen Gegensatz zu dem mit dem Finanzprogramm der Reichsregierung verfolgten Zweck steht und geeignet ist, die Durchführung dieses Programms in Frage zu stellen. Äir bitten daher den Herrn Minister daraus hin- zuwirken, daß die Steuervorlagen der hessischen Regierung zurückgezogen und andere Wege zur Herbeiführung des Ausgleichs im hessischen Etat eingeschlagen werden. wobei wir insbesondere auf die Möglichkeiten Hinweisen, Die nach Dem Gutachten Des Reichssparkom- missars durch Senkung der Ausgaben gegeben sind und von denen bisher seitens der Regierung nur zum Teil Gebrauch gemacht worden ist." Tagung her hessischen Kommuna'potitiker herNVs). Unter Dem Dorsih des Landtagsabgeordneten Dr. Viepoth, Schlitz, tagte am Mittwoch in Frankfurt a. M. Der k o m m u n a 1 p o 1 i t i s ch e AusschuhDerDeutschenDolkspartei. Die aus ganz Hessen stark besuchte Dertreter- Die „Sojus Sowjetskich Sozialistttscheskich Res- publik", auf Deutsch Die .Union der sozialistischen Sowjetrepubliken", wie der russische Staat sich heute offiziell nennt, umfaßt 21 939 000 Quabrat» kilometer, wovon in Europa 4 670 000 liegen. Der Staat ist also insgesamt über doppelt so groß wie das ganze Europa, das 10 077 000 Quadratkilometer Flächenraum zahlt. Und allein sein europäischer Teil nimmt fast die Hälfte unseres Erdteils ein. An Einwohnern hat der russische Staat 146 Millionen, davon 114,4 in Europa, während Deutschland z. B. nur über 64,5 Millionen Einwohner verfügt Dc^u kommt, daß Die Bevölkerung RuhlanDs sich jährlich trotz aller Katastrophen um 3,3 Prozent vermehrt. Das Land verfügt über gewaltige landwirtschaftliche Produktionsmöglichkeiten, über riesige Holzbestände. über Bodenschätze aller Art, wie kein anderes Land Europas, weist also alle Vorbedingungen auf, in Der Weltwirtschaft.eine sehr bedeutende Rolle zu spielen! es könnte auf vielen Produltionsgebieten den Handel beherrschen. Und doch ist das nicht Der Fall. Im Iayre 1913 stand es mit feinem Handelsumsatz an der siebenten Stelle Der We'.tstaaten. Heute bei weitem nicht mehr. Und es kann selbst feine Ausfuhr z. B an Getreide nur durchführen, wenn es seine eigene Einwohnerschaft hungern läßt. Die Produktion an Getreide läßt immer mehr nach. Die russische Agrarreform hat aus dem sreienBauern, Der ein Interesse daran hatte, viel aus seinem Boden herauszuwirtschaften, um viel zu verdienen, einen Tagelöhner Der Sowjetkommune gemacht, Der von Dem, was er Durch seine Arbeit produziert, nur gerade soviel bekommt, daß er nicht verhungert. Alles andere muß an den Staat abgeliefert werden. Der es zum großen Teil ans AuslanD verkauft, um Dafür Geldwerte einzuhandeln. 3m Lande selbst aber bezahlt der Staat mit minderwertigem Papiergeld, das niemanden anreizt. So läßt Die Arbeitskraft überall nach und damit auch Die Produktion. Das spricht sich in der ganzen russischen Wirtschaft aus. Und ebenso in der Ausfuhr Rußlands. Mag man auch in einzelnen Handelszweigen die Ausfuhr mit künstlichen Mitteln hochtreiben, die Gesamtwirl chi't Rußlands wird durch Die jetzige Wirtschaft nicht gefördert. Das beweisen Die Ausfuhrziffern des Jahres 1929 zur Genüge. Der Jndustrieexport, in den auch Die Bodenschätze eingerechnet sind, ist allerdings gegenüber Der Vorkriegszeit gewachsen. Wurde 1913 für 452 Millionen Goldrubel an Jndustrieware ausgeführt, so betrug 1929 der Wert dieser Ausfuhr 544 Millionen. Aber was nützt dieser Fortschritt gegenüber dem gewaltigen Rückgang Der Ausfuhr von landwirfschaftlichenProdukten! Diese stellte sich — immer in Goldrubel gerechnet - 1913 auf 1050 Millionen, 1929 nur noch auf 346 Millionen. Sie ist sogar g genüber dem Vor- noch wieder um 14 Millionen zurückgegangen. Die riesige Minderung der landwirtschaftlichen Ausfuhr kann also durch die erhöhte Industrie» ausfuhr nicht ausgeglichen werden. Die Gesamtausfuhr machte 1913 einen Wert von 1501, im Iahre 1929 von 890 Millionen aus. Das ergibt eine Abnahme um rund 40 Prozent. Die Sowjetregierung arbeitet heute mit allen Kräften Daran, das Exportgeschäft zu steigern. Denn sie braucht sehr notwendig Geld, das sie sich, nachdem Der Geldmarkt in russischen Anleihen sehr zurückhaltend geworden ist, nur auf Dem Wege über die Ausfuhr verschaffen kann. Sie erhofft die Steigerung der landwirtschaftlichen Ausfuhr von der Einführung des staatlichen Großbetriebs in Der Landwirtschaft. Aber Dafür fehlt es vor allem an Maschinen und ebenso an Geld, umöie Maschinen zu beschaffen. Aber auch da, wo Maschinen vorhanden sind, weih man nicht mit ihnen umzugehen. Sobald sich ein geringfügiger Fehler Oberheffen. Landkreis Gießen. 5 Wirberg, 4. Dez. 2lm letzten Sonntag führten die Konfirmanden und Schulkinder ein Advcntsspiel in den Gottesdiensten auf dein Wirberg und in Vellberg auf. 3n der Kirche zu VellSbcrg lief am Dienstagabend der Film die „Wunder der Schöpfung": den erläuternden Vortrag hielt der Geschäftsführer Schäfer aus Darmstadt. Der Filmvortrag, dessen Reinertrag für das Krüppelheim in Rieder-Ramstadt bestimmt ist. war trotz der wirtschaftlichen Rotlage gut besucht. 3n Göbelnrod wurde derselbe Vortrag am Mittwochabend veranstaltet, der Besuch war dort ebenfalls gut zu nennen. — Die e v an g. -kirchlichen Frauen vereine des Kirchspiels haben ihre winterlichen Dercins- abcnde mit einem Lichtbildervortrag, den der Leiter über die Gustav-Adolf-Dercinsarbeit hielt, wieder begonnen -s- Grünberg, 4. Dez. Am Schlüsse dec jüngsten Gemeinderatssitzung, über deren wichtigsten Tagesordnungspunkt wir gestern schon berichteten, verhandelte man noch über ein Gesuch von drei hiesigen Spengler- und 3n- stallationsgeschästcn, die um LIc be r l a s s u n g des Rathaussaales baten, um dort einen billigen Emailleverkauf für di«Dauer von 14 Tagen einzurichten. Der Grund für ihr Vorhaben dürfte, wie von einer Seite mitgetcilt wurde, in dem ähnlichen Vorgehen ihrer Schotte- ner Berufskollegen zu finden sein, die auf diese Weise einem dort weilenden Emaille-Wander- lager Konkurrenz boten. Von gewerblicher Seite wurde das Gesuch warnr befürwortet. Gin Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt, cs soll aber, da gegen die Lle^rrlassung des Rathaussaales Bedenken bestehen, den Gesuchstellern das in den nächsten Tagen frei werdende alte Spritzenhaus für ihr Vorhaben angeboten werden, dessen günstige Lage und größere Räumlichkeit hierfür besonders geeignet erscheinen. )( Lich, 4. Dez. Den Mventsgottesdienst des vergangenen Sonntags verschönten der hiesige Posaunenchvr und der Frauenchor mit ihren Darbietungen. Der Frauenchor brachte unter der Leitung von Fräulein 3 ä g e r eine Weihnachtskantate zur Aufführung, die einen tiefen Eindruck hinterlieh. Die Solopartien sang Fräulein Lutz, Hungen, mit viel Verständnis. Die Orgelbegleitung hatte Lehrer Stein übernommen. Dcr Posaunenchor wurde seinen Aufgaben unter der Leitung seines neuen Dirigenten, Herrn Müller jr., vollauf gerecht. QIu) vielfachen Wunsch soll die Weihnachtskantate am 3. Adventssonntag erneut zu Gehör gebracht werden. Kreis Friedberg. 0 G ambach, 4.Dez. Der Radfahrerverein .Wanderlust" hielt am Sonntag seinen diesjährigen Theaterabend ab. der sehr gut besucht war. Zur Aufführung gelangten ein Theaterstück, das die Leiden junger Deutscher in der Fremdenlegion schilderte, und ein Lustspiel, das seine Wirkung auf die Zuhörer ebenfalls nicht verfehlte. Den Darstellern, die sich sehr um die Aufführung bemühten, wurde reicher Beifall zuteil. — Der hiesige Kriegerverein veranstaltete einen Vortragsabend, zu dem als Redner der Schriftsteller Reuter aus Dornholz- hausen gewonnen war, der in anschaulicher Weise über die Schlachtfelder und über den Zustand der deutschen Kriegergräber in Rordfrankreich sprach Kreis Schotten. ’□ Laubach 4. Dez. Seit Beginn dieser ^Woche werden in mehreren Straßen unserer Stadt durch daS Telegraphen-Bauamt Gießen Kabellegungen vorgenommen. Hiermit werden bald die letzten, auf den Bürgersteigen stehenden Telegraphen st angen aus dem Stadtbereich verschwinden. Es konnten durch diese Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuys Copyright 1929 by Verlag Vechthold Braunschweig 20 Fortsetzung Nachdruck verboten Evas Gesicht war noch blaß, die Erregungen der letzten Zeit trugen daran die Schuld. Aber als Primo Duero jetzt zu ihr sagte: „Wir wollen von uns und unserer Zukunft sprechen!" färbten sich ihre Wangen mit der sanften Röte, die so wundervoll zu ihrer lichten Dlondheit paßte. Der Farbenwechsel auf dem Antlitz des blonden Mädchens entzückte den Mann. Er lächelte: ,.3ch habe damals nicht gewußt, wie lieb ich Sie habe, Eva, jetzt weiß ich es und möchte ich keine langen Reden darüber halten, meine Ungeduld ist ja auch viel zu groß dazu, sondern ich möchte Sie fragen: Wollen Sie meine Frau werden? Bald, recht bald! 3ch bin so entsetzlich einsam, Eva. 3ch habe niemand, der mir nahesteht, niemand, der Anteil nimmt an dem. was ich tue und treibe.“ Seine Stimme war weich und dunkel, jedes Wort schien Eva wie eine Zärtlichkeit, die ihr doppelt gut tat nach der Auseinandersetzung mit Hans Felsen. 3etzt dachte sie doch wieder an ihn und ihr war es, als dürfe sie die Hand nicht ausstrecken nach dem verlockenden Glück, das sich ihr bot, als dürfe sie es nicht auf Kosten seines Glücks. Aber Hans Felsens Frau würde sie ja doch niemals werden, weshalb sollte sie also ihrer Liebe entsagen. bind sie hätte auch kein Rein über die Lippen gebracht, vor diesem strahlenden Qlugenpaar, das ihr ein leises, aber von 3auchzen erfülltes 3a abrang. Sie sahen sich beide an, als hatten sie sich vordem nie gesehen, ihre Blicke hingen wie gebannt aneinander, und der Mann raunte: „3ch habe dich lieb, Eva, erst jetzt bin ich mir dessen so ganz bewußt. Es ist herrlich, jemand so recht innig zu lieben.“ Eva vermochte vor Erregung nicht zu sprechen, ein starker Druck im Halse verhinderte sie daran. Sie mußte sich sehr zusammennehmen, sonst hätte sie vielleicht geweint. Aber das durfte sie nicht, man saß doch in einem Restaurant, und in ihrer Rähe politisierten zwei ergraute Herren voll Begeisterung und tranken dabei ein Glas Münchener nach dem anderen. »Es war töricht und unüberlegt, heute hierherzugehen, stellte Primo Duero fest. „Komm, Eva, wir wandern lieber durch ein paar stille Straßen, Arm in Arm." Eva war sofort bereit dazu, die Umgebung bedrückte sie. Oie Preissenkung in Hessen. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft fordert weiteren Preisabbau. Von der hessischen amtlichen Pressestelle wird mitgeteilt: Die von den einzelnen hessischen Kreisämtern und Oberbürgermeistern der Städte mit den in Frage kommenden Wirtschaftsgruppen eingeleiteten Verhandlungen haben teilweise zu einer Senkung der Preise für Lebensmittel und anderer Gegenstände des täglichen Lebens geführt. Es hat sich jedoch im allgemeinen gezeigt, daß die Preissenkung der l e b e n s w i ch t i g e n Güter, wie Nahrung, Kleidung usw., nicht gleichen Schritt gehalten hat mit der Senkung der Preise für Roh- [t o f f e und der den Arbeitern, Angestellten und Beamten durch Lohn - undGehaltssenkung auferlcgten und in der nächsten Zeit noch zugemute- ten Opfer. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat dieserhalb in einem Rundschreiben die Lokalbehörden aufgefordert, mit allem Nachdruck auf eine weitere Preissenkung hinzuwirken und möglichst bald über das Ergebnis dieser Verhandlungen zu berichten. Als notwendig wurde bezeichnet, auch der Preisgestaltung in der Elektrizitätswirtschaft, wie auch der Anfertigung landwirtschaftlicher Gerate die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Die erhebliche Senkung der Holz-, Eisen- und Kohlenpreise muß unter allen Umständen in gleichem Ausmaße auch dem Landwirt zugute kommen, zumal er für seine Erzeugnisse meistens nur einen geringen Erlös erzielt. Ueberall da, wo Preisbindungen und Abreden der notwendigen Senkung der Preise hinderlich im Wege stehen, ist dem Ministerium eingehend zu berichten, um gegebenenfalls auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zur Verhütung unwirtschaftlicher Preisbildung vom 20. Juli 1930 deren Aufhebung betreiben zu können. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft gibt sich der Hoffnung hin, daß die einzelnen Berufsgruppen im Hinblick auf die gegenwärtige wirtschaftliche und politische Lage sich einer wesentlichen Preissenkung nicht länger widersetzen werden. Ebenso wird erwartet, daß die Presse jeder Richtung in richtiger Erkenntnis der Lage mithilft, die jetzt so wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe im Interesse von Käufer und Verkäufer möglichst schnell einer gerechten Lösung entgegenzuführen. Protest gegen den Abbau des Kreises Schotten. * Schotten. 4. Dez. Wie ein Lauffeuer ging heute die Pressenachricht durch unsere Stadt, daß der hessische Minister des Innern den Abbau des K r e i s e s S ch o t t e n plane. In allen Bürgerkreisen macht sich wegen dieser Absicht große Aufregung bemerkbar, da die Aufhebung des Kreises Schotten besonders für die Kreisstadt den Ruin bedeuten würde. Die gesamte Einwohnerschaft hofft aber, daß der Landtag in richtiger Würdigung der wohlbegründeten Vorstellungen von Schotten und der lebenswichtigen Interessen der StadtunddesKreises noch in letzter Stunde das Unheil abwenden und der Regierung nicht die gewünschte Ermächtigung zum Abbau des Kreises Schotten geben werde. Heute abend fand eine große Protestversammlung in der Turnhalle statt, die bis zum letzten Platz gefüllt war. An der Kundgebung nahmen nicht nur die Schottener Bürger, sondern auch zahlreiche Ein- wohner aus dem Kreise Schotten teil. In eindrucksvoller Rede klärte Bürgermeister Menge! (Schotten) die Versammlung auf üoer die ungeheure Gefahr, die über der Stadt und dem Kreise Schotte schwebe, und machte auf die w e i 11 r a g e n - den Folgen aufmerksam, die von der Austeilung des Kreises Schotten für die Stadt- und Kreis- bcDÖIfcrung zu erwarten seien. Weiter berichtete er über die seitherigen Maßnahmen der Stadtverwaltung, des Kreistages, der Bürgermeister, sowie sonstiger Organisationen, die gegen die verhängnisvolle Absicht der Regierung getroffen wurden. Er betonte dabei, daß die angeoliche Ersparnis, die sich die Regierung von der Aufteilung des Kreises verspreche, illusorisch sein werde, und daß die Kosten des Abbaues nur die Stadt und der Kreis und die wirtschaftlich ohnehin leistungsschwache Bevölkerung, nicht zuletzt aber auch der totaat selbst zu tragen haben werde. In der anschließenden Aussprache traten Kreis- direktor Dr. I a n n , Lehrev Link und Dr. D a m b» mann, särnlich von Schotten, sowie für den Vogels. berg Bürgermeister Appel (Ulrichstein) mit Nachdruck für die Erhaltung des Kreises Schotten ein. Die berufenen Vertreter der Stadt und des Kreises Schotten werden bei den zuständigen Regierungsstellen sofort erneute Vorstellungen erheben. Die Versammlung stimmte einmütig für folgende Entschließung „Die in der überfüllten Turnhalle heute versammelte Bevölkerung der Stabt Schotten ist in ungeheurer Erregung und in Heller Empörung über den plan des Herrn Ministers des Innern, der den Kreis Schotten aufteilen will, lieber die unheilvollen Folgen dieser Absicht ist sich jeder Bewohner der Stabt unb bes Vogelsberges klar. Damit wirb bas Tobesurteil unserer Stabt ausgesprochen, zahllose Existenzen in allen Berufsständen werben vernichtet, bie (öemeinbeoer- waltung selbst wirb finanziell völlig ruiniert Schotten ist restlos bem Untergang geweiht, wir wehren uns dagegen, bah eine solch« Art bet Dermal- tungsreform, bie keinerlei finanzielle Ersparnis für ben hessischen Staat bebeutet, auf Kosten einer wehrlosen o b e r h e s s i s che n Kreisstabt unb einer wirtschaftlich fo schwer bebrüeften Vogelsberger Bevölkerung, bet man bamit neue Lasten auflabt, ausgetragen werben soll, wir sehen in bie Herren Ubgeorbneten bes hessischen Canbtag» bas volle Vertrauen, daß ber Landtag niemals die Hand zu einem solchen folgenschweren Schritt reichen wird, der von dem Volk unb der Geschichte nie verantwortet werden kann. Line immer weiter um sich greifende Erbitterung würde anheben, die in ihren Folgen unübersehbar wäre. Jn letzter Stunde ein letzter vcrzweifelterRotschrei: Erhaltet dem Vogelsberg den Kreis Schollen." Arbeiten die restlichen Erwerbslosen, soweit sie nicht bei der Holzhauerei unterzubringen waren, für einige Zeit Beschäftigung finden. — Die 3ahresrersammlung des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins fand unter dem Vorsitz des Beigeordneten Pitz im „Solrnser Hof" statt. Es kamen — wie alljährlich — wieder 18 junge aus der Kreisbaumschule gelieferte Obst- bäume unter den Mitgliedern zur Verlosung. Mit einer lebhaften Aussprache über die Obst- baumpflege fand die Versammlung ihren Abschluß. '■£ Groß-Eichen, 3. Dez. 3n den Gemeinden Groß-Eichen und Sellnrod wurde vom Hessischen Landesverein für 3nnere Mission ein Film: „Die Wunder der Schöpfung" vorgcsührt. Leider waren beide Veranstaltungen schlecht besucht. Der Film führte ein in die Geheimnisse der Sternenwelt und war sehr lehrreich. Der Reinertrag kommt dem Rcubau des Krüppelheims in Riederramstadt zugute. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. W e h l a r. 4. Dez. Rach längerer Krankheit ist der Gemeindevorsteher a. D. Heinrich Droh. Kahenfurt, gestorben. Mit ihm ist ein mutiger und erfahrener Kämpfer des Tauernstandes dahingegangen, der weit über den Kreis seiner engeren Heimat hinaus bekannt und geachtet war. Er war der Führer der Wetzlarer Kreisbauernschaft und Mitglied des Kreistags und des Provinziallandtags. 3m Kreistag war er Fraktionsvoriitzender der Arbeitsgemeinschaft für Stadt und Land. * Hörnsheim, 3. Dez. Der hiesige Geflügelzuchtverein veranstaltete am Samstag und Sonntag seine dritte L-stgl schau. Der Verein stellte damit seine Leistungssteigerung unter Beweis, indem in dieser Schau das doppelte Material gegenüber der ersten Lokalschau zur Ausstellung gelangte. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: Philipp Zorb erhielt den Bundesehrenpreis und einen Ehrenpreis auf schwarze Rheinländer; Anton Zörb Ehrenpreis (weihe Wyandotten): Wilh. Bepler, Ehrenpreis (bunte Sussex); Albert Engel, drei Ehrenpreise! (Rodeländer und Hamburger Silberlack). Auf Barnevelder erhielten Heinrich Mäher und Heinrich Schmidt je einen Ehrenpreis. Wilhelm Müller erhielt für Welsumer, und für rebhuhnfarbige 3taliener erhielt Wilhelm Michel je einen Ehrenpreis. Weitere Ehrenpreise erhielten Walter Hensel (silberhalsige 3talicncr), Richard Schmidt (schwarze 3taliener), Louis Schmidt (gelbe 3talie- ncr), Wilhelm Weber (ostfriesische Silbermöve), Heinrich Hofmann (schwarze Rheinländer), Hermann Engel (weiße Leghorn) und Albert Ohly für weihe Zwergwyandotten. Als Richter (fungierte Herr May. Lang-Göns. Die Ausstellung bedeutet für den Verein einen großen Erfolg. O Riederkleen 3. Dez. Dor dem Gasthaus Ohly ereignete sich ein älnglückssall. Ein Personenkraftwa gen aus Westfalen überholte dort ein mit Kühen bespanntes Fuhrwerk, stieß aber im gleichen Augenblick mit einem Pferdefuhrwerk zus ammen, das aus einem Seitenweg in die Hauptstraße einbog. Der Kraftwagen wurde an der Karosserie schwer beschädigt, am Fuhrwerk brach die Deichsel. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden — Am gleichen Tage fuhr ein schwerbeladenec Lastkraftwagen mit Anhänger den „Schneiderberg“ hinab und geriet in sehr schnelle Fahrt, da die Bremse bereits in der gefährlichen Kurve versagte. Erst an der Kleebachbrücke kamen die Wagen zum Stehen nachdem zuvor der ins Schleudern geratene Anhänger das Sorge 6 ä u bc eines Anwohners schwer beschädigt hatte. Glücklicherweise kamen auch hier Menschen nicht zu Schaden Warnungszeichen sind an der gefährlichen abschüssigen Kurve durch die Provinzialstrahenbauverwaltung bis jetzt nicht angebracht worden Dillkreis. (t) Offenbach, 4. Dez. Hier versuchte ein Einbrecher zwischen 1 und 2 Tlhr der Gastwirtschaft und Metzgerei 3 a n s s e n einen Besuch abzustatten Es gelang ihm. unbemerkt durch das Küchenfenster einzusteigen, jedoch beging er dann die ülnvorsichtigkeit, sich des elektrischen Lichtes zu bedienen Dec auf den Hof fallende Lichtschein wurde sofort bemerkt, und Frau 3anssen, die die Ursache ergründen wollte, sah, wie der Einbrecher durch das Küchenfenster in den Hof sprang und 1 über den Gartenzaun entkam. Als sie dann langsam, seinen Arm in dem 1 ihren, durch verhältnismäßig ruhige Straßen ging, ward sie sich erst richtig bewußt, was geschehen war. Unb beide vertieften sich in die uralte Geschichte der Liebe, die sich immer wiederholt und doch jedem, der sie erlebt, ganz neu und extra für ihn erfunden scheint. Sie fuhren dann in einem Taxi an die Bahn, und in dem engen, kleinen Raume, der sie beide -doch völlig von der Mmtoelt abschloß, küßte Primo Duero die blonde Eva Hirtberg zum erstenmal. Und sie sann verworren, wie empfand sie die Küsse Primo Dueros doch so völlig anders als die des 3ugendfreundes. Primo ließ sie endlich frei. „3ch werde dich nun lange Zeit nicht sehen", klagte er. „Erst will ich nach Amsterdam und dann nach Hause, nach Barcelona, wo man mich auch erwartet. Wollen wir im Frühling heiraten, Eva, und wo? 3ch meine, es wäre am besten, du kommst so um die Weihnachtszeit herum nach Spanien, ich hole dich ab, und wir heiraten in deiner künftigen Heimat. Vorher aber schicke ich dir Gesellschaft. Du sollst nicht so allein sein. Möchtest du nicht Paquita Casanovas um dich haben? Sie ist immer vergnügt und würde sich sicher freuen, einmal für ein paar Wochen aus ihrem Alltagsleben herauszukommen.“ Eva dachte, es möchte wohl ganj nett fein, ein vergnügtes Menschenkind nahe zu haben, sonst verlor sie sich vielleicht zu sehr in Sentimentalitäten. Unb sie antwortete, da sie, wie sie ihm ja erzählt, in wenigen Tagen ihre Stellung aufgäbe, wäre sie froh, Gesellschaft in ihr ftille8 Häuschen zu bekommen. Auch mit allem anderen war sie einverstanden Wenn er von ihr verlangt hätte, sie sollte sich auf den Mond schießen lassen, er selbst würde dorthin nachkom- men, wäre sie auch einverstanden gewesen. 3hr erschien alles wie ein herrliches Märchen und so fern, so grenzenlos fern lag das, was mit Harrs Felsen zusammenhing. Sie versprachen sich, oft zu schreiben, und er sagte zärtlich: „Wie gern hätte ich nun einmal dein Heim angeschaut, aber ich muh fort, ich muß dieser üblen Prinzessin nachfahren. Doch um die Weihnachtszeit hole ich dich nach Barcelona. Dann werde ich ja dein Hcimatstädtchen und dein Heim kennenlernen Bis Weihnachten ist ja nicht mehr allzu lange hin, und schon von hier aus schreibe ich meinem Vertreter, er soll die kleine Paquita zur Reise ausrüsten Du erhältst dann von ihm ein Telegramm, warrn du sie erwarten darfst.“ Heute begleitete Primo Duero die blonde Eva bis an den Zug, und er küßte sie zum Abschied •-"•iq und lange. „Auf Wiedersehn, mein Lieb, bleibe gesund und freue dich wie ich auf unsere uutunft “ Plötzlich sagte er, sehr ernst werdend: „Der andere, ich meine Sennor Felsen wird dir doch hoffenllich keine Unannehmlichkeiten bereiten Soll ich mich nicht lieber mit ihm aussprechen?“ Eva wehrte ab. „Er wird mir wohl aus bem Wege gehen Darüber brauchst du keine Sekunde lang nachzudenken, Primo. Weiht ja, ich kannte ihn schon, als wir noch Kinder waren, wenn er auch einige 3ahre älter ist. Mit Leuten, die man eigentlich immer gekannt hat, wird man leicht fertig." Er nickte: „Du hast recht, glaube ich." Der Zugführer hielt, obwohl er sah, das Paar muhte sich immer wieder die Hände drücken, immer wieder einen schnellen Kuh geben, rücksichtslos an den ihm vorgeschriebenen Fahrplan fest, und so nahm auch der Abschied zwischen Eva Hirtberg und Primo Duero ein Ende. Der Zug fuhr hinein ins märkische Land und Primo Duero winkte noch einen Scheide grüß mit bem Taschentuch, dann verlieh er mit einem glücklichen Lächeln den Bahnhof. 15. „Ricolaas Sneek" stand über dem kleinen Laden eines alten Hauses der Hrereng achlt und darunter An- und Verkauf von Gold, Silber, Juwelen. Und noch weiter darunter: Pfänder werden hoch beließen. Vor diesem Laden stand Primo Duero und überlegte, ob er eintreten sollte. Er glaubte es wagen zu dürfen Er muhte damit rechnen, vielleicht die Montirossi oder Pieter van Muylen hier zu treffen. Beide würden ihn kaum erkennen, der Holländer hatte ihm an bem einzigen Qlbenb in der Pension gar keine Beachtung geschenkt und die Prinzessin noch viel weniger. Er wagte es also. Er wollte erst einmal hier sondieren, da anzunehmen war, die blauen Brillanten hatten von hier aus den Weg nach Berlin gemacht. Er trat ein und befand sich in einem halbdunklen Raum mit einem Verkoufstisch und einem sehr alten Schreibpult. Die hinteren Räume waren durch einen verschossenen grünen Vorhang völlig und fast betont von dem Ladenraum getrennt. Als Primo Duero die Tür geöffnet hatte, erhob eine Glocke ein abscheulich grelles Gezeter, aber es dauerte ein Weilchen, bis sich der grüne Vorhang bewegte und ein älterer Mann in grauem Kittel und einer Hornbrille auf der kräftigen Rase sich dahinter vorschob. Aber dec Vorhang bewegte sich noch einmal, unb ein Mann erschien, dessen Aussehen von einer ülnheimttchkeit ohnegleichen war. Er war fast zwei Meter hoch und sein breites, vulgäres Gesicht war abnorm häßlich durch bie platte Rase und bas Fehlen des rechten Auges. Er sah aus, als könne er mit drei Menschen zugleich Ball spielen, mit ihnen jonglieren Ec rückte dem Besucher einen Stuhl zurecht unb verschwand bann wieder hinter dem Vorhang, von dem bei der Berührung ein feiner Staub aufwirbelte. Primo Duero konnte kein Holländisch, nur einige Worte. Auf diesen Besuch hatte er sich leiblich vorbereitet mit Hilfe eines Wörter Küchleins Spanisch-Holländisch, bas er in einer Buchhandlung bet Kalverstraat entdeckt. Primo Duero sagte, indem seine Augen noch immer an dem Vorhang hingen, der leise zitterte vor Grauen vor dem Monstrum, bas eben unter ihm hindurchgegangen: „3ch möchte ein Schmuckstück kaufen als Geschenk für meine Braut. Die 3uweliere sind so teuer, man kauft billiger in den Pfanbleihgeschäften" Es klang natürlich sehr abgehackt und sehr gebrochen, aber Ricolaas Sneek verstand, um was es sich handelte. Er pfiff leise in einem bestimmten Rhythmus. Eine Minute später erschauerte der Vorhang wieder, und ber Zyklop stand abermals im Laben, stellte ein paar flache Kästen auf den Verkaufs- ttsch und zog sich bann bis dicht an den Vorhang zurück. Dort blieb er stehen wie ein Steinbild. Primo begriff, dieser Riese war der persönliche Schutz des alten Pfandleihers Ricolaas Sneek. Vor lleberfällen brauchte er in der Gesellschaft bestimmt keine Angst zu haben Vor Primo Duero funkelten 3utoelen auf. 3n die Form von Ringen, Broschen und Ohrgehänge gebannt, oder in die von Armbändern und Schnallen Primo Duero hatte sich den Besuch hier etwas anbers vorgestellt, ihn störte vor allem der Riese, der sich nicht von ber Stelle rührte, ihn nur manchmal mit dem einen Auge fast wohlwollend anblickte. „3ch mochte etwas ganz Apartes", radebrechte Primo- Duero. „Es kommt dann auch nicht so genau auf den Preis an." Der Vorhang geriet in leichte Schwingungen. Primo Duero dachte, es müßte jemand dicht dahinter stehen. Gleich darauf teilte sich der Vorhang und sie, um derentwillen er nach Amsterdam gefahren, stand vor ihm, in einem einfachen, aber die teure Schneiderin verratenden Kleid. Sie neigte ben Kopf ein wenig, sagte aus Holländisch jehr schnell etwas zu dem Alten Primo Duero verstand keine Silbe. Der Pfandleiher zog nur die Brauen hoch. Das schien bei ihm „Rein" zu heißen. Anscheinend war die Tochter mit dem Bescheid nicht zufrieden Sie sprach lebhaft auf den Vater ein, der als einzige Antwort die Brauen nur noch höher zog. Die Montirossi wandte sich jetzt an den Kunden und sprach ihn auf französisch an. „Vielleicht können wir uns in der Sprache besser verstänbigen, Monsieur. 3ch weih nicht, welcher Ratton Sie angehörcn aber Sic sind Romane, wenn ich nicht sehr irre. Entweder Franzose, Spanier oder 3taliener." (Fortsetzung folgt). Dereinrwettlamps Seuchr>heim-Großen'!inden-Krosdors. Die Turnvereine Heuchelheim, Großen-Lindcn und Krofdorf haben zur Hebung und Förderung des ®crdteturnen8 einen Vereinswett- kampf eingeführt, der als Schauturnen erstmalig kommenden Sonntag in der Turnhalle zu Heuchelheim stattfindet. Jeder Verein tritt hierzu mit einer Zehner-Mannschaft an. und zwar zwei Altersturner, vier aktive Turner, zwei Zugendturner und zwei Turnerinnen. Geturnt wird an Reck, Darren und Pferd je eine Kürübung und eine Freiübung. Da« Kunstturnen wird geleitet von dem Gauoberturnwarl Will, Gießen. Sport der Universität Gießen. Waldlauf. Am Mittwoch führte die .Universität ihren jährlichen Waldlauf durch. An Korporationen nahmen teil: Burschenschaft Frankonia, Akad. Turnvcrbindung Rhcinfranken und Verein Deutscher Studenten. Die Beteiligung der Freistuden- ten ließ sehr zu wünschen übrig. Aus der Schar der Läufer schütte sich bald eine Spitzengruppe heraus, die sich aber gegen das Ziel hin auseinanderzog. 3m Einzellauf für Gruppe A war cs ein ziemlich überlegener Sieg von Th. V a u - b e [ und W. Hartmann, beide ATV. Rheinfranken. Sie gingen in totem Rennen durchs Ziel. Als zweiter folgte Muth, DDSt., der damit erster Sieger der Gruppe B wurde. Der 2. Sieg der Gruppe A fiel wiederum zwei Rheinfranken zu, Fritz Frey und W. R h e i n h a r d , die ebenfalls zu gleicher Zeit einliefen. Als 3. Sieger der Gruppe A folgte sodann Pflie - ger, Frankonia. Rach der Reihenfolge des Einzellaufs wurde der Mannschaftssieg berechnet. 3n der Gruppe A fiel der 1. Sieg der ATV. Rheinfranken zu, und in der Gruppe B der Mannschaft der Burschenschaft Frankonia. Rachfolgend die Siegerlisle. Gruppe A, E i n z e l l a u f : 1. Theo Vaubel, gemeinsam mit Wilh. Hartmann, beide ATV. Rheinfranlen: 2. Fritz Frey gemeinsam mit Wilhelm Reinhard, beide ATV. Rheinfranken: 3. Pflieger, Burschenschaft Frankonia: 4. K. Enßlin, ATV. Rheinfranlen: 5. Erb, Freistudent. Mannschaftslauf: 1. ATV. Rheinfranken: 2. Burschenschaft Frankonia. Gruppe B, Einzellauf: 1. Muth, DDSt.: 2. Schäfer, Burschenschaft Frankonia: 3. Ploch, Burschenschaft Frankonia: 4. Dingeldey, Burschenschaft Frankonia: 5. Eberhard, VDSt. Mannschaftslauf: 1. Burschenschaft Frankonia: 2. Verein Deutscher Studenten. Nationales Tanzturnier in Gießen. Für dos nationale Tanz-Turnier am Sonntag im Saale des Gescllschaftsvercins hat das Turnieramt des Rcichsvcroandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes, so schreibt man uns, die Turnierleitung Herrn A. P. Hartmann-Emersen, dem Gauleiter des Maingaues, übertragen, und die Herren Giulini, Bad Homburg. Dr. E. Schir- Slls abjchließendec. und größtes sportliches Ereignis wird im „Jahr des Pferdes" am 6. Dezember 1930 eine Reichs-Reiterstafette geritten, an der sich alle Neitervercinigungen Deutschlands beteiliget. Es sind s-'chs große Stasettenarme mit verschiedenen Zubringerstafettcn gebildet (siehe Skizze), und zwar senden hierbei Botschaften: 1. Der badische Verband und die Stadt Lörrach wer und Th. Bäullc. Gießen, für das Oberste Schiedsgericht bestimmt. Die Beteiligung an diesem Tanz-Turnier hoben zugesagt: der Schwarz- Gold-Klub Kassel, der Schwor,-Weiß-Klub Berlin, der Boston-Klub Düsseldorf, der Rot-Weiß- Klub Dad-Rauhcnn. der Blau-Weiß-Klub Bad Homburg und auch der junge Rot-Weiß Gießen werden ihre besten Paare entsenden. Die derzeitigen Inhaber der Westdeutschen Meisterschaft haben ihren Start zugesagt. Zugclassene Startklassen lind: Sondcr-A-Klasse. B-Klafse, C» KlaNe und Gästeklasse. In der Gästeklasse können Paar: starten, die nicht einem Derbandsklub angehören. an die Stadt Flensburg. 2. Die Stadt Saarbrücken und die Psalz an die Städte Lyck und Tilsit. 3. Die Stadt Gleiwitz an die Stadt Flensburg. Der Reiterverband Oberschlesien an den Reiterbund Nordmark. Unterwegs werden von Organisationen und Städten noch Botschaften an die Stafettenstäbc einDie große Deutsche Reichs-Reiterstasette. Von Or. Kranz, Gießen. Gumbinnt'. \Kid. ’o/p JJehen Dortmund Halle. Gera Horb ‘Koblenz sZ /essen . u Frankfurt0 M. J ö Darmstadt Worms \ Freiburg . <"V. urnberg*. 7 München gefügt. Es wird Tag und Nacht geritten. Die gesamte Reichs-Rciterstofctte dauert sechs Tage und endigt mit ihrem weitesten Reiter am 12. Dezember, nachts 2.30 Uhr, in Ostpreußen Der Landesverband der Reit- und §ahr- Vereinigungen des Volksstaates Hessen ist in folgender'Weise beteiligt: Der Slafettenarnl I Va beginnt am 6. Dezember in Saarbrücken und Zweibrücken (Pfalz). Die Sta fette ivird an diesem Tage 17.30 Uhr von dem westlichsten hessischen Reiterverein in Alzey übernommen und über die große Rheinbrücke bei Worms durch das sog. Ried nach Darmstadt gebracht. Von Darmstadt geht cs weiter nach Offenbach—Vilbel- Friedberg—.ßlein-Linden—Wetzlar. Dort wird die Stafette am 7. Dezember, vormittags 9.30 Uhr ein- treffen und am Ostausgang von Wetzlar dem ersten Reiter des hessen-nasfauifchen Verbandes übergeben. Ein Sondergruß der Provinz Ober- Hessen an die Stadt Tilsit wird von Schlitz über Alsfeld, Großen-Bnseck nach Klein-Linden gebracht und dort der Hauptstafette Via übergeben. Hieran be teiligen sich die Reitervereine Schlitz, Alsfeld, Grun- berq, Rabenau und Gießen. Der Reit- und Fahrklub Gießen wird sich in den Rahmen des groaaufgezogenen Unternehmens folgendermaßen einreihen: Zunächst wird die von Schlitz kommende Seitenstafette am Sonntag. 7. Dezember. 8.25 Ahr. an der Perfiluhr (Kreuzung Moltkestraße—Kaiserollee) übernommen und noch Klein-Linden gebracht. An der Straßengabelung Klein-Linden-Wetzlar über- nehmen die Gießener Reiter 8.40 Ahr die große Hauptstasette IVa (Saarbrücken Tilsit) und übergeben sie 9.30 Ahr am Ostausgang von Wetzlar den ersten hessen-nassauischen Reitern. Die Zeit vom 6. bis 12. Dezember, in der Tag und Rocht insgesamt etwa 50 000 deutsche Reiter auf deutschen Pferden im Sattel sitzen werden, ist für Pferd. Pferdezucht und Reiten im „3a5r teS Pferdes" von ganz besonderer Bedeutung Der Zweck des AnternehmenS wird erfüllt, wenn es gelingt, auch in der breitesten Oeffentlichkeit Interesse und Liebe zum Pferd und zum edlen und ritterlichen Reitsport zu wecken. Aeber den weiteren Verlauf der Reichsstafette wird in den kommenden Tagen berichtet. Taten für ramotag, «. Dezember. Sonnenaufgang 7.48 Uhr, Sonnenuntergang 15.53 Uhr. — Mondaufgang 15.43 Uhr, Monduntergang 8.45 Uhr. 1834: Freiherr von Lützow, der Führer der Frc, schar 1812/13, gestorben, — 1869: der Romanschriftsteller Rudolf Hertzog in Barmen geboren. Rote Hände oder brennend rotes Gesicht wirken unfein. ®n wirksames Mittel dagegen ist die kühlende, reiz- mildernde und schneelg-weitze Creme Leodor, auch als herrlich duftende Puderunterlage vorzügllch geeignet. 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Gleichzeitig wurde der in der Bähe gelegene Basaltsteinbruch bei Gutenacker wieder eröffnet, wobei ebenfalls eine Anzahl Erwerbsloser untergebracht wird. e Aegy p tische r Bauauftrag für Krupp. Bach einer Reutermeldung aus Kairo verlautet von gut unterrichteter Seite, daß die ägyptische Regierung dem Angebot der Firma Krupp, die Benha-Brücke für 173 000 ägyptische Pfund zu bauen, den Zuschlag erteilt hat. * Mißstände bet den Vereinigten Elektrizitäts-Werken Westfalen in Dortmund. Der Llufsichtsrat der Vereinigten Elektrizitätswerke in Dortmund beschäftigte sich gestern mit den Vorwürfen, die gegen die beiden Generaldirektoren Dr. Krone und Dr. Fischer erhoben worden sind. Wie verlautet, haben sich durch riesige Fehlspekulationen der beiden General- direktoren und durch unwirtschaftliche Geschäftsführung Verluste ergeben, aus denen die außerordentlich schlechte Finanzlage der VEW. resultieren soll. Bei den Spekulationsgeschäften soll es sich um Beträge von mehreren Millionen handeln, von denen insgesamt 1,2 Millionen RM. als verloren zu betrachten seien. Die Geschäfte wurden z. T. auf eigenen Namen, z. T. für Rechnung der VEW. durch eine Berliner Bank ausgeführt. Bei der Errichtung von zwei Dillen für die beiden Generaldirektoren sollen diese Darlehen vom Aufsichtsrat zu stark verbilligtem Zinsfuß erhalten und schließlich die Bausumme auf über 500 000 und über 700 000 RM. haben anwachsen lassen. Zur Zeit unterliegen die Verhältnisse einer eingehenden Prüfung durch beteiligte Banken. Die beiden Generaldirektoren sollen vorläufig zur Disposition gestellt worden fein. Wie von unterrichteter Seite weiter verlautet, vermutet man, daß sich im Laufe der Untersuchungen die Summen, mit denen die beiden Generaldirektoren gearbeitet haben, noch um ein Mehrfaches erhöhen und die Verluste sich entsprechend höherstellen werden. • Detriebsgemeinschaft VEW. mit REW. Dcr Berwaltungsausschuh der Westfälischen Elekir zitätswirtfchafts-G. m. b. H., die sämtliche Aktien der Bereinigten Elektrizitätswerke Westfalen A.-G. besitzt, genehmigte gestern eine Detriebsgemeinschaft mit den Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerken, A.-G., Essen, die mit dem 1. Januar 1931 beginnen soll. Die Reuregelung bedarf noch der Zustimmung des Aufsichtsrates der BEW. und der Organe der REW. Diese Detriebsgemeinschaft sichert dem DEW. eine vom REW. garantierte Dividende, die in einem vertraglich festgelegten Verhältnis zur jeweiligen REW.-Dividende (zunächst 35:63, nach 50 Jahren 40:60) steht. Daneben ist ein späterer Austausch der nom. 40 Mill. Mk. REW.- Jnhabcraktien in Aussicht genommen. • Wieder 20 Prozent Dividende bei der Lchofferhof - Dinding-Bürger- b r a u e r e i A G. .Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat der Ge'eilschaft hat in seiner gestrigen Bilanzfihung beschlossen, für das Geschäftsjahr 1929/30 der Generalver, ammlung die Verteilung einer Dividende von wieder 20 Prozent (wie im Borjahre) vorzufchlagen. Die Generalversammlung soll um die Mitte des Monats Januar 1931 abgehalten werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. TZ., 5. Dez. Tendenz: geschäftslos. — An der heutigen Börse hielt die U n s i ch e r- h e i t im Hinblick auf die morgen stattfindenden entscheidenden Abstimmungen im Reichstage an. Auch der Sturz des Kabinetts Tardieu trug zur Verstimmung bei, da man im Zusammenhang damit Rückgänge an den Auslandbörsen befürchtet. Das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen, zumal Auslandaufträge nicht Vorlagen. Die Spekulation zeigte keine Neigung, Neuengagemepts vorzunehmen, vielmehr nahm fie eher weiter kleine Abgaben vor, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse überwiegend kleine Kursrückgänge zu verzeichnen waren. Da jedoch das Angebot nicht dringend war, hielten sich die Verluste in kleinem Rahmen. Am Montanmarkt waren Rheinstahl mit minus 2,25 d. H. stärker angeboten. Am Elektromarkt waren Chadeaktien 4 Mk. niedriger, Siemens, Rheag und Schuckert verloren bis 1,5 o.H.. AEG. konnten sich etwa behaupten. Am Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben und Scheideanftalt je 1 v. H. niedriger. Am Bauunternehmungsmarkt waren ebenfalls Verluste bis zu 1,5 v. H. festzustel- len. Zellstoffpapiere waren ebenfalls angeboten und dis zirka 1 v. H. abgeschwächt. Von Bankaktien waren Barmer Bank behauptet. Im übrigen waren aud) hier kleine Verluste in der Ueberzahl. Amtliche Notierungen kamen nur mit größeren Unterbrechungen zustande. Am Anleihemarkt war das Geschäft minimal. Von deutschen Anleihen waren Schutzgebiete behauptet. Von Ausländern lagen Rumänen angeboten und schwächer. Im Verlaufe nahm die Kulisse weiter Deckungen vor, so daß sich die anfangs stärker gedrückten Papiere um Bruchteile eines Prozentes erholen konnten. Das Geschäft war jedoch infolge des herrschenden Ordermangels weiterhin sehr still. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 o. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,36, London gegen Kabel 4.8560, gegen Paris 123,56, gegen Mailand 92,6650, gegen Madrid 43,70, gegen Schweiz 25,0613, gegen Holland 12,0660. Berliner Börse. Berlin, 5. Dez. Die abwartende Haltung des Dormittagsverkehrs löste zu Deginn der heutigen Dörse eine allg nie'.ne Abschwächung aus. Ziemlich überrascheno war nämlich auf einigen Märkten etwas Auslandangebot festzustellen. Man hatte Befürchtungen hinsichtlich der inneren Politik und im Hinblick auf die Folgen der französischen Krise. Reben diesen ungünstigen Momenten verstimmte das Dementi des Schatzamtes in Washington zu der gestern gemeldeten Rede Owen D. Poungs und der stärkere Rückgang des Kaliabsahes im Rovember. Aus Grund der letztgenannten Tatsache lagen besonders Kaliwerte im Angebot und verloren bis 5,6 Prozent. Aber auch sonst waren Abschwächungen bis zu 3 Prozent keine Seltenheit, und bei Papieren wie Hamburg-Süd, Reichsbank, Rheinische Braunkohlen, Dessauer Gas und Julius Derger gingen die Verluste darüber hinaus bis zu 5 Prozent. Zu den sogenannten Ausland- werten konnten Svenska um 5 Mk. anziehen. Auch Thüringer Gas lagen 15 Prozent fester. Jrn allgemeinen waren die llmfätje aber sehr gering, und die herrschende Gefchästslosigkeit trug außerordentlich zu der schwächeren Dörsenstirn- mung bei. Anleihen lagen zunächst ziemlich gehalten. Ausländer still. Lissaboner Stadtanleihe fielen durch Plus-Plus-Zeichen auf; man taxierte den Kurs etwa 14 Prozent höher. Türkische Renten neigten dagegen zur Schwäche. Auch die Ungarische Gol^rente verloren 0,4 Prozent. Der Pfandbriefmarkt war vernachlässigt. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,5 Prozent schwächer. An diesem Markte spiegelt sich immer am deutlichsten und am schnellsten die Ansicht der Börse hinsichtlich der innerpolitischen Situation wider. Der Geldmarkt lag heute kaum verändert. Tagesgeld stellte sich auf 5,75 bis 7,75 Prozent; Monatsgeld auf 6,5 bis 8,5 Prozent und Warenwechsel aus 5,5 Prozent. Auch nach den ersten Kursen war das Geschäft gering; die Tendenz war aber nicht ganz einheitlich. Die anfangs stärker gedrückten Werte lagen um Bruchteile eines Prozentes erholt. Der fünfprozentige Rückgang der Rheinischen Braunkohlen zu Deginn der heutigen Börse wurde zunächst mit dem Abblasen des englischen Dergarbeiterstreiks begründet, dürfte aber eher auf den Artikel einer Fachzeitung zurückzu'ühren fein, die sich heute früh in längeren Ausführungen mit den Rheinischen Braunkohlen und der Harpener-Transaktion befaßten. Srieffaften öer Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) I. P. 100. Eine angestellte Lehrerin, die sich verheiratet, verliert ihren Anspruch auf Pension, und zwar auch bann, wenn sie sich mit einem Staatsangestellten (Beamten) verheiratet. Ob sie in Preußen im Falle ihrer Verheiratung einen Abfindungsanspruch hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Sie werden hierüber von der Kreisschulbehörde Marburg Auskunft erhalten. G. Sch.. 20jähr;ger Abonnent. S.e können auf Grund der Vereinbarung, die von Ihnen durch Zeugen oder Zuschiebung eines Eides zu beweisen ist, den Gegner auf Zahlung entgangenen Gewinns verklagen. Es empfiehlt sich die Zuziehung eines Rechtsanwalts. Der einzuklagende Betrag kann von uns ohne weitere Unterlagen nicht geschätzt werden. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 280. 5 3 8 6 4 2 1 a b g h 7 6 5 4 3 2 d e Weih. ß h von 5. Leites. Schwarz, a h c d e MI MH Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß 11 Steine: Kh8; Lc5, g8; Se6; Ba4, c2, d2. e4, f3, f4, g6. Schwarz 8 Steine: Kc4; Ta8; Lf6; Sb8, cl; Ba7, c6, g7. Partie Nr. 209. Die nachstehende Partie wurde in der 3. Runde des Frankfurter Meisterturniers gespielt. 5. c2 - e3 Auch e4 kommt in Frage. 5.b7-b5 5.... 6. Lc8-b7 6. . .. Hier sollte e6 geschehen und nach 7. Df3, Db6 8. 7.b5-b4 Auf 7...., cxb3 wäre Dxb3 unangenehm. wie a4. Lb7 usw. 7.b2-b3 8 Li 1 xc4 9 Sc3-a4 10. f2- f4 11. Ddl -f3 15 Hxeö 16. Kg8-h8 17.Td8-e8 18 Tf8xf7 19.Lb7-d5! 15.... 16 Dh3xe6+ 17. De6xe7 18. Se5-I7 + 19. De7xf7 15. Lc4xe6? Dieses Op'er ist nicht korrekt, Schwarz sehr fein nachweist. 12. Df3-h3 13 0-0 14. Lei — b2 8. e7 - e6 9.Sb8-d7 10.Lf8-e7 11. Dd8-c7 12.U-0 13. c6-c5 14. Ta8-d8 1. d2-d4 2. c2 — c4 3.Sgl - f3 4. Sbl — c3 Abgelehntes Damengambit. Weih: Kashdan-Amerika. Schwarz: Ptrc-Jugoslawien. I.d7-d5 2. c7-c6 3 Sg8-f6 4. d5xc4 11...., 0-0 ging nicht, wegen 12. Sxc6. 6 Sf3-e5 Sonst geschieht hier 6. a4, b4 7. Sa2 mit gleichem Spiele. Kafhdan hatte bei seinem Opfer wohl diesen Zug nicht mitgerechnet. 20. Df7xe8+ 20. Sf6xe8 21.d4xc5 21. Se8-f6 22. Lb2-d4 22 Dc7-c6 Weih hat wohl 2 Türme und 3 Bauern für Dame und Springer, was ungefähr als gleich zu bewerten, aber hier sind die Türme deplaciert und die Bauern gestoppt, wodurch der Gewinn für Weih nur eine Stage der Zeit fein follte. 23. Tri —12 24. Tf2 —c2 25. Tal —el 26. Tc2-d2 27. Ld4-b2 28. Tel —e2 29. Lb2-d4 30. Sa4-b2 31.Sb2-c4 23 Sf6-e4 24. Se4-d6 25. Ld5 —e4 26. Sd6-f5 27 Dc6-g6 28 Dg6-f7 29. h7-h5 30. Sf5-h4 31.Df7-g6 32. Kgl-hl 32 Sh4-f5? Schwarz hat bisher sehr gut manövriert, aber hier konnte er einfach durch 32 ..Lf3 ' entscheiden, da Dbl-p oder Lxe2 oder Lxg2+ nicht zu vermeiden war. 33.Sc4-d6! 34. c5xd6 35. h2-h3 36. Khl-gl 37. Ld4 - b2 38 Te2-el 39. Tel — e2 40. Te2-f2 41. Lb2 — d4 42 Ld4 - b2 43. Tt2 — f 1 44. Lb2-d4 45. Tfl-f2 46. Tf2 —e2 47. Kgl - h2 48 Td2-b2 49. Tb2-d2 50. Te2-el 51. Tel -e2 52 Ld4-b2 33. Sf5xd6 34 h5-h4 35. a7-a5 36 KhS-gS 37 KgS-H 38 Dg6-g3 3U Le4-f3 40. Lf3-e4 41. Dg3 - g6 42 Dg6-f5 43. Le4 —c6 44. g7 -g6 45. Ki7-e6 46 Df5-e4 47. De4- bl 48 Dbl-f5 49. Df5 —e4 50. De4-f5 51. Lc6-d5 52. Sd7-c5 ______ __ 53 g6-g5 Einfacher und besser war der natürliche Zug 53.. Sd3. 54. Td2-d4 54.g5-g4 55. h3xg4 55.015-bl? Dies geschah in Zeitnot, 55 . .Dxg4 konnte ungefährdet geschehen. 56 e3 —e4! 56. Ld5 —c6 Falls 56..Lxe4 so 57. d7! usw. 57."ld4-c4 57. Dbl-d3 Schwarz hat die Partie auf leichtsinnige Art verscherzt und muß nun froh sein, wenn er Remis halten kann. 58 Tc4xc5 58. Dd3xe2 59 De2-e3 Remis, da das ewige Schach durch 0g3 nebst Del nicht zu vermeiden ist. Lösung des Problems Ar. 277. Don R. Prhh. 1.8dl—e3! usw. x Aus dcr Schachwelt. Ku.-z nach Beendigung des Frankfurter Schach- kon^.ejses fand in Raab (Györ) in Ungarn ein internationales Turnier mit zehn Teilnehmern statt, aus welchem I. Kashdan, Reuyork, mit 8*/2 Punkten als Sieger hervorging. 2. wurde H. Steiner, Reuyork, +5*A; 3. bis 4. Houlinger und Klein, Wien, +5; 5. Boros (Ungarn) -s- 4'/r- Oie Narrenkappe. Splitter und Spqrren vom RebaktionStisch. Slezak. Die Wiener Aerzte verfügen über ein ausgezeichnetes Orchester. Von Zeit zu Zeit läßt es sich in der Öffentlichkeit hören. Wieder war ein solches Konzert angekündigt. Der berühmte Kammersänger Leo Slezak wird von einem seiner Freunde gefragt: „Gehst du nicht hin?" „Nein." „Solltest du aber. Sie spielen eine Uraufführung, eine —" „Was ist das für ein Gerede: solltest du aber?" dröhnte Leo. „Ich werd' mir doch kein Aerzteorchester anhören! Ich laß mir meinen Blinddarm doch auch nicht von den Philharmonikern herausschneiden." Die Tür. Maskes — in Rom — besuchen dies und das. Auch das Pantheon. „l)iefe Tür", erklärt der Führer, „ist sehr alt. Sie stammt aus der Zeit 78 vor Christo und ist noch tadellos erhalten." Da stupst Maske feine Frau: „Siehste, Hörste, und die Tür von deinem Kleiderschrank, den ich dir vor zehn Jahren gekauft habe, wie sieht die schon aus?" Letzte Nachrichten. Oie Demission Bredis genehmigt. Berlin, 5. De;. (2DIB. Drahlmeldung.) Der Reichspräsident hat das Rücktritts, g e f u ch des Relchsjustizministcrs Prof. Dr. B r e ö I genehmigt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe bet zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbonkdiskont 5 o H.» Lombardzinsfuß 6 o H. ttranffurt a. Dl. «Berlin Frankfurt a. Ui Berlin träiiuS* Iue4 1-tlhr» STur' Schluß- tur- ülnfd g- flur# Schluß-, t-Uhr- rure ftur« Schluß-, turS | Ansang- Äurt Datum 4 12 5 12 4 12 5 12 Volum 4. 12 5 12. 4 12. 5 12 6% Deutsche Reich«anleihe von 1927 ... 7% Deutjche Reichsanieihe von 1929 Deuts Nie flnl.-SIblöl.-Gcbum mil «uslos.-Rechten • - Desgl. obne SuSlos.-Rechte . 8% Hel«. Solfiilaal von 1929 (rtcftabib 102%) • vberheilen Provinz - Anleihe mil Auelol-Rechten tcuildie Komm. (sammelabL Anleihe Serie 1 . . 8% Rran!|. 0nv.-Bmik Solbyfe XIII unkündbar bi; 19M 7% ftrantf. Hyp.-Bank Soldvle unkündbar bis 1932 *¥,% Rbcinilche Hnv.'Bauk Liou. Golvpse. 8% Pr. LanveSptankbriesanstalt, Pfandbriefe R. > 9 8% Pr Landes rnandbriesanstaU, Romm.-Cbl. di. 20. 7% Pr. SanbCx-iiianDbriefanRalt, Pfandbriefe R 83 U.E.G abg. Bor.nega-Obligaüo- oen. nidiablbai 1932 4% OeNerrnchtsche Goldrente - 4,20% Oesterreichilche Silberrente 4% Leklerreichilcke Einheitliche Rente 4% Ungarilche ©otorente - • - ■ 4% Ungarilche Staotsrente v. 1910 *¥i% Desfll. von 1913 4% Ungarische Kronenrente 4% Türkiiche Zollanleibe von 1911 4% Türkiiche Bagdadbahn-Anl Serie 1 4% beSgl. Serie N 5% Rumänische vereinü. Rente von 1903 4%% Rumänische vereinb Rente von 1013 . 1% Rumänische vereinh. Rente - 86,5 98,2 51,7 6,05 88,5 50 49,25 98,5 92,25 86,25 100 97 97 95 26,25 22,9 17,5 1,55 3 3,1 8,13 12,9 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 II 1 II 86,65 98,5 51,6 5,9 88,5 50 100 97 97 26,5 2,5 1,45 22,9 17,9 1,55 3,05 3,05 3,05 8,25 12,75 6,7 51,6 5,9 26,4 22,6 2,95 2,95 8,1 12,5 6,55 t>owvurg-Amerito Rate« ... 7 Homburg-Südam. DamPfschlss 6 Honia Dampsschisl ... 10 Rorbveulicher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Creditaust. 10 Barmer Bankverein ... 10 Berliner Handelsgesellschaft 12 Commerz- und Prioar-Bank. 11 Tarmiiädler und Nationalöank 12 Deutsche Bank und Tisconlo-GescUichast, ... 10 Dresdner Baal ...... 10 Reichsdank........12 A.S.©............6 Bergmann.........9 chlektr. Lieferungrgelelllchatt. 10 Licht und Ural! ..... 10 ffeltcn & Guilleaume . . . 7ft Gesell,chait für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EleltrizitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Lchlciiiche Elektrizität. ... 10 ediuden & (So. ...... 11 2 lernen» & Halske . • • • • 16 Lransraoio ..•••••. 6 vabmroetS 6e.. ..... 1< Buderus.....•••••£ Deutsche Erdöl . ...... 6 Eiirner Steinkohle ...... 8 ......................8 Harvener - ....... 0 Hoeick Eisen. . ...... 6H 3> tur< | Bnlang- Rurei Datum 4 12 5 12 4 12 5 12 Bereinigte Stahlwerke . Otavt Minen ... Kaliwerke Aschersleben . Saliwerke Westeregeln . . Kaliwerke Salzdetfurth . . Z. S. ssarben.Industüe. . Donamit Nobel ..... Scheideanstalt...... Goldschmidt ...... RütgerSwerke ...... MetallgeieUsckaft. .... Phittvv Hohmann .... Zementwerk Heidelberg . Eementwerk Sarlftadt. . . Wavß S RtEOtag .... Schulthets Patzeuhsfer . . Ostwerke...... . Aku ......... Bem berg........ Zellstoff Saldbof . . . Zellstoll Aichaffenburg . . Charlottenburger Waller . Deiiauer 0»aS ... Daimler Motoren .... Teuklche Linoleum ... Maschinenbau S.-S. ... Rat. Automobil .... Orenstein & Kovvel ... Leonhard Tietz ..... Svenska • • • • • klrankfurter MMchine» . • Gritzner . . . . • • • Hevligenstaedt . • • • • Junghans ...... Lechwerke........ Mamkraltwerke Höchst a. M. viiag ..... Gebt. Roeder . . . . • • GLbdeuvche Zuzler • . . '16'/. . 10 . 10 . 15 . 12 . . 6 . . 9 . . 6 . . 6 . . 8 . . 7 . 10 . 10 . . 8 . 15 . 12 . 18 . 14 13'/. . 12 . . 8 . . 9 • . 0 • . 0 • . o . . 6 . 10 . . 4 • . 6 . . 0 • . 6 . . 8 . . 8 . 10 . 10 • . s • 10 65 154 156 235,75 133,25 = 43 47 83 74 65 66,5 25,25 108,5 115 2821 13 25,25 30,5 79,75 83 150 136 | | | | | | | | | | | | 1 1 1 "1 1 1 1 131 1 1 ^1^1 1 I 1S।£ 1 1 1 1 1 65,65 34,25 153 155 238,13 134,5 63,5 43,5 47,25 84 74 50 174 139,5 65 66,5 104 73,75 83 113,75 25,5 103 32,75 115,75 279 12,25 25,65 31 62,75 150 136 64,6 33,5 150,5 153 232,5 132,25 43,25 46,9 72 173,25 63.4 64.75 103,5 81,5 110.5 25,13 107,25 32,25 44,25 114.25 284 30 Banknoten. Äerlin, 4. O ;ember <Äd5 Bries Smerikani'stie Noten..... 4,182 4,202 velgllüie Noten ....... 58.18 58,42 Dänische Noten ....... 111,73 112,17 Englische Noten ........ 20,322 20,402 Französische Noten ....... 16,44 16,50 Holländische Noten ....... 168,26 168.94 Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling 21,89 21,97 111,73 112,17 58,83 59,07 Rumänische Noten....... 2,477 2,497 Schwedische Noten....... 112,15 112,59 Schweizer Noten ........ 81,00 81,32 Spanische Noten........ 46,56 46,74 Dchechoslowakilche Noten..... Ungorilcbe Noten ...... 12,38 73,02 12,44 73,32 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 4. Dczember 5 Dezember ■ämtiiiB. Geld no'-erung Seit -aMUcki Geld "o»rrung 8ru ütmfL- 'Jtott. 168,58 168,92 168,59 168,93 Bu'n-AtrcS 1,436 1,440 1,432 1,436 Brff'Äntw. 58,42 58,54 58,435 58,455 Gbrii'tianta. 112,00 112,22 112,00 112,22 stopenbag.n 112,02 112,24 112,02 112,24 Stockholm . 112,38 112,60 112,37 112,59 Heiltnaiors. 10,541 10,561 10,541 10,561 Italien. . . 21,95 21,99 21,95 21,99 London. . . 20.34 20,38 20,337 20,377 '/Zent)ort . . 4,189 4,197 4,189 4,197 Paris. ■ . - 16,459 16,499 16,46 16.50 Schweiz . . 81,135 81,295 81.145 81.305 Sva üa ■ 46,80 46,90 44.60 44,70 Fapan . . . 2,078 2,082 2,076 2.080 •Kto de Jan 0,409 0,411 0,398 0.400 Dien in D-- Ceft. abgest 58,95 59,07 58,955 59,075 Pr°g . . . 12,424 12,444 12,425 12,445 Bel irad . . 7,409 7,423 7,409 7,423 Snbcp.’ft . . 73,25 73,39 73.23 73,3/ Bnl arirn 3,037 3,043 3,036 3,042 Lissabon . 18,80 18,84 18.81 18,85 Danzig. . 81,32 81,48 81.32 81,85 Ronft nttn. 1,784 1.789 1 ,784 1,789 Btden. . 5,427 5,437 5,427 5,437 Canada 4,189 4,197 4.189 4,197 llru ucnr. 3,277 3,283 3,267 3,273 Cairo .. 20,86 20,90 20,86 20,90 Unser großer Für einen unverbindlichen Besuch unseres Weihnachts-Verkauf Hauses sind wir dankbar, um immer wieder aufs neue unsere Leistungsfähigkeit unter unter dem Zeichen des Preisabbaues beginnt heute Beweis zu stellen Unsere Auslagen geben allerd’ngs nur eine kleine Probe, in bezug auf Preis, Qualität und Auswahl 8159 A Ser große WeihnaWverkaus hat begonnen! 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