Nr. 155 Erster Blatt 180. Jahrgang Samstag, 5. Juli 1050 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Beiugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse nnterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vniS und Verlag: vrühl'sche UntversilSlr-vuch- und Steindruckerei L Lange in Stehen. Schrtftlettung und Seschästrftelle: Zchulfttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/. mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Or.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Sturmzeichen. Ist es die Temperatur von 35 Grad Celsius im Schatten, die jeden Kampfeseifer lähmt, ist es der bis ii^ die Berliner Reichstagscouloirs überschau- mende Jubel über die Befreiung der Rheinlande, der auch oppositionell gesinnte Gemüter milder stimmt? Wir wissen es nicht, Tatsache aber ist, daß Herr Dietrich, der neue Reichsfinanzminister, erheblich mehr Glück hat mit seinem Deckungsprogramm, obwohl es in seinen Grundzügen dem nicht unähnlich sieht, das man vor wenig Tagen zum Anlaß nahm, den Pechvogel Moldenhauer in Die Wüste zu schicken. Aber nachdem Moldenhauer mit seinen Riesensorderungen den ersten Sturm der Entrüstung über das neue Loch im Reichsjäckel, mehr noch aber über die Art seiner Deckungspläne auf sich gezogen hatte, fällt es feinem Nachfolger Dietrich erheblich leichter, seinem etwas herab- gedrückten und in den Einzelheiten modifizierten Programm eine günstigere Aufnahme in der öffentlichen Meinung zu bereiten, obwohl wie gesagt grundsätzlich alles beim alten geblieben ist. Denn das nun verschämt Reichshilfe firmierende N o t o p f e r der Beamten bleibt, wenn auch auf 2'A v. H. gesenkt. Die aus durchsichtigen Gründen bei Moldenhauer unter die „Festbesoldeten" geratenen Privatangestelllen hat man vernünftigerweise aus der Sonderabgabe der Beamtenschaft wieder herausgsnommen, dafür jedoch trotz früherer gegenteiliger Beteuerungen nun doch auf eine geringfügige Einkommen ft euerhöhung der höheren Steuerklassen zurückgegriffen. Das war psychologisch gewiß in verschiedener Hinsicht nicht ungeschickt. Man verwischte damit wenigstens etwas den überaus schlechten Eindruck, den es beim Mol- denhauerschen Steuerbukett auf die von ihm Betroffenen gemacht hat, als Stegerwald, der eigentliche Dater des Notopfers, eine allgemeine Erhöhung der Einkommensteuer mit der Kapitalflucht als Begründung ablehnte. Zum anderen ist diese nun vorgesehene Mehrbelastung der Einkommen über 8000 Mark durch einen Zuschlag von 5 v. S). der Einkommensteuer auch gewissermaßen «ine Referenz nach der Sozialdemokratie hin mit Rücksicht darauf, daß es vielleicht notwendig werden könnte, das Deckungsprogramm im Parlament mit wechselnden Mehrheiten anzunehmen. Auch das Notopfer stammt ja im Grunde aus dem Arsenal des Sozialismus. Die Sozialdemokraten, die es seinerzeit in der Aera Hilferding äußerst vorsichtig in die Debatte warfen, waren nun geschickt genug, es andern zu überlassen, den Notopfergedanken in die Praxis zu übersetzen und und sich mit ihm unbeliebt zu machen. In der Beibehaltung dieser Reichshilfe der Beamten in der überaus rohen, keine individuelle Behandlung zulassenden Form der 2)4prozentigen Sonderabgabe zeigt sich wiederum ein überaus bedauerlicher Mangel an Zivilkourage wie an psychologischem Fingerspitzengefühl. Seit Jahren wartet das deutsche Bolk, dem nicht erst der Reparationsagent zu sagen brauchte, daß cs in seiner Staatsorganisation wie in der öffentlichen Verwaltung aller Grade weit über seine Verhältnisse gelebt hat, eine spürbar« Minderung d« r Lasten durch folgerichtigen Abbau der Staatsaufgaben und radikale Ausgaben senkung. Kabinett« und Finanzminister, welcher Partei sie auch immer angehören möchten, hoben uns vertröstet von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr. Der Steuerbedarf des Reiches, der Länder und Gemeinden ist inzwischen lustig und ungehemmt in die Höhe gekrabbelt. Don rund 10 Milliarden im Jahre 1925 auf mehr als 16 Milliarden im Jahre 1930. Immerhin eine respektable Leistung für eine Zeitspanne von sechs Jahren, die wir im Zeichen des Dawes- plans zu einer Reform unseres Staatsbaus und einer Gesundung unserer Wirtschaft benutzen sollten. Unter dem System der berüchtigten „Zwangsläufigkeiten" in den öffentlichen Haushalten sind wir zu dem Ergebnis gekommen, daß die Wirtschaft, von der Steuerschraube ausgepreßt wie eine Zitrone, nun ermattet am Boden liegt und in den öffentlichen Finanzen ein beispielloses Chaos »das den Staat zwingt, von der Hand in und zu leben. Der Augenblick für einen radikalen Kursw echfel in unserer Finanzpolitik, für den Uebergang von Steuerbewilligungen zu Ausgabensenkungen ist zwar längst überfällig, aber niemals war er psychologisch so günstig als jetzt beim Wechsel von Moldenhauer zu Dietrich. Der neue Finanzminister hat zwar di« Lappalie von 35 Millionen, die Moldenhauer am Etat glaubte streichen zu können, um 100 Millionen erhöht, aber zu einer organischen Verbindung von Etat- ausgleich und Finanzreform hat sich auch Herr Dietrich nicht aufraffen können. Darin liegt eine bedauerliche und wie wir fürchten, folgenschwer« Verkennung der Ursachen der gegenwärtigen Krisis und der Möglichkeiten zu ihrer Behebung. Wir unterschätzen keineswegs die rein ökonomischen, zum Teil vom Weltwirtschaftsmarkt her stark beeinflußten Momente, glauben jedoch, daß in Deutschland rein psychologische Ursachen' von weittragender, wenn nicht ausschlaggebender Bedeutung sind: der Mangel an Vertrauen in unsere Staatsführung, der man nicht mehr den ernsthaften Willen zutraut, unbeirrt von dem Kampf aller gegen alle der wirtschaftlichen und politischen Jnter- effentengruppen die große Staatsreform in Angriff zu nehmen und durchzuführen, ohne die eine Gesundung des im Fieber zuckenden Staatskörpers undenkbar erscheint. Jede Regierung hat bislang — und hier bedeutet auch das Kabinett ‘Brüning und sein zweiter Finanzminister Dietrich eine schmerzliche Enttäuschung — zu dem einfachsten Mittel aus allen ‘Verlegenheiten gegriffen, hat neue Staat und radikale Parteien. Schnelljustiz gegen das politische Rowdytum. Eine Verfügung des Hessischen Justizministcrs. Darmstadt, 5. Juli. (Amtlich.) In einem Ausschreiben des hessischen Iustizministers wird auf das bedrohliche Anwachsen der strafbaren Handlungen bei Zusammenstößen zwischen den Kampforganisationen radikaler politischer Parteien oder zwischen Cinzelgruppen ihrer Mitglieder hingewiesen, wie es in letzter Zeit allenthalben im Reich zu beobachten war. Das Staatsinteresse und der Schuh der Allgemeinheit erfordern gebieterisch, daß auf diese Taten eine ihrer Schwere und Gefährlichkeit entsprechende Strafe unverzüglich folgt. Sicherlich ist die Wirkung ' in der Oeffentlichkeit und bei den Tätern wesentlich stärker, wenn die Bestrafung für solche Ausschreitungen auf dem Fuße folgt. Die Staatsanwaltschaft ist darum angewiesen worden, mit allen Mitteln zu erstreben, daß die Anklage gegen die Beteiligten regelmäßig einige Tage danach erhoben werden kann. Der Hauptverhandlungstermin soll möglichst binnen vier Wochen stattfinden. In der Hauptverhandlung ist mit größtem Rachdruck eine der Tat angemessene Sühne zu beantragen und das Strafurteil alsbald mit Entschiedenheit zur Vollstreckung zu bringen. Auch in Baden ein Beamtenverbot. Das Disziplinarverfahren gegen nationalsozialistische Lehrer Karlsruhe. 4. Juli. (TU.) Das badische Unterrichtsministerium veröffentlicht folgenden Erlaß: „Der Minister für Kultus und Unterricht sah sich genötigt, gegen einige Lehrer, die sichalsvr- ganifatoren der NSDAP, betätigten, die sofortige Dienstenthebung anzuordnen und gegen diese das Disziplinarverfahren auf Dienstentlassung einzuleiten. Ls kann nicht geduldet werden, daß Staatsbeamte, die d i e sürihrauherdienstlichesverhaltenge- zogenen Grenzen gröblich verletzen, die NSDAP, ist eine staatsfeindliche Partei; nach der Rechtsprechung verstößt die positive Betätigung für diese Partei gegen b 1 e Treuepflicht, die der Beamte dem Staat gegenüber schuldig ist. Line öffentliche Werbetätigkeit und die Einnahme von Parteiämtern in der genannten Partei ist daher ollen Staatsbeamten verboten, wer diese verbotene praktische Tätigkeit für eine staatsfeindliche Partei ausübt, hat die unnachsichbliche Dienst- enthebung zu gewärtigen. Protest gegen den preußischen Erlaß. Berlin, 4. Juli. (ERB.) Die preußische Landtagsfraktion der Deutschnationalen Dolkspartei hat einen ilrantrag eingebracht, in dem es heißt: Das preußische Staatsministerium hat einen Beschluß gefaßt, der „allen Beamten" die Teilnahme an den Organisationen der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die Betätigung für sie und ihre Unterstützung verbietet. Aus grundsätzlicher Beanstandung dieses mit der Reichsverfassung nicht in Einklang stehenden Verbotes und angesichts der für die Stellung eines Aufhebungsantrages nicht ausreichenden Zahl der nationalsozialistischen Abgeordneten des Hauses beantragen wir: Der Landtag wolle beschließen: Dem Staatsministerium wird aufgegeben, das an die preußische Beamtenschaft gerichtete, ihre parteipolitische Betätigung betreffende Verbot sofort aufzuheben. Auch die kommunistische Landtagsfraktion hat einen llrantrag eingebracht, in dem sie gegen das Vorgehen der Staatsregierung protestiert. Sie fordert die Herbeiführung eines Beschlusses, durch den der Erlaß des Staatsministeriums sofort aufgehoben wird. Alle auf Grund dieses Erlasses bereits entlassenen, der KPD. als Mitglieder angehörigen Beamten sollen sofort wieder ick ihre Aemter eingesetzt und alle auf Grund des Erlasses laufende Disziplinarverfahren sofort eingestellt werden. preußische Verordnung gegen den Waffenmißbrauch. Berlin, 4. Juli. (ERB. Eigene Meldung.) Die preußische Regierung hat dir Absicht, eine Verordnung gegen Waffenmißbrauch zu erlassen. Auch im Reichsministerium des Innern wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, der das Tragen von Waffen bei Demonstrationen mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestrafen will. Da es nicht wahrscheinlich ist, daß dieser Entwurf vor den Som- Derlin, 4. Juli. (ERD. Eigene Meldung. I Im Preußischen Landtag trat der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei zusammen, um die gegenwärtige politische Lage zu beraten. Die aus allen Teilen des Reiches stark besuchte Sitzung wurde durch ein großes Referat des Parteiführers Dr. Scholz eingeleitet, in dem er die Stellung der Partei zu den Fragen der Gegenwart eingehend beleuchtete. Die Landtagswahlen in Sachsen hätten, so bekannte Dr. Scholz freimütig, der Deutschen Dolkspartei erhebliche Verluste gebracht, die durch vermehrte Arbeit der Partei wieder wettgemacht werden mühten. Es ist oft in diesen Tagen gesagt worden, daß die Haltung der Deutschen Volkspartei gegenüber der jetzigen Regierung nicht im Geiste Stresemanns liege. Richts ist falscher. Slrefemann war es, der auf der letzten von ihm geleitetelen Zenlraloorslandssihung entschieden betont hat, daß es auf den Gebieten der Finanz, und Wirtschaftspolitik nicht so weitergehen könne wie bisher. Die Regierung Brüning, die mit unserer lebhaften Zustimmung im Frühjahr ans Ruder kam, schien uns allen der Beginn einer Zeit zu sein, die die merfetien zur Verabschiedung kommen wird, wird Preußen mit einer eigenen Verordnung vorgehen, der die Gedankengänge zugrunde liegen, von denen sich das Reichsministerium des Innern bei der Ausarbeitung seines Gesetzentwurfs leiten ließ. Mißtrauensvotum gegen Krick Ungenügende Mehrheit. —Tic dolkspartei enthält fick) der Stimme. Weimar, 5. Juli. (Tel.-Lin.) Aach stürmischer Aussprache fanden im Thüringischen Landtag am Freitagabend durch die Sozialdemokraten, Kommunisten und den Demokraten Kallenbach sozialdemokratische Mißtrau- ensanträge gegen die nationalsozialistischen Regierungsmitglieder Staatsminister Dr. Frick und Staatsrat Marschler mit 25 gegen 22 Stimmen Annahme, da sich die Deutsche Dolkspartei als Regierungspartei geschlossen der Stimme enthielt. Rach der Thüringer Verfassung ist aber für den Rücktritt eines Ministers die Mehrheit der gesetzlichen Abgeordnetenzahl — 27 Stimmen — erforderlich. Da die Linksopposition nur 25 Stimmen vereinigen konnte, sind also die verfassungsmäßigen Voraussetzungen für den Rücktritt des Staatsministers Dr. Frick nicht erfüllt. Die Rationalsozialisten werden am Samstag eine Fraktionssihung abhalten, um sich über ihre weitere Haltung in der Thüringer Regierungskoalitwn schlüssig zu werden. Wie die „Telegraphen-llnion" ersährt, dürften die nationalsozialistischen Regierungsmitglieder aus dem Abstimmungsergebnis keine Folgerungen ziehen. | bürgerliche Wirtschafts- und Finanzpolitik zum Durchbruch bringen würde. Das starke Vertrauen, das weit über die Kreise der Zentrumspartei hinaus in den ganzen bürgerlichen Kreisen der Regierung Drüiung ent- aegengebracht wurde, ist leider durch ihre bisherige Tätigkeit nicht in vollem Umfang« gerechtfertigt worden. Das sind letzten Endes die Quellen der Differenzen, in denen wir auch heute mit der Regierung ‘Brüning stehen, auch die Quelle der unerquicklichen Vorgänge, die sich mit dem Rücktritt MoldenhauerS verknüpft haben. Auf der Deutschen Dolkspartei lastet heute eine schwere Verantwortung. Auf der einen Seite wird es im Volke schwer verstanden werden, wenn die Deutsche Volkspartei diese bürgerliche Regierung im schwersten Augenblick im Stiche läßt, auf der anderen Seite steht unser« grundsätzliche Auffassung, die im Programm der Regierung Brüning keine Erfüllung findet. Jede neue SfeuerberoiUig* ig sei in diesen schwierigen Zeiten nichts anderes als eine Lin- nahmeoermehrung, womit die große Gefahr oer- bunben fei, bah sie in ein Faß ohne Boben geschüttet werbe. Die DMpariei zum Delkmgsprogramm Dieirichs Oer Zrattionsvorsitzeude Scholz lehnt Einkommensteuererhöhung und Notopfer ab und fordert als Ausgleich weitere Einsparungen und kommunale Kopfsteuer Steuern gefordert zum Ausgleich des Etats, erst dann fei an eine Finanzreform und in deren Verfolg an eine Lastensenkung zu denken. Aber niemand ist so weit gekommen, stets ergab sich aus der „Zangsläufigkeit" der Staatsausgaben die Rotwendigkeit der Beschaffung neuer Mittel. Ist es so unbegreiflich, daß das Volk es müde wird, auf dem sich sehr merkwürdig ausnehmenden, dem Faß ohne Boden verzweifelt ähnlichen Altar des Vaterlandes wieder und wieder zu opfern? Ist es so unfaßbar, daß der fleißige, tüchtige, sparsame und fortschrittliche Mittelstand als erstes Opfer dieser staatlichen Enteignungs- Politik, in höchster Gefahr, zwischen Sozialismus und Kapitalismus zerrieben zu werden, täglich mehr radikalen politischen Strömungen fein Ohr öffnet und an dem Staate ven- zweifelnd, der ihn in seinem wirtschaftlichen Existenzkampf im Stich läßt, in diesem heutigen Staate seinen Feind zu sehen lernt? Das starke Anwachsen der radikalen Bewegungen ist nicht nur eine Auswirkung der herrschenden wirtschaftlichen Rot, sondern auch sehr wesentlich ein Ausfluß dieser eben geschilderten Verzweiflungsstimmung, die in den einst staatstreuesten, besonnensten und zuverlässigsten Schichten des bürgerlichen Mittelstandes angesichts der Ohnmacht unserer Staatsführung in bedrohlichem Ausmaße an Boden gewinnt. Wenn die preußische Staatsregierung glaubt, durch ein Verbot und Drohung mit Disziplinarbestrasung ihre Beamten von den radikalen politischen Parteien fernhalten zu müssen und fernhalten zu können, so wollen wir ihr die Berechtigung und die Rotwendigkeit, den Deamtenkörper von staatsfeindlichen Elementen welcher Art auch immer frei zu halten, nicht absprechen, wir fürchten nur, daß der Erlaß sich wenig zweckmäßig auswirken wird, weil er wiederum, wie seinerzeit das Verbot der Teilnahme am Hugenbergschen Volksbegehren als eine Sonderbehandlung eines Standes empfunden wird, die rein rechtlich — wir lassen es dahingestellt — gerechtfertigt sein mag, psychologisch aber verfehlt erscheint, weil sie einen ganzen Stand zum Märtyrer macht. Die Verwilderung des politischen Kampfes hätte schon vor Monaten weit energischere Maßnahmen des Staates verlangt, als sie nun tropfenweise und unzulänglich erfolgt sind. Mußte es erst soweit kommen, daß in Berlin und anderen Brennpunkten politischen Lebens Tag für Tag blühende Menschenleben dem politischen Rowdytum zum Opfer fallen? Heißt es nicht die Toleranz der freien Meinungsäußerung zu weit getrieben, wenn man duldet, daß nun anscheinend auch in der Provinz bis in das kleinste Rest die üblen politischen Kampfmethoden der Großstadt Schule machen? Wir sind gewiß die letzten, die bei jeder Gelegenheit nach der Polizei und nach dem Gummiknüppel rufen, und es wäre uns gleichgültig, wenn die radikalen Parteien ihre handgreiflichen Auseinandersetzungen, die mit Politik wohl kaum noch etwas zu tun haben dürften, unter sich ausmachten und auf ihre eigenen Anhänger beschränkten. Aber wenn unter dem Terror der Straße auch der gänzlich unbeteiligte Bürger leiden muß, dann ist es allerdings Pflicht des Staates, seinen starken Arm denen fühlen zu lasstn, die nicht genug Erziehung und Selbstzucht besitzen, den politischen Kampf in den einem Kulwrvolk angemessenen Formen zu führen. Man Emnte auch ernstlich darüber im Zweifel fein, oß es wirklich Sache der Polizei fei, die radikales Parteien bei ihrer wohl kaum staatsfreundlich-r Betätigung vor ihren jeweiligen «bensowenii staatserhaltenden Gegnern zu schützen, wie man Luch meinen könnte, daß die verantwortlichen poliRschen Organe durch rechtzeitige rigorose Maßnahmen in den meisten Fällen blutige Zusammenstöße der Radikalen untereinander oder mit der ^lizei hätten unterbinden und damit der Polizei ihre gewiß nicht beneidenswert« Ausgabe erheblich erleichtern können. Freilich, wir sind uns darüber klar, daß dieS ein Herumdoktern an den Symptomen ist. Di« radikale Welle, die seit dem vergangenen Winter unser Voll auswühlt, läßt sich durch Polizei- maßnahmen allein nicht glätten. Allerdings halten wir es für angebracht, daß die Staatsautorität sich mit allen gebotenen Mitteln ohne Märtyrer der Gesinnung zu schaffen, durchsetzt. Weit darüber hinaus gilt es aber jetzt in bitterernster Stunde dieser recht anfällig gewordenen Staatsautorität neues Leben einzu- slohen, nicht durch problematische Kampfer- sprihen, die einen unerträglichen Zustand nur verlängern und verschleiern würden, sondern durch ernsthaftes Besinnen auf die Rotwendigkeit der Staatsführung, die sich nicht länger bloß in abgegriffenen und von niemandem mehr em ft genommenen Phrasen äußern darf, sondern in wohldurchdochten, folgerichtig aufgebauten, entschlossen angepackten und unbeirrt durch geführten, in sich organisch verbundenen Taten zur Behebung der Vertrauenskrisis, deren ernste Sturmzeichen zur Eile mahnen. Eine feste Hand muß uns nun in einem großen Zuge die Sanierung der öffentlichen Finanzen, die Reugluderung des Reichs und die Reform des Derwaltungsaufbaues an Haupt und Gliedern, die ßaftenfentung und die Ankurbelung der Wirtschaft bringen. Wird der neue Finanzminister diese starke Hand haben? Roch sind wir optimistisch genug, an ihn zu glauben trotz offensichtlicher Mängel seines Programms. Qlber an Schönheitsfehlern darf sich heute niemand mehr stoßen, der die Sturmzeichen der Zeit begriffen bat und dem es ernst ist mit einem inneren und äußeren Wiederaufbau von Staat und Volk, bevor die radikale Flut die letzten Dämme durchbrochen hat. Es geht ums Ganze, gebe Gott, daß die Stunde auch ganze Männer finde. Schulaufbau und Berechtigungswesen Oie Wetterlage. mgö 26 mänischen Pah überbrachte. In politischen Krei- sen soll die Ankunft größtes Aufsehen erregt haben. Während Prinzessin Helene es weiter- hin ablehnt, sich mit Majestät ansprechen -u lassen, fordert dies Frau Lupescu von ihrer Umgebung, um damit zu zeigen, daß sie s i ch a l s rechtmäßige Gattin Carols und ihren Sohn als den Thronfolger betrachtet. Berlin. 4. Juli. (ERB.) 3n der letzten Zeil sind verschiedene Meldungen, die hauptsächlich aus französischer Quelle stammten, durch die Blätter gegangen, daß die Saaroerhandlungen vor dem Abbruch ständen. Die Meldungen treffen, wie wir von unterrichteter Seite hören, nicht ganz das Richtige. Einen Hauptbestandteil der Verhandlungen haben die Kohlenverhandlungen eingenommen und innerhalb dieser die Verhandlungen über die Rückgabe der Gruben. Diese Verhandlungen sind gegenwärtig in einem kritischen Stadium, und man muh damit rechnen, dah sie eine Unterbrechung erfahren. Von einem Abbruch kann aber nicht gesprochen werden, denn die Unterkommissionen tagen gegenwärtig noch. Die deutschen Unterhändler werden von dem von Anfang an geäußerten Standpunkt nicht abgehen, dah die Gruben wieder in preußischen bzw. bayerischen Besitz zurückkehren mühten. Da es sich bei den Saaroerhandlungen um eine rein deutsch-französische Angelegenheit handelt, braucht die Vollversammlung des Völkerbundes im Falle einer Unterbrechung nicht besaht zu werden. In den französischen Blättern ist verschiedentlich eine Doroerlegung der Abstimmung vorgeschlagen worden. Der Ausgangspunkt der Saarverhandlun- gen war wohl die Abslimmungsnoteübergabe; aber Schul- und Arbeitsverwaltungen, Kommunalverbände und Wirtschaftsvertretungen hatten sich auf Einladung des Reichsministeriums des Innern unter dem Vorsitz von Reichsminister Dr. Wirth zu einer Aussprache über die Mißstände zusammengefunden, die durch die LI e b e r- füllung der höheren Schulen und Hochschulen und die Lieberspannung und LInzweckmähigkeit der Vorbildungsanforderungen entstanden sind. Frau Ministerialrat Dr. Bäumer behandelte die von dem Reichsministerium des Innern Dorgelegten Richtlinien. Der gegenwärtige Zudrang zur höheren Schule und Hochschule bedeutet für einen sehr großen Teil der Schülerschaft eine falsche Verwertung ihrer Kräfte, eine Verschwendung von öffentlichem und privatem Erziehungskapital, den Zufluß halbgebildeter und in ihrer Schul- laufbahn gescheiterter Kräfte in die Wirtschaft und die S ch a f f u n g eines g e i st i g e n Proletariats. Die Mittel, die von den Llnter- richtsverwaltungen der Länder angewendet werden können, Verschärfung der Auslese, vor allem aber Ausbau des Volksschul- und Fachschulwesens und F e st i g u n g der Mittelschule, werden jedoch die Vorurteile der Bevölkerung zugunsten der höheren Schule nur dann überwinden, wenn die Devolke- Oer Zusammenschluß Ostafrikas. Was wird mit dem Völkerbundsmandat Tanganjika? London, 3 .Juli. (WTB.) Der Staatssekretär für die Kolonien Lord Paßfield brachte im Oberhause einen Antrag ein, zur Prüfung der Frage des engeren Zus arnrnen- schlusses der drei ostafrikanischenGe- biete Kenya, LIganda und Tanganjika einen gemeinsamen Ausschuß beider Häuser einzusetzen. Lord Paßfield erläuterte dann die Vorschläge der Regierung über die Zusammenfassung Ostafrikas. Er beschäftigte sich insbesondere mit dem Mandatsgebiet Tanganjika (dem früheren Deutsch-Ostafrika) und erklärte, dah nach den Mandatsbestimmungen dieses Gebiet eine Einheit darstelle und nicht mit anderen Territorien verschmolzen werden dürfe. Indes lasse der Artikl 10 der Mandatsbestimmungen ausdrücklich eine Vereinigung der Verwaltung und eine Verbindung der wirtschaftlichen Einrichtungen zu. Die Regierung habe mit peinlicher Sorgfalt darauf geachtet dah ihre Vorschläge sowohl mit dem Geist als auch dem Buchstaben der Mandatsbestimmungen in Ein- .klang stehen. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Scholz erklärte in seinem Referat dann weiter, in der Frage der Arbeitslosenversicherung sei es bedauerlich, dah im sozialpolitischen Ausschuß auch hier schon wieder, und zwar ausgerechnet von der Zentrumspartei, Abstriche an den Reformmahnahmen erfolgt seien, wodurch von vornherein das Gesamtwerk der Sanierung in seinem Erfolge wesentlich verschlechtert werde. Die Deutsche Volkspartei müsse in erster Linie die Zusicherung erlangen, daß die unbeschränkte Zuschußpflichtd es Reiches beseitigt werde. Solange diese bettele, sei der Haushalt des Reiches Überhaupt nicht in -Orbnung zu bringen. Zufammenfasfend stellte Dr. Schot; fest, daß es hauptsächlich gelte, die Reichshilfe und die Eln- kommensteucrerhöhung zu bekä • fen. Als Ersatz schlage die Deutsche Volkspartei eine weitere Ausgabensenkung und die Einführung der Kopfsteuer vor. wenn es möglich war, in einer Frist von wenigen Tagen die Einsparungs- Möglichkeit um beinahe 100 Millionen zu erhöhen, so werde es auch möglich sein, noch wei- tere 50 Millionen zu sparen, um die Einkommensteuererhöhung überflüssig zu machen. Die Reichshilfe könne durch die Einführung des Kopfbeitrags unter entsprechender Kürzung der Ueberweisungen an die Länder und Gemeinden erscht werden. Die Deutsche Volkspartei sei durchaus zu Verständigung bereit, wenn ihr entsprechend entgegengekommen werde. Dr. Scholz besprach dann noch kurz die R e i ch s- reform, zu deren Inangriffnahme der Augenblick günstig sei. und die Frage der Sogenannt en Parteierneuerung. ®r habe die StarfSten Anstrengungen gemacht, um eine Sammlung derjenigen Parteien herbeizuführen, die gewmt feien. Sich auf staatsbürgerlichen Boden zu Stellen und gemeinfam poSitiv am Staate rnitzuarbeiten. Es fei Schließlich die Schuld der Demokratischen Partei und der DolkskonServativen Vereinigung gewefen, wenn eine Einigung nicht zustandege- kommen Set .Wir dürfen nicht unterlassen. So erklärte Dr. Scholz, „biefe Versuche zu erneuern. Der nationale und liberale Gedanke Werde auch in der Zukunft seine Kraft bewahren, so schloß der Redner, darüber hinaus aber brauchen wir eine bürgerliche Partei, die weder gesinnungslos hinter der sozialistischen Auffafsung herlaufe, noch in unfruchtbarer CRegation verharre, eine Partei, die versuche, das deutsche Volk über die Schwere des Tages und die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse des Augenblicks hiN- überzubringen. Der 3entralDorftanb nahm bann nach umfang- reicher Aussprache eine Entschließung zur politischen Lage an, in der es u. a. heißt: Der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei dankt der Reichstagsfraktion für die Klarheit und Eindringlichkeit, mit der sie die in der Finanzpolitik einzuschlagenden Wege aufgezeigt hat: Abkehr von einer Politik, die finanzielle Schwierigkeiten vorwiegend durch weitere Erhöhung der Steuerlast beseitigen will und dadurch die Lage nur noch weiter verschlimmert. Demgegenüber fordern wir mit der Reichstagsfraktion w i r 1 s ch a f t s b e l e- bung durch Senkung der produk- t i o n s k o st e n . damit P r e i s f e n k u n g und 1 größtmögliche A u sg a b enfe n ku n g In allen Etats von Reich. Ländern und Gemeinden. Zu einer wirklichen Gesundung bedarf es ganzer Arbeit. Der ZeutralvorStand fordert die Reichstagsfraktion auf. bei der Beratung der Vorlagen mit allem Rachdruck auf eine Umgestaltung hinzuwirken, die den auf- geStellten Zielen Rechnung trägt Es wird weiter die Reichsregierung ersucht nunmehr nach Abschluß der Arbeiten der Länderkonferenz mit größter Beschleunigung die Gesetzentwürfe für die Reichsresorm vorzu- legen. Es wird der Auffaffung Ausdruck gegeben, daß eine Gesundung auch unserer finanziellen Verhältnisse ohneelne auf Einfachheit abgeftelltetteuregelungber Beziehungen zwifchen Reich, Ländern und Gemeinden nicht möglich fei. Aus aller Wett. Eine Massenkundgebung der Eisenbahner in Frankfurt Der Einheitsverbaub der Eisenbahner Deutschlands im Direktionsbezirk Frankfurt veranstaltete am Freitag eine Protestkundgebung gegen bte Abbaumaßnahmen de r Reichsbahngesellschaft. Stadtoerordnetenoorsteher Hos- acfer (Kassel) schilderte die Zustände im Bahnbetrieb, wie sie seit 1924, als die Vergesellschaftung der Reichsbahn durchgeführt wurde, eingetreten sind. Die Rationalisierung, so sagte der Redner u.a., wird nur im Bahnbetrieb, in dcr Werkstatt, auf dem Bahnhof durchgeführt, nicht aber in der Verwaltung-, auch komme sie nur der Reichsbahn, nicht aber den Arbeitern zugute. Der Redner verlangte Abbau der hohen Gehälter und Pensionen, Abbau und Vereinfachung der Verwaltung sowie als Gegengewicht für die Rationalisierung Kürzung der Arbeitszeit zugunsten der arbeitslosen Kollegen. In einer Entschließung werden die bereits von dem Referenten vorgetragenen Forderungen des Einheitsverbandes der Eisenbahner wiederholt. In der Aussprache kam es zu lärmenden Kundgebungen, als der kommunistische Reichstagsabgeordnete Bertz Angriffe gegen den Verband richtete und Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Rhode (Frankfurt) als Vertreter der Mittelstandspartei — teilweise mit Beifall — feststellte, daß nicht die Wirtschaftspartei am heutigen Zustand schuld sei, sondern daß die Sozialdemokraten wesentlich zu der derzeitigen Lage beigetragen haben. Rhod« unter* stützte schließlich die Forderungen auf Abbau der hohen Gehälter und übte am Verhalten der Reichs- bahn Kritik. Zum Schluß formierte sich die Versammlung, die in geschlossenem Zuge zum Der- sammlungslokal marschiert war, wieder zu einem Demonstrationszug, der sich vor dem Gebäude der Reichsbahndirektion auflöste. Städtetag und Studienstipendien. Die vor einiger Zeit zustande gekommene Zusammenarbeit zwischen den deutschen Städten einerseits und dem deutschen Studentenwerk andererseits, die den Zweck haben soll, die Vereinheitlichung des sich in den letzten Jahren wieder zunehmend zersplitterten Linier st ützungswesens zu beschleunigen. hat nach unseren Informationen inzwischen weiterhin gute Erfolge gezeitigt. Auf Grund eines Rundschreibens des Deutschen Städtetages an seine Mitglieder hat die Städte- leistung nicht un!>eträchttich zugenom men. Soweit sich bis «etzt übersehen läßt, betragen die zur Derfügunz stehenden Mittel für S tu- dienst ipendicn rund 100000 Mk. Als Richtmaß hat der Deutsche Städtetag bei dem Llnterstützungswerk zwei Mark Pro Taufend der Einwohnerzahl ausgegeben. wenn von der Gegenseite die Volksabstimmung verlangt werden sollte, dann würden wir uns dagegen nicht wehren, zumal wir darauf vertrauen können, dah die Abstimmung durchaus zu unseren Gunsten ausfiele. Oie Zurückziehung des Saar- bahnschuhes. P a r i s , 4. Juli. (WTB.) Die Agentur Havas verbreitet folgende halbamtliche Erklärung: Die Regierungskommission des Saargebietes wird am 10. Juli zusammentreten, um festzustellen. ob sie dafür zuständig ist. die Zurücknahme des Bahnschutzkorps des Saargebietes zu beschließen, das dazu bestimmt ist, die Verbindungen mit den Be- sahungstruppen zu schützen, oder ob dieser Beschluß vom Völkerbund abhängt. — In Berliner politischen Kreisen kann diese Meldung zwar nicht bestätigt werden, man glaubt aber, dah sie richtig ist. denn auch die Franzosen sind immer der Meinung gewesen, dah die Bahnschuhtruppen nur den Zweck hätten, die r ü ck - wärtigenVerbindungen zu sichern. Dieser Zweck fällt jetzt weg. und ein Grund für das weitere Verbleiben der Bahnschutztrup- pen ist nicht vorhanden. Es handelt sich bei den Truppen um etwa 600 Mann, von denen 500 Franzosen und 100 Belgier sind. Vrandkatastrophe in einem slowakischen Dorf. In der kleinen Gemeinde Gerlachov bei Hartfeld brach ein Brand aus, der 40 Anwesen mit allen Nebengebäuden, also saft das ganz« Dorf, ei näs cher te. Da die Einwohner auf den Feldern arbeiteten, konnten die Rettungsarveiten nicht sogleich ausgenommen werden. Bei den Löscharbeiten sind drei Personen tödlich verunglückt, neun Personen erlitten Schwere Brandwunden. Fast das gesamte Vieh ift in den Ställen verbrannt. Explosion In einer chemischen Fabrik. Bei einem Brande in einer chemischen Fabrik in Castleford (Yorkshire) entstand eine Explofion, der zehn Arbeiter zum Opfer fielen. Die Explosion, die die umliegenden Häuser beschädigte und die Fensterscheiben in der ganzen Stadt zertrümmerte, ereignete sich gegen Mitternacht. Die Detonation wurde in einem ilmtrei« von zwölf Meilen gehört. Die Fabrik und die anliegenden Gebäude wurden bis auf die Grundmauern zerstört. Ein Auto stürzt in den Abyriuxd. In L e r i d a (Spanien) ift ein mit sieben Personen besetztes Auto eine mehrere Meter tiefe Schlucht hinuntergestürzt. Fünf Personen wurden getötet. Eine Dame Leiterin der Mailänder „Scala“. Zum Rachfolger des verstorbenen Direktors der „Scala" in Mailand ift Fräulein Colombo ernannt worden. Damit wird in Italien zum ersten Male einer Dame die Leitung eines großen Theaters anvertraut. Schrecklicher Tod eines Kindes. Ein entsetzliches Llnglück hat Sich in Fritzlar ereignet. Ein Lastkraftwagen tarn auf der Fahrt zum Bahnhof auf der abfallenden Straße ins Rollen. Da die Dremfen versagten, lenkte der Führer das Auto vor der Ederbrücke an den Randstein, um den Wagen zum Halten zu bringen. Hierbei löfte fich ein Rad und traf einen zufällig vorbeikommenden zehnjährigen Knaben, der von dem Auto dann noch gegen das Brückengeländer gequetfcht wurde, wobei der Tod auf der Stelle eintrat. kurz vor der Rettung getötet. Im Laufe des Mittwochs wurden auf der Zeche „Wiesche" in Mülheim-Heißen zwei Bergleute durch Gebirgsstoh aus dem Hangenden verfchüttet. Die Sofort in Angriff genommenen Rettungsarbeiten führten im Laufe der Rächt dazu, dah fich die Rettungsmannschaft mit den Verschütteten durch Klopfzeichen verständigen konnte. Als man bereits die Hand des einen der Verschütteten freigelegt hatte, erfolgte ein neuer Gebirgsstoh, der die beiden noch tiefer verschüttete. Die beiden Bergleute konnten erst im Laufe des Tages als Leichen geborgen werden. Inzwischen sind aber auch zwischen den Städten upd dem deutschen Studentenwerk eine Reihe weiterer Vereinbarungen getroffen worden, auf Grund deren die Auslese der Begabten intensiviert werden soll. So ist u. a. vereinbart worden, dah das deutsche Studentenwerk sich in regionalen Besprechungen mit den in Betracht kommenden Städten über die bestehenden Lln- terstühungsmöglichkeiten der Städte informiert. Amerikanische Jugend fleht Deutschland. In Hamburg traf in Kiefen Tagen eine Gruppe von amerikanischen Studenten und Studentinnen ein, die für einen mehrwöchigen Aufenthalt in Deutschland von der „Vereinigung Carl Schurz" eingeladen worden sind, und denen dabei Gelegenheit zum Studium der deutschen Verhältnisse gegeben wer- den soll. Die Studierenden, die Dom Institute of International Education in Reuyork ausgewählt wurden, werden eineReise durch das ganze Reich unternehmen und Einblick in wichtige Einrichtungen erhalten. Die „Vereinigung Carl Schurz" setzt bannt eine bereits Dor mehreren Jahren begonnene und mit Erfolg durchgeführte Tätigkeit fort. Sie wird in diesem Jahre noch ergänzt durch die Einladung Don reiferen amerikanischen Schülern (Abiturienten), die während ihrer Sommerferien durch Vermittlung der „Vereinigung Carl Schurz" Aufnahme in deutschen Familien finden. Ein gutes Beispiel. Der Stadtrat Don Karlsruhe hat beschlossen, zur Ehrung des um die Befreiung des besetzten deutschen Gebiets hochverdienten Staatsmannes Gustao Stresemann die Umbenennung des Festplatzes in Stresemann-Plah vorzunehmen. Ferner sollen verschiedene n e ütz S t r a - hen die Rainen der Städte Speyer, Kehl, Mainz, Koblenz und Trier erhalten zum dankbaren Gedenken an die Treue und den Opfer- Willen der Bevölkerung der befreiten Lande. Sommettleibung im Reichstag. Das Präsidium des Reichstages hat mit Rücksicht auf die neue Hitz-Welle an- geordnet, dah die Weisung des Vizepräsidenten von Kardorff, Herren in Sommerkleidung nicht auf die Tribünen des Reichstages zu lassen, da das der Würde des Hauses nicht entspreche, wieder aufgehoben wird. 550 Stunden in der Luft. Die Gebrüder Hunter find Freitag abend mit ihrem Flugzeug „City of Chicago" um 23.20 Llhr MEZ. in Skyharbour, dem Flughafen Chicagos, gelandet, nachdem sie 553 Stunden und 40 Minuten in der Luft geblieben waren. Großfeuer In einem rumänischen Dorfe. In dem Dorfe Dorsa Maramuresch brach i n dem Hause eines Arztes ein Brand aus, der sich infolge des überaus heftigen Windes mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. 250 Häuser sind bereits zerstört worden, vier Kirchen und vier Synagogen liegen in Trümmern. Ferner sind große Getteidevorräte verbrannt. LIeber3000 Personen sind ohne Obdach. Man befürchtet, daß zahlreiche Personen den Tod in den Flammen gefunden haben. $rou Lupescu in Bukarest. Berlin, 4.Juli. (TL1.) Frau Lupescu, die Pariser Lebensgefährtin König Carols ist aus Wien kommend, in Sinaia eingetroffen. Auf königlichen Befehl wurden ihr Zimmer bereitgestellt. König Carol will am Samstag nach Sinaia reisen. Auch in Bukarest soll wie die „Rachtausgabe" meldet, für Frau Lupescu eine Zimmerflucht eingerichtet werden. Verschiedene Erklärungen lassen darauf hlndeu- ten, dah Frau Lupescu nicht gewillt ist ihre Beziehungen zu Carol ß u l ö fen. Es wird vermutet, daß der König mit dieser Reise einen Druck auf seine Gattin ausuben will. Frau Lupescu reifte in Begleitung des Generals Ricolano, der ihr einen ordnungsgemäßen ru- rung davon überzeugt ist, dah auch auf diesen Dildungswegen sich angemessene, ja sogar bessere Berufsaussichten eröffnen. Das Reichsministerium des Innern hat den Unter- richtsverwaltungen eine Vereinbarung vorgelegt, nach der die Gleichwertigkeit einer auf 10 Jahre erweiterten Volksschule, einer preußischen Mittelschule, einer auf der Volksschule aufbauenden Fachschule mitderObersekunda- reife der höheren Schule von den Llnter- richtsvcrwaltungen anerkannt wird. Diese Vereinbarung wird allerdings nur bann praktisch Erfolg haben, wenn auchdieWirtschaftbei der Einstellung biefer jungen Kräfte von ber Gleichwertigkeit biefer Bildungsgänge ausgeht und das unberechtigte Monopol ber höheren Schule ihrerseits aufhebt. Reichsminister a. D. Dr. Hamm vom Reichsverband der deutschen Industrie erklärte sich vom Standpunkt ber Wirtschaft aus mit den auf- gestellten Richtlinien einverstanden. In der Wirtschaft verbreite sich in steigendem Maße die Erkenntnis, daß eine gute abgeschlossene Volksschulbildung brauchbarer und wertvoller sei als die abgebrochene Bildung der höheren Schule. Lieberhaupt sehe sich die Schatzung der in sich abgeschlossenen Bildungsgänge von allgemein bildenden und Fachschulen mehr und mehr durch. Sa Wischer Stand der Saarverhandlungen Um das Schicksal -er Saargruben. - Ernste Schwierigkeiten in -en Verhan-lungen. La Koruna __g G wontenfos. O neuer. Q nafb oedecut. 9 vomig. • veaec«. • * Schnee ^Graupeln. «Nebel KGewit*er.(g)Wlndstllle.«O-'sei» leichte» Os» massig« Südsüdwest q stürmische» «fordWesl ftle Piene fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stellenden Zafj len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit.gleichen Meeresniveau umaerechnetzo Luftdruck Wettervoraussage. Infolge der anhaltenden starken Erwärmung und des damit verbundenen Luftdruckfalles hat fich in Rorddeutschland eine Schwache Strömung herausgebildet, an deren Rückseite bereits stärkere Bewölkung herrscht und teilweife auch Schon Riederschläge gefallen sind. Hamburg meldete 2 Millimeter, Rordhom 11 Millimeter Riederschlag. Von Westen rückt wieder hoher Druck vor. Da eine Windströmung von dem hohen nach dem tiefen Druck hin aufkommt, so werden nunmehr bei meist westlichen Winden maritime Luft- maSfen nach dem Kontinent gelangen. Somit wird fich vorübergehend Stärkere Bewölkung zeigen und Gewitterstörungen werden sich auslösen, jedoch wird mit der Verlagerung des hohen Druckes nach dem Festlande wieder ruhigeres Wetter einsetzen. Wettervoraussage für Sonntag: Aufkommende Bewölkung mit Gewitterstörungen. Witterungsaussichten für Montag: Rach vorübergehender Gewitterstörung wieder ruhigeres Wetter. Lufttemperaturen am 4. Juli: mittags 28,7 Grad Celsius, abends 21,3 Grad; am 5. Juli: morgens 21 Grad. Maximum 31,6 Grad, Minimum 16,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tief« am 4. Juli: abends 32,6 Grad: am 5. Juli: morgens 23 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 13^ Stunden. Reifewetterdlenst. Swinemünde. 19 Grad, gestern: vorherrschend kühl, Rordwind, halb bis ganz bedeckt, heute: teils heiter, teils wolkig. Garmisch-Partenkirchen. 20 Drad, gestern: heißer Tag, Südwestwinde, heute: heiter bis halb bedeckt, geftern: meist heiter. Westerland a. Sylt. 18 Grad, gestern: warmer Tag, Ostwind, halb bis ganz bedecktj gestern: teils heiter, teils wolkig. 3Z 21 « Val 28 —j-4 teilte 45= oTo Aus der provinzialhauptstadi. Gießen, den 5. Juli 1930. Briefe, die nicht kommen. Wan ist nicht einsam, wenn man Briefe ernt» fängt. Briefe schlagen eine Brücke. Es braucht gar nichts knünzustehen; es ist sogar gut, wenn nicht- drinsteht. Kuvertierte Abhandlungen uno Betrachtungen, womöglich mit weltanschaulicher Soße übergossen, sind meistens scheußlich. Briefe, die verbinden sollen, brauchen nur da zu fern. Weiter nichts. Die Handschrift zu fehen genügt. Bun aber kommen keine Briefe. Ohne einen Menschen zu haben, kann niemand richtig leben. Man hat einen Menschen, irgendwo da drauhen. Für Wochen, für Monate ist man von ihm getrennt. Es gibt merkwürdige „Notwendigkeiten", die solche Trennung veranlassen 3c dicker die Anführungsstriche vor und hinter der Hot» Wendigkeit, desto schlimmer die Trennung. Man sitzt und lauert auf Briefe. Aber es kommen keine. Der sonnigste Tag ist trübe, denn die Wolken der Grübeleien verfinstern ihn. Man glaubt an jenen Menschen, unbedingt. Aber unsere Seele ist teuflisch konstruiert: vom Glauben allein kann sie nicht leben. Sie möchte wissen. Ein paar kleine Zeilen suggerieren dieses Wissen. „Gestern hat eS hier geregnet. Ich konnte daher den geplanten Ausflug nicht machen, habe in der Stube gehockt und meine Photographien geordnet. Hoffentlich war dort gutes Wetter. 3ch weih, du kannst ohne Sonne nicht sein." Lind wenn es auch in Wahrheit gehagelt hat: schon ist die Sonne da. Lind das Wissen. Schweigen aber ist fürchterlich. Durch alle Stunden schleppt sich die Frage nach dem Grund. Ist es Krankheit? Ist es Verstimmung? Habich den Anlah gegeben? Lind womit? Oder ist das Gefühl erkaltet? Sind andere Interessen o/usgetaucht? Ist es am Ende gar Taktik? Kreuz und quer'laufen die Fragen. Sie verwirren. Sie drücken. Mechanisch tut man, was man zu tun hat. Die Fragen dominieren, Alltag und Sonntag, Helle und Dunkelheit füllen fie aus, alle Energien legen sich schlafen, lebendig ist nur ein zitterndes Fragezeichen. AiemalS ist man einsamer als in diesem Zustand der Llngewihheit und des Wartens. Ab- lenken, sagen die Leute, die an einem vorbeistreifen. Aber das ist gar nicht so einfach. Cs muh wohl Gesetzmäßigkeit sein im Ablauf dieser Dinge. Gin Mensch, den das unverständlich« Schweigen eines anderen Menschen zermürbt, kann Ablenkung nicht an der Bar suchen. Gr läutet bei Freunden an. Llnd dann ergibt sich immer wieder dasselbe: Die Herrschaften sind ausgegangen. Wann sie zurückkommen? Ich weih nicht. Aber es wird wohl sehr spat werden. (Anhängen.) Oder: Dah du auch gerade heute abend an- rufen muht! Ich habe die Stenotypistin hier. Vielleicht übermorgen? Melde dich mal wieder. (Anhängen.) Oder das Schweigen, das einen umgibt, fetzt sich im anderen Kreise fort, auf den Anruf kommt kein Gegenruf, nur das automatische Weckzeichcn tönt im Hörer. Man ist abgeschnit- ten, rettungslos allein, die Zimmerdecke fcheint sich zu senken, die Wände rücken näher zusarn- men, immer mehr verkleinert sich der Kubus des Aufenthaltsraumes, als sei das Gespenst von Edgar Allan Poe technisch tätig, man stürzt ins Freie, läuft durch die Straßen und fühlt nun inmitten von abendlichem Hupenlärm erst recht, wie nebensächlich, widerlich und angsterregend Menschen sind, wenn der Mensch fehlt. Schließlich kommt ein Brief. Was war? Vichts von Bedeutung. Kleine Zerstreuungen, Schreibfaulheit, ein Grippe-Anfall. Oft heiht ies: „Ich begreife nicht, wie Du Dich so auf- regcit kannst." Dah wir einander nie ganz begreifen werden, haben wir nun langsam begriffen. Aber wir sollten darüber hinaus begreifen lernen, dah Kopfschütteln und eigensinniges Beharren nichts taugen, wenn menschliche Bindungen auf dem Spiele stehen. Entgegenkommen ist alles. „Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie man unter Schweigen leiden kann, aber da ich weih, dah Du leiden würdest, schweige ich nicht." So einfach, klar und gut denken allerdings die Menschen nur selten. Sogar die liebenden. Lind wenn sie so denken, ist es bis zum Handeln noch weit. V. K. Gietzener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grüne) 30 bis 35, (gelbe) 35 bis 40, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 35 bis 70, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln (alte) 4,5 bis 5, (neue) 10 bis 12, (alte Kartoffeln pro Zentner 3.80 bis 4 Mk.). Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 20 bis 30, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 50 bis 80. Himbeeren 50 bis 55, Aprikosen 50 bis 55. Pfirsich 55 bis 60. Rüsse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 80, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 pro Stück: Radieschen 10 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10 Pfennig pro Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gesellschaft von Freunden und Förderern der Llni- versität Giehen: Festsitzung, 17.15 Llhr, im Großen Hörsaal der Llniversität. — 800-Iahr-Feier auf dem Dchiffenberg; 19 Llhr: Wilhelm-Heinrich- Riehl-Feier, ab 20 Llhr: Kommers. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. V.: Dereinsabend in der ehlar feierte sein ISOjähn'ges Bestehen Eine Gruppe aus dem historischen Festzug: Verleihung de« Stadtrecht« durch Kaiser Barbarossa. M' Das Gchiffenberg-Iubiläum. Von dem Presseausschuh für das Schtffenberg- Iubiläum wird uns mitgeteilt: Bei der heutigen Vorfeier zum Schiffenberg-Iubiläum, die um 19Llhr auf dem Schiffenberg beginnt, wird zunächst die Gedenktafel für den Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl am Hauptgebäude feierlich ein- geweiht werden. Die Gedenkrede wird Llniver- sitätsbibliothekar Dr. W a l b r a ch halten. anschließend folgen noch Ansprachen des Llniver- sitätsprofessors Dr. Rauch und des Direktors der Llniversitätsbibliothek Prof. Dr. Ebel. Dann werden u. a. Mitglieder des Orchestervereins Gießen mit instrumentalen Darbietungen erfreuen, Gesangvereine aus Watzenborn-Steinberg und Hausen werden fingen, der Turnverein 1864 Hausen wird Pyramidengruppen stellen und der Sportverein 1928 Garbenteich wird durch zwei Lampionreigen erfreuen. Die Hauptfeier am Sonntag wird mit Massen- chören der vereinigten Gießener Gesangvereine eingeleitet. Anschließend folgt die Aufführung des Schiffenberg-Fe st spiel s, in der ersten Abteilung (historischer Teil), die von Oberspielleiter T a n n e r t vom Gießener Stadttheater verfaßt ist, in lebenden Bildern die wichtigsten Begebenheiten der kulturellen Entwickelung rings „Stadt Lich". — Artillerieverein: Monatsversammlung, 20.30 Llhr, im Vereinslokal. — 1870 bis 1920: Hauptversammlung, 21 Llhr, im Aquarium. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Erlebnis einer Rächt". — Tageskalender für Sonntag. 800- Iahr-Feier auf dem Schiffenberg; 15 Llhr: Festspiel, Massenchöre, Volksfest. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Erlebnis einer Rächt". ** Vom Schwurgericht. Im Monat Juli findet vor dem Gießener Schwurgericht am Dienstag, 8. Juli, und Mittwoch, 9. Juli, je eine Verhandlung statt. Die Anklage lautet in beiden Fällen auf Meineid. Die Anklage vertritt am ersten Tage Staatsanwalt Fischer (Gießen) am zweiten Tage Oberstaatsanwalt Dr. B r i l l (Gießen). Die Verteidigung führt im ersten Falle Rechtsanwalt Dr. Katz (Gießen), im zweiten Falle Rechtsanwalt Zimmer (Gießen). ** Erstaufführung im Stadttheater. Man schreibt uns: Am kommenden Dienstag, dem 8. Juli, gelangt das Kriminal-Lustspiel „Der Herr mit dem Fragezeichen" von Alfred Möller und Hans Lorenz zur Aufführung. Der Theaterbesucher versuche dieses Geheimnis um den Herrn mit dem Fragezeichen nicht vor Schluß der Vorstellung zu lösen, er rät bestimmt daneben. Fassott ist der Regisseur des Stückes; der Herr mit dem Fragezeichen ist Hanns Tannert. •• Waldbühnc Gießen. Man schreibt uns: Die Stadt Gießen besitzt eine herrlich, gelegene Waldbühne in nächster Rähe der Stadt. Wie m den letzten Jahren hat die Intendanz die Absicht, auch in diesem Sommer dort Gastspiele zu veranstalten. In Aussicht genommen ist zunächst ein Lustspiel von Shakespeare, „Liebesleid und Liebeslust". Rähere Mitteilungen erfolgen noch. • • Eröffnung eines Bettenspezialgeschäftes. Gestern, Freitagnachmittag, eröffnete die Firma Betten-Där, Marktstraße29, ein Dettenspezialgeschäft im Erdgeschoß des im vorigen Jahre von der Firma H o l t e r h o f f erworbenen Hauses Seltersweg 20. Die Geschäftsräume sind unter der Leitung von Daurat Conrad Schuhmacher, Gießen, modern um- gebaut und bedeutend vergrößert worden. An die Hellen und geräumigen Derkaufslokalitäten schließt sich seitlich, durch eine breite Glaswand abgetrennt, ein Raum an, in welchem die neuen Federn im Beisein des Kunden abgewogen und eingefüllt werden; ferner befindet sich in diesem Raum eine ganz moderne Dettsedern-Reinigungs- anlage mit elektrischem Betrieb; diese Anlage stellt insofern eine bemerkenswerte Reuerung dar, als der Kunde auf diese Weise den gesamten 'Reinigung shergang mit eigenen Augen kontrollieren kann, ohne selbst durch Federn oder Staub be- um den Schtfsenberg in der römischen und germanischen Zeit zeigt. Die zweite Abteilung (Reue Zeit), versaht von unserem Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) wird zeigen, was der Schiffenberg dem Hessenvolk geworden ift Die ersten lebenden Bilder werden Trachtengruppen aus Leihgestern und Dornholzhausen (Hüttenberger Trachten), aus Watzenborn-Steinberg und Grü- ningen in ihrer eigenartigen früheren Tracht zeigen. Eine Leihgesterner Schulklasse wird einen Wanderreigen aufführen, eine Schulklasse aus Watzenborn-Steinberg mit einem Mundharmonikakonzert erfreuen. Bei den weiteren Darbietungen wirken mit der Turnverein 1864 Hausen und der Gesangverein „Germania"Watzenborn-Steinberg. Zwischen den einzelnen Dild- gruppen wird die „Reue Zeit" nach einer Dichtung von Georg Heß die verbindenden Texte sprechen. Die Aufführung wird von allen Seiten her gut zu sehen und zu hören sein. Reben den Kraftomnibusverbindungen zum und vom Schiffenberg (vergl. die gestrige Fahrplananzeige) ist natürlich auch der Besuch mit Privatautos möglich, für die Parkplätze geschaffen worden sind. WÄter hat die Reichsbahn eine Verstärkung ihrer Züge vorgesehen schmutzt zu werden. Die Firma beabsichtigt, das alte Geschäft in der Marktstraße unverändert weite i^uführen, während in den Lokalitäten am Seltersweg speziell Betten, Schlafzimmer, Matratzen, sowie alle Zubehörteile geführt werden sollen Das Spezialgeschäft zeigte am Eröffnungstage in den sehr freundlich und ansprech^rd ausgestatteten Räumlichkeiten eine mit gediegenem Geschmack zusammengestellte Ausstellung seiner Spezialartikel in neuzeitlichen Formen, schönen Farben uni) großer Reichhaltigkeit. * * Zielfahrt des Hessischen 21 u t o mobil 11 u b s Rheinhessen. Zur offiziellen Reichsbefreiungsfeier hat der Hessische Automobilklub Rheinhessen (A. v. D.) zu einer Zielfahrt am 20. Juli nach Mainz aufgerufen. Eine rege Beteiligung der Automobilisten ist zu erwarten. Die Zielfahrt ist offen für alle Mitglieder des Automobilklubs von Deutschland und für dessen Körperschaftsmitglieder. Eine künstlerisch ausgestaltete Befreiungsplakette wird den Teilnehmern an der Zielfahrt zur Erinnerung überreicht. ** Karl- und Luise-Keimscher-Er- ziehungsfonds. Die am 24. März 1919 in Frankfurt a. M. verstorbene Berta Keim, Tochter des in Friedberg wohnhaft gewesenen, verstorbenen Distriktseinnehmers Karl Keim und dessen gleichfalls verstorbenen Ehefrau Luise Charlotte, geb. Pilger, hatte den Hessischen Fiskus zu ihrem Erben eingesetzt. Unter anderem hatte sie neben einer Reihe von Vermächtnissen lehtwillig verfügt, dah aus ihrem Rachlah zur Erinnerung an ihre Eltern der „Karl- und Luise-Keimsche-Er- ziehungsfonds" gebildet werden solle, aus dessen Einkünften Zulagen zu den Kosten der Erziehung von Söhnen und Töchtern hessischer Staatsbeamten gewährt werden sollen. Rach Auszahlung der Vermächtnisse und Durchführung der Aufwertung besteht dieser Fonds aus rund 16 000 Mk. Lieber Gesuche um Gewährung von Crziehungsbeihilfen entscheidet der Hessische Finanzminister. * * P e r s o n a l i e. In den Ruhestand tritt auf sein Nachsuchen der Bureaudirektor beim Kulturbau- amt Gießen Albert Cullrnann mit Wirkung vorn 1. Oktober 1930 ab. * Zur Richtigstellung. Es wird berich- tigend darauf hingewiesen, daß am Sonntag nicyt von Steinberg, sondern von Großen-Linden bis Schiffenberg Pendelverkehr von 14 bis 16 Uhr ab Station Großen-Linden eingerichtet ist. * * Ein Militär-Großkonzert findet am nächsten Donnerstag, 17. d. M., 20 Uhr, bei volkstürn. lichen Eintrittspreisen in der Volkshalle statt; das Konzert wird ausgeführt von den Gießener und Marburger Militärkapellen unter Leitung von Obermusikmeister Löb er (Gießen) und Musikmeister Große (Marburg). Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. • • Die Museen sind am morgigen Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. • • Versteigerung von Dullen und Ebern. Gelegentlich des allgemeinen Prämienmarktes in Alsfeld am Montag, 14. Juli findet eine Versteigerung von Bullen und Sbem statt. Gemeldet sind 34 Fleckvichbullen und 8 Eber der veredelten Landschweinrasse. Die Dullen stammen vorwiegend auS den bekannten Zuchtgebieten der Kreise AlSfeld und Lauterbach. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften ist hier beste Gelegenheit geboten, gute Zuchttiere zu erwerben. (Räheres in der heutigen Anzeige.) • • Festnahmen. DaS Hessische Polizeiamt teilt mit: Ein mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafter Bäckergeselle Paul Hermann ClauS, in Dresden geboren, wurde am 2. Juli dabei betroffen, als er im De griffe stand, Bettwäsche an der^ Mann zu bringen. Da er über den Erwerb ungläubige Angaben machte, wurden die in seinem Besitz befindlichen Wäschestücke sicher- gestellt imb Claus selbst dem Amtsgericht zu- geführt. Haftbefehl wurde erlassen. Gs handelt sich um folgende, mit großer Wahrscheinlichkeit auS einem Diebstahl herrührenden Gegenstände: Ein graugrüner Rucksack mit ausgenähten Taschen, Ledertragriemen und wasserdichtem Futter, zwei Damastbezüge, zwei Kopfkissenbezüge und ein Handtuch gezeichnet M. R., drei weih- leinerne Bettücher, gezeichnet R., ein Paar grüne Sportstrümpfe, efn Damenpullvver braun-graugelb mit weiß gewürfelt, Hals- und Aermel- aufschlag aus grauer Wolle, eine grüne Ledertasche mit verschlissenem Seidenfutter und eingenähten Schlaufen für Bestecks oder Toiletteartikel. Auf der Tasche ist aus Metall der Buchstabe F., ein zweiter Buchstabe, vermutlich E., ist entfernt — Ein Hausierer entwendete in Gro- ßen-Linden aus einer unverschlossenen Wohnung, dessen Inhaber für kurze Zeit abwesend waren, aus einem Kleiderschrank 40 Mark Bargeld. Als der Täter das Haus verlassen wollte, bemerkte er die zurückgekommene Inhaberin, worauf er kurz entschlossen durch ein geöffnetes Fenster in den Garten sprang und flüchtig ging. Einigen Einwohnern gelang es, den Dieb, der seine Aktenmappe mit dem entwendeten Geld versteckt hatte, festzunehmen. Das versteckte Geld wurde kurz nach der Festnahme aufgefunden und konnte der Besitzerin restlos ausgehändigt werden. *• Sicherstellungen. Das Hessische Polizeiamt teilt mit: Eine elektrisch« Fahrradboschlampe (Dynamo und Gehäuse mit Batterie), ein Doschblendgehäuse mit Batterie, ein Dynamo (Radsonne 21 r. 1128), ein kleiner englischer Schraubenschlüssel, ein Motorradschlüssel (Bug- reid 14, 15, °/l8 und 1/4), zwei Schraubenzieher, eine Drahtzange, eine Ravensteins Rad- und Autokarte der Mittelrheinischen Verkehrszentren, ein schwarzledernes Zigarrenetui. Die Gegenstände rühren aus Diebstählen her, die aus Per- fonenfrafttoagen anläßlich des Schützenfestes und der Opelwagenausstellung 1929 entwendet wurden Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden gebeten, bet der Kriminalpolizei Zimmer 24 vorzusprechen. ** Die Fünsziger-Vereintgung 18 80/19 30 hatte, wie man uns schreibt, dieser Tage ihre Mitglieder zu einer geier in daS Schühenhaus eingeladen. An einer in Blumenschmuck prangenden Tafel waren die Geburtstagskinder versammelt. In seiner Ansprache begrüßte der erste Vorsitzende, Glafermeister Heinrich Marx, zunächst zwei auswärtige Teilnehmer an der Feier, geborene Gießener und Fünfzigerkollegen, August Reinhardt aus Rordamerika, und H. D e n n er auS Freiburg i. Dr. Weiter hob er hervor, dah in dem halben Jahr seit der Gründung sich die Fünfziger gegen* feitig näher gekommen feien. Wahre Freundschaften hätten sich allenthalben herausgebildet. Der Abend solle vor allen Dingen für den amerikanischen Gast eine stete Erinnerung in seiner Lieberseeheimat bleiben. Im 21 amen der Geburtstagskinder sprach Zahnarzt Dr. Duchin- ger den Willkommgruh. Lim Die Mittemachtsstunde schloß sich ein feierlicher Akt aus Anlah der Befreiung des Rheinlandes an. Das ganz« rheinisch« Volk, so führt« der Dorfihende in einer Ansprache aus, habe in Treue und Zuversicht zum angestammten Mutterland gehalten. Ein Hoch auf den deutschen Rhein und das deutsch« Volk, sowie der Gesang des Deutschlandliedes schlossen die Gedächtnisfeier. Im Mittelpunkt der 23eranftaltung stand der amerikanische Gast, der feine Ozean- und Heimatreife so gelegt hatte, dah er an diesem Feste teilnehmen konnte. Bet der Llnterhaltung gab der Gast eine interessante Schilderung seiner Reiseeindrücke. Ein« bleibende angenehme Erinnerung nehme er mit über den Ozean zurück, das fei die überall freundliche Ausnahme und bereitwillige und gefällige Auskunftserteilung in allen Städten, die er in Gemeinschaft mit feiner Frau besucht habe. ** Heue Führer und Stadtpläne von Gießen. Wie der Verkehrs- und 2kr- schonerungsverein Gießen im heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, sind die neu erschienenen Führer und Stadtpläne von Gießen im Bureau des Der- kehrsvereins, Seltersweg (Torhäuschen), zu erhalten. Räheres in der Anzeige. ** Preußisch.Süddeutsche Klaffenlot t e r i e. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse hat planmäßig spätestens bis zum 7. Juli, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie- Einnahme zu erfolgen. Die Beachtung dieser Frist wird in der jetzigen Reifezeit besonders empfohlen. Heuschreckenschwärme in Hessen. WSN. Darmstadt, 4. Juli. In Anwesenheit voll Direktor Seeger vom Landwirtschaftsamt wurde in der Gemarkung Griesheim bei Darm- ftadt dos Auftreten größerer Heuschreckenschwarme feftgestellt. Mehrere mit Kartoffeln und Kohl bebaute Grundstücke find vollständig kahl gefressen. Es wurden sofort umfangreiche Schutzmaßnahmen getroffen. Verantwortlich für Lokales: I. V.: Dr. Thyri ot. — —-~ ■ T— 2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise abends / le Zur natürlichen Bräunung der Haut fette man vor und nach der Besonnung die Haut, insbesondere Gesicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ein; man erzielt dann ohne schmerzhafte Rötung eine gesunde, sonnengebräunte Hautfärbung. — Creme Leodor, Tube 60 PL und 1 Mk, Leodor-Edel-Seife 50 PL Id allen Chlorodont - Verkaufsstellen zu haben. 2- Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh und abends die Zahne mit di herrhdt erfnsthenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Seitenflächen mit HiBe der Chlorodont-Zahnbürste einen elfenbeinartigen Glanz 7r.ZhU^n" Chlorodonl-Zahnpaste, Tube 60 Pf. und 1 Mk, Chlorodont» Zahnbürste 1 Mk, Chlorodont-Mund wasser 1 Mark Volkshalle Gleiten Verlobte Schiffenberg-Fest 4875D Ihre Verlobung beehren sich anzu-eMn Montag, den 7. Juli Festausklang Volksbelustigungen mit Tanz 04218 4858 D Statt Karten! Westfalin Gießen 4891D gesucht 4874D Lisbeth M'ederhöfer Ludwig Hettche Verlobte Lollar, den 6. Juli 1930 4897 D 2918V (Ls grüßen als Vermählte Mein Saisonausverkauf Gießen (Äbelstraße 20), den 5. Iuli 1930 04210 beginnt am 7. Juli Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Auf lO^o Rabatt Ein 04191 850 IO50 12* Wanzen 1874-1924 680 Kostenlose Röntgen'Fußdurchleuchtung! 4880D 04240 Hardt. 36g3V 0422*1 Reifen-Lager. 4902 D Minni Schlierbach Rudolf Brücher Äutzbach Marktplatz 3 Großer'Transport mittlere Ermeländer Gießen Kugelberg 54 Posten zurückgesetzte Schuhwaren darunter beste Rahmenware Gießen Lieblgstraße 86 alle nicht im Preise zurückgesetzten Artikel außer Marken-Waren Frankfurt a. M. Sandweg 88 Gießen, den 6. Iuli 1930 (Kugelberg 54) Ctcelsiee» Balhn-Reifen DER 1 DEUTSCHE SEPARATOR z.Z. Naumburg a. Queis (Schlesien) 5. Iuli 1930 Also vorbeugen, schlank werden und jung bleiben! Aber nicht mit unnötigen Anstrengungen oder lästigen Hungerkuren. Einfach täglich den angenehm \ schmeckenden, gesunden und ärztlich empfohlenen Dr. Ernst Richters Anni Dörr Otto Mütter, predigtamtskandidat Lilly Heyligenstaedt Dr. Gustav Illitzeri, Studienrat I Kinderschuhe von Mk. 1.80 an Frühstückskräutertee trinken. Er macht schlank und elastisch, hält jung und leistungsfähig. San.-Rat Dr. A. D. in A. schreibt: Der Tee hat mir gute Dienste geleistet, bin 15 Pfd. leichter geworden u. frischer, wie 10 Jahre jünger. 1 Paket M. 2.-. Kur-Packung M. 10.-. In Apotheken und Drogerien, wo nicht: „Hermes“, Fabrik pharm. kosm. Präparate, München SW 7, Oüllstraße 7. Auto- Bereitungs-Betrieb Reiser, Wetzlar, Braunfelser Straße 35, Telephon 2824. (Cafe Germania) Neugummierungen und Reparaturen sämtliche Reifengrößen. Spez. Riesenluft, Laden mit 2 Schaufenstern. Schulitrakd 5, ab 1. August AU verm. Näh. bet Haustein daselbst ((Eingang Kavlanetqasse). 04125 Karl Bluhm Annegrete Bluhm, geb. Klein Ihre Verlobung geben bekannt 9 3ofef Alshut und Frau Maria geb. Mspeler Ole Verlobung ihrer Tochter Minni mit Herrn Rechtsanwalt Rudolf Vrücher, Vutzbach, beehren sich anzuzeigen Konrektor (Styr. Schlierbach und Frau Hermine, geb. Gimpel Autorisierte Frigidaire-Verkaufsstelle: Brüder Schmidt, Inh. Heinr. Guthardt Das Fachgeschäft für Haus und Küche Telephon 3671 Giefoen Seltersweg 83 fandwirieWauft keine minderwertigen Ttasdiineft, sondert den guten Westfalia Separator Zuletzt-Silberne Denkmünze der deutsdiSand- njirtsdiaftsgeseUsdiafb RAMESOHl&SCHMIDTAG OELDE i.W. Wir suchen für verschiedene stadt-u.Landrretse tüchtigen Beamten zur Pflege unserer technisch vorzüglichen und daher äukerst zugkräftigen Spar» und Bersorgungs Ber- sichcrung mit monatlicher Beitragszahlung und Heim» ivarkasse. Gewährt werden Gehalt, Relsesvesen und Abschliißvrovision. Angebote von Bewerbern mit guter Begabung für Organisation und Akguisition sind unter (Einsendung von lückenlosem Vebenölauf, Vlditbllb und Erfolgsnachweifen unter 8. N. 2979 an Rudolf Hiesse, Frankfurt a. H„ zur Weiterbeförderung zu richten. Gebr.Asenberg Telephon 2312. Am Donnerstag, dem 17. Juli 1930, 20 Uhr Militär-Grofe-Konzert zu volkstümlichen Eintrittspreisen, ausgeführt von den Gießener und Marburger Militärkapellen unter Leitung von Ober musikmeister Löber, Gießen, Musikmeister Grosse, Marburg Restauration Eintrittspreise: I. Platz (numeriert) RM. 1,20. II. Platz RM. 0,80. Vorverkauf: 4855D Challier, Neuenweg. Loeb, Bahnhofstraße und Verkehrsverein. Schuhhaus Benner Kreuzplatz 11 Walttorstraße öl 5. Iuli 1930 MMtt Wer hat Arbeit für einen fahrbaren Steinbrecher? Sckr. ernstgemeinte Anfr. mit Quantum sind zu richten unt. 04214 an den Gies?. Auz. __ Derjen., welch, am Dounerstagvorm. am Finanzamt Gieß, sein Fahrrad mit meinem Goerlcke-Radm.grtin gestrich. Felgen vertauschte,wird nmüm- tausch beim Finanzamt innerhalb 3 Tagen ersucht, andernfalls Anzeige erfolgt. MS9 Braungestromter Boxer gerufen Bonzo, entlaufen. Meldungen geg. Belohnung an Pros. SUtcll, Wil» belmstr.2lp. 49MD Achten Sie auf das Frigidaire- Schüd! Der echte Frigidaire kühlt elektrisch ohne Eis und Wasser, nimmt Strom von jeder Wand-Steckdose, gibt billig gleichmäßige, trockene Kälte. Schaltet sich ohne Bedienung ein und aus, hat über 1400 OOO zufriedene Kunden. Kirchweihfest WIMM am 6. und 7. Juli bei Gaftwlvt Nachtigall wozu ergebensi einladet die Buvsckensthast. 4852D , AMIS I Werbe egale Gespanne, sow. (Anspanner, ist eingetroffen und stehen ab heute in unseren Stallungen zum kommissionsweisen Verkauf und Tausch. 6 Zimmer mit Zubehör, in sonniger Lage tErd- geschohl gesucht, evtl. Hauskauf. Schrift!. Angeb. unter 04232 an den Gieh. Anz. | Stellenangebote | Zwei Verkäufer der Kolonialwaren» Branche, nicht unter 20 Jahren, zum baldigen Antritt gesucht. Schriffi. Angebote unter 4786D an den Vieh. Anz. Welche Dame o. Mädchen übernimmt zweimal wöchentl norm, die Beaufsichtig, eines kleinen, lieb., Vjiöbr. Madels geg. Berg.? Schr. Angeb. u.04223 an den (Äietz. Anz. Anständiges Mädchen als taMItt tzotel 3um roilöen mann (StOtiberg. Besseres lagesmöOiDen oö. öflustoiötet gesucht Wo? sagt die Geichäftsstelle des Gten. Anzeig. 48921) und alles andere Un- gcAief. oerttlgt streng diskret. Behördliche Dankschreiben. Auch auswärts. 04216 Ungeziefer-Bcrtil- gunas-Jnftitut Giehen,Kirchenvi.l8. Tücht. Schneiderin emvf. sich in u. außer d. Haufe. Zu erfr. in d. Geschäflsst. Sonntag. ö.v.Ms. ,w Mltrie- nerein Zusammenkunft der Ä a m e n Mittwoch, 9. Juli, nachmittags ans der Vermietungön \ Im 'Jieubau Schubert - Handelstr. sind 2- u. 3-Zimmer- Wohnungen mit Bad u. übrig. Zubeb, fow. mehrere Garagen zu verm. Näh. Frankfurter Str. 29 P. 3rvl. möül. Zimmer für Berufötät. fof. zu vermieten 04222 Ricgelvlad 88 p. Schöne Schlafstelle ob. einf. möbl. Zimm. au vermieten 04194 Schltfenb.Weg 39I1L Nvl. Stornier f. fof. zu verm. 04244 MoUkcftr. 2 L 2 schöne leere Zimmer an einzelnen Herrn AU vermieten 4890D Wtlbelmftr. 25. Bornehm einger. öerrenjlmmer mit anschl. Schlafzimmer, Telephon n. Bad, fofort zu vrm. Alicensir.23 v. 2 Ga ogen (neu), sowie einige Lagerräume zu vermieten. 04152 Hildebrandt, Sicher Straße 19. | Mietgesuche 4-Zimmer- Wohnung gegen Abstand zu mieten gesucht. Schr. Angeb. unter 04196 an den Aieh. Anz. Kinderloses Ehepaar sucht eine be- schlagnahrnesreie Wohnung 2 Stuben u. Küche, für sofort ob. später. Mtetpr. 40—45 RM. Beck, Bahnhof- st raste 17. 104185 Junges Ehepaar f. 2-3-Zimmer-Wohnung mit Küche. Angebote unter 04241 an den (Siebener Llnzeiger. F. G. F. Montag, 7. Juli, abends 8*/2 Uhr, An» treten 8V« Uhr: 4.9aiwMleönng Anzug: Arbeitsrock und Helm. 4010V Das Kommando. SMtlhealer Gießen Dienstag, Den 8. Juli, von 20 blö 22 Uhr Im Sommc- Abonnemei Zum ersten L ale: Bet Seit mit dem irageieldten? Lustspiel in 3 Akten von Alfred Möller und Hans Lorenz. tMtlme Löwcugasse 11 au verm. Rah. 4589 D '21. Becker, Kepler- strafte 9 I. Tel. 3804. Schiflenberg.Weg24 große belle Werk statt, etwa 200 qm, besgl.kletnere Werkstatt, sowie Lager haus, 3itöckig, unb einige Garagen au vermieten. 3319 D '21. Becker, Kevler- straste 9. Tel. 3804. Är. heller, trockener Lagerraum besonbers z. Unterstellen von Möbeln geeignet, fofort au vermieten 04177 WaUtorftr. 63. Follergmle prima Wintergerste iErnte 1929), auch in kleinen Mengen hat abzugeben 147961) Univ. BeriuchSgut Unterer Hardthof Gienen. Gebrauchie, guterh. Schuhmacher- Aähmaschine billig au verkaufen. Schriftl. Angeb. unt. 04231 a. d. Wien. Anz. Sehr gut erhaliener moderner weißer ginöerllegeroagen Maether) preiswert au verkaufen. 04236 Stevbanttratze 161 Triumph- Motorrad 250 ccm, Baus. 1928, in fehlerfr. Zustand, günstig zu verkaufen, oersich. b. 1.6.31. An- Auf. bei Schiipv, Gie- ften. Steinflr. 38. 04233 |Verschiedenes| loooo int auf 1. Hypothek zum 1. Aug. auSzuleihen. Schr. Angeb. u.04219 an den Gieh. Anz. »W nicht unter 22 : für sofort in Ge> fchäftshaushalt gesucht. 04243 öelntKD Boller Kaiserallee 66. BraoeS, fleißiges Mädchen kann sofort emtr. bei Frau Reinh. Meißner Ww., Nidda lOberh.i, Schilleritr. 17. uh-u.Handbetrieb. 1 Schleifmafch., Leid- ichmieden, Ambosse, Schraubstöcke, ganze Einrichtungen verkauft billigst. 04220 A. Thomas, flieDen Schiffenberg. Weg v. 6-Zylinder- Opelwagen 6facb bereift, Modell 1928, icbr gut gepflegt, vorzügl. Anzugsvermögen, bet grohen Touren stets zuverlässig, wegen Anschaffung einer schwereren Maschine gegen bar oorteilbast abzugeb. Nur ernste Neflek- tanten werden um ihre Zuschr. gebeten u. 04211 a.d. Gst. Anz "iitonlta gebr^ 200, Zündapp. , 300, „ weiter einige Eeintmototiiiöet gibt vreiswert ab HWim Wagnet Motor- u. Fabrrad- handlung, Man Krofdorf 72. Gebrauchte SGhreibmaschineo von 20.— Ml. an auch in Wochenraten von 2.50 Mk. Ernst Heinz K.-0., Gießen, Selters- weg 89, Ruf 4291 Marburg,Bahnhof strahe 22, Rus 397. Reparaturwerkstätt. s. Schreibmaschinen aller Systeme, Mig- non-Ersatzteiie. 1#0D Wäsche, Trikotagen, Strümpfe, Kurzwaren Auf alle nicht herabgesetzten Preise erhalten Sie einen Rabatt von 10 Prozentl Heute Tanz-Abend 04249 Dressierter summ in gute Hände billig abzugeben 48630 Babnbofstr. 58. Saaner Ziegen amm angekört, zu verkaufen 04212 SeblHenb. Weg 28 II. Foulardseide, Seidenvoile, Cräpe de Chine, Cr6pe Georgette zu äußersten Preisen Sämtliche Baumwollwaren Wolff5 Sa.sBn Ausverkauf 7. Juli Friseur- Geschäft in derSonnenstraste ist ganz, eoiL getetlt, wegen AuSw. billig zu verkaufen. [Mioi H. Willwobl, Sonuenttraste 7, Milch-, Eier-, Butter-, Käse-Geschäft ist zu verk. u. kann per 1. Aug. übernommen werden. Erfordert. 1000Mk. Angeb. unt. 04234 an d.Gietz.Anz. Man achte auf den Namenszug! cMh* ßwfU' jw&H* Alleinhersteller: HACKERBRÄU MÜNCHEN ermäßigt .w’A Prma Spelle- n. Salat- Sflrlofitl» W. Hankel Neuen Baue 7."'v Televbon 2612 ßlflülete i öonnonlMs werd, fadjcicinäü ii. preiswert nc* stimmt n. reoar. Oöemx Gießen. BloiMLll ieleuljon 24UJ. Verkant v. neuen u. nebt Sinn. Kurzgeschnittenes Mliolz licicri 149OD Damp.sägewerk Lollar B. 'Jiubn, A. G. Pianos oder Harmoniums werden erfttl u. preisw. gestimmt n. repariert durch Erwin Zollinger Klavieriechniker u. flcor. Summer Berkaus von neuen u.flebr.s13tano8.wei (Sieben, SelterS- roen79a. Tel. 3616 Während dem Saison-Ausverkauf vom 7. bis 21. Juli meine Qualitätswaren zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen! M. ZS - an Frottiertücher Handtücher Seidenstoffe von Indanthrenstoffe .... von M. 2.75 an Herren-Hosen von Schürzenstoffe von M. 5.— an Sommer-Joppen ... von Hemdenkretonne.... von M. 0.55 an Hemdenzephire von M. 0.60 an Tischdecken M. Damen-Mäntel 9.80 an Lüster-Sakkos von nicht heruntergesetzte Preise Weihwaren und Aussteuerartikel ganz besonders günstig, auf 4731A Carl Horn Karl Horst Marktstr. 28 an an Loden-Mäntel.. Gummi-Mäntel von von an an Kleiderstoffe, uni.... von Kleiderstoffe, kariert von von von von Waschmusselin Waschseide .... Wollmusselin .. M. 0.60 an M. 0.90 an M. 1.70 an M. 1.80 an M. 1.25 an M. 1.40 an M. 0.90 an M. 1— an Einsatzhemden Netzwäsche Oberhemden M. 23.- M. 16.- Baby-Artikel, sehr billig Damenhemden » Schlüpfer » Röcke Kissenbezüge M. 16.- M. 6- Herren-Anzüge.....von Burschen-Anzüge .. von Knaben-Anzüge ....von 10 Prozent Barzahlungs-Rabatt! IMF* Beachten Sie bitte meine Sonder-Ausstellung in Herrenbekleidung im Hause gegenüber! Saison-Ausverkauf ab 7. Juli c. o. Reuter Seltersweg 73 Besonders ermäßlgtl Ein Posten Damenwäsche Binder deren Wert viel höher ist Serie I . . . . 1.00 Serie II . . . 2.50 Serie III ... 5.00 Ein Posten Badeanzüge Rabatt auf alle Waren außer Markenartikel Sehr günstige Gelegenheit zum Einkauf von Aussteuer- Wäsche la la Gasherde mit 2 Sparbrennern n. 2 Fortkochiteilen unglaublich billig. Carl Schunck Bahnholatr. 12. Gestimmt und repariert wird Ihr Plano, Flügel ofl. Harmonium preiswert u. gut durch ieie.A Pianohaus Schönau Gießen.Selters weg 91. Tel. 3269 eroflee Lager In neuen und gebr Instrumenten. Reparaturen von IhkIm schnell und billig. Auf Wunsch Abholung. 4767 D Singer Nähmaschlnea AktieogeselUcbalt Gießen, Marktplatz 18 Telephon 2004 Eigene Werkstatt« Asbest- Platten 1,2. 3,4 und 5 mm, wieder am Lager. 6785D CarlSchunck Beginn: MäusburgIZ Cottbuser Tuchhaus sucht füt bort Itorfrofor -ur MttMrung tüchtigen Oniintl oer Muster. 0n 0raae kommen nur Herren, die bei erfttl. Drloatkundschast besten- eingeführt sind. Erletcbt. ZablungSbedtng. Cfi u. Nr. 25950 an den Tottbuser Anzeig., LottbuS. Lee*V Vertreter zwecks Entgegennahme von Aufträgen ht Hvvotheken, Darlehen ufro. sofort gesucht. Angebote an H. Thyssen, Franklnrt a. M. L. NlddastraBe 60. [4889V Saison-Ausverkauf vom 7. bis 21. Juli Ein großer Posten Oberhemden ... 5.90, 7.90, 9 50 Oxfordhemden mit Kragen und Krawatte 6.50, 7.50 Strümpfe und Socken.............von 95 Pf. an Sportstrümpfe...........3.50, 3.75 Krawatten in großer Auswahl Schlafanzüge............ 7.50 10 Prozent Rabatt WAAG Splezlalgeschflft, Seltersweg 60 ca llk.I- Sie finden Auf neuste und modernste Konfektion 20% Rabatt. Sie erhalten Auf Kleiderstoffe 10% Rabatt Beachten Sie unsere Schaufenster. 50 Millionen RM Grundsätze: Abteilung Manufakturwaren Leistungen: Tarife: 4683 V Zuverlässige Herren als Mitarbeiter gesuchtl Abteilung Herren- und Knabenbekleidung Abteilung Damenkonfektion Ganz moderne Voile-Kleider, mit u.ohne Arm, per Stück von RM. 7.50 bis RM. 24.00 Sommermäntel, Restbestände 1 ; Posten Kinderkleider / sehr billig Abteilung Wäsche Karl Zwang Gießen Neustadt 49 4871 A 4872 A kaufen Sie am besten und preiswertesten bei Qualitäts-Möbel £ 38 Pf. per Meter 42 Pf. per Meter 45 Pf. per Meter 60 Pf. per Meter 75 Pf. per Meter 95 Pf. per Meter 68 Pf. per Meter 190 Pf. per Meter 175 Pf. per Meter 295 Pf. per Meter 180 Pf. per Meter Die Kranke n-Vers ich er ung des Deutschen Mittelstandes Fordern Sie unverbindlich unsere Prospekte durch die Verwaltungsstelle Gießen, Bahnhofstraße 38. 1.Sorte: Baumwoll-Mousseline, 80 cm breit, schöne Muster 2. Sorte: Baumwoll-Mousseline, 80 cm breit,schöne Ausmusterung 3.Sorte: Baumwoll-Mousseline, 80 cm breit, feines Sortiment... 4. Sorte: Baumwoll-Mousseline, hochwertige Ware............ Bedruckte Kunstseide, 80 cm breit, prachtvolle Muster Bedruckte Kunstseide, 80 cm breit, prachtvolle Muster Beiderwand, 80 cm breit, schöne Muster........................ Woll-Mousseline, 80 cm breit, prachtvolle Muster Woll-Mousseline, 80 cm breit, prachtvolle Muster Voll-Voile, bedruckt, 100 cm breit, ganz modern................. Voll-Voile, bedruckt, 100 cm breit, besonders preiswert beginnt Montag, 7. Juli, und endet Samstag, 19. Juli Der heutigen wirtschaftlichen Lage angepaßt,unterstelle ich mein reich sortiertes Lager einem Verkauf zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen Freie Wahl des Arztes und Krankenhauses als Privatpatient, Ablehnung jeglicher Krankenkontrolle u. Nachuntersuchung. Arztbehandlung (70—100%), Krankenhauszuschuh (bis RM 12.— täglich), Zahnbehandlung (bis RM 6.— pro Zahn), Wochenbeihilfe (bis RM 150,—), außerdem Erstattung auf Kosten für Operationen, operative Geburtshilfe, Arzneien, Heil- und Hilfsmittel, Krankentransporte, Wegegebühren usw.; Sterbegeld, bis RM 500.— (bei Unfall Doppelsäfze). Mannigfaltige Versicherungsmöglichkeiten; auch Tarife mit Beitragsrückgewähr. Verwaltung; 300 Verwaltungsstellen Im ganzen Reiche, daher schnellste Erledigung sämtlicher Erstatlungs-Angelegenheiten. Preise, die in ihre Bruchteile gespalten, Preise, die nicht zu unterbieten sind! Etwa 300 Konfektionsteile für 5.-, 10.- und 15.- Mk In Giefeen: Frankfurter Strafte 52-56 Telephon 2847/48, Heinrich Vetter, Wiesenstr. 4 Beachten Sie bitte meine Ausstellung Ecke Sonnenstraße — Neuen Bäue 4867D »OH 1929 , ’S» Jftk’hel y01 Ägaben ganz nachgelassen. Auch am 1. Iuli, am Tage terRhein- landsbesreiung, war die Tendenz noch freundlich, obwohl das Geschäft nur sehr lang- fam in Gang kam; es war an diesem Tage eine Verzögerung der Kursfestung zu verzeichnen, was aber auf eine vorhergehende Feier in Anbetracht der Rheinlandbefreiung, die einen- schlichten und würdigen Verlauf nahm, zurückzuführen war. Die Kurse konnten sich weiter erholen, so daß trotz des plötzlichen Tendenzumschwunges am nächsten Tage bei einem Vergleich mit den Kursen gegenüber der vergangenen Woche überwiegend noch mehrprozentige Kursgewinne übrigblieben. Verstimmend wirkten die wieder schwache Reuhorker Börse, die sich immer mehr ausprägende Orderlvsigkeit, der Teil streik im Rord-We st deutschen In dustrierevier, die immer noch nicht beseitigten innerpolitischen Reibereien und der zur Tatsache gewordene Zwangsetat für die Stadt Berlin. Das Geschäft stagnierte von diesem Augenblick an fast vollkommen. Die Alebertoinbung bes Ultimos Haie keine Schwierigkeiten bereitet, blieb aber trohbem ohne Wirkung. Auch konnte man von ben erhofften Reu- engagernents nichts bemerken. Die Kulisse war in jebem Fall auf sich selbst angewiesen. Zum Wochenschluh war die Tendenz erneut schwächer, zumal 'Gerüchte auftauchten, wonach der Geschäftsgang der Schiffahrtsgeiellschaf- ten im laufenden Geschäftsjahr so schlecht sei. daß in diesem Iahr mit einer Dividendenverteilung nicht gerechnet werden könne. Aber gleichzeitig wurde babei erwähnt, daß ein Bonus auf der Basis der lehtjährigen Dividende als Entschädigung gezahlt würde. Rach diesen Aeu- ßerungen war die Zukunftsbeurteilung der Schisfahrtsgefellschaften sehr pessimistisch, und die Börse wurde hiervon ausgehend ungünstig beeinflußt und trug einen deprimierenden Charakter. Die Kulisse schritt in größerem Umfange, in der Hauptsache am Schiffahrtsmarkt, zu W- gaben, die an diesem einen Tag bis zu 6 Prozent einbüßten. Ein von der Verwaltung verbreitetes Dementi machte kaum Eindruck und führte zu keiner Besserung. Trotzdem gingen gegenüber der vergangenen Woche die Dergleichsverluste nicht über zwei Prozent hinaus, da anfangs Schiffahrtsaktien ziemlich Interesse auf sich lenken konnten. Rur Kali werte waren bis zu 5 Prozent, und Zellstoff W a l d h o f bis zu 9 Prozent niedriger. Sonst ergaben sich im allgemeinen Besserungen bis zu 2Prozent. Chadeaktien waren auf die Stabilisierungsbestrebungen der spanischen Valuta gesucht und 10 Mk. fester. — Am Devisenmarkt war die Mark wieder befestigt. Renten hatten nur kleines Geschäft; deutsche Anleihen lagen höher. Don Ausländern waren Russen und Mexikaner gefragter. Am^ Geldmarkt war Tagesgeld nach einer vorübergehenden Anspannung infolge des Ultimo« (5 Prozent) wieder leichter (4 Prozent) unb ziemlich an geboten. Monatsgelb erfuhr kaum eine Dersteifung. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Trotz bet festeren Ueberfcetnelbungen eröffnete bie neue Woche allgemein in ruhiger Haltung. Das Geschäft war weiter sehr klein. Das Angebot war nur in Weizen neuer Ernte etwas größer, fanb jeboch kaum Interesse. Weizen alter Ernte war nur wenig verändert. Die Grundstimmung des Marktes war jedoch allgemein etwas fester gestinnnt, was auf die anhaltende Trockenheit der letzten Tage zurückzuführen war, und somit die Landwirtschaft zur Dorsicht bei Herausgabe von Offerten veranlaßte. Die Käufer und Derkäufer stehen sich weiterhin abwartend gegenüber. Gegen Wochen- fchluß konnte sich für Futtermittel verstärktes Interesse geltend machen, was mit den ungünstigeren Ernteaussichten für Futtergetreide in Zusammenhang gebracht wurde. Auch Ha- f e r war infolgedessen stärker gefragt und höher. 2lm Weizenmarkt war wie schon erwähnt, die Umsatztätigkeit klein und die Preise kaum verändert. Roggen konnte sich etwas befestigen, doch war auch hier das Geschäft äußerst gering. Hafer auf Befürchtungen wegen des Ernteausfalls weiter etwas fester, jedoch ebenfalls ohne besondere Umsätze. Für Gerste wurde die Rotiz wiederum infolge des kleinen Angebots ausgesetzt. Für Mehle bestand weiterhin große Zurückhaltung. Roggenmehl war für spätere Termine etwas beachtet. Weizenmehle wurden für nahe Sichten mehr beachtet, während für fernere Sichten nur mit großer Dorsicht gekauft wurde. Roggenmehl war unverändert, während für Weizenmehle die Konventivnspreise um 25 Pf. je 100 Kilo erhöht wurden. Am Futtermittelmarkt war die Tendenz, wie schon erwähnt, fest. Weizen- und Roggenkleie lagen je 1 Mark hoher. Auch für Rachmehle machte sich größere Rachfrage bemerkbar, da die Mühlen durch die eingeschränkte Mahltätigkeit wenig Anfall haben. Hülsenfrüchte unverändert. Rauhfut- t e r m i 11 e I gleichfalls fester. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnte Hafer 5 Mark und Roggen 1 Mark anziehen, während Weizen unverändert lag. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 305—307,50, Rogen 164—166, Hafer 167,50—170, Weizenkleie 7,50—7,75; Weizenmehl, südd., 43,50—44,50, Weizenmehl, nieber- rhein., 43,25—44,25, Roggenmehl 24,50—25,50, Roggenkleie 7,50. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete in biefer Woche trotz des zumeist geringeren Auftriebs wieder ziemlich schleppendes Geschäft, doch wurden die Märkte fast ausverkauft. Einen ziemlich empfindlichen Verlust hatten wiederum K ä l * b e r, die bis zu 4 Mark nachgaben, was auf bie weitere Verringerung ber Rachfrage zu- rückgesührt würbe. Auf bem Rinber markt war ber Austrieb geringer als in ber Vorwoche, genügte jedoch ber Nachfrage. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Bei mäßig regem Geschäft wurde ausverkauft. O ch - s en unb Fä rsen hatten etwas lebhaftere Nachfrage, so daß hier bie Preise etwas anzogen, währenb Kühe einen kleinen Verlust zu. verzeichnen hatten. Etwa 50 Prozent des Auftriebs wurden wieder in bie bekannten Versorgungsgebiete ausgesührt. Am Auftrieb bes Schwei- nemarltes hat sich gegenüber ber vergangenen Woche nur wenig geänbert. Das Geschäft verlief am Haupt- sowie Nebenmarkte fchlep- penb. Bei weiter weichenden Preisen verblieb Heberftanb, der aber von der Reichsstühungs- ftelle nach Frankreich ausgeführt wurde. Fett- s ch w e i n e waren wiederum nahezu unverkäuf- lich. Der Auftrieb des Schafmarktes war in dieser Woche erheblich großer, doch wurde keine Notiz hergestellt. Der G e s a m t a u f - trieb bestand aus 1372 Rindern, darunter befanden sich 295 Ochsen, 98 Dullen, 562 Kühe -unb 305 Färsen, ferner auS 1531 Kälbern, 148 Schafen unb 5759 Schweinen. Im Vergleich mit bem Auftrieb ber vergangenen Woche waren 166 Rinber, 54 Kälber und 75 Schweine weniger am Markt, dagegen standen 70 Schafe mehr zum Verkauf. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58—61, a2) 54 bis 57, bl) 48—53. Dullen a) 52—56, b) 48—51. Kühe a) 46-49, b) 42-45, c) 36-41, d) 30—35. Färsen a) 59—62, b) 54-58, c) 50-53. Schaf« nicht notiert. Kälber b) 70—74, c) 65—69, d) 55 bis 64. Schweine b) 57—60, c) 61—64. d) 61—64, e) 60—62. Im Vergleich mit den Notierungen der vergangenen Woche waren Ocbfen und Färsen bis zu 2 Mark teurer, während Kühe 1 Mk^ Kälber 4 Mk. und Schweine 2 Mk. billiger waren. Dullen blieben behauptet. • Die Preisindexziffer ber „M e« tallwirtschaf t". Die Preisindexziffer bei „Metallwirtschaft" stellte sich am 2. Iuli auf 89,3 gegen 89,5 am 25.3uni (Durchschnitt 1909 13 gleich 100), fiel also um 0,2 Prozent. Für big einzelnen Metalle würben nach dem Preisstand vom 2. Iuli 1930 folgenbe Einzelinbexziffern er« rechnet: Kupfer 86,0 (86,0), Blei 110,9 (110.2), Zink 65.7 (66,7), Zinn 75,1 (76,4), Aluminium 132.0 (132,0), Nickel 107,7 (107.7), Antimon 74,7 (74,7). * Der Einzelhande 1 im Frankfurter Bezirk. Im zweiten Dierteljahr 1930 fetzte sich im Einzelhandel, wie die Frankfurter Handelskammer berichtet, die rückläufige Konjunktur fast allgemein weiter fort. Die Hmsäya lassen, in den meisten Branchen zu wünschen übrig. Die große Arbeitslosigkeit die ungünstig« Lage der Landwirtschaft, die Nichtbelebung deS Baumarktes machen sich immer stärker bemerkbar. Nach wie vor werden nur die allernotwendigsten Artikel gekauft. Don einer ©aifonbele- bung konnte nicht gesprochen werden; der Absatz an den wenigen guten Tagen formte die Ausfälle nicht wettmachen. ' Adlerwerke vorm. HeinrichKleher AG., Frankfurt a.M. In der Aufsichtsratssitzung der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG. wurden die Rechnungsabschlüsse per 31. Oktober und per 31. Dezember 1929 vorgelegt. Es wurde beschlossen, der Generalversammlung vorzuschla- gen: Ein Betrag von 2 750 000 Mk. soll für Abschreibungen und darüber hinaus für Wertberichtigungen Verwendung finden. 270 000 Mk. werden dem gesetzlichen Reservefonds zugeführt. 65 000 Mk. sollen vorgetragen werden. Diese Ergebnisse stammen lediglich aus Betriebs- Überschüssen, die es auch ermöglichten, die bei ber Sanierung geschaffenen stillen Reserven weiter zu erhöhen. Der Almsah in Automobilen stieg im Geschäftsjahr 1928/29 gegen baS Vorjahr stückmäßig um 35 Prozent unb wertmäßig um 25 Prozent. Der Gesamtumsatz betrug in bet Zeit vom 1. Oktober 1928 bis 31. Dezember 1929 runb 80 Millionen Mark. Im ersten Halbjahr 1930 ist gegen bas erste Halbjahr 1929 eine weitere stückmäßige Almsahsteigerung von 25 Prozent in Automobilen erreicht worben. Frankfurter Abcndbörse. Frankfurt a. M., 4. Iuli. Tendenz: geschäftslos. An der Abendbörse war die Haltung im allgemeinen behauptet. Die Almfaßtätigfeit hielt sich mangels Anregungen in ben engsten Grenzen. I.-G.-Farben lagen zunächst etwas schwächer, konnten aber später wieder anziehen. Banken und Schiffahrtswerte blieben gut gehalten, während Miag ihre Abwärtsbewegung um 1 Prozent fortfehten. Im freien Markt trat nach Chadeaktien zu 4 Mark höherem Kurs Nachfrage hervor. Anleihen geschäftslos. Neu- befitzanleihe 8,75, Altbefitzanleihe 59,80, Barmer Bank 122, Commerzbank 140,50, Danatbank 205, Dresdner Dank 133, Reichsbank 256,50, Gelsenkirchen 126, Salzdetfurth 360, Klocknerwerke 96, Phönix 86, Rhein. Braunkohlen 221,50, Ahein- stahl 102, Stahlverein 85,50, Aku 93,25, AEG. 149,50, Dem berg 97, Chade 318, Daimler 32,50, Dt. Linoleum 201,50, Licht u. Kraft 144,50, I.-G - Srarben 158,25, Felten 107, Gesfürel 145, Hokz- mann 88, Rheag 142, Schuckert 164,50, Zettstoff Waldhof 141, Hapag 99,50, Lloyd 99,25. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 4. Iuli. Die Preisgestaltung am Produktenmarkt war heute nicht ganz einheitlich. Das Inlandangebot von Weizen alter Ernte bleibt zwar gering, da aber die Belebung deS Die hinter Frankfurt a.M. )en Papieren Berlin Kurszettel ^geführten Ziffern geben der B die Höhe ber Aranksurt a.M erliner zuletzt beschlo Berlin und Franks Jenen Dividende an. — R nrter' eichsbankdisk Frankfurt a. M. Börse. ont 4 d. 5)., L Berlin rrnbarbzinsfuß 5 o. H. Banknoten. Schluß« hir< SchiuM Abenb- börfe Schlußkurs Schlußk. Miiiaq- bSrse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Scklußk. JJliHay börse Schlußkurs Schluß!. Abmdbörse Schlüßen« Schlußk. mittag» borfe" Äerlin, 4. Juli Selb Dries Amerikanische Noten...... Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ........ ssranzusische Noten....... Holländische Noten....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schwei,« Noten........ Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten........ Devisenmarkt Berlin 4,173 58,58 112,03 20,35 16,457 168,21 22,04 112 03 59,27 2,475 112,35 81,44 48,30 12,45 73,13 - Frankfurt 4,193 58,82 112,47 20,43 16,517 168,89 22,12 112,47 59,51 2,495 112,79 81,76 48,50 12,51 73,43 a. M Datum 6% S>eunO)t neiajaatueiQc 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deutsche Anl.-AblSs.-Schuld mit Auslos. Rechten....... De-gl. ohne Ausios.-Rechte . . 8% Heil. BolMaat von 192» krückzablb. 102%)...... Oberhessen Provinz - Anleihe nri: Sluslos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe XIII unkündbar bi« 1934 . . . 7% ffrankf. Hyp.-Bank Soldpfe unkündbar bis 1932 ..... genst«ht.......0 Iunghane...........6 Lcchwerke..........e Mmnkraftw«re Höchst a. M.. .8 Miag...........io Gebr. Roeder ...... io Boigt & Haeffner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10 3 7 86,5 203 207 362 159,4 144 58 58 113 89 111 135 75 I - 93 143 108,5 32,5 201 1481 24 3' ai 80 110 105 156 4 7 85,5 203 360 158,25 143 57,5 57,5 113 88 110,5 75,75 I 93,25 97 141 106 32,5 201,5 146 309 1 ” 37,5 96 1 80 104 105 l 147 1 156 3 7 87 42,4 202,5 207 363 158,5 75 58 57,75 113,5 89 76 286 233 88 91,5 142,5 106,5 101 148,9 32,75 200 L6 68 149 309,5 23,5 31,65 38 110 150 154,75 4 7. 86 42,25 200 205 362,25 158,75 58,25 57,9 113 88,25 76 286 233,5 93,9 96,5 140 104 100 148,9 32 201 46,5 68,25 147 309,5 38 104 147 155 Amst.-Nokt. Bnen.-AireS Brss. Antw Christian ia. Kopenhagen Stockholm . HeMngforS. Italien. . . London. . . Weunorf . . Poris.... Schwei; .. Spanien. Japan . . . 'Kto de Ian Wien in T.- Lest. abgest Hetjrab ‘ Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Tanüg. . . Konstantin. Athen. . . Tanada . . Uru uay. . Cairo . . . 3. 3uli 4.2ul> Amtliche Geld 168,48 1,517 58,50 112,20 112,19 112,56 10,544 21,95 20,376 4,1885 -16,46 81,30 47.50 2,072 0,471 59,15 12,431 7,415 73,29 3,037 18,80 81,50 1,784 5,43 4,186 3,521 20,79 J,o'itrung ZMr 168,82 1,521 58,62 112,42 112,41 112,78 10,564 21,99 20,416 4,1965 16,50 81,46 47,60 2,076 0,473 59,27 12,451 7,429 73,43 3,043 18,84 81,66 1,789 5,44 4,194 3,534 20,93 Bmlhche Selb 168,48 1,496 58.52 112,20 112,20 112,56 10,547 21,94 20,378 4,190 16,47 81,30 48,40 2,075 0,64 59,16 12,43 7,418 73,32 3,037 18,82 81,46 1,785 5,425 4,186 3,566 20,089 Notierung I 23riet 168.82 1,500 58.64 112.42 112.42 112,73 10,567 21,98 20,418 4,198 16,51 81,46 48,50 2,079 0.66 59,28 12,45 7,432 73,4« 3,043 18,86 81,62 1,789 5,435 4,194 3,574 20,09 6 Kro Saison-Ausverkauf Vom 7. bis 15. Juli 1930 Aeußerst günstige Kaufgelegenheit • Nur gute Qualitäten, beste Fabrikate Für den Herrn 1 Posten 1 Posten 3.75 4.50 Oberhemden »«.«»rbi« Oberhemden 86/40, we«... tretung von ten Sitzung beschloß Schaltuhr Trefzger Möbel Korpulenz im Sommer Uebermäßige Körperfülle ist besonders in der warmen Jahreszeit lästig. Korpulente oder zum Ansatz veranlagte nehmen dreimal täglich 2 bis 3 Toluba- Kerne, die in Apotheken erhältlich find. 3488 Oberheffen. Kreis Friedberg. Z Steinfurth, 4.Juli. Während in anderen Jahren erst von Mitte Juli ab die ersten Hofen blühen, zeigen in' diesem Jahre die Rose n s e l d e r schon seit einer Woche ihren ersten Flor, der ja bekanntlich der schönste ist. Der Blumenversand konnte daher in diesem Jahre srüher beginnen, auch aus dem Grunde, weil viele alte Rosenpflanzen zum Schnittblumenversand stehen geblieben waren. — Die Obst- bäume zeigen in diesem Jahre viel Ungeziefer. Blattläuse, Schildläuse, Gespinstmotte und andere Schädlinge treten verheerend auf, auch von der Blutlaus sind viele Apfelbäume befallen. Der hiesige Obstbauverein hat sich bemüht, durch Spritzen der Bäume im Herbst die Schädlinge zu vernichten. — Das außer Gebrauch gesetzte Transformatorenhäuschen an der Wetter wurde von der Gemeinde niedergelegt und die Steine als Damm am linken Wetterufer bei der Unterbrücke angesetzt. Für die Dame i poätenTaghemden 1-35 1 Posten Nachthemden welBu-fttb..3.75,8.» 2.95 aXilendMührung billig . ■ Frankfurt a.M. B. Vilbeler Str.29 Weizenmehlgeschäftes nur vorübergehend war, konnten gestrige Preise nicht immer durchgehvlt werden. Weizen neuer Ernte wird dagegen reich- licher offeriert und mußte im Preise um 1 bis 2 Mark nachgeben. Das Angebot in Altr^gen zur prompten Verladung wtrd von der Stützungsgesellschaft nur zum Teil aufgenommen. Reuer Roggen kommt gleichfalls vermehrt an den Markt, die Preise waren gegen gestern nur wenig verändert. Der Lieserungsmarkt folgte der Bewegung des Promptgeschäfts. Vom Auslande lagen ermäßigte Forderungen vor. die nur wenig Beachtung fanden. Das Weizenmehlgeschäft ist wieder ruhig geworden: Roggenmehl bleibt dagegen zu stetigen Preisen gut gefragt. Hafer liegt bet vorsichtigem Angebot und besserer Konsumnachfrage weiter fest. Wintergerste stetig. Sonntagsdienstd.Aerzte«.Apotheken am6. 7. 30 Dr. Geyer. Dr. Wolf. Htrschapotheke. Zahnarzt: Dr. Metz. D1 Neukonfirmierten der Luthergemelnde; 11: Kinder, kirche für die Luthergemeinde: Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Uc. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrer H Waas. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; Christenlehre für die männliche und die weibliche Jugend; 10: Kindergottesdienst. — Wieseck. 9.30: Repetent Mag. Falk. — Alten-Buseck. Gottesdienst zur Feier der Rheinlandbefreiung. 10: Alten-Buseck; 1: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die konfirm, weibliche Jugend; 13.30: Lollar. — Hausen-Garbenleich. 9.30: Garbenteich; Christenlehre; 11: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Cid). 9.15: Beichte; 9.30: Pfarrvikar Draudt; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn. Katholische Gemeinden. Samstag, den 5. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 6. Juli. 4. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochdmt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Caubach. 10.15: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Cich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. leisten. _ 5 Dutenhofen, 4. Juli. Hier wurde die Leiche eines jungen Mannes aus der Lahn gelandet. Der Verstorbene war auf der Wanderschaft und hat mit einem Reisekameraden beim Nachbarort Heuchelheim gebadet. Während sein Begleiter sich an das Ufer zurückbegab, badete er weiter. Hierbei ist er untergegangen. Der Begleiter fand ihn nicht mehr und meldete den Vorfall der Behörde. Die ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß jedenfalls ein Herzschlag die Todesursache gewesen ist. AuS dem Hüttenberg, 4. Juli. Die Ferkelpreise haben seit einigen Wochen eine rückläufige Bewegung aufzuweisen. Während noch vor kurzer Zeit Ferkel im Alter von 6 bis , 4. Juli. Die Gemeindeo er- rosdors-Gleiberg hat in ihrer letz- .... sjen, für die Srahenbeleuchtung neue Schaltuhren «inzubauen. Die jetzigen Uhren sind so abgenutzt, daß sie oft versagen und alle Ausbesserungen nur von kurzer Dauer sind. — Die Ringmauer in Gleiberg, entlang dem vom Schnepfenbrunnen nach der Burg führenden Fußweg, droht zu verfallen. Die Gemeinde ist bereit, sie instandsetzen zu lassen, wenn Provinzial- denkmalpslege und Kreis angemessene Zuschüsse Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 6. Juli. 3. Sonntag nach Trinitatis. Sladlklrche. 8 Uhr: fällt aus; 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Dechtols- Heimer; zugleich Christenlehre für die Reukonfirmier- ten der Lukasaemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 20: Btbelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die 8 Wochen kaum unter 50 Mk. zu haben waren, werden diese heute schon von 35 Mark an angeboten; ältere Ferkel und Läuferschweine werden mit entsprechend höheren Preisen verkauft. Die niedrigen Preise für fette Schlachtschweine gegenüber den hohen Anschaffungskosten für Ferkel bringen dem Landwirt eine außerordentlich geringe Verdienstspanne, soweit man noch überhaupt von einer solchen reden kann. Für Schlachtschweine werden in unserer Gegend gegenwärtig 60 bis 62 Mark pro 100 Pfund Lebendgewicht bezahlt. I Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) B. K. in Gießen. 1. Ihre Frage ist unklar formuliert. Sie sprechen von „Kinderzuschlag von der Kriegs- fürforge". Gemeint ist wohl eine Waisenrente. Diese wird in Ihrem Fall, nach Auskunft des Versorgungs- amtes, weitergezahlt, und zwar in gleicher Höhe wie bisher, bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bzw. darüber hinaus, solange sich die Kinder in Berufsausbildung befinden. — lieber die zweite Frage, deren Beantwortung das im Briefkasten übliche Maß überschreitet, vermögen wir, trotz Erkundigung an zuständiger Stelle, keine Auskunft zu geben. Der linke Bogen der Wetterbrücke wurde von angeschwemmtem Schutt freigelegt, wodurch ein schnellere« Abfliehen des Wassers ermöglicht ist. Monteure des Ueberlandwerkes Wölfersheim tert zur Zeit an der Arbeit, die Vorarbeiten flft die Umstellung des Ortsnetzes auf 220 Volt auszuführen. Zunächst sind die Lichtleitungen in den Häusern, so weit als es nötig war, ausgebessert und erneuert worden. Run werden andere Zähler gesetzt; die Umstellung des Ortsnetzes wird wohl erst im August erfolgen können. Preußen. H.ZMWMIMW ches Landwirtschaslskammer-Ausschuffes für Oberheffen am Montag, dem 14. Juli, vormittags 11 Uhr in Alsfeld. Gemeldet sind rund ZOFleckviehbuNen und 6 Eber der veredelten Landschweinraffe. Gemeinden und Zuchtgenoffenschasten ist hier beste Gelegenheit geboten, gute Zuchttiere zu erwerben. Gießen, den 27. Juni 1930. 1 Posten Stickereiröcke tadelt Aust. 4.25, s.75 3.25 1 Posten Seidentrikotröcke gute Qualität 1.95 1 Posten Seidentrikotröcke mit spitze... 2.95 1 Posten Seidenschlüpfer den.........NH 1.20 1 posten Makoschlüpfer................is 0.95 1 Posten Strümpfe Mato....................o.w 0.60 1 Posten Einsatzhemden Mako-.............2.40 i Posten Einsatzhemden Ä1?—n: 2.95 1 Posten Beinkleider Mak«.................... 1.95 1 Posten Beinkleider Mako, gut, kraft. Ware, 2.25 1 Posten Jacken Mako• ss«s«etaaeeM*«6*i.......... 1.95 1 Posten Jacken Mako» ..••••••••••••••••••••••••• 2.25 Landvlrtschaflskammer-Ausschuß A703D für Oberheffen. Für die chemische Reinigung: ■ Waich-Benzin M ■ Drowe-Fleckwaffer ■ ■ helfit für jeden Verbraucher ■ Geld sparen ■ 1 Drogerie Winlerhofl A Kreuzplatz 10 gut geformt und gebrannt, gibt billig ab 3436D C. Rfibsamen, Fernsprecber 3596 Q-lr/'i m-i Waschseide, schöne moderne A AR 1 Posten OtrUmpTe Farben -.............1.75 i posten Sportstrümpfe.................0.90 0.60 1 Posten Strümpfe Seidenflor..... ........... 1.50 1 Posten Strümpfe Seldenflor,beste Qualität 1.95 1 Posten Schürzen Slamose.................1.20 0.95 1 Posten Waschkleider...................... 1.95 1 Posten Waschkittel..........................2.95 1 Posten Netzjacken...........................0.95 1 Posten Netzjacken 1*25 1 Posten Kragen Stehumleg, beste Qualität... 0.60 1 Posten Socken Bwoue.....-..............— 0.70 1 Posten SOCken Mako, schöne,mod.Dessins, 126 0.95 1 Posten Sportstrümpfe..................... 1.95 1 Posten Selbstbinder rouiard...........0.95 0.85 Große Auswahl in Dam en pu Hove r ohne Arm, weiß mit bunt... 1.95 Kisseneinsätze1/, Dutzend..................1.75 Hemdenpassen m. Stick, gute Ausführ. 0.50 0.35 Taschentücherf.Dam.u.Herr,V,Dtz. 1.50,£10 0.95 Kinderkleidchen, Spielanzüge, Mädchen- und Knabenschürzen,Kindersöckchen Diese Waren sind aufTischen gesondert ausgelegt Klaviere neue und gebrauchte, empfiehlt au günstigen Zahlungsbedingungen Plockstrake 11 Kein Laden! WANZEN Wanzenfluid MARTIAL tötet jede Wanze auf der Stelle u.zerstört die Brutnester reatioa. Nlchtflek- kend, Oberah anwendbar. Flasche M <86, 1.60, Z40 und 3JJ0, '/. Ltrfl. M 6.-. In Drogerien erhältlich. Bestimmt zu haben bei: Drogerie Noll, Bahnhofstr. 61; Drogerie Seibel, Frankfurter Straße; DrogerieWlnterhoM,am Kreuzplatz; n OrOnberg: Drogerie Schottj In Lollar: Drogerie Sommeri E45V Auf alle übrigen Waren (außer Markenartikeln). 10" Rabatt Frdr.Teipel Bahnhofstraße 45 MARKT 16 Hillebrandstraße 2 Beachten Sie bitte meine Spezial-Fenster 4MU “Unsere Inventur ist beendet! Der große Jnrentur-Jiusrerfcauf findet vom 7. bis 21. Juli statt — Reste und Restbestände werden zu einem Teil des regulären Wertes verkauft — Wir bringen außerdem große Posten Baumwollmousseline von 0.53 an das Meter Kunsts. Kleiderstoffe Hauptpreislagen 0.88,1.15,2.35 u.höher Auf unsere Bestände in Wollmousselin, bedruckter Voile, Bemberg- und Traviseseide sowie alle übrigen gemusterten Seidenstoffe gewähren wir einen Rabatt von............. 15% Beiderwand (neue Muster) Kleiderzephir........... 0.68, 0.75,0.95,1.20 ... .das Meter von 0.38 an In Nessel, Hemdentuchen,Wäschestoffen sind größere Gelegenheitsposten aussortiert. Reguläre Qualitäten werden verkauft mit einem Mindestrabatt von 10% JC. Jtaeß Jladif. (Wilhelm Korn & John) Jfreuzplah 15 (Telephon Jlr. 2773 Jtreuxplatz 15 Aus unserer Abteilung — Damen-Mäntel, Herren- und Knaben-Konfektion, Anzugstoffe — erfolgt am Montag eine Spezial-Offerte Mein Saison Ausverkauf Q Zachwerksbude Adreßbuch • iinh itnh (Tip und Einwohner- und Geschästsverzeichniffen von 7 Städten und 74 Waren 10% Rabatt 90 G/ESSEN xMÄUSBUR. G ICT Gießen, Marktplatz 2 «T8A 4S50A Ausgenommen einige Markenartikel und besonders im Preis herabgesetzte Artikel Bel bester Qualitätsware Preisvergünstigungen wie noch nie Meine Serienpreise für Damen und Herren sind: OrtSgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schafls-und kulturgeschichtlichen Sonberabschnitt / Preis 10 Reichsmark Oberhessischer Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 beginnt am 1 - Juli 50 Q50 <|QSO 1250 Kinderschuhe von 1.95 an Auf alle übrigen Artikel 10°!, Rabatt 3,30XÄ50m in derBahnhosshalleDieKenist zu verkaufen. [4888D Besichtigung durch Bahnmeisterei IGiehen Ängeb. biS zum 10. Juli, 11 Uhr, erbet, an ReichsbabnbetriebSamt (Sieben 1. Eladtplan Mein Saison-Ausverkauf beginnt am 7. Juli Auf Kredit Uber 2 Ernten Kaufen Sie die bewährten M'CORMICK Garbenbinder dhGg. Schieferstein Lieh, Fernruf 317 MICK i ;; r - > W M Ertragt «gab. De burch die 5Ä Qludg« V!en m b Schaubs hsY , 3ir Endeten floh Prof« hge Dn SS fin« M»S Es ist N unsere Zeil mögliche mit Kennt manesebe Aeststellun! Senn es i togaW eine Echii graphie - .künstlich nicht etw< mehr um wachsen 1 deren Ar gruben t schied be thelischer Äaturspu führt - u ganzwesei Zehntaus^ Gewicht vo @öelfteinc: in wenigen Wie ge eine gemalt Shemie be( Wan 1 ab, i seltenem, n stehen. Lei st°ss Md Harnt in liegt also wenn dies Set® betet. 2^ Edelstein kommen mäßig g feilige ®: Saphire stallen zu der die tt ihnen Du leiht. Wo! len, sv mi au^ubaw Schon Mielh« Edelstein und sie h Versuche, viel voll!, den, gehö Spinelli Aubiner duktion de Diaman Aber hier versuche g stellungski Praktische mäßige H de a. h«ti tu Sonderangebot: Stoffreste, la Qualitäten (auch für Anzüge ausreichend) 3.75,5.00,6.75 bis12.00 per Meter Schulstraße GIESSEN Marktplatz Herren-Anzüge Blaue Anzüge Ulster in la schwarzen Meltonstoffen, mod. Formen jetztz. Ausverkaufspreis Mk.100.00,85.00,75.00, Flotte einreihige und zweireihige Formen, moderne Muster in Cheviot- u. Kammgarnstoffen jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 55.00,48.00,35.00, besonders vorteilhafte Angebote, einreihige und zweireihige Formen in erprobten Kammgarn- und Cheviotstoffen jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 105.00,85.00,75.00,65.00, mit Rlngsgurt oder Rückengurt, einreihige u. zweireihige Formen, neueste Muster, beste Qualitäten jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 95.00, 85.00, 65.00, 50.00, 35.00, Smoking- und Abend-Anzüge Herren-Anzüge Reise- und Straßen-Anzflge. einreihige und zweireihige Formen, aparte Ausmusterungen in den besten Qualitäten jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 105.00,95.00,85.00,75.00, Jünglings-Anzüge zweireihige Formen, moderne Muster in guten Qualitäten jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 45.00, 37.00, Sport-Anzüge m. Breeches, Knickerbocker od. langen Hosen, für Reise und Sport, in Cheviot u. Whipcord, viele Formen jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 55.00,48.00,35.00, Sport-An züge m. Breeches, Knickerbocker od. langen Hosen, beste Qualitäten In schönsten Musterungen jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 95.00, 78.00, Lüster'Sakkos in schwarz, blau und grau, guteVerarbeitung, auch für korpulente Herren C 00 jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 15.00,10.00,7.50, Üe Leinen'Anzüge hochgeschlossen und auch offene Formen, mit Breeches oder langen Hosen in Schiitleinen und gabardinartlgen Stoffen Q 50 jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 18.00,15.00,12.00, O ■ Helle Sommer-Anzüge rohseidenfarbig, für die heiße Jahreszeit. 3teing nn oo jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 35.00, 28.00, mUb Imprägnierte Mäntel Trenchcoats. ab Mk. TenniS'Hosen Loden'Mäntel aus imprägniertem Strichloden, in brauner, grauer und grünlicher Farbe, beste Qualitäten jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 35.00,28.00,22.00, mit und ohneRingsgurt,Gabardine u.Cheviot- stoffe m. Kunstseide ausgestattet, wasserdicht jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 95.00,75.00,58.00, in crfcme, modefarbig und grauenTönen, einfarbig und gestreift jetzt zum Ausverkaufspreis Mk. 18.00, 16.00, aus weiß Satin Mk. 7.50, 5.00 Windjacken imprägniert, mit Ringsgurt oder Rückengurt, neueste Ausmusterungen in vielen Qualitäten jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 18.00,12.00,8.75, Paletots Gummi'Mäntel in Covercoat und Marengo-Stoffen, moderne Formen, beste Qualitäten jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 75.00,58.00,45.00, Schlüpferform m. Ringsgurt u. zwelreih. Form m. Rückengurt, m. Muster, bewährte Fabrikate j r qq jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 30.00,25.00,20.00, IU e Sport-Hosen Breeches und Knickerbockers, haltbare Stoffe in großer Ausmusterung jetzt zum K 00 Ausverkaufspreis Mk. 15.00, 12.00, 10.00, 7.50’ Ue Beinkleider in Cheviot- und Kammgarnstoffen, viele Muster, gute Qualitäten Ä gQ jetzt zumAusverkaufsprelsMk.12.00,8.75,6 00, le Sommer-Sakkos und Waschjoppen in crfeme, Khaki und grünlichen Farben, für ■; jede Figur passend A O jetzt z. Ausverkaufspreis Mk. 12.00, 8.75, 5.50, Gebrüder Stamm Saison-Ausverkauf vom 7.-21 Juli vom 7.-21. Juli zu rücksichtslos herobgesetzten Preisen Außergewöhnlich günstige Einkaufsgelegenheit von Qualitätswaren! Nr. 155 Viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 5. Zuli 1950 Edelsteine, die im Ofen wachsen. Bei den Alchemisten von Bitterfeld. - Synthetische Kostbarkeiten. Don Georg Biesenthal. Ausgerichtet wie eine Wachtparade stehen die Öfen in blitzblanken Hallen. Sind wir enttäuscht? Schaudernd lasen wir in den Büchern unserer Kindheit von den Hexenküchen des Mittelalters, wo düstere Männer in schwarzen Roben und spitzen Hüten mit geheimnisvollen Gläsern hantierten. Der Spuk ist verschwunden. Gummi kauend eilen Arbeiter an die Gebläse, regulieren die Temperaturen, schauen durch abgedunkelte Fenster in die blendende Lichtstrahlung des 2QDO(Srab heißen Schmelzkörpers. Tonerde, Sauerstoff kommen herein - fertige Edelsteine heraus: das ist das Einmaleins der Hexenküche von heute, der Edelsteinfabrik in Bitterfeld. Es ist zur Mode der Dichter und Denker geworden, unsere Zeit mit Schlagworten zu kennzeichnen. Alle möglichen Fremdwörter sind bereit, dieses Zeitalter mit Kennmarken und Beinamen zu versehen. So kann man es eben auch ein Zeitalter der Surrogate nennen- Feststellung, die durchaus keinen Tadel in sich birgt. Denn es ist bekannt, daß ein hoch vollendetes Surrogat, erschwinglich für alle, nützlicher sein kann als eine Echtheit, erschwinglich für wenige. Die Photographie - das Grammophon I Wenn nun jetzt von .künstlichen" Edelsteinen die Rede ist, fo sind damit nicht etwa Imitationen gemeint. Es handelt sich vielmehr um .synthetische" Edelsteine, die genau so wachsen wie in der großen Fabrik der Aatur - und deren Aufbaustoffe dieselben sind wie in den Fundgruben von Ceylon, Siam oder Birma. Der Unterschied bestehl nur darin, dah man die Geburt synthetischer Edelsteine nicht dem blinden Zufall eines Aalurfpiels überläßt, sondern sie künstlich herbei, führt - und dah man den Prozeß des Entstehens ganz wesentlich beschleunigt. Denn während die Aalur Zehntausende von Zähren braucht, um Edelsteine im Gewicht von einigen Karat zu erzeugen, entstehen hier Edelsteine von 30 bis 40 Gramm (150 bis 200 Karat) in wenigen Stunden. Wie geht das vor sich? Bekanntlich erlebte man eine gewaltige 2berraschung, als die wisienschaftliche Ehemie begann, natürliche Edelsteine zu analysieren. Man sah, daß die )o kostbaren Juwelen weder aus seltenem, noch aus sonstwie wertvollem Material bestehen. Der Diamant ist aus .ganz gewöhnlichem" Kohlenstoff - Rubine und Saphire enthalten Sauerstoff und Aluminium - Stoffe, die auch sonst in der Aatur in ungeheuren Mengen vorhanden sind. Es liegt also nicht an der chemischen Zusammensetzung, wenn diese Juwelen wertvoll sind. Der Grund ihres Wertes ist ja tatsächlich ein anderer. Betrachtet man die ursprüngliche Form der Edelsteine - bevor sie in die Hand des Schleifers kommen — so bemerkt man bei fast allen die ebenmäßig gewachsene Gestalt. Diamanten bilden vierseitige Doppelpyramiden oder Würfel - Rubine und Saphire sechsseitige Säulen. Wir haben es mit Kristallen zu tun - und dieser kristalline Zustand ist es, der die wertlosen Stoffe zu Edelsteinen macht - der ihnen Durchsichtigkeit und prachtvollen Glanz verleiht. Wollte man also Edelsteine synthetisch Herstellen, so mußte man versuchen, Kristalle naturgetreu aufzubauen. Schon vor dreißig Jahren konnten Wild und Ml et he in Deutschland - Derneuil in Paris - Edelsteine aus den natürlichen Grundstoffen aufbauen und sie kristallisieren. Es waren die ersten primitiven Versuche. Zur Gruppe der Edelsteine, die heute auf viel vollkommenere Art „synthetisch" hergestellt werden, gehören in erster Linie die edlen Korunde und Spinelle — und von denen wiederum nehmen rote Rubine und kornblumenblaue S a p h i r e in der Pro- dultion den breitesten Raum ein. Zwar hat man auch Diamanten und Smaragde synthetisch hergestellt. Aber hier sind bisher nur dürftige Laboratoriumsversuche gelungen - und die haben trotz hoher Herstellungskosten so winzig kleine Kristalle ergeben, daß praktische Verwertung aussichtslos scheint und planmäßige Herstellung unrentabel wäre. So erstreckt sich die Fabrikation vorläusig nur auf Korunde und Spinelle. Fabrikantin ist die.3-G. Farben" auf Werk Elektron-Aord. Aur wenig Außenstehende sind je in dieses technische Mysterium emgetreten. Sa wächst im feuerfesten Ofen, weißglühend und tropfenförmig, der Kristall wird größer von Minute zu Minute. Gin reiches Maß von Erfahrung und Initiative ist nötig bei jedem Arbeiter, um den Prozeß des Wachstums so individuell zu leiten, dah ein großer, klarer, gleichmäßig gefärbter Juwel entsteht. Hier gibt es kein laufendes Band, keine Rationalisierung, keine automatischen Menschen: HandarbeitistTrumpfl Don der ersten bis zur letzten Sekunde der Entstehungsgeschichte muh jeder Stein gewiffenhast überwacht, der Ofen dauernd reguliert werden. Bei 2000 Grad liegt der Schmelzpunkt syntheti- fcher Edelsteine. 3m Schmelzapparat, in der Wiege des Edelsteines, besindet sich ein Brenner mit Zu- führungsrohren lür Wasserstoff und Sauerstoff - und eine Vorratsbüchse mit dem Rohstoff, dem Herstellungsmaterial (Tonerdepulver, färbende Substanzen). Die Büchfe wird erschüttert, Tonerde fällt in kleinen Portionen durch ein niedliches Spielzeug- Sieb in die Flamme. Ein Schamottestift steht in der Flamme heihestem Teil. Auf diesem Stift sammelt sich die Tonerde. Schmilzt dort zu einem winzigen Tröpfchen, - das durch neue Tonerde-Zufuhr alsbald zu einem stattlichen Tropfen wird: das Embryo des Edelsteines ist dal Rasch entstehen auf dem dünnen Stiel des Schamottestifts birnenähnliche Gebilde: Kristalle, Juwelen! 2nb diese Kraft der Kristallisation ist mitunter so stark, dah der Tropfen auch äuherlich Kristallgestalt annimmt-und nach oben zum sechsseitigen Prisma wird! Möglichkeiten des Wachstums hat man erforscht, die in solcher Vollendung noch vor zehn Jahren unmöglich schienen. Im Tresor ruhen die geheimnisvollen Rezepte für den Alexandrit und den Padparadschah, für den dunkelgrünen Spinell und den orangeroten Korund - für gelbe, grüne, violette Saphire, aquamarln- und zirkonfarbene Spinelle' Man weih zwar allgemein aus den Vorgängen in der Aatur, dah ein Zusatz von Chromoxyd die rote Farbe des Rubins ergibt - und dah Zusätze von Eisen und Titan eine blaue Farbe des Saphirs Hervorrufen, während vollkommen reine Toneide den. farblosen Korund erzeugt-Wie man aber den Schmelzprozeh leiten und die Quantitäten der Zusätze auswählen muß, um jene Skala von Farben zu erzielen, wie sie vorhin genannt worden ist - das bleibt ein Geheimnis, das man nicht preisgibt. Der Entstehungsprozeh ist beendet. Zufuhr von Tonerde und Gas wird abgestellt. In wenigen Minuten erkaltet der Stein, verläht den Ofen. Mittels Schablone wird er nun auf Gröhe und Form geprüft, Befondere Apparaturen - elektrische, mikroskopische- ermitteln seine Qualität. Der Schamottestift wird abgebrochen - und dabei zerspringt fast jeder Stein infolge innerer Spannungserscheinungen in zwei Half- Oer Sturm gegen Mainzer Separatisten kW ■ r a WE lli U 2. ■ « - ,Ä HW ten. Durch Sägen, Schleifen, Polieren werden dies« halbierten Steine weiteroerarbeitet. 3m Jahr erzeugt man auf solche Art ein paar Millionen synthetische Edelsteine. ES wäre verfehlt, zu glauben, dah sie nur in der Schmuckindustrie verwendet würden. 3m Gegenteil: da diese Edelsteine in ihren chemischen, optischen, physikalischen Eigenschaften den natürlichen durchaus entsprechen (abgesehen natürlich von „shmftfcblern"). werden sie hauptsächlich beim Apparatebau, in der Technik, gebraucht. Synthetische Korunde besitzen, genau wie die natürlichen, Härtegrad 9: sie stehen nur dem Diamanten nach, der mit Härtegrad 10 den Rekord schlägt. 3n solcher Eigenschaft verwendet man sie als Lagersteine: bei Taschenuhren (als „Rupien"), bei Präzisionsinstrumenten, Elektrizitätszählern usw. Bei Bohrungen nach Kali, Erz und Salz sind die Bohrer mit diesen hochgradig harten Steinen beseht - und selbst die Abfälle des Korunds sind nicht zu verachten: sie ergeben ein wichtiges Schleifmittel. Die Moral der ganzen Geschichte ist nur noch alltäglich: das Laboratorium hat wieder einmal gesiegt. Es ist, darf man melden, der chemischen Industrie gelungen, billiger zu arbeiten als ihre große Konkurrentin, die Aatur. Die Baiffe in Aatur hat somit noch keinen Stillstand erreicht. Es wird weiter gefixt. pstegegeldsahe in den Landes-Heil- und Pflegeanstalten. wsn. Darmstadt, 4. Juli. Die in den hessischen Landes-Heil- und Pflegeanstalten $u erhebenden Pflegegelder werden vom 1. 3ult 1930 ab wie folgt festgesetzt: 3n der ersten Klasse täglich für Hessen 11,60 Mark, für Dichthessen 19,30 Mark. 3n der zweiten Klasse für Hessen 7,70 Mark, für Atchthessen 11,60 Mark. In der dritten Klasse für selbstzahlende Hessen 4,05 Mk., für selbstzahlende Aichthessen 5,20 Mark: für hessische Fursorgever bände, Krankenkassen und die Landesversicherungsanstalt Hessen 4,05 Mark, für nichthessische Fürsorgeverbände, Krankenkassen und sonstige Landesversicherungsanstalten 5,20 Mark. 3n besonderen Fällen kann in allen Klassen ein höheres Pflegegeld berechnet werden. Das in der Anstalt für Geistesschwache, Alice- Stift, bei Darmstadt, zu entrichtende Pflegegeld wird ab 1.3uli wie folgt festgesetzt: Für jedes tn der Anstalt auf genommene Kind ist je nach den Derrn ögensverhältnissen des Zahlungspflichtigen und den Bedürfnissen des Kindes ein jährliches Pflegegeld von 970 bis 1450 Mark zu entrichten. Selbstzahler haben außerdem noch die vorgeschriebenen Kleidungsstücke und Schuhe selbst zu stellen. Erfolgt die Aufnahme auf Kosten einer öffentlichen Kasse, so beträgt das Pslege- geld in jedem Falle 1200 Mark jährlich. Daten für Sonntag, 6. Juli. Sonnenaufgang 3.51 21jr, Sonnenuntergang 20.18 2Hr. - Mondaufgang 16.40 2hr, Monduntergang 0.27 2H r. 1415: der Reformator Johann Huß in Konstanz verbrannt: — 1535: der englische Kanzler Thomas Moore im Londoner Tower enthauptet; — 1553: der Dichter Ludovico Ariosto in Ferrara gestorben: — 1854: der Physiker Georg Simon Ohm in München gestorben: — 1887: der Dichter Walter Flex in Eisenach geboren. Daten für Montag, 7. Juli. 1855: der Dichter Ludwig Ganghoser in Kaufbeuren geboren; — 1860: der Dirigent und Komponist G. Mahler in Kalisch geboren. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr 50 vom 4. Juli enthält: Die Wahlen für den Gesellenausschuß der Handwerkskammer. — Lagerung von Getreide, Heu usw. in der Nähe der Bahn. — Polizeiverordnung über den Betrieb der Anschlußgleise der Firma Basaltwerke Gießen G. m. b. G. auf dem Bahnhof Queckborn. — Die Umlagen und die Sondergebäudesteuer des Kreises Gießen. — Polizei- Verordnung über die Entwässerung der Grundstücke in der Gemarkung Lich. Was ist der Raum? Dortrag Einsteins auf der Weltkrastkonferenz. Aachdruck verboten! 3m ersten Hauptvortrag auf der soeben beendeten Weltkraftkonferenz in Berlin gab Professor Albert Einstein eine tiefgründige Darstellung des Gedankeninhalts seiner Lehre, die sich als eine knappe geschichtliche Zusammenfassung unserer mathematisch-phy- sikalischen Vorstellung vom Raum ergab. Den Griechen kommt das außerordentliche Verdienst zu. die Lehre vom Raum auf streng begriffliche Gedankengebilde, wie Punkt, Linie, Gerade usw. gegründet zu haben. Der Begriff eines stetig ununterbrochen in sich zusammenhängenden Raumes fehlte ihnen jedoch. Er ist erst bei der Wiedererweckung abendländlicher Wiffenschast durch den großen französischen Denker Descartes in die Wissenschaft eingeführt worden. Dies war ein ungeheuerer Fortschritt, sowohl für die von Descartes zunächst gepflegte Mathematik als auch für die von Galilei begründete neuere Physik, - beten Entwicklung durch die Gedanken von Descartes erst ermöglicht wurde. Dies hatte aber die Folge, dah man die Bedeutung des so geschaffenen Raumes übertrieb, indem man ihm ein völlig selbständiges, unveränderliches, von allen Körpern und Kräften unabhängiges Wesen zuschrieb. 3n dieser Dichtung wirkte auch die Entwicklung der Optik, die das Licht auf Wellen zurückführte, ohne aber einen Träger der Wellen angeben zu können. So tauchte denn der berühmte Aether auf, der zwar heute auch rein physikalisch genommen sehr schwer verdaulich und eigentlich auch unnötig ist, geschichtlich betrachtet aber zu einer weiteren Stärkung des „absoluten Raumes" durch den „absoluten Aether" führte. Der vor einigen 3ähren verstorbene Lorenz war der Hauptvertreter dieser Richtung. Die weitere Entwicklung ging, was der Vortragende freilich nicht ausdrücklich hervorhob, im wesentlichen von ihm selbst aus. 3n der beschränkten Relativitätstheorie wurde der grundlegende Zusammenhang zwischen Raum und Zeit erkannt. Rechnerisch und der Form nach stellte sich dies als ein vierdimensionaler Raum dar, der zwar schon oft einen gewissen Schrecken verbreitet hat in diesem Zusammenhang aber als sehr harmlos bezeichnet werden muß. Die allgemeine Rela tivitatsthevrie ging hierüber noch hinaus, indem sie die 2nabßängigEeit des Raumes gegenüber den in ihm wirkenden Kräften aushob. Der Raum wird in ihr wie eine Art elektromagnetisches Feld aufgefafot, und hierdurch wird das Ziel erreicht, das sich Einstein gesteckt hatte, nämlich die Beseitigung eines jeden unmittelbaren Einflusses des Raumes auf Dewegungsvorgänge, wie sie z. B. die gewöhnliche Bewegungslehre in der Fliehkraft und dergleichen noch kennt. Zum Schluß streifte Einstein noch seine kürzlich auf gestellte einheitliche Feldtheorie, durch die gleichzeitig das Schwerefeld und das elektro- magnetische Feld in einheitlicher Auffassung des Raumes abgeleitet werden. 5>ie Durcharbeitung der Gedanken dieses Vorstoßes ist der nächsten Zukunft Vorbehalten. Prof. Dr. Kirchberger. Der hypnotisierte Meistereinbrecher. An ein indisches Märchen wird man bei der Lektüre der Berichte über die Verhaftung eines gefürchteten Einbrechers erinnert. Ihre Begleitumstände geben den Psychologen Stoff zu einer eingehenderen 2ntersuchung. Ein gewisser Herr Ritor war als Fassadenkletterer, dem keine Mauer zu hoch, keine Wand zu steil war, wie als Hochstapler, bem kein Unternehmen zu schwierig schien, wie schließlich als gemeiner Einbrecher, der vor keiner doch so undurchführbaren Sache zurückscheute, gleich berühmt. Fast alle vornehmen Pariser Hotels hatten seine Bekanntschaft gemacht, und noch nie war es der Polizei gelungen, ihn zu fassen. Da ereilte ihn eines Tages auf besonders ungewöhnliche Weise fein Schicksal. — Mit katzenartiger Behendigkeit und Eleganz war Ritor wieder einmal in ein Hotel in der Aähe der Champs-Elisees einge- drungen. Lautlos schleicht er sich in die Schlaf- Appartements ein. Seine Laterne blitzt auf, acks dem Aachttifch findet er reiche Deute an Schmuck und Wertsachen, und im Schrank Pelze und kostbare Gewänder, die er eiligst in einen danebenstehenden Koffer einpackt. Er hätte sich damit begnügen und das Weite suchen können. Aber noch nie ist Ritor gegangen, ohne das Feld gründlich abgegrast zu haben. Die im Bett friedlich schlummernde Dame atmet regelmäßig, — er schleicht sich also ins Aebenzimmer, um auch hier zu nehmen, was nehmenswert erscheint. Da hat er das Pech, einen Stuhl umzuwerfen. Sein Herzschlag stockt... Was wird jetzt kommen?! Fliehen? Auf dem Wege, auf dem er gekommen war? Aber... 3n der Dunkelheit, in der undurchdringlichen Finsternis des Zimmers sieht er plötzlich ein funkelndes Augenpaar auf sich gerichtet. Wie lodernde Feuer glühen ihn diese Augen an, eine unheimliche Macht strahlen sie aus. Er starrt sie an in dem Bewußtsein, dah jetzt das Verhängnis naht. 2nd ist nicht fähig, sich zu rühren vor diesen Augen, die seine Kräfte lähmen, seinen Widerstand schwinden lassen. So steht er einige Minuten. — 2nd langsam bewegen sich die brennenden Punkte auf ihn zu, mit unheimlicher Gewalt ihn in ihren Bann zwingend. Als bann plötzlich bas Licht erstrahlt, sieht er einen Mann, einen Orientalen, auf sich zukommen. Er flüstert ihm einige Worte zu. 2nb Ritor gehorcht, geht zu bem Koffer, packt bie Sachen toieber aus, seht sich, von ber Gewalt ber Augen gezwungen, auf einen Stuhl — unb läßt sich willenlos von bem Hotelpersonal fest- nehmen, das durch den Orientalen herbeigeklingelt wurde. — Was war's? Erst bei der Vernehmung konnte Ritor sich langsam wieder erholen, ber Bann ber Hypnose löste sich. 3eht ben ft er hinter Schloß unb Riegel über bie furchtbare, unheimliche Gewalt ber Augen nach, bie ihn seiner Willenskraft beraubten. DerBoxchampion Napoleon Bonaparte Es hanbelt sich beileibe nicht um ben großen Korsen. Der Boxkämpe „Dapoleon Bonaparte" ist ein geschäftstüchtiger, aber nicht gerabe geschmackvoll benfenber Q^anlee in Boston, ber sich einbilbete, burch bie Anlegung bes historischen Aamens schneller berühmt zu werben als sonst. Er sollte zunächst recht behalten: ben Amerikanern machte es viel Spaß, bem im Ring kämpfenben Boxer zuzurufen: „Achtung,,Aapoleon! Pah auf, Bonaparte!" unb anderes jmehr. 2nb als ber Wackere trotz alledem eint Dieberloge erlitt, schrieben amerikanische Sertationsblötter fabelhafte Berichte über „Dapol^ons Fall" unb über „Austerlitz in Boston". Da ihuhte schon bie französische Botschaft eingreif en,, um biefer selbst für amerikanische Begriffe noch kaum bagetoefenen Geschmacklosigkeit Einhalt zu gebieten. Herr Jerome Smith würbe höflich, aber energisch ersucht, sich nicht mehr Dapoleon zu nennen, andernfalls man in Erwäglmg ziehen müßte, auch ihn entsprechend aui internieren. Was blieb da bem armen Smith |brig? Er „dankte" ab und will unter bem eigenen Damen sein Doxglück versuchen... ES schwimmt etwas im Kanal! Vor einigen Tagen tarnen bie Fischer von Bournemouth aufgeregt in ihren Heimatsort zurück und berichteten von einer seltsamen Masse, die ihnen beim Fischfang begegnet sei. Irgendein geheimnisvolles Etwas, über dessen Zusammensetzung sie sich nicht ganz im klaren seien, oder genauer gesagt überhaupt nicht im klaren fein könnten. Denn das unheimliche Etwas, es war kein Tier, es waren keine Pflanzen, zog schwerfällig an ihnen vorüber. 2nb ehe Mutige sich herangewagt fjatten, war dieses Etwas verschwunden, von der Flut davongetragen. Dah bas, was die Schisser erzählten, kein Seemanns- garn war, das sie spannen, um statt der nicht gefangenen Fische doch etwas mit nach Hause zu bringen, ergab sich daraus, dah bald von anderen Stellen her ähnliche Meldungen registriert werden konnten. Schliehlich verdichteten sich bie Gerüchte von bem Etwas, bas im Kanal schwamm, so sehr, dah bas ßeefter Institut in England sich zu einer Dachforschung entschloß. Tagelang fuhren Wissenschaftler mit schnellen Motorbooten im Kanal umher, bis es schliehlich tatsächlich gelang, das geheimnisvolle Etwas zu Gesicht zu bekommen. Sogar eine Probe konnte man erlangen. Aber bis heute wissen die Chemiker noch nicht, was es ist. Das einzige was sie sagen können, ist, dah es eine kompakte Masse ist, die sich glitschig und ölig anfühlt, aber eigentlich kein Oel unb auch kein Getier ist ... So rätfelratet man noch immer um bie Masse, bie im Kanal hin unb her schwimmt. Vielleicht kommt bie Deutung ber Wahrheit am nächsten, bie ein einfacher alter Fischer glaubte geben zu können. „Wenn es sich anfühlt wie Oel, bann ist es auch Oel" Als am 24 .April die „Bremen" auf den Oeldampfer „Grenadier" fuhr, zertrümmerte er doch einige Deikammern unb habet würbe Rohöl frei. Wer weih, wie sich solche Mengen Rohöl benehmen, wenn sie auf einmal in bas Meerwalser kommen? 2nb wer weih, wie gut ober schlecht dieses Oel gewesen ist!" Die Wissenschaftler wollen nicht zugeben, daß ber alte Fischer ins Schwarze traf unb bie Fischer von Bournemouth wollen es auch nicht glauben, denn seither kommen jede Woche Interessenten heraus zu ihnen unb wollen im Kanal das geheimnisvolle Etwas sehen. So wirb aus einem Rätsel ein Geschäft. Diemanb, mit Ausnahme bes Fischers, will wissen, was es ifo was da im Kanal schwimmt! " ■ -------- und -norm P’ UM ♦802 A F GÜSSEN BAHNHOFSTRASSE2-S Saison - Ausverkauf Eine Sensation für sich: Unsere Preise für vom 7. bis 21. Juli 1930 Salamander- Schuhe Kommen, sehen, staunen! Beginn; Montag, den 7. Juli. Kein Umtausch. Nur gegen bar I72D Seltersweg 52 Damen Schuhe Reste und Einzelpaare Feinfarbige Damen Schuhe Via Sensationelle Preise in unserem Saison-Ausverkauf 24 16 Flechten! ,,Persla'SaIbe“/, Liier 1.25 NM. Allein • «ertreiunn: Univ. Apotheke 8um goldene» Engel. e<*° AieU ION öS HL hm &sü fonfeten^n.J Wasser, leider bleibt un ohneFrie grohe, W * geniale>Ae-eP Leiden und beftünmungjvc anwenden, den kann. IvW vielleicht W Eigennutz, die am zornigsten Fenster hmaw nackigsten und Neben der n gibt es,.und l Weltgeschichte terielle, eine t wird sie soeben Allgemeinheit ; leicht nicht hei In dem 2Iu Clsaßmuster au mungsrecht, dagehen hieß, in i sche Südtiro und den Sieg. 1 Hand, gewiß, I Taube aus M< wie der malles! §irvne betzauh hätte, v nein, lassen, ist er • auf kulturelle Rom als nur er nicht wuh! malische Tat gängerischen unterscheidet, es in Süd! die QKuL es die Cngl mit dem Wl sich? Erstene italienisch, w ben wir der gehende Aut. nische Partei! ihr euch in? uns kann \i werden und tun, ist die Straßenname im Allo Adi Sprache lern nur nicht di« • Das ist et d>e Italiener hat es sogar •*rfucb«t...... tum Mitral 80 cm tret- Lack- und braune A f|50 Herren-Schuhe I ■ Boxealt, echte Rahmenarb. I 6e rÄnde von S0Dame*to*n ,40^52^ toato”-8*””..... w««-8*“” A.® **....... A V neuert« • 8utt oeM -Molls Q 1*3 A posten ÜerH Jtl Fortsetzung. Triebenow ^schenschale. »Das ist nid brecherischen , 2 dagegen Sle .dieses We mich durc Mt. Ich h l* Mcrcandin A iahe I Sä-6 ahne Aff gs$ J ce fcanfen ^schatten Fürstin!.-' We $Q,(C ön v "ach t "blte« in das 2-'"ch baten v',n*n« ^lbr C#in : lote.®« Eitzdvren? wM £g|Än"; Ä ipiuÄfn b San, ' 1 ■’'* ^kl Braune Q50 Herren - Schuhe K Rind-Box................... ___ nn 1 Nrelonne ...Met«'**. «I gute ..... Oft Damast n bekannt gute Q 4 OQ U Damast ......M=t« ^abatt Haustuch „ute ßettueb«« - 8****£*-•j ■£**£?- c In großer Auff QC Stores ...... ne«e modern- 4 -|C t30=mbr.,”od'S J. ■ Meter W lephir indanth.,wr- w torHauati« • lö Trachte^0 Nieter mlemeStr«- ffQ Vlaschse^^Mtr^ ^O\Vh'OUSSeUn®tetcr38» '2°-^.-- 4QJ Cr&pe caid ..Met«»* ä?— -'te besonder» v Schwarze Herren-Stiefel bequeme Form Schuhhaus Lilienfeld Herren-Lackschuhe 7,50, HartmannLoth, Qiefeen Textilwaren-Versand Fernsprecher 3496 Frankfurter Str. 85 Bis zu 60% unter Preis und noch billiger! - Verkauf der vielen Reste. Während dieser Zeit bei Barzahlung auf alle regulären Waren 10% Rabatt I SO w®a**......9h_ ,relsw«t.-- aff WtW-TO“'........W ri «er Auswab' •• in großer Wischtücher ” a rot kariert- blau und 101-- Sie BeaCSchVen bitte meine „engenabU^8 * des »=n r«bcn- LUDWIG 0 Gardine^__1 1« Nr. 155 Mftes Blatt Oie Lehre von Malta. Don unserem römischen ^-Korrespondenten Rom. 3u[L 3n dem Äugenblick, als die vielen Verbündeten die Fahne verrieten, die sie vier Jahre lang wie eine Kreuzzugssahne vorangetragen hatten, die Fahne, die dank ihrer Zugkraft Millionen von Streitern aus aller Welt an die Front der Entente brachte, die den Völkersruhling und den -ewigen Frieden verhieß, die Fahne des Selbstbestimmungsrechtes, in diesem Augenblick hatte Europa den Krieg verloren Seither zerbricht man sich den Kops, wie die große Riederlage so umfrisiert werden könnte, daß sie doch noch nach etwas ausschaut. Da wird die Schminke des Völkerbundes aufgetragen, da parfümiert man mit dem Europabund, Friedenskonferenzen werden verspritzt wie Kölnisches Wasser, leider aber bleibt unser Erdteil, waS er ist. Er bleibt unruhig, militaristisch, kriegerisch und ohne Friede. Es gibt gescheite Leute, die das große, das einzige, das ebenso einfache wie geniale Rezept kennen, mit dem man alle unsere Leiden und Gebrechen heilen könnte: das Selbst- bestimmungsrecht. Rur will es keiner von denen anwenden, denen es nicht aufgezwungen werden kann. Vielleicht ist diese Tragik unser Schicksal, vielleicht handelt es sich auch bloß um nackten Eigennutz, die Tatsache steht jedenfalls fest. Lind am zornigsten haben diejenigen die Medizin zum Fenster hinausgeworsen, die sie vorher am hartnäckigsten und widerlichsten anpriesen. Reben der moralischen Seite der Angelegenheit gibt es,»und das zeigt wieder den Witz, der die Weltgeschichte noch nie verlassen hat, eine materielle, eine recht handgreifliche. Auf Malta wird sie soeben zum besseren Verständnis für die Allgemeinheit ad oculos demonstriert. Eine vielleicht nicht heilsame, jedoch bittere Lehre. In dem Augenblick, als nach französischem Clsaßmuster auch Italien das Selbstbestimmungsrecht, das seine Schuldigkeit getan hatte, gehen hieß, in dem Augenblick, als es daS deutsche S ü d t i r o l übernahm, verlor es den Krieg und den Sieg. Es hatte nun den Spatzen in der Hand, gewiß, sein Appetit aber geht nach der Taube auf Malta. Richt, daß etwa Mussolini, wie der maltesische Berichterstatter der britischen Krone behauptet, so weitgehende Aspirationen hätte, o nein, so ungeschickt, das merken zu lassen, ist er nicht, er fordert nur auf geistigem, auf kulturellem Gebiet. Wie er den Marsch auf Rom als nur ideell gemeint hinstellte, so lange er nicht wußte, ob er glücken würde. Eine diplomatische Taktik, die ihn gerade von dem draufgängerischen Haudegen, für den ihn viele halten, unterscheidet. Rom verlangt auf Malta das, was es in Südtirol verweigert: das Recht auf die Muttersprache. Infolgedessen haben es die Engländer natürlich leicht. Schnell fertig mit dem Wort, sagen sie: Was wollt ihr eigentlich? Erstens ist Malta noch lange nicht so rein italienisch, wie Südtirol deutsch ist. Zweitens haben wir den Einwohnern trotzdeyr eine weitgehende Autonomie eingeräumt und sie italienische Parteien bilden lassen, Dinge, vor denen ihr euch in Vozen mit Schrecken bekreuzigt. Bei uns kann jedermann nach seiner Fasson selig werden und das einzige, was wir nach außen tun, ist die Llmwandlung einiger italianisierter Straßennamen ins Maltesische, während bei euch im Alto Adige jedes Schulkind zwar eine fremde Sprache lernen darf, Französisch oder Englisch, nur nicht die einheimische! Das ist etwas ganz anderes, sagen natürlich die Italiener, und ihre große Sprachgesellschaft hat es sogar fertiggebracht, eine große Aeso- Die Sünde der Renate Mercandin. Roman von Fred Nelius. 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Griebenow zerdrückte seine Zigarette in der Aschenschale. „Das ist unmöglich", sagte er. „Das ist nicht unmöglich. Die Hypnose zu verbrecherischen Zwecken ist stralbar. Ich möchte mich dagegen wehren, und ich kann nicht. Ich möchte dieses Haus sofort verlassen, und ich fühle mich durch einen rätselhaften Zwange daran gefesselt. Ich bin verhext — besessen. Alles dies ist Mercandin. Er ist ein Halunke." Eine jähe Welle stieg Griebenow ins Hirn. Langsam, jede Silbe scharf betonend, sagte er: .Sie vergessen, daß Sie mit dem 2lssistenzarzt dieses Hauses sprechen." „Pah! Ich lache. Sind Sie denn der Anwalt dieses Mercandin? Sie sind hierher gekommen, ohne daß Sie wissen, was hier vorgeht. Die Atmosphäre dieses Hauses ist mit Gift geschwängert. Der Teufel geht hier um. Niemand sieht den Pferdefuß. Rur den Teufelsschatten sieht man. In diesem Schatten leben und gedeihen wir. Wie die Himmelspflanzen Sonne brauchen, um zu blühen und um Frucht zu bringen, so treiben unsere kranken Seelen Blüten oder Früchte unter Höllenschatten." »Fürstin!" sagte Griebenow. „Um Gottes willen, Fürstin!" Diese hatte sich erhoben. Eie machte ein paar Schritte nach dem Fenster. Sie preßte ihre Stirn an die Scheiben, schloß die Augen. Plötzlich, wie von einem Schlag getroffen, drehte sie sich um. Sie machte ein paar Schritte in das Zimmer. Ihr Atem flog. Ihre Augen waren Fackelbrände, heiß vor Angst uyd Grauen. „Da, mein Herr! Da ist er. Hören Sie ihn kommen?" „Rein." Griebenow blieb ruhig sitzen. »Wen loll ich hören? Wo?" Sie machte eine Geste nach der Tür. Ihr Blick hing starr in seinem. Er spürte, daß sie ' etwas sagen wolle und nicht könne. Die Flamme der Erregung faßte nun auch ihn. „Was, um Gottes willen, ist denn mit Ihnen?" Die Fürstin ging jetzt an die Tür zum Rebenzimmer. Sie lauschte. Ihr Gesicht war bleich. Die Falte an dem Kelim hatte sich bewegt. Niemand war zu sehen. Betroffen blickte Griebe- Low die Fürstin an. Sie stand jetzt wieder in ier Zimmermitte und lächelte. Ein sonderbares Lächeln. „Der Teufel ..." zischte sie, »der Teufel ..." Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) lution zu fassen, mit der das unantastbare Recht auf die heilige Muttersprache proklamiert wird — f ü r Malta, und als nicht minder heilig die — Italienisierung Südtirols gefordert wird. Dort findet zur Bekräftigung in diesem Jahre ein entsprechender Kongreß statt. Hier gibt es noch nichts zu lachen, die Pointe kommt erst. Rehmen wir einmal an, Italien hätte die Fahne des Selbstbestimmungsrechtes auch in 23er-. sailles, in St. Germain und Trianon verteidigt und somit auf die Angliederung volksfremder Stämme und Täler verzichtet, wie anders stände es heute da! Die beste Waffe wäre ihm nicht von einem Briand und nicht von einem Lord Strickland, dem maltefifchen Ministerpräsidenten aus der Hand geschlagen, es könnte, gestützt auf das Losungswort des großen Krieges, Korsika und Malta verlangen, es hätte — immer den Abstimmungserfolg, an dem es nicht zweifelt, vorausgesetzt — das in der Hand, was es nun mit unendlicher Mühe und höchstwahrscheinlich ohne Erfolg anstrebt, was es ohne den letzten DlutSiropsen etnzusehen niemals erringen kann: die Vorherrschaft im M i 11 e I m e c r. Mare nostrum! Ein Traum, ein schöner Traum, der nur leider jedesmal wie eine Seifenblase an der Drermerwand zerplatzt. Italien könnte heute, der einzige moralische Sieger des vierjährigen Ringens, die Geste des Guropaerlösers annehmen, sich in die Toga der Freiheit hüllen und hätte daneben alle seine Aspirationen befriedigt. Aber es hat sich selber die Hände gebunden mit blonden Flechten... So rächt sich die Llnterschrift auf einem Vertrage, den es jetzt gerne abändern möchte, freilich ohne die Konsequenzen bis Vozen zu ziehen. So wird sich noch an manchem anderen der 2llliierten der „Friede" rächen, der nichts anderes war als eine Drachensaat. Daß Italien das mißgünstige Geschick auf andere Weise wenden könnte, muh, so lange Eng- Jäh stieg Griebenow das Blut ins Hirn. »Wo denn?" Sie zeigte nach dem Rebenzimmer. Plötzlich hob sie beide Hände vor die Augen. Beim nächsten Atemzuge schlug der Kelim auseinander. In der Tür stand Mercandin.-- „Guten Abend", sagte Mercandin. Er schob sich einen Sessel näher. Ruhig klappte er die goldene Kapsel auf, nahm eine Zigarette und setzte mit umständlicher Gelassenheit das Zündholz in Brand. Dies alles, ohne dabei jemand von den beiden anzusehen. Dann warf er sich plötzlich in den Sessel und bohrte den Blick in das Gesicht der Fürstin Tschaidse. »Eie sollten schlafen gehen. Sie sind krank." Die Augen der Fürstin sprühten Funken wie die einer Katze. Glühten auf und wurden schwarz. Sie stand noch immer. Llnbeschreiblich ... voll Hochmut glitt ihr Blick an Mercandin hinab. „Spricht man so zu einer Dame, Herr Professor Mercandin?" „So spricht ein Arzt zu einer Kranken." „Ah, so ... im Sitzen und im Rauchen, wenn die Dame steht. Schön ... es gibt ja Dinge, die man eben nie erlernt. Rur ... ich bin nicht krank. Sie irren. Krank sind Sie. Ihre Seele fängt ^u faulen an. Sie ist bereits verfault. Sie vervestet dieses Zimmer und das ganze Haus. Ich möchte mich entfernen, meine Herren." „Schade um die dämmerblaue Plauderstunde, der Sie Ihre Gegenwart entziehen wollen, liebe Fürstin. Offenbar haben Eie heut abend schlecht gegessen. Ihr Geruch ist transponiert. Er sitzt anstatt in Ihrer Rase in den Magennerven. Eie werden diese Rächt womöglich träumen.“ „In der Tat, ich werde träumen. Ich träume jede Rächt. Mir erscheint in jeder Rächt der Teufel ... der Teufel, um die armen Menfchen- feelen ringend. Seine purpurroten Kleider leuchten fo, daß sie die Augen blenden. Rur die Zähne glänzten weiß. Der Teufel fletscht sie zwischen seinen roten Lippen ... grausam ... triumphierend. Ich bin da. Ich bin der Herr der Welt. Riemals war die Saat für meine Ernte reicher als di* dieser Zeit. Aber sonderbar ... immer trägt der Teufel Ihre Züge, Herr Professor." Mercandin bog feinen Oberkörper weit nach vom. Die Fürstin Tschaidse fühlte, wie der Arzt sie ansah. Mit einem Blick, der in sie drang und sie durchstrahlte. Mit einem rätselhaften Ausdruck, den sie nicht verstand und doch zu kennen meinte. »Setzen Sie sich, Fürstin." Llnd nun geschah des Wunderbare ... jenes Wunderbare, das sich immer zutrug, wenn Professor Mercandin ihr seinen Willen aufzwang. Sie wollte sich mit aller Energie dagegen wehren. Wollte voll 23erachtung lächeln. Ihr Lächeln land noch ein vitales Interesse am Mittelmeer hat, als ausgeschlossen gelten. Malta übergibt man nicht. Auch nicht teilweise, auch nicht „kulturell", denn in einer Festung von der Bedeutung der größten Seefestung dieser Erde, muh schon eine Fremdsprache, als die der beherrschende Brite das Italienische empfindet, verdächtig erscheinen. Oder ist es etwa nicht italienisch, das Wort: dort überall sei Italien, wo feine Sprache gesprochen wird? Dient diese Lieberlegung nicht als Absprengungshebel sogar in der friedlichen Eidgenossenschaft? Der britische Löwe wird nicht nachgeben, mögen selbst die Interessen des Papstes mit denen des Duce zufammenlaufen. Ich bin ein guter Katholik, meinte Lord Strickland, der eiserne Gouverneur, und wenn mir die Kirche ein dreitägiges Saften in der Woche auferlegt, dann werde ich gehorchen, aber die Einmischung der Kirche in die Regierungsgefchäfte — nein, das i st etwas anderes. Typisch englisch. Right or wrong, my country! Dagegen kommt das Weißbuch des Vatikans nicht auf und nicht der Tannstrahl der streitbaren Malteser Bischöfe. Der Austausch der diplomatischen Bücher hat kein anderes Ergebnis gehabt, als die Aufdeckung des unüberbrückbaren Gegensatzes vor aller Welt. Zwischen London und Rom wird nicht über eine religiöse Frage verhandelt, und wo das geschieht, reden beide aneinander vorbei. Jetzt ist zunächst einmal die 23erfaffung auf der Inselfestung aufgehoben worden, das meerbeherrschende Bollwerk wird allein vom Macht standpunkt aus regiert. Der hat nichts gemein mit den schönen Worten, mit denen die alliierten und assoziierten Malteserritter den Kreuzzug zur Eroberung des Selbstbestimmungsrechtes unternahmen, ilnb es liegt ja auch ein Präzedenzfall vor: der erste Punkt, der aus der Wilsonschen Liste gestrichen wurde, hieß „Freiheit der Meere". Warum soll man nicht weiter streichen? wurde zur Grimasse. Sie fühlte, wie der eigene Wille locker wurde, sich in müde Leere löste. Mercandin schob einen Sessel ganz in seine Rähe. Die Fürstin setzte sich. Lind wieder beugte Mercandin sich vor, seine langen und gepflegten Finger legten sich auf ihren Arm. Sie fühlte sie wie einen Hauch den Pulsschlag aufwärts gleiten. „Sie erzählen, daß Cie nachts der Teufel ängstigt", sagte Mercandin. „Solche Erlebnisse — nennen wir sie Phänomene unseres Seelenlebens — sind durchaus nicht ungewöhnlich, liebe Fürstin. Sie mögen ihren Llrsprung darin finden, daß latente Energien im Gehirn zum Durchbruch kommen, während andere gebunden werden. Maurh sagt: ,2m Traume sah ich jemand, den ich Tage vorher kennenlernte. Mir kamen dabei Zweifel über den moralischen Charakter dieses Menschen. 2m Wachen hätte ich die Lauterkeit desselben nie bezweifelt.' ,Es war im Mai ...' erzählt Tartini. .Durch das offene Zellenfenster kam ein leichter Wind. ■Unter einem Zwange sanken meine Augenlider, schlossen sich, und ein Schatten stand vor mir. Es war der Teufel. 2n seinen Händen hielt er eine Zaubergeige. Er begann zu spielen. Ein Adagio war es ... himmlisch, traurig, zart, ein Klagen und ein Weinen, ein Sichüber- stürzen aller Töne. 2ch stand auf, ergriff die Geige und wiederholte auf dem Geisterinstrument, was ich im Traume hörte.'" Die Fürstin war mit aller Kraft bemüht, die Augen offenzuhalten. Don Zeit zu Zeit versuchte sie, die Finger Mercandins von ihrem Arme abzuschütteln. Cs gelang ihr nicht. Eine rätselhafte Schwere lastete auf allen Gliedern, die sie lähmte. Mercandin hielt seinen Blick spöttisch auf sie gerichtet. Er verneigte sich. »... Sie wollen mich gewiß daran erinnern, daß auch Voltaire, Lafotaine, Palissy und Cole- ridge die 2deen ihrer Werke nachts im Traum empfingen. Gewiß ... gewiß. Rodin schuf im Traum die Lydia. Krüger ebeifo wie Borda lösten schlafend wichtige Probleme. Stevenson erträumte nachts Romane. Dupre fand im Schlafen die 2dee für seine wundervolle Gruppe der Pieta. An einem schwülen Somtiertage lag er auf dem Diwan und überdacht^ welche Stellung er fern Christus geben sollte Er schlief ein. 2m Traume sah er dann die ganze, später von ihm ausgeführte Gruppe mit dem Christus. Da haben Sie's. Der Teufel fletscht iie Zähne und will 2hre Seele haben. Aber däs ist Llnsinn. Sind Sie müde, Fürstin?" »2a.“ ! „Gut. Sie können gehen. Rur nvch eins: Sie werden künftig nachts nicht mehv vom Teufel träumen, sondern---“ Samstag, 5. Juli 1950 nesen hat für jeden Gegenstand, für jeden Begriff ein einziges Zeichen, aber jeder Landstrich formte für dieses Zeichen em anderes oder abgewandeltes Wort. Also schriftlich hätten sich auch Leute aus den entferntesten Landesteilen verständigen können. 2n Zukunft geht eS eben auch mit Worten —» denn man spricht dann nicht mehr chinesisch, sondern nur noch Pei-Hua, das Esperanto von China. । Dralehner-Zucht in Ostindien. (r) Amsterdam. 2n dem der holländischen Kammer vorliegenden 2ahresbericht der Kolonialverwaltung befindet sich unter dem einen breiten Raum einnehmenden Kapitel „Militärisches" eine Stelle, die geeignet ist, auch in Deutschland größtes 2ntcrcffe zu erwecken. Es handelt sich um jenen Passus, in dem die Erfahrungen geschildert werden, die die niederländische Kolonial-Kavallerie auf 2ava. Borneo, Sumatra usw. mit den erst seit wenigen 2ahren dort eingestellten ostpreußischen, d. h. Trakehner Pferden, gemacht hat. Das niederländische Militärpferd im malaiischen Archipel hat fast ein 2ahrhundert lang die Rasse der Sandelholz-Pserde (so genannt nach ihrer Färbung) gestellt, die im exotischen Lande ihrer Verwendung selbst gezüchtet wurden und sich auch lange Zeit bewährten. Leider aber traten nach 1920 verschiedene epidemische Krankheiten unter den Tieren auf, die ihren Bestand mehr als dezimierten, und außerdem war die Leistungsfähigkeit der Gäule nach dem Urteil von Kennern durch die unausbleibliche 2nzucht von Generation zu Generation derart zurückgegangen, daß sie neuerdings den an sie gestellten strapaziösen kolonialen Anforderungen in einem oft mörderischen Klima und zum Teil sehr schwierigen und gebirgigen Gelände nicht mehr voll gewachsen waren. Regierung und Militärverwaltung sahen sich gezwungen, nach geeigneteren Pferderassen Ausschau zu halten: aus allen Experimenten ist. soviel steht jetzt fest, siegreich die kräftige, ausdauernde Trakehner Zucht hervorgegangen und wird nunmehr zum Militär- Pferd Riederländisch-2ndiens erhoben werden. Lleberstehen diese Tiere aus Ostpreußen schon glänzend die weite Seefahrt, so haben sie sich an Ort und Stelle unter den nachteiligsten 23ct bingungen treu, zuverlässig und zäh erwiesen. Unheimlicher Aberglaube. N. H. K openhag en. Linker der Arbeiterschaft der bekannten dänischen Papierfabrik Möglemölle bei Rästved herrscht seit Jahren der 2lberglaube, daß, wenn ein Arbeiter der Fabrik verunglückt oder eines natürlichen Tolfes stirbt, jedesmal zwei andere Arbeiter der Fabrik ebenfalls und gleichzeitig „daran glauben müssen". Die Tatsachen haben diesem Aberglauben einmal über das andere recht gegeben, so erst wieder vor wenigen Tagen. Aus dem Wege zur Arbeitsstätte brach vor vier Tagen ein langgebienter Arbeiter der Fabrik vom Herzschlag getroffen tot zusammen. Tags darauf verunglückte eine Arbeiterin in der Fabrik. Lind in der darauf folgenden Rächt starb ein Maschinist bet Fabrik, nachdem ihm wenige Stunden vorher durch eine der großen Zeitungspapier- mafchinen beide Arme abgerissen worden waren. — Aus Trauer um die drei Toten hat die Fabrik auch diesmal wieder einen Tag lang den Betrieb still gelegt ... Genau wie vor ein paar Fahren. Lind jetzt bangt die ganze Arbeiterschaft bei dem Gedanken, wann Freund Hein das nächstemal Möglemölle wieder heimsuchen wird. ... Die Fürstin mühte sich, den schweren Kopf zu heben. 2hre Augen hingen in den Blicken Mercandins. „Sondern---“ Plötzlich neigte Mercandin den Mund ganz weit nach vorn an das Ohr der Fürstin. Er zischte etwas, das nur sie verstehen konnte. Wie unter einem Schlage schrie die Fürstin Tschaidse auf. Dann ein Ausbruch, der an Grausen nicht zu überbieten war. Als sich Mercan- bin erhoben hatte, um sie am Handgelenk zu Packen, kläffte, geiferte und biß die Kranke um sich wie ein toller Hund. Weißer Schaum trat vor die blaffen Lippen. Lind dann Schreie — Schreie wie aus einer anderen Welt. Sekunden später hatten Mercandin und Griebenow die Tobende gepackt. Der Professor preßte die von rückwärts unter beiden Frauenarmen durchgeschobenen Hände gegen ihren Mund. Das Schreien und die rasenden 23etoegungen ließen nach. Starrheit trat an ihre Stelle. Wie eine Tote trugen sie die beiden Männer in ihr Zimmer nach dem ersten Stock. „Sie warten unten", hatte Mercandin gesagt, während eine Schwester sich der Fürstin annahm. „2ch bin in fünf Minuten fertig und möchte Sie nachher noch sprechen." Er kam bald nach. „Die Schwester hat genaue 2nftruftioncn", sagte er. „Der Anfall ist vorüber, und die Fürstin schläft." Er warf sich in den nächsten Sessel, brannte eine Zigaretre an und sog ein paar tiefe Lungenzüge ein. Danach sprang er wieder auf und promenierte wie ein Löwe, der im Käfig steckt, auf kurzer Strecke hin und her. Die Augen voll büftergrauer Glut. „Paranoia ...“ sagte er. „Glattweg Verrücktheit. Der Mann wohnt in Paris. Er wollte seine Frau schon längst in eine Anstalt stecken. 2ch riet bisher noch ab. Sehr mit Anrecht. Heute ber Beweis. Cs hätte gar nicht so weit kommen bürfen.“ Griebenow verzichtete auf einen Wiberspruch. „Offenbar erbliche Belastung. Ober —-- Die Fürstin Tschaibse ist bekanntlich Russin. Sie hat unendlich vieles von den Rotetz leiden müssen. Kennen Sie die Tscheka?" Griebenow gähnte. „2a. Dem Ramen nach." „Sehen Sie. Den Vater hat man an die Wand gestellt. Die Mutter ist gefoltert und dabei wahnsinnig geworden. And die Fürstin ... na ja." „Ach bu lieber Herrgott ...I" sagte Griebenow. »Das ist vielleicht bie Vorgeschichte. Das letzte Stabiurn der Entwicklung haben Sie ja heute selbst mit angesehen. 2ch lege auf ihr Zeugnis Wert. Sie werden sich gegebenenfalls dazu zu äußern haben." (Fortsetzung folgte Geschichten aus aller Wett. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Fräulein Kalhlecn erregt Mitleid. (f) London Kathleen Punt, die siebzehnjährige Schülerin einer höheren Töchterschule in Kapstadt, sehnte sich nach einem originellen Abenteuer, um das 2ntereffe der Mitmenschen auf sich zu lenken Sie unternahm keine 2Deltreife, keinen Ozeanflug und beteiligte sich nicht einmal an einem Raubmord, sondern beschränkte sich darauf, in einer Londoner Tageszeitung zu inserieren: „Reunzehnjährige Engländerin bie ihr Geben auf einer weltverlassenen Farm in Südafrika fristet, sehnt sich nach Lebenszeichen menschenfreundlicher Landsleute." Der Erfolg der kleinen Annonce war geradezu überwältigend: rund 12 000 Briten deren Mitleid das schlaue kleine Mädchen erregte, meldeten sich als „Tröster", und zwar nicht nur mit Briefen und Postkarten, sondern mit überaus wertvollen Gaben und sogar mit — Heiratsanträgen. Auf dieses Ergebnis war selbst Kathleen nicht bor bereitet, und der seit 19 2ahren „vereinsamten" Siebzehnjährigen fällt es jetzt reichlich schwer, die richtige Wahl zu treffen Das Esperanto der tausend Dialekte. (c) T ien tsin Genau wie 2ndien ist auch China mit seiner verhältnismäßig einheitlichen Debölkerung in kleinere oder größere Sprachgebiete zerrissen in denen ber eine nicht mehr versteht, was fein Rachbar spricht. 2n den Stäbten wie Ranking ober Schanghai ober Hankow, wo sich hunberte biefer verschiedene Sprachen redenden Chinesen treffen, gibt es wahre Sprachgenies. Die Kaufleute verfügen meist über die Kenntnis Wenigstenz zweier ober dreier Dialekte, aber auch sie sink) doch auf Dolmetscher angewiesen, bie hier ein leichtes Einkommen haben. Wenn es gar nicht anbers geht, bann spricht man miteinander im Kolonialenglisch... Bei den großen Einigungsbestrebungen, bie man mit China im Sinn hat, ist natürlich ein berartiger Zustand auf bie Dauer unhaltbar. Die Regierung in Ranking hat beshalb ben Entschluß gefaßt, burch bie chinesischen Sprachwissenschaftler eine Einheitssprache bilben zu lassen, in der sich die Wortstämme mehrerer, und zwar der bedeutendsten Dialekte bereinigen. Pei-Hua hat man sie genannt. Sie ist das Esperanto Chinas. 2eder Lehrer muß sie beherrschen und in jeder Schule wird der .Unterricht in dieser Sprache erteilt. Wenn diese Absicht konsequent durchgeführt wird, gelingt es bielleicht, einen lästigen Zustand zu beseitigen der feit 2ahrtausenden viel dazu beitrug, China zu einem innerlich uneinigen Land zu machen Die Einführung ber neuen Sprache wird um so leichter fallen, als bie Schrift für sämtliche Dialekte bie gleiche ist. Die Zeichenschrift der Chi- Saison AusverkaufsJKontag, 1. Juli Um meine Bestände in Damen-, Mädchen- und Kinder-Konfektion gänzlich zu räumen, habe ich die Preise ohne Rücksicht auf Anschaffungskosten bis zum äußersten reduziert Tf (SMTg* ’O<> W »«rfttplats 6 tJPe JF I M B* Jp ezialgesdiäft seit ISS2 BERUN W15-RNNtHTPOP. W. LEIPZIG 029* BUHL i.B. Seuecfltbee imprägnierte» nach baupoli-ieiilcher ministerieller Vorschrift in allen Dimensionen sowie feuersichere Holzhäuser Auto-Garagen, Jagdhütten Geslügelhäuser usw. Alleinhersteller: Oberhessische Holzindustrie Äiedev-Sbmen 04038 M»ucMen wit die e&euföeise SAISONAUSVERKAUF Beginn: Montag, 7. Juli 1930 3-5 2.25 1 2.20 4 2.20, 1.60 Windelform Hemdhosen, Waschseide, mit % 6.50, 4.50 und ohne Spitze 3.- Häkelkleidchen, Wolle RoMNaM 4812 3NH.GEORGFALKEI«TEIN/GIE«EN/4ELTER6WEG18 Waschseide . Schlüpfer dazu , Alle Waren Entstammen meinem ständigen Lager. Für Ausverkäufe hergestellte „Schlager“ führe ich nicht Damen-Unterkleidung Unterschlüpfer, Baumwolle .. 5.20, 4.50 .... 3.- Damen-Badeanzüge 4.50, 3.50, 2.50, 1.50 Rockhemdhose, Waschseide, mit Spitze...........6.50, 4.50 Unterkleider mit u.ohne Spitze, 1.25, -.90 1.-, -.75 -.80, -.60 Kniestrümpfe, Baumwolle Gr. 9-11 6-8 Hemdhosen u. Rockhemdhosen, Waschseide, 4.75, 4. -, 3.25, 2.50 Unterkleider, Waschseide 4.50, 3.50, 2.75, 1.75 Unterkleider mit Schlüpfer, Waschseide, 6. — , 5—, 4. — , 3.— Kinderkleidung Strickkleidchen, Wolle Gr. 45-70 12.-, 9.50, 7.50,5.- 1.50,1.25 1.25,1.- 1. Sportstrümpfe, Wolle Gr. 9-11 6-8 2.- 1.75 1.90 1.60 Auf alle nicht besonders ermäßigte Sommerware, wie Kieler Waschkleidung, Drell-u.Bayernhosen usw. 20 % Rabatt • Kurzwaren.......^a.r‘?:.a.u°T..w.0"‘™d 10% Rabatt Damen-Westen ohne Arm......9. -, 7. -, 5. - mit Arm .. 12. — , 9. — , 7. — , 5.— Schlüpfer, Baumwolle . Schlüpfer, Waschseide, platt............2.25, 2.-, 1.75 Schlüpfer, Waschseide.. 2.50, 2.— Schlüpfer, Vistra....... 2.25, 2.- Schlüpfer, fein Atlas.........3.— Schlüpfer, fein Mako........2.50 Hemdchen, Baumwolle......1.— Hemdhosen, Baumwolle, Damenstrümpfe Seidenflor, farbig .. 2. -, 1.75, 1.25 Waschseide, farbig, mit klein. Fehlem.............2 —, 1.25 Celta-Kunstseide, fehlerfrei .. 2.— Bemberg- und Küttner-Kunst- seide, fehlerfrei...........2.75 Waschseide mit Flor........3.— Tennissöckchen . 1.25, —.75, —.60 Kinder-Unterkleidung Schlüpfer, Baumw., 1.25,1. — , —.75 Schlüpfer, Waschseide 1.50, 1.25, 1.-, -.75 Hemdhosen, Baumwolle Gr. 90-100 65-80 50-60 3-5 -,-.75 Spielanzüge und Kittel Gr. 40-55.. 6.-, 4.50, 3.-, 2.25 Mäntelchen mit Hut Gr. 45-55 .... 12.50, 10.50, 8.50 Sweater, Baumw... 2.50, 2. — , 1.50 Sporthemden und -blusen 6.50, 5.50, 4. — , 3.— Kinder-Westen u.-Pullover 7.50, 5.-,3.- Kinder-Badeanzüge 2.-, 1.50, L-, -.75 Kindersöckchen, B’w., Gr. 1-3 — .25 Kindersöckchenj B’w. mit Wollrand Gr. 7-9 4-6 1-3 -.90 -.75 -.50 Haferlsöckchen, Baumwolle Gr. 8-9 5-7 3-4 Dam en-Pullover ohne Arm .. 7. —, 5. —, 3. —, 2.25 mit Arm.......9. — , 7. — , 5.— Damenhandschuhe Trikot, feinfädig............1.20 Trikot mit Stulpe...... 1.50, 1.20 Waschseide....... 3.50, 2.75, 2.25 Glaceleder, 2 Druckknöpfe ... 4.50 Glaceleder mit Stulpe... 5.20, 4.50 Waschleder................4.75 Glaceleder, waschbar.......6.75 Kinderstrümpfe Seidenflor, farbig, und Mako, schwarz, braun Gr. 10-12 7-9 4-6 1-3 1.70 1.40 1.20 -.90 A Ab Montag, dem 7. Juli, beginnt mein Saison-Ausverkauf dem mein ganzes Lager unterstellt ist. Ich gewähre in dieser Zeit 10% auf reguläre Waren. Habe ferner einen großen Posten Teppiche in verschiedenen Größen und Qualitäten, sowie Gardinen aller Arten bis zu 25% ermäßigt, was Ihnen den Einkauf dieser Artikel besonders erleichtert. Nutzen Sie die günstige Kaufgelegenheit aus und decken Sie Ihren Bedarf bei Größtes Spezialgeschäft für Teppiche u. Gardinen am Platze 4884 A Versäumen Sie nicht Strick Umtausch von Schafwolle und Stricklumpen 4882 A Kleider Jacken Westen Pullover m. u. o. Arm Jumper Wämse usw. usw. zum Teil ganz erheblich im Preise zurückgesetzt. — Auf alle regulären Waren 10% Rabatt. Sämtliche Strümpfe mit 15% Rabatt Auf Wollgarne, Strumpf- und Sportwolle 5%, beim Einkauf von 1 Pfund an 10% Rabatt. Ein Restposten wollener Kleiderstoffe wegen Aufgabe mit 20% Rabatt Eise Dittmar Gießen, Löwengasse 20 den Saison-Ausverkauf DITTMAR zu besuchen I — Ein großer Posten Stricksachen aller Art wie Freiwillige Versteigerung. Am Dienstag, dem 8. Juli 1930, nachmittags 3% Ufyc, werden auf dem Amtszimmer des Hessischen Ortsgerichts in Gie- ßen. Bergstraße 20, Zimmer Nr. 16, die nachstehenden im Grundbuche von Gießen a) den Johannes Schmidt Eheleuten in Liehen zugeschrie'enen Grundstücke, nämlich: 4747D Flur 9, Nr. 41 = 1009 qm Grabgarten, Flur 9, Nr. 43 = 665 qm Hofreite, Frank- furter Straße 167, Flur 9, Nr. 44 = 58 qm Grabgarten, daselbst, die sich zum Betriebe einer Gärtnerei, Landwirtschaft oder eines Autogeschästes eignen, sowie Flur 9, Nr. 113 ■ 2746 qm Acker, am Schlangenzahl auf dem Aulweg, Flur 9, Nr. 126 = 2556 qm Acker, am Schlangenzahl beim Zollstock, Flur 9, Nr. 159 = 3504 qm Acker in den Wingerten, Flur 9, Nr. 159 = 1542 qm Wiese in den Wingerten versteigert. Hieran anschließend b) die dem Peter Schmidt in Gießen zugcschriebenen Grundstücke Flur 9, N^. 40 -» 2061 gm Acker, am Schlangenzahl, auf die Chaussee, Flur 9, Nr. 42 = 241 qm Grabgarten, daselbst. Die Bedingungen können an Werktagen, vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns ein- gesehen werden. Gießen, den 27. Juni 1930. Hessisches Ortsgericht. _________Leo, Dorsteher.___________ Bekanntmachung. Letr.: Gebührenordnung betr. die Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen. Mit Genehmlgunn des Herrn Ministers des Innern vom 2. Mai 1930 zu Nr. M. d. 5. 31 954 und mit Zustimmung des Stadtrats vom 27. März 1930 wird 8 3 obiger Gebührenordnung mit Wirkung vom 1. Avril 1930 ab wie folgt geändert: ,,§ 3. Die nach § 3 der vorstehenden Orts- fatzung zu erhebende Müllabfuhrgebühr wird auf 1,16 Rvf. für je 100 Rpf. Grund- miete (RMG. § 2 Abf. 1) für das Jahr festgesetzt." 4854C Gießen, den 1. Juli 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung die Nachwahl eine» Vertrauensmannes zur Landwirlfchoftskammer betreffend (§ 38 der Wahlordnung). Auf die Bekanntmachung in den Aus- hüngekasten über die am 29. Juni 1930 stattgefundene Nachwahl eines Vertrauens- rnannes zur Landwirtschaftskammer wird hierdurch verwiesen. 4854C Gießen, den 5. Juli 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Arbeitsvergebung. ’ Für den Einbau von Wohnungen in den Behelfsschulbauten in der Rodheimer Straße soll auf Grund der Reichsoerdin- gungsordnung die Ausführung nachfolgen- er Arbeiten vergeben werden: 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten, 2. Zimmerarbeiten. 3. Installation der Be- und Entwässerung. 4854C Verschlossene Angebote auf Vordruck sind bis zum Verdingungstermin am Freitag, dem 11. Juli, 11 Uhr, bei uns, Asterweg 9, einzureichen, woselbst bie Vordrucke zu haben sind. Zeichnungen liegen während der Dienst- flunben zur Einsichtnahme offen. Städtisches Hochbauamt: Gravert. Bekanntmachung. _Dte bereits fälligen Stromgelder im Stadt, und Ueberlandgebiet für den Mo- mat Mai 1930 können noch bis zum 15. b. 2FI. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten l»s Stromabnehmers. 48850 Eine schriftliche Mahnung ergeht nicht mehr. Gießen, den 4. Juli 1930. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. , ______________S t o l t e.______________________ Vergebung non Wegbunurbeiten. Donnerstag, den 10. Juli, wird eine Degplanierung von 280 Meter Länge im Distrikt Hege des Staatswaldes der För- pieret Treis a. d. Lda. öffentlich vergeben. Zusammenkunft nachmittag» 4 Uhr auf Kreisstraße Mainzlar—Gießen an Distrikt Hfingstkopf (Holzhausen). 48960 Gießen, den 3. Juli 1930. Hessisches Forstamt Gießen._______ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Men- darl a. d. Lumda für Rj. 1930 liegt vom 8. bi» einschließlich 14. d. 2H. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und ettl. Erhebung von Einwendungen offen. Cs ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker bei- ^tragen haben. 48730 Mendorf a. d. Lda., den 4. Juli 1930. Hess- Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lda. ______I. E.: Döll, Beigeordneter._______ Lohholzversteigerung. Nächsten Mittwoch, den 9. Jull 1930, vormittags 9 Uhr anfangend, werden im »Deutschen Haus", dahier, folgende Men- 8 L Kl- p'o'n r 8 Der sicherste Wagen derWell- Unerreichte Straßenlage durch Elnzelabfederung Jedes einzelnen Rades und niedrige Schwerpunktslage (Tiefbettrahmen). — Hervorragendes Anzugsvermögen durch 8-Zglinder-Motor. Schon heute Der Wagen von morgen I Gestern noch umstritten : Vierradbremse, Ballonreifen und Mehrzylinder. Heute: Selbstverständlichkeit I Häute noch bekämpft von denen, die es noch nicht haben: Schwingachse, Tiefbettrahmen, Einzellenkung der Räder. Morgen . .. . . . fahren Sie einen Röhr, dann Ist die Frage beantwortet Ohne Stoß Ober Schlaglöcher, mit Vollgas durch die Kurve, schleuderfrei auf Rutschasphalt, von der Straße geführt wie von Gleisen, eine Maschine ganz auf Zweckerfüllung hingestaltet, von natürlicher, organischer Schönheit da« ist Röhr 8! r / Waffeln a*ncnn/iHoc»-a.nefo»a. UTon/nOüSlria. uw.een # W»ri*ei«ier-Abrellee»ex Fritz Medebach, Gießen, jetzt Marburger Str. 22, Tel. 2469 Kraftfahrzeug-Reparaturwerkstatte. JTHMUCKEIL fe ■■'•.M;'.« s-,ssj?ä8-„ > : I 1 Unser dauerndes Bestreben, fortlaufend eine Verbilligung der Waren herbeizuführen, kommt in dem ab Montag, dem 7. Juli 1930 stattfindenden Saison-Ausverkauf durch einen Riesigen Preisabbau ganz besonders zum Ausdruck Unsere Angebote sind in Qualität und Billigkeit eine Leistung I-Ranges Wir sind außerstande, Ihnen durch dieses Inserat die außerordentlichen Vorzüge unserer Veranstaltung so darzutun, wie es in Wirklichkeit der Fall ist Ihre kühnsten Erwartungen werden unbedingt reichlich übertroffen Beachten Sie unsere Schaufenster, hier erhalten Sie einen ungefähren Ueberblick über unsere einzig dastehenden Leistungen 4866a Prima Fleur de laine, ganz gefüttert, Glockenform, mit reicher Pelzgarnierung Kaufhaus HANSA Gießen - Seltersweg 28 Saison-Ausverkauf Ab Montag, den 7. Juli 1930 0.25 0.20 Tüllstores 3.45, Handarbeitstores 0 Qrt Spitzenleistung.......... U*UÜ leichte Qualität... Meter 1.10, Qualität Echte Makoqualität, mod. Farben................... UeUU für Damen... 2.90,1.90, Blumenmuster, 160 cm. gute Qualität Meter Marktstr. 17 HEILBRONNER Rittergasse 8 4688 A Beachten Sie geil, meine 4 Schaufenster Stickereien Massenaus- wahl...Meter 0.30, 0.20, la Ware mit breiten Stickereien.......... Knaben-Schillerhemden Zephirqual., zusammengestellter Posten......... Mako m. Seide,prachtvolle W are.................... Schlupfhosen Damen-Größen. Herren-Oberhemden zusammengestellter Posten, vorz. Zephirqual, mit und ohne Kragen........ HerrenEinsatzhemden guteTrikotqual. m. schön. Einsätzen ................ Baumwoll-Musselin feinfädige Qualität, nur moderne Muster......... Römische Streifen f. Wander- u. Hauskleider Frottierhandtücher auffallend billig, solide Krawatten reinseidene Foulardqual. Bettücher haltbare Ware (Haustuch) Künstler-Druck echt indanthrenfarb., verschiedene Muster........ Kopfkissen solide Qualität, gebogt Schürzen zusammengestellter Posten für Knaben u. Mädchen ... 1.25, 0.95,0.48, Wischtücher echtfarb. Qual., 40X40 cm Auf sämtliche Waren (außer einig. Markenartikeln), die im Preise nicht - . herabges. sind, gÄ || / während d.Aus- ■HB **/ Verkaufs einen R SB /A Rabatt von ■ WD * U Wäsche-Nessel nur haltbare Qualität Meter 0.58, 0.48, Einzelne Sachen bis zur Hälfte des Verkaufspreises reduziert Waschkunstseide aparte moderne Muster, vorzügliche Qualität ... Bettuch-Nessel haltbare Qualität Meter 1.30, 1.10, Taschentücher für Herren, Mako m. Hohlsaum ...............Stück Gr. 5-7 Gr. 9-10 Landhausgardinen viele Qual., weiß u. farbig H Meter 0.90, 0.75, UeU£ Knie-Strümpfe vorz.reinwoll.Qual.,außer- H Un gewöbnl.preiswert..- Gr.3 UeUU Stores prima glatter Etämine m. 1 g k breitem Einsatz.......... le I U Kinder-Söckchen gute Qual, mit Wollrand [1 In nur in schwarz••• Gr.2—3 UelU Auf Wirtschafts- Porzellan, Steingut, Glas, Einmachgläser wegen vollständiger Aufgabe dieser Artikel gewähre ich auf meine > bekannt billi- fig öl / gen Verkaufs- / preise einen ff 1B / fi Rabatt von M» 'W / U Bett-Damaste Blumen-u.Streifenmuster, II Ur 130cm 1.95, 1.45, UeUU Preisherabsetzungen, die Ihr Erstaunen erwecken werden! Für einen Bruchteil der früheren Preise kommen große Warenmengen und Restbestände zum Verkauf. — Nachstehend nur einige Beispiele: la Äakoqual. in mod. Farben Paar Waschseide, vorz. feint 1 UR Qual. m. mod. Zwickel ••• • hUU Damen-Strümpfe feinfädige, echte Mako- fi CD quak................Paar UeUU Nr. 155 Sechstes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Samstag, 5. Juli 1950 Dasselbe Frankreich, das wir eben so $u fassen suchten, mit einer Politik, die imperialistisch auch in wirtschaftlicher Beziehung ist, will sich nun an die Spitze Europas stellen in der Bewegung, die der amerikanische Zolltarif in Europa wachrust. Er ist jetzt, am 17. Juni, vom Präsidenten Hoover unterzeichnet, obwohl er ganz genau Weitz, daß dieser Zolltarif zu Schwierigkeiten mit Amerika und Frankreich. Außenpolitische Umschau. Äon Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. X 3n bemerkenswerter Weise verschlingen sich innere Vorgänge in zwei wichtigen Ländern, in Frankreich und Amenka, mit der großen Politik. Parteipolitisch ist die Lage in Frankreich so, daß unter Tardieu Mitte und Rechts das Heft in der Hand haben und datz die Radikalsozialisten im Hinblick auf die für 1932 in Aussicht stehenden Wahlen in die Regierung hereinstre- ben, was freilich personell mit Tardieu nicht gelingen wird. Wer dann für einen solchen Block zum Herbst in Frage käme, steht noch dahin. Immerhin ist auch für uns interessant, daß dabei allen Ernstes wieder genannt wird — Poincarö. Inzwischen strebt Tardieu, seinen großen „ F'ü n f- jayrplan" durchzusehen: es sollen fünf Milliarden Franken auf fünf Jahre für öffentliche Bauten bereitgestellt werden. Mit anderen Worten: ein erheblicher Teil der angesammelten Barvorräte" der Staatskasse soll für die Wirtschaft produktiv verwendet werden. Das ist eine Initiative und ein wohl richtiger Gedanke, aber er stoßt auf Schwierigkeiten, weil die Wirtschaft nun geltend macht, mit diesen Staatsaufträgen würde der industrielle Apparat Frankreichs allzu sehr ausgedehnt, d. h. weil der Wirtschaft, die die produktive Verwendung der ausgesammelten Staatspapiere verlangte, nun Angst wird, wenn daran gegangen wird. Bei diesen Erörterungen aber ist etwas Merkwürdiges herausgekommen, nämlich, daß von den ursprünglich 17 Milliarden Franken, über die dos Schatzamt verfügte, fünf verschwunden sind! Rach längerem Hin und Her und den Versuchen, diese fünf Milliarden irgendwie nachzuweisen, ist nicht mehr geheim zuhalten, daß sie wenigstens zum Teil vom Kabinett ohne die Kammer für Rüstungszwecke ausgegeben worden sind. Tardieu hat bisher die genaue Auskunft darüber verweigert und die Vertrauensfrage gestellt gegen den Antrag der Sozialisten, daß die Kammer diese Lage untersuchen sollte. Der Vorstoß ist zum Scheitern verurteilt, weil keine bürgerliche Partei die Verantwortung auf sich nehmen will, mit einem Sturmlauf gegen nlchtbewilligte Ausgaben zugleich gegen Rotwendigkeiten der militärischen Rüstung anzugehen. Rüstungen gegen wen? Aus Furcht vor wem? Das hat Tardieu in dem Finanzausschuß der Kammer am 20. Juni mit aller Deutlichkeit gesagt: auch gehört ja nicht viel Klugheit dazu, um die Frage zu beantworten. Ratürlich gegen Italien. Rachdrücklich hat Tardieu in jenem Finanzausschuß betont, daß angesichts der fortgesetzten italienischen Drohungen Frankreich seinen Grenzschutz verstärken müsse. Lind er hat hinzugefügt, daß die Regierung für die Landesverteidigung nicht weniger als 10,4 Milliarden Franken ausgeben wolle. Es ist also die Antwort auf di« letzten Drohreden Mussolinis, die zu erwarten war, eine Steigerung der französischen Rüstungen, die sehr wenig paßt zu Driands Paneuropavorschlag und zur Annahme des Genfer Modellvertrages und der Fakultativklausel in der Französischen Kammer am 18. Juni. Gerade dabei kommt mit den Erörterungen über die französisch« Kolonialpolitik in Indvchina und den Schwierigkeiten, die sie dort hat, in die europäische Diskussion die weitere Frage, um welches Frankreich es sich bei Briands Vorschlag, diesen Rüstungen und den ewigen Sicherheitswünschen Frankreichs denn handele. Man vergißt so sehr in Europa, daß Frankreich eine gewaltige Kolonialmacht ist, daß es einen sehr aktiven französischen Kolonialimperialismus gibt. In Indochina hat er jetzt diese Schwierigkeiten, an denen die französische Kolonialpolitik mit ihrer Behandlung der Eingeborenen und ihren überlebten Methoden selbst schuld ist. Deshalb kommt auch aus Frankreich kein Wort der Schadenfreude über die Schwierigkeiten Englands in Indien. Man liegt im selben Spktale krank! Diesen Kolonialschwierigkeiten steht anderseits der Stolz auf die afrikanischen Kolonien gegenüber, der bei der Hundertjahrfeier der ersten Festsetzung in Algerien sehr lebhaft zum Ausdruck kam. Cs sei hier nicht von diesen Kolonialfragen an sich gesprochen, sondern nur darauf hingewiesen (was ja das Memorandum Tar- dieus auf der Londoner Konferenz im Januar zum ersten Male so geschlossen und bestimmt aussprach), daß das Frankreich, mit dem Europa zu tun hat, nicht nur die Hegemoniemacht in Europa ist, die durch die Pariser Verträge begründet wurde, sondern auch das „größere Frank- r e i ch", das nach dem Zusammenbruch der alten französischen Kolonialmacht in den napoleonischen Kriegen dann in einem Jahrhundert zu der heutigen Ausdehnung und Macht aufgestiegen ist. Lind so muh auch der Begriff Frankreich etwa in unseren Auseinandersetzungen über die Antwort auf Briands Paneuropaanregung behandelt werden, und vor allem, wenn man die Feindschaft zwischen Frankreich und Italien auf ihre tiefsten Motive untersucht. Dem französischen Kolonialimperialismus, der seine Machtstellung in Europa und Afrika ungeschmälert erhalten will, steht der angreifende und ausgreifende Imperialismus Italiens gegenüber, der gerade auf dem afrikanischen Gebiete Berücksichtigung fordert. Beide stoßen naturgemäß dann im Mittelmeer zusammen, das sich Frankreich sichern will, um der Verbindung mit seinen nordafrikanischen Kolonien willen, und das bekanntlich das faschistische Italien als das „mare nostrum“ bezeichnet und beansprucht. So kommt die Betrachtung, die von der Innenpolitik Frankreichs ausgeht, wieder bei der großen Frage des europäischen Friedens ort, ob ein Ausgleich zwischen Frankreich und Italien möglich und denkbar ist, und wie diese Situation auf die deutsche Außenpolitik einwirken könne. dem Ausland führen muh, und noch mehr, datz er auch nicht dem amerikanischen Interesse entspricht, das in seiner Krise ja auch die Auslandsmärkte sich offen halten muh. Der Tarif ober versperrt sie einfach, denn es ist natürlich nicht möglich, selbst im Auslande viel zu verkaufen und seinerseits die Waren des Auslandes so fernzuhalten, wie es in diesem Zolltarif geschieht. Er erfüllt Zusagen Hoovers an die Farmer und er fügt gewaltige Erhöhungen für die Industriezölle hinzu, womit eine sog. Dehn- barkeitsklauses verbunden ist, die dem Präsidenten erlaubt, je nach der Veränderung der Lage die Zollsätze zu verändern. In diesem Recht wird ja Hoover meinen, eine Machtvollkommenheit zu haben, die ihm ermöglicht, Schäden des Tarifs für die eigene nordamerikanische Wirtschaft abzustellen und auszugleichen. Zunächst aber ist dieser Zolltarif, dessen Protektionismus gar nicht überboten werden kann, Gesetz geworden. Er ist vom Standpunkt der amerikanischen Interessen aus kurzsichtig, zumal schon in den ersten vier Monaten dieses Jahres die Ausfuhr Amerikas im ganzen um 20 Prozent zurückgegangen ist, bei Automobilen sogar um 50 Prozent. Darin spiegelt sich die Weltwirtschaftskrise überhaupt wider, die wachsende Llnmöglich- keit in der Welt, amerikanische Waren zu kaufen. Weitblickende Amerikaner, wie namentlich Owen Voung, weisen auf diese großen Gefahren hin und treten dafür ein, daß das Ausland durch Kredite kaufkräftiger gemacht werden müsse, damit es amerikanische Waren abnehmen könne. Das sind weitblickende Männer, die aber heute noch Prediger in der Wüste sind. Die Mehrheit im Kongreß, die Mehrheit in Landwirtschaft und Industrie glaubt im Ernst, daß eine solche Zollpolitik den amerikanischen Interessen diene, ja, daß sie Milliarden Mark an Zollgebühren einbringen wird, und scheute nicht vor der Gefahr zurück, daß die betroffenen anderen Staaten sich dagegen wehren und zusammenschliehen. Von dergleichen hört man aus Kanada, auS Südamerika, vor allem aber aus Europa: aus der Schweiz und Frankreich. Ja, wie gesagt, Frankreich ist geneigt, die Führung in ter Abwehr Europas gegen diesen Zolltarif zu übernehmen. In der Zollkommission der Kammer ist schon davon die Rede gewesen, daß man äußersten Falles die Meistbegünstigungsklausel für die Vereinigten Staaten auf heben müsse, daß die Schwächung der französischen Handelsbilanz durch diese Zollpolitik Amerikas auch die Zahlungsbilanz schwäche, also — ein schon sehr deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl — die Schuldenbezahlung der europäischen Schuldner an den amerikanischen Gläubiger gefährdet werden könnte. Darüber hinaus hat der Handelsminister im Kabinett Tardieu, F l a n - d i n, sich noch bestimmter geäußert, datz er sich zunächst ein genaues Bild der Lage machen und bann die französische Regierung offiziell an die amerikanische Regierung mit ihren Beschwerden und Wünschen herantreten werde, und daß, wenn diese in Washington nicht berücksichtigt tourten, nach weiteren Mitteln und Wegen gesucht werden müsse. Wir haben allen Anlaß, die so in Gang gebrachte Bewegung zu verfolgen und sehr genau unsere Interessen zu überlegen, um danach unsere Haltung einzustellen. Denn natürlich wird auch die deutsche Ausfuhr von ter amerikanischen Zollpolitik getroffen. Anderseits aber ist Rordamerika politisch für Deutschland so wesentlich, daß große Vorsicht in ter Behandlung dieses Problems geboten ist. Frankreich geht darin ja auch nicht voran um der Interessen Europas oder gar Deutschlands wissen, sondern denkt dabei an seine eigenen Interessen. Oie Jagd imLuli. Die Heuernte ist vorüber: das Wild, das sich in den weiten Wiesengrünten ungestört fühlte, ist in die Getreidefelder eingewechselt und recht heimlich geworden. Wenn die Iulihihe hernieter- brennt, wird ter Weidmann oft vergeblich auf guten Anblick harren, es sei denn, daß ein erfrischendes Gewitter gleichsam neues Leben über die Erde ausgoh. Rur des Rehwildes wird sich ab Monatsmitte etwa eine seltsame Llnruhe bemächtigen. Zu allen Tageszeiten kann man dann suchende Böcke beobachten, und auch die Ricken sind auf den Läufen. Ringe im Laub des Buchenhochwaltes zeigen dem Kundigen, daß hier ein Bock seine Liebste getrieben hat, und daß die „Blattzeit" begann, jene Zeit, in ter nicht nur die Aussicht auf den Abschuß dieses oder jenes guten Bockes den Weidmann hinaustreibt, fontern die ihm auch die Möglichkeit gibt, so gut wie selten fernen Rehstand kennen zu lernen. Manch braver Bock, ter schon seit Wochen verschollen war, taucht plötzlich wieder auf und hat die alte Vorsicht vergessen. Von manchem aber kann der Jäger auch sagen „man wußte nicht, woher er kam". So hat trotz Sommerhitze und Schnakensegen die Brunstzeit des Rehwildes für den Weidmann ihren großen Reiz, wenn es ihm gelingt, fein Wild zu belauschen oder den langbegehrten Bock mit vielver- heihenden Tönen zu betören. Gar stürmisch steht er mitunter zu und fordert ruhige 71 erben. Denn auch Ricken springen aufs Blatt, und schon gar mancher ist als „Schürzenjäger" enttäuscht nach Hause gezogen. Also auch beim Abschuß in ter Dlattzeit Die Augen auf und auch jetzt nun: den Finger krumm, wenn sich ter Abschuß mit den Grundsätzen pfleglichen Weidwerks verträgt! — Die Kitze sind schon selbständiger geworden. Die Hauptgefahr droht ihnen jetzt noch von wildernden Hunden, den geschworenen Feinten jeder Wildhege. Das Rotwild hat noch Schonzeit. Starke Hirsche beginnen zu fegen, Alttiere führen ihre Kälber. Auch das Damwild, das gegen Monatsende in die Feiste tritt, genießt den Schutz des Gesetzes. Schwarzwild hat gute Zeit. Erbsen-, Hafer- und Kartoffeläcker üben eine starke Anziehungskraft aus. Sehr gern werten in ter heißen Zeit Suhlen angenommen. Auer- und Birkwild hat Schonzeit. Die Jagd ruht. Rebhühner und Fasanen haben das Drutgeschäft beendigt, wenn es sich nicht um späte Rachbruten als Ersatz für zerstörte Gelege handelt. Man hat leider von dem Verlust sehr starker Gelege während ter Klee- und Heuernte gehört, der das Iagdergebnis sehr fühlbar beeinflussen kann. Der Jäger sollte keine Gelegenheit versäumen, die Iunghühnchen vor Krähen und Katzen zu schützen. Die Massen- aufzucht von Iungkähchen in Stadt und Land entwickelt sich zu einer Gefahr für Vogelschutz und Riederjagd, der nur durch energische Gegenmaßnahmen einigermaßen begegnet werden kann. Die I u n g f ü ch s e haben meist den Bau verlassen. Das ganze Geheck steckt in den Getreidefeldern und unternimmt von dort feine Raubzüge. Der Dachs, der in Hessen wieder Dchuhzeit hat, findet reichlich Rahrung und ist schon wieder viel behäbiger geworden. Hasen sieht man in assen Größen. Zwar sind auch gar manche Iunghäschen durch Sense und Mähmaschine gestorben, doch Dürften begründete Aussichten auf ein gutes Hafenjahr bestehen, zumal die Hasenhvchzeit noch nicht zu Ente ist. 3Inx 16. Juli beginnt (auch in Preußen!) die Schußzeit für Wildenten. Dis dahin werden die meisten Iungentchen flugfähig fein. Dann verspricht die Jagd an Fluhrändem, auf Tümpeln, Seen oder auch im Stauwasser überfluteter Wiesen hohen Reiz, wenn ein guter, wasserfreudiger Hund den Schützen unterstützt. Bei dieser Gelegenheit wird sich auch oft Schuh- gelegenheit auf die Bekassine bieten, deren Schußzeit Mitte des Monats beginnt. Die Waldschnepfe dagegen hat noch Schonzeit. Die Jungen der Ringeltaube, die man ja an ihrem von den Alten abweichenden Gefieder erkennen kann, verlocken jetzt auf gemähten Wiesen und Feldern häufig zu gutem Schuh. Die Alten verschone man noch, da die Taube jetzt oft ihre zweite Brut macht. Alle Tauben sind in Preußen noch bis zum 1. September geschützt. HuvertuS. Preußen. Kreisiierschaufest und 150jähriges Stadtjubiläum in Wetzlar. O Wetzlar, 3. Juli. Das von ter Lokalabteilung Wetzlar des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen und der Bauernschaft des Kreises Wetzlar e. D. veranstaltete Kreistierschaufest nahm heute auf dem Festplatze im „Finsterloh" seinen Anfang. In Verbindung damit feiert die Kreisstadt Wetzlar ihr 750 j übrig e d Stadtjubiläum und außerdem die Lokalabteilung tes Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen ihr SOjähriges Stiftungsfest. Vormittags bewegte sich ter große historische Festzug nach dem Festplatz. Der Zug wurde durch einen Herold, Fanfarenbläser, Trommler und Pfeifer eröffnet. Als erstes Bild schloß sich die „Verleihung ter Stadtrechte" an; dann folgten die einzelnen Zünfte. Weiter wurden die „Zeit tes Reichskammergerichts" und die Goethe-Zeit vor Augen geführt. Ferner „Szenen aus ter Schlacht bei Wetzlar". Weitere Festwagen stellten die Ortsbauernschaften Wetzlar, Rauborn, Münchholzhausen („Dreschwagen"), Groh-Rechtenbach („Spinnstube vor 50 Jahren") und Launsbach, ferner die Herdbuchaesellschaft für das Vogelsberger Rind im Kreise Wetzlar („Milchkontrolle"), ter Verein ehemaliger Landwirtschafts- schüler und die Landwirsschaftliche Schule in Wetzlar. Aus dem Festplatze eröffnete der Direktor ter Lokalabteilung und 1. Vorsitzende ter Kreisbauernschaft, Landwirt Allmenröder (Wetzlar) das Fest durch eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Heimatprvvinz seit einigen Tagen wieder von fremder Besatzung frei sei. Das Kreistierschaufest habe sich zu einem wahren Volks- und Heimatsfest herausgebildet. Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß ter Redner seine Ansprache, worauf die Festversammlung das Deutschlandlied sana. Hierauf ergriff Oberbürgermeister Dr. Kühn das Wort zu einer längeren Ansprache. Die Feier des heutigen Festes sei für die Stadt Wetzlar um so mehr ein freudiger Anlaß, als sie ihr 750jähriges Jubiläum als ehemalige freie Reichsstadt feiere. Die Geschichte ter Stadt Wetzlar sei eine mehr als 1000jährige. Die Etappen ter Geschichte seien bereits im Festzug unterstrichen worden. Mit Stola könne die Stadt Wetzlar auf das Bauwerk des Domes Hinblicken. Oberbürgermeister Dr. Kühn gedachte noch der Zeit des Reichskammergerichts sowie der Zeit Goethes. Der Glaube an eine bessere Zukunft dürfe nicht erlöschen. Als ein glückliches Zeichen dafür sei die Befreiung der Rheinlcnrte anzusehen. Der Redner gedachte auch der im Weltkriege gefallenen 437 Söhne ter Stadt Wetzlar. Mit ten besten Wünschen für die weitere Entwicklung von Stadt und Kreis Wetzlar beendete der Redner seine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Weitere Reden hielten Regierungspräsident von Sybel (Koblenz), Provinzialdire^or G r a e f (Gießen), ter die freundnachbarlichen Beziehungen ter Städte Wetzlar und Gießen hervorhob, und Fabrikant Pfeiffer (Wetzlar). Der Rest tes ersten Festtages war durch Konzert, Tanz und Volksbelustigungen ausgefüllt. Kreis Wetzlar. O Oberkleen, 30. Juni. Gestern morgen erlegte Jagdaufseher Eigen st atter von hier im Distrikt „Schalsberg" einen Keiler, der auf- gebrochen ein Gewicht von 126 Pfund hatte. O Riederkleen, 26. Juni. Die Pro - vinzialstrahe Wetzlar — Butzbach, welche sich zum Teil in einem sehr schlechten Zustande befand, wird zur Zeit zwischen ter Abzweigung ter Kleebachstrahe und dem „ Knorr- Hofe" neu instandgesetzt. Siejerhält eine neue Kleinschlagtecke, zu welcher Dasaltsteine Verwendung finden. Di« Walzar^eiten werten von ter Firma Theodor O h l in Limburg ausgeführt. Der Verkehr auf der genannten Straßen- strecke wird während ter Bauafbeiten über Dornholzhausen umgeleitet. —5— Klein-RechtenbaL, 1.Juli. In den ausgedehnten Kirschbaumanlageitz der hiesigen Gemarkung hat die Fruhkirschenernte begonnen. Infolge der günstigen Witterung während der Blütezeit zeigen die Bäume durchweg' einen befriedigenden Behang. Auch die Spätkirjchencrnte, die in diesen Tagen beginnen wird, bietet günstige Aussichten. Die Preise für Kirschen betragen gegenwärtig noch 35 bis 40 Pf. pro Pfund. Der Berkaus geschieht zum größten Teile an Händler, welche die Früchte in den Jndustrieorten wieder absetzen. Neben unserer Gemeinde ist es nur noch die Nachbargemarkung Hochct. heim, die ähnlich große Kirschbaumbestände in unsrer Gegend aufzuweiscn hat. —5— Lützellinden, 1. Juli. Dieser Tage fand an der „Holzburg" die diesjährige B e r st e i g e. rung der Gemeinhckirschen statt, wozu zahlreiche Kaufliebhaber erschienen waren. Je nach Behang und Größe wurden für die einzelnen Kirsch, bäume bis zu 18 Mark geboten, so daß sich der Zentner schätzungsweise auf etwa 20 Mark stellt. <> Dornholzhausen, 30. Juni. Am gestrigen Sonntag feierten die Eheleute Anton B a um II. und Frau Maria geb. Vogt das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Braun ist 72 Jahre und seine Ehefrau 73 Jahre alt; beide erfreuen sich noch verhältnismäßig guter körperlicher und geistiger Rüstig- feit. Von der preußischen Staatsregierung wurde dem Jubelpaar ein Geldgeschenk von 50 RM. bewilligt. Die Evangelische Kirche der altpreußischen Union widmete ihm die Ehegedenkmünze, und die hiesige Kirchengemeinde als Geschenk eine Bilderbibel. Land- rat M i ß (Wetzlar) und Bürgermeister Dr. Neumann (Groß-Rechtenbach) ließen ebenfalls ihren Glückwunsch aussprechen. Kreis Marburg. H Marburg, 29. Juni. Um wenigstens einem Teil der ausgesteuerten Erwerbslosen Beschäftigung geben zu können, sollen nunmehr'Bieter mehrere Außen st raßen kanalisiert und ausgebaut werten. Bei den Vergebungen ter Arbeiten ist es Bedingung, daß 75 Prozent ausgesteuerte Erwerbslose aus ter Stadt dazu eingestellt werten. Der projektierte Ueberfüh- rungssteg beim Hauptbahnhof, der das von über 1000 Menschen bewohnte neue Ortentergviertel ter Stadt näher bringen soll, war anfänglich mit 30 000 Mk. veranschlagt. Rach neueren Berechnungen erhöhen sich die Kosten auf 40 000 Mk. Diese Mehrkosten werten mit 75 Prozent auf die Anlieger, die Vorteile von dem neuen Steg haben, umgelegt. Aus aller Welt. Reichstagung ter Zioildienstberechliglen. Der Reichsbund der Zivildienstberechtigten, bet 130 000 Mitglieder zählt, hielt seine Hauptversammlung in Stuttgart ab. Aus assen Teilen Deutschlands gut besucht (Hessen entsandte seine Vertretung in den Herren Dorr. Vollrath und Raab, Darmstadt), wurde die Tagung bei Teilnahme von zahlreichen Vertretern ter Reichsministerien und der Reichs- und Staatsbehörden zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Zivilversorgung. Der Reichstagsabgevrdnete S t e i n k o p f, ter für die anwesenden Reichstagsmitglieder von der Sozialdemokratischen bis zur Deulschnationalen Partei sprach, anerkannte Die Pflicht tes Staates, für die ausscheidenden Glieder des Reichsheeres und der Polizei, die Möglichkeiten gesicherter Berufsversorgung voll auszunutzen. Eindrucksvoll sprach in einer Massenversammlung der frühere Reichswehrminister Dr. Gehler. Eine Entschließung weist die verantwortlichen Stellen darauf hin, daß sich eine Gefährdung der Zivilversorgung nicht nur auf Wehrmacht und Schutzpolizeien, sondern auch auf Ruhe und Ordnung im Staate verhängnisvoll auswirken und daß weiterhin auch die von ter gesamten Öffentlichkeit geforderte Sparsamkeit nicht zu ihrem Recht kommen könne, wenn jährlich etwa 80 Millionen Llebergangsgebühr- nisse bezahlt werden müssen. Es wird bedauert, daß im öffentlichen Dienst die Zahl ter Angestellten auf Kosten tes Derussteamtentums ständig vermehrt werte. Dritter Deutscher Schülerretewettbewerb. Deutschland ist in diesem Jahre zum drittenmal eingelaten worden, sich an dem internationalen Schülerretewettbewerb zu beteiligen, der im Herbst in Washington ftattfintet. Die Veranstaltung soll der Förderung ter Rhetorik wie ter Beschäftigung der Heranwachsenden Jugend mit allgemein-politischen Fragen dienen. Zwischen dem 1. Juli und tem 5. August d. I. finden regionale Wettbewerbe statt. Die Auswahlthemen lauten: „Deutschlands Stellung in ter Welt" und „Was sagt uns Jungen die Geschichte?" Am 8. und 9. August vereinigen sich die regionalen Sieger in Berlin, wo in einem Wettbewerb in den Räumen tes Staats bürgerkundlichen Seminars der Deusschen Hochschule für Politik fünf oder sechs Teilnehmer für die Schlußentscteidung am 10. August ausgewählt werten. Der Sieger erhält als Preis eine mehrwöchige Reise nach und durch Rord-Amerika. Er ist verpflichtet, am Internationalen Wettbewerb in Washington teil» zunehmen. Beim Boxkampf gelötet. Bei den Amateurboxkämpfen auf dem Sportplatz am Berliner Bahnhof ©efunöbrurtnen ereignete sich ein tödlicher Llnglücksfall. In der zweiten Runde erhielt der 15jährige Schate vonc Boxverein „Hermes" einen schweren K.O.- Schlag auf die Kinnspihe, stürzte zu Boden und schlug dabei so unglücklich mit dem H i n t e r k o p f auf, daß er bewußtlos im Ring liegen blieb. Der jugendliche Boxer, ter zum erstenmal in einem öffentlichen Ring stand, wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo er einige Stunden später an den Folgen eines Echädelbruchs starb. Ludwig Pfarrer Pfarrer Heumann’s Heilmittel bewährt bei zahlreichen Krankheiten. 180 000 Dankschreiben. Das Pfarrer Heu- mann-Boch(272Sn150Abb.) jeder, der sich auf dieses Inserat beruft, völlig umsonst n. portofrei durch Heumann & Co., Nürnberg S 7. Die Heumann-Heilmittel erhalten Sie in allen Apotheken Gießens Bestimmt: Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 von Montag, den 7. bis 21. Juli ■ :: Lin ganses Warerilage wird verfdileuderF- WM Ma ■ S *i SS s s s S liiiniimü MW LR Wochenlang haben wir diesen großzügig organisierten SAISONAUSVERKAUF vorbereitet. Unglaublich preiswert ist jeder einzelne Artikel und trotzdem erhalten Sie unsere bekannt guten Qualitäten. Restbestände, die ein modernes Lager nur belasten, werden halb verschenkt! Unmöglich ist es, all die Preise im einzelnen aufzuführen. Das müssen Sie selbst sehen! Diese gute Gelegenheit zum billigen Einkauf kommt so rasch nicht wieder, selbst der weiteste Weg lohnt sich! Unsere Ausverkaufspreise erwarten Sie! Kommen Sie — je schneller — je besser? Kleidung für korpulente Herren ist eine bekannte Spezialität unseres Hauses / Unsere „Bauchgrößen werden nach langjährig erprobten Modellen hergestellt / Auch unter unseren Ausverkaufsangeboten sind sie wieder in großer Auswahl vorrätig. Alleinverkauf der berühmten Lodenfabrikate von Joh. Gg. Frey, München, zu Originalpreisen. Fordern Sie Spezial-Katalog an. Größtes Spezialhaus Oberhessens für elegante Herren-, Knaben- u. Sportkleidung. Beaditen Sie genau unsereAngebote Preise, die alles überbieten I'rtp AM W KM ^W-EW bedeutend höherer Wert 36.00, 29.00, unter Preis 42.00, 36.00, Formen und höher 85.00, 75.00, 58.00, nehmer Ausstattung 62.00, 58.00, 48.00, Verarbeitung und höher 98.00, 85.00, 78.00, men, auch Manchester und Cord 48.00, 39.00, 125.00, 115.00, musterungen Herren-Sport-Anzüge „Feldberg4*- und „Frey“-Qualitäten, nur moderne Aus- Herren-Mäntel Restbestände aus den verschiedensten Serien, weit Herren Sport Anzüge Restbestände, 2-, 3- und 4teilig, in verschiedenen For- Herren-Anzüge Restposten, nur ganz bewährte tragfähige Qualität, Herren Anzüge elegante Kammgarn- und Cheviot-Stoffe, in guter solider Herren-Anzüge 1- und 2reihig, aus modernen schönen Dessins, in vor- Herren-Mäntel Gabardine und Shetland, elegante fesche Dessins, in allen Herren-Loden-Mäntel oliv, grün und marengo, in allen Macharten und höher 32.00, 29.00, 24.00, Covercoat-Paletot Nie wiederkehrend. Restbestände in Größe 38/43 15.00, Herren Sport Anzüge 3- und 4teilig, moderne flotte Macharten und Dessins 82.00, 78.00, 68.00, Herren-Gummi-Mäntel Restbestände und Einzelteile, weit unter Preis und höher 19.50, 16.50, 12.50, Covercoat Paletot OßflO Restbestände auf Satinella verarbeitet, in Gr. 44/54 und höher 58.00, 48.00, V W Trenchcoat-Mantel 0(100 der elegante Straßen-Mantel, blau und farbig, mit und A ohne auswechselb. Futter, .und höher 54,00,46.00, 36.00, ■■ W Blaue Blazeru.Saccos A flfifi das moderne leichte Sacco, reine l.wd Wolle, zu Flanellhose zu tragen, 24.00, I U Blaue Anzüge 1 QQQ 1- u. 2reihig, aus erprobten Stamm- ZL A qualitäten, u. höher85.00,78.00,68.00, MM Windjacken mit Rundgurt, in allen Farben u. höh. 17.50,14.50,12.50,9.50, Restbest. Lumberjacks mit strick- 4 IRQ gamitur, hochmod. Formen u. Dessins 1 u. höher 21.00,19.50, Restbestände ITT Flanell-Hosen in grau, braun und sonstigen modernen Farben.....und höher 12.50,9.75,8.50, Knickerbocker-Hosen AKQ fesche und prachtvolle Dessins und höher 19.50,16.50,1450,12.50, W Hosen Herren Hosen H90 für jeden Beruf und Zweck ..... 6.50,4.80,3.75, C Herren Hosen kammgarnartig, mit C90 schönen Streifen und höher 9.75,8.75,7.00, U Herren-Hosen schöne, farbige Anzug- T90 hosen,m. Rundbund u. Umschlag, u. höh.9.75,8.75, I Posten Waschanzüge Restb stände, weit unter Preis und höher 1950,16.00,14.50,12.50, Khaki Anzüge 1Q00 Einzelteile 36.00, 24.00, I V Leinen Waschjoppen offen und hoch geschlossen und höher 6.75, 5.50, 3.50, 290 Lüsterjoppen blau und farbig enorm billig Größe 38/43 650 Knaben-Waschhosen H95 blau und farbig und höher 1.90,1.45, U Knaben-Waschblusen H90 gestreift und uni und höher 250,1.60, U Knaben-Spielkittel H40 in allen Farben................und höher 1.15,0.75, U Jünglings- und Burschen - Anzüge und Mäntel nur elegante, flotte Dessins in den neuesten Formen QdOO und höher 48.00, 36.00,29.00, C I Jünglings-Sportanzüge Q400 2-, 3- und 4teilig .... und höher 48.00,39.00,32.00, CS Unglaublich billig! Posten Khaki Anzüge 4Q00 kleinere Größen Mk. 24.00...................jetzt IV Posten Wasch-Anzüge Q50 Burschen und Herren, soweit Vorrat..........12.50, V TrachtenbeMeiduig, ChanffeurbekleiiloDg, Berufskleidungen aller Art, Motoriabranzüge, Strandanzfige, Trainingsanzüge, besonders preiswert, in enormer Auswahl Posten Rockjacket-Anzüge schwarz und marengo, Rock und Weste, unglaub- QQOO lieh billig.........................49 00, 39.00, L V Posten Breeches-Hosen für Herren, Q50 Burschen, Knaben......44/54 4.90, 38/43 4 50, 10/12 U Posten blaue Leinenjoppen 425 nur Größe 44/46 soweit Vorrat.................1.75,1 Jedes Stüde ist mit dem Saisonansverkaufspreis ausgezeidinet. Im gleiten Verhältnis wie die hier angeführten Artikel sind auch sämtliche andere Waren im Preise herabgesetzt GIESSEN Ecke Neustadt-Bahnhofstrafae / Telephon Nr. 2060 Der MS aus war er vA dern Io«“ len und 2' Stunden va für "tttterlsa mitt*. \ Möglichkeit I Mit dem Hand M $ z°g. geworden, u gemerkt, kmr mensch. P Lebensbedm darum hat von seiner Bedürfnis, weiter, und sie den Fr setzen, gesell Die Gele Detter und sungspunkte, je nachdem strömt, das ohne das 1 Gegenüber z Derständigui tion, auf de> gemeinsamen Licht etwa 1 deutsche 3un' tiefsinnigen C und besser a Lach dem besprochenen hecht, bk 1 lich aus. D' eiert seht zr tenu Menjct Pedant ist, herumgehm rede yi tai M, übers Tegrnd loc hört man und slüstei dem, W. sich wenii von ihm die graus Dekanntsc Mensch f jurüdgebi Bin M Genre fin nicht währ Commetkv' um Tespr auch um € Stadt, di durch die lernt hat. Domc Aul waldi Ställe aus Angenehme Siaublr.L Weg. Llali -Gelnbaust M3.45nc nachm. £eli Sw Menus idyllisch ge/f nsrrlicher Li ÄDf?enehm.F eud. Solide P te A'Udenzir „F6krn«P-et j^öoerAus ^ahntal, de LtzeZ Alsfeld «Sa mutige^1 eFrO Damen-Wäsche - 0.60 jetzt Jt -0.40 Oberhemden, weiß und farbig, laTriko- A Aw lette, mit unterfütterter Brust, jetzt Jt ■ ■ ■ U Damenstrfimpfe, Original Bemberg, in 1 DK den neuesten Farbtönen, Silber, jetzt Jt liUU jetzt Jt 1.35 0.90 Damen-Trikotagen 6.75 1.75 Herren-Trikotagen 0.75 Damen-Prinzeßröcke, feinfädig. Kunst- Kinder-Strümpfe jt 0.58 0.48 jetzt Jt porös, Größe 4 bis 6 2.95 jt 1.25 0.95 1.75 2.45 seide, maschenfest Gr. 42-48 ....... Herren-Garnituren, Trikot mit Satinbesatz, mod. Farben, Hose und Jacke zusammen, Größe 4 bis 6... .jetzt Jt Damenstrumpfe, besonders kräftiger Seidenflor, unsere Spezialmarke „Flor- seta“, nur moderne Farben ... jetzt Jt eleganter Spitze Gr. 42-48 .... 1 Posten Büstenhalter, prima K’seide Schlupfform...............jetzt Jt Büstenhalter, la Trikot mit Rückenschluß .... 1 Posten Kinder-Kniestrümpfe, mit Laufmasche und aparten Rändern Gr.9-10 6-8 3-5 jetzt Jt 5.25 Herren-Nachthemden, kraft. Hemdentuch, mit waschechten Besätzen, 120 cm lang................jetzt Jt Herren-Schlafanzüge, la Zephir und Batist, beste Verarbeitung... jetzt Jt Regattes für Steh- u. Stehumlegekragen mod. Form Serie Hl U 1 Q Q 10 Prozent Rabatt auf alle regulären Waren außer einiger Markenartikel Taschentücher Kindertficher, weiß mit farbigem Rand.................12 Stuck Jt Damentücher, weiß Linon mit Hohlsaum ..................6 Stück Jt Damentücher, weiß Mako mit Hohlsaum ..................2 Stück Jt Herrentficher, Linon, weiß und farbig..............3 Stuck Jt Herrentficher, Linon, weiß und weiß mit farbigem Rand......3 Stuck Jt Damen-Prinzeßröcke mit eleg. Spitze, feinfädige Kunstseide, maschenfest Gr. 42-48 .................... Netzjacken, kräftige Qualität Größe 4 bis 6.............jetzt Jt 1 Posten Kindersöckchen, m. eleganten Wollrändem, vorzügliche Qualität Or 7—w 4-6 1^0 3g jetzt Jt 0.85 0.68 Herren-Fantasiesock., la K’seide, platt, nur neueste Muster, Serie V IV Herren-Socken Herren-Schweiß-Socken, kräft Qualität jetzt Jt Herren-Fantasiesock.,kräft. Qual.,neueste Jacquardm., Serie 111 H I Oberhemden, färb., la Trikolette, best Bielefelder Fabrikat, früher bis^ll .75 jetzt Jt Tennishemden, la Panama, weiß, offen und geschlossen zu tragen... jetzt Jt Touring-Hemden, la Oxf., m. Kragen u. Krawatte, mod. Färb., Serie II I Damenschlüpfer, feinfäd. Kunstseide, maschenfest moderne Farben Gr. 42-48 ....................Jt 0.95, Herrenjacken, la Trikot gelb TUR Größe 4 bis 6...............jetzt Jt lefcU Herrenjacken, porös, kräftige Qualität, 1 7h weiß, Größe 4 bis 6.........jetzt Jt li I U Herrenhosen, porös, kräftige Qualität 1 7h weiß, Knieform, Größe 4 bis6, jetzt Jt |a I U Damenstrümpfe, feinste künstliche Seide plattiert bes.haltbar, Serie II I * Uh jetzt Jt 2.35 jetzt Jt 1.45 125 Herren-Sportstrümpfe, kräftige Qualität 1 Avl moderne Jacquardmuster.....jetzt Jt ■■ ■ U Damen-Strümpfe Damen-Wochenendstrümpfe mit Laufmasche, kräftige Qualität moderne Me- langen........Serie II I |1 CG jetzt Jt 1.10 U.UU Strumpfbandgfirtel, prima Drell, mit 4 Strumpfhaltern......jetzt Jt 1.75, Untertaillen, Jumperform, Batist mit Klöppelspitze...............jetzt Jt Damen-Taghemden, kräft. Kretonne m. Klöppelsp. u. Stick.-Mot, Serie II I Jt\. 25 Selbstbinder, reine Seide aparte Muster ............jetzt Jt lange Form, Größe 4 bis 6... .jetzt Jt Herrenhemden, la Trikot mit waschechten, modernen Einsätzen, Größe 4 bis 6.........Serie 11 I jetzt Jt 1.95 Herrenhemdhosen, laTrikotSportform weiß, Größe 4 bis 6........jetzt Jt Damenstrümpfe, primaSeidenflor, vierf. Sohle,schwarz u.grau, Serie II I jetzt Jt 0.95 Damenstrümpfe, feinste künstl. Seide, besond. fein. Gewebe, größte Auswahl j. d. neuest Modefarb., Serie II I jetzt Jt 1.75 Damen-Taghemden, feinfädiger Batist mit Leinenspitze .... Serie 11 . I 1 Aw jk 1.95 l-™ Damen-Nachthemden, weiß, prima Kre- 1 DK tonne......................jetzt Jt LUU Damen-Nachthemden, prima Kretonne, O Kll mit Stickereigamitur........jetzt Jt VW Damen-Nachthemden, weiß u. farbig, Q OK elegante Ausführung.......jetzt Jt wifcw Damen-Hemdhosen, Batist mit Leinen- 1 7h spitze jetzt Jt li I U Sockenhalter, festes Gummiband Serie_______II__ jetzt Jt 0.55 Schleifenbinder, neueste Muster Serie_______III II jetzt Jt 0.85 0.70 Hier haben Sie die Brille, durch die Sie bessere Zeiten sehen, nämlich die gewaltig, herab gesetzten Preise in unserem Saison-Ausverkauf. Krawatten Selbstbinder, nur neueste Muster Serie IV 111 II jetzt Jt 1.85 1.30 0.85 Herren-Wäsche „Hefro“, der moderne halbsteife Einstoffkragen .... Serie 11 I jetzt Jt 0.65 Herren-Kragen, Stehumlegekragen u. Stehkragen m. Ecken, la Mako, vierfach und fünffach, moderne Formen, alle Weiten Einheitspreis jetzt Jt Oberhemden, weiß u. farbig, kräftige Qualität, garant waschecht m. Klappmanschetten ...............jetzt Jt Hosenträger Hosenträger, festes Gummiband mit Lederpatte Serie 11] ]]___I jetzt Jt 1.60 1.25 Damenschlüpfer, Charmeuse, garant. fehlerfrei, Gr. 42-48 Serie II I Jt 2.45 Unterkleider, feinste Charmeuse, mit Nr. 155 Siebenter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 5. Zull (950 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Oer Reisegefährte. Von (Larry Brachvogel. Der Reisegefährte ist eigentlich ein Atavismus aus der Zeit ohne Eisenbahnen. Damals war er nicht nur em zufällig Mitreisender, sondern so etwas wie ein Kamerad, der alle Hütten und Tücken der Wege, Dorspannpferde und Herbergen mit dem Andern teilte, dem er aus Gedeih und Derderb in der Snge der Postkutsche verbunden blieb. Für endlos sich dehnende Stunden war er der einzige Llnterhaltunasfaklor, für mitteilsame Seelen (die meisten Seelen sind mitteilsam, hauptsächlich auf ReisenI) die einzige Möglichkeit sich zu offenbaren, sich zu entlasten. Mit dem ersten Schienenstrang, den dann die Hand des Menschen von einem Ort zum anderen zog, ist die ganze Art des Verkehrs eine andere geworden, des Verkehrs von Ort zu Ort, wohlgemerkt, kaum aber die von Reisemensch zu Reisemensch, denn man verändert wohl die äußeren Lebensbedingungen, kaum aber je sich selbst, und darum hat der Reisegefährte auch heute nur von seiner einstigen Bedeutung verloren. Das Bedürfnis, sich mitzuteilen waltet ungebändiat weiter, und selbst Misanthropen werden, sobald sie den Fuß auf das Trittbrett des Abteils fefoen, gesellig und suchen „Anschluß". Die Gelegenheit hierzu ist schnell gefunden. Wetter und Temperatur bieten leicht Anknüpfungspunkte, ebenso die Kardinalfrage, ob man, je nachdem ob draußen Sonne glüht oder Regen strömt, da- Fenster öffnen oder schließen soll, ohne daS eben angebandelte Verhältnis zum Gegenüber zu stören. Und als dritter wichtigster Derständigungsmoment erscheint endlich eine Station. auf der sich Herz zu Herzen findet in dem gemeinsamen Ruf: „Kellner, mir auch ein Bier!" Richt etwa nur in Bayern, sondern soweit die deutsche Zunge klingt, finden sich die Stämme in tiefsinnigen Eröterungen über Bier weit schneller und besser als im nationalen Einheitsgedanken. Rach dem ersten genossenen und sachverständig besprochenen GlaS sieht dann die Welt, das heißt, die Reisebekanntschaft, ungemein erfreulich auS. Das Gegenüber oder Rebenan avanciert jetzt zum „reizenden" oder „hochinteressanten" Menschen, auch wenn eS ein Fadian oder Psdzmt ist, um den man daheim in großem Dogen herumgehen würde. Um seinem belanglosen Gerede zu lauschen und selbst belanglos zu schwatzen, übersieht man, daß draußen eine neue Gegend lockend ihre Schönheiten auSbrcitet, überhört man die Stimmen der Fremde, die werbend und flüsternd zum Fenster hereinschweben. Wohl dem. dessen Reisebekanntschaft bald auSsteigt oder sich wenigstens, am gleichen Ziel angelangt, gleich von ihm trennt I Ihm bleibt eine schöne Illusion, die grausam zerslattert wäre, wenn bei intimerer Bekanntschaft, der reizende oder hochinteressante Mensch sich wieder zum Fadian oder Pedanten zurückgebildet hätte. — Ein zweites, besonders bei Familien beliebtes Genre sind jene Reisebekanntschaften, die sich nicht während der Fahrt, sondern während der Sommerfrische anbahnen. Da geht es nicht nur um Gespräch oder gemeinse Ausflüge, sondern auch um Snobismus, der nach der Rückkehr in die Stadt, die Daheim-Bekannten verblüffen will, durch die vornehmen Leute, die man kennengelernt hat. Hast du, lieber Leser, demgemäß schon jemals gehört, daß die Familie Lehmann aus Berlin sich in der Sommerfrische etwa mit einer simplen Familie Huber aus München angefreundet hätte? R i e wirst du es vernehmen, weil es solche Sommerbekanntschaften nicht gibt! Lehmanns und Hubers lernen niemals ihresgleichen kennen, sondern immer nur Rangstufen, die über ihnen stehen, mit Dorliebe ausländische. Wie schön ist cs dann im Winter zu erzählen, das, eine dänische Diplomatenfamilie bitterlich geweint hat, als Lehmanns abreiften, und daß Hubers mit einem südamerikanifchen Milliardär auf Du und Du verkehrt haben. Gs mag dahingestellt bleiben, wie sich hier Wahrheit und pure Dichtung verquicken, um zu Diplomaten, Granden und Lords anabanciercn zu lassen, was bei genauer Besichtigung doch nur Herr und Frau Sowieso ins Ausländische überseht warenl Die Reisegesellschaft bleibt dem Zufall überlassen, der Reisegefährte aber wird gewählt, und bei dieser Wahl denkt der Reisende fast nie daran, daß eine gemeinsame Reise fast ebensoviele Schwierigkeiten bietet, wie eine Ehe, sondern er frägt nur: „Geht der andere mit?" Und die Be- Zu jeglicher Jahreszeit bin ich im fränkischen Lande gewesen. Ich kenne die fränkische Landschaft von Aschaffenburg bis hinauf nach Lichtenfels, wo sie ins Thüringische übergeht, ich bin einmal zur Rächt in phantastischer Fahrt am Tage des Herbstbeginns im Kraftwagen durch die Fränkische Schweiz gekommen, von Baireuth bis Nürnberg, in sommerlicher Hitze lieh ich mich schläfrig von dem müden Dampfzüglein in den stillen, traurigen Steigerwald fahren, um in Ebrach das sehenswerteste Zuchthaus Europas, ein säkularisiertes Kloster im herrlichsten Rokoko, und eine unbeschreiblich schöne Kirche aufzusuchen und in dem heitern Glanz einer Frühlingsvollmondnacht bin ich in einem Boot von Veitshöchheim aus den Main hinaufgefahren, an Klöstern und Weinbergen vorbei bis unter die Brücken der fröhlichen Stadt Würzburg. Immer hat diese Landschaft ihre klare und heitere Schönheit, den sanften und wohllautenden Zug ihrer niedrigen Berge und die schöne un- beengte Weite ihres langen Tales. Ihr Besonderes ist, wie sie sich ganz unmerklich und unüberraschend aus ihren Rachbarlandschaften entwickelt: die etwas düstere Strenge derSpcssart- berge geht hinter Lohr leicht und ohne Bruch in melodische und schwingende Linien über, der enge Talkessel verzweigt sich in anmutige, in zarter Biegung entschwindende Seitentäler, die harte Felsenmauer zu feiten der Bahnstrecke wird erst xu Grashängen und öffnet sich allmählich in die lichten Abstände von Bäumen und Wiesey. Das Starre schwindet, die Landschaft wird immer beweglicher und auf lange Strecken beherrscht der leichte und rasche Wasserlauf des Mains mit einer linden und feuchten Kuyle die Gegend. Es ist nicht eigentlich ein besonders profilierter Charakter, der die mainfränkische Landschaft kennt- jahung dieser Frage scheint ihm eine solche Glücksgewähr, daß er beseligt an der Seite eines Menschen abdampst, mit dem er sich schon am zweiten Tag ärgern und mit dem er unablässig streiten wird, weil ihre Charaktere, Temperamente. Neigungen und Geschmacksrichtungen durchaus nicht zueinander passen. Die gemeinsame Meise enthüllt nur zu oft unangenehme Seiten des Anderen, die in der Heimat nicht auffielen, — die Reise allein würde vielleicht manchen Wert, manche Tiefe in der eigenen Brust offenbaren, wenn man nur den Mut fände, ohne „Anschluß" abzufahren und zu bleiben. Die Pforten des Sommers stehen weit geöffnet. Aus seinen düfteschweren Gärten ertönen tausend süße Lockungen. Geht hin, ihr Reisenden, verliert euch in den entzückenden Irrgängen, die sie jedem von euch bietenl Vor allem aber verliert den wahllos gewählten Reisegefährten, entsagt der oberflächlichen Abteil-Bekanntschast und bedenkt, daß ihr für diesen scheinbaren Verlust das beste findet, was dem Menschen werden kann: die Bekanntschaft mit dem eigenen Ich. komisch Theatralisches hat — wie die thüringischen Berge oder die rauhe Alb, aber sie hat etwas FeineS, Geformtes, eine sanfte und doch sehr spürbare Modellierung wie das Antlitz einer blonden Frau. Am meisten von allen Landschaften Süddeutschlands hat sie überhaupt fraulichen Charakter, bei aller Klarheit etwas Weiches, manchmal Versonnenes: nirgendwo anders findet man ein solch zartes, liebliches Verdämmern in den Abend hinein, ein so schon und anmutig ausgebreitetes Müdewerden, eine solche Lust zur guten, friedvollen Ruh. Rie wieder habe ich ein so stilles, schönes Schlafengehen der Landschaft gesehen wie eine- Sommerabends vom Rosengärtlein der Bamberger Residenz aus. Rie wieder habe ich eine so vollkommene Identität des landschaftlichen Ausdrucks mit dem Sinn und dem Erlebnis einer ruhigen und glücklichen Stunde gespürt. Die Ferne überzog sich mit einem leichten Schleier, aus dem hin und wieder die Türme eines in der Ebene gelegenen Schlosses noch einmal aufglänzten, die Luft stand ganz still. Die Ratur verschickte als letzte Aeußerung nur noch den enormen süßen Dust der Rosen, der sich mit einem leichten Staubgeruch, wie man ihn des Abends oft wahrnehmen kann, zu einer merkwürdig einschläfernden Mischung verband. Mit einer liebevollen mütterlichen Geste umfing die Landschaft die alte zauberhafte Stadt, und lange sah ich noch, zufrieden mit Gott und der Welt, in der Wärme, die die Wände des stillen Barockschlosses zurückstrahlten, bi» mich der Mond in die steilen, heimlich vergnügten Straßen und Gassen der schönsten alten Stadt in Deutschland trieb. Man kann die Kunst eines Lande- nicht verstehen, ohne die Ratur seiner Lanschast zu verstehen. Es ist kein Zusall, daß die lieblichsten und süßesten Frauengestalten der alten deutschen Kunst auS Franken sind. Die zarten Heiligen und minnebebenden Iungsrauen dcS großen Würzburger Meister» Riemenschneider sind Ge- fchöpse der fränkischen Landschaft. Sie sind schlank, zierlich und doch kräftig, klug und ein wenig träumerisch, empfindsam ohne Nervosität: die Eigenschaften der Landschaft kehren, in» menschlich Beseelte gewandt, bei ihnen wieder. Schamvoll stolz und mit einer köstlichen Gebärde tragen sie allesamt die Zeichen ihrer Heimat. Wie die fränkischen Berge sind sie schmal und gestreckt, von anmutvoll fließender Silhouette, ihre Augen sind feucht und schimmern wie die Wiesengründe zu feiten des Mains, ihre Schultern fallen ab wie die rebenbewachsenen Hänge, und ihre Brüste sind klein und zart wie die fünften Terrassen des oberen Maintal», wo c» au» dem Fichtelgebirge nach Süden zu abbiegt. Sie sind ganz ohne Rätsel, aber erfüllt von einem zärtlichen und süßen Geheimnis. Richt weniger kann e» verwundern, daß man in Franken die schönsten und festlichsten Bauten dcS achtzehnten IahrhunderiS findet. Diese geräumige, plan- und sinnvoll gewachsene Landschaft ist wie keine andere dazu angetan, die herrliche schmiegsame und gelenkige Pracht glänzender Rokokoschlösser und heiterer Abteien au» sich heraus zu entfalten. Cs gibt da jegliche Arten der Baukunst, die großen städtischen Residenzen der Bischöfe, heitere Sommer- und Wasserschlösser, einfache ländliche Schlößchen, die wirken wie geräumige IagdpavillonS oder schmucke Meiereien, große und kleine Klosteranlagen, Waldkapellen und pompöse, in strahlendem Iubel schwingende Wallfahrtskirchen Zwischen Bamberg und LichtenselS gibt eS auf zwei gegenüberliegenden Höhen die erregendsten Wunder deutscher Architektur: da» mächtige Kloster Danz, von dessen Terrasse aus man den schönsten Blick über daS oberfränkische Land hat, dem im Norden wie ein starker Grenzhüter die Feste Koburg vorgelagert ist, und die päpstliche Basilika Dierzehnheiligen, Balthasar Reumanns Werk, die das Aeuherste an schwebendem. festlichem Rausch darstellt, daS je in Mauern und Säulen gebannt wurde, die Figaro-Ouvertüre und das Requiem zugleich, in Marmor, Rosa, Blau und Gold. Wenn du nach Franken fährst, fo gehe nicht allein. Es ist ein Land, daS zur Geselligkeit auffordert. Cs regt dich an und macht gesprächig. Man wird immer eingeladen, zu sehen und seine Eindrücke zu äußern. Cs gibt Landschaften, die nachdenklich machen, und andere, die die Lust xum Reden wecken. Franken ist nicht zum Alleinsein: es hat etwa- Verbindliches, Ausgeschlossenes, Mitteilsames, wie alle Länder, in denen Wein wächst, zugleich etwa- Besinnliches, damit die Worte, zu denen du aufgefordert wirst, nicht leer und schwatzhaft seien. Am besten ist eS, du nimmst dir einen Freund mit und trinkst und ziehst dich durch die schonen Städte und fröhlichen Dörfer durch: ober aber du hörst Mainfränkische Landschaft. Von K H. Ruppel. Copyright 1930 by Internationale Literarische Agentur Wien. lich macht, zumindest keiner, der an den regionalen Formationen eindeutig abzulesen wäre. Sie ist nicht scharf ausgeprägt — sieht man von der romantischen Farce der Fränkischen Schweiz ab, die wie alle Gegenden, die man in Deutschland als „Schweiz" bezeichnet, etwas Skurriles und Domäne Schiffenberg Auf waldiger Höhe gelegene historische Stätte auS 1129. mit herrlicher Fernsicht. Angenehmer AuSflugS-und Erholungsort. Staubfr. Waldfustweg: Att.Schtffenverger Weg. Statiow Schifsenbg. Strecke Giesten -Gelnhausen. Autobus täglich ab Ludwigs- platz 3.45 nachm., Sonntags 3.00 u.3.45 Uhr nachtn. Telephon: Gteßen 2283. [3500D Waldreslanrant u. Sommerfrische „Hubertus * Beuern (Kr. Gießen) idyllisch gelegener Ausflugsort Inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Familienaufenthalt,Wochenend. Solide Preise. Von der Bahnstation Gr.-Buseck in 50Min. erreich bar. Autolinie in 10 Minuten. Inh.: Heinrich Baler. Vuvg Staufenberg Herrlicher Rundblick auf Lahn- und Lumdaral — Vogelsberg. Bahnanschlüsse: Hrtedethausew Lollar, Mainzlar, Daubringen. Ncrnivrecher Amt Lollar 21. Moderner Saalbau, GeseUfchafSzimmer, Fremdenzimmer. Gute Verpflegung. 4546V___________Bef. Ludwig »Hieran. Burg Gleiberg Fernsprecher Gießen 3444 Schöner Ausflugsort, Rundblick über das Lahntal, den Vogelsberg und Taunus. Schöne Sflle und Gesellschaftsräume. Gute Verpflegung. Autofahrt ab Gießen. A dß d 5000EInw. (Strecke Gießen- rslulUlll Fulda), die Heimstätte hervorragend schöner altertümi. Bauten (darunter das einzigartige Rathaus, eine Perle gotischer Baukunst) u. eines hochinteressanten Heimat- Museums. — Anmutige Umgebung, gute Verpflegungsgelegenheiten. Prospekte durch den Verkehrs- und Verschönerungsverein. 4671D Besucht Homberg die Perle desOhmtales ____ 36C2D WiiOi 4718V Für Wochenend und Sommer- ftische besonders geeignet SchloB-Cafö Marburg Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Mittwoch: 5-Uhr-Tee 3799D Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz. Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz STA Eine Amerikareise 3322V Ist mehr als ein Vergnügen . . . Sommerkur für Nervenkrank und Nervös-Erschöpfte Spexlalknramlalt Bolhelm im Tannni bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San.-Ral Dr.M. Schulze-Kahlem, N.;"ustav«Adolf« c Jahresfeier len. 3m Festgottes« )b aus 2Wim 3n eindringlichen fall * i der evangelischen Akennermut un« irgie des Gottes- mige Lieder der a die atitpatham amiiien bet Kaffee wurde die flach' LREDN Ann stoff-spezialhaus ♦ D Et H 1^1 >4 K Bf Gießen, Plodcstraße Nr* 16 en eröffnet. ine Probens 7-7 a 9* •ä« *t6M ^£11 en das «linden niitbed^ noch. den Ä? 6knen 3 werden vvÄ |Mt Ä ^Äein W'r »5 ^rbeltsmöglich. >irf?»Ucrnle teeren. tffi Allsten Marten. Der L-n.der schon den >r «ittaA^ Mein aui b» hierbei mit ^Daupert II >er beiden Der« >rtrag gebrachten "f die Anwesen« in einer turjat i Tages hin und Gesanges, fo« 'esangverein aus. >ig wurde nach hiesigen DvlkS« Schotten versetzt, n nur noch zwei« : einer Lehrerin, fingen sAheinh.), WO i Außerdem gewähre ich trotz meiner weit und breit bekannt niedrigen Preise auf alle reg. Waren einen AO / /o i SONDERRABATT VON IV /o Sehr vorteilhaft UWWUUMIUUMMMMNUWM kaufen Sie jetzt §1116 W3SChe, Betteil und Leinenwaren in unserem am 7. Juli beginnenden Inventur-Ausverkauf C. Röhr & Co. ■'Ä'e WE LS- 13- L ZS--' । Pistora- ^ztag 1 Ms*1 ontag- 141 Der V • ‘ aison- Ausverkauf Wie immer, so auch jetzt, werden nach beendeter Saison alle der Mode besonders unterworfenen Artikel wesentlich unter sonstigem Preis verkauft! Bei manchen Artikeln beträgt die Ermäßigung bis zur Hälfte des seitherigen Preises! Denken Sie daran, daß unser Geschäft 4 H mittags von I L Uhr geschlossen Istl im Modehaus alomon Gießen • Schulstraße 4 beginnt Montag, den 7. Juli 10 0/ /o Rabatt auffastalle regulären Waren (nur wenige Ausnahmen) IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Kaufen Sie vormittags! Wer vormittags kauft, hat die Gewähr, besonders ruhig u. sachlich bedient zu werden IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIII^ Auch im Ausverkauf bringen wir keine fehlerhafte oder Ramschware, sondern nur allerbeste Qualitäten. Daher weitgehende Garantie 4731 A Die untenstehend zurückgesetzten Artikel sind übersichtlich zum Aussuchen im 2. Stock aufgestelltl Bade-Wäsche Korsetts und Hüfthalter 1 Restposten Bade-Anzüge für Damen und Herren, « aus bestem schwarzen 1 Qu Baumw.-Trikot, m. färb. Besatz, alle Größen-... ■ Frottier-Handtüch. aus gutem Frott6-Stoff, 4 QQ weiß mit farbiger Kante, 48100...............1.50, 1 Frottier-Handtücher aus best. Frottd, in mod. Ann Ausmust, farbig durch- 11 QU gern, oder weiß mit bun- X ter Kante, 55/110.....L50, Badetücher für Kinder, aus gutem ■■50 Frottd, weiß mit bunt, X 100 100..............3.50, Große Badetücher aus nur gutem Frottier- I Stoff, 100/150—150/190 cm H 7.50, U Bademäntel für Damen u. Herren, 4 ft 50 schwere Qualität-... I_i 16.50, I U Damen-Wäsche Damen-Taghemden Achselträg. m. Stickerei- 4 QQ motiv tl Klöppelspitze, aus gut Kretonne-.LöO, I Damen-Taghemden Achselträger, aus fein- — . _ fäd. Wäschestoff, reich ftQQ mit Valenc. oder Filet- X Stickerei...........3.00, ■ Damen-En tert all len aus feinem Mako, mit 4 50 Valencienne o, Klöppel- Garnierung.........2.50, I Nachthemden, weiß, aus sol. Kretonne, reich ft 50 mit Spitze und Stickerei X garniert............3.50, ■■ Nachthemden, farbig _ aus gutem Batist, mod. ft?5 Machart, bestickt oder X bunt verziert......4.00, ■ Hemdhosen aus gutem, weiß u. färb, ft 50 Batist, Achselträg., reich X mit Spitze od. Stick. 3.50, ■ Strumpf haltergürt, guter Drell, mit 4 Haltern, in farbig. . .. 0,95, Strumpf haltergürt. Drell oder Damassö, mit 4 Haltern, in schönen Farben.............2.50, Hüfthalter aus Drell, zum Schnüren oder geschlossen m. Gummitellen.......4.50, 50 po 050 Büstenhalter aus Trikot oder Batist, alle Welten.......0.75, 50 Büstenhalter aus Seidentrikot, oder kräftigem Linon, für stärkere Damen.... 1.75, p5 Schlaf-Anzüge Schlafanzüge für Damen aus la Batist, hübsche Farbstellungen, mit halbem Arm...........6.75, 475 Schlafanzüge für Damen aus la Batist, in zarten Farben,mitlangem Ann, 9.00, 675 Schlafanzüge für Herren aus prima Zephir od. Perkai, bes. schöne Ausmusterung .13.50, 10°° Schlafanzüge für Kinder aus la Batist, reizende Machart, schöne Farben, Größe 2.............6.50, 450 K’Seid. Damen-Wäsche Schlupfhosen gestreift oder glatt, maschenfest, in schönen Pastellfarben......3.00, Schlupfhoeen Charmeuse o. Milanaise, in nur modernen, hellen Farben.............5.00, 35° Kopfkissen gebogt und gestickt, aus kräftigem Linon oder Kretonne...........3.00, Parade-Kissen aus gutem Linon, reich m. Stickerei od. Klöppel- Einsatz u. Spitze...-4.50, Bettücher aus gut. Linon, 150/225, mit und ohne Hohlsaum 3.50, 00 3°° 3” Koltertücher aus kräft Linon, 150/250, ausgebogt..........8.50, 50 Stoffe für Leibwäsche Tischwäsche Tischtücher kräftiger Damast mod- Muster, 120/150-130/160, 4.00, Tischtücher halblein. od. baumwoll. Damast teils Hohlsaum, sch. Muster. 130/160, 7.00, Tee-Gedecke mit 6 Servietten, weiß mit färb. Kante, 130/160, in schön.Ausmust...7.50, 3°° 00 3.50, 130/160 Kaffee-Decken leinenartiges Gewebe, in schön. Karos, 120'150, Hemdentuche, Kretonne, Linon, 80 cm breit stark und feinfädig. gute Gebrauchsware. Meter.........0.85, 0.65. 45 Mako-Imitat 80 cm breit, für gute Leibwäsche, Meter 0.88, Rein Mako-Tuch 80 cm breit, feinfädige Ware, für eleg. Leibwäsche, Meter.....1.25, Batist für färb. Leibwäsche, feinf äd., in zart. Pastell- Farben, Meter.....1.20, Engi. Popeline elegant für Wäsche und Schlafanzüge, mit Seidenglanz, in weiß und Pastell-Farben, Meter.. 68 88 90 Stoffe für Bettwäsche Streifen-Damast 130 cm breit nur gute Qualität, Meter.....1.50, 00 Blumen- n. Streifen-Damast 47R 130 cm breit, bes. kräft. Ware, Meter........2.50, I Nessel extra schwere Ware, für 4 QQ Bettücher, 160 cm breit I Meter...............1.50, I Handtücher Handtücher baumwoll.Gerstenkorn 48'100, weiß oder weiß- bunt, auch grau • • 0.90, Handtücher halbleinen. Gerstenkorn oder Drell, weiß oder weiß-bunt, 48/100 ... 1.25, Wischtücher weiß-rot oderweiß-blau kariert.............0.40, 60 po 25 Damen-Strümpfe Seidenflor ein großer Posten, bes. feinfädig, guter Ersatz für Seide, alle moderne Farben.............L50, 00 Waschseide feinfädig, alle Modefarben .................1.50, Waschseide platt. (Flor mit Kunstseide) maschenfest, äußerst solid.......2.50, 00 00 Kinder-Strümpfe Damen-Unterwäsche Hemdhosen fein gestrickt, weiß und farbig.............1L0, 95 Damen Hemdchen fein gestrickt, Achsel- OE träger od. angeschnitt. (1*1 1.25, UU po 50 trübgewordene Wäsche für die Hälfte des Preises! Damen-Schlüpfer kräftige Baumwolle, alle Farben, alle Größen 1.50, Kinder-Schlüpfer kräftige Baumwolle, alle Farben................. für 3—8 jährige.... 0.75, Ein Posten Bettwäsche Prinzeßröcke aus gutem Kunstseiden- Trikot, in viel. Farben, teils mit Spitze oben, teils unt u. ob. mit Spitze 5.00, Prinzeßröcke aus bestem Charmeuse, mit entzückender Spitz.- Garnierung, in feinen Pastellfarben.......7.50, Rockhemdhosen in gestr. od. Charmeuse, glatt oder mit Spitze, in feinen Farben....11.50, Kopfkissen A QQ glatt und gebogt, aus gutem Wäschestoff ILO, ■ Haustuch 150 cm breit, besonders 4 50 kräftig, für Bettücher, Meter...............2.00, I Halbleinen 160 cm breit, kräftige Qualität, für Bettücher 00 Wäsche-Stickereien po 0” Mako grau und beige, für Sechs- bis Zwölfjährige, jedes Paar ............. Knie-Strümpfe Mako m. farbigem Rand, alle Größen, jedes Paar.............. Kinder Söckchen la Mako teils mit Wollrand, alle Farben, alle Größen, jedes Paar..... Wäsche-Stickereien aus gut. Cambrlc, mod. Filet-Muster, schmal u. mittelbreit. Stck v. 2.30 und 3.05, ..........0.95, 50 Achselträger in schönen Mustern Stück 2.30, ........1.25, 75 Damen-Handschuhe Trikot od. Halbseide teils mit Stulpen, guter Sommer - Handschuh 150, 00 Glacö allerbestes Ziegenleder, moderne Farben, viele Einzelpaare, zurückgesetzt auf............4.50, 3°° Cachenez weiß, Kunstseide, mod. Muster.................. 00 Trikotagen für Herren Damen-Schürzen Herren-Netzjacken gute Qualität, in allen Größen.............1.25, Herren-Hosen und -Jacken kräftige Qualität, makofarbig...............2.50, Herren Knie Hosen echt Mako, glatt u. porös, weiß und gelb......4.50, hierzu passende Jacke Einsatz-Hemden bes. kräftig, in weiß und gelb, m. modernen Popeline-Einsätzen ......3.00, 075 ISO 3°° 000 Damen-Strickkleidung 1 Posten Damen»Pullover und -Westen mitu. ohne Arm, teils aus EQQ .Kunstseideod.Wollemit ?1 Seide, in viel.Farben7.50, W Cfnffa Restposten DluTTc ganz bes. billig! co. 1000 m Zephir 70cm breit für Knaben- Blusen und -Sporthemden, gute Qualität*.m 50 ca. 300 m Kunstseide bedruckt und einfarbig Beide» vrand. einfarbig und bedr„ Zephir, L Herren-Oberhemd., m 75 ca. 300 m Wollmousseline 80 cm breit, bedruckt, Kunstseide.bedruckt, Wollstrelfen, für Kleider,........... 50 Herren-Artikel Oberhemden farbig, hübsche Musterungen, viele Weiten, Perkai und Zephir 4.50, 350 Oxfordhemden das praktische Sommerhemd mit Kragen und Krawatte, in hell.Farben 475 Kragen Steh- und Stehumlege- Forra, gestärkt u. halbsteif, 4fach Mako, St. 50 po po po Selbstbinder schöne, modern. Muster, gi^te Qualität........... Hosenträger aus dauerhaft. Gummi, mit Lederpatten oder Gummistrippen......... Herren-Socken Mako oder Seidenflor, in hübschen Musterungen, haltbare Qualität Jumper-Form aus Siamosen od. Druck, völlig weit..........2.50, 50 Jumper-Form aus modernen Trachtenstoffen ..............4.00, 3”° Servier- Schürzen weiß, aus la Linon mod. Machart............2.50, po Klnder-Schttreen aus la Satin od.Siamosen, für bis 4jährige....... • • 50 Klnderschttraen aus bestem Satin, für bis 8jährige................. 1 Rest posten Kinder- Wasch-An züge, Hussen-Kittel für bis 4jährige......... 3°° Knaben- Waschblusen für bis 10jährige........ 3°° Berufs-Mäntel Berufs-Mäntel 050 aus Zephir, Nessel oder Linon...............4.50, V Haus- und Garten-Kleider Hausund Garten-Kleider aus Druck, Beiderwand oder Zephir in schöner Machart............5.00, Modewaren Schals und Dreiecktücher aus Crfipe de Chine und Kunstseide.......Stück [50 po 10 Blenden für moderne Kleider- Garnituren.in moderner Ausmusterung-- per m 1 Posten Klöppel- Spitzen u. Einsätze zum Teil rein Leinen per m Kragen Schal- und Bindeform, aus CrSpe de Chine und Voile.............Stück Valencienne- Spitzen n. Einsätze moderne Muster, per m 25 Modehaus Salomon Gießen “ Nr. 155 Achter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) „Das Jahr des Pferdes" 1930. Don Prof. Or. $. Kraemer, Direktor des Tierzuchiinstituts der Landesuniversität. Im Iahre des Pferdes wirft jeder Verehrer dieses schönsten aller Geschöpfe gern einen Blick auf die Jahrtausende lehrreicher Vergangenheit, die ja in Gegenwart und Zukunft nur ihre Fort- jehung findet. Galt uns schon auf dem Gymnasium die Entwicklung von fünf- und dreizehigen Vorfahren zum einzchigen Pferde als herrliche Offenbarung der Abstammungslehre von Lamarck und Darwin, so begeisterte uns auch der Vlick auf das Werden der Formen bei den Wildpferden und unseren späteren Genossen in Arbeit und Kriegen. Wald- Pferde, Eteppcnpferde, Dergpf«rde — wir lernten die treibenden Kräfte zu ihrer verschiedenen Gestaltung verstehen, zu Schwergewichtsmeistern und Rennern, sowie zu den behenden kleinen Klettertieren der Gebirge: wir lernten verstehen, warum die hochgelegenen orientalischen Steppen die Grundlagen für die auch psychisch überlegenen Edelzuchten zu schassen vermochten. Schon in den Pfahlbauten der Vronzezeit erkennen wir das orientalische Pferd, das von Asien kam, dessen Blut in allen Edelzuchten der Welt flieht, besonders auch in der vollendetsten Rennform, dem englischen Vollblut. Im babylonisch-assyrischen Kulturkreise finden wir schon in vorzüglichen Darstellungen die edelsten Pferde, die der Kunststil allerdings wohl etwas verstärkt hat. In den babylonischen Hymnen und Gebeten fleht ein Text aus der Bücherei des Assurbanipal für den König Sargon von Assyrien' ,.Gib Gedeihen den Rossen, den Gespannen seines Ioches!" Wir kennen die Pferde des alten Persien, das hochentwickelte Gestütswesen von Medien und Kappadokien in seinen wunderbaren Erfolgen. Lind in den .ägyptischen Hieroglyphen wird der Begriff „schön" durch das Bild eines Pferdes ausgedrückt, während grade diese Pferde durch die Auswirkung von Aufsatzzügeln etwas entstellt sind. Der ägyptische Stil, ber lange Linien und schlanke Gestalten bevorzugt, hat im neuen Reiche zahllose Darstellungen der Pferde in jagdlichen und kriegerischen Szenen geschaffen. Besonders schön erscheinen uns. die Araber aus guten Zuchten und die afrikanischen Berber, die aus dem orientalischen Blute erwuchsen. Sie haben auch in erster Linie die entzückenden Gestalten der griechischen Pferde geliefert, deren Zierlichkeit dem gebirgigen und trockenen Gelände angepaht ist. Wir sehen sie in dem Festzug der Panathenäen von des Phidias Meisterhand bargestellt, dessen göttliches Auge allein bis zur Erfindung der Momentphotographie die Poesie der Bewegungen edler Pferde zu erfassen vermocht hat. Wie mit überirdischen Kräften hat er den Stein zu beleben gewußt und die Schöpfung seiner Kunst zu einem hinreihenden Werk der Ratur erhoben. Wie innig war zudem im griechischen Altertum das Verständnis zwischen Menschen und Pferden, den beiden Kronen der Schöpfung, die im Centauren auch nur eine Seele besitzenI Ia, fühlen wir nicht in dem dunkelen Auge des edlen Pferdes etwas, was uns noch mehr sagt, als es die menschlichen Züge des Centauren tun können? Wie schwärmt doch Cherbuliez in seinen „Athenischen Plaudereien" vom Pferde? „Während wir von ihm sprechen, siebt es uns an, beurteilt uns, vergleicht mit geheimem Stolz im Herzen seine unsterbliche Kraft und unsere Schwachheit ... .Wie, wenn dieses Pferd ein Gott wäre? ... Sagen wir ihm: Du bist die Kraft, die sich kennt und sich beherrscht, du bist die Schönheit, die sich ihrer selbst freut, du bist das Kostbarste und Beste der Menschheit!" Wir gedenken Homers, dessen Helden ihre Pferde mit gemütvollen Ansprachen erfreuen: wie ihrerseits die Rosse Achills unter Tränen ihr Mitgefühl äuhern, da sie den Verlust des Patroklos beklagen, und wie sie selbst ihrem Herrn den nahen Tod künden. Heroen und ihre Gattinnen führen mit Stolz die hochhalsigen. schnellfüßigen Tiere mit ihrer herrlichen Mähne. Beglückt schwingt Hera die Peitsche ... „und rasch hinfliegen die Rosse — zwischen der Erde einher und dem fternen- glänzenden Himmel" — Der sinnfälligste Vorgang in der Entwicklung der Pferde seit Phidias' Zeiten ist die Gröhen- zunohme. Das kleine Pferdchen vom Parthenon dient den späteren Künstlern nicht mehr als Vorlage, weder in der Römerzeit, noch im Mittel- alter. Der griechische Typus verschwindet in der Abenddämmerung der helleren Schönheit griechischer Kultur, und den rohen Machtidealen Roms und des Mittelalters dient nun ein Pferd, das die schwere Bewaffnung zu tragen vermochte. Dies Pferd ist in der bekannten Statue des Marcus Aurelius auf dem römischen Kapitol am besten dargcstellt worden. Don gewaltigem Wuchs, mit starkem Racken und Hals, mit mächtigem Rumpf, gerundeter und vollbemuskelter Kruppe, konnte nur dieser Typus den Eindruck enormer Kraft machen, solange man noch zu unbedingt und in zu rohem Empfinden allein bei der Masse die Gewähr für Kraft sah. Die spätere Halbblutzucht hat uns feinere Auffassungen gelehrt und der relativ noch bedeutenden Masse auch die notige Beschleunigung zu geben gewußt. Was die Germanen betrifft, so besaßen sie recht kleine und unscheinbare Pserde, „equuli“, mit schweren Köpfen, gedrungenem Körper und derben Gliedmaßen. Cs ist bekannt, daß Caesar seine germanischen Hilfstruppcn mit römischen Pferden beritten gemacht hat. Immerhin muh aber einige Jahrhunderte später sich das Bild sehr verschoben haben, denn als König Herminfried sich mit Amalaberga, der Richte des Ostgotenkönigs Theoderich, vermählte, da fanden die thüringischen Pferde, die als Brautgabe nach Italien gesandt wurden, reichen Beifall. Karl der Große hat sodann durch planmäßige Gesetzgebung für die Pferdezucht sehr viel getan. Es folgte die Blüte des Rittertums aller Länder Europas, das nun auf gewichtige Pferde bedacht war. Muhten sie doch die gewappneten Reiter tragen und die Wucht beim Zusammen- stoh aushalten können. Die deutschen und französischen Ritter hielten wie die Condottieri der Renaissance in Italien auf ein kräftiges Sier, mit starkem Rumpfe, aufrechtem Halse, sehr breiter Brust, gerundeter Kruppe und derben Gliedmaßen. Rur der Kopf erscheint auf den zahllosen Bildern in italienischen Museen recht edel und deutet wohl auf Kreuzungen mit orientalischem Blute. Daß dies letztere stets wieder nach Europa gelangen konnte, wird durch den uralten Welt- Sonnlag, 6. Juli. 7 bis 8.15 Ähr: Hasenkonzerk. 8.15: Katholische Morgenfeier. 11: Erziehung und Bildung. 11.30: Elternstunde. 12: Befreiungsfeier Bad Münster am Stein. 12.50: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 13: Stunde des Landes. 14: Stunde der Iugend. 15: Von Trier-Pfalzel: Defreiungsseier des Landkreises Trier. 16: Große deutsche Kundgebung für das abgetrennte Saar- und Pfalzgebiet. 16.30: Änterhaltungskonzert. 18: „Die Theaterprovinz". Vortrag von Dr. Adam Kuckhoff. 18.25c „Zur Psychologie des Theaters", Vortrag von Oscar Götz. 19.30: Konzert. 21: Bunter Abend. 23 bis 0.30: Unterhaltungskonzert. Montag, 7. 3uli. 6 Ähr: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.30 bis 8.30: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.15 Wetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15.15 bis 15.45: „Wirkungen des ehelichen Güterrechts auf die heutige Ehe." 15.55: Gießener Wetterbericht. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05 „Ist eine Versöhnung der modernen Musik mit der überlieferten möglich?" 18.35: „Die Defreiungsseier des Rheinlandes als Ausdruck deutscher Festeskultur", Vortrag von Reichslunstwart Dr. Redslob. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Unterhaltungskonzert. 21: Schallplattenoper: Lucia von Lammermoor. . Dienstag, 8. Juli. 6 Ähr: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.30 bis 8.30: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.15: Wetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Hausfrauennachmittag. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Rachmittagskonzert. 16.45: Sudeten deutsche Stunde. 18.35: „Student des Auslandsdeutschtums", Vortrag von Dr. Hermann Rüdiger. 19: „Kritisches zur Astrologie". 19.30: Populäres Konzert. 20.30: Bunter Abend. 22.45 bis 24: Änterhaltungskonzert. 0.30 bis 1.30: Rachtkonzert. Mittwoch, 9. Juli. 6 Ähr: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 8 bis 9: Von Dad-Rauheim: Konzert des Kurorchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde der Iugend. 15.55: Gießener Wetterbeverkehr klar. Der Einbruch der Hunnen, die Völkerwanderung, der Sieg der Araber bei Leres de la Frontera 711, ihre hohe Kultur in Spanien, die Verbindung bet sübeuropäischen Länder mit dem vorderen Orient und der Levante, die Kreuzzüge. bas Vorbringen bet Türken unb ihre Herrschaft auf bem Balkan, — all biefe Verhältnisse boten Gelegenheit zur Ausbreitung ber orientalischen Pferbe. So kann es auch nicht überraschen, daß grabe ba, wo maurische Clemente einheimisch geworben waren, wie in Eüditalien unb Spanien, edle Pferbe gezüchtet würben, die besonders zu Prunk- zwecken und zur hohen Schule ber Reitkunst Ver- toenbung fanben. Doch wäre es irrig, etwa an- zunehmen, bah bie Vorliebe für Schwere unb Rundung nun völlig bahinschwand. Im Gegenteil! Das massige Pferd verfeinert sich im 17. unb 18. Jahrhundert burchaus nicht. Eine gute Darstellung bieses Typus sieht man im Prabo- Museurn von Madrib auf einem Bilde ber Königin Maria Luise. Die Dcränbcrten Formen ber Kriegführung burch bie Erfinbung bes Schießpulvers unb bie Entwicklung von Jagbsport unb Rennen hatten allerbings inzwischen auch schmalere unb feinere Rennfiguren geschaffen. Die Rapoleonischen Kriege fügten ber Pferdezucht ganz Europas schweren Schaben zu, unb nun galt es, neu aufzubauen. Die zunehmenbe Militarisierung Europas burch bas stets unruhige Frankreich führte zur Bemühung ber Regierungen um bie Zucht edler Laufpferbe, währenb in ber Reuzeit bie Intensivierung ber Lanbwirtschaft unb die gewerblich-industrielle Entwicklung bie Zucht schwererer Pferbe verlangten. Der unselige Ausgang bes Weltkrieges bebingt jetzt in Frankreich bei seinem unsterblichen Mitt- tarismus vorwiegenb bie Zucht cbler Pferbe, währenb Deutschland die Verstärkung des Warmblutes für den wirtschaftlichen Gebrauch unb bie weitere Ausbehnung ber Zucht schwerer Pferbe zur Arbeit anstreben muß, Deiden Verbänben, bie biefe Ziele verfolgen, wünschen wir im Iahre des Pferdes eine segensreiche Fortführung ber Werke uralter Kultur. richt. 16: Rachmittagskonzert. 18.05: ..Der große Europaflug". 18.35: „Besihstörungsklage unb polizeiliche Mitwirkung im Kampfe gegen Rund- funkstörer". 19.05: „Aus dem Leben ber Ureinwohner von Reupommern". 19.30: Bayrischer Humor. 20: Konzert. 21: Amerika: Wort und Musik. Donnerstag, 10. Juli. 6 Ähr: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 8 bis 9: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde der Iugend. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 17.55: Zehn Minuten Wanderratschläge des Taunusclubs. 18.05: Zeitfragen. 18.35: „Die Arbeit ber letzten Hand", Gespräch zwischen Rudolf G. Dinding unb Prof. Dr. Martin Sommerfeld über Dindings Gedichte. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Zitherkonzert. 20: Änterhaltungsabend. 21.30: „Es brennt". 22.30: Musikalische Versuchs stunde. Frei lag, 11. Juli. 6 Ähr: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 8 bis 9: Konzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert: Arturo Tos- canini und Druno Walter dirigieren Mozart. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 17.50: „Der neue Zuschlag bei der Grundvermögenssteuer." 18.05: „Duch und Film". 18.35: Aerztevortrag: „Dom Essen und Verbauen, vom Hungern und vom Sattsein". 19.05: Iürgen Eggebrecht liest aus eigenen Werken. 19.30: Das Hörspiel vom Schin- berhannes. Don Dr. Curt Elwenspoek. 20.30: Konzert. 21.30: Rheinisches Schicksal. Dorlesung aus eigenen Werken von Leo Sternberg. 22: Hugo-Wolf-Abend. Samstag, 12. Juli. 6 Ähr: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.30 bis 8.30: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 13: Werbekonzert. 13.20: Schallplattenkonzert. 14.30: Stunde der Iugend. 15.55: Gieß. Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: „Walther v. d. Dogelweide". 18.35: „Die Rot der Zeit im Arbeiterhaushalt". 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Schallplatten-Rückblick. 20.15: Sängerwettstreit. 21.15: Verklungene Wellen. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Rundfunkprogramm. Samstag, 5. Juli 1950 Hessens Besehungsnol in Zahlen. Das hessische besetzte Gebiet hatte im Verhältnis zu seiner Größe und Einwohnerzahl weitaus die stärkste Besetzung auszuweisen. Um die Jahreswende 1928 29 garnifonicrtcn in Hessen fast 19 000 Desatzungsangehörigc, das sind beinahe 28 Prozent der gesamten Desatzungsarmeen. Während die Bevölkerung nur 13,1 Prozent der Gesamtdcvölkerung der besetzten Gebiete ausmachte. Die Städte Mainz und Worms hatten Belegungen zu tragen, die weit über ihre Friedens- ga'rnison stärke hinausgingen. Auch Bingen, das nie Garnisonstadt war, mußte eine Desatzungsgarnison unterbringen. Der sich aus der Desatzungsstärke ergebende überaus große Wohnungsbedarf hatte im hessischen besetzten Gebiet Beschlagnahmungen zur Folge, wie sie kein anderer besetzter Gebietsteil auszuweisen hatte. Die Bcsatzungs- j u st i z, die mit unzähligen größeren und kleineren Strafen bie Bevölkerung schikanierte, erreichte ihren Höhepunkt mit den Massen- aus Weisungen während des Ruhrkampscs. Aus dein hessischen besetzten Gebiet waren insgesamt, soweit feststellbar, etwa 20 000 Personen ausgewiesen, fast 5000 Reichs» und Staatsbeamte, mit etwa 11 500 Angehörige, ferner über 3000 Privatpersonen einschließlich Angehörigen. Erst im Sommer 1924 war der größte Teil dieser Ausgewiesenen zurückgekehrt. Die Anwesenheit fremder Truppen unter deutscher Bevölkerung führte natürlich zu mancherlei Reibungen, bie in den wenigsten Fällen von deutscher Seite verschuldet waren. Hier seien nur bie tödlichen Desahungszwischenfälle festgehalten. Der Schießeifer französischer Wa^soldaten forderte vor allem in den ersten Jahren der Besatzung zahlreiche Opfer. Im Jahre 1919 gab es im hessiscyen besetzten Gebiet nicht weniger als 25 Todesopfer. Auch bie Jahre 1920 und 1921 brachte noch eine große Zahl von Todesfällen, nämlich 7 und 8. Äach dem Jahre 1923, in dem es vier Tote-gab, ging die Zahl ber burch bie Besatzung verschulbeten leichtfertigen unb fahrlässigen Tötungen, zu benen auch bie Tötungen burch französische Autoraserei zu rechnen sind, auf vereinzelte Fälle zurück. Insgesamt erhöhte sich bie deutsche Toten liste im hessischen besetzten Gebiet immerhin auf 51 Opfer, unter denen 15 weibliche Personen sind. Die Wirkung des Besahungsdrucks auf daS Wirtschaftsleben des hessischen besetzten unb unbesetzten Gebietes brückt sich am deutlichsten in den Steuerzahlen aus. Wenn man bedenkt, daß noch nach bem Krieg aber vor dem Ruhrkampf, 51 Prozent ber hessischen Gewerbesteuer, 49 Prozent ber Einkommensteuer, 52 Prozent ber Körperschaftssteuer aufkamen, gegenüber Dem Bevölkerungsanteil von 36,1 Prozent so zeigen biefe Zahlen, was für Hessen auf dem Spiele stand, als bie Besatzungszeit begann. Infolge des Ruhrkampfes gingen bie Steuereinnahmen rapib zurück unb bei ber großen wirtschaftlichen Debeutung des besetzten Gebietes im Rahmen des hessiscAm Gesamtgebietes wurde bas ganze Land in schwerste Mitlcibenschaft gezogen. 2m Jahre 1913 entfielen auf ben Kopf Der Bevölkerung an steuerbarem, schuldenfreiem Vermögen im Deutschen Reich ein Betrag von 2808 Mark, in Hessen ein solcher von 3307 Mark. Im Jahre 1925 Dagegen war in Hessen das Vermögen auf ben Kopf ber Bevölkerung gerechnet a u f 953 Mark zurückgegangen, im Reiche auf 1026 Mark. Das Vermögen hat 1913 in Hessen ben Reichsburchschnitt um 17,8 Pro;, übertroffen. 1925 stand es um 7,1 Prozent unter dem Reichsburchschnitt. Diese Zahlen sagen mehr über bie Folgen bes Ruhrkampses unb ber Besatzung für Hessen aus, als man in vielen Worten über bie Wirtschaftsnot bes Landes ausführen könnte. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen An;eigenauslräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Immer gepflegt aussehen ist der Wunsch jeder Frau — schönes Haar vor allem: das ist das Wichtigste. Und darum ist für die gepflegte Frau Schwarzkopf-Trockcn-Schaumpon unentbehrlich: die „Schnellhaarwäsche ohne Wasser". Aufs Haar gebracht saugt dieser Puder sofort Schmutz und Fettbestandteile auf, mit denen zusammen er dann durch kräftiges Ausbürsten wieder aus dem Haar entfernt wird. Die grüne Achteckdose mit dem praktischen Puderbeutel— Sorte „hell" für Blondinen, Sorte „dunkel" für Brünette und Schwarze, kostet nur RM. 1.— und hält lange Zeit vor. Auf je 3 Eimer Wasser kommt 1 Paket. Lösen Sie Persil allein und k a l i auf! Kochen Sie die Wäsche nur einmal eine Viertelstunde, und spülen Sie erst warm, dann kalt! Wenn Sie einmal so waschen, werden Sie es nie mehr anders machen. Oer gute Erfolg überzeugt Sie. ' ' ti Kennen Sie schon froö jüngste Erzeugnis der perMwerL« © fcenUVs AubvLlchs, QpLK vv- ZfUinifl»Ofl6mXLUÜ rngmcum Spring Turnschlüpfer mit Chromsohle ^pnngntann 36-46 0.75,31 gutes Fabrikat Rabatt Beginn: 7. Juli, vormittags 8 Uhr Gießen, Bahnhofstraße 58 4814 A Mein bester Ausführung 441SV Kaufhaus HANSA, Seltersweg28 Jetzt Stück Mk. 5.90 fürTouristen geeignet Ein Posten Herren-Socken. Prima Flor und Mako. Nur modernste Jetzt Paar Mk. 1.90,1.30,0.95 Fantasiemuster Sämtliche farbigen Bemberg kunstseidene Herren-Hemden für Polstermöbel und Matratzen Spezial-Werkstätten Jetzt Stück Mk. 13.80 Halsweiten 35 bis 43 Südanlage 20 Ein Posten Selbstbinder, darunter schwerste seidene Quali Jetzt Stück Mk. 3.00 täten Ein Posten Selbstbinder, moderne Muster. Jetzt Stück Mk.1.50 Der 4813D 1786V oeotsehe Bau- und Ullrtschattsgemeinschali Köln,Rlenierstr.3ia zinsfreien Eigenheim 1 im Preis zurückgesetzt Auf alle im Preise nicht zurückgesetzten Artikel trotz billigster Preise Damen-Sandaletten seltener Gelegenheitskauf in diversen Farben Kräftige Schulstiefel mit holzgenageltem Boden, 31-35 4.95,27-30 Damen-Lack-Spangenschuhe mod. Ausführung, ein besonderer Schlager unseres Hauses Herren-Halbschuhe gefällige Paßform, weiß gedoppelt,bewährte Qualität Damen-Spangenschuhe runde Form, Blockabsatz, großer Preisschlager Skizzen, Postkarten Damen-Stoffhausschuhe Kordelsohle Erbitte kosten!. Proep. Gießen 1 Name: 1 '**" Adresse: . - > - — Ale Drucksache, mit 5 Pfg. frankiert findet vom Montag, dem 7. Juli bis Samstag, den19. Juli statt Große Posten Waren zu außergewöhnlichen Preisen hä*—Ueber 3 Millionen Baudarlehen laut notariellem Protokoll in den letzten drei Monaten zugeteuL Farbige Damenschuhe gute Fabrikate, verschiedene Restposten von weit höherem Wert (pMotHolüft -Vergrößerungen sehr preiswert Vergessen Sie nicht, Photomaton zu besuchen Sonder-Angebote Einige hundertfarbige und weiße Sport- u.Oberhemden. Angefertigt aus prima Popelin und Zephirstoffen. Jetzt Stück Mk. 9.40,8.20 Sämtliche Flanellhemden mit passenden losen Kragen. Besonders die einzige automatische Photographier Maschine der Welt, die 8 verschiedene Bilder in nur 8 Minuten für nur 1 Mark liefert 10% Rabatt auf alle Artikel, welche im Preise nicht zurückgesetzt sind 20% Rabatt auf sämtliche farbigen Unterzeug-Garnituren, Herren-Bademäntel und Badeanzüge Sämtliche Artikel sind aus meinem Lager aussortiert und meine bekannt guten Qualitäten 4859d Fernsprecher 3627 Polstermöbel-Matratzen Für Aufarbeiten und Modernisieren Ihrer Matratzen und Polstermöbel empfehlen wir Ihnen die Sommermonate resp. Ferienzeit. Während dieser Zeit berechnen wir Ihnen verdienstlose Arbeitslöhne Gebr. Seelbach, Gießen Bin vom 5. bisl4.Juli verreist Dr.med.H. Schmidt Nervenarzt Vertreter: Med. Rat Dr. Bausch, Kaiserallee 8. Sprechstunden von 3 bis 5 Uhr nachmittags außer Mittwochs und Samstags 4898 D Größere Mengen Restposten und Einzelpaare bis Fr. Levermann, Gießen, Seltersweg 81 Bielefelder Herren-Wäsche Sdiließen Sie mit ans einen Bauspar-Vertragt Sie werfen dann nickt länger Unsummen für Miete and Zinsen zum Fenster hinaus, sondern sdiaffen slck mit unserem zinsfreien, unkündbaren Bau- and Hypothekengeld mit der Zeit ein wertvolle«, schuldenfreies Besitztum. Auck kleine monat- liehe Sparbeitrüge genügen. Zuglsick sind Sie ohne ärztliche Untersuchung prBmlenfrel In der Lebensversicherung. Unsere Sperrkonten bieten grüßte Sicherheit. Zum WMD ab Großen-Linden (Bahnhof) bis Schiffenberg von 2 bis 4 Uhr AiitoDenfleMelif 49000 Ab 6 Uhr zurück nach Bedarf. ©Habe meinGeschättnach Seltersweg 50 Eingang Wolkengasse verlegt. 04238 Fneöritli Leuning Uhrmacher u. Juwelier 'trugmann I Springmann' I Springniann $ .... V Ä