Nr. 150 Erster Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 5. Juni 1950 Ct|d)cmt tfigltd),trafen Sowetag» nnb Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle «onatr-vezug, preis: 2.20 9teid)»marii und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Dichter- scheinen einzelnerDummern infolge höherer Gewalt. HenifpreGanschlüße »nter Sam me uumvn er2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger •lefcee. Polscheckkonto: firenffurtam Main 11686. SiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk «Ad Verlag: vrühl'lche U«tversttS1r'Vuch. vnd SteMniiferei L lange In Sietzen. Schriftleitung «Nb Seschäftrftelle: Zchulftratze 7. Annahme van Anzeige» für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt« 10 Neichepfennig; für Re- blameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfenntg, Platzvorschrift 20*/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Eine Arbeitsgemeinschaft der Wirtschast für Preis- und Lohnpolitik Starke Annäherung der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. —Gemeinsame Aktion zur Ankurbelung der Wirtschast und Behebung der Arbeitslosigkeit. Schon seit mehreren Wochen sind zwischen führenden Wirtschaftspersönlichkeiten und maßgebenden Vertretern der drei Gewerkschaftsrichtungen Ber> Handlungen mit dem Ziele geführt worden, auf dem Wege über einen möglichst allgemeinen Preisabbau auch zu einem Abbau des über- höhten Lohnniveaus zu gelangen und so einmal di« deutsche Wirtschaft auf den Auslandsmärkten wieder konkurrenz- fä h i g zu machen, andererseits aber auch dem deut- schen Beide wieder eine stärkere Kaufkraft zu geben. Ursprünglich sollten die Besprechungen noch vor Pfingsten abgeschlossen sein, und cs bestand der Plan, die Einigung zwischen den beiden großen Faktoren der Wirtschaft mit einem Empfang beim Reichspräsidenten feierlich zu besiegeln. Es ist nun leider nicht gelungen, die Dinge schon jetzt soweit au fördern. Immerhin glauben wir die erfreuliche Feststellung treffen zu können, daß die bisherigen Ber- Handlungen eine sehr weitgehende An- näherun g der Meinungen sowohl auf der Un- tcrnehmerseite wie auf Seiten der Gewerkschaften gebracht haben, so daß der Pessimismus der sozialdemokratischen Presse uns nicht am Platze erscheint. Wir glauben sogar ohne Schädigung des Werkes lagen zu dürfen, daß der Vertreter der Freien Gewerkschaften «in sehr hohes Maß an Einsicht in wirtschaftliche und konjunkturelle Notwendigkeiten an den Tag gelegt hat und daß seine Opserbereitschaft in nichts hinter der des Unternehmertums zurückstand. Allerdings muß man die Fraae aufwerfen, inwieweit die Freien Gewerkschaften bereit sind, ihrem Vertreter bei diesen Verhandlungen auch Gefolgschaft zu leisten. Daß hiervon der ganze Erfolg einer Aktion, die man wohl als den größten Versuch zur Herstellung wahren sozialen Friedens bezeichnen kann, abhangt, liegt auf der Hand. Wie von den Arbeitgebern verlangt wer- den muß, daß sie ihre Unterhändler nicht desavouie- ren, sondern möglichst auf der ganzen Linie zu einem wirksamen Preisabbau schreiten, so müssen mir auch von den Gewerkschaften aller Richtungen erwarten, daß sie daS ihre tun, um durch effektive Lohnkürzungen dem Wirtschaftsprozeß neuen Austrieb zu geben. Wenn wir recht unterrichtet sind, soll alles Erdenkliche getan werden, um den Arbeitnehmer-- schichten aller Grade nach Möglichkeit die Auf- rechterhaltung des jetzigen Lebens- standardS zu sichern. Lohnrebuktionen sollen also offenbar nur im engsten Zusammenhang mit einer rückläufigen Bewegung deS Lebens- Haltungsindex durchgeführt werden. Die Senkung der Lebenshaltungskosten aber schafft wiederum besondere und sehr eigenartige Probleme. Denn sie ist nur dann durchzuführcn. wenn alle Gegenstände des täglichen Bedarfs alsbald einen nennenswerten Preisabbau erfahren. DaS aber fetzt wiederum voraus, daß nicht nur die Produktion, sondern auch der Hande! seine Preisspanne vermindert, ja, daß er vorübergehend sogar vielleicht gewisse Verluste auf sich nimmt Liebrigens werden auch auf der Lohnseite insofern gewisse Härten hier und da nicht zu vermeiden fein, als die Bewegung der Lebenshaltungskosten ja nicht überall im Reiche einheitlich ist. Es gibt unzweifelhaft weite Landstriche, in denen mit einer nennenswerten Senkung dieser Kosten nicht mehr zu rechnen ist. ES gibt umgekehrt aber auch wiederum Gegenden, in Denen wie namentlich in einer ganzen Reihe von .Industriegemeinden der Preisspiegel überhöht ist und einen wirksamen Abbau verträgt. Da aber eine Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf der angebeuteten DasiS nur dann Sinn hat, wenn sie gleichmäßig für das ganze Reich Platz greift wie ja auch der Lebenshaltungsindex einheitlich für das ganze Reich berechnet wird, wird man eben zunächst gewisse Härten nicht vermeiden können. Wenn es nicht gelingt, dem rasenden Tempo der Dauerarbeitslosigkeit und in deren Gefolge der Fehlbetragswirtschaft in den öffentlichen Haushaltungen durch eine Generalvereinbarung dieser Art zu steuern, bann wissen wir schlechterdings nicht mehr, welche Möglichkeiten Deutschland noch besitzen soll, auS eigener Kraft dem wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch zu entgehen. Wir sind heute schon so weit, daß, die Zahl der dauernd Erwerbslosen sich auf mindestens vierhunderttausend beziffert und einen monatlichen Mindestzuwachs von 15 000 bis 20 000 selbst bann erfahren muh, wenn der Sommer eine vorübergehende faisonmähige Belebung bringen sollte. Hieraus allein erwächst den Wohlfahrtsetats der deutschen Städte eine Wehrlast von 300 bis 400 Millionen Mark, eine Ziffer, die jeden geordneten Haushalt über den Haufen werfen muh. Wir wünschen deshalb mit heißem Herzen, daß dieser Anlauf zur sozialen Befriedung von Erfolg gekrönt sein möge. Denn nur dadurch werden wir in hoffentlich kurzer Zeit wieder Raum für Hunderttausend« von produktiven Kräften im deutschen Wirtschaftsorganismus schaffen können. Die Hindeuburgaktion. Berlin, 4. 3uaL (IcL-Un.) wie die „Icle- gtapbcn-Unlon“ van maßgebender Seite erfährt sind die Verhandlungen zwischen den llnternchiner- verbänden und den Gewerkschaftsführern nicht wie berichtet worden ist, bi» nach Pfingsten vertagt worden, sondern gehen zur Zeit noch weiter. Rach dem Stande der Dinge ist anzunehmen, daß die Verhandlungen voraussichtlich noch vor Pfingsten zu eine m positiven Ergebnis führen werden. Zur Vorgeschichte dieser Verhandlungen ist noch folgendes zu berichten: 3m Anschluß an den Schiedsspruch von Deynhause n beschlosien der Reichsoerband der Deutschen Industrie und die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, eine Kommission von je vier Mitgliedern zu ernennen, die untersuchen sollte, 1. auf welche weise eine allgemeine Preissenkung ermöglicht werden könnte, 2. wie der Reichshaushallentlafiel werden könne und 3. welche Regclung der Arbeitslosenversicherung für die wirtschaft als tragbar bezeichnet werden könne. Da» Ergebnis dieser Untersuchungen sollte dann einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände der beiden Verbände zur Beschlußfassung vorgelegt werden, während die vorbereitenden Beratungen hierüber noch gepflogen wurden, wandten sich die Gewerkschaftsführer Eggers und Graß- manu an Herrn von Hau wer mit dem Vorschläge, Verhandlungen über eine Verständigung zwischen den Gewerkschaften und den Unternehmern herbeizusühreo. Die genannten Untemehmerverbände beriefen hieraus ihre Vorstandsmitglieder telegraphisch zum Dienstagoormittag nach Vertin ein, während Herr von Raumer inzwischen mit den Mitgliedern der genannten Unternehmerkommission verhandelte. Die Verhandlungen zwischen den Führern der Arbeitnehmergewerkschaften und der Arbeitgeberverbände über die Schaffung einer neuen Arbeitsgemeinschaft zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung sind keineswegs gescheitert sondern man rechnet daraus. Es handelt sich dabei in der Hauptsache darum, neben der Beitragserhöhung oon 3H auf 4% Prozent eine Ausdehnung der Beilragspslicht über die jetzige Grenze der Versicherungspflichtigen hinaus aus die Dauer eines Jahres durchzuführen, würden dann alle Lohn- und Gehaltsempfänger bis jum höchslbezahlten Generaldirektor hinauf ihren Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zahlen, so hätte auch der Arbeitgeber wie bei den Beiträgen der Versicherungspflichtigen seinen Anteil zu tragen. Dieser Vorschlag, der das „Ro io pfer der Fest besolde t e n" darstellen würde, soll bereits die Zustimmung auch der Jrcien Gewerkschaften haben, obwohl die sozlaldemokra- tifche Reichstagsfraktion, die dieser Gewerkschaftsrichtung nahesteht, im Einklang mit den Forderungen der Beamten verbände statt eine, Jlof- opsers der Fest besoldeten ein allgemeines Rotopfer durch einen Zuschlag zur Einkommensteuer unter Weglassung der niedrigen Einkommen» st usen verlangt hat E» wird aber angenommen, daß unter dem Einfluß der Freien Gewerkschaften auch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion für da» Rotopfer der Fe ft besoldeten einschließlich der Beamten eintreten werde. Heber die bisherigen Verhandlungen zwischen führenden Kreisen des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie und den Gewerkschaften läßt sich der „vorwärts" oon unterrichteter Seite mitteilen, die Verhandlungen hätten den Zweck gehabt durch einen gemeinsamen Appell an die Dessentlichkeit möglichst getragen von der Autorität des Reichspräsidenten fördernd auf die Ankurbelung der Wirtschaft einzuwirken. Die Bereinigung des Etats, die Behebung der Rotlage der Reichsanslalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und damit zugleich eine dauernde Einschränkung bet Arbeitslosigkeit seien Gegenstand eingehender Besprechungen gewesen. Die Einzelheiten sollten in weiteren Beratungen geklärt werden. Die Gewerkschaftsvertreter hätten sich bei den Verhandlungen mit allem Rachdruck gegen eine Senkung der Reallöhoe gewandt und für durchgrei- fende Senkung der Preise, insbesondere der Kartellpreise ausgesprochen. Die Verhandlungen seien unterbrochen worden, weil der Reichsverband der Deutschen Industrie noch zu keiner einheitlichen Stellungnahme hätte gelangen können. Die Beratungen sind kompliziert, da die beider- ,eiligen Delegierten keineswegs mit absolut einheitlich gerichteter Unterstützung ihrer belreffcnbcn verbände rechnen können. E» scheint aber, daß sich im Lager der Arbeitgeber der sozial- und wirtschaftspolitisch gemäßigte Flügel zunächst einmal durch- geseht hat Die internen Besprechungen innerhalb des Reichsoerbaudes und der deutschen Arbeitgeberverbände über den einzuschlagenden Kurs sind noch nicht abgeschlossen, wie verlautet, (ff der zunächst in Fortfall gekommene Besuch beim Reichspräsidenten, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam abflattcn wollten, noch nicht aufgegeben worden. Als wichtigste Tatsache wird auf Atbeitgeberseite heute der auch im Gegenlager deutlich vorhandene Wille, unabhängig von Regierung und Parlament zu einer Einigung über die unmittelbarsten wirtschaftspolitischen Rotstände zu kommen, bezeichnet. Auf der Arbeitgeberseite werden die Verhandlungen vom Präsidenten der Vereinigung der Arbeitgeberverbände, Brauweiler, und dem Präsidialmitglied de» Reichsverbandes der Deutschen Industrie, v. Raumer, geführt, auf Ar- beilnehmerseite von den Abg. Graßmann und Eggert für die Freien Gewerkschaften, von dem Vorsitzenden der Lhristlichen Gewerkschaften Otto und dem Abg. Cemmer für den Gewerkschaftsring. In den bisherigen Verhandlungen ist bereite eine sehr starke Annäherung erzielt worden. Die Arbeitgeber wollen sich verpflichten, zunächst ate ersten Schritt zur Durchführung dieser Bewegung durch Verhandlungen mit den Kartellen eine allgemeine Preisherabsetzung durchzudrücken. Auf Grund der dadurch bewirkten Senkung de« Lebenshaltungsindex soll dann ate zweite Etappe die Angleichung der Löhne und Gehälter folgen, so daß für die Arbeitnehmerschaft keine Benachteiligung entsteht, da der Reallohn derselbe bleibt wie wir erfahren, hoben namentlich die Vertreter der Freien Gewerkschaften sich sehr entschieden für diese Aktton eingesetzt, weil auch ste der Auffassung sind daß die jetzige schwere Krise der deutschen Wirtschaft nur durch ein Zusammenwirken oon Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu überwinden ist. Der Reichspräsident ist über den Stand der Dinge unterrichtet worden: er hat diese Bestrebungen auf da» wärmste begrüßt. Mldenhauers Ausgabensenkungsgesetz. Anfänge für Bertvaliungsreform. — Etappenweiser Abbau der Reichsbehörden bis 1935. - Heraufsetzung der Pensionsgrenze der Beamten. Berlin, 4. 3unl (TU ) Das Ausgaben- senkungSgesetz, daS dem Reichskabinett am Dienstag zur Beratung vorlag, ist, der „Kölnischen Zeitung" zufolge, ein Mantelgesetz und enthält ein allgemeines Sparprogramm. DaS Gesetz zur Sicherung deS Haushaltes des Reiches, der Länder und Gemeinden sieht vor allem vor, daß Beträge, die durch den Ausfall gesetzlich gebundener Ausgaben erspart oder durch Mehrerträge von Zöllen und Steuern aufgebracht werden, In Zukunft zur Schuldentilgung verwandt werden müsse. Ferner sieht das Gesetz vor, daß die Summen der Ausgabensätz« im Reichshaushalt in jedem der Rechnungsjahre von 1931 bis 1933 je nach Abzug der äußeren Kriegslasten der Überweisungen an die Länder und der Beträge für die Deckung der Reichsschuld unter dem Ans atz des Haushaltsplanes für 1930 gehalten werden müssen. Weiter sollen Reubauten bis zum Jahre 1935 nur im Falle dringenden dienstlichen Bedarfs zugelassen werden. Auch die geplanten Bauten für das Reichswehrministerium und für den Reichstag dürfen vorl935nichtinAn- griff genommen werden. Das Gesetz zur Verminderung deS behördlichen Aufwands sieht vor allem eine Verminderung der ReichSbehörben vor, unb zwar soll biS zum 30. September 1930 aufgelöst werden: die Reichsvermögensverwaltung, das Reichskommissariat für die besetzten Gebiete und daS Reichsausgleichsamt. Spätestens bis zum 31. März 1931 sind aufzulösen: das Ministerium für die besetzten Gebiete, die Abteilung München deS ReichSpostministeriumS, die deutschen staatlichen Vertretungen bei den Gemischten SchiedSgerichtshösen, di« Vertretung der Reichsregierung in München, die Reichszentrale für Heimatdienst und die Abwicklungsstelle des ReichSkommissariatS für die Aus- und Einfuhrbewilligungen. BiS zum 31. März 1932 sind aufzulösen: das Wehrkreisverwaltungsamt BreS- lau, di« Abteilung für die Besitz- und Derkehrs- steuer in Braunschweig und Lübeck. Bl» jum Zl.Mür; 1934 ist aufzulösen da» Reichsoersorgungsgerichl und bis zum 31. März 1935: vier Landesfinanzämter, zehn Oberpost, direkttonen, zehn Telegrapheuzeug- und Telegraphenbauämter, 50 Finanzämter, zehn haupt- zollämter, sämtliche fjauptoerforgungsämter und versorgungsämter. Das Gesetz sieht ferner eine Verringerung der Zahl der Arbeitskräfte vor, und zwar ist die Zahl der Referenten, hilss- referenten und des sonstigen Personals in den Reichsministerten bis zum 31. März 1932 um mindestens 10 v. h. zu vermindern. Der dann erreichte Personalstand darf in Zukunft nicht mehr überschritten werden. Die leitenden Stellen bei den aufzulösenden Behörden sollen bei Freiwerden nicht mehr besetzt wer- den. Außerdem soll in den Jahren 1930 bis 1934 für ein Drittel der auSscheidenden Angestellten Ersatz nicht mehr eingestellt werden. DaS Gesetz zur Veränderung der beamtenrechtlichen Vorschriften steht zunächst eine Verminderung der örtlichen Zuschläge ab 19 3 1 jährlich um 1 v. H. hiS zur völligen Beseitigung dieser Zuschläge vor. An Beamte, die knSher keine solchen Zuschläge erhalten haben, werden sie in Zukunft auch bei der Versetzung an Orte nicht mehr gewährt, in denen sie üblich sind. Die Urlaube der Reichsbeamten werden ab 1. April 1930 gekürzt. Gleichzeitig wird vorgesehen, daß die Länder, Gtemeinbcn sowie die Reichsbahn kein« längeren Urlaub« gewähren dürfen als daS Reich. DaS Dienstverhältnis verheirateter weiblicher Reichsbeamten soll in Zukunft jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündbar sein, auch bei Anstellung auf Lebenszeit. Die gekündigten Beamten erhalten «in« Abfindung, und zwar für jedes vollendete Dienstjahr einen MvnatS- bezug, im ganzen höchsten zwölf MonatSbezüge. DieS gilt für die auf Lebenszeit angestelltett Beamten. Die Abfindung der auf Kündigung angestellten Beamten beläuft sich auf die Hälfte Die Altersgrenze soll von 65 auf 68 Jahre her- aufgeseht werden. Ferner sollen Ruhegeldkürzungen ein* treten, toeitn der Anspruchsberechtigte «in Diensteinkommen oder ein sonstiges Einkommen oder ein weiteres Ruhegeld bezieht. Bezüge biS zu 6000 Mark werden hierbei nicht angevechnet. Eine Kürzung tritt nicht ein, wenn Ruhegehalt und sonstiges Einkommen zusammen 9000 Mark nicht überschreiten. DaS Gesetz zur Erzielung von Ersparnissen sieht u. a. vor, daß Landgemeinden unter 3000 Einwohnern bes oldete Gemeindevorsteher nicht mehr anstel- len dürfen. Di« Zahl der Abgeordnetensitze soll ermäßigt werden entsprechend der Verminderung der Reichstagssitze (zur Erlangung eines Mandats sollen in Zukunft 80 000 statt bisher 60 000 Stimmen erforderlich fein). DaS Spargrogramm schlägt auch die Herabsetzung der Abgevrdnetendräten vor. Die vorgeschlagenen Gesetze sind zum Teil verfassungsändernd und bedürfen daher der Zustimmung der qualifizierten Mehrheit deS Reichstages. O e Zukunft der Wohnungs, wirtschast. Minister Hirlsiefer rechnet innerhalb von fünf Jahren mit der Aufhebung der Zwangsbewirtichaftung. Frankfurt a.M., 4.3unL (TU.) 3n der Hauptversammlung aller an der Tagung für Wohnungswesen beteiligten Verbände sprach am Mittwoch der preußische Wohlfahrtsminister Dr. Hirtsief er über die Zukunft der WohnungS- wirtschaft. Die Wohnungszwangswirtschaft kann erst dann aufgehoben werden, wenn auf dem Wohnungsmarkt geordnete Verhältnisse einaetre- ten sind, womit man wohl in fünf Zähren rechnen kann. ES müsse dann ein soziales Wtet- recht kommen, dessen wichtigster Inhalt die Beseitigung deS schrankenlosen Kün - digungs- und MietsteigerungSrech- tes fein müsse. Wohnungsaufsicht und Wohnungspflege müßten wieder stärker ausgebaut werden, gute Wohnräume erhalten, menschenunwürdige dagegen befeitigt werden. Sobald die bringenbfte Wohnungsnot beseitigt sei, werde an diese Wohnungsreform herangegangen. Die Reubautatigkeit müsse auch in Zukunft mit allem Rachdruck gefördert Werdern Dazu sei außer der weiteren Zur-Der- sügungstellung der HauSzinSfteuerhyPotheken di« Senkung der Baukosten und ble Ber - Billigung des Daugeldes nötig. Leider habe sich die allgemeine Zinssenkung bis jetzt noch nicht auf dem Hypothekenmarlt ausgewirkt. Sollte eine solche Senkung nicht eintreten, dann bliebe nur eine Erhöhung der Hauszins st euerhypotheken übrig. Dem privaten Wohnungsbau dürfte die Beschaffung des Wohnheimes nie mehr allein überlassen bleiben. 2m ganzen Reich sei von 1924 bis 1929 auf dem Wohnungsmarkt ein Reinzugang von 1,4 Millionen Wohnungen zu verzeichnen gewesen. In diesem Wohnungsbau seien Kapitalien in Höhe von 11 bis 12 Milliarden eingelegt. Preußen habe allein in diesen Jahren 2,3 Milliarden für den Wohnungsbau aufgebracht und 816 000 Wohnungen gebaut. Der Minister erklärte zum Schluß, die Lösung der Wohnungsfrage stelle den Schlüssel zum Wiederaufstieg des deutschen Dolles dar. — Der Redner wurde wiederholt von einer starken oppositionellen Gruppe, hauptsächlich Anhängern der Mieterschuhverbände durch lärmende Zurufe unterbrochen. Reform des juristischen Studiums in Preußen. Ein Zwi'chenexamen. — Engere Verbindung mit der Praxis Berlin, 4. Juni. (WTB.) Der preußische Kultusminister Grimme machte ausführliche Mitteilungen über die Wege und Ziele der in Preußen geplanten Reform des juristischen Stu- d i u m s. Der wissenschaftliche Charakter des Universitätsunterrichts müsse gewahrt bleiben. Der junge Student solle aber nicht nur zum Wissenschaftler erzogen werden, sondern mit den Problemen der Praxis mehr als bisher bekanntgemacht werden. Die Reform beabsichtige keine Examensänderung und lasse auch die Möglichkeit zu, das Studium wie bisher in sechs Semestern zu beenden. Durch Verhandlungen mit den übrigen deutschen Hochschulländern werde — und das sei eine Voraussetzung für die Durchführung der Reform — sichergestellt werden müssen, daß durch die neue Regelung, insbesondere dasZwischenexamen, die akademische Freizügigkeit nicht beschränkt werde. Dieses nach drei Semestern abzulegende Examen solle nicht als Gedächtnis-, sondern als B e - fähigungsprüfung gelten. Die Repeti- torien, die den Schwerpunkt des juristischen Lehrens wieder in die Universität verlegen wollten, sind als zweisemcstrige Wiederholungskurse des gesamten Rechtsstoffes mit einer Mindestzahl von 16 Wochenstunden gedacht. Durch die Kür- zung der großen theoretischen Kollegs soll Zeit gewonnen werden für die stärkere Berücksichtigung der neuen Rechtsmaterien, insbesondere Arbeitsrecht und internationales Recht, sowie für die bessere Vertiefung in wirtschaftliche und soziale Fragen. Die durch die Reform geforderte starke Vermehrung der A s s i st e n t e n st e l l e n und die Heranziehung pädagogisch besonders besähigter Praktiker, mit der übrigens eine stärkere Verbindung der Professoren mit oem praktischen Rechts- leben Hand in f)anb gehen soll, ist eine Geld- frage. Die nähere Durchführung und Handhabung der Richtlinien liegt bei den Fakultäten, die sich bereit erklärt haben, an der Reform mitzu- arbeiten. Oer Fall Günther und die Universität Jena. Jena, 4. Juni. (Tel.-An.) Der Große Senat der Aniversität Jena hat am Dienstag folgenden Beschluß gefaßt: «Der Große Senat billigt das Vorgehen von Rektor und Senat und legt gleichfalls Verwahrung ein dagegen, daß bei der Berufung des Schriftstellers Dr. Günther zum ordentlichen Professor der mathematisch- naturwissenschaftlichen Fakultät das in der Ani- versitätshauptsahung vom 1. Dezember 1924 in den Paragraphen 1 und 8 verbriefte alle Recht Das ftanzUch-ilalienische Abrüflungsgespläch. Die letzte Rede des italienischen Außenministers G r a n d i im Senat hat den Beweis dafür geliefert, daß Italien ein gutes Recht hat, von Frankreich die F l o t tenp ar i t ä t zu verlangen, denn Frankreichs Staatsmänner haben auf der Washingtoner Flottenkonferenz eine feierliche Zu s a ge in dieser Richtung geleistet. Grandi hat dann weiterhin die Aufsehen erregende Erklärung abgegeben, daß die italienische Regierung bereit sei, den Dau der neu bewilligten Kriegsschiffe aufzuschieben, wenn Frankreich dasselbe tue und wenn neue Flottenverhandlungen in Gang kämen. Man wird auf die französische Antwort mit Spannung warten können Der italienische Außenminister aber hat sehr zum Mißvergnügen der französischen Oef- fentlichkeit mit Rachdruck die französische These abgelehnt, die bekanntlich dahingeht, daß e r st die Sicherheit gewährleistet werde, ehe an die Abrüstung gedacht werden könne. Rvch Grandis Auffassung, die auch der deutschen Stellungnahme und dem gesunden Menschenverstand entspricht, muß die Abrüstung der Sicherheit vorangehen. Die französische Politik ist jetzt mit ihrer Sicherheitsthese vereinsamt, und man muß abwarten, ob sich daraus allmählich internationale Folgerungen ergeben. Jedenfalls hat Deutschland alle Veranlassung, jetzt seinerseits die Frage der Abrüstung stärker in den Vordergrund zu schieben, zumal noch bei der letzten englischen Anterhaus- debatte der liberale Sprecher erklärt hat, daß die Richtabrüstung der alliierten Staaten neue deutsche Forderungen berechtigt erscheinen lasse. Das pariser Echo der Grandi-Rede. Keine Beseitigung der Spannung. Paris, 4. Juni. (TA.) Pertinax befaßt sich int „Echo de Paris" mit der außenpolitischen Rede Grandis und hebt die verschiedene Auffassung der beiden Länder in bezug auf die Sicherheit, Schiedsgerichtsbarkeit und Abrüstung hervor. Er weist darauf hin, daß sich Italien gegen Frankreich der deutschen Auffassung a n s ch l i e h e, die im gewissen Grad auch die englische und amerikanische sei. Grandi habe sein Hauptaugenmerk auf die Flöttenfrage gerichtet. Wenn er aber erkläre, daß Italien, falls es mit Frankreich Flotten- gletchheit besitze, die niedrigste Tonnage anerkenne, so habe er dabei stets den Hintergedanken. seinem Lande den Vorrang im Mittelmeer zu sichern. Für die breite Oeffent- lichkeit bringe Grandi insofern einen neuen Gedanken, als er Vorschläge, die italienischen Flot- tenrüstungen einzu st eilen unter der Voraussetzung, dfiß Frankreich auch die seinen auf- gebe. Das sei weder eine Lösung, noch überhaupt der Anfang einer Lösung. Ein friedlich gesinntes Italien werde Frankreich immer bereit finden, zu verhandeln. Die drohende Haltung aber, die Italien augenblicklich einnehme, könne Franlleich nicht veranlassen, auch nur einen Fuß breit von seinem Recht abzuweichen. Iber Aniversität, bei den Berufungen auf die, Lehrstellen durch ihre Vorschläge sachkundig mitzuwirken, im vorliegenden Fall durchbrochen worden ist." — Der Beschluß ist zugleich eine Antwort auf die Veröffentlichung des Vorstandes der Jenaer Studentenschaft und des Professors Dr. Plate in einer Berliner Zeitung. Ausdehnung des Waffenverbois. Berlin, 4. Juni. (Priv.-Tel.) Die scharfen politischen Gegensätze der Rachkriegszeit haben in ihrer praktischen Auswirkung eine wachsende Ansicherheit in das öffentliche Leben Deutschlands getragen, die sich zum Teil in sehr ernsten Formen äußert. Die Tatsache, daß in vielen Fällen durch die Benutzung von Hieb- und Stichwaffen das Leben von Staatsbürgern gefährdet worden ist, hat seit längerer Zeit bei den zuständigen Stellen zu Erwägungen darüber geführt, ein Verbot des Besitzes von Stich- und Hiebwaffen durch Gesetz zu erlassen. Die Beratungen hierüber sind noch nicht abgeschlossen, doch hofft man angesichts der Bedeutung des Themas, den Entwurf in aller Bälde durch das Parlament verabschieden zu können. Bei den Beratungen im Reichstag wird insofern eine schwierige Situation entstehen, als die Frage innerhalb der Parteien lebhaft umstritten ist, so daß das Zustandekommen einer Mehrheit für einen solchen Entwurf noch fraglich ist. Deutsche Voraussetzungen für Paneuropa. Die Herstellung der vollen Gleichberechtigung Genf, 4. Juni. (TA.) Auf der Tagung deS Bundes für europäische Zusammenarbeit begrüßte der sozialdemokratische Reichstagsavgeordnete Dr. B r e i t s ch e i d die Paneuropa-Denkschrift Bri- ands. Der Plan Driands könne nur im Rahmen des Völkerbundes als eine Stärkung des Völkerbundes verwirklicht werden. Er bedauere, daß die Denkschrift Briands einen Rückfall in den veralteten CBegriff der Staatssouveränität enthalte. Für Deutschland fei es außerordentlich schwer, einer auf diesem Souveränitätsbegriff aufgebauten Gemeinschaft anzugehören, da Deutschland nach den ihm auferlegten Verträgen nicht über seine volle Souveränität verfüge. Deutschland habe seine Abrüstungsverpflichtungen erfüllt. Da die europäische Vereinigung nur auf dem Grundsatz völliger Gleichberechtigung sämtlicher europäischer Staaten aufgebaut werden könne, müßten auch die übrigen Staaten völlig abrüftenunb auf ihren Gebieten entmilitarisierte Zonen schaffen. Gleichzeitig mit der europäischen Vereinigung müsse eine Rev i- sionsmöglichkeit aller geltenden Verträge geschaffen werden. Der Artike119 des Dölkerbundspaktes, der die Revision internationaler Verträge vorsehe, fei bisher ein Messer ohne Klinge gewesen, müsse jetzt geschärft und anwendbar gemacht werden. 'S" Rationaler Trauertag in Ungarn. Am zehnten Jahrestag des Friedensdiktats von Trianon. Budapest, 4.Juni. (TeL-An.) Am Mitt- woch wird in ganz Ungarn ein Trauertag anläßlich der 10. Wiederkehr des Tages der An- terzeichnung des Trianoner Friedensvertrages abgehallen. Die Blätter ohne Anterschied der Partei bezeichnen den Friedensvertrag wie alle Friedensverträge der Jahre 1919 und 1920 als einen Hohn auf das vorher verkündete Selb st bestimmungsrecht und als Schulbeispiel der übermütigen Gewaltanwendung. Aus dem Artikeln ist die unverbrüchliche Zuversicht des ungarischen Volkes auf Revision der Friedensverträge ersichtlich. Das ungarische Abgeordnetenhaus veranstaltete eine eindrucksvolle Kundgebung, zu der alle Abgeordneten in schwarzer Kleidung erschienen waren. Im (Kamen aller parlamentarischen Parteien sprach Abgeordneter Graf Appony, der seine Rede mit dem Hinweise begann, daß alle Gesetze über den Friedensvertrag von Trianon schwarz umrahmt in die ungarischen Gesetze eingereiht werden müßten. Die Trianonverträge gelten nur als ein ilngarn aufgezwungenes Diktat, Ungarn habe fein Schicksal nicht verdient. Es sei gegen seinen Willen, durch tragische Amstände in den Krieg hineingezogen worden. Die größte Angerechtigkeit des Friedensvertrages stelle die Abtrennung von dreieinhalb Millionen ungarischer Bürger dar. „G-as Zeppelin" mit Kurs auf Lissabon. - _ Friedrichshafen, 5. Juni. (WTB. Funk- soruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" meldet dem Luftschiffbau Friedrichshafen, daß es sich um 6 Uhr früh MEZ. auf 38,20 Grad nördlicher Breite und 12,50 Grad westlicher Länge befand und Kurs auf Lissabon nimmt. Der angegebene Standort befindet sich 350 Kilometer westlich der portugiesischen Küste. Wegen ungünstiger Wetterlage Haltepunkt Sevilla noch unentschieden. Landung voraussichtlich nicht vor 18 Uhr. Oie Wetterlage. ,051 1T iOtrd' Uai, Salb Int ta Corunafoff ^Ti ° Oslo/C, 2 1930. OieGtudierendenderLandesumversiiät von der Pressestelle der Landesunioersitöt Gießen wird mitgeteilt; Die Zahl der immatrikulierten Studierenden beträgt im laufenden 6ommer|emefter 1935, hierunter 142 Frauen, hierzu kommen Gasthörer und -Hörerinnen 124 und 3 Hospitantinnen, so dah sich die Gesamtzahl auf Ruhebänken m der näheren Umgebung Gie- tzens wurde in den letzten Tagen dadurch Rechnung getragen, daß in den ersten Waldschneijen schadhafte Bänke wieder hergerichtet und neue ausgestellt wurden An vielen stellen, die srühei Sitzgelegenheit barboten, haben rohe Hände die letzten Reste ganz beseitigt und verschleppt Aber auch sonst gibt es leider Menschen, die die 'Nähe von Ruheplätzen dazu benutzen, fort allerlei Unrat wie Matratzenreste, Strohsäcke. Töpfe usw abzuladen und den Ruhe- bedürstigen den Aufenthalt dort zu verekeln, wie es z B am Waldeingang an der Fünfziger-Allee 1864 1914 (neben dem Unioerfitöts-Sportplatz) zu beobachten ist. Ein schönes Wahrzeichen im Siegener Stabtwald, der Aussichtsturm auf der Hocbwart, mußte leider in der Kriegszeit gesperrt und später, da baufällig, ganz entfernt werden Ein paar mächtige Steinquadern beulen jetzt den früheren Stand des Turmes an, von dessen Höhe man einen wunderbaren Blick über den Wald, die Stadt Gießen, ins Lahntal und die benachbarten Täler hatte Ein ähn- liches Schicksal droht dem auf ansehnlicher Höhe unterhalb des Schifsenbergs über der früheren Freilichtbühne (Hermannsbuchef am Ludwigsbrunnen (gegenüber dem Forftgarten) vor Jahren errichteten Georgstempel Zwar find die äußeren Balken, Stützen usw noch In gutem Zustande jedoch das Innere bietet einen trostlosen Anblick Don den im Innern rund herum angebrachten Bänken sind kaum noch zwei intakt und als Sitzgelegenheit zu benutzen Das Schlimme hierbei ist, daß die Bänke wohl kaum unter dem guten Dach den Witterungsunbilden zum Opfer gefallen sind, sondern daß rohe Hände hier ihr Zerstörungswerk verrichteten Don dem Georgs- tcmpel hat man einen ähnlichen Blick wie früher oom Turm auf der Hochwart Jedoch müßte von feiten der Forstbehörde durch Entfernen einiger die Aussicht hindernder Bäume und Aefte etwas nachgeholfen werden Dem Verkehrs und Verschöne- rungsoerein bietet sich hier eine Gelegenheit zur Betätigung im angeregten Sinne Wirb der Georgstempel wieder entsprechend hergerichtet, so sind hierfür die vielen Spaziergänger, die infolge des immer stärker werdenden Kraftfahrzeugoerkehrs nur noch auf die Waldwege angewiesen sind, sicher dankbar Pflicht der Besucher des Waldes und feiner Sitzgelegenheiten ist es aber auch daß letztere nach Möglichkeit geschont und ihre Umgebung in menschenwürdigem Zustand erhalten bleibt. Äießencr Wochcnrnarktpr. > Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 140 bis 150, Matte 30 bis 35. Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 8 bi« 10. Rotkraut 15 bis 20. Spinal 10 bi« 15, Römischkohl 10 bis 15 grün« Dohnen 50 bis 60, Spargel 40 bis 80. Erbsen 30 bis 35. Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 80. Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln (alte) 4,5 bis 5, Kartoffeln (neue) 12 bi« 15, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 50 bis 70. Erdbeeren 160 bis 200, Nüsse 50 biS 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 biS 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. bas Pfund Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf., Tauben 70 biS 80 Sier 10, Blumenkohl 30 bis 70. Salat 8 bis 10 Salatgurken 40 bis 80. Ober-Kohlrabi 15 biS 20. Lauch 5 618 10. Rettich 15 bis 20. Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück, gelbe Rüben (neue) 15 bi« 20, Radtcschen 10 bis 15 Pf das Bund. Kartoffel 3,80 bi« 4 Mk der Zentner. Bornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus Dahnbofstrabe. Tonfilm .Wien, du Stadt der Lieder". • •• Neuer Ehrensenator der Lan- desuniversilät. Von der Pressestelle der Landesuniversität Gießen wird milgctctlt: Anläßlich des 70. Geburtstages hat die Landesuni- versität Gießen den Präsidenten der Deutschen Gemeinschaft ^ut Erhaltung und Förderung der Forschung. Seine Exzellenz Herrn StaatSminister D. Dr Friedrich Schmidt-Ott in Berlin, mit Rücksicht auf feine hervorragenden Verdienste um die LandeSuniversität, zum Ehrensena- t 0 r ernannt. " Don der Straßenbahn. Wie die Direktion der Straßenbahn in unseren, heutigen Anzeigenteil betanntgibl, können bie vor dem 1. Juni gültig gewesenen Fahrscheinheftchen zu 1,40 Mark uno 1,80 Mark noch biS zum 1. August weiterbenutzt werden Dann verlieren diese Hest- chen ihre Gültigkeit. •• Offenbacher Geldlotterie. Die Ziehung d'.eser hessischen Geldlotterie findet unwiderruflich am 18 Juni in Offenbach a. HL statt. Siehe heutige Anzeige. *• D. H. C-. Giehe n. Nach dem DünSberg- gediet lenkte am Sonntag der V. H. L. Gießen seine Schritte. Von Station Friebelhausen wanderten bie 85 Teilnehmer durch Odenhausen in mäßigem Anstieg hinaus zum tahlen Altenberg. Die sonst so reizvolle Rundschau vom Gipfel des Derges war leider durch den herrschenden Frühnebel stark beeinträchtigte doch entschädigte einigermaßen bet Blick in das zu Füßen de« Berges sich hinziehenbe liebliche Salzböbelal. Der roten Keilmarkierung nach ging es bann am „Toten Mann" vorbei zur Frühstücksrast nach dem sog Dünsbergblick, einem hoch über dem Wißmarbachtal gelegenen Aussichtspunkt mit hübschen Blicken nach dem Dünsderg und den Burgen. Dem Zeichen weiter führte der Marsch durch prächtigen Buchenhochwald an der „Draut- buche vorüber zum Forsthaus Waidhaus, wo eine längere Erholungspause stattfand. An bet ehemalig preußisch - hessischen Grenze entlang, ging es hierauf zum Hauptziel des Tages, bem Dünsberg. Doch würbe diesmal der steile Aufstieg, den das Zeichen weiter verfolgt, vermieden und ein angenehmer Weg eingeschlagen. der nahezu mühelos zur Höhe leitet Besonders gut war die Fernsicht vom Turm: doch sind leider die den Gipfel umsäumenden Fichten so hoch geworden, daß in absehbarer Zeit die sonst so prachtvolle Aussicht zugewachsen sein dürste Die zuständige Forstbehörde würde sich den Dank aller Dünsbergfreunde erwerben, wenn sie hier Abhilfe schaffen würde. Zum Abstieg wurde der im vorigen Jahre neu angelegte bequeme Weg gewählt. NNHE1M \b^-erten SUNL1CHT GESELLSCHAFT A.-G. W < SuNl? e l । u A Tnit der wahren Liebe des echten Fachmanns gemischt und geschnitten, wird von den OVA-MÄDCHEN gewissenhaft gepflegt. / r I W X Ä - z-: MW 4223 A Statt Karten! beehre ich mich anzuzeigen Gießen, Pfingsten 1930 Am Nahrungsberg 2 Sahnhofstraße 40 4228V Erforderlich RM. 300. ur rührige 4243D 4178 A 4244 D 4238V 4181A kaufen 03686 Vereine Beispiele unserer Leistungsfähigkeit! 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Mer £ dx i uni & sah Die im jehi im 21 erMunge bekämpft, zeugwig,l wesenen u tchaf^geste anforberur Finanzen behauptete rung der t sozialen un jede tvl Lasten d den Stc stungsps nur durch rung der 3 um ch :ncr t chaft, ötaatsk Der, die ersüllt lasse stellten wir stem Au! Erkenntnis, an die äustl Sparpolitik öffentlichen Stabilität! führen könn beiten des der De, Steuers der 'svz tigung Gesund jung des unmittelba und fyiali unerträglich Gesamtnatil Denn Äl nichts um gen der ha und im Pb den bescher Epargedanl nirgends d daß nicht des Reichs lich voraczc Honen Ma möglich fei, sede im 7 gleichgüb des Rcfymc läufigkeiten^ Dechtsertigi diese Deg dauernd ui Frage, ist dringlil daß sie g Dereitstelü ^rheber-Rech, n hatk I Kn Dlan, Fettung kam i| 2 ihn hcrc s&ty Äe, E^t nicht CT« schli ’c diesen E 'ZUdirst ilnh K-Ls betrog Er^Mn cs ®ott zu U' sen.Sen. dL'S-ü Nr. |30 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 5. Zuni (950 OieKampfparoledesHanfabundes Scharfe Abrechnung mif dem Kurs der Zwangsläufigkeiten^. - Durch Ausgabenabbau zu einer Sanierung der Reichsfinanzen. Der Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie wendet sich im neuesten Hest seiner.Mitteilungen" mit einem Auf- sah seine- Vorstandsmitglied- E r n st M o s i ch an die breite Oesfentlichkeit. in dem es u. a. heißt: Die im Dezember 1929 und insbesondere die jetzt im April vom Reichstag beschlossenen Sleuer- erhöhungen haben wir mit schürf stem Rachdruck bekämpft. Denn wir waren und sind der Uebcr- zeugung, daß schon aus dem vorher vorhanden gewesenen übersteigerten Riveau der an die Wirtschaft gestellten öffentlichen Steuer- und Abaabe- anforderungen eine .Sanierung" der öffentlichen Finanzen nicht durchzuführen war und ist. Wir behaupteten und behaupten, daß die Mcberfteige- rung der wirtschastlichen Lasten mit Ursache der sozialen und wirtschaftlichen Rot war und ist, dah jede weitere Steigerung dieser La st en die Rotstände vergrößert und den Staat vor neue soziale Leist ungspslichten stellt, denen er wiederum nur durch neue Lastensteigerung, neue Vergrößerung der Rotstände zu begegnen vermag b i s zum chaotischen Zusammenbruch iner völlig entkräfteten Wirt- Haft. eines völlig zermürbten Staatskörpers. Der. die vielfachen Sparversprechungen unerfüllt lassenden ReichShaushaltsvorlage für 1930 stellten wir dos Verlangen nach umfassend- stem AuSgabenabbau entgegen aus der Erkenntnis, dah nur eine nunmehr sofort bis an die äußersten Grenzen des Tragbaren gehende Sparpolitik zu einer wirklichen Gesundung der öffentlichen Finanzen, zu einer unangreifbaren Stabilität der Bilanzierung des Rcichshaushalls führen könne. So, wie in den etatskritischen Arbeiten des Vorjahres stellten wir sest, daß.n ur der Weg vom AuSgabenabbau zur Steuersenkung, zur Entspannung der sozialen Rot stände, zur Kräftigung der Gesam twirtschaft. zur Gesundung der Steuerträger der Lösung des schweren Problems entgegcnsührt, die unmittelbaren und mittelbaren wirtschastlichen und sozialen Folgen des Weltkrieges ohne eine unerträgliche Rivellierung der Lebenshaltung der Gesamtnation zu überwinden. Wenn Reichsregierung und Reichstag bisher nichts unternommen haben, bei den Beratungen der Haushaltsvorlage im Haushaltsausschuh und im Plenum des Reichstages wenigstens in den bescheidenen Grenzen des Vorjahres dem Spargedanken zu dienen, so ist festzustellen, dah nirgends dabei der Beweis dafür erbracht ist. dah nicht eine Minderung der Rettoausgaben des ReichShauShalts in dem von uns grundsätzlich voraezcichneten Ausinah von rund 800 Millionen Mark mit sofortiger Wirkung möglich sei. Wir wissen sehr wohl, dah fast für jede im ReichsAusbalt vorgeschlagene Ausgabe — gleichgültig, ob sie innerhalb oder außerhalb des Rahmens der gesetzlich sestgelegtcn .Zwangsläufigkeiten" liegt — eine Begründung und Rechtfertigung besteht. Aber wir verlangen, dah diese Begründungen und Rechtfertigungen dauernd und peinlichst gewertet werden an der Frage: ist die Ausgabe des einzelnen Titels s o dringlich, so starkes staatspolitisches Gebot, bah sie getätigt werden muh, auch wenn die Bereitstellung der für sie erforderlichen Mittel Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 29. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er hatte sehnsüchtig die Arme nach ihr aus- gcfhxdt, wie ein Ertrinkender nach der letzten festen Planke, die ihm eine schwache Aussicht auf Rettung bietet. Sic kam llangsam zu ihm hin, trat ganz dicht an ihn heran. Aus feinem Gesicht las sie all sein Leid heraus. — Gab es keine Rettung mehr für diesen Schwachen? — War sie dazu bestimmt, jenen Unglücklichen heraufzuziehen zu sich? — Würde eS ihr gelingen, diesem Manne wieder einen Halt zu geben, dah er imstande war, die Stelle auszufüllen, an die ihn Gott gesetzt? — Oh. er war ein von Gott begnadeter Mensch. Sein Talent war mehr als bloßes Können. War dieses Talent nicht höhere Bestimmung? — All' diese Fragen schwirrten durch Konstanzes Kopf, als sie diesen Elenden vor sich sah. Seine irrenden Augen tranken ihren ruhigen Blick. Da sagte sie mit ganz sanfter Stimme, in der Wunsch und Zuversicht zugleich lagen: .Du wirst nicht mehr spielen, Peter!" .Ich werde nicht mehr spielen, Konstanze." ilnb dann folgte eine Stunde tiefster Zerknirschung für Peter. Er bekannte dieser Frau seine Fehler und Leidenschaften. Sie hörte ihm wortlos zu und er empfand es als wohltuende Entlastung, sie über seine Schwächen und alle Unwahrheiten, mit denen er sie hintergangen, aufzuklären. .So, Konstanze! — Run muht du gehen. Run wirst du meine Wohnung nicht mehr betreten. Ich verdiene nicht deine Liebe. Ich habe dich betrogen und wie könntest du einem Lügner Vertrauen schenken?" Er wartete, dah sie nun ausstehen würde, das Zimmer zu verlassen, um nie wieder hier zurückzukehren. Aber nichts von dem geschah. ..Ich weih," sagte sie, ..daß du dein Versprechen halten wirst, Peter. Wir haben alle Schwächen. Gott gab uns die Möglichkeit, diese Schwächen zu erkennen. Wir müssen unsere Fehler bekämpfen. Diese Möglichkeit ist wohl eine der größten Gnaden des Allmächtigen. — Du wirst deiner Kunst leben und diese Kunst. Peter, wird dich deinen Leidenschaften entreißen und zu Edlerem emportragen. So viel ich vermag, will ich dir halfen." — Sie hatte dies ganz schlicht gesprochen. Ein hehres Menschentum klang aus diesen Worten. „Ich werde mit dir kämpfen. Leidvoll wird dieser Kanrpf fein, aber nur durch tiefstes Leid ringen wir uns zum Höheren durch." nur mit weiterer Zermürbung der wirtschaftlichen Kraft, weiterer Vertiefung der sozialen Rot, vor allem weiterer Steigerung der Arbeitslosigkeit herbeigeführt werden kann. An dieser Frage ist nichts zu deuteln! Sie muß gestellt, sie muß bei jeder Einzelausgabe vom Parlament beantwortet werden I Wir wollen nicht Worte, sondern Taten! ilng find selbst geringe Taten wesentlich erwünschter als allzu starke Worte! Was nützt uns ein „Gesetz zur Vorbereitung der Finanzreform", was nützt uns ein sachlich nirgends unterbautes Versprechen von .Steuersenkungen in 1931", wenn einer Lastenerhöhung vom ©fernher 1929 und April 1930 im Ausmaß von fast 1000 Millionen Mark jetzt sich die Diskussion über eine weitere Lastenerhöhung von 600 bis 700 Millionen Mk. (210 Millionen Mk. Sozialbeiträge, 400 bis 500 Millionen Steuern) anschließt, ja anschliehen muß. da sich unsere Voraussage über die Entwicklung der Dinge als nur zu richtig erweist. Die Richtabkehr von den bisherigen Wegen der Finanz- und Sozialpolitik, die dadurch bedingte Erhöhung der sozialen Röte ist die Ursache des Zerbröckelns des Etats, bevor er noch zum Gesetz erhoben ist. Wit starken Worten läßt sich die Unbaltbarfeit solcher Politik nicht mehr übertünchen! Cs darf jetzt nicht über Steuer- und Sozialbeitragserhöhungen verhandelt und kom- promisselt werden. Das darf nicht sein! Rochmals bietet sich aus dem Zwang der Lage heraus eine zum Erfolg zu gestaltende Möglichkeit, den Kurs wirklich zu wechseln. Gebt der Wirtschaft ihre Freiheit wieder! Rehmt ihr die untragbaren Fesseln ab, in die sie -durch die Ueberfteigcrung der öffentlichen Ansprüche unmittelbar und mittelbar gelegt 'ist! Froher Zukunftsglaube, größte Intensität neuen wirtschaftlichen Schassens, tagtägliche Minderung der sozialen Rotstände, Auflockerung der Rot- bindungen, die sich die Wirtschaft selbst schaffen mußte, um durch die Gefahrzonen dieser Jahre das Fundament für neues Blühen hindurch- führen zu können, wird das sofortige Ergebnis eines gesetzgeberischen Handelns fein, fein muffen, das der Privatwirtschaft stärkste Kraftentfaltung im Dienst am staatlichen^ sozialen und kulturellen Aufstieg unseres Volkes ermöglicht. Sofort ist zu handeln! Die Haushaltsberatung ist noch nicht abgeschlossen. Alles, was erforderlich ist. ist — wenn man nur will — noch in ihm abzuändern, um- und neuzugestalten. Wir werden nicht ruhen noch rasten, um unsere Auffassung durchzusetzen. Dabei verkennen wir nicht, daß wir jetzt nicht mehr im „Beraten", nicht mehr im „Vorschlägen" allein unsere Pflicht erfüllen können. Kamps ist die Parole! Wir drohen nicht mit den Fahnen des Aufruhrs. Aber wir werden nicht davor zurück- scheuen, die Massen des erwerbstätigen Bürgertums unter den rot-weißen Fahnen der alten Hansa zum offenen Protest aufzurufen, sollte Mut- und Willenslosigkeit die gesetzgebenden Körperschaften weiter hindern, das zu tun, waS die soziale Rot, die wirtschaftliche Schwäche der Gegenwart verlangen. Handel, Gewerbe und Industrie haben nicht nur diePs 1 icht, Steuern und Abgaben und nochmals Steuern und Abgaben zu zahlen, sie haben auch das Recht, alle in ihnen wohnende politische Kraft, das ganze Ungläubig hatte er ihren Worten gelauscht. — Gab es so hohes Weibtum, das diese Fehler verzieh? — War man nicht ein Verzweifelter, ein armer Unglücklicher, der an solche Reden nicht mehr glauben konnte? — Sollte man ihn nicht lieber lassen, wo er war? — Es war vielleicht besser, diese Frau ihren Weg gehen zu lassen und ihn sollte man den seinen weiterschreiten lassen bis zur Vernichtung. — Da wehrte sich ein gewaltiges, heißes Verlangen, sein Leben mit dieser Frau zusammen zu Ende zu führen, in ihm gegen solche Gedanken. — War sie nicht die begehrenswerteste aller Frauen? War sie nicht ganz Verzeihen, ganz Güte, ganz Milde, ganz Liebe und ganz Verstehen? „Ich verspreche dir alles, was du von mir verlangst, meine kleine Konstanze", sagte er und küßte dankbar die geliebte Frau. — Don diesem Tage an wurde kein Wort mehr über Peters Leidenschaft zwischen den beiden gewechselt. Es schien wirklich eine gewisse Ruhe und Abgeklärtheit über ihn gekommen zu sein. Er matte wieder. Wenn sie jetzt heimlich in seinem Gesicht forschte, dann schien es ihr, als wäre das Befremdende, das ein unseliges Laster dort eingegraben hatte, verschwunden, und in manchen Augenblicken gewahrte Konstanze daS frühere Gesicht PeterS unter der dünnen Maske seines jetzigen Antlitzes hervorlugen. Es war das Gesicht, das in Klein-Giesow früher, früher, in verwehten Zeiten durch ihre sonnigen Mädchenträume geschwebt. — „Konnte nicht alles wieder so sein wie damals?" fragte eine Stimme in ihr. Sic lächelte der Stimme müde zu und schüttelte unbewußt das Haupt. „Damals sahen wir das Leben anders. Wir sind verschlungene Wege geschritten in der ganzen Zwischenzeit", antwortete Konstanze der Stimme. „Pfade zur Höhe und Pfade zur Tiefe. Damals gingen wir beide unbeschwert dahin auf blumigem Plan, tänzelnd und frohlockend. Run kennen wir das Leben, nun sind wir reif." Sie öffnete die Augen wieder, die sie ganz mechanisch geschlossen hatte, und blickte zuPetcrS Staffelei hinüber. „Diese vergangenen Zeiten können nicht wieder auferstehen. Richts kehrt völlig unverändert wieder im Leben. — Warum war dieser Mann so schwach?" fragte sie sich. „Dieser Mann konnte der Menschheit mit seiner Kunst das Größte und Höchste geben. Seine Schwäche allein war es. die ihn daran hinderte." Und nun fiel es Konstanze wie Schuppen von den Augen. Diese Stunde wurde für sie zur inneren Erleuchtung. Sie wußte, sie war berufen, diesen Mann zu dem zu führen, wozu ihn Gott erwählt hatte. Das war kein Vermessen Konstanzes, keinesfalls. Es war Gefühl. Dieses Gefühl war so stark, daß sie an einen inneren, göttlichen Befehl glaubte. Sie würde alle Schwächen, Gewicht ihres staatsbürgerlichen Wollens s ü r die Politik einzuschen, die ihnen im Interesse des Ganzen von Ration und Wirtschaft notwendig erscheint. (Sfabfraf in Äav-Rauheim. 21 Dad-Rauheim, 4. Juni. Der Stadt- r a t belch oh in seiner gestrigen Sitzung die Einführung einer aisgemeinen Wcrtzuwachs- fteuer unter Aufhebung der Ortssahung über die Inflations-Wertzuwachssteuer. Der Muster- sahung des Ministers des Innern über die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachssteuer wurde zugestimmt. Rach der Satzung über die allgemeine Wertzuwachssteuer entscheidet über Billigkeitserlässe der Stadtrat, der beschloß, seine Befugnisse einem besonderen Eteuerausschuh zu übertragen, bestehend aus dem Bürgermeister oder einem von ihm bestellten Vertreter und aus vier Etadtratsmitgliedem (zwei Stellvertreter). Für den Wohnungsbau 1 9 30 stehen an verbilligten Daugeldern 224 000 Mk. zur Verfügung. Im Eigenbau der Stadt sollen laut Besch uh des Stcd:rct:> zwei Häu er in der Friedrichstraße errichtet werden, die vierzehn Zweizimmerwohnungen mit Zubehör enthalten. Für den Bau beider Häuser soll aus den Baugeldern ein Betrag von 170 000 Mk. zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wurde die Verwaltung ermächtigt, gegebenenfalls eine erftftcllige Hypothek bis zum Betrage von 20 000 Mk. aufzunehmen. Für den privaten Wohnungsbau werden acht bis zehn Baudarlehen in Höhe von je 7000 Mark für eine Dreizimmerwohnung unter den Bedingungen deS Jahres 1929 zur Verfügung gestellt. Das Deutsche Hygiene-Museum wird im Laufe des Sommers hier eine Ausstellung über Gesundheitspflege veranstalten. Die der Stadt entstehenden Kosten belaufen sich auf etwa 800 Mk., die durch Eintrittsgelder und durch Beiträge anderer intcrcfficrten Behörden ober öffentlichen Stellen zum großen Teil gedeckt tocri den sollen. (Sfabfraf in A sseld. fr* AlSseld, 4. Juni. In der gestrigen Stadtvorstandssitzung stand wieder auf der Tagesordnung die Bewilligung eine- weiteren Kredits für Rotstandsar- beiten. Wie der Vorsitzende dazu milteiltc, nimmt die Zahl der Wohisahrtserwerbslosen zu, für die nach Möglichkeit Arbeitsmöglich'.eit geschaffen werden soll. Es wurde daher ein weiterer Kredit von 1000 Mark zur Vornahme von Rotstandsarbeiten bewilligt. Zur Zeit werden die im Voranschlag des neuen Rechnungsjahres vor- gesehnen Kanalbauarbeiten auSgesührt. Insgesamt sind biS jetzt 10 000 Mark zur Vornahme von Rotstandsarbeiten bewilligt und verausgabt worden. Die Zahl der Erwerbslosen zeigt nur eine geringe Abnahme. 3m Zusammenhang mit der von der Provinz in Aussicht genommenen Teerung der Ortsdurchfahrt Alsfeld Altenburg ist eine Reuanlage des Bürgersteiges in einem Teile der Altenburger Straße notwendig geworden, welche die Erwerbung von Gelände erforderlich macht. Die von der Bürgermeisterei mit den Anliegern getroffene Vereinbarung wurde genehmigt. Für die Herstellung eines Bürgersteigs in der unteren Hohl mit Mofaikpslasler wurde ein Betrag von 760 Mark bewilligt. Die Anschaffung eines AbhorchgeräteS für die Wasserleitung zum Zwecke der Feststellung von Schäden an der Leitung von der Firma Siemens & Halske zürn Preise von 312 Mark wurde genehmigt. Stenographen-Tagung in Laubach. Bezirk Gießen im hessisch-nassauischen Kurzschristverband „Gabelsberger"' (Verband für Einheitskurzschrist). Dem Stenographenverein Gabelsberger Laubach war anläßlich seines 10. Stiftungsfestes am vorigen Samstag und Sonntag die Iahrestagung des Kurzschriftbezirks Gießen, dem alle Einhei tskurz- schrift-Dereine der Kreise Gießen, Friedberg, Schotten, Büdingen, Wetzlar, Marburg und Dillenburg angehören, übertragen worden. Am Samstag fand in der Oberrealschule eine Unterrichtsleiterbesprechung statt, in der Oberreallehrer Kreuher aus Friedberg eine sehr interessante Lehrprobe gab. Im Anschluß daran referierte Lehrer Muth (Marburg) über Systemfragen. Um 9 Uhr fand die D e r trete r f i t) u n g in der „Traube" statt, in der der Bezirksvorsihende Prokurist Kuhl (Gießen) den Jahresbericht vortrug. Aus diesem war zu entnehmen, daß die Einheitskurzschrift eine riesige Ausdehnung genommen hat, während die übrigen Systeme immer weiter zurückgehen. Im De- zirksgebiet wurden zwei neue Vereine in Marburg und ein neuer Verein in Mücke gegründet. Der Bürorechner Gravelius (Gießen) erstattete die Rechnungsablage, welche einen günstigen Stand der Kassenverhältnisse zeigte. Die Berichte der Vertreter der einzelnen Vereine legten Zeugnis davon ab, welche Wertschätzung die Einheitskurzschrift überall gefunden hat. Als Ort der nächsten Bezirkstagung wurde Friedberg gewählt.. Ein Extrazug von Gießen, Autobusse von Schotten, Bad-Rauheim und Friedberg führten am Sonntagmorgen eine gewaltige Menge Wett- schreiber nach Laubach. Die Schulräume reichten nicht aus, die Schnellschreiber alle aufzunehmen, weshalb noch in den Sälen der Gasthäuser geschrieben werden mußte. Dank der guten Organisation des Wettschreib-Ausschusses konnte das Ergebnis noch am Sonntag verkündet werden. Beim Festessen im „Solmser Hof" begrüßte Ober» justizsekretär Elbe die Stenographen und Gäste. Bürgermeister H ö g y gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß der Bezirk feine Tagung nach Laubach gelegt hatte und beglückwünschte den Laubacher Verein zu seinem zehnten Stiftungsfeste und feiner tüchtigen Vereins lei tung. Prokurist Kuhl erkannte dankbar an, daß die Stadt Laubach, das Gräfliche Haus Solms-Lau- bach und die Geschäftswelt wertvolle Stiftungen gemacht hatten, so daß eine große Anzahl von Ehrenpreisen verteilt werden konnte. Der große Saal des „Solmser Hofs"' konnte die vielen Stenographen, denen bei Musik und Tanz einige schöne Stunden geboten wurden, nicht alle fassen. Erst der Eonderzug am Abend lichtete die Reihen, so daß nun auch die Laubacher selbst Platz fanden, um ihr 10. Stiftungsfest noch feiern zu können. Studienrat Detter begrüßte die Gäste und gab einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, aus dem mit besonderer Genug- alle Leidenschaften, die in diesem Mann noch wühlten, mit seiner Hilfe niederringen. Tiefstes Leid war der Preis, das wußte sie. Roch eines war da, das Konstanze fühlte. Sie merkte, daß Peter mit einer Absicht umging, die Konstanze erbeben ließ. Er hatte des öfteren Anspielung gemacht, die dahin zielten, Konstanze möchte seine rechtmäßige Frau werden. Sie war ausgewichen. Es gab zwei Punkte, weshalb sie dem flehenden Blick Peters entfloh, so daß er in letzter Sekunde immer wieder schwieg. Erstens stand Lothar einer Che mit Peter im Wege. So seltsam es war, aber es schien Konstanze, als könne sie es nicht überleben, daß Lothar schlecht von ihr denke. Sie konnte Lothar nicht das geringste vorwerfen. Was dächte er wohl von ihr, wenn sie ihn jetzt bäte: Gib mich frei. Ich will den Mann heiraten, dem meine Jugend gehörte und dem meine Liebe gehört? Der zweite Punkt: Roch mußte Peter ringen und kämpfen. Roch war die Zeit nicht erschienen, da er mit ihrer Hilfe auf unantastbarer, reiner Höhe stand, von der es kein Zurück mehr gab. Konstanze hatte ihre alte Liebhaberei wieder auf genommen und ihre Mufikstunden, die sie lange Jahre unterbrochen hatte, wieder fortgesetzt. Lothar hatte nie Musik geliebt und so hatte Konstanze in den Jahren ihrer Che mit Lothar allmählich alle musikalischen Hebungen ein schlafen lassen. Man hatte ihr den Professor Scholl empfohlen. Er befaß einen guten Ruf in der Musikwelt und war ganz entzückt gewesen über KvnstanzeS volle und weiche Altstimme, als et sie gebeten hatte, ihm vvrzusingen. Sie nahm also wöchentlich zwei Stunden bei dem alten Herrn. Dienstag war Gesangstunde und Freitags übte sie unter Aufsicht des alten Professor Scholl Klavier. „Sie haben einen guten Anschlag, gnädige Frau", lobte dann der alte Herr anerkennend und wiegte den weihen Lockentopf hin und her. „Und diese Stimme! Don Woche zu Woche wird sie kräftiger. — Sie haben entschieden ein dramatisches Organ, gnädige Frau! Hätten Sie nicht Lust, die Bühnenlaufbahn zu ergreifen T' Konstanze lächelte und senkte das schone Haupt über die Tasten. Sie muhte an den Ausspruch ihres Vaters b en len, damals, als sie das letjte- mai im Elternhaus gewesen: „Eine Theaterprinzessin übelster Sorte!" Sie sah im Geiste ihre Geschwister und das höhnische Lächeln ihres Schwagers. Da klang wieder des alten Musikers Stimme an ihr Ohr: „Eine Zeit Unterricht noch — ein haar dramatische Stunden — ich garantiere Ihnen, Sie könnten Karriere machen." Seine Augen unter den weihen Brauen blickten gutmütig auf die schöne Frau. Seine Blicke wanderten an ihrem Körper entlang. „Und bei dieser Figur! — Sie sind für Gestalten, wie die Drun- hilde, wie geschaffen." Konstanze hob ihren Blick von den Tasten auf. Ihre Hände lagen im Schoß. Sie lächelte den Professor an. „Das ist etwas für Menschen, die das Geben anders sehen, als ich, Herr Professor. Meine Verwandtschaft ist überdies sehr voreingenommen gegen die Bühne." Run ereiferte sich der weißgelockte Herr: „Immer wieder stößt man auf die verkehrten Ansichten einer alten Generation, die das Bühnenleben für nicht gesellschaftsfähig hält. Ist alles, was Kunst heißt, und nicht zuletzt die Bühne, nicht etwas Hohes, Hehres? — Glauben Sie mir, gnädige Frau, ich bin stolz, schon so manchen der herrlichen Kunst in die Arme getrieben zu haben. — Wieviele meiner Schüler stehen jetzt als gereifte Menschen beinahe allabendlich einer andächtig lauschenden Menge gegenüber und tragen in ihre Seelen reine Freude und edelsten Genuh durch ihre Kunst." Er verlor sich immer mehr in dieses Thema, so daß Konstanze ein kleines huschendes Lachen von ihren Lippen nicht verscheuchen konnte. Aber das, was Professor Scholl von der hehren Kunst gesagt hatte, war ganz in ihrem Sinne gesprochen gewesen. Auch sie empfand die Kunst als etwas Göttliches, als etwas, das geeignet fei, die Menschheit zu heben und zu fördern und emporzuziehen, hinauf zu goldener Hohe. „lleberlegen Eie es sich, gnädige Frau! — Ein Wort von Ihnen genügt und ich werde sofort mit meinem Freunde, Generalmusikdirektor ©tonet über den Punkt reden. Er wird Sie hören und er wird entzückt fein.“ Dieses Gespräch verarbeitete Konstanze die ganze nächste Zeit in ihrem Innern. Es war Konstanze aufgefallen, dah Kurt Helbing sie geflissentlich mied. Sie wußte, daß der Bildhauer in ihrer Gegenwart litt. Es gibt Frauen, deren sensibles Gefühl ihncn anzeigt, toenn_ ein Mann sie liebt, auch wenn er_ eine vollständige Gleichgültigkeit zur Schau trägt. Zu dieser Art von Frauen gehörte Konstanze. Kein sehnsüchtiger Blick aus den todgeweihten Augen des tuberkulosekranken Künstlers traf sie mehr, wenn sie sich zufällig Begegneten, aber dennoch war etwas da, das Konstanze mit der Bestimmtheit erfüllte, daß Kurt Helbing sie heftiger liebte denn je. Vielleicht war diese Liebe flärfet geworden, weil sie ohne Hoffnung war uni) voll von lohender Eifersucht gegen Peter Uhlstädt. . (Fortsetzung folgt) Prozesse der Zauberkünstler und Seiltänzer. Vor Deutschlands einzigem Artistengericht. Don Georg Biefenthal tmntg zu entnehmen war, daß der Laubacher Verein außerordentlich Ersprießliches leistet. Ein flott gespieltes Theaterstück, musikalische Darbietungen der Kapelle Högel (Laubach) und Tanz hielten die Voucher in bester Stimmung -u- zusammen. Das Ergebnis der Weitschreiben: Aus den Siegerlisten über die einzelnen Wett- schreiben geben wir folgenden Auszug: 60 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Friedhelm Jochem, Laubach: Alfred Wissemann, Lollar: Ernst Eckhardt. Gießen 1861; Hildegard Conrad, Laubach: Ludwig Stotz. Gießen; Emil Jost, Gießen 1861; Emma Reitz, Gießen 1861. 1. Preis: Otto Wack, Gießen 1861; Wilhelm Paulus. Gießen 1861; Lina Dötz, Wieseck; Karl Süßkind, Heuchelheim; Margarete Steinbock, Dutzbach; Elfriede Detter, Laubach: Gretel Bour- ree, Laubach: Marie Gebauer, Gießen 1861; Ernst Häuser. Gießen 1861; Lina Hucke. Gießen 1861; Tilla Schmidt. Dutzbach; Friedrich Hilde- brand. Wieseck: Wilhelm Ott, Laubach: Karl Marth, Gießen. Gesellsch.: Lilly Dikomeit, Gießen, Gesellsch.; Wilhelm Diehl. Laubach: Elfriede Kaiser. Wieseck. 2. Preis: Hans Wahl. Laubach: Helmut Holzigöl. Gießen, Gesellsch.: Otto Faust, Ulrich- stein; Otto Seipp. Leihgestern; Emil Hohmann. Laubach; Heinrich Reitz, Laubach; Frieda Koch. Laubach; Ernst Jockel, Ulrichstein; Otto Honig, Gießen 1861; Wilhelm Fischer, Lollar; Wilhelm Döll. Laubach; Otto Dirlam, Laubach; Heinrich Dietz. Lollar; Hans Werner. Gießen 1861; Albert Pitz, Gießen, Gesellsch.; Else Schmidt, Gießen, Gesellsch.; Walter Hock, Gießen, Gesellsch. 3. Preis: Marie Dietz, Ulrichstein; Wilhelm Eifert, Ulrichstein; Willi Ruhl, Wieseck; Rudolf Feddeler. Gießen, Gesellsch.; Gertrud Dalser, Gießen. Gesellsch.; Rosi Jung, Dutzbach; Heinrich Renker, Ulrichstein; Frieda Rohrbach, Lollar; Ria Diehl, Dutzbach; Irma Frank, Lollar; Rudolf Jlges. Schotten; Karl Otzwald, Laubach; Emil Honig. Gießen 1861; Herta Föhr. Gießen 1861. 80 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Helmut Zschunke, Gießen 1861; Maria Derzbach, Gießen 1861; Anni Kolb. Wieseck: Adelheid Laux, Duh- bach: Richard Strauch, Gießen 1861; Heinrich Dolk, Gießen 1861; Emmy Schäfer. Wieseck; Karl Klinkel, Lollar. 1. Preis: Heinz Decker, Gießen 1861; Helene Hofmeister. Gießen 1861; Karl Hof, Gießen 1861. Dora Rapp. Dutzbach; Liefe! Reiber. Schotten; Walter Hällmeyer, Gießen 1861; Luise Giel, Gießen, 1861; Hans Doppert, Gießen, Gesellsch.; Kurt Steber, Gießen, Gesellsch.; Lisbeth Wall, Gießen 1861; Erna Kehl, Gießen 1861; Anna Denner. Wieseck; Karl Drücke!. Gießen. Gesellsch.; Ernst Böck, Ulrichstein; Emma Loh, Wieseck; Frieda Dörinßer, Wieseck; Wilhelm Honig. Gießen 1861; Heinrich Winther, Gießen 1861; Karl Euler, Gießen, Gesellsch.; Alfred Grün, Gießen 1861; Wilhelm Dechthold. Laubach; Ludwig Herbert, Gießen 1861; Friedel Silß, Dutzbach; Wilhelm Hofmann, Gießen. Gesellsch.; Hanni Schür- meher. Wieseck. 2. Preis: Georg Dpamer, Schotten; Herta .Matthäus, Dutzbach; Helmut Ott, Grotzen-Lin- den; Otto Kröck, Heuchelheim; Willi Momberger, Gießen, Gesellsch.; Luise Reinhardt, Gießen, Gesellsch.: Karl Stein, Ulrichstein; Kurt Dechthold, Laubach: Elli Moos, Lollar; Else Linkmann, Gießen Gesellsch.; Ludwig Mandler, Dutzbach; Gertrud Schäfer, Gießen, Gesellsch.; Hans Westrupp, Gießen 1861. 3. Preis: Wilhelm Decker, Ulrichstein; Waldemar Arnow, Dutzbach; Johanna Freitag, Dutzbach; Elli Fuchs, Lollar; Franz Trauth. Gießen, Gesellsch.; Karl Scheid, Gießen, Gesellsch. 100 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: HeleneReuß. Laubach: Johanna Bohl, Gießen, Gesellschaft: Heinrich Dourree, Laubach: Emmi Größer, Gießen, 1861; Wilh. Albach, Gießen, Gesellschaft; Albrecht Marx, Laubach. 1. Preis: Adam Carl, Gießen, Gesellschaft; Maria Kellenbenz. Dutzbach; Erna Philipp, Gießen, Gesellschaft; Helmut Eckhardt, Gießen, 1861; Karl Paul, Laubach; Martha Seiferth, Gießen, 1861; Gretel Michel, Laubach; Ludwig Schön, Gießen, 1861; Wilhelm Spamer, Schotten: Hans Schnell, Bad-Nauheim; Otti Jung, Gießen, 1861; Erna Reininger, Gießen, Gefellschaft; Friedrich Gorges, Gießen, 1861; Aenne Fendt, Gießen, Gesellschaft; Emmy Overbeck, Gießen. Gesellschaft; Georg Lutz, Laubach; Erwin Weber, Gießen, Gesellschaft: Ernst Müller, Lollar; Leni Grafenstadt. Dutzbach; Kurt Horeyseck, Gießen, 1861. 2. Preis: Minna Zimmermann Gießen, 1861; Else Pauly, Gießen, 1861; Elisabeth Leidig, Dutzbach; Anna Seitz, Lollar; Werner Muth, Schotten; Minni Schmitz, Gießen, Gesellschaft; Robert Rieh, Gießen, 1861. 3. Preis: Heinr. Ochs, Gießen, Gesellschaft; Ilse Schmall, Gießen, 1861; Toni Schnell, Lollar; Elli Geißler, Lollar; Heinr. Kratz, Gießen, 1861. 120 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Anton Schönhals. Llirichstein; Hermann Kröcker, Gießen, Gesellschaft: Lina Kiefer, Gießen, 1861. 1. Preis: Fritz Reh, Gießen, 1861; August Schott. Gießen, Gesellschaft: Richard Heinboch, Gießen, Gesellschaft: Claus Wachsen, Gießen. Gesellschaft: Elfriede Kiehler, Dutzbach: Hans Dellof. Gießen, Gesellschaft: Artur Michel, Gießen, 1861; Elfriede Rickes, Dutzbach; Albert Dest, Gießen, Gesellschaft. 2. Preis: Wilh. Schardt, Gießen, Gesellschaft; Willi Drommershausen, Gießen, Gesellschaft; Albert Medenbach, Lollar; Max Katz, Gießen, Gesellschaft; Anni Lanio, Gießen, 1861; Heinrich Mosbach, Gießen, 1861; Käthe De- muth, Gießen, Gesellschaft; Erna Petrasch, Lollar; Ernst Döll, Laubach; Elfe Dikomeit, Gießen, 1861; Karl Seipp, Gr.-Linden; Otto Ragel, Gedern. 3. Preis: Aug. Decker, Gießen, 1861; Karola Fischer, Lollar: Heinr. Schmieder, Gießen, Gesellschaft. 140 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Fritz Möller, Gießen. Gesellschaft: Elly Rieh, Gießen 1861; Aug. Frank, Wieseck; Alfred Bormuth, Gießen, Gesellsch. 1. Preis: Heinz Theisebach, Gießen. Gesellschaft: Elisabeth Keller. Wieseck; Hermann Duch- ner, Gießen, Gesellschaft. 2. Preis: Artur Kompp, Laubach: Karl Fuchs, Ulrichstein; Erich Hock, Gießen. Gesellschaft. Arbeitsgericht Berlin, Zimmer 34: eine Welt für sich, von der Umwelt deutlich abgesondert. Denn: während alle anderen Zimmer des Hauses durchweg das gleiche Gesicht zur Schau stellen: immer dasselbe Lehrmädchen, derselbe Verkäufer, derselbe Buchhalter und dieselbe beleidigte Stenotypistin — in Zimmer 34 wechselt das Milieu. Lind man sieht: die „scharmante Soubrette", Equilibristen mit Bizeps, den lockenköpfigen „Vortragskünstler" aus dem Biergarten und die Tänzerin, die in allen Farben schillert. Lieber diesen Bänken schwebt eine Atmosphäre, wie sie in solcher unverkennbaren Echtheit nur einmal wieder anzutreffen ist: im Cafe Central, der Berliner Artistenbörse. Sonst nirgends. Das ist das Varietö-Schiedsgericht, das einzige in Deutschland. Aus allen Gauen des Reiches kommen Artistenklagen nur hier zum Austrag. Der Richter, — der kein Derufsrichter zu sein braucht, sondern Anwalt oder Syndikus oder sonst ein Fachmann für Rechtsfragen im Artistengewerbe sein kann — wird als solcher angestellt von den Organisationen der Arbeitgeber und -nehmer, die sich auch in die Kosten seines Gehalts teilen. Ihm zur Seite vier Beisitzer: zwei Variet6direktoren und zwei Artisten. Lind eine blonde Sekretärin, die gleich das Protokoll aufnimmt. Die Anwälte! Immer sind es dieselben Männer, die sich gegenüberstehen an zwei akten- beladenen Tischen: hie der Direktor vom „Internationalen Variete-Theater Direltoren-Derband", eiserner Blick durch Monokel und die ewige Zigarre im Mundwinkel: Monokel links und Zigarre rechts sorgfältig ausbalanciert, — hie der Vertreter der Internationalen Artistenloge. Lind manchmal sitzt noch auf einer der Bänke, als aufmerksamer Zuhörer bei großen Fällen, ein weißhaariger Mann mit jungen Augen: Präsident K o n o r a h persönlich, der gute Onkel aller Artisten. Die Kontrahenten sprechen, eröffnen eine bunte Welt: die Welt der Manege und der Paraden trainierter Körper. Wollte man sie umreißen — man müßte von hundert Prozessen erzählen. Hier sei nur einiges Prinzipielle herausgegriffen. Der Zirkus Gleich verpflichtet Leinert, den Clown. Der hat sich in Deutschland durch eine besondere Attraktion bekanntgemacht: er führt eine Kanone mit sich, feuert sie während der Vorstellung ab und schießt unter ungeheurem Getöse einen zweiten Clown heraus. Natürlich enthält die Kanone zu diesem Zweck einen starken, sehr schleuderfähigen Katapult — Rauch und Kanonendonner werden als notwendiges Beiwerk lediglich durch Zündkapseln hervorgerufen. Eines Abends versagt eine Zündkapsel. Der Artist wird zwar herausgeschossen, aber rauchlos und unter lächerlich leisem „Dum". Folge: daß der Direktor eine Lagesgage abzieht. Klage des Clowns endet mit der Verurteilung des Direktors, die betreffende Tagesgage nachzuzahlen. Denn ein Verschulden des Artisten liegt nicht vor — und für das Versagen rein maschineller Hilfsmittel kann er in diesem Fall nicht haftbar gemacht werden. Die Derliner „Scala" verllagt den Illusionisten Okito, einen unserer besten Zauberkünstler. Okito hatte kurz vorher an der Bühnenschau eines Kinos mitgewirkt, das in einem benachbarten Stadtviertel lag. Run dürfen aber Artisten, die mehr als 25 Mark pro Kopf und Tag verdienen, vor Antritt eines Engagements nur an solchen Bühnen tätig gewesen sein, die mehr als drei Kilometer von der neuen Arbeitsstätte entfernt sind. Ratürlich: denn andernfalls würden sie beim Publikum des Ortes an Zugkraft verlieren. Sei es nun, daß der Illusionist sich allzusehr gewissen Illusionen hingegeben hatte — einwandfreie Geometer maßen die Entfernung ab und tatsächlich: Kino und Variete waren 2,8 Kilometer voneinander entfernt. Okito hatte Pech: er verlor. Lind entpuppte sich nebenbei als gemütlicher Holländer, weit entfernt von allem Asiatischen. Ihm wird das weiter keinen Abbruch tun: seine Hauptattraktion, eine große Kugel auf hellerleuchteter Bühne frei umherschweben zu lassen, ist bis heute noch unerreicht und ein Gegenstand des Kopfzerbrechens für alle seine Kollegen. Folgt ein Prozeß um die verletzte Eitelkeit: die Sängerin Fiametta Hildegarde gegen das Liebig-Theater in Breslau. Fiametta sollte, hieß es im Vertrag, bei allen Inseraten und Plakaten an erster Stelle genannt werden, die Dorstellun- gen hatten bereits begonnen — da geschah etwas Fürchterliches: der Rame eines Kraftmenschen war ebenso groß gedruckt wie der Rame der zierlichen Fiametta. Fiametta brach in Tränen aus und packte am selben Abend die Koffer. Richt ohne noch rechtzeitig den Direktor zu verklagen. Der die volle Monatsgage. 150 Mark pro Abend (!) nachzahlen mußte. Hat der „Mittelmann" einer Schleuderbrett- Truppe gezittert oder nicht? Das ist Gegenstand einer Beweisaufnahme. Es Nagen die „Winston Brothers“ gegen den Zirkusdirektor Holzmüller. 160 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Fritz Dorf- ner, Gießen, Gesellsch.; Erna Franz, Gießen, Gesellsch. 2. Preis: Luise Schade, Gießen 1861; Olga Pfeiffer. Gießen 1861; Luise Schnell. Lollar. 3. Preis: Johanna Graf. Gießen, Gesellsch. 180 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Wilhelm Rieh, Gießen 1861; Emmi Schüler, Gießen, Gesellsch. 220 Silben. 1. Preis und Ehrenpreis: Georg Wahl, Gießen, Gesellsch.; Kurt Mosdorf, Gießen, Gesellsch.; Ottilie Treser, Gießen, Gesellsch.; Louis Rullmann, Schotten. Mannschaften. 100 Silben. Gießen, Gesellschaft 1. Stelle 43 Punkte (Bohl, Demuth, Drommershausen, Dest, Teisebach). Friedberg 2. Stelle 451/« Punkte (Kröll, Heinze, Dieter, Dernhard, Barth). Laubach 3. Stelle 53Vi- Punkte (Dourree, Michel, Keller, Döll, Köhler). Gießen 1861 4. Stelle 55 Punkte (Zimmermann, Michel, Gorges, Jung, Schmall). Gießen, Gesellschaft 5. Stelle 55*/a Punkte (Schaardt, Schott, Schmieder, Düchner, Volland). Die Geschichte fängt an mit einer Bestimmung des Tarifvertrages: Artisten, die länger als einen Monat bei einem bestimmten Unternehmen engagiert sind, gelten als Hauspersonal, müssen also an Umzügen in der Manege teilnehmen, während ihrer Freizeit in Gala-Llniform „Stallmeister spielen" usw. Zirkusdirektor Holzmüller aber verlangte mehr als Llmzüge durch die Manege: er veranstaltete Llmzüge durch die Stadt; — der Führer der „Winston Brothers“ weigerte sich, daran teilzunehmen und wurde in eine Ordnungsstrafe von fünf Mark genommen. Dies sollte zur kleinen Ursache für eine große Wirkung werden. Der Artist geriet in eine solche Wut, daß er „am ganzen Leibe zitterte". Run war er aber „Mittelmann", und jedes Zirkuskind weih, daß der Mittelmann die wichtigste Persönlichkeit einer jeden Schleuderbrett-Truppe ist: von seiner Sicherheit und Zuverlässigkeit hängt das Gelingen des Ganzen ab. Ein zitternder Mittelmann hätte also necht nur den ganzen Auftritt verpfuscht, sondern auch Leib und Leben der übrigen Truppenmitglieder aufs höchste gefährdet. Die „Winston Brothers“ wollten deshalb nicht weiterspielen, und Herr Holzmüller warf sie heraus mitsamt des Schleuderbretts. Im Prozeß bestätigten Zeugen das „Zittern am ganzen Leibe" in seinem vollen Llmfang. Herr Holzmüller muhte die volle Gqge nachzahlen, und so verlor er 7384 Mark, anstatt fünf Mark Ordnungsstrafe einzukassieren. Jetzt kommen wir zum „Abschminken". Einen Moment, das Wort soll gleich erklärt werden. Ein Zirkusdirektor sah Photographien von einem Clown, der einen ausgewachsenen Elefanten auf der Rase balanciert, war begeistert und engagiert den Clown. Nachher entlieh er ihn — Begründung: er habe geglaubt, es handele sich um einen lebenden Elefanten, in Wirklichkeit sei es doch aber nur ein aufgeblasener aus Gummi. Ratürlich verlor er im folgenden Prozeh — aber Sachverständige muhten erst bezeugen, daß Elefanten mindestens 15 Zentner wiegen, und daß jeder normale Mensch diesen Lllk hätte durchschauen müssen. Selbstverständlich hatte auch der Direktor den iUf durchschaut. Er suchte bloh nach einem Vorwand, um den Vertrag mit dem Clown, der ihm vielleicht aus irgendwelchen Gründen nicht ins Programm paßte, wieder rückgängig zu machen. Er wollte, wie der Fachausdruck lautet: „abschminken". Lind so etwas kommt täglich vor. In einem anderen Fall war das Engagement ebenfalls zustande gekommen auf Grund von Photographien, die den Artisten mit einem Affen in Menschengröße, „Tarzan II" genannt, zeigten. Auch in diesem Fall löste die Direktion den Vertrag (es war der Berliner „Wintergarten"), und auch hier gab sie die Erllärung ab, sie hätte auf einen „richtigen Affen" gerechnet — während ein verkleideter Mensch erschienen sei. Ratürlich weih aber jeder Fachmann, daß es noch nie einem Dompteur gelungen ist, Menschenaffen zu dressieren. Daß selbst die prominentesten Artisten solchen Abschmink-Manövern ausgesetzt sind, zeigen folgende zwei Prozesse: Der Artist ist verpflichtet, frühestens vierzig oder spätestens dreißig Tage vor Beginn des Engagements durch eingeschriebenen Brief dem Theater seine Ankunft mitzuteilen. In dem einen Fall hatte Rastelli seine Ankunft schon zweiundvierzig Tage vorher mitgeteilt — im anderen Fall richtete die berühmteste Drahtseil-Rummer der Welt, die als einzige den Doppel-Salto vom Schlapp- und Startseil ausführen kann, den Brief an den Direktor persönlich. Der aber war verreist, und der Brief blieb liegen bis zu feiner Rückkehr. In beiden Fällen wurde der Vertrag gelöst. Der Fall Rastelli endete mit einem Vergleich — die Drahtseiltruppe erhielt die volle Monatsgage: 11 000 Mark. Lind konnte für das Geld spazieren gehen. Was sagen Zahlen? 63 Prozesse allein im letzten halben Jahr: das sind etwa 200 Termine! Aber vor diesem Gericht werden ja nur solche Prozesse geführt, in denen die Kontrahenten Mitglieder der genannten Arbeitgeber- oder Arbeitnehmer-Organisationen sind — oder Prozesse um jene Engagements-Verträge, in denen das Variete-Schiedsgericht ausdrücklich als Gerichtsort festgelegt wurde. Alle anderen Klagen wandern an die Kammer IV des Arbeitsgerichts, die ebenfalls als einzige in Deutschland Artistenprozesse bearbeitet. Hier kamen im letzten halben Jahre 119 Klagen zum Austrag: in etwa 400 Terminen. Handelt es sich um Streitobjekte, deren Wert 2000 Mark übersteigt, so ist Berufung zulässig. Zu diesem Zweck ist ein Oberschiedsgericht gegründet worden. Einziger Unterschied: daß es hier sechs Beisitzer gibt, also zwei mehr. Es ist keine sehr hohe Zahl, diese 400 deutschen Artistenprozesse im Jahr, sie ist sogar ausgesprochen niedrig gegenüber den Streitigkeiten in anderen Berufen. — Zeichen dafür, daß die Artisten, trotz aller Sorgen und Röte, im allgemeinen heiterer und friedlicher Ratur sind. 120 Silben. Gießen, Gesellsch. 1. Stelle 60 Punkte (Hein- bach, Katz, Hock, Möller, Franz). Marburg 1930 2. Stelle 6OV2 Punkte (Bierwirth, Fischer, Seibel, Bachmann, Hanweg). Marburg, Gabelsberger 3. Stelle 78V2 Punkte (Ludwig, Heuser, Peter, Rosenmeyer, Ebers- pächer). Gießen 1861 4. Stelle 90 Punkte (Dikomeit, Lanio, Kiefer, Decker, Mosbach). 140 Silben. Gießen, Gesellschaft 1. Stelle 90V3 Punkte (v. Lemmers, Graf, Schüler, Dörfner, Loh). Marburg, Gabelsberger 2. Stelle 94 Punkte (Wissebach, Scholz, ©lernen, Korn, Ahrens). Gießen 1861 3. Stelle 113Vs Punkte (Schade, Pfeiffer, Reh, Rieß, Elly Rietz, Wilhelm). Preis-Schön- und Richtigschreiben, DerkehrS- schrift. 1. Preis und Ehrenpreis: Emil Jost, Gießen 1861; Leni Hanweg, Marburg 1930; Emil Hohmann, Laubach. Außer Konkurrenz, Ehrenpreis: Friedrich von Lemmers, Gießen, Gesellsch.; Luise Reinhardt, Gießen, Gesellsch.; Hans Wahl, Lau- bach. Ehrenbrei S: Heinrich Reitz, Laubach; Anton Schönhals, Lllrichstein; Wichelm Ott, Laubach ; Wilhelm Keller, Laubach: Irma Frank, Lollar; Otto Wack, Gießen 1861. 2. Preis: Heinrich Volk, Gießen 1861; Richard Strauch, Gießen 1861; Elfriede Vetter, Laubach; Max Katz, Laübach; Kurt Dechthold, Laubach; Hans Fuhr, Gießen, Gesellsch.; Ludwig Herbert, Gießen 1861; Albert Medenbach, Lollar; Ernst Döll, Laubach; Arthur Kompp, Laubach; Wilhelm Decker, Lllrichstein; Elli Geißler, Lollar; Helene Reuß, Laubach. 3. P r e i s: Gretel Michel, Laubach; Ernst Häuer, Gießen 1861; Richard Heinbach, Gießen, Gesellsch.; Wilhelm Honig, Gießen 1861; Friedhelm Jochem, Laubach; Frieda Koch, Laubach; Heinrich Dourree, Laubach; Ludwig Schön, (Sie* 3en 1861; Gretel Dourree, Laubach; Hildegard Conrad, Laubach; Adolf Kling, Wieseck; Adem Carl, Gießen, Gesellsch.; Wilhelm Dechthold, Lau- bach; Otto Dirlam, Laubach; Erna Reininger, Gießen, Gesellsch. PreiS-Schön- und Richtigschreiben, Redeschrift. 1. Preis außer Konkurrenz: Friedrich von Lemmers, Gießen, Gesellsch. Ehrenpreis: Friedrich Gorges, Gießen 1861; Arthur Kompp, Laubach. 2. Preis: Johanna Dohl, Gießen, Gesellsch.; Wilhelm Keller, Laubach; Heinrich Köhler, Laubach. 3. Preis: Maria Derzbach, Gießen 1861. Oberheffen. Vürgermeister-Zirbiläum in Mainzlar. V Mainzlar, 5. Juni. Am morgigen 6. Juni feiert unser Bürgermeister L. Vogel IV. sein 2 5. Amtsjubiläum als Bürgermeister unserer Gemeinde. Der Jubilar, der im 69. Lebensjahre steht, verfügt noch über eine außerordentliche Tatkraft und Frische. Jrn Gemeindedienst ist er bereits seit 30 Jahren tätig, denn er wurde am 27. Juli 1900 zum Beigeordneten gewählt. Rach dem Tode des damaligen Bürgermeisters Koch ging er aus der Wahl am 27. April 1905 als Ortsoberhmrpt unserer Gemeinde hervor. Die Gemeinde Mainzlar hat seit feinem Amtsantritt in vielen Beziehungen einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Der Jubilar hat während feiner 25jäyrigen Bürgermeistertätigkeit viele neuzeitliche gemeinwirtschaftliche Einrichtungen und Unternehmungen schaffen helfen. Gleich nach sei- feinem Amtsantritt wurde die Erbauung des neuen Schulhauses beschlossen und so q efördert. daß die Einweihung bereits im Oktober 19071 stattfinden konnte. Auch der Bau der gemeinschaftlichen Wasserleitung, welche die Gemeinden Mainzlar, Staufenberg und Lollar versorgt, wurde von ihm sehr gefördert. In der richtigen Erkenntnis, daß industrielle Unternehmungen den Wohlstand ganzer Gemeinwesen heben, fand die hiesige Firma Scheidhauer & Giehing bei dem seinerzeitigen Bau ihrer Fabrik in dem Jubilar einen verständnisvollen Förderer und Helfer zur Verwirklichung ihrer Unternehmungen. Im Jahre 1907 wurde die Feldbereinigung begonnen und durchgeführt, während im Jahre 1912 beim Bau der Überlandleitung die elektrische Beleuchtung eingeführt wurde. Auch die Errichtung des Gefallenendenkmals auf dem alten Friedhof, welches trotz seiner Einfachheit als ein sinniges Ehrenmal wirkt, wurde von ihm besonders unterstützt und gefördert. Die Kanalisation würde vielleicht, wenn Krieg und Inflation nicht dazwischen gekommen wären, früher in Angriff genommen worden fein; aber vor zwei Jahren hat man den ersten Teil durchgeführt und hofft, so irt Teilabschnitten das zu schaffen, was bei normalen Verhältnissen schon längst Tatsache geworden wäre. Welcher außerordentlichen Wertschätzung sich der Jubilar auch über die Grenzen des gemeindlichen Wirkens hinaus erfreut, beweisen die ihm übertragenen Ehrenämter. Bürgermeister Vogel kann an seinem Ehrentage mit Befriedigung auf das zurückliegende Vierteljahrhundert seiner arbeitsreichen Amtstätigkeit zurückblicken, begleitet von den aufrichtigen Wünschen seiner Mitbürger für ein noch langes und segensreiches Wirken zum Wohle der Gemeinde. Eine Hundertjährige in Oberhessen. h. Büdingen, 3. Juni. In dem Nachbarort Calbach vollendete gestern Katharine K l e h Witwe ihr 10 0. Lebensjahr. Sie ist körperlich und geistig noch sehr rüstig, nur ihr Gehör hat in dem letzten Jahre etwas nachgelassen Frau Kleh ist 1830 in Alt-Wiedermus geboren und war in Mittel-Gründau verheiratet. Vor 18 Jahren zog sie als 82 Jahre alte Greisin zu Verwandten nach Calbach. Die ganze Gemeinde gratulierte ihr und nahm teil an der seltenen Geburtstagsfeier. Landkreis Gießen. )( Großen-Linden, 4. Juni. Sein 8 7. Lebensjahr vollendet am 7. Juni der älteste Mann Großen-Lindens, der Schuhmacher Johannes Lutz VII. Er hat die Feldzüge 1866 und 1870/71 mitgemacht. Außer ihm leben hier jetzt noch vier Kriegsteilnehmer von 1870/71 nämlich: Jakob Luh, Ludwig Menges» Johannes Weber und Georg Müller. Kreis Schotten. i Groß-Eichen, 4. Juni. Der hiesige Turnverein hat dieser Tage eine ehemalige französische Reithalle in Mainz gekauft, die er hier als Turnhalle aufstellen will. Der Kaufpreis beträgt 2000 Mk. Die Halle hat eine Länge von 30 Meter, eine Breite von 18 Meter und eine Höhe von 8 Meter. Sie wird aber nicht in ihrer gesamten Größe aufgestellt, sondern ein Teil des Holzes wird für die Inneneinrichtung, Bühne, Empore usw. verwandt werden. Zur Zeit befinden sich eine Anzahl Mitglieder des Turnvereins in Mainz, um die Halle abzubrechen und hierherzufchaffen. Der Gemeinderat hat als Platz für die neue Turnhalle die sog. Hirtwiese an der Sellnröder Straße in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Der Turnverein hat hier mit raschem Zugreifen eine vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit benutzt, um zu einer Turnhalle zu kommen, auf die er andernfalls noch manche Jahre hätte verzichten müssen. PIXAVO N- •fhampooH 30 -4 Eine so vollkommene 6Zylinder-Limousine Für 4300 RM jeden Komfort - durch diese elegant ausgestattete viertürige Limousine. Für 4300 RM gute und sichere Strassenlage - durch das tiefe, langgestreckte Chassis. - - — p 'II «I ui Für 4300 RM ausgeglichene Leistung durch diesen geschmeidigen, vibrationsfreien 6 Zylinder-Motor. n Nur 4300 RM die Anschaffung - und beispiellos sparsam der Betrieb! ZLv» für 4300 UM kann nur Opel bieten. Die Opel-Werke sind Deutschlands größte Automobilfabrik, weil sie das meiste bieten, — und sie können auch das meiste bieten, denn sie sind Deutschlands größtes Werk Opelwagen zeichnen sich heute mehr denn je durch glänzende Fahreigenschaften aus. Sie sind dauerhaft, sparsam und zuverlässig im Betrieb. . . . Sehen Sie sich z. 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Aus dem Prüfungsbericht ergibt sich, daß die Goldmark-Eröffnungsbilanz für den 1, 3onuar 1924 in Aktiva und Passiva auf 1 627 488,05 Mk. lautete, bei einem Aktienkapital von 1300 000 Mk. Die flüssigen Mittel wurden damals mit 41 628,50 Mk., die Fertigfabrikate und Mqterialien mit 395 369,55 Mk. ausgewiesen, die kurzfristigen Schulden auf 68 881,81 Mk. beziffert, mithin ein Lieberschub von 368 116,25 Mark errechnet. Trotz dieser annehmbaren Summen läßt die Goldmark-Eröffnungsbilanz erkennen. dah die Anlagen des LInternehmenS überwertet wurden und damit das Aktienkapital eine zu hohe Rorrnierung erfuhr. Die Bilanz für den al. Dezember 1924, die mit 1 958 417,13 Mk. ab- schloh, wies einen Lleberschuh von 326 767,07 Mk. auS. Die Liquidität gegen den 1.3anuar 1924 war also um 39 349,17 Mk. zurückgegangen. Zu berücksichtigen ist aber, dah die 3rnmobilien und die 3nventarien um insgesamt 81 808 Mk. gestiegen waren. Aach der Bilanz vom 31. Dezember 1925 schließen die Aktiva und Passiva mit 2 097 291,98 Mark ab. Es wird ein Derlust in 1925 in Höhe von 111 434.83 Mk., ein Gewinn aus 1924 in Höhe von 32 958,83 Mk. ausgcwiesen. Die flüssigen Mittel sind mit 96 745,40 Mk., Halb- und Fertigsabrikatc, Materialien mit 618 772,58 Mk. verzeichnet, die kurzfristigen Schulden belaufen sich auf 528 685,74 Mk. Es ergibt sich demnach ein LIeberschust von 186 832,24 Mk. Die Liquidität gegen 1924 ist zurückgegangen um weitere 141 934,83 Mk. Gestiegen sind die 3nventarien um 42 000 Wk. Die Bilanz vom 31. Dezember 1926 schließt mit 2 104 512,16 Mark ab. Es wird ein Verlust in 1926 in Höhe von 205 821,19 Mark verzeichnet. Der Verlust des 3ahres 1925 ist beseitigt worden auS dem Aest der Aufwertungsruckstellung und auS der gesetzlichen Reserve. Flüssige Mittel stehen mit 88 170,24 Mark zur Verfügung, Halb- ■unb Fertigfabrikate, Materialien beziffern sich auf 578 722,73 Mark, die kurzfristigen Schulden belaufen sich auf 619181,92 Mark, mithin verbleibt ein Lieber schuß von 47 711,05 Mark. Die Liquidität gegen 1925 ist zurückgegangen um weitere 139121,19 Mark. Zugänge aus Irnrno- bilien sind nicht vorhanden, die Zugänge auf 3nventarien erreichen nicht die üblichen Absetzungen für Abnutzung. 3n der Bilanz vom 31. Dezember 1927 find als Abschluhziffer 2 271 562,35 Mk. zu lesen. Der Verlust aus 1926 wird mit 100 690,95 Mk., der Verlust in 1927 mit 139 326,79 Mk. verzeichnet. Die gesetzliche Reserve ist in voller Höhe zur Derlustdeckur.g aufgezehrt worden. Reserven find nicht mehr vorhanden. Flüssige Mittel sind mit 164 492,63 Mk, Halb- und Fertigfabrikate, Materialien mit 607 041,98 Mk., die kurzfristigen Schulden mit 888 927,08 Mk. verzeichnet. Es ergibt sich somit ein Unterschuß von 117 392,47 Mk. Die Liquidität gegen 1926 ist zurückgegangen um weitere 165 103,52 Mk. Zugänge sind nur auf Inventarien vorhanden, die aber die üblichen Absetzungen um rund 6000 Mk. übersteigen. Ausfallend ist, daß bereits Arnstellungsunkosten aktiviert werden. Die Bilanz vorn 31. Dezember 1928 schließt mit 2 375 914,10 Mark ab. Aus 1927 wird ein Verlust von 240 017,74 Mark, in 1928 ein Derlust von 380 079,37 Mark verzeichnet. Flüssige Mittel stehen mit 325 891,03 Mark, Halb- und Fcrtig- fadrikate, Materialien mit 472 799,94 Mar! zur Verfügung. Kurzfristige Schulden find in Höhe von 738 278,76 Mark vorhanden. Es ergibt sich mithin ein Lleberschuß von 60 412,19 Mark. Die Liquidität gegen 1927 hat sich relativ verbessert, in Wirklichkeit jedoch wiederum um 193 019,72 Mark verschlechtert. Die relative Besserung ergibt sich durch Aufnahme einer Hypothek von 250 000 Mark. Immobilien sind in erheblicher Höhe veräußert worden, Zugänge sind nicht gewesen. Die Zugänge auf Inventarien ergeben sich durch Aktivierung von LlrnstellungSunkosten. Die Bilanz vorn 31. Dezember 1929 schließt mit 1465 464,04 Mk. ab. Hier tritt zum erstcin- mal das ursprünglich auf 1 300 00Ö Mk. bezifferte Aktienkapital nur mit 325 000 Mk. in Erscheinung. Weiter ist eine Llmstellungsreserve von 150 511,27 Mark verzeichnet und ein Verlust in 1929 in Höhe von 70 902,57 Mk. ausgewiesen. Die flüssigen Mittel belaufen sich auf 222 561,42 Mk., Halb- und Fertigfabrikate, Materialien find mit 441 283,71 Mk. verzeichnet, die kurzfristigen Schulden belaufen sich auf 810 654,74 Mk. Es ergibt sich somit ein Unterschuß von 146 809,61 Mk. Trotz der im Iahre 1929 vorgenommenen Sanierung reichen die flüssigen Mittel nicht aus, um die kurzfristigen Schulden zu decken. Der Verlust des Jahres 1929 ist größer als er bilanzmäßig ausgewiesen wird, weil auf Inventarien eine Umwertung stattgefunden hat. Tie Liquidationsbilanz für 3. April 1930 dem Tage der Eröffnung des Konkursverfahrens, verzeichnet folgendes: Aktiva: Immobilien, Einheitswert 408 000 Mark, Inventarien 123 272 Mk., Vorräte 297 300 Mark. Barmittel 1116,48 Mk., Effekten 907,40 Mt., Buchforderungen 132 900 Mk. Passiva: Hypothekenschulden 192 000 Mk., Obligationsschuld 57 975 Mk., rückständige Zinsen 6696,75 Mk., Darlehensschuld 125 106,35 Mk., Bankschulden 262 441,59 Wk., Vuchschulden 248 496,89 Mk., rückständige Tantiemen 134 181,94 Mark, rückständige Steuern 79 318,27 Mk., rückständige Löhne, Gehälter. Derufsgenossenschaft, Krankenkasse. Reichsversicherung 139 506.65 Mk.. Kosten des Verfahrens 35 000 Mk., rückständige allgemeine Zinsen 6600 Mk. Es ergibt sich hiernach ein Fehlbetrag von 324,029,76 Mark. Das Aktienkapital muh als gänzlich verloren betrachtet werden. Der Einheitswert des Grundbesitzes beträgt 406 000 Mark, der bilanziert ist. Da der Cinheitswert wesentlich unter dem gemeinen Wert liegt, wird bei einer nicht überstürzten Veräußerung ein Mindesterlös von 450 000 Mark zu erwarten fein. Die Arbeitsmaschinen sind mit 111 421 Mark zum Altmaschinenwert aktiviert. Auch in diesem Falle dürfte bei ruhiger Liquidation und unter der Voraussetzung, daß die Arbeitsmaschinen vor ihrer Veräußerung im eigenen Betrieb nach und nach überholt werden, annähernd ein um 50 Prozent höher gelegener Wert zu erzielen sein. Vorräte sind, soweit es sich um Fertigfabrikate handelt. 25 Prozent unter dem Marktpreis, Halbfabrikate und Rohmaterial mit 40 Prozent unter dem Tageswert aktiviert. Wird dem Unternehmen die nötige Ruhe gelassen zum Fertigmachen der Halbfabrikate, dann sind auch in diesem Fall annähernd 100 000 Mk. über den aktivierten Wert zu lösen. In den letzten beiden Monaten, die seit der Eröffnung des Konkurzverfahrens verflossen sind, war es möglich, für etwa 90 000 Wk. Fertigsabrikate herzustellen und abzustoßen, so daß der Stand des 3. April d. I. bereits verbessert worden ist. Die weiteren Aktiven geben zu Bemerkungen vorläufig keinen Anlaß. Aus der nachstehenden Zusammenstellung, die von der reduzierten Aktiva ausgeht, komme ich zu folgendem Resultat: Reduzierte Aktiva lt. Bilanz 963495,83 Mark. Von dieser Masse sind in voller Höhe abzudecken: Hypotheken 192 000 Mk., Obligationsschulden 57 975 Mk.. Rückständige Zinsen zu 2. und 3. 6 898,75 Mk-, Darlehnsschulden 125106,35 Mk.. Bankschulden 262 441,59 Mk.. insgesamt 644 421,69 Mk.: verbleiben 319074,19 Mark. An bevorrechtigten Forderungen sind vorhanden: Löhne, Gehälter, Derufsgenossenschaft 139 506.85 Mk., Steuern 79 318,27 Mk.. Kosten des Derfahrens 35 000 Mk., Zinsen 6600 Mark, insgesamt 260 425,12 Mk., verbleiben 58 649.07 Wk. Dazu kommen noch: Buchschulden: AuSgeson- dert 8000 Mk.. Provisionen 12 000 Mk. (insgesamt 20 000 Mk.). Sonstige Buchschulden 228 496.89 Mark, Tantiemen 134 181,94 Mk. Don den Tantiemen werden restlos bestritten 77 004,50 Mark. Mithin insgesamt u ng eb ed t 247 025,26 Mk. Wenn unterstellt wird, dah der Immobilienbesitz im ungünstigsten Falle nur zu dem aktivierten Preis zu veräußern ist, dann würde sich nach vorstehenden Ausführungen ein Mehr nur ergeben auf Dorräte mit 100 000 Mk., auf Werkmaschinen mit 50 000 Mk. Zusammen 150 000 Mark, so daß selbst im ungünstigsten Fall für die nichtgesicherten Gläubiger eine Quote von 40 Prozent ausgeschüttet werden könnte. Es besteht aber die begründete Hoffnung, das Konkursverfahren durch einen Zwangsvergleich zu beenden und das Werk zu erhalten. Räheres darüber zu sagen ist heute unmöglich. Iedenfalls wird kein Versuch unterlassen, der Aussicht hat. dies Ziel im Interesse des Werkes und mit ihm seiner Angestellten und Arbeiterschaft zu erreichen. Wirtschaft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M. 5. Iuni. Tendenz: ruhig. Die Börse lag stimmungsgemäh im Anschluß an die etwas gebesserte gestrige Abendbörse freundlich. Das Geschäft nahm aber trotzdem einen ziemlich schleppenden Verlaus, obwohl heute eher günstigere Rachrichten Vorlagen. Vor allem fanden die zum Teil gebesserten Auslandbörsen Beachtung. Aber auch die innerpolitische Lage wurde nicht mehr so pessimistisch beurteilt. Auch die geplante Dividendeerhöhung bei Kali-Chemie und die günstigen Geldmarktverhältnisse waren Momente, die Anklang sanden. Demgegenüber stand wieder die anhaltende Orderlosigkeit, so dah die Kulisse keinen Mut zeigte, irgendwelche Deckungen vorzunehmen. Die bevorstehenden Pfingst- feiertage waren ebenfalls geeignet, das Geschäft einzudämmen. Erstnotizen kamen nur wenig zustande, doch lagen die Kurse gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist etwas höher. Rur für einige Spezialwerte machte sich vorübergehend einige Rachfrage geltend. Am Chemiemarkt konnten I.-G.-Farben in Nachwirkung des Berichtes von der gestrigen Generalversammlung, der allgemein Anklang fand, ein Prozent anziehen. Holzverkohlung lagen vernachlässigt und leicht gedrückt: der gestern bekanntgewordene Geschäftsbericht war nicht gerade günstig. Dagegen konnten Rütgerswerke einiges Interesse auf sich lenken. Am Elektromarkt kam nur in AEG. eine Erstnotiz zustande. Auch der Wontanmarlt lag still, die Kurse waren aber überwiegend leicht erhöht. Am Elektromarkt lagen einige Werte angeboten und bis ein Prozent abgeschwächt. Danken hatten ebenfalls nur mäßige Umsätze. Rur Commerzbank zogen plus 1,5 Prozent etwas an und traten hervor. Don Der- kehrswerten waren AG. für "Verkehrswesen etwas gefragt und 1 Prozent fester. Süddeutsche Zucker eröffneten geringfügig abgeschwächt. Im Verlause stagnierte das Geschäft fast voll- ko m m en. Die Tendenz war unverändert freundlich Einzelne Spezialwerte konnten bei einiger Rachfrage weiter um Bruchteile eines Prozentes anziehen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 Prozent sehr leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1915; gegen Pfund 20,3640; London gegen Kabel 4,8582; gegen Paris 123,91; gegen Mailand 92,76; gegen Madrid 20,10; gegen Schweiz 25,0975; gegen Holland 12.0825. Berliner Börse. Berlin, 5.Iuni. Schon gestern abend in Frankfurt war in Reaktion auf die starken Abschwächungen der Mittagsbörse eine Tendenzverbesserung festzustellen, die heute, den Erwartungen des Dormittagsverkehrs entsprechend. weitere Fortschritte machen konnte. Der Geschäftsbericht der I. -G. - Farben, der gestern keine Beachtung gefunden hatte, kam heute zu seinem Recht. Reue Zinsermäßi- gungen bei der Seehandlung lenkten die Betrachtungen der Börse auf den leichtenDeld- markt, Dividendenerhöhungen bei verschiedenen Gesellschaften (I. Pintfch. Kali Chemie) regten an, und die festeren Auslandbörsen veranlaßten die Svekulation zu Deckungen. Auch die inner- politische Lage fand eine etwa- günstigere Beurteilung; besonders die Aussichten auf eine Arbeitsgemeinschaft und die vorbereitenden Schritte zwischen den Arbeitgeber- und Arbeit- nehmer-Derbänden zur Bekämpfung der schlechten Arbeitsmarktlage. Auch die Emission der Voung-Anleihe scheint nunmehr gesichert zu sein, unb die letzten Meinungsverschiedenheiten dürften in der heutigen Besprechung beseitigt werden. Die ersten Rotierungen geigten gegen die gestrigen Mittagsschlußkurse auf fast allen Marktgebieten ein- b i s dreiprozentige Kurserholungen. Mehr erholen konnten sich Werte wie Kali Aschersleben, Westeregeln, Polyphon (nach Berücksichtigung deS Dividendeabschlags) und Stolberger Zink, die bis zu 4,75 Prozent gewinnen konnten. Akkumulatoren, die gestern trotz der allgemeinen Schwäche durch Festigkeit auffielen, konnten weitere 7.75 Prozent anziehen. Außer Polyphon notierten heute Mannesmann. Orenstein und Stöhr exklusive Dividende. Bemerkenswert schwach lagen Metallgesellschaft minus 1 Prozent, Berger minus 1,75 Prozent, Hoesch minus 1,90 und Olavi- Minen minus 1 Mk. Bei letzteren enttäuschte, dah nur eine unveränderte Dividende auf der gestrigen Aufsichtsratssitzung vorgeschlagen wurde. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer wenig verändert. Der Pfandbriefmarkt war ruhig. Am Geldmarkt setzte sich die Erleichterung für Tagesgeld mit 3,75 bis 6.75 Prozent fort; die übrigen Sätze blieben unverändert. Im Verlaufe waren nur geringe Kursveränderungcn festzustellen. Die Grundstimmung blieb freundlich GtwaS mehr Geschäft war nur in einigen Spezialwerten festzustellen. Sv holten Spritwerte. Kaliaktien, Siemens. Reichsbahnvorzugsaktien und Berger ihren Anfangsverlust wieder ein. Frankfurter Lchlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 5. Iuni. Auftrieb: 8 Rinder. 329 Kälber. 44 Schafe, 356 Schweine. Es wurden notiert: Kälber beste Mast- und Saugkälber 75 bis 78 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 74. geringe Kälber 60 bis 67 Mk. — Marktverlauf: Bei allen Viehgattungen rege, ausverkauft. Schweine wurden heute von der Marktkvmmisfion nicht notiert 'Der Aktienindex vom 2 6. — 3 1. Mai. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Ak- tienindex (1924/26 100) stellt sich für die Woche vom 26. bis 31. Mai auf 121,8 gegenüber 122.3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 119,6 (120,3), Gruppe verarbeitende Industrie auf 111,6 (112,2) und Gruppe Handel und Verkehr auf 141.1 (141,5). * Der Saaten st and in Preußen 21 n - fang Juni. Die «tatistifche Korrespondenz berichtet üoer den Saatenstand in Preußen Anfang Juni, daß Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste und (9cmenge den Stand des Borjahres haben behaupten können. Infolge der heftigen Gewitterregen bat sich der Winterraggen auf den guten Böden der mittleren und westlichen Provinzen ebenso wie die Wintergerste östlich der Elbe teilweise erheblich gelagert. Das Sommergetreide steht überall besser als zur gleichen Vorjahreszeit; ebenso werden die ßül- senfrüchte aller Art besser beurteilt, als zu Anfang Juni 1929. Die Bestellung der Zucker- und Futterrüben ist meist im ersten Drittel des Monats zu Ende geführt. Das Auflaufen der Rüben befriedigt durchweg. Die Oelfrüchte haben in der Regel ab» geblüht. Die Frühkartoffeln stehen durchweg gleichmäßig, die späteren Kartoffeln sind infolge der falten Witterung im Wachstum zurückgeblieben. Das gute Wachstum des Grünlandes verspricht eine frühe Heuernte. ' Cornelius Heyl, QL-®., WvrmS. Die Lederfabrik erzielte 1928/29 einen Reingewinn von 245 476 (207 000) Mark, der vorgetragen werden soll. Die Generalversammlung findet am 3. Iuli statt. (Im Vorjahre erhielten die Vorzugsaktien 6 Prozent Dividende, während die Stammaktien ohne Dividende blieben.) * Otavi Minen und Eisenbahn-Gesellschaft, Berlin. Die Gesellschaft beantragt, wie im Vorjahre, eine Dividende von 16,66 Proz. brutto, d. h. nach Abzug der Kapital- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. O,e hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 o. H., Lombardzinsfuß 5,5 v. H. Aranllun a. DL Serlw ;tranfnin o. Dl Berlin Schluß- 1-Ubr» kues 1 17 re Schluß- kuee Anfang, fiur# Schluß, turt Rur»’ (Schluß- für- Ania g- nur- Datum 4 6 5 b 4 6 5 b Datum 4 6 5 6 4 6 5 6% X.CUIIUK von 1927 ........ 7% Deutsche StWanlefce von 1929 .......... Deutsch« AnI.-AblSi.-LchuIb mt: Lullos.-Rechten....... Desgl. ohne Butloj.-Reckle . . 8% Heft. Bolttstaat von 1929 (rüdw&tt. 102%)..... Cberbdien Brvvin, • Anleibe nh Sulioi.-Rechten...... Deutsche Rcmm. Eammelabl. Unleibe Eerie 1...... 8% Rtanfl. Hvv.-Vank Goldpfe XJll unkündbar bl« 193t . . 7% tzranks. Hov.-Bank «Soldpse unkündbar btt 1932 .... o mo cm N. • •o — — CO vanioutg-.nnenta tSalei ^amdurü-Sükam. Tanwischifs - k ^an'a Tampsschiis.....10 .'iorddeuticher Llovd . ... f Allgemeine Deutsche Credstanit. 10 Äarmer Bankverein .... 10 Berliner Handelraeiellschast . 12 kommen und Pnoat-Bank . 11 larmitabter und Rationalbank 12 deutsche Bank und Ttnonto-cSesellfchast, . . . 10 Tresdner Bank......10 Reickttban?........12 ...........t Bergmann.........9 Helft. Lieierung4gesrllschasi. 10 r'icht und Kraft......10 .reiten & («uilleaume . 7y, HeseUschan für Elektrische Unternehmungen . . 1( Hamburger Glffmvtöt».Siede 16 Kbeim'tbe E-ektrUitat .... 9 Schlesische L ekrrizitäl. ... 10 -chucken & Co. .....11 ziemens L Halske ..... 16 Transradio...... . . 8 Hahmeyer & Co....... 16 Buderus . . ...... 3 Deutsche Erdöl.......f Siiener Steinkohle......* Gelsenkirchener.......f Harpener....... ... * Hoesch Eilen........k°. Ilse Bergbau.......1' Slöcknerwerke........j Söln-Reuessen...... . . '< 9Kanneemann-Rübren . ... ' Kansselder Bergbau.....7 Lberschle,. Eilende darf .... 5 Lberschles. Sok-werke.....'• Vbönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen . . lf Rbeinitahl...... 6 Riebeck Montan......7,2 108,5 08,5 115 125 149.25 228,25 140.5 141 >92,5 ■ 63 160 H5.5 160,5 - 115.75 242 167.5 74 135,9 124,5 I -9,5 06,5 70.5 94 z29 ‘16,4 109 75 125.5 150.5 140.5 163 25 - 177 5 242 5 124 6 94 117.5 108 174 150 108,9 '15,5 125 172 149.25 227.7: 140 141 292 162,75 185 150.5 160.5 116 160,5 137.75 162 174,5 40.13 120 >68.5 74,5 96.5 135,75 >24,5 105 216,75 100 101,5 106 70.25 '06.5 93,75 29,13 - 108.75 173.75 HO 115.25 125 75 173.5 150 5 228 140 141 293 164 185.75 117 161 177,25 242 25 - 75.25 98 136.25 125 103 13 216.25 100.13 101.25 100.5 70.13 107 13 — 231 117,13 8% Landetnl.rndbriefanüalt flomnu-EbL Ä. 20...... 7% Br Landey anvbriesankalt Pfandbriefe R. 10...... A.S.S. adg. vorkrieg»-Obligatio nm. rückzahlbar 1932 . . . Oestecrrtchilche Sold reute . 1,20% Oekerreickische Süberrenn 4% L österreichische Etnheillichc Rente .......... «% Ungarische Goldrente .... ■1% Ungarische L tarne ernte v. 1910 4^% Mfll. von 1913 .... 4% Ungarische Sronenrente . . 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I........... 4% betflL Serie 11...... 6% Rumänische vereint,. Rente von 1903 .......... Rumänische bereinh. Rente von 1913 ......... 4% Rumänische bereinh. Rente srankiun a. » Berlin Banknoten. Schluß- 1#Uhr» Schluß- Anfang- Berlin, 4. Zuni velb Brief Ruth Iure 4,168 58,31 4188 58.55 Datum Belgische Roten . . 4 6 5 6 4 6 5 6 Tanüche Noten . . . cbngüche Noten .... yranzofische Noten ... Holländische Noten . . . Italienische Noten.... 111.80 20.305 16,40 167,98 112.24 20,385 16 46 168,66 22,04 •12,14 59.17 2.475 eiatiiteerte . Otavi Minen......16’/, Kaliwerke Aschersleben . . . 1k 92,9 220 92 75 - 92.75 52 218 93,5 51 222 Kaliwerke Westeregeln ... 1< 223 — 221 225.75 Rorwkaiicbe Noten . . . Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 405 - 104.75 407,75 Teutsch-L esterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten ....... 58,93 2,455 ?. G. ^arden-Indultrie ... 12 182.5 183.5 i81,75 183 5 Lchwedllche Noten . . . 112,05 •12.49 Ttnomit Nebel.......( 87,25 Schw-i*ton. ■68,31 168,65 168.36 168.70 Sdiuliteta Katzen üoser ... 15 Cfnrerfe.........Y. — 410 259 313 262 99 4 x'u’n- StreS Hrn. .'i n rw 1.589 58,40 1.593 58.52 1,509 58.415 I 594 58.535 Lku . . . ........v 37,5 _ 96,75 (Sbriftiinü. 12 00 112.22 112.04 11226 Ben-.berg.........1 j 110 _ 108 :nbag:n 111,99 112.21 112.01 112 23 ZeNitoss Daldbot .... 13';, 162 _ 162 163.5 Stockholm . 112,32 112.54 112.35 112 57 Zellstrss Aichaskenburg ... 1. Cbailonenburger Wmser . . . b Teisauer ........ — 135,25 102 1*0 103 161 5 Helnngfors. Italien. . . London. . . 10,539 21.9t 5 20.339 10,559 21,975 20,379 10.54 21 93 20.342 10 56 21 97 20.382 Daimler Motoren......0 36,75 _ 36,75 38 .' eunorf . . »,1865 4,1945 4,187 4 195 Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau TLX8......0 Rar. Automobil ...... C 229 — ?30.25 48,5 233 49,6 Poris.... CLwet; . . Sva.lirn. 16,41 81.005 50,65 16.45 81.165 50.75 16,415 81,055 50.68 16,455 81 215 50,78 Lrentein & Scppd.....f Leenbaro Ttey......IC Tvenska........... — — 82 155 320 78 320 Japan . . . •ttto be ftan. Dien in T-- Ceft obgefit 2,072 1.493 19.05: 2,076 9,493 59,175 2.070 0,4905 59.055 2.074 0.4915 59.175 lsrankfuner Maickmen . ... t 29 — 29 — Prag . . . . Bc lirad . . ■2.419 7,395 12,439 7.409 12.424 7,396 12 444 7 410 «ritzner..........6 36.5 35,5 - Dudapn't. . 73,15 73,2b 73,16 73.30 Hevligentzaevt.......0 Jung bans.........f 41,25 41,5 Bul arien Lissabon 3,035 18.83 3,041 18.87 3.039 1880 3.045 18.84 SeArptde..........f 98 —— — Zanug. . . 81,34 81,50 81,35 81 50 Mainkrafuverke Höchst a. M.. . b 38,65 — — — Nonst ntin. 1,784 1,789 1'785 1.789 Miag...........10 119 — 117 117 Sitten. . . 5,42 5,43 5,42 5.43 Sebr. Roeder.......10 107 — - Canaba 4.185 4,193 4,185 4,193 Boigr & Haessner ...... 6 155 155 — Urn nah. . 3,796 3,804 3.806 3,814 Süddeutsche Zucker .... 10 159,5 — 159,75 — Cairo . . . 20,865 20,905 20,865 20,905 Generalversammlung der L.-G.-Farben In ApotKu.Drog Dose u.Tube 6OP(g.t2O Seidenflor felnfädig 1.75 2.75 1.95 4242D 4.25 Unsere Geschäftsräume werden am Pfin^stsamstag miilags nm nwtjesclilossen TRAGT DIE GUTE BEZIRKSSPARKASSE GIESSEN 4238D SCHMUCKER- KLEIDUNG 4.20 ragende QuaÜtätsstrümpte 4.75 KAFFEE HAG SCHONT Damen-Sport-Söckchen 0.55 .1.20, 0.95 weih und farbig 4100A 1 Paar Strümpfe gratis bei Abnahme von 12 Paar 4159 A Hili SCHUH E LIESSEN Kreuzplatei Schwan im Haus Schmutz heraus! 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Das Problem der Kohlenverflüstigung werde sicher noch gelöst werden. Nachdem auf Antrag eines Aktionärs die Versammlung Schluß der Debatte beschlossen hatte, wurde der Abschluß mit 12 v. h. Dividende zuzüglich 2 o. h. Freigabebonus einstimmig genehmigt. Auch die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig, während bei der Entlastung des A.-R. Dr. Tenhaeff mit 1000 Mark Aktien dagegen stimmte und Protest zu fßrotofolLfl ab. GIESSEN ■ SELTERSWEG .Hanomag- Iusmaschine preiswert im Auftrage zu ücrfanfeit. Zu erfragen bei (42331) NeilS ö Kraft, KrafisahrzeugreparaUtr Marburger Strafte 68. IH HE iÜPMMÜmA und Wißest $r|d),: Sonn,fl? d t W« ö''' D Dlonal 2.20 Aeichspf lohn, o scheinen infolge zeni anteröc Anjchnl richten: P» Uranll”1 stets frisch bei Jakob Maternus, Gießen Ecke Frankfurter- und Klinikstraße 3773V SINDSIE auch so vergnügt nach einer schönen Wanderung durch das pfinqitge* schmückte Landl Es wandert sich so gut in bequemen Schuhen. 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Mark zu Rückstellungen und Abschreibungen verwandt worden waren. trug der Bestand der Belegschaft einschl. derjenigen der Ammoniakwerk Merseburg G. m. b. H., der Kalte k Co.°A.G. und der A.G. für S'ickstvsf- dünger, Knap ack, rund 75 000 Arbeiter und 23 00) Angestellte, atfo insgesamt etwa 9öwu .r.onen. 3m Zeitpunkt der Fusion am 1. Januar 1926 waren etwa 65 500 Arbeiter und 19 800 Angestellte oder insgesamt 85 300 Personen vorhanden, so daß am 1. Januar 1930 die Belegschaft um rund 13 000 Personen größer gewesen ist, als zur Zeit der Fusion. Wenn auch die Verminderung der Belegschaft zum weitaus größten Teil bereits erfolgt tour, so wurden doch auch im laufenden Jahre in einzelnen Werken noch Entlassungen notwendig. Auch bei diesen Entlassungen waren wir ebenso wie bisher bemüht, alle sozialen Härten möglichst zu vermeiden und den persönlichen Schwierigkeiten des einzelnen Falles Rechnung zu kratzen. Insbesondere gewähren wir grundsätzlich allen alteren Arbeitern, die schon längere Jahre in unserer Firma tätig gewesen find und für die eine neue Beschäftigung mit Rücksicht aus ihr Lebensalter fd)merer zu beschaffen sein wird, aus dem Unterstützungsfonds eine monatliche Werks- zulage, die nach Dienftalter und Familienstand gestaffelt ist. Bei den Angestellten haben wir durch 3n der gestrigen Gencralvers amm - lung der 3. - G. - Farbenindustrie, die unter dem Vorsitz von Geheimrat D u i S - berg stand, waren 279 Aktionäre mit 667,56 Millionen Mark Stammaktien und 40 Millionen Mark Vorzugsaktien Serie B erschienen. Bei der Äorlage des Geschäftsberichts äußerte sich vom Vorstand Geheimrat Bosch über die Velegschaslsvermlnderung wie folgt: Die Vielgestaltigkeit unseres Geschäfts bedingt, daß bei den Laufenden von Einzelpro- buHcn naturgemäß Absatzschwankungen unvermeidlich find. Derartige Schwankungen und Veränderungen können nicht immer ohne Einfluß auf die Belegschaft einzelner Betriebe bleiben, wenngleich sie sich vielfach innerhalb der ein- zelnen Betriebsstätten zu einem Teil wieder auSgleichen lassen. Während im Anfang des Berichtsjahres die Belegschaft iu>ch eine weitere Steigerung erfahren hatte, setzte dann eine Belegs cbaf tSverminderung ein, die zunächst zu einem erheblichen Teil dadurch herbeigeführt wurde, daß ilberhattpt keine neuen Lenke eingestellt und für den natürlichen Llbgang Ersatzeinstellungen unterlassen wurden. Am 31. Dezember 1929 bc- ertragSsteuer 15 Proz. netto oder 3 SchiMng pro Anteil über 1 Pfund Sterling. * Deutsche Petroleum A G., Berlin- Schöneberg. Der AussichtSrat schlägt eine Dividende von wieder 4 Proz. aus dem Reingewinn von 1 657 208 bei 1213 486 Akk. Abschreibungen vor. * HolzverkohlungS-3ndustrie Ql®., Konstan z. Die Gesellschaft legt vor der Fusion mit der Deutschen Gold- und Eilberscheideanstalt ihren letzten Geschäftsbericht vor. Danach waren die Fabriken 1929/30 zunächst gut beschäftigt, Betli milgeleilt: Vorsitz bc feiner letz! niehnvöchi die ilrb übrigen n und fli hängender nettsWn tabindl i lofenoi an die B für tirbe gabt, M erhöht Gesetz, 1 31. Bli der wir Gesetzes sichert Soian. Geschenkt gaben Blinder decken des vorübe Aeslbes und in sieht auch men d« Sonbci fommroffi fiürjan gatefte beschaffend tung bis jum' Wfammei des fjaus ohne neu volle werden. Das fi emfara Jinanjfac Mfinben Cs legt e elnbeji Dirtschast w'rtschasll beilen. Di eine um °ber bas 'nen. 2Rif ^geleikf, w gleid)fa genber Ne hier KI ^len. an, len ein br «n bei "ellnno jeräenj flaU Do gesehen ^'sgelegc 5ot[egung ^Ismin, JWbt x.^Ber ”;itetUl 52* lehb9 Qt H 1 | 4«*H ^«4 A.s« r'r bM bif Cin"1' ba>ll n a d Mako "Damenstrümpfe In vielen Qualitäten..........1.95,1.50 weitgehende Pensionierung entstehenden harten vorgebeugt. Du, wo eine Pensionierung noch nicht erfolgen konnte, stellten wir in größerem Ausmaße ebenfalls unter Berücksichtigung des Alters und der Dienstzeit Wartegelder bis zum Eintritt des Pensionsfalles zur Verfügung. Bei jüngeren Angestellten werden je nnd) Lage des Falles einmalige Bei- Hilfen entsprechend den persönlichen und sozialen Verhältnisse gegeben. Bankier Oettinger (S. & H. Goldschmidt, Frankfurt a.M.) verlangte einige nähere Erläuterungen zum Geschäftsbericht, so eine Spezialisierung des Gewinns, Mitteilung über den Besitz an 3.-G.-Chemte-Aktien, die Ausdehnung des Stickstoffpaktes auf das Geschäft der Gesellschaft und nähere Angaben über die Zusammenarbeit mit der Standard Oil Eo.» sowie über die Ergebnisse der Kunstseidefabr't- kation. Dazu erklärte Geheimrat Duisberg, daß, im Gegensatz zu der in Deutschland bestehenden Meinung, die führenden amerikanischen und englischen Chemiegesellschaften im Vergleich zum Geschäftsbericht der 3.-G.-Farbenindustrie unverhältnismäßig knappe Angaben über ihr Geschäft machen. Er führte dafür Beispiele an und wiederholte die schon in früheren Versammlungen geäußerten Bedenken gegen weitere älmsatzangaben im Hinblick auf die ausländische Konkurrenz. Geh. Rat Schmitz ging auf die Anfragen des Aktionärs im einzelnen ein. Der Gewinn könne nur in einer Summe mitgeteilt werden, da verschiedene Einnahmen schon vorweg verteilt würden. Die 3.-G.-Farbenindnstrie wolle ihren Besitz an 3.°G.°Chemieaktien klein halten, da sie durch den Vertrag mit der 3.-G.-Chemie hinreichend gesichert sei. Die weitere Entwicklung deS Stick- stosfgeschäftes nach der Einigung der deutschen Erzeuger hänge von der Lage der Landwirtschaft ab. Man müsse mit Absatzschwankungen von 10 bis 20 Prozent rechnen, lieber die Beziehungen zur Standard Oil Co. könnten zur Zeit aus dcm Pholßäaös ö Jin Pfingsten 5% Rückvergütung 42 44 A ob als kalter Braten beim Ausflug, ob zum Festessen daheim, ■SCHADE & | FULLGRABE Ist in Jedem Fall das Richtige 4216 C ein Junges, zartes Brat- und Suppenhuhn Pfund ■98 Vergessen Sie nicht die Basken-Mütze für die Pflngstwanderung Wir haben alle Farben in den QQQ Q50 echten spanischen Mützen zu U <■ Cb"* Auch gestrickte, *5Q Q£| IO m AH 2seltigzutragen,zu I I 4136A Schulstraße 4