Nr. 104 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 5. Mai 1950 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Vie Illustrierte Gießener FamUienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Monat»-Bezugspreis: 120 Reichsmark und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern mfolge höherer Gewalt. Kernsprechanschlüste anterSammeInurmner2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sraiffurtam Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: Vrühl'sche Universilütr-Vuch- und 51e!ndruderet H. Lange tn Sitzen. Zchriftlettung und Geschäftrftelle: Zchulttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Gange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H. Thyriot; für den übrigen lei! Ernst Blumschein und für ben Anzeigenteil fDlaj FiUe^ sämtlich in Biehen. Der Reichsetat Md dem Saushaltsausschuß überwiesen. Rückkehr Or. Schobers nach Wien. Berlin, 3. Mai. Der Reichstag fetzte in der Samstagssitzung die erste Beratung deS StatS für 1930 fort. 2lbg. v. Shbel (Ehr.-Rat. Dauernp.) erklärt, die Arbeit des IahreS 1930 muffe im Zeichen der ÄuSgabendroffelung stehen In die Semei ndcbe st euerung muffe ein beweglicher Faktor eingefügt werden, um auch die Gemeinden zur Sparsamkeit zu erziehen. Wenn seine Partei diesen überhöhten Etat nicht von vornherein ablehne, so tue sie cs, weil sie zunächst daS Ergebnis der Ausschuhberatungen abwarten und der Regierung Zeit zum Beweise ihres Sparwillens geben wolle. Wir haben kürzlich den Steuergesetzen zugestimmt, weil Ordnung deS Etats auch für die Wirtschaft unerläßlich ist und jede Hilfe für den deutschen Osten sonst unmöglich wäre. Das sollten sich vor allem die Reinsaaer gesagt sein lassen, die neulich auch sogar daS Agrarprogramm aufs schwerste gefährdet haben. Tlnser Standpunkt ist aber kein Freibrief für die Fortführung der bisherigen Ausgabenwirtschaft. Abg. Meyer- Berlin (Dem.): Manche Vor- gänge während der Osterpause des Reichstags haben uns mit schwerer Besorgnis erfüllt. Die Rate für den Panzerkreuzer B wird die demokratische Fraktion einmütig ablohnen und verlangen, dah der dafür eingesetzte Betrag eingespart wird. Dir verlangen erneut die Vorlegung eines in sich geschlossenen, mllitärlechnisch begründeten Ersahbauprogramms, das eine Ueberficht über die Forderungen für die Landesverleidigung und ihre finanzielle Tragweite ermöglicht. Weiter erfüllt uns mit Besorgnis das Verhalten der Reichsregierung gegenüber Thüringen, daS nach außen den Eindruck erweckt, als sei die gegenwärtige Regierung nicht im gleichen Maste wie die frühere entschlossen, die republikanischen Belange gegenüber den Methoden des Herrn Dr. Frick zur Geltung zu bringen. Das Ostprogramm dürfe sich nicht nur auf die Landwirtschaft beschränken, sondern müsse auch auf die vielfach ebenso notleidenden gewerblichen Kreise des Ostens ausgedehnt werden. Abg Sachsenberg (Wirtsch.) erinnert an die parlamentarische Behandlung des Panzerkreuzers A und meint, die dabei angewandten Methoden hätten den Deutschen Reichstag und die deutsche Regierung vor der Welt lächerlich gemacht Die Wirtschaftspariei habe damals schon ein Marinebauprogramm beantragt, damit alle durch den Versailler Vertrag gebotenen Möglichkeiten ausgcschöpft werden sollten. Diesem Antrag hätten auch die Demokraten zugestimmt, darum sei ihre jetzige Ablehnung des Panzer- kreuzers B nicht verständlich Der Streit wäre freilich vermieden worden, wenn der Reichswehrminister dem Reichstagsoeschlust entsprechend das verlangte allgemeine Bauprogramm vorgelegt hätte. Runmehr müsse endlich dieses Programm vorgelegt werden, damit nicht bei jeder neuen Baurate der Streit neu entbrennt. Solange die Vereinigten Staaten von Europa noch nicht da sind, kann auch Deutschland nicht aus Bewaffnung verzichten. Wir werden diesen Etat fang- und klanglos schlucken. Wir verlangen die schleunig« Vorlegung des Ausgabensenkungsgesetzes und wünschen ein Junktim bei der Verabschiedung dieses Gesetzes und des Etats. Mit der Sparsamkeit muh Ernst gemacht werden, denn Ausgabensenkung bedeutet Steuersenkung. Ein allgemeiner Deamtenabbau in der Verwaltung des Reiches und der Länder sei notwendig. selbst auf die Gefahr hin, dah.die abgebauten Beamten lebenslänglich Wartegeld beziehen mühten. Abg. Dr. Pfleger (Bay. Vp.) macht den Sozialdemokraten den Vorwurf, sie hätten bewußt und gewollt den Sturz des Kabinetts Müller herbeigeführt. Die Sozialdemokratie habe di« bequemere Stellung der reinen Agitationspartei einnehmen wollen. 2m alten Kabinett waren die Sozialdemokraten für die Biersteuererhöhung : als sie aber aus der Regierung ausgeschieden waren, schickte die sozialdemokratische Fraktion ihre trinkfestesten bayerischen Mitglieder in den Ausschuß zur Opposition gegen die Diersteuer. (Heiterkeit!) Die Bayerische Dolkspartei hat seinerzeit den Ausschlag gegeben fur die Rominierung und Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten. Linser Der trauen zum Reichspräsidenten hat sich in keiner Weise vermindert. Trotzdem bedauern wir, daß in der letzten Zett die Person des Reichspräsidenten zu stark in den politischen Kampf hineingezo- gen worden ist. Hoffentlich bestätigt sich nicht das Gerücht, dah die Verwertung des Reich s e i g en tums im früher besetzten Gebiet einem Finanzkonsortium übertragen werden soll. Es wäre wohl für alle Parteien unerträglich, wenn zu den Leuten, die wir amnestieren muhten, noch eine Gruppe von Besatzungsgewinnlern käme. Reichsfinanzminister Or. Moldenhauer erwidert auf verschiedene Angriffe der sozialdemokratischen Presse, er habe keineswegs einen Abbau der Leistungen der Arbeitslosenversicherung gefordert. Ein Leistungsabbau ’ würde ja nur die Gemeinden mehr belasten. Wir wollen nur erreichen, dah überflüssige und entbehrliche Ausgaben vermieden werden, ohne dah auf der anderen Sette die Etats der Gemeinden belastet werde». Durch die Einstellung der ersten Daurate für den Panzerkreuzer B hat sich in der Ausgabeseite des Etats nichts verändert. Wir sind auch bereit, den Reichswirtfchaftsrat um ein Gutachten darüber anzugehen, ob die in Oesterreich eingeführte Phasen-Pauschalierung der Umsatzsteuer auch bei uns durchführbar wäre. Wir mühten zu dem System des englischen Parlaments kommen, dah ohne Zustimmung des Finanzmini- sters keine Ausgaben bewilligt werden können, die die Ansätze des Etats überschreiten. (Abg. Bernhard (Dem.): „Dazu braucht der Finanzminister nur stark zu sein!") Ob das geschieht durch Verwaltungsmahnahmen oder dadurch, dah die Regierung für solche Fälle den Rücktritt androht, oder durch gesetzliche Festlegung, das ist eine Frage, die wir im einzelnen prüfen werden. Wir würden aber ohne weiteres den englischen Zustand haben, wenn die Regierungsparteien die Vereinbarung treffen, dah keine von ihnen solche über den Etat hinausgehenden Ausgaben ohne Zustimmung des Finanzministers beantragt und dah alle Anträge dieser Art abgelehnt werden. Das Osthilsepro« gramm soll nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch das Gewerbe umfassen. In den notleidenden Bezirken wollen wir jene Senkungen der Real steuern vorwegnehmen, die für das ganze Reich 1931 kommen sollen Die Regierung sieht ihre Ausgabe darin, mit allem Rachdruck die angekündigte Steuersenkung durchzuführen. Das Ausgabensenkungsgesetz wird dem Reichstag so rechtzeitig zugehen, daß das vom Abgeordneten Eachsenberg gewünschte Iunkttm mit dem Etat praktisch vorhanden sein wird. Die R e i ch s r e f o r m ist dringend notwendig. Wir richten an den Reichstag die Ditte, die Verabschiedung des Etats möglichst zu beschleunigen und bei der Beratung die Ausgabefreudigkeit zu dämpfen. Der Etat wird dem Haushaltsausschuh überwiesen. Gegen 14 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag, 15. Mai. Aus der Tagesordnung .steht die zweite Beratung des Etats. Gandhi wird ans dem Zuge heraus verhaftet. Bombay, 5. Mai. (DTB. Funkspruch.) Gandhi ist mit den ihn begleitenden Polizeibeamten in Bociöli in der Nähe von Bombay eingetroffen, wo er den Zug verlassen muhte und unter militärischer Bedeckung mit unbekannter Bestimmung abtransportiert wurde. — (Eine Spätausgabe der „Times" meldet aus Bombay über die Verhaftung Gandhis, dah dieser mit dem Zuge nach Boriott, an der Bombay— Baroba-Cinle, und von dort per Kraft- wagen nach Puna gebracht wurde, wo er unter der durch Verordnung 25 vom Jahre 1927 bestehenden Vollmacht in haft gehalten werden wird. Oie Gärung schreitet fort. < esorgte Berichte über die Unruhen in Peschawar. London. 5. Mai. (DTB. Funkspruch.) wie „Daily Telegraph" feststellt, ist nach wie vor die Lage in Indien geeignet, b i e größten Be- foegniffe zu erregen. Das gelte besonders für den Norden, wo eine gewisse Unruhe unter den Grenz st ämmen festgestellt worden ist. Der Sonderkorrespondent des Blattes meldet au» Bombay: L» bestätigt sich, dah sich bei den Unruhen In Peschawar Truppeneine» Regimentsvon der Menge entwaffnen liehen. Unter den Verlusten der (Eingeborenen wurden mindesten» 20 dadurch verursacht, dah Panzerwagen über Leute fuhren, die sich auf den Boden geworfen hatten, in der Hoffnung, sie aufzuhalten. Der Korrespondent weist darauf hin, dah allmählich ein prominenter Führer nach dem anderen verhaftet wird. Hunderte von Blättern haben da» Erscheinen e i n g c ft e 111, und es ist jetzt schwierig zu flnben, was oorgeht. „Daily Mall" beschäftigt sich eingehend mit einem Schreiben, dah der Ausschuß de» europäischen Verbandes von Bombay an den Gouverneur Sir Frederick Syke gerichtet hat. Vas Schreiben ersucht die Behörden bei der Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung fester aufzutreten. Alle Personen, von denen da» Volk aufgeheht werde, die Gesetze zu verletzen, seien zu verhaften. Die augenblickliche Politik der Regierung könne nur al» Schwäche a u » g e l e g t werden. In Bombay erscheinen zur Zeit nur noch zwei indische Zeitungen, während alle anderen al» Protest gegen die Einführung der Pressezensur ihr Erscheinen eingestellt haben. Zwischen dem v i z e k ö n i g von Indien und einigen der gemäßigteren indischen Führern hat eine Zusammenkunft stattgefunden, in der der Vizekönig erneut auf den Ausgleichwillen der britischen Verwaltung hinwies und den willen der Regierung zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung unterstrich. In London ist am Samstag ein einfluß- reicher indischer Führer der gemäßigten Richtung eingetroffen, der mit dem Staatssekretär für Indien eine Aussprache hatte. Ser Wechsel in der deutschen Diplomatie. Roland oonKö st er, bisher Gesandter in Oslo, soll als Ehef der Personalabteilung ins Auswärtige Amt berufen werden. Bernhard von Bulow soll als Nachfolger Dr. von Schuberts den Posten des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt übernehmen. Oie Wellausstellung in Lüttich Lüttich, 3. Wai. (WTB.) Heute nachmittag wurde in Anwefenheitdes Königs, der Königin und der Prinzen des königlichen Hauses die internationale Ausstellung der Großindustrie und der angewandten Wissenschaften eröffnet. Eine Abteilung der Ausstellung ist der alten wallonischen Kunst gewidmet. Der Arbettsmini- stcr Heyman führte bei der Eröffnungsfeier aus, die Eröffnung der Weltausstellung sei für das belgische Volk der Anfang der Festlichkeiten, die an ein Jahrhundert der Wohlfahrt gedenken sollen. Der König sagte, diese großen Beran» ftaltungen der industriellen Arbeit zeigten die Rotwendigkeit, die materielle Lage des Volkes stets zu bessern und besonders die moralischen Kräfte zu stärken, die das wahre Leben einer Ration darstellten. Er hob die Bedeutung der Lütticher Industrie und der wallonische» Kunst hervor, und dankte den Vertretern der Länder, die an der Ausstelllmg teilnehmen. 3n Brügge wurde am Sonntag der 100. Geburtstag des 1899 gestorbenen großen flämischen Priesterdichters Guido Gazelle festlich begangen. Am Vormittag fand im Rathaus eine akademische Feier statt, bei der mehrere Reden von flämischen, wallonischen, südafrikanischen und holländischen Schriftstellern und von flämischen und französischen Abgeordneten gehalten wurden. Rachmittags wurde ein Denkmal für Gazelle enthüllt. Dabei ergriffen der Präsident der flämischen Akademie, der Minister des 3rmern, der Bürgermeister von Brügge und der König der Belgier das Wort un6 huldigten dem Dichter. Das Königspaar legte am Denkmal einen Kranz nieder. Dann zogen unter den Klängen der belgischen und flämischen Rational- hhmne die Vereine am Denkmal vorüber, Der Pundcokanzler ift befriedigt. Wien, 4.Mai. (WTB.) Bundeskanzler Schober ist heute nachmittag 6.30 Uhr aus London wieder in Wien eingetroffen. Der Bundeskanzler erklärte nach seiner Ankunft Ver- tretern der Presse: „3ch muß daran sesthalten, daß der Besuch in Paris und London vor allem ein Akt der Höflichkeit war. Wenn der Besuch in Som der Wiederherstellung guter Beziehungen mit unserem mächtigen südlichen Rachbar und der Besiegelung cinefl Freundschaftsverhältnisses, zugleich aber auch meiner Danksagung für die Unterstützung durch 3talien im Haag gegolten hat und wenn die Reise nach Berlin, abgesehen von der Beschleunigung der Handelsvertragsverhandlungen, dem selbstverständlichen Bedürfnis eines deutschen Ministers im deutschen Oesterreich, den deutschen Bruder im Reich zu besuchen, entsprochen hat, so gaben die liebenswürdigen Einladungen nach Paris und London mir die willkommene Gelegenheit, nicht nur meinen Dank für die auf der Haager Konferenz durch die Regierungen Frankreichs und Englands den österreichischen Bemühungen großzügig, gewährte Unterstützung auszudrücken, sondern auch über die innerpolitische und wirtschaftliche Entwicklung des neuen Oesterreich ausklärend zu wirken, das Vertrauen in unser Land zu stärken und die wohlwollende Förderung unserer Bestrebungen seitens dieser nicht nur für unser Mitteleuropa, sondern für ganz Europa wichtigen Machtfaktoren sicherzustellen. All' dies, glaube ich, ist in den persönlichen Aussprachen gelungen." Heimwehren und Schutzbund Zusammenstöße in St. Pölten vermieden. Wien, 4.Wai. (WTB.) 3n St.Pölten fand ein großer Heimwehraufmarsch statt, dem gegenüber der sozialdemokratische Schutzbund mit etwa 10 000 Mann aus Wien berett- gestern ebenfalls in St. Pölten Gegenkundgebungen veranstaltete. 3m Einvernehmen mit den Führern beider Parteien hatten die Behörden genaue Abmachungen getroffen, um Zusammenstöße zwischen Schutzbund und Heimwehr zu verhindern. Trotzdem die Gefahr von Zusammenstößen nicht gegeben erschien, wurden die in St.Polten zusammengezogenen Aufgebote von Gendarmerie und Militär durch Abteilungen des Dundesheeres noch verstärkt. Den heutigen Heimwehraufmarsch versuchten einige Trupps des Schutzbundes zu stören. Daraufhin riegelte die Gendarmerie den Schutzbund auf dem Trabrennplah außerhalb St. Pöltens gegen die Innere Stadt trotz des Protestes der Schutzbundlettung bis zum Abtransport der Heimwehr ab, der sich nun nachmittags reibungslos vollzog. Der Abtransport des Schutzbundes nach Wien erfolgte in den Abendstunden. Einschränkung deSÄoggenanbauS UmftcllungSmatznahmen in Preußen. Berlin, 3. Mai. (WTB.) (2lmtl.) Der preußische Landwirtschaftsminister hat am 2. Mar mit den Vorsitzenden der Landwirtschaftskammern das Roggenproblem erörtert Hierbei ergab sich übereinstimmend, daß zur Ergänzung der handelspolitischen und sonsttgen Maßnahmen zur Hebung des RoggenpreiseS eine Eins chr ä n- kung des Roggenbaues erforderlich ist, um die Roggenernten, soweit möglich, dem Roggenbedarf anzupassen. Es ist notwendig, daß die Roggenanbaufläche, soweit die mit Roggen bestellten Böden auch für andere Fruchtarten, insbesondere für Weizen oder gut* terPfl anzen geeignet sind, zugunsten dieser Fruchtarten eingeschränkt wird. Hierbei werden sich westlich der Elbe größere älmstesilungsmöglichkeiten als im Osten ergeben. 3m Interesse dieser Umstellung soll im Einvernehmen mit dem Reiche eine Reihe von einzelnen Maßnahmen durchgesührt werden, die eingehend besprochen worden sind. Freispruch im „Falke"-Prozeß. Aber schwere moralische Verurteilung der Angeklagten. Hamburg, 3. Mai. (WTB.) Heute nachmittag wurde in dem seit dem 9. April vor dem Hamburger Schwurgericht verhandelten „Falke".Prozeß da» Urteil gesprochen. Kurz nach 13 Uhr betrat der Gerichtshof den bis auf den letzten Platz besetzten und mit begreiflicher Spannung erfüllten Schwur, gerichtssaal. Der Vorsitzende Landgerichtdirektor Steinike verkündete folgendes Urteil: Die Angeklagten werden frei gesprochen. In der Begründung, die außerordentlich umfangreich ist, wird u. a. ausgeführt: Das Gericht ist za einem Freispruch gekommen, aber die Angeklagten dürfen sich nicht etwa einbilben, daß sie nun mit dreister Geste und hocherhobenen Hauptes aus dem Saale gehen können. Das Gericht stellt ausdrücklich fest, daß der Erwerbsinn der Angeklagten so stark ausgeprägt ist, daß sie auch vor anrüchigen Geschäften nicht zurückschreckten. Festgestellt ist weiter, daß sich die Angeklagten zu einem hochverräterischen Unternehmen gegen das uns befreundete Venezuela zusammengetan haben. Aber da kein diesbezüglicher Strafantrag vorliegt, kann deswegen auch teint Strafverfolgung eintreten. Die Angeklagten haben Vas Leben der Schiffsmannschaft in höchste Gefahr gebracht. Die Begründung erörtert in längeren Ausführungen, warum eine Verurteilung wegen Menschenraubes nicht möglich gewesen sei. Im Verlaufe dieser Darlegungen wird u. a. auch erklärt, daß die Mannschaft ungefähr ge • mußt haben mußte, worum es sich handelte. Der Koch habe das Schiff verlassen, die anderen hätten das auch gekonnt. Zum Schluß heißt es dann noch einmal ausdrücklich: Juristisch müssen die Angeklagten zwar freigesprochen werden, moralisch sind sie jedoch schwer zu verurteilen. Waffen- lieferungen dieser Art sind immer vom liebel; ganz besonders, wenn sie zur Vorbereitung einer Revolution dienen. Denn dann sind sie ein schweres Verbrechen. Hier waren Gewinnsucht und Habgier die Triebfeder. Moralisch sind die Angeklagten gar nicht schwer genug zu brandmarken. Das Gericht hat den denkbar schlechte st en Eindruck von den Angeklagten. Der Gtaatsvoranschkag in Hessen. Annahme im Finanzausschuß. Darmstadt, 3. Mai. (WTB.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages kam am Samstag mit der zweiten Lesung des Staatsvoranschlags zum Abschluß. Von den wichtigeren Beschlüssen seien genannt: Einstimmige Annahme fand ein Koalitionsantrag, der die Regierung ermächtigt, bis zu 130 000 Reichsmark für Zinsverbilligung zu Feld- bereinigungsarbeiten zur Verfügung zu stellen. Ein sozialdemokratischer Antrag, von den akademischen Baubeamtenstellen 25 Prozent auf den Inhaber zu setzen, wurde der Regierung als Material für die große Sparaktion überwiesen. Beim Kapitel Polizei wurde ein Zentrumsantrag gegen die sozialdemokratischen Stimmen angenommen, der die in der ersten Lesung beschlossene In- Haberbewilligung bei zahlreichen Offiziersstellen wieder aufhebt und die volle Ausnutzung des Polizeietats wünscht. Der Innenminister hatte sich gegen diesen Antrag ausgesprochen, da nicht gleichzeitig Konsequenzen für die unteren Beamten vorgesehen seien. Der Ausschuß ersucht die Regie- rung zu prüfen, in welchen Fällen es möglich ist, auch den Gendarmeriebeamten eine Vergütung für das von ihnen gestellte Dienstzimmer entsprechend der Regelung bei vergleichbaren Beamten zu gewähren. — Die durch den Abbau frei werdende Sch u^ polizeikaserne in Darmstadt soll für Wohnungszwecke umgebaut werden, was der Ausschuß einstimmig genehmigt. — Ein Zentrumsantrag, unverzüglich eine Zentralvormerk- ftelle für Versorgungsanwärter aus Reichswehr und Polizei im Innenministerium zu errichten, wurde der Regierung zur Berück- sichtigung überwiesen. Ein demokratischer Antrag, den Amtsärzten und -Tierärzten die Ausübung von Privatpraxis im Wettbewerb mit privaten Aerzten und Tierärzten zu untersagen bis auf einzelne, vom Ministerium genehmigte Fälle, wurde angenommen. — Die in einem demokratischen Antrag geforderte Vereinigung der Hebammenleyranstalt in Mainz mit der Gießener An st alt wurde der Regierung als Material für die große Sparaktion überwiesen. Ein demokratischer Antrag, den für den Heilstättenverein eingesetzten Betrag von 25 000 auf 35 000 Reichsmark zu erhöhen, wurde abgelehnt, ebenso ein Landbundantrag, den Staatszu - . schuß für d i e Straßenunterhaltungs- kosten von 1 auf 1,2 Millionen Mark zu erhöhen. Hierzu ließ die Regierung erklären, daß durch die neue Benzin- und Autosteuer der Betrag von 1,2 Millionen sowieso erreicht werden würde. — Von sozialdemokratischer Seite wurde eine Erklärung abgegeben, daß sie ihre Zustimmung zu der im Etat vorgesehenen Erhöhung der Pflege- geldlätze derHeil - und Pflegean ft alten unter der Voraussetzung gegeben habe, daß geteaent- lich der Behandlung des Gutachtens des Reichsspar- kommifsars ein Lastenausgleich zugunsten schwer betroffener Gemeinden durchgeführt werde. — Ver- schiedene Landbundanträge zu Den Kapiteln Universität und Technische Hochschule wurden der Regierung als Material überwiesen; gleichzeitig ersuchte der Ausschuß die Regierung, in eine sofortige Nachprüfung einzutreten, inwieweit die Gießener Gtavttheaier. Gastspiel der Berliner Kammeroper: „Die Gärtnerin aus Liebe". Die Oper „La finta giardiniera“ („Die Gärtnerin aus Liebe") steUt als erste unter den bis dahin geschaffenen Opern Mozarts Ansätze zur Entwicklung eines eigenen, persönlich ausgeprägten Opernstiles heraus. Der damals noch nicht 19jähinge hatte den Auftrag erhalten, für den Münchener Karneval eine Oper zu schreiben, und in verhältnismäßig recht kurzer Zeit vollendete er die Partitur nach einem Texte, den vor ihm schon A n f o s s i vertont hatte, und der ein Jahr vorher in dieser Form in Rom starken Beifall gefunden hatte. Ter Erfolg der Münchener Aufführung von Mozarts Oper spiegelt sich am besten in dem Bericht Daniel <3 ch u b a r t s: „Auch eine opera buffa habe ich gehört von dem wunderbaren Genie Mozart; sie heißt „La finta giardiniera“. Genieflammen zucken da und dort, aber es ist noch nicht das ruhige stille Altarfeuer, das in Weihrauchwolken gen Himmel steigt. Wenn Mozart nicht eine im Gewächshaus getriebene Pflanze ist. so muß er einer der größten musikalischen Komponisten werden, die jemals gelebt haben." Dem Tertbuch liegt eine Handlung zugrunde, die einmal mit ihren Einzelsituationen den Gebräuchen in der Buffooper folgt, zum andern aber dern Moment der Empfindsamkeit, der Rührselig- keit Raum gibt. Das nicht leicht übersichtliche Bühnengeschehen hat der Verbreitung dieses Werkes hindernd entgegengestanden. Es sind daher eine Reihe von Versuchen unternommen worden, dem Werk eine einheitlichere Geschlossenheit zu geben. Aber keiner der bisherigen llm- arbeitungen ist ein dauernder Erfolg beschieden gewesen. Roch dazu ist von der original-italienischen Partitur der erste Akt verlorengegangen; er konnte nur auf Grund einer deutschen Ausgabe des Werkes ergänzt werden, und so waren die in der italienischen Fassung vorhandenen Rezitative des ersten Aktes in Verlust geraten Sn der für die Gießener Aufführung benutzten Einrichtung haben die Bearbeiter John Got- totot und H. Knapstein sich von der ursprünglichen Duffoopernhandlung gelöst und die Musik mit einem symbolischen Märchengeschehen in Verbindung gebracht und so dem Ganzen ein völlig anderes Milieu untergelegt. Ausgaben bei den beiden Instituten eingeschränkt werden könnten, eventuell durch Vereinbarungen mit dem Reich und den Ländern durch Vereinfachungen neue Einnahmequellen zu schaffen. — Das Finanzgesetz selbst wurde mit acht gegen zwei Stimmen bei Stimmenthaltung der Volkspartei angenommen. Eine Regierungsvorlage, die 50 000 Mark zur Förderung der Kultur, Wirtschaft und des Verkehrs vorsieht, wurde einstimmig genehmigt. Außerdem wurde die Regierung ermächtigt, in besonderen Härtefällen den Abbau von Volksschullehrern erst im Laufe des n öd) ft en Schuljahres vorzunehmen. Einführung des neuen Oberpräsidenten von Hessen-Nassau. Kassel, 3. Mai. (TU.) Der neue Oberpräsident der Provinz Hessen-Rassau, der bisherige Beigeordnete der Stadt Köln, Haas, wurde am Samstag feierlich in sein neues Amt eingeführt. Der preußische Innenminister, Pros. Dr. W a e n- t i g, dankte in herzlichen Worten dem bisherigen Oberpräsidenten Dr. Schwander für seine Tätigkeit und wies auf die großen Aufgaben hin. die der neue Oberpräsident erfüllen müsse. Am Schluß seiner Ansprache führte der Minister aus, daß die Provinz Hessen-Rassau das Bindeglied zwischen dem Rvrden und Süden Deutschlands darstelle. Der neue Oberpräsident solle dahin wirken, daß die früher für Deutschland verhängnisvolle Main- l i n i e gänzlich aus dem deutschen Denken verschwinde. Oberpräsident Haas erwiderte, daß er in allen Fragen die Interessen der Allgemeinheit in den Vordergrund stellen und versuchen werde, auch über die Staatsgrenzen hinaus Verbindungen zu pflegen. Die Gestaltung der Osthilfe. Oie Bereitstellung der ersten Mittel. - Auch Handel und Gewerbe werden berücksichtigt. — Beschleunigte Belebung des Baumarkts. Berlin, 4. Mai. (ERB.) Am Dienstag wird sich die Reichsregierung in erster Linie mit den finanziellen Grundlagen der Osthilfe befassen. Der Reichsfinanzminifier wird inzwischen die notwendigen Erhebungen anstellen; wie in politischen Kreisen verlautet, hat er es möglich gemacht, daß für die Osthilfe zunächst etwa 85 bis 100 Millionen zur Verfügung gestellt werden können, ohne daß im Augenblick Mehrbelastungen für den Steuerzahler eintreten. Man ist sich natürlich darüber klar, daß diese Summe noch keineswegs ausreichen kann, wenn das große Ostprogramm verwirklicht werden soll. Da aber schon allein die Frage der räumlichen Ausdehnung der Hilfe außerordentlich schwierig und umstritten ist, so wird man sich wahrfcheinlich darauf beschränken, die Hilfe zunächst in kleinerem Maßstäbe anzusehen, und zwar räumlich gesehen zuerst von der Grenze aus, um mit der Zeit weiter ins innere Land vor- zuschreiten. 3m Kabinett besteht Einigkeit darüber,- daß die Hilfe in ihren sachlichen Auswirkungen keineswegs auf die Landwirtschaft beschränkt werden darf, daß es vielmehr daraus ankommt, auch die Rot des Gewerbes und Handels zu bekämpfen, die infolge der Verminderung der Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung besonders scharf hervortritt. Es schweben auch Erwägungen darüber, wie weit die Osthilfe durch weitere Maßnahmen unterstüht werden kann, die zur Behebung der Rotlage im ganzenRelch ergriffen werden sollen. Dabei denkt man beispielsweise an die energische Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf dem Baumarkt durch besondere Mittel, weil dadurch nicht nur eine Entlastung des Arbeitsmarktes eintreten, sondern auch eine ganze Reihe mit dem Baumarkt zusammenhängender Industrien gleichzeitig belebt werden würde. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß der Entwurf des Osthilfegesehes bis zur dritten Lesung des Reichsetats im Juni fettiggefteilt ist. Es wird allerdings wohl erst im Frühherbst parlamentarisch erledigt werden und vielleicht in einer eingeschobenen Zwischensession des Reichstages. Reichsreform und deutsche Wirtschaft. Das Sparprogramm des Reichsfinanzministers Or. Moldenhauer. Bad Eilsen, 4. Mai. (WTB.) Auf der Jahreshauptversammlung des Westsälisch-Lippi- schen Wirtschaftsbundes sprach Reichssinanzmini- ster Dr. Moldenhauer über das Thema „Reichsreform und deutsche Wirtschaft". Aufgabe der Finanzpolitik müsse es sein, den Steuerdruck zu mildern, damit die Kapitalbildung zu ermöglichen, den Kredit zu fördern und die Zinsen zu senken. Erstes Erfordernis sei es, die sch we bende Schuld soweit abzudecken, daß sie die Finanzgebarung nicht mehr ernstlich bedrohe. Möglich sei dies nur durch eine sofortige starke Erhöhung der Steuern. Für diesen Zweck hätten die bereits überspannten direkten Steuern nicht herangezogen werden können, sondern nur die indirekten. Diese Steuererhöhung im Betrage von insgesamt 550 Millionen Mark sei unmittelbar vor Ostern nach harten Kämpfen bewilligt worden. Der Etat für 1930 sei ausgeglichen. Sache des Reichstags sei es, sich dem Dorgehen der Regierung anzuschließen. Die Sanierung der Kassenlage sei die erste und notwendige Etappe auf dem Wege zur Lastensenkung. Er wolle nicht verschweigen, daß dem Etat eine große Gefahr von feiten der Arbeitslosigkeit drohe. Rach den letzten Berichten liege die Zahl der Arbeitslosen um 500 000 über der des vergangenen Jahres. Wir werden, so fuhr der Minister fort, in den nächsten Monaten sehr ernste Maßnahmen ergreifen müssen, um diese Gefahr für den ©tat, die unter allen Umständen gebannt werden muh, abzuwehren. Ebenso wichtig ist die Durchführung eines großen Agrar- Programms und eine wirkliche Hilfe für den Osten. Wir sind uns bewußt, damit auch produktive Arbeit zu schaffen und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beizutragen. Dem Reichstag ist ein Ermächtigungsgesetz zugegangen, das die Möglichkeit gewähren soll, die K a p i - talertragssteuer für fe st verzinsliche Werte auszuheben. Die Steuersenkung soll sich nicht nur auf die Kapitalertragssteuer beschränken, es sollen schon jetzt die Gesetze in Angriff genommen werden, die im kommenden Jahre die Steuersenkung bringen, in erster Linie die Senkung der Real steuern, der Grundvermögens-undderGewerbe- steuer. Auch auf die Frage der Finanzpolitik der Gemeinden muß sich die Finanzreform erstrecken. Wir denken einmal daran, die Kreditgewährung der Gemeinden einheitlich zu regeln, damit nicht durch das gleichzeitige ungeregelte Angehen des Kapitalmarktes von allen Seiten der öffentlichen Hand der Markt wieder verdorben wird, wir denken an den Zwang der Gemeinden zur Rechnungs- Es würde an dieser Stelle zu weit führen, wenn man die Frage erörtern würde, ob Mozarts feingeistige, der ursprünglichen Situation pointiert angepaßte Musik sich völlig auf einen neuen Hintergrund übertragen ließe, ohne die ursprüngliche Absicht Mozarts zu dein trächtigem Zudem läßt die chinesische Märchenwelt die Situationskomik und die Feinheiten des Bussostiles dem Hörer zweifellos nicht so treffend offenbar werden wir das originale, in westeuropäischen Anschauungen wurzelnde erste Textbuch. Es mag vielleicht für die jetzigen Bearbeiter der Grund mitgesprochen haben, daß Mozart doch an verschiedenen Stellen der Oper über die Grenzen der italienischen Dusfokunst hinausgeht, indem er die Dühnen-Geschehnisse nicht mit parodierender Art erfaßt, sondern stellenweise persönlich warm empfundene, ja an das Leidenschaftliche herangren^ende Töne findet und so verschiedentlich in spatere Schaffenszeiten vorausgreift. Das Maskenspiel wird ihm zu einem menschlichen Erleben. Don diesem Gesichtspunkte aus kann man also der Reugestaltung beipflichten. Die bunte Dielfältigkeit des originalen Textes bot den Bearbeitern ganz besondere Schwierigkeiten. Sicherlich erscheint das Dühnenspiel in der vorliegenden Form vereinfacht, wenn auch nicht immer streng zwingend in seinen Kausalzusammenhängen. Es wäre für das Verständnis des Werkes durch die Hörer sicherlich von großem Vorteil gewesen, wenn auch hier in Gießen dem Programm eine Inhaltsangabe beigefügt worden wäre, wie es an anderen Orten geschehen ist; denn der mit dem ursprünglichen Text vertraute Hörer wird zunächst genau so Mühe gehabt haben, der Dühnenhandlung näherzukommen, wie derjenige, der dem Werke zum ersten Male gegenüberstand. Denn durchweg war die textliche Behandlung der Rezitative, die ja namentlid) über das Geichehen Aufschluß gaben, durchaus nicht immer so deutlich sprachlich ausgeprägt, daß man ihren Sinn eindeutig erfassen konnte. Da das Unternehmen der Berliner Kamme r o p e r besonders auch Opernaufführungen an solchen Orten beabsichtigt, die nicht immer über die szenischen Einrichtungen für eine derartige Darbietung verfügen, hatte man sich in i>er Ausstattung der Szene auf das Aeuherste beschränkt und sich mit stilisierenden Andeutun- gen begnügt. Andererseits erschien es erstaunlich, wie die Spielleitung (John Gottowt) angesichts der beschränkten Dekorationsmittel und Ausstattungsmöglichkeiten es dennoch verstand, den Anforderungen der Handlung geschickt gerecht zu werden. Vielleicht wurde das zeitlos Phantastische der Bearbeitung so besonders wirksam. Die Kostüme entsprachen der Märchenwelt. Sie waren malerisch gewählt, nur hätte man sich hier und da noch eine individuellere Ausprägung wünschen mögen. Die szenische Gestaltung durch die einzelnen Darsteller war sorgfältig erwogen und lebhaft erfaßt nach den Erfordernissen des Duffospieles. Ueberall war eine theaterkundige Führung unverkennbar. Die Finales waren von stärkster dramatischer Durchschlagskraft und dem überaus charakteristischen musikalischen Geschehen organisch eingeordnet. Im einzelnen zeigten die beteiligten Kräfte in gesanglich-musikalischer Hinsicht nicht ausnahmslos das hohe Maß von Können, wie wir es in den letzten Aufführungen der Darmstädter und Mainzer Oper erfreulicherweise beobachten konnten. Sehr trefflich wurde die Rolle des Ta-ro°mi (ein junger Ritter) durch Hella Storck verkörpert. Ihr sympathisch voll innerer Wärme strömender Alt gab ihr das rechte Mittel zur Ausschöpfung und Kundgebung menschlich verinnerlichter Töne; z. D. in der Arie im zweiten Akt. Gertrud Buß gab sich als verkleidete Gärtnerin (Li-o-fe) in vornehmer Art; im Spiel war sie von zu starker Zurückhaltung: gesanglich traf sie den Mozartstil mit feinsinniger musikalischer Auffassung. In der Laubenarie und auch im Schlußduett zeigte sie besondere Höhepunkte. Lo°pei°lü, ein Edelfräulein (Else Oste r), hatte nicht immer die klanglich-stimmliche Ausgeprägtheit, wie sie Mozarts noch völlig unter dem Ideal des belcanto stehende Musik erfordert. Li-re-ta, ein Mädchen für alles (JuliaLührs), war eine in Spiel und Gesang wohlversierte Opernsoubrette. Josef H a 11 e m e r (Huang- tschao, ein Edler, früher Verehrer Li-o-fes) bewies wohl durch fein Organ von Ratur aus stimmliche Frische und auch sympathische Färbung; nach seiner technischen Durchbildung kann man ihn allerdings noch nicht als einen idealen Mozartsänger ansprechen- Darstellerisch sehr charakteristisch war Sen-jen-wei (ein Mandarin und Zauberer) von Alex H e l f m a n n; besonderen Erfolg hatte er mit der Arie im ersten Akt, in der die einzelnen Instrumente mit ihren Klängen sich als Symbole für fein Handeln Sen. San-hao, der Wächter des Gartens der e (Henry A l f), vermochte feinem Organ nicht jenes Duffohaftc und die textliche Leichtigle g u n g gegenüber einer von den Gemeinden unabhängigen Stelle und schließlich daran, eine Bürgerabgabe ober einen ähnlichen beweglichen Sfeuerfattor einzuführen und diesen in eine Relation zur Gewerbesteuer zu bringen. Aber wir werden hier nur weiter kommen, wenn in den Ländern und Gemeinden der starke Wille zur Senkung der Ausgaben vorhanden ist. Ein systematisches Sparen seht gesetzgeberische Eingriffe voraus. Dazu soll ein Aus- gabensenkungsgeseh, für das die Vorarbeiten in meinem Amt abgeschlossen sind, die Voraussetzungen liefern. Ohne harte Eingriffe wird es dabei nicht abgehen. Ich bin mir bewußt, daß eine volle Auswirkung erst dann eintreten kann, wenn wir das große Problem der Reiche »j.o r m ernsthaft anpacken. Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, dem großen Beispiel unseres hochverehrten Reichspräsidenten von Hindenburg folgen und uns zu gemeinsamer Arbeit die Hände reichen, dann können und müssen die Schwierigkeiten überwunden werden. Dann wird Deutschland wirklich seinem Ausstieg entgegengehen. Der Vorstand des Weftfälisch-Lippeschen Wirtschaftsbundes nahm dann eine Entschließung an, in der es für dringend erforderlich erklärt wird, an alle privatwirtschaftlich eingestellten Kreise des deutschen Volkes die ernste Mahnung zu richten, der unheilvollen Zersplitterung des deutschen Parteiwesens alsbald entgegenzuwirken. Die bürgerlichen Parteien sollten — ungeachtet sonstiger verschiedener Auffassung in rein politischen, kulturellen und weltanschaulichen Fragen — mehr als bisher Wege suchen und beschreiten, die zu einer wirtschaftspolitischen Verbindung führen mit dem Ziele einer planmäßigen Zusammenarbeit im Kampfe für die Erhaltung der feit Jahren in gesteigertem Maße bedrohten Indi- vidualitätswirtschaft. Zweck der Gemeinschaftsarbeit sollte auch eine geschlossene Abwehr gegenüber der sozialistischen und kommunistischen Ideenwelt fein. In einer Aussprache des Vorstandes mit Vertretern der bürgerlichen Parteien erklärten sich alle Anwesenden zu weiterer gemeinsamer Arbeit mit dem Wirtschaftsbund auf dem in der Entschließung gezeigten Wege bereit. Waffenfunde bei Berlin. Berlin, 3. Mai. (WTB.) Die an den Boots« siegen des Nachtklubs am Stoßen-See liegenden Boote des Deutschen Marinesportklubs und die Wohnung des in Berlin-Dahlem wohnen, den Leiters dieses Sportklubs, des Regierungsrates beim Reichspatentamt Dr. Lübben, wurden einer Durchsuchung nach Waffen und Munition unterzogen. Es wurde eine beträchtliche Menge Waffen und Munition gefunden. So u. a. ein Gewehr (Modell 98), sieben schwere Pistolen, drei Trommel- revoloer, fünf Handgranaten, 416 8-Patronen und eine erhebliche Menge sonstiger Munition. Ferner wurden zahlreiche Zubehörteile für Waffen, darunter Zubehörteile für Maschinenpistolen, außerdem 600 Erhardt-Abzeichen gesunden. Lübben war früher Mitglied des Wiking-Bundes und will jetzt der Deutschnationalen Volkspartei angehören. Verschiedene Mitglieder des Deutschen Marinesporttlubs haben sich ebenfalls mit der Beschaffung von Waffen befaßt. Gegen sämtliche Beteiligte ist ein Strafverfahren eingeleitet. Bisher haben sowohl Dr. Lübben wie die beiden anderen Vereinsmitglieder, die mit ihm fest genommen wurden, bei den Vernehmungen bestritten, daß die gefundenen Waffen mit der dazu gehörigen Munition irgendwelchen hochverräterischen Zwecken dienen sollten. Die Polizei vertritt vorläufig den Standpunkt, daß es sich um Uebungs- waffen handelt, zumal die Gewehre und Revolver sich in ausgezeichnetem Zustande befanden, fachmännisch gereinigt und eingefettet waren. Da der Marinesportklub in der Hauptsache jüngere Mitglieder, zum Teil sogar jugendliche hatte, liegt der Verdacht nahe, daß die in dem Verein tätigen ehemali- gen Offiziere mit diesen Waffen und dem übrigen feit der Rezitative abzugewinnen, die den Ansprüchen des Komponisten angemessen gewesen wären. Daß das Ganze dennoch als eine nahezu ein* heitliche musikalische Leistung anzusprechen war, muh als ein besonderes Verdienst des Dirigenten, des Generalmusikdirektors H. K n a p st e i n, gelten. In durchaus fein nachgehender Art wußte er das Geistvolle und das mit Mozartscher Wärme Erfüllte der Partitur wirksam zu erschließen und die vielen instrumentalen Feinheiten plastisch herauszustellen und in das rechte Licht zu sehen. Wenn nicht a lles in voller Geschlossenheit erstand und gelang, so lag das an den einzelnen Kräften im Orchester, die nicht immer allen Anforderungen voll zu entsprechen vermochten. Immerhin wurden durch die Ausführung Einblicke in eine Schaffensperiode Mozarts gewährt, die manches Reizvolle und Interessante gaben, und die den Blick der Hörer auf den jungen Mozart, als den werdenden dramatischen Musiker, lenkten. Dr. H. Entgegenkommen. Diese Geschichte,' die zudem Len Vorzug hat, wahr zu sein, beginnt mit der Ankunft des Morgenpostflugzeuges in Andir in Riederlän- disch-Indien. Dem Flugzeug entsteigt ein einziger behäbiger Passagier. Selbstbewußt schaut er um sich und vertritt sich dann in der jungen Morgensonne ein wenig die steif gewordenen Füße. Schließlich beginnt er mit dem Flughafenbeamten ein Gespräch über dieses und jenes und läßt sich endlich zu einem guten Hotel bringen, allwo er nun durch ein solennes Morgenfrühstück den inwendigen Menschen zu stärken hoffte. Ich sage: hoffte, denn soweit kam er nicht so schnell. Zu seinem maßlosen Schrecken mußte er nämlich feststellen, daß er sein Gepäck und damit auch fein Geld zu Hause gelassen hatte. Was tun? Vorsichtshalber fragt er also beim Flughafen nach seinem Gepäck. Rein, es ist nicht liegengeblieben. Auch auf dem Flughafen seiner Heimatstadt mich es zu Hause liegen. Und nun geschah das fast Unglaubliche. Der Beamte setzt em besonderes Flugzeug ein, läßt das Gepäck von Haufe holen und wenige Stunden später hat unser Reisender sein schmerzlich vermißtes Gepäck in seinen Händen. Und das alles, ohng dafür noch etwas zu bezahlen. Ist daS nicht entgegenkommend? habe" d#-3 2 -b-i 'S verbot s.«®« Mi*1’ Snlaren* Ml' »r N"”1* B 6*1 l’1 Milchen Seele! Mer W Welt von Tc i,Mischen Reich Angehöri! tti bei. Steine P «S yiittalfilifl SÄ*' 8#8«»“s $n Syrakus äis» s» fang und begab Mgers 5 königliche" M Tnianuel er U den am Florida" erste mb drill amerikanischen Suropa'Ae mit mitieilt, t Häsen auch 1 Der PrW Svumergr Verlause bei rin Wgesank dition gemäß, Verwerfung ütt Sesch« ch in der 6t iM abgeftiei AmttGhrei w Einen fragil vor zahlreich tag. Sie Hm SaWjinMblp Mi L 2< feien, 18. M Verlassen bei chirm vrdnur die Zuschauei keine Der schirm Hatz lassend, zur lichr, der in massen auf tot. Di« dah der §a Karabine Tragriemen i Zwei J| Durchejg ® heutigen M ein Herr y Sfjemn JJ Nugplah fe» Muß eines W wieder anhiei Wn nach bl '"eerla gossen Ü* genani 6‘Ä und t o. „Nid 4'ft NÄ L« ft'le ZW Li ®t06e Ne SN, Siu ( NÄ^teiliv 20 flnNn 8'Ä be ober iffnr 1 finen 17 klnrvfüh. J? bewerbe. ', da, We L-** M L ÄH”: Wifomer Ar. 'Will Sirn * wS SgBaai* .|jW*nS an, jjw wirb, jgeMten Kreise ^ Mahnung »u ,?E-!plitte. ’arteifoclena bürgerlichen Par« lgerverschiebmer mturellm unb W als bisher ! Zu einer wirt« indung führen l Zusammen« 'Haltung der seit -drohten Indi« Zweck der Se» geschlossene Ab« en und kommu« iner Aussprache der bürgerliche »esenden zu weisem Wirtschaft», tchmg fluten "je« *»s R der. ^^erlan' ,bit « L'Mger ntW Lt er um .•SB? W „ fei** ®fln» ’S -’6 .len. i Berlin. Die an den Soots» ohen-Tee liegenden inesportklub» in-Dahlem wohnen- )es Regierungsrates b e n, wurden einer und Munition chtliche Menge ®n!- io u.a, ein Gewehr ölen, drei Trommel- [16 8-Paironen unb r Munition. Ferner für Waffen, barun- ipiftolen, außerdem ßubben tour früher nt> will W iw gehören. Bersch» MamchvriM» Mmtz von M^en ,ie ist ein Tiras» bben wie die beiden mit ihm f e (t 9 e • ernehmungen be|tnt< -n mit der dazu ge- ,n hodwerratcrwn >lizei vertritt oorlau- a um U e b un 0 5• Gewehre und Neool« anöe befanden, faj ttet waren. A ,che jüngere hatte, liegt bei' Se gsg SS rz eine nahezu ein* , anzusprechen war, w* ® >* ^■hnlkr ®e* :w&ä jffÄ* -Mtrschen^ Heevesgerät die jungen Klubmitglieder ausgebildet haben. Es verlautet auch weiter, das in bem Sportverein militärische Disziplin innegehalten und Uebungen durchgeführt wurden. Die Polizei ist zur Zeit bemüht, noch näher festzustellen, zu wel- *tm Zweck die Instruktion im Wafsengebrauch bienen sollte. Insbesondere bemüht man sich, zu er- Mitteln, ob es sich bei dem Deutschen Marinefport« tfub um eine geheime Fortsetzung des zunächst in «reutzen verbotenen und bann von seinem Führer aufgelösten Bundes „Wiking" handelt, worauf die Auffindung von zirka 600 Abzeichen dieses Bun- des hinbeutet. Meine politische Nachrichten. Wie uns Herr W. S e i p e l (Fauerbach v. d. H.) zu unserer Meldung über seinen Uebertritt zu der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mit- teilt, ist er nicht der zweite Vorsitzende des Hessischen Landsugenbbundes, wie es in der Meldung des Wolff-Bureaus hieß. In Syrakus (Sizilien) sind die deutschen Schiffe „Schleswig-Holstein" und „Esse n" ringe» troffen. Die Vertreter der städtischen Behörden be» gaben sich an Bord zur Begrüßung des Admirals Oldekop. Dieser dankte für den herzlichen Emp» fang und begab sich an Bord eines deutschen Tor- pedojägers nach Catania, wo er an Bord der königlichen Jacht „Savoia" von König Viktor Emanuel empfangen wurde. * InTarent fand in Anwesenheit von Vertretern der zivil- unb Militärbehörden und einer Reihe deutscher Persönlichkeiten auf dem Friedhof am Grabe der mit bem deutschen Unterseeboot „U. C. 12" am 6. März 1916 im Golf von Tarent versunkenen deutschen Seeleute eine Gedächtnisfeier statt. Ein deutscher Vertreter hielt die Gedächtnisrede. Der Präfekt von Tarent sprach darauf im Namen der italienischen Regierung Worte der Teilnahme. Zahl- reiche Angehörige der Opfer wohnten der Feierlichkeit bei. e Auf den amerikanischen Schlachtschiffen „2Irfan- sas" .Florida" und.Utah" werden im Juni die erste und dritte Klasse der Seekadetten von der amerikanischen Marine-Akademie Annapolis eine Europa-Reise antreten. Wie das Marine- omt mitteilt, werden die Schiffe unter anderen Häsen auch Kiel anlaufen. e Der Präsident der französischen Republik Doumergue ist in Algier einaetroffen. 3m Verlaufe der Degrüfzungsfeierlichreiten machte ein Abgesandter der Stammesführer, der Tradition gemäß, dem Präsidenten als Zeichen der Unterwerfung und des Gehorsams ein Pferd zum Geschenk. Der Präsident der Republik ist in der Sommerresidenz des Generalgouver- neurS abgestiegen und hat die Huldigungen der Stammesführer entgegengenommen. Aus aller Welt. Todessiurz eine» Fallschirmspringer». Einen tragischen Ausgang nahm der in Geldern vor zahlreichem Publikum veranstaltete Flug- tag. Die Haupt- und Schlußnummer war ein Fallschirmabsprung des 30jährigen Fallschirm- Piloten A. Langer aus Darmstadt, der seinen 78. Absprung unternahm. Kurz nach Verlassen des Flugzeugs öffnete sich der .Fallschirm ordnungsmäßig. Plötzlich bemerkten jedoch die Zuschauer zu ihrem Entsetzen, daß der Pilot keine Verbindung mit seinem Fallschi r m hatte und den Schirm weit hinter sich lassend, zur Erde niederstürzte. Der älnglüd- liche, der in unmittelbarer Rahe der Zuschauermassen auf den Voden aufschlug, war sofort t o t. Die luftpolizeiliche Untersuchung ergab, daß der Fallschirmspringer vergessen hatte, die Karabinerhaken des Fallschirms an den Tragriemen um seinen Körper zu befestigen. Zwei Fluggäste vom Propeller gelötet. Durch eigene Unvorsichtigkeit kamen am heutigen Abend zwei Flugzeuggäste, und zwar ein Herr Walter Vartelnes auf dem Flugplatz Chemnitz und eine Frau Hartnack auf dem Flugplatz Tempelhof ums Leben. 3m ersteren Falle sprang der erwähnte Fluggast nach Abschluß eines Rundfluges, als das Flugzeug bereits wieder vor dem Chemnitzer Flughafengebäude anhielt, unvorsichtigerweise beim Aus- ft eigen nach vorn und wurde dabei von dem im Leerlauf befindlichen Propeller getroffen und getötet. 3m zweiten Fall lies die genannte Dame, nachdem sie mit einem Schulflugzeug von Dessau kommend, in Tempelhof gelandet war. anstatt hinten um die Maschine herumzugehen, nach vorn und kam infolge ihrer Unachtsamkeit in den Bereich des leerlaufenden Propellers. Sie wurde getroffen und war sofort tot. Plötzlicher lob eine» Sporlführers. 3nDüsseldorf brach nach Beendigung eines Leichtathletik-Klubkampfes am Sonntag plötzlich der Leichtathletikobmann des Kölner Dallspiel- klubS, Dr. Klein, zusammen. Auf dem Transport zum Krankenhaus ist er verstorben. Ein V-Zug führt in eine Arbeilerrolle. Der V-Zug 141 fuhr bei Block 132 zwischen dem Bahnhof Rheda unb Gütersloh (Hannover) in eine am Gleise arbeitende Rotte, wobei die Arbeiter Roland, Polklas unb Wilmstrok getötet würben. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Haftbefehl gegen die Brüder Sah. Der Dernehmungsrichter beim Berliner Polizeipräsidium hat gegen Franz Sah wegen schweren versuchten Einbruchs im strafverschärfenden Ruckfall und gegen Erich Sah wegen schweren versuchten Ein- oruches Haftbefehl erlassen. Die Brüder werden dem Untersuchungsrichter in Moabit zuge- führt werden. Große IDalbbränbe in Amerika. In verschiedenen Staaten Nordamerikas sind große trockene Grasflächen und Fichtenwälder in Brand geraten. Bei dem starken Winde erreichten die Brände teilweise eine beängstigende Ausdehnung und richteten Schäden an, die bisher auf insgesamt 20 Millionen Dollar geschätzt werden. In Lang Island Halle die brennende Fläche zeitweise eine Ausdehnung von 40 Meilen, so daß die Neuyorker Feuerwehr zu Hilfe gerufen wurde. In N e w I e r- s e g mußten mehrere Dörfer wegen der Waldbrände geräumt werden. In Staten Island brannten mehrere 100 Häuser nieder. In Rhode Island unb in Newhampshire wüteten ähnliche Brände. Namenllich in Mittel» unb Süd- New-Jersey gewannen die Bände eine solche Ausdehnung, daß sie als die schlimmsten in der Ge- schichte dieses Staates bezeichnet werden müssen. Ein Waldfeuer, da» in Smithboura begann, brannte 12 Meilen weil bis Lakehurst und zerstörte dabei unternxas einen Teil der Ortschaft Basville In Lakehurst war der Rauch dieses Feuers derart dicht, daß die Feuerbeobachtungsstelle auf der Luftschiff- Halle, die dem Zeppelin als Unterkunft diente, nuß- los wurde. Die Waldbrände übersprangen breite Landstraßen, die des Nachts voll von Wild waren, das aus den brennenden Wäldern sich geflüchtet hatte. Aushebung einer Falschgelbfabrik. Nach Durchführung langwieriger Beobachtungen und Ermittelungen ist es der Duisburger Polizei gelungen, im Stadtteil Osterfeld eine vollständige Fabrik zur Anfertigung falscher Zwanzigmarkscheine auSzuheben. Vorläufig konnten fünf Personen festgenommen werden. Dem Hauptschuldigen Hubert Bügele aus Osterfeld und einem gewissen Engelhardt gelang eS, in einem Auto die Flucht zu ergreifen. 3n Hamborn wurde der Wagen von einer Polizeistreife gesichtet, als er sich in schneller Fahrt in Richtung Dinslaken befand. Den Beamten gelang es jedoch nicht, die Verbrecher sestzunehmen. Ein gefährliche» Andenken. 3n der Rähe von Toulon hatte ein Arbeiter in seiner Wohnung auf einem Schrank eine Granate a l s Andenken an den Weltkrieg aufbetoafcrt. Als er am Samstagabend die Wände neu streichen wollte und den Schrank abrückte, fiel die Granate zu Boden und explodierte. Der Arbeiter sowie sein im Zimmer anwesender Schwager wurden so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit st a r b e n. Die Frau des Arbeiters hat ebenfalls schwere Verletzungen erlitten. Raubüberfall im Personenzug. Der Buchhalter Hans Schäfer, der bei einer Malzfabrik in Kälkscheuren angestellt ist, wurde Samstag gegen 11 Uhr im Personenzug Köln- Euskirchen in einem Abteil 3. Klasse vor der Einfahrt in den Bahnhof Köln-West von zwei maskierten Männern üb erfüllen, unter Vorhaltung des Revolvers in die Toilette des Wagens geschleift und geknebelt, und bann eines Lohngeldbetrages in Höhe von 18 000 Mark beraubt. Er wurde erst kurz vor dem Bahnhof Kalkscheuren von Mitreisenden aufgefunden. Für die Ermittlung der Täter setzte die Kölner Reichsbahndirektion eine Belohnung von 500 Mark aus. Die Täter haben vermutlich den Zug auf freier Strecke zwischen Köln-Hauptbahnhof und Köln-West verlassen. Nach Angabe des UeberfaUenen handelt es sich um zwei junge Männer von 24 bis 30 Jahren. Löwenplage in Südafrika. Diele Teile von R j a s s a l a n d leiden unter einer schweren Löwenplage. Die Löwen werden von Tag zu Tag angriffslustiger. 3n der Rähe von Ford 3ohnstone brach ein Löwe durch die Eeitenwand einer Grashütte, in der eine Cin- geborenenfamilie schlief, und griff die Frau an. Als ihr Mann sie zu retten versuchte, stürzte sich der Löwe auf ihn. Die durch den ersten Angriff verwundete, zu Tode erschreckte Frau mußte mit ansehen, wie das Raubller den Mann tötete und seine Beute verzehrte, um bei Tagesgrauen im Busch zu verschwinden. Die Frau befindet sich im Hospital und wird den Folgen des entsetzlichen Abenteuers voraussichtlich erliegen. Während des ganzen Vorfalls schlief das fleine Kind der beiden friedlich neben der Mutter. Europäische Pflanzer verfolgten am nächsten Tage den Löwen und erlegten ihn. (onma = b Pans £051 O$io Ml Oie Wetterlage. Sonntag, d.4.9rtai 1930. _______8h mgs._____ ----Paris/ -r^nin. .} - '•»-/, -111 flamDfl. ' ~ / 5 Zutaten M 050 Reichsfiichwo die 4.-10. 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Die Herren des Jugendausschusses sind freund!, emne« laden, ebenso die Herren des Vorstandes u. des Spiel- ausschusses. 35481) Per 4agendausschuß. Stadttheater Dienstag, 6. Mai von 20 bis 22 Uhr Einmaliges Gastspiel des W87D (BtoB-RuWen notionaloröeftprs BalalaikmOtchester, Mannerchöre, Nationaltänze. Außer Abonnement Ermäßigte Preise. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht meine innigste geliebte Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Tante, Kusine und Nichte Frau Louise Sdunidi Wwe. geb. Lapp nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im 34. Lebensjahre in die Ewigkeit zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Hans Schmidt Friedericke Lapp geb. Kümmel. Gießen (Lieber Straße 37 p.), den 4. Mai 1930. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Lichtspielhaus • Gießen Darsteller: WALTER JANSSEN OSKAR KARLWEISS WILLY FORST PAUL MORGAN KARL ETTLING ER IRENE EISINGER GRETL THEIMER SKOEKE SZAKALL . Heute Premiere! Der beste und lustigste aller Tonfilme I Der Film der seit 6 Wochen mit unerhörtem Erfolg in Frankfurt a. M. läuft Anfangszeiten: 4.00, 6.00, 8.30 Uhr Wegen des zu erwartenden Andrangs zu den Abend -Vorstellungen bitten wir höflichst nach Möglichkeit die Nachmittags -Vorstellungen besuchen zu wollen Das Tonf ilm - Standardwerk 3 3, ? 3 9 = ~t*S ?•? 3 n 3 C » = "Ac ®M3 2 h2 M nd-" ® 5^§.oSSic ■’,”7 !©§ÖE3 * *■-.3 H ~n -3 2.L«» zZzsr E 0« SE® ° C s®«a2 Sv 5*2?“ 0 — 3 5 3 ~ . »3, A- »2 5^2 " 53 (Jl 'g n = n» °°2^? «oo'lgs® Ö?'»?. ?o x~i 42 c ® =■« ®®8.s3aÄ 3^?5^ »E^o»« y=(j)&5 -_ 7 2 ■e-'im»* 3 "12,T"~ ° 1 3 m«'*- n - 5»S3=»2. k3-a: , 3?- 3f®?=5@ n »® e°,2^» 'aga&i yäfMai S!»E* ^Ja? gh«S’ 5 3 8 *K" S S 32.C' M2S-- s o N s 2. ero oj " -.ß-?2 A Z-S.sS' r - ~ 3-= ä3«5«: <-3---ös ■»« ö g sr?* 3 ,. 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Das ist doch kein Grund, wovon du da faselst: Fehlende Harmonie, oder so ein Zeug." „3<$> verstehe dich, Konstanze", pflichtete Frau von Heistritz ihrer Tochter zu. „Ich kann mich ja in deine Lage hineindenken. Wir Frauen haben ein zarteres Verständnis für derlei Dinge, als die Männer ... aber ... aber..." Sie wiegte den weihen Kopf hin und her. „Das muh man trogen. Konstanze, heldenmütig. Wir Frauen müssen vieles tragen.“ »2ch sehe, auch du verstehst mich nicht, Mama.“ „Natürlich, natürlich", rief der Oberst mit grimmigem Lachen dazwischen „Ihr Frauen müht euch ja immer gegenseitig helfen." — Plötzlich ging er in eine andere Tonart über. „Aber, wozu reden wir überhaupt soviel von diesem ganzen Schnickschnack — du kennst mich. Konstanze. Ich bin stets auf deiner Seite gewesen, wenn es galt, dich zu verteidigen. Das Beste war mir für dich gerade aut genug. Ich hab« dir immer die Stange geyalten und werde es stets tun, wenn du im wirklichen Unglück bist ... Aber in diesem Falle, nein, mein Kind, da kommst du bei mir nicht an. — Eine Ehe ist nun mal keine Spielerei, die man wegwirst, wenn sie einem nicht mehr paßt. Sie ist ein heiliger Dund fürs ganze Leben, den zu brechen eine Sünde bedeutet. Sie ist eine von unserem Herrgott eingesetzte Institution." „Ich glaube, Papa, es ist nicht nötig, mir dazu erklären. Weil ich im Eheleben mehr suche, als die meisten Menschen", ihre Nasenflügel zitterten, eine Erregung kämpfte in ihrem Inneren. „mehr auch, als ihr, du, Mama, und alle übrigen lieben Verwandten, darum muh ich meine Gemeinschaft mit Lothar lösen." Des Obersten Gesicht nahm einen zornigen Ausdruck an. und auch Konstanzes Mutter machte eine gekränkte Miene. „Was!?" schrie ihr Vater, „bist du hierher gekommen, um deinen Eltern so etwas zu sagen, dann gehe lieber gleich wieder. — Wohin, da- ist nun deine Sache. Du läht dir von uns ja doch nicht taten. Also tue, was du nicht lassen kannst, Iah uns aber dabei aus dem Spiel." „Es ist gut, Papa“, entgegnete Konstanze mit steinernem Gesicht. „Ich werde gehen.' (Sie wendete sich zur Tür. „Halt!“ Der Oberst vertrat ihr den Weg. Sein breiter Rücken füllte fast die ganze Tür aus. „Wo wlllst du denn hin?" — Er merkte, dah es Konstanze witllich ernst war. zu gehen, und Wurde im Moment weich. (Fortsetzung folgt) Oberheffen. Landkreis (Yictzcn. §Alten-Buseck,3. Mai. Das Ministerium für Kultus und Bildungswcsen hat das Dekret de» Schuloerwalters F l a u a u s aus Kranichstein bei Darmstadt zurükkgenommen und mit der Verwaltung der hiesigen vierten Sch ul st eile den Schulverwalter Schember aus Ortenbcrg betraut. * Grünberg, 4. Mai. Var über 30 Jahren verlor eine hiesige Einwohnerin ihren goldenen Trauring, den man damals trotz eifrigen Suchens nicht finden konnte. Nunmehr wurde dieser Tage der Ring beim Umgraben einesStücks Gartenland wieder zutage gefördert, nachdem er über 30 Jahre in der Erde gelegen hatte. — Hungen, 3. Mai. Das 6jährige Söhnchen des Lokomotivführers Studenroth, daS erst vor einigen Tagen in die Schule ausgenommen worden war, stürzte beim Spielen aus verhältnisrnähig geringer Höhe herab, blieb aber mit einem schweren Schädelbruch und inneren Verletzungen liegen. Nach wenigen Stunden verstarb das bedauernswerte Kind an den Verletzungen. I Hungen, 3. Mai. Gestern morgen mußte eine hiesige Haussrau eine sehr unangenehme Wahrnehmung machen. Sie hatte die Wäsche über Nacht in dem Hausgarten hängen lassen. Als sie heute früh nach der Wäsche Ausschau hielt, mußte sie fest stellen, daß zwei schmutzige Hemden und zwei Paar schmu! ige Strümpfe dazu aufgehängt worden, während dafür zwei neue Hemden und zwei Paar neue Strümpfe verschwunden waren. Jedenfalls haben Landstreicher die günstige Gelegenheit wahrgenommen, den ilmtaußj) vorzunehmen. t Eberstadt, 2. Mai. Um den Notstand in der Wasserversorgung unserer Gemeinde abzuhelfen, sind gegenwärtig erfolgreiche Bohrungen im Gange, die dem Hochbehälter der Wasserleitung neue Adern zuführen sollen. — Am vergangenen Sonntag wurden die diesjährigen Konfirmanden, ein Knabe, fünf Mätxyen, eingesegnet. Neu in die Volksschule ausgenommen wurden zwölf Schüler, damit wurde eine Klassenstärke von 52 Schülern erreicht.— Altem Herkommen gemäß erhielten die Schulneulinge eine mächtige, fün Pfund schwere Schulbrezel, die für die Jungen mit bunten Bändern, für die Mädchen mit Haar chleifen geschmückt war. Kreis Schotten. I. O b e r - L a i s. 3. Mai. An die Stelle des nach Darmstadt versetzten Lehrers Strößinger trat mit Beginn des neuen Schuljahres Schulverwalter Oberheim aus Gedern, der bisher in Helpershain verwandt war. — Die hier jetzt zum erstenmal durchgeführte ärztliche Untersuchung der Schulneulinge wird auch von den Eltern sehr begrüßt. Es wäre zu wünschen, daß auch in unserem Kreise die anderwärts bereits feit Jahren durch- geführten schulärztlichen Ueberwachungen der Schulkinder zur Durchführung kämen Manche Krankheiten könnten dann früher erkannt und besser be» kämpft werden, als dies heute geschieht. — Lehrer Oberheim übernahm die Leitung des hiesigen Gesangvereins „ß i e i) e r f r e u n b“, der bisher von Lehrer Strößinger geführt worden war. Konstanze, Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Nun bist du zu Hause, Konstanze! - Weshalb fröstelst du so? .Hast du dir den Eintritt ins Elternhaus anders gedacht?" — Sie sah in den hohen Spiegel und erschrak heftig. — Elend siehst du aus! Ist es möglich, daß man sich in kurzer Zeit so verändert? — Freilich, man war übernächtig und hatte eine lange Bahnfahrt hinter sich. — Aber trotzdem ober vielleicht ge- rabe weil Konstanze etwas verstört aussah. wirkte sie noch herber und dadurch überaus anziehend Sie sah sich um in dem Raume. Alles war noch wie früher, wie zu Zeiten, da sie ein junges Mädchen und ihr Lachen zwischen den Wänden umhergeflattert war. Uni) doch schien etwas anders als sonst. Cs war alles so kalt, so nüchtern, so fremd. Es verging eine Minute nach der anderen. Bei diesem Warten schlich sich ein großes Weh in Konstanzes Inneres. — Da flog die Tür auf Ihre Mutter trat cm. Konstanze erstaunte. Eie hatte ihre Mutter fast ein Iahr lang nicht gesehen. Eie hatte sich verändert, war älter geworden. — „Das ist das Leben", sagte sich Konstanzc. „Das Leben baut ab. Das Leben ist ein großer Zerstörer." Aber trotz ihrer sechsundsechzig Iahre machte Frau Oberst von Heistritz durchaus noch keinen Areifinnenhaften Eindruck. Sie wirkte bedeutend jünger, was wohl ihrem lebhaften Temperamente zuzuschrciben war. Die alte Dame schlug bestürzt die Hände zusammen. „Mein Gott! Mein Gott! — Konstanze! — Wie kommst du denn so plötzlich hierher? — Ist etwas geschehen?" Sie gab ihrer Tochter einen raschen Kuß und sah ihr prüfend ins Gesicht. Ihre Worte überhasteten sich förmlich. „Tu siehst nicht wohl aus, Konstanze. Erzähle Doch ... was ist denn?" Konstanzes Inneres gefror zu Eis. Eie fühlte deutlich, wie etwas in ihr abstarb. Sie blieb ganz ruhig, als sie sagte: „Mama, ich komme direkt aus Berlin — von Lothar, um nie wieder dahin zurückzukehven." Der Ausdruck im Gesicht der alten Dame war besorgniserregend. Leicht bebend in den Knien, setzte sie sich und starrte ihre schöne Tochter fassungslos an. — Ehe sie noch eine Frage an Konstanze richten konnte, öffnete sich die Türe und der Oberst Waldemar von Heistritz trat über die Schwelle. — Er war sorgfältig rasiert, sah strahlend, morgenfrisch und äußerst aufgeräumt aus Er kam seiner Tochter mit ausgestreckten Armen entgegen. Beim Anblick seiner Frau stutzte er. Seine Mienen versteinerten. „Was gibt’S denn? - Hat dein Kommen einen ernsten Grund. Konstanze?" Die Spitzen seines weißen Bartes zitterten. „Mein Hiersein hat den Grund, euch zu erklären, daß ich jegliche Gemeinschaft mit Lothar ablehne, und daß ich nicht mehr feine Frau sein kann." „Um Himmels willen, Kind, willst du dich nicht näher erklären?" fragte Oberst von Heistritz mit heiserer Stimme. Konstanze stand mitten im Zimmer und sah sehr schön aus Es zuckte um ihren Mund. „Ich fürchte, ihr werdet mich nicht verstehen." „Aber es muß doch ein Grund da sein. — Hat er dich mißhandelt? Hat er irgend etwas begangen. das dich aus seinem Hause treibt? — Hat er die eheliche Treue verletzt?" „Nichts von alledem!" „Kind", flehte bie Stimme ihrer Mutter, „erkläre uns einmal alles vernünftig." „Das ist mit wenig Worten gesagt. Ich kann nicht mehr Lothars Frau sein, weil das fehlt, was zu einer Ehe vor Gott und den Menschen gehört, nämlich die Seelenharmonie.“ Der Oberst sah seine Frau an und zuckte die Achseln. „Verstehst du das?" fragte er mit einem spöttischen Unterton in der Stimme. „3a", sagte Frau von Heistritz ganz leise. „Das verstehe ich", und zu ihrer Tochter gewendet fuhr sie fort: „Das ist aber kein Grund, so mir nichts dir nichts deinem Manne davonzulaufen, Kind." „Es gibt keinen zwingenderen Grund", entgegnete Konstanze mit unbeweglichem Gesicht. „Eine Ehe ohne tiefste Harmonie ist Verrat am eigenen Leibe, ja ist noch mehr, ist Prostitution.“ Ihre Worte schnitten wie scharfe Messer durch das Zimmer, verletzten und verwundeten, so daß die Seele blutete. „Das ist Fahnenflucht, Konstanze. — Ueberlege dir doch einmal, was du da angerichtet hast. Du kommst einfach hierher, behauptest nach dreijähriger Ehe, mit deinem Manne nicht mehr zusammenleben zu können und überläßt im übrigen alles dem Geschick. Das sind Torheiten, Konftanze, Launen, die einer Frau in deinem Alter eigentlich nicht geziemen“, ereiferte sich der Oberst. „Immerhin", fuhr er fort, „wir sind Menschen. Ss ficht uns manchmal eine Torheit an, die unteren Stimmungen entspringt. Das läßt sich wieder gutmachen. — „Konstanze!" Weißt du. was der Name bedeutet: „Die Standhafte." Mache deinem Damen Ehre, sei standhaft. — Du wirst also selbstverständlich unverzüglich wieder zu deinem Manne zurückkehren." . „Niemals!" „Wie?" Frau Oberst von Heistritz weinte leise in ihr Taschentuch. Sie stand diesen Ereignissen vollkommen ratlos gegenüber. Der Oberst kam allmählich in Zorn. „Sag einmal, Konstanze, was denkst du dir denn eigentlich, wie? Dein Mann ist der beste Mensch von der Welt. Man kann einen Menschen, dem man nach göttlichem und menschlichem Gesetz angetraut ist, doch nicht einfach verabschieden. — Nee, nee, meine Tochter, da wird Lothar uns aber sehr auf seiner Seite haben, wenn es wirklich zum Vruch käme. Aber das ist ja Unsinn! So etwas überlegt man sich nicht einmal, sondern hundertmal." „Ich hab es wahrhaftig mehr als einmal überlegt, Papa. Vielleicht während der ganzen Zeit meiner Ehe." „Es renkt sich alles toieber ein. In jeder Ehe gibt es einmal Unstimmigkeiten. Das wird alles wieder gut." „3a, Kind", bestätigte Frau von Heistritz mit feuchten Augen. „Es wird alles wieder gut. Du allein hast diese Torheit begangen, du allein kannst sie wieder gutmachen. — Papa wird dich selbstverständlich nach Berlin zurückbeglciten und alles ist dann wie bisher.“ Oberst Waldemar von Heistritz, die Hände auf dem Rücken, ging mit großen Schritten im Zimmer umher. Bei den letzten Worten seiner Frau nickte er beifällig. Endlich blieb er vor Konstanze stehen. Er sah ihr forschend ins Auge uni) sagte: „Und dein Mann? — Was sagt denn Lothar dazu?“ Konstanze hielt dem Blick ihres Baters stand. „ Nichts I“ „Nichts?" Der Oberst ereiferte sich. „Er läßt dich also ohne weiteres ziehen. Er versuchte nicht, dich zurückzuhalten?“ Konstanze hob die Schultern. Ein harter Zug lag um ihre trotzig zusammengepreßten Lippen. „Was hätte das genutzt?" „Das ist ein dummes Gerede. Du gehörst zu deinem Marrn und damit Punktum." „Nicht mchr.“ Konstanze sagte es mit fester Stimme, aus der alle Entschlossenheit sprach, so daß selbst ihr Vater ahnte, daß diesem zähen Willen schwer entgegenzuarbeiten sei. Doch er gab den Kampf noch nicht auf. „Uebrrgens scheint Lothar weit vernünftiger als du zu sein, liebes Kind. Er nimmt wvhl die Sache gar nicht ernst, wie? — Das wäre auch das beste, was er tun könnte." Konstanze zuckte die Achseln. „3ch habe ihm dasselbe erklärt, wie euch, nämlich, daß ich nicht daran denke, jemals fein Haus wieder zu betreten.“ Nun war es um die Fassung des alten Herrn geschehen. „Also das ist doch... da soll doch gleich. .. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Nr. 104 Zweites Blatt Kuliurpropaganda in Bulgarien Feierliche Eröffnung der Deutschen Akademie in Rom Der König von Italien begibt sich, begleitet von Botschafter non Neurath (links) (rechts), in die Billa Massimo, den Sitz Akademie. dirigierten Symphoniekonzerte und anderer deutscher Opern. Heute steht die Leitung der bulgarischen Staatsoper nicht an, zu erklären, daß die Berufung eines deutschen Dirigenten für die Staatsoper und ihren Betrieb geradezu eine Umwälzung bedeutet habe. und dem Direktor der Akademie Gericke der neuen mit der Einstudierung einiger deutfcher Opcrn- werkc zu bereichern, wurde der Generalmusikdirektor H. Stange aus Kiel nach Sofia berufen. Als der Plan der Operndirektion, deutsche Opern durch einen deutschen Dirigenten cinftubiercn zw lassen, bekannt wurde, setzte ein Generalangriff der Franzosen. 3taliener und Polen ein, der so ernst geführt wurde, als handele es fich um die Abwehr eines wichtigen politischen Vorganges. Polen ging so weit, vorzuschlagen, die Kosten für das Gastspiel eines polnischen Dirigenten selbst zu tragen, und sandte, sozusagen zur Ansicht, bereits einen Kandidaten, der im Nebenberuf — Sejmabgeordneter ist. Als dann die Berufung Stanges trotz aller Beschwörungen der fremden Diplomaten doch Tatsache wurde, da wurde ein Teil der bulgarischen Presse gegen den Deutschen mobil gemacht. Dies konnte nicht hindern, daß die Erstausführung von MozSrts ..Don 3uan“ in Sofia unter deutscher Leitung für die bulgarische Kunstwelt ein Ereignis wurde, genau so wie die von Stange Taten für Dienstag, 6 Mai. (Sonnenaufgang 4.25 Uhr, Sonnenuntergang 19.29 Uhr. Mondaufgang 11.32, Uhr, Mond- Untergang 2.28 Uhr. 1836 Der 3ngcnieur und Schriftsteller Max v. Eyth' in Kirchheim unter Teck geboren: — 1856 der Polarforscher Robert Peary in Cresson billigen Preises des französischen Buches, rascher gesunken, als die deutsche Einfuhr zugenommen hat. Dieses Bild der Verbreitung deutscher Schrift in Bulgarien wird durch die Feststellung ergänzt, daß die Einfuhr deutscher Zeitungen an Wert monatlich die der französischen um mehr als das Doppelte übersteigt. Durch die selbstverschuldete Entwöhnung der kunstfreundlichen Bulgaren ist es heute in Sofia so weit gekommen, daß die zeitweilige Berufung eines deutschen Dirigenten für die bulgarische Staatsoper Gegenstand heftiger innerer und äußerer Angriffe geworden ist. Um den Spielplan der Oper, die bisher nur französische, italienische und russische Opern brachte, W. E. B.-Berichterstatter. Deutschlands kultureller Einfluß könnte, bei genügender Berückfichtigung der aufgezeigten Mängel und etwas mehr Mut der deutschen Amtsstellen in Bulgarien, leicht wieder das Der« säumte aufholen. Die Grundbedingungen sind gegeben. Dafür sprechen nicht zuletzt die statistischen Angaben über die Einfuhr fremder Bücher und Musiknoten nach Bulgarien. Die deutsche Einfuhr, die etwa die Hälfte der Gesamteinfuhr ausmacht, steigt von 3ahr zu 3ahr: 1929 wurden für 4,4 Millionen Lewa deutsche Bücher eingeführt gegen 1,46 Millionen Lewa französische Bücher. Dazu kommt noch die Einfuhr deutscher Bücher aus Oesterreich mit 1,21 Millionen Lewa. 1926 betrug Frankreichs Bucheinfuhr noch 2,15 Millionen Lewa, fie ist aber, trotz des gerühmten Von unserem ftänbigen Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Sofia, Ende April. Deutsch und Französisch sind bie Frembsprachen, die in Bulgarien am meisten gesprochen und gelernt werden. In den Jnflationsjahren besuchten Tausende junger Bulgaren deutsche Bildungsanstal- ten und wurde fo für deutsche Kultur und Sprache gewonnen. Leider hat sich in den letzten Jahren diejes erfreuliche Bild zu unseren Ungunften ver- schoben. Die Mehrheit der Bulgaren beginnt das Hochfchulstubium in Frankreich vorzuziehen, weil es angeblich billiger ist, und weil, was wohl der Hauptgrund ist, französische Stellen in Bulgarien eine ausgezeichnete Äulturpropaganda betreiben, keine Mittel scheuen und dadurch steigenden Erfolg buchen können. Während die „Alliance Fran^aise" und bas Französische Institut in Sofia, un- verhüllt durch das amtliche Frankreich unterstützt, ich bemühen, die Jugend Bulgariens dem franzö- ischcn Kulturkreis zuzuführen, wird leider von deut- chcr Seite in dieser Richtung sehr wenig getan. Es besteht zwar in Sofia seit einigen Jahren ein Verein für deutsch-bulgarische Kulturannäherung, der bei größerer Energieentfaltung berufener deutscher Stellen sehr wohl ein Propaganbazentrum werben könnte. Vorläufig jedoch fristet der Verein sein Dasein im Verborgenen. Er verfügt über ausgedehnte, her- Dorragcnb eingerichtete Räumlichkeiten, eine gute Bibliothek und zahlreiches Zeitungs- und Zeitschriftenmaterial. Von seinen 260 Mitgliedern, bie monat- I'ch nur 30 Pfennig Mitgliedsbeitrag zu zahlen haben, besuchen aber nur ini Durchschnitt 8 bis 10 täglich die Lesesäle und bie veranstalteten Vorträge vermögen durch ihre Einseitigkeit nur einen kleinen Kreis zu fesseln. Das gesellschaftliche Element, bä3 bei derartigen Dingen in der durch englischen, französischen und italienischen Wettkampf verwöhnten bulgarischen Hauptstadt sehr wichtig ist, fehlt völlig. Neben dieser Bernachlässigung des deutschen Propagandawerks durch verantwortliche deutsche Stellen und durch deutschsreundliche bulgarische Kreise fällt auch die Unlust oder das Unvermögen ins Gewicht, dem sehr aufnahmefähigen bulgarischen Publikum deutsche Kunstgenüsse zuMnglich zu machen. Französische Künstler verfehlen cs nie, in regelmäßigen Abständen in Sofia aufzutreten und selbst ein Gastspiel der Lomedic Fran^oise, dessen künstlerische Unzulänglichkeit sogar von der frankophilen Presse Sofias gekennzeichnet wurde, hatte einen Riesenerfolg und wird darum in nächster Zeit wiederholt werden. Allerdings setzen sich die maßgebenden französischen Kreise, an der Spitze der Gesandte selbst," für diese Propaganda der Kunst in ganz anderer Weise ein, als es in den an sich äußerst seltenen Fällen von deutscher Seite getan wird. Die vielen Tausende von Bulgaren, die deutsche Schuler sind, erheben immer wieder den Borwurf, baß zwar Deutschland in der bulgarischen Handelsbilanz an erster Stelle stehe, daß Deutschland aber zusehends vergesse, d i e engen geistigen Beziehungen aufrecht zu erhalten, die während der Kriegs- und Nachkriegsjahrc geschaffen wurden. Es ist bringend erforderlich, daß Darbietungen deutscher Künstler ebenso regelmäßig ßattfinben, wie die zahlreichen Gastspiele der künstlerischen Sendboten anderer Nationen, vorab derer Frankreichs. Turnen, Sport und Spiel Lotterie der D. T. dem den Bau von Turnstätten verwendet werden. In Die DeuWand-Radwndsahrt beginnt Hamburg Chemnitz Fulda /J Karte der 2494,5 km langen Fahrt, die in 10 (Stoppen vom 4. bis 25. Mai zum Austrag gelangt. Start und Ziel sind in Berlin. Gemeldet haben 5 Fabrikmannschaften mit 63 Fahrern. fehlte es an Zusammenhang, Schnelligkeit und ehr Hofmann. Deutschland mann und schöne Tore Tor fiel in der 9. Minute durch Kurz vor der Pause erzielte dann durch Kuzorra, Hof - abermals Kuzorra drei sehr innerhalb 5 Minuten. Nach dem Don 16 Fußball-Länderspielen zwischen Deutschland und der Schweiz haben die Deutschen 10, die Schweizer bisher 4 gewonnen, zwei Treffen endeten unentschieden. Auch die diesmalige Begegnung, die gestern auf dem mit 25 000 Zuschauern überfüllten Platz der „Grashoppers" in Zürich stattfand, brachte den Deutschen wieder einen ähnlich hohen Sieg, wie im Dorjahr in Mannheim, wo die Gäste 1:7 geschlagen wurden. Diesmal lautete das Ergebnis 5:0 für die Deutschen, die allen Erwartungen zuwider ein großes Spiel lieferten, gegen das die Eidgenossen niemals aufkommen konnten. Die deutsche Elf war technisch und taktisch überlegen, kombinierte vorzüglich und war schneller im Laufe und in den Körperbewegungen. Alle Mannschaftsteile enttäuschten sehr angenehm. Ganz erstklassige Leistungen zeigte das Schluh- trio Kreß — Schütz — Stubb, alle drei aus Frankfurt. Auch die Läuferreihe mit Hergert, Leinberger und Heidkampf befriedigte fast in jeder Hinsicht. 3m Angriff überragten der Dresdener Hofmann und Mittelstürmer Kuzorra aus Schalke die übrigen, von denen nur der Linksaußen, Huber, durch Mangel an Erfahrung etwas abfiel. Aber auch er war nicht schlecht. Die Schweizer waren in der Hintermannschaft überlastet. Selbst die Läuferreihe konnte sich nur der Abwehr widmen. Dem Sturm Im Frankfurter Stadion wurde am Samstag ein Fußball-Länderkampf der Arbeitersportler zwischen kOe st erreich und Deutschland ausgetragen. Heber 12 000 Zuschauer hatte diese internationale Begegnung angelockt, die eigentlich erst in der zweiten Spielhälfte, als die deutsche Mannschaft sich bedeutend besser gefunden hatte, auf chre Kosten kgmen. Die erste Halbzeit brachte von feiten unserer Vertretung eine große Enttäuschung. Man erinnerte sich an die Mannschaft, die Deutschland bei der Arbeiter-Olympiade vertreten hatte, und dies in sehr eindrucksvoller Weise, und erwartete jetzt ähnliche Leistungen, die ausblieben. Schuld daran trug vor allem die Läuferreihe, die von Anfang bis zum Schluß viel zu defensiv spielte, den Sturm zu wenig unterstützte und den Gegner nicht halten konnte. Oesterreich beherrschte so fast ständig das Feld. In wundervollen Flachkombinationen zog fein Sturm vor das gegnerische Tor, wo jedoch die Stürmer sich lieber in unproduktiven Dribblings gefielen, anstatt einmal ernen beherzten Schuß zu wagen. So konnte Oesterreich bis kurz vor der Pause nur mit 1:0 ein Torverhältnis, das nicht dem tatsächlichen Klassenunterschied entsprach. Ehe der Unparteiische zur Pause pfiff, lächelte auch Deutschland das Glück. Im Anschluß an eine ®ae setzte der deutsche Halblinke aus dem Gedränge heraus den Ball ins gegnerische Tor. Der Ausgleich war gefallen. Dach der Pause ein völlig verändertes Bild. -er r TUugorl Ibybtn an! Achmein Ni M unbt'^tt1 vor dm r VerlWM Sie N) ben tont 30. Hr getonte Ä< Nikin ut um 465,1 1 böhi 3m Deichsschahl Marl, die «Schecks ui und die 5 135.5 Mill An Aei zusammen obgeflossen an Reich 4664,2 Miss nen um 53. Dementsprca bank an & zmckgegong N Will. Dark. .Die tBeftäi Avisen > öl 2692,9 •ry 8» Marburg Frankfurt» Darmstadt Heidelberg Bruchsal Stuttgart Kreisturntag des Mittelrheinkreises der D. T. in Bad-Nauheim. Weitere Teilnehmer an den DFB. -Schlußkämpfen. Als weitere Teilnehmer an den Schluhkämpfen um die Meisterschaft des Deutschen Fuhball- bundes wurden der S. C. Dresden und der 1. F. C. Dürnberg ermittelt. Don den 16 Teilnehmern stehen also 14 fest. Es fehlt nur noch der zweite Vertreter Norddeutschlands und der dritte Westdeutschlands. Im ersten Falle liegt die Entscheidung noch zwischen Arminia Hannover und Hannover 96, in Westdeutschland haben noch Sp.-Dgg. 07 Köln-Sülz und Fortuna Düsseldorf gleiche Aussichten. Beide Entscheidungen sollen am^ll.Mai fallen. Seitenwechsel ließen sich die Deutschen auch durch die Sonne, gegen die sie jetzt zu spielen hatten, nicht beirren, nur machten sie angesichts des ihnen bcröits sicheren Sieges nicht mehr die großen Anstrengungen, wie vor der Pause. Etwa 15 Minuten vor Schluß war Kuzorra noch einmal mit einem Schuß aus 30 Meter Weite erfolgreich. Es wurde hart, aber fair gespielt. Leider wurde der Schweizer Torhüter an der Hand verletzt und muhte durch den nicht schlechteren F e u z (Cantonal) ersetzt werden. Aber auch der Frankfurter Stubb muhte infolge einer Augen- verlehung durch den Fürther Hagen ersetzt werden. Das Spiel wurde von dem Engländer Rous vorzüglich geleitet. Die guten Leistungen der Deutschen wurden restlos anerkannt, ihr Sieg neidlos als berechtigt bezeichnet. Das hinderte natürlich nicht, daß sich die Schweizer die Niederlage ihrer Nationalmannschaft sehr zu Herzen nahmen. ;v. zu üb erlassen. Die aus der Kreise zufließenden Gelder sollen zu Darlehen für Durchschlagskraft. Das erste Iußball-Länderkampf Schweiz—Deutschland 0:5 (0:4). Großer Sieg der deutschen Mannschaft in Zürich. — Deutschland in Hochform. Zußball-Länderkampf der Arbeitersporller Oesterreich schlägt Deutschland 5:4 (4:4). J*51927 ÄS'*1 im» Jf*SS Ä? -Mr ‘SÄ' ÄS' ■SS* MV KZ Ätz Wit Deutschland hatte umgestellt. Diese Umstellung bewährte sich. Der Sturm wurde durchschlagskräftiger und gefährlicher. Man sah jetzt famose Flankenläufe, bei denen sich vor allem der flinke Linksaußen der Deutschen auszeichnete. Aber auch die Oesterreicher bleiben mcht müßig. Die sauberen Schläge ihrer Verteidiger schufen Luft und brachten 6en Ball nach vorn. Binnen zwei Minuten verbesserte Oesterreichs Halblinker auf 3:1. Deutschlands Mittelstürmer holte auf 3:2 auf. Ein etwas harter Elfmeter brachte Deutschland sogar den Ausgleich. Fünf Minuten später lag Deutschland, wiederum war es der Mittelstürmer, mit 4:3 in Führung. Oesterreichs Endspurt setzte ein. Ein völlig unverdienter Elfmeter und in der letzten Minute ließen Oesterreich den Ausgleichs- und den Siegestreffer erzielen. Ein fairer ^nd ansprechender Kampf war zu Ende. Knapp, aber verdient blieb Oesterreich Sieger. Zweites Länderspiel der Arbeitersportler 1:1. Die Repräsentativmannschaften der Arbeitersportler von Deutschland und Oesterreich, die sich am Samstag im Frankfurter Stadion mit einem knappen 5:4-Erfolg der Oesterreicher getrennt hatten, lieferten sich am Sonntag im Kölner Stadion vor einer großen Zuschauermenge OeutscheKlorettmeisterschasten in Mainz. Heim T. B. Offenbach und Helene Mäher die F orettmeister 1930. Die deutschen Fechtmeisterschaften im Florett in Mainz wurden am gestrigen Sonntag zu Ende geführt. Bei den Herren sicherte sich August Heim vorn Tv. Offenbach den Meistertitel, nachdem er in einem Stichkampf den mit ihm gleich placierten Klubkameraden I. Thomson 5:2 geschlagen hatte. Mit Heim gewann der gleichmäßigste Fechter des Turnieres verdient. An dritter und vierter Stelle placierten sich E h s s e n e ck e r und Rosenbauer, beide (Hermannia Frankfurt). Eyssenecker konnte auch Heim die einzige Niederlage beibringen. Bei den Damen holte sich Helene Mayer (Offenbach) zum sechsten Male den Meistertitel. Sie war in diesem Jahre besser denn je in Form, da sie fast allen Gegnerinnen mit 5:0 oder 5:1 besiegte Und ihren knappsten Sieg gegen Frau Hoffmann (Berlin) mit 5:2 errang. An zweiter Stelle placierte sich Frau Sontheim (München), während Frau Oelkers (Offenbach) mit einem fünften Platz vorliebnehmen muhte. Das Endklassement hat folgendes Aussehen: Herren: 1. Heim (Tv. Offenbach), 2. 3. Thomson (Tv. Offenbach), 3. Eyssenecker (Hermannia, Frankfurt), 4. Rosenbauer (Hermannia, Frankfurt), 5. Gerresheim (Berliner F. C.), 6. Berger (Hannover), 7. Bergan (Nürnberg), 8. Dr. Hoops (Berlin), 9. Decker (Hermannia). Damen: 1. Helene Mayer (Offenbach), 2. Zmr Sonthelm-3ahn (München), 3. Fräulein MeZ (Rüdesheim), 4. Frl. Cassel (Leipzig), 5 Frau Oelkers (Offenbach), 6. Frau HoffniL Mer"u) 7 Leonhardt (Offenbach), 8. Fräulein Jungst (Offenbach). B. f. B. Gießen—Union Niederrad 4:9 (0:5). 3n seinem Samtagsspiel gegen den V. s. B. Gießen zeigte Union Niederrad auf fremdem Platz eine vorzügliche Leistung. Union war dem Gegner stark überlegen und siegte mit 9:1 Toren, nachdem sie schon bei Halbzeit 5:0 geführt hatte. Esch und Leichter schossen je drei Tore, Henkel. Rosenberger und Tiefel je ein Tor für Union. Unter Beteiligung von 62 Fahrern nahm die „Deutschlandrundfahrt" am gestrigen Sonntagvor- mittag ihren Anfang mit der Etappe Berlin-Glogau. Als erstes Opfer blieb John (Chemnitz), der einen schweren Sturz erlitt, aus der Strecke. Es gab bald auch Defekte und das Feld wurde zerrissen. Die Etappenentscheidung fiel im Endkampf am Ziel in Glogau. Sieger wurde Brandes (Hannover) in 6:47 Stunden vor Metze (Dortmund), Tietz (Berlin), Manthey (Ber- lien), Stöpel (Berlin), Geyer (Schweinfurt), Buse (Berlin), Berger (Hannover), Ussat (Berlin), R. Wolke (Berlin), Bulla (Wien), B. Wolke (Berlin), Sie- ronski (Berlin), Kroll (Berlin) und Kohl (Berlin). organisatorischer Hinsicht ist von Bedeutung die Annahme des Antrags, wonach ein Kreisturn- r a t zu schaffen ist, dem der Kreisvorstand, der Vorstand des Turnausschusses, der Kreispressewart, der Kreisbücherwart und der Geschäftsführer der Kreis- unfallkasse angehören. Zugestimmt wurde auch dem Antrag des Gaues Hessen auf Aufhebung der Schwärzung für den Tv. Anspach. Kreisvertreter Pfeiffer schloß den eindrucksvoll verlaufenen Kreisturntag mit Dankesworten an die Abgeordneten, die ihrerseits dem Kreisvorstand durch Pfaff (Frankfurt) ihr Vertrauen bekunden ließen. Ä St*/ 'M Kien, W, £ so «otik Agsanz kin Stu ES in feiner 2°l1 MubE WlNNlM Wdgebto e gehören d ei Mlew'at o Ito Döfnltto als • tut in engere beschränkt sen von undefrml von der Taill Acht sich all zunutze, und im Glanze st, einen tadellos richtigen Sch' Iohannesburk eine schlanke Aufschläge a reichen Lchnr an allen mag jwberß auch Mleider f zarte Lc liebt die Schuhe he blaue Farbe Einen stimmungsvollen Auftakt erhielt die Tagung durch Chöre, die von der Gausängerschaft des Gaues Hessen unter Leitung von Lehrer Diehl (Bad-Nauheim) wirkungsvoll zum Vortrag kamen. In herzlicher Begrüßung hieß der erste Kreisvertreter, Fabrikant A. Pfeiffer (Wetzlar), die Abgeordneten und die Ehrengäste willkommen. Unter letzteren befanden sich in größerer Zahl Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden. Schulrat H a s s i n g e r (Darmstadt) übermittelte die Grüße des hessischen Staatspräsidenten Dr. Ade- l u n g und des Ministeriums für Kultus und Bil- dungswesen, dabei die verpflichtenden Aufgaben der Deutschen Turnerschaft im Sinne Jahnschen Tumer- tums trefflich zeichnend. Kreisdirektor R e ch t h i e n sprach für die Kreisverwaltung Friedberg unter Anerkennung der für das Volkswohl so bedeutsamen Arbeit der Turnerschaft. Bürgermeister Dr. Ahl, der den herzlichen Gruß der Stadt Bad-Nauheihm entbot, wies in trefflichen Gedankengängen auf die historische Mission der Deutschen Turnerschaft hin. Für die Bad-Nauheimer Turnerschaft grüßte deren Vorsitzender PH. Wei ß. Unter stärkstem Beifall erfolgte vor Eintritt in die Tagesordnung die Ueberreichung der Ehren- ur künde der D.T., der höchsten turnerischen Auszeichnung, an Kreisoberturnwart Georg Frey (Mainz). Die Jahresberichte des Kreisvertreters, des Kreis- oberturnroarts und des Verwalters der Kreisunfallkasse fanden ohne Aussprache Genehmigung. Kreis- oertreter Pfeiffer führte aus, daß trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Not die Entwicklung des Kreises optimistisch betrachtet werden könne. Mehr denn je gelte es, an der Vertiefung des turnerischen Gedankens zu arbeiten, im Hinblick auch auf die Stellung, die die D. T. in der Arbeitsgemeinschaft mit den Sportverbänden einnimmt. lieber die Vorarbeiten zum 3 4. Kreisturn- feft, das vom 31. Juli bis 2. August d.J. in 5) a n a u ftattfinbet, berichteten Vertreter der Feft- stodt und Kreisoberturnwart Frey. Der Festort «ur das 35. Kreisturnfest 1932 konnte noch nicht end- gultw bestimmt werden. Jedenfalls kommt Mainz m Frage. Das 36. Kreisturnfest hoffen die Saarturner in Saarbrücken durchführen zu können In seltener Einmütigkeit wurden die fälligen Wahl e n zu r K e i s l e i tu n g vollzogen. In den Kreisvorstand wurden wiedergewählt Kreisobertum- wart F r e y und der verdiente Kreiskassenwart PH Kob ig (Rodelheim) und neugewählt, nachdem die seitherigen Inhaber der Aewter eine Wiederwahl ab gelehnt hatten, als 2. Kreisvertreter Studienrat Anton Müller (Andernach) und als Kreisschrift- wart Dr. Walther (Bad Kreuznach». Als Fach- warte wurden für weitere vier Jahre in ihren Aemtern bestätigt: Kreisfrauenturnwart Schmidt (Koblenz), Kreisvolksturnwart K r a w. b (Bad Kreuz. 374 808 Mark in Einnahme und Ausgabe abfchließt und die einmütige Anerkennung der Rechnungsprüfer gefunden hat, angenommen. Dem Kreiskassenwart und dem Verwalter der Kreisunfallkasse wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der Voranschlag für die Geschäftsjahre 1931/1932 sieht an Einnahmen und Ausgaben 235 370 Mark vor. Zu längerer Aussprache geben die Anträge Anlaß, die dem Kreisturntag zur Beratung Vorlagen. Die Forderuny des Gaues Offenbach-Main- Hanau, daß der Kreisturntag alljährlich stattfinde, verfiel der Ablehnung. Es bleibt also bei dem zweijährigen Turnus. Beschlossen wurde^daß kreiseigene Heim auf der Tromm den Gauen-Main-Rhein, Rheinhessen und Odenwald kostenlos zum Ausbau Süddeutsche Fußballmeisterschaft Das Endspiel um den 3. Platz. In Nürnberg: 1. $. L. Nürnberg — Fuhballsporb verein Frankfurt 1:0 (1:0). Die Entscheidung um die 3. Dertveterstelle bei den DFD.-Spielen ist gestern in SüddeutschlomL gefallen. 3m Nürnberger Stadion konnte der 1. F. C. Nürnberg den F. Sp. V. Frankfurt vor 25 000 Zuschauern mit einem knappen 1:0 schlagen und sich hierdurch neben Eintracht Frankfurt und Sp.Vgg. Fürth für die Vertretung ©üb» deutschlands qualifizieren. Der Sieg muhte Hari erkämpft werden. Mit einem durchsiAagskräfti- geren Sturm hätten die Frankfurter, die sich gut hielten, ebenso gut gewinnen können. Das entscheidende Lor fiel bereits in der 9. Minute durch den Mittelstürmer Schmidt. Nürnbergs Leistung konnte nur wenig befriedigen. Nur die Läufer spielten in der erwarteten Form. Auch bei Frankfurt war dieser QKamt- schaftsteil der Ausgabe am besten gewachsen. Die Hintermannschaft war namentlich im Anfang sehr nervös und auch späterhin nicht immer ruhig genug. 3m Sturm überragte die linke Seite den rechten Flügel. Dachmann aus Karlsruhe leitete sehr korrekt. K* ■ ein zweites Spiel. Die deutsche Mannschaft fand sich diesmal besser zusammen und konnte ein Unentschieden von 1:1 erzielen. Celle Minden Arolsen Corbach Schwimmausfchuß: Singet (Darmstadt), Kraft (Offenbach a. M.), Egert (Offenbach a. M.), Lenhof (Saarbrücken), Becker (Nieder-Walluf). Frauenausschuß: Frl. Kasten (Frankfurt am Main), Frau Rörnmelt (Rödelheim), Klenk (Bensheim), Volz (Saarbrücken). Kreispresseausschuß: Oßwald (Bad-Nau- heim), Dönni (Frankfurt a. M.), Schmidt-Hermes (Koblenz). Den aus ihren Aemtern geschiedenen Mitgliedern der Kreisleitung galt eine feierliche Dankesübermit- telung durch Kreisvertreter Pfeiffer. Unter stärkstem Beifall erfolgte die Ernennung von Kommerzienrat Schill (Osthosen), des langjährigen verdienten zweiten Kreisvertreters, und von Prof. (3g. Bender (Frankfurt a. M.), des Martes für turnerisches Geistesleben, zu Ehrenmitgliedern des Kreisvorstandes. Die im Entwurf vorliegende Ergänzung des Kreisgrundgesetzes kam nicht zur Beratung. Es wurde ein Satzungsausschuß bestimmt und mit der weiteren Prüfung der Materie beauftragt. Dem Ausschuß gehören an: 'Kreisvertreter Pfeiffer, Kreisoberturnwart Frey, Gauoertreter D o u n e r (Offenbach a. M.), Gauoertreter Burk (Saarbrücken), Gauvertreter Spalt (Odenwald). Ge- nehmigung fand nach eingehender Begründung durch Kreisspielwart Reitz die seit zwei Jahren ausprobierte Kreisspielordnung. Ebenso wurde die Jahresrechnung für 1929, die mit nach), Kreiskindertumwart Klenk (Bensheim), während durch Neuwahl bestimmt wurden: Kreis- fechtwart E i ß n e r (Mainz-Bretzenheim), und Kreis- schwimmwart Stürmer (Traben-Trarbach), der letztere als Ersatz für Bitsch (Frankfurt a. M.), der Schwimmwart der D. T. geworden ist. Das neue Amt des Kreispressewarts wurde W. Wollende r g (Frankfurt a. M.) übertragen, die Geschäfts- führung der Kreiskasse für Wohlfahrtspflege bleibt in den bewährten Händen von Enders (Bad Kreuznach). e Für die Unterausschüsse wurden die von den Fachgebieten in Vorschlag gebrachten Mitglieder einstimmig bestätigt, und zwar: Fechtausschuß: Graf (Frankfurt a. M.), Kühn (Friedberg), Fechtwart des Gaues Hessen, Sauer (Worms), Rehlinger (Saarbrücken). AusschuhsürKinderturnen: Frl. Kasten (Frankfurt a. M ), Frau Rörnmelt (Rödelheim), H. Schneider (Eberstadt). Volksturnausschuß: Burkert (Frankfurt am Main), Fleinert (Wiesbaden), Dönni (Frankfurt a.M.), Rupp (Saarbrücken). Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". * Bad- Nauheim, 4. Mai. Eine herzliche Aufnahme bereitete die hessische Badestadt dem 8 7.Kreisturntag des Kreises 9 (M i 11 e l r h e i n) der D. T., der gestern und heute stattfand und außer den Abgeordneten für das große Turnerparlament auch zahlreiche weitere Turnergäste nach hier führte. Wichtige Sitzungen bereiteten gestern die Tagung in ihren Einzelheiten vor. Eine Fülle von Arbeit hatte vor allem der aus etwa 50 Turnerführern bestehende Kreisausschuß zu leisten, der am Samstag vom frühen Nachmittag bis nach Mitternacht im Teichhaus unter dem Vorsitz von Kreisvertreter Pfeiffer (Wetzlar) tagte und die Tagesordnung für den Kreisturntag in allen ihren Einzelheiten vorbereitete. Von der Bad- Nauheimer Turnerschaft hatte Lehrer Oßwald die Sitzung begrüßt, den Willkomm des Gaues Hessen hatte der zweite Gauoertreter Schneider (Butzbach) entboten, der seiner besonderen Freude darüber Ausdruck gab, daß das mittelrheinische Turnerparlament nach langer Zeit wieder einmal im Gebiet des Gaues Hessen Einzug gehalten habe. Den schon zahlreich anwesenden Gästen, soweit sie durch die Kreisausschußsitzung nicht verhindert waren, bot die Bad-Nauheimer Turnerschaft eine wohlverlaufene Begrüßungsfeier am Samstagabend in der Turnhalle des Turnver- eins 1860. Bei flotter Musik und frohem Sana verlebten die Gäste einen schönen Abend. Lebhaften Beifall fanden die Begrüßungsworte des zweiten Gauvertreters Schneider, auf die ein Turner von der Saar mit herzlichem Dank für die gastliche Ausnahme im schönen Hessenlande erwiderte. Der Fllm „Frohe Menschen", von der Deutschen Turnschule in Berlin bearbeitet, zeigte die neuzeitliche Einstellung des deutschen Turnens und erweckte allgemeine Begeisterung für die schöne Turcksache. — Der Kreisturntag begann heute früh 10 Uhr in der festlich geschmückten Turnhalle und führte bis gegen 6 Uhr nachmittags die umfangreiche Tagesordnung zu Ende. Es waren mit dem Kreisvorstand und Kreisauschuß etwa 350 stimmberechtigte Abgeordnete aus 23 Gauen anwesend, die insgesamt 157178 beitrags- pflichtigeMitglieder des Kreises zu vertreten hatten. Unser Heimatgau Hessen, der drittstärkste Gau des Kreises, hatte 24 Abgeordnete entsandt, und zwcrr: ©»uoberturnroart Will (Gießen), Gau- schriftwart Carl Wenzel (Gießen), Gaukassenwart O e r t e l (Nieder-Wöllstadt), Gaupressewart Bach (Großen - Linden), Gaumannerturnwart Martin T e x t o r (Marburg), Gaufrauenturnwart Rudolf Paul (Gießen), Dr. Stier (Marburg), W. Erle 7 (Gießen), Hrch. Schneider (Wetzlar), Weiß (Bad-Nauheim), Thierolf (Friedberg), Dr. Drücke (Kirchhain), K ö 11 e r i t s ch (Biedenkopf), Gg. Kling (Gießen), Dr. Römer (Großen-Lin- den), Ludwig Schmidt (Heuchelheim), A. R e i • ning (Gießen), Dr. Koch (Nidda), L. Bender (Alsfeld), H. D e r n (Neder-Ohmen), I. Lotz (Dorn- assenheim), Dr. Rau (Butzbach), B. W a ck (Bad- Nauheim), Gg. G ä ß l e r (Frankenberg). Außerdem gehörten aus dem Gau Hessen dem Kreisturntag noch an zweiter Gauvertreter Schneider (Butzbach), als Mitglied des Kreisausschusses, Kühn (Friedberg) und Oßwald (Bad-Nauheim) als Mitglieder von Kreisunterausschüssen. JP Start und ®Zid ß Bert in .>>"• Tränkfurta.fk Crossen Glogau IL/egnitz , Crunberg Schweinfurt Nürnberg Neumarkt \\jngo/stadf J/m München Augsburg Mannschaft fand > konnte ein Ur. '»s* ft« 8!» SZr ift-L S?*sS ber 2.T. hfl! D Darlehen für $n »Dor|tanb, bet Sümpft ft« der Kreis. 11 “urbe auch |Lm A Aushebung ber J?en einbruefsBott jJ«Borten an die ire'svorsland durch n bekunden lie^ ieiW 3. Platz. (1:0). KrKeterstelle bei ft TubbeutfchiLi^ lirou toTvnte bet $• Lrnnyuri v« na-pm 1:0 M- Eintracht Frmkfurt Vertretung Süd« 0iea muhte hart durchWagsKW- furter, die sich gut können. Das enter S. Minute durch nur wenig befrie- in der erwarteten ;ar dieser Mannten gewachsen. Die ich im Anfang sehr licht immer ruhig r die linke Seite in auä Karlsruhe ■ an den *. den Schluhlämvsm -rutschen Fuhball- Dresden und der Ion den 16 Teil- Es fehlt nur noch lltfchlands und der ersten Falle hegt en Arminia Han- .stdeutfchland haben id Fortuna Dussel- de Entscheidungen liottflieM- :5). enbenaf.2.®«: auf fr®1” N »SB inL>< st- *• -NN6" >1* M. rar Smme ILM * I «$s i mit5,u L Mu 5ie8 «£ L-K" tf’**** M 2lu^ LKs s Cassel LjfjitfliJ C,5. §r-u ^zuletn Buntes Allerlei. Schwarze DandyS. Der Neger hat, auch wenn er bereit» von europäischer Kultur „beleckt" ist, noch immer viel pon jenem Schmuckbedürfnis beibehalten, daS die Raturvölker in fo reichem Maste besitzen. Meber- vältigt von den neuen Möglichkeiten, die ihm Auftreten und Kleidung des weihen Mannes bieten, läßt er sich dann zu kühnen Kombinationen hinreisten, die aus dem Negerdandy oft eine so exotische Erscheinung machen. Der amerikanische Neger bedeutet aber nur einen schwachen Abglanz seines schwarzen Bruders in Afrika, der mit seinen viel ungebrocheneren Instinkten in seiner Toilette viel bizarrere Wirkungen her- vorzubringen weih. Don diesen „schwarzen Drummells" im sogenannten südafrikanischen Randgebiet entwirft Sir Pcrcival Phillips ein anschauliches Bild. „Neger in diesen Gegenden gehören drei verschiedenen Klassen an", schreibt er. „Da ist der Bergarbeiter, der das schwarze Proletariat darstellt, dann der Taugenichts, der sich von dem Schnaps des weihen Mannes unterkriegen läht, und schliehlich der Dandy, der gewöhnlich als Hausboy mit der europäischen Kultur in engere Berührung tritt. Der Bergarbeiter beschränkt seine Garderobe auf ein einziges Tuch von undefinierbarer Farbe und ist gewöhnlich von der Taille aufwärts nackt. Der Dandy aber macht sich alle die Gaben der zivilisierten Mode zunutze, und wenn er ausgeht, dann strahlt er im Glanze seiner eigenartigen Eleganz. Erträgt einen tadellosen Anzug, den er sich bei einem richtigen Schneider, gewöhnlich einem Inder, in Johannesburg hat machen lassen. Der Rock hat eine schlanke Taille und breite Hüften, bunte Aufschläge an den Taschen und einen überreichen Schmuck von Knöpfen, die als Zierat an allen möglichen und unmöglichen Stellen, besonders auch auf dem Rücken auftauchen. Als Beinkleider sind am beliebtesten Reithosen, die eine zarte Lachsfarbe haben: aber der schwarze Dandy liebt auch ganz enge Hosen, die über die Schuhe heruntcrgezogen sind und deren meist blaue Farbe durch prachtvolle Besätze in Grün oder Gold gehoben wird. Wunderschön sind feine Schuhe. Er bevorzugt braune Lackschuhe, deren Kappen silberne Beschläge haben: ebenso sind die Löcher mit Silber clngefaht und die hindurch- gezogeuen Schnürsenkel bestehen aus silberner oder goldener Schnur. Manche tragen auch blaue und weihe Lackschuhe, die sehr spitz zulaufen. Mm den Reiz seiner Haut zu heben, trägt der schwarze Dandy ein blaues ober rosa Seidenhemd mit einem Kragen aus demselben Stoff, und das Schmucktaschentuch, das aus seiner Brust« tasche ragt, leuchtet in bunten Farben, während die Lederhandschuhe, die er in der Hand trägt, im hellsten Gelb strahlen. Dazu kommt noch ein Stöckchen, und das Neger-Gigerl ist fettig. Eine höchst merkwürdige Verwendung finden Flecken und Flicken bei dieser eleganten Kleidung. Während nach unferm Geschmack ein aufgesetzter Tuchlappen nicht gerade als fein gilt, liebt der Neger solche kühnen Mnterbrechungen des Einerleis, und es gibt eine ganze Klasse eingeborener Schneider, die nur vom Aufsehen von Flecken leben. Bei der Anbringung dieser Ornamente wird auf eine gewisse Symmetrie gehalten, und einem Fleck auf dem Beinkleid rechts must ein solcher links entsprechen. Also angetan, besucht ber schwarze Dandy mit Vorliebe Konzerte, bie eine seltsame Parodie europäischer Vergnügungen darstellen. Die Einladung erfolgt durch Handzettel, auf denen etwa folgendes zu lesen ist: „Oh ja, oh ja, oh ja! Sie dürfen diesen Freitag nicht fehlen, wenn die Leute von Charlie Malapaloo den berühmten Iazz tanzen, Sie mit ihren Gesängen unterhalten und die Sorgen der Arbeit vergessen machen. Lustige Lieder, fröhlicher Tanz, hübsche Mädels, und Stimmung bringen Sie selbst mit. Hurrah. hurrah, hoch sollst Du leben! Einlast 1 Schilling. .Vergessen Sie nicht den Freitag!" Die Dandys versammeln sich dann schon um 8 Mhr, wenn es um 11 Mhr losgeht. Es ist furchtbar Heist in dem Saal, und bis 5 Mhr morgens dauert dann das Gesinge und Getanze, bei dem jeder seine äußeren Reize gebührend ins Licht setzt." Wirtschaft. Schwarzer Tag « der Reuyorker Börse. Allgemeiner Kurssturz. Neuyork, 3.Mai. (IDIB.) Infolge ungeheurer Abgaben an ber Börse sanken Wertpapiere und Aktien allgemein um ein bis vierzehn Punkte. Gegen Schluß ber Börse ergriff bas Publikum eine unbeschreibliche Beftürjung. Aus Angst vor einem neuen krach suchten bie Besitzer von Wertpapieren biefe noch schnell zu verkaufen. Oie Reichsbank Ende April. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. April hat sich in der Mltimowoche die gesamte Kapitalanlage der Dan? in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 465,7 Millionen auf 2244,7 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsfchahwechfeln um 77,0 Mill, auf 77,0 Mill. Mark, die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 303,6 Mill, auf 1939,1 Mill. Mk. und die Lornbardbestände um 80,1 Mill, auf 135,5 Mill. Mk. zugenommen. An Reichsbanknolen und Rentenbankscheinen zusammen sind 607,8 Mill. Mk. in den Dcrkehr abgcflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 554,3 Mill, auf 4664,2 Mill. Mk., derjenige an Rentcnbankschei- nen um 53,4 Mill, auf 362,4 Mill. Mk. erhöht. Dementsprechend sind die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 17,8 Mill. Mk. zurückgegangen. Die fremden Gelder zeigen mit 536,5 Mill. Mk. eine Abnahme um 195,9 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben sich um 19,1 Mill, auf 2892,9 Mill. Mk. vermindert, und zwar haben die Goldbestände um 8,4 Mill, auf 2565,5 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 27,5 Mill, auf 327,4 Mill. Mk. abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold allein verminderte sich auf 55 Proz. gegen 62,2 Proz. in der Dorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen auf 62 Proz. gegen 70,9 Prozent. Flüssiger Geldmarkt. — Oie neue Oiskontbaiffe. Etwas unerwartet hat auf dem internationalen Geldmarkt eine neue Diskontsenkungsbe- wegung eingesetzt, die durch ihr konzentriertes Auftreten an ein und demselben Tage (die Notenbanken von London. Paris und Neuyork, haben fast zu gleicher Zeit ihren Diskontsatz gesenkt), allgemein überrascht hat. Zweifellos beruht diese neue internationale Diskontbaisse auf einem Zusammenarbeiten der. betreffenden Notenbanken. Für dieses Zusammenarbeiten sind in der Hauptsache zwei Gründe mastgebend. Der eine hängt mit der jüngsten Entwicklung an den internationalen Börsen und Warenmärkten, an denen gerade in Amerika eine Zuspitzung der Verhältnisse eingetreten ist, zusammen. In zweiter Linie handelt es sich um taktische Maßnahmen, die mit der Mnterbringung der in den nächsten Wochen zu emittierenden ersten Tranche der Reparationsanleihe in Zusammenhang stehen. Auffällig ist, dast am gleichen Tage, wo in Brüssel die ersten positiven Verhandlungen über die Anleihebedingungen zwischen Vertretern der B. 3. Z., der Notenbanken und der führenden Emissionshäuser begonnen haben, die neuen Diskontsenkungen der wichtigsten Notenbanken der Welt vorgeyommeik worden sind. Die Besprechungen über die Mnterbringung der Reparationsanleihe können natürlich nur von Erfolg begleitet fein, und würden andernfalls- in den leeren Raum flößen, wenn über die internationale Diskontsituation bzw. die internationale Lage der Geldmärkte nicht ein klares Bild vorhanden wäre. Mit den neuesten Diskontsenkungen vom Donnerstag der Berichts- Woche hat das internationale Diskontniveau einen Tiefstand erreicht. Vergleicht man die jetzt gültigen Sätze mit denen vom 1. Ianuar d. I-, so zeigt sich, baß sich das durchschnittliche Niveau um rund 35 v.H. gesenkt hat. Das gilt auch für Berlin. Am stärksten ist der Rückgang des Diskont- in London gewesen, der von 5 v. H. zu Beginn des Iahres auf 3 v. H. zurückgegan- gen ist, und demnach eine 40-v. H.-Ermäßigung erfahren hat. Diese Feststellung ist deswegen interessant, weil sich die Reichsbank in einer ähnlichen passiven Lage gegenüber ber internationalen Diskontpolitik befinbet wie die Bank von England. Es ist wohl richtig, zu sagen, daß die neue Diskontaktion ihren Ausgang genommen hat von Paris, wofür das vornehmliche Interesse Frankreichs an einer baldigen Auflegung ber Reparationsanleihe im befonberen spricht. Mebcr bie geschilderten Gründe hinaus hat jedoch die neue Diskontbaisse noch eine andere wesentliche Bedeutung. Sie ist ein Beweis dafür, daß es den führenden Notenbanken der Welt bisher nicht gelungen ist. des im Mebcrfluß vorhandenen kurzfristigen Geldes Herr zu werden, deswegen mußte eine neue Preisherabsetzung vorgenommen werden, um die Rentabilität für kurzfristiges Geld noch niedriger zu setzen und auf diese Weise wiederum den bisher von keinem Erfolge begleiteten Versuch einer Festlegung kurzfristiger Gelder am Kapitalmarkt zu machen. Denn auch an den internationalen Geldmärkten besteht eine anormale Diskrepanz zwischen den Sätzen des kurzfristigen und des langfristigen Marktes, und wenn wir in Deutschland zur Zeit bezüglich der Entwicklung des Kapitalmarktes im ungewissen sind, obwohl auch wir niedrige Geldsähe haben, so gilt dies auch in zunehmendem Maße für die internationalen Geldmärkte. Die Geldmarktlage ist in Deutschland auch in der Berichtswoche sehr flüssig gewesen, was auch mit aller Deutlichkeit der Ausweis der Reichsbank vorn 30. April zeigt. Die Reichsbank wird sich, da von der Geldmarktseite her keine Schwierigkeiten bestehen, und da sie bei Aufrechterhaltung des gegenwärtigen 5-v. H- Diskontsatzes mit außerordentlich hohen Gold- zuflüssen zu rechnen hat, die ihr gänzlich unerwünscht find, dem Zwang einer Diskontermäßigung nicht entziehen können. Ihr bleibt schließlich, da sie eine selbständige Diskontpolitik nicht treiben kann, nichts anderes übrig Nach unseren Informationen dürfte der Zentralausschuß der Reichsbank auf Montag, 5. Mai einberufen werden, um eine Herabsetzung des Diskontsatzes um 0,5 v. H. auf 4 v. H. zu beschließen. * Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 30. April berechnete Großhan- delsindexziffer des Dtatistischen Reichsamtes ist mit 126,4 gegenüber ber Vorwoche (126,7) um 0,2 Prozent zurückgegangen. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,7 Prozent auf 112,0 (112,8) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich von 124,2 auf 124,3 erhöht, während diejenige für industrielle Fertigwaren von 151,9 auf 151,8 nachgegeben hat. • In terna tionales Kalistickstofs- Syndikat. Die Derhandlungen der internationalen Kalkstickstoffproduzenten in Berlin unter Dorfitz von Geheimrat Caro und des Franzosen Gall (Se. de Electrochemie) haben, der „B. Z.' zufolge, zu einem positiven Ergebnis geführt. Die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Belgiens, Iugoslawiens und der Tschechoslowakei, Norwegens, Schwedens, der Schweiz, Polens und anderer Länder schlossen sich zu einem Syndikat zusammen, das eine Produktion von 250 000 Tonnen Reinstickstoff umfaßt. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 92 v. H. an ber gesamten Weltproduktion. Lediglich Iapan war infolge der großen Entfernung nicht vertreten. Auf deutscher Seite sind die Abmachungen für sämtliche Kalkstickstvff- erzeuger bindend. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. Mai. Tendenz: uneinheitlich. — Zum Wochenbeginn war im Vormittagsverkehr auf die Befürchtung, daß der erneute Kurs- einbruch an der Neuyorker Börse vom Samstag auf den hiesigen Markt nicht ohne Einfluß bleiben würde, noch eine sehr starke 3 u r iTd ß a 11 u n g bemerkbar, doch blieb für einige Werte, die schon im Verlause der vergangenen Woche gesucht waren, weiter einiges Interesse bestehen. Der offizielle Beginn war im Grundton freundlich gestimmt, doch konnte sich keine lebhaftere Umsatztätig- keit entwickeln, da die ungünstigen Nachrichten einzelner Wirtschaftszweige immer noch einen nachteiligen Einfluß ausübten. Aber auch der Auftragseingang von Publikumsseite und vom Auslände war sehr gering. Fast ohne Geschäft eröffnete der Elektro- markt. Nur für AEG. machte sich einiges Interesse geltend, bei einem Gewinn von 1 v. H. Gesfürel lagen mehr im Angebot und 2,75 v. H schwächer. Stark unter Kursdruck standen Ehadeaktien auf die. politischen Vorkommnisse in Spanien, die zu Besorgnissen Anlaß gaben; dieses Papier lag gegenüber der letzten Notierung verloren. Einige Nachfrage bestand am Ehemiemarkt für I.-G.-Farben, die fast 1 n. H. hoher eröffneten. Montanaktien lagen vernachlässigt und fast gefcßaftslos. Nur in Otaviminen kam eine Erstnotiz zustande bei gehaltenem Kurse. Ader auch der Zellstossmarkt lag gedrückt und leicht abgeschwacku. Von Bankwerten waren Deutsche und Discontogesellschaft leicht erhöht. Von deutschen Anleihen gaben Neubesitz leicht nach, Altbefitz waren gut behauptet. Ausländer waren geschäftslos. Jin Verlaufe war das Geschäft unvermindert gering. Gegen Anfang blieben die Kurse jedoch gut behauptet: teilweise ergaben sich sogar für einzelne Werte auf vereinzelte Nachfrage kleine Besserungen. Gesucht lagen vor allem Süddeutsche Zucker. An, Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 v. f). unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1885, gegen Pfund 20,3625, London gegen Kabel 4,8600, gegen Paris 123,83. gegen Mailand 92,73, gegen Schweiz 25,0775, gegen Holland 12,0760. Frankfurter Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 5. Mai. Austrieb: 1296 Rinder, darunter 345 Ochsen, 71 Bullen, 486 Kühe, 256 Färsen, 503 Kälber, 18 Schase, 5258 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: voll fleischige, aus- gemästete höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 61 Mark ältere 53 bis 57, sonstige oollsleischige: jüngere 47 bis 52; Bullen: jüngere, oollsleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57, sonstige vollflcischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, oollsleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 42 bis 45, fleischige 37 bis 41, gering genährte 30 bis 36; Färsen (Kalbinnen, Jung- rinder): oollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 61, oollsleischige 54 bis 57, fleischige 48 bis 53. — Kälber: beste Mast, und Saug- kälber 79 bis 82, mittlere Mast, und, Saugkälber 74 bis 78, geringe Kälber 65 bis 73. — Schw ein c: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 60 bis 63, von etwa 200 bis 240 Psund 62 bis 65, von etwa 160 bis 200 Pfund 62 bis 65, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 60 bis 63 Mark. — Marttverlauf: Rinder mäßia rege, ausoerfauft. Schweine schleppend, ausocrtaufL Fettschweine schwer verkäuflich. Kälber rege, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 5. Mai. Am heutigen Produktcnmarkt war die Haltung allgemein ab- geschwächt. obwohl sich das Angebot nicht wesentlich vergrößert hat. Lediglich für Weizen verstärkte sich die Nachfrage und der Weizen- preis konnte erneut etwas anziehen. Roggen lag dagegen etwas schwächer. Futtermittel biteben stark vernachlässigt, namentlich Kleie war im Preise etwas abgeichwächt. Auch am Mehl- martt war die Haltung bet stillem Geschäft etwas schwächer. Es wurden notiert: Weizen (Hess, und Provinz Hessen-Nassau), Hektolitergewtcht von 78 Kilogramm, 305; Roggen (Hessen, Prov. Hessen-Nassau u. Mnterfranfen), Hektolttergew. noch 72 Kilogramm, 185—186; Sommergerste für Brauzwecke 205 -207,50; Hafer, inländischer. 187 bis 190; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 43 50—45,25; Roggenmehl 26,75—28, WetzenNets 8—8 15; Rvggenkleie 9,25- 9,50; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 26 -38; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke. 38-80; Heu, süddeutsches. gut. gesund, trocken, 8,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt. 5; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 5,25; Treber, getrocknet, 11,50. Tendenz: flau, Weizen stetig. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: Der Frankfurter Markt zeigte im Hinblick auf die zunehmende Nachfrage zu Konservierungszwecken etwas anziehende Preise, doch war der Absatz in der vorigen Woche ziemlich schwach. Lediglich frische Eier wurden zu Preisen zwischen 8 und 11 Pf. stärker umgeseht. Aus- landeier unverzollt ab Grenzstation, Inlandeier ab Station. Preise in Pfennig per Stück: Italiener 8 bis 9, bulgarische 63/i bis 7, jugoslawische 63'i bis 7, rumänische 6’/2 bis 6’/4, Russen 61/. bis 7, Polen 5 bis 5Vr, Holländer 73/j biS 10.' Dänen 73/i bis 10, Belgier 8V2 bis 83 t, Franzosen 8 bis 8'/,, Schlesier 71/, bis 73 bayerische 7*/j bi8 73/4, norddeutsche 8 bis 8*/<. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Seriln Frankfurt a. M. Anfang» Schluß- 1«Uhri ffi»< hir< 3. 5. 5. 5 5. 5. Datum 3. 5. 50 166,13 184,5 71,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. W. 111 110,75 91,5 93 114.13 26,9 4,65 139 24,6 340 346 2.4 43,5 ‘diroerfe. . 132,5 132.5 10 10,13 16,7 161 t 35,5 38,25 25 21 71,75 104,25 225 102 72,25 103.4 6 0 e 6 185 88 7 7 7 6 111 135,5 71.5 70,75 109.75 7.35 .325 140,5 127 '07 76 41,9 247 186 88,25 303 258 114 142,5 183,5 147.5 105.13 168.25 41,5 16’/, 10 10 16 110.25 106.4 230 118,5 109,25 12 f. 8 , 5 6 , 8 1)4,5 142 185,25 •47,25 »I 10 , v G fi 10 35 37,75 230 118,'. 303,75 258,13 114,75 143 183,5 145 106 167,5 41,5 245,5 53.5 19 84 151,5 345,5 190 161,13 72 103 15 12 18 14 13*/, 12 , . 8 , . 9 , . 0 152,13 71 70,5 110 139.65 126 109,75 225 102 107,9 106,75 77 firtmfTimet Slaichmo» Gritzner...... Syeitmtflte Stahlwerk . Otavi Minen..... ffaJiroerfe Aschersleben . flaliroerte Westeregeln . Saliwecke Sali vertu rtü . 4% Oesterrelchstche Solbrenre . . 4,20% Oesterrelchstche Silberrenre 4% Oesterreichilche Einheitliche Rente 4% Ungarische ©olbrente .... 4% Ungarische Staattrente e. 1910 4K% btiol. von 1913 4% Ungarische Rronencentt 4% Türkische 8°UanIetbe von 1911 4% Türkst ch, Bagdadbabn-Aul. Serie I 4% beißt Serie 11....... 6% Rumänische deretnh. Rente von 1903 4*4% Rumänische vcretnh. Rente von 1918.......... 6% Rumäntrche verein-. Reet» - Mamkrastwerke Höchst a.$L . . 8 Miag .......10 Gebr. Roeder.......w Boigt & Haefsner......9 Süddeutsche Zucker . • • e U 2,6 7.15 7,2 7.2 . 6 . 6 . 8 . 8 . O 6*i 10 9. ®. Farden-IndustN« Dynamit Nobel . . , Cckeideanstalt.... Goldschmidt .... Rürger?werke .... Merallgelellschakt. . . Heyllgenstaebt Snghan«. chwerke. . 44 106,5 ' 94 133 103,5 18° 161 , 16,9 8,1 Philipp OoUmonn . . Zementwerk Heidelberg Cementwerk ßffriftabt. Bm6ä Frevtag . . 6% 10 . 6 2,55 25 21 21,9 '•45 7,1 52,75 18,6 83,9 98,5 50.25 227.5 233,75 400 Schultheis Patzenhofer . Lstrverkr....... Btu ........ Bemberg....... Soff Balbbcl . . . off Aschaffenburg . ottenburger Wasser Dessauer (Ra«..... Daimler Motoren . . . Deustche Linoleum . . Maschinenbau 2.-S. . « Rat Automobil . . « Lrenstein & Koppel . « Leonhard Tietz . . • « SvenSka - - . < 98.5 ) 98,25 49,9 I 50,13 228.5 - 235 , — 399 1 398,25 109.6 100 229.4 118 ffUf4 | kur« Buderu; .••••' Deutsche Erdöl . . • ■ Essener Steinkohle . . ■ Gelsenkirchener » Harvener • • • • Hoesch Eilen. . . . • g.ie Bergbau . . • • Klöcknerwerke - »öln-Neuellen - Mannesmann-Rödreu Mansielder Bergbau . Oberschiei. Eisendevarf Lberschlei. Sottwerke. Phönix Bergbau Rheinstche Brauukohleo Rhein stahl .... Rucheck Monta» . . » 221,25 101.25 107 106 25 75,5 Banknoten. Äerlin, 3. Mal Geld Arles Amcrstantlche Noten ..... Belgische Noten........ Tonische Noten........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr-,-uv Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . llagarischr Noten ...... 4,166 58.20 111,70 20,31 16,41 168,03 21,96 111,78 58,88 2,46 112,10 81,04 51,95 12,375 72,95 4,186 58,44 112,14 20,39 16,47 168,71 22,04 112,22 59,12 2,48 112,54 81,36 52,15 12,435 73,25 Frankfurt a. M. | Serstn Frankfurt a. Ul. Serlin Echluß-l hir# | 1-ilhr. Nur- Schluß» für# | Anfang» ffurs Schluß, j hird | trilhr« ffurd Schluß-1 furrf | Anfang» ffueS Datum 3. 6. I 5- 5. 3- 5. 5. 5. Datum | 3. 5. | 5. 5- 3.5. 5. 5. 6% Deutsche öieichtanlcche oamburg-Vlrnrrdü Paket - - 7 113.5 112,5 112,9 112 von 1927 87,75 - ■ 87,5 — -amburg-Lüdam. Dampfschiff 8 — — — 171,6 7% Deutsche Reichrauleihe Hansa Tamplschisf . 10 — 160 — von 1929 ..... 102,5 _ 102,9 — Rorddeustchcr Lloyd - - . 8 H3.75 112,5 112,9 111.9 Deutsche Lul.-«lbIö1..SchuId mit Ölige meint Deutsche Creditan st. 10 115,5 — 115,75 115.9 Aurlos.-Rechlen 58.65 _ 38,7 58,7 ®armer Bankverein . . . 10 127 126,75 126,25 Detzgl. ohne Slu4los^Nechle 11,25 11,1 11,3 11,13 Berliner Handel-gesellfchasl 12 175,5 — 176.25 175 25 150 8% Hess. SolHftaat von 1929 Commerz und Privai-Bank . 11 151.5 irückzahlb. 102%) — — 95,5 — Darmstädter und Nationalbank 12 229 — 229 228 Oberbessen Provinz • Anleihe mit Vu4IoI.-Nechten 55 _ — Deustche Bank und Tiscontv-Gesellschafl, . . . 10 142,5 143,25 43,25 143 145 299 Deustche flomm. Sammelabl. Anleibe Serie 1 - - - _ 57 — Dresdner Bank ...... Reichsbank . 10 12 144.75 298,5 — 300,5 ß% Franks. Hov.-Bank Goldpfe. XIII unkündbar bis 1934 99,75 ....... 8 170,5 171,5 172,5 171,25 172 7% Franks. Hnv.-Banl Soldpse. unkündbar bis 1932 _ • — Elelrr. LieferungSgefellschaft. 10 159 159,75 157 124.75 166,75 4y>% Rheinische Hvv.-V