Nr. 81 Erstes Blaff 180. Jahrgang Samstag, 5. April 1950 Erichrin< lüg Uch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die DOuItnette (Bießenfi Famrlienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bet Richter- scheinen etnzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschliiste entetSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Kietzen. Postscheckkonto: granffurl am Main 11686. Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfilütr-Vuch- und Stehtönifferei B. tcmge in Stehen. Zchristlettung und Seschästrftelle: Zchnlfttahe 7. Annahme otn Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Retchspsennig, für Re- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Rctchspfennig, Platzvorschrift 20' ., mehr. Chefredakteur. Dt Frtedr Wilh Gange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Will» Gange, für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Bietzen. Freie Bahn. ES ist eigentlich doch überraschend, wie wenig heute im Grunde genommen dazu gehört, dem Volke nach einer Zeit schwerster Enttäuschungen wieder ein Gefühl des Vertrauens und der Zuversicht in die politische Führung einzuslösten: Ein Mann, der weift, was er will, der politische Klugheit mit kühlem, überlegtem und zum Aeu- ftersien entschloflenen Handeln verbindet. Ein Wink mit dem Auslösungsdekret und dem Sr- mächiigungsparagrophen genügt, den Reichstag, den sichtbaren Ausdruck politischer Willensbildung des angeblich souveränen Volkes, zur verantwortlichen Gesolgschaft zu zwingen. So könnte es bei oberflächlicher Betrachtung der Entwicklung dieser letzten Tage fast scheinen. Ganz so einfach lagen die Dinge nicht, ganz so unkompliziert, lediglich aus Kraftprobe zwischen Kanzler und Parlament abgestellt, war die Lage nicht. Aber das sei unumwunden und dankbar anerkannt, daß die Person des Reichskanzlers das stärkste Aktivum für einen Sieg der politischen Vernunft, des nationalen Verantwortungsbewußtseins des deutschen Bürgertums gcwe'en ist. Wenn Herr Dr. Brüning auf dem besten Wege ist, ein populärer Mann zu werden, so verdankt er dies dem unzweifelhaften Geschick, mit dem er sich die Leute aussuchte, die er für fein Kabinett und die ihm zunächst gestellten Aufgaben brauchte, und der groften Entschiedenheit, mit der er von der Kabinettsbildung bis zum Debüt im Reichstag die Führung unbeirrt in der Hand behielt und die Parteien unter seinen Willen zwang. Das neue Kabinett, das Männer von Schiele, dem Reichslandbundsührer, über den VolkSkonservativeu Treviranus und B r e d t von der Wirtschastspartei, über Curtius und Wirth bis zu dem Demokraten Dietrich umfaßt, sah sich sowohl der Art seiner Entstehung nach „ohne koalitionSmäftige Bindung", wie nach seiner Zusammensetzung aus Männern der Mitte ohne s e st e Mehrheit im Reichstag. Die Vorgeschichte der Regierungskrisis und die be- wuhte Verlängerung des neuen Kabinetts nach rechts über Dredt und Treviranus bis zu Schiele schloß eine ilntcrflüßunp oder auch nur Duldung durch die Sozialdemokratie von vornherein ans. Die Sozialdemokraten ließen den Kanzler auch über ihre Einstellung nicht einen Augenblick im Zweifel. Der Fraktionsvorfihende Dr. Breitfcheid kündigte fchon am ersten Tage Kamps an. und die sozialdemokratische Fraktion bekräftigte ihren Entschluß durch das Einbringen eines Mißtrauensvotums. Anders die Aechte. Daß die R a t i o n a l s o z i a l i st e n das Kabinett Brüning aölehnen würden, stand fest. Aber in der Deutschnationalen DolkSpartei, die an sich auch kaum Steigung verspürte, der neuen Regierung der Mitte wenn auch nur indirekt Anterstützung zu gewähren, regten sich erhebliche Zweifel, als der erste Agrarpolitiker der Partei, der Abgeordnete Schiele, unter Verzicht auf sein Reichstagsmandat sich dem Reichskanzler Brüning als Ernährungsminister zur Verfügung stellte und innerhalb des Kabinetts ein Arbeitsprogramm durchsetzte, das geeignet erschien, der Slot der Landwirtschaft und der Wirtschastskrisis des deutschen Ostens erfolgreich zu steuern. Die Zweifel. ob man ein Kabinett, das einem Manne wie Schiele die Möglichkeit eröffnete, sein Programm durchzuführen, seinem Schicksal überlassen dürse, ohne ihm eine Ehance zu geben, wurden bei den Deutschnationalen stärker, als der R e i ch s - landbund zu einer eindeutig formulierten Erklärung seinem Führer Schiele unbedingte Gefolgschaft verhieß. '21m Vortage der entscheidenden Abstimmung über die sozialdemokratischen und kommunistischen Miß- trauensanträge im Reichstage stellte cs sich heraus, daß 12 Mitglieder der deutschnationalen Fraktion entschlossen waren, gegen das Mißtrauensvotum zu stimmen, und ein weiteres Dutzend an der Fraktionssitzung nicht mehr tcilgenommen hatte, weil auch es sich für Schiele entschieden hatte und entschlossen war, gegebenenfalls die Konsequenz des Austritts aus der Fraktion zu ziehen, f) u g c n • berg stand nun also vor der Entscheidung, ent weder eine Spaltung seiner Partei zuzulassen und damit den eieg der volkskonservativen Gruppe oolb ständig zu machen, oder durch Verzicht auf seinen bisher eingenommenen intransigenten Standpunkt, dem Kabinett BrüningSchiele freie Bahn zu gewähren. Versuche, den Reichskanzler zu einem Aufschub der Abstimmung zu bewegen, schlugen sehl. Dr. Brüning beharrte auf einer sofortigen klaren Entscheidung. Wie recht er daran getan hat, fest zu bleiben, hat der Abst.mmungslag gezeigt, .ßugenberg wurde sich über Rächt klar, daß das Schicksal seiner Partei auf dem Spiele stand, er schreckte vor den unausbleiblichen Folgen einer Unnachgiebigkeit bis zum äußersten zurück und sammelte die deutschnationale Fraktion unter der gemeinsamen Parole „Geschlossene Ablehnung der Mißtrauensantrage". Die Einheit der Deutschnationalen und das Kabinett Brüning sind gerettet, beide allerdings nur bis auf weiteres. Denn die Erklärung, mit der der '21 bg. 5)ugenberg persönlich die Haltung seiner Fraktion begründete, ließ keinen Zweifel darüber, daß ein Teil der Deutschnationalen nur mit äußerstem Widerstreben auf den sofortigen Kampf verzichtet hat und keineswegs bereit ist, dem Kabinett volle Handlungsfreiheit einjuräumen. Die deutschnationale Fraktion wird nach den Worten des Parteiführers das Kabinett nur mit Rücksicht auf Schieles Agrar- und Ostpolitik dulden, äußerte aber im übrigen sowohl über die Zusammensetzung des Kabinetts wie über die anderen Punkte des Regierungsprogramms schärfstes Mißtrauen und Das Reichskabineti an -er Arbeit. Die Deckunqsvorlage. Berlin, 4. April. (IDIB.) Vas R e i ch s k a b i - n e U befaßte sich in feiner heutigen unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning skaktgehabten Sitzung mit den inzwischen vom Reichsrat verabschiedeten beiden Gesetzesvorlagen betr. Vorbereitung der Jinanjreform und Heber- gangsregelung des Finanzausgleichs. Beide Vorlagen gehen sofort dem Reichstag zu. so daß ihre erste Lesung bereits am kommenden Dienstag stattfinden kann. Das Reichskabinett erörterte sodann das weitere vorgehen im Steuerausschuß des Reichstages, dessen Beratungen mit größter Beschleunigung z u Ende geführt werden müssen. An dem Vorschlag der 75prozentlgen Blerfteuerer- Höhung hält die Reichsregierung sesk. 3n der Frage der Um,aß ft euer ist noch keine Entscheidung getroffen. Ls ist aber richtig, daß man an eine Erhöhung der Umsatzsteuer für Warenhäuser denkt, und zwar in Form einer Staffelung nach der hohe des Betriebskapitals. Dieser Gedanke geht auf einen Wunsch der wirtschastspartei zurück. Bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages soll nun der Steuerausschuß arbeiten. Lr hat noch einen Unterausschuß eingesetzt. Daneben gehen aber auch die interfraktionellen Besprechungen weiter. Das Reichskabinett hofft bi» Ostern mit den Steuergesehen unter Dach und Jad) zu kommen. Die interfraktionellen Verhandlungen der Finanzsachverständigen der Regierungsparteien führten heute in der Frage der Tabaksteuer zu einer Verständigung über eine Losung, 'die von der ursprünglichen Regierungsvorlage in wesentlichen Punkten abweicht. Danach sollen die Steuerläger nicht aufgehoben, aber es soll von ihnen ein Verwaltungskostenbeitrag von 1 Prozent erhoben werden. Die Zahlungsfrist der Tabaksteuer soll von 34 auf 3 Monate herabgesetzt werden. 3m Sieuerausschuft. Berlin, 4. April. (D.D.Z.) Der Steuer- ausschuft des Reichstags begann heute mit der Beratung der D e ck u n g s v o r l a g e n , zu denen der Benzin- und Benzolzoll gehört, sowie die Aenderung des Tabak- und Zucker- steuergesehes, die Mineralwassersteuer, die Aenderung der Biersteuer, die Erhebung der Aufbringungsumlage für 1930 und die Verordnung über den Kraftfahrzeugsteuerzuschlag. AeichSfinanzminister Dr. Aloidenhauer eröffnete die allgemeine Aussprache mit dem Hinweis, daß die Deckungsvorlagen die Aufgabe hätten, das Defizit des Etats 1 9 3 0 auszufüllen. Dieses Defizit wird sich mindestens auf 304 Millionen Mark, möglicherweise auf 315 Millionen Mark erhöhen. Das hängt auch von der Gestaltung des Etats sür 1930 ab. Die Bier- steuererhöhung um 75 Prozent wird nach der Schätzung für das erste 3ahr, wo mit einem Konsumrückgang gerechnet wird, 240 Millionen bringen, von denen 150 Millionen an das Reich und 90 Millionen an die Länder fallen. Zu dem Reichsratsbeschluft, wonach nicht der Gesamtbetrag von dem Aufkommen, sondern 75 Prozent davon nach dem Aufkommen und 25 Prozent nach der Devölkerungszahl den Ländern überwiesen werden sollen, wird das Kabinett noch Stellung nehmen und vielleicht eine Doppelvorlage einbtingen. Der erhöhte Kaffee- und Teezoll bringt 55 Millionen, der Benzin- und Benzolzoll 65 Millionen, wovon 25 Millionen an das Reich, 40 an die Länder fließen sollen. Da gleichzeitig der Zuschlag zur Kraftsahrzeugsteuer von 15 auf 10 Prozent herabgeletzt werden soll, würden auf die Länder 10 bis 11 Millionen weniger fallen, so daß die 40 Millionen tatsächlich eine lieber- Weisung von 30 Millionen an die Länder bedeuten. Dazu kommt für Benzin und Benzol aus der inländischen Produktion eine Steuer, die auf 4,80 Mark bemessen wird. Aus dieser Steuer ist eine Einnahme von 16 Millionen zu erwarten. Die Gesetzentwürse über die Verkürzung der Fälligkeitstermine bei der Tabak- und Zucker st euer bei gleichzeitiger Aufhebung der Tabak- und Zucker st euerläger sollen eine Einnahme von 30 Millionen bringen. AuS der Zndustriebelastung sollen dem Etat selbst 50 Millionen aufließen, während weitere 50 Millionen zu einem Rotstock für die Arbeitslosenversicherung verwendet werden. Schließlich soll noch die Mineralwasser st euer 40 Millionen bringen. Zusammen ergeben diese Vorlagen ein Aufkommen von 326 Millionen für das Reich. Auf die Länder entfallen 170, Britisch - italienische Verstimmung. Grandi fordert Verzicht aus eine einseitige Auslegung des Dölkerbundspakts zugunsten Frankreichs. London, 4. April. (XU.) Arn Freitag fand zwischen dem italienischen Außenminister Grandi, Macdonald und Henderson eine Besprechung statt. Der italienische Außenminister wies in aller Deutlichkeit daraus hin, daß die italienische Regierung auf Grund der britischen Haltung sich gezwungen sehen werde, nach Abschluß der Flottenkonserenz eine sorgfältige Prüfung darüber anzustellen, obdlebritlscheAußenpolitlk einen grundsätzlichen wechsel in einem Italien nachteiligen Sinne erfahren habe. Grandi wiederholte des wetteren, daß Italien gezwungen fein werde, den Locarnopakt zu kündigen, wenn England und Frankreich darauf bestehen sollten, daß der Artikel 16 des Völkerbundspaktes einseitig ausgelegt werde. Italien weigere sich, die Autorität des Völkerbundes auf diese weise zu schädigen. Spanien sowie eine Reihe weiterer Länder seien durch die französisch-britischen Vorschläge bereit» alarmiert. Auch bedeutet die Aenderung der Anlagen zum Locarnopakt einen Affront Deutschlands, den Italien nicht mitmadjen könne. Der britische Außenminister Henderson nahm diese Ankündigung Grandis äußerst erregt auf. Die Lage hat sich soweit zugespiht, daß nur ein eindeutiger Verzicht auf die Interpretation des Artikels 16 das Verhältnis zwischen England und Italien wiederhersiellen kann. Es ist somit so gut wie sicher, daß ein Fünfmächteoertrag nicht mehr erreicht wird. Der britische Druck auf die italienische Abordnung hat somit nicht den erhofften Erfolg gehabt, da die Italiener dem englifch-französifchen Ansturm gegenüber fcftgebllcben sind. Technische Probleme der Flottenkonferenz. Tie Inganghaltung der Kriegsschiffs- Werften. London, 4. April. (WTD.) Das Haupt- ercignis des heutigen Tages der Sccmächte- konferenz war das Frühstück im Claridge- Hotel, an dem Macdonald, Henderson, Bri- and und Dansittart teilnahmen. Zweck der Zusammenkunft war die Erörterung der Sicherheitsformel für Frankreich. Die Tatsache, daß diese Erörterungen immer noch fortgesetzt werden, scheint zu beweisen, daß die Suche nach dieser Formel trotz aller bisherigen. Mißerfolge immer noch nicht aufgegeben worden ist. Die Sachverständigen der amerikanischen, britischen und japanischen Delegation erörterten: d i e technischen Punkte, die sich aus dem von den drei Mächten erzielten Abkommen ergeben. Es wurde dabei eingehend der Wunsch 2 a p a n s erörtert, Unterseeboote vor Ablauf ihrer Lebensdauer zu verschrotten, um die japanischen Werften durch den Bau neuer Unterseeboote beschäftigt zu halten. Amerika ist an dieser Seite des Problems nicht besonders interessiert, denn sein Programm genügt, um seine Werften beschäftigt zu halten. Großbritannien ist in sehr ähnlicher Lage wie Japan und die Frage wird erörtert, ob nicht die Lebensdauer der Kreuzer mit sechszölligen Geschützen gekürzt werden und man nicht neue Kreuzer früher als ursprünglich-beabsichtigt war, auf Kiel legen könnte. schwerste Bedenken. Es ist also dem Reichskanzler lediglich gelungen, die Entscheidung über das Schicksal seines Kabinetts und dieses Reichstages, zu dessen Auslosung der Reichspräsident entfchlossen ist, wenn er sich der praktischen Mitarbeit an den dringlichsten Ausgaben der nächsten Zukunft versagen sollte, zu vertagen. Er wird bei jeder neuen Gesetzesvorlage einen neuen Kampf um eine Mehrheit zu bestehen haben und die Aussichten, daß sich in der Zusammenarbeit zwischen Regierung und Reichstag so bald eine feste und ausreichende parla- mentarische Plattform für das Kabinett Brüning ergibt, die eine Reichstagsauflösung und Neuwahlen erübrigen würde, sind vorläufig noch gering. Immerhin wird auch in der Deutschnationalcn Partei die Auseinandersetzung über den künftigen Kurs mit der Donnerstagabstimmung keineswegs abgeschlossen fein. Der Kampf zwischen den radikalen Neinsagern, die sich diesmal nur unwcllig dem Diktum des Parteiführers gefügt haben, und dem gemäßigten Flügel, der die starken Kräfie, die die Deutschnationale Partei auch noch nach der Absplitterung der Volkskonservatioen in sich verkörpert, zur praktischen Mitarbeit einer bürgerlichen Front zur Verfügung stellen möchte, dieser Kampf wird in den nächsten Wochen bei jedem Gesetz erneut auf- leben, für dessen Annahme das Kabinett Brüning der Hilfe von rechts bedarf. Das läßt natürlich auch nach dem überraschenden Abstimmungssieg des Reichskanzlers für die nächste Zeit ein Gefühl der Unsicherheit zurück. Aber wir trauen Brüning das Geschick und die Entschlossenheit zu, sich durchzusetzen und an seinem Programm festzuhalten, auch wenn dieser letzte Versuch, parlamentarisch zu arbeiten, mißlingen sollte. Vielleicht zum letztenmal wird dem in dem Kabinett Brüning geeinten Bürgertum die Möglichkeit geboten, Volk und Nation aus einer schweren Krisis zur Gesundung zu führen und über die Behebung der Nöte des Tages hinaus die großen, feit Jahren überfälligen Reformen der öffenllichen Finanzen, der Verwattung und der Reichsorganisation im Sinne des Dolksganzen zu gestalten. Diese Sammlung des Bürgertums von Schiele bis Dietrich zur gemeinsamen Arbeit im Dienst der Nation bedeutet keine Front gegen die Arbeiterschaft, die auch in bürgerlichen Parteien hinlänglich vertreten ist, nicht einmal eine grundsätzliche Absage an die Sozial, demokratie, wie einige ängstliche Demokratenblätter heute schon unken, sondern lediglich die zwingende Notwendigkeit, den Einfluß der Sozialdemotratie, die zwar die stärkste Partei im Reichstag ist, aber doch nur über eine Minderheit verfügt, auf das Maß zurückzuführen, daß ihrer Bedeutung entspricht. Nur wenn dies zum Unhell des Volksganzen verlorengegangene Gleichgewicht zwilchen Bürgertum und Sozialdemokratie wiederhergestellt wird, wird die Nation der großen Aufgaben gerecht zu werden vermögen, die ein hartes Schicksal ihr nach dem verlorenen Kriege gestellt hat. Hoffen wir, daß alle Parteien sich des Ernstes der Lage bewußt sind und nicht leichtfertig und voreilig einer Reichsregie- rung in den Arm fallen werden, die endlich den Willen zur Führung gezeigt hat und ein Programm durchzuführen entschlossen ist, dem der Reichspräsident selber Richtung und Ziel gegeben hat. Deutschlands Wirtschaftslage Im Spiegel der Znternationalcn Handelskammer. Paris, 4. April. (WTB.) In der Iahressitzung des Vorstandes der Internationalen Handelskammer erstattete der Vorsitzende T h e u ° n j s Bericht über die Weltwirtschaftslage im Jahre 1929. lieber Deutschland heißt es in dem Bericht: Wenngleich die Produktion vornehmlich in den Produktionsgüterindustrien auf einem vergleichsmäßig hohen Stand gehallen werden konnte, so ergaben sich doch e r n ft e Störungen der Wirtschaft infolge der großen Kapitalknappheit, unter der Deutschland leidet. Wesentlich infolge der Kapitalnot entstand eine Steigerung d e r Beschäftigungslosigkeit; daneben wuchs die Zahl der Konkurse und der Vergleichsverfahren. Verschärft wurde die Kaoitalnot durch das Versiegen des Anleihe st roms aus dem Aus 1 ande. Die Landwirtschaft hatte besonders unter der Knappheit und dem hohen Preis des K re- di t s zu leiden. Die Metallindustrie konnte sich nur dank einer stärkeren Ausfuhr behaupten. Insgesamt hat sich die Industrieproduktion dank der Ausfuhr leicht über dem Niveau des Jahres 1928 gehalten. Die deutsche Ausfuhr zeigte 1929 eine weitere Steigerung, während die Einfuhr zurückging. Dabei war die günstige Investi- tionskonjunktur in wichtigen Abnehmerlanderir Deutschlands eine wertvolle Stütze für die Exportsteigerung Das Pafsivsaldv der Zahlungsbilanz konnte auch 1929 nur mit Hilfe ausländischer Kredite, und zwar vorwiegend kurzfristiger Kredite, ausgeglichen werden. Die Konzentration setzte sich im Jahre 1929 fort, jedoch langsamer als in den Vorjahren. Zu erwähnen sind vor allem große 'B anff u Honen, ebenso Verein barungen zwischen deutschen und ausländischen Unternehmungen. Die verminderte Jndustrietätigkeit bekundete sich vor allem in einer merklich größeren Arbeitslosigkeit als 1928. Trotzdem ft eigen d i c Lohne weiter. D.e deutschen Jltitfllieoer desLeiwa'tungs- rats der Internationalen Sank. Berlin, 4. April. Rach der Satzung der Dank für internationalen Zahlungsausgleich (03. 3. 3 ) hat der Reichsbankpräsident als deutsche Mitglieder des Derwaltungsrates der Bank einen „Vertreter der Finanz, der Industrie oder des Handels" und einen weiteren .Deutschen", der Industrie oder Handel vertritt, zu ernennen. Außerdem ist von Amts wegen Mitglied des Verwaltungsrates der Reichsbankpräsident selbst. Rachdem die Auswahl der deutschen Vertreter mit Rücklicht auf den Wechsel im Amt des Reichsbantpräsidenten bisher ausgesetzt war, hat Reichsbankpräsident Dr. Luther am Tage seines Amtsantritts Herrn Dr. Karl Melchior in Hamburg und Herrn Kommerzienrat Dr. Paul Reu sch in Oberhausen (Rheinland) zu Mitgliedern des Verwaltungsrates berufen. Zu seinem Stellvertreter im Derwaltungsrat der D. 3. Z. hat der Deichsbankpräsident Herrn Geheimen Fi- nanzrat Dr. Docke, Mitglied des Reichsbank- direktoriumS, ernannt Königin Viktoria von Schweden t X 0 m, 4. April. (lel.-Un.) Die Königin Viktoria von Schweden starb um 19 Ahr an Herzlähmung. Am Sterbebett der Königin befand fid; der König, ferner Prinz Wilhelm und Prinzessin Ingrid von Schweden. Die Leiche ist in dec Villa Svecla aufgebahrt. Seit die Königin im Oktober 1929 aus Deutschland nach Rom zurück- gekehrt war. Hot sie das Krankenbett nicht mehr verlassen. Sie wurde von dem Leibarzt Professor M n n t h e behandelt. Ihr Zustand hatte sich in den letzten Tagen sehr verschlimmert. Freitag morgen hat die Königin zum letztenmal mit dem König gesprochen und dann das Bewußtsein verloren. Der Tod ist alsdann ganz ohne Qualen infolge versagens der Herztätigkeit, abends eingetreten. Der Sarg kann nach den italienischen Bestimmungen erst nach 24 Stunden geschlossen.werden. Die lleberführung der Leiche nach Schweden über Deutschland wird baldigst in einem Sonderzug erfolgen, den der König, Prinz Wilhelm und Prinzessin Ingrid begleiten werden. Der König von Italien hat für die verstorbene Königin von Schweden ein königliches Ehrengeleit angeboten, doch wird auf wunfch des Königs von Schweden die Aeberfühcung möglichst schlicht vor sich gehen. Der Kronprinz von Schweden wird nicht nach Rom kommen, da nach den schwedischen Bestimmungen der König und der Kronprinz nicht gleichzeitig abwesend sein dürfen. Die Königl. Familie begab sich gestern abend sofort nach dem Empfang der Rachricht vom Tode der Königin von Schweden in die Villa Svecia. wo die Leiche der Königin aufgebahrt ist. während der nächsten Tage werden karabinieri in großer Uniform den Ehrendienst in der Villa versehen. Königin Viktoria Sofia Maria von Schweden, die heute abend nach langem Leiden in Rom gestorben ist, wurde am 7. August 1862 alseinzigeTochterdesGroßherzogs Friedrich von Baden und der Prin- zessinLouisevonPreuhenin Karlsruhe geboren. Ihr Großvater mütterlicherseits war Kaiser Wilhelm I., ihre Großmutter väterlicherseits die Prinzessin Sofia Wilhelmina, eine Tochter Gustaf Adolfs IV. Ihren Unterricht genoß sie in der sogenannten „Prinzessinnenschule" in Karlsruhe. Ihre Bermäblung mit dem damaligen Kronprinzen von Schweden. Gustaf, den sie bei den großen Manövern in der Gegend von Straßburg im Herbst 1879 kennengelernt hatte, sand am 20. September 1881 in Karlsruhe statt. Im Dezember 1927, als ihr Gemahl den Thron bestieg, wurde sie Königin von Schweden. Der Ehe entsprossen drei Söhne: Kronprinz Gustaf Adolf, geboren 1882, Wilhelm, Herzog von Södeinnanland, geboren 1884, und Crik, Herzog von Bästmanland, geboren 1889, gestorben 1918. — Im Krie g e hat die Königin, deren Herzensgute und Wohltätigkeit sprichwörtlich war, viel zur Linderung der Kriegsnot beigetragen. Im August 1914 wurde unter ihrem Dorsitz das sog. „Zentralkomitee der Kriegshilfe" gebildet, daß die Organisation und Leitung der privaten Hilsstätigkeit während des Krieges ausübte und seine segenbringende Tätigkeit auch nach dem Kriege fortgesetzt hat. Unter dem Borsitz der hochherzigen Frau haben viele Bereine in und nach dem Kriege manche Aot in Deutschland lindern können. Die Trauer in Schweden. Stockholm, 5. April. In Schweden hat die Todesnachricht tiefste Trauer ausgelöst. Der Rundfunk stellte sofort sein Abendprogramm ein und wird morgen eine Trauerdarbietung senden. Die Theater schlossen ebenfalls ihre Borstellungen. Alle Zeitungen verbreiteten die Nachricht durch Extrablätter. Der Kronprinz-Regent hielt abends einen K r o n r a t im königlichen Schloß ab. Auch in Oslo wurden die Rundfunkdarbietungen abgebrochen und mit einem Trauermarsch beendet. Der finnische Staatspräsident hat an den König von Schweden ein Beileidstelegramm gesandt. Eine Entscheidung darüber, wie die sterblichen Lleber- reste der Königin nach Schweden überführt werden sollen, ist noch nicht getroffen. Der Reichsmarschall bestätigt jedoch, daß aller Wahrscheinlichkeit nach ein schwedisches Kriegsschiff nach Italien abgehen und die tote Königin von Rom aus direkt nach Stockholm führen wird. Der Kommandierende Admiral in Karlskrona teilt auf Anfrage mit, daß er jeden Augenblick den Befehl erwartet, ein Panzerschiff bereitzustellen. Das Schiff wird für Hin- und Rückfahrt je etwa sieben bis acht Tage brauchen, fo daßl zumindest vierzehn Tage vergehen, ehe die Königin in Stockholm beigeseht werden kann. An der Bahre der Königin wird während der Lieberfahrt eine Offizierswache aufgestellt werden. Der LandwiMastsetal vor tem Finanzausschuß D a r m ft a b t, 4. April. (WHP.) Der Finanzausschuß verabschiedete die restlichen landwirtschast- lichcn Kapitel aus dem Haushalt des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Es entspann sich noch einmal eine eingehende Beratung über die Feld- bereinigung und das Bermessungs- wesen. Bon sozialdemokratischer Seite wurde dabei verlangt, 50 000 Mark an dem Staatszuschuß für die Landwirlschastskammer zu streichen und zu Zinsverbilligungen an leistungsschwache Gemeinden zu geben. Durch die gestrigen Beschlüsse der Hauptversammlung der Landwirlschastskammer wurde ein sozialdemokratischer Antrag, die Kammer möge ihre Tagesgelder herabsetzen und die Prämiierungen vorübergehend einstellen, für erledigt erklärt. Auf einen entsprechenden sozialdemokratischen Antrag will die Regierung prüfen, ob es möglich ist, den Gemeinden die technischen Beamten zur Anfert.gung von Plänen und zur Aufsicht bei Notstandsmaßnahmen ohne ^Berechnung der üblichen Gebühren zur Verfügung zu stellen. Einstimmig Annahme fand ein Antrag, die Regierung solle prüfen, inwieweit eine Zusammenfassung des gesamten Vermes- sungswesens in einem Ministerium zur Herbeiführung von Ersparnissen erfolgen kann. Durch die Antwort der Regierung wird ein volksparteilicher Antrag, die Gebühren der Kulturbauämter nachzuprüfen, für erledigt erklärt. Die Regierung hat bereits eine solche Prüfung in die Wege geleitet. Der Ablehnung verfallen Eingaben der höheren und oberen Dermessungsbeamten. Ein längerer Landbundantrag über die Geoührenberechnuug des Bermessung5wesens usw. wird der Regierung als Material für die in Arbeit befindliche Ao- velle zum Feldbereinigungsgesetz überwiesen. Das Kapitel wird genehmigt und folgender Entschluß einstimmig angenommen: Der Finanzausschuß ersucht die Regierung, mit der Reichsregierung in Verbindung zu treten, um einen entsprechenden Betrag aus den Mitteln des Landwirtschaftsnotprogramms oder sonstigen verfügbaren Quellen zu erbitten, der im Interesse der Förderung der Feldbereinigung zu Zinsverbilligungszuschüssen für die von den Feldveremigungsgesellschaften aus- zunehmenden Kapitalien zu verwenden wäre, damit nicht die Fortsetzung der begonnenen Verfahren und die Einleitung weiterer Verfahren durch die schwache Kapitalbeschaffung fernerhin unmöglich gemacht werde Debattelos wird Kapitel 85, Landwirtschaftskammer, mit insgesamt 223 870 Mark Staatszuschässen angenommen. Kapitel 84, Förderung einzelner Zweige der - Landwirtschaft, schließt mit 74 410 Mark Einnahmen und 359 053 Mark Ausgaben. Bei der Aussprache über die von der Regierung geplante Reuregelung der staatlichen Heng st Haltung wurde von der Regierung zugesagt, daß die Hinaus- gabe der staatlichen Hengste an private anerkannte Pferdezüchter probeweise erfolgen solle. Auch in Zukunft werde der Ankauf der Tiere zur Einhaltung einer geraden Züchtungslinie allein durch den Staat erfolgen. Der Ausschuß genehmigte dann einstimmig einen Betrag von 11000 Mark zur Förderung des oberhessischen Eisenerzbaues. In Zukunft sollen wieder 50 Pf. je Tonne geförderten Materials ausgeschüttet werden, da noch ein Betrag von 39 933 Mk. vorhanden ist, zu denen 11000 Mark für das lausende Jahr kommen werden, also insgesamt ein Betrag von 51 000 Mark. nach Streichung der 10 Millionen Infolge der Herabsetzung des Kraftfahrzeugsteueiziscylages 160 Millionen, so daß den Ländern 120, den Gemeinde n 40 Millionen zufallen. Infolge des späteren Inkrafttretens der Gesetze murch die Reubildung der Regierung tritt ein Ausfall von mindestens 22 Millionen ein. Für dieses Jahr stehen also 304 Millionen zur Verfügung, die dem obenange- fährten Defizit entsprechen. Die Regierung legt Wert darauf, daß auch das Branntwein- ersatzfteuergesetz möglichst bald verabschiedet wird. Bis Ende nächster Woche, also vor Beginn der Osterpause, müssen die Deckungsvorlagen verabschiedet fein weil sonst die in der Sanierung begriffene Kaffen- läge wiederum in erhebliche Anordnung geraten würde. Oie Stellung der Parteien. Abg. Dr. Rademacher (Dnl.): Die vorliegenden Gesetzentwürfe bilden kein organisches Ganzes. Cs fehlt das Gesetz über die Aus- gleichssteuer für Benzin und Benzol, das Gesetz über den Finanzausgleich usw. Man kann nicht damit rechnen, daß das nächste Jahr schon kein Rotjahr mehr ist. Deshalb mußte man entweder die Steuererhohun- gen für ein Jahr befristen oder dw Steuererhöhungen und Steuersenkungen organifch in einem Mantelgesetz v e r b i n d e n. Bei den Mineralölzöllen sollten Sonderbestimmungen für Leuchtpetroleum und das Droschkengewerbe eingeschaltet werden, um das ärmste Volk vor neuen Belastungen zu bewahren. Abg. Dr. Hertz (S.) betonte, im Gegensatz zu allen früheren Erklärungen des Finanzministers scheine er jetzt den Zusammenhang des Deckungsprogramms mit der Sanierung der Arbeitslosenversicherung aufgeben zu wollen. 'Bei einer solchen Trennung konnten aber alle Berechnungen des Ministers über den Haufen geworfen werden. Rach dem Regierungsprogramm und nach den Forderungen der Regierungsparteien für die Osthilfe und das Agrarhilfsprogramm muh mit sehr erheblichen Mehrausgaben über die bisherigen Berechnungen hinaus gerechnet werden. Wir sehen in der einseitigen Erhöhung von Verbrauchssteuern einen Mangel, der unter dem sozialen Gesichtspunkt einer entsprechenden Besitzbelastung ausgeglichen werden muß. Wir halten an dem Vorschlag fest, wenigstens für ein Jahr einen Zuschlag zur Einkommensteuer zu erheben, wobei die Masse der unteren und mittleren Einkommen ausgenommen sein soll. Reichsfinauzmimster Or.Moldenhauer: Die Regierungserklärung stellt sich ausdrücklich ab auf baä Kompromiß, das zwischen den damaligen Regierungsparteien geschloffen war und das drei Gebiete umfaßte, die Regelung der Arbeitslosenversicherung, die Dek- kungsvorlagen und die Steuersenkung. Die Reichsregierung bekennt sich zu diesem Programm einer Finanzreform. Wir haben die Absicht, über die Sanierung der Kasse zur Entlastung der Wirtschaft zu schreiten. Che die Beratung der jetzt vorliegenden Entwürfe im Reichstag abgeschlossen ist, wird natürlich auch der Finanzausgleich vorliegen und das Gesetz über die vorläufige Reichsfinan^re- s o r m. Ich bin nicht in der Lage, in diesem Augenblick, in dem sich neue Borlagen in Vorbereitung befinden, Einzelheiten über das Ost- Programm und die Agrarfragen anzugeben: ich kann nur erklären, daß durch Diese neuen Vor- schlüge jedenfalls der Etatsansatz nicht _g e ft o r t wird. Wir stehen mit der Reichsbahn in Verhandlungen und hoffen, daß es möglich sein wird, eine Tariferhöhung zu vermeiden. Unsere direkten Steuern sind überspannt und führen zu einem Druck, unter dem das Gewerbe, namentlich der Mittelstand, zu erliegen droht und zu einer Kapitalflucht, zu einem Rachlassen der Unternehmungslust, so daß das ausländische Kapital nicht mehr wagt, in Deutschland Anlagen zu suchen, weil es fürchtet, bei diesen Steuerverhältnissen die nötige Rendite nicht zu finden. Dieser Kapitalflucht, diesem Pessimismus entgegenzutreten und die schwere Belastung des Gewerbes zu mildern, war das Ziel, das zu den Gedanken führte, die direkten Steuern abzubauen und dafür die indirekten in der Weise zu erhöhen, daß sie zum allgemeinen Dützen die entbehrlichen Rahrunasmittel belasten. Wir müssen uns von der Dorfteilung freimachen, als ob die indirekten Steuern nur die Arbeiter, Angestellten und Beamten belasten, während die direkten den Besitz treffen. Für weite Schichten ist der Reallohn nicht gesunken. Aus der anderen Seile darf man nicht übersehen, daß eine lleberfpannung der direkten Steuern am allerstärksten wiederum die Arbei- kerschaft trifft, weil die mangelnde Kapitalbildung und das Sinken der Rente zu Betriebs- einstellungen und zur Vermehrung der Arbeits- losiakeit führt. Lin Steuerprogramm, das versucht, zunächst einmal die Kasse in Ordnung zu bringen, das versucht, Ruhe in die wirtschaft zu bringen und den Kredit zu heben, muh sich auswirken zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit durch Entlastung der Wirtschaft, die viel weniger dem Unternehmer zugute kommt als der großen Masse, die dort Beschäftigung findet. Ein solches Programm, wie wir es vorlegen, ist also ein durchaus soziales Programm. Eine Erhöhung der Einkommensteuer in diesem Augenblick würde eine geradezu katastrophale Wirkung haben und alle die schlimmen Folgen des bisherigen Systems noch steigern. Die Länder rechnen mit einem Fehlbetrag von mindestens 200 Mill. Mark, so daß die vorliegenden Entwürfe nur ungefähr die Hälfte decken können. Es ist selbstverständlich die Aufgabe der Länder und Gemeinden, sich zu überlegen, wie sie durch Kürzung der Ausgaben oder Erschließung neuer Mittel sich über diese Schwierigkeiten hinweghelfen. Auf das Reich kann der Fehlbetrag nicht einfach übernommen werden. Wir beabsichtigen, ein Aus - gabensenkungsgeseh für Reich, Länder und Gemeinden vorzulegen, aber diese Vorschläge können sich erst im Laufe des Jahres auswirkcn. In dem Kompromißvorschlag war ja auch ein beweglicher Faktor vorgesehen Württemberg hat bereits die Bürgerabgabe eingeführt, in Bayern besteht sie fakultativ und Sachsen und Baden planen auch die Einführung einer solchen Abgabe. Oie Wetterlage. -hi ßost Z Oslo 6 oni O Freitaa, d.4. April. 1930,7" aDds. i1 Paris^ ffr< Wien *7* _O Ciernf Qwontenios qneue/, ö narti oedecitt. ®wolkig, • oedecKt e Kegen, ♦ Schnee atrauoein «Ketel K6/wit'^r.(§)WindstHle. O- sehr (eichte' Os» nassige» Südsüdwest Q stürmische- nordwest Die Pfene fliegen mn oem winde. Die oeioen Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte cil-gielcht® euirtM/esmeeau umgereUuicUu WldmM Wettervoraussage. Von der Atlantikstörung hat sich ein Teiltief abgespalten, das mit seinem Kern heute morgen über Sachsen liegt. An seiner Rückseite wird noch kühle Luft aus höheren Breiten südwärts fließen, die den unbeständigen Witterungscharaktcr aufrechterhält. Beim Herannahen des Biskayatiefs wird die Bewölkung' vorübergehend etwas zurückgehen, jedoch beim Aufgleiten der mitgeführten Warmluftmassen wieder zunehmen, wobei auch stellenweise Niederschläge auftreten. Die Temperaturen werden späterhin etwas ansteigen. Voraussage für Sonntag. Zunächst noch kühles, wechselnd wolkiges Wetter mit vorüber gehender Aufheiterung, dann wieder Bewölkungszunahme, wärmer, rereinze.te Reöe.schlä^e. Lufttemperaturen am 4. April: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 3,5 Grad: am 5. April: morgens 3,5 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum 2,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. April: abends 7,4 Grad: am 5. April: morgens 5,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindäuer 1K Stunden. Aus aller Welt. Der transatlantische Zeppelinflugdienft. Dr. Eckener gab in einer Unterredung mit Pressevertretern der Hoffnung Ausdruck, daß ein regelmäßiger halbmonatlicher transallantischer Zep- pelinslug für Passagiere, Post und Fracht bereits im Juni oder August 19 31 ausgenommen werden könne. Der Fahrpreis für einen Passagier werde 1000 Dollar betragen. Der „Graf Zeppelin" würde keine Verwendung im transatlantischen Dienst finden, da sich ein neues Luftschiff in Friedrichshafen bereits in Bau befinde, und bis zur Eröffnung des regelmäßigen transatlantischen Verkehrs fertiggestellt werden würde. Nach Indienststellung des neuen Luftschiffes werde ein weiteres Luftschiff gebaut werden und im Bedarfsfälle würden noch andere folgen. Die Reise von Amerika nach Europa soll in zwei Tagen, die Fahrt von Europa nach Amerika durchschnitllich in drei Tagen zurückgelegt werden. Als hauptsächlichster Flughafen in Europa komme Sevilla in Betracht, doch werde die Entscheidung hierüber erst auf Grund der Erfahrungen getroffen werden, die der „Graf Zeppelin" bei seiner bevorstehenden Südamerika-Fahrt mache. Heber die Wahl des amerikanischen Flughafens werde man sich wohl nicht vor neun Monaten schlüssig werden können. Als Landungsplatz sei eine Fläche von mindestens 1% Quadratkilometer erforderlich. Die neuen Luftschiffe sollen 40, 60 und 80 Passagiere aufnehmen können. Der Sahn des Reichspräsidenten verunglückt. Wie erst jetzt bekannt wird, hat Oberstleutnant v. Hindenburg, der Sohn und Adjutant des Reichspräsidenten, einen schweren Reitun- fasl erlitten. Oberstleutnant v. Hindenburg befand sich auf einem Ritt durch den Tiergarten, als sein Pferd vor dem Wasferturm in der Rühe des Zoo scheute und ihn abtoarf. Er blieb mit einem Fuß im Steigbügel hängen und wurde von dem durchgehenden Pferd eine Strecke weit mitgeschleift. Er erlitt dabei einen Schlüsfelbeinbruch und -schwere Rippenquetschungen. Trotz seiner Verletzungen ritt Oberstleutnant v. Hindenburg zum Stall zurück. Von hier aus wurde er in seine Wohnung transportiert. Die ärztliche Behandlung des Verletzten! liegt in den Händen von Professor Sauerbruch. Aus der provinzialhauptstavt. Gießen, den 5. April 1930. Schulentlassung. Dort blüht ein Schiff die Segel, frisch laust hinein der Wind! Der Anker wird gelichtet, das Steuer flugs gerichtet, nun siiegt's hinaus geschwind. (Hebbel.) Der Anker wird gelichtet, das Schifflein fährt hinaus, von Hoffnung sind die Segel geschwellt, die Augen blicken strahlend in die Zukunft. Mit diesem Gefühl verlassen in diesen Tagen viele Tausende von Mädchen und Knaben die Schule, um nun die ersten Schritte hinaus in das Leden zu tun. Losgelöst von Schule und Elternhaus, auf sich selber gestellt im Kampf ums Dasein. Die Zeit des Lernens ist vorbei. Acht lange Jahre sind vorübergerauscht. Nun endlich sind wir frei. So denkt unsere Jugend. Gewiß, es war nicht immer leicht, das Lernen. Schöner waren schon die Stunden, in denen erzählt wurde von fernen Ländern, von längst vergangenen Zeiten. Und am schönsten war es sicher, als damals die Kleinen zur Schule kamen und ihnen die schönen deutschen Märchen Dorgetragen wurden. Mit welcher Freude, aber auch mit welchem Leid verfolgten sie die Schicksale von Rotkäppchen, Dornröschen und • Schneewittchen! Aber heute? Am Tag der Entlassung? Was sind den Knaben und Mädchen die Märchen? Sie sind doch jetzt erwachsen. Sie wissen viel und können auch etwas. Der Tag der Schulentlassung ist ein Tag der Freude, wenn auch hier und da bei den Mädchen die Tränen fließen. Der Abschied von den vertrauten Räumen, vom Schulhof, in dem sie so oft tollten, von den Treppenaufgängen mit den schönen Bildern, all dies erweckt doch eine gewisse Wehmut, auch im kindlichen Herzen. Gewiß ahnen sie, daß die schönsten Tage der gemeinsamen Freuden nun vorüber sind: denn so froh und unschuldig kommen sie nie wieder zusammen. Die Schulfreundschaften halten ja oft fürs ganze Leben, aber das Schicksal reißt gar manches Schifflein in eine fremde Gegend. Es ist in manchen Orten Sitte, daß der Vater bei der Geburt eines Kindes in feinem Garren einen Obfibaum pflanzt. Nun wachsen beide um die Wette. Der junge Baum, gestützt durch einen Pfahl vor Wetter und Wind, das Kind umhüllt von Elternliebe und von der Fürsorge der Schule. Beide werden groß und stark. Der Baum bedarf keiner Stütze mehr. Seine Wurzeln haben sich so tief in die Erde gesenkt, daß er allein den Stürmen trotzen kann. Auch die Kinder wollen nun selbständig werden. Die eine Stütze, die Schule, fällt. Doch die Liebe des Elternhauses bleibt auch jetzt noch in trüben und frohen lägen. Hier im Schoße der Familie, hier finden unsere Kinder immer wieder ihre Heimat, mag ihnen das Schicksal noch so übel mitspielen. Äohl glauben die Jungen und Mädchen, sie könnten auch das Vaterhaus entbehren. Das neue Leben ist zu verlockend. Aber sie werden bald sehen, daß es nicht so leicht ist, das Leben. Es werden Tage kommen, an denen sie verzweifeln möchten an sich selbst und an der Welt. Und wohl ihnen, wenn sie dann wissen, wo sie Ruhe und Trost finden können. Und wir Eltern? Tausend Gedanken, tausend Wünsche und Hoffnungen steiaen in diesen Tagen auch in unfern Herzen auf. „Kleine Kinder: kleme Sorgen! Große Kinder: große Sorgen!" ist ein wahres Volkswort. Aber es soll uns die Stunde nicht verbittern. Wenn wir nicht die Freude unserer Kinder teilen, wenn wir nicht teilnehmen an ihrem Zukunftsglauben, dann fällt schon am Anfang ein Schatten auf ihren neuen Weg. Wir müssen deshalb ermuntern, dürfen nicht von Mißgeschick und Schicksalsschlägen sprechen, sondern nur hindeuten auf eine frohe Zeit. Wir müssen ihnen sagen, daß sie alles vergessen sollen, was ihr Herz trübe machen, oder am Vorwärtsschreiten hindern kann. „Wandert mutig fort, und an jedem Ort sei euch Glück und Heil zur Seite!" Es werden sicher Tage kommen, an denen das Ziel nicht erreicht wird, an denen wohl Grund zu Mißstimmung und Verzagen ist. Aber da darf keine Mutlosigkeit auftommen, das Ziel muß voranleuchten, auch über die Nacht hinaus. Da heißt es helfen, ihr Eltern, daß unsere Jugend das nicht vergißt. Sie muß fühlen, daß sie zu jeder Zeit bei Eltern und Lehrern sich Rat holen kann, daß sie nicht alleinsteht: denn uns Eltern und auch den Lehrern ist es gewiß nicht gleichgültig, welche Lebenswege die Kinder nun einschlagen. Froh und stolz werden sie sein, wenn es gut geht, aber ebenso werden sie bereit sein, 3U Helsen und zu stützen, wenn der Weg durch Abgründe und Schluchten führt. Mit Cäsar Fleischlen werden wir ihnen bann sagen: Versuch's nur weiter! Ohne Bangen! Und senke schweigend nicht das Haupt! Wer will und an fein Können glaubt, wird immer an sein Ziel gelangen! G. P. Aus dem Amlsverkündiguugsblatt. * Das Amtsverkundigungsblatt Nr. 25 vom 4. April enthält: Die Wahlen zum Provinzial- tag der Provinz Oberhessen. — Tagung des Pro- vinzialtags der Provinz Oberhessen. — Feldberei- nigung Heuchelheim. — Dienstnachrichten» •Q9en, bie ->. i°Äe WldllNn l D*Uq in Ä1^ 'S!ä'*b"1 ssj ?” W) w? “plh. *» >iaup^a6t 5- April 1930, *0. 1 Sch'!! bie Cigtl nein bet rf' in) gelichtet, ?9s gerichtet, 'naus geschwind. . (Nbd.) et, das Echifslein sährt J .ble Segel geschwellt, ,b !n d'e Zukunft. Mil Msen lagen viele lau. Knaben die Schule, um 'naus in das Leden zu und Elternhaus, aus sich ms Dasein. 'st vorbei. Acht hnge • Nun endlich sind wir' id. Tewitz, ts war nicht -chvner waren schon die wurde von fernen fiän- genen Zeiten, lind am als damals die kleinen nen die schönen deutschen den. Mit welcher Freude, Leid verfolgten sie die chen, Dornröschen und . ite? 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Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw.. streng diskr. u. an all. Orten ert. 11. erledigt Detektiv. BnrBaa*n, Auskunftei Inb.K.Gerz.Bai-Naa- heim, Knratr. 17. 239 Gietzever Huöer-filuö Qaflia 1906 e. B. Samstag, 12.4.30 (8l/;) Frülijalirs- BaupIversairaluDg i. Bootshaus. T.-O^ 1. Miiteilungen, 2. Kassenbericht, 3. ErgänzungS- . wähl des Borst, 4. Verpflichtung der Ruderer, 5. Anträge. 28270] Der Vorstand. von 18% v. 203/4Ui)r Autzer Abonnement ,>remden Vorstellung Zum letzten Male: Sie süffle, Ole fiu £leoe nennt (This Thing callei Love) Komödie tn 3 Akten von Edwin Burke. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Karl Verbs. Mootag, 7. Avril: von 20 bis 22l'1UbV Autzer Abonnement Overellenpretse Abonnenten ermäfe. Overetlenpreise Einmaliges Gast« spiel Curt Götz mit der Berliner Bre-> mierebefetzung In Der Eßener nnö Die Bonne Ein Theaterstück in 3 Akten 0. Curt Götz. Dienstag, 8.'Avril, von 19lo bis 22'/^ Uhr er.Sienbiag-Av.Brst. DoyzeH Eine Tragödie von Georg Büchner. Hierauf: teonte uno £ena Ein VitUfpicl von Georg Büchner. Mittwoch, 9. April, von 19'/, b. geg.22 U. N.Mllvoai-M.'Brsl. Zum ersten Diale: Louis Serölnano Vrinz von pteuaen Ein Drama von Frrtz v. Unruh, .yteitflo, 11. Avril, von 20 bis 221/., Uhr 28.Zre,!ag-M.-Bvril. Zum letzten Äiale Die heilige glömme Schauwiel in 3 2ikien von William Lomer- fei Maugbam, deutsch v. Aiimi Zoff. Lonntag. 13. Avril von lU/,bisgea.l3U. 4. Tag des Kammer» smel-Zyklus (Morgenfeier) Zum letzten 'Male: Derlnrunö öerluö Bon Hugo v. Hoimaunöthal. Sonntag 1.3.Avril von 18 bis 22V, Uhr Autzer Abonnement Frimdenvoruellung Zum letzten Maler Die andere Seite (3ournei)5 Gnö) Drama m 3 Akten von R. C. Sherrtff. Vilbel, den 5. April 1930. Die Beisetzung findet am Montag, 7. April, nachmittags, in Vilbel statt 282*1) Lehrling foribildungsfchulf'., Sohn achtbarer Eltern, f. htes. Drogerie gesucht. Schriftliche Angeb inner 27910 an den Gien. Anz. erbeten. Soziale «flicht der Ausgeber v. Etelien- ongtbolen Ist ti, die ein» e.V. Das Spiel gegen Hanau 93 Liga beg. erst um 15.30 Ubr.''Nach dem Sviel gemütl. Zusammensein der Mitglieder mit den Gästen int Bereinsheim. 28150 gef. Lchr.Angeb uni ^cn ^leb- A"z. 02370 a.d. Metz. Anz. I illlllllllllUIIUIIllllllllllllM Tüchtiger BerreDlriseorgehills Carl Müller Eisenbahn-Sekretär i. R. Danksagung. Für die beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen erwiesenen Aufmerksamkeiten für die überaus großen Beileidsbezeugungen und Kranzspenden sagen wir unseren herzlichsten Dank. Ganz besonderen Dank dem Herrn Pfarrer tür die trostreichen Worte und der Altersvereinigung 1874 — 1924. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarete Stecker nebst Angehörigen 28U3D KegklWu slki Frankfurter Hof ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Pflegeftelle sauber und liebevoll für 8 Wochen alten Zungen sesneht. Schriftl. An geb. unt. -^8l2Va. d.Gietz.Anz. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Lieh, den 4. April 1930. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. April 1930, nachmittags 31/, Uhr in Lieh statt. Zeugnisabschrift., Lichtbilder u.bgt.) schnellstens luniftuf. Die Eirllung- mchmven sind dankbar dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit aus diese Welse unterstützt und stnd aus diese selbstverständliche psticht auch angewiesen. Sohn achtbarer Ellern als Frisourlehrltn] gesucht. Schr. Ang. u. 02 65 a. d. Gietz. Anz. SchlBsssrlehrling kann ehuteien bei V. Haubach, Schlossermeister, Väberür. 2. [02196 [Stellengesuche] BertrouensDOften sucht geb. ält.krßalelo z. Führung b.Einih. oder alt Stütze zu nltelnft. geb. Herrn od. Ehepaar. Bes. in d. gut.Küche, i.Backen u. Etnm. eif. Gute Zeugnisse rorhand. Schriftl. Angeb. unt. 023 )5 a. d. Gien.Anz. W er Klbt 30jähr. ZungeS Ehepaar iSoldail sucht 2-Zimmer-Wobn. zu mieten. Schriftl. Angebote uni. 02331 an den Gietz. Anzeig. Kandidat d. Aiedizin lucht zum 1. Mai schönes, gut möbl. Z, i in m e r mit Frühstück in nur besseremHause,mögU Nähe d. UntD.-Mlm. Schr. Angebote an killte. Siezen I. W., Atarb. 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Man hat jetzt schon fast wieder Angst, in die Zeitungen hineinzuschauen, weil sie fast täglich wieder die um diese Zeit fälligen Nachrichten über Schlllerselb st morde bringen. Es gibt in jedem Zeitalter junge Menschen, deren Nervensystem labil ist. Schülerselbstmorde sind zweifellos stets oor- actommeir. und sie hatten ost genug einen tragischen Anlaß. Aber so häufig wie jetzt, mit solcher beängstigenden Regelmäßigkeit sind sie früher sicherlich nicht gewesen. Biel trägt dazu zweifellos die Bc- Handlung dieser Fragen in einem Teil der Presse bei. Die sensationslüsterne Wiedergabe aller Einzel beiten, aller Motive und Möglichkeiten ist nur allzu leicht geeignet, ansteckend zu wirken. Aus derartige Möglichkeiten ist von der ernsten Presse immer wieder bei Sensationsprozessen hingewiesen worden. Für die Berichterstattung über Schülerselbstmorde gilt das gleiche. Niemand wird leugnen können, daß wir mit diesen bedauerlichen Vorgängen immer noch der Kriegs- und Inflationszeit einen Tribut zu zahlen haben. Aber das ist natürlich auch kein Grund dafür, nun solche Fragen lediglich vom sentimentalen Standpunkte aus zu behandeln. Wenn man den Familienverhältnissen nachgeht, die bei diesen schrecklichen Unglücken eine Rolle spielen, bann wird man verhältnismäßig selten daraus kommen, daß übertriebene Strenge der Eltern oder Erzieher den Anlaß gegeben hat. Im Gegenteil: vielfach handelt es sich um Kinder, die von ihren Eltern wirklich nicht streng gehalten wurden und die in keiner Weise eine „Maßregelung" zu gewärtigen hatten. Es handelt sich offensichtlich immer wieder um psychopathische Naturen, um junge Menschen, die durch Anlage, häufig ober wohl auch durch eine allzu „moberne* Erziehung jeden Maßstab für das Leben und für die Dinge verloren haben. Hier zeigt sich eine unerfreuliche Kehrseite des schrankenlosen Individualismus, der so häufig als höchste Erziehunasweisheit gepriesen wird. Hinzu kommt die Auflockerung des Familienlebens, die häufig sicherlich nicht Schuld, sondern Schicksal ist. Die Wirtschaftslage der Nachkriegszeit hat eine derartige Intensivierung der Arbeit mit sich gebracht, daß das Familienleben darunter vielfach leiden mußte. Dies alles und noch manches andere, vor allem aber auch die konstitutive Schwäche eines ganzen Geschlechtes kann man als Erklarungsgründe für die Schülerselbstmorde anfiihren. Häufig genug handelt es sich ja auch um Falle, die mit der Versetzung nichts zu tun haben, sondern wo junge Menschen aus dem Leben scheiden, weil sie überhaupt leine richtige Stellung zum Leben haben gewinnen können. Die ältere Generation ist natürlich ohne weiteres geneigt, hier von Verweichlichung zu sprechen. Sicherlich gibt es in unserem heutigen Leben zahlreiche Züge der Weichlichleit. Der Begriff einer Verpflichtung gegenüber sich selbst, gegenüber der Familie und gegenüber dem Staat ist heute in der Jugend vielfach nicht mehr lebendig. Darin liegt zweifellos eine gewisse Verweichlichung. Aber das ist es sicher nicht allein. Denn man wird doch schwerlich leugnen können, daß an unser Geschlecht beute Anforderungen gestellt werden, die weit über das hinausgehen, was sonst einer Generation zngemutet wird 'Nicht etwa Anforderungen in der Schule selbst Hier ist zweifellos ein Rückgang zu verzeichnen. Wohl aber driickt das ganze Leben, der äußere Zuschnitt und die schwere Belastung durch die Sorgen der Zeit auch auf die junge Generation. Sie wird frühzeitiger als sonst mit den Notwendigkeiten des Erwerbslebens befaßt. Bezeichnend für diese Wandlung ist die Tatsache, daß auch das studentische Leben heute einen großen Teil seiner Romantik verloren hat und daß die Jugend so von ihrem eigentlichen Vorrecht, nämlich'dem Harinlos-in-den Tag-leben nur in sehr seltenen Fällen Gebrauch machen kann. Wenn man also, vielleicht mit Recht, gegen die Verweichlichung Stellung nimmt, dann darf man dabei doch nie vergessen, welche Fülle von Momenten zusammenwirkt, um dieses bedauerliche Ergebnis zu erzwingen. Natürlich gibt es daneben auch Leute, die es sich zum Berufe machen, Unsicherheit, Verwirrung und Verhetzung 311 steigern. Die gelegentlichen „Schul- st r c i t s", die wir hier und da zu verzeichnen haben, sind nur der äußere Ausdruck einer Wühlarbeit, die mit kommunistischen Jugendzeitschriften und Schulzellenbildungen betrieben wird. In der kommunistischen Hochburg BerlinNeukolln ist es kürzlich einmal wieder soweit gewesen, daß die Polizei die „arbeitswilligen" Schüler vor den Streikposten schützen mußte, die die kommunistisch gesinnte Elternschaft vor der Schule aufgebaut hatte. Die parteipolitische Verhetzung der Fuge nd ist wohl das schlimmste Geschenk, das man ihr im Interesse der sog. Aufklärung machen kann, und jeder, der es gut mit ihr meint, wird sie davor zu behüten wissen. Es kann natürlich Fälle geben, in denen die Elternschaft aus Gewissensnot, namentlich wenn es sich um eine Vergewaltigung religiöser Gefühle handelt, dazu greift die Kinder von dem Schulbesuch fernzuhalten. Aber das darf nur das wirklich letzte Mittel fein. Nur wenn der seelische Druck gar nicht anders beseitigt werden kann, ist solche Selbsthilfe ernsthaft zu erörtern. Wenn da- gegen eine rein parteipolitische Mache bei jeder Ge- legenheit die Kinder als Mittel für dunkle politische Zwecke benutzt, dann ist das ein grober Unfug und, mehr noch als das, eine Versündigung an denKindernselbst.um deren Wohl und Wehe es für die Drahtzieher solcher Unternehmungen niemals geht. Schwieriger als jemals ist heute die Aufgabe des Erziehers geworden. Die Weltbilder der Generationen find so verschieden, daß auch derjenige Erzieher, der sich gegenüber der neuen Zeit sehr auf- geschlossen dünkt, oftmals an feinen Kindern lieber- raschungen erlebt, wenn sie innerlich plötzlich ganz wo anders stehen, als er meint. Mit dem „Hämmern“ allein ist es sicherlich nicht getan. Die Ausgabe ist für das Elternhaus deshalb sehr schwer lösbar, weil die öffentliche Erziehung in der Schule heute bewußt einen immer größeren Teil der Zeit durch die halbdienstlichen Veranstaltungen in Anspruch nimmt. Es gibt ja auch Eltern, die der Auffassung sind, es sei für ihre Kinder das Beste, sie von einem bestimmten Lebensalter an ganz der öffentlichen Erziehung anheimzugeben. Aber die größte Mehrzahl ist doch wohl der gesunden Auf- fafiung, daß die bestehenden Nöte nur überwunden werden können, wenn das Elternhaus wieder voll feine Funktion erfüllt. Siedlungsfrage und Vevölkerungsproblem Don Or. Werner Ehälons. Das Problem der Siedlung ist keineswegs neu. Seit den ersten Nachkriegs, ahren rückte cs erneut in den Vordergrund des Interesses und ift heute ganz besonders bedeutsam für das Schicksal des deutschen Volkes in ferneren Zeiten. Ms im Jahre 1919 das Reichssiedlungsgeseh veröffentlicht wurde und in Kraft trat, kam vielfach die Meinung auf, daß es eine Schöpfung radikal linkspolitisch eingestellter Kreise sei. Aber kein Geringerer als der bekannte Agrarpolitiker Geheimrat Gering ist es, der als der Hauptschöpfer des Gesetzes bezeichnet werden kann. Von dem Grundgedanken ausgehend, daß in Deutschland die Erhaltung einer gesunden Mischung von Groß-, Mittel- und Kleinbesih anzustreben ist, muß die Förderung der Siedlung nicht nur von allen landwirtschaftlich eingestellten, sondern auch von sämtlichen übrigen Kreisen des Volkes als I e - bensnotwendig anerkannt werden. Denn es ist allgemein bekannt, daß vom Land her die Volksgesundheit kommt und daß der Nachwuchs der Bevölkerung in den Städten und deren Bevölkerungszunahme durch Zuwanderung allein durch die ländliche Bevölkerung herbeigeführt wird. Seit längerer Zeit schon ist aber die Abwanderung vom Lande nach der Stadt größer als Der Nachwuchs auf dem Lande selbst, so daß allmählich eine gefahrbringende Entvölkerung des Landes eintritt, welche zwangsläufig eine Schädigung der Volksgesundheit und eine Abnahme der Geburten lebenskräftiger Menschen nach sich zieht. Geht man den Ursachen der starken Abwanderung vom Lande nach, so ist es nicht allein und in der Hauptsache der vielfach ungesunde Aeiz der Stadt, welcher auf die ländliche Bevölkerung wirlt, sondern in heutiger Zeit auch die immer noch nicht behobene Agrarkrise. Zwei Drittel unserer landwirtschaftlich genutzten Fläche ist in Händen des Klein- und Mittel- besihes. Dieser kann bei den jetzigen Verhältnissen keine größere Anzahl von Familienmitgliedern beschäftigen und ernähren. Die Abwanderung der Bauernsöhne in die Stadt ist daher Die Folge. Der Großbetrieb ist heute nicht mehr in der Lage, die Steuern _unb Soziallasten zu tragen und das Mißverhältnis der Preise zwischen seinen Erzeugnissen und den zu kaufenden Betriebsmitteln aus der Substanz seiner Wirtschaft auszugleichen, da die Ueberschul- dung aus diesem Grunde bereits die äußerste Grenze erreicht hat. Also ist jede Betriebsgröße heute in Gefahr, menschenarm zu werden. Die einzige Möglichkeit, dieser Gefahr zu steuern und das Unheil abzuwenden, daß das deutsche Bolk nicht nur aus der eigenen Landwirtschaft keine genügenden Erträgnisse mehr erhält, sondern auch keine Mittel mehr besitzt, ausländische Nahrungsmittel zu kaufen, besteht darin, daß man dem männlichen Nachwuchs der ländlichen Bevölkerung Gelegenheit gibt, sich dort in selbständiger Wirtschaft niederzulassen, wo Mangel an Landleuten besteht. Es gibt zwar unter dem Nachwuchs aus bäuerlichen Kreisen eine ganze Reihe von Söhnen, welche die erheblichen Nachteile eines unselbständigen städtischen Berufes nicht in seiner ganzen Schwere zu erkennen vermögen. Doch haben auch eine Menge junger Landsöhne sich soviel gesunden Berstand und soviel .Urteilskraft bewahrt, daß sie klar sehen, wie wenig erfreulich die Zukunftsaussichten für die Stadtbevölkerung sind. Dazu kommt bei jenen die abschreckende Unrentabilität der Landwirtschaft, die heute nicht bestritten werden kann. Alle die aber, welche mit offenen Augen sehen, wissen, daß die Zeit nicht mehr lange andauern kann, in der sich die Arbeit des Bauern, auf Stunden umgerechnet, nur mit ein paar Pfennigen bezahlt macht. Sollte dieser Zustand wider Erwarten noch lange an- dauern, so wird es in nicht mehr ferner Zeit dem Städter noch wesentlich schlechter gehen als dem Dauern. Wird aber unsere Agrarpolitik wieder vernünftige Bahnen einschlagen, so wird der Städter zwar unter dem Druck unserer außenpolitischen Verhältnisse noch viele Jahrzehnte von der Hand in den Mund leben müssen, während der Bauer imstande ist, seine Wirtschaft wieder auszubessem und auszubauen, um damit den Unterbau des Deutschen Reiches wieder zu festigen. Er erreicht bann zwei Ziele, seine pri- vatwirtschastlichcn sowohl wie auch die volkswirtschaftlichen und vaterländischen. Die landwirtschaftlich eingestellten Gegner der Siedlung begründen ihre Gegnerschaft mit der Enteignungsmöglichkeit des Grundbesitzes. wodurch der verfassungsmäßig gewährleistete Schutz des Privateigentums gefährdet sein soll. Das Reichssiedlungsgesetz hat aber nur den Zweck, eine gesunde Mischung des Groß-, Mittelund Klinbetriebes und damit eine zweckmäßigere Bodenverteilung yerbcizufüh- ren. Die Landlieferungsverbände in den Siedlungsgebieten des Reiches haben ihre gesetzliche Verpflichtung erfüllt, wenn ein Drittel des Areals der großen Güter zu Siedlungszwecken bereitgestellt ist. Die praktische Handhabung des Gesetzes hat bisher gezeigt, daß seit Jahren keine Enteignung großer Güter stattgesunden hat. Cs suchen sich im Gegenteil heute viele Güter durch freiwillige Abgabe von Land au sanieren, so daß die Landbefchaffung zu Sieo- lungszwccken heute keine Schwierigkeiten macht. An welche Voraussetzungen ist nun eine gesunde Siedlung geknüpft, die einerseits dem Siedler einen Erfolg seiner Arbeit gewährleistet und andererseits einen volkswirtschaftlichen Gewinn darstellt? Zunächst dürfen Siedler sich nicht einzeln in fremder Gegend ankaufen. Die Wirkung in die Ferne. Sidney wird von Ztalicn aus beleuchtet. Kürzlich brachten die Zeitungen die verblüffende Nachricht, daß Marco ui von Bord seines Schiffes im Hasen von Genua das Rathaus im austra- liich.n Sidney beleuchtet habe, derart, daß er die Bcleuchrungsanlage einschaltete, so daß das ganze Gelände in hellstem Scheine erstrahlte. Diese Tatsache wirkt im ersten Augenblick natürlich frappant und bestrickend, und es sieht so aus, als eröffne sich damit der Technik eine ganz ungeahnte neue Meg- llchkcit. Aber cs handelt sich trotzdem nur um einen längst bekannten Vorgang, allerdings in neuer und auffälliger Verkleidung. Wenn wir unfern Rund- funfempfänger einschalten oder ein Reisender von feinem Abteil aus mit einem Berliner telephoniert, ereignet sich immer der gleiche Vorgang. Wenn auch einstweilen nähere Angaben über den Marconi- Versuch fehlen, so ist es doch klar, daß er e I e k t r o- magnetische Wellen von Genua nach Sid- ncy geschickt hat und geschickt haben muß, denn es gibt keine andere Verbindung, um in eine so weite Entfernung zu wirken. Wir kennen aber diese Wellen als Rundfunk-, Licht- oder elektromagnetische Wellen, die ihrer Art nach einander gleich und nur durch ihre Wellenlängen voneinander verschieden sind. Wie jeder Rundfunkhörer weiß, haben die sog Kurzwellen, d. h. solche mit geringer Wellenlänge in letzter Zeit starke Aufnahme erfahren, deshalb, weil sie mit geringerer Energie gesandt werden können und sich leichter lenken lassen. Daß trotzdem ein großer Teil von ihnen wirkungslos ins Weltall geht, haben die kurzen Wellen mit den langen gemeinsam. Die Genueser Wellen konnten nun irgendwo auf- gefanaen werden. Das geschah in diesem Falle durch eine Antenne, die einige hundert Meilen weit von Sidney ausgestellt war. Warum so weit, worum n cht in der Stadt selbst? Wahrscheinlich haben dabei besondere Örtliche Verhältnisse mitgesprochen. Man kann sich denken, daß die Empfangsantenne vielleicht auf einen Berg gesetzt wurde, also eine Hochantenne darstellte, deren gesteigerte Empfangs- fahigkcit bekannt ist. Von dort aus wurden die Wellen du-ch Draht nach Sidney geleitet, aber auch das bietet keine Schwierigkeiten mw entspricht nur jenem Vorgang, wenn ein Rundfunkhörer seinen Lautsprecher durch eine Verlängerungsschnur weiter von seinem Empfänger entfernt. Im Rathause angekom- men, schalten die Wellen den elektrischen Strom ein: das Gebäude erstrahlt. Natürlich ist die im Rathaus aukommende Energie ebenso gering wie jene, die einen Rundfunkempfänger in Betrieb fetzt, und wäre an'sich zu irgendeiner größeren Leistung überhaupt nicht fähig. Daher stellt man ihr auch keine große Aufgabe; sie hat nur auf einen kleinen und ungemein empfindlichen Apparat einzuwirken, dieser setzt seinerseits einen an Ort und Stelle vorhandenen starken Stromkreis in Tätigkeit, der dann mühelos die Einschaltung der Beleuchtungsanlage veranlassen kann. Ebenso wie diese Beleuchtung konnte er natürlich auch andere Dinge veranlassen; es wäre sicherlich ebenso verblüffend gewesen, wenn die winzigen Wellenenergien das Erglühen eines Drahtes bewirkt hätten, der bann das Abbrennen eines Brillantfeuerwerks hätte veranlassen tonnen. Auch hätte man mit Gedröhn eine Mine in die Luft gehen lassen können, ohne baß barum bieser Versuch auch nur bas Geringste mit jenen Todesstrahlen" zu schaffen hätte, bie von Zeit zu Zeit immer roieber auftauchen. Das ist alles nicht neu. Wenn wir zu Hause unseren Rundfunk einschalten, erleben wir ein ähnliches Schauspiel: wir empfangen bie ungeheuer kleine Energiemenge bes Ortssenbers unb ver- stärken sie burch ben Akkumulator unb bie Anoben- bat#ric ober beziehen, wenn wir moberncr sinb, den gesamten Verstärkerstrom aus bem Lichtnetz. Auch bietet es kaum Schwierigkeiten, ben Empfänger in Sibney fo abzustimmen, baß er eben nur die Genueser Wellen empfängt: auch unsere Runb- funtappanite suchen unb finben bie von uns ge« wünschten Wellenlängen heute schon mit fast unfehlbarer Sicherheit. Aber wie es geschehen kann, daß man bisweilen zwei auf benachbarter Wellenlänge liegende Stationen zusammenhört, könnte es Jid) natürlich auch ereignen, baß bie Antenne von Sidney eine der Marconi-Welle ähnliche Länge auf- fängt und weiterleitet, aber auch hiergegen kann man sich burch befonbere Zeichenkombinationen schützen. Die Sibneyer, bie tiefem Versuch beiwohnten, haben nach ben Zeitungsmelbungen gejubelt Erlebten sie ein Wunber? Wir erleben es täglich, wenn der Lautsprecher ertönt unb jubeln nicht Ob ber Magdeburger seinen örtlichen Senber ober Wien hört, ob die Welle von Genua bas Rathaus in Sibney beleuchtet: im Prinzip sinb bas alles bie gleichen Vorgänge. Wissen Sie schon? Vor einer Gruppe erster Sprachwissenschaftler wurde in Rochester ein Tonfilm aufgesührt, der sich dadurch auszeichnete, daß die Schauspieler eine sehr klangreiche, aber vollkommen unverständliche und unbefaimfe Sprache redeten. Nach langer ileberlegung, die ohne Ergebnis war, teilte man den Professoren mit, bafj_ es sich ume inen Tonfilm handele, der rückwärts gelaufen war ... Die beiden bekannten siamesischen Zwillinge Mary und Margret Gibs, die auf den amerikanischen Dahnen den Dorteil genießen, auf eine Karte reifen zu können, Huben von den Schifsahrtegesellfchasten die Mitteilung erhalten, daß diese Dorteile für die Schisse nicht in Frage kämen — da zwar eine Person reise, aber zwei Münder äßen. In einer langwierigen Untersuchung, die in einer Abstimmung in allen Staaten der Union gipselte, hat man die Heckenrose zur Nationalblume Amerikas erhoben. Da sich das Kasino von Monte Carlo nicht sicher fühlt vor eventuellen Dandenüber- fällen, hat die Direktion sich entschlossen, die Polizei- und Militärgarde von Monako, die bisher nur 93 Mann umsahte, zu erweitern. Zu diesem Zwecke wurden fünfzig zwei Meter große Leute aus Korsika engagiert, die mit Dolch und Pistole ausgerüstet, bei Tag und bei Nacht die Schätze bewachen, die auf Den Spieltischen verdient wurden. Jene Farm von M 0 n t Et. I e a n, in ber Napoleon vor der Schlacht von Waterloo übernachtete, steht zum Verkauf. Das gleiche Gehöft diente nach der entscheidenden Schlacht als Lazarett für englische und deutsche Truppen. Die historische Farm dürste für 80 000 Franken in neue Hände übergehen. Anpassung an andere ländliche und wirtschaftlich« Qkr';ältniffc ist schon schwierig genug. Deshalb muß da- Cinlcbcn durch eine gan$c Anzahl von Landsleuten, die sich benachbart niederlassen, erleichtert werden. Die Zusammengehörigkeit stärkt auch den äußeren wirtschastlichen Dingen gegenüber und die gegenseitige Unterstützung ist zwangsläusia. Ferner tut cs im allgemeinen gut, wenn SicdlungSlust dadurch günstig beeinflußt wird, daß SiedlungSland in nicht allzu großer Entfernung vom Heimatland zur Der- fugung gestellt wird. Demgemäß follten Leut« mit süddeutschem und westdeutschem Einschlag in die Gegend SchleSwig-HolsteinS, Mecklenburgs und PommemS gehen. Dauernsöhne aus mitteldeutschen und nördlicheren Ländern kommen eher für die Siedlung in West-, Ostpreußen und Schlesien in Betracht. In Süddeutschland selbst ist mit Ausnahme vom östlichen Bayern kaum SiedlungSland zur Verfügung. Diese- muh naturgemäß den bayerischen Siedlern Vorbehalten bleiben. Ganz so zwingend ist daS landS- mannschastliche Prinzip zur Niederlassung nicht bei den ehemaligen HeereSangehörtgen. Hier kommt eS mehr darauf an, daß Soldaten, die aus den gleichen Truppenteilen kommen, als Siedler zusammenbleiben. 3n sehr vielen Fällen ist dort schon der landsmannschasiliche Charakter gewahrt. Weiter ist besonders augenblicklich wichtig, daß man Siedlern keine zu leichten Böden zur Verfügung stellt. Die Erfahrung in der Nachkriegszeit hat gelehrt, daß sich viele Sied- lungSgcsellschaftcn dadurch mit schwerer Schuld beladen haben. Wenn das wichtigste Instrument in der Hand des Landwirts, der Boden, unbrauchbar ist, so ist der Siedler verloren in solch schwieriger Zeit wie der heutigen. Deswegen ist auch eine Siedlung in genanntem Sinne auf Oeölanö völlig abwegig. Zur Kultivierung von Oedländereien müssen andere Wege beschritten werden. Ein demnächst wichtiger Punkt zur Ermöglichung von Siedlungen ist die Geldbesch a s f u n g. Sie wird durch Kredite des Reichs und der Länder unterstützt. Denn im allgemeinen hat ein Siedler nur sehr geringe eigene Geldmittel verfügbar. Für Baucrnstcllen, die runb 60 Morgen groß sind, wird ein N ei ch - ankaufskredit gewährt, der zur Zeit mit 3'/, Proz. verzinst werden muß. Cs tritt ein Berwaltungskostenbeitrag von V« Prozent hinzu und eine Tilgungsquote, die verschieden hoch bemessen sein kann, im Höchstfälle 2 Proz. Ferner wird ein Kredit zur Deckung der Baukosten gegeben, der bis zu 90 Proz. dieser Kosten betragen kaum Für ihn gelten ebenfalls die genannten Zinssätze. Kreditgeber sind Reich und Länder. Schließlich wird noch ein EinrichtungS- l r c b i t gewährt zur Beschaffung von Inventar. Dieser Kredit beträgt etwa zwischen 4000 und 6000 Mk. Seine Höhe und diejenige der Zinsen richtet sich nach den dasür herausgegebenen Bestimmungen des Reichs oder der Länder oder auch in Preußen nach den Bestimmungen der Provinzen und Regierungsbezirke. Die Kredite sind in dem ersten bis zweiten Jahr zinsfrei. Die Tilgungsquote ist im allgemeinen erst nach weiteren drei Jahren zu leisten. Als besondere Vergünstigung ist noch zu erwähnen, daß bei Siedlungskäufen alle Gebühren und Stempelabgaben für den DertragSschkuß. die Auslassung und Eintragung im Grundbuch wie auch die Grunderwerbssteuer von selten des Reiches, der Länder oder sonstiger öffentlicher Körperschaften auf Grund des ReichsfiedlungsgeseheS nicht erhoben werden. Es ist einleuchtend, daß neben tiefer äußerst günstigen Kreditgewährung ein gewisses Ei genkapi tal erforderlich ist. Je nach der Gröhe des Gutes muß man ungefähr dafür noch 7000 bis 14000 Mk. zur Verfügung haben, um sich nicht auf zu unsichere Basis zu stellen. Größere Betriebe als 40 Hektar werden meist nicht in Frage kommen. Sehr günstig gestalten sich die Geldverhältnisse für ausgeschiedene Soldaten, die sich durch ihre zwölfjährige Dienstzeit ihre Abfindung zum ilebertritt in einen Zivilberuf erdient haben. Sie können sich damit und mit Hilfe der zu gewährenden Kredite 60 Morgen Dem englischen Akrobaten Marlow war kürzlich in London sein Auto gestohlen worden. Während eines Spazierganges erblickte er den Wagen, der in schneller Fahrt über den Hartman Square fuhr. Mit Akrobatengeschicklichkeit sprang er auf da? Trittbrett — und eS gelang ihm auch, so wieder zu seinem Auto zu kommen. In England wird augenblicklich die Mode propagiert, die kleinen, dickbauchigen Shet- landponnhs wie Luxushunde zu halten und sie auf Spaziergängen mitzunehmen. In Amerika ist die Einführung mißglückt, da die Tiere sehr rasch eingehen und sich nicht akklimatisieren können. Hochfchulnacknchten. Der außerordentliche Professor an der Unioerft» tät Marburg a. d. Lahn, Oberstudienrat Dr. Wilhelm E n ß l i n, wurde zum ordentlichen Pro- sessor der Geschichte des Mtertums an der Uni* versität Graz ernannt. Der durch die Entpflichtung des Geh. Medizinal- rotes Prof. Friedrich Moritz an der Llniverfität Köln erledigte Lehrstuhl der inneren Medizin ist dem Ordinarius Dr. Hans Eppinger. Direktor der Medizinischen Klinik in Freiburg i. D. angeboten worden. — Zur Wiederbesetzung des an der Universität Köln erledigt- ten Lehrstuhls der Augenheilkunde (an Stell« von Pros. A. Pröbsting) ift ein Ruf an Prof. Dr. Ernst Engelking in Freiburg i. Dr. ergangen. — Der durch den Weggang des Prof. F. Triebs nach Berlin in der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bre-lau freigewordene Lehrstuhl des Kirchenrechts ist dem a. 0. Professor Dr. theol. et jur. Franz Bescher an der Universität Köln angeboten worden. — Der ordentliche Pr^fe sor an ker Technischen Hochschule in Aachen Dr. Heinrich Brandt hat einen Rus auf den Lehrstuhl der Mathematik an der Universität Halle als Nachfolger von H. Haffe erhalten. — Ernannt wurde der Privatdozent Dr. N:itz Heide in Göttingen vom 1. April 1530 ab zum ordentlichen Professor für Mineralogie, Petrographie und Kristallographie an der Universität Jena. Eisberge auf der atlantischen Schiffahrtsroute. 1930- ein Iahr der Eisberge. - Ein Eisblock, der siebentaukenbmal so groh ist wie das Berliner Rathaus. - Wie sich die Schiffahrt schützt. Von Anton Jensen. Land mit Hof und Jirvcntar kaufen, ohne daß sie sonstiges eigenes Privatkapital besitzen. Sie müssen allerdings vorher einen Befahl- gungsnachwcis erbringen, indem sre wahrend ihrer Dienstzeit die Heeresfachschulc für Landwirtschaft zu besuchen haben, wo sie praktisch und theoretisch ausgebildet werden und eine theoretische und praktische Abschlußprüfung abzulegen haben. Ohne Bestehen dieser Prüfungen werden die Kredite nicht gewährt. Eine davon gesonderte Beurteilung des einzelnen Mannes über die Eignung zum Siedler wird außerdem noch gefordert. Bei den Zivilsiedlern wird der Befähigungsnachweis bis jetzt noch nicht verlangt, vielmehr nur der Nachweis, daß der betreffende Erwerber die Landwirtschaft im Hauptberufe betreibt oder früher betrieben hat. Bon nicht zu unterschätzender Bedeutung ist außer der Eignung des Mannes zur Siedlung auch diejenige der Frau. Es ist im allgemeinen am besten, wenn die Frau aus der Landwirtschaft stammt. In einer großen Anzahl von Fällen ist aber auch bereits erwiesen, daß sich Frauen, die aus der Stadt stammen, ausgezeichnet aus ihrer eigenen Scholle eingelebt haben und die Landwirtschaft sehr gut meistern, sofern sie nur mit dem nötigen Interesse und der erforderlichen Energie an ihren Beruf herangegangen sind. Am wenigsten sind diejenigen Frauen zur Siedlung geneigt, welche die Landwirtschaft aus sehr kleinen Verhältnissen »m Elternhause kennengelernt haben, bei denen der Batcr einen anderen Hauptberuf hatte und die kleine Landwirtschaft allein an der Frau und der oft noch jungen Tochter hängen blieb. Hierbei ist ihnen naturnotwendigerwcise die Lust an der Landwirtschaft vergangen. Wirft man einen Blick auf die bisher durch Siedlung vorgenommene Ansässigmachung, so sind die zahlenmäßigen Angaben darüber sehr verschieden und deshalb unsicher. Der Grund dafür liegt wohl in der verschieden durchgeführten Trennung nach Anliegersiedlungen, Vergrößerungen von kleinen Betrieben und Herstellung ganz neuer Höfe. Für Preußen, wo die meisten Siedlungen bisher durchgeführt wurden, kann man ungefähr die jährliche Durchschnittszahl neuer Siedlungen seit Kriegsende von 1000 annehmen. Das ist vorläufig noch eine sehr geringe Zahl. Doch ist zu erwarten, daß dann, wenn. eine größere Zahl von Siedlern ihre gesunde Existenz nachzuweisen beginnen, das Beispiel schnell Nachahmung finden wird. Ferner gehört dazu, daß auch künftig alle deutschen Landwirte die zur Zeit bestehende geschlossene „®rüne Front" beibehalten, da nur durch sie den Belangen der Landwirtschaft Rechnung getragen werden kann. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß durch Stärkung eines Wurzelsesten, bodenständigen Bauerntums der Bestand des Reiches am besten gekichert wird. Betrachtet man zum Schlüsse die Frage der Siedlung vom Standpunkt der Volksernährung aus, so ist zu sagen, daß die Erzeugung tierischer Produkte dadurch^ nur gefördert werden kann, weil gerade der bäuerliche Besitz hierin außerordentlich Gutes leistet. Der Getreidebau fällt bei ihm noch nicht so ins Gewicht. Doch wird er auch darin Besseres leisten können, wenn er sich bei Steigerung der Preise auch aller neuzeitlichen Hilfsmittel bedienen kann, welche heute zu Gebote stehen. Eine intensive Wirtschaftbe ratung hilft dabei mit. Allerdings haben Erfahrungen auch • gezeigt, daß Siedler für derartige Beratung völlig unzugänglich waren, weil sie an anderes Wirtschaften gewöhnt waren und dieses für das allein Richtige hielten. Erst durch eigenen Schaden mußten sie klug werden. Deswegen sollen Siedler cs sich in den ersten Iahren insbesondere angelegen sein lassen, die Erfahrungen der Wirtschaftsberater anzunehmen im eigenen wie im allgemeinen Interesse. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. April 1930. Gießener Wochenmarktprerse. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse 10 Stück 60 bis 140, Wirsing 20 bis 35, Weißkraut 6 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 150 bis 180, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 41'» bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 50 bis 70 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80 Pf., Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 20 bis 30, Endivien 20 bis 50, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Dd. 15 bis 20 Pf. Taten für Lonntag, 6 April. Sonnenaufgang 5.27 Uhr, Sonnenuntergang 18.40 Uhr. — Monda'ufgang 9.29 Uhr, Monduntergang 2.38 Uhr 1520: der Maler Raffael Santi in Rom gestorben: — 1528: Albrecht Dürer in Nürnberg gestorben: — 1870: der Komponist Oskar Strauß in Wien geboren. Taten für Montag, 7. April. Sonnenaufgang 5.24 Uhr, Sonnenuntergang 18.41 Uhr. — Mondaufgang 10.49 Uhr, Monduntergang 3.25 Uhr. 1814: Napoleon 1. entsagt der Krone und wird nach Elba verbannt: — 1874: der Maler W. von Kaulbach in München gestorben. ** Aus dem Gießener Standesamts- register. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. März: 16. Marianne Martha Kübel, 10 Monate, Wetzlarer Weg 80; 18. Luise Keller, gcb. Seeger, Witwe, 74 Jahre, Südanlage 4; 20. Wilhelm Heinrich Schmidt, 9 Monate, Kaiserallee 111, 20. Johann Georg Ruppel, berufslos, 76 Jahre, Lindengafse 10; 21. Katharine Wenzler, berufslos, 74 Jahre, Walltorftraße 36; 22. Katharine Noll, geb. Bernhardt, 62 Jahre, Lindengafse 2; 24. Lina Ida Wunderlich, geb. Fiedler, 60 Jahre, Kaiser« allee 79; 24. Kurt Heinrich Hermann Boß, Kellner, 20 Jahre, Sonnenstraße 9; 25. Dr. Karl Gustav Jobst Klewitz, prakt. Arzt, Oberstabsarzt^ a. D., 55 Jahre, Ludwigstraße 1: 26. Amalie Krämer, geb. .Heinrich, Witwe, 77 Jahre, Liebigstraße 89; 26. i'iiite Müller, geb. Loh, 67 Jahre, Crednerstraße 14; 26. Peter Gibb, Lokomotivführer i. R., 78 Jahre, Der englische Dampfer „Alaunis" hat, wie bereits gemeldet wurde, in der Gegend von Neufundland wachsende Eisberggefahr gemeldet. lieber 30 große Eisberge treiben zur Zeit auf der Schiffahrtsroute, die ständig im transallantischen Verkehr benutzt wird. Die Polarzone ist erwacht! Die Ränder der Polareisbänke bröckeln unter der Wirkung lauer Winde ab, Treibeis schiebt sich übereinander und beginnt seine Wanderung nach dem Süden, an den Küsten Grönlands „kalben" die Gletscher. Wenn sich diese Gletscher bis ins Meer hinein fortschieben, bricht im Frühjahr der über dem Festland hinausragende Teil mit Donnergetöse ab, und das „Glet- cherkalb", der Eisberg, treibt alsdann ziellos im Neer dahin, bis er in den Bereich einer der arkti- chen Strömungen gerät, die nach Süden führt. Noch häufiger entstehen Eisberge im freien Polarmeer, wenn sich Packeis und Eisfelder wild übereinander auftürmcn. Ungeheure Eismassen werden auf diese Weise in Breitengrade befördert, auf denen sonst Eis und Schnee zu den größten Seltenheiten gehören. Erst in den warmen Fluten des Golfstroms löst sich das Eis auf; aber es kommt doch vor, daß riesige Eisberge noch in den Gegenden des Atlantischen Ozeans an-getroffen werden, die auf der Höhe von Neapel oder von Madrid liegen. Die Gefahren, die der Schiffahrt daraus entstehen können, sind offensichllich. Bor 18 Jahren, nm 14. April 1912, zertrümmerte ein Eisberg die Wände des gewaltigen Dampfers „Titanic", eines Schiffes von 46 000 Tonnen; 1550 Personen kamen damals ums Leben. Es erscheint zunächst merkwürdig, daß treibendes Eis, also eine zerbrechliche Masse, einem festen Schiff so großen Schaden zufügcn kann. Aber das wird verständlicher, trenn man sich einmal klarmacht, wie groß Eisberge unter Umständen sein können. Professor Dr. Baschin hat selbst an der Westküste Grönlands einmal einen Eisberg untersucht, dessen Kubikinhalt etwa die siebentausendfache Größe des Berliner Rathauses Ä. Er hat riesige Eisgebilde gefunden, die 100 r über die Wasseroberfläche emporragten; da Eis aber nur wenig leichter als Wasser ist, befindet sich der größte Teil eines solchen Blockes unter der Oberfläche, und man muß bei dem erwähnten Eisberg von 100 Meter Höhe annehmen, daß er insgesamt vielleicht 800 dis 900 Meter hoch gewesen ist. Eisberge, die nur 10 Meter hoch zu sein schei- nen, können einem großen Schiff dennoch recht gefährlich werden, da sie unter Wasser noch einen Tiefgang von vielleicht 80 Meter haben. Zuweilen gleichen die Eismassen unaeheuren schwimmenden Inseln; vor allem in antarktischen Gewässern trifft man solche Eisinseln, deren Masse oft hundertfach größer ist als der Kubikinhalt der Insel Helgoland. Der neufundländische Forscher James E. G r a n t berichtete schon vor Jahren in England über seine Beobachtungen: „Ich habe Eisberge von außer- ordentlicher Ausdehnung gesehen, Eisberge, die volle fünf Kilometer in der Länge maßen und weit über 50 Meter über den Wasserspiegel emporragten. Diese Ungetüme sind bis in den August hinein an unserer Küste häufig zu beobachten und verschwinden erst unter der schmelzenden Einwirkung der Sonnenstrahlen." Trifft man auf eine solche treibende Eis- insel. so ist man überrascht von der majestätischen Ruhe, mit der sie sich im Wasser vorwärlsschiebt. Während das beobachtende Schiff bei Sturm auf den Wellen hin- und hertanzt, ist die Masse und die Ausdehnung eines großen Eisberges mächtig genug, um vom größten Seegang nicht erschüttert zu werden; man sieht bann die Wogen des Meeres auf das Eis prallen und den Rand des Berges ganz in weißen Gischt gehüllt — ein herrliches Schauspiel, dessen Genuß nur durch den Gedanken an drohende Gefahren getrübt wird. In diesem Jahr Haden sich die Eisberge besonders früh gezeigt. Schon Ende Januar wurden in der Nähe der großen Neufundlandbänke die er- slen Eisberge gesichtet, was ofsenbar auf den milden Winter zurückzuführen war. Anfang April treten sie nun in größeren Massen auf. Das Schiff „Alaunis", das der Cunard-Linie gehört, wurde in diesen Tagen von acht Eisbergen hufeisenförmig ein • geschlossen und konnte sich nur mit großer Mühe aus der gefährlichen Umgebung hinausmanö- nrieren; es mußte sich aber noch sehr in acht nehmen, da sich ihm 22 weitere Eisberge bei der 23er- Bismarckstraße 40; 29. Jean Peter Stecker, Schlosser, 55 Jahre, Tiefenweg 4. ’* Ostern in Bad-Nauheim. Mildes Klima, gute Verkehrslage, vorzügliche, allen Ansprüchen angemessene Untctfunft und eine Fülle des Schonen und Sehenswerten, das sind an sich schon Eigenschaften, die einen Kurort wie Bad- Nauheim zum verlockenden Reiseziel in den Ostertagen machen. Dazu kommt vor allem die Möglichkeit freier Einstellung auf entspannende Ruhe, oder anregende älnterhaltung, je nach Wunsch und Bedürfnis. Für die zahlreichen Gäste, die wie in jedem Iahre Bad-Nauheim während der kommenden Oftertage besuchen, wird wieder eine besondere Kurkarte ausgegeben, die vom 16. bis 24. April oder während der israelitischen Oftertage vom 12. bis 20. April Gültigkeit hat. ** Autoverkehr nach demSchiffen- b e r g. Von morgen, Sonntag, ab wird ein regelmäßiger täglicher Autoverkehr der Berkehrs-2l.G. Hessen nach dem Schiffenberg eingerichtet. Im Gegensatz zu der früheren Einrichtung, wonach das Auto nur bei genügender Beteiligung fuhr, verkehrt es von jetzt ab täglich einmal nach dem Schiffen- berg und zurück, bei Bedarf auch mehrmals. (Siehe heutige Anzeige.) ** Fünfziger-Verernrgung. Dieser Tage hatte, wie man uns berichtet, die Fünfziger-Vereinigung 1880/1930 ihre Mitglieder zu einer gemeinschaftlichen Geburtstagsfeier der Geburtstagskinder aus dem ersten Vierteljahr in das Schühenhaus eingeladen. In den stimmungsvoll geschmückten Räumen sahen an einer langen Tafel die mit Dlumensträuhchen geschmückten Geburtstagskinder. Die übrigen Festteilnehmer gruppierten sich seitlich an kleineren Tischen. Der erste Vorsitzende begrüßte die sämtlich erschienenen Mitglieder und widmete insbesondere denjenigen herzlichste Glück- und Segenswünsche, die in dem ersten Vierteljahr des IahreS 1930 ihr 50. Lebensjahr vollendet hatten. Alle Alterskameraden sollten die Sorgen und Lasten des Alltags vergessen und sich einmal ganz der frohen festliche»! Stimmung hingeben. So etwa führte der folgung der gewöhnlichen transallantischen Schiff fahrtsroute in den Weg stellten. Cs kommt natürlich darauf an, wie groß diese Eisberge gewesen sind. Bon kleineren Gebilden hat z. B am 24. Mai 1£82 ein deutscher Dampfer am Ostrand der Neufundlandbank innerhalb 24 Stunden nicht weniger als 351 gesichtet. Diese Eismassen sind vor allem deshalb gefährlich, weil die von ihnen ausstrahlende Kälte zur Bildung von Nebeln führen kann, so daß es zuweilen nahezu unmöglich ist, die drohende Gefahr bei unsichtigem Wetter rechtzeitig zu erkennen. Wie schützt sich nun die Schifsahrt vor diesem regelmäßig wiederkehrenden Gefahrenherd? Unmittelbar nach der Katastrophe der „Titanic" überlegte man sich in alle»» Schiffahrtskreisen, wie der Wie- derholung eines solchen Unglücksfalles vorzubeugen sei. Zahlreich waren die Experimente, die mit Temperaturmessungen des Meereswassers angestellt wurden, aus denen hervorgeben sollte, ob schmelzende Eismassen in der Nähe seien. So wurden z. D. in den Schifsskiel besonders konstruierte Thermometer eingebaut, die auf elektrischem Wege die Teniperakur des Kielwassers auf der Kommandobrücke anzeigten. Aber die zunächst allgemein verbreitete Anschauung, daß das Meereswasser schon in weiterer Entfernung von einem Eisberg sehr abgekühlt sei, ist inzwischen widerlegt, und man hat eingesehen, daß auf diese Weise der Gefahr nicht beizukommen sei. Darauf tauchte der Plan auf, durch besondere Schiffsdienste alle Eisberge, die sich auf die Wanderung in südliche Gewässer begeben haben, vor der Erreichung der transatlantischen Schiffahrtsroute durch Sprengung zu vernichten. Es ist aber nicht einfach, etwa ein Gebilde zu zerstören, wie es der Dampfer „Discovery" am 22. Februar 1927 südlich von Amerika getroffen hat: dort sah man einen Eisberg von 65 Kilometer Breite und unabsehbarer Länge. Baschin hat später vermutet, daß es sich dabei um denselben Koloß handelte, den sechs Wochen vorher in der gleichen Gegend ein norwegischer Dampfer gesichtet hatte, und der eine Länge von 167 Kilometern besaß. Der englische Kutter „Modoc", der ständig im Patrouillendienst zur Beobachtung von Eisbergen verwandt wird, versuchte vor zwei Jahren, einen mächtigen Eisberg mit Dynamit aus dem Weg zu räumen. Am 26. Mai 1928 hatte der Kutter ebenfalls in der Nähe von Neufundland einen Eisberg entdeckt, der den Wasser- spiegel um 80 Meter überragte, einen viereckigen Block, auf den nun Jagd gemacht wurde. Man entschloß sich, ein paar Matrosen auf einer hervorspringenden Zunge des Berges zu landen und dort einen Minengang anzulegen. Zwei Gänge wurden gebohrt und mit Dynamit gefüllt, und nachdem sich die Matrosen wieder entfernt hatten, wurde eine Explosion hervorgerufen. Der Eisberg wankte, eine Säule von Wasser und Rauch stieg kerzengerade in die Luft, — aber als der Rauch verschwunden war und das Meer sich wieder beruhigt hatte, sah man, daß der Eisberg nur wenig gelitten hakte. S.ein Dach hakte sich etwas verschoben, und einige hundert Tonnen Eissplitter schwammen auf dem Wasser. Aber der Kuller gab die Sache nicht verloren und ging in den ersten Tagen des Juni zu einem neuen Angriff über. Mehrere Sprengungen wurden vorgenommen, ohne sichtbaren Erfolg. Doch sah man nach weiteren 14 Tagen, daß das Gefüge des Eisberges doch erschüttert war. Er löste sich ganz überraschend in viele tausend kleine Stücke auf. Dies umständliche Experiment beweist, daß die Vernichtung aller den Atlantik' bedrohenden Eisberge wohl unmöglich märe. Es bleibt nur übrig, vor ihnen die Flucht zu ergreifen — und dazu hat sich die Schiffahrt tatsächlich entschlossen. Durch einen internationalen Patrouil- l e n b i e n ft wird die Bewegung der Eisberge genau überwacht, und sobald die nördlichste Schifs- sahrtsroute bedroht ist, schlagen die Fahrzeuge aller Nationen südlichere Wege ein. Aus Wettbewerbsgründen müssen alle großen Reedereien gleichzeitig zum südlichen Weg übergehen; da die Nordroute nämlich die kürzeste ist, würden sonst die Dampfer waghalsiger Gesellschaften einen Zeitvorsprung erhalten. Durch dieses von Monat zu Monat immer weitergehende Ausweichen nach Süden ist es gelungen, Unglücksfälle für Paffagierdampfer im letzten Jahrzehnt völlig zu vermeiden. Nur Fischkutter fallen zuweilen den Eisbergen zum Opfer. Sprecher aus. Daß ein herzliches Derbunden- sein und die schönste Kameradschaftlichkeit herrsche, beweise die ganze Stimmung der Fünfziger und das gegenseitige Zusprechen wie Bruder zu Bruder. Berufsstände, Parteizugehörigkeit und De- kenntnifse spielten hier keine Rolle. Besonders weihevoll gestaltete sich die Heldenehrung derjenigen Alterskollegen, die im großen Vö.ker- ringen auf dem Felde der Ehre ihr Leben lassen mußten. Andächtig lauschten die AlterskolleZen stehend dein Liiede vom guten Kameraden. Für den musikalischen Teil sorgte die Kapelle Topp- Krengel, während die übrigen Darbietungen von Mitgliedern selbst bestritten wurden. Namentlich verdient Fräulein Rau, Tochter des Alterskollegen Emil Rau. mit ihren schönen Liedern und ihrem fclbstverfatzten Prolog besondere Hervorhebung. Nur zu rasch verstrichen die gemütlichen Stunden dieser ersten Geburtstagsfeier der Fünfziger 1880/1930. Der fröhlich und harmonisch verlaufene Abend wird sicherlich bei allen Teilnehmern eine angenehme Erinnerung zurückge- lassen haben. •• Sä n gerinnenfahrt nach Wetzlar. Dieser Tage folgte der Willsche Frauenchor Gießen, wie man uns mitteilt, einer Einladung des Union-Frauenchors, Wetzlar, zu einem friedlichen Gesangswettstreit, der in Der „Goethe - Linde" in Garbenheim ausgetragen wurde. Die Sängerfahrt war von bestem Frühlingswetter begünstigt. Der über 60 Mitglieder zählende Wetzlarer Frauenchor eröffnete den Reigen der gesanglichen Darbietungen mit dem Liede „Die linden Lüfte sind erwacht" und erfreute ferner im Laufe des Nachmittags die zahlreich erschienenen Zuhörer mit einer Reihe von Solo- und Chorgesängen, von denen das »Spin- nerlied" aus dem „Fliegenden Holländer" wiederholt werden mußte. Der Willsche Frauenchor Gicchen, der gegenwärtig 40 Mitglieder zählt, begann seine Darbietungen mit der russischen Volksweise „Iubilate" und mit dem beliebten thüringischen Volkslied „Abendglöcklein": ferner kamen u. a. die Chöre „Maienzeit" von Silcher und der technisch schwierige „Iäger aus Kur- psalz" zum Vortrag. Die sämtlichen Liedvorträgs gelangen ausgezeichnet und verrieten eine lobenswerte Durchbildung und Schulung der beteiligten Sängerinnen. Die Veranstaltung war ein Beweis dafür, daß auch der Frauengesairg heute an der bewußten Pflege des deutschen Volksliedes mit gutem Gelingen beteiligt ist. Der Männerchor „llnion-Club" Wetzlar hatte einen Teil seiner Hauskapelle in dankenswerter Weise zur Mitwirkung bei dem Gesangswettstreit zur Verfügung gestellt. Oberhessen. Landkreis Gießen. rtz Lollar, 4. April. Gestern abend fand im Saale „Zur Traube" eine außerordentliche! Generalversammlung des Vereins Kinderfreund statt, die von etwa 80 Mitgliedern! besucht war. Die ordentliche Generalversammlung am 28.Ianuar hatte die Neufassung der Satzungen beschlossen. Eine damals gewählte Kommission hatte die neue Satzung ausgearbeitet, die von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Die nach der-2hnnahme dieser neuen Satzung notwendig gewordene V o r - standswahl, die eine Erweiterung des Vorstandes vom neun auf elf Mitglieder bestimmte, hakte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Dekan Guhmann, 2. Vorsitzender Bürgermeister Schmidt, Vorstandsmitglieder Dir. I a n tz e n. Rektor i. R. D a a b, Zimmermeister Balthasar Nuhn, Werkmeister Heinrich Müller IU Reichsbahnbetriebsassistent Karl Drück, Landwirt Ludwig Hofmann V., Landwirt Heinrich Geißler vUL, Maschinenmeister Fritz Rohrbach, Schreiner Karl Seipp IL Die Verteilung der Aemter (außer dem des Vorsitzenden) hat sahungsgemäh durch den Vorstand zu erfolgen, was demnächst geschieht. Der Verein zählt zur Zeit 508 Mitglieder. • Reiskirchen, 4. April. Die Volks- nationale Re ich sv e r e in i g un g veranstaltete hier die erste, sehr gut besuchte öffentliche Versammlung. Im Anschluß an die Rede des Studienrats Dr. Gebhardt (Gießen) entwickelte sich eine rege und fruchtbare Aussprache. Aus den Worten der Ausspracheredner konnte man erkennen, daß die Gedanken dieser Sammelbewegung auch hier schon verbreitet sind. Wit der Gründung einer Ortsgruppe rechnet man für die nächste Zeit. -j- Grünberg, 4. April. Die Abschlußprüfung an der hiesigen Landwirtschaftlichen Schule fand am Mittwoch im „Rappen" statt. Die abgehenden 15 Schüler der Ober- Nasse wurden in Betriebslehre und außerdem in Ackerbau über das Thema „Neuanlage von Wiesen- und Weideflächen" geprüft, während dis Unterklasse ein Thema aus der Chemie: „Die Bedeutung des Kalkes in der Landwirtschaft" behandelte. Anschließend hielt der Schüler Wilhelm Peter, Dernsfeld, aus der Oberklasse einen Vortrag aus dem Gebiete des Ackerbaus über ,Bodenbearbeitung". Der Leiter der Schule, Direktor Trautmann, richtete herzliche Abschiedsworte an die ab gehenden Schuler. Der Nachmittag bereinigte Lehrer und Schüler nebst Angehörigen, sowie ehemalige Schüler der Anstalt zu einer Absch-iedsfeier. ' Dirklar, 4. April. In einer öffentlichen Der- scunmlung der Volksnationalen Reichsvereinigung sprach Herr S t o h n e r über Weg und Ziel dieser neuen Eammelbewegung. Eine lebhafte Aussprache trug zur Klärung einiger umstrittenen Fragen' wesentlich bei. Eine Ortsgruppe wurde gegründet. LJ Rodheim a. d. Horloff. 4. April. Im hiesigen Ähulsaal sand eine Ausstellung der Handarbeiten unserer Volks- und Mädchenfortbildungsschule statt. Beginnend mit d:n Arbeiten der Kleinsten schlossen sich, nach Schuljahren geordnet, die Arbeiten der übrigen Volksschuljahrgänge an, die recht deutlich Fortschritt und zunehmende Geschicklichkeit der Schülerinnen, fotoie. zielbewuhtes Zuwerkegehen, verbunden mit nimmermüdem Fleiß der Handarbeitslehrerin Bersch, erkennen liehen. Die den Dolksschularbeiten sich anschließende Ausstellungsgruppe der Fortbildungsschule, die unter Leitung von Fräulein Derk (Lich) steht, zeugte ebenfalls von regem Fleiß, künstlerischem Geschmack und guter Gesamtausbildung. Allgemeine Anerkennung fand die Tatsache, daß die Arbeiten nicht nur einseitig dem Schönen dienten, sondern daß sie vor allem praktische Verwendbarkeit zeigten. Die Ausstellung war nicht nur von der weiblichen, sondern auch von der männlichen Einwohnerschaft — auch viele auswärtige Besucher waren erschienen — außerordentlich stark besucht. Eine Geldsammlung wurde der hiesigen Schülerbücherei zugewiesen. Kreis Büdingen. h. Nidda, 3. April. Mit einer öffentlichen Prüfung im Gambrinussaale schloß die Landwirtschaftliche Schule Nidda ihr diesjähriges Wintersemester. 3m Auftrag der Regierung wohnte Oberstudiendirektor Dr. Fuhr von der Obst- und Weinbauschule Oppenheim der Prüfung bei. Das KreiSamt Büdingen war durch Regierungsrat Weber und der benadyi barte Kreis Schotten durch Kreisdirektor Dr» 3 a n n vertreten. Ferner hatten sich die Mit* glieder des Vorstandes und Wirtschaftsausschuifes der Schule, der Stadtvorftand von hier und die Eltern und Verwandten der Schüler, sowie sehr viele Landwirte aus dem Bezirk des Landwirtschaftsamts Nidda eingefundcn. Landwirtschaftsassessor Dr. Günther prüfte über „Anbau von Rotklee", Direktor Dr. Heifert über „Futtermittel" und Landwirtschaftsassessor Haury über „Das Saatgut". Sodann hielt ein Schüler der Oberklasse, Otto Kammer aus Ober-Widdersheun, einen sehr beifällig auf genommenen Vortrag über „Allgemeine Betrachtungen über landwirtschaftliche Betriebseinrichtungen". Der Regierungsvertreter sprach sich sehr lobend über die Leistungen der Schüler und den zeitgemäßen Vortrag aus und zollte Lehrern und Schülern volle Anerkennung. Er betonte, daß eine gründliche Ausbildung ein Haupterfordernis zur Selbsthilfe der Landwirtschaft bilde. Hierauf dankte Direktor Dr. geifert der Regierung, der Stadt Nidda, den Kreisverwaltungen von Büdingen und Schotten für die der Schule gewährten Llnterstützungen und richtete bei Verteilung der Zeugnisse herzliche Ab- schiedsworte und gute Ratschläge an die Schüler und deren Eltern. 3m Namen des Wirtschaftsausschusses der Schule sprach Kreisdirektor Dr. 3ann bedeutungsvolle Worte über die Aufgaben der Landwirtschaft zur Hebung der Not des Vaterlandes. Er schloß seine eirckrrucksvolle Ansprache mit einem Hoch auf das Vaterland. Begeistert stimmte die Versammlung ein und gSjhft ZZT ist ?et $tii, ^iner äffen, deficit* .riKs ÄÄ ■ tt ke Stu?Jrr®rUT‘* -ossen. Sine \12. J u n ff die ge! nach beuDrV »di, 5äfe* ^"kn-ngLx" i®s£Ä Wieder ®lt JW“ »«Iler ÄL bS8$S J^Ä^Wniien) & tftLS nfoIe " ^n zählt i- 2pril. Die DvU>. vrrnnigung t>etL 1 NM an die fofre e»f «tbt (e«6=n) m. no fruchtbare LuSsvracht. Ausfpracherebner konnte ä Manien dieser Sam. schm verbreitet sinh. Mit )rksLruppe rechnet man tytil Die Abschluß- M Landwirlschast. den 15 Schüler bei Ober« sichre und auherdm in Thma »Aeucmlage von hen" geprüft, während die aus der Chemien .Die 2e« t der Landwirtschaft" behielt der Schüler Wilhelm. rus der Oberflaffe einen biete des Ackerbaus über >er Leiter der Schule, Di- , richtete herzliche 2b- ibgchmden Schüler. Der Lchrer und Schüler nebst Malige Schüler der An- sfeier. In einer öffentlidien Der- lationalen Reichs- Herr Stöhnet über neuen SarMÄbtdr-ung. je tcuq zur Klärung eini- ^n wesentlich bei. Eine fltünbel. „ Horloff, 4 2pnl 3m mb eine Ausstellung en unserer Tvlls- tbildungsschule M cbeiten der Kleinsten schb.^ n geordnet, bie W*n ^uliabrgangr an, o>« -d zunehmende !, sowie i mit mmmemAm W trerin Derfch. . " Dvl'sschularbeitensich an- ung von Fr2u.em id und gui^r . • i, TS*-*“19 "7 «S& ,reä=- ss-i- ß«W*V 6itwt64« Mil L»»"' i** K M ti* SäÄÄ i ^reisaint . h^ach^ •Ä’flfr* HM **8'8^6 SÄ iSWiSE 'Sr,.W WW )t J w i »lÄrfsl -W'1. fang da» Deutschlandlied. Bürgermeister Rullmann von hier sprach al» Qkrtretet der Stadt dem Leiter und den Lehrern der Schule herzlichen Dank aus mit der Versicherung. bah die Stadtverwaltung der jungen Schule, die erst 3 Jahre zähle, ihr besonderes Wohlwollen und alle mögliche älnterstützung entgegenbringe. Gleichzeitig bat er die Schüler und anwesenden Landwirte, in ihren Gemeinden für die Schule zu werben. Daß sie für unsere Gegend ein Bedürfnis sei, beweise der gute Besuch im dritten Jahre (32 Schüler). Rach gemeinsamem Kaffee blieben die Teilnehmer der Feier bei Musik, Deklamationen in heimischer Mundart, Gesangsund Theatervortragen und Tanz noch lange beisammen. Kreis Schotten. D Laubach, 3. April. Die hiesige Ortsgruppe des Dolksbundes .Deutsche M r i e g 6 g r ä b c r f ü r 1 o r g c“ veranstaltete am Sonntagabend in der Stadrkirche unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Ehren derGe- fallenen deS Weltkrieges eine Gedächtnisfeier. Nachdem die Fahnenabordnungen sämtlicher Bereine am Altar Ausstellung genommen hatten, begann die erhebende Feier mit einem Trauermarsche, der von der Vtadtkapelle gespielt wurde. Don Kriegsteilnehmern und Schülern wurden abwechselnd Gedichte vorgetragen, die dem Andenken an unsere Gefallenen gewidmet waren. Heben den Gesängen deS Schülerchors wurde die Feier durch die GesangSvorträge von Fräulein Erna S t o l, Bilbel. unter Orgelbegleitung von stud. nat. Richter, Gießen, verschönt. Dekan D o l p hielt die Ansprache, wobei er unserer gefallenen Helden in gebührender Weise gedachte. Mit dem gemeinsam gesungenen Liede: .Ich hab' mich ergeben“, fand die Gedächtnisfeier ihren Abschluß. Der gesamte Reinertrag flieht dem DolkSbund .Deutsche KriegSaräberfürsorge" zu. — Am SamStag hielt der hiesige Schützen- verein unter dem Vorsitz deS Schützenmeisters W. Äreider feine diesjährige Generalversammlung im .Schützenhos“ ab. Heben der RccknungSablage, die ein günstiges Ergebnis zeigte, fand die Vorftandswahl statt, bei der der seitherige Vorstand wiedergewählt wurde. Ferner wurde beschlossen, gegen Ende August ein größeres Schießen zu veranstalten, wobei auch eine Erinnerungsmünze an die Schützen auSgegeben werden soll. Die weitere Ausgestaltung diese» Festes wurde dem Vorstand überlassen. I Ober-LaiS, S. Aprll. Beim Abbruch eine» alten Gebäudes, das früher einmal als Wohnhau» gedient hatte, sand man hier ein leider beschädigtes durchbohrtes Steinbeil. Der Fund ergänzt zwar die bisher aus unserer Gemarkung vorhandenen Steinbellfunde, läßt jedoch ebensowenig wie diese einen Schluß auf eine so frühzeitige Besiedlung unseres Tale- I zu. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, daß diese» Dell — und dafür spricht der Fund innerhalb eines Haufe» — tote viele andere darn Donnerkeilaberglauben feine Erba.tung an dieser Stolle verdankt. Hoch vor mehreren Jahrzehnten waren Steinbeile unter dem Hamen .Donnerkeile“ ein beliebter Handelsartikel reisender Schirmflider usw. Die Bevölkerung schrieb ihnen die Kraft zu. das Haus vor Blitzschlag zu behüten und legte sie unter die Sparren de» Daches. Preußen. Kreis Wetzlar. e fi rofborf, 4. April. Wie uns von der F re i- willigen Feuerwehr Krofdorf mitgTteiü wird, hat eine auf den 23. März einberufene P r o- teft Versammlung beschlossen, ben U e b u n gebe t r i e b so lange einzu st eilen, bis bie U n • ftlmmigfeiten mit ber Polizei, hervor- gerufen anläßlich bes Familienabends der Feuerwehr, erledigt sind. Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 4. April. Gin Zigarrenhändler au» Dad-Hauheim war von dem Amtsgericht Dad-Hauhelm zu einer höheren Geldstrafe wegen Tabaksteuerhinter ziehung verurteilt worden. Seine Berufung hatte keinen Erfolg. Gr bestritt seine Schuld und führte an, die von den Zollbeamten festgestellte Fehlmenge unversteuerter Zigarren in seinem Lager habe er nicht verkauft, sie lasse sich nur dadurch erklären, daß Diebe in sein Lager eingebrochen wären und die Zigarren entwendet hätten. Das Gericht schloß sich seinen Ausführungen nicht an, da nach der Oertlichkeit ein Diebstahl Unwahrscheinlich war und noch andere Indizien, insbesondere die Tatsache, daß die der Steuerkon» trolle dienenden Bücher nicht ordnungsmäßig geführt waren, gegen den Angeklagten sprachen. Wegen Arrestbruchs war ein Arbeiter von dem Amtsgericht Vilbel zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Es wurde ihm vorgeworfen, einen für seine Gläubiger gepfändeten Lastkraftwagen vorsähllch der Psandvollstredung entzogen zu haben. Hach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hatte das Berufungsgericht Zweifel, daß ein Arrestbruch im Sinne deS Gesetzes notliege und sprach den Angeklagten auf seine Berufung hin frei. Das Amtsgericht Lauterbach hatte verschiedene Landleute aus Blitzenrod wegen Wilderei verurteilt. Einer der Verurteilten, der eine Ge- sängniSstrafe erhalten hatte, legte Berufung ein. Sie hatte zum Teil Erfolg, da das Berufungsgericht die Gefängnisstrafe in eine allerdings empfindliche Geldstrafe verwandelte. DaS Berufungsgericht hielt eine Geldstrafe für ausreichend au» dem Grunde, well der Angeklagte, der noch fast jugendlich und unbestraft ist, offenbar nicht gewerbsmäßig dem unehrlichen Handwerk nachgegangen, sondern seiner Jagdleidenschaft erlegen war. Da es sich um schwere Etraf- fälle — in fortgesetzter Begehung-weise — bandelte, wurde auf eine hohe Geldstrafe erkannt. «piekplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 6. April, 18 bis 22 30 älbr: Lohengrin. Montag, 7. Aprll, 19.30 bi» gegen 22.30 Ubr: Don Juan. Dienstag, 8. April. 19 bis nach 21.30 Albt: DaS Land be» Lächelns. Mittwoch, 9. Avril, 19.30 biS gegen 22.30 älhr: Der getreue Musikmeister. Hierauf: Petrou'chka. Ballett. Musik von 3gor Stra- Eßt mehr Roggenbrot! Winsky. Zum Schluß: Achtung! Aufnahme! Tragikomödie. Musik von Wilhc.m Groß. Donnerstag, 10. April, 19.30 bis 22.30 Ubr: Othello. Freitag, 11. Aprll, 19.30 bi» gegen 22.30 ilbt: Indigo. Samstag, 12., 19 bis nach 21.30 Uhr: Das Land des LächclnS. Sonntag, 13. April, 15.30 bis 17.30 Uhr: Erste» Gastspiel der Wiener Sänger-Knaben: Hänsel und Gretel. Märchenoper. 19.30 bis 21.30: Zweites und letztes Gastspiel der Wiener Sänger-Knaben: Hänsel und Gretel. Montag, 14. April, 20 bi« 22.30 Uhr: Tiefland. Schauspielhaus. Sonntag, 6. 2lpril, 11 bis gegen 13 Uhr: Tanz-Matinee. Grell Haud. 15.30 bis gegen 17.45 Uhr: Marius ahoi! 20 bis gegen 22.30 Uhr: Straße. Montag, 7. April, 20 bis gegen 22 Uhr: Die neue Sachlichkeit. Dienstag, 8. April, 20 bis gegen 22 Uhr: Mond von links. Mittwoch, 9., 20 b. g. 22 Uhr: Mond von links. Donnerstag, 10. Aprll, 20 bi» gegen 22 Uhr: Schwingen über Europa. Freilag, 11. April, 20 biS nach 22.15 Uhr: Julius Eaesar. SamStag, 12. Aprll, 20 bis gegen 22 Uhr: Mond von links. Sonntag, 13. April, 10.30 bis nach 12.45 Uhr: Julius Caesar. 15.30 bis 17.45 Uhr: Die QLben teuer des braven Soldaten Schwejk. 20 bi» gegen 22 Uhr: Tanzabend. Hiddh Impekoven. Montag, 14. Aprll, 20 bis gegen 22 Uhr: Brülle China. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Für nnoerlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 6. Aprll. Judika. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; Konfirmation der Kinder der Matthäusgemeindc; Feier des bl. Abendmahls-, 18: Pfarrer Decker. — Johannes- kirche. 9.30: Pfarrer Lic. ®aas; Konfirmation der Kinder der Pctrusgcmcinde; Feier des hl. Abendmahls: 14: Pfarrer Ausfeld-, Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Johannes- und Militärgemeinde: 18: Pfarrer Schlaudraff; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhof». 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Kinderkirche: Pfarrer Lenv — Elifabeth- kleiNtindcrfchule. 18: Pfarrer l.ic. Waas. — fton- flrmanbenfaal (Liebiastraße 56). 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Dechtolsheimer. — Klein-Linden. 10: Hauptgottcsdicnst. Prüfung der Konfirmanden: 11: Kindergottesdienst. — Miefeck. 9.30: Vorstellung der Konfirmanden, Opfer für das Hessische Krüppelheim — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1330: Kirchberg. Prüfung und Vorstellung der Kon- sirmanden; Kollekte. — Hausen-Garbenieich. Dorstel- lung der Konfirmanden. 10: Garbenteich-, 13: Hausen. — Mahenborn Sleinberg. 10: Konsirmandenprü- fung tSchülerchor): 20: Passionsandacht. — Cid). 9.15: Beichte: 9.30: Stiftsdechant Kahn: hl. Mend- mahl: 12.45: Kindergottesdienst. Mittwoch, den 9. April. Cich. 20 Uhr: Passionsandacht. katholische Gemeinden. Samstag, den 5. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den j. 2IpriL Passionssonntag. Gießen. 6.30: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Männer: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt: 17.30: Christenlehre und An dacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Fastenandacht. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Christenlehre und Fastenandacht. — Caubach. 10: Hochamt mit Pre- diat: 14.30: Christenlehre und Segensandacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 8. April. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch, den 9. April. Hungen. 6.30 Uhr: Gottesdienst. Donnerstag, den 10. April. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 11. Aprll. Gießen. 6 30 Uhr: Hochamt; 18.30: Fastenandacht. — Cich. 20 Uhr: Herz-Jesu-Andacht mit Segen. €onnt> im VERBESSERTEN OPEL Noch nie hat das deutsche Publikum eine solche Gelegenheit gehabt, von den Ersparnissen zu profitieren, die durch erhöhte Produktion bei unüber- währleistet Ersparnisse an Gasverbrauch, die jeden Opelbesitzer in Erstaunen versetzen müssen. Besseres Kühlsystem bedeutet geringere Erhitzung des ^OlGUNC APRi I|,tERNATI0NA1E troffener technischer Qualität erzieltworden sind.DieOpel-Preise liegen zwischen 1990 RM für den 4 PS Zweisitzer und 4600 RM für die 8 PS Luxus-Limousine. Wirklich einTriumph modernerArbeits- methoden 1 Die 4 PS Limousine bietet jede Bequemlichkeit und reichlichen Raum für 4 Erwachsene zum Preise von 2700 RM. Außerdem bietet ein Opelwagen den Vorteil geringer Unterhaltungskosten. 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Trinidad, Columbia, Panamakanal, Havana 2 Sonne über der Nordsee Nordseeinselfahrt nach Sylt und Helgoland 3 Die Welthandelsstadt Hamburg und ihre Häfen Teilzahlungen MÖBEL-LEISLER v= Muabeniuftriut Lucius Forsti,aus b. Echzell. oricbbera «• Hess.. Xfttitb 23(12km u. Bad-Naubeiml. Gear.1808 Intern, m. 40 Schiri. Sexta Qbcriekunda, Obcrrcali ule und Nealgymnasium. Äründl.Umerrichli.kl.Ktnssen. Individuell Erziehung. In christlichem ievang.» Sinn nc» leitet. Schöne Vnne n.Wald. Gesunde Lebensweise. Beile (Lmpsehl. Etntrtii jederzeit. IllustrierrerBrosveki tosten 1 durch Dr. LuctuS. IMIM NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Wept Nr 81 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 5. April 1930 Die Heilstätte Seltersberg 'TEN für Tuberkulose der oberen Luftwege Das erste Institut dieser Art in Deutschland Heilstätte Seltersberg in Gießen: Frontansicht. M$e für den Aufentho Liegehalle für F Heilstätte Soltersberg in Gießen: Gartenfette Heilstätte Seltersberg in Gießen: Halle im rste,» Stock. rbrauch, die jeden müssen. Kes- gere Erhitzung des idurch Ersparnis an düng erstklassigen i genaueste Präzi- ■öcken Reparaturen um herab. Ein Auto (der. Opel bietet es igem Preis und mit terhaltungskosten. >ich vom nächsten He zahlreichen Ver- eigen, die dies er- n. Wäsche usw. etwa 97 000 Mark, für das Instrumentarium etwa 16 000 Mark, für besondere Einrichtungen wie Röntgen- und Lichtbeleuchtungsan, läge etwa 34 000 Mark. Inhalationen 30 000 Mark, allergenfreien Kammern 25 000 Mark. Sterilifotions- anlagen 10 000 Mark. Einrichtung der Küche 10 000 Mark. Einrichtung der Wäscherei 12 000 Mark, für die Herstellung der Garten- und Weaeanlagen 46 000 Mark. Der größte Teil der Bauarbeiten konnte von einfoeim iid>en Firmen aus geführt werden. Nutzgarten für die Heilstätte, teils als Ziergarten "M der Kranken angelegt. Je eine jrauen und Männer befinden sich abseits getrennt in dem weiten Gartengelände, das keller, die Waschküche, den Plättraum mit Flickstube und Trockenboden, sowie mehrere Zimmer für das Personal. In der Speiseküche sind ein besonderer Annahme- und «in Ausgaberaum. Hier werden die Speisen ausgegeben bzw das Geschirr wieder angenommen, das durch einen besonderen Sdjalter direkt in den Spül, und Desinfektionsraum gebracht wird, wo cs in größeren Schränken Aufbewahrung findet. Eine große Kühlanlage ist sowohl für Eis-, als auch für Speiseeisbereitung eingerichtet Der große Küchenherd und der Brat- und Backofen werden elektrisch beheizt, die Kochkessel und anderen Kippappa. rate mit Niederdruckdampf erwärmt. Im übrigen ist die Küche mit allen erforderlichen Äleinmaschinen modernster Art ausgestattet: das gleiche ist von der Waschküche zu berichten. Das Wirtschaftsgebäude ist telefonisch mit dem Hauptgebäude verbunden, die Beheizung und Dampferzeugung erfolgt von der Zentralheizanlage im Hauptgebäude aus. In einem kleinen Nebenbau befinden sich eine Desinfektionsanlage mit Reinigungsbod, sowie ein Müllverbrennungsofen. Ferner ist daselbst ein Raum für Impftiere mit Freilaus angebaut. Nie Gartenanlage. Die Heilstätte wird von einem Gelände von über 11000 Quadratmeter Größe umschlossen, das von der Stadt Gießen dem Hessischen Landesverband $ur Bekämpfung der Tuberkulose schenkungsweise überlassen wurde. Das Gelände wurde teils als mit Baumgruppen und Nutz- und Ziersträuchern versehen wird. Nie Baukosten. Die Gesamtbaukostcn waren ursprünglich auf eine Million Mark veranschlagt Durch verschiedene Erweiterungen und neuzeitliche Bcrbesserungen hat diese Summe eine Steigerung erfahren, wobei aber zu beachten ist, daß die neue Heilstätte nicht allein ein modernes Krankenhaus, sondern auch ein Forschungsinstitut sein wird, das als erstes dieser Art errichtet wurde Die Gesamtkosten werden sich auf etwa 1250 000 Mark belaufen. Hiervon entfallen auf den Rohbau etwa 470 000 Mark, auf den inneren Ausbau etwa 500 000 Mark, für Mobiliar, rials gesehen. Hieraus ergab sich die reiche Anordnung von Porzellanplatten für die Flure. Bäder. Toiletten. Inhalatorien, Operation--, Eterilisations. und Behandlungsräume, ferner sind Plattenbekleidungen um alle Waschtische gewählt worden Aus Sparsamkei sgründen entschloß man sich, nur im dritten Obergeschoß die Flure mit Stallit-Wandvcrkleidung zu versehen. Für die Haupthalle mit der breiten Kunst- steintreppe entschied man sich zur Bekleidung der Wände für den einheimischen polierten Kalk- stein, sog. Lahnmarmor, der in seiner prachtvollen Äderung und den schönen Farben auf das Auge der Patienten einen angenehmen Eindruck aus- üben wird. Für den Bodenbelag der Haupteingangshalle wurden Marmorplatten verwandt, da diese im Preise nur wenig unterschiedlich gegenüber anderen, gleich großen Steinfliehen sind. Die Flure in allen Etagen wurden ebenso wie sämtliche Zimmer mit Linoleum belegt, die Wände in den Krankenzimmern und in allen bewohnbaren Raumen in lichten Salubra tapeziert, um so einen behaglichen, angenehmen Eindruck zu erhalten, einige Krankenzimmer im dritten Obergeschoß wurden in Oelfarbe gestrichen. Alle Beschlagteile der Türen, die sichtbaren Armaturen und die Metallteile der Beleuchtungskörper sind matt vernickelt und der besseren Haltbarkeit halber noch verchromt: auch die Handleisten an der Haupttreppe sind in Vernickelung angefertigt. Die Beheizung des Gebäudes erfolgt mittete einer Damps-Warmwasser-Pumpenhcizung. für das Wirtschaftsgebäude ist eine Riederdruckdampfheizung eingebaut worden. Die sanitären Einrichtungen umfassen eine weitverzweigte Anlage. In allen Krankenräumen, den Tagesräu- men, den Arbeits- und Behandlungsräumen ist kaltes und warmes Wasser vorhanden und befinden sich neuzeitliche Waschbecken. Die Bäder haben gußeifenemaillierte, mit Porzellanplatten bekleidete Wannen. Zur Dernichtung des Spu- — Weißbinderarbeiten: A. Hauptbau: Fa. Gebr. Nicolaus, Gießen: B. Nebenbauten: Fa. Klippel & Lauch und Fink. — Elektrische Licht- und Kraftanlagen: Fa. Georg Appel, Gießen. — Beleuchtungskörper: Fa. Max Weißbäcker, Gießen; Fa. 9t Rödiger, Gießen: Fa Franz Link, Frankfurt a. M. — Elektr. Aufzüge Fa. I. Baas, Darm- stadt. — Schwachftrvmanlagen (Telefonanlage, Lichtsignalanlage, elektr. Uhrenanlage, Radioanlagc-: Fa. Siemens8-Halske, Frankfurt a.M. — Berdunkelungs» Vorrichtungen.- Fa. K. Götze. Dülleldori. — SUuhen* gehendste Vorsorge getroffen worden war, konnte am 1. Mai 1928 nach den Plänen des Architekten Baurat Hans Meyer mit dem Bau begonnen werden. Dem ersten Spatenstich am 1. Mai 1928 folgte nach flottem Arbeitsverlauf am 18. Juni 1928 die feierliche Weihe eines Gedenksteines am Hauptportal des Gebäudes. Der Rohbau konnte bis zum Dezember 1928 fertiggestellt werden. Das Jahr 1929 war in der Hauptsache dem inneren Ausbau der Heilstätte gewidmet. Das Gebäude, dessen östlicher Flügel eine Länge von 41,20 Meter und eine Breite von 11,40 Meter hat, während der südliche Flügel eine Länge von 46,90 Meter und eine Breite von 14,80 Meter aufweist, hat außer dem Untergeschoß noch vier Stockwerke und im Mittelbau ein fünftes Dachgeschoß, die insgesamt die stattliche Höhe von 21,30 Meter ergeben Entgegen dem ursprünglichen Projekt, die Heilstätte für 60 Betten zu errichten, wurde durch Vergrößerung der Flüget- bauten und durch den Ausbau des dritten Obergeschosses Raum für insgesamt 90 Betten geschaffen. Besonderer Wert wurde daraus gelegt, daß alle Stranfenräume möglichst direktes Somren- licht erhalten, die Krankenräume entsprechend der örtlichen Bodengestaltung und den Witte- rungsvcrhältnissen von Winden und Schlagregen möglichst verschont bleiben, ferner für sich in verschiedenen Abteilungen abgeschlo sen sind und nicht von Fremden betreten werden können, die Behandlungsräume im Erdgeschoß sich zweckdienlich aneinanderreihen, alle Räume durch ein zentralgelegenes Treppenhaus leicht übersehen und erreicht werden können und die Räume der Verwaltung, des Direktors, der Aerzte und der Schwestern in unmittelbarer Rähe der Krankenräume liegen, aber für sich getrennt zu erreichen sind. Aus dieser Grundrißgestaltung ergab sich die Anordnung des zweiflügiigen Winkelbaues Das Gebäude wurde mit einem Flachdach aus- gestattet, weil dadurch ganz besonders die Mög- lick keil gegeben wurde, die flach 'gelagerten Dachflächen als Licht-. Luft- und Sonnenbäder den Kranken zugänglich zu machen. Durch die Anwendung aller neuzeitlichen Möglichkeiten und bautechnischen Erfahrungen wurden Schallübertragungen zwischen den einzelnen Krankenckm- mern und zwischen den verschiedenen Geschossen vermieden, ferner wurden die Türen der Kran- fenräumc and aller Behandlungsräume schallsicher hergerichtet und mit Gummidichtung n versehen. Auf diese Weise ist Gewähr dafür geboten daß allen Patienten vollkommene Ruhe gesichert ist. Beim inneren Ausbau der Heilstätte wurde vor allem auch auf Güte und Haltbarkeit des MateIADA 11110311 «.Pf j. tunte bzw. der tuberkulösen Ansteckungsstoffe ist auf jeder Station ein Desinfektionsapparat eingebaut, der mittels Dampf, heißem und kaltem Wasser die Desinfektion der Gefäße und die Vernichtung der Krankheitskeime besorgt. Zur Verpflegung der Kranken und des Personals ist in jedem Stockwerk eine geräumige Anrichte und Teeküche eingerichtet, in der die Speisen, die aus dem neben ' der Heilstätte errichteten Wirtschaftsgebäude mit dem Küchenwagen herankom- men. verteilt werden. Für die ärztliche Behandlung erforderte die Heilstätte außer den üblichen Einrichtungen eines Krankenhauses noch die besonders sorgfältige Durchführung von speziellen Anlagen. Hierfür mußten sehr erhebliche Mittel aufgewendet werden. Für die Einrichtung der allergenfreien Kammern (Reinluftanlage nach dem System Storm van Leeuwen-Cinthoven) waren allein etwa 25 000 Mark erforderlich. Die Einrichtung der mtt 21 Inhalationsapparaten ausgestatteten Inhalationsräume und die Luftbefeuchtungsanlage kosteten etwa 30 000 Mk. In 29 Krankenzimmern, den fünf Tagesräumen, und in den fünf Antersuchungsräumen sind Luftanschlüsse für Saug- und Druckluft zum Anschluß von Apparaten vorgesehen, ebenso sind in allen Äranten- zimmern und den Tagesräumen Luftbefeuchtungsapparate eingebaut, mit denen die Luft von Staub, Sputumtröpfchen usw. gereinigt werden kann. Daß der Operationssaal gleichfalls mit den neuzeitlichsten Einrichtungen versehen ist. die die Wissenschaft und die Technik geschaffen haben, und außerdem über das modernste Röntgenlaboratorium verfügt, versteht sich von selbst Ferner ist die Heilstätte mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet, so daß die Patienten zur Benachrichtigung des Pflegepersonals nicht mehr, wie in manchen anderen Krankenhäusern, sich einer Klingel bedienen müssen, sondern den Lichtruf abschicken, der in dem Schwesternstations- zimmer an einem sinnreichen Lampensystem sofort erkannt totrb und dessen Herkunft sogleich festgestellt werden kann. Weiter ist in dem Gebäude eine elektrische älhrenanlage eingerichtet, ebenso eine automatische Fernsprechanlage und schließlich noch eine Verstärkeranlage für Rundfunk. Schallplatten, Sprache und Musik, damit den Patienten sowohl in den Krankenzimmern, wie auch in den Tagesräumen mannigfache Unterhaltung geboten werden kann. Oas Wirtschaft--Gebäude Das neben dem Heilstätlengeböude, aber räum* lich von diesem getrennt errichtete Wirtschaftsgebäude enthalt die Speiseküchc, die Wirtsachfts- arbeiten wurden auch an auswärtige Finnen vergeben. Die örtliche Bauleitung lag in den Händen des Bauführers Seibert (Gießen). Der bauleitende Architekt. Baurat Meyer, hebt am Schlüße seines Berichtes über den Bauvorgang besonders hervor, daß alle Firmen, Meister und Gesellen in dankens- werter Weise mitgeholfen haben an diesem großen Werk, und ihr Bestes taten, um diese neuzeitliche Heilstätte vorbildlich erstehen zu lasten. Nie Helfer am Werk Die nachstehend verzeichneten Firmen und Handwerker haben am Bau dieser Hellstätte mitgewirkt: Maurerarbeiten: M. 2lb ermann, G. m b. H., Gießen. — Betonarbeiten: Fa. Betongesellschaft m. b. H., Gießen. — Zimmerarbeiten: Fa. B. Nuhn, Lollar- Gießen. — Dachdeckerarbeiten: Fa. Ph. Kröck & Sohn, Gießen: Fa. Busscher & Hoffmann, Mainz. — Isolierungsarbeiten: Fa. Stettiner & Co., Stuttgart: Fa. Ruberoidwerke, A.-G., Hamburg. — Glaserarbeiten: Fa. E. H. Müller, Gießen, Glaser- Vereinigung^ Gießen (B. Bierau). — Schiebefenster: t£a. Joh. Schmid, A.-G., Blaubeuren (Württ.). — ischreinerarbeiten: Fa. K. Hahn, Gießen: Fa. W. Bender, Gießen, E. H. Müller, Gießen: B Nuhn, G. m. b. H., Gießen , Fa. Gg. Mandler, Heuchelheim; H. Reuschling, Heuchefheim, W. Stein, Klein Linden; Gebr. Beil, Gießen. — Krankenzimmertüren: Fa. Telephonzellenbaugesellschaft, Köln. — Balkontüren: Fa. H. Vetter, Gießen: Fa. Gg. Haubach, Gießen; Fa. Friedr. Rinn, Heuchelheim. — Schlosserarbeiten: Fa. K. Krailing, Gießen; Fa. K. Wigandt, Gießen; Fa. W. Ziegenhain Nachs., Gießen, Fa. F. Rau, Gießen; Fa. Ph. Volkmann, Heuchelheim, Fa. H. Scheid, Gießen; Fa. Gg. Euler, Gießen; Fa. Jul. Stahr, Gießen. — Zentralheizungsanlage, Dampf- und Warmwasserbereitung: Fa. Jakob Nohl, Darm- stadt. — Sanitäre Anlagen, Kalt und Warmwasser- lettung und Gas: Fa. H. Schaffstaedt, G. m. b. H., Gießen; Fa. Bamberger, Leroi & Co., Frankfurt — Inhalcttions- und Druckluftanlage: Fa. K. Heyer, Bad Ems, Fa. H. Schaffstaedt, G. m b. H., Gießen. — Reinluftanlage (allergenfreie Kammern): Fa. Diplom-Jng. K. Schmaltz, Wach- witz bei Dresden. — Röntgen, und Lichtbehand- lungsanlage: Fa. Siemens-Reiniger-Veifa. Frankfurt a.M. — Sterilisationsanlage: Fa. E. F. Küster, Berlin. — Konalifationsanlage: Fa. Vereinigung der Installateure Gießen (K. Kolb). — Spenglerarbei- ten: Fa. Spenglervereinigung Gießen (H. Blum). Am heutigen Samstag, 5. April, in der Mittagsstunde wird die vom Hessischen Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose in Gießen errichtete Heilstätte Seltersberg f ü r Tuberkulose der oberen Luftwege mit einer schlichten Feier eingeweiht. Damtt erfährt ein Heilstätten-- und For- schungSbau seine Vollendung, der nicht nur ein besonders starkes Aktivum unserer Gießener Klinikseinrichtungen ist, sondern auch die einzige Hellstätte dieser Art in Deutschland darstellt. Der Hessische Landesverband mit seinem Vorsitzenden, Präsident Dr. h. c. Reumann, Darmstadt, der Direktor der Heilstätte, UniversisätS- prosessor Dr. Brügge mann, der bauleitende Architekt und Schöpfer des Bauentwurfs, ‘Bautet Hans Meyer, Senator h. c., die am Bau beteiligten Firmen und geistigen und körperlichen^ Arbeiter, sowie auch die Stadt Gießen, die diesem Bauwerk weitgehende Förderung ungebeten ließ, sie alle können mit stolzer Genugtuung aus das großartige Werk blicken, das mit dieser Heilstätte in gemeinsamer Arbeit und Opferfreudigkeit zum Besten der leidenden Menschheit geschaffen wurde. Aber auch die Hessische Landesuniversität, mit deren Medizinischer Fakultät die Hellstätte Seltersberg durch ihren ärztlichen Leiter, Universitätsprofessor Dr. Brüggemann, dem Direktor der Uniber- sitätsllinik für Ohren-, Rasen- und Halskranke, in Personalunion verbunden sein wird, kann mit hoher Befriedigung diese neue Stätte der wissenschaftlichen Forschung und der Behandlung und Heilung von Kranken willkommen heißen. Das HeNstaiten-Gebäude. Rachdem die Stadt Gießen im Jahre 1927 das Baugelände, in der Rähe der Lupusheil- stä'te, im ilnfange von über 10 000 Quadratmeter in Erbpacht zur Verfügung gestellt hatte und für die Finanzierung, dank der regen Bemühungen des Präsidenten Dr. Reumann, weitpolstert»01’6 MatratiCÖ, atl9ei^ef Werkstätte 4 M wr7 ■*.A U'DMW einrichtung: Fa. Gvdr. Röder. Darmstadt: Fa. Prometheus, Frankfurt a. M. — Wäfchereianlage: Fa. Senking-Werke A.-G., Hildesheim b. Hannover. — Plättereieinrichtung: Fa. Gocdecker, München. — Plattenarbeiten: Fa. M. Abermann, Gießen: Fa. Jean Dern & Cie., Gießen; Fa. Sack & Jughardt, Gießen. — Marmorarbeiten: Fa. Dyckerhoff & Mu- mann, Wetzlar — Linoleum und Salubratapeten- licferung: Fa. F. Nennstiel. Gießen: Fa. H. Hoch- stütter. Gießen: Fa. O. Täubert, Gießen. — Tapeziererarbeiten: Fa. Theodor Erb, Gießen; Fa. A. Nees. Gießen: Fa. W. Böhling, Gießen: Fa I. Klinkerfuß. Gießen. — Elektr. Kühlanlagen: Fa Julius Römfeld. Mainz. — Elektr. Kühlschränke: Fa. Bamberger. Bervi & Co.. Frankfurt a. M. — Sputumapparate: Fa. So ..app m. b. H., Stuttgart. — Geschirrspülapparate: Fa. F. Lacher. Bensheim. — Desinfektionsanlage: Fa. Michels. Andernach a. Rh. —- Zimmereinrichtungen: Fa. Trier. Darmstadt; Fa. W. Krämer, Langsdorf; Fa. Ringshausen. Nidda; Fa. K. Hahn, Gießen. — Gartenanlagen: Obergärtner Belz, Gießen: Hch. Steinhauer, Klein- Linden. — Wegeanlagen (Straßen und Pflasterungen uslv.): K. Mohr und H. Lauspach, Annerod. — Spiegellieferung: Fa. Glaskontor G.m. b. H., Gießen. — Stalfitroandbekleidung: Fa. Paul Berthram, Halle a. d. S. — Beschlagteile usw.: Fa. E. Pistor Nachf., Gießen. — Steinholzfußböden: Fa. Stein- holz- und Fußbodenwerke. Wetzlar. — Innere Einrichtungen usw.: Fa. B. Kühne, Gießen; Fa. Ehr. Arnold, Gießen: Fa. Röhr, Gießen; Fa. Bär, Gießen; Fa. Nowack Nachf., Gießen; Fa. Gebr. Schmidt, Gießen; Fa. Fritz Nennstiel. Gießen; Fa. Kohler- mann, Gießen: Fa. Gebr. Seelbach, Gießen; Fa. Betten-Buchdahl, Frankfurt a. M. und noch verschiedene Firmen. Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung an der Börse sehr pessimistisch: denn der nicht erwartete und plötzliche Rücktritt der Reichsregierung lieh stärkere Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Wirtschaftsgestaltung durch das neue Ereignis in Erscheinung treten. Die Börse selbst wurde davon aber wenig berührt und lieh sich nicht, erschüttern. Die Grundtendenz war unvermindert freundlich, doch war, hervorgerufen durch die neugeschaffene Lage, eine ge- wisse Zurückhaltung nicht zu verkennen, so doh das Geschäft doch eine erhebliche Einbuße hinnehmen mußte. Aber auch diese Zurückhaltung hielt nicht lange an, da man sich nach den ewigen Reibereien des alten Kabinetts von dem Zustandekommen einer neuen Regierung viel versprach. Der Zahltag wurde reibungslos überwunden, und die Kulisse zeigte Mut, zu neuen Deckungskäufen zu schreiten, da von dieser Seite auf eine baldige Wiedererleichterung der Geld- marktverhältnisse große Hoffnungen gesetzt wurden. Die fast immer feste Reuhorker Börse trug zur Besserung der Situation bei. Zwischendurch machte sich wieder eine gewisse Lustlosigkeit bemerkbar, was aber in der Hauptsache auf den sehr gering gewordenen Ordereingang zurückzuführen war. Die neuerlich geplanten Detriebseinschränkungen bei der Aku machten einen sehr ungünstigen Eindruck, zumal in diesem Papier Abgaben in größerem Um- fange vorgenommen wurden. Aber auch von holländischer Seite kam Material an den Markt, und es ergab sich für Aku ein erheblicher Kurseinbruch, der vor allem auf Demberg nicht ohne Einfluß blieb und auch die übrigen Märkte, wenn auch nicht in dem Llmfange, mitzog. Man sprach jetzt davon, daß nicht mehr nur 6 Prozent, sondern nur noch 4 Prozent Dividende zur Ausschüttung bei Aku kommen sollen. Der Kreis der Spezialwerte vergrößerte sich ganz erheblich. Selbstverständlich war die Um» sahtätigteit in diesen Werten zeitweise sehr lebhaft.^ 3n den Wirtschaftsnachrichten sind zwar die üblichen Klagen immer noch enthalten, doch wird auch von dieser Seite eine bessere Zukunft vorausgesagt. Am Kunstseidemarkt machte sich auch eine Beruhigung bemerkbar, denn das Angebot hat erheblich nachgelassen. Teilweise trat auch hier eine Erhöhung der Kurse ein. Zum Wochenschluß machte sich, beginnend an .der Abendbörse, wieder eine gewisse Unsicherheit in Anbetracht der innerpolitischen Lage bemerkbar. Doch wurde die Tendenz wieder fest, so daß zeitweise ein recht lebhaftes Geschäft zu verzeichnen war. Die Kurse gingen sprunghaft in die Höhe, doch trat wieder ein kleiner Rückschlag ein, da der Auftragseingang nachgelassen hatte. Die Kulisse verhielt sich abwartend, die Grundstimmung war aber unverkennbar freundlich. An der Spitze aller Werte standen in dieser Woche in erster Linie Conti-Gummi, die aus den guten Geschäftsgang und die vorgenommene Dwldendenerhöhung um 2 Prozent starkes Interesse auf sich lenkten und insgesamt 24 Pro- Kknt gewannen. Aber auch für Elektrvwerte machte sich lebhaftere Rachsrage geltend. AEG. lagen 7 Prozent, Licht & Kraft 3 Prozent, Schuckert 7 Prozent und Siemens 12 Prozent fester. I.° G.-Farben gewannen 10 Prozent; dabei muß berück ichtigt werden, daß schon einmal eine Rotiz von 181 Prozent gegen einen Dergleichskurs von 178,5 Prozent erreicht wurde. Mehr in den Vordergrund treten konnten noch Dank für Drau- industrie mit plus 10 Prozent, Chadeaktien mit plus 22 Mark. Deutsche Linoleum mit plus 11 Prozent. Salzdetfurth mit plus 10 Prozent, Westeregeln mit plus 7 Prozent und Oberbedarf mit plus 5 Prozent. Auch dem Baumarkt wandte sich Interesse zu. Vor ollem Wayh & Frehtag waren auf einen erneuten Reparationsauftrag gesucht und 7 Prozent fester, Holzmann plus 5 Prozent. Im übrigen waren die Aktienmärkte bis zu 4 Prozent im Kurse gebessert. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen anziehend, doch war das Geschäft nicht mehr so lebhaft. Ausländer freundlich. Tagesgeld war mit 5 Prozent wieder leichter: hiervon ausgehend schöpfte die Kulisse erneut Mut und gab sich einer zuversichtlicheren Stimmung hin. Die Tendenz blieb freundlich. Die Ermäßigung des Berliner Privatdiskontsatzes auf 4^/g Prozent stimulierte, doch konnte das Geschäft noch nicht so lebhafte Formen annehmen, wie man es in letzter Zeit verschiedentlich gewohnt war, da trotz der Ablehnung der Mißtrauensanträge im Reichstage ein gewisser Druck zurückblieb. Man will erst das Eintreffen neuer Aufträge abwarten. Aber trotzdem wird die Lage und Zukunft optimistischer beurteilt. Am Devisenmarkt waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verbuchen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Produktenmarkt eröffnete auch diesen Berichtsabschnitt in fester Haltung. In Rachwirkung der inzwischen eingetretenen Zoll- erhöhungen waren die Forderungen für In- landgetreide durchweg beträchtlich erhöht und das Angebot zurückhaltend. Etwas mehr Interesse machte sich für Futterartikel bemerkbar. Aber auch sonst waren die Gewinne recht beträchtlich. Der Wochenschluh war weiterhin sehr fest, und bei lebhafteren Umsätzen ergaben sich weiter recht ansehnliche Gewinne. Interesse bestand für Roggen, Hafer, Mais und Gerste. Weizen stand unter dem Einfluß der Beibehaltung des Vermahlungszwanges. Für In- landweizen zeigte sich von Mühlenseite weitere Kauflust. Auslandweizen weiterhin ohne Interesse. Am Roggenmarkt war die Umsah- tätigkeit etwas größer, da die auf die neue Regierung bezüglich ihrer Roggcnmaßnahmen gesetzten Hoffnungen aus dem Inlande weitere Kauf, und Deckungsaufträge veranlaßten, anderseits aber der Mangel an Promptofserten die Abgeber etwas zurückhält. Aus der Provinz lagen vereinzelt Aufträge der Mühlen für sofortige Lieferung vor. Der Weizenmehlkonventionspreis blieb in dieser Woche, nach den mehrmaligen Erhöhungen am Ende der vergangenen Woche, unverändert. Das Geschäft war jedoch recht minimal. Roggenmehl etwas mehr gefragt und leicht befestigt. Starke Preissteigerungen verzeichnete Mais, wobei jedoch der Geschäftsumfang wegen der Unklarheiten hinsichtlich der kommenden Reuregelung starke Unsicherheit zeigte. G e r st e ebenfalls leicht befestigt. Braugerste gute Qualitäten waren vermehrt gefragt. Die Hoffnung, daß die neue Regierung weitere Erhöhungen der Einfuhrscheine durchsetzen wird, trug stark zur Befestigung von Hafer bei. Futtermittel im Preise fest bei uneinheitlichem Geschäft. Hülsenfrüchte ruhig, Rauhfuttermittel leicht erhöht, Kartoffeln bei kleinem Geschäft ruhig. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche lagen Weizen und Roggen 1,25 Mark, Gerste und Hafer 1,50 Mar< Mais und Rog- gcnmehl 1,75 .Mark, Weizenmehl 2 Mark und Weizen- und Roggenkleie je 0,50 Mark fester. Weizen per Tonne 280-285. Roggen per Tonne 185, Gerste per Tonne 180—190, Hafer per Tonne 172,50—175, Mais plus 17,50—18,50; Weizenmehl südd. 40,75-41,50, Weizenmehl Niederrhein. 40,50—41,25, Roggenmehl 26,50 bis 27,50, Weizenkleie 8,50—8,75, Roggenkleie 9,25 bis 9,50. Erbsen 22-33, Linsen 35—80, Heu 8,50-8,75, Weizen- und Roggenstroh drahtge- preßt und gebündelt je 5,00, Treber getrocknet 11,50—12,00; Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend per Zentner 2,60 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Lage am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche kaum verändert. Das Geschäft war nach wie vor sehr klein, und nur der Export schritt weiter zu vermehrten Käufen. Die Frankfurter Metzger deckten dagegen nur den notwendigsten Bedarf. Rur am Kälbermarkt machte sich etwas mehr Rachfrage und auch eine leichte Preissteigerung bemerkbar, was aus die höheren Preise an anderen Märkten, aber auch auf^ die bevorstehenden Osterfeiertage zurückzuführen war. Im großen und ganzen werden keine nennenswerten Preissteigerungen erwartet. Während am Hauptmarkt die Stimmung außerordentlich ruhig war, konnte sich am Rebenmarkt etwas mehr Kauflust durchsetzen, was namentlich für Schweine und Kälber der Fall war; doch werden erstere am Rebenmarkt nicht notiert. (Preistaxe etwa 67 bis 71 Mk. per Zentner.) Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb etwa der gleiche wie in der Vorwoche. Obwohl gute Qualität reichlich vorhanden war, setzte der Handel nur zögernd ein und verlief während des ganzen Marktes ruhig. Der Markt wurde nahezu geräumt. Von dem Auftrieb wurden etwa 47 Prozent wieder ausgeführt, und zwar hauptsächlich nach Hessen (besonders nach der Provinz Starkenburg), Rheinhessen und Hessen- Rassau. Schweine anfangs lebhafter, später jedoch wieder ruhig. Bei leicht anziehenden Preisen konnte ausverkauft werden. Kälber lebhaft, ausverkauft. Rorddeutsche Kälber über Rotiz. Schafe trotz des geringen Auftriebes im Preise etwas nachgebend. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1427 Rindern, darunter befanden sich 340 Ochsen, 77 Bullen, 504 Kühe und 360 Färsen, ferner aus 1559 Kälbern, 284 Schafen und 5520 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 188 Schweine, 47 Kälber und 10 Rinder mehr angetrieben, während 66 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 55 bis 58, a 2) 50 bis 54, b 1 46 bis 49; Bullen: a) 53 bis 56, b) 48 bis 52; Kühe: a) 46 bis 49, b) 42 bis 45, c) 35 bis 41, d) 28 bis 34; Färsen: a) 55 bis 59, b) 52 bis 55, c) 43 bis 51. Kälber: b) 78 bis 81, c) 73 bis 77, d) 64 bis 72. Schafe: a 1) 50 bis 52, b) 42 bis 49. Schweine: a) 66 bis 69, b) 67 bis 70, c) 67 bis 70, d) 67 bis 70, e) 66 bis 69. Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche zogen Dullen, Kühe und Kälber je 1 Mk. und Schweine bis 2 Mk. an. Schafe büßten gegen den Rebenmarkt vom 20. März 2 Mk. ein. Ochsen und Färsen gut behauptet. * Der französische Außenhandel mit Deutschland. Die Außenhandelsstatistik Frankreichs weist für die ersten beiden Monate des Jahres 1930 den Wert der Einfuhr deutscher Waren nach Frankreich mit 1282 909 000 Franks aus, gegenüber 884 884000 Franks im entsprechenden Zeitraum des Borjahres. Die französische Ausfuhr nach Deutschland belief sich in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres auf 742 820 000 Franks gegen 752 509 000 Franks in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. April. Tendenz: freundlich. — In Reaktion der stärkeren Aufwärtsbewe- flung* ber letzten Tage machte sich zum Schluß der Woche vereinzelte Realisationsneigung bemerkbar. Die Kulisse war infolge des geringeren Ordereingangs zurückhaltender geworden und schritt an einzelnen Märkten zu Gewinnsicherungen. Zu Beginn des offiziellen Marktes kam jedoch wieder eine stärkere Freundlichkeit zum Durchbruch; die Spekulation schritt, ohne daß aber Aufträge hinzugekommen wären, in Anbetracht der günstigen Beurteilung der Verhältnisse zu Rückdeckungen. Nachteilige Momente waren mit Ausnahme der schwankenden gestrigen Neuyorker Börse nicht vorhanden. Eine Sonder» anregung bot die günstige Gestaltung der Geldmarktoerhältnisse. Gegenüber der etwas schwächeren gestrigen Abendbörse traten über- wiegend Erhöhungen bis zu 2 v. H. ein. Für vereinzelte Spezialwerte bekundete das Ausland wieder etwas mehr Interesse. Das Geschäft war aber nicht so lebhaft wie an den Vortagen. Das Hauptinteresse konzentriert sich auch heute wieder auf den Ä u n st s e i d e n m a r k t, und A k u waren 3 v. H. gebessert und konnten nach Festsetzung der ersten Kurse nochmals 3 v.H. anziehen, so daß ein Gesamtgewinn von 6 v. H. zu verbuchen war. Holländische Käufe und Kombinationen hinsichtlich einer engeren Zusammenarbeit in dieser Branche dürften einen Ansporn gegeben haben. Mehr heroortreten konnten noch Elektrowerte, AEG gewannen 2,5 o.H., Schuckert 2,25 v.H. und Siemens 3,5 v. H., während Licht & Kraft nur 1 o. H. fester eröffneten. G e s f ü r e ( waren leicht gedrückt, Montanwerte stiller. Ilse Bergbau waren nach Berücksichtigung des DividendLabzugs 2 u. H. schwächer. Buderus gewannen aber 1 v.H. Oberbedarf traten mit plus 2 v. H. etwas mehr in Erscheinung. Von Kaliaktien verloren Wester- egeln 2 v.H. Banken lagen uneinheitlich, doch waren die Veränderungen nach beiden Seiten bescheiden. Schiffahrtswerte waren trotz der Regelung in der Freigabangelegenheit nicht sonderlich beachtet. Renten still. Deutsche Anleihen freundlich und etwas anziehend. Im Verlaufe wurde das Geschäft zeitweise lebhafter, doch wurde es wieder stiller, nachdem die Aufträge erledigt waren. Die Kursgestaltung unterlag Schwankungen. Gegenüber dem Anfang ergaben sich teilweise kleine Gewinne, wahrend vereinzelte Werte um Bruchteile eines Prozents gedrückt waren. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 o.H. erneut leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,189250, gegen Pfund 20,376, London gegen Kabel 4,8630, gegen Paris 124,29, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 39,20, gegen Holland 12,1190. Berliner Börse. Berlin, 5. April. Obwohl auch heute wegen des frühen Samstaasbeginns vormittags und an der Vorbörse keine Umsätze getätigt wurden und keine Orders Vorlagen, konnte mtm eine sehr wider- standsfähige Grundstimmung beobachten. Man glaubt, daß die Regierung ihr Finanzpro- gram m roirb durchdringen können unb biskutiert lebhaft bie Rebe Dr. Silverbergs auf der Tagung des Langnam-Vereins. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs war dje Stimmung durchweg freundlich, wenn sich dies auch infolge des verspäteten Ordereingangs auf die Kursentwicklung nicht voll auswirken konnte. Auch die Tatsache, daß die sehr vorsichtige Spekulation teils Realisationen vornahm, änderte an der zuversichtlichen Grundstimmung ' nichts. Elektrowerte ' lagen auf Publikumsund kleinere Auslandkäufe freundlich und gut behauptet. Schiffahrtswerte erfreuten sich anhaltender Nachfrage. Man sprach wieder von ber Freigabeangelegenheit. Spritwerte eröffneten uneinheitlich. O st w e r k e plus 2,25 v. H., Schultheiß minus 1,75 o. H., zogen aber gleich nach den ersten Kursen stärker an, so baß letztere ben niebrigen Stanb roieber aufholen konnten. Etwas schwächer tenbierten Kaliwerte mit Verlusten von 1,5 bis 8 v. H., auf die schlechteren Absatzziffern für März. Auch Warenhauswerte gaben etwa 2 v. H. nach, wobei die neue Warenhaussteuer als Grund genannt wurde. Banken schwächten sich in Realisation auf die letzten Steigerungen teilweise etwas ab, während Montanwerte sich etwa behaupteten. Mit Sonderbewegungen sind zu erwähnen: Mitteldeutsche Stahl in Reaktion auf bie gestrige 5-v. H.-Besserung heute minus 2,5 v. H.: M i x & Genest auf den Rückkaufsvorschlag des Bankenkonsortiums (140) mit 2,5 auf 139,5 o. H. erhöht und Hugo Schneider mit Plus-Plus- Zeichen auf den wieder 10-v. H.-Dioidendevorschlag. Man taxierte letztere 115 nach 107,5 v. H. Deut- sche Anleihen freundlich. Von Ausländern Oe st erreichet-, Ungarn und An atolier schwächer. Oesterreichische Staatsrente von 1914 minus 1,60 v. H. Der Pfandbrief- markt war unentwickelt. Der Geldmarkt war weiter erleichtert. Tages gelb 4,25 bis 6,25 o. H., sonst waren die Sätze unoeränbert. Nach ben ersten Kursen traten an fast allen Märkten Erhöhungen bis zu 2 o. H. ein. Kunstseibenwerte lebhaft und bis zu etwa 3 v. H. höher. Elektrowerte auf bie Einführung von AEG. in Amsterbam unb auf stärkere Gewinne ber General-Motors« Aktien in Neuyork fest. Später würbe es vorübergehend etwas ruhiger, dann wieder lebhaft unb fest. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. :?ranffuri a. Berlin Frankfurt a. M. Berlin urs , 1-Uhr. Kur- Schluß- turd Anfang- ffur« (Sch.uß- Inrtf 1-Uhr- R re Schluß- Slniang» Datum 4 4 5 4 4 4 5. Dalum 4 4 5 4 4 4 5 4 6% Deuriche Sieichsanleihe von 1927 7% Deutsche iKetdicanlel6e von 1929 Deutsche Änt.-Ablö».-Schuld mit SlusIoi.'Rechten Deegl. ohne Äusloi.-Rechte 8% Heli. Bolksstaai von 1929 (rüdtahlb. l'»2%) Lberbegen Provinz • An leche mit vamburg.iilmerüa Paket . . 7 115 115 113,5 114,13 87 87,1 — Hamburg-Südom. Dampfschiff 8 Hama Tamvllchisl . 10 166 157 157,5 98,75 54,75 10,35 10,5 99,5 54,75 10,4 55 10,5 Norddeutscher Lloyd ... 8 Allgemeine DeutscheEreditanst. 10 Barmer Bankverein 10 Berliner Handelsgeselllchafl 12 Commerz, und Privat-Bank 11 108,75 118 136 178,5 163 108,75 162,5 107,5 118,25 135,9 178 163 108 135 176,25 163 93 92,4 Darmstädter und Nationalbanl 12 Deutsche Bank und 243,25 241,75 242,75 242 Aueioi..Rechten Teutlcke fiomm Sammelabl Anleihe Serie i 8% .Irrenff Hnv. Bant Goldpfe 50,75 53,65 - 53,25 1 1 DiSconto-GeseUIchast,. . 10 Dresdner Bank......10 Reich-bank 12 152,5 155,25 295,5 155,5 151,9 155,4 294,5 151,25 155,4 293,75 XIII unlünvbar tx< 1931 <% Frankl Hyp.-Banl Aoldvte unhinobar bla 1932 4*/z% Rhetnllche Hno -Bant tilau cholbvse. 3"/^ Pt VanDeSDtanDbrtcfcmftalt, 97,5 89^5 85,15 1 1 1 - - Ä.E.G...........8 Bergmann ........9 Elektr. LieserungSgelelllchast 10 Licht und (haft 10 gelten & Guilleaume 7Vi Gesellschaft für Elektrische 173,5 179 133 175,75 180 173,75 207 173,4 179 132,5 174 206,5 173,75 179.25 131,9 Pfandbriefe R. 17 8% Pr Lande-wsanvbrlelanstalt, Komm.-Lbl. R. 16 7% Pr Lanvespfandbrtefanslall, Pfandbriefe N. 10 A.E.G abg. Vorkriegs-Vbllgatio. nen. rückzahlbar 1932 97 94,5 89 92,5 — 97 94,5 89 — Unternehmungen .10 Hamburger EiektrizitätEerke 10 Rheinische Elektrizität ... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert L Co. ..... 1t Siemens & Halöke.....16 Transrabio ......... 8 186 ’Ü 195,25 185,25 1« 198 267 186,5 138,5 150,5 174,75 195,75 263,5 184,5 139,75 .151 175,75 198 265,25 Labmener & Go...... . lo 172,25 — 172,75 173,25 V'/„ Oesterreichtmie Golvrente ■1,20% Oesterreichilche Silberrente 28,75 4.25 — 28,751 4,5 Buderus ...... d 62,25 83,25 83 83,4 ■1% Qelterreichilche Einheitliche Deutsche Erdöl . ...... 6 —- — 107 106,4 146,13 Rente 2,6 25,75 22,13 ,65 7,5 1,5 7.5 2,7 25,8 22,4 23,5 2,65 7.75 M >.75 10,2 Essener Steinkohle ...... 8 — — 146.25 Ungadtdif Rolbrente 1% Ungarische Smatorente o.'jgw i! oecgl. von 1913 4"„ Ungarhdie kronenrente 1% TürNiche floltanielbr von 1911 170 lürtiidv Bagvabbobn-Anl Serie 1 \% veegi Serte II j% Rumänische oereinh »Rente von 1903 V.% Rumänische verein!) Rente von 1913 . . r;, Rumänische vereinb. Rente . 25,3 25,5 2,6 7,75 Gelsenkirchener ...... 8 tzaroenet ...... . 0 Hoesch Eisen ...... 6'/2 Ilse Bergbau ...... 10 ftlodnerroerte ...... 7 KSIn-Neuesien . . .... 7 Mannesmann.Nähre« .... 7 '44.5 132 '09,5 113 231 113,25 144,5 133 117,25 241 109,5 114,4 112,75 144,6 132 117 231,5 109,5 114 113 1 I I 7,75 7,75 Mansfelder Bergbau .... 7 Lberschlef Eilende darf .... 6 Lberschles AokSwerke .... 7 Phönix Bergbau . . . 6‘/2 Rheinische Braunkohle« . . 10 109 106,75 242 109 77 108 75 109,4 107 241,25 108 76 109,6 107 241 16,7 8,6 — 16,5 8,5 — Rheinstahl ........ 6 Riebeck MonUw ...... 7,2 122,25 122,25 122.13 106 121,4 Frankfurt a. m. Berlin Banknoten. Schluß» lurä 1-Uhr- Kur» Schluß- lur# Anfa. g» Kurs Äerlin, 4. April Gelb Bries Auierttantiche Noten ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englische Noten........ französische '.'loten ...... Holländische Noten...... (italienische Noten ...... Norwegische Noten..... , Deutsch-Oesterr, ä ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Vevifenm-rt Berlin 4,173 58,23 111,83 20,332 16.395 167 68 22 06 111,76 58,83 2,47 112,20 81.04 53.51 12,36 7". 85 - Frankfurt 4,193 58.47 112.27 20,412 16.455 168,36 22,14 112,20 59,07 2,49 112,64 81,36 53,73 12,42 73.15 e sehr wider, 'stimm ung beobachten, kvvg ihr Finanzpro« en können und diskutiert slverbergs auf der eins. Zu Beginn der oft. \i Stimmung durchweg lud) infolge der vrrfpüteten turrcntwiftung nicht voll d>e Tatsache, daß die sehr >ls Realisationen oornahm, Iichtsichen Trundstimniung e lagen auf Publikunis- ife freundlich und gut be« werte erfreuten sich in sprach wieder von der rpritwerte eröffneten plus 2,25 v.h., Schult« logen aber gleich nach den o daß letztere den niedrigen konnten. Etwas schwächer mit Verlusten von 1,5 bis 'n flbfafoiffern für Mär;. rte gaben etwa 2 o.H. rentjausfteuer als ßrirb schwächten sich in Ärali- ■ gerungen teilweise etwas erte sch etwa behaupic« igen sind zu erwähnen rhi in Reaktion auf die heute minus 2.5 v.fi. M Mikkaufsvorschlag des mit 2,5 auf Wo. fi.tr- neider mit W'W" 10-o.H.-Dioidendevorsch.ag. .nach WM-^Urn lieh. 21 an Ausländern am und Anatolier mische Staotsrentc H. Der dfaudbr.ef' Der Geldmarkt war . e(b 425 bis 6,25 w h, eränbert. Nach den ersten Märkten Erhohungenb's '°rkl.» ft nad> äu tBaren t &5' Unö 6 ?! manntn & Staft „ *emens ä*» 5 2 o.fi Oben f jratil BAYERISCHE MOTOREN WERKE A.-G. ZWEIGNIEDERLASSUNG EISENACH Verkauf in Gießen durch: Otto Faber, Kraftfahrzeuge - Reparatur, Mühlstraße 22 2631V Sperrholz Gartenkies empfehle ich mein reichhaltiges Lager INIWifflüSeiaffl Eugen Dürr & 60., (Siegen G Televbon 3949. 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Bei der deutschen Beratung wurden von den Gegnern des Boungplans die Bedenken gegen die bekannte Abrede über den„äußersten Fall" vorgebracht. 3n Paris dagegen führten den Kamps die, denen nach der umgekehrten Seite diese Verabredung zu weit geht, nämlich Herriot und Leon Dlum. Darüber ist es dann -unwichtigen Erklärungen und Festlegungen Tar- dieus gekommen. Schon die Kommission der Kammer sprach sich für die Auffassung Briands aus, nämlich dost selbst im Fall einer Verschuldung Deutschlands, die das Haager Gericht als solche erklärt habe, Frankreich in seinen Maßnahmen an das Völkerrecht, die Satzung des Völkerbundes und den Kelloggpakt gebunden bliebe. Der außenpolitische Ausschuß der französischen Kammer hatte also schon ausdrücklich ein Recht zur Wiederbesehung deutschen Gebietes, ohne daß darin Deutschland eine feindselige Handlung erblicken könne, als nicht bestehend anerkannt. 3n dem Auf und Ab der Kammererörterung hat sodann Tardieu, freilich selbst auch nicht ohne Schwankungen, schließlich erklärt: Artikel 430 ist nicht mehr anwendbar. Er ist zwar juristisch. d. h. aus dem Texte des Vertrages, nicht gestrichen, aber er hat die Reparations- kommistion zur Voraussetzung, die nicht mehr besteht, auch niemals wieder ins Leben treten werde. Run der „äußerste Fall": Angenommen der Haager Gerichtshof stellte das böswillige Verschulden fest, so sei Frankreich frei von den Bindungen, die ihm der Poungplan ouferlegt. Aber es ist nicht frei (immer nach Tardieus Erklärung), vom Kelloggpakt und hat für sich nur di« Rechte, die die „Handbücher des internationalen Rechts" zur Erzwingung nicht eingehaltener Verträge dem geschädigten Teil geben. Auch nach Tardieu Nit also Frankreich unter keinen Umständen ein Recht zu Sanktionsrnah- nahmen gegen Deutschland, die über den Kelloggpakt und den Völkerbundspakt hinausgingen. Wenn nun Frankreich behaupten würde, daß es doch das Recht zum Kriege habe, weil nämlich Deutschland alle von Frankreich zu ergreifenden Maßnahmen dann als legitime Maßnahmen betrachten müsse (gemäß der Haager Abrede), so wäre dies Recht der Anwendung kriegerischer Maßnahmen anderseits durch den Kelloggpakt beseitigt, der die Anwendung des Krieges als eines Mittels der nationalen Politik ausschlieht. 3edenfalls ist so festgelegt, daß Frankreich irgendein Sanktionsrecht im alten Sinne des Versailler Vertrages durchaus nicht mehr besitzt, und für den sogenannten ^äußersten Fall" ist dann entscheidend, ob der mit den Begriffen: Haager Gerichtshof, Völkerbund und Kelloggpakt bezeichnete Mechanismus einer internationalen Rechtsordnung wirklich funktioniert und feine Schuldigkeit tut. Wir haben das noch einmal so umständlich hier ausgeführt, weil das die Schluherörterungen der französischen Auffassung sind. Tardieu mußte mit festsitzenden Vorstellungen in der französischen Kammer kämpfen, die er nicht einfach beiseiteschieben kann, llnb im Versuch, dergleichen Vorstellungen zu überwinden, gleitet der gewandte Mann dann, wie auch diesmal wieder, vorübergehend auch auf Abwege ab und selbst in die alten Vorstellungen zurück. Aber er weiß, um es noch einmal zu sagen, daß der alte Eonktionsbtgrisf und die Mobilisierung der ungeschützten deutschen Zahlungen in einer großen Anleihe zwei Dinge sind, die sich gegenseitig einfach ausschließen. Deshalb war ja schon die ganze Llnterhaltung im Haag über den .äußersten Fall" und die gekünstelte Abrede darüber im Grunde einfach sinnlos. Hoffen wir nun, daß die Eanktionsfrage im alten Sinn mit diesen Erklärungen Tardieus abgeschlossen ist! Lind stellen wir fest, daß ein großer Teil der französischen Kammer bei der Zustimmung zum Voungplan den Gedanken an militärische Maßnahmen, also an eine Wiederbesehung des Rheinlandes ausschließen wollte. Man soll darum auch von der deutschen Seite diesen Charakter, den die Ratifikation in der französischen Kammer trug, im deutschen 3nteresse und vom deutschen Standpunkte ausdrücklich festlcgen und festhalten I Natürlich sprach für die große Mehrheit in Paris mit. welchen Gewinn der Boungplan und die Anleihe für Frankreich darstellte. 3n der Regierungsbegründung war auch gesagt, daß die endgültige Regelung der deutschen Iahres- zahlungen, die Mobilisierung, die Priorität der eigentlichen Tributzahlungen (durch den ungeschützten Teil) und die Verwandlung der politischen Schuld in eine kommerzielle, die Opfer, die Frankreich angeblich bringt, durchaus auS- gleichen. Es macht ein glänzendes Geschäft und Poincarß, im Augenblick nicht an der Macht, kann befriedigt auf diesen Ausgang blicken. Gegen die Rheinlandräumung zum festgelegten Termin wurden nur geringe Bedenken laut. Die überwältigende Mehrheit der Kammer, über 500 Deputierte also, stimmten der vorzeitigen Rheinlandräumung zu. Dementsprechend ist der gründliche Abbau der Reparationskommission bereits mit der Kündigung für sämtliche Angestellten zum 1. April begonnen worden. Mit ihr verschwindet das letzte der Organe, die der Friedensvertrag Deutschland aufzwang, von denen die Militärkontrollkommission und die Reparationskommission für Deutschland die unerträglichsten waren. Kein Zweifel, daß eine neue Periode der deutsch-französischen Beziehungen damit, mit der Ratifikation des Doungplans in Berlin und Paris, begonnen hat. Darunter verstehen wir nicht, daß daS eine neue Periode von Frieden und Freude und mit dem Vergessen aller Vergangenheit sei. Für Frankreich soll diese Regelung vollständig und endgültig fein. Für Deutschland kann sie es gar nicht sein, weil n i c- mand auf unserer Seite an di« Durchführbarkeit des Boungplans. vor allem auf eine so lange Zeit hin. glaubt. Aber immerhin: Sanktionen und Wiederbesetzung des Rheinlandes sind ausgeschlossen. Auf die Zwangsmittel des Versailler Vertrages ist verzichtet, und damit ist allerdings das deutsch-französische Verhältnis nunmehr von Belastungen freier geworden. Wir übersehen auch nicht, daß Tardieu bewußt im Sinne einer, wie er selbst aussprach, deutschfranzösischen Annäherung gesprochen hat. Was das praktisch bedeuten wird und kann, vermag im Augenblick noch niemand so recht zu sagen. Aber für jeden, der das deutsch-französische Verhältnis heute durchdenkt, ist das unbestreitbar, daß die Beziehungen der beiden Staaten nunmehr mit dem Abschluß des „neuen Plans" auch eine neue Grundlage gefunden haben, bei deren Betrachtung im deutschen Lebensinteresse wir nun auch niemals vergessen sollen, wie sehr diese Grundlage mit amerikanischer Hilfe geschaffen wurde und wie sehr Rord- omerika mit dieser Reuregelung verbunden ist. „Ein Zittern umläust die Wett—" Südafrika am Vorabend großer Ereignisse. — Oer Rassenkampf im Kapland. — Bur und Brite, Inder und Schwarzer. Don unserem ?r.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Stellenbosch (Süd-Afrika), April 1930. Diese kleine Landstadt im überwiegend burischcn Hinterland des großen Kapstadt mutet mit ihren in Grün gebetteten holländischen Ziegelbauten und den über die baumlosen Höhen verstreuten Farmerhöfen völlig europäisch an. Hat aber durchaus nicht den Anstrich einer Unioerf itätsftabt. Dazu fehlt der repräsentative Mittelpunkt architektonisch wertvoller Gebäude und überhaupt alles, was nach unseren Begriffen einem Stadtganzen akademische Würde verleiht. Man muß erst die Einzelzellen su- chen, aus denen sich hier in Instituten und Koste- giatsg.bäuden das südafrikanische Studententum den Honigseim der medizinischen, theologischen und juri- ftifdjen Wissenschaften sammelt. Doch hat dieses kleine Gemeindewesen mit seinen wenig mehr als 5000 weißen und vielleicht ebenso vielen farbigen Bewohnern seine eigene Bedeutung in der Union gewonnen. Laufen doch hier die in der Lebhaftigkeit der größeren Städte der Union weniger hervor- tretenden Fäden jener natiormlsüdafrikanischen Kulturbewegung zusammen, der es bereits vergönnt war, aus dem literaturunfähigen „a f r i k a a n s T a a l" eine neue, höchst eigene Schriftsprache herauszubilden. Die kulturelle Bereinheit- lichung Südafrikas, die unter Umschichtung aller Teile der weißen Bevölkerung auch in dem früher sich sprachlich völlig getrennt haltenden Bri- tentum immer breiteren Raum gewinnt, hat in Stellenbosch einen sehr wesentlichen Stützpunkt gewonnen. Don den hier vereint wirkenden Kräften, an denen deutsche Wissenschaft einen sich in den letzten Jahren mehrenden Sintert nimmt, geht eine erhebliche kulturelle Wirkung aus, die weit über das Gebiet der alten Kap-Kolonie hinaus mit der im früheren Transvaal und Orange-Freistaat sitzenden burischen Intelligenz in enger Zusammenarbeit steht. Dadurch bietet Stellenbosch durchaus Gelegenheit, allen Problemen des Südafrikanertums näherzutreten und den auftauchenden Entwicklungen beobachtend nachzugehen, die für die Zukunft Südafrikas als ausschlaggebend zu betrachten sind. Bon den solange im Vordergrund umkämpften Fragen des Widerstreits der Interessen und Traditionen von Buren u n b Briten ist heute wenig mehr zu spüren. Flaggenstreit und Einzelkonflikte über die Gleichberechtigung beider Nationalitäten in Schule und Verwaltung können wohl noch in gelegentlichen Zusammenstößen der Meinung im Kapstadter Parlament eine Rolle spielen. Das Gefühl aber der allgemeinen Kooperation zu Gunsten eines selbständig s i ch entwickelnden Südafrika überwiegt. So dürfte bei ruhigem Fortschreiten aller Verhältnisse der Zeitpunkt vor- auszusehen fein, an dem burische Nationalisten und von britischen Einwanderern abstammende Südafrikaner sich für immer die Hand reichen werden. Die scharfe Opposition gegen extreme Forderungen ber eingeborenen Farbigen fördert diese Verbindung. In dieser Hinsicht stellt sich auch die von dem Obersten Creßwell geführte Arbeiterpartei, die in erster Reihe Anteil an den Fragen ber Lebenshaltung ber weißen Arbeiter unb ber burischcn Farmer nimmt, hinter bie im Regiment sitzenben Hauptparteien bes Lanbes. Nur bic Propa- ganba ber linksstehenden unabhängigen S o - zia listen, die zahlenmäßig an sich noch für das Parlament bedeutungslos find, wendet sich unmittelbar an die Massen der „coloured men", um sie damit auch schon kräftig aufzuwiegeln. Es liegt nun bereits 3ahre zurück, daß das Auftauchen zum Teil nordamerikanischer Aeger- emissäre die sogenannte aethiopische Bewegung auch in unsere kapländischen, sonst so stillen Landdistrikte hineingctragen hat. Das Fazit ist heute, daß in den südafrikanischen 3ndustrie- und Grubengebieten sich ein proletarisch organisiertes, höchst unruhiges farbiges Arbeiterelement gebildet hat. 3n den übrigen Landes teilen der Union, soweit sie Selbstverwaltung besitzen, steht ein reichlich aufsässig gewordenes schwarzes Landvolk — weniger organisiert, aber mit gleichfalls stark radikalen Forderungen — dem Industrieproletariat zum mindesten unterstühungsbneit gegenüber. Die von dem Kaffernführer Kade l i e aufgezogenen Eingeborenen-Ge- werkschaften, die auch auf dem flachen Lande ihre Anhänger finden, operieren höchst geschickt. Da wird das gleiche Stimmrecht der Eingeborenen verlangt, ferner ein gleiches Recht mit den weihen Arbeitern auf Arbeit und Tarife, und schließlich vermehrter Anteil am Bodenbesitz. Vorläufig hat die südafrikanische Regierung durchaus alle Mittel an der Hand, diese Bewegung niederzuhalten. Man weih es nur allzu genau, daß es den Ruin jeder europäischen Zivilisation bedeuten würde, wenn ein unbeschränktes Eingeborenen-Wahlrecht gewährt werden sollte. Allein in der Kap-Kolonie würden die mit dem Wahlrecht ausgestatteten eingeborenen Wähler binnen weniger Iahre die weißen Wähler um das Mehrfache übertreffen. In den anderen Gebieten der Union, wo der Kopfzahl der Weihen teilweise um das Zehnfache das schwarze Element überlegen ist, müßte sich dieser Entwicklungsprozeh noch unheimlicher auswirken. Vergessen darf dabei ebenfalls nicht das an der Südoftküste mit ungemeiner Zähigkeit sich behauptende Indertum werden. Seit Aufhebung der den Indern den Weg zur Siedlung und Ausbreitung versperrenden „areas reserva- tion bi!!" haben sie auch im eigentlichen Kap- gebiet sich erheblich ausgebreitet. Wenn man mit einer Dicrtelmillion Indern heute in der Union zu rechnen hat, so darf für die Zukunft sicherlich noch ein viel höherer Anteil an der Kopfzahl der farbigen Bevölkerung im südafrikanischen Gesamtgebiet angenommen werden. Diese Inder sühlen sich als vollwertige Staatsbürger und wissen äuherst geschickt ihre hauptsächlich im Kleinhandel beruhende wirtschaftliche Position zu verbessern. Das Einschieben dieser intelligent hochstehenden Clemente in die Riederlassungsgebiete der Südkafsern wird vor allem von Kapstadt aus mit wachsender Besorgnis verfolgt. Die gelehrigen Kaffern, aber auch manche andere Zulu- und Bantustämme lassen sich gerade von den geschmeidigen Asiaten auffällig beeinflussen. Sie erblicken In ihnen vielfach die gegebenen Helfer auf dem Wege zur wirtschaftlichen Emanzipation. Die von der Kaf- fernbevölkerung in allen Zweigen des Landbaues und der Viehzucht gemachten Fortschritte sind wirklich erstaunlich. — ebenso ihr krampfhaftes Bemühen, fich äußerlich europäischer LebenS- gestaltung anzupassen. Die von diesen wohlhabend gewordenen Schwarzen ausgehende Konkurrenz macht sich in den Wittel bezirken des Kaplandes für den weihen Farmer bereits erheblich bemerkbar: hat ihre Auswirkung auch darin, daß die schwarzen Knechte die Kolonistenfarmen verlasfen, um haufenweise i n den Dienst ihrer eigenen StammeSge- noffen überzugehcn. So zeichnen sich hierdurch gerade für die wirtschaftliche Ecistenz der europäischen Kolonistenbevölkerung auf dem flachen Lande höchst bedrohlich anwachsende Gefahren ab. Sehr auffällig tritt in der gesamten farbigen Bevölkerung, vom Kap aufwärts bis über den Daalstrom hinaus sowie im Ratalgebiet, neuerdings die starke Interessennahme hervor, bie allen Vorgängen der Gingeborenenbcwe- gung im übrigen Afrika sowie ber indisch-ost- asiatischen Welt entgegcngebracht wird. In Flugschriften, die in Eingeborenen-Idiomen, aber auch im „Taal" versaßt sind, werden andauernd diese Ereignisse behandelt. An größeren Plätzen sind Meetings bereits an der Tagesordnung, deren demonstrative Ausmachung an europäischen Dorbildenr sich geschult hat. Augenscheinlich sind in diesen farbigen Menschenmassen unterirdische Kräfte am Werk, um sie für eine latente Dauerempörung gegen die „wirtschaftliche und politische Bedrückung der Weißen" allmählich reif zu machen. Es ist höchst bezeichnend, wenn ein führendes Afrikaner-Blatt auf alle diese in einem sichtlichen Zusammenhang stehenden Erscheinungen mit der alarmierenden Lieberschrift hinweist: „Ein Zittern umläuft die Welt". Sollte vielleicht wirklich die Gesamtheit weißer Kolonialherrschaft am Vorabend großer kulturumwälzender Bewegungen stehen? Die steigende Flut der farbigen Menschheit, auf deren Möglichkeiten und Ausmaße so oft schon hin- aewiesen wurde, bedeutet sicherlich unter den heutigen Verhältnissen für die südafrikanische Union noch keine unmittelbare Gefahr. Aber das drohende Sammeln solcher Wetterwolken am Horizont sollte doch die Regierenden dazu mahnen, für die Lleberlegenheit weißer Kultur unb ihrer Herrschaft im schwarzen Erdteil rechtzeitig Sorge zu tragen. Sonst könnte zum mindesten die im „kaffir brain“ sich so gefährlich auswirkende Verhetzung, „die weißen Eindringlinge ins Meer zurückzutreiben", zu einer für Südafrikas weiteres Gedeihen verhängnisvollen Störung sowie Beeinträchtigung des allgemeinen Kulturstandes führen. Schweres Flugzeugunglück • im Taunus. WSR. Frankfurt a. M, 4. April. Heute vormittag gegen 9 Llhr verunglückte (Wie gesterir in einem Teil« unserer Auflage schon gemeldet. D. Red.) das Verkehrsflugzeug der Lufthansa D 4 2 2, bas die Strecke Frankfurt-Köln befliegt, in der Rähe von Idstein. Infolge des herrschenden RebelS umkreiste bas Flugzeug die Gegend mehrere Male, um sich zu orientieren, bemerkte dabei den Frauwaldberg nicht, streifte eine Baumkrone, die abgerissen wurde und am Flugzeug hängen blieb, und sauste schräg in eine kleine Lichtung. Der Motor löste sich vom Flugzeug und wurde zehn Meter weit fortgeschleudert. Das Flugzeug überschlug sich unb brach buchstäblich auseinander. Die beiden Insassen, der Flugzeugführer Oberleutnant a. D. Degner, sowie eine Dame, die Krankenschwester Romana D ö l z e r aus Köln, wurden schwer verletzt. Degner trug eine Gehirnerschütterung davon und ist ohne Besinnung. Die Frau hat einen linken Llnterschenkel- bruch und anscheinend schwere Quetschungen im Rücken. Beide wurden mit dem Idsteiner Sanitätsauto ins Krankenhaus nach Wiesbaden verbracht. Aerztliche Hilfe aus Idstein war bald zur Stelle. Kurz vor 11 Llhr traf die telephonisch herbeigerufene Flugleitung von Frankfurt an der Llnfallstelle ein. Holzmacher, die etwa 150 Meter von der Llnfanstelle entfernt beschäftigt waren, leisteten die erste Hilfe. Der Flugzeugführer war in seinem Führersitz fest- geklemmt und es kostete viel Mühe, ihn zu befreien. Die Same, die neben ihm ihren Platz hatte, hing nach vorn aus dem Flugzeug heraus. Außer den genannten Verletzungen trugen beide noch leichte Gesichtsabschürfun- gen davon. führt ab, es wirkt sehr rxi® m^e' versuch es, und Z)u bist im Bi1fle Aus je 3 Eimer Wasser kommt 1 Paket. Lösen Sie Persil allein unö kalt auf! Kochen Sie die Wäsche nur einmal eine Viertelstunde, und spülen Sie erst warm, dann falt! Wenn Sie einmal so waschen, werden Sie es nie mehr anders machen. 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April 1930 April 1930 02168 u23t)6 in jeder Preislage 270JD Statt Karten! Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Wkesed, den 6. April 1930 2814D 0203 Gssen den 5. April 1930 02343 2799 Bub oder Mädel Eintritt frell Nur für Erwachsenei Wohlmuth-Institut, Leipzig C1, Thomasiusstr. 281 »2 <29 Telephon 26616, 231D 487V und gegenüber Ludwigstraße 36 Einladung zu einem Unterhaltungsabend 2353D statt: 2657C Eintritt freiI Eintritt freil Herren haben Zutritt! *™D Saat Städtische Elektrizitätswerke MheSWMll 2778D weise gegen Barzahlung: geben werden. 2785D Humor Stimmung r. schieden« Kurzwaren. 2805D Sinanjamf Gieße». Vollstr«k-mg»stellL vom 23er« Die Hausfrauen-Beratung Gießen und die Gießener Frauenvereine Vingenheim (Detterau) Gffen (Traffenbergstraße 15), den 1. April 1930 Z. Z. Arnoldshaus ganz gleich, die Freude ist immer groß, wenn der Klapperstorch ins Haus fommt Damit die Mutter bei Kräften bleibt, trinke ste zu den Mahlzeiten das blutbildende und die Milchbildung günstig beeinflussende Köstritzer Schwarzbier. Vertretung: Emil Schwall. Fernsprecher 3883. Wollen Sie wieder gesund werden? Modern und stilvoll eingerichtete Räume, besonders geeignet für Gesellschaften und Vereinstestlichkeiten / Große Terrasse mit herrlichem Ausblick / Parkplatz für Autos / Komplettes Frühstück Mittagessen zu 180 und 2.50 RM. Kalte und warme ABENDPLAT FEN Gustav Weller und Frau Emmy geb. Ziegler Wertpapierdrucke Aktien, Schuldverschreibungen Wertpapiere bet Brüht, Sohalstraüe 7 Anna Seipp Wilhelm Pfaff Studienreferendar Uhren, Schmuck, Bestecke, Trauringe Karl Beck vorm. Gg. Spies Beachten Sie bitte meine Schaufenster Ludwigstraße 27 Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt In Gießen findet Samstagabd. 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April 1930, 20 Uhr, veranstalten die unterzeichneten Vereine und Werke im Saale des Cafö Leib, Gießen, Walltorstraße, einen Vortrag über: „Zeitgemäßes Backen“ mit Backvorführungen von Kleingebäck, Kuchen und Torten aller Art Verteilung von Kostproben - Ausstellung von Heiz-, Koch- und Backgeräten In den Kaffeepausen musikalische Darbietungen Schuldlos geschieh. §rau mit klein. Wohnung, münicht sich m.biao., stechigemManwauch Wiiwer mit Kind, tHandwerker oder Unteibeamtcn nicht unt. 30 Zahr^ tmeb. zu verheiraten. Schrittl. Angebote unier 02341 an den (Siebener Anzeiger. Holzsubmission. Die Gemeinde Ettingshausen verkauft KHKHBraPlockstrabe 5 Samstag, den 5. April 1930, ab 8 Uhr Sonntag, den 6. April 1930, ab 4 Uhr Gastspiel des Kölner Komikers Otto Richarz und Konzert der Hauskapelle Fuller- M tyWoM Hal lautend abzugeb. Ioh. Mütter Babnhofstrahe 35. Tel.3571. [2779 D Meh- und Kramermarkt Allendorf an der Lumda. Mittwoch, den 16. AprU 1930. 1. Es dürfen nur Tiere aufgetrieben werden aus den Beständen der Kreise Gießen, Marburg und Alsfeld; aus den Kreisen Marburg und Alsfeld nur dann, wenn eine Bescheinigung des Kreisamts Alsfeld bzw. des Landratsamts Marburg vorliegt, daß die in Frage kommenden Orte seuchenfrei sind. Durch Ursprungszeugnisse, auf denen die Ortspolizeibehörden aus- Zwangsversteigerung. Montag, den 7. Avril 1930, nachmittags 2 Uhr, werden im Erdgeschoß des Finanz- aml6. Lessingftraße 7lr. 1, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: ein Klavier, ein Harmonium, zwei Grammophone, drei Schreibtische, ein Ausstellschrank, eine Schreibmaschine, eine Ladenkasse, ein Gasherd, zwei Flurgarderoben, ein Sofa, zwei Paar Schneeschuhe, eine Standuhr. Bestimmt: ein Motorrad (Marke T. A. S.) und Der- Städtisches Gaswerk •2S2iD Wir haben uns verlobt Erna Martin Arthur Zimmermann Gießen drücklich bestätigen, daß die Tiere aus der Zucht desiemgen stammen, der sie zum Markt bringt, ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. 2810D Der Auftrieb darf nur von 9 bis Uhr stattflnden. Dienstag, den 8. Avril 1930: Rindvieh- (Rutzvieh-) Markt: Mittwoch, den 9. April 1930: Schweinemarkt. Auftriebszell an beiden Markttagen von 7% Uhr bis 8J4 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul, und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 5. April 1930. Der Oberbürgermeister: I. V.: Klingspor. Beschluß in dem Vergleichsverfahren über das vermögen des Drogisten Ernst Noll in Gie- hen, alleinigen Inhabers der Firma Kaiser- Drogerie Ernst Noll in Gießen, Linden- Oeffentliche Mahnung. Das 6. Ziel der vorläufigen Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlage einschl. der vorläufigen Sondergebäudesteuer 1929 wird hierdurch zur Zahlung bis spätestens 14. d.1N. gemahnt. 2657C Nach Ablauf dieser Frist werden die rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner eingezogen. Bei Zahlung des 6. Ziels nach dem 5. April 19dO sind außerdem Verzugszinsen zu entrichten. Gießen, bwt 5. April lQ30. Stadtkass« Mepktz. platz 5. 1. Der in dem Vergleichstermin 20. März 1930 angenommene gleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Bestätigung des gleichs wird das Verfahren gehoben. ; Gießen, den 27. März 1930. Hessisches Amtsgericht. z. Z. Gießen Kreuzplatz 3 Äleichsiraße 2 den 6. April 1930 Arbeitsvergebung. Auf Grund der Reichsverdingungsord- nung sollen für die Wiederherstellung der Kirche zu Gonterskirchen im öffentlichen Wettbewerb die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten, Zimmer- und Treppenarbelten, Schreiner-, Weißbinder-, Schlosser- Dachdecker-, Glaser-, Kleinbauer-, Grob- schloiserarbeiten und Eiseutteferung sowie die elektrischen Insiallationsarbeiten vereinen neuen Wehgerei-Eisschrank (Marte hellerer). Die Versteigerung findet bestimmt statt. Zusammenkunft der Steigerer in der Gastwirtschaft Raab, daselbst. Srafl Gerichtsvollzieher in Nidda. Fichlenderbslangen: l.Kl. 15 St. 2. ,, 1 ,, Angebote sind in Reichsmark pro Festmeter, getrennt nach Sortiment und Klassen, verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Dienstag, den 8. April 1930, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, welchen jid) die Käufer mit der Einreichung ihrer Angebote unterwerfen, eingesehen werden können. Die Eröffnung findet zu vorerwähnter Zeit auf dem Rathaus statt. Günstige Zahlungsbedingungen. Man bittet, das Holz vorher ansehen zu wollen, und wird auf Verlangen von Herrn Förster Keil vorgezeigt. Spätere Reklamationen werden nicht berücksichtigt. Ettingshausen, den 5. AprU 1930. Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen. O p p e r. Zeichnungen und Bedingungen sind auf unsrem Amt einzusehen, woselbst auch die Angebotsunterlagen abgegeben werden. Ein Vertreter der Bauleitung wird Dienstags und Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr, im Gemeindehaus zu Gonterskirchen (neben der Kirche) zur Erläuterung etwaiger Fragen anwesend sein. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mtt entsprechender Aufschrift bis zum Erösfnungstermin am Dienstag, 22. April 1930, vormittags 11 Uhr, bei unserem Amt (Schotten, Riddastrage 3) einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Schotten, den 4. AprU 1930. Hessisches Hochbauamt Büdingen. Zweigstelle Schotten. ÄHftk Ingeborg Unsere Lore hat heute ein gesundes Schwesterchen bekommen In dankbarer Freude ZRia Oberwinster geb. £afl? Dr. G. Oberwinster DerbandsgeschäfissÜhrer Wenn Sie an nervöser Schwäche, Schlaflosigkeit, Lähmungen oder an Gicht, Rheuma, Stoffwechsel-Störungen, Herz-Erkrankungen, Arterienverkalkung oder Beschwerden der Wechseljahre leiden, dann besuchen Sie unseren •/fu/ftlärungs- Uortrag £Ufitbildern Dienstag, 8. April, abends 8 Uhr im Katholischen Vereinshaus Keiner versäume diesen hochinteressanten Vortrag! SWlkerMMmliMens AMlWNlMM Der Autoomnibus verkehrt ab Sonntag, den 6. April täglich fahrplanmäßig: ab Ludwigsplatz Werktags um 3.40 Uhr, ab Schissenberg um 5.15 Uhr. 2ln Sonn» und Feiertagen ab Ludwigsplatz um 3.00 und 3.40 Llhr, ab Schissenberg um 6.20 Uhr. Gesellschaftsfahrten nach Bedarf. zu »d Die Gemeinde Allendorf a. d. Lahn verkauft auf dem Wege der Submission einen fetten, 2)4jährigen Vogelsberger Butten. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Dienstag, dem L. April, vocmii- lags \VA Uhr, schriftlich auf der Bürger- meister« abzugeben, wo auch die Bedin- §ungen bekanntgegeben werden und auch ie Vergebung erfolgt. 2818U Allendorf a. d. Lahn, den 5. April 1930. Hessische Bürgermeisterei. V Bon Lilly Schultheiß Ernst Eisenhardt Verlobte _______Gießen_______ Niederkleen (Kreis Dehlar) April 1930 ttiefernslämme: Ib-Kl. 1 St., 0,43 2a- „ 5 „ 3,24 2b- „ 6 „ 6,91 Fichlenstämme: la. „ 32 „ 5,98 lb- „ 103 „ 36,05 2a. „ 142 ,. 96,42 2b- „ 60 „ 67,32 3a- „ 19 „ 31,30 t. 3b- „ 1 „ 2,31 SJwRRmwIleuleinaiin S-e£tet*/Mvc4^ 71 BRUDER SCHMIDT Das Fachgeschäft für Haus und Küche 27 IA Für den Osterputz Gardinen Spanner Treppenleitern 'Bür sten waren Fensterleder Putzmittel Bohner Elektrische Bohner und Staubsauger Absatzserkei Haben Sie Bedarf an Ferkeln, so können Sie am vorteilhaftesten den Einkauf bei dem «rügten Ferkelversand Westfalen« tät gen. 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