Mittwoch, 5. März 1930 180. Jahrgang Nr. 54 rrstes Blatt Gjetzmer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Pnid titiö Derfo«: vrLHI'Iche Unioerfitäts-Bn». nnt> Steinöruderei B. fange in Siegen. Sdjriftleitung und S-IchäftrNelle: SchniNrage 1. Annahme oen Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorder. Preis für I mm Höhr für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennig, für "He- klameanzergen von 70 m Breite 35 Re'chspsenmg, Platzvorschrift 20" mehr. Chefredakteur Dr Friedt Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dt Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr h. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für ben Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m (Bienen Er Ich« in > > oglich.autzei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Viehener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monotr-Vezugrprets. 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsorechanschlüsse enterSammeInummer2251 Anfchrift lür Drahtnach« richten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto. Kronlftirt am Main 11686. Neue Möglichkeiten für ein Kompromiß. Das Neichskabineti berät weiter. - Das Notopfer endgültig fallen gelaffen. - Neue Vorschläge Moldenhauers. Krifenkaruffell. Don unserer Berliner Redaktion. Die vorlauten Stimmen, die gar nicht rasch genug die volksparteilichen Minister aus dem Kabinett herausdrängen tonnten, s.nd Plötz.i^), wahr- fcheinlich auf einen Wink aus der Reichskanz- lei wieder zum Schweigen gebracht. Es dürfte sich doch wohl herausgestellt haben, daß ohne die Dolkspartei das ganze Experiment kaum zu machen ist, selbst wenn es gelingen sollte. Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum unter einen Aut zu bringen, wobei dann die D a y e r n das Zünglein an der Waage bilden und dieser Weimarer Koalition zu einer kleinen Mehrheit verhelfen würden. Freilich nur um den Preis, baß dann tatsächlich Bayern in Deutschland regiert und neben allem anderen die Biersteuer endgültig unter den Tisch füllt. Der Kanzler Müller, dem ja niemand übertriebene Tatkraft nachsagen kann, ist aber wenigstens ein nüchtern denkender Mensch. Er hat sehr rasch erkannt, daß mit Drohungen gegen die Dolkspartei nichts zu machen ist und daß sein ganzes Kabinett auf der Rase liegt, wenn Herr Moldenhauer ihm die Finanzreform vor die Füße wirft. Es ging also plötzlich auch anders. 5>ic latente Mehrheit, die im Kabinett für das sog Rotopser vorhanden war, ist nicht heraus- gestellt worden. Man bemüht sich vielmehr um neue Lösungsmöglichkeiten, die allerdings auch wenig Aussicht auf Erfolg haben. Die Große Koalition wird sich eben, nachdem alle Parteien sich vorher festgelegt haben, jedesmal totlaufen, wenn sie den Versuch macht, das Programm zu erfüllen, das Herr Hilserding im vorigen Dezember auffrellte. Die Sozialdemokraten wollen wohl Steuern bewilligen, sie wollen aber nicht das Hebel, an dem unsere Finanzen seit Jahren kranken, von der Wurzel aus kurieren. Sie wollen praktisch nicht daran Mitarbeiten, die Arbeitslosenversicherung aus der Rolle des Kostgängers des Reiches zu befreien. Die Dolkspartei wieder erklärt mit Recht, daß alles nur Kurpfuscherei ist, wenn jetzt nicht die Reichsfinanzen endgültig aus sicheren Boden gestellt werden. Zwischen diesen beiden gegensätzlichen Auffassungen läßt sich keine Brücke schlagen, die Krisis kehrt daher wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Sch'ießlich wäre es ja auch denkbar, daß im Kabinett darüber abaeftimmt wird, ob unter den gegebenen Verhältnissen die Verbindung zwischen dem Poungplan und der Finanzreform durchzuhalten ist. Dabei würde sich sicher eine Mehrheit ergeben, die darauf verzichtet. Dann steht das Zentrum vor der Frage, ob es trotzdem an seiner Forderung fest- hallen will. Man kann die Dinge ja auch so drehen, daß, wenn schon beides nicht zu haben ist, die Regierung wenigstens noch den Poungplan verabschieden könnte, um dadurch diesen Ballast unserer inneren Politik endgültig zu beseitigen. Wobei selbstverständliche Voraussetzung fein müßte, daß unmittelbar nach der Ratifikation des Youngplans die Bemühungen um die Finanzreform sofort wieder ausgenommen werden müßten; freilich auf die Gefahr hin, daß dann eine andere Mehrheit die Finanzreform trüge. Das Kompromiß. Vor einer Einiauna im Kabinett? Berlin, 4.März. (GHB.) 3n unterrichteten Kreisen hat man den Eindruck, daß dem Kabinett vom Neichsfinanzminister Dr. Moldenhauer heute nachmittag ein neuer Vorschlag vorgelegt worden ist. Die lange Dauer der heutigen Kabinetts- beratungen spricht auch dafür, daß der Vorschlag mit allem Ernst und mit aller Ausführlichkeit diskutiert wurde. Der neue Vorschlag wird aus guten Gründen geheimgehalten. Man kann aber annehmen, daß er den Forderungen der Deutschen Volkspartei nach einer spateren Ausgaben- und Steuersenkung Rechnung trägt und auf der anderen Seite für die Re- Organisation der Arbeitslosenversicherungsan st alt einen weg sucht, auf dem die sozialdemokratischen Bedenken berücksichtigt werden. Aus diese weise dürfte man ohne weitere Erhöhung der direkten Steuern auskommen. Das Projekt des Jtot- opfers wird nach der heutigen Kabinettsfihung als erledigt betrachtet. Der Plan, der das Rcichskabinetl heute beschäftigte, sieht offenbar eine Deckung des 100-Millionendefizits der Arbeitslosenversicherung durch eine Beitragserhöhung vor, wobei natürlich die Frage, wie diese Beitragserhöhung im einzelnen aussieht, verschieden geregelt werden kann. Zu dem plan einer Beitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung kommt noch der Gedanke, 20 Millionen aus dem Rücklagefonds der Bank für 3nbuftrieobligationen zu entnehmen und 30 Millionen durch eine freimütige Umlage der wirtschaft aufzu- bringen. Eine besondere Rolle spielt auch die Frage, ob das Defizit in der bisher angegebenen höhe überhaupt richtig ist. Außerdem denkt man daran, auch auf anderen Gebieten noch I e 11 e i n - fparungen zu machen Alle diese Möglichkeiten haben im Laufe des Abends in parlamentarischen Kreisen den Eindruck verstärkt, daß das K o m p r o- m i ß im Kabinett zumindest ft art im werden ist, so daß der Schwerpunkt, von Einzelheiten abgesehen, jetzt in der Frage liegt, ob die Fraktionen bereit sind, ebenfalls zuzustimmen. Oie Meinung der presse. Nur wenig Aussicht für das Komvromitz. Derlin, 5. OTärA. (TM Wie d e .Dcss Ztg." erfährt, ist zur Beschaifung der notwendigen 100 Millionen erstens die Autono rnisierung der Reichsan st alt für Arbeitslosenversicherung vorgesehen, d. h- die Ermächtigung zur Beitragserhöhung um */« v. H., wenn die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Verwaltung sich darüber einigen. Durch eine solche Maßnahme würden 70 Millionen mehr einkommen. Der Restbetrag von etwa 30 Millionen solle aus dem Reservefonds der Bank für die Industrieobligationen entnommen werden. Da ein stufenweiser Abbau der Industriebelastung vorgesehen sei und die Dank in absehbarer Zeit überflüssig werde, wäre die Verminderung ihres Reservefonds schon jetzt nicht ungewöhnlich Da die Gefahr einer Regierungskri- s i s akut geworden sei und man in Kreisen der Wirtschaft diese Gefahr auch für wirtschaftlich höchst bedrohlich ansehc. glaube man, daß jetzt d i e Arbeitgeber einer Beitragserhöhung um v. H z u st i m rn e n würden, die zudem noch zur Hälfte von den Arbeitnehmern getragen werden müßte. Man glaube, daß auf dieser Basis eine Einigung in der Koalition herbeizuführen fein werde. - Der „Dörfenzeitung" er- scheint es schwer vorstellbar, daß die Volkspartei einem solchen Projekt zustimmen könnte, das sich keineswegs mit den wirtschaftspolitischen Richtlinien vereinbaren lasse, die die Deutsche Volkspartei am Sonntag auf- gestellt habe. - Auch die „D A Z" ist der Auffassung, daß eine Ve r st ä r k u n g der In- dustriebelastung, die eigentlich a b g e - baut werden sollte, eine unerträgliche Zumutung für die Deutsche Volkspartei darstelle. Dieses Opfer, das die Vollspartei unter allen Hm ständen ablehnen müsse, könnte auch nicht dadurch ausgewogen werden, daß gewisse Zusicherungen hinsichtlich der Steuersenkung für 1931 gemacht würden. - Die „©ermania“ betont noch einmal, daß, wenn auch über einen solchen Vorschlag, nach dem andere und vielleicht bessere Wege durch die starre Haltung der DVP. verbaut worden seien, keine Einigung erzielt wurde aus keinen Fall eine Vertagung der Finanzsragen über die Verabschiedung des TZoungplanes hinaus in Frage komme. Oie Haltung der Bayerischen Bolkspartei. München, 4. März. (TM Die Bayerische Dolkspartei-Korrespondenz wiederh lt, die Bayerische Volkspartei verlange, daß die Frage der finanziellen Gesundung wirklich geklärt werde und daß man im Reichstag nicht mit Rechenkunststücken und Rücksichtnahme auf Parteiinteressen eine Scheinfinanzreform erstrebe, die einer wirklich dauernden Sanierung der Haushalte in Reich, Ländern und Gemeinden aus dem Wege gehe. Davon, ob man diesen Forderungen Rechnung tragen werde. Oie Krisis in Spanien. werde die endgültige Haltung Oer Bayerischen Dolkspartei abhängen. Die Koalitionsfrage und die Frage nach der zukünftigen innerpolitischen Konstellation im Reich müssen für eine Frage, die auf keinen Fall in Krisenmacherei spekuliere, zur Zeit Fragen zweiten Ranges sein. Es habe daher auch keinerlei Sinn, sich den Kops darüber zu zerbrechen, wie sich die Bayerische Volkspartei, eventuell zu einer Weimarer Koalition teilen werde. Eine solche Kombination sei nach der ganzen Sachlage unmöglich. Die Hilfe für den Roggenmarkt. rcrPianeincsMogqcnbe'matzlungsz nangs. Berlin, 4. März. (WTB.) Zur Besserung der außerordentlich unbesriedigcnden Verhältnisse auf dem Roggenmarkte sind bekanntlich eine Fülle von Anregungen und Vorschlägen gemacht worden. Einer dieser Vorschläge geht dahin, daß die Herstellung und der Vertrieb von reinem Weizenmehl verboten und ein Beimahlungszwang von 60 Prozent Roggen zum Weizen angeordnet werden soll. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Durchführung dieses Vor- schlcges einen sehr erheblichen Mehrverbrauch von Roggen zur menschlichen Ernährung und eine wesentliche Einschränkung der Weizeneinfuhr zur Folge haben würde Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, wird dieser Vorschlag zur Zeit im Rcichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seine Durchführbarkeit geprüft. Es scheint allerdings, als ob die Einführung eines Beimahlungszwanges in der genannten Höhe verschiedenen Bedenken unterliegt. Anderseits wird nicht verkannt werden dürfen, daß eine fühlbare Besserung des Roggenabsatzes nur von durchgreifenden Maßnahmen erwartet werden kann, die eine vermehrte Verwendung des Roggens zur menschlichen Ernährung sicherstellen. Die Gärung in Spanien: Anhänger des Sanchez ©uerra durchziehen die Straßen Die neue Regierung des Generals Börenguer ist schon wieder in Schwierigkeiten geraten, nachdem sich erwiesen hat, daß die republikanische Propaganda einen ungewöhnlich großen Umfang angenommen hat. Während Dc- renguer der Auffassung ist, man müsse die Agitation des früheren konservativen Ministerpräsidenten Sanchez ©uerra gewähren lassen, scheint der König ziemlich nervös gewor^n zu sein. Gewisse Strömungen am Hose des Königs wünschen die Wiederaufrichtung einer Diktatur zur Unterdrückung der republikanischen Propaganda. Allerdings könnte ein solches Wagnis leicht eine Gefährdung der Monarchie selb st bedeuten, die sich zweifellos durch das allzulange Festhalten an Primo bc Rivera in der Oeffentlichkeit Spaniens schwer geschadet hat. ' Rach einem Zunkspruch der Tel.-Un. aus Madrid teilte der Ministerpräsident der Presse am Mittwochabend mit, daß völlige Ruhe im Lande herrsche und daß er hofse, in ungefähr vier Wochen eine größere Propa- gandaf reiheit besonders für die monarchistisch gesinnten Bestrebungen zulassen zu können. Außerdem erklärte der Ministerpräsident, er hoffe, in nicht allzu ferner Zeit trotz aller Schwierigkeiten zu den Wahlen schreiten zu können. Im Zusammenhang damit sind neue Bestrebungen zu nennen, die besonders von klerikalen Kreisen des Landes und der höchsten A r i sto k r a t i e ausgehen und darauf hinzielen, die Person des Königs, die in den letzten Tagen den stärksten Angriffen auSgesetzt war, früheren konservativen Ministerpräsidenten Madrids mit Hochrusen auf die Republik. zu verteidigen. Zu diesem Zweck wird versucht, eine monarchistische Koalition zu schassen. Geht es um die Monarchie? Paris, 4. März. (WTB.) Die nationalistische Liberty veröffentlicht aus Hendaye Meldungen über die Lage in Spanien. Aus diesen Ausführungen ergibt sich, daß die Lage kritisch ist und daß die Frage der Weiterexistenz der Monarchie diskutiert wird. Es gebe nur eine einzige Lösung: Spanien müsse durch Wahlen das Regime erhalten, das seinem Willen entspreche. Allerdings sei durch die vom König und seiner Regierung getroffenen Maßnahmen die Schaffung eines derartigen Mittels zur Klärung der politischen Gage verhindert worden. Jetzt weise alles daraus hin, daß das gegenwärtige Kabinett gezwungen fein werde, zurückzutreten. Fast sämtliche politischen Führer und besonders die intellektuellen Kreise erörtern die Frage, inwieweit der König für die Lage verantwortlich fei. .Sie forderten die sofortige Wiederherstellung der politischen Freiheiten, besonders die Abschaffung der Zensur. In intellektuellen Kreisen unter Führung Hna- in u n o s werde für die Errichtung der Republik Propaganda gemacht, und besonders beunruhigend sei, daß diese Kreise selbst der Gewalt das Wort redeten. — Für diese äußerst pessimistische Beurteilung der Lage in Spanien muß der Liberte die volle Verantwortung überlassen werden. - \ * Aus dem Böß-Nachlaß. Der Propst von Berlin darf die Kirchcn- fahne hifsen. Berlin. 4. März. (TH.) Dor dem 14. Zivilsenat des Kammergerichts fand am Dienstag unter Vorsitz des Senatspräsidenten Krüger die Derusungsverhandlung in dem bekannten Flaggenprozeß der Stadt Berlin gegen den evangelischen Propst Dr. Händ- l e r statt. Es handelte sich darum, ob die Stadt Berlin das Recht habe, dem Propst vorzuschrei- ben, an^dem Propstgebäude die Reichsflagge hissen zu lassen. In der ersten Instanz war der Stadt Berlin dieses Recht abgesprochen worden. Das Urteil fiel auch in der heutigen Berufungs- Verhandlung gegen die Stadt Berlin aus. Es wurde anerkannt, daß auf Grund des Bene- sizialrechtes dem Propst das Dienstgebäude z u st e h e und daß die Stadt Berlin dem Propst keinerlei Vorschriften über die Art des Flaggens machen könne. Auch ein Hauswirt könne nach dem geltenden Recht einem Mieter nicht vorschreiben, welche Fahne er etwa aus feiner Wohnung heraushängen solle. Infolgedessen müsse es dem Propst überlassen bleiben, die Fahne zu hissen, die er bei einzelnen! Anlässen für gegeben erachte. Dieses Urteil ist von grundsätzlicher Bedeutung, da nicht nur in Berlin, sondern auch in vielen! anderen Städten die Stadtverwaltungen kirchlichen Behörden Gebäude überlassen haben, ohne daß es allerdings an anderen Stellen bisher zu gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Flaggenfrage gekommen wäre. Sobald das Kammergericht den beiden Parteien die Urteilsgründe zu- gestellt haben wird, will die Stadt Berlin sich entscheiden, ob sie gegen das Urteil des Kammergerichts Revision beim Reichsgericht einlegt oder nicht. Severing und die Reichsreform. Tas Reichsinnenministerium versagt Berlin, 5. März. (Priv.-Tel.) Reichsinnenminister Severing hat auf den Vorwurf des Professors H e 11 p a ch, des früheren Abgeordneten der Demokratischen Partei, daß in seinem Ressort f ü r die Förderung der Reichsreform nichts geschehen sei und daß die Initiative völlig auf den Luther- schen Erneuerungsbund übergegangen fei, prompt geantwortet, und zwar etwa in dem Sinne, daß er als Reichsinnenminister nicht den Beruf in sich fühle, die bereits über dieses Thema vorhandene Makulatur noch zu vergrößern. Man konnte nicht ohne weiteres dem Reichsinnenminister soviel Selbsterkenntnis zutrauen, daß er die aus seinem Ressort in dieser Frage herausgehenden Meinungsäußerungen ohne weiteres als Makulatur bezeichnen würde. Was die übrigen Vorarbeiten zur Reichsreform angeht, so ist die Bezeichnung zweifellos falsch. Wenn die vom Erneuerungsbund und von der Länderkonferenz gemachten Vorschläge bisher noch keine praktische Bedeutung gewinnen konnten, dann liegt das lediglich daran, daß die zuständige Stelle des Reiches vollkommen versagt hat, nämlich das von Herrn Severing geleitete Reichsinnenministerium. Es ist natürlich nichts als eine leere Ausrede, wenn der Reichsinnenminister jetzt erklärt, er werde zu gegebener Zeit das Problem in An- griff nehmen, wenn nämlich nicht die Gefahr bestehe, daß er für seine Reformvorschläge keine zureichenden Mehrheiten findet. Wenn man darauf warten wollte, daß eine Mehrheit sich dem Minister anbietet, um dieses ebenso notwendige wie schwierige Reformwerk durch- zusühren, dann wird Deutschland vorher an seinen verfassungsrechtlichen Llnzulänglichkcllen zugrundegehen. Cs entspricht nicht der Führeraufgabe, die der Reichsinnenminister gerade in dieser Frage hat, zu warten, bis andere Leute die Aufgabe gelöst haben. Auf der Passivseite der Bilanz einer fast zweijährigen Regierungstätigkeit des gegenwärtigen Kabinetts figuriert das Versagen in der Frage der Reichsreform mit an erster Stelle. Denn dieses Problem ist nun einmal die Schlüsselfrage jeder produktiven deutschen Innenpolitik überhaupt. Das erkannt zu haben ist das Verdienst des Lutherbundes, das von Professor Hellpach hervorgehoben worden ist. Dem nicht Rechnung getragen zu haben, ist der schwere Vorwurf, der gegen den zuständigen Reichsinnenminister Severing erhoben werden muh. Oer Kurs bleibt der alte. Der neue Innenminister m Preußen. Berlin, 5. März. (CRV.) Der preußische Minister des 3nnern, Prof. Dr. W a e n t i g , gewährte einem Vertreter des Sozialdemokratischen Pressedienstes eine Unterredung, in der er sich über seine künftigen politischen Absichten äußerte. Der Kurs, führte Dr. Waentig aus, der im preußischen Innenministerium unter meinen Amtsvorgängern Severing und G r z e s i n s k i gesteuert wurde, wird nach wie vor gehalten. Vornehmste Aufgaben des preußischen Ministers des 3nnern sind die Sicherung und Festigung der Republik, der Schutz der demokratischen Verfassung. Es wird mein Bestreben sein, die republikanische Personalpolitik, die Demokratisierung der Verwaltung, die Severing und Grze- sinski so erfolgreich begonnen und fortgeführt haben, mit allem Rachdruck weiter zu fördern. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 4. März. (WHP.) Der Finanzausschuß setzte seine Beratungen des Etats bei Kapitel III (Siedlun gswesen) fort.Das Kapitel schließt mit 459 984 Mk. Einnahmen und 444 900 Mk. Ausgaben. Das Kapitel wurde genehmigt. Außerdem fand Annahme ein demokratischer Antrag, der die Vergütung der Amts Vorsteher der Forstämter für die Mitversorgung der Landamtsmanngeschäfte von 1 5 0 0 a uf 6 0 0 M k. herabseh t. Bei Kapitel Kameralgüter unter Bauverwaltung liegt ein Antrag vor, die Regierung möge die Grundsätze darlcgen, nach denen die Mieten für staatliche Dien st - und Mietwohnungen berechnet werden. Das Kapitel enthält unter den 981 000 Mk. Einnahmen an Mieten 756 000 Mk. Die Regierung erklärt, daß sie mit dem Ausschuß der gleichen Meinung sei, daß der wirkliche Wert der Wohnungen ermittelt und auch bezahlt werden müsse. — Kapitel V (Draunkohlenwerke „Ludwigs-Hoffnung", Wölfersheim und Weckesheim, die am 1. Januar cm die Preußen-Elektra übergegangen sind), wird genehmigt. — Kapitel VI Salzwerk, Badeanstalt und Tiefbauamt Dad-Rauheim wird schließlich noch verabschiedet. Hier sind an Einnahmen die seitherige Ablieferung von 330 000 Mk. an die Hauptstaatskasfe und außerdem eine außerordentliche einmalige Ablieferung von. 300 000 Mk. vorgesehen. Schuh der Arbeitsfreiheit in Oesterreich. Wien, 4. März. (WTB.) Der Iustizaus- schuh des Rationalrates trat in die Beratung des Gesetzes zum Schuh der Arbeitsfreiheit, des sogenannten Anti- terrorges ehes, ein. Der Berichterstatter legte im Einvernehmen mit der Regierung eine Reihe von Abänderungsanträgen vor, die eigentlich eine vollständig neue Vorlage bedeuten. 2m wesentlichen wird bestimmt, daß Kollektivverträge, die auf die Zugehörigkeit der Angestellten und Arbeiter eines Betriebes z u bestimmten Berufsvereinigungen bezugnehmen, nichtig sind, weiter, daß der Arbeitgeber keine Lohnabzüge zu - gunsten von Vereins-, Gewerkschafts- oder Parteibeiträgen vornehmen darf. Die Sozialdemokraten stehen vorläufig diesen Anträgen ablehnend gegenüber. Fast eine Million Arbeitsloser in Japan. London, 3. März. (£U) Die Arbeitslosigkeit xn Japan steigt beträchtlich an und wird in aller Kürze die erste Million erreicht haben. Die schlechte Lage in allen Geschäftszweigen ist außerordentlich groß und die Zahl von Schließungen von Fabriken und Geschäften nimmt stän- okg zu. Don den Arbeiterorganisationen find bereits eine große Anzahl von Plänen ausgear- bextet und der Regierung zugeleitet worden, um auf dem Wege von Rotstandsarbeiten die Arbeitslosigkeit zu verringern. Die Regierung hat gleichzeitig einen Plan für die Einführung ferner Arbeitslosenversicherung in Dorbe^itung. Mit dem bevorstehenden Ab- schluß der Wiederaufbauarbeiten in Tokio, die der Beseitigung der Erdbebenschäden des Zahres 1923 gelten, werden mehrere hunderttausend Arbeiter beschäftigung los. Die endgül- tlge Beendigung der Wiederaufbauarbeiten ist für den 24. März vorgesehen. Aus aller Welt. Lin Stadloerordueler als Vraudstifler verhaftet. 3n Gladbeck brach im Keller des Arbeitsamtes Feuer aus. Vom Karneval Heim- kehrende bemerkten die Flammen und alarmierten die Feuerwehr, die das Feuer löschte. 3n der vergangenen Woche hatte es in den Bureau- räumen des Arbeitsamtes gebrannt. Der Fuß- Die Sochwafferkalastwphe in Süd-Frankreich. Hundert Todesopfer. Äicle Städte von jeglichem Verkehr avflcichnltten. Paris, 4. März. (WTB.) Die aus den lieber« schwemmungsaebieten eingetroffenen Nachrichten lassen nur annähernd erkennen, wieviele Personen bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind und mit welchen Sachschäden zu rechnen ist. Einige Blätter beziffern die Zahl der Toten auf 100, eine Bestätigung hierfür liegt allerdings bisher nicht vor. Nur die Zahl der Opfer einzelner Ortschaften ist bekannt. So sind in (Taftres (Departement Tarn) drei Personen ertrunken. Die Stadt selbst steht vollkommen unter Wasser; sieben Häuser sind eingestürzt. Aus M a z a m e t im gleichen De« partement wird ein Toter gemeldet. Die hier gelegenen zahlreichen Fabriken können nicht arbeiten. Der durch das Wasser angerichtete Schaden wird auf 20 Millonen veranschlagt. Auch die Ortschaft C a • huzac hat einen Toten zu beklagen. Am schwersten dürfte die Stadt St. S u l p i c e mitgenommen sein, in der nicht weniger als 21 Häuser ein« gestürzt sind. Die Eisenbahn st recken Albi- Toulouse und Albi—Castres sind unterbrochen. Der Canal du Midi ist über seine Ufer getreten. Zwischen Narbonne und Cacassonne liegt jeder Verkehr still. 3n Besseres stürzten 15 Häuser ein. Auch die Eisenbahnverbindungen Toulouse- Languedoc und Toulouse—Narbonne sind unterbrochen, ebenso die Strecken Toulouse—Cette und Toulouse—Bordeaux; jede telefonische und telegraphische Verbindung zwischen diesen beiden Städten ist unterbrochen. Im Laufe der vergangenen Nacht ist in Moifsac ein Damm gebrochen. Das zwei Stadtteile überflutende Wasser hat w e i t e r e Menschenleben gefordert. In den vom Wasser bedrohten und nach und nach einstürzenden Häusern befinden sich noch Bewohner. Die unermüdlich durchgeführten Rettungsarbeiten gehen nur langsam vorwärts. Oie Garonne steigt weiter. Kriische Lage in Montauban. Paris, 5. März. (WTB. Funkspruch.) Während die Rachrichten aus dem Lleberschwem- mungsgebiet einen leichten Rückgang des Hochwassers des Tarn angaben, steigt die Garonne noch weiter. Rach einer Ha- vasmeldung aus Toulouse gelang es gestern, über die Lage in Dillemur näheres zu erfahren. Die erst vor drei 3ahren gebaute 100 Meter breite Drücke ist durch die Trümmer der beiden oberhalb dieser Stelle gelegenen und vom Hochwasser weggespülten Brücke z e r st ö r t worden. Das Elektrizitätswerk ist vollkommen überschwemmt. Der dort angerichtete Schaden wird auf vier Millionen Franken geschäht. Ungefähr 25 Häuser sind eingestürzt. Die Behörden haben Flugzeuge angefordert, die das Lleberschwemmungsgebiet zur Ausklärung für die Rettungsarbeiten überfliegen sollen. Die Rettungsarbeiten werden sehr erschwert, da nicht genügend Boote zur Verfügung stehen. Der Tarn selbst ist etwa 1 Meter zu- rückgegangen. 3n Montauban befinden sich 60 Personen seit 30 Stunden auf den Dächern und erwarten die Rettung, aber die Strömung ist so stark, daß man ihnen noch nicht Hilfe bringen konnte. Die Stadt selbst ist immer noch von jeglichem Verkehr abgeschnitten. Der Strom geht nur sehr langsam zurück. Vor einer neuen kommunistischen Aktion am 6. März. Die Kommunistische Partei befindet sich, wie schon früher, so auch jetzt nach ben fehlgeschlagenen Aktionen der jüngsten Zeit, in einer starken Krisis. Massenhaft wenden ihr bisher treue Funktionäre den Rücken. Sie stellen peinliche Fragen an die Parteileitung, aus denen hervorgeht, daß diese langsam sehend werdenden Kommunisten genau erkennen, welcher verbrecherische agitatorische Unfug mit ihnen getrieben worden ist. Sie zerfetzen das ganze Lügengebilde der „Massenaktionen". Die Partei selbst befindet sich in einer schweren finanziellen Krisis. Sie hat den größten Teil ihres immobilen Besitzes verramschen müssen. Sie braucht also unbedingt ein neues Zugmittel, um sich das ramponierte Ansehen bei den Massen wieder zu erwerben. Von Moskau, wo Thälmann zum persönlichen Defehlsempfang geweilt hat, ist der Auftrag gekommen, am 6. März wieder einmal nach dem Muster des verunglückten 1. Februar eine Hun- gerdemonstration au veranstalten. Man will Geheimbefehle gefunden haben, aus denen hervorgeht, daß bei dieser Gelegenheit noch ernstere Zusammenstöße mit der Polizei provoziert werden sollen. Es ist das Schicksal aller solcher vorher angesagten Revolten, daß sie ins Wasser fallen. Deshalb kann man auch diesmal wiederum Voraussagen, daß gerade an diesem Tage nidjt viel passieren wird. Die Organe der staatlichen Macht werden zweifellos genügen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten oder bald wieder herzustellen. Rachher werden die sozialdemokratischen 3nnenminister große Anklagereden gegen die Kommunisten halten, und wenn es wirklich blutige Köpfe geben sollte, werden die Berliner Asphaltpolitiker sich daran machen, nach den Schuldigen innerhalb der Polizei zu suchen. Dieses unerfreuliche Schauspiel haben wir nun schon mehrere Male erlebt. Wenn man aber weiterblickt, dann sollte man sich mit dieser Abwehrtaktik nicht begnügen. Sie ist etwas zu ärmlich, um als Staatspolitik gewertet zu werden. Denn der Grund dafür, daß es den Kommunisten immer wieder gelingt, irregeleitete ’ Massen zu Teilaktionen zu bewegen, liegt doch in unseren unglaublichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Es ist kein Wunder, daß die Massen heute von einer gewissen Verzweiflung gepackt werden. Richts wirkt demoralisierender als eine lang andauernde Arbeitslosigkeit. Wenn man aber das psychologische Verständnis für diese Vorgänge aufbringt, dann muß man sich um so mehr zu der Forderung bekennen, endlich einmal Schluß zu machen mit diesem System der Hilflosigkeit und Unzulänglichkeit, das Deutschland von Krisis zu Krisis schleudert und das auf dem besten Wege ist, die gesunden Grundlagen der deutschen Wirtschaft zu untergraben. Wiederherstellung der Staatsautorität gegenüber den aufruhrlustigen Elementen auf der einen Seite, Wiederher st ellung einer gesunden wirtschaftlichen Grundlage furunsere nationale Produktion auf der anderen Seite, das sind die Forderungen einer positiven staatsbürgerlichen Politik, die in dieser Lage erhoben werden müssen. Die Proben des strikten Gegenteils, die wir in diesen letzten Wochen von Regierung und Reichstag erhalten haben, berechtigen auf die Lange der Zeit zu den schlimmsten Befürchtungen. Der Geist des Aufruhrs kann in einem Staate nur dann so frech sein Haupt erheben, wenn die staatliche Autorität sich selbst jeden Tag aufs Neue schädigt. Sie zu kräftigen ist die erste und dringendste Aufgabe, damit endlich dem Volke wieder der Gedanke ausgetrieben wird, als sei der Staat nichts weiter als die Beute der verschiedenen miteinander ringenden Interessentengruppen. Die zweite Notwendigkeit aber ist die Wiedergewinnung einer gesunden Finanzund Wirtschaftsgrundlage, damit der deutsche Ar- beiter, soweit es in unserer bedrängten Lage heute überhaupt möglich ist, wieder Arbeit und Brot erhält. Die Zugkraft der radikalen Agitation aber wird in dem Maße Nachlassen, in dem es gelingt, den Staat wieder auf gesunde Grundlagen zu stellen. Neue „Hungermärsche". Die Besetz le der Moskauer Zentrale. Berlin, 4. März. (L7lB.) Am Montagabend hat eine Sitzung der kommuni st lfchen Parteifunftionäre stattgefunden. Aus Anordnung des europäischen Sekretariats der Roten Ge- roerF|d)aftsinternationale, der Kommunistischen 3u- gendinlernationale und des Westeuropäischen Bureaus der Komintern hat auch die Berliner Parteileitung für den 6. März Hungermärsche aus derAmgebungDertinsnachderReichs- Hauptstadt angeordnet. Gleichzeitig sollen auch innerhalb Berlins unter Umgehung des Demonstrationsverbotes derartige Hungermärsche und Umzüge stattfinden, die sich auf die g r ö h e r e n B e t r i e b e und die Arbeitslosennachweise konzentrieren sollen, wo Parteifunktionäre an ihre Genossen Ansprachen halten werden. Für diese Märsche ist ein genauer plan ausgearbeitet worden, der sich im übrigen mit den Demonstrationen vom 1. Februar deckt. Das Demonstrationsverbot soll in der Weise umgangen werden, daß auf ein oerab- rebetes Zeichen in allen Teilen Berlins größere und kleinere Ansammlungen sich bilden, die dann wiederum auf ein verabredetes Zeichen sich in Marsch sehen sollen. Durch diese Taktik soll erreicht werden, daß die Polizei hierdurch Überrascht und mürbe genta cht wird und nicht einheitlich vorgehen kann. Die Polizei hat ihre Maßnahmen getroffen. Für den 6. Mär; ist für die poli- 3ei die große Alarmstufe angeordnet worden, nach der sich alle Offiziere und Mannschaften in den Kasernen aufzuhalten haben. 3n den Rachmittagsstunden wird bereits ein starker Patrouillendienst auf der Straße einfetjen. Oie „Rote Fahne". Die richtige Auslage wird gerichtlich festgestellt. Berlin, 4. März. (Priv.-Tel.) Die Kommunistische Partei und ihr Zentralorgan, die Rote Fahne, haben verschiedentlich im Kampf mit den Sozialdemokraten Angaben über die Auflage der Roten Fahne gebracht, die jetzt durch ein sehr interessantes Gerichtsurteil auf ihren wahren Sachverhalt zurückgeführt worden sind. 2lus Anlaß eines Prozesses wegen arglistiger Täuschung eines 3nserenten nahm das Gericht in sein Urteil eine Feststellung über die Abonnentenzahl der Roten Fahne und über ihre Auslage^ mit auf, die nach kommunistischen Angaben über 100000 liegen soll und damit die größten deutschen Tageszeitungen erreichen würde. Tatsächlich ist gerichtsnotarisch festgestellt worden, daß die Abonnentenzahl der Roten Fahne nochnicht einmal 20000 erregt, und daß die Gesamtauflage des Blattes einschließlich der Auslandexemplare höchstens 25 000 beträgt. Da der Vertreter der Roten Fahne die Feststellung in Kauf genommen hat, dürfte erwiesen sein, daß die gerichtlichen Feststellungen auch von der Roten Fahne nicht widerlegt werden können. DaS Märchen mit der Auflage von 100 000 Exemplaren ist nüchtern und gründlich zerstört worden. boden und die Dureaumobel waren mit Petroleum übergossen und angezündet worden. Auch diesmal liegt wieder Brandstiftung vor. Unter dem Verdacht, das Feuer angelegt zu haben, wurde der sozialdemokratische Stadtverordnete und Angestellte des Arbeitsamtes Prell festgenommen. Die deutsche Universität Prag. Der akademische Senat und das Professorenkollegium der deutschen Universität in Prag werden sich in einer feierlichen Kundgebung gegen die durch das tschechische Universitätsgesetz geforderte Schädigung der Prager deutschen Uni* versität, der durch Aberkennung des Ramens„Karl-Ferdinand-Unive rfi- t ä t" ihre fast 600jührige historische Tradition genommen worden ist. Der auf den Gründer der Universität, Kaiser Karl IV., zurück- gehende Rame „Karls-Universität" wurde auf die Prager tschechische Universität übertragen. Diese ideelle Schädigung entspricht, wie in der Kundgebung hervorgehoben wird, in keiner Weise der historischen Forschung, welche in beiden Prager Universitäten, sowohl in der tschechischen wie in der deutschen, die natürlichen Fortsetzerinnen der ursprünglichen Karls-Universität sieht. Auch die tschechischen Historiker standen bis zum 3ahre 1918 auf diesem Standpunkt. Das betreffende Universllätsgesetz ist von einer gesetzgebenden Körperschaft im 3 ahre 1920 beschlossen worden, in welcher die Deutschen der Tschechoslowakei überhaupt noch nicht vertreten waren und daher keine Verwahrung einlegen konnten. Heute, nach zehn 3ahren, appellieren der Rektor und der akademische Senat an die Regierung und daS Parlament, das Universitätsgeseh im Sinne der historischen Wahrheit abzuändern. Gefängnisrevolte In Lille. 3m Zuchthaus von Lille haben 65 Strafgefangene einen Massenausbruch versucht. 3m Arbeitssaal überfielen sie den wachhabenden Beamten und raubten fein Schlüsselbund. Die Tür war aber von außen verriegelt. Der Posten auf dem Korridor schlug Alarm, wodurch der von langer Hand vorbereitete Versuch vereitelt wurde. Rur dem Rädelsführer des Ausbruchsversuchs gelang es, in dem allgemeinen Durcheinander zu fliehen.- Er war bereits über zwei Mauern geklettert, als er in eine unter Starkstrom stehende Drahtsperre geriet. Schwerverletzt wurde er ins Gefängnislazarett eingeliefert. Dänische Auszeichnung für einen deutschen Flieger. Die Königlich Dänische Aeronautische Gesellschaft hat beschlossen, dem deutschen Flieger Freiherrn o. König-Warthausen, der mit einem Sportflugzeug um die Welt geflogen ist, feine höchste Auszeichnung, eine goldene Plakette, zu verleihen. Flammentod eines Fabrikbesitzers. Der Besitzer der chemischen Fabrik Otto Reeh & Co. in Wesel ist bei einem Schadenfeuer in den Dureauräumen der Sirma in den Flammen umgekommen. Reeh scheint versucht zu haben, den Ofen mit einer leichtentzündbaren Flüssigkeit ingang zu bringen, wobei eine Explosion eintrat. Der Brand konnte in kurzer Zeit gelöscht werden. Als man in die Räume einbrang, fand man d i e Leiche des Firmeninhabers völlig verkohlt vor dem Ofen. Das Gebäude, eine ehemalige Kaserne, ist durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Autounglück auf der Fahrt zur Trauung. Auf der Fahrt zur Trauung stieß bei Rottendorf (Franken) ein Automobil, in dem sich der 23jährige Kellner Hermann Röll von Dettelbach mit seiner jungen Frau, seiner Schwiegermutter und einem Trauzeugen befand, bei starkem Rebel mit einem auf der falschen Straßenseite entgegenkommenden Personenkraftwagen so heftig zusammen, daß der Drautwagen völlig demoliert wurde. Alle vier 3n- faffen und der Chauffeur wurden durch Glassplitter und Prellungen mehr oder minder schwer verletzt. Auch der Besitzer des anderen Wagens erlitt Verletzungen. Rur fein Chauffeur, der durch seine Fahrlässigkeit den Unfall verursacht hatte, kam mit heiler Haut davon. Lin Geisteskranker in der Schulstube. In höchster Gefahr schwebten die Kinder einer Schule in dem Städtchen Wolfoille in Neuschottland (Kanada). Ein mit einem Revolver bewaffneter 59jähriger Geisteskranker, der in die Schule eingebrungen war, führte dort wirre Reden und erklärte, er sei von Gott beauftragt, sämtliche Kinder zu erschießen. Glücklicherweise war ihm seine Nichte, die ebenfalls einen Revolver bei sich hatte, nachgeschlichen und schoß ihn nieder, bevor er Unheil anrichten konnte. Der Geisteskranke liegt jetzt unter polizeilicher Bewachung im Krankenhaus. Die Wetterlage. •erdeti 2t -W 1 o (icrflW Dienstaa. 4. Harz. 19^30,7h abds. rl in« m w*71 O * «2—. o ^womenios. <$neuer. <®naro Decec*L® woitig. • oedeext «Wege^ »Schnee a Orauptin. • hcdcI K Gewitter ©Windstille. K>« tthV crente» 0$i essyae« sudsuowest Uurmtjcner nordwest ote »te umflenchactea Luftdruck Wettervoraussage. Die Warmlustwelle von Westen her hat sich über ganz Deutschland durchgesetzt und frostfreies Wetter verursacht. Das Hochdruckgebiet verlagert sich weiter nach Süden, und an der Rückseite der Baltikum- störung bringt Kaltluft südwärts vor. Sie wirb sich zunächst hier bei uns auf bis Temperaturen aus- wirken und ferner etwas wechselhaftes Wetter Hervorrufen, wobei einzelne Niederschläge nicht ausgeschlossen sind. Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnd wolkig, allmählich wieder kühler, vereinzelte Riederschläge. Witterungsaussichten für Freitag: Meist wolkiges Wetter, Temperaturen schwankend, mit Reizung xu Aiede-fchlägen. Lufttemperaturen am 4. März: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 5. März: morgens 4,7 Grad. Maximum 11,5 Grab, Minimum 2,8 Grab. — Grbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. März: abenbs 4,2 Grab; am 5. März: morgens 2,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4i Stun- ben. Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den ? März 1930. Passionszeit. Heute beginnt die Passionszeit. Alte christliche Gewohnheit ist es, daß man sich in diesen Wochen mehr denn sonst mit dem leidenden und sterbenden Heiland beschäftigt. Hierzu trifft die Kirche besondere Veranstaltungen. Sie richtet Wochengottesdienste ein, die ganz auf das Leiden Christi abgestimmt sind, uralte, weihevolle Passionslieder werden gesungen. Kanzel- und Altarbekleidung in den Gotteshäusern sind schwarz. Die Frommen lesen die Berichte der Evangelien über das Ereignis, das sich an dem Frühlingstage des Jahres 33 unserer Zeitrechnung auf dem Hügel Golgatha zugetragen hat, auch die Berichte über die Vorgeschichte dieses Ereignisses. Die Crnstgesinnten suchen, nach Möglichkeit Veranstaltungen aus dem Wege zu Ä die ihre Seelen in LInruhe und Wirrnis _ :n können. Vielleicht wird da mancher sagen: Das alle- hat einmal in alten vergangenen Tagen für die Menschheit gepaßt. 3n stillen Klosterzellen, wohin der Lärm des Tages nicht drang, in Dorf- kirchen, um die im beginnenden Frühling die Vöglein zwitscherten, in friedlichen Häusern, in denen alte, ungebrochene Familiensitte bestand, hatte man Zeit und Stimmung, sich in das Leiden Christi zu versenken, aber die heutige Welt ist anders. Uns bewegt der Kampf um die Befreiung vom Joche, das uns unsere Gegner auferlegt haben, wir ringen um die Finanzgestaltung des Deutschen Reiches, uns bewegen die Sportkämpfe, zu denen Tausende zusammenströmen. Wir müssen Telegramme, Geschäftsberichte, Bilanzen lesen, und alles in der größten Eile, wie können wir da uns mit der Passionsgeschichte der Bibel befassen? Cs ist wahr, daß die Zeiten anders sind als in den Tagen der Urväter, aber das Menschenleben ist denselben Bedingungen unterworfen wie früher und das Menschenherz bleibt sich durch die Jahrhunderte gleich. Hat ie eine Tatsache es vermocht, den alten Sah .abzuändern: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre?" Gilt nicht immer noch Zug für Zug, was der Sänger des 39. Psalmes, vielleicht unter dem Schatten eines Oelbaumes, gesungen hat: „Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher lebenl Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe, sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird." Die letzten sünf- zehn Jahre haben uns gelehrt, daß nichts, was die Erdgeborenen ihr einen nennen, ein sicherer Besitz ist, weder ihr Leben, noch ihr Geld, noch ihr Ansehen, noch ihr Einfluß. Wie der Schatten an der Häuserwand, wenn dunkles Gewölk über den Himmel gleitet, so vergeht das Leben. Und ist auch nur ein einziger Tag in einem Menschenleben ohne Unruhe? Unruhe bringen die Zeitereignisse, Unruhe bringt das Sorgen um die Zukunft, Unruhe bringen die Menschen. Wer mit eigensinnigen, böswilligen, unbelehrbaren Menschen zu tun hat. kann ein Lied davon singen. Am allermeisten Unruhe macht sich der Mensch selber. Er strebt nach Geld und Ehre, erringt Teilerfolge, bringt sich dabei um seine Ruhe und damit um sein Glück. Der alte Gellert war kein phantasievoller Dichter, ein trockener Ton war ihm zu eigen, aber er hat die Menschen genau gekannt und sagt in scharfer Erfassung der Wirklichkeit: „Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt: bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und Ungeduld." Nun tritt der Mensch, der seelisch so organisiert ist, an die Passionsgcschichte heran. Es ist ihm, als trete er in einen großen Dom von der Art, wie man sie in Italien findet. Weihevolle, streng abgemessene Räume, Bilder aller Art an Wänden und Pfeilern, Helles und Dunkles nebeneinander. Menschliche Leidenschaft, menschliche Sehnsucht kommen in keinem Werke erhabener Dichtkunst so klar zur Darstellung als hier. Fanatische Juden treten auf, sie meinen, für den Glauben ihrer Väter eintreten zu müssen, und kennen in ihrem Hasse feine Grenzen. Rohe Kriegsknechte laufen durcheinander, zusammengewürfeltes Volk, vielleicht aus Dalmatien, Illyrien, von der Insel Kreta, Landsknechte, die den Krieg nur um der Beute willen führen und denen wahrlich * Alsfeld, 3. März. Hier fand im kleinen! Saal des Hotels „Deutsches Haus' die 6. Dorfkirchentagung der Vereinigung der D o rs ki r ch e n f r e u n de für das nördliche Oberhessen unter guter Beteiligung von Geistlichen und Lehrern statt. Die Eröffnungsansprache hielt Pfarrer Luft (Meiches). Rach einleitenden Degrüßungsworten des Vorsitzenden der Vereinigung, Pfarrer Georgi (Ermenrod), folgte der im Mittelpunkt der Tagung stehende Vortrag von Professor D. Cordier (Gießen) über „Die Krisis im Erziehungswesen der Zeit und der Volkshochschulgedanke". Der fein durchdachte Vortrag ging davon aus, unter Hinweis auf Steuerungen zahlreicher bedeutender Pädagogen, daß der heutigen Crziehungslehre ein festes universales Erziehungsziel fehle. Es fehle die letzte erzieherische Vollmacht, die Verbindung mit dem Gottesglauben. Der Redner forderte für die heutige Erziehungslehre Konzentration an Stelle des Vielerlei. Die Urtümlichkeit im Leben des einzelnen Menschen, dec Familie werde nicht genügend anerkannt. Zu erstreben sie die Erziehung aus einer großen Gemeinschaft heraus. Der Volkshochschulgedanke in seiner richtigen Form biete hier geeignete Anknüpfungsmöglichkeiten. Die Volkshochschule habe als letztes Ziel im Auge die Mitarbeit im Gemeinschaftsleben. Der Wille, dem Ganzen zu dienen und seinen Beruf der Volksgemeinschaft zu widmen, sei der Gedanke der Volkshochschule, die letzten Ziele der Arbeit im Sinne des Christentums. In diesem Sinne könne der Volkshochschulgedanke auf daS ganze Erziehungswesen befruchtend einwirken. — An den sehr interessanten Vortrag schloß sich eine angeregte Aussprache. Rach der Mittagspause hielt der Leiter der Heim-Volkshochschule Hohensolms, Dr. Kammer (Hohensolms), einen Vortrag über das Thema „Aus der Arbeit der Heimvolkshochschule Hohensolms an der Landjugend". Der Redner verstand es, eine anschauliche Schilderung des Unterrichts und deS Lehrgangs der Heimvolksschule zu geben, deren Endziel darauf gerichtet ist, das Gentüt äu pflegen und auf das Seelenleben einzuwirken. Es komme weniger darauf an, einen möglichst großen Wissensstoff beizubringen, sondern vielmehr auf die Verinnerlichung des Lebens. Der Redner wies dieses Ziel durch einzelne Beispiele aus dem Unterricht in den Heimvolkshochschulen nach. Der Erfolg sei freilich nur auf lange Sicht möglich. Die Heimvolkshochschule solle Den Teilnehmern eine geistige Heimat werden. — Dem tief durchdachten, von warmen Empfindungen für die Förderung des Gemeinschaftsgedankens erfüllten Vortrage folgte eine rege Aussprache, an der sich u. a. Prof. Cordier und Kreisschulrat Rausch (Alsfeld) beteiligten. Mit Dankesworten an die Erschienenen schloß der Vorsitzende gegen 4,30 Ähr die Tagung. Gewlnnauszug 5. Klasse 34. Preußisch-EÜbbeustche (260. Preuß.) Klasien-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 21. Ziehungstag 4. März 1930 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II beiden ön der heutigen Dormittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®t> tt 60001MJ, 2 Gewinne 4u je 75000, 2 zu te 60uu0, 2 6U |e 25h- !triig,.i” 6 M", mcd- <* fiif» >« d» üusgcnuht w z-n Mltwn koch herrsch lojigkeit päisH-amcnk mästig gunfhi na<Ö dm J e'K?! friege einiW strieller kntv gehörten die „ (itn und in Dort, wo ai leisten war, Wahres 1921 Ichen Lrbeitr -en, sondert Million sren sich aber die europäischen schlechter Ses Dieder- Vie abgeschio die schlechtere bekommen, be zuströmen, wc rschechvsiowal ürberanaebot steigern könne Für Engi ms, das kürz Mitarbeiter dem sich ein birgt, der , teiligung ar fürchtete, D auf dem K rigeren L führen". Der Fesseln gelec allgemeine ! der Dorkrieg mocht und bi Wen ift um t gegen die toi 'ür England < dec für jeden wuchsen. Die schwächt, gesch >r uns. 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Hobohm (Cembalo) Werke von Buxtehude,Telemann,Scarlatti.Marais Eintrittskarten: 4—. 3.— und 2 RM. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studenten karten RM. L— bei Schnitt-Bohnen Karotten....... Apfelsinen....... Husten-Bonbons Die für das zehnte Konzert ausgegebenen Abonnement«kar en hoben Gültigkeit. Radio- Spezialist jeoer Marke. Verlangen Sie un» verb. Vorführung im eignen Hause. Glina. 8kaienzahlg. A. Ruhl jun. ttlcin-L'iudcu Telephon 3170«* . Tom Mix in: Der Schrecken der Posträuber Großer Sensalionsfllm in 8 spannenden Akten. 2. Schlager: Dolores del Rio. die gefeierte schön« Mexikanerin In: Dolores,die Panterkatze Ein Film aus dem südamerik. Urwald in 8 Akten. Astoria-Lichtspiele Des großen Erfolges wegen bis elnsehließUch Sonntag verlängert: Das große Doppelpregramel CielleDerPlerdemarkf Lotterie. Gewinne i.W. o.zuf. 7500 jut s>öchstgew. i. W. von 2000 sut 1000 o ufro. Vofe ä 1 5Ut, 11 Stück 10 sind in all. Vofegefdjäften zu haben u.bel ivuch- acker. Neuen Laue 11 Endlich nach langer Pause wieder ein neuer Pat und Patachonfilm die beiden unvergleichlichen Komiker, ihre Erleb niese auf hoher See und im Kannibalenland als Zauberer des Königs Kaktus Kannibal I. Pat und Patacuon — in diesem Film besser denn je - übertieffen sich selbst an Komik und zwerchfellerschütternden Einfällen. Die Originalaufnahmen aus Afrika u. Madeira geben dem Film einen landschaftlich schönen Hintergrund. Ferner: Lupino Lane im Sanatorium Entzückendes Lustspiel in 2 Akten. Und: Grenzflieger von Texas Lustspiel in 2 Akten. Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus allerWelt UM zu verkaufen. [,««D Pulvermüble. somskag. 0.8 Mcz, abends 8 Uür, im Saale d.Physikal. ^nstiiuiS iEingan- Steohanstranej: Lichtbildervortrag von Dr. Wa m I ef Vutzbach^ Kreuz und euer durch Schott» land. Gäüe will» kommen. (18851) Sonntag, ö. g. mön: Gte^en—Watzen« born- Pfahlaraben» Butzbach. 4% Std» Abm. 10 Uhr Univ* B>bliotbeL Lichtspielhaus Straße 34 Ab heute bis ein sch 1. 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März, abends 8‘/, Uhr. wird Im Caf6 Leib Herr Archivrat a. D. Br. Thiele aus Berlin einen Vortrag über: Die Nol der deutldien Oflmark halten. — Hierzu laden die unterzeichneten Vereine alle ihre Mitglieder nebst Angehörigen freundlichst ein. Wir bitten im Hinblick aut die für die Zukunft unseres Volkes so wlchtigeOsttrage um zahlreiches Erscheinen Eintritt frei. — Gäste willkommen. Artillerie-, Garde-, Kavallerie-, Krieger-, Marine- u. Pionier- Verein / D.O.B. / O.V.G. 1914 / Offizlervereinigungen ehern. 116er, ehern. 116er Landw., ehern. 118er, ehern. 254er / Vereine ehern. Leibgardisten, ehern. 116er, ehern. 116er Landw.. ehern. 118er, ehern. Leibdragoner, ehern. 222er, ehern. 80er, ehemaliger Kavalleristen Gießen und Umg. / ilmolac Rationau- sierungsmahnahmen verkamen wir unseren in Giesten Mar- garethenhülienweg siebenden geräumig. IWinenfmiiDDen mit 3-Zlm.-Viohng., ca. 231 qm Vager» fläche. 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Bernard N Nr. 54 Zweites Blatt VersclMjS Jeden Abend wurde fleißig geübt: Vereine 3 n Pas de Pa- zum Schluß 3t: d-Do$e 0.61 d-Dose 0.42 md nur (L38 nd nur 030 *-Ul ' ?nötn®aHH* ^lede ft ende tineur, Pas de Quatre, PapilTon und Lancier, bei dem immer ein Herr zu tioib- • nnte herein iniversitätsaula Ball auf dem Lande. Ein altlivländisches Idyll. Von Siegfried von Vegesack. Als erster kam Klavierstimmer Timm. Der Saal wurde geschlossen. Niemand durfte ihn betreten. Aber das klägliche Stimmen drang durch alle Türen, bohrte sich durch das ganze Haus, und jeder wußte: nun fing es an. lind bald war alles im vollen Gang: Schneiderinnen, Friseusen, Tante Iulinka mit den vielen Cousinen, und die bleichsüchtigen Damen vorn Doktorat bevölkerten das Haus. Tanzmeister Puschihki aus Lemsal, oder aus Warschau, wie er sich nannte, wirbelte jeden Abend durch den Saal, kommandierte, klalkerte in rasender Mazurka verwirrend mit den Haken in der Luft, stürzte auf die Knie, warf kreisend die Arme um den Kopf, um jählings als Rakete über das Parkett zu schießen. ier V I iris torstrabe 12 MißMQ1““!!’aViein^ . »ei uvm lutuiet kui jjui ö“ tocmg war, «ur j0 oah jedesmal der lahme Theodor vom Pasto- . An;. rot cinfpriMficn und, wie eine aufgescheuchte an den ^ ^04 Vcdcrm^Üt., zum unerschöpflichen Spaß der ber- st enden ötnrfinen mitflattern mußte. -—rVällAffl Und Tante Iulinka hob ein wenig den Rock, I kPIMÖ . avancierte, retirierte und knixte vor einem leeren . hniensd)^^ Stuhl, bis einem die Geheimnisse der „richtigen" ,fl,u,,,b0 - dfil zcan^aise aufgingen, - der richtiges mit den Samstag, e Pfund Tee Tee -Instrumenten e),Chr.Döber- ohm (Cembalo) )carlatti,Marais ij Ernst Ch silier ;arten RM- UbtU t abgegebenen ,i MM-- iwnWi werd, ia-ttgemv ii preiswert fl« Ümuu u. «»«■ iWöSS 6lt6in.II«1®“1 rctevvon'M „ z J1M iinZa^Onn^ 4®5sHS< Von Otto Eorbach. Man soll nicht das Pferd am Schwanz auf- zäumen wollen, und darf darum nichts von Abrüstungskonferenzen erwarten, bevor man sich auf internationalen Konferenzen über eine welt- virtschastliche Organisation verständigt hat, die allen Kulturvölkern genügend friedliche Erwerbsmöglichkeiten und Raum zu normalem Wachstum sichert. Wenn die Veranstalter der Londoner Flottenkonferenz diese Lehre aus ihren fast hoffnungslosen Anstrengun- Hen ziehen würden, dann brauchte ein großer Aufwand doch in keinem Falle nutzlos vertan zu sein. Der Friedenszustand, den der letzte große Krieg, der erste, aber kaum der letzte „Weltkrieg",' hinterlassen hat, erweist sich mehr und mehr auch für die Sieger unerträglich. Roch find die deutschen Tributquellen nicht erschöpft, noch kann die deutsche Wirtschaft als Kraftwerk ousgenüht werden, das das Räderwerk der ganzen Weltwirtschaft in Gang erhalten hilft: Lind -och herrscht heute massenhafte Arbeitslosigkeit in fast allen Ländern des westeuropäisch-amerikanischen Kulturkreises. Verhältnis- mäßig günstig gestaltete sich das Wirtschaftsleben nach dem Kriege außer beim „Weltgläubiger" zunächst auch in den europäischen Ländern, wo erst die Anforderungen der ‘Beteiligung am Weltkriege ein beschleunigtes Tempo moderner industrieller Entwicklung erzwungen hatten. Dazu gehörten die „R a n d st a a t e n", aber auch 3 t a- lien und in großem Umfange Frankreich. Dort, wo am meisten Wiederaufbauarbeit zu leisten war, konnten nach dem Rückschlag des Jahres 1921 nicht nur alle verfügbaren einheimischen Arbeitskräfte in Anspruch genommen werden, sondern darüber hinaus noch über eine Million fremder Einwanderer. Inzwischen haben sich aber die Verhältnisse auf allen kontinental- europäischen Arbeitsmärkten andauernd verschlechtert. Auch in Frankreich ist die Periode des Wiederaus-, Hm- und Ausbaues so gut tote abgeschlossen. Die neueren Einwanderer, die die schlechteren Zeiten natürlich zuerst zu spüren bekommen, beginnen in hie alte Heimat zurück- zuströmen, wo sie, sei es in Italien, Polen, der . Tschechoslowakei oder anderwärts das schon starke Lieberangebot auf dem Arbeitsmarkte nur noch steigern können. Für England bestand, nach einem Geständnis, das kürzlich „Augur" ablegte, jener anonyme Mitarbeiter der „Fortnightly Review", hinter dem sich ein russischer Emigrant (Poliakosf) verbirgt, der „wahre Beweggrund" für die 'Beteiligung am Weltkriege darin, „daß es befürchtete, Deutschlands Vorherrschaft auf dem Äontinen t werde zu einem niedrigeren Lebensstandard in England führen". Deutschland wurde besiegt, beraubt, in Fesseln gelegt, mit Schulden überlastet, aber die allgemeine Lebenshaltung hat in England die I der Vorkriegszeit nicht wieder zu erreichen vermocht und die Zahl der dauernd Deschäftigungs- L losen ist um ein Mehrfaches größer. Der Kampf s gegen die kontinentale Konkurrenz erwies sich für England als ein Kampf gegen eine Hydra, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue anwuchsen. Die deutsche Konkurrenz ist nicht geschwächt, geschweige vernichtet, hat doch der deutsche Export den Umfang des englischen nahezu erreicht, und die Bedrohlichkeit dieses Wettbewerbs ist darum nur um so größer, weil es sich dabei um eine „Hungerausfuhr" handelt, die auf fremden Märkten Ersah für die schwindende Kaufkraft auf dem Binnenmärkte sucht. Reben Deutschland aber entfaltete sich Frank» k reich erst nach dem Kriege zu einem wirklich modernen Industriestaate, der auf stark vergrößerter Rohstoffbasis feinen ganzen Produk- zwölf Touren. Und nebenan im Speisesaal drillte der alte Karel die sechs Duschwächter im Servieren, die, in abgetragene Fräcke gepreßt, mit Schweiß auf der Stirn, bemüht waren, ihre roten Fäuste in die weihen Glacehandschuhe zu zwängen. Und in der Küche herrschte Koch Linde mit einem ganzen Stabe von Gehilfen und Mägden, die. unten kreischend und oben kichernd, ohne Aufhören die Treppe zum Souterrain auf und nieder liefen. Heber allem aber schwebte Karlomchen, den läppernden Schlüsselbund am Gürtel, prüfte die Gastzimmer, stapelte die Vorräte auf, gab aus, ordnete an. und vergaß nie, auch für die To- Peuse ein Glas Mandelmilch mit etwas Konfekt auf das Klavier zu stellen. Und dann kam der eigentliche Ball. Schon am Vorabend hörte das Schlittengeläute nicht auf: die Rachbarn kamen, die Reu-Marufen- schen, die Büsterwaldeschen, die Hummelseeschen, das Pastorat, das Doktorat, aber voll wurde das Haus erst, wenn am nächsten Tage die zehn t, i; Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 5. März 1950 ^-isapparat umzugestalten vermochte. Zugleich cte die Ablösung der deutschen militärischen -vvcherrschaft durch die französische zur Züchtung örtlicher Industrien hinter Schuhzottmauem in den östlichen Vasallenstaaten Frankreichs. Aus der anderen Seite des Atlantik hat sich England durch sein Kriegsabenteuer die amerikanische Konkurrenz über den Kopf wachsen lassen, während in seinen Dominions die Entwicklung zu industrieller Verselbständigung außerordentlich beschleunigt wurde. Zu all dem kam dann noch die Selbstausschaltung des neuen Rußland aus dem Prozeß herkömmlicher Weltwirtschaft, wodurch wiederum in allen asiatischen Ländern Bestrebungen, für ihre eigenen Produktivkräfte auf Kosten fremder Wareneinfuhr zu entwickeln, begünstigt wurden. Alle diese weltwirtschaftlichen Wandlungen haben nun sogar in den 'Bereinigten Staaten das Gespenst dauernder massenhafter Arbeitslosigkeit heraufbeschworen. Die Schätzungen des Umfangs der gegenwärtigen Erwerbslosigkeit in der Union schwanken zwischen drei und fünf Millionen. Seit dem Krisenjahre 1922 hatte die „Prosperität" dadurch immer wieder aufs neue angcfurbelt werden können, daß der modernen Massenproduktion auf dem Binnenmärkte von Jahr zu Jahr immer neue Käuserkreise erschlossen wurden und man deren Kaufkraft durch das Abzahlungssystem auf Jahre vorwegnahm. Jetzt sind diese Ausdehnungsmöglichkeiten erschöpft, und die die Ersahproduktion bei weitem übersteigende Kapazität fast aller Industrien zwingt zu beschleunigter Erweiterung der Absatzmöglichkeiten auf fremden Märkten. Das aber ist um so schwieriger, weil die Rachkriegs- verschuldung der europäischen Länder gegenüber dem Weltgläubiger einer fortgesetzt wachsenden ilebertragung der durch deren Arbeit erzeugten Kaufkraft auf das Volk der ‘Bereinigten Staaten gleichkommt. Wäre cs den Lenkern der Rachkriegswelt um ihre „Abrüstungs"bestrebungen wirklich emft, so würden sie doch wohl den offenbar internationalen Charakter des gegenwärtigen Arbeitslosenproblems durch internationale Verständigung zu überwinden suchen; denn man kann sich doch unmöglich vorstellen, daß selbst bei verringerten Rüstungen der Weltfriede nicht bedroht sei, wenn sich die großen Völker wie halb ausgehungerte Wölfe gegenüber fteljen? Hunger stimmt kriegerisch. Rapoleon führte seine Kriege vorwiegend mit der Masse junger Leute, die die Revolution bei der Verteilung ihrer Beute leer ausgehen ließ. Man hatte ihnen Geld statt Land versprochen und man konnte sie zu einem gegebenen Augenblick nicht von den Fahnen entlassen, weil sie dann auf unmittelbare Einlösung des ihnen ausgestellten Wechsels bestanden hätten. So ist heute das faschistische Italien der machthungrige Ausdruck der Ungeduld aller, denen die Ein» wanderungsgesehgebung der Rachkriegszcit den Zugang zu überseeischen Fleischtöpfen versperrt, fanden doch vor dem Kriege -jährlich durchschnittlich eine Million Italiener im Auslande, meist über See, Lohn und Brot. Alexej R. Tolstoi läßt in seinem Roman „Höl- . lenfahrt", der in der Zeit des Weltkrieges spielt, einen Zeitungsschreiber aufs Dors gehen, um der Volksstimmung auf den Grund zu kommen. „Sind die Leute aus Ihrem Dorfe gern in den Krieg gezogen?" fragt er den Bauern Fjodor. „Diele sind gerne gezogen," antwortet dieser. „Es war also doch Begeisterung?" „Gewiß. Es heißt, daß man beim Militär gut zu essen kriegt. Warum soll man nicht hingehen. So bekommt man auch zu sehen, was los ist. Man kann wohl erschossen werden, aber auch hier muß man sterben. Wir haben gar zu wenig Land, es gibt nichts zu verdienen, wir leben nur von Brok und Kwas allein. Dort kriegt man aber, sagen alle, sehr gutes Essen, zweimal am Tage Fleisch, auch Zucker und Tee und Tabak, so viel man will." Diesem Muschik liegt aller Patriotismus fern, aber ein Urinstinkt sagt ihm, daß man mit kriegerischen Mitteln zu mehr Land und Brot und dazu noch zu Fleisch und Zucker und Tee und anderen schönen Dingen zu kommen suchen muß, wenn man mit friedlichen Mitteln kaum das nackte Leben zu fristen vermag. An diesem kriegerischen Urtriebe wird sich nichts ändern, solange man den Frieden nicht besser zu organisieren weiß. Es mag ja ein Wunder sein, daß es Deutschland bei seinen schweren Tributverpflichtungen nicht schon viel schlechter geht, als es der Fall ist, aber man vergißt dabei, daß wir das hauptsächlich gerade jenen gespannten Beziehungen zwischen Amerika und England zu verdanken haben, deren Ueberwindung zugunsten einer Einheitsfront gegenüber den kleinen Seemächten die Londoner Flottenkonfe» renz ihre Entstehung verdankt. Dank der heftigen Bekämpfung britischer Rohstofshandelsmonopole durch die Vereinigten Staaten konnten die wichtigsten Rohstoffe sich gegenüber der Vorkriegszeit soweit verbilligen, daß Deutschland dadurch z. B. im letzten Jahre etwa 1,8 Milliarden Äkark sparte. Auf der Grundlage dauernder Flotten» „Derständigung" aber könnten für die Zukunft die furchtbarsten angelsächsischen Handelsmonopole auf gerichtet werden, die Deutschland und den ganzen europäischen Kontinent in ein neues Indien verwandeln würden. Wer den Frieden liebt, sorge dafür, daß er leben kann, dann wird er sich den Krieg aus eigener Kraft vom Leibe halten; man hüte sich aber vor modernen Friedensengeln, die in Wirklichkeit Würgengel sind. Die Jagd Wenn das Wesen der heutigen Jagd der weitverbreiteten, laienhaften Ansicht recht gäbe, wonach es sich in einem Abschießen alles dessen, was da kreucht und fleucht, erschöpfen müf3te: dann wäre unsere heutige Monatsüdersicht mit wenigen Worten beendet. Der „Jäger", der „nur ums Schießen hinauszog zur Jagd", könnte seine Flinte an den Raget hängen, bis das Gesetz es ihm wieder gestattet, seiner Schicßlust zu frönen. Die Zahl solcher „Iagdscheininhaber" (bitte nicht „Jäger"!) ist nicht ganz klein. Sie wissen nicht, daß die kommenden Monate ausschlaggebend fein können für das Ergebnis des Iagdjahres, sie scheuen jede Ausgabe, die über das unbedingt notwendige Maß hinausgeht, sie kennen nicht die Freude und Befriedigung, die erfolgreiche Wildpflege dem Weidmann gewährt. Das meiste Wild hat im März Schonzeit, und so muß sich des Weidmanns Tun auf Schuh und Hege feiner Lieblinge beschränken. Starke Hirsche, die meist allein stehen, werfen ab. Das Schwarzwild kam gut durch den milden Winter. Die Bachen beginnen im Lause des Monats zu frischen. Möge man auch sonst glauben, alle Hebel in Bewegung sehen zu müssen, um der versl... Sauen Herr werden zu können, die führende Bache sollte trotzdem unter allen Umständen geschont werden. Es entspricht nicht deutscher Weidmannsart, die Mutter von den Jungen h'.nwegz'.schichen, die sie noch nicht entbehren können und die elend verhungern mühten. Der R e h b o ck verrät seinen Einstand und Wechsel durch Plätzen, viele Böcke fegen auch schon gegen Monatsende. In der zweiten Hälfte des März tritt in manchen Gegenden das Auerwild bereits in die Balz. Der Birkhahn wird schon häufiger in der Rähe alter Balzvlähe angetroffen und auch für das H a s e 1 w i 1 d ist die Zeit der Minne gekommen. Auch der Fasanenhahn läßt feinen rauhen Talzruf hören und kündet an, daß der Frühling naht. Roch ist es Zeit, dieses dankbare Wild einzusehen, wozu in geeigneten Revieren gar nicht genug geraten werden kann. Hinzu kommt, daß gerade in diesem Jahr auch die Preise erschwinglich sind. Die Rebhühner, die bis jetzt in Ketten zusammenlebten, beginnen sich zu paaren. Als hitzige Streiter raufen die Hähne um den Besitz der Hennen. Seine besondere Rote aber als Iagdmonat bekommt der März durch den „Bogel mit dem langen Gesicht", unsere Waldschnepfe, die gegen den 10. März etwa auf dem Rückzug nach der Heimat hier einzutreffen und auf dem Abend- und Morgenstrich besagt zu werden pflegt. im März. Die Reihzeit der Enten, die Schonzeit haben, ist im Gang. Auch manche nordi.che Form, die nun, aus den Mittelmeergebieten kommend, durchzieht, kann jetzt beobachtet werden. Zahlreiche Meldungen berich'.en von Jung- hLisch en. die schon im Februar gefunden wurden. Meister Lampe hat also den Winter offenbar gut überstanden. In altem Gras, unter Hecken und Gestrüpp r.chtet die Satzhäsin die Wochenstube ein. Hoffentlich verläuft auch das Vorfrühjahr so günstig wie der Winter. Dann dürften die Aussichten für die Riederjagd nicht schlecht fein. Trat der Fuchs schon zeitig in die Rollzeit ein, so bringt der März auch schon die ersten Iüngfüchse. Auch der alte Dach s bau, dessen Bewohner Schonzeit haben, hat sich in eine Kinderstube verwandelt. Erst Heger — dann Jäger! Was aber kann der Heger jetzt tun? Dei? Kampf gegen die Hecken geht weiter, trotz aller Verbote werden immer wieder alte Raine abgebrannt, Brutstätten für Singvögel und Federwild vernichtet, hilfloses Jungwild endet in den Flammen. Die Felder werden un- lässig in irgendeiner Form bearbeitet, und dabei geht Wild in Menge zurunde. Daher muh der Jäger seinem Wild Schutzinseln zu schaffen suchen, wo es ungestört brüten und sehen kann. Jede alte Sandgrube, jedes Stück Unland kann mit geringen Mitteln in eine Remise verwandelt werden. Vor allem sollte jeder Iagdpächter versuchen. Eigen- oder Pachtäcker durch Bepflanzen mit Tovinambur in solche Remisen zu verwandeln. Richt große Flächen müssen es fein, viele kleine sind besser als wenige große. Topinambur gibt Deckung, da er über mannshoch wird, gibt in Stengeln und Knollen wertvolle Winteräsung, ist nicht teuer in der ersten Anlage und hält mehrere Jahre aus. Der Erfolg aber zeigt, daß das dafür ausgegebene Geld wirtschaftlich angelegt ist. In Rot- und Rehwildrevieren darf die Salzlecke nicht fehlen. Die kritische Zeit kommt, wo beim Hebergang von der winterlichen Trocken- äfung zur ©rünäfung die Verluste eintrelen. Hier wirkt das Kochsalz außerordentlich günstig ein. Dazu stellt es ein Genuhmittel dar, das geeignet ist, dem Wild den Aufenthalt in einem Revier angenehm zu machen. Am einfachsten, billigsten und gut bewährt sind die sog. Pfannensteine aus den Salinen. Besondere Aufmerksamkeit erheischt jetzt das Raubzeug. Die Krähenschwärme lösen sich auf, paarweise stolzieren die Galgenvögel über die Felder und ihren scharfen Sinnen entgeht wenig, was sich in ihrer Umgebung abspielt. Sie blasen dem kleinen Mümmelmann das Lebenslicht aus, sie stehlen die Enten-, Hühner- und Schlitten von der Station vorfuhren: die Studenten aus Dorpat, die immer dutzendweise verschrieben wurden. Dann begann der Ball, der drei Tage und drei Rächte dauerte: am Tage fuhr man in unzähligen Schlitten pärchenweise durch verschneiten Wald, die Rächte wurden durchtanzt, und zwischendurch wurde geschlafen, getrunken, oder gesungen. Im Rauchzimmer spielten die alten Herren Whist und tranken Rotwein. Im „Petit-Salon“ saßen der Doktor, der Pastor, der Kandidat und der lahme Theodor und spielten Schach zu Vieren. Im Kabinett neben dem Saal reihten sich, wie im Theater, die Mütter und alten Tanten und folgten tuschelnd hinter langen Lorgnons den schicksalsschweren Phasen des Kotillons. Wenn aber die Fran^aise kam, hob Tante Iulinka ein wenig den Rock, avancierte, retirierte und knixte vor einem leeren Stuhl in der Ecke, und zeigte allen, wie man früher die „richtige" Fran^aise getanzt hätte, die richtige, mit den zwölf Touren. Aber mitten im ausgelassensten Tanz wurden die Flügeltüren zum Speisesaal geöffnet; niemand durfte im Tanz einhalten, niemand sich etwas anmerken lassen, und nur scheu streiften die Blicke die Tür: dort saß im Rollstuhl der alte gelähmte Graf und starrte in den tanzenden Saal. Reben ihm stand Tante Felicie. Der alte Graf mach'e eine müde Handbewegung: „Wer versteht heute noch Mazurka zu tanzen»" Und die Flügeltüren schlossen sich geräuschlos. Staub bringt es an den Tag. Wie sehr es in der modernen Kriminalistik zum Grundiah geworden ist, nichts für geringfügig anzusehen, was ein Verbrechen vielleicht zu enträtseln vermöchte, geht aus der dem Laien befremdlichen Wichtigkeit hervor, die in neuerer Zeit der chemischen Untersuchung des Ohrenschmalzes von Verdächtigen oder Opfern zugeschrieben wird. Ist es doch in vielen Fällen auf diese Weise gelungen, die Beschäftigung einer Person aus den dem Wachse anhaftenden Staubteilchen zu erkennen; denn je nachdem Mehl-, Kohle- oder Anillnfarbepartikelchen erkannt werden, läßt sich daraus der Beruf oder wenigstens die zeitweise Betätigung als Müller, ‘Bergarbeiter, Chemiker oder Arbeiter in einer chemischen Fabrik erschließen. Dieser „Berufsstaub" ist um so wichtiger, als er die Fähigkeit besitzt, noch zwei Jahre, nachdem die Tätigkeit nicht mehr ausgeübt wird, anzuhasten und unter dem Mikroskop des Chemikers auch in den kleinsten Teilchen mit absoluter Sicherheit seine Ratur zu offenbaren. Welche wichtige Rolle überhaupt kleinste Staubpartikelchen bei der Entdeckung von Verbrechen spielen können, davon legen eine Anzahl interessanter Fälle Zeugnis ab, die eine englische Wochenschrift zusammenstellt. Die in Frankreich übliche Methode, die den Kleidern eines Verdächtigen anhaftenden Staubteilchen auf die Weise zu untersuchen, daß die Gewänder, eingeschlagen in einen Sack aus starkem, braunem Papier, geklopft werden und der Rückstand chemisch untersucht wird, hat sich in vielen Fällen auf das beste bewährt. Sv wurden einmal auf diese Weise an den Kleidern eines Mannes, der falsches Geld verbreitet hatte, aber auch der Herstellung verdächtig war, Spuren einer Metallegierung aufgesunden. Eine Untersuchung ergab alsbald die vollständige Uebereinstimmung dieser Teilchen mit dem für die Münzen verwendeten Metall, und der Mann war der Falschmünzerei überführt. Ein andermal wurde während des Krieges in der Rähe des Suez-Kanals ein Rock unter verdächtigen Begleitumständen gefunden, und es war wichtig, näheres über den letzten Aufenthalt seines Trägers in Erfahrung zu bringen. Eine chemische Untersuchung des Gewandes zeigte, daß es kürzlich in See- wasser getaucht worden war. Der in den Taschen haftende Staub stellte sich unter dem Mikroskop als Dünensand heraus. Das waren zwei Anhaltspunkte, aus denen man schloß, daß der Träger dieses Kleidungsstückes ein Schiff, das den Suez-Kanal passierte, auf dem ungesetzlichen Wege des Ins-Wasserspringens verlassen hatte und daß er nach Durchschwimmen des Kanals in der Rähe der Sanddünen gelandet war. Hier boten sich bedeutsame Fingerzeige zur Festnahme eines von der Polizei lange gesuchten Mannes. Auch die Spuren in dem Laufe von Feuerwaffen, nachdem sie entladen sind, berichten dem Chemiker interessante Dinge. So verraten sie dem Wissenden die Zeitdauer, die vergangen ist, seitdem die Kugel oder die Patrone den Lauf verlassen hat. Darum wendet der Chemiker auch die sorgfältigste Aufmerksamkeit dem der Waffe anhaftenden Gerüche zu, der mit der zunehmenden Dauer abnimmt; ebenso verändert sich mit der Zeit die Farbe der an der Mündung zurückgebliebenen Rückstände. Kommt ein erst kürzlicher Gebrauch der Waste in Frage, so muß sich hier Schwefelwasserstoff finden; bestätigt die Untersuchung dieses Vorkommen, so ist diese Frage unzweideutig aufgeklärt. Und wenn sich auch nicht in allen Fällen eine so unzweifelhafte Gewißheit ergibt, so bietet die Staubprüfung doch oft manchen wichtigen Anhaltspunkt, der als ein Glied der Kette bann weiterleitet zu neuen Enthüllungen. Ein Eintänzer beichtet. Eintänzer fein — ein merkwürdiger Beruf, von dem nur wenige etwas wissen und der für viele von einem romantischen Schimmer umflossen ist. Ach, das stimmt nicht, und selbst wenn man feine Erlebnisse so humorvoll zu beichten versteht, tote Billie Wilder im Märzhest von Velhagen & K 1 asings Monatsheften — so ein Eintänzer steckt in einer Tretmühle, die nicht leichter ist als schwerste Fabrikarbeit. Wilder schreibt: „Ich verdiene ehrlich mein Brot. Ehrlich und schwer. Ich tanze gewissenhaft aber wunschlos, lustlos, ohne Gedanken, ohne Meinung, ohne Herz und ohne' Him. Das heißt: nur von einem Wunsch, von einem Gedanken beseelt — ich will ein Paar große, tarierte Pantoffeln. einen breiten Stuhl — und in dem will ich schlafen, in alle Ewigkeit. Aber meine Beine gehören zu dieser Tretmühle. Unermüdlich haben sie im Rhythmus zu stampfen, ewig eins zwei, eins zwei, eins zwei. Die Tretmühle darf keine Sekunde lang stillstehen. Ich tanze mit jungen und mit alten Frauen, mit ganz kleinen und mit andern, die zwei Köpfe größer sind als ich; mit hübschen und mit weniger reizvollen; mit ganz schlanken und solchen, die Cntfettungstee trinken; mit Damen, die den Kellner nach mir schicken und mit verzückt geschlossenen Augen den Tango auskosten; mit Gattinnen, mit Mondänen, die Monokel tragen, und deren Kavaliere, des Tanzens selbst unkundig, mich verpflichten; mit peinlich ungeschickten Zugereisten, denen ein Ausflug nach Berlin ohne Fire o’clock tea sinnlos scheint, mit splendiden Ausländerinnen, mit Damen, die tagtäglich da sind und von denen man nicht weiß, woher und wohin: mit tausend Typen. Es ist fein leichtes Brot. Auch keines, das sentimentale, weiche Raturen essen können. Die, die es aushalten, können davon leben. Ich werde nicht verhungern. Mein täglicher Einnahmedurchschnitt ist 20 Mark. Die Praxis macht es. Wan lernt langsam Trinkgelder schnappen. Allerdings gehört dazu ein guter Blick. Man muh Psychologe fein. Keine Frau wagt es, einem weniger als 5 Mark anzubieten. Aber es kommen auch Gaben von über 100 Emm vor. hat man mir gesagt. 3m vorigen Jahr soll hier ein Eintänzer einen fabelhaften Wagen geerbt haben. Ra, guten Appetit, muh die Spenderin mies gewesen felnl“ Fasanengelege. fte rauben spater auch die Küken. Man kann ihre Horste zerstören, man kann die Drutvögel am Horst abschiehen, aber man wird mit all diesen Methoden nur Teilerfolge erzielen. Heute, wo man in Kreisen der Schad- lingsbekämpfer von einer „westeuropäischen Krähenplage" redet, verspricht nur die Anwendung von Gift einigermaßen Erfolg, wobei von einer Ausrottung der Kähen auch nicht im geringsten die Rede sein lann. Spatzen und Krähen sind Auhnieher der Kultur im gleichen Der- hältnis, wie andere Tiere daran zugrunde gehen. Um die Gefährdung anderer Tiere zu verhindern, verwende man nur Phosphor in Eiern. Doch bleibe man dabei etwas von Waldrändern weg, wo Fasanen vorkommen. Denn unter ihnen -gißt es auch Eierliebhaber. 3n trockene Durchlässe, Hecken und Remisen, Reisig- und Steinhaufen gehören Klappfallen, die für wenig Geld (etwa 1,70 Wk) zu haben sind. Mit ihnen soll das große Wiesel, der Erzfeind der Riederjagd, auf seinem Wechsel unschädlich gemacht werden. Solche Fallen mühten in größerer Zahl über jedes Revier verbreitet sein. Der Jahresbericht eines norddeutschen Hegebundes berichtet von unternormalen Hasenstrecken im letzten Winter, dagegen von übernormalen in zwei Revieren mit energischer Wieselbekämpfung. Schließlich aber gilt in den Folgemonaten der Kampf mehr denn je wildernden Hunden und streunenden Katzen. Sie vermögen eine Jagd völlig zu ruinieren. Hubertus. Oberheffen. Landkreis Gießen. U Großen-Linden, 3. März. Der E i - senbahnvere i n Großen-L i nden und Umgege n d hielt am Sonntag im Saale des Gastwirts Faber seine diesjährige Hauptversammlung. Aus dem Geschäftsbericht, den der erste Vorsitzende, Reich5bahnsekretär Speh- re r erstattete, war zu entnehmen, daß sich der Mitgliederstand fast auf derselben Höhe wie im Jahre 1928 bewegte: vier Mitglieder verstärken im Laufe des Jahres, ihr Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. Die Erwachsenen- und Kinderfürsorge, die Hauptaufgabe des Vereins, wurde in weitgehendstem Maße gefördert. Der Kassenbericht zeigte in Aufgabe einen höheren Betrag als in Einnahme: der Unterschied ist durch Überschüsse aus früheren Jahren gedeckt, so daß der Kassenstand als günstig bezeichnet werden kann. Rach dem Bericht des Rechnungsprüfers wurde dem Rechner und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die diesjährigen Sommerausflüge sollen am 18. und 25. Mai nach Koblenz unternommen werden. — Am Samstag beging der Radfahrer-Verein 1891 Großen-Linden in seinem Vereinslokal bei Gastwirt Schaum sein diesjähriges Wintervergnügen. Der erste Vorsitzende Julius Braun sprach im Anschluß an seine Begrüßung lworte über Zweck und Ziel des Radsports. Ein flott gespieltes Theaterstück fand reichen Beifall, ebenso hatte ein Duett einen starken Lacherfolg. Sehr beifällig wurden auch die Schul- und der Flaggenreigen ausgenommen. Die Renn- und Wanderfahrer aus dem Jahre 1929 wurden bekanntgegeben und ausgezeichnet. Der musikalische Teil wurde von der Kapelle Köhler (Großen-Linden) in bewährter Weise bestritten. Gesellige Unterhaltung und Tanz hielt jung und alt bis in die frühen Morgenstunden beisammen. O Holzheim, 4. März. Die Bruderschaft Holzheim des Iungdeutschen Ordens veranstaltete dieser Tage im großen Rathaussaal einen öffentlichen Vortragsabend. Bruder Seipp begrüßte in einer kurzen Ansprache die überaus zah reich Erschienenen, besonders den Redner des Abends, Landwirt I e h - Die blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. 22 Fortsetzung. *Jtad)b*'iKf verboten Gelassen blickte Schulhofs dem anderen in das vom Zorne gerötete Gesicht. „3dj durchichaue heute Ihr feiges, heimtückisches Treiben I Zum offenen Kampf hat Ihnen der Wut gefehlt I Aber hinterrücks den Rivalen zur Strecke zu bringen, das hätte Ihnen so gepaßt!" Des anderen Züge zeigten Bestürzung. Also doch I... »Rivale!... Ich Ihr Rivale?..." Felix Schulhofs machte einen Schritt auf Hon- necker zu. „Lassen Sie jetzt das Dersteckspiel!... Wo ist Fräulein Witte?" Für Sekundendauer schien Honnecker von Unsicherheit befallen zu fein. Dann aber schrie er: »Was geht das Sie an?" „Das wissen Sie so gut wie ich!" „Gar nichts weiß ich! Und um Fräulein Witte haben Sie sich nicht zu kümmern!" „Ich werde mich aber um sie kümmern!" stieß Schulhofs in wilder Erregung hervor. „Lange ?:enug hat Eva unter Ihrer brutalen Macht gellten I Jetzt werde ich sie aber Ihren Hän^rn entreißen!" Honnecker maß Schulhofs mit einem mitleidigen Blick. „Sie wollen mir Eva entreißen?" sagte er voll Hohn. „Sie trauen sich viel zu!" Er war nun wieder ganz Herr der Situation. Sr hätte sich vorhin von dem Eindringling nicht überrumpeln lassen, sondern ihn sofort wieder an die Luft setzen sollen! Er würde es jetzt aber nachholen! Er war schon mit anderen Leuten wie mit diesem Herrchen fertig geworden! Der Spott in Honneckers letzten Worten hatte Schulhoffs Haß wieder aufgepeitscht. „Wollen Sie mir jetzt endlich sagen, wo Eva sich befindet?" rief er, seiner selbst kaum mehr mächtig. „Rem!" kam es kalt zurück. „Ich werde Eie zwingen!" Honnecker lachte. „Machen Sie fich nicht lächerlich! Mich und zwingen!..." Und dann in beißendem Hohn „Warum haben Sie denn Eva nicht gehalten, als sie mit Ihnen an der Ostsee war?... Damals hätten Sie zeigen können, was Sie vermögen! Aber Eva hat es vorgezogen, mit mir heimzureisen!" Schulhofs atmete schwer. Blitzartig tauchten jene schweren, sorgerwollen Stunden, als er bei Oer Sternhimmel im März. Sonnenaufgang von 6.50 bis 5.40 Uhr. Sonnenuntergang von 17.35 bis 18.30 Uhr. Lichtae st alten des Mondes: 1. Viertel am 8. März um 5 Uhr, Vollmond am 14. März um 20 Uhr, letztes Viertel am 22. März um 4 Uhr. mf. Die gerade in diesem Monat rasch zunehmende Tageshelligkeit und die immer später einsehende Dunkelheit hat zur Folge, daß die im Westen stehenden Sternbilder nun ziemlich rasch nämlich die Wega, den Arctur und die Spica schon in den frühen Abendstunden über dem Horizont. Was die Wandelsterne anlangt, so ist zunächst ein Wort über die Sonne zu sagen. Eie wandert in diesem Monat so schnell nach Rorden wie in keinem andern. Um gut zwei Stunden nimmt die Tageshelligkeit im Verlaufe des Monats zu, und am 21. um 9.30 Uhr ist der kalen- dermähige Frühlingsanfang, also der Augenblick, tnsvosd pe9u Mond: D1. Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel STERNBILDER: GROSZE BUCH-. STABEN Der die 24 Stundenzahlen von Müler* nacht bis Mülernachl eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei* ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monalsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mülernacht der Mo- nalsmüle. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeü sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- Sterner Kleine Buchstaben nalsmüle ist der gerade Pfeil V3 Stunde arteten. ßraher< je 5 Tage nach der Monats* Q Venus mitte V1 Stunde später zu stellen. Man XX Mars vergleiche die nächste Monatskarte. Der H Mond nimmt die gezeichneten Stellun- \l)Jupiter ^en cin> nenn er die angedeutete Licht- <&>Saturn gestalt zeigt. JtWzr '10. .19 22, % - \^Ml0UJ0J inne - v’Ä w- * --—7 y 0 , tii Ft U &8E verschwinden. Zwar bleiben die eigentlichen Wintersternbilder, also vor allem der Orion, der Stier und die Zwlllinge noch den ganzen Monat über sichtbar: aber sie sind aus dem Hauptblickfeld herausgerückt und in den westlichen Teil des Himmels gedrängt. Ten Hauptteil des Himmels nehmen die neuen Herren ein, nämlich die Frühlingssternbilder, die nun immer entschiedener Heraufziehen. Hoch am Himmel prangt die Sichel des Löwen. Zwischen ihr und den Zwillingen ist der Sternhaufen Praesepe sichtbar. Er steht uns verhältnismäßig nahe. Etwa 120 bis 150 Lichtjahre mag seine Entfernung betragen. Südlich vorn Löwen steht Alphard, „der Einsame". Im Osten erblickt man nun die für den Frühling bezeichnenden Sterne erster Gröhe, wo der Mittelpunkt der Sonnenscheibe den Himmelsgleicher in nördlicher Richtung überschreitet. Von den übrigen Wandelsternen ist vor allem auf die Venus zu achten. Zu Beginn des Monats steht sie der Sonne so nahe, daß sie unsichtbar bleibt. Aber schon nach Verlauf einer Woche kann sie unter günstigen Bedingungen am Abendhimmel erblickt werden. Man beachte, wie außerordentlich weit sie noch vom Jupiter entfernt steht, dem sie sich indessen in diesem und dem kommenden Monat mit der für diesen Stern der Liebe bezeichnenden Schnelligkeit zu nähern trachtet. Dem Jupiter scheint dies nicht ganz recht zu sein, denn er weicht, wenn auch in sehr gemächlichem Schritte, nach links aus. Kü st ermann. n e r aus Schwalheim, Vorsitzender der Ortsgruppe Friedberg des hes.ischen Landbundes. Dieser sprach über das Thema „Bauerntum und Volksnationale R e i ch s v e r e i n i » g u n g“. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Dem Vortrage folgte eine längere Aussprache, in der sowohl der Redner, als auch Studienrat Schmidt (Gießen) mehrmals das Wort ergriffen, um alle Fragen zu beantworten. Ein Ortsausschuß ist gebildet, und über 100 Personen sind für die Volksnationale Vereinigung gewonnen. Das Schlußwort sprach Landwirt I e h n e r. * Hausen, 4. März. Am Sonntag veranstaltete der Kirchenchor'Hausen, der sich im vergangenen Sommer aus einem gemischten Chor in einen Frauenchor umgewandelt hat, einen Familienabend, der einen außerordentlich guten Besuch aufzuweisen hatte. Auch von Garbenteich waren viele Zuhörer gekommen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Chöre des Vereins unter Leitung seines bewährten Dirigenten, Finanzsekretär Sommer aus Wahen- born»6teinberg. Die Leistungen des Vereins haben trotz seines kurzen Bestehens eine erfreuliche Höhe erreicht, bte innere Ausgeglichenheit der recht schwierigen Chöre war zu bewundern. Die Chöre waren umrahmt von Musikdarbietungen aller Art: Sologesängen, Duetten, Violin- vorträgen u. dgl. Ein luftiger Einakter und ein Singspiel, die mit großem Geschick aufgeführt wurden, gaben dem Abend neben den ernsten Darbietungen einen frohen Unterton. Diese frohe Stimmung erreichte ihren Höhepunkt bei dem Vortrag eines Gesangsscherzes, der in origineller Weise einen Bubenstreich von Wilhelm Busch zu Gehör brachte. So bot der Abend in seinem abwechslungsreichen Vielerlei einen Strauß bunter Blumen, wie der Ortsgeistliche ihn in seinen Begrüßungsworten kennzeichnete. seiner Rückkehr Eva nicht mehr angetroffen hatte, wieder vor ihm auf. „Ich weiß nicht, welcher Art die Macht ist, die Sie auf Eva ausüben..." Honnecker sah den andern überlegen an. „Das kann ich mir denken! Davon hat sie wohlweislich geschwiegen!" „Cs ist mir auch ganz gleichgültig! Ich liebe Eva und gehe eher zugrunde, als daß ich sie noch einen Tag länger in Ihrer Gewalt lasse!" Honnecker lehnte sich an den Schreibtisch. Wit gleichmütigem Gesicht sah er auf die Uhr. „Ich habe Ihr albernes Geschwätz jetzt satt!" sagte er kalt. „Meine Zeit ist mir zu wertvoll, als daß ich mich noch länger mit Ihnen herum- streiten würde!" Durch Schulhoffs Körper ging ein Ruck. Sprungbereit stand er da. „Wenn Sie in zwei Minuten nicht dieses Zimmer verlassen haben, rufe ich die Polizei!" fuhr Honnecker gelassen fort und legte die Hand auf den Hörer des Telephonapparates. „Die Polizei bringt Sie dann schneller in Bewegung, als Ihnen vielleicht lieb ist!" Langsam, den Kops eingezogen, schritt Schul- Hoff auf den anderen zu. „Sie wollen mir noch drohen?" sprach er dumpf. Dann, blitzschnell, sprang er Honnecker an. Seine Hände fuhren ihm um den Hals, drückten zu... „Wo ist Eva?... Wo ist sie?..." keuchte er. Honnecker versuchte Schulhoffs Hände hinwea- zureißen, aber wie mit Klammern hielten sie seinen Hals umfaßt. „Sind Sie wahnsinnig?" brüllte er. „Ich will wissen, wo Eva ist!" stieß Schulhofs zwischen den Zähnen hervor, während ihm die Adern auf der Stirne von der ungeheuren Kraft- anftrengung hervortraten. „Lassen Sie mich los!" schrie Honnecker und hieb mit den Fäusten in Schulhoffs Gesicht. Aber dieser schien nichts zu spüren. Wie ein wildes Tier, das sich in sein Opfer verbissen hat, hing er an Honneckers Hals. Seine Augen glühten wie die eines Irren. Er wußte nicht mehr, was er tat. Er sah nur das brutale, wutentbrannte Gesicht seines Feindes vor sich, der ihn vernichten wollte... der Evas Leben zerstört hatte... Und die Worte jenes geheimnisvollen Mannes, der chn vor wenigen Stunden auf Honneckers Spur gebracht hatte, dröhnten ihm wieder in den Ohren:... „Er ist ein Hund, der es nicht besser verdient, als daß man ihn zu Boden schlägt!..." Da traf ihn ein Hieb Honneckers ins Auge. Ein Schmerzensschrei kam von feinen Lippen: feine Hände loderten den Griff um Honneckers Hals, dieser rang fich los ... „Jetzt ist es aber genug!" schrie Honnecker keuchend, ergriff einen Stutzt, schwang ihn hoch und wollte auf Schulhofs einbringen. Seifen Hanb fuhr instinktiv in die Tasche, wo ber Revolver stak ... Da wurde die Tür aufgeriffen. Bleich, mit verstörtem Gesicht, stand Eva Witte da. Für Srkundendauer verharrte sie regungslos, die entsetzten Augen auf die beiden Männer gerichtet, die bei ihrem Erscheinen herumgefahren waren. „Felixl" schrie sie verzweifell und wollte auf Schulhofs zueilen. Aber mit schnellem Griff hatte Honnecker sie gefaßt und zurückgerissen. „Hierher gehörst du!" Als sehe er eine überirdische Erscheinung, starrte Schulhofs auf Eva Witte. Seine Liebe rauschte brausend über ihn hin. Alle Rot bet letzten Zeit, alle Sorgen unb Zweifel verstummten. Eva war ba und verlangte nach ihm ... Aber der andere wollte sich zwischen sie stellen! „Lassen Sie Eva los!" herrschte er Honnecker an. Dieser lachte höhnisch auf. Sein linker Arm hielt Eva umklammert, die sich vergeblich seinem Griff zu entziehen versuchte. Mit ber rechten Hanb hatte er bie Lehne des Stuhles gefaßt, ber ihm als Waffe biente. „Fällt mir nicht ein!" stieß er hervor. „Roch einmal: Lassen Sie Eva los!" Unerbittlich bie Antwort. „Rein! Ich halte, was mir gehört!" Eva Witte bäumte sich auf. „Ich gehöre nicht blr!“ schrie sie. Schulhofs zog den Revolver hervor und richtete ihn auf Honnecker. „Lchsen Sie Eva frei, sonst schieße ich Sie nieder!" Schreck zuckte in honneckers Antlitz auf. Dann aber lachte er schallend. „Wieder einmal ein Revolver!" Brutal stieß er Eva von sich weg. „Gehe hin zu ihm und erzähle ihm bie frühere Revolvergeschichte!" Eva Wittes Züge verzerrten' sich. Die wollte aus bem Zimmer fliehen: aber ihre Deine versagten ihr den Dienst. Hilflos lehnte sie an der Wand. Honnecker sah sie kalt lächelnd an. „Dazu fehlt dir die Courage! Das kann ich mir denken!" Er trat auf Schulhofs zu, der verständnislos den letzten Vorgängen gefolgt war. „Stecken Sie das Schiehzeug wieder ein! Es ist wegen dieses Frauenzimmers schon genug Blut geflossen!" Schulhofs fuhr zurück. „Was sagen Sie?" „Richts, als was ich mit eigenen Augen ge- )( Lich, 4. März. Auf Veranlassung des Roten Kreuzes fand in diesem Winter unter Leitung von Dr. S ch a a b, ber sich der Sacha in uneigennütziger Weife zur Verfügung gestellt hatte, in 18 Doppelstunden ein Au s b i l d u n g s- . kurfus für Frauen unb Mädchen statt, t der die Teilnehmerinnen in die erste Hilfe- 1 leistung bei Unglücksfällen und in die häuslich- , Krankenpflege einführte. Der Kursus wurde von r 25 Frauen und Mädchen besucht. Dieser Tage | wurde ber Kursus burch eine Schluhfeier im ’ Parkhotel abgeschlossen, in beren Verlauf die ‘ Teilnehmerinnen dem leitenben Arzt aus Dankbarkeit ein prachtvolles Blumengebinbe überreichen ließen. Demnächst soll ein ähnlicher Kursus in Steinbach abgehalten werden. Kreis Büdingen. G Berstadt, 3. März. Gestern verstarb der älteste Einwohner unserer Gemeinde, der Auszügler Ioh. Heinr. Stork, im Alter von 94 Jahren. Roch bis in die letzten Jahre konnte er seiner Beschäftigung in ber Landwirtschaft nachgehen und alle Arbeiten in Hau- unb Feld ausführen. Kreis Schotten. V Gedern, 4. März. Heute sand hier Schweinemarkt statt. Der Austrieb war. wie gewöhnlich, ein sehr guter. 530 Tiere standen zum Verkauf. Da eine sehr große Zahl von Kaufliebhabern erschienen war, wurden recht hohe Preise erzielt. So wurden für 6 Wochen alte Ferkel 40 Mk. pro Stück, für 6 bis 8 Wochen alte 40 bis 50 Mk. und für Läufer je nach Qualität 70 bis 80 Mk. bezahlt. Trotz des sehr flotten Handels verblieb ein geringer Ueberstand. Kreis Alsfeld. --- Ober-Ohmen, 4. März. Der Ge« meinberat setzte bei feiner Voranschlag-- | beratnng die Gemeindeumlage von 8000 auf 7000 Mark herab, um bem früheren Spartrieb wieder mehr Geltung zu , verschaffen. Der Gesamtetat beziffert sich M Soll unb Haben auf 50 828,78 Mk. preutzen. Krofdorf, 28. Febr. Im vorigen Sommer machte sich hier in recht unliebsamer Weise fast täglich Wassermangel bemerkbar, worunter insbesondere die höher gelegenen Ortsteile zu leiden hatten. Auf Grund der Untersuchungen tarn man zu der Ansicht, daß unsere vor ungefähr 20 Jahren erbaute Wasserleitung mit ihren Leistungen den Bedürfnissen der heutigen Einwohnerzahl und der mancherlei Gewerbebetriebe nicht mehr genügt. Deshalb will die Gemeinde in nächster Zeit Dohrversuche zwecks Erfassung neuer Quellen vornehmen lassen. Man glaubt in den Wiesen des Gleibachtales bie geeigneten Stellen gesunden zu haben. Die Verhandlungen mit den Besitzern über eventuellen Ankauf des Geländes bei günstigem Resultat sind soweit abgeschlossen. Mit den Bohrungen wurde bie Firma Derlich in Wetzlar beauftragt. O Odenhausen (Lahn), 1. März. Rachdem schon früher einmal für den Bau eines Kriegerdenkmals ein Fond- angesammelt worden war, ber leider durch die Inflation entwertet wurde, hat der hiesige Kriegerverein erneut die Initiative ergriffen, um nunmehr bte Errichtung des Denkmals zu verwirklichen. Durch die Opferwilligkeit der Gemeindeglieder ist es gelungen, zirka 1460 Mark bereitzustellen, wofür sich wohl ein schlichtes Denkmal errichten läßt. Als geeigneter Platz kommt der alte Friedhof vor der Kirche in Betracht. Als Zeitpunkt der Einweihung ist der Totensonntag vorgesehen. Kreis Biedenkopf. # Holzhausen b. Gladenbach, 26. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete sehen habe! Ich war selbst dabei, als diese Dame, die es so fabelhaft versteht, das Unschuldslamm zu spielen, eines Rachts ihrem Manne mit bem Revolver in ber Hand entgegengetreten ist .. Gin Unartikulierter Laut kam von Schulhofs- Lippen. „Ihrem Manne? ..." Honnecker lachte. „Hat sie Ihnen nicht gesagt, bah sie verheiratet war? ... Das zeugt nicht von großem Vertrauen zu Ihnen, lieber Herr!" Er weidete sich an der Bestürzung Schulhoffs» Run hatte et beide in der Hand! Et würde ihnen zeigen, was es hieß, mit ihm, Peter Honnecker, anzubinden! Schulhofs fuhr sich zum Kopfe. War er denn verrückt geworden? ... Was sprach der Mensch ba für sinnloses Zeug? ... Eva fei verheiratet? ... Eva fei ihrem Manne mit der Waffe entgegengetreten? ... Mit toirten Augen sah er zu Eva hinüber. Ihre Gestalt wat zusammengefunken. Es schien, als sei kein Leben mehr in ihr. Honnecker war Schulhoffs Blicken gefolgt. „Da staunen Sie, nicht wahr!" stieß er hohnvoll hervor. „So kann man sich eben täuschen! Er machte eine kurze Pause, bann sagte er scharf, schneidend: „Auch mein Freund Reinhold Witte hatte sich in feiner Frau gründlich getäuscht! Er hätte nie gedacht, daß er eines Tages von ihr erschossen würde!" Es wurde todesstill im Zimmer. Felix Schulhofs war wie unter einem Banne. Er starrte in Honneckers Gesicht, das ihm wie eine grinsende Frabe erschien .... er wollte Mit Seite blicken, hinüber zu Eva Witte ..., aber die herrischen, brutalen Augen, in denen nun triumphierender Jubel lohte, liehen ihn nicht los .. . Gewaltsam raffte er sich auf. „Sie lügen!" schrie er Honnecker an. Dieser machte eine wegwerfende Bewegung. „Fragen Sie Eva!" Schulhofs ging auf Eva Witte zu.. Er faßte sie am Arm. Eine Erschütterung ging bei seiner Berührung durch ihren Körper. „Sage mir, Eva, bah er lügt! ... Es kann ja nicht wahr fein! ... Er lügt, well er dich nicht bergeben will! ... Er möchte mich ab« schrecken von dir, aber es gelingt ihm nicht! ... Ich glaube an dich!" Mit flehender Gebärde umfaßte er Eva- beide Hände. „Sage mir doch ein Wort, Eva!" Langsam hob sie den Kopf. Als Schulhofs in ihre Augen blickte, die üi trostloser Leere auf ihn gerichtet waren, wußte er die Antwort. (Fortsetzung folgt.) Gaß' Die Gemein stllung des 1 nihing mit fouptroW Ho nun issenllichoelS Die lern UntM rjtfi Angebots cm 1,50 Angebote lm kg, bem 14. Ihr, an den U Mlagsfrii Metzlar, bet Kre ■ s irr Mittwoch, ö bius „3um a bem südlichen orten Stzwav Hinkelberg, Kl fjwg und oerl Std. Äche unt 210 im, 1 6: 14 Std. Kiese Derbstangen-. 1 bis 3.RL: Strobe 3; Jlu krennholz m 18, Achte 41, 5i, tiilöfirid Riefer 16; B Üiadel 515; ! Mel 111. Günstige 1 steinten Wege Sameiag, „Frankfurter nördlichen Ze Gibelnröbertai Stammholz: 1 Lieche la. ur (langen: ätz 6ti knüppel rm: V 81. Ferner Dr US, Eiche 4, pcl: Buche 20: 16, Kiefer 68 346, Nadel Aadel 50. 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Sprechstunden: 9—12 Uhr vorm. 2—S Ubr nachm, BertrauenSwürdigeMitarbeiter allerorts setucht! »adel 50. , Versteigerungshölzer in den Buchenholzschlägen am Revierhammer-Schlag lennt- üch! hessisches Jorffamf Grünberg. ,) 35 Mk. je Raum- \ 13 bis 15 Mk. je 6a: Fichlensfammholz (Försterei ’Rein- hardshain) etwa 100 fm in Kl. la bis 4b. Berliner Börse. Berlin, 5. März. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr war die Tendenz abwartend, aber nicht unfreundlich. Da der Wille zu einem Kpm- promih bei den Regierungsparteien vorzuherrschen scheint, wird die politische Situation etwas günstiger beurteilt. 21m Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,22, London flehen Mailand 92,78 zu 92,80, London gegen Spanien 41,80, London gegen Kabel 4,86, London gegen Berlin zirka 20,3650 zu 20,3675, Kabel gegen Berlin 4,19. London gegen Buenos 42,35 zu 42,40. Oonnerstag,den6.März1930, nachmiitaqs 2 lthr, versteigere ich im ^Löwen", Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: drei Büfetts, vier Kredenzen, vier Teppiche, eine Standuhr, 20 Stühle, fünf Tische, drei Bücherschränke, fünf Sofas, zwei Sessel, einen Rauchtisch, fünf Schreibtische, acht Chaiselongues, zwei Sprechapparate mit Platten, eine Ladeneinrichtung, drei Ladentheken, einen Warenschrank, vier Vertikos, drei Schreibmaschinen, einen Wäscheschrank, ein Klavier, zwei Regulatoren, vier Nähmaschinen, zwei Waschkommck- den, einen Eisschrank, einen Gasherd, einen Bilderschrank, drei Betten, zwei Kleiderschränke, eine Friseurtoilette, zwei Nachtschränkchen, zwei Diwane, eine elektrische haar- schneiümaschine, eine Bohrmaschine, einen Kassenschrank, eine Registrierkasse, einen Spiegel, ein Damenfahrrad, sechs eiserne Träger, drei Pflüge, 500 Scheuertücher, 75 Dosen Obst- und Gemüsekonserven, 150 Flaschen Liköre, zwei Motorräder, zehn Lodenmäntel. 1895V Derrn Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 (T> Oberweidbach, 24. Febr. heute fand hier die Nugholzversteigerung statt. Es wurden folgende Preise für 1 Festmeter erzielt: Fichten- siarnmholz Kl. 1 9 bis 10 Mark, Kl. 2 25 bis 20 Mark, Klasse 3 und höher 20 bis 27 Mark: Fichtenstangen Klasse 1 1,80 bis 2,50 Mark, Klasse 2 1,00 bis 1,70 Mark, Klasse 3 0,60 bis 1,20 Mark; Eichenstämme Klasse 1 9 bis 12 Mark, Klasse 2 15 bis 20 Mark, Klasse 3 15 bis 22 Mark, Schreinerschneid tämme 50 bis 80 Mark, Eichenstangon Kl. 1 1,80 Mark, Klasse 2 1,20 bis 1,40 Mark: Eichennutz- scheit (Küferholz) 1,20 Meter lang, 14 Mark für 2 Raumnieter: Buchenstämme sämtlicher Klassen pro Festmeter 18 Mark. <> Niederkleen, 27. Febr. Auf der gemeinschaftlichen Rutzholzversteigerung Ferner werden daselbst um 1 Uhr auf dem Wege des schriftlichen Angebots Der- kaust: 1877V Los Nr. 1. 3000 Fichtenstangen 3. Klasse. Los Nr. 2. 2000 Fichtenstangen 4. Klaffe. Die Angebote sind nach Losen getrennt mit dem Vermerk .Fwlzoerkaus" vor dem Termin abzugeben. Brandoberndorf, den 5. März 1930. Der Bürgermeister. Stahl. Daimler-Benz A.-6., Verkaufstelle Gießen Bahnhofstraße 90 92. Gardinen^ Wafferleiiungsbau. Die Gemeinde Launsbach will die Herstellung des Ortsrohrnetzes ihrer Waffer- leltung mit Hausleitungen (3200 lfd. m houptrohrleitungen von 100, 80 und 60 mm Lichtweite, 160 hausanschluffe) öffentlich vergeben. 1886V Vie Verdingungsunterlagen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht aus, wo such Angebotsvordrucke gegen Erstattung von 1,50 RM. abgegeben werden. Angebote sind verschlossen bis zum Freitag. dem 14. März 1930, vormittags 10 Uhr, an den Unterzeichneten abzugeben. Zuschlagsfrist 14 Tage. Wetzlar, den 4. März 1930. Kreistiefbauabteilung. ring hier zu Grabe getragen worden. Für 6U Universität und das Geologische Institut Dietzen sprach Professor Dr. harrassowitz und legte auch für das Geologische Institut der Tübinger Uniücrfität einen Kranz nieder. Für di« Senckenbergische Daturforschende Gesellschaft in Frankfurt a. M. sprach Dr. H a a S. Professor (Frankfurt) würdigte die Der* !and bi« wer t. 53) |tQn; M* W Wurden recht bobi H 8 Dcchrn alt, < Qualität ^eberstaiid, X llärz. $tt wt Varaiis^latzV Umlage vva 9ttab, um deo Geltung m 0 JUL L lu hörigen 6ommei ebsamer Weise sai mettbar, worunter men OrMeile zr 2t Untersuchungen ufere vor un.fige Ärieflertvrcin , um nunmehr ö(e ettDidliM 'Shud) nndeMder ist ti ^i'-Meiien, wofür tmal errichten iaht ; der alte Friedh«! W Zeit-mlt dn Jonnlag vorzeseh» nkopf. Mbach, 26. Febr is erwehr verM^ bMabei, t. rtÄ '"in Ser N5 cn[ {am von Schulhost Ein Vogelsberger Dulle, 18 Monate alt, zum Schlachten zu verkaufen. Schriftliche Angebote werden bis spätestens Montag, den 10. d. M., nachmittags 5 Uhr. an den Unterzeichneten erbeten. 1863V Wißmar, den 3. März 1930. Dec Gemeindevorsteher. Bittendorf. Eichennuhscheit (Küferholzmeter; Duchennuhscheitholz Raummeter: Efchenstämme Kl. II 30 bis 35 Mk., Kl- III 35 bis 40 Mk. je Festmeter: Kiefernknüppel 3 Raummeter 15 bis 18 Mk. Los 9: fiiefernstammholz (Försterei Harbach) etwa 240 fm in Kl. la bis 5. Gebote, verschlossen und mit entsprechen, her Aufschrift versehen, getrennt nach Stärkeklassen, in Prozenten der Landes- «rundpreise bis spätestens 13. Mär; ans Fsrftamt erbeten. Eröffnung derselben am 14. März um 10 Uhr auf dem Geschäfts- zimmer. _______________________ . Zagd-Verpachtung. Die Nutzung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk der Gemeinde Kobheim a. d. Dieder, bestehend aus einem tzezirk (zirka 840 Hektar) soll am Same- big, dem 22. Mär; d. 3., nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathaussaal, dahier, öffentlich meistbietend auf die Dauer von neun Jahren, beginnend mit dem 1. April 1930, verpachtet werden. Gemäß § 21 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 (G. S. S. 207) bringe ich dies mit dem Bemerken zur öffenllichen Kenntnis, daß die in Aussicht genommenen vachtbedingungen vom 7. Marz 1930 ab (CDei Wochen lang auf meinem Dienst» jimmer öffentlich ausliegen und daß wäh- und dieser Zeit jeder Jagdgenosse sowohl .regen die Art der Verpachtung als auch regen die PachtbedinLungen Einspruch telm Kreisausschuß in Biedenkopf erheben kann. 1896V Rodheim a. d. Bieber, 5. März 1930. Der Jagdvorsteher. P e p p l e r, Bürgermeister._______ Ruhholzverkauf Die Gemeinde Erda, kreis Wehlar, ver- sreigert am Montag, dem 10. Marz, nach- nittags 2 Uhr, öffentlich meistbietend an Drl und Stelle aus den Distrikten 13b uni 15, Brühl, nachstehendes Holz: ssichte. stangen: 1. Klasse 352 St., 2. Klaffe 258 St., 3. Kl. 275 St. Die Stangen sind geschält. — Ferner: 22 rm Deichselstangen Eiche, 4 m lang 5 rm Deichselstangen Esche, 4 m lang Die Deichselstangen liegen in Distrikt Langholz und Spieß. Sammelpunkt VA Uhr im Ort. Der Gemeindevorsteher« hartmanL. sich u tinen wohlgelungenen Unierhaltungsabend. Im ?triügury Lüchi iJlittelpunft des Abends standen zwei Theaterstücke. !lusb>,;Mch 21 Qe Spieler gaben ihr Bestes und zeigten gute $QÖ*°eUn9i- Ichauspielerische Leistungen. Reicher Beifall lohnte chr die c,nen Mit, 3viel. Recht beifällig wurden auch die Couplets und ' in di»si.-E>i«k. ,benden Bilder ausgenommen. Der Gefangner- fursuz ^lich, ;,n bewies durch seine ausgezeichnet vorgetragenen 4t. Di»i ^höre erneut die unter seinem jetzigen Dirigenten e «4^5. Tage erreichte beachtliche höhe seines könnens. ten qfir' iy Dl u H r d e r e i n , unserem jüngsten Vereine, Der Arzt Mt )en Abend durch Märsche und Volkslieder ver- irnaefii? Monte, wünschen wir, daß er wachsen möge und sich in äBnli* V der begonnenen^Weise zweiter entwickelt.^ Der gibt wohl keine Vereinigung, die so dem Wohle kN. 2incr ganzen Gemeinde Dient, wie die Freiwillige Eisoffers Serien-Tage 25 Pf. 50 Pf. 95 Pf. 145 Pf. 195 295 Pf. 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Pf. 145 Steingut 2 große Frühstückstassen............... Pf. 25 2 Frühstücksteller...................... Pf 25 1 Gemüseschüssel, 23 cm, und 1 Feldtasse Pf. 50 Kindergarnitur: 1 tiefer, 1 flacher Teller und 1 Becher mit bunten Bildern, zusamm. Pf. 50 6 Suppenteller, tief oder flach ........... Pf. 95 3 Suppenteller, Feston mit Goldrand ..... Pf. 95 1 Satz Schüsseln, Steilig................ Pf. 95 Waschgarnitur, Elfenbein, 4teilig Pf. 295,245 Speiseservice, 23tei!ig, schöne Muster .... Pf. 995 Echt Porzellan 1 Kinderbecher mit 1 Löffel............. Pf. 25 1 Teller mit buntem Blumenrand ........ Pf. 25 5 Tassen, hoch od. niedrig, mit Untertasse Pf. 95 3 Tassen, Zwiebelmuster, Goldrand oder Kanten............................. PL 95 3 Teller, Zwiebelmuster, Goldrand od. Kant. Pf. 95 3 Teller, tief oder flach................. Pf. 95 Saucieren, Schüsseln, Platten, Feston, Fehlporzellan, guter Ausfall............... Pf. 95 1 Kuchenteller, groß, mit schönen Dekoren Pf. 95, 50 1 Suppenterrine mit feinem Randdekor .. Pf. 95 Gedecke in prachtvollen Mustern......... Pf. 95 Obstservice, 7teilig, besonders empfehlensw. Pf. 195 1 Kakaokanne m.Nickeldeckel, moderne Formen ........................... Pf. 195 1 Kaffeeservice, 9teilig, sehr schöne Muster Pf. 595,495,395 1 Speise-Service, Feston Gold, 23teil., schöne Ausführung ................ Pf. 2295 Blech- und Lackierwaren 1 Puddingform, Fisch-od. Muschelform... Pf. 25 1 Durchschlag mit langem Stiel, 16 cm ... Pf. 25 1 Brotkorb, oval, fein lackiert........... Pf. 50 1 Springform, 24 cm, gute Qualität....... Pf. 50 1 Zwiebel- oder Topflappenkasten, schöne Muster................... Pf. 25 1 Kaffee- oder Zuckerdose, groß..... Pf. 25 1 Gebäckdose, moderne Muster...... Pf. 25 1 Kakteengießkanne, Neuheit, in all. Farben Pf. 50 1 Kassette, gehämmert, mit gutem Schloß Pf. 95 1 Kakteen-Bank, feinfarbig, mit 3 hantigem. Kakteentöpfen und 3 Untersetzern . Pf. 95 1 Springform mit 2 Böden, sehr stabil, 24 cm Pf. 95 1 Brotkasten, feinste Lackierung,3 kg Pf. 295, 245 Emaillewaren 1 Kasserole mit Griffen, gestanzt, 16 cm .. Pf. 50 1 Kehrschaufel, schwer, in Weiß ........ Pf. 50 1 Nachttopf, 20 cm .................... Pf. 50 1 Schüssel, weiß, 28 cm ................ Pf. 50 1 Milchtopf, weiß, gest., 10 cm, extra schw Pf. 50 1 Milchtopf, weiß, gest., 14 oder 16 cm, extra schwer.............................. Pf. 95 1 Konsol mit Wassersch. aus 1 Stück..... Pf. 95 1 Kochtopf, 20 cm, gestanzt............. Pf. 95 1 Suppenschüssel mit 2 Griffen, 24 cm, weiß Pf. 95 1 Spülschüssel, tief, 36 cm, m. 2 Griff., grau Pf. 95 1 Schüssel, 40 cm..................... Pf. 145 1 Milchkocher, 16 cm, gestanzt, weiß, und 1 Milchgießer....................... Pf. 145 1 Eimer, weiß, mit 1 Handbesen........ Pf. 145 1 Wanne, oval, 40 cm, weiß............ Pf. 195 1 Toiletteneimer, schwere Qualität....... Pf. 195 1 Löffelblech, extra schwer, weiß oder bunt Pf. 295,195 1 Wasserkessel, gestanzt, 22 cm......;.. Pf. 195 Holzwaren 5 Ahornkochlöffel, verseh. Größen, geschl. Pf. 50 5 Frühstücksbrettchen ................. Pf. 50 1 Klosettpapierhalter, weiß, mit geschliff. Spiegel ............................. Pf. 50 1 Kleiderleiste mit 3 vern. Haken........ Pf. 50 1 Handtuchhalter, groß, extra schwere Ausf. Pf. 95 1 Klosettbürstenhalter, weiß, mit 1 weißen Klosettbürste............... Pf. 95 1 Garnitur 4teilig Schneidbrett, Wellholz, Kartoffelstößer und Fleischklopfer ..... Pf. 95 1 Putzkasten, Hartholz, und 1 Wichsbürste, reine Borsten........................ Pf. 95 1 Servierbrett, Buche lackiert, 40 cm..... Pf. 95 1 Besteckkasten, 3teilig, und 6 Kaffeelöffel Pf. 95 Bürstenwaren 1 Schrubber oder Abseifbürste........... Pf. 25 1 Kokoshandfeger ..................... Pf. 25 1 Bürstengarnitur in modernen Farben ... Pf. 50 1 Klosettbürste, weiß lackiert............ Pf. 50 1 großer Standartbodenbesen und 1 Handfeger......................... Pf. 95 1 Roßhaarhandbesen, echt schwed. Stutzenhaar................................ Pf. 95 1 Reform-Edelmop, extra groß, mit Stiel. Pf. 295 1 Moppolitur, besonders billig......... Pf. 95,45 1 Bohner, reine Borsten, Eisenplatte mit Schutzkanten........... PL 595, 445,345 Rein-Aluminiumwaren 1 Kinderbecher mit Zierrand, 8 cm....... PL 25 1 Touristendose, % ?kd................. Pf. 25 1 Schüssel, 24 cm...................... Pf. 50 1 Muschelseifenhalter mit 2 St. Kernseife.. Pf. 50 1 Muscheikonsol mit Schöpfer u. 1 Bürste Pf. 95 2 Milchtöpfe, 10 und 12 cm, zusammen ... Pf. 95 1 Milchtopf, 14 cm, mit Tee-Ei .......... Pf. 95 6 Eßlöffel mit 6 Gabeln, zusammen....... Pf. 95 1 Kochtopf, 22 cm.................... Pf. 145 1 Wasserkessel, extra groß, starke Qualität Pf. 395 1 Satz 5 Kochtöpfe, 14—22 cm......... Pf. 645 Stahlwaren 1 Solinger Küchenmesser mit weißem Stiel Pf. 25 1 Brennschere ........................ Pf. 25 1 Tranchiermesser..................... Pf. 95 12 Dtzd. Bestecke..................... Pf. 145 6~Paar Messer und Gabeln, Königs- oder Ebenholz, Solinger Fabrikat...... Pf. 495, 395 Echt Alnakabestecke, garantiert weißbleibend, moderne Muster. 5 Kaffeelöffel ......................... PL 95 2 Eßlöffel oder Gabeln.................. Pf. 95 1 Tafelmesser mit Solinger Klinge ....... Pf. 95 1 Vorlegelöffel ....................... Pf. 295 Verschiedenes 1 Wandspiegel mit weißem oder braunem Rahmen...................... Pf. 95,50,25 1 do. oval weiß................ Pf. 395, 195,95 1 Waschseil, geklöppelt, 20 Meter........ Pf. 50 6 große Rollen Krepp-Klosettpapier...... Pf. 95 1 Küchenwaage...................... PL 195 1 Kaffeemühle, geschmiedetes Mahlwerk Pf. 345, 295, 195 Luxus- und Lederwaren 1 Zelluloid-Seifendose...... ........... Pf. 25 1 Zelluloid-Handspiegel mit Kamm....... Pf. 25 1 Frisiergarnitur, Kopfbürste mit Kamm, weiß Zelluloid ....................... PL 95 1 Portemonnaie, echt Leder....... Pf. 95, 50,25 1 Krümelgarnitur mit Tischbesen........ Pf. 95 1 Likörservice, 7 teilig.................. Pf. 95 1 Kinder-Einkaufsbeutel, Neuheit..... Pf. 50, 25 Wunderschöne Geschenkartikel Pf. 195,145,95,50 1 Isolierflasche, % Ltr., mit Aluminiumbecher, fein lackiert.................. Pf. 95 Damentaschen, neueste Formen Pf. 295,195,145,95 1 Tortenplatte, Messing, vern. Rand, nur schöne Muster...................... Pf. 195 1 Bowle mit Tablett und 6 Gläsern...... Pf. 495 1 Wecker, geprüftes Werk ......... Pf. 345, 295 1 Einkaufsbeutel, echt Leder .... Pf.445 1 Satz 10 St. Rasierklingen Edelstahl, Handabzug .............................. Pf. 50 Spielwaren 1 Posten Gummibälle, schön bemalt, bestes Fabrikat............ Pf. 145, 95, 50, 25 1 Netz mit 3 Zell.-Puppen, Schwimmtier u. Ball................................ Pf. 95 1 große Kinderschaufel, sehr stabil....... Pf. 25 1 Kinderspieleimer .................... 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So liest man mit Ergötzen in Liesbet Dills allerliebster Skizze „Quartaner", aber die Mutter, die einer Kindergesellschaft entgegensieht, bekommt dabei einen leichten Schüttelfrost. .Wieviel Kinder hast du dir denn zum Geburtstag eingeladen, Evchen?“ fragt sie ihre kleine Tochter. .Die ganze Klasse natürlich, denn ich war ja bei allen gebeten," antwortet das Kind unbekümmert, .also sechzehn." Der Mutter sträuben sich im ersten Schrecken die Haare, aber sie ist eine kluge Frau, und so überlegt sie wie bei allem anderen, das ihr Hausfrauen- und Muttergebiet betrifft, bis ins kleinste genau, wie die Geburtstagsfeier ihres Lieblings am besten zu arrangieren ift. Und endlich kommt sie zu dem Schluß, daß es nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Großen ein reizender Dachmittag werden kann. Mit dem Kaffeetrinken soll daS Fest eingeleitet werden. Aber die Kinder dürfen wählen, ob sie Milch, Kaffee, Tee oder Schokolade haben wollen. Kuchen und Schlagsahne dürfen nicht fehlen. 2lber das ist nicht die Hauptsache, sondern es muß, damit gleich eine heitere Stimmung unter den kleinen Gästen herrscht, Ueberraschungen geben. Inmitten des zierlich gedeckten, mit Blumen geschmückten Tisches soll ein Osterhase stehen, Der einen Zettel am Halse trägt mit der Aufschrift: .Willkommen, liebe Kinder!" An jedem Platz befindet sich ein kleines Dest mit ein paar Ostereiern aus Zucker, Marzipan und Schokolade, die freilich sehr klein sein dürfen, damit sie nicht zuviel kosten. Die Tischkarten fertigt Evchen selbst aus alten Postkarten an und beschreibt sie mit niedlichen, selbstgedichteten Versen. Aatürlich soll jedes Kind sein Sprüchlein selbst vorlesen. Wenn der Geburtstag nun nicht gerade in der Oster- zeit, sondern um Weihnachten herum sein würde, so könnte der Osterhase mit einem Weihnachtsmann vertauscht werden. Im Sommer dürfte eine Ditrinenpuppe als Blumenfee oder ein großer Schmetterling die Mitte des Tisches ein- nehmen. Die kleinen Geschenke müßten dann natürlich dazu passen. Für die Spiele stellt die Mutter ein richtiges Programm auf. Am besten ist es, wenn man mit einem ruhigen Gesellschaftsspiel beginnt, damit die Kinderschar nicht gleich außer Rand und Band gerät. Die Erwachsenen dürfen mitspielen, denn die haben dabei immer die schönsten und ulkigsten Einfälle. Datürlich dürfen auch die Gäste die Spiele Vorschlägen. Das Programm hilft aber immer wieder, wenn ein toter Augenblick eintritt, d. h., wenn man nicht weiß, was man spielen soll. Alle Dinge, die man dazu braucht, müssen vorher vorbereitet und zurechtgelegt werden, Denn nichts ist ungemütlicher, als wenn ein langes Suchen und Zurechtbasteln beginnt, ohne daß etwas Gescheites dabei herauskommt. Dach der Speise muß, Damit toieDer ein hübscher Duhepunkt eintritt und Die Spannung erhalten bleibt, toieDer etwas DesonDeres kommen. Die Mutter und Evchen ftuDieren Daher ein kleines Theaterstück oDcr ein drolliges Zwiegespräch ein. Meistens bringt die Idee Die Kleinen Darauf, etwas Aehnliches aufzuführen unD vorzutragen, Nadeln und Fingerhut. Don Albin Michell. Bei mand)en Daturvölkern werden noch heute Dornen. Fischgräten, winzige Splitter von harten Hölzern und von Steinen als Aadeln verwandt. Werden diese Gegenstände so gebraucht, wie sie von der Datur geschaffen wurden oder durch Zufall entstanden, so besahen die Bewohner der Pfahlbauten schon die Geschicklichkeit, sich Däh- nadeln aus Knochen herzustellen. In den Schweizer Pfahlbauten sind solche Knochennadeln häufiger gefunden worden, ebenso in Den Höhlen Der fränkischen Schweiz. Das Oehr ist in diesen alten Knochennadeln sehr geschickt eingebohrt. Die Psahlbaubewohner der Schweiz scheinen das runde Oehr bevorzugt zu haben, wogegen die Dadeln aus der fränkischen Schweiz ein längliches Oehr zeigen. Auch Haarnadeln aus Knochen find in Den Pfahlbauten schon gefunDen worden, Haarnadeln aus Blei scheinen die Frauen der Griechen in den ältesten Zeiten benutzt zu haben. Mit dem Beginn der Metallzeit wurden auch Dadeln aus Bronze und Eisen hergestellt. Man verstand es jedoch noch nicht, in die bronzenen: oder eisernen Dadeln Löcher einzubohren; bei den ältesten Metallnähnadeln war das Oehr stets auf die Weise hergestellt worden, daß man das obere Ende umbog und so eine Oeffnung zum Einfädeln herstellte. Bei der Feinheit des Gegenstandes ist zu vermuten, daß die Metallnähnadel schon bei den alten Kulturvölkern von Handwerkern hergestellt worden sind, denn nicht jeder dürfte die Ge- fchicklichkeit gehabt haben, aus einem Stückchen Bronze oder Eisendraht eine brauchbare Dadel herzustellen. Don der Dadelherstellung als einem besonderen Gewerbe wird jedoch erst aus Dürnberg berichtet. Dort gab es im 14. Jahrhundert besondere Dadelmachcr. Diese alten Dürnberger Handwerker scheinen auch das Einbohren der Oebre in eiserne Dadeln erfunden zu haben, toeu gleich nach Dem Aus tauchen Der ersten Dürnberger Dadelmacher auch von einer Derartigen Verbesserung Der Dadeln berichtet wurde. Auch Die Stecknadel ist im Lause der Zeit verbessert worden, vor allem durch Aufsetzen eines runden Kopfes. Die Dadelherstellung auf maschinellem Wege ist am frühesten in England emgeführt worden. In der Herstellung von Stecknadeln steht noch heut« England an der Spitze. so daß wieder Die Klippe vermieden wird, daß das Fest in wüste Toberei ausartet. Zum Abendbrot muh es natürlich neben belegten Butterbroten irgend etwas zum Anstößen und Hochlebenlassen geben. Eine ganz schwache, aber sehr süße Bowle genügt Dach dem Abendessen erhält jedes Kind noch ein kleines Geschenk zum Abschied, etwa einen Knallbonbon, ein hübsches, buntes Bild oder ein Wunderknäuel, damit Die kleinen Gäste mit glücklichem Herzen heimkehren und Der Tag allen in lieber Erinnerung bleibt. Die Mutter lächelt. Sie weih, mit ein wenig Liebe unD einigen kleinen GelDopsern lassen sich nicht nur Die gefürchteten KinDergefellfchaften ertragen, sonDern zu wirklichen kleinen Festen für alt unD jung gestalten. Die Das Leben erheitern unD verschönen unD sogar. Darüber hinaus, manchmal noch im besten Sinne erzieherisch wirken können. Die tägliche Turnstunde der Frau. Don Hildegard JReinting*) Dor etwa 20 Jahren erachteten nur sehr toe- nige Frauen Die Pflege ihres Körpers Durch Leibesübungen für nötig. Dach Dem Kriege trat eine Aenderung ein. Das veränderte Leben der Frau, ihre Einsicht forderte eine größere Pflege Des Körpers. So Dringt jetzt glücklicherweise Die Erkenntnis immer mehr durch, daß Leibesübungen des weiblichen Geschlechtes nicht an eine bestimmte Altersgrenze gebunden sind und Dah sie dazu Dienen, Die Frauen bis ins höhere Alter frisch unD elastisch zu erhalten unD sie von mancherlei Beschwerden körperlicher unD seelischer Art zu befreien. — Die Frauen sink) jetzt leichter krank als früher. Statistiken haben festgestellt, Dah es mit Dem Gesundheitszustand Der Frauen zwischen 25 und 40 Jahren schlechter getoorDen ist. Besonders Die Hausfrauen find Die am frühesten verbrauchten Frauen. Das liegt weDer an Der Mutterschaft noch an Der Hausarbeit, fonDern an Der vielfachen ilcberlaftung, aber auch an Der Dichtbeachtung Des eigenen Körpers, an Dem Dichtwissen Der für feine Erhaltung geltenDen Gesetze. Dicht allein im eigenen Interesse müssen Die Frauen es als ihre Pflicht ansehen, ihren Körper gefunD zu erhalten, fonDern auch im Interesse ihrer Familie, ihres Berufes. Dur eine gefunDe, frische Mutter toirD um sich fröhliche Gesundheit schaffen, Die Die Grundlage des Gedeihens Der Familie bilDet. Dur sie toirD Verständnis hoben für Die körperliche Erziehung ihrer KinDer unD toirD nicht auherhalb stehen, wenn sie Lust, Sonne unD Bewegung aufsuchen. Wohl Der Frau, Die mit ihren Kindern turnt und spielt, Die mit ihnen Die Heimat ertoanDert unD ihnen Die Schönheiten Der Bergwelt er- schlieht, Die sie Schwimmen, Schlittschuhlaufen unD Skifahren lehrt! Wohl Der Mutter, Die sich Durch erfrischenDe Leibesübungen Die Kraft bewahrt, Dem täglichen Kleinkram Des Haushalts nicht zu unterliegen! Keine Frau ist zu alt für Leibesübungen. Das muß allen Frauen eingehämmert werben. Ohne Bewegung erkranken Die Menschen, auch Die alten. Dur Durch Leibesübungen können Die Alters- erscheinungen weit hinausZcschobcn tocrDen, kann also einem SteifwerDen Der Gelenke vorgebeugt, können Die Organe richtig Durchblutet tocrDen unD infoIgeDeffen arbeitsfähig bleiben. Selbst- verständlich muß Die Form Der Leibesübungen Dem WanDel Des Körpers angepaht fein; im Alter von 50 Jahren können nicht in gleicher Weife körperliche Hebungen betrieben werben wie in Der Jugend. Der Bewegungstrieb läßt ungefähr mit 30 Jahren nach. Eine Grenze läßt sich nicht genau • Wer Auskunft sucht über Die einzelnen Hebungen, Die für Mädchen und Frauen in Frage kommen, fei auf Der Verfasserin instruktives Buch „Aufgaben unD MethoDe Des MäDchen- unD Frauen turne ns" verwiesen, Dem wir Den vorstehenDen Abschnitt mit Genehmigung des Verlages Quelle & Meyer in Leipzig entnehmen. (95 Seiten kart. 2,60 Mk.. in Leinenband 3,40 Mk.) feststellen. Es gibt Frauen, Die ihren Bewe- gungstrieb schon in Diesem Alter vollstänDig haben verkümmern lassen, währenD anDcre noch einen starken Bewegungstrieb haben. Das sind Diejenigen, Die in ihrer Jugend Die FreuDe an Der Bewegung als notwendigen, lebenserhaltenden Bestandteil ihres Lebens erfaßt haben. Welche Leibesiwungen kommen für die Frau in Betracht? Sie wird zunächst Diejenigen treiben, Die sie in früheren Jahren gepflegt hat: Schlittschuhlaufen, Tennis, Dodeln, Wandern, Schwimmen, Turnen. Aber sie kann auch ruhig den Mut aufbringen, neue Hebungszweige zu erlernen, z. B. Skiläufen — körperliche Schulung vorausgesetzt. Die persönliche Leistungshöhe ist durchweg mit 25 Jahren erreicht. Es läßt Dann in erster Linie nach Die Fähigkeit für SchnelligkeitsÜbungen, WährenD Die Dauerkraft oft noch lange erhalten bleibt. Wettschwimmen, -rudern, Wettläufe sind einzuschränken, bzw. ist Die Wegstrecke allmählich zu verkürzen. JnfolgeDessen sinD auch Spiele mit anftrengcnDen Läufen, wie Schlag- unD Handball ungeeignet. Wir haben es bei Den Frauen betreffs Des Hebungsbedürfnlsscs unD Des Menschenmaterials mit einer größeren Mannigfaltigkeit zu tun als bei Den Männern, was eine Erschwerung Des Hebungsbetriebes bedeutet. Es find zu unterscheiden: 1. Unverheiratete Frauen, Die feit ihrer JugenD ohne Unterbrechung Leibesübungen getrieben haben. 2. Hngcschultc berufstätige Frauen. 3. Turnerisch geschulte verheiratete Frauen. 4. Hngeschulte verheiratete Frauen. Die Zahl Der ersten Grupe ist allerdings klein. Da früher in Den meisten Turnvereinen Die Turnerinnen frühzeitig zu „alt“ zum Turnen wurDen infolge eines Betriebes, Der Die Geräteübungen stark in Den VorDergrunD stellte. Berufsschäden werden sich bei diesen Frauen infolge ihres Durchgeübten Körpers weniger bemerkbar machen. Es gilt Die Freude an Der Bewegung unD Die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, sowie Erholung für Die Berufsarbeit zu schaffen. Die Sprungfähigkeit läßt nach, WährenD Die Wurffähigkeit länger erhalten bleibt. Viel größer ist Das Heer Der beruflich Tätigen, Die körperlich ungeschult finD unD bei Denen sich infolge starker einseitiger Berufsarbeit körperliche unD seelische SchäDen einstellen. Die Berufsarbeit nutzt zwar Den Menschen wirtschaftlich aus, bilDet ihn aber nicht aus, fonDern nutzt ihn nur ab. Heben unD Tragen schwerer Lasten kann bei ungenügcnDen Körperkräften zu Zerrungen, Brüchen unD Verlagerungen innerer Organe führen. KrampfaDern. Plattfüße stellen sich vielfach ein bei stehenden Berufen: bei Kellnerinnen, Verkäuferinnen, Plätterinnen. SchäDigun- gen Der Atmungs- unD VerDauungsorgane finD Die Folge fitzender Lebensweise: in Bureaus mit schlechter Luft, aber auch in manchen Industrien mit großer Staubentwicklung oder feuchter Eine einzige Stecknadelfabrik in Birmingham stellt jährlich viele Milliarden Stecknadeln her. Untere Sicherheitsnadel hat vielleicht ein noch höheres Alter als die Metallnähnadel. Sie ist entstanden aus der Fibel, Fibula, Spange oder Haftel, im Mittelalter auch Kleidernadel genannt, Die schon bei allen alten Vollem bekannt war. Die Fibel oder Haftel hat besonders in Der Geschichte des Frauenschmuckes eine lange Geschichte, ja die Fibel war feit der Bronzezeit Der mit am stärksten hervortretende Schmuck der Frauen bei allen Völkern. Für die vorgeschichtliche Zeit gilt die Fibel als das beste Auskunftsmittel bei der Feststellung von Zeitfolgen, und so hat man die Fibel oder Haftel auch die Münze der prähistorischen Zeit genannt. Wie für spätere Perioden die Münzen Auskunft über Die Zeit geben, fo hieß es, sich für Die vorgeschichtliche Zeit mehr an Die aufgefundenen Fibeln halten. In Der Bronzezeit wurden naturgemäß meistens Fibeln aus Bronze hergestellt. Dann kamen solche aus Eisen auf, ober es wurden beide Metalle verwandt. Frauen a us der vornehmen Welt trugen schon in der Zeit vor den Dömem Fibeln aus Gold und Silber, ebenso wurden sie aus Bernstein hergestellt. Doch ver- fchiedenartiger als das Material, aus dem sie angefertigt wurden, waren die Formen und Großen. Meistens hatten allerdings diese alten Fibeln einen größeren Umfang als unsere jetzigen Sicherheitsnadeln, es gab jedoch auch kleinere. Es gab Hafteln, Die glatt und schmal waren, andere liefen breit aus und zeigten auf Der Oberfläche mancherlei Verzierungen, sie trugen als Ausschmückung Scheiben und Platten, es gab ein», zwei- und dreigliedrige Fibeln. Erst als im Mittelalter die enganliegenden Kleider aufkamen, hatte die Fibel oder Kleidemadel chre Daseinsberechtigung zum größten Teil verloren und verschwand nun auch als Zierstück am Frauenkleid. Woher Der Fingerhut stammt und wann er aufgekommen ift, Dürfte kaum genau festzustellen fein. Schon Walther von der Vogel» weide, der um das Jahr 1230 starb, dichtete über einen Fingerhut, Der an Der schönsten Hand Der schönsten Aau steckt, welche je ein Trouba- Dour schauen Dürfte. Ein Gedicht über Den Fingerhut stammt auch von Hans Sachs. Das Wort Fingerhut kommt weiter bereits in einem Wörterbuch aus der Mitte dcS 14. Jahrhunderts vor. Um diese Zeit gibt eS In Dürnberg auch schon das Gewerbe des Fingerhuters, des Handwerkers, Der Die Fingerhüte gewerbsmäßig herstellt. Dieses Handwerk scheint sich im 14. und 15. Jahrhundert ziemlich au?gebreitet zu haben, mußte jedoch dann zurückaedrängt werden, als eine Maschine zum Pressen der Fingerhüte erfunden worden war. Montessori oder Fröbel? Oie neue und die alte Methode. In einem Kreis junger berufstätiger Mütter, Die ihre KinDer fremDer Aufsicht überlassen müssen, würbe jüngst bei Der Besprechung Der Kinder» gärten, Die in Der StaDt vorhanDen waren. Die Frage aufgeworfen: Montessori oDer Fro- bei? Aatürlich herrschte eine allgemeine Begeisterung für Das System Der italienischen Aerztin unD Pädagogin. unD Fröbel tourDc von Den meisten: als „zu unmodern" abgelehnt. Zum Glück war auch eine ältere Frau mitten unter Den so überaus moDcmcn Müttern, Die sich theoretisch unD praktisch mit Den beiden Dichtungen befaßt hatte. Sie hielt einen kleinen Vortrag über die beiden erzieherischen Methoden, und siehe Da — Der „veraltete" Fröbel schnitt gegenüber Der Italienerin gar nicht schlecht ab. Warum will man, fo fragte Die Sprecherin, mit Dem alten Fröbel- linDergarten brechen? Fröbels ErziehungslDeen finD keineswegs unmoDem, Daß wir nur Den neuen Lehren Dr. Maria Montessoris lauschen müssen. Fröbels 3D een finD nicht veraltet, sonst hätte sich nicht aus chnen zum OroßteU Der mo- Derne Arbeitsschulgebanke entwickelt: — neu finD nur Form unD Mittel, mit Denen sie zum Ziele gelangen wollen. Besucht Der Laie eine Montessorischule, Dann ist er auf Den ersten Blick für Diese Anstalt begeistert. Ein großer, sonniger Raum mit Hellen WänDen, weiß lackierten Tischchen, Stühlchen, Blumentischen, Kasten, Abwaschtischen, Waschtischen samt Zubehör (alles in Der Größe für Die KinDer pasfenD) — unD in Diesem Daum eine KinDerschar mit Abstauben, Abwaschen, Tisch- Decken usw. beschäftigt — ein wahres Haus Der KinDer. Dazu kommen noch rhythmische Hebungen zur Musik, bei Der Die Kinder gewöhnlich recht graziöse Bewegungen ausführen — Das ist alles, was Der Laie beobachtet, unD er ist Davon be» greijlicherwelse entzückt. Hitze. Hnzw eckmäßiges Arbellen bei Den Ar- beitabetoegungen führt zu ermüDenden, kräfte* verfchwendcnden Verkrampfungen. Dazu treten vielfach infolge Der einseitigen, fast Den ganzen Tag ausfüllenben Berufsarbeit seelische Störungen in Den verschiedenen Stadien. Das Hebungsbedürfnis ist bei den Frauen je nach Den beruflichen Verhältnissen natürlich verschieben. Mau könnte ihm nur ganz gerecht werben, inbem man bic verschiebenen Berufs* gruppen zu Turnabtellungen zusammenfaßte, bzw. wenn in ben Betrieben während Der Arbeitszeit Entspannungspausen mit entsprechenden gymnastischen Hebungen eingeschaltet würden, wozu Dann Das Erlernen Der richtigen Arbeitsbewegungen kommen müßte. Da Die Entspannungspausen in Den Betrieben vorläufig noch wenig Aussicht auf Einführung haben, müssen Die Turnvereine es als ihre Aufgabe ansehen. Abteilungen für berufstätige Frauen einzurichten. Diese in Den Jungmädchenabteilungen turnen au lassen, empfiehlt sich keineswegs, Da man ihnen hier nicht gerecht tocrDen kann. Aufgaben Dieser Abteilungen sind: erholend zu wirken, Freude auszulösen, für kräftige Durchblutung und Tiefatmung zu sorgen, schwache Muskeln zu kräftigen, überflüssige Anspannungen vermeiden zu lernen, sich körperlich zu entspannen und das Körper- und Bewegungsgefühl auszubilden. Dieses ist meistens bei Den Frauen sehr mangelhaft. Die Frauen müssen wieder lernen, bewegun^sgeseh'ich zu arbeiten, leine Kraft unrationell zu vergeuden und müssen diese Erkenntnis auf die Berufsarbeit anwenden lernen. Sie müssen lernen, mit kleinstem Kraftaufwand zu arbeiten und für jede Arbeitsbewegung Die beste Bcwcgungsform zu finben. Der Betrieb muß freuDvoll fein unD sich zunächst auf einfache Hebungen beschränken. Dabei muß möglichst auf Die Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Auch wenn eine gewisse körperliche Schulung erreicht ist, würden schwierige Hebungen, auch in Form von gymnastischen Hebungen, zu viel Dervenkraft beanspruchen und also keine richtige Erholung nach Der anftrengcnDen Berufsarbeit fein. Auch Die Hausfrauenarbeit ist eine Berufsarbeit, Die keineswegs Die Frau allseitig Durch- bilDet unD sie vor körperlichen BeschwerDen bewahrt. Oie Speisekammer als Tischleindeckdich. Don Anne-Marie Mampel. Qm städtischen Haushalt spielt Die Speisekammer zumeist eine nebensächliche Rolle. Man stellt in chr die Reste des täglichen Mahles ab und hält in be« fcheidenftem Maße vorrätig, was der laufende Gebrauch erfordert. Kommen unerwartete Gäste, oder hat es die vielbeschäftigte Herrin des Hauses verabsäumt, vor Ladenschluß das Nötige einzuholen, ist die Verlegenheit groß, und eben jene sonst vernach- läfsigte Speisekammer muß mit ihren kärglichen Beständen aushelfen. Dabei sollte gerade sie im modernen, auf Zweckmäßigkeit und geringsten Zeitverlust aufgebauten Hausbetrieb ein Tischleindeckdich sein, das es zu jeder Stunde ermöglicht, ohne größere Vorbereitung ein schmackhaftes Mahl zu servieren. Suppen, Vorgerichte, falte Platten, Fleisch- und Gemüsegänge, süße Speisen, Bäckereien und Obst — all dieses kann die geschickte Hausfrau mit Hilfe einer richtig bestellten Speisekammer jederzeit auf den Tisch bringen. Mag der Gatte Dann mit heim- bringen, wen er will, mag unangesagter Besuch von außerhalb eintreffen — er ist stets willkommen; fehlt es schließlich einmal an Zeit oder Lust, sich länger mit dem Kochen zu beschäftigen, so wird auch das, da es an leckeren Dingen trotzdem nicht gebricht, den häuslichen Frieden keineswegs gefährden. Der Pädagoge fragt er ft: Womit beschäftigen sich Die Kinder außerdem, wie sieht dieses Bc- fchäftigungsmatcrial aus und wie toirD cs ver- tocuDet? Das Montcssorimatcrial Dient einerseits zur Weckung unD Hebung Der Sinne, andererseits zur Forberung Der Geschicklichkeit beim An- unD AusklciDen usw. Dabei werden Die zwei Hauptprinzipien Der MontcssorirnethoDcn hoch- gehalten: Die Frecheit und Die Sclbsttätigkcit. Diese Freiheit besteht in Der Wahl Der Beschäs» tigungsmittel, in Der Beschäftigungs- oDer Spiel- Dauer, in Der Wahl Der Sviclgcsährten. Aber von Dieser Freiheit toirD nach unserer Meinung zu viel Wesen gemacht. Auch Der Fröbel-Kinder- garten ist keine Zwangsanstalt. auch im Fröbcl» Kinbcrgartcn toirD Diese Freiheit Den Kindern gewährt, Denn Die moDernc Kinergärtnerin baut ihre Erziehungsarbeit auf Der Beobachtung Der KinDer auf, unD Das ist nur möglich, wenn sie Die KinDer zwanglos spielen läßt. Gewiß führen Die Montessori-Kinder Die Hebungen mit Dem Material mit Geschicklichkeit aus. Hnb Doch fehlt bei Dieser Selbsttätigkeit Das Wichtigste — Die schasfenDc Arbeit, unD Darin liegt Der Hauptmangel, Die Einseitigkeit Der MethoDe. Hier aber liegt wohl Der größte unD grundsätzlichste Hn ter schieb zwischen Montessori und Fröbel. Er sagt — und diese Erkenntnis ist ihm Richtschnur für feine Erziehungsmethode geworden —: „Der Mensch ist ein schaffendes Wesen. Er erkennt nur das vollkommen, er kann nur das vollkommen erkennen, was er Darzustellen im- ftanDe ist. Das Dar stell en, Wicbergeben von Erlebtem, Gesehenem. Das Kombinieren und Sclbstschasfen muß alfo angebahnt werben, unD Davon ist in Der MethoDe Montessori keine ReDe. Fröbel wählt Das Material so, Daß es anregt, schöpferische Kräfte weckt. Dazu geben Die Fröbelschcn Beschäftigungen wie: Bauen, Zeichnen (WicDergeben von gewonnenen Ein- Drüden oDer Darstellen von Erzählungen), Aus» schneiben, MoDcllicrcn reichlich Gelegenheit. Wohl finD etliche Der Fröbelschcn Spielgaben veraltet; Diese finD aber bereits ausgeschieden. Zu erwägen wäre, ob nicht an ihre Stelle einige Montesfori- beschäftigungsmittel gesetzt werben konnten. Heber* Haupt scheint bie Streitfrage vielleicht ba- hin lösbar, bie beiben Mcthobenzu verschmelzen, von jeber bas zu nehmen, was Dem StanDe Der moDernen Kinderforschung und der Vorstufe bet Arbeitsschule am besten entspricht. A. Zur Bereitung der Suppe genügen Gintage* Suppenwürfel, wie sie von verschiedenen bekannten Firmen auf den Markt aebracht werden. Fügt man ihnen noch eine Messerspitze Liebigs Fleischextrakt bei und ein Stückchen Butter, ^ieht man sie gegebenenfalls mit einem Eigelb ab, ist mühelos eine Suppe hergestellt, die jeder Hausfrau zur Ehre gereicht. Fleischgerichte sind in Form ausgezeichneter Konserven erhältlich, die nur warmgemocht zu werden brauchen. Huhn mit Reis, Hammelfleisch mit Bohnen, Gulasch, gedampfte Nieren und anderes stehen zur Wahl. Erstklassiges wird durch die Kon- ssroenindustrie in Gemüsen geliefert. Spargel, junge Erbsen, Leipziger Allerlei, Spinat, Schnittbohnen. Für den Nachtisch sorgen die vielen guten Puddingpulver, zu deren Zubereitung man sich der für die Speisekammer unerläßlichen Kondensmilch bedient, und die mit Fruchtsaft, der auch stets vorhan- den sein soll, angerichtet werden. Will man sich mit dem Nachtisch noch weniaer Mühe machen, öffnet man eine Obstkonservenbuchse mit Pfirsichen, Kirschen, Reineclauden, Apfelmus, Birnen oder Ananas, je nachdem, welche Obstart man bevorzugt oder gerade zur Hand hat. Kekse, die in luftdichter Verpackung gehalten werden, dienen als Ergänzung. Noch viel rascher ist mit Hilfe der Tischleindeckdich- Speisekammer ein schmackhaftes Abendbrot her- gestellt: Büchsenschinken und Dauerwürste ergeben eine stets willkommene Aufschnittplatte, Hummer-, Lachs- oder Krabben-Konserven rührt man mit fertig in Flaschen erhältlicher Mayonnaise an. Der Inhalt von kleinen Gänseleberterrinen, Oelsardinen- büchsen, Sardellenbuttertuben und ähnlichem liefern delikaten Brötchenbelag; wo es an Brötchen fehlt, hilft das in größeren und kleineren Packungen er- hältliche Knäckelbrot oder Pumpernickel aus, evtl, auch ungesüßter Zwieback. Pikante Beilagen geben Mixed Pickles und Cornichons in Gläsern. Eine Büchse Gänse- oder reines Schweineschmalz sollte, um etwaigem Fettmangel vorzubeugen, ebenfalls vorrätig fein. Hat man mit Kindern zu rechnen, werden auch Haferflocken, Mondamin oder Matena vorhanden sein müssen. Für alle in Frage kommenden Möglichkeiten also kann die Speisekammer als Tischleindeckdich walten. Und keine Hausfrau sollte innerhalb der ihr von der Höhe ihres Wirtschaftsgeldes gezogenen Grenzen versäumen, sie zu einem solchen auszubauen. Wirtschaft. Schlechte Konjunkturaussichten. Das Wesentliche aus der soeben veröffentlichten Untersuchung des Instituts für Konjunkturforschung über die Konjunktur Ende Februar 1 930 ist die Feststellung der Tatsache, daß trotz der Anzeichen einer neuen Kon unttur- vhase, besonders infolge der Gestaltung der Kreditmärkte, die Voraussetzungen für einen neuen K o n j u n k t u r a u f f ch w u n g noch nicht gegeben sind. Ihr Eintritt bleibe im wesentlichen abhängig von einer reichlicheren Kapitalversorgung. Wichtige Impulse wären von einem stärkeren Zufluß langfristiger Auslandskredite zu erwarten. Mit dieser Feststellung schränkt das Institut für Konjunkturforschung feine bisherigen Urteile ein, die erwarten ließen, daß nach Erreichung des untersten Punktes der Depression nunmehr eine Wendung nach oben eintreten würde. Das Tempo der Entwicklung ist also zweifellos überschätzt worden, und gerade die katastrophale, krisenartige Entwicklung in der Lage des deutschen Arbeitsmarktes läßt die weiteren Aussichten sehr trübe erscheinen. WirtschaftsdepresFonen pflegen schließlich wieder in eine Periode lebhafter industrieller Betätigung einzumünden. Sinkende Zinssätze, sinkende Warenpreise, in der Vorkriegszeit auch sinkende Lohnsätze bewirken, je weiter diese Entwicklung fortschreitet, zunehmende Verbilligung der Produktionskosten, und durch die dann vorhandene reichlichere Kapitalversorgung erhöht sich die Bewegungsfreiheit der Unternehmungen, und die Konjunkturlage bessert sich infolgedessen. Dieser normale Gang der Dinge hat sich im Iahre 1926 vollzogen, indem dem vorangegangenen Konjunkturrückgang fast ohne Ueberleitung der Wirtschaftsausschwung sich anschloß. Damals war es vor allem der Rationalisierungsdrang, der zu einer starken Vachfrage nach Produktionsgütern führte, und zahlreiche Pro'ekte in der Wirtschaft wurden ausgeführt, so daß ein Aufschwung nicht ausbleiben konnte. In den Verbrauchsgüter- indüstrien war damals eine scharfe Liquidierung der Warenvorräte während des Winters 1925/26 eingetreten, so daß auch hier ein nachhaltiger Aufschwung zwecks Auffüllung der vielfach als zu klein empfundenen Lagervorräte früh und nachhaltig einfetzen konnte. Alle biefe Voraussetzungen fehlen heute. Die Räumung der Warenbestände dürfte nicht so weit und so schnell vor sich gegangen sein wie damals, die Rationalisierungstendenz ist im großen und ganzen zum Stillstand gekommen. Vach alledem kann also nicht erwartet werden, daß die gegenwärtige Depression ebenso schnell überwunden werden wird wie die von 1926. Wann die Depression in einen Aufschwung einmünöen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Die Schaffung der erforderlichen Voraussetzungen wird auch von der Klärung der schwebenden reparationspflichtigen Fragen, sowie von den hiermit teilweise in Zusammenhang stehenden Möglichkeiten eines stärkeren Zustroms ausländischer Langkredite abhängen. Im Augenblick sind jedenfalls keine Symptome eines Konjunkturaufschwungs zu erkennen, es steht der Wirtschaft nur eine Entlastung aus saisonmäßigen Gründen bevor. Bei vorsichtiger Schätzung wird nach dieser Entlastung, die auch dem Arbeitsmarkt zugute kommt (das Institut schätzt die Zahl der tatsächlich Arbeitslosen am 31. Januar auf etwa 3,2 Millionen, die der Kurzarbeiter auf 1,3 Millionen, so daß insgesamt Ende Ianuar rund 4,5 Millionen Personen von dem Mangel an Befchäftigungsmöglichkeiten betroffen würden), für das ganze Iahr 1930 mit einer durchschnittlichen Zahl von 1,5 bis 1,7 Millionen Hauptunterftühungsempfängern insgesamt zu rechnen fein. Diese würden einen Gesamtaufwand der Arbeitslosenanstalt von 1,4 bis 1,65 Milliarden Mark erfordern, was einem Zuschuß- bedarf der Arbeitslosenversicherung für das Iahr 1930 über die Beitragseinnahmen hinaus von etwa 0,55 bis 0,75 Milliarden Mark gleichkommt. Oer Meffe-Oie^staa in Leipzig. Leipzig, 4. März. (WTB.) lieber den Verlauf des heutigen Tages auf der Leipziger Messe ist zu berichten: Der Besuch der geschäftlichen Interessenten hat in allen Meßhäusern noch angenommen. Erheblich besser geworden gegenüber dem Vorjahre ist die Nachfrage in der Spielwaren- i n b u ft r i e, aber auch nur da, wo neue Muster ober eine neue Ausstattung und Herrichtung älterer Muster der Kauflust einen Anreiz bieten. Einzelne Schlager haben, wie immer, einen überraschenden Erfolg. Bezeichnend ist das vermehrte Interesse für Zinnsoldaten, Kinderuniformen und auch wieder für Indianerkleidung. Ernsthaftes Kaufinteresse zeigt sich für Porzellan und Steingutgeschirr in mittlerer Preislage. Die Möbelmesse ist nach wie vor gut besucht. Auch auf der Textilmesse herrscht teilweise lebhafter Verkehr, wobei aparte Modeneubeiten bevorzugt bleiben. Der Besuch der Technischen Messe dient noch immer vorwiegend der Orient erung. Nicht ohne Grund hat man die Dauer der Technischen Messe auf eineinhalb Wochen erweitert. Jede nervöse Ungeduld wäre auch hier unangebracht. Viele Ausländer warten erfahrungsgemäß mit ihrer Auftragserteilung bis zum letzten Tage, weshalb sich auch ein vorzeitiges Einpacken stets als verhängnisvoll erwiesen hat. Vorläufig scheint aber die Technische Messe nicht ihren Höhepunkt erreicht zu haben. • * Der Akti enindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 = 100) stellt sich für die Woche vom 24. Februar bis 1. März 1930 auf 119,6 gegenüber 120,1 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 118,4 (118.9), Gruppe verarbeitende Industrie auf 107,6 (108 2) und Gruppe Handel und Verkehr auf 139,7 (140,2). Für den Durchschnitt des Monats Februar ist der Index mit 120,6 gegenüber 120,0 im Durchschnitt Ianuar 1930 ermittelt, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie mit 120,2 (119,5), Gruppe verarbeitende Industrie mit 109,1 (109,3) und Gruppe Handel und Verkehr mit 141,3 (139,4). * 6 Prozent Dividende bei der Har- pener Bergbau A.G., Dortmund. In der gestrigen A. R.-Sitzung der Harpener Bergbau QL G., Dortmund, wurde beschlossen, der G. V., die am 5. April stattfinden wird, die Verteilung ' einer Dividende von 6 Prozent (—) vorzuschlagen. * Gründung der Ruhrstah 1 A. - G. Im Zusammenhang mit den Vachrichten über die bevorstehende Einbringung der Henrichshütte, Hattingen, und der Betriebe der Rheinisch-Westfälischen Stahl- und Walzwerke und des Gußstahlwerkes Witten in eine A.-G. wird mitgeteilt, daß zur Vorbereitung dieser Transaktion die Ruhrstahl-A.-G. als Studiengesellschaft mit einem vorläufigen Aktienkapital von 50 000 Mk. und einstweiligem Sih in Witten a. d. Ruhr gegründet wurde. Dem Aufsichtsrat gehören an: Dr. Bögler, Dr. Ernst Poensgen, Direktor Rabes und Dr. Knepper. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. März. Tendenz zuversichtlich. — Die Stimmung an der Börse war heute im Zusammenhang mit der Hoffnung auf eine baldige Erledigung der schwierigen Fragen im Reichstage etwas zu versichtlicher. Die feste gestrige Veuyorker Börse und die hoffnungsvolle Entwicklung am Geldmarkt trugen zur Besserung der allgemeinen Situation bei. Das Geschäft konnte keinen größeren Almfang annehmen, da sich das Fehlen der zweiten Hand noch immer nachteilig bemerkbar macht und als kräftig hemmender Faktor empfunden wurde. Das Ausland beteiligte sich auch am Geschäft. Gegenüber der gestrigen Abendbörfe traten jedoch zumeist kleinere Erholungen ein. Vur Spezialwerte traten mehr in Erscheinung. Die Spekulation schritt, da einige Zufallsorders einen Ansporn boten, zu Deckungen. Aber auch einige andere günstige Momente v:ran aßt:n zu Meinungskäufen. Aus nicht zu erkennendem Grund bestand für Zellstoff Waldhof mit plus 3,75 Prozent verstärktes Inter.sse. Am Elektroma.kt traten Siemens und Lahmeyer mit p'us 1 5 Proz. etwas mehr hervor. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen bis zu 1 Proz. fester. Bon Che- mictoerten eröffneten Farben 1,5 Proz. fester. Holzverkohlung unverändert. Montanaltien fanden trotz einer geplanten Di'idendeausfchüllung bei Harpener keine Beachtung. Felten 1 Proz. gc- bcffert. Am Kalimarkt wirkte der hohe Kaliabsatz im Februar günstig; die Besserungen betrugen bis zu 2 Proz. Banken lagen gehalten. Dresdner Bank gaben leicht nach. Bon Kunstfeideaktien konnten Aku 1 Proz. gewinnen. Schiffahrtakiien waren etwas lebhafter bis 1 Proz. gebessert. Im Verlaufe trafen einzeln Aufträge von Auslandseite ein. In Spezialwerten waren die Umsätze weiter etwas größer, die Besserungen gingen erneut bis zu 1 Proz. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,1 Proz. unverändert. Madrid war erholt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1920, London gegen Kabel 4 8600, gegen Pfund 20,355, gegen Mailand 92,78, g-gen Madrid 41,00, gegen Schweiz 25,1675, gegen Holland 12,1240. Berliner Börse. Berlin, 5. März. Der neue Plan des Reichsfinanzministers Moldenhauer, der in Dör- senkreisen die Hoffnungen auf eine Einigung innerhalb der Regierung und der Koalitionspar- teien wesentlich verstärkt hat, bewirkte, daß schon vormittags eine freundliche Grund st im- mung die Oberhand gewann. Eine Reihe günstiger Momente konnte ebenfalls dazu beitragen, dem Beginn des offiziellen Verkehrs ein etwas freundlicheres Aussehen zu geben. Die leichte Verminderung der ArbeitSlosenziffer wurde als Symptom einer kommenden Besserung der Wirtschaftslage begrüßt. Die Hoffnung auf eine Besserung der Wirtschaftslage hielt weiter an, wozu u. a. der leichte internationale Geldmarkt Anlaß bot. Für die Mehrzahl der Werte ergaben sich aus den angeführten Gründen bei kleinen älmsähen Gewinne bis zu 1,5 v. H. Bemerkenswert fest lagen am Kalimarkt Salzdetfurth plus 2,75 v. H. und Kali Aschersleben plus 2,5 v. H. Auch Kanada und Gesfürel eröffneten etwas stärker gebessert. Chadeaktien, die man am heutigen Verkehr auf die Schwäche der spanischen Valuta heruntergesprochen hatte, (auf 310 Mark nach 316), eröffneten noch 1 Mark höher über dem gestrigen Schlußkurse. Etwas schwächer eröffneten Ber inet Handelsgesellschaft mit einem Verlust bis zu 1,5 v. H. Banken und Elektrowerte waren mit minus 3 v. H. heute recht schwach veranlagt. Deutsche und ausländische Anleihen behauptet. Im Verlaufe war die Stimmung bei nicht bedeutendem Geschäft uneinheitlich. Oesterreichische Staatsrente von 1914 weiter fest. Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt. Die Geldsätze waren am Geldmarkt unverändert. Im weiteren Verlaufe kam die freundlichere Stimmung wieder zur Geltung, und eS kamen unter Führung von Kali- und Spritwerten Besserungen heraus, die im allgemeinen etwa 1 v. H. betrugen, bei Spezialwerten bis zu 2 v. H. gingen. Elektrowerte, Farben und einige andere Spezial- werte erfreuten sich eines gewissen Interesse- von Schweizer und süddeutscher Seite. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 5.März. Auch heute verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in sehr stiller Haltung. Trotz der etwas höheren Auslandofferten blieb der Markt ohne jede Anregung und die Händler übten starke Zurückhaltung. Die Preise waren im allgemeinen unverändert. Vur Weizenmehl muhte sich einen kleinen Abschlag gefallen lassen. Für Futtermittel bestand einiges Interesse für Weizen und Roggenkleie. Es wurden notiert: Weizen 25,75 bis 25,85, Roggen 17, Braugerste 17,50, inL Hafer 15,50 bis 15,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 15,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 38 bis 38,75, Roggenmehl 24,75 bis 26, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bi- 8,35 Mark. Tendenz: still. Dücheriisch. In ber bekannten, nach Kreisen bearbeiteten ^Heimatkunde vom Volks st aat Hessen", herausgegeben von hessischen Schulmännern im Verlag Emil Roth in Gießen, sind zwei neue Hefte erschienen. Vr. 3: „Streik Dieburg" von H. O. Becker, mit 25 Abbildungen, und Vr. 13: ^Kreis Schotten" von Kreisschulrat O. Kinkel, mit 18 Abbildungen. Ieder Band kostet 50 Pfennige. Heft 3, dem Kreise Dieburg gewidmet, behandelt in großen Zügen die Lage und die geologischen Verhältnisse des Kreises, seine Geschichte, Kulturgeschichte und Volkskunde (Sagen, Humor, Siedlungswesen z. D.), die Verkehrsvcrhältnisse und gibt, abschließend, eine Statistik über Bevölkerung, Gemeinden, Behörden, Schulen, Sparkassen, Industriegruppen und Landwirtschaft. Für ein eingehendes Studium kann die auf der letzten Seite zusammengestellte, reichhaltige Spezialliteratur mit Vuhen herangezogen werden. — Heft 13, den Kreis Schotten behandelnd, soll, wie ber Verfasser im Vorwort bemerkt, „bie engere Heimat beschreiben, ihre Verhältnisse erläutern unb burch beibes bic Liebe zum Heimatboben kräftigen, eine Liebe, bie banach zur Liebe zum Vaterland wird." Die einzelnen Kapitel handeln von Lage, Bodengestalt, Bewässerung, von Klima, Pflanzenwelt, Verkehrswegen und der Bevölkerung, sowie von der Wirtschaft des Kreises. Die Kreisstadt unb bie wichtigeren Orte, wie Lauterbach, Ulrichstein, Gedern und deren Umgebung, werden gesondert besprochen. Den Schluß bilden statistische Tabellen unb Angaben über Einwohnerzahl unb Vamenserklärung ber 54 Gemeinden. — Gut gewähltes unb einwandfrei reproduziertes Bildermaterial ergänzt und belebt den Text beider Hefte in wünschenswerter Weise. (74/75) Wilhelm Philipps: Aus ber Schule geplaudert! Ein Bühnenbildcrbuch aus dem Schulleben vergangener und künftiger Zeiten. 48 Seiten. In Umschlag 1 Mk., Rollcnstücke geh. 75 Pf. Verlag Emil Roth, Gießen. (46) — Der Verfasser, Oberstudiendirektor in Friedberg, verwirklicht mit diesem Bühnenbilderbuch eine hübsche Idee; er gibt ein Stück Schul- und Kulturgeschichte in lockerer Szenenfolge, ein kleines pädagogisches Panorama vom griechischen Altertum bis zur nahen Gegenwart und Zukunft. Zugleich stellt das Ganze, wie der Autor im Geleitwort bemerkt, einen Versuch bar, bie zu allen Zeiten spärliche, wertvolle Schulbühnen- literatur zu forbern. Demgemäß entspricht bas Stück in feinen szenischen unb barstellerischen Anforbcrungen burchaus dem, was bei Schulaufführungen geleistet werden kann. Die einzelnen Bilder, teilweise nach literarisch bedeutenden Quellen gearbeitet, behandeln: die Schule der Griechen, die Klosterschule von St. Gallen, die Schule der Reformation, den Feldschulmeister in ^Wallensteins Lager", die Dorfschule des ,Alten Fritz", die Prinzenschule des „Ollten Fritz", den ^Besuch im Karzer", die Schultypen der Gegenwart, bie beutsche Schule nach ber Durchführung ber Maßnahmen des Sparkommissars, und endlich die Schule der Zukunft. Die musikalischen Einlagen sind geschickt unb sti'aerecht zusammen- gestellt. Die bereits veranstalten Ausführungen haben viel Anklang gefunden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankbiskont 6 v. H., Lombardzinsfuß 7 v. H. firanksun a. Dl. Berlin 6a-.uß»l hir< | l«Uör< ff xt Schluß« furd Ansong« Surd Datum 4. d- 5. d. 4. 3 5. 3- 6^, Deutsche Reichramethe von 1927 ... ..... 87.5 — 87.4 7% Deutsche ReichSanlcthe von 1929 ....... 97 — 97,4 _ Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit AuSlos.-Nechlcn ... 51 51 51 — Desgl. ohne Auslos..Rechte . . . .65 — >.65 8.6 8% Hess. BolkSstaal von 1929 (rückzahlb. 102%) .... 86 — 35,7 — Oberhessen Provinz - Anleihe mit Au-loi.,Rechten . . . 49.25 — — - Deutsche Komm. SammelabL Anleihe Seite 1 . - 48.5 — 48,6 — 8% Prtonlf. Hyp.-Ban« Koldpsr XIII unkündbar bto 193-1 . . 96.5 — — 7% »Franks. Hvv.-Bank Koldpse unkündbar bto 1932 ■ . >4,5 — 4’,j% Rheinische Hnp.-Bank Liou. vlotdpse. dl.5 — 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 17 - - 97 — 97 8% Pr Landeepfanvbriefanslalt. Äomm.-Cbl. R. 16..... 94,5 _ 93,5 _ 7% Pr. LandesvsandbrtcsanslaU, Psandbricse 8i. 10...... 89 89 AEG- abg. Borkricg».Obligatio- nen. rüthablbat 1932 . ... — — 4% vefterrerchilche lSoldrente . . — — 28.75 4,20% Oellerretchtsche Stiberrente 5.25 — 5.5 — 4% Oelterreichiiche Einheitliche Rente — 4% Unnartsche Soldrente . . 6.05 — 26 — 4% Unnartsche Smaisrenie v. 1910 — d >3.4 23.25 *Vi% desgl. von 1913 * — !4.4 4% Ungarisch» Nronenrenle .65 — .6 — 4% Türkische Zollanleib, von 1911 6.3 —- 6.4 — 4% Türkische Bagdaddabn-Anl Serie 1 * * 6.5 6,5 4% deSgl. Serie 11 6.35 — 6.4 6,25 6% Rumänische vereint). Rente von 1903 . ■ 11.25 — 11,13 t, Bergbau ...... 10 — — 749,5 249,5 Lloclnerwerke ...... . 7 105,5 — 105.25 105.5 Söln-Neuciien..... . . 7 — 106.75 108.25 Mannesmann-Röbreu . . . . 7 05,5 — 105,75 106,9 ManSselder Bergbau .... . 7 >05 —— 105.4 105,75 Oberschles. Eil'enbebark . . . . 5 — — 78 — Lberschlei- KokSwerke - . . . — — 101 102 Phönix Bergbau .... sy. 02.5 — 102,75 103,4 Rheinische Braunkohlen . . i< 239 239 . 6 116,5 117,5 116,5 117,5 Rtebcck Montan...... 7,2 — — Frankfurt a. V>. | Äerlin Schluß« t-Uhr« | Schluß« Anfang« nird Kurs | lurS Kurs Datum 4. 3. 5. 3- 4- 3- 5. 3. Bereinigte Stahlwerke . - . 97 — 96,4 96 4 Olavi Minen......l 6*1. — 57.25 57,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 1< 212 213.5 210,5 213 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 215 215 5 217 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 359 — 360 365 I. ®. Farben.Industrte. . . 12 164,25 165.9 164.4 165,25 Dynamit Nobel...... . 6 — Scheibeanstall . 9 148 — — — Goldschmidt ....... . b 70 70 —— RütgerSwerke ....... . 6 77,25 —• 77,25 77.13 Metällgelellschakl...... . 8 — 109 109 Philipp Holzmann..... . 7 96 — 96 Zementwerk Heidelberg . . 10 126,5 — — Cementwerk Karliiadt. . . . 10 141,5 — — — Wavb & fitentao..... . 8 83,5 — 3.13 — Schultheis Patzcnhofer . . . 16 — — 270 — Lstwerke......... 12 — • 210 5 210 Aku .......... 18 108,5 109,25 108,5 108,6 Bemberg......... 14 — 154,5 154,5 Zellstoss Waldhos .... 13'/, — 211 208.25 209,5 Zellstoss Aickastenburg . . . 12 152 - 152,75 — Charlottenburger Wasser . . . 8 — — >04,5 105,25 Dessauer Gar....... . 9 — —- 173 173 Daimler Motoren..... . 0 18,5 — 38,5 39 Deutsche Linoleum .... 245 — 245 246 . C — ■■ 46 Nai. Automobil ..... . 0 — — Lrenltein S Koppel .... . 6 — 74 Leonhard Tiey...... 10 — 157,5 157 157 Soenska ...... — '36,5 337 firanksurter Mmchmen . . . . 4 37.65 - 37 — Gritzner . ..... • e 44 - 43 — Henligenliaedt...... . 0 — — — — fiunghans........ . e 40 — 38,75 Lechwerke. ........ . 8 .06 106 — — Matnkrostwerke Höchst a. M.. . 8 107 — — —- Miog ......... 10 131 — 130 130 Gebr. Roeder..... . 10 118 — — Boigt L Haessner..... . 0 218 — 218 Süddeutsche Zucher .... 10 157,25 156 156 Banknoten. L-eolstnmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL Berlin, 4. März Seid irltF Amertkaullche Vioten..... Belgische Noten........ Tälirtche Noten........ Englische Noten........ Französische Noten...... Holländische Noten...... Utelicnische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Lcsterr,L100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwei,er Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... 4.167 58,14 111,78 20,31 16.38 167.53 21,955 111.68 58,80 2,465 112,08 80 68 49.75 12 365 72.95 4.187 58 38 112.22 20.39 16.44 168,21 22.035 112,12 59.04 2.485 112.52 81.00 49 95 12.425 73.25 4.3j;drj 5. Mär, Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 3rk| Geld 25ric! Amü.» Wo». 167 81 168,15 167,18 168 14 Bu-n.-AireS 1.578 1.582 1.578 1.582 Brss-Antw- 58.315 58,435 58,31 58,43 Edristiania - 111.94 112.16 111,97 112.19 Koprndag.'n 111.99 111,21 112,01 112,23 Stockholm - 112,33 112,55 112.30 112,52 HelsingforS. Ftakten. . . 10.528 21,93 10.548 21,97 10,526 21,93 10,546 21,97 London. . . 20.344 20,384 20,344 20,384 Neuyork . . 4,187 4.195 4.1865 4.1845 Paris.... Schweiz .. 16,37 16.41 16.365 16.405 80,82 80.92 80.865 81.125 Sva i:n . 49,10 49.20 49.15 49.25 Japan . . . Hio de Fan 2.065 2,069 2,063 2,067 0 470 0.472 0,468 0,470 Wie i in D-> Cf ft. abgest 38.96 59,08 58.94 59.06 Prag . . . 12.40 12.42 12.40 12,42 Pclirad . . 7.373 7.387 7.377 7 391 Dudav.'st. . 73.16 73,3t 73.16 73.30 Bul arien 3.027 3.033 3.027 3.033 VifTabon . 18,83 18.87 18,85 18.89 Danzig - . . Konst ntin. oL34 81.50 81.31 81.47 1.77S 1,782 1,785 1.789 Atben. . . 5.415 5,425 4,175 5.415 5.425 Cmiada . . 4.167 4.167 4.175 U ru u ay. . 3,676 3,684 3.686 3.696 Cairo . • • 20,865 20.905 20,86 20,90