iorjtt JJ? ein । \t ’Qen F h,t Mu. 8:4 (4:1) %.ber Platz, ?&en unb :nb 5te£D°r • Ä’»" E».S °tlar 16;( r’QÖ in 3)utttt ?VNei, *n9le in btt r Qul Au-glcjch ;*wW ’orfbunö. 3ugenb 1:0, cr ^ugenbilaUe Sonntag aus e Akigten eine »ersten Spiel, idesihern gleich, lang es Gießen, des Tages zu 12:2. MNitai Dann- E-. Trotz des 1 bnden Seiten «M ging zunst >4 Veitentvechsel esecker der Aus- Gäste lviederum rllte aber Aaun- if Unentschieden. 18:4. ndschastssptel in übernahmen die ührung und nach t die Seiten mit Nachdem Wieselt men Spieler Der- nur zehn Wann ngrifi'e der Eäste dem Plahbesiher in, Mährend die :n 1 0:4. der zweiten le* Mannschaften in lnstoß entwickelte Die Gäste, tech- Führung über* Acsultat aus 2:0 Hachborn mächtig । nichts, während reich sein lonnte. II 3:2. lamhs stand das ad) Seitenwechsel aus sich heraus, idang, das obige 10:5. r neu zusammen- a Sie in aus* n Gäste waren im Zereits bei Halb- >ten. 2luch nach c, trat mü nur der ersten Halb- EinheiWschen " t zweiten Halste unb kann trotz Nischen als Sieger mLich. L.S «Syi ts«* nmut und 3““™ )iC Hebungen stan °K'.. Urepa"ert .ererb' Nr. 284 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 4. Dezember 1930 tritt)« int logl'ch.autzei Sonntag» und JJeieriaqs Beilagen Die DDuftriertt vtetzenei Jamilienblättei Heimat im Bild Di« Scholl« monals Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 *Reitt)spt«nnig für Träger» lohn auch bet Richter- Bemen etnjelner'Jlummern folg« höherer Gewalt. Herrn rtrechanlchlüste anterSammelnummer2251 Unfdjnfl lüt Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. postschecktonio: flro-tfuri am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DrucT nnö Derlag: vrühl'fche UnwerfttSlr-vuch' nnö Stetnömderet K Lange in Gießen. Sdfriftlettung und Geschäftsstelle: Zchutttraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Prell für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig, für Ne» hlamean.ieigen von 70 m Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrifl 20" , mehr. Thefredakleur Dr Fnedr Wilh Lange. Derantworilich lür’Dohtili Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H. Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, sämtlich m (Biehen Der Reichsfinanzmimster legt dem Reichstag den Etat vor. Reichsfinanzminister Dietrich hält seine Etatrede. Berlin, 3.Dez. (DDZ.) Die Tribünen sind dicht beseht, der Saal füllt sich erst langsam, als Präsident Lobe die erste Sitzung nach der Pause eröffnet. Am Regierungstisch sitzen Reichstanzler Dr. D r u n i n g. Reichssinanz- Minister Dietrich. Reichswehrminister ® r 0 e- ner, Reichsaustenminister Dr. C. u r t i u s, Reichsinnenminister Dr. Wirth und Reichspoftminister Dr. Schätze!. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt die erste Beratung des Etats für 19 31. Dor Eintritt in die Tagesordnung protestiert Abg. Torgler (Komm.) gegen das Massenaufgebot der Polizeimannschasten in der Umgebung des Reichstags. Er beantragt die Arrückziehung der Polizei. Don den Sozialdemokraten wird gegen die Beratung Widerspruch erhoben. Der Präsident erteilt dann dem Reichsfinanzminister Dietrich (von den Kommunisten als „saschistischer Hungerminister" begrüßt) zur Begründung des Etats das Wort. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich: Die Reichsregierung legt Ihnen den Etat für das Jahr 1931 32, wie ihn der Reichsrat verabschiedet hat, diesmal ungewöhnlich frühzeitig vor. Der Grund dafür ist vornehmlich darin zu sehen, daß wir aus dem Unsicherheitszustand herauskommen müssen, in welchen wir im lausenden Etatsjahr geraten sind. Der neue Etat ist besonders deswegen interessant, weil er zah- lenmästig von dem gegenwärtig lausenden Etat, der bekanntlich zweimal ergänzt wurde, sich erheblich unterscheidet. Die Ausgaben im ordentlichen Etat sind um 1153 Millionen, und im austerordentlichen um 272 Millionen verringert Zusammen reicht die Differenz nahe an 1 i/., Milliarden heran. Dieses Ergebnis war nur zu erreichen im Zusammenhang mit einer Reihe von Maßnahmen, die in der soeben erschienenen Rotverordnung enthalten sind, vornehmlich durch die Kürzung der Gehälter und die W e i t e r s ü h r u n g eines Teils der Einnahmen, die durch Rotverordnung vom Sommer erschlossen wurden. Dazu kommt, dast die lleberweisungen an Länder und Gemeinden schon infolge der Steuer ausscille stark gekürzt wurden und dast den Ländern eine Summe von hundert Millionen ä conto ihrer Ge» haltsersparnisse e i n b e h a 1 t e n wird. Die dritte und wichtigste Maßnahme war die Se 1 b st a n - digmachung der Arbeitslosenfürsorge. Zu diesem Zweck wurden die Beiträge auf 6,5 P r 0 z e n t c r h ö h t. Diese 6ch Prozent bedeuten, wenn sie das nächste Jahr durch aufrechterhalten werden müssen, eine Einnahme von 17 16 Millionen, zu denen dann noch hinzukoinmen für die Krisenfürsorge 400 Millionen plus 20 Millionen Derwaltungs- auswand, die im Etat noch vorgesehen sind, so dast im schlimmsten Falle für das nächste Jahr zur Dersügung stchcn 2136 Millionen Reichsmark. Diese Summe differiert nur um einen geringen Betrag gegen den Aufwand, den wir sur das laufende Etatjahr voraussichtlich haben werden und zu welchem das Reich in ständig höherem Maste auf Grund seiner Darlehenspflicht an die Arbeitslosenveriicherung herangezogen wurde. Diese ständig steigenden und nicht vorher- gesehenen Aufwendungen erreichten zum Schluß, ohne dast man heute schon eine endgültige Zahl angeben kann, die Summe von mehr als 1100 Millionen Mark. Ls muß erneut betont werden, daß hierin der Hauptgrund der ganzen Verwirrung des laufenden Jahres zu suchen ist. Zu den Schwieriakeiten bei der Slrbeitelofenfür- sorge trat ein ständig wachsender Gin- nahmerückgang, der für das ganze Jahr auf 900 Millionen gefügt worden ist. Das Aufkommen aber an Steuern, Zollen und sonstigen Abgaben ist um 1143 Millionen gegenüber dem Soll von 1930 heruntergefchätzt. Trotzdem war cs notwendig, neue Einnahmen in hohe von 167 M 1 l- Honen zu schassen. Da jede Belastung der Produktion vermieden werden must, konnte der Ausgleich nur bei Steuern auf den entbehr« lichen Genuß gesucht werden. Da beim Branntwein die letzte Abgadenerhohung lediglich einen Ausfall gebracht hat und eine starke Mehr- belastung des Biers durch die Gemeinden erfolgt ist, blieb hier nur noch der Tabak Die Losung, wie sie hier schließlich gesunden wurde, bedeutet ein Kompromiß, bei dem die Zigarre starker als bisher herangezogen, gleichzeitig aber auch die Zigarette erneut belastet wird. Die Gefahren, welche namentlich den kleinen Fabrikanten und den Zigarrenarbeitern drohen, die aber die Reichsregie- runq nicht mehr so hoch einschätzt, wie bei dem ursprünglichen Vorschlag, sollen mit Unterstützung der Arbeiter und Angestellten und der kleinen Fabn- kanten bekämpft werden. Der vorliegende Haushaltsplan soll gleichzeitig die Grundlage für 1932 und 1933 bilden, da die Gefamtfumme in diesen Jahren nicht überschritten werden soll.Mehreinnahmen müssen zur Verminderung des Anleihe- bedarfs, zur Schuldentilgung oder zur Steuersenkung verwendet werden. Gleiche Bestimmungen sind für Länder und Gemeinden angeordnet. Eine besonders unpopuläre Maßregel ist die Gehaltssenkung. Ls steht heute fest, daß wir uns Im Jahre 1927 bei der vefoldungsreform in der Leistungsfähigkeit Deutschlands getäuscht haben. Mit guten Gründen ist damals auch bestimmt worden, daß die Gehaltsbemestung widerruflich sei. wenn es gelingt, die Lebenshaltung weiter zu verbilligen, so wird der Realbezug der Beamten, wie ihn das Jahr 1927 brachte, schließlich doch erhalten bleiben. Darüber hinaus ist aber zu hoffen, daß gerade die Beamtenschaft Verständnis dafür aufbringt, daß es heute mehr auf die Erfüllung der Verpflichtungen des Reiches ankommt als darauf, daß einige Prozente des Gehalts dreingegeben werden müssen. Länder und Gemeinden sind zu gleichen Kürzungen verpflichtet worden. Richt geblieben ist dagegen die ursprünglich geplante Besoldungssperre für die Gemeindebeamten. Eine solche Vorschrift wäre oersassungsändernder Natur, weil sie in wohlerworbene Rechte eingreift. Mein Vorschlag war auf die Beseitigung von M i ß st ä n d e n abgestellt. In Zukunft werden Ersparnisse in erster Linie noch bei den Verwaltungsausgaben des Finanzministeriums und des Arbeitsministers möglich fein, und zwar durch den Abbau der V e r f 0 r g u n g s ä m t e r und O durch die Steuervereinfachung. Von rund 1,5 Millionen Landwirten, die bisher auf ihre Einkommensteuerpflicht geprüft wurden und von 869 000 Landwirten, die bisher steuerpflichtig waren, bleiben nach dem neuen Gesetz noch 43 000 übrig, die einkommensteuerpflichtig fein werden. Aus der Vermögenssteuer fällt die Hälfte allen Zensiten heraus, desgleichen bei der Umsatzsteuer Das Ausmaß dieser Zahlen zeigt, welch ungeheure Arbeit mit der Steuervereinfachung in Angriff genommen wurde. Die Ausfälle betragen im höchsten Falle hundert Millionen Mark, die aber auf engere Sicht gesehen bei den Verwaltungskoften wieder e Inge s p a r t werden. Bedeutsam für die Entwicklung der yinan^en ist die Frage, wie weit das im Ausland angelegte Kapital ^urückgeschasft werden kann. Ermittlungen haben ergeben, dast der gewaltige Abzug an Geld nach den Wahlen nur zu einem kleinen Teil auf Kapitalflucht und zum weitaus gröberen Teil auf die Zurückziehung ausländischer Kredite zurückzuführen ist. Hm die Zurückführuna des deutschen Kapitals zu erleichtern, beabsichtigt die Reichsregierung zu gegebener Zeit eine Steueramnestie zu erlassen. Außerdem sollen in Zukunft eidesstattlich? Dersichcrungen bei Feststellungen über Vermögen oder Einkommen verlangt werden können. Mit Gewaltmah- rcgcln ist aus diesem Gebiet nichts zu erreichen. Zusammeufastend stellt der TRlniffer fest, daß sowohl die direkten als auch die indirekten Steuern in Deutschland aus das höchste Rlaß angespannt feien. Dabei sei der haushalt so sparsam aufgestellt, daß es der größten Energie bedürfen werde, ihn durchzuhalten. Der Etat sei ausgeglichen und die Gefahrenmomente des laufenden Jahres feien beseitigt. Die Bedeutung dieser Tatsache für den Reichskredit und die Aktionsfähigkeit des Reiches dürfe nicht unterschätzt werden. Das Reich ist in keiner akuten Gefahr, und alle unsere Maßnahmen sind auf der Ueberlegung aufgebaut, daß die Arbeitslosigk it in diesem Winter noch stark wachsen wird. Wenn Sie uns Helsen, werden wir die Sorgen In Bälde überwunden haben. Die Rcichsregicrung hat in ihren Maßnahmen alles vermieden, was irgendwie mit der Verfassung in Widerspruch stände. Es ist bedauerlich, daß wir zu einer Rotverordnung greifen mußten. Die B^r' ältniss" haben uns dazu gezwungen, und ich bitte Sie, zu überlegen, wer in erster Linie die Schuld daran trägt. Der Einfluß der Organe eines Staates wird immer so groß sein wie ihre Verant- wortungsfreudigkeit u ndLeistungs- fähigkeit. Es besteht die Gefahr, daß ein Parlament, in dem große lediglich verneinende Parteien sitzen, in seinem Einfluß zurückgeht. Je schneller Sie arbeiten und je sparsamer Sie verfahren, desto mehr tragen Sie zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zur Behebung der Arbeitslosigkeit und zur FesN- gung des Staates bei. Die Aussprache auf Donnerstag vertagt. Die Ministerrede wurde im ganzen ruhig an- gehört. Rur wenn Minister Dietrich sich direkt gegen die Oppofitionspar.eien wand e, horte man einige Zwischenrufe von den Kommunisten und Rationalfozialisten. Am Schluß der Rede gab es Beifallskundgebungen bei den Mitt.Ipart.ien. Auf Vorschlag des Präsidenten wurde die Aussprache auf Donnerstag 12 Uhr vertagt.. Die Zen- trumsfrakion bestimmte zu ihren Rednern den Abg. E r s i n g , der zum R< ichshaushalt sprechen wird, ferner den Avg. Dr. Bürgers, dec zu den wirtschaftspolitischen Fragen Stellung nehmen soll. Als dritter Redner des Zen rums wird Prälat K a a s zu allgemeinen politischen Fragen sprechen. Für die Deutschnationalen werden Dr. Bang, Dr. Feerherr v. Freytagh- Loringhoven und Herat sprechen, für die Rationalsozialisten Dr. F e d e r , für die Deutsche B 0 lkspartei Dr. Cremer. Drewitz wird den Standpunkt der W i r t - schastspartei darlegen und Rauch den der Bayerischen Volkspartei. Von der sozialdemokratischen Fraktion ist Keil als Etatsredner ausersehen, während für den Christ- lich-SozialenVolksoienstRippel und Dr. Mumm sprechen werden. Die Fraktion Deutsches Landvolk wird Abg. ® e r c d c vertreten, die Kommunisten werden den Abgeordneten S t ö d e r vorschicken. ' Wirtschastspartei und Kabineit Brüning. Minister Brcdt hält an feinen Rücktritts- abfichten fest. Berlin. 3. Dez. (DDZ.) In der Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei berichtete Prof. Dr. D r e d t, der sich bereits von den Beamten seines früheren Ministeriums verabschiedet und an den entscheidenden Sitzungen de« Kabinetts zu den Fragen der Notverordnungen nicht mehr teilgenommen hat, über d i e Gründe seines Rücktritts alsReichs- j u st i z m i n i st e r. Im vollen Einvernehmen mit der Reichstagsfrakiion hält Prof. Dr. Dredt an dem von ihm gefaßten Entschluß fest. Prof. Dr. Dredt, der feit Monaten dem Kabinett lediglich als Fachminister angehörte, also mit seinen Maßnahmen und Entschlüssen von der Partei unbeeinflußt war, erklärte, daß er die gesetzgeberischen Maßnahmen, welche jetzt als Rot- Verordnung dem Reichstage zugeleitet worden sind, nicht mehr mit verantworten zu können glaube. Die in der Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 enthaltenen Bestimmungen stellten in ihren Auswirkungen in vielen Teilen eine schwere Belastung der Wirtschaft dar. Sie ständen in fchrofsein Gegensatz zu dem Sinn der Regierungserklärung bei Bildung des Kabinetts. Der innen- und außenpolitische Kurs der Regierung Brüning, der eine immer stärkere Anlehnung an die als verhängnisvoll erwiesenen Wünsche der SPD. zeige, zwinge die Wirtschaftspartei zu der klaren Erkenntnis, daß dciS Kabinett Brüning mit seinen unzureichenden Maßnahmen nicht in der Lage sei, die gegenwärtigen großen Schwierigkeiten zu überwinden. Die Partei ist der Meinung, daß durch die Der- änderungen in der Krankenversicherung im Sinne der Anträge der Sozialdemokratie wieder mit einer für die Wirtschaft untragbarem Erhöhung der Krankenkassenbeiträge zu rechnen sei. Die Herabsetzung des Der- sicherungsalters werde die Dersicherungs- anstalt für Arbeitslose in neue Schwierigkeiten bringen und zwangsläufig eine toeitere Heraufsetzung der Beiträge zur Folge haben. Die Hinausschiebung der Termine betreffend Abbau der Wohnungszwangswirtschaft in Der- binbung mit dem Wohnungsbauprogramm der Regierung zerschlage das Baugewerbe vollends Durch die Bedeutung des Bauwesens als Schlüsselgewerbe werde hierdurch die gesamte deutsche Wirtschaft auf das schwerste betroffen und das Heer der Arbeitslosen weiterhin vermehrt. Trotz des erwiesenen Mißerfolges der letzten Bier- und Tabaksteuererhöhung enthalte die Rotverordnung Bestimmungen betreffend d i e Schankverzehr- und Tabaksteuer, die die Rotlage auch dieser Gewerbezweige auf das unerträglichste steigere. Die Gesamtbelastung der Wirtschaft müsse zu weiteren Steuerrückgängen führen und damit die Finanzschwierig- keitcn des Reiches, der Länder und Gemeinden vergrößern. Die Arbeitslosigkeit werde durch die neuen Bestimmungen der Rotverordnung nicht behoben, sondern gesteigert. Die Gtaatspariei Hai IrakiionSstärke. B e r l i n, 3. Dez. (VDZ.) Der im Wahlkreis Lieg, nitz für die Deutsche Bauernpartei gewählte Reichstagsabgeordnete Hillebrand hat sich als Hoipi- tont der Reichstagsfraktion der Deutschen Staats« Partei angeschloffen, obwohl er in der Deutschen Bauernpartei bleibt. Der Aeltestenrot des Reichstags hat daher die Gruppe der Deutschen Stoatspartei, die nunmehr mit Hillebrand 15 Mitglieder zählt, als volle Fraktion anerkannt. Die Polizei spertt die Umgebung des Reichstags mit Seilen ab. - Maffenverhastungen von Nationalsozialisten im Kreise Breslau Der polizeiberichi. Breslau, 3. Dez. (TU.) Wie vom Polizeipräsi- dlum mitgctcilt wird, wurden in der Nacht zum Mittwoch in 3 ä j d) t o ro i 0 im Kreis Breslau etwa 150 Mitglieder der nationalsozialist i s ch e n Sturmabteilung, darunter auch Sanitäter, uniformiert, feldmarschmäßig ausgerüstet und bewaffnet f e st g c st c l l I. Sic waren im Schlosse des Gutshofes des Ritterguts- Pächters von Ocllffen untergebracht. wo die Unterkunft in Sälen vorbereitet war. Ei» noch in der Nacht hinzugezoaencs Schutzpolizeikommando stellte eine Menge Wanen, darunter scharf geladene Karabiner, Pistolen. Handgranaten, Munition und Hiebwaffen aller Art fest. Die vorläufig fest genommen en Nationalsozialisten wurden aus Lastkraftwagen dem Polizeipräsidium zugesuhrt, wo die weiteren Vernehmungen stottsinden. Wie von der Kriminalpolizei mitgeteilt wird, sind insgesamt 3 5 0 Personen fe st genommen worden. Die Festgenommenen bestreiten, an einer Feld- dicnstübung teilgcnommcn zu haben und geben zum größten Teil an, dass sie einer Einladung des Rit- tergutsbcsihcr von Öcllsfen gefolgt seien. Alle bestreiten weiter, Massen bei fid) getragen zu haben. Wie die Polizei mittcilt, wurden Massen bei den Verhafteten tatsächlich nicht gesunden. Sie sollen aber im Stroh versteckt Sclcgen haben. In Gewahrsam der Polizei befinbcii ch bisher zwei Karabiner, eine Armeepistole, eine Mauserpistole. ein Browning, drei Stielhandgrana- ten und einiges andere. Als die Festgenommenen im Breslauer Polizeipräsidium cintrafen, bildeten sich gröbere Menschenansammlungen. Bei einem der Festgenommenen fand die Kriminalpolizei einen unterschriebenen Befehl, der zum Ausmarsch mit unbekanntem Ziele in seldmarschmäßi- ger Ausrüstung aufsorderte. Bei der Festnahme wurden von den Polizeibcamten Schreckschüsse abgegeben, da mehrere Nationalsozialisten durch die Fenster des Schlosses zu flüchten versuchten. Darstellung -er Nationalsozialisten. Gegenüber dieser Darstellung der Polizei verbreitet der nationalsozialistische »Angriff" eine Darstellung, die von einem regelrechten Feuerüberfall der Polizei auf da- Schloß des Herrn von Oellffen spricht. Mannschaften derDres- laucr Schupo hätten das Rittergut umstellt und sofort Feuer auf Personen gegeben, die aus dem Gebäude kamen und sich nach dem Grund der Aktion erkundigen wollten. Die Polizei habe 2lexte, Beile und Iagdwaffen des Schloß Herrn beschlagnahmt.. Die Polizeiaktion sei auf Grund von Denunziationen erfolgt, da Herr von Oellffen sehr viele Aaiional- sozialisten in feinem Landwirtschaftsbetrieb beschäftige. Es handele sich höchstwahrscheinlich um einen Racheakt. Eingreifen Hitlers. Vermutlich Angehörige verschiedener nationaler Verbände. Berlin, 4. Dez. (ERB.) Zu den Wafsenfun- den in Iäschkotvitz und der Verhaftung von 350 Rationalsozialisten berichtet die DAZ.. daß die Rationalsozialistische Partei von der Veranstaltung mit aller Entschiedenheit a b r ü ck e. Adolf Hitler habe auS Berlin folgendes Telegramm gesandt: .Der seit langem bestehende Beschluß der politischen Leitung der Partei, jeden rücksichtslos auSderParteizuentfernen, der illegale Mittel tm polnischen Kampf anwendet, wird auch in diesem Falle zur Anwendung gebracht werden." Wie die politische Leitung der Ra'.ionalsoziw- listischcn Deutschen Arbeiterpartei in Berlin zu den Vorgängen in Iäschkowitz mitteilt, seien feit dem Verbot der Ortsgruppe VreSlau auch alle Sturmabteilungen aufgelöst worden, so daß eS sich hier also nicht um eine Sturmabteilung handeln könne. Bei den Festgenommenen soll eS sich vielmehr um Mitglieder verschiedener nationaler Verbände handeln. Auch eine Anzahl früherer nationalsozialistischer SA.-Leute sollen sich unter den Festgenommenen befinden, jedoch niemand, der vor der Auslösung der Ortsgruppe VreSlau der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an führender Stelle gestanden habe. Kommunisteniurnutte in Hamburg Leipzig und Chemnitz. Hamburg, 3. Dez. (WIB.) Etwa 250 Kommunisten, teilweise in roter Marineuniform, zogen heute abend durd) den Außensleinweg, wo ihnen mehrere Ordnungspolizisten entgegentralen, die mit Dohlen und veschimpsungen empfangen, zu Boden gerissen, geschlagen und getreten wurden. Inzwischen herbeigerufene Polizci- verstärkung muhte von den Gummiknüppeln Gebrauch madjen. In der Rohe des Groh-Reumarktes wurde mit Messern auf die Beamten eingestochen, wobei ein Polizeihauptmann einen Messerstich in den Rücken und erhebliche Ge- fichtvoerlehungen erhielt, während ein Polizei- wochtmeister durch Messerstiche in die Hauptschlagader gelötet wurde. Die Kommunisten flüchteten schließlich und entkamen bi» auf zwei im Schuhe der Dunkelheit. Blutige Zusammenstöße in Leipzig. Leipzig, 3. Dez. (WTB.) Zu schweren Zu- san.menstößen zwischen Kommunisten und Polizei, bei denen acht Personen verletzt wurden, kam es in den späteren Rachmittagsstunden in der Leipziger Innenstadt bei einer Demonstration, zu der die KPD. ausgerufen hatte. Die Teilnehmer zweier Versammlung:» trafen sich gegen 6 Llhr aus dem Schiller-Platz in der Rähe des Reichsgerichts und wurden dort von einem Redner aufgefordert, im geschlossenen Zuge zum Rathaus zu marschieren. Aus dem Wege dorthin traten den Demonstranten Polizeimannschaften entgegen, die die Massen auSetnanderzu'.reiben suchten. Dabei kam eS zu schweren Zusammenstößen, in deren Verlauf die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch machte. Es sind im ganzen neun Personen verletzt worden. Von diesen ist eine im Krankenhaus gestorben. In den Stadtverordnetenkollegien kam eS zu Turn u l t s z e n e n zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten. Ein lornmunistischec Stadtverordneter, der den Sozialdemokraten Arbciter- mörder und andere Beschimpfungen zuricf, wurde für zwei Sitzungen ausgeschlossen. Er weigerte sich, den Saal zu verlassen und mußte mit Gewalt entfernt werden. Demonstrationen in Chemnitz. Chemnitz, 4. Dez. (WTB.) In den Abendstunden des Mittwoch versuchten Kommunisten trotz deS im Zusammenhang mit dem Teilstrcik der Straßenbahner vorgestern erlassenen p o l i - zeilichen Verbotes in geschlossenen Trupps aus den Straßen zu demonstrieren. Als im Stadtteil Sonnenberg ein solcher Demonstrationszug a u s g e l ö st werden sollte, nahmen die Demonstranten gegen die Polizei eine drohende Haltung ein. Die zogen sich dann in ein Streiklokal zurück und bewarfen von dort aus die Beamten mit Steinen. Rach Abgabe mehrerer Schreckschüsse schritt die Polizei zur Räumung des Lokals, nahm etwa 120 Demonstranten fest und brachte sie nach dem Polizeipräsidium. Abg. Dr. Leuchtgens (Ldbd.) lehnt die Anträge ob. Llnterstützung der Erwerbslosen ist Sache des Reichs und der Gemeinden. (Zwischenruf: „Mnb die Landwirtschaftshilfen"?) Viele Landwirte erzielen heute noch nicht die Sähe der Erwerbslosen. Die Dotationswirtschast der Regierung steht in Widerspruch mit unserer Auffassung über die Budgetrechte des Landtags. — Weiterberatung Donnerstag. Oer Reichsbund der höheren Beamten Berlin, 2. Dez. (TU.) Der geschästsführende Vorstand des Reichsbundes der höheren Beamten hat zur Rotvervrdnung folgende Entschließung geiaht: „Der Reichsbund der höheren Beamten hält daran fest, daß die soeben durch Rotverordnung verfügte Gehaltskürzung einen Verstoß gegen Artikel 129 der Reichsverfassung darstellt. Er wird daher gemäß seiner durch die Gutachten namhafter StaatSrechtlehrer gestützten Rechtsaufsassung die gesetzlichen Mittel anwenden, um die Rechte der Beamten zu wahren. Diesen Standpunkt muß er um so stärker betonen, als die geplante Belastung für die Beamten wirtschaftlich nicht tragbar ist". Kehlgeschlagenes Attentat auf den spanischen Ministerpräsidenten. M a d r i d, 3. Dez. Der politische Redakteur der Zeitung „El Sol", L l i z o , hat heute nachmittag bei einer Dressebefprechung auf Mini st erpräsidentDerenguereinen R e- volverschuß abgegeben, ohne ihn jedoch zu treffen. Llizo hatte vor dem P^esseempsang seinen Kollegen mitgeteilt, daß er seine Tätigkeit als politischer Redakteur te8 genannten BlatteS nie» verlege. Er hielt sich bis zur Ankunft DerenguerS von feinen Kollegen abseits und, als der Ministerpräsident sich, wie üblich, im Kreise der Iourna- listen befand, zva Llizo einen Revolver. Die Umstehenden stürzten sich auf ihn und konnten Die Mnterbe>hl,se in Hessen. Die Plenarsitzung dcS Landtags. D a r m st a d t, 3. Dez. Auf der Tagesordnung steht die Weitcrberatung der W int erbe i- Hilfe/ Abg. Reuter (So).) spricht den streikenden Metallarbeitern im Rhein-Maingau seine Sympathie aus. Die gestrigen Vorfälle waren bestellte Ar. eit der Äonvmunlften. Die Sozialdemokratie hat gerade in diesem Iah re bewiesen, daß sie sich von keiner Partei in ihrer Fürsorge für die Arbeiterschaft übertreten läßt. Abg. Dr. Werner (Rat.-Soz.) erklärt: Solange Hessen für daS Landestheater und seine Gesandtschaft Millionen ausgibt, kaim eS auch für die Arbeitslosen vorbildlich sein. Den vorliegenden Anträgen stimme ich zu. Produktive Crwerbslosenfürsorge ist nur wirksam, wenn die Millionenmittel über den Wohnungsbau besonders der zinslosen Genossenschaften über Straßenbau und Meliorationen Über Ocdlandkulturen usw. geleitet worden. Abg. Sumpf (Komm.) sieht in dem ArbeitS- losenversicherungsgesetz ein völliges Fiasko und prophezeit den Sieg der Thälmann-Partei. (Zwischenrufe der kommunistischen Opposition: „Hör doch auf mit deinem Schwindel!") StaatSrat Karcher stellt fest, daß der Vorredner die Arbeitsbeschaffung überhaupt bedauert und dabei von der Art der Durchführung kaum eine Ahnung hat. Bei den Arbeiten werden die Tariflöhne bezahlt. SS find im diesjährigen Programm Hin-Verbilligte Arbeiten tm Betrage von etwa 12,5 Millionen Mark durchgeführt worden. „ t 2lbg. Wesp (Z ) begrubt das energische Gin- greisen der Regierung Brüning zur Rettuna der Sozialversicherung. Der radikale Lohneingriff bei den Metallarbeitern im Rhein-Maingebiet ist unverständlich. Die Zentrumsarbeiter werden dem neuen BergleichSvorfchlaa tm Lohnkonfltkt zu. stimmen. den Schuh ablenfen, so daß die Kugel in die Decke drang. Llizo beschränkte sich aus die Erklärung: „3d) habe eine anarchistische Protestkundgebung gegen das soziale Regime, das Ew. Exzellenz vertreten, machm wollen. Llizo ist der Polizei übergeben worden. General Deren- guer und die Ioumalisten glauben, daß Llizo in einem Anfall von Geistesgestört- he i t gehandelt hat. Rach anderen Meldungen hat Llizo nicht auf General Derenguer angelegt, sondern in die Luft geschossen. Der General habe ihn gefragt: »Was wollten Sie tun, da Sie doch nicht auf mich geschossen haben?" Llizo habe erwidert: „Ich wollte nur energisch, aber ohne Blutvergießen, gegen das von Ihnen vertretene Regime p r o t e st i e r e n." Rach allgemeiner Ansicht handelt es sich um einen Geistesgestörten, der lediglich die Ausmerkscimkelt auf fich lenken wollte. General Derenguer erklärte den Ioumalisten, daß dieser Zwischenfall keine Bede u t u n g habe. Antifaschistische Geheim- organifationen ausgehoben. Zahlreiche Verhaftungen in Italien. Rom 3. Dez. (TU.) Nach einer amtlichen Mitteilung hat die italienische Sicherheitspolizei eine Geheimorganisation ausgehoben, die zum Jahrestage des Marsches auf Nom Anschläge gegen die öffentliche Ordnung plante. Die Verhafteten — es handelt sich um 24 namentlich genannte Personen, darunter zwei Frauen — seien gestcindig: sie sind dem Sondergerichts- hofzumSchutzedesStaatesübergeben worden. Ferner sind von der Sicherheitspolizei d i e Fäden kommunistischer Organisationen in den Gebieten Emilia und Romagna auf- gedeckt worden. Die Verhafteten wurden ebenfalls dem Sondergerichtshof zum Schutze des Staates überantwortet. Schließlich hat die Sicherheitspolizei i n Rom drei Personen verhaftet, die sich mit der geheimen Verbreitung a n t i f a s z i st i ° scher Schriften befaßten. Nach der gleichen amtlichen Mitteilung wird der Genueser Philosophieprofessor Rensi wieder aus der Hafk entlassen, nachdem sich keine bestimmten Beweise gegen ihn ergeben hatten, und er In einem sein Verhalten erklärenden Schreiben darauf hingewiesen hatte, daß er sich im Anfang der faschistischen Bewegung angeschlossen und den Wunsch habe, sich nur seinem Studium zu widmen. Oie Bildung des österreichischen Kabinetts. Wien, 3. Dez. (WTB.) Die Verhandlungen des mit der Kabinettsbildung beauftragten Dr. Ender sind heute abend erfolgreich abgeschlossen worden. Danach wird sich das Kabinett folgendermaßen zusammensehen: Dr. Gnder, Bundeskanzler, Dr. Schober Vizekanzler und Aeußeres, der Landbündler Winkler Inneres, Finanzen der bisherige Finanzminister Dr. I u ch. Iustiz der Großdeutsche Dr. Schürff, Lendwirtschaft der Christlich-Soziale T h a l e r, Unterricht der bisherige christlich-soziale Unterrichts. Minister Dr. Czermack. «Soziale Verwaltung wahrscheinlich ein Beamter, HeereSmlnisterium V a u g o i n. Ein Australier wirk" Generalgouverneur von Australien. London, 3. Dez. (TLl.) Der König hat auf Empfehlung des australischen Ministerpräsidenten Scullin den australischen Oberrichter Sir Alfred Isaacs zum Generalgvu- Verneur Australiens ernannt. Er ist der Racksolger Lord Stonehavens. Diese Mitteilung deutet auf einen wichtigen Schritt vorwärts in der Geschichte der Dominien. Isaacs ist der erste Australier, der diesen Posten inne- haben wird, und er ist der erste Generalgouver- ncur, der nicht durch England, sondern durch die Dominien selbst vorgeschlaaen wird. DaS Ministerium für die Dominien hatte von der Ernennung keine Ahnung, bis die offizielle Mitteilung aus dem Hause der australischen Regierung in London erfolgte. Die deutsche ObeWesien-Aote veröffentlicht. Deutschlands Antrag an den Dölterbundsrat. Berlin, 3. Dez. (WTB.) Die deutsche Rote wegen der polnischen Terrorakte gegen Angehörige der deutschen Minderheit bet den Wahlen in Polen, die heute veröffentlicht wird, besteht aus einem Begleitschreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric 5)r Ultimo n ö und einer eingehenden 5) a r jt e I t*li n g der vorgekommenen Gewalttaten. In dem Begleitschreiben heißt es, daß die in Polnisch- Oberschlesien gegen die deutsche Minderheit verübten Gewalttaten eine flagrante Verletzung der Bestimmungen der Genfer Kvnven tion vom 15. Mal 1922 darstel- len. D'.e deutsche Regierung, die gemäß Artikel 72 Absatz II der Konvention d i e Aufmerksamkeit des Völkerbundsrats auf diese Vorgänge lenkte, bittet den Generalsekretär, veranlassen zu wollen, daß die Angelegenheit auf Sie Tagesordnung der nächsten Tagung des Dölkerbunbsrats gesetzt werde. Es folgt eine dokumentarische Darstellung der Gewalttaten. In zwei Anlagen find der Rote das Wahlplakat des Verbandes fchlesischer Aufständischer und das Wahlplakat des Westmarken- vcreins, Bezirk Schlesien, beigegeben. Zusammensassend wird festgestellt: Große Teile der deutschen Minderheit sind durch willkürlich« Maßnahmen der Behörden von der Ausübung des Wahlrechts ausgeschlossen worden. Soweit die Minderheit von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen konnte, wurde die geheime Stimmabgabe unmöglich gemacht. Der Terror, unter dem die deutsche Minderheit leidet, geht im wesentlichen vom Aufstä ndischenverband aus, der die Aktion gegen das Deutschtum zielbewuht vorbereitet und durchgeführt hat. Der Verband arbeitet im einzelnen mit den Behörden. Der h v ch ste De am te von Polnisch- Oberschlesien ist Vorsitzender, viele hohe Beamte sind führende Mitglieder. Die Polizei vernachlässigt durchweg ihre Pflicht, indem sie gegen die Gewalttätigkeiten, denen die Minderheit ausgesetzt ist, entweder überhaupt nicht oder doch nur in völlig unzureichendem Maße eingreift. Die deutsche Regierung erwartet, daß der Völkerbundsrat diejenigen Maßnahmen ergreift, die notwendig sind, um dem Zustand der Rechtlosigkeit und CÖe- druckung abzuhelfen, unter dem die deutsche Minderheit in Oberschlesien zu leiden hat. 3 Dr. Schacht über die Eindrücke auf seiner Amerikareise. Bremen, 3. Dez. (TU.) Auf Einladung der Bremer Handektzkammer sprach Dr. Schacht über seine Eindrücke in Amerika. In jeder Versammlung ist mir die Frage vorgelegt worden, was i st es mit Hitler? Das Interesse der amerikanischen gebildeten Jugend an der Entwicklung Deutschlands ist außerordentlich lebhaft. Ich habe oft bei den Studenten das Verständnis dafür gefunden, daß es eine Absurdität ist. die deutsche Jugend für zwei Generationen mit diesen großen Zahlungen belasten zu wollen. Die Dinge, die ich in meinen Vorträgen mitgeteilt habe, erwiesen sich fast überall als sehr überraschcnd für die Zuhörerschaft, so u. a. die Tatsache, daß unser Haushalt für Reich, Staat und Gemeinde und für die sozialen Versicherungszwecke von 8 Milliarden im Jahre 1913 auf über 30 Mil- Norden angewachsen ist, so daß beinahe die Halste unseres Nationaleinkommens für ösfentliche "Abgaben in Anspruch genommen ist. Ich habe darauf hingewiesen, daß Deutsd)land von allen flüssigen Mitteln die man in Zahlung geben kann, entblößt ist, daß es seine ausländischen Investitionen durch die Miß- achtung des Pi.vateigeniums verloren hat, daß wir nad) amerikangcher Schätzung über 2 5 M i l- 1 i a r b e n zwischen W aff e n st i 11 st a n d und Ingangsetzung des Dawesplanes bezahlt haben. Deutschland kann nur aus dein Einkommen zahlen, so daß es seine Ausfuhr steigern muß. Ich habe bekonk, daß Deutschland den absolutesten und ernstesten Wunsch hat, alle privaten Verpflichtungen zu erfüllen, daß e» aber auch an Deutschland ist, sich die Frage oorzu- legen, ob es nicht gegen seine privaten Gläubiger leichtsinnig handelt, wenn e» seine privaten Schulden dauernd vermehrt, umpolitlscheTributezuzahlen. Ich glaube, daß wir auch für die Zukunft daran sesthaltcn müssen, daß die privaten Leistungen unter allen Umständen vorangehen müssen, und daß wir diejenigen, die Deutschland Geld geliehen haben, in diesen Jahren in dem guten Glauben, seiner Wirtschaft zu nützen und Deutschland wiederaufzuhelfeu, unter keinen Umständen enttäuschen dürfen. Weiter ging Dr. Schacht auf die Vorwürfe der Linkspresse und der Linksparteien ein, er schädige den deutschen Kredit im Aus and, wenn er eine wahrheitsgemäße Schilderung der deutschen Verhältnisse gebe und führte dabei aus: „Ich habe nicht diesen Ein- druck. Den deutschen Kredit schädigt man, wenn man nach den sogenannten Hitlerwahlen in alle Welt binaustelegraphiert, daß wir in Deutschland dor einem neuen Bürgerkrieg stehen. Den deutschen Kredit schädigt man, wenn man die so- zialistischeVerschmendungswirtschast, die wir durch nun sieben Jahre getrieben haben, n i cht endlich ab st eilt. Den deutschen Kredit schädigt man, wenn man von , den Vertretern der einzelnen Munizipalbehörden dauernd von Prolongationen reden hört. Das sind Dinge, die dem Ausland zeigen, daß wir unsere Lage n i ch t k e n - n c n und das ist das todjlinunftc, was einem Bankkunden passieren kann. Das Einzige, was auf die Dauer, auch wenn wir unsere inneren Verhältnisse in Ordnung bringen, immer wieder den beutfdxn Kredit ruinieren wird, ist, wenn wir die politischen Zahlungen fortsetzen, ohne die Voraussetzungen des Poungplanes, daß wir sie aus eine m Ueberschuh, insbesondere unseres Exports zahlen." Anfd)ließend betonte Dr. Schacht, er habe den Eindruck, daß, soweit die internationalen Beziehungen in Frage kämen, Amerika in allererster Linie an der Abrüstungsfrage interessiert fei. Er sei der festen Ueberzeugung, daß Amerika keinen Finger rühren werde, wenn nicht die Abrüstungsfrage weitergeführt werde. Wenn sich Frankreich nod) einmal auf die Sanktionen des Haager Schlußprotokolls berufen sollte, werde Deutschland die moralische Meinung der ganzen Welt hinter sich haben. Dr. Schacht betonte zum Schluß: So hat also Amerika durchaus begriffen, daß der Youngplan eine ökonomische Lösung bcs Reparationsproblems vorsieht, und id) würde es begrüßen, wenn man in Deutschland endlich, anstatt dauernd auf den Youngplan zu schelten, diese ökonomische Grundtendenz des Poungvlanes als Waffe benutzen würde, denn der Poung- plan sieht vor, daß nur auf ökonomischem Wege die Reparationen erzielt werden könnten. Das Gesamtresultat aber bleibt, daß wir von keinem anderen in der Welt irgendeine Initiative zu erwarten haben. Nur eigene 9 n i t i a t i o e von deutscher Seite kann uns in dieser Frage weiterbringen. Es geht uns in Deutschland so schlecht, daß uns gar nidsts übrig bleibt, als die Initiative zu ergreifen. 9d) habe den festen Glauben, daß. wenn Deutfdj- land sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, es die anderen Mächte überzeugen wird, daß entweder auf ökonomischem Wege Abhilfe geschaffen werden muß, ober daß dieses Problem ein für allemal verschwinden muß. Wenn wir aber stillsitzen und vom einen zum anderen Mal immer wieder durch kleine Mittelchen uns und die Welt im Unklaren lassen über die wahre Situation, so werden wir gar nichts erreichen und werden den Zeitpunkt nur immer ungünstiger für uns gestalten. Aus aller Well. Dr. Eckener bei der Untersuchung der Katastrophe des „R 101“. Die amtliche Untersuchung über die Katastrophe des Lustschisses „R lül'/ wurde i n Anwesenheit Dr. Eckeners wieder aufaenommen. Dor Eröffnung der Sitzung hatte Dr. Eckener mit dem Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses Sir John Simon und den Beisitzern eine halbstündige Unterredung. Sir John Simon und Dr. Eckener betraten sodann Arm in Arm den Sitzungssaal. Der Vorsitzende wies dem deutschen Gast einen Platz neben sich an und betonte die Vorteile, die dem Ausschuß aus der Unterstützung und der Anwesenheit Dr. Eckeners erwüchsen. Dr. Eckener habe das ganze vorliegende Material durchgesehen und sei bereit, alles in seinen Kräften Stehende zu tun. um alle möglichen Erklärungen für die Ursache der Katastrophe zu analysieren. Bluttat eines Elfjährigen. 3n Grafen tonna war der elf Jahre alte Schüler Cramer von seiner nach Gotha fahrenden Mutter allein in der Wohnung zurückgelassen worden. Um sich die Zeit zu vertreiben, holte der Knabe den sechsjährigen Bachbarssohn Weida zum Spielen in die elterliche Wohnung. Der junge Cramer, fand dabei den geladenen Revolver seines Vaters und zielte mit der Wafie auf den Spielgefährten. Dabei ging ein Schuß los und traf den kleinen Weida über dem Auge in die Stirn. Der Getroffene st a r b sofort. Der Tatbestand wurde von der Behörde in der Wohnung Cramers, der Führer der kommunistischen Opposition ist, festgestellt, wo der jugendliche Täter einem Verhör unterzogen wurde. Dreifacher Raubmord an der polnischen Grenze. In Jobannlsburg wurden die preußischen Behörden von dem Grenzübertritt eines mehrfachen Raubmörders verständigt, der aus Polen auf deutsches Gebiet geflüchtet ist Dicht an der Landesgrenze wurde ein Lehrer aus dem polnischen Grenzdorf Zachowo, der sich mit seiner Frau und einer zweiten polnischen Dame aus der polnischen Stadt Molno die Gehälter für sich und seine Kollegen abholte und etwa 3000 Zloty bei sich trug, 3 Kilometer von Molno entfernt auf freier Landstraße von zwei Wegelagerern überfallen und erschossen. Die Räuber flüchteten nach der polnischen Grenze zu, wurden aber von einem polnischen Grenzbeamten beobachtet und beschossen. Einer der Räuber fiel, wurde aber nach Beobachtung des Grenzbeamten von den unverletzt gebliebenen Komplicen über Die Grenze auf deutsches Gebiet geschleppt, dort aber nahe bei dem Grenzdorf Jakubben von seinem Komplicen durch einen Schläsenschuß ermordet. Offenbar wollte der Pole den unbequemen Kom- plicen beseitigen und sich der Beute bemach- tigen. Maßnahmen zu seiner Ergreifung sind ein- geleitet. Zusammenstoß zwischen Eisenbahn und Straßenbahn. In Leningrad ereignete sich an einem Eisenbahnübergang ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Eisenbahnzug. 2 8 F a h r g ä st e der Straßenbahn wurden getötet, 19 verletzt. Oie IBettcrtoae. Oslo. 6 Aben O Perun Wien Tour; Ovontcnioi 0 unter. onaib DedeckL» woiMo. ehedem e Regen. * Schnee atraupein e Hebel K Oewit'-r.^windstnie «O-» sehr «eichte- Ost nissige» tOdsua-vejt 'n stürmische- «ordwesl Ole Piene fliegen mii dem winde. Die baden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatui an. Die Linien neromden Orte mii gleichen. nreresmveau umgerechneten Luftdruck tvituivui ..:.,agc Die kontinentale Hochdruckwetterlage hat unvermindert angehalten und durch die Zunahme des Frostes ihren winterlichen Charakter verstärkt. Im ganzen Reich lagen die heutigen Morgentempcratu- ren unter Null, wobei sich der Mältehcrd am stärksten über dem mittleren Deutschland mit Werten bis zu minus 5 Grad ausgeprägt hat. Auch in unserem Bezirk fielen die Temperaturen bis zu minus 5 Grad und in Bodennähe bis zu minus 7 Grad. Das gesamte Hochdruckgebiet zeigt bereits Abbauerscheinungen, dies ift besonders deutlich an seiner Nordseite. Hier setzt sich die vorübergehende Störung mit ihren anormalen Luftdruckoerhältnisien — die Warmlust der Vorderseite brachte über dem Nord- meer und Skandinavien Morgentemperaturen bis zu plus 10 Grad — mehr und mehr durch und verdrängt den hohen Druck. Obwohl bei der weiteren Zusammenschrumpfung des Hochs sich später Anzeichen zum Witterungsumschlag einstellen. so behält für uns der Einfluß absinkender Luft noch die Vorherrschaft und das Frostwetter dauert auch morgen noch fort. Aussichten sür Freitag: Weiterhin stellenweise morgens dunstig oder neblig, sonst meist klar und heiter, trocken Frost. Aussichten für Samstag: Abschwächung des Frostes und mehr nebliges und wolkiges Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 3. Dezember: mittags 3,4 Grad Celsius: abends —0.4 Grad; am 4 Dezember: morgens — 3,9 Grad Maximum 4 Grad, Minimum — 4,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am d. Dezember: abends 0,9 Grad; am 4. De- xember: morgens 1 Grad Celsius. — Sonnenschein- dauer 5% Stunden. Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen. * Gießen, 3. Dez. Ein übler Streich hat einen Polizeioberwachtmeister von Butzbach In schweres Unglück gebracht. Mit zwei Zechgenossen, eurem Fabrikarbeiter und einem Schuhmacher, beibe ebenfalls aus Buhbach, die heute neben ihm auf der Anklagebank sahen, begab er sich an einem durchzechten dienstfreien Tag an eine Jagdhütte in der Gemarkung Pohl^öns, wo sie sich bei dem Desiher zu einem gelegentlichen besuch angesagt haben wollten. Als sie die Hütte verschlossen sanden, stieg er mit dem Schuhmacher über die zwei Meter hohe Umzäunung ein. Drin- nen verstreute er zunächst das vorgefundene Mehl, dann aber begannen die dort aufbewahrten Sachen feine Habgier zu erregen; nachdem er feinen De- gleitet aus gefordert hatte, nicht- anzufassen, damit es keine Fingerspuren gebe, trug er mit umwickelter Hand zwei Ferngläser, eine Taschenlampe, einen Revolver, einen Photographenapparat, Jagdpa krönen u. a. m. zusammen, beförderte die Sachen über die Mauer und begab sich mit ihnen an einen entfernten Ort im Walde, wo er sie hinter Gesträuch niederlegte. Cin Fernglas und die Jagdpatronen brachte er zu Bekannten, denen er erklärte, er brauche sie zur Jagd. AIS die Sache herauskam und der Verdacht auf die Angeklagten fiel — der miteingestiegene Begleiter des Oberwachtmeisters hatte am Tatort einen Gegenstand verloren, der vorher bei ihm gesehen worden war — leugneten sie, wobei der dritte im Bunde, der nicht mitgemacht und die andern auf das Strafbare ihres Tun- aufmerksam gemacht hatte, ihnen half. Strafantrag wegen Hausfriedensbruch- hat der Hüttenbesitzer mcht gestellt. Cs wurden folgende Strafen verhängt. Gegen den Oberwachtmeister wegen einfachen Diebstahls drei Monate Gefängnis; gegen die beiden anderen Angeklagten wegen Beihilfe zum Diebstahl und wegen Begünstigung statt je zwei Wochen Gefängnis hundert Mark Geldstrafe. Wegen unzüchtiger Handlungen an einem Kinde wurde cin Arbeiter von Gießen zu sechs Monaten, wegen Urkundenfälschung ein Gärtner von Friedberg zu einerWocheGefäng- ni - verurteilt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Großes Rehschlachten im Gießener Sladlwald. Allenthalben bemühen sich Iagdvereine und Staaten, durch geeignete Maßnahmen den hohen wirtschaftlichen Wert unserer Jagden für unser verarmtes Vaterland zu erhalten, und große Organisationen werben für Raturliebe und Ra- turschutz in unserem der Ratur vielfach entfremdeten Volk. Mit um so größerem Widerwillen wird jeder Raturfreund und wahre 3äger sich von dem abkehren, was sich in zwei Bezirken des Gießener Stadtwaldes, die in der Hand auswärtiger Pächter sind, abspielte. In mehrfachen Sreibjagben mit vielen und wenigen Schützen sind rund 75 Stück Rehwild abgeschossen worden. Was dabei nicht zur Strecke kam, obwohl es angeschossen wurde, kann der Kenner solcher Jagden ermessen, ilnerfafot muß auch bleiben, was etwa noch im Einzelabschuß erlegt wurde. Rechnen wir noch die Böcke des Sommers hinzu, dann stehen wir vor dem Bild einer völlig ausgeschossenen Jagd, ohne Rücksicht auf irgendwelche weidmännischen oder naturschützlerifchen Belange. Cs muß Sache der Jäger fein, zwischen sich und solchen Jagdpächtern und ihren Helfershelfern einen dicken Trennungsstrich zu ziehen. Cs erscheint jedoch dringend angebracht, die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf solche Dinge zu lenken. Einmal aus ideellen Gründen. Das Wild lchört zur Ratur der Heimat, und die Allgemein- >eit hat einen Anspruch auf sein Dafein, woraus ich ergibt, daß niemand das moralische Recht einer Vernichtung, auch nicht als Jagdpächter, besitzt. Dann aber aus materiellen Gründen. Man wird selbstverständlich dem 3agbberm, der cin Revier pachtete und damit das Jagdrecht darin erwarb und sich einen Wildstand heranzog, auch das Recht zu seiner Rutzung nicht bestreiten können. Aber dem sind Grenzen gesetzt, unb der Sinn eines solchen Pachtvertrages muh sein, daß dabei der Verpachter nicht durch Vernichtung der in der Jagd steckenden Vermögenswerte geschädigt werden darf. Wenn aber so verfahren wird, wie wir cs vor den Toren der Stadt erleben mußten, dann bedeutet das eine wesentliche Wertminderung. Das Ausschießen wird im nächsten Jahre noch fortgesetzt, soweit das Gesetz es gestattet, und dann bietet die Stadt Gieszen zwei wildleere Bezirke auf Verpachtung an, deren Pachtpreis angesichts fintenber Wildpreise unb sinkender Pachtpreise nun noch besonders gebrückt werden wird, also eine Schädigung des städtischen Steuerzahlers. Aber die Anschluhbezirke müssen sich darüber klar sein, daß sie nun die Lücke mit rhrem Wild wieder auffüllen müssen, daher wird auch hier eine Minderbewertung die Folge sein. Cs ist allerhöchste Zeit, daß die Gemeinden sich gegen solche Erscheinungen schützen. Leider enthält das Verpachtungsprotokoll für Gemeindejagden gar nichts über die Art der Jagdausübung. In den Bestimmungen für Staatstagden aber heißt es ausdrücklich: ... „er muß die Jagd weidmännisch behandeln und darf sie nicht derart ausüben, daß der Wildbestand nach dem Ermessen der Forstbehörde allzusehr vermindert wird". Cs wäre Zeit, daß auch in die Gemeindeverträge ähnliche Klauseln eingefügt würden, die in krassen Fällen wenigstens dem Verpächter die Möglichkeit geben, feine Rechte zu sichern und einer Vernichtung eines Vermögensbestand- teiles durch Aufhebung des Vertrages vorzubeugen. Hoffentlich führen die Erfahrungen dieses Jahres dazu, daß man dieser Frage in Der Stadtverwaltung rechtzeitig Beachtung schenkt. Ein Jäger und Raturfreund. __________sSchluh bcs^redaktionellen Teil».)__________ Das alte Weihnachts-Symbol — jetzt elektrisch. Uns allen ist und bleibt das Symbol des Weihnachtsfestes die brennende Wachskerze im grünen Tannengezweig. Ein feierlich schönes Symbol, leider auch ein unbequemes und gefährliches, denn offene Flammen in unmittelbarer Nähe der leichtentzündlichen Nadelzweige sind ständige Feuersgefahr. Alles das kann man vermeiden, ohne auf den gewohnten Eindruck des Festfymbols verzichten zu muffen, wenn man statt der Wachskerzen die elektrischen Osram > Weihnachts - Kerzen verwendet. Sie sind in Form und feierlichem Lichteindruck brennenden Lichten zum Verwechseln ähnlich, bieten aber alle bekannten Vortelle des elektrischen Lichtes. 6504V PfSpV 1*8 S 2? afr sä? ., sfc EHRLICHKEIT in der Anpreisung ist heute die besteGeschäftsreklame,weildas kaufende Publikum gute Ware zu wählen weiß. Diesen Grundsatz haben wir unsseit Gründung unseres Unternehmens zum Prinzip gemacht. Nicht durch Bluff sollte das Publikum beeinflußt und gewonnen werden - sondern durch Schaffung einer Organisation, die den Verteuerri- den Zwischenhandel vollständig ausschließt. Dies haben wir dadurch erreicht, daß wir die Herstellung unserer PERFEKT von der Tabakpflanze bis 'zum Fertigprodukt in unsrer Hand vereinigten. Denn nur so ist es möglich, dem Käufer den 1OO°/oigen Wert seinesGeldesanWarenzugeben. x ’öe.eBe.eBi i % 'siKai.ik Mi ■ zj L lOOXiqer Gegend WWMW XX -3 RX-vi jjt J ftTzt' M; W Xö ZIGARETTENFABRIK MAKEDON G. /*. B. M„ MAINZ A.RH. KONZERNFREI MAKEDON PERFEKT Generalvertretung: J. Meyer-Höckell Frankfurt am Main, Staufenstraße 2, Tel. 73884 Todesanzeige im Alter von 66 fahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Lina Keil, geb, Malkomesius. ClalD Kesselbach, den 4. Dezember 1930. 81 SSV ms sanier 815' Weihnachten 1930 imZeichen des Preisabbaus 81181* Für Nikolaus Zum Backen .Pfund 26 H Pfund 28 H Stück 98-5) mit Süßigkeiten Gießen (Neuenweg 9), im Dezember 1930. 8120 V Spielauto mit Uhrwerk.... 55 5) 81481) Bäcker-Zwangsinnung Gießen Nr. ß. IM42D in Kenntnis zu setzen. - Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Der Vorstand. leer oder a 1. Anfang I «1601) Ruhl Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Sultaninen Pfd.95, 55,40^ Haselnußkerne Pfund 100 «5, Mandeln ... Pfund 180,140^ Haush.-Margarine Pid.58^ Spara-Margarine Pfd.80-5» Gemüseerbsen v, d. 62H Junge Erbsen */i Dose 705. schwere Sied- Eier 10 s ISOÄ Siedeier ia w st. 140,120 t möbl, anuar 3l Marie Waste, geb. Bidimann, Giefeen Familie Diplomlandwirt L. Waste, Stettin. In unseren Filialen ist gegenüber dem Vorjahre eine ganz bedeutende Preissenkung eingetreten. Benutzen auch Sie das billige S&F-Angebot für Ihre Weihnachts-Einkäufe I Schnittbohnen '/,Dose 545. Karotten geschn.,'/, Dose 435. Bernhard Müller Langd bet Hungen. Ülllllllllllllllillllllllllllllllll Blütenmehl fein Auszugsmehl feinstes............... Stadttheater Freitag. 5. Tcz., uluBei Abonnement Lverenenuieile Abonnenten er mäh. Lpeieuciivieife von 1'3'/, bie22'/2Ubr l£mi)iültuc0 Gaüspiel des «>rank- jurtcrOpernhaitfes: UefTiDoiwHerzopin Cöcicttt in 3 Ak en von R. Kegler, Musik von Ed. KUnnecke. Eier-Bruch- ■■ ja Makkaroni. Pfund |Stellengesuche| niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Guche - Lehrstelle Die Einäscherung findet am Freitag, dem 5 Dezember, um 230 Uhr nachmittags, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Blumenspenden sind nicht im Sinne des Entschlafenen. — Von Beileidsbesuchen wolle man bitte absehen. 2 große belle Zimmer 1. Liock. nut el V, feo. Emg. in «ernster Lage, Lirasrenseite, (Verschiedenes | Günstiges Weinangebot. Prima 1929er rtzelvhess Weitz: ein oer Liter tm Fah 75 4- Eigengewächs. Probelendg. kostenl. Schrift!. Anfr. unter 07481 n d. Gg. Anz. NeuAeitltch emner. Garage in der Nähe von (£af6 Henler f. bald ober soäier au oerm. Lriirillt. Angeb. uni. 81:441) n. b. Gn. An,. »eee®eeeeeee Gießen (Neustadt 6), Köln, Mühlheim, Frankfurt a. M, Grünberg, Gonsenheim'Mainz, den 4 Dezember 1930. D e Beerdigung findet Samstag, den 6. Dezember, nachmittags 2*/2 Ubr, vom Sterbebause aus statt. au vermieten Ein» Aelne Herren old Dauermieter bevor« AUflt. Schr. Ansr. u. 07484 n. b AnA. | Vermietungen I od. 2 groOe Zimmer nebst groger Stiidje in ruhiger, fdiöuer Lage inSUctn-Vtnbcn wiort au oetntteten. 'Jinb. Slleitrvtnbcn, BnderWaldweidc IBahnhoFstr15 LTel.2818 . kür Chrlstbaunr-Ber- tank inmitten der Stadt zu vergeben. Zu erkr. i. b. lÄekchit. b. Gien. Anz. 07472 Familien-Drucksachen Verlobung san zeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Neue getrocknete 4I E Pflaumen 3pfd. IO-MsßONRH gegen 1. Hypothek auk 'LohnhattS im Werte v. 35000RM. gesucht. Schriftliche Angeb. unter 8154D an den (tiieh. Anz. Danksagung. Allen denen, welche uns während der Krankheit und dem für uns schmerzlichen Heimgänge unseres teuren Gatten und Vaters Herrn Joseph Weinert in so reichem Mabe ihre Anteilnahme bewiesen, für die Ehrungen am Grabe und die bis zur Todesstunde autopfernde Pflege der barmherzigen Schwestern tletgrtühlien Dank. Emma Weinert, geb. Unverzagt Bernhard Biümig und Frau Linny, geb. Wt inert. Am 2. Dezember morgens erlöste der Tod meine treusorgende Mutter, unsere gute Groß- und Urgroßmutter. Frau Geh Reg-Rat Bichmann. geb. Hoffmann. Darmstadt; am gleichen Tage des Abends verschied nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Dr. med. Reinhold Wasle Facharzt Inhaber verschiedener Kriegsehrenzeichen Danksagung. Für die. überaus zahlreichen, wohltuenden Beweise herzlichste? Teilnahme, für die liebevollen Aufmerksa Kelten und Blumenspenden. sowohl während seines quilvoli n Krankenlagers, a s auch nach seinem für uns so unendlich schmerzhaften Hinscheiden sowie für die vielen erhebende । Worte bei der Trauerfeier unseres teueren, lieben Bruders, des bchwa^ers und Onkels Stadt-Oberveterinärrates. Scblacfathofdirektors Dr. Johannes Modde sagen wir hiermit unsern innigsten Dank. In tiefer Trauer: Die hinterbliebenen Geschwister und Laura Ilgen. Gießen, Berlin. Magdeburg, den 1. Dezember 1930. Bdömmiid) o.leflrr Das richtige oberh. Landbrot «DienSt. u. Zreit.) NanterWs Jung ©dmlflr. 5, 107487 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, besonders für die trostreichen Worte des Herrn P arrers Sattler, des Herrn Dr. Michel, sowie den Konfirmanden, ferner für die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unserer lieben Tochter Frieda sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Schäfer IV. Wieseck. den 4. Dezember 1930. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Heimgang des lieben Kollegen Georg Keil Bäckermeister Laden Niti Kontor. IN aller» beiter (Geschäftslage, ab l Jan od. später zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 7965. > an den ölen AnAeiger Lebkuch.-N kolause HO ä 3 Stück von e*U an Lebkuchen y4 Pfund 42, 32-$ Nürnb. Mischung */4Pfd. 18 H Kokosmakronen &Pfd.28^ Geschenkbeutel emen Maffen gebrauchsartikel Ltrnmvsichiitzer. „egen daS Bespritzen derDainensfrumpse bei Regen und Schmutz D. R. P. und Auslandöpaten e, lil der MlMM für den dortigen Bezirk au vergeben. Vertreter uiro, welche tn der Lage sind, den Verkauf die es Artikels direkt an Private ans eigene Rechnung durchmilihren. woII. gest aus tibrl. An ebote etnreichen an den AUelnbersfeU. Johannes Meyn, Hamburg 19. Außenstände kauit und zieh! Bin! Anfragen an Irn-ikfa t Main, Postschließfach 1341. lainV Jüngeres Mädchen von 4-7 zur Aushilfe über Weihnachten gesucht o7i82 Stevbam'fr. 42 v. Geraspelte ja ja Kokosnuß ...Pfund 4*4^ AW-W.« ________________________________________________ 813?C Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein fieber Gatte, unser fieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Georg Keil im Alter von 64 Jahren sanft entschlafen ist Datteln '/« Pfund • • 25 4 Sultanarosinen 11 Pfund . . 25 4 Erdn üsse Pfd. 55-) Haselnüsse das P und 70 4 Walnüsse das Pfund 70 4 Mkolans erichelm Samstag tm Sckauienner. | Mietqesuche | Beamter sucht gut möbliert Zimmer mit i^tübitütf uftö Bedienung. Schrifu. Angeb. mit Preis u. 8151D a. d. GH. Anz. | Stellenangebote| 3g. Maschen sauber u. ehrlich, das auch z. Berk angelernt w. tarnt, von Ladeng. für leichte Arb. gei BvrAuiteli. öorm. Zu ersr. t. d Geschit. d.G.A. 07486 Todes-Anzeige. Gestern nachmittag entschlief santt nach schwerem, mit grober Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater und Bruder Heinrich Buchner im Alter von 62 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. SO E®”» f nQfli Im Dezember erhalten Sie & I H I für jedes Pfund in unserer W»^«WaM»WWMaWWMW»MMW»W»WM^^»»MMa»W»W»WWM Originalpackung eine schöne Konfektdose gratis Bei jedem l/4-Pfund-Paket geben wir Ihnen einen Gutschein. Für 4 Gutscheine erhalten Sie die Dose. Das in der Bundes- Acitiinrt vorn ‘20. IL stehende Winter- vergnügen iaut durch den Beschluß der letzienBersaiuin- luug aus. Aui 13.1'2. nächste Beriammlung und 2. Bortrag d.Kameraden Herrn Schwender um 20.30 Uhr in der »Stadt Lich". Lvnniag, d. 14. De- Acmb.i nuchm. 4 Uhr Zuaniuicnknnst aui bec Hardt. An beiden Tagen wird Aavlreicheo Erscheinen nut Zaint- lien erwartet. 8I67D 05.12.301b1 ,U.: T. Äufn. J. knschl. Urm. 81dlD Nr. 284 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Rnzeiger für Gderhesien)Donnerstag, 4. Dezember |930 Gedanken zur europäischen Lage. Don * * * Vorbemerkung der Redaktion: Man stellt uns von vorzüglich unterrichteter Seite die nachio'genden Darlegungen zur Verfügung. Obwohl wir uns nicht mit ihnen identifizieren, bringen wir sie dennoch Deshalb zur Kenntnis unserer Leser, weil wir im Augenblick nichts für wichtiger halten als die ehrliche Auscinanderfehung überzeugter und ihr Dater'and liebender Menschen mit ^en schwebenden auhenpo.i.ischen Fragen. II. Oie Landlarie. Als Hitler am 14. September einen Wahlsieg errungen hatte, auf den ec selbst niemals gefaßt war. hielt er es für unerläßlich, in Interviews und Gesprächen die Tona.t, mit der seine Wahlpropaganda geführt worden war. herabzuniildern. Er begriff wohl so ort. welche na nenlo e Verantwortung er auf sich geladen hatte, als er Versprechungen in sein Programm aufnahm, deren Erfüllbarkeit ihm selbst unm g ich e.scheinen muhte. Man kann natürlich einen Vertrag aufwändigen — es fragt sich nur um welchen P.eis. Rur auf den Preis kommt es an. Lind darauf, wer ihn zahlt. Das wissen auch sehr genau d e I t a l i e n e r — und deshalb machen sie eine Politik, welche darauf hinausläuft, ihre eignen Mach.gelüste möglichst von dritter Seite bezahlen zu laifen. Es ist erstaunlich, zu sehen, mit welcher Leichtgläubigkeit manche Deutsche auf die e italienische Politik her- einfallen. Wäre die Sache nicht so beängstigend, so könnte man sie komisch finden. Mussolini hat die nationalisti chen und expansionistischen Instinkte seines Volkes bis zum Siedepunkt erhitzt. Er hat einen Hast gegen Frankreich hochkommen lassen, der so weit geht, dah sich manchmal an dritten Orten die Vertre.er beider Länder kaum beachten. Er hat Geister gerufen, die er vielleicht nicht mehr bannen kann. In Paris wird etwa seit dem Juni dieses Jahres die Möglichkeit eines i t a l o - f r a nz ö s i sche n Konfliktes ernsthaft erwogen. Ein Dlick in Vuchläden genügt, um zu sehen, wie sehr diese Frage die Gemüter beschäftigt. Könnte Italien einen solchen Krieg allein führen? Schwerlich. Lind ganz bestimmt nicht, falls die Abmachungen zwischen Frankreich und Jugoslawien solcher Ratur sind, dah der Ausbruch eines Konfliktes zwischen Rom und Paris Belgrad automatisch zum Losschlagen an der Seite Frankreichs verpflichtete. Es wird sich also jedenfalls für Italien empfehlen. einen Bundesgenossen zu suchen, der ebenfalls mit Frankreich noch ein Konto zu regeln hat. Der Versuch mit Deutschland könnte «ich also vielleicht lohnen. Die psychologische Basis ist im Augenblick günstig. Italien unterstützt also das deutsche Revisionsrerlangen. Welches? Die Regulierung des Voungplanes? Seine Aufhebung? Die Einstellung der Repacationszihlungen? Aber es hat doch selbst Reparationen zu bekommen, hat doch selbst nicht uirbeträchtl.che Summen an Amerika zu zahlen? Lind auherdem: de Revision der Reparationen ist doch — letzten Endes — eine amerikanische Angelegenheit! Also etwa die Abänderung der Ostgrenzen? Italien unterhält gute Beziehungen zu Po.cn — und Italiens Stimme (Sforza> hat seinerzeit gar nicht unwesentlich zu Dem oberschlesischen Betrug beigetragen. Also was unterstützt denn eigentlich Italien? Run: nur seine eignen Wünsche! Lind der deutsche Ideologe durch chaut wieder einmal nicht, was gespielt wird, weil er sich — völlig zu Lin- recht — in eine Art Vabanquestimmung hinein- Auflösung des Kreises Scholien. Erklärungen des Innenministers Leuschner. Darmstadt, 3.Dez. (WSN.) Ucber die viel« erörterte tfraae der Auflösung von hessischen Kreisen machte Innenminister Leuschner vor einer Abordnung des Kreisausschustes des Kreises Oppenheim Ausführungen, die Klarheit in diese Frage bringen. Der Minister führte aus, daß sich die Regierung oom Landtage ein Ermächtigungsgesetz geben lassen werde, um auf Grund dessen Sparmaßnahmen durchführen zu können. Es werden drei hessische kreise aufgelöst: In Oberhessen der kreis Schollen. In Starkenburg der kreis Bensheim und in Rheinhessen der kreis Oppenheim. Die Stadt Bensheim wird durch die Verlegung des Amtsgerichts Lorsch nach Bens- hei m entschädigt. Der Minister begründete diese Maßnahme damit, daß ein Teil der Einwohner des Kreises Oppenheim durch mehrere Kreise fahren müsse, um in die Kreisstadt zu gelangen. Für die Auflösung der drei Kreise sind finanzielle und an- dere Gesichtspunkte maßgebend. Der Minister erklärte, daß er trotz aller Proteste bereit sei, diese Auflösung durchzuführen. Es verlautet, daß diese Erklärungen des Ministers erfolgt find, nachdem er von den Fraktionen die Zusage erhalten Hot, daß sie für das Ermächtigungsgesetz stimmen werden. Damit scheint das Schicksal der Kreise Scholten, Oppenheim und Bensheim besiegelt zu sein, wcttn nicht in letzter Stunde der Landtag sich gegen das Ermächtigungs- gefetz ousspricht. Entschiedenster Protest auel Schottey. Wie wir zu der vorstehenden Meldung von der Stadtverwaltung in Schotten erfahren, werde die Bevölkerung der Stadt und des Kreises Schotten gegen diese ungeheuerliche Maßnahme, die man in Schotten allgemein als das Todesurteil für die Stadt und ihre Wirtschaft bezeichnet, auf das entschiedenste protestieren. Die Begründung des Ministers, als bedeute die Aufhebung des Kreises Schotten irgendwelche Ersparnis für den Staat, werde von Schotten mit gründlichster Beweisführung entschieden widerlegt werden. Darüber werde auch die Oeffentlichkeit in kürzester Zeit Näheres zu erfahren. treiben läßt, die im Handumdrehen zu einer Da- banquepolitik werden kann. Seit Jahr und Tag werden deutsche Reisende in Italien — besonders von Offizieren — gefragt, wie es denn um die deutsch-italienische Abrechnung mit Frankreich bestellt sei. Lind leider geben die meisten dieser Reisenden nicht die kategorische Antwort, welche auf solche Fragen gegeben werden muß. sondern sie fühlen sich noch geschmeichelt, dah man sie nicht mehr als „quantit^ n^gligeable" behandelt. Wo soll denn ein italienisch-französischer Krieg eigentlich geführt werden? In den Scealpen? Schwierige Sache... Auch dürften dann die Franzosen wohl eher in Turin als die Italiener in Rizza sein. Zur See? Das wäre eine Möglichkeit. Da aber Frankreich — in begreiflicher Wahrung seiner außerordentlichen Kolonialinteressen im Mittelmeer — die Gleichheit der italienischen und französischen Seerüstungen abgelehnt hat (und mit absoluter Zähigkeit weiterhin ablehnen wird): so dürfte die italienische Chance eines maritimen Krieges auch sehr zweifelhaft sein. Also im verbündeten Deutschland! Deutschland wird die Iran* zösisch-belgischen Armeen im Westen (Rhein? Weser?! bannen, das Rheinland durch Gas« und Sprengbomben verwüsten lassen, von den Tschechen in Berlin und von den Polen in Breslau besucht werden--und auf die Hilfe Rußlands warten, welches ebenfalls im Bunde ist. Denn dah — im Falle eines deutsch-französischen Konfliktes — die französischen Bündnisse sofort aktiv spielen werden. bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. Der Preis aber, den sich Ruhland für eine bewaffnete Intervention zahlen liehe, würde wohl auch kn Deutschland auf den Tisch gelegt werden müssen. Er könnte sehr variabler Ratur sein, je nachdem. So sieht die Hieroglyphenschrift der Landkarte aus. Eine Schrift, welche ein fünfzehnjähriger Junge lesen kann. Aber lassen wir die Landkarte noch einmal ganz unmittelbar sprechen: Deutschland ist eingekreist von: Frankreich, Belgien, Tschechoslowakei und Polen. Zwischen Deutschland und Ruhland liegt Polen. Polen ist als Territorium nicht viel kleiner als Deutschland, ist stark und modern gerüstet — genau wie Rumänien, dem es verbündet ist — und wird bis zum letzten Blutstropfen um seine eben erst erworbene Existenz kämpfen. Zwischen Deutschland und Italien liegen die Al.cn. Rach Westen zu die Schweiz, deren Reutralität trotz italienischer Tessinggelüste wohl kaum verletzt werden dürfte, nach Osten zu Oesterreich, das- — falls es sich neutral erklärte — wohl weder von Italienern noch Jugoslawen respektiert würde. Im Falle einer Richtneu iralität würde cs sowieso das Kampfgelände zwischen diesen beiden Gegnern werden. Auch dieses Bild schenkt uns die Landkarte.--Rein: ein deutscher Auhenminister sollte nicht, wie cs jüngst geschah. von „unteren russischen Rachbarn" sprechen. Ruhland ist weit. Lim Meere von Dunst und Blut. Lind Ruhland hat — gerade im Augenblick — wichtigere Dinge zu tun, als einen aussichtslosen Krieg zu führen: es sei denn, dah es durch einen polnisch-rumänischen Angriff provoziert würde. Aber auch an einen solchen Fall kann man kaum glauben. Denn auch Polen und Rumänien haben innere Aufbauprobleme zu lösen, zu denen Jahrzehnte gehören. Eine eigentliche Kriegsgefahr von europäischer Tragweite liegt nur in einer aggressiven Verbindung überhitzter italienischer und u t o - pistisch-ideologischer deutscher Elemente gegen Frankreich. Man sollte annehmen, dah die Vernunft in Deutschland noch stark genug wä.e, über eine unmögliche Konstellation zu triumphieren. Bündnis ist etwas anderes als gute diplomatische Beziehungen. Lind auch diese brauchen noch lange nicht auf politischen Sympathien zu beruhen. Man kann Italien lieben — und sowohl seine innere als auch seine äußere Politik ablehnen. In dieser letzten Formel ist wohl die Haltung fast aller denkenden und die Lage durchschauenden Deutschen gekennzeichnet. Es gibt eine politische Neutralität, welche vorläufig absolut ist. Ihr Pendelschlag gegen Ja oder Rein bemißt sich nach der praktischen politischen A u s n u h b a r ke i t der Länder, gegen welche sie beobachtet wird, nicht aber nach einer theoretischen oder ideologischen. Lind diesen Pendelschlag pflegt sich eine gescheite Politik s o teuer als möglich bezahlen zu lassen. Rur in der deutschen Neutralität kann die Wende des deutschen Schicksals liegen. Die Möglichkeiten europäischer Konflikte bestehen durchaus. Auf sie zu spekulieren wäre falsch und Zeitversäumnis. Denn eS gilt — nach wie vor — dos Wichtigste: in Frankreich eine neue Atmosphäre des Vertrauens in di» deutscheDernunftzu scha le.', die Linsinnig- kcit der französischen Angst vor einem deutschen Angriff mit allen nur eroenkliche.r Mitteln Dar» zutun, die geistigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern weit regcc als seither zu pflegen — und die Franzosen in unermüd.ichee Arbeit von der deutsch-französischen De ständ-.isnolwen.igkcit zu überzeugen. Rur die Entente Paris — Berlin kann Europa noch retten. Wer es immer noch nicht begreifen will, dem kann man nicht helfen: sei er Franzose, sei er D.utscher. Cs ist töricht, deutscherseits immer wieder einzuwerfen: „Die Franzo en wollen ja gar nicht!" CS ist die Ausgabe einer klugen und ra' linierten deutschen Politik, siewollenzu machen! DaS geht nicht in fünf Jahren! Dte te ifoar besten Anfänge waren ja da — daß Rückschläge kommen ist unvermeidlich: aber muh man dann im Bemühen sofort nachlassen? Genau das Gegenteil muß man tun. Sehen wir einmal den Fall eines italienisch- französischen Konfliktes. Muh hier ausge echnet werden, was Deutschland durch Reutra ität, bewahrt bis zum Augenblick, wo sich die Zunge der Waage so oder so neigt, zu gewinnen hätte? CS mag dem Rachdenken der Leser überlassen bleiben. Der deutschen Jugend aber, der die deutsche Zukunft gehört, mag ans Herz geleit werden — in welchem Lager immer sie sich befinde — darüber zu wachen, dah nicht ein LInwiderrufliches und nie mehr Gutzumachendes geschehe. Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den 4. Dezember 1930. Männer sind wie Wetterberichte. Dcr Mann mag im Leben und im Geschäft verläßlich fein, wie ein Fels: in der Liebe und Frauen gegenüber zeigt er auffallende Aehn» lichkeit mit Den Wetterberichten. Du hast von beiden das Gefühl, dah du ihnen nicht so ganz trauen darfst, aber immer wieder vernimmst du gläubig und mit neuen Hoffnungen ihre Feststellungen und Voraussagen. Wenn er am Frühstückstisch noch heiter und mild erscheint, ohne die geringste Teildepressivn, kann ein zu weich gekochtes Ei oder irgendeine kalte Luftzufuhr jähe Temperatursprünge her«, vorrufen. Wenn er dir gestern noch mit Wärme erzählte, dah du seine einzige Sonne seist, kann es verkommen, dah heute eine empfindliche Abkühlung mit Rebel und Riederschlägen das häusliche Klima stört. Die LIrsache dieser Schwankung kann vielleicht in einer andern, dir unbekannten Sonne liegen, deren föhnig-heitere Strahlen ihn derart erwärmen, dah du in den Schatten gestellt wirst. Die Lufthülle dcr Llnfehlbarkeit, mit der er sich meistens umgibt, und die höchstens durch Wetterleuchten oder Augenblihe durchbrochen wird, wenn man ihm widerspricht, ist eine förmliche Brutstätte für Gewitterbildung. Die elektrischen Strömungen halten ihn in einem dauernden Dewegungszustand. Er stellt Wechselbeziehungen zwischen Temperatur und Temperament fest und ist in dieser Hinsicht plötzlichen tropischen und subtropischen Einflüssen, auch wenn sie künstlich sind, auherordent* lich leicht zugänglich, zumal wenn sie von außen kommen. Zu Hause indessen behauptet er, ständig auf einem übereisten Gebiet zu leben, unter dessen erkältenden Einflüssen er zu leiden habe. Strahlt ihm jedoch hier ein Maximum von Sonne entgegen und wird er von Wärmegewrt- Widmung für einen Landbriefkasten. Don Anton Schnack. Hölzerner Briefkasten, der von Unruhe und Fern» sucht beiallene und getriebene Dichter grüßt dich, da er schon weit ist und dich niemals Wiedersehen wird. Er hat dich geliebt und seine Traurigkeit und Be- klommenheit durch dich an vielen Abenden und Tagesansängen verloren. Er sieht den grauen Zaun, an dem du wie ein Rest mit vielen Geschenken und Überraschungen hingst. Dein breiter, auf geri ttener Mund öffnete sich begehrlich auf die Straße, die sich in Gärten, Grün und Hügelenden verlor: dein gutes, gläsernes Auge sah zu den Fenstern herein, hinter denen der Dichter saß und an den sansten Pastellen schrieb, worin die Llhren gingen, schmale Frauengesichter lächelten und der Mond auf die Dank der Liebenden heradsah. Der Dichter ging aber du bleibst, Jahre um Jahre, und immer wieder wirst du die gleichen Dinge erlebeKsdie einzigen Dinge, die Welse und treu sind: immer wieder den Regen, der auf dich niedertropft und dir von Meeren an südlichen Golfen erzählt, die Dir immer unbetanni und fern sein wer den. Der Dichter erinnert sich der Schneehaube, dre nach einer pichenden und bitteren Rächt auf Deinen Holz- hüt sich gestülpt hatte und dich ganz zu einemab- sonderlichcn und märchenhaften Wefen machte. War es nicht damals, dah an einem Morgen der schwarze Brief in dir lag. worin stand, im Kindergcsicht von Senile glühe ein giftiges Lieber. Dedeuiete dies nicht, dah über Lochen und Fröhlichkeit ein Reif gefallen war. der dem Dichter schwere Rächte und Schlaf- losigkeit ins Herz legte. O Kasten, du wirst den Bogel immer wieder sehen, der stngend aus dem Hafelgcbmch auf deinen Kopf rm kühlen Morgen- fdiein Ded Juni hüpft und dich mit braunem und zärtlichem Schnabel bellopft. Alles hast du mit dem Manne geteilt, besten Herz tagtäglich auf dich mit gewannter Verwunderung zugina. Alles hast du zu- erst gesehen: die farbigen Postkarten aus ieder Rich- tuna des Windes, die Absagen und die Zustimmun- aen Die Briefe der Liebe und die Briefe der Trauer, die Mitteilungen des Hastes und der Zuneigung. Wenn er an dich herantrat, zweimal am Tage, veränderte sich sein Her» und es veränderte sich nach dem. was du bargst. Es wurde voll Kummer und Bestürzung oder voll leichter Freude und klarer Helle doch du bliebst für jedes Gefühl der uner- schütierliche Freund, der sein Auge auf ihn richtete: erschrecke nicht, Dichter, und ubertteibe nicht, Dichter: Denn alle Dinge haben ihr Maß, ihre Rotwendigke» und ihre Vergänglichkeit! ®r bat beine Semut gemerkt. Die ihm unverbkuchlich schw^gend Diente. Den Zaun hat er sich tn fein Gedächtnis auf- gezeichnet, der alt und schwankend war und unter den Windstößen des Herbstes und des Frühlings litt, auch den ausgetretenen und stillen Weg, der zu dir, o Kasten, hinführte und Den schon viele unD zögemDe Füße gegangen fein mußten. Lind Der Dichter erinnert sich mit Stille und Schwermut überm Herzen jenes Mannes, der vor ihm da war in der Zeit des grausamen und peinigenden Krieges, jenes alten Mannes, dem das Herz plötzlich befahl, tagelang nicht von dir zu weichen, da er das Gefühl hatte, als würde jeden Augenblick eine Rachricht von des Mannes Sohn aus Dem Felde eintreffen. Sie kam auch, eine dunkle und schwarze Botschaft, Blut war darüber gefloßen, Giftgas war in sie bineingcDrun- gen, und vom Krachen der Granaten war sie noch erfüllt. Da war der alte Mann vor dich, schweigen- des und verwetkertes Holz, hingefunken, von lau end unerträglichen Schmerzen niedergezogen und hatte seine Finger in dein weiches und morsches Brett gekrallt. Lind diese aus dem Schmerz geborenen Spuren waren dem Dichter Besinnung und Maß- Haltung, wenn er dir die Rachrichten von Feind- schäft, von Treuwsigkeit und Ablehnung entnahm. Wie geringfügig und winzig waren sie gegen das eine Blatt, das die Hände Des alten Mannes in Dich krallen ließ. Der Dichter danlt Dir für Die ge- Diente Zeit, für Die FreuDe unD für Die Erschütterungen, für Die Llberrafchungen unD Enttäuschun- gen, für Die guten Grüße unD für Die bitteren Worte, Die Du ausgenommen und ihm gebracht hast. Lr behält Dich in feiner Erinnerung, wie Du am Zaune hängst unD auf Den genagelten Schritt Des alten LanDpoß boten wartest, besten Schnurrbart vom ge- fchnuvsten Tabak braun unD unansehnlich ist. Er behält Dich in Erinnerung zusammen mit Dem Ge- schluchze Der Singdrossel, der blechernen Glocke, Die Die KinDer nicht läuten konnten, weil sie zu hoch hing, er vergißt auch nicht Die unerbittlichen, triefen Den Regengüsse, Die über dich niedergingen, nicht das schwarze, halbzahme Eichhörnchen, das manchmal auf dir saß unD Dich mit zerschroteten Fichtenzapfen bestäubte. So toirD es lein. Insgeheim wirb er Die Knaben bitten, Dein Glas nicht mit Steinen einzufchlagen unD Deinen MunD nicht mit SanD unD Abfällen zu füllen. Der Gott. Der über Dein Dasein mit Dämmerung. Gestirn und Gewittersturm herrscht, möge Dir, so wünscht es Der Dichter, lauter gute Post schenken. Post eines liebenDen MäDchens, das Rottraut geheißen ist, Das Die Spinne im rechten Winkel Deines Kastens nicht stört und Das mit Lächeln und Glückseligkeit zu Dir kommt und von Dir geht. Wie Scotland tfard gefoppt wurde. Dieser Tage bekam der Postminister in London einen Brief, Den er sofort an Die .zuständig Stelle" nämlich an Scotland QJatD, wertergab. Was stand Darin? - Vor längerer Zeit, es mag ein Jahr her sein. Da begab es sich, daß auf Dem Postamt in Dublin ein Posten Briefmarken im Werte von fast 20 000 Pfund Sterling, also 400 000 Mk., gestohlen wurde. Deshalb wurden einige Der zuverlässigsten Beamten Der berühmten Londoner Polizei nach der irischen Hauptstadt entsandt Ihre Untersuchungen führten aber zu feinem Ergebnis. Lind nach langem Hin und Her muhten sie eingestellt werden. Die Diebe hatten besonders raffiniert alle Spuren zu vertilgen verstanden, man hatte es also mit gewiegten Burschen zu tun. Aber man konnte sich ja immerhin damit trösten, daß der Verkauf eines so großen Postens Marken aus privater Hand ausgefallen wäre, während ein tropfenweiser Verkauf zu mühsam und zeitraubend gewesen wäre, um lohnend zu fein. — Lind nun die Lieber- raschung: in dem Brief, der von den Banditen selbst stammte, hieß es nämlich, daß bis heute sämtliche Marken bis auf einen kleinen Rest verkauft seien, — der sich noch in den Automaten befindet und der der Post großmütig geschenkt toirD. Die Automaten — ihre Anzahl und ihr Standort waren genau angegeben — hatten sich die Liebe extra aus Amerika kommen lassen und an verschiedenen Stellen, an' Straßenecken, auf Bahnhöfen, aber auch bei Den BehörDen „ unter- gestellt". UnD Das Geschäft lohnte sich so, daß Der riesige Markenbestand in noch nicht einem Jahr verkauft werden konnte. Die Automaten wurden ebenfalls der Post geschenkt, die, wie es in dem Brief weiter heißt, „der Organisation des Automatenwesens längst nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt". — Cs heißt, dah Scotland Vard den Brief unbeantwortet gelassen habe. Kinder singen ans der- Straße. Don Peter Bauer. Der wolkige Spätherbsthimmel ist voll Schwermut, Die sich auch im Anllitz der Stadt spiegelt. Der Rauch etlicher Schlote zerflieht schwarz auf dem Grau und zottelt langsam über die Dächer, die feucht schimmern von ben Rebeln der Rächt. Manchmal blauen Heine Aetherinseln auf und leuchten eine zeitlang mit silberhellen Säumen, bis schwere Wolken sie wieder unter sich begraben. Die Strahenbäume halten ihre kahlen Aeste wie gespreizte Reiserbesen in die Lust. Ihr totes Laub ist mit dem Staub des Asphalts in die Gosse gekehrt und wie Müll und Schutt abgefahren worden. Aus Seitengassen kommt der Wind, der Dort geduckt lauerte, um die Ecke gefegt und fährt einen überraschend an, ehe man den Hut tiefer in die Stirn gezogen. Sein Atem ist kalt und frostig geworden. Gesicht und Hände empfinden unangenehm, wie sich die verkühlende Haut rötet, und ziehen sich verdrossen in Kragen, Pelz und Handschuhe zurück. Die Schaufenster langweilen sich in dem unfreundlichen Wetter und sehnen das künstliche Licht der Abendbeleuchtung herbei, das ihre Auslagen in Märchen von Farbe und Schimmer verwandelt. An einer Haltestelle warten schwarzgekleidete Menschen auf die Elektrische. Die Männer stehen steif zurechtgetakelt, zylindergekrönt und plaudern in Gruppen. Abseits von ihnen haben sich einige Frauen um eine Kranzträgerin geschart. DaS wagenradgrohe Lorbeergebinde ist mit weihen Chrysanthemen und einer weihen, goldbeschrifteten Schleife geziert. Zwei Wagen füllen sich mit Trauerteilnehmern. Sie bimmeln leiser als sonst, da sie die Fahrt zum Friedhof beginnen. Roch hör' ich ihr schrilles Geräusch in der nächsten Kurve, da hallt ein Kindertagen an mein Ohr. Es ist eine lustige Weise, die unbekümmert um Rovembertrübnis und Trauer in den gewohnten Lärm des Tages einbricht. Drei kleine Knaben, die sichtlich über die Kraft ihrer Stimmen erfreut find, fingen weniger fchön als laut. Auf den ärgerlichen Zuruf eines Passanten hin schweigen sie verdutzt. War ihm die kleine Ausgelassenheit so unangenehm? Störten ihn die kindlichen Stimmen mehr als Autohupen, Motorgeratter, Radfahrergeklingel und Lastwagengepol» ter? Gottlob! Die Sänger haben sich Den Zwischenfall nicht sehr zu Herzen genommen. _ Sie fingen eine neue Weise. Das Lied vom Müller, dessen Lust das Wandern ist. Das heißt: Der größte singt den Text, den er wohl in Der Schule gelernt hat. Die andern beiden trompeten nur Die MeloDie, indem sie auf dünnen Holzstäben, die von eifrig fingernden Händen bearbeitet werden, mit Begeisterung und Ausdauer blasen. Der Wind wühlt ihnen derb in Kleidern und Haaren, denn sie sind mantel- und mühenlos. Cs schiert sie nicht. Sie fingen.... Ihr fröhliches Trio triumphiert minutenlang über die geräuschvolle Hast der Menschen. Dann verlieren sich die Stimmen, als marschierten die Knaben tiefer und tiefer in einen dichten Wald hinein. Der vereinzelte, mein Ohr erreichende Ton wird kleiner und leiser, bis er nicht mehr ist. T(ei Menschen, die mir entgegenkommen, scheinen den frohen Gesang gar nicht gehört zu haben. Auf ihren gleichgültigen Gesichtern blieb nicht die winzigste Spur einer Freude zurück. ilnterDeffen ziehen die Knaben sicher schon am anderen Ende der Straße. Ihre Unbekümmertheit ist beglückend. Sie singen, ohne dazu gebeten worden zu sein. Sie fingen, ohne nach Anerkennung und Beifall zu fragen. Ihr Lied klingt. Sie schmettern es, sich allein zur Freude. Verwunderlich, dah der fchwermutstrübe Himmel auf einmal so aufgeheitert dreinschaut. Ein warmer Sonnenstreif fällt in die besungene Straße. Klang ist Licht geworden. Eine goldene Spur leuchtet Den kleinen Sängern nach. fern heiß und strahlend begrüßt, so empsirchet er das alleS als eine erdrückende ßuft, die für ihn, als Bewohner gemäßigter Breiten, auf die Dauer schädlich wirken könne. Tcmperaturschwankungen von ungewöhnlicher Größe, langweilige, Windstille Liebergänge, heftige Wirbelstürme. Hagelböen, absttunpfende Kälte, hoher Luftdruck, lokale vorübergehende Erwärmungen wechseln in dem männlichen Klima unberechenbar ab. Bur selten empfindet man jene wohltuende, gleichmäßige Heiterkeit der Luft, die als wichtigste Voraussetzung für eine harmonische Ehe gelten kann. Männer sind wie Wetterberichte... 'M. '21. Gemeindeabend der Maithäusgemeinde. Es ist Sitte in der Matthäusgem einde geworden, ihren Gemeindeabend int Advent zu halten. Trotz vieler Veranstaltungen am Sonntag war der geräumige Saal des Cafe Leib in allen Teilen dicht besetzt. Denn der Abend stand unter einem besonderen Zeichen: das Kam - merorchester der Gießener Volkshochschule wirkte mit und brachte alte herrliche Kammermusik aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu Gehör. Es ist ein Verdienst des Leiters des Kammerorchesters, Musiklehrers Franz Dauer jun., daß er diese alte Musik, die in einfachen strengen Formen ihre Sätze aufbaut und in leuchtender Klarheit mit innerer Wärme sie durchzuführen versteht, besondere Pflege widmet. Kein besserer Weg konnte gefunden werden,, als auf dem Gemeindeabend einer Kirchengemeinde, die alle Kreise des Volkes umfaßt, diese wertvolle Musik des 17. Jahrhunderts weiteren Kreisen nahezubringen. Das Orchester eröffnete den Abend mit der Einleitung zum Oratorium „Der Messias". Die (große Welt Händels tat sich auf, eine ganz andere Welt als die Welt der modernen aufwühlenden Musik. Die Wiedergabe des Werks hinterließ einen starken Eindruck. Cs folgte das Concerto de chiesa in 8-Dur für Streichorchester und Cembalo von E. F. d'Allabaco. Orgelmäßig, feierlich hob das Largo Andante an, wundervoll war ter Ausklang des Ganzen im Largo Allegro. Aus Dachs bk-Moll-Suite Ar. 2 für Flöte, Streichorchester und Cembalo spielte das Orchester Sarabande-Doure, Polonaise und Double. Eine große Lleberra'chung war Ad. Ha's-s Ouvertüre zur Oper „Euristeo", ein Stück durchaus deutsch in der Empfindung, in der musikalischen Form italienischem Beispiel folgend, technisch prachtvoll aufgebaut und von machtvoller musikalischer Wirkung. Das Orchester erwies sich als ein Klangkörper von kraftvoller Geschlossenheit, von Llnmittelbcrrkeit des Empfindens, willig dem Dirigenten folgend; es gab sein Bestes her in der Wiedergabe der Ouvertüre. Erne Freude war es, daß man auch der Liedkomposition des 17. Jahrhunderts gerecht wurde. Frau Gertrud Wehl mit ihrem schöner, innerlich beseelten Mezzo-Sopran sang Lieder von Joh. Wolfgang Franck/Die drei Arien für Alt, Streichorchester und Cembalo von Ad. Krieger gehörten zu den Glanznummern des Programms. Die dritte Arie lag Frau Wehl ganz besonders; sie fang das kleine Lied mit all der schelmischen Grazie, mit der es gesungen sein will. Im Schube risch en Lied „Öln meiner Wiege" erreichte ihre Stimme ihre größte Entfaltung; hier wurde das, Lied Erlebnis und Gestaltung. Frau Elfriede Fischer hatte den Klavierpart übernommen; sie begleitete in feinsinniger Weise Sängerinnen, wie Orchester. Herr Heinz Simon, der zuge'agt halte, ein g ist- lichrs Lied von 2oh. Wcllg Franck zu singen, mußte wegen stimmlicher Indisposition absagen. Dramatische Szenen von Cervantes und Lope de Vega, ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert, beschlossen den Abend. Sie wurden in köstlicher Frische und Darstellungskraft von der, wohlbekannten S p i e l f ch a r der Jugendvereinigung der Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Vechthold Braunschweig 19 Fortsetzung. Nachdruck verboten 13. War es ein tückischer Zufall oder sollte es so sein? Der Schaffner öffnete vor den letzten, in eiligem Lauf dahinstürmenden Reisenden gerade das Abteil, in dem als einziger Passagier Hans Felsen saß. Eva erschrak, aber dann dachte sie, es war wohl gut, wenn sie beide sich sofort miteinander aussprachen. Sie atmete hastig von dem schnellen Lauf und von aller Erregung, die in ihr arbeitete. Hans Felsen sagte schass: „Du hast unverantwortlich gehandelt; die Frau, die liebt, hat keine Geheimnisse vor dem Manne ihrer Liebe." Eva antwortete nicht sofort, und er fuhr in demselben Tone fort: „Aun ist es mir natürlich klar, weshalb du mehrmals abends mit einem späteren Zug heimgekommen bist. Jedenfalls kannst du überzeugt sein, ich glaube dir nichts, gar nichts mehr. Lind auf dich hätte ich geschworen. Du gehörst aber leider auch zu den Frauen, denen man nicht über den Weg trauen darf." „Halt ein und beleidige mich nicht, Hans", fiel sie ihm ins Wort. „Ich gebe zu, ich hätte dich einweihen sollen. Aber erstens toar_ es wirklich eine eigene Sache damit. Ich fühlte mich nicht berechtigt, jemand in das einzuw:ihen, wodurch ich durch Zufall bei Goldener aufmerksam wurde, aber ich hielt eS für meine Pflicht, einen Sohn darauf aufmerksam zu machen, als sich eine Spur zeigte von dem Mörder seines Vaters." „Ich kann dir glauben, daß nur diese Sache der Grund deiner Heimlichkeit war, aber der Spanier sieht ganz so aus, als wenn er Frauen gefallen könne." Er zuckte die Achseln. „Vielleicht gefällt er dir auch. Vielleicht hat er dir schon in Barcelona gefallen I Was weih denn ich, ob du nicht mit ihm eine Liebschaft dort gehabt hast, ehe du wieder in unser stilles Heimatsnest zurück- kehrtest." „Pfui! schäme dich, Hans", entrang es sich ihr erregt, und dann strömten ihr die Worte aus dem Munde, wie ein Fluß, der alle Dämme einreißt. Aun erfuhr Hans Felsen die Wahrheit, die volle Wahrheit. Eva schloß: „Ich wollte deine Frau werden, weil ich dich sehr gern hatte, und weil du mich drängtest. Wohl erkannte ich fast sofort, daß ich Primo Duero liebte, aber ich war fest Die Jagd im Dezember. „Drum denk bei deinem täglich Brot, ob auch dein Wild nicht leidet Aot." Mit dem letzten Kalendermonat pflegen im allgemeinen Kälte und Schnee ihren Einzug zu halten. Mögen dem Weidmann auch im Dezember noch Jagdfreuden genug winken, so wird er sich doch vorsorglich auch vermehrt auf die Hege und Pflege seines Wildes einzustellen haben. In pfleglich behandelten Rotwildrevieren ist der Abschuß starker Hirsche meist beendigt, und der Jagdherr sucht durch Abschuß schlecht veranlagter Stücke und von Kahlwild feinen Wildstand zu verbessern. Die Fütterungen sind in Ordnung gebracht, und wenn der Winter trnnmt, findet das Wild einen gedeckten Tisch. Aach reicher Mast in den vergangenen Monaten tritt das Schwarzwild in die Rauschzeit. In den wärmsten Dickungen steckt es, um von dort aus in Laubhölzern, oder auf alten Kartoffeläckern nach Erdmast zu brechen. Mag auch der Pirschgang dort gelegentlich zum Erfolg führen, so ist doch zum erfolgreichen Dejagen der Sauen Schneefall unentbehrlich. Keine „Aeue" wird daher ungenutzt bleiben dürfen, um das Wild festzumachen. Für das Rehwild hat die Schonzeit in Hessen begonnen, während weibliches Wild und Auni Teil auch Kitze in verschiedenen Teilen Preußens noch Schußzeit während des ganzen Monats haben. Die Erhaltung unserer Rehstände, unseres Hochwildes, muß die erste Sorge des pflichtbewußten Weidmannes sein. Wo der Waldbestand möglichst abwechslungsreich ist, wo Brombeere, Heidekraut und Ginster neben Weichhölzern wachsen, hat die Aatur gut vorgesorgt. Sonst müssen auch für alle Fälle Vorkehrungen für eine etwa nötig werdende Winterfütterung getroffen werden. Dringend empfohlen wird auf Grund des reichen Deobachtungsmaterials der Gesellschaft für Jagdkunde aus dem harten Winter 1928/29 die alsbaldige Anlage reichlicher Salzlecken. Wo in einem Revier Böcke zur Strecke kamen, die schwarze, ungeperlte, merkwürdig leichte und häufig verbogene Stangen trugen, da gebe man an den Salzlecken Futterkalk, da diese Moorgehörne ein Zeichen allgemeinen Kalkmangels im Skelett sind, ein Fehler, der durch Abschuß nicht behoben werden kann. Die Beobachtungen anläßlich der Hubertusausstellung in Gießen haben gezeigt, daß dieser Mangel im letzten Jahr offenbar in mehreren Revieren deutlich hervortrat. Vor allem aber muh das Wild gegen die Wilddiebe und jagenden Hunde geschützt werden. Der H a s e hat böse Zeit. Die Waldjagden sind meist vorüber, die Feldjagden beginnen, und Mümmelmann schwebt in tausend Aöten. Der Hase ist unser wirtschaftlich wichtigstes Wild geworden und muß dementsprechend so bejagt werden, daß er alljährlich die wirtschaftliche Grundlage bilden kann. In jedem entsprechend großen Revier sollte daher der Abschuß auf einer Treibjagd vorgenommen werden und dann Ruhe Herr- fct>en. Das viele Schießen auf der Suche schasst kranke Hasen durch weite Schüsse und läßt die Hasen in ruhigere Reviere abwandern. Ruhige Ecken, die man nicht treiben kann, wo aber immer ein Küchenhase zu holen ist, gibt es in jedem Revier. Die guten Aussichten dieses Hasenjahres sind leider durch das nasse Herbstwetter nicht be- wahrheitet worden. Der geringe Hase ist erfahrungsgemäß gegen solches Wetter wenig widerstandsfähig, und so sind leider nicht geringe Einbußen zu verzeichnen. Die Rebhühner haben Schonzeit. Aach dem besseren Hühnerjahr kamen überall im Herbst recht starke Ketten zur Beobachtung, die nicht bejagt wurden. Sie Dem Revier zu erhalten, muh des Hegers besondere Sorge sein. Wenn auch gerade das Huhn sehr oft die aufgewendete Mühe nicht zu danken scheint, so liegen auch aus vielen Revieren, wo seit Jahren planmäßig das Huhn im Winter gehegt wird, gegenteilige Beobachtungen vor. Woran es unseren Hühnern besonders fehlt, das ist die Deckung. Cs ist ganz augenfällig, wie sie sich an Feldraunen, Hecken u. ä. zusammenziehen. Daher werden auch bei Mangel natürlicher Deckung aufgeschichtete Reisighaufen oder Hütten aus Fichtenreisig, das im Kreis in den Boden gesteckt, oben zusammengebunden wurde, gern angenommen. Solche Stellen wird man dann auch zur Fütterung verwenden, wenn diese nötig wird. Wenn bei allen anderen Wildarten mit etwaiger Beschickung von Fütterungen bis zum Eintritt der Aotwendigkeit gewartet werden kann, wäre das beim Fasan grundverkchrt. Hier muh auch bei offenem Wetter jetzt regelmäßig gefüttert werden, soll der Zigeuner seßhaft gemacht werden. In den verschiedensten Revieren ist der Fasan dem Vernehmen nach als neuer Gast auf getreten. Ausreichende Fütterung, nicht möglichst baldiger Abschuß ist die einzige Möglichkeit, die Wildbahn durch ihn zu bereidjern. Je schlechter die Hühnerjagden ausfallen, um so mehr Beachtung verdient der Fasan. Auf Gräben, Bächen, Flüssen, überschwemmten Wiesen liegen die Enten oft zu Hunderten, besonders bei Frost. Mancher seltene nordische Gast ist dabei. Auch W i l d g ä n s e sind in kalten Wintern unsere regelmäßigen Gäste. Reineke Fuchs trägt einen guten Balg. Seine Jagd ist immer voller Reize, fei es nun, baß ihn der scharfe Hund aus dem Bau sprengt, oder baß er beim Drücken vor die Schützen kommt, sei es, daß ihn des Hasen Todesklage betört, oder daß ihm Die Luderhütte zum Verderb wurde. Der Dachs spürt sich allenthalben, wo er im Boden stach oder Laub zum Bau schaffte, den er den ganzen Winter über verläßt, solange nicht hoher Schnee und starker Frost eine Aahrungs- suche aussichtslos machen. Hubertus. Maithäusgemeinde gespielt. Das war derber, urwüchsiger, aber durchaus gesunder Humor, ein rechter Stoff für das Laienspiel. Die Begrüßung der Gemeinde hatte der Vorsitzende der Männer- und Frauenvereinigung, Berufsschullehrer W e h r h e i m. übernommen. Die Ansprache hielt der Gemeindepfarrer, Pfarrer Mahr; er wies darauf hin, wie in dieser Zeit der Aot echte Freude, vor allem aber Grgründet- fein in der großen Weihnachtsfreude, allein uns Licht und Kraft bringe, innerlich Herr zu werden der Aot der Zeit. Er erinnerte daran, daß es unsere Aufgabe sei, Gemeinschaft zu sein als Gemeinde, in dieser Weihnachtszeit gehorsam zu sein des Apostels Mahnung, daß einer des anderen Last trage und wir „unsere Lindigkeit" kund sein lassen allen Menschen. *9* Stroh feuer am Wiesecker Weg' Gestern, kurz nach 17 Llhr, geriet in der Aähe der Feldscheune des Landwirts Heist e r m a n n am Wiesecker Weg ein großer Strohhaufen, der nach den Angaben beS Besitzers etwa 1000 Zentner Stroh barg, in Branb. Die Entstehung des Feuers ist auf den Leichtsinn eines Handwerksburschen zurück- zuführen, der in dem Strohhaufen übernachten wollte, dort seine noch glühende Pfeife ausklopfte, so baß bas lose u mH erliegen be Stroh sofort in Brand geriet und die Feuerwehr alarmiert werden mußte. Die Feuerwehr erschien denn auch in kurzer Zeit, hatte aber mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da die Wasserentnahmestelle an der Wieseck etwa 340 Meter entschlossen, darüber wegzukommen. Ich hätte mir alle Mühe gegeben, dich so lieb zu haben, wie du es meiner Ansicht nach verdientest. Jetzt hast du das zunichte gemacht und ich brauche dich wohl nicht erst noch zu bitten: Gib mich frei! In dem Moment, wo du mich vor Primo Duero so verletzend behandeltest, war ich ja schon frei. Daß du es wagst, mich einer früheren Liebschaft mit ihm zu beschuldigen, war nicht mehr nötig, um unfern Bund zu lösen." Er erwiderte voll Zorn: „Du hast das Recht verscherzt, empfindlich fein zu dürfen und meine Worte auf die Goldwaage zu legen. Glaubst du denn etwa, wir beide würden nun nicht heiraten? Meinst du, ich würde mich in unserem Städtchen in den Mittelpunkt eines Klatsches stellen lassen?" „Unsere Verlobung ist noch ganz unoffiziell. Die Karten sollen erst am Heiligabend verschickt werden", gab sie zurück. „Und es ist besser, zwei Menschen wie wir erlernten einen Irrtum noch rechtzeitig als zu spät." Er war starrnackig. „Heiligabend werden unsere Verlobungskarten verschickt. Wenn jetzt die offizielle Verlobung nicht ftattfänDe, was sollen da meine Eltern sagen und Onkel Karl und Tante Malchen? Kusine Fränze würde es herumtragen bei allen Bekannten und meine" Kollegen hinter meinem Rücken dumme spöttische Bemerkungen machen. Deinen Don Juan aus Spanien, wo die richtigen, waschechten Don Juans ja wohl zu Hause sind, verbiete ich dir noch einmal wiederzusehen. 2m übrigen sei mir dankbar, wenn ich dir das Geschehene vergebe." -Sie saßen sich schräg gegenüber und sahen sich an. Cva Hirtberg erwiderte fast heftig: „Ichmüßte die schlechteste aller Frauen sein, wenn ich auf das einginge, was du mir zumutest Und es ist mir unbegreiflich, wie du nach der Beleidigung, die du mir zufügtest, mich überhaupt noch heiraten mochtest. Was kann dir daran liegen, ob sich deine Verwandtschaft und deine Kollegen darüber auf- regen, wenn aus uns beiden kein Paar wird! Der Grund ist spießbürgerlich und lleinstädtisch, heutzutage wirkt dergleichen komisch. Ich habe dir nicht wehe tun wollen, sonst hätte ich dich schon längst gebeten: Gib mich wieder frei, denn es ist mir inzwischen zum Bewußtsein gekommen, ich habe einen andern lieb. Run aber gabst du den Anlaß, ein Ende zu machen." Er rückte etwas näher, so daß er ihr genau gegenüber faß. „Du wirst meine grau, Eva, ich bin eben spießbürgerlich und kleinstädtisch." Eva sah ihn sehr ernst an „Sei vernünftig, Hans, quäle dich und mich nicht unnötig. Du wirst eines Tages eine andere finden, die dich wirklich liebt. Zum Altar schleifen kannst du mich ja doch nicht. Und unter dem täte ich es nicht." Sie lächelte unwillkür'.ich ein wenig. Er antwortete nicht, sah sie nur unablässig an. Langsam sagte er endlich, und es klang fast, als spräche er zu sich selbst: „Ein dummer Junge bin ich noch gewesen, da hatte ich mich schon in das blonde Mädelchen verliebt, und immer habe ich dassellie Bild im Herzen getragen. Ich war bann so glücklich, als ich wußte, mein Jugend - träum würde sich erfüllen. Aun soll das auch fein. Ich kann es nicht fassen und will es nicht glauben.“ Er tat ihr fast leid, trotzdem sie noch Immer die Scham auf ihren Wangen brennen fühlte, die sie vorhin empfunden, als er ihr zugerufen: „Vielleicht hat er dir schon in Barcelona gefallen! Was weiß denn ich, ob du nicht mit ihm eine Liebschaft dort gehabt hast, ehe du wieder in unser stilles Heimatnest zurückkehrtest!" Sie sagte: „Cs tut mir leid, daß alles so gekommen ist, aber es ist doch nicht zu ändern." Der Zug fuhr langsam und hielt an einer Station. Aun war die Hälfte des Weges zurückgelegt. Drei sehr lebhaft plaudernde Herren stiegen ein. Eva war sroh, daß sie nun vorläufig das peinliche Thema ruhen lassen durste. Als man aussteigen mußte, sagte Hans Felsen fast höhnisch: „Gestattest du überhaupt noch, daß wir gemeinsam nach Hause geßen?" „Wenn du diesen Ton beizubehalten beabsichtigst, Hans, ziehe ich es allerdings vor, allein zu gehen", gab sie zurück. Er blieb an ihrer Seite. Aber er war schweigsam, und Eva sehnte sich danach, endlich daheim zu sein. Sie fieberte dem Alleinsein entgegen. Vor ihrer Gartentür blieb sie stehen. „Gute Aacht, Hans." Sie bot ihm die Hand. Er stürmte davon, rief über die Schulter zurück: „Träume recht schön von dem anderen!" Wie kindisch er sich benahm, stellte sie fest und betrat mit einem Seufzer das kleine Haus. Die Wirtschafterin war eifrig um sie besorgt. „Cs ist sehr kühl heute, Fräulein Eva, ich habe ordentlich eingekachelt, und nun trinken Sie heißen Tee, der wird Ihnen gut tun!" Eva machte ganz verwunderte Augen. War es heute abend wirtlich kalt Draußen? Sie hatte nichts davon empfunden. Aber wenn Kopf und Seele stark beschäftigt sind, schaltet sich wohl der Körper von selbst etwas aus. Sie trank hastig den duftenden Tee und Dann begab sie sich zur Ruhe. Doch sie lag lange wach, und alles, was Der heutige Abend gebracht, drängte sich kunterbunt hinter ihrer Stirn zusammen. Sie dachte an das, was ihr Primo Duero über die Prinzessin berichtet hatte, und an ihn selbst dachte fie und an Hans Felsen. von der Brandstelle entfernt liegt. Die Mannschaften waren u. a. dazu gezwungen, in einem besonderen Behälter Wasser an die Brandstelle zu schaffen. In Der Hauptsache galt es aber, Die Feldscheune, Die nicht in allzugroßer Entfernung steht, zu schützen. Das gelang Denn auch. Den Strohhaufen mußte man allerdings brennen lassen, Da selbst nach eifrigstem Bemühen Das Feuer wieder aufflackerte. Aachdem Die Hauptgefahr beseitigt war, rückte die Feuerwehr wieder ab, mußte jedoch in der vergangenen Rächt gegen 2 Llhr noch einmal in Aktion treten, da der Brand erneut gefahrdrohend wurde. Aachdem der Landwirt mit seinen Hilfskräften bemüht war, zu retten, was noch zu retten war, mußte man Das Llebrige den Flammen überlassen, die auch heute morgen noch nicht verlöschten. Der Handwerisbursche, dec den Brand verursacht hatte, stellte sich noch im Laufe des gestrigen Abends Der Polizei und befindet sich zur Zeit in Haft. Im Zusammenhang mit diesem Brande erscheint es notwendig, daraus hinzuweisen, Daß bei Feuermeldungen darauf zu ächten ist, diejenige Meldestelle zu benutzen, di»-unmittelbarer Aähe der Brandstelle liegt, Da sich ja die Feuerwehr an den Ort Der Feuermeldung begeben muß und erst von dort aus zur Brandstelle vorrücken kann. Karneval und Nothilfe in Hessen. WSA. Staatspräsident Dr. Adelung empfing am Dienstag in Darmstadt das Präsidium des Mainzer Karnevalvereins, das ihm über Die Aussichten unD Möglichkeiten des Mainzer Karnevals 1931 berichtete. Der Staatspräsident erklärte, Daß in Hessen behörDliche Verbote für Die ko mmende Karnevalszeit nicht beabsichtigt seien. Wan habe das Vertrauen zu Der Bevölkerung und zu den mit Der Leitung Der Veranstaltung befaßten Persönlichkeiten, Daß in jeder Hinsicht der ernsten Aotzeit Rechnung getragen werde. Die Vertreter des Mainzer Karnevalvereins erklärten ihrerseits, Daß die im kommenden Jahre an sich schon kürzere Spanne Der Fastnachtszeit noch mehr verkürzt toerDen solle, Daß auch Die Veranstaltungen in möglichst einfachen Formen unD unter Vermeidung besonderer Linkosten vor sich gehen würden. Vor allem werde Sorge getragen, die finanziellen Erträgnisse in »erhöhtem Maße der Aothilfe und den Wohlfahrtszwecken dienstbar zu machen. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Lichtbildervortrag, 20.15 Llhr, in der Reuen Aula. — D. H. V.: Lichtbildervortrag „Wit Lettow- Vorbeck im Kriege durch Ostafrika", 20.30 Llhr. Verbandsheim, Lonhstraße. — G. R. B.: Hauptversammlung, 20.30 Llhr, im „Hessischen Hof". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Irene Ry.bergneS große Liebel". — Astoria-Lichtspiele: „Falschmünzer" und „Amor auf Ski". — Aus Dem Stadttheaterbureau wirk) uns geschrieben: Morgen findet ein Gastspiel des Frankfurter Opernhauses statt. Zur Aufführung kommt die erfolgreiche, moderne Operette: „Der Tenor der Herzogin" von Ewald Künneke. Die Vorstellung sinket unter der Spielleitung von Eduard Köck außer Abonnement zu Operettenpreisen statt. Spieldauer Drei Stunden. Abonnenten erhalten ermäßigte Operettenpreise. — Der Bund „Haus und Schule" veranstaltet am Freitag, 5. Dezember, 20 Llhr, in Der Johanneskirche eine Adventsfeier. Man beachte Die heutige Anzeige. — Der Goethebund schreibt uns: In der Reihe der Dichterabende lieft am Dienstag, 9. Dezember, in der Neuen Aula Schlesiens bedeutendster Epiker Herrmann Stehr. Dem Dichter dürfte auch hier ein großer Kreis von Zuhörern alle Aufmerksamkeit entgegenbringen. Primo Duero würde nun wohl morgen aß- reifen, sann fie, aber ein heimliches, seliges Hoffen wollte nicht Daran glauben. Jetzt war sie frei, jetzt — _ f Sie schlug die HänDe vor das Gesicht. Durste sie überhaupt auf Hans Felsens Schmerz ein Glück aufbauen? Sie weinte sich in Den Schlaf. 14. Am nächsten Abend um neunzehn Llhr, als Cva Hirtberg aus Dem Geschäft Albert Goldeners .trat, erwartete sie Primo Duero. „Aach dem überhastigen Auseinandergehen von gestern mußte ich Sie noch einmal sprechen. Eva", begann er hastig und blickte sich um, als fürchte er, Hans Felsen könne irgendwo auf* tauchen. Eva war blaß geworden, obwohl sie geahnt. Daß Primo Duero heute wiederkommen würde. Sie lächelte verlegen: „Ich glaubte, Sie wären ab gereist." Sie sagte es, nur um etwas zu sagen, und fand selbst, es klang töricht. „Morgen werde ich nach Amsterdam reifen . erwiderte er, „doch zuvor muß ich wissen, ob Sie sich mit Ihrem Verlobten wieder ausgesöhnt haben." „Olein“, erwiderte fie ernst, „er hat mir unterwegs Im Zug noch böse Dinge gesagt und wir werden uns nicht heiraten." Dcr Mann Drängte sich plötzlich ganz Di^t an fie heran, und unbekümmert darum, daß fie sich beide im 'dichten Menschengewühl befanden, griff er nach ihrer linken Hand. „Cva, so schlecht kann man fein, wenn man liebt. Ich erhoffte das ja, was ich eben von Ihren Lippen hörte." Ein Vorübergehender stieß ihn an. Das brachte ihn zu sich, denn wie ein Rausch war es über ihn gekommen. Er hatte schon seit gestern abend an nichts anderes denken tonnen, als an ihre Oleußc» rung, Daß ihre Liebe zu ihrem Verlobten nicht stark genug wäre, um mit Der Kränkung, Die er ihr angetan, fertig zu werden. Was zer nun erfahren, hatte danach kommen müssen. Cr zog Evas Arm unter Den seinen. »Wir wollen miteinanDer sprechen, ungestört." Er suchte ihren Blick. Cva dachte in diesem Moment nicht an Han- Felsen, sie dachte nur an den Mann, der fie untergefaßt hatte, als wäre das fein gutes Recht. Die empfand ein Glück ohnegleichen und fie wäre mit Primo Duero willenlos mitgegangen, wohin er fie geführt hätte. Sie wechselten kein Wort mehr miteinander, sie- genossen dieses Engan- einanderschrniegen als etwas Köstliches. Primo Duero führte Eva wieder in das kleine Oteftaurant, in Dem sie schon einmal zusammen gewesen. (Fortsetzung folgt) — „Sic S o n a u.“ 3 m Lichtspielhaus. Dahn- hofstrahe, geht am Sonntag 11.15 Mr wieder ein Kultursilm über die Leinwand, dem ein besoliderer Reiz insofern zu eigen sein dürfte, als die vielseitige Landschaft, die den Lauf der Donau begleitet, eine Fülle von schönsten Bildern vermitteln kann. Zugleich wird Gelegenheit gegeben sein, die Menschen, die vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer an den Ufern diese- Stromes wohnen, in gedrängtester Vielfältigkeit ihrer Sitten und Gebräuche kennenzulernen. Gictzencr Wochenmarltpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160 Pf. (Kochbutler von 130 Pf. an). Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bi« 140. Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 4 Mk.), Weisskraut 5 bi« 6 (pro Zentner 3 Mk.). Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk). gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10. Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 5 bis 6. Grünkohl 10 bis 15. Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 70. Zwiebeln 8 bis 10. Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2.20 bis 2,50 Mk.), Aepsel 25 bis 40. Birnen 20 bis • 30, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 60 bi« 70, Honig 40 bis 50. junge Hähne 80 bi« 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 80 bis 100 Pro Pfund; Tauben 50 bis 70. Gier 16 bis 18. Blumenkohl 30 bis 70. Salat 10 bis 15, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bi« 10, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück. •• Operettenvorstellung im Stadt- theatcr. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es ist der Intendanz gelungen, da« Frankfurter Opernhaus zu einem einmaligen Gastspiel für Gießen zu verpflichten. Das Ensemble der Frankfurter Oper wird mit einem Orchester von 36 Musikern am morgigen Freitag die Operette ,Der Tenor der Herzogin" von Künneke xur Aufführung bringen. Diese Operette, da« neueste Werk des Komponisten, gehört mit xu den beliebtesten Operetten, die man in letzter Zeit gesehen und gehört hat. DaS Libretto ist nach einem Lustspiel von Ilgenstein gearbeitet. Die Operette dürfte dem Frankfurter Opernensemble reichlich Gelegenheit geben, seine Kräfte zu entfalten. Der Abend, der für Giessen in dieser Besetzung zu einem Ereignis werden dürfte, wird ficherlich für Musikfreunde eine willkommene Programmunterbrechung bedeuten. Die Borstellung findet äusser Abonnement statt. Es gelten Operettenpreise, für Abonnenten ermässigte Ove- rettenpreise. ** Weitere Fleischpreissenkung in Giessen. 3m Anschluss an unseren Bericht in Rr. 264 vom 11. November über die Senkung der Fleischpreise in Giessen ist neuerdings mitzuteilen, dass die Preisfestsehungskommission der Giessener Mehgcr-Innuna in einer Sitzung am Dienstagnachmittag beschlossen hat, den Innungsmitglie- dern mit Wirkung vom 4. Dezember ab die Einhaltung folgenbet Richtpreise für Rind- und Kalbfleisch zu empfehlen: Rindfleisch 1,12 bis 1,20 Mark pro Pfund je nach Qualität (bisher 1,24 bis 1,30 Mark pro Pfund), Kalbfleisch 1,12 bis 1,20 Mark pro Pfund je nach Qualität (bisher 1,24 bis 1,30 Mark). Der Preis für Schweinefleisch konnte angesichts der Marktlage gegenwärtig nicht weiter gesenkt werden. •• Provinzialversammlung des Evangelischen Pfarrvereins. Der Evangelische Pfarrverein hielt am Dienstag in Giessen eine gutbesuchte Provinzialversammlung unter dem Vorsitz von Dekan Widmann (Gedem) ab, der als Gast Oberkirchenrat D. Wagner (Giessen) beiwohnte. Das Andenken des verstorbenen Mitglieds, Pfarrer Hart- dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags In der Geschäftsstelle aut Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll mann (Alten-Buseck). wurde in der üblichen Weise geehrt. Rach Besprechung von allerlei Dereinsangelegenheiten hielt Pfarrer 3 o b (Rodheim v d. H.) einen Bortrag über .Evangelischer Oesfentlichkeitsdienst". Den interessanten Darlegungen folgte eine lebhafte Aussprache, an der sich Dekan a. 'S). D. 3 a u b t (Friedberg), Pfarrer Sattler (Wieseck), D. Fritsch (Ruppertsburg), Döchner (TreiS), Döll (Wirberg), K ö b b i n g (Tberstadt), Dekan Wibmann (Gebern) beteiligten. •• Das Theater im Dienste der Volksaufkläruna. Der Krankenkassenverband für Stadt und KreiS Giessen veranstaltete gestern abend in der Turnhalle am OswaldS- garten unentgeltlich eine Theatervorführung „Blaue 3ungen“, die von etwa 500 bis 600 Personen besucht war. Das Aufklärungsstück ist vom Reichsausschuh für hygienische Bollsbclehrung und dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose für die sozial-hygienische Bühne zur Verfügung gestellL Verfasser des Stücke« ist Leo Herzog. 3n neun Bildern wurden das Kollekttvsparen und die damit verbundene mögliche Abgabe von zinslosem Baukapital hllr. Der Redner ging sodann auf die Technik des Systeme ein, wie es die Deutsche Bau- und Siedlunasgemeinschaft pflegt, und gab den Zuhörern an Hand von Zahlen und Rechenexcmpeln eine Uebersicht über den Modus der Einzahlungen, über das Spar- fqftem, den Verteilungsschlüssel, über die Auszahlung und die Amortisationssätze. Zum Schluss sprach der Redner noch über die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und den Kommunen und wies auf die damit verbundenen Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung. die Belebung des Baumarktes und die damit verbundene Behebung der Wohnungsnot hin. Die Zuhörer folgten den Ausführungen mit grosser Aufmerksamkeit und dankten mit lebhaftem Beifall. Eine Aussprache beschloss den Abend. •• Freie vchulstelI«. An der Volksschule in Lauterbach ist eine Lehrcrstellc für einen evangelischen Lehrer freigeworben und soll neu besetzt werben. Sine Wohnung ist für ben Nachfolger vorhanden. Oderheffen. Oer Wettbewerb um den (Srünberger Bürgermeisterposten. 4-®rünbcrg. 2. Dez Die am Dienstag stattgehabte zweite Sitzung bcS GemeinbcratS in bieser Woche hatte toicberum als wichtigsten Punkt ber Tagesorbnung: Vortrag bet Be- werberumbieDerufsbürgermeister- stelle. Dass man auch in ber Bürgerschaft bieser Frage reges 3ntercsse entgegenbringt, bewie« ber äusserst starke Besuch ber Sitzung, so bass ber nicht allzugrohe Zuhörerraum beS Sitzungssaales dicht gefüllt war. Zunächst beschloss Der Gemeinberat einstimmig, Dr. jur. Kurt M i l dne r (Offenbach) noch als Bewerber für bie engere Wahl aufzunehmen unb ihn sprechen zu lassen. 3n etwa viertel- bi« halbstünbigen Ausführungen sprachen nachfolgende Herren: Dr. rer. pol. Reinhold Weisser (Alsfeld), Oberstadtsekretär Karl Raael (Giessen), Diplom-Volkswirt Walter Köhler (Ortenberg) unb Dr. jur. Sturt Wilb- ner (Offenbach). Sine Aussprache über bie Vorträge fanb nicht statt; wie jedoch verlautet, soll bieS noch im Lause bieser Woche in einer geheimen Sitzung geschehen. Eine enbgültige Snt- scheidung wirb wohl in bieser Sitzung noch nicht fallen. Stadtratssihung in Bad-Nauheim. ZDad-Nauheim.2. Dez. Zu ber heutigen 6tabtrat6fit)ung war ber ßtabtrat vollzählig erschienen. Zur Beratung ftanb bie Erhebung von Steuern auf Grund ber Notverordnung ber Reichsregierung vom Juli. Bürgermeister Dr. A h l gab einführend einen Heber- blick über die Rechnung deS Jahres 1929, bie so weit abgeschlossen sei, bass man jetzt schon sagen könne, das Rechnungsjahr 1 92 9 schliesse ohne Fehlbetrag ab. Das Rechnungsergebnis für 1930 werde sich bagegen etwas ungünstiger gestalten. Soweit man es jetzt überblicken könne, fei mit einem Fehlbetrag von 30 000 M k. zu rechnen. Der Bürgermeister begrünbete bes- halb die Notwendigkeit ber Erschl essung von Einnahmequellen. Die anfchliessenbe Aussprache war aber gegen bie Einführung von neuen Steuern gerichtet. Die Erhebung der Bier st euer wurde mit allen Stimmen gegen bie Stimmen ber Verwaltung abgelehnt, ebenso verfiel die Bürgersteuer gegen zwei Stimmen ber Ablehnung. Die Abstimmung über eine etwaige Erhöhung ber Hundesteuer ergab da« Verbleiben bet den seitherigen Sätzen. Wegen ber Gewährung einer Winterbeihilfe würbe bie Stabt» Verwaltung ermächtigt, auch im Winter 1930/31 in Anlehnung an bie Richtlinien ber letzten 3ahre unb unter Beachtung ber diesjährigen Richtlinien in fpannenber unb packender Form die unheimlichen Folgen der Tuberkulose vor Augen geführt und als wichtigste Dekämpfungsmittel die Vorbeugung unb bie rechtzeitige Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe in ben Vordergrund gestellt. Die oft von Kranken gehegte Scheu vor ständiger ärztlicher Fürsorge- unb Heilstättcn- beHandlung wurde als durchaus unberechtigt bar- gestellt und bie Anwenbung beider Heilmittel im frühesten Stadium empfohlen. Sehr zu beachten ist aber auch bie Warnung vor der Dchatrd- hing durch das sog. Kurpfuschertum. Vor allem aber fördert Unwissenheit bie Ausbreitung bet Krankheit, bie zwar übertragbar, aber, rechtzeitig erkannt, auch heilbar ist. Die Aufführenden — zwei Samen unb drei Herren — ernteten für ihre künstlerischen Leistungen oerbienten reichen Beifall. ** Deutsche Bau - unb Steblungsge- m e i n f d) a f t. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Bau. und Siedlungsgcmetnschast versammelte am Samstagabend ihre Mitglieder und eine Anzahl Interessenten im Gasthaus Faulstlch zu einem Vortrag. Der Vortragende der Ortsgruppe Giessen, Herr Nihlein, hiess die Zuhörer willkommen, begrüßte im besonderen Apotheker Schmieder als Mitglied des Stadtrates und einzigen anwesenden Vertreter einer städtischen Körperschaft. Sodann K Direktor G r i e t e l (Darmstadt) über das t, den Zweck und die Ziele der Deutschen Bau- und Sledlungsgenossenschaft. Er schilderte einbring- lld) die herrschende Wohnungsnot, die Schwierig- feiten der Kapitalbeschaffung für Wohnungsbauten und die Möglichkeit einer Selbsthilfe der Wohnungssuchenden; er wies auf die Kapitalbeschaffung durch an Sozialrentner, Erwerb« Io'e unb Wofrlfahrts- ernpfänger eine Winterbeih.l.e auSzuzahlen. 1'QitDtrcie (dienen. u. Klein-Linden, 2. Dez. An den lebten Sonntagen hielt ber hiesige Schützenklub .Roland" in seinem Verein-lokal sein diesjährige« Saalschicssen ab. Jedem Schützen wurden drei Schuss auf die Rolandscheibc zugestanden. Die Preisverteilung, die der erste Vorsitzende, Lokemvtivsührer Friedrich Stein, in schlichter Feier vornaym, hatte folgende« Ergebnis: 1. Preis mit 36 Ringen '-albert Deibel. 2. mit 35 R. Wilhelm Volkert, 3. mit 35 R Franz Rathenow, 4. mit 35 R Friedrich Stein, 5. mit 34 R Friedrich Schimmel, 6. mit 34 R. Albert Klein, 7. mit 34 R. Heinrich Schimmel. 8. mit 34 R Heinrich Friedrich. 9. mit 34 R. Heinrich Hlobr, 10. mit 33 R. Heinrich Kendel, 11 mit 33 R. Wilhelm Erle, 12. mit 32 R Wilhelm Lenz. Schützenkönig des Verein« ist für diese« 3ahr Rottenführer Ludwig Schwarz, der bei dem Königfchiehen auf den neuen Schiessständen mit fünf Schuh auf die Zwölfer-Ringscheibe mit 58 Ringen da« beste Ergebnis erzielte. O Holzheim, 3. 5>ca. Für bie am kommenden Sonntag stattfindende Büraermeister- wahl wurden drei Wahlvorschloge eingereicht. Sie lauten auf Heinrich Buss, ilntcrcrbeber, Kirchen- unb DenosfenfchaftSrechner; Bei ^ordne ter Lanbwirt Heinrich Grieb I., und Landwirt Heinrich Weh 111., Vertrauensmann ber Landwirtschaftskammer. — Durch Vermittlung ber Bürgermeisterei würbe eine Haussamm» lung für den DolkSbund Deutsche KriegSgräber» sürsorge durchgeführt, bie 39 Mark ergab. Mreid Büdingen. # Hfenborn, 3. Dez. 3n der Hosreita de« 3oh. S m r i ch brach nachts im Heuschuppen Feuer aus Mit knapper Not konnten sich die Insassen deS HauseS zu retten. Dem Llmstand, bah die Feuerwehr bei Windstille »sofort zur Stelle war, ist e« zu verdanken, dah an ben angrenzenden Gehöften kein grösserer Schaden entstand. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt. Kreis Schotten. Ober-Schmitten, 1. Dez. Die hiesig« Mädchenvereinigung unter der Leitung von Pfarrer Müller, Eichelsdors, veranstaltet« gestern eine schlichte, aber stimmungsvolle Adventsfeier. Der Döllfche Saal war In Tannengrün gehüllt, baS von Kerzenlicht umstrahlt war. Inmitten des Saalefl thronte der Adventskranz, das Symbol ber ewigen Wiederkehr. Den Gruhworten deS Leiters schlossen sich Gedichtvorträge, Lieder, Engelsszenen und weihnachtliche Krippenbilder an. Bel Kaffee unb Adventsgebäck verlebte bie Jugend eine frohe Feierstunde, an deren Gestaltung auch Schwester Maria von der hiesigen Krankenpflege- sta.ion hcrvo ra ;en) Anteil ha t \ Angcre t l urch die Adventsfeiern der Iugendbünde zieht der Adventskranz von Jahr zu Jahr mehr in die dörflichen Hauser ein, wo er früher kaum dem Namen nach bekannt war. KreiS AlSscld. -er. Homberg, 2. Dez. Zwischen ben Anwesen Rörig unb Wich. Geist beabsichtigt bic Stabt eine BerbinbungSstrahe durchzu- führen, die in ber Nähe des Frankfurter Hose« enden soll. Dieser Dau ist besonders deshalb zu begrüben, well dadurch eine Entlastung ber unterhalb liegenden unübersichtlichen Strahenkurv« herbeigeführt wird. führt ab, es wirkt sehr _milde, versuch es, und w Kfl Du bist im Bilde In den ersten 10 Jahren nur die milde und reine, für die zarte Haut der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Sie macht die Hautporen frei für eine gesunde, kräftige Hautatmung. 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Veranstaltungen 1931. Alle für das Jahr 1931 geplanten Der- anstaltungen (Kongresse, Tagungen, Ausstellungen, Konzerte, besondere Sport, und Bereinsveranstaltungen usw.) bitte ich bald- möglichst dem Städtischen Verkehrsamt, Stadthaus, Bergstraße, schriftlich oder mündlich (Telephon 2851) mitteilen zu wollen. 8145C Es soll vermieden werden, daß mehrere gleichartige oder wichtige Veranstallungen, die einander Abtrag tun können, auf einen Tag zusammenfallen. Gießen, den 1. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie in Albach (Kreis Gießen), an der Licher Straße und Hauptstraße, liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen auf die Dauer von vier Wochen aus. 8152D Darmstadt, Dezember 1930. Telegra phenbauamt.__________ Beschluß. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Ernst Dcyel in Giessen, Inhaber eines Zigarrengeschäfts daselbst, wird nach Abhaltung des Schluss, termins hiermit aufgehoben. 8139D Giessen, den 29. November 1930. Hessisches Amtsgericht. Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie in Oppen- rod, an der Hauptstraße unb Licher Straße, liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen auf die Dauer von vier Wochen aus. Darmstadt, Dezember 1930. 8152D Telegraphenbauamt.__________ Piano- Stimmungen und Reparaturen durch eigene, bewährte Fachkräfte gut und preiswert «?eiA Pianohaus Schönau Tel. 3269. Seltersw.91 Nikolause Oroh und klein kaufe ein bei [8146D MM. Wissenschaftliche Werke . Sondergebiet der BrOhl’schen Druckerei Verkäufe J Kinderbett qii« Holz, mit Ma» traue, last neu, zu verkaufen 07409 Babnbofstr. 28 111. ifrait neuer 8lnoer-5öoriroaorn iBrennabori und Kinderscsscl abzu« neben. Zu erfranen in der (yeichausu. d Gieß. Anz. 07478 Bloiortflö zu kaufen gesucht. 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S' z.mt A Soll ’S«* flon «nietbc <-c MMltl. jJ'U unfüp nrantj »ntünobat »Ibcln m «■&* nen-SQ tMoS“ iK: ZL- 5jA* 'vL. **iei8 111 o A Die bie* nölen I°" durch ber mit gegen m zu wert- verrat Der fa' Beginn sländn vordere' Unteren striellen, Staalsm gleichen kann be Schluß 3 uorliegt' wahrschei Man w her, wie f verfahren einem Au Wchlhobc aber suhlt ob bas w mit ziemli urteilen e teilet soll« SJerbre gewahr n jetregieru loschen wisie. 3r Vink c bedingte kuk sich poHüt in Llirnmunc Cs ist e licher Art Ersvlge ot Wirtschaftsnot zwingt zum Nachdenken Lichtspielhaus*6ießen Nur 2Tagel Heute Donnerstag, den 4- Dezember und Freitag, den 5. Dezember 1930 Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes Konsumverein Gießen u. Umg e. G. m. b. H 8H4A Zum Braustüb’l l Flechten? Acn6, Eczema und ähnliche Hautunreinheiten! LicblspielhausGie&eD Gießen, den 4. 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Freitag,den 5.Dez-abds.20.15 Uhr im Realgymnasium. Ludwigsti. pari. Eintritt frei S. T. A. 07483 Wolkengasse. Morgen Freitag Schlacht- ♦ fest ♦ 81401' Ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut Bund Haus und Schule Freitag, den 5 Dezember, abends 8 Uhr AdfenlsleietiiierloliMnesliirdie Wachstuch große zurückgesetzte Posten zu ganz bedeutend ermäßigten Preisen 85 cm breit RM. 1.70, 100 cm breit RM. 2.00, 56 Puppen (Zelluloid und gekleidet), Porzellanspielsachen, Landschaftsspiele, Teddybären, Plüschtiere, 31 Baukasten, Malkasten, Segelboote, U-Boote, Drehorgel, Trompeten, Schwimmfiguren, Hampelmänner, Autos, Albums, Bilderbücher, Märchenbücher, Quartettspiele, Mundharmonikas, Gewehre, Druckerkasten, Autohalle mit zwei Autos, Motoren, Bahnhof, Bahnwärterhaus, Tunnel, Bügeleisen, Waagen, Postkarten- albums, Postkarten, Sparbüchsen, Zeichenblocks, Küchengeschirr, Omnibusse, Feuerwehrautos, Werkzeugkasten, Bestecke, 220 Pappteller, 98 verschied. Spiele, 23 Kartons Briefpapier, Wagen mit Gespann, Serviettenringe, Hörnchen, Pfeifen, Tabak, Zigarren- und Zigarettenspitzen u. o. a. ©em Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 Maria Jacobini, Franz Lederer in: Irene Rysbergnes große Liebe GOETHE-BUND Dienstag, 9. Dezember, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula 2. Dichterabend: Hermann Stehr liest aus eigenen Werken. Eintrittskarten: Bundesmitgllodor erhalten bei Challior «egen Einlösung des Gutscheines Nr. 1 (graue Mitgliedskarte) bis zu zwei Platzen unentgeltlich numerierte Eintrittskarten ab Freitag, den 5. Dezember 1.430. Gleichzeitig erfolgt bei Chai her die Ausgabe des grauen Gutschehiheftes i -ezember- Januar uegen Bezahlung der 2. Rate in Höhe von Mk. 6.-. Blntrit skarteu für Nlchtultglleder Mk 1.50 fm Vorverkauf bei Cli a Hier und an der Abendkasse. Studentenkarten Mk. 1 — Im Beiprogramm: Die neue Ufa-Tonwoche .1 nge»»ie Korninsel. Schwimmende Mühle. Kmnarno. In Ungarn: Der Bakonywald. Esztergom. Am Rande der Karpathen. Budapest. Die alte Römersiedlung Aquincum. Der Czardae. Jugoslawisches Land a d.Donau. Peterwardeln. Müudunu der Save, des letzten Zuflusses aus den Alpen. Belgrad. Semendfias nra te Türme. Die Katarakte: Der „Babakai“. Der wdde Kazan paü. Die Traianstralie. L)ie Insel Ada-Kalen trägt die erste türk. .^iedluiiLr.Dat.. Kinern e Tor“. Rumänien: Turn - Severin. Bukarest, die östl. Großstadt ______auf dem Balkan. bOBO< B u Igar ien: Sitten u. Gebräuche, Landwirtseb. und Fischerei, Straßenleben in den türkischen Stadtteilen. Die Pforte ?nm Orient. Endlose Schill-Wälder bilden ein Paradies der Vogelwelt. Die gewaltigen Wasser i assen verströmen als unübersehbares Delta m der rumfln. Dobrudsoha. Einsam treiben die Wogen der Donau in das r chwarze Meer. Donnerstag, 4. Dezember 1930 Rr. 284 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berljeflen) 0er Moskauer Prozeß. Außenpolitische Hintergründe. Die Sowjetregierung hat es für richtig gehalten, die Aufmerkfamteit der unter schwersten Wirtschafts- nöten seufzenden russischen Volksmassen abzulenken durch ein großes forensisches Schauspiel. Anders ist der mit raifmierten Regieiünsten inszenierte Prozeß gegen die sogenannte I n d u st r i e p a r t e i kaum zu werten. Die Angeklagten sind des Landesverrats und der Sabotage beschuldigt. Der Hauptangeklagte Professor Ramsin hat zu Beginn der Verhandlung ein umfassendes Geständnis abgelegt, und zwar in offenbar wohl- vorbereiteter sechsstündiger Redei Seine reichlich phantastisch anmutenden Bekenntnisse über lange Unterhandlungen mit emigrierten russischen Industriellen, sowie mit französischen Generalen und Staatsmännern, darunter Poincars und Briand, gleichen mehr der Aussage eines Kronzeugen. Man kann bei nüchterner Betrachtung keinen anderen Schluß ziehen als daß hier bestellte Arbeit oorliegt. So stark ist der Eindruck innerlicher Un- wahrscheinlich.eit detaillierten Angaben. Man weiß vom Schachty-Prozeh des Jahres 1928 her, wie sehr das im Sowietreiche geltende Gerichtsverfahren wirtfamer Rechtsgarantien ermangelt. An einem Ausgange, der den Wünschen der Moskauer Machthaber entspricht, ist nicht zu 'zweifeln. Wohl aber fühlt man sich zu triftigen Zweifeln versucht, ob das wirkliche Schicksal der Angeschuldigten den mit ziemlicher Sicherheit zu erwartenden Schreckens- urteilen entsprechen wird. Aber die Jndustriepar- teiler sollen nur bie Rolle der reumütigen Verbrecher spielen, auf daß das russische Volk gewahr werde, wie wachsam und tatkräftig die Sowjetregierung den dem Proletarierstaate vom kapitalistischen Auslande drohenden Gefahren zu begegnen wisse. Insonderheit ist der Moskauer Prozeß e i n Mink an bie Rote Armee, über deren unbedingte Verläßlichkeit Stalin und seine Gefolgsleute sich immerhin sorgen, seit ihre brutale Bauern- Politik in den Kreisen der Rotarmisten bedenkliche Stimmungen hervorgerufen hat. Es ist ein altes, seit jeher von Regierungen jeglicher Art erprobtes Rezept, durch außenpolitische Erfolge ober Scheinerfolge bie im Inneren bes Lan- bes sich regenbe Unzufriebenheit zu beschwichtigen. Der Moskauer Prozeß soll bie Augen bes russischen Volkes auf bas Ausland lenken. Es ist wohl fein Zufall, bah gerabe jetzt ber neue Leiter der russischen Außenpolitik, Litwinow, mit dem italienischen Außenminister Grand i in Mailand gufammengetroffen ist. In der russischen wie in der italienischen Presse ist die Bedeutung dieser Aussprache geflissentlich unterstrichen worden. Der sich unmittelbar anschließende Besuch des türkischen Außenministers Rubschi Bey in Rom läßt auf bie Möglichkeit neuer Mächtegruppierungen schließen. Unzweifelhaft zeigt Italien, bas ja a u cf) mit ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu ringen hat, neuerbings sehr starke außenpolitische Aktivität, die bereits zu sichtbaren Erfolgen auf dem Balkan, insbesondere zur griechisch-türkischen Verständigung geführt hat. Jedenfalls bilden jene Zusammenkünfte in Mailand und Rom wichtige Etappen ber Bestrebungen Italiens, unter seiner Führung einen Block ber über Ost- und Südeuropa. sowie einen erheblichen Teil Dorberasiens sieh erftrerfenben Staaten zustanbe zu bringen, eine Kombination, die für bie Aufrichtung italienischer Vor- Herrschaft im östlichen Mittelmeer die unerläßliche Vorausseßung wäre. Daß Sowjetruß- land solchen Dlänen nicht von vornherein abweisend gegeyübersteht, beweist Litwinows Reise, beweist aber auch bie im Moskauer Prozeß so auffallend plakati-rte scharfe Stellungnahme gegen bie ffie ft möchte. Wenn ber verschlagene Karl Rabek einen über den Moskauer Sensationsnro- zcß berichtenden Artikel überschreibt: „Bewiesene Intervent'on-vorbereitungen Frankreichs gegen die Sowjetunion", so weiß man zur Genüge, worauf die im Kreml residierenden Machtpolitiker ab?Hen. Ausfällig ist die neuerbings in Moskau beliebte Zurückhaltung gegenüber Deutsch- lanb. Offenbar möchte man dort angesichts ber ncuauffteigen>en Rerspektiven nichts im vorhinein uerberhen unh leot sich deshalb starke Zurückhaltung auf. Die bolschewistischen Divlornoten verstehen sich nicht nur auf Rrovagan^a, sondern auch sehr wohl auf Realpolitik: sie willen bie aus den Voraus- fehungen ber geographischen Lage sich erneberben totärfen unh Schwächen Dei'tschlanbs kühl gbzu- wägen. In Italien ist hie Rrelle wenigstens fanoui- nischer gestimmt unb bereits bemüht, eine Verbindung zwischen dem Besuche des Grafen Bethlen in Berlin unb ben neuerlichen Vorgängen in Mailand unb Rom zu konstruieren. Hier ist wohl ber Wunsch Vater bes (B e b a n • k e n s. Jedoch sind wir Deutsche zu schärfster Aufmerksamkeit verpflichtet. Unsere Lage im Herzen Europas bedingt unablässige Wachsamkeit, aber auch Entschlußfähigkeit zur rechten Zeit. Die Fähigkeit Betriebsstillegungen in der Gießener Zigarrenindustrie. Veranlaßt durch die neue gewaltige Tabak- bcsteuerung sah sich eine Anzahl Gießener Zigarrenfabrikanten gezwungen, ihren Beleg chasten zwecks Stillegung der Betriebe zu Ende Dezember die Arbeit zu kündigen. D.e Te.riedseinstellungen werden in den me.sten älnrimehmungen zunächst vollständig sein, mit Ausnahme weniger Leute, die zur Herstellung neuer Muster weiterbelchäsligt werden. Wann und in welchem Umfange die e Betriebe wieder eröffnet werden, hängt völlig von dem Eingang neuer Bestellungen a3 und kann infolgedessen jetzt auch nicht annähernd übersehen werden. E s ch w e g e, 3. Dez. (WTB.) Die Zigarrenfabrik Gebrüder Ungewitter AG., Wanfried- E schw e ge, wird ihren Betrieb am 31. Dezember b. 3. ft i Ile gen. Die Firma beschäf.igt eiwa 200 Arbeiter. — Die Hochenheimsche Zigarrenfabrik in W a l d k a p p e l hat ihrer Belegschaft von 50 Mann gekündigt. LtiUcgungsantrag der oberbadischen Zigarrcnfabriten. Lahr (Baden), 3. Dez. (WTB.) Bon den meisten oberbadischen Zigarrenfabriken ist die sofortige Stillegung ihrer Betriebe beantragt worden, und zwar, wie der Berband oberbadifchrr Zigarre.-.fabrüan'.en mitteilt, infolge der vorgestern verössentlich'.en Nol- verordnung und der darin enthaltenen, von der Aeichsregiernng geplanten Maßnahmen einer Nochvcrzcl.ung der unversteuerten Zigarren und insbesondere der Herabs hung des Banderolenbezuges im Dezember d. 3., wodurch eine Unter» bundung des Verkaufes im Dezember und insbesondere des Weihr.achtsgeschästes eintrete. Von der Stillegung würden etwa 152 Betriebe mit etwa 13 500 bis 15 ODO Arbeitern betroffen. preisbindungsfragen in der deutschen Eisenindustrie. DDZ. Der vom Vorläufigen Reichswirtschafts- rat eingesetzte Arbeitsausschuß zur Prüfung von Preisbindungssragen in der Eisenindustrie ist nach umfasfender Beratung einstimmig zu einem Beschluß gelangt, in dem fest- gestellt wird, daß die gegenwärtigen hohen Eifenpreife des 3nlands gegenüber den niedrigen Preisen des Auslandes, sowie gegenüber denen des Weltmarktes für die gesamte deutsche Wirtschaft untragbar sind. Der Ausschuß hält trotz der gegenwärtigen ernsten Gage der deutschen Eisenindustrie als eines der Milt:! zu der dringend ersorderlichen Senkung der Produktionskosten und damit der Gebenshaltungskosten eine starke Senkung der deutschen Eiseninlandspreise für notwendig und ersucht die Aeichsregierung, auf Beschleunigung dieser Preissenkung hinzuwirken. Der Ausschuß empfiehlt der Reichsregierung, die eifenerzeugende 3nbuftrie zu Maßnahmen zu veranlassen, die eine Dauerlösung versprechen. Oer Kartoffeltarif der Reichsbahn ermäßigt. ERB. Berlin, 4. Dez. Die bereits angekündigte Herabsetzung der Reichsbahnfracht für den Bezug von frischen Kartoffeln in Wagenladungen beträgt nach einer amtlichen Mitteilung 10 Prozent und tritt am 4. Dezember in Kraft. Oer neue Zuttergerstenzoll. B e r l i n, 3. Dez. (WTB ) Im Reichszollblatt vom 3. Dezember wird ber von der Regierung aufgrunb zur Erkenntnis einer bestimmten Situation unb bes Zeitpunkts ber Entfcheibunysreise bars nicht getrübt werben burch stimmungsmäßige Blendungen. Eine gesunde Realpolitik darf allein die Führung ber auswärtigen Angelegenheiten eines großen Volkes bestimmen. Unsere „Orientierung" bars nur deutsch sein, nichts als deutsch. der in der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 erteilten Ermächtigung neu fest gesetzte Zoll für Gerste zur Viehfütterung veröffentlicht. Der Zollsatz beträgt mit Wirkung vom 4. Dezember 1930 18 RM. je Doppelzentner, der vcr- billigte Zollsatz beim Bezüge von Eosinroggen bzw. Kartoffelflocken bleibt auf 6 RM. je Doppelzentner bemessen. • Dividenbenkürzung bei Stoll- m e r cf. Der GV. (30. Dezember) ber Gcbr. Stoll- werck AG., Köln, wirb aus bem oerblcibenben Reingewinn von 0,89 Mill. RM. bie Verteilung von 5 v. H. (i. D. 9) Divibenbe auf die Stamm, und 6 o. H. auf die Dorzugsaltien vorgcfchlagen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 4.Dez. Tendenz: still. — Trotz der schwachen gestrigen Reuyorker Börse war man im heutigen Dormittagsverlehr freundlich gestimmt, da die Auslassungen Les Reichsfinanzministers in der gestrigen Reichs- tagösihung befriedigten und keinen Grund zu besonderer Besorgnis auslösten. Der amtliche Beginn zeigte dann aber wieder große Zurückhaltung der Spekulation, da kaum Orders vorgelegen haben und man eine endgültige Klärung der innerpolitischcn Situation nicht vor Samstag erwarten kann. Die älmsatz- tätigkeit hielt sich daher in engen Grenzen, und Notierungen kamen zunächst kaum zustande. Die Grund stimmung blieb aber auch weiterhin eher etwas freundlicher, und gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich zumeist kleine Kursgewinne. Am Chemiemarlt eröffneten 3.-G.-Farben nur mäßig höher, nachdem bereits im vorbörslichen Verkehr ein Gewinn von 1,5 Prozent zu verzeichnen war. Am Elektromarkt ergaben sich zumeist 0,5- bis Iprozentige Desse- rungen. Der Montanmarkt lag heute wieder sehr still. Harpener konnten sich 1 Prozent erholen. Dis zu 1.5 Prozent höher lagen noch Watz') & Freytag, AKäl. und Deutsche Ginoleum. Bankaktien lagen nur wenig verändert. Für Reichsbankanteile bestand an der Vorbörse wieder größeres 3ntereffe mit einer Besserung um 2 Prozent zirka: eine amtliche Notiz kam zunächst noch nicht zustande. Von deutschen Anleihen lagen Neubesih 0.25 Prozent höher, Gilt- besitz notierten unverändert. Am Markte der Auslandanleihen erhielt sich 3ntcreffe für Anatolier: die Kurse waren jedoch nur wenig verändert 3m Verlaufe wurden in Clektroak'ien kleine Käufe vorgenommen, Schuckert und Siemens gewannen je 2,5 Prozent, AEG. 1,5 Prozent. Auch 3.-G.-Farben konnten sich leicht erholen. Die Grundstimmung war etwas zuversichtlicher. Am Geldmarkt machte die Erleichterung kleine Fortschritte. Der Satz für Ta- gcsgeld wurde auf 4,5 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pf unb 20,36, Gondon gegen Kabel 4,8556, gegen Paris 123,5650, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 43,20, gegen Schweiz 25,0425, gegen Holland 12,0650. Berliner Börse. Berlin, 4. Dez. Trotz des matten Schlusses ber gestrigen Neuhorker Börse biieb die Stimmung im heutigen Dormittagsverkchr ziemlich zuversichtlich, da die politische Situation nach dem ruhigen Verlauf der gestrigen Er- öffnungsfitzung des Reichstages und der Rede Dr. Dietrichs als günstig zu bezeichnen war. Beachtung fanden auch die Auslassungen Dr. Schachts, die er gestern vor der Bremer Handelskammer über seine Eindrücke in Amerika machte, und ferner die Owen D. Voungs über die Geldlage, über das Problem der Revara- tionen und die Revision der Vertrage. Kauf- intereffe bestand nur für einige Spezialwerte vonseiten des Auslandes. 3m allgemeinen gingen die Kursveränderungen nicht übet 1,5 Proz. hinaus. Berger profitierten von den ägyptischen Abschlüssen und lagen 2,90 Proz. fester. Schantungbahn zogen um 2 Proz. an. Auch Harpener und Akkumulatoren notierten je 2 Proz. fester. Eigentlich schwach lagen nur Chemische Heyden, bie ihre Abwärtsbewegung um 1,75 Prozent fortfctjten. Deutsche Anleihen _ lagen nur wenig verändert. Von Ausländem notierten Anatolier, die schon gestern abend in Frankfurt gefragt waren, 'Prozent höh.r, im Durchschnitt zogen diese Werte um 1 Prozent an. Der Pfandoriesmarkt war wieder sehr ruhig. Reichsichuldbuchforderungen waren 0,25 Prozent fester. Geld etwas leichter. Tagesgeld 5,75 bis 7,75 Prozent: die übrigen Sätze waren unverändert. Die anfangs nicht sehr beachteten Unruhen und die verschiedentlich gemeldeten kommunistischen Demonstrationen drückten später doch auf die Stimmung, zumal sich inncrpolitisch durch die Haltung der Bayerischen Vol.spcr.ei gegenüber dem Steuervereinheit- lichungsgeseh. infolge d:r einige Schwierigkeiten im Kabinett entstanden zu fein scheinen, die Gage verschlechtert Hai. Auch der Reichstag, der heute um 12 älhr begonnen hat, und in dessen Verlauf auch die Redner der extremen Parteien zu Wort kommen werden, war naturgemäß ein älnsicher- heits'aktor. D.e Spekulation übte Zurückhaltung. Sperialwerte verloren bis zu 3 Prozent. Aus Gerüchte, daß der englische Derg- aröeiterstreik beschlofsen fei, wurde es aber wieder te ha'tcr. Nach unserer 3nformation scheint dies Cerücht den Tatsachen zum mindesten vor- auszuei.en, da erst heute die Dergbaukonferenz eint rru'cn worden ist, in der vom englischen Bergarie terverband durch eine Abstimmung zu der Streitfrage Beschluß gefaßt werden soll. Frankfurter Lch!achtviel;markt. Frankfurt a. M., 4. Dez. Austrieb: 121 Stück Rmder, 679 Kälber, 290 Schafe, 579 Schweine. Es notierten für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 66 bis 71, mittlere 61 bis 65, geringe Kälber 55 bis 60; Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel, Weidemast 45 bis 48, mittlere Mast- lämmcr, ältere Masthämmcl und gut genährte Schafe 38 bis 44, fleischiges Schafvieh 30 bis 37; Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Schweine ruhig, Ueberftanb. Kälber ruhig. Schafe mäßig, ausverkauft. Taten für Freitag. 5. Dezember. 1791: Wolfgang Amadeus Mozart in Wien gestor en; — 1835: der Dichter Graf August von Platen in Syrakus gestorben. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Berechtigte Wünsche des Südwestviertels. Mit großer Ge' uld toarien wir Einwohner des Südwestviertels schor seit 3a)ren auf den Dau der uns schon lär.g.c verspräche en Schule, ohne bis jetzt etwas Naye e3 zu hören. Es ist für unsere kleinen minder wirklich .eine vCleinigkit, jeder Witterung ausgesetzt, täglich stundenlang auf dem Schulweg xujnbringen, be on.ers bei dem sta.ken Autoverkehr. Auch werden die Straßenbau- t e n in unserem Viertel gegenüber anderen Stadtteilen sehr vernachlä fig\ be anders aber muß auf die ganz unhaltbaren Zustände des Wartwe- g e s aufmerksam gemacht werden, welcher in seinem südlichen Teil mehr einem Sumpf als einem Weg ähn.ich sieht. Wir hoffen, daß unsere Stadtverwaltung, welch: e n Mil ionenprojekt, wie den neuen Diehhof zu bauen beabsichtigt, auch den berechtigten Wünschen ter Einwoyne. , welche nur einige hunderttausend Mark erfordern, entgegenkommt. Die interessierten Einwohner des Südwestviertels. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in ber Synagoge (Sübanlage). Samstag, 6. Dezember. Vor- abenb 4.30 Uhr; morgens 9; abenbs 4.35 unb 5.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatseier ben 6. Dezember. Freitag abenb 4 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4 30; Sabbatausgang 5.15. Wochengottesbienst: morgens 7; abenbs 4 Uhr. Wirtschaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe bet zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskonr 5 o H., Lombarbzinsfuß 6 o H 'Vranfhtri a. Ul. Berlin tranffur a ) Lerlin ,'Vranffuri a. 271 Berlin Vanknoten. trm.uB» iur4 t-Ubr» Kur Schluß- tbnta g» ■ur Kurs Schluß« i"« R re Schluß- tämany Iure Hur» Berlin, 3- D jember welb Zrle| Kmentant'die Roten..... vclgi'che Roten ....... Tanuche Roten ....... (fcng'bdK Roten . ....... »Vaitiii littie Roten . ...... Hollänblich- Roten ....... Italieniich- Roten........ Rorwegi'che Roten....... Deutich-Letterieich i 100 Schilling 8iuntanhd>.‘ Roten....... Schtoebtich Roten....... Schwonei Roten . ....... Spunilche Roten........ I'dicclioiioivaliKhe Roten..... Qnguthtbe Roten ..... Devisenmarkt Berlin 4.180 58,18 111,80 20,32 16,435 168,34 21,89 111,75 58,83 2,477 112,15 81,13 46,73 12,38 73,02 - Franksur 4,200 58,42 112,24 20,40 16.495 169.02 21,97 112,19 59,07 2,497 112,59 81,45 46.91 12.44 73.32 0 m Datum 3 12 4 12 3 12 4 12 Datum 3. 12 4 12 3 12. | 4 12 Datum 3 12 4 12 3 12 4 12 6% üeundje firtifieanietbe von 1927 7% Deuiiche SetdjsanleUx von 1929 /. tcutfdir Änl.-Mlöl.-SchaN, mit Aurlm 9i'edtten Seeg! Zme Siuoioi.-Rechte . 8% zeit. Solbflaa' von is« tfudtablb 102%' Ch-rbcilcn ■ flnlffbe mH Aiieloi.-tRrdticn teuddtc flamm. Sarnmelabi. 8%'nr^'^ Snp Bank «oldvke XIII unlnnbbar bie 193-1 . 7% Arant! k"'v -Ban! «olbvle unfünbbar bis 1932 VA°/o iKbclnltdie Vvv.-Banl Stau. Woibpfe. 6% Pk. Vanbe#P,r"ifbrtelannall. «ptanbbriefe 8i. '6 8% Pk Vanbeer an:brielamtalt, fiomm.-Cbl. 61. 80. 7% Pr Vanbeo anbbttefanflalt, *$|anobriefe R 81 ü.ö.® abg. Bor.r.cgs-Obligatio- nen. rüdiablbar 1932 4% Defterretdind)«- «oinrente 4,20% Oesterreichiiche Silberrente 4% Ceftetreldii(*e EindeiUtche Rente 4% Ungarilche ©olbrente . ■ 4% Ungarilche etaaisrente v. 1910 4K% beegi. von 1913 4% Unparildie Shonenrente 4% lürfilebe Zollanleibe von 1911 4% lürfiltbc Bagbabbadn-Ant Serie l 4% oe«gl Serie 1) 5% Rumaniiche vereint». Rente von 1903 <%% RumSnilche vereint» Rente von 1918 t% Rumaniiche vereint». Rente . 86,5 98 52 6 88,5 50 49,25 98,5 92,5 86,45 100 97 97 95 26,13 2,3 1,4 22,75 17,75 19.4 1,5 2,9 3,1 3,1 8 12,6 6,6 51,9 6,13 22,9 86,75 98,4 51.9 6.025 88,9 50 100 97 97 26,3 2.65 1,45 22,9 18,9 3 8,1 >2,7 6,7 51,75 6 22,9 18,6 3,05 8,3 12,9 6,7 camourp-eimertta Batet . . . < Hambura-Sübam Dampllchilt 8 Hanta Tamp|ld)l|i 10 RordvelNittter Liovb ... 8 •allgemeine Teutldtedtebllanfl 10 Partner Bankverein 10 Berliner (lanbeleqelelltoaft 12 Commerv unb Brivat-Bank 11 Tannftäbtcr unb Rational bank 12 letttldie Bank unb tistonio CSefeUicbaii, ... 10 Dresdner Bant ...... 10 •HeldDebant........12 .I.Ci.ö ....... . «. Bergmann.........9 Llettr LteierungSgeielllchaft. 10 Licht unb Krall.....10 iVellen & ©uüleaume 1¥i ^elelütbait für iLlettrilche Unteniebmungen ic Hamburger EieiirizULts-Derte 10 jibcmtidje ßteltniitdt .... 9 'diictndie liieltiutiäl. ... 10 3diudert & Co......11 'temene & Halste.....16 Itanoiabto ........ t- -nbrn-oer & Co.. ..... 1* ®clientirdienei ..••••• ® t-anxmet ...... - 0 Hoeich Gifen ...... By. Iiie Bergbau ....... 1® Olödnenoerfe • .••••• '• Köln Reueiien . .... 7 Btanne»mann-Röbre» .... 7 Waneielbci Bergbau .... 7 Cbchdilel Giienbeoarl . . . . b Cberirfilcl itoloroerfe .... 7 Pbönir Bergbau ■ . • 6V? Rbeinijche Braun kohle» • • 1° >beinklahl ....... 6 Riebe it «out«» ...... 7L 71,5 72,75 101,75 126 112,75 154,5 111,5 112 107,75 121 93,5 114,5 125,5 167,5 128 8,25 81,5 0,75 40 62,5 62,5 76 72,5 101,75 112,9 112,5 107,25 121,25 115 168 82,5 70,5 62,5 71,25 166 72,9 99 25 101,75 126.75 112,75 153,5 111,25 111,75 233,5 107,25 129 121,5 94.5 114.25 105.75 114 125 167.25 128.4 51,5 65,4 88,25 82 73.13 168 71 80,9 70,75 39,75 70,75 63 162.5 75,75 71,25 167,75 72,9 99.4 101.9 126.75 112.9 154,5 111,5 112,5 233.25 105 93.5 114,75 106 — 113,75 125.9 169.25 129,13 65,5 88 84 73.9 169.75 71,5 81,75 71,4 80 70,5 63,25 112,25 76,75 Bereinigte Stahlwerke . . . Ctaol Minen . . 16'/, Kaliwerke Withertleb-m ... 10 Kaliwerke Weslerege.n ... 10 Kaliwerke Salnbekiurtb ... 15 3. G. Warben.3nbufme ... 12 Tvnamtt Rodel ...... 6 ROtgerswerke..... . . 6 Metallaelellichakt.......8 PhUwv Holz w ann . ..... 7 Zementwerk Hetbelderg . . 10 Zementwerk Barlftabl. ... 10 fBanit & ."treutag .....k Cchunberr Payenhoier ... 15 Cftroerfe ........12 21 tu .........19 Bemberg.........14 Belictcff Valdbok . . . 13'/, ZellCtoll Aicdakkenburg . . 12 Charlottenburger Walle» ... 8 Teilauer Mas . .... 9 Tatmler Motoren . . . . . 0 Teni-che Linoleum ...... Maickinenbau 2L'®. ..... 0 Rat Automobil . ..... 0 Crcnftetn & Roppd.....6 Leonbaro Tietz . • • • • 10 Svenska ....... .rrankkurier Matchme» .... 4 ©rinne» ...... 6 Heviigettftaebl ....... 0 itungbane ........ 6 L entwerte ........6 Matntratvverre HöchV a. TO.. . 8 «tag 10 ®ebr. Roeder ..... 10 Böig: & Haessner ...... 9 Eübbeuoche Zucke» • • • . 10 66 155 158 243 134.4 43,5 47 83,5 74 47 64 67 73,5 25 111 115 25,25 30 66 83 150 135 S £ f" 1 | | 1 ISI 1 12 1 1 1 1 lin 1 1 1 1 1 1 5 1 1 Ö.I 1 1 1 1 1 1 ia 1 1 1 1 1 65,75 34,5 155 158 242,5 134,25 63,75 43,5 47,9 84 74^5 47.75 176.25 139,5 65 56,75 103 78.25 83,4 114,75 25,25 110,75 33 45,25 115,9 280.5 11,5 25,5 30 62 150 135,25 65.75 34,4 155 156,75 244 135,5 64 47,9 84 177 65 106,25 83,5 114 25,5 112,25 115,75 279 30 3 D.zembet 4 Dezrmbet umniat t^etr "o> rruny Hrt' amu m> Geto 'toutrun# Srt. riM»t.» "Hott- Bu n. AireS Brss- intn». (Xbriftivinu. Hop.-nhnq.-n Siockhotm . HetnnaiorS. Italien . . . London. . . 'Reupork . . T'oris. . . . Schwcii « . Svci kn ■ Favan . - . v.to be Jan Dien in D-- CefL abfleft Prag . . Bei trab . Bubav'll.. Sui arien iftffabon TanVg. . Honst ntin. Akden. Canava llru uav. ttäiio . . 168,58 1,434 58,415 112,02 112,04 112,40 10,541 21,955 20,337 4,1890 16,457 81,145 46,80 2,079 .414 58,95 12,425 7,407 73,22 3,036 18,81 81,35 1.784 5,427 4,188 3,257 20,86 168,92 1,438 58,535 112,24 112,26 112,62 10,561 21,995 20.377 4,1970 16,497 81,305 46,90 2,081 0,416 59,07 12,445 7,421 73,36 3,042 18,85 81,51 1,789 5,437 4,196 3,263 20,91 168,58 1,436 58,42 112,00 112,02 112,38 10,541 21,95 20,34 4,189 16,459 81,135 46,80 2,078 0,409 58,95 12,424 7.409 73,25 3,037 18,80 81,32 1,784 5,427 4,189 3,277 20,86 168.92 1,440 58,54 112,22 112.24 112,60 10,561 21,59 20,38 4,197 16,499 81,295 46,90 2,082 0,411 59,07 12,444 7,423 73,39 3,043 18,84 81,48 1,789 5,437 4,197 3,283 20,80 Kinderbücher undKalender für den WeihnachiMch — Zwischen Weser und Main. 3llu- strierter Bolkskalendcr für das Fahr 1931. Siebenter Jahrgang. Kassel 1931. Weser-Main» Berlag (3. Kampfer). Kassel. (290) — Neben politischen, kulturpolitischen und unterhaltenden ‘Beiträgen enthält der neue Jahrgang eine Reihe von Holzschnitten und kleineren Textillustrationen, ein Kalendarium. Sprüche, praktische Winke. Münz- und Maßtabellen, Posttarife und eine Liebersicht über Messen und Märkte des Jahres 1931. — Der Preis beträgt 80 Pf. — Kalender für die deutsche Familie 19 31. herausgeaeben vom Reichsbund der Kinderreichen Deutschlands zum Schutze der Familie e. B. durch Hans Konrad. (361) — Bon den Mitarbeitern seien genannt: die ilnitxr- sitätsprofeschren Grotjahn. Muckermann und Thomsen, der Bevölkerungsstatistiker Dr. Burgdörfer. der Dichter Ludwig Finckh, Frauen wie Annagrete Lehmann, Käte Schirmacher. Marie Ach, 3osefine Schröder-Tumbült und Barbara 3oos. — Der Preis beträgt 75 Pfennig. — Deutscher Schulkalender 1931. Ein künstlerischer Wandabreihkalender mit 112 Bildern. Berlag Knorr & Hirth GmbH.. München. Preis 2,90 Mk. (476). — Der neue Jahrgang entwirft auf seinen 112 Kalenderblättern ein klares, objektives Bild zur Rück- und Ausschau: Jugend und Schule in der Kunst, die graften Pädagogen aller Zeiten, die Entwicklung der Bildungsmittel, die Kunst des Schulbuches, des Spielzeugs, der modernen Anschauungs- und Lehrmittel, das neuzeitliche Schulhaus in Groftstadt und Land, deutsche Auslandsschulen. Schulhygiene und Körperpflege, Bersuchs- und Begabtenschule, Waldschule. Spiel, Turnen und Sport, Handwerks- und Berufsschule. Arbeitsschule, Schulgarten, Bolks- Hochschule, Dichterpädagogen — die Fülle des Materials kann nur angedeutet werden. Bilder und Texte sind glücklich gewählt, Ausstattung und Druck sind lobenswert. — Der Kinderfreund. Ein Bildkalender für die Jugend auf das 3ahr 1931. 7. Jahrgang. Mit 56 Bilder- und Textseiten. Groft-Oktav. Farbiges Titelbild von Zwiener. Stiftungsverlag. Potsdam. Preis 1.80 Mk. (386.) — Der neue Jahrgang bringt wieder gutes Bildmaterial in einer Auswahl, die in allen Fällen im Heranwachsenden Kinde lebendige Beziehungen zu wecken sucht. Knapp und eindrucksvoll gefaßte Erläuterungsworte vertiefen diese Beziehungen und machen sie fruchtbar. Durch eine besonders gepflegte Typographie wird die Anschauung unterstützt und die Zusammenwirkung von Bild und Text in ein zweckmäßiges Berhältnis gebracht. — Das Teufelsschiff und seine kleine Schwester. Erlebnisse des Goeben- funkers Georg Kopp. Leipzig 1930. K. F. Koehler, Berlag. Reichillustrierter Ganzleinenband 6 Mk. (599.) — Ein spannendes Bolksbuch vom Kriege zur See, berichtend von den Taten der deutschen Kreuzer „(Soeben“ und „Breslau", von denen man bisher im allgemeinen nur wußte, daß sie in den Augusttagen 1914 den Engländern vor Messina ein Schnippchen schlugen und nach Konstantinopel durchgebrochen sind. Die „Goe- bcn" hat vier 3ahre lang die Seeherrschaft im Schwarzen Meer behauptet, die 34 Einheiten starke russische Schwarzcmeerflotte in Atem gehalten. Trotz schwerster Minen- und Schuß- verlehungen hat sie den Weltkrieg überstanden, sie ist heute der einzige überlebende deutsche Schlachtkreuzer, allerdings der türkischen Flotte zugehörig, an die sie 1914 verkauft wurde. Unter dem Halbmond, aber mit deutscher Besatzung, hat sie sich im Weltkrieg ihren Ehrennamen erworben. Zu ihren Erfolgen haben die Leistungen der „Funkbude" wesentlich beigetragen, die Schilderungen werden in unserer Zeit der Funktechnik unsere Jugend besonders interessieren. — Himpelchenund Pimpelchen. Eine lustige Zauberei und Neckerei in Bersen von Dr. Rudolf R i n k e f e i l. Bilder von Franziska Schenkel. 43 Seiten. Preis 5 Mk. Berlag für Bolkskunst und Bolksbildung, Richard Keutel, Lahr i. Baden. (601.) — Die abenteuerlichen Erlebnisse der beiden Heinzelmännchen sind in lustigen und unterhaltsamen Bersen erzählt und mit hübschen, dem kindlichen Berständnis angepaftten Bildern illustriert, so daß die jugendliche Leserschaft sicher viel Bcrgnügen an diesem Bilderbuch finden wird. — Dreimal Weih nach tsmann. Ein lustiges Puppenstück für Weihnachten von 3osef Redner. Einzelbuch 1,50 Mark. — Mutter Maiers Bett. Ein Puppenspiel von Willi Karsch. Cirzelbuch 1,50 Mark. — D i e blaue Blume. Ein Spiel für die Handpuppenbühne von 3da Schmidt. C rzelbuch 1 5) Mark. — Magenknurren, Thron undTeufelei. Eine Puppenkomödie von Hans Gensecke. Einzelbuch 1,50 Mark. — Ferner: D i e Geburt des Kindes. Spiel von P. Char'ot. 1 Hauptbuch und 6 Dollenbücher zusammen 11 Mark. 6 Darsteller. — Der heilige Stern. Krippenspiel nach altem Bolfdgut, von G. Castens. 1 Hauptbuch und 10 Rollenbücher zusammen 12,50 Mark. 10 Darsteller. — Hadwig und Ekkehard. Ein mittelalterliches Spiel in 5 Bildern von H. 3ohn nach dem Scheffellchen Roman. 1 Hauptbuch und 10 Rollenbüchcr zusammen 12,50 Mark. 10 Darsteller. — Freie Fahrt. Ein Stephen- son-Sviel aus den Anfängen dcr Eisenbahn von Lothar Wichmann für 11 Darsteller. 1 Hauptbuch und 10 Rollenbüchcr 12.50 Mark. — D i e Blume n k ö n i g i n. Mcrchenspiel von Oskar Günther. 1 Hauptbuch und 10 Rollenbücher zulammen 17 Mar.. Für 10 und mehr Darsteller. — (518) Verlag Eduard Bloch, Berlin C 2. Mannschastslampf im jR ngen. Gießener Kraft- und Sportklub 1893 — VfK. Alsfeld 15:27. Am Sonntag stand die erste Mannschaft des „Gießener Kraft- und Sportklub 1893" der ersten des DfK. Alsfeld in Alsfeld zum Kampf um die Gaumeisterschaft im Mannschaftsringen gegenüber und mußte überraschenderweise eine hohe Niederlage mit 15:27 Punkten einstecken Da verschiedene Gieße- .per das oorgeschriebene Gewicht nicht bringen konnten. mußten Umstellungen in der Mannschaft oor- geno.nmen werden, die den Kampfoerlauf nicht unwesentlich beeinflußten. Die Entscheidungen des Kampfgerichts waren korrekt. V o r k a m p f : 6:15 für Alsfeld. Bantamgewicht: Da Alsfeld keinen Gegner stellt, ist Gießen kampflos Sieger. Federgewicht: Götz-Gießen und Kister II» Alsfeld liefern sich einen kraftvollen Kampf, den Kister nach 7 Minuten durch Hüftschwung für sich entscheidet. Leichtgewicht: Hier kann der Kreismeister Schember-Alsfeld den Gießener Funk nach drei Minuten durch Kopfzug auf die Schultern werfen. Weltergewicht: Nach wechselvollem Kampfoerlauf verliert Meininger-Gießen durch Stützschleuder gegen Schwalm-Alsfeld in der fünften Minute. Mittelgewicht: Belloff-Gießen und Albert-Alsfeld liefern sich einen harten Kampf, den Albert nach sieben Minuten durch Hamelock mit Halbnelson für sich entscheidet. Halbschwergewicht: Der starke Gießener Forbach ist gegen Kister I-Alsseld anfangs im Dor- teil, doch gelingt es dem zähen Techniker Kister den Gießener zu überrumpeln und nach acht Minuten mittels Ausreißer aus die Schulter zu legen. Schwergewicht: Gießen wird kampflos Sieger. Rückkampf: 9:12 für Alsfeld. Bantamgewicht: Gießen wird kampflos Sieger. Federgewicht: Kister 11= Alsfeld bringt Götz-Gießen in der achten Minute durch Armzug in die Brücke und drückt diese ein. Leichtgewicht: Hier gelingt dem Gießener Funk die Revanche, indem er den Kreismeister Schember- Alsfeld durch blitzschnelle Schleuder in der vierten Minute auf die Schultern zwingt. Weltergewicht: Hier stehen sich in Meininger-Gießen und Schwalm- Alsfeld zwei gleichstarke Ringer gegenüber. In der siebten Minute, greift Schwalm plötzlich Souplesse und legt seinen Gegner auf die Schultern. Mittelgewicht: Belloff-Gießen greift dauernd an, aber Albert-Alsfeld ist auf der Hut und fängt einen Hüftschwung von Belloff ab, hebt diesen aus und wirft ihn in der sechsten Minute durch Ueberrourf auf die Schultern. Halbschwergewicht: Forbach-Gie- ßen bringt Kister I-Alsfeld zweimal durch Doppelnelson der Niederlage nahe, doch dieser nütz! eine Blöße Forbachs aus und zwingt ihn durch Ueber- roller nach acht Minuten auf die Schultern. Schwergewicht: Gießen wird kampflos Sieger, da der Alsfelder'Schwergewichtler nicht antritt. Gießener Billardspieler erfolgreich. Nachdem am 23. November das Spiel um den en-Wanderpokal in Mannheim mit 761 gegen 661 Punkten zugunsten von Gießen verlausen war, fand am 30. November das Rück- spiel im Cafe Amend in Gießen statt. Sämtliche Partieü wurden mit großem Eifer und durchweg spannendem Kampfe erledigt. Der 1. Gießener Billard-Klub ging wiederum als Sieger des Eösten-Pvkals mit 1536 gegen 1391, also mit 115 Bällen Borfprung hervor. Zahlreiche Sportbegeisterte verfolgten die äußerst interessanten Kämpfe und lohnten die Spieler mit größter Aufmerksamkeit und Beifall. Nach Beendigung des Spiels beglückwünschte dcr Bez'.rksvorfitzcnde, Herr Dr. Bundschuh (Mannheim), den 1. Gießener Billardklub zu sei. e n Erso g, und lobte die schönen Leistungen dcr Spieler. Mit einer Schaupartie des besten Mannheimer Bil- larv-Amateurs Dchnarchendorff gegen den Billardmeister Sommer (Gießen), die das Billard^piel in größter Bollendung zeigten, endete der Turniertag unter lebhafter Anerkennung aller Beteiligten. Die 1. Gießener Billard-Klub wird übrigens am Sonntag, dem 7. Dezember, den Billard-Klub Frankfurt zu einem Spiel der 2. Klasse hier begrüßen können. Die deutschen Reiter in Washington. Die deutschen Reit.roffiziire, die auf den Turnieren in Boston, Neuyork und Toronto schöne Ersolge erzielten, wurden in Washington vom Kriegsministcr und vom Generalstabschef empfangen und folgten am Abend einer Einladung des deutschen Botschafters. Auch dem Pr.isidenten Hoover soll die deu.sche Mannhaft noch ihre Aufwartung machen. 3m Fort Myer in der Nähe von Washington wohnten die vier Offiziere amerikanischen Kava lerieübungen bei. Marga von Etzdorf in Rabat. Die bekannte Berliner Fliegerin Marga von Etzdorf ist aus ihrem schwierigen Alleinflug im Kleinflugzeug, der sie von Berlin über Basel, Nimes. Barcelona nach Malaga führte, bereits auf afrikanischem Boden angelangt. Sie traf nach Mebcrquerung der Meerenge von Gibraltar in Rabat (Marokko) ein und setzt nun ihren Flug nach Casablanca fort. Als weit.re Stationen folgen dann Safi, Agadir und als Wendepunkt die Kanarischen 3nseln mit den Zw.schenlande- plähen Teneriffa und Las Palmas. Die unter- nehmungs.ustige F.iegerin will dann üb'r Oran, Algier, Tunis. Tripolis und Sizilien in die Heimat zurückkehren. Kurze Gportnotizen. Das Stockholmer Amateurboxturnier brachte dem Berliner Halbschwergewichtler Bölkner einen dritten Platz im Gesamtklassement seiner Gewichtsklasse durch einen Sieg über den Schweden Edgar Holtz nach Punkten. ♦ Der Berliner Sch litts chuh-Club empfängt am Wochenende die englische Nationalmannschaft im Berliner Sportpalast. • Am Weihnachts-Hockehturnier in Barcelona nehmen deutscherseits der HC. Uhlenhorst, SC. 1880 Frankfurt und der DHC. Hannover teil. England entsendet die London Occasionals und Paris wird durch Racing Club und Stade Fran^ais vertreten. * Die deutschen Schwimmei st erschaf- t c n werden nun doch in Königsberg im August nächsten 3ahres durchgeführt, da Magistrat und Stadtverordnetenversammlung die Mittel für den Bau eines Schwimmstadions bewilligt haben. • Rapid Wien, die Elf des diesjährigen Mitropacupsiegers, wird am 4.3anuar gegen Minerva 93, Berlin, antreten. Borher spielen die Wiener gegen den FK. Pirmasens (28.) und eine Münchener Kombination (1.1.). * Gust. S. Estländer, der bekannte schwedische Segelhacht-Konstrukteur, ist im Alter von nur 54 3ahren nach langem Leiden in Stockholm gestorben. Englische Eishockeyspieler in Ber- l i n. Eine englische Eishockey-Auswahlmannschaft gastiert am Samstag und Sonntag ün Berliner Sportpalast und trägt an beiden Tagen Spiele gegen den Berliner Schlittschu^lub aus. * Die Eishockeymannschaft des LTC. Prag spielt am Wochenende in Wien am Samstag gegen den Pohieinsdorfer SC. und tags darauf gegen den Wiener EB. * Der Münchener E isl auf v e r e in unternimmt im Dezember und 3anuar einige Aus- landreisen und trägt Wettspiele in den Alpen und Dolomiten, und zwar in Davos, Kosters, Salzburg, Cortina d'Ampezzo und Arosa aus. * Sprung konkurrenzen auf der Zugspitze. Der Skillub Partenkirchen teilt auf der Zugspitze eine Sprungschanze errichten, die auch dann noch benutzbar ist, toenn „im Tal" schon Frühling herrscht. Springteettbewerbe sollen am 5. und 6. April und am 24. Mai durchgeführt werden. M.-Mlinschasten im Spiegel der Vomnide. Nachdem die Ligareserve und dritte Mannschaft schon vor mehreren Wochen das letzte Spiel der Borrunde austrugen, beendete sie die Ligamannschaft am vorletzten Sonntag mit dem Treffen gegen Spielverein Kassel. 3m vergangenen 3aßt gehörte die Ligaelf des BfB. noch der 1. Bezirks- flaffe (2. Ligaklasse) an. Errang aber bei gleicher Punktzahl (20:8) mit Ockershausen die Qualifikation zum Aufstieg in die Bezirksliga. Dem Gießener Bertrctcr der Bezirksliga stellte die Saison 1930/31 naturgemäß eine viel schwerere Aufgabe als die vergangene. Mit der Stärke der Gegner wuchsen auch die an die Mannschaft gestellten Anforderungen. Sie hatte jedoch gleich einen guten Start, indem sie im ersten Spiet „Hermania" Kassel mit 3:1 abfertigte. 3m zweiten Treffen gegen „Borussia" Fulda unterlag die Mannschaft mit 0:4. Einen Sonntag später schlug sie FB. Ockershausen knapp mit 1:0. Den Kamps gegen „Germania" Fulda konnte sie mit 3:0 für sich entscheiden und sich dadurch für die Spitzengruppe qualifizieren. 3m Spiel gegen BfB. „Kurhessen" Marburg mußten sich ine BfBcr knapp mit 1:2 geschlagen bekennen. Trotzdem der Kampf der Mannschaft ein gutes Zeugnis ausstellte, nahm gerade diese Niederlage der Mannschaft das Selbstvertrauen, Die Leistungen ließen stark nach. Die restlichen drei Spiele der Borrunde gingen sämtlich verloren. Die Mannschaft wurde dadurch bis auf den drittletzten Tabellenplatz gedrängt. Als Ursache des auffallend starken Nachlassens der Elf ist einesteils die fortgesetzt veränderte Aufstellung, zum größten Teil aber der Mangel an Energie und Kampfgeist schuld. Es kann ihr der Borwurf nicht erspart bleiben, daß hierin in letzter Zeit manches versäumt wurde. Der Tabellenstand nach Beendigung der Borrunde: Verein Gew. VfB. Kurh. Mardg. 7 Verl. Unentsch. Tore Punkte 1 0 29:13 14:2 Borussia Fulda 5 2 1 18:6 11:5 Hessen Hersseld 3 1 4 11:7 10:6 Sport Kassel 3 3 2 18:14 8:8 Ockershausen 2 4 2 11:13 6:10 Hermania Kassel 2 4 2 18:23 6:10 PfB. Gießen 3 5 0 12:21 6:10 Germania Fulda 3 5 0 10:21 6:10 Spielverein Kassel 2 5 1 12:21 5:10 Fede der Mannschaften brachte acht Spiele zum Austrag. Die Ligareserve holte sich in der Saison 1929/30, nachdem sie sich mehrere Fahre hintereinander einen Platz in der Spitzengruppe erkämpft hatte, endlich die Meisterschaft ihrer Abteilung. Sie knüpfte an die Leistungen des Bo'-'chres an und ist auch diesmal wieder an zweiter Stelle der Tabelle zu finden. Das erste ^erbandssviel brachte ihr eine vermeidbare Niederlage, inoem sie gegen Saubringen 0:2 verlor, um dann gegen Nieder-'Deisel mit 2:1 zu gewinnen. Steinbach mußte sich mit 10:0 beugen. Gegen die Ligareserve der Gießener Spielvereinigung blieb die Mannschaft mit 1:2 im Hintertreffen. Gewann aber gegen Lollar mit 5:2. Bon Bedeutung für die Placierung war das Spiel gegen die erste Mannschaft Steinbergs, in dem die BfB.-Els mit 3:1 Sieger blieb. 3n der Nachrunde muß die Mannschaft sehr auf der Hut sein, wenn sie ihre günstige Stellung behaupten will, da der geringe Punktunterschied Berschiebungen sehr leicht möglich werden läßt. Die Tabelle: Berein Daubringcn I BfB. II Spvgg. 1900 II Lollar I Steinberg I Nieder-Weisel I Steinbach I Gew. Berk. Unentsch. Tore Punkte 4 1 1 13:4 9:3 4 2 0 4 2 0 3 1 2 3 0 3 2 0 4 0 0 6 21:8 8:4 15:13 8:4 19:12 7:5 19:13 6:6 7:14 4:8 2:32 0:12 Die dritte Mannschaft errang im Borjahre zum drittenmal hintereinander die Meisterschaft der 1. Gruppe der Gauklasse 1. 3n dieser Saison hat sie bis jetzt nur wenig schlechter abgeschnitten. Mit zwei Punkten Abstands folgt sie der dritten Mannschaft der Sp. Bgg. 1900 an zweiter Stelle. 3m ersten Treffen holte sie sich durch einen 5:1- Sieg über Dutenhofens zweite beide Punkte. Während sie gegen die vierte Mannschaft der Gießener Spielvereinigung nach mäßiger Leistung nur ein Unentschieden 2:2 erzielte, vermochte sie das nächste Tressen gegen den Tabellenersten, die dritte der Spielvereinigung, mit 4:1 für sich zu entscheiden, um gegen die erste Garbenteichs mit 4:5 zu unterliegen. Gegen Bieber wurde ein 3:2-Sieg erkämpft. 3m letzten Berbandsspiel teilte sie mit dem Gegner Leihgestern die Punkte. Garbenteichs zweite und Dutenhofens zweite Mannschaft überließen der BfB.-Elf kampflos die Punkte. Wenn die BfB.-Elf, die schon seit Fahren die beständigste ihres Bereins ist, die Spiele der Nachrunde noch mit mehr Eifer austrägt und vor allen Dingen stets vollzählig antritt, sollte sie nicht ohne Chance sein, sich auch diesmal wieder die Meisterschaft zu sichern. Die Tabelle: Berein Gew. Verl. Sp. Vag. 1900 III 7 1 VfB. Gießen III 5 1 Leihgestern I 4 1 Garbenteich I 4 2 Sp.Vyg. 1900 IV 4i 2 Daubrtngen II 4 4 Bieber I 1 5 Garbenteich II 1 7 Dutenhofen II 0 7 Zusammenfassend kann Berein für Bewegungsspiele seiner Mannschaften in der lährigen Saison, mit Spiele der Ligaelf, d Unentsch. Tore Punkte 0 28:8 14:2 2 21:14 12:4 3 42:11 11:5 1 41:18 9:5 1 21:15 9:5 0 14:23 8:8 2 7:19 4:12 0 10:42 2:14 1 5:39 1:15 nan sagen, daß der mit dem Abschneiden Borrunde der d:es- aßme der letzten vier s zufrieden sein darf. Preußen. Kreis Wetzlar. (h Krofdorf, 1. Dez. Bei der T r e i b j a g d am vergangenen Freitag und Samstag wurden in dem Feldtreiben am ersten Tag 51, am folgenden Tage in den Waldtreiben 55 Hasen zur Strecke gebracht. > Wißmar, 3.Dez. Der Bolksunter- Haltungs-Abend am vorigen Sonntag erhielt eine besondere Note dadurch, daß sein Ber- anstalter, der hiesige Bolksbildungsausschuß, an diesem Tage aus eine fünfjährige Tätigkeit zurück- bliden konnte. Die reichhaltige Bortragdfolge hielt die zahlreiche Zuhörerschaft lange in Bann. Es wirkten mit der Gesangverein Eintracht Wißmar, der Mandolinenklub, Frl. C. H o f m a n n, Wißmar (Sopran), der erblindete Schauspieler Mül- ler-Bary (Marburg), der sich als Meister der Bortragskunst erwies. Was in den fünf Fahren geleistet wurde und was auch fernerhin Aufgabe fein soll, tarn in den Ansprachen zum Ausdruck. Der Borsihende, Rektor Görnert, sprach es in seiner Begrüßungsansprache aus, der als Gast anwesende Leiter der Bolkshochschule Oberyessen, H e g a r (Gießen), sprach über die Frage „Was ist BiLung?“ in eindringlichen, allgemeinverständlichen Worten, und der Landrat des Kreises Wetzlar sprach über die hohe Aufgabe der Bolks- bildungsarbeit. Am 14. Dezember findet eine Ausstellung graphischer Kunstwerke und guter Fugendschriften statt. — Die hiesigen Zigarrenfabriken haben ihren Arbeitern zum 24. Dezember gekündigt. 200 Ortsansässige, meist Frauen und Mädchen, werden davon betroffen. -5 - Lützellinden. 1. Dez. Der hiesige Kaninchen» und Geflügelzüchterverein hielt in der Gastwirtschaft Franz eine lokale Kaninchen- und Geflügelausstellung ab, die bei einer Beschickung von rund 120 Nummern eine reichhaltige Auswahl guten Zuchtmaterials aufwies. Das Ergebnis der Prämiierung, die von den Preisrichtern Sodler, Burg-Niedergemunden (Geflügel) und Gerhard, Kirch-Göns (Kaninchen) vorgenommen wurde, geben wir nachfolgend wieder: t. K a- ninchen: ChinchUIa, Richard Ludwig, Ehrenpreis. Schwarzloh, Georg Pfaff, Ehrenpreis; Richard Ludwig, 1. Preis. — 11. Geflügel: Orpington, gelb, Frau Spruck (Bauernmühle), zwei Ehrenpreise; Wyandottes, weiß, Fohannes Franz, Ehrenpreis; Wyandottes, rebhuhnfarbig, Fritz Schäfer, Ehrenpreis; Sussex, hell, Friedr. Andermann, Ehrenpreis; Rhodeländer, Fritz Schäfer, Ehrenpreis; Minorka, schwarz, Frau Spruck (Bauernmüßle), zwei Ehrenpreise; Ftalie- ner, rebhuhnfarbig, Friedr. Bogt, Ehrenpreis und , 1. Preis; Italiener, schwarz, Wilhelm Altenhei- mer, Ehrenpreis und 1. Preis; Fohannes Engel, Ehrenpreis; 3taliener, gelb, Friedr. Andermann, Ehrenpreis und 1. Preis; Rheinländer, schwarz, Frau Spruck (Bauernmühle), zwei Ehrenpreise; Richard Hederich, 1. .Preis; Amerikanisches Leghorn, weiß, Fohcumes Engel, Ehrenpreis; Wilhelm Müller, 1. Preis, lli. Enten: Pekingenten, Frau Spruck (Bauernmühle), Ehrenpreis. IV. Tauben: Steiger-Kröpfer, Fritz Allendör- fer, zwei zweite Preise. V. Großgeflügel: Bronzeputen, Frau Spruck (Bauernmühle), zwei erste Preise. — Die nächste Berbandsaus- st e 11 u n g des Bereins, die noch von den Kaninchen- und Geflügelzuchtvereinen Wetzlar, Hochelheim und Hörnsheim beschickt wird, findet am kommenden Samstag und Sonntag in Wetzlar statt. < > Hochelheim, 2. Dez. Gestern ist im hiesigen Gemeindewald mit den Holz- fällungdarbeiten begonnen worden. Die Zahl der beschäftigten Holzhauer beträgt 60. <> Niederkleen, 2. Dez. Die Holzfällungsarbeiten im hiesigen Gemeindewald sind seit einigen Tagen im Gange. Insgesamt werden 50 Holzhauer beschäftigt, darunter eine Anzahl Arbeitslose aus der Gemeinde. AMOL 7 Tldlff.., DltU.-.ORUr.., b fiintt- und SaDenbel-ßd, 18,U M-Nihol, «00 Mass., 600 Spirit. — schmerzlindernd und betebent> bei Rheuma, Irchia«, Kopf-, Nerven- unb Erkältung«, schmerzen, Ermüdung u. Strapazen. In Npothktm und Trogrrlrn. — Schöne weiße Zähne: Chlorodont WH