Nr. 258 Erstes Blatt 180. Zahrgang Dienstag, 4- November 1950 Eriche 'n« rüglich,nutzer Sonntags und Frierlag» Beilagen; Die Illustriert, viehener Familienblätte, Heimat im Bild Die Scholle monats-Bejugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzetnerNummern infolge höherer (BeroalL Zernfprechanfchlüfie anterSQmmelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick lMd Verlag: vrühl'fche Univerfilälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 8christleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttaße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Brünings Appell. Die direkte und unmittelbare Form, in der sich Reichskanzler Dr. Brüning durch sein Interview mit dem „Petit Parisien" an den französischen Ministerpräsidenten gewandt hat, muh in Anbetracht der politischen AUgemeinumstände als ein politischer Akt von besonderer Bedeutung gewertet werden. Der Reichskanzler warnt vor einer „Politik des kühlen Abwartens" gegenüber Deutschland, wie sie Tardieu kürzlich proklamiert hat. Er stellt mit Recht fest, daß die europäische Politik einer schweren Stagnation onheimfallen müsse, wenn die französische Regierung ernsthaft solche Wege gehen wolle. Tatsächlich kann es für keinen politisch denkenden Menschen in Deutschland wie in Frankreich mehr zweifelhaft sein, daß von dem deutsch-französischen Verhältnis die gesamteuropäische Entwicklung entscheidend abhängt. Run betreiben allerdings erfahrungs- aemäh die Rationen ihre Politik niemals unter dem Gesichtswinkel der Entfaltungsmöglichkeiten eines ganzen Kontinents; das politische Streben jedes Volkes roirb ausschließlich v o n seinen eigenen Interessen aus orientiert. Immerhin sollte man meinen, daß Frankreich in den letzten zwölf Jahren trotz seines augenblicklichen Wohlstandes so viel gelernt hätte, daß es nicht ungestraft eine rücksichtslose Vormachtspolitik auf politischem und wirtschaftlichem Felde treiben kann, wenn es nicht das außerordentliche Risiko eines schweren Rückschlags erleben will. Noch sprechen heute scheinbar alle Momente zugunsten der französischen Hegemonieansprüche. Die französische Wirtschaft blüht, die Währung des Landes ist gesichert wie die keiner anderen Ration, das Bündnissystem Frankreichs ist durchaus intakt, und der sranzösischen Rüstungspolitik ist es gelungen, praktisch jede Verminderung der französischen Wehrmacht zu verhindern. Aber gerade weil das s o i st, gerade weil Frankreich heute wirtschaftlich wie politisch über die unbestritten stärkste Stellung in Europa verfügt, eine Position, die aus finanziellem Gebiete heute sogar stärker sein dürfte als die der Vereinigten Staaten, ist dieReaktionunaus- bleiblich. Mancherlei Anzeichen sprechen heute schon dafür, daß politische Krästegruppierungen tm Gange sind, die Frankreichs Vormacht ernsthaft ge- fährden und die auf die Dauer auch seine wirtschaftliche Stärke untergraben müssen. Wir haben dabei nicht nur die italienische Politik im Auge, auch die politischen Tendenzen Englands sind für Paris heute erheblich weniger günstig als etwa noch ein Jahr zuvor, obwohl auch damals schon erhebliche Kollisionen zwischen Paris und London eintraten. Nach dem Worte eines europäischen Staatsmannes sind seit einiger Zeit die Nationen aus der Periode, in der nahezu völlig die Außenpolitik die Innenpolitik bestimmte, tn ein Stadium eingetreten, in dem die Dinge umgekehrt liegen: Tempo und Nichlung der Außenpolitik wer- den durch die innerpolitischen Verhältnisse der Länder diktiert. Man braucht das Wort nicht allzu wörtlich zu nehmen. Man braucht insbe ondere nicht anzuerkennen, daß die außenpolitische Zielsetzung durch die innerpolitischen 'Verhältnisse bestimmt werde Soviel freilich ist auf jeden tfall richtig, daß die Innenpolitik jedes Landes wesentliches dazu beiträgt, Spannungen zu schaf- fen oder Spannungen zu mildern. Nur die wirklichen Siegerländer, zu denen beim heutigen Stand der Dinge Frank-eich ohne Frage zu zählen ist, haben es dabei voll in der Hand,, die Innenpolitik als wirksames Regulativ für ihr außenpolitisches Wollen zu benutzen. Unö eine Persönlichkeit von so starker politischer Autorität wie Tardieu ist ganz gewiß in der Lage, von dieser Seite her die weitere Entwicklung der deutsch-sranzösischen Beziehungen in hohem Grade zu beeinflussen. „ Nit einer ..Politik des kühlen Abwartens ist es dabei sreilich nicht getan. Die deutsche Außenpolitik ist seit zwölf Jahren beinahe völlig darauf gerichtet gewesen, durch eine entscheidende Besserung der deutsch-französischen Beziehungen auf allen Gebieten die Gesamtlage des Reiches zu entlasten und so dem europäischen Frieden besser zu dienen, als es die expansive Militär- und Rüstungspolitik Frankreichs bisher getan bat. Die Wahlen des 14. September waren der Ausdruck der bitteren Enttäuschung des deutschen Volkes Über das völlig negative Ergebnis dieser Bemühungen. Der französische Minister- Präsident hat es in der Hand, ob sich notge- drungenerm aß en aus dieser Enttäuschung praktische Fo lgerungen ergeben müssen, die unter Umständen das politische Gesicht Europas vollständig verändern können. Die Außenpolittk des Reiches kann wie die jedes anderen Landes nur von den eigenen Interessen diktiert werden. Wird der französische Ministerpräsident begreifen, daß es jetzt an Frankreich ist, diesem Umstand um des europäischen Friedens willen Rechnung zu tragen? Das pariser Echo -es Kanzlerinierviews. Paris, 3. Nov. (TTl.) Die Erklärung, die Reichskanzler Dr. Brüning gegenüber einem Vertreter des .Petit Parisien" abgegeben hat, hat in der Pariser Presse lebhafte Beachtung gefunden. Der „2 em p s" hält die Ausführungen Dr. Brünings sehr viel genauer als alle bisher von verantwortlichen deutschen Ministern gehaltenen Reden. Die Entwicklung der deutschen Politik nach der Ratif zicrung der Haager Abiorn- men und der Räumung des Rheinlandes habe bei den Alliierten zuviel Mißtrauen erweckt, als daß man nicht jede von der Reichsregierung ausgehende Initiative beobachten müßte. Wenn Dr. Brüning die Grundlage der deutschen Das Ganierungsprogramm vor dem Reichsrai. Eine große Rede des Reichskanzlers. - Oer Reichsfinanzminister begründet die Ausgabensenkungen und Abstriche an den ileberweisungen an die Länder. B e r 11 n , 4. Nov. (DDZ. Funkipruch. > Die heutige öffentliche Reichsratssihung fand im Großen Saale des Reichshaushaltsausschusses statt, der an Stelle des sonst benutzten kleinen Reichsratssaales gewählt worden war, um durch den größeren Rahmen die besondere Bedeutung dieser Tagung zu unterstreichen. Da der Reichstag jetzt nicht versammelt ist, waren Verhältnis nähig toenig Parlamentarier als Zuhörer antee end. während die Presse außerordentlich stark vertreten war. Linier den Gästen befand sich auch Reichstagspräsident Loebe. Reichs.anzlec Dr. Brüning erschien frühzeitig in Begleitung des Reichssinanz- ministers Dietrich. Bald darauf erschienen auch die Reichsminister Stegerwald und Sur- tius. Die Länder waren vielfach durch ihre Ministerpräsidenten verteien, so Preußen durch Ministerpräsident Dr. Braun und Bauern durch Ministerpräsident Held. Reichskanzler Or. Brüning: Wir stehen vor einem Gesetzgebungs- Werk, wie es von so großer Bedeutung uns seit vielen Jahren nicht vorgelegen hat. Dieses Ge- setzgebunswerk steht in engster Beziehung zu unserer Wirtschaftspolitik und vor allem unserer Außenpolitik, ja, cs bildet die Voraussetzung für unsere Außenpolitik. Nachdem wir die Freiheit von der aus - ländi schen Kontrolle durch die Annahme des Poungplanes bekommen haben, muh es die Ausgabe jeder Reichsregierung fein, wie sie auch parteipolitisch zusammengesetzt ist. daiür zu sorgen, daß von dieser Freiheit der richtige Gebrauch gemacht wird und Sicherungen dafür getroffen werden, daß diese Freiheit unter allen Umständen erhalten bleibt. Die Freiheit ist auch mit Opfern verbunden. Das Ziel unserer Finanz- und Wirtschaftspolitik ist, d.e A k t i o n s- fähigkeit unserer Außenpolitik zu erweitern. Wir müssen das Vertrauen zu unserer Wirtschaft wiedergewinnen. Ausland und Inland, vor allem aber die Wirtschaft, erwarten, daß das Finanz- und Wirtschastsprogramm in kürzester Frist Gesetz werde. Ein gewisser Zug der Resignation und Müdigkeit, der durch unsere Wirtscha t geht, muh beseitigt teerten. Wir haben die feste Zuversicht, dah es bei Anspannung aller Kräfte, Deutschland gelingen wird, den An - schluh an die we l t te i r t s ch ast l i che ftl m st e 11 u n g zu finden und dah Deut chland dabei weniger leiden wird als andere Länder. Der Streit bei den kommenden Verhandlungen im Reichsrat wird gehen um die lOO-BUUionen- ftürjung an den Länderüberweisungen, um das Bauprogramm der Reichsregierung, um die Senkung der Realsteuern und um den endgültigen Finanzausgleich, den wir in Form eines Rahmengesetzes Ende dieser Woche Ihnen zuleiten werden. Es wird möglich sein, die Real steuern zu senken. Das soll der Schlußstein sein zu den Preissenkungsmaßnahmen der Regierung, und damit soll das Argument beseitigt werden, das jetzt gegen die Preissenkung im Kleinhandel und bei den Lebensmitteln angewandt wird. Die agrarpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung köniitzn nicht irgendwie hinderlich sein, zu einer wirklichen Preissenkung auch auf dem Gebiete der Lebensmittel zu kommen. Wir bedürfen zur Durchführung der Preissenkung der Unterstützung der Öffentlichkeit und der Presse. Wir sind auch überzeugt, daß es möglich sein wird, den Wohnungsmarkt in Gang zu bringen. Wir müssen in diesem oder im nächsten Jahre zu einer Ueberleitung des Wohnungsmarktes oon der rein staat- lichen Unter st ützung zur Privatwirtschaft kommen, weil wir sonst in zwei ober drei Jahren vor einem jähen Absturz stehen und jahrelang Hunderttausende arbeitsloser Bauarbeiter haben würden. Unbedingt notwendig ist rücksichtslose Sparsamkeit auf allen Gebieten, denn mit weiteren Steuererhöhungen können wir den Finanzbedarf nicht mehr decken. Auch in der Tabakbesteuerung haben wir jetzt das Optimum erreicht. Die einzige Steuer die nach erhöht werden könnte, wäre die Umsatzsteuer, aber eine solche Erhöhung wäre unvereinbar mit unserer Preissenkungsaktion. Zur Kürzung der Bcamlengchälter muhten wir greisen, weil einfach ein anderer Weg nicht vor- Handei, war. Wir haben das gewih nicht leichten Herzens getan, aber wir meinen, dah die Beamtenschaft sich durch dieses Opfer am stärksten in das Bolksganze einfügen wird. Rach einiger Feit wird man erkennen, dah durch diese Rot- mahnahmen die Reichsregierung dem Berufsbeamtentum keinen Schaden, sondern einen treuen Dienst erwiesen hat. Berlin, 3. Roo. (WTB.) Die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände e. D. behandelte die Frage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitszeitverkürzung. Man kam zu dem Schluß, daß die schematische und generelle Verkürzung der Arbeitszeit, wie sie jetzt vielfach gefordert werde, kein geeignetes Mittel zur Verringerung der Arbeitslosigkeit sei, daß sie vielmehr im Gegenteil durch die mit ihr verbundene Steigerung der Produktionskosten und die in ihr enthaltene (Einengung der Bewegungsfreiheit der Betriebe die Arbeitslosigkeit vergrößern würde. Ohne eine allseitige Senkung der Gestehungskosten, wie sie auch im Sanierungsprogramm der Reichsregierung als unerläßlich bezeichnet sei, könne eine Wiederbelebung unserer Wirtschaft und damit eine durchgreifende Besserung der Arbeitslosigkeit nicht erreicht werden. Soweit die Selbstkostengestaltung der Wirtschaft durch den Lohn beeinflußt werde, fei eine Herabsetzung der Selbstkosten nur entweder durch Sen ° kunaderLöhne oder durch Verlängerung der Arbeitszeit mit gleichbleibendem Lohn möglich. Eine derartige Arbeitszeitverlänge- rung habe neben ihrer produktionspolitischen Wirkung (Senkung der Selbstkosten und damit Verbilligung der Produktion — besonders für den Bergbau) sozial zugleich die Bedeutung, daß dem Arbeitnehmer auf diese Weise sein bisheriges Einkommen erhalten bleibe. Ihre Durchführung sei aber selbstverständlich abhängig von der Möglichkeit eines entsprechend vermehrten Absatzes, so daß ihr zur Zeit erkennbare Grenzen gesetzt seien. Eine Arbeitszeitver- kürzung mit Lohnausgleich sei in ihrer wirtschaftlichen Wirkung einer Lohnerhöhung und damit der Erhöhung der Unkosten gleichzusetzen. Dieser Weg scheide also ohne weiteres aus. Durch Verkürzung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich werde zwar das Lohneinkommen des einzelnen Arbeiters je nach dem Maß der Verkürzung gesenkt, die G e s a m 11 o h n s u m m e des Betriebes bleibe aber zum mindesten gleich, wenn sie sich nicht sogar auch in diesem Falle erhöht. Der g l e i = Wir müssen an den Reichsrat die Ditte richten, innerhalb 14 Tagen die Gesamtheit dieser Gesetze zur Verabschiedung au bringen. Das ist gewiß eine außerordentlich schwierige Arbeit, aber sie ist notwendig zur Wiederberuhigung der öffentlichen Atmosphäre in Deutschland und zur Ankurbelung der Wirtschaft, die die Voraussetzung ist für eine Preissenkung und für eine Einschränkung der Arbeitslosigkeit. Wir haben uns damit beschäftigt, wie der Arbeitslosigkeit gesteuert werden kann, aber die Reichsregierung lehnt es ab, in dieser Stunde Einzelmaßnahmen vorzuschlagen, weil Voraussetzung die Beschaffung von Kapital und Kredit ist. Das wird nur möglich sein, wenn es gelingt, vorher in kürzester drift dieses Gesetzgebungswerk zu erledigen. Der Reichsrat befindet sich in einer großen geschichtlichen Stunde seiner Tätigkeit. Sie wissen alle, daß schnelles Handeln notwendig ist und daß davon ein großes Stück der Zukunft des Deutschen Volkes abhängig ist. Rerchsfinanzmimster Dietrich erläuterte dann die vorliegenden Gesetzentwürfe tm einzelnen. „Es handelt sich dabei um den chen Gesamtproduktion stehe also mindestens der gleiche Gesamtlohnaufwand und damit die gleiche Belastung der Produktionseinheit durch den Lohn gegenüber, so daß auch diese Forderung an dem Grundproblem der Senkung der Selbstkosten vorbeigehe. Vielfach sei die Meinung vertreten worden, daß durch generelle Arbeitszeitverkürzung zahlenmäßig eine so erhebliche Anzahl oon Arbeitslosen in den Produktionsprozeß e i n g e ft e 111 werden könnte, daß dadurch die Erwerbslosenzahl nennenswert verringert und dadurch zugleich die Belastung der Wirtschaft durch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in erheblichem Umfange herabgesetzt werden könnte. Daß diese Auffassung unrichtig sei, ergebe sich aus folgenden Zahlen: Die derzeitige Gesamtzahl der Arbeitslosen betrage rund drei Millionen. Hierfür sei ein Gesamtaufwand von rund drei Milliarden erforderlich. Bei den in Industrie und Handwerk in Frage kommenden Betrieben seien zur Zeit noch etwa 5,5 Millionen Arbeitnehmer voll beschäftigt, da fast 25 Prozent in diesen Betrieben im Durchschnitt bereits kurz und zwar 40 Stunden und weniger arbeiten. Hieraus ergebe sich, daß eine schematische Verkürzung der Arbeitszeit nicht annähernd zu einer solchen Verringerung der Arbeitslosigkeit und der durch sie eintretenden Belastung führen könne, wie dies vielfach erhofft werde. Eine Ausdehnung der Notstandsarbeiten wird gleichfalls als kein geeignetes Mittel zur Verminderung der Arbeitslosigkeit angesehen, da das zu einem derartigen Ausbau erforderliche Kapital fehle. Die gleichen Gründe ständen auch der Durchführung einer allgemeinen Arbeitsdienstpflicht entgegen. Weiterhin werden aus grundsätzlichen Erwägungen heraus die S u b v e n - tionen und besondere Lohnzuschüsse an private Betriebe aus öffentlichen Mitteln a b g e l e h n t, da der Begriff der privatwirtschaftlichen Tätigkeit die Gewährung öffentlicher Mittel ausschließe. Im übrigen könne gesetzlicher Zwang zu keiner Besserung führen, jeder Betrieb müsse vielmehr selbst dauernd prüfen, inwieweit er zur Milderung der Arbeitslosennot beitragen kann. D e Vekämpsung der Arbeitslosigkeit Oie Arbeitgeberverbände zum Vorschlag der Arbeitszeitkürzung. Außenpolitik in der ehrlichen Durchführung der internationalen Verträge und der friedlichen Zusammenarbeit der Völker sehe, fo müsse dem gcgenübergehalten werden, daß es sich bei der jetzigen Regierung um ein Minderheitenkabinett handele, das dem starken Druck der Rechtsparteien ausgesetzt fei. Es müsse ferner die Frage aufgeworfen werden, ob die Regierung auch immer in der Lage sein werde, fich auf dem Gebiet der ehrlichen Durchführung der Verträge und der friedlichen Zusammenarbeit der Völker zu bewegen. Die Reichsregierung werde sich in Zukunft an die Taktik Stresemanns halten, die Deutschland große Vorteile gebracht habe. Die Erklärung Dr. Brünings fei auf alle Fälle bemerkenswert, es fei zu wünschen, daß die Handlungen des Reichskabinetts die Ehrlichkeit dieser Erklärung bestätigten. Das „Journal des Debats" hält die Ausführungen des Reichskanzlers für außerordentlich schwerwiegend. Seine Erk.ärungrn se:en ein Beweis dafür, dah die Regierung dieselbe ^lmsturzpoliiik befolgen wolle, wie die unnachgiebigsten Rationalisten. Der einzige Unterschied bestehe in der Form. . Der „Petit Parisien" ist der Ansicht, datz die Ausführungen des Kanzlers die Linien darstellen, die die deutsche Außenpolitik in den nächsten Monaten verfolgen werde. Diese Erklärungen so betont der „Petit Parisien", zeugen von einem Willen der Kaltblütigkeit, des Realismus und der Vorsicht, den man unbedingt den Fauftschlägen auf den Tisch vor- I ziehen muß. Nichts an Brüning erinnere an Die intellektuelle Geschmeidigkeit, die Passionen und die Dialektik Stresemanns. Er überlege, indem er sich an Zahlen und Tatsachen halte. Er spreche mit genauen Absichten und handle als Geschäftsmann. Wer mit Brüning spreche, gewinne unbedingt den Eindruck, einem amerikanischen Minister gcgenüberzuftehen. Seine Erklärungen forderten sicherlich gewisse Vorbehalte und Einwände. Sie zeigten aber im allgemeinen den Wunsch, Deutschland aus der Sackgasse herauszubringen, in Die unverantwortliche Demagogen es getrieben hätten, und bedeuteten gegenüber Frankreich eine ähnliche Geste, die die Wiederaufnahme des Kontakts begünstigen sollen sowohl in wirtschaftlicher wie auch in diplomatischer Beziehung. Einen Kontakt, den die herausfordernden Ansprüche der äußersten Rechten stark kompromittiert hätten. Belgische Aufrüstungspläne. Zn Anlehnung an das französische Festungsnetz. Brüssel, 3. Nov. (XU.) Für die Verteidigung der belgischen Ostgrenzen sowie die Erhöhung der allgemeinen Tewaifnungsausgaben hat die Regierung auf Antrag des Kriegsministers de Brogueville ein umfassendes Programm ausgearbeitet, in dem die notwendigen Ausgaben mit etwa zwei Milliarden Franken beziffert wurden. Nachträglich wird bekannt, dah in Brüssel vor einigen Tagen Besprechungen zwischen Vertretern des französischen und belgischen Genera Ist abs stattgefunden haben, wobei von franzöji.cher Seiie den Belgiern sehr ernste Vorhaltungen gemacht wurden, bah die vorgesehenen belgischen Pläne nicht den Bedingungen des belgisch-französischen Militär abkommens entsprechen. Diese Vorhaltungen haben augenscheinlich den belgischen Generalftab unmittelbar veranlaht, die Angliederung der belgischen Rüstungen und Verteidigungsanlagen an die französischen Pläne mit vermehrtem Eifer zu betreiben. Von den Einzelheiten des belgischen Aüstungsplanes ist bekannt, dah die Fe st ungen Antwerpen. Lüttich und Namur völlig modernisiert werden sollen. Zur Verstärkung der Verteidigungsanlagen an der belgisch-holländischen Grenze sollen nördlich von Antwerpen und bei Maastricht Stützpunkte und strategische Tahnftrecken ausgeoaut werden. Auch der neue Albert-Kanal sowie der im Ausbau begriffene Kanal Antwerpen—Lüttich sollen in das Ver- teidigungsneh einbezogen werden. Schon heute dürfte feststehen, daß die veranschlagten zwei Milliarden Franken für die Durchführung des Gesamt- Programms in keiner Weise ausreichen werden. Aus offiziöser Quelle wird bereits eine Neuforderung von 1 2 5 0 Millionen gemeldet. Die Stellungnahme des Parlaments gegenüber dem Regierungsplan läßt fich noch nicht übersehen. Jedenfalls wird die Regierung die öffentliche Meinung durch verstärkte Hinweise auf deutsche Angrifssabsichten zu beeinflussen versuchen. Etat, um daS Gehaltskürzungsgesetz, um das Gesetz zur Senkung des Personalaufwandes, um die Ausgabenbe- grenzung im Haushalt, um die Fortsetzung der bisher als Notverordnung verfügten Zuschläge zu den höheren Einkorn - m e n s st e u e r st u f e n, um die Fortsetzung der Erhöhung der Tantiemen st euer, um die Senkung der Real steuern und die Vereinfachung des Steuersystems. Die Vorlage zur Erhöhung der Tabak- steuer wird in den nächsten Tagen eingehen. Der Reichshaushalt, wie er Ihnen jetzt vorliegt, weist in Einnahmen und Ausgaben insgesamt eine Summe von 10 655 000 Mark auf. Diese Summe ist gegenüber dem endgültigen Etat des Jahres 1930, wie er auf Grund der Notverordnung vom Juli ausgestellt war, um 1,14 Milliarden Mark gesenkt. Zunächst haben wir das Haupt- und Kernproblem ersaht, indem zunächst die Arbeitslosenversicherung abgehängt wurde, bis auf einen Betrag von 420 Millionen Mark für die Krisenfürsorge. Dadurch ist gegenüber dem Etatsjahre 1930 auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung eine Minderausgabe von 267 Millionen entstanden. Dieser Abstrich ist möglich, weil sich die Arbeitslosenversicherung durch die in der Zwischenzeit erhöhten Beiträge von 6,5 Prozent, die hoffentlich nicht lange Zeit notwendig sein werden, selbst erhalten muh. Die Gehaltskürzung bedeutet für das Reich, einschließlich der Poft, eine Ersparnis von 124 Millionen Mark. Bei den Ländern und Gemeinden sind die Ersparnisse aus der Gehaltskürzung auf 270 Millionen geschäht. Davon sollen 170 Millionen den Ländern und Gemeinden verbleiben, während 100 Millionen an den Lieberweisungen gekürzt werden sol'en. Das ist zunächst der erste größere punkt, in dem in den Verhandlungen der letzten Wochen mit den Ministern der Länder eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Die Länder wehren sich gegen diesen Abzug. Ich halte ihn für begründet, weil an dem Steuerausfall das Reich etwa mit doppeltem Befrag partizipiert, wie Länder und Gemeinden, und weil der Gedanke, einen starken Druck in der Richtung der Sparsamkeit auf der ganzen Linie auszuüben, durch diesen Abstrich dokumentiert werden soll. Endlich sind die 100 Millionen erforderlich zum Ausgleich des Etats. Den Ländern und Gemeinden bleiben immerhin noch 170 Millionen Reichsmark Ersparnisse aus der Gehaltskürzung. Der Redner begründet sodann diese Mahnahme, Vie nur durch die äuherste Not zu erklären ist und nur auf drei Jahre getroffen werden soll, mit der Notwendigkeit, um jeden Preis die Etats von Reich, Ländern und Gemeinden in Ordnung zu bringen, ohne die Wirtschaft weiter au droitelk. Eine solche Drosselung durch neue, die Produktion belastende Steuern würde sehr bald nicht zu Mehreinnahmen, sondern zu verstärkten Steuer- ausfällen führen und damit die Möglichkeit der Gehaltszahlung noch mehr gefährden. Besonders schwierig ist die Frage, in welcher Formdie Gehaltskürzung in den Ländern und Gemeinden durchgeführt werden soll, ob Vies von Reichs wegen geschehen, ob das Reich ihnen eine Ermächtigung geben oder ob sie Ländern und Gemeinden überlassen werden soll. Die jetzige Regelung sieht vor, dah die Länder berechtigt und verpflichtet sind, die Bezüge ihrer Beamten im Ausmaße des Reiches zu kürzen, und zwar auch im Verordnungswege. Das gleiche gilt für dieGe- weinden mit der Maßgabe, dah die Länder berechtigt sind, die Kürzung für die Beamten der Gemeinden mit unmittelbarer Wirkung und endgültig im Verordnungswege anzuordnen. Wenn die Gemeinden die vorgesehene Kürzung nicht bis zum l.März 1931 von sich aus an- geordnet haben, sind die Länder verpflichtet, diese Kürzung mit Wirkung vom 1. April 1931 ab von s i ch aus rechtswirksam anzuordnen. Das Gesetz über die A.u sgabenbegrenzung bestimmt, daß in Reich, Ländern und Gemeinden die Ausgabenansähe für 1932 und 1933 nicht die Summen überschreiten dürfen, die für 1931 festgesetzt sind. Ein umfangreiches Gesetz macht die Tschaikowsky und Brahms. Zum bevorstehenden ersten Symphonie- Konzert des Gießener Konzertvercins. Schon gelegentlich der Aufführung der H= Moll-Symphonie konnte darauf verwiesen werden, dah Tschaikowsky nicht zu den rein russischen Musikern zu zählen ist, sondern dah er zum Mittler wird zwischen der musikalischen Einstellung der Osteuropäer und der westeuvopäi- schen Musik. Während die spezifisch russischen Komponisten mehr oder minder zu einem Künder der nationalen Volksseele mit ihrem eigenartig schwermütigen Empfinden im Spiegel der heimatlichen Landschaft werden, bricht bei Tschaikowsky mehr das rein persönliche Moment durch: so erweisen seine Werke eine starke Derwachsenheit mit seinem Persönlichen. Tschaikowsky war von äußerst sensibler Natur, ungeheuer leicht erregbar mit einem starken Einschlag zum Melancholischen. „Ein ganzer Ozean voll Wut kocht in mir wochenlang wegen einer Lappalie." Eine treffendere Aeuherung über die Erregbarkeit feines Innern konnte uns kaum überliefert werden. Dem steht andererseits eine Feinnervigkeit gegenüber, gepaart mit innerer Vornehmheit und einem ausgesprochenen sinnlichen Schönheitsempfinden. Aus dieser Grundlage ist es z. D. zu verstehen, dah er in den Werken seines Zeitgenossen Johannes Brahms wohl Ernst, Gediegenheit erkennt, aber die Schönheit vermißt. Der Begriff der musikalischen Schön» heit deckt sich bei ihm mit einer eindeutigen Sinn- fälligkoit des Melodischen und dem Reiz des Klanglichen. Er kann zu Brahms' Melodik keine innere Stellungnahme gewinnen. „In der Musik dieses Meisters liegt für das russische Herz etwas Trocknes, Kaltes, Nebelhaftes und Abstoßendes von unserem Standpunkt aus sehlt Brahms jede melodische Erfindung. Der musikalische Gedanke wird bei ihm nie ganz ausgesprochen. Kaum ist eine melodische Phrase angedeutet, so wird sie scbon von allerband harmonischen Modulationen überwuchert, als ob der Komponist sich eigens zur Aufgabe gemacht hätte, unverständlich und tief zu sein. Er irritiert geradezu unser musika- lischä Gefühl, indem er dessen Bedürfnis nicht befriedigt und sich scheut, in dem Ton mit uns zu reden, der zu Herzen geht." Zwei grundverschiedene Welten eröffnen sich jo in den Werken beider Meister, bei dem einen Vereinfachung des Steuerwesens notwendig. Außer der Befreiung der Vermögen bis zu 20 000 Mark von der Vermögenssteuer und der Umsätze bis zu 5000 oder 6000 Mark von der Umsatzsteuer liegen die Vereinfachungen bei der landwirtschaftlichen und gewerblichen Besteuerung. Die Schwierigkeiten der landwirtschaftlichen Besteuerung werden am einfachsten dadurch beseitigt, daß man bei denjenigen Zensiten, die ein Vermögen von weniger als 20 000 Mark zu versteuern haben, nur noch eine Grundsteuer erhebt. Vor einer Gebührenermäßigung der Reichspoft. Berlin, 3.Nov. (HJIB.) 3m Arbeitsausschuß des Verwaltungsrates der Deutschen'Reichspost erklärte heute der R e i ch s p o st m i n i st e r aus Anfrage, dah er sich der maßgebenden wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Preissenkung s- frage voll bewuht sei und dah die Deutsche Reichs- poft bereit fei, im Zuge und im Rahmen einer allgemeinen Preissenkung feilens der Industrie und des Handels eine entsprechende Gebührenermähigung ein- trelen zu lassen. Des weiteren stellte der Reichspost- Minister fest, dah entgegen den in der Presse mehrfach gemachten Mitteilungen eine Steuer auf den Rundfunk oder eine Heraufsetzung der Rundfunkgebühren nicht b e a b f ich t i g l sei. Oie Kommunalsteuern in Preußen. Berlin, 3.Nov. (BDZ.) Mit dem Entwurf zur Durchführung derGerncindebiersteuer, Getränke st euer und Bürgerst euer beschäftigte sich am Montag der Hauptausschuh des Preußischen Landtags. Ministerialdirektor v. Lehden schätzte die Einnahmeausfälle der Gemeinden für 1931 durch geringere Steuereingänge und höhere Wohlfahrtslasten auf 607 Millionen, denen aber nur Mehreinnahmen auf Grund der neuen Steuern, der Besoldungserfpamisse usw. von 495 Millionen gegenüberständen, so daß ein Minus von 112 Millionen bleibe. Die zwingende Vorschrift für die Aufsichtsbehörde, soweit es zum Ausgleich des Haushalts der Gemeinde erforderlich ist, mit Zustimmung der Beschluhbe- hörde die Gemeindebier-, Getränke- und Bürgersteuer oder einzelne dieser Steuern einzuführen, wurde in eine Kannvorschrift gemildert. Auch darf die Aufsichtsbehörde erst eingreifen, wenn die Gemeinde mehr als 350 Prozent der Grundvermögens st euer oder mehr als 600 Prozent der Gewerbeertrags- steuer oder mehr als 1200 Prozent der Gewerbekapitalsteuer oder mehr als 1800 Prozent der Lohnsummen st euer erhebt. In Fällen beabsichttgter Einführung der Gemeinde- getränkesteuer soll außerdem der Landwirtschaftsminister beteiligt werden. Oer Kurs der Landvolkpartei. Kampfansage an das Preutzenkabinctt. Berlin, 3. Nov. (TU.) Der Parteivorstand und die Reichstagsfraktion der Partei Deutsches Landvolk (Christlich-nationale Dauern- und Landvolkpartei) hat sich auf ihrer Frankfurter Tagung vom 1. November d. I. eingehend mit der gesamtpolittschen Lage beschäftigt. Ausgehend von der Tatsache, daß ohne Beseitigung der Tributlasten Staat, Wirtschaft, Finanzen einer wirklichen Gesundung nicht entgegen-v?'"'Art werden können, wird die Partei unentwegt den Kampf gegen Versailles, Voungplan und Kriegsschuldlüge, für äußere und innere Freiheit und die Wehrhaftigkeit der Nation fort« setzen. Die Partei erwartet, daß infolge des Mißerfolges des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages gelegentlich der Voungdebatte die Reichsregierung in dieser außerordentlichen Frage ungesäumt dieInitiativeergreift. Der Parteivorstand erkennt den Führungswillen der Reichstagsfraktion insbesondere in germanische Tiefsinnigkeit, bei dem andern russisches Volkstum, in dem Romanentum lebhaft mit« schwingt. Es wäre vielleicht verfehlt, in den Werken Tschaikowskys vorwiegend ein gewisses Moment des Geglätteten, Salonhaften erkennen zu wollen, dessen Ursache vielleicht in dem Einfluß des vornehmen Lebenskreises, dem er grundlegende Eindrücke verdankt, und in der ihm zu- teilgeworbenen musikalischen Erziehung zu suchen wäre; zum andern wäre aber eine andere Wesensseite seines Schaffens damit nicht erfaßt: nämlich jenes Aufwallen und Aufsteigern bis zur naturhaft elementaren Kraftäußerung. Beide Seiten ruhen mit ihren Wurzeln in seiner Persönlichkeit. Der Erfolg von Tschaikowskys „Pathetischer" Symphonie, die ja kurze Zeit vor seinem Tode zur Aufführung gelangte, hat die musikalische Welt angeregt, sich auch seiner früheren symphonischen Arbeiten anzunehmen, und zumal die Fünfte Symphonie in E - QU o 11 hat ihre Stellung auf dem Konzertprogramm mit vollster sachlicher Berechtigung behauptet. — Das einleitende Andante-Thema mit seiner Mollschwermut und Ernsthaftigkeit wird zu einem Motto für das ganze Werk. 2n allen vier Sätzen kehrt es wieder. Meist erscheint es da, wo der geistige Gehalt des Satzes zu einer besonderen Entwicklung hindrängt und mit seiner entschlossenen Haltung stellt es immer wieder die Beziehung zur Grundidee des Werkes her. Das bewegte Hauptthema des Allegrosatzes läßt mit seiner Einführung und weiteren Entwicklung interessante Einblicke zu, wie Tschaikowsky ihm gleich an einführender Stelle mannigfache klangliche Seiten abzugewinnen vermag, sei es durch dazwischen gestreute Nebenstimmen und durch klangliche und rhythmische Beleuchtung. Nach seinem Höhepunkt erscheint weichhingebend ein Seitenthema, nur kurz ist seine, Dauer: nach lebhafter Aufwallung erwächst ein leidenschaftsvolles, gesangliches Thema in leuchtendem Dur. Die Durchführung wird besonders beherrscht vom Hauptthema, und dem Ueberlei- tungsmotiv zum Gesangsthema: sie erhebt sich zu großen Steigerungen. Bei der Wiederkehr ist zu- nächst das Fagott Träger des Hauptgedankens, eine kurze Episode, nur bestritten von Den Holz-, bläsern, führt zu seiner endlichen Gestalt. Nach der Wiederkehr aller Themen ergreift das Haupt- thema noch einmal das Wort: nach vollster Cner- gieentfaltung sinkt es ab, verebbt, verliert sich klanglich, zuletzt hallen Cello, Kontrabaß, Fagott t und Pauke nach mit dem tiefstliegenden t>Moll- der Behandlung landwirtschaftlicher Fragen an. Die Tatsache, daß eine Mehrheit des Reichstages durch Vertagung das Parlament ausgeschaltet und somit landwirtschaftliche Lebensfragen einer parlamentarischen beschleunigten Erledigung entzogen habe, verpflichte die Reichsregierung zu besonders tatkräftigem Handeln. Die neuesten Vorgänge in P'reuhen, insbesondere die herausfordernd wirkende Besetzung wichtigster Stellen durch sozialistische Parteimänner offenbarten die wahre Richtung des derzeitigen Preuhenkurses. Das Landvolk lehnt diese Preußenregierung mit Entschiedenheit ab. Eine nationale Reichspolitik sei solange in Frage gestellt, als die marxistischen Kräfte in Preußen am Ruder sind. Die Landvolkpartei werde darum alle Maßnahmen unterstützen, die zur D e s e i t i g u n g der schwarz-roten Koalition in Preußen führen. Oaladier für eine deutschfranzösische Verständigung Paris, 4. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der Vorsitzende der Radikalen Partei, D a l a d i e r , erklärt in feinem Blatr „La Republique“, Deutschland bedrohe Frankreich nicht. Ls verlange weder Korsika noch Savoyen, weder Tunis noch Nizza. Ls denke nicht daran, sich das Elsaß wieder anzueignen, aber es leide unter der beispiellosen Wirtschaftskrise, die 15 Millionen Menschen ins Elend bringe. Es beschwere sich darüber, daß die Herabsetzung der Rü ft ungen, die ihm aufgezwungen wurde mit dem versprechen, dah die Sieger freiwillig diesem Beispiel folgen würden, einseitig geblieben sei. Deutschland protestiere gegen die Schaffung des polnischen Korridors. Sei es denn unmöglich, | für diese Probleme vernünftige und friedliche Lösungen zu finden? was werde Frankreich tun, wenn Deutschland unter Berufung auf die Vertragstexle die Verstärkung seines Berufsheeres verdoppele? Werde Frankreich an Deutschland eine Protestnote übergeben lassen? Werde Frankreich Deutschland den Krieg erklären auf die Gefahr hin, einem neuen Drei bunb gegenüber- zustehen? werde Frankreich, wenn sein Vertrag mit Polen in zwei Jahren abläuft, die Verpflichtung erneuern, wegen des polnischen Korridors Krieg zu führen? Oie Kaiserkrönung in Addis Abeba. Die Geschenke der fremden Machte. London, 3. Nov. (TU.) Im Anschluß an die eigentliche Krönungsfeier in Addis Abeba empfing der neue abessinische Kaiser öie ausländischen Vertretungen, darunter von deutscher Seite den Freiherrn vonWald- Hausen, der eine Photographie des Reichspräsi-denten von Hindenburg mit eigenhändiger Unterschrift im Goldrahmen, sowie mehrere hundert Flaschen echten deutsch e n R h e i n w e i n e s als Geschenk überreichte. Die Italiener schenkten ein Flugzeug, die Griechen ein Bronzestandbild, die Ae g y p - ter eineSchlaszimmer-Einrichtung. Der amerikanische Vertreter übergab einen Sprechfilmapparat neuester Bauart. Auch amerikanische Geschäftshäuser hatten Geschenke übersandt, darunter elektrische Kühlapparate und landwirtschaftliche Maschinen. Amerikanische Filmgesellschaften ließen Dem neuen Kaiser die Filme von „Ben Hur" überreichen. Der Papst hat an den Kaiser ein herzlich gehaltenes Handschreiben gerichtet, in dem er an den Besuch Ras Tafaris im Vatikan erinnert und Die Droben kaiserlichen Wohlwollens gegenüber den Belangen des katholischen Glaubens erwähnt. Der Papst hat dem Kaiser einen Mosaiktisch und zwei Gemälde aus dem 15. und 16. Jahrhundert zum Geschenk gemacht. Akkord: ein Vorahnen des Schlusses der Pathetischen Symphonie. Der zweite Sah gibt weichem Empfinden Raum. Nach choralartigen Einleitungstakten der tiefen Streicher erblüht eine innige Kantilene, zunächst vom Horn getragen, dann aufblühend in den Holzbläsern zu einer neuen Bildung führend — (Zwie- gesanF zwischen Oboe und Horn) — endlich entfaltet sich das Thema zu seiner vollen Gestalt: einen Gegensatz voll Drängen und innerer Unruhe bildet das zweite Thema: und da, wo ein Konflikt auszubrechen droht, erscheint das Einleitungsthema zum ersten Satz mit eherner Straffung. Nun erwacht wieder das Hauptthema: aber noch einmal Hingen, fast warnend, Die Rhythmen des Mottothemas hinein: in lichter Klangschönheit entschwindet der Sah. An Stelle des Scherzos seht Tschaikowsky einen Walzer mit graziöser rhythmischer Ausprägung. Jedoch auch hier verdunkelt sich das Bild: die aufgeregten Figuren des Mittelsatzes schwingen noch bei der Wiederkehr des Hauptsatzes nach. Die Haupttonart A-Dur wendet sich hier plötzlich nach b-Dur, und, kurz vor Schluß des Satzes, lassen Fagott und Klarinette das Mottothema hineinklingen. — Fast scheint der Sieg errungen, Denn das Mottothema beginnt das Finale in lichtem, bejahendem E-Dur in vollen breiten Akkorden. Noch aber ist der Sieg nicht endlich, noch zeigen sich Schatten. Der Jubel versinkt, im Abklingen meldet sich schon das Kampfes- thema, das nun mit elementarer Macht hervorbricht: ihm erwachsen Seitenthemen, Die sich in kontrapunktischer Führung erschließen, bis sich Dann das zweite Hauptthema, innerlich Dem Hauptthema des zweiten Satzes verwandt, klanglich ausbreitet. Vor Der Reprise erscheint ein neuer aufstrebender Gedanke. Die Coda läßt in triumphalen Klängen das Mottothema sich als Sieger zeigen, und in dem Presto erhält das Finale seinen krönenden Abschluß. Die überlieferte Symphonieform hat so durch Tschaikowsky eine persönliche, aber organisch gefügte und erwachsene Umformung erfahren, ge- feftigt durch die Geschlossenheit inneren Erlebens. • Eine ganz andere Welt tritt uns inBrahms' Schaffen entgegen: Bei Tschaikowsky spontan fließende Erfindung, bei Brahms ein Abringen des innerlich Geschautem, dem mitz konzentriertester geistiger Durchdringung die letzte in sich organilch begründete Formung zuteil wird. Dort Vor den Wahlen in Amerika. Schlechte Aussichten für Hoover. Neuyork, 3. Nov. (TU.) In Den Vereinigten Staaten finden am Dienstag Die Wahlen zum Repräsentantenhaus statt. In 33 Staaten sind turnusmäßig eine Reihe von Senatsman- Daten zu erneuern. 32 Staaten haben außerbem neue Gouverneure zu bestellen. Die schwere Wirtschaftskrise, Die über Dem ganzen Lande verbreitete Arbeitslosigkeit und Der leidenschaftliche Kampf für und wider Die Prohibition gaben dem mit ungewöhnlicher Heftigkeit geführten Wahlkampf das Gepräge. Die Republikaner befinden sich überall in Der VerteiDi- gung. Ihre Gegner arbeiten erfolgreich mit Dem Beweismittel, Daß Der untätige Optimismus Der Regierung Den Niedergang Der Wirtschaft und Den Wallstreetkrach verursacht habe. Ferner wird Darauf hingewiesen, daß Der neue Zolltarif Den Volksmassen eine riesige Bürde ( auferlegt habe und überdies im Ausland eine folgenschwere Voreingenommenheit gegen -die Vereinigten Staaten auslöste. Die Demokraten sind hoffnungsvoll und erwarten mindestens 5T“Sitze im Repräsentantenhaus, womit sie Die Kontrolle übernehmen würden. Auch im Senat hoffen Die Demokraten ihren Gegnern acht Mandate abnehmen zu können. Wenn Die Voraussagen Der Demokraten vielleicht auch zu rosia gefärbt finD, so muß sich Präsident Hoover doch darauf gefaßt machen, für Den Rest seiner Amtszeit in einen unfruchtbaren | Kampf gegen einen feindlich eingestellten Kongreß verwickelt zu werden. Erwähnt sei noch die für Deutschland besonders interessante Tatsache, daß weder die Schulden - noch die Reparationsfrage oder sonstige außenpolitische Dinge während des Wahlkampfes zur Aussprache standen. Aus aller Welt. vorläufig noch kein Stark des „Do X". Mit einem Start des Flugzeuges „DoX“ nach, Amsterdam ist vorläufig nicht zu rechnen. Die Dornier-Werke teilen mit, daß Die s i ch langsam bessernde Wetterlage den Start für Die nächsten Tage erhoffen läßt. Das Sturmwetter Der letzten Tage hat für Den Schwarzwald neuerlichen Schneefall im Gescklge gehabt. Es liegt bis 700 Meter herab Schnee. Im Feldberggebiet, das eine Schneedecke von 15 Zentimeter aufweift, ist bereits Sportmöglichkeit vorhanden. Filmmakerial der Andree-Expedition gerettet. Nach langwierigen Arbeiten ist es dem schwe- > dischen Gelehrten H e r h be r g geglückt, einen Teil des Filmmaterials Der Andree-Expedition zu retten. Von etwa 10 Filmen werden, obwohl sie 33 Jahre lang auf Der Weißen Insel gelegen haben, Abzüge gemacht werden können. Weitere 10 Filme werden auf jeden Fall die Möglichkeit bieten, Anhaltspunkte über das Schicksal Der Ex- ' pedition zu gewinnen. Die besten Bilder werden i Die Aufnahmen über Die Dallonlan- I Dung a uf Dem Eise ergeben. Von Den auf« | gefundenen Filmen waren acht in verzinkten Blechhülsen eingeschlossen, die übrigen in Kupferhülsen. Die Blechhülsen sind verrostet, da Wasser eingcDrungen ist, so daß Die Chromsilberschichtr auf Der Filmschicht zerstört wurde. Die übrigen Filme haben jedoch Den Witterungseinflüssen Widerstand geleistet. In jeder Hülse befand sich ein 60 Meter langer Filmstreifen. Die Untersuchung der Katastrophe von „R 101“. Bei der Untersuchung der Katastrophe von „R 101“ erklärten Die Maschinisten Der Hinteren Gondel, Bell und B i n k, Die nur durch den Bruch eines Wasserbehälters über ihnen Dem Tode entronnen sind, daß das Luftschiff auch bei den Probeflügen wiederholt plötzlich eine Senkung gemacht habe, ähnlich Der, Die zur Katastrophe führte. Dies wird auch in Dem Tagebuch des Konstrukteurs Richmond über Den letzten Probeflug vor dem Umbau des Luftschiffes bestätigt. Bei dem Start von Carding- ton nach Indien, erklärte Bink, habe sich Die Nase 1 des Luftschiffes so stark gefentt, daß dreimal Klangfreude und Ausdruck, bei Brahms Die Eindeutigkeit und Echtheit des Ausdrucks als höchste entscheidende Instanz. Die Haydn-Variationen können ebenso wie die beiden Serenaden von Brahms als Vorstudien zu seinen Symphonien gelten. Bei dem Haydn-Biographen Pohl lernte Brahms wenig bekannte Werke von Haydn kennen: aus einem Divertimento für Blasinstrumente notierte er ; sich einen Sah: „Choräle St. Antoni". Dieser' wurde ihm zum Thema für Die Folge Der Variationen. Brahms behielt auch für das Thema fast die gleiche Besetzung bei, fügte nur noch Die Streicherbässe hinzu. Das Werk könnte man nicht mit Unrecht als eine Symphonie in Variationen bezeichnen: Denn so vielseitig ist das musikalische Durchleben der Vorlage, daß sie durch die Abfolge Der Veränderungen bis in Die entlegensten . in ihr ruhenden Keime aufgeschlossen und in der Vielfältigkeit der geistigen Kraft durchleuchtet | wird. Aber nicht nur das Herauskristallisieren des Thematischen gibt den einzelnen Variationen ■ das Gepräge, sondern ihre Auswirkung wird intensiv verstärkt und gehoben durch die überaus charakteristische Instrumentierung. Und dadurch steht Die Orchesterbearbeitung Der Variationen f (Op 56a) im überwiegenden Vorteil zu der gleich» l zeitigen Abfassung des Werkes für zwei KlcL-1 viere (Op. 56b). Man kann beim Anhören des ' Werkes immer wieder die Reichhaltigkeit und Ausgeprägtheit der thematischen Erfindung ebenso bewundern wie die Fähigkeit zum Erschließen immer neuer Grundstimmungen. Unerschöpflich ■ erscheint Die kontrapunktische Kraft, öie gleich in Der ersten Variation einseht mit in doppeltem Kontrapunkt geführter Thematik. Mag er das Thema in Moll abwandeln wie in der zweiten, vierten, achten Variation, stets wird ein charakteristischer Ton mitschwingen in zackiger Rhythmik, in klagender Kantilene, oder in düsterer, blasser Grundfarbe. Dagegen wieder die freundlichen Bilder, Die sich in den D ir-Variattonen erschließen, wie etwa in Der Kantabilitäk Der Dritten ober Der rhythmischen Leichtigkeit und Aufgelöstheit Der fünften oder Der Energieerfülltheit der sechsten oder der Grazie der siebenten Variation. Das Finale baut sich auf einem, aus den ersten Takten des Choralthemas gewonnenen, Basso ostinato auf; in der Schluhentwicklung ergreift das Choralthema noch einmal die Führung, vom vollen Orchester zu klangreicher Glorie emporgetragen. Dr. H. Die Wetterlage. Ttiorshavn Ml ’.ra .tfi 3 9 Wien 5 Klagen!. “lattnw Die Ursache der Alsdorfer Grubcnkalastrophe. Ter Llnfallausschuh dcr Grubcnsicherh.'itskom- tniffion Bonn erhielt einen ausführlichen Bericht der Bergbehörde über den Stand der Aufräumungsarbeiten und die bisherigen Ermittlungen. Die Annahme einer Explosion über Tage, für die die außerordentlichen Zerstörungen am Fördergerüst und am Detriebsgebäude des Eduard-Schachtes sprechen, kann noch nicht ausgeschaltet werden. Zwar scheiden die Möglichkeiten der Explosion größerer Sprengstoffmengen oder eines Benzintanks oder eines Benzoltanks oder verschütteten Benzols, sowie chafter nach Harwich entgegengefahren. Zum Emp» ang des Botschafterpaares hatten sich am Bahnhof Nverpool-Street als Vertreter des britischen Staats- ekretars des Aeußeren Mr. M o n ck vom Foreign Office sowie die Mitglieder der deutschen Botschaft mit ihren Damen eingefunden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. November 1930. Konzertdes Gesangvereins „Heiterkeit Es wird immer häufiger, daß die Konzerte der Gesangvereine nicht mehr von diesen allein aus- geführt werden, sondern daß man zwischen die Chöre noch andere Darbietungen vokaler oder instrumentaler Art einschiebt. Diese Praxis hat zweifellos etwas für sich, denn eine gewisse Abwechslung ist sicher von großem Borteil, aber sie birgt auch die große Gefahr in sich, daß dabei Die Programme zu umfangreich werden und damit die Dsuer des Konzerts das übliche Maß überschreitet. Die Ausführung — das möchten wir gleich im voraus bemerken — hielt sich auf hoher Stufe. Der Chor des Gesangvereins „Helte r k e i t", den wir in jedem Jahr zu hören Gelegenheit haben, steht nach wie vor auf gleicher künstlerischer Höhe. Es will uns sogar scheinen, als habe er klanglich noch gewonnen. Die Tongebung ist sicher und rein und die klangliche Differenzierung der einzelnen Stimmen verdient als ideal bezeichnet zu werden. Obwohl die Bortragsfolge mehl? voltsliedermäßig eingestellt war, ließ sich doch klar erkennen, daß der Chor auch zu dramatischer Gestaltung Wohl zu gebrauchen ist. Als besonders gelungen möchten wir Kreutzers „Kapelle" hervorheben und das sehr originelle, keineswegs einfache, den Text reizend nachmalende Liedchen vom „Huhn und dem Karpfen", übrigens eine wohlgelungene Schöpfung eines einheimischen Tonsehers, des Herrn W. v. M ö l l e n d o r f, der anwesend war und herzlichen Beifall entgegennehmen durfte. 3n einem sogenannten amerikanischen Negerlied — die amerikanische Abstammung ist sehr zu bezweifeln — stellte sich alS Solist ein Mitglied des Vereins, Herr Karl Feußer (Tenor) vor. der über ein in jeder Lage beachtenswert weiches und klangvolles Organ verfügt und den Soloteil des Liedes in natürlich schöner Weise vortrug. Der Schlüssel zur Leistung des Chores liegt in der Persönlichkeit des Leiters, Herrn Wilhelm Schüttler. Seiner zielbewuhten und vorzüglichen Probenarbeit hat der Verein sein Können und damit den sehr starken, unumstrittenen Erfolg des Konzerts zu verdanken. An der Durchführung des Abends beteiligten sich noch eine Anzahl von Mitwirkenden. Allen voran die bestens bekannte Frau Irmgard Heermann (Alt), die je zwei Lieder von Schubert und Brahms mit ihrer tragsähigen warmen Stimme feinfühlend gestaltete. Brahms' „Von ewiger Liebe" darf Wohl als Höhepunkt künstlerischer Ausschöpfung bezeichnet werden. Herr Ernst Schneider (Cello) brachte einen Sah aus einer Sonate von Grieg vornehm und gediegen zum Vortrag und konnte in einer Tarantelle von A. Fischer eine saubere Technik Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) J. D. G. Selbstverständlich gibt es außer den öffentlichen strafbaren 'Beleidigungen auch solche, die zunächst nicht in weiteren Kreisen bekannt werden, z. B. Beleidigungen in brieflichen Mitteilungen. Wohnen Beleidiger und Beleidigter innerhalb derselben Gemeinde, so kann die Beleidigungsklage (beim Amtsgericht) erst erhoben werden, wenn zuvor ein Sühnetermin bei der Bürgermeisterei erfolglos geblieben ist. Beantragen Sie bei dieser einen Sühneversuch. Der neue deutsche Botschafter am Hofe von St. James Baron von Neurath ist in Begleitung seiner Gattin in London eingetroffen. Der bis- 0 Geschäftsträger Graf Bernstorff und ionssekretär von Hal em waren dem Bot- ** Diebstahl bei einer Post Hilfs stelle. Gestern nachmittag wurde bei der Posthilfsstelle in Steinbach ein Betrag von 380 Mark gestohlen. Die Kasse dcr Posthilfsstelle wurde in einer Tischschublade der Hilfsstelle, einer Gastwirtschaft aufbewahrt. Ob das Geld von einem Besucher der Gastwirtschaft entwendet wurde, und auf welche Weise es abhanden kam, steht bis jetzt noch nicht fest. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange. *• Aus dem Gießener Standesamt S- r e g i st e r. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 31. Oktober: 16. Marie Franz, ohne Beruf, 19 Jahre, Buchnerstraße 2. 22. Jakob Wagner, Weichensteller i. N., 82 Jahre, Wolsstrahe 4. 24. Helmut Hoffmann, 5 Jahre. SchiffcKbergcr Weg 23. 25. Heinrich Wilhelm Hahn, Maurer, 51 Jahre, Kaplansgasse 17. 28. Eva Trechsler, geb. Bauer, Witwe, 55 Jahre, Hammftrahe 14 31. Marie Elisabeth Wilhelmine Iosefine Hilke, 2 Monate, Bruchstraße 16. * Vom Bienenkorb wird unS geschrieben: Auch in diesem Jahre veranstaltet der Bienenkorb (Abteilung Alicefrauenverein Zweigverein Gießen) seine Handarbeitsausstellung mit Verkauf. Nicht eindringlich genug können alle Interessente nauf diese Veranstaltung hingewiesen werden. Die Verdienstmöglichkeit, die der Bienenkorb schafft, ist für viele die einzige Hilfe und Erwerbsgelegenheit, die nach dem Verlust von Vermögen und Kraft geblieben ist. Handelt es sich doch um ältere, alleinstehende Damen, die die mühsamen und zeitraubenden Arbeiten Herstellen. weil ihnen keine anderen Derdienstmög- lichkeiten mehr osfenstchen. Da es sich durchweg um künstlerisch und technisch einwandfreie Arbeiten handelt, ist ein Kauf beim Bienenkorb nicht nur ein Einhandeln schöner Dinge, sondern auch eine Tat der Nächstenliebe, die heute mehr denn je gefordert wird. ** Reformationsfeier In der Stadtkirche. In der Stadtkirche fand am Sonntagabend, veranstaltet vom Evangelischen Arbeiterverein, Eoan. gelischen Bund, Evangelischen Kirchengesangverein, glänzen lassen. Schließlich hörten wir noch ein aus den Herren W. Schüttler, R. Ploch, K. Jost und Ernst Schneider zusammengesetztes Streichquartett, das von Schuberts 0-Moll-Quartett den ersten und zweiten Sah, welch letzterer die Variationen über Schuberts Lied „Der Tod und das Mädchen" enthält, in gutem ausgeglichenem Zusammenspiel vermittelte und nachher noch drei Sähe von Anton Dvoraks F-Sur-Ouartett spielte. Den vier Herren muß für die Ausführung uneingeschränktes Lob ausgesprochen werden. Berliner Börse. «Berlin, 4. Nov. (WTB. Funkspruch.) Geschäfts- los und abwartend sind auch die Tendenzen des heutigen Frühverkehrs. Der schwankende Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse konnte keine Anregung bieten, und sonst waren Momente nicht vorhanden. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,78, London gegen Mailand 92,79, London gegen Spanien 43,50, London gegen Kabel 4,8565 zu 4 8568 London gegen Berlin 20,3890, Kabel gegen Berlin 4,198250. Wasser abaelassen werden mußte. Das sei ihm ungewöhnlich erfd>iencn. Der Motor der hinteren Gondel sei zwischen 21 und 23 Uhr gestoppt worden. Die englischen Zeugen bestätigten übereinstimmend, daß das Luftschiff sich zweimal mit bet Nase senkte, ehe es den Grund berührte. Die Vernehmung der französischen Zeugen, insbesondere des Wilddiebes Nabouille hatte mehr Zuhörer angelockt als gewöhnlich. Ihren Aussagen zufolge befand sich das Luftschiff über Beauvais schon in Schwieri gierten. Man konnte die Senkung der Nase einwandfrei beobachten. Nabouille hat dreiExplosionen gesehen, woraus das Luftschiff in hellen Flammen aufging. Er selbst ist durch die Erschütterungen zu Boden geworfen worden. Schwere Sturm- und Regenschaden in Frankreich. Der schwere Sturm, der seit 24 Stunden über Paris und die nordfranzösischen Provinzen hin- braust, hat am Sonntag in der Hauptstadt einen Toten und einen Schwerverletzten gefordert. In allen Teilen der Stadt ist die Feuerwehr eifrig da- mit beschäftigt, eingestürzte Schornsteine, Mauern und Gerüste fortzuschaffen. Im Bois de Boulogne wurden Hunderte von Bäumen entwurzelt. Die ununterbrochenen Regenfälle haben zur Verstopfung zahlreicher Abflußkanäle geführt, wodurch verschiedentlich Ueberschwemmungen von Kellern hervor- gerufen wurden. Auch an der Küste hat der Sturm große Schäden angerichtet. In Boulogne für Mer traf ein englischer Personendampfer mit schweren Beschädigungen am Heck ein. Einem anderen englischen Dampfer wurde bei der Ueberfafjrt über den Kanal die Kommandobrücke fortgerissen. Untergang eines Fischdampfers. Am Sonntaamorgen gegen 5 Uhr wurde der von einer Fangreise von Island zurückkehrende Fischdampfer „Langeoog" der Reederei Otto Beucker» Wesermünde in der Nordsee von einem Dampfer gerammt und zum Sinken gebracht, und zwar, wie jetzt feststeht, von dem auf der Aus- reise befindlichen Dampfer „Wahehe" der Woer- mann-ßinle. Gerettet sind sechs Personen, die in Rotterdam gelandet sind. Ertrunken sind der Kapitän, der 1. und 2. Maschinist, der 2. Steuermann, der Koch und ein Matrose. Allerseelenfeier an den deutschen Soldatengräbern In Belgrad. Auf bem Heldenfriedhof in Koschutnjak bei Belgrad fand eine Gedenkfeier für die gefallenen deutschen Soldaten statt. Der deutsche Gesandte von Hassel gedachte des OpfertodeS der deutschen Soloaten, der trotz des schweren Leidens, das das deutsche Volk getroffen habe, nur ein Ansporn zum Wiederausstteg sein werde. Gr dankte sodann dem Krieasrninisterium und Außenministerium, sowie den Vertretern der ehemaligen Bundesgenossen Deutschlands für ihre Teilnahme an der Feier. Einen besonderen Dank stattete der Gesandte dem König ab, der den Bergfriedhof besucht und lange Zeit an den deutschen Gräbern geweilt hatte. Eine Militärkapelle intonierte sodann das Lied „Ich hatt' einen Kameraden", worauf die Niederlegung der Kränze erfolgte. Die kirchlichen Zeremonien wurden durch einen evangelischen, einen katholischen und einen orthodoxen Priester vorgenommen. Der Besuch des Königs Alexander auf dem deutschen Kriegerfriedhof hat in Belgrad großes Aufsehen erregt. Richard Strauß in Brüssel. Richard Strauß dirigierte im ausverkauften großen Saale des Palais des beaux arts eine Auf- führuna eigner Werke. Das Brüsseler Philharmonische Orchester brachte unter seiner Leitung „Tod und Verklärung", „Don Quichotte", das Finale aus dem Rosenkavalier und „Till Eulenspiegel" in vollendeter Weise zu Gehör. Der deutsche Künstler wurde stürmisch gefeiert und unzählige Male hervorgerufen. In der Pause baten der König und die Königin Richard Strauß in ihre Loge, um ihre Bewunderung für seine Werke zum Ausdruck zu bringen. Ankunft des neuen deutschen Botschafters In Landon. vom Verein für christlich« Musik und vom Wartburg, verein, eine Reformationsfeier statt. Der Abend war sehr gut besucht und nahm einen erhebenden und würdigen Verlauf. Die Orgel leitete mit Präludium und Fuge von Bach die Veranstaltung ein. Der Kirchenchor des Kirchengesangvereins unter Leitung von Lehrer Lindenstruth fang ein geistliches Lied und der Bläserchor erfreute die Zuhörer mit dem Lied „Ein feste Burg" in der Vertonung von Ioh. Seb. Bach. Dem gemeinsam aesunaenen Luther- lieb folgte der Vortrag des Professors O. Or. Schuman n. In überaus ernster und tiefschürfender Weise sprach der Redner über den „Sinn des Bekenntnisses" und entwickelte eine Reihe Gedanken, die, weit entfernt von allem Alltäglichen, die Zuhörer zu gespanntester Ausmerksamkeit veranlaßten. Ein Lied, abwechselnd vom Kirchenchor und der Gemeinde gelungen, eine Darbietung des Bläserchors, das von der Gemeinde stehend gelungene Lied „Erhalt uns Herr" und die Fuge In B-Dur von Ioh. Seb. Bach beschlossen die eindrucksvolle Feierstunde. einer Explosion in der Luftstube aus, dagegen bleibt die Möglichkeit einer Explosion, die ihren Grund in Echneiderarbciten oder anderen Llrsachen hat, bestehen. Unter Tage sind die Feststellungen, soweit die Grubenbaue zugänglich sind, inzwischen obgeschlo len worden. Die Alög- lichkeit einer Entzündung von Schlagwettern durch Tiefarbeiten erscheint nach den bisherigen Feststellungen ausgeschlossen. In den Ab- baubetricbcn und den unmittelbar anschließenden Abbaustrecken haben sich keine Merk- male einer Explosion ergeben, die darauf schließen ließen, daß sich hier etwas ereignet hat. Ein Liebespaar vom Auto überfahren. Auf der Chaussee von Rostocknach ß aag e (Mecklenburg) ereignete sich ein Unglück, dem zwei Menschen zum Opfer fielen. Ein von Rostock kommendes Auto üb er fuhr in der Nähe d e s D o r • fes Kessin zwei Personen, anscheinend ein Liebespaar, dos auf der Chaussee promenierte und das Auto nicht bemerkte. Beide waren auf der Stelle tot. Der Autoführer versuchte, unerkannt zu entkommen, wurde aber von der Gendarmerie in Laage g e ft e 111. Es handelt sich um ein Malchiner Auto. 3n einer „Nußschale" über den Atlantik. Aus Michigan sind vier Männer in Halifax (Neu- Schottland) eingetroffen, die in einem zehn Meter langen Motorboot über den Atlantischen Ozean nach Deutschland zu fahren beabsichtigen. Sie nehmen bereits die für ihr waghalsiges Unternehmen erforderlichen Vorräte an Bord. Frl. Marie Eckhardt begleitete am Flügel die Lieder und die beiden Cello-Soli mit seiner und verständnisvoller Anpassung an den Solisten. Bei allen Darbietungen gab es verdientermaßen reichlichen Beifall. Gießener Wochcnmarktpreise. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter das Psd. von 1.30 Mk. an, Butter 150 bis 160, Matte 30-35, Pf. das Pfund, Käse 10 Stück 60—140 Pf., Eier 16 Ps. das Stück: Wirsing 8-10, Weißkraut 5-6, Notkraut 8—10, Gelbe Nüben 8—10, Note Rüben 10, Spinat 15—20, Unter-Kohlrabi 5-6, Rosenkohl 30-35, Feld- falat 80—100, Tomaten 50—70, Zwiebeln 10—12, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 40—60, Kürbis 8-10, Kartoffeln 3,5-4, Aepfel 25-50, Bir- nen 15-40, Dörrobst 30-35. Honig 40-50, Nüsse 40—60, Suppenhühner 100—110, Gänse 100 bis 110, Junge Hähne 100-110 Pf. das Pfund: Tauben 50—70, Blumenkohl 30—70, Salatgurken 20-30, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 6—10, Lauch 5—10, Rettich 10—15, Sellerie 10—50, Salat 10—15 Ps. das Stück: Radieschen 10—15 Pf. das Bund, Kartoffeln 2,20—2,50, Weißkraut 3,00, Wirsing 4,00, Rotkraut 5,00 Mk. p. Ztr. Bornotizcn. — lagestalenberfür Dienstag. Stabt» theater: „Ein idealer Gatte", 20 bis 22.15 Uhr. — Gesellschaft für Erd. und Völkerkunde: Lichtbilder» vertrag („Ergebnisse einer Forschungsreise zur Aufklärung der erythräischen Kultur"), 20.15 Uhr, in der Neuen Aula der Universität. — Volkshochschule: Vortrag über das Thema „Kameradschaftsehe?", 20 Uhr, Universität, Hörsaal 45. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unter den Dächern von Paris". — Astoria-Licktspiele: „Achtung! Falschmünzer!" und „Der Geisterzug". — Aus d e m Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend 20 Uhr einmaliges Gastspiel Harry Liedtkes mit seinem Berliner Ensemble in Oskar Wildes Schauspiel „Ein idealer Gatte". Morgen geht unter der Spielleitung von Karl Volck ein Lustspiel von Frank und Hirschfeld erstmalig in Gießen über die Bretter: „Geschäft mit Amerika". Das Lustspiel hat bereits große Erfolge gehabt. Beide Autoren sind auch den Gießener Theaterbesuchern nicht unbekannt. Paul Frank mit seinem „Grand Hotel" und Ludwig Hirschfeld mit „Die Frau, die jeder sucht". ** Instandsetzung von Promenaden» wegen. Der vom Amtsgericht in der Ostanlage durch die sogenannten Gänswiesen nach dem Philo» sophenwald führende Promenadenweg wurde in den letzten Tagen durch einen Teerbelag und Be» streuen mit gesiebtem Kies neu hergerichtet, so daß man jetzt auch bei ungünstigen Witterungsverhält» nissen trockenen Fußes den Weg bis zur Wieseck» brücke passieren kann. Wünschenswert ist es, daß der restliche Teil des Weges von der Brücke bis zum Philosophenwald in der gleichen Weise befestigt wird. Die Zahl der Erholungsuchenden, die täglich diesen Weg benutzen, ist auch in der vor» geschrittenen Jahreszeit noch beträchtlich. Orfontenfos.® nerttf. »niro eedeeiti» woitig. G veor<»r »Reocn # Schnee A Graupein «Kettel K Gc/Uter ©windstille. »Ck seh, leichter Oil ^5 massige'"Sodsudwesi Q sturmischei nordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie Beiden Stationen stenenden Zat» len getten die Temperatur an. Oie Linien veromden Orte mit gleichens auf neertsniVeau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das umfangreiche Tiefdruckgebiet verlagert sich unter Abflachung in nordöstlicher Richtung über Skandinavien. An der Rückseite drängt sich immer noch kühle Luft nach dem Festlande vor, unter deren Einfluß gelegentlich Schauer auftreten, wenn auch die Wetterlage sich mehr und mehr beruhigt. Aussichten für Mittwoch: Teils wolkig, teils aufheitcrnd, Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht fich verschiebend, vereinzelt noch Schauer. Aussichten für Donnerstag: Weitere Beruhigung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 3. November: mittags 9,7 Grad Celsius^ abends 7,3 Grad: am 4. November: morgens 6 Grad. Maximum 11,3 Grad, Minimum 5,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. November: abends 8,2 Grad: am 4. November: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer VA Stunden. $0^1 Kli 0 1510 Ilö 10 0: Ul rteml [0 ’arü tour 'fhont Sei i 6 \ hÖiLO! äs» Jan YHen "5# < -^51 der Arbeit uJbrdaesteiaeri( Fragen Sie den clektro-Lichtfachmann, wie er Ihre Lichtanlage verbessern kann. Das Licht erleichtert jede Arbeit. Gutes Licht hält zur Sauberkeit an. Der beste Helfer bei der Hausarbeit ist das Licht. Reichliches und gutes Licht ist der beste Diener des Menschen. I Friedhof statt. 7525D gefunden werden. im 70. Lebensjahre. 7508 D Im Namen der trauernden Hinterbhebenen: Gesangverein „Concordia“, gegr 1864 Wieseck, den 4. November 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch,den 5. November, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause Grabenstraße 4 aus statt 7520V 70 80 und 90 4 Pfund 7523D die 1'Liter-Dose 90 4 3T/i Uhr, vom Sterbehause Rabenaustraße 37 aus statt. 7519 D 06834 im 86. Lebensjahre. Alten-Buseck, den 3. November 1930. owack Ullstein-Schnitte 7514V Neukölln. I <1*41 Sonne über Piz Palü 06651 Alpiner Ski-Film 71S3V 08 RAD!^ BRINKMANN autorisierter Telefunkendienst Größte Erfahrung Aelteste Fachfirma 7506 A 5. 6. 7. 8. in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 4. November 1930. Pfund ....... im Ausschnitt Katharine Oßwald, geb. Wagner nebst allen Angehörigen. Im Namen der tief trauernd Hinterbliebenen: Kath. Rabenau nebst Kindern. Gestern morgen entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber unvergeßlicher Mann, unser lieber Onkel, Schwager und Pate Seltersweg 7505 A ........55 4 Pfund 60 4 | Mietgesuche | Zwei möblierte Zimmer lectl. mit Bad« werden in angenehmer, freier Lage von zwei Studenten mit wohlerzogenem Hund zu mieten gesucht. Sckr. Anged. um. 06829 an den Gieß. Anz. erb. Wohnung Zimmer mit Nücke, auf dem Lande sofort au vermieten, zwei Minuten vom Bahnhof,- evtl, auch 2 Zimmer. Keller, Sveicher u. ein Teil warten, Wasserleitung und Kanal- abfluh vorhanden. Sehr. Ang. u. 06835 an den Gieß. Anz. Höhl. Zimmer 1-2 Bett., zu verm.. auch an Ehepaar Nahe Bahn u. Klinik Credneritr. 18 L Eintritt frei. Jedermann ist frdl. einseladen. Weitere Unter- haltuiu;8stunden: 11. Nov. Lichtbildervortra# „Meine Reisen ank Ceylon“ — 14. Nov. Lichtb.-Vortrag „Die Rätsel der Hand- schnft — iS.Nov. Konzert (Klavier. Violine. Flöte,Gesang) usw. Sonnlag. 9. 11. 30: Spiel unserer Liga in Hersseid. Zur Omnibusfabrt Beteiligung erw. Preis 3 RM. Ein- tragungslisten lieg bei den Mitgliedern Henkel u. Tränkner auf. Abf. 909 vorm. Ludwigsvlatz. 76t4O Der Vorstand. ff. Kabeljau o. K. -Pfund 60 4 im Ausschnitt.....Pfund 70 4 Seehecht, 2pfündig Pfund 55 4 Schollen Pfd. 50 4, Goldbarsch Pfund 45 4, Grüne Heringe Pfd. 28 A Bratfische Pfd. 35 4 Frische Fitch-Filets beginnend mit Faltboot- und Kletterakt. Dann große alpine Ski-Akte. Winterbesteigung des Piz Palü. — Winterliche Bernina. — Ski- und Gletscherlabrten. Vortragender: Der bekannte Alpin, u. Sportlehr. Willy Dobiasch« München (Mitwirkender bei der Aufnahme des Films). Mittwoch. 5. Nov. 1930, 20 Uhr, in der Neuen Aula. Die Vorführung ist für jeden Naturliebhaber bestimmt. Eintrittskarten 1,50 RM.. Studenten, Schüler 75 Pf. Im Vorverkauf und ab 19.30 Uhr an der Abendkasse. Institut für Leibesübungen der Universität Gießen Ski-Klub Gießen im I» S. V. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Friedrich AppeL Gießen (Gnauthstr. 20), Carlshafen, den 2. November 1930. Die Beerdigung findet im Sinne der Verstorbenen in aller Stille statt. Vogue-Schnitte vorrätig bei Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste unseres lieben Entschlafenen, der uns so schwer betroffen, sagen wir allen auf diesem Wege unseren Innigsten Dank. sir^—Salomon 7504 A Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Nov, 1930, nachmittags 4 Uhr, in Wieseck statt. Um zahlreiche Beteiligung der Kameraden wird gebeten. Zusammenkunft */j3 Uhr VereinslokaL Der Vorstand. Seelachs, vrima Nordsee-Ware im Ausschnitt......Pfund 55 4 MavMaden a. feinst. Nordsee-Hering, bergest, ff. Rollmops, Hering in Gelee und Bismarckhering Bekanntmachung. Der Vierteliahrsausweis über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Gießen für das 2. Vierteljahr 1930 Rj. ist vom 4. November 1930 ab für acht Tage in den zur Veröffentlichung amtlicher Bekannt- machungen bestimmten Aushängekasten zur allgemeinen Kenntnis ausgehängt. Gießen, den 3. November 1930. (7511C Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. 1879-1929 Am 3. November starb unser Alterskamerad Herr Michael Betzold Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. November, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Heute entschlief sanft nach schwerer Krankheit unsere Hebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Helene Appel Witwe geb. Körbächer Herr Ludwig Oßwald I Oberschaffner i. R. und Kirchenvorsteher IuL-Reg.Nr.1? 4. weiti. Gral Bartas Nea.-Kameradenam Sonntag, 9.1l.,2Ubr, Versammlung io Wetzlar Hotel Hntnagok Bratheringe 0. K. und auSge- weidet, die 1-Luer-Dose 85 4- 2 Liter 1.60 Jt, 4 Liter 3 ferner alle Feinmartnaden: Oelsardinen, Salm. Lachs, Hummern, Sardellen, Türk und Pabsts-Appetitbtsscu WStBOtlMlö Babnhofttr. 27. Fernipr. 3631 Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstralle 7 Verein ehern, liess. Leih-Dragoner des Kreises GieOen. Unsere Mitglieder setzen wir von dem Ableben unseres lieben Kameraden und Ehrenmitgliedes Ludwig Oßwald geziemend in Kenntnis. Seine dem Verein gehaltene Treue sichert ihm ein ehrendes Gedenken. Zur Beerdigung am Mittwoch, dem 5. d. M., nachm. 4 Uhr, in Wieseck erwartet zahlreiche Beteiligung. Treffpunkt 3 Uhr Vereinslokal. Der Vorstand. 7521 D_________ Wilhelm Rinn M, Benehelheim Abteilung Zementwarentabrik. Ml» Morgen Mittwoch früh 9 Uhr eimrefsend: 7518 A Frische Schellfische 0. K. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes Michael Betzold geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. November, nachmittags um 2*/t Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt, 7522D Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 1. Der rote Klinker......Hans Friedrich Blunck 2. Gesang: bonntagsliedi............Mendelssohn Lrrull J 3. Die Entdeckung Eldorados......Stefan Zweig 4. Gesang: Wanderer 1................Schubert Heideröslein j behüben Das Faultier....................Manfred Kyber Gesang: Untreue (Volkslied) Haus und Liesel-.-. Franz v. Woyna Lups ...........................Manfred Kyber Gesang: Spatz und Spätzin............Hildach Heimkehr vom Feste......Leo Blech Todesanzeige. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter,Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Gustine Hildebrand am 3. November, nachmittags gegen 3*/, Uhr. im 83. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager im Herrn sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenem Heinrich Hildebrand und Familie Karl Kreiling VI. und Familie Ludwig Erb und Familie Heinrich Schäfer und Familie Heinrich Kreiling und Familie. Wieseck, Chikago, 3. November 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. November, nachmittags Beteiligung Dottkausmann sucht sich mit einer Einlage von RM. 25000,- an gesundem Unternehmen zu beteiligen. Einlage muß hypothekarisch sichergestellt werden. Schriftl. Angebote unter 7482D an den Gieß. Anzeiger. , a\\e Grammophon last neu. mit Platten u.Hubeh bill. z.verk. Alicenstr. 19 p.E Verein ehern. Kavalleristen von Gießen und Umg. Wir erfüllen hiermit die traurige Pficht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Ehrenmitgliedes Herr Ludwig Oßwald Zur Einführung unseres firomsparen- . den PH-Geleuchts tüchtiger Elekiro-Zngeniem gut eingesührt bei Installateuren usw. gesucht zur Uebernabme unserer Vertretung für Gießen gegen Provision. Kraftwagen erwünscht. Erforderlich: Büro — mögt. Lagerraum — Telephon. Deutsche lP»-Lamven- Gesellschaft m. b. H., Karlsruhe B. [7513V KAYRILCIHIEM - ein Bombenerfolg? Stellenangebote Vertreterin gesucht. Wöckentl.M.- Scklichsach 28 k, Suche wenig gebrauchtes, gut erhaltenes Klein-Auto gegen bar. Schrift! 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Die harmonisch verlausen« cinsache Feier hat durch die große Beteiligung bewiesen, das; sich die Realschule Ridda bei den Bewohnern der Stadt und Umgegend des besten Rufes und Ansehens erfreut. wie dein unter den Besuchern in bester Gesundheit sitzenden Oberreallehrer i. R. Küfer; er beglückwünschte die Realschule im Auftrag der anwesenden ehemaligen Schüler und der benachbarten höheren Schulen von Friedberg, Gießen, Grünberg. Schotten und Büdingen. Rektor M e r - g o t t beglückwünschte die Jubilarin, mit der die Volksschule 33 Jahre unter einem Dache in bestem Einvernehmen gewirkt hat, namens der Bolksschule, das gleiche tat Rektor Bitt für die Gewerbeschule und Landwirtschaftsassessor Dr. Günther als Vertreter der Landwirtschaftlichen Schule. Oberreallehrer i. R. Küfer, der von Ostern 1883 bis Ende 1927, also über 44 Jahre, seine ganze Dienstzeit an der jetzigen Realschule verbracht hat, dankte für die ihm dargebrachten Anerkennungen und gab eine kurze Lleberslcht über die Entwicklung der Anstalt. Die Geschichte der Schule hat Oberreallehrer i.R. Küfer in einer Broschüre zusammengefaht, die großen Anklang fand. Rach dieser Schrift gebührt dem Mühlenbesitzer und langjährigen Landtagsabgeordneten Wilhelm Erk sowie dem damaligen Pfarrer E ck st e i n und Lehrer Andres das Verdienst, die Gründung der Schule durchgeseht zu haben, so daß am 1. Rovember 1880 die erweiterte Volksschule Ridda mit 23 Schülern eröffnet wurde. Leiter war Pfarrer Eckstein, zweiter Lehrer H. Andres. 1883 hatte sich die neue Anstalt so entwickelt, daß noch Schulverwalter Küfer als weitere Lehrkraft herangezogen wurde. Bald erwiesen sich die seither: benützten Räume eines Privothauses für den Schulbetrieb zu klein Die Stadt kaufte deshalb die frühere Oberförsterei im Burghof und verlegte am 1. Rovember 1886 die Schule in dieses zu Schulzwecken eingerichtete Haus. Doch schon 1895 war auch dieses Haus nicht mehr für die immer weiter gestiegene Schülerzahl ausreichend. Deshalb verlegte die Stadtverwaltung die Anstalt in das große Dolksschulgebäude. in dem Llnterrichtsräume geschaffen wurden. Erst nach weiteren 33 Jahren erhielt dir unterdessen im Jahre 1898 zur Höheren Bürgerschule ernannte Anstalt ihr eigenes, zeitgemäßes und prächtiges Heim, das 1928 eingeweiht wurde. Bis jetzt haben 1071 Schüler die Höhere Schule Ridda in den 50 Jahren besucht. Jetzt sind die besten Hoffnungen für das Gedeihen und weitere Ent• Oberheffen. Landkreis (Nicken. • Lollar, 2. Rvv. Aus der großen Jung- geflügelschau in Hannover konnte der hiesige Rohdcländerzüchter Wilhelm Hofmann einen sehr schönen Erfolg erzielen. Seine dort ausgestellten fünf Tiere erhielten bei sehr starker Konkurrenz die Rote ..sehr gut". Mit Ehrenpreisen wurden ein Hahn und zwei Hennen ausgezeichnet, davon eine Henne in der Eliteklasse. Auch der Wyandottcnzüchter L u d w. K l i n k e l von hier konnte mit seinem in Hannover ausgestellten Material bei ebenfa.ls sehr starker Konkurrenz ein recht gutes Resultat er- l i G r o ß c n - L i n d e n. 3. Rov. Der G e - meinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Vergebung der Jnstalla- tionsarbeiten für die neue Schule. Mit -der Schaffung der Klosett-, Bade- und Küchcnanlagc sowie der WarmwasserbcreitungS- anlage wurde Installateur Heinrich Faber VI. betraut. Die Anbringung der Wand» und Bodenplatten wurde dem Baugeschäft Wilh. Weiß II. übertragen. Der Gemeinderat stimmte sodann der Ausfertigung eines Schuldscheines für die Landeskommunalbank zu und entsprach einem Antrag der hiesigen Freien Turnerschaft um Erlaß der GrunderwerbSsteuer für erworbenes Svortgelände. In der Angelegenheit Bieroder Bürger st euer faßte der Gemeinderat noch keinen Beschluß, sondern vertagte diesen Punkt. • Leihgestern, 3. Rov. Der Verein für Geflügel- und Kaninchenzucht hielt am gestrigen Sonntag im Saale der Wirtschaft „Zur Krone" leine erste Lokal schau ab. Die Ausstellung war als Werbeschau gedacht und sollte die dem Verein noch Fernstehenden für die Züchtung interessieren. Zugleich foUlen die Mitglieder Klarheit erhalten über die Ziele der Züchtung und über den Stand und den Wert der bereits in dieser Ausstellung vorliegenden Zuchtcrgebnissc. Als Preisrichter walteten die Herren Mai (Lang-Göns) und Schmelz (Gr.- Linden ihres Amtes. Die zur Schau gebrachten Tiere bewiesen den Ernst, mit dem die Züchter der guten Sache dienen wollen. Linker dem Gesichtspunkt betrachtet, daß der Verein noch nicht lange besteht, bzw. erst im vorigen Winter wieder ins Leben gerufen wurde, konnten die Ergebnisse als sehr gut bezeichnet werden. Folgende Züchter wurden mit Preisen ausgezeichnet: Enten: Khaki Champbell(Schrader); Hühner: Barnevelder (Dauer): Amer. Leghorn (Gibb): Orpington (Karl Brück II.); Wyandottes, schwarz. (Arnold,: Wyandottes, hell, (Weil): Plymouth Rocks (Gg. Luh): Rheinländer (Gustav Schrader); Italiener (Held); Italiener (Schäfer); Hamburger (Karl Luh>: Antw. Bart-Zwerge (Brück); Porz. Zwerge (Gibb). Für Brief taub en.blau (Iunker und Th. Schäfer). Mohrenköpfe (Dern); Steiger (Ludwig Loh). Am Rachmittag begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Gustav Schrader, die Besucher der Ausstellung und die Mitglieder des Vereins. Anschließend hielt der Preisrichter M a i (Lang-Göns) einen auf* klärenden und belehrenden Werbevortrag. ri. Lich, 3. Rov. Der Turnverein Lich hielt am Samstag seine Rovember-Monatsver- sammlung ab. Zunächst wurde die inzwischen gelaufene Will-Stasfel besprochen. Man beschäftigte sich sodann mit der Wahl eines Leiters der Handball-Abteilung, die dadurch notwendig geworden war, daß der bisherige verdiente Leiter Otto Zimmer durch unvorhergesehene Umstände A Ridda, 3. Rov. Am. 1.Rovember waren fünfzig Iahre verflossen, seit die hiesige Realschule als erweiterte Volksschule gegründet wurde. Deshalb feierte man am gestrigen Sonntag in der Turnhalle das fünfzigjährige Bestehen. Die Beteiligung von feiten der Eltern der Schüler, der ehemaligen Lehrer und Schüler sowie der gesamten Einwohnerschaft war überaus stark. Rach einem Cröffnungsmarsch des Schülerocchesters und einem von der Schülerin Kaschmieder aus Fauerbach gesprochenen Prolog begrüßte der Leiter der Realschule, Studiendirektor Lauckhard, die Festversammlung, besonders die Vertreter der Stadtverwaltung, der hiesigen Behörden und Schulen, sowie die ehemaligen Lehrer der Anstalt und die Vertreter der höheren Schulen der benachbarten Städte. Dann verlas er ein herzliches Glückwunschschreiben, das Staatsrat Block der Stadt gesandt hatte, der am Erscheinen verhindert war. Direktor Lauckhard gedachte auch der als Opfer des Weltkrieges gefallenen drei Lehrer der Schule, und die Versammlung ehrte ihr Andenken durch Erheben von den Sitzen. Ferner sagte er dem Stadtvorstand Dank für die stetige Unterstützung der Schule und für das große Opfer, da» die Stadt durch Errichtung des neuen Schulgebäudes gebracht hat. Die folgenden Vorführungen gefänglicher, musikalischer und theatralischer Art jetziger un^ehemali- ger Schüler waren von Reallehrerin Schmitt vorzüglich vorbereitet und fanden den Beifallaller Gäste. Besondere Anerkennung fanden die Leistungen des Schülerorchesters. Im Ramen des Kuratoriums der Realschule und als Vertreter der Stadtverwaltung übermittelte Bürgermeister Rullmann herzliche Glückwünsche und wies auf die guten Leistungen und Erfolge der Schule in den verflossenen 50 Iahren hin. Er widmete den ehemaligen und jetzigen Lehrern Worte des Dantes und der Anerkennung. Studienrat Freitag, Gießen, überbrachte die Glückwünsche des Hess. Philologenvereins. Einer der Gäste, Professor Lampas von Friedberg, der bei der Eröffnung der erweiterten Volksschule vor 50 Iahren in diese eintrat, widmete tiefempfundene Worte der Dankbarkeit den ersten Lehrern, Pfarrer Eckstein und Lehrer Andres, so- Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Paris. November 1930. Frankreich litt bis jetzt verhältnismäßig a m w e n i g st e n unter der Krise, die die ganze Weltwirtschaft Heimsucht. So erklärt es sich auch, daß di.e Welle der weltwirtschaftlichen Deprcs.wn von der öffentlichen Meinung Frankreichs vorerst nur in ihren politischen Auswirkungen beachtet wurde. Rach und nach drang aber die Einsicht von der Wichtigkeit der weltwirtschaftlichen Situation auch von anderen Seiten in das französische Denken ein. Am 4.Rovember wird die Kammer eröffnet; die Zeichen deuten auf eine große innenpolitische Auseinandersetzung hin. Lind bei dieser Gelegenheit werden die mittelbaren und unmittelbaren Auswirlungen der Wir.scha ts- krise auf die politische Entwicklung in Frankreich klar zutage treten. Der Einfluß der ungünsti- gen Konjunkturentwicklung auf die Außenpolitik ist so augenscheinlich, daß niemand ihn übersehen konnte. England, Deutschland und Italien haben nacheinander in verschiedener Art Politisch auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten reagiert. Für die französische Außenpolitik bedeutete das eine sehr bedenkliche Erschwerung ihrer Situation. Dasselbe trifft zu auf die Wirtschafts- und Finanzsorgen der kleinen Entente und insbesondere auf die Polens. In Frankreich hat, trotz der geschilderten glücklichen Wirtschaftslage, die allgemeine A l a r m ft i m m u n g die Seelen bereits erfaßt. Sie äußert sich in unsinnigen Gerüchten und in einer kritischen Lage auf der Börse. Die Regierung versucht jetzt auf dem üblichen Wege (der noch nie und nirgends zum Erfolg geführt hat) die Gemüter zu beruhigen. T a r - dieu hält an seinem Optimismus sest, aber seine Volkstümlich.eit hat er bereits verloren. Die Presse der Regierung und der Opposition führt einen erbitterten Streit darüber, ob die Krise auch Frankreich erfaßt hat oder nicht; die Pessimisten behaupten, — und es gibt ihrer stets viele in Frankreich — daß die Situation sich bald noch erheblich verschlechtern werde. Deutsche werden sich vielleicht wundern, daß es möglich ist, darüber zu streiten, ob in einem Lande eine Wirtschaftskrise vorhanden ist oder nicht. Die französische Wirtschaft ist aber ein Buch mit sieben Siegeln, die wichtigsten Statistiken und die elementarsten Auskünfte fehlen, die Bilanzen der großen Gesellschaften verraten nichts, und Finanzpresse und Wirtschaftsliteratur wie etwa in Deutschland gibt es kaum. Dazu kommt noch der o f f i z i e l l e Optimismus, die Regierung weiß es, daß sie für Schwierigkeiten, für die sie nicht int geringsten verantwortlich ist, asgegriffen wird und sucht sie demgemäß zu verschleiern. Tardieus letzte Reden brachtet JUtJ Vergleiche zchischan der günstigen Lage Frankreichs und der ungünstigen des Auslandes. Vieles an diesen Vergleichen ist richtig, aber Frankreich als Gläubigerland muß auch die Weltwirtschaftslrise zu fühlen bekommen. Die ausländischen Anleihen, die aA der Pariser Vörse notiert sind, haben einen beträchtlichen Teil von ihrem Wert eingebüßt. Bei der allgemeinen Daissebewegung fiel das vielleicht nicht genügend auf, Tatsache ist aber, daß der französische Sparer sich schon heute um die Anleihen an eine Reihe von europäischen Kleinstaaten Sorge macht. Der französische Kapitalmarkt wird immer um neue Anleihen bestürmt, in vielen Fällen mit politischen Argumenten. Gewiß sind die pessimistischen Gerüchte, die an der Börse zirkulieren, zum größten Teil auf Manöver zurückzuführen; es wird auch gegen ihre Verbreiter scharf vorgegangen. Das ändert aber nichts daran, daß Frankreich sehr viele zweifelhafte Schuldner hat. Der finanzielle Aufbau der nach dem Krieg entstandenen neuen Staaten geschah zum großen Teil m i t französischen Kapitalien. Die offizielle wird, wie man meint, jetzt oder später nachgeben müssen. Aber es wird wahrscheinlich dann dafür sorgen, daß auch die anderen Gläubigerländer nachgeben. . Für den Augenblick herrscht in Frankreich Goldübersluß. Ein so abnormer sogar, daß vielfach — aber wohl fälschlicherweise — die französische Goldpolitik für die Weltwirtschaftskri e allein veranwortlich gemacht wird. Für den französischen Bürger bedeutet die Goldanhäufung der Bank von Frankreich jedoch keinerlei Annehmlichkeit. Als unmittelbare Wirkung der Goldanhäufung wird die große T e u c ru n g angesehen. Während der Gebend- Index in den meisten Ländern zurückging, st i e - gen in Frankreich die Preise und sie steigen noch immer. Tardieu trieb die Preise der landwirtschaftlichen Produkte, um einer Agrarkrise vorzubeugen, künstlich in die Höhe. Die Preise der Industrieprodukte müssen selbstverständlich folgen. Das Resultat ist eine allgemeine Verstimmung. Bis jetzt wagte Frankreich die Konseguenzen der weltwirtschaftlichen Lage — von gewis en Schachzügen auf dem Balkan abgesehen — außenpolitisch nicht zu ziehen. Der Quai d'Orsay wird es aber nicht vermeiden können, sich mit der Lage ausein- anderzusetzen. Allerdings muß ihn der Llmstand, daß die breiten Massen aus die neue Situation nicht vorbereitet sind, hemmen. Man wird in Paris viel Geschicklichkeit brauchen, um die Klip- । Pen der jetzt kommenden außen- und sinanzpoli- I tischen Llebergangsperiode geschickt zu umschiffen. Politik wäre gewiß nicht geneigt, diese Schulden unerbittlich einzutreiben und dadurch politische Sympathien einzubüßen. Nichtsdestoweniger: der Rentner und der Sparer sind in Frankreich Clemente, mit denen jede französische Regierung auf die Dauer rechnen muß. Man hat diesen bereits sehr viel zugemutet — so viel, daß der kleine Kapitalist fein Qkrtrauen zu allem verloren hat. Die -Unruhe wegen des Boungplanes ist auch groß. Man zweifelt an ihm, auf Grund rein wirtschaftlicher Gedankengänge. Und man sieht nach Amerika. Amerika macht auch von sich reden. Die Verhandlungen Schachts in den Vereinigten Staaten werden von hier aus mit größter Aufmerksamkeit verfolgt und mit allerhand Gerütchen umwoben. Die offiziösen Stimmen lauten kühl und abwartend. Daß die Frage der Weltverschuldung eines Tages eine radikale Lösung erfahren muß, ist für jeden Denkenden klar. Frankreich zeigt sich aber in dieser Frage möglichst zurückhaltend, denn es ist nicht nur Schuldner, sondern auch, sogar in erster Linie, Gläubiger- land. Es sträubt sich natürlich dagegen, daß die Lösung auf seine Kosten erfolgt; man ist der Meinung, daß Amerika berufen ist, die Kosten einer endgültigen Schuldenregelung zu zahlen.^ Amerika Frankreich und die Weltwirtschaftskrise Don unserem ^-Berichterstatter. „tlnterdenOächernvonparis" Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Roch ehe der Tonfilm sich auch bei uns durch- gesetzt hatte, erschien als origineller und ganz neuartiger Versuch ein Film ohne Helden, ohne Siebe, ohne Handlung, ja saft ohne Text unter dem einfachen Titel „Berlin". Er war die „Symphonie einer großen Stadt" und zeigte im Grunde nichts anderes, als was jeder selbst sehen konnte von morgen bis mitternachts, — wenn er sich Zeit ließ und die Augen aufmachte. Dennoch war es etwas Llngewöhnliches und sogar Spannendes: diese technisch verfeinerte Photomontage, die nichts weniger versuchte als den ins Optische übertragenen Roman einer Stadt zu schreiben. Leider blieb der Film — bei aller Großzügigkeit der Idee und der Ausführung — am Außen- bilde haften. Er zeigte die Straßen, die Häuser und Höfe, die Fabriken und Plätze und Büros, die Autos und Stadtbahnen in ihrer verwirren- den pausenlosen Lleberschneidung und Vielfalt, die eben das Ganze dieses Bildes ausmacht. Aber er drang nur ganz selten, ganz andeutungsweise und sofort abbrechend ins Innere, hinter die Fenster und Türen und Fassaden, unter die Oberfläche eben, ins Menschliche ein. Der zweite, wichtigere Teil des Films ist nie gedreht worden. (Döblin, im „Alexanüerplah", hat etwas ähnliches versucht, im geschriebenen Roman; ein ungeheurer Stofs wäre noch zu bewältigen, ist noch frei!) Lind dann: diesem Film „Berlin" fehlte — außer dem Schicksalhaften und Menschlichen, was doch allein einen Roman erst ausmachen kann — die Atmosphäre. Bei aller Intensität der Schilderung war das Bild nicht so, daß es unbedingt und unverwechselbar eben „Berlin" sein mußte, was sich da aus hundert und tausend Einzeleindrücken und Momentaufnahmen zusammensetzte. Es konnte schließlich auch irgend eine andere Großstadt sein. Der französische Film „Sous les toits de Paris“ — Regie und Manuskript von Rene C l a i r —, der jetzt in allen deutschen Städten, wo er gezeigt wird, einen ungewöhnlichen Erfolg hat, gibt zugleich mehr und weniger als der deutsche, von dem wir eben sprachen. Weniger insofern, als er nicht so großzügig und so weiträumig angelegt ist wie jener, so auf die Totalität eined Begriffes bedacht wie der Film von Berlin. „Berlin" war in der Lat ein Ganzes; „Sous les toits de Paris“ ist ein Ausschnitt; eine Teilvision. Man kann es auch so sagen, jener war eine sachliche Symphonie, dieser ist ein lyrisches Idyll. Der französische Film gibt aber mehr insofern, als er vor dem deutschen eben jenes kaum definierbare Fluidum voraus hat, das dort fehlte: er hat Atmosphäre, er hat eine unverwechselbare Stimmung, die alle Menschen und alle Szenen und Bilder umgibt. Was man hier sieht, ist in dieser Form eben nur in Paris möglich und nirgendwo sonst in der Welt. Ferner: der Film von Rene Clair geht ebenfalls vom Auhenbilde her an den Stock heran; aber er bleibt nicht daran haften, sondern er bringt ins Innere und unter die Oberfläche. Er zeigt die Häuser, die Dächer, die Türen, die Höfe — wie „Berlin". Aber dann macht er die Türen auf, läßt den Beschauer hinter die Fenster sehen, die Treppen hinaufsteigen bis unters Dach, — kurz: er bringt ein und gewinnt so den Anschluß ans Menschliche. Auf dem immer gegenwärtigen und erregend spürbaren Hintergründe der großen Stadt Paris entwickeln sich flüchtig, spielerisch, ost unterbrochen kleine Szenen, die sich allmählich zu einer Handlung wie von ungefähr zusammenschließen. Das ist alles nicht bedeutend, nicht pathetisch, nicht großartig — aber es ist ganz nahe, ganz natürlich, ganz selbstverständlich und also menschlich auch für uns legitimiert. Der Film ist nicht übersetzt, sie sprechen und fingen und streiten und lieben und lachen und erzählen sich in ihrer Sprache und noch dazu ziemlich schnell und mit manchem Argotausdruck dazwischen. Aber auch wenn man kein Wort versteht, begreift man die Vorgänge und folgt man der Handlung, wie wenn es alles auf deutsch geschähe. Llebrigens wird gar nicht so viel gesprochen. Der Tonfilm als solcher ist hier keine Sensation mehr. Man vermag schon wieder zu schweigen und ein stummes Bild, eine lautlose Szenerie für sich wirken zu lassen. Die Handlung? Sie ist nicht das Wesentliche an diesem Film und sie läßt sich auch nicht erzählen, ohne das man das Beste dabei unterschlagen würde. Man muh das in seiner Gesamtheit auf sich wirken lassen: dieses Stück Paris am Rande, fern von der City, vom Verkehr, von der großen Eleganz und der großen Politik. Ein Stück Vorstadt, ein Stück Alltag, ein Gassenhauer, eine kleine Liebesgeschichte, die Episode einer Freundschaft, ein wenig Kriminalfilm, ein wenig Llnterwelt — ein Fetzen vom wirklichen Leben, ganz ungestellt und unverschminkt, überspielt von der leitmotivisch wiederkehrenden Melodie: „Sous les toits de Paris". Die Mischung eben ist es, die unbeschreibbare: der Wechsel und dennoch die Einheitlichkeit der Stimmung, die bald lustig und frech, bald zärtlich und traurig ist, aber immer im beschwingten, graziösen Rhythmus des Ganzen eingefangen bleibt. Gerade in so schwer definierbaren und hier kaum zu üermiltelnben Werten liegt die Kunst der Regie: Clair ist ein Meister des Idylls, der Episode, der kleinen und scheinbar nebensächlichen Einzelheiten, des Sllllebeas und der lockeren, leicht hingetupften Impression. Sv ist dieser Film gar nicht sachlich-nüchtern wie „Berlin", sondern malerisch und — wenn man den Begriff nicht mißverstehen will — sogar romantisch. Pola 2 l l e r h. Albert P r 6 j e a n und Gaston M o d o t spielen die erste Geige in dem kleinen Menschenensemble des sranzösischcn Alltags. Sie spielen ausgezeichnet und, was hier wichtig ist, ganz unabsichtlich und unliniiert. Sie sind da als die selbstverständliche, lebendige Staffage der vorstädtischen Szenerie. — Etliche Llne-ienheilen in der Uebertragung werden sich wohl in den nächsten Aufführungen abstellen lassen. — Auch hier, wie überall, scheint man diesem Film ein lebhaftes Interesse entgegenzubringen: wir zweifeln nicht daran, daß er bei uns den gleichen Erfolg haben wird wie allenthalben bisher. — r — Bücher für das „Frauenzimmer" vor 300 Zähren. Aus einem verschollenen anonymen Schristchen, das im Jahre 1705 zu Güstrau gedruckt wurde, macht Käthe d. Jezewski im Buchhändler-Börsenblatt interessante Mitteilungen über die Lektüre, die man damals der Frauenwelt empfahl. Die deutsche Frau begann damals erst langsam ihren Anteil an der allgemeinen Bildung zu gewinnen, aber sie wurde bald ein wichtiger Bestandteil des lesenden Publikums, und so ist denn der Versuch des Berfassers, ein „Frauen-Zimmer-Bibliotheckgen für ein deutsches Frauenzimmer mäßigen Vermögens" zusammen- zustellen, sehr zeitgemäß. Für Frauen, die nur geringe Mittel besitzen, ist schon „die liebe Bibel, der Kathechismus, ein Gebet- und Gesangbuch und des seligen Herrn Arndt wahres Christentum" genügend. Während so die Erbauungsbücher den Grundstock bilden, warnt der Verfasser vor „bösen Büchern", zu denen er „alle Liebesbücher" rechnet. „Nicht Unrecht tue ich", fährt er weiter fort, „wenn ich den Liebesbüchern hinzufüge, die sog. Noma ne, die mir nimmer gefallen können, so züchtig man sich darinnen aufzusühren gedenkt! Es steht mir nicht an die Schreibart, die insgemein schwülstig und hochtrabend ist, selten natürlich und lieblich fließend; nicht steht tpir an der Inhalt. Denn was ist aus einem Roman zu machen? Es ist kein Oiedicht, weil es keine Versart führet, und ist auch keine wahre Historie." Ebenso werden die „Komplimentierbücher", weil „die Komplimente darin so kraus und lächerlich sind, daß ichs nicht sagen kann", sowie die „Wahrsager- und Verbotene Kunst-Bücher" abgelehnt. Nicht ganz so streng ist der Ratgeber gegen die „Traumbücher". „Es ist wahr", schreibt er, „bei manchem Frauenzimmer findet sich eher ein Traumbuch als etwa die Bibel. Und das ist freilich gar schädlich und höchst unanständig für diejenige, die eine Christin heißen will. Manche ist solch böser Art, daß sie kaum aus dem Bette steigen kann, so greift sie schon nachs Traumbuch"; aber bei ungewöhnlichen und ganz dunklen Träumen dürfe man doch von diesem Helfer einen mäßigen Gebrauch machen. Besonders harte Worte erhalten die so beliebten Schwankbücher, wie die Historie von Dr. Faust vom Claus Narren usw.; sie gelten als .Lügen- und Zotenbücher". Dagegen werden neben den Erbauungsbüchern Geschichtsbücher und Haushaltungsbücher empfohlen. Die Zahl der eigentlichen Erbauungsbücher, die neben Arndts berühmtem „wahrem Christentum" aufgesührt werden, sind sehr zahlreich; dagegen wird an Geschichtsbüchern nur das viel gebrauchte Schulbuch „Kurze Frage aus der politischen Historie" von Joh. Hübner genannt; außerdem follen ein Werk über Heimatkunde, eine Chronik, Bücher über fremde Völker und ihre Lebensweise nicht fehlen. Bechers „Kluger Hausvater und verständige Haumutter" erscheinen neben dem Kochbuch der „Schelhammerin" und Samuel Müllers „Kräuter- Buchlein" sowie Heinrich Heß' „Neuer Gartenlust" und Helwigs „Frauenzimmer-Apotheckgen". Die Kosten für eine solche Bibliothek werden auf ungefähr 30 Taler geschätzt, was der Verfasser „sehr leidlich" findet, wenn man bedenkt, daß Frauenzimmer für ein einziges Kopfzeug nicht selten 30, 40 ja 50 Taler und mehr zahlen, nur um den äußeren Kopf zu schmücken?" zur Aufgabe dieses Amtes gezwungen war. AlS Spielleiter wurde Turner Heinrich Kampfe bestellt. Turner Otto Zimmer lieh hierauf in kurzen Zügen die Geschichte der Handballabteilung am geistigen Auge der Zuhörer vorüberziepen und ermahnte zugleich die Spieler, auch weiterhin in echtem Turnergeist zu wirken. 3m weiteren Verlaufe der Versammlung' wurde beschlossen, den diesjährigen Turngang nach G r ü n b c r a zu unternehmen. Am die turnerische Betätigung der Frauen und Mädchen zu fördern und auf eine breitere Vasis zu bringen, wurde auherdem noch beschlossen, unter der Leitung des Frauenturnwartes Volz cjjtc Werbe- turn stunde zu veranstalten. In diesem Zusammenhang wurde der Wunsch laut, int nächsten Jahre auch eine Werbeveranstalttma für Turner und besonders für ältere Turner durchzuführen. Kreis Büdingen. < Berstadt, 2.Aov. Aus Anlaß der goldenen Hochzeit unseres Altbürgermeisters Wolff und seiner Gatin überreichte am Freitag unser Ortsgeistlicher ein Glückwunschschreiben des Landeskirchenamts mit einem Gedenkblatt und Gesangbuch, zugleich auch die Glück- und Segenswünsche der evang. Kirchengemeinde, des Kirchen- vorstandes und der Kirchengemeinkevertretung übermittelnd. Dabei hob er die über 41jährige segensreiche Tätigkeit des Jubilars im Kirchenvorstande hervor und betonte, daß sein ernstes und entschiedenes Urteil in kleinen, wie in großen kirchlichen Fragen für den Kirchenvorstand stets von größtem Werte war und demgemäß gewürdigt wurde. Aic kleinlich,' sondern immer großzügig, habe er das Verhältnis zwischen Gemeinde und Kirche harmonisch zu gestalten gewußt. Die Gattin des Jubilars feierte der Ortsgeistliche als treue Wandergenossin, als vorbildliche, tüchtige Hausfrau, als treubeforgte Mutter. Bürgermeister Alter brachte seinem Amtsvorgänger und dessen Gemahlin die Glückwünsche der Gemeinde dar und dankte dem Jubilar für seine fast 40jährige, ersprießliche Tätigkeit als Bürgermeister: er übergab im Aamen der Gemeinde und Kirch: Berstadt ein Lutherbild als bescheidenes Zeichen der Verehrung und Dankoarkeit. Schließlich würdigte auch Dekan S c r i b a. Aidda, die Verdienste des Jubilars als langjähriges Mitglied des Dekanatsausschusses des cd. Dekanat; Aidda und überreichte unter herzlichen Datckeswvrten ein Aeues Testament in Großdruck. Unter den zahlreichen Glückwünschen von nah und fern befanden sich solche von Oberkirchenrat D. Wagner als dem Superintendenten der Provinz Oberhessen, vom Hess. Feldbereinigungskommissar in Fr'edberg und vom Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft. Aachmiltags erschien Kreisdirek or Dr. Gaßner, um die Glückwünsche des Kreisamles Büdingen zu überbringen. Möchte unserem Altbürgermeister Wolff und seiner Gemahlin ein ungetrübter Lebensabend beschießen sein! Kreis Schotten. * Schotten, 3. Aov. Ab 1. Aovember ist im Kreise Schotten durch Schaffung von drei Zweidrittelstellen eine weitere Schul st eile ab- aebaut. Die drei Teilstellen befinden sich in Eichelsdorf, Lardenbach und Ober-Seemen. Es ist bedauerlich, daß das wenig entwickelte Schulwesen des Vogelsberges durch diese erneuten Abbaumaßnahmen wiederum ein Stück zurückgeworfen wird, zumal die drei betroffenen Gemeinden zu den wenigen Orlen unseres Kreises gehören, deren Devölk.'rungszahl infolge günsti- gcr Derkehrs'age und Arbeitsmöglichkeiten im Steigen begriffen ist. — Auch im F o r t b i l - bjj ngsschulwesen wurden durch Zusammenlegung kleiner Klassen mit den Klassen größerer Aachbarorte Vereinfachungen vorgenommen. die z. T. Anmarschwege bis zu einer Stunde bedingen. Diese Maßnahme war erforderlich, weil der Etat für nebenamtlichen Anterricht in der Fortbildungsschule' nicht ausreicht, die Stundenvergütung überall auszuwerfen, obgleich der größte Teil der Fortbildungsschulstunden von Lehrern, die weniger als 30 Wochenstunden Vollsschulunterricht in ihren Klassen haben, unentgeltlich erteilt werden muß. ± Groß-Eichen, 3. Aov. Gestern fand hier eine Sitzung der K i r ch e n g e m e i n d e- Vertretung des Kirchspiels Groh- Eichen statt. Hauptpunkt der Tagesordnung war der Voranschlag für 1931 Aj. Der erste Teil schließt in Ausgabe und Einnahme ab mit 2739,91 Mk. An größeren Ausgaben sind 600 Mk. für eine Reparatur des Kirchendachs vorgesehen. Der zweite Teil schließt in Einnahme und Ausgabe ab mit 1739,48 Mk. Wirtschaft. Ankauf gezogener Auslosungsscheine vor dem Fälligkeitstermin. Berlin. 3. Aov. (DTR.) Die bei der Auslosung am 6. Oktober 1930 gezogenen Aus- losungsrechte der A n l e i h e a b l ö f u n g s - schuld des Reiches sind bestimmungsgemäß am 31. Dezember 1930 einzulösen. Das Reichsfinanz- Ministerium hat sich jedoch entschlossen, diese Aus- losungsrechle vor dem ^älligkeilslage, und zwar vom 10. Aovember 1930 ab, unter Abzug eines zum jeweiligen Reichsbankdiskontsah zu berechnenden Diskonts frei von Provision ankausen zu lassen. Der Ankauf der freien Stücke erfolgt durch die Reichsbankanstalten. Markt in Hungen. l. Hungen, 4. Aov. Gestern fand hier der Allerheiligenmarkt (Krämer-, Schweine- und Schafmarkti statt. Der Markt, der erst seit einigen Jahren besteht, hat sich bereits sehr gut entwickelt. Der Besuch des Marktes war tm allgemeinen sehr gut. Am Krämer markt waren etwa 60 bis 70 Verkaufsstände aufgebaut. Hier machte sich die schwierige wirtschaftliche Lage am deutlichsten bemerkbar, jedoch- waren Spitzen, Tuchwaren und ähnliche Gebrauchs^egenstände lebhaft begehrt, lediglich Luxusgegenstände traten in den Hintergrund. Am Schweinemarkt waren 582 Ferkel zum Verkauf angefahren. Es wurden bezahlt für sechs Wochen alte Ferkel 18 bis 20 Mk., für sieben Wochen alte 20 b s 23 Mk., für acht Wochen alte 24 bis 26 Mk., für neun Wochen alte 26 bis 29 Mk., für zehn Wochen alte 30 bis 33 Mk. für Einleger bis zu 45 Mk. Das' Geschäft war im allgemeinen gut, infolge des großen Angebotes verblieb jedoch ein geringer lleDcr- stand. Auf dem S ch a f m a r k t waren 159 Stere zum Verkauf gestellt. Es kosteten Hammel-Lämmer 25 bis 35 Mark, Mutterschafe 40 bis 55 Mk., Schlachlhämmel 35 bis 50 Mk. und darüber, Docke 60 bis 70 Mark. Das Geschäft war sehr gut, der Markt wurde völlig ausverkauft. * * Die Preisermäßigung für Bauglas. Wie WTB. Handelsdienst erfährt,schwanlt das Ausmaß der neuerlichen Preisermä.ngung für Bauglas, die der Verein deutscher Tafelglashütten Frankfurt a. M. mit Wirkung vom l.Ao- vember d. 3. vorgenommen hat, je nach der fracht- lichen Lage der einzelnen Absatzgebiete zwischen 10 und 20 Prozent. ♦ Der Saaten stand in Preußen Anfang Aovember. Aach dem amtlichen Bericht lagen im Oktober die Temperaturen im allgemeinen noch über den langjährigen Mittelwerten. Infolgedessen sind Win'ergecste, Winterroggen und Winterweizen, soweit rechtzeitig gesät überall befriedigend aufgelau en. Wenn 2 gleich gut, 3 gleich nü'ttel und 4 gleich gering bedeutet, so ergibt sich für Winterroggen die Äole 2,7 gegenüber 2,6 im 3ahre 1929 und 2,6 im 3ahre 1913. Winterweizen 2,7 — 2,7 — 3,7. Wintergerste 2,6 — 2,6 — 2,4, Gemenge aus Wintergetreide 2,8 — 2,7, Raps und Rübsen 2,7 - 3,1 — 2,4, junger Klee 2,7 — 3,1 — 2,4, Viehweiden 2,8 — 3 4. Die Kartoffelernte ist durchweg beendet. Die Rüben- ernte dürste Anfang Aovember beendet sein. ' Keine Stillegung der Franksche Eisenwerke-AG. Zu den beabsichtigten Arbeiterentlassungen bei der Franksche Eiienwerke- AG., Adolfshütte bei Dillenburg, erfährt WTB- Handelsdienst von unterrichteter Seite, daß lediglich mit Rücksicht auf die gegen Jahresende üb- liche saisonmäßig verringerte Absatzmöglichkeit in Handelsgußerzeugnissen dem jeweiligen Bedarf angepaßte Detriebseinschränkungen durchgeführt werden. Die Ankündigung dieser Maßnahme bei den Behörden mußte, da mehr als fünf Prozent der Belegschaft voraussichtlich zur Entlassung kommen sollen, nach der Stillegungsverordnung in die Form einer sogenannten ..Stillegungsanzeige" gekleidet werden. Eine Schließung der Betriebe ist nicht beabsichtigt. • Rhein. - Wests. Elektrizitätswerk AG. Aach dem Geschäftsbericht der Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerk AG., Essen, für 1929/30 stieg die Stromabgabe von 2067.21 auf 2782.15 Mill. Kilowattstunden. Dabei betrug die Kraftabgabe 2637.81 (1935.26) Mill. Kilowatt- stunden, die Lichtabgabe 144.34 (131.95) Millionen Kilowattstunden. Die Stromabgabe des RWE. und der Konzernuntemehmungen stieg von rd. 2700 auf über 3500 Mill. Kilowattstunden. Das Absatzgebiet habe sich nicht wesentlich erweitert. Der in den letzten 3ahren planmäßig durchgeführte Ausbau des Hochspannungsnetzes mit dem Anschluß an die Wasserkräfte des Südens und einer Verbindung sämtlicher Energiequellen wurde fortgesetzt. Detriebsgewinne stiegen auf 72.10 (60.67) Mill. Mk., wovon Verwaltungskosten, Ausgaben und Zinsen 20.99 (18.74), Abschreibungen 24.62 (21.62) Mill. Mk. erforderten. Aus dem Reingewinn von 26.48 (20.32) Mill. Mk. werden wieder 10 Prozent Dividende auf das von 181 auf 243 Mill. Mk. erhöhte Aktienkapital verteilt. 56 390 Mk. werden vorgetragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4.Aov. Tendenz: schwächer. Die Börse eröffnete heute weiter in etwas schwächerer Haltung. Anregungen waren nicht vorhanden, so daß das Geschäft wieder nur kleinste Formen annahm. Verschiedentlich schritt die Kulisse unter dem Druck der schwankenden gestrigen Aeuyorker Börse zu Abgaben. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich meist Abschwächungen, die jebt>d> kaum über ein Prozent hinausgingen, da dringendes Angebot nicht zu bemerken war. Gleich nach den ersten Kursen machte sich eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Die Kulisse schritt vereinzelt zu Deckungen. Einige Papiere lagen daher etwas gefragter. Das Geschäft erfuhr nur in einigen Papieren eine geringfügige Belebung. So waren am Elektromarkt AEG. und Elektrische Lieferungen um bis zu 0,5 Prozent höher, während Licht & Kraft und Felten bis zu 1 Prozent einbüßten. Siemens eröffneten behauptet. Am Montanmarkt waren Gelsenkirchen mit minus 3 Prozent stärker gedrückt. Von Kaliaktien gaben Westeregeln 2 Prozent nach. Chemiepapiere lagen nur knapp gehalten. Banken lagen uneinheitlich. Danatbank konnte sich nach der gestrigen stärkeren Abschwächung um 1 Prozent bessern. Commerzbank verloren 1 Prozent. Kunstseideaktien lagen wenig verändert. Von Warenhausaktien gaben Karstadt 1 Prozent nach Etwas Interesse bestand noch für Otavi Minen plus 0,75 Prozent, für Gesfüvel plus 1,25 Prozent und für Farbenaktien, die um Bruchteile eines Prozentes anzogen. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen geschäftslos. Von Ausländern waren Türken erneut ziemlich stark angeboten. Anatolier verloren z. B. erneut 1 Prozent. Pfandbriefe lagen still. Liquidationspfandbriefe lauteten etwas hoher, während Reichsschuldbuchforderunaen gedrückt eröffneten. Im Verlaufe war die Tendenz etwas fester. Die Kulisse schritt zu Deckungen, und das Geschäft war besonders in Farben und Elektroaktien etwas lebhafter. Die Besserungen gingen bis zu 2 Prozent. Tagesgeld war mit 5 Pzt. etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1990; gegen Pfund 20,388; London gegen Kabel 4,8565; gegen Paris 123,78; gegen Mailand 92,77; gegen Madrid 43,25; gegen Holland 12,0660; gegen Schweiz 25,0313. Berliner Börse. Berlin, 4. Nov. Die schwache Haltung an der gestrigen Börse, die auch an der Abendbörse in Frankfurt anhielt, hatte im heutigen Vormittags- oerkehr Befürchtungen zur Folge, daß schwache Pakete an den Markt kommen konnten. Da es außerdem an besonderen Anregungen fehlte, Neuyork einen ziemlich schwankenden Verlauf nahm, der Bericht der Preußischen Handelskammern für Oktober nicht gerade ermutigend war und die Erklärung der Deutschen Volkspartei zum Regierungsprog^amm Verstimmung hinsichtlich der innerpolttischen öitua= tion auslöste, waren genügend Momente vorhanden, die schwächere Kurstaxen rechtfertigten. Die ersten Notierungen waren dann aber durchaus nicht so schwach, wie man vorbörslich noch befürchtete. Es waren zwar überwiegend Nück- gänge im Ausmaße von bis z u 3 v. H. festzustellen gegenüber den Notierunaen der Frank- furter Abendbörse. Ein gewisses Publikumsinteresse war jedoch unverkennbar. Besonders eine am Schultheismarkt eingetretene Beruhigung machte einen guten Eindruck. Schultheis konnten sich um 2,5 o. H. erholen. Werte wie Schantungbahn, Deutsche Kabel, Elektro Schlesien, Thüringer Gas waren bis zu 1,5 v. H. gebessert, und Chadeaktien gewannen auf festere Auslandmeldungen 3 Mark. Einen günstigen Einfluß hatte ohne Zweifel die gestrige Rebe Dr. Luthers in Dresden, die dieser anläßlich der Einweihung des neuen Reichsbankgebäudes gehalten hatte. Deutsche Anleihen waren ruhig. Ausländer behauptet. Nur Bosnier und Anatolier schwach. Letztere verloren 1,13 v. H. Der Pfandbriefmarkt war still. Liguidationspfandbriese wieder eher freundlich. Reichsschuldbuchforderungen 0,5 bis 1 v. $)., besonders in den späteren Fälligkeiten, gedrückt. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgelo 6 bis 8 v. H.; Monatsgeld 6 bis 7,5 v. H.; Warenwechsel zirka 5,5 v. H. Nach den ersten Kursen wurde es auf Deckungen einheitlich f e ft e r. Farben hotten lebhafteres Geschäft. Aber auch Elektrowerte sanden im Verlaufe Beachtung und zogen bis 2 v. H. an. Die Färben-Bewegung übertrug sich auf den Rheinstahlmarkt, an dem ebenfalls Gewinne von 1,5 v. H. festzustellen waren. Amtsgericht Gießen. Ein nächllicher, durchEinschleichen in den Keller eines bewohnten Gebäudes versuchter Diebstahl, der zur Vorsicht mahnt, wurde lediglich durch das plötzliche Erscheinen eines Hausbewohners vereitelt. Der Dieb, der nach gewaltsamer Entfernung des Drahtgitters sich durch das Kellerfenster in den Keller geschlichen hatte, um von dort aus eine günstige THekegenheit zum Stehlen im Hause zu erspähen, verließ, als er sich gestört sah, fluchtartig den Keller, jedoch unter Zurücklassung seiner Aktenmappe, aus deren Inhalt der Eigentümer ermittelt werden konnte. Trotz des untrüglich vorliegenden Beweises leugnete dieser und behauptete, er habe am Tage vor dem Diebstahl die Mappe einem ihm unbekannten Manne einen Augenblick zum Halten gegeben, der Mann sei aber plötzlich verschwunden und müsse der Täter sein. Der Richter, dem gar oft das Märchen vom großen Unbekannten in allen möglichen Abarten ausgetischt zu werden pflegt, glaubte dem Angeklagten auch in diesem Falle nicht, zumal dem Verhafteten der angebotene Alibibeweis mißlang, er auch, obwohl Gelegenheit dazu vorhanden war, keinem Menschen von dem immerhin merkwürdigen Vorkommnis etwas erzählt hatte. Zudem war der Angeklagte wegen Diebstahls mehrfach vorbestraft. Auch einen Einbruchsdiebstahl hatte er schon begangen. Als rückfälliger Dieb erhielt er wegen des versuchten schweren Kellerdiebstahls im Sinne beS § 243 Z. 2 und 7 RStGB. eine Gefängnisstrafe von 7 Monaten. Preußen. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 2.Nov. Im Jahre 1931 finben hier folgende Märkte statt: 14. Januar Viehmarkt; 25. Februar Kram- und Viehmarkt; 4. März Viehmartt; 18. März. 29. April. 20. Mar und 24. Iuni Kram- und Viehmarkt; 8. Iuli Viehmarkt; 29. Juli, 19. August, 23. September, 28. Oktober, 4. Aovember, 2. Dezember und 16. Dezember Kram- und Viehmarkt. Q Wetzlar, 2. Nov. Die Generalversammlung der Herbbuchgesellschastdes Kreises Wetzlar sand hier unter dem Vorsitz bes Landrats M i ß statt. Der Geschäftsführer, Kreis- ausschuß-Oberinfpektor Martin, gab den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß der Herbbuchgesellschaft insgesamt 712 Tiere angeschlossen sind. Neu ausgenommen würben im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt 78 Tiere. Die Zahl der Mitglieder beträgt in 63 Orten 502. Es werden zwei Milchkontrollstellen unterhalten, denen 22 bzw. 35 Betriebe mit 90 bzw. 122 Kühen ange- schlossen sind. Eine dritte Kontrollstelle soll demnächst errichtet werden. Die Iahresrechnung die ebenfalls vom Geschäftsführer vorgetragen wurde, weift einen befriedigenden Bestand auf. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Die Wahl des Vorstandes fand mit der Wiederwahl der bisherigen Herren schnelle Erledigung. Der Haushaltsplan für das kommende Geschäftsjahr fand nach Aufnahme einiger ergänzender Bestimmungen die Zustimmung der Versammlung. Es wurde weiter beschlossen, die nächste DLG -Aus- stellung, die in Hannover ftattfinben wird, mit drei bis vier Tieren zu beschicken. Zum Schluß der Tagung berichtete Geschäftsführer Kunz (Wetzlar) über die Vertreteroersammlung bes Rotviehzüchterverbandes und über dessen letzte Zuchtviehversteigerung in Norbhausen. , (D Krofborf, 2. Nov. An einigen Apfel- bäumen ber Gemeinde wurde kürzlich bas Auftreten bes in unserer Gegend seltenen Weiden- b obrer 5 bemerkt. Um der Schädlinge habhaft zu werden und die weitere Ausbreitung zu verhindern, mußten die Bäume gefällt werden. ch Krofdorf, 4. Aov. Bei ber gestern im Krofdorfer Homberg und im Launsbacher Wald abgehaltenen Hubertus-Treibjagd wurden 48 Hasen und ein Fuchs zur Strecke gebracht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Höhe ber zuletzt beschlossenen Dioibenbe an. — Retchsbankbiskont 5 o. H., Lombarbzinsfuß 6 v. H. Banknoten. Frankfurt a. M. Berlin Schluß-! furd | 1-Uhr- fiurd Schluß»! lurd | tlnsang- Kure Datum 1 3 11 4 11 3 11. ! 4. 11 6% Deutsche Reichsanielhe von 1927 . . ...... 87 87,25 7% Drullche Reichsanielhe von 1929 ......... 99 —— 98,6 _ Deutsche AnI.-AblSI.-Schlüd mll Auslot..Rechten...... 54,13 _ 54,25 54,25 Desgi. ohne Auvlot.-Rechte - . 6,55 — 6,5 6,6 6% Hell. Bolküllaat von 1939 (rMiahlb 102%)...... 89 — 89,25 —- Lverheilen Provinz • Anleihe mit Auslol.-Ncchien..... 50,5 Deuilche Komm. Saminelabl. Anleihe Serie 1 .... 51,05 — 51,5 _ 6% Franks. Hnp.-Vank Goidpfe XIII untünbbat 6U 1934 . . . 93,25 __ _ 7% firanll. Hyp.-Bank Goldpfe unlünbbar bis 1932 . . . 93,25 _ iy,% Rheinilche Hgp^Bank yiau. Äoldple........ 85,2 _ __ 8% Pr. LandeSpiandbriefansialt, Pfandbriefe R. I v 100 _ mn 8% Pr Landesrnanvbriefanltalt, ftomm.-Cbl. 81. 20...... 97 _ 97 7% Pr. Landeouiandbriesan statt, Pfandbriefe R 21 ..... 97 _ 97 A E G abg. BonnegS-Obligatio- nen. rückzahlbar 1932 ... 94,75 — 4% Oesterreichische Goldrente . . 4,20% Oesterreichilche Stlberrente — 26,5 26,7 4% Oesterreichilche Einheitliche Rente.......... 4% Ungarilche Goldrente . . . — 1.8 23.RS — 4% Ungarilche SiaatSrentev. 191( — _ 4%% beögi. von 1919 — —— 4% Ungarilche Kronenrente . . 1,85 — 1,8 4% Türkische Holianleihe von 101 4,13 — 4,25 _ 4% Dürkiiche Bagdadbahn-Anl 4,25 Serie 1..... —— — 4,25 4% deSgl. Serie II ..... - 4,25 —— 6% Rumüniiche vereinh. Rente von 1903 ..... — 8,75 —_ 4K% Rumänische vereinh. Renti von 1913 ......... 14,13 — | 14,13 4% Rumänisch« Verein». Rente 6,9 — 1 6,9 1 6,85 Frankfurt a. DI Serlin Schluß« kurd l«Uhr« Kurs Schluß-s kurd | Anfang« fiuni Dalum 3 11 4 11 3. 11 4 11 Hamdurg-Ämeriko Pale, . . Hamburg-Südam. Dampfschiff 1 74 — 73,5 72,5 8 —— — 160 159 Hansa Dampfschiff..... 10 — — 123,25 122 Norddeutscher Lloyd .... Allgemeine DeutscheEreditanst. 8 74 — 73,65 73,25 10 96,5 — 96,9 96,75 Barmer Bantnercin .... 10 103 — 103 102 Berliner Handelogesellschaft . 12 128,5 128,9 128,25 (Sommeri- und Privat-Bank . 11 113,5 112,25 113,5 112,25 Dormltädier und Rationalbanl 12 144 145 145,25 144,25 Deuilche Bank und DiSronto-GeleUIchall, . . . 10 110 110 110,13 110 Dresdner Bank...... 10 110 —— 110,25 109,5 Reichebank........ 12 228 — 227 228 •ä.tt.®........... t 114,5 115 115 114,4 Bergmann........ 9 — —— 134,25 iklektr. LieferungSgelelilchaft. 10 112 112,25 114,25 113 Licht und Krast...... 10 122 121,75 122,75 122 Feiten & Guilleaume . . . lYt 94 93 93 91,5 Keseüschalt für Elettriiche Unternehmungen .... 10 121 122,25 121,75 120,25 Hamburger EieltrizttälS-Werke 10 — — 114 —— Rheinilche Elektrizität . . . . 9 — — — — Schlesische Elektrizität. . . . 10 — —— 115,5 115 Schuckert & (So....... 11 132 —— 132 131,25 Siemens L Halske..... 16 177 177 177 177,5 TranSraoio........ . 8 — — — —— Lahmeyer & (So....... IC 145,25 — 146 — Buderus..... • • • . b 54,5 — — 53,25 Deutsche ErdSI . 6 — —— 67,25 66,25 Essener Steinkohle • • • • • . 8 —— — —- —— Gelsenkirchener ...... . 8 88 85 87,5 85,5 Harpener ....... . 0 87 — 86 85 Hocsch Eisen........ ey, -- — 75,5 73,5 Ilse Bergbau....... Klöcknerwerke . ...... io — 222,5 —— . 7 —— — 70,5 69,5 Kbln-Ncuessen....... . 7 — —— 78 77 ManneSmann.Nöbren . • • . 1 72,25 — 72,5 71,75 ManSfelder Bergbau . . . — 38,75 — Obcrlchles Elscnbedarf . . . . — 40,75 40,25 Oberschlcs. Kokswerke.... . — 75,75 75,5 Pluiniz Bergbau .... «'/, 66,75 — 67,25 Rheinische Braunkohlen . . U 173,5 — 174 172,25 Rheinstahl..... . . . I 79,75 79.5 77,5 Riebeck Mont«, ...... 7,5 — -- — Frankfurt a. M. Benin Schluß« t'Uhr« Schluß» Anfang« kurd fiurd lürd fiurd Odium 3 11 4 11 3 11 4 11 Bereinigte Stahlwerke .... 69 «— 69 68,5 Otavi lvitnen......16'/, — 33,5 32,75 32,75 Kaliwerke Aschersleben ... 10 191 —- 192 189 Kaliwerke Westeregeln ... 10 193 191 193,5 191 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 259 — 261,5 258 I. G. flarben-Invustrie . . . 19 140,25 140 140,5 139,75 Dynamit Nobel.......6 — — 66 —— Scheideanstalt........9 — — — —— Goldschmidt........6 43,5 — 43,25 43,13 RÜtgerSwerke..... 6 49,13 48,5 48,75 49 Metaligeiellschast.......8 87,5 — 87,75 — Philipp Holzmann......7 78 — — 77,75 Zementwerk Heidelberg . . 10 —— 86 —- —— Cementwerk Karlstadt. . . . 10 — — — —— Wayb Ä srreytag......8 51,75 — 53 “““ Schultheis Patzenhofer ... 16 — — 170,5 173 Östtverke.........12 — — 135,5 — Atu......... - 18 67,25 67 67,13 66,5 Beinberg.........14 68,5 — 68,25 67,9 Zellstoff Waldhof .... 13'/. — 108,5 108 108,75 Zellstoff Aichaslenburg . . . 18 — — 80,25 79,5 Charlottenburger Wasser ... 8 —- —— 83 83 Dessauer (Ma»........9 — —— 110 107,25 Daimler Motoren..... O 25 —— 25,13 25 Deutsche Linoleum ...... 127,5 126 125,5 — — 34,65 — Rat. Automobil . ...... O — — — — Orcnlletn Ä Koppel . .... 6 — 48 47,13 Leonhard Dich ...... 10 — 116,5 — Svenska ...... . — 280,5 280 frankfurter Maschinen .... 4 17,75 — 17,5 — Griyner ....... 6 29,5 —— 29,25 — HeyIIaensiaedt.......O Iunghon«. ........6 25,25 — 75,65 Lechwerke..........8 86 1 d— —— Mainkrastwerke Höchst a. M. - .8 73 — —• —— Miag...........10 — 71,25 ffiebr. Roeder ...... 10 93 — — BotatLHaessner......0 Süddeursche Zucker .... 10 149,75 —— 149,75 — 134 — 133,75 — Serlln, 3. November Gelb »rief rlmertkanilche Noten . . 4,189 4,209 Vclgische Noten. . . • 58,25 58,49 Dänische Noten ... 111,88 112,32 Lnglischc No len..... 20,3-1 20,42 z-raiizbjlsche Noten . . . - ■ ■ 16,415 16,495 Holländische Noten . . . . 68,61 169,29 firaiienische Noten.... 21,88 21,96 Norwegische Noten . . . 11,88 112,32 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,95 59,19 Rumänische Noten . . . . 2,47 2,49 Schwediiche Noten . . . 12,1» 112,62 Schweizer Noten..... 81,16 81,48 Spanische Noten . . . . . Tichechosiowakische Noten. 46,46 12,40 46,64 12,46 Ungarische Noten 73,21 73,51 Devijenmarki Berlin^- - Frankfurt a. M. 3 November 4 November •llmtlnbi (oderunq Ulmihdir Molirrunü Geld | »rle Geld 25rle Amst.«Noti. 168,82 169,16 168,80 169,14 Bu-ii «AireS 1,447 1,451 1,459 1,455 Brss.'Antw. 58,435 58,555 58,47 58,57 khristianta. 112,1/ 112,39 112,16 112,38 Kop.'nhagen 112,17 112,39 112,16 112,28 Stockholm . 112,48 112,70 112,49 112,71 HelsiiigsorS- 10,55 10,57 10,552 10,572 ßkalien. . . 21,945 21.985 21,945 21,985 London. . . 20,37 20,41 20,367 20,407 Ncuyork . . 4,1935 4,2015 4,1945 4,2020 Paris.... 16,435 16,457 16,453 16,493 Schweiz •. 81,36 81,52 81,36 81,56 Spanten. 46,80 46.90 47,10 47,20 Japan . . . 2,082 2,086 2,082 2,086 Nio de Jan 0,428 0,430 0,428 0,430 Wien in D.« Ceft. abgeft 59,095 59,115 59,085 59,205 Prag - - . . 12,435 12,455 12,439 12,459 Bel irad . . 7,430 7,444 7.429 7,443 'öubaveft. . 73,365 73,505 73,38 73,52 Bnl larien 3,039 3,045 3,038 3,044 Lissabon 18,82 18,86 18,80 18,84 Dalljig. . 81,48 81,64 81.45 81,61 Konst mtin- 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,435 5,445 5,435 5,445 Canuda 4,197 4,205 4,1985 4,2065 Uru uay. 3,337 3,343 3.337 3,343 Gatto - . 20,885 20,925 20,885 20,925 >7 V *' S Ilers ichen "heil >r er inier 'holt । des Je|et Dieb- onne tonn titer vom irten luch, wem Dvr- :An- Uraft egan- o des e des nis< "7A 58,49 112, 20, 6,455 69,29 21.96 12,32 59,9 2,49 12,61 81,48 46,64 12,46 73,51 Ilt___ nbtr. iniirrun^ *75J4 1,455 58,57 11- 112;* 10,5g 21-985 20,"2 < 2020 493 8,56 47,20 2,086 0,430 59,205 12,459 7,443 73,52 3,044 18-8 8'L küs Ä 20,925 pfel« 5 Aus. iben- hast zu hindern, em im - Wald !> tour« Fracht. linbtn Zieh- nadt; '.M Dich- «.£»- anbet ver. st der ih des meir- n ®e« j der ange- ii ner= e. Die 12. Ts Jenen enge- machst ensalls jt einen wurde mb mit -He Er. ide Ee- nzender imlung. I.,Aus- ml drei her la- Beftlar) yid)ttt- rsteige- r a t S.Jl.-ifport Aus dem Tmugau Hessen der DT VfL. Metzlar II — 1900 II 4:2 (3:2). Das Tressen der zweiten Garnituren sah zunächst die Wetzlarer in der Offensive, in deren Verlauf sie zwei Tore erzielten. Dann fanden sich die Gießener besser zusammen und gestalteten das Spiel bis zum Schluß leicht überlegen. Daß die VfL.-Leute trotzdem den Vorsprung halten konnten, lag an der schlechten Treffsicherheit und dem mangelnden Verständnis im 1900er-Sturm. Daten für Mittwoch, 5. November. 1414: Konzil zu Konstanz. — 1494: der Dichter Hans Sachs in Nürnberg geboren. — 1879: der englische Physiker James Clerk Maxwell in Edin- burg gestorben. k Fernando Noronha heißt die merkwürdigste Insel der Welt Ihr seltsam gestalteter Felsblock steht wie eine Schildwache eine Tagereise entfernt von der brasilianischer* Küste. Jeder Dampfer, der, mit Kaffeesäcken bei laden, dieses größte Kaffeeland verlaßt, muß anr diesem Felsen vorbei; kein Sack Kaffee, den e* nicht überwacht. Ebenso wachen in allen wichtigen Kaffeeländerm Vertrauensleute darüber, daß die feinsten Quali-< täten für Kaffee Hag, den coffeinfreien Bohnen^ kaffee, gesichert werden. Diesen erlesenen Spitzenqualitäten verdankt Kaffed Hag seinen wundervollen Wohlgeschmack und sein herrliches Aroma. Neben seinen geschmacklichen Vorzügen ist Kaffee? Hag dadurch ausgezeichnet, daß er niemals Schlaf-J Störungen oder irgendwelche Schäden an Herz^ Nerven, Nieren hervorrufen kann, Kaffee Hag ist eine sichere Schildwacht für Ihr cf Gesundheit Blum, Mtv. Gießen; 6. Hanni Pfeiffer, Tv. Wetzlar; als weitere Siegerinnen wurden u. a. noch angesprochen: 7. Paula Hofmann, M t 0 Gießen; Marie Kretzschmar, Mtv. Gießen, Gretel Otto, Mtv. Gießen; 8. Erika Fehr, Tv 1846 Gießen. Die Grüße des Gaues überbrachte zweiter Gauvertreter Schneider (Butzbach) an die Fechter- chaft. Er fand warme und anerkennende Worte ür die aufstrebende Bewegung des schönen Fechtports innerhalb der DT. Wettkämpfe im Zechten. Neue Altmannen. — Schöne Gießener Erfolge. Die 3. Gaugruppe Mittelrhein, das ist die Fechter- schäft des Turngaues Hessen, führte am Sonn- tag in Butzbach ein I u n g m a n n e n - F e cht e n unter der Leitung von Gaufechtwart Kühn (Friedberg), dem als Obmänner L. Gerhardt (Gießen), K Mulch (Wetzlar) und B e r l i ch (Bad-Nau- heim) zur Seite standen, bei starkem Wettbewerb reibungslos und eindrucksvoll durch. Es wurde auf zwei Bahnen gefochten, vormittags für Fechter, nachmittags für Fechterinnen. Beidesmal sah man recht spannende und scharfe Kämpfe mit zum Teil sehr schönem fechterischen Können, wie man es bisher bei Iungmannen in der Gaugruppe wohl nur selten gesehen hat. Bei den Fechtern kamen im Florett von 17 Bewerbern 6, im Säbel von 10 Iungmannen 4 in die spannende Endrunde. In den ^slorett- kämpfen der Fechterinnen schafften sich 6 von 17 Teilnehmerinnen in die Endrunde. Die Besten jeder Klasse rücken in die Altmannen-Klasse auf und zwar (siehe unten folgende Siegerliste) im Florett der Fechter die ersten fünf, im Säbel der Fechter die ersten drei und im Florett der Fechterinnen die ersten sechs Sieger. Die überaus hohe Ueberschreibung von 6 Fechterinnen in die höhere Klasse ist gerechtfertigt durch die wirklich guten Leistungen, die gezeigt wurden. Die Ergebnisse. Fechter: Florett: 1. K. Enßlin, T v. 1846 Gießen; 2. C. Hoffmann, Tv. Wetzlar; 3. W. Krick, To. 1860 Bad-Nauheim; 4. K. Gerih, To. 1860 Bad-Nauheim; 5. E Naumann, Tv. 1860 Bad- Nauheim; 6. Hugo Baumann, Mtv. Gießen. Als weitere Sieger seien u. a. noch genannt: 8. Bruno Schneider, To. 18 46 Gießen; 9. Theo Vaubel, Tv. 1 846 Gießen. Säbel: 1. Richard Weber, T v. 1846 Gießen; 2. R. Schauß, Tv. Wetzlar; 3. Hans Leonhard, Tv. 1 8 4 6 Gießen; 4. K. Gerth, To. 1860 Bad-Nauheim. Fechterinnen: Florett: 1. Gretel Heyer, Tv. 1860 Bad-Nauheim; 2. Else Wirth, To. 18 46 Gießen; 3. Lisette Frankenberger, Tgm. Fried- horn- 4 P.uifp Kübn. Tarn. Friedberg; 5. Betti Tagung der Vereinsvorsihenden. — M.-Tvill-Staffel. d. In anregender und ausgiebiger Aussprache beschäftigte sich die Iahrestagung der Vorsitzenden der Gauvereine am Sonntag zu Gießen mit der Klärung der vielen Fragen bei der Erbauung von Turnhallen, mit der starken Entwicklung des Spielbetriebcs, mit der Pflege der Schülerabteilungen, mit verschiedmen Verwal- tungskragen im Vereins leben und der Einschränkung von Festlichkeiten. Das allgemeine Gauturnsest will in dankenswerter Weise_ die Gießener Turnerschaft für den 12. Juli übernehmen .Den Höhepunkt der Tagung bildete der Einzug der sechs Schlußläufer der Wilhelm- Will-Gaustasfel. Stehend und unter lebhaftem Beifall hörte die Versammlung die Würdigung, die der erste Gauvertreter Arthur Pfeiffer (Wetzlar) unter Unterbrechung der Verhandlungen dem langjährigen und er.'olgreichcn Wirken des Gauoberturnwarles Will angedeihrn lieh, worauf dieser in kurzen, bewegten Worten für die Ehrung durch die Gauturnerschaft dankte. Lieber 2COO Läufer haben in sechs sternförmigen Laufstrecken rund 325 Kilometer Weges in guter Zeit bis nach Gießen durcheilt, von Altenlotheim (Eder) über Münchhausen und Lollar, von Pfordt über Mücke, vom Hoherodskopf über Lich, von Rieder-Wöllstadt und von Burgsolms. Als erfreulicher Erfolg zäher turnerischer Ausbildungsarbeit wurde die Plakette dargereicht, die der Staatspräsident der hessischen Turnerschaft als Wanderpreis gestiftet hat und die der Gau Hessen am 15. März in Mainz im zweiten Hessen-Wettkampf im Kunstturnen zu verteidigen haben wird. zwei M l t g I l e 0 e r , Die mehrmals uen oiguii«“- unentschuldigt fernblieben, a u s z u s ch l i e ß e n Der Bürgermeister wurde beauftragt, die Ersatz- männer zu benachrichtigen. Die Einführung der Bürger st euer und der B i e r st e u e r oder einer diesen beiden Steuern wurde abgelehnt mit der Begründung, daß nur der vollzählige Gemeinde- rat die Verantwortung dafür übernehmen könne. Die Revision der elektrischen Anlagen in der Gemeinde wurde aus finanziellen Gründen zurückgestellt. —- Der Händler fl,nton Dörr von hier geriet arst der regennassen Straße zwischen Klein-Rechtenbach und Hochelheim mit seinem Motor r a d 1 n s Rutschen und tarn z u Fall. Er erlitt einen Bruch des rechten Schlüstelbeins und eine Verletzung am Kopf, die nach erster Hilfeleistung durch den hiesigen Arzt seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen nötig machte. ch Erda 3. Nov. Der hiesige D a r l e h n s - kassenverein beschloß in seiner kürzlich stattgehabten Mitgliederversammlung energische Maßnahmen zur Bekämpfung der überzeichnen kann. Die Ligareseroe verlor gegen Nieder-Weisels erste Mannschaft 1:3. Die Schuld tragen ober die Spieler, die bei Beginn noch nicht zur Stelle waren und bann zum Zusehen verurteilt waren, da sich der Spielführer zur Ergänzung schon Spieler aus der vorher tätigen vierten Mannschaft genommen hotte. Ein schönes Spiel lieferten sich 1900s dritte Mannschaft und der Neuling, die Sportabteilung des Turnvereins Wiefeck. Die (Säfte, hinterließen einen vorzüglichen Eindruck. Ihr topiel war recht gut. Die Mannschaft dürfte noch einigen Spielen einen gefährlichen Gegner abgeben. Ueberragenö war die Leistung des Torwarts. 1900 Hegte 5:1 (Halbzeit 4:0) Trotzdem hielt Wiefeck das Spiel stets offen. Mit einem großen Sieg überraschte 1900s vierte Elf, indem sie die zweite Mannschaft Dutenhofens mit 6:0 geschlagen noch House schickte. Die erste Jugend weilte zu einem Gesellschofts- spiel in Wetzlar und wurde dort von der ersten Jugend des FC. 05 mit 2:1 geschlagen. Durch die mangelnde Schußkraft und die Unentschlofsenheit der Stürmer kam 1900 um den Sieg. VfB. Gießen. Die Ligamannschaft hat das Derbandsspiel gegen „Sport" Kassel mit 1:3 verloren. Der Verlust der beiden wertvollen Punkte ist insofern recht bedeutungsvoll, als er das Ausscheiden der Mannschaft aus der Spitzengruppe der Tabelle zur Folge hat. (immerhin ist damit noch lange nicht jede Möglichkeit für die VfB.-Elf. sich wieder nach vorne zu arbeiten, ausgeschaltet. Daß die Hiesigen eine auch beim Gegner Anerkennung findende Partie lieferten, ja zeitweise glänzende Leistungen zeigten, darf als erfreuliche Tatsache gebucht werden. Die Mannschaft war allerdrngs von vornherein gehandikapt durch die Notwendig- feit, zwei Mann Ersah einstellen zu müssen. Der Spielverlauf: Kassel fand sich auf eigenem Platze schnell zusammen und hat anfänglich etwas mehr vom Spiel. Gießeirs Hintermannschaft kam vorerst nicht recht in Fahrt. Ein Mißverständnis und ein Fehler des VfB.-Tormanns verhilft der Platzmannschaft zu zwei Erfolgen. Gießen Dämpft mit verdoppelter Energie und gestal et das Tressen offen. Etwa eine Viertelstunde vor der Paus" kann Haupt durch prächtigen Schuß auf 1:2 verkürzen. Ängespomt durch diesen Er 0 g und die nckhelic- gende Möglichkeit, dem Spiel eine Wendung zu geben, ging VfB. stark aus sich heraus und drängt Kassel in die Defensive. Auch kurze Zeit noch nach dem Wechsel lag Gießen im Angriff, ohne jedoch K _ n — C t 1 — L * \ « r < 1 X ah *11 nrR a t ha«* ’m ai f\a ßingefonbf. (Für Form und Inhalt oller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Nochmals der Lamps um den Milchpreis. Zu den Erklärung endes Milchhändlerverban» des, die der Verbraucherschaft gegenüber den Vorzug des .wahren Sachverhalts" tn Anspruch nehmen, haben wir zu bemerken: . Bereits seit Jahren wurde der Milchprcrs ut Gießen gemeinsam von den Vertretern der Landwirtschaft und des Handels festgesetzt. Anfang August traten die Milchhändler an den Milcherzeugerverband e. V. heran, unter allen Um* standen die in Gießen die Milch billiger verkaufenden neuen Händler von Albach und Alten* Buseck zu beseitigen, und sie stellten hierfür Gelder zum Ankauf der Milch in Aussicht. Dies geschah iedoch nicht, um der Verbraucher* schaft von Gießen billige Milch zu verschaffen, sondern um die seit Jahren übliche Verkaufsspanne der Händler von 11 bis 13 Pf. in einem Teil der Dörfer aufrechtzuerhalten, zumal die neuen Händler den Beweis erbracht hatten, daß bei gleichbleibenden Preisen der Landwirtschaft der Milchpreis in Gießen um 4 Pf. gesenkt werden kann. . . Da ein großer Teil der bei der Molkerei Grieb anfallenbcn Milch «zirka 6500 Liter) heute schon zu Preisen von 13,5 bis 14,5 Pf. pro Liter abgerechnet wird, aiso den Vorlriegspreis erreicht bat. sollte die Verkürzung der übersetzten Handelsspanne dazu verwandt werden, den Preis der an die Molkerei liefernden Ortsgruppen durch Schaffung eines Ausgleichsfonds aufzubessern. Hier begann der Streit mit den Milchhändlern, da hierdurch die empfind.ichste S.elle eines Milchhändlers, die Handelsspanne, getroffen wurde, während der Landwirtschaft schon jahrelang zu* gemutet wird, alle in der Stadt eintretenden Abschläge auf ihr Konto zu buchen. Es ist unrichtig, daß der Abschlag von 4 Pf. von dem Handel und der Landwirtschaft zu gleichen Teilen getragen wurde. Wahrend die« zwar in einigen Dörfern der Fall war, bekamen die Milcherzeuger von Wiefeck, die täglich etwa 2000 Liter produzieren, 4 Pf. weniger als seither, die Milcherzeuger der Dörfer Alten-Buseck, Trohe. Rödgen 3 Pf. weniger, in einem Dorf wurden sogar bei einem Verkaufspreis von 28 Pf. nup 15 Pf. pro Liter ausbezahlt. Da eine Einigung mit den Milchhändlern nicht erzielt werden konnte, entschloß sich die Landwirt-' schäft zum Selbstvertrieb in der Stadt Gießen, zumal zur Rationalisierung im Handel die ohnedies schon schwergeschädigte Landwirtschaft kein Interesse mehr daran hat, unter Beibehaltung der seitherigen Zustände auf Kosten der Allgemeinheit einigen Herren die Taschen zu füllen. Die Gemeinde Alten-Buseck hat den Stein in« Rollen gebracht, andere Gemeinden werden in den nächsten Tagen folgen. Kein vernünftig denkender Mensch wird es verständlich finden, daß z. B. für die Milch von Heuchelheim, das 3 Kilometer von Gießen entfernt liegt, 11 Pf. Differenz zwischen Erzeuger- unk> Verbraucherpreis, wie es seither war, in Zukunft bestehen können, ja sogar den Landwirten tne Milch dort stehen bleibt, weil sie von den Händlern aus weiterer Entfernung billiger herangeholt werden kann. Milch ist ein Produkt, km« täglich erzeugt und abgesetzt werden muß, und bet dem schon im volkswirtschaftlichen Interesse al« Nahrungsmittel eine möglichst geringe Handelsspanne mehr als bei allen anderen landwirtschaftlichen Produkten am Platze ist. Richt Vormachtstellung der Landwirtschaft, wie von dem Händlerverein im wohlverstandenen „Interesse der Verbraucher" befürchtet wird, hat ! die Veranlassung zu dem Preiskampf in Gießen > gegeben, sondern einzig und allein die Forderung eines gerechten Lohnes für die geleistete Arbeit und die Sorge um den Absatz des heimischen Produktes. Milcherzeuger-Verband e.B.. Friedberg. Spielvereinigung 1900 Gießen. Spielvereinigung 1900 — Frohnhausen 2:1. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Frohnhausen weilte allerdings zwangsläufig, am Sonntag bei der Spieloereinigung 1900 zu Gast und trug gegen die 1. Mannschaft des Platzbesitzers das fällige 23er- bandsfpiel aus. Die Gäste hinterließen einen sehr guten Eindruck und waren auch sichtlich darauf bedacht, keinerlei Anlaß zu Klagen zu geben. Das Spiel wurde überaus fair durchgeführi. Der Schiedsrichter hatte deshalb ein leichtes Amt. Frohnhausen stellte eine kleine flinke Mannschaft ins Feld, die allerdings in technischer Hinsicht dem Gegner des Tages unterlegen war. Merklich vermißte man jebe Initiative, die man vom Sturmführer oder vom Mittelläufer erwartet hätte. Allerdings, die Hiesigen zeigten in dieser Hinsicht auch nichts Ueberragendes, denn sonst hätte das Ergebnis weitaus anders lauten müssen. Der Spielverlauf stand im Zeichen eines flotten Beginns. Beide Mannschaften forcierten das Tempo und schufen in der ersten Halbzeit eine Reihe von kritischen Situationen, so daß die beiden Torhüter einige Male eingreifen mußten. Verschiedene Torchancen auf beiden Seiten wurden allerdings nicht energisch genug ausgewertet. In der 10. Minute gelang es dem Platzbesitzer nach kurzem Geplänkel vor dem gegnerischen Tor das erstemal erfolgreich zu sein. Die Gäste ließen sich jedoch dadurch nicht entmutigen, strengten sich um so mehr an und drängten auf Ausgleich, der auch tatsächlich in der 35 Minute fällig wurde. Die Frohnhausener konnten sich nichi lange freuen, denn in der 43. Minute verschafften sich die 1900er nach sauberer Kombination und Entschlossenheit des Rechtsaußen abermals die Führung. Mit 2:1, zugleich dem Schlußergebrns, ging es in die Pause. Die zweite Halbzeit verlies bei einer ständigen leichten Überlegenheit der Blauweißen ebenfalls sehr abwechslungsreich, jedoch torlos, obwohl aus mancher Gelegenheit Nutzen hätte gezogen werden müssen. Die Frohnhausener wurden allerdings auch verschiedentlich gefährlich, so daß Brambach stets auf dem Posten sein mußte. Der Ausgleich lag dabei gar nicht außerhalb des Möglichen. Für die Frohn- haufener ist das Ergebnis recht schmeichelhaft, wahrend man den Sieger 1900, wenn auch als voll verdient so doch nicht als besonders eindrucksvoll be- handnehmenden Mäuseplaae tn die Wege zu leiten. Der Verein hat deshalb zwei „Lepit"- Apparate beschafft, die er den Landwirten unentgeltlich zur Verfügung stellt. — Um die Frage zu klären, ob geteilter oder ungeteilter Unterricht im Lause des Winterhalbjahres durchgeführt werden soll, beriefen die Lehrer der hiesigen Schule eine Elternversammlung ein, die von den meisten Ellern der schulpflichttgen Kinder besucht wurde. Die Eltern entschieden sich in großer Mehrheit für ungeteilten, also durchgehenden Unterricht. Dillkreis. WSR. Herborn, 3.Rov. Durch eine außerordentlich hohe Zahl von Di Ph t her ie -Erkrankungen in Herborn hat die Polizeibehörde schon seit längerer Zeit zu besonderen Schutzmaßnahmen greifen müssen. Trotzdem ist es nicht gelungen, die Zahl der Erkrankungen zu mindern. Dis heute waren 85 Erkrankungsfälle zu verzeichnen. Durchschnittlich sind stets 25 Personen von der Krankheit ergriffen. Drei Fälle verliefen bisher tödlich. <> Hirnsheim, 1.Rov. Der Gemeinde» faßte in feiner jüngsten Sitzung den Beschluß, i M i t g l i e d e r, die mehrmals den Sitzungen ' i. a u szus ch l i e ße n. wechselnder Angriffe, bei denen auf beiden Seiten Torgelegenheiten ausgelaisen werden, übernahm „Sport" das Kommando und diktiert die Ge cheh- nisse. Die VfD.-Verteibigung schlägt sich ausgezeichnet, kann aber nicht verhindern, daß der Gegner noch einmal erfolgreich ist. Auf eigenem Platz hatte die Ligareserve den Tabellenführer, die erste Mannschaft Steinbergs, im Derbandsspiel zum Gegner. Daß VsD. einen schweren Stand haben würde, war vorauszu- sehen. Die Platzelf setzte jedoch gleich von De- ginn an alles daran, sich einen möglichst großen Vorsprung zu sichern. Sie war ihrem Gegner im Spielaufbau und in der Dalibehandlung überlegen und lag trotz dessen eifriger Gegenwehr bei Halbzeit mit 3:0 in Führung. Rach dem Wechsel tarn Steinberg auf und es gelang der Mannschaft, wenigstens das Schluhergebnis auf 1:3 zu stellen. — Das Spiel der dritten Mannschaft gegen Garbenteichs zweite kam durch Richt- anlreten der Gegner nicht zum Austrag. — Während die Al-Iuaendels gegen die gleiche des Sportvereins Heuchelheim auf dortigem Platz 0:0 spielte, unterlag die A2-3ugeni) der Al-Jugend Lich« mit hoher Torzahl. Handball der Sp.-Vg. 1900 VfL. Wetzlar I — 1900 I 3:2 (1:1). Die 1900er konnten in Wetzlar nicht zu Gewinn- Punkten kommen. Allerdings muß zur Ehre der Spielvereinigungsleute — sowohl der ersten wie zweiten Mannschaft — gesagt werden, daß sie ihren Gegner zu keinesfalls überzeugenden Siegen fern- men ließen. Die Leistung der ersten Mannschaft muß unbedingt als ein Fortschritt gegenüber dem seither Gezeigten gewertet werden. Leider hatte fte das Mißgeschick, in der Mitte der zweiten Halbzeit den rechten Läufer infolge Verletzung zu verlieren, was den Wetzlarern Gelegenheit zum Führungstor gab. Zur Mannschaftskritik ist kurz zu sagen, daß der VfL. aufgrund besserer Stürmerleistungen ge- wann. 1900 verfügte über eine in der Gesamtheit bessere Hintermannschaft. VfL. Wetzlar 3gb. — 1900 3gb. 3:3 (0:2). Die Jugend mußte sich ihrem Gegner mit nur neun Mann stellen. Trotzdem hatte sie zunächst das Spiel in der Hand, bann blieb es allerdings nicht aus, daß die Wetzlarer ausgleichen konnten. Handball im Gau Hessen (O.T.) Ergebnisse des letzten Sonntags. Meisterklasse: Tv. Bad-Nauheim — Tv. Grvßen-Buseck 5:1; T. u. SpD. Marburg — Tv. Lauterbach 9:1; Tv. Niedergirmes — Tv. Alsfeld 10:2; Mtv. Gießen — Tgm. Friedberg 2:1. A-klaffe: Tv. Münchholzhausen — Tv. Großen-Linden 3:5; Mtv. Gießen — Tv. Heuchelheim 3:6; Tgm. Fried- berg — T. u. SpD. Butzbach 1:1. B-fUaffc: Tv. Niedergirmes — Tv. Lützellinden 7:1; Tv. Münchholzhausen — Tv. Allendorf 1:3; Tv. Krofdorf — Tv. Lich 3:3; Tv. Grohen-Buseck — Tv. Treis 1:2; Tv. Ortenberg — Tv. Gedern 1:0; Tv. Hirzenhain — Tv. Dorheim 0:6; Tv. Brauerschwend — Tv. Alsfeld 4:2; Tv. Lauterbach — Tv. Maar 1:1. Sport in den Gießener Schulen. Gnmnasium-Realgymnasium komb. — Oberrealschule 1:1 (1:1). Die Mannschaften trafen sich auf dem DfD- Plah zu einem Fußballspiel. Die Gymnasiasten buchten, trotzdem sie mit Ersah und nur 10 Mann spielten, einen schönen Achtungserfolg gegen die spielstarken Oberrealschüler. Bei beiden Mannschaften waren Läuferreihe und Verteidigung^ in guter Form, während die Stürmerreihen zu wünschen übrig ließen. Schiedsrichter leitete einwandfrei. Ski-Klub Gießen Vor einigen Tagen fand eine gut besuchte Mitgliederversammlung des Ski-Klubs Gießen statt. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. Die wichtigsten sportlichen Unternehmungen sind nunmehr auf den Ski-Gau Vogels- berg übergegangen, der vor einem Jahre durch den Ski-Klub Gießen gegründet worden ist. Das Gau- Rennen auf dem Hoherodskopf soll am 11. Januar 1931 stattfinden. An der Sprung- schanze werden weitere Verbesserungen vorgenommen, die die Sprungweite vergrößern. Der Ver- band Mitteldeutscher Ski-Vereine stellt dem Gau DSV.-Ski-Lehrer zur Verfügung. Die Mitglieder der Gauvereine können infolgedessen an jedem Schneesonntag auf dem Hoherodstopf kostenlosen Ski-Unterricht genießen. Außerdem finden um Weihnachten und Neujahr mehrtägige Ski-Kurse statt. Großes Interesse erregte eine geplante, sehr preiswerte Hochgebirgsfahrt, die als Gesell- schaftsfahrt ins Samnauntal unternommen werden oll. Mit dem Vogelsberger Höhen-Klub wird Hand in Hand gearbeitet. Ein Mitglied des Gesamtvor- standes des VHC., Lehrer L i n ck - Schotten, der zu- gleich dem Vorstand des Klubs angehört, war er- schienen und befestigte die guten Beziehungen. Der Versammlungsleiter wies ferner auf den am 5. Nov. vorzuführenden Film „Sonne über Piz Palü" hin. Der Deutsche Ski-Verband (DSV.), dem der Ski- Klub angehört, hat sein 25. Jubiläum aefeiert. Aus diesem Anlaß gedachte der DSD. besonders ver- dienter Pioniere des deutschen Ski-Laufs. Auch einem Mitglied des Ski-Klubs Gießen wurde diese Ehrung zuteil, nämlich Zahnarzt Jaeger, Gie- ßen, dem der Vorsitzende, Dr. W o d a e g e, das Ehren-Diplom des DSD. überreichte. Er hob dabei unter Zustimmung der Versammlung die Verdienste des Ausgezeichneten um den oberhessischen Skilauf hervor. Bereits in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat Zahnarzt Jaeger im Vogelsberg als einer der ersten die weiße Kunst geübt, und ist ihr bis auf den heutigen Tag treu geblieben. Schöne weiße Zähne: Chlorodont SMklsKl Vornan von Hans Friedrich. Urheber-Rechtss^uh durch '-Verlag Oskar Meister. Werdau L Sa. 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten Der Cellist deutete mit dem Kopfe nach rechts. „Wird wohl so beilaifig a liabs Deandl g'schaut ho am/' „Die hellblonde Dame mit dem Wuschelkopf 7" Taver Woißkugl riskierte noch einen schüchterner: Blick, verbesserte sich dann: „Ra, der Schwarze ist's. Der schaut aus wie rausgesprun- gen aus an Defreggerbildl." Inzwischen spielte sich die erste Szene der nun beginnenden Tragikomödie am Tisch der beiden Srcunöc ab. „Schwaihofer, altes Haus, daß ich dich wieder- sehl" Strobl war ganz nutzer sich vor Freude. Der Münchner war im ersten Moment gar nicht so sehr erbaut über des Geigers plötzliches Auftreten. Gr hatte soeben der blonden, feschen Dame am Tisch seinen Ramen genannt und war drauf und dran gewesen, eine seiner beliebten Eroberungen im Sturm zu machen. Da platzte nun der Strobl ungerufen dazwischen. Dah er ihn nicht gesehen hatte! Aber wer kümmert sich sogleich beim Betreten eines Kaffeehauses um den Stehgeiger? Run ging es nicht anders, auch Strobl stellte sich der Da ine vor, und bald war dank der Lebhaftigkeit des bunt zusammengewürfelten Trios eine lustige Unterhaltung im Gange. Weitzkugl und Truk^ waren fast vergessen und konnten sich einer langen Pause erfreuen. „Du —" wandte sich Schwaihofer an den Musiker und sprach mit Rücksicht auf die Blonde ein nur wenig verbayertes Hochdeutsch — „denk dir nur: teuf in alter Herrgottsfrühe hab' ich einen irsch geschossen, einen Hirsch sag' ich dir--" Bor lauter Begeisterung fand er gar nicht gleich die Superlative, die auch nur einigermaßen dem Iagdobjekt entsprochen hätten. „Bierzigendcr?" schnappte Strobl ulkig ein. „Kam--“ Roch im letzten Augenblick besann sich Schwaihofer, daß eine Dame mit am Tisch sah. Deshalb verschluckte er die Silbe „el" und setzte dafür geistesgegenwärtig „erad.. „Kamerad — du verstehst nix von Weidmannsglück. Aber glauben kannst mir: ©'freut hab' ich mich wie ein König, als der Eechzehnender im Feuer lag." Der Wiener sah sofort einen Vorteil für sich herausgucken, und wenn es nur ein guter Tag war. „Das wär' Grund genug für ein Fest — weißt Ibu, von der Art, wie wir sie manchmal in der Künstlerklause gefeiert haben." Schwaihofer war wider Erwarten schnell bei r Sache. Rach einem flink abschähenden Blick >cr die vollschlanke appetitliche Blondine, die ,r verführerischstes Lächeln aufgesteckt hatte, war er sich über das Wie und Wann bereits im klaren: denn die Improvisation froher Stunden war feine starke Seite. „Gemacht, mein Sohn!" sagte er gönnerhaft. Und dann mit der ihm eigenen Lebhaftigkeit sortfährend: „Du nimmst mit deiner Kapelle daran teil, bestreitest das künstlerische Programm." Und zu der Blondine gewandt: „Voraussetzung ist, daß auch Sie, gnädige Frau, Ihr Erscheinen zusagen! Wir sind ganz unter uns, sozusagen geschlossene Gesellschaft zur Feier des Iagdruhms meiner Wenigkeit. Ort der Handlung: Meine Jagdhütte „Meidmannsruh" in schönster Höhenlage des Brunnenkogels, abseits von allem Verkehr, mitten hineingeseht in den prachtvollen Hochgebirgswald." Strobl überbrückte die entstandene Pause mit einem Scherz. „Mein Freund ist ein verkappter Fremdenführer." „Fremdenverführer!" pflichtete die Dame belustigt bei. Und dann sah sie ein, daß sie eine Entscheidung fällen mußte. Das Abenteuer reifte sie. Irgendein kleiner Teufel raunte ihr zu: Rimm die Einladung an. Hier kennt dich kein Mensch. Es wird ein Hauptspaß. Was soll dir passieren? Die Pianistin wird ja auch dabei fein! Zwei Augenpaare ruhten bittend auf ihrem Mund, studierten den schön gemalten Amorbogen. „Warm?" fragte sie leise. Und etwas unsicher, damenhaft scheu hinzufügend: „Ich weih gar nicht, wie ich zu der Ehre komme--und ob es nicht eine unvorsichtige Freiheit meinerseits--“ Plötzliche Erinnerungen beeinflußten sie. „Morgen früh Abfahrt in einem gemieteten Auto nach Sölden", bestimmte Schwaihofer, alle Einwände der Fremden abschneidend. Der Geiger protestierte. „Morgen kann ich nicht. Unser konzertfreier Tag ist übermorgen." Der Münchner biß sich auf die Unterlippe. Kruzitürken — bis dahin konnte viel passieren. Möglicherweise besann sich die Dame mit dem Amorbogen anders... Da kam sie ihm schon selber entgegen. „Ist mir auch recht. Ich wollte mir morgen Innsbruck noch ein wenig ansehen. Iselberg und Rordkette warten auf mich." Das war eine versteckte Aufforderung. Schwaihofer kapierte sofort. „Wenn ich Ihnen meine Begleitung anbieten darf, meine Gnädigste?" Cs war ihr angenehm. „Aber ich möchte keine Verantwortung tragen, wenn Sie Ihre kostbare Zeit meinetwegen--“ Er winkte lebhaft ab. „Ich freue mich, Ihnen morgen die Schönheiten dieses Herrgottswinkels zeigen zu dürfen. Ditte verfügen Sie über mich als. Ihren Cicerone." So, nun galt es bloß noch, die Zustimmung der beiden Kollegen Strobls einzuhvlen. Das besorgte der Geiger sofort persönlich. Er hatte das lebhafteste Interesse am Gelingen dieses Dergnü- gungsobjektes: denn von einem weltabgeschiedenen Alleinsein mit Frau Trude versprach er sich allerhand. Schließlich mußte doch mal die Entscheidung fallen, so ober so. Weißkugl war gleich einverstanden. Was hätte er auch einwenden sollen? In seiner angeborenen Schüchternheit fügte er sich gern den Entschlüssen seines weltgewandten Kollegen. „Aber Menschenskind —" lachte Trude, „was soll ich denn in einer Jagdhütte? Glaubst du vielleicht, dort oben ein Piano zu finden?" Daran hatte Strobl noch nicht gedacht; dennoch ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen. „Trudel, du kannst doch schön fingen. Und Lautespielen auch!" Sie zog die schmalen Schultern hoch. Er nahm es für eine bejahende Antwort. „Ra, schau, Herzl, wir können dem Schwaihofer die Freude net verderben. Und für uns selber wird's eine nette Abwechslung." Und als das „Herzl" trotzdem nicht so schnell von der RotwendiAeit ihrer Teilnahme an dieser Expedition überzeugt war, griff er in feiner Rot zum letzten Trumpf. „Der Brunnenkogel liegt ganz in der Rähe von Sölden", sagte er bedeutungsvoll, das linke Auge zukneifend. Da verflogen Trudes Bedenken wie Bergnebel vor der Sonne. In Sölden sei Heinz, hatte Franz Strobl damals bei ihrem Engagement für die Innsbrucker Saison gesagt. Und seitdem trug sie sich dauernd mit dem Gedanken, Heinz einfach zu überrumpeln, wenn ihr die Sehnsucht nach ihm keine Ruhe mehr ließ oder — wenn der Geiger einmal in seiner Zudringlichkeit und törichten Hoffnungslosigkeit zu weit gehen sollte. Run reichte er ihr selber die Hand zu diesem Ausflug! Es gab nichts, aber auch gar nichts mehr zu überlegen! „Abgemacht! Wir fahren..." In einer der nächsten Musikpausen kam Schwaihofer auf einen Augenblick an das Podium, sprach flüsternd auf Strobl ein. „Mensch, wo hast du bloß dieses Bild von einer Pianistin aufgegabelt?" fragte er neugierig. Der Geiger zog die Brauen hoch, flüsterte be» kennerfroh: „Das ist eine Jugendliebe, leider mit dem Schriftsteller Gutenberg verheiratet. Der hält sich in Sölden auf. Ich habe Angst, daß sie ihrem Mann dort in die Hände läuft, und dann kriegen sie keine zehn Pferde auf den Berg." „Donnerwetter!" Schwaihofer sagte nur dies eine Work. In seinen Augen war eine Unruhe, wie damals, als ec das erstemal auf den Hirsch pirschte. Er muhte an den Kuß denken, den Heinz Gutenberg von Erdmutes Lippen empfing... Und an seine rachsüchtigen Gedanken: Man müßte ihm die Frau verführen! Run führte ihn sein Schicksal mit ihr zusammen. Einfach nicht auszudenken, diese Perspektiven! „Liebst du sie?" fragte er tonlos. Strobls Gesicht glühte. Er hätte in diesem Augenblick nicht lügen können. „Hoffnungslos!" gestand er. Aus Schwaihofer flüsterte der Satan: „Meine Jagdhütte ist verschwiegen wie eine Gruft...“ In seinen Augen war ein heißes, unbeherrschtes Glänzen, und um seinen Mund irrte ein unverschämtes Lächeln. Der Geiger neigte sich noch näher an das Ohr des andern. „Und du?" Sein Freund klappte ein paarmal mit den Lidern. „In Sölden hab' ich.ein allerliebstes Mädel, nur leider noch etwas scheu." — „Und die Blonde hier?" „Sie will ihren Ramen nicht nennen. Auch hat sie nur unter der Bedingung zugesagt, daß nie#» mand weiter anwesend ist als die Pianistin. Ich schätze: Eine kleine, abenteuerlustige Frau, die ihrem Herrn Gemahl durch die Lappen gegangen ist, halb Girl, halb Eheweib, aber immerhin Edeltier." Trude kam mit den Roten vorüber. Strobl benützte die Gelegenheit, sie und den Cellisten mit Schwaihoser bekannt zu machen. Dann wurde noch rasch das Programm für den übernächsten Tag entworfen. „Ich miete einen geschlossenen Wagen. Früh um sechs geht's los!" Und zum Abschied, nur für Strobls Ohr bestimmt: „Sei ohne Sorge. Wir fahren durch bis Zieselstein. Dort trifft deine Kollegin nicht mit ihrem Mann zusammen. Auf einem nur mir bekannten Bergpfad gelangen wir von da aus zur Hütte. Die Rückfahrt tretet ihr am andern Morgen auf dieselbe Art an. Ihr seid dann gegen Mittag hier und könnt nachmittags wieder konzertieren." Der Wiener schüttelte ihm die Hand. „Du bist einer, auf den man sich verlassen kann." Einen Schlager pfeifend wandte sich Schwaihofer zum Gehen, kaufte einer eben vorüber streichenden Blumenfrau ihren ganzen Vorrat ab und brachte seiner Dame einen Arm voll rote Rosen. Die zunächst Sitzenden steckten die Köpfe zusammen, tuschelten. Der beliebte Kaffeehausklatsch war um eine Rote reicher. Fortsetzung folgt.) Gestelle, Seide, Satins, Batiste, Fransen, Rüschen, Quasten in großer Auswahl und zu mäßigen Preisen Schulstraße 4 7504 A A"es Lampenschirm M M Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Ernst Müller und Frau Franziska, geb. Opitz Gießen Bonn Lahnstraße 13 Oorotheenstraße 99 Sonn, 4. November 1930 7510D EM-Betten (Stahl n. Holz) Polster. Schlafzimm^Stahlmatr. Kinderb.Chaisel. a.Pri- rate. Ratenzl. Katal. fr. Eisenmobeifabrik Suhl Das richtige oberh. Landbrot verbinde! Wohlgeschmack mit boher Bekömmlichkeit KräolerhausW Schulsiraheö 7L»l) 3. B. HXUSER, GIESSEN AM OS WAL DSC AR TEN doch ein solch Schwäbischer Ofen kochen kann, stellte kürzlich Onkel Mollig mit nt‘?VhäH»,2t.n elJ.üweiPige Ta8e den Haushalt selbs; führen mußte. Cht igugjUbt .xUnd wo cr ohne dies schon ein Freund guter Ge- -n r|doppelt über die Anschaffung dieses schönen Ofens. Auch Sie werden Ihre Freude an solch einem schönen Schwäbischen Ofen haben. Nicht 1“® ruhT^ dfr W;0^1 un,d bräjt nein er hält auch Ihre Stube schön warm. nzu? halten, wer einen Schwäbischen Ofen draußen zu Dutzenden hängen und die Wintersturme durch die Straßen wehen, dann erst weiß man, was ein guter ODDD A So Wwrt nid> Bnhrtdmhet WH»i leb zuTixht ml fvUl.daß «h to jt*r Zrif doi qröiMr Stu* erwisch»! Alice - Frauenverein Zweigverein Sieben Abteilung 7439D „Bienenkorb“ vom 4. bis 10. November täglich von 10 bis 1, und 3 bis 6 Uhr Wei h n achtsverkauf von Handarbeiten aller Art Mäusburg 5, im Laden des Tapeten- und Teppichhauses Hochstätter. Mittwoch, den 5. 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