Nr. 154 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 4- Juli 1950 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStL-vuch. und ZteLndnttkerel K Lange in Gießen. Schrtftlettung und SeschSftrftelle: Zchnlstratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tage,nummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lanoe; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den AnzeigenteU Ma; Filter, sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Vie Illustrierte Bletzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monals-Vezugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zervsprechanschlüsse unterSammelnummer225I. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Der Reichsrat stimmt dem Deckungsprogramm zu. Die Länder verlangen für die Zukunft stärkere Abstriche am Etat und baldige Vorlage des Ausgabensenkungsgesetzes. Berlin, 3. Sult. (DDZ.) Der Reichsrat trat in die Beratung der Deckungsvorlagen ein. Preußischer Ministerialdirektor Dr. Hog: Die Form der Sonderabgabe an Stelle einer echten Gehaltskürzung wurde als nicht sehr klar und eindeutig empfunden. Die Reichsregierung hat nicht sie gewählt, um auch Beamten der Lander und Gemeinden, der Reichsbahn und Reichspost und der sonstigen öffentlichen Körperschaften heranziehen zu können. Die Länder wollen sich auch hinsichtlich ihrer eigenen Beamten mit dieser Form a l s einer einmaligen außerordentlichen Maßnahme absinden. Sie empfinden allerdings es als sehr schwer tragbar, daß das Reich diese Einkparungsmöglichkeit für sich ausschöpft. Die Ausschüsse haben aber aus dieser Auffassung nicht etwa die Folgerung gezogen, aus dieser außerordentlichen Beihilfe eine womöglich dauernde Gehaltskürzung zu machen. Line Unbilligkeil, daß die dem Lohnabzug unterliegenden Ledigen nur für acht Monate, die veranlagten dagegen für ein ganzes Jahr herangezogen werden sollten, haben die Ausschüsse beseitigt. Dadurch wird rin Ausfall von etwa 10 Millionen entstehen. Diesen Ausfall wieder einzubrlngen, wird dadurch zu erreichen gesucht, daß den Ledigen die verwitweten und Geschiedenen, denen keine Unterhaltspflicht gegenüber Kindern oder der geschiedenen Ehefrau obliegt, gleichgestellt werden. Die Ausschüsse haben ferner folgende Entschließung vorgeschlagen. Die Reichsregierung wird ersucht, sobald wie möglich die notwendigen Gesetzentwürfe vorzulegen, um der übermäßigen Belastung der Gemeinden durch die Wohlfahrtserwerbslosen abzuhelfen. Preußischer Ministerialdirektor Dr. Brecht: Zur Deckung des Fehlbetrages von rund 485 Millionen sollen 134 Millionen bei den Ausgaben gestrichen werden. Die entscheidende politisch« Frage ist, ob nicht durch Erhöhung d e r A b st r i che die neuen Abgaben ganz oder teilweise entbehrlich werden können. Preußen vertritt den Standpunkt, daß beim Reichswehrmini st erium größere Streichungen als anscheinend beabsichtigt, möglich feien, und daß sich dadurch die Summe verbessere. Hiervon abgesehen, halten die Ausschüsse eine wesentliche Erhöhung der sofort zu verwirklichenden realen Abstriche nicht für möglich. Weitere größere Abstriche sollen durch das zugesagte A u s - gabensenkungsgeseh auf längere Sicht vorbereitet werden. Durch die, beiden Ergänzungshaushalte und die Verschlechterung der Wirtschaftslage hat sich auch das Zukunftsbild für 1931 weiterhin wesentlich verschoben. Bei gleichbleibender Wirtschaftslage bliebe für 1931 ein Minussaldo von 270 bis 300 Millionen zu erwarten, wenn die jetzt bewilligten Steuern am 1. April ohne Ersatz fortfallen. Man kann aber nicht darauf rechnen, daß ohne Umschwung der Konjunktur die neuen Steuern ersahlos am 1. April 1931 fortfallen können, wenn es nicht gelänge, über die jetzigen Streichungen hinaus noch weitere Streichungen von etwa 200 Millionen im haushalt vorzunehmen, hieraus erhellt, welche Bedeutung es hat, daß sofort nach Erledigung des jetzigen Haushalts das geplante Sparprogramm auf lange Sicht mit aller Kraft und unter Ausnutzung aller Möglichkeiten in Angriff genommen wird. Dr. Schifferer (Provinz Schleswig-Holstein) erklärt, daß er nicht in der Lage sei, der Reichsregierung neue Steuern zu bewilligen. Die Steuerschraube in Deutschland ist überdreht und kann ohne schweren Schaden für das deutsche Volk nicht weiter angezogen werden. Bei richtigem Vorgehen kann man zu einer Ersparnis am Etat von etwa einer halben Milliarde kommen. Die Gesundung der Finanzen ist herbeizuführen auf dem Wege der Spardiktatur. Ich habe das Vertrauen zu der Klugheit des Reichsfinanzministers, daß er mit einem entsprechenden Ermächtigungsgesetz, das gegebenenfalls erzwungen werden muh, die erforderlichen Maßnahmen durchbringt. Gesandter Tischbein (Mecklenburg-Schwerin) nennt die R e i ch s h i l f e eine einseitige Belastung der Beamten, der er nicht zustimmen könne. Da aber andere Teile der Vorlage annehmbar seien, werde er sich der Stimme enthalten. Reichsfinanzminister Dietrich weist darauf hin, daß positive Streichungsanträge nicht vorgebracht worden seien. Wenn wir große Ersparnisse machen wollen, die die notwendige Summe erreichen, dann können wir das nur, wenn wir entweder die Gesetzgebung des Reiches ändern, in die Rechte der Beamten und Sozialbedürftigen eingreifen, oder wenn wir die ganze Abrechnung zwischen Reich, Ländern und Gemeinden auf den Kops stellen. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Eine endgültige Sanierung ist erst vollzogen, wenn wir auf der ganzen Linie eine neue Organisation aufgebaut haben. Die Kürze der Zeit zwingt jedoch zum Handeln. 3n der Abstimmung wurde zunächst die Vorlage über die Reichshilfe und die Zuschläge zur Ein- kommensteuer mit 56 gegen 9 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Dagegen stimmten nur die Länder Thüringen und Braunschweig und die preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hannover. Mecklenburg- Schwerin enthielt sich der Stimme. Zur Tabak st euernovelle wurde der Antrag der Reichsregierung auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage in der Kontingentsfrage mit 33 gegen 31 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Dagegen stimmten die Provinz Pommern und die Länder Bayern, Sachsen, Baden, Thüringen, Hessen, Hamburg, Oldenburg, Bremen und Lübeck. Ostpreußen und Brandenburg enthielten sich der Stimme. Auf Antrag Bremens wurde dann die Reichsregierung ersucht, trotzdem die Frage der Zigarettenkontingentierung dem Reichswirt- schaftsrat zur Begutachtung vor^ulegen. Die Tabaksteuernovelle wurde dann mit großer Mehrheit angenommen. Desgleichen wurde der Ergänzungshaushalt mit Mehrheit genehmigt. Spaltung -er Nationalsozialisten. Straffer gründet eine neue Partei der revolutionären Nationalsozialisten. Gegen die Verbürgerlichung der Hitlerpartei. Berlin, 3. Juli. (ERB.) Die Straffergruppe hat ihren Bruch mit der hillergruppe vollzogen. Der „Rationale Sozialist", dessen Herausgeber Otto Straffer ist, veröffentlicht einen Aufruf an die Leser, Partei, Genossen, Freunde zur Gründung einer eigenen Partei der revolutionären National s o ; i a l i ft e n. An erster Stelle sind neben Otto Straffer der frühere Major Buchrucker und Herbert B l a n ck unterzeichnet. Ls folgen die Unterschriften einer Reihe örtlicher Führer. Der Ausruf enthält eine Art Parteiprogramm. Auf außenpolitischem Gebiet wird der j n t e r v e n t i o n s w e g gegen Rußland bekämpft, in der inneren Politik die Stellungnahme für das System der Linzelstaaten abgelehnt und ein republikanisches Bekenntnis abgelegt im Gegensatz zu dem „republikanisch-monarchistischem Halbdunkel" und der „übersteigerten Ikr- ehrung für den faschistischen Obrigkeitsstaat". weiter wird über die .^Verbürgerlichung" der Partei geklagt, die in dem engen Bündnis mit hngenberg, mit dem Stahlhelm und den sogenannten vaterländischen zum Ausdruck komme. Diese neue Richtung soll auch von einzelnen A b - geordneten , darunter auch von dem Grasen R e v e n 11 o w, unterstützt werden, zumal Revent- loro sich auch in anderen Organisationen betätigt hat, die gegen die Leitung der NSDAP, gegründet wurden. Diese Oppositionspartei scheint, wie die „Nachtausgabe" weiter meldet, tatsächlich in Berlin und Umgebung sowie im Nordwest Deutschlands Boden gewonnen zu haben. Ls lasse sich schon jetzt erkennen, daß die beiden Gruppen bei parlamentarischen Neuwahlen gesondert vorgehen würden. Gregor Strasser und die Aeichs- tagssraktton hinter Hitler. Berlin, 3. Juli. (Tel.-Lln.) Reichstagsabgeordneter Gregor Strasser, der Reichsorganisationsleiter der RSDAP. und frühere Herausgeber der Zeitung: »Der nationale Sozialist", gibt eine Erklärung ab, in der es heißt: Ich stehe dem Vorgehen des Kreises um den Kampfverlag unter Führung meines Bruders Dr. Otto Strasser gegen die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei in schärfster Verurteilung und Opposition gegenüber. Aus diesem Grunde habe ich bereits am 30. Juni die Herausgeberschaft und verantwortliche Schriftleitung der Kampfverlagszeitung niedergelegt. Ich stehe nach wie vor in vollster Loyalität hinter Herrn Adolf Hitler und der von ihm geführten RSDAP. Die Meldung des „Rationalen Sozialisten" vom 3. Juli, wonach an meinem geschäftlichen Verhältnis zum Kampsverlag nichts geändert habe, ist bewußt unrichtig. Die nationalsozialistische Reichstagsfrak- tivn veröffentlicht folgende Erklärung: „Entgegen anderslautenden Gerüchten und Pressemel- dungen erklärt die Reichstagsfraktion der RSDAP., daß sie geschlossen hinter der F ü frr-u n g Adolf Hitlers steht und sich in fester Disziplin der Parteiorganisation einordnet." Hitler fordert Säuberung der Partei. Ein Brief an Goebbels. München, 3. Juli. (TLl.) Der Führer der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Adolf Hitler, hat an den Berliner Gauleiter Dr. Goebbels einen Brief gerichtet, worin er sich gegen die Elemente wendet, die versuchten, in die Reihen der Bewegung Uneinigkeit, Verwirrung und Disziplinlosigkeit hineinzutragen. Er halte es nunmehr für notwendig, diese Elemennte rücksichtslos aus der Partei hinauszuwerfen. Hitler spricht Dr. Goebbels feinen Dank und feine Anerkennung für feine bisherige Arbeit aus und bittet ihn, die rücksichtslose Säuberung der Partei in Berlin von allen Elementen durch- ruführen, deren Auffassungen im wesentlichen den Ansichten der Gegner entsprächen und die versuchen wollten, diesen Ansichten unter Bruch der Parteidifziplin Gehör zu verschaffen. Goebbels solle rücksichtslos und scharf zugreifen; die Reichsparteileitung werde ihrerseits alles tun, um fein Werk fortzufehen und feinen Anordnungen Befolgung zu verschaffen. Oie preußische Staatsregierung gegen die radikalen Parteien. Ein Erlaß verbietet den Beamten die Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen und kommunistischen Partei. Berlin, 3.Juli (WTB. Amtlich.) Das preußische Staatsmini st erium Hal in feiner letzten Sitzung den folgenden Beschluß gefaßt, der nunmehr den Nachgeordneten Behörden aller Zweige der Staatsverwaltung und den Gemeindebehörden zugeht: „Nach der Entwicklung, die die National- fozialistische Deutsche Arbeiterpartei und die kommunistische Partei Deutschlands genommen hoben, sind beide Parteien als Organisationen anzusehen, deren Ziel der gewaltsame Umsturz der bestehenden Staatsordnung ist. Ein Beamter, der an einer solchen Organisation t e i l n i m m t, sich für sie betätigt, oder sie sonst unterstützt, verletzt dadurch die aus seinem Beamten Verhältnis sich ergebende besondere Treueoerpflichtung gegenüber dem Staate und macht sich eines Dienstvergehens schuldig. Allen Beamten ist demnach die Teilnahme an diesen Organisationen, die Betätigung für sie, oder ihre sonstige Unterstützung verboten. Das Staatsministerium bringt diese Auffassung der Beamtenschaft hiermit besonders zur Kenntnis und weist sie darauf hin, daß künftig gegen jeden unmittelbaren oder mittelbaren Staatsbeamten, der dem zuwiderhandelt, disziplinarisch ein- geschritten wird. Das Stoatsminislerium ordnet gleichzeittg an, daß die Nachgeordneten Behörden über jeden Fall der Zuwiderhandlung dem zuständigen Fachminister zu berichten haben." Hierzu bemerkt der Amtliche Preußische Pressedienst: Die preußische Staatsregierung richtet mit diesem Erlaß an die gesamte Beamtenschaft Preußens eine Warnung vor einer Betätigung und Llnterstützung der obengenannten Parteien, deren Ziel, den Staat und feine heutige Verfassung umzustürzen und die Beamtenschaft (Reichswehr und Schutzpolizei) zu zersetzen, in der letzten Zeit immer klarer zutage getreten ist. Die preußische Staatsregierung macht nachdrücklichst daraus aufmerksam, daß ieder Beamte, der sich im Rahmen einer dieser beiden Parteien betätigt, sie in ihren Zielen unterstützt und fördert, sich der Gefahr einer d i s zi- plinarischenBestrafungaussetzt. Mit der Treupflicht eines Beamten und mit dem von ihm geschworenen Eid auf die Verfassung ist es unvereinbar, Parteien zu dienen, die diesen Staat zugegebenermaßen auch mit ungesetzlichen Mitteln bekämpfen. Die in Artikel 130 der Verfassung den Beamten gewährleistete politische und bürgerliche Freiheit ist durch die Gesetze beschränkt. Rach der Rechsiprechung allerobcrftcr Disziplinargerichte findet das Recht der politischen Betätigung für jeden Staatsbürger in den allgemeinen Gesetzen seine Grenzen, für den Beamtest aber besonders in den Pflichten, die das Amt ihm auferlegt in der Treue- und Gehorsamspflicht gegenüber dem Staat, die es ihm verbieten, von diesem Recht einen Gebrauch zu machen, der den Lebensinteresten des Staats zuwiderläuft. Echo her presse. Berlin, 4. Juli. (ERD.) Der Beschluß de« preußischen Kabinetts über das Verbot der Zugehörigkeit von Beamten zur Rationalsozialisti- schen- und Kommunistischen Partei findet in der Berliner Presse große Beachtung. Die Blätter der hinter der Regierung stehenden Parteien sprechen ihre Genugtuung über den Beschluß aus. In der Voss. Z tg. heißt eS: Der Rötst and von Staat und Wirtschaft erfordert außerordentliche Maßnahmen. Die Staatsregierung läßt nicht mit der Staatsautorität spielen. Sie seht für die verfassungsmäßige Gewalt ihre ganzen Mittel ein und gibt damit ein Beispiel der Stärke, das beruhigend und aufrichtend wirkt. — DaS D. T. fragt: Ist es nötig, zum soundsovielten Ma.!e hervorzuheben, daß die beiden Parteien, auf die sich das Verbot bezieht, durch ihre Arbeit und ihre Ziele die neue Verfügung der preußischen Staatsregierung schon längst nötig gemacht hätten? Ueberflüffig, das zu betonen, wenn man sich erinnert, daß die nationalsozialistischen Führer immer wieder erklärt haben, nationalsozialistische Weltanschauung verpflichte dazu, den äl m stürz mit allen Mitteln vorzubereiten. Die Diktatur gegen die Mehrheit des deutschen Volkes ist oft und oft al« nationalsozialistische Aufgabe hingesteklt worden. Für die Kommunistische Partei gilt dasselbe. Unter der Liebe rfchrift: „Eine notwendige Verordnung" sagt die Germania: Der Beamte ist dem Staat durch sein Treueverhältnis nach jeder Richtung hin verpflichtet. Wenn Parteien es sich zu ihrer Aufgabe gemacht haben, die Grundlagen des Staates zu erschüttern, dann muß dem Staat das Recht zugebilligt werden, sich dagegen zu verwahren, daß Beamte, also seine ihm verpflichteten Diener, sich mit solchen Parteien den gleichen Bestrebungen hingeben und diese Tendenzen in solchen Parteien praktisch verfolgen. Ganz anders find die Stimmen aus dem gegnerischen Lager. Der Hugenbergsche Lokal- anzeiger schreibt: Viel Sympathien wird sich Ministerpräsident Braun mit dieser Dr u ck - und Zwangspolitik auch in denjenigen Kreisen der preußischen Beamtenschaft, die weder zu den Rationalfozialisten noch zu den Kommunisten gehören, nicht erwerben. Im Gegenteil: je mehr fein Regime sich zu einem reinen Polizeistaat auswächst, desto geringer wird der Respekt werden, der diesem feinem Regime auch innerhalb der Beamtenschaft entgegengebracht wird. Die Deutsche Zeitung erklärt: Der preußische Ministerpräsident wird sich darauf gefaßt machen müssen, daß ihm bei einer entsprechenden Klage der Staatsgerichtshof die Unwirksamkeit seines neuen Erlasses ebenso bescheinigen wird, wie er seiner Zeit die disziplinarische Bedrohung der Beamten, die sich für das Volksbegehren eingetragen hatten, für rechtswidrig erklärt hat. — Die kommunistifche Rote Fahne spricht von einem Schandstreich der Otto* Braun-Regierung gegen die Beamten. Minister Krick und die Universität Jena. Jena, 3. Juli. (TU.) In dem aus Anlaß der Berufung des Rassenlorfchers Dr. Hans Günther an die Universität Jena entstandenen Streit wird jetzt ein Schreiben deS Rektors der Universität Jena an den Dolksbiidungsminister Dr. Frick veröffentlicht, in dem es heißt: Es ist schwer erträglich, daß aus rein sachlichen Bedenken der Professoren gegen die Berufung eines Mannes zum Professor ein Schluß auf unsere vaterländifcheGesinnung gezogen wird. Wir konnten nur mit starkem Befremden lesen, daß Sie in unsere Professoren herabwürdigender und unserer Autorität gefährdender Weise an Studenten geschrieben haben. Es ist selbstverständlich, daß junge Leute, wenn sie ein solches Schreiben des Ministers in Händen haben, sich in ihrer auflehnenden Haltung gegenüber den akademischen Behörden gestützt und gedeckt fühlen. Die Zustände, die sich in den letzten Wochen in Jena entwickelt haben, sind schlechterdings unhaltbar und fordern ein energisches, gründliches ordnungschaffendes Eingreifen der akademischen Behörde, das durch Ihren Bries vom 31. Mai, Herr Minister Frich sowie durch die Stellungnahme der Ihnen nahestehenden Presse ungemein v rschwert wird. Neue Ausschreitungen in Mainz. Gegen ehemalige Separatisten. — Auch andere Bürger werden belästigt. polnische Angfiphanlasien. Alberne Hetze gegen den Reichspräsidenten Warschau, 3.Juli. (Tel.-Lln.) Lieber den Aufenthalt des Reichspräsidenten von Hindenburg auf seinem Gute R e u d e cf in Ostpreußen im Augenblick der Rheinlandräu- mung läßt sich das Regierungsblatt „Kurjer Czerwvny" aus Berlin u. a. folgendes berichten: „Dies ist eine Geste, die nicht ohne Eindruck in der Welt bleibt, und ein verständliches E ch o in Polen finden muh, zumal der Reichspräsident am Tage, als in Deutschland die Rhein- landräumung gefeiert wird, sich am 30. Juni an den Weichselstrom begeben hat, und zwar gerade an der Ecke, wo sich die Grenzen Danzigs, Polens und Deutschlands berühren. An der Weichsel entblößte der Feldmarschall sein Haupt und verharrte einige Minuten im Schweigen, um auf diese Weise seinem Gefühl gelegentlich der Defreiungsfeier Ausdruck zu verleihen. Diese symbolische und schweigsame Geste Hindenburgs spricht mehr als ganze Bände von gehaltenen Reden und erfordert keinerler Kommentare" Diese Betrachtung versieht das Blatt mit folgender Lieberschrift: „Der provokatorische Schatten des kaiserlichen Marschalls über dem polnischen Weichselstrom. Hindenburg mustert am Tage der Rheinlandbefreiung das nationale Lager an der polnischen Grenze." Die Schrrft- leitung des Blattes bemerkt zu der Berliner Meldung noch: Dieser alte Soldat hat es vorgezogen, seinen Urlaub nicht in einem Badeort, sondern dort, wohin ihn seine Ratur zieht, nämlich im befestigten Lager Deutschlands, in Ostpreußen zu verbringen. Feldmarschall v. Hindenburg ist nach Preußen gefahren, um aus nächster Rähe zu beobachten, wie eine flammende Grenze gemacht wird. Mussolini gegen Briands paneuropa. Voraussetzung die Revision der Verträge. Paris, 3.Juli. (Tel.-Un.) Mussolini veröffentlicht über die Paneuropadenkschrist Briands durch eine Agentur einen Artikel, in dem er feststellt, daß, wenn auch die unter germanischer Führung stehende Dölkerkombination zerschlagen sei, doch neben dem Britischen Reich und den Vereinigten Staaten das Deutsche Reich bestehen geblieben sei, und zwar auf der von Bismarck geschaffenen Grundlage. Das heutige Europa sei v i e l z u verschiedenartig, um «in gemeinsames Gan- zes bilden zu können. Der Grund für den Zusammenschluß fehle jetzt noch. Falls England dem Bunde beitreten, würden es die Dominions ebenfalls hineinbringen und so eine europäische Vereinigung zunichtemachen. 3m übrigen sei für ein wirtschaftliches Paneuropa eine „ernsthafte und aufrichtige Revision der bestehenden Verträge" Voraussetzung. Das „Journal des Döbats" wirft dem italienischen Ministerpräsidenten vor, mehr Rednertalent als Genauigkeit entwickelt zu haben. Die Ausführungen Mussolinis hätten lediglich den Zweck gehabt, zu beweisen, daß Europa im Augenblick materiell und moralisch nicht geeignet sei, den Bereinigte Staaten-Dlock nach dem Borbilde Großbritanniens, der Bereinigten Staaten von Amerika, oder des Deutschen Reiches zu bilden. Er versuche hierbei, den Sieger-Staaten die Absicht zuzuschreiben, die in Wirklichkeit nur Italien hätte. Denn abgesehen von Italien verlange keine der aus dem Weltkrieg siegreich hervorgegangenen Länder mehr als das, Wäs ihnen die Friedensverträge zuerkannten. Wenn Mussolini hoffe, durch seine Ausführungen das italienische Bolk in dauernder Aufregung zu erhalten, um dadurch einen Druck auf Frankreich auszuüben, so täusche er sich. Man wisse in Frankreich sehr wohl, daß die Mehrheit des italienischen Bolkes nicht in Frankreich einen Feind sehe, wie man es glauben cktachen wolle. — Der „Jntransigeant" hebt hervor, daß Artikel 19 des Dölkerbundpaktes tatsächlich in gewissen Fällen eine Revision der bestehenden Derträge vor sehe. Deutschland habe nicht versäumt, bei seinem Eintritt in den Völkerbund auf das Bestehen dieses Artikels hinzuweisen. In der gegenwärtigen gefährlichen Entwicklung sei das Datum der Aussührungen Mustolinis jedoch doppelt bemerkenswert, da nunmehr auch er sich gegen die Beiträge ausspreche, die Europa bisher im Gleichgewicht gehalten hätten. Der Versorgungsetat vom Reichstag angenommen. Berlin, 3. Juli. (DdZ.) Im Reichstag wird die zweite Beratung des Versvrgungs- e t a t s fortgesetzt. Abg. v. T r o i l o (Dnt.) bestreitet, daß in den wenigsten Fällen der Reuanmeldung von Kriegsbeschädigtenrenten ein Zusammenhang zwischen der Invalidität und der Kriegsteilnahme festzustellen sei. Kriegsteilnehmer von 1870 hätten noch nach 25 Jahren berechtigte Ansprüche auf Anerkennung von Kriegsdienstbeschädigupg erhoben. Der Pensionskürzungsantrag der Sozialdemokraten sei verfassungswidrig und wolle eine ungerechtfertigte Sonderbesteuerung der Pensionäre schaffen. Abg. Lucke (Wirtschp.) betont, die Pension des Beamten sei ein zurückl^haltener Teil des Gehalts. Die von den Sozialdemokraten beantragte Pensionskürzung sei als Dauereinrichtung grundsätzlich abzulehnen. Sie könne nur als vorübergehende Rotmaßnahme in der schweren Zeit der Arbeitslosigkeit gelten. Die Millionenaufwendungen für Die Liebergangsgebühren an ausscheiden de Reichswehrangehörige könnten vermindert werden durch eine schnellere Unterbringung dieser Leute bei den Behörden. Abg. Brüninghaus (DB.) stimmt derRo- velle zum Bersorgungsgesetz zu. Mit den dauernden Reuanmeldungen von Kriegsbeschädigungen muß endlich einmal Schluß gemacht werken. Es ist ein unmöglicher Zustand, wenn 12 Jahre nach dem Kriege noch 330 000 neue Anträge auf Kriegsbeschädigten- rente zusammenkommen. An der ablehnenden Stellungnahme unserer Fraktion zu einem Pensionskürzungsgesetz hat sich nichts geändert. Wir verlangen vor allem eine Liebersicht über die Pensionen, die von Ländern und Gemeinden an die Angehörigen jener neuen Beamten* schicht gezahlt werden, die sich erst in der neuen Republik gebildet hat. Gs gibt viele Oberbürgermeister. deren Bezüge die der Reichsminister weit übersteigen. WSN. Mainz, 3.Juli. Gestern gegen 19 Uhr sammelten sich in der O u i n t i n s st r a ß e vor einem Laden Leute an, die gegen den Geschäftsinhaber eine feindselige Haltung einnahmen. Der Polizei gelang es jedoch ohne größere Anstrengung, die Menge zu zerstreuen. Gegen 20 Uhr wurden derartige Ansammlungen an mehreren Stellen der Stadt festgestellt. Infolgedessen wurde sofort die gesamte Polizei sowie das in Mainz stationierte Schupokommando alarmiert. In kurzer Folge liefen dann aus den verschiedensten Stadtteilen Meldungen über Gewalttätigkeiten der Menge ein. Die Polizei sandte sofort an die bedrohten Punkte in Kraftwagen und zu Fuß Kommandos, denen es auch gelang, die Menschenmenge zu zerstreuen. An mehre- ren Stellen roar^n aber bereits größere Zer- störungen bei dem Eintreffen der Polizei vor- genommen worden. Die Polizei nahm die bedrohten Personen, soweit sie es wünschten, in S ch u tz h a s t und verhinderte weitere Gewalttätigkeiten und Brandstiftungen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Gewalttätigkeiten richteten sich vor aUen Dingen gegen die Personen, die im Berdacht standen, der separatistischen Bewegung nahegestanden zu haben.*Llnbegreis» licherweise hatten auch andere Bürger, die der separattstischen Bewegung voNständig fern standen, unter den Angriffen zu leiden, ja auch solche Personen, die im Ruhr- und Separatistenkampf zu den energisch st en Bor- kämpsern der Abwehrbewegung gehörten, wie z. B. die Herren Gastell, Halle- plah, und Gebrüder Decker, Liebfrauenstraße, wurden nichtverschont. Die Polizei stellte, teils unter Anwendung des Gummiknüppels, die Ruhe im Lause der Rächt wieder her, so daß die von Darmstadt und Friedberg alarmierte Schupo sich bei ihrem Eintreffen darauf beschränken konnte, die ermüdeten städtischen Polizeibeamten Berlin, 3.3uli. (OB.) Die Zentrums- fr aff Ion de» Reichstages trat zu einer Sitzung zusammen, in der Reichskanzler Dr. Brüning über die politische Lage berichtete. Aus dem Ergebnis der heutigen Abstimmung im Reichsrat, die bekanntlich eine große Mehrheit für das Deckungsprogramm ergeben hat, zog der Reichskanzler den Schluß, daß auch Im Reichstage die Parteien schließlich in Ihrer Mehrheit für die Vorlage stimmen würden. 3n Erweiterung dieser Deckungsvorlagen sei eine Preissenkungsaktion notwendig; nur so könne Deutschland die Krise überwinden. Die Fraktion brachte durch ihren Vorsitzenden zum Ausdruck, daß sie vollständig hinter der Regierung und dem Reichskanzler stehe. Morgen nachmittag findet eine Parteiführerbesprechung statt, bei der, wie wir von zuständiger Seite erfahren, nochmals die Meinungen der Führer der hinter der Regierung flehenden Parteien gehört werden sollen. Zusahlösungen zu den Deckungsvorlagen, die nichts wesentliches andern, können vorgebracht werden; doch wird sich die Regierung nicht in Verhandlungen über wesentliche Aende- r u n g e n ihres Programms einlassen. Brüning denkt daran, zuerst die Steuergesehe beraten zu lassen, wobei er augenscheinlich auf die Unterstützung sozialdemokratischer Stimmen rechnet, was allerdings eine noch ungewisse Hoffnung ist. Dann soll das Resormgeseh zur Arbeitslosenversicherung und das Gesetz über die Krankenkassen folgen, wobei man anscheinend diesmal auf Hilfe von rechts hofft. Erst wenn alle diese Gesetze erledigt sind, folgt die endgültige Verabschiedung des O st Programms. Abg. Cisenberger (DB.) erklärt, seine Freunde wollten keineswegs die Bersorgung der Kriegsbeschädigten irgendwie schmälern. In der jetzigen Rotzeit müsse das Geld aber dort genommen werden, wo es zu reichlich gegeben wird, nämlich bei den hohen Pensionen. Man kommt zu einer falschen Betrachtung, wenn man den Staat durch die Drille eines Dergwerks- direktors oder Pensionsempfängers ansieht. (Sehr gut!) Wir hoffen, daß durch ein Pen- sionskürzungsgesetz wenigstens etwas beigetra- gen wird, um die Locher im Reichssäckel zu stopfen. Der Haushalt wird nach den Vorschlägen des Ausschusses angenommen, dazu die Ausschuhentschließung, die verlangt, daß die Länder, Gemeinden, Kommunalverbände usw. zur vermehrten Einstellungvon Zivildienst-' berechtigten veranlaßt werden. Wer wird amnestiert? Berlin, 3.Juli. (Priv.-Tel.) Wir erfahren soeben aus gut unterrichteten Kreisen nähere Einzelheiten über den Personenkreis, der von den Amnestiegesetz erfaßt wird. Bei der Amnestierung durch das Reich kommen folgende Kommuni st en in Betracht: Margis, Theo Ebers (Essen), Baikardt, Peters und Nachtigall. Unter die Begnadigunas- aktion der preußischen Regierung fallen folgende wegen der sog. Fememorde Verurteilte: Schulz, Fuhrmann, Fahlbusch, Unhofer, Klapproth, Heines und Rein. Die Untersuchung gegen den Schriftsteller Peter Lampe! wird auf Grund der Amnestie eingestellt. Der Fall Eckermann, der ebenfalls in den Rahmen der Begnadigungsaktion fällt, untersteht der Kompetenz des mecklenburgischen Staates. Mit der Entscheidung des Reichstages über die Amnestievorlage sind die parlamentarischen Schwierigkeiten insofern noch nicht alle ausgeräumt, als der R e i ch s r a t noch einmal mit dem Gesetz befaßt werden wird. Sicherem Vernehmen nach werden hier einzelne Länder Einwände gegen die Art und Ausdehnung der Amnestte vorbringen, so daß ntxf) größere Auseinandersetzungen zu erwarten sind. Das Reich , ist nur zuständig für diejenigen Fälle, die vor abzulösen. Es sind alle Vorkehrungen getroffen, um eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse unmöglich zu machen. Einer der führenden Separatisten, der Arzt Dr. Friedrich Roth und seine Frau versuchten sich mit Eyankali zu vergiften. Unter dem Schuh der Polizei wurden sie ins Krankenhaus gebracht. Der Zustand des Dr. Roth hat sich etwas gebessert, während Frau Dr. Roth hoffnungslos darniederliegt. Der Abend ist in Mainz ziemlich ruhig verlaufen. Vor den Häusern der Separatisten stehen zwar noch die Polizeiposten, doch kehrt der Verkehr langsam in normale Dahnen zurück. Auch in Wiesbaden Ausschreitungen gegen Separatisten. Wiesbaden, 4.Juli. (WTD. Drahttnel- düng.) In der vergangenen Rächt kam es auch hier zu schweren Ausschreitungen gegen ehemalige als Sparatisten bekannte Personen. Eine große Anzahl von Läden in den Hauptgeschäftsstraßen wurde demoliert. Wie wir weiter hören, wurden u. a. eine Däckerei und eine Metzgerei vollständig verwüstet. Im Hause der Rheinischen Volkszeitung und in einem anderen Geschäft wurden d i e Fensterscheiben eingeworfen. Bei der Schnelligkeit, mit der die Menge von einem Platz zum anderen strömte, war es der Polizei nicht möglich, die Zerstörungen zu verhindern. Einige Bedrohte wurden in Schutzhaft genommen und etwa ein Dutzend Personen inhaftiert. Cs scheint festzustehen, daß sowohl die Lieberfälle in Mainz als auch die in Wiesbaden von ein und der selben Gruppe, die ihre Pläne vorher genau vorbereitet hatte, angesttftet worden sind. Mit dieser Reihenfolge glaubt der Kanzler einen gewissen Druck auf einige Rechtskreise ausüben zu können, die am Zustandekommen des Ostgesehes interessiert sind. Ob es aber Brüning gelingt, die taktischen vorteile dieses Programms für die Regierungsvorlage aus- zunuhen, ist noch ungewiß, da er nach unseren 3nformationen noch mit beträchtlichen Ab- ä n de r u n g s w ü n s che n der Sozialdemokraten und bestimmten Forderungen der Volks- parket rechnen muh. Von volksparteiiicher Sette steht im Mittelpunkt die Forderung, daß die Zuschüsse und Darlehen, die die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung in diesem 3ahre vom Reich erhält, von vornherein auf eine bestimmte höhe festgesetzt werden, damit die Stabilität de» Etats auf alle Fälle gewahrt bleibt. Gleichzeitig will man auf diese Meise ein Druckmittel für weitere Reformen in der Arbeitslosenversicherung erreichen. Mit dieser Forderung wird die Volkspartei auf starke Widerstände vor allem aus den Kreisen der christlichen Gewerkschaften rechnen müssen. Die Arbeitslosenversicherung hat nach dem Gesetz vom 2S. April 1930 einen Zuschuß von 150 Millionen erhalten, der bereits am 1. 3uni verbraucht war, und dann weitere 50 Millionen aus der 3nduftrieausbringungsanleihe, die bis zum 1. 3uli von der Reichsanstalt v e r a u s- gabt worden sind. Da so bereits 200 Millionen Reichszuschüsse im ersten Vierteljahr zur Arbeitslosenversicherung gewandert sind, und man mit sehr hohen Arbettslosenzahlen für den Winter rechnet, will man in volksparteilichen Kreisen dieser Entwicklung der wachsenden Reichszuschüsse einen Damm entgegensetzen. Gerichten des Reiches abgeurteilt worden sind. Hierunter fallen also Hochverrat, Landesverrat oder vor Sondergerichten abgeurteilte Verbrechen gegen das Leben, deren Mottve auf einen poli- tischen Hintergrund zurückgehen. Von vornherein war die Haltung der einzelnen Länder in der Amnestiefrage aus politischen Gründen uneinheitlich. Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück bei Bologna. 3n dem 18 Kilometer von Bologna entfernt liegenden Bahnhof Sasso stießen ein aus Mailand körnender Personenzug und ein Schnellzug zusammen. 16 Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Das Eisenbahnunglück ist, wie bereits jetzt feststeht, auf einen Fehler in der Weichen- ff e 11 u n g zurückzuführen. Bei dem Eisenbahnunglück handelt es sich nicht um einen internationalen Zug. Obwohl noch nicht alle Toten identi- fiziert werden konnten, ist man bei den zuständigen Lisenbahnstellen der Meinung, daß kein Ausländer verunglückt ist. wie man weiter erfährt, erklärt sich die verhättnismähig große Zahl Toter und verwundeter aus dem Umstande, daß sich bei dem Zusammenstoß der Gepäckwagen des Schnellzuges auf den ersten Personenzugwagen hinaufschob, das mit zahlreichen inländischen Ferienreisenden beseht war und unter der außerordentlichen Belastung sofort zusammenbrach. Deshalb gestaltete sich auch die Bergung der verunglückten und Toten recht schwierig. Bei der Wucht des Zusammenstoßes sind auch die beiden Lokomotiven überelnandergeschoben worden. Großer Waldbrand bei Dessau. In der Oranienbaumer Heide wütet ein Waldbrand, der sich mit unheimlicher Schnelligkeit ausbreitet. Die Hochwaldbestände der Heide, die soeben erst aus herzoglichem Besitz In die Hände des Staates übergegangen sind, sind ausS Brünings Aussichten. Mit wechselnden Mehrheiten? schwerste gefährdet. Mehrere hundert Morgen wertvollster Bestand sind bereits den Flammen -um Opfer gefallen. Der Feuerstrom wälzt sich mit ungeheuerer Schnelligkeit der Kreisstraße zu. Die Gräben, die aufgeworfen wurden, erwiesen sich als wirkungslos; sie sind sofort von den Flammen übersprungen worden. Tausende von Helfern wurden von dem Flammenmeer zur Flucht gezwungen. Die einzige Hoffnung zur Rettung liegt darin, daß man den Flammen an der schnurgeraden Kreis st raße Dessau-Oranienbaum Einhalt gebieten kann. Ministerpräsident Deist hat die Dessauer und die Zerbster Garnison alarmiert. Wolkenbruch und Gewttetrsiurrn über Reuyork. Ein plötzlich über die ganze Stadt niedergehender Wolkenbruch und Gewittersturm machte stundenlang den Straßen- und Bahnverkehr zu einem Chaos. Die herabstürzenden Wassermassen zwangen Zehntausende von Automobilen, auf den Straßen und Brücken zu halten, so daß die Gefährte sich meilenweit aufstauten. Der.Bahnverkehr nach Rorden zu stockte eine ganze Stunde, so daß sich die wegen des Rationalseierragas abreisenden Menschenmengen in den Hallen der Grand Central Station in geradezu lebensgefährlicher Weise ansammelten. Ebenso ging es in den Llntergrundbahnstationen zu, wo der Verkehr wegen der Lleberschwemmung gleichfalls zeitweilig eingestellt werden mußte. 3n der Südwesiafrikanischen Wüste. Ein Polizeiwachtmeister entdeckte auf einem Ritt in der Wüste, 24 Kilometer nördlich vom Oranjefluh, acht Menschenskelette. Aus den bei ihnen aufgefundenen Erkennungsmarken geht hervor, daß es sich um die Lieberreste von Regern handelt, die in den Consolidated diamond mines beschäftigt gewesen waren. Im Frühjahr 1925 waren 167 eingeborene Bergleute dieser Grube entwichen. 88 von ihnen wurden, nachdem sie weite Sttecken durch unfruchtbare Wüsten gewandert waren, wieder verhaftet. Von den übrigen 65 Arbeitern war keine Spur mehr entdeckt worden. Die aufgefundenen Skelette dürften die Lieberreste einer Gruppe dieser Entwichenen sein. von einem Löwen angefallen. Der Löwendompteur Weglar-Wessoli in Stuttgart wurde nach beendeter Vorstellung bei einer Dreffurprobe von einer 1 ^jährigen Lö- win, die zum erstenmal in der Manege war, angefallen und schwer verletzt. Die Löwin schlug ihn mit der Pranke in die rechte Schläfe und durchbiß ihm den Oberarm vollkommen. Ein anderer Dompteur hatte die Geistesgegenwart, in die umgitterte Manege zu springen und den Ohnmächtigen von dem Raubtier zu befreien. Schweres Motorradunglück. Ein schwerer Verkehrsunfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich bei Göttingen auf Der Wendeer-Landstraße. Ein mit zwei Göttinger Studenten besetztes Motorrad wollt« ein vor ihm fahrendes Auto überholen, als eine etwa 40jährige Frau, die hinter dem Auto schnell über die Straße wollte, von dem Motorrad a n - gefahren und getötet wurde. Das Motorrad stürzte um, wobei der Motorradführer getötet, der Mitfahrer leicht verletzt wurde. vom Blitz erschlagen. Der Blitz schlug in filmen in der Eifel in eine Gruppe von Land- , leuten und tötete zwei Personen. Eine Frau wurde gelähmt, ein Bursche schwer verletzt. Die Leute waren im.Begriff, ihr Vieh von der Weide nach Hause zu 'treiben. Oie Wetterlage. w Wien „Klagen!. ■monl Paris ,2Y < ~~j>-/oerdeei namojJK) 27A ßcrlln ©Wolkenlos.© neuer. 3 nait> oedecKt »womig. Oveoeciu. »Hegen # Schnee g Graupein ■ NtDei K Gewitter.(§)Wind$tille.»O' seh# leichter Ost massiger Sudsudwesi Q stürmische» «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen dienenden Za* len oeoen die Temperatur an. Die Linien veromdeo Orte mit gleiche® «uf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Roch immer steht unser Wetter unter dem Einfluß hohen Druckes. Die starke Sonnenstrahlung läßt die Temperaturen weiterhin sehr hohe Werte erreichen. Da sich die atlantische Störung bisher nicht besonders bemerkbar gemacht, ja sogar noch etwas abgeflacht hat, so besteht vorläufig noch die Aussicht auf Fortdauer des herrschenden Wetters, jedoch ist weiterhin mit dem Auftreten lokaler Gewitterstörungen zu rechnen. Wettervoraussage für Samstag. Weiterhin meist heiter und heiß, fortbestehende Gewitterneigung. Reifewetterdienst. Swinemünde. 20 Grad, gestern: der Jahreszeit angemessene Temperatur, Ostwind, heute morgen: heiter bis halb bedeckt, gestern: meist heiter. Garmisch-Partenkirchen. 19 Grad, gestern: heißer Tag. Südwestwind, heute morgen: heiter bis halb bedeckt, gestern: teils heiter, teils wolkig. Baden-Baden. 21 Grad, gestern, schwül. Südwestwind, heute morgen: beiter bis halb bedeckt, gestern: teils heiter, teils wolkig. Predi daS ; In ApotKu Droq Dom uJube 6OP(q IM Mw*esie NaffliMhe Jean Wetael, Gieben, Sonnenstrafte 6, Telephon Nr. 5888 W W rettenmaschinen werden die Ciga- werden die Cig M z von Gewölluntcrsuchungen ihre hervorragende Bedeutung im Haushalte der Hatut und ün Wirtschaftsleben der Menschen einwandfrei fest- gestellt worden ist 3n Gewöllen der Waldohreule konnten beispielsweise von 9996 Wirbeltieren 9806 schädliche Nager festgestellt werden. Auf mäufcreichen Plänen, hauptsächlich auf Klee- und Luzernefcldern sowie in Forstkulturen stellt man zweckmähig Sitzkrücken für Eulen auf. Es sind Pfähle, die etwa 1,5 Meter auS der Erde hervorragen und oben ein dickeS Querholz tragen. Hier lassen sie sich in der Dämmerung gern nieder, um von diesem Hochsitz auS Mäuse zu jagen. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 2. Juli. Die Eisenbahn- brücke über die Lahn an der Strecke Lollar— Wetzlar wird zur Zeit umgebaut. Man ersetzt di« steinernen Brückenpfeiler durch solche aus Beton. Es wäre jetzt die Möglichkeit gegeben, mit wenig Kosten an Stelle des neben den Geleisen her- führenden Fuhgängersteges eine Brücke für den Aihrverkehr nach Lollar zu schaffen, der jetzt über Ruttershausen und Knchoerg dorthin führt. Bon solchen Plänen, die schon zur Zett deS Bahnbaues erörtert wurden, hört man aber leider nichts. Z Krofdorf, 30.Juni. Ein junger Mann von hier ist am Sonntagnachmittag aus einer Motorradfahrt bei Hohensolms gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt. Er mutzte in einem Auto heim- Das GelondheKswaller retten von unseren gewissenhaften OVA-MÄDCHEN sorgfältig geprüft. gefahren werden. 0 Hochelheim, 1. 3uli. Die hiesige Evangelische Gemeinschaft feierte am gestrigen Sonntag ihr Zahresscst, das sich eines guten Besuchs aus der Gemeinde und den umliegenden Orten erfreute. Nach einem einleitenden Posaunenvortrag der Chore von HörnSheim und Hochelheim, Schriftverlesung und Gebet durch “ )iger Trippler-Groh-Nechtenbach, ter Fest leitete, hielt Iugendsekretär Lumpe Barmen die erste Festansprache über 1. 3oh. 8cnß 'mi£dß Salbe gegen Hautjucken, Wundsein u. Sonnenbrand Penaten-Creme wieder hervor." Spärlicher als die Merkmale für schlechtes Wetter sind die für schönes. »Aus Regen folgt Sonnenschein," das ist die Hauptregel. Man sagt auch: „Wenn die Spinnen Wäsche anfhängen (ihre Spinnweben im Freien ausbreiten), wird schön Wetter." „Wenn die Mücken tanzen, wirds schön." „Wenn die Lerche hoch fliegt und lang in den Lüften singt, sie gutes, beständiges Wetter bringt." Als wichtig gelten Morgen und Abend, Uebcr- all heißt es: „Grauer Morgen, schöner Tag." -Der Morgen grau, der Abend rot, Ist ein guter Wetterbot." Dagegen bringt „Morgenrot Wind und Kot". „Abends rot ist gut, morgens rot, tut selten gut." Der Regenbogen gilt als guter oder schlechter Wetterprophet, je nach dem er im Morgen oder Abend steht: „Regenbogen am Morgen Macht dem Dauer Sorgen: Regenbogen am Abend, ist dem Dauer labend." Schönes Wetter bringt ein klar ausgestirnter Himmel: „Wenn die Sterne sich putzen, wird der ganze Himmel rein,' während ein Hof um den Mond Regen nach sich zieht. So spiegeln sich der Sommer und sein Wetter auf mannigfachste Weise im Volksmund und Sprichwort wider. Den ewigen Grundton aber gibt das schöne finnische Sprichwort ab, das auch unsern Ferienreisenden zum Tröste gesprochen ist: „Stets auf Besserung hofft der Kranke, Stets auf Sonnenschein der Wanderer." Das Schiffenberg-Zubiläum. Vom Presseausschutz für das. Schiffenberg-Iubi- läum wird uns mitgeteilt: Das Programm der Schiffenberg-Jubiläumsfeier am kommenden Sonntagnachmittag auf dem Schis« fenberg, pünktlich um 15 Uhr beginnend, wird nach einer kurzen Ansprache mit zwei Massenchören der vereinigten Gießener Gesangvereine unter der Leitung des Ehrenchormeisters Görlach (Gießen) eingeleitct. 2m Anschluß daran wird das von dem Oberspielleiter Tannert vom Gießener Stadt- tHeater und von unserem Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) verfaßte Schiffenberg-Fest- spiel aufgeführt. Im Rahmen des Festspiels werden ein Quartett des Bouerschen Gesangvereins (Gießen) und der Gesangverein „Germania" (Watzenborn-Steinberg) den gesanglichen Teil der Festspielaufführung bestreiten. Die Nachfrage nach Eintrittskarten, die im Vorverkauf für 40 Pf. für Erwachsene und 20 Pf. für Kinder zu haben find, ist bereits rege im Gange. Es sei an dieser Stelle noch, einmal empfohlen, sich schon im Vorverkauf mit Eintrittskarten zu versehen, damit bei dem zu erwartenden starken Andrang des Publikums an den Eingängen zum Schiffenberg ein schnelles Pasfieren der Besucher ermöglicht wird. Die Vorverkaufsstellen sind aus der Anzeige in der gestrigen Ausgabe dieses Blattes ersichtlich. Natürlich werden an den Zugängen auf dem Schiffenberg Eintrittskarten vorrätig gehalten: dort kostet der Eintritt für Erwachsene 50 Pf., für Kinder 25 Pf. Im heutigen Anzeigenteil ist der Fahrplan der Kraftomnibuslinien nach dem Schiffenbera für den nächsten Sonntag zu ersehen. Auf diese Anzeige sei besonders hingewiesen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Tannenbergbund: Vortrag über „Luden do rsfs Kampf für die deutsche Freiheit", 20.15 Uhr, Hotel Hindenburg. — Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold, Sozialdemokratische Partei und Deutsche Demokratisch« Partei: Öffentliche Versammlung, 20.15 Uhr, Cafö Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Erlebnis einer Nacht". — D t e Gießener H o ch s ch u l g e s e lisch a f t veranstaltet am Samstag, 5.3uli, 17.15 Uhr pünktlich, im Großen Hörsaal der Universität eine Festsitzung. 3n deren Mittelpunkt steht ein Vortrag von Professor Dr. Kalbfleisch „Ueber Paphrusfunde" mit Lichtbildexm Her Vortrag ist mit einer Ausstellung von 'Stücken der Gießener Sammlungen verbunden. Das Collegium musicum der Universität wird zu Beginn und zum Schluß der Festsitzung zwei Stücke von 3osef Haydn zum Vortrag bringen. Gäste sind willkommen. — Das Romanische Seminar der Universität veranstaltet am Mittwoch, 9. d. M., 20.15 Uhr, im Musiksaal des Realgymnasiums einen französischen Th eater- und Deklamationsabend. Interessenten seien auf die Einladung im heutigen Anzeigenteil hingewiesen. aus Barmen die erste Festansprache über 1. ^oy. 5, 4. Lehrer Kunz-Kröffelbach legte seiner Ansprache die Geschichte der Heilung Jesu zugrunde. Das Schlußwort sprach Prediger Meng - Großen-Linden. 3m Anschluß an Math. 25, 31 mahnte er zur Wachsamkeit und Bereitschaft in der Nachfolge 3esü. Gesangsvorträge der Gemischten Ehöre von Hörnsheim und Hochelheim unter der Leitung von Albert Kuhl, HomS- heim umrahmten die schöne und eindrucksvolle Feier die mit Gebet des Ortsgeistlichen, Pfarrers Schneider, geschlossen wurde. Jede Cigarette muß drei solcher Prüfstellen durchlaufen. Dadurch wird die bestmögliche Sicherheit dafür geschaffen, daß nur gleichmässig gute Erzeugnisse an den Raucher gelangen, REEMTSMA CIGARETTEN OVA Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. 3uli 1930. Das Sommerwetter im Sprichwort. Die wissenschaftliche Meteorologie hat verschiedentlich die scharfe Beobachtungsgabe anerkannt, die sich in den sogenannten Dauernregeln offenbart. Fühlt sich doch» der Landmann, dem Sonne, Wind und Wolken, Regen und Fluch bringen können, den Elementen am nächsten verwandt und hat seine innige Vertrautheit mit den Jahreszeiten und ihrer Witterung in knappen Sähen und Sprüchen niedergelegt, die sich vorn Vater auf den Sohn vererbten und noch heute im Volk eine gewichtigere Rolle spielen als alle Meteorologie. Die schicksalsschwere Frage nach dem Sommerwetter, die heute alle Reiselustigen vor den Ferien beschäftigt, erfährt im Volks- sprichwort mannigfache Deantwortung. Zunächst einmal steht in den Bauernregeln das Wetter des Sommers zu dem des Winters in enger Beziehung. „Wenn es nicht wintert, so sommert cs auch nicht," heißt es da, und „muß der Winter vor Kälte umkommen, wird man eine schöne Ernte sehen." „Winter trocken, Frucht im Sommer." Auch die Witterung bestimmter Monate spielt eine Rolle. „März trocken, April nah, Mqi lustig, von beiden was, u Dringt Korn in’n Sack und Wein ins Faß, heißt es. 3a, aus zwei Monaten schon weiß der Pfälzer einen guten Sommer zu prophezeien: „Der Mai kühl, der Drachmonat nicht nah, Füllet dem Landmann Speicher, Keller, Kasten und Faß. So glücklich das Volk über die schöne Jahreszeit ist, in der es „Obdach unter jedem Dusch" und „überall gute Dissen zu schmecken gibt", so verkennt eS doch auch nicht ihre Schattenseiten. Fliegen und Freunde kommen im Sommer," und „Reich auSgestattet hat der liebe Gott den Sommer mit Fliegen und Schnacken." Auch bringt der Sommer schwere Arbeit, denn man muß stet» an den Winter denken. „Wer im Sommer will im Schatten stehen, wird dann im Winter vor Kälte vergehen." 3n der Pfalz reimt man: „Wer nicht geht mit dem Rechen, Wenn die Fliegen und Bremsen stechen. Muß im Winter gehen mit dem Strohseil, Und fragen: hat niemand Heu feil." Wer im Sommer die Kleider zerreißt, muh tm Winter frieren." Vor allem will man im Sommer auch tüchtige Wärme haben: „Kühle im Sommer, macht Bauchweh im Winter." Ob ein warmer Sommer be° vorsteht, erkennt man schon an verschiedenen Anzeichen. Liegt der Froschlaich im tiefen Wasser, so wird es trocken und warm. Auf eine gute Ernte darf man hoffen, wenn sich die Rohrdommel zeitig hören läßt oder der Schlehdorn vor dem 1. Mai blüht. Nächst der Wärme ist der Regen zur rechten Zeit das, was der Bauer vor allem ersieht. Aber sagt der Däne: „Regen und Besuch sind nur gut, wenn sie nicht ungelegen kommen" und dah man sich vor dem Himmelnah ebenso fürchtet wie es herbei- sehnt, geht daraus hervor, dah man sich vor „bösem" oder „giftigem" Regen zu schützen sucht. Für giftig gilt besonders der Regen bei Sonnenschein: „Wenns regnet und die Sonne scheint, Schlägt der Teufel seine Großmutter: er lacht und sie weint." Unendlich groß ist die Zahl der Vorzeichen, aus denen man auf einen nahenden Regen schließt: „Wenn die Laubfrösche knarren, magst du auf Regen harren." „Wenn die Tauben baden, bedeute ts Regen." „Wenn die Hennen Gras fressen — wenn die Fische aus dem Wasser springen, kommt Regen." „Wenn der Rauch nicht aus dem Schornstein will, ist vorhanden des Regens viel." Das Umherkriechen der Gartenschnecken wird als Vorzeichen des Gewitterregens gedeutet. Schlimm ist Donner ohne Regen: Wenns auf den trockenen Boden donnert, gibts ein gefährliches Wetter." Für besonders unheilvoll gelten Gewitter am Morgen. Kleine Wolken und Schaf- chenwolken sind sehr unbeliebt: „Aus kleiner Wolke großer Regen" und „Himmel mit Schäfchen, Wasser im Schäffchen." Doch hat der Volksmund auch immer ein tröstendes und beruhigendes Sprüchlein auf Lager, so etwa „Alle Wolken regnen nicht," oder „Die Sonne verbirgt sich oft hinter den dicksten Wolken und kommt doch — Stadtthcatcr Gießen. Man schreibt unS: Die um 20 Uhr beginnende Vorstellung von Angermayers „Flieg, roter Adler von Tirol" ist die letzte Aufführung dieses mit großem Beifall aufgenommenen DolksstückeS. Auch den Theaterinteressenten, die nicht Mitglied des V. D. A. oder der Gießener Militärvercine sind, stehen zu dieser Vorstellung dieselben Vergünstigungen zu. LU. Ferienkurse an d« r Universität Gießen. Don der Pressestelle der Landesuniversität wird mitgeteilt: Dom 21.3uli bis 2. August findet in Gießen der dritte Ferienkurs für Deutsche und Ausländer über das gemeinsame Thema „D a s Neue Deutschland. Geistige Strömungen der Gegenwart" statt. Die Vorträge sind in Sachgruppen gegliedert wie „Staat und Volk', „Religion und Volk', „Sprache und Literatur". „Philosophische und künstlerische Entwlcklungen". Vortragende sind außer Mitgliedern des Lehrkörpers der Universität Gießen namhafte auswärtige Gelehrte und Männer des öffentlichen Lebens. Für Ausländer sind besondere phonetische Kurse vorgesehen. Den Abschluß des Kurses bildet eine dreitägige Main- und Rheinfahrt (Frankfurt- Mainz — Worms — Heidelberg—Schwetzingen). ee Sin schwerer V e r k e h r s u n f a l l ereignete sich gestern nachmittag gegen 13 Uhr in der Krosdorfer Straße. Ein junger Motorradfahrer aus Launsbach fuhr eine 80 3ahre alte Frau, die anscheinend die Straße überqueren wollte, an, riß sie zu Boden und stürzte selbst mit feinem Motorrad auf die Straße. Die alte Frau, die aus Helpershain stammt und nur vorübergehend in Gießen weilte, erlitt sehr schwere Verletzungen, und zwar einen Schädelbruch, einen Bruch des rechten Armes, sowie komplizierte Unterschenkelbrüche an beiden Deinen. Der Motorradfahrer trug eine Gehirnerschütterung und Kopfverletzungen davon. Nachdem die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz den beiden Verunglückten die erste Hilfe geleistet und ihnen Verbände angelegt hatte, wurden sie zur Chirurgischen Klinik ein» geliefert. Der Zustand der alten Frau ist bedenklich. . , ♦* Neger Flugbetrieb in Greß e n. Der Deutsche Luftfahrtverband e. V., Berlin, teilt mit, daß heute (Freitag) 12 Maschinen des Zuverlässigkeitsfluges 1930 auf dem Gießener Flugplatz landen werden: außerdem werden in den kommenden Tagen noch mehrere Maschinen hier eine Zwischenlandung vornehmen. Personalien. Die kürzlich in Darmstadt abgehaltene Gendarmerie- und Polizeikommissarprüfung 1930 bestanden die Kriminalpolizeimeister Karl Hofm ann und Peter Magold vom Polizeiamt Gießen. •• Marburger Sch 1 ohsest 1930. Am Sonntag, 6. d. M., findet im Marburger Schloßpark das traditionelle große Trachtenfest (Schlohfest) statt. 3m Programm sind u. a. vorgesehen: Schwälmer Brautzug, Schwälmer Ge- sänge und Tänze, historische Volksspiele, ober- hessische Trachtengruppen, Schlohbeleuchtung mit Feuerwerk und Tanz im Freien. (Siche heutige Gaffer für die Vögel auf ft eilend 3n diesen warmen Tätzen sollten alle Gartenbesitzer in ihren Anlagen flache, nicht zu kleine, mit Wasser gefüllte Schalen als Vogeltränken aufstellen, damit die Vögel bei dem trockenen Wetter ihren Durst löschen können. Die Vögel werden durch fleißige Insektenvertilgung und munteren Gelang den Gartenbesitzern diese Fürsorge reichlich lohnen. " Schützt die Eulen! Wiederholt wurde die Ansicht geäußert, dah Eulen den empfohlenen Schuh nicht verdienten, sondern zweckmähig zu bekämpfen seien. Diese Ansicht gründet sich auf die in dem abnorm kalten Winter von 1928 zu 1929 gesammelten Erfahrungen. Es ist Tatsache, daß damals Schleiereulen und Steinkäuze, weil jede andere Nahrung fehlte, in Taubenschläge eingedrungen sind und die 3nsassen geschlagen haben, um nicht zu verhungern. Gewiß haben sie dadurch bei Züchtern berechtigtes 21er- gernis erregt. 3edoch der verständige Landwirt muh diese Verfehlungen im harten Daseinskampf entschuldigen und zugestehen, dah es sich in solchen Fällen bei den sonst so harmlosen Mäusejägern um Ausnahmen handelt. Zur Ehrenrettung unserer Eulen dürfte der Hinweis genügen, dah längst in exakter Weise auf Grund Serüncr Börse. Berlin, 4. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Heu- tige Effektenfrühverkehr lag noch vollständig unentwickelt. Don einer Geschäftstätigkeit war absolut nichts zu hören, da auch besonders anregende Nach- richten nicht Vorlagen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,72 London gegen Mailand 92,83, London gegen Brüssel 42, London gegen Schweiz 25,06, London gegen Berlin 20,3970, London gegen Kabel 4,8675, Kabel gegen Berlin 4,1930. Verantwortlich für Lokales: I. V.: Dr. Thyriot. :->X" ■ W Unser diesjähriger großer Jetzt kaufen', heißt sparen! Saisonausverkauf beginnt am 7. 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Das stolze Albion mit seinem reichen Kolonialbesitz kann nicht hindern, daß ein Achtel seiner Arbeitnehmer arbeitslos ist, ihre Zahl ständig wächst und zu einer politischen Gefahr sogar für die Arbeiterregierung wird. 3m Ar- beiterparadics S o w j e t r u h l a n d sieht es nicht viel besser aus, was besonders bemerkenswert ist, da es sich um ein industriell nur schwach entwickel- tes Land handelt. Die skandinavischen Länder, Polen. die Dalkanstaaten, Oesterreich, die Tschechoslowakei, Holland — überall das gleiche Bild. — Tausend und abertausend arbeitswilliger Menschen schreien nach Arbeit und finden sie nicht. Rur Frankreich und Italien machen eine Ausnahme. 'Bei Frankreich insofern erklärlich, da es vorwiegend agrarisch und menschenarm ist und etwa zwei Millionen ausländischer Arbeitskräfte beschäftigt. Bei Italien ist es schon zweifelhaft, ob die verhältnismästig geringe Zahl Arbeitsloser nicht eine Verschleierung ist. Das faschistische System bedarf eines größeren Menschenapparats. Wieviel Menschen dadurch produktiver Erwcrbstätigkeit entzogen oder vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden, ist kaum feststellbar. Die Arbeitslosigkeit ist aber keine europäische Krankheit. Sie breitet sich, wie bereits gesagt, in der ganzen Welt aus. Die während des Krieges in den außereuropäischen Ländern fieberhaft betriebene 'Industrialisierung fordert nunmehr ihre Opfer. Die Fäden des Weltwirtschaftsverkehrs sind verwirrt; Zollschranken und Protektionismus verhindern den normalen Ab- tauf weltwirtschaftlichen Güteraustauschs zum Schaden aller Nationen, vor allem aber der Arbeitnehmer. Heber ihnen saust die Geißel der Arbeitslosigkeit. Auch die wirtschaftlich scheinbar unverwundbaren Vereinigten Staaten von Nordamerika bekommen sie zu spüren. Merkwürdig, daß in diesem Lande der Statistik, wo der Verbrauch von Kragenknöpfen und Schnürsenkeln statistisch erfaßt wird, eine Statistik über die Zahl der Arbeitslosen nicht vorhanden ist. Man ist auf Schätzungen angewiesen. Sie schwanken zwischen drei bis sechs Millionen Arbeitsloser. Kritische amerikanische Stimmen neigen zur höchsten Ziffer und ziehen daraus den Schluß, daß man die Dinge nicht so einfach laufen lassen kann, sondern der Staat sich ernstlich um das Los der Arbeitslosen kümmern müsse. Götterdämmerung der individualistischen Wirtschaftsauffassung? Kein Wunder in dem Lande ausgeprägtester kollektivistischer Wirtschaftsweise. Ihren Opfern muß zwangsläufig kollektiver Schuh gewährt werden, weil der einzelne machtlos ist. Der deutsche Derficherungsgedanke seht sich durch, überall in aller Welt! Ein Ergebnis deutscher Denkungsweise, die nicht nur in der Philosophie, sondern im Ablauf aller menschlichen und wirtschaftlichen Geschehnisse systematisch und logisch zu handeln gewöhnt ist. Der deutsche Sozialversicherungsgedanke ist Exportartikel geworden. Mag sein handelsbilanzmäßiger Wert heute noch gering eingeschäht werden, die Zeit kommt, in der sein Wert volle Würdigung erfahren wird. Dafür spricht die eine Tatsache: Es gibt 14 Millionen unfreiwillig Arbeitsloser in der Welt. Das bedeutet, daß 42 Millionen Menschen in Sorge um den notwendigsten Lebensunterhalt schweben. In einer Zeit unglaublicher Heberproduktion an Lebensmitteln! Millionen Menschen hungern, verhungern, und die Lebensmittel verkommen und verfaulen in den Speichern. Da ist etwas nicht in Ordnung, da sind die überkommenen Methoden der Staats- und Wirtschaftsführung in traditionellen Grenzen stecken- geblieben, Haven sich aus der Enge der Nationalwirtschaft noch nicht zur Weite des Weltwirt- schaftsgedankens vorgewagt. Soweit es um das Problem der Arbeitslosigkeit geht — sofern es sich aus Unternehmung«- interessen erstreckt —, haben sich jene Wirtschasts- gruppen, deren Macht groß genug war, die weltwirtschaftlichen Möglichkeiten zunutze gemacht. Aber dieses ausgesprochene Gewinnstreben hat wohl einzelne, zahlenmäßig kleine Gruppen befriedigen, aber die wirtschaftlichen und sozialen Nöte nicht beseitigen können. Wenn demnach die deutsche Arbeitslosigkeit nicht als isoliertes Problem behandelt werden kann, sondern immer im Zusammenhang mit weltwirtschaftlichen Bedingtheiten, so bleibt sie doch eine große deutsche Sorge. Der durch sogenannte Friedensverträge verengte deutsche Grund und Boden muß 64 Millionen Menschen Lebensmöglichkeiten schaffen. Das ist keine leichte Aufgabe. Selbst den Siegerländern ist sie nur halb geglückt; manche sind an ihre Lösung noch gar nicht herangetreten. Das 64-Millionen-Dolk der Deutschen mit 22 Millionen Arbeitnehmern konnte der EntDies System ist unhaltbar! ES benachteiligt die Mehrzahl der Arbeitnehmer und verschafft einer nicht unbeträchtlichen Gruppe, die lohn- mäßig zu den bestbezahlten gehört, unberechtigte Vorteile. ES sichert chnen durch den saisonbedingten höheren Lohn eine entsprechend höhere Arbeitslosenunterstützung. Eine völlige U m - kehrung deS Solidaritätsgedankens. Der wirtschaftlich Schwächere muß für die höhere Hnterstützung des wirtschaftlich Stärkeren höheren Beitrag bezahlen. Aus diesen in die Augen springenden Widersprüchen gibt cs nur eine Lösung: Die Bildung von Gefahrenklassen im Nahmen der NeichSanstalt unter Beibehaltung des Ver- sicherungscharaktcrS. Sic würden keine Vermehrung, eher eine Vereinfachung der Verwaltungsarbeit bringen. Bei der Landwirtschaft, den Hausgewerbetreibenden und den Heimarbeitern könnte man mit einem Einheitssatz der Unter- stützung auskommen. Beim Bauhandwcrk würden drei bis vier Lohnklassen genügen. Bei den sonDer Bruder des Kaisers von Japan, Prinz Takamatsu und seine Gemahlin werden bei ihrem Besuch in London von den Söhnen des Königs von England zum Buckingham-Palast geleitet. scheidung nicht ausweichen. Die Problematik der Arbeitslosenversicherung hat es allerdings nicht gelöst. Die schematische Gestaltung der Arbeitslosenversicherung vom Jahre 1927 hat dieViel» gestaltigkeit des deutschen Wirtschaftslebens und die dadurch bedingte Verschiedenartigkeit des Risikos nicht berücksichtigt. Cs gibt auch eine kollektive Individualität! Das mag merkwürdig fingen. Aber der Bauhandwerker und der Landarbeiter, der Heimarbeiter und der Angestellte, sind sie aus einen Nenner zu bringen? Sind diese und andere Gegensätzlichkeiten zu vereinen? Die deutsche Arbeitslosenversicherung hat es getan! Dies ist Hauptgrund für ihr dauerndes Kranksein. Wenn Jahr für Jahr zahlenmäßig große Gruppen Versicherter drei- bis viermal mehr aus der Versicherung herausnehmen als sie einzahlen, kann keine Versicherung Bestand haben. Jede Versicherung ist auf Leistung und Gegenleistung aufgebaut. Sie muß zusammenbrechen, wenn mehr herausgenommen als eingezahlt wird. Oder eben, die nichts herausnehmen, müssen ständig höhere Beiträge bezahlen, damit diejenigen, die ständig herausnehmen, ihre regelmäßige Hnterstützung erhalten, die meist höher ist als der Lohn, den die Mehrzahl der Deitragszahler erhält. stigen Arbeitnehmern (unständig beschäftigte sollten überhaupt ausgenommen bleiben) etwa sieben Klassen. Die Angestellten sind ein besonderes Kapitel. Ihre Arbeitslosigkeit — das ist unbestritten — unterscheidet sich von der der Arbeiter grundsätzlich. Für sie ist eine besondere Regelung unabweislich. Eie brauchen eine eigene Gefahrenklasse. Bei ihnen ist auch die Zulassung von Crsatzkassen notwendig und unbedenklich. Man braucht nur aus die Leistungen der Angestellten-Ersahkranken- kassen hinzuweisen. Alles in allem! Die Reform der deutschen Arbeitslosenversicherung ist notwendig, um den berechtigten Standesbedürfnissen zu entsprechen und einer Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung die Wege zu bereiten. Der deutsche jnqenieur. Bei dem Bankett, das die ausländischen Delegationen der Weltkonferenz zu Ehren der deutschen nationalen Komitees gaben, hielt Dr. ing. Ruths aus Stockholm als Vertreter der in Deutschland lebenden ausländischen Ingenieure eine Ansprache auf die deutschen Ingenieure. Er begann mit der Bemerkung, er habe die ihm gestellte Aufgabe übernommen, da er durch seinen langjährigen Aufenthalt In Deutsch» land daS wahre Gesicht des deutschen ManncS kennen und lieben gelernt habe. Ruth- fuhr fort: Während der Engländer das Geben a l S Spiel ansicht, das er nach allen vornehmen Regeln dcS Sports zu Ende zu führen hat, blickt das Leben den deutschen Menschen immer mit Rätselaugcn an. DaS Geben ist für den Deutschen vor allem ein Problem ES kommt dieS daher, daß in seine Seele die seelischen Anlagen aller Nationen dringen, jene faustische Sehnsucht, für die der Deutscheste aller Deutschen so herrliche Worte gefunden hat, daß fein reifstes Werk, der „Faust", wohl als Evangelium der Jetztzeit bezeichnet werden kann. Jene faustische Sehnsucht lebt heute vor allem i m deutschen Ingenieur. Ich sehe, so sagte der Redner, in allen deutschen Ingenieurwerken die alle Sehnsucht des Denkers und Dichters weiterlebcn. und für mich stellt der deutsch« Ingenieur mehr als irgend ein anderer in seiner Technik Synthese des Forscher- und Schöpsers dar. Welch tiefen Eindruck haben wir nicht alle bei dem einzig schönen 'Weltkrasttverk erhalten von jenen verborgenen Schätzen, die noch iin deutschen Volkstum lebendig sind, die in der modernen Kultur nach Gestaltung drängen und die der Deutsche unter besseren Daseinsbedingungen, als er sie im letzten Jahrzehnt gehabt hat. zum Segen aller Rationen wird in die Tat umsehen können. Ruths schloß mit den Worten: In diesem Sinne blicke ich voll Hoffnung aus die Zukunft de- deutschen Volkes und dars Sie bitten mit mir Ihre Gläser zu leeren auf die große Zukunft des deutschen Ingenieur-! Zuwa-Lahn Kanalverein e. D. Dem in der letzten Mitgliederversammlung dcS Fulda-Lahn-KanalvereinS zu Ober- Gahnstein erstatteten Bericht über d i e Jahre 1 927 bi« 1 929 entnehmen wir folgende-: In den drei Berichtsjahren und in dicfem laufenden Jahre ist die erste Frucht der Bemühungen unseres Verein« herangereift. Der Ausbau der unteren Gähn vom Rhein bis nach Steeden, Ober-Gahnkreis, oberhalb Gim- burg, wurde bewerkstelligt, und zwar wurde die Strecke von der Mündung bis Gimburg am 1. Januar 1929 nominell, tatsächlich allerdings durch den ungeheuren Frost damals erst mit dem Tauwetter Mitte März 1929 eröffnet Die kleine Re st st recke von Gimburg bis Steeden folgte erst am 15. März 1930; denn an der alten Gimburger Schleuse stellten sich nicht vorherzufehende bauliche Mängel aus alter Zeit heraus, die einen erheblichen Umbau bei dieser Schleuse bedingten. Der Voranschlag wurde durch diese Schwierigkeiten und durch die allgemein steigende Tendenz der Göhne usw. von 4,7 Mill. Mark auf 6,8 Mill. Mark cinschl. Bauzinfen in der Ausführung her- aufgetrieben, — etwa 45 Proz. mehr. Der Kilometer des Gahnwafserweges kostet noch nicht ganz 100 000 Ml. Gelder ist die Eröffnung der Schiffahrt in eine Zeit äußersten wirtschaftlichen Niederganges gefallen und dadurch der Verkehr noch sehr klein. Er betrug 1929: 58 000 Tonnen, hauptsächlich Kalkstein aus den Brüchen der Gewerkschaft Nachod bei Fachlngen. Ausgenommen hat ihn vor allem die Reederei von Johann Eifert in Oberlahnstein mit 6 Motorschiffen. Bei einer zunächst noch so kleinen Flotte ist es natürlich wegen des Zeitverlustes nicht möglich, die Schiffe auf den Rhein hinauszuschicken. wozu fie technisch natürlich durchaus auSrelchen, sondern eS wird in Oberlahnstein in Rheinschiffe umgeschlagen. Don der in diesem Frühjahr eröffneten Rest- strecke Limburg-Steeden find nur ab Gimburg einige Schiffsladungen Ton abgegangen. — Eine ordnungsmäßige feste Umfchlag- stelle von der Eisenbahn zum Wasser fehlt im ganzen Gaus der Lahn noch vollständig. 3m ersten Vierteljahr dieses Jahres betrug der Verkehr 16 000 Tonnen, sank dann durch die industrielle Krise auf ein Minimum und hebt Schwalben über Rom. Von Gustav W. Eberlein. Hoch und herrschend, wie ein überragender Geist im Gewühl des Alltags, steht im Herzen der Stadt die Säule. Die Automobile wuseln als Käser um ihren Fuß herum, nicht einmal die Kutscher auf den Böcken der noch immer nicht ausgestorbenen Pferde- drofchken können auf den Sockel hinauffehen, nur die Bogenlampen bringen es fertig. So hoch ist er. Die Tische vor den Kaffeehäusern sind auch noch nicht gänzlich an die Wand gedrückt, man sitzt im Juli wie im Dezember da, es ist kein großer Hn- terschied. Die Fremden trinken im Juli ihren glüh- heißen Espressounö die Einheimischen schlürfen im Dezember ihr Eis. Es ist etwas Iahreszeitloses um die Piazza Colonna. Bis eines Tages ein eigensinniges jiiiii — ji — jiiiiiii den Strahenlärm übertönt oder etwas vom Himmel fällt. Dann weiß man, es ist Sommer — die Schwalben sind da. Die pfirsichwangige Signorlna sagt „Caspita!” und lächelt und wischt die Sache ab. Der Herr in Pumphosen (für die er einen rechtfertigenden englischen Namen hat» sieht von seinem roten Buche auf und tut einen andächtigen Blick in den berühmten ewigblauen Himmel. Der ist mit einem engmaschigen Drahtnetz eingefangen worden, wie ein dicker schillernder Fisch liegt er dahinter, ja, wie ein Fisch im Netz. Nur die Schwalben kümmern sich nicht darum. Sie quirlen durch die Maschen wie Wasierflöhe. Die Säule ist ihr Leuchtturm und auf der Spitze steht statt des abgebauten Marc Aurel der Apostel Pau- lud und leuchtet. Die Schwalben keilen respektlos um feinen Glorienschein. Ab und zu betrachten sich einige den ersten Stirn. Der ist in schraubenförmigen Windungen um die Säule gelegt und ist ein KriegSfilm. Die flatterhaften Zuschauer beginnen unten mit dem Fluhüber- gang, lagen, das sei der ihnen wohlbekannte Rhein, schwingen herum, machen den ersten Angriff miE drehen sich abermals, um die berühmte Schildkrötenphalanx zu sehen, kreisen mit den schanzenden und fechtenden und sterbenden Legionären und schrauben sich überhaupt bis zum Schlußakt mit in die Hohe, um dann mit einem aufreizenden Mädchengekicher Überdas ehrwürdigeApostelhaupt hinwegzustreichen. Naturforscher behaupten, die Schwalben täten so etwas, um Fliegen zu fangen. Wozu nur dann das Kriegsgeschrei und Pensionsgelächter und Parlamentskreischen? Hnd warum benehmen sie sich ganz anders bei dem schiefen Turm an der Via Nazio- nale und anders über der Peterskuppel und ähnlich wiederum vor der Palazzo Venezia, wenn Mussolini eine Ansprache halt? Ich glaube, das ist wie bei den Jungens, die lieber in einem bestimmten Gaffenwinkel als auf dem eigens dafür eingerichteten, hygienisch einwandfreien und um ihr Wohl besorgten Schulplatz spielen. Schwer zu glauben, daß es in Rom genügend Fliegen geben soll, ihren Mann zu nähren. Alle Jahre wieder begegnet man Sternguckern, die Jnfektenwol» ken beobachten, und dann sind es Schwalben, dichte Wolken von Schwalben. Das schwebt daher wie Kohlenstaub, vergraut, als habe einer mit dem Daumen hineingewischt, stiebt praffelnd herunter, ballt sich zu Klumpen, zerfällt zu Schwalben und löst sich gedan- kenleicht zu Kreisen und Schwüngen und Figuren als habe ein Rauchschreiber die Hand im Spiele. Das ist auf einmal da, dah man sich die Ohren zuhalten möchte, und schon weg, niemand weiß wohin. In stillen Gärten kann man noch am ehesten Be- rechnungen anfteilen. In dem Stück Blau, das über dem meinen liegt, wird es regelmäßig um 5 Hhr nachmittags lebhaft, da brauche ich gar keine Hhr mehr. Wo sind sie in der stillen Zeit? Wo nachts? Einmal fuhr ich bei Hellem Mond eine stumme Cam- pagnastrahe, da flatterten riesige Schwärme aus dem zu Zunder verbrannten Grase hoch. Tagsüber stehl man sie selten auf dem Lande, obwohl es dort doch erheblich mehr Fliegen und fliegendes Futter aller Art gibt. Mehr al« in der Stadt. Hnd wo es, nach unteren Dogelbegriffen, fchöner sein müßte als über dem Strahenlärm. Iiiii — ji — jiiihhhhhh ... die Schwalben sind eben da. Hnd kreisen und jagen und spielen um alte Ruinen und modernen Mietskasernen, ohne einen Permesso einzuholen, benehmen sich rücksichtslos gegenüber empfindlichen Sommerkleidern und offenen Automobilen - wobei immerhin einzufchalten wäre, dah der Italiener ein aufgefangenes Echwalbenzei- chen als Glückszeichen betrachtet, wie die Zahl 13 - und pfeifen in die erhabensten Reden hinein oder tummeln sich lautlos wie die Fische im Blau- Wie es ihnen paht. Aus alle Fragen, warum und wieso, woher des Weges und was gerade sie bewegte, nicht weiter nach Norden zu fliegen wie ihre Schwestern, warum sie keine Nester bauen, wie jene, oder sie doch nicht sehen lasten, obwohl ihnen Kirchtürme und Palazzi und Thermen und Mauern und gemütliches Gerümpel aller Art in Hnmaste zur Verfügung steht, auf das alles wissen sie nur immer denselben, tirilierenden Der«. Schwalben über Rom — sie sind das einzige, was Geben bringt in das unermeßliche, unveränderliche, unerträglich eintönige Blau des südlichen Som- mers. Sie geben der Stadt ihre hochfliegende Seele und jauchzende Lebenslust, wenn sie erfchöpft und verschmachtet, teilnahmslos daliegen würde unter dem furchtbaren Gestirn. 2tttmor6urger (Sfubenfenerinnerungen Das heutige Studentenleben, das vielfach der Emst und die Sorgen des Daseins beschatten, hat manches von dem idyllischen Behagen verloren, das früher die Welt des Bruder Studio mit einem so romantischen Schimmer verklärte. Wohin sind die Tage, da die „bemoften Häupter" bereits mit ergrauten Bärten zum Examenstisch schritten und die Humoresken einen unerschöpflichen Stoff an dem tollen Schabernack der Musensöhne fanden? Das bunte Treiben hatte sich noch am längsten auf einigen kleineren Universi- täten erhalten, so z. B. in Marburg. Hier hatte es der bekannte Hygieniker Geh. Rat Hübner noch am Ende de« vorigen Jahrhunderts mit- crlebt und erzählt davon humorvoll in den Erinnerungen, die er in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht. Das 3eit- alter der alten verbummelten Studenten, deren es früher in Marburg sehr viele gab, war im Ausklingen", schreibt er. „Die Zwanzigsemestrigen waren schon selten geworden. Der Student stellte ein großes Kontingent der Bevölkerung, man könnte annehmen, daß jeder Zehnte ein Student war. Die Preise aller Waren waren in drei Klassen eingeteilt. Am billigsten die „Bürger". höher belastet wurden die Professoren und am höchsten die Studenten. Da bei ihnen das Risiko des Bezahlens in Rechnung gestellt werden mußte. Als Professor brauchte und sollte man nie sofort bezahlen. Sofortige Bezahlung bedeutete den Abbruch der Beziehungen zu einem Geschäft. Daher häuften sich die Rechnungen zu Neujahr ins Ungemeffene. Zu den Repräsentationen gehörten das studentische Stiftungsfest und Fäßchenpartien. Als Dekan hatte man an manchen Abenden oft drei Kneipen beizuwohnen und mit dem glücklicherweise dünnen Bier Bescheid zu tun. Bei den „ Fäßchen-Partien" im Sommer zog man unter Begleitung der foge- nnannten sieben Brüder, alten Musikanten, an irgendeine idyllische Waldstätte. Jeden Tag gab eS irgendeinen neuen Unfug, den die Studenten verübt hatten. Ein Hnikum war die Doktorfahrt. Der neue Doktor fuhr durch die Stadt unter ständigem Gejohle. Gin scharfer Landrat hat c« einmal verboten. Schließlich dachte er, der Gescheitere gibt nach und ließ alle« beim alten. Die Nachtruhe wurde oft gestört, und die Nachtwächter verdienten ihr Brot nicht umsonst. Merkwürdig unruhig wurden die Nächte nach Einführung der Welldlechrolläden zum Schuh der Fenster der Verkaufsläden. Indem die Studenten mit Stöcken über den Laden hinwegfuhren, waren fie imstande, häuserweit die Ruhe der Bürger zu stören. Hnd das war ja auch der Zweck. Lochschulnachrichten. Der emerit. ordentliche Professor de- Maschinenbaues an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Geh. Baurat Dr.-Ing. h. c. Otto Berndt, hat seinen Lehrauftrag für Maschinenlehre an der Frankfurter Universität niedergelegt. In Anerkennung seiner langjährigen erfolgreichen Betätigung als Dozent zuerst an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, dann an der wirtschaft-- und sozialwifsenschost- lichen Fakultät der Universität Frankfurt a. M. hat ihm die letztgenannte Fakultät ehrenhalber Titel und Würde eines Doktors der Wlrtschafl«- wissenschaften verliehen. — Profeffor Dr. Günther Müllerin Freiburg (Schweiz) hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der neueren deutschen Sprache und Literatur an der Univerfität Bl ü n ft e r als Nachfolger von Prof. I. Schwering angenommen. — Der außerordentliche Professor Dr. Hans Theo Schreus ail der Düsseldorfer Medizinischen Akademie hat den Ruf auf das Ordinariat der Haut- und Geschlechtskrankheiten an dieser Akademie alÄ Nachfolger von Prof. K. Stern angenommen. Der Marburger Privatdozent Lic. theoL Joachim Bcgrich, dem ein planmäßiges Cx- traorbinariat für alttestamentliche Wissenschaft an die Universität Leipzig angeboten wurde, hat den Ruf angenommen und mit Wirkung vom 1. Oktober 1930 die Ernennung zum planmäßigen a. o. Professor in der Leipziger Theologischen Fakultät erhalten. — In der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena ist der beamtete außerordentliche Professor für landwirtschaftliche Betriebslehre, Dr. Wolfgang W i l m a n n s , zum ordentlichen Professor ernannt worden. sich gegenwärtig wieder. Namentlich wird auch Krupp einen regelmäßigen Kalksteintransport nach seinen Hochosenwerken aufnehmen und baut dazu an seinem Kalksteinbruch in Fachingen eine Verladestelle aus. Bei der heutigen Lage der Wirtschaft ist nicht daran zu denken, daß das Reich, die kommunalen Verbände und sonstige Interessenten an den Bau der oberen Lahn Herangehen. Die Vorarbeiten für diese sind allerdings inzwischen vom Wasscrbauamt Diez erneut aufgestellt: nach den Erfahrungen bei der unteren Strecke dürften die Kosten von Steeden bis Gießen auf etwa 10 Mill. Mark zu schätzen sein. Unter den Umständen hat der Verein seine Mittel zusammengehalten und vermehrt, um dann und d a einzusetzen, wo ein Erfolg möglich scheint. Dafür, daß ein solcher einmal kommen muß, hat man in den Bodenschätzen Nassaus, die der Lahnkanal später einmal nach Entwicklung des Verkehrs in besseren Jahren tragen wird, so wie der Rhein-Heme-Kanal die Kohle trägt, eine unverrückbare Grundlage, ein Fundament aus Erz und Stein. Oberheffen. Landkreis Gießen. n. Großen-Linden. 4. Juli. Georg -Wagner Wwe., Clisabetha, geb. Kramer, wird heute 81 Jahre alt. X Klein-Linden, 3.Juli. Die Bienenzüchter können in diesem Jahre mit dem Honigertrag sehr zufrieden sein, da die Völker, mit Ausnahme von Schwächlingen, sehr fleißig eintragen. Sehr zu kämpfen haben die Bienen gegen ihren gefährlichsten Feind, die Wachs- mvtte. In der jetzigen heißen Jahreszeit umfliegen die Motten stark die Fluglöcher der Bienenkasten, um in diese zur Ablage der Eier einzudringen, so daß die Wächter an dieser Stelle einen ständigen, heftigen Abwehrkampf zu führen haben. — Für die Groß- und Kleintierzüchter ist zur Zeit die Bekämpfung der Stechfliegen m den Diehställen eine nützliche Aufgabe. Zugluft ist ein gutes Dekämpfungsmittel, wozu noch das Aufhängen von Fliegenfängern und größte Reinheit in den Ställen hinzu treten muß, um die Plagegeister zu bekänrpfen, welchen das Vieh fast hilflos ausgesetzt ist. § Saubringen, 3. Juli. Infolge der Umleitung des gesamten Verkehrs ist die Provinzialstraße Saubringen— ®ie ß en bis zur Einmündung in die Durchgangsstraße Gießen—Marburg in einen geradezu trostlosen Zustand geraten. Es reihen sich Schlaglöcher an Schlaglöcher, und es ist kaum noch möglich, mit dem Fahrrad die genannte Straße zu durch- sahren. Obwohl die Provinzialstraßenverwaltung im Vorjahre bereits eine Erneuerung der Straße vorgesehen hatte, mußte das Vorhaben infolge Geldmangels unterbleiben. Die Kraftwagen müssen sehr langsam die Strecke passieren. Da auch ohne Umleitung ein starker Verkehr auf genannter Straße herrscht, so würde sich die Stra- ßcnverwaltung den besonderen Dank der vielen Passanten verdienen, wenn noch in diesem Jahre die Straße erneuert werden könnte. Die Staubplage ist in unserem Dorfe für die Anlieger der Hauptstraße schier unerträglich geworden. <5 Allendorf a. d. Lumda, 3. Juli. Am vergangenen Sonntag hielt der hiesige S p a r - und Vorschußverein seine diesjährige Generalversammlung hier ab. Eröffnet und geleitet wurde die zahlreich besuchte Versammlung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Obervermes- > sungssekretär E. L o tz von hier. Aus dem Iah- _resbericht ist zu entnehmen, daß der Erfolg des 'Instituts im vergangenen Jahr wiederum recht erfreulich war, und daß die Verwaltung in jeder Beziehung das genossenschaftliche Interesse in den Vordergrund gestellt hat. Die Jahresrech- nung und Bilanz wurde von dem Rechner, Beigeordneten Heinrich Doll, vorgetragen und erläutert. Hieraus ist zu entnehmen, daß sich der Gesamtjahresumsatz von 4 809 734,27 Mk. auf 5 552 126,18 Mk. erhöht hat. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 430 222,27 Mk. auf 502 111,18 Mark, somit um 71 888,91 Mk. Die Mitgliederzahl betrug am 31. Dezember 1928 gleich 303, während des Geschäftsjahres gingen neu zu 35, ab 15, so daß am Jahresschluß ein Vfestand von 323 Mitgliedern zu verzeichnen ist. Sie Haftsumme beträgt je Mitglied 1500 Mk. Nachdem die Mittel für eine 15proz. Aufwertung der früheren Spareinlagen sichergestellt und ein Teil dieser Aufwertungen an ältere und bedürftige Sparer bereits zur Auszahlung gekommen ist, konnte auch an die Aufwertung der früheren Stammeinlagen gedacht werden: hierfür wurden einstweilen 3000 Mark eingestellt. Geführt wurden 457 Kontokorrentkonten und 378 neue Spareinlagenkonten. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse erhöhten sich die neuen Spareinlagen um 68125,33 Mk. Die Flüssigmachung der reichsbankfähigen Wechsel begegnete keinerlei Schwierigkeiten. Rechnung und Bilanz wurden genehmigt und dem Vorstände Entlastung erteilt. Beschlossen wurde ferner von der Generalversammlung, den Vorschlägen des Aufsichtsrates und Vorstandes zuzustimmen, die dahin gingen, 1. vom Reingewinn 10 Proz. Dividende an die Mitglieder zu verteilen, 2. den verbleibenden De st des Reingewinnes je zur Hälfte dem Reservefonds und der Detriebsrücklage zuzuführen, und 3. die früheren Stammeinlagen mit 25 Pro-, aufzuwerten. Die sahungsgemäß ausscheidenden Aussichtsratsmitglieder Landwirt Johs. Rols- Hausen und Landwirt Ludwig Weiß, von hier, wurden wiedergewählt. — Für unseren am 10. April d. I. in den Ruhestand getretenen Bürgermeister Rein ist nunmehr Neuwahl auf den 20. Juli d. I. festgesetzt worden. Als Bewerber kommen bis jetzt Postassistent Friedrich Schneider und Landwirt Ludwig Becker in Frage. —/— Lich , 3. Juli. Dieser Tage wurde ein hiesiger Landwirt auf der Nieder-Bessinger Straße von einem Motorrad überfahren und trug einen schweren Oberschenkelbruch davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. — Am 12. d. M. volleni et unsere Mitbürgerin, die Lehrerswitwe Elisabeth Sauer in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihr 9 0.Ce» b e n s j a h r. Damit beherbergt unsere Stadt drei über 90 Jahre alte Mitbürger und Mitbürgerinnen in ihren Mauern. — L i ch , 3. Juli. Seit einigen Jahren machen sich bei unserer Wasserleitung bzw. dem Wafserzufluß in steigendem Maß mehrere Mängel bemerkbar. Durch die Trockenheit der letzten Wochen haben diese Mängel unhaltbare Zustände hervorgerufen. In einigen Straßen sind oft schon am frühen Morgen die mittleren und oberen Stockwerke der Häuser ohne Walssev. Man nahm zunächst an, daß das wegen der Hitze reichlichere Begießen der Gärten an diesem Wassermangel mitschuldig sei. Aber der Wassermangel hielt auch in voriger Woche an, als sich infolge des Regens das Gießen der Gärten erübrigte. Die zur Verfügung stehende Wassermenge (30 bis 40 Eimer pro Kopf der Bevölkerung) müßte nach Angaben der Stadtverwaltung genügen, alle Ansprüche zu erfüllen. Der trotzdem bestehende Wassermangel kann also nur in einem schadhaft gewordenen Zufluß oder in übermäßiger Verschwendung einzelner seine Ursache haben. Auch scheint die Anlage der Wasserbehälter den heutigen gesteigerten Ansprüchen nicht mehr zu genügen. Jedenfalls zeigt die Leitung in einigen Straßen auch im Winter einen zu schwachen Druck. Die Abstellung dieser Mängel muß jedenfalls auf alle nur mögliche Art und Weise (Heranziehung eines Sachverständigen, Erbauung eines neuen Hochbehälters, Einsetzung von Wassermessern und bergt) erfolgen. Cs kann auf die Dauer den Beziehern, die trotz Bezahlung ihres Wassergeldes im Sommer sehr häufig ohne Wasser sind, nicht zugemutet werden, fortgesetzt unter diesen Mängeln zu leiden. Vielleicht könnten bei diesen Ausbesserungsarbeiten manchen ausgesteuerten Erwerbslosen Arbeit und Verdienst gegeben werden. Oer Sternhimmel im Juli. Nachdruck verboten! Sonnenaufgang von 3.45 bis 4.20 Uhr, Sonnenuntergang von 20.25 bis 19.50 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 3. um 4 Uhr, Vollmond am 10. um 21 Uhr, letztes Viertel um Mitternacht vom 18. auf den 19. Nur allmählich werden die Abende dunkler und lassen damit den Fixstemhimmel in voller Pracht schließt. Der Helle Stern links von der Wega ist der Denneb im Schwan: unter dem Schwan erblicken wir das Sternbild des Adlers, dessen hellster Stern den Namen Atair trägt. Von den Wandelsternen sind außer dem Merkur alle sichtbar, wenngleich nicht übermäßig günstig. Die Gründe für diesen Mangel sind für alle diese Sterne verschieden. Der (Saturn Der die 24 Stundenzahlen von Mitternacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenann te Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt, Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo- nalsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- naismitte ist der gerade Pfeil Vs Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats - mitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. STERNBILDER) w (t) Vollmond d letztes Viertel UrPlaneten: X) Venus IglMars (^Jupiter <&>Saturn GROSZE BUCH-^ STABEN I® — \21Ä Mond: SPIES' «AHA idfyo-ic/ Sterne: Kleine Buchstaben erstrahlen. Der Arctur und die Wega sind die hellsten Sornmersterne, und in der Nähe der Wega in der Richtung nach den beiden Bären zu erkennen wir einen ziemlich Hellen Stern, der dem Sternbilde des Drachen angehört. Er hat in der Geschichte der Himmelskunde, nämlich bei der Entdeckung der jährlichen, durch die Fortpflanzung des Lichtes hervorgerufenen Verschiebung der Fixsterne, der sogenannten „Aberration", eine große Rolle gespielt. Mit drei Sternlein in feiner Nähe bildet er gerade ein gleichseitiges Viereck, und der unterste dieser Sterne gehört schon zum Stembilde des Herkules, das sich unmittelbar an den Drachen ansteht am Monatsbeginn in der Gegenstellung zur Sonne, was an und für sich besonders günstig ist. In dieser Jahreszeit aber bedeutet es, daß der Stern nur einen Dogen beschreibt, der dem der Sonne am 1. Januar entspricht, das heißt also einen sehr kleinen Tagbogen. Die Venus ist zwar Abendstern und steht ziemlich weit von der Sonne entfernt, aber in erheblich tieferen Gegenden des Tierkreises als sie, so daß ihre Sichtbarkeit nur etwa eine Stunde beträgt, zu Beginn des Monats etwas mehr, zum Schluß etwas weniger. Der Mars und der Jupiter erscheinen nur am Morgenhimmel, was im Juli ihre Unsichtbarkeit bedeutet. Küstermann. Turnen, Sport und Spiel. Gauturnsest des Gaues Hessen O. T. = Das Gauturnsest des Gaues Hessen hat für nächsten Sonntag die alte Turnerstadt Kirchhain gerüstet, die als Feststadt unter den Turnern des Gaues einen besonders guten Ruf hat. Dieser Tatsache durste es auch zuzuschreiben sein, daß trotz der allgemeinen Wirtschaftsnot, die .auch schwer auf den Vereinen lastet, für die Wettkämpfe in Ober-, Mittel-, Unter- und Altersstufe die erfreulich hohe Zahl von 55 0 Turnern gemelbet ist. Außerdem werden 5 2 Musterriegen turnen, so daß sich mit den Kampfrichtern allein die Zahl von weit über 700 ausübenden Turnern ergibt, die an dem Feste teilnehmen. Dazu kommen bestimmt noch sehr viele Turner als Festbesucher: denn Kirchhain übt immer eine starke Anziehungskraft auf die Turner des Gaues aus. Hindenburgstaffel der mittelrheinischen Turner. — Eine große Kundgebung für das befreite Rheinland und für den Reichspräsidenten veranstaltet der Mittelrheinkreis der D. T., der besonders von den Besatzungsnöten betroffen wurde, anläßlich der Anwesenheit Hindenburgs im ehemals besetzten Gebiet am 20. Juli. Es wird eine große Sternstaffel gelaufen, an der über 100 000 Turner und- Turnerinnen teilneßmen. Die fünf Hauptläufe beginnen in Saarbrücken, Worms, Aschaffenburg, Marburg und Koblenz und enden sämtlich in Wiesbaden, woselbst die Turner dem Reichspräsidenten huldigen werden. Zu den Hauptläufen werden noch Nebenläufe geführt, um möglichst das gesamte Kreisgebiet zu erfassen. Unser Heimatgau Hessen nimmt an dem Hauptlauf teil, der in Marburg seinen Ausgang nimmt und über Gießen, IWetzlar, Braunfels, Weilburg, Limburg, Diez, Schwal- bach nach Wiesbaden führt. Die Strecke ist» rund 170 Kilometer lang und soll in der Zeit von 9.30 Stunden durchlaufen werden. Auf den Gau Hessen entfällt der Streckenabschnitt Marburg — Gießen — Weilburg. Obleute für den Lauf Marburg — Wiesbaden sind Gauoberturnwart Will (Gießen) und Gauvolksturnwart Älimmer (Haina). BoMport Am 5., 6. und 7. Juli findet in Wieseck das Gausommerfest des Lahngaues des Bundes Deutscher Radfahrer, verbunden mit dem 30jährigen Stiftungsfest des Radfahrervereins 1900 W i e f e d statt. Der Samstagabend wird ausgefüllt mit dem Kommers und Gesangsvorträgen der Ortsvereine. Der Sonntag bringt am Vormittag die Dorwettbewerbe, nachmittags den Festzug. Kunft- und Reigenfahren, Radballspiele und Motorrad- Geschicklichkeitsfahren. Am Montag wird ein historischer Festzug und abends ein Feuerwerk dem Fest das Gepräge geben. (Näheres siehe in der gestrigen Anzeige.) Zugendspieltag. Der Jugendspieltag des Gaues Gie- ßen-Wetzlar vom Deutschen Fußballbund und der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik nahm dank des prächtigen Wetters in allen Teilen einen guten Verlauf. Der Vormittagsteil der Veranstaltung machte mit feiner Fußwanderung, dem Feldgottesdienst und dem Geschichtsvortrag den Teilnehmern den stärksten Eindruck. Die Wanderung führte morgens zum Schiffenberg. Nach kurzer Rast berfammeltcn sich die Jugendlichen in der Kapelle zum Feldgottesdienst. Pfarrer Lenz (Münzenberg) verstand es, in fesselnder Predigt die paffenden Worte zu den Jugendlichen zu finden. Rektor Müller hielt einen interessanten Vortrag über die Entstehung des Klosters Schiffenberg und fand ungeteilte Aufmerksamkeit. Dann erfolgte der Rückweg zur Volkshalle, von wo aus die Teilnehmer in Sportkleidung gum Festzug durch die Stadt und zurück zum Waldsportplah antraten. Hier hielt Univ.-Prof. Dr. L e n z die Degrüßungs- anfprache, in der er die Bedeutung der körperlichen Ertüchtigung für die deutsche Jugend her- vorhob. Auch der Vorsitzende des Bezirks Hessen- Hannover, Happ (Gießen), begrüßte die jungen Sportler und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Wettkämpfe in guter Ordnung durchgeführt würden. Dann begannen die Spiele und Wettkämpfe, die als Mannschaftsdreikämpfe ausge- tragen wurden. Die Sieger: A-K lasse (Hindernislauf, Tauziehen und Schleuderballwerfen): Niederweisel 6 Punkte: Aßlar 6 P.: Ehringshausen I. 6 P.: Burgsolms 6 P.: Sp. Vgg. 1900 5 P.: V. f. D. I. 5 P. und II. 5 P.: Ehringshausen II. 3 P. L-K lasse (Tauziehen, Ballweitwerfen und Hindernislauf): Grünberg 6 P.: Sp. Vag. 1900 II. 6 P.: Großen-Buseck I. 5 P.: Burgsolms 5 P.: V. f. D. III. und Aßlar I. je 4 P.: durch Losentscheid erhielt Aßlar den Siegerwimpel. O Klasse (Mallauf, Reiterkampf und Medizin- ballstafsel): Garbenteich 6 P.: V. f.B. IV. 5 P. O-K lasse (Mallauf, Reiterkampf und Medizinballstaffel): V. f. D. V. 6 P.: Butzbach 5 P. Jede siegende Mannschaft erhielt den D. F. D.°Wimpel und daneben für jeden ihrer Spieler das vom Westdeutschen Spielverband ßerauggegebene Verbandsabzeichen. Außerdem wurden V. f. D., der der erfolgreichste Verein war und sich vier Wimpel und 36 W. S. V.-Abzeichen erkämpfte, Sp. Vgg. 1900, Niederweifei, Butzbach, Aßlar und Großen-Buseck als Anerkennung für zahlreiche Beteiligung usw. mit einem besonderen Wimpel ausgezeichnet. Anschließend an die Kämpfe fand ein Fußballspiel zwischen einer kombinierten Mannschaft des V. f. B. und der 1. Elf ©roßen» Dusecks statt. Die Vertretung des Platzvereins bestand größtenteils aus Ligaspielern und war dem Gegner in allen Teilen überlegen. Großen- Buseck vermochte nur während der ersten Viertelstunde sich der Angriffe Gießens zu erwehren. Erst als die V. f. Der systemvoller spielten, reichte der Eifer der Gäste nicht mehr aus, ihre Unterlegenheit auszugleichen. Sie mußten sich trotz tapferer Gegenwehr bis zur Pause vier Tore gefallen lassen. Auch nach dem Wechsel hielt die üeberlegenß’Cit Gießens an und führte bald zum fünften Tor. Großen-Duseck versuchte mit Macht, das Resultat zu verbessern, kam auch etwas auf, hatte jedoch weiter keinen Erfolg damit. Kurz vor Schluß konnte V. f. D. den sechsten Treffer buchen. Das Spiel wurde von beiden Seiten fair durchgeführt. Damit fand der Jugendspieltag sein Ende. Dank der gründlichen Vorbereitung durch den Platzverein sowie der reibungslosen Durchführung, in erster Linie das Verdienst des Gaujugendobmanns Dusch (Duh- bach) darf er als gelungen bezeichnet werden. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. o. Am kommenden (Sonntag bringt der Dall- spielklub 1899 Offenbach a. M. seine nationalen leichtathletischen Wettkämpfe, verbunden mit Sportplatzeinweihung, zum Aus trag. Dem Offenbacher Verein, einem alten Pionier der Leichtathletik im Maingebiet, ist es gelungen, für sein Fest eine ausgezeichnete Besetzung zu erhalten. Die Spielvereinigung 1900, die in verschiedenen Disziplinen und Klassen der Aktiven vertreten ist, wird gegen die süddeutschen Spihen- leute einen äußerst schweren Stand Ijnbcn. Es wird vor allem das Abschneiden der neuen De- zirksmeister, und zwar Schäfer (im Kugelstoßen), Bepperling (800 Meter), Peters (1500) und Geist (200 Meter) interessieren. Für das Abschneiden der übrigen 1900er sind keinerlei Anhaltspunkte vorhanden. V.f.B. Leichtathletik. Zu den am kommenden Samstag stattfinden- den Nationalen Jugendwettkämpfen des B. El. 99 Offenbach hat V. f. B. insgesamt 10 Jugendliche gemeldet. Kirch he im er beteiligt sich am 100-Meter-, Jäger am 1500-Meter-Lauf, und Luh am Kugelstoßen der Klasse A. In der Klasse B laufen Paulus und Stroh die 100 Meter, Simon und Schäfer die 800 Meter. Radon versucht sich erstmalig im Hochsprung. Happ bestreitet die 50 Meter der L-Klasse. Angesichts der zahlreichen und starken Konkurrenz, auf die die V. f. B.er in Offenbach treffen werden, sind ihre Aussichten auf Erfolge nicht allzugroß. Sie werden sich sehr an- strengen müssen, wenn sie einigermaßen günstig abschneiden wollen. Am Sonntag veranstaltet D. El. 99 Offenbach seine Nationalen Wettkämpfe für Aktive. An diesen beteiligen sich vom V. f. B. Koch und Müller. Koch stößt in Klasse III die Kugel, Müller läuft in derselben Klasse 800 Meter. Auch sie werden auf sehr starke Konkurrenz treffen. Zausiball im T. V. 1846 Gießen. Io. 1846 bei der 3. Griesheim-Llektron. Die vom J.-G.-Sportverein veranstaltete Faustballrunde erfreut sich in ganz Deutschland unter den Faustballern eines guten Rufes. Bei der reichsoffenen Veranstaltung traf man immer auf die Spitzenmannschaften aus Hamburg, Hannover usw. In diesem Jahre zum ersten Male nur kreisoffen, ist die Meldung keineswegs geringer. Spielen doch insgesamt 37 Turnermannschaften in drei Klassen und vier Turnerinnenmannschaften. Die Meisterklasse, in der auch die Gießener Mannschaft mitspielt, hat 18 Teilnehmer, die in drei Gruppen je die beiden besten Mannschaften für eine Endrunde ausspielen. Die 46er haben als beachtliche Gegner ihrer Gruppe Postsportverein Frankfurt und Licht-Luft Frankfurt II. Sollte es gelingen, einen der beiden zuerst genannten zu besiegen, so wäre eine Teilnahme an der Endrunde möglich. Bei einigermaßen gutem Spieltag muß die Mannschaft sich bis zum 3. oder 4. Platz der Endrunde durchsetzen können. Handball im Männerturnverein (O.T). Tv. Wetzlar 1.3gd. — Wlv. Gießen 1. 3gb.4:7 (1:5). Am vergangenen Samstag kam auf dem Mtv.- Platz am Schisfenberger Weg ein Handball-Freundschaftsspiel zwischen der ersten Jugendmannschaft des Turnvereins Wetzlar und der gleichen des hiesigen Männerturnoereins zum Austrag. Obwohl die Einheimischen, die in kompletter Aufstellung antraten, in der ersten Halbzeit gegen die Sonne spielen mußten, konnten sie dennoch bis zum Halbzeitpfiff mit 5:1 in Führung gehen. Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Wetzlarer, nachdem die Mio.-Mannschaft unverständlicherweise ihren Torwart gewechselt hatte, etwas mehr auf, doch mußten die Gäste dennoch mit einer 7:4-Niederlage den Heimweg antreten. Tv. Wetzlar 1. Schüler — Wtv. Gießen 1. Schüler 1:3 (0:1). Außerdem kam noch ein Freundschaftsspiel zwischen den ersten Schülermannschaften der beiden Vereine zum Austrag. Auch aus diesem Treffen gingen die Männerturner nach leicht überlegenem Spiel mit 3:1 als Sieger hervor. Die für den Sonntag angesetzten Spiele gegen Butzbach wurden in letzter Stund« abgesagt. Arbeiter Turn und Sportbund. Am kommenden Sonntag findet in Frankfurt a.M. auf dem Westendplatz das Zwischenrunden- spiel zur Kreisfestmeisterschaft zwischen dem 2. und 3 Bezirk statt. Obwohl die zusammengestellte Elf des 3. Bezirkes bereits im Vorrundenspiel ihr Können unter Beweis stellte, dürfte ihr ein Sieg gegen die aus den besten Spielern Groß-Frankfurts zusammengestellte Elf des zweiten Bezirkes, sehr schwerfallen. Die Mannschaft muß einen unbeugsamen Siegeswillen mitbringen, wenn sie ehrenvoll abschneiden und zum Endspiel am Kreisfestsamstag sich qualifizieren will. Handball. Zum fälligen Serienspiel treffen sich am Sonntag in Heuchelheim, Heuchelheim und Wieseck. Zw?i gleichwertige Gegner werden hter um die Punkte ringen, wovon der Glücklichere Sieger bleiben wird. Krofdorf ist am kommenden Sonntag in Großen- Linden zu Gast. In einem Freundschaftsspiel werden Großen-Linden und Krofdorf für den Handballsport neue Anhänger zu werben suchen. Das Spiel selbst dürften di« besseren Gäste wohl für sich entscheiden. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 5. Juli. Freitagabend 7.45 Uhr; Samstagvormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.40 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.15 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 5. Juli. Vorabend: 7.45 Uhr; morgens: 8.30 Uhr; abends: 9 und 9.40 Uhr. • Das ideale Abfuhr-Konfekt letn, ff mit rrtzy'ff der •’S' 1900 ASt t»; - NS tfi"9'"' lut £"’ * «5al. '«L e^,.neutn UCJ jun Äugel- x> lnteres,irren g 1900et S lefif. oq JÄ N-r Stroh die $QUt die 800 oftmalig ■ 50 Meter der ^chen und |tQr. '- 2.er in Osten- Aussichten auf rdcn sich sehr fln- termaßen günstig "tag veranstaltet Mn Wettkämpfe ' ftch vom L. s. V. W in Klasse itl derselben Klasse' l aus sehr starte •46 Gießen. ijeim-Ületkon. ein veranstaltete ganz Deutschland Juten Rufes. Jet ! traf man immer s Hamburg, han- zum ersten Male rg lelneStoegs gc- 131 Turnermann- vier Turnerinnen- se, in der auch die t, hat 18 Tcilneh- die beiden besten de auäfpielen. Die ner chrer Gruppe Licht-Lust Zrank- einen der beiden o wäre eine Teil- pch. 2ei einiger- ; die Mannschaft ah der Endrunde iweitin(M)- hen L3gb.4:7(l;5). aus r-m Mo.- n handball'Fleund- JugendWnnschasl er gleichen des hi«' lustrag. Obwohl d>e (r Ausstellung an- gegen die Sonne .noch bis M halb gehen. Erst m ix etzlarer, nachdem d Eise ihre" lot- chr aus, doch muM ^^-Aiederlage den ,Gichen 1. SM 1 ft|« M'n /leicht übe»i®,m Sen 6P» ff Job. ** isammcngs ^n, ^indensplelh sSr liten Be fug' P “bleiben ®,rbl Sieger j @r0Bfn« Sonntaß1" -ÄS Dos" fekl »sinken M Oie Sünde -er Senate Mercandin. Vornan von Fred Nelins. 11. Fortsetzung Nachdruck verboten. .Damit ist gesagt, tvaS zwischen uns zu sagen wäre, Herr Professor. Ich möchte nur noch meinen Schuldschein ,wiederhaben und dann gehen." „And ich möchte bitten, daß Sie mich vorerst zu Ende reden lassen." Mercandin hob seine Hand und machte eine Geste nach dem leeren Sessel. „Bitte, nehmen Sie noch einmal Platz, Herr Doktor Griebenow. Sie haben einen ganzen Sack voll Busse zur Verfügung und versteifen sich darauf, die tauben aufzuknacken. Schade, schade! Etwas war an Ihnen, das zu meinem Herzen sprach. Mir gefiel im Restaurant Paris das sonderbare Zucken Ihrer Rasenflügel. Am nächsten Tage sah ich Sie im Spielsaal wieder und erkannte Sie daran. Dann am Abend traf ich Sie im Garten. Rein — ich rede nicht darüber. Aber welch bizarre Winkelzüge macht das Schick- sali Die. kommen nach Berlin und dürfen meiner Frau bei einem Anfall Hilfe leisten. Heute half meine Frau vor unserm Hause Ihnen. Dazwischen liegt der rosarote Walzerabend bei Geheimrat Reugereuth. Aber Sie wollen fort. Also, kurz und gut: ich biete Ihnen die vor kurzem sreigewordene Assistenzarztstellung bei mir an. Tausend Mark Gehalt im Monat. Mittag- ebenso wie Abendessen müssen Eie im Hause nehmen. Die Sache eilt. Ich bitte, daß Sie mir bis morgen mittag Nachricht geben, ob Sie annehmen. So, das ist alles. Darf ich nach dem Wagen klingeln?" Sofort erhob sich Griebenow. Stille herrschte für Sekunden. Dann erschien der Diener. Auch Professor Mercandin war aufgestanden. Griebenow verneigte sich ... gerade so. dah er den Racken senkte. „Guten Abend, Herr Doktor Griebenow." „Guten Abend, Herr Professor." Griebenow verlieh das Zimmer. Er hatte plötzlich grenzenlose Sehnsucht, klare Luft zu atmen, Wind um sich zu spüren. Sterne über sich zu sehen. Wie ein Traum war alles. Dumpf hallte der Gong. Prismenkronen werfen märchenhaftes Licht. Die grohe weihe Flügeltür ist weit geöffnet. Die Kranken kommen ... paarweise und einzeln. Herren, mit der weihen steifen Hemdbrust unter Smoking oder Frack ... Damen in Dinertoilette, mit viel Schmuck, Brillanten in den Ohren, Brillanten an den weihen, wohlgepflegten Händen ... blafiert und elegant ... Die Damen parfümiert, geschminkt, mit auSrasierten Augenbrauen wie Kokotten. Alle diese Menschen aber haben eines gemeinsam: den Stempel eines Leidens in den abgespannten Zügen, das Flackern und ein sonderbares Glänzen in den Augen.---- Der große Speisesaal war fast gefüllt Da kam erst Griebenow. BiS zum letzten Augenblick hotte ihn Professor Mercandin im Arbeitszimmer aufgeholten. Anweit von der Tür blieb er stehen. Ovidio Sarbally, ein sehr schlanker, eleganter Türke, war an ihn herangetreten. „Ich bedauere, mich beschweren, mein Herr Doktor", sagte er gebrochen deutsch. „Wieder singt der Gong schon drei Minuten vor der festgesetzten Zeit. Ich konnte meinen linken Zeigefinger nicht mehr maniküren. Das ist--“ „3a, das ist unendlich peinlich", sagte Griebenow erschüttert. „Ich werde selbstverständlich dafür sorgen, daß die Ähren---“ In diesem Augenblick erschien der Haushofmeister. „Es ist angerichtet." Griebenow ging weiter. Es schien, als ob er jemand suche. Sein Auge fiel auf eine Frau im schwarzen Spitzenkleid, mit gelben Rosen an dem Halsausschnitt, pikant wie eine Pariserin und interessant wie eine Russin. Griebenow verbeugte sich. „Dars ich um die Ehre bitten, Fürstin?" Die Fürstin Tschaidse nickte liebenswürdig. „Ah, scharmant! Es ist ein ungemein behagliches Gefühl, die Hüter unseres Wohlbefindens selbst beim Essen neben uns zu wissen. Auf diese Weise ist es sicher ausgeschlossen, daß der Braten sich als zäh erweist und die Spargel nicht die nötige Zartheit hoben." „Auch dos ist wichtig", sagte Griebenow verbindlich lächelnd. Das Primäre unseres Wohlbefindens ist der Magen. Dann, nachdem man Platz genommen: „Darf ich nun vor allem fragen, wie Sie sich seit der Visite heute morgen fühlen?" „Pah ...I“ Sie schnippte mit dem Finger. „Schmerzen in dem Kopf sind besser seit dem Streichen des Professors Mercandin. Rur mein Seelenzustand macht mir Sorge, lieber Doktor. Er gipfelt immer mehr in der Erkenntnis, daß das Schicksal eine Sphäre ohne Ende und das Zentrum überall, vor allem in uns selbst zu finden wäre." „Wir denken alle egozentrisch, Fürstin. Es ist die Krankheit unserer Zeit. Oder ist es keine Krankheit? Alles liegt in dem Bewuhtsein der Erkenntnis. Jeder trägt sein Schicksal in der Seele." Griebenow lieh seine Blicke sorglich um die Tafel schweifen. Die Suppe war aufgetragen. Alles löffelte. Sprachen aller Länder schwirrten an die Ohren. Welch ein Hexenkessel ist da- ...! dachte Griebenow. Viele Patienten kannte er seit heute früh. Jeder trug ein Leiden — eingebildet oder wirklich —, jeder trug die Anastbereitschaft kranker Rerven mit sich durch die Welt. Dort ein Porträtist und Modemaler, der von der Idee besessen war, dah ihn Pinsel und Palette in das Anglück stürzen würden. Schon das Riechen einer Farbe machte ihn erregt. Reben ihm die elegante Witwe, deren Mann durch Selbstmord starb. Er erschoh sich plötzlich, ohne dah man ahnte, was ihn in den Tod getrieben. An diesem Rätsel ging die Frau zugrunde. Den alten Grandseigneur daneben quälte fortgesetzt die Angst Vorstellung, dah er. wenn er trank, fein Glas zerbeißen müsse. Seine Rachbarin war eine stark geschminkte und zurechtgemachte Gräfin. Sie lebte ständig in der Sorge, dah ihr Dasein sich in sonderbarer Art gespalten habe. Gs war die Zwangsvorstellung eines Doppelseins, ilebcr- all verfolgte sie ihr zweites Ich ... auf der Straße ... in dem Studio zu Haufe ... bei dem Essen im Hotel. And so ging es fort. Es war ein ganzes Sammelsurium von neurasthenischen Beschwerden und nervösen Aengsten. Inzwischen plauderte die Fürstin Tschaidse. Sie sprach wie eine Frau der großen Welt ... amüsant, geistvoll ... überall zu Hause, wo das elegante und moderne Leben pulste: im Kairoer Menahouse wie im Riyhotel in London, im Konstantinopler Perapalace wie bei Daniel! in Venedig, im Pariser Claridge wie im Stefanie- hotel in Baden-Baden, im Interlakener Viktoria wie im Carltonpalace an der Promenade des Anglais in Rizzo. Sie hatte eine kurze und prägnante, aber immer amüsante Art, von allem dem zu plaudern. Anekdoten ... fein gesehene, scharf humoristisch hingeworfene Bilder ... dazwischen Fragen ... eine Anregung, die auch den andern plaudern ließ — dabei dann eine Art zu lauschen und auf daS Gefragte einzugehen, die bestrickte. Das Eis war aufgetragen. Das Stimmengewirr schwoll an und ebbte ab. Das nervöse Fludium, das stets den nahen Aufbruch von der Tafel kündet, schwebte durch den großen Eßsaal. Gestern hattest du noch nichts zu essen, dachte Griebenow. Heute sitzt du hier. Ist die ganze Welt nicht doch ein Rarrenkasten? Dann war wiederum die dunkle, leicht durch- bebte Frauenstimme der Fürstin Tschaidse an den Ohren Griebenows. „Man sieht die Welt mit andern Augen, wenn man sie in jeder Falte ihres Herzens kennt. Alle Dinge sind so anders als das Trugbild unseres Traumes. Die Erkenntnis stimmt zuletzt ein wenig traurig. Man wird hoffnungslos und müde." Sie erhob sich. Stühle rückten. „Wenn es Ihnen recht ist, gehen wir zum AnterhaltungS- zimmer hinüber", bat die Fürstin. „Ich möchte Ihnen abseits von den Menschen etwa- sagen." Sie ging vor. „Ich bitte nur um füns Minuten Rachsicht", hatte Griebenow gefaxt. Man bedrängte ihn von allen Seiten. Wünsche, Fragen und Beschwerden stürmten auf ihn ein. Geduldig und mit unerschütterlicher Ruhe hielt er stand. Der geräumige Speisesaal entleerte sich allmählich. Die große Mehrzahl der Patienten begab sich aus ihr Zimmer, der Rest verteilte sich auf Bibliothek, Musiksalon und Spielsaal. Al- letzter hatte Griebenow der Maler Lingow auf« gebalten. Endlich ging auch der. Griebenow begab sich in den AnterhaltungS- raum. Geschickt verteilte Zwischenwände ... Blumen über Blumen ... sonst getönte® Licht verhängter Lampen ... feft geschlossene Seidenvorhänge ... di-kret verstäubter Dust von kostbaren Essenzen — so war der AnterhaltungS- raum. In einem tiefen Ledersessel an der Marmor- faffung einer englischen Kaminattroppe saß die Fürstin. Sie war erregt. „Run, da bin ich", sagte Griebenow. Er machte eine leichte Verneigung. „Darf ich rauchen?" Er klopfte eine Zigarette auf die goldene Dose und steckte sie in Brand. „Sie wollten mir noch etwas sagen, Fürstin." „Ja. Ich wollte zuerst fragen, woher Sie Professor Mercandin kennen." „Ja, mein Gott, woher? Aus Monte Earlo. Aber warum fragen Sie?" Die Fürstin Tschaidse hob den Kops und blickte Griebenow mit groß gewordenen Augen an. „Weil — ich glaube, daß Sie eine unbeschmuhte Seele haben. And — weil ich glaube, dah Eie gar nicht wissen, waS in diesem Hause vorgeht " Am GofeS willen! dachte Griebenow. Was wird denn das? „Darf ich Eie als Freund betrachten?"' Griebenow verneigte sich. „Es gibt für mich nur Freunde oder Feinde. Ich verachte Kompromisse. Oh, um alles in der Welt nichts Halbes, keine Lauheit." „Natürlich", sagte Griebenow. „Man verfolgt mich. Mein Mann wohnt in ?Jaris. Er behauptet, daß ich den Verstand ver- oren habe und mein Geld nicht mehr verwalten könne. Er droht mir mit dem Irrenhaufe. Ich komme in die Rervenklinik dieses Mercandin. Ich möchte meinem Mann das Gegenteil beweisen. And da---scheinbar steckt Professor Mercandin mit meinem Manne unter einer Decke. Er steht in dessen Solde. Er suggeriert mir einfach die Verrücktheit." (Fortsetzung folgt.) den ersten 10 Jahren nur die milde, reine, nach ärztlicher Vorschrift für die zarte Haut der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde, kräftige Hautatmung. Und was das bedeutet, merken wir Erwachsenen an uns selbst: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab.^ treis to /«*?■*«* Sonnengebräunte, gesunde Haut erhalten Sie, wenn Sie Ihren Körper vor Luft- und Sonnenbädern mit NIVEA-CREME einreiben, — auch bei bedecktem Himmel, denn auch Wind und Luft bräunen den Körper. Aber itocken muss Ihr Körper sein bei direkter Sonnenbestrahlung. Und gut mit Nivea-Creme vorher einreiben! Das vermindert die Gefahr des schmerzhaften Sonnenbrandes. 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Albach - Schiffenberg (Sonderfahrt am Sonntag), Albach ab 1.30, Steinbach ab 1.35, Garbenteich ab 1.45, Hausen ab 1.50. Gambach - Holzhelm - Gröningen - Watzenborn - Steinberg - Schiffenberg (Autoverkehr der Reichs- post), von 1 bis 4 Uhr nach ISedarf und von 6 Uhr ab Schiffenberg in umgekehrter Richtung. Sonderfahrt ... . Kl.-Llnden - Gr.-Llnden - Leihgestern-Watzenborn ab 12.30 ab 12.45 ab 1.00 ab 1.15 Uhr Steinberg-Schiffenberg von 2 bis 4 Uhr Pendelverkehr ab Station. Großen-Linden-Schiffenberg von 6 Uhr ab Schiftenberg bis Bahnhof Großen-Linden nach Bedarf. nio itainhehahn stellt in die fahrplanmäßigen Züge Ulü neiGnbüdnn dem Stärkeren Verkehr entsprechend RuhalB-Schlailee bestens bewährt bet Schlaflosigkeit und Nervosität Um KräuterhausJung. EISU-Betten (Stahl u.Holz) Polat, Stahl- m.if r.,Kln% desgl. von 1913..... — _ 4% Ungarische Kronenrente . . . 1.95 — 1,95 _ 4% Türkische Soll anleibe von 1911 5.13 5 5 5 4% Türkische Bagdadbahn-An! Serie 1........... 5,05 5,1 5,05 4% deSgl. Serie 11....... 5,2 5 5,05 5 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .......... 9,65 9,6 4%% Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 16,4 4% Rumänische veretnh. Rente 7,65 7,7 7.75 7,7 Frankfurt a. Ul. Berlin Gchluß« turs l'Uho» Kurs Schluß- fure Anfang« Rurd Dalum 3. 7. 4. 7. 3.7. 4. 7. Hamdurg-Ämerlla Patel . . 99,5 98 99,75 98 Hamburg-Südam. Tampfschifs . 8 — — 160,5 Hansa Tampsschiss..... 10 — — 132 132 Norddeutscher Lloyd .... . 8 99,5 98 100 98,5 Allgemeine Deutsche Creditanst 10 111,75 — 112,5 112,5 Barmer Bankveretn .... 10 122,25 122 122 12? Berliner Handelsgesellschaft . 12 — — 158.5 157,5 Commerz- und Privat-Bank. 11 141 141 141 141 Tarmsiädler und Narionalbanl 12 204,5 —— 203,65 203,6 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast, . . . 10 132.25 — 132,25 132 Dresdner Bank...... 10 133,5 132,5 133 132,5 Reichsbank...... . . 12 255 — 256,5 255,13 0.6.®........... . 8 150 148,6 150,4 149,5 Bergmann........ . 9 — — 178 175 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 — —— 139,25 139,75 Licht und Kraft...... 10 144 — 144 143,5 Felten & Guilleaume . . . 108 — 108 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 145,5 — 144,5 144,5 Hamburger E!ektrizilätt°Werke 10 — — Rheinische Elektrizität . . . . 9 — — 142 141,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 146 145 Schuckert & Co. ...... 11 165,5 — 163,25 162,75 ziemens L Halske ..... 11 212 208 212,5 208,5 TranSradto ........ . 8 10 Buderus......... . Ü 75 _ 75 _ Deutsche Erdöl...... . 6 — 85,5 85,5 Essener Stein kohle..... . 8 — Gelsenkirchener...... . 8 126 — 127 126,75 Harpener......... . 0 121 — 121,5 120,6 Hoeick Eisen........ ey, — — 96 95 Flse Bergbau....... 10 — — 238,5 — Klöcknerwerke....... 96,5 — 96,13 96 — 93,25 92,25 Mannesmann-Röhren . . . . 7 93,4 93,5 94,4 93,5 Martfelder Bergbau .... . 7 — — 65,75 65,25 Lberschles. Eisenbedars . . . . 5 — — 61 59,75 Oberschles. Kokswerke.... . 7 — — 93,75 93,5 Phönix Bergbau...... 6K 87 —— 87 86,5 Rheinische Braunkohlen . . 10 219 — 219 219 Rhetnstabl........ . 6 103 — 103 102 Rieberk Montan...... 7,2 — — Frankfurt a. 271. Berlin Schluß«! für# | l«llhr« Kurs Schluß» furd Anfang« Kur« Datum 3. 7. 4. 7. 3. 7. 4. 7. Bereinigte Stahlwerke . Ltavi Mnen..... 16’/. 86,5 —— 87 86 — 42,4 42,25 Kaliwerke Aschersleben . . 10 203 — 202,5 Kaliwerke Westeregeln . . 10 207 202.5 207 205 Kaliwerke Salzdetfurth . • . 15 362 358,5 363 358 I. G. Farben-Industrie . . 12 159,4 157,25 158,5 158,25 Dynamit Nobel .... . . 6 — — 75 SchetdeanstaU..... . . 9 144 — - — Goldschmidt ..... . . 5 58 — 58 58,25 Rülgerswerke..... . . 6 58 — 57,75 57.5 Metallgelellschaft. . . . . . 8 113 — 113,5 113 Philtvv Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg . . 7 89 89 88 . 10 111 — Cementwerk Karlstadt. . . 10 135 — Wavb & Freytag . . . . . 8 75 75 76 — Schultheis Patzenhoser . . 15 — - 286 284,25 Lstwerke....... . 12 — — 233 231 Aku......... . 18 — —— 88 88 Bemberg....... . 14 93 — 91,5 92 Zellstoff Waldhos . . . 13*/. 143 139 142,5 141 Zellstoff Aschaffenburg . e . 12 108,5 — 106,5 - Charlottenburger Wasser . . 8 — — 101 101 Dessauer Gas ..... . . 9 148,9 148,5 Daimler Motoren . . . . . 0 32,5 — 32,75 —— Deutsche Linoleum . . 201 — 200 198 Maschinenbau A^-G. . . . . 0 — — 46 45,13 Rat. Automobil .... . . 0 — — — Orenstetn & Koppel . . . . 6 — — 68 68 Leonbard Tietz .... . 10 148 — 149 149 Svenska....... — - 309.5 309,5 Frankfurter Maschinen . . . 4 24 — 23,5 - Gritzner....... . . 6 31 — 31,65 - Heyligenstaedt . . . . Funghanr....... . . 0 — — — —— . . 6 37,5 — 38 — Lechwerke....... . . 8 96 — — Mainkraftwerke Höchst a. M . . 8 80 — — —— Miag......... . 10 110 — 110 108,5 Gebr. Roeder..... • . 10 105 Borgt & Haeffner ... e . . 9 — 150 — Süddeutsche Zucker . . • . 10 156 — 154,75 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 3. Juli Selb ' Brief ' Amerikanische Noten...... 4,172 4,192 Belgische Noten ....... 58,58 58,82 Dänische Noten ........ 112,00 112,44 Englische Noten ...... 20,345 20.425 Französische Noten ....... 16,457 16,515 Holländische Noten ....... 168,18 168,86 Italienische Noten........ 22,04 22,12 Akorweglsche Noten....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 111,95 112,39 59,28 59,52 Rumänische Noten....... 2,475 2,495 Schwedische Noten....... 112,28 112,72 Schweizer Noten ........ 81,44 81,76 Spanische Noten ........ 47,36 47,54 Tschechoslowakische Noten..... 12,44 12,50 Ungarisch- Noten ........ 73,10 73,40 3. Zull 4. Jun Amtliche Dotierung Geld | Brtei Amtliche Notierung Geld »ries Ämft.» Non. 168,48 168,82 168,48 168,82 Buen.-Aire» 1,517 1,521 1,496 1,500 Brss.-Ankw. 58,50 58,62 58 52 58.64 Christiania. 112,20 112,42 112,20 112,42 Kopenhagen 112.19 112,41 112,20 112,42 Stockholm . 112,56 112,78 112,56 112,73 Helsingsors. 10,544 10,564 10,547 10,567 Italien. . . 21,95 21,99 21,94 21,98 London. . . 20,376 20,416 20,378 20,418 Oienoort . . 4,1885 4,1965 4,190 4,198 Poris. . • . 16,46 16,50 16,47 16,51 Schweiz .. 81,30 81,46 81,30 81,46 Spanten. 47,50 47,60 48,40 48,50 Japan .. . 2,072 2,076 2,075 2,079 «io de Jan. 0,471 0,473 0,64 0,66 Wien in D- Ceft. abgeft 59,15 59,27 59,16 59,28 Prag . . . . Belgrad . . 12,431 12,451 12,43 12,45 7,415 7,429 7,418 7,432 Budapest. . 73,29 73,43 73,32 73,46 Bn la arten . 3,037 3,043 3.037 3,043 Lissabon . . 18.80 18,84 18,82 13,86 Tanng... . 81,50 81,66 81,46 81.62 Konslantm. 1,784 1,789 1,785 1.789 Alben. . 5,43 5,44 5,425 5,435 Lanada .. 4,186 4,194 4,186 4,194 Urnguat). . 3,521 3,534 3,566 3,574 Cairo • • . 20,79 20,93 20,089 20,093 Oberheffen. Kreis Friedberg. = Dad-Ra uh eim, 3. 3ult. 3m Auftrage Les Kultusministeriums eröffnete hier gestern Oberstudiendirektor Dr. Molz einen geographisch-heimatkundlichen Kursus für Mehrer aus Volks- und Höheren Schulen. Der Lehrgang weist 27 Teilnehmer aus Starkenburg Aino Rheinhessen auf und wird von Studienrat Dr. K n i e r i e m geleitet. Er dauert vier Tage. Kreis Büdingen. A Kohden. 30. Juni. Gestern wurde unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft unseres Ortes und vieler Gäste aus Ridda und den Rachbargemeinden das Denkmal für die Opfer des Weltkrieges aus unserer Gemeinde in bescheidener, aber würdiger Weise eingeweiht. Mittags bewegte sich ein stattlicher Festzug unter Begleitung des Posaunenchors von Wallcrnhausen zum Denkmal, das in eine neu aufgeführte Basaltsteinmauer eingefügt ist. Es besteht aus einem Obelisk, auf dessen Postament ein betender Krieger steht. Unter ihm ist die Widmung angebracht und zu seinen beiden Seiten stehen auf besonderen Tafeln die zwölf Ramen der Helden, die aus unserer Gemeinde für das Vaterland ihr Leben gegeben haben. Vor dem Denkmal sind zwei Terrassen angelegt, die mit schönen Ruhebänken abschließen. Das Ehrenmal macht einen würdigen Eindruck und dürfte zu den schönsten Denkmälern der kleineren Gemeinden unserer Gegend gehören. Der Weiheakt wurde durch ein Musikstück des Posaunenchors eingeleitet. Hierauf sprach Frl. Erna 11 h l mit tiefer Empfindung einen von Geh. 3ustizrat R ö m h e l d, Ridda, verfaßten Prolog, die Schüler von Ridda-Kohden trugen unter Leitung von Lehrer R u n k, Ridda, ein passendes Lied vor, worauf nach kurzem Vorspruch von Frl. Frieda Pfad die Enthüllung des Denkmals folgte. Während der Kriegerverein präsentierte, wurden die Ramen der Gefallenen verlesen und dann die drei Ehrensalven abgegeben. Dann folgte mit Musikbegleitung der Gesang der Festgemeinde: „Ich hatt' einen Kameraden." Die nun folgende Weiherede von Pfarrer Laut, Ridda, machte auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck. Einem Gemeinde- und Schülergesang folgte die Kranzniederlegung durch die Hinterbliebenen, die Angehörigen, den Krieger- und Sportverein sowie ,die Gemeinde. Rach der Ilebergabe des Denkmals durch die Baubehörde an die Gemeinde übernahm es Bürgermeister K r o m m in Besitz und Schutz der Gemeinde und wünschte, daß die Ramen der Gefallenen stets In Ehren und Dankbarkeit bis in die fernsten Zeiten genannt werden möchten. Mit dem Deutschlandlied wurde die erhebende Feier geschlossen. — Zu den Kosten des Ehrenmals haben die Einwohner durch freiwillige Gaben und auch viele auswärts Wohnende, aus Kohden gebürtige, durch Zuwendun- aen in opferfreudiger Weise beigetragen. Die Ausführung ist nach den Plänen und unter Aufsicht von Regierungsbaurat Frey vom Hochbauamt Büdingen erfolgt. Die Figur wurde von Bildhauer Fahrenbruch, Frankfurt a. M. modelliert und dann von der Daufirma F. Drott, Ridda, ausgegossen, die auch sämtliche Maurer- und Steinhauerarbeiten mustergültig ausgeführt hat. ow. Ober-Widdersheim, 30. Juni. Zu einem einfachen aber schönen F e st t a g gestalteten die hiefigen Vereine deü gestrigen Sonntag. Dom Deuts chenSängerbund war die Anregung ausgegangen, die Gesangvereine möchten zur Werbung für das deutsche Volkslied und zur Bekämpfung des seichten Schlagers in allen Orten an öffentlichen Plätzen Volkslieder singen. Deshalb brachten am Vormittag nach dem Gottesdienst die beiden hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „Fidelio" vor dem Kriegerdenkmal Freiheits- und Vaterlandslieder zum Vortrag. Lehrer Ganz hielt eine kurze Ansprache und hob Wert und Wirkung des Volksliedes hervor. Am Gottesdienst hatten sich aus Anlaß der De- frelung des Rheinlandes der Kriegerverein und die Gesangvereine beteiligt: der Pfarrer gedachte in seiner Predigt über 3oh. 8, 36 dieses wichtigen Ereignisses. Am Rachmittag zog der Kriegerverein mit klingendem Spiel und Fahne zum Kleinkaliber-Schießplah am Scheuerwald. Auf dem schön gelegenen Platz hatten sich auch die beiden Gesangvereine und zahlreiche Dorfbewohner eingefunden. Die Gesangvereine brachten unter Leitung ihrer Dirigenten Lehrer Ganz und Alles Volkslieder in reicher Abwechslung zum Vortrag. Der Vorsitzende des Kriegervereins, R i ck e l, gedachte in ehrenden Worten des ältesten Kriegervereinsmitgliedes und letzten hier noch lebenden Veteranen von 1866 und 1870, des Herrn Johannes M ö b u s, der feinen 86. Geburtstag feierte. Aus diesem Anlaß sprach er ihm die herzlichsten Glückwünsche des Vereins aus und konnte ihm auch ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten und dessen Bild mit eigenhändiger Unterschrift sowie einen Glückwunschbrief des früheren Großherzogs Ernst ßubtolg und dessen eigenhändig unterschriebenes Bild überreichen. Der Pfarrer sprach Herrn M ö b u s die Glückwünsche des Kirchenvorstandes aus und übergab im Auftrag des Landeskirchenamtes ein künstlerisch ausgeführtes Gedenkblatt mit dessen Glückwünschen und ein Glückwunschschreiben des Dekanats Ridda. Der stellvertretende Dezirksvorsihende des Hassiaver- bandes, Albrecht Schneider, Unter-Widdersheim, überreichte dann mit anerkennenden Worten den fünf ältesten Mitgliedern des Krieger- Vereins, Johannes M ö b u s, Karl G a m b a ch, Konrad Lehmann, Heinrich Schäfer V. und Johannes Uhl, das goldene Ehrenkreuz des Hassiaverbandes für langjährige Mitgliedschaft und treue Mitarbeit im Verband. Mit einem Hoch auf die Ausgezeichneten und dem Gesang des Deutschlandliedes schloß dieser Teil der Feier. Dann begann das Preisschiehen der Klein- kaliberschühenabteilung des Kriegervereins, während die Versammelten noch zu gemütlicher Unterhaltung vereinigt blieben und sich an den Liedern der Gesangvereine freuten. Es war ein schlichtes und schönes Dorffest, das unsere Gemeinde ganz unter sich feierte und das allen Teilnehmern Freude machte. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 3. Juli. Die diesjährige Heidelbeerernte in den ausgedehnten Tannenwäldern zwischen Lauterbach. Schlitz, ©re*- benau, verspricht gut zu werden, bleibt aber hinter den Rekordhoffnungen stark zurück. Die vielen Arbeitslosen dieses Jahres nehmen an dem Beerensuchen vielfach teil, um sich einen kleinen Zusatzverdienst zu schaffen. Die Heidelbeeren werden von Händlern aufgekauft. (Schluß des redaktionellen Teils.) Das Hapag-Reifebureau in Gießen ist Ihr dienstwilliger Berater und Reisemarschall, Sie haben keine Aufregung Aerger und werden nicht von Unsicherheit bedrängt, sondern reisen so bequem wie möglich. Sie haben keine Soraen um Fahrplan, Unterkunft, Gepäck usw., es entstehen Ihnen keine Mehrkosten. 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