Nr. 129 Erstes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 4. Juni 1950 Gr|d)etnt täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: fhe Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zenisprechonschlüfte unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger •lefjtn. Postscheck!onto: granffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'stye Univerfitäts-Vuch- und Stetnöruderet K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Reichsregierung ist sich über die Äeckungsvorschläge zum Reichshaushall einig. Eine Nachtsitzung des Reichskabinetts. — Am Donnerstag Formulierung der Deckungsbeschlüffe. — Reue Wege zur Sanierung von Staatsfinanzen und Wirtschaft? Berlin, 4. Juni. (IU.) Amtlich wird über die gestrige Rachlsihung des Kabinetts, die bi» nach 1 Uhr morgens dauerte, folgendes mitgeteilt: Das Rrichskabinell wurde sich in Fortsetzung seiner Beratungen über die Deckungsoorschläge zum Reichshaushalt einig. Den Ressorts wurde aufgegeben, die detaillierte gesetzgeberische Ausarbeitung der Beschlüsse des Kabinetts für die abfchliehende Kabinettssitzung am Donnerstag vorzulegen. • Die Rachlsihung des Reichskabinetts dauerte bis kur; nach 1 Uhr morgens, also über 7 S I u n - den. lieber die amtliche Mitteilung hinaus waren sichere Informationen nicht zu erlangen, da man im Kabinett beschlossen hatte, über die Einzelheiten strengstes Stillschweigen zu bewahren. Der Grund dafür dürfte nicht zuletzt darin zu suchen sein, datz die vor einigen lagen erfolgten Veröffentlichungen einer Berliner Korrespondenz über da» Ausgabensenkungsgesetz in der Oeffentlid)- keil Verwirrung und Beunruhigung verursacht haben. Vas Kabinett will vermeiden, datz durch Indiskretionen vor der redaktionellen Fertigstellung der Gesetzentwürfe eine Störung der sachlichen Arbeiten eintritt, deren Schwierigkeiten ohnehin bekannt sind. Unter diesen Umständen sind Angaben einzelner Berliner Blatter über die neuen Steuern nur als Kombinationen zu werten, zumal die Sitzung des Kabinetts bei ihrem Erscheinen noch gar nicht beendet war. In politischen Kreisen verlautete in den letzten lagen über die Vorschläge des Reichsfinan,Ministers, datz sie eine e l n p r 0 ; e n t i g e Erhöhung des Beitrages für die Arbeitslosenversicherung, die Heranziehung der Zigaretten- und der Umsatz st euer und meliere Projekte vorsah. lieber Form und Anteil der Steuern wird man aber authentische Einzelheiten abwarten müssen. Das ist um so notwendiger, als die Reichstagsfraktion der Deutschen Volks- p artet, die sich in ihrer letzten Sitzung mit den Finanzproblemen beschäftigte, nur für die Annahme der Vorschläge der Versicherungsanstalt selbst, also für eine Erhöhung um ein halbes Pr 0 - zent auf 4 Prozent zu haben war. In diesem Zusammenhang ist interessant, datz Dr. Scholz den Fraktionsvorstand für Mittwoch vormittag einberufen hat. Sicher ist. daß sich das Reichskabinett in der Rachlsihung nochnichtmildemAusgaben- senkungsgeseh beschäftigt hat; man muh nämlich unterscheiden zwischen der von allen Seiten anerkannten Notwendigkeit, den laufenden Etat weiter zufammenzu st reichen und dem eigentlichen Ausgabensenkungsgeseh, bas a u f längere Sicht berechnet ist. Mit den Problemen dieses Gesetzes hängt auch die vielbesprochene Frage eines allgemeinen Lohn- und Gehalts- abbaues auf der einen und eines Preisabbaues auf der anderen Seite zufamrnen. Aus diesen (Erörterungen ist das Gerücht entstanden, dah der Reichspräsident dem Reichskanzler vor der heutigen Kabinettssihung einen Brie schreiben würde, in dem er sich für die Durchführung dieser Ptäne einseht. Dieser Brief ist n i ch 1 geschrieben worden, ebensowenig ist die Ankündigung eines Ausrufes des Reichspräsidenten richtig. Es scheint, daß gewisse wirtschaftliche und politische Kreise daran gedacht haben, dem Reichspräsidenten einen solchen Schrill nahezulegen: aber die Anregung ist nicht weiter gekommen, weil die Beratungen der Präsidien des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie und der Bereinigung der Arbeitgeberverbände über diese Frage z u keinem Erge bnis geführt haben. Eine wichtige Rollc spielt dabei auch die Haltung der Gewerkschaften Mil führenden Gewerkschasllem dürfte bereits seit einiger Zeit unter der Hand darüber gesprochen worden sein, ohne daß bisher irgend ein wesentlicher Fortschritt erzielt worden ist. In Kreisen der Wirtschaft sieht man auf diesem Wege die Möglichkeit einer Wiederankurbelung der Wirtschaft durch Verbesserung der Erportmoglichkeiten. Man gibt freilich zu. daß da» Problem so große Schwierigkeiten enthält, daß seine Lösung zum mindesten nicht von heute auf morgen möglich ist. Jedenfalls ist angesichts dieser Lage mit einem (Eingreifen des Reichspräsidenten nicht zu rechnen. Arbeit auf lange Sicht Eine Unterredung mit dem Reichskanzler München, 3. 3uni. (Tel.-Lln.) Der Chefredakteur der ..Münchener Neuesten Nachrichten" hatte eine Llnterredung mit dem Reichskanzler Dr. Brüning, der u. a. erklärte, daß er noch einige Zeit von dem Vertrauen leben müsse, das man ihm und der Regierung entgegenbringe. Niles, was jetzt geschehen könne, sei Aufräumungsarbeit. Es werde wohl Herbst werden, bis man die großen und positiven Arbeiten zur gründlichen Reform unseres staatlichen Lebens in Angriff nehmen könne. Vieles sei in den letzten Jahren versäumt worden. Allerdings sei die Ungunst der wirtschaftlichen Entwicklung in dem tatsächlich eingetretenen Maß wohl nicht vorauszusehcn gewesen. Er glaube auch nicht an eine sehr schnelle und entscheidende Besserung, da die jetzige Krise mit ihren furchtbaren Folgen für den Arbeitsmarkt nicht auf Deutschland beschränkt fei, sondern überall in der Welt auftrete. Zur inneren politischen Lage erklärte Dr. Brüning, er sei durchaus ein Freund der Länder und der durch sie dargestcllten föderalistischen Gliederung des Reiches. 2lbcr die Ander müßten auch selb st an ihrer inneren Gesundung arbeiten. Das Scheitern der Verwaltungsreform in Bayern sei ein betrübliches Zeichen gewesen. Mit besonderer Sorge verfolge die Regierung das Schicksal der Landwirtschaft und damit zusammenhängend das der Grenzgebiete. Die jetzt beschlossene O st- Hilfe fei ein Rotprogramm, das den hart bedrängten Gebieten des Ostens wenigstens über die schwere Zeit hinweghelfen und sie durch großzügige Maßnahmen auch verkehrspolitischer Art dem Deutschtum erhalten solle. Die Reichsregierung werde ihre Grenzlandaufgaben auch gegenüber dem bayerischen Staat nicht verleugnen. Die Arbeitgeber beraten. Wirtschaftslage und Etaiautzgleich. Berlin, 3.3unt. (Priv.-Tel.) Am Dienstagvormittag sind auf telegraphische Einladung das Präsidium und der Vorstand des Reichsver- bandes der deutscher* Industrie und der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände in Berlin zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten. Dieselbe hat sich bis in die Rachmittagsstunden hingezogen und wurde alsdann, ohne zu Beschlüssen zu kommen, vertagt. Gegenstand der Erörterung war in erster Linie die Frage, wie man zu einer wirksamen Entlastung des Etats kommen könne. Die allgemeine Auffassung geht, so berichtet die „Germania", dahin, daß wir durch Ermäßigung aller Produk- tionssaktoren zu einem Preisabbau kommen müssen. Es dürften Bestrebungen im Gange fein, angesichts der allgemeinen Rotlage zu einer Verständigung mit den anderen Faktoren der Wirtschaft zu kommen. Darüber meldet der Sozialdemokratische Pressedienst u. a.: Die Beratungen führten zu keinem Ergebnis, so daß die inzwischen mit verschiedenen gewerkschaftlichen Körperschaften eingeleiteten Verhandlungen bis auf weiteres vertagt wurden. Scharfe Kritik der Demokraten TerAbgcordncteFijcher fordcriAuegaben- abbau und Drosselung der Steuern Schneidemühl. 3. Juni. (TU.) Auf dem Parteitag der Deutschen Demokratischen Partei der Grenzmark Posen-Westpreußen erklärte Reichstagsabgeordneter Dr. Fischer (Köln): Es sei unmöglich, dieBureaukratie zur Sparsam- teil anzuhalten, wenn man ihr neue Mil - t e l gebe, ohne zu prüfen, rote f i e verwendet werden. Zur Frage des N 0 t 0 p f e r s und des neuen Fehlbetrages im Haushalt erklärte der Redner, es fei unbedingt notwendig, keinerlei neue Steuern zu bewilligen, bevor nicht der Haushalt verabschiedet, das Ausgabensenkungsgesetz beschlossen und ein meth 0 di - scher Abbau der weit überhöhten Ausgaben des Reiches vom Reichstag festgelegt worden fei. Es sei allerhöchste Zeit für eine grundsätzliche Neuorientierung unserer ganzen Wirtschafts, und Finanzpolitik. Es gehe nicht an, daß der Reichsfinanzminister dauernd von der starken Führung der Regierung spreche, in der Regierung selbst aber bei Finanzfragen keineswegs durch die Tat stark führe. In der Aussprache stellte der preußische Landtagsabgeordnete Riedel die Einmütigkeit der demokratischen Landtagsfraktion mit der Reichslagsfraklion fest. 'Auch die übrigen Redner traten der Ansicht Dr. Fischers weitgehend bei. Für Beibehaltung Oer erhöhten Umsatzsteuer. Eine Kundgebung des Reichskartells des selbständigen Mittelstands. Berlin, 3. Juni. (END.) Das Reichskartell des selbständigen Mittelstandes veranstaltete im ehemaligen Herrenhause eine Kundgebung gegen die Bestrebungen zur Beseitigung der Groß-Umsatz- steuer, zu der Vertreter sämtlicher bürgerlichen Fraktionen des Reichstags und des Landtags außer Zentrum und Demokraten erschienen axi- ren. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurden folgende Forderungen ausgestellt: Als oberster Grundsan der kommenden Finanzreform ist die Drosselung der Ausgaben das Allernotwendigste. Der steuerlichen Bevorzugung öffentlicher Unternehmen und gemeinnütziger Betriebe ist ein Ende zu machen. Die Steuerlasten müssen in gerechter Weise nachher Lei st ungs- fähigkeit dereinzelnen verteilt werden. Die Großbetriebe müssen für den durch ihr Bestehen verursachten Steuerausfall herangezogen werden. Reichsjustizminister Professor Dr. Bredt betonte, daß das Kabinett unbedingt an der Beibehaltung der Umsatzsteuer f e ft halten werde. In diesen Tagen sei ein Gesetz über das Zugabewesen fertiggestellt, das allen Forderungen entspreche. Das selbständige erwerbstätige Bürgertum sei nach Meinung des Kabinetts der Dräger des gewaltigen Beamtenstabes, nicht aber die Warenhäuser und Konsumvereine. Deswegen werde man alles daran setzen müssen, um den selbständigen Mittelstand nicht von den Warenhäusern erdrosseln zu lassen. Der Deutsche Beamtenbund zu Aus- gabensenkungsgesetz und Rotopser. Berlin. 3.3uni. (TA.) Der Gesamtvorstand des Deutschen Deamtenbundes trat am 3.3uni im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates zu einer außerordentlichen sehr stark besuchten Sitzung zusammen, um sich mit der gesamten beamtenpolitischen Lage zu beschäftigen. Er nahm dazu in einer Kundgebung Stellung, in der er sich unter Bezug auf das angekündigte Ausgabe n- senkungsgesctz mit aller Entschiedenheit gegen Maßnahmen dieser Art wendet, deren sichere Folge eine alle Schichten der Beamtenschaft erfassende Beunruhigung und weiterhin eine Rechtsunsicherheit wäre, die den Glauben und das Vertrauen in die verfas sungs- mäßigen Garantien erschüttere und sich dadurch auch nachteilig für Volk und Staat auswirke. Die Beamten fänden ein solches Beginnen unerträglich und machten mit Ernst auf die darin liegende Gefahr aufmcrlfam. Der (Se* samtvorsband fei der Auffassung, daß der außergewöhnlichen Rotlage des Reiches und vieler Volksgenossen durch Heranziehung aller Volksschichten nach dem Grade ihrer Leistungssähigkeit begegnet werden sollte, wobei unter eine nach sozialen Gesichtspunkten bestimmte Grenze nicht heruntergegangen werden dürste. Er erwarte von der Reichsregierung und Reichstag, daß diesem Standpunkt Rechnung getragen und eine Sonderbelastung der Beamtenschaft abgelehnt werde. Wer ein Rotopfer allein von feilen der Beamten fordere und es für einen geeigneten Weg aus der Finanznot des Reiche« halte, verkenne die wirkliche Lage deS größten Teiles der Beamtenschaft. Zum 70. Geburtstag des Gtaatsministers Dr. Gchmidt-Ott. Oer Adlerschild des Reichs für den Präsidenten der Notgemeinschast der deutschen Wissenschaft. Berlin , 3. 3unt Der Herr Relchspra - side nt hat dem Präsidenten der Rotgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft Staatsminister a D. Dr. S ch m i d t - O t t (Berlin), zu seinem 70. Geburtstage den Adlerschild des Reichs verliehen und nachstehendes Schreiben gefanbt: »Sehr verehrte Exzellenz! Zur Vollendung Ihres 70. Lebensjahres spreche ich Ihnen namens des Reiches sowie persönlich die besten Glückwünsche aus. 3n jahrzehntelanger amtlicher Tättgkeit haben Sie stch hohe "Serbien fte um die Förderung der kulturellen 3nter- essen Preußen und des Reiches erworben, und insbesondere in dem verantwortungsvollen Amte des preußischen Kultusministers Wertvolles und Dauerndes in der Pflege unseres kulturellen Besitzstandes geleistet. Rach Ihrem Ausscheiden aus dem Staatsdienst sind Sie 1 n schwersten Tagen deutscher Rot der deutschen Wissenschaft aufs neue ein tatkräftiger Helfer und Förderer geworden. Die Bildung der Rot- aemeinschaft der Deutschen Wissenschaft ist 3hr Werk, sie hat unter 3hrer Führung entscheidend dazu beigetragen, die deutsche Wissenschaft lebensfähig zu erhalten und ihr neue Wege und neue Au fgaden im 3ntereffe der Volkswirtschaft und Dolksgesundung zu weisen. Dem Dank und der Anerkennung, die 3hnen die deullche Wissenschaft und das deutsche Volk schulden, gebe ich Ausdruck, indem ich 3hnen den Ehrenschild des Reiches mit der Aufschrift „Dem großen Förderer der deutschen Wissenschaft" verleihe. Meine besten Wünsche gelten Ihrem persönlichen Wohlergehen und Ihrem weiteren Schassen. Mit dem Ausdruck meiner besonderen Hochachtung bin ich Ew. Exzellenz ergebener (gez.) v. Hindenburg." OerEtat des Innenministeriums vor dem Hessischen Landtag. Innenminister Leuschner spricht über die Verwaltungsreform. WHP. Darmstadt, 3. Juni. Präsident Delp eröffnet um 1 S11 Ahr bei schwach besetztem Haus die Sitzung zur Beratung der V. Hauptabteilung des Etats: Ministerium des Innern. Minister des Innern Leuschner erklärt u. a.: Selbstverständlich muh auch in den Ministerien gespart werden. Aber die Durchführung der in dieser Hinsicht gestellten rigorosen Anträge im jetzigen Zeitpunkt wäre gleichbedeutend mit der Lähmung der gesamten Verwaltung, während die Ersparnisse sich fast von selbst ergeben, wenn die Umgruppierung in der Verwaltung, die Abgabe von Zuständigkeiten an die unteren Instanzen, die weitere Dezentralisation durchge- führt sind. Ich hoffe, dah die einheitliche Gemeindeordnung im Entwurf noch im frühen Herbste dem Landtag vorgelegt werden kann, die das gesamte Gemeindeverfassungsrecht an Stelle der alten Städte- und Landgemeindeordnung einheitlich neu regeln soll. Die schwerste Frage wird aber die neue Kreiseinteilung sein. Es stimmt, dah bei dieser Reform keine Millionenbeträge gespart werden Binnen. Wichtiger sind aber die Vorteile für die Bevölkerung selbst, toeim die neuen Verkehrsmög lichkeiten berücksichtigt werden und die Derwaltungsorganl- sation der neuen wirtschaftlichen Orientierung zahlreicher Gemeinden angepaht wird. Von dieser Reorganisation werden auch andere Behörden betroffen werden, wie Kreisgesundheitsämter, Kreisveterinärämter und auch die Kteisschul- ämter im Sinne einer entsprechenden Verminderung dieser Behörden. Wir werden niemals zulassen, dah dort, wo ein Kreisamt aufgehoben wird, auch ein Amtsgericht ober eine andere Behörde beseitigt wird. Bei der Schwierigkeit des Problems wird sich die Durchführung bet Reuein- teilung ber Kreise aber nur ermöglichen lassen, wenn wir bie Möglichkeit zur Arbeit befommen. Deshalb habe ich in ber Vorbemerkung zu Kapitel 31 des Staatsvoranschlages zum Ausdruck gebracht, daß die Regierung mit der Durchführung dieser Maßnahmen betraut werden soll. Mit dem Staatspräsix benten bin ich ber Auffassung, dah man bei verschiedenen Ausgaben sehr wohl zu einer Berwaltungsgemeinschaft mit Hessen-Rassau kommen kann. Die Einrichtungen der Sürforge^ der Jugendfürsorge und ber Fürsorgeerziehung kommen dafür in Frage. Es ist der Vorwurf erhoben toorben, bah das Land den Versuch mache, auf Kosten der Gemeinden seine eigen» schwierige Finanzlage zu beheben. Die Gemeinden werden sich damit abfinden müssen, daß das Land in seiner großen Finanznot den für die Gemeinden sehr vorteilhaften Finanzausgleich in bescheidenem Almfange zu seinen Gunsten zu verbe s s e r n sucht. Ich verkenne dabei keineswegs Wie schwierig die Finanzlage in einem großen Teil der Gemeinden heute ist. Schließlich hat noch die Personalpolilik Kritik hervorgerufen. Herr Dr. Keller kündigte sogar Hessens Untergang an, wenn weiter ungelernte Außenseiter in wichtige Verwaltungsposten hereingenommen würden. Ich befinde mich bei dieser Personalpolitik aber in bester Gesellschaft, denn Deutsche Volkspartei und Deutschnalionale haben Herrn Dr. h. c. Koch zum Reichsverkehrs- Minister im Bürgerblocktabinett im Jahre 1928 gemacht. Der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Mittelmann hat damals in genau derselben Weise wie hier sein Parteifreund Dr. Keller gegen die Qualifikation des Herrn Dr. Koch zum führenden Verwaltungsmann Attacke geritten, weil Herr Dr. Koch ehemals Schreiner gewesen ist. Die Antwort, die ihm der deutschnationale Abgeordnete Quaah darauf gab, sei auch meine Antwort an Herr Dr. Keller. Er sagte: „Bei diesen Stellungen kommt es nicht darauf an, welche Schule man durchlaufen hat, sondern wie die Schule des Lebens gewesen ist, die der Betreffende durchmessen hat. Ich kenne keinen häßlicheren Hochmut als den Hochmut der Bildung." Treffender kann man auch nicht zu den personal- politischen Maßnahmen der hessischen Verwaltung Stellung nehmen. Oie Stellung der Parteien. Abg. Weber (Soz.) wünschte, die einheitliche Gemeinde- und Verwaltungsreform, welche bereits im September dem Landtag vorgelegt werden, da an der Vorlage bereits seit vier Jahren gearbeitet werde. Die Einführung der Dezirks- bürgermeistereien Hessens ist zu prüfen. Da wir Sozialdemokraten am Staat Anteil haben, müssen auch Leute unseres Geistes an führende Stellen treten, wozu uns die Tätigkeit des nationalsozialistischen Ministers Frick in Thüringen ermuntert. Das gilt n a - mentlich für die Polizeiverwaltung, die auch bei einmal sich änderndem Wind republikanisch bleiben muß. Wollen wir den durch Erwerbslosigkeit besonders bedrängten Kreisen und Gemeinden helfen, dann muß die Regierung durch Arbeitsbeschaffung bahnbrechend vorangehen. Mieterhöhungen sollten vom Innenministerium nur genehmigt werden, wenn die übrigen Steuern bis zum Höchstmaß ausgeschöpft sind. Das Treiben der Rationalsozialisten macht die größte Aufmerksamkeit des Innenministeriums notwendig. Abg. Dr. Keller (Z.) legt ein Bekenntnis der kommunalen Selbstverwaltung ab, die auch bei Eingemeindung zu wahren sei. Zwangsein- gemeindungen lehnen wir ab. Aufhebung oder Zusammenlegung von Kreisen wollen wir vermeiden. Auch Bezirksbürgermeister brauchen wir nicht. Der katholische Dolksteil ist in der Zahl der höheren Beamten nicht paritätisch vertreten. Das Prüfungssystem für den Innendienst ist überspannt und muh zugunsten praktischer Zeugnisse abgeändert werden. Abg. Schreiber (Dem.) spricht dem Mini- ' fier volles Vertrauen aus für seine Tätigkeit .in der Verwaltungsreform. Gegen seine Per- ^sonalpolitik haben wir nichts einzuwenden. Gegen das politische Rowdytum der Nationalsozialisten und den Zuzug aus Nachbargebieten nach Hessen verlangen wir scharfes Einschreiten. Auch wir glauben, daß in der Frage der Reichsreform und des Einheitsstaates zunächst alles beim Alten bleiben wird, wenn wir auch den Pessimismus des Staatspräsidenten nicht teilen. Mit aller Energie fordern wir die V e r w a l - tungsreform unter Verschiebung zahlreicher Aufgaben auf die Außenstellen. Die Vereinigung des Landeskriminalamtes mit Frankfurt erscheint uns als Vorteil. Abg. Sumpf (Komm.) spricht dem Innenminister schärfstes Mißtrauen aus. Die Vorgänge in Worms und bei den Opelwerken beweisen das brutale Vorgehen des sozialdemokratischen Ministers Leuschner. Der Rote Frontkämpferbund ist in Hessen ohne Grund verboten worden, während die Nationalsozialisten sich der besonderen Gunst des Ministers erfreuen. Abg. Best (V. R. P.) vertritt die Auffassung, daß der Berufung von nicht fachlich Vorgebildeten in höhere Verwaltungsstellen die gesetzlichen Vorschriften entgegenstehen. Daß ein Minister als politische Person keine Beamtenvorbildung benötigt, ist unbestritten. Abg. Dr. Niepoth (D.D.) verlangt aus sachlichen und psychologischen Gründen eine Verminderung der Ministerien. Wir lehnen es ab, die Ministerien entsprechend der Zahl der Koalitionsparteien zu bemessen. Wir weisen es entschieden zurück, die Beamten der Deutschen Volkspartei, die seit 1923 den größten Teil der Verantwortung im Reich trägt, als Staatsbürger zweiter Ordnung hinzustellen. In der Volkspartei spielt die Konfession keine Rolle: der Vater des jetzigen Finanzministers war Volksparteiler und deswegen sicher kein schlechter Katholik. Ans erscheint aber ein Alnterschied zwischen Katholik und Zentrumsmann. Wir tomu- schen keine Durchpeitschung der in Aussicht gestellten Verwaltungsreform. Von dem Abbau der Kreisämter sind keine Ersparnisse zu erwarten, während die Sihgemeinden schwersten Schaden erleiden. Kreisregulierungen werden wir zustimmen. Abg. Böhm (Dnt.) wendet sich gegen die Beseitigung von Amtsbehörden auf dem flachen Land. Daß der Minister jemals die Rechtsgruppen bevorzugt hätte, kann ich nicht behaupten. Mittwoch Fortsetzung der Aussprache. Oie Aenderungen im Versorgungsrecht Berlin, 3. Juni. (TA.) Amtlich. Am 3. Juni 1930 sand im Reichsarbei tsministerium eine Zusammenkunft der Direktoren der Hauptversorgungsämter statt. Minister Dr. Stegerwald führte aus, daß die Zusammenkunft vor allem den Zweck habe, die Erschienenen mit den geplanten Aenderungen des Versorgungsrechts vertraut zu machen. Dabei handele es sich nicht um eine Verbreiterung, sondern um eine Verschiebung der Ansprüche der Versorgungsberechtigten. Angesichts der bedrängten Lage der Reichsfinanzen sei es nicht möglich, alle an sich berechtigten Wünsche, die aus dem Kreise der Dersorgungsberechtigten laut geworden seien, zu erfüllen. Mitteilungen über die Auflösung der Reichsversorgungsverwaltung und ihre Eingliederung in eine andere Organisation deckten sich nicht mit der Auffassung T des Reichsarbeitsministeriums und eilten den Tatsachen voraus. Die Derwaltungskosten der Versorgungsbehörden seien im Vergleich zu anderen Behörden gering. Italiens Kampfum diepaniat Grandi über die italienische Flottcnpoütik Rom, 3. Juni. (WTB.) 3m Senat hielt Außenminister Grandi eine Rede, in der er bestritt, daß die Forderung der Parität mit Frankreich einzig und allein eine Sache der Prestigepolitik sei. Er führte Stellen aus den Sitzungsprotokollen der Washingtoner Konferenz von 1921 an, um zu beweisen, daß Italien in London mit der Parität nichts verlangt habe, was man damals ihm nicht schon zugestanden habe. In den vorbereitenden Besprechungen mit Frankreich im November 1929 habe sich die italienische Regierung bereit gezeigt, d i e ranzösische These der absoluten Bedürfnisse zu berücksichtigen, falls Frankreich das Recht Italiens anerkenne, die gleiche Flottentonnage zu erreichen, wenn und wann es dies ür gut hielte. „Man müßte wirklich an dem endgültigen Ergebnis des europäischen Wiederaufbaus und der Organisation des Friedens mit Recht zweifeln, wenn aus der Gesamtheit der aufeinanderfolgenden internationalen Abkommen sich Gründe ergeben würden, die nicht die Herabsetzung, sondern die Vermehrung der R ü st ungen motivieren würden. Das Flottenprogramm der italienischen Regierung für das gegenwärtige Jahr beschränkt sich darauf, dem französischen Programm zu folgen und die seit sieben Jahren von Italien beobachtete Parität zu wahren. Die Formel Mussolinis besteht aus zwei Punkten: Parität und Herabsetzung. Die italienische Regierung ist deshalb bereit, für die Zeit der Verhandlungen über die Fragen, die in London nicht gelöst worden sind, das Neubautenprogramm für das Jahr 1930 a u f später z u ve r s ch i e b e n , wenn die französische Negierung das Gleiche tut. Aus der Zusammensetzung und der gegenwärtigen Lage beider Flotten geht hervor, daß eine derartige Maßnahme für die italienische Marine eine größere Tragweite haben würde als für die französische. Was die Formel „Sicherheit, Schiedsgerichtsbarkeit und Abrüstung" betreffe, so dürfe die Sicherheit nicht als ein „M i 11 e 1" bezeichnet werden, sondern als der „Zweck", der durch die Abrüstung zu erreichen sei. Die logische Folge sei: Abrüstung, Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit. Der Minister äußerte seine Bedenken gegenüber denjenigen, die, indem sie aus dem Völkerbund einen überstaatlichen starren Organismus machen wollten, die Befürchtung auffommen ließen, daß in Genf ein Kriegsinftrument, statt eines Instrumentes des Weltfriedens entstehen könnte. Zuspitzung in Indien. Kämpfe bei Peschawar. — Die Boykott- bcwegung nimmt zn. London, 4.Juni. (WTB. Funkspruch.) Aus Bombay schreibt der Sonderkorrespondent des „Daily Herold": Die Bedeutung der sich mehrenden Anzeichen einer Annäherung zwischen H i n- dusund Mohammedanern sollten von jenen Ratgebern der Regierung, die ihre Berechnungen auf die unüberbrückbare Kluft zwischen beiden Religionsgemeinschaften gründen, nicht unbeachtet gelassen werden. — „Times" meldet aus Peschawar, daß eine Abteilung bewaffneter Eingeborener, die sich seit einiger Zeit im Gebirge mehrere Kilometer von einem in der Nähe liegenden Fort entfernt, eingenistet hatte, von Gebirgsartillerie beschossen und gleichzeitig von Flugzeugen aus bombardiert wurde, nachdem sie vergeblich zum Abzug aufgefordert worden waren. Daß energisches Vorgehen notwendig gewesen sei beweise die Tatsache, daß am Montagabend in der Nähe des Grenztors Michni zwei leere Lastautos der Polizei überfallen wurden. Die Angreifer schossen den einen Chauffeur nieder, steckten sein Lastauto in Brand und warfen den Toten in die Flammen. Der andere Chauffeur erhielt einen Schuß durch beide Beine, konnte sich aber in Sicherheit bringen. Die Angreifer entkamen, bevor die Besatzung des Forts an den Tatort gekommen war. In einem Dorfe, 30 Kilometer von Madras, wurde ein Inder getötet und einer verwundet, nachdem zuvor zwei Polizisten durch Steinwürfe schwer verletzt worden waren. Der „Kriegsrat" des Nationalistischen Kongresses in Bombay beschloß, das Verbot des Boykottpostenstehens vor Tuch - und Likör läden durch den Vizekönig unbe ach- tet zu lassen. Zum erstenmal seit Beginn des Feldzuges werden vor die Alkoholschänken in Bombay starke Boykottposten gestellt werden. Nach Ansicht der Behörden in Simla wird sich in den nächsten drei Wochen das Schicksal des Feldzuges des bürgerlichen Ungehorsams entscheiden. Sollte bis dahin keine Besserung eingetreten sein, dann dürste über verschiedene Gebiete der Belagerungszustand verhängt werden. Aeber 500 Frauen standen gestern vor den Tuchläden Posten. Es wird beabsichtigt, dieses Postenstehen auf die Likörläden und auf alle Läden auszudehnen, in denen britische Güter verkauft werden. Oie Räumung von Mainz. Paris, 3.Juni. (WTB.) Der „Temps" berichtet aus Mainz, daß der Haupttransport der französischen Truppen aus Mainz gegen den 2 0. Juni erfolgen werde. Dis dahin rücken kleine Truppeneinheiten und das Personal der verschiedenen Verwaltungsstellen ab; desgleichen wird das Material abtransportiert. Die Bekleidungsverkaufs st eilen haben bereits ihre Betriebe eingestellt und die Verkaufsläger zum Abtransport vorbereitet. Die Lebensmittelgeschäfte werden noch einige Tage ihren Verkauf fortsehen, aber am 25. Juni werden auch sie Mainz verlassen haben. Die endgültige Liquidierung wird in Paris erfolgen und dürfte drei Monate in Anspruch nehmen. Weitere (Lalmette-Todesfälle in Lübeck. Lübeck, 4. Juni. (WTB. Funkspruch.) Nachdem schon an den beiden vorhergehenden Tagen je zwei weitere Todesfälle von Säuglingen an den Folgen der Fütterung mit Tuberkuloseserum aus dem Pariser Institut des Professors Calmette eingetreten waren, sind auch im Laufe des gestrigen Tages wiederum zwei Kinder gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 28. Krank sind 101 Säuglinge, gebessert 36, gesund bzw. in ärztlicher Beobachtung befinden sich 81. Kunst und Wissenschaft. Iugendpreis deutscher Erzähler. Am den Jugendpreis deutscher Erzähler, der dem Verbände Deutscher Erzähler von der Deutschen Buchgemeinschaft Berlin alljährlich in Höhe von 10 000 Mark gestiftet, und der im Einvernehmen mit dem preußischen Kultusministerium erteilt wird, haben sich für das letzte Ausschreiben 150 Schriftsteller unter dem 40. Lebensjahr beworben. Das Preisgericht, bestehend aus den Herren Hanns Martin E l st e r, Georg Engel, Oscar Loerke, Julius Petersen, Jakob Schaffner, Hermann Stehr, Wilhelm W a e h o l d, hat den Preis an Anton Gabde in Koblenz-Oberwerth für feinen Roman „I m Schatten des Schicksals" erteilt. Paula Müller-Otsried Göttinger Ehrendoktor der Theologie. Der deutschnationalen Reichstagsabgeordneten und Vorsitzenden des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes, Paula Müller-Otfrieds in Hannover, wurde anläßlich der Feier des 25-jäh- rigen Bestehens der Göttinger Ortsgruppe des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes „in dankbarer Anerkennung ihrer Lebensarbeit im Dienste christlicher Nächstenliebe und ihrer erfolgreichen Arbeit in Synoden und Parlamenten um die sittliche Erneuerung unseres Volkes" die Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät der Göttinger Aniversität verliehen. Amerikanische Ehrung Professor heklners. In Heidelberg fand die Aeberreichung der Goldenen Cullum-Medaille der Amerikanischen Geographischen Gesellschaft an den bekannten Heidelberger Geographen Geheimrat Dr. H e 11 n e r durch Botschafter Sacke11 statt. Der Rektor der Aniversität, Prof. Dr. G o t f ch i ch , begrüßte den amerikanischen Botschafter und drückte die Freude der Heidelberger Hochschule über die Ehrung und über das Erscheinen des Botschafters aus, der damit gewisfermahen die Tradition der Shurmanschen Beziehungen zu Heidelberg fortfetzte. Dann überreichte der Botschafter die Medaille und die Arkunde an Alfred Hettner für dessen Verdi eMvv-tte wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiete der Geographie. Eröffnung des ersten Zeißplanetariums in U. S. A. Das erste Zeißplanetarium in den Vereinigten Staaten, eine Schenkung des Philantropen Max Adler an die Stadt C h i k a g o wurde eröffnet. Das im Grand Park am Michigan-See errichtete Planetarium ist ein zwölfeckiger Granitbau, der in Verbindung mit einem astronomischen Museum miteinem Kostenaufwand von über 700 000 Dollar erstellt wurde. Zum Leiter beider Anstalten wurde Professor Philipp Fox bestellt. Im Frühjahr nächsten Jahres wird in Philadelphia ein Zeißplanetarium in Verbindung mit dem Franklin-Institut errichtet werden. Aus aller Well. Standortmeldung vom „Gras Zeppelin". Friedrichshafen, 4. Juni. (WTB. Funkspruch.) In einem um 5 Uhr früh beim Luftschiffbau eingegangenen Funkspruch von Bord des „Graf Zeppelin" wurde der Standort wie folgt gemeldet: 38 Grad Nord, 39,30 Grad West, 70 Seemeilen Geschwindigkeit, Kurs Azoren. Schwere llnwetterschäden bei Traben-Trarbach. Am Dienstag gegen 17 Ahr entlud sich ein schweres Anwetter über dem Moselort Erve bei Traben-Trarbach. Die Bergstraße nach Korwe- rich war in kurzer Zeit in einen ein Meter hohen, reihenden Bach verwandelt, der gewaltige Erdmassen aus den Weinbergen, sowie Pfähle, Steine und Spritfäsfer mit sich führte. Der untere Ortsfeil von Croe wurde vollständig unter Wasser gesetzt. Keller, Scheunen und Stallungen sowie die unteren Wohnräume wurden überschwemmt und mußten geräumt werden. Die Provinzialstraße nachTra- ben-Trarbach ist an mehreren Stellen mit meterhohen Schiefermassen bedeckt, die aus den Weinbergen zu Tal geschwemmt wurden. Die Straße wurde gesperrt. Sturmglocke und Feuerwehrsignale alarmierten die ganze Einwohnerschaft. Ganze Weinberge wurden fort- gerissen. Auch die Felder und Wiesen sind arg verwüstet. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht zu übersehen. Köpenickiade in Köln. Die Ausstellung der Deutschen Land- wirtschasfsgesellschaft in Köln ist durch eine Köpenickiade um eine ganze, Tageseinnahme geschädigt worden. Die Ausstellungsleitung wurde vorige Woche von einem Manne angerufen, der sich als der Regierungspräsident ausgab und bat, dem Hauptmann a. D. Hans Werner Beschäftigung zu gewähren. Kurze Zeit darauf stellte sich dann der angebliche Hauptmann vor, der sofort als Kassierer an- gestellt wurde. An den beiden ersten Tagen lieferte er die Kasse ordnungsmäßig ab. Am Abend des dritten Tages, es war der H i m m e l - sahrtstag, verschwand er spurlos mit der gesamten Tageseinnahme, deren Höhe unbekannt ist. Die Ermittlungen ergaben, daß Werner den Anruf des Regierungspräsidenten, dem der „Hauptmann" völlig unbekannt ist, fingiert hat. Werner ist leicht daran zu erkennen, daß er hinkt. Bereits vor einigen Jahren wurde der Kellner des Rennvereins durch einen ebenfalls hinkenden Schwindler um feine Tageseinnahme gebracht. Man vermutet, daß beide identisch sind. Todessturz zweier Studenten im Kaisergebirge. Drei deutsche Studenten unternahmen einen Ausflug in das Kaisergebirge, um die Karlspitze zu besteigen. Dabei verirrten sie sich und zwei der Studenten, der Nürnberger Kurt Fleischmann und der Thüringer Rudolf Eichhorn, stürzten am südlichen Ostgrad der Karlspitze ab und blieben tot liegen. Die Hilferufe des dritten Studenten blieben u n g e - hört. Er mußte die Nacht in seiner wenig beneidenswerten Lage verbringen und konnte erst am folgenden Tage geborgen werden. Die zwei Toten wurden nach Kufstein gebracht. Folgenschweres Autobusunglück. Bei der Ortschaft Vtens in der holländischen Provinz Friesland ereignete sich heute infolge eines törichten Jungen st reiches ein folgenschweres Anglück. Ein Autobus, der den Verkehr zwischen den Städten Francker und Sneek unterhält, näherte sich dem Kanal bei Vtens in der Zeit, wo die Kanalbrücke für die Schiffahrt geöffnet war. Ein Knabe hatte jedoch den Schlagbaum, der die Fahrt bei geöffneter Drücke sperrt, in die Höhe gezogen. Daher glaubte der Fahrer des Autobusses, daß der Aebergang frei war und gab Gas. Der Omnibus stürzte in den Kanal. Von den Insassen fanden drei sofort den Tod durch Ertrinken, darunter zwei Familienväter von sieben und sechs Kindern. Der Fahrer und die übrigen zehn Fahrgäste wurden gerettet, zwei befinden sich in schwerverletztem Zustande. Einsturz eines Auswanderer-Hotels in Genua. Ein schweres Einsturzunglück ereignete sich in dem Auswanderer-Hotel Christoph Columbus in Genua. Am Montagnachmittag waren in dem Hotel etwa 2 5 0 R ü ck w anderer verschiedener Nationalität eingetroffen, darunter Polen, Ungarn, Araber, Armenier und andere. Außerdem befanden sich dort etwa 70 italienische Reisende. Gegen abend, als sich der größte Teil der Hotelgäste zur Ruhe begeben wollte, stürzte das Dach und der oberste Stock des Gebäudes ein. Es entstand eine große Bestürzung, die durch die Hilferufe der Verschütteten noch gesteigert wurde. Als die Feuerwehr die gefährdeten Teile des Gebäudes obzustützen suchte, stürzte eine halbe Stunde später fast das ganze Haus vom 5. bis 2. Stock ein und begrub auch die Rettungsmannschaften unter sich, die jedoch wieder geborgen werden konnten. Bisher sind zwei Tote zu verzeichnen. Soweit bish/r feststeht, befand sich das Hotel i m Umbau. Die Leiter der Bauarbeiten sowie der Besitzer und der Direktor des Hotels wurden vek- haftet. Defreiungsfeier in Körnten. Klagenfurt und Kärnten begehen die Zehnjahrfeier der Defreiungs- und Abstimmungskämpfe. Als Eröffnung der geplanten Festlichkeiten findet auf Einladung des Stadtrates von Klagenfurt Samstag, 21. Juni 1930 der Bundestag des Oesterreichifch-Deutschen Volksbundes statt. Es werden große Vorbereitungen getroffen, um den Bundestag zu einer machtvollen Anfchlußkundgebung zu gestalten. Am Abend des 21. Juni werden auf allen Kärntner Grenzbergen Höhenfeuer leuchten. Die Fläche des Wörther Sees wird zum erstenmal im Lichte von Scheinwerfern und von vielen Taufenden von Glühlampen erstrahlen. Sonntag, 22. Juni 1930, finden Autofahrten in die Abstimmungsgebiete oder in das Glocknergebiet, ferner zum Gurker Dom und auf die Burg Hochosterwih unter landeskundiger Führung statt. Reise und Aufenthalt wird zu besonders ermäßigten Preisen ermöglicht. Einzelheiten bei der Landesgruppe Hessen und Hessen-Nassau der Deutsch-Oester- reichischen Arbeitsgemeinschaft in Frankfurt a. M. Oie Wetterlage. R65 O: .Aberdeen- 47 .Still; 8L Xiermöi j?20 1a > MM © wolkenlos. O neuer. (> naiö oedeext 9 worxiao Gedeckt, erregen * Schnee & Graupeln e Hebel K Gewi!ter.©Wind$tille. auch diese Sprache des Herzens sollten wir mehr achten, ganz abgesehen davon, daß es auch in unserer vielfach oberflächlichen Welt noch genug echte und große Gefühle gibt. Sic find irgendwie mit Pietät verbunden. ilnt> Pietät aufgeben, heißt sich selbst verlieren, mag man sonst noch so fest zu stehen scheinen. O. S. Maienblasen. Es ist eine alte, deutsche Sitte, daß von Öen Kirchtürmen Choralmelodien und Volkslieder geblasen werden. 3n vielen Städten hatte man früher „Stadtmusikanten", auch „Stadtzinkinisten" genannt, die das ausführten. 3n Stuttgart kann man heute zu jeder Tagesstunde hören, wie von den Türmen geblasen wird. Auch in Gießen ist das in alter Zeit Ditte gewesen. Die Turm- wächter auf dem Stadttircheicturm, die dort mit ihren Familien wohnten, waren allesamt Musikanten, die ihre Kunst nicht nur auf dem Turm ausübten, sondern auch Kapellen bildeten, mit denen sie in der Stadt musizierten. 3n A l s - seid hat sich das Turmblasen bis auf diesen Tag erhalten: so oft ein Dahingeschiedener nach dem Friedhof geleitet wird, erklingen Choräle, die diesem Falle entsprechen. 3n dieser ober- hessischen Stadt ist auch seit alten Tagen das „M a i e n b l a s e n" herkömmlich. Das entspricht ganz der germanischen Freude am Frühling, wie sie uns so reizvoll aus den Liedern eines Walters von der Vogelweide entgegenklingt. Vor mehreren 3ahren hat Amtsgerichtsrat Gros, der in seiner beruflichen Tätigkeit in Alsfeld das Maienblasen kennengelernt hatte, diese Sitte auch hier eingeführt, und er hat bei Freunden und Bekannten Geld gesammelt, um den Musikanten, die er berufen hatte, eine Entschädigung für die aufgewendcte Zeit und Mühe zukommcn zu lassen. 3n diesem 3ahre hat der Verein für christliche Musik unter Leitung der Herren Ludwig V i e b e r g a l l und Heinrich Bartholomäus das ..Maicnblascn" ausgeführt, und zwar Mittwochs und Samstags von 19 bis 20 Uhr. Das Programm umfaßte regelmäßig drei Stücke. Zuerst wurde ein Choral dargeboten, dann folgte ein Konzertstück, und die Veranstaltung schloß mit einem Volkslied. Die großen Scharen, die sich abends immer um die 3ohanneskirche versammelten, gaben davon Zeugnis, daß die Wiederbelebung eines alten Brauches im Herzen der heute Lebenden einen lebhaften Widerhall gefunden hat. Hoffentlich bürgert sich das „Maienblascn" für alle Zukunft hier in Gießen wieder ein. Sinkkästen reinigen! Vom städtischen Hochbauamt wird uns geschrieben: Bei den starken Niederschlägen der letzten Zeit wurde wiederholt festgcstellt, daß die Eigentümer und Verwalter von Grundstücken die regelmäßige Reinigung der Hofsinkkästen innerhalb der Grundstücke und der Regenrohrsinkkästen auf den Bürgersteigen, die sich vor den Regenrohren befinden, nicht vornehmen lassem Hierdurch werden die schweren Sinkstoffe abgelagert und führen zu Verstopfungen, die schließlich kostspielige Ausgrabungen und Freilegung der Erdleitung notwendig machen. Ebenso bedürfen die Dachrinnen und Regenabfallrohre einer regelmäßigen gründlichen Nachprüfung, damit nicht die Dachwässer überlaufen. Dadurch werden die Fußsteige verunreinigt. Passanten belästigt und schließlich Unfälle, besonders an Frost tagen, verursacht. Rach § 37 der Ortspolizeiverordnung vom 1. August 1904 muß die gesamte Anlage stets in gutem Zustande erhalten, gehörig gereinigt und gespült werden. Verschlungen gegen diese Vorschriften werden bestraft. Ferner machen wir die Hauseigentümer dar- auf aufmerksam, daß sie sich strafbar machen, wenn he nichtgenehmigte Entwässerungsanlagen oder Aenderungen zur Aussührung bringen lassen. Auch dürfen derartige Anlagen nur durch solche Unternehmer ausgeführt werden, die für diese Arbeiten zugclaffen sind. Richtzugelassenc Unternehmer müssen unter Vorlage ihres Befähigungsnachweises ihre Zulassung besonders beantragen. Das neue Teutonen-Haus. Las Korps Teutonia beging am letzten Samstag in Verbindung mit der Feier des 91. Stiftungsfestes die Einweihung sc iß es jetzigen Hauses, der vormals Gailschen Villa in der Wilhelmstrahc 25. Die innere Feier wurde, wie man uns berichtet, um 6 Uhr in der weiten Vorhalle in Gegenwart zahlreich erschienener Alten Herren abgehalten. 3n seiner glänzenden Weihcrcde warf der Vorsitzende des Vereins Alter Gießener Teutonen einen kurzen Rückblick auf die früheren einfachen Unterkünfte des Korps, gedachte der im Weltkriege gefallenen Korpsbrüder, dankte allen denen, die bei der Erwerbung und Einrichtung des neuen Heimes durch Rat und Tat mitgewirkt hatten, hob hervor, daß durch die opferwilligen Spenden und Zeichnungen der Alten Herren die Finanzierung des Ankaufs unbedingt gesichert sei, und übergab mit herzlichen, mahnenden Worten den Aktiven das prächtige Gebäude, das neben den für den Betrieb des Korps bestimmten Räumen auch Wohnung für 7 bis 8 Studenten bietet. Der 1. Chargierte sprach hierauf namens der Aktiven den Alten Herren für das ihnen gewordene großartige Geschenk tiefgefühlten Dank aus mit dem Gelöbnis, es in Ehren und treuer Obhut zu halten. Bei dem abends stattgehabten Kommers brachten S. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Brügge mann, der Vorbesitzer des Anwesens Dr. mr. Georg Gail, sowie andere geladene - Gäste dem Korps die Glückwünsche zu dem Einzuge in das neue Haus dar. Am Sonntag herrschte in dem mit gediegenem Geschmack ausgestatteten Gesellschaftszimmer, auf den Ballonen und in dem herrlichen Park ein fröhliches Treiben, das durch die Gegenwart vieler Damen noch besonders verschönt wurde. DaS bisherige Haus in der Kaiserallee, das dem Korps von 1894 bis 1933 als Heim diente, ist in das Eigentum der Verbindung Silvania über gegangen, die damit in Gießen seßhaft geworden ist. Taten für Donnerstag, 5 Juni. 1599: der spanische Maler Don Diego Velaz- quez in Sevilla geboren; — 1826: der Komponist Karl Maria von Weber in London gestorben. Vornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Wien, du Stadt der Lieder." — — Stadt thcater Gießen. Man schreibt uns: Fred A. Angermaycrs Volksstück „Flieg, roter Adler von Tirol", mit dem am Dienstag das Stadttheater seine Sommerspielzeit eröffnet, ist eins der erfolgreichsten Stücke der vergangenen Winterfaifon. Mehr als 70 Theater haben bereits das Stück angenommen. Die kommende Dicnstagvorstellung ist die erste im Sommer- abonnement. * Eine öffentliche Sitzung des Stadtrats findet am nächsten Freitag, 6. 3uni, ab 17 Uhr im Sihungssaale des Stadthauses Bergstraße statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende bedeutsame Angelegen- beiten: Entscheidung über die Stellungnahme unserer Stadt zur Gasfernversorgung; Festsetzung der endgültigen Steuerausschlagsätze für das Fahr 1929; Einbau von Wohnungen in die De- helfsschulbauten in der Rodhcimer Straße; Kre- dit für die kostenlose und verbilligte Abgabe von Mülleimern an Minderbemittelte; Einbau von Wohnungen in das städtische Gebäude Reustadt 61; eine Anzahl Arbeitsvcrgebungcn für städtische Bauten. •* Straßensperrung, mitgeteilt vom Obcrhessischen Automobilklub E. D. (A. v. D.) Gießen: Die Landstraße Biedenkopf—Gießen in km 4,5 bis 5,0 und 6,5 bis 6,6 ist vom 2. 3uni bis einschl. 11.3uni für den Kraftsahr^ug- und Fuhrwerksverkehr unter 2,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. Umleitung über Eckelshausen — Kombach — Friedensdorf. * Städtische Heugrasversteige- rungen finden am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung ersichtlich. ” Die Gießener Geldinstitute am P f i n g st s a m s t a g. 3n unserem heutigen Anzeigenteil geben die Gießener Geldinstitute bekannt. wie ihr Dienst für Psingstsamstag festgelegt ist. Die Reichsbanl bleibt ab 12 Uhr geschlossen, die Commerz- und Privatbank, die Darmstädler und Nationalbank, die Deutsche Bank und Discontogesellschaft, sowie die Handels- und Gewerbcbank halten ihre Geschäftslokale den ganzen Pfingstsamstag für jeglichen Verkehr geschloffen. • • Der Eki - Gau Vogelsberg hielt am Samstag und Sonntag ein Gautreffen auf dem Hoherodskopf ab. Der gute Besuch bewies, daß der Vogelsberg auch im Sommer von feinen winterlichen Getreuen nicht vergessen ist. Die Ski- CDcre.nig: ngen Ghf.en, Alsfeld, Wetterau (Friedberg), Grunberg, Schotten waren vertreten, desgleichen durch mehrere Herren der Vorstand des Landesverbandes Mitteldeutscher Skiverefne km D. S. D. Die Zahl der Ski-Läufcr und Eki-Läusc- rinnen war etwa gleich. Am Samstagabend entwickelte sich im V. H. C -Haus der übliche zünftige Betrieb. Der Ski Klub »Dlau-Weiß'-^chotten unter feinem Vorsitzenden Dr. mcd. Kocni - ger, hatte einen Teil feiner eigenen Musikkapelle aufgeboten und auch für sonstige Unterhaltung gesorgt. Arn Sonntag in der Frühe übernahm Univerfltäts-Tum- und Sportlehrer Dr. Möckelmann -Gießen, der Eportwart des Gaues, das Kommando. Ein Hornruf versammelte die Ski-Läuser im sommerlichen Sportdreß. Darauf gymnastische Uebungcn mit Musik auf der Heide. Ein Erholungswaldlauf schloß sich an. Mil Gesang, die Damen voran, zog man geschloffen aus dem Wald wieder heraus. Darauf Seilziehen, Sackhüpfen, Wettlauf auf allen Vieren. Sonne und Luft erhöhte die Freude. Dann fand die Gauvcrsammlung unter dem Vorsitz von D r. Wodacg c-Gicßcn statt. Die üblichen Vereins- dinge wurden glatt erledigt und Pläne für den nächsten Winter geschmiedet. So will u. a. der Gau im nächsten Februar eine verbilligte Hoch- Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags In der Geschäftsstelle auf gebirgssahrt unternehmen, bei der krasse Ski- Säuglinge, Gipfelstürmer und auch das behäbigere Alter unter Wahrung jeglicher individuellen Freiheit gleichmäßig auf feine Kosten kommen kann. Das Ski-Paradies, mit dem der Gau-Vorsitzende schon Verhandlungen geführt hat, wird freilich vorerst noch nicht verraten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen überreichte der Sport- wart des Verbandes Mitteldeutscher Ski-Vereine, Professor Ratzel-Frankfurt, die Plaketten der Siegerin und den Siegern des Gaues, die diese sich im vergangenen Winter im Taunus erobert haben. Auch im grünen Vogelsberg klang das Ski-Heil! , " Erfolgreiche Schwimmerprüfung. Frl. Gertr. Schuchhard vom Schwimmverein Gießen hat die Grundscheinprüfung und der Gefreite P. M ü h vom gleichen Verein die Prü- sungsscheinprüfung der DLRG. mit Erfolg abgelegt. •• Wiederfehensfeier der ehemaligen 115er -M. G. - Leute. Die Angehörigen der Maschinengewehr-Kompanie des ehemaligen Leibgarde-3nsanterie-Regiments Nr. 115 treffen sich Pfingsten in Darmstadt. Am Pfingstfamstag, abends 8 Uhr, Begrüßung im Brauereiausschank Heß („Hannibal") in der Kirchstraße. Am Pfingstsonntag und -montag findet jeweils um 11 Uhr vormittags Frühschoppen in der „Krone" (Standquartier) in der Schustergasse statt. Daselbst auch am Sonntagabend von 8 Uhr ab Kommers im Zimmer des Odenwaldklubs. Alle ehemaligen 'M. G.-Lcute des Leibgarde-Regiments sind zu dieser Wiedersehensfeier eingeladen. •* Nicht Lollar, sondern Lauterbach. Zu unserem Bericht vom vorigen Samstag über die Sitzung dos Erweiterten Bezirksschöffengcrichts Gießen am 28. Mai ist berichtigend mitzuteilen, daß der zu V/s Jahren Zuchthaus verurteilte Angeklagte in der zweiten Prozeßsache jener Gerichtssitzung nicht aus Lollar, sondern aus Lauterbach stammt. Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 3. Juni. Bestätigt wurde ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, durch das eine Frau aus Affenheim wegen fahrlässiger Tötung ihres neugeborenen Kindes zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Sie hatte das ftinb trotz mehrfacher Warnungen in einem Körbchen in die Nähe des Herdfeuers gestellt, fo daß, wie sie unwiderlegbar behauptete, durch herausfallende Glut ein Brand entstand. Da es sich um eine sehr grobe Fahrlässigkeit handelte, bestand kein Anlaß, die Strafe zu ermäßigen. Gleichfalls b e ft ä t i g t wurde das Urteil des Schöffengerichts Gießen, durch das ein Schupowochi- meifter von Butzbach wegen gefährlicher Kör- perverletzung zu einer an Stelle einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten tretenden Geldstrafe von dreihundert Mark verurteilt worden war. Er hatte in der Weihnachtsnacht, als er außer Dienst im Zustand starker Betrunkenheit durch die Straßen von Butzbach zog, bei einem Streit einem Passanten mit einer Pistole durch die Hand geschossen. Bon einer Erhöhung der Strafe wurde abgesehen, da die Betrunkenheit des sonst tüchtigen Beamten nicht auf feine Schuld allein zurückzuführen war. S e ft ä t i g t wurde schließlich das auf eine G e - fängnis strafe von acht Monaten lautende Urteil des Schöffengerichts Gießen gegen einen In- validen aus Alsfeld wegen 2krfül)rung einer kaum Vierzehnjährigen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ftatt Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt N r. 4 1 vom 3. Juni enthält: Gesuch der Brauerei 3hring°Melchior, Komm.-Ges. in Lich um Erlaubnis zum Ausfahren von Bier und Eis an Sonntagen. — 3ugcndfeiertag und Fortbildungsschule. — Dienstnachrichten. Defteiungöfeier der rheinischen Turner WSR. Mainz, 2. 3uni. Die zurDcuts ch c » Turnerschaft des beichten Gebietes gehöris gen Turnvereine der Rheinprovinz, der Provinz Hcsfcn-Rassau. des Freistaates Hessen und der Psalz beabsichtigen, in der Nacht zum 1. 3utl anstatt ihrer Sonnwendfeier am St. 3ohannlStag auf den rbein. Höhen und den Bergen der Pfalz aus Anlaß der Befreiung des heimatlichenBodenO mächtige Freudcnfeuer auUob.rn zu lassen Die Frcudenseuer aus dem Großen F e l d b c r g im Taunus und auf einem Berge in der Pfalz sollen mit besonderen Feierlichkeiten verbunden werden. Heue Mietseüsehung für Groß-Mainz. WSR. Darmstadt, 3. 3unt. Das hessische Gesamtministerium hat heute die Verordnung vom 26. Mai 1930 über die MietzinSbil- dung in der St adt Mainz wie folgt abgeändert: Die gesetzliche Miete wird für die Stadt Mainz in folgenbcr Höhe festgesetzt: a) Für QUt- mainz und die Stadtteile Mainz-Kastel, Mainz- Kostheim und Mainz-Mombach 124 Prozent der Fricdcnsmicte; b) für Maimc-Bischossheim, Mainz-Brcyenhcim und Mainz-Weisenau 122 Prozent; c) für Mainz-Ginshcim 120 Prozent. Vermischtes. Das 50. Jubiläum de» Vereins für das Deutschtum im Auslände. Reichspräsident von Hindenburg empfing aus Anlaß der 50. 3ubelseier des Vereins für das Deutschtum im Auslande eine Abordnung des Vorstandes unter Führung seines ersten Vorsitzenden Freiherrn von dem BuSsche-Haddenhausen. An dem Empfang nahmen teil der gcschäftsführende Vorsitzende Konteradmiral S e c b o h m sowie die Herren Prosessor G u m 1 i ch als Vorsitzender des Landesverbandes Mark Brandenburg, Geheimer Oberkonsistorialrat Dr. Lang, Berufsschuldirektor Scholz, Oberregierungsrat Kühne und Studienrat Dr. Breckner. Die Herren überreichten dem Herrn Reichspräsidenten die E h r e n p l a ke t te des Vereins inGold mit dem Gelöbnis, daß der Verein auch in Zukunft treu für das Deutschtum im Ausland seine Kräfte cinsetzen werde. Der Reichspräsident nahm die Plakette mit Dank für die bisher geleistete Arbeit entgegen und versicherte dem Verein sein ferneres Wohlwollen. Tagung für Liebhaber-Orchester. Auf der Tagung für Liebhaber-Orchester, die vom 13. bis 15. Juni in Bad Pyrmont vorn Reichs- bunb Deutscher Orchestervereinc e. V. gemeinsam mit dein Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veranstaltet wird, gelangen u. a. neue, eigens für diesen Zweck geschriebene Werke für Liebhaber-Orchester von Paul Graencr, Paul Höffer, L. v. Knorr und Ernst Pepping zur Aufführung. Festdirigenten find Generalmusikdirektor Dr. Ernst Praetorius (Weimar) und Professor Walther Gmeindl (Berlin). Professor Dr. H. I. Moser (Berlin) spricht über die Bedeutung der Liebhaber-Orchester in der Gegenwart. (Ein Fluggespräch über 12 000 Kilometer. Ein interessantes Experiment wurde zwischen Berlin und einem über Los Angeles fliegenden Flugzeug durchgeführt. Der bekannte aincri- konische Flugsachverstandige Milliken und der Professor der Technischen Hochschule Aachen von Kar mann befanden sich an Bord dieses Flugzeuges und führten um 15 Uhr westamerikanischcr Zeit (23 Uhr MEZ.) ein ungefähr zehn M i - nuten langes Gespräch durch Vermittlung des Hearst-Senders San Franzisko mit Direktor Milch von der Deutschen Lufthansa, der sich des gewöhnlichen Telephonapparates bediente. Die Bcr- ständigung auf dieser über 12 000 Kilometer langen Entfernung war so hervorragend, daß die über Los Angeles kreuzenden Flugpaffagiere Berlin bitten mußten, nicht fo laut z u sprechen, weil jedes Wort ausgezeichnet oerständ- l i ch fei. Verbandstag der Ldeka. Der Edeka-Berband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. B. hält in den Tagen vom 21. big 30. Juni d. I. feinen 22. Berbandstag in Karlsruhe ab. Auf der Tagung des Verbandes, welcher mehr als 400 Genossenschaften des kaufmännischen Mittel- standes mit etwa 30 000 Miltgliedern umfaßt, wird Herr Reichsminister Dietrich ein Referat halten, Nicht nur die Tagung selbst, sondern auch der schöne Tagungsort dürfte einen starken Besuch aus dem Reiche aufweisen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. G. A. Sie können aus der Schadhaftigkeit des Zaunes, der wohl 3hrem Rachbar als Alleineigcntum ^usteht, kein Recht herleiten, 3hre Hühner auf sein Eigentum laufen zu lassen, müssen vielmehr selbst Vorrichtungen treffen, daß 3hre Hühner 3hren Hof nicht verlassen. Sollten Sie angezeigt werden, so werden Sie bestraft. Einigen Sie sich deshalb mit 3hrem Rachbarn und tragen Sie zu den Reparaturkosten deS Zaunes etwas bei. A. Z. 100. Rach § 1601 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sind Verwandte in gerader Linie verpflichtet. einander Hinterhalt zu gewähren. Unterhaltspflichtig ist nach § 1603 BGB. nicht, wer bei Berücksichtigung feiner sonstigen Verpflichtungen außer st ande ist, ohne Gefährdung seines standesmähigen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren. Leistet ein Wohlfahrtsamt an Stelle des Verpflichteten den Unterhalt, so kann cs selbstverständlich gegen den Verpflichteten Rückgriff vornehmen. Für die Vergangenheit kann Erfüllung nur von der Zeit an gefordert werden, zu welcher der Verpflichtete in Verzug gekommen ist. Der 3hnen vom Wohlfahrtsamt in T. an- gesonnene Betrag von monatlich 5 Mk. erscheint nach der von 3hnen gegebenen Schilderung 3hrer Verhältnisse nicht als zu hoch gegriffen. Halte mit ODOL gesund | Zähne, Mandeln, Hals und Mund Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard Samstag, dem 7. W1930 (PMstsamstag) - für jeglichen Verkehr geschlossen sind. im Alter von 53 Jahren. In tiefer Trauer: 4196D 4215D Dasschöneund billigeKleid Auswahl bieten wir an: In reichhaltiger Waschseide 9.- 8.- 6.-, Wollmousseline 24.- 19.-, 15.-, Seide Großen-Buseck, den 3. Juni 1930. 32.- 27.- 24.- Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. Juni, nachm. 2 Uhr statt. 42060 Gebr. Im heu Seram Marktplatz 4201 A, [Vermietungen | 3-3imm/lDo6no. griffen^ IM Neubau, nächste 41U7D gesucht. Hess. Univ.-Versuchsgut Gießen Gießen, den 4. Juni 1930. 41890 ostpreuhischen Kühen der Niederungsrasse UG.Stem Gießen und Marienburg (Weitpr.) Gießen, den 4. Juni 1930. Zuchtvieh-Großhandlung 4718D 4199D 1'3661 mittags. Bei Stuhlverstoplung ääi Neda-Frücblewürlel Bananen .. .2 Pfund 1.20 3256 V Bestimmt zu haben: Spargel nur 1, Sorte O.SO W. Rühl, Balinhoislr. 15 4181 A Die genannten Hofgüter werden ausschließlich von uns beliefert mit erstklassigen 0M. Schr. Ang. u. 03656 a. d. GH. Anz. Gutes Mädchen für tagsüber in kl. Haushalt ges. 4205D Oftanlage 36 p. 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Zahllose Fabrikanten und Handelsleute haben gelernt, ihre Produktion oder ihre 2lufträge auf die tatsächliche Nachfrage einzustellen, nach dem Grundsätze des „von-der-Hand-zum-Munde-Kaufens", und sie haben keine großen Lagerbeftände, die um jeden erhältlichen Preis verschleudert werden mühten. Aber das bedeutet keineswegs, daß ihre Erzeugungs- oder Detätigungsfähigleit voll in Anspruch genommen wäre. Es bedeutet auch nicht, daß nicht irgendwo auf dem Wege vom Rohstoff bis zum Kleinhandelsladen Vorräte unverkaufter Waren hängengeblieben sind. Von der Flaute find die Produzenten gewisser Grundstoffe am härtesten betroffen. Einen Stapelartikel um den anderen, wie etwa Baumwolle, Weizen, Kupfer, Kaffee usw. hat der Preissturz mit in die Tiefe gezogen, einfach weil mehr erzeugt wurde als verbraucht werden konnte. In manchen Fällen hat früher eine Preisfixierung eine Pro- duktionssteigerung bewirkt, in anderen hat man den Markt nicht zu beeinflussen versucht, in allen zusammen aber ist die Aufnahmefähigkeit der Welt nicht mehr groß genug, um die Erzeugungi restlos zu absorbieren. Was an dem ständig sinkenden Niveau der Weltpreise deutlich zu erkennen ist. Die Hoffnung auf eine Neubelebung im kommenden Herbst stützt sich vor allem auf die Annahme, daß bis dahin die überschüssigen Vorräte untergebracht fein und die Preise anziehen werden. Dies mag zutreffen, mag aber auch ausbleiben. Wer die Sachlage aufmerksam verfolgt, wird die Inderziffern scharf beobachten, ehe er zu der Lieberzeugung gelangt, dah der Wendepunkt da ist. Lind vorläufig wird keiner behaupten wollen, es lägen irgendwelche Beweise dafür vor, dah der Tiefstand erreicht ist. Jedenfalls liegt die Aussicht auf die Wiederkehr einer der Prosperität, deren sich die Vereinigten Staaten zwischen 1922 und 1929 erfreuten, ähnlichen Geschäftslage tiefer als in einem bloßen Abstößen der unverkauften Lagerbestände. 'Dies mag vielleicht die Abwärtsbewegung aufhalten, es liegt aber keine Gewähr dafür vor, daß bann sofort eine rapide Neubelebung des Geschäftes und damit des Nationaleinkommens einsehen würde. Auf welche Weise man die Kaufkraft des Farmers, des Lohnarbeiters, des Angestellten erhöhen könnte, welcherlei Wundermittel hierzu angewandt werden müßten, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Lind des einen Ansichten sind so viel oder so wenig wert wie des anderen. Wahrscheinlich ist, daß der Wiederkehr der Prosperität eine noch intensivere Depression, als sie jetzt au verzeichnen ist, vorangehen wird. Es wäre erfreulich, wenn man sich hierin täuschte. Turnen, Sport und Spiel. O.-T. Spielmeiflerschasten. Die Vorschlußrunde der D. T. im Handball und Fußball brachte gestern wieder nicht die Feststellung aller Endspielteilnehmer. Im Handball der Männer konnte sich der Titelverteidiger Tv. Friesenheim in Erfurt nach wenig schönem Spiet hegen den TSV. 1867 Le ipzig mit 6:4 (2:4) erfolgreich durchsetzen. — In Braunschweig blieb der M t v. Braunschweig dank besserer Stürmerleistungen über den K önigsberger Mtv. mit 6:3 (3:1) erfolgreich. — Bei den Frauen errang die Berliner Turnerschaft einen reichlich glücklichen Sieg über D a rm be ck - LI hien- horst mit 2:1 (1:1), während der Kampf in Erfurt zwischen dem Titelverteidiger Vorwärts Breslau und T b d. Ll l m torlos verlief, so daß diese Begegnung wiederholt werden muß. Im Fußball qualifizierten sich für das Endspiel die Kruppsche Tgd. Essen und der Mtv. Altenburg. In Essen schlug die Kruppsche Tgde den Titelhalter Tv. 46 Mannheim sicher mit 4:1 (2:1). Der Mtv. Altenburg konnte erst nach Verlängerung in Braunschweig dem Mtv. Harburg-Wilhelmsburg mit 4:3 aus dem Rennen werfen. treten und hatte gesagt: „Ich will es tun.“ Denn ihm selber galt fein Leben keine dreihundert Batzen. Die Menge verhielt vor dem Wort des Landsknechtes den Atem. Graf Hohenlohe trat dicht zu ihm hin und fragte: Ob er sich die Sache auch wohl bedacht habe? Sein Leben werde es ihn kosten! Der Einbeinige gab zur Antwort: Wenn der Graf dafür bürge, daß an seine Frau — die mit ihren fünf Kindern daheimgeblieben war, weil sie auf Schritt und Tritt nichts sah, nichts hörte, als: Hunger! — dreihundert Gulden ausgczahlt würden, so wolle er es tun. Er könne sein Leben, das er unzählige Male für nichts in die Schanze geschlagen habe, niemals wieder um einen so guten Preis loswerden wie in dieser Stunde. Der Graf sah forschend auf den Deutelschwenker. Der verschwor sich hoch und heilig: Dreihundert Gulden! Wie er ausgeboten habe an den zur beliebigen Verwendung, der sich für ihn hängen lasse. Falls da in seinem Deutel nicht gutes Geld klimpere, falls er auch nur Miene mache, hinterher sein Wort nicht zu halten, könne man ihn, ohne daß er sich wehren werde, neben dem stelzbeinigen Alten aufknüpfen. Graf Hohenlohe bekräftigte durch Hand- erheben zum Himmel: Dreihundert Gulden an die Wtttib des Gehängten. Er hafte dafür mit feinem Wort und werde eher die Summe selber zahlen, als daß es gebrochen werde. Der Rohdieb trat also, ungehindert von den Hellebarden, neben die Leiter, machte eine einladende Verbeugung vor seinem Stellvertreter und schmunzelte, solange niemand sein Gesicht sehen konnte: Warum Ich? Der Landsknecht stelzte auf die Leiter zu. Als er bei ihr angelangt war, setzte er sich auf die unterste Sprosse und begann, sein Holzbein abzuschnallen. Was der Llnsinn solle? fragte einer der Durgknechte. Gelassen erwiderte der Angerempelte: Damit es nachher nicht vergessen werde! In wenigen Mi- nuten werde das Stück Holz, welches er auf der Erde zurücklasse, das Wertvollste von ihm sein. Denn damit könne seine Wittib zweimal Essen für die Kinderchens kochen. Während et nur noch von den Krähen und Würmern als zu etwas nützlich erachtet werde. „Aber wie willst du mit einem Dein die Leiter hinaufkommen?" rief der Graf. „So!" erklärte der Landsknecht, warf fein abgeschnalltes Holzbein auf die Erde, packte mit beiden Händen die Leiterholme, schob sich mal um mal aufwärts und hinterte seinen Körper von Sprosse zu Sprosse zu dem Ast der Linde hinan. Alles lachte: Die Durgknechte, die Dörfler, der Spitzbub, der Graf. Als dieser seinen Ernst wieder eingefangen hatte — der Todberette saß nun auf der Sprosse neben dem Ast mit der Schlinge und wollte just von der Leiter zu ihm hinüberwechseln — da rief er zu der Linde hinauf: „Halt! Ich schenke dir das Leben!" Lind schon hockte der begnadigte Stellvertreter seitwärts auf einem der Leiterholme, riß die verblichene Soldatenmütze vom Stoppelschädel, schwenkte sie und rutschte mit lautem „Iuhuuu!" wie ein 3unge in einem Nu wieder zur Erde. Schwimmen im Mittelrheinkreis der O. T. — Marburg, 2. Juni. Unter Leitung von Kreisschwirnrnwart Stürmer (Traben-Trar- bach) sand am Samstag und Sonntag hier ein aus allen Gauen des Mittelrheinkreises sehr gut beschickter K r e i s l e h r g a n g zur Ausbildung von Schwimmwarten und Dorsch w i m m e r n statt. Der Lehrgang begann am Samstagnachmittag im Institut für Leibesübungen mit Trocken- Übungen, die bann im Luisabad im nassen Element erprobt tourben. Ein Degrüßungsabenb im Vereinshaus bes Ak. Turnerbundes beschloß den ersten Arbeitstag. Studienrat Dr. Stier entbot den Willkomm von Stadt und Turnerschaft Marburg. Kreisschwimmwart Stürmer, der den Dank des Kreises und der Lehrgangsteilnehmer an Marburg übermittelte, hob die Ziele des Turnerschwimmens hervor und gab auch seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Marburger Reichswehr ein so reges Interesse an dem Lehrgang bekunde. Nachdem am Sonntagvormittag die Gauschwim- mer Sauer (Gießen) und Köhri ng lGeln- Zurn zweitenmal setzte sich der Landsknecht aus die unterste Stufe der Leiter, schnallte sein Holz- bein wieder an, richtete sich auf und trat nut offener Hand vor den Pferdedieb hin. Der aber riß den Deutel mit den dreihundert Gulden zurück und verbarg ihn unter feinem Rock. „Zahlen!" forderte der Landsknecht. Der Windige schüttelte den Kopf: Rur fürs Hängenlassen seien die dreihundert Gulden von ihm ausgeboten. „Zahlen!!" schrie das Volk. „Nein!" schrie der Angcschrieene zurück. „Dreihundert Gulden dem, der sich für mich hängen läßt! hab' ich gesagt. Nichts anderes." „Zahlen —!!!" befahl der Graf. Er denke nicht daran, lautete die Antwort des Frechlings. Dreihundert gute Gulden dafür, daß der Landsknecht nichts als ein lächerliches Kinder- kunststück auf bet Leiter geleistet habe? Ja, wenn cr jetzt ba oben an feiner Stelle baumele, werbe er sich ben Spaß gern bceihunbert Gulben kosten lassen. Aber einem Drückerberger? Kein Gedanke! Wenn dem Lanbsknecht ein unverdientes Geschenk von dreihundert Gulden gemacht werden solle, dann möge gefälligst der Herr Graf es ihm auszahlen. Lind noch einmal rief der Verblendete aus: „Warum Ich? Recht muß Recht bleiben. Fürs Hängen habe ich dreihundert Gulden ausgeboten. Aber der alte Kracher da steht auf seinen anderthalb Veinen!“ Als er sah, daß er es nicht mit einem Schelmen, sondern mit einem Schurken zu tun hatte, rief der Graf zurück: „Aushängen!" und zeigte mit der erhobenen Rechten nicht auf den Landsknecht. Da begriff der Hallunke und versicherte schreiend: Er habe nur gescherzt. Er wolle selbstverständlich die dreihundert Gulden zahlen. Er habe sie ja freien Willens ausgeboten. Da seien sie! Da !! „Aufhängen!" wiederholte der Graf. „Recht muß Recht bleiben!“ Der Zappelnde warf den gefüllten Beutel gegen das Holzbein des Landsknechts, daß er platzte und blinlblanke Goldstücke heraussprangen. „Aufhängen!!“ befahl der Graf zum drittenmal. Man packte den heimtückischen Sünder, schob ihn die Leiter aufwärts und — er mochte strampeln, mit Füßen treten, fchlagen, beißen, schreien: Warum ich? soviel er wollte — man ließ nicht von ihm ab, bis er ben hänfenen Kragen umhatte. Derweil sah bet tobeSmutige Alte auf bem Boden und sammelte bie Golbstücke, die aus dem Beutel gefallen waren. So stelzte denn, als der Graf Philipp von Hohenlohe, Generalleutnant zu Holland, Seeland und so weiter — gefolgt von den Seinen Mr Burg hinauf-, die Menge zum Dorf hinab- gegangen war, an einem Septembertage sechzehn- hundertsechs der einbeinige Landsknecht mit dreihundert Gulden in der Tasche seiner halbverhungerten Frau und seinen viertelverhungerten Kindern wieder zu. Am Ast der Linde vor dem Burgtor aber baumelte der windige Gesell, der mit seinem Gelb und mit seinem Geben hatte zahlen müssen. Ll. d. v. R. w.! Lind das von Rechtes wegen! Hausen- die volkstümlichen Spiele für Schwimmer behandelt hatten, hielt im Institut für Leibes- Übungen dessen Direktor, Prof. Dr. Iaeck einen interessanten Lichtbildervortrag über „Natürlicher Schwimmunterricht" und außerdem einen Film- Vortrag „Praktische Lebensrettung". Das von dem Vortragenden auf Grund wissenschaftlicher Erfahrung empfohlene Lehrverfahren wurde dann praktisch erprobt bei den weiteren Hebungen im Luisabcck). Der vom neuen Kreisschwimmwart Stürmer mit großer Sachkenntnis geleitete Lehrgang, dem auch Vertreter der staatlichen unld städtischen Behörden beiwohnten, darf als ein Erfolg für die Sache des Turnerschwimmens gebucht werden. V. f. B. Die D. f. D.-Liga gegen die Pokalmannschaft des Jußballsportvereins Frankfurt 1:1 (1:0). In der Vorschau am Freitag war gesagt worden, datz die V. f. B.-Mannschaft gegen das überragende Können der Gäste nicht aufkommen könne und mit einer klaren Niederlage rechnen müsse. Wie das Resultat zeigt, war diese Voraussage falsch: die Platzelf lag bis wenige Minuten vor Schluß in Führung und hätte bei etwas taktisch klügerem Spiel das Treffen gewinnen können. Was sie jedoch erneut gezeigt hat, ist die Unbeständigkeit ihrer Leistungen in der letzten Zeit. Nachdem sic am Samstag vor acht Tagen V. f. N. Offenbach verdient mit 1:0 schlug, ließ sie sich in Frankfurt von „Olympia 07“ ebenfalls mit 5:1 überfahren, um nun wieder gegen die Pokalmannschaft (Ligareserve) des Fuh- oallsportvereins Frankfurt ein ehrenvolles 1:1 zu erringen. Dieses Ergebnis bedeutet zweifellos einen großen Achtungserfolg für die V. f. Ber da man berücksichtigen muß, daß die Gäste seit fast einem Iahr alle Spiele bis auf eine einzige Ausnahme (ein Hnentschieden) gewannen, dabei aber stets gute Mannschaften, z. T. sogar der De- zirksliga, zum Gegner hatten und auch hier in außerordentlich starker Aufstellung antraten. Ohne weiteres muh zugegeben werden, daß Frankfurt das bessere Spiel zeigte. Ihre Balltechnik war ausgefeilter, ihr Zuspiel genauer und ihr Stellungsspiel durchdachter. Ganz ausgeprägt und hervorragend war ihr Kopfspiel. Damit soll nicht gesagt werden, daß die Einheimischen in allen diesen Punkten schlecht gewesen wären. Im Gegenteil, ihre Leistung auf diesen Gebieten muß sogar als recht gut bezeichnet werden (anders wäre auch das Zustandekommen des 1:1 nicht denkbar): sie verstand aber das, was ihr rein spielerisch den Gästen gegenüber fehlte, durch vermehrten Kampseseifer und Siegeswillen auszugleichen. Dies gelang ihr sogar so gut, daß sie bei etwas besserem Verständnis des Sturmes für taktische Notwendigkeiten trotz der spielerischen äleberlegenheit des Fußballsportvereins mit knapper Tordifferenz hätte gewinnen können. — Das Spiel begann mit einem Kombinationsangriff Frankfurts, den Gießen sofort erwiderte. Beiderseits zeigte man präzises Zuspiel. Das anfänglich etwas lahme Tempo wurde flotter. Bei wechselseitigen Angriffen hatte einmal die eine, einmal die andere Partei eine Chanec, die aber verpaßt wurde. Frankfurts Angriffe waren häufiger, sie wurden systemvoller vorgetragen, ' blieben aber erfolglos, da seine Stürmer zu ungenau schossen. Nachdem das Spiel sich längere Zeit größtenteils im Mittelfeld abgewickelt hatte, gewann der Gegner wieder etwas an Boden, vermochte aber nichts zu erzielen als eine zweite Ecke. Gießen läßt sich nicht aus dem Konzept bringen, sondern kam in schneidigen Angriffen mehrmals in bedrohliche Nähe des Frankfurter Tores, bis es ihm gelang, zum Führungstor einzuschietzen. Die Gästeelf versuchte mit Macht auszugleichen, fand aber ein kaum überwindbares Hmdernis in dem g'länzend aufgelegten V. f. D.-Tormann. Halbzeit 1:0 für V. f. B. Auch nach dem Wechsel war Fußballsportverein leicht überlegen, konnte aber trotzdem nicht zum Erfolg kommen, da sich die Hintermannschaft des Platzvereins glänzend schlug. Andererseits hielt der Gastgeber das Spiel stets offen und kam in schnellen-Angriffen nach vorne. Bei etwas mehr Glück und geschickterer Taktik hätte er das Resultat verbessern können, erzwang aber nur hintereinander zwei Ecken. Dasselbe machte Frankfurt bei einer anschließenden Drangperiode, um aber dann doch noch etwas später, drei Minuten vor Schluß, den wohlverdienten Ausgleich zu erzielen. Beiden Mannschaften gebührt für die gezeigten Leistungen ein Gesamtlob. Die dritte Mannschaft traf bei den Pokalspielen des Sportvereins Garbenteich auf die erste Daubringens, gegen die sie nach Ablauf der regulären Spielzeit und der Verlängerung 0:0 spielte. Nachdem sie durch das Los zuerst als Sieger erklärt worden war, wurde die Auslosung aus nicht anzuerkennenden Gründen wiederholt, wobei sie aus der Konkurrenz ausgeschieden wurde. Spiewereinigung 1900 Gießen. ö. Die ganze Spielausbeute des Sonntags bestand in einem Freundschaftstreffen „1 9 0 0“ Ligareserve gegen „Germania" Marburg Ligareserve. Die Gäste kamen zu einem hohen 4:0-Sieg (Halbzeit 1:0), der den Leistungen nach entschieden zu hoch ausgefallen ist. Beiderseits wurde wenig geboten: es ist an der Zeit, daß die Mannschaften durch die Fußballsommerpause, die am 15. Iuni beginnt, zur Ruhe kommen. 1900 spielte mit einem Ersah- MitteNäufer, darunter litt das ganze System. Die beiden Außenstürmer verletzten sich bald, und der Rechtsaußen schied von der Pause ab ganz aus, so daß der Platzverein nur noch zehn Spieler im Feld hatte, die mit Ausnahme der drei Schlußleute recht lustlos weiterspielten. An zwei Treffern war der sonst recht gute Torwart nicht schuldlos. 1900 war in der ersten Spielhälfte, Marburg in der zweiten überlegen. 1. Jugend: Diese weilte zum Rückspiel gegen die 1. Iugend des V. f. B. in Friedberg und errang dort einen schönen 4:0«Sieg. 1900 hatte seine Mannschaft umgestellt und war dem Gegner in Technik und Schnelligkeit bedeutend überlegen. Der Mittelläufer ragte besonders hervor. Zwei Ecken verwandelte er durch Kopfball zu Toren, der H. R. erzielte nach geschickter Täuschung ein Tor, auherdem gelang es dem r. L., einen Fernschuß erfolgreich anzubringen. Im allgemeinen kann man mit dem Spiel der 1. Iugend zufrieden sein. 3. Iugend: Wenn sie auch dem Gast, der Garbenheimer Iugend, überlegen war und bis zur Halbzeit 1:1 spielte, so mußte sie sich doch zum Schluß mit 3:1 geschlagen bekennen. Der Sturm muh nicht nur kombinieren können, sondern auch Tore schiehen, andernfalls nutzt ihm alle Fuhballkunst nichts. Fußball der höheren Schulen. Realghmnasium-Gymnasium (kombiniert) gegen Augustinerschule Friedberg 1:0. Das Treffen wurde in Friedberg ausgetragen und endete mit obigem Resultat für die Vereinigten. Die erste Halbzeit gehörte den Giehe- nern, die bei etwas mehr Schuhfreudigkeit des Sturmes mehrere Tore hätten vorlegen können. Cs wurde zuviel kombiniert, so dah die Friedberger Hintermannschaft stets noch im letzten Moment retten konnte. Nach der Pause machte sich eine Heberlegenheit der Augustinerschüler bemerkbar, die in der letzten Viertelstunde fast drückend wurde, aber infolge der glänzenden Abwehr der Gießener den Friedbergern keinen Torerfolg einbrachte. O S. B -Staffeltag. ö. Die Ausschreibung zu dem Staffeltag der Gruppe Gießen — Wetzlar—Weil- I bürg schien bei den Vereinen keinen besonderen Anklang gefunden zu haben, denn außer I dem Veranstalter, Sp.Vg. 1900 Drehen, waren nur noch V. s. D. Gießen und D. f. L. Wetzlar vertreten. Bedauerlich war es, dah die in der Klasse der Aktiven angesetzte Schwellstaffel (100, 200, 300, 800, 1500, 300, 200, 100 Meter) nur von den drei Mannschaften der Sp. Vg. 1900 bestritten wurde, während V. f. B. Gießen und V. f. L. Wetzlar dem Start vollkommen fernblieben. Das Rennen nahm aber trotzdem einen schönen Verlauf, wofür einmal das gut durchgebildete Läufermaterial der 1900er, zum anderen die geschickte Verteilung der Kräfte auf die drei Staffeln sorgten. Die in den Jahrgängen 1912 bis 1914 einschl. zusammengesahte Jugendklasse A hatte eine 4 X 100-Meter- und eine Olympische Staffel (800, 200, 200, 400 Meter) zu bestreiten. Sicherer Sieger wurde in beiden Läufen 1900’8 erste Mannschaft vor dem V.f. B. Gießen und 1900’8 zweiter Garnitur. Beachtlich ist die von der Siegermannschaft (Koch H.. Felsing, Guthardt, Schickedanz) erlaufene Zeit von 47,6 Sekunden in der 4 X 100-Me- ter-Staffel. In der Olympischen Staffel zeichneten für den Sieg verantwortlich: Mootz, Schickedanz, Koch ll. und Guthardt. Dre Jugendlichen de8 Jahrgangs 1915 und jünger maßen ihre Kräfte in einer 10 X 50 -Meter-Staffel. Auch hier behielten die Spielvereinigungsleute in der Aufstellung: Oppenheimer, Schmitz, Kühne, Bergmann, Wiedmeyer, Do- narius, Herbert, Salzberg, Volk und Goß das bessere Ende vor dem V.f.D. Gießen. Mit allgemeiner Spannung sah man der Frauenstaffel entgegen, deren Distanzen auf 50, 50, 50, 50, 800, 100, 100, 100, 100 Meter festgelegt waren. Die favorisierte Staffel des V. f. L. Wetzlar lieh sich den Sieg nicht entgehen, der in erster Linie ein Verdienst der 800-Meter-Läuferin ist. Hm den zweiten Platz entspann sich ein harter Kampf zwischen den beiden Gießener Vereinen. Da sich 1900 s Vertreterin über 800 Meter überraschenderweise kaum etwas von der V. f. D.-Mittel- \ strecklerin ab nehm en lieh, fiel es den Sprinterinnen nachher nicht mehr allzu schwer, die Leute vom Waldsportplatz auf den dritten Platz zu verweisen. Handball der Sp.-Vg. 1900. Io. Alsfeld I — 1900 I 3:6. Die Spielvereinigungsleute, die mit einer stark verjüngten Mannschaft nach Alsfeld gefahren waren, hatten dort einen äußerst schweren Stand. Der Plahverein führte bei Seitenwechsel 3:2. Dann kamen die 1900er immer besser auf und stellten den Sieg sicher. Ihre Hintermannschaft, insbesondere der Torwart, arbeitete recht zuverlässig. Im Sturm ist die produktive Arbeit des Innentrios lobend zu erwähnen. Handball im Tv. Staufenberg. Am Sonntag weilten die erste und die Jugend- mannschaft in Beuern zu einem fälligen Rückspiel. In den ersten zehn Minuten verteiltes Spiel. Mit einem Rückhandwurf ging Staufenberg plötzlich in Führung. Das Spiel nahm nun dauernd an Härte zu und hatte bald den Charakter eines Punktspieles. Bis kurz vor Halbzeit konnte Staufenberg auf 3:0 erhöhen. Wegen Hnfajrneh eines Spielers pfiff dann der Schiedsrichter. der sonst gut leitete, das Spiel ab. Die Iugendmannschaft mutzte sich trotz dauernder Heberlegenheit mit 1: 0 für Beuern geschlagen bekennen. Radsport im Lahugau. Am Sonntag fand die 10 0 - Kilometer- Zuverlässigkeitsfahrt des Lahngaues i m B. D. R. mit Start und Ziel Wetzlar statt. Dem Stratzenfahrwart Kehr (Gießen) stellten sich 20 Fahrer zum Einzelstart. Die Strecke führte über Herborn, Dillenburg, Mandeln, Banfe und zurück. Gleich am Anfang wurden durchweg gute Zeiten gefahren. Besonders erwähnt sei die Zeit des noch jungen Wtzh- larer Keiner, der die Strecke mit ihren Steigungen und Kurven in 3:03,15 Stunden durcheilte. Auch Preis und Deibel (Gießen) fuhren eine gute Zeit. Nachstehend bringen wir die Ergebnisse der Sieger der A-, B- und Sen.-Klasse. A -Klasse : 1. Hch. Preis, Germania, Gießen, 2:59,33 Stunden: 2. Aug. Deibel, 1885, Gießen, 3:03,10; 3. H. Dender, 1887, Wetzlar, 3:05,40; 4. W. Bolz, Germania, Gießen, 3:06,29; 5. W. Bosum, 1891, Marburg, 3:14 Stunden. B - Klasse : 1. F. Keiner, 1887, Wetzlar, 3:03,15 Stunden; 2. H. Müller, 1887, Wetzlar, 3:07,48; 3. K. Hildesheim jr„ Lollar, 3:09,14; 4. F. Zimmermann, 1887, Wetzlar, 3:14,05; 5. R. Ringleb, Lollar, 3:14,13; 6. K. Muhl, 1885, Gießen, 3:15,17 Stunden. Sen. -Klasse: K. Hildes heim sen., Lollar, 3:53 Stunden. Arbeiter-Tum- und Gpoktbund. Gießen I — Wieseck Ib 5:1. Wieseck Ib war am Sonntag im rückständigen Serienspiel auf dem Trieb zu Gast. Während die Einheimischen in kompletter Aufstellung antraten, sah man die Gäste mit Ersatz sich dem Unparteiischen stellen. Vom Anstoß setzte flottes Spiel ein, in dem auf beiden Seiten gute Leistungen geboten wurden. Gießen gelang es bald in Führung zu gehen, dem aber Wieseck bis Halbzeit den Ausgleich entgegensetzte. Nach Seitenwechsel ging Gießen mehr aus sich heraus und war etwas überlegen. Ein Elfmeter brachte ihm abermals die Führung, dem nach kurzer Zeit der dritte Treffer folgte. Wieseck lieferte jedoch weiter ein gutes Spiel. Ein abermals gegebener Elfmeter brachte Gießen das vierte Tor. Wieseck spielte jetzt nur noch mit zehn Mann, hielt sich aber trotzdem gut, so daß die Einheimischen nur noch einmal erfolgreich sein konnten und so das Schlußresultat 5:1 herstellten. Großen-Linden I — Gießen Ib 1:1. Gießen Ib war in Großen-Linden, um ein rückständiges Serienspiel auszutragen. Grotzen-Lin- den, das auf eigenem Platze immer gute Spiele lieferte, enttäuschte sehr, die Gäste dagegen zeigen von Spiel zu Spiel bessere Leistungen. In einem schönen, flotten Spiele konnte Grotzen-Linden hie Führung übernehmen. Cs dauerte aber nicht lange und die Gäste erzielten den Ausgleich. Trotzdem auf beiden Seiten nun alles hergegeben wurde, gelang es keiner Partei, zu einem weiteren Erfolg zu kommen, so daß man sich mit dem Unentschiedenen 1:1 trennte. Naunheim I — Wieseck I 5:2. Wiesecks Erste trat am Sonntag in Naunheim an. Die Einheimischen erschienen in veränderter Aufstellung, während die Gäste es vorzogen, mit nur zehn Mann, darunter reichlichem Ersatz, ohne Torhüter anzutreten. Nach schönem Angriff kam Naunheim zum Führungstor, dem Wieseck bis Halbzeit den Ausgleich entgegensetzte. Halbzeit 1:1. Nach Seitenwechsel verlor Wieseck durch eine alte Verletzung seinen Rechtsaußen. Naunheim kam abermals zur Führung, dem die Gäste aber wieder den Ausgleich entgegensetzten. Trotz aller Anstrengungen hielt Wieseck vorerst dieses Resultat, fiel jedoch gegen Schluß des Spieles etwas ab. Nun gelang es Naunheim, noch dreimal erfolgreich zu sein. Daubringen — Oppenrod 2:1. In Daubringen standen sich beide Mannschaften zum fälligen Serienspiel gegenüber. Während Oppenrod komplett antrat, spielte Daubringen mit drei Mann Ersatz. Oppenrod entwickelte eia flottes Spiel, während Daubringen sich nicht finden konnte, nur der Torhüter war auf seinem Posten. Trotzdem gelang es Oppenrod in der 10. Minute, in Führung zu gehen. Halbzeit 0:1. Nach Halbzeit nahm das Spiel an Härte zu. Daubringen lieh seinen Gegner nicht aus seiner Spielhälfte herauskommen und erzielte Ecke auf Ecke. Der Tormann Oppenrods war auf der Höhe, doch gelang es Daubringen in der zweiten Hälfte, zweimal erfolgreich zu sein und das Spiel für sich zu entscheiden. Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Das sind die Elfen", sagte er mit verhaltener Stimme und konnte den Blick von der vor ihm Sitzenden nicht losreihen. Der Wind wurde stärker. Schon hatte er so viel Kraft einzelne schwache Aestchen zum Tanzen zu bringen. Das Boot schaukelte. Die Schilfruten schwankten. Irgendwo klang der Schrei einer Eule. „Wir wollen aussteigen", sagte Iulia frierend, und Lothar legte das Boot an den Pfahl. Cs war sehr viel Bewegung im Park. Ein Raunen und Flüstern lief durch das Geäst. Dann stiegen sie die Stufen zum obersten Stockwerk hinauf. Sie traten in das Gemach, das neben dem Turm lag. Hier war ein Duft von Blumen. Lothar hatte köstliche Orchideen und Rosen hierher bringen lassen. Er liebte dieses Gemach vor allen. Julia nahm die weihe glänzende Perücke vom Haupt. Nun quoll die Fülle ihres roten Haares hervor. Sie entledigte sich ihres Mantels und lieh sich in einen Sessel fallen. Sie war ermüdet und schloh die Augen. „Nun werde ich sie fragen", dachte Lothar Emmerstorff, aber kein Wort kam über seine Lippen. — Weshalb sprach er denn nicht? War diese Minute noch nicht die rechte? Er setzte sich still ihr gegenüber und nun gewahrte er, daß sie eingeschlafen war. Er zündete sich eine Zigarette an und träumte vor sich hin. Er überdachte das Fest. Auf Einzelheiten konnte er sich kaum entsinnen. Nur eines drängte sich in der Erinnerung an diese letzten Stunden in den Vordergrund: Julia. Wie hatte sie geglänzt an diesem Abend! — „Vielleicht hätte ich ihr die ganze Freude am Feste verdorben, wenn ich ihr meine Dörsen- verluste erzählt hätte", dachte er und begann über die Möglichkeit zu sinnen, seine starken (Verluste wieder auszugleichen. Das einzige, was er noch besah, war diese Frau und dieses Haus. Sein Blick berührte Julia. Hatte sie diesen Blick empfunden? Sie erwachte. Sie blickte erstaunt um sich und in ihrem Lächeln war eine Bitte um Verzeihung. „Ich träumte soeben von dir", sagte sie mit einer flachen Stimme und schielte ihn an. „Du nahmst meinen Kopf in beide Hände und küßtest mich aufs Haar." „Ich tue es", sagte er und erhob sich. Er kam zu ihr und grub seine Lippen in ihr duftendes Haar. Es war das erstemal, daß Iulia fühlte, daß seine Küsse sie verbrannten, wie die glühenden Tropfen feurigen Metalls. Zwischen den Aesten des Parkes wurde der Himmel grau. Ein Sturm hatte sich erhoben, peitschte die Zweige der Bäume und rüttelte an den gutverschlofsenen Fenstern des Hauses. Der Teich im Park hatte richtige kleine Wellen, und die verlassenen leeren Kähne schaukelten, datz die Seile knarrten. Der Wind kreiselte um das Haus, verfing sich in den Fassaden und Türmchen, sprang von da in die Kronen der Bäume des Parkes und vollführte einen tollen Wirbeltanz. Dann fiel der Wind ins taufeuchte Gras und schwieg eine geraume Zeit. Endlich erhob er sich wieder, wie ein grohes rasendes Tier, trieb die Wolken am Himmel dahin, stürzte sich abermals auf das Dach der Villa und ritt auf dem First wie der wilde Jäger. — Lothar und Julia fuhren auf. Ein klagender Schrei gellte durchs Haus, mischte sich mit der winselnden Musik des Sturms und bildete eine grelle Disharmonie. Ein Kratzen an der Tür. Schon sprang sie auf. Katja wankte mit todbleichem Gesicht herein. Ein paar abgerissene Stimmen huschten von unten in das Turmgemach. „Was ist geschehen?" Julia warf sich den Abendmantel um. Sie starrte mit großen Augen entsetzt auf die verängstigte Russin. Vor dem kleinen Fenster des Gemachs zog die Nacht ihre Schleier weg, machte der heraufkriechenden Dämmerung, die sich schnell lichtete, Platz. Katjas Augen glühten. Sie deutete nach unten. „Feuer!" Im nächsten Moment roch Lothar bereits den Brand. Schon eilten ein paar Bedienstete herbei. Katja war von dem Personal die einzige, die in der Villa wohnte. Die übrige Dienerschaft war in den Nebengebäuden untergebracht. Die Holztäfelung der untersten Räume stand in hellen Flammen. Das Feuer fand Nahrung an Gardinen und Möbelstücken. Die Teppichs und Läufer auf den Treppen und an den Wänden brannten lichterloh. Iulia drängte sich an Lothar wie ein geängstigtes Tier. Er fühlte ihren zitternden Körper. „Nun bin ich ein armer Mann", empfand Lothar und beobachtete dann, wie Julia in wahnwitziger Angst lauter gleichgültige Dinge an sich raffte und wieder fortwarf. „Ludwig Warburg!" dachte Emmerstorff und wagte nicht, den Gedanken auszusprechen, aber er hatte die seltsame Empfindung, als denke Julia das gleiche. „Wir müssen die Geheimtreppe erreichen", rief Lothar und drängte Julia nach dem Nebenzimmer, in das die Wendeltreppe mündete. Er riß die Tapetentür auf. Sein Blut erstarrte. Er wich zurück und raffte Julia mit sich. Gierige Flammen leckten nach ihm. Die ganze Treppe war ein Flammenmeer. Der hölzerne Einbau des engen Stiegenhauses lohte als eine einzige Flamme. Der Sturm, der von unten her durch eine wahrscheinlich offenftehende Tür blies, fachte das Feuer in dem engen Raume wie ein guter Blasebalg zu elementarer Gewalt an. Lothar erkannte, daß durch diesen Flammenherd das ganze Haus vernichtet werden würde. „Wo ist Katja?" weinte Julia, indem sie sich hilfesuchend umsah und nichts als beißenden Rauch erblickte. Lothar schrie ein paar Befehle hinunter. Man hatte die Feuerwehr alarmiert. Es war ihm, als höre er irgendwo in der Ferne das Heranrücken der Löschzüge. „Wir müssen den Weg über die große Treppe nehmen", rief Lothar und zog Julia mit sich. Auch hier hatten sich die Flammen zu drohenden, geifernden Zungen verdichtet. Ein starker, weißer Qualm hatte sich entwickelt und schraubte sich schwerfällig an den Wänden hoch. Lothar selbst wäre es vielleicht möglich gewesen, hindurchzukommen, aber Julia!? Sie weinte und hielt seinen Ann umkrampft. Er schüttelte sie ab. Da traf ihn ein entsetzter Blick. Sie war ihm hinderlich. Er durfte nicht nachgeben. Er hörte fic wimmern und betteln. Mit jeder Minute wurde der Qualm stärker. Lothar wars einen Blick hinter sich. Er überlegte kurz. . Die Fenster lagen zu hoch, als daß sre unbeschadet den Sprung wagen konnten. Schon knallte rrgendwo eine Glasscheibe. Es war, als ginge ein Schuß los. Da nahm er die zitternde Julia kurz entschlossen auf seine Arme. Sprungweise gelangte er mit ihr über die schwelenden Stufen. Im Erdgeschoß lohte das Mobiliar und die Holztäfelung der Wände in steiler Flamme. Das Parkett glimmte. Lothar trug Julia mitten durch das Feuer hindurch. Er mußte sie fürs erste in den Nebengebäuden in Sicherheit bringen. Schon traten die mittlerweile angekommenen Löschzüge in Tätigkeit. Der Sturm verbündete sich mit den Flammen. Er spottete der menschlichen Ohnmacht. 9. Mit zartem weiblichen Instinkt hatte Konstanze Peters neue Verstimmung erkannt. Cs bestand kein Zweifel mehr für sie. Peters Llnglück bestand in seiner wirtschaftlichen Lage. Sie würde ihm helfen, so gut sie konnte. Nur noch sehr selten, bat er sie einmal, bei ihr zu bleiben Meistens geschah es dann, daß er zum Pinsel griff und ihn gleich daraus wieder fortlegte. Seine Haltung war eine andere geworden. Seine Kleidung war ohne Sorgfalt und jenes blitzartige Zuc^n lief öfter denn je über sein Gesicht. „Du solltest versuchen, die „Erlösung" zu verkaufen", riet sie ihm eines Tages und ihre Augen waren voller Mitleid. „Ich habe das Bild auf die Ausstellung von Rappoldy gegeben", entgegnete er bitter. „Kein Mensch lauft heute Bilder. Die Malerei ist ein brotloses Handwerk." „Du darfst nicht so sprechen", tadelte sie. „Die Kunst ist etwas Göttliches." Wenige Tage spater trat sie mit einem Lachen, das Wärme und Licht brachte, in sein Atelier. „Eine sehr gute Botschaft! Peter! Ich habe einen Interessenten für die „Erlösung". Du mußt das Bild sofort von Rappoldy zurück- holcn. Morgen wird der Käufer Herkommen. Er will das Bild sehen." Peter erbleichte. Es sah aus, als sei sein Gesicht mit Schweiß bedeckt, und seine Hände machten zerstreute, planlose Bewegungen. Eine dumpfe Ahnung umrauschte Konstanze. „Ich habe das Bild mit viertausend Mark an- gesetzt. Er kennt es schon vom Schaufenster der Kunsthandlung Bieberach her. Er wird es kaufen. Peter." Seine Lippen wurden noch trotziger: „Ich — habe — das Bild — verkauft", stammelte er und eine heiße Scham stieg in ihm auf. Er konnte sie nicht anblicken und er fühlte, daß er schlecht war und diese Frau ihn nicht mehr achten durfte. Er sah nicht, wie sie zusammenzucktc und sich ihre Augen langsam mit Tränen füllten. „Du hast mich also belogen", sagte sie schwach und mit traurigstem Tone. Nun kam etwas wie das Verlangen einer wilden Selbstanklage in dem Manne auf. Seine Worte überstürzten sich. Es war das Bekenntnis eines reuevollen Sünders. „Ich habe mein Bild — unser Bild — Kon- stanze — dahingegeben für einige hundert Mark. Schon vor längerer Zeit. Mein Bericht von der Ausstellung bei Rappoldy war Unwahrheit. Ich wagte anfänglich nicht, dir die Wahrheit zu sagen. Ich brauchte ja Geld, wenn ich leben wollte. Konstanze! -- Ich hatte mein letztes verspielt. — So, nun weißt du es. Nun kennst du meine Leidenschaft. Ich bin Spieler. Ich bin ein armseliger, verachtungswürdiger Spieler. Ich bin ohne Ehre und ohne Halt. — Du allein — du — du, meine Konstanze, kannst mich bewahren vor dem Untergang, vor dem Letzten." (Fortsetzung folgt.) -od 2:1. idc MannsHaslen Äber. Mhrend /te Saubringen > enftoideltc ngui V\i) yiWjt wn aul lewem )vvmrvd in der »en. Halbzeit 0:1. el an Härte zu. ; nicht aus seiner erzielte 5dc auf ds war auf der en in der Men in und das Spiel lb 1:1. i, um ein rück. • Trvhen-Lin» er gute Spiele dagegen zeigen m In einem 'ben-Linden djc rte aber mcht den Ausgleich, lles hergegeben zu einem tet- ian sich mit dm 15:2. ig in Aaunheim i in veränderter lc cs vvvwzen, reichlichem 6m schönm Angriff or, dem Sitftd egenleSK. Halb« )r Wieset! durch sauhen. 'Haun- , dem die Gäste rgensehten. Trotz :d vorerst dieses ,luh des Spieles nheim, noch drei« 10 Sen * ** Ä1885. X; T^lar, W -A orftunt». Äs JW flntrattn( "«»WrteiildKn Ärin 9«ooten wurden 2seh-", dem S>e«h entgegen, rtzen mehr aus m. Ein Elfmeter 1, dem nach fur. W'eseck lieferte •" abermals qt. das vierte lor. ,d)n Mann, hiet: uiheimifchen nur len und jo bat aü es dann, dab ’ ,Nch tmaul * tl<®05 äsä fe MalsSt i t" hak Betet l 2« u ErlösE - »oppoldy $ Je*"”* ,Z (»• fein Regungen- fon Wifflflrfan' ttau «ni)tZ der •sä*- $d> f, trotzt".er Ist», in & -aßfr cr.Äta^ n n^r •rfte l« 1' T] piltCC ®tl* sei» * fn fe !»■ Ä« *|t ft Ml bin Äg,3? lld^ su a?^be- «■ vor Wißmar I — wieseck 1. Jugend 0:1. !Diefcd3 Jugend war am Sonntag in Wißmar zu Galt. 3m Dorspiel gegen die zweite Mannschaft Wißmars mußte diese eine Hobe Diederlage mit nach Hause nehmen. Diesmal patte Wißmar es vorgezogen, seine erste Els dem Gegner entgegenzustellen. Aber auch diese Mannschaft mußte sich mächtig wehren, um den Eingriffen der Gäste standzuhalten. Trotzdem gelang es den Hinten Gästen, einmal das Aeh zu sinden und mit einem 0:1-Sieg den Platz zu verlassen. wieseck 11 — klein e Inden Jgd. 2:2. Die zweite (Jugend Wieseds weilte zu einem Freundschaftsspiel in Klein-Linden und brachte gegen die dortige (Jugend ein Unentschieden 2:2 heraus. Handball. 3n der Handball-Serie standen sich Heuchelheim und Krofdorf in Heuchelheim gegenüber. Die Ginheimischen, die am Dorsonntag Grohen-Linden mit 15:0 Toren heimschicken tonnten, mußten sich heute gegen die technisch besseren Gäste mächtig wehren. Krofdorf gelang es, durch feinen guten Sturm zehnmal erfolgreich zu sein, dem Heuchelheim trotz aller Bemühungen nur vier Tore entgegensetzen tonnte. So tonnte Krofdorf mit einem sicheren 10:4-Sicg die ersten Punkte mit nach Haufe nehmen. Am Sonntag trat die Handballmannschaft Launsbach zu einem Gesellschaftsspiel in Durkshardsselden an. Das Spiel stand bis zur Halbzeit 2:1 für die Gäste. In der zweiten Halbzeit zeigte die Plahmannschast eine besondere Technik und konnte fo den wohlverdienten Sieg mit 6:2 herbeiführen. pfingstsahri des Oberrhein Mainkreises im Deutschen Kanuverband. Die Pfingstfahrt des Oberrhein- und Main- treises im Deutschen Kanuverband, die sich bei allen deutschen Paddlern besonderer Beliebtheit erfreut, findet in der Zeit vom 3. bis 10. Juni auf der Lahn statt. Diese große Wanderfahrt, die Kanuten äugt aNen Gauen des Deutschen Deiches zufammenfnhrt, soll auch in diesem Jahre wieder eine gewaltige Kundgebung des deutschen Paddlers werden, und wird mehr wie alle anderen Hebungen dazu beitragen, die verschiedenen Landsmannschaften im Reiche durch gemeinsames Erleben einander näherzubringen und Gegensätze auszugleichen. Sine am 3.3uni in Marburg beginnende Dorsahrt führt einen Heineren Teilnehmerkreis über Gießen. Wetzlar, Weilburg nach Runkel: hier beginnen am Pfingstsonntag die Haupttage, die in Limburg ihren Höhepunkt erreichen. Die Teilnehmer treffen am 4. 5. Juni in Gießen ein, wo Führungen durch den Derkehrsverein stattfinden. Außerdem ist eine Omnibusfahrt nach der Burg Gleiberg vorgesehen. Die Paddlergilde Gießen wird die Teilnehmer am Abend des 4. 3uni auf ihrem Zeltplatz an der Badenburg begrüßen und bei dieser Gelegenheit einen Lagerabend und eine Beleuchtung der Burgruine Badenburg durchführen. Die Städte an der unteren Lahn haben zu besonders seitlichem Empfang gerüstet. 3n Runkel werden Ne Paddler mH Gmpfangsmusi? erwartet. Am 7.3um ist in Runkel Fackelzug. Stadt», Burg- und Uferbeleuchtung. Ain Pfingstmontag wird über Limburw Diez daS Kloster Arnstein erreicht, daS als Ausklang der Fahrt eine große Beleuchtung bieten wird. Die anschließende Rachfabrt über Sms, Koblenz bis Köln wird ebenfalls noch viele Paddler vereinigen. 3h Koblenz ist eine besondere Feier in dem neuerbauten Wanderbeim deS Deutschen Kanu- Derbandes am 'Deutschen Ed geplant. „Pfingsten auf der Lahn' wird sich in diesem Jahre als das größte waffersportliche Ereignis in Südwestdeutschland erweisen, besonder- wenn man bedenkt, daß die letztiährige Fahrt auf dem □ledar schon 1200 Boote mit 16CK) Teilnehmern sah. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samelag nachmittag geschloßen Unzeigenauflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. em. ^ß/ZZ/gsten und bequemste/» ßnennsfoff-r^FX Briketts^ ^auch, lein Paß, keine Feh Zacken FürempiindlicheundstarkeFühe habe ich den Alleinverkauf der bestens bewährten orthopädischen Gesundheitsschuhe: Marke ,GewoF übernommen. Zuverlässige orthopädische Beratung auf Grund langjähriger Erfahrungen für alle Fubbeschwerden. Schuhhaus Herbert Gießen. 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Gemüsekonserven, 150 Flaschen Likör, 25 Karton Schokolade, eine Vitrine, eine elettr. Ständerlampe, einen Lederklubsessel, 100 Kokosbesen, zwölf Roßhaarbesen, 15 Kinderklappstühle, zwei Holländer, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Kinderspiele, 40 Fahr- leinen, fünf Waschleinen, 24 Frucht äcke, 20 Feldstühle, fünf Klappstühle, 100 Karton Christbaumschmuck. Doraussichtlid) bestimmt: eine Waschmaschine, zwei emaillierte Herde, einen Gasherd, eine Eismaschine, ein Regal mit Setzkästen und Schrift, einen Sprechapparat. Bestimmt: ein Schlafzimmerbild. Gießen, den 4. Juni 1930. Dem 421OD Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstraße 13, Telephon 4101. UNSER PFiNGSTANGEBOT Sultaninen kalifornische »4 Pfd. -.10 ’APfd. -.30 Blutwurst geräuchert Pfd. -.20 .25 70 .21 Kokosflocken bunt .. Frucht-Schnitten ........ Milch-Schokolade Erfrischungs-Waffeln .... Teegebäck feines................ % Pfd. . ", Pfd. 3 Taf. älOOgr " . v* Pfd. 29er Oppenheimer Vi Fl. o. 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Zwangsversteigerung ^28 Am Mittwoch, dem 16. 3uli 1930, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichte« gebäude Zimmer 106 — 1 Obergeschoß —> das im Grundbuche von Gießen dem Julius Jakob in Gießen zugeschrieben« Anwesen Afterweg 12, Flur I Rr. 1379 = 139 qm Hosreite, geschätzt 22 770 Mark, versteigert. 4186V Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstr. 20 zur Einsicht aus» gehängt. Gießen, den 31. Mai 1930. 3.21. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgcrichtsvorsteher. zft.».. .... -43 e a u ei n i in u 01 u n a Der Voranschlag für Rj. 1930 liegt vom 4. d. M. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Während dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. 41850 Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Reiskirchen, 3. Juni 1930. Bürgermeisterei: Schomber. Xum Sfingstfest Seltersweg 52 1. 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Hochfeine Perl-Mischung, lila Packung..... Hochfeine Java-Mischung, orange Packung eigener Biickerei: Roggenschrotbrot............................ Roggenbrot.................................. Mischbrot, II. Sorte.......................... Mischbrot, 1. Sorte............................ SOLBAD UND LUFTKURORT Wimpfen 3 n. Meine Hauptpreislagen sind: Schulstraße 10 4065 D 26 Pf. 28 Pf. 30 Pf. 190 Pf. 85 Pf. 90 Pf. 104 Pf. 75 Pf. 62 Pf. 85 Pf. 95 Pf. Für die HausbÄckerei: y Weizenmehl, Spezial 0........................1 Weizenmehl, Auszug..........................1 Weizenmehl, feinstes Kuchenmehl............1 Pfund Weizenmehl.......................5- Pfund - Säckchen Feinste deutsche Butter.....................' » , Holländische Süßrahmbutter................/3 Pfund Tafelöl, hochfein............................... ter Schmalz................................ Kokosfett...............................1 Tafel 06 und Palmin......................................... 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Juni 1930, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: Mittwoch, den 11. Juni 1930, vormittags 8.30 Uhr (Zusammenkunft in der Marburger Straße, Ecke Schwarzlachweg), von den Wiesen in der Schwarzlach in elf Abteilungen. Vormittags 9.30 Uhr (Zusammenkunft am Schlachthof), von den Wiesen im Neustädter Feld, bei dem wirksam In der Farbe drueksaehen gut unterstützen. Nur so Berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die erQhl'sche Druckerei, Gieß"n, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Wir gewähren zur Zeit am Jahresschluß 5°/, Rückvergütung. Die beste Sparkasse ist die Rückvergütung im Konsumverein. Mit diesem Betrag kann.die Hausfrau den Winterbedarf eindecken oder Weibnachtskäufe erledigen. Außerdem in Sterbefällen eine Sterbegeldbeihilfe bis zu 1OO Mk. Warenabgabe nur an Mitglieder! Konsumverein Lietzen und MM e. G. m. b. H. 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Donnerstag, den 12.3uni 1930, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle), an der Anneröder Straße, von den Wiesen am Altcnteich und Utersbrunnen, anschließend an der Rödgener Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzen- morgen. 4219C Nachmittags 1 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle), von den Wiesen in den Gemarkungen Großen- Buseck und Rödgen. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den städtischen Wicsenmeister Klos, hier, Bückingstraße 4, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes Dampisäcjewerk Lollar B. Nutm, A. G. „Rubina“ Haustee aus feinst. Kräutern sachgemäß gemischt, v. hervorragendem Geschmack 1 Kräuterhans lun§ von Reichardt, van Houten, Gtollwerk, Quatta, Eszet usw., sowie lose, gute Haushaltsorte, Pfund 1.50 Heinrich Driesch Seltersweg 70. 4202 A in jeder Preislage Reizende Neuheiten Tapetenhaus Ferd. 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Es gilt nur die Frage, ob das, was die Technik schuf, in einem oder anderem Sinne nützt. 3ft diese Frage zu bejahen, so wird der Fortschritt sogleich entweder von der Verbrecherwelt oder von ihren Feinden ausgenommen. Aus diesem forschen Zugreisen heraus sind die 'Verbrecher mit den sinnreichsten Schutzmah- rcgeln fertig geworden. Sie öffnen Stahlkammern, sie stehlen Autos, die in der mannigfachsten Art gesichert sind. Bei ihnen findet man die neuesten Werkzeuge, die heißesten Flammeri, wunderbare Einrichtungen, um den elektrischen Strom ihren Zwecken dienstbar zu machen, sehr gut wirkende Vorrichtungen, um ihn da rasch und ohne Aufsehen auszuschalten, wo er stört. Der Verbrecher von heute ist meist auch ein guter Techniker. Er muh es fein, erwachst ihm doch in der Polizei, tm gerichtlichen Chemiker, tm Untersuchungsrichter und in den Kreisen der Techniker selbst ein ebenbürtiger, oft ein überlegener Gegner. Auch hier wird jede Neuerung sofort aus- genüht. Als das Flugzeug noch nicht der Allgemeinheit zugängig war, wurde es bereits von der Polizei verwendet. Der Bildfunk, der drahtlose Verkehr und noch vieles andere wurden ohne Zögern in den Dienst "der Derbrecherjagd gestellt. Vielleicht nirgends wird in einem Umfange mit den modernsten Hilfsmitteln der Technik gearbeitet wie gerade hier. Dieser Kampf ist noch nicht beendet und wird niemals ein Ende finden. bringt die schöpferische Technik doch stets Neues hervor. Auch ist die Kriminalistik wieder dabei, den Kreis der Einrichtungen zu erweitern, deren sie sich bedient. Der Tonfilm ist erschienen. Er beginnt eben erst sich einzuführen, seinen Weg über die Welt anzutreten. Aber schon hat man ihn daraufhin geprüft, was er für das Verbrechen zu bedeuten hat. Es ist kaum anzunehmen, daß sich die Verbrechen seiner bedienen werden — aber immerhin kann man nicht wissen, was die Zukunft bringen wird. Vielleicht erlebt man auch hier noch Heber« raschungen. Aber die Polizei hat bereits erkannt, daß ihr das tönende Filmband zu Helsen vermag. Die Stimme des Menschen ändert sich, wenn er erwachsen ist, im allgemeinen ebensowenig wie die Papillarlinien seines Daumens. Abdrücke dieser Linien liegen hn Archiv. Sie können erst dann nützen, wenn man die zugehörige Person hat. 2s ist unmöglich, sie dem Gedächtnis einzuprägen. Der Klang einer Stimme haftet besser. Er kann vielleicht allein, vielleicht in Verbindung mit anderen Merkmalen zur Erkennung beitragen. Klingt irgendwo die kennzeichnende Stimme des Verbrechers an das Ohr des geübten Kriminalisten, lo wird er aufmerksam toerben. Zusammen mit dem Fingerabdruck wird die Stimme zu einem weiteren Merkmal für die Feststellung der Persönlichkeit. Aus allen diesen Gründen hat man jetzt bei der Polizeibehörde von Philadelphia erfolgreiche Versuche mit der Tonfilmkamera gemacht. Don den Derbrechern stellt man nicht nur einen Fingerabdruck her. Es wird auch ihre Stimme aufgenommen. Das Filmband kann vervielfältigt und an andere Polizeibehörden weitergegeben werden. Außerdem aber kommt es nur allzuoft vor, daß Derbrecher ihr Geständnis widerrufen. Deshalb hält man auch dieses auf dem Tonfilm fest. Sie können diesem Beweis gegenüber nicht behaupten, daß es ihnen erpreßt wurde oder daß ihre Aussagen falsch beurkundet ober nicht richtig verstand en worden seien. Der Tonfilm bildet einen Beweis, gegen den es kein Leugnen gibt. 3m übrigen läßt sich auch die gewöhnliche Kamera im Kampfe gegen das Verbrechertum verwenden. Bereits früher hat man Einrichtungen durchgebildet, bei denen eine Dlihlich tauf - nahme des Einbrechers gemacht wird. Sie be- Nr. 129 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch. 4. Juni (950 Aus Natur und Technik. Wie fliegt man ohne Mlor? Don Max Asche«-. 3m Außeninstitut der Technischen Hochschule zu Berlin sprach kürzlich Kand.-3ng. Robert Kronfeld von der Technischen Hochschule in Darmstadt über feine neuesten Segclslug- erfahrungen. Der Dortragende ist der 3nhaber der Höhenwelthöchstleistung von 2000 Meter und der Langstreckenhöchstleistung von 150 Kilometer im motorlosen Flug. Er wurde dementsprechend zu Beginn und am Schluß, aber auch während seines Dortrages, nach Hochschulfitte durch lebhaftes Trampeln gefeiert. Die Frage, warum man die Flugzeuge überhaupt noch mit Motoren ausstaltet, wenn man doch auf so große Entfernungen ohne Motor fliegen kann, wie es beispielsweise dem Dortragenden gelungen ist, tritt immer wieder an mich heran. Dazu ist folgendes zu sagen: Wenn ein Flugzeug in der Luft schwebte, ohne sich flegen diese Lust zu verschieben, so würde es ab« lürzen wie eine bleierne Ente. Hm sich in der Luft halten zu können, muß es in dieser Lust Vorwärtsgleiten. Da es sich dabei in der Lust reibt und auch den Stirnwiderstand überwinden muft. so wird dabei Energie verbraucht. Diese Energie liefert beim motorischen Flug der in daS Flugzeug eingebaute Motor, beim motorlosen Flug der Höhenverlust, also das, was man die ..Anziehungskraft der Erde" nennt; man kann eben im motorlosen Flugzeug nur dadurch Vorwärtsgleiten. daß man etwas „bergab“ fliegt; es ist schließlich das gleiche wie bei einem Wagen, der auf einer ebenen Straße auch nicht von selbst fährt, wohl aber auf einer abfallenden abwärts rollt. Ss ist also ohne weiteres klar, daß man mit einem motorlosen Flugzeug GleiHlüge machen kann, wie z.B. Hdet von der Zugspitze ins Tal geschwebt ist. Darum aber handelt es sich beim Segelflug nicht, wenigstens nicht allein. Beim Segelslug will man ja möglichst lange fliegen, möglichst große Strecken zurücklegen und möglichst große Höhen erreichen. Wie kann man das nun, wenn ein motorloses Flugzeug nur „bergab“ gleiten kann? Hm dies zu verstehen, müssen wir uns klarmachen, daß sich dieses „bergab“ nur auf die Lust bezieht, aber nicht auf die Erde. Wenn man also z. B. in einem Luftstrom flieat, der von der Erde aus stärker aussteigt als das Flugzeug beim Dergabfliegen an Höhe — in bezug auf diese Luft — verliert, so gewinnt es in bezug auf die Erde um so viel an Höhe, als der aufwärtsgehende Luftstrom schneller ist als das Sinken des Flugzeugs. Solche aufwärtsgehenden Luftströmungen hat man z. B. an Berghängen, gegen die die Luft aus der Ebene wagerecht anströmt und dann am Hang entlang aussteigen muß. um Über ihn hinwegzukommen. Wenn man also über einen solchen Hang bei entsprechendem Wind hin und her fliegt, so kann man in bezug auf die Erde an Höhe gewinnen. Die Kunst der Segelflieger besteht nut darin, mit möglichst geringem Höhenverlust — immer in bezug auf die Luft - möglichst lange in der Lust zu bleiben. Natürlich gehört dazu auch ein Flugzeug, das auf möglichst geringen Höhen- verlust gezüchtet ist; nach den Angaben Kron« selds beträgt bei den besten jetzigen Segelflugzeugen der Höhenverlust rechnerisch etwa einen Meter auf 30 Meter Flugstrecke; in Wirklichkeit kommt man auf einen Meter bei 20 Meter Flugstrecke oder etwas mehr, also auf 23, auch 24 Meter. Wenn bann der Flieger auf diese Weise eine möglichst große Höhe über der Erde erreicht hat, so kann er natürlich einen Gleitflug machen, also von dem Hang Wegsliegen. Kronfeld schilderte sehr anschaulich, wie man im Berg' oder Hügelland immer wieder Hänge ausnuhen kann, um sich von neuem hochtragen zu lassen, die bis dahin verlorene Höhe wieder zu ersetzen und immer wieder von einem höheren Punkt aus einen weiteren Gleitslug anzusehen. Er schilderte dabei, wie auch die großen Vögel diesen Aufwind bei ihren Segelflügen auSnuhen, ja wie ihm kreisende Dögel sogar bet seinen Flügen manchmal geradezu alS Wegweiser zum Auffinden des Aufwindes gedient haben. Natürlich können diese Dögel schon kleinere Aufwindbezirke ausnuhen, weil sie erheblich kleiner sind als ein Segelflugzeug und dementsprechend auch lleinere Kreise beschreiben können, ohne aus dem Bereich der aufwärtsströmenden Luft zu kommen. Gattz besonders interessant waren aber die Schilderungen Kronfelds, wie er sich gewissermaßen an Haufettwolken anhängt. Unter solchen Wolken herrscht gewöhnlich ein auswärtsstrebender Luftstrom, so daß man beim Fliegen mit einem Segelflugzeug unter ihnen emporgetragen wird. Man kann also dann durch Hin und Hcr« fliegen oder Kreisen unter diesen Wolken große Strecken zurückleaen. 3n manchen Fällen ist Kronfeld sogar absichtlich in die Wolken hinein- geflogen, obwohl das Dlindsliegen im Nebel außerordentlich schwierig und gefährlich ist, da der Flieger dabei leicht das Gefühl dafür verliert, ob sein Flugzeug wagerecht liegt, was oben und waS unten ist. Er ist auf diese Weise auch durch die Wolken nach oben hindurchgestoßen und ist von dort weitergetragen worden. Auch vor der Front von Gewitterwolken pflegt die Luft aufwärtszustreben, so daß diese Luftströmungen ebenfalls xur Erzielung eines Höhen« gewinns gegen die Erde ausgenuht werden können. Die größte Schwierigkeit bietet es, den Hebergang vom Fliegen im Aufwind über den Derghang in den auswärtsgebenden ßuftftrom unter und vor den genannten Wolken zu finden Kronfeld, der mit fast zu großer Bescheidenheit sprach und immer die Verdienste.und Erfolge anderer in ben Vordergrund stellte, betonte auch die Wichtigkeit der Segelsliegerei für die Schärfung des Gefühls der Motorflieger, und sicher können diese von den Segelfliegern manches lernen. Entbehrlich freilich wird der Motor im Flugzeug durch die Segelfliegerei nicht werden, denn im Verkehrsflugzeug will man ja nicht über einem Hang bin unterfliegen und auch nicht dahin, wohin zufällig die Wolken ziehen, sondern man will unabhängig von den Luftströmungen ein bestimmtes, sernliegendeS Ziel ohne Umwege und ohne Zeitverlust erreichen. Das aber wird man mit dem Segelflugzeug niemals können. Damit soll aber nichts gegen die Segelfliegerei gesagt werden, denn ihre Bedeutung zum Erkennen und zur Ausnutzung gerade der Feinheiten des Fliegens und der Flugzeuge auch beim motorischen Flug kann gar nicht hoch genug eingeschaht werden. Daß sie nebenbei ein Sport ist, der Kopf und Körper, technisches Können. Wind- und Wetterkunde, Entschlußfähigkeit. Zähigkeit und Mut. den Einsatz des Lebens für einen Gedanken wie kaum ein anderer Sport schult und prüft, dies allein schon würde den wahrhaft edlen Sport des Segelfliegens über die meisten anderen Sportarten erheben und ihm Daieinsberechtigung geben. Diese Eigenschaften, die sichtlich in dem Vortragenden verkörpert sind, waren es wohl auch, die ihm neben der Güte seines Vortrages den lebhaften Beifall der zahlreich vertretenen studentischen 3ugend eintrugen, und das ist gut so. auf die Fernleitung gegeben, gelangen in die Empfangsinaschine, die natürlich genau wie die Sendemaschine aufgebaut ist, und bringen dort, ebenfalls mit einer Wählschienenanordnung, den betreffenden Schreibhebel zum Anschlag. Die Fernschreibmaschine kann auf allen Fernmeldeleitungen arbeiten. Die Postverwaltung vermietet für diese Zwecke Leitungen, und zwar sowohl innerhalb des Stadtgebietes tote auch Fernleitungen zwischen verschiedenen Städten. Der Mietpreis beträgt nur einen Bruchteil des Mietpreises für Leitungen zum Fernspvechen. Fernschreibmaschine. Oie Kernschreibmaschine. Don Ingenieur Walter Zaelel. Die Benutzung des Telegraphen im Geschäftsleben ist in den letzten 3ahren stark zurück« gegangen, während der Fernsprechverkehr gewaltig zugenommen hat. Der Grund dafür liegt vor allem darin, daß die Verwendung des Telegraphen für den Geschäftsverkehr in der gegenwärtigen Betriebsform zu langsam arbeitet und zu umständlich ist. Während man am Fernsprecher verhandeln, auf Fragen gleich antworten, etwaige Schwierigkeiten beseitigen kann usw.. sind bei telegraphischer Verständigung für die gleiche Sache mehrere — häufig kostspielige — Telegramme nötig, deren Absendung und Zustellung verhältnismäßig lange dauert. Daß die Neigung, den Fernsprecher auch für Gespräche von Stadt zu Stadt zu benutzen, so stark zugenommen hat, ist vor allem auf die technischen Verbesserungen zurückzuführen. Beispielsweise ist das Kabelnetz gegenwärtig so leistungsfähig, daß das Herstellen von Verbindungen selbst bei großen Entfernungen nur kurze Zeit dauert und die Verständigung durchweg sehr gut ist. Für bestimmte Zwecke ist der Telegraph natürlich immer noch unentbehrlich. Dies gilt beispielsweise für die Hebermittlung von umfangreichen Zahlenzusammenstellungen, wie Börsenkurse usw., ferner für solche Verhandlungen. bei denen das Vorhandensein schriftlicher Unterlagen notwendig oder von Vorteil i.st. Neuerdings erscheint in der Fernschreibmaschine ein Hilfsmittel für den Nachrichtenverkehr. das im gewissen Sinne die Vorteile des Telegraphen und des Fernsprechers vereinigt. Sie erledigt nämlich wie der Telegraph die Nachrichtenübermittlung auf schriftlichem Wege, läßt sich aber wie der Fernsprecher überall ausstellen, auch von jedermann bedienen und ermöglicht wie der Fernsprecher Verhandlungen in Rede und Gegenrede. Die Bedienung der Fernschreibmaschine unterscheidet sich in nichts von der einer der üblichen Schreibmaschinen. Bei der Fernschreibmaschine sind die Tasten angeordnet wie bei der genormten Schreibmaschine; zum Anschlägen der Tasten ist keine größere Kraft nötig als bei der gewöhnlichen Schreibmaschine. Cs lassen sich sieben Tasten in der Sekunde anschlagen, also eine Zahl, die selbst von einer geübten Schreiberin selten erreicht wird. Die Nachrichtenübermittlung mit der Fern- schreibmaschine geschieht so: An beiden durch eine Leitung verbundenen Maschinen werden zur verabredeten Zeit die vom Netz gespeisten Antriebsmotoren eingeschaltet. Beide Maschinen können auch mit Hilfe einer besonderen Zusaheinrichtung von der Sendemaschine allein eingeschaltet werden. Man schreibt nun auf der Sendemaschine den zu übertragenden Wortlaut, der dann auf Der Empfangsinaschine erscheint, jedoch zur Ucbcr- wachung auch auf der Sendemaschine mitgeschrieben wird. Man sieht, ähnlich wie bei den heute allgemein gebräuchlichen Schreibmaschinen mit sichtbarer Schrift, duf Der Sendemaschine jeden einzelnen Buchstaben unmittelbar nach dem Anschlag. so daß Verbesserungen gleich vorgenommen Werden können. Die Vmpfangsmaschine kann natürlich ohne weiteres auch zum Absenden von Nachrichten benutzt werden. Die Schrift erscheint auf einem Papierstreisen, der nach dem Abdruck eines Zeichens um dessen Breite weiterbewegt wird; es gibt aber auch schon Fernschreibmaschi- nen, die wie eine gewöhnliche Schreibmaschine aus ein Blatt Papier schreiben. Die Schrift wird ähnlich wie bei Der Schreibmaschine durch Den Anschlag von Buchstaben auf ein Farbband her« vorgerusen. Das Farbband wird selbsttätig weiter- und nach seinem Ablauf umgeschaltet. Der Aufbau der Fernschreibmaschine ist sehr Übersichtlich, jeder Bestandteil ist leicht zugänglich, so daß die 3nstandhaltung durch jeden Schreibmaschinenmechaniker erfolgen kann. Heber die Wirkungsweise soll nur soviel gesagt werden, daß jedes Zeichen durch eine Schienenanordnung in fünf Stromreize verschiedener Richtung zerlegt wird. Diese Stromreize werden Del guter Ausnutzung der Leitungen ist die Wirtschaftlichkeit sichergestellt. Die zukünftige Organisation des Cigennachrichtenverkehrs mit Fernschreibmaschinen ist so gedacht, daß vor allem solche Unternehmen, Die zwischen ihren in verschiedenen Städten befindlichen Zweigniederlassungen einen lebhaften Geschäftsverkehr haben. diesen mit der Fernschreibmaschine erledigen können. Zu diesem Zwecke sind auch bereits Vermittlungseinrichtungen entwickelt worden, die es ähnlich wie beim Fernsprecher ermöglichen, jede Femschreibmaschine mit jeder anderen zu verbinden. Fernschreibmaschinen sind ferner zur gleichzeitigen Nachrichtenübermittlung von einer Stelle aus an zahlreiche Empfänger gut geeignet. Der Aufbau der Anlage wird zu solchen Zwecken so vorgenommen, daß nur eine Maschine als Sender arbeitet, während die übrigen Maschinen lediglich Empfänger sind. Für dte Zwecke der Polizei und Feuerwehr werden solche 3cm- schreibmaschinenanlagen schon mehrfach benutzt. 3ede Wache erhält eine Femschreibmaschine, die mit sämtlichen anderen Maschinen in Verbindung treten kann. Wichtig ist für solche Anlagen, daß z. B. Alarmnachrichten gleichzeitig an alle Empfänger gegeben werden können, sowie daß alle Befehle in einbutiger Form schriftlich vorliegen. Die weitere Entwicklung Der Fernschrelb- maschine wird wohl dahin gehen, daß jeder, der es wünscht, neben seinem Fernsprecher eine solche Maschine stehen hat, mit der er jedem anderen Fernschreibmaschinenbesitzer Nachrichten zukommeir lassen kann, auch wenn dieser nicht zu Hause ist. Ebenso kann man bann selbst in Abwesenheit Nachrichten empfangen, die man vorsindet, wenn man nach Hause kommt. Die Verbindungen kann man sich wie beim Selbstanschlußfernsprecher mit der Fingerscheibe selbst Herstellen; diese Möglichkeit ist von zwei Firmen auf der letzten: Leipziger Technischen Messe bereits gezeigt worden. Vielleicht wird also die Femschreibmaschine unseren Driefverkehr erheblich verändern: Wir werden eben unsere Briefe in späterer Zeit nicht mehr bei uns schreiben und sie dem Empfänger zusenden, wir werden sie vielmehr bei unS und beim Empfänger gleichzeitig schreiben. stehen meist aus einem verborgenen elektrischen Kontakt. Berührt ihn der Verbrecher zufällig, so flammt ein Blitzlicht auf. eine auf die Gegend um den Kontakt herum eingestellte photographische Kamera macht eine Aufnahme. Bei diesem Verfahren ist es aber nicht immer sicher, daß man ein brauchbares Bild des Eindringlings erhält. Es ist möglich, daß er sich gerade bückt oder der Kamera seinen Rücken zuüreht. Eine Filmkamera, die nicht ein einziges Bild her« ftellt, sondern eine ganze Reihe, die also einige Zeit hindurch läuft, wird wohl eher Bilder bringen. die sich verwerten lassen. Sie wird den Einbrecher von verschiedenen Seiten zeigen. Einen Anfang zur Erreichung dieses Zieles bildet eine eigenartige Einrichtung. Die man an verschiedenen Feuermeldern der Stadt Neuyork angebracht hat. Hier wird die Feuerwehr im 3ihre ungefähr siebentausendmal mutwilligerweise alarmiert. Von vier Alarmen erweist sich durchschnittlich einer als falsch. Hm diesem Hnsug zu steuern, hat man an verschiedenen Feuermeldern oben einen stählernen Arm angebracht, an dessen Ende eine Filmkamera befestigt ist. 3hr Objektiv ist ein- für allemal derart eingestellt, daß jeder, der den Melder benutzt, in einer ganzen Reihe von Dildcrn ausgenommen wird. Die Kamera läuft vollkommen geräuschlos. Die läßt sich also auch für andere Zwecke verwenden, bei denen es sich Darum handelt, ein Bild bestimmter kriminalistischer Dorgänge und der Dabei beteiligten Personen zu erhalten. Die Brauchbarkeit Dieses Dersahrens wird noch besonders dadurch erhöht, daß Die Entwicklung deS Films in fünfzehn Minuten beendet ist und daß nach dieser Zeit bereits die ersten Bilder an Die verschiedenen Polizeistellen verschickt werden können. Bei fast allen Derbrechen spielt das Auto eine große Rolle. Diebe und Mörder kommen jetzt nicht mehr, wie man es in alten Romanen lesen konnte, in einen Mantel gehüllt an geschlichen. Sie fahren im Auto vor und benützen auch zur Flucht den Kraftwagen. Daß sie sich hüten werden, bei ihren abenteuerlichen Fahrten die richtige Nummer zu führen, bedarf keiner weiteren Ausführungen. Die Nummer stellt also gerade beim Verbrechen ein schlechtes Erkennungszeichen Dar. Selbst wenn es gelungen ist, sie festzustellen, zeigt es sich nachher meist, daß sie gefälscht war. Aber jede- Auto führt ein anbered Erkennungszeichen mit, das sich nicht fälschen und nicht tilgen läßt. Ein Erkennungszeichen, daS gewissermaßen den Fingerabdruck des KrastwagenS bildet. Wie eS auf der ganzca Welt wohl kaum zwei Daumen gibt, deren Papillarlinien sich vollkommen gleichen, so wird es auch wohl kaum zwei Lust reifen geben, Die einander in jeder Einzelheit entsprechen. Mögen sie auch in der gleichen Fabrik hergestellt worden sein und mögen sie für das bloße Auge keine Hnterschiede darbieten, unter der Lupe und unter dem Mikroskop treten zahlreiche Merkmale auf, an denen sich der Pneumatik erkennen läßt. Da gibt es kleine haarfeine Risse und Sprünge, Da gibt es winzige Spalten. Hier hat ein kantiger Stein eine Spur Der Gummimasse weg- aerissen, dort ist aus einem anderen Grunde ein kleiner Eindruck entstanden. Da aber jedes Auto vier Reisen besitzt, so ergibt sich bei genügend sorgfältiger Beobachtung meist hinreichend Stoff, um dieses Auto wieder feststellen zu können. 3n Los Angeles hat man deshalb den Autoreifen und den Spuren eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet. die sie hinterlassen. Wird irgendwo ein Verbrechen begangen, so sucht man im Staube der Straße und sonst auf ihrer Oberfläche, ob sich nicht irgendwelche Reisenspuren entdecken lassen. Das wird in vielen Fällen, insbesondere bei Regenwetter, im Sand, in weichem Erdreich der Fall fein. Diese Spuren werden photographiert. Hierauf werden die nach Bedarf auch vergrößerten Photographien einer sorgfältigen Prüfung unter der Lupe oder unter dem Mikroskop unterworfen. Die Prüfung erstreckt sich nicht nur auf das Suchen nach kennzeichnenden Merkmalen, es werden auch Messungen der verschiedensten Art borgenommen. Die Breite und Tiefe der einzelnen Rillen wird festgestellt, ihre Entfernung voneinander und mancherlei sonstiges. Auf diese Weise entsteht ein Steckbrief des Autos, der weiter verbreitet wird. Die Polizeibehörde von Los Angeles besitzt jetzt bereits 450 derartiger Steckbriefe von Reifen an 2lutos, die bei Verbrechen eine Rolle spielten. ES ist auch bereits in einer ganzen Reihe von Fällen gelungen, die Diebe auf Grund diese« Steckbriefe zu ermitteln und sie sogar zu einem Geständnis zu bringen. Hausweihe -es Gießener Marinevereins. Der Marineverein e. V. veranstaltete am Samstagabend in dem neuerbauten Bootshaus am Wißmarer Weg eine Skagerrak- gedenkseier. Hiermit verbunden war die Einweihung des Bootshauses und am Sonntag die Feier des 38. Stiftungsfestes. Das neue Heim des Vereins, das aus einer früheren Eishalle seinem jetzigen -Zweck entsprechend umgebaut wurde, zeigt, was architektonische Kunst und Opersinn zustande zu bringen vermögen. Bereits die Veranstaltung am Samstagabend war austerordentlich stark besucht. Sieben zahlreichen Mitgliedern des Vereins waren Vertreter des Friedberger Marinevereins, der Arbeitsgemeinschaft der hies. Militärvereine, des Kavallerievereins, der Rudergesellsch-ast, des Vereins Rudersport, des Gardevereins, des V. f. B. und der Sp. Dg. 1900, sowie des Offiziervereins und des hiesigen Bataillons erschienen. Rach einer kurzen Be- grüstung durch den Vorsitzenden des festgebenden Vereins, Schornsteinfegermeister Keil, hielt Kam. Ferd. Link einen sehr interessanten Vortrag über die Skagerrakschlacht am 31. Mai 1916. Der Redner, welcher an diesem für die deutsche Marine so ruhmreichen Kampfe an Bord der „Sehdlitz" teilgenommen hat, zeigte zunächst, wie unsere Marine nach der Mobilmachung längere Zeit tatenlos zusehen muhte, bis ein Wechsel in der Leitung der Marine bald die Möglichkeit brachte, die Schlagfertigkeit unserer Flotte zu beweisen. Er schilderte das Auslaufen der Flotte, den Aufmarsch, die Sichtung des Feindes und den ersten Zusammenstoh, und beschäftigte sich dann eingehend mit dem Verlauf der gesamten Schlacht. Der Redner zeigte dabei, welche hervorragenden Leistungen unsere Marine bei diesem Kampfe vollbrachte und welche auster- ordentlichen Verluste sie dem Feinde trotz seiner grosten Liebermacht beibrachte. Die vertrefflichen Ausführungen wurden durch eine Reihe guter Lichtbilder entsprechend ergänzt, welche die Schwere des Kampfes und seine Auswirkung in bezug aus Material-- und Menschenverluste erkennen ließen. Zum Schlust gedachte der Redner noch in ergreifenden Worten derer, die bei der Skagerrakschlacht ihr Leben lassen muhten, während die Musik das Lied ..Ich hatt einen Kameraden" spielte. Im Laufe des Abends überbrachte eine Reihe der vertretenen Vereine dem Marineverein Glückwünsche zu dem neuerbauten Heim, wobei auch die guten Beziehungen der einzelnen Vereine zu dem Marineverein zum Ausdruck kamen. Von dem Vertreter des Friedberger Marinevereins wurde in längeren Ausführungen auf die sonstigen Verdienste der deutschen Marine während des Weltkrieges hingewiesen. Im übrigen trugen gute musikalische Darbietungen und gemeinsame Lieder wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Am Sonntagnachmittag fand im geräumigen Garten des Bootshauses zur Feier des 38. Stiftungsfestes ein schön verlaufenes Volksfest statt. Bereichert wurde es durch Darbietungen der Iung- mannschaft des Vereins, die sowohl im Rudern, wie auch im Staffel- und Einzelwettschwimmen recht anerkennenswerte Leistungen zeigte. Aus dem Einzelwettschwimmen ging Iungmann Lesch als Sieger hervor. ; Kreistag des Kreises Friedberg. WSR. Friedberg, 3. Iuni. In der K.reistagssitzung wurde als wesentlichster Beratungsgegenstand der Tagesordnung der Voranschlag des Kreises Friedberg für das Rechnungsjahr 1930 einschließlich des Voranschlages des Kreiswohlfahrts- und des Iugendamtes beraten. Kreisdirektor Recht- bien führte in seiner Eröffnungsansprache aus, dah der Voranschlag für 1930 unter Beachtung besonderer Sparsamkeit aufgestellt worden sei. Die Betriebsrechnung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 992 629 Mk. ab, das Vermögen mit 169 667 Mk., zusammen also mit 1 162 296 Mark. Gegenüber dem Vorjahre sind die Ausgaben um 65 713 Mk. gestiegen. Eine' Erhöhung der Steuersätze konnte deshalb unterbleiben, weil die Rechnung von 1928 mit einem Rechnungsrest von 139 746 Mk. abgeschlossen hatte. Die ver- mehrten Ausgaben sind in der Hauptsache auf sozialem Gebiete erforderlich. Hierzu kommt noch, dah der Staat, der bisher 30 Proz. der Sozialund Kleinrentnerfürsorge und von der sozialen Kriegsfürsorge getragen hat, von jetzt ab nur noch einen festen Pauschalbetrag übernimmt, der einem Anteil des Staates von nur 18 bis 20 Proz. entspricht. In der Debatte verfielen verschiedene Agitationsanträge des kommunistischen Abgeordneten Oppenheimer der Ablehnung: auch wurde von der Beschaffung einer Kreis- motorsprihe zunächst Abstand genommen. Beim Kapitel Kreissteuer stellte Kreisdirektor R e ch t h i e n fest, dah die Abgaben in der gleichen Höhe wie im vergangenen Iahre erhoben würden. Bei der Abstimmung wurde darauf der Kreisvoranschlag mit allen Stimmen gegen die Stimme des kommunistischen Abgeordneten Oppenheimer angenommen. Kleinere Tagesordnungspunkte waren eingangs der Sitzung ohne große Debatte genehmigt worden. Wirtschaft. * DyckerhoffkWidmann AG., Wiesbaden-Biebrich. Die GV. der Dyckerhosf & Widmann AG., Wiesbaden-Biebrich, genehmigte einstimmig die vorgeschlagene Verteilung einer erhöhten Dividende von 10 (i. V. 8) Prozent. Ein Aktionär fragte an, ob die in der Presse erörterten Pläne einer Fusion der Baugesellschaften im Verkehrswesenkonzern unter Führung von Dyckerhoff & Widmann wirklich beständen, wann mit deren Verwirklichung gerechnet werden könne und ob dann gewisse Geschäftsgebiete der Gesellschaft im In- und Auslande aufgegeben würden. Wie der AR.-Vorsihende, Kommerzienrat Dyckerhoff, dazu erklärte, seien die tatsächlich bestehenden Fusionsbestrebungen noch im Gange. Man werde wohl noch im Laufe dieses Iahres nähere Mitteilungen darüber machen können. Zur Zeit könne jedoch nur gesagt werden, dah nach der Fusion die Firma Dyckerhoff & Widmann in ihrem bisherigen Umfange weiter bestehen bleibe und ihr Geschäftsbereich speziell auch in Schlesien nicht eingeschränkt werde. • Reue Entlassungen bei den Vereinigten Stahlwerken. Die Gelsenkirchener Gruben der Vereinigten Stahlwerke haben Entlassungsanzeigen für insgesamt 1050 Arbeiter erstattet, die auf den Zechen Rordstern, Pluto, Rhein-Elbe, Alma, Holland I, II, III, IV und VI, Bonifazius und Zollverein IV und V beschäftigt sind. Ferner will der Stahlverein auf der Zeche Viktoria-Matthias 100 Arbeiter zur Entlassung bringen. Auf der Zeche Friedrich der Grohe sollen 200 Mann zur Entlassung kommen. * Mannesmannröhren ° Werke, Düsseldorf. In der Generalversammlung, die die Dividende auf wieder 7 Proz. festsetzte, führte Generaldirektor Bierwes aus, daß die Gesellschaft mit stark vermindertem Auftragsbestand in das Jahr 1930 eingetreten ist. Dies sei die Folge eines beständigen Nachlassens der Aufträge gegen Ende des vergangenen Jahres gewesen, eine Erscheinung, die sich inzwischen nicht gebessert habe. Trotzdem sei anzunehmen, daß die Befriedigung des Eisenbedarfs sich auf längere Zeit nicht hinausschieben lasse. Vielleicht gebe auch die demnächst an Deutschland fallende Rate von 100 Millionen Dollar aus der Anleihe der Reparationsbank einen Anstoß zur Belebung der Wirtschaft. Was die Mannesmann-Kohlenzechen anbelange, so seien diese bis jetzt im laufenden Jahre von Betriebsstörungen verschont geblieben. Die Haldenbestände seien trotz der eingelegten Feierschichten dauernd gewachsen. Diese unbefriedigende Absatzlage für Kohle hänge in erster Linie mit der unzureichenden Beschäftigung der Eisenindustrie zusammen. Auch mache sich der Wettbewerb ausländischer Kohle im Jnlande sehr stark bemerkbar. Alles in allem glaube die Verwaltung, daß bei der Zweckmäßigkeit und Einheitlichkeit aller Einrichtungen der Gesellschaft auf dem Gebiete der Eisen-, Stahl- und Röhrenproduktion und bei der Güte der Eisen-, Stahl- und Röhrenproduktion und bei der Güte der Kohlenvorkommen die Mannes- mannröhren-Werke von keinem schwerindustriellen Unternehmen übertroffen würden. Das werde auch zur wahrnehmbaren Erscheinung kommen, sobald die Konjunktur sich einigermaßen bessere, was man für das zweite Semester des laufenden Jahres erhoffe. * Rütgerswerke AG., Berlin-Charlottenburg. Die Gesellschaft schlägt die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent (i. V. 6) vor. Der Rückgang des Gewinns erklärt sich durch die im Berichtsjahre ungünstige Konjunktur auf dem Teerproduktenmarkt. Der bisherige Verlauf des neuen Geschäftsjahres entspricht bei den Betrieben und Beteiligungen ungefähr dem des gleichen Zeitraumes des Vorjahres. Auf dem Teerproduktenmarkt ist eine Besserung in dem ungünstigen Verhältnis, das zwischen Angebot und Rachfrage in den letzten Iahren geherrscht hat, zu verzeichnen, was eine langsame Stabilisierung der Preise erhoffen läßt. Mengenmäßig ist der Umsatz im neuen Iahre gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres gestiegen. * Polyphonwerke A G., Leipzig. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig den Abschluß mit wieder 20 Prozent Dividende. Die Verwaltung gab den Inhalt des Vertrages mit der Polyphon-Holding AG., Basel bekannt, wonach dieser Gesellschaft für die 4,4 Mill. Schweizer Franken /^-Aktien eine Dividende in gleicher Höhe, wie sie bei der Muttergesellschaft ausge- schüttet wird, von dieser garantiert wird. Die 4 Mill. Schweizer Franken 8-Aktien bleiben im Besitz der Polyphonwerke. In die Schweizer Gesellschaft werden sämtliche Auslandunternehmun- gen der Polyphonwerke eingebracht. Die Umsätze in den ersten Monaten 1930 hielten sich ungefähr auf Vorjahrshöhe, so dah wieder ein günstiges Ergebnis erwartet werden darf. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4. Iuisi. Tendenz: abgeschwächt. — Auch heute eröffnete die Börse unter dem Druck nicht gerade günstiger Rachrichten wieder in etwas abgeschwächter Haltung. Die Kulisse schritt immer noch zu Realisationen, so dah sich das Kursniveau erneut senkte: doch nahmen im allgemeinen die Verluste gegenüber der gestrigen Abendbörse kein größeres Ausmah an und überschritten nur in einzelnen Fallen 2 Prozent. Zur Zurückhaltung mahnten die in der gestrigen Rachtsitzung des Reichskabinetts beschlossenen 600 Millionen Steuern, die schwächeren Auslandbörsen und die anhaltende Orderlosigkeit. Die Umsahtätigkeit beschränkte sich auf ein Minimum, jedoch konnte sich gleich nach Festsetzung der ersten Kurse die Stimmung leicht bessern, da die Kulisse f ü r einige Spezialwerte Deckungsneigung bekundete. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben 1,25 Proz. schwächer. Am Elektromarkt waren nur Chadeaktien mit minus 1 Mk. etwas gedrückt, während AEG., Schlickert und Siemens wenig verändert lagen. Kaliaktien büßten bis 2 Proz. ein. Von Montanwerten lagen Rheinische Braunkohlen 2,5 Prozent gedrückt, während Mannesmann trotz Deschäftigungsmangels der Hüttenwerke und der anwachsenden Kohlenbestände leicht anziehen konnten. Von Schifffahrtsaktien zogen Hapag etwas an, Norddeutscher Lloyd lagen gut behauptet. A.-G. für Verkehrswesen gaben auf Befürchtungen einer Dividendenreduktion erneut 1,75 Prozent nach. Danken und Bauunternehmungen lagen leicht gedrückt. Renten ohne Geschäft. Deutsche Anleihen leicht abgeschwächt. Im Verlaufe kam wieder stärkeres Angebot am Effektenmarkt heraus, so dah die eingetretenen Gewinne wieder verlorengingen und nochmals Verluste gegen Anfang bis .1,5 Prozent eintraten. Die Umsahtätigkeit "blieö sehr gering. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Prozent sehr leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1905, gegen Pfund 20,36, London gegen Kabel 4.8583, gegen Paris 123,9250, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 40,15, gegen Schweiz 25,1025, gegen Holland 12,0840. Berliner Börse. Berlin, 4. Iuni. Im Vormittagsverkehr hatte man den weniger günstigen Momenten stärkere Beachtung geschenkt, und man diskutierte vor allem das Sanierungsprogramm der Regierung, wobei sich das Hauptaugenmerk auf die geplanten neuen Steuern, insbesondere auf die Erhöhung der Arbeitslofenversicherungs- öeiträge, und auf das Rotopfer richtete. Auch die für Berlin zu erwartende Erhöhung der Verkehr- fteuertarifc wirkte geschäftshemmend. An der Vorbörse schien ein gewisses Deckungsbedürfnis zu bestehen, und da außerdem die Meldung eines Mittagsblattes, wonach eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Vorbereitung fein soll, Befriedigung auslöste, rechnete man mit einer etwas besseren Eröffnung. Man erwartet von diesem Zusammengehen eine Milderung der Wirtschaftskrise. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs überwogen dann aber doch die Abschläge, die sich allerdings in erträglichem Ausmaße bewegten und nur vereinzelt über 2 Proz. hinausgingen. Bis zu 3,5 Prozent schwächer eröffneten Kali Aschersleben, Salzdetfurth, Licht u. Kraft, Deutsche Telephon und Kabel, Schubert & Salzer und Svenska. Auch Aktiengesellschaft für Verkehrswesen, Bank für Brauindustrie und Siegen- Solingen, die zuerst minus-minus notiert wurden, lagen schwach, wenn auch hier die Verluste nur 1 bis 2 Prozent betrugen. Bemerkenswert fest eröffneten Akkumulatoren, Demberg und Berger, die bis zu 2 Prozent gewannen, während Thüringer Gas sogar 5,5 Prozent im Kurse anzogen. Auch Feldmühle plus 0,75 Prozent fielen durch Widerstandsfähigkeit auf. Don deutschen Anleihen waren Altbesitz 0,5 Prozent schwächer. Ausländer lagen geschäftslos. Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt. Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortschritte. Taaes- geld war mit 4,75 bis 6,75 Prozent zu haben: die übrigen Sähe blieben unverändert. Im Verlaufe setzten sich die Kursabbröckelungen fort, ohne daß jedoch die Verluste im -allgemeinen mehr als 0,5 bis 1 Proz. betrugen. Harsch Kupfer büßten 1,5 Pro;, ein. Karstadt lagert*- stärker angeboten und verloren 2,5 Prozent. Bemberg gaben nicht nur ihren Anfangsgewinn wieder her, sondern ermäßigten sich darüber hinaus um erneut 2 Prozent, so daß dies Papier 4 Proz. unter Anfang notierte. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 4. Iuni. Auftrieb: 952 Stück Rinder: darunter 268 Ochsen, 54 Bullen, 438 Kühe, 192 Färsen. 1152 Kälber, 33 Schafe. Es notierten: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 61 Mark, ältere 53 bis 57; sonstige voll- fleischige: jüngere 47 bis 52. Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 53; fleischige 48 bis 52; gering genährte 43 bis 47. Kühe: fleischige 37 bis 42; gering genährte, 30 bis 36; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63; vollfleischige 55 bis 59; fleischige 50 bis 54; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80 bis 84; mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 79; geringe Kälber 66 bis 72. Marktverkauf: Rinder rege, ausverkauft. Kälber ruhig, geringer Ueberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Iuni. Am heutigen Produktenmarkt konnte keine nennenswerte Belebung des Geschäftes eintreten, obwohl vom Auslande höhere Slotierungen Vorlagen, da das Angebot in Brotgetreide weiter ziemlich reichlich blieb. Rur in Roggen machte sich später in alter Ernte etwas Materialknappheit geltend, so daß hierfür ein Gewinn bis zu 2,50 Mk. erzielt werden konnte. Preissenkungen waren im allgemeinen nicht zu verzeichnen. Das Geschäft eröffnete im übrigen sehr gering. Die Preise verstehen sich für Getreide pro Tonne, für die übrigen Waren pro Doppelzentner. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Rassau) Hektolitergewicht 78 Kilogramm 325 bis 327,50 Mk., Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Rassau und Unterfranken) Hektolitergewicht 72 Kilogramm 171 bis 172,50, Sommergerste für Brauzwecke 200, Hafer (inländischer) 165 bis 167,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 45 bis 43, Roggenmehl 25,25 bis 26,25, Weizenkleie 6,90 bis 7, Roggenkleie 7 bis 7,25 Mk. — Tendenz: ruhig. Aus aller Welt. Sechs Todesopfer bei einem Brande. Eine Frau und ihre fünf Kinder kamen in Washington (11.0.21.) bei einem im Wohnhause aus- gebrochenen Brande ums Leben. Der Ehemann, ein Polizist, rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster. Tagung des Internationalen Verbandes der Radiogefellfchaften. Der Internationale Verband der Radio-Sendegesellschaften, der in Ouchy am Genfer See tagte, nahm eine Entschließung an, die eine Verbesserung der Aufnahmebedingungen in Europa fordert. Weiter wurde auf der Tagung ein ausgiebiger Austaufch von Informationen über die Entwicklung der Technik des Radio-Dramas gesichert. Der Verband zählt gegenwärtig 337 Sendestationen als Mitglieder, die von 22,5 Millionen Aufnahmeapparaten gehört werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 llhr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 v. H., Lombardzinsfuß 5,5 v. H. Frankfurt a. 3)1. Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Banfno ten. Schluß« 1-ilhr- Kurs Schluß«! fürs 1 Anfang» Kurs Schluß- 1-tlhr- Schluß- Anfang« Schluß» 1-Uhr« Schluß« Anfang» Berlin, 3. Funi Geld Brief fürs fürs Kurs fürs Kurs fürs Kurs fürs Kurs Amerikanische Noten . . 4,168 4.188 Belgische Noten. ... • • • 58,315 58,555 Datum i. 6 4. 6 3. 6 4 6 Dalum 3. 6 4 6 3 6 4 6 Datum 3 6 4 6 3. 6 4. 6 Däntsche Noten .... 111,70 112.14 Englische Sloten .... 20,305 20,385 6% äivunnje uteidjsameuje Hamburg-Amerika Pater ... - 11'9,75 110 109.75 109,25 Bereinigte Stahlwerke..... 95,25 — 95,25 94,75 Französische Noten ... 16,42 16.48 von 1927 ......... 83,13 — 88,25 — Hamburg-Südam.Dampfschiss. 8 —- — 174 — Otavi Minen......16'/. — — 53,25 52,6 Holländische Noten . . . 168,01 168,69 7% Deutsche Reichsanlcihe Hansa Dampfschiff.....10 — — — Kaliwerke Aschersleben ... 19 224 222 224 221,25 Italienische Noten.... 21,96 22,04 von 1929 .......... 104 — 103,75 — Norddeutscher Lloyd.....8 110 110 110 110 Kaliwerke Westeregeln ... 10 226 — 225.9 224 Norwegische Noten . . . . . • 111,70 112.14 Deutsche Anl..Ablös..Schuld mh Allgemeine Deutsche Credttanst. 10 115 25 115,5 115,5 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 414 — 414 411 Deutsch-Oeslerretch, a 1OO Schilling 58,93 59,17 2,475 Auslos.Rechten....... 58.5 58.15 58,4 57,9 Barmer Bankverein .... 10 126 125,5 125,5 125,5 Rumaniiche ucoien . . . 2,455 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 8% Hess. BolkSstaat von 1929 10.525 10,5 10,65 10,6 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 150.5 150 174,5 150,5 174 150 I. G. Färben-Industrie . . . 12 Dynamit Nobel.......6 Scheldeanstalt........9 Goldschmidt........6 Rütgerswerke........6 Mctallgescllschaft.......8 185,65 184,4 185 75 88 185 Schwedische Noten . . . Schweizer Sloten .... • • • 112,13 80,89 112,57 81,21 trückzahlb. 102%)...... Lberhessen Provinz. Anleche mii Auslos.-Rechten...... 57 — 96,25 — Darmstädter und Natlonalbank 12 Deutsche Bank und Dlsconto-Gesellschast, ... 10 230 140,75 141,25 229,25 140,75 228,75 140,25 150,75 68,5 66,5 — 68,25 66,5 68,5 66,5 Spanische Noten .... Ttchechostowakische Noten. Ungarische Noten .... 50 35 12,405 72,94 51 -55 12,465 73,24 Deutsche Komm. Sammclabl. Anleihe Serie 1...... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 58,25 — 58 — Dresdner Bank ...... 10 Retchsbank........12 141,25 — 141 293,75 141 120,5 1201 121, 120 Deoifcnmarft Berlin — Frankfurt a. rn. 100,9 100,5 XIII unkündbar bis 1931 . . - 7% Franks. Hvp.-Bank Goldpse — — — — A.E.G............8 166 165,5 166,5 185.25 152,5 163 165,5 185,25 Philipp Holzmann......1 Zementwerk Heidelberg . . 10 Ccmentwerk Karlstadt. ... 10 119 129 118,5 3. juni 4. ZiMl 94,5 Bergmann.........9 Eleklr. Lieferungsgesellschaft. 10 Ltcht und Kraft......10 Felten L Guilleaume . . . 1/* Gesellschaft für Elektrische _ — — Amtliche Notierung Amtliche Notierung 4Yi% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse......... 162 117,5 _ 160 117 Wayb & Freytag......8 85 84,5 85 — ©eio ZHlel Neid Brie, 89 _ _ -- Amst.» Rott. Biieu.-Aires 168.32 168.6 168,31 168,65 8% Pr. Landespsandbriesanstalt, Schultheis Patzcnhofer ... 15 317 317 1,585 1,589 1,589 1,593 Pfandbriefe R. 17...... 101 in. Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 164 — 164,75 139 163,75 Brss.-Antw. Christiania. 58,405 58,525 58.40 58.52 8% Pr. Landespsandbriesanstalt, — Lstwerle.........12 — — 267 266,5 112.01 112,23 112.00 112,22 Komm.°Lbl. R. 20...... 97 — 97 — Rheinische Elektrizität .... 9 148,5 — 149 — 102 101,25 Kopenhagen 112,02 112.24 111.99 112,21 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Schlesische Elektrizität. ... 10 — 165,5 — Bemberg.........11 111 25 112,5 114 Stockholm . 112,44 112,56 112,32 112.54 Psandbrtese R. 10...... 95,5 — 95,5 — Schuckert & Co.......11 — 179,25 179.5 180 Zellstoff Waldhof .... 13'/, 161,75 161 161 Helsingfors. 10,537 10 557 10,539 10,559 A.E.G. abg. Borkriegs-Obligatio^ 96,5 Siemens & Halsle.....16 TranSradio.........8 LahmeyerL Co...... 10 — 244 244,75 244,5 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......O 137 137.5 103 103 Italien. . . London - . . Reuhork . . Paris • . » 21,925 20,338 21.965 20,378 4,1955 16,45 21,935 20.339 4,1865 16.41 21,975 20,379 4,1945 16.45 171 — 169,75 — — — 163,75 37,75 163 37,9 4,1875 16,41 4% Oesterretchische Goldrente . . 26,75 27 26,75 76,5 — 76,5 75,9 Deutsche Linoleum...... 233 — 233,75 233 Schweiz .. Spanien. 81,00 81,16 81,005 81.165 4,20% Oesterreichliche Silberrente — 98,4 97,75 — — 52 51 51,54 51,64 50,65 50,75 4% Oesterretchische Einheitliche Essener Steinkohle ...... 8 — — 139 Nat. Automobil.......O — — 19,13 — Japan . . Rio de Ian 2,070 2,074 2,072 2,076 0.493 Rente........... — —- — — Gelsenkirchener.......8 136,5 — 137 136,25 Orcnstein & Koppel ..... 6 — — 83,75 83,75 9,494 0,496 0,493 4% Ungarische Goldrente .... — — 24,13 23,9 125,5 —— 125,25 125 Leonhard Tietz......10 160 — 161,25 161,75 Wien in D- 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — Hoejch Eisen........6% — 105,25 Svenöka........... — — 325 322 Oest. abgefi 59,05 59,17 59,055 59,175 4'/-% desgl. von 1913..... — — — — Ilse Bergbau.......10 — — 216,75 100,65 216,75 Prag . . . 12,416 12,436 12.419 12,439 4% Ungarische Kronenrente . . - 2.35 — 2,3 — Klöcknerwerke........7 100,5 — 100,4 Frankfurter Maschinen .... 4 29 — 30 — Belgrad . 7,390 7.404 7,395 73,15 7,409 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,9 — 5,9 — Köln-Neuessen........7 — 103,25 103 Gritzner....... 6 36 _ 35 — Budapest. 73,15 73,29 73,28 4% Türkische Bagdadbahn-Anl 5,75 Mannesmann-Röhren .... 7 106,75 107 107 107,75 Heyligenstaedt.......0 —- — —— Bulgarien 3,035 3,041 18,87 3,035 3,041 Serie ............ —— 6 —— ManSfelder Bergbau.....7 72 —— 72,13 71.5 IunghanS..........6 40,5 — 41,5 — Lissabon . 18,81 18,83 18.87 4% desgl. Serie II....... 5,75 — 5,9 6 Oberschlei. Eisenbedars .... 5 — — — Lechwerke..........8 98 — — — Danzig. . Konstantin 81,35 81.51 81,34 81,50 6% Rumänische vereinh. Rente 10,13 Oberschles. KokSwerke.....7 — —— 108,13 108,5 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 8 88,6 — —— — 1,785 1,789 1,784 1,789 von 1903 .......... — 10,2 — Phöntr Bergbau......6/i Rheinische Braunkohlen . . 10 — — 97 —— Miag...........10 118.5 — 117 117 Athen. . 5,42 5,43 5,42 5,43 4/1% Rumänische vereinh. Rente 17,13 — 229 231.5 229,5 Gebr. Roeder.......10 107 — — — Canada . 4,182 4,190 4.185 4,193 von 1913 .......... — 17,25 17,25 Rhctnstahl..... 6 118,25 118 118,25 118 Boigt & Hacffner......9 152 — 150 —— llnx’.uat). 3,767 3,784 3,796 3,804 4% Rumänische vereinh. Rente . 8,2 — 1,15 3,15 Riebeck Montan..... 7,2 ! — Süddeutsche Zucker .... 10 161,5 — 161,25 — Cairo . . 20,865 20,905 20,865 20,905