Dienstag, 4- Sebruar 1950 180. Jahrgang Nr. 29 Erstes Blatt (Er|d)e tnt iöglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$:Be}ug$prel$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger« lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüsse anterSanunelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten, postschecttonto: Sranlfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VntS und Verlag: vrühl'sche UniverfilStr-Vvch- und Zteindruckerei K Lange in Gießen. Zchriflleitung und Geschäftsstelle: schulllraße 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re« klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Gange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen Spaniens neues Kabinett. Von 6. von Llngern-Sternberg. Seit einigen Tagen hat Spanien eine neue Regierung. Nach einer aufregenden Nacht, in der die akademische Jugend Madrids, begleitet von einigen Volkstribunen aus dem revolutionären Lager, vor den Königspalast zog und gegen die Diktatur Primo de Riveras lärmen und sich austoben durfte, überreichte der bisher allmächtige Diktator dem König fein Abschiedsgesuch, das auch angenommen wurde. An die Stelle Primo de Riveras wurde ein anderer General aus dem entgegengesetzten Militärlager, der Oberkommandierende des königlichen Hauptquartiers, General Berenguer, Graf von lauen, mit diktatorischer Gewalt ausgestattet und wm Ministerpräsidenten ernannt. Vorläufig hat sich demnach äußerlich wenig geändert. Ein Diktator hat den anderen abgelöft. Die Presse- zonsur ist nicht aufgehoben, Versammlungsfreiheit ist nicht wiederhergestellt worden, und doch ist ein völlig neuer Geist in Spanien eingezogen. Es wäre abwegig, zu glauben, daß die an sich wenig bedeutenden «traßenkrawalle, das Rumoren der Studenten und die Proteste weitester Kreise der Intelligenz den Sturz Primo de Riveras oerankißt hätten. Seine Diktatur hatte sich überlebt, er hatte den Wirklichkeitssinn verloren und beging eine Reihe von nicht mehr gutzumachenden Fehlern. Der letzte Schritt Primo de Riveras, sein Bleiben von der Zustimmung der kommandierenden Generäle und Admiräle abhängig zu machen, war ein schwerer Verstoß gegen die königliche Prärogative, den Regierungschef zu ernennen oder zu verabschieden, er stellte gleichzeitig die Nation in Gegensatz zur Armee. Ein großer Teil der Armee aber, die Primo de Rivera nach seinem Staatsstreich vom 13. September 1923 zu den Spitzen der Macht emporgehoben hatte, hatte sich von ihm abgewandt und sowohl in Andalusien als auch in einigen Städten des Nordens wollten sich die Generäle gegen ihn erheben und durch ein Pronunciamento feinen Rücktritt erzwingen. Die Stunde des bisher so erfolgreichen Diktators hatte geschlagen. Er zog aus den Vorgängen die Konsequenzen und trat freiwillig zurück, ehe es zu spät wurde. Der neue Ministerpräsident entstammt den Reihen der sogenannten „ßealiften" lLoyalisten) in den leitenden Militärkreisen, deren Ziel es ist, sich schützend vor den Thron zu stellen, die Königsmacht zu stärken und sie zum ausschlaggebenden Faktor im Königreich zu stempeln. Der General ist 57 Jahre alt, ein persönlicher Freund des Königs und zusammen mit dem General Cavaloanti ein Vertreter der aristokratischen Richtung in der Armee und Flotte. Es wäre demnach falsch, in dem neuen spanischen Ministerpräsidenten einen Volks- tribun und begeisterten Demokraten sehen zu tvollen, aber die Umstände zwingen ihn auf die Wiederherstellung der von Primo de Rivera aufgehobenen Verfassung vom Jahre 1876 hinzuarbciten. Niemand geringeres als der Graf Romanones, der Führer der liberalen Partei und langjähriger Ministerpräsident, hat oftmals behauptet, daß es in Spanien keine öffentliche Meinung gibt. Geistlichkeit und Offizierkorps seien die einzig organisierte Macht, aber es gibt mächtige Parteiführer mit großem persönlichen Anhang, die Primo de Rivera unklug genug war, auZzuschalten und zu verfolgen, es gibt niedergehaltene „Sacifen“, Dorf- und Stadtgewaltige, die seinerzeit die Wahlen machten und ihren Vorteil daraus zogen, sie alle wittern jetzt Morgenluft. Für den Augenblick gibt es in Spanien keine Parteien mehr. Sie wurden von Primo de Rivera aufgelöst, und ihre Organisationen bestehen nicht einmal mehr auf dem Papier. Deshalb ist cs natürlich unmöglich, plötzlich aus dem Nichts die früheren Cortesparteien Wiederaufleben zu lassen und sofort Wahlen auszuschreiben. Spanien hatte im Grunde nur zwei große Parteien, die von Canovas del Castillo begründete konservative und die liberale, deren langjähriger Führer Sagasta war. Die Sozialdemokraten spielten in den Cortes kaum eine Rolle. Sie stellten lange Zeit hindurch nur einen einzigen Abgeordneten, den auch im Auslande bekannten Pablo Iglesias, dem sich erst ganz zuletzt ein zweiter hinzu gesellte. Auch die republikanische Partei war nicht bedeutend. Zu ihr zählten und zahlen einige Führer der Intelligenz, Professoren und Journalisten, Advokaten und Aerzte, sowie einige radikale Arbeitergruppen. Die Partei leitet ihren Ursprung aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts her, als Spanien nach der Vertreibung der Königin Isabel II. unter der Präsidentschaft von Castelar und Pütz Margal eine kurze Zeit Republik war. Die Konservativen und die Liberalen unterscheiden sich nicht allzuviel in ihrem politischen Programm, es handelt sich bei ihnen hauptsächlich um den Kampf um die Staatskrippe. Trat nämlich ein liberales oder ein konservatives Kabinett zurück, so schieden auch die Beamten, fast bis zum letzten Nachtwächter, aus ihren Stellungen und wurden als „Cesantes" auf halben Wartesold gesetzt, bis dann wieder ihre Zeit heraufdämmerte. Die Cortes setzten sich aus dem Senat, in dem die Granden Spaniens einen erblichen Sih hatten, und aus dem eigentlichen Abgeordnetenhause zusammen. Das Kabinett, das General Berenguer dem König vorgestellt hat, ist in seiner Zusammen- fehung konservativ mit einem aristokratischen Einschlag. Es ist sicherlich kein Revolutionskabinett. Die Legende, als ob eine mächtig anschwellende Volksbewegung Primo de Rivera iu Fall gebracht hätte, wird Lügen gestraft. Die Die Parteien werden unterrichtet. Oie Parteiführer beim Reichskanzler. - Günstige Stimmung für den Polenvertrag. - Oie Gteuererhöhungspläne des Reichskabinetts. Berlin, 3.Jebr. (Priv.-Tel.) Das Reichs- f abinett trat heute vormittag um 10 Ahr zu einer Sitzung zusammen, in der es sich mit dem Ergebnis einer Ehefbefprechung zwischen Preußen und dem Reiche beschäftigte, die das deutsch-polnische Liquidationsabkommen zum Gegenstand hatte. 3m Anschluß daran fanden sich die Parteiführer zu einer für heute vormittag beim Reichskanzler cinberufenen Besprechung ein, die aus den Borstoh des Zentrums zurückzuführen ist und in der man ich um eine Einigung über alle aktuellen politischen Fragen, die im Zusammenhang mit dem poung- plan stehen, bemühte. An der Besprechung nahmen ast alle Mitglieder des Kabinetts teil. Gegenstand der Besprechungen, die von 11 bis 14 Uhr dauerten, war die 5 a a r f r a g e , über die sich Reichsminisler Dr. E u r t i u s ausließ und die deutsch-polnischen Abkommen, nämlich das Liquidationsund das Minderheitenabkommen. Die Besprechung diente der Information über den Standpunkt der Regierung. Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. 3m allgemeinen herrscht in politischen Kreisen die Auffassung, daß die Führer der Regierungsparteien sich vorbehaltlich der Entscheidung ihrer Fraktionen in Sachen der deutsch-polnischen Abkommen dem Standpunkt der Regierung, bei allen Bedenken im einzelnen, grundsätzlich an geschlossen haben, und daß also eine entsprechende Haltung der Regierungsparteien zu erwarten sein dürste. Das Polen-Abkommen findet eine günstigere Beurteilung, da es dem Gesandten Rauscher, der noch in den letzten lagen mit dem polnischen Außenminister über die Auslegung einiger Bestimmungen verhandelt hat, gelungen ist, verschiedene Punkte zu klären und namentlich in der Minderheitenfrage eine günstigere 3ntcrpretation zu erreichen. Wie der „vor- wärts" ergänzend berichtet, haben die Besprechungen Rauschers über eine genaue Präzisierung der Ortsnachfolgebestimmungen für die deutschen Siedler im deutsch-polnischen Liquidations- oerlrag zu dem gewünschten Ergebnis geführt. Danach kann deutschen Siedlern im Falle eine Vor- bestrafung wegen geringer vergehen usw. nicht mehr die Ortsnachfolgeschaft entzogen werden. Außerdem verlautet, daß Polen für den Handelsvertrag den von deulfcher Seite vorgeschlagenen Grundsatz der sichergesteUten Abnahme des Schweineexports angenommen hat. Ls ist daher zu erwarten, daß bereits in der nächsten Zett die langwierigen han- delsoertragsverhandlungen abgeschlossen werden. 3n der Saarfrage wurde, wie weiter verlautet, seslgestellt, daß die Verhandlungen befriedigend verlausen, so daß sie der Annahme des Poungplanes nicht mehr im Wege stehen. Die Steuerfragen sind heute noch nicht besprochen worden. Ls ist aber anzunehmen, daß der Kanzler die Parteiführer in den nächsten Tagen wieder zu sich bitten wird und daß bann das Steuerproblem zur Behandlung kommt. Bisher liegen irgendwelche Beschlüsse über Steuererhebungen noch nicht vor, wie ja die Haushaltspolitik für das kommende 3ahr überhaupt noch nicht festgelegt worden ist. 3n unterrichteten Kreisen rechnet man aber damit, daß es ohne gewisse Steuererhöhungen nicht möglich sein wird, den Etat auszugleichen. 3m Reichssinanzministerium wird offenbar vorwiegend an die Erhöhung der Umsatzsteuer von i auf 1 v.h.» ferner an die Lr» Höhung der Bier ft euer und des Kaffee- und des Tee-Zolls gedacht, wenn in einem Teile der Berliner preffe auch von der weinsteuer gesprochen wird, so ist dazu zu bemerken, daß die Rücksicht auf die schlechte wirtschaftliche Lage der Winzer mehrere Parteien veranlassen dürste, gegen eine solche Steuer Stellung zu nehmen. Von unterrichteter Seite wird aber betont, daß die ganzen Steuerpläne sich noch durchaus im Stadium der Erwägungen befinden und erst nach den Besprechungen des Reichskanzlers und des Reichssinanz- minislers mit den Parteiführern festere Gestalt ge- roinnen können. Sozialdemokratie und Sparaklion in Hessen. Gegen den Abbau der Volksschule. - Für eine begrenzte Kürzung der Beamtengehälter. Frankfurt, 3. Febr. Die Landesinstanzen der hessischen Sozialdemokratie haben sich mit dem Sparprogramm der hessischen Regierung beschäftigt und folgende Beschlüsse gefaßt: Die Absicht der hessischen Regierung, d e n F e h l- betrag des Etats wesentlich herabzumindern, wird begrüßt und von der sozialdemokratischen Landtagsfraktion wird erwartet, daß sie in der Erfüllung dieser Absicht die Regierung wettgehendst u n t e r st ü h t. Die Konferenz erwartet weiter von der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, daß sie ihr besonderes Augenmerk auf die Bestimmungen des Sparprogramms lenkt, die den Abbau der Volksschule betreffen. Die Konferenz hält es für völlig unmöglich, daß dem volksfchulabbau der kulturelle Ausbau der Volksschule — Begabtenklassen, Schwachbegab- tenschulen, Aufbauschulen usw. — zum Opfer fällt. Die Konferenz ist zutiefst davon überzeugt, daß von der allgemeinen Rot aller Stände ein Stand, der Beamten st and, nicht ausgenommen werden kann. Sie seht das vertrauen in die Beamtenschaft, daß sie sich dieser Pflicht zur allgemeinen Leistung bewußt ist. Sie erwartet daher, daß die sozialdemokratische Landtagsfraktion i n einem 3nitiativgeseh eine begrenzte Kürzung der BeamtengebäUer fordert. Selbstverständlich sollen die unteren Beamtengruppen davon ausgenommen werden. Außerdem wird die Regierung aufgefordert, im Aufsichtswege auf die Städte und Gemeinden einzuwirken, daß die kommunalen Besoldungsordnungen daraushin überprüft und abgeändert werden, wie weit sie über die Landesoder Reichsbesoldungsordnung hinausgehen. tim die Nachfolge Schwanders. Die Sozialdemokratie will den Lberpra- sidcnten von Hciien«Nassau stellen. Kassel, 3. Febr. Aus den Verhandlungen des Provinzialausschusses erfährt man, daß die Sozialdemokratie mit dem Hinweis auf die große Stimmenzahl ihrer Wähler in der Provinz Hessen-Nassau nunmehr A n s p r u ch auf die Besetzung des Postens desOber- präsidenten in Kassel erhebt. Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Dr. Schwanders wird der Landtag Abgeordnete Aug. Haas (Köln) genannt. Haas ist 1881 geboren; er gehört feit dem 17. Lebensjahr der sozialdemokratischen Partei an. Don 1904 bis 1920 war er Sekretär des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Seit 1917 ist er Beigeordneter der Stadt Köln und Landtagsabgeordneter im Landkreis Köln-Aachen. Die Ernennung des neuen Oberpräsidenten wird voraussichtlich erst in der übernächsten Woche erfolgen. Am 13. Februar tritt der Provinzialausschuß in Kassel N7chmals zu einer Sitzung zusammen, um dem Ministerium des Innern von sich aus den Abgeordneten August Haas als Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau vorzuschlagen. neuen Minister sind größtenteils in der Öffentlichkeit wenig bekannte Wanner ohne administrative Erfahrung. Der Tlnterrichtsminister, der wahrscheinlich bald das Auhenamt übernehmen wird, ist der Herzog von Alba, Herzog von Warwick und Stuart, neunmal Grande von Spanien. Er ist ein Mann von hoher Bildung, ein Freund des Königs und einer der reichsten Grand-Seigneurs der Welt. Sein Madrider Palais enthält ungezählte Kunstschähe an herrlichen Gemälden. Viel bemerkt wird, daß der Gras de la Mortera, der Sohn des früheren Führers der Konservativen Maura, dem Kabinett Berenguer nicht angehört. Man kann daraus schließen, daß die alten Konservativen mit der Ernennung Berenguers nicht ganz einverstanden sind. Zu den ersten Schritten der neuen Regierung gehört der Erlaß einer Amnestie für die Gegner Primo de Riveras, eine Maßnahme, die sich von selbst versteht. Für den Juni sollen dann Corteswahlen ausgeschrieben werden ... aber bis dahin wird noch viel Wasser den Manzanares hinabfließen, und niemand weiß, welche Tleberrafchungen noch in Spanien bevorstehen. Ersparnisse durch teilweise Reichsreform. Hchördenzusammcnlegnnfl im Reich und in Preußen. Berlin, 4. Febr. (Priv.-Tel.) Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, schweben zur Zeit bei den zuständigen Reichsstellen und in Kreisen Der preußischen Regierung im Zusammenhang mit den dringend notwendigen Ersparnis- Maßnahmen für den Etat 1930 Erwägungen, die auf eine teilweise Verwirklichung von Plänen der Reichsreform hinauslaufen. Es handelt sich um Den Gedanken, die Ober- Präsidenten Der preußischen Provinzen zu Reichskommissaren für die gesamte Reichsverwaltung der betreffenden Provinzen zu machen, wobei nur die P o st , E i s en - bahn und Heer ausgenommen werden sollen. Die Landesfinanzamtspräsidenten werden Dann als begutachtende Sparlommissare neben Dem OberpräfiDenten fungieren. Die Reichsund Staatsverwaltungen bleiben getrennt, aber man hofft, vor allem auf dem Gebiete der Reichsarbeits-, Versicherungs - und Versorgungsverwaltung durch die Tleberwachung von einer Stelle aus bei Der Vermeidung von ^leberschneidungen von entsprechenden Landes- und Kommunalbehörden im Laufe Der Zeit zu wesentlichen Ersparnissen zu kommen. Gleichzeitig denkt man Daran, Die örtlichen Kassenverwaltungen zu vereinigen und sie banktechnisch zusammenzufassen. Beseitigung der Rentenbankzinsen. Acnderung des Ncntenbankqesctzes. Berlin, 4. Febr. (Priv.-Tel.) Nach dem „Bör- sen-Eourier" wird von den zuständigen Stellen eine Aenderung des Rentenbankge- s c h e s — das nach Annahme des poungplanes nicht mehr auf internationaler, sondern auf deut- dcutscher Gesetzgebung beruhen wird — vorgesehen, die eine Aushebung der Grundschuld- zinsbelastung der Landwirtschaft, Erhöhung des Kapitals der Rentenbank-Kreditanflatt auf 500 Millionen Mark und Hinausschiebung der Rentenmarktilgung von 1934 bis etwa 1940 bringen soll. Die Vorverhandlungen befinden sich bereits in einem Stadium, daß mit dem Außerkrafttreten der Grundschuldzinsen der Rcntenbank ab 1. April mit großer Sicherheit zu rechnen ist. Auf Anfrage bei der Deutschen Rentenbank wird dem Blatt betätigt, daß die dargestellten Aenderungsabsichten in großen Zügen die jetzt beabsichtigte gesetzliche Aktion wiedergeben und die maßgebenden Körperschaften des Reiches schon in Kürze mit den entsprechenden Vorlagen befaßt werden dürften. Für eine Amnestie aus Anlaß der Rheinlandraumung. Art. V Der französischen Rote vom 29. August 1929, Die das Hauptstück Der politischen Vereinbarungen Des ersten Haager Abkommens darstellt, besagt, Daß Die beteiligten Regierungen „aus Anlaß Der Räumung Der besetzten Gebiete eine Amnestie für Handlungen erlassen werden. Die mit Der Besetzung im Zusammenhang stehen", „wobei in weitem Maße dem Geiste Der Versöhnlichkeit und Befriedung Rechnung getragen werden soll". Soweit es sich um Urteile deutscher Gerichte handelt, wird diese weitherzige Räumungsamnestie wiederum, wie die Londoner Amnestie vom 1. September 1924, nur den Deutschen zugute kommen, Die während der Notzeit 1918—1924 Den ehemals feindlichen Regierungen Vorschub geleistet haben. (Separatisten usw.) Diesen Anlaß benutzt der Ausschuß zur FörderungderBestrebungenauf Erlaß einer Amnestie aus Anlaß der Rheinlandräumung, um in einer erneuten großen Eingabe an Reichsregierung und Reichstag Den Erlaß einer wirklichen Defriedungs- amneftie für alle Deutschen zu fordern, die aus Anlaß der unruhigen Jahre 1918—1924 gegen das formale Recht verstoßen haben, insbesondere die staatstreuen Elemente, die in höchster Rot des Staates 1923 die Verräter bekämpft und dabei dem Buchstaben des Gesetzes zuwidergehandelt haben. Der Ausschuß, an dessen Spitze der bekannte sozialdemokratische srüh.re Regierungspräsident von Düsseldorf, G r ü h n e r, steht, der den aktiven Ruhrkrieg aus eigenster Anschauung genau kennt, tritt völlig überparteilich für eine gänzliche Vereinigung der Tlnruhekomple^e von 1918 bis 1924 und Der dadurch geschaffenen besonderen Kriminalität ein. Der Ausschuß hat jetzt einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der nach Ansicht des Ausschusses den Bedürfnissen solcher Defriedungsamnestie entspricht. Der Eingabe ist eine ausführliche Denkschrift beigefügt, die der berühmte Essener Rechtsanwalt Professor Dr. Grimm im Auftrage deS Ausschusses versaßt hat und tn der DaJ Desamtproblem der Befriedungsamnestie behandelt, alle möglichen Einwendungen widerlegt und alle zwingenden Gründe für die Notwendigkeit einer wirilich abschlicßcnden Desr.edungsamnestie für die historisch abgeschlossene Periode zusam- mengefaßt sind. Die bisherigen Amnestiegesehe haben den abschließenden Schlußstrich für die Notzeit von 1918 bis 1924 nicht gebracht, weil sie einmal alle Tötungsverbrechen von der Amnestie ausschließen und sodann sich nur auf abgeurteilte Fälle erstrecken, also die Aufrollung neuer Prozesse wegen der alten Vorgänge nicht verhindern. Die Denkschrift kommt zu ib-er erschütternden Feststellung, daß heute noch Zehntaufende von Deutschen auf der linken und rechten Seite in Ungewißheit leben, ob sie nicht wegen irgendeiner Tötungshandlung im Zusammenhang mit der Unruhezeit 1918 bis 1924 verhaftet und wegen Mordes oder Totschlags verfolgt werden. Der jetzige Zu» stand ist unerträgliche Die Rheinlanüräumung und die von unseren Gegnern uns aufgczwungene Derräteramnestie dürfte der willkommene Anlaß zur Gewährung einer wirklichen Bcfriedungs- amnestie für alle Deutschen für die Jahre 1918 bis 1924 fein. Der Ausschuß, dem Männer und Frauen aus allen Kreisen der Bevölkerung angehören, hohe Geistliche aller Konfessionen, Industrielle und Arbeiter, Juristen, Aerzte und Philologen, Kaufleute und Gelehrte, erbittet die Amnestie als letzte moralische Gabe an das besetzte Gebiet. Der Landeshauptmann von Oberschlesien Dr. Hans Ptontek. Llm die Rundfunkgebühren. Das Reich wünscht die Erschliehnng einer neuen Cinnaßlnequclte Berlin, 4. Febr. (Priv.-Tel.) Im Zusammenhang mit den vielfachen Dispositionsplänen über die Verwendung und Verteilung der Rundfunkgebühren sind augenblicklich Erwägungen im Gange, den bisher gültigen Verteilungsschlüssel zwischen Retchs- post und den Rundsunkgesellschasten aus eine andere Grundlage zu stellen. Im Vordergrund aller Pläne steht augenblicklich besonders ein Vorschlag, der sich damit beschäftigt, alle Beträge, die die Verwaltuiigs. und Unterhaltungskosten der Rundfunkgesellschaften über st eigen, dem Reichsetat alsEinnahmeposten einzugliedern. Das Reich würde sich auf diese Weise eine sehr lukrative neue Einnahmequelle ohne nennenswerte Gegenleistungen verschaffen. Die Schwierigkeiten, die diesem Plane jedoch entgegenstehen, basieren in erster Linie auf juristischer Grundlage. Es wird infolgedessen zunächst angcstrebt, die jetzige Rundfunkgebühr, die auf Grund eines Hoheitsrechtes der Reichspost erhoben wird, in eine Teilnehmergebühr umzuwandeln, deren Ver- Wendung von dem Grundsatz ausgeht, daß die Rundfunkgelder in erster Linie für die technischen und künstlerischen Erfordernisse des Rundfunks verwen- det werden. In welcher Form die U e b e r f ch ü f s e , die jetzt beinahe zu 75 v. H. der Reichspost zugute kommen, dem Reiche zugefükrt werden können, hängt jedoch davon ab, ob es gelingt, die Reichspost aus ihrer Vormachtstellung herauszudrängen. Grund- fätzlich ist die Reichspost, wie wir hören, bereit, an einer Reform der bisherigen Verteilungsquote der Rundfunkgebühren heranzutrcten. Dem Entfacher des Wettenbrandes! Eine Gedenktafel für den Attentäter von Sarajewo Das Unglaubliche ist Wirklichkeit geworden: in Sarajewo wurde dem Mörder des österreichischen Thronfolgerpaares, dem Studenten Princip, an jener Stelle eine Ehrung in Form der Enthüllung einer Gedenktafel erwiesen, an der er die tödlichen Schüsse aus den Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gattin abgab. Die Schüsse, die das Signal zum Ausbruch eines mehr als vierjährigen Krieges gaben, in dessen Verlauf Millionen von Menschen ihr Leben lassen muhten, mit dessen Ausgang Staaten zusammenstürzten, Völker in die Sklaverei geführt wurden und ein Massenelend einsetzte, wie es seit den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges Gvropa niemals wieder gesehen hat. Daß einige serbische Fanatiker dem Mörder Princip eine Gedenktafel weihten, vermag keinen Menschen aufzuregen, ungeheuerlich ist es dagegen, daß die Belgrader Negierung alles unterließ, was geeignet gewesen wäre, von vornherein die Inszenierung dieses traurigen und beschämenden Schauspiels zu verhindern. Sie hat sich damit bei keiner der Nationen, die noch heute unter den Folgen des Weltkrieges zu leiden haben, gleichgültig ob sie zu den Siegern oder zu den Besiegten gehören. Sympathien erwerben können. lleberall ist die Ablehnung gleich stark, überall fehlt jedes Verständnis für die Vorgänge In Sarajewo und das Verhalten der verantwortlichen Stellen in Belgrad. Die serbische Negierung würde gut daran tun, wenigstens noch nachträglich durch die Entfernung der Tafel dafür zu sorgen, daß der Eindruck wieder verwischt wird, als billige sie den Mord an dem österreichischen Erzherzogspaar, durch den Europa in eine Katastrophe und ein Chaos zugleich gestürzt wurde. Schobers Nomreise. Lesterreichs Annäherung an Italien. Wien, 3. Febr. (TU.) Bundeskanzler S ch o - b e r hat heute vormittag 7.35 Uhr die R e i s e n a ch R o m angetreten. In seiner Gesellschaft befindet sich der italienische Gesandte in Wien mit mehreren Herren der Gesandtschaft Den Bundeskanzler Schober begleiten einige Herren des Bundeskanzleramtes. Die Romreise des Bundeskanzlers bezeichnen die Blatter als eine selbstverständliche Folge der Entspannung der ö st erreichisch.italienischen Beziehungen, welche Tatsache auch eine nach außen hin wirkende Kundgebung erfordere. Italien war der Staat, der Oesterreich bei der Fundierung seiner Reliefkredite Schwierigkeiten machte. Die Blätter berichten, daß Bundeskanzler Schober dem .König von Italien den Großen Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Oesterreich, dem Ministerpräsidenten Mussolini das Große goldene Ehrenzeichen am Bande über- reichen werde. Als Grund der Romreise nennen die Blätter den wahrscheinlichen Abschluß eines österreichisch - italienischen Schiedsgerichtsvertrages. Oie Landvolkbewegung in Dithmarschen. Hamburg, 3. Febr. (WB.) 3n Lunden im Dithmarschen sah sich bei der Rückkehr des Autovermieters Wiborg, der unter dem Verdacht der Beteiligung an dem Bombe n a 11 c n t a t längere Zeit In Berlin i n Untersuchungshaft gewesen ist, die Polizei im Hinblick auf das bestehende Versammlungsverbot zum Einschreiten veranlaßt, da der Anlaß zu einer Kundgebung benutzt wurde, bei der u. a. der Stahlhelm und die Feuerwehrkapelle aufmarschierten. Eine Anzahl Häuser war sogar mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Wiborg versuchte eine Ansprache zu halten, was das Eingreifen der Polizeiorgane herbeiführte. Die Teilnehmer setzten dann die Versammlung innerhalb des Privatgrundstückes fort. Der Kavallerieinspekieur der Reichswehr. Generalmajor Brandt, der Inspekteur der Kavallerie d Reichswehr, wurde zum Generalleutnant ernannt. Maffenmafsaker in Rußland. Riga, 3. Febr. (Reuter.) Aus Sowjetruhland kommt die Nachricht, daß die G. P. 11. die Massenhinrichtung aller vormaligen Marineoffiziere durchgeführt habe, d. h. aller derer, die nicht in den Sowjetflotten- dienst eingetreten und trotzdem in Rußland zurückgeblieben waren. Einzelheiten sind noch nicht eingegangen, aber mehrere hundert Namen sind als unter den Opfern befindlich gemeldet worden, und ihre Verwandten in Rußland haben sich an ihre Glaubensgenossen in Riga mit der Bitte gewendet, dort Gedacht- nisgottesdienste abzuhalten, weil sie dies nicht auf Sowjetgebiet tun durften. Die orthodoxen Russen in Riga organisieren daher für morgen eine Requiem-Feier. Die TonnagebeMänkung aus der Wienkonseren; London, 3. Febr. (TU.) Die fortgesetzten privaten Besprechungen zwischen den Abordnungen der Flottenkonferenz, an denen vorläufig nur die Italiener wegen ihrer grundsätzlich abwartenden Haltung roeniaer stark beteiligt sind, werden der weiteren Prüfung des französischen Vorschlags auf Uebertragung von Schiffstonnage von einer Klaffe zur anderen gelten. Neuerdings ist die Einführung von zwei verschiedenen Uebertragungssystemen vorgesehen, von denen das eine für die kontinentalen Seemächte, das andere für die ozeanischen gelten solle. Die übertragbare Tonnage soll auf französischen Wunsch im ersten Falle bis zu 20 o H betragen. für die drei ozeanischen Flottenmächte England, Amerika und Japan jedoch strikte auf 10 v. H. beschränkt werden. Die britische Delegation hat den anderen Delegationen einen von ihr formulierten Kompromißvorschlag zum französischen Vorschlag für die Beschränkung der Pauschaltonnage mit dem Recht der Uebertragung bei verschiedenen, besonders bezeichneten Schiffskategorien zugehen lassen. Der hauptsächliche Unterschied zwischen dem französischen und dem britischen Vorschlag besteht darin, daß die Engländer Großkampfschiffe und U-Boote aus jedem Transferplan ausschließen wollen. Der britische Vorschlag kann als eine Erweiterung der Verhandlungsgrundlage angesehen werden. Die britische Tabelle der Kategorien weicht etwas, aber nicht wesentlich von der französischen ab. Sie teile die Schiffe, wie folgt ein: Großkampfschiffe (Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer), Flugzeugmutterschiffe, Kreuzer mit 8zölligen Geschützen, Kreuzer mit 6zölligen Geschützen, Zerstörer und Unterseeboote. In der Frage der Tonnagebeschränkung für die sogenannten Polizeikreuzer ist mit einer Bestückung bis zu 6 Zoll-Geschützen mit englisch- französischen Gegensätzen zu rechnen, da England eine Begrenzung auf höchstens 7500 Tonnen wünscht, während Frankreich voraussichtlich eine Ausdehnung auf 9100 Tonnen verlangt. Der „Daily Telegraph" stellt auf Grund einer Unterhaltung mit einer führenden japanischen Persönlichkeit fest, daß die japanische Abordnung für das schwerste Geschützkaliber nicht unter eine Begrenzung auf 14 Zoll herab- gehen könne, da der ganze technische Apparat Japans auf diese Geschühgröhe eingestellt sei. Japan würde aber eine praktische Herabsetzung der Größe und Geschützausr'üstung für Kreuzer befürworten. „Daily Expreß" erklärt in einem Artikel, an der Flottenkonferenz nähmen zwei „Gespenst er" teil, nämlich d ie russische und die deutsche Flotte. Das Blatt gibt eine ausführliche Beschreibung des Panzerschiffes „Ersatz Preußen" und sagt, dieses Schiff fei das wirkliche Problem, mit dem sich die Fünf-Mächte-Konferenz zu befassen habe. (!) Aus oller Well. Die silberne Hochzeit des ehemaligen Grotzherzogspaarcs. Dem früheren hessischen Großherzogspaar wurden zu seiner silbernen Hochzeit außerordentlich zahlreiche Glückwünsche dargebracht. Berge von Telegrammen und schriftlichen Wünschen liefen aus allen Kreisen und Gegenden ein. Nach einem Morgenständchen und einer Morgen- andacht begannen die ersten Gratulanten einzutreffen, unter denen sich viele Vertreter von Wohltätigkeits- und Frauenvereinen, Abordnungen aus Kunst- und Musikkreisen, von Offiziersund Militärvereinigungen, aus Handel und Industrie befanden. Ferner erschien eine Kinderschar in Trachten des Odenwaldes und aus Oberhessen, die Produkte ihrer Heimat in Milch, Käse, Butter, Wein usw. überbrachten. An der Mittagstafel nahmen u. a. teil Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinz und Prinzrisin Adalbert von Preußen, die Prinzessinnen Theodora und Geeilte von Griechenland, Prinz und Prinzessin von Solm-Hohensolms-Lich, Landgraf Friedrich Karl von Hessen nebst Gemahlin und deren beiden Söhne. Am Abend fand ein geselliges Beisammensein statt. Die deutsch-russischen Auswanderer. Der erste Transport der deutsch-russischen Auswanderer ist nach Bremerhaven weitergefahren, von wo die Auswanderer an Bord des Lloyddampfers „W erra" die Reise nach Brasilien antreten werden. Dor der Abfahrt von Bremen hielt Reichskommis ar Stück- len eine Ansprache an die russischen Landsleute, Gießener Konzertverein. .Ulalncr--lbend Wilhelm Matthaus _ Hatte Wilhelm Backhaus seinen vorjährigen Klavierabend ausschließlich Beethovens Sonaten gewidmet, so gab er diesmal einen Ausschnitt aus dem Klavierschassen der Ro- mantik, durch die Wiedergabe von Werken Schumanns und Chopins. Und ihm war, wie beim vorigen Male, wieder ein voller Erfolg beschieden. Chopin und Schumann sind als Vertreter derselben Zeitperiode doch verschieden durch die Umwelt, In der sie aufgewachsen waren und der sie die maßgebenden Eindrücke verdanken. Schumann der typisch deutsche Romantiker mit der Fülle des seinem Ich entströmenden Gefühls: bei Chopin ein Reichtum an inneren Stimmungen, von sanftester Schwermut und zartester Zurückhaltung bis zum leidenschaftsvollen Entflammen und ver- bittertften Sich-Derzehren. Im Gegensatz zu der fast ausschließlichen Jch-Romantik Schumanns schwingt bei ihm ein gewisser nationaler Zug mit. Und dennoch muß man beide als innerlich verwandte Naturen erkennen. Das Schaffen beider ist von größter Bedeutung für die Entwicklung der Klaviermusik geworden. Schumann widmet in seiner ersten Schaffens- Periode seine Werke ausschließlich dem Klavier, bei Chopin nimmt das Klavier dauernd die dominierende Stellung ein. Als völlig vom Gefühl beherrschte Schaffende finden sie beide ben Weg zu individuell ausgeprägten Formen: Ein rein formaler musikalischer Ablauf ist ihnen fast unverständlich, und selbst die Etüde, die sonst nur vornehmlich technischen Zwecken dienen soll, wird von beiden in eine höhere musikalische Sphäre gehoben, um jener Forderung von der unbedingten Kongruenz von Form und Inhalt gerecht zu werden. Wenn beide sich der Sonatenform zuwenden, so erhält sie eine wesentlich andere Gestalt als bei der thematischen Durch- arbeitung in der llassischen Periode, weil beide sich diese Form individuell zu eigen machen und ihr so ein persönliches Gepräge verleihen. Der Klavierton als solcher ist nicht nur Träger einer geistigen Idee, sondern die Klangwirkung als solche tritt ebenso bestimmend in ihr Recht. Das Pedal erweitert die Skala der AusdruÄ- Möglichkeiten, die Akkorde werden weitgrifstger und gewinnen hierdurch an Fülle: die Bcglci- tungSfiguren werden verschlungener, die den beiden Händen zugewiesenen Regionen auf der Klaviatur werden erweitert durch das lieber- greisen der Hände. Die Kantabilität des getarnten Stiles findet in der gesanglichen Linie ihre Nachfolge, sie wird aber unter dem Brechungslicht des mannigfach bereicherten harmonischen Grundes sublimiertester Ausdrucksmöglichkeit fähig Als Schumann Chopins op. 2 kennenlernt, ergreift er begeistert die Feder und tritt für ihn ein mit den Worten: „Hut ab, ihr Herren, ein Genie!" Als er Chopin in Leipzig hört, da ist Schumann für ihn entflammt: „Chopin war hier: Florestan stürzte zu ihm, ich sah sie Arm in Arm mehr schweben als gehen." Chopin dagegen stand den Werken Schumanns zurückhaltender gegenüber; beider Bedeutung aber spiegelt sich am besten in dem Urteil Franz Liszts: Schumann sei neben Chopin der einzige Klavierkomponist, von dem man etwas lernen könne. An die Spitze des Programms hatte Wilhelm Backhaus Schumanns Q-Moll-Sonate gestellt, und gleich hier zeigte er, daß er als die geeignetste Persönlichkeit gelten kann, um diese romantische Welt zu erschließen. Ihm ist die Fähigkeit gegeben, dem Aufschwung dieses Werkes zu folgen, ohne sich dabei in einem Uebermah des Gefühlshaften zu verlieren. Er ist ein Klavierspieler, der auf dem Podium ohne jede Pose nur allein dem Werke dient. Mit weicher Hingabe erschloß er die innige Gesanglichkeit des zweiten Satzes, dem ein Jugendlied Schumanns zugrunde liegt Den Schlußsatz ließ er in seinem reichen Wechsel der Stimmungen erstehen und ihn mit der Erregung der Coda ausklingen. Die symphonischen Etüden op. 13 stellen eine Bariationsabsolge dar, deren Thema von dem Vater der ersten Verlobten Schumanns, dem Freiherrn von Fricken, stammt, das dieser mit einer Dariationsreihe Schumann zur Beurteilung geschickt hatte. Die erste Ausgabe trug darum noch die Notiz: „Les notes de la melodie sont de la Composition d’un Amateur.“ Schumann wollte das Werk erst als „Davidsbündler- Stüden", „Etüden im Orchestercharakter von Florestan und Eusebius" bezeichnen. Die Abfolge der Variationen läßt Schumann zu einem Gipfelpunkt seines Klavierstileö werden. Jede Variation für sich trägt ein eigenes Gesicht. Nicht mit Unrecht hat man sie als kleine symphonische Dichtungen bezeichnet: es ist auch versucht worden, diese Reihe inhaltlich mit dem Ringen seiner Sturm- unb Drangjahre in Verbindung zu sehen. Das Finale stellt eine persönliche Beziehung her zu dem englischen Komponisten Sterndale Benett, indem Schumann hier die Melodie „Du stolzes England, freue dich" aus Marschners Oper „Templer und Jüdin" anklingen läßt. Wie Wilhelm Backhaus Variation für Variation immer wieder in neuem Lichte erscheinen ließ, wie er in bewunderungswürdiger Großzügigkeit das Werk als Ganzes aufbaute, wie er die Vielseitigkeit des Stiles in geistiger Einheitlichkeit münden lieh, dies war einzig dastehend. Er gewann dem Instrument das Letzte an Klang ab, dröhnend in den Bässen, damit aber wieder dem Ganzen das sichere klangliche Fundament gebend, durchsichtig bei aller Verflochtenheit der Stimmen, mit triumphaler Steigerung im Finale. Der zweite Programmteil war Chopin Vorbehalten, seinen Höhepunkt wird man in der Wiedergabe von Chopins 6-Moll-Sonate o p. 3 5 sehen müssen. Immer wieder konnte man die unermeßliche Gestaltungskraft des Solisten bewundern, wie er den ersten Sah mit seiner Dramatik erschloß, im Scherzo die Gegensätzlichkeit der Stimmung zwischen Hauptsatz und Trio herausarbeitete. Den Gipfelpunkt gab er in dem bekannten Trauermarsch mit seiner Unerbittlichkeit, die sich in der Monotonie des Akkordlichen ausprägt und die sich mit dem gleichmäßig gefärbten Rhythmus dem Hörer einhämmert: ein leichter Gegensatz im Trio, ein lleberwunden- Haben in inniger Derklärtheit. Das Presto zog geisternd, dunkel, unheimlich in seiner düsteren Erregtheit einher. In der Berceuse (op. 57) findet das Wiegende feine Abbildung durch eine obstinate Daß- betoegung, über der die melodische Linie erwächst, sich entfaltet mit all den technischen Feinheiten, um die Chopin den Klaviersatz bereichert hat. Hier, wie auch in der A s - D u r - D a l - lade (op. 47) und bem As-Dur-Walzer (op. 34,1) bewies sich Backhaus als ein Chopin- spieler von ganz besonderer Eigenart. Seine etwas zum Herben hinneigende Auffassung geht dem sentimentalen Zug, wie man ihm oft begegnen kann, aus dem Wege, bei ihm gibt es keine eigenwilligen manlrierten Heberdehnungen des Zeitmaßes: seiner grund-sachlichen Einstellung entgeht kein ausgeprägter Zug des Werkes, da fügt sich jede Episode dem Ganzen ein. Da weiß er den Anschlag bis zu ben feinsten Qlüanccn zu bifferenjleren, ba glitzern und perlen die Töne, da singt es mit Verhaltenheit und Leidenschaft, da wallt es auf mit vollstem Impuls. !■g"11 —■ ■■■■ Nirgends Verschwommenheit, überall Klarheit ynd Durchsichtigkeit; aber niemals nüchtern, kalt, sondern immer getragen von innerer Wärme, unter der alles zum Leben aufblüht. Lang nachhallende Eindrücke für alle, die diese Stunden miterlebt haben! Dr. H. politisches Theater und Kulturtheoter. Auf Einladung des Deutschen Seminars der Universität sprach gestern abend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts der Dramaturg des Stadttheaters, Dr. Karl Ritter, über das Thema „Politisches Theater und Kulturthea- t e r"; er betonte einleitend, daß beide Begriffe keine modernen Errungenschaften seien und lehnte, nach kurzem historischen Rückblick, die in der heutigen Krisenzeit geforderte Entscheidung zwischen beiden Möglichkeiten ab: es gebe nur gutes oder schlechtes Theater. Der Vortragende streifte den Fall Ießner, der das Kulturtheater gewollt habe, und gelangte dann zum Fall Piscator, mit dem das politische Theater einen Gipfelpunkt erreicht habe An Hand der unter dem Titel „Das politische Theater" kürzlich erschienenen Beichtschrift Piscators besprach der Vortragende eingehend und kritisch Piscators politische Erscheinung, sein technisches Talent, den von ihm selbst empfundenen Zwiespalt zwischen Wollen und Können, seine Beziehungen zur journalistischen Reportage und zum Film. Er wies auch auf die von Piscator ins Leben gerufenen, neuen szenischen Möglichkeiten hin, zitierte einige nachdenkliche Bemerkungen des Dichters Wilhelm von Scholz juP gegenwärtigen Situation des Theaters und faßte abschließend seine eigene Meinung zusammen: er stimmte für einen gesunden Abbau; Abbau der neuen Barock-Szenerie wie der in finsterste und unproduktive Schwarzmalerei übertriebenen Tendenzdramatik. Er wandte sich gegen verfehlte Massen» Wirkungen, gegen die „Bühne als Kampfplatz der Zeit". Er forderte Einfachheit, guten Humor und, grundsätzlich, ein entpolitisiertes Volkstheater. Zum Schluß einige Bemerkungen über die Kriegsliteratur, vor allem über Sheriffs „Andere Seite", und über das österreichische Volksstück. — Eine eingehende Kritik würde zu weit führen; gelegentlich wäre eine schärfere Begriffsbestimmung wünschenswert gewesen: vielleicht wurde die Konkurrenz de» Films, des Radios und des Sports ein wenig unterschätzt: auch wohl die Schwierigkeiten des Wege« von der Bühne zum Individuum. — Für das Deutsche Seminar dankte Professor Dr. Vietor dem Vortragenden. Eine nichtöffentliche Diskussion schloß sich an. Jan f^Ven. iavn" filagenl •una Tours-J Montag, 3.Februar. 1930,7" ab65 Tb O 'ans / SeydlsTjord 7 Nordö' y @ Berlin ZK 5 *-O? krankt Q - j Ein geheimnisvoller Mordfall en lang mit. ie Wetterlaae. pefteur her ftaoaUerie cr°n«utnant ernannt. ** Vorübergehende Veränderungen in der Gießener Hauptpost Infolge Umbauarbeiten im Hauptpoftgebäude werden von heute ab vorübergehend die Brief-, Geld-, Telegramm- Annahme und -Ausgabe, die Schließfachanlage so- wie die öffentliche Fernsprechstelle in die seither der Paket-Annahme und -Ausgabe dienenden Räume verlegt. Der Zugang für tue Paketauflieserer und -abholer erfolgt vom gleichen Tage ab von der Südseite des Gebäudes. ** Schule und Fastnacht. Der hessische Kultusminister Hal angeorbnet, daß in den hessischen Schulen der Unterricht am Fastnachtsdienstagnach- mittag für alle Klassen auszufallen hat. Der freie halbe Tag soll jedoch auf irgendwelche Ferien nicht angerechnet werden. *• Evangelisch-kirchliche Pers 0 - n a I i e. Durch die Kirchenregierung wurde dem Oer Kulmbacher Kommerzienrat Meußdörfer unter dem Verdacht des Gatten- Turnlehrerinnen-Eeminar des Alice- Mordes. - Zwei Arbeiter bezichtigen sich der Tat. schulvere ns. ! Aus der provinziathauptstadt Dießen, den 4. Februar 1930. Pfarrer Hugo Fritsch zu Herchenhain die evangelische PfarrsteUe Kelsterbach, Dekanat Groß- Derau, übertragen. •• Dienstjubiläum. Am morgigen 5. Fe« bruar feiert der Schneider S n n 0 s z i k (Wieseck) bei der Firma Engelhardt, Plockstrahc, tätig, sein 25. Dicnstjubiläum. **DieSchüleranmeldungenzuOstcrn 19 3 0 betrifft eine Bekanntmachung des Stadtschulamts im heutigen Anzeigenteil, aus die wir die Eltern der schulpflichtig werdenden Binder besonders aufmerksam machen. •’ Brände im Krclsc Dreßen. Aus De«. des ehemaligen । paarcs. »rohherzvgSvaai tour- Hochzeit auherordent« I »ünsche dargebracht. I mb schristlichen Dünsen und Gegenden ein. en unb einer Morgen- ten Gratulanten ich viele Vertreter von invereinen, Abordnun- rkreisen, von Ossiziers- aus Handel und 3n< erschien eine Kinder- voldes und aus Ober- r Sjeimat in Milch. -berörachie/i. 2Li A-r u.a. tel ^W\\w I fün- und W^NI e Prinzessinnen Theo- iechenland, Prinz und | ohrnsvlms'Lich, Land- Hessen nebst Geinahlin Am Abend sand ein statt. n Auswanderer. deutsch-russischenAuS- ^haven locitergesahr-n. »ter an Vord dc ierra“ die «eM eien werden. Vor dä tAcich^koinms arSIua- russischen Lands.euir terlegun g eines Betrages von 5000 Mart auf den Namen seiner Frau der Polizei den wahren Mörder mitzuteilen. Der Kommissar setzte sich mit der Staatsanwaltschaft und mit deren Einverständnis mit der Familie Meußdörfer in Verbindung, die sich sofort bereit erklärte, die Summe zu hinterlegen, weil ihr daran gelegen war, den 67jährigen Kommerzienrat Meußdörser, der feit Wochen unter dem Verdacht des Gattenmordes in Untersuchungshaft sitzt, au entlasten. Das Geld wurde bei einer Kulmbacher Bant deponiert und daraufhin legte Schubert «in um - fassendes Geständnis ab, in dem er s 1 ch und seinen Freund Popp der Täterschaft bezichtigte und die Tat m allen Einzels)-iten schilderte. Vach der Darstellung Schuberts hatten die beiden einen Elnbruch in die Villa Mcußdörfers verübt, die Gattin des Kommerzienrates in ihrem Bett üBcrf allen, sie gefcf e t und gewürgt, um von ihi? eine Angabe darüber zu erpressen, wo das Geld aufbewahrt werde. Ms der Kommerzienrat ins Haus trat, flüchteten die beiden Verbrecher. Rußland. Lis SoiDjettußianb , «SU1j“ ""r Vormali« mchgeführt hab«, ^nSvwjetflotter?. Netten sind ftL™ ändert vpsern bM\\& «- ^wandten U itv Glaubensgenossen in m, Dort Gedächt- lhaltens tveil sie frti heften. Die ortho- Mieren Daher für ^afcr “nä< * sind, i h r Geständnis abgelegt haben. Danach hat Schubert dem Kulmbacher Oberkom- mifsar Zichner im Bayreuther Gefängnis das merkwürdige Angebot gemacht, gegen Hin - Der Wasserspiegel des R e m i - S e e s ist bereits Lim 14 Meter gesenkt worden, so daß auch das «weite der vielbesprochenen römischen Kaiserschiffe sichtbar wird. Da das Schiff zum größten Teil vom Schlamm bedeckt ist und eine stark geneigte Lage hat, muß der Wasserspiegel noch um etwa fun bis sechs Meter gesenkt werden, damit das Schiff vollkommen zum Vorschein kommen kann. Der Leiter der Bergungsarbeiten nimmt an, daß das zweite Schiff in seiner Bauart dem bereits trocken- sclegten gleicht und vertritt im übrigen die Ansicht, Laß die Schiffe nicht, wie bisher angenommen, Treudenschiffe das Kaisers Caligula gewesen seien, sondern dem Kult der Diana- gebient hat« len. Während nun mit Spannung dem Auftauchen Los zweiten Schiffes entgegengesehen wird, werden Sie Arbeiten an dem bereits trockengelegten ersten Schiff fortgesetzt. Dian hofft, es noch vor Einsetzen Ler Hitze in Sick)erheit zu bringen, damit es den «Sonnenstrahlen des Sommers nicht mehr ausgesetzt iDirb, Das Schiff soll am Ufer in einem M u - leum untergebracht werben. Fünf Todesopfer eines Automobilunglücks in Kalifornien. Ein Auto mit sechs 16- bis 18jährigen jungen Leuten stürzte in den San Antonio Canyon ab und geriet in Brand. Fünf 3n- lassen wurden getötet, einer schwer verletzt. Aus fern Befund der Bremsen des Wagens ist zu entnehmen, daß die Insassen beim Befahren der in den Canyon hinabführenden Kurven die Ge- Dalt über das Auto verloren hatten. Dnfernationalcr Rundflug 1930. An dem dies"ährigen Internationalen Rund- Ilug werden sich, wie der Aero-Club vonDeut- lanb bekanntgibt, Deutschland, England, | Frankreich, Polen, die Schweiz, Spanien und I Die Tschechoslowakei beteiligten. Es besteht btc Möglichkeit, daß sich noch weitere Länder zu dem Wettbewerb melden. Die Strecke wird in diesem Jahre, wie folgt, geführt: ^Berlin. Braun- chweig, F r a n k f u r t a. M.. Reims. „Brüssel, -London, Paris. Poitiers. Pau. Saragossa, Ma- irib, Sevilla, Albaceti. Barcelona, Rimes, Lyon, Lausanne, Bern, München, Wien, Prag, Breslau, Krakau, Warschau, Königsberg, Danzig, Berlin: insgesamt 7553 Kilometer. Schwere Denzoloergiftung in einer Diener Gummisabrik. In der Gummifabrik Hörnes in Wiener-Neustadt erkrankten vor einiger Zeit zahlreiche Arbeiterinnen infolge Benzolvergiftung. Bereits drei Frauen i n d g e st 0 r b e n. Bei zwölf Arbeiterinnen, die zuerst mit leichten Dergiftungserscheinungen in häuslicher Pflege waren, hat sich der Zustand so ver« chiimmert, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten, es besteht die Befürchtung, daß sich bte Zahl ber Tobesopser vergrößert. Zwei Kinder beim Schlittschuhlaufen ertrunken. In Stendal brachen auf einem Teich beim Schlittschuhlaufen vier Kinder ein. Zwei konnten gerettet werden, während ein elfjähriges Mädchen und ein neunjähriger Knabe nur als Leichen geborgen werden tonnten. Die chwache Eisdecke war gebrochen, als eines der Kinder sie aufzuhacken versuchte. Don der Familie des unter Verdacht des Mordes an seiner Ehefrau in Untersuchungs- haft befindlichen Kommerzienrats Heinrich Meußdörfer ging dem Kulmbacher Tageblatt" eine Erklärung zu. in der mitgeteilt wird, daß in der Villa früher verschiedene kleineDieb stähle vorgekommen seien, denen rjan aber früher keine besondere Bedeutung bciqelegt habe. Mitte Januar habe M) eme Jerion gemeldet und angegeben, bie 211 beiter Popp und Schubert seien die Diebe. Dieselbe Person habe auch gesagt daß Schubert und Popp den Plan besprochen hätten. Kommerzienrat Meußdörfer nachts zu Überla l l e n , zu knebeln und zu verschleppen, »mchn nur gegen ein Lösegeld v 0 n 5 0 000 Mark wieder freizugeben. Daraufhin f eien die beiden Arbeiter in Unter« suchungshaft genommen worden. Ein Redaktionsmitglied des „8-Uhr-Blaties will in Kulmbach von der Mutter des unter dem Verdacht des Mordes an der Gattin dev Kommerzienrates Meußdörfer verhafteten Arbeiters Popp erfahren haben, daß Brauerei- Direktor Wilhelm Meußdörfer. em Sohn des schon (ern beim Pförtner einer Fabrik in Wittenau und I wollte im Auftrage seines Bruders Geld holen. Der I Pförtner schöpfte Verdacht und benachrichtigte ■ Die Gefängnisverwaltung. Inzwischen I war Sandowski aber spurlos verschwuwden. I -ondowski wurde im August 1926 unter Typhus- I verdacht in das Virchow Krankenhaus eingeliefert, I wo er sich als Seemann ausgab. Rach einigen Wo- I fjen fand man zufällig in seiner Seemanns« Itifte Schmuckfachen im Werte von an» I irähernd einer Million Mark. Es stellte I sich heraus, daß die Juwelen aus großen Raub- I t iigen unb Hoteldiebstählen in Reuyork unb amen- I l mischen Luxusbädern stammten. Als Sandowski I vernommen werden sollte, war er bereits aus dem I Krankenhaus entwichen. Er verübte dann mch- I rere Einbrüche in Berlin, wurde schließlich aber ver- I haftet unb zu zwei Jahren vier Monaten Zucht- I Haus verurteilt. Im Februar 1927 brach er aus | Der Strafanstalt Kottbus aus, rourbe im Oktober I «lieber erwischt, versuchte bann im Polizeigefängnis I ein Attentat auf seinen Wärter unb würbe beshalb I in neuer Strafe verurteilt, bie er in Tegel ab« I biifjen sollte. Das zweite römische kaiferschiff. terschast des Fritz Schubert durch Urteil des Durch das freundliche Entgegenkommen des In- G c r i ch t e s f e st g e st e 111 sei. ftituts für Leibesübungen an der Landesuniversi- Auch das „Tempo" macht aufsehenerregende tat ist es dem Aliceschulverein möglich ge- Mitteilungen über die näheren Umstände, unter worden, ein längst erstrebtes Ziel, die Errichtung denen die Arbeiter Schubert und Popp, die unter I eines Seminars für bie Ausbildung dem Verdacht des Mordes an der Gattin des von Turnlehrerinnen, zu verwirklichen. Kommerzienrates Mrußdörfer verhaftet worden Die Genehmigung dieser Anstalt durch den Mi- sind, ihr Geständnis abgelegt haben. | nifter für Kultus unb Bildung-wesen liegt bereits vor. ebenso das Zugeständnis, daß die Abschlußprüfung unter Leitung eines Vertreters des Ministers abgehalten wird und somit den Charakter ^«ultudbeolM d im 1 ter. L runZl.: «griffe I faß ^?Ante, n°-t '"Len beiden I !reD de" ö langte I -in ft Z ml mll.Äibe An NI -MB W ur- fury I l)oiiiijchE , <^ipjad) I V'S3r5 ijl tntiW t den I nisches ffioW I $r w'es au^ ■ <6nen' lachdr"^' I ewige gdjoi v J I I lbel in fiÄitb«^’ I Ä's^Ägsliier^I «sSI hiuiertö^ Für b°9 ibuurn- ©woixtnlos. ö nrittr. (B naiD Dedtcxt. 9 woixig. G ordtcxi • * Sehnte a Orauptin. e HtDei K Grw‘lltf.(§)wind5tiiie •<>-. vhf cicnte. Ost j) oassiQe. ludsuowest (> iturmijcnei ^ordwest Oie Pfeile tiieoen mit dem winde ?ie oeioen Stationen jtenenden Zah« len gtven die Temperatur an Oie Linien veromden Orte mit flieithei^ eef neeruniveau umaertcnoeien Uiltdruci Wettervoraussage. Während im südöstlichen Deutschland das neue Tiefdruckgebiet in Verbindung mit dem Baltikum- hoch eine östliche Luftzufuhr schafft, liegt das übrige Deutschland mehr in dem Bereich der Südseite, also der milden südwestlichen Lust. Infolgedessen liegen auch die Temperaturen im Süd» osten um den Gefrierpunkt, im Westen dagegen seht langsamer Temperaturanstieg ein. Die ozeanische Luftzufuhr wird die Temperaturen noch etwas ansteigen lassen, und Bewölkung sowie weitere Niederschläge mit sich führen. Wettervoraussage für Mittwoch. Stellenweise nebliges, sonst wolkiges Wetter, vereinzelte Niederschläge, Temperaturen etwas ansteigend. Witterungsaussichten für Donner s- t a g. Weiterhin nebliges, auch wolkiges Welter mit Ausheiterung, Temperaturrückgang wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 3,5 Grad: am 4. Februar: morgens 1,8 Grad. Maximum 3,9 Grad. Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Februar: abends 1,2 Grad: am 4. Februar: morgens 1,4 Grad Celsius. — Niederschlag 0,7 mm. Amtliche Winkerfporknachrichken. Vogelsberg. Hoherodskops: Schneefall, minus 1 Grad, 6 bis 7 Zentimeter Pulverschnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Herchenhainer Höhe: Schneefall, 0 Grad, 10 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Sauerland. Winterberg: Leichter Schneefall, minus 1 Grad, 10 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Starker Schneefall, minus 2 Grad, 63 Zentimeter Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, minus 3 Grad, 5 Zentimeter Pulverschnee. Ski- und Rodelmöglichkeit sehr gut. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. einer staatlichen Prüfung erhält. Es ist beabsichtigt, die iteue Anstalt schon zu Ostern dieses Jahres zu eröffnen, vorausgesetzt, daß sich eine genügende Beteiligung findet. Der Aliceschulverein erweitert mit diesem Seminar den Kreis seiner Ausbildungsmöglichkeiten um ein bedeutsames Glied und kommt zugleich einem dringenden Bedürfnis der eine Berufsausbildung erstrebenden weiblichen Jugend in der Stadt Gießen, der Provinz Oberhessen und den angrenzen- den preußischen Gebietsteilen entgegen. Bisher waren die in der Aliceschule ausgebildeten technischen Lehramtsanwärterinnen auf den Besuch preußischer Anstalten angewiesen, wenn sie ihre Berufsaussichten durch die Erwerbung einer Turn- ausbildung verbessern wollten. Infolge des starken Andrangs haben sich die Schwierigkeiten für die Aufnahme in diese Anstalten von Jahr zu Jahr vergrößert, und heute ist der Stand so, daß eine auswärtige Bewerberin kaum noch Berücksicht.gung finden kann. Dazu kommen In der jetzigen Zeit noch zwingende wirtschaftliche Gründe, die die Errichtung des Seminars für die Elternkreife wünschenswert machen. Die Vorteile, die die Möglichkeit einer Ausbildung am Ort ober die Erreichung der Ausbildungsstätte durch tägliche Bahnfahrten bieten, find so offensichtlich, daß sie keines Hin« weises bedürfen. Es darf jedoch darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Stadt Gießen und die Art, wie die Anstalt gedacht ist, besondere Vorzüge für diese in sich schließen unb eine Höhelage der Ausbildung verbürgen, die neben derjenigen der verwandten Anstalten mit Ehren bestehen kann. Die geplante Verbindung mit dem Institut für Leibesübung sichert für den theoretischen Teil des Unterrichts berufenste Lehrkräfte, wie sie kaum einer gleichartigen Anstalt zur Verfügung stehen dürften. Nicht minder günstig liegen, was die äußeren 1 Einrichtungen betrifft, die Verhältnisse für die praktische Seite der Ausbildung. Für jede Art der kör- perlichen Schulung stehen in den Turnhallen, den Badeanstalten, dem Volksbad, den Ruderplätzen, den Sportplätzen und der Eisbahn einwandfreie und leicht erreichbare Ausbildunasstätten zur Verfügung. Wie bedeutungsvoll dieser Tatbestand ist, m?ge man daraus ersehen, daß das Kasseler Seminar genötigt ist, seine Turnschülörinnen für die Erteilung des Schwimmunterrichts nach Göttingen zu schicken. Die Vereinsleitung wird es sich angeleben Professor Rüdel sein lassen, auch für die praktischen Hebungen tüch« auf einer konzertreife schwer verunglückt. tige Lehrkräfte zu gewinnen. Als derDirigentdesBerlinerStaats. Somit kann erhofft werden, daß sich die neue unb D 0 mch 0 rs, Professor Hugo Rüdel, in Anstalt als lebenskräftig erweisen und ein wichtiges Friedeberg (Neumark) wo der Chor ein Konzert ge- Glied im Schulwesen der Stadt Gießen bilden geben hatte, zum Bahnhof fahren wollte, fuhr das wird. D's- Auto, dessen Lenker durch das unvorschriftsmaßige Taten für Mittwoch, 5 Februar. ^ö1! IC"r ® u n5e « a Sonnenaufgang 7 33 H6r. Sonnenuntergang fcSftaöin Säe" Tatr3u|,£i3cn'M ™,cin 3u,,Qnb verschlimmert hatte. don gestorben (geboren 1795); - 1889: der Zwei Todesopfer Rechtsgelehrte Franz v. Holtzendorsf in München eines rücksichtslosen Kraftfahrers. aestorben (geboren 1829): — 1929: der Ozean- Am Sonntag gegen 8 Uhr abends wurden auf der Günther Freiherr v. Hünefeld in Berlin Werler Chaussee nahe der Gemeinde Hemmerde der ' A^en (geboren 1892). Maurer Wiemann aus Hemmerde unb feine acht I u vu -- Jahre alte Tochter von einem Kraftwagen überfahren. Der Chauffeur kümmerte sich nicht um die Ueberfahrenen unb fu.hr rociter. Das Mädchen wurde auf der Stelle getötet; der Vater erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport in bas Unnaer Krankenhaus ver fta r b. Noch im Laufe der Nacht gelang es, den Chauffeur zu ermitteln und f e ft z u n e h m e n. Rettungskat eines 17jährigen Mädchens. Frau Philippine Blick geb. Geier. Statt besonderer Anzeige. Am Sonntag, dem 2. Februar, entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit unsere innlgstgeHebte Mutter, Schwiegermutter und Grobmutter Willy Fischer im blühenden Alter von 28 Jahren jäh aus unserer Mitte gerissen. 1013D Wir erfüllen hiermit die traurige Pilicht, unsere Mitglieder von dem unerwarteten Ableben unseres lieben Frohsinnsbruders A. H. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Fritz Linker Familie Karl Blick. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde plötzlich und unerwartet infolge Schlaganfalls mein innigstgeliebter Mann, der herzensgute Vater seines Kindes, mein braver Sohn und Bruder, unser Schwiegersohn und Schwager In tiefer Trauer: Toni Fischer geb. Löffert Hans Fischer und Braut Hannelore Fischer Wilh. Löffert und Frau Frieda Fischer, Wwe. Herrn. Krämer u. Frau geb. Löffert Gießen (Roonstraße 33, z.Z. Gartenstraße 3II), Bruch (Württemberg), Frankfurt a. M., den 2. Februar 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. Februar, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. I0I4D Wir verlieren in ihm eine wertvolle Arbeitskraft und werden ihm umsomehr ein dankbares Gedenken bewahren, als er im Kreise seiner Kollegen in treuer Pflichterfüllung mitzuarbeiten verstand. Direktion, Beamte und Angestellte der städt. Elektrizitätswerke, Fleberlandanlage und Straßenbahn. Willy Fischer geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir beklagen tief den Heimgang eines überaus treuen Mitgliedes, dem wir alle Zeit ein ehrendes Gedenken bewahren Werden. Verein Frohsinn 1864 Gießen, 3. Februar 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr aut dem Neuen Friedhof statt. 100.1D Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 5. Februar, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Am Sonntag, dem 2. Februar 1930, verschied ganz plötzlich und unerwartet unser Mitarbeiter Herr Will? Fischer, Kaulmann Gießen, Darmstadt, den 3. Februar 1930. 0770 0764 kaufen 00 Tonnt Latz licher ZweiDamen- ma-kenkojliime billig au verkamen. flnanihalr. 8 p |904D Dbcti noch freu Kinde *L Wirt 6i ßinun erseh" Sonn? io4 - Much Sein d bleiben ziehen Berber Land in die von Ms Tc Aelan jtumm dräng aller noma hawg kaum sprach Berg? der ri vergeß Mer Ity au! ihres noch D trennte fallen Schar Segne kehrte deren - die dos L bei .. die j)o Kached Sie ift ®una » An S 1100 i einhei sieben an f) ebens — ei Moni Gano1 in be ber si beim ber i Hund des f sende wer! t Stfufen Seile l Kirche Dome Stadttheater Mittwoch. 5. a ebn, von 19'/? bis 22 Ubt 18.lNittwoaiAV.vksl. Dien eitiuiibteri: ftniifi Corin Dosse nut Gifana in 3 Auiaügen ooa H. Wilken und . D. ZustinuS. Rtufik von Gust. Michaeli» WM meidet! 2 (5tcf. gebr. Vollgatter« 700 nun Durchgang, gut erh^ Tonnenlager, sofort günstig au verkaufen. Wengedendue Zah- liingSerlelchlerung. Näheres durch. Verkanfsdirektlen Frankfurt der Ma- schlneniab. Kappel, A.-G. Frankfurt a. 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Die Anmeldung dieser Kinder hat an den obengenannten Tagen zu erfolgen für Knaben in der Pestalozzischule. für Mädchen in der drei Kassenschränke, einen Jagdwagen, ein Halbverdeck, vier Schreibmaschinen, einen Schreibtisch, fünf Büfetts, zwei Grammophone und 25 Platten, drei Kredenzen, zwei Bertikos, fünf Sofas, zwei Ausziehtische, 14 Stühle, drei Kleiderschränke, zwei Eisschränke, zwei Standuhren, drei Pianinos, einen Projektionsapparat mit Elektromotor, einen Operationsstuhl, einen Linoleumteppich, einen Zimmerteppich, zwei Tische, zwei Anrichten, zwei Trumeauspiegel, fünf Nähmaschinen, zwei Kommoden, einen Gasherd, fünf Zinkbadewannen, vier irische Defen eine Waschmaschine mit elektrischem Betrieb, einen gebrauchten Dauerbrenner, einen Radioapparat, ein Klavier, zwei Regulatoren, ein Fernglas, einen Photoapparat, einen Weiß- zeugschrank, zwei Ladentheken, drei Ladenregale, eine Holzkasse, fünf Ausstellungsgefäße, 20 Flaschen Sekt, eine Bideo-Waage, einen Fleischwolf, 32 Metzgerschürzen, 100 Bund Kranzdärme, 168 Pfund Mettwurstgewürze, eine größere Partie Schuhmacherartikel. 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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Diehl, der als Gründer schon 40 Jahre dem Verein und ununterbrochen auch dem Aufsichtsrat angehört, leitete die Versammlung. Aus seinem Revisionsbericht ging hervor, daß der Verein unter seiner mustergültigen Führung weiter vorwärtsschreitet und Beanstandungen nicht stattfanden. Der Geschäftsbericht des Dtrektors T e x t o r wiese inen glänzenden Stand der Geschäfte aus. Die Bilanz von 1929 im Vergleich zu den Ziffern von 1925 ergab folgendes Bild: U Grohen-Linden, 3. Febr. Dieser Tage hatten sich die Pächter der Kirchen- grundstücke - meist kleinere Landwirte und Arbeiter - im Rathause eingefunden, um zu den hohen Pachtpreisen und Steuern Stellung zu nehmen. Rach einer lebhaft geführten Aussprache wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der gegen die hohen Pachtpreise und ungerechte Steuer Protest erhoben, eine 50- prozentige Ermäßigung der Pacht, gerechte Regelung der Steuer und vorläufige Stundung der Zahlungen bis zur endgültigen Klärung gefordert wird. Eine Kommission, die sich aus den Herren Heinrich LeunV., Ludwig Stein- müller, Ludwig Braun. Ludwig Wer- Herbst in Apulien Don Albert H. tausch. in. Troja — Lucera. Einen Augenblick schien es, als wolle sich der Himmel ganz zuziehen und Regen auf das Wasser ersehnende Land niederfallen lassen Aber die Sonne blieb Siegerin, und wir konnten unbesorgt nach Troja und Lucera fahren Troj^ liegt südwestlich Lucera fast genau westlich von Foggia nu5. Die Straße nach Troja läuft eintönig, allmählich steigend, durch das eintönige Gelände, auf dem die unzähligen Schafe weiden. Die Tiere bleiben den ganzen Winter über draußen. Sie ziehen auf breiten, nur für die Wanderungen der Herden bestimmten Graswegen durch das flache Land und werden mit dem beginnenden Frühling in die Bergtriften der Abruzzen hinaufgetrieben, von wo sie im Herbst wieder in die endlosen Ebenen des Taooliere zurückkehren. Nichts steigert mehr die Melancholie dieses einförmigen Landes als das stumme, willenlose Dahingrasen der aneinanderdrängenden Tiere, nichts kündet mehr den Trübsinn aller Lebensabläufe als dieses ewige Hin und Her nomadischen Daseins .. Der Wagen flog dahin im halbgoldnen, halbgrauen Licht, eingleitend in die kaum gewellten braunen Flächen. Niemand von uns sprach. Diese unbestimmte Weise, die gegen dunstige Berge hinanlief, hatte uns hingenommen, fast aus der rinnenden Stunde fortgetragen, ja das Ziel vergessen lassen, dem wir Zufuhren. Erst als sich die Häuser von Troja dem versunkenen Auge so deutlich auf ihrer Anhöhe zeigten, daß dieses Auge sich ihres Bildes bemächtigen mußte: erst als uns nur noch Minuten von der letzten Anfahrt in die Stadt trennten, verschwand die Traurigkeit, die uns befallen hatte. Sie hob sich noch einmal, als uns eine Schar von schwarz yekleideten Priesterzöglingen begegnete, die von einem Spaziergang nach Hause kehrten. Diese blassen Gesichter von Kindern, über deren Schicksal vorzeitig ein fremder Wille verfügt — diese schwarzen brennenden Augen, die niemals das Leben, niemals die Welt sehen werden . Vorbei .. Ein Friedhof .. Zypressen . Einfahrt in die Hauptstraße, bis vor das Hauptportal der Kathedrale. Um ihretwillen waren wir gekommen. Sie ist von wenigen gekannt — und doch ein kleines Wunder an Schönheit, obwohl ihr die Einheit fehlt. An Schönheit-' Nein: an Zauber. Sie wurde um 1100 in ihrem unteren Teil errichtet, der von großer, einheitlicher Strenge ist. Eine schlichte Front von sieben Blendarkaden Der mittlere Bogen überragt an Höhe die anderen und überwölbt zugleich die ebenfalls bogengekrönte Eingangstür aus Bronze — eine jener berühmten Türen, wie sie sich in Monreale, in Amalfi, in Salerno, in Trani, in Eanosa und anderen Städten finden. Bezaubernd in der Einheit seiner Ornamente ist der Architrav, der sie überquert, bezaubernd auch die Pilaster, au denen er ruht. Die große Rosette des oberen Teiles der Fassade — er stammt erst aus dem 13 Jahrhundert und hat nichts von der schlichten Strenge des frühen Untergeschosses — weist ineinandergreifende gotische Bogenformen auf und reiches Spitzenmerk aus Stein in engen Feldern zwischen dünnen Säulen. Ein Kleinod ist die Kanzel an der rechten Seite des Jnnenraumes. Sie stand in einer anderen Kirche, S. Basilio, und wurde später erst dem Dome einverleibt. Geschaffen ist sie um die Mitte des zwölften Jahrhunderts. Vier Säulen mit überreichen korinthischen Kapitellen tragen sie. Die Umsäumung ihrer vier Seitenflächen bilden breite Borden unvergleichlichen Rankwerkes aus blassem Marmor. Der Lesepult für die Bibel ruht auf dem Kopfe und den hochgezogenen Flügeln eines Adlers. Welche Träume von Schönheit warfen die Künstler jener Tage in den Schoß ihres Gottes .. (Wußten sie auch, ob er schon reif geworden war für soviel Blüte?) Er war noch ein junger Gott, kaum tausend Jahre alt. Und dennoch: er war nur ein Wieder- geborener, der aus Uranfängen lebte .. Wie tief war sein Bewußtsein um das Vorgelebte? Was jene schenkten, überschlug das Kreuz und rief Apoll zurück . Eine Stunde später — schon war die Dämmerung gesunken — klopften wir an das Tor des Sarazenenkastells in Lucera. Drohend, abwehrend hatte es vor uns gelegen, als wir im letzten Lichte von Troja zu ihm herüberfuhren . ein Ungeheuerliches mit seinen gelben Mauern, seinen gelben Türmen, steil über dem Abgrund, der es nach Süden hin von der vorgelagerten Ebene scheidet . Naht man ihm um diese Stunde des Zwielichts, so könnte es scheinen, es sei unversehrt. Erst wenn man dicht vor seinen Wänden steht, erkennt man, daß es längst verfiel . Friedrich II. ließ es für seine sarazenische Leibwache bauen. Was nicht zu ihr gehörte, doch moslimischen Glaubens war, siedelte er in der Stadt Lucera an, einer alten römischen Gründung. Es barg in seinem Inneren einen großen Palast, dessen Grundriß noch erkennbar ist. Es barg Kasernen, Ställe, Brunnen, Zisternen. Nun wuchert Gras, wo all dies Vielbegangene war .. O namenlose Schwermut, hier zu schlendern, wie wir nun . Durch diese ausgedorrten Gräser, die sirrenden, hinzustreichen, an den Brüstungen stehn zu bleiben oder an den hohlen Fenstern der Wachtürme und hinunter zu starren in dieses dunstige, verlorene Land, an das aus bleiernen Wolken ein verkohlendes Abendrot an- brandet, indessen die Luft sich unmerklich in taubes Lila verwandelt hat .. Da leuchtet noch eine Wand in durchgoldetem Sepia — und versinkt sogleich in Trübe ' dort läßt sich langsam ein' Nachtvogel herab auf schon umdunkelte Zinne und äugt in die leere Oede nieder, von der wir uns nicht trennen können .. Immer wieder zurück an den Südrand des Gemäuers .. immer wieder dort verharrend, den Blick in der Tiefe .. Da sind Ziegeleien, deren Feuer nun glühen, da, mehr nach rechts, wo der Bach fließt, sind Gutshöfe, kaum noch erkennbar. Da ist auch das Fieber, in jener feuchten, fruchtbaren Niederung .. Es nistet in dem Wasser „Acqua pesante" sagte mir einmal der alte Wächter, als ich an einem heißen Frühlingsabend hier oben mit ihm saß . . „acqua cattiva, veneno" Und nochmals beginnen wir die traurige Runde Warum? Warum? Unten in der Stadt sind Lichter, sind Menschen, die der Stunde, dem Tag, dem Jahre leben . sind Kaffeehäuser.. ist eine Piazza, an der man sitzen könnte Das tiefe Grauen des Versunkenen halt uns ganz gefangen . O schwerer Mantel, in den sich unser ganzes Leben schmiegt O Vorgefühl des Endes: alles Enden ist sich gleich . O Trost der Traurigkeit: Oktobera'oend in Lucera .. (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Landkreis Gießen. oo Klein-Linden, 3. Febr. Am nächsten Donnerstag, 6. Februar, feiern die Eheleute Konrad Lotz und Ehefrau Marie, geb. Faber, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der diamantenen Hochzeit. Der Jubilar stammt aus Oberhörgern und geht mit feinen 82 Lebensjahren noch rüstig feinem Wagnerhandwerk nach, die Ehefrau ist 81 Jahre alt. Das Jubelpaar hat sieben Kinder, 24 Enkel und 6 Urenkel. * Leihgestern, 1. Febr. Der hiesige Landwirtschaftliche Konsumverein l hielt Kassenbestand: 1925 gleich 19,21 Mk., 1929 gleich 1578,56 Mk., Warenvorräte: 1925 gleich 1093,80 Mark, 1929 gleich 3233,49 Mk.; Rücklage: 1925 gleich 20 Mk., 1929 gleich 2502,32 Mk.; Reingewinn: 1925 gleich 1080,09 Mk., 1929 gleich 3619,76 Mk.; Dividendenverteilung: 1925 gleich 5 Prozent, 1929 gleich 11 Prozent und eine Rücklage über 1100 Mark. Diese Fortschritte des Vereins seit 1925 sind der jetzigen Führung zu verdanken. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles vereinigte ein gemütliches Beisammensein bei einer Tasse Kaffee die Versammlungsteilnehmer noch in schönster Harmonie. Von dem Resultat dieser Versammlung dürfte eine weitere Dor- wärtseniwicklung des Vereins zu erwarten fein. V fr 1 i|l i gandt und Ludwig Weber zusammensetzt, wurde beauftragt, die Verhandlungen mit der Kirchenbehörde zu führen. * Rödgen, 1. Febr. Dieser Tage fand die zweite Sitzung des neuen Gemeinderates statt. Zunächst wurden die verschiedenen Kommissionen und der Schulvorstand gewählt. Heber die Kanalgebühren fand eine längere Aussprache statt. Die Kanalschulden betrugen 16 000 bis 17 000 Mk., die Verzinsung erfolgt zur Zeit mit 9 v. H. Die Tilgung soll jährlich in noch festzusehenden Raten von der Gesamtgemeinde getragen werden, ferner die Unterhaltung und ein noch verbleibender Zinsenrest, der durch die Kanalbenutzungsgebühren nicht aufgebracht wird. Es soll eine Grundgebühr von 8 Mk. je beitsgemeinschaft Lich-Hungen un Schulhaus statt. 3m Mittelpunkt stand eine Lebr- probe, die Lehrer Müller von hier über „Kulturgeschichtliches aus Langd" hielt. An Hand von Gegenständen aus der schönen Sammlung deS hiesigen Heimatmuseums wurden die Entwicklung des Beleuchtungswesens, die Flachsbereitung und -Verarbeitung, sowie der damit zusammenhängende Sprachschatz und altes Sagengut behandelt. Ebenso wurde auf die Sitten und Gebräuche eingegangen, die mit diesen geschwundenen Betätigungen zusammenhingen. Rach einer kurzen Aussprache hielt Lehrer Böttcher, Steinhecm. einen Vortrag über „Die Begabungsverhältnisse der Schüler". Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Lehrer Roth, Klein-Linden, dankte für die Spaniens neues Kabinett: Primas Nachfolger General Berenguer (in der Mitte, in großer Galauniform) verläßt mit seinen Ministern nach der Eidesleistung vor dem König das Madrider Schloß. A W I KW ’F Anlieger zur Erhebung kommen. Von Zuschlägen der verschiedenen Arten wurde abgesehen, da hierdurch Härten entstehen würden. Die Lieferung von Brennholz für die Amtszimmer des Bürgermeisters und des Gemeinderechners wurde abgelehnt. Verschiedene Rinnenpflasterungen innerhalb des Ortes sollen durch das Kulturbauamt Gießen zur Vergebung ausgeschrieben werden. Ob die finanzielle Lage der Gemeinde es erlaubt, alle diese Arbeiten auszuführen, steht noch dahin. f T r e i s a. d. Lda., 1. Febr. Auf der Straße Treis — Mainzlar ereignete sich gestern nachmittag ein Zusammenstoß zwischen einem Lieferwagen einer Gießener Firma und einem leichten Einspännerfuhrwerk eines hiesigen Viehhändlers, bei dem das Fuhrwerk in Trümmer ging und der Kühler des Autos beschädigt wurde. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden, auch das Pferd erlitt keine Verletzungen. — Bei der kürzlichen R e u w a h l des Vorstandes der Synagogengemeinde wurde der seitherige Vorstand Levi Wetzstein einstimmig wiedergewählt. Dieselbe Gemeinde erhielt von einem Gießener Freund, der aus unserem Dorfe stammt, eine neue Thoradecke zum Geschenk. + Lang-Göns, 31. Jan. Die Volkshochschule Gießen veranstaltet in diesem Winter auch in unserem Dorfe einen Kursus, der gestern abend seinen Anfang nahm. Cs sprach Dr. M a - lech (Gießen) über neuzeitliche Gesundheitspflege und Ernährungsfragen. In äußerst fesselnder und anschaulicher Weise führte der Vortragende die Hörer in diese wichtige Gebiete ein, gab verschiedene wertvolle Ratschläge und erläuterte dann an gut gewählten Lichtbildern die besprochenen Gegenstände. Die Anzahl der erschienenen Hörer war für den ersten Abend dieser Art als befriedigend zu bezeichnen. * Grüningen, 29. Jan. Dieser Tage wurde hier ein R i n d e r z u ch t v e re i n gegründet, der seine Tätigkeit bereits mit einer Eingabe an die Gemeindevertretung begonnen hat. Es wird darin die Anschaffung eines dritten Fleckoiehbullen beantragt, da die beiden anderen sehr überlastet seien und die Rinderzucht notleide, was sich schon verschiedentlich bemerkbar mache. Auch der Kreisoete- rinärarzt soll sicherem Vernehmen nach schon wiederholt in der Angelegenheit bei der hiesigen Bürgermeisterei vorstellig geworden sein. Es wird deshalb von den interessierten Landwirten in kürzester Zeit mit der Einstellung eines weiteren Bullen gerechnet. = Lich, 3. Febr. Mit dem Ehrenbrief des Gaues Hessen der Deutschen Turnerschaft wurde der langjährige Vorsitzende des hiesigen Turnvereins Reinhard Zimmer ausgezeichnet. Der Geehrte hat über 25 Jahre ununterbrochen in der Vereinsleitung gestanden, erst als Turnwart, dann als Vorsitzender, und gehört auch im Gau Hessen zu den bekanntesten Turnern. 1° Steinheim, 28. Jan. Der vor Jahresfrist gegründete Ob st- undGartenbauverein hielt gestern abend in der Schule seine erste ordentliche Generalversammlung ab. Am Rachmittag fand unter Leitung von Obstbauinspektor E n k l e r vom Landwirtschastskammer- ausschuß Gießen ein Rundgang mit Demonstrationen durch unsere Obstanlagen statt, an der sich neben fast allen Baumbesihern noch die Schüler der landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen von hier, Rodheim, Ober- und Hnter-Widdersheim mit ihren Lehrern beteiligten. Am Abend hielt Obstbauinspektor E n k l e r einen lehrreichen Vortrag über „Förderung des Obstbaues", insbesondere über „Schädlingsbekämpfung auf rationeller Grundlage" Den Dank der Versammlung an den Redner sprach der Dereinsobmann, Lehrer B e p p l e r , aus, und er konnte weiter mitteilen, daß zum erstenmal die Winterspritzung Anfang Februar zur Durchführung komme Eine rege und eingehende Aussprache schloß sich an den beifällig aufgenommenen Vortrag an. s. Langd, 3. Febr. Am Samstag fand hier eine Tagung der Pädagogischen Ar- beiden Darbietnngen, die mit größtem Interesse ausgenommen wurden. KreiS Friedberg. 4 Bad-Rauheim, 2. Febr. Der Turnverein 1860, der größte Verein am Platze, und seither auch der stärkste Verein des Turngaues Hessen, trat mit seiner gestrigen stark besuchten Hauptversammlung in sein 70. Vereinsjahr ein. Der Verein zählt nach dem Geschäftsbericht zur Zeit 906 Vereinsangehörige, darunter 718 beitragspflichtige Mitglieder. Die Jahresrechnung schließt ab mit 38 802,30 Mk. in Einnahmen und 38048,37 Mark in Ausgaben. Das Vermögen beträgt 63125,91 Mark. Die turnerische Betätigung in den verschiedensten Abteilungen ist sehr rege. Bei den Wettkampfveranstaltungen im Bezirk, Gau und Kreis wurden insgesamt 132 Siege errungen. Zur Zeit sind Bestrebungen im Gange, die eine Verschmelzung mit dem 1913 gegründeten Männerturnverein zum Ziele haben. Im Ausschuß der Bad- Rauheimer Turnerschaft und in den Vorständen beider Vereine fanden bereits Beratungen statt, die sich für den Zusammenschluß aussprachen. I Steinfurth, 3. Febr. Auf Veranlassung der Freiherren Ludwig und Hugo Löw von und zu Steinfurth in Wiesbaden wird zur Zeit der Kopf des im Rordosten unseres Dorfes gelegenen Wingertberges geebnet. Der Berg hatte auf seinem Gipfel einige Erdbuckel, Die nun durch umfangreiche Crdarbeiten beseitigt und auf dem Berge abgetragen worden sind. Dadurch ist eine ebene Fläche von etwa 1100 Quadratmeter entstanden, so daß ein bequemes Sicher gehen und Lustwandeln auf der schönen Anhöhe, von der man eine herrliche Aussicht genießt, möglich geworden ist. Die Fläche soll im Frühjahr mit Gras eingesät und die nach dem Abhang zu aufgetragene Erde durch eine Ligusterhecke befestigt werden. Die Planierung dieses Bergkopfes ist ein wesentlicher Beitrag zur Verschönerung unserer Heimat. Bei den Crdarbeiten stieß man auf Mauerreste. Beim Freilegen konnte man feststellen, daß die Mauern aus unbehauenen Dasaltsteinen bestanden, die mit festem Mörtel zusammengefügt waren. Es ist anzunehmen, daß es die Grundmauern eines Wingerthäuschens sind, das in der Zeit, als der Wingertberg noch Weinreben trug, auf , der Dergeshöhe, die einen weiten Heberblick bot, als Schuhhäuschen für den Wingertschüh gestanden haben mag. Jedenfalls weih sich der älteste Einwohner unseres Dorfes noch zu erinnern, daß sein Vater vom Wingerthäuschen erzählt hat, und die Aecker, die von Rorden her auf den Wingertberg stoßen, bezeichnete man vor der Feldbereinigung mit dem Flurnamen „Hinter dem Wingertshäuschen". Das sind Angaben, welche die Richtigkeit der Vermutung bestätigen, daß diese aufgedeckten Mauerreste die Grundmauern eines Wingerthäuschens sind, zumal ja auch aus alten Chroniken erwiesen ist, daß der Wingertberg Jahrhunderte hindurch mit Weinreben bepflanzt war. KreiS Büdingen. ' Ortenberg, 1. Febr. Durch Bekanntmachung des Hess. Innenministers vom 7. Januar ist der Satzung des Gemeindeverbandes für den Kraftwagenverkehr Ortenberg und Umgebung auf Grund der Landgemeindeordnung vom 8. Juli 1911 die Bestätigung erteilt worden. Der Verband besteht aus den Gemeinden Ortenberg, Bergheim, Gelnhaar und Usenborn und hat seinen Sitz in Ortenberg. Kreis Schotten. □ Laubach, 30.Jan. Einen fesselnden Lichtbildervortrag hielt gestern abend auf Veranlassung der beiden hiesigen Frauenvereine im überfüllten Kasinosaale Pfarrer Kornmann aus Rodheim über das Thema: „Die Deutschen in Brasilien". Der Vortragende gab ein anschauliches Bild über die Lebensverhältnisse, Kulturen, Erzeug- nisse und Siedlungen des südamerikanischen Landes, wobei er insbesondere auf die Not der dort ansässigen Deutschen hinwies. Dekan V o 1 p dankte 9er Gießener Rechnungsabschluß von 1927. Die Stadtverwaltung hat soeben den Rechnungsabschluß der Stadtkasse und der städtischen Rebenkassen für das Rechnungsjahr 1 927 verdeutlicht. Es ist eine angenehme Finan-botschaft, die der Bürgerschaft mit diesem Rechnungsergebnis übermittelt wird. Der G e s a m t h a u s h a l t. der in' Einnahme und Ausgabe mit 11 329 001,04 Mk. veranschlagt war, weist auf der Einnahme feite einen tatsächlichen Betrag nach der Rechnung von 10 678 805,93 Mk., auf der Au s g a b e n se i te einen tatsächlichen Betrag nach der Rechnung von 10426998,34 Mk. aus. Die Betriebs- r e ch n u n g, die nach dem Boranschlag in Einnahme und Ausgabe mit 5 007 561,14 Mk. festgesetzt war, hat eine Einnahme von 4996782,52 Mk. und eine Ausgabe von 4 922 073,67 Mk. zu verzeichnen. Mithin ver- bleibt in der Detriebsrechnung als Rest ein UeBerschuß von 74 708,85 Mk. Sn der Ber- mögensrechnung waren nach dem Voranschlag Einnahme und Ausgabe mit 6 321 439,90 Mark vorgesehen, die tatsächliche Einnahme belief sich auf 5 682 023,41 Mk., die tatsächliche Ausgabe auf 5 504 924.67 Mk. Der Rest als UeBerschuß beläuft sich demnach hier auf 177 098,74 Mk. Auf Einzelheiten dieses Stadtkassenabschlusses werden wir noch zurückkommen. Von den städtischen Rebenkassen schließt das Wohlfahrtsamt mit folgendem Ergebnis ab: Einnahme in der Betriebs- und der Der- mögensrechnung nach dem Voranschlag 1 461 520 Mark, tatsächliche Einnahme 1 419 832,14 Mark; Ausgabe in der Betriebs- und Dermögensrech- nung nach dem Voranschlag 1 461 520 Mark, tatsächliche Ausgabe 1417 612,14 Mark, mithin Rest 2220 Mark. Erfreulich ist bei dieser Rech- r-’mg, daß der voranfchlagsmäßige Zuschuß der Stadtkasse zur Deckung des Fehlbetrages nicht in der vorgesehenen Höhe von 993 000 Mark in Anspruch genommen wurde, sondern sich nur auf 747 403,59 Mark belief, mithin weniger 245 596,41 Mark ausmachte. Das Elektrizitätswerk, das vor- anschlagsmäßig in der Betriebs- und Vermögensrechnung mit 1 475 770 Mark Einnahme und Ausgabe abschloß, weist eine tatsächliche Einnahme von 2 247 495,40 Mk. und eine tatsächliche Ausgabe von 2 246 538,14 Mk., mithin einen Rest von 957,26 Mark auf. Als Detriebsüberschuß wurden an die Stadtkasse statt der veranschlagten 135000 Mark tatsächlich 170 000 Mark abgeführt. Das städtische Gaswerk, das in Einnahme und Ausgabe nach dem Voranschlag mit 1 001 830 Mk. abschließen sollte, weist eine tatsächliche- Einnahme von 1 213 430 Mk. und eine tatsächliche Ausgabe von 1 206 978,51 Mk., mithin einen Rest von 6 451,49 Mk. auf. Als Betriebsüberschuh wurden an die Stadtkasse 160 000 Mk. abgeführt. Beim städtischen Wasserwerk waren nach dem Voranschlag in Einnahme und Ausgabe 353 650 Mark vorgesehen, die tatsächliche Einnahme belief sich auf 656 085,69 Mk., die tatsächliche Ausgabe auf 655 480,14 Mk., der Rest macht mithin 605,55 Mk. aus. Als Betriebs- Überschuh gingen an die Stadtkasse 60 000 Mk. Das städtische Volksbad sollte sich voranschlagsmäßig 62 660 Mk. in Einnahme und Ausgabe ausgleichen, in der tatsächlichen Rechnung wird der Ausgleich der Einnahmen und Ausgaben mit 72 754,19 Mk. erzielt. Die städtische Straßenbahn sah nach dem Voranschlag in Einnahme und Ausgabe 310 614,64 Mark vor, die tatsächliche Einnahme beläuft sich auf 347 714,12 Mark. Unter Zuhilfenahme eines städtischen Zuschusses von 28 589,66 Mark (im Voranschlag waren hierfür 36 237 Mark vorgesehen) wird der Ausgleich zwischen Einnahme und Ausgabe erzielt. Beim Lyzeum sah der Voranschlag in Einnahme und Ausgabe 186 320 Mk. vor, die tatsächlichen Einnahmen Belaufen sich auf 224 115,35 Mark, die Ausgaben auf 223 679,35 Mark, verbleibt Rest 436 Mark. Der Zuschuß aus der Stadttasse sollte nach dem Voranschlag 49 595 Mark betrogen, er beläuft sich tatsächlich auf 59118,55 Mark. Die Rechnung der Studienanstalt glich sich nach dem Voranschlag mit 30 777 Mark aus, in der tatsächlichen Abrechnung beläuft sie sich auf 33174,15 Mark. Der städtische Zuschuß beläuft sich anstatt auf 21 127 Mark im Voranschlag auf 25 168,65 Mark. zum Schlüsse für den überaus lehrreichen Vortrag, der außerordentlichen Beifall fand. — Bei der heute stattgefundenen zweiten Holzversteigerung wurden dieselben Durchschnittspreise erzielt, wie bei der ersteren. Für Scheitholz wurde pro Fcstmeter Raummeter 11 bis 12 Mark, für Knüppel und Stöcke Raummeter 8 bis 9 Mark geboten. Kreis Alsfeld. IK Alsfeld, 3. Febr. Die hiesige Dürer- g e s e l l s ch a f t, die nach, dem Tode des Ober» studiendircktors Graeber unter der. Leitung von Stüdienrat Dr. Berg steht, hatte im Jahre 1929 durch Vermittlung der Hochschulgesellschaft in Gießen sieben Abendveranstaliungcn geboten. Den ersten Vortrag hielt Prof. Mombert, Gießen, über die Reparationssrage. Wieder in anderer Weise aktuell war der zweite Vortrag von Pros. Huntemüller, Gießen, über Arzt und Sport. Alsdann folgte der hohe Anforderungen an die Hörer stellende Vortrag von Prof. Steinbüchel, Gi.ßen, über Lasalles Verhältnis zum deutschen Idealismus. Prof. R o l o f f, Gießen behandelte in seinem Vortrag über die Ursachen des Weltkrieges und die Kriegsschuld- frage eine der wichtigsten Fragen der jüngsten Weltgeschichte. Rach einer Pause während des Sommers wurden die Vorträge im Winterhalbjahr eröffnet durch einen Rezitationsabend des Gießener Schauspielers und Spielleiters Karl V o l ck zu Ehren des 70. Geburtstages des hessischen Dichters Alfred Dock. Einen interessanten Einblick in die Arbeit des Sprachforschers gewährte der Vortrag von Pros. Götze, Gießen, über die deutsche Studentensprache. Der letzte Vortrag von Prof. Klute, Gießen, über feine Reise durch Argentinien und Chile führte die Zuhörer in weite, zum Teil wenig bekannte Gebiete. Die Abende der Durergesellschaft waren durchschnittlich gut besucht und boten vielseitige Anregung, was dankbar anerkannt werden muß. Die Vorträge im Jahre 1930 sollten eröffnet werden durch einen Vortrag des Gießener Dramaturgen Dr. Ritter, der aber infolge Erkrankung des Redners verschoben werden mußte. Amtsgericht Gießen. * Giehen, »31. Ian. Ein beschäftigungsloser, 21 Jahre alter vorbestrafter Arbeiter aus Wien, der aus dem Reichsgebiet ausgewiefen worden war, es aber doch wieder betreten hatte, war einer Reihe von Straftaten beschuldigt, die er in Gießen, Butzbach und Dad-Rauheim begangen haben soll, zunächst des bereits angedeuteten Pah- vergehens, dann fortgesetzter Diebstähle, einer intellektuellen Urkundenfälschung, falscher Ra- mensangabe und der Bettelei. Gestohlen hat er u. a., indem er sich in fremde Wohnungen einschlich, Gegenstände mitnahm, die ihm gerade leicht erreichbar waren, mochten sie wertvoll sein oder nicht. So befanden sich unter ihnen Armbänder, Armbanduhren, goldene Ringe und Kolliers, aber auch Gebrauchsgegenstände, wie Hemden, Hosen, Halstücher, Taschentücher u. dgl. Hervorzuheben sind die Diebstähle, die dem Angeklagten durch die Unachtsamkeit der Hausbewohner besonders leicht gemacht worden sind, indem dieser beim Betteln Gelegenheit suchte und fand, derartige Diebstähle zu begehen. Auch war er darauf aus, bei solchen Gelegenheiten durch erfolgloses Klingeln und Klopfen an den Türen eine etwaige Abwesenheit ver Hausbewohner festzustellen, um danach seine diebischen Absichten auszuführen. In Gießen erfolgte schließlich feine Verhaftung, bei der er einen falschen Ramen angab. Bei seiner Aufnahme in das Gefängnis veranlaßte er falsche Einträge in die einschlägigen Gefangenenbücher. Wegen den Vergehen erhielt der Angeklagte eine Gefamtgefä'ngnis- strafe von einem Jahr und drei Monaten, wegen den Uebertretungen insgesamt fünf Wochen Haft- Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 29. San. Die heutige Sitzung wurde durch die Verhandlung einer einzigen umfangreichen Strafsache ausgefüllt. Ein Weißbinder war des Rotzuchtsversuchs im Sinne des § 177 St.G.D. angeklagt. Als Zeugin erklärte die bei dem Vorfall in Betracht kommende Frau unter ihrem Eid, der Angeklagte sei der Täter gewesen, jeder Srrtum sei ausgeschlossen. Es waren fast zwanzig Zeugen geladen. Der Angeklagte behauptete, um die fragliche Zeit sei er noch auf feiner Arbeitsstelle beschäftigt gewesen, und er trat einen Alibibeweis an. Rach Schluß der Beweisaufnahme ergriff der Staatsanwalt das Wort zu längeren Ausführungen; er hielt den Angeklagten für überführt und forderte feine Verurteilung. Der Verteidiger plädierte auf Freisprechung, da der Beweis nicht lückenlos sei, ein Srrtum der Zeugin sei nicht ausgeschlossen. Das Gericht verkündete nach längerer Beratung fein Urteil auf Freisprechung. Allerdings sei der Angeklagte im höchsten Maße belastet, die Richter als Menschen hielten den Angeklagken für schuldig. Aber da doch Bedenken beständen, ckb sich die Zeugin nicht vielleicht doch in der Person des Täters irre, sei das Gericht zur Freisprechung gelangt; die Staatskasse habe die Kosten des Verfahrens zu tragen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) B. ft. 5. Sm Hessischen Landtag sind vertreten: Hessischer Landbund, Deutschnationale Lolkspartei, Volksrechtpartei, Deutsche Volkspartei, Zentrum, Demokratische Partei, Sozialdemokratische Partei, Kommunistische Partei. Als parteiloser Abgeordneter gehört Professor Werner, Butzbach (früher Deutschnationale Volkspartei), dem Landtag an. ft. 2H. Wenn die Rente auf Grund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung gezahlt wird, dann ist sie bei dem Zahlenden abzugsfähig, bei dem Empfänger aber als Einkommen steuerpflichtig, (§ 15, Ziff. 3 des Einkommensteuergesetzes). Wird die Rente ohne gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung, o^so freiwillig gezahlt, dann ist sie- nicht abzugsfähig und bei dem Empfänger auch nicht steuerpflichtig. ft. ft., Gießen. Rheinische Missionsgesellschaft in Barmen. Oer Sternhimmel im Februar. Sonnenaufgang von 7.45 bis 6.50 Uhr. Sonnenuntergang von 16.45 bis 17.35 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 6. um 18 Uhr, Vollmond am 13. um 10 Uhr, letztes Viertel am 20. um 10 iy>r. Der Februar ist für die Sternbeobachtung ein außerordentlich günstiger Monat; denn für die langsam im Westen verschwindenden Sternbilder, zu denen der Schwan und rechts von ihm Spica. Sein Erscheinen wird durch das Höhersteigen des Großen Bären angekündigt, nach dem er auch seinen Ramen Aretur, das heißt Bärenführer, trägt. Auch der Löwe steigt gleichzeitig mit dem Großen Bären empor, und wenn er hoch genug gestiegen ist, sehen wir unter ihm den Stern Alphard, das heißt etwa der Einsame, weil er der einzige hellere Stern der ganzen Umgebung ist. Der Orion und der Sirius sind während der ganzen Beobachtungszeit hervorragend Der die 24 Stundenzahlen von Mitter« nacht bis Mitternacht eines Tages ent» haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei« ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt, Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht• baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo* natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil Vs Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. STERNBILDER; 10. STABEN 15, 18 Alpho^ 22, I S Sonne Mond: Väi D IViertel @ Vollmond d letztes Viertel Sterne: Meine Buch- < staben ZV ♦ r s <*> r die Wega und große Teile des Pegasus gehören, bietet sich im Osten reicher Ersatz. Die dort spät sichtbar werdende Sungfrau werden wir allerdings kaum als Frühlingssternbild, sondern eher als Sommersternbild betrachten; ihren Hauptstem Spica bekommen wir, falls wir nicht ganz späte Rachtschwärmer oder besonders leidenschaftliche Sternfreunde sind, vorerst noch nicht zu sehen. Mindestens zu Anfang des Monats erscheint sie erst um Mitternacht über dem Horizont; die schwächeren Sterne der Sungfrau kündigen sie einstweilen an. Etwas günstiger steht es mit dem Arctur, dessen Erscheinen über dem psthorizont in den frühen Abendstunden dem Sternfreund ein Frühlingsbote ist, und der jetzt noch ziemlich spät aufgeht, aber doch nicht so spät wie die gut sichtbar, und vielleicht werfen wir auch auf den Rachbarstern des Sirius, der sonst neben seinem großen Bruder etwas zu kurz kommt, gelegentlich einen Blick. Don den Wandelsternen ist am Abendhimmel nur der Supiter sichtbar. Er steht nun auch schon am Westhimmel, ein Zeichen, daß wir uns langsam auf den Verlust dieses Hellen Himmelslichtes gefaßt machen müssen. Vorläufig ist es allerdings damit noch nicht ängstlich, denn zu Anfang des Monats erstrahlt er noch 93/* Stunden, zu Ende etwa 73/, Stunden nach Sonnenuntergang im Sternbilde des Stiers, und noch immer erfreut seine überragende Helligkeit; aber am Morgenhimmel wird ni/i auch der Saturn sichtbar. Küstermann. 9er Traum vom Glück. Roman von E. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 28 Fortsetzung. Raddruck verboten. Schon die allernächsten Tage sollten ihr dies bestätigen; denn eines Morgens erhielt sie vom Rechtsanwalt Hagenau einen Brief. Es war keineswegs ein Liebesbrief; er teilte ihr nur mit, daß er seit seiner Anwesenheit auf Schloß Wildhosen mit einem höchst wichtigen Prozeß beschäftigt gewesen wäre. Wenn er das Unglück gehabt hätte, ihn zu verlieren, wäre es unstreitig für seine fernere Lebenslaufbahn verhängnisvoll gewesen; zu seiner Freude könne er ihr aber mitteilen, daß er für seinen Klienten in allen Snstanzen Freisprechung erwirkt hätte. Dadurch sei er — in bezug auf feine Zukunft — erst aus die eigentliche feste Basis gelangt. Er schloß mit der Bemerkung, daß er äußerst angestrengt gearbeitet habe und eine kleine Erholung verdient zu haben glaube, und fragte durch Doris bei der Schlohherrin an, ob es gestattet fei, vom nächsten Freitag bis Montag nach Wildhosen zu kommen. -Sm übrigen“, so hieß es weiter, „hängt es lediglich von Ihnen ab, ob ich kommen darf oder nicht. Ich gäbe mich völlig in Ihre Hände, werde aber sehr ungeduldig auf Ihre Antwort warten. Sagen Sie mir offen: Würden Sie sich freuen, mich wiederzusehen?" Schweigend händigte Doris ihrer Tante den Brief aus. Rachdem diese ihn gelesen, reichte sie ihn ihrem Gatten. „Bon bestimmten Absichten keine Rede!" bemerkte sie dann mit halb triumphierendem, halb zweifelndem Lächeln. „Wenn ich an deiner Stelle wäre, beste Doris, würde ich diesen Zeilen nicht die geringste Bedeutung beimessen. Wie o't schreiben Männer derartige Briefe, die zu nichts verpflichten, und dieser hier scheint ganz besonders eine Sammlung nichtssagender Worte zu enthalten." „Willst du den Rechtsanwalt Hagenau als Gast ausnehmen, Tante? Soll ich ihm schreiben, daß er nächsten Freitag kommen darf?" war alles, was Doris erwiderte. „O ja, gewiß! Wenn du es für gut hältst!" antwortete Frau von Wildhofen kühl. Ihr schoß doch mit einem Male der unangenehme Gedanke durch den Kopf: Jetzt kannst du dich nur nach einer anderen Gesellschafterin umschauen. Rachdem auch Onkel Georg seine Zustimmung zur Ausnahme des Gastes gegeben hatte, erhob sich Doris sofort und schrieb ihren Brief folgendermaßen: „Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt! Wir werden uns freuen, Sie von Freitag bis Montag — wie Sie es beabsichtigen - hier zu sehen. Ihre aufrichtige Doris Horter." * Konrad Hagenau war von dem Wortlaut des Briefes vollkommen befriedigt. Am nächsten Freitag setzte der Fünf-Uhr-Zug ihn und feinen Reifekoffer auf der kleinen, nahe bei Schloß Wildhofen gelegenen Bahnstation ab, wo ihn der Wagen seines Gastgebers erwartete. Es dunkelte bereits, als er an sein Ziel kam. Es läßt sich nicht leugnen, daß Konrad Hagenau, dcr vorsichtige Weltmann, der gewiegte, an Erfolge gewöhnte Jurist, während der ganzen Fahrt so voller Erregung und freudiger Ungeduld war wie ein Jüngling, der in keiner Weise seine Gefühle zu meistern versteht. Er war über sich selbst erstaunt, als er fühlte, wie schnell und freudig sein Herz schlug in dem Augenblick, wo er den ihn nach Wildhofen führenden Wagen bestieg. Und das alles wegen eines jungen Mädchens von zwanzig Jahren, das weder hervorragend schön, noch imposant, noch von vornehmer Geburt war, sondern sich in abhängiger Lebensstellung befand und nicht das geringste an äußeren Gütern aufzuweisen hatte. „Ich glaube, ich bin ein Rarr!" sagte Hagenau zu sich selbst, wie er so allein im Wagen dahimollte. Als ihm aber am Ende der langen Rllee die Lichter des Schlosses entgegenlcuchte- ten, als das eiserne Gittertor des Schloßhofes sich vor ihm öffnete, da fügte er unwillkürlich halblaut hinzu: „Aber ein Rarr ist glücklich, und das bin ich auch." Setzt hielt der Wagen vor dem Portal. Doris hörte das Läuten der Glocke und die eiligen Schritte des Dieners, der die Tür zu offnen hatte — dann ein kurzes Schweigen, das der Lauschenden endlos erschien — und nun vernahm sie abermals Schritte, die sich jetzt aber dem kleinen Salon näherten, in dem sich das junge Mädchen befand. Run legte sie ihre Stickerei beiseite; Hagenau war draußen bereits kaum imstande gewesen, seiner Aufregung Herr zu Werdern Und Doris? — Es ist wohl unnötig, zu sagen, daß sie mit klopfendem Herzen und fliegenden Pulsen seiner Ankunft entgegensah. Sie hatte bereits für die Abendtafel Toilette gemacht und ein Weißes Gesellschaftskleid angezogen, so daß sie ihm fast vor Augen trat, wie er sie am ersten Abend ihrer Bekanntschaft gesehen hatte. Wie unauslöschlich war ihm diese zierliche Gestalt in Erinnerung geblieben. Run betrat er das behaglich erwärmte, von Hhazinthenduft durchströmte Zimmer. Ein Helles Feuer flackerte im Kamin und die zierliche, weißgekleidete Gestalt kam ihm einige Schritte entgegen, um ihn zu begrüßen. Sie murmelte einige Worte der Erklärung: Der Onkel wäre noch nicht heimgekehrt, und die Tante hätte sich wegen leichter Migräne in ihr Schlafzimmer zurückgezogen. Beide ließen sich entschuldigen — und hätten sie, die Richte, beauftragt, ihren Gast zu empfangen. Wäre dem Herrn Rechtsanwalt vielleicht etwas Tee gefällig oder würde er nach der kalten Fahrt etwas anderes vorziehen? Vielleicht ein Glas Sherry oder Kognak? Hätte er irgendeinen besonderen Wunsch? Die Antwort auf alle diese abgebrochen her- vorgestotzenen Sätze war die, daß sie sich plötzlich von zwei starken Männerarmen umschlungen fühlte, während ihr, brennendes Antlitz an Konrad Hagenaus breiter Brust ruhte. „Sa, ich habe einen Wunsch — einen ganz, ganz besonderen. Liebling!' sagte er, mit vor Bewegung fast schwankender Stimme. „Ditte, sieh mich an und erfülle ihn — sogleich!" „Was ist es?" flüsterte sie, ihre Augen zu ihm erhebend. „Einen Kuß, Doris, bitte, bitte!“ Und sein Wunsch wurde erfüllt. • Für Sabine Klimar — um sie nun wirklich bei ihrem richtigen Ramen zu nennen — waren die seit dem plötzlichen Ende ihres Vaters verflossenen Monate sehr düster und schwer. Von Schloß Wildhofen aus waren Mutter und Tochter in die Residenz zurückgekehrt, um ihr Leben wie früher einzurichten. Die gemieteten Zimmer waren keineswegs erster Klasse, daher auch unvollkommen und mit alten, abgenutzten Möbeln ausgestattet, und bildeten ein sehr unbehagliches Heim. Das für kurze Zeit als Zofe fungierende Dienstmädchen war natürlich längst wieder von der Bildfläche verschwunden, und* Sabine bediente selbst ihre Mutter, die noch immer verzweifelte Anstrengungen machte, einen äußeren Schein möglichst aufrechtzuerhalten. Sm übrigen machte Frau Klimar ihrer Tochter das Leben recht schwer. Kaum waren sie allein, so begann sie sie immer wieder mit Vorwürfen zu überschütten, sie wegen ihrer unglaublichen Torheit — wie sie sagte — zu schmähen. Dabei erklärte sie ihr mit größter Schonungslosigkeit, daß Sabine nun doch wenigstens die eine Genugtuung hätte, das Leben ihrer Mutter von Grund auf vernichtet zu haben. Es sei allein ihre Schuld, daß sie beide stets in Hunger und Kummer lebten und nicht im Uebersluß schwelgten. Um die Scheltende zu beruhigen, versuchte Sabine die zaghafte Andeutung, daß zwischen ihr und Kurt von Wildhosen vielleicht doch noch nicht alles vorbei sei, daß sie die stille Hoffnung hege, er würde nach Verlauf einiger Monate vielleicht seinen Antrag wiederhole«;. Daraus erntete Sabine nur beißenden Spott; denn die Mutter hielt sich für zu klug, um einen derartigen Unsinn zu glauben. „Wenn er das beabsichtigte, warum wäre er da nicht schon längst wieder zum Vorschein gekommen?" fragte sie mit höhnischem Lachen. »Weil ich selbst den Wunsch aussprach, daß er ein halbes Jahr warten möchte, bevor er der Tochter eines Sträflings von neuem seinen hochherzigen Antrag stellt." „Und du bist schwachsinnig genug, dir einzubilden, daß ein Mann zu dem durch eigene Schuld bloßgestellten Mädchen zurückkehren wird, nachdem er es ein halbes Sahr lang nicht gesehen hat? Gib mir sofort Papier und Feder, du einfältiges Geschöpf! Sch werde auf der Stelle an Herrn von Wildhofen schreiben und ihn Bitten, zu uns zu kommen." (Fortsetzung folgt.) Stirnen, Sport und Spiel Wirtschaft Mittelläufer der Einheimischen das Feld verlassen. T« , , , „ „ . Die Weichheit des Unparteiischen ließ das Spiel | Neuling Waldgirmes noch nicht gewachsen war. Großen-Linden war zu einer Rückspielverpflichtung in Waldgirmes zu Gast. Das Vorspiel endete damals 4:3 für Großen-Linden. Daß es Großen- Lindon diesmal gelang, ein etwas hohes Resultat zu erreichen, verdanken sie ihrem überaus flinken Tempo, das sie von Anfang an vorlegten, dem der | Neuling Waldgirmes noch nicht gewachsen war. Oie Reichelbank Ende Januar. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Januar hat sich in der Altimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 363,9 Millionen auf 2315,1 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Bestände an Reichsschahwechseln um 25,0 Millionen auf 25,0 Millionen Mark, die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 220,7 Millionen auf 2027,9 Millionen Mark und die Lombardbestände um 118,2 Millionen auf 169,6 Millionen Mark zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 727,7 Mill. Mk. in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 700,7 Mill, auf 4653,2 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 27,0 Mill, auf 372,9 Mill. ML erhöht. Dementsprechend sind die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 18,8 Mill. Mark zurückgegangen. Die fremden Gelder zeigen mit 356,8 Mill, eine Abnahme um 351,9 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben sich um 7,8 Mill, auf 2694,1 Mill. Mk. erhöht, und zwar haben die Goldbestände um 10,6 Mill, auf 2297,0 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,8 Mill, auf 397,1 Mill. Mark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 49,4 v. H. gegen 57,8 v. H. in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 57,9 v. H. gegen 68,0 v. H. Heute Oielkonisenkung? Berlin, 3. Febr. Der Zentralausschuh der Reichsbank ist für Dienstag, 4. Februar, 16 Hf)r, einberufen worden. Wie WTB.-Handelsdienst dazu aus Dankkreisen erfährt, dürfte es sich um die Beschlußfassung über eine Diskontermähigung auf 6 v. H. handeln. Oie Arbeitsmarktlage im Bereich des Landesarbeitsamts Hessen. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit hat sich in allen Arbeitsamtsbezirken des Landesarbeitsamts He sen wesentlich verlangsamt. 3n der Landwirtschaft ist der Bedarf an Arbeitskräften noch gering: dagegen beginnt die Beschäftigung in der Industrie der Steine und Erden langsam anzuziehen, der Arbeitsmarkt ist um über 200 Arbeitsuchende entlastet worden. In der Metallindustrie ist die Lage im allgemeinen ungünstig, nur die Fahrzeugindustrie hat eine größere Anzahl Arbeitskräfte ausgenommen. Auch im Holzgewerbe, im Rahrungs- und Genußmittelgewerbe, sowie im Bekleidungsgewerbe steigt die Arbeitsuchendenzahl noch langsam weiter. Die Bautätigkeit beginnt sich infolge des milden Wetters etwas zu beleben: in einzelnen Bezirken ging die Zahl der arbeitsuchenden Baufach- und Hilfsarbeiter zurück, was aber nicht ein weiteres leichtes Ansteigen der Gesamtzahl (um 600 auf 40 900) zu verhindern vermochte. In d»er Dcrichtswoche wurde von den Arbeits- noch schärfere Formen annehmcn. Wieseck drückte merklich. Dann sollte der Mittelstürmer dcr Gäste wegen überaus rohen Spiels das Feld verlassen, die Weigerung desselben veranlaßte den Unpap teiischen, das Spiel abzubrechen. Wieseck 1b — Gießen Ib 10:0. Vorher spielten die lb-Mannschaften beider Vereine. Wieseck war merklich besser als die Gäste, und eröffnete bereits nach wenigen Minuten einen nicht erwarteten Torreigen. Bei Halbzeit stand das Resultat bereits 5:0. Auch in der zweiten Spiel- hälste mußte Gießen trotz Tormannwechsels noch fünfmal das Leder aus dem Netz holen, während es ihm nicht gelang, auch nur einmal in gefährliche Nähe des generischen Tores zu kommen. Auch im Spiel der Jugendmannschaften siegte die Jugend der Einheimischen mit 2:1 Toren. Waldgirmes I — Großen-Linden I 0:7. ämtern insgesamt 222 300 Arbeitsuchende betreut (darunter 30 800 Frauen), es sind also 2300 oder 1 Prozent in Zugang gekommen (Vorwoche 5100 oder 4,1 Prozent). Arbeitslosen- und Krisen- Unterstützung erhielten rund 157 800 Personen für sich und ihre Angehörigen, also 5000 mehr als in der Vorwoche. Unter den Unterstützten sind die saisonmäßig Arbeitslosen sehr stark vertreten. Rach der Zählung vom 15. Januar waren von den 132 500 in der Arbeitslosenunterstützung Unterstützten 58 700 oder 44,4 Prozent berufsüblich arbeitslos, davon entfiel der größte Prozentsatz auf das Baugewerbe mit 69,6 Prozent, auf die Ungelernten kamen 10,8 Prozent, auf die Arbeiter in der Steinindustrie 6,2 Prozent, auf landwirtschaftliche Arbeiter, Gärtner usw. 5,5 Prozent, auf Angehörige des Derkehrgewerbes 4,4 Prozent, der Rest auf die übrigen unter die Verordnung über berufsübliche Arbeitslosigkeit fallenden Berufe. wurden. Die Vorlagen Launsbachs konnten größtenteils durch Schußunsicherheit der Stürmerreihe nicht zu Torschüssen verwandelt werden. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Wieseck I — Gießen I 0:1. Wieseck hatte am Sonntag die erste Mannschaft Gießens, die künftig wieder in der ersten Bezirksklasse spielen wird, in einem fälligen Rückspiel zum Gegner. Wer ein interessantes Treffen erwartet hatte, wurde sehr enttäuscht, denn der Platz befand sich durch den tauenden Schnee und die bereits durchgeführten Spiele in einer sehr schlechten Verfassung. Nach Anstoß der Einheimischen entwickelte sich ein flottes Spiel. Nach kurzer Zeit konnte Gießen in Führung gehen, dem Wieseck aber bald den Ausgleich folgen ließ, der jedoch vom Unparteiischen wegen mutmaßlichem Abseits nicht anerkannt wurde. Das Spiel nahm nun an Schärfe zu. Der Halbrechte Gießens fiel aus der Rolle, mit ihm mußte der • Frankfurter Allgemeine Versichern n g s - A. - G., Frankfurt a. M. Die von der Abwickelungsleitung in letzter Zeit mit der Allianz und den Banken geführten Verhandlungen haben, wie WTD.-Handelsienst meldet, zu einem Ergebnis geführt, das im wesentlichen folgendes vorsieht: Den Gläubigem soll ein Vergleichsvorschlag unterbreitet werden, nach dem die mit der Allianz geschlossenen Verträge aufrechterhalten bleiben und allerseits auf Regreß- ansprüche gegen den Aussichtsrat verzichtet wird. Um alsbald nach Zustandekommen eines Vergleiches eine Ausschüttung zu ermöglichen, ist ein Bankenkonsortium bereit, einen Kredit von zwölf Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Dadurch soll die sofortige Ausschüttung einer Quote von 20 Prozent ermöglicht werden. * Frankfurter Getreidebank A.-G., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft hat bekanntlich durch die Insolvenz der Mehlgroßhandlung Jakob Dreyfuß in Frankfurt a. M. erhebliche Verluste erlitten, wodurch, wie seinerzeit mitgeteilt, die Reserven und ein Teil des Aktienkapitals von einer Million Mark als verloren zu betrachten ist. Nach dem Beschluß einer Aufsichtsratssitzung vor einigen Tagen ist nun auf den 25. Februar eine außerordentliche Generalversammlung einberufen worden, die über die Auflösung der Gesellschaft und die Ernennung eines Liquidators Beschluß fassen soll. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4. Febr. Tendenz: verstimmt. — Die feste Tendenz der gestrigen Abendbörse, die durch das Bekanntwerden des geplanten Zusammentritts des Zentralausschusses der Reichsbank für heute verursacht wurde und heute immer stärker um sich greifen konnte, erfuhr zu Beginn der heutigen offiziellen Börse einen Umschwung. Da der Zentralausschuß erst für heute nachmittag 16 Uhr einberufen wurde, mutmaßt man, daß eine Diskontfenkung nicht in Frage komme. Es dürfte sich vielmehr lediglich um Besprechungen über Statutsänderungen handeln. Man kam zu diesen Kombinationen, da man gewohnt war, daß, wenn eine Diskontsenkung geplant war, der Ausschuß schon vormittags zusammentrat. Aus diesem Grunde machte sich eine große Verstimmung geltend, und bei nachlassendem Interesse der Spekulation tra» Handball im Männerturnvcrein (D.T). Tgm. Friedberg I — Tfito. Gießen I 1:3 (0:2). Für den vergangenen Sonntag hatte die erste Mannichaft des Gießener Männer-Turnvereins die gleiche der Turngemeinde Friedberg zu einem Handball-Freund,ch-ft-spiel nach h er verpflichtet. Infolge der Regen- und Schneefälle der letzten Tage war der Platz in ziemlich schlechter Verfassung. Trotzdem beide Mannschaften nicht in stärkster Aufstellung antreten konnten, zeigten sie ein Spiel, das in Anbetracht der schlechten Bodenverhältnisse gefallen konnte. Die Männerturner waren leicht überlegen und konnten dies (bei einem Halbzeitresultat von 2:0 für Mtv. Gießen) durch einen 3:1-Sieg zum Ausdruck bringen. Beide Mannschaften taten ihr möglichstes, um dem Schiedsrichter, der das Spiel gut leitete, sein Amt zu erleichtern. Besonders schöne Leistungen zeigte der Gießener Sturm und der Friedberger Torhüter. T.u. Spo. Butzbach II — Mio. Gießen II 2:2 (0:2). In Butzbao) trugen die zweite Mannschaft des dortigen Turn« und Sportvereins und die gleiche des Männerturnvereins Gießen ebenfalls ein Handball-Freundschaftsspiel aus. Während die Männerturner in der ersten Halbzeit stark überlegen waren und nur infolge der Schuhunsicherheit des Sturmes es nur zu zwei Erfolgen bringen konnten, war das Spiel in der zweiten Halbzeit ausgeglichener. Die Gäste muhten sich den Ausgleich gefallen lassen. I. Schülermannschafl T. u. Spo. Butzbach — I Schülermannschaft Mtv. Gießen 2:1 (1:0). Die längsten Vertreter der oeiden Vereine lieferten sich in Butzbach ein sehr schönes Spiel, das die körperlich stark überlegenen Butzbacher knapp für sich entscheiden konnten. Doch muh man hierbei berücksichtigen, dah die Giehener nur mit neun Mann das Spiel bestreiten muhten. Fußball in Heuchelheim. Zu dem für Sonntag angesehten Verbandsspiel Heuchelheim gegen Sechsfelden war letztere Mannschaft nicht angetreten. Schiedsrichter Kreiling, Giehen, pfiff das Spiel zur festgesetzten Zeit an und ab. Heuchelheim kam dadurch in den billigen Besitz von zwei Punkten. Sportverein 1921 Ettingshausen. Die 1. Mannschaft des FC. G r o h e n - D u s e ck, seitheriger Tabellenführer in der ^-Klasse, erlitt am Sonntag in Ettingshausen eine überraschend hohe Riederlage mit 6:2 (Halbzeit 3:0). Grohen-Buseck muh nunmehr die Tabellenführung an Homberg abtrcten. Das Ergebnis entsprach dem Spielverlauf. Ettingshausen war den Bufeckern während des gangen Spieles klar überlegen. Insbesondere war es die Läuferreihe, wie auch die übrige Hintermannschaft, die durch ihre tatkräftige Arbeit jeden Angriff des Gästesturmes vereitelten. Aber auch der Stürmerreihe gebührt volle Anerkennung. Schiri D i 11 m a r , Giehen, leitete vorzüglich. F. E. Teutonia Steinberg. Steinberg I — B.f.R. Butzbach Liga 5:3 (5:1). Der Spitzenführer der 8-Klasse hatte die Liga- mannfebaft der V. f. R. Butzbach am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet und konnte den viel höheren Gegner 5:3 schlagen. Der Sturm der Einheimischen übertraf seine vorsonntäglichen Leistungen in noch weit höherem Maße. Butzbach erfreute durch schöne Technik, mußte sich jedoch dem weitaus schnelleren Tempo der Gastgeber beugen. Schiri Böcher leitete das Spiel in mustergültiger Weise und stand stets über den Parteien. Steinberg II — Ruderklub hassia Gießen I 3:2 (1:2). Die neu zusammengestellte II. Steinbergs mußte ihr erstes Treffen bestehen und vermochte fast das ganze Spiel vor das Tor ihres Gegners zu verlegen. Man spielte auf beiden Seiten ziemlich zerfahren. Handball im Lahn-Oünsberg-(Sau. To. Lollar! — To. Launsbach I 1:1. Zum Gesellschaftsspiel standen sich die beiden Mannschaften am Sonntag in Lollar gegenüber. Das Spiel wurde durch den grundlosen Boden stark beeinträchtigt. Die erste Halbzeit verlief torlos. In der zweiten Halbzeit, kurz nach dem Angriff, konnte Launsbach einsenden. Lollar drängte nun stark auf Ausgleich, was auch kurz vor Schluß gelang. Lollar machte schöne Durchbrüche, die aber immer durch die Hintermannschaft und den Torhüter Launsbachs vereitelt ten gegenüber der gestrigen Abendbörse teilweise ganz erhebliche Abschwächungen ein. Besonders die gestern stark favorisierten Werte wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Die SiemenStransaksion machte keinen Eindruck mehr. Die gestrige Reuyorker Börse war schwächer. Das Geschäft bewegte sich in bescheidenem Rahmen. Am Elektromarkt eröffneten ©lern en6 3,5 v. H., Licht & Kraft 3, Schuckcrt 2,25 v. H. schwächer. Am Chemiemarkt waren die Verluste gering. Scheidcanstalt konnten sogar einiges Interesse auf sich lenken, bei einem Gewinn von 2 v. H. Farben waren knapp gehalten. Don Montanwerten waren Gelsenkirchen, Mannesmann und Rheinstahl bis 1,75 v. H. niedriger. Sonst kamen hier Erstkurse kaum zustande. Etwas gefragt und leicht gebessert waren Frankfurter Maschinen, Miag. Wayß L Frehtag, und Bemberg, die von 0,5 bis 2 v. H. höher eröffnen konnten. Am Bankenmarkt war die ÄurdeUtoidlimg nicht einheitlich. Barmer Bank lagen 1,5 v. H , Berliner Handelsgesellschaft 2 und Dresdner Bank und Reichibank je 0.5 v. H. gebessert, während die übrigen Werte dieses Marktes leicht abgeschwächt lagen. Bei nachlassendem Interesse hatten Kali Westeregeln einen Kursverlust von 4 v. H. aufzuweisen. Renten waren nicht unfreundlich Deutsche Anleihen konnten weiter etwas anziehen. Im Verlaufe hielt die Verstimmung weiter an. Die Aufnahmelust war gering, und das herauskommende Material fand nur mit erneuten Abschlägen bis zu 1 v. H. Unterkunft. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 7 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt lag Reuyork international fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1890, gegen Pfund 20,363, gegen Paris 123,97, London gegen Kabel 4,8630, gegen Mailand 92,92, gegen Madrid 36,60, gegen Schweiz 25,2025, gegen Holland 12,1150. Berliner Börse. Berl in, 4. Febr. Nachdem sich die gestern abend nach Bekanntwerden der Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank erhöhten Kurse im heutigen Vormittagsverkehr behaupten konnten, kündigte sich schon an der Vorbörse ein Rückschlag an. Die Spekulation schien zu den höheren Kursen eher Abgabeneigung zu bekunden. Man wies auf verschiedene wenig günstige Nachrichten aus der Industrie hin: auch die Tatsache, daß der Zentralausschuh der Reichsbank erst für heute nachmittag 4 Ahr einberufen worden ist, wurde vielfach ungünstig kommentiert. Hinzu kam der schwache Schluß der gestrigen Reuyorker Börse und etwas versteifte Geldmarktverhältnisse. So lagen denn auch die ersten Kurse erheblich unter den Erwartungen des Dormittagsverkehrs, teilweise sogar unter dem Vortag s s ch l u ß. Der Kali- und Montanmarkt tendierte ausgesprochen schwach: obwohl für die Kaliwerte ein günstiger Status vorliegt, eröffneten diese, wohl infolge der Wahrscheinlichkeit unveränderter Dividende bis zu 2 Prozent schwächer, und Montanwerte, die gestern abend recht fest lagen, halten Abschläge von 1 bis 1,5 Prozent zu verzeichnen. Essener Steinkohlen verloren sogar 3 Prozent, während Hohenlohe mit plus 1,75 Prozent eine Ausnahme machten. Elektrowerte lagen uneinheitlich und enttäuschend. 2m übrigen gingen die Schwankungen nach beiden Seiten nicht über 2 Prozent hinaus. Bemerkenswert fest eröffneten Reichsbankaktien mit plus 2,5 Prozent, Eisenbahn-Verkehr plus 7 Prozent, Polyphon plus 5 Prozent und Farben plus 1,40 Prozent. Von deutschen Anleihen waren Alt- besih mit 53,75 Prozent nach 52,8 Prozent kräftig anziehend. Ausländer ruhig. Der Pfand- briefmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sähen leicht versteift. Rach den ersten Kursen war unter Schwankungen die Tendenz eher nachgebend. Vorübergehend bemerkte man stärkeres Interesse für Siemens, Schuckert, Salzdetfurth und Gelsenkirchen, doch gingen die an diesen Märkten erzielten Gewinne im weiteren Verlaufe wieder verloren. (Schluß des redaktionellen Teils.) Die Liebe geht durch den Magen, also für unsere Hausfrauen ein triftiger Grund mehr, ihr Maggi- Fläschchen nie leer zu lassen. Wenige Tropfen der altbewährten Maggi's Würze verleihen Gemüsen und Salaten aller Art hohen Wohlgeschmack und verbessern überraschend schwache Suppen und Soßen. ____________________________________4Q7D Der Rudolf Mosse Jb6ra, S.A., Barcelona, Tochtergesellschaft der Ännoncen-Expedition Rudolf Mosse, ist vom Internationalen Preisgericht der große Preis und die goldene Medaille der Internationalen Ausstellung Barcelona verliehen worden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 o. H. Frankfurt a 'W lÖerllr "tanffun a Beeil- 'ran(hin a W Berlh Banknoten. *? ........ 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 ......... Dl. VnI.-ÄblSs.-Schulv mü Am los.-Rechten....... te-'ni ebne »luilol. Rechte 6% Hess. Bolkrslaat von 1929 (nldjofjlb. 102%) Obcrhcilcn Provinz - Anleihe mit Au.-loj.-Rcchien..... Deutsche ttuuim. Eammelabl Anleihe Serie 1 . . 6% Franks. Hnp.-Bank Goldvse XIII uulüiibbdt bis 1034 . 7% Franks. Hop.-Banl ®olbp|e unkündbar bis 1932 ..... 4H% Rbeinijche Hov.-Banl Slqu. ®olou|t........ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt Pfandbriese R. 17..... 8% Pr. Lnndcepsanvbricsanslall Komm.-Obi. R. 16..... 7% Pr. Landc-vsanvbrtesanllali, Psandbriese R. 10 a.ü.G. abg. Borkrtegi-Odltgattoa rückzahldar 1932 4% Oeflenddilldie Soldrte. - 4,20% Vesten Silbern- 4% OeNcrrelchilche Einheitliche Rente.......... 4% Ungarische ©olbcte.. - • 4% Ungar,,che Siaattr. o. 1910 4%% total, nun 1013 . • • 4% Ungariiche Kronenrte.. . 4% Tbrl. tzollanlcihe v. 1911 4?^ Türkische Bagdavbahn-Air 4% vesgl. Serie II 6% Rumänische vereint) Renn Von 1903 . . . . 4)4% Rumänische veretnh. Rente von 1913 ....... t% Rmnantiche «reirch. diente . 87,5 96.4 52,75 8 65 48,9 50,25 96,5 85,25 83,8 97 94,5 88,5 90 26 3,5 23 22,13 23 2,33 ? .75 7.75 7.65 10,55 17 8.65 S'- S II « 1 1 1 “ 1 II I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ££ 1 1 87,5 96,5 52.75 8,6 89,75 50,13 97 94 89 3,65 2,3 23,5 21-8 2,3 7,8 7,9 7.65 10,65 17,13 8,65 ii i iss ii i i i i i i i i i i i i Hamburg-Amerika Palet Hamb. Sübam Hompssch. . r Hama Damrsl iiiss.....l(l Norddeutscher Lloyd.....6 Vitia Deuuche Erebitanst. . . 1< Barmer Bankverein ... 1' Berliner Handelsgeiellsch. . . 11 Commerz- und Privat-Banl. 1> Torrn st. u. Narionaldant . . 1 Deuuche Bant......1' Dlrconio-Äesellschasi, Ant. . 1' Dresdner Bant......1‘ Reichrbanl ......1 scr.s......... Bergmann ... Elektr. Lielerungsgeielllchast 1 Licht und Krasi 1' sielten ch Guilleaume . ... 7^4 Sei. s Elektr. Untern.. ... 10 Hamb Gleit: .Werte .... 1 Rhein. Elektr .......'■ Schlei. Eley ......1<- £diuden L Co......11 Siemens 4 Halske.....16 Transravio 8 Lahmeyer ch Eo.......1° Badern,.........5 Deutsche Erdäl ...... k Gelsenkirchener ....... 8 Haroener...... Hoelch Eilert........6Yi Ilie Bergbau ...... 1° Rldthicnoette ....... Käin-Neuellen ’ Mannesman- .Röhre» .... 7 Mansselde, Bergbau.....- Cbendj'ei- Euen^eoars . . . Oderrchlei Itoleroede.....7 Phönir Bergbau......kV, Rhe'nisch- Braunkohlen. . . 10 Rdein stahl.........6 .................V 109.25 109.75 126 128 191 162 246 155 155 155 315 184 175.75 179 133,5 181 199,75 295.5 175 78.75 110 144,5 143 250,5 108 110,5 115 106 252 124,5 109,25 109 129,5 193 161 246 154,5 154,5 155 5 315,5 182.9 176 131.25 179.5 151,5 197,5 292 78,5 109,_5 143,5 109 122,9 108,75 1 0,25 155.9 108,9 126 127.75 191 5 161 244 154 154 ■ 155 313 183 215 5 173,75 176 132 179 137,25 149,75 172 197 290,5 135.5 173,65 78,5 109 13 141,5 143.25 142-25 117-25 249,5 108 25 114.75 11013 114 81.75 105,25 105,75 252 123.13 109 109 126.25 129,5 192,5 161 . 244.5 154,25 154,25 156 3 15.5 182.6 214.25 172,75 175.9 130.6 180 139 151 172.75 196 292 135 175 78,75 109 25 138.5 142,4 117 248,5 107.25 114.75 110 113 81,9 105.9 105,25 251,75 122,5 Bereinigte Stahlw Otov Minen. 16'/, Ka werke ÄicherSleben . . i fta. werke Westeregeln . . . lu Kauwei t SaUDeuurtb • 16 I ® Farden.gndukrt« ... 12 Dvnamtt Nobel.......6 Scheideanstatt........ u Goldichmivl ........ 6 Rütgerswerke........6 Meiailaeiellichast......8 PhUivv frotmami ... 7 Jemen werk Heidelberg ... 10 Zementwerk Karlstadt ... 10 öaoB » v ag .... 8 Schundet» Patzenhosa ... 15 Ostwerle ........12 Bei. Gianzstofs......18 Bcmderg........." Heliftoh LSaldbol .... 1354 Zellktoi- Sichaii.nbura . . ,z Charlottenburger Wager ... 8 Deuauer Gas . .... 9 Daimler Motoren ..... t Deutsche Linoleum..... Maschinenbau S.-S. ..... O ü iro ri- »i Q ‘ • • • • • v L'aom. Loew .... 10 Rat automobil . ......0 Crenftetn ch Koppel ..... 6 Vnnbnro Dietz ...... 10 FranN. Mwchmen ...... 4 Srchner . . ...... 6 Hechigeattaedt ....... o junfloan». ......6 Lechwerte. « Maintrwuvert: Höchst a. ÖL 8 Mrag. 10 ®ebL Roeder . .....10 Boigi ch Haessna ..... .9 Süd» Buda ••••••• IO 107 60 224 228 373 173,75 151 76,5 83,5 116 101 119,5 87 221.5 160,5 42,75 258 356 48,5 54 6 45.5 106 106 133,5 119.25 220 158 223,5 173 153 82,75 116 118 89 179.5 220 159,5 42,5 258 50 46.25 106,5 133 — 106.4 59 220 75 224,5 371,75 171.75 81,5 76.25 81,75 115 101,75 86.5 286 217,4 179 219.5 157 108,9 173 42,25 257.75 47.5 21 80,13 165,5 354,5 48 5 53 45 132.5 220 157,25 106 596 221 222.5 370 25 173,4 81,6 75,5 82.4 115,25 100,25 284,75 217,25 179.5 219,75 158 109 173.5 42,75 259,25 47.13 20.13 80,6 352 - 132,5 3. Februar. 4- Februar Ämllich Weir RctU'iuni «riet ÜMlllch- Welr A' t erung «rt ÄMit^Nott Bucn.-AtreL Stirfi. ?lntro Chnhiania Kov.'N dagen Stockholm . Helsingsors Italien . London. ■ . Nenyork . . Parts. . . Schweiz . . Sva i ten Japan - - . •wio be Ian Ären in D-- Ceft. abaeft Prag . Belirad Budapest. Bul arten vifTabon Danzig. Sonst.min. Athen . Tanada lltn uay Latro - . 167,/2 1,646 58,24 111,69 111,83 112,21 10,51 21.885 20,337 4,1815 16,40 80,63 55,69 2,058 0.477 ,8.855 12,37 7,363 73,08 3.024 18,74 81.32 1 958 5,42 4,135 3,796 20,86 168,05 1,650 58.36 111.91 112,05 112,43 10,53 21,925 20,377 4,1895 16,44 80,79 55,81 2,062 0,479 58,975 12,39 7,377 73.22 3.030 18,78 81,48 1,962 5,43 4,143 3,804 20,90 167,76 1,654 58,21 111.70 111,84 112,22 10.50t 21,87- 20,437 4,181: 16,41 80,645 55,14 2,055 0.481 18.86 12.373 7,373 73,075 3,024 18.78 81 32 1,968 5,42 4,135 3.796 20.86 168.10 1.658 58,33 111.92 112,06 112,44 10,528 21,915 20.377 4,1895 16.45 80.805 55.26 2,059 0,483 58.98 12,393 7,387 73,215 3.030 18,82 81,48 1,972 5,43 4,143 3.804 20.90 Preisabschlag «r Wolle j Efelinger । | Strick- und Häkelwolle | W die führende Marke! = Ab heute: Qualität E .............................Lot 9 Pf. Qualität T .............................Lot 11 Pf. Qualität M.............................Lot 14 Pf. 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Februar, abends 81/, Ubr, im Festsaal des .Cat6 Leib", Walltorstraße Vortragsabend: ßheinüdier Humor von dem bekannten Vortragskünstler Herrn Eberhard - Mainz. - Wir laden unsere Mitglieder, deren Angehörigen und Bekannten hierzu ergebenst ein — Eintritt frei jmd Deollchnationaler HandlungsgehiHenVerband Ortsgruppe Gießen Der Vorstand Cafe Amend Morgen Mittwoch, abends Opern-, Operetten-Abend mit verstärkter Haus-Kapelle! 49 ID GOETHE-BUND Sonntag, 9. Februar 1930, abends 8 Ubr, Nene Aula Alte Haus- und Kammermusik anf historischen Instrumenten mit einführendem Vortrag Harlan-Lucas-Duis-Trio Eintrittskarten (nurn.t zu Mk. 2.50 und 2.— im Vorverkauf bei Challier und an der Abendkasse. Studentenkarten gegen Ausweis zu Mk. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter. Uni- versitätsnebäude. Die Bnndesmitglieder erhalten im Vorverkauf bei Challier gegen Einlösung des Gn'scheines Nr. 1 (blaues Gutscheinheft) bis zu 2 Plätzen unentgeltich Eintrittskarten ab Mittwoch, den 5. Februar. IJ89D Zur besonderen Beachtung: Die Ausgabe des blauen Aus weis und Gutsche.inhettes (gültig für Februar—April) erfolgt ab Mittwoch, 5. Februar, in der Musikalienhandlung Challier geg.-n Zahlung der fälligen Beitragsrate von Mk. 5.—. Einkassierung durch Kassen boten findet nicht statt. Bei Challier wird gleichzeitig das neue Heft unserer Bundeszeitschrift un berechn et ausgegeben. Hotel Deutsches Haus in Butzbach E re re CD D N ® Gießener Stimmungskapelle Fips Samstag, den 8. Februar Großer Maskenball Eintritt ä Person 1.50 Mk. Jeden Sonntag von 8 Uhr ab Tanz Vorzügl.billige Küche,Welneu.Biere. Eintritt75Pf. 4» Kräutertee 4- ©efunbbeitfhiren ober bDgten. «rttfel QcgtcMUtcr möglichst mit Kolonne jutn Besuch der Drivol-KunölLa!, sur knnr»rr»n». lose, enormen Gewinn abwersei.de, poteniterle Neuheit von bekannter Doktor-Firma für dortigen Bezirk gesucht. — Sil- Offerten e. A. 29 an Ma Haasenftein & Vogler, Dresden C. Rößler _____ ojOD Ihr Haar erhalten Sie sich schön und voll bei tägl. 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Wahl von Rechnungsprüfern für 1930. 5. Bericht über das Jngendherbergswerk tn Oberhessen. 6. Verschiedenes. Musikalische Darbietungen der Kavelle des Vereins „Wanderlust". [998D G äste willkommen! Theater-Cafe Ernst Ludwig Mittwoch, den 5. Februar, nachm. 4 Uhr Tanz-Tee abends 81/, Ehr Gesellschafts-T anz Dunkler Anzug erbeten 0011 Einladung zum 982L SttMMn Wem Mittwoch, den 5. Februar 1930, findet wte alljähilid) das öiesiribrinc ©diäferfeft «n Hungen, vorm.9 Uhr imDarmttädter- boi statt, wozu wir alle, die noch Interesse an der Schafzucht haben, herzlich einladen. Auch und »ns die Schalseinde willkommen. Sie können hier in einem Bortrag hören, wie nützlich das Schaf ist, wo es vtngehört, und wie nützlich es, man kann sagen jedem, während d. Krieges war. I. Boi sitz.: Wirth. SO Warum bedeutet die Weiße Woche bei Schmücker eine Sensation??? Weil Schmücker es verstanden hat, sich in mehr als 80 Jahren das Vertrauen des Publikums durch gute Qualitäten zu erwerben. Weil Schmücker seit über 80 Jahren als äußerst preiswert bekannt ist — und endlich, weil Schmücker seit mehr als 80 Jahren eine ganz enorme Auswahl unterhält und in Preiswürdigkeit nicht zu übertreffen ist. Auch während der weißen Woche zeigen wir erneut, daß wir das halten, was wir versprechen. Giessen Mankfsfn. 4- — ö 984A fäeumajensifi Ich erkläre hiermit, bah meine rheumatischen Schmerzen, 3fd?i >6 und .tzesenfchuh nach Se- brauch des BhcumaGensil verschwunden sind. Ich habe vielerlei versucht, allerlei Pflaster, (Sinreitmngen und dergleichen. Rheuma- Sensit war das Beste. Wilhelm Dietrich in M. BheumoScasil D. X p. Jlr. 433025 wirb viel- ioui nbsach gelobt und ärzllich empfohlen. Die Tube kostet 80 Vsc>., d e Doppe tube ZRHL 130. Machen Sie sofort einen Versuch. iHhcuma > Sensit ist in allen Apotheken und Drogirien zu haben. Deriaussfleilen: (5ermon‘a»Drogerie Gart Seibel, Frankfurter Siraße 39 Roifer-Orogcrie Ernst Holl, Llndcnplah 5 Rronen-Orogerie Stangen 3 W. 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