Samstag, 4. Januar 1930 189. Jahrgang Um die Nachfolge Masaryks Oer tschechische Staatspräsident amtsmüde. Prag, 3. 3an. (Sel.-Hn.) Schon seit langem wollen in politischen Kreisen die Gerüchte nicht verstummen, das; Präsident Masaryk, der am 6. März 80 Jahre alt wird, sich amtsmüde fühlt. Es war ein offenes Geheimnis, das; Masaryk die letzten Parlamentswahlen in der Tschechoslowakei vorzeitig herbeigeführt hat um Außenminister Dr. Bene sch den Weg auf den Präsidentenstuhl zu ebnen. Die Voraussetzung hierfür sollte ein auf Grund des sozialistischen Wahlsieges eingesetztes sozialistisches Kabinett sein. Die Neuwahlen vom Oktober vergangenen Jahres brachten zwar einen Sieg der sozialistischen Parteien, jedoch nicht einen so großen, daß er sein Amt niederlegen würde, wenn Annahme von Anzeigen für die lagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für beiLübrigcn Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. ihm ein Nachfolger empfohlen würde, der die Politik in seinem Sinne fortsehen würde. Die sonstige Beschreibung dieses Nachfolgers patzte genau auf Dr. Bcnesch. Die tschechoslowakische Oefsentlichkeit scheint aber nicht gewillt zu sein, Masaryk diesen Wunsch zu erfüllen. Besonders die nationaldemokratische Presse und die übrigen bürgerlich-tschechischen Blätter laufen gegen Masaryks Plan Sturm und wollen keineswegs Benesch, sondern einen bürgerlichen Politiker als künftigen Präsidenten, die Nationaldemokraten Dr. Kram ar sch, die Agrarier einen anderen Kandidaten; jedenfalls wird die Nachfolge Masaryks Anlatz zu heftigen Kämpfen innerhalb der tschechischen Parteien sein. Hm 5.27 Hhr war diese formelle Sitzung beendet, und es schloß sich nach zehn Minuten Pause die erste nichtöffentliche Sitzung an. In dieser sind die Beschlüsse der sechs einladenden Mächte über die Teilung der Konferenzarbciten nach längerer Aussprache genehmigt worden, wobei sich ein stärkerer Wider st and der kleinen Mächte geltend machte. Der Präsident der Konferenz, Jaspar, machte den Vorschlag, einen Ausschutz für die deutschen Reparationen und einen für die Ostreparationen einzusetzen. Dem Ausschutz für die deutschen Reparationen sollen sämtliche an dem Youngplan beteiligten Mächte angehören. Dagegen sollen die eigentlichen finanziellen Arbeiten in einem Ausschutz erfolgen, dem lediglich die Finanzsachverständigen der sechs Mächte angehören. Dieser Ausschutz soll den Bericht an den Youngausschuß der Konferenz leiten. Gegen diesen Vorschlag erhob sich von feiten der kleinen Mächte, geführt von Titulescu (Rumänien) und Hllrich (Polen), starke rWi- derspruch. Es wurde darauf hingewiesen, das) die kleinen Mächte schon an den Verhandlungen der Organisationsausschüsse nicht teilgenommen hätten, und daß sie deshalb in dem Finanzsachverständigenausschutz vertreten sein müßten. Von den einladenden Mächten wurde diese Forderung jedoch abgelehnt. Man einigte sich schließlich dahin, datz der Finanzsachverständigenausschuh nur aus den Vertretern der sechs einladenden Mächte bestehen soll, datz jedoch die kleinen M ä ch t e vor der Erstattung des endgültigen Berichtes an den Youngausschuß der Konferenz gehört werden sollen. Weiter soll beschlossen werden, eine Einladung an den Reparationsagenten Parker Grl- Oie Eröffnungssitzung der Konferenz. Präsident Jaspar gedenkt Stresemanns und begrüßt die Delegationen. - Zusammenstoß mit den kleinen Mächten in geheimer Sitzung. Nr. 3 Erstes Blatt Erscheint täghd),außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamUienblätter Heimat im BUd Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: $ran!furtam Main 11686. Haag. 3.3an. (WTB.) Die förmliche Eröffnungssitzung der zweiten Haager Konferenz begann pünktlich um 5 Hhr (6 Hhr mitteleuro- päischer Zeit) in dem Sitzungssaal der Zweiten Kammer der niederländischen Generalstaaten. Für die Delegierten waren grün gedeckte Tische im Viereck aufgestellt, in dessen Mitte Tische für die Schriftführer und Heberseher standen. Auf der der Präsidententribüne zugewandten Seite nahmen die sechs einladenden Mäch t e in alphabetischer Reihenfolge, auf der gegenüberliegenden Seite des Vierecks, wiederum unter sich alphabetisch geordnet, die übrigen Mächte Platz. Dadurch kamen die vier deutschen M i n i st e r in der Reihenfolge Schmidt, Moldenhauer, Wirth und Curtius neben die belgischen M i n i st e r Hymans und Jaspar, diese wiederum neben die Franzosen Tardieu, Cheron und Loucheur zu sitzen. Es schlossen sich Snowden und Graham für Grohbritannien, Mosconi, Grandi und Pirelli für I t a l i e n und Adatci für Japan an. Unter den übrigen Delegierten fielen als neue Erscheinungen im Haag der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober, der ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen und der bulgarische Auhenminifter Durow auf. Arnphitheatralisch angeordnet zu beiden Seiten des Mitteltisches hatten die verschiedenen übrigen Delegationsmitglieder Platz genommen. Dort hielt sich auch der holländische Auhenminister Deelaertsvan Dlokland als Zuhörer aus. In den Logen befand sich das Haager Diplomatische Korps, darunter auch der deutsche Gesandte Graf Zech, auf den beiden Seitengalerien die Presse und die Photographen. Wenige Minuten nach 5 Hhr eröffnete der belgische Ministerpräsident Jaspar die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er zunächst der Königin Wilhelmine und dem holländischen Volke für die Gastfreundschaft dankte. Dann erklärte er die zweite Tagung der Konferenz für eröffnet und gedachte in warmen Worten des verstorbenen Autzenministers Dr. S t r e s e» mann, der seine letzte Kraft trotz sichtbaren Fortschreitens seiner Erkrankung den Arbeiten der ersten Haager Konferenz, wie schon jahrelang denen des Friedens gewidmet habe. Jaspar begrüßte dann die anwesenden Minister, wobei er Tardieu wegen seines „Optimismus, der eine der sichersten Grundlagen des Erfolges sei", lobte; er fand Worte des Willkommens für die neuerschienenen deutschen Minister Prof. Moldenhauer und Schmidt und für die zum ersten Male Anwesenden: Bundeskanzler Schober, Graf Bethlen und Burow. Er erwähnte die Schwierigkeiten, die sich während der ersten Konferenz gezeigt hatten und die erfolgreichen Bemühungen zu ihrer Behebung während der Konferenz selbst und in der Zwischenzeit. Haag n. Gestern sind in der schönen Residenz der Königin der Niederlande die Delegierten der Gläubigermächte - mit den Bevollmächtigten Deutschlands erneut zu einer Konferenz zusammengetreten, um das im Sommer unterbrochene Werk der ersten Haager Konferenz, die Neuregelung der deutschen Reparationsverpflichtungen durch den Voungplan und die Festlegung der für die Durchführbarkeit dieses Plans nolwendigen politischen Voraussetzungen, zu beenden und ein streng umrissenes Abkommen zu formulieren, über dessen Annahme oder Ablehnung dann den Parlamenten der beteiligten Gläubiger^ und Schuldnerländer die letzte und endgültige Entscheidung zustehen wird. Das deutsche Volk hat diesmal seine Bevollmächtigten mit schwerem Herzen nach dem Haag ziehen lassen. Stresemann fehlt, der — mochte man zu seiner Außenpolitik stehen, wie man wollte — doch eine starke persönliche Autorität bei internationalen Verhandlungen in die Waagschale zu werfen hatte. Sein Nachfolger Dr. Curtius war zwar auch schon auf der ersten Haager Konferenz mit dabei und ist als Freund und Mitarbeiter des verstorbenen Außenministers vielleicht am innigsten vertraut mit der politischen Gedankenwelt und dem politischen Wollen Stresemanns. Aber die große Politik schafft immer neue, wechselnde Situationen, und veränderte Verhältnisse verlangen von heute auf morgen eine andere Einstellung, ein anderes Handeln. So fordert unsere Lage im Haag nicht lediglich einen Testamentsvollstrecker des politischen Vermächtnisses Stresemanns, sondern einen klaren, von Vorurteilen und Ueberkommenheiten unbeschwerten Kopf von starker eigener Initiative, fruchtbarer politischer Phantasie und steter freudiger Bereitschaft zu verantwortungsbewußtem Handeln. Wir haben das Vertrauen zu Herrn Dr. Curtius, daß er diese selbständig denkende Natur ist, die auf der zweiten Haager Konferenz in einer -gegenüber der ersten Konferenzphase für Deutschland gewiß nicht erleichterten Gesamtsituation nicht nur mit Zähigkeit und Entschlossenheit die deutsche Stellung verteidigen, sondern auch mit Elan und Mut neue Positionen für die deutschen Interessen erobern wird. Auf die volle Auswirkung seines Persönlichkeit kommt nun deswegen so seyr viel an, weil zwei seiner Ministerkollegen im Haag absolutes Neuland betreten. Es zeugt von einer zu Bewunderung verpflichtenden Verantwortungsfreudigkeit, daß die Volkspartei unter Außerachtlassung sehr naheliegender taktischer Parteiinteressen den Wirtschaftsminister Dr. Moldenhauer zur Uebernahme des Reichsfinanzministeriums zu veranlassen vermochte. Daß Hilferding mit feiner unseligen Unentschlossenheit und Haltlosigkeit noch in letzter Stunde ausgeschifft wurde, ist einer der ganz wenigen Lichtblicke für den Haag. Aber im Interesse einer Klarstellung unserer innerpolitischen Lage — die einmal kommen muh und bald kommen muß, wollen wir nicht an dem ewigen Zwiespalt zwischen Wollen und Können zugrunde gehen — würden wir es für richtiger gehalten haben, die Sozialdemokratie nicht so bald aus der ihr äußerst unangenehmen und für spätere Agitationsfeldzüge hinderlichen Verantwortung für die Verschlampung der Reichsfinanzen zu entlassen. Die Sozialdemokratie erwägt anscheinend, langsam aus der vordersten Front des politischen Kampfes zurückzugehen und zu Erholungszwecken rückwärtige Stellungen zu beziehen. Dafür spricht außer dem Verzicht auf das Reichsfinanzministerium auch, daß die stärkste Regierungspartei sich bei den für Deutschlands Zukunft ausschlaggebenden Verhandlungen im Haag mit der Vertretung durch den neuen und naturgemäß nur notdürftig unterrichteten Wirtschaftsminister Robert Schmidt begnügt. Man hätte cs sich wohl denken können, daß der Reichskanzler Hermann Müller es sich nicht hätte nehmen lassen, als Regierungschef an die Spitze der deutschen Delegation für den Haag zu treten, zumal auch der französische Ministerpräsident sich in eigener Person nach dem Haag begeben hat. So ist die deutsche Delegation schon rein personell in keiner beneidenswerten Lage. Den Ministern Curtius und Wirth stehen zwei Männer zur Seite, die auf dem Boden internationaler Verhandlungen Neulinge sind, und wenn auch dem Reichsfinanzminister Moldenhauer seine Eigenschaft als rheinischer Abgeordneter für die Behandlung des Reparationsproblems sehr zustatten kommen wird, so werden die deutschen Bevollmächtigten gegenüber so mit allen Wassern gewaschenen und routinierten Männern wie Tardieu, Briand und Loucheur einen nicht leichten Stand haben, zumal in der englischen Delegation neben dem starrköpfigen und schroffen Schatzkanzler Snowden diesmal der agilere, zum Ausgleich neigendeiH e n d e r s 0 n fehlt. Ob das Zurückbleiben des Reichsbankpräsidenten Dr. S ch a ch t absolut eine Schwächung der deutschen Position im Haag bedeuten muß, mag dahingestellt bleiben. Nicht, als ob wir uns die von Paris vorgebrachten Argumente zu eigen machen wollten, die von dem Fernbleiben des bcftunterridjteten, international hochangesehenen, äußerst energischen, aber eigenwilligen und nicht leicht zu nehmenden Reichsbankpräsidenten eine willkommene Erleichterung für ihre eigenen Unterhändler ermgrten. Das keineswegs, aber man konnte sich wohl denken, daß wir nach der Konferenz die Autorität des Reichsbankpräsidenten unbelastet mit der Verantwortung für die Haager Abmachungen als wichtigste und vielleicht ausschlaggebende Reserve noch sehr gut werden brauchen können. Leider ist die finanzpolitische Rüstung, in der Deutschland diesmal seinen Gläubigern gegenübertritt, durch das erneute Versagen Hllferdings und, um gerecht zu fein, müssen wir hinzufugen, auch des Reichskabinetts und des Reichstags, nicht starker, als sie es während der ersten Haager Konferenz war. Mit der Sanierung der Reichsfinanzen ist erst in allerletzter Stunde, und auch dann erst auf Drängen des Reichsbankpräsidenten, ein bescheidener Anfang gemacht worden, aber das Wesentliche bleibt noch zu tun übrig. So ist die Lage für die deutsche Delegation schwierig, wir dürfen uns darüber keiner Täuschung hingeben. Aber es wäre verfehlt und töricht, nun schon die Flinte ins Korn zu werfen «und mit dem leider wohlbekannten Angstruf „Hnterzeichnen, unterzeichnen!" die SteUung unserer Hnterhändler von vornherein zu unterhöhlen. Es ist noch sehr die Frage, wer den Youngplan nötiger braucht, die Franzosen oder wir. Hnd in einer gewissen Situation, von der wir nicht allzuweit entfernt au sein scheinen, hat der Schuldner stets den Gläubiger in der Tasche, denn die Zeiten, wo man sich durch einen Einmarsch in das Ruhrgebiet bezahlt zu machen versuchte, sind endgültig vorbei. Eine Armee als Gerichtsvollzieher kann sich heute auch Poincare nicht mehr leisten. Aufgabe der Heimat ist es daher, unseren Hnterhändlern im Haag auf jede nur denkbare Weise den Rücken zu stärken. Reichspräsident von Hindenburg, dem seine Kritiker von rechts und links in völliger Verkennung seiner Persönlichkeit so gern den politischen Sinn absprechen möchten, hat auch diesmal wieder in klarer Einsicht dessen, was nottut, die Parole für die Heimatfront ausgegeben, als er auf den Neujahrsglückwunsch des französischen Botschafters erwiderte, daß Deutschland nur dann seine Aufgabe im Kreise der Nationen erfüllen könne, wenn es politische Freiheit und wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeit habe, und daß die Ruhe und Sicherheit der Welt politische Gleichberechtigung und wirtschaftliche Gesundheit aller Staaten zur Voraussetzung habe — und ferner, als er in der Antwort an den Reichskanzler die breite einheitliche Front aller Deutschen forderte, die das Vaterland über die Parteien stellen. Möchte die Mahnung Hindenburgs im ganzen Volke ein lautes Echo finden, dann braucht uns auch vor dem Ergebnis der Haager Verhandlungen nicht angst zu sein, dann finden wir auch, wenn es nötig sein sollte, den Mut zu einem ehrlichen Nein statt eines falschen Ja. Entsinnen wir uns kurz dessen, worum es im Haag geht, so heißt die erste Forderung „Zurück zum Young-Plan!". Das Hingt zwar seltsam, weil wir uns durch den innerpolitischen Kampf der letzten Monate an die Fragestellung „Young-Plan oder Dawes-Abkommen?" gewohnt haben. Aber wer den Teil des berühmt gewordenen Memorandums des Reichsbankpräsidenten, der sich mit der Entwicklung der Reparationsfrage seit der Pariser Sachverständigenkonferenz befaßt, ebenso intensiv gelesen hat, wie die sehr viel mehr beachteten finanzpolitischen Forderungen Dr. Schachts, der wird wissen, daß es sich heute — gleichgültig, wie man sich zu dem ursprünglichen Plan der Pariser Sachverständigen stellen mag — tatsächlich erst einmal darum handelt, diesen sog. Young-Plan von den schweren Verfälschungen und zusätzlichen De - la st ungen zu reinigen, mit denen er auf der ersten Haager Konferenz und durch spätere Abmachungen in den Hnterausschüssen wie von Regierung zu Regierung belastet worden ist. Dr. Schacht geht davon aus, daß die deutschen Sachverständigen in Paris schon den im Young-Plan vorgesehenen Betrag der Gesamtannuitäten keineswegs als innerhalb der Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit liegend bezeichnet haben und die Annahme des Plans als Ganzes nur wegen der vorgesehenen Sicherungsmaßnahmen empfohlen haben. Nun aber hat nahezu jede einzelne Gläubigerregierung versucht, über diese sehr problematischen Zahlen des Young-Plans hinaus weitere finanzielle und wirtschaftliche Zugeständnisse aus Deutschland herauszupressen, obwohl der Young-Plan empfiehlt, daß Deutschlands frühere Verpflichtungen durch die im Young-Plan festgesetzten vollständig e r - seht werden sollen und für Deutschland keine Veranlassung vorliegt, ohne gleichwertige Gegenleistung freiwillig in irgendeinem Punkte auf diese Klausel zu verzichten. Zahlungen zu leisten oder Verzichte auszusprechen. Trotzdem sind seit der Hnterzeichnung des Young- Plans nach dem Schacht-Memorandum neue finanzielle Zumutungen an Deutschland gestellt worden, die in die Milliarden gehen. Der Reichsbankpräsident erwähnt den deutschen Verzicht auf den monatlichen Heberschuß von 4 0 0 Millionen aus der Heberschneidung von Dawes- Abkommen und Young-Plan, weist auf die Erhöhung der ungeschützten Annui- tat um 40,5 Millionen durch die Haager Konferenz hin und äußert sich schließlich sehr kritisch zu den vor der deutschen Oefsentlichkeit sehr geheimnisvoll behandelten Liquidations-Ab« ko ni men mit England und Polen. Auch das Mark-Abkommen mit Belgien bringt Zusatzlasten, ganz zu schweigen von der noch nicht zu übersehenden Regelung der Saar- frage. Schacht erinnert dann an den Leitgedanken des Young-Plans: die Bereinigung der Vergangenheit „im Geiste allseitigen Entgegenkommens" und fordert, daß jeder deutschen Konzession eine Konzession der anderen Seite gegen- überstehen muß; der Young-Plan enthalte nicht die leiseste Begründung, die oben aufgeführten Verzichte und Zahlungen ohne gleichwertige Gegenleistungen zuzusagen. Wenn bie_ deutsche Regierung trotzdem auf solche Ansprüche verzichten sollte, so übernehme sie eine Verantwortung, die ihre Sachverständigen in Paris ausdrücklich abgelehnt hätten. Es wird nun eine wesentliche Aufgabe der deutschen Delegation im Haag sein, den gewiß nicht leichten Versuch zu machen, den Young- Plan erst einmal von diesen Zusahleistungen zu befreien, die zusammengenommen wohl geeignet sind, die finanziellen Erleichterungen, die der Young-Plan gegenüber dem Dawes-Abkommen besonders in den ersten Jahren bietet, völlig illusorisch zu machen. Aber darüber hinaus bedarf auch der Young-Plan selber noch in einer Reihe wichtiger Punkte der Klärung. Heute sei lediglich auf die R e v i s i 0 n s b e st i m m u n g hingewiesen, bei der es in der jetzigen Fassung durchaus strittig sein kann, ob sie sich lediglich auf den Transfer, also auf die Hebertragung der deutschen Zahlungen in fremder Währung bezieht oder auch auf die Leistungen selber. Wenn in der Pariser Presse immer wieder mit dem Gedanken gespielt wird, auch in den Young- Plan politische Sicherungen wie Sanktionen, Kontrolle und ähnliches einzubauen, so müssen wir von der deutschen Delegation im Haag die bestimmte Erklärung erwarten, daß für Deutschland derartige Pläne außerhalb jeder Diskussion stehen. Das deutsche Volk ist keinesfalls gesonnen, mit der Hebemahme von finanziellen und wirtschaftlichen Verpflichtungen, die von seinen Sachverständigen als nicht tragbar bezeichnet wurden, die Wiederherstellung einer Souveränität zu erkaufen, die durch irgendwelche, über die bestehenden Verträge hinaus- gehenden Zugeständnisse an das Sicherheitsbedürfnis feiner Nachbarn belastet und entwertet ist. bert und an die Treuhänder des D a - wesabkommens zu erlassen, die wegen der notwendigen Erleichterung des Verfahrens betreffend die verpfändeten Einnahmen herangezogen werden müssen. Der Reparationsagent toirb in erster Linie bei dem Hebergang seiner Geschäfte an die Bank für internationale Zahlungen mitwirken müssen. Von der Einladung der verschiedenen auf der ersten Haager Konferenz eingesetzten Komitees dürste zunächst Abstand genommen werden, nicht nur, weil sie zum großen Teil in Personalunion mit den Sachverständigen der Finanzministerien usw. stehen, sondern Wohl auch, um nicht den irrigen Eindruck zu erwecken, als ob alle bereits vorbereiteten Fragen hier wieder aufgerollt werden müßten. Oie Gankiionsfrage. gut Youngplan ist kcinPlatz fürSanktione«. Haag, 3 Jan. (TH.) Die von der Haager Konferenz beschlossene Einsetzung zweier Ausschüsse für die deutschen und für Ostreparationen läßt zunächst noch nicht erkennen, wann die Sanktionsfrage auf der Konferenz zur Verhandlung gelangen wird. Das Protokoll der Brüsseler Juristenverhandlung vom Dezember enthält unter den 13 auf der ersten Haager Konferenz noch nicht geklärten Punkten ausdrücklich die Sanktionsfrage. Hierdurch und durch die große politische Bedeutung dieser Frage ist nunmehr die endgültige Entscheidung und Stellungnahme der Konferenz notwendig geworden. Auf deutscher Seite wird die Rechtslage ui der Sanktionsfrage kurz folgendermaßen dargestellt. Die Paragraphen 17 und 18 des Re- GiehemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfititts-Vuch- vnd Zteindruckerei H. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchuistraste 7. 3* -r 3 ! ™ 3 ss 2 -■S Sa = : Ih'g'Sato =6? 2 = r 3 3 Cr S 2 3 2-aaÖ) AZ4- 5 3 E 5 • 3 3 sL" £ a = c- -.8--- n 5' y 6) 0 d-3-" E - = 3-5® Dl ST c s " c s s ‘ 5 0 a--* S 2 c sS. 5 <2# 25 2,-e 1 o' c 5 2 2 a3 2,n®•» — s -£2-d sc?. ng 0 1 =y öß! 5-2, - - 2 2. 0 S ZL- "S2-2" (/> O - 5 tii ■0 • -2, 9 5( 0 S. Parationskapitels Les Versailler Vertrages sehen vor, daß im Falle deutscher Verfehlungen die Regierungen alle Maßnahmen, die erforderlich erscheinen, zu ergreifen berechtigt seien. Artikel 430 des Versailler Vertrages sieht ferner die Wiederbesetzung des besetzten deutschen Gebietes für den Fall vor. daß die Reparationskommission deutsche Verfehlungen feststellt. Demgegenüber erklärt der Voung-Plan in Llebereinstim- mung mit seinem Geist und seiner Verfassung in völlig unzweideutiger Weise im Kapitel 6: „Die Beziehungen der R e p a r a t i o n s k o m - Mission zu Deutschland hören auf.“ Damit fällt derjenige Organismus, der allein eine Wiederbesehung der ehemals besetzten deutschen Gebiete herbeiführen kann, ferner erklärt der Voung-Plan, daß durch die feierlichen Verpflichtungen, die die deutsche Regierung in dem Voung-Plan übernehme, alle Garantien, Pfänder imö Kontrollen, die bestehen oder entstehen könnten, ersetzt würden. Da durch den Voungßjan die Reparationskommission endgültig in Fortfall kommt, handelt es sich für die Reichsregierung nunmehr um die von der Haager Konferenz vorzunehmende amtliche Feststellung, daß die Befugnisse der Repko zur Feststellung deutscher Verfehlungen auf keinen anderen Organismus übertragen werden. Der Voungplan sieht ausdrücklich eine schiedsgerichtliche Entscheidung sämtlicher sich aus dem Voungplan ergebenden Streitfragen vor. Hierdurch ist füv die Zukunft grundsätzlich eine Regelung aller etwaigen Schwierigkeiten geschaffen worden. Es ist nunmehr eine Angelegenheit der deutschen Würde, daß die Befugnisse zur Festellung deutscher Verfehlungen und damit das Recht zur Wiederbesehung der ehemals besehten Gebiete laut Artikel 430 des Versailler Vertrages auf keine andere Körperschaft, welcher Art sie auch sein mag, übertragen werden. Diese Feststellung muß nach der gesamten politischen Lage von deutscher Seite gefordert werden. Demgegenüber scheint auf französischer Seite die Absicht zu bestehen, eine juristische Formulierung zu schaffen, in der in "einer Form erklär S wird, daß die Befugnisse der Reparationslom- Mission auf die Infer.-ationale Zahlungsbank übergingen. Es versteht sich von selbst, daß ein derartiger Vorschlag für Deutschland unannehmbar sein würde. Der französische Standpunkt. Paris, 4. Ian. (WTB. Funkspruch.) Heber die Stellungnahme der französischen Delegation zur Sanktionsfrage äußert sich der „Matin": Im neuen Rcparationsplan kann es keine Zwangs.matz- nah m e n mehr geben. Die Deutschen sind Schuldner im Sinne des gewöhnlichen Rechtes. Wenn sie nicht zahlen, werden gewisse Organe über Deutschlands Zahlungsfähigkeit entscheiden müßen. Ein zweijähriges Moratorium ist vorgesehen, und von vornherein ist ein S ch i e d s- gerichtsoerfahren festgelegt. Aber in einem Punkte hören die Deutschen auf, Schuldner im Sinne des gewöhnlichen Rechtes zu fein, nämlich bann, wenn man sie nicht fassen kann. Man möge sich einmal vorstellen, daß man alle Mittel erschöpft habe, und Deutschland dennoch ungeachtet der Furcht vor einer Gefährdung des nationalen Kredits die Politik betreibe, die von den Anhängern Hugenbergs empfohlen wird, und alle Zahlungen kurzer Hand verweigere. In diesem Falle rotftbe die öffentliche Meinung und würden auch die Parlamente in den Gläubigerländern es nicht zulassen, daß man untätig bleibt und auf jede Sanktionsmaßnahme verzichtet. Obwohl der Wortlaut des Versailler Vertrages in aller Bestimmtheit Sanktionen gestattet, ist daran zu erinnern, daß Frankreich von vornherein das Haager Schiedsgerichts- verfahren angenommen hat. Dementsprechend werde es diesem Gericht den Streitfall unterbreiten — es fei denn, daß man sich auf ein anderes Schiedsgerichtsverfahren einige. Man kann nicht leugnen, daß die französische Regierung mit der Annahme derartiger Formeln bis an dieäußerste Grenze der Konzessionen gegangen ist, und so kann man auch nicht einen einzigen Augenblick zweifeln, daß die deutschen Minister sich damit zufrieden geben dürften. Mit Bomben gegen Krauen und Kinder. Attentat gegen den „DeuischenFranenbund" in vstobcrschlesien. K a t t o w i tz , 3. Jan. („Germania"). 3n 3a- now bei Kattowih wurde in einen Saal, in dem der katholische Deutsche Frauenbund eine religiöse Feier abhielt, durch das Fenster eine Brandbombe geworfen, wodurch eine furchtbare Panik entstand. Diele der Frauen flüchteten durch die Fenster. Rur dem Llmstand, daß der Saal zu ebener Erde lag, ist es zu verdanken, daß eine größere Katastrophe vermieden wurde. Einige Teilnehmerinnen erlitten schwere Nervenzusammenbrüche. Rur mit Mühe konnte der anwesende Ortspfarrer die schreienden Frauen und Kinder beruhigen und die Bombe, die bereits den Fußboden des Saales und verschiedene Gegenstände in Brand gesetzt hatte, beseitigen lassen. Der Vorfall hat in Polnisch-Oberschlesien unter den deutschen Katholiken ungeheure Erbitterung hervor- gerufen, zumal es sich um eine rein religiöse Veranstaltung handelte, die nur vonFrauen und Kindern besucht war. Sorgen um Aegypten. Rückwirkung der indischen Krisis. London, .3. 3an. (WTB.) „Daily Expreß" veröffentlicht eine Meldung seines Sonderkorrespondenten aus Luxor, die nach der Ansicht des Blattes eine „ernste Ankündigung einer ägyptischen Krisis im Frühjahr" bedeutet. Der Korrespondent ist überzeugt, daß die Ereignisse in Aegypten zu Beginn des Frühjahrs die Augen des gesamten Britischen Reiches nach diesem Winkel Afrikas richten werden. Die letzten Vorkommnisse in3ndien hätten fast unmittelbare R ü ck w i r ku n g e n in Aegypten gehabt. Die radikaleren Elemente seien der Ansicht, daß Großbritannien alle Hände mit 3nöien voll haben werde und daß daher die „Sinnfein"- Taktik in Aegypten schließlich mehr erzielen werde, als der augenblickliche Vertragsentwurf biete. Der Vertrag soll daher durch die Lieberweisung an eine parlamentarische Kom, Mission auf die lange Bank geschoben Verden, und zugleich soll eine Kraftprobe mit polenabkommen und Voungplan. Ein polnischer Vorstoß im Haag. - Oer deutsch-polnische Liquid aiionsverirag bei derKonferenzniedergeleot/jedoch keine rechtliche Verbindung mit dem voungplan. Haag, 3. Jan. (Tel.-An.) Am Jreitag wurde in der geheimen vollsihübg der Haager Konferenz, die hauptsächlich einen geschäflsordnungsmätzigen Charakter trug, von polnischer Seite das vielerörterte deutsch-polnische Liquidationsabkommen vom 31. Oktober 1929 zur Sprache gestellt. Der Führer der polnischen Abordnung, 2H r o f o ro- sky, der anstelle des polnischen Außenministers Zalefki Polen auf der Konferenz vertritt, erklärte, dah das deutsch-polnische Abkommen einen integrierenden Bestandteil (auf französisch: „element constitutif“) der gesamten Haager Vereinbarungen bilde. Diese Darstellung der Rechtslage wurde sofort von Reichsaußenminister L u r t i u s richtiggestellt. Dieser betonte, dah das deutsch-polnische Abkommen keineswegs als ein integrierender Bestandteil der Haager Abkommen anzusehen sei, sondern Rechtskraft in sich allein trage. Das deutsch-polnische Liquidationsabkommen sieht bekanntlich vor, daß das Abkommen gleichzeitig mit dem Voungplan ratifiziert und ebenso, wie das deutsch-englische und das deutsch-amerikanische Abkommen auf der Haager Konferenz niedergelegt werden müsse. wie von deutscher Seite zu diesem Zwischenfall erklärt wird, bedeutet die Bestimmung der gleichzeitigen Ratifizierung mit dem Voungplan in keiner weise, dah dieses Abkommen in irgendeiner Richtung a l s ein integrierender Bestandteil der Haager Abmachungen anzusehen sci. Die Bestimmung der gleichzeitigen Ratifizierung sei lediglich von formaljuristischer Bedeutung, da der Zoungplan die Liquidierung der Streitigkeiten aus der Vergangenheit empfehle. Der vorstoh des polnischen Vertreters hatte offenbar zum Ziel, ein direktes Band zwischen dem Voungplan und dem deutsch-polnischen Liquidationsabkommen zu schaffen, um damit dem Abkommen erhöhte Bedeutung und endgültige Sicherung für die Zukunft zu verleihen. Dieser Vorstoh ist jedenfalls von deutscher Seite a b g e l e h n t worden. Der Präsident der Konferenz, Jaspar, stellte nach der polnischen und der deutschen Erklärung fest, dah das deutsch-polnische Liquidationsabkommen ordnungs- mähig bei der Konferenz niedergelegt worden sei, das übrige gehe die Konferenz nichts an. Das deutsch-polnische Liquidationsabkommen ist in 35 der britischen Regierung dadurch herbeigeführt werden, daß zwei Gesetzentwürfe, die der vormalige Oberkommissar Lord Lloyd entschieden abgelehnt hatte, nämlich das Recht, S t r a - ßenversam ml ungen abzuhalten und das Recht, Waffen zu tragen, angenommen werden. Der Korrespondent erwartet im Zusammenhang damit politische LInruhen im Frühjahr und bemerkt, selbst bei der augenblicklichen Truppenstärke in Kairo sehe man sein Leben aufs Spiel, wenn man sich zwölf Meilen vom Mittelpunkte Kairos entferne. Es besteht die Möglichkeit, dah König Fuad wieder das Parlament auflöst, um ein Chaos zu verhindern. Deutschlands diplomatische Vertretung in Irland. Ter erste deutsche Geschäftsträger in Dublin. Dublin, 3.Jan. („Times".) Der erste Schritt zur Errichtung einer deutschen Gesandtschaft in Dublin wurde gestern unternommen, als der deutsche Generalkonsul Dr. v. D e h n - S ch m i d t dem Außenminister des Irischen Freistaates sein Beglaubigungsschreiben als Geschäftsträger überreichte. Dr. v. Dehn-Schmidt sprach die aufrichtige Hoffnung aus, daß dieser Beginn direkter diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und dem Irischen Frcistaate einen neuen Ansporn einer freundschaftlichen Bewegung in Richtung engerer Handels- und Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern geben werde. Megilligan erklärte, indem er den neuen deutschen Geschäftsträger beglückwünschte, die irische Freistaatregierung erwidere herzlich die Gefühle der deutschen Regierung. Der Vollzugsrot des Irischen Freistaates sei sehr erfreut darüber, daß von Dehn-Schmidt, der als Generalkonsul bereits viel getan habe, um die guten Be- Ziehungen zwischen Deutschland und Irland zu fördern, zum er ft en diplomatischen Vertreter Deutschlands in Dublin gewählt wurde. Aus aller Wett. Hochofenunglück in Duisburg. 3m Hochofenbetrieb der Riederrheinischen Hütte in Duisburg-Hochfeld ereignete sich ein entsetzliches Unglück. Ein Kranführer war damit beschäftigt, mit einem elektrischen Laufkran eine Pfanne mit flüssigem Eisen zu einem Ofen zu fahren. Die Pfanne eckte aber an einem T-Eisen an und geriet ins Schleudern, so daß das glühende Eisen auslief und zum Teil in den Führerkorb drang. Der Kranführer versuchte sich durch Abspringen zu retten. Hierbei stürzte er in die den Erdboden bedeckenden flüssigen Eisenmassen, die ihn in eine lebende Fackel verwandelten. Er verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Ein Maschinist, der ebenfalls von den glühenden Eisenmassen getroffen wurde, ist mit schweren Brandwunden an beiden Unterschenkeln dem Hospital zugeführt worden. Die Kinderepidemie im Flüchtlingslager Hammerstein. Nachdem im Laufe des Freitags noch einige Kinder im Lager Hammerstein der furchtbaren S tre p- tococcenseuche erlegen sind, wird an maßgebender Stelle angenommen, die Seuche jetzt g e • bannt zu haben. Bis Freitag abend waren 5 2 Kinder seit Auftreten der Krankheit in den Weihnachtsfeiertagen gestorben. Man hofft, daß von den noch kranken 40 Kindern der größte Teil mit bem Leben davonkommt. Auf Anraten des Berliner dirigierenden Arztes -am Dirchow-Krankenhause Pros. Exemplaren bei der Haager Konferenz niedergelegt worden. Scharfe Kritik. Wo bleiben die Rechte des deutschen Parlaments? Berlin, 4. Jan. (TU.) Zur Riederlcgung des deutsch-polnischen Abkommens auf den Konferenztisch im Haag nimmt der Sonderberichterstatter der „D A Z." in sehr scharfer weise Stellung. Rach dem Hinweis auf die Zurückweisung der polnischen Auffassung über das Abkommen durch den Reichsautzenminister Eurtius schreibt die „DAZ.": was wolle aber diese gewiß erfreuliche juristische Richtigstellung gegenüber der Tatsache bedeuten, daß hiernach die deutsche Staatsleitung in der Tat diesen Polenvertrag in eine absolute politische Verbindung mit dem Voungplan gebracht habe, eine Tatsache, über die das deutsche Volk und der Deutsche Reichstag bis zur Stunde vollkommen im Unklaren gelassen worden seien. Es sei also eine glatte Unmöglichkeit, noch irgendeine Verbesserung in dem deutsch-polnischen Abkommen zu erzielen. Die Geheimdiplomatie sei soweit getrieben worden, dah man den Deutschen Reichstag trotz aller lebhaft genug zum Ausdruck gebrachten Bedenken auch der Regierungsparteien einfach vor vollendete Tatsachen nicht stellen wolle, sondern bereits beim Vertragsabschluß unwiderruflich gestellt habe. Gerade derjenige Politiker, der der jetzigen Reichsregierung mit Skepsis und Kritik gegenüberstehe, hätte es oorge- zogen, nicht schon am ersten Tage der Konferenz von einem Vorgang berichten zu müssen, der in weitesten Kreisen der Oesfentlichkeit und des Reichstages stürmischen Widerspruch Hervorrufen müsse. Aber es handele sich um eine so schwerwiegende Präjudiz für den ganzen weiteren Verlauf der Haager Konferenz, daß man vergebens nach einer Erklärung für das politische Verhalten der verantwortlichen deutschen Stellen suche. In keinem anderen parlamentarisch regierten Lande der Welt wäre eine solche brüske Vergewaltigung des Volkes durch seine Regierung möglich. — Auch die „Deutsche Tageszel tung“ weist darauf hin, daß mit diesem Vorgang jede Möglichkeit zur Abänderung desAbkommens genommen fei. Jetzt fei auch erwiesen, welches Interesse Polen in Wahrheit an diesem deutsch-polnischen Liquidationsvertrag habe. Friedemann wurden heute früh Schutzimpfungen an den Kindern vorgenommen, worauf im Zustand vieler Kinder eine Besserung eintrat. Zweifellos sind die Krankheitskeime, die die schwere Epidemie verursacht haben, aus Rußland eingeschleppt worden. Die nicht von der Krankheit befallenen Kinder haben «ine Schutzimpfung mit Erwachsenenblut erhalten, weil weder Erwachsene, noch Kinder im Alter von mehr als vier Jahren von der Krankheit ergriffen worden sind. Für die erkrankten Kinder ist die Krankheit, die zahlreiche Geschwüre heroorruft, außerordentlich schmerzhaft. Papageienkrankheit in München, Bernburg und Prag. Auch In München sind mehrere Fälle von Erkrankungen, die durch Papageien verursacht sein sollen, beobachtet worden. Sie sind unter dem Bilde einer schweren Grippe-Lungenentzündung' verlaufen. Eine Frau ist daran gestorben. Die übrigen Fälle sind leichter verlaufen. Zur Zeit ist nur noch ein Fall im Krankenhaus Schwabing in Behandlung. Diese sämtlichen Infektionen, deren erste schon im Ro- vember austrat, kommen von einem Papagei her, der angeblich zum halben Preis von einem auswärtigen Händler geliefert wurde. Das Tier, das die Erkrankungen verursachte, wurde getötet und wird zur Zeit bakteriologisch untersucht. — In Bernburg (Anhalt) ist im Kreiskrankenhaus eine Frau gestorben, deren Familie sich vor vier Wochen aus Hamburg einen Papagei hat kommen lassen, der vor vier Tagen ebenfalls gestorben ist. Bei der Frau stellte sich zunächst eine doppelseitige Lungenentzündung heraus, der eine allgemeine Vergiftung des ganzen Körpers folgte. — Auch in einer Prager Dorstadt ist ein kinderloses Ehepaar unter verdächtigen Symptomen erkrankt. Das Ehepaar erwarb kürzlich einen Kakadu, der bald darauf cinging und vom Tierhändler durch ein anderes Exemplar ersetzt worden war. Da man nach den Krankh'.itserscheinungen Papageienkrankheit annimmt, wurde das Ehepaar in das Infektionsspital übcrgesührt. Das Ergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor. Diphtherieerkrankungen in Vad Hersfeld. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." ist in Bad Hersfeld eine Dipötherieepidemie ausgebrochen, die unter außerordentlich schweren Symptomen auftritt. Bisher find der Krankheit im Hersfelder Kreiskrankenhaus sieben Kinder erlegen. Furchtbares Flugzeugunglück bei einer Filmaufnahme. Bei Santa Monica in Kalifornien sind zehn Personen einem furchtbaren Flugzeugunglück zum Opfer gefallen. Die Fox-Filmgesellschaft hatte zwei Stimson-Detroit-Maschinen gemietet, um für ken Film „Solche Männer sind gefährlich" Trickaufnahmen zu machen. In einer Höhe von etwa 700 Meter stießen die beiden Flugzeuge zusammen und stürzten ins Meer. Eine der beiden Maschinen brannte beim Absturz lichterloh. Dor dem Unglück kreiste über den beiden Maschinen ein drittes Flugzeug, von dem aus ein Fallschirmabsprung stattfinden sollte. (In Anlehnung an das geheimnisvolle Verschwinden des bekannten Brüsseler Bankiers Löwenstein ist dos Manuskript verfaßt.) Der Vorgang sollte von dem niedriger fliegenden Flugzeug auf genommen werden. Der Schauspieler der den Sprung in die Tiefe wagen sollte, war bereits absprungbereit, als der Führer des oberen Flugzeuges plötzlich bemerkte, daß eines der beiden anderen Flugzeuge gegen die Sonne liegend, buchstäblich in das zweite TlUgzeUg hineinstürzte. Offenbar ist der Führer der Unglücksmaschine von der Sonne geblendet worden. Rach mehreren Stunden Suchens wurden sämtliche Leichen geborgen. Der leitend^ Direktor H a w k s, der ebenfalls unter den Opfern ist, ist der Gatte der Filmschauspielerin May Astor, die während der Katastrophe in Los Angeles In einem Lustspiel auftrat und unter den Zuschauern wahre Lachstürme entfesselte. Voruntersuchung im Falle Guttmann. Gegen den Zahnarzt Dr. Guttmann aus Schwedt a. O. ist die Voruntersuchung wegen Verdachts des Mordes in zwei Fällen, begangen a n feiner er ft en und zweiten Ehefrau, sowie wegen schwerer Urkundenfälschung in acht Fällen eröffnet worden. Dr. Guttmann befindet sich zur Zeit im Gerichtsgefängnis in Prenzlau in Untersuchungshaft. Tetzner wird ausgeliefert. Das Kolrnarer Gericht hot die Auslieferung des auf französischem Gebiet verhafteten Deutschen Erich Tetzner ungeordnet. Tetzner hatte, wie seinerzeit berichtet, mit der Absicht, eine Üebensver siche - rungssumme zu erhalten, einen Unbekannten in fein Automobil genommen und den Wagen dann in Brand gesetzt, so dah der Eindruck entstand, er selbst sei bei dem Autobrande ums Leben gekommen. Der Frauenüberschuß. Der Frauenüberschuß in den einzelnen Ländern ist nicht erst nach dem Kriege entstanden, sondern hatte bereits um dieJahrhundertwende in den meisten Staaten beträchtlichen Umfang angenommen. In den am Weltkrieg beteiligten Staaten stieg er in den letzten 25 Jahren erheblich an; in den übrigen Ländern ist er im Abnehmen begriffen. Es kamen in Dänemark um das Jahr 1900 auf 1000 Männer 1060 Frauen, 1925 nur noch 1051 Frauen. Auch in Schweden erfuhr der Frauen- Überschuß eine Verminderung: er ging von 1050 auf 1037 zurück. Noch größer ist der Rückgang in N o rw e g e n, wo vor 25 Jahren auf 1000 Männer 1095 Frauen tarnen, während 1925 die Ziffer nunmehr 1054 beträgt. Die Niederlande hatten schon vor dem Kriege einen sehr geringen Frauenüberschuß; er betrug 1017 und ist letzt auf 1013 zu- rückgegangen. In den am Weltkrieg beteiligt gewesenen Staaten stellen sich die Der- hältniszifsern wie folgt dar: In Rußland ist der Frauenüberschuß von 1025 auf 1110 g e ft i e g e n, in Deutschland von 1029 auf 1067, in Frankreich sogar von 1022 auf 1110. In Serbien, wo vor dem Kriege die Männer in der Ueberzahl waren (es kamen auf 1000 Männer 936 Frauen), ist jetzt ein starker Frauenüberschuß festzustellen, er beträgt 1039. Ein ähnliches Ergebnis zeitigte der Krieg in Bulgarien, wo im Jahre 1900 950 Frau n auf 1000 Männer kamen und jetzt bereits ein deiner Frauenüberschuß vorhanden ist. Griechenland hatte 1900 auf 1000 Männer nur 920 Frauen, jetzt kommen auf 1000 Männer 1013 Frauen. In Großbritannien ist der Frauenüberschuß von 1067 auf 1094 angewachsen, in Belgien von 1017 auf 1033. Die Vereinigten Staaten von Am. r i k a indes haben noch immer einen Männernder- schuß: es kommen dort 961 Frauen auf 1000 Männer. Die Wetterlage. |5e; Hamj 3.a_Soruni X Pi lermöht QCnf 4Ä-. ■Thi in 19- -a :5cilH9C ----1 Owoixemos. o netter, q naiv Bedeut. 9 woiiug. • Bedeut • Regen * Schnee a Graupeln. h «ebel K6ewitter.@wmdstiUe.-C>' ernte« Ost eassiqe» Südsüdwest, sturmecne/ «tordwesi Oie »feile fliegen mit dem Winde. Sie oeiden Stationen dienenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbindet» Orte mit gleichet^ *»1 ntcresniveau umae-ebneten Uilldrucfc Wettervoraussage. Die erneut von Westen heranrückende Warmluft hat wieder Temperaturanstieg verursacht, so daß in Mittel- und Norddeutschland die heutigen Morgentemperaturen bis 9 Grad erreichten. Nur Süddeutschland, das stärker von hohem Druck beeinflußt wird, weist Temperaturen um den Gefrierpunkt und etwas darunter auf. Wenn auch zunächst mit dem Abzug der nördlichen Störung wieder Temperaturrückgang erfolgt und neben Bewölkung auch Aufheiterung ein» tritt, so scheint doch noch kein Uebergang zu beständigem Wetter zu bestehen. Im Nordwesten zeigt das Barometer erneut fallende Tendenz, und über Irland und Schottland drehen die Winde auf Süden zurück. Wettervoraussage für Sonntag. Wolkig, auch aufheiternd, wieder Temperaturrückgang, meist trocken. Witterungsaussichten für Mon- t a g. Wieder milder und abermals Wetterverschlechterung wahrscheinlich Lufttemperaturen am 3. Januar mittags 7 Grad Celsius, abends 7,4 Grad; am 4. Januar morgens 7 Grad. Maximum 8,1 Grad, Minimum 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar abends 4,1 Grad, am 4. Januar morgens 4,6 Grad Celsius. Amtliche Winkerfporlnachrichlen. Schwarzwald, Feldberg: Klar, 2Grad. 45 Zentimeter Schnee (gekörnt), Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — Furtwangen: Klar, minus 4 Grad, 10 Zentimeter Schnee, bereift, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Alpen. Garmisch » P artenkirch en: 5 Zentimeter Schnee- vereist. Ski und Rodel mäfjift mögen! Vornotizen. aqe. Mein IMVEMTU *n Dauerexistenz (67V empfehlen. Der Handel Sonntags verboten. 103A Verkäuferin roBen Barverflienst PfeiIring Lanolin-Creme 1 ganze seinen Besichtigen Sie bitte bei Bedarf mein Riesenlager zu wirklich billigen Preisen 3. Februar 14. Juli 18. August 6. Oktober 1. 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Hier hilft nur eins: gebt dem Kinde so früh wie möglich Kameraden! Denn nur durch Umgang mit Gleichalterigen schützt ihr das Kind vor Selbstüberschätzung und Ungeselliakeit, erst dann wird es seiner selbst ganz froh, und nur auf diesem Wege erhaltet ihr ihm jene Frische, Ursprünglichkeit und innere Lebensfülle, die die Natur jedem Kinde mitgibt und die das schönste am Menschen ist. Man sei auch ja nicht zu bedenklich in der Auswahl der Gespielen! Cs schadet nichts, wenn sich das Kind beizeiten bewußt wird, daß Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren sind, auch ihre Daseinsberechtigung haben. Es ist in der Entwicklung unserer Zivilisation begründet, wenn die moderne Zeit der Jugend weit mehr Freiheit gewährt als früher. Um so häufiger siikd daher heute die Sorgenkinder, die ihren Eltern plötzlich über den Kopf wachsen, sich ihnen entfremden, und über deren vorlautes Wesen, Eigensinn und Trotz Bater und Mutter klagen. Lind der Grund? Dte Ueberspannung der elterlichen Autorität. Eltern dürfen nicht versäumen, in der Reifezeit, in der das Ich des Kindes nach Geltung verlangt, ihm ihre Liebe fühlen zu lassen, auf Bevormundung zu verzichten und ein kameradschaftliches Bertrauensverhältnis an Stelle der Autorität zu sehen. Rur so wird eine innere Entfremdung vermieden, wie sie etwa John Ruskin in seinen Kindheitserinnerungen schildert: „Ich ha"' nichts zum Liebhaben. Meine Eltern waren für mich gewissermaßen sichtbar gewordene Ratur^.walten: ich liebte sie nicht anders als die Sonne oder den Mond." Und schließlich noch eit Sorgenkind von heute, das Kind, das in der Schule nicht vorwärtskommt! Durch den Zudrang der Jugend zu den höheren Schulen ist heute ihre Zahl Legion geworden. Wieviele, die das Verlangte einfach nicht leisten können, aber mit Nachhilfestunden und dergleichen unter allen ilm« ständen durch die höhere Schule hindurchgetrieben werden sollen, ganz gleich, ob ihnen das Leben zur Qual wird! „Die weitaus größte Zahl der verfehlten Daseinsformen kommt auf die Rechnung elterlichen Ehrgeizes," sagt Heinrich Lhohky mit Recht. Wieviel Seelennot unserer Jugend hat schon der Wahn verschuldet, in ein Kind lasse sich alles hineizierziehen und man könne aus ihm ein Ebenbild seiner selbst machenlRetn, jedes Kind ist ein eigener, ganz anderer Mensch als wir, der die Richtung seiner Entwicklung von Anfang an in sich trägt. Häufig zeigen derartige Sorgenkinder Geschick und Anstelligkeit in praktischen Dingen. Den Eltern sollte es dann völlig gleichgültig sein, was die »Leute" und Verwandten dazu sagen: sie sollten sich nur von Steigung und Anlage ihres Kindes leiten beginnt ab heute und bietet sich für Sie die günstigste Einkaufsgelegenheit in allen meinen Artikeln Es kommen nur Bewerberinnen in Tratte, dte bereits in dieser Branche tätig waren. Schr. Angeb. mit Lebenslauf, Lichtbild, Zeugntsabschr. u. Ang. der GehaltSanipr. und zu richten unt. 971) an den Gienen. Anzeiger erbeten. Auf alle regulären, auch Markenartikel 10% Rabatt aller Rassen, auch Schlachtpferde; größte Auswahl u. beste Gelegenheit f. Kauf od Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu Gegen spröde Haut 6. Januar 3. März 7. April 12, Mal 16. Juni Durchschnittlicher Selbständige Existenz und Höchsteinkommen (bis 61)000.— per Jahr) bietet ein ganz Europa überspannendes solides, bestfundiertes Unternehmen arneitsfreud. Herren, welche3-600a—Mk.Barkapital besitzen. Vornehmes Arbeitsfeld! 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Stadttheater: „Das tapfere Schneiderlein" und „Kyritz — Pyrih", 15 bis 17.30 bzw. 18.30 bis 21 Uhr. — Goethe-Bund: Lichtbildervortrag von Professor Dr. Behounck „Mit dem Luftschiff zum Rordpol", 20 Uhr, Reue Aula. — Lukas- gemeinde: Familienabend im Lukassaal, 20 Uhr. — V. f. B.: Fußballwettspiel gegen die 1. Fußballmannschaft des Linienschiffes „Hessen", 14.30 Uhr. — Lichtspielhäuser: Programm wie am Samstag. — StadttheaterGietzen. Man schreibt uns au3 dem Stadttheaterbureau: Da das diesjährige Weihnachtsmärchen, wie der Besuch zeigt, bei groß und klein sehr starken Anklang gefunden, hat sich die Intendanz dazu entschlossen, am Sonntag, 5. Januar, 15 Uhr, zum letzten Male „Das tapfere Schneiderlein" zu geben. Diese Kindervorstellung findet zu ermäßigten Preisen statt. Besetzung, Musik, Büh- nenausstattung, Kostüme. Tänze ... alles bleibt wie bei der Erstaufführung. Das Ehepaar Däulke tanzt wiederum die Tanzeinlage tm letzten Akt. 18.30 Uhr wird das diesjährige Silvesterstück „K y ri h-P yri h", das am Silvesterabend einen Beifallssturm hervorgerufen hat, zum ersten Male wiederholt. Spiellettung: Heinrich Hub. Am Dirigentenpult: Fritz C u j e. Bühnenbilder: Karl Löffler. Kostüme: Curt Huber. Beleuchtung: Ludwig Keim. — Der G oethe-Dund bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf den morgen abend stattfindenden Vortrag von Professor Dr. Franz Behounck hinzuweisen. Dehounek hält einen Lichtbildervortrag über seine Erlebnisse auf der Nobile-Nordpolarexpedition. (Siehe heutige Anzeige.) e •• Der Kreistag deS Kreises Gießen ist auf Samstag, 18. Januar, in das Regierungsgebäude zu Gießen zur Konstituierung des Kreistages und der Wahl der KreiSaus- schußmitglieder einberufen worden.____________ ♦* Militarpersonalien. Durch Verfügung des Reichswehrministeriums wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1930 ab der Kommandeur des 1. Bataillons Inf.-Regts. 15 und Landeskommandant in Hessen, Major Lüters, zum Oberstleutnant und Leutnant Voigtsberger in der M.-G.-Kompanie des 1. Batls. I.-R. 15 zum Oberleutnant befördert. ** Freigelassen und wieder verhaftet. Der vor einigen Tagen unter dem Verdacht der Wilddieberei von der Polizei verhaftete franzosissche Staatsangehörige Mortaigne war von dem Amtsgericht, wohin ihn die Polizei verbracht hatte, wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Gestern wurde Mortaigne auf Anordnung des Untersuchungsrichters beim Landgericht der Provinz Oberhessen erneut verhaftet und nunmehr dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Bei dieser Gelegenheit sei berichtigend bemerkt, daß Mortaigne bei seiner ersten Verhaftung dem betreffenden Polizeibeamten nicht die Schußwaffe abgenommen hat. Wohl hat er versucht, dem Beamten die Waffe zu entreißen, der Versuch ist ihm aber mißlungen, da der Beamte durch geschicktes Verhalten das Vorhaben Mor- taignes vereitelte. , •• Die Fußballmannschaft des Q t * nienschiffs „Hessen", die am morgigen Sonntagnachmittag auf dem V. f. B.-Platz gegen die V. f. B.-Liga zum Fuhballwettspiel antreten wird, traf gestern abend unter Führung eine« Leutnants zur See hier ein. Die Mannschaft weilt hier beim Verein für Bewegungsspiele und beim Marineverein zu Gast. ** Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende. Die Industrie- und Handelskammer Gießen und die Gießener Hochschulgesellschaft veröffentlichen in unserem heutigen Anzeigenteil eine Einladung zu akademischen Kursen für Kaufleute und Gewerbetreibende. Die Vorträge werden in der Zeit vom 16. Januar bis 20. März im großen Hörsaal des Vorlesungsgebäudes der Universität stattfinden. Vortragende sind die Universitätsprofessoren Dr. M o m b e r t, Dr. R o s c n b e r g, Dr. A u l e r und Dr. Klute. Die Kurse sollen von jetzt ab in jedem Winter stattfinden und zu einem regelrechten Lehrgang in den einzelnen Wissensgebieten ausgebaut werden. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. '* Viehmärkte in Gießen. Am DtenS- tag nächster Woche findet hier Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. (DJeifere Lokalnachrichlen im 3. Blatt) ^fidenbc Warmluft i- eft iten. irt md beei ntetwa5 K V*1 e Tendenz, u^adcn die Winde aulö ,. , gonntus- X ten f 11 jS«' abermals am 4- ? Aiinmum rad, MchliA^Srad. ^”Ä,6e( ’**** D^ nervöse Kind! Ein rechtes Sorgenkind von heute! Ueberempfindlichkeit und Erregbarkeit kennzeichnen es, und während das körperlich und seelisch widerstandsfähige Kind den Stoßen des Lebens seine ungebrochene Energie entgegenftellt, kämpft das nervöse mit inneren Spannungen und Widerständen. Durch die Un- sähigkcit, die Gedanken zu konzentrieren, wird es in Schule und Leben immer wieder um den Erfolg gebracht. Aufgabe der Eltern ist es, von einem derartigen Sorgenkinde alle zerstreuenden Ablenkungen fernzuhalten, ihm Ruh? und Samin- lung, einen geordneten Tageslauf sowie ausreichenden Schlaf und Gelegenheit zu gemäßigter sportlicher Betätigung zu geben. Ein harmonisches Familienleben mit einem gut organisierten Alltag wirkt hier Wunder! Man klagt heute über Verschwendungssucht und Mangel an Arbeitswillen in unserer iungen Generation. Hängt es nicht damit zusarmnen, daß die Verwöhnung der Jugend m manchen Familien wieder ungeheure Fortschritte gemacht hat? Man denke nur an die Unmenge teurer Sachen, mit denen die Kinder überhäuft werden! Ist es ein Wunder, wenn sie anspruchsvoll und schließlich blasiert werden? Man will dem Kinde Gutes tun, hat aber nur sein augen- blickliches Wohlbehagen, nicht seine künftige Wohl- fahrt im Auge. Denn Verwöhnung heißt m Unkenntnis darüber gehalten zu werden, daß man sich jeden Wert im Leben schwer zu erringen hat. Verwöhnung heißt, zu früh in das Genuhleben der Erwachsenen eingeführt werden. Der für den Lebenskampf Vorbereitete ist aber nicht der, der Führend. Unternehm, sucht verkausStücht. Vertreter von gutem Ruf zum Vertrieb eines leichi Klavkenavtikels. Zett temän., sofort einseuend. Barverdienst. Kapital nicht erforbeiltd). Emgel. Herren wollen »ich unter 112V an deu Gieß. Anz. mit unS in Verbindung setzen. SSgit °toU L°bdr. „®*ann "•»«ßlö* •tyrl $let, ■Ätt Huß. y? ßanbtm öeteihgten Staaten xElh-blich an; J 1 "eben begriffen ’S 1nut noch 105 i0?^°°n 1050 . fangen Frauen, f 1013 3u. "rieg betei. Men sich bie 9er. Wanö i[t bet ÜetieJtn'in 06£ in Frank, in Serbien, wo !r Ueberzahl waren » Frauen), ist seht ^stellen, er beträgt itigte der Krieg in 00 950 Frav'n aus bereits ein deiner Griechenland r 920 Frauen, jetzt 1013 Frauen. 3n rauenüberschuß von Belgien von 1017 ien von Am > rika Mannerüber. Frauen aus 1000 SUialieHee gesucht issv I bis Mk. 500.— monatlich, Rabrttlager, Inkasso bedingt Barsicherheit 'DiL 1500.—. ReelltlätSnachmets neboten und verlangt. Offenen unter 10901, Nla-Tterlin W 35 . Aurz-, Wetß , Wollwarcu-Svczial geschäil sudit ür die Trikotagcn' Abteilung jüngere, flotte, branchekundige Im ersten Lebensjahre steckt der Mensch" — sagt Theodor Fontane in Kindheitserinnerungen. Wieviel weniger Sor- aenkinder gäbe es, wenn Eltern sich dessen von Anfang an bewußt wären! Hält es der kleine Erdenbürger aber — um nur ein Beispiel zu nennen - für selbstverständlich, die Eltern lebe Nacht zu mobilisieren, entbehrt er einer rechtzeitigen Erziehung, die ihn an Ordnung gewohnt, so ist er auf dem besten Wege, ern Egoist m werden. Wenn sein harmloses Spiel fortwährend unterbrochen- wird und jeder Erwachsene ihn durch Unterhaltung, durch andere ©egen- stände, die er ihm zeigt, immer wieder nach anderer Richtung hin anregt und ablenkt, so wird er durch die Ueberfülle wechselnder Sinnesein- drücke launisch und verdrießlich. Das Kind mcht in Frieden zu lassen, das ist das grösste Derbrechen der gegenwärtigen Erziehung, so warnt Ellen Key. Auch a.rs einem Zuviel an „(Br* ziehung" werden einmal Sorgenkinder, und schon für die Kleinsten sind Regelmäßigkeit, Ordnung und ein ungestörter Tageslauf tue größte Wohltat Das Wort E. M. Arndts, „tue Erziehung soll nicht sein ein Ziehen und Zerren, sondern ein Leiten an unsichtba r e r Hand , gilt ganz besonders für die ersten Lebensjahre, und Fehler, die hier gemacht werden, rachen sich bitter: Ungehorsam, Flatterhaftigkeit und Nervosität so manchen Sorgenkindes haben hier ihre lassen und dieses einem praktischen Berufe zuführen. von dem heutzutage mehr denn je Goe- thes Wort gilt: „Dem Tüchtigen ist die Welt nicht stumm!" Nur so sichern sie ihrem Kind sein Lebensglück. Eins fehlt allen Sorgenkindern von heute mehr oder weniger: das Natürliche, Unverbildete, der aus der Gesundheit des Leibes und der Seele fliehende ungekünstelte Frohsinn, die zusammen doch den tiefsten Lebensrhythmus des jugendlichen Wesens ausmachen! Dieses dem Kinde von seinem ersten Lebensjahre an zu sichern, muh die höchste Aufgabe der Eltern sein: denn nur aus Freude und Fröhlichkeit quillt jenes erhobene Daseinsgefühl, jener innere Schwung unseres 2chs, mit dem wir alltäglich die Widerstände des Lebens und alle Weltverdrossenheit zu meistem ver- Brennholzversteigerung Treltag, den 10. Januar, von 9% Uhr an, werden in der Willschen Wirtschaft zu Treis a.d. tda. aus den Forstorten Alte llnner Hege und Scheid des Staatswalds der Försterei Treis versteigert: Scheiter rm: 130 Buche, 4 Eiche: Knüppel rm: 100 Buche, 28 Eiche, 54 Kiefer, 4 Fichte: Reisig 1. kl. (Knüppelreisig) rm: 22 Kiefer: Reisig 3. kl. rm: 253 k-uche, 41 Eiche, 4 Kiefer; Stöcke rm 25 Buche, 6 Eiche. S6D. Die blau unterstrichenen Nummern werden nicht versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Bing zu Treis a. d. Lda. und das Forftamt. Gießen, 2. Januar 1930. Hessisches Forstamt Gießen. MdiirtamMam Plerile-Märkte Lernt Knrzsthrill! Elisabeth Roth geb. Seipp Herr Leopold Stern Rektorswitwe im Alter von 56 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: vom Trauerhause aus statt. 092 Lieh, Neu-Isenburg, den 3. Januar 1930. 12ID Anna Elise Damm Ww | Kaufgesuche Suche eine gebrauch. fahrbare 107D Gießen, den 4. Januar 1930. 0104 Behtoteoits Ml-MW« 079 Anzeigers. Spiel VereiDigong alte 1’64 Eisenach wenden. 1 iTV IIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU gesucht. [94iJ Fernsnrecher 3659. 2303D 1-4 Uhr. 037 kaufen. 075 anschlnh. 72 u Zirka 8488V sichtbar. Anzeigers. 0102 Anzeigers. 080 WW habe ich anläßlich meines Inventur-Ansverkaufes Ostanlage 7. 061 LBernard Sonder Rabatt von 10 % schrciuerei Schön Nahrungsberg 18. Die Ligamannschafi spielt morgen gegen Sportverein Wetzlar. Wir bitten die Mitglieder d. Mannschaft zahlreich zu begleiten. Abf. 12.29 116D Der Vorstand Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate Meldungen an Neichsdreschgilde, e. 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Groteske und Er geht sicher erstickt in den F a s s o t t ist der Wunderlich, ernst und ehrlich daran, aber er Drumherum eine Anzahl guter Nebenfiguren. V o l ck vor allem, als der ländliche Bürgermeister. pfiffig, brutal, mit beiden Deinen auf eine gutgehende Fremdenindustrie aus dem Wunder. Tobias bleibt einsam, wird aus dem Schuhschnitzer ein Heiligenschniher und zerreißt den verspäteten Ehrenbürgcrbrief, den ihm der Gemeinderat überbringt. Dies als Llmrih der Handlung. Zu werten bleibt vom Ganzen: daß ein altes Problem wieder einmal angerührt wurde. Wenigstens angerührt. ilnö daß die Kontrastszenen, das Beiwerk, in manchen Teilen nicht nur wirksam, sondern ganz echt sind. Bis sie ins Groteske umschlagen (das in einer Legende nichts zu suchen hat) und in den Ton von 1920. Es bleibt also die Hoffnung, daß Ortner einmal ein handfestes, kräftiges Volksstück schreibt... ohne Weihrauch und ohne Heiligenschein. — dem bekannten Boden der Tatsachen: scharf gesehen und sicher hingestellt. Sehr komisch und sehr ausgetüftelt: Hub (ein lächerlich-wichtig aufgeregter Gemeinderat) und Ritter (der phantastische Kunsthistoriker Wiedehopf) — aber beide, besonders Hub, schon zu sehr parodiert, um im Rahmen ihrer Szenen zu bleiben. Tannert selbst gab vortrefflich den Amerikaner: knapp, trocken, ohne Llebertreibung. Drei Chargen noch: Heß (Spital-Barbara); Heitzig (Gemeindeschreiber): Arzdorf als Handwerksbursch. (Diese Figur ist vollkommen überflüssig, aber man freut sich am Geigenspiel, das sonst, wenn die Einleitung nicht gestrichen wird, hinter die Szene verlegt werden muh.) — entscheidenden Szenen am Wortschwall, auch an der stimmlichen Steigerung. Er trifft nicht den Legendcnton, den schon Ortner nicht traf: am besten ist er ein paar Augenblicken, wo er nicht der Rarr in Christo zu sein braucht, sondern ganz menschlich sein kann: selten genug. Jngcborg Scherer ist die Heilige, ein schönes, unbewegtes Bild, und dann die rotwangig-sanfte Magd Elisabeth. Ihr liegen solche Doppelwesen, und sie findet ungezwungene Liebergänge: doch ist ihre Rolle zu passiv, um den Eindruck des Ganzen entscheidend zu bestimmen. einheitlich im Ton, weil sie auf Karikatur nicht verzichtet. flufsung des geistig stark interessierten und be- wcglichen (unkonservatven) Deutschen durch ausländische Meinungen ist immer sehr groß gewesen: Tim so wichtiger mag es deshalb vielleicht erscheinen, gerade am Ende dieses politisch entscheidenden Jahres 1929 einmal die Punkte hervorzuheben, welche das Zentrum der Strese- mannschen Politik — gerade in seinen letzten Anstrengungen — ausgemacht haben unb von niemanden so sorgfältig verschleiert wer- Äen wie von dem gerissenen, mit allen Wassern zewaschenen Demagogen von Wales. Wenn Llohd George die wichtigsten Ergebnisse Les Jahres 1929 in einer deutschen Zeitung auf» zählt, so vermeidet er es ohne weiteres, das aller» wichtigste auch nur mit einer Andeutung zu streiken. Es soll ihm daraus kein Vorwurf gemacht werden. Er macht, nach wie vor, englische und Die Aufführung, Regie von Tannert, vermochte nicht mehr zu geben, als das Stück bietet: also dem Ortner nicht das einzuhauchen, was bei Mell eben da ist. Aber sie gibt gutes Theater (ein wenig langatmig zwar), und sie bringt die weltlichen Szenen sehr wirksam, wenn auch nicht konnte ... oder wollte. Geblieben ist der Wechsel zwischen Laut und Leise, zwischen Himmlisch und Irdisch, zwischen Heiligenschein und Alltäglichkeit, zwischen Choralgesang und Tanzmusik. Die Dildersolge auch. Die überscharfen Kontraste. Die (dilettantische) Degenüberstellung von ganz Weiß und ganz Schwarz. Bon Gut und Dös. Ob man das Stück bejaht oder ablehnt, — das muß jeder mit sich selber abmachen. Niemand kann — hier wie überhaupt — zur Bejahung oder Ablehnung gezwungen oder überredet werden: das ist eine Angelegenheit des persönlichen Empfindens. Wir lehnen es ab. (Als Ganzes. Einzelheiten mögen gelten.) an der Befestigungsoorlage blieb ganz erfolglos. So ist die Haltung der französischen Kammermehrheit eine seltsame Vorbereitung für die Londoner Marinekonserenz und für eine Friedenspolitik, die Briand soeben in vollen Tönen proklamiert hatte. Es ist immer dieselbe Sache: nach französischer Auffassung bedeutet die denkbar größte Sicherheit für Frankreich zugleich — den Frieden für die anderen und für Europa! Nach dieser Klärung gehen nun Tardieu und Briand erst nach dem Haag und dann nach London zur Marine-Konferenz Das Programm für die zweite Haager Konferenz ist nicht gering, ist sowohl rein technisch wie hoch politisch, und bei den meisten Beratungsgegenftänden ist das eine von dem anderen gar nid) zu trennen. Hoffentlich sind Deutschlands Vertreter nach dem Haag wenigstens mit einem klaren Plan und mit einem festen Willen Dabei wäre es töricht, zu leugnen, daß es sich hier um ein Problem handelt, ein sehr ernstes sogar, ein uraltes außerdem, das gleichzeitig auch wieder höchst aktuell ist: die nie zu Ende gebrachte Auseinandersetzung zwischen Geist und Materie: schärfer gefaßt: zwischen amerikanisch nüchternem Geschäftssinn und der alten Kultur des Herzens und der bleibenden, inneren Werte. Aber das Problem ist unzulänglich gestaltet. Mit halben Mitteln und ungleich verteilten Gewichten. Da auch die Ablehnung Gefühlssache ist, kann sie, darüber hinaus, schwer begründet werden. 2lm besten durch einen Vergleich. Auch Mell schafft, um ein gegenwärtiges Beispiel zu sagen, Legenden. Das „Apostelspiel" — daran sollte man etwa denken und es neben den „Tobias Wunderlich" stellen: dann wird man den Unter» schied spüren: Mell kann: Ortner kann nicht. Man darf sich nicht durch Aeußerlichkeiten täuschen oder ablenken lassen. Nicht durch Weihrauch und Kerzen, durch schönes Bild und schöne Musik. Was bei Ortner fehlt, ist die Kraft zur Einheit, zur Verbindung der Gegensätze, zur Verschmelzung der irdischen und überirdischen Szenen —, woraus ja eben die Legende besteht. Er kann nur die eine Hälfte: das Irdische, daS Alltägliche, das Deutliche. Das andere ist (für unser Empfinden) Mache. Mit einem unverkennbaren Instinkt für Bühnenwirksamkeit, aber Mache. Auch in den anderen Szenen versagt dieser Instinkt keineswegs überall, — aber es versagt das Gefühl, zum mindesten die Kraft, dieses Gefühl mitzuteilen. Man muh scharf hinhören aut oie Worte der „Heiligen": da ist der stock- literarische (um kein deutlicheres Wort zu brauchen) Chronikton moderner Schriftstellerei, der treuherzig und bieder klingen soll, aber sehr peinlich klingt, wenn man Echtes und Falsches mit dem Ohr zu unterscheiden vermag. Es wird überhaupt — auch dies ist eine Erbschaft vom Expressionismus her — zu viel geredet: gerade von denen, auf die es am meisten ankommt, wie hier vom Wunderlich. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. CK. Für die Haager Konferenz haben sich die beiden vornehmlich in Frage kommenden Regierungen, die deutsche und die französische, das Vertrauen ihrer Parlamentsmehrheit aussprechen lassen. Mit bemerkenswerter Bestimmtheit hat sich B r i a n d dabei zur Politik des Friedens bekannt und hat Tardieu, der sich ihm darin ganz anschloß, die Kammer zu einem unverklausulierten Vertrauensvotum gezwungen. In bezug auf Briand hörte man nicht viel neues, in bezug auf Tardieu war das entschiedene Bekenntnis zu Briand immerhin neu. Und das Vertrauensvotum für eine Friedenspolitik im Haag war auch ganz stattlich. Run ist es mit dieser französischen „Friedenspolitik" freilich so eine Sache. Tardieu hat gleich hinzugesügt, daß er die Rechte der Artikel 42 und 43 im Versailler Vertrag und Eine süddeutsche Bauerngemeinde versteigert für schweres Geld einen wertvollen alten Flügelaltar an einen Amerikaner. Der Holz- schuhschniher Wunderlich sträubt sich vergebens gegen den Verkauf des Werkes, an dem sein Herz hängt. Aber die Heilige Barbara steigt auf fein Gebet vom Altar zu ihm herab und geht zu ihm als Magd. Ein Prozeß erhebt sich um die Frage, ob hier ein Diebstahl oder ein Wunder vorliege. Der Verdacht fällt zuletzt auf Wunderlich, der im Verhör fein Geheimnis preisgibt, worauf ein zweites Wunder geschieht: die Magd verschwindet und die Heilige steht wieder im Flügelaltar. Aber die Gemeinde ist nicht bekehrt, sondern macht Gießener Gtadttheater. Hermann Heinz Crtncr: „Tobias Wunderlich". Dieses Stück gehört zu einer Gattung, die etwa zehn Jahren, in der Hochblüte des des Locarno-Abkommens ebenso wenig vergäße, wie die verabredeten „Kontroll"- Möglichkeiten gegenüber Deutschland. Roch mehr: gleichzeitig, am 28. Dezember, nahm die Kammer die Z-Milliarden-Fordcrung für die Befestigungen der französischen Nord-Ost-Grenze an und ein erhebliches Flottenbauprogramm ’ a vXf All XtA Arfrt Art 1 I M A t» Alö nichts als englische Politik. Ein Vorwurf müßte nur jenen gutgläubigen Deutschen gemacht werden, welche seine Ausführungen kritiklos hinnehmen und sich Sand in die Augen streuen lassen. Gerade der englische Streusand ist — merkwürdi- germeise — dem deutschen Auge immer doppelt gefährlich gewesen. Also was verschweigt Llohd George? Das einzige Ereignis von weltpolitischer Tragweite, das sich im Jahre 1929 zutrug: die englisch- amerikanische Cnteente, welche das fak- tische Ende der Kriegsentente bedeutet, weil sie diese überflüssig macht. Der eigentliche Umschwung vollzog sich schon im Jahre 1928. Damals bestand noch jener durch Verrat ans Licht gekommene Plan des englisch-französischen Flotten- abkommens, er eine edudtliche Spitze een Amerika trug. Was tat England, als es sich entdeckt fühlte? Es machte „the bcst of it“ — nach seinem uralten Prinzip. Zu deutsch: es machte aus der Not eine Tugend — es verwandelte einen Hereinfall in einen ungeheuerlichen Gewinn. Cs „arrangierte" sich mit dem großen Konkurrenten, der sich nichts besseres wünschen konnte, es „fusionnierte" mit ihm. Zusammenhang. Kurz und bündig gesagt. Und der Rest der Welt das gute, alte noch immer balkanisierte Europa mit seiner ewigen Nationalitätenmisere voran — konnte nichts weiter tun, als Ja und Amen zu der vollendeten Tatsache sagen, welche die unwiderrufliche Supremativ, die absolute Oberherrschaft des anglo-saxonischen Prinzips — heißt Geldes — in der Welt bedeutet, zum mindesten für eine unübersehbare Spanne von Jahren. Und was ist es nun — angesichts dieser erschütternden Gewißheit — noch mit der berühmten Frage von „P a n e u r o p a" oder den „Ver- Hochschulnachrrchien. Zur Wiederbesehung des Lehrstuhls der neu- testamentlichen Wissenschaft an der Universität Leipzig ist ein Ruf an den Ordinarius D. Rudolf Dultmann in Marburg ergangen. Der aus Oldenburg stammende Neu-- teftamentler kam 1907 nach Marburg und habilitierte sich fünf Jahre später in der dortigen theologischen Fakultät für die neutestamentlichen Wissenschaften. 1914 wurde Dultmann Extraordinarius in Dreslau, kam 1920 als Ordinarius nach Gießen und ein Jahr späte.» nach Marburg. Der Gelehrte ist Mitherausgeber der „Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments" (mit Gunkel). — Professor Dr. med., Dr. med. vet. h. c. Wolfgang H e u b n e r. an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Pharmakologie an der Universität Heidelberg als Nachfolger von Pros. H Wieland zum 1. April 1930 angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Heidelberg erhalten. — Der Lehrstuhl der orientalischen Philologie an der Leipziger Universität ist dem ordentlichen Professor Dr. Hans Heinrich Schaeder in Königsberg angeboten worden. einigten Staaten von Europa"? Sie ist eine Frage zweiter Ordnung geworden, ihrer rein weltpolitischen Bedeutung nach. Sie steht, wirtschaftlich, kulturell, geistig, nach wie vor als brennendste Frage für alle zu Europa gehörigen Nationen auf dem allervordersten Plan. Einigen sich die gefährdeten Länder jetzt nicht rasch in einem ganz entscheidenden Schritt, geht die nationale Kirchturmspolitik weiter wie seither: nun: so werden diese Länder, einzeln, der Reihe nach, von dem anglo-saxonischen Moloch aufgeschluckt werden. Einigen sie sich zu einem höheren, geschlossene Politik treibenden Organismus (der Name ist gleichgültig), schaffen sie sich — was in beträchtlichem Maße möglich ist — ihre eigene Wirtschaftseinheit: so dürfte ihre Widerstandskraft gegen den gefährlichen Gegner doch noch sehr groß fein und sich außerdem, eben in der gemeinsamen Abwehr, eine ungeahnte, ganz neue europäische Vitalität entwickeln. Denn es ist dummes Geschwätz, daß Europa „erschöpft" sei. Es verfügt über ganz außerordentlich gesunde, volksmäßige Kräfte — was ihm fehlt, ist nur das errettende europäische Ober-Bewußtsein. Was es im Glück nicht zur obersten Instanz zu erheben wußte, wird ihm vielleicht die Not beibringen. Denn Not lehrt nicht nur beten, sondern, oft genug, auch handeln. Welches unendliche, unmittelbarste Interesse gerade das schwergetroffene Deutschland an der europäischen Konsolidierung haben muß, liegt auf der Hand. Welche Politik es also — zu seinem eigensten Vorteil — treiben muß, ebenfalls. Wie sich diese Politik — es ist diejenige Stresemanns — in ihrem wichtigsten Grundzug, in dem Verhältnis zu Frankreich, aufzubauen hat, wird in einem zweiten Artikel angedeutet werden. gegangen, und verstehen sie, sich ünd damit Deutschlands Interesse gegen die anderen zu behaupten, die im großen und ganzen in einer geschlossenen Front uns gegenüberstehen.. In dieser Front sind dieVereinigtenStaa- te n nicht! Das Sonderab komme n zwischen ihnen und Deutschland über die amerikanischen Ansprüche an uns, das parallel mit dem Poungplan, aber unabhängig von ihm, in Aussicht genommen war, ist jetzt fertig geworden, am 28. Dezember unterschrieben. Auch dieses Abkommen wird zugleich mit dem Ergebnis der neuen Haager Konferenz und dem Polenvertrag dem Reichstag vorgelegt werden. Danach zahlt Deutschland die Amerika zustehen- den Jahreszahlungen gemäß Youngplan nicht an die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sondern direkt an die amerikanische Regierung. So kommt jetzt ein deptsch-amerikanisches Schuldenabkommen zustande, das in der Form sich den bekannten, zwisck)en Amerika und seinen Schuldnern bestehenden Schuldenabkommen eng anschließt. Es regelt die Ansprüche Amerikas aus den bekannten Forderungen des Schadenersatzes und außerdem aus den Besatzungskosten. Man ist bei uns geneigt, die Tatsache dieses Sonderabkommens zu begrüßen, weil damit die Vereinigten Staaten aus der Einheitsfront der Gläubiger ausschieden, die ihre Kompromisse regelmäßig auf Kosten Deutschlands schlöße. Wir sind genau entgegengesetzter Ansicht! Der Vorteil Deutschlands wäre es, wenn die Vereinigten Staaten mit der ganzen Regelung eng verbunden wären. Bei der Festsetzung der Jahreszahlungen haben sie sich beteiligt (in der Person von Poung), aber in der Durchführung wahren sie (aus, bekannten Gründen) aufs äußerste den Abstand: sie wollen dabei nicht beteiligt sein. Das bedeutet für uns, daß der Druck der Vereinigten Staaten auf die ganze Regelung, der noch am ehesten im Sinn der Vernunft und zu Gunsten Deutschlands sich auswirken könnte, fehlt! Wenn man schon einmal jene Bank für- internationale Zahlungen gründet und über sie unsere Tributzahlungen laufen läßt, wäre aus allen Gründen natürlich viel erwünschter, die Vereinigten Staaten wären direkt dabei, als daß sie so daneben stehen, zwar ihre Interessen wahren, aber ihr Gewicht im Sinne einer vernünftigen und baldigen Schlußregelung nicht in die vor _ Expressionismus. sehr beliebt war: zur Gattung der Legendenspiele. Es unterscheidet sich von jenen eigentlich nur dadurch, daß es sich im allgemeinen verständlicher ausdrückt, als man es damals Stadttheater fluüS Abonnement exmM'Öa w Ms . Jossas 0 qihiftf von ■SÄ* ML; M- von 7 ädo.. rienStasLL g ; AW DonW (jjtiüfft. i ^u'lt A Waagschale werfen. Diese Haltung Nordamerikas können wir nicht umstoßen, und ihre Begründung ist ja auch bekannt. Aber das ändert nichts daran, daß diese Abstinenz, diese Sonderregelung gerade hier nicht im deutschen Interesse liegt. Wird denn die Lage Deutschlands dadurch erleichtert, daß unsere Gläubigermächte nun ohne die Vereinigten Staaten ihre Kompromisse auf unserem Rücken schließen wollen? Die Haager Konferenz wird oder soll nicht länger als bis zum 20. Januar dauern. Denn dann beginnt die große Marine-Konferenz in London, für die die Schwierigkeiten sich-immer mehr häufen, je mehr ihr Termin heranrückt. Diese Schwierigkeiten kommen weitaus in erster Linie von Frankreich, das in einem Memorandum feinen Sonderftcmdpunkt mit großer Schärfe schon vor der Konferenz aussprach, so sehr, daß Macdonald es für richtig hält, noch vor ihrem Zusammentritt mit Tardieu sich persönlich auszusprechen. Aus diesem Memorandum, das die bekannten Vorbehalte Frankreichs zusammenfaßt, ist interessant die Anregung eines Mittelmeer-Locarnos. Das ist von Frankreick) aus gesehen ein sehr geschickter Zug. Es schlägt (an sich keine neue Idee) einen Pakt zu vieren im Mittelmeer vor, von Frankreich, Italien, England und Spanien, der den Besitzstand im Mit- telmeer garantiere, als ein gegenseitig garantierter „Nichtangriffsvertrag". Auf diese Weise wird rech^ geschickt die Idee des Kelloggpaktes verwendet, um England für das Mittelmcer genau so und noch mehr festzulegen, wie im Locarno-Vertrag für den Besitzstand am Rhein. Noch mehr insofern, als England dieselben Garantien übernehmen soll, wie die anderen Mittelmeermächte. Und spitz weist das französische Memorandum England darauf hin, es müsse doch an den Fragen des Mittelmeeres sehr interessiert sein, da es eine Flotte von so viel Tausenden von Tonnen dort stationiert halte! Je deutlicher sich also das Programm der Londoner Konferenz abzeichnet, um so schwieriger wird sie. Das neue Jahr bringt nun dazu für T>ie beiden Hauptmächte der Londoner Konferenz weitere Pro- bleme. In Lahore ist Ende Dezember der indische National-Kongreß zusammengetreten, für den die Forderung völliger Unabhängigkeit Indiens und der Lösung jeder Verbindung mit Großbritannien aufgetaudjt ist. Das Jahr 1930 sollte so wie so die Lösung der wohl schwierigsten englischen „Reichsfrage" bringen, die Reform des Verhältnisses Indiens zu England, für die man sich, aber schrittweise, die Gewährung des Charakters als selbständige Kolonie (Dominion) denkt. Aus jener Forderung völliger Unabhängigkeit für den indischen National-Kongreß aber geht hervor, wie weit die Dinge schon gediehen sind: das Jahr 1930 wird für das britische Reich eine schwere Jndienkrise bringen. Ist hieran Amerika nicht beteiligt, so muß der neue und plötzliche Entschluß der Nanking-Regierung sowohl Amerika wie England lebhaft interessieren und berühren. Diese hat nämlich den Mut, von sich aus die Aufhebung der Exterritorialität, der Sonderrechte der Ausländer, zu proklamieren. Sie fragt die interessierten Mächte nicht und rollt das Problem auf, während sie selbst noch in innenpolitischen Kämpfen steckt. Der amerikanische Staatssekretär Stimson hat bereits protestiert. Wenn die Nanking-Regierung wirklich Ernst macht, so würde Amerika aus der Passivität herausgetrieben werden, mit der es bisher die ostasiatischen Dinge behandelt hat. Und diese Komplikation gerade der Londoner Konferenz käme Hoover wenig gelegen. Nordamerika wechselt mit dem neuen Jahr seinen Botschafter in Berlin. Der schon längst angekündigte Rücktritt Dr. Schurmans wird in Berlin lebhaft bedauert. Im Diplomatischen Korps war er, mit dem auch eben ausgeschiedenen Nuntius P a - celli, unzweifelhaft das bedeutendste Mitglied, ein Diplomat, der weit über die politischen Kreise hinaus bekannt war und überall sehr geschätzt wurde. Seine Tätigkeit lag weniger auf dem rein politischen Gebiete. Er pflegte namentlich die kulturellen und wissenschaftlichen Verbindungen, für die er als alter Heidelberger Student ein lebhaftes Interesse und tiefes Verständnis hatte. So hat er sich Verdienste um das deutsch-amerikanische Verhältnis erworben, für die wir ihm aufrichtig dankbar sind. Und man , kann nur hoffen, daß der scheidende Diplomat seine , Erfahrungen auch weiterhin in den Dienst der l freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder . stellt! Oie europäische Frage. Don Wir erhalten von außenpolitisch besonders gut orientierter Seite den folgenden Aufsatz, den wir in zwei Teilen veröffentlichen. I. Oie neue Lage. Eine Reihe liberaler deutscher Zeitungen hat die Gewohnheit angenommen, sich von Zeit zu Zeit außenpolitische Artikel von Staatsmännern fremder Nationen schreiben zu lassen. Das ist sicherlich lobenswort, wie jeder internationale Austausch von Gedanken, an welcher Stelle immer es sich vollziehe. Es darf jedoch nicht ver- geffen werden, daß cs höchst verhängnisvoll für di» Orientierung der öffentlichen Meinung eines Landes werden könnte, wenn man diesen Darlegungen weniger kritisch begegnete als nötig ist. Jeder ausländische Staatsmann wird einen Gesamtkomplex von internationalen Fragen — selbst bei den ehrlichsten Absichten zur Objektivität — immer zuerst aus dem Gesichtswinkel hercus- schen, in den die politischen Notwendigkeiten oder Sehnsüchten seines eigenen Landes seine Schaa drängen. Lind die Bewertung der einzelnen, ihm wichtig erscheinenden Ereignisse, wird nur sehr relative Bedeutung haben. Wir sind heute noch sehr weit entfernt von der Möglichkeit, jenes Approximativ der Objektivität erreicht zu haben, das uns allen erstrebenswert erscheint und zu Lessen Verwirklichung keine noch so große Mühe gescheut werden darf. Der Rhythmus, in dem sich der deutsche Mensch feit elf Jahren zu leben gewöhnt hat, mußte zwangsmäßig die böse Begleiterscheinung der LI n g e d u l d nach sich ziehen. Da sich die Ereignisse überstürzten — und oft genug die belanglosesten — nahm man an, daß auch die Früchte wahrhafter politischer Arbeit in demselben überhasteten Tempo reifen müßten. Die Nichteinhaltung dieses Tempos wurde sofort als Negativ gebucht, das zu völlig übertriebenem Pessimismus Anlaß gab. Durch das unaufhör- tiche Auf und Ab der öffentlichen Stimmung wurde sehr oft den klarsehenden und zielbewuhten Staatsmännern ihre Arbeit ungemein erschwert, wenn nicht unterbunden. Wir alle gedenken noch mit großer Trauer der schmerzlichen Tatsache, Laß ein Mann wie S t r e s a n n ein gutes Teil feiner bedeutenden Kräfte in den fruchtlosesten Kämpfen gegen eine sterile Opposition verzetteln mußte. Wenn man liest, wie sich ausländische Politiker gerade in diesen Tagen der Jahreswende über die internationale Lage auslasscn, so muß man — als Deutscher — mit doppeltem Danke der Klarheit gedenken, mit der er das für Deutschland wichtigste Problem erkannte: das europäische — und der Llnbeirrtheit, mit welcher er auf dem Wege feiner Erkenntnis vor- cmschritt. Man braucht nur einmal — zum Vergleich — Aeußerungen Lloyd Georges her- cmzuziehen, wie sie bezüglich der Ereignisse des Jahres 1929 dieser Tage durch die Presse gegangen sind, um festzustellen, wie verschieden — bei zweifellos gleich ehrlichem Willen zur höheren politischen Einheit — die Blickpunkte dieser beiden Staatsmänner sind. Lind es bedarf keines be- nW gulM v Mser- M io. Ja-- »-'WLL Wg ajjss ZK 'oribÖoim:nnei Md DamgDverein -JiMherir Ulltl SOODtQQ, 0.5.300UQt NlWillW 2.30 Hör WMW L MMM/M >. MMA W w» UM» Aüch bem 2pieL Io« wie abend! Kamil' ßuiammenfiinft mit den Gasten un $«• emöbeim. siW Ter Vorstand. , ßießener Freiw. Feuerwehr Montag. lenK.Jcm. M abendS 8 Wir ffloDBlinr»“®1“1 bei Kamerad Müller nWDliiT.) W leilungen. Unitornn LienitatE Mube. Lollzcibl.Grlchewell eiiotderltch. . Tae> KonimaM. bund «iwikönnen van unterer jP’Wftelle euWi°nn>rrden.Mi MM W „Die Turn- und ^bungöbunden all, J linden Montag, dem 'EuariöZo ab Dleöer regelmäßig tatt W _ Tberturnwan 117er N'Uwoch. 8.Janu« Nmts- MMllW bei Kamerad Emil «icl Um zahlreich, irrlchetnen rotrö ge- betemTer Vorstand. Saal bis — 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Däne Die neu* Amtes Ai werd« — Frau von Rechten hat übrigens ein merkwürdig zwangloses Benehmen. Trotzdem hatte sie offene Augen, und schon die nächsten Tage gaben ihr Gelegenheit, ihre Beobachtungsgabe und ihren praktischen Sinn zu verwerten. Der Besuch der beiden fremden Damen auf Schloß Wildhofen sollte im Leben der kleinen Doris Harter wichtige Veränderungen Hervorrufen. Sie saß wieder einsam auf ihrem Zimmer und verzehrte wie gewöhnlich, wenn Gäste anwesend waren, dort allein ihr Abendbrot. Ihre Verwandten hatten sie auch jetzt nicht aufgefordert, mit ihnen zu speisen, so daß sie die neuen Ankömmlinge heute nicht mehr zu Gesicht bekam. Das verstimmte oder verletzte sie nicht im geringsten. War sie doch ganz zufrieden bei dem Gedanken, sich in ihr eigenes, trauliches Zimmer zurückziehen zu können. Sie blieb ziemlich lange auf und schrieb ausführliche Briefe an zwei ihrer Schwestern, von denen sie nun schon lange getrennt war. Frau von Wildhofen schickte sich an, das Telegramm an ihren Sohn aufzusehen. Sie hatte die Absicht ihres Gatten gehört und wollte ihm nun keine Zeit zu weiteren Einwendungen lassen. Gleich darauf wurde Doris das Telegramm zur llebergabe an den Diener ausgehändigt. Natürlich las sie unterwegs die wenigen Worte, die es enthielt: „©rfreut, Dich und Deine Freunde morgen zu sehen. So kam er also morgen.' Wie mit einem Zauberschlag erschien ihr die Welt in Licht und Sonnenschein getaucht; denn ihn sehen, ihn nur Wiedersehen zu dürfen, war dieses törichten Kindes einziger Herzenswunsch. Ahnte sie doch nicht rm entferntesten, daß sein Kommen diesmal für sie die bitterste Enttäuschung bedeuten würde, die sie je in ihrem Leben erfahren. Im Grunde genommen teilte Doris ihres Onkels Vorurteil gegen die Art und Weise, wie die beiden Gäste sich in einem vornehmen Hause einführten. Aber Kurt war es ja, auf dessen Veranlassung sie kamen: da konnte doch sicherlich nicht das geringste gegen ihr Auftreten einzuwenden sein. Wie emanzipiert sie aussehen werden! dachte sie, um so mehr, als die Damen in Kurts Begleitung auf Fahrrädern kommen wollten, wäh- rend ihre Iungfer mit der Eisenbahn folgte und das Gepäck brachte. Wer Doris sollte eines anderen belehrt werden! Sie war die erste, die die kleine Gesellschaft am Spätnachmittag des folgenden Tages durch dre zum Schlosse führende Allee herankommen sah: zwei schlanke, elegante Erscheinungen, in Seren Mitte die triftige Gestalt ihres hübschen Vetters erkennbar wurde. Die ihn begleitenden Damen hatten unstreitig gerade die für den Radsport geeigneten Figuren; das erkannte Doris sofort. Sie saßen kerzen- gerade und dabei höchst zwanglos und graziös auf ihren Radern. Beide trugen dunkle, eng' an» schließende Tuchkostume von ganz gleichem Schnitt dazu ebenfalls ganz gleiche weiße Filzhütchen' leicht auf ihre goldblonden Haare gedrückt. Als sie sich völlig genähert hatten, wurde Do- rrS sofort stutzig. Diese beiden Damen mußten Schwestern sein. Wo aber war Frau von Rech- ten? Schnell begab sich Doris zur Tante Hanna nm sie von der Ankunft der Gäste zu benach- richtigen. "Ich glaube, Frau von Rechten ist nicht mit- Der Traum vom Glück. Roman von 6. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. feie Tatsache, Wibrrg durchs fljjg dncrfiimif; timn/nii t hem «I w leit im 6t «r Mlsahrt in b CTti jrtnb w (| Ke hin- unb kn. Jin tat Mdcre Führte fc.ibene W Achionbach, r toit le über fi if' Men 2krl Mitteilung, N Mray aus B nis ftreismüt rbnyÄü fcS'sd K * l&niing .Oh, um so besser, ich schwärme für kleine, trauliche Räume." Rach dieser den Ausschlag gebenden Erwiderung der Frau von Rechten begab man sich unter Führung der Hausfrau in das anstoßende, kleine Frühstückszimmer. Dort stand Doris noch immer, ganz in Gedanken vertieft, am Fenster und fuhr beim unerwarteten Eintritt der Gesellschaft erschrocken zusammen. „Aha! Hier ist unsere Doris!" rief Kurt bet ihrem Anblick in munterem Ton. Zögernden Schrittes und ein wenig errötend trat das junge Mädchen aus der Fensternische hervor, um die Eintretenden schüchtern zu begrüßen. „Wie geht es, Kleine?" Bei dieser lässig hingeworfenen Frage des jungen Herrn betrachteten Mutter und Tochter, wie auf Verabredung, die jugendliche Gestalt in eingehender Weise, ein Umstand, der nicht gerade dazu beitrug, dem jungen Mädchen seine Sicherheit wiederzugeben. „Das wußte ich ja gar nicht, daß Sie eine Tochter besitzen! Ihr Herr Sohn hat mir das nie erzählt!" sagte Frau von Rechten in der liebenswürdigsten Weise. „Fräulein Horter ist unsere angenommene Richte. — Liebe Doris, gehe und sage Matthias, daß er uns den Kaffee hier serviert; auch bitte ich dich, deinem Onkel mitzuteilen, daß unsere Gäste eingetroffen sind." Doris war froh, jetzt entschlüpfen zu können. Ste huschte hinaus, erledigte die erhaltenen Aufträge und begab sich dann hinauf in ihr kleines Wohnzimmer. Dort blieb sie eine Weile nachdenklich stehen. Die elegante ältere Dame mit der glockenhellen Stimme hatte etwas an sich, was ein unbestimmtes Gefüht der Wneigung in ihr hervorrief, während der Anblick der auffallend schönen Tochter sie mit einer dunklen Ahnung von zukünftigem Weh erfüllte. Viet zu unerfahren, um sich über ihre Gefühle Rechenschaft geben zu können, verteidigte sie die Fremden mit ehrlichem Bestreben gegen sich selbst und den empfangenen ungünstigen Eindruck. Wenn sie seine Freunde sind, müssen sie unbedingt sehr liebe Menschen sein! lieh sie die Stimme ihres Herzens reden. Lind wie schön sind beide; besonders Fräulein von Rechten mit ihrer wunderbaren Gesichtsfarbe, die an den zarten Schmelz einer rosigen Muschel erinnert. Lind ihr prachtvolles, leuchtendes Haar! Das besitzt auch die Mutter noch in derselben Fülle und fast mit dem gleichen goldigen Schimmer. Wso ein ererbter Vorzug! dachte die ahnungs- lose, kleine Doris, für die die Wunderwerke der heutigen Haarkünstler ganz unbekannte Dinge waren. Man muß beide Damen sehr bewundern Linier den Zimmern der eifrig schreibenden Doris lagen die ineinandergehenden Schlafzirn-t mer der beiden fremden Damen. Hätte sie fcic1 Zauberkraft besessen, mit ihren Augen und Ohren durch den Fußboden dringen zu können, so wäre sie nicht wenig erstaunt gewesen über dos Benehmen von Mutter und Tochter — sobald sie sich allein überlassen waren. Ihre Iungfer, die, in Wirklichkeit ein unerfahrenes Ding war, das man für diese kurze Reise ausgenommen hatte, war zu Bett geschickt worden. Als Tochter der Vermieterin, bei der Frau von Rechten in der Residenz wohnte, war sie mit Freuden bereit gewesen, mit den beiden eleganten Damen für einige Tage auf das große Landgut zu gehen und dort unter dem Titel einer Iungfer auf*! zutreten. Im Dienstbotenzimmer hatte sie gleich j an diesem ersten Wend gewaltig viel geschwatzt | und mit den Namen vornehmer Damen geprahlt.! bei denen sie bereits in Diensten gestanden haben! wollte, die sie aber nur zufällig aus Zeitungen r kannte. Sie hatte damit großen Eindruck auf r Minna, das ältliche Kammermädchen der Frau |j öon Wildhofen, gemacht, die nicht ermangelte, ihrer Gebieterin bei erster Gelegenheit zu er- hählen, daß Klara, die fremde Zofe, ohne Zweifel m sehr hohen Häusern gedient haben müsse. Frau von Rechten war übrigens völlig unabhängig von Klaras Dienstleistungen. Sie saß vor dem Tollettentisch und kämmte sich eigenhändig ihr blondes Haar. Sabine, in einen tosen, duftigen Schlafrock au» rosa Musselin mit weißen Spitzen gehüllt, war soeben in das Zimmer ihrer Mutter getreten und hatte sich in einen niedrigen, vor dem Kamin stehenden Sessel geworfen. Die schlanke« Arme über Len Kopf faltend, gähnte sie laub (Fortsetzung Kreis Büdingen. ]:[ Gelnhaar, 3. Ian. Nachdem bis bot Örel Iahren die Lehrer an der Unterklasse der hiesigen Schule öfters wechselten, meldete sich Herr Schütz von Schlch hierher definitiv. Iehl. hat er sich wieder versehen lassen und zwar nach Schwarz, Kreis Alsfeld. Als Nachfolger ist auch ein Herr Schütz vom Ministerium bestimmt. ± Rodheim a. d. Bieber, 2. Ian. Di« I hiesige Turn- und Sportgemeinde veranstaltete einen Familienabend mit Weihnachts- feier. Der erste Vorsitzende, Iohann Deuker, eröffnete in einer Ansprache die Frier, wobei er darauf hinwies, daß man in Rußland bestrebt sei, das Weihnachtsfest abzuschaffen. In unserem Vaterland sei ein solches Unternehmen von vornherein zum Scheitern verurteilt, solange es noch deutle Turner gäbe. Zur Unterhaltung wurde ein Schwank in drei Acten gespielt, welcher mit großem Beifall ausgenommen wurde. Die Pausen füllte die Kapelle Otter mit dem Vortrag von Konzertstücken aus. Außerdem konnte jeder sein Glück bei einer Verlosung versuchen. Die Feier sand mit Tanz ihren Ausklang. Trotzdem zugleich an drei verschiedenen Stellen öffentliche Veranstalttcngen stattfanden, war der auf den letzten Platz gefüllt. Kreis Schotten. § Vom Vogelsberg, 3. Ian. Um die im Winter in unserem Gebirge so häufigen Schneeverwehungen, die oft auf längere Zeit unüberwindliche Verkehrshindernisse darstellen, möglichst zu verhindern, hat man ben Plan gefaßt, aix den Seiten Lee größeren Ströhen starkeHeckei, anzulegen, die den Schnee auffangen und so die Straße von Verwehungen freihalten sollen. Auf ' per Rordwestseite des Gebirges hat man daher in letzter Zeit an den Hauptverkehrsstraßen entlang viele Tausende von Sträuchern — hauptsäch- lich Weißdorn — gesetzt, die nun zu stattliche« Hecken heranwachsen und die Straßen schützen sollen. Ob diese Maßnahme den gewünschten Erfolg zeitigen wird, muß die Zukunft lehren. Preußen.. Kreis Biedenkopf. a- d. Bieber, 3. Ian. Di» Feldbereinigung hat infolge des eingetretenen Frostes ihre Arbeiten im Ausbau der Feldwege eingestellt. Dadurch hat sich die Zahl der Erwerbslosen unserer Gemeinde bedeutend erhöht, so daß jetzt rund 200 Personen die öffentliche Fürsorge in Anspruch nehmen müssen. Die Arbeiten der Holzhauer sind auch bald erledigt, wodurch sich die Erwerb s l o s e nz i f f e r um annähernd 60 steigern wird. Während in früheren Iahren etwa 1000 Festmeter Holz in unseren Gemeinde Wal- düngen geschlagen wurden, werden es in diesem Jahre 1500 Festmeter fein. Dieser Mehrschlag, der in den kommenden Iahren nicht eingespart zu werden braucht, steht in Verbindung mit der Feldbereinigung. Ueberall werden Schneisen für die Reuanlage der Waldwege geschlagen, dis vorspringenden Waldecken werden niedergelegt und der gewonnene Boden zu Ackerland umge- wandclt. Leider verliert dadurch das Landschaftsbild an seinen Reizen, doch werden diese durch späteren materiellen Ruhen wieder ausgewogen. Kreis Wetzlar. ZJ Groß-Rechtenbach, 3. Ian. gewählte Amtsvertretung des _______ Rechtenbach trat dieser Tage unter dem Vor- f'b des Bürgermeisters Dr. Neumann zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Bürgermeister Dr. Neumann begrüßte die Slmtsnerorbneten unb verpflichtete sie. Die durch eine besondere Kommission vor- geprüfte Rechnung des Amtes für das Rechnungsjahr 1928 wurde in Einnahme auf 96 468,84 Mark, in Ausgabe auf 96 491,25 Mark feftgefteUL Die einziehbaren Einnahmereste betrugen 22,41 Mk. Deutsche Vauenmot in Rußland. Aus einem Brief, der von privater Seite dem Vereins ürdasDeutschtumim Ausland übermittelt ist, geben wir die nachstehenden erschütternden Zeilen wieder: „Wir durchleben hier eine furchtbar schwere Zeit. Es ist ganz Unglaublich, was hier geschieht. Die Kommunistenpartei macht die äußersten Anstrengungen, um den Fünfjahresplan durchzuführen, und schon im ersten Zähre leiden besonders die Landwirte darunter. Es wird ihnen nicht nur das Getreide herausgepreßt, das sie geerntet haben, es werden der Mehrzahl so viel Pud — von 200 bis 1500 und sogar 5000 Pud — aufgelegt, daß sie Hab und Gut, Haus und Hof los werden unb, weil auch bies nicht reicht, fallen sie unter Gericht, kommen ins Gefängnis, auf Zwangsarbeit ober werden verschickt. Es ist eine solche Panik unter ben Leuten ausgebrochen, daß sie sich in den Tod stürzen, und ganze Dörfer flüchten nach Moskau, um von dort nach Amerika auszuwandern. Andere stürzen sich mit der ganzen Familie mit Pferd unb Wagen in Abgründe, greifen zum Strick ober Zu einer anderen Mordwaffe, um sich das Leben zu nehmen. Du kannst dir keine Vorstellung davon machen, was hier vorgeht. Wenn dich dieser Brief erreicht, so schreibe mir doch. Die Leute flüchten aus Rußland, und eine gewaltige umfangreiche Emigra tion nach Amerika hat um sich gegriffen. Ganze Dörfer, besonders Mennoniten, greifen zum Wanderstab. Sie lassen alles Vermögen, ihre ganzen Habseligkeiten samt Haus, Hof und Garten zurück. Auch unsere Kolonisten wollen mit unb viele sind l' =.= Watzenborn-Steinberg, 3. Ian. Wie von anderer Seite schon kurz mitgeteilt, beging der hiesige Gesangverein „Germania", der aiteste in unserem Orte, am vergangenen Samstag und Sonntagabend die Feier seines diesjährigen Stiftungsfestes durch ein Konzert. Anschließend hieran gelangte eine Volksoperette zur 'Aufführung. Die mustergültig ausgewählte Vor- lragsfolge ließ die zahlreichen Besucher auf ihre Rechnung kommen. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch den „Heil-Europa"-Marsch von Fr. v. Blon. Nach einem eindrucksvoll durch den Verein vorgetragenem Motto begrüßte der langjährige erste Vorsitzende Karl K o l m e r die zahlreich erschienenen Gäste. Die Choroortröge des Vereins, die sich aus Volksliedern, mittelschweren und Kunstchören zusammensetzten, zeigten zur Genüge, daß der Verein auf einer beachtlichen Hohe steht. An Chören gelangten zum Vortrag: „Schäfers Sonntagslied", „Unter dem Lindenbaum", „Morgenlied" v. Rietz, „3m Mutterarm", „3ch bin dein", „Leb wohl", „Der kosende Frühlingswind". Durch Vorträge von Ntusik'stücken durch die Herren Musiklehrer Fritz Leib (Gießen, Klavier), H. Klingelhö - f e r (Cello), Chormeister Georg Harnisch (erste Geige), Musiker Bender (Obligatgeige) wurden die gesanglichen Darbietungen in recht wirkungsvoller Weise umrahmt. Die Rollen in der anschließenden Volksoperette waren bestens verteilt. Dank der vorherigen wochenlangen Vorbereitungen der Mitspieler und der erfolgten Unterweisungen war ihr daher ein voller Erfolg schon gesichert. Der allgemeine starke Beifall war der beste Beweis hierfür. Von den Hauptmitwirkenden Karl W e h r u m, Theodor Jung, Frl. A. Hirz, Otto Häuser, L. Burger, Karl Pitz, O. Dern, H. Sommer und E. Games jemand besonders hervorzuheben, hieße die anderen zurücksetzen. Der Verein kann seinen Konzett- und Theaterabend als einen recht schönen Erfolg für sich buchen. Nicht unerwähnt sei noch, daß am Samstagabend die Ehrung verdienter Vereinsmitglieder erfolgte. Der langjährige, unermüdliche erste Vorsitzende Karl Ko (mer, der im 17. Jahre den Verein in mustergültiger Weise leitet, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Durch Ernennung des Chormeisters Georg Harnis ch zum Ehrendirigenten ehrte der Verein seinen langjährigen Dirigenten, der den Verein in seinen Leistungen auf eine beachtliche Höhe gebracht hat und schon manchen schönen Erfolg mit ihm auf Wettstreiten erringen konnte. Aus Anlaß ihrer 25- jährigen Mitgliedschaft wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Karl Gilbert, Karl Harnisch, Balth. Heß, Andreas Hup seid, Heinr. S ch m a n d t, Ludw. Schmitt, Karl Sommer. T Li ch, 3. Ian. Der Männerges angver- ein „Cäcilia" veranstaltete am Reujahrstag- abenb in der Turnhalle sein diesjähriges Winter- Vergnügen. Die unter Leitung von Cormeister Ernst I l g e (Butzbach) vorgetragenen Chöre zeugten von bester Schulung des ausgezeichneten Stimmenmaterials und großem Können des Dirigenten. Ein heiteres Theaterstückchen, recht flott gespielt, wurde, wie auch die Chorlieder, mit großem Beifall ausgenommen. Erwähnt seien noch die guten Musikvorträge einer erstklassigen Kapelle. Besonders dankbare Aufnahme fanden das Tromvetensolo des Herrn Schwarzlose (Gießen) und das Thiophonsolo von Herrn Schröder. Nachfolgender Tanz, durch Gesangseinlagen des Vereins unterbrochen, gab dem Abend einen schönen Abschluß. Großes Interesse in Sängerkreisen von nah und fern wird jetzt schon einem am 23. März geplanten Instrumental- und Gesangskonzert der „Cäcilia" entgegengebracht, an dessen würdiger Ausgestaltung zur Zeit eifrig gearbeitet wird. s. 111phe, 3. Ian. Der hiesige Turnverein „Frischauf veranstaltete im Saale der Wirtschaft Tag einen Unterhaltungsabend mit sehr reichhaltigem Programm. Nach einer Begrüßungsansprache des ersten Turnwarts Karl Beiher gingen mehrere flott gespielte Theater- stucke über die Bühne, die lebhaften Beifall fan !W ja w' KP W fc an schon W Inventur-Ausverkauf 6. bis 21. Januar Kein Laden! Kein Laden I 102D 20 Prozent Rabatt auf Winterstoffe 10 Prozent Rabatt auf Wäschestoffe U.W. Inletts ♦ Bettfedern TEITLER.Dammstr.25 gegenüber der Höh. Mädchenschule Rundfunkprogramm ■wiien ter ÄnI1Fw’. «'■ ^urch sichel ^g, -vriuen vchn: bn fr™ ■oüxgt geschiao^ £ 1 werten SeJSrfS Mu Mrhmb 21t Niederlaget Jean Weisel, Gießen, Sonnen« strafle 6, Telephon Nr» 3888» 10230V Unser Inventur Ausverkauf Wagoner & Schlötel Frankfurt a» NI., Goethestraße 9/11 । ^tlVCtlfUt^^fU^VCrtüUf | EintolienhausIHanMeilsIdmlelanflniann . .. n O mit I n. . ar- .1 - T7-. m.shlkhnn »«nilai-hnifnii vom 4. bis 18. Januar 1930 Kleidern. 10767D Beginn des Unterrichts: Montag, 6. Januar 1930. Telephon 4213 plockstraße 11 1UJD KAUFT VALVO -rohren! 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Neumann zu ihm Bürgermeister Dr. Neu- .verordneten und «rpslich ^sondere Kommission doi- s Amtes für dos M ' i Einnahme auf 96 MS- »6 491,25 Mark sestgestelli. nerefte betrugen 22,41 Ml Jugend: „Das Land der 36 000 Wünsche" (2. Teil) von Andrö Maurois, (für Kinder vom 4. Jahre ab). 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunk- orchesters. 18.05 bis 18.30: Hermann Kasack heft aus eigenen Schriften. 18.35 bis 19: Don Stuttgart: „Das Auslanddeutschtum im Jahre 1929". Vortrag von Dr. Hermann Rüdiger. 19.05: Von Stuttgart: „David Fr. Strauß als Politiker", Vortrag von Geh. Archivrat Dr. R. Kraust. 19.30: Dichtungen in Frankfurter Mundart. 20.15: Don Stuttgart: Holländischer Komponistenaben^ 21.30: Von Stuttgart: Kapitel 17. Ein sertoses Spiel von Otto Diolan. 22.15: Don Stuttgart: Rachrichtendienst. 22.30: Don Stuttgart: Englische Dichtung und Lieder. Mittwoch 8. Januar. 11.15 bis 11.45: Don Kassel: Schulfunk — Gegenwartsstunde: „Aus meiner Dichterwerkstatt", Dortrag von Heinrich Ruppel, Homberg. 13.15: Schallplattenkonzert: Unterhaltungskonzert. 14.15 bis 14.50: Don Stuttgart: Stunde der Jugend: „Aus einer schwäbischen Kinderstube". 16: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05 bis 18.30: Dücherstunde. 18.35: Don Stuttgart: „Menschenfreunde: Ernst v. Mohl, ein Genie der Menschenliebe", Dortrag von Marttn Lang. 19.05: Don Stuttgart: „Mythische und magische Grundlcmen südostasiatischer Kunst", Dortrog von Dr. Rob. Frhr. v. Heine-Geldern, Wien. 19.30: Don Stuttgart: Lieder zur Laute. 20: Konzert der Internationalen Gesellschaft für neue Musik, Ortsgruppe Frankfurt a. M. 2-1.30: Don Stuttgart: Heitere Josef-Plaut-Stunde. 22.45: Don Stuttgart: Rachrichtendienst. Donnerstag. 9. Januar. 12: 3n der Volksküche. 12.30: Schallplattenkonzert: Das Violoncello als Soloinstrument. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. Märchen von W. Müller-Rüdersdorf. Vortragende: Die Verfasserin. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18.05: „Pubertät, Klimax und Greisenalter", Vortrag von Dr. med. Heinrich Meng. 18.35: Stunde des Arbeiters: „Mensch und Maschine", Gespräche mit Werktätigen von Dr. Henry de Man. 19.05: Französischer Unterricht. 19.30: „Lieber das Wesen des Madrigals", Vortrag von Professor Hugo Holle. 19.45: Alte Sonntag, 5. Januar. 7 bis 8.15: Don Hamburg: Hafenkonzert vom Dampfer „Arcona" der Hamburg-Amerika-Linie. 9 bis 10: Don Kassel: Morgenfeier der Evangelischen Landeskirche. 10.30: Zwei Legenden von W. W. Knoeckel, vorgelesen vom Autor. 11: Erziehung und Bildung: Clternstunde: „Dom Verziehen durch Schwäche", Vortrag von Mittelschulrektor P. Krupp. 12: Stunde des Chor- gesangs, Konzert des Männer gesangvereins „Hilda", Wiesbaden. 14: Stunde der Jugend: Kasperlstunde: „Vruder Lustig". 15: Stunde des Landes. 16 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17.50: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Aus dem alten Rassau", Schilderungen von Studienrat Dr. Heller, Wiesbaden. 18.20: Wilhelm Schäfer, Vorlesung eigener Dichtungen. 19.20: Debatte über das Thema: „Student und Volk", unter Vorsitz von Llniversitätspfarrer Dr. Rielen. 20: Don Stuttgart: Lied und Operette. 21: Von Stuttgart: Die Werbung, heitere literarisch-musikalische Stunde. 22.15: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 23.15: Von Stuttgart: Rachrichten, Sportfunkdienst. 23.30 bis 0.30: Von Stuttgart: Tanzmusik. Montag, 6. Januar. 12.15: Schallplattenkonzert: Sinfonie-Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Eine Jagd auf den Gorilla in den Urwäldern Südkameruns", vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt, (für Kinder vom 12. Jahre ab). 16: Hausfrauen- Rochmittag. 16.50: Don Kassel: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen-Rassau und Waldeck: „Die Frau im öffentlichen Leben seit 1850", Vortrag von Johanna Waescher, Kassel. 17.20 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05 bis 18.30: „lieber Kunstkritik", Vortrag von Dr. Adolf Behne, Charlottenburg. 18.35: „Moderne Plastik", Vortrag von Dr. Grohmann, Dresden. 19.05: „Die Frage der Rückgliederung des Saargebietes", Vortrag von Karl Ollmert, Frankfurt a. M. 19.30: Aus dem Grosten Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: VI. Montogskonzert. 21.30: Literarische Parodien. Dienstag, 7. Januar. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Musikalische Jugendstunde. 15.15 bis 15.45: Stunde der geleisteten langjährigen und treuen Dienste in einem besonderen Schreiben den Dank des Amtes auszu- sprechen. — Die Amtsoertretung besteht aus 28 Mitgliedern, und zwar aus den 14 Gemeindevorstehern des Amtes, die ihr Kraft Amtes angehören und 14 gewählten Mitgliedern. Politisch setzt sie sich aus 24 bürgerlichen und 4 sozialdemokratischen Verordneten zusammen. Die bürgerlichen Verordneten haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. bieder, 2. Jan. d ’ortgemeinbe fo.1 Mich mit Deibnate' h, Sofcann Deuke^ Frier, wobei 1 'n Ruhlmd bestreb »Massen. In unsere» Unternehmen von vorn-! fahrten eingebracht werden solle. Die Vertreter von Hochelheim, Dornholzhausen und Niederkleen wiesen darauf hin, daß im Falle der Stattgabe dieses Antrages die Verbilligung auchaufdiePost- autolinie Gießen — Hochelheim bzw. auf derPrivatautolinieDornholzhausen — Butzbach Platz greifen müsse. Die erforderlichen Schrille in der angedeuteten Richtung sollen unternommen werden. Schließlich wurde der Bürgermeister beauftragt, dem bisherigen Beigeordneten 'Bord (Hörnsheim) für feine dem Amt Rechtenbach Tüchtiger, solider Elektromonteur mit KonzesstonSberlchligung in selb- ständige Dauerstellung gesucht. Ausführliche fcfcrtfiL Bewerbungen unt.Betsüguna lückenloser Zeugnis- abschrtsten unter 69D an den Gieß. Anzeiger erbeten. Wegklielle für 18 Monate altes Kind gesucht, am bebsten bet kinderl. Ebevaar. Sch iftl. Angebote unter 038 an den töieh. Anz. Welcher tücht. Arzt wünscht sich durch Heirat mit ev. Frl., Mitte 20er, höherer Schulbildung, gute Vattö= praxis zu gründen? Vermögen verband. Diskretion Ehrensache. töest. Zuschrift, unter 057 an den töten. Anreig. erbet. Welcher Landwirt liefert etn fettes ScbMtiwBio und nimmt ein neues selbst gefertigtes modernes Schlafzimmer in Zahlung. Schr. Angel), unter 045 an d. töieh. Anz. und neue Chor-Musik. 20.45: Eins Zwei Dreh Ein Spiel in einem Aufzug von Franz Molnar. 22.15: Italienische Opern. 23.30: Nachrichtendienst Freilag, 10. Januar. 12.15: Schallplattenkonzert: Mandolinenkonzert und Zitherkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. „Lehrling, Geselle und Meister im Handwerk", Vortrag von 'Berufsberater Kreutz vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. 16 bis 17.45: Unter* Haltungskonzert. 18.05: Dr. F. Wittkop liest au« seinem unveröffentlichten Roman „Europa. Gaudeamus. Snternationall" 18.35: Von Stuttgart: Aerztevortrag: „Gersonsche Diät bei tuberkulösen Erkrankungen". 19.05: Aus Mannheim: „Vadens Wirtschaftscharakter", Vortrag von Prof. Dr. Vlaustein, Syndikus der Handelskamme» Mannheim. 19.30: Von Stuttgart: Chansons. 20: Aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22: Schachstunde. 22: Von Stuttgart: Felix Holländer liest aus eigenen Schriften. 22.30: Von Stuttgart: Hallo, hallo, hier ist der neue Großsender! 23.30: Von Stuttgart: Rachrichtendienst. 23.45: Sportvorbericht. Büchertisch. — „De n Freunden des Verlages F. A. Drockhaus" ist die 9. Folge (1929 30) des Jahrbuches gewidmet, das bei DrockhauZ in Leipzig periodisch erscheint. Aus dem Inhalt des neuen Vandes sind die Auszüge aus Reu- erscheinungen des Verlages hervorzuheben: die Forscher Sven Hedin, Filchner, Colin Roß, R. E. Byrd, EmilTrinkler, MartinIohn- s o n und Willi Rickmer R i ck m e r s kommen hier u. a. mit fesselnden Beiträgen zu Wort. — Die Leipziger Illustrirte Ze i t u n g (Verlag I. I. Weber) beschäftigt sich in ihrem neuen Heft Rr. 4424 mit dem Problem: Wann wird Europa übervölkert fein? (Wolfgang von Lengerke in einem Artikel „Der Kontinent ohne Raum".) Weiter bringt die Rümmer eine lesenswerte Schilderung von Landschaft und Leben der Insel Korsika. Ferner ist dem bekannten Maler und Radierer Professor Willi Geiger ein Sonderbeitvag mit mehrfarbigen Dildbei- gaben gewidmet. Die Modeabteilung bringt Modelle für den Wintersport, Beispiele vom ameri- kanischen Modestil und andere Dinge. 1 dcnlopf, ®icbcr 1 -> 'hfen 7,™«», estellt S» getauscht odertöeldzurück.— Ausführliche ,__ Preisliste und Muster kostenlos. ?,sv ludolf Vlahut Deschenitz 20/1 h----------------------------------------------------------- J Gißben, SüdanlaBe 7 / Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten gebäude, Garage u. schönem Garten in hat übrigens ein med :hmen. . - ne Äugen, und schon 011 - • Gelegenheit, ihre ?n praktischen öinn J« er beiden fremden Da- en sollte im Leben der . lichtige Veränderungen - auf ihrem Zimmr wj ! wenn Me Mves^ Abendbrot. Ähre De. jetzt Mt aufgefoM sie die neuen > JÄ zu Gesicht bel-un. ^richte sie n'4t d» ganz zufneten zenes, ttaulichcs Hie blieb chrliche enen s-e mm der eifrig i Damen. 5at c ' ihren Augen und iu können, so “ ™il Ä ^Landgut 'Kr SS... A' Äh ps ■ ’ Ditberred)nung schloß mit 579,18 Mark ab. Da »ilnüszeit der bisherigen Beigeordneten abge- ,1p jst hatte sich die Amtsoersammlung auch nut Mrnwahl der Beigeordneten zu be- Ifjqm. Der bisherige erste Beigeordnete B o r ck Sysheim) hatte mit Rücksicht auf sein hohes Al- s-ixten von seiner Wiederwahl abzusehen. Durch Br mürben einstimmig gewählt: als erster Dei- Mn eter der Gemeindevorsteher Krill zu Groy- «'wbach, als zweiter Beigeordneter der Gc- Tl'Svorsteher Eisenhardt zu Niederkleen. Die U«rfammlung behielt sich vor, im Falle eines Mit-mbcn Bedürfnisses weitere Beigeordnete zu Kn. In die Kommission zur Vorprüfung der ^r:chnungen wurden als Mitglieder gewählt: H Gemeindevorsteher Jung (Hochelheim), E t = ijt a r b t (Niederkleen), Schindel (Ebersgons), J | ch (Lützellinden) und F r i s ch h o l z (Volln- ,Liu), ferner die Amtsverordneten Lehrer Ger- Md s (Groß-Reckstenbach) und Roth (Groß- 3:^nbach). Die früher gebildete Kommission zur titrnung der Friedensmietwerte der Beamten- Wohnungen wurde aufgelöst. Die Nachprüfung Z^whältnisse der Försterwohnungen soll zu Be- «i-ines jeden Jahres durch die engeren Forft- Mv»:rbände erfolgen. Die Holzeinschläge Mriiizelnen Gemeinden sollen bestmöglichst ver- 3cl werden. Die gemeinschaftlich« Submission und «g»'iin- und Rückfahrt am Mittag eingelegt wer- ■ 'Kn den Wochenmarkllagen sollen weiter beiter- Fahrten stattfinden. Der zu der Sitzung ein= bben€ Vorsitzende der Ortsbauernschaft Groß- ........^-gisnbach, Landwirt Wilhelm Langsdorf, beurteilt, solange eö nixjMcte über seine mit dem Postamt in Wetzlar ge- >r Unterhaltung tourte,^ nen Verhandlungen und machte ferner davon :n gespielt, welcher miÄrteilung, daß in der nächsten Kreistagssitzung der imen tourte. Die ^auäfrn g auf Bewilligung eines größeren Zuschusses tler mit tem Dortrajiru. ^reismitteln zur Verbilligung der Postauto- deutsche Slllige böhmische Bettsedern Sezugsquelle. nur erstklalsigste Qualitateu: IPsund araue.geschltfsene M.0.80 und 1.—, ^°ltcit, ten ö Hn, n2 SD ’ nun öauptsz^ b die gujj Hattlsch^ ?'c SuLft&fe, Jen. .......— Sekreiartai eines aroften UmernebmenS sucht zum möglichst baldtgen Eintritt ikmeieSM die an selbständiges Arbeiten gewöhnt. Über gute Wenigkeiten in Stenogravbte und Maschinenschreiben ueifüflt u. mogl. schon in der Industrie tätig gewesen ist. Lewerbungen mit Lichtbild und Zeugnis» abschrtsten erb. unt. 114D a. d. töteß. Ans. Wer einen Unterschied in Qualitäten, nicht nur in Preisen, zu machen versteht, wird bei uns mit geringem Geldaufwand gute u. beste, moderne u. wirkliche Qualitätsware erhalten Prima gebogte Kissenbezüge und Hohlsaum* Bettücher RADIORÖHRENFABRIK GMBH HAMBURG WtmC tOrSTEDT/lOKSTEDT b.i Auch Sie .. werden so urfeilen: pERTRIX Anoden Batterie Zuverlässigem und unverzerrter- Empfang Samstag, 4. Januar 1930, Beginn Samstag, 18. Januar 1930, Ende Auf alle Artikel gewähre ich während dieser Zeit trotz meiner bereits billigsten Preise: 100/o Rabatt EvangeLKirchenßesan^verein, BieSen Donnerstag, den 9. Januar 1930, abends 8 Uhr in der Stadtkirche Mitwirkende: Frau Dr. Anny Quistorp-Lelpzig (Sopran), Herr Heinrich Landzettel-Darmstadt (Tenor). Herr Heinz Simon- Giefcen (Baß) und Herr Dr. Otto Wissig- Oldenburg (Orgel) Werke von Buxtehude, Schütz und Bach (Arien, Orgelwerke u. Kantate) Eintrittspreise: RM 2.-, 1.— und 0.50. Eintrittskarten und Programme in der Musikalienhandlung von Ernst Challler und abends am Eingang der Stadtkirdie. 73D innnnnnininüniinnTnnniinnniünnnnimnnnnnniiniiniünimnnnnninnnüinnü Gesellschaft füiErd-u.Völkerkunde Freitag, den 10. Januar 1930, abends 8*/* Uhr, in der Neuen Universitäts-Aula Lichtbilder-Vortrag Dr. Freiherr von Eickstedt, Direktor des Anthropol. Instituts Breslau, Leiter der deutschen Indien-Expedition 1920—29: Vergessene Rassen Forschungen und Fahrten in innerindischen Berg- Dschungeln. Eintritt: Mitglieder frei, Nichtmitglieder Mk. 1.—, Studenten. Schüler und Militär 50 Pf. — Kartenvorverkauf: Dr. Töpelmann. Südanlage 4. 91D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Berichtigung! In der Inventur-Ausverkaufs-Anzeige des Modehauses Nowack, Gießen Seltersweg, muß es heißen: Ein Posten Veloutine R80 100 cm br., gute Kleiderware, in allen mod. Farbenv Ein Posten Rips-Popeline M r. Wolle, 130 br„ schwere Kleiderw., alle mod. Färb. ■ Lichtspielhaus Ab heute bis einschließlich Dienstag: Schwarzwaldkinder (Die von der Scholle sind) Eine Tragödie aus dem Schwarzwald in 7 Akten In den Hauptrollen : Albert SteinrOck, Oskar Marion, Margarete Schön, Viola Garden Ferner: Der große Neger-Spielfilm aus dem früheren Deutsch-Ostafrika Kehre wieder, Afrika Landschaftsaufnahmen von ganz hervorragender Schönheit, wie man sie noch in keinem der Afrikafilme gesehen hat. Lebensecht diese Negertypen in ihren schwindelerregenden Tänzen Ferner: Die neuesten Tagesberichte aus allerWeit Jugendliche haben zu diesem Programm Zutritt und zahlen auf allen Plätzen die Hälfte Ab Donnerstag, den 9. Januar: Kurzes Sensations-Gastspiel des Universalgenies Sylvester Schäffer der Welt größter Variete-Künstler Astoria-Lichtspiele Nur noch heute und morgen: Die Frauengasse von Algier Spannender Mädchenhändlerfilm in 8 Akten. Ferner: DergeheimnisvolleSpiegel Großer Detektivfilm in 6 spannenden Akten 6L Inventur-Ausverkaufs meines groben Die beste Gelegenheit zum vorteilhaften Einkauf aller Herren-Mode- Artikel, sowie Damen-Handsdiuhen, -Strümpfen und -Unterzeugen Willi. Wirsis GIESSEN, Seltersweg Nr. 10 64 D Einladung In der Zeit vom 16. Januar bis zum 20. März 1930 finden die folgenden Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende statt: HO I. Volkswirtschaftlicher Kursus Thema: Einführung in das Verständnis der gegenwärtigen Wirtschaft. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Mombert. Vorlesungstage: 16., 23. und 30.Januar. II. Rechtswissenschaftlicher Kursus Thema: Die für den Kaufmann und Gewerbetreibenden wichtigen Teile des Bürgerlichen Gesetzbuches. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Rosenberg. Vorlesungstage: 6., 13. und 20. Februar. III. Betriebswirtschaftlicher Kursus Thema: Das Selbstkostenproblem. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Auler. Vorlesungstage: 6., 13. und 20. März. IV. Lichtbildervortrag Thema: Südamerikanische Landschafts- und Wirtschaftsbilder. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Klute. Vorlesungstag: 27. Februar. * Sämtliche Vorträge finden im Großen Hörsaale des Vorlesungsgebäudes der Universität in der Zeit von 8% bis 10 Uhr abends mit ^stündiger Pause statt. Die Vorlesungsgebühr beträgt für sämtliche Kurse einschließlich Lichtbildervortrag 5 RM., für einen Teilkursus 3 RM. und für den Lichtbildervortrag 1 RM. Eintrittskarten sind erhältlich: auf dem Sekretariat der Handelskammer, bei der Commerz: und Privat-Bank, Darmstädter und Nationalbank, Deutsche Bank und Discontogesellschaft, Handels- und Gewerbebank sowie am Eingang zum Hörsaal. Die Teilnahme an den Kursen ist nicht auf selbständige und angestellte Kauf- leute~und Gewerbetreibende beschränkt, sondern jedermann ist hierzu freundlichst eingeladen. Im Auftrag: Industrie- und Gießener Handelskammer Gießen Hochschulgesellschaft Schirmer, Kommerzienrat. Graef, Provinzialdirektor. Volkshochschule Wiederbeginn der Kurse ab Montag, den 6. Januar DieAnfangDezemberabgebrochenenKurse Cdarakterkunde ('.Reumann) und Mozart «Krautzlbeginnen ebenfalls in dteserWoche. Ausnahmen: Die Kurse „Weltbild der Gegenwart" und „Geistige Schulung" (Hegarl werden erst Montag, den 13., bzw. Freitag, den 17. Januar, sorigesetzr. [124D Mrara-ieraloigstile Die Sprechstunden finden wieder regelmä&ifl Hot-l „PrlNZ Gotf" Dienstags 9—11 Ubr Donnerstags 15—17 Uhr statt. Auskunft für jedermann. [106D Bekanntmachung. Der nächste viehmarkt in Gietzen findet statt: 15C Dienstag, den 7. Januar 1930: Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt: Mittwoch, den 8. Januar 1930: Schweine- martt. Austriebszeit nn beiden Markttagen von 8% bis 9*<- Uhr vormittags. Auf dem Rindoiehmarkt wird sämtliches Bieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 4. Januar 1930. Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. Rosenberg. Goethe-Bund Morgen, Sonntag, 8 Uhr, Neue Aula Lichtbildervortrag von Prof. Behounek: Meine Erlebnisse auf der Nobile-Nordpolexpedition Wollen Sie sich ein Eigenheim bauen? Wenden Sie sieh vertrauensvoll an uns. Wir bauen Ihnen, wohin Sie wollen Bei 20% Eigenkapital keine Waitezeil Bei 10% Eigenkapiial kurze Wartezeit HeimstättenbaubundEbV Halle, Zürich, Wien. GesMIsslelle: Frankiurl am Main Mainzer Landstr. 82 Tel. M. 78221. Für die dortigen Bezirke tüchtige Mitarbeiter gesucht, 77V dem Fachmann Karl Overbeck Nodbeimer Str. 58, zur Nevaratur. Telephon 3715 [68D An- und Verkauf gebr. Maschinen. Beginn: Dienstag, den 7. Januar 1930 10 Prozent Rabatt auf alle Waren, außer Markenartikel ROBERT MÜLLER Kurz-, Weiß- und Wollwaren o?» Bahnhofstraße 54 GIESSEN Fernsprecher 4294 ................................. 1 Ihre am 31. Dezember 1929 in Erfurt statt- gefundene Verlobung geben bekannt Lilly Hormann - Mdi Menz | Gießen Äremen Ostanlage 35 Elsasserstraße 19 ........................... 053 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Marie Weber Richard Velten Leihgestern, den 4. Ianuar 1930 043 Alwin Bosold Elli Besold geb. Euler Vermählte Gießen Korbanlage 3 I), den 4. Ianuar 1930 ; U58 Geschäftsverlegung! Mein Geschäft befindet fich ab i.Ianuar 1930 (Steinffraße 38. Ich bitte meine werte Kund- . schaff, das mir bisher gewährte Vertrauen auch für die Zukunft zu bewahren. J.Schupp ... Tel. 3281 /Fahrräder, Nähmaschinen, Motorfahrzeug! Mein Inventur-Ausverkauf vom 3. bis 18. Januar bietet besondere Vorteile auf Winterware 15-20 Prozent Rabatt auf alle Artikel 10 Prozent Rabatt Reste riesig billig! EtagengeschäftSonneborn 11 Alicenstraße 11 33A H. Elges, Seltersweg 68a 13JD Bei Husten und Heiserkeit nur Staatl. Bad-Nauheimer Pastillen! Erhältlich: Löwen-Drogerie, Seltersweg 79a w Mg! 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Guter te den 4.3anuor 1930 wir weg von hier, [Sonneborn . 1. 41 dem istraße 11 een; 33A nach schüttelte den Kopf, aus den Koffern zu bis 60, Dirnen 40 bis Lod und seinem Vermächtnis an dich und er dir Gatten- und Vatcrrechte zuerkannte, glaube, ich habe dir keines von beiden schmälert." Er stand wortlos und vermochte nur Bremen wsGrßraßris daß Ich ge- ihre "^»Wigen eher 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Aepsel 10 bis 12, Dirnen 8 bis 10, Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. richtung einer ständigen Rettungswache durch die Kolonne notwendig. In 5 Fällen waren Mitglieder bei der Rettung von Personen aus den Fluten der Lahn beteiligt; davon bei vier mit dem Erfolg der Lebensrettung, in einem Falle waren zweistündige Wiederbelebungsversuche ersolglos. Vier Kolonnenmitglieder legten die Prüfung als Rettungsschwimmer ab und erwarben das Abzeichen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Die Schlagfertigkeit der Kolonne wurde glänzend bewiesen bei dem Grotzfeuer in den Gailschen Tonwerken, bei der unverhofften Alarmierung durch den Inspekteur am 29. August, abends, und bei der Teilnahme an der großen Rettungsübung auf dem Schwelwerk in Wölfersheim am 8. Dezember. Erinnert sei hier ferner an die wohlgelungene Ausstellung anläßlich der Reichs- ^n-Mod, nterzeugen zuteilcn. Er wagte sich kaum mehr aus Hause, um den Voten nicht zu verfehlen. Ater es kam nichts! Sein Gesicht wurde ganz fahl, und als über England und holen es dort nach. Dann gibt es keinerlei Aufsehen und ist ohne viel Drum und Dran erledigt. And du kannst dich in dem Bewußtsein sonnen: Daß ich deine wirklich und wahrhaftig angetraute Ehefrau bin! — Du Spießbürger!" Sein verdutztes Gesicht ignorierend, griff sic nach dem Bleistift, der auf dem Schreibtische lag und warf ein paar Worte auf ein Blatt Papier. „Sei so gut und lasse das bestellen! Ich habe Vater versprochen, daß ich sofort Rachricht gebe, wenn ich hier bin." „Er weiß also?" — „Ia! — Das lieh sich nicht umgehen. Aber er hat es ganz in Ordnung gefunden, daß ich dich wieder hole. Du brauchst nicht zu erröten, wenn du ihm entgegentrittst. Denn dann bin ich ja inzwischen wirklich deine rechtmäßige Frau." Seine rechtmäßige Frau, dachte Akab, der die Unterhandlung bis auf den Flur vernommen hatte. Man muhte die Toten ruhen lassen. Das Geschick lag immer in den Händen der Lebendigen. zwei Händen umschlossen und einen Mund, der sich immer und immer wieder mit dem seinen verband und dann ein tonlos schüttelndes Weinen an seinem Halse: „Es hat so bitter weh getan, vergeblich auf dein Vertrauen gewartet zu haben, Günther." Er sah nichts, als das flimmernde Blondhaar an seiner Brust und fühlte das Beben des schlanken Körpers, der an dem seinen zitterte. „Du weißt von meiner Schuld, Brunhilde?" „Ich habe es nicht als Schuld betrachtet." „Wer hat dir davon gesagt?" „Du selbst! — Damals auf Capri. Ich machte noch einen Spaziergang nach den Klippen hin. Da sah ich dich kommen und Alsworth an deiner Seite. Ich dachte, ihr wolltet noch Erinnerungen austauschen und so erfuhr ich von Hans Peters Gegen Abend suchte Anstetten vergeblich nach seiner Frau. Sie war weder im Garten noch im Haus zu finden. Akab sah das verstörte Gesicht seines Ge- Kielers und legte den Finger auf die Lippen: „Rufe sie jetzt nicht, Sahib! — Sie ist zu dem Toten gegangen! Ihre Seele nimmt endgültig Abschied von ihm." And als Brunhilde nach einer Stunde mit geröteten Augen und zuckendem Munde zurückkam, breitete ihr Günther in wortlosem Schweigen die Arme entgegen. Sie lehnte ihr Gesicht gegen seine Schulter und fühlte sich immer fester an die Brust des Mannes gezogen. „Glaubst du, dalß' er uns segnet, Geliebte?" Sie nickte und sah nach den Bergen, über bencn die ersten Sterne flimmerten. „Gatten- und Vaterrecht hat er mir zugestanden und ich will sein Erbe heilighalten bis zur letzten Stunde meines Lebens," sagte Anstetten feierlich und hob das Gesicht der Frau zu sich empor, deren Lippen sich chm willig boten. Arm in Arm gingen sie zurück, den Weg ins Lebeji, den ihnen der Tote durch sein Vermögen vorgeschrieben und bereitet hatte. — Ende.— 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppen- 100 bis 120, Gänse 110 bis 140, Rüsse Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie bis 40 Pf. das Stück; Wirsing Zentner langen, von Dardschiling wegzukommen. An seinen Schreibtisch tretend, begann er die Korrespondenz zu ordnen. Es war feinfühlig von Akab, daß er nichts, auch nicht das Geringste im Bungalow verrückt oder umgestellt hatte. So kam es ihm eigentlich gar nicht zum Bewußtsein, daß er nur Gast und nicht mehr Eigentümer des Hauses war. Er horchte nach dem Flur, wo der Hindu mit dem Aufrollen der Läufer beschäftigt war, hörte sich rufen. „Sahib! — Sahib!" Er wandte das Gesicht, um nach der Türe zu gehen, durch deren Portieren etwas auf ihn zusprang und ihn mit wilden Armen umfaßt hielt. „Rixa!" Der Hund hielt seine Schultern umklammert und gebärdete sich wie rasend vor Freude. And über sie hinweg, sah Anstetten ein helles Kleid leuchten und ein Gesicht in feinem Blütentone schimmern und hörte eine Stimme, die ihn taumeln machte: „Günther!" Er wehrte Rixa von sich ab und kam ihr einen Schritt entgegen: „Gnädigste!" Ein leises Lachen kicherte auf. „Das klingt sehr feierlich zum Empfang für die Frau, mit der man schon fünf Jahre verheiratet ist." „Brunhilde!" „Du erinnerst dich also! — Ich dachte schvNj du wolltest das Weib verleugnen, das du nun doch einmal zu dem deinen gemacht hast. And mit dem Jungen, den ich dir geboren habe!" „Brunhilde!" Ein neues Lachen tönte auf. „Was seid ihr Männer schwerfällig! Küsse mich doch und frag nicht lange!" And als er noch immer wie vom Blitz getroffen stand, fühlte er sein Gesicht von beitgeber gezahlten Kränkenkassenbeiträge auch dann zum Arbeitslohn gerechnet, wenn der Arbeitnehmer selbst keinen Anspruch auf Krankengeld hat, sondern dieses dem Arbeitgeber zuflieht, wogegen der Arbeitnehmer Anspruch auf Weiterzahlung des Arbeitslohns hat. Sind hiernach die vom Arbeitgeber ohne gesetzliche Verpflichtung gezahlten Beitragsanteile Teile des Arbeitslohns und damit steuerpflichtig, so sind sie anderseits nach § 17 des Einkommensteuergesetzes abzugsfähig. Zur Abgeltung dieser Beträge wird jedem Lohnempfänger beim Steuerabzug ein Pauschsah von 20 Mk. monatlich und 4.80 Mk. wöchentlich steuerfrei gelassen. Aeberstei- gen nun die Beitragsanteile des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung zusammen mit sonstigen Ausgaben (z. B. Lebensversicherungsprämien) und den Werbungskosten (z. B. Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Aufwendungen für Arbeitsmittel) den Betrag von 40 Mk. monatlich, so kann eine Erhöhung des Pauschsahes beim Finanzamt beantragt werden. Die Zulässigkeit der Erhöhung des Pauschsahes ist hinsichtlich der Beiträge zur Kranken-, Anfall-, Haftpflicht-, Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung, Witwen-, Waisen- und Pensionskassen, Sterbekassen, Versicherungsprämien und Ausgaben für die Fortbildung im Berufe auf den Jahresbetrag von 600 Mk. beschränkt. Dieser Betrag erhöht sich jedoch für die zur Haushaltung des Steuerpflichtigen zählende Ehefrau, sowie jedes zu seiner Haushaltung zählende und nicht selbständig zu. veranlagende minderjährige Kind um je 250 Mk. Der Antrag auf Erhöhung des Pauschsahes gern. § 75 Einkommensteuergesetz ist mit den zum Rachweis erforderlichen Unterlagen beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Die für das laufende Jahr ausgestellte Steuerkarte des Arbeitnehmers ist dem Antrag beizufügen. Ist der Antrag begründet, so versieht das Finanzamt die Steuerkarte mit einem Vermerk, daß her Pauschsah für Werbungskosten und Sonderleistungen um x Mk. erhöht ist und gibt dem Antragsteller die Steuerkarte zurück. Der Arbeitgeber darf die höheren Ausgaben erst berücksichtigen, wenn ihm die mit dem Eintrag des Finanzamts versehene Steuerkarte vorgelegt wird. Aus den vorstehenden Ausfi'chrungen ergibt sich, daß der Arbeitnehmer, bei dem der Arbeitgeber die vollen Beiträge zahlt, gegenüber anderen Arbeitnehmern keinesfalls benachteiligt ist, wenn bei der Berechnung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn von der richtigen Lohnhöhe ausgegangen wird. Grundsätzlich ist für die Berechnung des Steuerabzuges der Bruttolohn und nicht der Rettolohn maßgebend. Auch ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, daß bei der heutigen enormen Steuerbelastung alle Steuerpflichtigen gleichmäßig besteuert werden. stützenden Mitglieder, die durch Tod, Wegzug oder sonstige wirtschaftliche Rotlage ausscheiden, ich andere Mithelfer finden möchten, damit die Sanitätskolonne auch in diesem Jahre den immer mehr ansteigenden Anforderungen gerecht werden kann. ** Der Operettensänger Kurt Richter von hier ist nach erfolgreichem Gastspiel an bas Stadttheater Ingolstadt als erster Operettentenor verpflichtet worden. ♦♦ Ein Achtzigjähriger. Am 7. Januar begeht, wie man uns schreibt, der früher in Gießen ansässige Althändler Jakob Neustädter in gei tiger Frische und körperlicher Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Der alte Herr befindet sich seit cini gen Jahren bei seinem in Frankfurt a. M.-Höchst wohnenden Sohne, um dort nach einem arbeitsreichen Leben einen ruhigen Lebensabend zu Der- £ Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. Januar 1930. Rechnungsrat Adolf Hanfult. Am heutigen 4. Januar kann der Rechnungsrat Adolf Hanfult zu Gießen in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburts- t a g begehen. Der alte Herr wurde am 4. Januar 1860 in Wieseck als Sohn des Lehrers Hanfult geboren und war nach vollendetem Schulbesuch und bestandener Einjährigen-Prüfung u. a. in Darmstadt und Friedberg tätig, worauf er nach Viernheim als Leiter der dortigen Tabakverzollung übersiedelte. Von dort kam er nach Gießen als Leiter der Dezirkskasse I, in die er im Jahre 1898 verseht wurde. Im Laufe der Jahre wurden dann die Bezirkskassen I und II zusammengelegt, wobei Rechnungsrat H a n s u l t als Vorstand der beiden vereinten Kassen bestellt wurde deren Leiter er bis zu seinem Aebertritt in den Ruhestand im Jahre 1924 war. Daten für Sonntag, 5. Januar. Sonnenaufgang 8.05 Uhr, Sonnenuntergang 16.06 Uhr. — Mondaufgang 11.02 Uhr. Monduntergang 21.49 Uhr. % 1643: der Physiker Amd Astronom Isaac Newton in Woolsthorpe geboren (gestorben 1727); — 1846: der Philosoph Rudolf Euckcn in Aurich geboren (gestorben 1926). Taten für Montag, 6. Januar. Sonnenaufgang 8.04 Uhr, Sonnenuntergang 16.07 Uhr. — Mondaufgang 11.02 Uhr, Monduntergang 23 Uhr. 1412: die Jungfrau von Orleans, Jeanne d'Arc, in Domremy geboren (gestorben 1431); — 1822: der Altertumsforscher Heinrich Schliemann in Neubuckow geboren (gestorben 1890); — 1925: der Musiker Ferdinand Löwe in Wien gestorben (geboren 1865). Gießener Wochcmnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130 bis 180, Matte 30 bis 35. Käse HO Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 25 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl Das Erbe des Herrn von Anstetten. Vornan von J. Gchneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Schluß.) Run wird eine Depesche von ihr eintreffen, erwog Anstetten, die ihn, den vermeintlichen Vetter, bat, ihr Räheres über Hans Peters Sterben mit» einer Woche noch immer keinerlei Rachricht aus Anstetten einlief, keine Frage, kein Schrei des Schmerzes! Keine Ditte: Legt Blumen für mich auf das Grab meines Toten, wurde er von Verzweiflung geschüttelt. Run muhte Brunhilde auch den Brief bereits in Händen haben und war gezwungen, Antwort zu geben und für feine Teilnahme zu danken. Richts! Drei Wochen weiter in ständiger Erwartung von heute auf morgen! — Ein Monat bereits schon vorüber und immer noch das gleiche Schweigen. Anstetten schlief nicht mehr, er wandelte wie ein Skelett und lag Stunden unter der hohen Steineiche. „So geht das nicht mehr, Baron," zürnte Alsworth. „Wenn man Schluß gemacht hat, muß auch alles zu Ende sein. Wem nützen Sie denn eigentlich mit Ihrer Untätigkeit und Ihrer Verzweiflung? — Riemandem! Ich erwarte gar nicht, daß Sie hier auf Dardschiling über Ihr Leid hinwegkommen. Reisen Sie! Rehmen Sie den Akab mit! Sie haben eine solche Menge Freunde! Folgen Hie irgendeiner Einladung und gehen Oie mit auf die Jagd! Oder für was Sie sonst Interesse haben! Sie werden sehen, das wirkt Wunder! Man muß nur etwas zu tun haben, um auf andere Gedanken zu kommen. Dann findet man sich wieder!" So beschloß Anstetten, zu reifen. Akab packte mit Fiebereifer, konnte dazwischen aber merkwürdig abwesend sein und vor sich begann das schon Gepackte legen und dann aufs neue hineinzuschichten. Anstetten sah es und erwog blitzschnell, daß Alsworth recht hatte. Ein Längerbleiben in Dardschiling hieße dem Wahnsinn in die Arme gleiten. Akab hatte ja auch sein Teil an der Geschichte mit davongetragen. Es war Egoismus, immer nur an sich allein zu denken. Er sprach sehr gut und zum ersten Male auch wieder ganz vernünftig mit dem Hindu, aber seine Worte wurden scheinbar gar nicht gehört. Wenn man nur erst fort war! Er hatte plötzlich eine solche Eile und ein unerklärliches Ver- hühner Iw u™ .w, «uun xx« 50 bis 80 Pf. das Pfund; Tauben (Stück) 70 90, Kisteneier 17 bis 18, frische Landeier 19 20, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 35 bis Endivien 15 bis 40, Ober-Kohlrabi 10 bis bis bis 40, 15, 10 ckMU । M3anuarl930 interne werte ihrteÄertrauenauch u bewahren. 20 bis 25. Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 60 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 Kartoffeln 4V> bis 5, Aepfel 10 bis 15, Die Deiiräge zur Sozialversicherung beim Steuerabzug vom Arbeitslohn Von W. Schumacher, Gießen. Hände emporzuheben, um seine Lippen daraus zu pressen. „Weiß Bernd?" „Rein! Es soll dein und mein Geheimnis bleiben. Und die noch darum wissen, sollen schweigen wie bisher. Der englische Detektiv ist zu mir gekommen und hat mir von deiner Rückkehr nach Benares berichtet. Die Sache ist also auch nach dieser Seite hin in Ordnung." „Und Alsworths Telegramm von Hans Peters Tod?" „Das hat niemand in Händen gehabt, als ich allein. Ich habe es sofort vernichtet. Auch den Brief, den du übrigens nicht selbst geschrieben hast. Ich vermute, es wird Alsworth gewesen sein." „Er ist ohne jede Schuld, Brunhilde." Sie nickte. „Samstag wollte ich reisen." Anstetten hielt noch immer die geliebte Frau an sich gedrückt. „Du brauchst deine Dispositionen nicht zu ändern," lachte sie zu ihm auf. „Wir fahren zusammen. Deinen Freunden kannst du ja irgend etwas vorschwindeln. Das überlasse ich ganz dir. — Denn so ein bißchen Schwindel, das liegt dir ja!" Sein Mund schloß ihr die Lippen. Erst nach einer Weile fragte er, etwas kleinlaut: „Willst du, daß unsere Ehe sanktioniert wird?" „Ich denke, das hat der kleine Peter schon getan.“ erwiderte sie ernst. „Aber ich sehe schon, das läßt dir feine Ruhe. Wir nehmen die Route ,vov .....voo ° Mk.§ ""......voll 9)It ai I ..........vo» 2 Alk- lrbcl‘wn' hinbrüten. „Wann wollen Sahib?" „Samstagfrüh I" „Samstag!" Der Hindu bringen. ** Die Arbeitslosenversicherung beiträge für den Schafhirt. Von der !Bi germeifterei Usenborn wird uns folgende bedeutsame Mitteilung zugestellt: „Heber die Beitragspflicht der schafhaltenden Gemeinden für ihren Schafhirten zur Arbeitslosenversicherung Hot das Reichsoersicherungsamt vom 13. November 1929 in Sachen der Gemeinde U. Entscheidung dahin getroffen: 1. Eine Beschäftigung in der Viehwirtschaft ist auch dann als „Beschäftigung in der Landwirtschaft" im Sinne des § 71 Abs. 1 des Gesetzes über Arbeitsoermittelung und Arbeitslosenversicherung alter Fassung und der Paragraphen 71 Abs. 1, 74a des Gesetzes über Ar beitsoermittelung und Arbeitslosenversicherung neuer Fassung anzusehen, wenn die Viehhaltung nicht in wirtschaftlichem Zusammenhang mit einer an sich schon einen landwirtschaftlichen Betrieb bildenden Bodenbewirtschaftung steht. 2. Der Annahme eines landwirtschaftlichen Betriebes im Sinne der bezeichneten Vorschriften steht die Tatsache nicht entgegen, daß eine Gemeinde Arbeitgeber ist. Nach dieser grundsätzlichen Entscheidung des Reichsversicherungsamtes find nach § 71 des Gesetzes über Arbeitsvermittelung und Arbeitslosenversicherung die Gemeinden für ihre Hirten von den Beiträgen zur Arbeite losenoersicherung befreit, wenn ein Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit abgeschlossen ist, welcher nur mit sechsmonatlicher Frist gekündigt werden kann unsallwoche. die Ausbildung einer Jugendabteilung. und die Veranstaltung eines Detriebshel- ferkurses für Mitglieder aller Berussgenossen- schaften mit nahezu 50 Teilnehmern. Durch die Ausbildung von einigen hundert Detriebshelfern in den letzten Jahren durch die Kolonne wurde bei vielen UnglüdSfällcn in den Betrieben durch sofortige sachgemäße Hilfeleistung größeres Unheil von den Betroffenen ferngehalten. In fast 250 Fällen wurden von der Sanitätskolonne Krankenpflegegeräte an Minderbemittelte aus- geliehen. Die großen Aufgaben der Kolonne ließen sich nur durchführen dank der Mithilfe edler Menschenfreunde, die als unterstützende Mitglieder der Kolonne ihren Teil an dem Gelingen des guten Werkes beigetragen haben. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn für diejenigen unter» ** Auslanddeutschtum und Schule. Das hessische Kultusministerium veranstaltet zusam- ijwn mit dein Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin Mitte Januar in Darmstadt, Mainz und Gießen Lehrgänge von zweitägiger Dauer über „Auslanddeutschtum und Schule", bei denen namhafte Fachmänner aus dem Auswärtigen Amt und den Reichsministerien sprechen werden. Für Lehrer wird, da der Besuch für sie verbindlich fein soll, jeweils am ersten Tage der Unterricht aus- fallen. Mit dem Kursus ist ein öffenllicher Vortragsabend verbunden, um der Bevölkerung bei frei.em Eintritt einen Einblick in die aktuellen Fragen des Auslanddeutschtums zu geben. ** Die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. In nahezu 3000 Fällen haben im Jahre 1929 Kolonnenmitglieder erste Hilfe geleistet und 1707 Kranken- und Derletz- tentransporte ausgeführt. Die erhöhte Inanspruchnahme der Sanitätskolonne machte die Ein- Die Beiträge zur Sozialversicherung sind nach den gesetzlichen Bestimmungen vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam zu tragen. Bei der Angestellten-, Invaliden- und Erwerbslosenver- sicherung tragen beide Teile die Hälfte der Beiträge. während bei der Krankenkasse 3/s dem Arbeitnehmer und 1 /3 dem Arbeitgeber zur Last fallen. Beim Abschluß von Arbeitsverträgen werden nun vielfach Vereinbarungen getroffen, die dem Arbeitnehmer einen bestimmten Lohn zusichern, der ihm auch ungekürzt ausgezahlt wird, während es dec Arbeitgeber übernimmt, die vollen Versicherungsbeiträge für den Arbeitnehmer zu zahlen. In allen diesen Fällen wird alsdann der Steuerabzug von dem tatsächlich ausgezahlten Lohn berechnet und vielfach auch noch vom Arbeitgeber getragen. Bei diesem Verfahren ist der betreffende Arbeitnehmer gegenüber anderen Arbeitnehmern, denen die Beiträge zur Sozialversicherung und die Lohnsteuer vom Arbeitslohn in Abzug gebracht werden, begünstigt, und die gesetzlich zu entrichtende Lohnsteuer verkürzt. Es ist daher sehr wichtig, daß bei. der Berechnung des Steuerabzugs von der richtigen Lohnhöhe ausgegangen wird. Rach der ständigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs find alle Beiträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer über die gesetzliche Verpflichtung hinaus entrichtet — z. B. freiwillig auf Grund einer besonderen Vereinbarung, oder auf Grund eines Tarifvertrags — als Teile des Arbeitslohns des Arbeitnehmers anzusehen und daher bei der Berechnung des Steuerabzugs dem Arbeitslohn hinzuzurechnen. Ebenso ist der Steuerabzug eine Leistung des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer. Verpflichtet sich der Arbeitgeber, "Die Lohnsteuer zu tragen, so erhöht sich damit der Arbeitslohn. Anders verhält cs sich mit den Deitragsanteilen, die der Arbeitgeber gesetzlich zu tragen hat. Diese Beiträge — bei der Angestellten-, Jnvaliden- und Erwerbslosenversicherung die Hälfte und bei den Krankenkassen V3 der Beiträge — gehören nicht zum Arbeitslohn des Arbeitnehmers und scheiden daher für die Berechnung der Lohnsteuer aus. Bei Arbeitnehmern, deren Arbeitslohn die Versicherungsgrenze überschreitet und die hierdurch aus der Pflichtversicherung ausscheiden, gehören die etwa vom Arbeitgeber für die freiwillige Weiterversicherung gezahlten Beiträge in voller Höhe zum Arbeitslohn..Auch wenn der Arbeitgeber im Einverständnis mit dem Arbeitnehmer einen Lebensversicherungsvertrag für diesen mit einer Versicherungsgesellschaft abschließt und die Prämienzahlung übernimmt, sind die gezahlten Betrüge als Arbeitslohn anzufehen. An dieser Rechtsauffassung kann auch eine etwa besonders gewählte Form des Arbeitsvertrags nichts ändern. So hat der Reichsfinanzhof in dem Urteil vom 13. Rovember 1928 VIA 922 28 (Reichssteuerblatt 1929 Seite 61) die vom Ar- ** Kein früherer Schluß der Hasenjagd i n H e s s e n. Entgegen anderslautenden Mel düngen, daß das hessische Innenministerium einen früheren Schluß der Hasenjagd verfügt habe, wird fcstgestellt, daß dies nicht richtig ist. Die Jagd auf Hasen in Hessen bleibt vielmehr offen bis 15. Ja nuar. ** Die Gießener Rudergesellschaft 1 877 eröffnete am Neujahrstage mit der alljährlich üblichen Neujahrsfahrt zur Badenburg die diesjährige Rudersaison der G. R. G. Am Nachmittag wurden beim Bootshaus zwei Vierer und ein Doppelzweier zu Wasser gebracht, die nach flotter Ruderarbeit der Mannschaften nach verhällnismäßig kurzer Zeit bei der Badenburg anlangten. Dort hatten sich mittlerweile einige Herren des Vorstandes eingefunden, mit denen die Ruderer zu einer gemütlichen Kaffeetafel sich vereinigten. Nach knapp einstündigem Aufenthalt wurde von den Mannschaften die Rückfahrt zum Bootshaus angetreten, wo man bei Beginn der Dämmerung wohlbehalten mit den Booten wieder eintraf. ** Fahrpreisermäßigungen t nt Rordatlantik-Verkehr. Wie von der hiesigen Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie, dem Hapag-Reisebureau Loeb, Gießen, mitgeteilt wird, werden für die Mehrzahl ihrer im Rordamerika-Dienst verkehrenden Pchsagierschiffe die MindSstfohrpreise der Kajüte ab 1. Januar um 7,50 bis 10 Dollar und diejenigen der zweiten Klasse um 5 Dollar herunter gesetzt mit entsprechenden Ermäßigungen in den Fahrpreisen für höherwertige Kammern. Mit Rücksicht aus die ständig steigende Rachfrage nach Deförderungs- gelegenheit in der dritten Kajüte für Touristen nimmt die Hamburg-Amerika-Linie eine beträchtliche Erweiterung dieser Schifssklasse vor unter gleichzeitiger- Herabsetzung der Mindestfahrpreisc- um 2 bis 4 Dollar. äs • m , mmi, bis 18. ja* Besondere Vorteile l Prozent Rabatt ,zent Rabatt 9 riesig billis' SinproiestimWehlarerKreisiag. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Z Wetzlar, 4. Ian. In der gestrigen Sitzung des Wetzlarer Kreistages, über die wir noch ausführlich berichten werden, gab die bürgerliche 21 r b e i t s g cm e i n f d) a f t für Stadt und Kreis Wetzlar am Schluffe der Sitzung folgende Erklärung ab: „Die bürgerliche Oeffentlichkeit des Kreises Wetzlar und die bürgerlichen Kreistagsmitglieder haben mit starkem Befremden davon Kenntnis genommen, daß trotz der ablehnenden Erklärung in der Kreis- togsfitzung vom 9. August 1929 das preußische Staatsministerium auf Vorschlag des Innenministers die Ernennung des Mitgliedes M i ß der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands zum L a n d r a t des Kreises Wetzlar vollzogen hat, ohne im übrigen den Ausfall der Kommunalwahlen abzuwarten. Diese letzteren haben wiederum den Beweis einer bürgerlichen Mehrheit im Kreise Wetzlar erbracht. Die Bevölkerung empfindet daher diese Regierungsmaßnahme als in st a r k e m W i d e r s p r u ch mit den Grundsätzen der Demokratie stehend. Besonders verletzend wurde auch in weiten .Kreisen der Bevölkerung empfunden, daß bei der Besetzung sowohl des Landratspostens, wie auch des Vertreters in der Person des R e - gierungsassefsors keinerlei Rücksicht darauf genommen wurde, daß die Bevölkerung zu 92 v. ch. der evangelischen Konfession angehört. Die bürgerlichen Abgeordneten des Kreistags können sich mit dem durch die Staatsregierung gefaßten Zustand nicht abfindcn und werden von sich aus alle ihnen geeignet erscheinenden Wege gehen, um den ermähnten demokratischen Grundsatz auch für den Kreis Wetzlar Geltung zu verschaffen. Wenn die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft einschließlich der Wirtschastsgruppen sich zu dem Standpunkt einer sachlichen Arbeit an den Aufgaben der Krcisverwaltung entschließt, so geschieht dies mit dem besonders stark betonten Vorbehalt, daß der bürgerlichen Weltanschauung und den Belangen der Mehrheit des Kreises in vollem Umfange Rechnung getragen wird. Sie behält sich jederzeit eine Äenderung dieserBereitschaftzurgrundsätzlichen Mitarbeit vor, falls diese Voraussetzung sich als nicht gegeben in diesem oder jenem Falle Herausstellen sollte." Frankfurt für enge Zusammenarbeit mit der Hekoga. WSR. Frankfurt a. M.. 3. Ian. Der Magi st r a t der Stadt Frankfurt o. M. beschäftigte sich mit verschiedenen Anfragen der Stadtverordnetenversammlung, die die Verhältnisse bei der Frankfurter Gasgesellschaft betreffen. Es soll nichts unversucht bleiben, eine möglichst enge Zusammenarbeit mit der Hessischen Kommunalen G o sg esellsch af t (Hekoga) auch dann aufrechtzuerhalten, wenn diese Gesellschaft für den ausschließlichen Bezug von Ferngas von der Ruhrgas QI.-®, bzw. der Ferngasgesellschaft Saar m. b. H. sich entschließen sollte. Die Verluste der Frankfurter Gasgesellschaft im Iahre 1929 (Abstoßung der Gewerkschaft Friedrich bei Hungen) werden aus dem Ertrage des Jahres 1929, gegebenenfalls unter Inanspruchnahme der noch verbleibenden Mittel des Reservefonds, voraussichtlich abgedeckt werden können, so daß Ende 1929 die entstandenen Verluste beseitigt sein dürften und damit zu rechnen ist, daß, wenn nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, im Iahre 1830 bereits wieder mit einem Gewinnergebnis gerechnet werden .kann. Der Magistrat glaubt sagen zu dürfen, 'daß die unerfreuliche Verlust Periode der Frankfurter GasgeseIl s ch aft beendet und die Ertragsfähigkeit des Unternehmens wieder gewährleistet ist. Die Gasgesellschaft bemüht sich seit längerer Zeit, die Grube „Reue: Hoffnung" in Marienberg zu veräußern. Bisher hat man noch keinen Käufer finden können, doch werden die Bemühungen, das Objekt abzustoßen, fortgesetzt. Gründung eines Wettmuseums der Oruckkunst in Mainz. WSR. Mainz, 3. Ian. Die im Iahre 1901 gegründete Internationale Gutenberg- Gesellschaft hat jetzt einen Aufruf erlassen, in dem der Ausbau des gegenwärtigen Gutenberg-Museums zu einem Weltmuseum der Druckkunst propagiert wird. Das Programm des Gutenberg-Museums war seit der Gründung international, sein Sammel- und Arbeitsgebiet erstreckte sich auf a'le Länder der Erde, um die Geschichte der Druckkunst in allen Zeilen von Gutenberg bis zur Gegenwart zu erforschen. Dieses Programm ichlieht den Anspruch des Gutenberg-Museums in sich, das Weltmuseum der Druckkunst zu werden. Zahlreiche edelmütige Stiften haben die Internationale Gutenberg-Gesellschaft bisher so stark gestützt, daß sie in der Lage war, aus dem Gutenberg-Museum jetzt schon einen kleinen Ausschnitt des Weltmuseums zu machen. Man hofft, in kürzester Zeit das augenblickliche Gutenberg-Museum zu einem Weltdruckmuseum ausgestaltet zu haben. Ein neues Kr nkenhaus in Darmstadt. WSN. D a r m st a d t, 3. Jan. In den nächsten Tagen wird hier ein neues Krankenhaus eröffnet, und zwar das St. Marien-Hospiz, dos von der Genossenschaft der Schwestern von der göttlichen Vorsehung — einer Gründung des Mainzer Bischofs Ketteler — erstellt wurde. Es ist nach den Plänen von Regierungsbaumeister a. D. Dr. M e l s h e i m e r in der Nähe der Ludwigshöhe in herrlicher Lage am Martinspfad errichtet, mit allen modernen technischen Neuerungen ausgestattet und wird von den geschulten Schwestern, den sog. Ket- tcler-Schwestern, betreut. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. X Wieseck, 3. Ian. In unserer Pfarrei wurden im Iahre 1929 getauft: 55 Kinder (1928 57); 6 weitere Kinder wurden in Gießen getauft. Konfirmiert wurden 51 Kinder (68). Am heiligen Abendmahl nahmen teil 829 Gemeindcglieder (824). Kirchlich getraut wurden 48 Paare (41); kirchlich beerdigt wurden 29 Personen (30); hiervon verstarb eine in Gießen. * Alten-Duseck, 3. Ian. Aus dem kirchlichen Leben der Gemeinde Alten- Duseck mit Trohe im Iahre 1929 ist folgen des zu berichten: Getauft wurden 23 Kinder (im Mademoiselle Docteur im Kriege. Das Spiel ist aus. (Schluß.) Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von H. R. Berndorff. Verlag Dieck & Co., Stuttgart. Den Berg hinauf geht eine Gestalt. Sie trägt an den Füßen das Schuhzeug französischer Soldaten mit gewickelten Gamaschen, ein Osfiziersmantel umhüllt sie, die Rangabzeichen sind, wie in der vorder- sten Linie üblich, abgerissen, eine Soldatenmütze geht tief in das Gesicht. Dieser Mensch geht ruhig Schritt für Schritt die Marneberge hinauf und einmal bleibt er stehen, er sieht hinter sich, wie ausgeschwärmte Postenketten angefeuert durch Kommandorufe der Offiziere mit Spürhunden den Wald absuchen. Vor der Postenkette, die aus sie zutreibt, flieht Mademoiselle docteur in die Nacht. Die Richtung weisen ihr der Kanonendonner, dem sie sich immer mehr nähert, und die Leuchtkugeln, die die Nacht erhellen. Sie vermeidet die Datteriestellungen und die provisorischen Unterstände einer Truppe, die den Rückmarsch der eigenen Formationen deckt. Mit nachtwandlerischer Sicherheit und fast hellseherischen Gaben findet die Frau den Weg durch die weil auseinander gezogenen Postierungen der französischen Truppen. ri Ein deutscher Artillerieoffizier, der im ersten Morgengrauen mit einem Unteroffizier und einer Ordonnanz über die erste Postenkette der eigenen Infanterie zur Erkundung vorgegangen ist, hört plötzlich im Walde vor sich Schritte. Er nimmt mit seinen Leuten, den Revolver im Anschlag, Deckung hinter einem Haufen geschlagenen Holzes und sieht plötzlich, wie ein französischer Soldat über eine Lichtung kommt. „Halt!" schreit der Offizier, „Hände hoch!" Bereit zu schießen, sowie der tfeinb seinem Befehl nicht nachkommt. Der Soldat bleibt sofort stehen. Sofort hebt er die Hände hoch. Einen Augenblick lauscht der Offizier in den Wald, aber als alles still bleibt, ist er mit einem Satz bei dem französischen Soldaten und ruft ihm zu: „Gefangen! Prisonnier!" Den Revolver in der Hand steht der Offizier jetzt dicht neben seinem Gefangenen. Da reißt dieser die Mütze herunter: „Gott sei Dank," sagt eine Frauenstimme in gutem Deutsch, „bringen Sie mich sofort zum nächsten Stab!" Der Ofstzier ist sprachlos. „Machen Sie schnell," sagt die Frau in der Uniform eines französischen Soldaten. „Ganz schnell, ich bin ein« deutsche Spionin und habe die wichtigsten Nachrichten." Der Offizier ist jung und intelligent. Er bricht sofort seine Erkundung ab, es geht im Eilschritt zurück durch die Vorpöstenlinie zur Truppe, zum Bataillonsstab, zum Regimentsstab, ein Kraftwagen der Division kommt an, und vor dem Generalstabsoffizier des Armeekorps fällt eine Frau in der Uniform eines französischen Soldaten in Ohnmacht. Zwei Stunden später, als auch der Generalstabsoffizier der Armee herbeigeeilt ist, sitzt vor ihm an einem Tisch Mademoiselle docteur. Eine Krankenschwester hat ein Kleid yergegeben und ein Arzt empfing ein Geständnis. Morphium hatte Annemarie Lesser zu ihren alten Energien schnell zurückgebracht. Was die Spionin den beiden Generalstabsoffizieren erzählt, ist erschütternd. Von überall her find an der französischen Front neue Truppen im Anmarsch, gut ausgerüstet, glänzend verpflegt, ame- rikanisck)e Truppen in ungeahnten Stärken befinden sich wohlausgeruht und gut gelaunt in den Kräfte- reserooirs der feindlichen Armee. Auf den ausgebrei- teten Karten zeichnet Mademoiselle docteur das ein, was sie auf ihrer Fahrt vom Süden zum Norden hinter den französischen Linien gesehen hat, Truppenverschiebungen werden nach diesen Zeichnungen erkennbar, Flankenmärsche verlieren ihr sorgsam gehütetes Geheimnis, es wird erkennbar, > wo der Feind zum endgültigen Gegenstoß ansetzen will. Bleich stehen die beiden Offiziere, als sie die ungeheure Macht des Feindes erkennen müssen. Der Generalstabsoffizier der Armee weiß, wer die Frau ist, die vor ihm sitzt, ihm ist bekannt, daß er mit Vorjahre 16), konfirmiert 40 (29). Getraut wurden 11 Paare (19). Beerdigungen fanden 18 statt (24). Von den 18 Verstorbenen waren 17 Erwachsene, davon 9 über 70 Iahre (1 sogar über 90 Iahre) und 1 Kind. Am heiligen Abendmahl nahmen teil 1460 (1420). o Saasen, 2. Ian. Aus der kirchlichen Statistik des Iah res 1929 sei mitgeteilt: Es fanden statt 11 Tau en und 1 auswärtige (1928 11). Konfirmiert wurden 6 Kinder (9 in 1928), Trauungen: 5 Veitsberg und eine auf dem Wir- berg(1928: 5 bzw. 1), Beerdigungen 10 (1923:7). zWirberg,2. Ian. Aus der kirchlichen Statt st ik des Iahres 192 9: Beerdigungen 13 (1928: 12), Beltershain 3, Göbelnrod 3, Harbach 3, Reinhardshain 4; Taufen 17 und 3 auswärtige (1928 : 2t): Beltershain 6, Göbelnrod 3, Harbach 4 bzw. 2, Reinhardshain 4 bzw. 1; Trauungen 15 (1928: 13). Beltershain 5, Göbelnrod 3 bzw. 2 auswärtige, Harbach 4, Reinhardshain 2, Wirberg 1. Konfirmiert wurden 24 Kinder (1928: 32). Beltershain 7, Göbelnrod 7, Harbach 5, Reinhardshain 5. Y Watzenborn-Steinberg, 2. Ian. Im abgeloufenen Iahre wurden in hiesiger evangelischer Gemeinde getauft: 48 Kinder, getraut: 26 Paare, kirchlich beerdigt: 18 Personen, konfirmiert: 33 Kinder, darunter 11 Knaben und 22 Mädchen. 0 Holzheim, 3. Ian. Aus unserer kirchlichen Statistik lei folgendes erwähnt: Im verflossenen Kirchenjahr wurden getauft: 24 Kinder (1928: 34); konfirmiert: 17 Kinder, 9 Knaben, 8 Mädchen; getraut: 7 Paare; beerdigt: 23 Personen — seit 1918 die Höchstzahl — darunter 5 Kinder; auf einen Gottesdienst entfielen etwa 730 Besucher = 84 Proz. der Erwachsenen; bei dem Abendmahl sind es 215 Proz. Wie groß die Opferfreudigkeit hier ist, beweisen folgende Zahlen: die Rheinische Mission, deren Boten feit 70 Iahren zu uns kommen, erhielt allein über 2000 Mk. Dazu kommen noch Sammlungen für andere Missionen, für Innere Mission usw. Insgesamt erreichten die kirchlichen Gaben eine Höhe von 7000 Mk. — 9 Mk. auf einen Erwachsenen. In dem Dekanat Hungen steht unser Kirchspiel (Holzheim-Dorfgüll) gewöhnlich an erster oder zweiter Stelle. Kreis Büvingen. ow. Ober-Wi ddersheim, 3. Ian. In unserer Gemeinde, die zusammen mit ihren Filialen Anter-Widdersheirn und Grund-Schwalheim 925 Seelen zählt, fanden im Iahre 1929 60 Hauptgottesdiensie, 21 Rebengottesdienste und der größten und zuverlässigsten deutschen Agentin verhandelt, er weiß daher, daß ihre Nachrichten, so furchtbar sie sind, bis ins einzelne stimmen. Das Flugzeug bringt Annemarie Lesser ins Große Hauptquartier. Jetzt in allen Details gibt sie ihre Nachrichten noch einmal zu Papier, das Erkundungsergebnis fliegt sofort auf die Tische der Generalstabsoffiziere aller höheren Kommandostellen der deutschen Westarmee. Als Mademoiselle docteur in den vertrauten Räumen des Hauses in der Königgrätzer Straße eintrifft, vermag Matthefius seine Rührung und seine Freude nicht zu verbergen. Als sie in der Nacht beieinander sitzen und Annemarie Lesser ihm die Ergebnisse ihrer Erkundungsfahrt zeigt, da wird auch I. Matthefius bleich Dem Manne, der durch Jahrzehnte lang Schlüsse aus Agentennachrichten zu ziehen gewohnt war, diesem Manne fuhr bei den Aufzeichnungen seiner Kameradin der eisige Schrecken in die Glieder. Ihm wurde klar, was sich nun bald im Westen ereignen müsse. In der Zeit, in der der Waffenstillstand geschlossen wurde, und in der daß Knattern der Schüsse, die die Revolution anzeigten, bis in die stillen Räume der dritten Etage des Hauses in der Königgrätzer Straße drangen, in diesen Tagen verbrannten Matthesius und Annemarie Lesser ihre Papiere. Sie warfen die Kartotheken, die Pläne, die Karten, die Stifte und die Zirkel den Papieren nach in die Flammen ihres großen Kamines. Das Spiel war ans. Mademoiselle docteur blieb zunächst in ihren Zimmern. Eines Tages eröffnete ihr Matthefius, den die Ruhe und die Untätigkeit körperlich zu vernichten begannen, daß er nach Budapest fahren werde. Dort, wo eine Zeitlang das Hauptgetriebe der Wrangelleute war, und wo sich die politischen Abenteurer der ganzen Welt ein Stelldichein gaben, dort hatte man auch ihm eine Tätigkeit angeboten, die auszuüben ihm Lebensnotwendigkeit geworden war. Er flehte Annemarie Lesser an, mitzukommen, aber sie wollte nicht. Sie saß jetzt stundenlang vor dem offenen Feuer des Kamins und starrte in die Flammen. Sie forschte jetzt zum erstenmal nach vielen Jahren nach, was aus ihrem Vater geworden war, sie erfuhr, er war gestorben, und das väterliche Erbe, das sie allerdings nicht mehr zu interessieren vermochte, war in alle Winde zerstoben. Eines Tages kam ein früherer Offizier der deutschen Armee in das jetzt verlassene und verwahrloste Haus in der Königgrätzer Straße. Er sagte ihr, daß er der Mann gewesen sei, der seinerzeit den Hauptmann Carl von Wynanky mit dem Herrn I. Matthefius zusammengebracht habe und der nun auch die moralische Verpflichtung fühle, sich um sie zu kümmern. Annemarie Lesser bezog ein kleines Häuschen in einem Garten in Zehlendorf. Aerzte bemühten sich um die Frau, die niemanden hatte, zu dem sie menschlich in engen Beziehungen stand. Es schien so, als ob man ihr helfen könnte, aber es wurde nicht zur Tatsache. Morphium und Kokain hatten die Nerven der Frau vernichtet, und so kam der Tag, an dem sie, begleitet von fremden Pflegerinnen, die Reise nach der Schweiz an trat, wo sie inmitten einer wunderschönen Landschaft die Mauern einer ge- sck)lossenen Anstalt umfingen. Hier lebt diese Frau noch heute. Ihr Geist ist um» düstert, ihr Verstand vernichtet. Ab und zu, in Nächten, in denen der Bergwind an den Flächen des Hauses zerrt und poltert, in diesen Nächten fängt sie plötzlich an zu schreien. Das Personal hat Mühe, die Tobende zu halten. Namen für Namen schreit sie in die Nacht, es hat den Anschein, als ob sie einen Mann, der Coudoyanis heißt, vor den Gewehren französischer Soldaten retten will, es scheint, als ob sie mit Soldaten kämpft, die sie durch einen Wald verfolgen, es ist zu vermuten, daß sie im Geiste an einem Grabe weint, auf dessen Kreuz der Name Wnnanky steht. Die Mauern einer Irrenanstalt haben sich für immer zu einem Grab über einer Frau geschlossen, die die größte deutsche Spionin des deutscAn Heeres im Weltkriege gewesen ist. 19 Kindergottesdienste statt. Die. Hauptgottesdienste waren durchschnittlich von 130 Erwachsenen besucht, die Rebengottesdienste von 35 Erwachsenen und die Kindergottesdienste von 65 Kindern. Getraut wurden im Lause des Iahres 7 Paare, getauft 13 Kinder, konfirmiert 7 Knaben und 2 Mädchen; beerdigt wurden 11 Personen; das heilige Qlbendmahl empfingen 829 Kommunikanten. Die Summe aller im Lause des Iahres gespendeten Gaben betrug 711 Mark, darunter 106 Mark für die Heidenmission, 55 Mark kür die Innere Mission, 110 Mark für beit Gustav-Adols-Verein; 440 Mark war der Ertrag der Kirchenkollekten und sonstigen Gaben. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 3. Ian. Im vergangenen Iahre wurden in der hiesigen Kirchengemeinde 14 Kinder getauft, gegenüber 17 int Vorjahr, und 15 Kinder konfirmiert, nämlich 7 Knaben und 8 Mädchen (int Vorjahr 14). Ferner wurden 8 Paare getraut (5) und 10 Verstorbene kirchlich beerdigt (8). Am heiligen Qlbendmahl nahmen 621 Personen teil (618) und zwar 304 Männer und 317 Frauen. Die Gottesdienste waren von 7656 Erwachsenen besucht (7597), nämlich 3751 Männern und 3905 Frauen, sow" von 1373 Kindern (1352). Die Zahlen für 1922 stHen hierbei stets in Klammer zugefügt. § Feldkrücken, 3. Ian. Im abgelaufenen Iahre wurden in unserer Gemeinde 6 Kinder getauft (in 1928 11) und 10 konfirmiert 6 Knaben und 4 Mädchen (6). 3 Paare wurden kirchlich getraut (3) und 7 Verstorbene beerdigt (2). Am heiligen Qlbendmahl nahmen 388 Gemeindeglieder teil (394), nämlich 202 Männer und 186 Frauen. An Besuchern der Gottesdienste wurden 2759 Erwachsene gezählt (2633), davon 1269 Männer und 1490 Frauen, außerdem 829 Kinder (1127). Die eingeklammerten Zahlen gelten für 1928. § Bobenhausen II.» 3. Ian. In unserem großen Kirchspiel, zu dem als Filialen noch die Dörfer Ober-Seibertenrod, Höckersdorf. Wohn- seld und Kölzenhain gehören, wurden im verflossenen Iahr folgende geistlichen Amtshand- lungen vorgenommen: 36 Taufen (23), 12 Trauungen (17) und 21 Beerdigungen (25). Konfirmiert wurden 34 Kinder (25), nämlich 15 Knaben und 19 Mädchen. Die entsprechenden Zahlen für 1928 find zum Vergleich in Klammer zugefügt. -4- Groß-Eichen. 2. Ian. Im Iahre 1 9 2 9 wurden iin Kirchspiel 14 Kinder getauft, 7 Knaben und 7 Mädchen, darunter -wer Knaben aus Klein-Eichen. Konfirmiert wurden 17 Kinder, 8 Knaben und 9 Mädchen, darunter ein Knabe aus Klein-Eichen. Sieben Paare wurden kirchlich getraut, darunter zwei Paare aus Klein-Eichen. Beerdigt wurden neun Personen, davon drei in Klein-Eichen. Der Gottesdienst wurde in Groß-Eichen von 8439 Erwachsenen und 3507 Kindery besucht, in Klein-Eichen von 1317 Erwachsenen und 230 Kindern. Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch betrug also in Groh-Eichen 133 Erwachsene und 55 Kinder bei einer Seelenzahl von 700 Evangelischen und in Klein-Eichen 54 Erwachsene und 9 Kinder bei einer Seelenzahl von 167 Evangelischen. Am Abendmahl nahmen in Groß-Eichen 788 Personen teil, in Klein-Eichen 184 Personen. Die Christenlehre wurde von 463 Iu- gendlichen und der Kindergottesdienst von 1154 Kindern fleißig besucht. An freiwilligen Spenden gingen im Kirchspiel insgesamt 876,99 Mark ein; das ist auf den Kopf der evangelischen Gemeindeglieder 1,01 Mark. )—( Ruppertsburg. 3. Ian. Der kirchlichen Statistik unserer Gemeinde für das abgelaufene Iahr entnehmen wir das Folgende: Es wurden getauft 12 Kinder (4 Knaben und 8 Mädchen), konfirmiert 12 Kinder». (7 Knaben und 5 Mädchen), getraut 6 Paare. Es starben 14 Personen, und zwar 5 Ehemänner, 3 Ehefrauen, 2 Witwer, 3 Witwen und 1 Kind. An Gaben für religiös-kirchliche Zwecke gingen ein 990,96 Mark. f w. Gedern, 2. Ian. (Kirchliche Person a l st a t i st i k 192 9.) In der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde fanden im vergangenen Iahre 1929 statt: 46 Taufen (25 Knaben und 21 Mädchen) gegen 53 in 1928: 16 Trauungen 18 in 1928, 19 Beerdigungen (10 Männer, vier Frauen, fünf Kinder) gegen 22 in 1928. Konfirmiert wurden 25 Kinder (15 Knaben, 10 Mädchen) gegen 43 in 1928. Die Zahl sämtlicher Gottesdienste betrug 105, welche von 16146 Erwachsenen (7475 Männern, 8671 Frauen) und 7374 Kindern (3265 Knaben, 4109 Mädchen) besucht wurden. An den 13 Abendmahlsfeiern nahmen insgesamt 1206 Gemeindeglieder (553 Männer, 653 Frauen) teil. Kreis Wetzlar. -o- Lützellinden, 3. Ian. Rach k i r ch M lichen Eintragungen wurden im vergangenen Iahre in unserer Gemeinde 14 Sterbe* fälle und 10 Trauungen beurkundet, ferner wurden 13 Schüler konfirmiert und 16 Kinder getauft Berliner Börse. Berlin, 4. Ian. (WTD. Funkspruch.) Rach- dem es gestern abend im Zusammenhang mit stärkerem Angebot in Akuaktien angeblich für holländische Rechnung allgemein schwächer war, ist heute vormittag eine zuverlässige Tendenz noch nicht zu erkennen. Reue Momente sind nicht vorhanden und auch Kurstaren werden noch nicht ausgesprochen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,93; London gegen Mailand 93,14 zu 93,18; London gegen Spanien 36,55^ zu 36,60; London gegen Amsterdam 12,0890; London gegen Schweiz 25,1350 zu 25,1400; London gegen Kabel 4,8755 zu 4,8760; London gegen Berlin 20,4340; Kabel gegen Berlin 4,1910 zu 4,1915 und Tokio gegen Kabel 49,13. _ Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) ??? 1. Eine Erschwerung des Ueberwandlungs- rechtes durch die zur Duldung dieses Rechtes Verpflichteten ist unstatthaft, wenn Sie hierdurck) in Ihrem Rechte in erkennbarer Weise beschwert werden. Bei fruchtloser Aufforderung zur. Beseitigung der Belästigung ist Klage beim Amtsgericht geboten. 2. Sie können die Klage selbständig bei der Geschäftsstelle des Gerichts erheben. 3. Mit einem ftoftenbetrag von 100 RM. wird immerhin zu rechnen fein, zumal vielleicht eine gerichtliche Augenscheinnahme erforderlich wird. Die Höhe der Kosten richtet sich danach, wie hoch der Streitgegenstand angenommen wird und kann deshalb zur Zeit nicht bestimmt angegeben werden. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsoerkündigungsblott Nr. 1 vom 3. Januar enthält: Berufung der Provinzial- tagsmitglieder. — Berufung der Kreistagsmitglieder. — Einreichung der Belege über den Steuerabzug. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag nach Neujahr, den 5. Januar. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schlaudraff; 5: Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Ausfeld. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Elifabelh-Sleln- kinderfchule. 9.45: Pfarrer Oie. Waas; 6: Pfarrer Oie. Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wieseck. 10. — Alten- B ufert. 10; 6. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Lollar. — Haufen-Garbenleich. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Haupt, gottesdienst; 11.30: Kinderkirche. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 10: Lehrer Hinkel. katholische Gemeinden. Samstag, den 4. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 5. Januar. Sonntag nach Beschneidung. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.— Schollen. 10.30:.Hochamt mit Predigt. ^onntnqS>"knst d.Aerzte n.Avotbe'e ' am 5.1.30 Frau Dr. Marx. Dr. WoU. Hirschavotbeke. Zahnarzt: Dr. Baum.__________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich cm die Geschäfts st elle tu richten Für unverlangt eingesandte Manuskripte ehne beigefugte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Höchstleistungen Unglaubliche Mengen hochwertige: zu ganz bedeutend ermäßigten Preisen! FRANKFURT A. M. vom 4, bis 18, Januar 1930 Herren-Unterhosen 1.65, 1.85 Seidenflor 6.5C 4-95, 3.95 1.65, 0.75 2.40, 1.75 4.95, 4.45, 3.45 0.50 Steiuttrake 27. Lteinttrahe 27 Trikot und gestrickt in allen Größen-, Damen-Hemdhosen 2.65, 2.25. 1.60 1.75, 1.25, 0.95 Trikot Damen-Hemdchen für Damen und Herren, moderne 5.50, 4.-. 2.95 1.20, 0.95, 0.85 Muster zum Aussuchen IIOA normal Fuiterhosen nahtlos, gestrickt Seal-Plüsch-Mäntel Eint, und gern. 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Bit einem l wird immerhin zu eine gerichtliche AuM- M Hohe der Kosten ' der Streitgegenstand deshalb zur Zeit nicht 3.50, 2.50 Trikot Nur zu haben in der Löwen-Drogerie Wilh. Klidinger Nacht Seltersweg 79 a Reine Wolle besond. preiswert 2.95, 1.95, 1.25 ^Alles freut rieh clißS'e ßdfäüaMv ün Räucher- und Aufbewahrungsapparat Unübertroffen in Kon- 20 Ms 501 im Preise herabgesetzt? ar. kn. Aach Nrch, Dutbtn im ’oet^cm* mtinbe U Sterbe« :tunbet, ferner tom- ib 16 Rinder getauft, Ky ffhä user-Technikum Frankenhausen. für Masch.- u. Automobilbau. Schwach- u.Stark- sfromtechn. Leit. Sonderabt. für Lindm. und Flugt. törft ■ Funkfpruch.) 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Januar 1930, nachmtitagS 12'/, Uhr, am Rheinischen Hoi m Giesten. Für Schinenverg und Umgegend. Mittwoch, den 8. Januar 1930, nachmittags 2 Ubr in (Sarbentcich. Die Pferde sind anc gespannt und ohne Geschirr vorzuiübren. Die nicht vorae- sührien Tiere werden auf Kosten der Besitzer besichtigt. Grünberg lHessen), den 4. Januar 1930. ERÖFFNUNG DES NEUEN SCHNELLDIENSTES ERSTE AUSREISE »HAMBURG« 14: FEBRUAR HAMBURG-AMERIKA LINIE 200 schwere reinseid. Binder, OO Wert 8.-/10...... jetzt Mk. 3 Meisterprüfungen 1930 Der Gewerbeverein Gieben hält für die Meisterprüfungen 1930 einen Vorbereitungskursus an Sonntagen und Mittwochabends im Saale Kirchstraße 16 ab. Beginn Sonn- tag, 12. Ian., 9 Uhr, und Mittwoch, 15. Jan., 6 Uhr abends. 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USD 'steUungspreis ge 20 ^veWlUW-W WW, »nd Reuauinahme tn Rabenau: Montag, btt tim. 2 Uhr in «onbotl LuielkerialS: MiliwoL M. vormittags 9*, Uhr imgegend: Mittwoch,den - nachmniagS 12*;, Uhr Hot in (Siehrn. 1 und Umgegend: Mill- mimt 1930, nachmlitoz? leutcitb. anc gespannt und oboi ihren. De nicht öotcf iCTben auf Sofien der nl bett 4. Zanuar IW, Qtbältt, Dtrelm Aufwärmen, dreißig Minuten. Die äußere Schicht des Filmpacks sprang wie Glas, vor Frost erstarrt, — im übrigen aber haben wir mit unserem deutschen panchromatischen Filmmaterial die besten Erfahrungen gemacht: es bewährte sich so gut, daß es sogar von einer dänisch-norwegischen Gesellschaft verwendet wurde, die gleichzeitig mit mir in dieser Gegend Außenaufnahmen für einen Spielfilm drehte." „So durchfroren war der Boden, und der Schnee lag so hoch, daß die Renntiere nicht mehr das dürftige Moos ausscharren konnten, das sie zur Nahrung brauchten. Ein großes Sterben setzte ein. Hunderte von ganzen Nenntier-Herden verhungerten, in manchen Gebieten waren die Schneefelder übersät von Tausenden verendeter Tiere, in einem Film wird cs zu sehen sein. Moosklumpen, von wirtschaftlichen Lappen in weiser Voraussicht gesammelt, stiegen hoch im Kurs, bis zu 20 Pf. pro Stück, aber sie reichten nicht. So verloren in diesem Katastrophenwinter viele Lappen ihr ganzes Vermögen: das vierbeinige Kapital." „Denn das Nenntier ist dem Lappen alles: Nahrung und milchspendende Kuh, Zugtier und Vekleidungsproduzcnt. Dieses Kapital braucht fast gar nichts zum Unterhalt und vermehrt sich jährlich um 40 Prozent — ein Zinssatz, mit dem keine Vank der Welt konkurrieren könnte. And noch das tote Nenntier findet Verwendung: als Veförderungsmittel. Der Pulk, ein kahnähnlrcher Schlitten, der mit sausender Schnelle dahinglerten kann, wird aus Nenntierfcllen gebunden und — wie auch die Schuhe des Lappen — mit Nenntiersehnen genäht. Neisen in diesem Gefährt enden programmäßig, wenn man auf dem Gipfel der Geschwindigkeit herausgeschleudert wird, den Nest der Fahrt auf dem Hinterteil rutschend zurücklegt, vom Renntier übers Eis gezogen. And auch hier wiederum bewährt sich die Kleidung aus dem Fell des Aniversaltieres. Denn ich lernte einen Lappen kennen — einen reichen noch dazu, Besitzer von 2000 Renntieren — der seine Hose zehn Jahre lang nicht ausgezogen hatte. Was sowohl ein Beweis für die Güte des Renntier- fells als auch für die negative Sauberkeit der Lappen ist, bei beiten das Waschen unbekannt ist. Aebrigens haben es die Kinder dort noch in anderer Beziehung gut: sie brauchen nur zwei Monate im Jahr zur Schule zu gehen." „Erste Folge dieser allgemeinen Anbildung: unüberwindliche Gleichgültigkeit gegenüber jedem Versuch, ihren Lebensstaitdard zu bessern. Mustergüter, die von der norwegischen Regierung bei Vardoe angelegt wurden, werden glatt boykottiert. Zweite Folge: ein Aberglaube, wie er selbst bei Balkan-Zigeunern nicht größer ist. In Karaschvh sah ich einen Mann, krank auf Leben keilen oder Banalitäten ausgenommen wurden. Der Dialog darf nur an wirklich entscheidenden Stellen einsehen, und er muh immer etwas zu sagen haben, was die Handlung erläutert ober sie weiterführt." Damit kommen wir auf das vielerörterte Kapitel, welche Filmschauspieler und Dühnendar- steller für den Tonsilm geeignet sind. Schwarz erklärt, die Sprechtechnik des Tonfilms sei vor allem eine Sache der Atemtechnik. „Dos Mikrophon gibt jeden Atemzug beinahe als einen Windstoß wieder; daher muh der Atem geräuschlos, aber trotzdem ausreichend fein, um einen Sah zu Ende zu bringen und innerhalb eines Satzes wiederum dramatisch zu gliedern und zu akzentuieren." Es gebe doch aber bisher noch die Lächerlich- leiten des Tonfilms, die immer dann entstehen, wenn sich die Darsteller bemühen, im Gegensatz zu der augenblicklichen Situation, die Erregung keift den Wärter an. während Mati etwas schüchtern hinter dem Gitter Platz nimmt. Erweist natürlich nicht, dah ihm Zarzi die Speisekammer ausgeplündert hat. Offen gestanden, es kann ihm auch gleich fein, denn er ist in der Kulturabteilung in voller Pension und braucht sich nur während der Filmaufnahmen und im Rahmen seiner Rolle um sein Futter zu kümmern. And jetzt verkriecht er sich überhaupt in fern Haus. Er scheint zwar kurbel-, aber nicht sehr presse- zahm zu sein. Ebenso wie seine Nachbarin die Nasenbärin, die mich anfiel und bist, als ich sie photographieren wollte. Wie mir erzählt wurde, hat ein bekannter Berliner Kritiker sie der Kulturabteilung geschenkt. Da wundert man sich nun, dast sie beißt. < t Außer den Schakalen und der unlrebenswur- digen Nasenbärin gibt es noch ein paar recht unheimliche Filmstars bei der Arbeit zu sehen. Da beherbergt Wolfram Junghans zur Zeit ein Tarantel-Ehepaar, das gerade beim Fressen einer Heuschrecke ausgenommen werden soll Die Heuschrecke hatte wieder ihre Rolle gar nicht studiert und biß dem Tarantelmännchen das linke Hinterbein ab, statt sich auffressen zu lassen, so dah es zu einer unerwarteten Sensations- aufnahme kam. Einen Anblick von geradezu grausiger Schönheit bietet die große, sehr giftige Madagaskar- spinne, auf die der Kameramann Krien fern Objekt' richtet. Ihre riesigen Füße, die wie aus Schildpatt geformt wirken, knüpfen gerade das Netz, dos sie aus echten Seidenfäden spinnt. Der einzelne Faden ist fest wie Kleiderseide, Junghans zieht daran, um es zu beweisen. Ganz seltsam ist die Zeichnung des Rumpfes, die man im Filmbild ganz deutlich sehen wird. „Wenn Sie diese Lupe nehmen, können Sie auch die vrachtvollen Spinnenaugen sehen", sagt Junghans mit der echten Verliebtheit, nut der ein Regisseur die Vorzüge und Schönheiten seiner Stars preist. Aber ich verzichte. Spinnenaugen sind nicht mein Schwarm. 3a, wenn es Willy Fritschs Augen gewesen wären Es ist eine recht unheimliche Gesellschaft, die man in diesen Tagen in den verschiedenen Ateliers der Kulturabteilung antrifft. ______ »desbank nf - liebe Hedin die „unscheinbare Größe" war, die Lieberenz gar nicht beachtet hatte. Dieses Ge- chichtchen als Beweis für bas bescheibene unauffällige Wesen Hebins, bem niemand ansieht, baß er jene großen Strapazen ertragen hat. Lieberenz wiberspricht mir gegenüber mit großer Heftigkeit ber ßegenbe von der Deutschfeindlich- keit Hebins. erzählt von einem wochenlangen Aufenthalt im gastfreunblichen Hause bes Forschers in Stockholm, wo vier unverheiratete Schwestern ben CB ruber Sven betreuen, in weiser Arbeitsteilung bei seinen wissenschaftlichen Arbeiten helfen. War Lieberenz bis jetzt nur Expeditionsfllm- Operateur, so begrünbete bie Reise mit Sven Hebin seinen Ruf als Expebitions-Filmoperateur: d.h. als Filmbegleiter von Expebitionen, die nicht dem Film, sondern der Wissenschaft dienten — und die deshalb für ihn besonders schwierig waren: denn natürlich paßte man sich in der Durchführung dieser Expeditionen nicht den Bedürfnissen des Films, sondern denen ber Wissenschaft an. Anb die Schwierigkeit lag nicht nur darin, trotz alledem interessante Motive und womöglich ganze Handlungen aufzunehmen — in einem primitiven Wüstenzelt mußte Lieberenz entwickeln und kopieren, 16 000 Meter Film, 3500 photographische Aufnahmen mit je zwei Abzügen für die Presse. Mit vier Aufnahme- und sechs Photoapparaten zog er einundeinhalbes Jahr durch Hitze und Kälte — 3500 Kilometer von Peking nach Arumtschi — Sandstürme und Regengüsse gefährdeten Apparate, Aufnahmen und — nebenbei — ihn selbst. So entstand em Film, der sich die Welt eroberte: „Durch Asiens Wüsten." Jetzt kommt Lieberenz aus Lappland. Mit sich bringt er 8000 Meter Film und 300 Photos, war also fleißig: bei einer Tagesleistung von 135 Meter Film und fünf Photos — bie verdorbenen nicht mitgeredjnct. Damit werden wir den ersten umfangreichen Film zu sehen be- ‘ kommen, ber je über Lapplanb gedreht worden ist. Wir sitzen in ber Kantine von Neubabelsberg, bei „Zitrone mit Himbeer", unb Lieberenz $,®er strenge Winter! Oft muhte ich Aufnahmen machen bei 45 Grad unter Null mein asiatischer Kälterekord stand bei 25 Grad Das klappte nur, wenn der Apparat ständig mit Benzin unb Petroleum ausgewaschen würbe. Mit meiner bicken Pelzbekleibung auf den Fingern konnte ich nicht die Filmrolle einlegen — also mußte das in wenigen Sekunden vollzogen sein, die nackten Finger wurden sonst ganz steif, und allein dieser einfache Vorgang des Einspannens. ber sonst in breihig Sekunben erlebigt ist, er- forbertc mm, mit ben ständigen Pausen für bas laut sprach." Der Tonfilm habe sich doch m den letzten Monaten, in denen die „Melodie des Herzens gedreht wurde, ästhetisch und technisch sehr Der- Abenteurer mit der Kamera. Ein Expeditionsfilm-Operateur erzählt. Don Georg Diesenthal. Kürzlich kehrte Paul Lieberenz, ber wissenschaftliche Expebitionen breier Erdteile als einziger Filmoperateur begleitet hat, mit reicher Ausbeute aus Lappland zurück. Der „Heros ber Kamera", wie ihn Sven Hebin genannt hat, gewährte unserem Mitarbeiter ein aussührliches Interview. Von Zett zu Zeit taucht in den Ateliers der Filmstadt Deutschlands unter freudigem Halloh unb „Wo kommst bu her?" ein forscher und adretter junger Mann auf, zu dessen Füßen sich alsbald eine Korona ber Filmbrüder schart, die seinen Erzählungen lauscht. Glanz urwaldhafter Lagerfeuer umstrahlt ihn wie eine Gloriole, Wüstenstaub liegt paradoxerweise auf seinen sauber geputzten Schuhen. Entgegen zieht er ber Filmstabt aus allen Richtungen ber Himmels- rose, kommt mal aus Kamerun, mal aus Sibirien. An ben heimischen Herb kehrt zurück der verlorene Sohn, sabbernd vor Rührung begrüßt ihn der dicke Portier, Geschenkzigarren am Busen bergend. Kein Weltenbummler: ein Weltenflcißler. „Anterwegs bin ich Kuli. Hilfskuli, Operateur, Regisseur unb Kopieranstalt." Mit bem Film- apparat auf bem Buckel. Seit 1911 beim Film. Ursprünglich will er Ingenieur werben, bas Geld zum Studium fehlt, da geht er — damals noch eine obskure Angelegenheit — als Techniker in eine Werkstatt, in der Filme kopiert und entwickelt werden, wird später Betriebsleiter bei Mehter, bei bem er drei Jahre bleibt. Hat also „von der Pieke auf" gedient. Der Film erkennt seine neuen Möglichkeiten, Schomburgk macht seine ersten Expeditionen, Lieberenz begleitet ihn nach Sibirien, hat Erfolg, unternimmt eine Mittelmeerreise, eine Olbeffinienreife mit Lutz Heck vom Berliner Zoologischen Garten, geht 1926 allein nach Westafrika, wo er Tantalusqualen aushält: unter Elefanten lebend, ohne sie filmen zu können. Einziger Trost: daß im westafrikanischen Busch noch niemand Elefanten filmen konnte. Denn so dicht ist ber Arwald, dah man die lebenden Kolosse bloß ratenweise zu Gesicht bekommt. Ein Jahr später reist er mit Sven Hebin burch Asien. Er trifft ihn in Peking, im Hotel: ber Kellner weist ben Suchenden an einen Tisch, wo sich zahlreiche Verehrer um ben Verfasser von „Transhimalaya" versammelt haben. Lieberenz tritt aus einen zu, in bem er ben berühmten Forscher zu erkennen glaubt, stellt sich vor — und erst später erweist sich, bah der wirk- Probleme des Tonfilms. Gespräch mit Hanns Schwarz unb Erich Pommer. Erich Pommer und Hanns Schwarz schufen den Tonfilm „Melodie des Herzens". Unheimliche Filmstars Schakal, Nasenbärin und Taranteln. Don Peter Pan. Mr itoete«, ,?“dintn und 1D1Vimdecken vollkommnet? , f ,.. ,., „O,“ lacht Pommer, „aber wir haben natürlich auch während dieser Zeit nicht unerheblich gelernt, hoffe ich." — „Jawohl," ergänzt Schwarz, „im ersten Anfänge waren wir schon begeistert, wenn wir überhaupt etwas zu hören bekamen. Aber mit den Fortschritten wird man auch anspruchsvoller gegen sich selbst. Natürlich tappten wir zuerst oft im Dunkeln und liehen uns mehr als einmal vom Zufall leiten. Effekte um die wir uns bemühten, konnten wir erst nach langer Zeit erreichen, und andere, bie wir für sehr schwierig hielten, kamen uns zugeflogen weil wir damals alles mehr nach bem Gefühl unb Instinkt machen muhten — mangels sicherer Erfahrungen. Heute, denke ich, wissen wir schon allerhand. Wir wissen jetzt schon, wie eine Dekoration für den Tonfilm beschaffen fern muh, denn auch die Tonfilmkulissen haben ihre eigenen Gesetze, wie überhaupt alles, was sich vor dem Mikrophon ereignet. Wir haben unsere Erfahrungen, wie gesagt, und wenn sie auch noch nicht ganz erschöpfend sein können, so werden sie sich doch gewih vermehren. Man soll dem Tonfilm und seinen Leuten nur Zeit lassen. Die technischen Mängel an den Wiebergabeapparaturen kennen wir natürlich, aber auch auf diesem Gebiete wird ja unaufhörlich gearbeitet, kleine Verbesserungen werben hier unb ba erbacht unb müssen natürlich im Laufe ber Entwicklung bazu beitragen, auch die akustischen Mängel zu beseitigen." Wir besehen noch einmal die schönen Aufnahmen aus dem Ulm und kommen dabei auch zu dem Schluhbild: der Angar kniet an der Leiche des jungen Mädchens. Hierüber muh man staunen: soll denn dieser Film tragisch enden? „Ja, das soll er wirklich," werde ich belehrt. „Oder'dachten Sie, wir würden einen mit happy end machen? Nein, nein, das wird heute nicht mehr getragen!*)“ Das Film-Orakel spricht. Samuel G o l d w Y n , der Leiter einer der größten amerikanischen Filmfirmen, gilt für das unfehlbare Orakel im Reich ber flimmernben Leinwand. Seine Arteile über bie Vergangenheit sind scharf, seine Voraussagungen für bie ; ukunst hoffnungsvoll. So horcht man beim auch auf, wenn er sich über ben Weg bes Films iin I a b r e 1 9 3 0 vernehmen läßt. „50 Prozent aller Filme von heute müssen wir in ben Aschenkasten tun , sagte er. „Sie werden nicht imstande sein, im nächsten Jahr noch ein Publikum anzuziehen. Qualität, nicht Quantität, das ist die Devise für 1930. Es werden weniger Filme hergestellt werden, aber sie werden länger in jedem Kino laufen. Schon jetzt gibt es keine Theater mehr, die wie früher jeden Tag das Programm wechseln, und bald werden dies nur wenige einmal m ber) Woche tun. Die Paramount-Gesellschaft brehte vor zwei Jahren noch 126 Filme, bies Jahr nur 50. und im nächsten Jahr werden es noch weniger sein. Dafür hofft man aber, daß diese mit größten Anstrengungen hergestellten Filme nicht so schnell l vom Programm verschwinden, sondern Wochen, . ja sogar Monate laufen. Das ist ja schon jetzt bet i *) Wir haben vor kurzem über die Arauf- 5 führung des Inzwischen erschienenen Films berichtet. D. Red. et Weg nde und Bedarfs- 3 und Aluminium ichhaltiges Lager aufe§ ler Gatdinen enStor=s sowit 7 MM I «M SyssSi LW W tfuict' ie°thch »lt,sf bei ff AU Se&,eiliflg nur „für das Mikrophon" zu sprechen. „Das ist eigentlich die Kunst des Tonsilm- sprechers," sagt Pommer, „und es ist eine Angerechtigkeit, dah man im Tonfilm jedes Wort zu hören beansprucht, während doch auf der Bühne so viele Stellen einfach verlorengehen. Aber wir müssen einstweilen noch mit dieser Forderung des Publikums rechnen und können nichts- anderes tun, als bie Darsteller anzuhalten in allem Assekt und bei aller Schnelligkeit doch gegliedert unb akzentuiert zu reden." Wie wird sich die Sprache auf die 3nter- nationalität des Tonfilms auswirken? Antwort: „Wir haben ben Tonfilm „Die Melodie des Herzens" deutsch, ungarisch, englisch und in einer besonderen Fassung als stummen Film gedreht. Willi F r i t s ch und Dita P a r lo sprechen sehr gut englisch; was das Angarische anlangt, so muhten sie ihre Rollen auch in dieser und Tob. in seinem Zelt. Die Angehörigen hatten sich um ihn versammelt: weniger um sich um ihn zu kümmern, als um einen großen Kaffeeklatsch abzuhalten. Am nächsten Tage warfen sie ihn einfach auf den Hof. damit er dort krepiere. All bas. wo ein approbierter Arzt am selben Orte wohnt." .. . 3 „Apropos Kaffeeklatsch. Der Kaffee ist des Lappen Lieblingstrank, den konsumiert er täglich literweise, unb zwar gesalzen — wie ich ihn schon von Abessinien her kannte. Kaffee wirb mehr importiert als z. D. Mehl, obgleich bie Prohibition in ber Praxis bequem umgangen wirb, Alkohol also zu haben wäre." „An solchem unb ähnlichem Import profitiert hauptsächlich ber schwebische Lappe, zu bem von Süden her bessere Verbindungen führen als zu seinem norwegischen ober finnischen Bruber. Die schwebischen Lappen sinb deshalb auch reicher, ich traf hier Renntierherben bis zu 7000 Stück. Aeberwältigender Anblick: als diese Herden sich im Frühling in Bewegung setzten, dem Meer entgegen zogen. Alte, schon instinktgewordenc Erfahrung lehrt die Tiere, giftigplagenben Fliegen auszuweichen, bie zur Sommerszeit bas Bin- nenlanb burchschwärmen. Anaufhaltsam brängen sie der Küste zu, mächtige Züge. And Biegen ober Brechen, wohl ober übel: die Besitzer müssen ihnen folgen, Romaben aus Zwang." „Nomabenhafte, robuste Natur: die lappländische Frau. Ich sah, baß sie junge Kälber mit einer Gemütsruhe abstachen, mit ber man bet uns Kartoffelpuffer umdreht. Dabei hübsche Gesichter, auch unter ben älteren Frauen. Anb geschäftstüchtig: als sie merkten, was meine Ab- sicht war, müssen sie Wohl so etwas wie einen Komparsenverbanb gegründet haben. Denn überall wurde plötzlich, nahte ich nur mit dem Kurbel- kasten, Einhaltung bestimmter Tarife gefordert." „Anb bannt sind wir beim Gelb angelangt. Wenn ich Gelb hätte ... Wenn ich so viel hätte, wie bazu nötig wäre, würbe ich enblich bie lang geplante Expedition mit Schomburgk unternehmen. Die Amerikaner — mit dem vierten Teil des Geldes, das ihnen für solche Zwecke zur Verfügung steht, würden wir dasselbe er* reichen. Eines aber wäre riskant: Ausgaben zu machen, ohne an eine gewisse Gefahr zu denken: an die Gefahr, dah keine stummen Filme mehr gespielt werden, wenn wir in einem Jahr zurückkämen. Man müßte sich Geräte rnitnehmen, um Negergesänge, Tierlaute usw. aufzunehmen, aber preiswerte transportable Tonfilmgeräte gibt es noch kaum. Die heutigen 1.5-Tons-Lastwagen mit ben bazu gehörigen Apparaten kosten etwa 150 000 Mark; es muh baßer jetzt meine größte Sorge fein, hier etwas zu schaffen, was billig unb doch brauchbar ist" ■eseck ! unie mit diesem Tonfilm verwirklicht werden soll- steht. Mali guckt gerade b-raus Wie um zu len Der völkische Hintergrund ist der gleiche sehen, ob man Wohl einen klmnen Raubzug wie in der Angarischen Rhapsodie". In diesem wagen durfte. Als er sich Umschleicht, beginnt Tonfilm dienen 9Musik Gesang und Geige nicht I Zarzis große Szene. Sie sott den Fuchsbau als Einlage", sondern sie treten logisch und ausplündern Das ist eine schone Aolle fur einen sinngemäß in Verbindung mit dem Volksleben Schakal, und Zarzi spielt sie großartig, nut oder9 als der Ausdruck individueller Stimmungen sichtlicher Freude. Schnuppernd nah-rt.sw sich auf. die Musik und der Geiger seien nun einmal dem Fuchsbau, unb schon würgt sie ein paar mit’ bem Ungarn untrennbar verbunben. Ein feine Bissen hinunter bie ber Auchs für sich iunaeö Mädel kommt zum ersten Male aus ihrem zurückgelegt hat. Aber nicht alles frißt der M in d^ groß^Stadt, in ber sich ihr Schicksal Schakal. Einen Zroßen^Teil vergrabt er ich nach erfüllt weil sie einen Soldaten kennen lernt. Hier Schakalart m der Rahe des Fuchsbaus beim hat der Ton zum Beispiel die Aufgabe, das gut abgelagertes F eisch, das sogar schon cm Brausen und den Verkehr der Großstadt vorzu- bißchen angesault ist, ^e^t fut: tßn einen führen, wenn sie aus ihrer ländlichen Stille zum besonderen Leckerbitten. Manchmal horcht Zarz^ ersten Male in die Stadt kommt. So wirken Ton für einen Augenblick in die ^Landschaft hinaus und Bild zusammen um das Erlebnis des mo- I Irgend etwas scheint ihr doch Nicht ganz geheuer bernen Lebens, das'auf das Landmädchen sicher zu sein und sie macht^ Miene davonzulausen lehr stark wirkt, eindrucksvoller zu gestalten; „Zarzi bleibt in Afrika braucht bann Dr. Rikli unb so glauben wir überhaupt, daß es uns ge- nur zu rufen, schon hemmt auch Zarzi die (ungen ist, Optik und Akustik in einen logischen Schritte und spielt die gleiche Szene noch cin- unb ergänzenben Einklang zu bringen." I mal für ein zweites Negativ, spielt sie ganz Wie es aber mit bem Dialog unb ber For- genau so, ohne Abweichung, was tnd mulierung bes gesprochenen Wortes überhaupt will wr einen Schakal ber erst wemge Tage JX« a beim Film ist. Wie em Hund an der Leine laßt ,/Wir haben," antwortet Schwarz, „in diesem | sie sich in den kleinen Afazoo zuruckfuhren^und wirklichen Schlagern der Fall. Mik dem Tonfilm muh man vorsichtig sein, denn ein mäßiger Tonfilm ist noch viel schlimmer als ein stummer Film, weil er mehr auf die Nerven geht. Tonfilme müssen besser sein als stumme Filme, um Erfolg zu haben. Das Publikum ist heute so anspruchsvoll, daß man ihm keine zweitkräftigen Sachen mehr vorsehen kann, und auch die großen Namen ziehen nicht mehr, wenn nicht wirklich große Leistungen dahinter stehen." ib. Wirtschaft. Oie Geldmarkttage am Fahresuttimo. Die Lage am Geldmarkt hat sich trofo_ber Auswirkungen des Überbrückungskredits der Stadt Berlin und des Kredits, den das Reich beim Preußen- Konsortium ausgenommen hat, günstig gestaltet. Der Saß für T a g e s g e l d gab auf 8 bis 10 v. S). nach bei reichlicher Versorgung. Gleichzeitig hatte ich ziemlich erhebliche Nachfrage nach Wechseln bemerkbar gemacht, so daß die Notiz für Privatdiskonten um je z d. $). auf 67/s v. $). herabgesetzt werden konnte. Die P r i va t di s k o n t r a te , die damit wieder den Stand oorn 13. Dezember v. 3. erreicht, liegt jetzt wieder unter Reichsbanksatz. Der gestern veröffentlichte Reichsbankausweis vom 31. Dezember hat sich, obgleich die Reichsbank einen beträchtlichen Teil der Sonderbelastung des Jahresultimo 1929 zu tragen hatte, einigermaßen günstig gestaltet. Der gesamte Umlauf an Zahlungsmitteln ist mit 6617 Millionen Mark am Ende des Jahres nur um 2 Millionen höher als Ende 1928. Der Goldbestand ist, wenn man die Hauptziffern des Status mit denen des Vorjahres vergleicht, mit 2,28 Milliarden immer noch um 450 Millionen unter dem Stand des Vorjahres. Dagegen liegt der Bestand an Deckungsdevisen rund 250 Millionen über dem Stand des Vorjahres, wodurch ein gewisser Ausgleich für den Rückgang des Goldbestandes besteht. Außerdem befanden sich Ende 1929 mindestens 450 Millionen Mark auf dem Konto der sonstigen Wechsel und Schecks gegenüber 370 Millionen Mark Ultimo 1928. Das Wechselkonto einschließlich Reichsschatzwechsel ist mit 2850 Millionen um 170 Millionen höher als Ende 1928. Diese einigermaßen günstige Gestaltung des Reichsbankausweises dürfte nur dadurch möglich gewesen sein, daß die Bedürfnisse der Wirtschaft infolge der Konjunkturabschwächung verhältnismäßig gering gewesen sind. Im Gegensatz zu der vorläufig noch herrschenden Knappheit nm deutschen Geldmarkt nimmt die Entwicklung an den ausländischen Geldmärkten wieder einen völlig normalen Verlauf. Teilweise ergeben sich sogar schon Zeichen der Verflüssigung. Die Auffassung, daß in Übereinstimmung mit der internationalen Gelderleichterung die Reichsbank schon jetzt nach Bekanntgabe des Dszember- ausweises zu einer eventuellen Diskontentscheidung gelangen könnte, hat keine Wahrscheinlichkeit für sich, da die Reichsbonk wohl noch die weitere Entwicklung des Reichsbankstatuts abwarten dürfte. Verstärkter Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Hauptunterstühungs- empfänger in der Arbeitslosenversicherung hat in der ersten Dezemberhälste eine verstärkte Zunahme — nämlich um 233 000 Personen oder fast 20 Proz. — erfahren. Am 15. Dezember wurden rd. 1,4 Millionen Personen in der Arbeitslosenversicherung unterstützt, davon rd. 1,1 Mill. Männer und rd. 300 000 Frauen. Zn der Krisen Unterstützung befanden sich Mitte Dezember 194 000 Personell. Die Zunahme gegenüber dem letzten Stichtag (30. November) belief sich auf 4 Proz. 2081 Mitt. Spareinlagenzunahme in 1929. Die Spareinlagenzunahme im Jahre 1929 wird nach einer Liebersicht der „Deutschen Sparkassen-Zeituna" voraussichtlich 2 0 8 1 M i l - lionen Mark betragen, gegenüber 2322 Millionen Mark in 1928 und 1575 Millionen Mark in 1927. Ende Oktober 1929 betrugen die gesamten Spar- und Giroeinlagen bei den deutschen Sparkassen 10 401 Millionen Mark. Die Zahl der Sparkonten bei den öffentlichen und Stiftungssparkassen belief sich Ende 1928 auf 13 139 681 und die Zyhl der Girokonten auf 1 923 825. Es besitzt jetzt wieder jeder fünfte Einwohner ein Sparbuch, während 1913 jeder dritte Deutsche ein Sparbuch besaß. 3m Jahre 1929 hat sich die Zahl der Sparbücher erheblich vermehrt. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Je mehr das Krisenjahr 1929 zu Ende ging, desto geringer wurde das Geschäft; die Llnter- nchmungslust war so gering, daß zeitweise keine Umsätze zustande kamen. Der Jahresultimo gab immer noch Anlaß zur Besorgnis, obwohl der Llebcrbrückungskredit vorhanden ist. Dies war wohl erklärlich; wenn auch die Kassenschwierigkeiten behoben wurden, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß die Geldknappheit weiter anhält, wenn auch die Grldsähe eine Verbilligung erfahren haben. Dies war in der Hauptsache von ausschlaggebender Bedeutung für die Ge- schästsentwicklung. Man hört immer wieder die Not, die auf der Gesamtwirtschaft lastet, wodurch jede Kapitalbildung unterbunden wird und stärker denn je auf das Börsengeschäft drückt. Auch die Nekordzisfer der Arbeitslosen machte den denkbar ungünstigsten Eindruck. Ferner war die Verfassung der Auslandbörsen nicht besonders rosig, so daß eigentlich von keiner Seite eine Anregung zur Geschäftsbe'ebung vorhanden war. Aber dessenungeachtet zeichnete sich die Börse gerade in der Llebergangszeit — gemeint ist hier zwischen den Jahren — durch eine nicht zu verkennende Widerstandsfähigkeit aus, ja die Tendenz war im allgemeinen als freundlicher zu bezeichnen, und es ergaben sich, da auch im Laufe der Woche das Geschäft wenigstens in Spezialwerten lebhafter wurde, immerhin nicht zu verkennende Besserungen. Aber vor allem befriedigte die reibungslose Lleberwindung des Llltimos und das geringe Angebot von Material. Man konnte auch feststellen, daß vereinzelte Banken zu Interventionen schritten, so daß hiervon ausgehend die Kulisse einen Anreiz erhielt und größtenteils zu Neuengagements schritt, zumal der Cngagementsumfang s:hr gering war. Man gibt sich im allgemeinen nicht sehr großen Illusionen hin, da das vergangene Jahr in jeder Beziehung sehr enttäuscht hat. Aber Mut und Hoffnung ist immer noch vorhanden, und man blickt, nachdem man die Ansicht vertritt, daß das Jahr 1929 als Krisenzeit für die Börse zu bezeichnen ist, mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft, zumal doch im vergangenen Jahr durch die vielen Zusammenbrüche eine sogenannte Neinigung der Wirtschastsunter- nehmcn eingetreten war. Ferner hofft man, daß im Laufe der Zeit Erleichterungen für den Effektenhandel eintreten werden, so daß in erster Linie dem Publikum ein Ansporn gegeben wird. Auch dürfte der sehr niedrige Stand der Werte eine gute Kapitalanlage bieten. Auch die Auslandbörsen zeigen eine bessere Verfassung, und die Aussichten sind im allgemeinen wieder bedeutend günstiger, da ja auch in erster Linie in letzter Zeit nachteilige Momente fast nicht mehr eingetreten sind. Der bevorstehenden Haager Konferenz sieht man mit Spannung entgegen, und selbstverständlich knüpfen sich auch wieder hieran Hoffnungen, obwohl man in dieser Beziehung sehr pessimistisch ist. Im allgemeinen war man zuversichtlich und freundlich, da auch am Geldmarkt eine geringe Erleichterung zu verspüren war. Besonders im Vordergründe standen wieder die Spezialwerte. Man konnte sogar bemerken, daß in verschiedenen Fällen Publi- kumsaufträgc eingelaufen waren, was einen sehr günstigen Eindruck machte. Auch beteiligte sich das Ausland wieder etwas am Geschäft. Wenn man die Neportgeldaufschläge außer acht läßt, waren ganz schöne Erholungen eingetreten. So konnten vor allem Dt. Linoleum 11 Proz., AEG. 7 Proz., Buderus 8 Proz., Svenska 4 Mark, Westeregeln 5 Proz., Harpener 8 Proz.. Gesfürel 7 Proz., Schuckert 5 Proz. und besonders noch Schiffahrtswerte bis zu 9 Proz. gewinnen. Zum Wochenschluh war es anfangs schwächer, aber zum Schluß fester. Tagesgeld mit 6V« Proz. leicht. Devisen wenig verändert. Am Anleihen- Markt Schutzgebiete mit plus 0,75 Proz. rege gehandelt. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Bei verhältnismäßig schwachem Besuch war das Geschäft an der letzten Frankfurter Produktenbörse im alten Jahr unbedeutend. Die Käufer, sowie die Verläufer bekundeten weiter große Zurückhaltung. Die festen Lieberseenachrichten boten dem Markte nur wenig Anregung. Das Geschäft beschränkte sich nur auf Bedarfs- umsähe. Weizen war in Llebereinstimmung mit der Wettmarktlage weiter gefragt, und namentlich niederrheinische Mühlen traten als Käufer wieder stärker hervor. Die Vermahlungs- , quote für Jnlandweizen wirkte auch weiterhin befruchtend auf den Markt. Bei Roggen hielt das Angebot weiter an; trotz Jnterventions- käufen der mit der Stützung des Roggenpreises betrauten Firmen neigte der Roggenpreis weiter zur Schwäche. Das M e h l g e s ch ä f t stagnierte auch weiterhin am Markt. Die von den Mühlen vorgenommene Mehlpreiserhöhung hatte auf das Geschäft fast keinen Einfluß. Ger st e, Hafer und Mais hatten unveränderte Press- und Marktlage. Interesse bestand weiter für feinste Braugerste. Futtermittel setzten ihre in der letzten Zeit begonnene Abwärtsbewegung fort, wobei das Geschäft weiter unbedeutend blieb. Hülsenfrüchte bei kleinem Geschäft behauptet, desgleichen Rauhfuttermittel und Kartoffeln. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Weizen 0,50 Mk., Weizenmehle 0,75 Mk. und Roggenmehl 0,25 Mk. anzichen, während Weizen- und Roggenkleie je 0,25 Mk. niedriger lagen. Roggen, Gerste, Hafer und Mais behauptet. Der Markt schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 27,25 Mk., Roggen 19,00, Gerste 19,75 bis 20, Hafer 18, Mais 18, Weizenmehl (südd.) 39,25 bis 40, Weizenmehl (niederrh.) 39,25 bis 40, Roggenmehl 27,75 bis 29, Weizen- kleie 9,40 bis 9,50, Roggenkleie 9,75, Erbsen je nach Qualität für Speisezwecke 31 bis 44, Linsen je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 100, Heu (südd., gut, ges., trocken 10,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepr. und geb.) 5,50 bis 5,80, Treber (getr.) 14,75 bis 15, Kartoffeln (je 50 Kilogramm Frachtparität Frankfurt bei Waggon- bezug) Jndustriekartoffeln hiesiger Gegend 3,30 Mk. Wochenbericht vom frankfurter Gchlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt erfuhr in dieser Woche keine wesentliche Belebung, zumal auch der Auftrieb wieder größer war. Die Llmsahtätigkeit hielt sich in engen (3reit» zen. Größere Preisveränderungen traten nur am Kälbermarkt in Reaktion der starken Steigerungen auf den le^trn Märltrn ein. Im ü5r;g:n konnten sich die Preise überwiegend leicht befestigen. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb stärker, als in der Vorwoche. Das Geschäft war schleppend und es verblieb Lleberstand. Die Exportbeteiligung war etwas schwächer. Auf dem Schweine markt war die Beschickung ziemlich normal. Nach ruhigem Handel und leicht nachgebenden Preisen verblieb Lleberstand. Am Nebenmarkt war der Auftrieb allerdings so gering. daß von einer Preisfestsetzung durch die Notierungskommission abgesehen werden mußte. Kälber und Schafe wurden nach mittelmäßigem Geschäft ausverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1484 Rindern, darunter befanden sich 336 Ochsen, 58 Dullen, 556 Kühen und 397 Färsen, ferner auf 1409 Kälbern, 327 Schafen, 4066 Schweinen. 3m Vergleich mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 344 Rinder, 215 Kälber und 806 Schweine mehr angetrieben, dagegen standen 105 Schafe weniger zum Verkauf. * * Die H ess. Landesbank — Staatsbank — in Darmstadt emofiehlt im heutigen Anzeigenteil ihre reichsmündelsicheren 8proz. Gold- Hypothekenpfandbriefe und 8proz. Gold-Schuldverschreibungen zur Kapitalsanlage. * Hamburg - Süv amerikanische Dampfschiffahrtsgescllschaft. Der Aufsichtsrat der Hamburg-Südamerikanischen Dampf- schiffahrtsaesellschaft beschloß, der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von wieder 8 v. H. vorzuschlagen. * D i e Detriebsumstellung bei der Vulkan-Werst in Hamburg. Mit dem Abschluß des 3ahres 1929 hat der Deschimag- Betrieb der Hamburger Vulkan-Werft aufgehört. Den Blättern zufolge hat die Vulkan-Werft, die noch im Dezember 3200 Arbeiter beschäftigte, sich gezwungen gesehen, schon im Dezember größere Arbeiterentlassungen vorzunehmen. Von den Anfang Dezember noch beschäftigten 3200 Mann schieden in kurzen Abständen 1400 Arbeiter aus dem Betriebe, die übrigen 1800 Mann sind am 31. Dezember entlassen worden. Der Betrieb der Vulkan-Werft geht vom 1. Januar ab auf Rechnung der Howaldt-Werke weiter. Nach Erklärungen der neuen Betriebsleitung ist die Arbeiterschaft bis auf 524 Mann entlassen worden. Nach dem Vertrage, der zwischen den Howaldt- Werken und dem Hamburger Staat abgeschlossen wurde, liegt für den neuen Betrieb die Verpflichtung vor, 1500 Mann zu beschäftigen. Die Erfüllung dieser Vertragsverpflichtung wird von den Howaldt-Werken als von der wirtschaftlichen Lage abhängig bezeichnet. Ein Teil der verantwortlichen Angestelllen und eine Anzahl gelernter Arbeiter haben in verwandten Betrieben wieder Anstellung gefunden. Frankfurter Börse. Frankfurt, 4.Ian. Tendenz geschäftslos. — Zsttn Wochenschluß war die Stimmung an der Börse wieder gedrückt. Vor allem verstimmte das schon an der gestrigen Abendbörse festzustellende Angebot in Kunstseideaktien. Aufträge waren wieder kaum vorhanden, so daß das Geschäft auch heute wieder vorläufig sehr bescheiden blieb. Auch die uneinheitliche gestrige Neuyorker Börse konnte keine Anregung bieten. Nach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Grundstimmung bei Heroorkehren einiger günstiger Momente eher etwas freundlicher, aber das Geschäft konnte nur in einigen Spezialwerten einen etwas lebhafteren Charakter annehmen. Vor allem wurde die Lage im Haag etwas vorteilhafter beurteilt. Ferner machten die Fortschritte der Geldmarkterleichterung an den deutschen Plätzen, sowie die optimistische Beurteilung des Jahres 1930 in wirtschaftlicher Hinsicht nach dem Jahresbericht der Re.chs- kreditgesellschaft einen guten Eindruck. Zu den ersten Kursen ergaben sich jedoch noch überwiegend kleine Abschwächungen. Am Ehemiemärkt eröffneten J.-G.-Farben 0,5 v. H. schwächer. Von sonstigen Werten büßten Karstadt 1,5, Waldhof 0,75, Rheinstahl 0,5, Dresdner Bank und Commerzbank je 0,5 v. H. ein. Am Elektromarkt lagen AEG. 1 o. H. fester, während die übrigen Werte dieses Marktes zumeist gut behauptet blieben. Ohne nennenswerten Umfah lag der Montanmarkt, obwohl sich wieder die Gerüchte von Dividendenerhöhungshoffnungen verstärkten. Einiges Interesse bestand am Automarkt für Daimler, und von Bankwerten für Barmer Bank. Am Pfandbriefmarkt bestand für Liquidaiionspfand- briefe weiter Nachfrage, bei erneuten Besserungen. Renten still, abef gut behauptet. Schutzgebiete wieder leicht erhöht. Im Verlaufe war kaum eine Oe- schäftsbelebung zu verzeichnen. Nachdem vorübergehend kleine Abschwächungen eingetreten waren, traten auf Wochenschlußdeckungen vereinzelt Erholungen ein, so daß die Kurse allgemein über dem Anfang laaen. Nur für Montanaktien bestand einiges Interesse. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 o. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1900, gegen Pfund 20,43, London gegen Kabel 4,8755, gegen Paris 123,93, gegen Mailand 93,16, gegen Madrid 36,55, gegen Schweiz 25,1312, gegen Holland 12,09. Berliner Börse. Berlin, 4. Jan. Wohl selten war die Beurteilung der herrschenden Stimmung so schwer, wie im heutigen Vormittags- und vorbörslichen Verkehr. Zu den ersten Kursen ergaben sich dann aber trotz vielfacher Befürchtungen kaum Veränderungen nach unten, da einige anregende Momente, die die Tendenz stützten — abgesehen von der im Moment wieder freundlicheren Beurteilung des Haag und dem günstigen Wirtschaftsbericht der Reichskreditgesellschaft, der besonders für das Jahr 1930 eine günstige Prognose stellt — Vorlagen. Ferner bestand wieder einiges Interesse für Montanwerte. Die 7- bis 8- v. H.-Dividendenhoffnungen bei Rheinstahl waren mieber zu hören. Aku lagen gegenüber ihrem schwachen gestrigen Abendbörsenkurs auffallend gut behauptet, und Der Siemensabschluß befriedigte anscheinend, trotz nicht erhöhter Dividende. Nachdem heute auch die Hapag eine Erklärung über Fahrpreisermäßigungen abgegeben hat, wurde diese Maßnahme der Schiffahrtsgesellschaften, eine Belebung der Passage herbeizuführen, nicht mehr so tragisch genommen wie gestern nach der Erklärung des Norddeutschen Lloyd, und dieses Papier lag heute eher widerstandsfähiger. Sonst fielen noch Mas'chinen- bauunterneljmungen (plus 1,75 v. H.), Hotel-Be triebs-Gesellschaft (plus 2,5 v. H.) und Spritwerte durch eine gewisse Festigkeit auf. Bei letzteren regte anderseits die beginnende Stoppuhrzeit an. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt, aber anscheinend nicht fester. Der Geldmarkt war noch weiter erleichtert. Tagesgeld 6,5 bis 8,5 v. H., Monatsgelb von 9 bis 10,5 v. H. Im Verlaufe bröckelten 'die Kurse bei stagnierendem Geschäft überwiegend ab. Eine Belebung war am Spritmarkt aus dem bereits erwähnten Grunde sestzustellen, wobei Schultheis und Ostwerke 2 bis 2,5 v. H. gewannen. In Danat- bank-Aktien betätigte sich die Baissepartei etwas stärker. Der Kurs war zeitweise bis auf 221,5 o. H. gedrückt. Man begründete die schwache Haltung zum Teil auch mit den Vorgängen bei der Emil-Heineke- A.-G., deren Wiedernotiz zum Kassakurs an der heutigen Börse allgemein gespannt erwartet wird. Bei einem Angebot von über 60 Millionen wird der Kurs auf zirka 30 v. H. taxiert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o. H., Lombardzinsfuß'8 o. H. Frankfurt a M Berlin Frankfurt a M Berlin Frankfurt a 'Dl Berlin' -zdjiuB- Kure i-Utv Kur Schluß Ihm Anfang. ff uts ^chiuh- »ure ■Ub Kur Schluß ftur An sang. Kurv •rdbuö. Rure ■Ub Rur Lchlu» Kure An sang- flut Datum 3 1. 4. 1. 3 I 4 1 Datum 3 1 4 1. 3 1 4 1 Datum 3 1 4- 1 3. 1. 4. 1 Deu Ich« ti. id)»aniett)e ron m? ........ 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 ......... Di. LnI..Ablös..Schu1v mit ttuo los.-Rechlrn........ $ec<)L ohne AuSIos. Rechte 8% Hess. Bolttstaot von 1929 (rückjohlb. 102%) .... ßberbclicn Provinz-Anleihe mH «uilo|.-9icd)leu...... Deutsche flomm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hvp.-Bank Goldpsc XIll unkündbar bis 1934 . 7% Franks. Lvp.-Bank Boldpse unkündbar bis 1932 ..... 4)4% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Eoldvse........ 8% Br. LondcSpsandbriesanstaU Pfandbrief R. 17..... 8% Pr. Landcspsondbriesaaslali Somm.-Obi. R. 16..... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Psandbricse R. 10 . . Q.C.O. 063. 6otrrteo>S61tflattcn rückzahlbar 1993 ..... 4% Oefterrrichische Soldrte.. 4,20% OeUen. Sllberri- 4% Oefterrelchlsche Einheitliche Rente.......... 4% Ungarische Eoldrte.. . . 4% Ungarl'che Staatir. v. 1910 4/,% te#gi. von 1913 . . . 4% Ungarische Aronenrte.. . 4% Dürl. Zollonlclhe 0.1911 4% rürkische Pagdadbahrr-Ln Serie 1. 4% deegl. i-ert- II 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 • . . . . Rumänische vereinh. diente von 1913 ....... 4% Rumänische vereinh. Reme . 87,4 97,75 7 87,5 46 47 96,5 82 80 97,5 95 89 86,5 24,75 2,65 21,4 19,3 1,9 7,1 6,9 6,9 8,75 13,9 7 | | 1 | | | | 1 I 1 1 1 II 11111l II 1 11 87,5 97,25 50,1 6,9 47,5 97,5 95 88,5 24,25 2,65 21,4 19,4 1.9 7 7,25 7,1 14 7 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 11 1 111 11 1 11 Hamdurg-Amertla Patel Hamb. Südom. Dampssch . fr Hansa Damr sschisf.....10 Norddeutscher Lloyd.....F Allg. Deutsche Creditank- . . lo Barmer Bankverein .... 1( Berliner HanvelSgeiellsch. . . li Commerz- und Pcival-Bank. U Daimst. u. AattonallxnU . . 1 Deutsche Bant......li Dieconto-Gesellschalt, Anl. . li Dresdner Bank......1< ReichsbarU........1 CLO.®........ Bergmann ... Slektr. Lieferung kgelelllckast 1 Licht und Kraft 1 stellen 4 Guilleaume. ... l'A @ei. f Eleltr. Untere.. ... 10 Hamb. (Helte »Werke .... 1 Rhein. (Bellt ...... . :> Schlei. Sielt ...... 1(> Schuckert L To. .... . 11 Siemens & Halske.....16 TranSrabio ......... 9 Lahmeyer L Co.......10 Buderus . . ....... 6 Deutsche ErdSl.......6 Essener Steinkohle......f- Gelsenkirchener ....... 8 Harvener..........0 Hcesch Elsen........6H alte Bergbau.......10 fllöcknerwerke ...... flütn-Reu iten .... 7 Manne:man -Rvdren ... 7 4)laik'|cl6ci Bergbau..... Lbench'ei Si'cn.eoafl .... Cberidilei floieroerte.....7 Dbönir Bergbau......6’4 Rhe nische Braunkohlen. . . 10 Rdelnstayi ... ...... 6 Rlebeck Montan......7,9 96,5 96 117 115 173 145,75 223,75 142 142 142 154,75 157 143.5 112 144 3 170 143 220 103.75 1C2.75 241,5 95,75 115,5 145 141,75 155.5 143,5 - 64,75 143 33,5 106,25 96 176 146 95,75 117.75 115,25 173,25 145,75 224,25 141,75 141,75 142 275 155,5 205 157,25 112,75 >44,5 143,5 171,25 272 118,75 159 64 92,5 137 132 144.5 110 219.25 92 07,5 92,5 103.4 71,75 r-3.13 103,75 243.75 106,75 96,5 95,5 117.5 115,5 173,25 145.25 223,25 141,75 141,75 156,25 144 128,25 172.5 273 64.5 92,75 135,25 132,4 144 109,5 219,75 91,9 107 93.25 103.5 92.25 103,5 244,5 106.75 Bereinigte Stahl» . . . Ciao; Minen . . 16'/. Rai merfe Ascher-Ieben ... i> Ra werke Westeregeln ... 10 ttahroei e SaUoenurth ... 16 3. G Karben-Industrle ... 1? Dynamit Nobel.......6 Scheioeanstair........ ti ROigerSwette ........ 6 MetaUgeiellichast..... 6 Philipp Ho,mann .... ? Semen werk Heidelberg ... 10 Eemeniwerk 'karlstaüt ... 10 itLayg S -vi 0 an .... 8 Schaudeis Parenyossr ... 15 Ostwerke ........12 «er. Glanzltoff......18 Lemberg........ " yelltlob Waldhos .... ISN Zellslosi Aschassenbura ... ,r- Charlottenburger Waner . . . S Schauet ®a».......v Daimler Motoren ...... 1 Deutsche Linoleum..... Maschinenbau A.-ü). ..... 0 A -rw r. Mi g i .....0 uuow. Loew .... io Rat Automobil . . ..... 0 Ctenfiem 4 Koppel ..... 6 VonhntB Ilefc......10 TvenSko ....... ,Vanti. Maichmeu......4 HNtzner ....... 6 yeyttgenstaeor ......u Zunghan». 6 Lechwerke. » Maintrailwerle tzSchst a. M 8 Mag. 10 Bedr. Roeder .....10 «oigi 4 t-aehua ...... .9 Südd. Lucker ....... 10 105 184 193 312 173,25 63 68 113,5 82,5 113Jj 76,25 130 230 313,5 <1 ,75 45,5 1 2.25 126,5 105 222,25 169.75 •— 112 75,5 — 181 133 - 34.25 230 - 161,75 105.5 52 184,75 194 b 313,25 170,4 j 68.5 113,25 81,5 72 266,75 206 132 181.5 132.25 93,5 147 34 234 41.25 17 152.75 313,5 41,5 48 126,5 222 162 105 5 51,75 186 194J5 17_° 63.5 67.25 114 82 267,5 207,6 - 129 181,5 146,25 34 233 43 17 3Ü 126,75 — Banfnofen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Berlin, 3. Januar Geld Bries Amerikanische Noten ... 4,173 4,193 Belgische Noten ....... 58,41 58,65 Dänische Noten ........ 111,90 112,34 Englische Noten . ....... 20,385 20,465 stränzMche Noten ....... 16,45 16,51 Holländische Noten ....... 168,51 169,19 Italienische Noten. ....... Norwegische Noten....... 21,96 111,85 21,94 112,29 Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling 58,85 59,09 Rumänische Noten ....... 2,475 2,495 Schwedische Noten ....... 112,33 112,77 Schweizer Noten ...... 81,34 81,66 Spanische Noten ....... 55.59 55,81 Tichechoilowakische Noten..... 12,335 12,395 Ungarische Noten ..... 73,05 73,35 3 Januar 4. Januar Amtlich'- Notierung Geir | Brie' Amtliche Not'eruna Geir Bri UmiL-'Jtoti 168,88 169,22 168.89 169.15 Buen.-Aireö 1,695 1.699 1700 1,704 Bcsi. Antw 58.495 58.615 58.46 58,58 Cbviftiania 112,12 112.34 112.07 112.29 Kopenhagen 112,16 112.38 112,14 112.36 Stockholm . 112,54 112,76 112.48 112 70 HeliingforZ. 10.515 10,535 10,515 10,535 Italien. . 21.905 21,945 21.93 21.94 London. . . 20,415 20,455 20,407 20,447 'Jleunott . . 4,187 4,195 4,1845 4,1925 Paris.... 16,465 16,505 16,465 16,505 Schwei» . . 81,21 81,37 81,185 81.345 ©Da üeit ■ 55,79 55.91 55,44 55,56 Japan - - . •Hio de Jan 2,054 2,058 2,054 2,058 0,459 0,461 0.456 0.458 Wien in D-> Ceft abfleft 58,91 59,03 58.89 59.01 Prag 'Bell tat) 12,389 12,409 12.381 12.401 7,415 7,429 7.415 7.429 Budapest. 73,27 73.41 73.25 73 39 Bu! arten 3,024 3,030 3.024 3.030 vifTabon 18,81 18.85 18.83 18,87 Danzig ponit ntin- 81,63 1,970 81.79 1,974 31.61 i.978 81,77 1,982 All,en. . . 5,435 5,445 5,435 5,445 Kanada 4,151 4,159 4,138 4,146 lltn uao 3,926 3 934 3.906 3,914 tatro ■ . . 20,932 20,952 20,925 20,965