Nr. 231 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreltag, 3. Oktober 193C Erschein, «ogliH,nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen Die JlluftrieNe Gietzener FamiUenblSttei Heimat im Bild Die Scholle Olonats«Be$ug$Dret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei.Richter- scheinen einzelnerNummern mfolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlöfle enter5ammelnummer2251 Anfchrrft für Drahtnachrichten Anzeiger Kietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche UniversitSlr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Deranttoonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gietzen. Der Reichskanzler unterrichtet die Parteiführer. Berlin, 2. Oft (lel.-lln.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing am Donnerslagvormittag zunächst als Vertreter der Reichsparlei des Deutschen INittelslandes Reichsminisier Dr. B r e d l und Reichslagsabgeordneten Drewitz. Dem folgte eine Unterredung mit den Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei. Reichstagsabgeordneten Weis und Müller. Anschließend daran empfing der Reichskanzler im Beifein des Reichsministers Schiele die Abgeordneten Graf Westarp und von Lindeiner-Wildau. Alle Besprechungen dienten der näheren Unterrichtung über den Wirtfchafis- und Flnanzplan der Reichsregierung und der Aussprache über die politische Lage. "'m Rachmittag wurden die Besprechungen mit den Vertretern der Parteien fortgesetzt und zwar empfing der Reichskanzler zunächst Dr. Gereke und D o e b e r i h für die Landvolkparlei, dann für die Staatsparlei Dr. August Weber und Staatssekretär a. D. Oskar Weyer. Morgen werden sich die Besprechungen mit Dr. Scholz und voraussichtlich auch schon mit Geheimrat hugenberg und Dr, Frick anschlietzen. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, verweisen die Parteiführer darauf, datz sie natürlich ihre Fraktionen befragen mühten, die fast alle in den nächsten lagen zusammen treten, so dah sich bis zum Beginn des Reichstages am übernächsten Montag ein Ueberblick über die Haltung der Parteien gewinnen lassen wird. Der Kanzler hat jedenfalls nicht die Absicht, die Dinge allzulange hinzuziehen, zumal es in der Ratur des Sanierungsprogrammes liegt, dah sobald wie möglich Klarheit geschas- f e n werden muh. Das ist auch deshalb notwendig, weil sicher damit gerechnet wird, dah die fi omni u n i ft e n gleich in der ersten Sitzung des Reichstages ein Mihtrauensvotum einbringen über das geschäftsordnungsmähig am folgenden läge beraten bzw. abgeftimmt werden mühte. 3n politischen Kreisen glaubt man nicht, dah die Sozialdemokraten ein solches Mihtrauensvotum unterstützen würden, rechnet vielmehr mit der Möglichkeit der Annahme eines Gegenantrages, über alle anderen Anträge zur Tagesordnung überzugehen. Hebet diesen Antrag würde, da er der weitest gehende wäre, zuerst abgestimmt, und damit könnte das Mih- kauensöotum erledigt werden. Man glaubt auch nicht, dah ein Antrag, die Rolverordnungen aufzuheben, dem Kabinett ernsthafte Schwierigkeiten machen könnte, da die Stimmung in sozialdemokratischen Kreisen keineswegs für die Aufhebung ist. Deshalb hofft man, dah die Sozialdemokraten dem Kabinett die Ermächtigung für den Ueberbrürfungsfrebif nicht verweigern werden, die es gleich zu Beginn der Reichstagsarbeiten verlangen wird. Die Kritik der Sozialdemokraten richtet sich in erster Linie gegen andere Dinge, namentlich gegen di e sozialen Punkte des 5 a n i e r u n g s Programms, so z. B. gegen die Mahnahmen, die auf dem Gebiet der Dohnungswirtschaft geplant sind. Inzwischen hat die Reichsregierung die Arbeiten am näch st jährigen Etat, der ja die meisten Aufgaben des Sparprogramms in sich schlieht, so weit gefördert, dah er bereits Mitte dieses Monats an den Reichsrat gehen wird und bann in ber ersten Hälfte des Rovember dem Reichstag zugeleitet werden kann. 3m ganzen muh man feststellen, dah die Aussichten der parlamentarischen Erledigung in den letzten 24 Stunden eher optimistischer beurteilt werden. Man findet es übrigens bemerkenswert, dah die Bayrische Volkspartei die Reichsregierung auffordert, ihr Programm nötigenfalls im Kampf gegen bas Parlament durchzusehen. Das Bekanntwerden des Regierungsprogrammes hat auf das Ausland, bas über bie Weiterentwicklung ber Lage in Deutfdjlanb vielfach beunruhigt war, einen überaus günstigen Einbruck gemacht, ba man baraus entnimmt, bah bie Reichsregierung z u bucchgreifenben Mahnahmen entschlossen ist. Der Lleberbrückungskredii. Eine AuSlandanicihe von 500 Millionen. Berlin, 2. Oft. (XU.) Der Ausland- fr c d i t , den die Reichsregierung zur Abdeckung der schwebenden Schuld aufnehmen will, soll rund 5 00 Millionen Mark betragen und eine zwei- bis dreijährige Lauffrist haben. Für seine Verzinsung und Emission werden die Bestimmungen der TZoungan leihe maßgebend sein, die bei 5,5 v. H- nomineller Der- zinsung einer Effektivverzinsung von etwa 7 v. H. durch ihren niedrigen Emissionskurs erziele. Es bleiben dann weitere 7 6 0 Millionen Mark schwebender Schuld übrig. Davon werden rund 400 Millionen durch Reichsschatzwechsel aufgebracht werden, der Rest durch weitere 3nlandkredite. Die Abdeckung der gesamten Schuld soll vom 1. April nächsten Jahres an in Monatsraten von 35 Millionen Mark vvrgenommen werden, wobei zunächst die kurzfristigen 3nnenkredite her- ankommen dürften. Reue Forderungen der Wirtschastspariei. Revision des Noungplans Berwaltungsreförm. Berlin, 2. Oft. (TU.) 3m Reichstage fand am Donnerstag eine Führerbesprechung der Wirtfchastspartei statt, an der Mitglieder des Parteivorstandes der Reichstags» fraktion und Vertreter der Länderparlamente teilnahmen. Rach einem Bericht des Parteivor- sihenden Drewitz und nach lebhafter Aussprache, an der sich auch Reichs) ustizminister Dr. B r e d t beteiligte, wurden im Hinblick auf das von der Reichsregierung veröffentlichte Programm Richtlinien aufgcstellt, von deren grundsätzlicher Billigung und künftiger Berück- sichtigung in Gesetzgebung und Verwaltung die Wirtschaftspartei ihre fernere Beteiligung an einer Reichsregierung abhängig macht. 3n dem Beschluß wird zunächst anenannt, daß dasRe- gierungsprogramm in zahlreichen Punkten den allgemeinen Forderungen der Wirt- schaftspartei wenigstens teilweiseRech- nung trage. Dann wird erklärt, dah die Wirtschaftspartei keinerlei neuen steuerlichen Bela st ungen der Wirtschaft zu- stimmen werde. Heber das Regierungsprogramm hinaus werden folgende Forderungen an die Reichsregierung gestellt: 1. Einleitung von Verhandlungen zur Herbeiführung eines sofortigen Moratoriums für die Reparationszahlungen mit dem Ziel der Revision des Voungplanes. 2. Durchgreifende Verwaltungsreform in Reich, Ländern und Gemeinden mit dem Ziele der Beseitigung aller Parteibuchbeamten und überflüssigen D i e n st st e l l e n. 3. Sofortige Einführung der allgemeinen Arbeitsdienst Pflicht mit dem Ziele der Behebung der Arbeitslosigkeit und weitere entschiedene Reform deS sozialen Versicherungswesens. 4. Weiterer planmäßiger Abbau der Ausgaben der öffentlichen Hand,Beseitigung der öffentlichen Regiebetriebe, Ueber- führung des öffentlichen Wohnungsbauwesens in die freie Wirtschaft, weiterer Abbau der Realsteuern, Reform des Schlichtungswesens und Maßnahmen zwecks Senkung der kartellierten Preise und der überspannten Zinssätze. Kampfansage der Deutschnationalen. Noungplan und Außenhandelspolitik. Berlin, 2. Oft. (TU.) Von maßgebender deutschnationaler Seite wird folgendermaßen zu dem veröffentlichten Regierungsprogramm Stellung genommen: 1. Der Wirtschafts- und Finanzplan des Kabinetts Brüning geht an den Kernpunkten unserer Politik vorbei: an der Tribut frage und an der Außenhandelspolitik. 2. Vereinfachungen im Steuersystem und Sparsamkeit auf allen Gebieten sind Selbstverständlichkeiten. 3. Die Zunahme der Beschäftigungslosigkeit der Betriebs- und die Erwerbslosigkeit stehen in eng st em Zusammenhang mit der Tribut- und Handelspolitik, die eine übermäßige Einfuhr fremder Waren begünstigt und die Ausfuhr deutscher Waren erschwert. 4. Jedes Opfer eines Berufsstandes oder jede Mehrbelastung der Wirtschaft einschließlich der Arbeiterschaft durch Steuern und soziale Abgaben ist nutzlos, solange nicht gleichzeitig eine wesentliche Erleichterung der Tributrate erreicht wird. 5. Die DRVP. wird gemäß ihrem Wahlversprechen den Kampf gegen den TZoung- plan und gegen die bisherige Handelspolitik fortsehen und demgemäß keine Regierung unterstützen, die an diesen Kernfragen vorübergeht, sondern sie auf das entschiedenste bekämpfen. Severing zum Finanzprogramm. Mainz, 2. Oft. (TU.) Auf der Tagung der Reichsgemeinschaft Deutscher Kommunalbeamten in Mainz sprach Reichsminister a. D. Severing zu dem Wirtschafts- und Finanzprogramm der Reichsregierung. Das Programm enthalte d i e allergrößten Fehler, die nur gemacht werden tonnen. Es sei ungerechtfertigt, den Beamten 6 v. H. ihres Einfommens abzuziehen, ohne eine Staffelung vorzunehmen. Wenn man darauf verzichte, weitere Zuschläge zur Einkommensteuer zu erheben, und man gleichzeitig ankündige, dah man die Vermögenssteuer nur von Sätzen von 20 000 Mark an erheben würde, so lägen darin sehr große psychologische Fehler, die Brüning, der sonst ein sehr guter Psychologe sei, nicht hätte begehen dürfen. Es sei aber zu hoffen, dah die an den kommenden Verhandlungen beteiligten Parteien diese schweren Mängel ausgleichen würden. Weiter lehnte Severing die im Regierungsprogramm vorgesehenen K o n- trollmahnahmen für die Gemeinden ab, weil dadurch der Deamtenapparat ver- gröhert und keine Ersparnisse erzielt würden. Das Programm Brüning enthalte einen Punkt nicht, der auch nach Ansicht einiger Mitglieder der Reichsregierung gerade jetzt vorwärtsgetrieben werden müsse: die Reichsreform. Alle mühten sich doch darüber klar fein, dah die Länder fallen müssen. Das sei Reichsreform. Gparabsichten auch in Preußen Bedenken gegen Dietrichs Lanicrnngsprogramm Berlin , 2. Oft. (DDZ.) Die preußische Staatsregierung hat sich eingehend mit dem Sanierungsprvgramm der Reichsregierung beschäftigt. Zu einer abschließenden Stellungnahme ist die Staatsregierung noch nicht gelangt. Es ist anzunehmen, daß Preußen vor feiner Erklärung zu dem Sanierungsprogramm die Haltung der Reichstagsfraktio- B er lin, 2. Oft. Das umfassende und großzügige Steuervereinheitlichungsprogramm der Reichsregierung soll, wie wir erfahren, auch noch in praftischer und technischer Hinsicht um zahlreiche Maßnahmen ergänzt werden, die die öffentliche Kassengebarung wesentlich erleichtern werden. Es sind bereits Erörterungen darüber im Gange, ob es nicht angängig wäre, die Reichs-, Länder- und Kommunalfassen dergestalt zu zentralisieren, dah ein ein- heitliches Inkasso und eine einheitliche Behandlung fiskalischer Zahlungsbescheide geschaffen werden könnte. Selbstverständlich handelt es sich hierbei zunächst um Erörterungen im Rahmen der zuständigen Ressorts, doch haben bereits die ersten Verlautbarungen über diese begrüßenswerten Pläne in allen Kreisen der Wirtschaft eine rege Zustimmung gefunden. 3m einzelnen plant man, daß alle Zah lunaen und Abgaben an öffentlichen Behörden und fiskalischen Werke, also die verschiedenen Reichs-, Staats» und Kommunalsteuern, Gebühren für Strom und Gas und was es sonst noch an öffent- Paris, 2. Oft. (TU.) Das Finanzprogramm der Regierung Brüning findet in der Pariser Presse nur sehr vereinzelt Beachtung. Obgleich seit Dienstagabend in Paris bekannt, hatten die Mittwoch-Abendblätter noch keinerlei Stellung dazu genommen und auch die Donnerstag- früh-Zeitungen widmen ihm nur wenige Zeilen, in denen sie jedoch weniger den Wert des Programms behandeln, als den Anstrengungen Brünings, der katastrophalen Finanzlage des Reiches gerecht zu werden, ihre Anerkennung zollen. Das „Journal" betont, man sei zu der Feststellung gezwungen, dah Brüning beachtenswerte Anstrengungen mache, um Ordnung in die Finanzen zu bringen und dah er hierzu das einzig mögliche Mittel anwende, nämlich Einschränkung der Ausgaben. Reichsbank- präsident Dr. Luther werde demnächst nach Paris reisen, um erstens mit dem neuen Präsidenten der Bank von Frankreich zusammenzutreffen, zum anderen aber auch, um mit einem Pariser Bankenkonsortium die Möglichkeit einer Anleihe zu besprechen, die in Höhe von 1,2 Milliarden Mark zu fast gleichen Teilen in Reuhork, London und Paris ausgenommen werden soll. — Der „Petit P a r i s i e n" spricht von einer verzweifelten Energie, mit der der Reichskanzler die Finanzlage bessern wolle, weil die Rotwendigkeit if>n dazu zwinge und weil Deutschland neue Anleihen benötige. Das Blatt fügt ironisch hinzu, dah in Deutschland alles stets mit einer Anleihe ende. Auch der Berliner Korrespondent des „Petit Parisien" spricht von Anleiheplänen und schreibt, man habe diese Pläne gegenwärtig einem deutschen Dankenkon- sortium unterbreitet und man behaupte, dah auch der Zündholztrust Kreuger an der Operation teilnehmen werde. Man spreche von einem Kredit auf zwei 3ahre, den ein amerikanisch-deutsches Bankenkonsortium unter Führung einer großen Reuyor- fer Dank gewähren solle. Londoner Echo. London, 2. Oft. (WTD.) „Financial Times" schreibt: Der Finanzplan der deutschen Regierung zeigt, dah die feste Absicht besteht, die Gefahren zu beseitigen, deren Vorhandensein seit langem bekannt war, und die durch die langwierigen Debatten über ifjre ilr- sachen nur noch größer geworden sind. Wenn der Plan zur Durchführung gebracht werden kann, ist alle Aussicht dafür vorhanden, dah er in Deutschland wiederdievertrauens- volle Stimmung schafft, die unbedingt notwendig ist. 3eder Tag der Verzögerung wird die bestehende Llnsicherheit in entsprechendem nen a&toartet. 3n politischen Kreisen verlautet jedoch, daß gegen einzelne Vorschläge des Reichsprogramms ernste Bedenken zu äußern seien. Preußen seinerseits hat schon seit längerer Zeit Sparmaßnahmen in Vorbereitung. Die einzelnen Ressorts sind nochmals ersucht worden, zunächst ein auf insgesamt 100 Millionen b e rech ne- t e s Sparprogramm in der preußischen Verwaltung zu realisieren. Dies wird z.T. durch Maßnahmen der Verwaltungsresorm geschehen, durch Ersparnisse u. a. bei Amtsgerichten, Landräten usw. Bisher ist über die Kürzung der preußischen Deamtengehälter noch fein Beschluß vom Staatsministerium gefaßt worden. Die Preußenregierung wird sich aber in der nächsten Zeit noch sehr eingehend mit ihrem Landes- sinanzprogramm zu befassen haben. Cs verlautet, daß Finanzminister Höpker-Aschoff ein ziemlich umfassendes Sparprogramm vorlegen wolle. lichen Zahlungen gibt, an einer einheitlichen Zahlstelle zu erledigen sind. Don dieser Stelle aus würden dann auch die Steuerzettel und die Gebührenrechnungen bearbeitet und versandt werden. Aus diese Weise entstünde in unserer öffentlichen Zahlungspolitif endlich die Vereinfachung, die von der Oessentlichkeit schon seit 3ahren dringlich gefordert wird. Es besteht zur Zeit nur das eine große Problem, wer das 3nkasso, die Gelderhebung, vornehmen soll. Da hierbei naturgemäß eine getrennte Buchführung notwendig ist, könnte die einheitliche 3nkaffostelle kollÄtiv von Vertretern aller intcreffierben Behörden entsprechend ihres Anteils besetzt werden. Aus diese Weife würde der fiskalische Er- hebungs- und Zahlungsapparat eine klarere Lieberficht und eine Verringerung erfahren. Man darf hoffen, daß diese Pläne noch im Rahmen der Steuervereinheitlichungsaktion die nötige Berücksichtigung finden, wodurch zahlreiche Miß- Helligkeiten und Llnklarheiten, die heute oftmals in erschreckendem Umfange zutage treten, beseitigt werden würden. Maße vergrößern und die Bildung der notwendigen Kapitalreserven verhindern. Deutschland hat drückende Verpflichtungen gegenüber dem Auslande, und um ihnen nachzukommen, muß seine 3ndustrie ihre Exportfähigkeit aufrechterhalten und sogar vergrößern. Dazu ist es dringend erforderlich, dah flüssiges Kapital reichlich verfügbar und das Preisniveau günstig ist. Offenbar hofft man, daß die Ordnung der Staatsfinanzen und die Aufforderung zu entsprechenden Lohnherabsetzungen in der 3n- dustrie dazu beitragen werden, diese Voraussetzungen zu schaffen. Ford in Köln. Köln, 2. Oft. (Sil.) 3m Anschluß an die Grundsteinlegung zum Reubau der Ford- F a b r i f in Köln fand im Rathaus ein Empfang statt, dem Ford mit seiner Gattin und seiner übrigen Begleitung beiwohnte. Oberbürgermeister Dr. Adenauer wies auf die ernste wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland hin. Die Haupturfache unserer Rot feien bie ungeheuren Leistungen und Zahlungen, die wir in den letzten zehn 3ahren an unsere früheren Feinde gemacht haben, ilm das Regierungsprogramm im wesentlichen durchzuführen, um im 3nnern Ordnung zu schaffen, und die gegenüber den früheren Gegnern eingegangenen Verpflichtungen erfüllen zu fönnen, werde das deutsche Volk heroische Anstrengungen machen müssen. Sollte sich zeigen, daß wohl im 3nnem Ordnung geschaffen werden fönne, aber nicht gleichzeitig die ungeheuren vertraglichen Lasten getragen werden tonnten, dann werde derZeit- punkt der Revision gekommen sein, den die Verträge selbst vorsähen. Diese Revision werde dann der Gerechtigkeit und auch der Klarheit entsprechen, da Europa und die "anze Welt ein 3ntere.se daran hätten, daß Deut chland gesund sei. — 3m Ramen Fords dankte R«..a>s- minister a. D. Albert, der Mitglied des Aufsichtsrates der deutschen Riederlas.ung der Ford- Gesellschaft ist. Henry Ford denke über die Zukunft Deutschlands nur optimistisch, die augenblicklichen Schwierigkeiten sehe er als vorübergehend an. Die Einberufung des Reichstags. Reichstagspräsident L ö b e als Präsident des Reichstags der vierten Wahlperiode gibt bekannt: Auf Grund der Artikel 23 und 27 der Reichs- Verfassung wird derneu gewählteReichs- ta g berufen, am Montag, 13. Oktober 19 30, 15Llhr, zusammenzutreten. Zentralisierung bei den öffentlichen Kaffen Der Einheitssteuerzettel und ein einheitliches Znkaffo. Paris und die deutschen Anleiheplä'ne. Schluß -er Plädoyers im Leipziger Hochverratsprozeß. Leipzig, 2. Oft. (WLD.) Der achte Q3er- Handlungstag im Hochverratsprozeß gegen die Lllmer Reichswehrofsiziere brachte den Schluß der Plädoyers. Rechtsanwalt Dr. ©ad kommt zu dem Ergebnis, daß von den Angeklagten nichts getan worden sei, was den Tatbestand der Anklage erfülle. In seiner Replik weist dann Reichsanwalt Dr. Rage! darauf hin, daß ihm fcrngelegen habe, etwa den Inhalt der Protokolle ungebührlich auswerten zu wollen, aber auch die Hauptverhandlung habe ausreichendes Belastungsmaterial ergeben, von dem ein erheblicher Teil nicht einmal in den Pro- tokoNen enthalten sei. Seines Erachtens sei der klare juristische Beweis für das Bestehen einer Verbindung zwischen den Angeklagten und der RSDAP. geführt. Daß die Angeklagten mit ihrer Werbetätigkeit über das bloße Debattieren. Theoretisieren und Erforschen einer Stimmung hinausgegangen seien, bedürfe keiner weiteren Ausführung. Cs sei also nicht bloß ein Luftgebilde von ihm aufgebaut worden, wie das von der Verteidigung dargestellt worden sei. Der Reichsanwalt schließt: Auch ein Hochverrat bleibt ein Hochverrat, selbst wenn er aus edlen Motiven erfolgt ist. Kurz gesagt, sollten das Reichswehrministerium, die Reichsregierung und das ganze deutsche Volk nach der Pfeife der Leutnants tanzen. (Im Zuhörerraum brechen Mißsailenskundgebungen aus, die der Vorsitzende energi.ch rügt.) Das braucht sich das deutsche Volk nicht nicht gefallen zu lassen und kann es auch nicht. Der Staat ist nicht nur für Leutnants oder überhaupt für einen einzelnen Berufsstand da, sonl^rn für das ganze deutsche Volk. Rechtsanwalt Dr. Sad wendet sich erregt gegen die Ausführungen des Reichsanwalts, dem er Verkennung des Tatbestandes in subjektiver und objektiver Hinsicht vorwirft, auch müsse er betonen, daß für das hohe beantragte Straßmah sich aus der Rechtsprechung des Reichsgerichts kein Anhalt ergebe. Rach kurzen Worten des militärischen Verteidigers wurde den Angeklagten das Schlußwort erteilt. Sie betonten erneut, daß die Ziele lediglich die gewesen seien, die Wehrhaftigkeit ins Volk zu bringen, und beantragten ihre Freisprechung. Die Verhandlung wurde darauf geschlossen. Die Llrteilsver- kündung ist Samstagvormittag zu erwarten. Der Stahlhelm in Bayern. Das Uniformverbot der Münchener Regierung. München, 2. DEL (IU3 Wie der Bayerische Stahlhelm mitteilt, hat die Polizeidirektion München unter Hinweis auf das Uniformverbot des bayerischen Innenministers die Beteiligung des Stahlhelms in Bundestracht an den B e i f e tz u n g s f e i e r l i ch k e i t e n für den Prinzen Leopold von Bayern in letzter Stunde verboten. Der Bayerische Stahlhelm hat daher an den in Bayern eingetroffenen Reichspräsidenten, sein Ehrenmitglied, ein Telegramm gesandt, in dem das Uniformverbot als um so unpassender bezeichnet wird, als der Stahlhelm in Bayern noch nie irgendwelche Zusammenstöße mit Andersdenkenden gehabt habe und mit Polizei und Reichswehr vorher bereits alle Vereinbarungen für Beteiligung einer Abordnung des Stahlhelms an den Feierlichkeiten getroffen gewesen seien. In tiefster Empörung über diese Vergewaltigung sehe sich der Bayerische Stahlhelm außerstande, sein Ehrenmitglied, den Herrn Reichspräsidenten, bei diesem Anlaß zu begrüßen. Er entbiete daher telegraphisch ehrerbietigen Gruß und Front Heil. Die Deutsche Staatspartei. Berlin, 2. Oft. Innerhalb der Deutschen Staatspartei steht eine grundsätzliche Auseinandersetzung bevor. In volksnationalen Kreisen hat es Aufsehen erregt, daß der staatsparteiliche Reichstagsabgeordnete Dr. Reinhold, der ehemalige Reichsfinanzminister und ZÄtungsverleger in Leipzig, Chefredakteur der „Bossischen Zeitung" und gleichzeitig Mitglied des Llll- steinschen Aufsichtsrats geworden ist. Außerdem ist man empört darüber, daß der staatsparteiliche Abgeordnete Dr. Stolper, der Herausgeber des „Deutschen Volkswirts", sich für die Ansiedlung des tschechischen Schuhkönigs Bata in Deutschland einsetzte. In diesem Zusammenhang ist das Wort vom wirtschaftlichen Landesverrat gefallen. Die Auseinandersetzungen sind nach einer Meldung des „Berliner Tageblatts", bereits Gegenstand einer Führer- besprechung gewesen. Sie werden in der nächsten Woche voraussichtlich den Haupt- aktivnsausschuß der Partei beschäftigen, der am Dienstag zusammen treten soll. Knegshehe in polen. Delirium im Pilsudski-Lager. Marschau, 3. Ott. (TU.) Welches Ausmaß das in der letzten Zeit auch von Blättern und Persönlichkeiten des Regierungslagers betriebene Kesseltreiben gegen alles Deutsche angenommen haL beweist das letzte Heft der „Mocarstwvwiec", das Hauptorgan der Pilsudskischen Organisation, genannt „Macht-Liga Polen". In diesem Heft wird erklärt, daß der Krieg zwischen Deutschland und Polen unvermeidlich sei und unmittelbar bevor st ehe. Wörtlich heißt es weiter: „Das gegenwärtige Geschlecht ist dazu berufen, den Ramen Grunwald (Tannenberg) in der polnischen Geschichte zu verewigen, d. h., daß durch die Riederlage Germaniens die Macht des Preußentums zerstört werden muß. Unser Ideal ist, Polen im Westen mit de r Oder und der Reisse abzuschließen und ganz Ostpreußen Polen einzuverleiben. Daß das erreicht wird, ist in diesem Augenblid die große Aufgabe des polnischen Volkes. Mit dem Kriege gegen Deutschland werden wir die Welt in Erstaunen sehen. Es werden ungewöhnliche und jedes menschliche Ermessen übersteigende Blutopfer notwendig sein, um die Schande der Erniedrigung, die uns die Deutschen zufügten, wegzuwaschen. Den Mitgliedern der Machtliga muh es Pflicht Jein, in die polnische Armee einen unerbittlichen, bis zum Fanatismus opferbereiten und bis zur Grausamkeit gehenden Kampfgeist hineinzutrcrgen." Das Frühstück in Dar-le-Duc. Kommt ein Kurswechsel in Frankreich? Poincarö hat die Absicht, aus seiner politischen Reserve herauszutreten. Er hat am letzten Sonntag eine Rede gehalten, die den Ministerpräsidenten T a r ö i e u stark beunruhigte, die aber besonders auf Briand zuge- spitzt war. Das hat zunächst den Außenminister veranlaßt, in Genf die Rolle eines Lieber» Nationalisten zu spielen und jede Abrüstung strikte abzulehnen. Herr Tardieu hat sich aber beeilt, gemeinsam mit dem Kriegsminister Magi- not,, Poincare in Bar-le-Duc einen Früh- stücksbesuch abzustatten. Was bei dieser Besprechung herausgesprungen ist, weiß man nicht. Zeitungen, die gut unterrichtet fein wollen, glauben aber, daß Tardieu die Tage seines Kabinetts für gezählt hält und daß er bei der nächsten Gelegenheit durch die Kammer gestürzt wird. Er will offenbar nun so vorgehen, daß er sich bie Freundschaft Poincares sichert und Briand fallen läßt, um, wenn es notwendig ist, sein Kabinett umzubilden und Poincare die Ministerpräsidentschaft zu übSr- lassen. Pressevertretern, die ihn über seine Reise nach Bar-le-Duc befragten, erklärte Tardieu, daß er nur seine bei seiner Abreise abgegebenen Erklärungen über den streng privaten Charakter des Frühstüds, das er gemeinsam mit Herrn' und Frau Poincarö und Kriegsminister Maginot eingenommen habe, bestätigen könne. Die politischen Folgen, die gewisse Zeitungen in dieser Unterredung sähen, nämlich eine Um- bilbung des Kabinetts oder irgendwelcher politischer Kurswechsel, seien vollkommen falsch. Der morgige Ministerrat werde noch nicht den Zeitpunkt für den Zusammentritt des Parlaments, der frühestens am 28. Oktober erfolgen werde, sestsehen, sondern zum großen Teil dem außenpolitischen Expose gewidmet sein werde, das Briand über den Verlauf der Völkerbundstagungen erstatten würde. Briand und Handelsminister F l a n b i n sind gestern aus Genf wieder in Paris eingetroffen. Als Briand aus dem Zuge stieg, trat plötzlich ein Mann auf ihn zu und machte ihm laute Vorwürfe, er führe den Krieg mit Deutschland wieder herbei. Es handelte sich um einen 36 Iahre alten, zu 65 Prozent kriegsbeschädigten Architekten. Er wurde fest genommen, während Briand ausrief: „Das konnte gar nicht anders kommen!" Der Architekt hat, wie sich aus einer bei ihm gefundenen Fahrkarte ergab, denselben Zug von Genf nach Paris benutzt wie Briand. Als Briand in Paris den Lyoner Bahnhof verließ, hatte sich dort eine Anzahl Camelots du R o i (Mitglieder der radikalen, royalistischen Rechten) versammelt, um eine Kundgebung gegen Briand zu veranstalten. Die Polizei schritt ein und verhaftete mehrere von ihnen. Die Neuwahlen in Oesterreich. Kampf zwischen Christlich-Sozialen und Sozialdemokraten. — Oie Stellung der Heimwehren. — Gründet Schober eine eigene Partei? Die C h r i st l i ch s o z i a l e n haben nicht nur die Abhalfterung Schobers durchgesetzt, sie haben auch erreicht, daß Neuwahlen zum Parlament ausgeschrieben worden sind, und daß ihnen in den wichtigen Wochen der Wahlvor- bcreitung der gesamte Regierungsapparat unumschränkt nai» Gedeckt. »wolkig, ® Gedeckt •Regen, * Schnee a Graupeln « Nebel K Qewitter.@Windstiiie.O-. sehr leichter 0$r- massiger Südsüdwest 'S Stürmischer «ordwesl bie Pfeile fliegen mit dem winde Oie Deinen Stationen stehenden zahlen geben die Temperatur an. Oie Linien verbinden Orte mit gleichem) auf neeresniveau umgerechneten Luftdruck Das Hochdruckgebiet ist unter weiterer Kräftigung vollständig auf den Kontinent gewandert. Wohl beginnt es schon, sich mehr nach Osten auszubreiten, aber dennochi bleibt sein Einfluß bestimmend für die Wetterlage. Aussichten für Samstag: Stellenweise dunstig, tagsüber aufheiternd und schwach bewölkt, trocken, weiterhin stärkere Temperaturgegensätze zwischen Tag und Rächt, im ganzen etwas wärmer. Aussichten für Sonntag: Abflauen der Temperaturgegensätze, dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, trocken. Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 12,7 Grad Celsius, abends 6,4 Grad: am 3. Oktober: morgens 2,8 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum — 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe nm 2. Oktober: abends 13,4 Grad: am 3. Oktober: morgens 8,5 Grad. — Sonnenfcheindauer 9X Std» Aus -er Provinzialhauptsta-i. Gießen, den 3. Oktober 1930. Oie Kunst, gut hauszuhalien. .Viel vertun und wenig erwerben, Ist der beste Weg, um bald zu verderben." Gut hauszuhalten ist wirklich eine Kunst. Sie beruht auf Fleiß, Ordnung, Berechnung, Vorsicht, Erfahrung und Regelmäßigkeit. Eine wichtige Ausgabe der Frau besteht darin, zu lernen, nicht nur mit den ihr zustehenden Mitteln auszukommen, sondern den Ihrigen auch damit soviel wie möglich Gutes zu tun und Freude zu bereiten. Der Mann schüttelt gern die ganze Sorge des inneren Hauswesens von sich ab, um sie allein der Frgu zu überlassen, trotzdem aber von ihr zu fordern, was nur durch vernünftiges Zusammenwirken erzielt werden kann und zu diesem Zusammenwirken gehört vor allem die Berechnung. Es muß ein Voranschlag für das Iahr ausgestellt und dabei das Einkommen lieber zu gering als zu hoch angenommen werden. Es tritt an uns die Frage heran: Welches sind die laufenden und unbedingt nötigen Ausgaben? Wie hoch belaufen sich die Geschäftsunkosten, Steuern, Wohnung, Heizung, der Dienstboten- lohn, die Ausgaben für Schul- und Unterrichts- zwecke usw.? Wieviel darf für Lebensmittel, Vergnügungen, Reisen u. dal. ausgegeben werden? Auch unvorhergesehene Ausgaben müssen bedacht werden. Dor allem gilt es die Befriedigung der notwendigsten Bedürfnisse des Hauses und der Familie, dann erst kommt das, was das Leben angenehm macht. Um die Ausgaben zu regeln und jederzeit zu sehen, daß man nicht mehr verausgabt als man einnimmt, ist es unerläßlich, Haushaltungsbücher zu führen und diese regelmäßig wöchentlich oder monatlich abzuschlie- ßen. Man wird sich auf diese Weise am besten Rechnung oblegen über regelmäßige, notwendige ""d überschüssige Ausgaben, und wenn Ein- sa^ünkungen notwendig werden, wird es leicht sein, zu erkennen, wo diese eintreten müssen. Die Regelmäßigkeit einer hauswirtschaftlichen Buchführung wird überhaupt den Sinn für Ordnung schärfen. Eine richtige Regelmäßigkeit im Haushalte ohne Pedanterie erleichtert der Hausfrau das Regieren, es gibt ihr eineUeber- slcht über alle im Hause vorkommenden Ereignisse, weil das Ungewöhnliche sich sofort vom Gewohnten unterscheidet, es erhält den Frieden und die Eintracht, denn wo eine richtige Einteilung herrscyt, da erkennt jeder seine Pflicht und erfüllt sie gern. Die Ordnung ist die stärkste Stühe der Gesundheit und der Heiterkeit. Die regelmäßige Befriedigung aller unserer Lebensbedürfnisse ist das Hauptmittel, sich gesund zu erhalten, und das Wohlsein des Körpers hängt innig mit dem dec Seele zusammen. Man merkt dies schon an dem Einfluß, den die Unregelmäßigkeiten in den unbedeutendsten Funktionen nach sich ziehen. Eine durchwachte Rächt raubt uns mehr Kraft, als zwei durchschlafene uns wieder einbringen können. Wieviel an unserem Besitz wird durch die Ordnung erhalten und geschont, und wieviel Zeit geht verloren, wo stets erst gesucht werden muß, wenn man einen Gegenstand braucht. „Zeit ist Geld!" Aber die Zeit ist ein Wert, dessen Verlust unersetzlich ist, während Geld sich wieder ersetzen läßt. Zeit sparen, heißt Zeit gewinnen, gerade wie Geld sparen Geld gewinnen heißt. Die ersparte Mark bringt uns oft mehr Ruhen, als die neu erworbene. Ie leichter der Gewinn und Erwerb ist, desto leichter und schneller wird das Geld auch wieder ausgegeben, und je mühseliger das tägliche Brot erworben wird, desto überlegter ist das Ausgeben und muß es sein. Sparsamkeit und Geiz sind jedoch himmelweite Unterschiede. Die Sparsamkeit verbraucht nicht mehr Mittel, als zu Gebote stehen, sie beschränkt sich auf das Rötigste und das Rützlichste und verschafft sich das Angenehme nur, soweit sie es vermag: der Geizige aber scharrt ohne Rot und Zweck alles zusammen und verbittert sich und anderen das Leben. Zum guten Haushalt gehört aber auch Vorsicht und Erfahrung. Die Vorsicht sieht voraus, was sich im allgemeinen und besonderen ereignen könnte und steht daher gerüstet da für alle Fälle, und die Erfahrung macht weise. Sie lernt aus jedem fremden Verhältnis wie aus dem eigenen, sic blickt frei umher und beobachtet, was sich bewährt, um es im" eigenen Hause je nach den Verhältnissen anzuwenden. Ein altes Sprichwort sagt: „Wer nicht die Augen öffnet, wird den Beutel auftun müssen und Lehrgeld zahlen." Darin liegt eine große Wahrheit, besonders für die Frau, denn der Blick der einzelnen ist oft zu sehr auf das eigene Haus gerichtet, statt auf die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse zu achten. Zu den Erfahrungen, welche die Vorsicht lehrt, gehört auch die: Führe selbst den Schlüssel zu deinen Vorräten, damit du sie berechnen, übersehen und einteilen kannst. Es ist besser, von vornherein die Hausleute an eine gewisse sichere Ordnung zu gewöhnen, die gern angenommen Oie umgestaltete Bahnhofshalle. Nach längerer Umbauarbeit, deren zeitliches Ausmaß durch die Aufrechterhaltung des reibungslosen Verkehrs starker Menschenmassen bedingt war, find nunmehr die Umbauarbeiten in der Gießener Bahnhofshai le zum Abschluß gekommen. Wie wir bei einer früheren Gelegenheit schon hervorhoben, ist die Halle durch diese Neugestaltung in ihrer räumlichen Zweckbestimmung wesentlich verbessert roorbep. Für den Verkehr des Publikums steht nunmehr eine wesentlich größere Fläche als früher zur Verfügung, so daß ein Anstauen der Menschenmassen, das früher häufig unliebsam in Erscheinung trat künftig wohl kaum noch festzustellen sein wird. An der westlichen Seite der Halle haben die Bahnsteigsperren jetzt endgültige Gestalt angenommen. Mehrere Meter von den breiten Ausgängen entfernt sind die Sperren in neuzeitlicher Weise eingerichtet, und dabei ist auch Bedacht darauf genommen worden, daß die Beamten der Sperre durch Glasaufsätze auf die in halber Manneshöhe rundum geschlossenen Sperrstände vor Zugluft weitmöglichst geschützt sind. Neben den Sperren hat die Bahnhofs- buchhandlung einen übersichtlichen und räumlich reichlich bemessenen Stand erhylten, der durch einen Ausgabeschalter nach dem Bahnsteig 1 zu in unmittelbare Verbindung mit dem Bahnsteig gebracht wurde. Dan dem Wartesaal 2. Klasse aus hat man in einem Durchbruch nach der Halle zu unmittelbar neben dem Wartesaaleingang einen Verkaufsstand für Er frischungen der verschiedensten Art geschaffen, von dem aus die Bedienung des Publikums sowohl nach der Halle zu, wie auch im Innern des Wartesaales möglich ist. Auf der östlichen Seite der Halle ist nach Ueberwindung mancher Schwierigkeiten eine mo- wird, weil sie Gesetz ist, als Gelegenheit zur Willkür zu geben, die leicht Verdacht, Mißtrauen und Verdruß hervorruft. Gr. Zum Stahlhelmtag in Koblenz. Man schreibt uns: Don den für den Reichsfrontsoldatentag des Stahlhelm am Rhein bereitgestellten Sonderzügen passieren fast 60 den Bahnhof Gießen. Die hiesige Kraftfahrstaffel verläßt Samstagmorgen Gießen, die Ortsgruppe fährt in zwei Omnibussen Samstagnachmittag ob Ludwigsplatz. Auf dem Rückweg von Koblenz nehmen am Sonntagabend etwa 150 Mann vom Kreise Erfurt in Gießen Quartier, während ein weiterer größerer Transport des Gaues Saale — Thüringen mit etwa 30 Lastwagen in Stärke von 800 bis 900 Mann am Montag gegen 12 bis 14 Uhr hier eintrifft. Diese Stahlhelm-Abteilung wird von der Frankfurter Straße aus mit Musik durch die Stadt nach dem Brand- Platz ziehen, wo die Autos parken, während ihre Insassen eine kurze Mittagsrast machen, um dann über den Vogelsberg den Weg nach Thüringen zu nehmen. Am Abend trifft der Untergau Altenburg ebenfalls mit Kraft- Wagen cm und bleibt mit 200 Mann hier im Quartier. Für die am Sonntag nach Koblenz fahrenden Privat-Kraftwagen sei noch erwähnt, daß als An- und Abmarschweg zur Karthause nur die Straße über die Laubach, Stadtwald, Schieß- stände zur Derfügung steht. Parkplatz für Privatfahrzeuge nordwestlich der Schiebstände, auf der Karthause. Zur Teilnahme des Publikums am Frontsoldatenappell sind zwei Tribünen errichtet. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: „Das Land des Lächelns", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pat und Patachon als Modekönige". — Astoria-Lichtspiels: „Die Jaad nach der Million". — Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Operettenvorstellung des Vereinigten Operettentheaters Bochum-Hamborn beginnt 19.30 Uhr. Zur Aufführung gelangt Lehärs bekannte Schlageroperette „Das Land des Lächelns". Die Intendanz macht nochmals daraus aufmerksam, daß in diesem Monat keine Operette mehr aufgeführt wird. Außerdem wird diese Operette auch nur einmal gegeben, so daß eine spätere Wiederholung ausgeschlossen ist. — Am Sonntag findet die erste Fremdenvorstellung der Winterspielzeit statt. Zur Aufführung kommt der mit großem Beifall aufgenommene Schwank „Weekend im Paradies". Beginn 18 Uhr, Ende 20.15 Uhr. • •• Don der Landesuniversität. Ernannt wurde der Privatdozent Dr. Fritz T a e - ge r in Freiburg i. B. zum ordentlichen Professor für alte Geschichte an der Landesuniversität Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober an. *• Verbilligung der Kraf tf ahr- zeughaltung. Vom ADAC, wird uns mitgeteilt: Die von den führenden deutschen Automobil-Clubs unternommenen Schritte zur Senkung der Unkosten der Kraftfahrzeughaltung haben bereits Erfolge gezeitigt. Die Benzinpreise find noch vor den maßgebenden Verhandlungen bern eingerichtete Damentoilette geschaffen worben, deren Eingang durch eine Transparentschrist auch am Abenb deutlich erkennbar gemacht ist. Auch an dieser Seite der j)aüe find die Stände der Bahnsteigsperre durch Glasaufsätze gegen Zugluft gefchützt worden. Als Neuerung bemerkt man in der Halle weiter zwei Aushängekasten, deren einer zur Aufnahme der Mitteilungen des Gießener Stabttheaters bient, wahrend ber anbere bie Spielplanzettel der Frankfurter Theater enthält, lieber die anderen Einrich. tungen, wie Gepäckabfertigung, Aufbewahrungsstelle für Handgepäck usw. haben wir früher schon eingehend berichtet, so daß nach dieser Richtung hin etwas Neues heute nicht zu vermerken ist. Empfehlenswert dürfte es fein, in der Halle noch einige Bänke als erwünschte Sitzgelegenheit für ältere Leute aufzustellen: der erforderliche Raum wäre zwischen dem Verkaufsstand am Wartesaal 2. Klasse und dem Stand des Zigarrenhändlers wohl in ausreichendem Maße vorhanden. Ein weiterer Vorteil würde darin bestehen, baß man in ber Halle einen ober zwei Papierkörbe anbringen unb schließlich auch mit ber Reichspost wegen Aufstellung von Briefmarkenautomat e n , bie bekanntlich schon seit längerer Zeit von den beteiligten Stellen erwogen wirb, sich ins Benehmen setzen würbe. Schließlich barf man wohl noch hoffen, baß ber schon seit längerer Zeit geplante Neuanstrich ber ganzen Halle in nicht allzu ferner Zeit vorgenommen wirb, bamit man mit bieser Arbeit, bie natürlich einen umfang- reichen Gerüstaufbau erforderlich macht, nicht roieber — wie bei ben meisten bisherigen Umbauarbeiten — in bie Hauptverkehrsmonate hineinkommt. des vorläufigen Reichswirtfchaftsrates bis zu 3 Pf. pro Liter gesenkt worden. Eine besondere Rote erhält der Kampf der Verbrauchergruppe gegen die Preisbindung der Fabriken und Händlerschaft dadurch, daß der Automobilhändlerverband gegen den größten Intcressenvertreter der Kraftfahrzeugbesitzer, den ADAC, gerichtliche Schritte unternommen hat. Der Automobilhandel fühlt sich dadurch geschädigt, daß der ADAC, seinen Mitgliedern Kraftwagenbereifung vermittelt hat, zu Preisen, die bis zu 25 Proz. unter den offiziellen Listenpreisen der Händler gelegen haben. Man sieht in Fachkreisen dem Ausgang dieses Rechtsstreites mit besonderem Interesse entgegen. Daß das Vorgehen der Automobilklubs gegen die hohen Reifenpreise gerechtfertigt war, dürfte daraus hervorgehen, daß bereits ab 1. Oktober die offiziellen Listenpreise um 10 Proz. ermäßigt wurden und ein weiterer Preisabbau nach Ablauf der Verträge der Industrie mit dem Händlerverband, also ab Ianuar 1931, in Aussicht gestellt wird. ** D i e Winterfahrpläne! Ab 5. Oktober gelten bei der Reichsbahn die Winterfahrpläne, und am gleichen Tage beginnt die Gültigkeit der neuen Kursbücher, von denen Storms Kursbuch für Westdeutschland als eines der ersten wieder vorliegt. Die westdeutsche Ausgabe des bekannten „Storm" zeigt wieder alle Vorzüge ihrer vorhergehenden Auflagen, aber man erkennt trotzdem das Bestreben, immer neue Verbesserungen einzufügen und die Gliederung der Fahrpläne bzw. ihre Kombination noch übersichtlicher und klarer zu gestalten. Das ist gelungen, und man kann von Storm Westdeutschland mit Recht sagen, daß der Benutzer ohne langes Suchen die gewünschte Verbindung sich schnell zusammenstellen kann, selbst wenn er kein geübter Fahrplanleser ist. Der Preis des Buches beträgt 2 Mark. ** Gemein de tag der Petrusgemeinde. Von schönstem Sonnenschein begünstigt, hielt die Petrusgemeinde tfm vorigen Sonntag ihren Gemeindetag im Philosophenwald. Schon um 14 llfjr sammelten sich die Kinder und eine große Anzahl Gemeindeglieder am Ludwigsplatz, um von da mit Musik zum Philosophenwald zu ziehen. Dort sammelten sich noch viele andere, so daß der Saal bald bis auf den letzten Platz gefüllt war. In seiner Begrüßungsansprache wies Kirchenvorsteher W i n n darauf hin, daß die Petrusgemeinde besonders treu Zusammenhalten müsse, damit sie ihr Ziel, die Errichtung einer würdigen Predigtstätte, möglichst bald erreiche. Ein buntes Programm spielte sich darauf vor den Versammelten ab, in dem jeder fein Bestes zu geben suchte: die Kinder in ihren mancherlei Aufführungen, Gedichten und Reigentänzen: die beiden Iugendvereine durch die Aufführung der Stücke: „Der Vetter aus Bremen", „Die Gouvernante" und „Iugend von heute", sowie durch Gedichte und mehrere Volkstänze, die von den Mädchen vorgeführt wurden: der Frauenchor durch verschiedene Lieder. Besonders hervoc- gehoben seien auch 'die Gesänge von Fräulein von der Heydt, die unter Begleitung von Pianist Hahn ausgezeichnet vorgetragen wurden, die Klaviervorträge des Herrn Hahn, die außerordentlich reichen Beifall sanden, und die Darbietungen des Posaunenchors Klein-Linden, der sich in selbstloser Weise in den Dienst der Sache gestellt hatte. Während dieser Vorführungen hatten sich die Kinder im Garten versammelt. wo sie sich mit Wurstschnappen und Sacklaufen vergnügten und wo ihnen Brezeln ausgeteilt wurden. Sowohl die Brezeln, wie die Wurst waren zu diesem Zweck von den Bäckern und Metzgern der Gemeinde gestiftet worden. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer Waas allen, die zum Gelingen des Rachmittags beigetragen hatten, und gab der Hoffnung Ausdruck. daß bie Veranstaltung zur Stärkung deS Zusammenhalts und der Liebe zu unserer evangelischen Kirche beigetragen habe Mit dem Gesang „Run danket alle Gott" schloß die Feier. •• Unterhaltungsabcnd in der Rer- venheilstätte. Den Insassen der Heilstätte für Rervenkranke wurde am Mittwochabend ein schön verlaufener ilntcrfjaltungäabenD geboten. Herr Engels aus Wetzlar führte die Gäste in einem Lichtbildervortrag in die herrlichsten Gegenden des Rheins, sowie in das bayerisch: Hochland. Mit Humor verstand er es. die Gemüter ber Kranken in heitere Stimmung zu versetzen. Anschließend brachte Herr Duthe aus Wetzlar Lieder zur Laute zu Gehör. Mit seiner wohlklingenden Baritonsttmme bot er auch für den Kenner einen schönen musikalischen Genuß. Die gemeinschaftlich gesungenen Lieder begleitete am Klavier vorzüglich Herr Maasberg. Zuchthaus für einen Stadtbaumeister. WLR. Butzbach, 2. Ott. Vor dem Großen Schöffengericht in Gießen hatte sich gestern ber Leiter des Butzbacher Stadtbauamts, Stadtbau- meister Scherer, wegen Vergehens im Amt zu verantworten. Rach der bis in die späten Abendstunden dauernden Verhandlung, zu der ein großer Zeugenapparat aufgeboten war, wurde der Angeklagte zu einem Iahr zwei Wochen Zuchthaus verurteilt. Die Anklage legte dem Verurteilten zur Last, daß er in früheren Iahren bei städtischen Kokslieferungen in sechs Fällen Koks nach seiner Wohnung verbringen ließ, ohne dafür bei den Lieferungen die erforderliche Zahlung an die Stadt zu leisten. Erst viel später, als andere unzulässige Dinge entdeckt wurden, hat Scherer die Beträge nachgezahlt, so daß die Stadt keinen Schaden hatte. Immerhin erblickte das Gericht in diesen Machenschaften des Angeklagten Unterschlagung. Weiter wurde ihm vor- getoorfen, daß er in einer amtlichen Urkunde Fäls chungen zu seinem Vorteil vorgenommen hätte dergestalt, daß er einen von dem Stellvertreter des Bürgermeisters genehmigten Betrag für den Dau einer geschlossenen Gartenveranda an feiner (Scherers) Wohnung nachträglich durch Fälschung erhöht hat. Der Verurteilte ist zur Zeit von seinem Amt beurlaubt. Er hat gegen das oben- stehende Urteil Berufung eingelegt. Landkreis Gienen. 0 Holzheim, 2. Oft. Gestern abend erlitt der Elektromeister Karl Faber von hier einen schw ecen Unfall. Als er mit feinem Motorrad von Gießen nach Klein-Linden fuhr, wollte er drei Radfahrer überholen, deren Räder weder Laternen, noch Rückstrahler trugen. Dabei kam er zu Fall unb blieb bewußtlos liegen. Das Gießener Sanitätsauto brachte den bedauernswerten Mann, um den sich die drei Radler nicht im geringsten kümmerten, in die Klinik nach Gießen. Dort wurden eine Kopfwunde und eine Deinveclehung festgestellt. ! Aus dem mittleren Horlofftal. 2. Oft. Die Kartoffelernte geht hier ihrem Ende zu. Sowohl in Menge, als auch in Güte ist ber Ertrag zufriedenstellend. Die beste Ernte erbrachten die weniger empfindlichen Sorten, während z. B. die empfindlichere Industrie einige Fäulnis aufweist. Größeren Schaden haben die Mäuse, die in diesem Herbste außerordentlich zahlreich auftreten, angerichtet. LJ Rodheim a. d. Horloff. 2. Ott. Bei der Treibjagd des hiesigen Iagdpächters wurden 17 Rehe zur Strecke gebracht, davon 13 im hiesigen Gemeindewald und vier in angrenzenden Teilen des Harbwaldes. Die Hasenjagd dürfte voraussichtlich ebenfalls gut ausfallen. Ueberaus zahlreich sind auch die Rebhühner vorhanden. Donnefeldts 1 \ ist und bleibrder BesteFI £ & statt Zug3ben: „Qualit ät'• Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach schwerer Krankheit meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin, Enkelin und Tante Erna im 17. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Familie Wilh. Wagenbach Wwe. Hfeuehelheim, 2. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Samstag, den 4. Oktober, 4 Uhr, vom Sterbehause Gießener Straße 74 aus statt. 6734D .■ss® KAFFEE HAG der vorzügliche coffeinfreie Bohnenkaffee Stets frisch zu haben in sämtlichen Edeka-Geschäften 6527D mv EinVersuch überzeugt!In ApothuDroq.Preis6OPIg.u1.2OM. Bei rauher, rissiger Haut u. Kinderwundsein die erprobte Salbe von überraschender Wirkung! niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii KarhausBad-Nauheim Anläßlich des Kirchweihfestes Sonntag, 5. Oktober 1930 nachmittags 4 Uhr 6735D Konzert des Kurhaus-Orchesters abends 8 Uhr im großen Bühnensaal Kirchweihball Eintritt: Für Saal einschließl. Tanz und städtIscheSteuer2M. NumerlerteLogenplätze 2.50 M. (In den Logen wird nicht serviert) Tischbestellung für Saal beim Kurhaus-Restaurateur (Telephon 20811. uiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimuiuiiuuuuiiiiuiuiuiuiuuuiiiiu Meine Paletots und Ulster befriedigen den anspruchvollsten Maßkunden! Emil Gieck 07- |Verschiedenes| 0 NUR HERRENSCHUHE Stellengesuche! 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Das ..Foreign Office" hat den Locarno- raum zur Dersügung gestellt, so daß auch die Oefsentlichkeit in größerem Umsange zugelassen werden kann, als es, wie sonst, in der Amtswohnung des Premierministers möglich wäre. Dies charakterisiert schon rein äußerlich die erhöhte Bedeutung, die man der Entwick- lung des Imperiums zu einer organischen Einheit jetzt in England beimißt: die allgemeine Wirtschaftsdepression hat diese Tendenzen gefördert. An sich war die jetzige Konferenz als dre logische Fortsetzung der Verhandlungen des Iabres 1926 gedacht, die den Dominions die Selbständigkeit brachten, und damit das politische Rahmenwerk des englischen Weltreichs neu umrissen. Aus den früheren Deschlüsfen ergaben sich eine Reihe von verfassungsmäßigen Fragen, die einer Deuregelung bedurften, wie z. D.: die Stellung des Mutterparlaments zu den Dominions, die rechtliche Bindung der Tochterstaaten durch gewisse parlamentarische Ge- setzesmaßnahmen in London, Regelung von Konflikten, die sich aus Fragen der Stellung zur Krone ergeben, einheitliche Grundsätze für schifffohrtsrechtliche Probleme usw. Alle diese Dinge waren einem Komitee überwiesen worden, das im Anfang dieses Jahres einen Bericht herausgab, der die Unterlage zur Erörterung aller konstitutionellen Probleme bildet, wie auch des Rechtes zum Austritt aus dem Welt- " ch, das zuerst von Südafrika und dann spater auch von den inischen Rationalisten verlangt wurde. Man kann annehmen, daß die verschiedenen Unterkomitees der Konferenz etwa bestehende Schwierigkeiten verhältnismäßig leicht aus dem Wege räumen werden. Interessanter sind schon die außenpolitischen Erörterungen. Sie haben insofern einer neuen Lage Rechnung zu tragen, als sich die Gesamtsituation durch die Flottenkonferenz vvm Anfang dieses Jahres und den neuerlichen Zusammenbruch der italienisch-französischen Verhandlungen über die Abrüstung zur See wesentlich verschoben hat. Wie wird man jetzt die Rotwendigkeit eines weiteren Ausbaues von Singapur als militärischen Stützpunkt beurteilen? Wie wird sich das Reich zu den Fragen der Abrüstung verhalten? Welche grundsätzliche Stellung wird cs jetzt dem Völkerbünde gegenüber einnehmen, nachdem der englisch-amerikanische Akkord geschaffen ist, und die englisch-französische n Beziehungen keineswegs mehr so herzlich sind wie zu Chamberlains Zeiten? Kann das russische Problem von einem neuen gemeinsamen Standpunkt aus betrachtet werden? Das alles sind wichtige Fragen, über deren Erörterung aber die Oesfentlichkeit bei weitem nicht in dem Maste unterrichtet werden wird, wie über die lausenden Dinge sonstiger Ratur. Hierzu gehören eine Reihe von verkehrstechnischen und anderen Problemen, wie drahtlose Telegraphie, Luftverbindungen, Transportprobleme usw., die schon auf früheren Konferenzen besprochen wurden und folgerichtig auch jetzt wieder zur Verhandlung stehen. Dies alles aber würde noch nicht das große öffentliche Interesse rechtfertigen, das das englische Voll der jetzigen Konferenz entgegenbringt. Es blickt zur ihr als dem Rettungsengel auf, der ihm Hilfe in den schweren wirtschaftlichen Sorgen der Gegenwart bringen soll. Die Hoffnungen sind hoch gespannt, wahrscheinlich viel zu hoch, so daß leicht eine Enttäuschung eintreten kann. Hierin liegt die Gefahr, die der Regierung Macdonalds dncht. Wird sie imstande sein, die Konferenz und ihre sich vielfach widerstrebenden Interessen so zu leiten, daß wirklich etwas Reues und Heilbringendes entsteht? Wird sie in Zahlen beweisen können, daß die Konserenz das Maß der Arbeitslosigkeit mindern wird? Diele bezweifeln es Die Taktik der Gegner Macdonalds war klug. Sie waren sich dessen volt bewußt, daß es im Interesse Englands und des Weltreichs liegt, der neuentstandenen großen Arbeiterpartei Gelegenheit zu praktischer Regierungsarbeit zu geben. Hie soll sich über die Schwierigkeiten der Behandlung von Problemen aller Art aus eigener Erfahrung klar werden, um späterhin, wenn das politische Pendel einmal nach der anderen Seite ausschlägt, die Aufgaben einer gesunden OppoWeltreichszollverband haben sich niemals erfüllt. 'Sie Wucht der politischen Ereignisse des Jahres 1914 drängten das Weltreich auf eine andere Dahn, die in der Konferenz von 1926 und in der Selbständigkeitserklärung der Dominions ihren Abschluß sand. Reue Staaten mit junger Selbständigkeit sind auf ihre Hoheitsrechte eifersüchtiger als alte. Wie das Deispiel Irlands zeigt, drängt die neu errungene Freiheit zum Aufgreifen von allen möglichen wirtschaftlichen und industriellen Plänen, die den Staat auch wirtschaftlich unabhängig machen sollen. UeberaÜ sieht man in den Dominions die Tendenz, neue Industrien zu schaffen und fast überall find die Zollmauern viel mehr erhöht als in irgendeinem europäischen Lande. Es wird sehr genauer wirtschaftlicher Untersuchungen bedürfen ehe man sich überhaupt bar- — < i__L ~ Oben links. Der englische Ministerpräsident R a m sa y M a c d o n a 1 d , der den Vorsitz führen wird. — Oben rechts: Der Sitzungssaal im Außenministerium. — Unten von links nach rechts: Cosgrave, der Präsident des irischen Freistaats, der Maharadscha von Bikaner und General Hertzog, Ministerpräsident von Südafrika. sition mit gereifter Erfahrung und nicht mehr mit Schlagworten parteipolitischer Ratur erfüllen zu können. Run lassen Baldwin und Lloyd George die Leiter der dritten Partei an die Lösung ungemein schwieriger Wirtschaftsprobleme Herangehen und warten ab, ob Macdonald sie in einem Sinne lösen wird, der nicht nur den Exportmöglichkeiten des Mutterlandes neue Kanäle eröffnet, sondern auch der Entwicklung des Weltreichs neue Ziele sehen wird. Werden Macdonald und seine Kabinettskollegen, vor allem der Minister für die Dominions, Thomas, der als Minister zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit reichlich enttäuschte, die richtigen Mittel finden, um die verfassungsmäßig nur lose zusammenhängenden Teile des Weltreiches durch neue Bande gemeinsamer Wirtschaftspolitik zu einem einheitlichen Ganzen, zur ..Einheit", zusammenzuschweißen, das als eine neue in sich geschlossene Wirtschaftsgruppe neben den Bereinigten Staaten, neben Rußland und vielleicht auch einmal neben einem „P a n e u r o p a" seine eigenen Wege gehen kann? Zweifellos hat Macdonald einen schweren Stand. Die Visionen Joseph Chamberlains von einem über klar werden kann, auf welchen Wegen sich der Handel innerhalb des Weltreichs weiterentwickeln soll. Es fehlt noch an der notwendigen Organisation innerhalb des Imperiums, die sich dem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen systematisch zu widmen hätte. Wohl gibt es in London eine Reihe von Behörden, wie den Empire Marketing Board, das Imperial Economic Commitee, den Imperial Council of Agriculture und das Imperial Shipping Commitee; sie sind aber noch rein englische Dienststellen und sind bisher noch nicht zu einheitlicher Arbeit im Sinne von Weltreichsstellen zusammengesaht. Es mangelt noch an einer für die Zwecke des Weltreiches be- sonders gesichteten Statistik, ohne die man wirtschaftliche Probleme nun einmal nicht klar erkennen kann. Der Aufbau der „Einheits"-Wirt- schaft im Weltreiche steht also noch in den ersten Anfängen. Trotzdem beherrschen bereits Hochschutz- und Vorzugszollfragen die Erörterungen der Parteien und der Oesfentlichkeit. Es wird Macdonald nicht leicht fein, an dem immer stärker werdenden Rufe nach einem Zolltarife in England vorbeizugehen. Seine Gegner werden reichliches Material zum Angriff finden, wenn er und Snowden zu sehr an den bisherigen so- Grock verabschiedet sich. Grock, der berühmte Musik-Clown, der mit seinem Spiel die ganze Welt zum Lachen gebracht hat, tritt jetzt zum letztenmal in Berlin auf. Der Meister des Humors ist spielmüde und will sich endgültig ins Privatleben zurückziehen. Grock ist ein gebürtiger Schweizer und heißt mit bürgerlichem Namen Adrian Wettach. Er war früher Hauslehrer bei den Kindern des Grafen Bethlen. genannten Frcihandelsgrundsäyen festhalten. Denn selbst Lloyd George ist trotz seines immer wieder betonten Liberalismus bereit, die Zollfragen im Lichte der jetzigen Tatsachen zu betrachten; auch er also würde dem Ausbau der Schutzzölle oder vielleicht sogar einer grundsätzlichen Schwenkung in Zollfragen nicht ablehnend gegenüberstehen. Die Arbeiterpartei hat endlich die Frage der „Bulk Purchases“ in die Debatte hineingeworfen ; zwischen dem Mutterland und den Dominions, oder zwischen diesen selbst, sollen Abmachungen zum Masseneinkauf von Rohprodukten, wie z.B. Weizen, getroffen werden, wodurch sie sich eine Stabilisierung der Preise und entsprechende Konzessionen für den Export von Industrie- produkten nach den D o m i n i o n s erhofft. Macdonald spielt also mit dem Gedanken einer Art von Merkantilismus, der sehr gefährlich werden kann. Derartige wirtschaftliche Experimente können in der jetzigen Zeit leicht zu starken Rückschlägen führen, wobei wir ganz von den Schwierigkeiten absehen wollen, die sich der Organisation eines derart geregelten Handels entgegenstellen. Sollen neue Regierungsstellen geschaffen werden, die als Bureaukratcn ein- und verkaufen, sogenannte Import Boards? Wie denkt man sich die Ausschaltung der Einflüsse, die sich naturgemäß in den jetzigen Zeiten durch die Schwankungen der Preise im Weltmarkt ergeben? Hier lauem neue Gefahren für die Arbeiter- regierung. Mit Spannung sehen daher die politischen Gegner Macdonalds der Konferenz entgegen; sie werden unerbittlich ihre Konsequenzen ziehen, wenn er die Klippen nicht geschickt umsegelt. Erhebt sich doch schon im Hintergründe das neue Gespenst der englisch-indischen Konferenz, das das Schiff der Arbeiterregierung mit weiterem Unheil bedroht. Es wird also wesentlich von den Erfolgen Macdonalds abhängen, wie lange feine Partei noch am Ruder bleiben wird. Dies ist an sich schon wichtig genug für die Außenwelt. Mit größerem Interesse wird sie jedoch noch die Zollpolitik Englands und seiner Tochterstaaten und die Bestrebungen zur wirtschaftlichen Vereinheitlichung des Weltreichs verfolgen müssen. (Seltsame Denkmäler. on Heinrich Rosen. Unzählig ist die Fülle der in Erz gegossenen und in Marmor gehauenen Feldherren, Könige, Dichter und Erfinder, denen die Rachwelt eine Ehrung zuteil werden lassen wollte. Richt von diesen alltäglichen Denkmälern soll hier die Rede fein, sondern von jenen, die seltsam sind hinsichtlich der Person oder des Geschehnisses, das sie verewigen sollen. In eint Klippe von Alaska ist ein siebeneinhalb Meter hoher und drei Meter breiter Schädel eingemeißelt. Das riesenhaft grinsende Gesicht mit der zahnlosen Mundhöhle, erschreckend und überraschend für den Unvorbereiteten, ist zum Andenken an Seisen-Schmidt errichtet worden. 3m 3ahre 1898, als Alaska vom Goldfieber erfaßt war und Abenteurer und Desperados aus der ganzen Welt in dem neuen Paradies zu- fammenftrömten, unterhielt Seifen-Smith oder der „doppelläufige" Smith, wie er auch genannt wurde, in Rome die größte Spielhölle des ganzen Territoriums. 3n feinem Hause, wo er wie ein König gebot, spielte man weder um Münzen noch um Banknoten, nur Goldkörner wurden als Einsatz angenommen, dafür aber in unbeschränkter ZahL Wild und Wüst ging es bei Seifen-Smith zu, manchem Streit machte er nur dadurch ein Ende, daß er zwischen die Spieler, deren Messer lose im Gürtel steckten, ein paar wohlgezielte Revolverkugeln schickte. Riemand traute sich an ihn heran, selbst die Behörden konnten seinem Treiben nicht beikommen. Als das Goldfieber vorbei war und Seisen-Smiths Spielhölle keinen Zulauf mehr hatte, stellte er sich um. Er wurde aktiver, verlegte sich selbst aus Mord und Raub und wurde eines Tages von einem Regierungsagenten nach wildem Kamps erschossen. Die nordische Brüderschaft errichtete zur Erinnerung an den wilden Seifen-Smith und die ganze zügellose Epoche auf einem zackigen Felsen der Bergseite das Schädeldenkmal. Den Dank der Finanzminister und Steuerbehörden aller Staaten der Welt hat sich Rodriguez de 3eres verdient, dem vor einigen Jahren ein Denkmal in Ayamonte in Spanien errichtet wurde. Er hatte Christoph Columbus im 3ahre 1492 aus seiner ersten Entdeckungsfahrt begleitet und dabei die Kunst des Tabakrauchens erlernt. Rach Spanien zurück- gekehrt, fuhr er in sein Heimatdorf Ayamonte und pflegte eifrig den ihm liebgewordenen Genuß. Damit ihm der wertvolle Stoff nicht ausgehe, hatte er sich einen riesigen Ballen Tabakblätter mitgebracht. Als Rodriguez den Rauch aus Mund und Rase blies, hielten es seine abergläubischen Mitbürger für einen Teufelsspuk, und es hätte nicht viel gefehlt, so wäre er vor die Inquisition geschleppt worden. Das Denkmal, das fein Heimatdorf ziert, stammt von der Gesellschaft, die das spanische Tabakmonopol verwaltet. Auch die Stadt Paris weist unter ihren vielen Denkmälern zwei aus, die nicht alltäglich sind. Das eine, am linken Seineufer, ist das Denkmal von Claude C h a p p e. der den Semaphor' erfunden hat. Das andere zeigt die Schöpferin des Camembert-Käses, Marie H a r e l, in der einen Hand eine Milchkanne, in der anderen einen Käse haltend. Auf einem hohen altertümlichen Gebäude zu Pie Corner in London ist ein seltsames Denkmal sichtbar. Es stellt einen dickwanstigen jungen Mann dar und wurde zur Erinnerung an die große Feuersbrunst errichtet, die London im Jahre 1666 verwüstete und als eine Strafe des Himmels für Sünde, Ballerei und Gefräßigkeit angesehen wurde Das Denkmal erhebt sich aus dem Fleck, wo alten Chroniken zufolge das Feuer zum Stillstand kam. Richt so gering, wie man annehmen konnte, ist die Zahl der Denkmäler, die dem Andenken von Tieren gewidmet sind. So erhebt sich in der Stadt Sait Lake City im amerikanischen Staate Utah eine fünf Meter hohe Säule, die von einer Kugel gekrönt ist. Aus der Kugel sitzen zwei goldene Möwen. Das Denkmal wurde zur Erinnerung an das Jahr 1846 errichtet, in dem eine Grillenplage über Utah hereinbrach, die die Ernte völlig zu vernichten drohte. 2m Augenblick der höchsten Gefahr flogen ganze Schwärme von Möwen heran, die die Grillen vertilgten und so die Ansiedler vor dem Hungertode retteten. Vor dem Denkmal ist ein Becken mit fließendem Wasser angelegt, um den gefiederten Freunden Gelegenheit zum Baden und Trinken zu geben. Manche Besucher von England, die als Verehrer von Lord Byron nach Newstead Abbey in Rottingham gekommen sind, kennen das Denkmal, das Lord Byron seinem Hund Dootswain errichtet hat, dessen Tod dem Dichter untröstlichen Kummer bereitete. Der Hund wurde nur einige Meter von der Ecke der Abtei entfernt begraben, wo Lord Byron an sonnigen Tagen • Flügelsignal der Eisenbahn, faß und mit feinem Hunde spielte. Aus Bau- und Marmorsteinen toutbe dem Hund ein Denkmal errichtet, das von einer Urne gekrönt ist. Eine Tafel trägt die Inschrift: ..Hier sind die sterblichen Ueberreste eines Wesens begraben, das Schönheit besaß ohne Eitelkeit, Kraft ohne Unverschämtheit, Mut ohne Wildheit und alle Tugenden des Menschen ohne seine Laster Dieses Lod käme einer Schmeichelei gleich, wenn es sich aus einen Menschen bezöge, aber es ist nur der gerechte Dank für einen Hund." Herbstlicher Balkon. Bon Peter Bauer. Er sieht von der Straße her noch immer wie ein riesiger Blumenkorb aus, den man der Hausfassade als Schmuckstück angehängt hat. Ueber seinen Rand wogt in letzter Entfaltung das leuchtende Rot der Geranien. Aber die runden Blätter, deren Grün Kraft und Gesundheit atmete, tragen bereits braune Flecken, als hätte sie der Frost angefressen. Viele wulsten sich vom Saum her auf und verschrump- fen nach innen wie verbrannt. Auch die Stiele beginnen sich zu bräunen und sitzen zum Teil schon wie abgestorbene Glieder am Körper der Pflanzenstämmchen Die Blumen leben das Schicksal des Balkons mit, der langsam seinen Wert für die Wohnung verliert und aufhört, geliebter Aufenthalt äu sein, Stätte stiller wie freudiger Stunden. Mit seinem Blick in ausgedehnte Gärten schenkte er dem schweifenden Auge reizvolle Raturausschnitte, oft in Erinnerung an frohe. Wandertage den Traum einer fernen Landschaft, manchmal die Sehnsucht nach neuen Reisen in die schöne weite Welt. Mittage gab es, in deren Ruhe man sich bergen konnte toie in das geräuscharme, sriedsame Leben eines Dorfes. Schwalben, die mit Hellem Gezwitscher Flugspiele übten, einander antwortende Hahnenschreie aus der Rachbarschaft, manchmal ein vorbeirauschender Taubenschwarm waren die einzigen Geschehnisse, die das stille Cinsamsein unterbrachen und die Vortäuschung einer ländlichen Atmosphäre noch verdichteten. Als ziemlich regelmäßige Gäste umfummten etliche Wespen unfern Kaffeetisch und ließen sich lüstern nach Süßigkeiten auf die Teller nieder, um an Obstkuchen oder Honig gierig zu schlecken. Cs war ein Vergnügen, den emsigen Raschem zuzuschauen. Mit welch zierlicher Anmut bewegten sie sich, um ihr schmuckes, schwarz- goldenes Kostüm nicht zu beflecken und tine sprühten sie von Lebendigkeit, so daß der in der Taillr fast abgeschnürte Hinterleib in ständiger Vibration auf- und niederfederte. Ein paar Rimmersatte waren immer dabei. Ihnen war die gefüllte Glasschale lieber als der dünne Brotaufstrich, und sie stürzten sich darum mit Ungestüm auf den Gefäßrand, um von da kopfvoran vorsichtig die steile Wand zum Honigsee hinab- zullimmen. Dabei überschlug sich eines Tages eine besonders Hastige und fiel mit dem Rücken auf die klebrige Masse, die ihr die zarten Flügel sesthielt, so sehr sie auch mit allen Beinen strampelte und den Körper krümmte und bog. Ihr ängstliches Gesumm störte die übrigen Wespen nicht. Sie sahen noch nicht einmal zu der Gefangenen hinüber, sondern schleckten unbeirrt weiter. Verärgert über diesen krassen Egoismus, vertrieb ich die Gefühllosen, nahm alle Süßigkeit weg und'-sehte die Honigtriefende auf einen blanken Teller, damit sie sich selbst helfen könne Aber schon nach wenigen Augenblicken kehrten die Vertriebenen zurück und, ba sie sonst nichts fanden, begannen sie, die honigsüße Schwester abzuschlecken. Die Scheinheiligen! Wie sie schön taten! Und sie fraßen doch nur von den Flügeln, wie sie vorher von der Glaswand gefressen hatten, die unverbesserlichen Egoisten. Dic schönen Abende waren leider gezählt. Kühle, Rässe und das Iahrmarktsgedudel nachbarlicher Lautsprecher machten den Aufenthalt auf dem Balkon zumeist unmöglich. Aber die wenigen Stunden unter dem gewaltig gespannten Sternenbogen des Rachthimmels warfen Glanz genug über den Tagmüden, daß ihrer mit Dank gedacht s ei. Die Geranienblüten werden bald wie die Flammen niedergebrannter Kerzen erlöschen und die in Töpfe verpflanzten Blumen ihren Winterschlaf in warmen Kellern antreten. Der Balkon wird nur noch gelegentlicher Ausguck sein und in falten Wimertagen Futterplah hungriger Vögel. Heimlich wünsche ich mir das kleine, sanfte Rotkehlchen wieder unter ihnen zu sehen, das mit feinen großen runden Augen fo traumverloren in die Welt blickt. Sv voll heimlichen Leuchtens, als ob es ein holdes Märchen wisse. Hochschulnachnchten. - Professor Dr. med. Alfred Schittenhelm, Direktor der Medizinischen Klinik an der Universität Kiel, hat einen Rus an die Universität Wien als Rachsolger des in den Ruhestand getretenen Pros Wenckebach erhalten. — Prof. Dr. Richard Siebeck, Ordinarius und Direktor der Medizinischen Pol klinik an der Universität Bonn, hat einen Ruf an die Universität Graz erh alten. 9JL-$pont Amtliche Gpieltermine für Sonntag den 5. Oktober. DezirkSliga. Süd: Spielverein Kassel — Hennannia Kassels VfB. Gießen — Germania Fulda: Borussia Fulda — Sport Kassel: FC. Ockershausen — Kurhessen Marburg. Bord: Groh-Almerode — FC. Grone; Einbeck 05 - Hessen Kassel: SC. 03 Kassel SC. 05 Göttingen. 1. Dezirksklasse (Gruppe Lahn). Wiesenbach — Germania Marburg: Frohnhausen — Wehlar: Wallau — 1900 Gießen. 1. Dezirksklasse (Gruppe Sübhannover). Blau-Weih Göttingen — Holzminden: Sp. Northeim — Sp. Einbeck: Osterode — BfD. Rort- hcim: Wihenhausen — Weende. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. VfB. Aßlar Liga — FC. 26 Grohen-Ruseck. Mit der 1. und 2. Mannschaft bestreitet der Fußballklub Grohen-Buseck am kommenden Sonntag Derbandsspiele in 2lhlar. Nach dem Erfolg am letzten Sonntag über die Löhnberger Liga hofft man auf einen guten Spielausgang. BfB. Aßlar hat allerdings wiederholt achtbare Leistungen gezeigt, so dah der Gegner den Gang nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Zechten im Tumgau Hessen. — Die Fechterschaft des Turngaues Hessen veranstaltet am Sonntag einen Städte-Mann- schaftskampf aufSäbelin Marburg. An der Veranstaltung nehmen die Mannschaften vom TV. 1846 Gieh en, T. u. Spv. Butzbach, Tv. Wetzlar und T. u. Spv. Marburg teil. Die Mannschaft des Tv. 1860 Bad°Nauheim hat ihre Meldung zurückgezogen. Handball im T. B. Großen-Buseck. Am Sonntag empfängt die 1. Mannschaft die gleiche vom Tv. 1846 Gießen zum fälligen Ber- bandsspiel. Diese Begegnung bedeutet für den Gastgeber eine schwere Leistungsprobe. Die 1846er stellten schon im vergangenen Jahre eine äußerst kampferprobte Mannschaft. Der Spielausgang ist nicht mit Sicherheit vorauszusagen. Die 2. Mannschaft dürfte gegen die stark überlegenen Treiser I kaum Lorbeeren ernten. Handball in Allendorf a. d. Lahn. To. Allendorf I — To. Müna>holz''auscn II. Wenn Allendorf in diesem Spiele die Leistung vom vergangenen Sonntag zeigt, so sind die Punkte der Mannschaft sicher. Handball im Tv. Großen-Linden. Am kommenden Sonntag stehen sich in Großen- Linden die 1. Mannschaften der Turnvereine Heuchelheim und Großen-Linden im Kampf um die Punkte gegenüber. Beide Mannschaften dürften sich bemühen, das Spiel für sich zu entscheiden, da der Sieger aus diesem Treffen zum Tabellenmeister aufrückt. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Kommenden Sonntag kommen in den einzelnen Bezirken nachstehende Spiele zum Austrag: 1. Bezirk: Wißmar — Launsbach und Garbenheim — Dorlar. 2m ersten Spiel sollten die Gäste sicher gewinnen. Der Ausgang der zweiten Begegnung ist kaum vorauszusehen. 2. Bezirk: Staufenberg — Lollar Allendorf 1 — Allendorf II und Londorf I — Ruttershausen. Sämtliche Treffen sollten die Platzbesiher für sich entscheiden können. 3. Bezirk: Burkhardsfelden — Steinbach, Hausen — Beuern und Garbenteich — Albach. Das Spiel sieht gleichstarke Gegner im Feld, während in den beiden anderen Spielen Beuern und Garbenteich das bessere Ende für sich haben sollten. Ergebnisse vom letzten Lpielsonntag. T.- u. Spv. Rodheim — To. (Erba 10:1 (4:0L Der Plahbesitzer fertigte mit nur 10 Mann Erda sicher ab. logg. Ruttershausen I — Tv. Allendorf II 3:2 (0:1). Ruttershausen fand sich in der ersten Hälfte nie recht zusammen. Allendorf übernahm bis zur Pause die Führung. Rach Halbzeit kam der Plahbesitzer in Schwung, schuf Ausgleich und Sieg. JB. Londorf II — Allendorf I 0:4 (0:3). Die Gäste gaben trotz zwei Mann Ersatz während des ganzen Spieles den Ton an, während Londorf selbst das Ehrentor versagt blieb. Tv. Dorlar Jugend — Tv. Garbevtelch 4:1. Verbandsturntag in Trebur. Am Samstag und Sonntag kommt in Trebur (Main-Rod-Gau) der diesjährige Verbands- turntag des Südwestdeutschen Turnverbandes zur Durchführung. Die Leitung liegt in Händen des Dcrbandsvorsihenden Zöller, Hausen. Die Tagesordnung bringt unter anderem folgende Punkte: Berichterstattung über 1929; Rechnungswesen; Turn- und Sport- und Spielwesen; Aussprache über Bundesangelegenheiten; Anträge; Zeitungsfragen; Bcrbands-Turntag 1931; Wahlen zum Berbandsvorstand und Verschiedenes. West gegen Süd in Trier. Der bereits einmal abgesagte Handball-Repräsentativkampf zwischen Westdeutschland und Süddeutschland ist nunmehr für den 12. Oktober nach Trier vereinbart worden. Die westdeutschen Farben werden in diesem Freundschaftsspiel vertreten: Peltzer (Alemannia, Aachen); Biehl, Plessow (Sportfr. Siegen); Heinz (Siegen); Witte (Polizei Bochum), Kasmalla (Rasensport Mülheim); Hubert, Dretthauer (Siegen); Vossenkaul (Aachen); Bender, Kniep (Tura, Barmen). Arbeiter-Turn und Sporibund. 3m weiteren Verlauf der Herbstrunde hat Gießen I am kommenden Sonntag die 1. Mannschaft Kinzenbachs auf dem Trieb zum Gegner. Ein Sieg der Einheimischen dürfte mit Sicherheit zu erwarten sein. Vorher hat Gießen Ib Raunheims I. xum Portner. Obwohl die Gäste viel von ihrer früheren Spielstärke eingebüßt haben, werden sich die Einheimischen sehr bemühen müssen, wenn sie sich ehrenvoll behaupten wollen. Wieseck I hat Oppenrod I zu Gast. Der Platz- besitzcr hat dabei die größeren Aussichten. Vorher: 1. Jugend Wieseck — Jugend Großen- Linden. Burkhardsfelden und Daubringen dürften sich in Burkhardsfelden bei offenem Ausgang einen anregenden Kampf liefern. Rodheim hat Heuchelheim zu Gast. Wenn der Gastgeber nicht eine empfindliche Riederlage hin- nehmen will, wird er gegen die spielstarken Heuchelheimer alle Register seines Könnens ziehen müssen. Wehlari hat Wieseck Ib zum Gegner. Den Wetzlarern dürfte ein knapper Sieg beschieden sein. 3n der zweiten Dezirksklasse spielt Klein-Linden gegen Gleiberg. Mit einem Siege Klein- Lindens müßte man rechnen können. Rödgen und Leun stehen sich in Rödgen gegenüber; Wetzlar II wird in Waldgirmes I einen gleichwertigen Gegner haben; Hungen 1 dürfte im Spiele gegen Saasen I in Saasen sicherer Sieger bleiben. Lich I und Watzenborn I kämpfen in Lich unter ziemlich gleichverteilten Chancen um den Sieg. Marburg I dürfte im Spiele gegen Fronhausen 1 in Fronhausen einen knappen Sieg heimholen. Hachborn trifft in Odenhausen auf einen ebenbürtigen Gegner; Londorf I hat Gießen II als schwächeren Gegner: Treis 1. weilt in Annerod und wird wohl die Punkte mit nach Hause nehmen. Launsbach dürfte gegen Marburg II auf eigenem Platze Sieger bleiben. Außerdem spielt Hausen gegen Frankenbach und Wißmar 1 gegen Sichertshausen I, Spiele, deren Ausgang offen ist. 3n der Jugendklasse stehen sich folgende Mannschaften gegenüber: Rodheim — Gießen; Leun — Raunheim; Wieseck III — Wetzlar 1; Fellingshausen — Wieseck II; Lollar — Staufenberg; Beuern — Watzenborn. Die Spiele finden jeweils auf dem Platze der zuerst genannten Vereine statt. Handball. Wieseck spielt am Sonntag gegen Heuchelheims I. Das Vorspiel gewann Heuchelheim. Da sich die Situation noch nicht wesentlich verändert hat, dürfte Heuchelheim den Sieger stellen. Krofdorf 1 spielt in Herborn mit Siegesaussichten. * Die Geräteturner des Bezirkes haben am kommenden Sonntagvormittag ihre Herbst-Grup- pen turn st un den, und zwar turnt die erste Gruppe in Wieseck, die zweite Gruppe in Lollar. Tennisländerkamps Deutschland—Italien. Die Italiener führen mit 5:3. Auch am zweiten Tag des Tennisländerkampses in Florenz zwischen Deutschland und Italien herrschte ein prächtiges Sommerwetter und der Besuch hatte sogar noch eine Steigerung erfahren. Leider brachte der Tag sportlich für die deutsche Mannschaft wieder eine Enttäuschung, da die Italiener ihren Vorsprung noch vergrößern konnten und nun keine Hoffnung auf einen deutschen Endsieg mehr besteht. Auch am Donnerstag spielten die deutschen Vertreter, mit Ausnahme von Dr. Buß (Mannheim), wieder unter Form. Zunächst wurde das am Mittwoch abgebrochene Einzelspiel Rourneh —del Dono fortgesetzt. Der Italiener gewann den entscheidenden Satz 6:2 und damit das Match 6:2, 11:9, 2:6, 1:6, 6:2. In den vier Doppelspielen des Tages gab es harten Sport, leider wurden aber die Deutschen durch Fehler der Schiedsrichter benachteiligt. Die Ergebnisse der Doppelspiele waren: Ser- torio/de Martino — Kuhlmann/Rourney 6:4, 6:4, 6:3; Dr. Buß/Frenz — De Stesani/del Bono 9:7, 6:2, 4:6, 4:6, 8,6; de Stesani/del Bono — Kuhl- mann/Rourneh 4:6, 6:3, 4:6, 6:1, 6:4; Dr. Buß/ Frenz — Sertorio/de Martino 2:6, 5:7, 7:5, 6:3, 6:3. Das Amateurproblem im Hockeysport. Glücklicherweise gehört das Amateurproblem im Hockehsport nicht zu den großen Sorgen wie bei manchen anderen Sportverbänden. Aber hin und wieder beschäftigt man sich doch mit Fragen, die dieses Problem betreffen. So hat neuerdings das amtliche Hockeyorgan wieder eine Diskussion über die augenblickliche Amateurdefinition eröffnet. Dies geschieht mit Recht, denn hier scheint doch allzuviel Engherzigkeit vorzuherrschen, wenn auch anerkannt werden muß, daß der Bund das Aebel des verkappten Profitums in jeder Form vom Hockeysport abhalten will. — Es— handelt sich wieder einmal um die Frage, ob ein Sportlehrer eines anderen Sportzweiges im Hockeysport als Berufsspieler zu gelten habe. Diese Auffassung vertritt der Bund, der einen Werkstudenten, der gegen Entgelt Tennisstunden gab, zum Berufsspieler erklärte. Das dürfte doch zu weit gehen. Wenn die bezahlte sportliche Tätigkeit eine Lehrtätigkeit ist, die nicht im gleichen Verein auS- geübt wird, so sollte man dem betreffenden Sportlehrer doch nicht die Möglichkeit nehmen, Hockey zu spielen. Wesentlich ist doch, daß der betreffende Hockeyspieler im Hockey reiner Amateur ist. Es sei nicht zu übersehen, dah nach den neuen Amateurbestimmungen im Fußball kein Fußballspieler mehr im Hockey als Amateur mitwirken durfte! Oer Sport im Reiche. Der Monat Oktober bringt eine kaum zu bemerkende Llmstellung im Sport. Der Abbau der Veranstaltungen im Freien geht zwar rapide vorwärts, aber an einigen schönen Tagen wird immer noch eine rege Betätigung auf Spiel- und Sportplätzen festzustellen sein. Auf der ganzen Linie werden am kommenden Sonntag im Fußball die Punktekämpfe fortgesetzt. Die unübersehbare Gemeinde des Fußballsports steht schon wieder ganz im Banne der spannenden Hetz, die trotz der trüben Begleiterscheinungen zu den interessantesten Kapiteln des Sportlebens gehört. Auch im Handball gehen die Ver- oandsspiele in beiden Lagern weiter. Eine schwere Aufgabe hat die Mannschaft der Reichshauptstadt im Städtespiel Wien—Berlin zu lösen, die in der Donaustadt auf Oesterreichs Internationale trifft. Von den Ereignissen im Hockey kommt dem zweitägigen Turnier des Berliner HC. größere Bedeutung zu. In der jungen Saison gibt es zwischen den führenden deutschen Mannschaften ein erstes Kräftemessen. Als letzter Titelkampf wird in der Leichtathletik das 50-Kilometer-Meisterschafts- gehen in Duisburg ausgetragen. In Duisburg findet sich leider nur ein sehr schmales Feld am Start ein. Bei den Turnern ist in erster Linie die Tagung des Hauptausschusses der DT. in München zu erwähnen. Im Berliner Wintergarten veranstaltet die TiB. ein Kunstturnen unter Mitwirkung namhafter Gipfetturner. Die erste Großveranstaltung in der Halle zieht im Schwimmen Hellas Magdeburg am Samstag und Sonntag.auf, wo sich in allen Wettbewerben die deutsche Spitzenklasse ein Stelldichein gibt. Gute Leistungen sind auch beim zweiten reichsoffenen Götzschwimmen der DT. in Leipzig zu erwarten. Im Tennis beginnt das hervorragend besetzte internationale Turnier in Meran mit starker deutscher Beteiligung. Im Radsport wurde die Wintersaison schon am Samstag durch die Kölner Rheinlandhalle mit einem Städtekampf Köln-Brüssel eröffnet. Am Sonntag folgt die Westfalenhalle. Der Motorsport führt in seinem Programm das Hohenstein-Bergrennen und das Zirler-Dergrennen, auf. 3m internationalen Kalender erscheinen der Große Preis von Sebastian und der Motorradpreis von Frankreich. Helene Chlodwigs Schuld und Sühne. Zfioman von Z. Schneider-Foerstl. - Urhcber-Rcchtschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa 29. Fortsetzung Nachdruck verboten Helenes Finger strichen über das Haar der Tochter hin und blieben schwer darauf liegen: „Hella! Kind! Wie ist das möglich?" „Ich bitte dich, Mama, beruhige dich erst!" „Sie verlassen das Zimmer!" Helenes Hand -eigte nach der Türe, während sie mit einem ölick der Verachtung nach Donnerswoda hin- ibersah, der mit blassem Gesicht an der Wand Zehnte. „Mama! Er gehört zu mir!" „Hella!" bat die Mutter und fühlte, wie lähmende Schwindel nach dem Gehirne krochen. „Wir lieben uns, Mama", sagte die Tochter 'chlicht. — „Richt wahr, Hylmar — du liebst mich?" Der Graf vermochte nur zu nicken. Helene oinkte ihm ab: „3ch will vorläufig keine Rechen- chaft von Ihnen. Lassen Sie mich mit meiner Tochter allein." Donnerswoda ging der Türe zu. Ehe er nach der Klinke faßte, hatte Hella den Arm durch den seinen gesteckt. „Bleibst du oder fährst du weg, Hylmar?" „Wie deine Mutter befiehlt." „Ich wünsche morgen mit Ihnen zu sprechen", kam es mit Tleberwindung von Helenes Platz her. „Hella, verabschiede dich jetzt von deinem Verlobten." Die Mädchenaugen leuchteten apf. Beide Arme um Donnerswoda legend, bot sie diesem den blühenden Mund. „Gute Rächt, du Lieber! Liebster!" Erst jetzt kam Bewegung in die Glieder des Grafen. Er drückte das Mädchen an sich und legte für Sekunden die Stirne gegen ihre Wangen. Dann machte er sich los, ging nach dem Stuhl hinüber und neigte sich tief herab, bis fein Mund Helenes Finger traf: „Seien Sie mir ein gnädiger Richter." — Er verneigte sich noch einmal. In der nächsten Minute klappte die Türe hinter ihm zu. Hella saß auf der Lehne des Stuhles, in welchem die Mutter saß und hielt den Arm um deren Racken gelegt. „Verdamme mich nicht, Mama, ehe du alles weißt. Es gab kein Bleiben mehr auf Rottach-Berghof. Papa ist schlimmer als ein Tyrann. Ich habe gezittert, wenn ich morgens seine Stimme hörte und am Abend konnte ich erst einschlafen, wenn er zu Bett gegangen mar. Sabine ertragt alles mit einer Lammesgeduld, aber ich hätte ihn zuweilen erwürgen tonnen.“ »Hella!" - Das Mädchen zuckte unter dem Schrei der Mutter zusammen: „Cs ist nicht anders, Mama. Ich habe mich natürlich nicht aufgelehnt gegen ihn, der Großmama zuliebe, hauptsächlich aber Berts wegen." „Was ist es mit meinem armen Jungen?" „Immer das gleiche. Mama. Einen Tag gut, den anderen um so schlechter. — Weißt du", sie hielt verlegen inne und sah mit grübelndem Ausdruck über die Mutter hinweg. „Manchmal kommt es mir ganz unwahrscheinlich vor, daß er unser Bruder ist." Helenes Augen erloschen zu unbeweglich starren Punkten. „Kino!" — Die Mädchenhände legten sich fester um ihren Hals, und die jetzt glühend gewordenen Wangen schmeichelten sich an die bleichen der Frau. „Mama, du mußt mich richtig verstehen. Ich bin nicht fromm, das weißt du, und ich weiß es auch. Aber vor Bert könnte ich knien. Wenn ich einen Tag hatte, an dem nichts als häßliche, böse Gedanken sich in mir festsetzen wollten, schlich ich mich immer zu ihm hinauf. Ich brauchte ihn nur anzusehen, dann wurde ich wieder gut — so gut, Mama, daß ich sogar dem Vater verzeihen konnte." Helenes Finger hoben sich empor und umschlossen das Gesicht der Tochter: „Hat euch Papa gesagt, daß ich wieder fingen werde?" „Wirklich, Mama?" Das Mädchen setzte die Füße im Sprung zu Boden und stellte sich vor die Mutter hin: „Das ist ja fein!" Als gäbe es kein Rottach-Berghof und keinen Grafen Donnerswoda, so umtanzte sie den Stuhl, in welchem Helene faß, wurde plötzlich toieter ernst und kauerte sich neben ihr auf den Teppich: „Sag' Mama — wirst du dann überhaupt nicht mehr zu Papa zurückkehren?" „Vorläufig nicht, Hella! — Lege deinen Gedanken Zügel an“, mahnte sie, als die Tochter mit altklugem Gesichte lächelnd zu ihr aufsah. „Es gibt niemanden in der Welt, den ich so über alles liebe wie deinen Vater. Ich habe ihm auch die schwere Krankheit, die ich jetzt burch- machte verschwiegen, um ihn nkcht mit neuern Leide zu beschweren. Ich verlange von dir auch, daß du ohne weiteres zurückkehrst. „Rie, Mama!" Helenes Blick lag grübelnd aüf dem blonden Scheitel der Tochter: „Was gedenkst du denn zu tun ?" Der Ton machte das Mädchen erschrocken aufsehen. „Kann ich nicht bei dir bleiben, Mama?" „Rein! Du weißt nicht, was es heißt, rastlos durch die Welt zu ziehen: Heute hier, morgen in einer anderen Stadt und übermorgen wieder anderswo. Ich könnte mich dir nur wenig widmen. Es gibt nur zwei Wege: Entweder ich bringe dich hier in eine der bekannten Schweizer Pensionen, wo du zwei bis drei Jahre zu bleiben hast, oder du kehrst nach Rottach-Derghof zurück." Die Zähne in die Unterlippe gegraben, saß Hella auf dem Rande des Stuhles und sah vor sich hin: „Hylmar will, daß ich bei ihm bleibe." „Als was?" Die Frage klang drohend. „Wir werden heiraten, Mama!" „Wann?" „Ich bitte dich, Mama — wenn du so kalt und inquisitatorisch frägst. zieht sich mir das ganze Herz zusammen." Hella war dem Weinen nahe und drückte die Hände vor das .Gesicht. „Mir auch, mein Kind", sagte Helene knapp. „Du bist erst sechzehn. In diesem Alter bindet man sich noch nicht. Ich weih nicht, was schuld ist daß du so früh gereift bist. Jedenfalls hast du zwischen beiden Vorschlägen zu wählen: Die Penson oder Rottach-Berghof!" „Dann in die Pension, Mama!" „Gut! — Ich werde dich, sobald ich zu reisen vermag, nach Genf bringen. Der Graf wird mir sein Ehrenwort geben, daß er dich innerhalb der nächsten zwei Jahre weder zu sehen, noch zu sprechen versuchen wird. Ich verbiete auch jeden Briefwechsel zwischen euch beiden. Sobald du achtzehn Jahre bist, kann er auf Rottach-Berghof kommen und um dich werben. — Richt eine Stunde früher." „Du bist grausam, Mama", weinte die Tochter auf. „Rein! Ich liebe dich wie dich sonst kein Mensch zu lieben vermag, mein Kind, auch dein Graf nicht. Vergiß nie, Hella, daß nur die Liebe einer Mutter die einzig uneigennützige und ewig unveränderliche ist. — Wenn du mir gesagt hättest, er sei dir zu nahe getreten, hätte ich ihn morgen niedergeknallt. — Es wäre Mord gewesen, aber ich hätte es getan — weil ich dich über alles liebe, mein Kind!" Zwei Arme umfaßten Helene und ein junger, zitternder Körper preßte sich schluchzend gegen sie. „Ich will alles tun, was du von mir verlangst, Mama! Ich bitte dich nur um das eine, daß du die Sache mit Papa regelst. Ich habe solch schreckliche Furcht vor ihm. Ich glaube, er würde mich erschlagen, wenn ich jetzt nach Rot- tach-Berghvf zurückkäme." „Rein! — — Er würde nur sehr traurig sein, mein Kind. Ich werde ihm den Vorschlag machen, auch Sabine in die Pension zu geben, in der ich dich unterbringen will. Dann seid ihr wieder beisammen. Ihr könnt eure Jugend genießen und wieder lachen und froh sein, wie es das Recht eures Alters ist." Hella sah bewundernd zu der Mutter auf, die so ruhig und vernünftig über sie und die Schwester entschied. „Klein-Iust wird sterben vor Sehnsucht nach uns." „Auch in seine Kindheit werde ich wieder Sonne zu bringen suchen. Papa soll ihn nach Ettal geben. Da findet er Altersgenossen und Freunde. Er ist so schweigsam!" Ein gewaltsam zurückgedämmtes Weinen schwang in Helenes Stimme mit, und als die Tochter vom Stuhle herab in die Knie glitt und ihren Kopf in heiserem Weinen in deren Schoß barg, versagte ihr die Beherrschung. Eie drückte das Gesicht in das Blondhaar ihres Kindes und ließ die Tränen darüberhinströmen. Der Mönch auf Sankta della Travestare hatte recht gesprochen, als er warnte: „Der Weg, den Sieimehmen, wird schwerer zu gehen sein, als der andere, der Ihnen vffengestanden ist." Aber es lieh sich nichts daran ändern. Ihr armer Aeltester muhte dem Gatten bleiben. Nichts durfte ihm von seinem Herzen trennen. * . * Der Kranke auf Rottach-Berghof lag mit der Schwere eines Toten in den Kissen und suchte sich vergeblich aufzurichten. Er fühlte Schweih auf der Stirne perlen und in seinen Händen war nicht mehr so viel Kraft, nach dem Taschentuch zu greifen, um sich damit abzutrocknen. „Vater!" klagte er leise. Franke hatte nebenan an seinem Schreibtisch gesessen, stand im nächsten Augenblick am Lager und fuhr mitleidig Über das gelbweiße Duldergesicht. „Vater, was ist das für eine fürchterlich« Nacht!" Berts Augen schrien in Qual und Trostlosigkeit. „Der Sturm wütet in deinem Körper, mein armer Junge!" Franke setzte sich behutsam auf den Rand des Lagers und hielt die Hände des Gelähmten umfaßt, die wie unter der Wucht elektrischer Ströme zuckten. „Soll ich dir ein Pulver bringen? — Dann vermagst du vielleicht zu schlafen." Die Dulder äugen suchten über ihn hinweg, weiteten sich toterschrocken und blieben an den Fenstern haften, an welche sich das schwarze Gesicht der Nacht drückte. Mit einem Ruck hatte er seine Finger aus denen Frankes gerissen. Sein ganzer Körper fing an zu beben. Eisige Tropfen rannen ihm von der Stirne herab auf die Wangen. „Vater, horch doch!" In Frankes Körper bebte jeder Nerv. Aber er beherrschte sich gewaltsam. „Der Sturm", beschwichtigte er. „Du bist doch sonst nicht furchtsam, mein Junge!" „Das ist nicht der Sturm! — Hörst du's nicht wimmern, Vater? — — Nun weint es! Nun schreit es die ganzen Hofe wach! — Vater! — Hilf doch!" Der Schrecken fiel über Franke her wie ein Sturzbach. Er faßte den Sohn unter den Achseln und hielt ihn hoch. Mit dem Gesicht eines Verscheidenden lag der hilflose Kranke in den Armen des Mannes. „Es ist jemand in Not, Vater!" — Berts Zunge lallte nur mehr. „Nun ist er gestorben! — Ich höre nichts mehr!" Es geht zu Ende, dachte Franke verzweifelt. Mit der Schwere eines Toten lag der Knabe da. Während sein rechter Arm ihn umfangen hielt, strich er ihm mit der linken Hand die Tropfen von den Schläfen. „Bert!" rief er und fühlte, wie ihn jegliche Fassung verließ. And noch einmal: „Bert!" — — (Fortsetzung folgt.) Rheinhessen. -T- Jugenheim, 2. Ott Die rheinhessischen Landwirte und Winzer haben zur Zeit über eine große Ham st er- und Mäuseplage zu klagen. Die Tiere treten in solchen Mengen auf, daß die Ernte in hohem Maße gesährdet ist. Trotz der wirtschaftlichen Notlage mußte man sich entschließen, Fangprämien auszufetzen. 20 Pfennige werden für ausgewachsene, K) Pfennige für Jungtiere bezckhlt. In den einzelnen Gemarkungen wurden schon 10 000 bis 20 000 Tiere zur Strecke gebracht, ohne daß jedoch der Plage wesentlich Abbruch getan worden wäre. Oie Bahirberaubmigen bei Schlüchtern WSN. Schlüchtern, 2. Ott. In Steinau haben im Zusammenhang mit den Eisenbahn- beraubungen auf der Strecke Frank- furt-Bebra neuerdings Haussuchungen nach gestohlenen Dahngütern stattgefunden, in deren Verlauf der jugendliche Arbeiter Wilhelm Loy und der frühere Schrankenwärter I g h n, dessen Sohn kürzlich wegen Beraubung eines Güterzuges zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, in Haft genommen wurden. Dabei soll auch sestgestellt worden sein, daß Spuren des am 1. Februar zwischen Hutten und Rückers begangenen Lleberfalles auf elnPostauto, bei dem 8000 Mark gestohlen wurden, nach Steinau führen. Berufung im Opel-Putschprozeß. WER. D a r m st a d t, 2. Ott. In dem Prozeß wegen des kommunistischen Putsches in den Opelwerken hat die Staatsanwaltschaft vorsorglich Berufung eingelegt. Auch die Verurteilten haben durch ihren Verteidiger das gleiche Rechtsmittel verfolgt, weil nach ihrer Auffassung der Tatbestand des Landfriedens- bruchs den Nachweis der Oeffentlichkeit bei der Zusammenrottung erfordere. Die Opelwerke seien aber ein der Oeffentlichkeit nicht zugänglicher Betrieb und eine Zusammenrottung von Arbeitern innerhalb des Betriebes könne nicht als Landfriedensbruch angesprochen werden. Raubmo d bei Bad Orb. WSR. B a d O r b , 2. Olt. Heute mittag wurde der 35jährige Chauffeur Nikolaus Kuhn- münch, der bei seinem Schwager, dem Autobesitzer Johann Reis tätig war, unweit von Bad Orb, am sog. Mühlgraben in der Nähe der Orbquelle, mit einer Schußwunde tot aufgefunden. Der Schuß hatte außerdem di« eine Hand duichbohrt. Nach den polizeilichen Feststellungen handelt ?s sich um einen Raubmord. Die Straße war durch etnenDaum- stamm gesperrt worden. Sin Betrag von 80 Mark, den der Tote bei sich getragen hatte, ist ihm geraubt worden. Zuwelenraub im Eilzug. WSN. Frankfurt a. M., 2. Ott Einem Iuwelenhändler aus Antwerpen, der sich auf Geschäftsreisen durch Deutschland befand, wurde am Dienstag im Eilzug Wiesbaden—Frankfurt die Brieftasche mit Brillanten und Bargeld im Werte von 4 7 0 00 Mark g« stöhlen. Der Händler hatte die Brieftasche in die innere Westentasche gesteckt und bemerkte den Verlust erst, als er in einem Frankfurter Zigarrengeschäst Einkäufe machen wollte, lieber die Mitreisenden im Zuge kann er feine Auskunft geben; es ist ihm auch nichts Besonderes ausgefallen. Kreis Wetzlar. Z Krofdorf, 2.Oft. Auf die ausgeschriebenen Arbeiten zum Anschluß neuer Quellen an die Wasserleitung der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg haben fünf Unternehmer folgende Angebote eingereicht- Ludwig Wagner (Krofdorf) 15 920 Mark, H. M « chnig (Wetzlar- 17 255,70 Mark, R.Derlich (Wetzlar) 17578,50 Mark, Hch. Weimer GmbH. (Gießen) 18 000 Mark, Bauhütte (Giehen-Wetzlar), 23 806,40 Mark Heber die Zuschlagserteiluna wird die Gemeindevertretung in Kürze beschließen. Di« Arbeiten sollen in Kürze noch ausgeführt werben. (Schluß de» redakilonellen IcibJ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl» 12.30 Uhr, 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich a« Mt Geschäftsstelle zu richten. Die Tee-Einfuhr-Firma I. T. Rvonefelbt, Frankfurt a. M., gegründet 1825, bringt Tee- forten in Originalpackungen in den Verkauf, die durch sachverständige Auswahl selbst dem verwöhntesten Geschmack Rechnung tragen. Die Liebhaber einer Tasse wirklich guten Tees mögen nicht versäumen, bei ihrem Lieferanten ausdrücklich Ronnefeldts Tee zu verlangen. 6725V. Packung mit Duftbeutel 30Pfg. in allen Fachgeschäften erhilHidi Schützt Herz und Nerven Eurer Kinder! Meine noch ziemlich erheblichen Bestände in Chasalla-Schtihen verkaufe weit unter Preis Schuhhaus Herbert | Sehen Sie sich nnverbindl. meine aparten Herbst-Neuheiten an | 6730A Gebt ihnen KAFFEE HAG 1/ er so sparsam! 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Ausreichende Notendeckung der ^eichsbank. 3n einer Untersuchung über die Deckungs- reserven der Reichsbank kommt das Institut für Konjunkturforschung zu dem Ergebnis, daß die Deckung der gegenwärtig umlaufenden Roten, sowie die Deckung des für die nächsten Monate zu erwartenden Zahlungsmittelbedarfs selbst dann gesichert wäre, wenn die Gold- und Devisenabgaben der Reichsbank noch erheblich größeren Umfang annehmen sollten. Trotz der Abgaben an'Gold und Devisen, die in den letzten Wochen erfolgten, sind die Deckungsreserven der Reichsbank gegenwärtig so groß, daß sie eine Ausweitung des Rotenumlaufs gegenüber dem Stande von Ende August (6,3 Milliarden Marks um etwa 3,2 Milliarden Mark erlauben würden. Unter Zugrundelegung der gesetzlichen Mindestdeckung für Reichsbanknoten von 40 Prozent wäre die Reichsbank in der Lage, noch für fast 1300 Rkill. Mark Devisen oder Gold abzugeben, ohne daß die Geldversorgung in ihrem gegenwärtigen Umfang und ihrer normalen Saisonbewegung, geschweige denn die Währungsdeckung, gefährdet würde. Handel und Gewerbe im (September- Rach den Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammern und des deutschen Handwerks- und Gewerbekammertags an das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe zeigte die internationale Wirtschaftslage im September keine Besserung. Auch die deutsche Wirtschaft konnte ihren Tiefstand noch nicht überwinden. Der Ausfall der Wahlen führte ihr vielmehr ei" neues Beunruhigungselement zu, das sich vor ar auch hier etwas Angebot, und man taxierte eher schwächere Kurse. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 Proz., vereinzelt auf 4,90 Proz., Monatsgeld 5 bis 6 Proz. Auch nach den ersten Kursen waren Rückgänge bis zu 1 Proz. zirka festzustellen. Schlesische Zement eröffneten auf herabgeminderte Dividendeerwartungen mit Minus-Minus-Zeichen und wurden mit zirka 110 Proz. zur RoNerung gebracht. Gegen 1 21 älhr kam die Abwärtsbewegung zum Stillstand. Die kleinen Deckungen der Spekulation reichten aus, um die Mehrzahl der Kurse wieder auf Anfangsniveau zu heben. Frankfurter Lchlachtvichrnarkt. Frank'furt a. TEL, 3. Oft. Auftrieb: 143 Rinder, 796 Kälber, 412 Schafe, 330 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugfälber 78 bis 81 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 66 bis 72. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast« Hammel (Weidemast) 49 bis 53, mittlere Mast» lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 43 bis 48. — Schweine: nicht notiert. — Marltverlauf: Kälber mäßig-rege, zum Schluß abflauend, ausverkauft. Schafe rege, geräumt. Schweine ruhig, ausverkauft. Oie alte Oorflinde in Blofeld. Eine sehenswerte alte, vom Zahne der Zeit arg benagte Linde, besitzt das Dors Blofeld im Kreise Büdingen. Sie gehört wohl zu den ältesten Linden Hessens und mißt weit über zwei Meter im Umfange. Rur noch vier Aeste sind dem altersschwachen Baume geblieben, die übrigen hat der Wind abgebrochen; der ganze mächtige Stamm ist hohl bis zu den Wurzeln. Sie ist eine sog. „Steinlinde" und war bis vor etwa zehn 3ahren zur Blütezeit ein unerschöpflicher Honigspender für die Bienen des Dorfes, besonders im trockenen 3ahre 1893, wie Bienenvater Sauer, Reichelsheim (Wetteraul, zu berichten weiß. Die Linde steht unter Denkmalschutz. D. Taten für Larnstag, 4. Lktobcr. 1515: der Maler Lukas Cranach d. I. in Wittenberg geboren; 1669: der Maler Rembrandt in Amsterdam gestorben; — 1797: der schweizerische Schrift- steller Jeremias Gotthelf in Murten geboren; — 1814: der französische Maler Jean Francois Millet in Cruchy geboren; — 1819: der italienische Staatsmann Francesco Crispi in Ribera geboren. Aus aller Wett. Philipp fjalsmann begnadigt. Bei den alljährlichen Begnadigungen unterzeichnete der österreichische Bundespräsident u. a. die Begnadigung des Studenten Philipp Hals- mann, der auf Grund eines Indizienbeweises wegen Totschlags an seinem Vater vom 3nns- bruder Schwurgericht zu vier 3ahren schweren Kerkers verurteilt worden war. Das Todesurteil gegen den Zahnarzt Dr. Gutmann rechtskräftig. Ter zweite Strafsenat des Reichsgerichts bestätigte durch Verwerfung der Revision das Todesurteil des Schwurgerichts Prenzlau gegen den Zahnarzt Dr. Gutmann aus Schwedt wegen Gattenmordes. Der älteste Westfale f. Am Sonntag starb der im 3ahre 1825 geborene 3ohann Hei st erkämpf, genannt „ cer alte Pannemann", in der Bauernschaft Lovik bei Bocholt infolge Altersschwäche Anläßlich seines letzten Geburtstages, am 11. August, besuchten ihn 49 über 80 3 ahre alte Bürger der Stadt Bocholt. Bootsunglück auf dem Lago Maggiore. Auf dem Lago Maggiore hat sich ein schweres Unglück ereignet. Während eines Sturmes geriet ein Motorboot des Mailänder Industriellen Kria- nelli in Brand. Der Sohn Grianellis, ein Vetter und der Mechaniker wollten sich durch Schwimmen retten, ertranken aber infolge des hohen Wellenganges in der Dunkelheit. Die anderen Bootsinfaffen konnten den Brand löschen und wurden später geborgen. Bei einem hauseinstur; verschüttet. 3n Reuyork stürzte ein vierstöckiges Mietshaus ein. Zwei Leichen und fünf Verletzte konnten bisher geborgen werden. Sechs Personen werden noch vermißt, und man befürchtet, daß sie unter den Trümmern liegen. Tie Feuerwehr ist damit beschäftigt, den Schutt wegzuräumen, da man hofft, einige der Verschütteten noch lebend bergen zu können. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 4 Oktober. Freitag abend 5.30 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4: Sabbatousgang 6 45. — Dienstag, 7. Oktober, und Mittwoch, den 8. Oktober: Hütten fest. 1. Tag: Vorabend 5.40; morgens 8; Predigt; nachmittags 4. 2. Tag: Vorabend 6.40; morgens 8; nachmittags 4; Festesausgang 6.40. — Woa-engottesdienst: morgens 6.30; abends 5.30 Uhr. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbonkdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranffurt a. Dl. Serlln Frankfurt a. Dl. | Berlin Schluß-1 turs | t-Uhr- Kurs Schluß-> fur< | Anfang« Kurs «chluß-! lurS | 1-Uhr- Kurs Schluß-! turs 1 tänfai.g« Kurs Dalum 2 10 3 10 2 10 3. 10 Datum 2 10 3 10 2 10 3 10 6% Deutsche Reichsanleihe Hamvurg-AmerUa Palet . . . < Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 81,25 — 80,5 78,5 von 1927 ......... 87,5 — 88 —— — — 164 — 7% Deutsche Relchsanlelhe Hanta Tampsschiss .... 10 — — — — von 1929 .......... 99 99,5 — Norddeutscher Lloyd.....8 81,5 —— 81,25 79 DeuIsche Aul.-Abiöl.-Schuld mit Allgemeine DeutscheCredltanst. 10 102,5 — 102,4 — Auslol.-Rechten....... 60,2 — 60 — Barmer Bantverein .... 10 110 109 109,5 108.5 Desgi. ohne AuSlos.-Rechte . . — — 6.9 6,6 Berliner Handelsgesellschaft . 12 — 131 132,75 132,13 8% Helt. Boikostaat von 1929 Commerz- und Privat-Ban! . 11 120,5 119 120,25 119 trückzahlb. 102%)...... Oberhellen Provinz - Anleihe mit 89,25 — 89,75 — Darmstädter und Rattonalbant 12 Deutsche Bant und 165 118,75 — 165,25 118,75 162,5 118 AuSlol.-Rechten...... — — — — Disconto Gesellschaft, ... 10 — Deutsche fiomm. Sammelabi. Dresdner Bant......10 117 116,5 117,5 117 Anleihe Serie 1 . ...... 8% irranls. Hnv.-Bank Goldpse — — 56,8 — Reichsban ......12 125,5 221,5 226, ‘ 223,5 122 XIII unlünhbar bis 1934 . . . 99,75 — — — AEG. ........t> 121,9 124,13 7% tzranks. Hnp-Bank Goldpse Bergmann.........9 — — 152,5 152,5 unkündbar bis 1932 ..... 94,5 — — — Elettr. Lieserungsgesellichaft. 10 121,9 — 121,25 118 W*% Rbciniiche Htw. Bank Licht und Kraft.....10 128 126,75 127,75 125.25 Liqu. Goldpse........ 86,25 — — — gelten & Gullleaume . iyt 101 101 101,5 99.13 8% Pr. Lanbesp»'n''briesanstalt, Geseltlkdast für Elettrische Pfandbriefe R. ’ 9 ..... 102 — 102 — Unternehmungen .... 10 — — 128,65 125,5 s% Pr Landesp an. briesanstall, Hamburger Elettrizitäts-Derfe 1° — — 131,5 130 fiomm.-Cbl.8l. 20...... 98 — 98 — Rbciniiche 6-eftrUität .... 9 125 — — — 7% Pr. Sanbf11 aiobriefanfialt, Lchlcniche I5!etm$ität. ... 10 — — 123,75 122 Psanvbriese R 21 ..... 97,5 —— 97,5 _ edtudert & üo. .....11 .42 138 141 137.75 ?l E.G. abfl. Bor.^egS-Obllgatio- etemens & Halst«.....16 185 180 183,75 180 nen rürfiahlbar 1932 94,5 — — _ Iransradto ........ b — — — — tbmener L Co..... . 1<- 147 146,5 146,75 — 1% Oesterrcichiiche Gvtorente . 27,4 — _ 27,4 Buderus..........6 55 52* 54,75 1,20% Oesterreichische Silberrente — — ,3 Deutsche Erdöl.......6 3,25 — 68 66,5 1% Oestcrreichilche Einheitliche Eilener Sieintohle ...... 8 — — — — — .,95 — Gclscnfirchcner.......8 0.75 100,5 99,5 i% Ungarische Goldrenle . . . . 24,13 — 24.4 — Harpcner. ....... 0 91 — 91 86.5 4% Ungarische CtaatSrente v. 1910 — — 19,5 19,5 Hocsch Eisen. . ...... 6% — — 81,25 78.9 4%% besgl. von 1913..... — — —— 20,3 Hilf Bergbau.......10 02 — 203 201 4% Ungarische fironenrente . . — —— 2 — filöcknerivcrke ........ 7 73 — 74 72.5 1% Türtilche Zollanlcihe von 1911 4,75 — 4.9 4,8 fiöln-Neucssen..... 7 — — 82,5 81 4% Türtische Bagbabbahn-Anl Mannermunn-Röbren .... 7 4.5 73 75,13 73,75 Serie 1........... 4,8 — 4,9 — ManSIeldcr Bergbau ..... 7 — 48.75 48,25 4% beSgi. Serie II....... 1,8 — — — Lberlchlcl. GHenbebatf .... 6 — — — — 5% Rumänische vereinh. Rente Obcrschlcl. fiofsroerle.....7 — 76.65 74.75 von 1903 .......... 9,2 — 9,5 — Phvnir Bergbau......6% 69,75 — —- 69.5 4H% Rumänische vereinh. Rente Rheinische Brauntohlen . . 10 185 179 184,5 180 von 1913 .......... 15,25 — 15,25 — Rheinstadl . . ....... 6 79,25 76 78,5 76,75 *% Rumänische vereinh. Rente . 7,25 — 7,2 7,1 Sliebeck Montau......7,2 — — — — Frankfurt a. Dl. Srrlin Sch.uß»! 1-Uhr- Schluß- Anfang- kurS 1 K rs kurS ! Kurs Datum 2 10 3 10 2 10 3 10 Bereinigte Stahlwerte . . . . 72,5 — 72 71 Ltavi Minen..... . 16'/, 29 — 29,65. 29,5 fialirocrte Aschersleben . . . 10 199 — 200 195.5 fialiroerte Westeregeln . . . 10 200 — 201 197 Kaliwerte Salzdetfurth . . . 15 290 279 285 281.75 t I. ®. Garden Industrie . . . 12 141.75 137,13 140,13 137 Dvnamit Rodel .... . . . 6 65 63,75 Scheide anstatt..... . . . 9 133,5 — Goldschmidt..... . . . 5 44 —— 45 43.6 RütgerSwerte..... . . . 6 3,5 — 52,13 51 Metallgeiellschaft. . . . . . . 8 98 — 98 Philipp Holzmann . . . •5 77 _ _ 76 Zementwert Heidelberg . . 10 49,75 98 — Cemeniwerk fiarlftabt. . . . 10 — — Wayp & Rteatag . . ... 8 51 50 .51,75 — Schuithe« Patzenhofer . . . 15 _ 200 195 Cftroetle....... . . 12 — — 158,6: 155 Atu......... . . 18 — 66,25 64 Bemberg....... . . 14 77 — 76,5 74.5 Zellstoff Waldbof . . . . 13V, .-.75 — 123,25 121 Zellstoff Aichasienbura . . . 12 89 87 86.75 Charlottenburger Wasser ... 8 — — 84,5 84 Dessauer Ga-..... ... 9 — — 120 117.5 Daimler Motoren . . . . . . O 26 — 26,25 26,13 Deutsche Linoleum . . ■ * • . 63 — 161,5 159 — — 35.5 Rat. Automobil .... . . . 0 — — — 12,13 CtNiftein & fioppel . . ... 6 — — 51,65 49.25 Leonhard Tietz .... . . 10 121 — 121,5 120.25 Evensta . . .... 296 — 296 294 frankfurter Maichineu . ... 4 20,5 20 20 - Gritzner....... ... 6 — — 30 _ Heyligenstaedt . . . . . . . 0 — — — Zunghans...... Lechwerke....... ... 6 ... 8 30 93,5 29 30,5 — Mainlrastwerke Höchst a. M.. . 8 ?7,5 — — Miag......... . . IC — — Gebr. Roeder..... . . 10 95 —— _ Boigt & Haeffner . . . • . . 9 150 •— 150 Süddeutsche Zuck» . . • . 10 128,5 -— 128 Banknoten. Berlin, 2. Oktober Seid »rief ' Amerikanische Roten..... 4,205 4.225 Belgische Roten. ....... 58,34 58.58 Dänische Roten ....... 112,12 112,56 Eugsische Roten ........ 20,379 20,459 französische Roten..... . 16,442 16.502 Holländische Roten ....... 169,06 169,74 Italienische Roten........ Norwegische Noten....... 21.92 22,00 111,98 112,42 Deutsch-Oesterreich, L 100 Schilling 59,08 59,32 Rumänische Roten....... 2,476 2,496 Schwedische Noten ....... 112,55 112.99 Schweizer Noten........ 81,49 81,81 Spanische Noten ........ 43,26 43.44 Tichechoslowatilche Noten..... 12,425 12,485 Ungaiiidje Noten ..... 73,22 73,52 DeoiK.iraarft Berlin - Frankfurt a M 2 Oktober 3 Oktober Amtlich. Mo ieruntz Amti.chi Mauerung Geld tfrir Selb Brie «mft.-Wott. 169,15 169,49 169,17 169.71 Bu n-Aires 1,476 4,478 1,479 1,481 Brss-'lntw 58,49 58,61 58,525 58.645 Christiania - 112,24 112,46 112,29 112,51 flop:ntiaq:n 112,26 112,48 112,31 112,53 Stockholm - 112,66 112,82 112,72 112.94 Hcli'ingsors. 10,557 10,577 10,56 10.58 Italien. . . 21,975 22,015 21,975 22,015 London. . . 20.383 20,423 20,395 20,435 Neunork . . 4,1955 4,2035 4,1970 4.2050 Paris. . . . 16,46 16,50 16,465 16.505 Schwei; .. 81,42 81,58 81.46 81,62 Spa i:n . 43.42 43,50 43,41 43,49 Japan . . . 2,075 2,079 2,078 2,082 •Mio de Jan .4395 1.4415 0,443 0,445 Wien in D-- Ceft. abgest 59,215 • 59,335 59,235 59.351 Prag - . . . 12,448 12,468 12,457 12.477 Belirad . 7,436 7,450 7,436 7,450 Budapest. 73,40 73,54 73,43 73,57 Bul arten 3,042 3,048 3,042 3,048 Lissabon . 18,84 18,88 18,84 18,88 T anzig. . 81,52 81,68 81.54 81,70 Konst ntin. 1,784 1,789 1.784 1,789 Athen. . 5,44 5,45 5,44 5.45 Tanada . 4,197 4,205 4,199 4,207 lltu nach. 3,337 3,343 3,357 3,363 Cairo . . 20,895 20,935 20,905 20,925 in unserer großen Mantel-Spezial-Abteilung Schöner denn je finden Sie in dieser Saison 59 Mantel Der pelzbesetzte Mantel 79 Der pelzbesetzte 98 Mantel pelzbesetzte Der 118 Mantel pelzbesetzte Der Mantel Der pelzbesetzte Mantel pelzbesetzte Der Unsere Mäntel sind von höchster Qualität und Preiswürdigkeit! 6088 V Zeil 109 Der fesche elegante Ulster Ich führe das Richlige und bin nicht teuer. 6740 A .0 r. 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Wenn auch Sie im Winter gemütliche Tage erleben wollen, sorgen Sie heute schon dafür 1 Besuchen Sie bitte unverbindlich meine großen Ausstellungsräume, die Auswahl wird Sie überraschen. Und wenn Sie sich dann den richtigen Wärmespender vom Häuser zulegen, dann werden auch Sie den Eisblumen und Schneesturmen mit sorgloserer Miene entgegen sehen. Ich erwarte gerne Ihren Besuch. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 250 Dritter Blatt Donnerstag, 2. Oktober 1930 ..... „Einesteils der Eier wegen". Don Frida Rieth, Vorsitzende des Verbandes Landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine Bayerns. „Einesteils der Eier wegen" — ja. ja die schöne Zeit ist vorüber, wo das alles so gemütlich her- ging. Jetzt must die Landfrau, die kleinsteBäuerin. festen, dah sie Qualitätsware auf den Markt bringt. Ehe ich von der Entwicklung der Eierabsatz- Organisotionen spreche, einige Worte vom deutschen Frischei. Die Einfuhr ausländischer Eier hatte derartig Überband genommen, dah sich daS Reichsernährungsministcrium entschlost, die Farmer, Geflügelhalter in Gutsbetrieben, landwirtschaftliche Hausfrauenvereine und somit die Bäuerinnen zu einer gemeinsamen Absahorganisation zu vereinigen. Das deutsche Frischei wurde propagiert, der Einheitsstcmpcl den Landwirt- schastskammcrn und somit den Zentralgenossenschaften und Ilntergenossenschaftcn an die Hand gegeben. Für diese Dachorganisation haben die Landwirtschaftlichen Haussrauenvereinc in ganz Deutschland den Unterbau geschaffen, trotzdem die Landfrauen eine gewisse Furcht vor kaufmännischen Organisationen und Genossenschaften haben. Man macht von heute auf morgen aus einer Bäuerin keine Genossenschaftlerin. Durch eine Eier-Sammelstelle in ihrem Dorf und durch'einen geringen, von der Landfrau zu zahlenden Zahres- citrag wird fie für die Genossenschaftsarbeit vorgebildet. Als erstes wird die Sammelstellen- Leiterin im Dorf mit der Durchleuchtung, Sortierung und dem Wiegen der Eier bekanntgemacht. Sodann beginnen die Dorträge und Lehrgänge über Geflügelzucht für die Bäuerin. Diejenige Bäuerin, die ihre Hühner im Kuhstall sitzen, im J kmber die letzten Kücken erbrüten läßt und in^-Februar die ersten Gier hat, ist morgen noch keine Genossenschaftlerin. Zn unseren Kursen lehren wir zuerst die Verbesserung der Geflügelhaltung, dann die Vergrößerung; wir geben den Bäuerinnen gute Futterrezepte an die Hand. Wir lehren sie. dah nur in sauberen Nestern saubere Eier sind. Im Dezember 1926 gründeten wir die erst« Eiersammclstelle der LHV. in Bayern. Verschiedene Bäuerinnen wollten uns Augusteier bringen, die für die teuere Weihnachtszeit aufbewahrt worden waren. Es war keine betrügerische Absicht- das war so Brauch. Wir mußten die Bäuerinnen vor die Durchleuchtungs-Apparate stellen, die wie Zauberkästen wirkten. Zn der Sammelstelle must jedes Ei seine Ursprungsnummer tragen, um schlechte Lieferanten ausmerzen zu können. Dast ein Qualitätsei nicht gewaschen werden darf, war den Bäuerinnen etwas Aeues. Natürlich wurden die Eier auch nach Gewicht verkauft, um gerade die großen Eier auf den Markt zu bringen. Bei diesen ersten Lieferungen erhielten die Frauen einen Preis von 18 Pf. je Ei, während sie vorher 9 Pfennig bekamen. Bald war das ganze Dorf dabei. Wir verkauften an Sanatorien, Hotels, Privatlundschaft. Die Sammelstelle, welche von einer Wirtin, Krämersfrau oder fortschrittlichen Bäuerin im Dorf geführt ist wird durch eine Sachverständige kontrolliert und arbeitet auf eigene Rechnung für ihre Unkosten mit einem gute.n Preis für die Erzeuger. Die Sammelstelle wird mit Einheitslisten, Eler- waage, Durchleuchtungsapparat und Stempel versehen. Diese Einrichtung stellt der LHV. Die Gegenstände bleiben in seinen: Besitz. Dann trägt die Sammelstelle sich selber. Wir sortieren Eier von 50 bis 60 Gramm und über 60 Gramm. Vielfach geht man zum Kilo- Gewicht über, das ist einfach und gerecht. Die Kückeneier kann jeder selbst verwerten- das ist der Vorteil für den kleineren Hühnerhalter, während der Großfarmer Kückeneier nur schlecht anbringt. Diese Dezentralisation der Derrech- Wie ich Hindenburg malte. Ein Gespräch mit Professor Max Liebermann. Von Helmut Iaro IarehN. Copyright by „Die Skizze". Berlin-Halensee, Paulsborner Straße 78. An einen: der letzten Spätsommernachmittage des Zahres 1927 weilte ich bei dem damals 80jährigen MaxLiebermannin seiner Svm- merbesitzung draußen am Wannsce, ging mit ihm durch die Gartenanlagen dahin, während der Meister eifrigst über die Kunst- und Literaturströmungen diskutierte. Wer Liebermann persönlich kennt, weiß, mit welcher Gewissenhaftigkeit er seine Worte wägt, die gleichsam, im verlini- schen Dialekt hervorgesprudelt, den Eindruck leichtester Konversation erwecken. Aber Liebermann ist durch die Schule einer Generation gegangen, deren Geradlinigkeit der Anschauungen in der Persönlichke: t verwurzelt ist, durch jene Epoche bürgerlicher Herrschaft und Disziplin, die der Künstler und vor allem der Mensch Liebermann repräsentiert. Er, der preußische Akademiepräsibent, der Berliner Repräsentant aus der Generation der Scha- dow, Menzel, Krüger, ist gleichzeitig das Vorbild preußischen Bürgertums, wie es die Hauptstadt des Deutschen Reiches noch vor 100 Zähren in der Form des Staatswesens als vorbildlich kannte. Jenem Repräsentanten einer beachtenswerten Kultur, jenen: von den Grundsätzen preußischer Gründlichkeit durchtränkten Liebermann wird der ehrenvolle Auftrag zuteil, den Präsidenten desDeutschenReiches zu porträtieren, der es wiederum als Ehre empfindet, dem bedeutenden Künstler sitzen zu dürfen. Der Achtzigjährige dem Achtzigjährigen: der höchste Würdenträger des deutschen Volkes dem Mentor der preußischen Akademie der schönen Künste. Beide einer Zeitströn:ung entstammend, der eine Aristokrat des Blutes, der andere trotz der Rassenverschicdenheit Aristokrat edelster Geistes- und Schaffenskultur. Es ist Spätsommernachmittag, die Sonne glutet auf den: Wannsee, Liebermann hat den „je- licbten Strohdeckel" vom Haupte genommen, um die kluge durchfurchte Stirn von einem erfrischenden Windhauch umwehen zu lassen. Totenstille ... drückende Schwüle. Wir sind durch die Wohnräume des Hauses hindurchgegangen, wir verweilen in Betrachtung versunken vor den erlesenen Werken erster Provenienz der Liebennannschen Kunstsammlung, wir Oie Jagd im Oktober. „Der Frühling mit Mai und mit Rosen Zst für Weiber, Poeten, Franzosen, Kartossel, Rübe und herbstlicher Wind Dem deutschen Jäger der Frühling sind" singt Heinrich Laube, und gleich ihm schlägt jedem deutschen Weidmann das Herz höher, wenn das Herbstlaub fällt und die Zeit gekommen ist. wo er die Früchte seiner Hege ernten darf. Zm R o t w i l d revkr ist die Brunst noch im Gang, auch daS Damwild ist in die Brunst getreten. Die Sauen sind feist und finden in Wald und Feld überreich« Aesüng. Das Rehwild verfärbt und wird bald seine graue Wintcrdecke tragen. Während der Rehbock noch Schußzeit hat, beginnt in diesem Zahre erstmalig im Volksstaat Hessen die Schußzeit für weibliches Wild und männliche und weibliche Kitze an: 1. Oktober. Denn durch Verordnung des Ministers des Znnern von: 2. Llpril 1930 ist di« Schußzeit für das genannte Wild auf die Zeit vom 1. Oktober bis 30. Rovember festgesetzt worden. Dieser Aendcrung der Schußzeit liegt der Gedanke zugrunde, von selten des Staates das immer mehr Platz greifende Bestreben zu unterstützen, das auf alleinigen Abschuß allen Schalenwildes mit der Kugel hinzielt. Dieser Abschuß aus Ansitz und Pirsch )vird um so leichter durchzu- sühren sein, je länger die Tage noch sind und je mehr Aesung auf Aeckern und Wiesen das Wild noch bestimmte Wechsel fest einhalten läßt. Zeder Weidmann, der von der Verwerflichkeit des Schrotschusscs und des Treibjagdabschusses überzeugt ist, wird der Regierung dafür Dank wissen und wünschen, daß von der gebotenen Möglichkeit Gebrauch gemacht wird. Solange ein staatliches Verbot des Schrotschusses, wie es Preußen, Thüringen u. a. Länder besitzen, noch nicht Tatsache geworden ist, muß «S eine Sache der Selbstsucht und des weidmännischen Stolzes der hessischen Jägerei fein, auch ohne Verbot freiwillig den Weg zu geben, der der heutigen Auffassung von Weidgerechtigk.it entspricht. Ohne staatlichen Zwang hat sie durch ihre Hegetätigkeit die Wild- stände erhalten und damit ein nicht kleines Stück Nationalvermögen gerettet. Sollte sie nicht auch imstande fein, cs freiwillig nach Grimdsätzen volkswirtschaftlicher Vernunft und weidmännischen Empfindens zu verwalten? Das heißt aber Abschuß in den Greifen eines ganz bestimmten Etats und Abschuß mit bestimmter Auswahl der Stücke, d. h. schwacher weiblicher Kitze, von Schmalrehen, Ricken ohne Kitz, Geltricken, aber Schonung der Altreh«, die ihre Kitze noch weit in den Winter hinein säugen und durch ihn hindurchbringen, während gleichzeitig die Keime von einem bis drei Jungtieren in ihnen schlummern. Demgegenüber ist der Abschuß auf der Treibjagd wahllos, deswegen wirtschaftlich unvernünftig und zugleich unweidmännisch, weil stets — auch bei guten Schützen — «in Teil des Wildes angebleit wird, ohne im Feuer zu bleiben. Erfolglose Nachsuche, qualvolles Derludesm, monatc- langes Dahinsicchen sind die unweidmännischen Folgen, die bei dem Schrotschuß mit viel größerer Wahrscheinlichkeit eintreten, wie bei ben: Kugel- schuß. Die große Zahl der heutigen Jäger und die häufig höchst unerfreuliche jagdliche Qualität der Schützen stempelt eine Treibjagd auf Rehwild zu einer jagdlichen Sünde. — In Preußen hat nur der Bock Schußzeit, die am 31. Oktober endigt. Auch die Schußzeit für den Hasen bat sich geändert. Sie beginnt an: 1 6. Oktober und endigt an: 15 Januar. Dadurch wird sicherlich der Abschuß säugei:der Häsinnen und abschuß- unreiser Zunghasen vermindert tverden. auch ist Zeit genüg zu einem Abschuß in einer Zeit bester Derwertungsmöglichkeit der Strecken. Zwar bat das Rebhuhn noch Schußzeit. doch ist die Hühnerjagd kein reines Vergnügen mehr, wenn die Hühner nicht mehr halten, sondern auf- und davonstreichen, soweit das Auge reicht Allerdings pflegen maufernbe Oktoberhübner an sonnigen Oktobertagen häufig noch recht gut zu halten. Die Schußzeit für Fasanen, die in Preußen meist schon an: 30. September begann, setzt in Hessen nun auch erst am 1 6. O k t o b e r ein. Auch bafür wirb der Fasanenheger, b. h. meistens bet Walbpächter, bem Gesetzgeber Dank wissen. Werden doch nun nicht mehr Alt- und Zungsasan, Hahn und Henne wahllos aus der Hühnerjagd heruntergeknallt. Die Geschlechter sind zu unterscheiden, und es ist für unsere Gießener Ecke OberhessenS wohl kein unbilliges Verlangen wenn diejenigen, die mit Unkosten für WildauS- setzen und Fütterung den Fasanenbestand wieder begründet haben, an alle Revierinbaber die dringende Bitte richten, Hennen grundsätzlich in den nächsten Jahren zu schönem Wem ohne sein Zutun Fasanen zustreicyen, der freue sich über diese wertvoll« Bereicherung seiner Wildbahn und bereit« ihnen ein gastliäxS Heim! Davon wird er einen größeren Nutzen haben, als wenn er sie so rasch wie irgendmöglich im Rucksack verschwinden läßt. Ziehende Enten stellen sich im Oktober oft schon ein, die Walds chn e p f e rastet auf den: Zug gen Süden, und Jo ein Langschnabel beim Duschieren oder Treiben erbeutet, macht viel Freude. Der Dachs ist feist und kann gegraben werden. Der Fuchs ist im Haarwechsel und lohnt bald die Jaab. Der Wildheger sammelt Kastanien und Eicheln für etwa notweüdig werdende Winterfütterung. In Dickungen und Hecken deckt er feinen Fasanen den Tisch, um sie an sein Revier zu fesseln. Auch die Hühner vergesse er nicht! Freuen wir unS, daß wir dieses Mal mit mehr Hühnern in Den Winter gehen, als seither, pflegen und schützen wir sie gleich den Fasanen. Denn Fütterung und Kurzhal'.en beS Raubzeuges ist das A und das O der Hege unseres Wild- geflüqclS. Bringen wir sie so durch den Winter, so erhalten wir unS die Stammelter:: der nächstjährigen Ketten. Hubertus. nung und der Eiersammlung scheint mir bis heute noch am besten, abgesehen von der Zentralgenossenschaft, welche mit einen: ganz geringen Abzug die Aufträge an den Großhandel vermittelt. Die meisten L. H. V. sind als Unterorganisationen den Zentralgenossenschaften beigetreten. Die Landfrauen wissen, daß, wenn auch nicht die höchsten Preise, sie doch ihr Geld sicher bekommen, denn die Genossenschaft übernimmt das Delkredere, daS für die Land- frauen-Organifation kaum tragbar ist. Jedenfalls hätten wir bayerischen Landfrauen letzten Weihnachten 20 000 Eier nicht absehen können. betrachteten die Bilder der Stesseck und Krüger, die zärtlich unter GlaS gerahmten Remstrandt- handzeichnungen, die DegaS, die Menzel, die Monet, die Manet... und ßiebennann sprach mit jugendlichem ©Ian mit der ungewollt drastischen Art seiner Ausdrucksweise auf mich ein. Wir sprachen von dem Einst, von dem Glanze der berlinischen Hauptstadt, und gingen in baS helle freundliche Arbeitszimmer, wo noch naß auf der Staffelei ein erst an: Vormittag vollendetes Blumenstück auS den: Garten stand und, dicht daneben, daS neu begonnene zweite Porträt Hindenburgs, das von der Stadt Schwerin in Auftrag gegebene. Kleine Oelskizzen wiesen auf die Gründlichkeit hin, mit der Liebermann Hindenburg in den verschiedensten Stellungen skizziert hatte. Liebermann lenkte baS Gespräch auf den Reichspräsidenten über. Seine blauen Augen blitzte:: unter den geschwungenen CBrauciv er hat auf einen: herumstehenden Sessel Platz genommen und zieht heftig an seiner Zigarre. „Sehnse", erläutert der mit markanter Stimme, „bet iS sone Sache. Der Präsident und ick haben auS unserer Jugendzeit her, wo er ja im Potsdamer Kadettenkorps war, jemeinsam viel Bekannte. Det jibt schon nen persönlichen Kontakt. Ick hatte schon mal vorjehabt, Hindenburg während des Krieges zu.malen. Aber bet hatte sich durch irjendwelche widrigen Umstände zerschlagen. Als mir der Auftrag nun jetzt vor meinem achtzigsten Geburtstag übermittelt wurde, wußte ick nid), ob eS dem Präsidenten auch recht sein würde, jrade von mir porträtiert zu werden. Aber der Gesandte (wen Liebermann damit meinte, konnte ich leider nicht feststellen) sagte mir, daß er Hindenburg gefragt hätte und dieser mich bitten ließ, einen zeitlichen Termin, der ihm und mir günstig erschien, festzulegen. Zunächst einmal fuhr ich nach der Wilhelm- straße und suchte mir ein geeignetes Zimmer für die Sitzungen aus. Und dann ging'S wenige Tage später ans Malen. Ich muß Ihnen ganz offen sagen — Liebermann sprach nun auch ohne Dialekt —, daß ich Hindenburg wie einen Regierenden empfunden hab«. Von Politik zu reden habe er sowohl wie auch ich vermieden, aber das Verständnis, baS Hinbenburg meiner Arbeit entgegenbrachte, veranlaßte mich zu ber Frage, wie er benn baS im Werben begriffene Porträt empfmbe. Und Hinbenburg lächelte und erzählte mir, bah er als Knabe viel gezeichnet und sich immer sehr für Kunst interessiert habe. Er bringt eine äußerst gesunde Kunstanschauung mit. Aber nur eine öanbfrau, die in biesem genossenschaftlichen Geist schon erzogen wird, sieht so etwas ein. Die Bäuerinnen müssen erzogen werben, baß sie in: Frühjahr ihre Eier für bei: eigenen Bedarf einlegen, um in: Winter jedes Ei zur Sammelstelle zu bringen. Von allen Seiten ernten wir Anerkennung für diese Kleinarbeit. Schon überlegen Genossenschaften, ob sie die ganze Geflügelberatung in die Hand ber Berufsorganisation der Landfrau geben sollen. Der VerS von Busch geht weiter: „Zweitens, weil man bann unb wann einen Braten essen Stets sitzt er mir Aur verabrebeten Zeit — aber mit ber Uhr In Der Hanb: denn jede Minute bcS TageS ist berechnet. Aber er sitzt mir gerne. Ick werbe Ihnen eine nette Episode erzählen: Nach einer beendigten Sitzung fragte ich Hinbenburg, wann wir weiter arbeiten könnten und nannte ihm einen Tag. „Ach", rief er auS, „ba wollte ich gern auf 3agb fahren." „Bitte, Herr Präsident , entgegnete ich, „bann legen wir einen anberen Zeitpunkt fest." Hindenburg überlegte eine Weile, bann äußerte er bei: Wunsch, boch ben zuerst vorgeschlagenen Termin innezuhalten, weil es für die Vollendung deS Bildes seiner Ansicht nach besser wäre, wenn nicht allzuviele Unterbrechungen etnträten ... und verzichtete auf die lang ersehnte Erholung «ineS einzigen JagdtageS. Er ist sehr belesen und trotz aller Repräsentationspflichten findet er genügend Zeit, seinen geistigen Interessen nachzuspüren. Ein Achtzigjähriger mit ber Elastizität eines Jungen. Ick sagte neulich: „Eigentlich boch komisch, Herr Präsident, ber eine Achtzigjährige malt ben anberen Achtzigjährigen." Hindenburg schmunzelt«, bann entgegen«!« er lächelnd im fragenden Ton: „Achtzig Jahre, Herr Professor? Ich bin zwei Monate und drei Tage jünger als Sie!" So genau hatte er sich daS ausgerechnet... Und Liebermann schwärmt. Unermüdlich fließen die Worte über seine Lippen, Worte, deren Klang einen Nachhall erwecken, Worte deS menschlichen Verstehens, der Freud« des Künstlers, einen solchen Mann auf die Leinewand bannen zu dürfen. Wieviele unzählige Menschen hat Liebermann gemalt, deren Namen unb Erscheinung eine Macht bcS Geistes, ber Finanz, ber Politik, ber Regierung bebeuten... Er hat sie erfaßt, sie unS, den Betrachtern, geschenkt und wir verspürten das Intime, ben EHarme, ber hinter ber offiziellen Persönlichkeit steht. In seinem Bilde, dem letzten unb vorletzten der schlichten Erscheinung Hindenburgs, hat er nicht allein ben genialen Feldherrn, sondern auch das Haupt eines Reiches wiedergegeben, ben Deutschen^ ben Preußen Paul von Hindenburg. — Und ist nicht auch der Künstler, ber Mensch Liebermann dem Menschen Hindenburg nähergetreten? Liebermann verbrühte sich beim Reinigen seiner Pinsel die Hand unb er blieb dem Palais in ber Wilhelmstraße fern. Tagtäglich ließ ber Reichspräsident anläuten unb sich nach bem De- finben seines Porträtisten «rfunbigen ... Kleine Züge einer großen Menschlichkeit. AIS Liebermann nach einer Woche an einem naßkalten Tann." Noch müssen wir untere Gockeln totfchla- gen, weil der deutsch« Markt sie nicht tvrwertet, oder nur für uns mit 'Verlust. Noch beherrscht di« Auslandware den deutschen Geflügelmarkt. Wie oft sagt die Bäuerin, wenn sie ihr« E:er zur Sammelstelle bringt: „Za, könnt Ihr nicht auch unser Schlachtgeflügel und unsere Butter mitverwerten?" Zn den Molkereigenossenschaften sind noch keine Frauen. Und tver melkt, wer zieht lungbiefc ft bk Stauen Deshalb müssen auch bi« Landfrauen allmählich in den genossenschaftlichen Molkereiabsatz eingetveiht werden Und wenn «S für die Städterinnen heißt: Kauft deutsche Ware!, so gelten die nächsten Jahre der Erziehungsarbeit der deutschen Landfrau zur deutschen Qualitätsware. Oberheffen. Landkreis (Wtcfocn. ck. Heuchelheim, 1. Okt. Di« feit langem verwaist« Rektorstelle an unserer Volksschule wurde dem feit 1914 in unserer Gemeind« wirkenden Lehrer Knad übertragen Der neue Rektor erfreut sich als Schulmann allgemeiner Hochachtung: durch seine Tätigkeit als Dirigent deS Gesangvereins „Germania" bat er sich über den SchnlkreiS hinaus viele Freund« erworben. V Londorf, 1. Okt. Am Sonntag fand unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde die Einweihung ber neuer bauten Volkshalle statt. Nach einem Festzug der Einwohnerschaft zur Volkshalle eröffnete dort der Posaunenchor mit Beethovens „Die Himmel rühmen" die Feier, der Kirchenchor erfreute banft mit einem geistlichen Lied Der Vorsitzende beS Dolkshalle- vereinS, Gemeinderechner Berlin, begrüßt« bk Festversammlung unb gab einen gedrängten Rückblick auf die Schwierigkeiten, die dem Bau ber Volkshalle entgegenftanben. Die Weiher«b« hielt Pfarrer Bühler. Zn eindrucksvollen Worten um rin er die Bedeutung unb Bestimmung der Volkshalle. D-'r Geselligkeitsverein ..Frohsinn" unb ber Arbeitergesangverein „Union" trugen durch Liedvorträge wesentlich zur Verschönerung ber Feier bei Radfahrer unb Turner belebt«:: durch ihre Darbietungen bi« Veranstaltung. )( Lich, 1 Okt. In voller körperlicher und geistiger Frische konnte an: Samstag unser Mitbürger Friedrich Steeg sein 8 0 Lebensjahr vollenden. Am Abend brachte ihm ber Posaunenchor ein Ständchen. KreiS Friedberg. L Melbach. 30. Sept. Unser viertältester Einwohner. Georg Keller, feierte beute in körperlicher unb geistiger Frische seinen 8 0. (Geburtstag. — In Form eines Dreikampfes würbe:: hier in biesem Jahr« bie Reichs- jugenbwettkämpse duzchgesührt. Don den teilnehmenden 19 Knaben gingen 13 und von ben 13 Mäddxm 7 als Sieger hervor. Don den Siegern erhielten (Punktzahl in Klammern): Ernst Jost (59); Heinrich Zost (47); Franz Fraisek (62); Willi Rabei:au (60); Ottilie Kunkel (64) und Ida Sack (56) die Urkunde beS Reichspräsidenten während die übrigen Sieger die Urkunde des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen bekamen. KrciS Büdingen. (D Wenings, 30. Sept. Das diesjährige Treffen der dem K l r ch e n d) a r o e r b a n b Budin- gen . Nidda - Schotten angeschlossenen euan- gelischen Kirchengesangvereine fand an: Sonntag hier statt. Es wurde eingeleitet durch einen Fest- gottevdienst, in dem mltrolrften der aus den .Hir- chengesangoereinen Büdingen, Gedern, Wallernhau- sen und 'Wenings gebildete Massenchar unter ber Leitung, von Lehrer Kauß (Wenings) und ber Kirchengesangverein Wenings. Der Berbandsvor- fifoenbe Pfarrer Laut (Nibba) hielt bie Festprebigt. Am Nachmittag würbe eine Nachverfammlung ab- Tag« baS Sitzungszimmer wieder betrat, war ein Diener mit Heizen deS OfenS beschäftigt und Hindenburg. der nach Entgegennahme «ineS Gesandtenantritts ins Zimmer kam (ben Gehrock zuknöpfenb, den er schnell gegen den Frack vertauscht hatte), erklärte auf die verwunderte Frag« ßicbermannS über bie „künstliche Erwärmung . daß er es angeordnet habe, um Liebermanns willen, der. von einem leichten Krankenlager kommend, für „bie innere auch bi« äußere" Wärm« benötige. „So iS er, unb ick bin stolz barauf“, rief mit Liebermann zum Abschieb zu. als er mich die Treppe hinuntergeleitete, und setzte noch hinzu: „Wissen Se, in ben wenigen Stunden, bie mir Hindenburg saß, habe ich einen Aristokraten kennengelernt, der wie kein zweiter zum Präsidenten geeignet ist, well er menschlich unb mit einey: diskreten Takt begabt ist." Lochschulnachnchten. Di« Rech'.S- unb Staatswissenschaflliche Fakultät ber Universität Marburg verlieh dem Geheimen RegierungSrat Professor Dr. phil., L)r. theol. h. c., Dr.-Zng h. c. Theodor Wiegand, Direktor ber Antikenabteilung ber Staatlichen Museen in Berlin, auS Anlaß ber Eröffnung ber von ihm geschaffenen Sannnlungen im Berliner Museum, bie Würde eines Doktor« beider Rechte ehren halber. Das Diplom bezeichnet ihn als den Gelehrten, „ber, hessischem Toben entsprossen, durch seine frühesten Arbeiten die Kenntnis antiken Rechts erweitert hat, der in seinen: ber Archäologie getoibmeten LebenS- werk als vielseitiger Forscher wie als ber Organisator streng methobischer. erfolgreicher Ausgrabungen unb musterhafter Deröfsentlichungen Weltruf gewann, ber, obwohl ganz ber Kunst hingegeben unb lange von ber Heimat getrennt, sich immer als Sohn seines DolkeS fühlte und warmherzig, klug unb erfolgreich im Kriege wie im Frieden auf baS Wohl seines Vaterlandes bedacht war, so baß sein« persönlichen Erfolge zugleich zu einer Wiedererstarkung beS Ansehens Deutschlands in: Ausland führten". Geheimrat Wiegand studierte in München, Berlin und Freiburg, bereiste Griechenland und Italien, war bann mit ber Leitung der Ausgrabungen von Prien« beauftragt unb trat 1897 als Direktor in ben Dienst ber Berliner Staatlichen Museen mit dem Amtssitz in Konstantinopel. Dort war Wiegand mit ber Leitung der Ausgrabungen in Milet beauftragt. 3m Jahre 1912 wurde er als Erster Direktor ber Sammlung ber antiken Bilbwerk« und Gipsabgüsse unb bcS Antiquariums nach Berlin berufen. schalten, zu der auch zahlreiche Gemeindeglieder sich eingefunden hatten, um den gesanglichen Leistungen der Vereine zuzuhören. Ansprachen wurden gehalten von dem Ortsgeistlichen Pfarrer Köhler und von dem Leiter der Versammlung, Pfarrer Laut. Dazwischen wechselten die Verbandsvereine mit Liedervorträgen ab. Al reie Schotten. ± Groß-Eichen, 30. Sept. Am Sonntag fand in unserer Gemeinde das Gustav-Adolf- Iest des Zweigvereins Gründern statt. Am Vormittag predigte im Festgottesdienst, der sehr gut besucht war, Pfarrer Trapp aus Ulrichstein. Der Männergesangverein Groß-Eichen unter Leitung von Lehrer Dell hatte sich in dankenswerter Weise für die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes zur Verfügung gestellt. Nachmittags fand in der Kirche eine ebenfalls gut be suchte Nachversammlung statt. Der Schriftführer des Zweigvereins, Pfarrer G r a u l i n g , Grün- bcrg, crzäl>lte zunächst aus dem Leben des Schwedenkönigs Gustav Adolf und erstattete dann den Rechenschaftsbericht. Dann sprach Pfarrer Trapp, Ulrichstein, der früher selbst als Pfarrer in einer Diasporagemeinde in Oesterreich tätig war, über die mannigfaltige Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins. Der Ortsgeistliche schloß mit Gebet die schöne Feier. Die Kollekte im Betrag von 34 Mark kommt je zur Hälfte der österreichischen Gemeinde Anstetten und der hessischen Gemeinde Herbstein zugute. * Dodenhausen II. 1. Ott. Am Sonntag konnte hier eine neue Glocke geweiht werden. Aach langen Beratungen hatte man sich entschlossen. eine kleinere Glocke anzuschaffen, da dadurch erhebliche Mittel gespart werden konnten. Lieferant ist die Glockengießerei F. W. Rinker in Sinn. Die Glocke trägt die Aufschrift: „Schütz uns Herr vor Kriegesnot, lehr uns halten dein Gebot I" Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Glockenweihe. Pfarrer Fröhlich würdigte in der Predigt das für die Gemeinde bedeutungsvolle Ereignis. Umrahmt wurde die Feier von Darbietungen des Posaunenchors und des Mannergesangvereins. Zum Vaterunser läutete die Glocke zum erstenmal. Rach dem Gottesdienst hielt Bürgermeister Möser eine kurze Ansprache, in der er an den Spruch, den die Glocke trägt, anknüpfte. Zum Schluß dankte Pfarrer Fröhlich der Gemeinde im Ramen des Kirchspiels. ± Sellnrod, 30. Sept. 3m Laufe des Sommers hat sowohl das hiesige Schulhaus, wie auch das Pfarrhaus einen neuen Verputz und Anstrich erhalten. Unser O r t s b i l d ist dadurch wesentlich verschönert worden. Kreis Alsfeld. ■er. Homberg, 1. Oft. An Stelle des nach Groh-Zimmern versetzten Gendarmerie- Hauptwachtmeisters Schneider wurde Gendarmerie-Hauptwachtmeister Roth von Mücke mit Wirkung vom 1. Oktober in die Gendarmerie-Station Homberg versetzt. — Gestern fand an den Provinzialstraßen die O b st v e r st eine r u n g statt. Da die Bäume nur geringen Behang zeigten, stand der diesjährige Erlös dem vorjährigen bedeutend nach. Der Korb Obst wurde im Durchschnitt mit 4 bis 8 Mk. bezahlt. Kirche und Schule. Landkreis Gietzen. )( Lich, 1.Oft. Der kirchliche 3ugendsonntag wurde am vorigen Sonntag in unserer Gemeinde begangen. Am Vormittag war unter Mitwirkung des Posaunenchors und der 3ugendvereinigung Gottesdienst, in dem der Leiter der männlichen 3ugendpflege, Pfarrer ©raubt, beherzigenswerte Worte sprach. Rachmittags fand die Eröffnung des diesjährigenKonfirmandenun'.errichts durch Stiftsdechant Kahn statt. 3n diesem Jahr konnten nur 17 Konfirmanden (neun Knaben und vier Mädchen aus Lich und vier Mädchen aus Arnsburgs in den Konfirmandenunterricht ausgenommen werden, die seit vielen Jahrzehnten niedrigste Ziffer der Konfirmandenjahrgänge. — Die männliche Jugendpflege wurde durch die Gründung einer mit dem Posaunenchor verbundenen 3ugenVvereinigung erweitert, eine 3ungschar wurde angeschlossen. Die Zugendvereinigung wird zum erstenmal am Reformationstage mit einem Festabend in der Turnhalle in die Oeffentlichkeit treten. — Unsere Orgel wurde im Laufe des Sommers einer gründlichen Reinigung und teilweisen Erneuerung unterzogen, ferner wurde ein großes Stück des Kirchenbaches neu beschiefert, sowie das auf der Kirche befindliche Türmchen wiederhergestellt. Wirtschaft. Die Lleberfremdung der deutschen Wirtschaft. Die Finanznot der deutschen Wirtschaft, ihr steigender Kreditbedarf und die Schwierigkeiten im Außenhandel haben allmählich zu einer Ueberfremdung der deutschen Wirtschaft geführt, die besondere Beachtung verdient, weil ihre Beurteilung von verschiedenen Seiten ausgehen muß. Während man noch im Jahre 1928 rund 300 deutsche Firmen zählte, die ausländische Beteiligung aufzuweisen hatten, ist die Zahl im Jahre 1929 auf annähernd 400 gestiegen, und zwar konnte man damals feststellen, daß minstens 600 Millionen Mark deutsches Wirtschaftskapital durch ausländische Beteiligungen in Höhe von rund 250 Millionen Mark kontrolliert wurden. Das heißt also, die Auslandbeteiligung machte etwa 40 Prozent dieses deutschen Wirtschastskapitals aus. Unter den Firmen, die AuSlandbeteiligung aufweisen und die mit zu den bedeutendsten der deutschen Wirtschaft zählen, waren etwa 165 bis 175 mit starker Minorität bis Majorität. Sn rund 200 deutschen Aktiengesellschaften waren etwa 300 Berwaltungs- und Aufsichtsposten im Besitze von Ausländern. Dabei ist festzustellen, daß von den Industrien, in die das Ausland eingedrungen ist, in erster Linie die Elektroindustrie. die Fahrzeug-, Automobil-, Maschinen- und Textilindustrie, die Schwachstrom-, Rahrungs- mittel und Papierindustrie zu nennen sind. Die gesamte Türschlohindustrie, zum Teil auch die Rasierklingen-, die Schallplatten-, die Äugellager», die Margarine- und die Zündholzindustrie haben ganz besonders starke ausländische Beteiligungen aufzuweisen. Ebenso bestehen bei der Schokoladen- und der Glasindustrie, bei der Auto-, der Braunkohlen- und der Korkindustrie nicht zu unterschätzende ausländische Einflüsse, und schließlich hat die Ueberfremdung auch auf die Kunstseiden-, die Tabak», die kosmetische und die Papier» und Zellstoffindustrie übergegriffen. Man sieht, daß es nur wenige Industriegruppen gibt, die heute noch frei von ausländischem Kapital sind. Man muh aber damit rechnen, daß die Ueberfremdung auch weiterhin noch in beträchtlichem Umfange ansteigt, was wohl auch darauf zurückzuführen ist. daß die Auslandkredite heute oftmals nur noch in der Form von Beteiligungen zu erhalten sind. Außerdem spielen selbstverständlich steuerpolitische und zoll- politische Fragen eine Rolle, und dann hat die Organisation des 'Rohstoffes oftmals dazu geführt. daß engere Verbindungen zwischen deutschen und ausländischen Firmen hergestellt wurden, so daß auf diese Weise Monopol- und trustartige Gebilde entstanden, die, wie in der Zündholz-, der Margarine- und Oel», der Grammophon- und Schallplatten- und in der Automobilindustrie, in beträchtlichem Umfange existieren. Im ganzen kann man also feststellen, daß die Auslandbeteiligungen im Jahre 1929 den Betrog der aufgenommenen Anleihe bereits übersteigen, und nach den jüngsten Feststellungen ist auch für dieses Jahr festzustellen, daß diese Entwicklung ohne Unterbrechung und vielfach mit einer gewissen Steigerung fortgesetzt worden ist. Gewiß wird man zugeben müssen, daß in dieser schwierigen Zeit eine Ueberfremdung unmöglich auszuschalten ist, trotzdem verdient aber diese Entwicklung besondere Beachtung, weil doch nichts unversucht bleiben darf, um die nationale deutsche Volkswirtschaft im Interesse des deutschen Staates zu erhalten und zumindest dem ausländischen Einfluß überzuordnen. * Die Reichsindexziffer f ü r die LebenshaltungskvstenimSePtember. Die Reichsindexziffer ür die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ onstiger Bedarf") beläuft sich nach den Festste! ungen dos Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats September auf 144,9 gegenüber 146,8 im Vormonat. Sie ist somit um 1.3 vH. Aurüdtgegangen. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war die Senkung der Ernährungsausgaben. Hier haben vor allem die Preise für Kartoffeln und Gemüse erheblich nachgegeben. Die Preise für Bekleidung sgegenstände haben ihren Rückgang verstärkt fortaeseht. Die Kosten der Heilung haben sich infolge Abbaus der Sommerrabatte, die Ausgaben für den „sonstigen Bedarf" besonders durch Heraufsetzung der Personentarife der Reichsbahn erhöht. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen. (1913/14 = 100): für Ernährung 141,7, für Wohnung 130,5, für Heizung und Beleuchtung 152,4, für Bekleidung 160,8, für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 195,5. Tendenz: ruhig. * Die Firma Georg Philipp O a t ( t n Gießen ist gegenwärtig im Begriff, eine organisatorische Betriebsumstellung in ihrem Hauptwerk durchzuführen, die durch die allgemeine wirtschaftliche Depression, die sich natürlich auch auf das Tabakgewerbe auswirkt, veranlaßt wurde. Bei biefer Maßnahme ließ es sich leider nicht vermeiden, daß eine Anzahl Arbeiter entlassen werden mußte. Entgegen anderslautenden Behauptungen, die man in der Stadt hört, kann festgestellt werden, daß der Prozentsatz der Entlassungen etwa 12 bis 15 Prozent der gesamten Arbeiterschaft ausmacht. ♦ Kündigung d e s Manteltarifs in der hessen-nassauischen und d es s isch e n Metal 1 industrie. Der Verband der Metall- industriellen für Hessen, Hessen-Nassau und angrenzende Gebiete hat am Dienstag das Kollektivabkom-, men zum 31. Dezember 1930 gekündigt. Die Abänderungsvorschläge sollen den an dem Abkommen beteiligten Metallarbeiterverbänden demnächst bekanntgegeben werden. Es bandelt sich bei dem Kollektivabkommen um den Manteltarif, der die allgemeinen Arbeitsbedingungen reaelt. Betroffen von der Kündigung ist im wesentlichen die Metallindustrie der Städte Frankfurt a.M., Offenbach, Darmstadt und Hanau. .* Mehlpreisermäßigung. Die Sudd. Mühlenoereinigung hat den Preis für Weizenmehl Spezial 0 um 25 Pf. auf 40.25 RM. pro dz ab Mühlenftation ermäßigt, nachdem am Montag eine starke Erhöhung vorgenommen wurde. * Gründung einer Gefi-Kreditge- meinschaf t in München. Die Gefi, Ge- fellschnst für Finanzierung von Kreditgemern- fchnften m. b. H., Berlin, die sich im Besitz eines Bankenkonsortiums unter Führung der DD-CBanf befindet, hat ihren Geschastskreis durch Gründung der Kreditgemeinschaft Münchener Spezialgeschäfte erweitert, der 14 führende Firmen des Münchener Einzelhandels angehören. Damit ist das von der Gefi finanzierte und organisierte Kreditsystem für den Einzelhandel, das sich in der Praxis gut bewährt haben soll, in 23 Städten Deutschlands eingeführt. * Wayß 8- Freytag AG., Frankfurt a. M. Wie von der Verwaltung mitgeteilt wird, ist das seit einiger Zeit festzustellende Fallen des Aktienkurses in den inneren Verhältnissen der Gesellschaft nicht begründet. Dor allem sind Bauverluste weder zu verzeichnen, noch zu erwarten. Der Be- schäftigungsgrad in Deutschland läßt allerdings infolge der außerordentlichen Zurückhaltung der öffentlichen Hand und der Industrie zu wünschen übrig. Schwcinemartt in Friedberg. WSR. Friedberg, 1. Olt. Auf dem heutigen Schweinemarkt entwickelte sich bei einer Anfuhr von 472 Jungtieren flottes Geschäft. Es wurden bezahlt für bis sechs Wochen alte Tiere 20 bis 25 Mark, sechs bis acht Wochen alte 25 bis 30 Mark: acht bis zwölf Wochen alte 30 bis 35 Mark. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Olt. Tenderu: freundlich. — An der heutigen Börse blieb Die Stimmung freundlich, gestützt auf die festere Tendenz der gestrigen Reuyorler Börse. In Anbetracht des israelitischen Feiertages herrschte jedoch äußerste Geschäfts stille. Umsätze kamen nur vereinzelt zustande. Kurse wurden zu den ersten Rotierungen nur wenig festgesetzt. Von den zustande gekommenen Kursen waren die meisten gut behauptet bzw. leicht befestigt. Geschäftshemmend wirkte der Ultimoausweis der Reichsbank, der eine starke Belastung und Gold- unb Devisenabgaben erkennen läßt. Demgegenüber konnten die Handelskammerberichte keine Anregung bieten. I.-G.«Farben eröffneten nur knapp gehalten, zogen jedoch später etwas an. Am Elektromarkt lagen AEG. 1 Proz. fester. Bankaktien waren bei stillem Geschäft nur wenig verändert. Montanwerke waren vollkommen vernachlässigt und umsatzlos. Am Bauunternehmungsmarkt konnten Wayß & Freytag auf die Verwaltungserklärung, daß der Kursrückgang der letzten Zeit nicht in den Verhältnissen der Gesellschaft begründet sei, weitere 3 Proz. gewinnen. Zellstoffwerte waren bis 1 Proz. gebessert. Sonst ergaben sich keine Kursveränderungen von Belang. Am Rentenmarkt zogen Altbesitz etwas an. Ausländer lagen fast ohne Geschäft. Im Verlaufe kam das Geschäft zwar fast vollkommen zum Stillstand die Stimmung blieb aber freundlich, und die wenigen Kurse, die noch genannt wurden, lagen weiter fester. Tagesgeld 4,75 Prozent und etwas leichter. Am Devisenmarkt lag die Mark fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1985; gegen Pfund 20,405; London gegen Kabel 4,858750; gegen Paris 123,79; gegen Mailand 92,7850; gegen Madrid 46,95; gegen Schweiz 1 25,0390; gegen Holland 12,05. Heute, Donnerstag, 2. Oktober, findet keine Abendbörse statt. Infolge des israelitischen Feiertages findet der nächste Viehmarkt erst Freitag. 3.Oktober, statt. Berliner Börse. Berlin, 2. Oft. Nachdem an der gestrigen Reuhorker Börse eine Befestigung eingetreten i war und man aus diesem Grunde mit einer freundlicheren Eröffnung der europäischen Aus- landbörsen rechnete, konnte sich auch hier die zuversichtlichere Grund st immung erhalten. Die vorliegenden Momente waren zwar nicht ganz einheitlich. Es standen dem nunmehr gesicherten Ueberbrückungskredit von 100 Millionen. dem etwas gebesserten Stickstoffabsah und der im Berichte der preußischen Industrie- und Handelskammern festgestellten Tetkbes^erung der Wirtschaftslage ungünstige Rachrichten aus der Montanindustrie und neue Arbeiterentlassungen gegenüber. Auch die Befriedigung über die vorwiegend freundliche Aufnahme des Regierungsprogramms im Auslande wurde durch den Hinweis auf die zu erwartenden parlamentarischen Schwierigkeiten abgeschwächt. Vormittags und vorbörslich taxierte man etwas freundlichere Kurse, doch rechnete man schon morgens im Hinblick auf den hohen israelitischen Feiertag für heute mit keiner nennenswerten Geschäfts belebung. Bei sehr kleinen Geschäft lagen die ersten Kurse meist gut behorchtet und nur vereinzelt bis zu 1 Prozent schwächer. Werte wie Hoesch, Conti Gummi. Rheinische Braunkohlen, Stöhr und Svenska gewannen 2 bis 2,5 Prozent. Berger und Thüringer Gas waren bei ebenfalls minimalem Geschäft 4,5 bis 5 Prozent gebessert. Demgegenüber verloren Feldmühle, Schlesische Zement 2 bis 3 Prozent. Von deutschen Anleihen gaben Altbesitz 0.45 Prozent nach. Ausländer ruhig, bprozentige Mexikaner und 4prozentige Ungarische Goldrente fester. Der Pfandbriefmarkt war vorläufig noch uneinheitlich und anscheinend freundlicher. Am Geldmarkt beschränkte sich die Entspannung nach dem Ultimo auf Tagesgeld, das heute mit 5 bis 7 Prozent zu hören war. Rach den ersten Kursen blieb die Grund- st immung freundlich. Es ergaben sich weitere Besserungen bis 1 Prozent, von benen hauptsächlich I.-G.-Farben, Elektrowerte und Kaliwerte profitierten. Der heute zur Veröffentlichung gelangte Reichsbankausweis zum Quartalsultimo brachte zwar eine Gesamtanspan- nung von fast einer Milliarde, vermochte je- ' doch keinen Einfluß auf die Tendenz zu nehmen. Letzte Nachrichten. Schwerer Verkehrsunfall in Wetzlar. JZ Wetzlar, 2. Oft. Ein schweres Autounglück ereignete sich gestern kurz nach 21 Uhr in unserer Stadt. Ein Lastkrajtwagen mit Anhänger, der mit Heizkörpern dec Bu- derusschrn Eisenwerke in Lollar schwer beladen war, fuhr den Hindenburgring hinunter, wobei die Bremsen versagten, so daß der Lastkraftwagen in rasende Fahrt geriet. Hierbei wurden eine Anzahl Pappelbäume umgerissen und ein Fußgänger auf dem Ebertplatze schwer verletzt. Dann stürzte das Fahrzeug mit Anhänger und der gesamten Ladung in die Wehbach. Der Führer des Lastkraftwagens und der Bremser im Anhänger blieben wie durch ein Wunder unverletzt. Der Schaden ist erheblich. j Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts ft elle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdisfont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. Dl. Serkin Frankfurt a. M. Serkin Schluß-s kutt I 1-ilhr- Kutt Schlußkurs Anfang« Kurs Schluß, kur» l«llhr« ffutt Schlußkur» Anfang- Äurt ‘Datum 1. 10 i 2. 10 1. 10 । 2. 10. Datum 1. 10 2 10 1. 10 2 10 6% Deutsche ReichSanleihe Vamdurg-Ämertka Bakel . . . 80,75 —— 80,25 80,5 r.on 19°7.......... 88,4 88 _ — - — ?% Deutsche Reichsanleihe Hansa Dampfschiff.....10 — — 125 — Von 1929 .......... 99 _ qq 4 fl?rtrhh»titiAfr PLoöb ..... 8 80,75 81 Rfi 75 81.25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Allgemeine Deutsche Credltanst. 10 102,4 102,4 Auslos.-Rechten....... 60 60,2 60 59,75 Barmer Bankverein .... 10 110 110 HO 110 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechie . . . 6,9 — 6,825 6,8 Berliner Handelsgesellschaft . 12 — 133,13 133 8% Hell. BolkSslaat von 1989 Sommer;- und Privat-Bank. 11 120,5 120,5 120,5 120,5 (rtfdtablb 102%) ...... 89,5 - 89,25 - Daml^kil^r und Nationalbank 12 164,75 - 164,75 165.25 Oberhellcn Provinz. Anleihe mit Deutsche Bank und — - ... 10 119 _ 118.75 118 .5 Tt.utjrty' ttomm. (SammelabL 93auf ...... 10 117.5 117 117,75 117,5 55,75 56 5 AMiMfimif ...... 12 225,5 225,5 8% Franks- Hyp.-Bank Goldpse. XIII unkündbar bis 1934 . . . 99,75 _ _ AEG .........b 124 124,9 124 124.75 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse Bergmann.........9 152 153 unkündbar bi« 1932 ..... 94,5 — — — Elekir LieserungSgesellschasi. 10 — — 120,25 120,25 1 9 . . . 102 8% Pr. LandeSpsanobriesanstalt, Hamburger ElektrizitLtS-Werke 10 — — 130J5 13?,75 Romm.-Cbl. 01. 20...... 98 — 98 —— Rheinische Elektrizität .... 9 —— — —— 7% Pr. 2anbeßi)ianbbtic|anfialt, Schlcsifche Elektrizität. ... 10 — — 125,5 125.5 Psandbriese R 21...... 97,5 — 97,5 Schuckrrt L Co.......11 142,5 140,5 141 A.E.G. abg. BorUtegS-Obligatio- Siemen» & HalSke.....16 183 —- 182,75 138,75 nen, rück-ablbar 1932 ..... 93,75 TranSradio ......... 8 — 124 — Lahmeyer ch Co.. ..... 10 146,5 — 146 146,75 4% Oefterreichlsche Goldrente . 27,4 _ 27,4 27 C,d 5 55 4,20% Oeslerreichische Silberrente 4% Oetterreichllche Einheitliche — 3,15 Essener Steinkohle ...... 8 — 67,25 68,5 Rente.......... 4% Ungarische Soldrenie . . . 24 —• 24,1 1,95 24,5 Gelsenkirchener.......8 100,5 90,5 — on°l 100,5 4% Ungarische Staatsrente v. 191C — _ 19,4 19,5 Hoesch Eisen........ se Bergbau.......lö 202 79202 202 4% Ungarische Kronenrente . . 1,95 — 2 2 Klöcknerwerke..... 7 73 — 73 73 4% Türkische Zollanleihe von 191 4,75 — 4,85 4,9 Köln-Neuellen 4% Türkische Bagdadbahn-Ani ManneSmunn-Rbhren .... 7 — 74,5 74,25 74,25 1 ........ . — 4,9 - — _ 4,85 5% Rumänische vereinh. Rente Cberichlrl. Kolowerke ..... 7 9,2 __ 9,5 _ 4V4% Rumänische vereinh. Rente Rheinische Braunkohle» . . IC 178,5 — 18?, 5 183,75 fmn 191.3......... 15.13 ■■■ - fRheiufinbl . ...... 1 77 4% Rumänische vereinh. Rente 7,25 — 7,3 I 7,25 Riebeck Montan ...... 7,2 — 1 — 1 — Frankfurt a. Dl. Serkin Schluß s hitt | 1-Uhr« ff litt Schluß- futt Anfang» Kurs Serlin, 1. Oktober Gelb »rief Amerikanische Noten...... 4,221 ^71/ yciflimic vieren . . . . < Dutum 1 10 2 10 1. 10 2 10 Dänische Noten ..... Englische Noten..... 112,18 20,395 16,445 169,28 112,62 20,475 16,505 169,96 Bereinigte Stahlwerke..... Olavi Minen......16'/. 72,13 — 72,13 28,25 72 29,5 Französische Noten . . . . Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 287,5 200 199,5 201 288.13 287 Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deulsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... 22,03 112,10 59,155 2,475 22,11 112.54 59,395 2,495 I. G. Forben-Industrie ... 19 Schwedische Noten . . . . 112,73 113,17 141,5 141 141 140,9 Schweizer Noten..... 81,59 81,91 Dynamit Nobel ....... 6 —* —— 65,5 — Spanische Nolen..... 43,21 43.39 Echetdeanstalt........9 — —- — •— Tschechoslowakische Noten. e e • 2,425 12,485 Goldschmidt........6 44,5 — 44,5 45 Ungarische Noten . . . 73,24 73,54 ROtgerLwerke........6 52.5 —— 52,25 52,5 Metallgesellschasi.......8 98 — 99 — Deoifvamarfl Berlin — Frankfurt a. M Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 Wayb & Freytag......8 76,5 99,75 118,5 48 99,75 51 76 — 1 Oktober 2 Oktober 48 111 Amtliche Kotierung Geld | Ylrlt' Amtliche Geld .Notierung w" Briet Am».. Rott. 169,35 169,69 169,15 169,49 Schultheis Patzenhoser ... 16 — — 200 201,25 Buen.-AireS Brss.-Antw- 1,485 58,56 1,487 58,68 1,476 58,49 1.478 58,61 ONwerke.........12 — — 160 160 Christlania. 112,28 112,50 112,24 112,46 Aku..... 18 66,25 — 66,25 66,4 Kopenhagen 112,33 112,55 112,26 112,48 Bemberg.........14 — — 77 77,13 Stockholm - 112,72 112,94 112.66 112,82 Zellstoff Walbhof .... 13'/. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 — 123,75 87,75 123,25 86,75 122,5 HelsingforS- Atcltcn . . . 10,564 21,975 10,584 22,015 10,557 21,975 10,577 22,015 Charlottenburger Wasser . . . 8 — — 84,9 85 London. . - Neuyork . . 20,396 20,436 20,383 20,423 Dessauer @1a8........V — — 121.5 121,25 4,1980 4,2060 4,1955 4,2035 Daimler Motoren ...... 0 —— 26 26,25 26,4 PariS.... 16,465 16.505 16,46 16,50 Deutsche Linoleum ...... 161 — 161 161,5 Schweiz . . 81,46 81,f 2 81,42 81,58 Maschinenbau A.-Ä. ..... v — 37,25 —*• Spanien. 43,61 43,69 43,42 43,50 Rai. Automobil.......0 — — — Japan . . - 2,075 2,079 2,075 2,079 Orenstein & Koppel . .... 8 — — 52 52 Hio de Jan 0,4405 0.4425 0,4395 0,4415 Leonhard Tietz ...... 10 — 122,5 121,5 Wien in D-- SvenSka...... • . . . — — 293,5 296 Oest- abgest 59,255 59,375 59,215 59,335 Frag . . . . 12,453 12,473 12,448 12,468 Frankfurter Maschinen . ... < 19 — 19,75 —— Belgrad . 7,438 7,452 7,436 7,450 Gritzner..........P 30 — 30 —- Budapest. . 73,43 73,57 73,40 73,54 Hevligenstaedt.......( — — — —— Bulgarien. 3,045 3,051 3.042 3,048 InnghanS..........6 30 — 30 30,5 Lissabon . 18,83 18,87 18,84 18,88 Lechwerke. . ........8 93,5 — —- —— Danzig. . 81,55 81,71 81,52 81,68 Mainkrastwerke Höchst a. M.. .8 76,75 — —- —— Konst-uttin. 1,784 1,789 1,784 1,789 Miag...........10 77 — 78 — Athen. . 5,44 5,45 4,207 5,44 5,45 ®ebr. Roeder.......10 95 —— — — Canada . 4,199 4,197 4,205 Boigt L Haesfner ...... v Süddeutsch« Zucker .... 10 150 —— 151 —— Uru uay. 3,337 3,347 3,337 3,343 127,5 — 124,5 W— Cairo .. 20,91 20,95 20,395 I 20,935 ■3m tc Ate» *-*«5 tat ei,Qt lob hieri. it in Wehlar. tzweres Auto- tun nach 21 Uhr aittoagen mit Krpeni bet 1u« ar schwer beloben ,g hinunter, wobei , so daß der Last- ?rief. Hierbei tour* ume umgeris* 4 dem Edertplaye zte das Fahrzeug en Ladung in d'.e sckasttoagens und ben wie durch ein jäten ist erheblich. stedattion. 17 Uhr. Somrlag d lediglich an die 13iano,LripJiL< oirb keine Gewahr Jlec.Mriw mL L , »tat KZ ^erenllastungVn LUler bie vor- r Legierung-, d?-ch den Ä^^tarischen Ärkunddvr. Echnr^ « kur heute mit wbeleblmg. ^ei rltCT Äurfe meist b-s zu 1 Pro- ?. Conti Gummi, md Sdensta gr- zer und Thurm, minimalem &. Demgegen- eMe Zement 2 Leihen gaben ausländer ruhig, rrozentige Unga- mdbriefmartt war und anscheinend eschränkte sich die ) aus Tagesgeld, >t zu höm war. b die Grund- Cs ergaben sich ozent, von denen lekirvtoerie und >te zur Derösfenl- itoeiä zum Quor- e Tesmtanspan* de, vermochte ie»1 mdenz zu nehmen. W_ 7221 59,43 II2J 20,355 15,W 165, 22,03 112.0 >5,1 2,475 112,73 61.59 43,21 12,42 73,24 56,67 112,62 20,475 16,505 169,96 22,11 112,54 59,395 2,495 113,17 «1,91 43,39 12,485 73.54 (MO, 'M 58.49 112. 112.26 112-* 10-g 21-g 20.30 4,'H 16,46 31,42 «,42 2,075 014395 59.215 12,448 7-436 73,40 3,042 18.84 ■ 31,52 1.784 5,44 4,197 3,33{ 20,895 59.335 12,468 7,450 73.54 3.048 18.W 8'H ’sS 4> 3,3*3 20.935 jtanflutLii 7cfi«W •■5*rS 1.478 58-61 112'46. 112. ’ 112,82 10.577 22.0'5 20,423 412035 16,50 81, 43.50 2.07 0,4415 gjixfpott Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Die zweite Mannschaft verlor erwar- tungsgemäh gegen Löhnbergs zweite. Das Ergebnis von 7:1 Toren erscheint dem Epiel- verlauf nach ledoch zu hoch. Die Liga konnte gegen die Ligisten aus Lohn- berg einen eindrucksvollen 7:3 Sieg erringen. Großen-Buseck lag schon bei der Pause mit 5.0 in Führung Die Mannschaft zeigte tn der ersten Halbzeit sehr gute Leistungen besonders der Sturm fiel durch seine Schustfreudigkett auf. Löhnberg hatte mit seinem hohen Spiel dem flachen Paßspiel der Grohen-Busecker gegenüber einen schlechten Stand. Das Spiel wurde hart jedoch dank einer energischen Schieds- richterleistung, fair durchgeführt. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — VfB. Gießen III 5:4 (3:3). Wie vorauszusehen war. lieferten sich die beiden Mannschasten in Garbenteich einen harten Kampf. Der Gastgeber ging zuerst mit 1:0 in Führ-ung. Durch Mißverständnisse zwischen Verteidigung und Tormann gingen die Gießener mit zwei Toren in Führung, der Ausgleich fiel jedoch noch vor Halbzeit. Aach gleichverteiltem Spiel stellte man das Ergebnis während der zweiten Halbzeit auf 5:4. Tenniskampf Deutschland—Italien. Der erste Tag. — Italien führt mit 2:1 Punkten. Bei ungewöhnlich warmem Herbstwetter begann am Mittwochnachmittag auf den Plätzen des TC. Florenz vor mehr als 1000 Zuschauern der Tennisländerkampf Deutschland — Italien. Die deutschen Vertreter spielten am ersten Tage unter Form, sie litten augenscheinlich unter der für d- Jahreszeit ungewohnten Temperatur, sowie u.-.ter den viel zu harten Platzen. So kam es, daß wider Erwarten die Italiener am Schluß des Tag^ mit 2:1 in Führung lagen. De Stefani- Italien schlug den viel zu nervösen Frenz- Deutschland mit 6:0, 4:6, 6:0, 6:0. Sertoriv- Italien besiegte den zu wenig aggressiv spielenden Kuhlmann -Deutschland mit 6:4, 6:3, 6:8, 6:4. Den einzigen Gewinnpunkt für Deutschland rettete Dr. Duß durch seinen 7:5, 6:4, 6:3-Sieg über de Minerbi-Italien. Das vierte Spiel zwischen Vourney-Deutschland und del Bono-Italien mußte beim Stande von „zwei Satz beide" wegen Eintritts der Dunkelheit abgebrochen werden. Or. peltzer in Darmstadt. Dr. Otto Peltzer stattete mit seinen Schülern der Freien Schulgemeinde Darmstadt auch Darmstadt einen Besuch ab. Der Klubkampf gegen die Jugend des SV. 98 Darmstadt endete mit 77:63 Punkten zugunsten der Wickersdörfer Schüler, die dafür im Handball eine 3:0-Ni«dcrlage hinnehmen mußten. Einen 1000-Meter-Einlagelauf gewann Dr. Peltzer in 2:35,1 Minuten überlegen vor Schilgen» Darmstadt, Schilling-Mainz und Krauth- Darmstadt. Neues von Finnlands Weltrekordlern. Die beiden finnischen Weltrekordler Paavo Nurm i und Matti Iärvinen machen wieder von sich reden. Qlurmi hat wieder einmal seine Absicht kundgetan, bei den Olympischen Spielen in Los Angeles den Marathonlauf zu bestreiten und ihn in etwa 2:18 Stunden zu gewinnen. Iärvinen ist mit seinem Speerwurfweltrekord von 72,96 Meter noch nicht zufrieden und arbeitet eifrig an der Verbesserung dieser Leistung, was ihm auch wohl demnächst gelingen dürfte. Warf er den Speer doch bereits im Training 74,10 Meter. Schrittweise vorwärts. Ausbau des Platzes der Spielvereinigung 1900. Die schwere Zeit unserer Tage gestattet nicht die Durchführung großer Projekte. Die Vereine, insbesondere Sportvereine, die stets große Aufwendungen zu machen haben, kämpfen schwer. Wünsche müssen Wünsche bleiben, Llnbedingten Notwendigkeiten jedoch kann man sich nicht verschließen. Ein ständig wachsender Iugendspiel» betrieb, zunehmendes Interesse an der Leichtathletik, stellten den Verein vor die Tatsache, Platz für sportliche ^Betätigung schaffen zu müssen. Man wandte sich zu diesem Zwecke an die Stadtverwaltung. die dem Vereist den Platz überlassen hatte, und fand ein williges Ohr. Am Dienstag der vorigen Woche wurde mit den Arbeiten begonnen. Es ist beabsichtigt, den bisher unbenutzt liegenden Boden an den beiden Breitseiten des Hauptspielfeldes für sportliche Zwecke brauchbar zu machen. Der Platz in nächster Nähe des Eingangs soll für die Leichtathleten, insbesondere für Wurf Übungen (Speer, Diskus, Kugel- unb Stein* stoßen), bereitgestellt werden: der gegenüberliegende Teil soll jedoch zum Spielfeld für die Jugend auSgebaut werden. Die Möglichkeit hierfür besteht, da der Platz die notwendige Größe von 50 mal 80 Meter nahezu aufweift. Für den Verein wird die Indienststellung der beiden Plätze einen großen Fortschritt bedeuten, der der Jugend zugute kommen wird. Die notwendigen Arbeiten werden von der Stadt aus den vom Stadtrat für Hofft an ödarbeiten bewilligten Mitteln finanziert. Cs handelt sich vorläufig um Planierungsarbeiten, die sehr viel Zeit und Arbeitskraft in Anspruch nehmen. 15 Arbeiter — ausgesteuerte Erwerbslose — sind augenblicklich damit beschäftigt, bei 48ftünbiger Arbeitszeit pro Woche, einen Höhenunterschied von weit über einem Meter auf dem vorderen Teil des Sportplatzes auszugleichen. LImfangreicher wird das Maß an Arbeit für die Planierung der hinteren Fläche sein, denn dort gilt es. einen weitaus größeren Unterschied aufzuheben. Außerdem soll die Terrasse, die bisher nur einen Bruchteil der Längsseite flankiert, auf die ganze Länge des Hauptspielfeldes verbreitert werden. Man hofft jedoch, die Arbeiten im Laufe zweier Monate vollenden zu können. Der Stadt gebührt unter allen Umftänöen Dank dafür, daß sie zur Unterstützung der Leibesübung treibenden Vereine auch in so schwerer Notzeit eine offene Hand hat. ♦ ES sei nur nebenbei erwähnt, daß der Sportplatz wohl einiger weiterer Verbesserungen bedürftig wäre. Der Verein könnte sehr gut ein würo i g c s eigenes Heim gebrauchen I Das ist ein Wunsch, der wohl in vielen Mitgliedern lebt, dem aber auf absehbare Zeit die Erfüllung versagt bleiben wird. Dem Hauptspielfeld, das viele Unebenheiten aufweist, käme eine durchgreifende ileberfcolung sehr zustatten. Eine Schicht gute Muttererde, auf der die Grasnarbe bessere Lebensbedingungen hätte, könnte Wunder wirken. Zur Zeit aber machen sich Steine und Steinchen recht unangenehm bemerkbar. Eine Wiederinstandsetzung der Barriere ist zwar keine unbedingte Notwendigkeit, der Zuschauer erhielte jedoch einen etwas besseren Eindruck, wenn Remedur geschaffen werden könnte. All das wird jedoch einer besseren Zeit Vorbehalten bleiben müssen und man kann nur hoffen, daß der Verein feinen s o sehr ausbaufähigen Platz nach und nach in jene Verfassung bringt, in der er keinen Vergleich mit anderen Sportplätzen mehr zu scheuen braucht. Ein Schlag ins Wasser... Oie OFB.-Bundesiagung in kritischer Beleuchtung. Wohl kaum jemals zuvor wurde den Ergebnissen einer DFB.-Bundestagung soviel Aufmerksamkeit in Sportlerkreisen entgegengebracht wie jener Tagung, die am Sonntag die Führer der Verbände in Dresden vereinigte. Zugleich war die öffentliche Meinung bereit, über das Ergebnis kritisch herzufallen. Diesem Umstand scheint man beim DFB. nicht die genügende Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Sonst hätte man die Angelegenheit wohl kaum so oberflächlich behandelt wie man sie in Wirklichkeit behandelt hat. Die Angelegenheit: Amateur oder Profi... Das Echo, das die Beschlüsse hervorgerufen haben, war zu erwarten. Die Tagespresse im besonderen mußte neben der Fachpresse Stellung zu den Dingen nehmen. So schrieben unter anderen die .Leipziger Neuesten Nachrichten":... .Es ist ein Kind, das nicht einmal seinen Vätern allzuviele Freude bereitet hat und es sieht leider nicht einmal so aus, ob es in Zukunft größeres Wohlwollen bei seinen Erzeugern erwecken wird. Die „Deutsche Tageszeitung" begann den Bericht über die Bundestagung mit folgendem Sah: .Der 30. Bundestag des Deutschen Fußballbundes in Dresden ging aus wie das berühmte Hornberger Schießen." Der .Gießener Anzeiger" ließ in einem ge- dräns len Bericht über die Dundestagung keinen Zwei.el darüber, daß das Problem .Amateur oder Berufsspieler?" nach wie vor der Lösung harrt. Wohl die meisten deutschen Fußballspieler, mit Ausnahme derer, die die Regel bestätigen müssen, lehnen die getroffene.Lösung" als Halbheit ab. Mit ihnen auch viele, die mit dem Fuß- ballsport in nicht so enger Berührung stehen. Die Frage „Amateur oder Berufsspieler?" ist eine Angelegenheit der finanziellen Entschädigungen. Die diesbezüglichen Beschlüsse sind folgende: 7,50 Mark erhält der Spieler für Spiele am Ort: 15 Mark Tagesspesen bei auswärtigen Spielen: 10 Mark für Liebernachtungen und außerdem ein Trainingsgeld in Höhe von 3 Mark, das nur zweimal in der Woche gegeben werden darf. Diese Sätze gelten als Maximum, während es den einzelnen Landesverbänden überlassen bleibt, niedrigere Sähe zu bestimmen. In jedem Landesverband soll ein Gericht eingesetzt werden. das die üebertretung der neuen Bestimmungen zu ahnden hat. Als Berufungsstelle fungiert das Bundesgericht. Mit diesen Bestimmungen ist der Halbama- teur gehören worden. Gleichzeitig hat man damit Grundsätzliches des Amateurgedankens außer acht gelassen. Man kann mit Bestimmtheit behaupten, daß für ein Spiel am Ort Spesen in Höhe von 7,50 Mark kaum entstehen können. Also wird man einen großen Teil des Betrages als eine Entschädigung für die sportliche Leistung ansehen müssen. Das gleiche gilt für die anderen Sätze. Man gesteht weiter diese Sähe im Grunde nur den Mannschaften der .Extraklasse" zu. DaS ist an sich unsozial, denn die anderen Mannschaften, die den Verein in kleinerem Kreise repräsentieren, haben auch Linkosten, Fahrgeldaufwendungen usw. Für sie sind diese behördlich sanktionierten Sähe aber nicht statthaft, also, Halbheit auf der ganzen Linie. Die" Beschlüsse haben aber weitere schwerwiegende Folgen, die heute jedoch kaum schon in vollem Maße zu übersehen sind. Die kleineren und mittleren Vereine werden nicht imstande sein, diese Gelder für jeweils elf Wann aufzubringen. Die tüchtigen Spieler, die sich nun in finanzieller Hinsicht von ihrem Verein (falls er die Spesensätze nicht zahlen kann) prompt benachteiligt fühlen werden, werden nun um so mehr nach den größeren Vereinen drängen, die erstens die Spesen bezahlen können und die ihnen zweitens zu einer eindrucksvolleren Position verhelfen. Was das für die betroffenen Vereine in finanzieller und ideeller Hinsicht an Folgen nach sich zieht, vermag jeder Sportler recht gut abzuwägen. Lieber all dies hinaus ließe sich noch vieles gegen die gefaßten Beschlüsse sagen, denn das Gute an diesen Beschlüssen muß man wahrhaft mit der Laterne suchen. Man braucht nicht Prophet sein, um schon heute sagen zu können, daß man sich beim DFB. eines Tages wieder an den berüchtigten „grünen Tisch" wird setzen müssen, gefaßte Beschlüsse zu revidieren. Wiens Handbattelf gegen Berlin. Im Handball-Städtespiel am Sonntag auf dem Platze des Wiener Sportklubs wird die Berliner Mannschaft einen sehr starken Gegner vorfinden. Die Wiener stellen die gleiche Mannschaft, die im Länderkampf Deutschland—Oesterreich in Darmstadt überraschend siegreich bleiben konnte. Deutsche Amateurboxer in Finnland. Bei dem mehrtägigen Boxturnier in Helsingfors hatten die deutschen Teilnehmer schöne Erfolge zu verzeichnen. Erste Preisträger wurden im Feder- bzw. Weltergewicht die Stettiner Titel und Mietschke. Zweite Plätze belegten Salomon (Stettin) im Bantam, Häuser (Stettin) im Leicht- und Sabottke (Berlin) im Halbschwergewicht, während der Berliner Oennat im Mittelgewicht Dritter wurde. Schnieling stiftet 1OOO Mark. Der Grundstein für den Olympiafonds bei den 'Amateurboxern ist bereits gelegt. Max Schmeling hat 1000 Mark an den Reichsverband überwiesen, um die Reise einer deutschen Mannschaft nach Los Angeles zu ermöglichen. Krewer als Gechstagefahrer. Der Kölner Dauerfahrer Paul K re we r wird sich demnächst auf ein anderes Gebiet begeben und sich zusammen mit dem Belgier Thol- kmboet am Kölner Sechstagerennen beteiligen. Weltmeister E r i ch M ö 11 e r startet am kommenden Sonntag als Straßenfahrer. Er hat hier die Meisterschaft seines Vereins, des RV. Opel ZN. III Hannover, zu verteidigen. Oie Kartoffelnotkonferenz. 10 bis 15 Prozent mehr Kartoffeln als im Vorjahre. — Preise von 50 bis 60 Pfennig. — Stärkere industrielle Verwertung. Berlin, 1. Ott. (WTD.) 2n der vorn Reichs- nnnister für Ernährung und Landwirtschaft einberufenen Kartoffelnotkonferenz, die unter dem Vorsitz des Ministers selbst stattsand und aus Kreisen der Landwirtschast. der kartoffel- verarbeitenden Industrien, der Genossenschaften und des Handels zahlreich besucht war, wurden die Ernteaussichten und die Lage am Kartoffelmarkt besprochen. Die Aussprache ergab die einmütige Auffassung, daß in diesem Jahre mit einer Kartoffelernte von 45 bis 46 Millionen Tonnen, d. h. mit einer gegenüber dem Vorjahr um 10 bis 15 Prozent höheren Ernte zu rechnen ist. Vertreter der Landwirtschaft brachten vor, daß zum Teil nur noch Preise von 50 bis 60 Pfennig, d. h. Preise, die nur einen bescheidenen Bruchteil der Crzeugungskosten decken, bezahlt werden, so daß sich diese Betriebe aus Mangel an Geldmitteln bereits außerstande sehen, die ErntezuEndezu führen. Die Verarbeitung von Kartoffeln zu F l o ck en ist durch den vom Neichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft veranlaßten Flockenaufkauf, der zunächst rund drei Millionen Zentner Flocken (gleich 12 Millionen Zentner Kartoffeln) umfaßt, wirksam angekurbelt. Die volle Beschäftigung der Flockenfabriken bis Ende dieses Jahres ist gesichert. Die Negierung wird für den Absatz dieser Flocken die nötigen Voraussetzungen schaffen. Bei der Verarbeitung der Kartoffeln zu Stärke geht eS darum, den in letzter Zeit zurückgegangenen Absatz für Kartoffelstärke zu erweitern. Die Abwicklung des sog. Maizena- Abkommens, das auf den Ersah ausländischer Rohstoffe durch deutsche abzielt (Kartoffelstärke anstatt Maisstärke), wird der Kartoffelstärkeindustrie gesteigerte Absatzmöglichkeit für ihre Produkte sichern. Weitere Verwendungsmöglichkeiten für Stärkeerzeugnisse werden geprüft. Die Verarbeitung von Kartoffeln aus Sprit soll trotz bereits vorhandener hoher Lagerbestände des Monopolamts bis zum äußersten gesteigert werden. Es sollen größere Spritmengen als Treib-Sprit verwendet werden. Der Absatz von Speisekartoffeln spielt im Nahmen der Gesamtemte nur eine verhältnismäßig bescheidene Nolle. Verstärkte Absatzmöglichkeiten sind auf diesem Gebiete nicht gegeben. Zum Schluß wies der Minister u. a. darauf hin, daß die Hilfe des Reiches sich im wesentlichen darauf beschränken müsse, die industrielle Verwertung der Kartoffeln mit Hilfe der in der Sitzung behandelten Maßnahmen zu steigern. Die zur Sprache gebrachten K r e b i t n ö t e sollen in einer besonderen Besprechung mit den landwirtschaftlichen Organisationen und den beteiligten Kreditinstituten baldigst behandelt werden. Eine Wiederholung der Kartoffelkonferenz ist in etwa vier Wochen vorgesehen. Nachklang zum Marburger Schwimmbadbau. WSN. Marburg. 1.Ott. Eine stark besuchte Versammlung des Bürgervereins beschäftigte sich mit den Vorgängen bei der Vergebung der Installationsarbeiten im Hallenschwimmbad an auswärtige Firmen. Installateur Werneck führte als Vertreter seiner Berufsgenossen aus, daß entgegen einem früheren Beschluß, sämtliche Ar- beuex in Marburg zu lassen, eine Gesamtvergebung nach auswärts in Höhe von 160 000 Mark erfolgt fei; aus einem weiter für die Marburger in Aussicht gestellten Auftrag von 25 000 Mk. sei nichts geworden. Das hiesige Installationsgewerbe sei schwer geschädigt, und es wäre zu hoffen, daß in Zukunft anders verfahren würde. 2n der Aussprache wurde darauf hingewiefen, daß bei dem Hallenschwimmbad nicht richtig vorgegangen worden sei: man könne mit einem jährlichen Zuschuß von 50 000 Mark rechnen. Große Geländekäufe der Stadt Mainz MSN. Mainz, 30. Sept. Der dritte Vertrag zwischen Mainz und dem Reich über den Erwerb von Reichsgelände ist jetzt abgeschlossen und notariell genehmigt worden. Durch diesen Vertrag gelangt die Stadt Mainz in den Besitz des gesamten Festungsgürtels, der sich um Mainz lagert. Der Flächeninhalt des neuen Geländes beträgt rund 1,900 Quadratkilometer. Im Augenblick ist die Stadt Mainz dabei, einen weiteren Vertrag vorzubereiten, nach dem auch das auf der rechten Rheinseite verbliebene Reichsgeländein den Besitz der Stadt übergehen soll. Lieber den Ankauf dieses Reichsarundbesitzes schweben noch Verhandlungen, die aber auch in Kürze zu einem Abschluß kommen werden. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 1. Okt. (WSN.) In Dutenhofen hatte ein Landwirt sein dreijähriges Enkel- chen mit auf das Feld genommen. Der Kleine kletterte in einem unbewachten Augenblick auf den Wagen, warf die Kartoffelhacke herunter und stürzte schließlich vom Wagen in die Hacke h i n e i n , so daß er sich schwere Wunden am Kopf zuzog, denen er trotz sofortiger Operation erlag. ~ Lützellinden, 30. Sept. Die Straße nach K 1 e i n - L i n d e n , die im Sommer auf der Teilstrecke von der Abzweigung nach Aliendorf bis zur „Holzburg" eine Kleinschlagdecke erhalten hat. wird zur Zeit auf dieser Strecke geteert und dadurch in einen guten Zustand verseht. Es wäre wünschenswert, wenn die Straße nun auch auf hessischem Gebiete inftanb- geseht würde. <> Hörnsheim, 1. Okt. In seiner jüng- sten Sitzung beschäftigte sich der G e m e i n b e r a t mit der von der Aufsichtsbehörde geforderten Beschaffung eines vierten Gemeindezuchtbullen. Es wurde beschlossen, diese Beschaffung abzulehnen, da der Gemeinde die erforderlichen Mittel fehlem — Die Erhebung einer besonderen Gebühr für den Anschluß neu- errichteter Wohnhäuser an das elektri- s ch e Ortsnetz lehnte Der Gemeinderat ab. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 4. Oktober. Vorabend: 5.45 Uhr; morgens: 8.30 Uhr; abends: 6.05 und 6.45 Uhr. Berliner Börse. Berlin, 2. Okt. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Effektensrühoerkehr hatte sich zunächst noch keinerlei Geschäft entwickelt. Besondere anregende Momente lagen nicht vor, und auch die geftrigen festen Neuyßrker Schlußkurse vermochten keinen Ein- fluß auf die Geschäftstätigkeit zu gewinnen, man rechnet aber für den offiziellen Börsenbeginn mit einer eher freundlicheren Stimmung. Die Wetterlage. JanHäyen. £ So-, 'K AUTOOELE 1 Jahr Kaufhaus HANSA Jubiläums-Verkauf Beginn: Freitag, den d. Oktober Beginn: Freitag, den 3. Oktober Nur außergewöhnliche Leistungen in Qualität und Billigkeit sind unsere Richtlinien. Wir können wohl behaupten, daß unsere heutigen Angebote an Preiswürdigkeit noch nicht in Gießen gezeigt wurden. 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