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INT igkeil Worte fchreiben! chwindelnöcr Höhe von 'Ischreiber, den unsere ei seiner Arbeit beo> ether. um sauber und eiben, den Kamen de, Reinigungsmittels der er Haustau eine umbringt. In einem um* adratkilometer ist diefl r lesbar. Siemr^M qt der in der Sekund« M. Durch die sinn. Erzeugers >st es ol o Riesenplakate ffl « Millionen von hab itserleichterungen^ > verkünden. 2684» , Gieße0 Wiks|ra6e ,,„r M I I ,U6« Sonn* &>** i/wM® ^5 W: Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm ■Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Dreite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Nr. 155 Erster Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 3. Juli 1930 Erscheint tüglted,außer v Sonntags und Feiertags JHv " O ä GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: Sraniturtammain 11686. vnick und verloz: vrLHI'Iche UnioeNitStr-vuch. und Sletndnrckerel 8. fangt in Sieben. Sdjriftlcitnng und Seschästrftelle: Schulstrabe r. Annahme der Amnestievorlage im Reichstag. Endlich Amnestie! Don unserer Berliner Redaktion. Der Reichstag hatte auf den Mittwoch die Abstimmungen über die Amnestievvrlage zurückgestellt. Und das in der Hauptsache wohl, um ollen Abgeordneten Gelegenheit zu geben, schleunigst nach Berlin zurückzukehren, sich an der Abstimmung beteiligen zu können. Das Wesentliche an dieser Amnestievorlage ist, dah sie in die Rechte der Länder eingreift, in deren Händen die Iustizhoheit liegt. Es war also notwendig, eine verfassungsändernde Mehrheit zustande zu bringen, um die Landesregierungen zu zwingen, die sogenannten Fememörder freizugeben, keine neuen Verfahren einzuleiten und die Begnadigungsaktion auch auf die Delikte auszudehnen, die sich während der Besatzungszeit und des passiven Widerstandes an Ruhr und Rhein ereignet hatten. Dis zury letzten Augenblick war es fraglich, ob der Reichstag die Zweidrittelmehrheit aufbringen würde. Die Sozialdemokraten blieben unversöhnlich, auch die Kommunisten hatten bei den verschiedenen Lesungen der Amnestievorlage im Plenum und in den Ausschüssen erklärt, daß sie den Gesetzentwurf ablehnen würden. Am Mittwoch fielen sie jedoch plötzlich um. Das hatte seinen guten Grund. Die Amnestie erstreckt sich auch zum Teil auf Kommunisten. Die Sozialdemokraten überschütteten den Abgeordneten Torgler, der die Beschlüsse der kommunistischen Fraktion bekanntgab, mit Hohn und Spott. Es herrschte eine grobe Unruhe im Hause, so dah cs fast aussah, als würden Kommunisten und Sozialdemokraten handgemein werden. Präsident Löbe mußte wiederholt die Glocke schwingen und Ordnungsrufe erteilen. Rachdem dann noch der Sozialdemokrat Landsberg die ablehnende Haltung der Sozialdemokraten erneut begründet hatte, wurde zur Abstimmung geschritten. Sie ergab die vcrfassungsändernde Mehrheit mit 290 Stimmen für die Vorlage und 135 sozialdemokratischen Stimmen gegen die Degnadigungsaktion. Cs ist erfreulich, daß' der Kampf um die Amnestie zum wirklichen Ende geführt worden ist, weil dadurch ein wesentliches Moment der Beunruhigung der öffentlichen Meinung künftig fortfällt. Die deutsche Oestentlichkeit hat ein Interesse daran, daß jetzt endlich Ruhe und Frieden einkehrt, wozu hoffentlich die Amnestie ihren Teil beitragen wird. Sie ist eine nationalpolitische Selbstverständlichkeit, nachdem dos Reich sich hat verpflichten müssen, sogar die rheinischen Separatisten zu begnadigen. Sitzungsbericht. Berlin, 2. Iuli. (DdZ.) Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Amnestiegesetzentwurfs. Abg. von Lindeiner-Wildau (Ehr. R.) erklärt: Dem aus der Bevölkerung des besetzten Gebietes gebildeten Aus schuh, von dem die Anregung zu dieser Amnestie ausging, hätten anfangs auch viele Sozialdemokraten angehört, bis sie von der Parteizentrale z u - rückbeordert wurden. Cs sei jetzt im historischen Augenblick der Rheinlandbefreiung angebracht, mit der Verfolgung der sogenannten Femeverbrecher aufzu- hören. Diese Leute, deren Toten keineswegs gebilligt werden sollen, hätten sich bei ihrem Tun von Vaterlandsliebe leiten lassen. Die jetzige Amnestie müsse allerdings die letzte sein. Bei der Behandlung der späteren Einzelfälle müsse aber ein Ausgleich geschaffen werden mit der wesentlich milderen Behandlung der politischen Straftaten im kommenden neuen Strafrecht. Reichsjustizminister Dr. B r e d t erklärt eine allmähliche Ueberleitung zu den Grundsätzen des kommenden neuen Strafrechts für wünschenswert. Irgendeine Einwirkung der Re- gierung auf das Reichsgericht sei aber nicht möglich. Der sozialdemokratische Reichsjustiz- minister Dr. Radbruch habe bei der Verabschiedung eines früheren Amnestiegesetzes erklärt, ein solches Gesetz habe nicht verfassungsändernden Charakter. Sollte heute die verfassungsändernde Mehrheit nicht erreicht werden, so werde das Reichsjustizministerium prüfen, ob eine solche Mehrheit überhaupt erforderlich sei. Abg. Torgler (Komm.) erklärt: Die Annahme der Amnestie würde einigen revolutionären Arbeitern die Freiheit geben. Die Kommunisten würden darum in der Schluhabstim- mung_ der Vorlage zustimmcn. (Gelächter, Hört! Hört! und Pfuirufe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Landsberg (Soz.) erwidert: In der zweiten Beratung habe der Kommunist Pieck dasselbe Gesetz, für das die Kommunisten jetzt stimmen werden, als eine einseitige Maßnahme für die Rechtsputschisten und gegen die Arbeiterschaft bezeichnet. Die revolutionäre Gesinnung der Kommunisten zeige sich darin, daß sie mit dem Rerchsjustizminister und anderen Politikern einen Rückversicherungspakt abgeschlosen haben. Mit der vorliegenden Amnestie sollen Taten straffrei bleiben, .die mit viehischer Roheit begangen wurden und deren Täter feige die Verantwortung von sich abwälzen wollten. Cs wird dem Rechtsgefühl des Volkes dauernd schweren Schaden zufügen, wenn man sieht, dah der Reichstag die schlinnnsten Morde als Bagatelle behandelt. Abg. Pieck (Komm.) erklärt, die Kommunisten wollten die Freiheit der gefangenen Arbeiter erreichen. Eie würden um diesen Preis auch die Freilassung der Fememörder in Kauf nehmen. (Lärm und Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Damit ist die Aussprache beendet. Gegen die sozialdemokratischen Stimmen werden die einzelnen Bestimmungen des Gesetzes angenommen. In der namentlichen Schluhabstimmung werden 290 Stimmen f ü r und 135 Stimmen gegen die Vorlage abgegeben. Präsident Löbe erklärt das Amnestiegesetz für angenommen, da die für verfassungsändernde Gesetze erforderliche qualifizierte Mehrheit er - reicht sei. (Beifall rechts, Pfuirufe bei den Sozialdemokraten.) Darauf folgt die zweite Beratung des Haushalts für Versorgungen und Ruhegehälter. Der Ausschuß ersucht in einer Entschließung die Reichsregierung, auf die Länder, die Gemeinden und Kommunalverbände usw. einzuwirken, daß mit Rücksicht auf die Unterbringung der Zivildienstberechtigten und zur Ersparnis von lieber- gangsgebührnissen die Anstellungsgrund- sähe unbedingt eingehalten werden. Parteien und Deckungsprogramm. Die Deutschnationalen lehnen ab. Mit wechselnden Mehrheiten? Berlin, 3. Iuli. (Tel.-Un.) Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, das neue Dek- kungsprogramm des Kabinetts Drünina-Metrich geschlossen abzulehnen. — Aus dem einstimmigen Beschluß glaubt die „D. A. Z." folgern zu können, dah die Deutschnationalen die Gesetze zur Reform der Arbeitslosen- und der Krankenversicherung mitmachen würden. Sie wollten sich nach Auffassung der ,D. A. Z.' offenbar auch nicht in eine grundsätzliche Opposition gegen die Steuergesehe begeben, sondern hielten diesen Teil des Deckungsprogramms nurinseinerjehi- gen Form für nicht tragbar. Das Blatt erwartet, daß die Deutschnationalen bei der Ausschußberatung der neuen Gesetze mit eigenen Vorschlägen hervortreten. Der „Lokal- anzeiger stellt fest, die Deutsche Volkspartei sei der Hoffnung, ihre Abänderungsvorschläge würden mit Hilfe der Deutschnationalen und der - Wirtschaftspartei eine Mehrheit finden, so dah Brüning dann nicht auf die Sozialdemokratie angewiesen wäre. Alles derartige seien Rechnungen mit mehreren Unbekannten und einigen Unwahrscheinlichkeiten, die man einstweilen auf sich beruhen lassen könne. Die „Deutsche Zeitung" weist darauf hin, dah Hugenberg Recht gehabt habe, als er im Frühjahr darauf hinwies, dah das Kabinett Brüning keine grundsätzliche Rechtsschwenkung des Zentrums, sondern nur eine Fortsetzung des parlamentarischen S ch a u ke l s p i e l s bedeutete. Eine Folgerung vermißt die „^Deutsche Zeitung" noch in dem Beschluß der Deutsch- nationalen. Brüning scheine sich mit der Sozialdemokratie dahin geeinigt zu haben, daß diese die Verantwortung für die Steuervorlagen übernehme, sich jedoch der Verantwortung für die Arbeitslosenversicherung- und Krankenkafsenreform entziehe. Hier rechne man mit der Unterstütz ung der De u tschn a tionalen, denen man die Ablehnung dieser, wenn auch sehr bescheidenen Sparmaßnahmen nicht zutraue. Dieses Spiel sollte nach Auffassung des Blattes von den Deutschnationalen so schnell wie möglich durchkreuzt werden. Die Rechte habe weniger denn je Veranlassung, das Uebergangskabinett zur Großen Koalition dadurch am Leben zu erhalten, dah es ihm ein bequemes Operieren mit wechselnden Mehrheitenermögliche. Das Arbeitsbeschaffungs- Programm Beschluß des Rcichskabinctls. Berlin, 2.Iuli. (WTB.) Auf der Tagesordnung der heutigen Kabinettssitzung stand eine 2lnzahl Gesetze, welche der Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung dienen sollen. So verabschiedete das Reichskabinett u. a. den Entwurf eistes Gesetzes über Maßnahmen zur Verbilligung des mit öffentlichen Mitteln geförderten Kleinwohnungsbaues, ferner den Entwurf eines Gesetzes über die Bereitstellung von Kredit zur Förderung des K l e i n w o h - nungsbaues und des Straßenbaues (Daukredityeseh 1930). Außerdem wurde der Reichsarbettsminister zur vorgriffsweisen Inanspruchnahme von 100 Millionen Mark ermächtigt, welche im außerordentlichen Haushalt seines Etats zur Belebung des Baumarktes in Ansatz gebracht werden. Das Reichskabinett wird seine Beratung über das Arbeitsbeschaffungsprogramm und die Preissenkungsfrage in der nächsten Woche fortsehen. Hindernisse für die Belebung des Baumarkts. Berlin, 2. Iuli. (Priv.^Lel.) Die Aktion des Reichsarbeitsministers zur Belebung des Daumarktes, den man als eine entscheidende Schlüsselstellung des gesamten Arbeitsmarktes betrachtet, steht nahezu vor der Verwirklichung. Wie wir aus yutunterrichteten parlamentarischen Kreisen hören, bereitet aber die Frage des Preisa bbaus in der Bauindustrie, der als Voraussetzung für die Vergebung von 250 Millionen Reichsgeldern von Stegerwald verlangt wird, noch große Schwierigkeiten, da augenscheinlich die dafür vom Reichswirtschaftsministerium übernommenen Verhandlungen nicht recht in Gang kommen wollen. Hinzu kommt noch, dah die Rechtsprechung der Kartellgerichte, die tn jüngster Zeit eine Anerkennung Der sogenannten Submissions-Kartelle gebracht hat, die Situation für die Stegerwaldschen Pläne noch mehr verschlechtert. OieBefreiungsfeiernim Rheinland V / 'N .*L Oben: Die Menge bei der Feier in Speyer. — Unten: Reichsinnenminister Dr. Wir großen mitternächtlichen Feier in Mainz. 3n einer weiteren Entschließung fordert bet Ausschuß Beschleunigung und Vereinfachung bei Verfahrens in Versorgungssachen. Adg. R o h m a n n (Soz ) begründet den sozialdemokratischen Entwurf eines Pensionskürzungsgesetzes. Danach soll die Pension Die Strefemannbüste von Professor Seger, die nm Tage der Befreiung der Rheinlande im Auswärtigen Amt ihre Aufstellung fand. eines pensionierten Beamten oder das Wartegeld eines Wartegeldempfängers gekürzt werden um die Hälfte des Betrages, wenn das gesamt« Privateinkommen des ^Beamten, das er neben der Pension hat, den Betrag von 6000 Mk. jährlich übersteigt. Die Höchstpension soll. 12 000 Mark betragen. Abg. Frau Reihe (Soz.) erfiärte, die Novelle jum Versorgungsgeseh bringe schwere Schädigungen für die Kriegshinterbliebenen. Die Versorgung der Kriegerwitwen sei unzureichend. Abg. Dr. Krone (Z.) führt aus, die Zahl der unberechtigten Versorgung Sansprüche sei außerordentlich groß. Roch immer mühten 70 bis 80 Prozent der Anträge abgelehnt Werdern Der Redner erklärt sich einverstanden mit einer von den Sozialdemokraten eingebrachten Entschließung, in der die Erhöhung des Aufwands für Kapitalabfindung im Rechnungsjahr 1930 auf 90 Millionen verlangt wird. Dank an die rheinischen Zeitungen. Die Presse im besetzten Gebiet im Kampf um die Freiheit. Der Vorsitzende des Vereins deutscher Zei- tungsvcrleger Kommerzienrat Dr. Krumb- h a a r widmet der Presse des geräumten Gebiets folgende Zeilen: Befreit vom Druck fremder Gewalt sind mit dem Abmarsch der fremden Besatzung auch wieder die Zeitungen in den Rheinländern Sie haben in den verflossenen schweren Iahren einen Hauptteil der Zwangsmahregeln, der Willkürfchaft und des Säbelregiments getragen, mit dem die Besatzungsmächte bald stärker, bald schwächer die deutsche Bevölkerung am Rhein bedrängt und in ständiger Unsicherheit gehalten haben. Die deutschen Zeitungen am Rhein können deshalb mit vollem Recht einen Haup11eil des Dankes, den das gesamte übrige Deutschland den befreiten Gebieten zollt, beanspruchen und mit freudigem Stolze ent- gegennehmen. Unser aller Dank gilt den deutschen Brüdern und Schwestern, die für das gemeinsame Vaterland und das gesamte Deutschtum unendlich Schweres und Bitteres zwölf Iahre hindurch getragen haben. Wenn diese Kraft im Leiden, auf das unbesetzte Deutschland überströmend, sich dort in Kraft zum Handeln verwandelte, so gilt das in besonderem Grade für den tiefwirkenden i beeilen Einfluß, den die Zeitungen im besetzten Gebiete auf bie Presse des übrigen Deutschlands auszuüben vermochten. Die Gefängnis- und hohen Geldstrafen, die Fälle jahrelanger Verbannung vom Wohnort, von der Familie unb von dem Unternehmen, die so mancher Verleger unb Verlagsleiter, fo mancher Redakteur und Zeitungs- mitarbeiter durch die Besatzungsmächte hat erdulden müssen, sind für die Zeitungen des unbesetzten Deutschlands Ansporn und Gewissensmahnung geworden. Die dem Zugriff fremder Gewalten nicht erreichbare deutsche Presse hat die Hilferufe, die Ausbrüche der Verzweiflung und den unaufhörlichen Protest der Unterdrückten immer und immer wieder aufgenommen unb mit verhundertfachtem Widerhall an die Welt weitergegeben. Sie kann es sich heute zur Ehre anrechnen, die Befreiung der Rheinlande mit vorbereitet zu haben. Unvergeßbar muß bleiben, dah aus dem gemeinsamen Dulden und Leiden ein tiefes Gefühl der Verbundenheit, eine volkspolitische Solidarität von beispielhafter Kraft erstanden ist. lieber alle politischen und weltanschaulichen Unterschiede hinweg einigten sich die Zeitungen der besetzten Gebiete in dem einen Gedanken, treu zusammen- zustehen für Volk und Vaterland gegen jede Verlockung und Verheißung, gegen jeden Versuch der Drohung und der Gewalt. Diese Geschlossenheit der Zeitungen in den besetzten Gebieten ist denn auch Sieger geblieben in den Meinungskämpfen. die seiner Zeit von den fremden Gewalthabern in der Absicht, Abfplitte- rungsgelüste und Sonderbündclei zu- schüren, in das Rheinland getragen worden sind. Das Schicksal der Rheinlande muß alle Deutschen überzeugen von ihrer untrennbare n Schicksalsverbundenheit. muh den Weg weisen zur Volksgemeinschaft aller Deutschen. Die Rhcinlandbcsetzung und die Rheinlandbefreiung ist keine Angelegenheit, die allein den deutschen Westen und Süden berührt. Aber auch der ganze Komplex der deutschen Ostfragen, die unmögliche Ostgrenze, der polnische Korridor, Oberschlesien, Danzig, Memel — dies alles darf im Westen und Süden nicht als Sonderangelegenheiten des Ostens angesehen werden, die das übrige Deutschland nichts angchen. Auch O st n o t i st deutsche Roll Das deutsche Vaterland kann «nicht gedeihen, wenn ein Teil notleidet, ob> im Westen oder im Osten. .Auch die O st - fragen sind Schicksalsfragen des gesamten deutschen Volkes. Auch in Mainz Racheakte gegen ehemalige Separatisten. WSR. Mainz, 2. Juli. Auch in Mainz wurden heute Racheakte gegen ehemalige Separatisten verübt. Eine große Menschenmenge durchzog, vaterländische Lieder singend, die Straßen uno machte vor den Häusern Halt, in denen ehemalige Separatisten wohnen. So wurde ein Laden in der Bahnhofstraße vollständig demoliert. Die Fensterscheiben wurden eingeschlagen und dann die Ladeneinrichtung auf die Straße geworfen. Die Schaufensterauslagen wurden zertrümmert, bzw. auf den Straßen zerstreut. Aehnlich erging es einem Laden in der Shnagogengasse, der ebenfalls vollkommen ausgeplündert wurde. Ein starkes Polizeiaufgebot traf alsbald ein und nahm die Besitzer in Schutz. Vor den ausgeplünderten Läden wurden Posten aufgestellt, um weitere Racheakte zu verhindern. Oer Reichspräsident an das Saargebiet Berlin, 2.3uIL (MTB.) Auf das aus dem Saargebiet von hunderttausend deutschen Männern und Frauen an den Herrn Reichspräsidenten gerichtete Telegramm hat dieser, wie folgt, geantwortet: »Den deutschen Männern und Frauen des Saargebiets danke ich für das mir in der Stunde der Befreiung von Rheinland und Pfalz ausgesprochene Gelöbnis unbedingter Treue zum Reich. 3n dankbarer Anerkennung der bisherigen Haltung der Saarbevölkerung nehme ich diese Versicherung mit großer Befriedigung und in der sicheren Zuversicht entgegen, daß die Saarländer in ihrer vaterländischen Treue niemals wanken werden. Mit 3hnen allen hoffe ich, daß auch bald für die Saar die Freiheitsstunde schlagen Wird. (gez.) v.Hindenburg, Reichspräsident." Aus aller Wett. Die Tagung des D. h. V. in Köln. Köln stand ruer Tage, vom 26. bis 29.3uni, unter dem Zeichen des D. H. B. 401 000 Kauf- znannsgehilfen hatten mehrere tausend Vertreter aus dem ganzen Reiche und dem Auslande > entsandt. Zahlreiche Ehrengäste begrüßten die Versammlung, u. a. Reichsminister Treviranus, 7 Oberbürgermeister Adenauer, Dr. Stapel (Hamburg), Imbusch, M. d. R. Entschließungen zur - politischen Haltung des Verbandes, Wirtschaftslage, berufsständischen Gehaltspolitik, Schlichtungswesen, Berufszählung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und zur deutschen Kaufmannsbildung wurden angenommen. 3n Referaten sprachen Habermann, Hamburg, über „Volksnot und Privateigentum" sowie Milhow, Hamburg, über „Standesnot und Berufsverband". Verbandsvorsteher Bechly umriß im Mssolim forderte bereits vor sieben Jahren Räumung und Vereinigung der Reparationssrage Eine interessante Enthüllung. — Ein italienisch-belgischer Reparationsplan scheiterte an der Angst der englischen Regierung vor poincars. London, 2. Juli. (IeL-Un.) Aus Anlaß der Räumung des Rheinlandes weiß der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" eine Tatsache zu enthüllen, die bisher nur in engsten diploma- tischen Kreisen bekannt war. Lr berichtet, RI u s s o - l i n i habe bereits vor sieben Jahren, am 3. April 1923 der englischen Regierung einen Antrag aus Räumung des damals besetzten deutschen Gebietes unterbreitet. Dieser Vorschlag sei während des Ruhreinfalls erfolgt, da Mussolini befürchtete, die deutschen Kohlenlieserungen an Italien könnten unterbunden werden und Frankreich könne die Besetzung der Ruhr und des Rheinlandes verewigen, um so eine militärische Hegemonie in Europa herzustellcn. Diese Bedenken seien von dem belgischen Außenminister I a s p a r geteilt worden, der zwar der Besetzung der Ruhr zur Sicherung der Reparationszahlungen zugestimmt hatte, alle darüber hinausgehenden Ziele aber ablehnte. 3m März 1923 habe in Mailand eine Besprechung zwischen Mussolini und 3aspar slatt- gefunden. Mussolini hätte ein Programm vorgelegt, das die Räumung des gesamten Besot- zungsgebietes vorsah. Der Plan habe weiter die Festlegung der Reparationsschuld aus 50 Milliarden Mark die Erteilung eines teilweisen Moratoriums für Sachlieferungen auf vier Jahre, wirtschaftliche und finanzielle Garantien ohne politischen L h a r a k l e r, die Aufnahme von inneren und äußeren Anleihen durch das Deutsche Reich unter finanzieller Aufsicht enthalten. Rach der Zustimmung Iaspars sei der Plan der englischen Regierung unterbreitet worden. Die italienische Absicht sei dahingegangen, daß England, Italien und Belgien die deutsche Regierung zu einem dem Plan entsprechenden Angebot an Frankreich bewegen und Frankreich andererseits zu einer Zustimmung veranlassen wollten. Bei einer Ablehnung durch Frankreich sei eine Los - t r e n n u n g der übrigen Mächte von der französischen Politik in Aussicht genommen worden. Die englische Regierung habe jedoch Rückwirkungen auf die öffentliche Meinung In Frankreich und Poincare befürchtet, und da auch Belgien bei näherer Prüfung eine gewisse abweisende Meinung, besonders hinsichtlich der Räumung der vertraglichen Besahungszone zeigte, sei der Plan Mussolinis fallengelassen worden. Oer Kampf um den Südpol. Amerika beansprucht das von Byrd entdeckte Territorium zur Anlegung von Ilugzeugstühpunkten. — Widerspruch Englands. Washington, 2. 3uli. (WTB.) 3m Staatsdepartement lehnte man es heute ab, sich offiziell zu dem von dem demokratischen Senator Ty - d i n g s eingebrachten Lntschliehungsantrag zu äußern, der den Bundeskongreß auffordert, er möge den Präsidenten anweiscn, das von Admiral Byrd entdeckte, etwa 300 000 Quadratkilometer große Gebiet am Südpol als amerikanisches Territorium zu beanspruchen. Man weist jedoch im Staatsdepartement auf den von dem jetzigen Präsidenten des Obersten Bundesgerichtes Hughes während seiner Amtszeit als Staatssekretär fixierten Standpunkt hin, daß die Regierung sich ohne Bevollmächtigung durch den Bundes- kongreh nicht dazu entschließen könne, hoheitsrechte am Südpol geltend zu machen. 3n parlamentarischen Kreisen folgert man daraus, daß die Regierung der Entschließung des Senators Tydings nicht unsympathisch gegenübcrstehe, und zwar hauptsächlich mit Rücksicht auf die Bestrebungen des Luftschiffressorls des Marineministeriums und des Kriegsministeriums, möglichst viele Flugzeug st ühpunkte zu erwerben. Man macht geltend, daß die Entwicklung des Luft- fahrlwesens dahin gehe, die kürze st en Verbindungswege zu wählen und daß deshalb die von Admiral Byrd unternommenen Flüge in der Rähe des Südpols von ungeheurer Wichtigkeit feien. Die Schwierigkeiten, die bei der Annahme der Resolution Tydings entstehen könnten, liegen darin, daß Groß-Britannien bei der brittschen Reichskonferenz im 3ahre 1926 au f den Antrag Australiens hin fast das ganze Südpolgebiet für sich beanspruchte und daß die britische Regierung im 3ahre 1928, als die Byrd-Expedition ihre Reise nach dem Südpol antrat, diesen Anspruch in Washington offiziell unterbreitete. 3nfolge der heiklen Ratur der Angelegenheit verzögerte sich die amerikanische Antwort und da inzwischen die Londoner Flottenkonferen; vorbereitet werden muhte, beschränkte sich das Staatsdepartement darauf, den Eingang der Mitteilung der englischen Regierung zu bestätigen, ohne zu dem britischen Anspruch selbst Stellung zu nehmen. Die Entschließung Tydings ist dem Senatsaus- schuß für auswärtige Angelegenheiten überwiesen worden, doch dürfte in dieser Session kein entscheidender Beschluß des Bundeskongrefses mehr erfolgen. Schlußwort die politische Stellung des D. H. V. Die parteipolitische Neutralität des Verbandes wurde wiederum betont und die Mitglieder auf- gefordert, durch tätige Mitarbeit in allen geeigneten Parteien für die Durchsetzung der Verbandsziele einzutreten. Die Frage der Lohn- und Preissenkung wurde von Hegewald, Berlin, eingehend erörtert. Eine durch allgemeinen Lohn- und Gehaltsabbau erzcielte Preissenkung behebe die Wirtschaftskrise nicht, sondern verschärfe sie durch die dadurch herbeigeführte Verminderung der Kaufkraft der breiten Masse, Die Ergebnisse der großen Gehaltserhebung des Verbandes zeige daS noch immer niedrige Gehaltsniveau. Drost, Berlin, fordert für die Sozialversicherung weiteren Ausbau nach der berufsständischen Selbsthilfe, insbesondere die Zulassung von Ersatz- Zkassen in der Arbeitslosenversicherung. Bott, Hamburg, sprach über das Ziel der Kaufmannsbildung, das die Kaufmannspersönlichkeit sei. Daher werden weitgehende Spezialisierung sowohl der Berufsschule als auch der Handelslehrer ausbildung abgelehnt. Die praktische Kaufmannslehre fei nötwendig, an deren Abschluß eine Gehilfenprüfung stehen müsse. Der nächste Verbandstag findet in zwei 3ahren in Hannover statt. 3m Anschluß daran soll das große Hochhaus des Verbandes in Hamburg eingeweiht werden. Am Deutschen Eck in Koblenz fand am Montag als Abschluß der Tagung eine Kundgebung statt, an der mehrere tausend Kaufmannsgehilfen teilnahmen. Flug in die Sonne. Von Ilse SchmidbWissendorff. Es war an einem Sommerabend. 3ch stand auf dem Flugplatz neben dem Piloten. Wir hatten schon manchen Flug miteinander gemacht. Und das Miteinander im Losgelösten gibt ein Gefühl seltsamer Kameradschaft. Die Sonne versank hinter der bewegten Silhouette der alten Burg. Und aus diesem Bilde stieg mir aufs neue ein heimlicher Wunfch in großer Stärke: Zu dieser Stunde fliegen dürfen. Mitten in die Glut hinein. Der schweigsame Pilot neben mir mochte etwas von meinen Gedanken erraten, denn er lächelte, wie man einem Kinde zulächelt: „Wir fliegen schon noch mal in die untergehende Sonne." Und wir flogen, an irgendeinem Tage im Herbst. Gin heller Frühnebel lag auf den Wiesen. Die Herbstzeitlosen waren von einem Retz fllbemer Tauperlen überzogen und funkelten wie blaße Edelsteine auf dunklem Brokat. Die Welt schien traulich und eng. Der Rebel trank alle Ferne. Unschlüssig standen wir vor der Maschine. Sollten wir starten? Schlaff hing der Windsack am Mast. Ungeduldig schlug der Propeller die Luft. Sein Knattern war wie ein Zürnen über unser Zögern. Run... ein blasser, zullender Sonnenstrahl. Und mit ihm springt mit einemmal auch die Fliegerlust wieder auf. Der Rebel wird durchsichtig und scheinend. Ein kurzes Kommando, wir rollen. Run sind wir schon oben. Unser Flugzeug schraubt sich höher und höher. Silbern schimmern die Tragflächen mit dem schwarzen Zeichen D. 463 mir zur Seite. Unwillkürlich nicke ich ihnen zu, wie einem Freunde, dem man öfter begegnet und dem man verttaut. Es ist Freude am Beieinandersein. 3n rasender Geschwindigkeit jagen die Rebel- sehen an uns vorüber. Sie hüllen uns sekundenlang ein. Weiße Tücher wehen, wehen. Dann flattert es wie eine ausgebreitete Fahne über uns hin. Run ist es vorbei. Sie müssen uns lassen, denn wir sind stärker als sie. Und drüben ist die Welt ganz in Sonne. Es ist so wunderbar. Hier oben fühlt man sich der Sonne soviel ferner als drunten von der Erde aus. Drunten ist sie etwas Vertrautes, in das Leben Einbezogenes. Hier ist nur sie und der Raum. Den Dingen entrückt, die sie verkleinern, wächst sie ins Unermeßliche. Sagen kann man es nicht. Wan kann nur dieHänbe fal» tenvordem großen Geheimnis: Licht. Und schauern... Unter uns ist friedliche Ebene. Dörfer, Wiesen, und Felder. Eine Bahnstrecke läuft dazwischen. Ein Zug kriecht dahin und faucht wichtig und wütend ein paar dicke Rauchwolken nach uns hin. Man lächelt genießerisch und überlegen. Man spürt förmlich seinen Zorn, der etwas ohnmächtig Bürokratisches an sich hat. Und denkt' es wiederholt sich doch alles auf Erden. Höhnte nicht einst so die Postkutsche zum Damm der triumphierenden Eisenbahn hinauf? All das ist Frieden. Run wendet sich das Auge zur anderen Seite. Trinkt sich fest und kann nicht mehr los. Uber menschenleeren, waldigen Bergen kreist ein Chaos sich umeinanderballender Wolken. 3n den Tälern blitzen noch die Rebel der Frühe. Auf den Bergen lagert es dunkel und gewitterschwer. Wolken und Rebel bewegen sich mit greifenden Armen, als wollten sie zueinander. Dunkle Wolkenmasse! Was von der Erde aus wie undurchdringliches Ruhen scheint, hier oben ist eS werdendes Kreißen. Lichter kommen und gehen. Die Erde versinkt und ringt sich wieder durch. Eine unsichtbare Riesenfaust türmt mächtige Gebilde und läßt sie im Bruchteil von Sekunden spielend zerflattern. Ist das Schöpfung? 3st das Urwelt? Run löst sich das Brauen und Wogen von den Dergfpihen. Wie ewige Vernichtung breitet es sich weiter und weiter aus, und rast auf uns zu. Der Regen klatscht um uns und zwingt uns tieferzugehen. Räher heran zur alten Erde. Wir gleiten dicht über unermeßliche Wälder. Der Wind furcht breite Wellen in das matte Grün. Der eine Wald nimmt sie auf und trägt sie dem anderen zu. So wogt und wellt es leicht und unaufhörlich. Ein Wasser schickt seinen Glanz herauf. Er steht verloren im strahlenden Raum und im starken Licht, das uns noch immer von links leuchtet, gleitet der Schatten unsres Flugzeuges hinter uns her. Ein Schatten, der sich von seinem Körper gelöst hat. Run weichen die Wälder. Das unregelmäßige Schachbrett der Wiesen dehnt sich wieder wie ein geometrischer Teppich. Türme recken sich auf zwischen geduckten Häusern. Goldene Kreuze funkeln. Fulda. Hier müssen wir herunter. Der Motor wird abgestellt. Rur das Sausen der Luft ist noch um uns, wie wir jetzt lautlos schwebend wie ein Blatt in langsamen Spiralen niedergleiten. Eine Hasenfamilie kommt aus den Stoppeln empor und springt davon. Rur ein winzig kleines Häschen bleibt zitternd liegen J und rührt sich nicht. Wie seltsam ist das Leben. Soeben noch in der hellen Weite unermeßlichen Raumes, und schon werden meine Gedanken gefangen • voll einem kleinen warmen Tierleben. Es zieht mich zu ihm wie ein Verwandtes und Nahes. War ich denn nicht noch eben, gerade so winzig und Hilfs- bedürftig, verloren an unwandelbare Gesetze, aus denen mich nichts lösen kann . . . 3ch bereite dem Tierchen ein Bett aus Blättern und Wollgras und denke: Deine Hasenmutter wird dich ja wiederfinden. • Es dunkelte schon, als wir zum Heimflug rüsteten. Ich schaue in die Ackerfurche. Mein Häschen liegt noch einsam und verlassen in seinem Bettchen. 3ch hebe es auf meine Handfläche und hauche es an, denn es ist empfindlich kühl. Da bewegt es freundlich die langen Ohren und schnuppert. Ob ich es mitnehme? 3ch schiebe es in meinen weiten Mantelärmel, wo es sich sehr behaglich zu fühlen scheint. Der Sturm hat sich am Tage ausgetobt. Es ist eine feierliche Stille. Die Flügel unsrer Maschine liegen ganz waagerecht, ohne das leiseste Zittern. Run halten wir mitten in die untergehende Sonne hinein. Vor uns der große Brand. Der Himmel lodert in fast schmerzhafter Glut. Es sind Farben in tausend Brechungen und Reflexen. Hier zucken Lichter in berstenden Garben, da strahlt eine Fläche in schillerndem Glanz wie Perlmutter. Licht spannt Bogen und Brücken, ruht, löst sich auf in neue Farben und Brände. Flußläufe unter uns rauchen wie flüssiges Blei. Die Erde scheint Dampf, der Himmel Flamme. Die Maschine gleitet ruhig dahin. Steigt höher: 1000 Meter. Der Motor klopft gleichmäßig wie ein lebendes Herz . . . Mein kleines Häschen hat still und ruhig in feinem Versteck gehalten. Run wird es unruhig. Spürt es die große Höhe ... 1400 Meter . . . oder die Einfamkeit, die immer um uns ist, die wir aber auf der Erde für Spannen vergessen, die hier oben das Unentrinnbare ist . . -. und der Prüfstein. 3ch nehme das kleine Tier fest in beide Hände und drücke es gegen die Wange. 1800 Meter. Run wird es wieder ruhig und schläft. 3n mir aber ist Erschütterung und das Gefühl, als trüge ich den Herzschlag organischen Lebens in meinen Händen durch die Unendlichkeit. 3rgendwo unter uns liegt die Erde, und wir schweben losgelöst von ihr. Häuser und Wege sind nicht mehr zu erkennen. Abend und Ferne löschen sie aus. Die Erde scheint wieder unbewohnt, keusch und rein wie am ersten Schöpfungstage. Wälder werden zu Baumgruppen, Baumgruppen zu Punkten und Linien, die sich miteinander verbinden und verschlingen, wie Züge einer gigantischen Handschrift, die ihre Zeichen über die Erde schreibt. Schweres Unwetter über Rheinhessen. 3ugenheim a.RH.» 3. 3uli. (WTB. Draht- meldung.) Gestern nachmittag ging über die hiesige Gegend ein furchtbares Unwetter nieder. Rach einem schweren Hagels chlag, der über eine Viertelstunde lang Weinberge und Felder verwüstete. folgte ein Wolkenbruch, der Straßen und Felder in reißende Ströme verwandelte. Frauen, die von den Feldern nach Hause eilten, wurden oondenFlutenmitgerissen und konnten nur mit Mühe vom Tode des Ertrinkens gerettet werden. 3m Orte stand das Wasser teilweise zwei Meter hoch, so daß sich die Bewohner in die oberen Stock- werke begeben mußten, weithin hörte man das Schreien des in den Ställen mit dem Tode ringenden Viehes. Die Feuerwehr von Bingen und die Freiwilligen wehren der umliegenden Orffchaften trafen an Ort und Stelle ein. Die Weinfässer in den Kellern sind gleichfalls ausgelaufen. Drei große Scheunen und eine Maschinenhalle wurden von den reißenden Fluten mltgerissen. Der Schaden ist noch unübersehbar. Die Mehrzahl der Bquern ist nicht versichert. Die Handelshochschule Leipzig-verleiht die Doktorwürde. Der Handelshochschule Leipzig ist durch Verordnung des sächfifchen Wirtschafts- Ministeriums das Promotionsrecht verliehen worden, nachdem bereits vorher die Handelshochschulen Berlin, Nürnberg und Mannheim dieses Recht durch die zuständigen Stellen erhalten hatten. Die Verleihung des Promotionsrechts wurde durch Ministerialdirektor Dr. Klien in einem Festakt feierlich verkündet. Der 48. Todesfall in Lübeck. Die Todesziffer der nach dem Calmette-Ver- fahren gefütterten Säuglinge hat sich von 47 auf 48 erhöht. Krank find unverändert 71, gebessert 37, gesund 59 Säuglinge. vorn Blitz erschlagen. 3n Garden an der Mosel fanden bei einem heftigen Gewitter drei Personen den Tod. Ein 54 Jahre alter Landwirt, fein 22 Jahre alter Sohn und dessen Braut, die unter einem Baume Schutz gesucht hatten, wurden vom Blitz erschlagen. Der 14 jährige Sohn des Landwirts wurde schwer verletzt. Flugzeugkonstrukteur Fokker verhaftet. Der bekannte Flugzeugkonstrukteur Fokker, der das Flugzeug „Southern Croß" gebaut hat. wurde auf dem Roosevelt- Flugplatz verhaftet, weil er, öhne ein Pilotenzeugnis zu besitzen, zusammen mit einer Dame in ein fremdes Flugzeug gestiegen war und Kunst- und Sturzflüge ausgeführt hatte. Fok- $er erklärte seine Handlungsweise mit seiner Begeisterung über den erfolgreichen Flug der „Southern Croß". vom Tennis in Wimbledon. Die Kölnerin Cilly Äußern ist bei ihrem Kampf gegen die Kalifornierin Elizabeth Ryan in Wimbledon, der bei glühendem Sonnenbrand ausgetragen wurde, zusammengebrochen und matzte vom Platz getragen werden. Miß Ryan wurde zur „Siegerin infolge Aufgabe der Gegnerin" erklärt. 3m hart umkämpften dritten Satz stand das Spiel 4:4, als Fräulein Auhem plötzlich zusammenbrach. Die bewuhtlos am Boden liegende Spielerin wurde auf der Bahre vom Platz getragen. Fräulein Auhem ist durch diesen Zwischenfall um die Möglichkeit gekommen, mit Helen Mills das Schluhspiel bestreiten zu können. Tolles Banditenstück. Zwischen Potsdam und Rehbrücke hat sich in der Rächt ein HeberfaH ereignet, der in der Kriminalgeschichte seinesgleichen suchen dürfte. Die Lenkerin und einzige 3nsassin eines von Berlin kommenden Kraftwagens wurde kurz hinter dem Bahnhof Rehbrücke von den Insassen eines entgegenkommenden Autos mit großen Scheinwerfern geblendet und an den Straßenrand gedrückt. Als sie mit ihrem Wagen hielt, entstiegen dem anderen Kraftwagen drei Männer, von denen einer mit dem Revolver die Automobilisttn in Schach hielt, während die beiden anderen alles, was ihnen Einzelleben und Einzeldafein gibt es nicht mehr. Alles Kleine, alles Häßliche ist geschwunden und wesenlos geworden. Scheu nur tastet man sich zu diesem Unglaublichen, Großen hin und wünscht: so weiterleben dürfen. So gekrönt und so demütig ... In den Tälern liegt schon das Dunkel der Rächt. Einzelne weihe Rebelschwaden lösen sich aus ihnen und flattern in das große Feuer, das über allem steht. Wie eine menschliche Sehnsucht sich lösen möchte und verbrennen in der Erfüllung. Ich blicke rückwärts. Eine ungeheure weiße Wolkenwand scheint sich von der Erde zu heben, zu wachsen, die ganze Unendlichkeit des Himmels auszufüllen. Die Spitze verliert sich vor meinem Blick. Unbeweglich steht sie und bietet sich dem roten Licht, das sie ganz überflammt. Es ist, als ob sie die ganze Welt für immer hinter uns verschlösse und wir gleich den Rebel- schwaden im Feuer versinken mühten. Schöpfung und Vernichtung stehen dicht nebeneinander. Ich selbst, losgelöst von jeder irdischen Beziehung, emporgehoben in den Raum und die Unendlichkeit, bin nur noch ein Atom, das mitschwingt im All. Ich weih nichts mehr, ich denke nicht mehr. Ich bin nur, und werde immer sein. Es wird dunkel. Eine graue Hand gleitet über das Antlitz des Lebens und löscht seine Furchen. Die Erde will uns wieder. Wir landen. Fast widerwillig berührt mein Fuß den Boden. Es war fast, als sollte ich erst wieder gehen lernen. In meiner Hand aber das kleine Tier mahnte aus der Erschütterung zur Pflicht. Hochschulnachrichten. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt a. M. hat den Geh. Kon- sistorialrat Prof. D. Dr. phil. Ebrard ehrenhalber Titel und Würde eines Doktors der Rechte verliehen. In der Urkunde heiht es: „Dem Begründer und Förderer des Frankfurter Rechtswissenschaftlichen Büchereiwesens, dem zielbewuhten Führer zur rechtlichen Reuordnung der Frankfurter evangelischen Kirche und ihrem treuen Leiter in schwerer Zeit, dem vorbildlichen Pfleger und Erhalter von Gütern und Stätten erlesener geistiger Kultur." — Professor Dr. Christian Jensen in Bonn hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Klassischen Philologie an der Universität Wien als Rachfolger des in den Ruhestand getretenen Professors Hans von Arnim abflctefri* nblebon. em ist bei ihrem n Elizabeth R h a n ndem Sonnenbtanb lmengebrochen M toerbcn. Miß folge Aufgabe öer imlampsien dritten l Fräulein Außem touhtlos amDvdm i der "Lahre vvm M \\\ durch diesen seit gekmmen, mit spiel bestreiten zu mslück. ihbrücle hat sich in eignet, der in der n suchen durste. Die jin eines von Der- ien8 wurde kurz idc von den 3n» iden Autos mxt geblendet und irdrückt. Als |te liegen dem anderen on denen eintt Mit istin in Schach i olles, was ihnen h.>°' 7-"" SU k »,/oöe ringen. LZ- jl* *W Nwt slg^itz 8et, ff** »>- '4$etS®6i* ^üch verkündet. Lübeik. an Calmette-Der« a.1 'ch von M gebessert gen. landen bei einem sonen den Tod. t, sein 22 Jahre aut, die unter a ch t hatten, tour« 14jährige Sohn verletzt. K verhaslet. Akteur Fokker, der ’W gebaut hat,- Platz verhaltet, ugnis zu besitzen, n ein fremdes ar und Kunst« ährt hatte. Fvk« toeife mit seiner reichen Flug der nUnichtlnrhr. st geschwunden tastet man JJ i« hin und wünscht- so und l° deftig. - Dunkel der Aacht. löien st4 aus ihnen SÄK ■ Krsüllung. 3« . . Ws HZ8 mitschM'A bin Jen^'Ä. Ein- Es w'l Lebens wieder- Srr-Ä mein And g beruh - nieder S kleine u>d übtt Pflicht. ?rung rur K> «* Fal^MKvn- hat denken' Sb.ra^vltvrs M |en_ rechtlich^-jrche schwerer^ Gütern Alter * Pro- ES mitnehmenSwert schien, aus dem Auto entfern- terr. II. a. wurde der 41eberfallenen eine Hand- tasche mit 3000 Mark Inhalt geraubt. Die drei gingen dann daran, die Dame zu entkleiden, nahmen ihr sämtliche Kleidungsstücke ab und liehen sie splitternackt im Auto sitzen. Sie fuhren nach vollbrachter Tat mit voller Geschwindigkeit in Dichtung Berlin davon. Der Aeberfall wurde entdeckt, als einige Zeit später «in junges Mädchen auf dem Rad die Stelle passierte. Die Berliner und die Potsdamer Polizei wurden verständigt und sämtliche Wagen, die die Avus passierten, einer genauen Kontrolle unterzogen. Es ist jedoch noch nicht gelungen, irgendeine Spur von den Tätern zu finden. Der Fall Meußdörfer-Kulmbach vor dem Bayreuther Schwurgericht. Der geheimnisvolle Tod der Gattin des Kommerzienrats Meuhdörser aus Kulmbach wird am 7. und 8. Iuli das Bayreuther Schwurgericht beschäftigen. Der Bauarbeiter Schuberth und der Arbeiter Popp aus Kulmbach stehen unter der Anklage des Raubmordes. Beide Angeklagten verbüßen zur Zeit in der Gefangenenanstalt St. Deorgen-Dayreuth längere Freiheitsstrafen wegen Eigentumsvergehen. Schuberth und Popp werden beschuldigt, die Ehefrau des Kulmbacher Kommerzienrates Meuh- dörfer, den man bekanntlich zuerst auf Grund ganz erheblicher^Berdachtsmomente s e l b st für den Mörder seiner Frau hielt und deshalb längere Zeit in Untersuchungshaft nahm, in der Rächt zum 4. Rovember 1929 im Schlafzimmer ihrer Billa zum vorher vereinbarten Zwecke der Beraubung, die dann allerdings erfolglos blieb, überfallen, geknebelt, gefesselt, gewürgt und dadurch ihren kurz danach eingetretenen Tod verursacht zu haben. Ohrfeigen im schweizerischen Nationalrat. Im Schweizerischen Rationalrat kam es bei der Behandlung des Berichtes des Bundesrates über die zehnte Völkerbund-Versammlung zu einem Skandal, wie man ihn in dieser Versammlung nicht gewohnt ist. Der katholisch-konservative Tessiner Abgeordnete D o l f u s wurde von einem Kommunisten Lügner genannt, worauf Dolfus ihm eine schallende Ohrfeige versetzte. Zwischen beideiz Abgeordneten entspann sich darauf ein Handgemenge, so datz die Sitzung unterorochen werden muhte. In der Pause trafen sich die beiden Gegner wieder und der Kommunist gab Dolfus die Ohrfeige wieder zurück. Ein anderer Katholisch-Konservativer und ein Dauernvertreter packten darauf den Kommunisten und warfen ihn aus dem Saal hinaus. Oie Reform der Krankenversicherung. Berlin, 1. Iuli. tBdZ.) Im Reichstag wird die zweite Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums fortgesetzt. Verbunden damit wird die gestern schon besprochene Rovelle zur Krankenversicherung. Abg. Büll (Dem.) verlangt die schleunige Vorlegung des Arbeitsschutzgesehes. Dabei mühten auch die völlig veralteten Ladenschluhbestim- mungen der Gewerbeordnung einer Revision unterzogen werden. Abg. M ö n k e (Ehr. R. B. P.) erklärt, die Reform der Krankenversicherung sei dringend notwendig. Ietzt würden die Kassen in unerhörter Weise ausgenuht. Für die Bauern sei die Steigerung der Soziallasten unerträglich geworden. Für die Kleinrentner müsse besser gesorgt werden. Abg. Dr. Pfeffer (D. Vp.) führt aus, die in den letzten zehn Iahren getriebene Sozialpolitik trage ein gutes Stück Schuld an den Zuständen, die heute in der Wirtschaft herrschen. Die vor- geschlagene Reform der Krankenversicherung zeige einen gangbaren Weg, aber man müsse den Innungskrankenkassen und den Er- s a h k a s s e n freie Entwicklungsmöglichkeit lassen. Dos neuere Arbeitsrecht mache die Betriebe unbeweglich und hindere sie an der Uebertoinbung der Krise. Das Washingtoner Arbeitszeitabkommen lehnen wir ab. Wir mühten an die Stelle des starren Arbeitsrechts wieder mehr wirtschaftliche Freiheit setzen. Aelch-arbeitsminister Dr. Stegerwald erklärt: Die Aufwendungen der Krankenkassen für Aerzte und Apotheker seien übertrieben hoch. Sie betragen im Iahre 600 Millionen Mark, wahrend nur 225 bis 250 Millionen erforderlich wären, wenn man jedem Kassenarzt das sehr hohe Gehalt von 15 000 Mark geben wollte. Eine Verbeamtung der Aerzte ist heute nicht mehr möglich. Für die Rotlage der Kleinrentner habe ich volles Verständnis, bei der jetzigen Finanzlage können wir aber nicht zu einem Kleinrentnerversorgungsgesetz in der nächsten Zeit kommen. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) tritt für Ausdehnung der Wöchnerinnenfürsorge und für Gewährung von Stillgeld ein. Der Arbeitsbeschaffung fei leider zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Die dafür ausgegebenen Mittel seien besser angelegt als die für Unterstützungen. Die Bezüge der Arbeitslosen dürften nicht mehr abgebaut werden, aber den in der Versicherung vorhandenen Mißständen müsse ein Ende gemacht werden. Ein guter Weg dazu sei die Einführung von Gefahrenklassen. Am Arbeiterschutz halten wir fest, aber er muß vereinfacht werden. Einer Reform der Krankenversicherung stimmen wir zu, aber wir warnen auf diesem Gebiet vor einer salschen Sparsamkeit, die zu einer Schädigung der Volksgesundheit führen könnte. Damit ist die Aussprache beendet. Die Entschließung auf Einführung eines Ar» beitsdienstjahres wird gegen die Stimmen der Rechten und der Wirtschaftspartei ab« gelehnt. — Der sozialdemokratische Antrag auf Erhöhung der Mittel für Kinderspeisungen wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und RationalsoziaUsten abgelehnt. Der Haushalt des Reichsarbeitsministeriums wird in der Ausschußfassung bewilligt. Aus der Provinzialhauptfiadt. Gießen, den 3. Iuli 1930. Nationalsozialistische Versammlung. Die Rationalsozialistische Arbeiterpartei und der Rationalsozialistische Studentenbund veranstalteten gestern abend in der Turnhalle am Os- waldsgarten eine öffentliche Versammlung. Als Referent war Kümper, Mannheim, gewonnen. Der Redner schilderte zunächst die Entwicklung Deutschlands vom Agrar- xum Industriestaat und d ie hieraus sich ergebenden Kämpfe in der Arbeiterbewegung. Er zeigte bann in längeren Ausführungen, wie Deutschland sich wirtschaftlich günstig entwickelte. Ferner kam der Redner auf die Einkreisungspolitik zu sprechen und erklärte in diesem Zusammenhang, daß die deutsche Diplomatie versagt habe. Weiter gab der Referent eine Schilderung des Krieges und seiner Auswirkungen, um sich in diesem Zusammenhang mit der Revolution und der später einsetzenden Inflation zu beschäftigen. Er zeigte dann weiter die katastrophalen Auswirkungen des Versailler Diktats sowie des Dawesplans, um dann auch auf die Wirkungen des Voung°Plans einzugehen. Irn übrigen unterzog der Redner die Tätigkeit der deutschen Regierungsmänner einer eingehenden Kritik. — Die Versammlung selbst ist, wie wir auf Anfrage von der Polizei erfahren, ruhig verlaufen, bis ein mit uniformierten Rationalsozialisten besetztes Auto von Friedberg eintraf, die ebenfalls an der Versammlung teilnehmen wollten. Inzwischen hatte sich eine erhebliche Menge von Kommunisten vor dem Versammlungslokal am Oswaldsgarten eingefunden, die zu der Versammlung in der Turnhalle keinen Zutritt hatten und sich sogleich auf das von Friedberg kommende Auto stürzten. Infolgedessen muhte, die Polini eingreifen und die Rordanlage bis zur Turnhalle räumen, damit die Friedberger Rationalsozialisten ungehindert zu der Versammlung in den Saal gelangen konnten. Die Versammlung selbst verlief dann bis zum Schluß ruhig. Die Kommunisten veranstalteten gleichzeitig auf dem Oswaldsgarten ihrerseits eine Versammlung unter freiem Himmel und anschließend einen Demonstrationszug durch die Stadt, wobei es jedoch zu keinerlei Störungen tarn. Rach Schluß der nationalsozialistischen Versammlung mußte der Seltersweg zum größeren Teil geräumt werden, da sich dort eine große Menschenmenge an gesammelt hatte: die Rationalsozialisten gelangten unter polizeilicher Bedeckung zu ihrem auf dem Seltersweg gelegenen Stammlokal. Bis gegen 0.30 41hr war fast überall in der Stadt wieder Ruhe eingetreten. Eine Person wurde zwangsgestellt. Daten für Freitag, 4. Juli. Sonnenaufgang 3.50 ilfjr, Sonnenuntergang 20.19 41hr. — Mondaufgang 14.01 41hr. 1715: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen geboren; — 1776: 41nabhängigkeits- erflärung Rordamerikas: — 1807: der italienische Rationalheld Giuseppe Garibaldi in Rizza geboren: — 1888: der Dichter Theodor Storm in Hademarschen gestorben; — 1910: der Astronom Giovanni Schiaparelli in Mailand gestorben: — 1920: der Bildhauer, Maler und Radierer Max Klinger in Großjena gestorben. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 25 bis 30, Römischkohk 8 bis 10, grüne Bohnen 30 bis 35, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 35 bis 70, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 35 bis 40, alte Kartoffeln 4,5 bis 5, neue Kartoffeln 10 bis 12, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 20 bis 30, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachel- und Io- hannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 60 bis 80, Himbeeren u. Aprikosen 50 bis 55, Pfirsiche 55 bis 60, Rüsse 60 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 80, Eier 10 bis 11, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken 10 bis 12, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück; gelbe Rüben 8 bis 10, Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark der Zentner. Bornotizen. — T a g e s k a l en d er für Donnerstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Erlebnis einer Rocht." — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Morgen, Freitag, 4. Iuli, findet nochmals eine Ausführung von Angermayers Grenzlandtragödie „Flieg, roter Adler von Tirol" statt. Da viele Mitglieder des D. D. A und der Gießener Militärvereine zu den beiden bisherigen Vorstellungen keine Karten erhalten konnten, hat die Intendanz sich entschlossen, dieses Stück nochmals zur Aufführung zu bringen, um allen Interessenten die Möglichkeit des Besuches dieser Vorstellung zu gewähren. Auch allen anderen Theaterbesuchern steht der Besuch dieser Vorstellung zu denselben günstigen Bedingungen offen — Am Dienstag, 8. Iuli, findet in Gießen die Aufführung des Kriminallustspiels „Der Herr mit dem Fragezeichen" statt. Regie hot Peter Fassott; die Hauptrolle spielt Hanns Tannert. — Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, die Sozialdemokratische Partei und die Deutsche Demokratische Partei veranstalten am Freitag, 4. Iuli, 20.15 4Ihr, im Cafe Leib eine öffentliche Versammlung. Auf der Tagesordnung steht das Thema: „Stahlhelm und Hakenkreuz sind Deutschlands 41ntergang.“ Referent ist Dr. Mierendorff (Darmstadt). (Siehe heu- ttge Anzeige.) * Rotlandung eines Flugzeuges. Das in Gießen stationierte Flugzeug war gestern bald nach 17 41hr zu einem Rundflug auf- geftiegen. Rach kurzer Fahrt merkte der Pilot, daß der Motor aussetzte, und versuchte, auf einer Wiese in der Lichtenau bet Wieseck zu landen. Plötzlich bemerkte er die Hochspannung, und so blieb ihm leine andere Wahl, als auf einen Weizenacker niederzugehen. Das Flugzeug hatte sich überschlagen und lag auf der oberen Seite. Der Pilot und sein Begleiter kamen mit dem Schrecken davon, während der Apparat am Propeller, den Tragflächen und am Rumpf beschädigt wurde. * • Eine Huldigungss ahrt zum befreiten Rhein — unter dem Protektorat des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Hessischen Staatspräsidenten Dr. h. c. Adelung veranstaltet der Mainzer Automobilelub (A. D. A. C.) am 5. bis 7. Iuli. Aus dem Programm ist vorgesehen u. a. am Samstag, 5. Iuli, ein illuminierter Korso durch die Stadt, am Sonntag, 6. Iuli, Grundsteinlegung des 6 trete- mann-Ehrenmals, Blumenkorso du vH die Stadt, anschließend Huldigung am Rheinufer, ferner eine Festvorstellung: „Künstlerabend" im Mainzer Stadttheater: am Montag, 7. Iuli, Besichtigung der Opelwerke in Rüsselsheim und eine Rheindampserfahrt. . • • Sonderzug. Anläßlich des Gauturnfestes in Kirchhain wird in der Rächt von Sonntag zu Montag, 6. auf 7. d. M., im Anschluß an den um 0.05 Ähr in Gießen eintreffenden Per- Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf sonenzug von Kassel ein Sonderpersonenzug von Gießen bis Friedberg gefahren. Der Sonderzug führt 2. und 3. Klasse und hält auf allen 41nter- wegsbahnhösen bis Friedberg. Er fährt Gießen ab 0.12, Großen-Linden an 0.21, Lang-Göns 0.28, Kirch-Göns 0.33, Blttzbach 0.42, Ostheim 0.48, Dad-Rauheim 0.57, Friedberg an 1.04 4Ihr. Iustizpersonalie. Arn 21. Iuni wurde der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Georg Hausmann zum Amtsgerichtsdirektor bei dem Amtsgericht in Bad-Rauheim mit Wirkung vom 1. Iuli 1930 ernannt. * Aus dem Gießener Standesamt s- r e g i st e r. Cs verstarben in der Zeit vom 16. bis 30. Iuni: 16. Auguste Schäfer, Weißzeug- beschließerin i. R., 72 Iahre, Hofmannstraße 6. Günther Mangold, Student, 21 Iahre, Dleich- straße 13. 17. Gertrud Frech, 2 Stunden, Kleine Mühlgasse 4. 22. Elise Seipp, geb. Größer, 22 Iahre, Reustadt 32. 23. Hans Iürgen K a r - ber, 16 Stunden, Bahnhofstraße 52. 24. Ottilie Rauman n, geb. Winkenberg, Witwe, 78 Iahre, Reuen Däue 25. 25. Karl Ludwig Döring, 4 Tage, Schloßgafse 12. 26. Elisabeth K r ö ck, geb. Rinn Witwe, 49 Iahre, Weserstratze 19. 27. Georg Iohannes Krauskopf, Rentner, 79 Iahre, Kaplansgasse 14. 29. Luise Loos, geb. Marx, Witwe, 72 Iahre, Wehsteinstr. 38. 30. Iohanna Büttner, geb. Pfaff, Witwe, 77 Iahre, Hammstr. 35. Luise Häuser, geb. Rühl, 76 Iahre, Ludwigstr. 36. ** D ie Volkshochschule veranstaltete in Gemeinschaft mit der Reichszentrale für Hei- rnatdienst am Dienstagabend im Singsaal der Oberrealschule einen Vortragsabend. Dr. F. Rissen (Frankfurt a. M.) sprach über „Wichtige Fragen des Genossenschaftswesens", Der Redner erläuterte zunächst Wesen, Entstehung und Entwicklung der Genossenschaftsbewegung, um dann eine Reihe aktueller Fragen auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens zu besprechen. In diesem Zusammenhang streifte der Redner die Entwicklung der Konsumvereinsbewegung, zeigte das Verhältnis des privaten Handels zu den Konsumvereinen, und befaßte sich mit den von ersteren geschaffenen Selbsthilfeeinrichtungen. Er kam bann auf das Genossenschaftswesen in der Landwirtschaft zu sprechen, schilderte hierbei das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen in Dänemark, das er den deutschen Landwirten zur Rachahmung empfahL Der Redne4 betonte die volkswirtschaftliche Bedeutung des Genossenschaftswesens und die Möglichkeit, uns bezüglich der landwirtschaftlichen Produkte vom Ausland völlig unabhängig zu machen. Der Redner ging dann noch auf das städtische Genossenschaftswesen (Rohstoffverteilung, Absahgenossenschaften, Kreditgenossenschaften für Handwerker und Kaufleute ein, um sich zum Schluß 7uxh mit den sozialen Baubetrieben (Bauhütte) zu beschäftigen, deren Finanzierung durch die Gewerkschaften, sowie durch öffentliche Körperschaften erfolge. An den Vortrag schloß sich eine anregende Aussprache an. ** Eine öffentliche Kundgebung der Eisenbahn bediensteten, Beamten und Arbeiter findet, wie uns vom Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Gießen, mitgeteilt wird, am Freitag, 4. Iuli, in der Festhalle Frankfurt a. M. statt, die sich mit Personaleinschränkung und Betriebsstillegung bei der Reichsbahn befassen wird. •' Lohn steuerabzug bei gelegentlicher Aushilfe. Ein Steuerpflichtiger hatte an geschäftsreichen Rachmittagen Aushilfskräfte herangezogen, ohne den Steuerabzug vom Arbeitslohn vorzunehmen. Das Fincmzamt forderte den Betrag nach. Wie wir den von Steuer- shndikus Hermann Will herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen"' entnehmen, gab der Reichsfinanzhof der Rechtsbeschwerde statt. Die Ansicht, datz auch bei nur vorübergehender Aushilfe das gewährte Entgelt dem Steuerabzug unterliege, gehe zu weit. Arbeitslohn sei nicht schlechthin jede Vergütung für eine einem anderen geleistete Tätigkeit, Arbeit ist vielmehr nur eine mehr berufsmäßige Tätigkeit. Es ist nicht ausgeschlossen. daß jemanb auch bann einen dem Steuerabzug unterliegenden Arbeitslohn bezieht, wenn er nur einmal vorübergehend in Unterordnung eine Arbeitsleistung gegen Entgelt übernimmt, vorausgesetzt ist aber, daß die 41cber- nahme solcher Arbeiten dann für ihn einen zur Bestreitung des Lebensunterhalts gewählten Beruf bildet und datz er nicht bloß wegen der einen Arbeit, sondern überhaupt zur Ausübung seines Deruses eine Steuerkarte benötigt. Fehlt es daran, so liegt selbständige Berufstätigkeit oder sonstiger Leistungsgewinn vor Preußen. Kreis Wetzlar. ch Krofdorf, 30. Iuni. Das Mission-- fest derEynodeWetzlar fand am gestrigen Sonntag hier statt und war für unser Dorf ein besonderes Ereignis. Bereits am Samstagabend versammelten sich zahlreiche Gemeindeglieder in der Jahrhunderte alten Bleiberger Kirche zu einer schlichten, aber eindrucksvollen musikalischen Feierstunde. Frau Pfarrer C o e r p e r, Koblenz (Gesang), Pfarrer Wiebel (Violine), Pfarrer Coe r per, Stuck, med. Wiebel (Cello) und Lehrer Praß brachten Darbietungen, die mit Aufmerksamkeit von den Zuhörern entgegengenommen wurden. Auch der Posaunenchor Ah- oach-Kinzenbach-Dorlar-Dutenhofen trug durch den Vortrag einiger Stücke zum Gelingen der Feier bei. Eine feine 41eberraschung bot der Akademische Gesangverein von Gießen, der zufällig auf Burg Gleiberg weilte, indem er unter Leitung von 41niversitätsmusik- direktor Dr. Temesvary ein Chorlied zum Vortrag brachte, das von den Anwesenden dankbar ausgenommen wurde und starken Eindruck hinterließ. Am Sonntagmorgen fand in der Krof- dorser Kirche, die bis auf den letzten Platz beseht war, ein Festgottesdienst statt. Die Predigt hielt Pfarrer C o e r p e r. Koblenz, unter Zugrundelegung des Taufbefehls Iesu an die Iünger. Diesmal verschönte der Posaunenchor und der Gemischte Chor aus Rodhcim die Feier. Der Rachmittag brachte eine Versammlung in der neuen großen Turnhalle, die die herbeigeström- ten einheimischen und auswärtigen Gäste kaum fassen konnte. Rach der Begrüßung durch Ortspfarrer Wiebel sprach in tiefschürfenden Ausführungen Pfarrer C o e r p e r über „Die religiöse und soziale Tat der deutschen Mission in Afrika", über die er in 12jähriger harter Aus- landarbeit genügend Erfahrungen zu sammeln Gelegenheit hatte. Anschlietzend gab Pfarrer und Missionar Dann.ert, Reiskirchen, interessante Ausschlüsse über „Missionarische Pionierarbeit in Riederländisch-Indien". Die Wetterlage. ~ta 3 sth» leichter Ost JD «nissiger Südsüdwest Q stürmischer nordwesh Oie Pfeile (liegen mit dem winde Oie oeigen Stationen stehenden zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien veromdeo Orte mit gleicht® ltn Hq Uninvc Ql?01 ^grr wie oft es Ihnen zu Hause geholfen hat — oder unterwegs — gerade dann, wenn der Schmerz am heftigsten auftrat, da fehlte es, Ihr Citrovanille, das bewährte, mild und rasch wirkende Mittel gegen Kopfschmerz, Migräne, Neuralgien und rheumatischen Zahnschmerz. In der Damentasche oder in der Westentasche des Herrn — da ist der Plafj für diesen zuverlässigen Begleiter, für Citro- vanifie I Erhältlich in Apotheken in Pulverpackung RM 1.15 oder Oblatenpackung RM 1.30. — Achten Sie auf den Namen und verlangen Sie ausdrück 800-lohr-Feier auf dem SdiiMerg Samstag, den 5. Juli: 19 Uhr Enthüllung der Gedenktafel für den Kulturhistoriker Wilh. Heinrich Riehl. Von 20 Uhr an allgemeiner Kommers. *• — Sonntag, den 6 Juli: Von 15 Uhr pünktlich an: Festspiel, Massenchöre, Volksfest Der Zutritt zu den Veranstaltungen am Samstag ist unentgeltlich. Eintrittspreise für Sonntag im Vorverkauf von Mittwoch, den 2. Juli, bis Samstag, den 5. Juli, abends: Erwachsene..............40 Pfennig Kinder unter 14 Jahren... 20 Pfennig Vorverkaufsstellen: in Gießen: Verkehrsverein, Seltersweg — Zigarrenhaus Wilh. Moeser, Selters/veg, und seine sämtlichen Filialen; in Annerod, Garbenteich, Großen-Linden, Gröningen, Hausen, Klein-Linden, Leihgestern, Steinbach, Watzenborn-Steinberg und Wiesede bei den Bürgermeistereien. Eintrittspreise am Sonntag bei den Verkaufsstellen an den beiden Haupteingängen zum Schiffenberg ußd den Zugangsstraßen: Erwachsene..............50 Pfennig Kinder unter 14 Jahren... 25 Pfennig Wegen des zu erwartenden Andrangs wird gebeten, die Karten tunlichst im Vorverkauf zu lösen. DER FESTAUSSCHUSS. 4726D Feuerwerk 4822D ■IIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIII An sämtlichen Festtagen Konzert, Tanz, Volksbelustigung .........................................IIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIHI.....Illllllllllllllllllllllllll Eintrittspreise: Dauerkarte RM. 1.—, Samstags 30 PLj Sonntags 60 Pf., Montags 40 Pf., Tanzgeld 50 Pf. Um geneigten Zuspruch bittet der Festausschuß Eigene Metzgerei Heinr. Braun, Festwirt Gausommerfest in Wieseck des Lahngaues (B. D. R.) am 5., 6. und 7. Juli verbunden mit dem 30. Stiftungsfest des Radfahrervereins 1900 Wieseck auf dem neuen Festplatz — Festprogramm: Samstag, den 5. Juli, abends 8 Uhr, Umzug durch den Ort, anschließend Kommers, Gesangsvorträge der hiesigen Vereine Sonntag, den 6. Juli, vormittagsVorwettbewerbe; nachmittags 1% Uhr Festzug durch den Ort; anschließend Kunstfahren, Reigenfahren, Radballspiele, Motorrad-Geschicklichkeitsfahren auf dem Festplatz Montag, den 7. Juli, vormittags Frühschoppenkonzert; nachmittags 2 Uhr historischer Festzug durch den Ort; abends 11 Uhr SSatfen stet 4361A Wie eine Sammetfläche, gleichmäßig geschnitten, soll er sich im Garten ausbreiten. Doch wird Ihr Garten nicht von alleine so, er will gepf egt sem. Sie brauchen dazu einige wichtige Geräte: Einen praktischen Rasenmäher, einen guten Rasen- sprenger und Gummischläuche. - Vergessen Sie auch nicht, sich ein paar bequeme praktische, eiserne Gartenmöbel anzuschaffen. Ich habe alles vorrätig und werde Sie preiswert bedienen. J. B. H AUSER. GIESSEN AM OS WAL DSC ARTEM Für die Hausfrau Für Landwirte 20 d.-TurnversstnS 1846 an d.Labn wurde am an für in und anher tuher an ö. vavn wutoeam Briefumschläge erfr. 23. 6. 1 rechter Halb- Postkarten 04175 tlb™.K^dsenülee39n bßi Brühl, Schlllstraßö? Geschäftskarten 4824 D 38 78 35 63 40 8 2 34 Btt k I er in nimmt noch Kunden Einlochapparate Brotbüchsen ll. Obstpressen email!. Kaffeekannen email!. Kaffeekessel Vi Dtz. Bestecke gr. Waschtöpfe emaill. Schüfseln Springformen Wassereimer Kochtöpfe Fruchtreffs Heu-, Rüben- und Dunggabeln Deichsel-, Kuh- und Zugketten Sensenwürfe Heurechen Senfen gr. emaill. Kessel Kupferkessel gußeiserne Töpfe Außerdem 2 Waschmaschinen, Küchenherde, 138 Kindergarnituren (Hacke, Schippe und Spaten), 100 Portiergarnituren, 60 Gardinenleisten, Oefen, Sitzbadewannen und vieles andere. Die Gegenstände sind nen. H. Kirchner, Treuhänder. 21 23 8 50 17 8 8 100 20 16 25 dem Hause. Zu erfr. in d. GeschäftSst. deS Gieß. An-. C21" Geschäfts-Drucksachen Mitte! WlMN! Aus Trenhandmasse kommen am Freitag und Samstag, nachmittags von 2 bis 6 Uhr, Frankfurter Straße 34 Hintergebäude (Nähe Friedrichstraße) zum Verkauf: Gießen, Berlin, im Juli 1930. 1. 04173 2. 4810D 481 ID Tagesordnung: Eintritt frei! 4801 4803 D Kekhsbamrev Slbwavz-Rot-Gold Sorialdemokvaiiiche Partei Deutsche Demokratische Partei ßöroervereiDigoog Sachsenhausen Sonntag, den 6.3uli, nachmittags 3 Uhr: Sommerfest auf d. Hardtterrasie. Der Vorstand. 9 Uhr vorm. 2. Teil der Vielseitigkeitsprüfung (Reiterprüfung) 1.30 Uhr nachmittags Festzug durch die Stadt. Anschließend Abteilungsreiten, Jagdspringen, Schaufahren in Kutschwagen, Galoppreiten. 9 Uhr abends Preisverteilung. — Anschließend Tanz in der Turnhalle Der geschäftsführende Ausschuß W Alte Rasierklingen werden mit in Zahlung genommen beim Kaufe von Mulcuto • Hohlschlisf, der klingensparende Rasierapparat, mit Patent-Dauerklingen Marke Mulcuto Lebenlang, welche den stärksten Bart sanft u. sauber rasieren u. diele Jahre brauchbar bleiben. lOOOfarfj haltbarer als dünne Klingen. Viele Anerkennungen. Sparen, daS Gebot der Stunde. Angebot gratis und franko Mulcuto • Derk, Solingen. Union SamStag, den 5. Juli Teilnahme am Schiffenberg-Kommers Treffpunkt: 20 Ubr LudwtaSplatz. 48MP Statt Karten. Für das herzliche Gedenken von nah und fern bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir alle innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Fabel. Wetzlar, Watzenborn-Steinberg, Krofdorf, 2. Juh 1930 Danksagung. Für die zahlreichen Beweise liebevoller Teilnahme an unserem schweren Verluste danken wir herzlichst Im Namen der Angehörigen: Regierungsrat Dr. Robert Naumann Grethe Emmelius, geb. Naumann. 1. Josef Haydn, Andante (Collegium mu- sicum der Universität) 2. Vortrag von Prof. Dr. Kalbfleisch: „lieber Papyrusfunde“ mit Lichtbildern / Verbunden mit einer Ausstellung von Stücken der Gießener Sammlungen Z. Josef Haydn, Allegretto (Collegium mu- sicum der Universität) Freier Eintritt Gflste willkommen Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) Stahlhelm und Hakenkreuz sind DeutschlandsLtntergang Referent: Dr. Mierendorff, Darmstadt I. Reit-und Fahr-Turnier des Reitervereins Nidda und Umg. am Samstag, dem 5. Juli, und Sonntag, dem 6. Juli 19J0, in Nidda FESTFOLGE: Samstag, 5. Juli: 4 Uhr nachm. 1. Teil der Vielseitigkeitsprüfung (Geländeritt) 9 Uhr abends Kommers in der Tarnhalle Sonntag, 6. Juli: 7 Uhr vorm. Zugleistungsprüfung Beschluß in dem Vergleichsverfahren über das vermögen der Jirma 7N. Biringer Nachf., Inhaber Friedrich Holzheimer in Gießen. SWWMlMlW am Freitag, dem 4. Iuli 1930, abends 8.15 Uhr, im (Safe Leib Gut möbliertes Simmet? zu vermieten 04183 Seltcröweg 6 4 II. [Stellengesuche] Chauffeur 32 sicher und zuverlässig, sucht Be- schäsltgung flL welch. Art bei maß. Slnfor. Schr. Ang. u. 0 M3 an den Gieß. Anz. Achtung Kammerjäger! Wanzen sowie jedes andere Unaezieser vertilat gewissenhaft und diskret bet sachgemäßer und prompter Ausführung. Bet Wanzen nur Vergasung! 104181 Zimmer von Alk. 7.— an. Reinigung von Vogelkäfigen von 80 Pf. an Behördl. Dankschreiben. Postkarte genügt. Komme sofort, auch nach auswärts. Abteilung Reinigung. Achtung Sausfvauerr! Warum Sorgen um den groben Hauö- putt machen, wir übernehmen ja aüe derartigen Arbeiten, wie Hausputz, Weiß» vinderputz, sowie Teppichklopsen usw. 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Die Sladt Allendorf an der Lumda verkauft auf dem Submissionswege einen selten Bullen. Angebote auf Lebendgewicht £ad bis zum 7. Juli d. I.» vormittags 10% hr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote stattfindet. 4819D Allendorf a. d. Lda., den 2. Juli 1930. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. 3. 93.: Döll, Beigeordneter. | Stellenangebote| Existenx-Monatsver- dienst 1000-2000 Mk. Für den Vertrieb eines flott gehenden geschütz. Haushaltsartikels (Weubeit), den jede Hausfrau lebhaft interessiert, zuverlässige Persönlichkeit, d. Vertreter- stab organisieren kann, alö [4816V taetaloecttelet gesucht. Für Aus- lieserungS • Lager Kaution von 3000.x, die bankmäßig sicher- gestellt wtrd, erforderlich. Ansr. unter N. W. 1763 an Ann.- (Srö.Bttecher&Sari, Siegen, erbeten. Jüngeres MLdchen f. tagsüber ges. 0418) Seltcrswea 5, I I Freibank Freitag, den 4. Juli 1930, von 8 Uhr ab 48» D MWeilM Wer erteilt einem Obertertianer der Oberrealschule Unterricht? Schr. Angeb. u. 04179 a. d. Gieir. Anzeiger. Bavaria A. H. - Verband u. Nktivcr Bund Samstag, den 5. Juli, abends 87t Uhr Gemeinschaftl. Kneipe Hotel Kobel. Erschein, unbedingt notwendig. 4806V Tie Vorstände. Sladllhealer Gießen Zreilag. öen 4. 3uil, von 20 bis 227« Uhr Außer Abonnement Zum letzten Male! tu kleinsten Preisen lieg’, rötet ilölet ooo Tirol Volköstück in drei Akten von Fred A.Angermayer.4«r»v Nr. 155 Zweites Blatt Beamtenhilfe. 11ns seht aus unserem Leserkreise folgende Zuschrift zu: Unter den von der Reichsregierung vorgesehenen Mahnahmen zur Deckung des Fehlbe- trags erwähnt der Reichs?inanzminister Dietrich an erster Stelle die Reichshilfe der Beamten des öffentlichen Dienstes. Diese Reichshilfe wird von der Beamtenschaft als ein Eingriff in wohlerworbene Rechte angesehen, da keine gleichmäßige Besteuerung aller Volks- stände mit gleichem oder besserem Einkommen vorgesehen ist. Auf der anderen Seite wird sich die Beamtenschaft aber in dieser Stunde der Rot auch nicht ihrer Pflicht dem ganzen Volke gegenüber entziehen. Die größte Rot unseres Vaterlandes ist augenblicklich die Arbeitslosigkeit. Wer diese beseitigen hilft, der dient am besten unserem Volke. Da verdient ein Vorschlag des verdienten Leiters des Heimstättenamts der Deutschen Beamtenschaft und der Beamtenbausparkasse, Johannes L u b a h n , Beachtung, der in glücklicher Weise Beymtenhilfe und Linderung der Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot miteinander verknüpft. Lubahn schlägt vor, daß sämtliche Beamten bis auf weiteres auf einen Teil ihres Gehaltes in Höhe von insgesamt etwa 150 Mlil. Mk. verzichten. Dieser Betrag soll zur Errichtung von Heimstätten dienen, die durchschnittlich 16 000 Mk. kosten sollen. Die Finanzierung der einzelnen Heimstätte geschieht durch eine erste Hypothek in Höhe von durchschnittlich 6000 Mk. und durch einen Betrag von rund 10 000 Mk. aus Mitteln der „Beamtenhilfe". Ilm die Tragbarkeit der Lasten herbeizuführen, sollen die 10 000 Mk. nur mit etwa 3 Prozent Verzinsung eingesetzt werden. Für 150 Millionen Mk. können dann 15 000 Heimstätten errichtet werden. Wir nehmen an, daß von den 16 000 Mk. Kosten durchschnittlich 14 000 Mk. auf den Dau und 2000 Mk. auf den Boden entfallen. In den 14 000 Mk. befinden sich etwa 80 bis 85 Prozent Arbeitslöhne, wenn wir nicht nur die Löhne für die Bauarbeiter, die unmittelbar an dem Bau beteiligt sind (diese nehmen etwa 40 bis 45 Prozent der Baukosten in Anspruch), einbeziehen, sondern auch den Arbeitsverdienst einschließen, der in den Baumaterialien steckt. In den 80 bis 85 Prozent sind also auch die Löhne der Arbeiter für Gewinnung von Kohle, Eisen usw., die für die Zurichtung der Baumaterialien benötigt werden, eingeschlossen. Von den rund 14 000 Mk. entfallen also 11 000 Mk. auf Arbeiterlöhne. Sehen wir den monatlichen Durchschnittslohn eines Arbeiters auf 200 Mk., dann würden durch den Dau einer Heimstätte etwa 55 Arbeiter einen Monat lang Deschästi- gung finden oder 9 Arbeiter ein halbes Iahr. Dei 15 000 Heimstätten würden 135 000 Arbeiter ■ein halbes Iahr lang Arbeit und Lohn erhalten. Da die 15 000 Heimstätten ohne jede öffentliche Hilfe, also auch ohne Hauszinssteuer-Hypotheken, errichtet würden, wird allein durch diese Hilfe der Deamten das Heer der Arbeitslosen um 135 000 herabgesetzt. Wenn der arbeitslose Bauarbeiter monatlich 80 Mk. Arbeitslosenunterstützung erhält, würden durch die Hilfe der Deamten 135 000 X 6 (Monate) X 80 Mk. — 64 800 000 Mk. gespart werden. Also um 64 800 000 Mk. werden die Reichsausgaben entlastet. Die Deamtcnhilfe soll durch die gehaltzahlenden Dienststellen vom Gehalt der Deamten ab- Oie Sünde -er Senate Mercandin. Vornan von Fred Nelins. 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sie überwerten scheinbar diese Dinge des Erlebens, lieber Doktor. Schicksalhaft ist alles, wenn Eie wollen, jedes Staubatom, das wir in unsere Lunge atmen — oder nichts. Alles liegt an dem Standpunkt. Was wissen wir von unferm Dasein, von den Dingen, die wir Schicksal nennen? Wir sind in diese Unbegreiflichkeit hineingestellt wie Kinder." Griebenow schloß die Augen. Plötzlich hob er seinen Kopf. „Dennoch---" sagte er. „Schicksal kann die Frau sein, die man liebt, lind Schicksal kann der Mann sein, den man haßt." „Und was geht das mich in diesem Falle an?“ fragte Renate. „Gar nichts, selbstverständlich." Der Reiherbrunnen sang. Die Augenlider wurden schwer. Griebenow empfand, wie alle seine Pulse klopften. Die Stirne wurde feucht. Soll ich es ihr lagen ...? dachte er. Soll ich es ihr sagen? Roch immer stützte sie den Kopf in ihre aus- gestreckten Hände. Ihr Blick hing an dem seinen. Sie spürte, daß er etwas sagen wollte und nicht konnte. Ein mattes Lächeln ... gütig ... hilflos ... rührend ... irrte über ihre Lippen. „Also warum reden Sie darüber?" Eine jähe Welle Blut stieg Griebenow ins Hirn. Langsam, jede Silbe scharf betonend, sagte er: „Weil ich mich vor Ihnen schäme und von dieser Scham erlösen möchte." Sie hob die Hand zu einer warnenden und resignierten Geste. „Rein ... um Gottes willen nicht." „Doch. Ich muß darüber reden", sagte er. „Ich habe das Gefühl, als ob Sie mehr von diesen Dingen wüßten, als Sie zugestehen wollen. Mehr, als ich verstehe. Sie Lennen Ihren Mann. Was wollte er von mir? Warum trat er damals in mein Leben. Warum--?" Er hielt inne. Frau Mercandin war aufgestanden. Ihr Kleid verfing sich in der Falte eines Sessels. Sie bückte sich, um es zu ordnen. Griebenow stieg jähe Röte ins Gesicht. Hals und Frauenschultern lagen für Sekunden frei. An dem Racken sah er ein paar häßlich unterlaufene Flecke. Herrgott, sind das Würgemale ...? dachte Griebenow. lind im nächsten Atemzuge: nein, nein ...! Das ist unmöglich. Welch ein Unsinn! Im Begriff sich aufzurichten, trafen sich die Augen von Frau Mercandin mit denen GriebeGießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) gezogen und über die behördlichen Zentralstellen der von den Beamtenspihenorganifationen getragenen Beamtenbausparkasse zugeführt werden. Diese wird solchen Beamten aus den angesammelten Mitteln sofortige Darlehen gewähren, die bei ihr auf Grund des Deamtenheim- stättengesetzes sich zum Bausparen verpflichtet haben. Die Deamtenbausparkasse wird nach Ablauf von 10 Iahren den behördlichen Zentralstellen die aus der Hilfe der Beamten stammenden Mittel zwecks Zurückgabe an die Beamten, bzw. deren Hinterbliebenen zurückzahlen. Die ordnungsmäßige Tilgung der Beträge wird durch das gesetzliche Gehaltsabtretungsversahren der Beamtenbausparkasse verbürgt. Die Beamtenbausparkasse wird die Verzinsung der Heimstät- ten-Darlehen aus der „Deamtenhilfe" wesentlich zur Streckung der Mittel und zur Verzinsung eines nach zehn Iahren etwa aufzunehmenden lleberbrückungskredites verwenden. Für die Beamten ist also die „Beamtenhilfe" kein verlorener Posten, sondern sie erhalten nach nows. Plötzlich trat sie dicht an ihn heran und reichte ähm die Hand. „Ich habe Sie vorhin Mögen, Doktor Griebenow. Ich weih alles. Rein, Sie brauchen sich trotzdem nicht zu schämen. Denn ich kenne oder ahne die Zusammenhänge, lind ich kenne--“ Sie brach ab. Sie machte ein paar Schritte nach dem Teetisch, blickte nach der Uhr im Rebenzimmer. Sie war bleich und lächelte. Ein sonderbares, gefrorenes Lächeln. Die Falten an dem Kelim, der die Tür zum Rebenraum deckte, schlugen auseinander. Griebenow hob seinen Kopf. Er sah sich um. Vor ihm stand Professor Mercandin. Dessen leicht gedämpfte, aber spottgefärbte Stimme sagte: „Welch unverhoffte Freude, Doktor Griebenow!" Mit demselben Atemzuge beherrschte Mercandin die Atmosphäre, den Raum, die Menschen und die Gegenstände. Ein rätselhafter Strom ging von ihm aus und schlang sich fühlbar um die beiden andern. Dei dem höhnisch überlegenen Lächeln, das um seine Lippen zuckte, gab es fortan keinen andern Gedanken ... keine andern Empfindungen als die eine: Mercandin. „Ich wollte dir bei einer Tasse Tee Gesellschaft leisten", sagte er zu seiner Frau. „Rur fünf Minuten. Danach muß ich wieder fort. Ich nehme an, Kollege, daß Sie nichts dagegen haben." Sonderbarerweise fing sein Herz vor diesem höhnisch amüsierten Duck wiederum zu pochen an. „Weiht du, wie das kam ...?“ begann Frau Mercandin, zu ihrem Manne gewandt. „Der Herr Doktor hatte einen Schwächeanfall auf der Straße. Ich kam vorbei und habe ihn hierher gebracht." „In der Tat, das ist bedenklich. Höchst bedenklich. Einen Schwächeanfall auf der Straße ...I Haben Sie sich einmal untersuchen lassen? Was ergibt der klinische Defund?" „Ich leide unter einer rätselhaften Krankheit", sagte Griebenow. „Kürzlich suggerierte mir ein Schurke, daß er selbst der Ehrenmann und ich der Schurke sei. Seit jener Zeit steht alles um mich köpf. Ich bin nun von dem Wahn besessen, daß die Bäche in der Welt den Berg hinauf- anftatt heruntersliehen und daß Ethik und Moral auf feiten derer seien, die am besten lügen und betrügen können." Der Professor strich mit seiner ausgestreckten Rechten über Stirn und Schläfen. „Run, das ist noch kein Symptom, Kollege. Zwischen Schein und Wahrheit zieht sich eine so unscheinbare, dünne Trennungslinie, daß sie ein menschliches Gehirn kaum erfassen kann. Die Erkenntnis dessen ist uralt. Bekanntlich hatte sie Pilatus schon vor mehr als neunzehnhundert Iahren." einer bestimmten Zeit den für die Hilfe abgetretenen Betrag wieder zurück. Vorteile der Hilfe der Beamten: 1. Keine zwangsmäßige Kürzung des Gehalts. Die wohlerworbenen Rechte der Beamten bleiben bestehen. 2. Beschäftigung eines großen Teils der Arbeitslosen. 3. Wesentliche Senkung der Reichsausgaben für die Arbeitslosen. 4. Der gekürzte Gehaltsteil wird den Beamten nach einer bestimmten Zeit zurück- gezahlt. Die „Deamtenhilfe" würde eine sozialeTat bedeuten. Die Einschaltung der „Deamtenbau- sparkasse" ist nur notwendig, um die Gehaltsabzüge im Wege des gesetzlichen Gehaltsabtretungsverfahrens zu sichern. Die bauwirtschaftliche Detreuung verbleibt der freien Wirtschaft, den Daugenossenschasten und den Wohnungsfür- sorgegesellschaften. 2. C. „Trotzdem, trotzdem ... Sehen Sie, da ist ein böser Rest. Die Fähigkeit des Rückerinnerns ist sehr stark getrübt. Ich vergesse alles. Irgendeine Lücke klafft in meinem Hirn, die sich nicht mehr überbrüden läßt. Es muß da ein Erlebnis geben, das in diese Lücke fällt. Scheinbar ist es jener Vorfall mit dem Manne, der mir damals suggerierte, daß er selbst der Ehrenmann und ich der Schurke fei. Es ist mir heute völlig unbegreiflich, dah ich damals nicht die Polizei in Kenntnis fetzte und den Mann verhaften lieh. Wenn ich daran denke, werde ich von einem fürchterlichen Schwindelanfall heimgefucht. In meinem Schädel scheint ein Kerl mit Doppelfohlen hin und her zu gehen. Vor meinen Augen tanzen Fliegen." „Das ist alles?" lachte Mercandin. „Das alte Wechselspiel gehemmter und gelöster Hirnfunktionen! In sechs Tagen ist die Welt geschaffen worden. Alles war schon fix und fertig, aber in der Eile hatte man das Hirn vergessen. In der großen Schöpfungsküche ist es nie ganz gar geworden. Sehen Sie, mein Freund, das hängt uns an. Die Weisheit geht seither auf Stützen des Marasmus. Der Turnierplatz des Gehirns ist leer, aber in den Boxpalästen ist kein Stuhl zu kriegen." Frau Mercandin sah auf ihre Armbanduhr. Danach wandte sie nervös den Kopf zur Seite. Plötzlich stand sie auf. „Mein Gott, es ist nach sechs. Ich muh gehen", sagte sie. „Willst du uns schon jetzt allein lassen?" „3a. Ich habe drauhen etwas zu besorgen." Sie wandte sich zu Griebenow. Dieser war aufgesprungen. Ich müßte lange fort sein, dachte er. Er verneigte sich und kühte die ifjm bargebotene Hand. „Heißen Dank für alle Ihre große Güte, meine gnädige Frau." Der matte Abglanz eines Frauenlächelns. „Ilm nichts, Herr Doktor. Ich kann nur hoffen, dah Sie bald wieder einmal den Weg hierher zu einer Plauderstunde finden." „Darum möchte ich auch meinerseits gebeten haben", sagte Mercandin. „Ueberhaupt ... darf ich Sie zehn Minuten lang allein sprechen?" Griebenow stand starr. Sein Gesicht vereiste. „Ich habe leider keine Zeit mehr, Herr Professor." „Immerhin ... ich bitte sehr, Herr Doktor Griebenow. Ich stelle Ihnen nachher meinen Wagen zur Verfügung." Er wandte sich zu seiner Frau. „Guten Abend, Rena. Also gehe." Er küßte ihre Hcmd. Danach fuhren die gelösten Finger über ihr Gesicht. Zärtlich in der Geste, dennoch so, als ob sie sich um ihre Kehle krallen wollten. Deide Herren sahen an dem Rauchtisch. Der Professor warf wie bei dem ersten Zusammentreffen den Deckel der Imporlküste zu. Donnerstag, 5. Juli 1950 " 1 ■■■"■ 1 " ■ glieder (Obcrhessen: 18 Bezirke, 349 Vereine unb 19 614 Mitglieder). Eine starke Zunahme weist Rheinhessen auf, wo die Tätigkeit immer mehr ausgenommen werden konnte. Den schwierigen Verhältnissen Rechnung tragend, wurden auch im Berichtsjahre für notleidend.' Mitglieder durch den Verband, nachdem die Vereine in allen Fällen satzungsgemäß Vorunter st ützungen gewährt hatten, größere Geldbeträge gezahlt, so 9410 Mark für allgemeine Unterstützungen, 4852 Mark an Be- teranenzulage und Weihnachsspende, zu Ostern 1929 an 297 Waisenkinder, darunter an 142 Kinder, deren Väter im Kriege gefallen waren, Konfirmandenbeihilfen von je 10 Mark. Das Versichernngswesen mit den Der- tragsgesellschaften für Feuer, Unfall, Haftpflicht, Einbruch, Diebstahl, Lebensversicherung, Kranken- Versicherung, Hagel usw. wurde weiterhin ausgebaut, da es den einzelnen Mitgliedern wesentliche Vorteile bietet, wie auch die Rückvergütungen an den Verband und anteilmäßig an die Vereine je zur Hälfte eine starke finanzielle Stütze darstellen. Für die bestehenden Verbandsstiftungen ist die Auf- Wertung beendet, wobei für alle Stiftungen die Wohlfahrtsrente genehmigt wurde. Die Verbandszeitschrift „Hessischer Kamerad" konnte ohne Störung geliefert werden. Sie ist ein unentbehrliches Bindeglied in allen Derbands- angelegenheiten geworden. Neben dem offiziellen Hassia-Abzeichen wurde eine kleine Hassia-Nabel geschaffen. Bei dem 3. Deutschen Reichskriegertag in München war die Hassia durch 260 Mitglieder mit 60 Fahnen vertreten. Die Jahresabrechnung zeigt fast bei allen Konten in Einnahme unb Ausgabe größere Beträge als im Vorjahre, was erkennen läßt, daß der Verband nicht nur gewachsen, sondern daß auch die Tätigkeit auf allen Gebieten größer geworden ist. Den Einnahmen von 197 150,44 Mark stehen 188 897,63 Mark Ausgaben gegenüber, so daß ein Ueberschuß von 8252,81 Mark verbleibt. Das Derbandsoermögen beträgt (ohne Stiftungen) 132 040 Mark. Der am 15. Juni 1930 in Alsfeld abgehaltene Derbandstag hatte die Aufgabe, die im abgelaufenen Verbandsjahr geleistete Arbeit in Einzelberichten der Sachreferenten in Ergänzung des Jahresberichts entgegenzunehmen. 11. Bundestag des Hessischen Beamtenbundes. WSR. Iugenheim a. b. D, 29. Iuni. Der H e s s i s ch e Beamtenbund, der über 30 000 Beamte umfaßt, hielt hier seinen U.DundeS- t a g ab. Rach einem Referat bes Vorsitzenden Dr. C l a h wurde folgende Kundgebung einstimmig angenommen: „Der Hessische Deamten- bunb nimmt den Kampf auf, der um die rechtliche, soziale und wirtschaftliche Stellung deS Berufsbeamtentums auf der ganzen Linie entbrannt ist. Er verwirft: Kürzung des Erholungsurlaubs, Kürzung der Rechte und der Bezüge der Wartestandsbeamten unb Pensionäre, Erhöhung ber Altersgrenze für die Ruhestands- versehung, Entlassung der weiblichen Beamten im Falle der Verheiratung ohne Gewährung einer angemessenen Abfindungssumme, Besol- dungssperrgesetz, Anstellungssperre, Besörde- rungssperre und mechanischen Abbau, Kürzung der Kinderzuschläge über das 16. Lebensjahr hinaus. Der Bund verwirft ferner eine Senkung des Realeinkommens, weil durch Verminderung der Arbeitseinkommen der Beamten, Angestellten unb Arbeiter bie Krise nur verschärft unb bie Wirtschaft nicht belebt wird. Er fordert, um das Hebel an der Wurzel zu Er knipste die Zigarre ab. Danach setzte er das Feuerzeug in Brand unb reichte es Griebenow hinüber. Dann sagte er: „Ich wollte Sie schon Immer etwas fragen, lieber Doktor. Aber leiber waren Sie bis heute unauffindbar." Griebenow blies blaue Ringel der Zigarre von den Lippen. „So, so." „Wie ich höre, haben Sie ganz plötzlich Ihre Stellung bei Geheimrat Reugereuth verlassen. Das tut mir leib." Griebenow fuhr kurz herum unb sah dem andern ins Gesicht mit einem feindlich bösen und verkrampften Lächeln. „Anscheinend sind Sie guter Laune. Herr Professor." „Ratürlich. Da ich endlich einmal das Vergnügen habe. Sie in meiner Wohnung zu begrüßen." Und wieder sagte Griebenow: „So, so ... Ich bin gerührt. Sind Sie gekommen, um mir das zu sagen?" „In der Tat. Sie haben recht, Kollege. Und ich wollte etwas Selbstverständliches betonen, um von vornherein ein Mißverständnis auszuschlie- ßen. Rämlich, dah sich neulich abend zwar mit dem Geheimrat Reugereuth gesprochen habe. Aber nicht von Ihnen. Selbstverständlich nicht ein Wort von Ihnen." Griebenow sah in die Luft. Sollte---? dachte er. Sollte wirklich---? Sollte ich womöglich einer blöden Angstpsychose meine Existenz geopfert haben? Eine kleine Pause war. Beide starrten in das Zimmer. Der eine trostlos grübelnd, ber anbere mit dem flackernden unb rätselhaften Ausdruck in den Augen. „Haben Sie immer noch Verdacht, Kollege? Ich glaube eigentlich, dah mein Wort genügen sollte. Aber wenn Sie wollen--will ich Sie mit Reugereuth verbinden." „Rein, nein. Das erübrigt sich." Griebenow warf die Zigarre in die Schale. Er dachte, das ist nun zu spät. Der.Würfel ist gefallen. Vielleicht ist es gut so. Es kam alles, wie es kommen muhte. Bestimmung ... Schicksal ... Er schwieg. Cs wurde still. Die Zeit verrauschte. Wie in einem Märchen sah man. Bunte Lichter glänzten in geheimnisvollen Farbentönen aus den Ecken. Schwere Düfte hingen in ber Luft. Der golbene Brunnen fang. Aus ber Ferne klangen hier und da Geräusche. Ein zerfetzter Ruf, manchmal schrille Hupentöne eines Autos. Aber wesenlose Weite lag auf diesen Tönen wie ein ferner müder Klang. Langsam drehte Griebenow den Kopf zu Mercandin herum unb sah ihm ins Gesicht. Ein Hochmut, der das Blut gerinnen machte, lag auf seinen Zügen. (Fortsetzung folgt) SieKnegerkamekadschast„tzassia"imMreic>29 (D lieber die Tätigkeit der Kriegerkamerad- I schäft „H assi a", Landesverband Hessen bes | Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" im Jahre 1929 gibt der jetzt vorliegende, sorgfältig aus- gearbeitete, 50 Druckseiten umfassende Jahresbericht Aufschluß. Der segensreichen Arbeit für die Kriegsopfer, die von dem Verband ber Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Krieger- kameradschaft „Hassia" geleistet wird, ist darin ein besonderer umfangreicher Abschnitt gewidmet. Aus dem reichhaltigen Inhalt sei folgendes unter Be- rücksichtigung der heimatlichen Provinz Oberhessen mitgeteilt: Die schweren Jahre der Nachkriegszeit haben es mit sich gebracht, daß die verantwortlichen Leiter des Verbandes ihr wichtigstes Augenmerk auf den Ausbau der Wohlfahrlseinrichtungen gelegt haben. Insbesondere galt es, alle, die durch den großen Krieg geschädigt worden sind, mit Rat unb Tat zu unterstützen. Darüber hinaus erstreckte sich die Fürsorge au fdie Altveteranen, Altrentner, Unfall-, Invalidenrentner, sowie deren Witwen und Waisen. Die ständig wachsende Zahl der durch den Hassia- verband zu Betreuenden machte es notwendig, die bereits früher geschaffene Sonderorganisa- t i o n im Verbände wesentlich zu verstärken. Neben dem hauptamtlichen Geschäftsführer mit dem Sitze in Darmstadt wurden in den Hauptstädten der drei hessischen Provinzen Fürsorgestellen unterhalten, bie mit je einem hauptamtlichen Fürsorgeleiter unb ben erforderlichen Hilfskräften besetzt sind. Die Leiter der Provinzstellen sind bie Vertreter vor bem Hessischen Versorgungsgericht bzw. dessen Spruchkammern. (Kammer II der Provinz Oberhessen in Gießen.) Die Zahl der zu Betreuenden ist wiederum gestiegen unb belief sich auf 15 886 Personen, gegenüber bem Vorjahre ein Mehr von 1450 (Oberhessen 5323 + 1023). Einige Zahlen zeigen ben Umfang ber geleisteten Arbeit. Es wurden vorbereitet und vertreten beim Hessischen Versorgungsgericht unb Oberoersicherungsamt Darmstadt 1965 (-1-433) Fälle in 1976 ober monatlich 165 Terminen (Oberhessen 392 Fälle; +186) ober monatlich 33, beim Reichsver- sorgungsgericht in Berlin unb Reichsversicherungs- amt in Berlin 520 (+ 269) ober monatlich 43 Fälle. Am 1. Januar 1930 schwebten aus bem Bereich ber KK. Hassia unerlebigte Fälle: Beim Hessischen Dersorgungsgericht unb Hessischen Der- sicherungsamt 1141 (Oberhessen, Kammer II 183), beim Reichsversorgungsgericht unb Reichsversiche- rungsamt 622 Fälle. Die Mehrbelastung bedingte im Laufe bes Jahres bie Einstellung eines zwei- t e n Fürsorgeleiters für Starkenburg, sowie mehrerer Hilfskräfte. Im Sieblungswesen machte sich gegen das Vorjahr die außerordentliche Geldknappheit bei Gewährung von Kapitalabfindungen zeitweise empfindlich bemerkbar. Doch konnte immerhin mit Hilfe der Wohnungsfürsorgegesellschaft für Hessen, ber bie ßanbesgruppe als Gesellschafter angehört, für etwa 50 Mitglieber Neuwohnungen er- richtet werden. Aus ben Reihen ber Versorgungsberechtigten wirken Vertreter als Beisitzer bei allen für bie Belange ber Kriegsbeschädigten tätigen Behörden, Slemter unb Gerichten. Eingedenk des Grundsatzes „Einer für alle, alle für einen" trug die Kriegerkameradschaft „Hassia" sämtliche Kosten, die bie Fürsorgetätigkeit ber ßanbesgruppe benötigte. Die Beratung, Bearbeitung unb Vertretung aller auftommenben Angelegenheiten erfolgt für bie Mitglieber ber „Hassia" kostenlos. Die zur Erleichterung bes Verkehrs mit ben Fürsorgeleitern an allen größeren Plätzen eingerichteten Sprechtage würben burchschnittlich sehr gut besucht unb daher im Interesse ber auf dem Lanbe wohnenben Kameraben vermehrt. In Oberhessen werben Sprechtage in Friebberg, Büdingen, Schotten unb Alsfelb wöchentlich abgehalten. Daneben finb bie Fürsorgestellen (Oberhefsen: Gießen) bauernb für Auskunfterteilung und Beratung besetzt. Der erste Vorsitzende der ßanbesgruppe gehört bem geschäftsführenden Präsi- bium ber KK. Hassia an, woburch dauernd enge Verbindung gewahrt wird. Die sachliche Arbeit ber ßanbesgruppe finbet volle Anerkennung bei ben staatlichen Behörden und ben Gerichten. Zur Erhaltung bes Dersorgungsamtes in Mainz setzte sich ber ßanbesgeschäftsführer im Verein mit je einem Vertreter bes Reichsbunbes und des Zentralver- banbes persönlich beim Reichsarbeitsminister in Berlin ein. Die Bemühungen waren erfolgreich. Don der Kriegerkameradschaft „Hassia" selbst würben die Jugendbewegung und das Kleinkaliber. , schiehwesen besonders gefördert. Es bestanden am Ende des Jahres 55Iugendgruppen und 66 Schießabteilungen mit 1386 Schützen. Der ßandesjugendleiter und der ßandesschießleiter gehören dem Präsidium an. Diese beiden Gebiete werden auch im neuen Jahre insonderheit gepflegt. Die „Hassia" umfaßte, 1929 in 38 Bezirken und 765 Vereinen, ohne die Mitglieder der Jugend- unb Schützenabteilungen, 55 572 Mit- fassen: Bekämpfung der erschreckend hohen Arbeitslosigkeit durch ein großzügiges Arbeitsbeschaffungsprogramm und Beseitigung der Auswüchse der Rationalisierung, schärfstes Vorgehen gegen die vaterlandsverräterische Kapitalflucht, sofortige durchschlagende Maßnahmen für die Hebung der Wirtschafts- und Finanznot. Senkung der Preise, im besonderen der durch Kartelle und andere Verbände gebundenen Preise und der Zinsspanne. Der Bund bekundet volles Verständnis für die Not aller darbenden Volksgenossen und war jederzeit bereit, seiner Mitgliedschaft Opfer für die Sanierung der Reichs- und Landessinanzen zuzumuten. Aber er lehnt Sonderopfer und Sonderbesteuerung der Beamtenschaft im Reiche ab und fordert gerechte Verteilung der Lasten unter Heranziehung aller leistungsfähigen Volksschichten. Von den hessischen Staatsbeamten. Polizeibeamten und Lehrern kann aber billigerweise diese grundsätzliche Opferbereitschaft nur dann verlangt werden, wenn die chnen durch die Erhöhung des Schulgeldes und den geplanten Abbau der Kinderzuschläge zugemuteten besonderen Geldopfer nicht oder nicht mehr zur Erhebung kommen. An die Kundgebung schloß sich ein Referat von Professor Dr. Friedländer über ..Reichssparkommissar und Beamtenschaft" an. das durch eine interessante Aussprache noch ergänzt wurde. Ein Antrag des Polizeibeamten- und des Landeslehrervereins, den hessischen Staat um Weiterzahlung der im Landtag gestrichenen Kinderzulage zu ersuchen, wurde bei wenigen Stimmenthaltungen angenommen. > DieHekoga genehmigt dieMrgasverträge Stadtrat gefaßt worden war. Es wurde aber dar- Darmstadt, 2. 3uli. (IDSJl.) heute nachmittag stimmte die Generalversammlung der hekoga den Ruhr-Saar-Verträgen in der verbesserten Form mit starker Mehrheit (186 zu 72 Stimmen) zu. Der Beschluß lautet folgendermaßen: „Die Generalversammlung ge- nehmigt die von Vorstand und Aussichtsrat oot- gclegten Vertragsentwürfe, nimmt zugleich von dem Mainzer Pachtvertrag Kenntnis, ist mit ihm einverstanden und nimmt die zugunsten der hekoga darin enthaltenen Bestimmungen an. Die Generalversammlung bevollmächtigt den Vorstand, das Vertragswerk rechtsverbindlich zum Abschluß zu bringen." Für den Vertrag stimmten die Provinzen Oberhessen und Rheinhessen, die Städte Mainz, Gießen und das Land Hessen (mit zwei Anteilen). Gegen das Vertragswert stimmten die Provinz Starkenburg und die Stadt Worms. Die Stadt Darmstadt beteiligte sich nicht an der Abstimmung. Ihr Oberbürgermeister gab die Erklärung ab, daß er sich nicht für legitimiert erachte, weil in der jetzigen Fassung noch kein rechtsgültiger Stadtratsbeschluß ergangen sei. Eine Anfrage, ob für den Generalversammlungsbeschluß qualifizierte Mehrheit erforderlich sei, wurde vom Vorstand auf Grund der Satzung verneint. Der 'Abstimmung ging eine längere Debatte über einen Dertagungsantrag der Stadt Worms voraus, der am Vormittag vom Wormser auf hingewiesen, daß bei einer Vertagung auf keinen Fall eine Veränderung in der jetzt auf Grund der Beschlüsse der Mitgliedkörperschaften vorhandenen Mehrheit zu erwarten sei. Der Oberbürgermeister von Darmstadt erklärte sich in dieser Frage uninteressiert, weil mit einer Zustimmung des Darmstädter Stadtrats nicht gerechnet werden dürfe. In ähnlichem Sinne äußerte sich auch der Vertreter der Provinz Starkenburg. Anderseits wurde vom Vorstand darauf hingewiesen, daß eine erneut« Vertagung ernstlich die Gefährdung des Vertragswerks, unter Umständen einen Abbruch der Verhandlungen bedeuten würde. Der Vertagungsantrag wurde dementsprechend a b = gelehnt. Nur die Stadt Worms stimmte dafür. Nach der Abstimmung über das Vertragswerk dankte der Vorsitzende Provinzialdirektor Wehner (Mainz) und gab der Erwartung Ausdruck, daß alle Hoffnungen sich erfüllen möchten, die an das Vertragswerk geknüpft werden, im Interesse der Städte, Provinzen und des ganzen Hessenlandes. Bürgermeister R i tz e r t (Darmstadt), der Vorsitzende der hekoga, fügte hinzu, daß nunmehr die Bahn frei ist für die Verhandlungen mit den benachbarten Gebieten, wofür schon alles vorbereitet sei. Der Vorstand hege die Ueoerzeugung, daß diese Verhandlungen bald zu einem positiven Ergebnis führen werden. Es werde sich zeigen, daß die hekoga diese Frage niemals als eine hessische, sondern als eine Angelegenheit des Rhein- Main-Gebiets betrachtet habe. Wirtschaft. Keine Besserung der Wirtschaftslage im Juni. Nach der auf Grund von Berichten preußischer Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertags im Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengestellten Llebersicht über Handel und Gewerbe im Iuni zeigte die Wirtschaftslage bisher noch keine wesentliche Besserung. In Bergbau und Eisenindustrie blieb die Lage gedrückt. Nur im Braunkohlen» und Kalibergbau war eine Belebung festzustellen. Auch in der M a s ch i n e n i n d u st r i e hielt der unbefriedigende Absatz an. Die ch e m i - s ch e Industrie konnte ihren verhältnismäßig günstigen Stand nicht überall behaupten. Elektrotechnische und Weritindustri» klagen eben- • so wie Automobil- und F i l mindustrie und fast alle Konsumgüterindustrien über Absah- mangel. Im Handel trat nur zeitweise eine geringe Belebung ein. Das gleiche gilt vom Handwerk. Das Kursniveau ging weiter zurück. Nur im Außenhandel für Mai zeigte sich ein günstiges Moment, da der Ausfuhrüberschuß von 266 Millionen einen Export an Fertigware in Höhe von 78,9 Millionen Reichsmark aufwies. • Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Iuni 1930 durch den Reichsanzeiger 853 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 647 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Mai 1930 stellten sich auf 1 062 bzw. 702. * * ♦ ' Frankfurter Börse. Vom 5. Iuli 1930 db wird die Notiz für Iulius Sichel & Co.- Aktien und 4proz. Fürstl. Bsenburg-Büdingen- Wächtersbach 061. von 1884 eingestellt. • Internationaler Kongreß für Gläubigerschutz Wien 1 930. Das Ergebnis dieses ersten internationalen Kongresses auf dem Gebiete des Gläubigerschuhes ist ziemlich erfreulich. Schon die Tatsache der Teilnahme von elf Staaten zeigt, wie Handelsminister Dr. H a i n i s ch in seiner Eröffnungsrede aussührte, das Wachstum der Bedeutung der Bewegung. Von den gefaßten Resolutionen sind die wichtigsten die zur Gründung einer permanent tätigen internationalen Zentrale zwecks Fühlungnahme mit den entscheidenden legislativen Instanzen aller Länder betreffend den Kreditschutz: ferner die Resolution zur Rechtsangleichung und Schaffung von Kollosionsnormen auf dem Gebiete des Insolvenz rechts und die zur Einrichtung des internationalen Gläubigerschutzkongresses zu einer ständig wiederkehrenden Ein- richtung. * Verlängerung des rumänischen Minimaltariss. Die Gültigkeit des rumänischen Minimaltarifs wurde für alle Staaten bis zum 31. August d. I- verlängert. * Der Eisenerzbergbau im Lahn- Dill-Gebiet. Die Lage aus dem Erzmarkt im Lahn-Dill-Gebiet hat sich nach den Mitteilungen der Frankfurter Industrie- und Handelskammer weiter verschlechtert. Die in den Vormonaten vorgenommenen Detriebseinstellungen und -einschränkungen begannen sich auszuwirken. Nachdem bereits im April der Absatz gegenüber dem März um rund 12 000 Tonnen zurück- aegangen war, verminderte sich im Iuni der Absatz um weitere 4000 Tonnen. Die Folge ist, daß die für die Gewährung der Staatsbeihilfe verlangten Mindestmengen nicht mehr erreicht werden. Mit dem 31. März war das Iahr ab- gelaufen, für welches die Staatsbeihilfe bewilligt war. Ob und in welcher Form eine Beihilfe über jenen Termin hinaus dem Notstandsgebiet weiter gewährt werden .wird, steht noch dahin. Augenblicklich schweben Verhandlungen hierüber. • Nur noch ein Hochofen in Oberschlesien in Tätigkeit. Infolge der außerordentlich schlechten Absahverhältnisse in allen Zweigen der Eisenindustrie ist die Iukien- Hütte. wie das Werk mitteilt, zu erheblichen Betriebseinschränkungen gezwungen.'Es ist der Mitteilung zufolge unmöglich, noch weiter auf Lager zu arbeiten, da die Vorräte an Roheisen sehr groß sind, während der Bedarf der weiterverarbeitenden Betriebszweige gering ist. Die Herstellung von Roheisen muh möglicherweise in absehbarer Zeit ganz stillgelegt werden. Das Werk sieht sich zur Zeit gezwungen, den einen seiner beiden Hochöfen, die noch im Gange sind, in der nächsten Zeit stillzulegen. Auch der zweite Hochofen wird stillgelegt werden müssen, wenn nicht bald eine erhebliche Besserung der Absatzlage eintritt. Dann wäre in der gesamten oberschlesischen Industrie kein einziger Hochofen mehr in Betrieb. Die Zahl der Arbeiter, die jetzt zur Entlassung kommen sollen, beträgt 350, die der Angestellten 50. Die beabsichtigte Stillegung ist bereits den zuständigen Behörden angezeigt. * Frankfurter Armaturenfabrik AG., F ra n k f u r t a. M. Die GV., in der 388 900 Mark Aktien vertreten waren, genehmigte den dividende- losen Abschluß (i. V. 5 v. 5). Dividende), lieber die Geschäftslage im laufenden Jahre wurde mitgeteilt, daß die krisenhaften Zustände auf dem Baumarkt nicht ohne Einfluß auf den Geschäftsgang geblieben seien. Trotzdem habe man den Vorjahrsumsatz bis jetzt annähernd erreichen können. Für die Zukunft lass« sich schwer etwas voraussagen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Iuli. Tendenz: schwächer. — Die Börse eröffnete in gedrückter und lustloser Haltung. Anregungen fehlten vollkommen. Es waren eher wieder nachteilige Momente vorhanden, so daß bei der herrschenden Aufnahmeunlust die Kulisse zu Abgaben schritt. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten bei stillstem Geschäft infolge der anhaltenden Order- losigkeit Abschwächungen bis zu 3 Prozent ein. Stärker ins Gewicht fielen Mutmaßungen über Gerüchte, wonach der Geschäftsgang der Schiffahrtsgesellschaften im Lause des Geschäftsj^res so schlecht sei, daß nach dem kommenden Abschluß nicht mit einer Dividendeausschüttung $u rechnen ist: aber gleichzeitig wurde dabei erwähnt, daß mit einem Bonus in Höhe der letztjährigen Dividende gerechnet werden köime. Nach diesen Dingen war die Zukunftsbeurteilung für die Schiffahrtsgesellschaften sehr pessimistisch, und die Kulisse schritt an diesem Markte zu Abgaben. Die ganze Börse wurde hiervon ausgehend ungünstig beeinflußt und trug einen deprimierten Charakter. Im allgemeinen ergaben sich Abschwächungen bis zu 3 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse. Am Schifffahrtsmarkt hatten H a p a g und Norddeutscher Lloyd bei Eröffnung der Börse Verluste bis zu 4 Proz. hinzunehmen. Da das Angebot anhielt, Aufnahmekreise aber nicht vorhanden waren, sank das Kursniveau erneut um zirka 1,5 Proz. Stärker unter Druck standen ebenfalls wieder K a l i a k t i e n, die bis zu 4 Proz. niedriger taxiert wurden. Auch am Elektromarkt ergaben sich teilweise ganz erhebliche Kursabschwächungen. Vor allem S ch u ck e r t mußten 4 Proz. einbüßen. Siemens LHalske, Gesfürel lagen bis 2Prozent abgeschwächt, AEG. und Elektrische -Lieferungen gaben bis zu 1,5 Proz. nach. Der Montanmarkt hatte kaum älmsähe zu verzeichnen. R h e i n st a h l notierten, nach Berücksichtigung des Dividendenabschlages, zirka 2 Prozent niedriger. Am Dauunterneh- munasmarkt lagen Holzmann 2 Prozent schwächer. Zell st off Waldhof waren bei größerem Angebot wieder gedrückt und verloren 3 Proz. Von Chemiewerten waren I.-G.- Farben 1,5 Proz. gedrückt. Renten ohne nennenswertes Geschäft. Im Deylaufe traten nochmals Kursverluste bis zu 1 Proz. ein; S i e- mens verloren sogar 2 Proz. Das Geschäft war minimal und die Stimmung lustlos. Später hatte das Angebot jedoch nachgelassen und die Kurse blieben auf dem stark gesenkten Niveau behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt war das Pfund international fester. Man nannte hier Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,3090, London gegen Kabel 4,8650, gegen Paris 123,74, gegen Mailand 92,8150, gegen Madrid 42,50, gegen Schweiz 25,0650, gegen Holland 12,0925. Berliner Börse. Berlin, 3. Iuli. Schon im Dormittagsver- kehr war die Stimmung auf wenig günstige Nachrichten aus der Industrie als etwas gedrückt zu bezeichnen, so daß man mit einer schwächeren Eröffnung rechnete. An der Dorbörse sprach man bann 1 bis 3 Prozent niedrigere Kurse. Der- stimmend wirkte Die Meldung eines hiesigen Mittagsblattes, wonach für das Iahr 1930 bei den Schiffahrtswerten Hapag und Lloyd nur mit einem Bonus und nicht mit einer Dividende gerechnet werden könne. Obwohl eine Bestätigung dieser Nachricht nicht zu erlangen war, herrschte am Schiffahrtsmarkt größerer Abgabedruck, so daß diese Papiere bis zu 3,5 Prozent schwächer eröffneten. Im übrigen wurde die Tendenz durch den anhaltenden Ordermangel, die Teilstreiks und die Kündigungen bei der Nordwest gruppe ungünstig beeinflußt. Der Jahresbericht für 1929 des Stahlwerkvereins, die Zusammenlegung im Verhältnis 5:2 bei Telefon Berliner, die Passiva in Höhe von 5 Millionen bei Schichau und die Tatsache, daß im oberschlesischen Industriegebiet nur noch ein Hochofen unter Feuer steht, waren Motive für die schwache Veranlagung der Börse. Die wenigen günstigen Momente, wie die Stabilisierung der 3.-Klasse-Fahrpreise im Verkehr mit Südamerika, die Festigkeit der Neuhorker Börse, der befriedende Geschäftsgang bei der Braubank AG. und die eventuelle Kapitalerhöhung bei Berger vermochten Ttu«- wenig Eindruck zu machen. Die Kurse lagen durchweg 1 bis 2,5 Prozent unter Vortagsschluß. Montanwerte waren stärker angeboten, doch verloren nur Rheinstahl, bei Berücksichtigung des Dividendenabschlags, 2,75 Prozent. Salzdetfurth minus 3,5 Prozent, Polyphon und Hackethal je minus 3 Prozent waren etwas stärker rückgängig. Nur Svenska gewannen 4 Mark. Berger und Gelsenkirchen zogen etwa 1 Prozent an, so daß nur Rhein stahl niedriger lagen. OtaviMinen, Stollberger Zink und Danatbank notierten exklusive Dividende. Von deutschen Anleihen waren Neubesih etwas gedrückt. Von Ausländern waren Bosnier weiter fest, Ungarn etwas schwächer. Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt. Der Geldmarkt war weiter etwas leichter. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 Prozent; Monatsgeld 4,5 bis 5,5 Proz.: Warenwechsel etwa 7,40 Prozent. Im Verlaufe blieb die Tendenz schwach, doch ergaben sich im allgemeinen nur Rückgänge bis zu etwa 1 Proz. 6 i e m end verloren 3 Prozent. Weiter schwach lagen S ch i f f a h r t s w e r t e, die neuerlich bis zu 2,5 Prozent einbüßten, sowie Danatbank, die 2 Prozent unter Anfang umgingen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Iuli. Auftrieb: 91 Rinder, 825 Kälber, 113 Schafe, 543 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69 Mk., geringe Kälber 55 bis 64 Mark. Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine schleppend, ausverkauft. Erweitertes VezirkSschöffengericht Gießen. Gießen, 2. Iuli. Fünf junge Männer aus Gießen, die sich zu einer Diebsbande unter dem romantischen Namen „Die rote Maske" vereinigt hatten, standen wegen fortgesetzten Diebstahls, zum Teil Einbruchdiebstahls, ■ einer von ihnen auch im wiederholten Rückfall, vor Gericht. Sie waren im wesentlichen geständig. Die Diebsbeute bestand in der Hauptsache aus Alkohol, ferner wurden Schuhsohlenleder und eine Autouhr gestohlen. Mit Rücksicht auf die verhältnismäßige Äugend der Angeklagten und den nicht hohen Wert Der gestohlenen Gegenstände wurden mildernde älmstände angenommen. Drei der Angeklagten erhielten sechs Monate Gefängnis, der vierte wegen Einbruchdiebstahls im Rückfall die gesetzliche Mindeststrafe von einem Iahr Gefängnis. Eine Postbeamtin vom Lande erhielt wegen Amtsvergehens und Unterdrückung eines Brieses eine Gesamt- gefängnisstrafe von sieben Monaten. Sie hat fortgesetzt eingenommene Gelder von nicht erheblicher Höhe für sich verwendet, ferner einen Bries beiseite geschafft. Ein Kaufmann aus Hungen hatte sich wegen einer schw ören Privaturkundenfälschung zu verantworten. Er hat einen Bürgschein, Der von seiner Firma, bei der er als Verkäufer angestellt war, von ihm verlangt wurde, mit der Unterschrift eines Bekannten gefälscht und damit die Firma geschädigt. Die Strafe lautete auf eine Woche Gefängnis. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 d. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. H. yranffurl a. M. Serlw Frankfurt a. TI. Berlin Schluß-s fur< | t-Uhr- Äur< Schluß-s für« | Anfang- Kur« Schluß-s für« | 1-Uhr- Kurs Schluß« fürs Anfang- Kurs Datum 2. 7. 3. 7. 2. 7. ; 3. 7. Dalum 2. 7. 3. 7. 2. 7. 3. 7. 6% 2)eui|d)e »teui)»aiuei9e Hamvurg-Amertka Pakei . . t 103,5 100,5 103,25 100,25 von 1927 ......... 87,5 — 87,75 Hamburg-Südam. Dampsschifs 8 —— — — 161,5 7% Deutsche Retchöanleihe Hansa Dampfschiff..... 10 — — 138 135 von 1929 .......... 103,4 — 104 — Norddeutscher Lloyd .... 8 104,5 100 104 100,5 Deutsche Anl^Ablös.-Schuld mii Allgemeine Deutsche Ereditanst. 10 112,25 — 112,75 112,5 AuSlos.-Rechten....... 59,25 —— 59,3 59,4 Barmer Bankverein .... 10 122,75 122,5 122,75 122,5 DrSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 9 9 9 8,9 Berliner Handelsgesellschaft . 12 160,5 — 160,25 160 8% Hess. BolMtaat von 1929 (rüctjatjlb. 102%)...... Commerz- und Privat-Bank . 11 141,5 141 141,5 207,25 141 95,1 — 95,4 — Darmstädter und Nattonalbank 12 208 — 206 Oberhessen Provinz - Anleihe mii Deutsche Bank und Aueios.-Rechten...... — — — DiSconto-Gesellschast, . . . 10 133,5 — 133 132 Deutsche Komm. Sammelabl. Dresdner Bank...... 10 133,5 — 133,5 133 Anleihe Serie 1....... 57,5 — 57,13 — RetchSbank........ 12 258 —— 258 256,5 8% Franks. Hyp.-Bcmk Goldpse XIII unkündbar bi« 1934 . . . 101 — —• A.E.G........... 8 151,25 150 151,75 150,4 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar biS 1932 ..... 95,5 Bergmann........ 9 — — 180 — — Elektr. LieserungSgesellschaft. 10 141 140 140,5 140 *Yt% Rheinische Hyp>Bank ßtqu. Goldpse......... Licht und Kraft...... 10 147,25 — 147,25 145 91 — —> — Felten & Guilleaume . . . ?/2 111 — 110,25 109,6 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Gesellschaft für Elektrische Psandbriefe R. 17...... 101 — 101 — Unternehmungen .... Hamburger ElektrtzitätS-Werke 10 147,5 145 147,75 146 8% Pr. LandeSpsandbriesanstall, 10 — — 133,5 — Komm.-Lbl. R. 20...... 7% Pr. LandeSpfandbriefanstalt, 97 — 97,5 — Rheinische Elektrizität . . . . 9 143 — 143 142.5 95,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — 149,5 148,5 Psanvbriese R. 10...... — 95,5 — Schuckert & (So..... . 11 — 163,5 167,75 163,6 A.E.G. abg. BorkriegS-Obllgatio- - 94 Siemen« & Halske ..... 16 215 213 215,25 213,5 nen, rückzahlbar 1932 ..... — —- Transradio ........ . 8 117 Lahme yer & (So...... . 10 160,5 —7 — — 4% Oesterreichische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Stlberrenie <% Oesterreichische Einheitliche 27 2,75 — 27 2,9 27 Buderus......... Deutsche Erdöl...... Essener Steinkohle..... . 6 . 6 . 8 76 1 1 1 75,75 86,5 85,5 Rente........... <% Ungarische Goldrente . . . . 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 23,65 11 I 2 23,8 23,7 Gelsenkirchener...... Harpener......... Hoesch Eisen........ . 8 . 0 6V? 128 121 I 11 127,75 121 98,25 126,5 121,25 97 4'/,% desgl. von 1913..... — — -- — Ilse Bergbau....... Klöcknerwerke ....... 1( — —— 1% Ungarische Kronenrente . . 1,95 — 1,95 — 'S _ — 96,25 96,5 4% Türkische Zollanlethe von 1911 5 5 4,95 4,95 Köln-Ncuessen....... . 7 — — 95,25 95,25 <% Türkische Bagdadbahn-Anl 5,3 ManneSmann-Röhren . . . . 7 95,5 _ 95,25 94,13 —— 5,05 Mansfelder Bergbau . . • . . 7 — 66 65,4 4% dergl. Serie N . - - - - - - 5,13 6,2 5,3 — Oberschlei. Etsenbedarf . . . . k> — 62 &% Rumänische vereinh. Rente 9,65 9,6 Oberschlei. Koktwerke.... . 7 — — 96,13 94,9 von 1W)3.......2. •/ •— — Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . 6'/, 88 87,75 88,25 87,75 Rumänische vereinh. Rente 16,4 10 218 218,5 218,5 von 1913 ..... — —- 10,4 Rhetnstahl........ . 111,5 101 111,25 101,75 4% Rumänische vereinh. Rente 7,65 ! — 7,65 1 7,7 Riebeck Montan...... 7/2 87 Frankfurt a. M. Berlin Schluß»! fürs | t-lchr- Kurs Schluß« fürs Anfang- Kurs Datum 2. 7. 3. 7. 2. 7. 3. 7. Bereinigte Stahlwerke '. Otavt Minen..... 88 — 88,13 42,25 . 16'/. — 46 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 205,5 — 205 — Kaliwerke Westeregeln . . . 10 209,5 — 210 208,25 Kaliwerke^alzdetfurth . . . 16 368 — 369,5 365,5 F. G. Farben-Jndustrie. . . 12 160,75 159,25 161,13] 159,5 Dynamit Nobel .... . . . 6 •— — 82 — Scheidccmstalt..... . . . 9 145 —- — — Goldschmidt..... . . . 6 57,75 — 59 58,25 Rütgerßwerke..... . . . 6 59 58,25 59 58,5 Metallgesellschaft. . . . . . . 8 113 — 113,5 — Philipp Holzmann . . . . . . 7 — — 91 89 Zementwerk Heidelberg . . 10 112 —— —— — Eementwerk Karlstadt. . . . 10 135 — — — Wayß & Frey tag . . . . . . 8 75,75 — 76 — Schultheis Pahenhoser . . . 16 — — 290 288,5 Ostwerke....... . . 12 — —- 235,5 234 Aku......... . . 18 — 86,5 87,5 — Bemberg....... . . 14 — — 92,5 — Zellstoff Waldhos . . . . 13'/. 145 142 145,5 144 Zellstoss Aschaffenburg . . . 12 — 110 109 109 Charlottenburger Wasser ... 8 —— — 99,5 100 Dessauer GaS..... ... 9 —— — 149,25 148,5 Daimler Motoren . . . . . . 0 33 — 32,5 33,13 Deutsche Linoleum . . 205,5 — 204,25 201,25 . . . O —- — 47,5 47 Rat. Automobil . . . . . . . 0 — — — — Orenllein & Koppel . . ... 6 — — 68,5 68,5 Leonhard Tietz . . . . . . 10 149 — 150,5 150 SveySka....... — — 306 310 Frankfurter Maschinen . • . • < 25,5 _ 23 — Grihner....... ... 6 32 —— 31,75 —■ Heyliaenstaedt . . . . . . . O — — — —— Iunghan«....... ... 6 36,25 •— 36,5 — Lechwerke....... . . . k 96,75 — — —— Matnkrastwerke Höchst a. M-. . k 79 — — —— Miag...... . . . . 10 114 — 111,75 110,75 Gebr. Roeder . . . . . . . 1( 105 — — — Boigt & Haeffner . . . Süddeutsche Zucker . . ... 9 . . 10 150 156,25 156 150 155,25 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 2. ßuli ®cI5 25rGT ' Amerikanische Noten ...... 4-173 4.193 Belgische Noscn. ....... 58,50 58,74 Dänische Noten ........, 111,93 112,37 Englische Noten ........ 20.335 20,415 ffranzöitsche Noten ....... 16,453 16,515 Holländische Noten ....... 168,16 168,84 Italienische Noten........ 22,01 22,09 Norwegische Noten....... 111,95 112,39 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59,28 59,52 Rumänische Noten....... 2.465 2,485 Schwedische Noten ....... 112,38 112,82 Schweizer Noten ....... 81,24 81,56 Spanische Noten........ 48,80 49,00 Tschechoslowakische Noien. .... 12,44 12,50 Ungarische Noten . ....... 73,15 73,45 2. Zull 3. Juli Amtliche Notierung AmiUche Notierung Geld Srlcl Geld Briet Amft.-Rott. 168,45 168,79 168,48 168,82 Buen.-Slirei 1,482 1,486 1,517 1.521 Brss.-Antw. 58,47 58,59 58,50 58,62 Christiania. 112,19 112,41 112,20 112,42 Kopenhagen 112,15 112,37 112,19 112,41 Stockholm . 112,51 112,73 112,56 112,78 Helsingfors. 10,544 10,564 10,544 10,564 Italien. . 21,95 21,99 21,95 21,99 London. . . 20,333 20,406 20,376 20,416 Weilt)ort .. 4,189 4,197 4,1885 4,1965 16,465 16,505 16,46 16.50 Schweiz ». 81,215 81,375 81,30 81,46 Spanien. • 49,20 49,30 47.50 47,60 !>apan . . . 2,072 2,076 2,072 2,076 Wo de Ian 0,471 0,473 0,471 0,473 Wien in D. Ocft. abacfi 58,165 58,285 59,15 59,27 Prag . . . 12,43 12,45 12,431 12,451 Äclzrad . 7,409 7,423 7,415 7,429 Budapest. 73,29 73,43 73,29 73,43 Bulgarien 3,037 3,043 3,037 3,043 Lissabon . 18,80 18,84 18.80 18,84 Danzig. . 81,44 81,60 81.50 81,66 Konstantin 1,785 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,42 5,43 5,43 5.44 Tanada . 4,187 4,195 4,186 4,194 Uruguay. 3,496 3,504 3,521 3,534 Cairo . . 20,855 I 20,925 20,79 20,93 Oberhessen. 12. Bundesfest des Radfahrerbundes Oberheffen in Lich. * L i ch, 2. Juli. Unsere Stadt stand dieser Tage im Zeichen des Radsportes. Der Radfahrer- bund Oberhessen, im Jahre 1913 gegründet, beging hier in Verbindung mit der zehnjährigen Jubelfeier des hiesigen Radfahrervereins Edelweiß sein 12. Vundesfest. Eine gröhere Zahl von Rennfahrern und Bundes- vereinen ncchmen an dem Festzug durch die fahnengeschmückten Straßen der Stadt teil. In der Turnhalle fand bi# Vegrüßungs- und Jubiläumsfeier statt. Ein volles^Haus zeigte, daß die Licher Bevölkerung lebhafte Anteilnahme bekundete. Rach einem Eröffnungsmarsche der Festkapelle (Feucrwehrkapelle Lich) unter Leitung von Kapellmeister Sommer leitete der I. Vorsitzende deS Jubelvereins, Erb, mit einem Will» kommcngruh die Feier ein. Hieran schloß sich die Begrüßungsansprache von Bürgermeister Geil. In seinen Ausführungen hieß er die Ehrengäste und die übrigen Teilnehmer herzlich willkommen. Er betonte, daß dieses Fest nicht allein eine Feier des Bundes und des Vereins sei, sondern daß wie bei allen früheren Veranstaltungen in den Mauern Lichs, diese auch ein Fest der Stadt Lich und der gastlichen Einwohnerschaft seien. Seine Worte klangen aus in dem Wunsche, i>afr dieses Bundesfest schön verlaufen und sich an die vergangenen Veranstaltungen würdig an- schließen möge. Großen Beifall fanden die sport- lichen Leistungen im Zweier-Kunstfahren der Herren Hartmann und Bücking (Alsfeld). Schone Darbietungen zeigten die Dorwettbewerbe zur D u n d e s re i ge n m e i ste r sch o f t, die von den Mannschaften der Vereine 1925 Leusel, «Germania Hungen, Wanderlust Eberstadt auf Saalmaschinen und 1927 Laubach auf Tourenmaschinen gefahren wurden. Zwischendurch erfreuten Rothscher Männerchor (Leiter Lehrer Stein), Männergesangverein Cäcilia 1838 (Leiter Lehrer Ilge) und Arbeiter-Gesangverein Einigkeit (Leiter Friedrich Textor) mit fein geschulten Chören. Der Rothsche Männerchor überreichte mit seinem Glückwünsche dem Jubelverein eine Plakette. Anschließend fand der gemütliche Teil und ein flotter Tanz statt. Den Festsonntag leitete das 2. diesjährige Zuverlässigkeitsfahren des Bundes ein. In drei Klassen gefahren, hatte eS folgendes Ergebnis: Klasse Ä 70,7 Kilometer: Heinrich Hentz, Lich, Dundesmeister. 2. bis 8. Preis: Georg Schmidt, Ulfa; Reinhard Jäger, Alfa: Hch. Kraft, Alsfeld: K. L ö b, Alsfeld: Hch. I ä g e r, Alfa: Karl Maus, Münch-Leusel und Heinrich Wagner. Eifa. Anfängerklasse 48,2 Ki^meter: Karl Eckhardt, Flensungen-Mücke, Bundes- meister: 1.Preis F. Merle, Münch-Leusel: 2. Pr. Hch. Rückershäuser, Reustadt: 3. Pr. Peter Kuhn, Reustadt: 4. Pr. L. Schmier - mund, Münch-Leusel: 6. Pr. H. Rann, Flensungen-Mücke: 7. Pr. A. Decker, Wermertshausen: 8. Pr. Karl Horn, Steinbach: 9. Pr. H. Opper, Wermertshausen: 10. Pr. E. Weber, Heuchelheim. Jugendklasse 33,2 Kilometer: Otto Rink, Hattenrod, Dundesmeister: 2. bis 11. Pr.: K. Peil, Wermertshausen: L. Schade, Münch- Leusel: H. Faul st ich, Wermertshausen: H. Höchst, Flensungen-Mücke: H. Schmiermund, Münch-Leusel: Otto Schulze, Göbelnrod: K. All mann, Münster: G.Blum, Alsfeld: W. Bechtold. Alfa: H. H e r r. Heuchelheim. Am Rachmittag bewegte sich ein schöner Festzug durch die Straßen der Stadt. Die Standwertung mit dem sich anschließenden Preiskorsofahren der Radfahrervereine im Festzuge ergab folgende Preiszucrkennuna: Klasse AI: 1925 Leusel. Ehrenpreis: Brabant Alsfeld 1. Pr. Klasse All: Wanderlust Steinbach, Ehrenpreis: 1926 Heuchelheim 1. Pr. Klasse B: Wanderlust Münster, Ehrenpreis: Wanderlust Eberstadt l.Pr.,- Germania Hungen 2. Pr.: Concordia Dettenhausen 3. Pr.: 1923 Alfa 4. Pr.; Schwalbe Hattenrod 5. Pr.: 1927 Wermertshausen 6 Pr.: 1920 Flensungen- Mücke 7. Pr.: Vorwärts Mainzlar 8. Pr.: Chattia Groß-Felda 9. Pr.: Aeber Derg und Tal Reustadt 10. Pr. Klosse C: Edelweiß Berstadt, Ehrenpreis. Klasse D: Aeber Berg und Tal Göbelnrod. Ehrenpreis: 1923 Ober-Schmitten, Ehrenpreis: 1927 Laubach 2. Pr.; Burkhardsfelden 3. Pr. Klasse E: Griedel, Ehrenpreis: Rieder-Dessingen l.Pr.: Riederkleen 2. Pr. Alsdann begrüßte auf dem Festplahe Bürgermeister Geil die Fest- Versammlung. Auf die Rotwendigkeit der sportlichen Ertüchtigung hinweisend, brachte er ein kräftiges „All Heil" auf die Sportssache und das deutsche Vaterland aus. Dundcsehrenvor- sihender Schäfer (Hungen) hielt die Festrede. Er gedachte der verstorbenen und im Weltkriege gefallenen Dundeskameraden und ging näher auf das Wirken des Bundes ein. Mit einer Ermahnung zum ferneren Zusammenhalten in dem, erfreulicherweise immer mehr anwachsenden Bunde schloß er mit einem kräftigen „All Heil". Die im Laufe des Rachmittags ausgetragenen Meisterschaften im Bundesreigenfcchren und Radballspiele hatten folgendes Ergebnis: Dundes- reigen-Dierer Tourenräder 1927 Laubach Ehrenpreis und Dundesmeisterschaft: Aeber Berg und Tal Göbelnrod l.Pr. Vierer Saalmaschinen: Wanderlust Eberstadt, Ehrenpreis und Dundesmeisterschaft. Sechser Saalmaschinen: 1923 Ober- Schmitten, Ehrenpreis und Dundesmeisterschaft: Edelweiß Derstadt 1. Pr.; 1925 Leusel 2. Pr.: Drabant Alsfeld 3. Pr. Kunstfahren: Drabant Alsfeld (Hartmann und Bücking) Ehrenpreis: 1920 Flensungen-Mücke (Eckhardt und . Reitz) l.Pr. Radballspiele: Alsfeld, aktive Mannschaft des Radfahrervereins Drabant, Dundesmeisterschaft. Bei Volksbelustigung und Tanz nahm das Fest einen schönen Verlauf. Seine Durchführung mag allen denen, die mit selbstloser Hingabe mitgeholfen haben, eine Genugtuung fein. LandkreiZ Meßen. X Allendorf a. d. Lahn, 2. Juli. Am Giebel der Scheune eines hiesigen Einwohners befinden sich unter einem schützenden Balkenvorbau, auf engem Raum etwa dreißig Schwalben- n e st e r dicht nebeneinander. Da jetzt jedes Rest eine Anzahl Junge beherbergt, ist der Schwalbenflug hin und her äußerst lebhaft und die hungrigen Schnäbel der Kleinen sind stets geöffnet. Große Mengen lästiger Insekten werden von den nützlichen Vögeln täglich vertilgt. — Die uralte D o r f l i n d e ist leider in einem Zustande, daß mit einem baldigen Eingehen zu rechnen ist, da nur noch ein kümmerlicher Rest kleiner Triebe vorhanden ist und alle Aeste in den letzten Jahren abgestorben sind. X Klein-Linden, 2. Juli. Die G e ■ meindekosse ist von gestern ab in bte neue Schule verlegt, so daß eine unmittelbare Der- bindung mit den Diensträumen der Bürgermeisterei hergestellt ist. Hierdurch werden viele unnötige Wege gespart. * Wieseck , 1. Juli. Am 5., 6. und 7. Juli dieses Jahres findet hier das Gau-Somme r- f e ft des Lahngaues im Bund Deutscher Radfahrer statt. Zugleich verbindet damit der Radfahrer-Verein 1900 Wiefeck die Feier feines 30jähr. Bestehens. Der von der Gemeinde neuerrichtete, schön gelegene Festplatz bietet Raum für die zahlreichen Wettbewerbe des Saalsportes und dürste den Festbesuchem und Radsportfreunden interessante Aufführungen geboten werden. Ein Preiskorso und ein Motorrad-Geschicklichkeitsfahren stehen u. a. auf dem Programm. £ Wieseck, 1. Juli. Ende vorigen Monats unternahm die Oberklasse der hiesigen Volksschule eine viertägige Schülerfahrt in den Odenwald. Die Fahrt ging zunächst nach Darmstadt und von da nach Zwingenberg, wo die Schüler im Carl-Alrich-Heim die erste Rächt verbrachten. Run ging es quer durch den Odenwald. Rachdem Lindenfels passiert war, erreichten die Schüler das Mümlingtal. Von Michelstadt aus wurde die Rückreise angetreten. Die Schülerfahrt war vom herrlichsten Sommer- Wetter begünstigt und bot den Kindern wertvollen Einblick in die Landschaft und Bevölkerung des Odenwaldes. Sie dürfte den Kindern in lebhafter Erinnerung bleiben. 4 Mainzlar, 2.Juli. Wie in einigen Nach- batbörfem so treten auch in unserem Dorfe die M a s e r n immer noch, schon seit Ostern, verhältnismäßig stark auf, so daß immer noch eine Anzahl Kinder der Schule fernbleiben müssen. I Langd, 2. Juli. Dieser Tage wurde der letzte Altveteran des Krieges 1870/71, R. Fritz, zu Grabe getragen. Er war 83 Jahre alt und bis vor ganz kurzer Zeit noch körperlich und geistig rüstig, so daß er mit seinen beiden unverheirateten Töchtern alle Arbeiten verrichten konnte. Dor 14 Tagen erlitt er einen schweren Schlaganfall, an dessen Folgen er starb. Der Verstorbene genoß im ganzen Dorfe und darüber hinaus — er war in Kriegervereinskreisen eine bekannte Persönlichkeit — größte Achtung. Der Kriegerverein erwies ihm durch Riederlegung eines Kranzes die letzte Ehre. Vor etwa 14 Tagyn ging ihm seine eine Tochter im Tode voraus. # Obbornhofen, 2. Juli. Bei herrlichstem Festwetter feierte unser Gesangverein »Frohsinn" dieser Tage sein silbernes F ahne n weih fest, mit dem gleichzeitig das Fest des 35jährigen Bestehens verbunden war. Ein- geleitet wurde die Jubelfeier durch einen wohl- gelungenen Fcstkommers, an dem die gesamte Einwohnerschaft teilnahm und bei dem der stellvertretende Vorsitzende Richard Hahn die Ehrung des verdienten Mitgliedes Gustav Jung vomahm und ihm für treue 25jährige Dereins- zugehörigkeit eine Ehrentafel überreichte. Konzertstücke der Musikkapelle Göbel von Bellersheim und Gesangsvorträge des festgebenden Vereins unter Leitung seines Dirigenten Heinrich Glockengießer trugen zur Verschönerung des Abends wesentlich bei. Am Festsonntag fand nach einem gemeinsamen Gottesdienst am Kriegerdenkmal eine Gefallenenehrung statt. Der Ehrenvorsitzende des Vereins, Wilh. Müller, hielt die Gedächtnisrede, in der er u. a. die Treue der Gefallenen und den kraftschöpfenden Wert des deutsch-en Liedes, vor allem des Heimat- liebes pries. Rachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem über 20 Vereine teil» nahmen, zum schön gelegenen Festplatz. Rach dem Vortrag eines Drgrüßungschores und der Begrüßungsansprache des Dereinsvorsihenden Wilh. Bommersheim hielt Dekan Engel .von hier die Festrede, in der er das deutsche Lied als hohen Kulturfaktor würdigte und die volksbildende Arbeit der Gesangvereine hrrvor» hob. Mit einem sinnigen Weihegedicht übergab Fräulein Johanna Hahn die von den Frauen und Jungfrauen gestiftete prachtvolle Fahnenschleife. Der Rachmittag war dem deutschen Liede gewidmet, da sämtliche Gastvereine auf der Ge- fangstribüne ihre Lieder zum Vortrag brachten, wobei gerade kleinere Landvereine vorzügliche Leistungen aufwiesen. Der Festmontag war das Fest der Einheimischen und verlief wie der Hauptfesttag in voller Harmonie. Kreis Büdingen. i. Boben hausen I, 1. Juli. Rachdem vorige Woche einige Bäume Frühkirschen versteigert worden waren, fand dieser Tage am sog. „Kirschberg" die Versteigerung der Spät» k i r s ch e n" statt. Es hatte sich eine große Anzahl Liebhaber aus unserem Dorfe eingefunden. Der Ertrag der Bäume ist dieses Jahr recht gut Im allgemeinen waren die Preise trotz der reichen Ernte nicht niedrig: besonders die schonen Früchte fanden zahlreiche Liebhaber und wurden gut bezahlt. sh. Leidhecken, 2. Juli. Gin schönes Fest bei herrlichem Wetter feierte dieser Tage unser Musikverein. Zwölf eingeladene Vereine waren erschienen. Zu dem Feftgottesdienst hatten sich viele Besucher eingestellt. Der Dorrnlttag des Festsonntags war angefüllt mit den musikalischen Darbietungen der einzelnen Vereine. Rach- dem sich der Festzug durch unser reichgeschmücktes Dorf bewegt hatte, wurde das Fest eröffnet durch einen schön Dorgetragenen Prolog, gesprochen von Fräulein Ma riechen A l r i ch Der Vereins- Präsident, August Sehl, begrüßte im Romen des MusikvereinS und der Gemeinde die Gäste, indem er auf die Berechtigung und den 6imx unseres Festes hinwies. Rach ihm hielt Pfarrer Karl R h e i n f u r t h die Festrede. In packender Weise zeigte er die große Bedeutung der Musik- Vereine für die Pflege edler, deutscher Kunst Rüt nicht weniger Beifall ausgenommen wurden die Massenchöre, die Obermusikmeister Helfe- rich (Stockheim) dirigierte. Am zweiten Festtag fanden sich zahlreiche Zuschauer cm, um bem Jugendfest beizuwohnen. Lehrer Loh leitete bte Wettkämpfe ber Kinder. Als Preise hatte die Gemeinde in anertennenswerter Weise einen namhaften Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Auch hatte Sanitätsrat Dr. Rikolay ihnen Karussellfahrten und Zirkusbesuch gestiftet. Der hiesige Gesangverein unter Leitung von Lehrer Loh trug viel zur Erhöhung der Feftstimmung bei. So nahm das Fest einen ungestörten froh- üchen Verlauf. Alle, die den Vereinen, den Gästen von nah und fern und der Gemeinde diese frohen Tage bereiteten, verdienen Dank und Anerkennung. Kreis Schotten. Schotten, 30. Juni. In der letzten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem Steuerausfchlag, der vom Finanzausschuß vorberaten war. Laut Voranschlag find 59 000 Mark Umlagen aufzubringen, die entsprechend auf Gebäude, Grundbesitz und Gewerbe verteilt wurden. Es wurden folgende Ausschlagssätze erhoben: 32 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwert ber Gebäube, 55 Pf. auf je 100 Mk. Wert der landwirtschaftlichen Grundstücke, 70 Pf. auf gewerbliches Betriebs- und Anlagekapital, 3,20 Mk. auf den gewerblichen Ertrag, und 34 Pf. als Son» berge6äubcfteucr. — Die Erhebung einer besonderen Bier st euer hat ber Ocmcinberat zu- rüdgeftellt. — Die Wasfergelbsähe wurden je nach ber Gröhe des Verbrauches gestaffelt. In den Haushaltungen sind überall Wassermeffer eingebaut, die halbjährlich abge- lefen werden. Bis zu 50 Kubikmeter werden 50 Pf. erhoben, bis zu 100 40 Pf. ufw. — Es wird ferner beschlossen, daß Wohnungsneubauten, die 1930 errichtet werden, für dieses Jahr und die nächsten fünf Jahre grundsteuerfrei bleiben. — Der vom Forstamt Schotten vorgelegte Waldwirtschaftsplan wird angenommen. Es soll gemeinsam mit dem Forstamt Schotten ein Waldgang stattfinden, bei bem bie nähere Bewirtschaftung bes Stadtwalbes besprochen wirb. — Der freiwilligen Sanitätskolonne Schotten wirb im alten Krankenhaus ein größerer Raum zur Aufbewahrung ihrer Gerätschaften unb zur Abhaltung ihr^r Hebungen zur Verfügung gestellt. — Die Bewilligung von städtischen Daudarlehen wird davon abhängig gemacht, baß bie be- tresfenben Bauherren unb Bauunternehmer einheimische, in erster Linie ausgesteuerte Arbeiter berücksichtigen. — Die ausgesteuerten Erwerbslosen werben von der Stadt so viel Tage in ber Woche beschäftigt, daß fie die auf- gestellten Richtsätze ber Wohlfahxtsunterstützun- gen erreichen. — Das Wohnhaus bet kürzlich verstorbenen Witwe B r o d r e i ch, bas gemäß einem abgeschlossenen Verpflegungsvertrag auf bie Stabt überging, soll zu einem angemessenen Preis an den interessierten Rachbar verkauft werben. □ Laubach, 2. Juli. Am vergangenen Sonntagnachmittag versammelte sich die Laubacher Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in der hiesigen Turnhalle, um vor dem Provinzialinspektor, Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Rauheim), zwecks Aufnahme in den Landesverband Hessen ihr Können zu beweisen. Erschienen waren auch Bürgermeister H ö g h und der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe des Roten Kreuzes Laubach, Lehrer i.R. PH. Weil. Zunächst nahm der Kolonnenarzt, Dr. med. Mas - fing (Laubach) eine theoretische Prüfung über die erste Behandlung von Verletzten bei An- glücksfällen vor, wobei sich zeigte, daß jedes Mitglied der erst im vorigen Jahre gegründeten Kolonne über die nötigen Kenntnisse verfügt. Einen schneidigen Eindruck machten die anschließenden Marsch- und Geräteübungen unter der Leitung des Kolonnenführers PH. Repp. Hiernach fand am hiesigen Bahnhof eine praktische Hebung statt, wobei ein Eisenbahnunglück angenommen wurde. Die Kolonne war rasch zur Hebungsstelle geeilt und bewies dort eine ruhige und sachliche Behandlung ber „Verletzten" unb zeigte große Geschicklichkeit in der Anlegung von Rotverbänden und in dem Abtransport der „Verunglückten". Jrn Anschluß an diese Hebung sprach sich ber Provinzialinspektor über die gezeigten Leistungen sehr lobend aus unb gab über das rege Interesse, den Eifer unb Die gute Disziplin ber Freiwilligen Sanitätskolonne seiner Freude Ausdruck. Ein kameradschaftliches Beisammensein bildete den Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung. Sonach dürfte der Aufnahme der Freiwilligen Sanitätskolonne Laubach in den Landesverband Hessen nichts mehr im Wege stehen. □ Laubach, 1. Juli. Die diesjährige Heuernte geht ihrem Ende zu. Rur in ben Wiesen der Laubacher Waldgemarkungen ist man noch mit dem Einbringen des letzten Heues beschäftigt. Infolge des guten Grasstandes waren die Prerse bei den gräflichen und städtischen Grasversteige- rungen irn Gegensatz zu den früheren Jahren fefje gering. — In seiner letzten Sitzung verhandelte der Gemeinderat über bie Reuherstellung der mehr als 1400 Meter langen Ortsdurchfahrt Laubach. Don ber Provinzialdirektion öberfcffen tn Gießen waren zwei Kostenvoranschläge über zwei verfchtedene HerstellungS- arbeiten aufgcftellt worden. Der Gemeinderat entschied sich nach längerer Beratung für das bessere Tränkdeckeverfahren. Hiernach belaufen sich bie gesamten Herstellungskosten auf etwa 35 000 Mk, wobei bie Stabt Laubach mit etwa 11000 Mk. beteiligt ift Die von ber Provinzialbirektion geleiteten Herstellungsarbeiten sollen demnächst begonnen werden, damit die Staub- plage, unter der bie hiesige Bevölkerung sehr zu leiden hat, auf dem schnellsten Wege beseitigt wird. ' Glashütten, 2. Juli. Heute morgen ereignete sich in Hirchenhain in der Rähe deS Eisenwerkes ein Derkehrsunsall. Der 30- jädrige Maschinenformer Otto Söller auS Glashütten fuhr mit feinem Fahrrad in ein Lastauto der Eisenwerke hinein und wurde dabei überfahren. Die Verletzungen sind glücklicherweise nur leichter Ratur: DaS Fahrrad wurde vollständig zertrümmert. „?“ Ober-Schmitten, 1. Juli. Der hiesige Radfahrverein errang auf dem DunbeSfest des oberhessischen Radfahrerbundes in L i ch im Korso- und Reigenfahren einen erstenKlas- senpreis und einen Ehrenpreis. Der rührige Verein, der erst in der Rachkriegszeit inS Leben trat, gehörte längere Zeit dem Bund deutscher Radfahrer an, unb ging dann zu dem vorgenannten Bunde über. Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 30. Juni. Am vergangenen Sams- tagabenb gastierte das Gießener Stadtthea» ter mit einer Sondervorstellung des Volksstücks „Flieg', roter Adler von Tirol". Die Aufführung war eine hervorragende schauspielerische Leistung. Die Zuhörer, die von der dramatischen Wirkung des Stückes gepackt waren, spendeten lebhaften Beifall, der sich nach jedem Aktschluß steigerte. Es mag wohl auf die Jahreszeit zuruckzuführen fein, daß der Besuch nicht so stark war, wie in den regelmäßigen Wintervorstellungen. — Am Sonntag fand das alljährliche Waldfest der B H E. -Zweig- vereine am idyllisch gelegenen Backofenhausteich statt. Die Leitung des Festes lag in den Händen des Zweigoereins Alsfeld. Bürgermeister Dr. B ö l» sing, als Vorsitzender des Zweigoereins, begrüßte die anwesenden benachbarten Zweigoereine Alsjeld, Ulrichstein, Burg, und Niedergemünden und Mücke. Dr. Bruchhäuser (Ulrichstein) wies in einer kernigen Ansprache auf die hohen und idealen Ziele der VHC.-Bewegung hin und begrüßte die Der- zanftaltung der Zweigvereine gemeinsame Waldseste abzuhalten. Schulrat Huss (Alsfeld) gedachte in einer schwungvollen Ansprache der Befreiung des Rheinlandes, worauf die Festteilnehmer das Deutsch- landlied sangen. Die hübsch vorgetragenen Chöre der Gesangsabteilung des Zweigvereins Alsfeld, sowie der Gesangvereine Ehringshausen und Niedergemünden schufen einen stimmungsvollen Rahmen der volkstümlichen Veranstaltung, die als ständige Einrichtung auch in den kommenden Jahren beibehalten werden soll. — In einer der letzten Nächte waren wiederum Einbrecher m der hiesigen Stadt an ber Arbeit. Sie drangen durch ein Fenster und entwendeten in dem Manufakturwarengeschäft von Fritz Kalk brenn er in der Untergasse Stoffe im Werte von etwa 600 Mark. Die aufgefundenen Fußspuren ließen erkennen, daß es sich um dieselben Täter handelt, die kürzlich die mehrfachen Einbrüche verübt haben. Die'sofort eingehenden Ermittlungen führten auf eine bestimmte Spur, bie von ber Kriminalpolizei weiter verfolgt wird. »er. Homberg, 2. Juli. Am Sonntag fand aus Anlaß bes Deutschen Liebertages auf bem Marktplatz ein öffentliches Konzert, veranstaltet von ben beiden hiesigen Gesangvereinen, statt. Durch einen Massenchor unter ber bewährten Leitung bes Dirigenten Lehrer Appel, Bühselb, würbe bie Feier eröffnet. Bürgermeister Schweiker sprach in wohlburchdachter Rebe über bie Debeutung bes Volksliebes unb ermahnte zur Pflege bes Liebes in Familie, Schule unb Vereinen. Den Vereinen bankte er für ihre freunbliche Mitwirkung namens ber Stabt. Ferner gedachte er ber Befreiung ber Rheinlands. Ein gut vorgetragener Massenchor: „Deutschland, dir mein Vaterland", unter der sicheren Stabführung von Lehrer Viehmann, Ober-Ofleiben, folgte. Dann trug jeder Verein noch einen einzelnen Chor vor. Der Gesangverein Frauenlob fang: „Bleib deutsch, du herrlich Land am Rhein" und danach der Männergesangverein: „Schwing dich auf mein Lied . Die Chore wurden mit gutem Ausdruck unb mit Stimmenreinheit vorgetragen. — Sämtliche Schulen bes Kreises Alsfeld machen am 14. unb 15. Juli eine zweitägige Rheinreise. Heber 1200 Schüler unb viele Erwachsene haben sich zur Teilnahme angemelbet. Verantwortlich für Lokales: I. V.: Dr. Thyriot. Sprechstunden der Aevattion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 dis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. KAISER Blrft WW BORAX iKA ■■ PUDER 'der ideale Wund-u. Kinder-Puder wirkt heilend u vorbeugend, daher unentbehrlich zur Säuglingspflege Heinrich Mock Nochf., Ulm o. D. | Verkäufe"" Gut erh.gußetserner Herd billig abzugeb. 04182 Licbigstr. 31 II. 99———— Eine Kante Torsmist billigst abzugeb.