Nr. 103 (Elftes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 3. Mai 1930 Erschein' 'üglich,außer Sonnlage und Feiertags Beilagen: Vie Illustrierte Siebener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- feinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zerufprechanfchlüfie enterSammelnummer‘2251. Vnfchrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: granftnrt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS und Verlag: vrühl'sche Unwerfilälr-Vuch' und Stetnbrudcret K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20', metyc. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.IHyriotx für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Der Äeichshaushall 1930. Don Dr. Cremer, Mitglied des Deichstags. Die Haushaltsjahre 1929 und 1930 dürften den Tiefpunkt der finanzpolitischen Ent- Wicklung in Deutschland seit dem Kriege dar- stellen. Die nach dem Abschluß der Inflationszeit von Dr. Luther bis zuin Hommer 1295 hereingeholten außerordentlich hohen Steuereingänge sind in den folgenden Jahren verbraucht worden, um das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben rechnerisch herzustellen. Seit 1928 kamen diese und andere einmalige Deckungsmittel für den Haushalt in Fortfall, ohne daß es gelang, die Höhe der Ausgaben auf das Maß der laufenden Einnahmen des Reichs herabzudrücken. Das Haushaltsjahr 1928 schloß mit einem offenen Defizit von IM Millionen ab; das Defizit des Haushaltsjahres 1929 wurde schon im Frühjahr 1930 auf 851 Millionen geschaßt, troßdern im Frühjahr 1929 verschiedene kleinere Steuererhöhungen stattfanden, und anderseits eine nicht unbedeutende Ausgabensen- kung, vor allem durch Eingreifen des Reichstags, erzielt wurde. Das Jahr 1929 stand im Zeichen einer sich schnell verschlechternden Konjunktur, aus der sich eine Deringerung der lausenden Einnahmen, anderseits aber ein Anschwellen vieler Ausgaben, insbesondere für soziale Zwecke, ergab. Hinzu kamen Aufwendungen, die im Zuge der Schlußoer- Handlungen über die Reparationsfrage gemacht werden mußten. Die offene Wunde im Haushalt wird jedoch vor allem durch den Zuschuß dargestellt, der vorn Reiche für die Arbeitslosenversicherung geleistet werden mußte, und der auf mehr als 450 Millionen zu schätzen ist. Solange diese offene Wunde klafft, ist keine wirksame Reform der deutschen Finanzen denkbar. Die Kämpfe um die Reform der Arbeitslosenversicherung finden hierdurch ihre Erklärung; trotz der Beitraaerhöhung von 3 auf 3% o. H. wird auch das neue Haushaltsjahr 1930 von vornherein einen Zuschuß von 205 Millionen für die Arbeitslosenversicherung vorsehen; für den Fall, daß die Durchschnittszahl der Arbeitslosen 1,2 Mill, übersteigt, wird dieser Betrag noch ganz erheblich anschwellen. Da» Defizit der Jahre 1928 und 1929 hat nur durch Aufnahme kurzfristiger Schuldverpflichtungen vorübergehnd gedeckt werden können. Daneben aber ist das Reich auch noch mit den außerordentlich hohen Beträgen belastet, die in den Jahren 1926 bis 1928 im außerordentlichen Haushalt für das Arbeitsbeschaffungsproararnm, die Arbeitslosenversicherung und ähnliche Zwecke verwandt wurden und ebenfalls kurzfristig aus dem Geldmarkt genommen werden mußten, da sich keine größeren Anleihen des Reichs unterbringen ließen. Auch diese Beträge bleiben nicht weit hinter 1 Milliarde zurück. Dieses gewaltige 2ln schwellen der schwebenden Schuld, das sich vor allem im Lause des letzten Winters vollzog, führte zu jener kritischen Situation um die Weihnachtszeit, in welcher es einen Augenblick schien, als ob das Reich feine fälligen Verbindlichkeiten zum Jahresschluß nicht würde erfüllen können, und das Reich schließlich von dem Bankenkonsortium, unter Führung des Reichsbankpräsidenten Schacht, die Ultimogelder nur gegen Uebernahme der Verpflichtung erhielt, im Jahre 1930 450 Millionen zur außer- ordentlichen Schuldentilgung zu verwenden. Diese 450 Millionen und einige kleinere Beträge aus Anlaß der Befreiung des besetzten Gebietes treten für das Jahr 1930 dem laufenden Haushaltsbedarf hinzu, so daß sich die Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben bei sonst gleich, bleibenden Verhältnissen im Jahre 1930 auf 1400 Millionen erweitert, von denen im folgenden Jahr allerdings 600 Millionen zur Steuersenkung frei werden. Zur Deckung dieses gewaltigen Fehlbetrages zieht der Finanzminister einmal die gesamte Reparationsersparnis in Höhe von etwa 700 Millionen heran, mit deren Hilfe auch der Fehlbetrag des Jahres 1929 zu einem großen Teil gedeckt worden ist; es bleibt dann aber immer noch ein offener Fehlbetrag von rund 700 Millionen, zu dessen Ausfüllung die verschiedenen Steuererhöhungen bestimmt sind, die feit Dezember 1929 beschlossen wurden. Mit Recht wirft man die Frage auf, ob diese gewaltige Mehrbelastung nicht durch eine richtige Finanzpolitik hätte vermieden werden können. Leichtherziger Optimismus, Scheu vor Verantwortung und mangelnde Entschlußfähigkeit haben seit 1926 auf die verantwortliche Leitung der deutschen Finanzpolitik stärker eingewirkt, als die ununterbrochenen Mahnungen aus den Kreisen der Wirtschaft, durch systematische Ersparnispolitik Ausgaben zu senken, steuerliche Belastungen zu erleichtern und Reserven zu bllden, um in den mageren Jahren der Depression auf sie zurückgreifen zu tonnen. Was in vier Jahren versäumt ist, läßt sich nicht in vier Wochen in Ordnung bringen. Die Ausfüllung der entstandenen Lücke, zwischen Einnahmen und Ausgaben durch erneute Anspannung der Steuerschraube ist die u n e r w ü n s ch - teste Lösung der herrschenden Schwierigkeiten, die überhaupt denkbar war. Es kann fein Zweifel darüber fein, daß die energische Durchführung der eifrig betonten Crsparnisabsichten des neuen Finanzministers den Prüfstein dafür abgeben wird, ob er die Kraft und Fähigkeit zur sinan-politischen älmkehr in der Tat besitzt, die er sich offenbar bei der Uebernahme des schweren Amtes zugetraut hat. Zunächst jedenfalls hat der Reichstag nach schwerem Kampf das vorgelegte Dcckungspro- gramm genehmigt und damit die Wiederherstellung des Gleichgewichts im Reichshaushalt ermöglicht. Er hat auch die Hand dazu geboten, daß durch die Kreuger- Oie Etatsrede des Reichsfinanzministers. Kapiiatbildung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Steuersenkungen. - Einschneidende Maßnahmen zur Ausgabensenkung. (Berlin, 2. Mai. (VDZ.) In der heutigen Sitzung des Reichstags steht auf der Tagesordnung als einziger Punkt die erste Beratung des Etats für 19 30. Reichsfinanzminister Or. Moldenhauer leitet die Beratung mit einer längeren Rede ein. Rückblickend auf das Jahr 1929 schildert er zunächst, wie verhängnisvoll der immer wieder hinausgeschobene Abschluß der Reparationsverhandlungen auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und im Zusammenhang damit auf die Finanzlage des Reiches gewirkt habe. Namentlich die Entwicklung in den letzten Monaten des Iah- res 1929 hätte dazu geführt, daß der Fehlbetrag dieses Jahres mit über 360 Millionen Mark einzuschätzen sei. Darum müsse der Sanierung der Reichskasse der Dorrang vor der ursprünglich zu einem früheren Zeitpunkt in Aussicht genommenen Entlastung der Wirtschaft eingeräumt werden. Der Minister ging dann näher auf die augenblickliche Wirtschaftslage ein und bezeichnete den zur Zeit bestehenden Kapitalmangel als das Grundübel, an dem unsere Wirtschaft krankt. Die Steuersenkung sei das wichtigste Problem unserer künftigen Finanz, und Wirtschaftspolitik. Keine Regierung werde die Grundlage des vom Reichstag gebilligten Finanzprogramms. Kapitalneubildung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Steuersenkungen, wieder aufgeben können. Das Fundament für die Durchführung des Programms sei aber ein ausgeglichener Etat. Dank der Verabschiedung der Deckungsvorlagen durch den Reichstag sei dieser Ausgleich in einer Weise erreicht, daß das Auftreten eines neuen Fehlbetrages als ausgeschlossen und das Fundament für die Steuersenkung des Jahres 1931 als gesichert angesehen werden könne. Mit Hilfe der Kreuger-Anleihe und des Dchuldentilgungssonds von 515 Millionen werde es möglich, im Lause des Jahres 1930 schwebende Schulden in Höhe von rund 1 Milliarde abzudecken. Die dann noch in der Schwebe bleibende Schuld sei nicht mehr bedrohlich, und für ihre, Abdeckung in den künftigen Jahren seien Verhandlungen vorbereitet. Den im Gesetz über die Vorbereitung der Finanzreform als Mindestmaß der künftigen Steuersenkungen eingestellten Satz von 600 Millionen Mark könne man als durchaus gesichert betrachten. Einen Anfang der Steuersenkungsaktion stelle das dem Reichstag demnächst zugehende Ermächtigungsgesetz für Maßnahmen dar, welche die Kapitaloersorgung der deutschen Wirtschaft erleichtern sollen. Die ersten zur Verfügung stehenden Beträge sollen zur S e, eine te iovhl gi 3c lchM men mich Mzlick den ich M \t h Dm 6er 3 W We M ßllK ti lebten mit i gliche 5M lir Vorsorge sii> »bar bch iränoe, noch halb 'zu begr Hilfe, ihrem Ml zu die Aufgabe be kvmmnet. D dn Technisck Organisation gegeben. M 3M von b «reitschchsti besonders in Wgemäß j Heide-' ft M Kurse u Muks Ala fwn und sc Äthnith SNtHung SAllen § Z^Atrupr MiIWri Da Aus der provinzialhauptstadt. Diehen, den 3. Mai 1930. Oie „glückliche" Hand. Wcm hat die glückliche Hand, oder man hat |ie nicht Liner unternimmt das Dümmste, und alle Welt lacht über ihn, aber er hat doch eine glückliche Hand, und ehe man sich's versieht, hat ct aus der anscheinenden Dummheit ein glänzendes Geschäft gemacht. Der andere hat die besten Aussichten, und nach menschlichem Ermessen muh ihm sein Beginnen bestens gelingen: nicht lang-, so erweist es sich, datz er alles andere als die glückliche Hand hatte, die Sache schlägt ungünstig auS und er hat damit Zeit und Geld verloren, möglicherweise auch noch an Ansehen und Krediten eingebützt. Mir ist so etwas wie eine glückliche Hand beschicden. Zwar ist sie nicht ganz so glü^lich, datz ich mich berufen fühlen könnte, als gewöhnlicher Sterblicher schlafen zu gehen und als Millionär aufzuwachen. Aber so ähnlich ist es schon. Kürzlich besuchte ich eine Veranstaltung. Man überreichte mir ein Programm. Kostet 20 Pf. Da ick den Programmverkäufer gut kenne, drückte ich iym noch 20 Pf. Trinkgeld in die Hand. Später merkte ich am fehlenden Kleingeld, datz der Programmverkäufer doch noch eine glücklichere Hand hatte als ich, denn ich hatte ihm statt der 20 Pf. ein 10-Pf.-Stück und ein 50-Pf.- Stück in die Hand gedrückt, Und er hat den Segen einfach in die Tasche geschoben und gar nicht gemerkt, datz ich versehentlich einmal zu grotzzügig war. Nicht lange danach holte ich mir am Büfett einer Wirtschaft eine Schachtel Zigaretten. Lange wühlte ich unter dem Vorrat, bis ich die mir zusagende Marke hatte. Eine Stunde später, als ich das Lokal längst verlassen hatte und mir den Den uh des Zigarettenrauchens verschaffen wollte, merkte ich endlich, datz ich auS den vielen vollen Schachteln die angebrochene herausgefischt hatte, in der sich eine einzige Zigarette befand. Das kann man doch eine glückliche Hand nennen? Oder soll man es anders nennen? Ist es schlietzlich Unachtsamkeit, und das Gerede von der glücklichen Hand nur der Versuch einer faulen Entschuldigung? Man mühte einmal die fragen, die sich rühmen können, eine „glückliche" Hand zu haben. Wahrscheinlich werden sie sagen: „Lln- achtsamkeit! So etwas kann mir nicht passieren." Doch nein, das werden sie nicht sagen, denn sie sind zu vorsichtig, als dah sie eine solche kühne Behauptung aufstellen: aber sie werden ohne Worte so sorgsam handeln, dah ihnen ein solches Mihgeschick nicht zustoßen kann. Die andern aber werden weiterhin davon sprechen, dah sie eine „glückliche" Hand haben, ilnb es ist doch sicher kein Geheimnis darum, und bas Rezept, eine „glückliche" Hand zu bekommen, lautet wohl ganz einfach: Augen auf! Aber ... Jedenfalls hat die leere Zigaretten- sckachtel einen Platz bekommen, von dem aus sie mich tagtäglich an den Streich erinnern kann, den ich mir selber gespielt habe. S. Feuerschutz ist Dolkssache! Von der Technischen Aothilfe, Ortsgruppe Giehen, wird uns geschrieben: Das Feuerlöschwesen hat in den größeren Siädten mit ihren Berufsfeuerwehren eine beachtliche Höhe erreicht, auf dem Lande aber läßt die Vorsorge für größere Drandkataftrophen, und »war besonders für Moor-, Wald und Heide- bränoe, noch sehr zu wünschen übrig. Es ist deshalb 'zu begrützen, dah auch die Technische Aot- hilfe. ihrem Grundsatz getreu, dem Allgemeinwohl zu bienen, sich für diese überaus wichtige Aufgabe bereithält und immer mehr vervollkommnet. Damit ist automatisch die Verbindung der Technischen Aothilfe mit allen hilfsbereiten Organisationen zur engsten Gemeinschaftsarbeit gegeben. Allenthalben im Deiche sind für diesen Zweck von der Technischen Aothilfe sogenannte Bereitschaftstrupps aufgestellt worden, und zwar besonders in den von Aaturgcwolten ersah- rungsgernäh häufig bedrohten Gebieten, wie in Wald-, Heide- und moorreichen Gegenden. Sorgfältigste Führer- und Helferauswahl, ständige sachliche Schulung dieser Bereitschaftstrupps durch Kurse und Hebungen, ein erprobtes, rasch wirkendes Alarmierungssystem, Sicherstellung der gröhten und schnellsten Bewegungsmöglichkeit mit Transportmitteln aller Art und weitest gehende Sicherstellung des erforderlichen Gerätes machen die technisch und organisatorisch stets für die schwierigsten Katastrophenfälle vorbereiteten De- reitschaftstrupps zu wertvollen, jederzeit verfügbaren Hilfsttästen. Berkehrsvmin und Verschönerungsverein Ein Verschmelzungsprojekt. Der Derkehrsverein Gießen wird am kommenden Montagabend feine diesjährige Jahreshauptversammlung halten, an die im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes, nach schriftlicher Einladung der Mitglieder, noch einmal erinnert wird. Am nächsten Mittwochabend wird der Verschönerungsverein Giehen mit seiner ordentlichen Generalversammlung im „Hessischen Hof" folgen, zu deren Besuch die Mitglieder in unserem gestrigen Anzeigenteil aufgefordert wurden. Neben einem kommunalpolitischen Dorttag im Derkehrsverein wird in dessen Versammlung sowohl, wie auch in der Tagung des Derschönerungsvereins ein besonderer Hauptpunkt die Frage der Derschmelzung deS Derschönerungsvereins mit dem Derkehrsverein fein. Damit soll eine Angelegenheit eine günstige Lösung finden, die schon seit längerer Zeit von eingeweihten Kreisen als spruchreif angesehen wird. Das Aufgabengebiet des Derschönerungsvereins: die Mitarbeit an der Derschönerung und Pflege unseres Stadtbildes, der Spazierwege und Ruhebänke innerhalb der Giehener Gemarkung, lag bisher schon zum Teil auch innerhalb des Arbeitsbereiches des Derkehrsvereins. Dieser ließ sich bei der Arbeit auf dem Gebiete der Stadtverschönerung (Dlumenschmuckwettbewerbe usw.) von der Erwägung leiten, dah eine der wesentlichsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fremdenverkehrswerbung zum Besten unseres heimischen Wirtschaftslebens die schöne Herrichtung unserer Strahen, Anlagen und Ausflugsmöglichkeiten in die nächste Umgebung ist. Durch mancherlei ungünstige Umstände bedingt, hat der Derschönerungsverein in den letzten Jahren sich nicht so umfassend betätigen können, wie es der Wunsch der in diesem Verein wirkenden Herren gewesen ist. Jedoch haben die an der Spitze dieses Vereins stehenden Personen in stiller Arbeit mancherlei dankenswerte Verbesserungen schaffen können. Um die Arbeit zur Verschönerung unserer Stadt und ihrer nächsten Umgebung für die Folgezeit auf eine breitere Grundlage zu stellen, haben nun in den letzten Wochen zwischen den Vorstandsmitgliedern der beiden Vereine eingehende Verhandlungen über die Verschmelzung deS Verschönerungsvereins mit dem Verkehrsverein stattgefunden. Beide Dereinsvor- stände waren dabei von dem ernsten Streben beseelt, in umfassendster Weise nur zum Besten der Sache zu wirken. 3n voller Einmütigkeit kamen beide Vorstände zu dem Ergebnis, dah die Verschmelzung der Vereine die gedeihliche Fortführung einer weitgehenden Verschönerungsarbeit gewährleiste. Cs sind denn auch in den schriftlich formulierten Abmachungen alle Sicherungen getroffen worden dahingehend, dah in der künftigen Vereinsorganisation die Arbeitsaufgaben des heutigen Verschönerungsvereins in vollem Ausmaß erfüllt werden, darüber hinaus sogar noch mancherlei anderes wird geschehen können, für das unter den bisherigen Verhältnissen für die Arbeit des Verschönerungsvereins leider die Voraussetzungen nicht gegeben waren. Die Generalversammlungen beider Vereine dürften nach Darlegung des Sachverhalts durch ihre Dereinsvorstände wohl auch die Ueberzeu- gung gewinnen, dah mit der Verwirklichung des Derschmelzungsprojektes einer guten Arbeitsaufgabe ein erfolgversprechender Weg bereitet wird. Vom Standpunkt der gemeinsamen Interessen unserer Bürgergesamtheit aus gesehen, wird das Zustandekommen dieses durch lange Verhandlungen vorbereiteten Werkes nur zu begrüßen fein. Seit der Gründung im Herbst 1919 hat die Technische Aothilfe tn Hunderten von Fällen auch in Feuersnot bereits praktische Hilfe geleistet. Aus der stattlichen Zahl der oft recht umfangreichen Einsätze seien nur herausgegris- fen der sechswöchige Einsatz bei dem gewaltigen Moorbrand im Kreise Liebenwerda 1921, die Hilfeleistung bei dem die Grohfunkstation Eilvese bedrohenden Brand des Aeustädter Moores ebenfalls 1921, ferner die Einsätze beim Wald- brand bei Harpe (Altmark) 1925, dem Brand des Bissendorfer Moores ebenfalls 1925, dem Brand in der Letzlinger Heide bei Magdeburg 1929, und der Einsatz anläßlich des Brandes des Dorfes Wormsfelde bei Lands berg a. d. W. im gleichen Jahre. Sei es durch aktive Löschbeteiligung und Rettungs- und Bergungsarbeiten, sei es durch Schutz der gefährdeten Aachbarschast oder bei ausgedehnten Brandherden durch Aach- richtenübermittlung, gegebenenfalls durch Legen und Bedienen von Fernsprechleitungen wie z. B. bei einem Grubenbrand 1929 in Groh-Kayna (Provinz Sachsen), stets haben die Aothelfer sich sachkundig und opferfreudig erwiesen. Auch im engeren Bereich des Landesbezirks Hessen der Technischen Aothilfe sind zahlreiche Waldbrände usw. erfolgreich abgewehrt worden, so im Gebiet des Westerwaldes und des Taunus, bei Wihenhausen, Wolfhagen, Lauterbach u. a. mehr. Starkes Interesse und zahlreiche Anerkennungen werden den Arbeiten der Technischen Aothilfe im Katasttophenhilfsdienst von der Oessent- lichkeit, Fachkreisen und Behörden entgegengebracht. Wenn man daher in diesen Tagen unter Hinweis auf die grohen Verluste an Menschen und Gut die Aufklärung über Feuerverhütung und wirksame Brandbekämpfung in den Mittelpunkt einer besonderen Aktion stellt, kann man die Technische Aothilfe als ein Glied in der Organisation des Feuerschutzes nicht unerwähnt lassen. Ctiicfecner Wochcnmarttpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 50 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 41 /♦ bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfet 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Aüfse 50 bis 70 Ps. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 25, Salat- gurken 75 bis 80, Ober-Kohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 10, neue Rettich 25 bis 30, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Dauerscher Gesangverein e. V.: Ordentl. Generalversammlung, 20.30 Uhr, im Vereinslokal. — G. D. A.: Festabend d. weibl. Gruppe des G.D.A., 20.30 Uhr, „Frankfurter Hof". - Erste Reichskurzschristgesellschast „Babelsberger" und Damenabteilung: Dereinsabend, 20.30 Llhr, in der „Stadt Lich". — Gardeverein Giehen: 30. Stiftungsfest, 20 Llhr, im Kath. DereinShaus. — Artilleristenverein: Monatsversammlung, 20.30 Hhr. tm Vereinslokal. — Lichtspielhaus Bahn- hofstrahe: „Ich glaub' nie mehr an eine Frau". — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis der Höllenschlucht" und „Am Rande der Welt". — Tageskalender für Sonntag. Oberhessischer Kunstverein: Eröffnung der Graphischen Bild-Ausstellung der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin, vorm. 11 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ich glaub' nie mehr an eine Frau". — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis der Höllenschlucht" und „Am Rande der Welt". * ** Diehmärkte in Gießen. Am Dienstag, 6. d. M., findet in Gießen Rindvieh-(Autz- vieh»)Markt statt, am Mittwoch, 7. d. M., findet Schweinemarkt statt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von 7 bis 8.30 älhr vormittags. (Vergleiche die heutige Bekanntmachung.) ** Derkehrsverein Gießen. Am kommenden Montag, 20.30 Hfjr, findet im Hotel „Hindenburg" die Jahres-Hauptversammlung statt, die für alle Mitglieder von besonderer Wichtigkeit sein dürfte, da an diesem Abend über die Verschmelzung des Verkehrsvereins mit dem Giehener Derschönerungsverein verhandelt werden wird. Außerdem ist für diesen Abend ein Dorttag über Derkehrswerbung und heimische Wirtschaft vorgesehen, der besondere Beachtung verdienen dürfte. (Dgl. die heutige Anzeige.) ** Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist morgen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr bei freiem (Eintritt geöffnet. •* Gastspiel des Groß-Russischen National-Orchesters. Man schreibt uns: Am Dienstag, 6. d. M., gibt das Groß-Russische Na- tional-Orchester W. S). B. ein Gastspiel im Stadt- theater. Das Programm bringt Balalaika-Orchester* Dorträge, Männerchore, Soli der beliebten Elisabeth Wolgina, dazu Volks- und Nationaltänze. •• Wohltätigkeit s konzert zum D e- st en der Kriegsblinden. Der Bund erblindeter Krieger, Untergruppe Gießen, veranstaltet am Donnerstag, 8. d M, 20.15 Uhr, auf der Llcblgo- höhe ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten der Kriegsblinden unter Mitwirkung der Kapelle des 1. (Hess.) Batl. 15. Inf Rgt. unter Leitung von Dbermufitmeifter ß ö b e r , des Gesangvereins „Heiterkeit- (Chormeister « ch ä 111 c r) sowie des erblindeten Kriegers Keller, Marburg. (Näheres in der heutigen Anzeige.) •* Gießener F r e i w. Feuerwehr. Dieser läge fand im Frankfurter Hof die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Wehr statt. Brandinspektor F. Wenzel begrüßte den anwesen- den Branddirektor Braubach und die zahlreich erschienenen Kameraden. Der Brandinspektor gab Roggenbrot ist gesünder alsWeizenbroi! den Jahresbericht des abgelaufenen Geschäftsjahres 1929/30 bekannt, woraus zu entnehmen ist, daß außer den Einzelübungen noch sechs planmäßige Hebungen und eine Alarmübung stattsand. Die durchschnittliche Besucherzahl der planmäßigen Uebungen belief sich auf 90 Kameraden. Auch die Lehrübungen. der in den letzten drei Jahren neu eingetretenen Kameraden unter Brandmeister Betz wurden wieder realmäßig abgehalten. Auch zum Großseuer in den Gailschen Tonwerken wurde unsere Wehr gerufen. Die dienstlichen Angelegenheiten der Wehr wurden in sechs Sitzungen des Kommandos, sechs Vorstandssitzungen und einer Anzahl Sitzungen der verschiedenen Kommissionen erledigt. Außerdem fanden eine Sitzung der beiden Kommandos und eine Sitzung der Vorstände beider hiesigen Wehren zur Besprechung der Durchführung des in diesem Jahre stattfindenden 75. Gründungsfeier statt; an dieser Sitzung nahm auch Beigeordneter Dr. Hamm teil. Die Jubiläumsfeier soll am 6. und 7. September auf der Liebigshöhe und in der Volkshalle stattfinden. Der Mitgliederbestand betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 138 aktive und 89 unterstützende Mitglieder sowie 4 Ehrenmitglieder. Von der hessischen Regierung erhielten Auszeichnungen für 40 Dienstjahre Fritz Wenzel, für 25jährige Dienstzeit die Kameraden K. Löwer und Wilhelm Schreiber. Das Andenken der verstorbenen langjährigen Mitglieder Karl Neuling und Georg Reitz wurde in üblicher Weise geehrt. Zur Auszeichnung werden für dieses Jahr vorge- schlagen für 10 Dienstjahre die Kameraden Wilhelm Becker, Ernst Faber, Ludwiy H a r i g. Für 20 Dienstjahre Otto Werner, für 25 Dienstjahre Joh. Fölslng, Otto Faber und Christ. Heidelbach: für 30 Dienstjahre Heinrich Flach, Joseph Heißler, Wilh. Mahr: für 40 Dienst- jahre Franz Buchberger, Adolf Bourgeois, Georg Kraus, Rudolf Rüdiger: für 50 Dienst- jahre Wilhelm Rühl. Kamerad Wenzel schloß seinen Jahresbericht mit der Aufforderung an alle Kameraden, die Uebungen vollzählig zu besuchen, damit die Wehr am 6. und 7. September mit Stolz und Freude die 75. Jubiläumsfeier, welche mit einem Kreisfeuerwehrtag verbunden ist, begehen könne. Mögen die Bestrebungen der Wehr auch in der Bürgerschaft Anerkennung finden und in einer guten Beteiligung gelegentlich des Jubiläums ihren Ausdruck finden. Rechner Riedel erstattete den Kassenbericht 1929/30; ihm wurde von selten der Versammlung Entlastung erteilt. Ebenso wurde der ausgestellte Voranschlag 1930/31 genehmigt. Verantwortlich für Politik: i. 58.: Ernst Blumschein. (Schluß des redaktionellen Teils.) Die heutige Ausgabe enthält ein Inserat für Sigella Bohnerwachs. Diese Marke verbürgt durch größte Ausgiebigkeit sparsamsten Verbrauch und erzeugt mühelos einen langanhaltenden trittfesten Glasiz. 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[pliüert ivcrdei chMgesleutt Kängigleitsb' bereil^n-ll zu \WV, Ware große Stellung'N,"' tonn auch w« oölkening 3nö daß eine das jassende w.rklii folg schon Pioblein der > Paneioerhöltni ringst« Schw'^ sche Frag« W pnich und seit Man ist dal der Flotten nis zusrieden. nde Schlußver allem die weil Lerhältnisses z mit dem lugle, 1* Äerhal genvisen 3ap 3n dieser lid) ruhig dem gebnis der Ki Italien, bis ai Bausericn für Freiheit der 1 einem Enzian len Lage tan Seerüftung r eine sehr bc sich England stürzen. Per mchtepaki b( stMzösisch-ilali ktPnossen si Gs entsprich! lllnz @en dotz Satbonal den Eennchel ziell mit beuil schen den Lor zum Llillslanl gen hergeslelli nifle her ßonl tent) an; jebeni sen mehr hm jahretnn^n 9 AbrüsiunyÄ^ her zusamme die Konseren hinaus barft darin,,einen der Ausgabe Folge Habei der dem F Vorsitzenden sandlen in chen machen torin wieder tun wolle, w Wirklichkeit n ^nllchließung °u| möglichst reitenden fiorr Minnich, m( Nr. 103 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Samstag, 3. Mai 1030 Abrüstung. - Noungplan. Außenpolitische Umschau Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. 3t Macdonald wird froh fein, daß die Coniw- ner Flottenkonferenz zu Ende ist. Denn nicht nur der Kampf um dos Budget, also die Innenpolitik nimmt ihn jetzt ooll in Ansrruch, sondern in ftei- gcndern Maße auch die Unruhen in Indien. Ohne Zweifel ist die Erregung im ganzen Lande größer als je zuvor. Weil sie das ganze Land ergriffen Hal, do und dort zu Gewalttätiakeiten führt, wird auch der Raum Bundesgenosse der Bewegung, indem so die militärischen Kräfte Englands zersplittert werden müssen. Und wie soll ihr politisch schnell gesteuert werden, da sie doch schon reine Unabhängigkeitsbewegung geworden ist und die Dor- bereitugaen..wenigstens eine Dominions-Verfassung zu schassen, sich gar nicht überstürzen lassen. Unmittelbare große Gefahren bestehen sicher für Englands Stellung in Indien noch nicht, die englische Politik kann auch ihrerseits damit rechnen, daß in der Bevölkerung Indiens noch unendlich vieles fehlt, als daß eine das gany Land erfassende, zusammenfassende wirkliche Unabhängigkeitsbewegung mit Erfolg schon möglich wäre. Auch findet bei diesem Problem der leitende englische Staatsmann in den Parteiverhältnissen seines Parlaments nicht die geringste Schwierigkeit. Aber darum nimmt die indische Frage Macdonald natürlich doch stark in An- | spruch und seine Mitarbeiter dazu. Man ist daheim im ganzen mit seiner Leitung der Floltenkonferenz und mit deren Ergebnis zufrieden. Der am 21. April feierlich unterzeichnete Schlußvertrog bedeutet für England doch vor allem die weitere Befestigung seines neuen guten Verhältnisses zu den Vereinigten Staaten, mit dem zugleich für England auch das richtige und ruhige Verhältnis zu seinem früheren Bundesgenossen Japan gegeben ist. In dieser Situation kann England auch ziemlich ruhig dem zusehen, daß für Europa das Ergebnis der Konferenz gering ist, Frankreich und Italien, bis auf die eingegangene Verpflichtung der Bauferien für Großkampfschiffe bis 1935, die volle Freiheit der Seerüftung sich bewahrt haben. Denn einem England in der durch London erneut befestigten Lage kann Sin Frankreich auch mit der größten Seerüftung nicht gefährlich werden. Und barfim — eine sehr bedeutungsvolle Konsequenz! — braucht sich England auch nicht in Unkosten für Italien zu stürzen. Der englisch amerikanisch-japanische Dreimächtepakt bedeutet für Italien, daß es im französisch-italienischen Gegensatz auch keinen Bundesgenossen findet. Es entspricht der so für England gegebenen Stellung zu Genf und den Abrüstungsarbeiten dort, daß Macdonald in einem Brief vom 21. April an den Generalsekretär des Völkerbundes sogleich offiziell mit deutlicher Mahnung die Verbindung zwischen den Londoner Abmachungen und den Genfer zum Stillstand gekommenen Abrüstungsverhandlungen hergestellt hat. Man sieht in Gens die Ergeb- nisfe der Londoner .Konferenz doch als recht bedeutend an; jedenfalls ist in London in den drei Monaten mehr herausgekommen, als in den nun schon jahrelangen Verhandlungen der „Vorbereitenden Abrüstungskonferenz", der sog. „prdparatoire" bisher zusammen. Mit Recht schreibt Macdonald, daß die Konferenz einen Fortschritt über das bisherige hinaus darftelle, und er hofft, daß man in Genf darin ..einen Beitrag erblicke, der eine Erleichterung der Aufgabe der „Vorbereitenden Kommission" zur Folge haben werde". Das ist ein deutlicher Wink, der dem Frankreich so sehr zu Dienst beflissenen Vorsitzenden der Kommission, dem holländischen Gesandten in Paris, Loudon, einiges Kopfzerbrechen machen wird. Denn nun muß man wirklich darin wieder so tun, als wenn man wirklich etwas tun wolle, was Frankreich samt seinen Vasallen in Wirklichkeit nicht will. Außerdem hat ja auch eine Entschließung der letzten Dölkerbundsversammlung auf möglichst baldige Schluhberatung dieser vorbereitenden Kommission gedrängt. Und England wird hierin nicht mehr durch Frankreichs willigen Freund 9er neue VerlmerRunlius beim Reichspräsidenten Nuntius Orsenigo verläßt das Palais des Reichspräsidenten, nachdem er seinen Antrittsbesuch gemacht und fein Beglaubigungsschreiben überreicht hat. Chamberlain geführt, sondern von einem wirklichen Abrüstungswillen des Labourkabinetts, das darin auch eine Spannung mit Frankreich nicht scheut. So spricht das „Sicherheitskomitee", dos am 28. April wieder in Genf zusammengetreten ist, auch von dieser Sache, und muh der Sommer der Genfer Abrüstungsarbeit einen Stoß vorwärts geben. Uns scheint, daß hier die eine Stelle wäre, — die andere ist die Londoner Erörterung über den Ar- titel 16 des Völkerbundspaktes —, an der die beut- s che Außenpolitik recht energisch die Ergebnisse der Londoner Flottenkonferenz vorwärtstrei- bend aufzunehmen hätte! * Das andere Gleis: der Poungplan. Ratifiziert haben ihn Deutschland, Frankreich und Belgien, noch nicht England und Italien. Ersteres wollte nicht vor Italien ratifizieren, letzteres nicht vor völliger Klärung der Dftreparationen, über die abschließend in Paris gesprochen worden ist. Diese Klärung ist zustande gekommen unter stärkstem französischen Druck. Nunmehr ist die Bahn für die englische und italienische Ratifikation frei. Der Voungplan kann mit Anfang ober Mitte Mai in Kraft treten. Warum Frankreich im letzten Streit um bie O ft ° reparntionen so drückt^ ist leicht erklärt. Da- von hing bie Inkraftsetzung bcs Planes ab, unb von biescr wieber bie Auflegung ber fog. Mobilisierungsanleihe, die Frankreich einen großen Kapitalbetrag bringen soll. Aber für das betreffende Bank- und Börsengeschäft ist nicht mehr viel Zeit, wenn es noch vor der in Amerika üblichen Sommerpause für Emissionen zustande kommen sollte. Unb ebenso kann bie „Bank für i n - ternationale Zahlunge n", bie wieber aufs engste mit biesern Geschäft verbunden ist, formell erst ins Leben treten, wenn ber Poungplan in Kraft gefetzt ist. Deshalb war bie erste Zusammenkunft des Verwaltungsrats dieser Bank in Basel während der Osterwoche nur informell ober „offiziös" Aber natürlich sinb bie Beschlüsse tatsächlich endgültig. Endgültig also zunächst die für Deutschland unbefriedigende, peinliche, vielleicht einmal nachteilige Wahl des Generaldirektors. Das ist also doch der Franzose Quesnay geworden! Ein Amerikaner Präsident, ein Franzose Generaldirektor — von der Position des deutschen Reichsbankbirektors Huelse muß sich erst zeigen, ob sie einen Einfluß gewährt. In jebem Falle untersteht er Herrn Oues- nay! War biefer Ausgang für Deutschlanb wirklich unoermeibbar? Ist in den Anfängen ber Grün- bung ber Bank schon alles von unserer Seite geschehen, was bas beutsche Interesse erforbert hätte, der Widerspruch Deutschlands nicht erst angemeldet worden, als es zu spät war? Es ist doch im Ernst keine Rebe bavon, baß sich kein Neutraler von ben Qualitäten bes (erst sechsunddreißigjährigen!) Herrn Quesnay gefunben hätte! Mit solchen Grünben, bie keine sind, soll man nicht kommen. Nun haben die Hauptgläubiger, ber birefte (Frankreich) unb ber inbirette (Amerika), bie b e i b e n Haupt- p o ft e n ber Bank in ber Hanb, und Deutschland hat sich mit der Hoffnung zu begnügen, daß das für uns fein Nachteil fein werde, da die Bank doch nur nach rein kaufmännischen, wirtschaftlich verständigen Gesichtspunkten geleitet werden könne. Ein guter Anfang aber ist für uns und insonderheit für Dr. Luther diese Wahl nicht! Daß sich ein energischer Wille bei der Bank durchsetzt, erlebte man in derselben Sitzung. Der Der- roaltungsrat wollte zuerst keine weiteren Vertreter aufnehmen, als für ben ersten Kreis im Statut bezeichnet war, weil er noch nicht offiziell konstituiert sei. Aber er mußte schon jetzt darüber hinaus bie Schweizer Nationalbank, bie Nieberlänbische Bank unb die Bank von Schweben zur Beteiligung am Kapital der Bank zulassen unb ihnen natürlich dafür auch ihre Stellen im Verwaltungsrat zu- sichern. Unmittelbar nach der Inkraftsetzung des Poungplans werden nun bie 200 000 Aktien ber Bank emittiert (bie beutsche Reichsbank wirb ihren Teil nicht öffentlich auflegen, fonbern im Portefeuille halten), unb ein Komitee ber neuen Bank- gewaltigen (barunter auch Dr. Luther) wird bie Mobilisierung bes ungeschützten Teils ber beutschen Iahreszahlung, also die große Reparationsanleihe vorbereiten, über deren Zinsfuß- unb Emissionskurs noch nichts feststeht — das, was gerade am meisten auf allen Seiten interessiert! Nun erhebt sich bie Frage, was Frankreich mit dem Ertrag der sog. P o u n g a n 1 e i h e , soweit er ihm schlüsselmäßig zufließt, anfangen wirb. Unmittelbare Finanz- unb Kassennot wie da« Deutsche Reich hat es nicht. Sein eben verabschiedete» Budget für 1930 31 schließt mit einem E 1 n - nahmeüberschuß ab, sein Kasten- unb Goldbestand ist exorbitant hoch. Man schwimmt so sehr im Gelbe, bah abermals zum Feste (wie schon letzte Weihnachten) bem Steuerzahler ein schönes Bukett von Steuersenkungen überreicht werben konnte. Daß es freilich ein Bukett ist, ist mehr al» ein Schönheitsfehler. Wieberum sind die Steuersenkungen zusammenhanglos, zersplittert, zeigen sie, w i e reformbedürftig das ganze französische Steuersystem ist, und können sie damit nicht dem Wirt« schastsleben so gründlich helfen, wie dieses es verlangt. Aber der Steuerzahler wird sich zunächst um bie sehr richtige Kritik ber Kammer an ber Finanz- frolitik bet Regierung nicht kümmern, fonbern sich egen, baß Steuersenkungen schon an sich besser sind als keine, und zufrieden sein. Produktion und Handel werden freilich ihre Forderung nach wirklich förderlichen Steuerreduktionen weiter erheben. Der Steuerzahler hofft weiter, daß die Steuersenkungen zu einer Verminderung des Notenumlaufs und damit zu einem Rückgang der Teuerung, über die er klagt, führen werden. Ob das eintritt, steht dahin. In jedem Fall ist die Finanzlage des Staats höchst günstig. Was macht er bann also mit bem Gelb aus ber Pounganleihe? Er kann bamit machen, was er will; irgenbeinc internationale Verpflichtung, bas Geld etwa für Schulbentilgung zu uenoenben, existiert nicht. Der Führer ber Sozialisten, Lson Blum, verlangte, baß es zu probuktiven Zwecken verwenbet werbe. Die Regierung aber will bamit bie inneren Schulden entsprechend amortisieren, also bie Ausgabenseite bes Staatsschulbenbien- stes erleichtern. Die Kammer hat auch biese Absicht gebilligt, unb sicherlich entspricht bas ben Gesichtspunkten einer gefunben Finanzwirtschaft unb Finanzpolitik. Man sieht schon an diesen Verhandlungen, noch bevor der P o u n g p I a n in Kraft getreten ist, welche Vorteile er Frankreich bringt und rote Frankreich es vermocht hat, bei dieser sog. „ent- gültigen" Regelung der Reparationsfrage seinen Willen unb seinen Vorteil durchzusetzen. Was barüber hinaus bie „Bank für internationale Zahlungen" bebeutet, bas zeichnete sich in aüererilert Konturen auch schon bei jener ersten Baseler Sitzung ihres Verroaltungsrates ab. Aber ihr roirklicher Charakter wird nicht nur, wie ber Vertreter Eng- lanbs, Sir Charles Abbis, sagte, bavon adhän« gen, roas ihre Leiter (its managers) aus ihr machen, sondern noch mehr, roas Amerika daraus macht. Unb Amerika babei genommen nicht nur als bas Haus Morgan unb das private amerikanische Kapital, sondern Amerika auch in seiner Federal Reserve Bank unb seinem Staatsbepartement (Außenministerium), Amerika also als Staat. Damit aber ist eines ber größten Probleme bezeichnet, nicht nur ber Weltfinanz unb Weltpolitik, fonbern auch ber inneren Politik und Auseinandersetzung in den Vereinigten Staaten, und damit unmittelbar auch für Mr. Herbert Hoover selbst, der nicht nur im November bei den Kongreßwahlen wieder eine Mehrheit für sich gewinnen, sondern auch 1932 als Präsident roiedergewählt werden möchte. Reichsbahndireliionsprösideni Or. Stapff f. QBOQi. Frankfurt a. M., 2. Mai. Wie auf Berlin gemeldet wird, ist heute morgen 7 Ufjr, unmittelbar nach Vollendung des 62. Lebens* jahres, der Präsident der Reichsbahndirektion Berlin, Dr. Paul S t a p s f, im dortigen Lazarus-Krankenhaus an den Folgen eines Schlaganfalls g e st o r b e n. Präsident Dr. Stapss war vor seiner Berufung nach Berlin Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main unb erfreute sich hier allgemeiner Wertschätzung. Der Verstorbene war über 30 Jahre im Dienste der Eifenbahnverwaltung tätig. Er begann seine Tätigkeit bei der Reichsbahndirektion Berlin und übernahm bald daraus die Leitung der Verkehrsinspektion in Königsberg. Don hier wurde er an die Direktionen Essen und Köln be- Versteigerung. Von Franz Hessel, z. Z. in Paris. Aus dem Korb voll halbzcrbrochenen Geschirrs liegen zwei Fächer. Eine Greisin, die in der ersten Reihe des Aultionspublikums sitzt, packt den einen uyd sächelt ihre Runzeln Probe. Angegraute Vorhänge quellen aus der Kiste, die der Diener heranrückt. Aus der bauchigen Tasche der strengen Händlerin knistern ihnen schon die schmutzblauen Scheine entgegen, ehe noch der Hammer des Tarators aufgeschlagen hat. Sein Gehilfe holt auf einen Wink die große Puppe, die auf den Küchenmöbeln hockte, her. Er nimmt sie um den Leib und zieht ihr den Porzellankopf mit dem spitzzulausenden Halse aus dem Rumps; nach rechts reicht er den Kopf, nach links den Rumpf. Burschen schauen unter die steifabstehenden Puppenröcke. Der Saal wird voller. Du müßtest aufs Podest steigen, um noch etwas zu sehen. Aber von einem Schub Fachleute, die hier nicht mehr bieten wollen, wirst du auf den Flur -.gedrängt. Auf einem Anschlag in fetten Buchstaben: RACÖLEURS. Was ist das? Der Text darunter erklärt. »Cs ist ebenfalls verboten jener Akt der racolage, bestehend in Handelsangeboten an Personen. die zur Versteigerung gekommen sind, und in Versuchen, sie von dem öffentlichen Verkauf zu entfernen, um sie in Privatgeschäfte zu führen." Ankündigung neben der Tür zum nächsten Saal. Kanapees, Fauteuils, Schränke, Truhen, Bibliothek, Kommoden, Sekretäre, Eckschränke. Gueridons, ferner Bohrer, Feilen, Schrauben, Drehbänke, Pressen, kleine Guillotine (— was mag das sein? Ein Zigarrenabschneider? —). Pfriemen. Prägstempel, Eichmasse, elektrische Mo° tore 2m Saal sind viel Mützenmänner, manche stehen hoch auf den Holzstufen, manche auf Kisten neben Strohkorb und Oelkanne. Zwei halten sich rechts und links an den Eckwülsten eines Sophas fest, andere an den Querstangen, deren Reihen bis zur Decke reichen. Ein großer Besitz soll hier losgeschlagen werden, sowohl die Zimmer- wie die Fabrikeinrichtung. Die da oben, die wie Techniker aussehen, werden noch eine gute Weile warten müssen, ehe das, was sie angeht. drankommt. Denn die „Ordre de vacation“, welche die Reihenfolge der Versteigerung an- xeigt, beginnt mit ben Dummern des Haushalts. Der interessiert die Dame in hochgeschlossenem Kleid. Sie ist noch immer in Halbtrauer um den längst verstorbenen Gatten und begleitet von ihrer Tochter oder künftigen Schwiegertochter, der sie Einrichtung aussucht. „Wird Jacques das lieben ? Cs nimmt nicht viel Platz weg", meint sie, als ein Eckschrank versteigert wird. Das junge Mädchen kümmert sich mehr um Silberschüsseln. So wandert der alte Besitz, der einmal Tagesgeschmack war, von Verarmten oder Gestorbenen zu den zu Geld Oelangten, die noch keinen neuen Geschmack haben. Die Dinge wollen nicht mehr an ihren alten Stätten bleiben. Mit ihnen gehen die kleinen Hausgötter, die Penaten, fort. Werden sie sich neu ansiedeln können? Sterben sie nicht auf dem Weg zum Auktionshaus? Jetzt werden Feuerschirm und Feuerzangen eines Kamins ausgeboten. Die beachtet die Witwe und ^Brautmutter nicht. Ihr Kind wird in eine Wohnung mit Zentralheizung ziehen. And sind dort noch Kamine, so wird kein Feuer darin angefacht werden. Vielleicht wird es nur eines der falschen, elektrisch erleuchteten Kohlenfeuer geben. Die Laren sind fort auch aus dem kommenden Heim. Einmal, als das Kind des früheren Bewohners dort auf dem Rost mit Wolle, Strohhalm und Streichholz Feuer spielte, hat noch etwas geraschelt, das mehr war als Flammenzucken. Aber dann hat man das Kind fortgerissen und die Klappe zugemacht. Die Laren sind aufgeflogen. Es ist ja auch kein Staub mehr in den neuen Häusern, in dem sie siedeln könnten. Staubsauger strecken ihre Schläuche durch die Fenster oder kommen treppauf in der Hand der Hausmeisterin. Geh den Frauen nach, die sich jetzt entfernen. Sie durchqueren den Saal gegenüber, in dem heute keine Versteigerung stattfindet. Was da herumsteht und -hängt, wartet wie — Anter- suchungsgefangene. Alle Dinge hier haben das gleiche Los, ob sie nun Kunst- ober Gebrauchsgegenstände seien. Die Ankündigungen unterscheiden zwar zwischen „bronces d’art“ und „bronces d’ameublement“, zwischen „objets divers“ unb „objets de vitnne“, aber Gefangene werden einander ähnlich. Da sind eine Reihe farbiger Stiche, die das Leben der Esther darstellen. Auf dem einen wird immer noch, fo stockfleckig sie ist, die schöne Königin für Ahas- verus gesalbt und gebadet zwischen umgestülp- ten Louis XV.-Stühlen, Bettgestell unb Standuhr unter Lüstern, Wandleuchtern unb hängenden Teppichen. - - > Dun gehn die Frauen in den nächsten Saal, wo die Spiegel mit den nachgemachten Schäfereien am Aufsatz sind, wo die traubengekränzte Bacchantin, die Automne heißt, ihr verschmutztes Marmorlächeln auf ben Taxator hinabsendet (Stand nicht fo eine beiseite gerückt auf dem Spind im Schlafzimmer der Eltern unb später auf einem noch höheren im Plättzimmer?) Da mögen sie Konsole, Dippetisch unb Büfett wählen. Sie werben nicht so heikel sein wie der Alte dort, dem unter der Tellermütze der silberne Haarkranz sprudelt und der so mißtrauisch die Schlösser der Schränke unb Truhen untersucht. Du siehst hinaus zu den beiden luftigen Mädchen, bie sich aneinandergelehnt auf den Seitenstufen recken unb dem Ausbieter gerade ins Gesicht lachen. Die sind hier nicht am Platze, hier wird nicht gelacht und geflirtet. Streng sind bie Gesichter ber Kenner unb Laien selbst, als jetzt ber golbgerahmte himbeerfarbene Sonnenuntergang hochgehoben wird. Laß die Mutter den für das Eßzimmer ihrer unglücklichen Dachfahren erstehn und komm eine Treppe höher. Da gibt es stillere Säle mit Spezialitäten und Spezialisten. In einem sitzen über ihre Kataloge geneigt die Briefmarkensammler. Diele von Urnen haben Alben vor sich liegen, in denen sie vergleichen, was der Auktionsdiener auf weihen Bögen an aufgeklebten Wertzeichen herumreicht. Mit sanfter Stimme nennt ber Taxator von Zeit zu Zeit eine neue Dummer des Kataloges und lieft von winkenden unb nickenden Köpfen die Angebote ab. Ebenso gelinde geht es in bem ©aal mit den Münzen zu, etwas lebhafter in einem dritten, wo eine Sammlung von Degerplastiken versteigert wird. Da wandern Götzen und Tiere durch Kennerhände, manche steigen babei im Preis, manche scheinen zu verlieren. Die Kenner seh., diese Holzidole kaum noch auf ihre gleich sichtbare Schönheit hin an, sie drehen die Stücke und finden innen im Holz Merkmale, die dem Laien entgehen. Als eine Harmlose angesichts eines rätselhaften Tiers „Ah! le beau monstre!“ ausruft, bekommt sie von den Dachbarn ein nachsichtiges Lächeln ab. Für Keramik, Gravüren, GouacheS des letzten Saales bist du schon zu müde, siehst nur im Debet übet ben Häuptern durch fahles Grün eines Gobelinwaldes, dessen Rand franst und spaltet, vergehende Gestalten einer andern Welt wandeln. Aber bie Anschläge im Flur lieft du noch durch und erfährst, daß die Polizei verbietet, Hunde mitzubringen, zu rauchen, auf den Stühlen zu schlafen und verkehrshindernde Gegenstände ab» zusehen oder auszubreiten. Die Treppe hinunter. Fort aus dem KehrauS der alten Jahrhunderte und ihrer Zerrbilder. Du stehst auf ber Straße. Ein Heer von AutoS wartet hier und in ben einmündenden Deben- strahen, dazwischen altväterische Pferdegespanne und Lastkarren. Dor den Läden stapeln sich Tische, Stühle, Inschriften fordern dich auf, die Gelegenheiten eine Treppe höher zu besichtigen. Beim Dammüberqueren wird dir ein Zettel gereicht: Kabinett des Dr.... Wenn Sie den geringsten Hautrih an sich entdecken, konsultieren Sie uns! ... Du kommst vor den großen Laden: „Zur harten Eiche". Mitten unter modernen Möbeln liegt auf einem Tischchen ein Lederband aufgeschlagen: .Tratte de la communion'. Unter ben Schrecken des 19. Jahrhunderts bedrängen dich besonders zwei Gestelle mit Kleiderriegel und Glasscheibe, die den Rücken einer halbnackt sinnenden Maurin spiegelt, welche auf dem Brett darunter festgemacht ist. Zwei Amoretten aus Terrakotta ringen und schauen babei auf eine Art Brötchen zu ihren Füßen. Das nennt sich „Kampf um das Herz". Ein Torbogen, im Hintergrund ein alter Palast: Justice de Paix. Die Fenster des oberen Stockwerks sind erleuchtet. Schlecht gekleidete Leute kommen unten aus dem ehrwürdigen Gebäude. Die Mauer des Hofganges, der zu dem Palast führt, ist voller Anschläge, die Verkäufe auf Grund von Pfändung und Bankerott und alle Arten der Dersteigerung anzeigen. Du treibst bis an die Ecke des Boulevards. Reben dem Zeitungsstand, wo über seitliche lockere Magazine ein roter Zettel läuft: ,De la folie pure', bekommst du einen Pappkneifer zugesteckt: Der König der Kneifer, der nie von der Dase fällt. Haus gegründet 1876. And mm stehst du am Eingang zum Kleinen Kasino. Du könntest noch ins Aperitifkonzert gehn und die Künstler sehen und hören, deren Photos hier von der Wand schauen, die Hochschmachtende, den dreieckig Götinfenben, den Clown mit zu kleinem Hut und zu breiter Krawatte, die verbissene Realistin mit den Händen in den Taschen des Jackenkleides. Drüben wandert Reklameschrift durchs Dach. Aus Aeberhelle schaust du zurück in die dunkelnde Straße, wo schon fern das Haus der Ausverkäufe breit unb still lagert, Ü Ludwig Pfarrer fominiffion m Trier. Am 1. Oktober 1919 erfolgte wirkte er bei -er Interalliierten Feldeisenbahnlegion verliehen worden. D. Red. lsdirektor und e i ß erklärt Von -er Buhbach-LicherEisenbahn kleidete er bis Ende Juli 1925. Seit dieser Zeit war er Präsident der Reichsbahndirektion Berlin. rufen, wo er hauptsächlich mit Verkehr-- und Tariffragen beschäftigt war. Anfangs 1912 kam I seine Ernennung zum Präsidenten der Reichs- er als Vortragender Rat in das Ministerium bahndirektion Frankfurt a. M. Diesen Posten be- der öffentlichen Arbeiten. Bon 1918 bis 1919 Wien einzuberufen, an dem die Vertreter von 21 Staaten Europas, Asiens^ Afrikas und Amerikas tcilnahmen. Von diesem Kongreß wurde als ständiges Organ die Internationale Kriminalpolizeikommission eingesetzt, die als Keimzelle für die weitere Zusammenarbeit der Polizeibehörden aller Länder betrachtet werden kann. wegung. Bald darauf wurde Schober in Wien vor eine Aufgabe gestellt, um die er nicht zu beneiden war. Im Juli 1927 brachen Unruhen aus, der Justiz- Palast wurde niedergebrannt. In jenen Tagen hat ich Schober bei der Wiener Arbeiterbevölkerung ehr verhaßt gemacht. Aber er konnte für sich an- ühren, daß an den österreichischen Grenzen inter- ventionsbereite Truppen der verschiedensten Länder warteten, in diesem kritischen Augenblick im Trüben zu fischen. Als im Herbst v. I. die Gegensätze innerhalb Oesterreichs wieder einmal zu blutigen Aus- einandersctzungen zu führen schienen, bat man Schober, nochmals die Bundeskanzlerschaft zu überneh- men, um zu verhindern, daß die Heimwehrcn und die Arbeiterorganisationen in offenen Krieg gerieten. Er hat es verhindert und sich dabei wieder als der geschmeidige Staatsmann erwiesen, als der glänzende Verhandlungsführer, den man wegen feines diplomatischen Talentes auf vielen Kongressen bewundern konnte. Bundeskanzler Schober. Oer Werdegang des erfolgreichen österreichischen Staatsmannes. Äon Legatus. Bundeskanzler Schober hat im Laufe eines halben Jahres Oesterreich von der Reparationspflicht befreit, den deutsch-öster- reichischen Handelsvertrag abgeschlossen und freundschaftliche Beziehungen zu Italien und Frankreich hergestellt. Ihm ist soeben das Großkreuz der französischen Ehren- Entwurs des neuen Fahrplanes oorgelegt werden konnte. Dieser Fahrplan ist die Folge der angeblich vorhandenen Rot. An dem vorgelegten Fahrplan merkt man sofort die Absicht der Be- triebsleitung der Bugbach-Licher Eisenbahn, die sie schon Jahre lang hotte, die sie aber früher wegen des einmütiaen Zusammenhaltens der Gemeinden und der energischen und verständnisvollen Unterstützung, die diese bei den staatlichen Aufsichtsbehörden gefunden hatten, zurückstellen mußte. Nach langen Kämpfen war es erreicht worden, daß seit Jahren ein Fahrplan dem Verkehr zugrunde lag, der den Bedingungen der Konzession's urkun- den von 1904 und 1909 für den Bahnbau einigermaßen entsprach. Den anliegenden Gemeinden kam es darauf an, Früh - und Spätverbindun- g e n $u haben. So hatte man di« Zeit über morgens tn Grünberg ankommende Züge um 7 Uhr und Spätzüge nach 21 Uhr. Dem wirklichen Reife- bedürfnis war damit Rechnung getragen, und die obere Strecke der Bahn (Grünoerg—Lich) begnügte sich auch mit drei Zugpaaren. Durch die teilweise Verkraftung der Strecke soll nun täglich nur noch ein Zug von Lich nach Grünberg und zurück laufen. Dieser Zug soll zu gleicher Zeit den ganzen Güterverkehr der totrede bewältigen, an der u. a. mehrere Steinbruchwerke liegen. Nach der fahrplanmäßigen Zeit, die für diesen Zug fest- gesetzt ist, kommt er zur Beförderung von Personen, die Anschluß an die Staalsbahn finden wollen, nicht in Betracht, da in Grünberg nur eine Uebergangszeit von 12 Minuten vorgesehen ist. Der Frühzug wird ab 15. Mai nach dem neuen Fahrplan als Auto gefahren, ebenso ein Nachmittagszug, der in Lich gegen 15 Uhr abfährt und 15.40 Uhr in Grünberg eintrifft. Die Rückfahrt von Grünberg erfolgt 18.25 Uhr An einem einzi- gen Tage (Dienstags) ist eine Auto-Spätverbindung Lich ab 19.35 Uhr, Grünberg an 20.25 Uhr, Grün- berg ab 20.50 Uhr, Lich an 21.40 Uhr vorgesehen. Wenn dieser Fahrplan Gültigkeit bekäme, wären alle Abendoerbindungen außer Dienstags gefallen. Der Reisende von der Strecke Vor ein paar Jahren prägte der Rotterdamer Polizeipräsident S i r k s in seiner witzigen Art auf einer internationalen kriminalpolizeilichen Veranstaltung den luftigen Satz: „Schober klebt, l e i m t u n d k i t l e t a 11 e s!" Tatsächlich wirkt der jetzige österreichische Bundeskanzler und frühere Wiener Polizeipräsident wie ein Bindemittel, das die widerstrebendsten Persönlichkeiten aneinander zu fetten versteht. Geschmeidig wie ein guter Diplomat der alten Schule, formvollendet in der Redeweise, glatt und nie verletzend ist dieser Politiker, der in der kurzen Zeit seiner Bundeskanzlerschaft von einem europäischen Staat zum anderen gereift ist, um für Oesterreich um gutes Wetter und — wenn es sich gerade machen ließ — um Anleihen zu bitten. Noch not wenigen Wochen war man in Frankreich schlecht auf ihn zu sprechen; man nahm es ihm übel, daß er in Rom zu enge Freundschaft mit Mussolini geschlossen hatte. Der Verdacht, daß ge- Heime Abkommen zwischen Italien und Oesterreich bei dieser Gelegenheit getroffen feien, konnte nicht unterdrückt werden. Jetzt hat ihm Frankreichs Präsi- deut Doumergue das Großkreuz der Ehrenlegion verliehen. Man hat in Paris für den österreichischen Bundeskanzler Bankette und Galavorstellungen veranstaltet, man hat ihn wie das Oberhaupt einer befreundeten Großmacht gefeiert, und natürlich hat es sich der berühmte Pariser Polizeipräfekt C h i a p p e nicht nehmen lassen, feinem früheren Kollegen vom Donaustrand besonders aufmerksam zu begegnen. In Deutschland weiß man, welchen Preis die Franzosen dafür fordern, daß Oesterreich von ihnen politisch und wirtschaftlich gestützt werden soll: Verzicht aus den An- s ch 1 u ß! Es ist nicht au leugnen, daß Schober außen- politisch der erfolgreichste Staatsmann ist, den Oesterreich seit vielen Jahren aehabt hat. Ihm ist es auf der zweiten Haager Konferenz gelungen, fein Land von der drückenden Reparationspflicht zu befreien, eine Leistung, die man ihm nicht vergißt. Er hat dafür gesorgt, daß endlich der deutsch- österreichische Handelsvertrag unterzeichnet worden ist, an dem die Delegierten der beiden Völker, die eigentlich eins find, jahrelang laboriert haben, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Ihm scheint es jetzt endlich geglückt zu sein, für Oesterreich gute Beziehungen zu den beiden Machtgruppen herzustellen, die im mittleren und südlichen Europa um die Hegemonie ringen, zu Italien und zu Frankreich. Dies alles ist Ät einem reichlichen halben Jahr erfolgt, denn das Kabinett seines Vorgängers Streeruwitz ist erst am Abend des 25. September 1929 zurückgetreten. Wer ist dieser Mann, der ein entwaffnetes und von miß- trauifchen Nachbarn umgebenes Land so erfolgreich durch die Klippen der Politik zu steuern verstanden hat? Johann Schober ist ungefähr 56 Jahre alt. Er wurde am 4. November 1874 in Berg in Oberösterreich geboren, lieber seine Jugend ist nicht viel zu sagen. Er studierte in Wien Jura und Nationalökonomie und trat im Jahre 1908 in das Wiener Polizeipräsidium ein. Dort blieb er nur ein Jahr; dann wurde er dem österreichischen Innenministerium zugeteilt, bis er kurz vor dem Krieg, im Jahre 1913, in das Polizeipräsidium zurückkehrte. Schon damals betraute man ihn mit Aufgaben, die nur halb auf polizeilichem, dagegen halb auf diplomatischem Gebiet lagen. Wenn König Eduard VII. von England nach Marienbad reiste, um dort eine Kur 3u machen — das geschah in vier aufeinanderfolgenden Jabren — so wurde Schober dem britischen Monarchen als österreichischer Beamter zugeteilt, der darüber zu wachen hatte, daß die Verwaltung in jeder Beziehung für die Sicherheit und das Wohl- befinden des englischen Staatsoberhauptes sorgte. Im Krieg leitete Johann Schober die österreichische Staatspolizei. Er ist also schon unter dem alten Re- ginie zu höchsten Aemtern emporgestiegen, und es spricht für seine Anpassungsfähigkeit, daß er nach dem Umsturz nicht „abgebaut" wurde, sondern im Gegenteil noch weiter aufrückte. Im Dezember 1918 wurde er Polizeipräsident von Wien und stand als solcher vor der schwierigen Aufgabe, die österreichische Hauptstadt in unruhigster Zeit vor Blutvergießen zu bewahren. Die Truppen fluteten zurück, die Demobilmachung wurde durchgeführt, ohne daß die entlassenen Soldaten Arbeit fanden, die sozialen Gegensätze vertieften sich, zwischen dem städtischen Wien und der ländlichen Bevölkerung ringsum tat sich eine kaum zu überbrückende Kluft auf. In Ungarn kam Bela Kun ans Ruder, Bayern wurde Räterepublik, und das kleine, hungernde Oesterreich lag nun zwischen zwei kommunistischen Staaten. Die österreichische Polizei stand damit vor den größten Schwierigkeiten aber Schober hat sie überwunden Während kleinere Aufstandsbewegungen zu unterwürfen waren, dachte der Wiener Polizeipräsident über Dinge nach, die eigentlich nur von den Polizei- gewaltigen großer Länder verwirklicht werden konn- ten Er empfand es als einen großen Mißstand, daß die Polizeibehörden der verschiedenen Staaten nicht genügend zusammenwirkten, und er plante eine internationale Rechtshilfe zur Anhaltung der flüchtigen Verbrecher, zur Sicherstellung des Diebesgutes und zur Auslieferung der liebel- täter. Im Jahre 1919 sprach er über diese Pläne mit dem führenden holländischen Polizeibeamten van Houten und regte an, von dem neutralen Hol- land aus einen Versuch in dieser Richtung zu unternehmen. Er setzte sich ferner mit dem Brüsseler Kriminalisten Keffer in Verbindung und gewann auch den Neuyvrker Polizeifachmann Richard En right für seine Absichten. Schließlich ließ er sich von der Regierung Seipel ermächtigen, einen internationalen Polizeikongreh nach Seine Tätigkeit als Wiener Polizeipräsident wurde nur dadurch unterbrochen, daß er etwa zwei Jahre als Bundeskanzler die Sorge für das Wohl des österreichischen Staates auf sich nahm. Nach feinem Rücktritt vom Bundeskanzleramt wurde Schober sofort wieder Polizeipräsident. Man hatte diesen Posten für ihn freigehalten, weil man wußte, daß fein entsprechender Nachfolger zu finden war. Wiederum widmete er sich der Forderung aller Be- ftrebungen, die die internationale Zusammenarbeit der Polizeibehörden vertiefen konnten, und es ist be- zeichnend, daß man den Weltpolizeikon- g r e ß, der im Jahre 1926 in Berlin zusammentrat, in Fachkreisen kurz den „S ch o b e r k o n g r e ß" nannte. Wie der damalige Regierungsl' “ jetzige Berliner Polizeipräsident Dr. W hat, wollte man ursprünglich damit nur den Berliner Kongreß von der gleichzeitig tagenden „All- gemeinen Polizeikonferenz" unterscheiden. Aber die Polizeifachleute waren sich auch darüber klar, daß die Bezeichnung „Schoberkongreß" noch eine andere, tiefere Bedeutung hatte. Schober war nicht nur der Präsident, sondern darüber hinaus die Seele der ganzen internationalen kriminalpolizeilichen Be- Schon seit einiger Zeit hat die Oesfentlichkeit sich wieder mit der Butzbach —Licher Eisenbahn beschäftigen müssen, nachdem jahrelang keine Klagen über den Betrieb dieser Bahn zu hören waren. So vernahm man vor einigen Wochen, daß die Bahn aus wirtschaftlichen Gründen eine Betriebsumstel- l u n g plane, die dahin gehen soll, daß eine Anzahl von Zügen ausfallen und durch Autofahrten erseht werden sollten. Als Grundlage für diese Aenderung des Verkehrs gab man die prekäre finanzielle Lage des Unternehmens an. Tatsache ist ja auch, daß die Aktiengesellschaft schon längere Zeit mit der Zahlung ihrer Gemeindesteuer in Rückstand geblieben war und verschiedene Gemeinden ihre Forderungen auf zwangsmäßigem Wege einzutreiben suchten. Es steht aber auch fest, daß man in weiten Kreisen der Bevölkerung Rentabilitätsangaben der Butzbach—Licher-Eisenbahn-Aktiengesellschaft mißtrauisch gegenüberstand, was sich aus den Ereignissen der Vergangenheit erfiärt und wohl auch daher kommt, daß die Butzbach—Licher Eisenbahn in der letzten Zeit Jahre guten Verdienens und sogar Reingewinnes hatte. Die angeblich schlechte Lage der Eisenbahn sollte Gegenstand der Prüfung durch eine Kommission sein, die aber bis jetzt noch nicht zu ihrer Arbeit zu- sammentreten konnte, weil ihr die Eisenbahngesellschaft noch keine Unterlagen zur Nachprüfung ihrer Angaben übermittelt hat. Die angeblich schlechte Lage des Unternehmens sollte dann auch weiterhin der Grund dafür fein, im Betriebe möglichst große Einsparungen zu machen und zu diesem Zwecke den Fahrplan au ändern bzw. eine teilweise Verkraftung desselben an Stelle der Züge eintreten zu lassen. Während, wie gesagt, Angaben für die Prüfung der finanziellen Lag« bis jetzt nicht gegeben wurden, bat die Betriebsleitung der Butzbach-Licher Eisenbahn in der Fahrplansache sehr schnell gearbeitet, so daß einer Sitzung, die gestern im Regierungsgebäude zu Gießen stattfand, der 42 Jahi Abends ‘»»•Ub Heut unsere j Heute mc meln Heb und BrU(j Die Bet Inf Speise Herret Schlaf? Rächet ZL && K C’iff aöd SWfe! ’S ’Ä s. ui lösen, sah # ffun barauf LM glanbte d-- unt> vielleicht ff Mtlichen-M ihn zu einer hcimns zu Mta antrat, gtn«W brief zudem Sa lausend Dollars. Teile teilen, aber aus der Mflo i&ten Plan nich |it beanspruchte • Summe. Leben Di man nur als eil und d ist meh Lagen mb ®oi ungeheuerlicher 1 aß er später c Gefangene sprech keine sechs Don 75. Geburtstag Oskar v. MllerS Oskar von Miller der „Vater der Museen^ Schöpfer des Deutschen Museums in München und der bayerischen Walchenseewerke, ein Pionier der elektrischen Kraftversorgung und -Übertragung, begeht am 7. Mai seinen 75. Geburtstag. Lich—Grünberg müßte aus Gießen spätestens 17.35 Uhr abfahren, um noch nach Haufe zu kommen. Sie letzte Autooerbindung von Lich ist schon nachmittags um 15 Uhr. Daß das kein Ersatz ist für die aus-, gefallene Spätverbindung und ferner allen wirtschaftlichen Interessen der anliegenden Gemeinden widerspricht, ist ganz offenbar. Deshalb hat die gestrige Kommissionssitzung vorgeschlagen, daß auch auf der Strecke Lich—Grünberg mindestens eine viermalige Spätverbinduna wöchentlich in dem Fahrplan vorzusehen sei, wie sie als selbstverständlich den unteren Streckengemeinden Lich--» Butzbach bzw. Lich—Bad-Nauheim von der %et triebsleitung gewährt wurde. Die obere Strecke (L i ch — Grünberg)» die Jahre lang durch ihrey Frachtver* kehr das Rückgrat der Bahn gewesen war, darf nicht schlechter behandelt werden, als die Konze s s ionsurkunds es vorschreibt. Das ist das Gefährliche bei der ganzen Fahrplanumgestaltung, daß die Konzes^ s i o n s u r k u n d e, die einzige Waffe, die die Gemeinden gegenüber der Bahn haben, bei Genehmigung dieses Fahrplans automatisch außer Wirksamkeit gesetzt wird. Hier muß die Staatsregierung gebeten werden, Sicherheit dafür zu schaffen, daß die betroffenen Gemeinden nicht der wirtschaftlichen Willkür ausgeliefert werden. Die Regierung muß sich die Zeit nehmen — und manchmal hat es den Eindruck gemacht, als ob Verhandlungen im Interesse der Gemeinden für Zeitverlust gehalten würden — d i e berechtigten Wünsche der Gemeinden zu prüfen und zu fördern. Denn die Gemeinden sehen in der Regie- > rung nicht einen Anwalt rein wirtschaftlicher Interessen, sondern die Stelle, die sich des Schutzes der Interessen der Bevölkerung anzunehmen hat. Es ist auch zu bedenken, daß die Betriebseinschränkungen notwendiger Weise zu Personalabbau füh- ren müssen, und man darf von dem sozialen Der- ständnis der Regierung hoffen, daß sie auch diesen Punkt berücksichtigt. Zum mindesten aber fordern die Gemeinden an der Strecke Lich—Grünberg, daß auch bei der Verkraftung des Fahrplans ihre Eisenbahnverbindungen am frühen Morgen und späten Abend bestehen bleiben. Pfarrer Heumann's Heilmittel & ■Heilmittel erhalten Sie Heumann Heumann- ln allen Apotheken Gießens bestimmt: Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 bewährt bei zahlreichen Krankheiten. 180000 Dankschreiben. Das Pfarrer Heu- mann-Buch(272S.J50Abb.) jeder, der sich auf dieses Inserat beruft, völlig umsonst u. portofrei durch Co., Nürnberg S 7. 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Heute nacht ist meine liebe Frau, meine herzensgute Mutter, unsere gute, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Ve-mählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Mbl, Schwlttnäe T In tiefer Trauer: Kath. Stumpf geb. Fritz Kath. Balser nebst Kindern Familie W. Fritz (z. Z. Amerika) Familie Simon. „Was ich nur wissen möchte," sagte Clarke zu Peter Dewin, „was hat Deale vertrieben? Woher wußte er, daß Sie die ganze Geschichte durchschaut hatten?" Peters Antwort brachte ihm nicht den gewünschten Aufschluß. Fast ebenso unbefriedigend war die Erklärung, die er Daphne Olroyd gab, als sie an einem sonnigen Winternachmittag Hand in Hand in dem Park sahen. „Aber bat dich denn Mr. Deale niemals, ihn nicht zu verraten?" fragte sie. „Er bat mich nicht", sagte Peter liebenswürdig. „Er schlug mir nur vor, nach Hause zu gehen und einmal lange zu schlafen — und das tat ich! Und während ich schlief, verschwand die gefiederte Schlange aus dem Lande!" Bekanntmachung. Der nächste Diehmarkl in Gießen findet aus eigener Werkstätte b) Ziegen. 1. Böcke, zwei Jahre und älter. Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Ober-Schmitten sollen auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde die Arbeiten und Lieferungen für den Bau eines Maschinengebäudes nebst Saugbehälter und Brunnenschacht Der- In tiefer Trauer: Ludwig Kröck III. Kätchen Kröck Familien Chr. und Aug. Lenz. a) Rindvieh. Bullen über zwei Jahre. Bullen von 15 bis 24 Monaten. Bullen von 12 bis 15 Monaten. Kühe mit drei und mehr Kälbern. Polster-Möbel Matratzen Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer Küchen Technikum Ilmenau Thflr. Ingenieurschule iür Maschinenbau und Elektrotechnik Wlnensehaftllche Betriebtführg. Werkmeister*trteilnng Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags um 4 Uhr, statt. 02989 Prima Speise- n. Salat- Muffeln W. Hankel Neuen Baue 7.l,eD Tclcvbou 2612 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Grünberg für Rj. 1930 liegt vom Monlag, dem 5. Mai 1930, ab bis einschließlich Montag, den 12. Mai 1930, eine Woche lang, zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Zeit tonnen Einwendungen schriftlich ober mündlich vorgebracht werden. Es wird die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker bei- zutragen haben. 3479D Grünberg, den 3. Mai 1930. Hessische Bürgermeisterei Grünberg. *21=! Motten Durch D. R.P. geschützr Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischem Kulturbauamt Gießen offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 17. Mai 1930, vormittags IQ% Uhr, ein- zureichen sind. Zuschlagsfrist drei Wochen; freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 1. Mai 1930. hessisches Kulturbauamt. 8. SLt Mangold, ötegierungsbaurti. Dienstag, den 6. Mal 1930, Rindvieh- (Nutzoieh.) Markt; Mittwoch, den 7. Mai 1930, Schweinemarkt. Auflriebszeik an beiden Markttagen von 7 bis 8% Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 3. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Prämienmarkt Lauterbach. Mittwoch, den 4. 3unt 1930. Pferde-, Rindvieh-, Ziegen-. Schwelne- und Krämermarkt. Die Prämiierung wird von dem Land- wirtschastskammerausschuß für Oberhessen, dem Kreisrinderzucht-, Kreisziegenzucht-, Kreisschweinezuchtverein und der Stadt Lauterbach gemeinsam ausgeübt. Prämiiert werden rein gezüchtete Tiere der Fleckviehrasse (Simmentaler) und Vo- gelsberger Rasse sowie Saanenziegen und Schweine des veredelten Landschweines nach folgender Klasseneinteilung: Für Ella hakt« tt eine Gefängnisstrafe stimmt. Zu diesem Zwecke kaufte er eine kleine, halbfertige Fabrik für Kriegsmaterial, die nicht mehr benutzt wurde. Einen der Räume richtete er zu einer Gefängniszelle ein. <$r wählte diese Form seiner Rache — Die Frau, die ihn getäuscht und in ein lebendige- Grab geschickt hatte, sollte hier selbst die Schrecken der Gefangenschaft kosten. An dem Tag, an dem Crewe ermordet wurde, machte Ella Creed einen Desuch in Deales HauS, und während sie eine kleine Tonschlange betrachtete. hörte sie seine Stimme und wurde ohnmächtig. Was nachher geschah, mögen ihre eigenen Worte berichten. ,Ich sagte ihm, daß ich ihn erkannt hätte, und er erwiderte, daß er mir eine große Summe Geldes geben wolle, wenn ich diese Tatsache bis morgen für mich behalten wollte. Och fragte ihn, ob er Farmer getötet hätte, und er gab es zu. Ich drohte ihm. Die Polizei davon zu unterrichten, aber er entgegnete, daß er Dann angeben müßte, wie ich zu meinem Geld gekommen fei.' Gregory Deale und sein Hausmeister sind jetzt flüchtig und werden überall gesucht. Ich bezweifle aber sehr, daß man Deale fangen wird. Er ist ein Mann, der sich in einer langen Reihe von Jahren selbst zu kriminellen Methoden erzogen hat. Gr ist für jedes Vorkommnis gerüstet und wird seiner Strafe entgehen. Dieser vollkommene Verbrecher mit seinen Sprachkenntnissen, seiner außerordentlichen Gewandtheit in Verkleidungen und seinem scharfen Geist wird niemals in die Hände der Polizei fallen.“ Bekanntmachung. Das Standgeldverzeichnis der Israeliti. sehen Religionsgemeinde für das Rech- nungsjahr 1930 liegt acht Tage lang zur Einsicht der Beteiligten auf dem Bureau des Unterzeichneten, Alicenstraße 2, offen. Nur während dieser Frist können Ein- Wendungen gegen die Richtigkeit erhoben werden. 3529D Gießen, den 2. Mai 1930. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Louis Marcus. Versteigerung. Aus einem Nachlaß versteigere ich Montag, Den 5. d. M., pünktlich nachmittags 2 Uhr, fiaiferaUee 23, (Eingang Moltke- ftrafje (Zigarrenfabrik) meistbietend gegen Barzahlung: einen la kompletten Salon, bestehend aus einem Sofa, vier Sesseln, einem Tisch, einem Vertiko, einem großen Tru- meau, einem Damenschreibtisch, Hocker, wiege, Pflanzenkübel mit Stander, alles sehr gut erhalten. 3503D Sodann: einen w. Holzwaschtisch mit Spiegelauf- sah, einen zweitürigen Kleiderschrank, ein Sofa, einen oenet. Muschelsessel, einen Küchenschrank, Stühle, Tische, eine antike Standuhr, einen Gartentisch mit fünf Stühlen, Gasherde, eine Bockflinte. Ferner: eine sch. Dezimalwaage mit Gewichten, einen zwei- und einen vierrädrigen Handwagen, eine Schleife, zirka 8 m emaillierte waschvorrichtung m. Stützen usw., zwei hand-Gras-Mahmaschinen, Oefen. Außerdem: ein Kaffeeservice, f. o. Rex- gläfer, Nippsachen, gebrauchte Korke, einen f. g. Kinderwagen, Schuhe u. v. a. Versteigerung bestimmt. QAtthoff gerichtl. beeid. Taxator und Auktionator. Nicht rechtzeitig gemeldete Tiere werden zur Prämiierung nicht zugelassen. Die Prämiierung für Herdbuchtiere, Schweine und Ziegen beginnt vormittags pünktlich 8% Ahr, für Nichtherdbuchtiere vormittags pünktlich 10 Uhr. Mit diesem Prämiierungsmarkt ist eine Verlosung von Vieh und Geräten aller Art verbunden. Lose zu 0,80 RM. das Stück vermittelt die Bürgermeisterei Lauterbach. Das zur Verlosung kommende Vieh, nämlich eine Kalbin, vier Rinder, zehn Schweine und zwei Ziegenlämmer, wird vorher auf dem gleichzeitig stattfindenden Rindvieh-, Ziegen- und Schweinemarkt angetauft Lauterbach den 30. Aprll 1930. hessische Bürgermeisterei. Walz. Böcke, ein Jahr alt. Ziegen, dreijährig und älter. Ziegen, zweijährig. Ziegen, einjährig, milchend. Zeitziegen. Mutterlämmer, in 1930 geboren, c) Schweine. Eber über ein Jahr und älter. Eber von sechs bis zwölf Monaten. Sauen mit drei und mehr Würfen: a) tragende: b) mit Ferkeln. Sauen mit einem bis zwei Würfenf a) tragende: b) mit Ferkeln. Frau Helene Kröck geb. Lenz 5. Iungschweine, über sechs Monate alt Prelssttftungen in höhe von annähernd 2000 RM. stehen seitens der obenerwähnten Körperschaften zur Verfügung. Die Anmeldungen der Prämiierungstiere sind bis spätestens 25. Mai 1930 an die Vorsitzenden der Zuchtvereine zu richten, und zwar für Rindvieh an Herrn Direktor Schönheit, für Ziegen an Herrn Kulturbauoberinspektor Kunz und für Schweine an Herrn Lehrer Meyer, sämtlich wohnhaft in Lauterbach. Bei der Anmeldung von Rindvieh ist Herdbuchnummer und Klasse mit anzu° Danksagung. Für die aufrichtige Teilnahme und die Kranzspenden bei dem Heimgänge meines lieb. Mannes sage ich allen denen meinen herzlichsten Dank. Elise Möller. Gießen (Schulstraße 2), den 3. Mai 1930. ______________02950 daß Ella bte Stau 3oe Farmers war.1 Das übrige konnte er sich bann selbst ^ufammenreimen. Er sagte einmal, bah daS Gefängnis die besten Menschen in Desti en verwandelt, und zweifellos dachte er dabei an sich selbst. Die langen SchreckenSnächte tauchten vor ihm auf, in denen er wachlag und dachte, dachte, dachte... Damals schmiedete er seine Rachepläne. ES ist sicher, daß der William Lane, der aus dem Gefängnis kam, ein ganz anderer war, als der hineinging. Während seiner Abwesenheit lief sein Haushalt wie gewöhnlich weiter. Sein Rechtsanwalt erhielt ständig Instruktionen, feine Geschäfte weiter zu führen. Ich bin überzeugt, daß nur ein einziger Lanes Vertrauen besah, und das war sein Hausmeister, der feit feiner Jugend bei ihm war. Es gibt dafür keinen Deweis, aber da auch er verschwand, ist es wahrscheinlich, daß er nicht nur über die Handlungen seines Herrn informiert, sondern auch aktiv daran beteiligt war. Gs ist möglich, daß er der Mann war, der später eine junge Dame, die er mit Ella Creed verwechselt hatte, in das »Gefängnis" nach Epping brachte. Offenbar schmuggelte Deale ‘Briefe aus dem Gefängnis zu diesem Mann. Deale plante, nach feiner Entlassung aus dem Gefängnis nach Amerika au gehen, und bann unter eigenem Damen und aufsehenerregenden Umständen nach England zurückzukehren. Viele Leute glaubten, er sei in Zentralamerika. Der Hausmeister hatte dieses Gerücht hauptsächlich verbreitet, um die mißliche Lage, in die sein Herr geraten war, zu verbergen. Deale konnte seine Absicht nicht ausführem. Hugg, eine ganz unbedeutende Persönlichkeit, Harry, der Vagabund, ein kräftiger Kerl, der wegen schwerer Körperverletzung und Raubes au einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden war, wurden am selben Tag wie Lane aus Dartmoor entlassen. Harry ahnte, daß Lane ein vermögender Mann fei und lieh ihn nicht aus den Augen, bis ein Auto in der Rähe von Thatcham den alten Verbrecher zu Tode brachte. Hugg wurde schwer verletzt, und so erhielt Deale die Möglichkeit, zu entkommen. Er verschwand, kehrte etwa eine Woche später zurück und brachte Sammlungen mit sich, die er nach feinen Angaben in aztekischen Ruinenstädten auflgegraben hatte. Er kaufte diese Sammlungen aber, wie ich sehr bald feststellen konnte, aus dem Rachlah des verstorbenen Sammlers Paul ZimVornan von (kdgar Wallace. (Schluß.) ($Ha nahm ihren neuen Wann mit zu bem Heinen Hrn^s. wo die Druckpresse in einem Kohlen- teller verborgen war. 3hre Lage war nun sehr schwierig, aber sie war wirklich eine vollendete Schauspielerin. Als die Stund« nahe war, in der Die Razzia erwartet wurde, erzählte sie ihm eine erstaunliche Geschichte und wußte fein Mitleid fp zu erregen, daß er blind glaubte, sie fei bas unschuldige und hilflose Opfer ihres verbrecherischen Druders, sie hätte die Platten gefälscht und die Druckpresse bedient, und sie müsse jetzt allein dafür büßen. .Als ich ihm daS erzählte,' sagte Ella, .war er wie betäubt. Ich mußte ihm alles noch einmal wiederholen, und ich sagte ihm, daß mein Druder und ich seit Jahren falsche Danknoten her stellten und vertrieben. Als ich ihn unter dem Vorwand verließ. Fahrkarten für einen Zug über Dlissingen zu lösen, sah er aus wie ein Träumer!' Kurz darauf erschien die Polizei. William Lane glaubte die Schuld seiner Frau auf sich zu nehmen. Er war durch sein Pseudonym gesichert unb vielleicht auch ein wenig von seiner unersättlichen Reugier beherrscht. Man verurteilte ihn au einer Zuchthausstrafe von sieben Jahren. Die Polizei machte alle Anstrengungen, sein Geheimnis zu lüften, aber ohne den geringsten Erfolg. Erst an dem Tag, an dem Lane seine Strafe antrat, ging Joe Farmer mit demErmächtigungS- brief zu bem Safe und nahm die siebenhundert- laufenb Dollars. Sie wollten ihre Deute in drei Teile teilen, aber Paula Ricks erschien unerwartet auf der Dildfläche. Töricht genug hatten sie ihren Plan nicht vor ihr geheimgehalten, und sie beanspruchte und erhielt auch ein Viertel der Summe. Da- Leben William Lanes im Gefängnis kann man nur als ein lange- Martyrium bezeichnen, unb es ist mehr als verstänblich, daß in den Tagen unb Monaten seiner Gefangenschaft ein ungeheuerlicher Wunsch nach Rache in ihm wuchs, als er später erfuhr, daß er betragen wurde. Gefangene sprechen frei heraus, und er war noch keine sechs Monate in Dartmoor, da wußte er, mermann. Anylückllcherweife hatte er vergessen, die VerkaufSettketten zu entfernen, und eins davon kam in meinen Desitz. Vor seiner Rückkehr — aych hieran muß der Hausmeister beteiligt gewesen sein — hatte er ein Auto gekauft und sich einen Führerschein besorgt. Es steht zweifellos fest, daß Deale in der Verkleidung eineS Chauffeurs, mit dem kleinen Schnurrbart, den er im Gefängnis trug, durch London fuhr und Ausschau nach feinen Feinden hielt. Ebenso ist es aber auch möglich, baß ihr Aufenthalt schon vor feiner Ankunft ausgekundschaftet war. Jedenfalls war sein erstes Opfer Soe Farmer, der ihn durch sein falsches Zeugnis ins Gefängnis brachte. Der Mord an Leicester Crewe war vielleicht der genialste, der jemals begangen wurde. Gs ist sicher, daß Deale unter dem einen oder anderen Vorwand Crcwe in fein Haus locken wollte, und er hatte sorgfältig alles vorbedacht. Crewe ersparte ihm jedoch die Mühe, er kam freiwillig in sein Haus, um ihm Aktien zu verkaufen. Gregory Deale war auf ihn vorbereitet. Er hatte nichtsplitterndes Glas in feine Fenster fetzen lassen, er trug eine stahlbeschlagene Tür in sein Studierzimmer, die als Kugelfang biente, als er von außen durch das Fenster schoß. Wie Jufällig ließ er eine Patronenhülse im Garten iegen, um der ganzen Sache den Schein der Echtheit zu geben. Dann richtete er es ein, daß sein Rechtsanwalt, Distriktsinspektor Clarke von Scotland Pard und ich selbst im Augenblick des Mordes in dem Haus waren. Der Mord selbst ist sehr leicht zu rekonstruieren. Er ließ Crewe in den dunklen Gang gehen, und als der Mann in das Arbeitszimmer trat, drehte sich Deale, der vor ihm in den Raum gegangen war, schnell um unb erschoß ihn mit einer Deloraine-Lustpistole. Er benutzte dazu eine Kugel, die er selbst aus einem goldenen Siegelring gegossen hatte. ,Es war mein Trauring!' sagte Ella Creed. .Wir wurden in solcher Eile getraut, daß er keine Zeit hatte, einen eigenen Ring zu kaufen, und so nahm er diesen Wappenring von seinem kleinen Finger und steckte ihn an meinen.' Deale hatte nicht nur diese Vorbereitungen getroffen, sondern hatte in der Dunkelheit auch das Glas von der Mauer genommen und die Säcke darüber geworfen. Auch die Fußspuren im Garten hatte er gemacht, um die Polizei irrezuführen. Todesanzeige. Heute morgen 2 Uhr entschlief sanft nach langeip schweren Leiden mein Heber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grobvater, und Bruder HerrHermann Müller im 59. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen in deren Namen: Elisabethe MüllerWwe. geb. Wolff, nebst Kindern. Bellersheim, den 2. Mal 1930. Die Beerdigung findet statt Sonntag, 4. Mai, nachmittags 3 Yt Uhr. ____ ______________3526D ä MÖIBIEIL^ILIEIISILIEIR Bekanntmachung. Der Vierteljahresausweis über die Einnahmen unb Ausgaben der Stabt Gießen für das 4. Vierteljahr 1929 Rj. ist vom 3. Mai 1930 ab für acht Tage in den zur Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachung gen bestimmten Aushängekasten zur allgemeinen Kenntnis ausgehängt. 3474(5 Gießen, den 30 April 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Seid. Ingenieur- Schule Toninaustrit KMWWMIIIAI.I.MZ Wir verweisen unsere Mitglieder auf die vom 4. Mat biS 25. Mai im Turmhaus am Drandplah stattfindende Graphische Biid-Ausstellung der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin Unsere Mitglieder nebst deren Angehörige haben freien Zutritt. Die Ausstellung ist geöffnet: 3484D Sonntag von 11 biS 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr Montag, Mittwoch und Freitag von 17 bis 19 Uhr Donnerstog, den 8. Ml. im aunftro. MM. EnörolgflrnBe 34 Dortrag mit Lichtbilder durch Herrn Prof. Dr. Rauch: Die Geheimnisse der Schwarz-Weitz-Kunst ein Besuch in der Werkstatt eines Künstlers Eintritt für unsere Mitglieder nebst deren Angehörige je 50 Pf. V erkehrsverein E. V. Giefeen Wir machen hiermit unsere Mitglieder nochmals auf die am Hontac, dem 5. Hai, abends 8'/, Uhr, Im „Hotel-Restaurant Hindenburg“ stattfindenden Jahres - Hauptversammlung aufmerksam und hoffen auf zahlreiches Erscheinen. Der Vorstand. 3471D Nicht wahr, es hat Sie -och recht mitgenommen, das Wochenbett mit allem Drum und Dran! Es wird Zeit, dah Sie wieder Farbe bekommen, wieder frisch, elastisch, leistungsfähig werden. Blut tut not! Die Aerven muffen wieder gekräftigt werden. Auch die Verdauung muh in Ordnung kommen. Deshalb sollten Sie gleich damit anfangen, „Köstritzer Schwarzbier" zu trinken! Das sagt auch der Arzt. Es schafft so viel Gutes und kostet so wenig! Vertretung: Emil Schmoll, Fernsprecher 3883. 487 V Theater-Cafe „Ernst Ludwig“ Vom 1. Mai an konzertiert das Künstler-Quartett Jac Franzis Musikalische Hochleistung Sensation Gierens Sensation _______02980 W Fordern Sie überall: Staat!. Bad-Nauheimer Germaniabrunnen Das natürliche Mineral-Tafelwasser von Weltruf Hauptniederlage: Fritz Heinzerling, Schiffenberger Weg 32 NORDLAND FÄHRTE Na,. MIT DEM VERGNÜGUNGSREIS EN-DAMPFER >OC EAN A« VOM 15. JUNI BIS 26. JUNI, FAHRPREIS RM. 340.- UND AUFWÄRTS, VOM 29. JUNI BIS 10. JULI. FAHRPREIS RM. 340.- UND AUFWÄRTS, VOM 12. JULI BIS 23. JULI, FAHRPREIS RM. 340- UND AUFWÄRTS, VOM 26. JULI BIS 11. AUGUST. 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Mai 1930, abends 8.15 Uhr, findet auf, der „Liebigshöhe", Giefeen, ein grobes Gymnastik-Unterricht System OSBERTE Gruppen- und Einzelunterricht von Clli D|of7 Diplom - Gymnastiklehrerin X»eil l Ivkai Frankfurter Straße 60 02954 Gesundheitliche, rhythmische und künstlerische Gymnastik für Erwachsene u. Kinder. Beginn neuer Kurse. Im Kinderkursus finden Kinder im Alter von 6—12 Jahren Aufnahme. ENGLAND AND THE ENGLISH Public Lecture with Lantern-Slides, arranged by the Engliah Club. COüRSES (KanhnännlseheaVerelnshans) MONDAY for Advanced TUESDAY for Beginnen p. m. 8 — 9V2 h. THE ENGLISH CLUB OF The G.D.A. Statt Karten! Carl Sommer und Frau liefet geb. Lecker Vermählte Kleln-Linden, Franks. Str. 24 Gießen, Steinstr. 76 jetzt Ebelstraße 16 III. zum Besten der Kriegs-Blinden statt — Das Konzert wird ausgeführt unter gütiger Mitwirkung von der gesamten Kapelle des I. (Hessischen) Gren.- Bataillons 15. Infanterie-Regts., unter Leitung des Obermusikmeisters Wilh. Löber, des Gesangvereins „Heiterkeit", Chormeister Herr Schattier, sowie des erblindeten Kriegers Herrn Keller Marburg (Solist). Wir laden hierzu die gesamte Bevölkerung von Gießen ein. Eintrittskarten sind im Vorverkauf zu haben bei: Ernst Challier, Gießen, Neuenweg 10, und Textor, Gießen, Liebigshöhe. 3486D Der Vorstand des Bundes erblindeter Krieger, Untergr. Gie&en. Hotel-Restaurant Hindenburg Aufarbeiten und Modernisieren Reelle fachmännische Bedienung Man überzeuge sich von der reichhaltigen Aus- = = wähl durch Besichtigung meiner großen Aus- = : = Stellungsräume \ | Billigste Preise Zahlungserleichterung Beste Qualitäten Franko Lieferung 0,Nj! roröei «„-Krisen der X üi dem gM Vitt- -mk rechtliche" Wr ,*«.* * irgendeiner Form iu machen-. 3. Beseitigung KonsunigenosM freien 4. Solange die fall gekommen ist Warenhäuser, Kor Konst öffentlichen Mitte 5ur Verfügung ge 6 Jen Konsul Sonderstellungen wie cs Z.B. im o 7 Die Verordn, 5. DHober 1929 ist Weit besteht dei Wen, wenn Sor widrig auch an 8. Es ist im nuch die Praduk ihre Waren nur a 9. Slbjulebnen nossenschaften, du lichen Rechtes zu den Befugnissen 10. Die Kvnzel die Errichtung schungsräumen" dürfnisfraae un lichen Vorschrift! M prüfen, wie l Tastwirtsgel talltin?-en®l(J') w, ffSe * top 3i. 745> qu t ÄosaMa t Trunbei meinderatsj rechner Sehr schlug für 1 schließt in ginne ®ar! ab. 2)anon iktnebsredjnung n^nsabteilung. iiM SBerroollm bntGebäude N und weist Grundsti chme vorgeseh« Mark gegenüber (428 Hektars ist bedeutet zirka Ausaabe sieht ^n Jagd- uni Kk. ein, die Märkten find oenen 812 $iür Rubrik Waffer RnrkMnaL ^d. die Ausgabe Kleinkind >ohme und i.M SL: ÄM; Rh &r,nb6?2 ^&ln9e,e6' fc ** M,).. Srtf*. "Sie <2zu De ^bNl'chz Ä00 A^kbring chaft t ®«nnQ l'eht 82o «?rbfrt' Nr. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)Samstag, 3. Mai 1950 Das Handwerk fordert Gerechtigkeit. Aus «reifen des Gießener Handwerks werden wir gebeten, zu dem Thema: .Lonfumoereine, Waren- baufcr und Mittelstand" eine Reihe von Forde- r u n a e n zu veröffentlichen, die unter der obigen Ueberschrift von dem „Germania"-Zentraloerband Deutscher Bäcker-Innungen, dem Deutschen Fleischer- verband und dem Deutschen Konditorenbund an die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches gerichtet wurden. Es heißt in dieser Kundgebung u. a.: 1. Es ist gesetzlich festzulegen, daß es öffentlich- rechtlichen Körperschaften und Anstalten und Unter- nehmungcn von Reich, Ländern und Kommunen untersagt ist, die Mitgliedschaft bei Konsumgenossen- schäften zu erwerben oder von Konsumvereinen Waren zu beziehen. 2. Allen^ Behörden und behördenähnlichen Orgo- nisationen, Schulen usw. ist es zu untersagen, in irgendeiner Form Reklame für die Konsumvereine zu machen. 3. Beseitigung der steuerlichen Bevorzugung der Konsumgenossenschaften und Gleichstellung mit dem freien Gewerbe. 4. Solange die Gewerbesteuer noch nicht in Weg- fall gekommen ist, Schaffung eines Zuschlages für Warenhäuser, Konsumvereine usw. und einer Filial- steuer. 5. Den Konsumgenossenschaften dürfen keine öffentlichen Mittel — weder direkt noch indirekt — zur Verfügung gestellt werden. 6. Den Konsumgenossenschaften dürfen keinerlei Sonderstellungen in Gesetzen einaeräumt werden, wie es z. B. im Zündholzmonopol der Fall ist. 7. Die Verordnung des Reichsfinanzministers vom 5. Oktober 1929 ist derart abzuändern, daß die Mög- lichkeit besteht, den Finanzämtern den Nachweis zu führen, wenn Konsumgenossenschaften wieder gesetzwidrig auch an Nichtmitalieder verkaufen. 8. Es ist im Genossenschastsgesetz festzulegen, daß auch die Produktionsbetriebe der Konsumvereine ihre Waren nur an Mitglieder abgeben dürfen. 9. Abzulehnen ist die Forderung der Konsumgenossenschaften, diese in Korporationen des öffent- lichen Rechtes zu verwandeln und sie mit weitgehenden Befugnissen ouszustatten. 10. Die Konzessionsgesuche von Warenhäusern für die Errichtung von Gastwirtsbetrieben („Erfrischungsräumen") sind, namentlich hinsichtlich der Be- dürfnisfrage und der Beachtung der feuerpolizeilichen Vorschriften, mit genau der gleichen Strenge prüfen, wie die Gesuche von Einzelunternehmen des Gastwirtsgewerbes Oderheffen. Voranschlag der Stadt Grünberg. + Grünberg, 2. Mai. In der jüngsten G e - meinderatssitzung wurde der von Stadtrechner Gehringer oorgetragene Voranschlag für 1 9 30 einstimmig genehmigt. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 215 538,53 Mark ab. Davon entfallen 209 138,15 Mark auf die Betriebsrechnung und 6400,38 Mark auf die Ver- inögensabteilung. Im Nachfolgenden find die wichtigsten Verwaltungszweige wiedergegeben. Die Rubrik Gebäude bringt eine Einnahme von 5433 Mark und weist in Ausgabe 2065 Mark nach. Bei den Grundstücken sind 3855,22 Mark in Einnahme vorgesehen, denen eine Ausgabe von 4036,74 Mark gegenüber steht. Der Erlös aus dem Walde (428 Hektor) ist mit 48 343 Mark veranschlagt, das bedeutet zirka 14 000 Mark weniger als 1929, in Ausgabe sieht diese Rubrik 31 936,50 Mark vor. An Jagd- und Fischereipacht gehen 3061,80 Mt ein, die Schäferei erbringt 2800 Mark. Bei Märkten sind 1310 Mark Einnahme vorgesehen, denen 812 Mark Ausgaben gegenüberstehen. Die Rubrik Wasserversorgung erbringt 17 327,78 Mark Einnahme, darunter 16 500 Mark für Wassergeld, die Ausgabe beträgt hier 16 337,08 Mark. Für die K l e i n k i n d e r s ch u l e sind 500 Mark Ein- nähme und 1 381,80 Mark Ausgabe vorgesehen. Die Rubrik allgemeine Verwaltung ist auf der Einnahmcseitc mit 2 025,64 Mark vermerkt, an Ausgaben sieht dieselbe 17 419 Mark persönliche und 4926,92 Mark sachliche Kosten vor. Die öffentliche Sicherheit erfordert 4938,87 Mark Ausgabe, für Gesundheitspflege und Wohl- sahrtseinricht ungen sind 2 470,20 Mk vorgesehen, die zur Aufwendung für Hebammen, und Impswesen, sowie für die Schwesternstation dienen. Die Rubrik Feuerlöschwesen zeigt 205 Mark Einnahme und 1385 Mark Ausgabe, bei Armen- pflege sind 672 Mark Einnahme und 5113 Mark Ausgabe eingesetzt. Die Rubrik Schulen stellt sich auf der Ausgabenseite auf 54 170,78 Mark (58 845,26 Mark in 1929), in diesem Betrage sind enthalten für die Volks- und Fortbildungsschule 8579,01 Mark, für die Oberrealschule 36 701,77 Mark (41 336,68 Mark in 1929) und für die Landwirtschaftsschule 8890 Mark An Einnahmen weist diese Rubrik auf 2661,30 Mark bei Volks, und Fortbildungsschule, darunter 1500 Mark Schulgeld der auswärtigen Fortbildungsschüler und 350 Mark Schulgeld in der Kachschule, auf die Landwirlschaftsschule entfallen 4226,68 Mark Einnahme. Unter Rubrik Kirche sind 3342,51 Mark Ausgabe vorgesehen, bei Friedhof neben 59,83 Mark Einnahme 583,26 Mark Aus- gäbe. Für die Straßen müßen 13 979,08 Mark aufgewendet werden, während nur 155,26 Mark Einnahmen zu verzeichnen find. Die Rubrik Kanäle gleicht sich ziemlich aus, denn bei 3131,50 Mk. Ausgaben erbringen die Kanalbenutzungsgebühren 3100 Mark Einnahme. Die Rubrik Landwirtschaft erfordert 9456,73 Mark an Ausgaben und sieht 820 Mark Einnahmen vor. Einige kleineren Rubriken sind wie folgt in Ausgabe vorgesehen: Grenzverhältniise 360 Mark, Flüße und Bäche 500 Mark, öffentliche Anlagen und Denkmäler 110 Mk., gemeinnützige Zwecke 1174 Mark, Steuern und 216- goben (Brandversicherungsbeitrag der städtischen Gebäude) 481,45 Mark. Die städtischen S o n d erst euer n sind mit 2500 Mark veranschlagt und zwar ist die Hundesteuer mit 1000 Mark, die Vergnügungssteuer mit 600 Mark und die Grund- crwerbssteuer mit 900 Mark festgesetzt. Der Anteil der auf die Stadt entfallenden Reichs st euern ist mit 22 910 Mark angenommen (25 460 Mark in 1929), davon entfallen auf Einkommensteuer 16 335 Mark, auf Körperschaftssteuer 900 Mark, auf Um- . satzsteuer 4745, auf Grunderwerbssteuer 900 Mark. Dem Reservefonds sollen 2402,18 Mark und dem Mobiliarerneuerungsfonds 1325,74 Mark zu- geführt werden. Bei Kapital zinsen sind 694.02 Mark Einnahme und 3791,82 Mark Ausgabe angelegt, beim vochuldcn-Tilgungsfonds betragen die entsprechenden Zahlen 245,35 Mark — 1445,35 Mark und bei Kapitalien und Erneuerungsfonds 6400,38 Mark — 6384,76 Mark. Der Gemeindeumlagenbedarf stellt sich mit 63 200 Mark dem vorjährigen gleich. Eine Zusammenstellung der auf der Stadt lastenden Schulden, die für das Wasserwerk mit neuem Hochbehälter, Oberrealschulbau, Erwerb des Gebäudes für die Landwirtschaftsschule und verschiedene Straßenherstellungen und Kanalisierung ausgenommen werden mußten, ergibt den Betrag von 268 000 Mark gegenüber einer Schuldenlast von zirka 400 000 Mark vor dem Kriege. Freilich ist die Verzinsung dieser Summe höher als früher, an Zinsen sind jährlich 20 692,88 Mark auf- zubringen, außerdem erfordert die jährliche Tilgung Den Betrag von 11899,91 Mark. — Das Mitglied der Finanzkommission, Gemeinderat Repp, wies in der Aussprache auf die Tätigkeit des Beigeordneten und Gemeinderechners hin, deren Bemühungen und Sparmaßnahmen es zu danken fei, den Der Schießstand, aus eigenen Mitteln des Vereins erbaut, besitzt sechs Schießbahnen mit zwölf Wechsel- scheiben. Die Arbeiten sind nun so weit gediehen, daß die Einweihung am 11. Mai d. I. stattfinden kann. Hierbei soll ein Becherschießen stattfinden. Es soll dies kein offizielles Preisfchießen, sondern nur ein friedlicher Wettbewerb unter den Schützen- vereinen des Kreises Gießen-Nord fein. Das offizielle Kreisweltschießen findet am 27. Juli d. I. auf dem hiesigen Schießstande statt. Der neuerbaute Schieß- stand dürste seiner idyllischen Lage wegen aud^ der Anziehungspunkt vieler Wanderer werden-, die «ladt hat auch in der Nähe des Schießstandes Ruhebänke aufstellen lassen. Kreis Alsfeld. = Ober-Ohmen, 2. Mai. Mil dem gestrigen Tage hat der Briefträger Stichler aus Rupper- tenrod letztmalig unser Dorf besucht; seit gestern wird der Verkehr zwischen der seitherigen hiesigen Dürers „JRarienleben“ nach London verknust. .Sie Flucht nach Aegypten" und »Anbetung Der Hirten". Zwei Blätter aus dem berühmten Holzfchnitt-ZykluS Dürers .Marienleben". von dem ein besonders schönes Exemplar jetzt für 130 000 Mark nach London verkauft wurde. Die Blätter tragen Numerierungen, die angeblich von Dürers Hand stammen sollen. Voranschlag trotz bedeutender Mindereinnahmen (Holzerlös und Reichssteueranteile) auszugleichen und damit eine Steuererhöhung zu vermeiden. i!n no< < t'«x « v H OO Klein-Linden, 2. Mai. Mit dein Iah- res fest unserer evangelischen Jugend- Vereinigung, das am Samstag und Sonntag gefeiert wird, verbindet die Kreisverbindung Ober- Hessen des Hessenbundes ein Treffen ihrer Mitglieder, die in großer Anzahl ihre Beteiligung zugesagt haben. Besonderes Interesse bringt man dem großen Zeltlager entgegen, das am Samstagabend am Allendorfer Wäldchen bezogen wird Beim Lagerfeuer wird die Gruppe Lang-Göns ein Laienspiel „Die blaue Blume" zur Aufführung bringen. Der Sonntagvormittag bringt nach einer Morgenwache das Kurrendesingen der Teilnehmer und den Fest- oottesdienst, in dem der Bundeswart des Hessenbundes, Missionar Jürgens (Arheiligen), die Festpredigt übernommen hat. Pfarrer Becker (Gießen) wird nach dem Festzug einen Dortrag halten über das Thema: „Was hat das Augsburger Bekenntnis der Jugend zu sagen". Den Sonnlagnachmittag füllen Spiel und Tanz, ein Laienspiel der Gruppe Klein-Linden, Vorführungen von Tanzgruppen, Turnen und Gesangsvorträge aus. * Staufenberg, 3. Mai Am morgigen Sonntag, 4. d. M., veranstaltet der hiesige Gesangverein ein Konzert auf der Burg, wobei Männer-, Gemischte und Frauenchöre mit und ohne Orchesterbegleitung, sowie Sologesänge für Sopran zum Vortrag kommen (Dgl die Anzeige in der Freitagnummer.) <5 Allendorf a. d. Lumda, 2. Mai. Am vergangenen Sonntag fand die feierliche Einsegnung der diesjährigen Konfirmanden in der hiesigen Kirche statt Es wurden nur drei Knaben und sieben Mädchen konfirmiert. Bei dieser verhältnismäßig kleinen Zahl trat schon der erste der Kriegsjahrgänge in Erscheinung Neu aufgenommen in die Schule wurden mit Beginn des neuen Schuljahrs 26 Kinder, fünf Kinder mußten wegen nicht genügender körperlicher Entwicklung von der Aufnahme zurückgewiefen werden. In Dem nahen Climbach kam für dieses Jahr kein Kind zur Konfirmation. — Aus der letzten Gemeinderatssitzung ist 'zu berichten: Dem Heinrich Weiß III. wird Das zum Wiederaufbau feiner abgebrannten Scheune notwendige Holz überlassen. Die Satzungen der vor kurzem gegründeten freiwilligen Feuerwehr wurden verlesen und gutgeheißen. Das Landeskirchenamt Darmstadt hatte ein Gutachten über Die Pflichten Der Stadt der hiesigen Kirche gegenüber ausgearbeitet. Nach diesem Gutachten sollen die Bau, und Unterhal- tungskostenderKircheim wesentlichen je zur Hälfte von Der Stadt- und Kirchengemeinde getragen werden. Dahingegen sollen die Vergütungen Des Organisten und Kirchendieners sowie die Unterhaltung Der Orgel, Uhr unD Glocken durch Die Stadt- gemeinde allein bestritten werden. Da alle diese Punkte auf einem alten verbrieften Rechte Der Kirche beruhen, schloß sich Der Gemeinderat nach kurzer Diskussion Dem Gutachten an. Das Ansinnen Der „Germania". Versicherungs-Aktiengesellschaft in Stettin, auf Unfallversicherung (amtlicher SchulkinDer wurde. Der beträchtlichen Kost n wegen, einstimmig abgelehnt. Die Vergütung des Beigeordneten D ö l l wurde für Die Dauer Der Führung Der Bürgermeisterei Den Derzeitigen Richtlinien angepaßt — Der unter Der äußerst tüchtigen Leitung seines ersten VorsitzenDen Heinrich F ö r ft e r stehende und zur Zeit einige 30 Mitglieder zählende hiesige S ch ü t - zenoerein hat in der Erbauung seines neuen Schießstandes eine mustergültige Anlage geschaffen. Posthilfsstelle, jetzt Poststelle, und Dem Postamt Mücke nicht mehr durch die Agentur Ruppertenrod, sondern direkt zwischen beiden durch Den P o st - a u t o b u 3 abgewickelt. Der hiesigen Bürgerschaft bieten sich DaDurch gewiße Vorteile, Da jeDermann seine Post zweimal erreichen kann und zum anDcrn Die Paketaufgabe nicht mehr in RuppertenroD zu bewerkstelligen braucht, was von Der Bürgerschaft mit FreuDen begrüßt wirb. Die gleiche Maßnahme trifft auf Unter-SeibertenroD zu. (!!) NieDer-Ofleiden, 2.Mai. Seit einigen Tagen hat Die Reichsbahn mit Erweiterung s- arbeiten im hiefi gen Bahnhof begonnen. Es sollen, wie man hört, einige Gleise verlängert werDen, Damit Platz zur Aufstellung Der Wagen, Die von unD nach Dem Basaltwerk Der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie an- unD abrollen, geschaffen wird. Das Werk ist jetzt wieder stark beschäftigt. Kreis Lauterbach. 'Lauterbach, 2. Mai. Am 4. Juni d. I. findet hier ein Prämienmarkt (Pferde-, Rindvieh-, Ziegen-, Schweine- und Krämermarkt) statt. Die Prämiierung wird vom Landwirtschaftskammeraus- schuh für Oberhessen, Dem KreisrinDerzucht-, Äreis- ziegenzucht-, Kreisschweinezuchtverein und Der Stadt Lauterbach gemeinsam ausgeübt. Prämiiert werden reingezüchtete Tiere der Fleckviehrasse (Simmen- taler) und Vogelsberger Rasse sowie Saanenziegen und das veredelte Landschwein. Mit dem Prämien- markt ist eine Verlosung von Vieh und Geräten aller 2lrt verbunden. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Preußen. Kreis Wetzlar. Z Krofdorf, 2. Mai. Die Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg hat in üjrer letzten Sitzung beschlossen, Anträge auf Erlaß der Gemeinde st euer für die in der hiesigen Gemeinde errichteten Hausneubauten in jedem einzelnen Fall einer Prüfung zu unterziehen. Es sollen dabei die Beweggründe zum Bauen, Die Belastung Der Neubauten, das Einkommen der Antragsteller und die Raumverhältnisse der Neubauten maßgebend sein. Die Durchführung der erforderlichen Vorarbeiten wurde Der Finanzkommission übertragen. — Ein Antrag Der Freien TUrne r s ch a f t e n von KrofDorf unD Gleiberg auf Erweiterung unD entsprechenDc Einebnung des Spielplatzes auf der Stühl wurde genehmigt, auch stellt Die GemeinDe Den Sportplatz Dem Ju- genbbunD Des GewerkschaftsverbanDes für sportliche Hebungen am 18. Mai zur Verfügung. — Ein Antrag Der Autobesitzer auf Ermäßigung ihres WassergelDes würbe bis zur Genehmigung Des erlasienen Ortsstatutes zurückgestellt. 0 Hochelheim, 1. Mai. Gestern nachmittig fand der in der hiesigen Gemeinde abgehaltene achtwöchige Kursus der Kreiswander- Haushaltsschule seinen Abschluß. Aus diesem Anlaß fand eine Feier statt, der von feiten der Kreisverwaltung Landrat M i ß und Kreisausschuhoberinspektor Martin, von selten der Amtsverwaltung B eigeordneter Krill und Amtsobersekretär Sänger, ferner Kreistagsabgeordneter Langsdorf, Groß-Rechtenbach, der hiesige Ortsgeistliche, sowie Lehrer Zeuge, die Mitglieder der Gemeindevertretung und die Eltern der Kurfusteilnehmerinnen beiwohnten. Zu Beginn der Feier prüfte Die Kreishaushaltslehrerin, Fräulein Schröder, Die MäDchen ein- gehenD über Fragen Des Wertes unD Der Beschaffenheit Der Nahrungsmittel, Kochen, Säuglingspflege, Hühnerzucht und Handarbeit. Auch Krankenverbände wurden praktisch vorgeführt. Die Prüfung verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. Nach Abschluß Der Prüfung begrüßte GemeinDe- Vorsteher 3 u n g alle Gäste. Er Dankte der Kreisverwaltung für Die segensreiche Einrichtung Der Kreiswanderhaushaltskurse, sprach auch Der Lehrerin Den besonderen Dank der Gemeinde aus und überreichte ihr einen Blumenkorb. Ferner dankte er den Schülerinnen und Deren Eltern für Die rege Beteiligung an Dem Kursus und verband Damit Den Wunsch, daß Die jungen MäDchen das Gelernte zum Segen ihrer Familien verwerten möchten. Landrat M i h dankte für die Einladung und wünschte, daß die in dem Kursus ausgestreute Saat auf guten Boden gefallen sein möge und daß die Teilnehmerinnen möglichst viel gelernt haben möchten. Das, was in dem Kursus gelernt worden sei, sei außerordentlich wichttg für den schweren Beruf der Landfrauen. An die jungen Mädchen richtete er' die Mahnung, daß die Beendigung des Kurses für sie kein Abschluß ihrer Arbeit, sondern eine Anregung sein solle, nun an sich selbst weiterzuarbeiten. Die Eltern bat Landrat Miß, ihre Kinder in der Arbeit selbständig werden zu lassen. Den Kursen komme besonders deshalb gkoße Bedeutung bei, weil im Kreise noch keine Mäd- chensortbildungsschulen eingerichtet seien. Mit den besten Glückwünschen für den ferneren Lebensweg der Teilnehmerinnen schloß Landrat M i h seine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Als Vertreter des erkrankten Bürgermeisters Dr. Neumann sprach Beigeordneter Krill, Groh-Nechtenbach im Namen des Amtes Rechten- bach Der Kreisverwaltung Dank für die Zuteilung des Kurses aus, ebenso dankte er der Lehrerin für ihre schwierige Arbeit und ferner der Gemeindevertretung für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel. Für Die Schülerinnen sprach Fräulein Anna Elisabeth Schweizer Deren Dank aus. Als Sprecher Der Eltern Dankte der Ortsgeistliche, Pfarrer S ch n e i D e r, allen beteiligten Stellen für Das Zustandekommen und Die Abhaltting Des Kurses. Meine Strafkammer Giehen. Gießen, 2.Mai. 1. Ein Rechtskonsulent aus Gießen ist von Dem Amtsgericht Gießen wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von Drei Monaten verurteilt worDen. Seine Berufung tourDc verworfen. Wie Durch Die Beweisaufnahme fest- gestellt wurde, hatte der Angeklagte einen Bekannten im Gefängnis, wo Dieser eine Strafe verbüßte, ausgesucht unD ihn zur Hergabe einer schrisllichen Einwilligungserllärung veranlaßt, wonach der Angeklagte die Kleidungsstücke und sonstigen Gegenstände des Inhaftierten in dessen Wohnung abholen und sie zu dessen Schwiegereltern bringen sollte. Der Angeklagte tjatz die Gegenstände jedoch in seine Wohnung verbracht und in eigenem Interesse verwertet. Dor Gericht behauptete er, er habe sich ein Pfandrecht an Den GegenstänDen verschaffen wollen zur Sicherung von Forderungen, Die ihm gegen Den be- trcffenDen Zeugen aus seiner rechtsberatenDen Tätigkeit zugestanDen hätten. Tatsächlich war Der Angeklagte für Den Zeugen niemals tätig geworDen. 2. Die Strafkammer hatte in einem anDcren Falle Die prinzipielle Frage zu entscheiden, ob ein strafbarer Widerstand gegen d i e Staatsgewalt vorliegt, wenn ein Verhafteter sich der Verbringung zur Wache dadurch widersetzt, daß er sich an feste Gegenstände wie Laternenpfähle, Umzäunungen anklammert oder sich auf den Boden wirft. Die Strafkammer hat in diesen Fällen das Vorliegen eines Widerstandes bejaht und zwei Burschen aus Bad-Nauheim, die in solcher Weise sich vergangen hatten, unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils zu geringen G e l d st r a f c n verurteilt. Sie folgte bei ihrem Urteil der Rechtsprechung des Reichsgerichts, das mit Recht zum Schuh Der Staatsautorität in Diesen Fällen eine Bestrafung verlangt, zumal Da, wie Der vorliegenDe Fall bewies. Die Polizeibeamten bei einem solchen renitenten Verhalten geraDezu gezwungen werben, mit stärkeren Mitteln, wie Schlagen mit dem Gummiknüppel, vorzugehen. 3. Ein LanDwirt aus Ober-Hörgern, Der wegen Tierquälerei wieDerholt vorbestraft ist. war in erster Instanz toieDerum wegen Tierquälerei zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er vernachlässigte nach den Feststellungen des Kreistierarztes in geradezu unbeschreiblicher Weise seinen Wirifchaftsbetrieb, reinigte nicht feinen Stall und unterließ es wiederholt, seine Tiere zu füttern und zu tränten, so daß schließlich Nachbarn eingreifen muhten. Der Angeklagte bestritt, daß in diesem Tatbestand eine rohe Mißhandlung Der Tiere liege. Das Gericht hielt jedoch eine Bestrafung für angebracht und wandelte Die Haftstrafe nur mit Rücksicht Darauf in eine ® e I D ft r a f e um, Daß nach Der Dekun- Dung Der (BenDarmerie Der Angeklagte in letzter Zeit sich gebessert habe. Vezirksschöffengericht Gießen. * Gießen, 2. Mai. Wegen fahrlässiger Tötung ihres zehn Tage alten Kindes hatte sich eine Frau aus Assenyeim zu verantworten. C-e hatte das als Wiege dienende Körbchen mit Dem KinD trotz mehrfacher Warnungen einer Nachbarin immer wieder unmittelbar an den brennenden Herd gestellt. Als sie einmal vorübergehend Die Küche verlassen hatte, ftanD bei ihrer Rückkehr Der Korb in Flammen unD Das Kind zog sich Derart starke Brairdwunden zu, daß es daran, starb. Der groben Fahrlässigkeit wegen wurde auf eine Gefängnis st rase von acht Monaten erfannt. Ein Landwirt aus Gelnhaar hat im Laufe Der letzten Jahre seinen beiDen MünDeln einen GelDbetrag von etwa 3000 Mark, meist sauer verdientes unD erspartes Geld, veruntreut. Das Geld hat er zum Teil für sein Haus verbraucht, zum Teil vertrunken. Strafe: ein Jahr Gefängnis. Wegen schwerer UrkunDenfälschung erhielt ein Lohnarbeiter einen Monat Gefängnis. Um eine höhere Arbeitslosenversicherung zu erhalten, hat er eine Arbeitsbescheinigung verfälscht. Gegen einen weiteren Angeklagten, Der trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war, wurde Haftbefehl erlassen. Oie Mineralwaffersteuer. Zu den im Rahmen der Reichsfinanz- r e f o r m verabschiedeten Steuergesehen gehört auch das neue Mineralwasser st euer- gesetz, das im Reichstag stark umstritten war und bei der Schluhabstimmung mit nur vier Stimmen Mehrheit angenommen wurde, und das im Reichsgesetzblatt Nr. 12 nunmehr verkündet worden ist. Darnach unterliegen der Mineralwassersteuer die gewerbsmäßig abgefüllten natürlichen Mineralwässer, ferner künstliche Mineralwässer, Limonaden und andere künstlich bereitete Getränke, sowie konzentrierte Kunst- limonaten und Grundstoffe zur Herstellung konzentrierter Kunstlimonaden in verschlossenen Gefäßen, wenn sie zum Verbrauch im Geltungsbereich des Mineralwassersteuergesehes bestimmt und nicht schon auf Grund besonderer _ Gesetze steuerbar sind. Künstliche Mineralwässer, Limonaden und andere künstlich bereitete Getränke unterliegen der Steuer auch dann, wenn sie unmittelbar aus dem Herstellungsgerät in unverschlossenen Gefäßen ausgeschenkt Werden. Ratürliche, auch gesüßte Fruchtsäfte sind nicht steuerpflichtig. Von der Steuer sind befreit Erzeugnisse, die von den bei der Herstellung beschäftigten Personen in den Räumen des Her- stellungsbetricbs getrunken werden, also der sog. Haustrunk, ferner Erzeugnisse, die unter Steueraufsicht aus dem Geltungsbereich des Gesetzes ausgcführt werden. Die Steuer berechnet sich noch der Menge. Der Hersteller hat der Finanz- dehördc die Gröhe der Gefäße anzumelden, welche als Umschließungen für steuerbare Erzeugnisse dienen sollen und Muster der Gefäße zu hinterlegen. Die Steuer beträgt bei Mineralwässern 0,05 Mark, bei Limonaden und anderen künstlichen Getränken 0,10 Mark, bei konzentrierten Kunstlimonaden 1 Mark, bei Grundstoffen zur Herstellung konzentrierter Kunstlimonaden 20 Mk. per Liter. Steuerschuldner ist, wer steuerbare Erzeugnisse gewerbsmäßig herstellt. Die gewerbsmäßige Abfüllung natürlicher Mineralwässer auf Gefäße gilt als Herstellung. Als gewerbsmäßig gilt die Herstellung durch staatliche, gemeindliche und gewerbliche Anstalten auch dann, wenn die Erzeugnisse ausschließlich an die in den Betrieben beschäftigten Personen abgegeben werden. Die Steuerschuld entsteht für die im Geltungsbereiche des Gesetzes hergestellten steuerbaren Erzeugnisse, sobald diese aus dem Herstellungsbetrieb entfernt oder innerhalb des Herstellungsbetriebs getrunken werden. Für die Versendung von konzentrierten Kunstlimonaden kann der Reichsfinanzminister Ausnahmen zulassen. Für Erzeugnisse, die in den Herstellungsbetricb zurückgelangen, ist die Steuer zurückzuerstatten. Die steuerpflichtigen Erzeugnisse sind nach Art und Menge bei der Hebestelle anzumelden. Betriebe, welche steuerbare Mineralwässer usw. gewerbsmäßig herstellen, unterliegen der Steueraufsicht. Bei Steuerhinterziehungen tritt Bestrafung nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung ein. Das neue Mineralwassersteuergeseh tritt am 16. Mai 1930 in Kraft. Eine Rachsteuer wird in der Gestalt erhoben, daß Erzeugnisse, die sich am Tage des Inkrafttretens des Gesetzes außerhalb eines Herstellungsbetriebes im Besitze von Händlern, Wirten, Konsumvereinen, Kasinos, Logen und ähnlichen Vereinigungen befinden, der Rachversteuerung unterliegen nach näherer Bestimmung des Reichsfinanzministers. Das Aufkommen an Mineralwassersteuer erhalten die Länder in voller Höhe abzüglich 4 v. H. für die Verwaltung der Steuer durch das Reich. Der Länderanteil wird zu einem Drittel nach dem Verhältnis des Aufkommens und zu zwei Dritteln nach dem Verhältnis der Bevölkerungszahl verteilt. Die Länder sind verpflichtet, ihre Anteile an der Steuer in voller Höhe den Gemeinden (Gemeindeverbänden) zu überweisen. Die älnterverteilung auf die Ge- nreinden und Gemeindeverbände bestimmt die Landesgesehgebung. Daten für Sonntag, 4. Mai. Sonnenaufgang 4.29 Ahr, Sonnenuntergang 19.26 Ahr. Mondaufgang 6.37 Ahr, Monduntergang 1.25 Ahr. 1521: Luther wird auf die Wartburg gebracht: — 1776: der Philosoph Johann Friedrich Herbart in Oldenburg geboren. Daten für Montag, 5. Mai. 1818: der Sozialist Karl Marx in Trier geboren: — 1821: Rapoleon I. auf St. Helena gestorben: — 1869: der Komponist Hans Pfihner in Moskau geboren. Zeppelin kommt nach Darmstadt. WSR. D a r m st a d t, 2. Mai. Wie wir erfahren, teilte Dr. Eckener bei seinem heutigen Besuch hier mit, daß anläßlich der Akademischen Weltmeisterschaften in Rundfunkprogramm. Sonnlag, 4.2Hai. 7 Ahr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 11: „Moderne Anstaltspädagogik in Deutsch-Oesterreich". 11.30: Elternstundc. 12: Von Kassel: Stunde des Chor- gesangs. 13 bis 13.10: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 14: Jugendstunde. 15: Aus der Mainzer Stadthalle: Der Küferschlag. 15.30: Stunde des Landes I. 15.55: Von Zürich: Fußball-Länderspiel Deutschland- Schweiz. 16.45: Stunde des Landes II. 17.15: Cello-Konzert. 18: „Der Untergang der primitiven Kulturen". 19: Wolfgang Rauch liest eigene Gedichte. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Kleine Violinstücke. 20: „Song". 22: Bunte Stunde. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 5. Mai. 6 Ahr: Morgengymnastik. 8 bis 9: Konzert. 12.30 Schallplattenkonzert. 13.30 bis 13.45: Werbekonzert. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05: „Körperliche und seelische Einflüsse im Krankheitsgeschehen". 18.35: Saarland III. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: H. Eh. Kaergel liest aus eigenen Arbeiten. 20: Konzert. 22: Wilhelm Speyer liest aus der unveröffentlichten Fortsetzung seines Romans „Kampf der Tertia". 22.30: Rachrichten. 22.50: Jazz auf zwei Klavieren. Dienstag, 6. Mai. 6 Ahr: Morgengymnastik. 8 bis 9: Konzert. 13.10: Werbekonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert. 16: Hausfrauen-Rachmittag. 17 bis 17.45: Rachmittagskonzert. 18.05: Obst- und Gemüsegartenpflege". 18.35: „Aus dem Leben der Aeberseedeutschen. 5. Besuch aus der Heimat". 19.05: „Essay und Aphorismus", Vortrag von Kurt Walter Goldschmidt. 19.30: Bei einem Geigenbauer. 19.55: Kammermusik. 20.45: „3ub Süß", Sendespiel in fünf Bildern. Mittwoch, 7. Mai. 6 Ahr: Morgengymnastik. 8 bis 9: Konzert. 9.30 bis 10: Schulfunk. 12.30: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 13.45: Werbekonzert. 15 bis 15.50: Stunde der Jugend. 16: Rachmittagskonzert. 18.05 bis 18.30: „Der Finanzausgleich". 18.35: Esperanto-Anterricht. 19.05: „Die Spanien- und Südamerikafahrt des Luftschiffes ,Graf Zeppelin"'. 19.30: Zither-Konzert. 20: Schillerfeier. 21: Karl-Bleyle-Stunde. 21.45: „Herr von Me- ditsch und die Brüder Ciresa", verfaßt und gelesen von Bernhard Blume. Donnerstag, 8. Mai. 6 Ahr: Morgengymnastik. 8 bis 9: Konzert. 13.10: Werbekonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: „Die Meistersinger von Nürnberg". 15 bis 15.50: Jugendstunde. 16 bis 17.45: Konzert. 17.50: Zehn Minuten Wanderratschläge des Taunusklubs. 18.05: Zeitfragen. 18.35: „Die Maas: Der andere Rhein". 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Anterhaltungskonzert. 20: Zeitgenössische Musik. 21: Zeitberichte. 21.40: Kammermusik-Abend. 23: Tanzmusik. Freitag, 9. Mai. 6 Ahr: Morgengymnastik. 8 bis 9: Konzert. 12.30: Schallplattenkonzert: 13.30 bis 13.45: Werbekonzert. 16: Rachmittagskonzert. 18.05: „Rezepte für Komödienschreiber". 18.35: „Der Mythus des Don Juan". 19.05: „Der moderne europäische Roman". 19.30: Aeltere Tanzmusik. 20: Gedenkfeier am 125. Todestag Friedrich Schillers. 22: Sechs Sender suchen ein Programm. 0.30 bis 1.30: Rachtkonzert. ' Samstag, 10. Mai. 6 Ahr: Morgengymnastik. 8 bis 9: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 12.30: Werbekonzert. 12.50: Schallplattenkonzert. 14: Stunde der Jugend. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05: „Die Kalenderreform nach den Beschlüssen des Völkerbundes". 18.35: „Was verlangt der Arbeiter von der Zeitung?" 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: E. Meyer-Helmund dirigiert eigene Kompositionen. 20.30: Jung-Schiller. 22: Saxophon- Konzert. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Darmstadt am 2. oder 3. August ein Besuch des „Graf Zeppelin", verbunden mit einer Landung auf dem Griesheimer Sand beabsichtigt sei. Der Griesheimer Sand als künftiger Zeppelin-Zentrachafen! WSR. Darmstadt, 2. Mai. Die Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. Sy, vertreten durch Dr. Eckener und Kapitän Flemming, besichtigte heute vormittag gemeinsam mit Vertretern der zuständigen Reichsministerien, der hessischen Staatsregierung, der Stadt Darmstadt und der Technischen Hochschule Darmstadt das Gelände des Griesheimer Sandes, des früheren Truppenübungsplatzes bei Darmstadt, um es hinsichtlich seiner Eignung als künftiger Luftschiffhafen für den transatlantischen Verkehr zu prüfen. Bestimmte Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt, jedoch hat Dr. Eckener sich sehr günstig über das Gelände 'uni> seine Verwendungsmöglichkeiten ausgesprochen. — Im Anschluß an die Besichtigung waren die Herren Gäste des Staatspräsidenten Adelung. Buntes Allerlei. Ein Raffael der Stiefelwichse. Auch das Schuhputzen kann eine Kunst sein, die von einem Meister zu solcher Vollendung gebracht wird wie von Raffael hie Malerei. Der englische Reisende Sir Percival Phillips, der sich schon in allen Teilen der Welt die Schuhe hat putzen lassen, behauptet, daß diese Arbeit nirgends zu solcher Vollkommenheit entwickelt worden sei als in den Straßen von Charbin in der Mandschurei. Von der Arbeit eines solchen „Rafaels der Stiefelwichse" entwirft er ein lustiges Bild: „Cs ist stets ein Chinese, und kein großer Künstler kann eifriger schaffen und stolzer auf den Wert seines Werkes sein. Zeit spielt hier keine Rolle, und wer sich einem solchen Künstler anvertraut, der weih sofort, daß er in den Händen eines Virtuosen ist. Ich lieh mich auf den Stuhl eines Schuhputzers unter einem Baum an der Ecke der Kitsa-kaja, der Hauptstraße von Charbin, nieder und stand auf mit Schuhen, so glänzend, wie sie kein König hat. Der Künstler befühlte zunächst behutsam das Leder, das ich ihm entgegenstreckte, wie wenn er sich über die Art der besten Behandlung schlüssig werden wollte. Dann stellte er ein halbes Dutzend Flaschen und Töpfe um sich, legte drei Bürsten und vier Tuchstreifen von verschiedenem Gewebe daneben, und schließlich ein Stück grünen Samt, den er zärtlich streichelte. Zunächst trug er eine Schicht tiefschwarzer Wichse auf, die er dann mit zusammengekniffenen Augen betrachtete, um zu studieren, wie er den- schönsten Hochglanz anbringen könne. Einige Kollegen, die keine Kunden hatten, gingen vorüber und gaben ihm sachverständige Ratschläge. Auch Zuschauer hatten sich bereits versammelt, ein gelähmter Bettler, der scharfe Kritik übte, ein zerlumpter einbeiniger Russe, zwei Droschkenkutscher in Pelzmützen und Blusen mit Gürteln, dann zwei russische Schulmädchen mit ihren Büchern unter dem Arm, schließlich ein Chinese, der einen Karren mit Aepfeln und Trauben vor sich herschob und, wahrend er die Kunst des Schuhputzers beobachtete, mit schriller Stimme seine Waren ausrief. Schließlich gesellte sich ein Schuhmann zu ihnen, der ebenfalls das größte Interesse an den Tag legte und gar nicht daran dachte, dah er eigentlich gegen die Verkehrsstörung einschreiten müßte. Der Künstler hatte unterdessen der Oberfläche des einen Schuhs die glänzende Klarheit eines fehlerlosen Spiegels verliehen. Ich war entzückt, aber er selbst sah enttäuscht aus, und die herumstehenden Sachverständigen erklärten sich für keineswegs befriedigt. Eine neue Schicht würde darübergelegt und ein neuer Spiegel entstand, der in der Sonne in strahlenden Lichtern aufleuchtete. Auch jetzt noch bewahrten die Kritiker ein höfliches Stillschweigen, und so ward dieses Wunderwerk mit einem einzigen Dürstenhieb zerstört. Schicht auf Schicht der Wichse bedeckte das Leder, bis nach einer Viertelstunde der vollendete Hochglanz geschaffen war, der den Zuschauern ein wohlgefälliges „Hi-ji" und ein bewunderndes Lächeln entlockte. Nun kam der andere Schuh dran, und wurde ebenso behandelt, mit unermüb* lichem Eifer gewichst und gebürstet, bis die Korona der Kritiker ihren Beifall kund gab. Ium Schluß handhabte der Künstler noch in unnachahmlicher Weise das Samtstück, und die Sonne verbarg ihr Haupt vor Neid. Jetzt erst erwachte der Schutzmann aus seinem entzückten Schauen, während der Schuhputzer zum Zeichen der Beendigung auf seine Kiste klopfte. Der Mann der Ordnung brach in eine Flut von Schimpfworten aus und trieb die Versammlung auseinander. Im Hochgefühl meiner überirdisch glänzenden Schuhe schritt ich davon. Ich habe für 15 Pfennig niemals bessere Arbeit empfangen." Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 4.Mai, 19.30 bis nach 22 Ahr: „Turandot". — Montag, 5., 19.30 bis nach 22.30: „Die Afrikanerin" (Vorstellung für die Jugend-Theatergemeinde der Volksbühne). — Dienstag, 6., 19.30 bis gegen 23: „Aida". — Mittwoch, 7., 19.30 bis nach 22: „Das Land des Lächelns". — Donnerstag, 8., 20 bis gegen 22.30: „Belsazar". — Freitag, 9., 19.30 bis gegen 22.30: „Indigo". — Samstag, 10., 19.30 bis 22.15: „Der fliegende Holländer". — Sonntag, 11., 15.30 bis 18: „Madame Butterfly" (geschlossene Vorstellung für Erwerbslose). 19.30 bis nach 22: „Das Land des Lächelns". — Montag, 12., 20 bis gegen 22.30: „Belsazar". Schauspielhaus. Sonntag, 4. Mai, 20 bis nach 22.30 Ahr: „Der Londoner verlorene Sohn". — Montag, 5., 20 bis gegen 22.30: „Hans im Schnakenloch". — Dienstag, 6., 20 bis gegen 22.30: „Der Revisor". — Mittwoch, 7., 20 bis gegen 22.30: „Der Wald". — Donnerstag, 8., 20 bis gegen 22: „Brülle China". — Freitag, 9., 20 bis gegen 22.30: „Der Revisor". .— Samstag, 10., 20 bis gegen 22.30: „Hans im Schnakenloch". — Sonntag, 11., 20 bis nach 22.307 i^$>er Londoner verlorene Sohn". — Montag, 12., 20 bis gegen 23.30: „Seltsames Zwischenspiel". Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 4. Mai. Misericordias Domini. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinbe; 9.30: Pfarrer Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — 3o- hanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde: 9.30: Pfarrer Ausfeld: 11: Kinderkirche für die Johanuesgemeinde; Pfarrer Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Schlaudraff. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Schlaudraff: 11: Kinderkirche, Pfarrer Schlaudraff. — Elisabelh-Kleinklnderfchule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrus- gemeinde: 9.45: Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 10: Festgottesdienst der Jugendvereinigung. — Mieseck. 9: Beichte: 9.30; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Allen-Buseck. 9.30: Beichte; 10; 11: hl. Abendmahl; 13.30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Staufenberg; 13.30: Mainzlar. — Hansen-Garbenlelch. 10: Garbenteich; hl. Abendmahl; 13. Hausen. —- Mahenborn-Sieinberg. 9: Beichte; 9.20: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (ältere Eheleute); 13: kirchliche Feier der Aufnahme der Kleinsten in die Schule. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 2: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 3. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 4. Mai. 2. Sonntag nach Ostern. ' Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Maiandacht. — Laubach. 10: Erstkommunion der Kinder, Schulentlassungsfeier, Hochamt und Predigt; 15: Erneuerung der Taufgelübde, Ansprache, Weihe, Festandacht und Segen. — Hungen. 17.30: Vortrag und Maiandacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 5. Mai. Laubach. 8 Uhr: Dankesgottesdienst für die Kinder. Dienstag, den 6. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. — Lich. 20: Maiandacht. Mittwoch, den 7. Mai. Hungen. 6.30 Uhr: hl. Messe. Freitag, den 9. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. — Lich. 20: Mai» andacht. Sonntagsdienst d.Acrzte n.Apotheken nm 4. 5. 30 Frau Dr. Marx. Dr. Wolf. Engelapocheke. Zahnarzt: Dr. Schüttler. *D Was verlangt man von einem zuverlässigen Waschmittel? 2486v Die Hausfrau legt auf die Wäsche besonders großen Wert. Nicht nur tadellos weiß soll sie immer sein, sondern auch möglichst lange erhalten bleiben. Aus diesem Grunde ist sie bei der Auswahl ihres Waschmittels sehr kritisch, sie verlangt, daß es eine ausgezeichnete Reinigungskraft besitzt, wirtschaftlich im Gebrauch ist und die Wäsche so weit als möalich schont. Diese Ansprüche kann nur ein aus den allerbesten Rohstoffen hergestelltes Waschmittel erfüllen» wie es in dem weltbekannten Persil zu haben ist. ÄpMMaraluren tadellose und fachmännische Ausführung Kunstsiopferei König Walltorstraße 12 oioos Telephon 2736 Auf 3 Eimer Wasser kommt immer 1 Paket Persil. Wenn also un- serWasdikessel beim Waschen 6 Eimer Wasser enthält, dann nehmen wir 2 Pakete Persil zu 45 Pfg- oder besser noch 1 Doppelpaket zu 85 Pfg. und sonst nichts! Hfl ein- « ganz r s&s ife.i -M-isig- Ls . ihr etwas Mg sie g Z ic Till hm UrihE £ BEfs . fZ- jAr Sol M übertM, Me lauern. > Moment T- Ein Seal Arne Trust.,® dennoch S Entsetzen. Sie a geheizt. Dani A? 2°r em tot, Die? - ®c tmr geDannschm k hin?-Argen Kiku'Seit muhte HUM einen; tzM witertm natirtW - ^elb 64 gab mit einen KIbstkWIichev 1* Tie würden Al öeionkn tou ging N)I Ächn? - 3d)1 Müdigkeit. 2-Mt lang die M Sie sah Mn. .Irgend |an," fühlte $ Wer grinsten £1 Fenster her lift hei", rief eir M Constanze/" «rWrde, als Wch einem ( Sühe LLmzen t den N m den .Ja", ich he ; Wesen an chr Se habe die MW, kann mich Mn i Die?“ Die Elim keiner Königin m kann mir wch g anderes fonltMjtfufri Zar LanL L, bis 22^O: ■?S iahn. KV "XÄ «tag, 8 Jtgtn Wai S V? KK- &Äfe «; 9.20: Pndigt- ES tjl. Nendmassi» wt btx 'Hufnatynt Lch. O-. 6ti|ts- 4ten. ndev. ;°rbias Domini Chri. er6N^5. ««rt« bet ä 3J1: Sinberlirdx Pfarrer Aurfch; ’S?1“1; Waner ff" Jrlei^ofi. nberftr^; $[amr ""dnschule. 8.15: lerten der Petru,, ’• - fikln-Cinben. 'boereiniaung. -. njjlufc Seiet Des 9 30: Beichte: 10; Achberg. 10: 5ich, jugenb von Stäw ausen-Garbentetch. I 13. Houten. - inben. Mai. * ntag nach Ostern. ' I 7: Messe; fiommu- an; 9: Hochamt mit t; 14: Christenlehre : Messe mit Predigt. I [t; 20: Dortrag und | Erstlommunion der [ ochamt und Predigt; e, Ansprache, Weihe, t igen. 17.30: Bortrog i; Hochamt mit Pre- | it mit Predigt. toi. mst für hie AiiM. Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Irheber-Nechtsschutz Verlag Oskar Meister. Werdau. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Lr verstummte. Konstanzes Antlitz flöhte ihm Schrecken ein. So hatte er sie noch nie gesehen. Sic stand ganz ruhig da mit herabhängenden Armen, aber etwaS war in diesem Antlitz, das ihn erschauern lieh. »Das ist der Mick einer Wahnsinnigen," dachte er. Hierauf gebe ich dir ferne Antwort, Lothar, 'aätc sie mit eisiger Stimme, die alles Warf erfrieren lieh. „Hier siehst du selbst, wie wenig du ■ncinc Seele fennst. — Lebe wohl, Lothar! Es darf nicht mehr sein" Konstanze verlreh daS Zmirner. Sie horte noch, Die er ihr etwas in bittendem Tone nachrief. Sann ging sie hinüber ins Fremdenzimmer und chloh Die Tür hinter sich zu. Es war ihr, wie sie den Schlüssel herumgedreht hatte, als ergriffe ein schleimiges Gespenst Deich von ihr. .Sol" dachte sie, „nun ist der Ab- grunb überbrückt, auf dessen Grunde stürzende Aiesbäche lauem, um dich au verschlingen." Einen Moment lang lauschte sie noch an der tür. — Ein Grab war dieses Haus. — Eine teinernc Gruft. „Gut eingerichtet mit allem Komfort aber dennoch eine Gruft," dachte Konstanze -mit'Entsetzen. Sie fröstelte. Dieses Zimmer war -nicht geheizt. Wann hatten hier die letzten Gäste gewohnt? Dor einem Jahr etwa, Lothar liebte lie Geselligkeit nicht. Was liebte Lothar überhaupt, wie? — Seine Arbeit, sonst wohl nichts. Jagende Gedanken kreisten in Konstanzes Hirn. Einer gewann schließlich die Oberhand. Wo sollte fte hin? — Irgendeinen Platz auf der ganzen Veiten Welt muhte der Mensch doch haben, einen Äuhepunkt, einen Pol, von dem aus ihn das Schicksal weitertreiben toqrbe. — Ihre Eltern natürlich! — Selbstverständlich ihre Eltern! — Es gab mit einem Male für Konstanze nichts Selbstverständlicheres, als dah sie zu ihren Eltern muhte. Die würden sie verstehen. — Das Chaos ihrer Gedanken wurde zuweilen blitzartig erhellt. Wann ging wohl der beste Zug morgen nach München? — Ach! Konstanze fühlte eine zwingende Müdigkeit. Dur nicht denken! Dur einen Moment lang die Funktion des GehimS ausschalten. Eie sah da und blickte in verlorene 'Seiten. „Irgendwo kriechen Wesen um mich herum," fühlte Konstanze in dumpfem Brüten. Sesichter grinsten aus den Ecken des Zimmer?. Zum Fenster herein blickte eine Fratze. — „Du hist frei“, rief eine Stimme dicht an ihrem Ohr, „frei, Konstanze 1" — Eie hob den Kopf. Es war eine Gebärde, alS neige sie ihr Ohr einer sühen Melodie, einem Sirenengesang, der trotz aller «Süße Schmerzen verursachte. — Konstanze warf den Kops in den Macken und schaute zur Decke. „Ia", sagte sie zu dem unbekannten grauen Wesen an ihrer Seite, „ich bin frei, siehst du. Ich habe die Untoürbigtcit dieser Che abgestreift. Ich kann mich wieder selber achten. Bin ich nicht reich, wie?" Die Stimme kicherte. „Ich tausche nun mit keiner Königin mehr," flüsterte Konstanze. „Was kann mir noch geschehen? Habe ich noch etwas anderes zu verlieren als meinen Stolz." Konstanze fuhr zusammen. Hatte sie geträumt? In dieser Stunde gab es Wichtigeres, als zu träumen. — Wachen, wachen um Gottes willen! Mit klaren Gedanken daS Letzte ordnen und dann fort aus diesem GesängniS, daS beinahe ihre Seele verschlungen hätte. Konstanze fürchtete sich vor diesem Hause. Sie erhob sich. Die wenigen Sachen, die ihr Eigentum bildeten, waren schnell verpackt. Dazu war morgen vormittag noch Zeit. Es galt vielmehr alles, was sie an ihren Mann band, zu vernichten. Sie schloß das hohe Dertiko auf, in dem sie ihre Briefschaften und sonstigen kleinen Andenken an ihre Mädchenzeit verwahrt hielt. Das erste, waS ihr in die Hände fiel, war ein Bündel Briefe an ihren Mann aus der Brautzeit, schön verschnürt zu zierlichem Paket. „Man sollte derlei Zeugen nie aufheben," dachte Konstanze, indem sie das Bändchen löste und den ersten Bries entfaltete. Sie überflog mit raschen Blicken die Zeilen. Ihre Stirne faltete sich. Uebcrau« zärtlich klang dieser Brief nicht. Eine glückstrahlende Braut sprach nicht aus diesen Zeilen. Schon die Anrede: „Lieber Lothar!" — Es folgten Erörterungen über ein Buch, das er ihr zum Lesen gegeben und das sie nun hier gewissermaßen rezensiert hatte. — Lächerlich! — Fort! — Sie legte den Dries zu den anderen. — Dann kamen verschiedene Drief- schasten. Aus ihrer Pensionszeit in Genf an ihre Freundinnen. - - Landschaftsschilderungen. — Poetische Ergüsse an ihre Lieblingsfreundin Martina. Was zuckt dein Herz, Konstanze, wenn du an Martina denkst, wie? — Ia, die sah das Leben wohl anders, als sie. .. CB riefe aus London an ihre Eltern. — Ah! Welch schöne Zeiten! Borbei, vorbei! — Hier! Heber Konstanzes Wangen glitt ein roter Schein. — Don PeterS Hand. — Mühende Wiesen tauchten auf. Ein Duft nach Korn hing in der Luft. Ein rauschender Wald. Sommerlust ... Ein weißes Kleid neben einem braungebrannten Iüngling mit flatterndem Lok- kenhaar ... Konstanze schloß die Augen ... Ein Deet mit rotem Mohn, irgendwo in einem Garten. — Der Mohn brannte in sengender Sonnenglut' das fühlte Konstanze ... Oder war das ihr Herz? Konnte sie die Begriffe nicht auseinanderhalten? — Es war wohl auch einerlei ober dasselbe? Was weih man in solchen Stunden des sehnsüchtigen Träumens, wie? — Die Bilder versanken. Andere stiegen empor. Schneeflockentanz, eine spiegelnde Fläche. Man glitt dahin — mit ihm. Vorüber! — Darüber I — Eine Melodie erklang, ein Walzer. Man schwebte himmelan, immer höher — man stürzte. Ia. Konstanze erschrak, je höher man stieg, desto tiefer stürzte man. Dielleicht stieg man überhaupt stets nur, um zu stürmen. ©ic kramte das ganze Schränkchen aus. „Alles dies muh aus der Welt", sagte sie. „Ich werde nichts zurücklassen von alledem, alS ein Häufchen Asche." Es war wirklich eisigkalt in diesem Zimmer. Sie fror. Da — was war denn? Konstanze starrte entsetzt zur Tür. Wurde nicht die Klinke gan- leise heruntergedruckt? Sollte Lothar ... „Was ist?" rief sie und ihre Stimme klang wie die eines geängstigten Dögelchens. „Ich bitte dich, mache auf, Konstanze", sagte Lothar von draußen in ruhigem Tone. „Ich muh mit dir sprechen." „Olein", entgegnete sie, „ich bitte dich, quäle mich nicht. Ich bin müde." — 20; »ab Mai. I. - cich. 20: M. 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Mit Worten kann ich das alles nicht ausdrücken. Dur mein Gefühl, das mich nicht trügt, befiehlt mir, mich von Dir zu trennen. Verzeihe mir und denke nicht schlecht von mir. Ich wünsche Dir alles Glück im Leben. Konstanze!" Diesen Brief lieh sie kuvertiert auf dem Tisch liegen. „Dun ist wohl alles getan", sagte sich Konstanze und erhob sich schwerfällig und zum Sterben müde. Sie verlöschte das elektrische Licht. Das Zimmer lag in jäher Finsternis. Sie trat zum Fenster. Dort hinten, wo das nimmermüde, nächtliche Berlin grollte, war ein Abglanz der lichterfüllten Stadt am Himmel. Dot lohte das Firmament dort wie im schaurigen Dämmcrschein einer Feuersbrunst. Konstanze sah zum Himmel empor. Mildtätige Sterne flackerten dort im ewigen Geheimnis. Mit schwarzen Schwingen senkte sich eine rätselhafte Wehmut über sie. „Was ist das Leben?" fragte sich Konstanze. — „Das Leben ist wohl stets so, wie wir es sehen, nicht wahr?" Sie lieh die Micke über den nahen Horizont schweifen und sann nach über das, was die Ferne ihr zutragen toerße. „Dielleicht ist es urewiges Geheimnis der Welt", dachte sie, „den Sternen nachzublicken. — Dielleicht ist es immer so gewesen und wird stets so fein. — Dielleicht stehen immer Frauen am Fenster und sehen in die Weite einem Etwas nach, das sie nicht mit Damen nennen können." llnb wie sie so die Vergänglichkeit des irdischen Daseins erfühlte, lösten sich plötzlich Tränen aus ihren Augen und ergossen sich über ihre bleichen Wangen. Arme Konstanze — tröste dich! Es weinten wohl in dieser Stunde hunderte von armen einsamen Frauen um ein erhofftes und nicht erfülltes Glück. Eine Stunde gebar die andere. Konstanze stand am Fenster und schaute in die rätselvolle Dacht. — Diese Dacht geht^vorüber, siehst du, und dann kam der Tag und über Tag und Dacht war sie schon in München bei ihren Eltern und dann und dann --- „Dun ist es Zeit, daß ich etwas ruhe", empfand Konstanze und rührte sich nicht vom Fleck. Sie stand noch am Fenster, als der graue Schleier des Morgens langsam über die Dächer stieg. 2. „Was wird das neue Dasein mir bringen?" fragte sich Konstanze und blickte zum Fenster des dahinbrausenden Zuges hinaus. — So fliegt das Leben vorbei, wie draußen die Landschaft! Es war ein seltsames Gefühl in Konstanze, gemischt aus Zuversicht und Zweifel. Sie nahm es als einen glücklichen Anfang ihreä neuen Lebens, dah Lothar heute früh nicht nochmals einen Dorstoß unternommen, sie umzustimmen. — Dielleicht hatte er auch gedacht, sie werde sich in letzter Sekunde noch alles anders überlegen. Dun lag Berlin schon weit hinter ihr. Eie sah nach der tlhr. Es war die Zeit, in bet Lothar nach Hause kam. — Konstanze fühlte einen Stich in der Brust, er kam in sein leeret Haus. — Er wird es verwinden. Lothar ist nicht der Mann, der sich lange mit Problemen aufhält. — Aber wozu dieses Zurückdenken? — Man sollte nie rückwärts sehen, immer vorwärts und dort vor ihr lag München. — Ihr Elternhaus. — Doch wenige Stunden Bahnfahrt und man konnte an die Brust der Mutter stürzen, in die Arme des DaterS. Die Eltern würden sie verstehen. Dort würde sich alles erhellen. Freilich. was dann folgen sollte, war für Konstanze vorläufig ein Dätsel. Es würde sich alles entwickeln, nicht wahr? Wozu denken? Wir Menschen lenken doch nicht das Geschick. — — — Don dem Münchener Bahnhöfe aus nahm Konstanze ein Auto. „Dach der Lerchenfelder Straße!" Sie fröstelte, die nächtliche Bahnfahrt hatte sie ermattet. Es war noch früh am Morgen. Die ersten Arbeiterzüge ergossen wie alltäglich unübersehbares Menschenmaterial aus den Dororten in die Stadt. Die Straßenbahnen waren gedrängt voll. Das Hasten begann wie jeden Tag. Das Iagen nach Geld war gestern, es ist heute, würde morgen fein, übermorgen und immer, immer. Man hatte keine Zeit zu verlieren. Eine Minute war Gold, und Gold bedeutete Brot, und Brot war Leben. Gin harter Rhythmus, ein gleicher Rhythmus, derselbe Takt jahraus, jahrein. Konstanzes Herz klopfte stürmischer, je näher der Wagen dem Englischen Garten kam. Der- schlafene Hausknechte standen in den Türen Dor einem Hotel hielt eine Droschke, der ein dicker, behäbiger Herr entstieg. Ein Schupomann machte an einer Straßenkreuzung seine typischen Arm- betoegungen, den immer lebhafter werdenden Verkehr zu regeln. — Konstanze gewahrte das alles mit einer trägen, mechanischen Gehimtätigkeit. Die Gegend wurde ruhiger. Schon sah man hinter den vornehmen Dillen, die verschlafen durch den Februarnebel blinzelten, die ersten kahlen Baumkronen des Englischen Gartens. Da hielt der Wagen vor dem Haus ihrer Eltern. Die Fenster blinkten stumm und kalt in der frischen Luft dieses Morgens. Im tiefen Frieden schien das Elternhaus zu liegen. Konstanze mußte mehrmals Ringeln, ehe man ihr öffnete. Das Mädchen trat ganz erschrocken einen Schritt zurück. „Gnädige grau!?“ Konstanze vermied es, dem Mädchen inS Gesicht zu sehen. „Guten Tag, Hanne! — Schlafen meine Eltern noch?" „Die Herrschaften haben bereits gefrühstückt." „Papa war stets ein Frühaufsteher", dachte Konstanze und trat in den Salon. (Fortsetzung folgt.) STANDARD MOTOR OIL Ein sanfter Druck auf den Gashebel. Mühelos zieht der schwere Lastwagen an und kommt sofort auf schnelles Tempo. Auch bei voller Last und auf steilen Wegen arbeitet der Motor gleichmässig und klopffrei. ESSO BEDEUTET« schnelle» Starten, rückstandlose Verbrennung, klopffreies Fahren und unwiderstehliche Kraft. Tanken Sie ESSO, den roten Betriebsstoff, an den silbernenEsso-Pumpen. 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Das Kirchnotgeld betragt jährlich 2 RM. und war je zur Hälfte am 15. Januar und 15. Marz 1930 fällig. Postscheckkonto Evang. Kirchenkasse Gießen, Frankfurt a. M. Nr. 53335. 6-Giher, geschloffen, gut erhalten, zu- gelaffen und verffeuertfür CR JJ1. 1500. — zu verlaufen. $r. Wilh. Herrmann Blcchwarenfabrit, Krankf. a. M., Som« Heimer Landwehr 36/44. Für Rekonvaleszenten, nach Krankheiten, Operationen usw. gibt es Lahnkiesel Perlkies Silberkies 1 prompt und billig Polstermöbel 3528 A Stoffspezialhaus, Plockstrabe 16 3511 A Photo-Spezialgeschäft Seltersweg Wilhelm Kilbinger Nachf. ___________________________________________________3540A Evangelischer Gesamtkirchenvorstand Gießen. Gute Heilerfolge wurden i.Jdflen, wo andere Heilmittel ohne Qr< folg versucht waren, durch unsere Methode ohne Operation, ohne Gin» fprihunq, ohne RAMESOHL8 SCHMIDT AG OELDE i.WESTE Deutsche Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft Köln Riehlerstraße 31 a Fenster- und Balkonschmuck Blüh. Geranien. 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Mai 1950 Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Nr. 105 viertes Blatt Wandem und weisen • Bäder und Sommerfrischen. Wilhelmshöhe. Bon Franz Gros. Alljährlich, wenn der Frühling einzieht oder der Herbst naht — zweimal im Jahre — lockt mich Wilhelmshöhe und zieht mich in seinen Dann. Dieser Erdenfleck hat es mir angetan. Dar manchen Herrensitz gibt es in deutschen Landen, den die Romantik oder Erinnerungen an große Zeiten umweben — ich denke an die Fliederbüsche im Schwetzinger Parke und die Rosenterrassen in Sanssouci — aber keiner von allen reicht an das stolze und so märchenhaft schöne Wilhelmshöhe heran. SS" fahren so viele von Rord nach Süd und von Süd nach Rord, sehen hinüber nach der auf hohem Waldhanae stehenden ©tatuc des Zeussohnes, sagen vielleicht auch im stillen: ..Wie schön mags dort sein", aber daß nur einer aus den Gedanken käme, hier halt zu machen und sei es auch nur für einen halben Tag — dieser Gedanke kommt nur wenigen. Wer aber einmal hier war, kommt wieder. So wie ich. llnb wenn ich die breiten Parkwege oder die schmalen Waldvsade einsam wandeln darf — ist mir's am liebsten. Darum kehre ich in Wilhelmshöhe nicht in einem großen Hotel ein. Rein, seit Jahren weiß ich ein einsames Haus dort, in dessen Fenster eine Ruche ihre Reste streckt, hoffnungs- grün lockend im Frühjahr und das Lied vom Vergehen singend in dem kahler werdenden Ge- zweige im Herbst. Und um diese Buche stehen Tausende ihrer Schwestern aus dem Daumrciche, Ahorn und Kastanie, Eiche und Linde, Fichte und Silberpappel, und rauschen und summen mit das urewige Lied vom Werden und Vergehen. Es ist ein Glück für uns Rachfahren, daß es einmal eine ..alte" Zeit gab, deren Beschwerden wir nicht mehr versönlich kennen. Wir kennen nicht mehr die Leibeigenschaft der Bauern, die tiefe Untertänigkeit der Bürger und Beamten, die ihren Bart so tragen mußten, wie es Sere- niffimo gefiel. Und — den Zopf. Aber wer wollte die Zopfträger in der Geschichte und der Mode vergangener Zeiten missen? Sind wir Kurzgeschorenen etwa klüger als jene? Oder gar poesie- voller? Der Alte Fritz und Johann Wolfgang — trugen sie nicht auch ihre Zöpfe? Allerdings zu ihrer Zeit. Und ihre Zeit liebte das Romantische. Siegfried und Krimhild, die Gestalten deutscher Sage, waren noch nicht wieder in Geltung gekommen. Griechische Götter und Göttinnen verehrte man, stellte ihre Statuen in Fliederbüsche, in denen zur Lenzeszeit die Rachtigallen sangen, und baute ihnen Tempel. Um darinnen zu schwärmen. So steht heute der Halbgott Herkules, der Sohn des Zeus und der gerne getäuschten Königin Alkmenc von Tiryns, Erbe der Kraft seines Vaters, auf hohem Sockel im deutschen Walde und blickt weit hinaus ins deutsche Land. Zu seinen Füßen schlummert Dornröschen — irgendwo. Als sich mir in den schönen Jahren der Jugend die Griechenwelt erschloß, wurde mir der starke Knabe Herakles, der feinen ungeduldigen ..Musiklehrer" nur aus Versehen mit der Leier erschlug und der die tributheischenden Feinde aus dem Döotierlande mit abgeschnittenen Rasen und Ohren nach Hause schickte, ein guter Freund. Auf einer Bank am stillen Waldespfad sitzt ein Paar, umschwirrt von einer grünen Libelle. Stille gehe ich vorüber. — Das Mägdlein sieht der Libelle nach. — Eine Purpurweide hat ihren alten Stamm als lebenden Bogen über den Weg gelegt, ihre Wipfelzweige spiegeln sich im grünen Wasser. Wildenten rudern furchtlos und ungefährdet in langen Ketten auf feiner schilfum- fäumten Fläche. — Ich gehe über die hoch- gewölbte, von Säulenbasalten getragene Teufels- biüde. In ihrer Mitte sitzt eine rote Eichkatze, springt ab, klettert auf die dräuend geöffnete Schnauze eines nahen Meerungeheuers und betrachtet, die buschige Rute hochreckend, mit ihren klugen schwarzen Augen den nahenden Menschen. Ein Rotkehlchen scharrt mit seinen winzigen Füßen im Laube: schon hat es eine Larve erwischt, und eine gelbe Bachstelze läuft mit wippendem Steuer einem besseren Futterplatze zu. Stille liegt über den weiten Parkanlagen, ihren Hügeln und Wiesen, durch die die Wasserläufe ziehen. Heute springen die Wasser nicht, denen Menschenkunst an anderen Tagen über die Kaskaden von Berg zu Tal den Weg weist. Auch die springenden Wasser gehören zur Parkromantik. gehören zur alten Zeit, die hier weiter lebt. Dankbar gedenke ich derer, die diese Zauberwelt schufen, jenes Wilhelm, der das stolze Schloß mit feiner grüngoldenen Patinakuppel auf der Höhe erbaute und das Schmuckkästchen — Wilhelmstal — im unfernen Grunde. — Heute soll ich Abschied nehmen von all diesen lieben Stätten. Ich sitze im Tempel über dem Teiche. Zu meinen Füßen rudern die Schwäne. Wanderfahrten. Bieber --- Düneberg — Todmal — helfhol; — Bieber. Wiederum hat der rührige Wcgebezeichnungsaus- schuß des V. H. C. Gießen eine neue Markierung angelegt, die durch eine an landschaftlichen Schönheiten überaus reiche Gegend führt. Nachdem man von Bieber den schwarzen Punkten, die zum Dünsbcrg leiten, nachgegangen ist, beginnt auf halber Hohe das neue Wegzeichen: weißer Strich (eine Tafel weist darauf hin), ter einen bequemen Aufstieg zum Gipfel des Berges ermöglicht. Der Abstieg erfolgt bis zum Kreuzbuchcnplaß gemeinsam mit den schwarzen Punkten. Von hier wendet sich das neue Zeichen nach rechts, führt am kleinen Dünsberg vorbei durch schönen Buchenhochwald in ein idylli- sches Seitentälcheu, das im Dünsbachtal endet. Man überschreitet nun das anmutige Tal und gelangt auf der anderen Seite in den Walddiftrikt Todmal. 3n langsamem Anstieg auf wenig begangenen Wegen erreicht man nach einiger Zeit eine, an einer Waldwicfe reizend gelegene Jagdhütte. Unvergleichlich schön ist von hier der Blick auf den Dünsberg, der sich von dieser Seite in seiner ganzen Größe und Schönheit mit dem sich anschließenden Zsselscheid dem entzückten Auge darbietet. Das Zeichen führt nun weiter, immer durch Wald, an einem groß angelegten Fuchsbau vorüber, zur Höhe des Helfholz, um dessen Gipfel sich ein Grasweg zieht, der wiederum überraschende Fernblicke bietet. Nach einer Seite sieht man den Rimberg, Dreisberg, Hemmerich und die Alberge, während bei dem Weitermarsch auf der anderen Seite, reizvoll gelegen, Hohensolms und Königsberg sichtbar werden. Einige Schritte weiter weist ein Schild an eine Stelle, von der man, an einem großen Hochsitz vorbei, einen ungemein schönen und weiten Blick über die Burgen und Gießen hinweg bis zum Vogelsberg und Taunus und auf die benachbarten Höhen genießt. Nach kurzer Zeit trifft man wieder die schwarze Punktmarkierung, die nach Hohensolms geht. An dieser Stelle endet das neue Wegzeichen. Um nach Bieber zu gelangen, folgt man den schwarzen Punkten und genießt unterwegs nochmals prächtige Blicke auf den Dünsberg und Königsberg. Gegenüber der Oberförsterei Strupbach werden die Punkte verlassen; man geht geradeaus durch das hübsche Tal weiter und erreicht alsbald die Königsberger Landstraße, die an den Mühlen vorbei nach Bieber führt. Buhbach — Branbobemborf — Solmebadjtal — Braunfels. Diese Wanberung ist, da sie über 6 Stunden beansprucht, nur für rüstige Fußgänger geeignet. Wir fahren nach Butzbach und gehen schwarzen Strichen nach zum Schrenzer mit hübschem Rückblick auf die Stadt und die Wetterau. Das Zeichen führt uns durch prächtige Waldungen auf stillen Pfaden in etwa dreistündigem Marsche nach dem schmucken Taunusdorf Brandoberndorf mit guten (Sasthäusern. Hier beginnt das breite Solmsbachtal, das wir jetzt, blauen Strichen nach, durchschreiten. Abwechselnd durch Wald und Feld durchwandern mir die Orte Kröffelbach. Kraftsolms mit der schön gelegenen Oberförsterei Schmiedenhof, Bonbaben und gelangen nach geraumer Zeit nach Braunfels, dessen prächtiges Schloß wir schon von weitem sehen. Nach genügender Rast in der Obermühle (vorzügliches Bier) marschieren wir durch den lieblichen Mühlengrund nach Braunfels, von wo wir heimfahren. Die Stadt der schönen Silhouette. Wimpfen Am 30. April feierte Wimpfen a. R. das 110jährige Bestehen seines Heilbades. Ob das ein gutes Stück nördlich von Heilbronn an der Jagstmündung gelegene Reckarstädtchen wirklich „die schönste'^ Silhouette Deutschlands zeigt, wird wohl kaum zu entscheiden sein. Sicher aber ist der Blick auf Staffelgiebel, Türme und Türmchen über schmalem Dächergewirr inmitten üppigsten Grünes ganz entzückend! llnb da der Frühling eines der reichsten Dlüten- wunder des deutschen Südwestens gerade im Reckartal weckt, soll den Begeisterten nicht allzu kräftig widersprochen werden. Auf Resten einer Römersiedlung steht die einstige Reichsstadt, die als Besitz des Wormser Bischofsstuhles im 13. Jahrhundert außer Klöstern auch eine prächtige byzantinische Stiftskirche und im 15. Jahrhundert ein stolzes gotisches Gotteshaus erbaute, noch früher aber bereits hohenstaufische Kaiserpfalz gewesen war. In Wimpfen war es, wo im Mai 1622 Tilly den Baden-Durlachschen Markgrafen Georg- Friedrich so vernichtend schlug, daß er nur durch die Aufopferung von vierhundert Pforzheimer Bürgern der Gefangenschaft oder dem Tode entging. Ein Heimatspiel verherrlicht diese Tat der wackeren Pforzheimer. Mit den Gasfen fachwerkgeschmückter Häuser klettert der Besucher von der Talsohle die Höhe hinan. Am und unter sich blickt er in träumende Winkel, auf bröckelnde Mauern, auf Türme, Bergfried und dämmernde Hallen. In der Ferne blauen die Höhen des Odenwaldes, von den Hügeln rings umweht dich der Duft des Rebstocks, der Odem der Wälder. Man hat unlängst im Kreuzgang des Dominikanerklosters frühgotische Fresken aufgedeckt, eine Anbetung der Weisen aus dem Morgenlande, ein zartes Madonnenantlih. Das wird außer den Wanderern Kunstbegeisterte in das mittelalterliche Städtchen locken. Wimpfen ist, was nur die wenigsten wissen, auch Heilbad Am 30. April wird das zum 110jährigen Bestehen des Bades neuerrichtete am Aelkar. Kurhaus mit allen Einrichtungen moderner Errungenschaft eröffnet, das vielen und vielerlei Leidenden Heilung bringen mag. Mit dem neuen Kurmittelhaus ist eine Ergänzung der bestehenden Badeeinrichtungen des Solbades Wimpfen, namentlich des Ma- thildenbades, geschaffen worden. Es enthält neben Räumlichkeiten zur Abgabe von Solbädern, Koh» lenfäurcbädern, Moorbädern, auch Räume für Inhalationen, pneumatische Kammern, sowie Einrichtungen für Kneipp-Kuren. Die gärtnerischen Anlagen, die das Haus umgeben, laden zu ruhevollem Genuß einer in tausend Reizen prangenden Ratur. Dem Wanderfrohen aber bieten sich zahllose Ausflugsmöglichkeiten nach dem Odenwalde, dem Taubergrund und durch das burgenreiche Reckartal selbst, dos mit all den Stätten aus mittelalterlicher Zeit einem reichbebilderten Blatt im Buch der Geschichte gleicht. Reisewinke. Bad Lalzschlirf. Am 1. Mai hat Bad Salzschlirf wiederum seine Kurzeit eröffnet. Rühmlichst bekannt durch feinen Bvnifaziusbrunnen, der sich bei allen Arten von Gelenk- und Muskelerkrankungen, insbesondere Gicht und Rheuma, bei Stein- und Stoffwechselleiden außerordentlich heilkräftig erwiesen hat, bietet Salzschlirf außerdem alle für einen Badeort unerläßiichen Vorzüge: landschaftlich reizvolle Lage, kultivierte Parkanlagen, zeitgemäße Badeeinrichtungen. Daneben ist für Unterhaltung gesorgt: durch das auf eine 25jährige Tradition zurückblickende Kurtheater mit erstklassigem Ensemble, regelmäßige Konzerte des Kurorchesters, Bunte Abende und Rasenbühne, Illuminationen und Reunions. Ein liebevoll gepflegtes Luft- und Schwimmbad bietet die Mög- | lichkeit zur Freiluft-Körperkultur und -Gymnastik. — Tennisspieler, Jäger und Angler kom- | men ebenfalls auf ihre Kosten. 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Einschließlich des aus dem Vorjahr übernommenen Vortrages von 5 463 375 Mk. werden 5 941 994 Mk. vorgetragen. Auf Grund des Gesetzes über die Freigabe des deutschen Eigentums in den U.S.A. Hot die J.G. im Jahre 1929 21 063 464 Mark ver- einnahmt. Da dieser Betrag in den Goldmarkbilanzen vom 1. Januar 1924 der später in die J.G. aufgegangenen Firmen nicht aktiviert war, wird er der G. D. zu einer einmaligen Ausschüttung von 2 d. Sy zur Verfügung gestellt. Dies bedingt, daß die Inhaber der Teilichuldverschreibung von 1928 einen einmaligen Bonus von 1 v. Sy erhalten. Ferner erhalten die mit der I. G. durch Interessen- qemeinschafts. oder Garantieoerträge verbundenen Firmen den nachstehend angegebenen einmaligen Bonus: J.G. Chemie Basel 2 d.Sy, Chemische Werke Lothringen G. m. b. H. 2 v. Sy, 21. Riebeck- sche Montanwerke A.-G. 1,2 v. Sy, Dynamit A.-G, norm. Alfr. Nobel & Co. 1 v. Sy, Deutsche Celluloid-Fabrik 1 d. Sy, Rhein.-Westf. Sprengstoff A.-G. 0,8 v. S)., Siegener Dynamit A.-G. 0,8 v. Sy, Gustav Genschow & Co. A.-G. 0,8 v. Sy Das Geschäftsjahr 1930 hat bisher eine im ganzen befriedigende Entwicklung genommen. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die Börse war in der verflossenen Woche gekennzeichnet durch das lebhafte Geschäft, das sich am Markte der festverzinslichen Werte entwickelte, zum Wochenschluß aber bereits wieder fast vollkommen verebbte. Diese Bewegung war die Llrfache für die zunächst herrschende freundliche Stimmung, die Aktienmärkte wurden jedoch nicht mitgezogen, da das anlagesuchende Publikum und auch die Spekulation vielfach Aktien zum Berkaus brachte, um festverzinsliche Werte zu erwerben. Die Llltimoliquidation bereitete, wie man es erwartet hatte, keine besonderen Schwierigkeiten. Die noch bestehenden Terminengagements waren meist nur gering. Außerdem trug die anhaltende Flüssigkeit am Geldmarkt wesentlich zu der leichten Lieberwindung des Llltimo bei. Tagesgeld blieb bis kurz vor dem Zahltag zu 3 bis 4 Proz. stark angeboten. Selbst die Kommunen, die mit ihrer Nachfrage seither den Markt belastet hatten, sollen verschiedentlich als Geldgeber am Markte gewesen sein. Auch die Einkommen st euerzah- l u n g e n vermochten den Markt nicht zu verknappen. Sofort nach dem Zahltag war Tages- igeld wieder 41/2 Proz. Diese Geldflüssigkeit war also eine Hauptursache der leichten Liquida- tbn, den vielfach erwarteten Anstoß zu einer Belebung der Effektenbörse konnte sie bis jetzt aber noch nicht geben, dies verhinderte das anhaltende Fehlen der zweiten Hand. Das wenig kapitalkräftige Publikum begnügte sich, wie schon erwähnt, damit, sein geringes Anlagebedürfnis am Pfandbriefmarkt zu befriedigen. Das Angebot in 8prozentigen Goldpfandbriefen ist sehr klein geworden, so daß verschiedene Emissionen den Paristand erreichten und sich schließlich auch den 7- und 6proz. Typen erhöhtes Interesse zuwandte. Großes Geschäft hatten deutsche Anleihen, namentlich Ablösungsschuld für Altbesitz, die zeitweise den Kurs von 59 Proz. überschritten, ober auch Aeubesitzanleihe konnte über 1 Proz. anziehen. Aktien lagen unter Schwankungen zunächst überwiegend etwas schwächer, zumal die unsicheren Auslandbörsen dem Markte keine Stühe bieten konnten. Zum Wochenschluh setzte sich allgemein eine festere Stimmung durch auf die überraschenden Diskontsenkungen in England und Frankreich. Auch die Dividendenerhöhung bei Schuckert, die ebenfalls unerwartet kam. befriedigte. E l e k tro- werte traten daraufhin etwas mehr in den Vordergrund und konnten die anfänglichen Kursverluste wieder ausgleichen. Schuckert gewannen 8 Proz. Montanwerte waren vernachlässigt und eher schwächer. I.-G.-Farben lagen auf die vorläufig ergebnislosen Stickstosfverhand- lungen zunächst etwas gedrückt, konnten jedoch später auf über 180 Proz. anziehen. Kunst- s e i d e w c r t e waren nur vorübergehend erholt. Sonst waren einige Sonderbewegungen zu verzeichnen. Mansfelder setzten ihre Abwärtsbewegung infolge der neuen Kupferbaisse, der ergebnislosen Tarifverhandlungen und der weiteren Stillegungsanträge um mehrere Prozent fort. Zellstoff Aschaffenburg gaben in Erwartung einer Dividendenreduktion 15 Proz. nach: als dann überraschenderweise die Dividende in unveränderter Höhe vorgeschlagen wurde, trat eine Erholung um 10 Proz. ein, von der aber schließlich wieder 3 Proz. verlorengingen. Merklich höher lagen noch Reichs- bankanteile, ferner H o l z m a n n auf den günstigen Abschluß. Am Markte der Auslandrenten waren Türken gefragt und fester, während das Geschäft in deutschen Anleihen wieder aus ein Minimum zurückging. Wochenbericht vom Sronffurfcr Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete in dieser Woche überwiegend Preis- r ü ck g ä n g e, die namentlich auf den teilweise ganz erheblichen Auftrieb zurückzuführen waren. So in erster Linie bei Schweinen, wo der Mehrauftrieb gegen die vergangene Woche über 2000 Stück betrug. Das Geschäft verlief sehr langsam und bei stark rückgängigen Preisen verblieb ziemlich Lieberstand. Fettschweine fast unverkäuflich. Auch auf dem Rinder markt war der Auftrieb stärker als in der Borwoche. Das angetriebene Vieh war nur von mittlerer Qualität. Der Markt verkehrte durchweg ruhig, nur gute Färsen waren etwas besser gefragt und konnten daher schneller abgeseht werden. Bei etwas nachgebenden Preisen wurde nahezu ausverkauft. Rach den Versorgungsgebieten Hessen-Rassau, Rheinprovinz und Hessen (insbesondere Provinz Starkenburg) wurden etwa 43 Prozent des Auftriebs ausgeführt. Kälber wurden bei anfangs ruhigem, später lebhaftem Geschäft geräumt, doch gaben auch hier die Preise nicht unwesentlich nach. Schafe wurden wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. — Der Gesamtauftrieb bestand aus 1504 Rindern, darunter 357 Ochsen, 90 Bullen. 483 Kühen und 360 Färsen, ferner aus 1299 Kälbern, 127 Schafen und 6009 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 446 Rinder, 115 Kälber, 30 Schafe und 2153 Schweine mehr angetrieben. — Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 55 bis 59, a2) 51 bis 54. bl) 45 bis 50; Dullen a) 54 bis 56, b) 48 bis 53; Kühe a) 46 bis 50, b) 42 bis 45, c) 37 bis 41, d) 28 bis 36; Färsen a) 57 bis 60, b) 54 bis 55, c) 48 bis 52. Kälber b) 80 bis 82, c) 74 bis 79, d) 65 bis 73. Schafe nicht notiert. Schweine b) 63 bis 66, c) 65 bis 67, d) 65 bis 67, e) 63 bis 66. 3m Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Schweine um 8 Mk., Kälber um 3 Mk. und Rinder von 1 bis 2 Mk. nach. * P o r tland-Cemen t erke Heidel- berg — Mannheim — Stuttgart A. G., Heidelberg. Die Gesellschaft teilt mit. daß im Geschäftsjahr 1929 der Absatz zurückgegongen ist infolge des kalten Winters, der allgemeinen Geldknappheit, Zunahme der Auhenseiterfabri- ken und des Rückgangs der behördlichen Bauvorhaben. Mehrere Fabriken hätten daher im Laufe des Jahres stillgelegen. Auch die Ausfuhr sei zurückgegangen. Der Bruttogewinn stieg von 8,80 auf 9,50 Mill. Mk., während der Reingewinn nach erhöhten Abschreibungen auf 2,68 Mill. Mk. zurückging. Daraus soll wieder eine Dividende von 10 Prozent auf die Stamm- und von 5 Prozent auf die Vorzugsaktien verteilt werden. Lieber das neue Geschäftsjahr lasse sich angesichts der gedrückten Wirtschaftslage und der unsicheren Zustände auf dem Zementmarkt nichts Voraussagen. • Dergarbeiterentlafsungen bei Mannesmann. Die in Dortmund zwischen Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der zum Mannesmann-Konzern gehörenden Zechen ,,Konsolidation" und „Königin Elisabeth" in Anwesenheit der beteiligten behördlichen Stellen geführten Verhandlungen über die Kündigungsabsichten der betreffenden Zechen ergaben, daß 3000 Bergarbeiter der genannten Zechen bis zum Juli d. 3. in terminmäßigen Fristen zur Entlassung kommen, d. h., daß am 1. und 15. eines jeden Monats jeweils eine gewisse Anzahl Bergarbeiter entlassen wird, bis die Ziffer von 3000 erreicht ist. * Zellstoff-Fabrik Waldhof A.-G. Mannheim-Waldhof. 3n der jüngsten Aufsichtsratssitzung der Gesellschaft wurde die Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung per 31. Dezember 1929 vorgelegt. Entsprechend dem Antrag des Vorstandes wurde beschlossen, der Generalversammlung vorzuschlagen, aus einem Gewinn von 8 583 319 (8 283 637) Mark nach Abschreibungen von 3 566 026 (3 543 040) Mark eine Dividende von 12 (13V«) Prozent auf das Stammaktienkapital von 34,35 Mill. (30,15 Mill.) Mark auszuschütten. Generalversammlung am 30. Mai. * Liebergang des Gothaer Wag- aon-Pakets an Oren st ein L Koppel. Es war in den letzten Wochen wiederholt die Rede davon, daß Verhandlungen über das von Banken kontrollierte Paket von Aktien der Gothaer Waggonfabrik A.-G. mit der Orenstein & Koppel A.-G. schweben. Wie WTB.-Han- delsdienst von unterrichteter Seite hört, sind diese Verhandlungen jetzt zum Abschluß gekommen. Das Paket ist in den Besitz von Orenstein & Koppel übergegangen. * Phönix 21.-©. für Bergbau und Hüttenindustrie. 3n der Generalversammlung wurde davon Mitteilung gemacht, daß die drei bekannten Großaktionäre Otto Wolff, Hoogoven und Familie H a n i e l ihr Aktienpaket an die Gruppe Gelsenkirchen-Thyssen ab- gestoßen haben. Die Berwaltung des Phönix beabsichtige in diesem Zusammenhang mit Gelsenkirchen ein engeres Gemeinschaftsverhältnis einzugehen. 3m übrigen könne gesagt werden, daß die Zukunft der Gesellschaft im Gesamtrahmen dieser gemeinsam zu verfolgenden Geschäftsentwicklung mit großer Zuversicht erwartet werden könne. — Generaldirektor Fahrenhorst führte aus, daß, wie im Vorjahre, die Erlöse des Kontos Wertpapiere und Beteiligungen die Haupteinnahme der Gesellschaft gebildet haben. Die freiwerdenden Mittel seien zur Steigerung des Wertpapierebesihes verwandt worden. Der Besitz an Aktien des Stahlvereins betrage nunmehr 24,10 v. H. des Aktienkapitals dieser Gesellschaft. Mit van der Zypen kontrolliere der Phönix ungefähr 212 Millionen Mark Aktien des Stahlvereins gleich 26,5 v. H. Bor wenigen Tagen sei durch Vermittlung der DD-Dank mit einem holländischen Bankenkonsortium zu der Aufnahme einer Anleihe von 20 Millionen Gulden geschritten worden, die mit 6 v. H. verzinslich sei und zum Kurse von 92 v. H. ausgegeben werde. Der Erlös werde der Gesellschaft schon in wenigen Wochen zufliehen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Mai. Tendenz uneinheit. lich. Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr die Stimmung im Anschluß an die etwas abgeschwächte Haltung der gestrigen Abendbörse weiter eher schwächer war, konnte sich zum offiziellen Beginn des Marktes auf einigen Markten eine freundliche Stimmung durchsetzen. Vor allem am Montanmarkt war das Geschäft trotz der neuen Arbeiter- entlassunaen bei Mannesmann und Stahlverein recht lebhaft. Die meisten Werte dieses Marktes lagen auf größere rheinländische Käufe bis 2 v. Sy höber. Die Grundtendenz war jedoch sonst eher schwächer, da das Zögern der Reichsbank, den Diskontsatz herabzusetzen, und die drohende Tariferhöhung bei der Reichsbahn verstimmten. Die Kursentwicklung gegenüber der gestrigen Abendbörse war uneinheitlich, und es ergaben sich meist Rückgänge von 1 bis 3 v. Sy Stark gedrückt eröffneten am Elektro- markt Chadeaktien, die trotz der erhöhten Dividende von 2 v. Sy 3 Mark nachgaben. Siemens und AEG. lagen je 1 d. S). niedriger. Am Chemiemarkt hat das Interesse für Farben merklich nachgelassen; J.-G.- Farben waren zum ersten Kurs 1,13 d. Sy schwächer. Bis zu 1 v. Sy niedriger eröffneten noch Schiff- fahrtswerte, Banken und Kunstseideaktien, während für Zellstoffwerte stärkeres Interesse bestand, bei Besserungen bis zu 2 d. Sy Von Bauunternehmungen konnten Wayß & Freytag 1 v. Sy anziehen, dagegen lagen Dyckerhoff und Wydmann nach der letzttägigen Aufwärtsbewegung 1 ü. Sy schwächer. Am Anleihemarkt logen Neubesitz etwas niedriger, während Altbesitz gut gehalten waren. Von ausländischen Renten zogen Ungarische Goldrente leicht an. Die übrigen Werte dieses Marktes waren behauptet. Im Verlaufe war das Geschäft still, und btt anfangs etwas gedrückten Werte gaben weiter leicht nach, während Spezialwerte gut behauptet lagen. Interesse bestand lediglich für Reichsbank, die zwei vom Hundert anziehen konnten. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas leichter (4 v. H.). Am Devisenmarkt konnte sich der französische Franken weiter befestigen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1890, gegen Pfund 20,3620, London gegen Kabel 4,8605, gegen Paris 123,84, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 39,25, gegen Schweiz 25,0750, gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin, 3. Mai. Eine Reihe ungünstiger Momente hatte schon im Vormittagsoerkehr auf die Stimmung gedrückt, und die Kurse hatten gegen ihren Höchstsatz von gestern abend ein bis zwei v. H. verloren. Vor allem wurde die Spekulation zu Gewinnmitnahmen und Glattstellungen Veranlaßt, weil die Festigkeit der letzten Tage und die Sonderbewegung der favorisierten Papiere ihrer Meinung nach die Provinzkundschaft nicht genügend angeregt hat. Hinzu tarnen der flaue Schluß der gestrigen Neuyorker Börse, die geftrige Haushaltsdebatte im Reichstag, die Tariferhöhungspläne der Reichsbahn, der Abbruch der Brüsseler Konferenz, Meldungen von weiteren Benzolpreiserhöhungen, die Unstimmigkeiten im Kupfertarif und die neuen Arbeiterentlassungen und Feierschichten bei Mannesmann und Vereinigte Stahlwerke. Während sich die Mehrzahl der Papiere auf ihren gestrigen Mittagskursstand behaupten konnte, verloren einzelne Werte, wie Ilse Bergbau, Chadeaktien, Gesfürel, Karstadt (bei denen der Schwedenoertrag noch nicht abgeschlossen ist), Siemens usw. bis zu 3 v. Sy, doch waren anderseits auch Lorenz plus 7, Aku plus 2,25, Buderus plus 2,60, Sarotti plus 1,5, Nordwolle plus 1,5 d. Sy usw. recht fest. Interesse bestand besonders im Verlaufe für Orenstein & Koppel auf die gemeldete Uebernahme der Mehrheit von Gothaer Waggon. Im Gegensatz zu den Aktienmärkten war das Geschäft in festverzinslichen Werten wieder recht lebhaft. Die Stimmung blieb auf die Erwartung einer Diskontermäßigung der Reichsbank zu Beginn der nächsten Woche ausgesprochen fest. Altbesitzanleihe konnten sich um 0,4 d. Sy erholen. Neubesitz. und Auslandrenten lagen behauptet. Am Geld- markt liegen die Sätze auch heute unverändert. Nach den ersten Kursen war das Geschäft zunächst sehr ruhig, wurde aber später, von Maschinen- und Montanwerten ausgehend (diese hatten auf Bankkäufe 1- bis 2prozentige Gewinne aufzuweisen), allgemein freundlicher. Auch in Reichsbank, Orenstein & Koppel war das Geschäft lebhaft, nur Kupfer- werte tendierten relativ schwach. Aus aller Welt. Der Millionenschah der Bettlerin. Valencia, 3. Mai. (WTB. Funksoruch.) Eine alte Bettlerin, die hier eine Mansarde bewohnte, war seit mehreren Tagen nicht mehr ae- sehen worden. Die Nachbarn erstatteten deshalb Anzeige. Als die Polizei die Wohnung öffnete, ergab sich, daß die Bettlerin gestorben war. Gleichzeitig aber machte man die verblüffende Entdeckung, daß sie in ihrer Mansarde Wertpapiere in Höh e von 2 Millionen Peseten, also einen Betrag von über einer Million Reichsmark versteckt hatte. Do. X bald betriebsbereit. Friedrichshafen 2. Mai. (WTB.) Ein Teil der zwölf 600-?8-Curtis-Motoren ist auf der Dornier-Werft Altenrhein eingetroffen. Der Rest wird in Kürze folgen, so daß nach Einmontierung der Motoren Anfang Juni mit dem Beginn der Probeflüge gerechnet werden kann. Nach den Probeflügen im Bodenseegebiet werden Besuchsflüge nach der Schweiz und innerhalb Deutschlands, anschließend Flüge ins Mittelmeergebiet unternommen werden. Je nach den Wetterverhaltnissen findet dann in diesem Jahre noch der Transozeanflug statt, der in Etappen über die Azoren und die Bermudas nach Neuyork führen wird. Die Flugschiffe „Do. XII" und „Do. XIII", die von einer italienischen Luftverkehrsgesellschaft in Auftrag gegeben wurden, sind bis auf den Einbau der Motoren fertiggestellt. Die beiden Flugschiffe sollen noch in diesem Jahre in Betrieb genommen werden. / Einfuhrverbot für Papageien in England. Das englisch« Wohlfahrtsministerium hat eine Verfügung erlassen, in der unter Hinweis auf die während der letzten zwei Monate in England und Wales vorgekommenen zahlreichen Fälle von Papageienkrankheit die Einfuhr von Papageien und anderer verwandter Vögel nach England vom 20. Mai an verboten wird. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Neichsbankdiskont 5 d. Sy, Lombardzinsfuß 6 o. Sy Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kure 1-Uhr- Kurs Schluß-s kur» , Anfang- Kurv Datum 2. ■ 3- 5. 2. 5 3 5. 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 7% Deutsche ReichSanleihe , 87,5 — 87,8 - von 1929 102,25 — 102,6 Deutsche SInl.-Ablöl.-Schuld mit Auslos.-Rechten 58,4 — 58,5 58,8 DeSgl. ohne AuSlos..Rechte . 6% Hess. Aolksslaal von 1929 U,2 11,13 11,3 11,3 trückzahlb. 102%) Obcrhessen Provinz • Anleihe ml! 94,9 — 94,75 - Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. 55 — - - Anleihe Serie 1 8% Franks Hvp.-Bank Goldpfe. 56,9 — 56,75 — XIII unkündbar dir 1934 7% Franks Hyp.-Bank Goldpfe 99,75 — - unkündbar bi- 1938 444% Rheinische Hhp^BanI iiiqu. Goldpfe. 94 — - — 86,425 - - - 8% Pr. LandesvlandbriefanNall, Psandbriese R. 17 100 I00 _ 8% Pr Lande-pfandbrielansialt, Komm^Obl. R. 16 95,5 _ 95,5 7% Pr. Lande-Vsandbrtesanstalt, Pfandbriefe R. 10 tl.tt.lfc. abg. Bortriegtz-Obligatio- 93,25 - 92,75 uen. rückzahlbar 1932 94 — - 4% OeNerrrtchUche (Soldrenle . . 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 27 — 26,8 4,3 — 4% Oesterreichtsche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente 2.5 26 2,5 24,7 2,5 4% Ungarische StaalSrente v. 1910 20,75 21 21,25 V/i% de«gl. von 1918 — 4% Ungarische Kronenrenle 2,4 2,4 2.45 4% Türkische ZoUanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anl 7,13 — 7,1 Serie 1 7,25 — 7.15 7.25 4% deigl Serie II . . . . 5% Rumttnilch, vereinh. Rente 7.25 — 7,15 7,2 von 1903 441% Rumänische vereinh. Rente ,0,05 - 10,13 von 1913 ... ..... 16,9 — 16,8 4% Rumänische vereinh. Rente . 8,175 — 8,1 Frankfurt a. Dl. Berlin Schluß«! furd | 1-llhr- Sliird Schluß- kurv Anfang- Kur«! Dalum 2 5 .. 3 5 2. 5 3. 5 Hamburg-Amerika Patel . . 7 113,75 113,5 >13,13 113 Hamburg-Südam. Dampfschiff 3 171,25 Hansa Dampsschisf 10 — - 161 160 Norddeutscher Lloyd ... 8 113,65 113,5 113,25 113 Allgemeine DeutscheEreditanll. 10 115,75 — 115,5 115,75 Barmer Bankverein . 10 12/ 127 •26,75 126,75 Berliner Handelsgesellschaft 12 177 176,25 176 Commerz, und Privat-Bank . 11 152 151,5 152 151,75 Darmstädter und Nationalbant 12 229,25 — 228,5 229 Deutsche Bank und Disconto-GeseUschaft, . . . 10 143,5 — 143 143 Dresdner Bank...... 10 145 144,75 144,75 44,75 Reichsbank ...... 1 f. 297,75 298,25 297 297,5 A.E.G.......... . 8 172 171 • 72 170,75 Bergmann........ . 9 — — Elektr. Lieserungsgesellschaft 10 — — 160 Licht und Krasl 10 — — 171 Felten & Guilleaume 126,75 — 126,75 126,5 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 171,5 — 171,13 168,6 Hamburger Elektrizitäts-Werke Rheinische Elektrizität . . . 10 — 138,65 138,5 . 9 148,5 - 148,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 _ - Schuckert & Go. . ..... 11 194,75 194 194,5 193,4 Siemens & Halske . • • • . 16 248 247 248.5 246,75 Transrabto ........ . 8 129.5 128,25 Ladmever L Co.. ..... 10 171 171 Buderus . . ...... . 6 70,5 71,6 — 72,75 Deutsche Erdöl ...... . 6 103,6 103,75 103,25 — Gelsenkirchener ...... . 8 139 I40 139 138,25 . 0 125,75 — 125,25 — Hoesch Eisen ...... 6*/i — 109 109 gile Bergbau....... 10 — 225 klocknerwerke - ..... . 7 102 —- 101,75 100,5 . 7 — 106,75 106,5 Mannesmann-Röhreu ... . 7 — 107 106,5 106,4 Mansfelder Bergbau .... Oberschles. Eisenbebars . . . . 7 77,75 — 77,5 76,6 . 6 — Lberschlej. KokSwerke ... . 7 — — 110,13 109,9 Phvnir Bergbau ... Rheinische Braunkohle» . . 6% 104,5 — 104,9 105,25 10 - 226,25 Khetnstahl . ...... Riebeck Moni« ...... . 6 117,6 117,5 117,25 117 V 109,75 109,25 Datum Kereintflte Stahlwerke . . . . Olavi Minen .... 16'/, Kaliwerke Aschersleben ... io Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaltwerte SaUdetfurtb ... 15 N. G. Farben.JnvUstrie . . . 12 Dynamit Nabel ....... 6 Scheideanstalt........ 9 Goldschmidt ...... ..5 Rütgeröwcrke ........ 6 Melallgelellschaft. ...... 8 Philipp Hohmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cemenlwerk Karlstadt. ... 10 Wavb & freytag .....8 Schultheis Patzenhofer ... 15 Ostwerte.........12 llku ..........18 Bemberg.........14 Zclistvss Waldhof .... 13'/, LeNsloli Aschaffenburg . . . 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-G. • .... 0 Not. Automobil ...... 0 Orenstein & Koppel • .... 6 Leonhard Lieh . • • • • 10 Sven-ko ....... frankfurter Maichme» .... 4 Gritzner . ...... 6 Heyliaenstaedl ....... 0 Kunghan» ....... 6 Lechwerte..........8 Matnkraftwerke Höchst a. M.. . s Miag 10 Debr. Roeder ....... io Boigt L Haefsner ••••«. 9 Süddeutsche Zucker . • . . 10 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs 1-Uhr- Kurv Schlußkurs Anfang- Kurs 2- 5 3 5 2 5 3 5 97 98,5 96.75 96.9 50,25 50,5 50,25 230 —— 230 — 235 — 235,25 — 400 — 400,25 400,5 186 184,9 185,5 185 — 88 88 152 — - 71 — 71,25 71 70,75 70.5 71,25 70,5 110,5 HO 109,75 — 111,75 — 111,5 — 135 135,5 — — 143,5 —— — — 92 93 91 — — - 305,5 303,75 258,5 — -- 259,5 116 115 113 115,25 14/ — 142,5 142,25 186 184,5 185,5 144,75 146.5 142,5 — — — 105,5 104,9 — — 170 >68,5 42,13 — 41,4 41,25 — — 247 247,5 — —— 52 52 — — 19 19 — — 81,25 82,5 — — 150.) 150.2, - - 348,5 347 35 — 35,6 — 38 38 <4 —■ M— — 44 — 43,75 —• 105,7 — — — 94 — — * 133 * 132,5 132,5 • 03,5 * — — 189 — 190 -*• 160,5 160,75 160 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 2. Mal Ä-it. Aries Amerikanische Noten ..... TiTö 4,186 58.19 111,70 58,43 112,14 Dänische Noten . Englische Noten........ 20,30 20,38 Französische Noten ...... Holländische Noten...... 16,405 16,465 168,06 168,74 Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr, i 100 Kronen 21,95 22.03 111,68 112,12 58,88 59,12 Rumänische Noten...... 2,46 2,48 112,57 81,29 «Lchwedische Noten ...... 112,13 00,97 Schweizer Noten....... Svanlsüre Noten..... . 51,80 12,37 52,00 12,43 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten 72,95 '3,25 2. Mai 3. Mai Amtliche Notierung Amtliche Jlollcrunq Geld Brief Geld Brie, Amft.-Rott. 168,45 168,75 168,38 68,72 Bucn.-AtreS 1,595 1,599 1,608 1,612 Brss.-Antw. 58,37 58,49 58,37 58.49 Chrtstiania. 111.99» 112,21 111,98 112,20 Kopenhagen 112,01 112,23 111,99 112,21 Stockholm . 112,43 112,65 112,39 112,61 HelsingforS. 10,534 10,554 '0,534 21,935 10 555 Italien. . . 21,92 21,96 21,975 London. . . 20,34 20,38 20,342 20,382 Neuyork -» Paris.... 4,1845 4,1925 4,1845 4,1925 16,415 16,455 16,415 16,455 Schwei» . . 81,12 81,28 81,150 81,275 Spanien . . 51,87 51.97 51,92 52,02 Japan - - . Mo de Jan. 2,068 2,072 2,068 2,072 0,498 0,500 0,198 0,500 Wien in D-> Oest. abgest. 58,99 59,11 59,025 59,145 Prag . ■ . <2,398 12,418 12,399 12,419 Bel'rad . . 7,408 7,422 7.408 7,422 Budapest. . 73,155 73,195 73,17 73,31 Buloarieu. 3,036 3,042 3,036 3,042 Lissabon . 18,79 18,83 18,78 18,82 Danzig. . . Konst mtm. 81,36 81,52 81,36 81,52 1,785 1,789 1,784 1,788 Athen. . . 5,435 5,445 5,435 5,445 Canada 4,178 4.186 4.177 4,185 Uruguay. . 3,846 3,854 3,846 3,854 Cairo . . . 20-86 20,90 20,86 20,90