'■ in M Gjch„, ^8*5*3 anspruchte uni '"'L7?K (te &.?*'> b-nq e. Än n?,e er °bn, **w&34! Fä» ™ ÄJfca* .’S Attersniln dnnt iS?”?- S,n W* «0. nachdem et Sk?D^letiu vergeb« 5V” Wi ©eti^t toat übetjtunf ndersehung |d abgeipüli Ö 3eufle versichert, meist < öon der Zand, Sah >e Aeußenmgcn deS 2e« c™. 'M als ob biete u '«ne vetMselte Sagt t> alfo die hierdurch her, konnte aber nur straf« erwachte den Qlngellagteit jnißfttflfe wegen Aarpet« ' Deamtenbeleidigung und bewahren. Eine Frei- icht, da den hier in De« toten in ihrem schweren ■ sich W'enbcn brutalen i« Schutz zuteil werden rhielt eine achttäg i ge Trödler haben bei Aus« s bestimmten geschlichen mmen, deren Befolgung zeilich nachgeprüft wird. 'Vision stellte sich heraus, it bei DumenL bei Kim« hspelzes, den er genau [tarnen in das Trödlerbuch var nicht das erste Mal, gen bi’ einschlägigen Asiat. Eine Geldstrafe deshalb angemessen. Wissenschaft. ir hessische BWten. j t gemeldet wirb, hat sich ntschlossen, um den zu Un« m Dichter Mhelm cho Z' 'esevublikM wieder naher, von Werken UJ aufe des Jahres den Bolts« i zu übermitteln. MriMn e Semelnden. I, den 3. April- eichte. _____ S1D,,|«nntart( ethn, vwari, v. Ker« die ü' -an.'afi Reint reigtLk^rdene^ n? 8iBcmä6 gtS mit mI V' Ci6‘ J? ^OQben ft11 und "nb# uitoede ioä Geld' itnolen. n lin itrunfl W_ W 1.611 58,49 112.# 112,2 112,7 0,5t’ 21-g 20.397 4,1925 16,415 8bl 5. S2Z 2,072 0,490 59-105 12,414 411 7Z.19 ,043 8,82 8 555 1,788 5,435 ,191 3,784 20,915 58,31 111.78 20,32 16.392 167.56 22. 111,85 58,88 2,46 112,28 80.99 52 5? 12,355 72,90 168 35 1613 58,5* 112.23 112« 112,* 10 545 2,d 20.« 4,1925 16*1$ 8b'< 52,3* 2,072 0,494 59,10 12*13 7.4'3 7318 -’S 18,62 II, 5* 1,739 ,435 3.78* 21,915 "ieToi 1,609 58,385 112.°> 112-00 112-* 10,52 21.93 20.358 4-1$ 16-375 81 52.« 2,068 0,492 58,98 12,393 7,399 73.0* 3>7 isL 8b«? 1,78- ,423 4,1* 3,776 r°:-75 58.S 112.22 20 405 16.452 168 2* 22.09 112.29 59.12 2.48 112.72 81,31 52,81 ,2.415 73,20 2 srtu. 6tlb !tr.Z9 (irftes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 5. April 1950 Erich r m i lögtich,nutzer Sonntags und Feierlag» Beilagen: Tie Illustrierte Gießener FamilienblLtler Heimat im Bild Die Schalle Dtonais-Beiugspreti: 2.20 BeichsmarK und 30 Reichspfennig für Träger* lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 8ernfprechanschlüfte anterSammelnummer2251. Lnschrisl für Drahtnach« richten: Hnietgtr «iefeen. poftfcheäkonlo: Jranffurtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dretf unt> Verlag: vrühl'sche Unieerütäts.Bnd), und Stelnömtfcrei R. fange in «letzen. Schrifileltnng und Seschäftrltelle: Schullttatze 1. Annahme oen Anzetaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen non 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen van 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvarfchrift 201 , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich fürVoItiik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filier, sämtlich tn Gießen. Die Parteien und das Kabinett Brüning. Die Reichstagsvebaiie über die Regierungserklärung. - Das sozialdemokratische Mißtrauensvotum - Der Reichstandbund für Unterstützung des Kabinetts. — Roch keine Entscheidung der Deutschnationalen. Das Zünglein an der Waage. Don unserer Berliner Redaktion. Ss läßt sich gctoifj nicht leugnen, dost die Aussprache über die Regierungserklärung fast eine größere Spannung ausgelöst hatte als die Abgabe der Erklärung durch den Kanzler am Dienstagnachmittag. Und das aus dem Grunde, weil diese Debatte Klarheit über das Schicksal des Kabinetts Brüning bringen sollte, Klarheit darüber, ob der Reichstag auffiicgt und Rcu- wahlcn ausgeschrieben werden müssen oder ob wenigstens bis zum Herbst hinein ungestörte parlamentarische Arbeit geleistet werden kann. Diese Klärung ist a u s g e b l i e b e n, weil _ sich die Deutschnalionalcn nicht darüber schlüssig werden konnten, wie sie sich bei der Abstimmung über die vorliegenden Mißtrauens- anträge verhalten sollten. Sie glänzten auch während der ganzen Plenarsitzung des Mittwoch durch Abwesenheit, da sämtliche Mitglieder in einer schon für den Bormittag anberaumten, aber noch am späten Abend andauernden Irak- tionsfitzung festgehalten waren. So muhte denn das HauS darauf verzichten, die Stellungnahme der Deutschnationalen kennen zu lernen. Dafür konnte es Herrn D r e i t f ch e i d beobachten, der in cinstündigcr Rede die Haltung der Sozialdemokratie zu begründen und zu verteidigen versuchte, um schließlich der Regierung das M i h t r a u e n seiner Parteisreunde auszusprechen. 2hm folgte der Zentrumsabgeordnetc Esser, der eine sehr maßvoll gehaltene Erklärung zugunsten des neuen Kabinetts abgab. DaS gleiche gilt für Herrn Scholz von der Deutschen Bolkspartei, während der Kommunist Pieck selbstverständlich dieser Regierung den Kamps bis ausS Messer »ansagte. Seine Drohungen und Berwünlchungen verhallten aber w gehört, weil man es vorgezogen hatte, ihn mit seinen Freunden allein zu lassen. Erst später füllte sich wieder der Sitzungssaal, als nun auch die Redner der übrigen Fraktionen zu Worte kamen. Rachmittags um vier war man fertig, am Donnerstag soll die Aussprache fortgesetzt werden, um den Deutschnationalen Gelegenheit zu geben, das Ergebnis ihrer Fraktionsbespre- chungen dem Hause mitzuteilen, um dann an die Abstimmungen heranzugehen. Einzig und allein von den Dcutschnatio- n a l e n hängt es ab, ob der Reichskanzler Brüning von dem ihm schon vom Reichspräsidenten zugcstandcnen Auflösungsrccht Gebrauch machen muß oder die Auslösungsorder in der berühmten roten Mappe lassen kann. Ungefähr 27 Stimmen fehlen der Regierung, sie müssen aus dem Lager der Deutschnationalen kommen und werden auch unzweifelhaft gestellt, da Minister Schiele schon durch die Ber- öfsentlichung seines Programms und einen Brief an Hugenberg dafür gesorgt hat, daß die der Landwirtschaft nal-este^enden deutschnationalen Abgeordneten nicht einmal beiseite stehen dürfen, sondern positiv zugunsten der Regierung stimmen müssen. Sie sind das Zünglein an der Waage, sic haben das Schicksal der Regierung in der Hand. Sitzungsbericht. Berlin, 2. April. (DDZ.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die Besprechung der Regierungserklärung. Abg. Dr. Breitscheid (G.): Die sozialdemokratische Fraktion schließt fich voll und ganz dem Dank an, den der nct\ Reichskanzler in fo ritterlicher Weise seinem Amtsvorgänger Müller ausgesprochen hat. Es war nicht leicht, in der Großen K o a l i t i o n Parteien zusammenzuhalten, deren einzelne Bestandteile in mehr als einer Beziehung ausein- anderstrcbten. Wir haben diese dornenvolle Ausgabe durch eindrciviertel Jahre erfüllt. Wir haben dabei Opfer gebracht, und wir haben es getan, weil wir die Gefahren kennen, die aus einem Abwcichen von Der parlamentarischen Linie entstehen muhten und entstehen müssen. Koalitionen stellen niemals etwas Endgültiges Dar. Es kann Der Zeitpunkt kommen, wo dieselben Erwägungen. Die für uns eindrekvicrtcl Jahre lang bestimmend waren, wiederum Geltung gewinnen. Wir Sozialdemokraten waren bereit, der Regierungsvorlage über die Sanierung der Arbeitslose nversiche- rung zuzustimmen. Die Sozialdemokratie konnte aber den oifen zugegebenen Leistungsabbau nicht mitmachcn und so kam es zum Sturz de- bisherigen Regierung. Die schnelle Bildung der neuen Regierung war möglich, weil schon zu Lebzeiten des alten Kabinetts Borbereitungen für das neue durch Intrigen unD auf Hintertreppen gemacht wurden. Wir glauben nicht, daß Dr. Brüning Daran beteiligt war, aber andere Leute warteten im vorzimm?r des kranken Kabinetts auf den Moment, wo sie die Macht an treten konnten. 3m Sinne dieser Leute -hat dann ein sehr hoher Herr eingegriffen. Damit ist der Verfassung eine Auslegung gegeben worden, die nach unserer Auffassung dem Sinn und Wortlaut dieser versasfung nicht entspricht. Das jetzige Kabinett will nach außen hin dokumentieren: Wir haben mit Hugenbergs Fraktion offiziell nichts zu tun. Ein echter Regicrungsmann mag keinen Hugenbcrger leiden, doch feine Stimme nimmt er gern! (Heiterkeit.) Man hat von einem Kabinett der Frontkämpfergeneration gesprochen; es handelt sich aber mehr um das Kabinett Der „grünen Frontkämpfer". (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Das Agitationsprogramm der Grünen Front wird nicht der Landwirtschaft helfen, aber die Staatsfinanzen und die gesamte Wirtschaft in den Abgrund reißen. Reichskanzler Dr. Brüning droht immer fort, den Artikel 48 zur Durchführung seiner Pläne anwenden zu wollen. Die Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, die Voraussetzung zur Anwendung d'.c- ses "Artikels, liegt nicht vor. Wird Artikel 48 dennoch angewandt, fo wäre das ein Verfassung s- bruch, gegen den sich die Arbeiterschaft zur Wehr setzen wird. Für manche Kreise ist Artikel 48 nur der Anfang zur Diltatur. Wir sprechen der Regierung unser Mißtrauen aus in voller Kenntnis der Konsequenzen. Wir brauchen Neuwahlen nicht zu fürchten, aber wir denken nicht in erster Linie an unsere Partei, sondern an den Staat, den wir retten und schützen wollen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Esser (3.) billigt Die in Der Regierungserklärung enthaltenen Grundsätze. Seine Partei erwarte Die Lösung im vollen Einverständnis mit Dem Reichskanzler auf Dem Wege Der par lamen- tarifchen Gesetzgebung. Das Zentrum Hube sich bis zum letzten Augenblick bemüht, Die positive Zusammenarbeit in Der Großen Koalition zu erhalten. Sie bedauere, daß Die politische Bedeutung ihres Ausgleichsvorschlag^S für Die Arbeitslosenversicherung nicht allseitig und rechtzeitig erkannt worden ist. Die Durch Den Rücktritt der letzten Reichsregierung geschaffene Lage er- forDeie gebieterisch ein entschlossenes über allen Parteierwägungen stehendes Handeln. Die Zentrumsfraktion habe sich deshalb sofort be- rcitcrflärt, einig und entschlossen Dem Ruse ihres Führers zu folgen. Die Ausführungen von Dr. Breitscheid seien kaum vereinbar mit Der Erklärung, daß die Sozialdemokratie später wieder in Die Koalition ein treten wolle. Die Sozialdemokratie habe selbst die Regierungsvorlage zur Arbeitslosenversicherung abgelehnt und sich erst in allerletzter Stunde zu ihr zurückgefunden. Die Anwendung des Artikels 48 sei gewiß kein 3Deal« zustand, aber auch die Sozialdemokrat^ sollte sich bemühen. Die Anwendung dieses Mittels unnötig zu machen. (Beifall.) Abg. Or. Scholz (DD.) begrüßt die Erklärung der Regierung, daß die Außenpolitik in den bisherigen bewährten Bahnen fortgeführt werden solle. Dies werde dadurch gewährleistet, daß ihre Führung in ben gleichen Händen geblieben ist. Die Deutsche Bollsvartei billige die Borlegung eines umfassenden Sanierungsprogramms und das Bekenntnis zur rücksichtslosen Sparsamkeit, die auf allen Gebieten, auch bei Der Arbeitslosenversicherung, angewandt werden müsse. Die Gesundung Der Finanzen und der Wirtschaft werde das beste Fundament Der Sozialgesetzgebung und ihrer Weiterentwicklung bilden müssen. Die Deutsche Bolksvartei werde auch an allen Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft bereitwillig mitwirken. In der Fürsorge für Den Oft en sehe sie eine der wichtigsten staatspolitischen Aufgaben. Auch die große Aufgabe Der Reichsreform müsse in Den Rahmen Der Svarsamkeitsaktionen einbezogen werden. Die Regierung Dürfe bei Der Durchführung ihres Ge° temtvrogramms auf Die tatkräftige Mitarbeit Der Deutschen Bolkspartei vertrauen. Abg. Orewih (IBirffd) ) Um in letzter Stunde die schweren Gefahren für Landwirtschaft und Mittelstand und Damit für die Nation zu bannen, hat Der Reichs präsiDent roiitgeftcuDcn Einfluß auf Die BilDung unD Zielst tzung des neuen Kabinetts genommen. Neben Dem Perantwortungsbewußtfcin für Staat unD Wirtschaft war es in erster Linie Das Vertrauen zum ReichspräsiDenten, Das Die Wirt - l'chaftspartei veranlaßt hat, einen Minister für Das chinDendurg Kabinett zur Verfügung zu stellen. Wir erwarten, daß Professor B r c D t Die Unterstützung Der übrigen KabinettsmitglieDer finDen wird bei Dem Bestreben, Demjenigen Teile Des Volkes schützenD zur Seite zu stehen. Der augenblicklich am meisten bedrängt ist. Wenn Die Regierung zeigt, daß es ihr nicht ernst um Die« 23 erwirklichung Des A r - t i k e l s 16 1 Der* Reichsverfasfung ist, kann sie auf eine Unterstützung Der Wirtschaftspartei nicht ifdjnen. Wir können nicht verhehlen. Daß einzelne Punkte Der Regierungserklärung schwere BeDenken erregen. So ist es unvereinbar mit Der vom ReichspräsiDenten gegebenen Zielsetzung, wenn sich Die Regierung Das F i n a n z p r o g r a m m Der früheren Regierung in allen Teilen zu eigen machten sollte. Wir werden unsere künftige Stellung zur Regierung Davon abhängig machen, ob Das Kabinett mit Dem ersorDerlichen Ernst unD NachDruck an Die Ausgabensenkung herangehl unD Die Deckungsvorlagen Den vom ReichspräsiDenten gegebenen Richtlinien voll anpaßt. Abg. Meyer (Oem.) weist Darauf hin, daß die Einigung an Den ©o- < iaIDemofratcn gescheitert fei, die es abgelehnt hätten, eine Reform der Arbeitslosenversicherung auch nur unter die Möglichkeiten einer künftigen Gesetzgebung au'zunehmen, obwohl jede künftige Mehrheit gezwungen sein werde, Wege zu suchen, um die Reichsfinanzen von der dauernden Gefahr zu befreien, die ihnen aus Den organisatorischen Mängeln dieser sozialen Institution drohe. Dem neuen Kabinett stehen wir mit Bedenken und Sorgen gegenüber. Wenn wir sie in diesem Augenblick zurückstellen, so geschieht es, weil nichts unversucht bleiben darf zur Vermeidung einer Staatskrise. Tie Demokraten werden deshalb der Aufnahme der Tätigkeit des neuen Kabinetts kein Hindernis in den Weg legen. Sie werden seine Handlungen abwarten und von Fall zu Fall ihre Haltung einrichten. Wir billigen grundsätzlich die in der Regierungserklärung angctünDigtcn Maßnahmen und werden auch an einer durchgreifenden Osthilfe mitarbeiten. Darüber hinaus müssen wir aber fordern, daß die Regierung streng die verfassungsmäßigen G re n- zen innehält. Auch wenn das neue Kabinett die bevorstehenden Kampfe übersteht, .betrachten wir es nur als eine Llebergangslösung, bis es möglich ist, eine Mehrheitskoalition wiederherzustellen. Abg. Hülser gibt für die Bolkskonservative Bereinigung und den Christlich-Sozialen Dolksdienst eine Erklärung au, in der cj- begrübt wird,' daßBerMeichs- kanzler eine koalition. mäßige Gebundenheit Der neuen Regierung ausdrücklich abgelehnt habe. Der Weg zur inneren Einigung Der Ration könne nur durch ilebcrtoinDung des überwuchernden und zersetzenden Parte i g e i st e s freigemacht werden. Die Finanz- fanierung müsse zugleich den Erfordernissen einer von nationalem Gemeinschaft bewußtsein und christlicher Rächstenliebe getragenen Sozialpolitik gerecht werden. Der Wille, den außergewöhnlichen Röten des Landvolks mit außergewöhnlichen Mitteln entgegenzutreten, sei ein Tatbekenntnis zur Schickfalsverbundenbeit aller deutschen Berufsstände. Die gleiche Hilfsbereitschaft dürfe aber anderen Berufsständen nicht vorenthalten werden. Das grausame Geschick Der Arbeitslosigkeit müsse vom ganzen Dolke, besonders von Den noch leistungsfähigen unD in ihrer Existenz-gesicherten Bolks- kreisen mitgetragen werden. Für »die O st h i l f c fordert der Redner Einheit des organischen Ausbaues und der organisatorischen Durchführung. Einer plan- und zweckmäßigen Bauern- und Landarbeitersiedlungspolitik müsse im Rahmen des Ostprogramms eine besondere Bedeutung zugemessen werden. Doraussetzung eines Wiederaufstiegs sei, daß sich das deutsche Bolk auf die unvergänglichen Lebensguellen des christlichen Glaubens besinne und die göttlichen Sittengesetze wieder zum Maßstab seines Handelns mache. Die Regierung dürfe sich deshalb der Sicherung einer christlichen Jugenderziehung nicht versagen. Sie werde nur Dann Erfolg haben, wenn sie sich auch in Der praktischen Arbeit freihalte von koa- litions- und parteipolitischen Derstrickungen, und wenn sie sich immer al 3 Trägerin Der großen Gedanken des Reichspräsidenten fühle. Ab'. Leicht (Bayr. D p.) begrüßt die baldige Befresung der Rhein- lande. Bezüglich der Finanzsanierung erwarten wir, daß die Regierungsvorlagen im Reichstag eine Gestaltung erfahren, die Dem Grundsatz der Gerechtigkeit in Der Lasteuvertellung Rechnung trägt. In der Förderung von LonDwirtscbaft und 'Mittelstand werde die Bayerische Bo.'ks- partei die Regierung nach jeder Richtung unterstützen. Abg. Schlange (Chr. Aat.B.-part.) erklärt, Das Kabinett Müller war Das Kabinett Der verpaßten Gelegenheiten. Der beste AusDruck seines Oie Oeutschnationalen beantragen Verschiebung der Abstimmung. Oer Reichskanzler lehnt ab. - Oas Auslösungsdekret bereits ausgefertigt. Berlin, 3. April. (C.R.V.) Die Deutschnationalen haben gestern am späten Abend, laut „Hoff. Zlg.", bei Anwesenheit von etwa 60 Mitgliedern mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, in der heutigen Sitzung Des Reichstages zu beantragen, daß die Abstimmung über die von den Sozialdemokraten und den Kommunisten eingebrachte Mißtrauensanträge bis ungesähr Mitte April, also um etwa zwei Wochen, verschoben wird. Der „Berliner Lokalanzeiger" spricht zwar nicht von einem B e s ch l u ß der Fraktion, sagt aber, daß die endgültige Entscheidung dahin fallen dürste, daß die parlamentarische Entscheidung über das Kabinett auf kurze Tage vertagt werden soll, damit zuerst die A g r a r v o r la g e n auf ihre Bedeutung geprüft werden können. wie die „vossische Zeitung" meldet, hat die deutschnationale Fraktion durch ihren Vorsitzenden Oberfohren dem Reichskanzler sagen lassen, daß sie einen Antrag aus Vertagung der Abstimmung über die Mißtrauensanträge bis zum 14. April stellen wolle. Der Reichskanzler hat diese Mitteilung mit der Erklärung beantwortet, daß er sich a u f diesen Vorschlag nicht einlassen könne. Entweder die deutschnationale Fraktion sorgt dafür, daß am Donnerstag die Mißtrauensanträge nicht angenommen werden, oder der Reichstag wird aufgelöst. Die Auflösungsorder ist bereits ausgefertigt und in den Händen Dr. Brünings. Schiele an Hugenberg. Tie Nebcrnahmc des Ncichsernährungs- minifteriums. Berlin, 2. April. (ERB ) In einem Schreiben Des Reichsministers Schiele aus Anlaß feines Ausscheidens aus Der Deutschnationalen Reichstags- frattion an Dr. Hugenberg heißt es: „Angesichts Der immer beDrohlicher werbenden Notlage Der LanDwirtschaft Halle ich mich für verpflichtet. Dem einmütig von Den maßgeben Den lanDwirtschaftlichen Berufsorganisationen an mich ergangenen Verlangen nach Uebernohme Des Reichsernährungsministeriums im Kabinett Brüning zu entsprechen. Ich sehe mich hierzu um so mehr in Der Lage, als ich nach Den VerhanDlungen, Die Der Regierungsbildung oorausgingen, D i c Möglichkeit für gegeben erachten muh, mit Sicherheit Maßnahmen Durchführen zu können. Die geeignet finD, den Zusammenbruch Der LanDwirtschaft aufzuhalten unD eine grunDsätzliche WenDung in Der Agrarpolitik wirksam anzubahnen. Um Diele Ausgabe bei Den gegenwärtig gegebenen politischen Verhältnissen erfüllen zu können, beDarf ich her HanDlungsfrei beit. Aus Diesem GrunDe und um auch Der Partei unD ihrer Reichslagssrattion Die in Der Fraktions- gemeinschaft licgenDen VinDungen abzunehmen, habe ich mich veranlaßt gesehen, mein Reichstags- Mandat aufzugeben unh lege Demzufolge auch mein Amt im ParteivorstanD nieder. Meinen politischen Freunden werde ich innerlich verbunden bleiben." s9er Reichslandbund für das Kabinett Brüning-Schiele. Berlin, 2. April. (MTB.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes Hal heute nachmittag folgende Entschließung gefaßt: Der Bundesvorstand des Reichslandbundes spricht seinem Präsidenten, Minister Schiele, einmütig den Dank für sein m a n nh a f t e s Handeln aus, gelobt ihm die Unterstützung des deutschen Landvolkes mit allen Mitteln in seinem schweren Kampf für die Rettung der deutschen Landwirtschaft und erwartet demgemäß, im Gegensatz zu den Absichten der Sozialdemokratie, das Kabinett zu stürzen, von allen parlamentarischen Vertretern des Landvolkes eine Haltung, die dem Kabinett Brüning-Schiele die Möglichkeit zur Durchführung des Agrarprogramms gibt. Oie Zungdemokraien gegen Brüning. Berlin, 3. April. (CRB.) Der erste Borsitzende der Hamburger Iungdemokraten, Luth. hat an den Fraktionsvorsihenden der Demokrati- schrn Partei, Staatssekretär a. D. Meyer, ein Schreiben gerichtet, in dem die „dringende Forderung" erhoben wird, „unter allen Umständen dem Kabinett Brüning das Vertrauen zu versagen“. Die Demokratische Partei dürfe sich durch. das demokratische Mitglied deö Kabinetts, Dietrich, nicht gebunden fühlen, der neuen Reichsregierung GefolAchaft zu leisten. Der Dundesführer der Iurrgdemokraten, Leichstagsabgeordneter Ernst Lern wer, beabsichtigt, bei der Abstimmung gegen die Regierung zu stimmen. Wirkens ist die Tatsache, daß es das Rekordmini- fterium der Arbeitslosenzahl geworden ist. Das neue Kabinett könnte inan als Re p a r a t i o n s k a b i - nett der M ü l l e r s ch e n Unterlassung bezeichnen. Es hat gewiß große Schönheitsfehler. Wenn Deutschland aber auf eine Ideallösung warten will, wird es inzwischen vielleicht gestorben sein. Dow Außenminister und seiner Außenpolitik stehen wir mit denselben Gefühlen gegenüber wie bisher. (Lebhaftes 5)0 rt! Hört! links.) D i e nächste Ernte ist das Schicksal der Landwirtscl)aft. Wer Schieles Arbeit d a r n m hindert, m u ß als « chädling der Landwirtschaft g e- brandmarkt werden. Besonders begrüßen wir, daß zum ersten Male entschlossen der Blick nach dem Osten gerichtet wird. Wir danken dem Reichspräsidenten, daß er, wie er bei Tannenberg den Osten rettete, auch jetzt den Blick der Nation auf den Hauptgefahrenpunkt der deutschen Zukunft gelenkt hat. Millionen Menschen schöpfen im Hinblick auf den neuen Minister Schiele wieder Hoffnung. Die Parteipolitik hat ihren Kurswert verloren. Wenn Sie, Herr Reichskanzler, so handeln, wie Sie es zum Ausdruck gebracht haben, dann werden Sie die stärkste Regierung sein, die Deutschland in der Nachkriegszeit besessen hat. Wir begrüßen es, daß diese Regierung zum ersten Male auf gesetzmäßigem Wege sich über den überspitzten Parlamentarismus hinw-gfetzt. Wir werden die Regierung unterstützen, solange sie ihren Worten Taten folgen läßt. Weiterberatung Donnerstag. Oer Reichspräsident an Or. Schacht. Zum Ausscheiden des Reichsbank- präsidenten. Berlin, 2. April. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat an den heute aus seinem Amte scheidenden Re i ch s b an k p r ä s i de n t e n D r. Schacht nachstehendes Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichsbankpräsident! In dankbarere Anerkennung gedenke ich heute, an dem Tage, an dem Sie aus Ihrem Amte scheiden, der hohen Verdienste die Sie sich während der Zeit Ihrer amtlichen Tätigkeit um die deutsche Währung erworben haben. In den schicksalsschweren Tagen des Jahres 1923 auf den verantwortungsvollen Poften des Reichswährungskommissars berufen, haben Sie entscheidenden Anteil genommen an der Ueberwindung jener Zustände, die damals Deutschland aufs gefährlichste bedrohten. Unter denen, die das Verdienst der Wiederschaffung einer gefestigten Währung für sich in Anspruch nehmen können, wird IhrNamestetsmitanoordersterStelle zu nennen sein. In mehr als sechsjähriger Tätigkeit als Reichsbankpräsident haben Sie es dann als Ähre vornehmste Aufgabe angesehen, erhalten und zu festigen, was zuvor unter Ihrer weitgehenden Mitwirkung geschaffen worden war. Wenn heute die Wertbeständigkeit der deutschen Währung im In- und Auslande als unzweifelhaft a.sichert anerkannt wird, so ist das nicht zuletzt Ihrer mühevollen, zielbewußten und von hoher Sachkenntnis getragenen Arbeit zu verdanken. Aus unserer letzten Besprechung wissen Sie, Herr Reichsbankpräfldent, wie sehr ich es lxdaure. Sie gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt aus Ihrem Amt scheiden zu sehen. Ihne« am heutigen Tage daher namens des Reichs und auch persönlich aufrichtig en Dank für Ihre langjährige verdienstvolle Tätigkeit zum Ausdruck zu bringen, ist mir lebhaftes Bedürfnis. Mit den besten Wünschen für Ihr weiteres Wohlergehen und mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebener gez.: von Hindenburg." Die Aushebung des Mrlschasts- ministekiums abgeiehnt. Ans dem Finanzausschuß des Hessischen ^anviags. Darmstadt, 2. April. (WHP.) Im Finanzausschuß wurden am Mittwoch die Abstimmungen nachgeholt. Dabei wurde der Antrag der Deut-, fchcn Volkspartei, das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft aufzuheben und dem Innenministerium anzug'iedern mit Ausnahme der Abteilungen Bodenverbesscrung und Wasserversorgung, die dem Finanzministerium zugeteilt werden sollen, mit den Stimmen der Regierungsparteien und des Landbundes gegen Volkspartei und Volksrechtpartei a b g e l e h n t. Das gleiche Schicksal erlitt der volksparteiliche Eventualantrag, eine größere Zahl von Mini- sterialstellen auf den Inhaber zu bewilligen und die neugeschaffene Oberrechnungsratsstelle nicht zu genehmigen, ebenso die Anträge des Landbundes, eine Reihe von Ministerialstellen auf den Inhaber zu sehen. Unter Ablehnung der dazu gestellten kommunistischen Anträge werden die Kapitel 75 (Ministerium), 76 (Stellvertretungs- und Aushilfskosten, 62 000 Mk. Ausgaben), 77 (Postgebühren, 20 000 Mk. Ausgaben), 73 (Hochbauwesen, 36 825 Mark Ausgaben), 79 (geologische Landesanstalt, 1000 Mk. Einnahmen. 73 9c6 Mk. Ausgaben), 80 (Pachteinigungsämter, 1000 Mk. Einnahmen, 1000 Mk. Ausgaben), 81 (Zuwendungen des "Reiches für landwirtschaftliche usw. Zwecke) genehmigt. Da im voraus die Art und Höhe der Veträge noch nicht feststeht, ist eine Veranschlagung nicht erfolgt. Auch Kapitel 82 (landwirtschaftliches Llntcrrichts- und Versuchswcsen sowie Landwirtschattspflege mit 166 680 Mk. Einnahmen und 686 833 Mk. Ausgaben) wird genehmigt. Lieber das Kapitel 83, Boden derbes- serung und Wasserversorgung, mit 1 581 500 Mark Einnahmen und 2 111 287 Mark Ausgaben cntspinnt sich eine eingehende Aussprache, an der sich alle Parteien beteiligen. Allgemein waren sich die Vertreter der Parteien darüber einig, daß die Feldbereinigungen, deren hoher volkswirtschaftlicher Wert nicht verkannt werden dürfe, durch den hohen Zinsfuß ganz erheblich er schwer twer- den, daß also durch Vereinfachung der Organisation und Ermäßigung der Kosten der Vermessung und der kulturtechnischen Kosten erhebliche Ersparnisse erreicht werden müßten. Von feiten der Regierung nahmen mehrere Vertreter eingehend Stellung. Man erhielt den Eindruck. daß eine Vereinfachung gerade auf dem Gebiete des Dermessungswesens nicht durchführbar ist, solange dieses auf zwei Ministerien verteilt ist. - Der Ausschuß, der vor einigen Tagen der Regierung die Ermächtigung erteilt hatte, zur KommunistischeIugendverhehung. Schulstreik in Verlin-Aeukölln. (Berlin 2. April. (WTB.) In vier Volks» schulen in Reukölln versuchten die Kommunisten einen S ch u l st r e i k durchzuführen, der sich gegen die Sparmaßnahmen in den Schulen, angeblichen Abbau der schulärztlichen Fürsorge und Versetzungen von Lehrpersonen richtete. Die Polizei hatte rechtzeitig Beamte vor den Schulen bercitgestellt, um Zwischenfälle zu verhindern. Wo die Kommunisten Miene machten, gewaltsam die Kinder am Schulbesuch zu hindern, griff die Polizei sofort ein, so daß der Llnterricht in allen Klassen durchgcführt werden konnte. Ein K i n d e r d e m o n st r a t i o n s z u g, der gegen Mitlag veranstaltet wurde, zeigte sehr schwache Beteiligung. Wir haben cs hier nicht mit den ersten Ereignissen dieser Art zu tun. Seitdem die Kommunistische Partei es sich zur Aufgabe gemacht hat, auch die Schuljugend zu verhetzen, gegen die Lehrer und Geistlichkeit, gegen Eltern und Aeltere aufzuwiegeln und mit revolutionären Ideen vollzupfropfen, ist es in Berlin ebenso wie in anderen deutschen Städten wiederholt zu sogenannten Schülerstreiks gekommen. Der neue preußische Kultusminister Grimme hat sich Atoar eben erst im Landtag scharf gegen die Verhetzung der Iugend ausgesprochen, er dürfte auch gewiß nicht angenehm überrascht gewesen sein, als man ihm Mitteilung davon machte, wie die Kommunisten auf seine Ministererklärung geantwortet haben. Da aber Herr Grimme Sozialdemokrat ist und die Sozialdemokratie die weltliche Schule mit ihrer Politisierung der Schuljugend beiderlei Geschlechts fordert, wird der Kultusminister sehr wahrscheinlich nicht einmal Den kleinen Finger rühren, um den kommunistischen Agitatoren das Handwerk zu legen. Es wird also alles beim alten bleiben: die Kommunisten dürfen weiter die Autorität der Lehrerschaft und der Eltern untergraben, dürfen jede Erziehungsarbeit stören und aus der Schuljugend politische Wegelagerer und Rowdies machen, dürfen unserem Raehwuchs bolschewistische Gedanken einimpfcn und zu ihren Werkzeugen machen. Dabei darf aber nicht übersehen werden, daß die Sendlinge Moskaus nicht nur an weltlichen Schulen sich betätigen, sondern auch dort unter der Schuljugend arbeiten, wo man sie gar nicht vermutet. Sache der Elternschaft ist es, aufzupassen und sich gegen die politisch Vergiftung ihrer Kinder zu scharfer und rücT sichtsloser Abwehr zusammenzuschliehen. Kommunistische Wühlarbeit in der Reichswehr. Berlin, 2. April. (CNB.) Die politische Polizei hat auf Veranlassung des Oberreichsanwalts in Neuruppin drei Kominunisten verhaftet, die Zersetzungsarbeit in der Reichswehr getrieben haben. Es handelt sich um den Leiter der Neuruppiner Ortsgruppe der KPD. und zwei andere Kommunisten. Alle drei sind dem Untersuchungsrichter vorgefllhrt worden, der bereits Haftbefehl gegen sie erlassen hat. Etwa Mitte Januar d. I. wurden beim 2. Bataillon des Inf.-Regts. 5 kommunistische Zersetzungsschriften verteilt. Es handelt sich um zwei Flugblätter, „Der Reichswehrsoldat" und „Der Kamerad". Die beiden Schriften waren in einer geheimen Druckerei der PKD. in Berlin her gestellt worden. In den Aufrufen wurden Die Soldaten aufgefordert, sich ihrer Offiziere zu entledigen und der KPD. beizutreten. In ihren Vernehmungen bestritten die drei Fest- genommenen zunächst jede Beteiligung an der kommunistischen Wühlarbeit in der Reichswehr. Durch die Aussagen der Zeugen, besonders aber durch das bei ihnen entdeckte Material, das durch Haussuchungen zutage gefordert wurde, gelang es, die drei Verdächtigen zu überführen. Es ist anzunehmen, daß im Zusammenhang mit den Verhaftungen in Neuruppin auch in Berlin noch 5 e ft = nahmen erfolgen werden. Die drei verhafteten Kommunisten standen in Verbindung mit einem Obergefreiten der 6. Kompanie. Er hat bereits zugegeben, Beziehungen zu den Komunisten unterhalten zu haben. Von einer Verhaftung des Soldaten wurde vorläufig abgesehen, da noch nicht feststeht, wieweit seine Handlungsweise strafrechtlich verfolgt werden kann. Locarnopakt und Klottenkonserenz. Bemühungen um eine französisch-englische Einigung auf Kosten Z aliens. Englische Hugesiändn sse. Ein Mittelmecrlocarno hinten herum. London, 2. April. (TL1) In den politischen Besprechungen zwischen Briand, Henderson imt) Macdonald wurde auf dem Wege neuer erheblicher englischer Zugeständnisse eine Möglichkeit für eine Einigung geschaffen. Der vom englischen Auswärtigen Amt ausgearbeitcte neue Plan, der von Briand bereits genehmigt und inzwischen Tardieu für die Zustimmung durch die frairzösische Regierung übermittelt wurde, stützt sich auf Anhang F des Locarnovertrages und läuft praktisch auf einen vollkommenen Wechsel der britischen Politik hinaus. Der entscheidende Passus des Anhanges F des Locarnovertrages lautet: „Ieder Mitgliedstaat des Völkerbundes ist verpflichtet, loyal und wirksam in Durchfühung des Völkcrbundsstatuts zusammenzuarbcitcn und jede Art von Angriff zurückzuweisen in Liebereinstimmung mit seiner militärischen Lage und unter Berücksichtigung der geographischen Verhältnisse." Diese Feststellung wurde seinerzeit in Locarno getroffen, um die besondere Lage Deutschlands festzustellen. Die Locarno- Mächte hatten damals bei dieser Erklärung lediglich ihre persönliche Auffassung gegenüber dem deutschen Ersuchen auf Festlegung der Sonderstellung Deutschlands öargc’Icgt, jedoch keinerlei Versuch gemacht, das Völkerbunds- st a t u t amtlich auszulegen. Der nun von englischer Seite gemachte Vorschlag läuft auf eine vollkommene Veränderung hinaus. Was Briand durch die neue Formel anstrebt, ist tatsächlich nichts anderes als eineGarantie gegen etwaige italienische Angriffe im Mittel ineer. Die neue Formel mag noch so unverbindlich gefaßt sein, sie läuft jedoch auf nichts anderes hinaus, als auf eine Wiederbelebung des Genfer Protokolls und stellt eine vollkommene Abkehr von der bisherigen Haltung dcr britischen Politik dar. In der Presse wird die Lage weniger deutlich herausgearbeitet, in Liebereinstimmungen mit diesen Feststellungen aber gleichfalls angedeutet, daß die englische Formel erhebliche Zugeständnisse an Frankreich, darstelle, um auf diesem Wege eine Herbsetzung der französischen Tonnagezahlen und damit ein Fünf-Mächte Abkommen zu ermöglichen. Die italienische Ablehnung wird, wie schon angekündigt, als ziemlich sicher hinstellt. Paris noch immer nicht befr«ei>igt. Tardieu macht Abänderungsvorschläge. London, 3. April. (WTB. Funkspruch.) Die von Briand und Henderson vereinbarte Formel zur Sicherheitsfrage, die gestern nach Paris telegraphiert wurde, hat, wie sich auch aus Andeutungen verschiedener Blätter ergibt, entgegen den optimistischen Erwartungen nicht den Beifall des französischen Minifterprä- sidenten gefunden. „Daily Mail" will sogar über die Abänderungsvorschläge Tardieus .erklären können, die Formel sei in der abgeänderten Form, in der sie von Paris zurücktelegraphiert wurde, für England unannehmbar. Es würden jetzt neue Entwürfe geprüft, und es bestehe aller Grund zu der Annahme, daß dieser Prozeß mehrere Tage dauern würde. Die Tatsache, daß die für morgen ange- seht gewesene Plenarsitzung mindestens bis zur nächsten Woche aufgeschoben wurde, deutet nicht darauf hin, daß eine Lösung des Problems, eine für Frankreich und England befriedigende Formel über Artikel 16 der Völkersbundsatzung zu finden, leicht fein wird. Belebung des Arbeitsmarktes die Bauarbeiten im Rahmen des Voranschlages sofort in Angriff zu nehmen, erweiterte einstimmig diese Ermächtigung dahin, daß sie auch für die noch nicht beratenen Kapitel des Voranschlages gelte. Eine Ausnahme bildet lediglich die Vorsehung für das Chemische I n - st i t u t in Gießen, das am kommenden Montag vom Ausschuß einer Besichtigung unterzogen werden soll. Die freien Berufe auch in Preußen gewerbesteuerpflichiig. Berlin, 2. April. (Priv.-Tel.) Der preußische Staatsrat hat nicht, wie man ursprünglich erwartete, gegen den Landtagsbeschluß Einspruch erhoben, demzufolge zunächst auf die Frist eines Iahres die freien Berufe g c - werbe steuerpflichtig fein sollen. Der Landtag hatte bereits im vorigen Iahre den gleichen Beschluß gefaßt, der aber damals wegen des Einspruchs des Staat?rates nicht durch- geführt werden konnte. Diesmal hat der Staatsrat mit einer verhältnismäßig knappen Mehrheit beschlossen, von der Einlegung des Einspruches abzusehen. Die Ausdehnung der Ecwerbesteucrpslicht auf die freien Berufe wird insofern zu erheblichen Weiterungen führen, als die Organisationen der Rechtsanwälte und Aerzte bereits angekündigt haben, daß sie entschlossen seien, diese neue Steuer nicht selbst zu tragen, sondern zu überwälzen. Infolgedessen Dürfte alsbald eine unter ilmftänöen sogar fristlose Kündigung Der kassenärztlichen Verträge erfolgen, wodurch für die Krankenkassen neue Lasten erwachsen, die sich wahrscheinlich in einer Beitragserhöhung auswirken werden. Cs ist die Frage, ob die geringen Einnahmen, die der preußische Staat durch die Ausdehnung der Gewerbesteuer auf die freien Berufe erzielt, die sozialpolitifche Beunruhigung lohnt, die daraus zwangsläufig entstehen muß. Als eine besondere Heldentat der Gesetzgebung wird man dieses Produkt kaum bezeichnen können. Aus aller Wett. Erster diesjähriger Flug des „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „Gras Zeppelin" ist Donnerstag früh zu seiner ersten diesjährigen Fahrt aufge» stiegen. Bei dieser Werkstättenfahrt unter Füh.ung von Kcp tän Lehmann werden hauptsächlich die Aenderungen in der elektrischen L i ch t z e n t r a l e in der E»©onöel (elektrische Gondel) sowie die Auswirkungen der vergrößerten Flächen des Höhensteuers ausprobiert. Sprengstoffanschlag in einem Warenhaus. Auf das Warenhaus von Tietz auf dem Iungfern- ftieg in Hamburg wurde ein Sprengftoffanschlag verübt. Am späten Nachmittag erscholl ‘im Treppenaufgang des Warenhauses eine heftige Detonation. Die Fensterscheiben zersprangen, und das Glasdach, das den (Eingang bedeckte, wurde hoch emporgeschleudert und stürzte in den Lichtschacht. Das Mauerwerk im zweiten Stockwerk erlitt im Treppenaufgang erheblichen Schaden. Die bisherigen Feststellungen haben ergeben, daß es sich um ein Verbrechen handelt. Der eigentliche Tatort ist der im zweiten Stockwerk beim Treppenaufgang befindliche Abort. Der Raum war in der Mitte durch eine Wand mit einer Tür geteilt. Der Täter hat den Sprengstoff — es handelt sich vermutlich um Schwarzpulver — in einem Behälter, an dem eine Zündschnur angebracht war, 'in dem Abort niedergelegt. Da das Türschild auf „Besetzt" gestellt war, vermutet die Polizei, daß der Täter wahrscheinlich durch Ueberflettern der rückwärtigen Wand und unter Benutzung des Treppenaufganges den Weg ins Freie gefunden hat. Als großes Glück ist es zu betrachten, daß die ganze Sprengwirkung nach oben ging, wo die zahlreichen Fensterscheiben dem Luftdruck wenig Widerstand boten. Andernfalls hätte ein namenloses Unglück ungerichtet werden können, da das Warenhaus um die Abendstunden stark besucht war. vier Jahre Zuchthaus wegen Depotunterschlagung. Vor dem Großen Schöffengericht in K o b u r g wurde der Prozeß wegen des Oktober 1929 erfolgten Zusammenbruches des Bankhaufes Haeßler & Hülbig, Koburg, verhandelt. Dcr geschäftsführende Inhaber war der fortgesetzten Depotunterschlagung angeklagt und wurde zu vier Iahren Zuchthaus und zehn Iahren Ehrverlust verurteilt. Der Mitangeklagte Prokurist erhielt wegen Beihilfe fünfzehn Monate Gefängnis. In dem Bankhaus herrschten, wie der Staatsanwalt ausführte, haarsträubende Zustände. An Depotwerten wurden 314 000 Mark veruntreut. Alle älteren Angestellten hatten ihre Konten mit großen Beträgen überzogen. Eine Bilanz war seit 1924 nicht aufgestellt, auch hatte keine Kontrolle stattgefunden. Großer Heidebrand in der Senne. Aus dem Besitztum des Landrats a. D. Tasche in Stapelage am Südabhang des Teutoburger Waldes entstand ein gewaltiger Heidebrand, dem über 1000 Morgen Heide zum Opfer fielen. Das' Feuer war zunächst zum Zwecke des Abbrennens von einzelnen Heideslächen planmäßig angelegt worden. Durch den Ostwind wurde aber das Feuer über die Schuhgräben getragen und nahm in rasender Geschwindigkeit einen etwa 5 Kilometer langen und teilweise zwei Kilometer breiten Weg. Alle Feuerwehren der Llmgegend waren an der Brandstelle tätig. Linker Einsatz von Reichswehr und der Bewohner der Llmgegend gelang es, den Brand abends zum Stillstand zu bringen, doch flackert das Feuer von Zeit zu Zeit wieder auf. Der Schaden ist noch nicht zu übersehen, da auch Kiefern- bestände und Schonungen dem Brand zum Opfer fielen. (Ein historischer Unterstand verschwindet. In Bad Kreuznach wird der bombensichere Unterstand im Kurpark, der während der Zeit des Aufenthalts des deutschen großen Hauptquartiers dem ehemaligen Kaiser und den Offizieren des Gene- ralsstabs Unterschlupf bei feindlichen Fliegerangriffen gewährte, verschwinden. Er besteht aus einem halbkreisförmigen mit meterdicken Betonwänden und Stahlplatten gesicherten Gang. Er gelangte zu einer historischen Berühmtheit, als der Kaiser und die die Generalität beim Bankett zu Ehren von Hindenburg Geburtstag irn Jahre 1917 von einem feindlichen Fliegerangriff überrascht wurden. Als sich der Kaiser im Auto zu dem Unterstand begab, wurde vergessen d.e Beleuchtung des Wagens auszuschalten, wodurch er den Fliegern ein ausfälliges Ziel bot. Die Ententegeschwader vermochten aber nicht, das deutsche Abwehrfeuer zu durchbrechen. Später wurde der Unterstand von der Besatzung als „Fortifika- tionsanlage" beschlagnahmt und der Oesfentlichkeit unzugänglich gemacht. .Berliner Börse. Berlin, 3. April. (WTB. Funkspruch.) Die Ungewißheit, was der heutige Tag politisch Neues bringen wird, ließ im heutigen Frühoerkehr noch kein Geschäft aufkommen. Die Spekulation verhielt sich volliommen abwartend, und man hörte nicht einmal Kurstaren. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,28, London gegen Mailand 92,78, London gegen Spanien 38,75 zu 38,80, Lon-. Don gegen Kabel 4,8650, London gegen Berlin 20,3775 zu 20,3790, London gegen Buenos 43,13, Kabel gegen Berlin 4,1885. , Oie Wetterlage. la Cpruna 5 5B .7 51 ht Sol rshyn TL üor< l Denke, ;kh irdöyj .051 ,0, 0 >510 6 Paris • ( ours fi ™ i im Mittv/odi, 2.April. 1930,7” abds. I®4» O 1 Vft*-,. Klagen! Vwi.X WA X \-W jBerilruön _1XienpTmi oent't G worxentos o nnter. , und man hörte nicht Deaifenmartt nannte man 8, London gegen Mailord lien 38,75 zu 38,bO, Lon- Lvndvn Mn Mn dvn gegen Buenos 43,13, 15. riterlage. 5J6A bWo tag* •AS?, ■ ch. 7" abds. nsfcä ; üjiidfu'1. h»i r«s “ne SST B*pwt M w ^?ervorru!c"- ita5 °ge ’e at Sieder- age.. 'eitvetsen » et nut für n)e$ fft *** 1?16 9 Äpril: A^xil-. i 2; fflrdb; m" < Jim- 13,2 ®ro», ii. sKE Aus der Provin^ialbauptfladt Gießen, den 3. April 1930. Empor zum Licht. (In allen Berufen, in allen GeseUfchasts- {teilen ist der Wunsch rege, aus llcmen Anfängen hinauszuwollen in eine andere, höhere Schicht. Hat sich dann jemand hindurchgerungen und hat er es verstanden, auf den Sprossen der Leiter deS Ansehens, des Wohlstandes und des Könnens zu steigen, dann meint man, er hätte des Lebens Ziel erreicht, er sei emer von denen, die es verstanden haben, sich „empor- zuatbeiten". , , ilnb doch ist es manchmal eine Io groste un- wahrheit, dast dieser geglückte Kiimmzug nach oben nun wirklich einen H ö henmenlchen geschaffen habe, einen, der über den anderen steht. Wie oft ist fein Wesen, Innerstes, Io grundverschieden von feiner <51cl.ungf Wie sind oft unrechte Mittel benutzt worden, um da einen Kollegen, der im Wege war, Io ein nein bißchen anzuschwärzen, um dort eine Verbeugung zu machen, wo Abscheu die ehrliche Hand fester ballte, um nicht zusch.agen zu müssen, wi' oft ist das eigene Ich dabei zugrunde gegangen um das duftere Ziel zu erreichen. Ilnb dann Die bange Sorge, ja oben bleiben zu können, nicht zu gleiten denn mit dem ersten Schritt hinunter hört die Lobhudelung, die Verehrung auf, die man ihm entgegenbrachte: er wird für die Menge ein ..wertloser" Wen'ch. Wie anders die Höhe, die hinauffuhrt zum Licht, die eine Bereinigung her eigenen seelischen Werte mit dem Höchsten erstrebt. Hinauf — hinaus!! Alles das was uns hinab ins Niedere zerrt, muft aus eigener Straft und Willensäußerung in uns erstickt werden. Hinauf zum Licht — fonnenroärts. Gin so nach innerlichen Werten Strebender wird auch ein verläßlicher Mensch in feiner Arbeit fein. Es ist nicht notwendig, daß man die wetterwendische Hche des höchsten Gipfels erreicht, sondern daß man sich über die Maßen erhebt, bis zu einem Altar, an den schmutzige Hände nicht heranzureichen vermögen. Und auf diese Höhe fuhrt der Weg von jeder Hütte aus. Man muß ihn nur suchen und bann cntsch'ossen beschreiten. Für jeden ist er anders, für jeden bietet er aber auch besondere Schwierigkeiten, die jedoch zu überwinden find, wenn nur der entschiedene, unbeirrbare Wille dahintersteht. Wieviele unter uns, bei denen es so gar nicht vorwärts gehen will, reden sich heraus und entschuldigen sich selbst mit der „Ungunst bei Verhältnisse" Das ist bequem und töricht zugleich. Die ungünstigen Ver- hültnisse mit aller .zur Verfügung stehenden Straft zu überwinden ist die Ausgabe eines jeden, der empor zum Licht strebt, zur wärmenden Sonne, die von vielen Unannehmlichkeiten des Alltags frei macht. Mit biefem Aufgebot von Lcistungswillen unb Energie ist ein schöner Schritt nach oben getan. Ernsthafter, unbeirrbarer Fleiß wixd bas Seine dazu tun. Aber bas Wichtigste ist doch wohl die Geduld, den angeflrebtcn Erfolg wirklich zu erreichen. In den allerfeltensten Fällen des menschlichen Lebens geht cs gleich mit Sieben- meilenstiefcln vorwärts —, und wenn das wirklich einmal eintritt, ist der Erfolg auch noch eine umstrittene Sache. Viel wertvoller ist der langsame Aufstieg, Schritt für Schritt empor zum Licht, bis die letzte erreichbare Sprosse der Er- solgslciter geschafft ist. Dazu die Geduld aufbringen. nicht vorzeitig zu verzagen, weil es n'.cht schnell genug geht, vergessen fo viele unter uns; mögen sie es bald lernen. M. Gr. Me Gasfernversorgung Oberhessens. Antrag des provinzialausschuffes an den provinziattag. Der Provinzialausschuh hat dem Provinzialtag der Provinz Oberhessen, der am 12. April in Gießen stattfinden wird, wegen der Gasfernversorgung derPro- vinz Oberhessen folgenden Antrag zur Beschlußfassung vorgelegt: »Ter außerordentliche Provinzialtag hat in der Sitzung vorn 25. Januar 1930 folgenden Beschluß gefaßt: ,1. Dem Ferngasbezug von der H e k o g a - Ruhr-Saar wird grundsätzlich zugestimmt. Für die Provinz Oberhes - s e n wird eine eigene Kokerei ober Der Bezug von anberen Erzeugern abgelehnt. 2. Die Vertreter btt Provinz Oberhessen in der Generalversammlung werden beau tragt, den Vorstand der Hekoga zu veranlassen. a) in weiteren Verhandlungen mit der Ruhr- Saar die erhobenen unb begründeten Einwände zu beseitigen und Zweifelsfragen zu klären. b) Die Verträge alsdann einer erneut ein- Aubcrufenttcn Eencralver'amnuung vorzulegen. 3. Die neuen Verträge sind, bevor sie der Ge- neralDcrfammlung unterbreitet werden, dem Provinz.altag zur endgültigen Beschlußfassung vorzulegen." Es ist in der Tat gelungen, durch neue unb langwierige Verhanblungen mit ber Duhr ben erhobenen Einwänben burch entsprechenbe 218« änberungen von Vertragsbestimmungen Rechnung zu tragen unb ausgetretene Zweifelsfragen entweder durch eine klarere Fassung der Vertragsbestimmungen, oder durch pro'.olollarifche Erk.ärungen zu klären. Besonders schwierig gestalteten sich noch die Verhandlungen mit der Stadt Mainz über den Pachtvertrag, ber ebenfalls einer eingehenden Revision unterzogen worben ist. Schwierigkeiten, bic zur Zeit ber Abfassung dieleS Antrags noch nicht behoben waren, haben sich ergeben durch neue Wünsche ber Saar, die sich auf bas Velieferungsrecht des Mannheimer Gebiets beziehen. Hierüber war eine Einigung noch nicht zu erzielen, da diese Wünsche wiederum Verhandlungen mit den Städten dieses Gebiets selbst notwendig gemacht haben. Es bleibt also noch offen die Frage, in welcher Weise die Saar sich an der Belieferung des Eüdgcbiets beteiligt. Daß sie beteiligt wird, ist schon durch frühere Verhandlungen festgelegt worden. Die noch offenstehende Frage ist jedoch von untergeordneter Bedeutung für das Zustandekommen des Vertragswerks an sich. Dieses ist neu redigiert unb wirb ben Mitgliebern bes Provinzialtags vor ber Sitzung noch zugehen Nachdem bic grundsätzliche Zustimmung des Provinzialtags für den Bezug durch die Ruhr und Saar bereits erteilt ist, bleibt lediglich noch die Zustimmung zu dem Dertragswerk als solchem einzu» holen. Ls wird beantragt: der Provinzialtag wolle beschließen, bem Vertragswerk in seiner vorliegenden J o r m seine Zustimmung 3 u geben. Diese Zustimmung gilt lelbftoerftänb- lid) nur für den J a 11, daß das Vertrags- werk als Ganzes und die besonderen Verhandlungen zwischen Ruhr und Stadt Main; über die Pachtung des Mainzer Gaswerks zustande kommen. Sollten Im Laufe der Verhandlungen noch Aenderungen nicht grunbsahlichcr Art als notwendig oder zweckmäßig fich Herausstellen, fo wird der Pro- vinzialausfchuß ermächtigt, die Genehmigung zu erteilen.“ Ablösungsanleibe öer S^adt G eßen. Das hessische Gesamtministerium hat der Stadt Gießen die Genehmigung ,jur Ausgabe von In- Haberschuldoerschreibungen in Höhe von 461 500 Reichsmark nut Auslosungsrechten (Altbesitz) unb in Höhe von 88 500 Reich.mark ohne Auslosungsrechte (Neubesitz) zum Zwecke des Umtausches von Markanleihen in Ablösungsanleihe erteilt. Wie wir auf Anfrage bei der Stadtverwaltung erfahren, ist der Druck der Anleihcstücke nunmehr in die Wege geleitet, so daß in den nächsten Wochen mit der Ausgabe der Stücke gerechnet werden dürfte. (Siebener Wochcnm^rktprcise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 35, Weißkraut 3 bis 15. Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30 Anter-Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 150 bis 180, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 41 ,t bis 5 (ber Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Acpfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rnsse 50 bis 70 Pf. das Pfund, Tauben (6:üd, 70 bis 80, Gier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 25 bis 3C, Endivien 20 bis 60, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 15 bis 20 Pf. Vornotizen. — Tagcskalender für Donners- t a g. Öffentlicher Vortrag über das Thema „Krisis der Medizin" (die Wunderkuren der Hochfrequenz), 20 Uhr, im Hotel Bayrischer Hof. — Sp. Vg. 1900: Athletik-Vollversammlung, 20.30 ilftr, Turnhalle Pestalozzischule. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Donauwalzer." — Astoria-Lichtspicle. „Die Kosaken"" und „Der Schlauberger"'. — Der Goethe-Bund hat, wie man uns mitteilt, den vierten Tag des gemeinsam mit dem Stadttheater veranstalteten Kammerspielzyklus dem Andenken des im vorigen Jahr verdorbenen Dichters Hugo von Hofmannsthal gewidmet. Im Rahmen einer Gedenkfeier wird Hosinannsthals feinsinniges Bühnenwerk „Der Tor und der Tod" mit Frau AugustePrasch- Grevenberg als Gast zur Aufführung kommen. Die Gedenkrede wird der Dramaturg des Stadttheaters. Dr. Carl Ritter, halten. (Siehe heutige Anzeige.) — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Mofgen ist zum letztenmal „Der letzte Lord", Spiel in drei Akten von Ugo Falena. Beginn 20 ilftr. — Am Sonntag, 6. April, 4. Tag Kammerspielzyklus, Morgenfeier .Der Tor und der Tod" von Hugo von Hos- mannsthal. Beginn der Feier 11.30 Uhr Ilm 18.30 Ubr .Die Sache, die sich Liede nennt“ von Edwin Burke. (Spielleitung Karl Voick.) — Montag. 7. April. Gastspiel Curt Goetz .Der Lügner und die Renne". Er nennt fein Stuck „eine romantische Geschichte". Für Curt Goetz Reklame zu machen erübrigt sich. Er hatte biS jetzt den größten Gastspiclerfolg in Gießen, als er das letztemal mit .Hokuspokus" hier war. — Der „B a u e r s ch e Gesangverein“ veranstaltet am Samstag. 5. April. 20 Uhr, ein Konzert für seine Mitglieder und am Sonntag, 6. Avril, um 16 Uhr, ein öffentliches Moniert. Beide Konzerte finden in der Aula der Universität statt. Gs gelangen — wie man uns schreibt — zum Vortrag: Kunstchöre von Landvai, Staun und Moldenhauer, Lieder im Volkston von Othegraven und Orlando di Lasso und Volkslieder von Silcher. Zur Mitwirkung ist der Konzertsängcr Iohs. Willy aus Frankfurt a. M. gewonnen worden. Gr wird Lieder von Schubert. Schumann unb Wolf zu Gehör bringen. Herr Willy fang bei der Aufführung der Neunten Symphonie von Beethoven in der Volkshalle als Solist die Baritonpartie mit großem Erfolge. Alle Sangesfreunde werden auf die Konzerte aufmerksam gemacht. Siehe heutige Anzeige. — Volkshochschule. Man schreibt uns: Eine außerordentlich wichtige Versammlung der Hörer des ganzen Arbeitsjahres 1929 30 findet am Sonntag. 6. April, nachmittags 4 ilbr, in der Wirtschaft „Philofopheuwald" statt. Haupt- gegcnstand der Beratungen sind gemeinsame Schritte gegenüber einer drohenden beträchtlichen Kürzung des städtischen Zuschusses. Da eS um das weitere Schicksal der "Volkshochschule geht, werden die Hörer um vollzähliges und pünktliches Erscheinen gebeten. (Siehe heutige Anzeige.) •’ Die Heilstätte Seltersberg, das in unserer Stadt (neben der Lupusheilstätte) neu errichtete Institut zur Bekämpsung der Tuberkulose der oberen Luftwege wird am kommenden Samstag, nachdem in den Mittagsstunden die feierliche Einweihung stattgefunden hat, nachmittags von 3 bis 6 Uhr der Bevölkerung von Stadt und Land zur unentgeltlichen Besichtigung zugänglich fein. •• Ruhestörung durch Rundfunklaut. fprecher ufw. Das Polizeiamt weist Darauf hin, daß das Spielenlassen von Rundfunklautsprechern, 2prechapparaten und sonstigen Musikinstrumenten bei offenem Fenster als Ruhestörung an Zusehen und nach § 360 Z.sser 11 des Reichsstrafgesetz- buchs strafbar ist. Die Polizeibeamten sind angewiesen, gegen Zuwiderhandlungen mit Strafanzeige vor- jugeften. •* Keine Abfall-Verbrennung > m Stadtgebiet! Das Polizeiamt weist auf folgendes hin: In letzter Zeit hat sich die Unsitte verbreitet, in Gärten und in unmittelbarer Nähe von Gebäuden innerhalb der Stadt Laub und sonstige Abfälle zu verbrennen. Die dabei entstehende Ranch- entw cklung ist in den meisten Fällen so stark, daß das Publikum belästigt wird. Rach § 368 Ziffer 6 des Reichsstrafgefetzbuchs ist das Anzünden und Unterhalten von Feuer in gefährlicher Nähe von Gebäuden ober feuerfangenben Sachen strafbar. Die Polizeibeamten find angewiesen, Zuwidcrhanblungen un- nachsichtlich zur Anzeige zu bringen. ** DerKraftomnibusverkehraufder Strecke Gießen — Steinbach — Birklar wirb von morgen, Freitag, ab geändert. Näheres ist aus ber heutigen Anzeige ber Kraftverkehrsgefell- schäft Hessen zu ersehen. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ gibt mühelos dauerhaften, trittfesten, naß wischbaren Hochglanz, riecht so angenehm mild und reicht doppelt so weit wie gewöhnliche Ware; ist also in Wirklichkeit billiger. 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Die trauernden Hinterbliebenen Karl Faber, Kaufmann Georg Vern und Familie Richard Faber und Familie. Am 2. April 1930 verschied nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharine Faber geb. Heß im 57. Lebensjahr. Die Beerdigung findet Freitag, den 4. April, nachmittags 4 Uhr, in Leihgestern statt. 02291| Für die uns beim Heimgang unserer lieben Mutter und Schwester Fran Marie Jung Wwe. geb. Wehrum 2723t Klein-Linden, Münster i. Westf., Gießen (Bergwerk Oberhof), den 3. April 1930. in so reichem Maße erwiesene wohltuende Teilnahme sprechen den Innigsten Dank aus die trauernden Hinterbliebenen Danksagung Dank aus Gießen, den 3 April 1930 Gie en. den 3. April 193'>. 01279 271SD Frieda Klewiiz geb. Blindaw. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes spreche ich allen, auch im Namen meiner Kinder, den innigsten Statt Karten. Für die beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen erwiesenen Aufmerksamkeiten für die überaus großen Beileidsbezeugungen und Kranzspenden sagen wir unseren, herzlichsten Dank. Ganz besonderen Dank dein Herrn Pfarrer für die irO'treichen Worte und dem Wassersportverein Hellas nebst Stamm isch. Im Namen der Trauernden: Heinrich Jane nebst Fran u. Ang;e hörigen. Laubach, den 3. April 1930. >2’378 Die Beerdigung findet Samstag, den 5. April, nachmittags 4 Uhr statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere Hebe gute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante In tiefem Schmerz: Die trauernd Hinterbliebenen Frau Dorethea Giffey geb. Burk im Alter von 74 fahren-, nach kurzem schweren Leiden, in die Ewigkeit abzurufen. | Verkäufe | [Verschiedenes [ Für den provisionsweisen Verkauf unserer 27U8L (Stellenangebote Vertreter oür lötergeid). töirb 2707 D freundlichst emgeladen. 02_64 s.icht (Wohnungstausch] Stellengesuche] Student sucht Näheres 02280 Miidlttr. 33 v. 2 grobe Mum Kuhdünger zu verknusen 02288 Ladnstrane 3. Gut erhabene Schlafzimmer- Einrichtung m. Marm. ncn. bar zu tauten gesucht. Schr. Angeb. n. 02273 n. d. Gien. Anzeiger. Bleie 6-Zim.-Wohn, in d. Anlage, billige 'Dticic. suche 4 bis 6-Zim.-Wohl, in der 1. Ginge. Schr. Ang. ii. 02277 n d. GH.Anr. jüngeres, ordern!. LRädchen iüi halbe Ta..e ge- Es kommen nur Herren in Betracht. die nachweislich in Baufachkreisen eingetührt sind und guteVerkaufseiiolgeerzielt haben. Angaben von Reter. unerläßlich. Angeb. erbitten wir mit Angabe der bisher. Tätigkeit an „Gifega“ Essener Metall-Werkstätten L Leiner G. m. b. H , Essen. 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IV. 8 Uhr; Stadttheater Freitag, 4. Avril, von 20 viS 22 Uhr N.Zreikag-M.-vocil. Zum letzten Male: 5er leete Coro Spiel in 3 Akten von Ugo Falena- deutsch von Otto Eifenschttz 35««D Mein Gretchen konnte mit "IS Monaten weder sitzen noch Gehversuche machen, war so schwächlich, daß ich ganz ratlos war. Ich versuchte deshalb Ihre „Scott’s Emulsion“ u. konnte sofort ihre Wirkung bemerken. Das Kind hat das Präparat stets gerne genommen, ja es lachte lauf auf, sobald es die Flasche erblickte. Bald begann sie auch Gehversuche zu machen; sdit einem Monat läuft sie gut u. sicher allein. Viele Zähnchen, auch Augenzähne, sind ganz schmerzlos u. schnell durchgebrochen. Alle Leute wundem sich darüber, daß Gretchen jetzt so dick o. kräftig geworden ist Frau Krips, Bonn a. Rh. In allen Apoth. a. Drog.fürMUSu. 3.-n haben. Depots: Engel-Apotheke, Hirsch-Apotheke, Pelikan-Apotheke; Contra • rogerie Karn, Sehnls raße Löwen-Drogerie KUbinner Nacülolger, Seltersweg 79a Kaiser-Drogerie Noll, Llcdenplatz 5 Drogerie H. Noll, Ludwigsplatz nnd Neustadt Germania-nrogerie Se bei, Frankfurter Straße 39 Drogerie Wlnterhoff, Kreuzplals 9 10. 48iv /o/ lu> Ff \» Banerscher Gesangverein e.V, Gießen gegründet 1864 Mitglied des Deutschen und des Hessischen Sängerbundes Sonntag, 6. April, nachm. 4 Uhr, in der Aula der Universität KOMZERT Leitung: Ehrenchormeister Otto Görlach. Mitwirkende: Konzertsänger Johannes Willy aus Frankfurt am Main. Am Flügel: Frau Willy aus Frankfurt am Main. Es gelangen zum Vortrag: Kunstchöre u.Volkslieder von Lendvai, Kann. Silcher. A. v. Othegraven, Orlandodi Lasso und W. Moldenhauer; Lieder lür Bariton von Fr. Schubert, R. Schumann und H. Wolf. Preise der Plätze: I. Platz 2.— RM., II. Platz 1.50RM.. III. Platz 1— RM. Eintrittskarten im Vorverkauf ab 24. März bei Herrn Ernst Challier und nachmittags an der Kasse. Samstag, den 5. April, um 20 Uhr Konzert für Mitglieder mit dem gleichen Programm wie am Sonntag, dem 6. ApriL Eintrittskarten sind ab 24. März bei Mitglied Fr. Lotz, Friseurgeschäft. Bahnhofstraße, erhältlich. Der Flügel ist a. d. Pianohaus R. Schönau, Gießen, Seltersweg Sonntagabend 8 Ubr findet Familien-Zusammenkunft im Katholischen Vereinshaus statt — Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 27 HD Goethe-Bund Sonntag, den 6. und 13. April 1930, vorm. II1/« Uhr im Stadttheater 4.Tag im Kammerspielzyklus 2651D Hofmannsthal-Gedenkfeier Aufführung: Der Tor und der Tod. Gedenkrede: Dramaturg Dr. Carl Ritter. Als Gast: Frau Auguste Prasch-Grevenberg Theaterplatzkarten erhalten die Bundesmitglieder ab Mittwoch, den 2 April an der Tageskasse des Stadttheaters gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 5 (blaues Ausweisheft) zum Preise von 50 Pf. für den Platz nach freier Wahl des Ta»es. Die Theaterkarten sind jeweils bis zum Freitag vor dem Aufführungstag abzuholen. e Achtung! Achtung! Am Samstag, 5. April 1930, um 8 Ubr abends Familien- u. Stiitunüslest im Schützenhaus. Gäste herzlich willkommen! Vereinigung ehern. Leibgardisten, Ortsgr Gießen 27^80 Der Vortsand. ; med. vet. en konnte nti ts Mo. d hot das Präparat stets nmenja es lachte lauf s de flasche erblühe. Mauch Gehversuch* eifeinem Monat läuft er allein. Viele Zfc ugenzahne, sind gani u. schnell dunhgebro- tute wundem sich do- cretchen jetzt so didcu. irden ist Frau Krips, Bonn 4 Rh, Dng.fthMUSn.Srntubm. olhike, Pellkaa-ipitkeki;' als riBi iacilolgir, lilUrnu 7t 1 malatx 6 lall und Keutill Franklnrler Sind, # Iplllltlt 481V noch Gehver. 40 Schlich, ^■Irhversuchte 'MfsEmulsiw-u. fahre IWr/tun0Aem-. MiLMi ichen und des Hessischen a der Aula der Universität RI ■meister Otto Görlach. ertsänger Johannes Willy Main. HyausFrankfurtamMato- sHeder von Lenthal, Kaun, braven. Orlandodl Lasso Lied« WB*« l Schumann unditwou- ■verkaui ab ", । tags an der Kasse. flfflS°iidfrLoU. Msä- Mitglied rf.t° 16naU, Giefe». Seit«”"« Pr l*‘_ uo«*14'8'; itt - u flilD -Bund orm-11 '< 26510 ßedenkfß|er SM MsS ...... Nr. 7Y Zweites Blatt Gietzeqgr Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 3. April 1930 Sorgenschwere Tage in Washington. Oie Regierung des Präsidenten Hoover vor unvorhergesehenen Schwierigkelten.-Geschästsdepression, Zollpolitik und prohibitionszank. Don unserem A. G./Beridfoterftatier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Reuy 0 rk, April 1930. Präsident Herbert Hoover hat sein erstes Jahr im Amt als Oberhaupt der Negierung der Dereinigten Staaten hinter sich. Der Jahrestag ist von der amerikanischen Presse in auSgiebiger Weile zu Rück, und Ausblicken wahrgcnommen worden. Auch seine parteipolitischen Gegner haben ihm Gerechtigleit zuteil werden lassen, und an Kundgebungen deS DerlrauenS und Woh.wollens hat eS nicht geichU. Aber |do|t seine aufrichtig- ftcn Bewunderer und Anhänger machen lein Hehl daraus, daß in Washington nicht alles so glatt verlausen ist, wie man bei Hoovers Amtsantritt erwartet hatte. Der Sicgcswagen des Triumphators ächzt und stöhnt bedenklich. Wohl hat noch jeder neue Präsident sich un- erwarteten Schwierigkeiten und Hindernissen gegenüber gesehen, aber um Hoover scheinen sie sich geradezu gehaust zu haben, und niemand scheint fd recht zu wissen, wie sie sich aus dem Wege räumen liehen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ihm nicht aus dem Sihungssaale des Senats recht lieblose Worte entgeoengesch.eudert werden. Das neu- gegründete ,,Publizitäts-Bureau" der demokratischen Partei in Washington feuert unausgesetzt Breitseiten ins republikanische Lager, und daL Weihe Haus ist die besondere Zie.scheibe. Die seit einem Jahre in Arbeit befindliche Zoll- Vorlage nähert sich im Senat dem Stadium, in dem sie zum Ausgleich der Meinungsverschiedenheiten dem Komerenzausfchusfe der beiden Häuser des Kongresses überwiesen werden kann. Ihr endgültiges Schicksal ist ebenso zweifelhaft wie ihre schließliche Fassung. Aber welche Gestalt sie auch annehmen mag, fo wird die Re- gierung kaum darauf stolz sein, wird sie niemals alle davon berührten Interessen zufriedenstellen. De LondonerFlottenkonferenzhat man sich in Washington sicher ganz anders vorgestellt. Allerdings pflegt über derartigen weltbedeutenden Zusammenkünften sich gerade in dem Moment die Sonne zu zeigen, wo das Gewölk am schwärzesten ist. und es ist möglich, dah dies freundliche Geschick auch der Fünsmächtelonserenz beschieden sein wird, wenn man es in wohlunterrichteten Kreisen auch kaum erwartet und diverse ..Sachverständige" und Zeitungskorre- spondenten sich bereits auf den Heimweg gemacht haben. Man kann auch nicht behaupten, dah die hiesige Presse nur Worte des Lobes für „unseren Harry", wie Staatssekretär Slimsons Neuyorker Freunde den Chef der amerikanischen Delegation zu nennen belieben, hätten. Im Gegenteil, man wirft ihm vor, er sei nicht kräftig genug aufgetreten, vor allem habe er es nicht im selben Maß« wie die Engländer und die Franzosen verstanden, mit d?r in London vertretenen amerikanischen Presse in Fühlung zu treten, d c ihm ohnehin mit einer gewissen Voreingenommenheit, um nicht zu sagen Feindseligkeit, gegen- überstand. Das Darnicderliegen des Geschäfts in den Vereinigten Staaten und die damit zusammenhängende Erwerbslosiakeit, über die allerdings zuverlässige statistische Ziffern nicht vorliegen, das Pech, ihr*? die von hem Präsidenten mit der Heilung Gebrechen der Landwirtschaft betraute Farmbehörde mit dem Preissturz auf dem Weizenmarkt hatte, der Verlust der Macht über die Vertreter seiner eigenen Partei im Kongresse sind einige der weiteren Momente, die Herrn Hoover Sorgen machen. Wenn man überhaupt die Geschäftsdepression einem Präsidenten auch nur teilweise zur Laft legen könnte, so wäre dies nicht Hoover, sondern s e i n Amtsvorgänger. Aber Hoover ist es, der die Verantwortung auf sich zu nchinen hat, genau so wie er den Lorbeer erhalten hatte, wäre cs — auch ganz ohne fein Zutun — anders gekommen. Coolid- ges Gegner muhten die Erfahrung machen, dah man nach keiner Erklärung für gute Zeiten sucht, sondern sie freudig unbesehen hinnimmt, und jetzt ist es an Hoovers Freunden zu erfahren, dah schlechte Zeiten sich ebensowenig wegerklären, ebenfowechg entschul- oigen lassen. Der Zwiespalt unter den Republikanern im Kongreß und die Gegnerschaft gewisser Senatoren batten im Weißen Hause als Guthaben verbucht und entsprechend ausgewertet werden können, hätte nicht das Prosperitäts-Faß plötzlich den Boden verloren, und wäre nicht der Kampf um die Prohibition neu und heftiger denn je zuvor aufg '.odert. Aber die Geschäftsleute und die Erregung wegen der Trinkfrage haben sich von den „konstruktiven Maßnahmen" des Präsidenten nicht im erwarteten Maße heben bzw. beschwichtigen lafsen. Es ist kein Geheimnis, daß Hoover von der Aufnahme, die seine Bemühungen und das Herausheben der Prohibition aus der Partnpolitik und die gesetzverfchärfenden Anregungen seiner Justizreform Kommission gesunden haben, alles andere als entzückt ist, wenn man sich auch nur schwer erklären kann, daß er anderes erwartet haben sollte. Offenbar ging er von der Voraussetzung aus, daß ihm, dem mit einer überwältigenden Mehrheit „trockener" Stimmen Gewählten und auf die Durchführung der Prohibition Verpflichteten alle Wege frei lägen, um während seines ersten Amtstermins die Theorie gründlich auf die Probe zu stellen, dah die Erzwingung der Trockenheitsgesetze durch deren Verschärfung und durch Beschaffung des nötigen Apparates möglich wäre, um dann im Lauf seiner erwarteten zweiten vier Jahre die zuvor gewonnene Erfahrung in etwaigen Vorschlägen zur Aenderung dieser Gesetze zum Ausdruck zu bringen. Aber es tarn anders. Die Massen sind zu einer Attacke vorgegangen, die an Etohkrast alles bisherige Sturmlausen gegen die Prohibition in den Schatten stellt. Und diese Demonstration, die eindrucksvollste seit Inkrafttreten des Do'.stead - Gesetzes — eindrucksvoll nicht nur durch die Ehrlichkeit der Argumente, sondern namentlich durch das hohe Ansehen, dessen sich die für eine vernünftige Lösung des Problems cintretenden Männer in der Oeffent- lichkeit erfreuen — diese eindrucksvolle Kundgebung hat die Kreise des Präsidenten und seiner „Unentwegten" bedenklich gestört. Dazu ist in linem seit Urzeiten republikanischen Kongreh- distrikte im Staate Massachuse'.t , dem Heimatsdistrikte des früheren Präsidenten Coolidge, ein „nasser" Demokrat mit einer starken Mehrheit ins Unterhaus des Kongresses gewählt worden. In Reuyork, Rew Jersey und verschiedenen anderen der am stärksten bevölkerten Staaten mag im Herbst bei den Kongrehwählen ähnliches passieren, und die Prohibition'gegner in beiden Häusern des Kapitols rechnen bereits auf erhebliche Verstärkung ihreb Reihen. Der Kampf um den Alkohol wird während der ganzen gegenwärtigen und der nächsten Kon- grehtagung nicht zur Ruhe kommen. Man wird Herrn Hoover keinen Waffenstillstand zur beschaulichen Erwägung des ..edlen Experiments" (wie er die seit nunmehr zehn Jahren im Gang befindliche Trockenlegung des Landes nannte) bewilligen. Man scheint im Kapitol auch herzlich wenig geneigt, die von seiner Justizreform- Kommission gemachten Empsehlungen zur erfolg» reicheren Erzwingung der Beso'gunz dieses Ge- setes ohne weiteres gutzuheihen. Und der Präsident hat wenigstens seinen Freunden gegenüber sich keine sonderliche Mühe gegeben, seinen Aer- gcr darob zu verheimlichen. Auch der Umstand, daß man im Senat vier volle Tage lang über den von Hoover zum Rachfolger Ta t'- als Doti ender Richter des Bundes- Obergerichts ernannten CH. Evans Hughes hergefallcn ist und ihn einer geradezu beispiellos schonungslosen Kritik unterzogen hat. trug nicht zur Aufheiterung des über dem Weihen Hause sich wölbenden grauen Himmels bei. Kurzum, der erste Jahrestag der Regierung Hoover stand so sehr unter dem Eindruck der Unsicherheit, der ungelösten oder kaum halb gelösten Probleme, der Polemik, des Experimentierens, dah man sich ebensowenig ein klares Urteil über die verflossenen zwölf Monate bilden wie irgendeine Prognose für die kommenden ausstellen könnte. Das darf aber den Blick dafür nicht trüben, dah in Washington heute doch e i n wesentlich anderer ©ei ft herrscht, als während der letzten acht Jahre, dah hn Weihen Hause ein Mann sitzt, der Wissen und Können mehr schätzt und achtet als den Dollar, ein Mann, der sein Haus auf einer sicheren, zuverlässigen Grundmauer bauen will. Und gerade darauf sind die sich ihm entgegevstellenden Schwierigkeiten vor allem anderen zurückzuführen. Unter Männern von Intelligenz und Beschlagenheit ist Hoover zu Hause. Mit Gleichgesinnten vermag er sich zu verständigen. Richt aber mit den Parteipolitikern von Beruf, den vom Vorurteil befangenen Parteigängern. Ihre Sprache ist ihm fremd. Diesem Umstande mag man es zuschreiben, dah Herbert Hoover letzten Juni daraus verzichtete, die Führerschaft der konservativen Republikaner zu übernehmen und sie an einer seinen Wünschen entgegengesetzten durchgreifenden Reugestaltung des Zolltarifs zu verhindern. Dies Versäumnis führte zur Bildung der Koalition forlschrittlicher Republikaner im Senate mit den Demokraten, derzu'o ge ihm bei den Herbstwahlen so etwas wie eine politische Katastrophe droht. Was die auswärtigen Beziehungen der Vereinigten Staaten anbetrifft, kann man füglich auch nicht in Abrede stellen, dah ein Wandel eingetrct?n ist. Hoovers Echwierigk iten sind innerpolitischen Char.'ktcrs; sie sind darauf zurückzuführen,. dah er die parteipolitischen Drahtzieher nicht unter dem Daumen hat. Und wenn heute das Schicksal der Londoner Äon»' ferenz gefährdet ist. so darf man nicht außer acht lassen, dah der Einigung wenigstens bis zu einem gewissen Grade die Besorgnis entgegen- steht, die man im Weihen Hause wegen der im Kongreh zu erwartenden Opposition gegen ,zu weitgehende Verpflichtungen" hat. Eine Besorg- nis, die überflüssig wäre, wenn Hoover wirklich Führer seiner Partei wäre. Der Kanastunnel. Don unserem Korrespondenten. London, März 1933. Cs mögen jetzt etwa sechs Jahre her sein, da befaßte man sich in England schon einmal sehr ernsthaft mit der Frage, ob es lohnend und nützlich fei, den schon vor Jahrzehnten angeregten Bau eines Kanaltunnels zwischen Dover und Calais in Angriff zu nehmen. Amtliche Kommissionen wurden in Bewegung gesetzt, um die Durchführbarkeit dieses Projektes zu prüfen, Berechnungen wurden an- gestellt, zwischen London und Paris fand ein reger Meinungsaustausch statt, der aber ganz plötzlich abgebrochen werden mußte, weil sich der britische Ausschuß für nationale Verteidigung aus Gründen der nationalen Sicherheit mit dem Kanaltunnelbau nicht einverstanden erklärt hatte. Diese Stellungnahme erregte damals allgemeines Kopf- schütteln auch in England selbst, weil man sich mit Recht sagte, daß der Tunnel im Falle der Kriegsgefahr sehr rasch unbrauchbar gemacht werden könnte. Außerdem wurde mit Recht daraus hingewiesen, daß die französischen Lang- rohrgeschütze und die französischen Bombengeschwader dem englischen Jnselreich viel gefährlicher werden können als die unter dem Aermellanal hinwcglausende Verbindung mit dem Festland. Inzwischen ist man aber dem Projekt wieder etwas nähergetreten: namentlich die Regic- ruttg Macdonald hat es begeistert aufgegriffen. Für ihre Haltung sind aber weniger Verkehrs» politische Gründe maßgebend gewesen. Vielmehr ist cs die ungeheure Arbeitslosigkeit, die sie veranlaßte, sich mit der Frage des Tunnelbaues zu beschäftigen. Cie ist sich in ihrer Gesamtheit auch schon darüber schlüssig geworden, daß der Tunnel zu bauen ist. Der Bau selbst wird allerdings nur einer geringen Anzahl von Arbeitern Lohn und Brot geben. Man hofft aber, daß die sechshundert Millionen Mark, die in das Projekt hineingesteckt werden sollen, zu einer Ankurbelung der englischen Wirtschaft führen und auf diese Weise die Arbeitslosigkeit, die der Arbeiterregierung ernste Kopfschmerzen bereitet und ihr schon merk'iche Sympathieverluste eingebracht hat, sichtbar mildern werden. Hinzu kommt, dah nach Fertigstellung des Tunnels, der eine Bauzeit von etwa vier Jahren in Anspruch nehmen wird, eine Schnellverbindung mit dem Kontinent geschaffen ist, die ficherlich auch von Vorteilen für die Wirtschaft Großbritanniens begleitet fein wird. Auch die gesamte englische Oeffentlichkeit ist mit dem Dau einverstanden. Sie hat längst eingesehcn, daß England davon nur profitieren kann. Dennoch machen sich bereits allerlei Widerstände geltend. Sie sind im Augenblick jedoch nicht militärischer Ratur. Es sind vielmehr d i c Luftverkehrs- und Schiffahrt-- Unternehmungen, die gegen das Projekt Sturm laufen, weil es auf der Hand liegt, daß nach der Fertigstellung des Baues die Reisenden nur noch die durch den Kanaltunnel fahrenden Schnellzüge benutzen und auf die Unbequemlichkeiten einer Luft- oder Seereise mit Freuden verzichten werden. Das letzte Wort hat aber wieder der Ausschuß für die nationale Verteidigung zu sprechen. Kommt er zu einer Ablehnung. dann wird der Kanaltunnel auch bis aus werteres nur ein schöner Traum bleiben. Oberbeff en. Som Sad'Äauhümer Krantenhausbau. Inbetriebnahme des Jfolierhaufcs. 4 Bad-Nauheim, 2. April. Ein neues, zeitgemäßes 51 ranken Haus ist für unsere Stabt und bas Bad eine bringende Notwendigkeit, die seit Jahren immer wieder nachdrücklich betont w.rd. Das von der Spezialfirma Mohr & Weidner (Berlin) bearbeitete Projekt erfordert einen Aufwand von rund 1 Vi Millionen Mark. Da Mittel für den Gesamtbau noch nicht zur Versüaung stehen, wurde vom Stadtrat im Juli 1927 die Aus- f.ihrung eines Teiles des Gesamtprojekts, die Erbauung eines Jsolierhauses, beschlossen. Der Bau, dessen Kosten rund 300 000 Mark betragen, wurde im vergangenen Herbst sertiggestellt und kann jetzt in Betrieb genommen werden. Eine einfache Eröffnungsfeier fand heute nachmittag statt. Bürgermeister Dr. Ahl, der sich um die Losung des Projektes besondere Verdienste er- worben hat, konnte Gäste in größerer Zahl begrüßen, darunter Ministerialrat Dr. Schrohe vom hessischen Ministerium des Innern und der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, Ministerialrat Dr. Meller vom hessischen Finanzministerium, Kreisbirektor R e ch t h i e n , Obcrmebizinalrat Dr. Nebel (Friebberg), Mebizinalrat Dr. Häsling (Friebberg), Prof. Dr. Weber von der Bad- unb Kurverwaltung, Vertreter ber hiesigen Kurheime unb ber Aerzteschaft. Anschließend sprach Bürgermeister Dr. A h l über die Notwendigkeit der Gr- rid»kng des Krankenhausneubaus, dessen erste Etappe nun erreicht sei. Ministerialrat Dr. S ch r 0 h e sprach für die hessische Regierung, dabei feiner Freude darüber Ausdruck gebend, daß mit der Inbetriebnahme des Jsolierhauses der erste Schritt zur Verbesserung der Krankenhausverhältnisse der Bade, stabt getan sei. Dr. Haeberlin, ber Chefarzt des hiesigen Krankenhauses, gab sachkundige Erläuterungen über den Zweck unb bie Einrichtung des Baus. Die anschließende Besichtigung hinterließ ben Ein- bruck, baß bie Stabt einen Bau geschaffen hat, ber allen s2lnforberungen ber Neuzeit genügen dürfte. Das Jsolierhaus, bas in gesundester Lage am Rande bes Hochwaldes erstanden ist, enthält 20 Betten für Jnfektionskranke, welche Zahl auf 28 erhöht werben kann, unb 10 Betten rür Lungenleidende. Das Haus ist so eingerichtet, baß vier Abteilungen vorhanbcn Gießener Giadttheater Wtacomo Puccini: „Maddmc Butterfly" Im Spielplan unserer Opernbühnen nimmt Puccini s ..Madame Butterfly" eine ganz besonders bevorzugte Stellung ein: und obwohl sie nun schon über zwei Jahrzehnte dem Revertoire eingegliedert wurde, hat sie noch nichts von jener starken Wirkung, die sie seinerzeit auf die Musikwelt, Musike.'. Sänger und Theaterbesucher ausübte, cingcbüfjt. Richt zum wenigsten - mstg das im Text 6c-' gründet sein, der durch die Gegenüberstellung nüchterner, amerilanird)er Lebensauffassung mit dem traumhaft-primitiven, naiven T ärchenerloben einer hingeoungsvollen Frauenseele Prol lerne berührt, die in ihrer Gegensätzlichkeit auch die heutige Zeit in gleicher Weife wie früher noch zu fesseln vermögen. ' Gerade im Gegensatz zu der in unserer modernsten Oper stark entfachten Sensationslust, tritt hier das Allgemein-Menschliche mit seiner ethischen Auswirkung in den Vordergrund: es ist nicht bloßes Theatergelchehen, das schon oft behandelte Motive immer wieder variiert, sondern ein unbedingt einmaliger Fall der Charakterentwicklung eines an ich primitiven, aber in seinem Innern unverfälschten Menschen, der durch die Verkettung widriger Umstände zu einem Helden erwächst, der sein Letztes, sein Leben für feine Ehre einzusehen imstande ist. Das gleiche Recht, das die abendländische Gesellschaftsordnung für sich in Anspruch nimmt, will die rechtlose, käufliche Geisha Cho-Cho-San, ..genannt Butterfly", auch für sich gellend machen: für Linkerton ist es nur eine Scheinehe, für sie aber ein Bund für immer mit allen daraus erwachsenden Verpflichtungen und Folgerungen: Dieser doppelten Moralauffassung muß sie zum Opfer fallen. Durch die Liebe ist sie dem Lin» lerton in ebenbürtige, menschliche Rähr gekommen, und die Verkennung ihrer ursprünglichen rechtlichen Stellung wird ihr Sintergang. Für Linkerton ist es eine Episode, die er zwar später bereut, als er die Tragweite und die Folgen seines derzeitigen Handelns einsieht. Wenn er auch dem Kinde, das beiden beschieden war, in seiner rechtmäßigen amerikanischen Gattin eine neue Mutter geben will, so hat er dennoch das Ehrgefühl der Butterfly unterschätzk, das noch stark in den japanischen Anschauungen wurzelt. Ihr angeborncr adliger Sinn läßt sie diese Kränkung nicht überleben, und mit demselben Messer, das einst der Mikado ihrem Vater übersandte, damit dieser seinem Geben damit ein Ende mache, gibt sie sich den Tod und folgt so dem Spruche, der auf der Klinge des Messers eingeriht ist: ..Ehrenvoll sterbe, wer nicht länger mehr leben kann in Ehre." Die Anregung zu dem Werke empfing Puccini in London durch das Butterfly-Drama, das David D e l a s c 0 nach einer Rovelle von John Luther Cong geschaffen hatte. Dieselben Textdichter, die schon vorher die Oper ^Bohöme" bearbeitet hatten, liehen in dem Libretto die eigenartige, märchenhaft-idyllische, japanische Ephäre bildhaft toerben. Die ursprüngliche drei- aktige Fassung des Textbuches wurde auf Puc- cinis Anregung hin auf zwei Akte beschränkt: als sie aber in dieser Form gelegentlich der Uraufführung in der Scala ostentativ vom Publikum abgelehnt wurde, nahm Puccini in engster Fühlung mit den Librettisten eine Umarbeitung in der jetzt vorliegenden dreiaktigen Form vor. Puccini ist durchaus ein echter Theatermusiker: der ,absoluten" Musik blieb sein Schaffen fern. Er selber bekennt von sich, daß ihm „nie auch nur eine Zeile ohne den Anlaß einer ihn unmittelbar berührenden theatralischen Sensation einfiele.“ Die Errungenschaften seiner Vorgänger, zumal des älteren Verdi und auch Richard Wagners, sind auf seinen Stil nicht ohne Einfluß geblieben. Eins aber war ihm ganz besonders gegeben, die grundlegende Stimmung einer Situation in einer scharf ausgeprägten melodischen Linie eimufan- gen. Seine musikalischen Symbole sind überaus treffend und charakeristisch bezeichnend, mit einer ganz besonderen Liebe nimmt er sich der ornamentalen Illustrierung einzelner kleiner Züge an. Im Mittelpunkt der Butterfly-Musik steht die Titelheldin, die ja auch, abgesehen von wenigen Szenen, ständig an dem Bühnengeschehen aktiv beteiligt ist, ein nicht zu unterschätzender Kunstgriff der Textdichter. Die Charakterentwicklung der Butterfly erschließt sich erst völlig durch die »>er Musik möglichen seelischen Einblicke: jene beiden Welten, die sich in der Handlung ab- spiegeln, finden in der Musik ihr getreues ®egen- bild: einmal, indem der Komponist der abendländischen Musik folgt, zum andern, indem er alles, was auf die ostasiatische Sphäre hinweist, durch ganz besondere Mittel der Harmonik und typische Jnstrumentalfarben charakterisiert. Aehn- lich wie er später in feiner „Turandot" an originale chinesische Melodien an knüpft, so verwebt er hier japanisches melodisches Originalgut in die Partitur. Dabei ist es besonders erstaunlich, zu beobachten, wie er jenes fremde Material organisch einzuschmelzen vermag. Das exotische Gepräge, das man gelegentlich der ersten Aufführung des Merkes als ganz besonders reizvoll, vielleicht durch seine damalige Reuheit, erkannte, ist nach den (Snttoidlungen, durch die die neuere Musik in den letzten beiden Jahrzehnten hindurchgegangen ist, vielleicht als solches für uns etwas verblaßt: als Ausdruckswert dagegen ist die durch überaus starke Anwendung alterierter Akkorde und besonderer Klangmischungen genährte Musik unserem heutigen Musitempfinden bedeutens nähergckommen, und was man damals als äußeres Milieukolorit ansah, ist für uns heute ein musikalischer Mert geworden. So wird die Butterfly-Partitur gewiß jeder Zcitentwicklung etwas zu geben vermögen, und damit wäre ihre Lebenskraft gewährleistet. — Die Aufführung durch die Kräfte des Mainzer Stadttheaters wahrte im Bildhaften Der Szene, in der Darstellung und im Musikalischen ein wohl abgewogenes Gleichgewicht und bot fo eine sehr anzuerkennende, einh-eitlich-r Leistung. Die Titelpartie fand in Hermine Dippel eine nahezu ideale Verkörperung. Sie ließ das Buttcrfly-Drama in allen feinen Phasen sich erschließen, im Glück der hingehenden Liebe, in der auf unerschütterliche Treue gegründeten Miedersehenshoffnung, in den zu tragischer Größe sich erhebenden letzten Szenen: stets stark im Dulden, Vergeben, Hoffen und Handeln, wuchs sie zur Heldin mit überzeugender Kraft heran. Zuerst war sie eine singende Geisha, die über dem Chor ihrer Freundinnen dominierte, dann wurde immer mehr ihr Singen ein Künden letzten innersten Erlebens, ein Strömen ihres Organs im Liebeshymnus, charakterisierend und voll dramatischer Kraft in der Erwartungsarie, ein äußerstes Srfchüttertsein bei der letzten Umarmung ihres Kindes, — und dennoch wieder welch schlichter, naiver Töne war sie fähig im Wiegenlied. Sie ist eine vollendete Künstlerin, die ihrer Stimme das Letzte an Ausdruckskraft in der Höhe des Affektes ebenso abzugewinnen fähig ist, wie die intimste, feinste, keuscheste innerste Regung. Hans Hoefflin gab dem Linkerton eine Ge ftaltung, die mehr das Leichtfertige als das Skrupel- lose seines Charakters betonte, und die in dem durch brechenden Reuebewußtsein menschlich warme Töne wachwerden ließ. In Gießen hatten wir schon oer- schiedentlich Gelegenheit, ihn als Sänger zu bewundern mit der Ausgeglichenheit, Weichheit und Expansionsfähigkeit feines sympathisch gefärbten Tenors. Als Kontrast zu dein schwankenden Charakter des Linkerton war Konsul Sharpleß (Herbert Hesse) der Hüter der Moral mit väterlich warmer Anteilnahme an dem Schicksal der Butterfly: edle Menschlichkeit sprach durch den Vertreter der Rolle zu uns, dessen darstellerische Fähigkeiten durch hervorragende stimmliche Qualitäten zur überzeu genden Einheit wurden. Luise Strauß war eine mitfühlende Dienerin mit fein timbriertem Organ und l'ebevollem Einfühlen in die szenischen Gegebenheiten. Paul Berger war ein Goro von ausgeprägter Charalteristik, teuflisch, verschlagen, und mit stets bewiesenem stimmlichen Können. Hans G ö r l i ch als Onkel Bonze gab der Fluchszene eine besondere dramatische Wucht. Die Chöre waren fein abgestimmt, und verstärkten die szenische Auswirkung, zumal im zweiten Akte. Das Orchester bewährte wie immer feine Fähigkeit zur Durchführung größter Aufgaben. Heinz Berthold arbeitete die dramatischen Höhepunkte der Partitur ebenso profiliert heraus, wie er den feinsten lyrischen Stimmungen nachzugehen vermochte. Nur bei der Begleitung der Sänger hätte er den Orchcsterpart viel mehr abdämpfen müssen, um die der menschlichen Stimme unbedingt zu- stehende Geltung zu ihrem Recht kommen zu lassen. So wurden in einzelnen Szenen die Solostimmen fast völlig durch das Orchester übertönt und so mancher Moment in seiner legten höchsten Auswirkung gemindert. Der reiche Beifall mag für die Intendanz gleichzeitig als Dank der Hörer gelten; vielleicht wäre es aber doch zu erwägen, bei kommenden Dperngafti spielen, die ja für Gießen zwar sehr seltene, aber darum um so höher geschätzte Ereignisse darstellen, eine Wiederholung von Werken, die schon in früheren Jahren zur Aufführung gelangten, zu vermeiden« Or.H. sind, von denen jede für sich abgeschlossen ist. Mu. Hergültig cmsgestckttet sind die Desinfektionseinrich. lungen. 25 Zähre (5 nst-Ludwig-Schule Bad-Nau?cim. / Bad > Nauheim, 30. März. Die 25- Iahrseier der Ernst-Ludwig-Schule lObcrrenischulc und Re.ormrealgymnasium i.E.) begann gestern abend Im Sprudel-Hotel mit einer Wiedersehensfeier der ehemaligen Schüler und Lehrer der Anstalt. Oberstudiendirektor Dr. 2)1 o l z entbot herzliche Grüste, an die sich eine reichhaltige Festfolge anschlost. Heute morgen fand dann in der Turnhalle der Ernst-Ludwig- Schule der eigentliche F e st a k t statt, zu dem ehemalige Lehrer und Schüler, Behördenvertreter und sonstige geladene (Aaste in großer Zahl erschienen waren. An die Begrüßungsworte von Oberstudiendirektor Dr. M o I z schlossen sich zahlreiche (Jlückwunschansprachen an. Es sprachen Bürgermeister Dr. A h l für die Stadtverwaltung, Pfarrer K n o d t für die evangelische Kirchen- gemeinde, Beigeordneter Kissel für die katholische Kirchengeineinde. Qltebgermelfter Emil Ro - s c ii t b a l für die israelitische Religionsgemein- schast, Rektor Staubach für die Bolks- und die Berufsschule. Sanitätsrat Dr. Hahn für die Aerztevereinigung. Oberstudiendirektor Dr. Binzel für die Weidig-Oberrealschule Butzbach, Studienrat Freitag. Gießen, für den hessischen Philologenverein. Oberstudiendirektor Alten- d o r s, Giesten. für den Reichsbund der höheren Beamten. Boni Kultusministerium und anderen Stellen waren herzlich gehaltene Glückwunsch- schreiben eingebauten. 3n seiner tiefgehenden F e st r e d e gab Oberstudiendirektor Dr. 211 o 1 5 zunächst einen lurzen Abrist des Werdegangs der Anstalt, die als höhere Bürgerschule gegründet wurde und sich in kurzer Zeit zur Realschule und weiter zur Bollanstalt entwickelte. Herzlich gedachte Dr. M 0 l z der Berdienste, die der verstorbene Bürgermeister Dr. Kayser und die beiden ersten Leiter der Schule, der verstorbene Professor Dr. Karl Zimmer und Oberstudien- T direktor Reuter (jetzt in Friedberg), um den Ausstieg der Anstalt gehabt haben. 3n beachtlichen Gedankengängen sprach der Redner dann von den Qlufgaben der höheren Schulen im Staate und von den Zielen der neuzeitlichen Schulresorm. Festliche musikalische Darbietungen des Schülerchors und des Schülerorchesters umrahmten die Ansprachen und trugen ebenfalls zum eindrucksvollen Berlauf des Festaktes bei. Der Nachmittag brachte auf der Schulbühne der Anstalt eine tresfliche Wiedergabe des vieraktigen Schauspiels „Fräulein von Seigliöre" von Iules Sandeau. Enttäuschung im Friedberger Verkehrsverein. 25621. Friedberg. 2. 2lpril. In der Hauptversammlung des hiesigen Verkehrs- Vereins, die dieser Tage stattfand, kam in dem Iahresbericht zum Ausdruck, das) im letzten Iahre die allgemeine wirtschaftliche Notlage -die Arbeit des Vereins stark hemmte. Namentlich das L i ch t f e st an den drei Sonntagen vor Weihnachten bedeutete eine große En11äuschun g. Nicht nur wurde der beantragte städtische Zuschuß abgelehnt, es sind jetzt auch noch von Stadt und Staat etwa 2 0 0 0 211 ar I für Str 0 mk 0 sten und Steuern a n g e f 0 r d e r t worden, die, wenn sie nicht erlassen werden, den Weiterbe st and des Vereins gefährde n. Geklagt wurde ferner über die geringe Mitgliederzahl, die durch verstärkte Werbearbeit gehoben werden soll. Der Verein wird gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bad-Nauheim und der dortigen Bad- und .(Kurverwaltung die Herausgabe eines Werkes des Friedberger Schriftstellers Albert H. R a u s ch über Friedberg. Bad-Nauheim und die Wetterau finanzieren. Im übrigen kam zum Ausdruck, daß der Verein in Anbetracht seiner schlechten sinanziellen Lage an die Ausführung großer Pläne nicht Herangehen I könne. in Gießen. AuS Anlas! des zehnjährigen Beste - Yens der Hessischen Heilstätte für Nervenkranke z u G i e st e n fand am Milt- wochvormittag in der Anstalt eine bewußt schlichte Morgenfeier statt, die erhebend verlief. Eingeleitet wurde die Feier durch einen von Herrn Karl Kurt Wagner (Sohn des verstorbenen früheren Leiters der Heilstätte, Geh. Medizinalrat Dr. Wagner) verfaßten und vorgetragenen D 0 r s p r u ch , der bei den Besuchern der Veranstaltung einen tiefgehenden Eindruck hinterliest. ES folgte dann ein stimmungsvoller Mufikvortrag von Mitgliedern unserer Militärkapelle (Ave verum corpus von Mozart), woraus der derzeitige Leiter der Heilstätte Meöiz nalrat Dr. Bausch nach einer kurzen Begrüßung der Besucher eine der Bedeutung des Tages angepaßte Ansprache hielt. Er führte dabei u. a. folgendes aus: Am 1. April 1920 wurde der frühere Oberarzt an der Landes°Heil° und Pflegeanstalt in Gießen, Medizinalrat Dr. Wagner, zum leitenden 'Arzt der Hess. Heilstätte für 2tcr- venkranke in Gießen ernannt. Mit dieser Ernennung war die Heilstätte als selbständige staatliche Heilstätte ins Leben getreten. Der Bolksstaat Hessen und die Stadt Gießen hatten -ihre Krankenanstalten um eine vermehrt. Wie ihr leitender 2lrzt. war auch die Heil- t Hätte aus der ihr benachbarten Heil- und Pflege- _ anstatt hervorgegangen. Sie stellte gleichsam eine * Fortsetzung des während des Krieges in der Heil- und Pflegeanstalt vorhandenen Lazarettes für nervös-erkrankte Kriegsteilnehmer dar. Bei den vorher gepflogenen Verhandlungen, wie es in der Niederschrift heißt: ..Betreffend Errichtung einer Abteilung für Nervenkranke bei der Landes-Heis- und Pflegeanstalt in Gießen" herrschte Ucbcreinftimmung darüber, daß die 21 b- teilun 1 für Nervenkranke nur noch Verwaltung^' -technisch mit der Landes-Heil- und Pflegeanstalt zusammenhängen soll. Dies sollte in der Bezeichnung gewahrt werden: ..Hess. Heilstätte für Nervenkranke Gießen, Licher Straße 106, lei en- der Arzt 21led.-Rat Dr. Wagner." Die 21laß- nahme einer völligen Trennung von der Heil- imd Pflegeanstalt erschien schon mit Rücksicht auf das anders geartete Krankenmaterial geboten. Wer, wie wir, die außerordentliche Empfindlichkeit und Empfindsamkeit des in der Hauptsache in der Heilstätte zur Behandlung kommenden Psychoneurotikers tag'ich zu beobachten Gelegenheit hgt. wer dessen 2lngst kennt, geisteskrank zu werden, und wer immer wieder sehen muß, wie der Nervöse unter der Nachbarschaft von Geisteskranken leidet, kann nur einer völligen, auch räumlichen Trennung einer Nervenheilanstalt von der Irrenanstalt das Wort reden. Hier setzte bereits die unermüdliche Arbeit des bisher noch an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt tätigen Oberarztes und späteren leitenden Arztes der neuen Heilstätte, Med.-Rat Dr. W a g n e r. um das Zustandekommen des neuen Institutes ein. An Hand seiner im Nervenlazarett erzielten Erfolge konnte er immer wieder auf die Notwendigkeit besonderer Behandlung und gesonderter Unterbringung der Nervösen Hinweisen. 21 uf ein von anderen Gesichtspunkten aus berechtigtes Streben des Psychiaters nach einer organischen Verbundenheit der Hell- und Pslegeanstalt mit der Heilstätte konnte er mit einer ganzen Reihe von Gegengründen antworten. So wurde es schließlich sein Verdienst, wenn die Heilstätte losgelöst und unabhängig von der benachbarten Irrenanstalt zustande kam. Die 2Tottoenbigtcit einer räumlichen Trennung der Nervösen von den Geisteskranken mag auch mit der Grund gewesen fein, neben der der Behandlung Nervöser und Geisteskranker dienenden Klinik eine besondere Nervenheilanstalt zu errichten. Ebensowenig wie für die Heil- und Pslegeanstalt sollte aber der Klinik dadurch eine Konkurrenz geschaffen werden, wie vielleicht mancher 2lußenstehende, von irrigen Doraussehungen ausgehend, annahm. Die Qlufgaben der Klinik bestehen neben der Behandlung der ihr angeführten Kranken in erster Linie in Forschung und rlnterricht. und diese lassen eine Belastung, wie sie Die langdauernde, häufig sich über Iahre erstreckende Pflege der meist chronisch erkrankten Irren und die mitunter monatelang dauernde Erkrankung eines Nervenkranken bedeutet, nicht zu. Auch wäre den Zwecken der Klinik mit Den fast nur auS Psychoneurofen bestehendem Krankenmaterial einer Heilstätte nicht gedient. Somit kann bei den augenblicklich in Gießen vorhandenen drei staatlichen Instituten: Stlinif, Heil- und Pslegeanstalt und Nervenhellstätte nur von einer praktischen Arbeitsteilung geredet werden. In der Heilstätte muß vor allem auf eine technisch und klinisch vollendete therapeutische Einrichtung Wert gelegt werden, die freilich niemals die seelische und individuelle Behandlung durch den Arzt ganz ersetzen kann. Der Psncho- neurotiker bedarf dringend des Arztes seines Vertrauens, Der ihm Führer und Erzieher zur neuen Lebenstüchtigkeit fein soll. Daneben soll Dann alles geschehen, was ihm körperliche und nervöse Kräftigung bringen' kann. Der Losung solcher 2lufgaben standen meinem verehrten Vorgänger im Amte, gleichsam Dem Gründer der Heilstätte, ebenso wie mir, immer wieder Schwierigkeiten im Wege, die durch die Oertllchkelt und Die Anlage der ursprünglich den Zwecken Der Heil- und Pslegeanstalt dienenden, der Heilstätte bei ihrer Gründung überlassenen beiden Gebäude bedingt waren. Trotz aller Fürsorge des Staates in bezug auf Verbesserung und Ergänzung Des Inventars im Verlaufe von zehn Iahren Des Besteheirs Der Heilstätte konnte Den Gebäuden nicht der ursprüngliche Charakter genommen werden. Den Nervösen und Angespann'» ten verlangt es N4- Ruhe, Beschaulichkeit- und manchmal, wenn, auch in krankhafter Welse, nach Weltabgewandtheit. Das Ideal feiner -Unterbringung wird daher stets das Einzelzimmer bzw. 1- bis 2-Bettenzimmer fein. ■ 'Sie Gebäude Der Heilstätte bekunden aber genau so wie die Gebäude Der Heil- unD Pflegeanstalt das Prinzip des Wachsaales, den auch das sogenannte Dlon-re8tr.iint-System Der Irrenplage nicht entbehren kann. (Nach diesem von französischen Aerz- ten zu Anfang de'- vorigen -Jahrhunderts inaugurierten System soll Den Kranken möglichst viel Freiheit gewährt werden, ohne Daß Dabei Die Gewalt über sie verloren geht, weil jeder Zwang der Heilung hinderlich ist.) Der Zwang der Verhältnisse nötigte, sich mit dem als Provisorium zu betrachtenden Zustande abzusinden. Dennoch aber wurde Nütz.iches und Segensreiches geleistet. Wenn man bedenkt, unter welchen schwierigen Verhältnissen Dr. Wagner in Der Inflationszeit bei recht primitiver Einrichtung zu arbeiten gezwungen war, wie er jahrelang ohne Assistenten, unter Verzicht auf Urlaub. Dem von 30 Betten bei Der Gründung der Heilstätte auf mittlerweile 65 Betten angewachsenem Institut vorstand, dann wird man seine Erfolge doppelt zu würdigen wissen. 'Auf der Hygieneausstellung in Düsseldorf im Iahre 1926 konnte er durch Aushang und Bilder eine größere Öffentlichkeit daraus Hinweisen, daß von den in Den Iahren 1924 und 1925 erfolgten fast 1000 Ausnahmen etwa 75 Proz. arbeitsfähig entlassen und Daß sich Die restlichen 25 Proz. im wesentlichen nur aus unheilbar Organisch-Nervösen unD schwer Degeneratlven, zum Teil mit Einschlägen von Seelenstörung zusammensehen. 21 od) im gleichen Iahr, am 1. Iuli 1926, schieb Dr. Wagner infolge Erreichens Der für Staatsbeamte festgesetzten Altersgrenze aus dem Dienst Der Heilstätte aus. Wie schwer es ihm war, Das ihm liebgewordene Amt anderen zu überlassen, wissen Die zu erzählen, die damals mit ihm zusammen arbeiten durften. Sein zäher, fester Wille im Erreichen des einmal als richtig Erkannten, sein unermüdlicher (Äser und unver- sieglich erscheinende Arbeitskraft im Dienste Der Heilstätte werden uns allen, soweit wir seine Mitarbeiter waren, ein Vorbild bleiben. Wir glauben das Andenken dieses inzwischen aus rastloser Tätigkeit durch Den Tod abgerufenen hervorragenden Mannes, des Gründers unserer Heilstätte, am besten dadurch zu ehren. Daß wir im ©arten Der Heilstätte am Tage ihres 10jährigen Bestehens als ..25 a g n e r e l ch e" seine Arbeit gleichsam IcbcnDig werden lassen. Möge Der gestern gepflanzte Baum, ein Sinn- bilD knorrigen und wetterfesten Wechstums, allen noch in Der Heilstätte Heilung Suchenden, den 2lerzten und Dem Personal eine Erinnerung und ein Mahner fein an Die Kampfnatur des Gründers und ersten leitenden Arztes Der Heilstätte: Albert Wagner. Wir. Die ein günstiges Geschick bestimmt hat, auf seinem Posten zu stehen, wollen geloben, unS alle Zeit dankbar seiner zu erinnern, ihm nachzueifern, sein Werk zu mehren und zu fordern zum Wohle und Segen unserer Kranken. Die guten Heil-Ergebnisse unseres Instituts verdanken wir neben der allzeit kollegialen ärztlichen Mitarbeit Der HinGabe und dem Fleiß des Personals, nicht zuletzt auch der regen Aln- terstühung und Dein großen ©ntgegenlommbn in allen lebenswichtigen Fragen der Heilstätte auch unserer vorgefetzten Behörde, Dem Ministerium deS Innern In Darmstadt. Durch eine stets Verständnis bekundende Verwaltung wurde Der Ausbau des Institutes soweit als möglich bewerkstelligt, daß es heute als eine Volksheilstätte für Nervöse, die über sämtliche ärztlich anerkannte Kurmittel verfügt, auch mit größeren, gleichartigen Anstalten unseres Vaterlandes gut konkurrieren kann. Wir können Der Regierung unD dem Staat nur dankbar sein für das, was in diesen 10 Iahren des Bestehens der Heilstätte bei Der örtlichen und räumlichen Gebundenheit geschehen ist. Erst recht muß Die Fürsorge anerkannt werden, wenn man Die finanziellen Schwierigkeiten berücksichtigt, Die Volk und Staat zur Zeit besonders in ihren sozialen Aufgaben hemmen. Sie sind 'es auch, Die das gekennzeichnete Proviforium einer nur teilweisen Loslösung Der Heilstätte von Der Heil- unD Pflegeanstalt noch nicht beenDen ließen. Möge eine balDigc Besserung unserer politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in nicht allzuferner Zukunft es erlauben, Daß die Heilstätte aus dev räumlichen Enge des jetzigen Provisoriums her- auskommt — in Den vergangenen Sommerhalbjahren mußten zahlreiche Ausnahmegesuche wegen ilcberfüllung Der Heilstätte bei nunmehr 80 Betten wochenlang ihrer (SrleDigung harren-, daß sie aus Der Nachbarschaft Der Heil- unD Pslegeanstalt verschwindet und im eigenen, nur Den Charakter Des Nervensanatoriums tragen- Dcn Gebäude in schöner und gesunder Gegend mit möglichst waldreicher Umgebung Den ihr gestellten Aufgaben gerecht wirb. Oer Aueklang der Feierstunde. Im Anschluß an Diese Ansprache wurden eine Reihe Lichtbilder gezeigt, welche Die Zahl Der in Den verflossenen Iahren zur Entlassung gekommenen Patienten und Die erzielten Heilerfolge in bester Weise veranschaulichten. Es folgte dann ein Gesangsvortrag, Dargeboten von Patienten Der Anstalt, sowie eine weitere musikalische Darbietung Der Militärmufiker (Marsch aus dem Konzertstück op. 79 von C. M. v. Weber), womit Die Veranstaltung ihren Abschluß fanD. Der Feier folgte eine eingehende Besichtigung der Heilstätte. Kassechausbefitzer-ragung in Gießen. Gestern fand hier im Restaurant „Hindenburg" die diesjährige Tagung des Verbandes der Kaffee Hausbesitzer Hessens statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen, Julius K örncr, eröffnete die Verhandlungen mit einer Begrüßung der Teilnehmer und Der Vertreter der Behörden namens Der hiesigen Ortsgruppe unD übertrug Dann die Leitung der Tagung dem Vorsitzenden Des Hess. LandesverbanDes, P. Tischler- Darmstadt. Dieser hieß die Vertreter der Provinzialdirektion, des Kreisamtes, des Polizeiamts, des Gewerbeaufsichtsamts und der Handelskammer, sowie der Gastwirte-Innung namens Des Verbandes willkommen. Hierauf hielt Verbandsdirektor G e i st h a r d t - Berlin einen Vortrag über: „Das gastronomische Gewerbe im Spiegel der Rcichsfinanzreform und des Gaststättengefehes." ‘ Der Redner besprach zunächst die derzeitige wirtschaftliche Lage, die sich auch im Kaffeehausgewerbe ungünstig auswirke. Er kam dann auf die ungeheuren Steuerlasten zu sprechen und,stellte fest, daß das Kaffeehausgewerbe steuerlich wesentlich stärker herangezogen werde, als die übrigen Berufsstände. Er forderte weitgehende Ausgabensenkung und größte Sparsamkeit in der Verwaltung. Weiter verlangte der Redner zum Zwecke der Gesundung der deutschen Wirtschaft eine durchgreifende Finanzreform, die sich u. a. erstrecke auf die Beseitigung aller Steuern, deren Erhebungskosten in keinem Verhältnis zum Steuerertrag stehen, auf eine reichsgesetzliche Bestimmung, daß die Verbrauchssteuern grundsätzlich nur vom Reiche erhoben werden dürfen, ferner forderte er die Beseitigung der Industriebelastung und der damit verbundenen Aufbringungslast, Beseitigung der Hauszinssteuer, Beseitigung der Realsteuern, reichsgesetzliche Begrenzung aller sonstigen SlUidersteuern (Vergnügungssteuer usw.), Beseitiguikg der steuerlichen Bevorzugung der öffentlichen Hand, der sog. gemeinnützigen Betriebe, der Konsumvereine, der '-Beamtem Wirtschaftsbetriebe und ähnlicher Unternehmungen, Staffelung der Umsatzsteuer, Ersatz Der Realsteuern durch reichgesetzlich beschränkte Zuschläge zur Einkommensteuer, verbunden mit der Herabsetzung der Einkommensteuersreigrenze, Erfass der Hauszinssteuer, soweit die öffentliche Finanzierung des Wohnungsbaues als notwendig erscheint, durch eine Wohnhausabgabe in Form eines Sonderzuschlags zur Einkommensteuek. Der Redner kam dann auf Die erneute Belastung durch indirekte Steuern zu sprechen und sprach in bezug auf das Tabaksteuergesetz die Befürchtung aus. Daß eine Monopolisierung zu. erwarten sei. Bezüglich der Vergnügungssteuer vertrat der Redner die Auffassung, daß dieses Gesetz dringend der Abänderung bedürfe. Wegen der Polizeistunde wies der Redner Darauf hin, Daß Die Verhältnisse in Preußen wesentlich besser seien als in Hessen. Zum Schankstättengesetz, das augenblicklich Dem Reichstag zur Beratung vorliegt, bemerkte Der Redner, daß Die Abstinenzfrage eine Erziehungsfrage sei, sie könne nicht Durch Gesetze geregelt werden. Im übrigen sei der Umsatz an alkoholfreien Getränken ganz erheblich gestiegen, gegenüber einer verhältnismäßig geringen Steigerung Des Bierumfatzes. Der Redner besprach dann noch Die einzelnen Bestimmungen Des Gaststättengesetzes, Das bereits in zweiter Lesung im Reichstagsaus- schuß eine wesentliche Aenderung erfahren habe, und stellte fest, Daß Das Gesetz, obwohl an sich überflüssig, in feiner jetzigen Fassung erträglich sei. 'Als nächster Redner sprach Dann Kafseehaus- besitzer Schmitz-DarmstaDt über „Die Einstellung des Kaffeehausgewerbes zur Finanz- und Steuerreform". Der Redner wies vor allem Darauf hin, Daß Das Kafseehausgewerbe viel Personal beschäftige, außerdem auch viel Kapital investiere. Deshalb solle man cttoaS vorsichtiger mit Der Steuerbelastung Dieses Gewerbes sein, Damit es existenzfähig erhalten bleibe. Er besprach Dann Die Auswirkung Der Erhöhung der Verbrauchssteuern unD bezeichnete einen -Umbau Des Derzeitigen Steuersystems als unbeDingt notwendig. Seine Ausführungen in Dieser Hinsicht Decken sich mit Den Darlegungen Des ersten Vortragenden. Der Redner beschäftigte sich weiter mit Der Feier- abendstunde. deren baldige Beseitigung dringend notwendig sei, kritisierte das LlrkunDenstempel- geseh, dessen Gebühren in Hessen wesentlich' höher seien, als in anderen Ländern, um zum Schluß noch das Backverbot, das er für undurchführbar hält, einer eingehenden Besprechung zu unterließen. * Im Anschluß hieran sprach VerbanDsdirektor Gei st Hardt - Berlin noch über „Die Tonseherfrage", bezüglich Deren eine gesetzliche Regelung beantragt sei. Er schilderte Den Verlauf und Den derzeitigen Stand Der Verhandlungen und sprach Die Hoffnung aus, Daß Die Angelegenheit bald eine zufriedenstellenDe Lösung finDe. Die Aussprache. In Der anschließenden Aussprache erörterte* Herr Döring- Darmstadt das Konzessionsverfahren: er wünschte, Daß mehr Wert auf das -Urteil Der Berufsorganisationen gelegt werde. Regierungsrat Dr. Braun- Gießen (Kreisamt) wies Darauf hin, Daß seitens der Behörden Den ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen des Gewerbes weitgehend Rechnung getragen werde. Cs sei allerdings bedauerlich, Daß die Gewerbetreibenden in Den maßgebenden Körperschaften zu gering vertreten seien. Er erläuterte dann die Stellungnahme Der Behörde zur Konzession.: ° frage und brachte zum Schluß zum Aufdruck, daß ohne Gesundung des Mittelstandes keine Gesundung der Wirtschaft möglich sei. Regie- rungsrat Wolf-Gießen (Polizeiamt) wies darauf hin, daß Die Polizeiämter für eine völlige Aufhebung der Polizeistunde eingetreten seien, aber das Hessische Ministerium habe die Polizeistunde auf 1 Uhr festgesetzt. Bezüglich des Urkundenstempels sei das Polizeiamt an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden, allerdings seien Die Gebühren im Verhältnis zu Preußen hoch. Er äußerte sich dann noch zu dem Backverbot und dem Konzessionsverfahren und wies Darauf hin, Daß die Durchführung Der gesetzlichen Bestimmungen bisher beim Kaffeehausgewerbe ohne Schwierigkeiten möglich gewesen sei. Gewerberat Dr. Meyer- Gießen (Gewerbe-Aufsichtsamt) kam zu der gleichen Feststellung und betonte, Daß bei dem Backverbot die vorhandenen Ausnahmebestimmungen nach Möglichkeit angewandt würden. Kaufmann Noll, Gießen, als Vertreter der Handelskammer, erwähnte, daß diese stets für Die Interessen des gesamten Gastwirtsgewerbes eingetreten sei. Der Vertreter der hiesigen Gastwirteinnung, H. Schmitz, wies auf Mängel im Konzessionsverfahren hin, während Die übrigen Redner zu Den Ausführungen der Referenten weiter Stellung nahmen. 211 s Ort der nächsten Verbandstagung wurde Mainz bestimmt. Gemeinöerai in Wieseck. £ Wieseck, 2. April. Gestern abend fand eine Sitzung des Gemein dcrats statt. 23or Beginn der Sitzung stellte Gemeinderat Erb Den Antrag, als weiteren Punkt der Tagesordnung über die Erbauung Des Zwölf- w 0 h n u n g s h a u s e s zu verhanDeln, währenD Gemeinderat Seibert die für Wieseck dringendste Frage Der Wasserversorgung besprochen haben will. — Als erster Punkt Der Tagesordnung wurde Die Polizeiverordnung zur Kanalisierung beraten unD genehmigt. — Anschließend wurde die Orts- sahung über Die Erhebung einer Kanalbenutzungsgebühr beraten unD ebenfalls genehmigt. — Heber Die Festsetzung Der Kana l g e b ü h r e n lagen zwei Anträge vor. Gemeinderat Benner erklärte seinen 2lntrag, Der Dahingeht, Daß Die Kanalgebühren 40 v. H. Des Wassergeldes betragen sollen, während Der Antrag Seibert lautet, daß für jeden Quadratmeter Liegenschaft ein Pfennig, dazu für jedes Tausend deS Steuerwerkes der Gebäude 50 Pf. erhoben werden sollen. Beide Anträge wurden längere Zeit besprochen und Dabei gegenseitig Berechnungsbeispiele gezeigt. So ergibt bei An- wenDung der Erhebung: art nach dem Antrag Benner, daß von jeder Familie die Kanalgebüh- ton Direkt erhoben werden. Es ergibt sich aber hieraus Die Möglichleit, Daß wesentlich kleinere Grundstücke, Die mit mehreren Mietern beseht sinD, viel mehr Kanalbenutzung ^gebühren bezahlen müssen, als Anwesen, Die größer sind und nur von einer Familie bewohnt werden, wofür aber Die Gemeinde für die Herstellung des Kanales größere Mittel auswenden mußte. Nach dem 2(ntrag Seibert bedingt Die Große Der Hof reite Die Kanalgröße und somit die Hohe Der Gebühren. Die Gebührenunterschiede bewegen sich nach Antrag Benner für das.einzelne Anwesen zwischen 3,20 Mark bis 64 Mark und nach Berechnung Seibert zwischen 3,50 Mark und 29 Mk. Dor der Abstimmung, die man geheim vorzunehmen beantragte, änderte 23 e n n c r seinen Antrag dahingehend, daß die Höchstgebühr für das 2lnwesen 40 Mark nicht übersteigen Darf. Die Abstimmung ergab Die Annahme des Antrages Benner mit 10 gegen 6 Stimmen. — 1 Der Einwendung des Philipp Lotz gegen Den Ortsbauplan in der Alten-Dusecker Straße, wonach an seinem Neubau der Vorgarten mit 5 Meter vorgesehen war, wurde vom Gemeinderat insoweit entsprochen, daß eine Breite des Vorgartens von 3 Meter einstimmig gutgeheißen wurde. — Die Mieter in Den G e - in ein d ehä ufern Der Philofophenstraße hatten gegen Die vorjährige Regelung Der Miete Einspruch erhoben. Dazu beantragte ©c- meinDerat Erb, nur einen Zuschlag von 25 Proz. zu berechnen. Dem wurde zugestimmt, jedoch erklärte Bürgermeister S ch 0 m b e r. Daß er diesen Beschluß aussehen werde. — lieber die Errichtung des Schwimmbades hatten verschiedene Kommissionsfitzungen stattgefunden, und es waren alle ®emeinDcD:rir:ter zu Der Heber- Beugung gekommen, daß es unter Don derzeitigen Verhältnissen nicht möglich ist, weder Dem einen, noch Dem anderen Plan zuzustimmen. Diese Angelegenheit soll bis zu einem günstigeren Zeitpunkt zurückgestellt werden. — Kleber Lie BaocZelegen heil an Der Lahnfollcn Konsumverein erhältlich. 2650A Fasten- S MM niUUual Wegen Umstellung meines Geschäftes XcöaHfachs fonderWocfte 27 I5D angeschlossen. UZÄI Einfach unübertrefflich — Warenabgabc nur an Mitglieder Braut Die Bureauräume im II. 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Gießen. 6.30 Uhr: Segensamt; 18.30: andachl. — Lich. 20: Fastenandacht. Israelitische Gemeinden. ausflong 7.50. — Dochengottesdienst: morgens 6.45; abends 6.30 Uhr. (Schluß de» redaktionellen Idle.) Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 4. April. Kapelle des Alten Friedhofs. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Eie. Waas. Schuhhaus Adolf Baer Marktplatz GIESSEN Spanien, in die Schweiz und an bemerkenswert ist außerdem eine von Oberammcrgaufahrten aus Deutschlands in Verbindung mit denartigsten Reisekombinationen. ein Stipendium in Höhe von 500 Mk an: Otto- Hans Beier, München, Peter August Dockst i c g e l. Dresden (dem (Siebener Publikum durch Ausstellungen im Oberhessischen Kunftverein bekannt). Hermann Geiseler, München, Georg H u b l i h, Rürnberg, Heinrich 2 l g e n s r i h. Kassel. Adolf Gustav 2uh, München, Felir Klipstein. Laubach (Hessen). Georg Kolm, Königsberg, Bernhard K r e h s ch m o r. Dresden. Earl Lauterbach. Düsseldorf, Werner Laves, Berlin, Karl Meisenbach, München, Dill Raget, München, 2oses S ch a r l. München, Werner Paul Schmidt, München, und Heinrich W i t 1 m e r. Freiburg (Dreisgau). die Riviera; große Zahl allen Teilen den verschie- - . sind ab ). Okt. d.J, ganz oder geteilt zu vermieten! rä^ThhWIT Konsumverein (Heßen u. Km£. e. G. m. b. H. widmet, beutet MaiarykS Persönlichkeit aus der Konstanz seine- Lebens, der Geradheit und Reinheit seines Willens und der weitgespannten Kraft feines Glaubens. Dieser deutsche Gruß an den hochbetagten Führer des RachbarlandeS verteilt sehr glücklich die Achtung, die Deutschland vor ihm als dem erfolgreichen Begründer de» tichechi- schen Staates empfindet, und die Kritik, die es bei aller persönlichen Würdigung auch gegen ihn als Verantwortlichen für viel Anrecht am Deutschtum vorzubringen hat. — Fred HUdenbrandt beginnt mit dem Abdruck eines neuen RomanS ..Schmetterling im weihen Haar" im Aprilhest von ,.W est ermann s Monatsheften". Der Schmetterling ist ein anmutiges junges Mädchen, das weihe Haar trägt ein Schriftsteller, der in seinen fortgeschrittenen Tagen gern noch heiraten mochte. 3n einer Zeitschrift findet er eine Airzeige Marlenes: „Briefwechsel mit einem Primaner gesucht." Er loinint trott feines Alters aus den Gedanken, auf das Inserat einzugehen, obwohl er fürchtet, keine Gegenliebe zu finden. 3n einem Konzert sieht der Schriftsteller das Mädchen und ist von ihrer Anmut überrascht. Die Konflikde, die sich nun durch den Unterschied der Alter anbahnen, finden eine meisterhafte Schilderung. für Obst- und Gemüse- Äonseroen! Erweitertes Jezirlsslhöffengericht Gießen. • Gießen, 2. April. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Lehrer aus einem Orte in Oberhcssen wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Gegen den Angeklagten wurde unter Annahme mildernder Umstände auf die gesetzliche Mtndeststrase von sechs Monaten Gefängnis erkannt. Jetzt säen!!!! guten Gemüse- und Blumen- Gemüsc und Obflfon,crocn hoben einen immer größeren Freundeskreis gefunden. Auch die berufstätige Hausfrau hat die Vorteile erkannt, die mit der Verwendung von Konserven verbunden sind. Sie kann schnell und ohne besondere Mühe eine schmackhafte Mahlzeit zusammenstellen. Gemüse- und Obstkonserven gelten langst nicht mehr als Luxus. Sie erfahren in allen Streifen der Bevölkerung einen lebhaften Zuspruch. Tste Großeinkaufs-Gefellschaft Deutscher Consumvereine m. b. f). (GEG) hat schon vor Fahren die Herstellung dieser Produkte In die Hand genommen, i? r,t klassige maschinelle Einrichtungen in der neu au», gebauten Fabrik sorgen dafür, daß die zur Verarbeitung kommenden Gemüfe- und Obstsorten schnell, sauber und in hygienisch einwandsreier Weise in die Dosen gelangen. Durch die günstige Preisstellung werden auch den weniger zahlunas- krästigen Verbrauchern Nahrungsmittel geboten, die eine abwechslungsreiche, döbel aber nahrhafte Kost ermöglichen. Diese mit dem bekannten Zeichen GEG versehenen Konserven sind selbstverständlich nur im gebe idi auf sämtliche Schuh» waren trotz der billigen Preise einen Sonder-Rabatt von 10 Prozent! Bücheriisch. — Ein illustrierter Reisekalender für 19 30 ist im Selbstverlag von Sicrner k Co., Verkehrsgesellschast m. b. 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Der mit der Feier- Zeitigung dringend e da; llnundenstempel- n Hessen veseniitch höher -andern, um zum Lchiub ec für undurchführbar -öesprechung zu unter- • sprach Verbandsdireltor noch über ^erfrage", Wiche Regelung bean- e den Verlaus und den Verhandlungen und iprach I die Angelegenheit bald Lösung finde. »spräche. in Aussprache erörtert:' tobt das Kon-essivnsocr- iq'ö mehr Drrt auf das inijationen gelegt Verde. aun-Tichcn (Krcisimt; 3 seitens der Dehvrden reichen Qkr^älinifkn d _■ Rechnung g.'trag.-n Verde, erlich, dah die Gelve: .^. - gebenden Körperlcha i:.: iLr niäutert: bann Morde zur ÄDiucfiien- n Schluh zum QliubruJ. des Mittelstandes hv.< chast möglich sei. 'N.: en lPolizeiamt) wies dar- Polizeiämter für tr fcftgcfcijt Mü# d yol&iamt an die g-‘ gebunden, allerdings seien iältnis zu Preuhen h°4- noch zu dem Daclverbot rsahren und Ms d°raus rang der grsehüchen re Frdr.Teipel Markt 16 Bahnholstr.45 ♦ HlllehrandslT.2 H 6* Verhanblungen ausgenommen werden, jedoch hoffen die Interessenten. daß diese Angelegenheit nod) vor Beginn der Badesaison erledigt wird. — Der W o h n u n g s n e u b a u muß aus finanziellen Gründen vorläu'ig noch zurück- gestellt werden. — Die W a ss er Versorgung des höh-ergelegcnen Ortsteilcs liegt bis jetzt noch im argen und erfordert dringende Abhilfe. Gc- meinderat Seibert unterbreitete einen Vorschlag, wonach neben bemalten Hochbehälter ein Walferturm errichtet werden soll, der zwei Vorteile in sich vereinige; erstens würde der Wasfer- vorratsraum erweitert und zweitens würde der erforderliche Wasserdruck für den höher gelegenen Ortsteil erhöht werden. Diese Anregung wurde vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen. - Die Anbringung von einigen Sita« ßenlampen soll durch die Daukommission geregelt werden. Kunst und Wissenschaft. Ausrichtung der Deutschen Albrechl-DürerSliftuag für das Jahr 1930. Nürnberg. 2. April. (TU.) Bekanntlich hat die Stadt Rürnberg zu Ghren ihres großen Lohnes Albrecht Dürer am Tage der 400. Wiederkehr seines Todestages, am 6. April 1928. bi« Deutsche Albrecht-Dürer-Stis- tung errichtet, aus deren Erträgnissen ay hervorragend begabte Maler und Graphiker zur Förderung ihrer künstlerischen Entwicklung Stipendien gewährt werden. Das Kuratorium trat am 31. März d. 3. in der Rorishallc in Nürnberg zur zweiten Ausrichtung der Stiftung zusammen. Singelausen waren rund 145 Arbeiten, Die durch Galeriedirektor Professor Dr. Schulz zur Ausstellung gebracht waren. Rach Mitteilung des Vorsitzenden war es ihm gelungen, das Stiftung-kapital inzwischen auf 1 7 5 0 0 0 M k. zu erhöhen, so daß zur Zeit an Zinsen 10 000 Mk. zur Verfügung standen. Rach einer eingehenden Besichtigung der eingelaufenen Arbeiten und Bewerbungen und wiederholter Lieberprüfung der Einzelergebnisse kam das Kuratorium zu dem Schluß, je ein Stipendium in Höhe von 1000 Mk. zu verleihen an: Charles Grodel, Halle. Otto Ser big, Berlin, und je Tarbbatineruja empfohlen durch den Reidisverband Deutfcher Hausfrauenv'ereine s Freitag, -en 4. April 1930, nachmittags von 2 Uhr ab, versteigere ich im „Löwen", Tteuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: eine Rähmaschine, einen Schreibtisch. eine Chaiselongue (gut erhalten), Spezereiwaren, einen größeren Posten weihblechgefäße, Damen- unb Kinderstrümpfe. Damenhandschuhe für den Sommer und vieles andere zu jedem Preis. Versteigerung bestimmt. Stttttec, Gerichtsvollzieher. SÄST * U? 9^nber Imogen. k,N6aÄ *■ ä: Steckzwiebel und Gladiolen aus der Samenhaodluo^ Euü.Scbeel _____VM" Mäusbarg 17 -HWU 022-0 jert b!d«> ° M bet >g._ Senner ; w :art M __ mb i*ie c Stimnlen. ’obe Uschlag er' einen ^^stimini. 6jC(cn urd- SUS r, baßer rde- «.x s E und rtmb üat:g-funtt' hebel' LKss $$>'*• hell ö* Auch die GEG-Obst-Konserven bieten Gewähr für nur erste Qualität Die Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Konsumvereine,verwendet nur erstklassiges Rohmaterial, und in hygienisch einwandfreier Weise werden die Waren hergestellt — Deshalb gehören in jeden genossenschaftlichen Haushalt nur GEG-Obst- und Gemüse-Konserven aus dem Jederzeit und mit kleinstem Auswand ist es möglich, sich eine srischc Bouillon zu bereiten, wenn man Magg/s Fleischbrühwürfel im Haushalt hat. Man löst den Würfel einfach in t Liter kochendem Wasfer auf, und die Bouillon ist fertig. Sie laßt sich zu Trink- und Kochzwecken genau so gebrauchen, wie die in üblicher Art hergefteUte Fleischbrühe. Der Name Maggi bürgt für Qualität. 407D Der neue Hanomag. Die bekannten Hanomag Wagen werden setzt mit Zylinder-Hubraum von 800 can geliefert. Dadurch wird die volle Steuergrenze auvgenutzt. (£9 ist also keine höhere Steuer zu zahlen; die Mraftreferoe wird vergrößert, das Anztigsvermögen und die Bergsteigfähigkeit bedeutend erhöht. Man wird jetzt mit dem Hanomag Wagen noch schneller fahren, noch fd)altungsfreier (teigen und noch beschleunigter aus der Menge haltender Wagen herauskommen. (2714D MAGGI5 < Fleischbrühwürfel chnikiimlaoe Inbem/eur-Schule L4yc Mascril„enDaifletrr9. techniLHoc»-*.Tiet»ae. Tomnaustrit. Wer emittier-* Melleei 3fe<-K,,,«e.lWrpllOtfl HANOMAG allen weit voraus Zu den besonderen Vorzügen des Hanomag-Wagens Eln-Druck-Zentralschmierung — hydraulische Stoßdämpfer - Oel-Felnfllterung - behagliche Geräumigkeit - reiche Ausstattung — selbsttätiger Scheibenwischer — vollständiges Zubehör noch zwei Vervollkommnungen ohne Mehrpreis: 1 .Vergrößerung des Hubraumes auf800ccm dadurch - ohne Steuer-Erhöhung - noch größere Kraftreserve - noch höhere Geschwindigkeit — noch kräftigere Leistung am Berg 2 . serienmäßiger Einbau der fünfzigmillionenfach bewährten Nelson - Bohnalite - Kolben Mehr Pferdekräfte zur Kraftreserve - um noch schneller zu fahren — noch schaltungsfreier zu steigen und noch beschleunigter aus der Reihe haltender Wagen herauszukommen Und trotzdem nur 2800 RM ab Werk. Kredit bis 18 Monate zu günstigen Raten - Bedingungen Kabriolett (offen und geschlossen zu fahren), 2 Hauptsitze u. 1 -2 Reservesitze Limousine mit Kurbelfenstern. 3-4 bequeme Innensitze. 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Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei Freitag, den 4. April, nachmittags! ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen" Neuenweg 28: ein Schlafzimmer (Eiche), zwei Büfetts (Eiche), ein Büfett (Nußoaum), ein Klavier, 70 Wirtshausstühle, mehrere Mille Zigarren, eine Singer-Nähmaschine (fast neu), eine Schreibmaschine (Torpedo) u. n. v. a. 2729V Versteigerung bestimmt. Ludwig hartmeh, Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Gummi-Mäntel Gabardine-Mäntel 75°° Herren-Knicker Bocker-Hosen Herrenhosen neue Streifen muster v,, j Herren- Breeches-Hosen Herren- Strickwesten Herren- Sportstrümpfe Mt1950 Strapazierfähiger Sport-Anzug aus la Cord, 4teillg Mk. 5900 Herren-Anzüge blauer Kammgarnanzug hervorragende Qualität Mk. 69 00 Eleganter Straßen-Anzug prima Cheviot-Qualität Mk 4900 Eleganter Straßen-Anzug erste Kammgarn-Qualität Mk. 6900 Herren-Mäntel Loden-Mäntel, erste Münchener Qual., reine Wolle Mk 2900 Elegante Frühjahrs-Mäntel Mk 4900 LEISTUNGEN i unserer Herrenkonfektion 4* , JCHMÖCKER 2606A WerWkii in prima Ausführung, alle Welten und Klaffen vorrätig 02200 Z Lehrmund Mützenmachertneister / Bahnhofstr. 65a. 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Das (5de!»e, was darin existiert, v dunkelsten Not bis zum zartcst.Gclb 20 Sitter nuv 4.- Mk. tcc Siütk nuv 15.- «rk. Pflanzsertig geschnitten mit Namen Nachnabmevcrsand. 27100 H. Huber KIosenfirma Steinsurtb lKr.Ürtedbg»), Mttietslr. 25 Kreuzplatz 6. 41024 ROULETTE DIE NEUE FORM . Nr. 79 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen) Donnerstag, 3. April 1950 Abstand von dem Kühler angebracht waren. Als er rücklichtslos auf den Wagen -uschritt, wandte dieser plötzlich um und verschwand In der Dunkelheit. Peter zögerte. Wenn dies eine Gefahr in sich schloß, konnte sie ebensogut ihm als auch Daphne Olroyd gelten. Dieser Gedanke beunruhigte ihn sehr. Dis jetzt nahm die Dedrohung keine feste Form an, aber der Wagen war ihnen vom Restaurant aus gefolgt, und er war sicher, daß der dunkle- Mann mit dem schwarzen Dort, der in der Ecke saß und sich scheinbar nur um seine Zeitung kümmerte, sie überbrachte. Sollte er umkehren und Daphne warnen? Aber diese Absicht gab er sofort wieder auf, er durfte sie auf keinen Fall beunruhigen. Was sollte er machen? Er konnte sich doch nicht bis morgen früh auf die Treppenstufen ihres Hauses setzen? Das Außergewöhnliche seiner Lage kam ihm zum Dewußtsein, die Slimmung von Schauerromanen hatte ihn ergriffen. 3n seiner Phantasie tauchten allerhand teuflische Verschwörungen von düsteren und geheimnisvollen Gesell- lchasten auf, aber gegen wen sollten sie sich richten? Gegen ein junges Mädchen, deren einzige Schuld es war, daß sie sich als Sekretärin eines Gelehrten betätigte und dieselbe Stellung vorher bei einem Finanzmann zweifelhaften RufeS bekleidet hatte? Der kleine Wagen war vollständig aus seinem Gesichtsfeld verschwunden und auch, als er jetzt wieder zurücksuhr, bekam er den Mann mit dem schwarzen Dart nicht mehr zu sehen, der sich so für ihn interessiert hatte. Er hielt vor dem Restaurant und fragte den Besitzer aus, den er seit langer Zeit kannte. Zu seinem Erstaunen erhielt er volle Auskunft Über den Fremden. „Er ist ein Privatdetektiv, der bei der Firma Stebbings angestellt ist. Ich kenne seinen Hamen nicht, es mag auch Stebbings selbst sein. Er war schon öfter hier, da er aber gewöhnlich einen meiner Gäste beobachtet, freue ich mich gerade nicht sehr über seinen Besuch. Ein schwerer Stein fiel Peter vom Herzen. Privatdetektive sind im allgemeinen ungefährliche Geschöpfe und beeinträchtigen das Wohlbefinden der Leute nicht, die sie beobachten. Besonders in England, wo solche Spione keine Macht haben, sondern im Gegenteil von der ordentlichen Polizei verachtet werden, sind ihrer Tätigkeit größere Schranken gesetzt als in Amerika. Er machte sich mit leichterem Herzen auf den Weg zum Orpheum. Miß Slla Creed war eben auf der Bühne, als er ankam, und er muhte in dem zugigen 'Bor- raum warten, bis eine ihrer Ankleidefrauen kam und ihn aufforderte, näherzutreten. Slla sah In Behandlung bei Zeileis. Don Eberhard Buchner. Der .Fall Zeilei« und die .Wunderkuren" von Gallspach beschäftigen seit geraumer Zeit das Interesse einer breiten Oessentlichkeit aus daS lebhaftestem wir glauben daher die folgenden Aussührun- gen eines emstzunehmenden und der Sensationsmache unverdächtigen AutorS unserem Leserkreise nicht vorenthalten zu sollen. Wir können uns jedoch, da für den Laien ohne eigenen Augenschein eine objektive Beurtellung der Angelegenheit unmöglich sein dürste - unter Verzicht auf eine selbständige Stellungnahme —, mit den Darlegungen de» Verfasser- nicht identifizieren. Zeileis Gallspach - noch vor ein paar Monaten hätten die wenigsten mit diesem Hamen etwa« anzusangen gewußt, heute sind sie in aller Munde Das Wunder von Gallspach hat sich, nicht zum geringsten Teil infolge der scharfen Angriffe auS dem ärztlichen Lager, mit Windeseile herumgesprochen, und der Zudrang zu dem Wunderheiler Valentin Zeileis wächst lawinenartig von Tag zu Tag. 3m Januar wurde da« neue große Institut in Gallspach eingewecht — ein herrlicher Bau, der Millionen ackostet hat — und heute fragen sich die Mitarbeiter von Zeilei« bereit« ängstlich: wird eS den Ansturm, der Im Sommer zu erwarten steht, auch bewältigen können? Für un«, die diese Sorge nicht zu kümmern braucht, ist die andere Frage wichtiger: waS hat c« mit dem Wundermann von Gallspach überhaupt für eine Bewandtnis? Ist Zellei« ein Scharlatan oder ist er ein Genie? Sind die Hunderttausende, die bisher nach Gallspach pilgerten. atme betörte Harren oder liegt der Irrtum vielmehr aus der anderen Seite, bei den Vertretern der Schulwissenschaft, die ja von jeher konservativ gewesen ist und oft genug bedeutsamen umwälzenden Heucrungcn Hemmnisse über Hemmnisse in den Weg gelegt hat? Ist Gallspach eine Tagessensation, die morgen oder übermorgen auS unserem Weltbild wieder verschwinden wird oder ist dort eine neue Therapie geboren worden, der die Zukunft gehört? Wer die Verhältnisse an Ort und Stelle studiert hat, toirö sich der Schwierigkeit einer Antwort aus diese Frage bewußt sein und nur mit einer gewissen Scheu an die Auseinandersetzung berantreten. EineS sei vorweggenommen. An der Tatsache, daß sich in Gallspach nicht nur gelegentlich. sondern sagen wir ruhig alle Tage Heilungen ereignen, ist nicht zu zweifeln. Allerdings sehen sie zumeist anders aus, als sich kritikloser Wunderglaube so etwas vorzustellen pflegt. Man humpelt nicht als Lahmer hin, um nach der ersten Bestrahlung beglückt die Krücken wegzuwerfen und als Gesunder dem Behandlungsraum zu entschreiten. Hein, mit Hexerei hat die Methode von ZeileiS nicht daS mindeste au tun. Die meisten Patienten müssen viel Geduld aufwenden, außerdem auch viel Zeit und viel Geld. Hundert, zweihundert Bestrahlungen bilden keine Seltenheit, und ich kenne Fälle, in denen 800, ja 1000 und noch mehr nötig waren, um einen Erfolg zu erzielen. Ein österreichischer Kaufmann erzählte mir, daß er auf einem Auge völlig blind (®rüner Star) nach Gallspach gekommen sei. Elf Monate dauerte die erste Kur, und zur Zeit ist er zum zweiten Male Dort, auch diesmal schon wieder seit Monaten, dafür Die aefiederle Schlange. Roman von (kdqar Wallace 15 ^ortleflunQ Wodib'ud verboten Plötzlich hielt er inne und schaute wieder an ihr vorbei. »Heiliger Josaphat," sagte er leise. «Was gibt es denn wieder?" Er bereute, daß er sie beunruhigt hatte. „Es tut mir leid. Warum sprechen wir auch über die Ricks. Ich möchte nur wissen, wie ich dazu komme? Aber merkwürdig, wie alles stimmt — sogar diese«!" Er nahm das kleine, rote Etikett und prüfte es aufS neue interessiert. „Kann ich das wohl behalten? Es wird mir Glück bringen," sagte er und steckte es einfach in seine Brieftasche, ohne ihre Erlaubnis ab- zuwarten. „Aber wie in aller Welt kann das stimmen?" fragte sie verwirrt. „Sines Tages werde ich Ihnen alles erzählen," sagte er ganz feierlich. „Ich wundere mich nur, wer Whiakers ist." Als sie sich erhoben, stand auch der bärtige Mann auf und folgte ihnen ins Vestibül. Hier verschwand er. Peter rief ein Auto an, und als sie fortsuhren, gestand er sich, daß er Gewisfensbille habe. „Die ganze Zeit über habe ich Sie veranlaßt, Ihren früheren Ehes zu verraten," sagte er fast reuevoll, „und das ist eigentlich nicht richtig. Es ist mir peinlich, aber es ist daS erste Mal, daß sich mein Gewissen ernstlich meldet." „Aber Ich habe doch gar nichts von Mr Crewe gesagt," entgegnete sie erstaunt. „Habe ich denn rgend etwas erzählt, was Sie noch nicht wußten?" Eigentlich haben Die mir nichts mitgete.lt, waS ch nicht auch aus anderen Quellen hätte er- ahren können," antwortete er vorsichtig. Er '(baute über seine Schulter durch das kleine Fenster in der Rückwand des Wagens. „Sie haben sich nun schon dreimal umgesehen, 'eitbem wir das Restaurant verlassen haben," warf sie ihm vor. .Was gibt es denn da draußen?" „Es sieht so aus als ob wir Rebel bekommen, und ich wollte nur wissen, ob er sich »nfammen- zieht," lautete seine lahme Entschuldigung Er wartete in der Eingangshalle, bis er hörte, daß sie ihre Türe schloß. Dann ging er auf die Straße zurück. Das kleine, geschlossene Auto, das seinem Wagen vom Restaurant aus gefolgt war, hielt ungefähr fünfzig Meter die Straße hinunter und war an die Bordschwelle heran- gefafjren. Es war an den halb abgeblendeten Lichtem leicht zu erkennen, die in ziemlich großem ober hat er fein Augenlicht in vollem Umfangt wiedergewonnen und daS erblindete Auge sieht heute oesser und schärfer als da« gesunde, das ihm durch Kurzsichtigkeit zu schaffen macht. Schon dieser Fall zeigt zur Genüge, daß daS Rätsel von Gallspach mit dem Zauberwort ^Suggestion" nicht zu lösen ist. Selbstverständlich spielt auch in Gallfpach die Suggestion irgendwie ihre Rollt. Gibt es überhaupt eine Heilbehandlung ohne Suggestion? Ich glaube nicht. Denn auch da« beraQigcnbe Wort de« Heilers ist bereits al« Suggestion aufzufassen und alS solche erweist es sich ost genug viel wirksamer al« alle Pillen und Heiltränke, die unS die Apotheke liefern kann. Daß sich die Kraft der Suggestion steigert, sobald sich Menschenmassen zusarnmen- jinben wie in Gallspach, 1000, 2700 Kranke an icbem Tag. zu jeher Behanblung, liegt vollend« auf bet Hand. Heilungsberichte wandern von Mund zu Mund, einer steckt den andern mit seiner Hoffnung, seiner Zuversicht, seinem Heilungsglauben an, und auf diese Weise wird von vornherein der Suggestionswirkung, die bei der Behandlung vom Arzt direkt ausgeht, am besten vorgearbeitet. Aber der gewisienhoste Beobachter wird -ugeben müssen, daß diese Möglichkeiten von Zeilei« durchaus nicht übermäßig in Anspruch genommen werden. Eie sind vorhanden — nun gut. Sie unterstützen vielleicht hier und da den Erfolg, aber neben ihnen müssen noch fianz andere, realere Heilfaktoren am Werke ein. Um sich davon zu überzeugen, braucht man übrigens nur festzuslellen, daß nervöse und hysterische Leiden, die in erster Linie der Suggestion zugänglich sind, In Gallspach durchaus nicht dominierend hervortreten. Als Zeilei« seine Praxis eröffnete, verlangte er von feinen Patienten eine ärztliche Bescheinigung, die den betreffenden Fall für unheilbar erklärte. Von dieser Forderung ist er natürlich heute längst abgegangen, aber noch immer besteht ein Großteil feiner Patienten aus Kranken, die von Arzt zu Arzt gewandert sind und von der Schulmedizin nicht geheilt ober gar aufgegeben wurden. Der Menschheit ganzer Iammer saßt einen an, wenn man diese Aermsten der Armen mustert. Lahme, die im Wagen angefahren werden, bemitleidenswerte Krüppel, zum Skelett abgemagerte Iammergestalten, 3i t r. r, Epileptiker, „Besessene" und die vielen Blinden, die bei jedem Patientenschub, einander die Hand reichend, den Dortrab bilden... Mit geringen Ausnahmen werden alle Patienten in Gallspach in gleicher Weise behandelt. Sie werden dreimal am Tag mit Hochfrequenz und je einmal mit Röntgen- und Heliumlicht bestrahlt. Hochsrequenzströme werden bekanntlich seit d'A r s o n v a l zu therapeutischen Zwecken verwendet. Aber noch nirgends hat man dabei mit so enormen Spannungen gearbeitet wie In Gallspach (600 000 Volt). Liegt das Geheimnis der Erfolge von Zeileis in dieser märchenhaft anmutenöcn Ziffer? Oder liegt es in der Verbindung der Hochfrequenz mit Röntgen- und Heliumbestrahlung? Oder — eine dritte Möglichkeit — In dem Zusatz von Radiumsalzen, bie in die Elektroden eingebaut sind? Eine offene Frage, die erst dann (und vielleicht auch bann noch nicht einmal) gelöst werden kann, wenn Zeileis der Fachwifsenschaft eine genaue Rachprüfung seiner Apparate gestattet. Dis dahin wird man im Dunkeln tappen und sich mit der Versicherung dtzs einzigen bekannten Wissenschaftlers, der als restlo« „Eingeweihter" gelten kann und in Gallspach umfangreiche Versuche durchführen durfte. Prozessor v. Wendt«, Helsinafors. begnügen muffen, daß die Behandlung, so wie fie nun einmal In Gallspach üblich Ist, zu einer beträchtlichen Grundzellen- oder Mefenchyrnaktivierung führt. Da« will also besagen, daß die Abwehr- . des Körper« gegenüber der Äranljcit sehr erheblich gestärkt werden und eine normale Ar- beil«Iclftung nicht mehr ober nur noch mangelhaft funktionierender Zellverbände wieder in bie Wege geleitet wirb. AuS bleier Wirkung würde eS sich zwanglos erklären lassen, daß die Gallspach • Methode nicht nur für eine bestimmte Krankheitsgruppe, sondern unter ilmflänben für die alleroerfchiedensten Leiden in Betracht kommen kann. Trotzdem wirb fie al« Universal mittel kaum gelten dürfen und in vielen Fällen versagen müssen, und hier fetzen bie schweren Bedenken ein, die auch der von dem Wert von Gallspach an sich überzeugte Beurteiler nicht ganz unterdrücken kann. Während sonst Heilmethoden, die in solch ausgedehntem Umfang zur Anwendung kommen, in ihrer Auswirkung, in dem Grade und der Begrenzung ihrer Anwendbarkeit einigermaßen bekannt sind, erscheint Gallspach vorläufig als ein Experiment. Die Wissenschaft kann solche Erpcrimente selbstverständlich nicht entbehren, und über den Wert eines jeden Heilmittels kann erst seine praktische Erprobung volle Klarheit schassen. Ungewöhnlich aber ist, daß ein Experiment dieser Art in so gigantischem Ausmaß, b. h. gleich an Hunderttausend von Kranken unternommen wird. Daß Gallspach Krankheiten heilen kann, steht für mich außer Frage. Aber welche Fälle werden geheilt, und wo versagt die Methode? Dies« Bedenken werden sich noch verschärfen für den, der der Dallspacher Diagnose kein Vertrauen schenkt. Zellei« diagnostiziert vermlttvls einer mit Galen gefüllten Röhre, die ihm unter Einwirkung de» Hochfrequenzstrom« durch bestimmte Licht- und Fardennuancen Sitz und Art de« Leiden« genau verraten soll. Rur Sekunden dauert die Untersuchung, und obwohl jeder okkulte Einschlag von Zellei« geleua- n e t wird, wirkt diese Form der Diagnose tm höchsten Grade rätselvoll und mystisch. Au« Erfahrung kann ich bezeugen, daß viele der Diagnosen durchaus präzis und zuverlässig au«- faLen. Andere sind offenbare Versager In den meisten Fällen hat da« praktisch nicht« zu lagen; denn die Behandlung würde sich bei andrer Diagnose doch nicht ändern. Trotzdem ober sind Fälle denkbar, in denen eine solche Fehldiagnose schwere Folgen haben kann, und wenn jetzt in Wien, wie- die Zeitungen melden, verschiedene Vchadenersah-Prozesse gegen Zellei« angestrengt werden, b an bett es sich wohl In der Hauptsache um derartige Tatbestände. Au« diesem und vielen anderen Gründen wäre es ernsthast zu wünschen, daß daS Dallspacher Problem noch jeder Richtung hin und mit größte« Beschleunigung der Atmosphäre de« Rätselhasten, Mystischen vollständig und endgültig enthoben würde. Daß hier eine neue bedeutsame Therapie daS Licht der Welt erblickt hall kann nach den positiven Erfolgen kaum noch bezweifelt werden. Aber gerade deshalb kann Zeilei«, so scheint mir, getrost auf den Dei- geschmack des Geheimnisvollen, auf den Reiz e« mysti'chen Wunderzaubers verzichten. Er wird durch einen solchen Verzicht gewiß nicht verlieren, sondern der Dache, der er sein Leben verschrieben hat, einen großen Dienst leisten. 9er Voranschlag der Provinz Sverheffen für 1930 Der Vorsitzende des Prooinzlaltagev der Provinz Oberhessen, Prooinzialdireltor Graes, hat jetzt den Mitgliedern des Provinzial» tags den vom Provinzialausschuß angenommenen Voranschlag über bie Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen für das Rechnungsjahr 1 9 30 zugehen las» fen, mit dem sich der Provinzialtag in feiner orbent» liehen Tagung am 12. April beschäftigen wird. Der Voranschlag weist gegenüber dem Vorjahre eine bedeutende Herabsetzung der Ab» schlußzisfern auf. Die Betriebsrechnung, die im vorigen Jahre in Einnahme und Ausgabe mit je 5 597 473 Mark abschioß, stellt sich für das Rechnungsjahr 1930 insgesamt in Einnahme und Ausgabe auf je 3 773 716 Mark. Dic !ß er» Mögensrechnung, die im Vorjahre sich auf je 862 701 Mark in Einnahme und Ausgabe belief, schließt für das Rechnungsjahr 1930 in Einnahme und Ausgabe mit je 872 699 Mark ab. Die End» summe des Gesamtooranfchlags, also die Ziffern der Detriebs- und der Dermögensrcch- nung, stellt sich (gegenüber dem vorigen Jahre mit je 6 460 174 Mark in Einnahme und Ausgabe) für 1930 auf je 4 646 415 Mark in Einnahme und Aus» gäbe. Das Weniger gegenüber dem Vorjahre — allerdings hervorgerufen durch weit geringere Aufwendungen für b.m Straßenbau als im Vorjahre — beläuft sich mithin für das Rechnungsjahr 1930 auf 1813 759 Mark. Im einzelnen ist folgendes aus dem neuen Dor» anfchlag zu berichten: Betriebsrechnung. Allgemeine Verwaltung: die Einnahmen für 1930 find auf 8728 (im Vorjahre 3500 Mark) veranschlagt. Die Ausgaben find für 1930 auf 117 250 Mark (im Vorjahre 107 000 Mark) bered)» net. Für Besoldungen, Ruhegehälter und Dersichc» rungsbeiträge sind einige Erhöhungen in Ansatz gebracht, ebenso auch eine wesentliche Steigerung für das Dienstgebäude, dagegen ist ein erheblicher Posten für Kosten der Provinziastagswahien und ein gewisser Betrag für Tagesgelber, Reisekosten ufnx weniger eingestellt worden. Polizeiwesen: Der Titel weist keine Einnahmen auf und erfordert wiederum, wie im Vorjahre eine Ausgabe von 500 Mark, die an das Un« terfuchungsamt für Infektionskrankheiten zu leisten ist. Kunst und Wissenschaft: Auch hier sind keine Einnahmen verzeichnet, die Ausgaben in Höhe von 9700 Mark (im Vorjahre 9500 Mark) sind nur unwesentlich höher. Die Mehraufwendung von 200 Mark ist für Kunstsammlungen, Museen, Archive, Büchereien, Lesehallen usw. vestimmt. Bauwesen (Provinzstraßen): In diesem Titel sind die Einnahmen für 1930 mit 1 786 300 Mk. (Im Vorjahre 3 666 800 Ml.) verzeichnet. Während die Einnahmen für Verwaltungskosten mit 300 Mk., für allgemeine Unterhaltungskosten für B- und l)-Straßen mit 378 000 Mk. und für Daumpflanzungen mit 63 000 Mk. gegenüber dem Vorjahre unverändert geblieben find, haben sich die Einnahmen für -Straßen von 150 000 Mk. im Vorjahre auf 140 000 Mk. für 1930 und für besondere Herstellungen auf O-Straßen von 3 000 000 Mk. im Vorjahre auf 1 200 000 Mk. für 1930 verringert. Für den Reu- und Umbau von Provinzstraßen und Drücken, für den im Vorjahre 42 500 Mk. Einnahmen bestanden, ist im neuen Rechnung«» alt und matt aus und drückte es auch mit den ersten Worten aus, die fie an ihn richtete. „Eine Matinee und eine schlaflose Rächt wegen des armen Mr. Farmer — ich bin halb tot," sagte fie. „Geben Sie Mr. Dewin etwa« zu trinken." Sie erwähnte den Mord nicht mehr, bis ihre beiden Zofen den Raum verlassen hatten. „Mr. Dewin, ich möchte Sie um einen Gefallen bitten." Sie drehte ihren Stuhl soweit herum, daß sie ihm direkt inS Gesicht sah. „Der arme 3oe hatte einen Privatschlüssel von mir, und wie mir Mr. Crewe erzählt, ist er in 3hre Hände gekommen. Würden Sie ihn mir nicht zurück- geben ?" Peter war auf« äußerste erstaunt. „Ach, meinen Sie den Schlüssel in der Leder- tasche? Ich war neugierig, wem er gehören konnte. 3a, Miß Olroyd hat ihn mir gegeben. Ich überlegte bereits, daß ich ihn der Polizei hätte übergeben müssen. Ich hätte das auch getan, nur wurde er mir in der Rächt von einem verwegenen Einbrecher gestohlen —" „Gestohlen?" Ihre Stimme klang scharf und ungläubig. „3a, er wurde gestohlen," log Peter seelenruhig. „Don einem Mann, der meinen Rock mitnahm. Der Schlüssel war in der Tasche. 3ch möchte nur wissen, ob ihm In der Eile der Schlüssel auS der Tasche gefallen ist. Der Wann hatte wirklich Elle, wie Sie wahrscheinlich wissen werden —" Einen Augenblick lang kam es ihr zum De» wußtsein, daß er sie mit diesen Worten gewissermaßen anklagte. „Warum sollte ich denn daS wissen?" „Vielleicht haben Sie es in der Zeitung gelesen," sagte Peter, der sehr wohl wußte, daß das unmöglich war. Offensichtlich war das eine Erklärung, die fie am wenigsten erwartet hatte, denn fie war eine Minute vollkommen ruhig. .Aber es ist doch merkwürdig, daß Die ihn in Ihre Rocktasche steckten", begann sie wieder. „Das stimmt, das ist sehr seltsam", sagte Peter höflich. .Ich hätte ihn eigentlich in meinen Schuh stecken sollen. Ich traae nämlich gewöhnlich meine Schlüssel so herum. Ella Creed sah chn mißtrauisch und zweifelnd an, denn sie hatte keinen Sinn für Humor. .Es ist einfach fürchterlich", sagte sie dann. .Ich meine, daß der Schlüsse! verloren ist ..." .Ach, war es der Schlüssel zu Ihrem Schmuckkasten?" fragte Peter schmeichlerisch. .Oder zu dem Schrank, in dem Sie Ihre gefieberte Schlange auf heben?" Sie fprang auf. .Was zum Teufel wollen Sie damit sagen?" fragte sie. „Gefiederte Schlange? Wa« soll da« heißen, Dewin? Wissen Sie, was ich mir eigentlich denke?" Anklagend zeigte sie mit dem Finger auf ihn. .Das Ganze ist überhaupt nur ein Trick, den ihr ZeitungSleute erfunden Habti" Manchmal war Ella Creed ziemlich leicht zu durchschauen, und Peter hätte daraus schwören mögen, daß sie ihm jetzt nicht« vormachte. .Hören Sie mich einmal an, Miß Creed", sagte er ernst. .Die gefieberte Schlange ist weder eine Erfindung noch ein Märchen. Die Zeitungen kennen ja viele Methoden, um ihre Unternehmungen anzukündigen — aber die Ermordung eine« DarbesiherS gehört nicht dazu. Haben Sie wirklich niemals von der gefieberten Schlange gehört, ehe Sie diese Karte erhielten?^ .RiemalSl" .Auch Farmer nicht?" .Er hat wirklich nichts davon gewußtl Sie waren doch gleich darauf hier, als ich die Karte erhielt. Gefieberte Schlangen! DaS ist doch alle« Unsinn! Ich möchte nur wissen, wer hinter der ganzen Geschichte steckt! Die Leute sollten doch endlich wissen, daß sie mich nicht ins DockS- horn jagen können! Wenn die Kerle auf Geld aus sind, bann erzählen Sie ihnen doch, daß meine Iuwelen auf der Dank verwahrt werden, auch wenn fie meinen Deldschrank ein duhend- mal aus brechen —" .Ach so, man hat auch bei Ihnen eingebrochen", sagte Peter schnelll .Haben sie denn außer den unechten Smaragden noch etwas gestohlen?" Sie wurde gewahr, daß sie zuviel gesagt hatte und wollte darüber Weggehen, aber er war hartnäckig. .Run ja," sagte sie zögernd, .e« stimmt schon — sie sind in« Haus gekommen, aber sie haben nichts genommen, was irgendwie Wert hätte." Ihre Absicht, daS Gesprächsthema möglichst schnell au ändern, überzeugte Peter, daß sie ihm nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte. Was mochte sie ihm verbergen? .Sie haben Ihnen also doch etwa« weggenommen", bestand er. Draußen wurde an die Tür geklopft, Ella wurde dringend für die Dühne verlangt. .Ich muh mich schleunigst umziehen —" .Was hat man Ihnen genommen?“ fragt« Peter. .Einen Ring", erwiderte sie ärgerlich. .Ein wertlose« Ding, für da« man keine fünf Pfund bezahlt." . .Wa« war das denn für ein Ring — etwa ein Trauring?" .Trauring —" Sie hielt inne. Gr hätte nicht herausfordernder fragen können, wenn er alle« gewußt hätte. .GS war ein Siegelring, ein ganz altes Ding, daS ich schon viele Iah« hatte. Aber nun machen Sie, daß Sie fort* kommen!" (Fortsetzung folgt) jabrc keine Einnahme mehr vorgesehen. An i Rücklagen für die bei Llebernahme der Straßen entstehenden ersten Kosten waren im vorigen Jahre 33 000 Mk. Einnahmen verzeichnet, für | das Jahr 1930 sind es nur noch 5000 Mk. — Die Ausgaben dieses Titels, die sich im vorigen Jahre auf 4 996 500 Mk. beliefen, sind für das Jahr 1930 mit 3 151 000 veranschlagt. Es entfallen auf Verwaltungskosten im neuen Rechnungsjahre 256 500 Mk. (Vorjahr 252 000 Mark): allgemeine Unterhaltungskosten für B- und v-Strahen 642 100 Mk. (Vorjahr 611 500 Mark). B-Straßen 758 400 Mk. (Vorjahr 831 000 Mark): O°Straßen 254 000 Mk. (Vorjahr 211 500 Mark): besondere Herstellung auf l)-Strahen 1 200 000 Mk. (Vorjahr 3000 000 Mk.): Daum- pflanzungcn 40 000 Mk. wie im Vorjahre: Reubau und il-” 'au von Provinzstraßen und Drücken für 1 nichts (Vorjahr 47 500 Mk.): Rücklagen für die bei Plebernahmc der Straßen entstehenden ersten Kosten für 1930 nichts (Vor- Die Mißtrauensantrage abgelehnt. Berlins. -1 p r i 1 (WrB. Drahtmcld.) In der heutigen Rcichstagsfitzung wurden nm 13 Nhrdic Mitztraucnsanträgegegen das Rcichskabinett mit 252 gcqen 187 stimmen abgelchnt. jahr 3000 Mk.). — Abschluß des Titels: für 1930 Einnahmen 1 786 300 Mk. (Vorjahr 3 666 800 Mk.), Ausgaben 3 151 000 Mk. (Vorjahr 4 996 500 Mk.). Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Keine Einnahmen, Ausgaben 23 390 Mark (im Vorjahr 23 450 Mark). Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (Soziale Fürsorge): Keine Einnahmen, Ausgaben 7007 Mark (im Vorjahr 10 007 Mark). Anstalten und Einrichtungen: Für 1930 Einnahmen 232 040 Mark (im Vorjahre 229 640 Mark): Ausgaben 299 740 Mark (im Vorjahre 297 340 Mark). Die Rechnungen der Provinzial-Pflegeanstalt und des Provinzialkinderheims sind gegenüber dem Vorjahre in Einnahme und Ausgabe unverändert geblieben, die Steigerung in der Einnahme und Ausgabe dieses Titels ist lediglich beim Chemischen Unter* suchungsamt auf der Einnahme- und Ausgabeseite in gleicher Weise in Erscheinung getreten. Finanz- und Steuerwesen: Für 1930 Einnahmen 1 496 648 Mark (im Vorjahre 1 447 533 Mark): Ausgaben für 1930 insgesamt 165 129 Mark (im Vorjahre 153 176 Mark). An Provinzialumlagen sollen für das Jahr 1930 insgesamt 946 700 Mark (im Vorjahre 941 700 Mark) erhoben werden. Dabei sollen die abgerundeten Stcuerausschlagssähe, wie sie für das Vorjahr festgesetzt waren, bei Annahme der 1929er vorläufigen Steuerwerte beibehalten werden. Betriebs - und Vermögensverwaltung: Hier ist für 1930 wieder ein Zuschuß in Höhe von 250 000 Mark (wie im Vorjahre) aus dem Wasserwerk Inheiden vorgesehen. Vermögensrechnung. Reste- und Ausgleichs st ock: Für 1930 Einnahmen 301 094 Mark (im Vorjahre 247136 , Mark), Ausgaben in der gleichen Höhe. Der Betrag von 301 094 Mark seht sich wie folgt zusammen: Bestand aus früheren Jahren 218 192 Mark, Rechnungsabschluß von 1928 82 902 Mark. Vermögensvoranschlag W: Einnahmen und Ausgaben 571 605 Mark (im Vorjahre 615 565 Mark). Taten für Freitag, 4. April. Sonnenaufgang 5.31 Plhr, Sonnenuntergang 18.36 älhr. — Mondaufgang 7.38 Plhr, Monduntergang 0.17 Plhr. 1823: der Ingenieur K. W. v. Siemens in Lenthe geboren (gestorben 1883); — 1826: der Verleger und Philanthrop Herm. K. Julius Meyer in Gotha geboren (gestorben 1909): — 1926: der Industrielle August Thyssen gestorben (geboren 1840); — 1919: der Ingenieur Karl Benz in Mannheim gestorben (geboren 1844). Wirischastsopiimismus der Verwaltung der Opelwerke. Rüsselsheim, 2.April. (WTB.) Der Generaldirektor der Adam Opel A.-G., Rüsselsheim. Keith Wood, äußerte sich bei einer Besichtigung der Opelwerke durch die Frankfurter Presse sehr optimistisch über die Aussicht e n des Automobilgeschäfts in Deutschland. Er sei davon überzeugt, daß die in Deutschland erreichten Fortschritte gesunder seien, als die irgend eines anderen Landes. Bei dem Ausbau des Produktionsapparates und der Durchführung moderner Arbeitsmethoden sei im Auslande vielfach Ueberexpansion und Ueberproduktion eingetreten. Diese Gefahr habe man in Deutschland vermieden, was der deutschen Wirtschaft einen dauernden Vorsprung vor den ausländischen Wettbewerbern sichere. Das deutsche Produktionsvolumen steige und die Produktionskosten pro Produkteinheit sänken. während die ausländischen Konkurrenten sinkende Produktmengen mit steigenden Kosten erzeugten. Wort) der Meinung Mr. Woods sollte die finanzielle Beteiligung des Auslandes an deutschen Unternehmungen mit Freude betrachtet werden. Es sei eine unbestreitbare Tatsache, daß Deutschland mährend seiner Wiederaufbau-Periode mehr Kapital brauche, als die deutsche Volkswirtschaft selbst bilden könne. Das Interesse des Auslandes an dem Bezug der Zinsen aus dem in Deutschland investierten Kapital werde die Vorteile einer wesentlich erhöhten Produktion für den Absatz der Güter in den an der deutschen Industrie finanziell interessierten Ländern sichern. Mr. Wood ist ferner davon überzeugt, daß die deutsche Ausfuhr die aufwärts gerichtete Entwicklung beibehalten und einen noch schnelleren Aufschwung nehmen werde. Dahin werde das finanzielle Interesse der großen ausländi- , schen Konzerne wirken. Dem Jylandabsatz könne eine starke Förderung durch engere Zusammenarbeit der Produzenten zuteil werden. Es müsse ein stärkerer Austausch der Geschäftsmethoden und Ideen eintreten, wenn auch das gesundeste Prinzip des Wirtschaftslebens, der Wettbewerb, aufrechterhalten werde müsse. Die Verbesserung der Herstellungsmethoden werde zur Senkung der Produktionskosten führen und in die Lage versetzen, höhere Löhne zu zahlen, die eine größere Kaufkraft für die Erzeugnisse schaffen würden. Wirtschaft. OasSparkaffengeschäfiimZahreil9r9 Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband und seine Bankanstalt, die Deutsche Girozentrale — Deutsche Kommunaloank - legen jetzt ihre Geschäftsberichte für das Jahr 1929 vor, die einerseits einen Tieberblick über die Entwicklung der Spareinlagen und des Sparkassengeschäftes im Jahre 1929, anderseits über die Tätigkeit der genannten Bankanstalt als der zentralen Geld- ousgleichstelle des gesamten deutschen Sparkassenwesens bieten. Die Spareinlagen haben danach im Jahre 1929 eine rückgängige Entwicklung aufzuweisen; der absolute Zuwachs beträgt nur 2,02 Milliarden Mk. gegen 2,5 im Jahre 1928, nach Abzug der Zinsen und Aufwertungsbeträge sogar nur 1,5 gegen 2,3 in 1928. Die Sparkassen machen für diese ungünstige Entwicklung eine Reihe von psychologischen Faktoren verantwortlich, vor allem Repara- tions- und sozialpolitische Momente, die in dem außergewöhnlichen Jahre 1929 auf die "Psyche des Sparers eingewirkt und zum erstenmal auch in diesen Kreisen die Kapitalflucht begünstigt haben. Dabei ist interessant, daß diese rückgängige Entwicklung, die im übrigen auch bei den Konsumvereinen festzustellen ist, keine einheitliche, sondern in den verschiedenen Bezirken Deutschlands einzigartige ist. Während in Rheinland-Westfalen der Umfang des Rückgangs, wahrscheinlich infolge der Rähe der Grenze, und die Kapitalflucht besonders ausgeprägt sind, ist in Hannover und Schleswig-Holstein das Gegenteil eingetreten. Selbstverständlich darf man bei der Beurteilung der Spareinlagenentwicklung in 1929 auch nicht unerwähnt lassen, daß der Zuwachs den Kulminationspunkt erreicht bzw. überschritten hat, wodurch sich naturgemäß die psychologischen Faktoren noch stärker bemerkbar gemacht haben. Wenn infolgedessen der Sparkassenverband die Ginlagenenttoidlung als im ganzen befriedigend bezeichnet, obgleich sich die geschilderten Umstände erheblich ausgewirkt haben, so ist dem beizupflichten, zumal den Sparkassen durch den 8prozentigen Pfandbrief, durch die Ausdehnung des Zwecksparens und durch das Spargeschäft der Großbanken eine schwere Konkurrenz erwachsen ist. Die Sparkassen sind der Auffassung, daß auch heute noch trotz des inzwischen eingetretenen schnellen und scharfen Diskontabbaues der Spareinlagenzins von 5 Prozent seine volle Berechtigung hat. Zweifellos liegt in diesem Zinsfuß für die Sparkassen eine Rotwendigkeit, um angesichts der bestehenden Konkurrenz einen Anreiz zum Sparen zu bieten, und es ist ja trotz des 5prozentigen Äeichsbankdiskonts von einem 5prozentigen Landeszinsfuß nicht zu sprechen, wie auch die Reichsbank zugibt. Daß die Sparkassen trotzdem an einem Abbau des Zinsniveaus auch am Kapitalmarkt großes Interesse haben und sich somit ihrer volkswirtschaftlichen Funktion im Rahmen der Gesamtwirtschaft bewußt sind, geht aus Verhandlungen hervor, die, wie wir erfahren, mit den Banken und Genossenschaften eingeleitet worden sind, um wegen einer Ermäßigung wenigstens der Termingelder, die heute bis zu einem Jahr befristet gegeben werden und in der Wirtschaft eine große Rolle spielen, in Fühlung zu treten. Die etwas krisenhafte Entwicklung der kommunalen Kr editverhältnis f e hat im Jahre 1929, besonders zum Ende, auch die Sparkassen und Girozentralen stark in Mitleidenschaft gezogen, und die Belastungsprobe, der gerade die Girozentralen als Geldausgleichsstellen ausgesetzt waren, war eine schwere. Wenn sie überstanden worden ist, so ist das ein Zeichen für die Kraft und Stabilität der deutschen Sparkassen. * * Aceta G. m. b. H., Berlin-Lichtenberg. — Ausscheiden von Glanz ft off. Auf Grund freundschaftlichen Einverständnisses mit der Vereinigte Glanzstoss-Fabriken A.-G., Elberfeld, ist diese aus der Aceta G. m. b. $). Berlin-Lichtenberg, ausgeschieden, so daß nunmehr die J.-G.-Farben- industrie A.-G. alleinige Inhaberin dieses Unternehmens ist. Der Verkauf der Aceta-Produkte wird von der J.-G.-Farbenindustrie durchgeführt. * Diskontherabsetzung in Schweden. Der Diskont der schwedischen Reichsbank wird mit Wirkung vom 3. April von 4 auf 3,5 v. H. herabgesetzt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. April. Tendenz: freundlich. — Rachdem an der gestrigen Abendbörse in Anbetracht der innerpolitisch noch nicht klar ersichtlichen Lage eine merkliche Abschwächung eingetreten war. machte sich kurz vor Beginn des offiziellen Marktes wieder eine feste Tendenz bemerkbar. Das Geschäft nahm teilweise einen stürmischen Charakter an. Man war befriedigt darüber, daß bei der Deutschnationalen Volkspartei der Wille besteht, gegen den eingebrachten Mihtrauensantrag zu stimmen, so daß doch mit einer Anerkennung des neuen Kabinetts zu rechnen ist. Cs ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse teilweise ganz erhebliche Gewinne. Farben wurden mit 181 gegen 177 genannt. Siemens eröffneten mit 263 gegen 261,5 Prozent. Bei Festsetzung der ersten Kurse griff plötzlich wieder eine Zurückhaltung um sich, da verschiedentlich in Börsenkreisen verlautete, daß die Abstimmung im Reichstage verschoben sei. Aber auch einige ungünstige Wirtschaftsnachrichten wurden jetzt etwas mehr in den Vordergrund geschoben. Besonders besprochen wurde der ungünstige Bericht des Stahlwerksverbandes über die Marktlage im März. Bei. einem Vergleich der Kurse mit denen der gestrigen Abendbörse waren jetzt die Gewinne nicht mehr so groß. Dessenungeachtet hielt die' Rachfrage nach Farbenaktien an, die, obwohl zwischendurch Gewinnsicherungen vorgenommen wurden, doch wieder zu einem Kursgewinn von 2 v. H. führte. Am Elektromarkt war die KurL- geftaltung nicht ganz einheitlich. AEG., Schuko tert und Siemens eröffneten bis zu 1,5 v. H. fester. Chadeaktien gewannen 3 Mark, Bergmann und Licht & Kraft verloren dagegen bis zu 1,5 v. H. Montanwerte waren wieder vernachlässigt, doch hielten sich die Gewinne und Verluste die Waage. Kaliaktien verloren bis zu 1,5 v. H. Zellstoffwerte bis zu 1,5 v.H. hoher. Am Bankenmarkt konnten Reichsbankanteile mit plus 1,5 v. H. etwas mehr hervortreten. Ebenso waren am Verkehrsmarkt A.-G. für Verkehrswesen etwas bevorzugt (plus 1,5 v. H.). Lebhafter gehandelt wurden noch Conti Gummi, die auf 175 v. H. festgesetzt wurden und plötzlich bis zu 179 v. H. anzogen, so daß sich ein Gewinn von etwa 6 v. H. ergab. Renten still. Deutsche Anleihen etwas höher. Im Verlaufe war das Geschäft nicht umfangreich. Die Grundftimmung war nicht unfreundlich, nur verhielt sich die Spekulation abwartend, so daß das Geschäft fast zum Stillstand kam. Für Spezialwerte machte sich aber später etwas Rachfrage geltend, so daß sich das Kusniveau gegen Anfang bis zu 1,5 v. H. heben konnte. Cent! Gummi lagen nochmals 1 v. H fester. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 v. H. erneut etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1904; gegen Pfund 20,377; London gegen Kabel 4,8645; gegen Paris 124,28; gegen Mailand 92,80; gegen Madrid 38,75; gegen Schweiz 25,1350;**g6gen Holland 12,1140. Berliner Börse. Berlin, 3. April. Auch heute waren es di» politischen Vorgänge, die die Börse maßgebend beeinflußten. Rachdem die gestrige Abendbörf» unsicher und bis zu 3 Proz. schwächer geworden war^ lag der heutige Vormittagsverkehr naturgemäß sehr st i l l, da sowohl das Publikum, als auch die Spekulation abwartende Haltung einnahmen. An der Vorbörse wurden die Aussichten für das Kabinett Brüning schon günstiger beurteilt, und die Stimmung wurde freundlicher. Zu Beginn des offiziellen Verkehr- machte sich das Fehlen neuer Orders bemerkbar: die Kursgestaltung war nicht einheitlich. Der auf die starke Zunahme der Reuhorker Dörsenkredit» matte Schluß der dortigen Börse Verstimmtetwas, und auch die wenig günstigen Veröffentlichungen des Langnam-Vereins fanden einig» Beachtung. So lag die Mehrzahl der Kurse bis zu 2 Proz. unter gestrigem Schluß. Sprit- und Kunstseidewerte, ferner Rheinische Braunkohlen, Dessauer Gas, Rütgerswerke schwächten sich etwas stärker ab. Bei letzteren wies man auf eine Zeitungsmeldung hin, die von einer 6pro- zentigen Dividende wissen wollte. Auf der andern Seite eröffneten Fahlberg, List, Deutsche Telephon. Wiking, Stohr und Schubert & Salzer zirka 2 bis 3 Proz. fester. Auch Rordwolle lagen etwas fester und lebhafter gefragt. Körting erschienen auf die Dividendenhoffnungen mit Plus- Plus-Zeichen und wurden bis zum Kassakurs, den man zirka 5 Proz. höher fef>ät}te, ausgesetzt. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefmarkt unentwickelt. Der Geldmarkt war leichter. Tagesgeld 5,25 bis 7,25 Prozent; Monatsgeld 6 bis 7,50 Proz.; Warenwechsel zirka 5,13 Proz. Als kurz nach den ersten Kursen ein Mittagsblatt meldete, die Deutsch- nationalen würden sich bei der Abstimmung über das sozialdemokratische Mißtrauensvotum der Stimme enthalten, wurde es allgemein l e b- haster und fest. Führend waren Spritwerte, von denen Schultheis und Ostwerke bis zu 6 Proz. gewannen. Konti Gummi und A.-G. für Verkehrswesen lagen bei lebhaftem Geschäft ebenfalls mehrprozentig gebessert. Salzdetfurth, Bem- berg und Polyphon gewannen je 2,5 Proz. Elektrowerte, Montan- und Bankaktien waren gleichfalls 1 bis 2 Proz. erhöht. Später wurde es ruhiger und die Höchstkurse konnten sich nicht behaupten. Rur Polyphon zogen weiter um 2,5 Prozent gegen Anfang an. Man erwartet mit ziemlicher Nervosität die Entscheidung im Reichstag. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. April. Auftrieb: 106 Rinder, 1097 Kälber, 207 Schafe, 671 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 78 bis 81 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 77, geringe .Kälber 64 bis 72. — Schafe: Mastlärniner und jüngere Mafthärnmel (Weidemast) 50 bis 52; mittlere Mastlämmer, ältere Mafthärnmel und gut genährte Schafe 42 bis 44 Mark. — Marktverkauf: Kälber lebhaft, Schafe ruhig, ausverkauft. Norddeutsche Kälber über Notiz. Schweine mittet- mäßig, geräumt. ' - !t Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lomdardzinsfuß 6 o. H. ranffurf a. 2)1. Berlin :?ronlfurl a. "2)1, Berlin Schluß- Iure i 1-Uhr- Kur» Schluß» । Anfang- Schluß« s für» | i-Uyr- «urd «Schluß-s für» | Ansang- Kurd turd ' Kurs 'Datum 2. 4. ! 3 4- 3. 4 Datum 2 4 3. 4. 2. 4. 3 4. 6% Deutsche Sieichsameihe von 1927 ....... 87 — 87.1 _ Hamburg-Amerika Pater ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 111,5 - 112 111,25 166 in 7% Deutsche ReickMnIeihe von 1929 .......... 98.75 1 — 99 — Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher Lloud.....8 106 106.25 106 Deutsche Aul.-Ablös,-Schuld mit Ausloi.-Rechten....... — — 54,9 55 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 117,75 135 135 118,25 135 118 134.5 Tecgl. ohne Ausloi.-Rechte . . . 9 95 10 10 10,1 Berliner Handelsgesellschaft . 12 — • — 174 174 25 8% Heil. Bolksktaat von 1929 (rüd)ahlb. 102%)..... 92 — 92 — Commerz und Privatbank . 11 Darmstädter und Nanonalbauk 12 161,5 240,5 161,5 162,4 240.5 161,5 240,25 Oberhesfen Provinz-Anleihe mit Auswi. Rechten....... 50,75 — — — Deutsche Bank und Tisconto-Gefeillchaft, ... 10 151,25 — 151,75 151,75 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ... 53,5 — 53,25 — Dresdner Bank......10 Reichsbant........12 154,5 288 154,5 289 4 154,5 289,5 154,5 288,5 8% Hrankf. Hnv.-Bank (Dolböfc. XIII unkündbar bis 1931 . . . — — — A.E.G............« 171 172 173 172 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar bis 1932 .... 89,5 — — — Bergmann.........9 Eiekir. Lieferungsgefellichaft. 10 m 207,5 209 173,25 208,25 172.75 4'/3% Rheinische Hvp.-Lank Liau. Goldpfe....... 84,75 — — — Licht und Straft......10 gelten & Guilleaume . - . 7% 132 178,5 179,25 132,5 178.5 132,5 8% Pr. Landedpsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 17..... 97 — 97 — Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ... 10 184 — 1859 185 8% Pr Lanvespsandbriesanstall, Komm.-Lbl. R. 16..... 94,5 — 94,5 Hamburger Elektrizitäts-Werke io Rheinische Elektrizität .... 9 149 149 138 150 137,25 149 7% Pr. Landespfandbriefanslalt, Pfandbriefe 81.10...... 89 89 Schlesische Elektrizität. ... io Schuckert L Co. ......11 195,5 197 173 198 172,25 196,9 A.E.G. abg. Vorkriegs-Obligatio »en. rückzahlbar 1932 . 94 - Siemens & Halske . • • • • 16 Transradio . .... 8 261,5 263 264 263 4% vettenetanidie Gowrente . 29 29.13 Lahme ner L Co.. ..... io 171,5 81,5 I I 72 82 81,25 4,20% ^österreichische Silberrente 4,25 —- 4,4 106 — 106 104,75 4% Qelterreichiiche Einheitliche Rente .......... — — — Gelsenkirchener ....... 8 143 — 145 143.5 143,25 143.25 4% Unaprische Goldrente . . . . 4% UnMchche Staatsrcnte v. 1910 25 8 — 26 26 Harvcner.......... 0 Hoesch Eisen. ..••••. 6% 130,5 —— 131.65 131 22,13 — 22,4 — 113 5 113,25 4'/r% veSgl.von 1913 . - — — — -— 3i(e Bergbau ....... 10 — — 249 249 4% Ungarische Kronenrente . . 2,65 —- 2,65 — Älöcknerwerke ....... 7 107 — 107.5 — 4% Türkische Zollanleihe von 1911 7,13 — 7,3 —— Köln-Neuesten........ 7 111,25 110,5 4% Türkische Bagdadbahn-An!. Serie 1........... 7 7,4 — Mannesmann-Röhrca • • • • 7 Mansfeldcr Bergbau.....7 109,25 108.25 109 - 110,13 108,5 109,5 108 4% bedgl. Serie II....... 7,1 — 7,3 — Lberschles. Eisenbedarf .... 6 — - 75 5 —— 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... 10,15 — 10,3 — Oberschles. Kokswerke.....7 Phönix Bergbau. ..... 6'/- — 104,5 108,65 104.75 108,25 104.4 1%% Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... —4 16,7 — Rheinische Braunkohlen . . 10 Rdeinstahl.........6 119,25 119,75 237,5 120 235 120,13 1% Rumänische vereinh. Mente . 8,35 l — 8,45 1 — Riebeck Montan......... — — ^ranffurt a. M. Strfin Schluß- furd 1-ilhr. Kur» Schluß-s für» | Anfang- Kurd Dalum 2. 4. 3. 4. 2. 4. 3 4 Bereinigte Stahlwerke .... 99 — 99,13 98,5 L-tavi Minen......16'/, — 59,6 60 59,6 Kaliwerke Aschersleben ... 10 221 219,5 222 220 Kaliwerke Westeregeln ... 10 224 223,5 224,75 223,5 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 375 — 379 378 3. G. Warben Hnvustne ... 12 177 178,75 179,5 179 4 Dnnamit Nobel ....... 6 — — 84,5 — Ccheideanstalt..... 9 154 — — — Goldschmidt ........ 5 72.5 — 72,25 — MutgcrSwerke ........ 6 81,25 80,9 82,4 80,25 Metallgesellichaft.......8 110,5 — 112 — Philipp Holzmann......'« 108 — 108,25 108,25 Zementwerk Heidelberg . . 10 132,65 132,5 - Cemcntwerk Karlstadt. ... 10 141,25 —— — Watch & Rreutag......8 93 5 — 90,75 — Schultdets Payenhofer ... 15 — — 298,5 296 Ostwerke.........12 — — 246,65 243 Aku...........18 99,5 — 101,25 98,75 Bemberg...... 14 148 — 149 146,5 Zellstoff Waldhof .... 13','. 215 216,25 217,25 215,25 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 157,75 157,25 158 157,5 Charlottenburger Wasser ... 8 —> — 108,65 108 Dessauer Gaö..... 9 — - 178.5 176 Daimler Motoren . ..... 0 42 41,5 42.5 41,75 Deutsche Linoleum ...... — 256 256.5 257,75 — — 51,75 51,25 Nut. Automobil . . ..... 0 — - 20.4 — Orenstein & Koppel . .... 6 — — 79,25 78.4 Leonhard Tietz ...... 10 — — 158 158 EvenSko........... — — 355 355 frankfurter M-Nchtnen .... 4 37,5 — 37,5 — Griyner .......... 6 39,5 — 39,5 — Henligenstaedt ....... 0 — — — — ZunghanS..........6 Lechwerke..........8 38 108 _ — — Mainkrastwerke Höchst a. M.. .8 106 —— — — Mag. . . . ......10 133,25 —- 133,5 132,75 Gebr. Roeder . ...... 10 103 — — — Boigi & Haesfner ...... 9 218 — 218 —— Süddeutsche Zucker • • • • io 159,5 160 — Banknoten. Berlin, 2. April Geld Brief Amerikanische Violen..... 4,171 4,191 58,28 58,52 Dänische Noten ........ 111.78 112.22 20 327 20.407 Französische Noten ...... 16,39 16,45 167,66 168.34 Italienische Noten...... 22 06 22,14 Norwegische Noten...... Deutsch.Oestcrr,2100 Kronen 111,75 112.19 58,88 59,12 Rumänische Noten...... 2,47 2,49 Schwedische Noten ...... 112,18 112,62 Schweizer Noten....... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . 80,92 81.24 52,89 53,11 12,367 12,427 Ungarische Noten....... 72,85 73,15 Devi enrnart Berlin — Frankfurt a. 2TL 2. April 3. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Briet Anvt.-Rott. 168,01 168 35 168,07 168,41 Buen.-Äires 1,609 1.613 1,642 1.646 Brss.-Antw. 58,385 58,505 58.37 58.49 Christiania. 112.01 112,23 112-03 112,25 .Kopenhagen 112,06 112 28 112,08 112,30 Stockholm . 112.46 112,68 112.49 112.71 HelsingforS. Italien. . . 10,525 21.93 10.545 21,97 10.525 21.945 10 545 21,985 London. .. 20,358 20,398 20,359 20.399 Neu York . » 4.1845 4,1925 4.1855 4,1935 Paris.... Schweiz .. 16,375 16,415 16,375 16.415 81.02 81.18 81,00 81,16 Spanien . . 52,28 52,38 52,50 52,60 Japan . . . 2.068 2,072 2,068 2,072 Rio de Jan. 0,492 0,494 0,490 0,492 Wien in D- Ceft. abgest. 58,98 59,10 58,975 59,095 Prag . . . . 12.393 12,413 12,394 12,414 Belgrad . - 7,399 7,413 7,399 7.413 Budapest. . 73,04 73.18 73,07 73 21 Bulgarien. 3.037 3,043 3,037 3,043 Lissabon . . 18.78 18,82 18 78 18 82 Danzig.. Konstantin. 81,305 81,555 81.395 81,555 1.785 1.789 1,784 1.788 Athen. . . 5,425 5,435 5.425 5,435 Tanada . . 4,183 4,191 4,185 4.193 Uruguay. . 3,776 3.784 3,776 3,784 Cairo . - . 20,875 20,915 20,875 20,915