Nr. 18 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 3. Zebruar MO Erich« >n> täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholle monat$:Bc}ug$prds: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei 9hd)tcr- scheinen einzclnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse antcr5ammclnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: Zronlsurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitnng und Geschäftsfielle: Zchulllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher, Preis für I mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr 2vilh Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Gießen. 1111 -M Llnser Broi. Don Alfred DossiuS, Dipl.-Dollöwirt. In diesen Tagen wurde die deutsche Oeffenl- lichkeit durch die Zeitungsmeldung überrascht, daß die Reichsrcgierung, um den katastrophalen Sturz des Roggenpreises aufzuhalten bzw. den Preis zu heben, eine großzügige Roggenstühungsaktion durch ein Roggenbrotgeseh vorbereite und dieses schnellstens durch die gesetzgebenden Körperschaften zur Verabschiedung bringen will. Wie die Verhältnisse liegen, ist das Roggenproblem in der Tat gleichzeitig ein Ostmarkenproblem, da die großen landwirtschaftlichen Gebiete des Osten infolge ihrer Bodenverhältnisse in vielen Teilen nur für den Anbau von Roggen in Frage kommen und der Roggenpreis damit für die dortigen Landwirte zu einer Existenzfrage wird. Trotz aller Bemühungen, die Anbaufläche einzuschränken zugunsten ckines verstärkten Weizenbaus und der Erzeugung anderer hochwertiger Produkte, mußten diese an unabänderlichen Bodenverhältnissen ihre natürliche Grenze finden, so daß ein riesiges Angebot an Roggen auf den Martt kommt, für das kein Absatz weder im Inland noch im Ausland vorhanden ist. Die Gründe für dieses Mißverhältnis sind verschiedene. In erster Linie ist der Verzehr von Roggenbrot in weiten Schichten des deutschen Volkes in ben RachlricgZjahren besonders stark zurückgegangen, wie überhaupt der Drotgetrcidc- verzehr sich sehr vermindert hat. Hinzu kommen die Verhältnisse in den Industriegegenden, wo viele Industriebetriebe ihren Arbeitern und Angestellten Gelegenheit geben, in Kantinen warme Mahlzeiten einzunehmen, wodurch die „Stulle" in den Hintergrund gedrängt worden ist. Auch in der Fleischkonserven- und Wurstindustrie wird über den Absatzrückgang geklagt mit der Begründung. daß weniger Belag für Frühstücksbrote benötigt werde. So sind der Wandel des Geschmacks, die Rachwirkungen des „Kriegsbrotes" und der Aufklärung über die frühere ä2eber- sütterung und schließlich wirtschaftliche Wandlungen dem Roggenbrot zum Verhängnis geworden. Run ist man auf den Gedanken gekommen, auf gesetzlichen Druck hin die Menschen zu st ä r - ter em Roggenverzehr anzuhalten, nachdem alle Ermahnungen der interessierten und amtlichen Stellen zu freiwilliger Umstellung ergebnislos geblieben sind. Man will dem Roggenbrot durch die Schaffung einer Marke „Reines Roggenbro t", d. h. durch Berbesserung der Qualität wieder mehr Freunde werben. Ob dieser Weg allein die Roggenkrise überwinden kann, mag dahingestellt bleiben. Man muß aber einmal mit Ernst und gutem Willen und frei von allen Sondcrinteressen sich mit der Frage befassen, wie man für einen stärkeren Verzehr von „unserem" Brot wirken kann, denn Brot aus Roggen ist „unser" Brot, es ist aus unserer Hauptfrucht gewonnen. Die deutsche Roggenernte ist rund 2l/2mal so groß wie die Weizcnernte. Seit dem Iahre 1927, in dem wir nur 6,82 Millionen Tonnen Roggen und 3,23 Millionen Tonnen Weizen ernteten, ist sie auf 8,52 Millionen Tonnen Roggen bei 3,85 Millionen Tonnen Weizen im Iahre 1928 gestiegen. Die Ernte des Iahres 1929 brachte zwar einen kleinen Rückgang der Roggenernte auf 8,15 und der Weizenernte auf 3,35 Millionen Tonnen, jedoch sind wir mit einem sehr großen Bestand an Roggen aus der alten Ernte in das neue Iahr hinübergegangen, so daß wir unter dem gewaltigen Druck der nach dem Verbrauch für menschliche Ernährung noch verbleibenden Roggenmengen auf dem Markte jetzt eine so katastrophale Preisentwickelung erleben mußten. In öen letzten Tagen wurde sogar der Rekordniedrigpreis von 125 Mark für die Tonne oder 7,52 Mark für den Zentner an der Berliner Börse notiert. Vielfach hat der Roggen aber die 7-Mark-Gcenze noch unterschritten. Rormalerweise müßte der Roggenpreis sich um 11 Mark heute bewegen. Das Ausfuhrven- t i l, durch das die überschießenden Mengen abgesetzt werden könnten, ist durch die scharfe Konkurrenz des polnischen Roggens, der mit Llnterstühung von hohen Prämien auf den Auslandmarkt, besonders nach Skandinavien, geworfen wird und dort die deutsche Ware verdrängt hat, verstopft. Ferner ist die Verwendung des Roggens im Inland zu Fütterungszwecken durch starke Voreindeckung in Futtergerste vor dem Inkrafttreten der neuen Zölle sehr erschwert. Die Verkoppelung mit dem Gerstenzoll in der letzten Regierungsvorlage ist vom Reichstag aus zolltechnischen Gründen abgelehnt worden. So bleibt, wenn es nicht gelingt, die Anstrengungen der Reichsregierung um eine Derstäitdigung mit Polen über die Roggenausfuhr zu einem endgültigen Abschluß zu bringen, .fast als einziges Mittel zur Abwendung einer vollendeten Katastrophe öte Hebung des menschlichen Verbrauchs im Inland. Bei der enormen Weizeneinfuhr von rund 2 Millionen Tonnen muß. so sollte man annehmen, unter der Voraussetzung, daß ein wirkliches Qualitätsroggenbrot für den allgemeinen menschlichen Gdnuß durch gesetzliche Maßnahmen fichergestellt wird, durch eine großzügige Beeinflussung des Geschmacks und durch umfassende Aufklärung eine ganz erhebliche Steigerung des Roggenbrotverbrauches zu erzielen sein. Das Roggenproblem wird zum nationalen Problem schlechthin. Aufklärung über die wirt- scbaftlichen Verhältnisse und besonders über den Wert eines reinen und guten Roggenbrotes nicht nur in Wort und Schrift, sondern auch durch die Die Reichsbahnfinanzen und der „Reue plan". Keine Tariferhöhung, aber Freigabe der Beförderungssteuer. Die Tatsache, daß die Reichsbahn zunächst die Tarife für die Berliner Stadt- und Ringbahn nicht unerheblich erhöht hat, wird nicht ohne Grund als Beginn einer allgemeinen Tariferhöhung bezeichnet. Es ist kein Geheimnis, daß die Tariferhöhung vom 1. Oktober 1928, auf die die Reichsbahn so große finanzielle Hoffnungen setzte, in ihrem Ergebnis stark enttäuscht hat. Das follte für die Reichsbahn an sich Veranlassung sein, jede neue Tariferhöhung doppelt zu prüfen, denn ein Rückgang des Verkehrs müßte die finanzielle Lage der Reichsbahn emp- indlich beeinflussen. Daß die Reichsbahn bei einer Einnahme von 5,4 Milliarden Mark bei Tarifen, die verhältnismäßig höher liegen als in anderen Ländern Europas, über eine zu kurze finanzielle Decke klagt, ist durch die Tributbelastung gegeben. '21 ud) unter dem „Reuen Plan" muß die steichsbahn 660 Millionen Mark aufbringen, wozu noch der Zinsendienst für die begebenen Aktien- pakete kommt. Der Betriedsüberschuß der Reichsbahn, der zwischen acht- und neunhundert Millionen schwankt, ist damit schon zwangsläufig gebunden, so daß für die technische Entwicklung nicht viel übrig bleibt. Immer wieder muß an die alarmierende Denkschrift der Reichsbahn von 1928 erinnert werden, die zahlenmäßig darlegte, daß nur d i e dringend st en Erneuern ngs- arbeiten am Oberbau vorgenommen werden könnten, daß cs aber unmöglich sei, alle Eisenbahnbrücken umzubauen; daß der Lokomotiv- und Wagenpark der Reichsbahn ergänzungsbedürftig ist, weiß jeder, der auf Nebenbahnen uralte Lokomotiven und Wagen hat rollen sehen. Die Reichsbahn weiß selbst, daß eine rein bis« kal.sche Tarifpolitik Lin Allheilmittel ist, zumal ihr ja die Gefahr droht, daß bei steigenden Tarifen der Kraftwagenverkehr noch mehr und stärker in Wettbewerb tritt, als das heute schon der Fall ist. Die Reichsbahn hat sich wiederholt schon mit diesem Problem ausein- andcrgeieht. so neuerdings wieder in einer Denkschrift, die sich nicht mit Kritik und ärgerlichen Feststellungen begnügt, sondern darüber hinaus brauchbare Vorschläge zu machen sucht. Die Reichsbahn hat an sich recht mit der Feststellung, daß der Kraftwagenverkehr der Reichsbahn gegenüber insofern begünstigt ist, als ihm nicht die finanzielle Leistungspflicht für die Verkehrs st raßen obliegt. Die Reichsbahn muß den Oberbau, den ihre Güter- und Personenzüge benutzen, selbst Herstellen und mit hohen Kosten unterhalten, während der Krastwagenverkehr die Landstraßen benutzt, deren Anterhaltungspflicht den Kreis- und Provinzialverbänden obliegt. Die Kraft- wagenstcuer würde in ihrer bisherigen Höhe nicht dazu ausreichm, die Milliardenkosten für ein technisch erstklassiges Straßennetz aufzubringen. Die Reichbahn gibt an, daß sie durch die Ausdehnung des Kraftwagenverkehrs für die Beförderung von Gütern einen Einnahmeausfall von über 400 Millionen Mark erleidet. Daß der Krastwagenverkehr nicht einfach abgedrosselt werden kann, das weiß auch die Reichsbahn, weshalb sie vorschlägt, diesen Verkehr ebenso vorzubelasten, wie es mit dem Reichsbahnverkehr auch geschieht. Damit wird indessen das Problem nicht gelöst, denn jede Belastung des Kraftwagenverkehrs muß in erster Linie dem Wegebau zugute kommen. Im übrigen ist eine starke Unterbietung der Reichsbahntarife durch den Kraftwagenverkehr schon deshalb nicht möglich, weil der Kraftwagen mit einem großen Materialver- schleih rechnen muß. Die Reichsbahn hat mitgeteilt, daß das Geschäftsjahr 1929 mit einem Fehlbetrag von 15 0 Millionen Mark belastet ist. Dieser Fehlbetrag wird 1930 wohl noch steigen, es sei denn, daß die Reichsoahn die sachlichen Ausgaben so weit drosselt, daß die Betriebssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Reichsbahn braucht also neue Einnahmen, die in den nächsten Iahren sich durchschnittlich auf mindestens 300 Millionen Mark belaufen werden. Wenn eine Tariferhöhung vermieden werden soll, die ja auch der Reichsbahn finanziell nichts nützen kann, so bleibt nur übrig, der Reichsbahn den Ertrag der De- förderungssteuer, soweit er bisher zu Tributzwecken Verwendung fand, ganz oder zum größten Teil zu überlassen. Hier handelt eS sich nicht nur um Reichsbahnsorgen, hier handelt es sich um die deutsche Wirtschaft, die unbedingt reichliche Aufträge des größten Unternehmens der Erde gebraucht. Die deutsche Lokomotivindustrie. die Güterwagenindustrie sind nicht zum wenigsten deshalb notleidend geworden. weil ihnen seit zehn Iahren die regelmäßigen Aufträge der Reichsbahn fehlen. Auch die deutsche Steinindustrie ist zusammengebrochen, weil die Reichsbahn nur die allernotwendigsten Aufträge für die Erneuerung deS Oberbaues hinausgibt. Wenn der „Reue Plan" vollzogen ist, so ist die Beförderungsfteuer für Reichs- zwecke frei. Der Gesamtertrag ist im Haushaltsjahr 1929 30 mit 380 Millionen Mark vorveranschlagt, der aber wohl nicht erreicht wird. Mit Wirkung vom 1. April 1930 kann aber da« Reich über die ganze Tributrate aus der 'Beförderungssteuer in Höhe von 290 Millionen Mark verfügen, der wohl der Reichsbahn als Ersah für eine Tariferhöhung, die sonst unausbleiblich ist, überlassen werden kann und muß. Da die Reichsbahn diese Summe ja sofort für Aufträge an die Wirtschaft wieder ausgeben muß, so ist die Verwendung auch volkswirtschaftlich zweckmäßig, zumal dadurch auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Lokomotiv- und Güter- toareninöuftrie gesteigert wird. Das wird zu einer Entlastung des Arbeitsmarktes führen, also zu sozialpolitischen Maßnahmen, die allein geeignet sind, die Arbeitslosenversiche^ rung finanziell in Ordnung zu bringen. Keine Komnnmisiemevolte am 1. Februar Ruhe in Hamburg. Tie kommunistische Aktion abgcbtasen. Hamburg, 2. Febr. (WTD.) Der Samstag abend und die Rächt zum Sonntag, für die man nach den Ankündigungen der Kommunisten größere Demonstrationen erwarten mußte, ist ohne ernste Zwischenfälle verlaufen. Rirgends gelang es den kommunistischen Agitatoren, größere Menschenmengen auf die Deine zu bringen. Die wenigen Trupps, die sich auf dem Rathausmarkt sammelten, wurden sogleich von der Polizei in Empfang genommen und abgedrängt. Auch in der Altstadt, wo es zeitweilig die in den letzten Rächten üblich gewordenen Zusammenrottungen gab, wurden ernste Zwischenfälle vermieden. Gegen Mitternacht herrschte volle Ruhe. Die kommunistischen Reichstagsabgeordneten Schumann und Vogt sollen die Aufgabe gehabt haben, die Hamburger Aktion zu leiten, doch soll von der Zentrale verfügt worden fein, sich entgegen der zunächst ausgegebenen Parole am 1. und 2. Februar umfangreicherer Demonstrationen zu enthalten. Zn Berlin alle Gtörnngsver- suche im Keime erstickt. Die Temonstrationsziigc aufgelöst. Berlin, 3. Febr. Während die für Samstag angesehten großen kommunistischen Demonstrationen im wesentlichen gescheitert find, ließ sich nicht verhindern, daß sich gelegentlich kleinere Gruppen bildeten, die aber rasch genug wieder verschwanden. Am Wedding bildete sich ein Demonstrationszug von 300 Personen, der von der Polizei unter Anwendung des Gummiknüppels aufgelöst werden muhte. In Charlottenburg mußte am Friedrich-Karl-Plah ein Demonstrationszug von 300 Personen und am Gustav-Adolf-Platz ein Zug von 200 Personen mit Hilfe des Gummiknüppels aufgelöst werden. Um 19.10 Llhr kam es am Wilhelm-Platz in Charlottenburg zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei, wobei drei Beamte verletzt wurden. Die Täter konnten festgenommen werden. Alm 19.45 Uhr wurde in der Akazienstraße in Schöneberg ein Demonstrationszug von 150 Jugendlichen unter Anwendung des Gummiknüppels von der Polizei aufgelöst. Dabei wurden acht Personen zwangsgestellt. Auf dem Weidenweg wurde eine Polizeistreife von drei Beamten, die einen Demonstrationszug auflösen wollte, von den Demonstranten umringt und zu Boden geschlagen. Die Beamten wurden dabei so verletzt, daß sie dienstunfähig sind. In der Prinz-Handjery- Straße in Reukölln löschten junge Burschen zehn Straßenlampen aus, worauf hier versucht wurde, aus Kästen, Steinen und Müll eine Straßensperre zu errichten. Auch dieser Versuch wurde im Keime erstickt, wobei drei Personen zwangsgestellt wurden, von denen zwei sich im Besitze von Schußwaffen befanden. In der Wallstraße in Charlottenburg stürzten Demonstranten einen aus dem Hofe einer Speditionsfirma herausgezogenen leeren Möbelwagen um. Blutige Zusammenstöße in Pforzheim. Pforzheim, 2. Febr. (WTB.) In Pforzheim kam cs am Samstagabend zwischen Ratio- n a l s o z i a l i ft e n und Sl' o in in u n i ft c n zu schweren Zusammenstößen, in deren Verlauf auch zahlreiche scharfe Schüsse fielen. Zwei Nationalsozialisten und ein Kommunist wurden verletzt ins Krankenhaus eingeüefcrt. Am Sonntagnach- mittag gab es in Dittlingen zwischen Ratio- n a l s o z i a l i st e n aus Karlsruhe und Pforzheim und Mitgliedern der Ortsgruppe Pforzheim des Reichsbanners schwere Schlägereien. Auch hier wurde geschossen. Der Führer des Reichsbanners erhielt einen Schuß ins Bein. Mehrere Personen wurden verletzt. Den politisckien Zusammenstößen wurde durch ein starkes Polizeiaufgebot ein Ende gemacht, das die Menge zerstreute und mehrere Verhaftungen vornah,n. Die Behörden sind mit der Aufklärung des Tatbestandes beschäftigt. Tat tut not, um dem deutschen Dolksvermögen die eigenen Werte zu erhalten und die teuere Weizeneinfuhr zu vermindern. Weizenbrvt ist in der Tat zum großen Teil „Brot aus dem Auslande". Daß Weizenbrot bekömmlicher sei, ist ein längst von der Wissenschaft widerlegter Aberglaube. Roggenbrot enthält im Gegensatz zum Weizenbrot, besonders in seinen gröberen Sorten, erhebliche Mengen Vitamine. Die beabsichtigte Herstellung eines reinen Roggenbrotes hat m i t dem s o g. Kriegsbrotnichtszu tun. Im Gegenteil. Es handelt sich um den Schuh vor einem Mischgebäck, das merkwürdigerweise im deutschen Osten in größerem Maße zum Verzehr kommt, als im Westen. Das beste und reinste Roggenbrot dürfte es in Westfalen und im Rheinland geben. Die Befürchtungen um die Wiederkehr eines mit Recht übel beleumundeten Kriegsbrotes sind unter den heutigen Verhältnissen gänzlich unbegründet. Das „reine Roggenbrot" mit einem Zusatz von höchstens 5 Prozent Weizenmehl, das als „Schwarzbrot" gegenüber dem „Feinbrot" verkauft werden soll, ist das Ziel der gesetzgeberischen Pläne. Wenn hier durch den Gesetzgeber nachgeholfen wird, so ist das angesichts der ungeheuren Bedeutung für einen großen Teil unserer notleidenden Landwirtschaft verständlich und notwendig. Es gibt eben Fälle, bei denen gegen Gleichgültigkeit fein anderer Weg hilft. Man kann daher auch den neuesten Vorstellungen einer Regierungspartei, die Beschleunigung in der Vorlage des Roggengesehes verlangt, nur entsprechenden Erfolg wünschen. Roggenbrot muß „unser Brot" werde n I Bauarbeiter und Krisen- unterstützung. Ter Ncichsarbeitsniniistcr lehnt ab. Berlin, 3. Febr. (Priv.-Tel.) Die Bauarbeiter hatten eine gemeinsame Eingabe an das Reichsarbeitsministerium gemacht, worin sie eine Unterstellung der arbeitslosen Bauarbeiter unter die Krisenunterst ühung forderten. Am 31.3anuar haben nun zwischen den Bauarbeiterverbänden, unter ihnen auch der Christliche Bauarbeiterverband, Verhandlungen mit dem Reichsarbeitsministerium über ihren Antrag stattgefunden. Der Reichs- arbeitsminister, der an diesen Verhandlungen selbst teilnahm, hat zwar anerkannt, daß die augenblickliche Arbeitslosigkeit im Baugewerbe nur zum Teil saisonbedingt ist. zu ihrem größeren Teil jedoch auf die Einflüsse der Konjunktur zurückzuführen ist. Der Arbeitsminister sah sich aber, wie der „Deutsche" mittctlt, außerstande, die Bauarbeiter, wie gefordert war, der Krisenunterstühung zu unterstellen, da ihm die notwendigen Mittel hierfürnicht zurVerfügung stehen. Der Reichsarbeitsminister hat die Bauarbeiterverbände an die Parteien gewiesen. Stahlhelm-Selbsthilfe. Berlin, 2. Febr. (Privatmeldung.) Die Ar- b e i t n e h m e r o r g a n i s a t i o n des Stahlhelm, die Stahlhelm-Selbsthilfe, veranstaltete eine Kundgebung. Es sprachen der Landesführer für Groß-Berlin, Major o. S t e p h a n t, der erste Vorsitzende der Stahlhelm-Selbsthilfe, Karl H a l b i g , und die Bundesführer S e l d t c und Dü st erber g. Es wurde auf die bereits erzielten Erfolge bei Be- kricbsratswahlen hingewiefen und als Zweck der Arbeitnehmerorganisationen u. a. bezeichnet, das Kameradschaftsocrhältnis des Krieges in das Wirtschaftsleben zu übertragen und die Ideen des Stahlhelms an andere Menschengruppen, besonders die Arbeiterschaft hcr- anzubringcn. Dabei sprach u. a. Major v. Stephani sein Bedauern darüber aus, daß die Bestrebungen des Stahlhelms bei den Arbeitgebern nicht immer das richtige Verständnis fänden, und erklärte, die Wirtschaft habe ebenfalls die Aufgaben des nationalen Aufbaus zu erfüllen und sei nicht Selbstzweck. Nie Reform der Versicherungsaufsicht. Berlin, 1. Febr. (Priv.-Tel.) Der große Frankfurter Versicherungsckandal im vergangenen Iahre hat die Frage einer Aenderung des Dersicherungsaufsichtsgefetzes aufgeworfen. Wie wir dazu von gut unterrichteter Seite hören, ist aber zunächst nicht mit einer schnellen parlamentarischen Erledigung der geplanten Reformnovelle zu rechnen. Dor allem ist man sich darüber klar, daß eine grundlegende Aenderung nur dann möglich ist, wenn zur gleichen Zeit wenigstens in den Richtlinien die geplante Aktienrechtsreform vorliegtz da sich beide Fragen in einer ganzen Reihe von Problemen, wie z. B. Publikationspflicht usw. berühren und unmöglich unabhängig voneinander gelöst werden können. Der neue Reichswirt- schastsminister Robert Schmidt dürfte zu der Reformfrage persönlich noch nicht Stellung genommen haben, so daß auch nicht zu übersehen ist, inwieweit die von anderen Kreisen heftig bekämpften Forderungen der freien Gewerkschaften zum VersicherungsaufsichtZgeseh in der Reform- Novelle berücksichtigt werden. Erfreulicherweise macht sich übrigens überhaupt im ReichZwirt- schaftsminislerium das Bestreben geltend, sich von der eiligen Gesehessabrikation der vergangenen Jahre frei zu machen, und mit gründlicher Vorarbeit a u ch w i r k l i ch s o l i d e D o r - schlage zu gestalten. Unter diesen Umständen ist damit zu rechnen, daß frühestens Ende des kommenden Vierteljahrs die Versicherung Reform gesetzlich festgelegt werden kann, während man andererseits erwartet, daß das überaus reiche Material für die Aktienrechtsreform ebenfalls bis zum Frühsommer durchgearbeitet ist. Keine Kürzung der Beamten- gehätter. Weimar, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) In einer Sitzung des Landesausschusses des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes hielt Reichstagsabgeordneter Falkenberg einen Vortrag und berührte dabei u. a. die bekannte Behauptung, dah das Reich die Bcamtengehälter kürzen wolle. Er erklärte dazu, dah er am Samstagvormittag mit dem Reichskanzler Hermann Müller eine Hnterredung gehabt habe, der ihm auf die bestimmte Frage die ganz bestimmte Auskunft erteilt habe, dah eine derartige Vorlage überhaupt nicht exi - stiere. Das Kabinett sei noch nicht einmal mit einer solchen Anregung besaht worden. Rach Ansicht des Reichskanzlers könne die Beamtenschaft vollkommen beruhigt sein. Wie Falkenberg weiter ausführte, soll sich dieses Gerücht so erklären, dah bei der ersten Erörterung über die Rovelle über die Arbeitslosenversicherung in bestimmten parlamentarischen Kreisen der Plan ausgetaucht sei, die Beamten mit zu den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung heranzuziehen. Lieser Plan sei aber schon nach den ersten Erwägungen wiedervon der Bildfläche verschwunden und gar nicht erst an die Regierung gelangt. Um die Selbständigkeit von Mecklen- burg-Strelih. Reustrelih, 3. Febr. (WLD. Funkspruch.) Wie verlautet, ist kürzlich eine Fühlungnahme zwischen Mecklenburg-Strelitz und Preuhen erfolgt, da Mecklenburg-Strelitz Klarheit darüber gewinnen wollte, inwieweit Preuhen etwa geneigt ist, einer Angliederung des Frei st a a - tes Mecklenburg-Strelitz zuzustimmen. 3n politischen Kreisen glaubt man, dah die Selbständigkeit von Mecklenburg-Strelitz nicht aufrechtzuerhalten sei, und deswegen bald- m ö g l i ch st Anschlußverhandlungen mit Preuhen ausgenommen werden mühten. Die Fühlungnahme soll aus eine Anregung der sozialdemokratischen Fraktion des Mecklen- burg-Streliher Landtages zurückzuführen sein. Oie Floitenkonferenz. Zwischenbilanz. Paris, 1. Febr. (WB.) „Echo de Paris" zieht die Bilanz der bisherigen Konferenzarbeiten. Es stellt die verschiedenen Thesen, um die der Kampf jetzt anheben werde, nebeneinander. Frankreich und Italien wünschten, dah die Signatare freie Verfügung über die Tonnage hätten. Amerika und Japan nähmen den mittleren Standpunkt ein, England dagegen vertrete das starre System, das zahlreiche Gefahren in sich berge. Die technischen Reucrungen seien einem derartigen Wechsel unterworfen, dah man sich bei Annahme des englischen Systems für lange Zeit binden könne, ohne die technischen Fortschritte nutzbar zu machen. Laufe man nicht Gefahr, dah die Marine der Signatarländer auf dem Ruhekissen eines derartigen Abkommens einschlummern würde? Aber eine einzige Macht, die ihre Aktionsfreiheit behalte, könne ihnen ein schreckliches Erwachen bereiten. Jüngst habe ein Deutscher gesagt: „Wir verlangen nur eins, nicht unserer Erfindungsfreiheit beraubt zu werden." Dieser Sah, illustriert durch den neuen deutschen 10000-Tonnen-Kreuzer, der vielleicht mehr wert sei, als die 35000-Tonnen-Grohkampf- schiffe, sei die schärfste Kritik, die an der englischen Auffassung geübt werden könne. „Ersatz Preußen" als Vorbild. Frankreichs neue Krcuzcrbauien. Paris, 1. Febr. (WB.) „Chicago Tribüne" berichtet aus London, dah Frankreich beabsichtige, einen großen Teil der von ihm gewünschten 175 000 Tonnen für die Kategorie der Grohkampf- schiffe zur Schaffung großer Kreuzer nach dem Typ der „Ersatz Preuhen", bestückt mit 11- ober 12zölligen Geschützen, zu verwenden. Man rechnet damit, dah diese neue französische Kategorie etwa 15 000 Tonnen Wasserverdrängung aufweisen werde, da man in Frankreich das deutsche Geheimnis der Herstellung von Aluminium, das widerstandsfähig gegen Seewasser und salzhaltige Luft sei, nicht kenne und auch nicht die Verbesserungen, die auf dem deutschen Kreuzer vorgenommen seien. Da Deutschland nach dem Versailler Vertrag sechs Kreuzer dieser Klasse zugestanden seien, beabsichtige die französische Regierung, zum mindesten die gleiche Zahl, wenn möglich aber sieben oder acht Kreuzer, zu bauen. Die Baupläne für diese Schiffe seien bereits in Vorbereitung. Schluß der Kontrolle. Die Zurückziehung der technischen Sachverständigen. Berlin, 1. Febr. (WTB.) Als die Interalliierte Kontrollkommission am 31. Januar 1927 abberufen wurde, waren noch in zahlreichen, die Entwaffnung betreffenden Sinzelfragen zur Aus, ührung der grundsätzlichen Vereinbarungen zwischen der deutschen Regierung und der Dotschafterkonferenz Maßnahmen erforderlich, deren Durchführung aus technischen Gründen längere Zeit in Anspruch nehmen mußte. Zur Erleichterung der Verhandlungen hierüber war im Genfer Protokoll vom Dezember 1926 über die Zurückziehung der Kontrollkommission die Z u t e i l u n g Eröffnung der „Grünen Woche". Re^chsernährungöminister Dietrich Berlin, I.Febr. (WB.) In der Ausstellungs- sladt am Kaiserdamm wurde die fünfte „Grüne Woche Berlin", die traditionelle Ausstellung und Messe der Landwirtschaft eröffnet. Nahezu 1000 Vertreter der Regierungsstellen und des Magistrats, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Technik und der Presse wohnten der Eröffnungsfeier im Ehrenhof der Halle I in Gegenwart von zahlreichen Mitgliedern des Diplomatischen Korps bei. Als Vertreter der Neichsregierung wies der R e i ch s rn i n i st e r für Ernährung und Landwirtschaft Dietrich darauf hin, daß sich die deutsche Landwirtschaft in einer schweren Krise befinde, deren Ursache vornehmlich in der Zollgesetzgebung des Jahres 1925 und darüber hinaus in der Auswirkung der Reparationslast e n zu suchen sei. Wenn auch die Verschuldung zu einem gewissen Stillstand gekommen zu sein scheine, so sei doch die Zinslast unerschwinglich. Man müsse Wege suchen, um den Jnlandsver- brauchdesRoggenszu vermehren. Der jetzige Zustand, bei guter Ernte ein falb Millionen Tonnen oder noch mehr Roggen ins Ausland zu verschleudern und gleichzeitig für 500 oder 600 Millio- neu Mark Weizen zu importieren, fei unhaltbar. Dort, wo die Möglichkeit bestehe, müsse in Zukunft an Stelle des Roggens Weizen angebaut werden, selbst wenn eines Tages bei ungünstiger Roggenernte der Roggenpreis dem Weizenpreis nahe kommen sollte. 9m vorigen Jahre stand die „Grüne Woche" im Zeichen der Selbsthilfe, dieses Jahr stehe I sie im Dienste der Meliorationen. Ungeheuer viel sei noch auf diesem Gebiete zu tun. | über die Krisis der Landwirtschaft. Ueber allem, so schloß der Minister, was uns wirtschaftlich, parteipolitisch und weltanschaulich trennt, haben wir alle — und voran die Landwirtschaft — ein gemeinsames großes Ideal: die Wiederherstellung der Macht und Größe und Freiheit unserer Heimat. Möge auch die diesjährige „Grüne Woche" ein Markstein fein auf dem harten Wege, der unsere Landwirtschaft einer besseren Zukunft entgegenführt. Für den Freistaat Preußen sprach sodann Staatsminister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Dr. h. c. (5 t e i g e r, der vor allem aus die Bedeutung von Wasserwirtschaft und Landeskultur hinwies. Die Regelung der wasserwirtschaftlichen Verhältnisse und die Verbesserung des deutschen Bodens seien Maßnahmen, die mehr als je zur Hebung und Weiter- entwickelung der deutschen Landwirtschaft notwendig seien und durch die allein das Ziel, die ausreichende Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle zu fiefam, erreicht werden könne. Alle Meliorationen hätten das Endziel, uns von der Einfuhr ausländischer Lebensmittel, die das deutscheDolks- vermögen alljährlich um annähernd vier Milliarden Mark verringere, un- abhängig zu machen. Die Landeskulturschau gebe zum ersten Male einen umfassenden Heber» blick über die Meliorationstätigkeit aller deutschen Länder, über die von Wissenschaft und Praxis geleistete Arbeit, aber gleichzeitig auch über die noch zu erfüllenden Aufgaben. Die VMparlei $um Sparprogramm in Hessen. WER. Frankfurt a. M., 2. Febr. Der Landesausschuß der Deutschen Volkspartei Hessens trat zu einer Sitzung zusammen, um zu den politischen Problemen des Tages Stellung zu nehmen. ReichstagsabgeordneterDingeldey schilderte zunächst den Werdegang des „neuen Planes". Die Deutsche Volkspartei werde trotz aller wirtschaftlichen Erwägungen die Frage der nationalen Freiheit höher stellen und den neuen Plan trotz mancher Bedenken, die sie gegen ihn habe, in seiner Gesamtheit befürworten. Sie fei überzeugt, daß Deutschland in eine neue Epoche eintrete, wenn der letzte fremde Soldat deutschen Boden verlassen haben werde. — Sn der Saarfrage teile die D. V. P. die Stellungnahme der Regierung, die eine völlige Wiederherstellung der wirtschaftlichen Rechte Deutschlands im Saargebiet als Basis für eine Verhandlung betrachte. Auch in der Frage des Ostens billige die Partei die Haltung der Regierung und vertrete darüber hinaus die Ansicht, daß eine finanzielle Unterstützung des Ostens trotz der schlechten Finanzlage des Reiches vom übrigen Reiche (und besonders von dem nunmehr bald befreiten Westen) nicht mit der gewöhnlichen Elle gemessen werden dürfe. In innerpolitischer Beziehung glaubte Dingeldey für die nächsten Wochen größere Schwierigkeiten in der finanziellen Lage und in der Koalitionsfrage Voraussagen zu können. Landtagsabgeordneter Dr. Keller sprach über die hessische Politik und das Sparprogramm Hessens. Er zählte die letzten Maßnahmen des hessischen Finanzministers zum neuen Etat und zum künftigen Sparprogramm Hessens auf und unterzog dabei die Tätigkeit der hessischen Regierung einer eingehenden Kritik. Dr. Keller sprach seine Besorgnis aus über die immer weiter um sich greifende parteipolitische Durchsetzung der hessischen Beamtenschaft. An die beiden Referate schloß sich eine eingehende Aussprache, in der besonders die Fragen des Einheitsstaates und der sozialen Belastung der Wirtschaft aufgeworfen wurden. Zum Schluß wurden zwei Entschließungen angenommen, in denen es u. a. heißt: Der Landesausschuß erwartet von der Reichstagsfraktion, daß sie die Sanierung der Kasfenlage des Reiches und in diesem Jahr zugleich auch die Inangriffnahme der längst dringend nötigen Steuerreform zum Ziele der nächsten Politik macht und davon auch nötigenfalls ihr Verbleiben in der jetzigen Regierungsmehrheit abhängig macht. Der Landesausschuß hält die Durchführung einer hessischen Finanzref orm mit dem Doppelziel einer Beseitigung des Fehlbetrags im Staatshaushalt und einer Entlastung des Steuerzahlers ohne Rücksicht auf Beginn und Umfang der Reichsreform für die dringendste Aufgabe des Landtages und erwartet daher tätige Mitarbeit der Landtagsfraktion bei jedem Versuch, der jenem Ziel näherführen soll. Die Deutsche Volkspartei muß aber darauf Hinweisen, daß der Fehlbetrag die außerordentliche Höhe von 13 Mill. Mk. nur erreichen konnte, weil die bestehende Regierungskoalition während eines ganzen Jahrzehnts in Verkennung der finanziellen Kräfte des Landes und deshalb auch im Widerspruch zu der Haltung der volksparteilichen Landtagsfraktion Staatsaufgaben übernommen hat, die nach Art und Umfang die Leistungs- fähcgkeit des Landes überstiegen. Es muß weiterhin aufs schärfste verurteilt werden, daß in den letzten Jahren trotz finanzieller Bedrängnis aus parteipolitischen Gründen in den Ministerien Stellen teils neu geschaffen, teils trotz Jnhaber- bewilligung neu besetzt wurden. Geradezu unfaßbar aber ist es für die Deutsche Volks- Partei, daß man trotz oder gerade wegen der geplanten Sparaktion ebenfalls aus parteipolitischen Erwägungen frei gewordene Stellen höherer Beamten noch rasch vergab und damit eine kom^ mende Verwaltungsreform ihrer sofortigen finanziellen Wirkung beraubte. Was die von der Regierung vorgeschlagenen Sparmaßnahmen anlangt, so muß festgestellt werden, daß man, statt in großzügiger Werse von einer Verkleinerung der Zentralbehörden und der diesen zugewiesenen Ausgaben auszugehen, sich im kleinen verliert und zum Objekt des Sparwillens Schule und Polizei macht, die für die vorgesehenen Maßnahmen durchaus ungeeignet erscheinen. Der Landesausschuß erwartet daher von der Fraktion, daß sie sich gegenüber allen Anträgen ablehnend verhält, die der Leistungsfähigkeit der achtjährigen Volksschule, der höheren Schule und des Sicherheitsdienstes abträglich sind. Eine Aufhebung von Lokalbehörden kann nach Auffassung des Landesausschusses nur in Frage kommen, 1. wenn nachgewiesen ist, daß die Ersparnisse nicht nur auf dem Papier stehen, 2. wenn die mit jeder Aufhebung verbundenen indirekten Lasten der Bevölkerung im richtigen Verhältnis zu dem finanziellen Effekt sichen. Der Landesausschuß erwartet von der Landtagsfraktion der D. V. P.» daß sie keinem Sparprogramm ihre Zustimmung gibt, das von den vorliegenden Richtlinien abweicht." von technischen Sachverständigen an die betreffenden Berliner Missionen vorgesehen. Anfang dieses Jahres ist dann in kurzen mündlichen Verhandlungen mit der Dotschafterkonferenz in Paris eine Verständigung darüber erzielt worden, daß die Aufgaben der Sachverständigen nunmehr erledigt find. Dementsprechend haben die in der Botschafterkonferenz vertretenen Regierungen ihre Sachverständigen am 31. Januar d. I. zurückgezogen. Gegen die sozialistische Gemeindeverwaltung in Wien. Eine bürgerliche Massenkundgebung. Wien, 2. Febr. (Tel.-Un.) Der Sonntag stand im Zeichen einer der größten bürgerlichen Kundgebungen gegen die sozialdemokratische Mehrheit im Wiener Rathaus. Eine Massenversammlung auf dem Freiheitsplatz vor der Votiv-Kirche war von Zehntausenden uniformierten Heimwehrleuten und einer unübersehbaren Menge von Gewerbetreibenden besucht. Beim Heimatbund hatten in den letzten Tagen nicht weniger als 600 Genossenschaften, Verbände und Vereine ihre Teilnahme an der Kundgebung angekündigt. Aus dem Platz kritisierten Redner der Eisenbahn-, Post- und Straßenbahnwehren die sozialdemokratische Verwaltung und verlangte Gesinnungsfreiheit aller Staatsbürger, auch in den städtischen und staatlichen Betrieben. Die Versammlung gelobte sich, nicht früher zu ruhen, bis die rote Fahne vom Rathaus verschwinde. Die Versammlungsteilnehmer bildeten dann einen gewaltigen Demonstrativnszug, der über den Ring bis zum Schwarzenbergplatz marschierte. Dor dem Rathaus kam es zu stürmischen Kundgebungen gegen die sozialdemokratische Gemeindeverwaltung. Auf dem ganzen Wege wurden die Heimwehrleute von einem dichten Spalier stürmisch begrüßt. Das Programm des neuen spanischen Kabinetts. Paris, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der spanische Ministerpräsident General Berenguer führte in einer Unterredung aus: Ich beabsichtige, Spanien das normale verfassungsmäßige L e - b e n wiederzugeben, halte es aber für notwendig, dabei schrittweise vorzugehen. Ich werde sorgfältig einen kostbaren Teil des Erbes meines Vorgängers und Freundes Primo de Rivera übernehmen, beispielsweise gedenke ich das Programm großer öffentlicher Arbeiten und den nationalen Wirtschaftsausbau durchzuführen, den Primo de Rivera so mutig in Angriff genommen hatte. Jcv gedenke auch die auf ihn zurückgehende Einrichtung der paritätischen Ausschüsse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die für den sozialen Frieden so viel geleistet haben, beizubehalten. Da ich aus Kuba stamme, werde ich der Entwickelung der Beziehungen Spaniens zu Öen lateinamerikanischen Ländern besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Natürlich werde ich mein Bestes tun, um auch mit den anderen Mächten herzliche Beziehungen zu unterfallen. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing am Sonntagnachmittag den privaten Besuch des Königs von Dänemark, der sich auf der Durchreise nach der Riviera einige Stunden in Berlin aufhielt. Der König von Spanien soll in seiner Eigenschaft als Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies demnächst die Ritter dieses Ordens, nämlich die Könige von England, Schweden, Italien und Dänemark, den Kaiser von Japan, den englischen Thronfolger, den ehemaligen deutschen Kaiser und den ehemaligen deutschen Kronprinzen, sowie P o i n * c a r ä und Präsident Doumergue, zu einer Tagung nach Barcelona einberufen wollen. Poincare und der frühere deutsche Kronprinz sollen bereits zugesagt haben, zu erscheinen. Gemäß dem Zeremoniell würden beide nebeneinander zu sitzen kommen. * Auf Anfrage bei Reichskanzlera.D. Dr. 2un ther, der sich zur Zeit außerhalb Berlins aufhält, erfährt die „D. A. Z.", daß die Rachrichten über eine Kandidatur des Herrn Dr. Luther für den BerlinerOberbürgermeister- p o st e n jeder Grundlage entbehren und entbehrt haben. * Der erste Transport von 300 Deutschrussen, die am Montag mit dem Lloyddampfer „Werra" Bremerhaven verlassen, wird von der Hanseatischen Kolonisationsgesellschaft in Brasilien auf Kolo- nielofen angesiedelt werden. In Serajewo wurde die an einem Privat- hause angebrachte Plakette zur Erinnerung an Gavrilo Princip und die übrigen Teilnehmer des Attentats von Serajewo enthüllt. Vorher hatte eine Gedächtnisfeier stattgefunden. An der Veranstaltung nahmen Angehörige der Familie und ehemalige Freunde Princips teil, dagegen keine Vertreter von Behörden oder Verbänden. Aus aller Welt. Freiballon „Reichsmilchausschuß". Reichsernährungsminister Dietrich vollzog aus dem Flugplatz Tempelhof am Sonntag die laufe des vom Reichsmilchausschuß in Dienst gestellten Werbefreiballons. Der Minister erklärte: Es würden immer noch für viele Millionen Mark Milchprodukte aus dem Ausland bezogen. Deshalb wolle man auch neben anderen Mitteln neuerdings die ßuftroerbung in den Dienst der Sache stellen. Nach dem Taufakt, dem Zerschlagen einer Milchflasche an der Gondel, erhob sich der in filber, rot und blau gehaltene Ballon der gleichzeitig der erste farbige Freiballon ist, zu seiner ersten Fahrt. Lynchjustiz in Amerika. Ein aufsehenerregender Fall von Lynchjustiz wird aus Ocilla in Georgia gemeldet. Ein Reger, der in dem dringenden Verdacht stand, die 14jährige Tochter eines angesehenen weißen Farmers getötet zu haben, wurde, nachdem man ihn eine ganze Rächt mit Bluthunden gesucht hatte, festgenommen. Er gestand dem Sheriff, das Verbrechen begangen zu haben. Eine aus mehreren hundert Personen bestehende Menge entriß dem Sheriff den Hebeltäter, schleppte ihn nach der Waldstelle, wo die Leiche des Mädchens in einem Teich aufgefunden worden war, bearbeitete ihn mit Messern und schlug ihn dann vollends tot. Seine Leiche wurde auf einen mit Gasolin getränkten Scheiterhaufen geworfen und verbrannt. Sie Wetterlage. 5onntad, 2. Februar. 1930,8 "mar.—~= 2Sß.ost ySeydlsfiord' O ■Uai Touri -f6 DercTttf Mamog^e ---Thorshavn £ X\~ __1 y w sciirtiE-» ZS . 4 Paris/ Trankt ©womemos oneuer, (jnaio DedetM.0 wollig. 0 oedeext •fftoew »Sehne» a Oraupein. o MeDel K Gewitter ©Windstille. «Q» eente* Ost nissige* Südsüdwest. Q sturmijcne» nordwesl Oie Pfene fliegen mit dem winde. Pie neiden Stationen stenenden Zahlen geoen die Temperatur an. Die Linien veremdeo Orte mit gleichet^ wf nceresniveau umgcr«chnet«n Ujftdruci Wettervoraussage. Schon wieder rückt eine neue Störung vom Atlantischen Ozean heran, und eine Rinne tiefen Druckes, welche über Mitteleuropa nach den Balkanländern hinläuft, hat sich herauszebildet. Der Hebergang au beständigem Wetter ist somit nicht gegeben. Abermals dürfte die neue Störung die Temperaturen wieder etwas zum Ansteigen bringen und nach anfänglichem stellenweisen Auf- klaren meist wolkiges und nebeliges Wetter mit Riederschlägen verursachen. Wettervoraussage für Dienstag. Rebeliges und wolkiges Wetter, nach anfänglich wenig veränderten Temperaturen wieder etwas milder und Riederschläge. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 4,4 Grad Celsius, abend2 2,7 Grad; am 3. Februar: morgens 2,4 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum — 0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 1,4 Grad, am 3. Februar: morgens 0,6 Grad Celsius. Riederschlag 0,3 Millimeter. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodsko"'f: Nebel, minus 1 Grad, 3 Zent.metcr Pulver chne. S^vrt- Möglichkeit nicht vorhanden. Sauerland. Winte»bera: Rebel, minus 1 Grad, 10 Zentimeter Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit gut. Schwarzwald. Feldberg: Stärkerer Schneefall, minus 1 Grad, 55 Zentimeter Schnee. 6 bis 10 Zentimeter Äeuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit gut. Alpen. Garmisch - Partenkirchen: Klar, minus 2 Grad, 5 Zentimeter Schnee, Pulverschnee. Ski- und Rodelmöglichkeit gut äJU'jji«* Ä“- «Ä* rE "lche sollen. h<^ ell iDütJu, er. oininen,^ ^ido rett. usschvß-. nch vollzog auf onnfag die Taufe L'enst gestellten .Mer erklärte: le Mionen Mark ln5la.ni> bezogen. nn Mitteln }5 Mm Dienst Zufall, Um L< ■r Eondei, tt^Äh 'yöttene VaUvn ttt 'ballon ist, zu feiner lerifa. l. von Lynchjustiz na gemeldet. Ein n Verdacht stand, [gelegnen wrihrn wurde, nachdem t Authunden ge. rstand dem Sheriff, haben. Eine aus bestehende Menge ebelläter, schleppte >o die Leiche des ufgesunden worden isern und schlug ihn che wurde aus einen iterhausen geworfen «L"fc* Ä; LL'" '* laae. 6tfi1 &S6 SOS- «»ue Störung te dee Instchen SS i .L-ZS^ :aturen W*?5 „rf«^ I S>" „..41 SÄ»" solche Stadt ganze und fvwie schon Alsfeld auf das schwerste schädigen und eine Anzahl von Betrieben des gewerblichen kaufmännischen Mittel st andes, industrielle Betriebe bei dem jetzt vorhandenen schweren Steuerdruck ihrem 91 u i n entgegenführen würde." Die Begründung sagt u. a: daß die Stadt Alsfeld seit historischer Leit wirtschaftlicher Mittelpunkt des Schwalmtales und des nördlichen Vogelsberggebietes gewesen ist. Daß die Kreisstadt Alsfeld von jeher als Sitz eines Kulturzentrums für den nördlichen Teil der Provinz Oberhessen anerkannt worden ist, geht aus der Nervenkranke a.Nervös-Erschöpfte. Spexlalknranstilt Holhel» Im Taanns bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Protest des Alsfelder Stadirats gegen die Aufhebung des Kreises Alsfeld Treffer. Sp.Dg. Fürth bayrischer Bezirksmelsler. Sp.vg. Fürth gegen München 1860 9:3 (6:1). Der südbayerische Handballmeister München 1860 mußte in dem zweiten Entscheidungsspiel um die Meisterschaft von Bayern nach dem unentschiedenen Ergebnis von 5:5 jetzt in Fürth gegen die Sp. Vg. Fürth eine empfindliche Niederlage einstecken. Die Fürther befanden sich diesmal in Hochform und waren ihrem Gegner vor allem in technischer Hinsicht überlegen. Bereits bei Halbzeit stand das Treffen schon mit 6:1 zugunsten der Fürther, die dann im weiteren Verlauf des Spiels das Endresultat von 9:3 herstellen konnten. Damit ist die bayerische Bezirksmeisterschaft an die Sp. Vg. Fürth gefallen. Polizei Fxeiburg badischer Meister. F.v. Rastatt 04 gegen Polizei Freiburg 1:4. In Rastatt fand bas zweite Entscheidungsspiel um die Handball-Meisterschaft von Baden statt, zu dem sich F.V. Rastatt und Polizei Fr.iburg durch ihre Abteilung.s ege qualifiziert hatten. Wie im Vorspiel, indcte auch dieses Treffen mit einem überlegenen Sieg der Freiburger Polizisten, die mit 4:1 Rastatt abfertigten.. Mit diesem Sieg wurde Freiburg badischer Handballmeister. Keine Entscheidung in der Gruppe Rhein. v.s.R. Mannheim gegen F.E. Mannheim 08 1:1. In Mannhe im standen sich im Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft der Gruppe Rhein die beiden Handballmannschaften von V.f.R. Mannheim und Mannheim 08 gegenüber. Das spannende Treffen endete nach gleichwertigem Kampf mit 1:1 unentsch'.eden, so daß ein w.itcres Entscheidungsspiel notwendig wurde. „Der Stadtoorstand der Kreisstadt Alsfeld und die von ihm vertretene Bürgerschaft der Stadt Alsfeld erheben einmütig mit aller Entschiedenheit Einspruch gegen eine Aufhebung des Kreises Alsfeld, da eine Maßnahme die wirtschaftliche Existenz der hört hat. Eine lange Reihe von Veröffentlichungen gibt Zeugnis von der Bedeutung Strengs auf dem Gebiet se'ner Wissenschaft. Unter diesen Arbeiten gellen viele unserer engeren Heimat, die der Gelehrte mit unermüdlichem Eifer durchforschte. Zahlreiche hier vorkommende Mineralien wurden von ihm und seinen Schülern entdeckt und beschrieben. Insonderheit fesselten ihn die zahlreichen vulkanischen Gebilde vergangener erd- geschichtlicher Perioden in der näheren und weiteren Umgebung Gießens. So finden wir unter seinen Arbeiten eine Beschreibung des Aspcn- kippel bei Climbach, dessen Ratur als Basaltvulkan Streng entdeckte, eine solche der Basaltdurchbrüche am Wetterberg bei Gießen, eine Untersuchung über den Dolorit von Londorf und andere mehr. In Wort und Schrift, sowie auf zahlreichen Exkursionen, die er mit seinen Schülern cder mit auswärtigen Fachgenossen und Raturforschern unternahm, hat Streng dafür gewirkt, daß der naturgeschichtliche Reichtum des Hessenlandes weiten Kreisen bekannt geworden ist. und daß der Rame manch einsamen Dorfes und manch unscheinbarer Bergkuppe einen Weg gefunden hat in die weite Welt der Wissenschaft. So ist das Gedächtnis dieses hervorragenden Mannes lebendig geblieben und wird lebendig bleiben weit hinaus über den Rahmen, der sein Erdenwallen und sein Wirken in Gießen umschlossen hält, und die heutige Generation gedenkt dankbar seiner Verdienste um die Wissenschaft, um unser Volk und um unser Land. Laien für Ljenslag. 4 Februar. 1871: Friedrich Ebert, Präsident des Deutschen Reiches, in Heide-berg geboren (gestorben 1925). — 1921: der Dichter Karl Hauptmann in Schreiberhau gestorben (geboren 1858). Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Deutsches Seminar der Universität: Vortrag von Dr. Karl Ritter „Politisches Theater und Kulturtheater", 20.30 Uhr, im Hörsaal des Kunst- geschichtlichen Instituts. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Dolores del Rio"; auf der Bühne »-^Alsfeld,!. Febr. In der am gestrigen Freitag abgehaltenen außerordentlichen Stadt Vorstandssitzung behandelte der Stadtvorstand als wichtigsten Punkt der Tagesordnung die vom Reichssparkornmissar vorgeschlagene Aus- Hebung des Kreises Alsfeld. Der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Dölsing, * betonte in seinen einleitenden Worten, daß es sich hier um eine Lebensfrage für d i e Stadt Alsfeld handele. Auch die Stadt Alsfeld erkenne die harte Notwendigkeit an, daß vorn hessischen Staate Sparmaßnahmen getroffen werden müßten, auf keinen Fall dürften aber Maßnahmen getroffen werden, welche geeignet seien, nicht nur die wirtschaftliche Existenz einzelner Berufsgruppen, sondern auch diejenigen einer ganzen Stadt als solche auf das schwerste zu schädigen. Es gehe nicht an, die Auswirkung von Sparmaßnahmen ausschließlich auf die Bevölkerung in ihrer ganzen Schwere abzuwälzen, denn auch die Staatsregierung müsse sich immer vor Augen halten, daß der Staat nur dann gedeihen kann, wenn die Gemeinden lebens- und steuerkräftig erhalten bleiben. In der Aussprache betonten die Redner aller Parteien, daß es sich hier um keine politische Frage, sondern um eine rein wirtschaftliche Frage von einschneidendster Bedeutung für die Stadt Alsfeld handele, bei der es nur eine Einheitsfront aller Parteien und Stände zur Abwehr der Aufteilung des Kreises Alsfeld geben könne. Es wurde e i n ft i m m i g eine Entschließung angenommen, welche dem Ministerium des Innern unterbreitet werden soll und die lautet: Gesangsdarbietungen des Regertenors Elma Spy- > glas; ferner „Jennys Bummel durch die Männer". — Astoria-Lichlspiele: „Achtung! Doppelgänger". — Aus dem S t a d t t h e a t e r bu r e au wird uns geschrieben: Morgen findet als Gastspiel der Operettengastspiele Frankfurt die Operette „Die lustige Witwe" statt. Mittwoch, 5. Februar, „Kyrih-Pyrih". — Freitag, 7. Februar, Premiere: „Musik" von Wedekind. — Sonntag, 9. Februar, Cum ersten Male: „Drei alte Schachteln". — Vortrag in der Hochschulgesellschaft. Man schreibt uns: Am Dienstag, 11. Tebruar, wird der neuerdings nach Tübingen berufene bekannte Vertreter der alten Geschichte an der Universität Halle, Professor Dr. Wilhelm Weber, im großen Hörsaal der Universität einen durch Lichtbilder illustrierten Vortrag über die Religionen der römischen Kaiserzeit halten. Der Vortrag, der von einem hervorragenden Kenner gehalten wird und im besonderen die Auseinandersetzung der antik-heidnischen mit der christlichen Religion zum Gegenstand hat, darf allgemein auf besonderes Interesse rechnen. Er ist jedermann zugänglich. Räheres wird im An- zeigentcil noch bekanntgegeben. — „Das Oekonomieprinzip in der Leibeserziehun g." Heber dieses Thema spricht am morgigen Dienstag 20.15 Uhr iin Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Institutes, Ludwigstraße, Dr. Bode, München. In dem vom Institut für Leibesübungen der Universität veranstalteten Vortrag kommt eine der führenden Persönlichkeiten der neueren Gymnastikschulen zu Wort. Dr. Bode ist der Begründer der Ausdrucksgymnastik und Leiter der nach ihm benannten Schule. Im Anschluß an den Vortrag zeigt Dr. Bode sein System in einer praktischen Vorführung mit Unterstützung einiger Schülerinnen. Diese Vorführung findet sofort anschließend an den Vortrag in der Turnhalle des Realgymnasiums statt. — EinLichtbildervortragüber„Die Deutsch-russische Parnirexpebition" wird am Donnerstag, 6. Februar, in der Reuen Aula stattfinden. Man beachte die Anzeige vom Samstag. — Filmvorführung.,Der Weltkrieg" zum Besten der Kriegerwaisen. Der Fechtverband Kassel der deutschen Kriegerfecht- qnstalt veranstaltet am nächsten Mittwochabend im Saale des Cas6 Leib eine einmalige Vorführung des von der damaligen Obersten Heeresleitung aufg:n:mmcivn Wel fr egssilm. Der Reinertrag des Abends ist zum Besten der sich in Rot befindlichen vier Kriegerwaisenhäuser bestimmt. Der Besuch der Veranstaltung sei empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.) — Heber „Studentenschaft und Rationalsozialismus" spricht am nächsten Freitagabend Dr. Mierendorf, Darmstadt, im oberen Saale des Cafe Ernst Ludwig. (Siehe heutige Anzeige.) Die Amtszeit d e r unbesoldeten städtischen Beigeordneten. Rach dem soeben im hes'i'chen Regierungsblatt veröffentlichten zweiten Gesetz über die Wahlen für Gemeinden und Semeindeverbände vom lu. Dezember 1929 beträgt die Amtszeit aller unbe- soldetcn Beigeordneten in den Städten, die tm Jahre 1925 wiedergewählt worden sind, neun Schulfrei am 31.Oktober. 3m Hessischen Landtag war vor kurzem der Antrag gestellt worden, am 31. Oktober, dem Reformationstage, für die evangelischen Schaler fämiftel zu geben. Der Minister für Kultus und Bildungs- wesen hat nun angeordnet, daß in allen Orten, Die übrigen Punkte der Tagesordnung fanden rasche Erledigung. Die Rechnung der Stadt-, Hospital- und Armenkasse, sowie des städtischen Schlachthofes vom Rechnungsjahr 1928 wurden ohne Debatte genehmigt. Ebenso der Vertrag über die gemeinsame Verpachtung der Waldjagd im Homberg zusammen mit dem Hessischen Fiskus. Danach wird das vorhandene Jagdgebiet des städtischen und fiskalischen Waldes zwecks gemeinsamer Verpachtung zu einem Gebiet vereinigt. — Für die städtische Umformer- station wurde die Anschaffung eines Nullspannungsautomaten beschlossen, um die in letzter Zeit wiederholt durch die unregelmäßige Stromzuführung des Ueberlandwerks hervorgerufenen Beschädigungen der Gleichrichteranlage künftig zu vermeiden. Wie der Vorsitzende hierzu bemerkte, lehnt die Direktion des Ueberlandwerks Oberhessen jeden Schadenersatz ab, da die aufgetretenen Schankungen und Störungen hauptsächlich durch den neuen Schwelwerksbetrieb verursacht seien, wofür das Ueberlandwerk Oberhessen nicht verantwortlich sei. Weitere Proteste in Gicht. W Alsfeld, 1. Febr. Der Kreistag des Kreises AlSfeld ist auf Donners - tag, 6. Februar, zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen worden mit dem Punkte zur Tagesordnung: Aufteilung des Kreises Alsfeld. Die Bürgermeistervereinigung des Kreises Alsfeld wird in einer besonderen Sitzung am nächsten Mittwoch ebenfalls Stellung zu der Frage nehmen. in denen am 31. Oktober eine Feier der protestantischen Religionsgemeinde stattfindet, für die protestantischen Lehrer und Schüler der Unter- richt ausfällt. * Besihwechsel. Das Villenanwefen Wil- helmstrahe 25, früher im Besitze des Geh. Kommerzienrates Dr. Wilhelm Gail und zuletzt im Eigentum des Fabrikanten Dr. Georg Gail stehend, ging durch Kaufvertrag an den Alt- Herren-Verband des Korps Teutonia über. Richt mitverkauft ist ein Geländestreifen (Bauplatz), der an die Liebigstraße angrenzt. Das Korps Teutonia gibt sein bisheriges Korpshaus Kaiserallee 81, an das Korps Sylvania ab. Die Hebergabe wird zu Anfang April erfolgen. ** E i n Verkehrsunfall ereignete sich am Samstag gegen 17 Uhr am Selterstor. Dort bog das Lastauto einer Gießener Firma von der Westanlage her kommend in die Frankfurter Straße ein, wobei infolge der feuchten Fahrbahn die Hinteren Räder des Kraftfahrzeugs ins Gleiten kamen und der seitlich abrutschende Wagen eine verheiratete Frau aus der Bleichstraße, die mit einem Handwagen auf der rechten Fahrbahnseite fuhr, heftig um« warf. Die bedauernswerte Frau erlitt hierbei Verletzungen an den Beinen und mußte von der Sanitätsmannschaft der Feuerwache mit dem städtischen Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Der Führer des Lastautos verlor bei dem Vorfall die Herrschaft über den Wagen, fuhr quer über die Fahrbahn hinweg auf den linksseitigen Bürgersteig und rannte dort gegen ein Gartenspalier mit Untermauerung an. Zum Glück kamen hierbei weitere Personen nicht zu Schaden. •• Hauptvers ammlung des Hessischen Turnlehrervereins in Gießen. Am 5. Februar hält der Hessische Turnlehrerverein in Gießen seine Hauptversammlung ab. Der bekannte Gymnastik-Pädagoge Dr. Bode und Hniversitätsprosessor Dr. med. Becher werden Referate halten. Aus der Provinzialhauptssadi Gießen, den 3. Februar 1930. Zur Erinnerung an Geheimrat August Streng. Im raschen Wandel unserer Zeit ist es dem Einzelnen nur selten beschießen. die Spuren eines Schassens und Wirkens so eindrucksvoll und nachhaltig zu gestalten, daß sie auch spateren Generationen noch gegenwärtig bleiben. Zu dielen toeniaen gehörte Johann August Streng? der 27 Jahre lang (1867 bis 1894) als Professor der Mineralogie an unserer Hm- versität wirkte, und dessen am 4. Februar wie» verkehrender 100. Geburtstag zu dankbarem Gedenken Anlaß bietet. In Frankfurt a. M. geboren und bereits in früher Kindheit verwaist, sah sich Streng gezwungen, das Gymnasium seiner Vaterstadt schon in Sekunda zu verlassen und sich durch praktische Tätigkeit und anschließend durch den ^such der damaligen polytechnischen Schule in Karlsruhe für den Beruf eines Technikers vorzubereiten. Hier war es vorzugsweise die Chemie, die ihn anzog und die ihn schon nach 2 Jahren (1849) zu Robert Bunsen führte, der damals in Marburg wirkte. Mit diesem seinem großen Lehrer ging er 1851 nach Breslau und 1852 nach Heidelberg. Hüter dem Einfluß Bunsens, dessen Assistent er 1851 wurde, war in Streng der Entschluß gereift, sich ganz der Wissenschaft zu widmen. So sehen wir ihn denn mit zäher Willenskraft und mit eisernem Fleiß am Tage im Laboratorium, in der Rächt mit der Vorbereitung für das Abitur beschäftigt, das er dann 1852 am Friebnch- Wilhelm-Gymnasium in Breslau absolvierte. Hnd nur wenige Monate später erfolgte, gleichfalls in Breslau, feine Promotion zum Doktor der Philosophie. In einer klassischen, im Jahre 1851 erschienenen Abhandlung „Heber die Prozesse der Dullani- schen Gesteinsbildungen Islands" hatte Dunsen die chemisch-analytischen Methoden auf die Erforschung der vulkanischen Gesteine angewendet und eine Theorie begründet, die die Entstehung solcher Gesteine allgemein aus einem extrem sauren und einem extrem basischen Endglied (Trachyt und Basalt) bartun sollte. Angeregt durch diese Hntersuchung Dunsens gelten denn auch diesem Problem die ersten wissenschaftlichen Arbeiten Strengs: seine Dissertation und eine weitere Arbeit, auf Grund deren er sich 1853 in Heidelberg als Privatdozent für Chemie habilitierte. Beide Schriften legen Zeugnis davon ab, daß Streng sich neben der Chemie auch mit dem Studium der Mineralogie und der Geologie schon in seinen Studienjahren eingehend beschäftigt hatte. Welche Hoffnungen die wissenschaftliche Welt auf den jungen Gelehrten setzte, beweist die Berufung des Dreiundzwanzigjährigen als Hüttenmeister und Lehrer der Chemie an die damalige Berg- schule Clausthal am Harz. 1862 erfolgte seine Ernennung zum Professor, und 1867 seine Berufung auf den Lehrstuhl der mineralogischen Fächer an der Universität Gießen. Hier in Gießen hat Streng 27 Jahre lang gewirkt und als Forscher und Lehrer eine segensreiche Tätigkeit entfaltet, bis eine unheilbare Krankheit ihn zur Riederlegung seines Amtes zwang, von der ihn im Januar 1897 der Tod erlöste. Hier in Gießen lebt heute noch in geistiger uni) körperlicher Frische seine greife Gattin Elisabeth, geb. Mettenheimer. Besondere Verdienste hat sich Streng erworben um das Mineralogische Institut der Hniversität, als dessen eigentlicher Begründer er angesehen werden kann. Ihm gelang es, diesem Institut in dem neuen, 1830 eingeweihten Vorlesungsgebäude ein würdiges Heim zu schassen, bas noch heute, nzuerbingo um eine Reihe von Arbcitsräumen erweitert, den Zwecken der Mineralogie und Petrographie bient. Die Sammlungen von Mineralien unb Gesteinen, auf bie bas Institut stolz sein kann, sind in erster Linie das Werk Strengs. Ebenso geht bie Bücherei bes Instituts in ihrem Grunbstock auf ihn zurück, sie erfuhr eine bankenswerte Bereicherung be- senbers baburch, baß nach Strengs Willen seine reichhaltige Privatbibliolhek bem Institut zusiel. Das Amt eines Rektors ber Lande ^Universität bcHcibcte Streng zweimal, 1878 bis 1836 war er stänbiges Mitglieb ber Mademischen Abministra- tlons-Kommission unb 1878 bis 1894 üerfab er bas Amt eines Ephorus. Aber nachdrücklicher noch vermochte er im Interesse ber Gesamtuniversität zu wirken als Mitglied der Ersten Kammer der hessischen Stände, der er auf Grund mehrfach erneuter Berufung viele 3ahre ange«* Tatsache hervor, daß die hessische Staatsregierung im Jahre 1909 ihr die Genehmigung zum Ausbau ihrer Realschule zur Dollanstalt als Oberrealschule erteilte. Alsfeld war sogar früher der Sitz eines Bezirksstrafgerichts. Die Stadt Alsfeld darf also Anspruch darauf erheben, als wirtschaftlicher Mittelpunkt des nördlichen Teiles der Provinz Oberhessen behandelt zu werden. Die Aufhebung des Kreisamts und der damit verbundenen Behörden würde nicht nur eine ganze Anzahl kleinerer Existenzen des gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes, sowie auch industrielleBetriebeschwerschädigen, sondern sie würde auch für die Stadt als Kommune die bedenklich st en Folgen nach sich ziehen, da eine erhebliche Schwächung der Steuerkrast notwendigerweise mit der Aufteilung des Kreises Alsfeld unter Wegnahme der Kreisbehörden eintreten müßte, wodurch die ganzeFinanz wirtschaft der Stadt Alsfeld ernstlich in Frage g e ft e l l t würde, da alle Anlagen und Unternehmungen mindestens auf der gegenwärtig vorhandenen Steuerkraft aufgebaut sind. Turnen, Spork und Spiel. Gau-Wettkämpfe der Kunstturner in Frankfurt. Gau Frankfurt mit 1825 Punkten Sieger. Vor 3000 Zuschauern wurde am gestrigen Sonntag in Frankfurt zwischen den Gauen Frank- urt, Main — Taunus unb Main — Ofsenbach — Hanau ein Wettkampf im Kunstturnen ausgetragen, der ganz ausgezeichnete Leistungen brachte. Dor allem ragten bie Vertreter Frank- urts hervor, bie um eine Klasse besser als ihr« Konkurrenten waren. Die höchste Punktzahl erreichte ber Frankfurter Ernst Winter mit 230 Punkten, bem mit 218 Punkten ebenfalls dev Frankfurter Turner Georg Pfeiffer folgte. Den brüten Platz belegte bei den Einzelergebnissen Holls elber, TD. Bornheim, mit 206, den vierten Ab am Hau, Isenburg, mit 204 unb ben fünften Platz 3. Kipp, Klein-Auheim, mit 200 Punkten. 3m Gesamtergebnis siegte ber Gau Frankfurt mit 375 Punkten am Barren, 395 am Querpferd, 407 am Längspferd, 428 am Reck und 220 in den Freiübungen, also mit insgesamt 1825 Punkten vor dem Gau Main—Taunus mit 1641 und dem Gau Offenbach-Hanau mit 1663 Punkten. Fußball in Hessen-Hannover. Der Bezirk Hessen-Hannover sah gestern K u r h e s s e n Kassel auf eigenem Platze gegen S. C. 03 Kassel 3:4 verlieren. Süddeutsche Fußballmeisterschaft Die süddeutschen Fußballspiele erbrachten am gestrigen Sonntag in der Runde der Meister bemerkenswerte Ergebnisse und eine Hmgrup- pierung der Tabelle. Die Sp. Vgg. Fürth schlug die Münchener Bayern knapp, aber sicher mit 2:1, verdrängte sie hierdurch von der Tabellenspitze, an die sich bie Fürther gleichzeitig allein setzte. Die zweite Stelle nimmt nunmehr wieder bie Frankfurter Eintracht ein, bie bie Wormser Wormatia in einem spannenden Treffen 5:3 besiegen konnte. Eine schwere Schlappe, gleichzeitig als erste Riederlage, erlitt Der F. C. Pirmasens, der mit einem 1:5 vom F. C. Freiburg entlassen wurde. V f B. Stuttgart und S. V. Waldhof Mannheim spielten unentschieden 4:4. Runde der Zweiten unb Dritten. Hier hatte die Gruppe R o r d we st zwei Hn- entschieden. DfL. Recke rau gab Sportfreunde Saarbrücken mit 3:3 Toren einen Punkt mit. Es rächte sich, daß ber F. Sp. B Frankfurt mit geschwächter Mannschaft nach Saarbrücken zum F.V. gefahren war. Wit 1 -1 büßten die Frankfurter einen Punkt ein. S.V. Wiesbaden gewann auf eigenem Platze gegen Rotweiß Frankfurt mit 2:1 Toren nur recht knapp. Phönix Ludwigshafen dagegen errang mit 3:1 einen klaren Sieg über ben V. f. L. Reu - 3 senburg. In ber Gruppe öüboft gab es mit einer Ausnahme äußerst torreiche Treffen. Phönix Karlsruhe sah den 1. F. C.Rürnberg mit einem hohen 8:2-©ieg und ben beiben Punkten nach Hause zurückk .hren, noch schlimmer erging es, allerdings auf fremdem Platze, HnionDvckin- gen. Sie wurde von S. V. 1860 München mit 10:0 überfahren. Jahn Regensbur g behauptete den Vorteil des eigenen Platzes gegen ben K. F. V. K arlsruhe, ber mit 3:4 Toren ben Punktverlust zu beklagen hatte. Sehr anerkennenswert machte sich wieder der A. S. V. R ü r n b e r g bemerkbar. Mit 2:1 Toren holte er sich den Sieg beim V- f. R. Heilbronn, Handball - Entscheidungsspiele in Süddeutschland. Um bie Bezirksmeisterschaft von Main.Hessen. 5.H. 98 Darmffabt gegen F.S.v. Mainz 05 7:0 (2:0). Vor 2000 Zuschauern wurde gestern in Darmstadt zwischen den beiden Gruppenmeistern S. V. 9 8 D a r m st a d t und F. S. V. M a i n z 0 5 das erste Entscheidungsspiel um die Meisterschaft des Bezirks Main-Hessen ausgetragen. Der süddeutsche Pokalmeister Darmstadt, der ohne seinen bewährten rechten Flügel Werner und Fiedler antrat, mußte sich gewaltig anstrengen, um sich gegen die Mainzer erfolgreich 'durchzusetzen. Bis zur Pause gelang es den Darmstädtern, mit 2:0 in Führung zu gehen. Nach Wiederbeginn gab es eine kurze Drangperiodc der Mainzer. Dann aber kamen die Darmstädter wieder mehr zu Wort und erzielten fünf weitere ** Der Evangelische Arbeiterverein hielt am Samstagabend im Dereinslokal seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende H. Kirchner erstattete den Jahresbericht, während Rechner M. Z s ch u n k e einen Ueberblick über bie Kassen- vcrhältnisse des Vereins und der Sterbekasse gab. Bei den Wahlen wurde der erste Vorsitzende einstimmig wiedergewählt, ebenso erfolgte die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Neu in den Vorstand wurden gewählt die Herren H o r st, Steinbach und Volk. Zum Schluß wies der Vorsitzende noch auf die günstige Entwicklung des Frauenchors des Vereins hin und gab davon Kenntnis, daß eine Reihe weiterer Veranstaltungen zusammen mit dem Wartburgverein durchgeführt werden sollen. Wehlar hat einen Oberbürgermeister. WSR. Wetzlar, 1. Febr. Die hiesige Stabt- verorbnetenversammlung hat in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen, dem Dürgermeister Dr.Kühn bie Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister" zu verleihen. Eine finanzielle Mehrbelastung ist mit diesem Beschluß nicht verbunben. Berliner Börse. Berlin, 3. Febr. (WTD. Funkspruch.) Obwohl entgegen ben Erwartungen für heute der Zentralausschuh ber Reichsbank noch nicht einberufen ist. taxiert man im Frühverkehr bie Kurse fester. Die Stimmung ist, angeregt burch bie Siemenstransaktion, bie besonders ben Elektrowerten einen Stimulus geben durfte, recht freunb- lich. Am Devisenmarkt nannte man Lonbon gegen Paris 123,98, London gegen Mailand 92,96, London gegen Spanien 36,90. Heuchelheim, den 2. Februar 1930. V72D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen unseren innigsten Dank. Gg. Kifeler, Lehrer i. R. nebst Angehörigen. Ü63D Danksagung. Herzlichen Dank allen denen, die uns bei der Krankheit und Beerdigung unseres lieben Kindes so teilnehmend zur Seite standen. Ferner danken wir Herrn Pfarrer Krämer für seine tröstenden Worte sowie noch für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden. Familie Ludwig Burger. Steinbach, 1. Februar 1930. Der Vorstand. 1868-1918 in Kenntnis zu setzen. 983D Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alters- kollegen Wilhelm Schermuly ©ieöenet WrttMltlose ä 1 RM. sind bei allen bekannten Lofeverkäufern in Stadt und Vanb zu haben. HauvfgcWinn 2 Bierde tm Werte von 2000 RM. oder Bargeld 1600 RM. General-Vertrieb: Auchackev, Neuen Säue 11 Daselbst 11 Vofe für 10 RM. 28 Lofe für 25 RM. [720D Luft beleuchte! -mdSlaah länger D. R. P. und A. P. liefern M‘V Luftbefeochtnng für Zentralhel* zungen GmbH. ,Ludwig*hafen/Kh. Dienstag, den 4. Februar 1930 nachmittags 2 Uhr versteigere icy im „Löwen-, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise geaen Barzahlung: 966D 1. drei Bücherschränke, vier Klaviere, drei Schreibmaschinen, vier Sofas, zwölf Stühle, drei Ausziehtische, einen Sekre-- tär, zwei Schreibtische, drei Vertikos, einen Spiegel, einen Amboß, einen Schrank, zwei Tische, drei Standuhren, eine Lederwalze, zehn Büfetts, drei Chaiselongues, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz, einen Gasherd, drei Diwane, zwei Teppiche, vier Näh. Maschinen, zwölf Messer, zwölf Gabeln, Zwei Grammophone, zwei Kredenzen, einen Ledersessel, eine Friseur-Ladeneinrichtung, zwei Ladentheken, eine Registrierkasse, ein komplettes Schlafzimmer, ein komplettes Speisezimmer, einen Koffer, zwei Kleiderschränke, Zwei Schränkchen, einen Küchenschrank, 14 Mäntel, eine Flurgarderobe, ein Billard, einen Ladenschrank, eine Schreibladenkasse, ein Warenregal, ein Harmonium, zwei Steppdecken, einen Läufer, eine Waschtoilette, ein Schwein, einen Eber, ein Pferd. 2. voraussichtlich bestimmt: ein größeres Quantum Bettdamast, eine große Partie Plüschhosen und Bettücher (alles neu), 88 Wasch-Apparate. Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telephon 4039 Wir bringen morgen zwischen 10 und 12 Uhr als Sensations-Angebot unserer Weißen Woche einige hundert Meter Hemdentuch zum Preis von 28 Pf. in den Verkauf - Mengenabgabe behalten wir uns ausdrücklich vor Stiurulckev- Giessen Monktstn. 4- — <3 9MA 0/4* WeMstuvr GKßhKl Ludwigsplah Im Ausschank: ®füd 1929er Uieöer-Oliüershelmet 0.25 1929er Glsljeimer...........0.25 1928er Wonertöeimer.......0.30 1928er ßöeülob.ner.........0.30 1928er MermeivMHm 0.40 1928erUletfenljeimer ..... 0.45 1928er MliOeNSeWMIO 0.50 1928er MeMer, Illoiel 0.50 1928er MIO. Auerberg, rot 0.50 einschließlich Bedienung i 9j9D Stellenangebote in Kenntnis zu setzen. 9681) Gießen (Dammstraße 42), den 3. Februar 1930. Alsfeld 84 >V 976L>| lb= 39 = 10,11 Fichtennuhreisig 843D Familie Wilhelm Rühl Familie Katharine Leyerer Wwe. Los Los Los 11 Kiefernstämme 8,51 km 986 D 2. 3. 270 50 3,17 1,18 2. 3. 5. 6. 483 1451 = 28,98 = 43,53 3,51 „ 0,30 „ 14,00 rm Kl. 2 „ 3 „ 4 „ 5 3a 3 3b 1 Die Trauerfeier findet Dienstag, den 4. Februar, nachmittags 3.30 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. A. 3,75 km 4,56 „ 3,33 „ 4,46 „ N. Eichenabschnitte 4 Stück mit 5 „ „ 2 „ „ 2 „ „ Eichenabschnitte Burkhardsfelden, den 2. Februar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, 4. Februar, nachmittags 2'/, Uhr statt. _____________________________________ 978D Gefuchteinebeschlag- nobmefrete 2-3iaim.-IDol|ii. nenen Abstandssumme, eötl. Um- zugsoergüi.ing. Schr. Angeb. unter 074> a. d. Gieß. Anz. Sohn cChtL'arer Eltern Mim kommenden ■ stübiöbr unter nün- sfigen Bedingungen in die Vebre gesucht. Witbclm Moicr, GärfncrcibcsiUcr, Wichen, l .7« Wiesecker -heg 10. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. Sehr- nachm. 21/? Ubr, statt. Zusg innenkun't 2 Ubr am Eingang des Reuen FriedhofeS. Unitorm: 1. Rock und Helm. TaS Kommando: l>ritz Wenzel. Karl Wenzel. B. Brennholz. 1500 Buchenwellen, 1800 Eichenwellen, 3000 Kiefernwellen, 3500 Fichtenwellen und 15 rm Stockholz. Zusammenkunft zur Nutzholzversteige- runa vormittags 9% Uhr auf der Straße Gießen—Leihgestern, an der Winkelschneise: Zusammenkunft zur Brennholzoersteigerung nachmittags 2 Uhr an der Talschneise beim Pflanzgarten. Großen-Linden, den 1. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Lang. Fichtenderbstangen. 1. Klasse 183 Stück = 16,47 km 69 Stück mit 33,14 km 104 „• „ 78,94 „ 27 „ „ 32,21 „ 15 „ „ 12,31 „ Eichennuhscheit Die Angebote sind schriftlich bis spätestens 15. Februar 1930 an den Unterzeichneten einzureichen, bei welchem auch die Zahlungsbedingungen zu erfahren find. Eröffnungstermin 15. Februar 1930, nachmittags 4J4 Uhr, im Dienstzimmer des Gemeindevorstehers. Nähere Auskunft betr. des Holzes durch Herrn Hegemeister Saleck in Salzböden. Zuschlag bleibt der Gemeindevertretung vorbehalten. 975D Odenhausen (Kr. Wetzlar), 1. Febr. 1930. Der Gemeindevorsteher. Pfaff. Stadttheate* Dienstag,4.Febr., von 19' i bis 22' 4 Ubr 18. Dienstag Ab.-Vrsl. In neuer wu Jmzemerung! Die luiike Witwe von Viktor V6on und Veo Stein. MunkvonFr.Lebür. Cbcrettcnvrciic.. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem großen Schmerz über den plötzlichen Tod unserer Ingeborg sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und insbesondere für die schönen trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler sprechen wir auf diesem Wege unseren wärmsten Dank aus. Familie Wilhelm Rupp. Gießen, den 3. Februar 1930. Die Liebe höret nimmer auf. Gott hat es gefallen, nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Enkelin Maria Engel geb.Stamm im 25. Lebensjahr zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Heinrich Engel und Kind Familie Heinrich Stamm Familie Georg Engel nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, Lützellinden, den 2. Februar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, 4. Februar, nachm. 2'/, Uhr, statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Schermuly geb. Dämmerling. Kl. 3 „ 4 „ 5 „ 6 Fichtenreisstangen. 4. Klasse 391 Stück - 7,82 km Mittwoch, den 5. Februar I. 3., vormit- tags 10'/t Uhr anfangend, nach Zusammenkunft am Waldeingang der Straße nach Treis, soll im Gemeindewald Mainzlar folgendes Nutzholz zur Versteigerung gelangen: Mietgesuche | Beamier sucht für forori schön möbl. MUI Schr. 21 na. u. 981D an den Gieß. Anzeig. Hierdurch eriüllen wir die trau- i«ae Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Karl Heuling I. WW von diesiger Grob- bandlung zu Ostern gesucht. Schriftliche Angeb. unter 967 0 an den Gien. Arn. nachstehende Stämme zum Verkauf: 1.4 Fichtenstämme Kl. 1b, 1,21 km 6 „ „ 2a, 3,98 „ 5 „ „ 2b, 6,70 „ Am 1. Februar, abends IO1/« Uhr, entschlief nach langem, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Goie und Tante Frau Anna Rühl geb. Albach im 34. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Hermann Rühl und Kinder Familie Heinrich Neeb Familie Polizeidiener Albach Familie Heinrich Möbus III. gespalten, 1,25 m lang, 16,0 rm rund, 2,00 „ „ 1,6 „ Kiefernstämme Kl. 2b 1 Stück mit 0,54 km Statt besonderer Anzeige. Freitag mittag 1.30 Uhr entschlief nach schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Schermuly im 62. Lebensjahre. Große Mbeiversteigemng Dienstag, den 4. Februar, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 980D eine Küche (kompl.), zwei Sofas, einen Küchenschrank, zwei Anrichten, zwei Küchentische, eine Chaiselongue, zwei Schreibtische, zwei Büfetts, einen Herren-- . zimmertisch, zwei Stühle, eine Ladentheke, ein Sofa, sechs Sessel, einen Tisch, drei Nähmaschinen, einen vierrädrigen Wagen für Möbeltransporte, ein Herrenrad, ein Motorrad D. A. 500 K, einen Regulator, ein Harmonium, eine Schreibmaschine Orga Privat. Versteigerung bestimmt. Ludwig hartmeh, Auktionator und Taxator, Neuenweg 28, Telephon 3414. Nutzholzversteigerung. Stellengesuche| targeliille mit la Zeugnissen sacht Stellung. ?chr. Angeb. U. 0739 an d. Gieß. Anz. erb. Vrennholzversteigerimgen I. Donnerstag, den 6. Februar 1930, vormittags 9 Uhr, in der Zöllschen wirtschaft zu Elpenrod aus den Forstorten: Eisenmannsberg 7, 8, 9, 12 bis 18, Kahlofen 2 bis 5, 9 bis 20, Brückerwald 1, 2, 3, 5, 6, 7, 10, Hainzenberg 3 bis 18 der Försterei Elpenrod. Scheiter rm: 177 Buche, 2 Eiche, 22 Kiefer; Knüppel rm: 157 Buche, 177 Hainbuche, 6 Esche, 149 Eiche, 43 Birke, Erle, Aspe, 93 Kiefer, 4 Lärche; Reiser 1. Kl., rin:'68 Buche, 378 Hainbuche, 42 Eiche, 55 Fichte; Reiser 2. Kl., rm: 94 Buche, 10 Eiche, 46 Aspe; Reiser 3. Kl., rm: 154 Buche, 28 Hainbuche, 4 Eiche; Stöcke rm: 33 Buche. 973V II. Freitag, den 7. Februar 1930, vormittags 10 Uhr, in der hörleschen Wirtschaft zu Werlau aus den Forstorten: Burgwald 1, 4, 7, 8, 9, Haag 2, Eich- heege 3, Gänsheege 1, 3, Eselskopf 1, 2, Rundwäldchen, Sinnes 3,4, 8,10,11, 12, Buchcnkopf, Buchscheer, Lehnheimer Sinnes 2, Kammerwald 6, 8, 9, 10, 11, Erlen, Sinnenstruth 2 (hierbei 94 rm Buchenknüppel), Flensungerkopf 2 der Försterei Merlau. Scheiter rm. 2 Buche, Knüppel rm: 94 Buche, 16 Ahorn, 1 Eiche, 1 Kiefer; Reiser 2. Kl., rm: 21 Fichte; Reiser 3. Kl., rm: 218 Buche, 8. Ahorn, 218 Eiche, 47 Birke, Sinde, Ulme, 394 Fichte, Stöcke rm: 59 Eiche, 10 Ulmen, 68 Kiefer, 26 Lärche, 6 Birke, 69 Fichte. Das an beiden Tagen zur Versteigerung kommende Holz ist nicht unterstrichen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträglich Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft für die Versteigerung unter I durch Herrn Förster Simon, Elpenrod, unter II durch Herrn Förster Edelmann, Merlau, sowie die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 1. Februar 1930. Hess. Forstamt Nieder-Ohmen. Wohnhaus mit anstoßendem kleinen Garten (Sau» Platz) in bester Lage, am Sahnhof in Schöne 3-3immet-IBohnq. in Neubau, nut Balkow Bad u Warmwasserbeizung, an rubige Mieicr out dein Lande foiott au vernuelen. Schrtttl. Angeb. erbitte unter ; Nr. 40postlagernd Siri# iCßetb.l. 829.) ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Schön nföN. Zimmer I mit 1 oder 2 Betten zu vermieten 0745 Marktplatz 7. wird Mittwoch, den 5. Februar 1930, vormittags 9 Uhr, im Amtsgericht Alsfeld versteigert. - Das Anwesen, ln dem seither ein Kolonialwarengeschäft betrieben wird, eignet sich zu jedem Geschäftsbetrieb. Nähere Auskunft erteil Rechtsanwalt Otto Dorn seist in Alsfeld. Holzversteigerung. Mittwoch, den 5. Februar, wird im Grohen-Lindener Gemeindewald nachstehendes Holz versteigert: 9740 A. Ruhholz. Fichtenstämme. la-Klasse 137 Stück -- 19,31 km Fichlenderbftangen 3. Kl. 36 Stück mit 1,08 km Reisstangen _______4. Kl. 37 ©tüa mit 0,74 km_______ Nnhholzsubmission. der Gemeinde Odenhausen (kreis Dchlar). Im Wege des schriftlichen Angebots kommen aus dem Distrikt 3d Junkerwald | Vermietungen Beichlagnahmesrete 5-6-Zimmer-Wol>ng. mit 'Bad «Anlage) gegen Abstand abzugeben. Sckr. Ang. u. 0753 a. d. Gieß. Anz. 4-3innn.-ffiol)n. gegen Umzugs- und I Renoviernnuskosten 1 z. verin. j>dir. Ang. । u. 0754 a. d. Gh. Anz. Gebe ab iZMlli.ni.We an kl. Familie gegen Uuizugekosten. | Schriktl. Angeb. nnt. 0755 an d. "heu.Anz. 15 Fichtenstämme 11,89 km . 6 Fichtenstämme Kl. 3a, 10,66 km 5 „ „ 3b, 11,99 „ 3 , „ 4a, 10,65 „ 14 Fichtenstämme 33,30 km , 2 Kiefernstämme Kl. 1b, 0,85 km 6 „ „ 2a, 3,95 „ 3 „ e „ 2b, 3,71 „ Vorsicht Geflügelhalter beim Einkauf von Hühner- und Kükenfuttcr! Körbe voll Eier und Re- sunde, muntere Küken erzielt man erst durch Kraftfutter Muskator SOOOOOkRTaces versand beweisen Wirkung und Preiswürdigkeit. Achtet auf zugenflhte Säcke. Muster und Merkbuch für rationelle Geflügel zücht kostenlos. Bergisc' es Kralllullerwerk 6. m. b. H. Düsseldorf- Hafen fr'rachfgtinotigste und billigste Bezugsquelle tür Muskator Fabrikniederlage für Oberhessen und Hessen-Nassau: Geflügelfarm Dittmar Telephon 4156 [lÜBD Dr. med. Karl W. Gerster Nervenarzt praktiziert wieder 10-1, 2 — 5 Uhr 0747 Gießen, Bahnhofstraße 541 Fernruf vorläufig 2553 (bei Siegm. 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Außenpolitische Umschau. Don Or. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. fR. Ein Lei! der im Haag zustande gekommenen Beschlüsse interessiert Deutschland nur mittelbar. Das sind die sogenannten O st r e p a r a t i o n e n. Man hot das kaum erwartet, daß dieser Rattenkönig von gegenseitigen Verpflichtungen und Ansprüchen, über den man sich in Südosteuropa jahrelang ergebnislos gestritten hatte, beseitigt werden würde. Es ist geschehen durch die Grobheit Snowdens und die Geschicklichkeit Loucheurs, und damit ist allerdings in Südosteuropa ein ganzer Schritt zur Konsolidation vorwärts getan. Die Beteiligten sind die Rachsolgesta a - t e n der österreichisch-ungarischen Monarchie und dazu auch Polen. Die Einzelheiten der Eint- gung interessieren in Deutschland nicht. Auch werden diese endgültig erst Anfang Februar in Paris von einem Redaktionskomitee festgesetzt. Aber so viel steht fest, daß auch hier die Reparationsfrage endgültig, oder was man so nennt, geregelt ist. Die Türkei kam schon längst dafür nicht mehr in Frage. Bulgariens Jahreszahlungen sind nun festgesetzt; allerdings erwartet man ein Moratorium für Bulgarien. Ungarns und Oesterreichs Reparationsfraqe ist gleichfalls geordnet. Oester- reich ist bis 1934 ganz frei, ist auch vom Generalpfandrecht befreit und hat erst ab 1968 wieder eine Jahreszahlung zu leisten. Ungarn zahlt bis 1943 jährlich 10 Millionen Goldfranken und danach IS'/e Millionen jährlich. Richt nur dies ist geregelt, sondern auch die sogenannte Befreiungstaxe, die die Sieger, also die Staaten der Kleinen Entente, zahlen sollten, ferner die Ansprüche bzw. Schulden aus dem Uebergang der Staatsgüter (sog. bicns oedes), aus der Hand der Besiegten in die Hand der Sieger und schließlich die schwierigste und verzwickteste Angelegenheit, die besonders in dem Streite zwischen Ungarn und Rumänien jahrelang den Völkerbund beschäftigt hat, nämlich die Optantenentschädigung. Mit dieser Ordnung sind zugleich auch die Südoststaaten in den Voung- plan, den „Reuen Plan", wie er jetzt heißt, einbezogen und natürlich auch an die Internationale Bant angeschlossen, die auch für Südosteuropa Rachso^g:rin der Reparationslommis>ion wird. Mit alledem erhalten die Staaten des Donauraumes die Hände frei für ihre Finanzpolitik, für internationale Anleihen, die die meisten von ihnen seit längerem suchen, namentlich also Oesterreich, Ungarn, Bulgarien, aber auch Rumänien. Wird damit die Kleine Entente enger oder nicht? Wir glauben das zweite. Sind diese Haager Abkommen, wie Be- nesch sogt, wirklich „die definitive Ergänzung der Pariser Verträge" und denkt niemand auf diesem CRaumc die Pariser Verträge gewaltsam zu andern so verliert die Kleine Entente immer mehr Sinn und Zweck. Statt dieses Zusammenhaltes treten dann die natürlichen Entwicklung s r i ch t u n g e n für die einzelnen Teile im Raume der Donau zwingender heraus. Man braucht nur die Karten anzusehrn, wohin die einzelnen damit immer stärker gewiesen werden. An den Ostreparationen in diesem Sinne ist auch Polen beteiligt. Polen erhebt Ansprüche an die Reparationen auf Grund Artikel 16 des Versailler Vertrages und hat (Artikel 243 von Versailles und 109 des Vertrages von St. Germain) die Pflicht der Entschöd.gung für den abgetretenen staatlichen Besitz an Deutschland und Oesterreich, im ersteren Falle 2V$ Milliarden Goldmarl. im zweiten P/i Milliarden Gold- fronen. Diese Verpflichtung galt nur der Repa- Oie Geesloüen der Großmächte. JAPAN \MIQ -----z'FftAI ^SUußüPft WAgAH oskn ITALIEN^ it Ql HA TElOUAN Die gegenwärtig in London tagende Flottenlonferenz der füns See-Großmächte (Britisches Reich, Vereinigte Staaten von Amerika, Japan, Frankreich, Italien) um der stetig zunehmenden Aufrüstung der einand.r eiseriücht g überwachenden Mächte, wenn auch nur auf einige wenige Jahre, eine Grenze zu sehen. Insbesondere soll die zunehmende Spannung zwischen den beiden mächtigsten Staaten der Erde, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika, sowie die Gegensätze zwischen den Vereinigten Staaten und Japan (um die Beherrschung des Stillen Ozeans) und der Mittelmeer- Streitfragen zwischen Großbritannien und Frankreich sowie zwischen Frankreich und Italien, gemildert werden. Die Washingtoner Flotten-Kon- serenz setzte zwar schon am 6. Februar 1922 Verhältniszahlen für die Schlachtschiffe der Großmächte fest, indem dem Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika die gleiche Tonnage zugebilligt wurde, ihr Größenverhältnis zur japanischen Flotte sollte wie 5:3, zur französischen und italienischen Flotte wie 5:1, 75:1,75 sein. Dieses Abkommen betraf jedoch, wie gesagt, nur die Schlachtschiffe, diese größten und teuersten Einheiten der Seeflotten, deren militärischer Wert sich im Weltkrieg bekanntlich als sehr zweifelhaft erwies. Dagegen wurde dem Bau von Kreuzern (abgesehen von einer Höchstgrenze von 10 000 To. pro Schiff), Torpedobooten, Unterseebooten, Flugzeugmutterschiffen, also eben jenen Schiffsarten, die in einem zukünftigen Kriege eine entscheidende Rolle spielen werden, keine Schranken gesetzt. Infolgedessen nahmen die Seerüstun- gen nach der Washingtoner Konferenz weiter zu, nur wurden statt der Schlachtschiffe die kleineren Einheiten gebaut. Don 1922 bis 1929 haben die fünf Großmächte 74 Kreuzer gebaut, von denen 57 die in Washington festgesetzte Höchstgrenze für Wasserverdrängung und Bestückung erreichte. Insgesamt haben in diesen acht Jahren die fünf Mächte 393 Kriegsschiffe mit 1 675 000 To. gebaut, und zwar: Schiffe mit gebaut Tonnen Großbritannien 98 445 000 Vereinigte Staaten von Amerika 35 321 000 Japan 125 387 000 Frankreich 135 315 000 Italien 96 225 000 Die Hauptaufgabe der Londoner Konferenz besteht darin, die durch diese Rüstungen heraus- beschworene Gefahr eines drohenden Krieges durch allerlei Kompromisse wieder auf einige Jahre zu verschieben. rationskommission, nicht Deutschland gegenüber. Polen ist weiter gemäß dem Vertrag von St. Germain auch mit einem Anteil an der Defrei- ungstaxe belastet. Und dann sind ja bekanntlich die gegenseitigen staatlichen und privaten Forderungen, die Deutschland und Polen aus dem Vertrag von Versailles gegeneinander erheben. Die letzteren will das Liquidationsabkommen vom 31. Oktober 1929 aus der Welt schaffen. Cs ist in einem Weißbuche für den ReickBtag veröffentlicht, aber nicht vollständig, weil gerade über den wichtigsten Teil zwischen Deutschland und Polen in Genf noch besonders verhandelt worden Ist und die betreffenden Beschlüsse noch vertraulich sind. Wieder einmal begreifen wir diese Art der Veröffentlichung von feiten des Auswärtigen Amtes nicht, das das Abkommen unvoll st ä ndig herausgab (von einer Indiskretion ist gar keine Rede, da, wie gesagt, die Veröffentlichung in dem jedermann zugänglichen Weißbuche erfolgte) und, weil wesentliches darin fehlt, eine absch«ießende Kritik unmöglich macht. Die erstgenannten Verpflichtungen aber find, wie die amtliche polnische Telegraphenagentur mitteilt (23. Januar) gleichfalls geordnet durch Vertrag zwischen den alliierten Hauptmächten und Polen auch im Haag. Damit wird Polen von allen Belastungen aus den beiden Friedensverträgen frei, wie sie eben bezeichnet worden sind. Die Befreiungstaxe, die dabei auch erlassen wird, sollte für Polen 228 Millionen Fran.en betragen. Außerdem hat Polen mit Frankreich, England und Italien feine Verbindlichkeiten für den Unterhalt der alliierten Okkupalionslruppen im ober schlesischen Abtretungsgebiet geregelt. Man begreift sehr gut, daß der polnische Außenminister in einer Unterredung an die Warschauer Presse sich mit Befriedigung geäußert hat. Denn dieser Ausgang bedeutet für Polen ein sehr gutes Geschäft! Seine finanziellen Verpflichtungen sind nunmehr endgültig festgelegt. Damit wird die Unsicherheit beseitigt, die den Anleiheversuchen so große Schwierigkeiten machte, und die Regelung erfolgt von beiden Seiten, von feiten der Alliierten und von Deutichland aus in einer für Polen sehr vorteilhaften Weise. Die finanzielle Befestigung und damit die Verstärkung seines finanziellen und moralischen Kredites und damit wieder seiner internationalen Position ist im Ergebnis der Haager Verabredungen sehr groß. Dem entspricht es und ein Ausdruck dafür ist es auch, wenn eben in dieser Zeit die Vereinigten Staaten ihre Gesandtschaft in Warschau zu einer Botschaft erheben und der betreffende Antrag im Kongreß das mit dem Hinweis begründete, daß die Beziehungen zu „der nunmehr gefestigten und mächtigen Republik Polen" diese Freundlichkeit rechtfertigten. Polen ist das auch schon so zu Kopf gestiegen, daß es gleich einen Sitz und eine Beteiligung in der Internationalen Dank für sich fordert, als wenn es nun mit den Großmächten und ihren Zentralnotenbanken gleichberechtigt wäre und als wenn nicht die polnische Finanzwirtschaft und die „Bank Polski", die in der Internationalen Bank vertreten sein will, wie die deutsche Reichsbank, unter der bekannten Kontrolle Amerikas, des Herrn Dewey stünden! Sind die Haager Auseinandersetzungen mit den Ratifikationen vorbei, so treten die Ostfragen für Deutschland hervor. Das ist allgemeines Gefühl in Deutschland. Mit Recht ist darum auch gerade jetzt in der großen Denkschrift der Landeshauptleute der Ostprovinzen einmal die Ostfrage im ganzen der Ration vor Augen gestellt worden. Aber man wird, wenn diese Dinge behandelt werden, — wir meinen die Oft fragen der Außen polt kl k, nicht unsere eigenen — die Wandlung, die -ö e r * stärkung der internationalen Stellung Polens spüren, die sich aus dem ganzen Derlaus der Pariser und Haager Verhandlungen ergeben hat, und zwar eigentlich, ohne dav Polen viel dazu getan hat und. wie uns scheint, auch ohne daß die deutschen Sachverständigen und die deutschen Regierungsvertreter das im Verlaufe dieser Wandlungen gemerkt haben! Hier laufen die Dinge aus, in London sollen neue Entwicklungen beginnen. Was aus ihnen wird, ist noch gar nicht zu übersehen. Aus diese fällt aus der Feme ein merkwürdiges, kleines Licht. Die Türkei hat mit Rußland am 17 Dezember 1929 einen neuen Vertrag geschlossen, in dem sie sich mit Rußland doch Jo eng wr< bünbet, daß sie ihre diplomatischen Vereinbarungen von der Z u st i m m u n g M o Stau® abhängig macht. Moskau inrpilichtet sich natürlich umgekehrt zu dem gleichen., aber die Bindung ist für die Türkei starker und der Vorteil für Moskau größer. Am 17. Januar sind zwei russische Kriegsschiffe. von Reapel kommend, durch die Meere ng en ins Schwarze Meer eingefahren, fo Die maritime Kraft Rußlands im Schwarzen Meer vermehrend. Wer Bescheid weiß in der orientalischen Frage, weih, was ein solcher Vorgang bedeutet, auch wenn heute die Bestimmungen über die Durchfahrt andere sind als früher, und Rußland auch das heutige Meerengen-2lbkommen nicht anerkannt hat. Die beiden Vorfälle kennzeichnen eine engere Verbindung zwischen Rußland und Der Türkei, die bei der letzteren ausfälliger ist. Sie ist ein Zeichen der Verstimmung der Türkei gegen England, von dem die Türkei nach der Verständigung über Mossul 1926 vergeblich irgendwelche Hilfe erwartet hat. Man wundert sich eigentlich, daß die englische Politik dies Gebiet so vernachlässigte, aber Chamberlain hatte ja auch jeöc Konzeption einer englischen Orientpolitik verloren. Cs sind keine großen Aktionen. Die Londoner Konferenz fällt deshalb nicht um. Aber es ist ein Vorfall an der Peripherie, der von Interesse ist und für die Moskauer Außenpolitik immerhin ein Erfolg! Raubüberfall aus ein postaulo. WSN. F r a n k f u r t a. M., 2. Februar. Das Polizeipräsid um teilt mit: Am Samstag gegen 9 Uhr vormittags wurde das fahrplan- mäßige Post au to auf der Landstraße Hutten— Rückers bei Schlüchtern beraubt. Rach Den Angaben des Kraftwagenführers, Der sich ohne Begleitung befand, hielten zwei Unbekannte das Postauto unter Vorhaltung von Schußwaffen an. Sie .nahmen Dem Führer Die Schlüssel ab und raubten aus Dem Wagen elf große L e * der loschen, Die sie im naheliegenden Wald auf* schnürten und leerten. Vermißt werden etwa 8000 Mark Bargeld in Papier und Münzen. Das Geld befand sich in leinenen hellgrauen Säckchen, die in elf rotbraunen Ledermappen mit Messing* schiebeverschluß untergebracht waren. Auf diesen Mappen standen die Namen Der Ortschaften Rückers, Schweben, Magdlos, Buchenrod, Kauppen, Haus* wnrz, Weidenau, Reinhards, Hintersteinau, Stork, Höf und Haid in lateinischer Schrift eingepreßt. Außerdem raubten die Täter zwei Wechsel, sowie eine Anzahl Po st - und Zahlungsanweisungen, welche für Bewohner der vorgenannten Ortschaften bestimmt waren. Weiter behielten die Räuber einen langen Lederriemen mit vier Schlüsseln für das Postauto, sowie ein schweres Vorhängeschloß. Dos Schlüsselloch Des Vorhängeschlosses ist mit einer Messingklappe uerDetfbar, Die Den Reichspostadler zeigt. Das geraubte Gut steckten die Täter in einen mitgebrachten Sack. Der Kraftwagensührer beschreibt Die Täter wie Es war ein schönes Fest. —y— Die Wirkung ermessen!), Ritter erschien in einer ergreifenden Aufmachung als Köchin und pflaumte alle erreichbaren, zum Theater in irgendeiner herzlichen und tatkräftigen Beziehung stehenden Persönlichkeiten zärtlich an; es war sehr lustig. Sollten wir bei dieser und der späteren Aufzählung jemanden vergessen oder übersehen haben, so bitten wir gleich jetzt in aller Form um Entschuldigung und versichern, daß es ohne böse Absicht geschah, — wer zählt die Völker, nennt die Namen? Ziemlich spät war es schon, als nach Dem populären System des Volksentscheides die Drei schönsten Frauen Des Abends ermittelt wurden. Um vier Uhr zwanzig Minuten begann Herr T a n n c r t mit beträchtlichem Stimmaufwand ein Koffer-Grammophon zu versteigern: erstes Gebot: zwanzig Emm; für fünfunDfiebzig, wenn wir recht gehört haben, wurde Der Zuschlag erteilt. Oer „Sprinubock"-Mensch. Südafrika ist in neuester Zeit zu einem wichtigen Fundgebiet für Fossilien Des Urmenschen und Des vorgeschichtlichen Menschen geworden. Unsere Kenntnis der menschlichen Vorgeschichte ist durch manche Funde aus Diesem Gebiet bereichert worden. So Durch den bei Taungs in der Rähe von Mafeking entdeckten Schädel eines kindlichen Menschenassen, durch den „Rhodesia- Mann" von Broken Hill, der wohl einer späteren Zeit als der Reandertaler angehört. Durch den Schädel von Boskop und das Skelett von Ol- doway. Bei den letzten beiden Fossilien handelt es sich um echte Menschen, und Das Gleiche ist Der Fall bei Dem neuesten Derartigen FunD, den zertrümmerten Schädel« und S-eletteilen, Die in den Springbock-Fiats im nördlichen Trans- val gesunden wurden. Die Bedeutung dieser Entdeckung, die bei Den ersten Meldungen vielfach übertrieben wurde, beleuchtet Dr. Hans dB eine r t in einem Aufsatz Der Frankfurter Wochenschrift über Die Fortschritte in Wissenschaft und Technik »Die Umschau". Auf die Ferner wurde mit großem Beifall begrüßt und. alsbald wiederholt eine von Herrn Bäulke und seiner Partnerin famos exekutierte Tanz- groteske. Getanzt wurde überhaupt unermüdlich. Jeder Tanz in Drei Stationen. Die Musik war ungeheuer fleißig. Reueste Schlager gab es, „Die Drei Musketiere" aus der Revue, „Carolina Moon“ und sonst allerlei. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Stimmung beim Dallontanz, einem wirklichen Volksfest von bestrickender Farbenfreudigkeit, das man in der Münchener Gegend vermutlich als „Hetz" oder „Gaudi" ansprechen würde. Leider ist es unseren Bemühungen nicht gelungen, die Flasche Burgess und Die Pralinen zu erobern, die als Preise ausgesetzt waren. Die Zeit bis Halbsechs verging Dann schnell; wie es zu dieser Morgenstunde ausschaute, haben wir oben schon in Kürze angedeutet. Rach einem letzten Mokka zog man leise gähnend von dannen, den Tombolagewinn ans müde Herzchen gedrückt. Wer von Den Mitgliedern nicht beim Kabarett rnitwirkle, machte sich anDerwärts nützlich, wie zum Beispiel mit Loseoerkaus, Tombolaverwaltung, amerikanischer Versteigerung, an Der SektbuDe, am Scho- koladenstanD, am Büfett und am Mokka-Ausschank. Hier ist wohl auch Gelegenheit, Der unermüdlichen Tätigkeit des Herrn V o l ck mit besonderer Anerkennung zu gedenken, der sich um Die Vorbereitung. die technische Organisation und Die geschäftliche Abwicklung des Festes in hingebender Arbeit sehr verdient gemacht hat; möch'.en seine Bemühungen den gewünschten Erfolg haben. Die Durchführung ließ nichts zu wünschen übrig, und Der Besuch war — entgegen Den anfänglichen Befürchtungen — sehr gut,... zumal wenn man berücksichtigt, Daß noch zu allerlei anderen Veranstaltungen gesellschaftlichen Charakters am gleichen Abend Einladungen ergangen waren. Modebericht: hier stock' ich schon; Der Referent muß seine laienhafte Unzuständigkeit auf diesem wandelbaren Gebiet betreten eingestehen und sich auf einige unverbindliche Randbemerkungen beschränken; was die Herren betrifft, so hatten sie in Der Mehrzahl, faul oder phantasielos, zum Smoking oder Frack ihre Zuflucht genommen. Da braucht man nie etwas zu riskieren. Rur ein wirklich originelles Phantasiekostüm haben wir bemerkt. , f . Mas Die Damen angeht, so war neben dev Vorliebe für weiße Perücken unD natürlich auch für Hosenrollen verschiedenster Gestalt eine Art von neuartiger Kostüm-Kombination zu bemerken, die, wie wir auf unsere interessierte Anfrage von sachverständiger Seite harten, allgemein und vielsagend als „Röntgen-Kleid bezeichnet wird. Bei einiger Phantasie wird sich jedermann Die richtige Vorstellung Davon machen können. Auf einer lustig bunten Bühne entrollte sich alsbald das Riesen-Sensations-Ueberraschungs-Ka- bareit-Programm der „Gagita". Hieran beteiligte sich ein stattlicher Teil des darstellenden Personals. Das Ganze ereignete sich als Vortragsfolge einer wahrhaft großzügigen und hochmodernen Parlo-Opto- Phon-Anlage, einer ingeniös erdachten Fernsprech- hellsehapparatur, die alle Völker und Länder Der Erde von Klein-Linden bis Groß-Amerika und von Gießen bis Tokio umspannte. Man unterhielt sich vortrefflich und klatschte kräftig Beifall. * Ritter sagte an, Gretel Woelke sang ein Zi- geunerlieb, A r z d o r f und H u b rezitierten und er- zählten Witze, Ilse Jahn spendete ein Lautenlied, Zingel und D o m m i s ch einen Dialog-Sketsch, Linkmann schmetterte herzbewegend das Gagita- Lied auf hinterindisch (nur wer es gehört hat, kann Koslümbatt „Gagiia". Als wir so gegen halb sechs Uhr morgens langsam Den Heimweg antraten, da war das schone neugelegte Parkett über und über mit Lustschlangen besät, der hohe weiße Plafond mit Luftballons gespickt, blau, rot und grün, auf allen Tischen standen und wälzten sich, in den Ecken der Vorplätze türmten sich, der vielberedeten, schauderhaften Wirtschaftslage spottend, Batterien von geleerten Wein- und Seltflaschen, auf Den Galerien faßen Da und Dort etliche zusammengerückte Pärchen, die Tombola war geplündert, aber die unermüdliche Kapelle H u s e- in euer sammelte die tanzwüt'.gen Reste der „Oagita' - Besucher zu einer Polonaise mit Trompete, Geige, Schlagzeug und Sarophon; — man schob sich hinaus, und draußen regnete es (es kann and) Schnee gewesen sein)... Wann Die letzten Besucher Das Fest verließen, vermögen wir nicht zu sagen: uns lag viel Daran, ins Bett zu steigen... Schon aus Dieser Impression in vorgerückter Stunde mag man entnehmen, ein wie schönes, gutbesuchtes und stimmungsvolles Fest es gewesen ist. Und wenn nicht ganz Gießen tanzte, was übrigens auf heftige räumliche Schwierigkeiten gestoßen wäre, so bod) halb Gießen oder viertel Gießen, und cs ist herzlich zu hoffen und zu wünschen, daß der edle Zweck dieses Festes, welches Die Mitglieder Des Stadttheaters zugunsten ihrer Wohlfahrtskassen in den Club-Räumen veranstalteten, vollauf erreicht sei. (Man wird ja wohl etwas darüber hören.) ♦ Es begann gegen neun Uhr, Der große Saal, Nebenräume, Galerien und Tanzfläche waren bald bidjt besetzt, und die Stimmung stieg geschwind zum ersten der verschiedenen Höhepunkte des Abends. In später Stunde belebte sich das ohnehin bunte Bild durch Zuzug von außen: eine Rotte äußerst verkommener Gestalten, von eurem qlcict)« zeitigen Lumpenball entlaufen, mischte sich angeregt unters tanzende Volk. Lochschulnachrichten. Der Marburger Privatdozent Lic. Erich F a s che r hat den Ruf auf den Lehrstuhl Der neutcstamentlichen Wissenschaft an Der Universität Jena als Rachfolger von K. L. Schmidt angenommen. Professor Dr. Anton Baumstark in Bonn hat den Ruf auf den Lehrstuhl der semitischen Philologie an Der ilniocrfität Münster als Rachfolger von Professor H. Grimme angenommen. Knochen eines riesigen, heute in Afrika aus- gestorbenen Düffels, die in der Rähe der menschlichen Reste gesunden wurden, darf man nicht zu großes Gewicht legen, denn eine wirkliche Beziehung des „Springbock-Mannes" zu den Büsfel- resten ist nicht nachweisbar, und die Geschichte, daß Der Düffel den ülrmenfchen angegriffen und getötet habe, ist eine mit nichts begründete Fabelei. Der Schädel, das wichtigste Stück, der aus vielen kleinen Stücken zusammengesetzt werken konnte, gehört einem erwachsenen Manne an: er ist 195 Millimeter lang und etwa 144 Millimeter breit, kann mit einem Index von rund 74 als langschädelig bezeichnet werden. Die Stirn ist steil ansteigend, Die Augenbrauenwülste sind normal-menschlich; die Augenhöhlen selbst fd;cin- bar schmal, der vordere Zahnbogen nicht vorstehend, das Kinn mäßig, aber deutlich entwickelt. Der ülnterkieferknochen ist derb und ma'- sig, dem Schädel entsprechend. Die Hauptfrage, Die sich an diesen und an die andern Südafrika- Funde knüpft, ist Die, zu welcher Rasse diese vorgeschichtlichen Bewohner Afrikas gehörten. Eigentliche Reger sind es sicher nicht gewesen. Wahrscheinlich handelte es sich um frühzeitige Dorstöße hamiti'cher Rassenelemente, die am Ausgang Der Eiszeit von Rordafrika nach Süden vordrangen. Hamiti'd)e Elemente scheinen dann immer als Hcrrenichicht über die eigentlichen Reger geherrscht zu haben, so wie es noch heute der Fall ist, und die bekanntesten vorgeschichtlichen Kunstdenkmäler Südafrikas, die Felszeichnungen und Skulpturen, wären dann nicht Schöpfungen der Buschmänner, wie man früher annahm, sondern dieser Rasse, deren Kultur den europäischen Formen des „Aurignac"- oder „Cro- Magnon-Menschen" entspricht. Als Zeit des Dordringens dieser Menschen nach Südafrika käme die spätere Cro-Magnon-Epoche in Betracht, vielleicht die Jahrtausende, die wir bei uns als Racheiszeit bezeichnen. Dieses Problem wird freilich erst durch eine größere Zahl von Skelettfunden aufgehellt werden können, aber der „Springbock-Mann" bedeutet immerhin einen wichtigen neuen Beitrag zur Lösung dieser Frage. folgt: Der eine 1,75 Meter groß, schlank, trug grauen Mantel und hellgrüne Wickelgamaschen, sprach Schlüchterner Dialekt, der zweite war 1,65 Meter groß, untersetzt, trug schwarzen Mantel, dunkle lange Hose. Beide Täter hatten ihre Hüte links gewendet und ihren Mantelkragen hochgeschlagen. Ihr Gesicht haten sie durch Kopfschützer verdeckt, die lediglich die Augen freiließen. Oberheffen. Landkreis Gießen. • Klein-Linden, 3. Febr. Am heutigen Tage kam Frau Margarethe Hof, Frankfurter Straße 67 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 9 0. Geburtstag begehen. X Wieseck, l. Febr. Die zweite Schul- klasse von Lehrer Dr. Michel hatte gestern abend Eltern und Lehrerschaft zu einem Elter n- abend in ihren mit Tannengrün ausgeschmückten Schulsaal eingeladen; der Einladung war man zahlreich gefolgt. Eine Schülerin erläuterte in einer Begrüßungsansprache den Zweck der Veranstaltung, die im Gegensatz zu anderen ähnlichen Veranstaltungen von der Schuljugend nicht weiter vorbereitet war. Das Thema „H e i m a t" wurde an Hand einer Künstlersteinzeichnung mit Liedern und Gedichten, auch mit einem Sprechchor entwickelt; dabei hörte man, veranschaulicht durch zwei vom Klassenlehrer auf Grund eigener fleißiger Studien angefertigte graphische Karten, viel Interessantes über die engere Heimat und ihre Entwicklung. Dem Dank der das letzte Heimatlied mitsingenden Elternschaft gab Oberschaffner im Ruhestand Schneider Ausdruck. Rach dem Weggehen der Kinder schloß sich noch eine A u s - spräche zwischen Eltern und Lehrer an, die noch allerlei wertvolle Anregungen und Aufschlüsse ergab. :—: Beuern, 26.3cm. Dieser Tage beging die Hausangestellte Rebekka Adler ihren 70. Geburtstag. Seit 2. Januar 1890, also seit Wer 40 Jahren, steht sie ununterbrochen im Dienst der Familie Griesheim dahier. Ohne in ihrem arbeitsreichen Leben jemals ernstlich krank gewest zu sein, gehört sie seit diesem Zeitpunkt auch der Krankenkasse an. Drei Generationen hat die vollständig zur Familie zählende Angestellte treu und redlich gedient. Aus diesem Anlaß sind ihr schon wiederholt öffentliche Ehrungen zuteil geworden. So wurde ihr am 11. März 1916 das Goldene Derdienstkreuz von der Großherzogin Eleonore von Hessen verliehen und außerdem verschiedene Geldspenden von der Bezirkssparkasse Gießen zuteil. Zu Ehren ihres 70. Geburtstages und des 40. Dienstjubiläums fand im Hause Griesheim eine besondere Feier statt. Möge der 3ubilarin ein freundlicher Lebensabend beschieden sein! — Der hiesige Volksbildungsverein hielt im Saale „Zum holländischen Hof" einen Vortragsabend ab, bei denn stuck. H a p p i ch von Gießen über das Thema „Die geopolitischen Grundlagen der europäischen Kulturstaaten" sprach. Der Redner verstand cs in ausgezeichneter Weise, die aufmerksamen Hörer auf ein bisher unbekanntes Gebiet zu führen. Die Ausführungen, denen sich eine lebhafte Aussprache anschloh, fanden volles Verständnis und reichen Beifall. Herr Happich hat auf Ersuchen des Vorstandes einen zweiten Vortrag noch für diesen Winter in Aussicht gestellt. — Dieser Tage sand die erste Brennholzversteigerung im Gemeindewald statt. Zum Verkauf standen -Fichten und etwas Duchenknüppel, sowie Buchen- reisig. Die Preise betrugen für Buchenknüppel 19 bis 24 Mk., für Fichtcnknüppcl 8 bis 10 Mk. je zwei Raummeter. Duchenreisig wurde mit 2,50 bis 3 Mk. Pec Raummeter bezahlt. ' Ober-Bessingen, 31. Ian. Zu dem Bericht über die Bürgermeisterwahl in Münster ist sachlich zu beinerken, daß der Berichterstatter übersehen hat, zu erwähnen, daß Der Traum vom Glück. Vornan von E Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 27 Fortsetzung. Na./druck verboten Sie hatte vor einem offenen Koffer gekniet; nun erhob sie sich langsam, wie schwer ermüdet. Und Doris sah erst jetzt, daß sie nicht nur bleich und erschöpft, sondern auch todtraurig aussah. „Kann ich Ihnen nicht helfen, Sabine? Doch wozu frage ich erst noch — ich will mich gleich daranmachen! Lassen Sie mich dieses Kleid zu- sammcnlegen, und inzwischen sehen Sie sich nieder, um auszuruhen." „O nein, Doris." „O ja, Sabine! Sehen Sie, ich habe Ihnen hier etwas mitgebracht — etwas, das Ihnen gut tun wird. Hier!" Dabei hielt sie ihr den Brief ihres Detters entgegen. Eine dunkle Dlutwelle schoß in Sabines bleiches Gesicht, ihm für einen kurzen Augenblick die frühere Frische verleihend. „Oh, er ist von Kurt von Wildhofen! Ich — ich wage nicht, ihn zu öffnen!" stammelte sie, und sank zitternd in einen Sessel. „Fassen Sie Mut, Sabine! Ich wette, es wird Ihnen gut tun; Sie müssen ihn sofort lesen." Und schon kniete Doris vor dem halbgefüllten Koffer nieder, und Sabine den Rücken wendend, vertiefte sie sich eifrig in das Einpacken der hundert eleganten Sachen und Säch lchen. Richt lange darauf hörte sie hinter sich ein leises Schluchzen. Als sie sich halb nach Sabine umwandte, beugte diese sich tief zu ihr herab und schlang den Arm um ihren Racken. O, Doris, er ist so gut, so unendlich gut zu mir! Er hat mir einen so rührenden Bries geschrieben! Er sagt mir, daß er mich ebenso warm und treu liebt wie — o Gott — wie vordem - daß mein offenes Bekenntnis mutig und edel war — ja, daß er mich seitdem noch tausendmal mehr liebt als zuvor und — ach, Doris, Doris, wie gut und nachsichtig ist er zu mir und wie glücklich macht er mich, wie namenlos glücklich! Aber — ich kann, ich darf es nicht annchmen, daß er mir Ramen, Stellung, alles, alles zum Opser bringt. Ich darf ihn nicht her- unterziehen zu mir!" „Aber liebste Sabine, seien Sie doch vernünftig! Es handelt sich ja nicht allein um Ihr Glück, sondern auch um sein Glück." „Was soll ich denn aber tun, Doris? Was soll ich tun?“ Oie Jagd im Februar. Ein ungewöhnlich milder Winter liegt bis jetzt trotz aller gegenteil.gen Prophezeiungen hinter uns, gerade als wenn Mutter Natur an ihren Kindern wieder gut machen wollte, was diese im Borjahr an Kälte und Hunger erleiden mußten. Hosfnungs- freudig darf daher wohl der Weidmann dem neuen Jagdjahre entgegensehen. Die Jagd auf Nutzwild ist im wesentlichen geschlossen. Zwar hat der Rothirsch in Hessen, wo ihm das Gesetz keinerlei Schutz gewährt, Schußzeit, während für das Kahlwild am 1. d. M. die Hegezeit beginnt. Dagegen ist in Preußen in diesem Jahre bereits seit dem 1. Januar jegliche Jagd auf Not- und Damwild auf Grund der Wildschutzoerordnung vom 8. Mai 1929 verboten. Das Wild steht meist noch in Rudeln zusammen, starke Hirsche aber sondern sich ab und beginnen gegen Ende des Monats mit dem Abwerfen des Geweihes. Das Schwarzwild hat den milden Winter besonders angenehm empfunden. Ließ die ständige Möglichkeit des Brechens im frostfreien Boden es keinen Hunger empfinden, so verhinderte andererseits der Schneemangel eine erfolgreiche Bejagung. Das Rehwild steht mit Vorliebe auf sonnigen Blößen und Hängen. Die Böcke haben schon stark Blößen und Hängen. Die Böcke haben schon wieder stark geschoben und erfreuen des Jägers prüfendes Auge. Die H a f e n rammeln, und sicherlich werden schon im Februar hier und da Junghäschen gefunden werden. Hoffentlich nimmt auch das Frühjahr einen günstigen Verlauf und glaubt nicht das nachholen zu müssen, was der Winter an Kälte und Nässe versäumt hat. Die Entenjagd ging zu Ende. Der frühzeitige Schluß wird hoffentlich bewirken, daß manche Ente, in der beginnenden Reihzeit ungestört, wieder bei uns brüten wird. Lebhaft geht es bei dem Raubwild zu. Der Fuchs rollt, Marder, Iltis, Wiesel und Otter ranzen. Der Raubzeugjäger hat hohe Zeit. Sprengen der Füchse mit Terrier oder Dackel aus dem Bau bringt manches Liebespärchen vor die Flinte. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß der Edelmarder nunmehr in ganz Preußen den gesetzlichen Schutz genießt, den ihm einzelne Provinzen schon länger zuteil werden ließen. Der in Preußen bereits geschonte Dachs hat auch in Hessen ab 16. Februar Hegezeit. Denn nun wirft die Dächsin im alten Mutterbau 3 bis 5 Junge. Gegen Ende des Monats pflegt auch der Schnepfenstrich einzusetzen, und es ist wohl ziemlich sicher zu erwarten, daß in diesem Jahr die „Erste" im Februar zur Strecke kommt. Allerdings handelt es sich dabei um Schnepfen, die bei uns überwinterten und wohl auch zur Brut schreiten würden. Der Zug setzt erst im März ein. Richtiger Jagdschutz bleibt unverändert Pflicht des Reoierinhabers und des zuständigen Schutzpersonals. Zeiten wirtschaftlichen Niederganges bringen leider immer die Gefahr erhöhter Wilddiebstätigkeit mit sich. Besonders erfreulich ist, daß wenigstens in Preußen nunmehr ein wesentlich kräftigerer Jagdschutz gegen Hunde und Katzen möglich ist, wo das Recht zu ihrer Tötung z. T. noch auf Gesetze aus dem 18. Jahrhundert beruhte. Einen unangenehmen Beigeschmack hat der Februar auch für den Weidmann. In Hessen wenigstens wird die Jagdpacht fällig! Außerdem aber steht manches liebgewordene und gehegte Revier vor der Neuverpachtung, und es fragt sich, ob es der seitherige Beständer auch fernerhin betreuen darf. Dringend zu wünschen wäre, wenn auch in diesem Jahre wieder wie in den Vorjahren neue Gemeinden dazu übergingen, auf 9 oder gar auf 12 Jahr zu verpachten. Abgesehen davon, daß für solche Jahre stets ein höherer Pachtpreis gezahlt zu werden pflegt, ist eine nachhaltige Nutzung, wie sie volkswirtschaftlich zu fordern ist, nur unter der Voraussetzung einer längeren Pachtdauer möglich. Hubertus. die Wiederherstellung des Pfarrhauses zu Münster der gemeinsamen Arbeit der Bürgermeister zu Münster und Ober-Bessingen zu verdanken ist, denn Ober-Dessingen trug die Hälfte der Crneuerungskosten. Cs soll keine Mißstimmung dahier deshalb entstehen und auch die Derdienste des Bürgermeisters Heß sollen damit nicht im geringsten geschmälert werden. Ober-Dessingen freut sich vielmehr, daß der Bürgermeister Heß durch das Vertrauen seiner Gemeinde nun auf neun Jahre gewählt wurde. (Singefonöf. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Dom Bahnhof Trais-horloff. Nachdem die Eisenbahnverwaltung für eine moderne Beleuchtungsanlage auf dem Bahnhof Trais- Horloff Sorge getragen hat, ergeht an sie hiermit die Bitte, den bei dem Tauwetter schlammigen Bahnsteig neu z u befiefen. Diese Maßnahme ist auch im Interesse der Sauberkeit der Personenwagen gelegen. Viele Passagiere. Der Mülleimer im Gießener Hausfrauenleben. Wenn heute in Gießen zwei ober mehr Frauen beieinanderstehen, so ist zehn gegen eins zu wetten, daß sich ihr Gemüt in bitteren Klagen erleichtert. Richt über ihre Dienstboten klagen sie heute — ach, die wirtschaftlichen Derhältnisse gestatten es ja nur noch den wenigsten von uns, sich den Luxus eines solchen Klageobjekts zu leisten! Rein die Hausfrauen jammern über den städtischen Mülleimer. „Teilen Sie ihm umgehend mit, Sie könnten ihm heute noch nicht antworten. Er möchte — sagen wir — sechs Monate vergehen lassen und während dieser Zeit keine Annäherung versuchen. Sollte er dann nach Ablauf dieser Zeit noch derselben Meinung sein, meine liebe Sabine, dann, ja dann sagen Sie ja und machen Sie sich und ihn so glücklich, wie Sie es vermögen. Für den Augenblick bin ich auch dafür, daß Sie mit Ihrer Mutter von hier abreisen, aber — ja nicht etwa vergessen, mir Ihre Adresse zu geben." „Aber feine Eltern?! Rie, niemals werden sie ihre Einwilligung zu unserer Derbindung geben." „Dann heiraten Sie ohne ihre Einwilligung! Sehen Sie sich sofort hin und schreiben Sie ihm ein kleines Billett — ich werde schon Sorge tragen, daß es richtig in seine Hände gelangt. Aber ihn vor Ihrer Abreise noch einmal sehen oder sprechen, das dürfen Sie nicht." Schloß Wildhofen war abermals in winterlicher Einsamkeit vergraben, denn alle Gäste, willkommene und unwillkommene, hatten es schon seit geraumer Zeit verlassen. Rur der Besitzer mit Gemahlin und Gesellschafterin nebst Dienerschaft hausten in dem großen, weitläufigen Gebäude. Jeder einzelne hatte sich wieder seiner gewohnten Tätigkeit zugewandt, und die aufregenden Ereignisse der letzten Zeit erschienen ihnen wie ein Traum. Die tägliche Lektüre der Zeitungen, die fast schweigend eingenommenen Mahlzeiten zu dreien in dem großen Speisezimmer, in dessen kahler Leere sich der zusammengeschobene Eß.isch förmlich zu verlieren schien, die träge dahinschlcichen- dcn Abende, an denen Doris ihrem Onkel vor- spieltc, bis er einzunicken begann, während Tante Hanna beim Schein einer niedrigen, grünverhüllten Arbeitslampe eifrigst für arme Kinder strickte — alles das ging seinen gewohnten Gang, und nichts deutet Darauf hin, daß es jemals anders gewesen war. Aeußerlich wenigstens war alles beim alten, aber innerlich war mit dem jungen Mädchen eine große Veränderung vorgegangen. In ihrem Herzen hatte ein Gefühl Einzug gehalten, das darin einen immerwährenden Frühling schuf, eine Hoffnung, eine Glückseligkeit, wie sie sie nie im Leben gekannt. TLie oft dachte Doris in diesen Tagen der Ruhe und Einförmigkeit errötend an ihre früheren, kindischen Empfindungen ihrem hübschen Detter gegenüber, an die Selbsttäuschung, in der sie sich befunden hatte. Jetzt wußte sie, daß er trotz seiner vielen liebenswürdigen Eigenschaften doch nicht der Mann war. den das Schicksal Ich bin Mainzerin und als solche an ein abwechslungsreiches und phantasievolles Schimpfwörterlexikon von Jugend auf gewöhnt. Ich muß gestehen, daß mir der Oberhesse zuerst recht ärmlich vorkam, daß ihm führ Gefühlsäußerungen jeder Art einzig das Wort „Mißgeburt" zur Verfügung stand. Rachdem ich aber die Bekanntschaft des städtischen Mülleimers gemacht habe, muß ich zugeben, daß in einigen Fällen der Ausdruck „Mißgeburt" am Platz ist, einzig am Platz ist. Ich bin in dieser Frage absolut neutral. Meine vorgesetzte Behörde, unser guter Förster, ist weit davon entfernt, sich mit der Erfindung vorschriftsmäßiger Mülleimer zu bemengen. Wir Frauen sind in unserem glücklichen Gemeinwesen auch so sehr in der Ueberzahl, daß er mit solcher Rationalisierung der Hauswirtschaft wenig Glück hätte. Der Gießener Mülleimer beschäftigt mich also nur, weil meine Gießener Freundinnen darunter seufzen. Auch werde ich gefragt, ob unseren Vertreterinnen im Stadtparlament Gelegenheit geboten worden ist, zu dieser nun wirklich vorwiegend weiblichen Angelegenheit Stellung zu nehmen, ob sie das Modell dieser überlebensgroßen Angströhre gesehen und gutgeheißen haben. Oder ob wir diesen neuen Mülleimer lediglich männlicher Erfindungsgabe verdanken. Ich werde gefragt, ob die Abteilung „Hausfrauenbund" des Allg. Deutschen Frauenvereins nicht einmal die Reform des Mülleimers in die Hand nehmen könnte. Ich werde gefragt, auf welche Weise wohl im Stadtparlament eine Revision der Mülleimerverordnung könne angeregt und durchgefochten werden. Liebe Hausfrauen, ich hatte neulich Gelegenheit zu sehen, wie ein biederer Bürger der Altstadt für sie bestimmt hatte, selbst wenn — so fügte sie in ihrem Selbstgespräch gedankenvoll hinzu — auch kein anderer dagewefen wäre. Aber — es war ein anderer da, und darin lag wahrscheinlich der ganze Gegensatz zu früheren Tagen. • Kurt von Wildhofen hatte sich auf eine lange Reise ins Ausland begeben. Den heimatlichen Iagdvergnügungen den Rücken kehrend, hielt er sich augenblicklich mit einem Freunde, der eine kleine Jacht besaß, an den Gestaden des Mittelländischen Meeres auf, um an der Küste von Albanien Schnepfen zu jagen. Kurt war davongegangen, um bis zu einem gewissen Termin die Zeit hinzubringen, und zwar, wie es die Männer zu tun pflegen, in einer nach Möglichkeit angenehmen Weise. Lieber seine Standhaftigkeit machte sich Doris leine Skrupel. Inzwischen kämpfte sie daheim als Sabines treue Verbündete so manchen harten Kampf mit den Eltern ihres Vetters. Einstweilen hatte sie so gut wie noch keinen Erfolg zu verzeichnen; denn zu der Hartnäckigkeit bejahrter einseitiger Menschen kam hier noch der erschwerende Um- stand, daß deren strenges Rechtlichkeitsgcfühl aufs tiefste verletzt worden war. Zugleich hatten sie sich durch ihre Leichtgläubigkeit den schönen Betrügerinnen gegenüber geradezu lächerlich gemacht, und dieser letzte Umstand ließ sich fast am schwersten verwinden. Doris war viel zu klug, um gegen einen so hartnäckigen Widerstand offen zu Felde zu ziehen. Sie schlug andere Wege ein, rühmte mit Wärme und Ausdauer, wie hoch Sabine doch über ihrer Mutter stände, pries ihre Schönheit und ihr gutes Herz und ließ keine Gelegenheit vorübergehen, um ihr braves, pflichttreues Auftreten am Schluß ihres so gewaltsam beenb:ten Besuchs in den Vordergrund zu stellen. Und noch mehr — sie suchte ihren Verwandten nahezulegen, daß Kurt alt genug fei, um seinen eigenen Weg zu gehen, und wahrscheinlich auch handeln würde, wie sein Herz es ihm gebiete. Sollte es da nicht besser sein, sich freiwillig seinen Herzenswünschen zu fügen, als gezwungenermaßen das Unabänderliche zu ertragen? Viele Tropfen höhlen bekanntlich einen Stein, und so geschah es auch hier, daß durch unermüdliches, ausdauerndes Werben für die Sache der Liebenden Kurts Eltern sich nach und nach wenigstens an den Gedanken zu gewöhnen begannen. Auf diese Weise waren einige Monate feit dem Tode von Philipp Klimar vergangen, und in Doris eigenen Angelegenheiten hatte sich nicht das geringste entschieden. Don Rechtsanwalt Hagenau hatte sie seit seiner Abreise kein Wort mehr gehört, was ihre Verwandten sehr in höchstcigenhändig seinen Mülleimer vor die Haus- türe stellte. „Eigenhändig" gibt keine erschöpfende Darstellung des Abtransportes — er nahm auch sein rechtes Bein zur Hilfe, gab dem Mülleimer einen herzlichen Fußtritt und belegte ihn aus der Tiefe seines erzürnten Gemütes heraus mit dem oberhessischen Kosewort: „Mißgeburt". Meine Damen, wenden Sie die ultima ratio des modernen Wirtschaftslebens an: den Generalstreik. Weigern Sie sich solidarisch, Hausfrau, Dienstmädchen und Putzfrau, dieses Geschöpf männlichen Rachsinnens, den Mülleimer, zu befördern. Rehmen Sie das Recht des schwächeren Geschlechtes für sich in Anspruch. Wälzen Sie diese stadtparlamentarische Mißgeburt auf den Mann ab. Stadtväter sind wie der liebe Gott am letzten Schöpfungstag: sie stehen be- wundernd vor ihrer Kreatur, dem Mülleimer und „finden, daß er gut sei". Mögen insonderheit jene von uns, die einen Stadtvater ehelich ihr eigen nennen, mit drakonischer Strenge darüber wachen, daß er tagtäglich die Beförderung „seines" Mülleimers selbst in die Hand nimmt. Wobei ich aus pädagogischen Gründen hoffen möchte, daß besagter Staotvater im dritten Stock wohnt, von kurzer Statur ist und über ein würdiges Bäuchlein verfügt. Rur so kann er ganz des hohen Genusses teilhaftig werden, feinen Mülleimer vor sich her balancierend nach den ihm unsichtbaren Treppenstufen mit den Füßen zu tasten oder die „Mißgeburt" auf jeder Stufe aufbollemd, zu Tal zu schleifen. In letzterem Falle ist es besser, wenn er dem Hausherrn nicht begegnet! Rur wenn diese Maßnahme einheitlich von euch durchgeführt wird, liebe Gießener Hausfrauen, könnt ihr hoffen, das Stadtparlament für eure Beschwerden zu interessieren Dann aber wage ich euch zu versprechen, daß spätestens im März aus den Kreisen der Stadtväter selbst die Anregung zu einer Rovelle des Mülleimergesetzes kommen und vom Plenum einstimmig angenommen werden wird. Dann, aber auch nur dann Sophie Digener. • Bezüglich der Frage der Mülleimer möchte ich noch auf folgendes Hinweisen: 1. die Stadt zwingt die Einwohner, die von ihr vorgeschricbenen Mülleimer, in der von ihr vorgeschriebenen Form, Gröhe und Gewicht usw. anzuschaffen; 2. die Stadt übersieht dabei, daß viele i^rct Einwohner a) infolge ihres Alters, b) durch gesundheitliche, oder überhaupt Körperverhältnisse nicht in der Lage sind, diese Mülleimer zu heben, oder gar zu tragen; 3. die Stadt übersieht, daß sie infolge dieser zwangsweisen Vorschrift doch Wohl für sämtliche Schäden und äußerlichen und innerlichen Derlehungen einzustehen hat, die sich dieser oder jener durch den Transport der für ihn zu schweren Mülleimer zuzieht. Diele werden, gleich mir, den Versuch des Transportes gemacht und seine Unmöglichkeit erkannt haben. Was geschieht nun mit denen, die infolgedessen ihre alten Mülleimer benutzen? Werden diese tatsächlich ungeleert stehenbleiben? Ist alsdann die Stadt berechtigt, den Betrag für die Müllabfuhr, die nicht erfolgt, einzuziehen? Warum läßt die Stadt nicht auch Mülleimer geringwertigeren und daher leichteren Materials zu? Sie kann auch bei diesen das Betriebsmonopol übernehmen. Die wiederholten Anschaffungskosten müssen die Bewohner doch in der eigenen Tasche suchen. H. W. * Anmerkung der Redaktion: Rachdem das Mülleimer-Thema seit einer Reihe von Tagen an dieser Stelle in zahlreichen Einsendungen erörtert worden ist, schließen wir nun mit den beiden vorstehenden Meinungsäußerungen diese Aussprache in unseren Spalten. Erstaunen zu versehen schien, da sie Doris immer aufs neue darüber befragten. Als sie ihnen durchaus keine befriedigende Antwort zu geben vermochte, zogen sie aus seinem Stillschweigen den einzig möglichen Schluß. „So hat er mit all feinen Aufmerksamkeiten doch nichts Ernstliches beabsichtigt!" bemerkte Herr von Wildhofen eines Tages zu feiner Gemahlin. „Diese Herren der Großstadt sind sich alle so ziemlich gleich; sie machen einem jungen Mädchen den Hof, dann gehen sie davon und kümmern sich nicht einen Deut um die Hoffnungen, die sie angeregt haben. Es ist doch im Grunde genommen recht verächtlich! Mir tut es leid um die kleine Doris. Ich habe aber getan, was ich konnte!" „Run, ich bin nicht besonders traurig darüber", sagte seine Gemahlin, „Denn ich wüßte nicht, wer mir Doris ersehen sollte. Auch kann ich mich nicht so enttäuscht fühlen, denn ich habe, offen gestanden, an so ein außergewöhnliches Glück für dieses einfache, kleine Mädchen nie ernstlich glauben können." Einige Tage später brachte sie Doris gegenüber zur Sprache, was ihr schon lange an dem Herzen gelegen hatte. „Ich hoffe, du machst dir keine traurigen Gedanken, Doris!" begann sie, als ihr diese, über eine Handarbeit gebeugt, sehr schweigsam erschien. „Traurige Gedanken, Tante? Worüber denn?“ „Heber den Rechtsanwalt, Kind! Ich glaube, du tust besser, ihn dir gänzlich aus dem Sinn zu schlagen." Doris lachte ein wenig gezwungen. „Woraus schließt du denn, Tante, daß er mir jemals im Sinn gesteckt hat?" „Run, das wäre nicht so unnatürlich, mein Kind; denn es läßt sich nicht leugnen, daß er dir ungeNöhnlich viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aber trotzdem scheint er dich vollkommen vergessen zu haben." „Run, das ist ja eine Sache, die niemanden interessieren kann", war die lakonische Erwiderung des jungen Mädchens. »TLas für eine unpassende Redensart, und wie leichtfertig du das sagst", tadelte die Tante Hanna in gereiztem Ton. „Uebrigens bin ich nur froh, daß du dir das Ganze so wenig zu Herzen nimmst." Das hatte Doris nun keineswegs mit ihrer Bemerkung andeuten wollen: aber trotzdem versuchte sie keine Gegenrede. Ihr Glauben an Konrad Hagenau blieb unerschüttert. Sie wußte, daß er zu ihr zurückkehren würde und gab sich mit dem Gedanken zufrieden, daß er wohl einen sehr triftigen Grund für fein Schweigen haben mochte. (Fortfetzung folgt.) Wirtschaft. Glatte Lleberwindung des Ultimo. Die Verflüssigung am Geldmarkt, die nun schon seit Anfang Januar besteht, hat- auch in der abgclausenen Berichtswoche angehalten. Selbst das Bevorstehen des Januar-Ultimo hat die Entwicklung der Geldsähe nicht beeinflussen können. Ultimovorbcreitungen seitens der Provinz, die in den letzten Tagen einsehten, machten sich bei dem großen Geldangebot kaum bemerkbar. Der Ultimo hat diesmal irgendwelche wesentlichen Veränderungen am Geldmarkt nicht hervorgcrufen. Die starke Ermäßigung des Aeportgeldsahes um IV« Pro-, auf 73/1 Proz. ist ein besonderes Zeichen für die Rückkehr zu normalen Verhältnissen. Am Tages- gcldmorkt blieben trotz lebhafteren Geschäftes die Sätze unverändert und zogen nur zum Schluß der Bcrichtswoche leicht um etwa Vz. fßr°j. an. Auch Monatsgeld befindet sich in leichter Haltung Der Sah von 6 Proz. am Privatdiskont- martt, der nur eine geringe Geschäftstätigkeit aufzuweisen hatte, blieb unverändert, obwohl Umsätze zu diesem Sah in nennenswerter Höhe überhaupt nicht stattsanden. Die Entwicklung des Geldmarktes in der Woche vor dem Ultimo, die normalerweise eine Versteifung zeigen muß. zeigt mithin, wie stark der Geldmarkt entlastet ist. Diese Entlastung ist nicht nur aus saisonmähigc Einflüsse, die infolge der rückgängigen Konjunktur hervorgerufcne verringerte Geschäftstätigkeit zurückzuführen, sondern vor allem auf den Rückgang des öffentlichen Geldbedarfs, insbesondere der Kommunen, dessen Druck bis zum Zahresultimo 1929 auf dem Geldmarkt gelegen hat. Die Lage der Reichs- iassc hat sich infolge der guten Aufnahme, die die siebenprozentigen Rcichsschahanweisunqen, auch im Auslände, gesunden haben, gebessert, um so mehr, als durch diese Emission schon Vorsorge für die Abdeckung des nach Aufzehrung der Ersparnisse des Voungplanes noch verbleibenden Restbetrages des Zahresdefizits für 1928 29 in Höhe von 90 Mill. Mark getroffen ist. Die Reichsfinanzverwaltung beabsichtigt daher, noch einjährige Schahanweisungen in mäßigen Beträgen auch per 15. Februar und per 15. März 1931 an den Markt zu bringen, wobei zu wünschen ist. daß die Emission dieser Schahanweisungen in größeren Abständen erfolgt, um eine zinssteigernde Wirkung aus den Geldmarkt zu verhindern. 3n der internationalen Geldmarktlage ist eine weitere Klärung eingetreten, eine neue Diskontsenkungswelle hat eingesetzt. Bemerkenswert ist vor allem die Herabsetzung des Diskontsatzes der Bank von Frankreich auf 3 Droz., wodurch Frankreich jetzt den billigsten Eeldsah der Welt hat. Der Grund für diese Diskontherabsetzung ist in erster Linie die außerordentliche Flüssigkeit am Pariser Geldmärkte. die auf das Preisniveau einzuwirken drohte. Frankreich will einen Anreiz zur Kapitalausfuhr schaffen. Damit ist die Herabsetzung des französischen Diskontsatzes eine Maßnahme von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die europäischen Geldmärkte. Es ist damit zu rechnen. daß der Schritt der Dank von Frankreich auch die Bank von England veranlassen wird, nunmehr die erwartete Diskontsenkung vorzunehmen. Da sich also anscheinend ein neuer Zins- cibbau in Europa durchsetzt, so wird der Weg für eine abermalige Diskontsenkung der Reichsbank frei. Es ist anzunehmen, daß die Reichsbank eine weitere Ermäßigung um V» Proz. vornehmen wird, sobald der äleberblick über die Abwicklung des Ultimo vorliegt, die nach der Entwicklung des Geldmarktes in der Berichts- Woche sich leicht und glatt vollzogen hat. Abschluß der Siemens-Anleihe. Die neue Anleihe der Siemens-L- H a l s k e - A. - G. ist mit dem Bankhause Dil- lon, Read & Co., Neuyork, und der Deutschen Bank- und Disconto-Gesellschast, Berlin, abgeschlossen. Sie zerfällt in zwei Teile. Der amerikanische Teil im Nominalbeträge von 14 Mill. Dollar, entsprechend einem ausmachenden Betrag von etwa 32 Mill. Dollar, wird zu 233 Prozent aufgelegt. Er Wird verzinst in Höhe der Dividende mit einer Mindestverzinsung von 6 Prozent auf den Nominalbetrag. Der deutsche Teil auf Feingoldbasis im Nominalbetrag von 10 Mill. Mark im ausmachenden Betrag von 17.5 Mill. Mark wird den Aktionären zu 175 Prozent im Verhältnis von 10:1 zum Bezüge angÄboten. Das neue Kapital soll zur Verstärkung der Betriebsmittel dienen und zur L ö - ung derzahlreichen Finanzierungsaufgaben, die die Gesci.ichaft in der nächsten Zukunft erwartet. 3n Aussicht genommen ist, daß ein erheblicher Teil der amerikanischen Obligationen von der General Electric Company in Neuyork übernommen wird, worin ein bedeutungsvoller Schritt auf dem Wege zur Lösung der großen Ausgaben erblickt wird, die der Elektrotechnik noch in der Welt gestellt sind. Die Anfrage des amerikanischen Bankhauses Sil- Ion, Read & Co., ob es Siemens & Halske genehm wäre, wenn ein erheblicher Posten der neuen Schuldverschreibungen von der General Electric Co., Neuyork, übernommen würde, hat Siemens & Halske begrüßt, da die aus eiper solchen Uebernahme sich ergebenden freundschaftlichen Beziehungen zu einem so großen und angesehenen Weltunternehmen durchaus in der Richtung der Geschäftspolitik der Siemens-L-Halske- A -G. und der Siemens-Schuckert-Werke liegen. Cs wird erwartet, daß die neue Fühlungnahme auch auf die weitere Entwicklung der Beziehungen zu anderen hervorragenden Firmen der Elektro-Industrie sich günstig auswirken wird. * Zunahme der Konkurse im Januar. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Januar durch den „Reichsanzeiger" 1106 (Dezember 1929: 881) neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 521 (459) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. * Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 29. Januar berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber der Vorwoche von 131,7 auf 131,1 oder um 0,5 v. H. gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,1 v. H. auf 118,9 (Vorwoche 120,2) und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,3 v. H. auf 127,8 (128,2) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren war mit 155,9 unverändert. * Von der Frankfurter Börse. Vom 3. Februar ab sind 5 Millionen Goldmark 8proz. Gold-Hypothekenpfandbriefe, Reihe 11, der Hessischen Landesbank — Staatsbank — Darmstadt, Zinstermine 1. Januar und 1. Juli, zum Handel und zur Notierung zugelassen. * V 0 l k s b a n k e. G. m. b. H., Darmstadt. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der Generalversammlung am 11. Februar die Ausschüttung einer Dividende von 10 v. H. vorzuschlagen und den offenen Reserven wieder 100 000 Mark zuzuführen. * Stillegungsantrag bei Klöckner in Haspe. Die Klöcknerwerke A.-G., Abteilung Has- p-cr Eisen- und Stahlwerk, Haspe, hat den Antrag auf Genehmigung der Entlassung von 250 Arbeitern gestellt. Die Produktion im Walzwerk und Stahlwerk soll eingeschränkt werden. Der Demobilmachungskommissar erteilte die Ermächtigung zur Entlassung. * Bisher kein Moratoriumsgesuch der Türkei. Zu einer Meldung der „Times" aus Stambul über ein angebliches Moratoriumsgesuch der türkischen Negierung erfährt WTB.- Handelsdienst aus Berliner Dankkreisen, daß bei den maßgebenden Stellen weder in Berlin, noch in Paris irgendwelche Mitteilungen über eine Einstellung dcS Zinsendienstes der türkischen Anleihen seitens der türkischen Negierung vorliegen. Die Anschaffungen für die Auszahlung des Mai- Coupons sind vollständig vorhanden, so daß der Mai-Coupon bezahlt werden wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Febr. Tendenz: fest. — Obwohl entgegen den Erwartungen der Zentralausschuß der Neichsbank heute nicht einberufen wurde, eröffnete die Börse in fcftcrer Haltung. Ein besonderes Gesprächsthema gab der Börse die Siemenstransaktion, und hiervon ausgehend war das Geschäft in Spezialwerten zu den ersten Kursen lebhaft. Die bekanntgewordenen Einzelheiten der Siemenstransaktion waren in der Hauptsache auch mitbestimmend für die Kursgestaltung. Die Derussspekulation schritt in größerem Umfange zu Deckungskäufen. Auch konnte man eine lebhaftere Beteiligung des Auslandes feststellen. Ausgehend vorn Siemensmarkt wurden die übrigen Märkte später ebenfalls lebhafter. Die Geldmarktverhältnisse lagen günstig und man rechnet alsbald mit einer neuen D i s k on t se n ku n g der Reichsbank. Zur Besserung der allgemeinen Lage trugen noch der seste Schluß der Neuyorker Börse vom Samstag und die Publikumsbeteiligung am Geschäft bei. Gegenüber den Schluß- kursen vorn Samstag stand Siemens mit plus 11 Prozent an der Spitze. AEG. gewannen 5,5 Prozent, Bergmann 5 Proz., Licht & Kraft 3,5 Proz., Elektrische Lieferungen 7 Proz., Gessürel 4 Proz., Lahmeycr 2 Proz. und Schuckert 4,5 Prozent. Die Festigkeit übertrug sich auch aus die übrigen Märkte. Am Chemiemarkt lagen J.-G. - Farben 3 Prozent und Goldschmidt 5 Prozent sester. Äm Montanmarlt war die UmfafotäticLit g: ringer. Rheinische Braunkohlen konnten jedoch eine Erhöhung um 3 Proz. erzielen. Im übrigen gingen hier die Besserungen bis zu 1,5 Prozent. Deutsche Linoleum zogen 3 Proz. an. Kaliaktien lagen nur geringfügig gebessert. Am Bankenmarkt traten Commerzbank mit plus 3 Proz. und Dresdner Dank mit plus 2,5 Proz. etwas mehr hervor. Am Nentenmarkt war die Tendenz ebenfalls fester. Türken lagen, nachdem Befürchtungen sich als haltlos heraus- stelltcn, gebessert und reger gefragt. Deutsche Anleihen weiter steigend. 3m Verlaufe blieb die Tendenz fest, das Geschäft erfuhr aber eine Einschränkung. Nur Spezialwerte beanspruchten noch regeres Sntcrcffe. Die Kursgestaltung war nicht mehr ganz einheitlich. Einige Werte gaben etwas nach, andere konnten dagegen etwas weiter anziehen. Die Veränderungen gingen aber nicht über 1,5 Proz. hinaus nach beiden Seiten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1869, gegen Pfund 20,364, London gegen Kabel 4,8648, gegen Paris 123.97, gegen Mailand 92,98, gegen Madrid 36,95, gegen Schweiz 25,2175, gegen Holland 12,1225. Berliner Börse. Berlin. 3. Febr. Die neue Woche begann, wie schon vormittags zu erkennen war, ausgesprochen freundlich; obwohl die erwartete Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank ausblieb und das Geschäft sehr gering war, nannte man im Frühverkehr recht freundliche Kurse. Eine kräftige Anregung bot die Siemenstransaktion, bei der besonders die Beteiligung der General Electric begrüßt wurde. Hinzu kam ein günstiger Neichsoankausweis, dessen Anspannung um etwa 700 Millionen als relativ gering bezeichnet werden muß. So ließ man sich denn an den übrigen Märkten, an denen das Geschäft sich in ziemlich mäßigen Grenzen hielt, gern von der Elektrobewegung beeinflussen, und es kam überwiegend zu Besserungen v 0 n 1 bis 3 v. H. Am Montanmarkt wurde vielfach eine Abwanderung nach dem Elektromarkt bemerkt. So kaufte heute das Rheinland in erster Linie RWE., Nheag, Schlesische Gas. Das Auslandinteresse konzentrierte sich auf die schwereren Werte, wie Farben, Siemens, AEG. usw. Dis zu 6 v. H. gebessert lagen Siemens, Licht & Kraft, AEG, Rheinische Braunkohlen, Schultheis Patzen- Hofer, Berger, Deutsche Atlantische. Bon Auslandwerten gewannen Chadeakcien 8 Mark. Deutsche Anleihen fester. Bon Ausländern Türken erholt. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt /war bei unveränderten Sähen ruhig. 3m Verlaufe wurde es bei kleinen Gewinnen überwiegend etwas leichter, auch wurden die einzelnen Zahlen des Reichsbankausweises, die inzwischen bekanntgcworden waren, stärker kommentiert. Später wurde es am Bankenmarkt lebhafter und bis zu 2 v. H. fester. Am Spritmarkt machten sich Gewinne bis zu 4,25 v. H. bemerkbar, bei umfangreichen Deckungen. Die Stimw"-a blieb freundlich, lediglich die zu De- beginn besonders bevorzugten Werte büßten geringfügig ein. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Febr. Auftrieb: Rinder 1235 Stück: darunter 290 Ochsen, 70 Bullen, 503 Kühe, 327 Färsen: Kälber 402; Schafe 97; Schweine 5058. Rinder: Ochsen, vollfleifchige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 57 bis 59, ältere 53 bis 56, sonstige vollfleischige: jüngere 48 bis 52; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 56, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 46 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 45 bis 47, sonstige vollfleischige ober ausgemästete 40 bis 44, fleischige 34 bis 39, gering genährte 28 bis 33; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 59, vollfleischige 52 bis 59, fleischige 48 bis 51. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 69 bis 73, mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 68. geringe Kälber 56 bis 63. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 78, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 79, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 77 bis 80; von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78. Marktverlauf: Niick>er ruhig, ausverkaust. Schweine schleppend, äleber- stand. Kälber und Schafe, ruhig, geräumt Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 3. Febr. Am Produktenmarkt war die Grundstimmung in Hinsicht auf die höheren Schlußkurse von Hcberfee etwa- freundlicher. Liverpool wurde jedoch fchwächer gemeldet, so daß im Verlaufe mindestens eine Verstimmung eintrat. Das Geschäft bewegte sich in kleinem Rahmen. Sie Forderungen von Provinzseite waren niedriger, konnten aber auch nur schwer erzielt werden. Bis zu 0,50 Mk. gedrückt lag Roggen. Weizen mußte ebenfalls etwas nachgeben. Sas Mehlgeschäft war ebenfalls nicht nennenswert groß. Weizenmehl gab bis zu 0,25 Mark nach. Am Futtermittelmarkt gab MaiS für Futterzwecke. Roggen- und 'Weizenkleie blS 0.50 Mk. nach. Es wurden notiert: Weizen 26,60 bis 26,75. Roggen 18. Sommergerste für Brau- zwecke 19.25 bis 19,50, Hafer, inländischer, 16,50 bis 16,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 16, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 39,50 bis 40,50, Noggcnmehl 26.50 bis 27,50, Weizenkleie 8,25, Noggenkleie 8.75 bis 9. Erbsen 29 bis 42. Linsen 50 bis 90. Heu 10, Weizen- und Roggenstroh, drahtgcprcßt, 5.30 bis 5.50, Weizen- und Noggenstroh, gebündelt, 5,30 bis 5,50, Treber, getrocknet, 12,50. Tendenz: matt. Frankfurter Eiermarkt. Tendenz: etwas sreundlicher. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, 3nlandcier ab Station.) Preise in Pfennig per Stück: italienische 10 bis 10,5, bulgarische 8,75 bis 9, jugoslawische 8,75 bis 9, rumänische 8,75 bis 9, polnische 6,75 bis 7, holländische 9,5 bis 12, dänische 9,5 bis 12, belgisch-flandrische 11 bis 11,50, französische 9,5 bis 10,5, schlesische 10 bis 10.5, bayerische 9 bi« 9,25. norddeutsche 10.5 bis 11, Kühlhauseier 7 bis 10 Pfennig per Stück. Büchertisch. — 3ohannes Lehrmann: Fidele Weltgeschichte. Weltgeschichtliche Personen und Begebenheiten in lustigen Bildern. (Lustige Karikaturenbücher. Band 6). 79 Seiten. Brosch. 2 Mk.. Leinen 3 Mk. 3ohannes Lehrmann Verlag, Berlin W 62, 1929. (613) — HartmutPiper. Ser gesetzmäßige Lebenslauf der Völker Chinas und Japans. 8°. kart. 3,50 Mk., Leipzig, Theodor Weicher, Verlag. (509) — Hermann Bahr: Labyrinth der Gegenwart. Aufsätze. 184 Seiten, drosch. 6, Ganzlbd. 7,50 Mk. Verlag Franz Dorgmeyer, Hildesheim. (714) — Otto Bernhard Wandler: (Sol* daten-Marieen. Roman. 238 Seiten 8°. Geh. 3,50, Seinen 5,50 Mk. G. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien, 1929. (631) — Peter Purzelbaum: Landser und Muschkoten (Kaczmarek IV). Drosch. 2.80, Leinen 4 Mk. Drunnen-Verlag, Karl Winckler, Derlin SW 48. (630) — (Sm i i Marius Req uark. Vor Troja nichts Neues. Brunnen-Verlag. Karl Winckler, Berlin WS 48. Kart. 2,50 Mk. (516) — 1000 Tage Westfront. Sie Erlebnisse eines einfachen Soldaten. Don Franz Wal- lenbon. Leipzig, Hesse & Tecker Verlag. 280S. Geh. 4 Mk.; Ganzleinen 6 Mk. (637.) (Ullstein, Berlin. 645/46.) — Paul Emil Carpenter: Ser Sank des Vaterlandes! Erlebnisse eines Kriegsteilnehmers. 505 Seiten 8°. Brosch. 4.50 Mk., geb. 6 Mk. Aufbau-Verlag, Berlin N 4, 1929. (582.) - — Heinz Bleibe r: 3m Osten steht die Feuerwehr. Erinnerungen an 1914/15. 99 Seiten 8°. Preis 2,50 Mk. Linden-Verlag, Sresden-A. 24. (648). — Pfarrer Lic. A. Bruckner: Sie zehn Gebote im Lichte der Moraltheolv- gie des Heiligen Alphons von Li- g u 0 r i. 173 Seiten 8°. 2. Auflage. Verlag von W. Schäfer, Schkeuditz, 1930. (655) Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H. Datum Xronlfuti o M Berlin Datum .'ranllurt a M Berli' Datum ^renlhirt a M | Berlin Banknoten. -chtub-s ffiire , 12 Um flur 32 Srhluü । iMnhinn. ^dHUR»! 121)1 Schtu» Kur 12 timang. Kur 3 2 ^dhuB* ■ Ui' Schluß 1 Kur I 1 2 Aniang- Rur 3 2 Berlin, 1 Februar «Selb Bries Ritte 12 Kur 3 2 Sur« ; 12 Rui. 3 2 sture | 12 Rur 3 2 Amerikanische Roten ... Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... französische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten. . ...... Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten . ...... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten ..... Deoifenmarkt Berlin 4,162 58,13 111,58 20.317 16,42 167,61 21,91 111,43 58,73 2,46 111,96 80,74 55,09 12.34 72.97 — Jrantfur 4.182 58,37 112,02 20,397 16,48 168,29 21,99 111,87 58,97 2,48 112,14 81,06 55.31 12,40 73,27 a. 2H. •no Seu Ich« jieidpanietoe ron 1T27 ........ 7% Deutsche Rrlchranleihe von 1929 ......... St. Slnl.-eiblSs.-Schulo mit Au: los.-Rechten........ 5tenl ebn: Au »los. Rechte 6% Hell. BolUNaat von 1929 (rückjahlb. 102%) . . . Cberbcllcn Provinz.Anleihe mii Aueloj.'Rechten . ... Deutsche fluinm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 6% Franks. Hnp.-Bank Goldpsc XIII unkündbar bis 1931. 7% Franks. Hnp.-Bank Koldpse unkündbar bla 1932..... 4Vt% Rheinische Hyp.-Bauk Üiqu. öoloure........ 8% Pr. Landeöpsandbriesaustalt Psandbriese 91. 17..... 8% Pr. Landcovsandbriesanslalt Komm.-Lbl. R- 16..... 7% Pr. LandeepsandbUesankait, Psandbriese R. 10 e.ü Ä. Obfl. BorkriegL-Obligatton rückzahlbar 1932 ...... 4% Oesterreich«che »olbtte.. 4,20% Oelterr. Silbern- 4% Oeslcrrelchiiche Einheitliche 4% Ungarische Äoldrte.. . • 4% Ungar«die Staat«!, o. 1910 4y,% Ceifll. von 1913 . . . 4% Ungariiche stronenrte.. - • 4% türt. Hollantcihe v. 1911 - 4% Türkische Bagvavbahir-An Serie I. 4% t-eegl. S--ri. II 6% Rumänische vereinh Rente von 1908 • . . . . 4y,% ifi.imänlldif vereinh Rentc «on 1913 ....... t% Rumänische vereinh. Rente . 87,5 96.4 •>2,65 8,6 48,75 50,13 96 85 83,25 97 94 5 88,5 90 3,7 23,25 2.3 10,25 16,1 8,4 II 1 || $ 1 I 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 I 1-^2 1 | 87,5 96,7 52 75 8 65 50,13 97 94 89 3,5 2,25 23 4 22 23 2,25 ',95 7,95 7,9 10,25 16-75 8,4 53 8.75 26 23.4 21.8 2,25 7,9 7,8 7.8 Hamvurg-Amerika Palet . Hamb.-Südam. Tampslch. - . e Hanta Damvslchill.....1( Rorddeurscher Ulotjö.....t Allg Deutsche Ereditanst. . . 1< Barmer Bankverein .... 1' Berliner Hanvel-geiellich. . - 1- Eommerz- und Privat-Bank . 11 Dar in st. u. Natwnalbant . . 1 Deuuche Lank......1 Dleconto-Geieillchast, Ant. . 1' Dresdner Bank......1 Reichtdam........1 A.E.S........... Bergmann ... Elekn. LielerungSgeieMchast i Licht und Statt l1 sielten » Guilleaume. ... 7)4 Sei. s. Eleltr. Untern.. . . . 10 Hamb, ölehr -Werke .... 1 Rhein. Elektr......... Schiel. Eleln ......11 Siemens L Halske ..... 16 Transrabio ......... 8 Lahmever 4 So.......1° Buderus...... 8 Deutsche Erddl.......6 Ihlmer Steinkohle ...... Gelsenkirchener ....... k Haroener...... • . . • 0 Hoclck Eilen........ Hile Bergbau.......1° Klöcknerwerke ....... Köln-Ncuelien ..... 7 Mannesman Möhren .... 7 Maitsseldei B.tgbau.....- Cbendt'et. ih -eoark . . . • Lberlchlei Kolswerke.....7 Phönix Bergbau......6Vi Mhe niiche Braunkohlen... 1° Niebeck Montau......U 106,5 105,75 124,5 128 187 158 241,3 151,25 151,25 152 309,25 176.5 211,75 169 174 129 175 142,5 192,5 '80,5 171 7',75 108,25 144 142 Z47.5 106 108.5 111 81 106,75 252,5 122,5 106.75 106,5 127.75 161 153 153 154 5 310 182 217 176 177.25 131,75 178.75 197 291 173 5 79 108,9 144 143 107,75 110 111.75 107.75 255.5 124 106.25 170 154 106,25 126 127,5 187 158,75 241 151,5 151,5 153,5 307,5 177 212.5 171 173,5 129,5 176.5 136 145 171,25 193 283,5 132 171,9 78 108 139 143.25 142 117,75 247,25 -•J6.25 115,25 108 114 105.4 106.5 249,5 122,75 107 155.9 107 25 126 127.75 188.75 160 242 5 152.75 152,75 154 25 311 182.75 217,25 174,25 177 75 131 179.5 138 148 174.25 197,25 290 133.5 174 79,75 109 25 141 144,75 143 118 249,5 107.5 115.75 111.5 114,25 105,6 107,9 i 254.5 123.9 Bereinigte Stahl» . . . Ctaoi Minen . . 16'/, Kai werke -ckicher«leben . . . i Ka werke iBefteregeln ... 10 Salima e SaUdeuurth ... 15 3. @ Farben.IndUstrte ... 12 Tvnamit Nobel ....... 6 Schetdeanllall........ 'J Goldichmtdt ........5 Rütgeteroerfe ........ 6 Metallgeiellichasl ...... 8 Philivv Ho ,mann .... 7 Leuten werk Heidelberg ... 10 Cementwerk starlltavt ... 10 Waag Ceft abaeft Prag . Belgrad Vudavest. Bul arien ytffabon Tanzig. Ronst..utiu. Athen. Canada Um nay 167,76 1.654 58,21 111.70 111.84 112,22 10.508 21,87b 20,337 4,1815 16.41 80.645 55,14 2,055 0.481 18.86 12,373 7,373 73.075 3,024 18,78 81 32 1,968 5,42 4,135 3,796 20.86 168,10 1,658 58,33 111,92 112,06 112,44 10,528 21,915 20,377 4,1895 16,45 80,805 55,26 2,059 0.483 58,98 12,393 7,387 73,215 3.030 18,82 81.48 1,972 5,43 4,143 3,804 20.90 167,<2 1,646 58,24 111,69 111,83 112,21 10,51 21,885 20,337 4,1815 16,40 80,63 55,69 2,058 0,477 58.855 12,37 7,363 73,08 3.024 18,74 81.32 1 958 5.42 4.135 3.796 20,86 168.05 1,650 58.36 111.91 112,05 112.43 10,53 21,925 20,377 4,1895 16.44 80,79 55,81 2.062 0,479 58.975 12,39 7,377 73 22 3,030 18,78 81.48 1,962 5.43 4,143 3,804 20.90 Vezirksschöffengericht Gießen. * Gießen, 31. Ian. Wegen fahr!ästiger Lötung hatten sich ein Steinbruchbesitzer und sein Betriebsleiter zu verantworten. In einem Dasaltbruch in Lihberg war ein Arbeiter, ein junger, tüchtiger Mensch, durch einen herabsolienden Stein, der ihm den Schädel einschlug, getötet worden. Das Unglück kam daher, daß nicht vorschriftsmäßig im Winkel, sondern senkrecht, und sogar mit einem Lleberhang, abgebaut worden war. Die beiden Angeklagten suchten sich die Schuld gegenseitig zuzuschieben: der Besitzer behauptete, er habe die Aufsicht seinem Betriebsleiter übertragen und alles Weitere sei ihn nichts mehr angegangen: der Betriebsleiter machte geltend, er sei nur zum Schein Aufsichtsperson und an die Weisungen seines Dienstherrn gebunden gewesen. Die eingehende Beweisaufnahme ergab die Verantwortlichkeit beider Angeklagten. Der Besitzer war häufig in den Bruch gekommen. er kannte die Verhältnisse dort genau und hatte gegen den unvor- schriftsmäßigcn Abbau niemals Einspruch erhoben, ihn im Gegenteil, im Bestreben, nur möglichst viel Steine gewinnen zu lassen, noch durch Anweisungen gefördert: der Betriebsleiter hatte sich dagegen nicht, wenigstens nicht ernstlich widersetzt und den Schlendrian ebenfalls geduldet. Beide Angeklcwten mußten daher bestraft werden. Da bei dem Besitzer der Strafzweck durch eine Geldstrafe nicht erreicht werden konnte, erhielt er eine Gefängnis st rafe von sechs Wochen: der Betriebsleiter erhielt an Stelle einer Gefängnisstrafe von vier Wochen eine Geldstrafevon280Mk. Ein junger, bei einer Behörde verwendeter Gehilfe hatte einen Betrag von etwa 80 Mk., den er im Auftrag seines Vaters abliefern sollte, unterschlagen und, um der Entdeckung zu entgehen, ein Kontrollbuch, das ihm amtlich zugänglich' war, verfälscht. Die Folge war, außer seiner fristlosen Entlassung und der Vernichtung seiner aussichtsvollen Laufbahn, seine Verurteilung zu einem Monat Gefängnis, an deren Stelle eine Geld st rafe von 100 M k. tritt. Strafkammer Gießen. * Gießen, 31. Ian. Wegen Beteiligung an einem öffentlichen unerlaubten Glücksspiel war ein auswärts wohnender Kaufmann zusammen mit den anderen Teilnehmern durch das Amtsgericht Bad-Rauheim zu Geldstrafen verurteilt worden. Während die anderen sich bei dem Urteil beruhigten, verfolgte er Berufung, die Erfolg hatte. Das Gericht nahm auch jetzt zwar an, daß es sich um ein verbotenes öffentliches Glücksspiel handelte, es hielt aber den Rachweis dafür nicht erbracht, daß der Angeklagte sich damals bewußt war, daß das Glücksspiel in dem betreffenden geschlossenen Personenkreis gewohnheitsmäßig veranstaltet wurde. Er wurde daher aus subjektiven Gründen frei» gesprochen. Keinen Erfolg mit seiner Berufung hatte ein junger Mann, der durch das Amtsgericht Gießen wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer mäßigen Geldstrafe verurteilt worden war. Auf der Rückfahrt vom Gleibergfest hatte dieser in der Krofdorfer Straße mit seinem Kraftwagen einen vor ihm befindlichen Strahenpassanten angefah- ren, wodurch dieser unbedeutende Verletzungen davontrug. Der Angeklagte verteidigte sich mit der Behauptung, daß der Verletzte, den er vorher nicht gesehen habe, vermutlich plötzlich in seinen Wagen gelaufen sei. Damit konnte er nicht gehört werden. Das Gericht kam zu der lleberzeugung, daß der Angeklagte bei Anwendung der notigen Sorgfalt den Verletzten hätte sehen und ihm genügend hätte ausweichcn müssen. Seine Berufung wurde daher kostenfallig verworfen. Durch das Amtsgericht Ortenberg war ein Gelegenheitsarbeiter zu 10 Tagen Gefäng - n i s verurteilt worden, weil er seinen ze^i- jährigen Sohn derart mit einem Peitschenstiel geschlageß hatte, daß dessen Hals und Rücken noch nach Tagen blutunterlaufene Stellen, von denen einige sogar aufgebrochen waren, zu sehen waren« Rach Zeugenaussagen hat das Kind vor Schmerzen zuletzt nur noch gestönt. Da der Angeklagte die Grenzen des ihm als Vater zustehenden Züchtigungsrechts ganz erheblich überschritten hatte, muhte er sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Das Berufungsgericht kam jetzt zu dem gleichen Ergebnis und bestätigte das erstinstanzliche Urteil. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen IIIIIIIIIIIIIIII!IIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!IIIIII!III!III!!III!IIII!!!I!III!II!III!II!III!IIIIIIIIIIIIIIII!III!IIIIIIIII!IIIIIIII»IIIIIIIIIIIIII Ab morgen, den 4. Februar gewaltiger Woll-Abschlag! 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Wir laden die Bevölkerung Gießens und Umgegend, vor allem die K'ieger> und Miluärvereine nut ihren Angehörigem sowie die Sindentenschasi und tue Reichswehr herAl. ein und bitten um Aablleüies Erscheinen in Anbeirackt der guten Sache Theater-Ca8e Ernst Ludwig Mittwoch, den 5. Februar, nachm. 4 Uhr Tanz-Tee abends 81 /2 Uhr Gesellschafts-Tanz Dunkler Anzug erbeten 06 u !> ( öim 7 1 Astoria-Lichtspiele ■ in: Achtung! Doppelgänger 936C Ab heute: Sensationen! Spannung! Tempo! Ferner das lustige Beiprogramm ""wmmAXTto. Zu diesem Film singt Deutschlands bester Negertenor Elma Spyglas das Lied:,,Ramona“ Sowie: Die neueste Ufa-Wochenschau Ferner werden von Mister Spyglas folgende Lieder zum Vortrag gebracht: „Ich kenn’ eine Frau, die dich niemals vergißtl“ „Sonny Boy“ u. a. m. 1. Schlager: Ramona Ein außergewöhnlich schöner Film in 8 Akten Dolores del Rios Spiel ist ein Ereignis! Richard Talmadge Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 Ab heute bis einschl. Mittwoch: Das große Doppelprogramm mit Bühneneinlage 2. Schlager: Jennys Bummel durch die Männer Ein ausgezeichnetes Lustspiel in 6 Akten mit Truus van Alten der entzückenden, ausgelassenen jugendlichen Künstlerin in der Hauptrollei (DOIORIS'KIKO X ’i 1 vW®r>, Grete Liebmann Dr, med. Berthold Stern Verlobte Gießen Darmstadt Gutenbergstraße 14 Ernst-Ludwigstraße 19 Februar 1930 Als Verlobte grüßen Lina Launspach Ferdinand Gundrum Reiskirchen, den 3. Februar 1930 „r-Tr„ Vortrag Dr. Bode-München: K HÄMWch io der Dienstag, den 4. Februar, 8.15 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße Anschließend prakt. Vorführung seines Systems Turnhalle des Realgymnasiums, Ludwigstraße 97iD M'LIIIIM w-r%.w Zur Deckung der ^kosten wird RM. 1.— Eintritt erhoben. Am Freitag, dem 7. Februar 1930, spricht Herr Dr. Mierendorff, Landespressechef, über Studentenschaft und Nationalsozialismus —MH—PB—I I in !■■■ um im oberen Saale des Cafö Ernst Ludwig Keine Restauration I Republikanische Arbeitsgemeinschaft an derLandesuniversität Republikanische, demokratische, sozialistische und Zentrums-Studentengruppe ogsd Haben Sie Asthma oder starken Husten? Dann trinken Sie meinen Spezial- Tee der hilft gut! Spezial-Geschäft Kräuterhaus Jung Schulstnisse. Versand nach auswärts. 10743 staue 'Trn'lia Gerät« 11 [rrr 11 !■ für rentable GeflOgelzuchL Leghorn^?"?!?: hüfiner. Gefliigelhof in OTcrgcntljeim F5. Katatoq ho[tcnfrei. Verschiedenes! 1111111111111111111111111111111118 Steuererklärungen ierttgt 970D s. Kirchner Telephon 4167. IMUlllUMWMM Restaurant zum Aquarium Walltorslraße 5 ti79D Morgen Dienstag« Metzelsuppe Morgens Wellfleisch mit Kraut MtoMWlW Morgen TicnStag AlettM Von 10 Uhr ab Wellfleisch mit Zkraut. ES ladet ein ~ Einladung zum 982D Mtimen 56ä|et|efl Mittwoch, den 5. Februar 1930, findet wie alljährlich das dleslähriae Schäkersest lnHnngcn.vorm.9Nbr imDarmstädter- bot stall, wozu wtr alle, die noch Interesse an der Schaszuchl haben, herAlick Einladen. Auch sind uliS die Schaiseinde willkommen. Sie können hier in einem Vortrag hören, wie nützlich das Schaf ist, wo es bingchört, und wie nützlich es, man kann sagen jedem, während d. Krieges war. l.Vorsitz.: Wirth. w o e E B 3 <*5 h5 cn o ■*• c. o s o HS ©* öl c Ö ö> o-» A* « r> in O g «?§‘s -o-e LH E ES« 5^:3 .s-±Tto qC" „^gg« ii $ t* g c'E E ="= 8 2 o .2 S §“^S" .«.g Ttz- C - 3 (-O-5«£l! _Q .2 4> C O Ä*,± LZ-<--Z £ = 23 £ £ 3 a X 3 c 2 2-5 2 ^ >- v GA •- 3 Tu G E ü C o q — -- EID o c Üt-z s 9 2; cs E o5 WZ SH^c. Kc e x- 5 5 3A -§LS. ^.O_ = 3 . &■ — E*"- _ u. u |I)3ä L§2 s ■- xo ‘ö’ c - 2 =•= 2"E li-exSm 8 S '.ATS =ts •gs to •GiE-jö G&s G; C cj e-8 & = c — .L T £ g €-£ L £ — gi‘s a v U) •°s? to E s = jS i> S2 --£■ 0*6" «u e ec- - to Kto EC. = 5 3 2 ES L.L c? g LZ^ Hl| <%- eio E E Sa e’S "LLG' o^1- g*5 Gx s§2^ .. = ^a x8Ä 5~Ä ^i«15 |1| iiAHfiÄCO L^G L-bE tpS = i = E ZAZ--^Zs :5 2.2’e-^V Csfc C 13. .O ö °UG l- o *x — C D ^G GZ -LZ 3 t 3»®* es - c ä 2 3 ,2 gl fc 3 *6'*§ »gsSS® e o — -to - K . L -Z s to GX to Hco - SgSRtt^ g t19 3 2 *rg § Etoto Ä Ld « E ä £ c X. -d& * . _ 3 - 3tx»- «'S X a0^-a*Bz e?-E e= 2^ vQ ;b 3 LE " — *3" iri E^-2.|.° 2'- 3 G-S E X £3. _ £o-8fi5 . — e _ -o A CS e, x£> ■— K-L-^IK ES .€i E 2. to, -3 c- i.E§^h lE’AÄ e stoS < °.CGO jj S5- cP~ =sJt3= X to*~Xc~. “Ä cä E-e| =? S-E.S.« a — 3 3, _ tO Q s6^ — X •g' fe e 3 Ä'3^t±e Ee^hU>7 ZZI-SZs •Efgg-!^ 2 2 gZ -* “ö? cn L 3 3 J2 — - c 3 er. 3 o !S 2 X L- 2«zr ää^«S ;AE=a^ ____ X^E:c ca 7 ? e sZ — -> .£> . t* 3 .*- >31 E :C o X> *© J=!3-g c£^> ZV°S«§ W^*®S‘5 M lalw °Z-°E c a Z-2-bE E g g g»7 —*u— ’E 3 "? OS — ZD 3» p o 3 m iiö t 12.-S 5*> o = - T^=3*Z2^ o 3 O ti 3 »X> C — ’E 3 «g SO -E *ti o § — h^äs-? L^DxLH S s to in to L S ID o Ä c to L 3 ID in c e E ® Q :a »? to 3 u. - 1.5 e - S-e- ID g g E Cl ID « Z L ÖS . Ü D § L V ® X i in 81 m J>§ •E^ in sr :#.e a.E M! o E E 8S EL ei E - 2 E'?^ = O4ZL8Z £ c -G" 3 SB 5.&°Ä in «3- a 2 a ^pS L 3 c5 2>t § 2 _ 2 E E Ls 3 -’S E.E LLDL^K sg - 3.E E ’S 3« 3 8 ZZMk •n to 15 s M rO s '6"&.2 53-CX :gll ID in L e2to= 2 i2. a*-X X j=> a^ £«* XL22 - 3 3 — ö 5 E V 3— “2 = r^. SS. "£'•'— o kMßZZZ-s SS-2*^^ J-K — Z h!> . 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