Nr. 282 Erstes Blatt |80. Jahrgang Dienstag, 2. Dezember 1930 (Er|d)etm rüglich.aub« Sonntags und Feiertag». Beilagen: vte Illustrierte Giehener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugsvreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» Beinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt. Sernfpredfanldflülle ■nterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: gtanffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dmd vnd Verlag: vrühl'sche UnwerfitSl§-vuch- und Stein&rutferci H. Lange in Gießen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: 5chulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20v, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich in (Biehen Verkündung der neuen Notverordnung. WTB. Berlin, -1. Dezember. (Amtlich.) Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag den Reichskanzler Dr. Brüning zu einem abschließenden Bericht über die Vorschläge der Reichsregierung wegen des Erlasses einer Verordnung zur Sicherung der Wirtschafts- und Finanzlage. Reichspräsident von Hindenburg dankte dem Herrn Reichskanzler für die geleistete mühevolle Arbeit und bat ihn, diesen Dank auch den Reichsministern und ihren Mt- arbeitern sowie dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther zu übermitteln. — Der Herr Reichspräsident hat die ihm von der Reichsregierung vorgeschlagene Verordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen aufgrund Artikel 48 der Reichsverfassung in den späten Abendstunden vollzogen und zur Verkündung an das Reichsgesetzblatt weitergeleitet. Rachtfitzung des Kabinetts. Der Reichskanzler fordert bis zum LamS- tag die Entscheidung des Reichstags. Berlin, 1. De;. (IU.) Die am Sonntag um 16 Uhr begonnene Sitzung des Reichskabinetts Hai bi» zum Montag früh 3% Uhr gedauert. 3n dieser ausgedehnten Sitzung find die neuen Sanierungsvorlagen nach ihrem sachlichen Gehalt wie auch im Hinblick auf die durch sie aufgeworfenen verfassungsrechtlichen Fragen eingehend durchberaten worden. Wie verlautet, Hal Reichskanzler Dr. Brüning das größte Gewicht darauf gelegt, daß das Sanierungswerk ein geschloffenes Ganzes fei, aus dem keine Linzelbestimmung herausgenommen werden könne, ohne das Gefamtwerk zu gefährden. Aus diesem Grunde hat man alle nur irgendwie angängigen Bestimmungen zum Teil unter Abänderung ihres ursprünglich verfafsungsändernden Lha- rakters in die neuen Rotverordnungen mit ausgenommen. wie wir erfahren, wird die Reichsregierung vom Reichstag verlangen, datz die Rotverordnungen b 1 s Samstag verabschiedet werden. Der Kanzler wird am Mittwoch zum (Etat und zur neuen Ratverordnung eine große Erklärung abgeben, in der diese Forderung zweifellos schon enthalten sein wird. Er wird zur Begründung daraus Hinweisen, daß der Zustand unserer Wirtschaft die schleunige Verabschiedung verlangt, wenn nicht ernste Gefahren entstehen sollen. Auch eine Beratung der neuen Rotverordnung im haushatts- ausschuh analog den Verhandlungen über die Juliverordnung kommt nicht in Frage. Der Reichs- I a g h a t diesmal nur ; u entscheiden, ob er die Rotverordnung aufheben will oder nicht. Da man außerdem damit rechnen muh, dah von den extremen Parteien ein wihtrauensvotum eingeht, wird der Reichstag auch noch hierüber bis Samstag abstimmen, fo dah öle politische Situation am Ende dieser Woche vollkommen geklärt fein wird. Der Inhalt der Aotverordnuna. Berlin, l.Dez. (TU.) Zu der amtlichen Mitteilung über die inkraftgesehte Rotverordnung veröffentlich die Regierung noch folgende Mitteilung: Der Herr Reichspräsident hat die ihm von der Reichsregierung vorgelegte Rotverordnung unter dem heutigen Tage vollzogen und bereits zur Veröffentlichung im Relchsgefehblatt weitergeleitet. Damit tritt auf Grund von Artikel 48 Absatz II der Relchsversasfung ein bedeutsames und umfangreiches Gefeheswerk in Kraft. Vie Rotoerordnung besteht im wesentlichen aus drei Teilen. Zunächst enthält sie aufgrund der inzwischen gesammelten Erfahrungen und wertvoller politischer Anregungen gewisse Abänderungen der Rotoerordnung vom 2 6. Juli, insbesondere hinsichtlich der Krankenversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Gemeindefinanzen. Sodann umsaht die neue Rolverordnung den Wirtschafts - und Finanzplan der Reichsregierung, wie er inzwischen vom Reichsrat verabschiedet ist. Rur insofern sind gewisse Abänderungen vorgenommen worden, als versassungsändernde B e - ft Immungen ausgeschlossen worden sind. Der dritte bedeutsame Teil der Rolverordnung umfahl Mahnahmen zur Stützung der notleidenden Landwirtschaft. Die Aenderung der Luliverordnung. Getränkesteuer, Bürgersteuer, Krankenschein. Der erste Teil der „Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finan- 3cn* hat die Ueberschrift „Aenderung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. Juli 1930". Im Kap. 1 wird die Gemeindegetränk e- (teuer, die neben der ©cmeinöebierfteuer besteht, auf das Rechnungsjahr 1931 b e» schränkt. Der Reichsfinanzminister kann die Berechtigung der Erhebung für einzelne Getränke vom 1. Januar 1931 ab aufheben, aber nicht für Trinkbranntwein, Wein und Schaumwein. Aus der Bürger ft euer sind weiter t) c r ausgenommen die Personen, die Arbeitslosen- unterstützung beziehen und die Sozialrentner. Der Landessatz wird für Personen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 4500 Mark auf mindestens 6 Mark, bis 6000 Mark auf mindestens 9 Mark, bis 8000 Mark auf mindestens 12 Mark bestimmt werden. Die höheren Einkommen sind weiter gestaffelt gelassen. Die Höchstgrenze ist 2000 Mark bei den Einkommen über 500 000 Mark. In Kapitel 2 wird die alte Notverordnung dahin abgeändert, daß Arbeitslose, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (jetzt 17), Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung nur dann haben, wenn ihnen kein familienrechtlicher Unterhaltungsanspruch zu- stehl. Zur Krankenversicherung: Dauert die Krankheit langer als 10 Tage, so folgt die A r z - ncigebühr. Don der Verpflichtung, den Beitrag zu entrichten, sind befreit alle Arbeitslosen, Jnvalidenrentner, Ünsal I r e n t n e r und aus der Reichsversorgung unterstützte Schwerverletzte und Schwerbeschädigte, ferner Tuberkulöse und Geschlechtskranke, die ihre Bedürftigkeit bescheinigen lassen. 3n dringenden Fällen kann der Krankenschein nachher geholt werden. Der zweite Teil der Rolverordnung (Sicherungen des Haushalts) faßt unter Kapitel 1 das Gesetz über die Ausgabenbegrenzung zusammen. Danach dürfen die Haushaltspläne von Reich, Länder:: und Gemeinden für 1932 und 1933 in der Gesamtsumme der Ausgaben nicht höher sein als für das Rechnungsjahr 1931. Ausnahmen werden nur unter gaiy bestimmten Voraus- setzungen zugelassen. zugeführt werden. Der nach Ausschüttung der Dividende verbleibende Re st betrag deS Reingewinns wird wie folgt verteilt: Don den ersten 25 Millionen erhalten das Reich 75 Prozent, die Anteilseigner 25 Prozent, von den nächsten 20 Millionen gehen an ÖaS Reich 90, an die Anteilseigner 10 Prozent. Der dann etwa noch verbleibende Restbetrag fällt dem Reich mit 95 Prozent zu, den Anteilseignern mit 5 Prozent. Diese Regelung sindet erstmalig auf das Geschäftsjahr 1930 Anweisung. Kapitel 2 behandelt die ilmgeftalhmg der Deutschen Golddiskontbank, Kapitel 3 sieht eine langsame Umtoan Ölung von Rentenbankscheinen in Reichsbankscheine vor. Die Reichsbank hat den Gesamtbetrag der ausgegebenen Rentenbankscheine spätestens bis Ende 1942 zu liquidieren. Abbau der Wohnungszwangswirtschast. Verbilligung des KleinwohnungSbaues. Im Teil sieben wird die W o h n u n g s w irisch a f t in der Weise geregelt, wie es im wesentlichen bereits gemeldet wurde. Dieser Teil gliedert sich in die V e r b i l l i a u n g des Kleinwoh - nungsbaues, die Uebemahme von Bürgschaften zu seinen Gunsten, die Feststellung der Gemeinnützigkeit von Wohnungsunterneh- men und die Bestimmungen über die Termine für den Abbau und die Beendigung der Wohnungszwangswirtschaft. Das Agrarprogramm. Absatzförderung für die heimischen Agrarprodukte. Kapitel 8 enthält eine ganze Fülle von landwirtschaftlichen Bestimmungen. Den Siern des neuen Agrarprogramms bilden bekanntlich die Beftim- mungen bezüglich der Steuervereinfachung. Außerdem ist die Erhöhung des Fuftergerstezol- les, die Festsetzung des Kleiezolles auf zehn Mark und die Verzehnfachung des Hirsezolles vorgesehen. Das B r o t g e s e tz wird geändert, und zwar wie folgt: Für Weizen Brotgebäck über 200 Gramm wird ein Beimischungszwang von 30 v. H. Roggen eingeführt, als Streumehl darf künftig nur noch Roggenmehl verwendet werden. Alle Bäckereien werden verpflichtet, Roggenbrot auszulegen, alle öffentlichen Gastwirtschaften und Hotels dürfen in Zukunft nur noch Roggengebäck ver - kaufen. Ferner wird die Erlaubnis erteilt, bis zu 10 Prozent Kartoffelmehl zu allem Gebäck hinzuzumischen. Das Reichsernährungsministerium beabsichtigt jedoch, noch weitere Maßnahmen zum Schutze der Landwirtschaft zu ergreifen, wie z. B. den 23 e r» wendungszwang für einheimische Fette und cinhei mischen Hopfen einzu- führen, die Speck- und Schmalzzölle von 6 auf 10 Mark zu erhöhen. Endlich wird das Handels- klafsengesetz eingeführt. Ersparnisse in der Rechtspflege. Die Bestimmungen über die Vereinfachung und Ersparnisse auf dem Gebiete der Rechtspflege sotten gewisse Ersparnisse im Reichsjustizhaus, halt ermöglichen. U. a. wird die Wertgrenze für die Zuständigkeit d e r Amtsgerichte über oermögensrechtliche Ansprüche auf 800 Mark erhöht. Die Gebühren für Rechtsanwälte in Armen- fachen werden herabgesetzt. Die Notverordnung enthält somit nicht das Pen« sionskürzungsgesetz und den Haushalt für 1931. Die Entscheidung über diese beiden Gesetze behält somit der Reichstag. Was sagen die Parteien? Erstes Presseecho zur Notverordnung. Berlin, 2. Dez. (TU.) Zur Rotverordnung der Reichsregierung toeift Breitscheid im .Vorwärts" unter der Ueberschrift „(Bor neuen Entscheidungen" darauf hin, daß die Regierung Öen sozial demokratischen ForÖerun gen, namentlich bei der Krankenversicherung, weitgehend Rechnung getragen yabe. Auf leben Fall habe aber das Kabinett der Ver- faffung eine Auslegung gegeben, die bis hart andie Grenze ihrer Vergewaltigung gehe. Dickes oder alles werde im Reichstag üon dem Verhalten der sozialdemokratifchen Aeichstagssraktion abhängen. Sie werde sich in wenigen Tagen zu entscheiden haben, ob sie eine Vorlage auf Aufhebung der Rotverordnung Maßnahmen zur Sicherung des Haushalts. Ausgabenbegrenzung. — Gehaltskürzung. — Tabaksteuer. Einkommensteuerzuschläge. Kapitel 2 (Gehaltskürzung): sieht die Kürzung um 6 v. H. vom 1. Februar 19 31 ab vor für die Reichsbeamten und Soldaten der Wehrmacht, die Warte- und Ruhe- geldsempsänger des Reichs, die Hinterbliebenen. Für t>en Reichspräsidenten, den Reichskanzler und die Reichsminister ist die bekannte 20prozentige Kürzung festgelegt. Don der Kürzung befreit sind Zahresbeträge unter 1500 Di k. Die Länder kürzen die Bezüge bei sich und den Gemeinden entsprechend. Soweit Beamte und andere Personen wohlerworbene Rechte nach Artikel 129 Absatz 1 Satz 3 der Reichsverfassung haben, werden diese Rechte nicht berührt, ilm die gleichen Kürzungsmöglichkeiten für die Angestellten des Reichs, der Länder und der Gemeinden herbeizuführen, können Tarif- und Cinzelanstellungsaniräge mit einer Frist von einem Monat zum 31. Januar 1931 gekündigt werden. Reichsbank und Reichsbahngesellschaft kürzen von sich aus. Den öffentlich-rechtlichen Religion Zgesellschaften bleibt eine entsprechende Kürzung überlassen. Diese drei Körperschaften sind zu sinngemäßen Kündigungen berechtigt. Rach Durchführung der Gehaltskürzung wird die „Reichshilfe" nicht mehr erhoben. Der Stellenvvrbchalt fürDer- sorgungsanwärter wird bis 1935 auf mindestens 75 Prozent erhöht. Die Geistlichen und Lehrer gelten als Beamte. Die Vorschriften dieses Kapitels treten mit Ausnahme des Paragraphen, der den Stellenvorbehalt behandelt, am 31. Januar 1 934 außer Kraft. Kapitel 3 (Tabaksteuer) legt die einzelnen Steuersätze fest und führt die im wesentlichen bekannten Bestimmungen auf. Auch Die Dorfchriften des Kapitels 4 (Zu- schlägezurEinkommen st cuerim Rechnungsjahr 19 3 1) bringen für ue Einkommen über 8000 Mark, die Ledigen und die Auf - fichtsratsmitglieder die bereits bekannten Bestimmungen. Sleumereinsachuug und -Vereinheitlichung. Der dritte Teil regelt die Steuervereinfachung und Steuervereinheitlichung in dem Sinne der Veröffentlichung der Reichsregierung vom 30. September. Kapitel 1 gibt den Gesamtplan der Steuervereinfachung, Kapitel 2 die Reuregelung der G r u n d st e u e r , die in Zukunft einheitlich als Landessteuer erhoben wird. Die lleberlaJung an die Gemeinden bestimmt sich nach Landesrecht. Kapitel 3 gibt der Gewerbe st euer denselben Cl a alter wie der Grundsteuer. Kapitel 4 behandelt Die durch die Reuordnung notwendig werdende Steueranpassung. Es ändert eine Reihe Reichssteuer- gesehe, Darunter das Dermögenssteuergeseh mit Der bemerkenswerten Bestimmung, Daß d i e D e r - mögens st euer erst bei Vermögen über 20 OOOMarkerhoben wird. Kapitel 5 nimmt Unternehmen, deren Gesamtumsatz einschließlich des steuerfreien Teils 5000 Mark nicht überschreitet, von Der Umsatzsteuer aus. Kapi'.el 6 orDnet Erhebungen zur Steuerpf licht Der öffentlichen Betriebe an. Kapitel 7 ermächtigt Die Reichsregierung, mit Zustimmung Des Reichsrats Die bereits bekannte ©teuerem n e ft i e zu erlassen. Die Senkung der Real- undVerkehrsfteuern Der vierte Teil bringt in zwei Kapiteln die Senkung von Realsteuern und Verkehrssteuern. Die Realsteuern, nämlich die Grund - und die Gewerbe st euer Der Länder und Gemeinden, werden vom 1. April 1931 ab gesenkt, und zwar die Grundsteuer um 10 und die Gewerbesteuer um 20 v. H. Für die Zeit vom 1. April 1932 ab werden Grundsätze über d i c Bemessung der Realsteuern durch besonderes Reichsgesetz aufgestellt. Kapitel 2 sieht eine Aenderung des Kapitalverkehrssteuergesetzes, des Grund- erwerbssteuergesetzes und des Finanzausgleichgesetzes vor. Die Kapitalverkehrs st euer wird von 4 auf allgemein 2 v. H., bei Verschmelzungen und gewissen Umwandelungen von Kapitalgesellschaften auf 1 v. H. gesenkt. Die Gründer- werbssteuer wird in bestimmten Fällen auf 2 v. H. vermindert. In der Aenderung des Finanzausgleichsgesetzes werden die Fälle aufgezählt, in denen die Wertzuwachs ft euer nicht mehr erhoben werden soll. Der Finanzausgleich für 1930/31 Grundsätze für den endgültigen Finanzausgleich ab 1. April 1932. Der fünfte Teil bringt den vorläufigen Finanzausgleich für die Jahre 1930 und 1931. Vom 1. April 1932 ab ist der Finanzausgleich durch Gesetz endgültig zu regeln, und hierfür werden auch bereits bestimmte Grundsätze festgelegt, und für die Zwischenzeit wird u. a. festgelegt, wie sich eine Reihe von Steuern verteilt, z. B. die Straft- fahrzeugsteuer, die Mineralwasser- und die Bier- stcuer. Die vom Reichsfinanzminister festgesetzten Verteilungsschlüssel für die Einkommen- und die Körperschafts st euer werden bestätigt. Bestimmt der Reichsfinanzminister entsprechend der im Steueroereinfachungsgesetz gegebenen Ermächtigung, daß die Einkommensteuer für die ersten 6000 Mark des Einkommens aus landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Vermögen durch die Grundsteuern der Ländern und Gemeinden abgegolten wird, so wird an die Länder im Rechnungsjahr 1931 aus Mitteln des Reichshaushalts ein Betrag von 20 Mil- lionen Mark nach dem Verhältnis der Fläche verteilt. Die Gewinnverteilung bei der Reichsbank. Sechster Teil (Reichsbank, GolDdiskontbank, Rentenbank): Der Anteil Des Reiches am Reingewinn bet Reichsbank wirb im Kapitel 1 erhöht. Von Dem jährlichen Reingewinn sollen 10 Prozent einem Reservefonds unterstützen solle. Cs sei ein schweres Dilemma, vor dem die Sozialdemokratie stehe. Die Entscheidung werde davon abhängen, ob die Sozialdemokratie der Lleberzeugung sein könne, daß die Tolerierung einer auch nach ihrer Lieberzeugung sehr bedenklichen Auslegung der Verfassung für das arbeitende Volk gefährlichere Folgen nach sich ziehen könne, als die Eröffnung der Aussicht auf ein Regierungssystem im Sinne der Hitler und Hugenberg. — Die „Dossifche Zeitung" schreibt, wenn der Reichstag am Samstag beschließe, die Rotverordnung vom 1. Dezember nicht aufzuheben, dann werde er das Seine dazu beitragen, nicht nur über die wirtschaftliche Krise im kommenden Winter hinwegzuheifen, für die er nicht verantwortlich sei, sondern auch über die Krise des Parlamentarismus, die von den Fraktionen mitverschuldet worden sei. 3m „T a g" weist der Vorsitzende der deutsch- nationalen Reichstagsfraktion Dr. O b e r f o h - ren darauf hin, daß der sog. Sanicrungsplan grundsätzlich zu verwerfen sei, weil er unter Verkennung der wahren Ursachen der politischen und wirtschaftlichen Rot in Deutschland eine Katastrophenpolitik weiterführe, die zur Auflösung des wirtschaftlichen und staatlichen Daseins, das heißt, schließlich ins Chaos führen müsse. Die Regierung Brüning befinde sich in ausgesprochenem Gegensatz zu dem bei der letzten Wahl deutlich hervorgetretenen Willen des Volkes. Aufgabe der nationalen Opposition müsse es sein, die Verfälschung und Mißachtung des klaren Volkswillens durch verschärften Wider st and gegen die Regierung Brüning zu Hintertreiben. Der „Lokalanzei- g e r" hebt hervor, es sei bezeichnend, daß ein Wahlausgang, der eine ungeheuere Verstärkung der Rechten gebracht habe, damit beantwortet werde, daß sich eine als sozialistenrein gegründete Regierung in offenste Hörigkeit der Sozialisten begeben habe. Oer hessische Einzelhandel an Min.ster Leuschner. D a r m st a d t, 1. Dez. Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels e. D. richtete unter dem 28. Rovember folgendes Schreiben an Minister Leuschner: „Aus Ihr Schreiben vom 25. d. M. haben wir zu erklären: Es hat sich bei unserer Anfrage nicht darum gehandelt, ob Sie bei Ihrer Rede nur nationalsozialistische Geschäftsleute und Gewerbetreibende gemeint haben oder nicht. Linser Landesverband hält sich von jeder politischen Betätigung fern. Als wirtschaftlicher Verband müssen wir aber grundsätzlich fordern, daß die Existenz unserer Mitglieder von keiner Seite bedroht wird und die Belange der Geschäftswelt nicht in der Art, wie dies geschehen ist. in den Kreis der politischen Erörterung gezogen werden." Oer politische Kurs der Deutschen Volkspartei. Eine große Rede des neuen Parteiführers.— Dolkspartei und Kabinett Brüning. Oie nationalsozialistische Bewegung. Berlin, l.Dez. (VDZ.) Der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei setzte seine Beratungen fort. Der neue Parteiführer Dingeldey nahm das Wort zu einer großen Rede über die politische Lage. Er erklärte u. a.. das Jahr geht unter ernsten Sturmzeichen zu Ende. Das Millionenheer der Arbeitslosen ist noch immer stark im Anwachsen begriffen. Das Furchtbarste, die Zerstörung des Mittelstandes in einem ent- Abgeordneter Rechtsanwalt Dingeldey« Darmstadt wurde vom Zentralvorstand der Deutschen Dolkspartei als Nachfolger von Dr. Scholz einstimmig zum Vorsitzenden der Deutschen Dolkspartei gewählt. setzlichen Umfange, das sich immer weiter durchsetzende Kräftespiel der Weltwirtschaftskrise und Der innerdeutschen Zersetzungen ist immer noch im Vordringen begriffen. Die Gegensätze verschärfen sich in beängstigendem Maße. Die vermittelnden Mittelschichten sind im weitem Umfange weggefegt. In solcher Lage des Reiches hängt alles ab von der Entschlossenheit der Staatsführung, von dem Maße von Autorität, das diese Staatsführung sich durch -ihren eigenen Willen — denn an das Verständnis des Volkes in diesem Augenblick zu appelieren, ist vergeblich — und ihre eigene Verantwortung zu schaffen vermag. Die Erkenntnis, daß die Ursachen der Krankheit im weiten Umfange oas Ueberwuchern sozialistischer Ideen im Staatsbetriebe, das Eindringen sozialistischer Gedankengänge in weiteste Schichten des Bürgertums (lebhafte Zustimmung) und die Uebernahme sozialistischer Gedankengänge in den Staat im weiten Umfange sind, zwingt uns zu der Schlußfolgerung, daß der Weg dieser Reformen selbstverständlich sich nicht stützen kann und daß kein Bündnis eingegangen werden kann mit eben denselben Trägern dieser sozialistischen Gedankengänge. Es ist nicht engstirnige Partei- Politik, sondern die ganz klare Erkenntnis, daß wir in Deutschland in den historischen Abschnitt eingetreten sind, wo es sich darum handelt, den aus der unausgetragenen Revolution noch vorhandenen Schutt aus unserem Staatsbetriebe wieder zu beseitigen. Das Gefühl der Verantwortung muß uns sagen, daß wir die Staatsführung in diesem Augenblick unmöglich im Stiche lassen können. Sicherlich ist dos Programm der Regierung Brüning noch unvollkommen, aber es ist das einzige klare Aktionsprogramm, das vorliegt, und für das sich die Regierungsautorität ein- seht. Man tut der Wahrheit Gewalt an. wenn man behauptet, daß dieses Programm etwa die Ausführung sozialistischer Gedankengänge wäre. (Zustimmung.) Die Deutsche Dolkspartei kann nicht der Regierung in diesem Augenblick in den Arm fallen, weil die Sozialdemokratie ihr Hilfs- stellung gewährt Hal. Lin Programm verliert deshalb nicht die Unterstuhungswürdigkeit, weil andere aus irgendwelchen Motiven heraus dieser Regierung ebenfalls ihre Unterstützung leihen. Solange wir die Sicherheit haben, daß die Regierung von den gleichen Grundanschauungen ausgeht wie wir, sich einsetzt für den Abbau dieses sozialistischen Schuttes innerhalb des deutschen Wirtschaftssystems, kann uns die Tatsache, daß sie Bundesgenossenschast auch auf der Linken gefunden hat, nicht abhalten, auf diesem Wege weiterzugehen. Die Aufgabe ist heute, das schwere Werk der Herabsetzung des Lebensstandards durchzusetzen. Es ist tn diesem ganzen Programm fast nichts zu tun möglich, ohne daß diese oder jene Schicht des Volkes auf das schwerste in ihren Inter- essen berührt wird. Der Reichskanzler ist ge- wiß nicht jene Gestalt von eiserner Willenskraft, aber er sieht in der Grundeinstellung zu den Problemen die Dinge genau so an wie wir und verfolgt mit der Zähigkeit, die seiner Natur innewohnt, das Ziel, das er sich gesetzt hat. Die Aufgabe der Deut- schen Volkspartei muß darin bestehen, das lebendige Gewissen dieser Reformaktion zu fein und darüber zu wachen, daß der Weg in keiner Weise durch das neue Eindringen anderer Gedankengänge durchbrochen wird. Dos Problem heißt beute: Was kann angesichts der Lage Deutschlands feine Staatsführung mit der starken Dertrauens- kundgebuna ansangen, die das deutsche Volk der radikalen Bewegung des Nationalsozialismus erwiesen hat? Dieser Bewegung gegenüber gibt es nichts Törichteres als ihr mit kleinlich en Polizeimaß nahmen zu Leibe zu gehen. Wenn wir uns darüber klar sind, daß in Deutschland nur ein langsamer Aufschwung erhofft werden kann, wenn es gelingt, den Schutt sozialistischer Gedankengänge wegzuräumen, dann wollen wir uns aber auch bewußt sein, daß für diese entscheidende Frage deutscher Zukunft die größte Gefahr ist die Verbindung der soziali- stischenGedankengänge mit demvater- ländischen Gedanken. (Lebhafte Zustimmung.) Mit dem Sozialismus im internationalen Gewand werden wir fertig; daß sich in Deutschland der Sozialismus auch im nationalen Gewand zeigt, ist die schwere Gefahr, vor der Staat und Wirtschaft heute stehen. wir werden weder wirtschaft noch Staat zu retten vermögen, wenn wir uns abdrängen lassen von der Haren Stellungnahme, daß nur auf dem Wege des Privateigentums, der kapitalistischen Wirtschaftsordnung die Rettung in Angriff genommen werden kann. Es gibt in der Wirtschaft heute führende Persönlichkeiten, die den kurzsichtigen Standpunkt ver- treten, man müsse dieser im nationalen Gewände einherschreitenden sozialistischen Beweoung die Hand deshalb reichen, weil man dann die Aussicht habe, ihre sozialistischen Tendenzen zu überwinden. Diese Persönlichkeiten wissen nicht, wie sie damit die furchtbare Gefahr der Fortbildung einer zu ihrer Vernichtung bestimmten Bewegung immer weiter fördern. Es ist die Aufgabe der Staatsführung und einer Partei wie der unsrigen, die Kräfte, die aus dieser Bewegung staatspolitisch aufbauend eingesetzt werden können, heranzuziehen, um dem Staat eine neue tragfähige Stütze zu schaffen. Wir lehnen nicht Bündnisse nach der einen oder anderen Seite, weltanschauungsmäßig oder für alle Zeiten ab, wir wollen aber auch nicht, daß in der Betrachtung der nationalsozialistischen Bewegung die Deutsche Dolkspartei den verhängnisvollen Weg geht, auf dem man sich selbst aufgibt, aus Angst darüber, daß die nationalsozialistische Bewegung über einen Hinwegwachsen könnte. Wir dienen weder uns noch dem deutschen Volke, wenn wir versuchen, eine Art Mimikri mit den Nationalsozialisten zu treiben. Wir werden auch von den Nationalsozialisten ganz anders als politischer Faktor gewertet, wenn wir unser eigenes Wesen selbstbewußt herauskehren. (Erneuter Beifall.) Selbstverständlich muß uns als Zukunftsideal vor Augen stehen die Aktivierung aller staats- politifchen Kräfte in Deutschland, die für Politik auf bürgerlicher Grundlage tauglich sind und die Sammlung dieser Kräfte zu einer starken Einheit. Aber alle Versuche, dieses Ziel von der taktischen, rationellen und parlamentarischen Seite her zu erreichen, sind aussichtslos und müssen unterbleiben. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Deutsche Dolkspartei verlangt eine grundlegende Reuordnung unserer sinanz- und wirtschaftspolitischen Verhältnisse. Es gilt jetzt, den infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse verzweifelten Volksschichten, insbesondere der durch Verhetzung und Schlagworte verwirrten Jugend die großen staatspolitischen Ziele vor Augen zu stellen, deren Verwirklichung eine Dauer verheißende Reform einschlietzen muß: Stärkung des nationalen Willens der Selbstbehauptung, Festigung der Regierungsgewalt, Beseitigung der Alleinherrschaft des Parlaments. Reuord- nung der Beziehungen zwischen Reich und Ländern, Wiederherstellung gesunder Grundlagen in den Gemeinden, Kampf gegen alle Bestrebungen, die kulturellen Grundlagen von Staat und Volk zu zerstören. Der Jentralvorstand ist überzeugt, oaß der Rus zu solcher Mitarbeit ein starkes Echo findet bei denen, die der ehrliche Wille treibt, dem Dolksganzen zu dienen und unser Vaterland zu retten. Oer Moskauer Gchädlingsprozeß. Kowno. 1. Dez. (TLl.) Die Verhandlungen am letzten Sonntag standen wieder im Zeichen der Prüfung der französischen Politik gegenüber der Sowjetunion. Der Häuptlinge Hagle Ramsin erklärte, er habe 1927 in Paris Besprechungen mit den Führern des ehemcüigen rufsi'ch.n Industriellenverbandes. Fürst M e s ch e r s k i und R j a- b u s ch i n s k i. gehabt, die ihm erklärten, daß die Teilnahme Frankreichs an einem Antisowjetblock beschlossene Sache sei und daß eine Kommission des französischen Generalstabes gebildet worden sei, um die militärisch? Aktion gegen Rußland vorzubereiten. Meschrrski ha.be ihm außerdem gesagt, daß der frühere Minister Loucheur sich beionders für die Kosten eines derartigen Unternehmens interessiert habe. Weiter erklärte Ramsin, daß die im Ausland auf- »etauchten Gerüchte, die OGPLl habe die Aussagen der Angeklagten erzwungen, nicht den Tatsachen entsprächen. Der Erklärung schlossen sich die übrigen Angeklagten an. Danach wurde unter strenger Bewachung der OGPU. der Professor Ossadschi, der früher Mit- alied des Bollzugskommitees der Sowjetunion und Ankläger im Schachty-Prozeß war, in den Verhandlungsfaal geführt. Osiadschi sagte aus, daß er der Industriellenpartei im Jahre 1929 beigetreten sei, nachdem er erfahren hätte, daß Frankreich eine militärische Intervention gegen Rußland plane, an der 600000 Mann, darunter auch polnische und rumänische Truppen teilnehmen sollten. Der Kampf sollte auch von der englischen Flotte Unter st ützung erhalten. Das ursprünglich für 1930 geplante Vorgehen sei dann verschoben worden, weil Frankreich nicht iy der Lage gewesen sei, einen Antisowjetblock in Europa zu organisieren und weil sich die Hoffnung, daß die russischen Bauern diese Bewegung unterstützen würden, nicht erfüllt habe. Ossadschi führte bann weiter aus, daß er Anfang Juli i n Berlin mit Professor Jasinski und den Vizepräsidenten des Verbandes der russischen Industriellen in Paris, Denissow, zusammengetroffen sei. Denisow habe gesagt, die Jndustriepartei habe den Russen im Ausland bereits Millionen ge» kostet und noch keine Ergebnisse gebracht. Er, Ossadschi, habe darauf hingewiesen, daß die politische Lage jetzt ungünstig dafür sei. Nach der Unterredung sei er nach Moskau zurückgekehrt. Blick in den Gerichtssaal während der Verhandlung gegen die russische Jngenieurgruppe Ramsin. Ossadschi betonte zum Schluß, wenn ihm das Oberste Gericht noch das Leben schenken wolle, werde er weiter im Dienste der Sowjetunion verbleiben. Ein Dementi. „Sämtliche Einzelheiten ans der Luft gegriffen". Berlin, 1. Dez. (TLl.) Zu den Aussagen des Professors Ossadschi, wonach er angeblich mit dem Vertreter des Verbandes der russischen Industriellen in Berlin, Jasinski, im Juli verhandelt habe, erklärt Professor Jasinski folgendes: „1. Meine letzte Unterredung mit Professor Ossadschi hat im Jahre 19 21 stattgefunden. Seit dieser Zeit habe ich keinerlei Unterredung mehr mit Professor Ossadschi gehabt. 2. Ich habe den Vizepräsidenten des Verbandes der russischen Industriellen, Denissow (Paris), noch niemals gesehen und habe ihn niemals kennengelernt. 3. Sämtliche Einzelheiten der Aussagen Ofsad« schis gegenüber meiner Person sind aus der ßu-f t gegriffen." Aus aller Welt7 Kreuzer „Emden" zur Auslandreise ausgelaufen. Zum vierten Mole hat Wilhelmshaven den Schulkreuzer „Emden" zur Auslandreise verabschiedet. Auch dieses Mal waren die Kais und die Hafenanlagen mit einer großen Menschenmenge und den Abordnungen der Marinetruppen- teile dicht beseht. Um 10 Uhr schleuste die „Emden" in die dritte Hafeneinfahrt, wo als Vertreter des Chefs der Marineleitung der Chef dec Rordseestation, Konteradmiral TiUessen, zu der auf dem Achterdeck angetretenen Besatzung der „Emden" die offiziellen Abschiedsworte sprach. Rachdem die Admiralität von Bord gegangen war, warf die „Emden" die Leine los und fuhr durch die Schleuse in die Jade, dem nächsten Hasen, Vigo, zu, wo sie in den nächsten Tagen mit dem von Südamerika heimkehrenden Kreuzer „Karlsruhe" zusammentrifft. Die Weihnach s- tage werden voraussichtlich in der Suda-Bucht auf Kreta verlebt werden. Adolph Hoffmann f. In feiner Berliner Wohnung verstarb im 73. Lebensjahre der preußische Landtagsabgeordnete Adolph Hoffmann. '(Eine Herzlähmung als Folge einer Grippe, die ihn feit zwei Wochen an das Bett fesselte, führte seinen plötzlichen Tod herbei. Das Urteil im Frenzelprozeh. Die Große Potsdamer Strafkammer verkündete in der Berufungsverhandlung gegen den Amtsvorsteher Frenze! das Urteil. Die Entscheidung der ersten Instanz, das Frenze! zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilte, wurde dahin abgeändert, daß der Angeklagte wegen Blutschande in Tateinheit mit Verbrechen gegen § 176 Absatz 3 zu einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus und dreijährigem Ehrverlust verurteilt wird. Der Vorsitzende gab als Begründung bekannt, daß es für das Gericht wesentlich gewesen sei, daß die beiden Schwestern Hilde und Gertrud Frenzel, die so grundverschieden seien, die gleichartigen Beschuldigungen hervorgebracht hätten. Es stehe für das Gericht zweifellos fest, daß Gertrud Frenze! die Wahrheit gesagt habe, trotz ihres episodenhaften Lügens. Das feien die wesentlichsten Gründe für die Verurteilung des Angeklagten gewesen. Das Gericht erließ dann erneut Haftbefehl gegen den Angeklagten. Raubmord auf der Eisenbahnstation. Der Dahnagent Weinberger wurde nachts in Hammel bei Augsburg im Dienstraum erschossen aufgefunden. Da Barschaft und Kassenbestand fehlen, muß Weinberger einem Raubmord zum Opfer gefallen fein. Die Tat dürfte in dem Augenblick geschehen sein, als Weinberger sich anschickte, nach Hause zu gehen. Die geraubte Summe dürfte kaum 10 b i s 15 Mark betragen. Schweres Autounglück. Ein schweres Unglück ereignete sich in Lübeck. Ein mit vier jungen Leuten aus Segeberg besetzter geschlossener Personenkraftwagen fuhr unterhalb der Beckergrube in die Trave und ging sofort unter. Einer von den jungen Leuten tauchte noch einmal auf und konnte von der Feuerwehr geborgen werden, doch waren alle Wiederbelebungsversuche erfolglos. Erst nach längeren Bemühungen gelang es, die anderen drei Leichen zu bergen. Lin verschütteter nach drei lagen noch am Leben. In Castrop-Rauxel war auf der Zeche Viktor I-II am Freitagmorgen ein Strebepfeiler zu Bruch gegangen, wobei zwei Bergleute verschüttet worden waren. Am Sonntag ist es nun gelungen, mit einem der Verschütteten in Verbindung zu treten und ihm durch ein Rohr flüssige Speise zuzuführen. Er ist unversehrt und guten Mutes. Die Aufräumungsarbeiten werden noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Es besteht aber die begründete Hoffnung, daß sie zu einem glücklichen Ende geführt werden können. Leider kann nicht damit gerechnet werden, daß auch der zweite Verschüttete noch am Leben ist. Liu deutscher Dreimastschoner mit elf Personen untergegangen. Der deutsche Motordreimastschoner „Lütt", der mit Holz von Finnland nach Stettin in See gegangen war, ist seit fünf Wochen überfällig. Das Segelschiff, an dessen Bord sich der Kapitän mit Frau, eine Köchin und acht Mann Besatzung befanden, ist ein Opfer der letzten Stürme geworden. Zehn Seemeilen nordnordwestlich des ostpommerschen Leuchtturmes IerShoest wurde jetzt von Rügenwalder Hochseekuttern das kieloben auf der Holzladung treibende Schiff gesichtet und nach Rügenwalde geschleppt, wo es 250 Meter seewärts mit den Masten auf Grund geraten ist. Wettervoraussage. Das umfangreiche kontinentale Hochdruckgebiet hat seinen Schwerpunkt nordöstlich verlagert. An seiner Südseite herrscht nunmehr in ganz Deutschland östliche Luftzufuhr, wodurch der herrschende Witterungscharakter vorerst noch erhalten bleibt. Im Bereich der Kontinentalluft wird sich die Nebeldecke zeitweise auflösen und bei vielfach klarem Himmel ^in der Nacht die Temperaturen bis unter den -’rpunft zurück. Von der Biscaya her drängt sich eine Störung in nordöstlicher Richtung vor, welche versucht, die Warmluft an ihrer Vorderseite Täten- Ma^cnt d 1 M Z2P»^"ce*6 cXT1*» v d* ^md« *A ' * s Io PlrtrJ OS ngi* ich. Trt Tw ihrer Zeit! Man gab ihr ein Mundstück, weil Aus* So lieb sie als Erinnerung sein mögen ... Foto sehen mehr galt als reines Tabakaroma. Doch heute sind jene Modetorheiten überwunden. Fotografie und Mode diktieren Natürlichkeit. Und { der Geschmack — die Cigarette ohne Mundstück. • I i i } { i ? i grafien von 1900 sind Dokumente der Unnatürlichkeit! Der Fotograf diktierte Pose und die Mode eine entsprechend absurde Kleidung. Damals bekam selbst die Cigarette den Stempel Oworxcnios O»eiter. ® nalD eedem ® wolkig, e oedecKt eReoe». «Sehne« o (kaupeln «Hebel KGewn-rr.f^windslillc -O-> sehr leichte' Oi« ttasnoe» Südsüdwest h stormscht' lordwcsl Oie Piene fliegen mu dem wmdt- Die bei den Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen Verbinden Orte mit gleiche* wut neertsniveau umgerechnette Luftdruck auch nordostwärts vorzuschieben. Dabei dürfte der Hochdruckcinfluß sich abschwachen und die Anzeichen zum Witterungsumschlag in Erscheinung treten. Aussichten f ü r M i t t w o chiAeblig wolkig mit Aus klaren, vorerst noch trocken mit Rachtsrost- gefahr. Aussichten für Donnerstag: Allmählich wieder wärmer und Witterungsumschlag wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 1. Dezember: mittags 9,1 Grad Celsius, abends 3,7 Grad; am 2. Dezember: morgens 1,7 Grad. Maximum 9,2 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Dezember: abends 5,8 Grad; am 2. Dezember: morgens 3,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2i Stunden. Die Wetterlage. nicht tm entferntesten Rechnung getragen wurde. Hoffentlich wird der Staat im nächsten Jahre seiner Verpflichtung gegenüber dem Kreise Gießen auf dem Gebiete der ‘Hau- darlehcn weit umfassender gerecht, als bisher. Militärische Trauerfeier in Gießen. Am Freitag verstarb in Weilburg, wo er im Ruhestand lebte, der General der Infanterie Erzellenz Albrecht, ein ehemaliger 88er, der zuletzt im Kriege Kommandierender General des 18. Armeekorps und später des 20. Armeekorps war. Die sterbliche Hülle des Entschlafenen wurde gestern zur Einäscherung nach Gießen übergeführt und hier zunächst nach der Zeughauskaserne gebracht, von wo aus mit großer militärischer Trauerparade die Ueberführung nach dem Reuen Friedhof statlfand. Das ganze I.Batl. deS Infanterie-Regiments 15 unter dem Kommando des von Kassel hier eingetroffenen Regimentskommandeurs Oberst von SchickfusundReudorff nahm an der Trauerparade teil. Gegen 14.30 Uhr rückten die Kompanien und die Maschinengewehrkompanie von der Senckenbergstrahe aus in den Hof der Zeughauskaserne ein, wo sie in breiter Front Aufstellung nahmen. Der Sarg war in der mit frischem Grün ausgeschlagenen Exerzierhalle aufgebahrt worden, und hier fand nach dem Einmarsch der Truppen eine kurze Gedenkfeier statt, an der u. a. neben den Ang^örigen des Verblichenen auch Vertreter des Ofsizierkorps der alten Armee, sowie eine Anzahl alter Soldaten teilnahmen. Während die Truppen nach dem Abschluß der Gedenkfeier präsentierten und die Militärkapelle den Ehoral »Jesus meine Zuversicht" spielte, wurde der Sarg, der mit der Reichskriegsflagge, dem Helm und dem Degen des Verstorbenen bedeckt war, von Soldaten unseres Bataillons, geleitet von einer militärischen Ehrenwache, aus der Exerzierhalle herausgetragen und auf einen Maschinengewehrwagen gehoben. Dann setzte sich das Bataillon als militärische Trauerparade an die Spitze deS Zuges und überführte den Verblichenen unter Trauermusik nach dem Reuen Friedhof. Hier fand noch eine kurze Feier statt, । bei der einige Ansprachen und Kranzniederlegun- i gen erfolgten, am Schlüsse feuerte die 1. Kompanie des Bataillons als letzte militärische Ehrung die Ehrensalve ab. Heute vormittag fand die Einäscherung der Leiche statt. Gicßcncr wochcnmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 1,30; Butter 1,50 bis 1,60; (A. v. D.f, Gießen: Die Sperrung der Straßenstreck« Butzbach —Hochweisel und der Straße 3 l • benstadt — KaiHen ist ab 1. Dezember, die Straßcnstrecke Büdingen — Gelnhausen wird ab 4. Dezember aufgehoben. •• Oeffentliche Dücherballe. Im Ro- ven.be r wurden 1633 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1111, Zeitschriften 91, Iugendschriften 54, Gedichte und Dramen 20, Länder- und Völkerkunde 112, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 125, Kunstgeschichte 24, Naturwissenschaft und Technologie 46, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 8, Staats- wissenschast 20, Sprachwissenschaft 3, Fremdsprachliches 3 Bände. Rach auswärts kam ein Band. ** Jubiläum im Konsumverein. Am 1. Dezember waren es 25 Jahre, so schreibt man uns, daß die zweite Berteilungsstelle des Konsumvereins Gießen und Umgebung im Asterweg 2 eröffnet wurde Im Laufe der Jahre erwiesen sich verschiedentlich Erweiterungen als notwendig, im vergangenen Jahre wurden außerdem Umbauten größeren Stils durchgeführt, so daß die DerteilungssteUe im Norden der Stadt als die am besten ausgcbaule zu betrachten ist. •• DerOrtsausschuh derReichSver- sicherungsanstalt für Angestellte hielt, wie man unS berichtet, in Bad'Rauhetm seine zweite diesjährige Sitzung ab. Voraus ging eine Besichtigung des „Deutschen KurheimS". Der Direktor der Heilanstalt L i s s o gab einen anschaulichen Bericht über die Erfolge deS Heimes. An- schließend begann die Tagung, an der 48 Vertrauens- und Ersatzmänner der Arbeitgeber und Angestellten teilnahmen. Der Obmann des Ausschusses:, W. Horn. Gießen, eröffnete die Beratungen. Zuvor gedachte man des verstorbenen Präsidenten der Veriicherungsanstalt Dr. v. Ols- hausen. Rach einigen Aussührungen deS Oberinspektors Busse setzte eine lebhafte Aussprache ein. Behandelt wurden u. a. Beitragsfragen, wobei gewünscht wurde, daß zur Vermeidung von Streitigkeiten sich der Oberinspektor der RfA. mit den Arbeitgeberverlä rden ins Ben hn ei setzt. Ein anschauliches Bild wurde an Hand von ilebcr- sichten und Zahlen über die Erfolge von Heilverfahren zur Wiedererlangung der Berusssähig- keit gegeben, ferner wurde in diesem Zusammenhänge von den Anwesenden der Wunsch geäußert, bei der Reichs Versicherungsanstalt zu veranlassen, daß mehr eigene Sanatorien geschaffen würden. weitere Cofalnadindjlcn im 2 Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. i Gießen, den 2. Dezember 1930. Die Trichinenschau in Hessen. Durch Gesetz vom 1. August 1930 betr die Tri- I chinenschau ist für Hessen die obligat ort- I sche Trichinenschau eingeführt worden, mit I Ausnahme desjenigen Fleisches von Tieren, das I ausschließlich im eigenen Haushalt des Besitzers I zur Verwendung kommen soll. Rach Artikel 6 deS I Gesetzes tritt es an dem von dem Minister des Innern zu bezeichnenden Zeitpunkt in K.aft. Rach der nunmehr vom Minister des Innern erlassenen Trichinenschauordnung vom 30. Rovember 1930 I tritt das Gesetz am 15. Dezember 1930 in Kraft. In der zur Ausführung des Gesetzes erlassenen Trichine.ischauo dnung wird bestimmt, I daß der amtlichen Untersuchung auf Trichinen unterliegen außer den Schweinen auch Wild- I schwcine, Hunde, Katzen, Bären, Füche. Dachse und fleischfreisende Tiere die Träger von Trichinen sein können, so weit deren Fleisch zum Genuß für Menschen verwendet werden soll. Die Anmeldung der Trichinenschau bei erlegten Wild chwei- nen und anderen dec Trichinenschau unterliegenden jagdbaren Tieren hat grundsätzlich bei dem für den Abfchußort zuständigen Trichinenbeschauer zu erfolgen. Bei Treren, dre der Schlachtvieh- und Fleischbeschau unterliegen, und bei denen der Fleischbeschauer als zunändiger Trichinenbeschauer auch die Trichinenschau ausübt, gilt die Anrnel- | düng zur Schlachtvieh- und Fleischbeschau zugleich 1 als Anmeldung zur Trichinenschau. Als Trichi- nenschauec dürfen außer approbierten Tierärzten nur Personen bestellt werden, die einen gültigen Defähigungsausweis nach Maßgabe der Prüfungsvorschriften für Trichinenschauer besitzen. Entdeckt ber Trichinenschauer, der nicht approbierter Tierarzt ist, in den Fleischprvben Trichinen oder Gebilde, deren Ratur ihm zweifelhaft oder unbekannt ist, so hat er das Fleisch vorläufig zu beschlagnahmen und die Ortspolizeibehörde sofort zu benachrichtigen. Die weitere Untersuchung bleibt dem für den Bezirk bestellten tierärztlichen Beschauer Vorbehalten. Don jedem Trichinenfund ist dem zuständig beamteten Tierarzt unverzüglich Mitteilung zu machen. Die Bestimmungen der Trichinenschauordnung treten ebenfalls am 15. Dezember 1930 in Kraft. An Gebühren für die Ausübung der Trichinenschau werden erhoben: für das Fleisch eines ganzen oder halben Tieres 90 Pf., für einzelne Fleischstücke 50 Pf. Die Zuteilung staatlicher Baudarlehen. Vom Kreisamt Gießen wird uns mil- geteilt: Die Öffentlichkeit wird sich noch an den Protest des Kreistags erinnern, der in diesem Frühjahr gegen die zu geringe Berücksichtigung des Kreises Gießen bei der Zuteilung staatlicher Daudarlehen Verwahrung einlegte. Dem Kreise Gießen waren nur 160 000 Mk. zugesichert worden. Reuerdings ist noch ein weiterer Betrag von 30 000 Marl aus restlichen Reservemitteln zur Verfügung gestellt worden, mithin erhielt der Kreis Gießen insgesamt 19 0 0 00 Mark. Bei der großen Zahl dringlicher Fälle ist über diese restliche Zuteilung naturgemäß bereits verfügt, so daß alle unbefriedigten Hoffnungen auf das nächste Jahr verwiesen werden müssen in der Erwartung, daß die öffenlliche Förderung deS Wohnungsbaues nicht durch Sparmaßnahmen lahmgelegt wird. _ Anmerkung der Redaktion. So be- grühenswert es ist, daß der Staat dem Kreise Giehen auf seine dringlichen Vorstellungen hin iwch einen weiteren Betrag von 30 000 Mark für Daudarlehenszwecke zur Verfügung gestellt hat, muß doch gesagt werden, daß auch mit dieser Rachzahlung den wohlbegründeten Anspruch e n d e s Kreises, wie sie in den Vorstellungen der Kreisbehörde angeführt wurden. p^T 1K ZI ff b CIGARETTEN ” —l " * ... selbstverständlich ohne Mundstück Matte 30 big 35; Wirsing 8 biS 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bi« 10; rote Rüden 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlradi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 25 biS 30; Feldsalat 80 bi«__1.00; Tomaten 50 bis 70; Zwiebeln 8 bis lv; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3‘/i bi« 4; Aepfel 25 bi« 40; Dirnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 biS 1,00; Suppenhühner 90 bis 1,00; Gänse 80 bi« 1.00; Rüsse 50 bis 60; Käs« (10 Stück) 60 biS 1.40; Eier 17 bis 18; Tauben 50 bis 70; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zentner 2,20 biS 2,50; Weißkraut 3,00. Vornottzen. — TageskalenderfürDienstag. Stabt, theater: „Erde", 20 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die vom Rummelplatz". — Astona- Lichtspiele: „Sensation im Diamanten.Club" und „Prärie-Hyänen". , . — Aus dem S t a b t t h e a t e r b u r e a u wirb uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, einmaliges Gastspiel ber Erl-Bühne mit Schönherrs Komöbic „Erbe". Die Spielleitung hat Ebuarb Köck. Am Freitag findet außer Abonnement ein einmaliges Gastspiel des Frankfurter Opernhauses statt. Zur Aufführung gelangt bie Operette „Der Tenor ber Herzogin" von Ebuarb Künneke. — Der Krankenkassenverband für die Stadt und den Kreis Gießen veranstaltet am Mittwoch, dem 3. Dezember in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Theateraufführung. die der Volksbelehruna im Interesse der Volksgesundheit dienen soll. Der Stoff des Bühnenstückes. „Blaue IungenS", das zur Aufführung gelangt, ist unmittelbar aus dem Leben gegriffen und vermittelt Einblick« in bve Gefahren der Tuberkulose, bringt zugleich aber in der Form der dramatischen Dichtung die Möglichkeit der Verhütung der Ansteckung zum Ausdruck und läßt den Zuhörer wissen, daß die Krankheit heilbar ist. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. — Probe-Waschveranftaltungen mit dem Waschkompressor „Waschteusel" finden am Mitt- woch, Donnerstag und Freitag im Cafs Ebel statt. Näheres in der heutigen Anzeige. » "AufgehobeneStraßensperren. Mit- geteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. D. Sparen!... bei Nowack WA Seiden- Stoffe kaufen I Große Auswahl in Spielfadien Die Deutsche Sozial-hygien. Bühne in Berlin gibt am Mittwoch, dem 3. Dezember 1930 abends 8 Uhr, In der Turnhalle am Oswaldsgarten (anstatt Einhornsaal) ein einmaliges Gastspiel, betitelt eoeio „BlaueJungen“ Schauspiel In 9 Szenen von LeoHerzog. Diese Theateraufführung dient der volkstümlichen Aufklärung über die Gefahren der Tuberkulose. Die Vorführung wird von den Krankenkassen der Siadt und des Kreises Gießen für ihre Mitglieder veranstaltet. — Der Eintritt ist frei. Einlaßkarten sind bei den Krankenkassen erhältlich. Verband der Krankenkassen für Stadt und Kreis Gießen. für Buben und Mädel finden Sie im Spielwarenhaus Moritz Gregor! nur Seltersweg 63 Telephon «ss Auf alle Artikel 5% Barrabatt! 8U9D Gestern nachmittag um 3% Uhr verschied in der Klinik nach einem schweren und mit großer Geduld getragenem Leiden unser so treues, innigst- gellebtes Söhnchen Helmut Beditoldt im Alter von 4 Jahren. In tiefer Trauer: Willy Beditoldt u. Frau, geb. Böttger Karl Beditoldt und Frau, Großeltern Tilly Böttger. Gießen (Wilsonstr. 4), den 2. Dezember 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, 4. Dez., nadim. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 07450 Der fctahttel Für die wohltuenden Beweise der Teilnahme beim Hinscheiden meiner inniggeliebten Schwester bitte ich den Ausdruck herzlichen Dankes auf diesem Wege entgegenzunehmen. Emmi Koch. Gießen (Frankfurter Straße 46), den 1. Dezember 1930. 8103D WWW Oer 2. Äundesführer des Stahl» Helm, Äund der Frontsoldaten Oberflfeufnanf a.D. Duesterberg spricht am 13. Dezember 1930/ abends 8 W, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Numerierte Plätze 2 Mark, sonst 1 Mark. Kartenvorverkauf bei Soldan, Seltersweg 50, Challier, Neuenweg 10. 8110D Billige Wachstuche ein Posten gute, fehlerfreie Ware, 85 cm breit, von Mk. 1.85 an per Meter. 8108 a Heinrich Hochstätter iiHtilaizeer behaglich eingerichtet — in Nähe Seltersweg - nur per sofort von Dnuermieier gesucht. Schriftliche Angebote uni. 8104D an den (Siebener Anzeiger erb. von J. H. Fuhr ,MA 25 Sonnenstrabe 25 Puppen-Patienten können nur noch diese Woche angenommen werden! 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November 1930 mit 8 gegen 5 Stimmen bezüglich der Einweihung des Gefallenendenkmals auf dem Friedhof u. a. die Ausschaltung des Geistlichen als offiziellen Vertreter der Landeskirche beschlossen. — Wir erklären hierzu: Durch diesen Beschluß werden sowohl die religiösen Gefühle der Einwohnerschaft, als auch der Angehörigen und Hinterbliebenen der Gefallenen in besonders krasser Weise verletzt. Wir bitten die Einwohnerschaft, im Interesse des gefährdeten Ansehens unserer Gemeinde gleich uns die Beteiligung an dieser einseitig geplanten ,Feier* abzulehnen, sofern nicht durch einsichtige Maßnahmen die Ausschaltung des Geistlichen rückgängig gemacht wird. — Wir werden zu gegebener Zelt eine würdige Gefallenenehrung veranlassen, wozu an die Bürgerschaft rechtzeitig Einladung ergehen wird. Veteranen-u. Krie^erverein Lollar. *07449 Ml IR HPPRPhKCMI IMF T/für-Jedes* modell Diesem schuh können Sie ruhig zumuten soviel Sie wollen. 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Keule iw 07448 M.-W-WMMl PloEratze 5. wie warnen Sie J1>rtn23tiDerbringen aus Anzeigen ohne tarnen ßeugnifft, Ürfunbtn ob. sonst wichtig« Papiere beizufügen; Sbschristm genügen zur Einleitung o. Bnsteliungsverhand» nngen. OH ist un< der Slunrogqeber unbekannt und in bfefen^dllcn können wir nicht« hin kür b. Wiedererlangung der Sewerbungöunterlagen Gretzeuev Aureisev Hoben Verdienst durch Berkaus von Weihn.'U.Beuiabrs' Postkarten. lOOOSlck. 16 Älk. iBerkauf ca, 60M.IProbehunderi 2 Pik.Nachnahme ob. Borkasse. (07435 Buka-Versand, Abt. 69, Lt ipzlg S 3. Postf. 34. Fleist,zuverlässige ^erfonen lauchDamenl fürben Beririeb eines überall benötigten billig. Gebrauchsartikels gesucht, leichtes, an- genehi' es Arbeiten, hoher bauernb. Ber> bienst. Sos. Bargelb. Schrifil. Angeb. unt. 07419 a. b. Gieß. Anz. Wegen Erkrankung tüchiiges, zuverläss. Mädchen vom Laude, bas gut kochen u. nähen kann unb gute Zeugnisse besitzt, für sofort gesucht. Schr. Ang. u. 81021) a.b.Giest. Anz. 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Dezember (930 Der Bruch der Abrüstungsverpflichiungen. Das entwaffnete Deutschland. — Frankreichs „bedrohte Sicherheit". — Oie pazifistischen Ver.eumder hindern eine Verständigung. - Niemals ein Verzicht auf das liecht der Selbstverteidigung. (Lin Interview mit Neichswehrminisier Or. h. c. Wilhelm Groener, Generalleutnant a. D. Zwölf Safjre, nachdem In feierlichen Verträgen eine allgemeine Beschränkung und Begrenzung der Rüstungen verkündet wurde, müssen wir die Tatsache feststellen, daß heute in der Welt mehr GeldfürRüstungszweckeausgegeben wird alsvordem Kriege, das) sich d.e Zahl der in Friedenszeiten unter Waffen stehenden Männer — unter Ausschluß der Mit.elmächle — allein in Europa um nahezu 500 000 Mann erhöht hat. Lassen wir noch einmal die riesigen Zahlen unserer Abrüstung auf marschieren. 3m einzelnen wurden vernichtet oder abgeliefert: 6 000 000 Gewehre und Karabiner, 130 000 Maschinengewehre, 60 000 Geschütze, 15 tOO Flugzeuge, 27 ZvO Flugzeugmoto e r, 517 Flu z ughal- len und 30 Luftschifshallen. Die Organisation der neuen Wehrmacht ist von ter Gliederung d.r obersten Schichten an bis in die kleinste Einheit hinein, bis zum letzten Hufnagel, von den Siegermächten aufs genaue ste bestimmt worden. Diese unerhörten Zumutungen haben an das deutsche Volk Anforderungen an Di zipl... und Zurückhaltung gestellt, die nur deshalb erfüllt werden konnten, weil hinter diesen garzen Maßnahmen die feierlichen Verpflichtungen zu einer allgemeinen Abrüstung standen. Was ist statt dessen aus der im Versailler Vertrag und in der Völkecbundssahung verbrieften Abrüstung geworden? Früher hat man u s gesagt, die Abrüstung könne erst dann beginnen, wenn unsere Entwarnung durchgeLhrt sei. Die Bedingungen wurden von uns erfüllt. Aber die Regierungen einzelner Länder erfinden immer weiterneueDorwände.um die ungeheure Vergrößerung und Vervollkommnung ihrer Rüstungen zu begründen und die Abrüstung zu sabotieren. Man hat behauptet, die Ausbildung der lang- dienenden Berufssoldaten sei der der kurzdienen- den Wehrpflichtigen so weit überlegen, daß aus diesem Grunde die Sicherheit Frankreichs bedroht sei. Rachdem man also den Umfang und die Form der deutschen Entwaffnung bis in die letzten Einzelheiten bestimmt und kontrolliert hat, soll nun eben diese Form der neuen deutschen. Wehrmacht ein Beweis der Gefährlichkeit deutscher Rüstungen sein. Was nützt uns aber der bestens ausgebildete Soldat, der gegenüber den 2000 sofort aktiv verfügbaren Kampfwagen unserer Rachbarn nur seine T ankatrappen aus dem Manöver zur Verfügung hat? Wie kann das deutsche Heer die französische Sicherheit bedrohen, wenn es nur 288 Feldgeschütze den 2700 leichten und schwerenGeschützenFrankreichs gegenüberstellen kann? Die heute vielfach erörterte Theorie von der Ueberlegenheit kleiner Berufsheere wird eben niemals an der Tatsache vorübergehen können, daß auch das beste Berufsheer wertlos ist, wenn es sich nicht aus Reserven ergänzen kann. Solche Reserven stehen uns überhaupt nicht zur Verfügung. Seitdem auch die Botschafterkonferenz auf Vorschlag der m li.ärischen S achvrrstän'.ige t bestätigen mußte, daß die Entwaffnung Deutschlands durchgeführt sei, sucht man heute die These von den bedrohten Sicherheit Frankreichs durch Behauptungen über angebliche deutsche Geheim- rüstungen aufrechtzuerhalten. Man hat den Wehretat als Beweis heranzuziehen versucht, und ihn mit unserem Vorkriegshaushalt verglichen. Dazu kann ich nur sagen: Man gebe uns die Freiheit, das uns im Versailler Vertrag aufgezwungene teuerste Wehrsystem wieder zu beseitigen, dann werden wir nicht mehr gezwungen sein, im Vergleich zum Wehrpflichtheer d a s Sechsfache an Löhnung, dasDierfachefür die .Unterbringung und dasDr eifache an allen anderen Fürsorgemaßnahmen zu zahlen. Statt mit Beweisen, statt mit konkreten Angaben sucht Frankreich seine Sicherheitsforderungen mit allgemeinen Behauptungen zu vertreten, zu denen deutsche Organisationen und deutsche Presseorgane das Material geliefert haben. Och würde nicht an diese beschämende Tatsache erinnern, wenn nicht jede Phase der Abrüstungsverhandlungen von verleumderischen ,Enthüllungen" über unsere angeblichen Rüstungen begleitet würde. Tie französischen Behauptungen über unsere Geheimrüstungen, für die man uns seit 12 Jahren den Beweis schuldig bleibt, stützen sich auf d i e Propaganda von Denunzianten und Verleumdern. Sie haben seit Iahr und Tag die Atmosphäre- der Verständigung gestört, und Deutschland wird sich gegen dieses Treiben - eben um der Verständigung willen — mit den schärfsten Mitteln wehren. Glaubt man in Frankreich, daß es in einem Lande mit einer so kritischen Oeffentlichkeit überhaupt möglich wäre, auch nur eine Waffe „geheim" herzustellen, wenn Hunderte von Menschen an dem Produktionsprozeß beteiligt sind? Frankreich setzt seine ganzen verfügbaren militärischen Kräfte ein, um die militärische Ausbildung seiner Jugend zu betreiben. Den deutschen Militärbehörden ist jede Verbindung mit Vereinen usw. unmöglich gemacht. Glaubt man in Frankreich, daß Organisationen, wie z. B. der Stahlhelm und das Reichsbanner, die sich der körperlichen Ertüchtigung ihrer Mitglieder widmen, in der Lage wären, unter diesen Umständen und ohne jede Kriegswaffe überhaupt militärische Reserven zu stellen? Reinl Auf alle mögliche Weise versucht der Student von heute sein Geld zu verdienen, und es ist zu begrüßen, dah man immer noch neue Mittel ausfindig macht, um den Jungakademikern ihr Los zu erleichtern. Ein neuer Beruf ist die Fremdenführung. Als Vorbild hat hier Schweden zu gelten, wo schon seit einigen Jahren Studenten ä l s Fremdenführer tätig sind. Diese Einrichtung hat bei den Fremden, die nach Stockholm kommen, großen Anklang gefunden. Ein solcher Cicerone wird, wie kaum ein Angehöriger eines anderen Berufes, rasch mit Menschen fremder Zunge vertraut, den Eigenheiten ihres Volkscharakters, den Aeuherungen ihres Geschmacks in allen Dingen des täglichen Lebens; es ist deshalb aufschlußreich und lohnend, diese Studenten von ihren Erfahrungen erzählen zu hören. „Unserer Gruppe", so erklärte mir ein Student, „gehören zwanzig Ko.legen an. Sie werden von den Hotelbureaus den Fremden, die auf einen gebildeten Führer Wert legen, empfohlen. Unsere Tätigkeit ist aber bei weitem nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag. Heute begnügen sich die Fremden nicht mehr mit einem flüchtigen Gang durch Museen und Bildergalerien. Besonders anspruchsvoll sind die Amerikaner, sie wollen gewöhnlich Berlin aus der Vogelperspektive kennenlemen, und zwar nicht vom Funkturm, sondern von einem Flugzeug aus. Sie legen Wert auf Führer, die ihnen aus einer ansehnlichen Höhe jedes einzelne Gebäude zeigen können; sie wollen sowohl den Reichstag, als auch ein bekanntes Warenhaus oder eine Tanzbar aus der Luft bewundern! Die Amerikaner sind überhaupt ein Kapitel für sich. Die reichen Vankees, die bei jedem Wort ihr Scheck- Man hat die Abrüstung verkündet, um den Frieden zu sichern, man gefährdet aber den Frieden, solange die Abrüstung auf ein Land beschränkt und es jedem feindlichen Einfall wehrlos aus geliefert blcibt. Das deutsche Heer mit 100 000 Mann steht im Westen der französischen und belgischen Armee mit 740 000 aktiven Soldaten gegenüber. Davon sind 157 000 Offiziere und lang- bicnenbe Unteroffiziere, also Berufssolbaten; im Osten Polen und die TschechoNowa- k c i mit 450 000 aktiven Soldaten, davon 74 000 Berufssoldaten. Hierbei handelt es sich um ak - tive, unter den Fahnen stehende Truppen und nicht um Milizen oder Reserven, wie sie der französische Ministerpräsident in seinem Vergleich der französischen Heeresstärken mit denen anderer Länder einbezogen hat. Außer- dem können unsere Rachbam 8 Millionen in cin- bis zweijähriger Dienstzeit ausgebildete Reserven einsehen, während Teutschland jede Möglichkeit genommen ist, seine Bevölkerung irgendwie militärisch auszubilden. Die Armeen unserer Rachbarn sind dazu mit den modernsten Kriegsmaschinen ausgerüstet, die Deutschland überhaupt nicht haben darf. Wenn unter diesen Umständen erklärt wird, Frankreich sehe noch nicht die Möglichkeit gekommen, mit einer fühlbaren Abrüstung zu beginnen, dann bedeutet das den Bruch der feierlichen Verpflichtungen, der von Deutschland begonnenen Abrüstung zu folgen. Versteht man unter der vielfach geforderten Abrüstung der Geister die Unterwerfung unter die Forderung einseitiger Wehrlosigkeit, den pazifistischen Verzicht auf das Recht der Selbstverteidigung, bann allerdings kann ich nur sagen, dah diese Forderung der würdelosen Selbstaufgabe von der deutschen Ration niemals erfüllt werden wird. Das Bedürfnis nach nationaler Sicherheit ist berechtigt und in der Völkerbundssahung verankert. Dem unerträglichen Mißverhältnis der Rüstungen innerhalb Europas muh ein Ende gemacht werden. buch aus der Tasche ziehen, gibt es nur in der Phantasie. Der amerikanische Reisende vom Durchschnitt gehört zum Mittelstand und rechnet mit dem Pfennig. Aber auch der wohlhabende Amerikaner ist alles andere als freigebig. Ein amerikanischer Zeitungskönig hat z. B. durch mich bei einem Journalisten einen Artikel über ein bestimmtes Thema, das ihn interessierte, bestellt und ihm dabei ein Honorar angeboten, das ich lieber gar nicht nenne. Die Amerikaner interessieren sich durchweg mehr für die V e r - gangenheit Deutschlands als für seine Gegenwart. Sie die den anrächtig im Schlafzimmer des kaiserlichen Schlosses stehen und wollen hinterher den kaiserlichen Salonwagen besichtigen. Seher Amerikaner stellt unzählige Fragen, zu deren Beantwortung oft die größte Geistesgegenwart notwendig ist. Ein Amerikaner fragte mich z. D., was in Berlin während des Dreißigjährigen Krieges geschehen sei. Ein anderer verlangte von mir eine Aufzählung der Lieblingsopern des Prinzen Heinrich von Preußen. Fast jeder Fremde aus dem Dollarland fragt, wieviel Hindenburg, der oder jener prominente Schauspieler, ein Bankdirektor und ein Postbeamter im Oahre verdienen. Eine Frage, an die wir ebenfalls gewöhnt sind, betrifft den rei-chsten Mann in Deutschland und die Größe seines Vermögens. Beim Anblick des Schlosses fragen viele Amerikaner, ob man es als „sehr historisch" bezeichnen könne. Manchmal wundert man sich über die mangelhafte Bildung der amerikanischen Reisenden. Eine Amerikanerin, dazu noch eine Klavierlehrerin, fragte, als wir am Tachsaal vorbeifuhren, ob Bach persönlich oft spiele. Auf meine Erwiderung, Bach habe vor Akademische Fremdenführer. Ein neuer Beruf: der wandelnde Baedeker. — Was man dabei erlebt und worauf man gefaßt sein muß. — Oer Ourchschnittsamerikaner. — Oer Maharadscha und die Kindereisenbahn. - Verbrecherkneipen und „schwere Zungen". Von Or. Alexander von Andreewsky. Gießener Konzertverein. Drittes Konzert: Adolf Busch und Rudolf Serkin. Wohl feiten sind Künstler in Gießen so stürmisch gefeiert worden, wie Adolf Dusch und Rudolf Serkin am letzten Sonntag. ilnb das mit vollstem Recht! — Als Adolf Dusch vor nunmehr zwei Jcch- zehnten die Laufbahn als konzertierender Künstler begann, da horchte man auf: einem Geiger von dieser Schulgerechtheit, verbunden mit einem echten Musikertum, war man seit langem nicht begegnet. 11 nb heute: Die Entwicklung, bie her Geiger Busch genommen hat, ist der des Musikers Dusch konform geblieben. Er hat jetzt einen Höchststand erreicht; vielleicht hat seine Tätigkeit als produktiver Musiker besonders reinigend und klärend sich auf seine musikalische Darstellungs- und Gestaltungsfähigkeit ausgewirkt. Don den Hamen, die damals gleichzeitig mit ihm aufleuchteten, kennt man heute nur noch wenige. Ohre Träger sind teils im Virtuosentum erstickt, teils Derbinberten Umstände und Anlage ein Ausreisen bis zur letzten Höhe. 3n Adolf Dusch scheint die Ooachimsche geigerische Tradition einen weiteren Träger erhalten zu haben. Denn Adolf Du'ch ist der typische deutsche Geiger geworden; frei von einem gewissen Musik- Zigeunertum, ist er schon äußerlich durch Gestalt und Typus gekennzeichnet, und sein Onneres gibt sich deutsch, b. h. offen, echt, erfüllt von jener künstlerischen, ftänbig mit dem Werk ringenden Ge- wissenhaftigkeit, die eben nur dem Deutschen eigen ist. Sein Onftrument ist ihm nur Ausdrucks wert, nicht Selbstzweck geworden. Sein Spiel ist frei von dem Aeußerlich-Klanglich-Deglätteten, Eleganten und Brillierenden des Romanen. Es dient dem Werk; in ihm kündet sich die Seele; dieser so oft gebrauchte Ausdruck muh hier in seiner größten Tiefe und Breite erfaßt werden, um sein Spiel zu kennzeichnen. Sein Ton kann monumentale Gröhe erreichen; jedoch wird er nie kalt erscheinen. Er modulationssähig, bis zur feinsten Differenzierung des Klanges und des Ausdruckes, jedoch niemals virtuos spielerisch; stets ist er in seiner jeweiligen Erscheinungsform-verwachsen mit dem musikalischen Grunde. Er kann ihn strömen lassen mit der Fülle eines Blasinstrumentes, er kann fingen damit und so der edelsten menschlichen Stimme gleichkommen. Seine Technik ist Ausdruckskraft. die jede Anforderung instrumentaler Fertigkeit vergeistigt, zum musikaltschen Wert um- pragt. Passagen vermag er mit dämonischer Kraft zu siillen, in der Steigerung ungeahnte Möglichkeiten zu erreichen. Sein Figurenwerk zeugt von sorgsamster Abgewogenheit, fein modellierter Durchsichtigkeit. Ohm zur Seite Rudolf Serkin; nicht als ein Begleiter, wie es das Programm unglücklich formulierte, sondern als ein Gleicher. Roch sind die Erinnerungen an den starken Eindruck seines Klavierabends vor sechs Oahren lebendig. On- zwischen ist er noch gewachsen. Sein Spiel hat an Feinnervigkeit und Differenzierung des Anschlags gewonnen; seine dynamische Skala umfaßt die feinsten Abstufungen vom sammetweichen Pia- nissimo bis zum hämmernden, dröhnenden Fortissimo. Groß und fast unermeßlich ist seine Steigerungskraft im Aufwallen t>e$ Impulses. Diese beiden Großen reichten sich die Hand, die Welt eines Brahms, Schubert, Beethoven zu erschließen. Da taten sich neue klangliche Welten vor dem Hörer auf. Dicht in hergebrachter, vom Roten bild abhängiger Art führten sie ihren Part durch. Mochte mancher darin nur eine phänomenale Gedächtnisleistung sehen, in Wirklichkeit bedeutete dieses Auswendigspielen viel mehr als die llebertoinbung eines Aeuher- lichen: die Werke waren ihnen beiden innerlich so zu eigen geworden, dah sie völlig in ihnen auf gingen; ihre Darbietung war nicht eine Wiedergabe des Werkes, sondern ein Erstehenlassen aufs neue als eine große Improvisation, als ein Herauswachsen aus sich selbst. Wenn man die Werke nicht schon vorher gekannt hätte, so hätte man hier den Eindruck haben können, als erwüchsen sie im Augenblick vor dem Hörer, von folger Unmittelbarkeit und organischer Durch- fühlung war das Gestalten der beiden. Das waren nicht nur zwei Instrumente, Klavier und Geige, das war ein Aufgehen einer großartigen Klangwelt. Hier gab einer dem andern, und jeder, erregt durch den andern, erwuchs zu ungeahnter Größe im Geben. So blühte Brahms G-Dur-Sonate (op. 78) in ihrer Lyrik auf mit der schwebenden Rhythmik des Eingangssahes, mit der Versunkenheit des Adagio und mit dem sich aus- lichten den Finale bei schematischer Klarheit, getragen von innerer Wärme. Hier brauchte man picht nach außerrnusikalischen Hintergründen zu suchen, um dem in den Tönen Riedergelegteu innerlich nahezukommen; hier war das Klangwerden das Erlebnis selbst, der musikalische Prozeß wurde zum Lebensvorgang, der den Hörer unmittelbar packte. Doller Dramatik, die fast an das Dämonische gemahnte, erstand Beethovens Sonate o p. 3 0, Rr. 2 in L-Moll, sicherlich die größte unter den drei dem Kaiser Alexander gewidmeten Sonaten. Wie hier bis zum Letzten gemeisterte Technik dem Geist diente, das zeigte vornehmlich das Adagio cantabile mit den mannigfachen Graden des Affektes. Einen Gipfel in der Steigerung des Ausdrucks bedeutete das Finale. Franz Schuberts Rondo o p. 70 wurde in seiner musikalisch hochbedeutenden Andanteeinleitung meisterlich ausgebaut. Das eigentliche Rondo wurde zu einem Triumph der Leber.s- bejahung im Geiste des Rhythmischen. Der Dann, den der rhythmische Impuls hier auf die beiden Künstler ausübte, wurde zu einem Feuer, das Flammen höchster Degeisterung bei den Hörem auf lodern lieh. Dr. H. lieber antike und mittelalterliche Kunst. Auf Einladung des Oberhessischen Kunstvereins und der Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde sprach gestern abend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts der Kunsthistoriker der Marburger Universität, Professor Dr. Richard Hamann über das Thema „Mittelalter und Antike". Rach kurzen Degrüßungsworten von Professor Dr. Rauch, Gießen, entwickelte der Redner, ausgehend von einer Darlegung der antithetischen Auffassungen über das Verhältnis der mittelalterlichen zwei Iahrhunderten gelebt, erwiderte sie, ohne mit der Wimper zu zucken: „Ich meine ja den heutigen Komponisten und Klavicrvirtuosen Bach. Wir sprechen den Ramen übrigens wie .Beeck' aus!" Ein älterer Amerikaner erzählte mir von den Erfahrungen, die er mit dem Sohn des berühmten Malers Dan Dyck gemacht habe. Der habe chn nämlich um größere Summen geprellt." „In unserem Beruf lernt man die Rationen kennen. Russen sind meist sehr freundlich, sie entschuldigen sich sei jedem Wort. Das erste, was sie tun, ist, dah sie sich von Kopf bis Fuß ein- kleiden. Tie Russen, die heute nach Berlin kommen, befinden sich vielsach im Austrag der Regierung auf Geschäftsreisen. Dor den Schaufenstern gastronomischer Geschäfte erschauern sie in Bewunderung. Einmal saß ich mit einem elegant gekleideten Herrn aus Moskau in einem Lokal, wo ein russisches Talaleikao.chester spielte. Der Fremde ließ den Dirigenten kommen und bot ihm ein Glas Sekt an. Beim Airblick des Fremden wurde der Russe blaß und wollte nicht trinken. Zwischen den beiden entspann sich ein aufgeregtes Gespräch in ihrer Muttersprache, von dem ich kein Wort verstand. Zuletzt unterhielten sich die beiden ganz friedlich. Als sich der Balalaikaspieler verabschiedete, erzählte mir der Fremde eine dramatische Geschichte: der Musikant war, wie so viele andere Russen, Offizier in der Weißen Armee gewesen. Er stand damals an der Spitze des weihen Rachrichtendienstes. Der Fremde, der damals eine führende Stellung im roten Generalstab bekleidete, war den Weißen in die Hände gefallen. Er sollte erschossen werden. Eine Stunde vor der Hinrichtung bat er um die Erlaubnis, auf die Toilette gehen zu dürfen. Im dunklen Korridor entriß er dem Soldaten, der ihn begleitete, das Gewehr und den Mantel und flüchtete. Zwölf Jahre später sollte er den Mann, der ihn zum Tode verurteilt hatte, in einer Berliner Kneipe Wiedersehen! Weniger aufregend, aber unvergeßlich ist eine andere Führung. Och hatte einen Russen zu begleiten, der, ursprünglich einfacher Arbeiter, durch eine Erfindung in seinem Daterland ein hochangesehener Mann geworden war. Der Erfinder liebte einen guten Tropfen, und so mußte ich denn eine Rundreise durch sämtliche Berliner Racht- lokale leiten, wobei er Quantitäten von Alkohol vertilgte, die einen Elefanten hätten umwerfew können. Trotzdem blieb er völlig nüchtern und sagte mir noch zum Abschied, in Deutschland verstehe man nicht zu trinken." „Die neugierigsten Fremden, die ich je gesehen habe, sind", so erzählt mir mein Gewährsmann Weiler, „die Japaner, die auf jede Frage eine exakte und ausführliche Antwort verlangen. Die Orientalen freuen sich oft wie Kinder über Kleinigkeiten. Ein Beispiel: Der Maharadscha von Patiala, den ein Kollege von mir geführt hat. blieb eine S tunde vor einer Kinbereise n b a hn in einem großen Warenhaus stehen und Hatschte in die Hände wie ein kleiner Junge. Dem Zeppelin dagegen, der am selben Tage über Berlin flog, schenkte er gar keine Beachtung. Bei diesem Maharadscha hat mein Kollege übrigens Glück gehabt; er bekam den Auftrag, die Geschichte der deutschen Museen zu schreiben, und empfing als Anzahlung einen Scheck auf einen recht ansehnlichen Betrag. Diele Fremde interessieren sich für das Theater. Die Amerikaner finden gewöhnlich, dah das Publikum nicht elegant genug angezogen ist, während die Russen über die Pracht der Damenkleider staunen. Alles ist relativ. Franzosen schwärmen für die Oper, besonders für Wagner. Ein Franzose fragte mich, warum bei uns soviel Verdi gespielt werde. „Das ist doch die reinste Leierkastenmusik", meinte er.“ „Was die Damen betrifft, die zu führen ich manchmal die Ehre habe, so interessieren sie sich hauptsächlich für Verbrecherviertel. Sie wollen in Verbrecherlokale geführt werden, wo nicht nur kleine Taschendiebe und gewerbsmäßige Einbrecher verkehren, sondern womöglich Kerle wie der Düsseldorfer Massenmörder. Es gibt Leute, die damit gut verdienen, indem sie harmlose Arbeitslose in entsprechender Aufmachung den sensationslüsternen Damen vorstellen und ihnen die dazu gehörigen Geschichten erzählen." Auf die Frage, was er verdiene, erwiderte mein Gewährsmann: „Gewöhnlich bekomme ich 20 Mark Kunst zur Antike, die vielgestalttge Problematik, die Dopvelgesichtigkeit der romanischen Kunst, die er als eine durchaus archaische Kunst verstanden wissen will. Aus der Gegenüberstellung von sehr instruktiven Lichtbild-Beispielen wurde in geistvollen und einleuchtenden Gedankengängen die Verschmelzung zweier Welten im Romanischen aufgezeigt. Aus der Verschmelzung archaischer und hellenistischer Stilelemente ergab sich eine merkwürdige, anziehende und reizvolle Mischung von schwerem Emst und graziöser Sinnensreude in den frühmittelalterlichen Kunft- äußerungen. Der Wiberstreit zwischen kirchlicher Strenge und Freude am Körperlichen läßt sich am deutlichsten verfolgen etwa in den Darstellungen dcs unbekleideten menschlichen Körpers (an einem Lazarus-Relief z. D.), wobei man sich mannigfacher Vorwände bediente, wie der Einführung des Rackten in der Darstellung des Lasters und des Teufels. Auch die Behandlung biblischer Themen wie des Sündenfalls (mit den Figuren von Adam und Eva) bot reiche Möglichkeiten zur moralischen Rechtfertigung der sinnenfreudigen Kunstübung. Sehr aufschlußreich in ähnlichem Sinn sind ferner die frühen Tierdarstellungen (das Tier als Laster, als Dämoii, als Teufel) und die Darstellungen des Jüngsten Gerichtes, die etwa, einer Vorliebe jener Zeit folgend, die Hölle ganz mit Fabeltieren bevölkerten. Die Verschmelzung des irdischen und des geistigen Prinzips wirkte sich ferner aus in der Einführung und Durchbildung des Heroischen, worin wiederum die schillernde Zweideutigkeit jener frühen Kunst sehr sinnfällig zum Ausdruck kommt; und schließlich fügt sich auch die Christus-Auffassung jener Epoche in die geistige Situation der frühmittelalterlichen Kunst organisch ein. — Das zahlreiche Auditorium folgte den von schönem Bildmaterial unterstützten, geistreichen und anregenben Ausführungen Prof. Hamanns mit regem Interesse. Hochschulnackrichien. Dr. Dr.-Jng. C. Wieselsberger, bisher am Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Strömungsforschung in Göttingen, ist zum ordentlichen Professor für angewandte Mathematik und Strömungslehre an der Technischen Hochschule in Aachen ernannt worden. am Tag und Tagesverpflegung im besten Lokal; das heißt aber natürlich noch lange nicht, daß ich jeden Tag eine Führung habe. Immerhin gibt es Monate, wo man durchschnittlich 300 bis 400 Mark verdient, und das ist schon sehr viel für einen armen Akademiker." Aus der provinziathauptstadt Gießen, den 2. Dezember 1930. Konzert des „Sängerkranz" Gießen. Wenn sich der „Sängerkranz" entschloß, in diesem Iahre sein Konz:rt nicht öffent.ich, sondern nur in internem Rahmen zu halten, so kann man das in zwiefacher Hinsicht bedauern. Erstens hörte man zwei verhältnismäßig selten gesungene gemischte Chöre mit Bcg'eitung des Klaviers von Schubert und das ebenso selten auf- geführte romantische Märchen Robert Schumanns „®er Rose Pilgerfahrt". Zum anderen stand die künstlerische Leistung des Chores unter seinem trefflichen Führer Albert K a st e n auf einer Höhe, die er stets sich zu erhalten gewußt hat. Der Chor ist in stimmlicher Beziehung schlechthin vollendet, singt präzise und sicher, intoniert rein und spricht so aus, daß sich die Beigabe eines Textbuches erübrigt hätte. Das sind alles Prädikate, die aus der Schar der Sänger und Sängerinnen ein Instrument von außerordentlicher Dew?gungs'ähigkcit und gutem Können machen. Herr Albert K a st e n, d?r Leiter des Chores, stellte sich mit dieser Aufführung das beste Zeugnis aus, denn ihm verdankt der Verein seine künstlerische Leistung und damit den Erfolg des Konzerts. Die beiden Chöre von Schubert, „Die Allmacht" und „An die Sonne" standen im ersten Teil der Vortragsfolge und erwiesen bereits, zu welcher Entfaltung klanglicher Mittel der Chor fähig ist. In dem darauffolgenden „Der Rose Pilgerfahrt" von Rob. Schumann übertraf er sich selbst. Trotzdem dürfen als unserer Ansicht nach am überzeugendsten gelungen, der Einleitungschor, der Chor mit Sopran-Solo „Wie Blätter am Baum" und der Männerchor „Bist du im Walde gewandelt" gelten. Ramentlich der letztere hinterlieh durch seinen vollen und klaren Klang einen tiefen Eindruck. Die solistischen Partien der „Rose" lagen in Händen von Minna Wolf, Gießen (Sopran), Christlene Partenheimer, Gießen (Mezzosopran), Leni T ä u b e r t, Gießen (Alt), Karl Erich Iaroschek, Frankfurt a. M. (Tenor) und Herrn. D i e r s ch, Frankfurt a. M. (Daß). Minna Wolf sang die Partie der „Rose" mit tiefer Empfindung und starker Gestaltungskraft. Das gilt besonders von dem „Gebet" und dem Schluß „Rimm hin", die beide mit großer stimmlicher Wärme gesungen wurden. Christlene Partenheimer und Leni Säubert gaben in kleineren Partien eine schone Probe ihres Könnens, paßten sich auch im Duett gegenseitig gut an. Leni Täuber ts „3m Walde gelehnt am Stamme" gab ihr Gelegenheit, ihr schönes Organ voll zu entfalten. Karl Erich Iaroschek, Frankfurt a. M, sang die Tenorpartie mit warmer Hingebung, durch feine ausgezeichneten stimmlichen und musikalischen Qualitäten aufs beste unterstützt. Herrn. Di er sch (Baß), Frankfurt a. M, gab seiner Partie mit großer Intensität einen überzeugenden Ausdruck. Manche Stellen, so die Wechselgesänge mit dem Sopran, wirkten in ihrer Gröhe erschütternd. Am Flügel begleitete Mimi B o ck, Giehen. Sie paßte sich nicht nur in sicherster und feinfühligster Weise dem Chor und besonders den Solisten an, sondern formte auch die kurzen Vor- und .Dachspiele plastisch uni> trug so durch ihr gepflegtes Spiel wesentlich zum E. olg bei. Heber allem waltete als sicherer Führer Albert Kasten, der den starken Beifall der zahlreichen Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuyö. Copyright 1929 by Vertag Bechthold Braunschweig 17 Fortsetzung Nachdruck verboten „Die Prinzessin siedelt sofort in ein Hotel über, sie packt schon und Mynheer van Mühlen auch." Eie warf der alten Spielerin einen zornigen Blick zu, weil sie nach ihrer Meinung die Schuld an dem Aergernis trug, aber sie wagte kein Wörtchen, weil sie fürchtete, sie könnte sonst heute noch einen Pensionsgast verlieren. Primo Duero entschloh sich, die Prinzessin zu verfolgen, um herauszubringen, in welches Hotel sie sich einquartierte. Er grüßte alle Anwesenden sehr höflich und machte sich zum Ausgang fertig. Unten nahm er ein Auto und erklärte dem Chauffeur, in einem äußerst mangelhaften Deutsch, es würde aus dem Hause, das er ihm bezeichnete, eine Dame kommen mit Gepäck. Er sollte dann dem Wagen, den sie benützen würde, nachfahren. Er selbst wollte hier neben seinem Auto warten, bis die Dame tarne, um ihm dann ein Zeichen zu geben. Eine halbe Stunde stand er etwa so, als er den Holländer aus der Tür des Hauses kommen sah, dessen zweiten Stock die Pension einnahm. Er trug eine ziemlich große Handtasche und schien gar nicht daran zu denken, sich einen Wagen zu nehmen. Also würde er sich wohl in der Rähe ein» quartieren, dachte Primo Duero. Eine Viertelstunde später kam die Prinzessin Montirossi. Ein Mädchen trug einen ziemlich großen Koffer. Aus einen Wink schoß ein Auto heran, und während der Chauffeur den Koffer unterbrachte, sagte Primo Duero seinem Wagenführer, dem Auto mit dem Koffer möge er nachfahren. Eine lange Fahrt wurde es, aber schließlich nehmen alle Fahrten einmal ein Ende. Doch mit Verwunderung erkannte Primo Duero, daß sein Wagenführer vor keinem Hotel hielt, sondern vor einem Bahnhof. Er war verblüfft, glaubte anfangs, der Taxechauffeur hätte die Spur des verfolgten Autos verloren, aber er sah noch, wie sich ein Träger mit dem großen Kosfer der Montirossi belud. Und im nächsten Augenblick sah er sie selbst. Er entlohnte schnellstens seinen Chauffeur und eilte der schlanken, eleganten Frau nach, doch hielt er sich so, daß sie ihn nicht sah. Liebrigens war er ihr wohl kaum in der Pension aufgefallen, da sich mit ihrem Eintritt in das Eßzimmer ja sofort der Streit entspann zwischen ihr und dem Holländer. Der Träger brachte den Koffer an die Gepäckabfertigung und Primo sah, wie ihr ein Herr, der ihm den Rücken wandte, eine Fahrkarte gab. Deutlich konnte er es beobachten, da zwischen bie- Zuhörer als in hervorragendem Maße seiner Leistung geltend, entgegennehmen durste. • •• Aus dem Gießener Standesamtsregister. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. Rovember: 18. Luise Schmall, geb. Rau, 55 Iahre, Kornblumengasse 6. 20. Konrad Weller, Zugführer im Ruhestand, 79 Iahre, Reustadt 4. 21. Mathilde Koch, ohne Beruf, 72 Iahre, Frankfurter Straße 46. 22. Otto Hugo Meyer, Kaufmann, 63 Iahre, Aulweg 36. 23. Ingeburg Wismar, 4 Tage, Cbelstraße 34. 23. Katharine Schmidt, geb. Breinig, 62 Iahre, Gnauthstraße 18. 24. Wilhelmine Weist, geb. Groß, 72 Iahre, Liebigstr. 73. 25. Dr. Iohannes Modde, Echlachthosdircktor, Oberveterinärrat, 57 Iahre, Schlachthofstraße 2. 26. Artur Leonhard Arnold, 2 Iahre, Liebigstrahe 58. 26. Peter Iosef Wilhelm Wcinert, Kaufmann, 69 Iahre, Reuen- toeg 9. 26. Ernestine Iaffe, geb. Grunwald, Witwe, 83 Iahre, Bahnhofstraße 50. 26. Leonhard Weber, Fuhrmann, 68 Iahre, Walltorstr. 37. 26. Katharine Klein, geb. Laute!, 45 Iahre, An der Kläranlage 2. 27. Emilie Schmidt, ohne Beruf, 68 Iahre, Schottstraße 17. 27. Mathilde Mocllcndorff, geb. Buchwald, Witwe. 80 Iahre, Kirchenplatz 23. 29. Emilie Vomhof, geb. Kramer, Witwe, 80 C obre, Frankfurter Straße 1. •• Haussrauennachmittag im DHD. Man berichtet uns: Im Rahmen des Winter- bildungsplanes der Ortsgruppe Gießen ini Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband fand im Deröandsheim der erste Hausfrauennachmittag statt, zu der die Ortsgruppe die Damen ihrer Mitglieder eingeladen hatte. Bei Beginn war das Haus überfüllt. Die Kleinen wurden während der Veranstaltung durch die Kindergärtnerin Frl. Büttner in gesonderten Räu- men betreut. Rach einleitenden Musikstücken begrüßte Kreisgeschäftsführer S ch r o e ö e r die Erschienenen, gab einen kurzen Heberblid über die Pflege des geselligen Lebens im Verbände und wies auf den Zweck der Hausfrauennachmittage hin. Bei einer Tasse Kaffee war bald eine gemütliche Stimmung vorhanden, die sich steigerte, als dcr oberhessische Heimatdichter Heß, Leihgestern, hinzukam und eigene neuere Dichtungen vorlas. Der starke Beifall zwang ihn zu immer neuem Auftreten, wobei er dem Wunsche der Anwesenden entsprechend auch ältere beliebte Dichtungen vortrug. Beifall fand auch ein Lichtbildervortrag „Der DHV. in Köln am Rhein". Bilder vom Verbandstag 1930 in Köln und der anschließenden Desreiungsfeier am Deutschen Eck in Koblenz wurden gezeigt, zu denen Kreis» geschäftsführer Schroeder sprach und ein anschauliches Bild von den vielseitigen Einrichtungen des Verbandes gab. Mit einer nochmaligen Zugabe des Herrn Heß und einigen Musikstücken sand der harmonisch verlaufene Rachmittag seinen Abschluß. "Familienabend imGernhardtschen Schülerkreis. Musiklehrer Gernhardt veranstaltete am Freitag im Cafö Leib einen Familienabend, der mit musikalischen Darbietungen ausgefüllt war. Ein Streichorchester in guter Besetzung, aus Schülern des Musiklehrers gebildet, wartete mit sehr ansprechenden Leistungen auf, die zugleich dem Lehrer alle Ehre machten. Der Gernhardtsche Zither- und Mandolinenchor zeigte ebenfalls sein Können, und in Verbindung mit einem Teil des Streichorchesters wurden gute Klangwirkungen erzielt. Mit besonderer Freude sah man die Iüngsten musizieren, die dabei eine Sicherheit bewiesen, die von vielen Zuhörern wohl kaum erwartet war. Eine wesentliche Bereicherung wurde dem Abend dadurch zuteil, daß die Gesangslehrerin Fräulein Ida Stammler einige Lieder sang, die außerordentlich gut gefielen. Einige ihrer Schülerinnen zeigten im kleinen Chor ihr gesangliches Können und ernteten ebenfalls Beifall. Der Familienabend, der sehr gut besucht war, nahm einen harmonischen Verlauf. Preisabbau und Lebenshaltung in Gießen. Don Ferdinand Mack, Geschäftsführer des GDA., Gießen.*) Der „Gießener Anzeiger" brachte in Rr. 271 vom 19. Rovember unter „Preisabbau im Einzelhandel" eine Stellungnahme des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels, Sitz Darmstadt, worin u. a. angeführt wird, „es wäre wünschenswert, wenn das Publikum einmal in allen Branchen die im Vorjahre angelegten Preise mit den jetzigen Preisen für Waren gleicher Qualität vergleichen würde". Auch der Süddeutsche Einzelhandelstag in Karlsruhe am 19. Rovember, dem der obige Landesverband angehvrt, faßte eine Anzahl Beschlüsse, um darzutun, daß es nicht an ihm liege, wenn der Preisabbau noch nicht stärker in die Erscheinung getreten sei. Ebenso die hessischen Bäckermeister auf der Ober- meiftertagung in Darmstadt. Schließlich veröffentlicht der Reichsverband deutscher Lebensmittelfilialbetriebe, Sih Frankfurt a. M., dem rund 3500 Filialen angehören, unter Aufzählung der verschiedenen, in seinen Geschäften geführten Waren (auch Weine, Delikatessen usw.) und Preisunterschiede einen Bericht, wobei errechnet wird, daß in Süddeutfchland die dafür in Betracht kommenden Kleinhandelspreise um 18,62 Prozent, im rheinischen Industriegebiet um 20,36 Prozent und in Sachsen um 15,87 Prozent gesenkt worden seien. Wenn u. a. gesagt wird, „seit über einem Iahre sei eine Senkung der Preise im Einzelhandel im Gange", so wird jeder Mitbürger und besonders die Hausfrau mir beipflichten, daß dies — von Propagandapreisen abgesehen praktisch sich kaum ausgewirkt hat. Aus einer Gegenüberstellung der Lebenshaltungskosten Ende Rovember 1929 zu Ende Rovember 1930 eines Haushaltes in G ie ß en, die wegen Raummangels detailliert hier nicht toi ebergegeben werden kann, ergibt sich eine Ersparnis in Gießen von 5,5 Prozent! Einer monatlichen Ausgabe von 185,38 Mk. im Rovember 1929 für Rahrungs- mittel, Miete und Heizung stehen 1930 zu gleichem Zeitpunkt 175,18 Mk., also nur 10,20 Mark toe Niger gegenüber! Zu beachten ist aber dabei, daß in diesem Beispiele die verteuernden Lebenshaltungsfaktoren, wie Steuer (erhöhteLohn- fteuer), Arbeitslosenversicherungsbeiträge (1929: 3,5 Prozent; 1930 : 6,5 Prozent vom Einkommen!), Sttahenbahn (von 15 auf 20 Pf. = 33i/s Proz.), Reichsbahntarife (8 bis 10 Prozent, zumal viele in Gießen Tätige außerhalb wohnen) n i ch t berücksichtigt sind. Ebenso, daß der Milchpreis durch den Milchstreik stark gedrückt ist. Die Herabsetzung desselben beträgt anderwärts rund 2 Pf., hier 10 Pf.; ferner daß die Kartoffeln infolge Rässe und Fäulnis einen größeren Abfall bedingen und dadurch der Preisrückgang nicht voll gewertet werden darf. Und doch sind gerade diese beiden Posten relativ in der vorliegenden Berechnung, die noch über den Durchschnitt hinaus- ragen dürste, mit am stärksten heran gezogen. Bei entsprechender Bewertung dieser Tatsachen ergibt sich in Lebensmittel ein Preisrückgang in * Rach den Kundgebungen des Einzelhandels usw., auf die der Verfasser dieser Zeilen hinweist, geben wir auch den vorstehenden Darlegungen Raum, ohne dadurch unsere eigene Stellungnahme präjudizieren zu lassem D. Red. lern Herrn und der Monttrossi ein Zwischenraum bestand, der genügte, um die kleine Handlung flar zu sehen. Anscheinend hatte sie also jemand voraus an die Dahn geschickt, der ihr die Fahrkarte besorgte. Einer der Herren aus der Pension hatte der reizvollen Frau sicher diesen Dienst erwiesen. Ieht wandte sich die Prinzessin und ging langsam, nach einem Blick auf die Bahnhofsuhr, die Treppe hinauf, die zu den Fahrsteigen führte. Da der Bahnhof ziemlich belebt war, konnte dev Verfolger dreist ziemlich dicht hinter ihr gehen. Er war sehr aufgeregt. Eigentlich durfte die Frau nicht abreifen, ehe er wußte, von wem sie die blauen Brillanten erhalten. Aber er wagte es auch nicht, sie durch einen Schutzmann festhalten zu lassen. Er vermochte sich nicht fiat zu verstän- oigen und man brauchte ihm nicht zu glauben. Aber er hatte, als er sie verfolgte, auch nicht geahnt, daß sie abreifen würde. Eine Menge Reisende passierten eine der Bahnsperren, und dorthin lenkte auch die Montirossi ihre Schritte. Er konnte sie gut im Auge behalten, ihr auffallender Mantel aus goldbraunem Tuch mit weißem Pelzbesatz war ein deutliches Ziel. Primo Duero war in der Rähe der Sperre schon ganz nahe an sie herangekommen, immer noch von dem Gedanken gequält: Was sollte er tun? Cs reizte ihn, sie einfach am Aermel zu packen und zu befragen, woher sie die blauem Brillanten hatte, die sie verkaufte. Aber er sagte sich, daß er dadurch hier einen großen Skandal herausbeschwören würde, aus dem ihm, mit seinen schlechten Sprachkenntnissen, der größte Qlerger erwachsen konnte, ilnb dennoch, schon wollte er tun, wozu es ihn impulsiv trieb, als sich mit ziemlicher Rücksichtslosigkeit ein breiter großer Herr vordrängte, den er sofort, trotzdem er auch nur, tote vorhin an der Gepäckabfertigung, den Rücken sah, als denselben Herrn erkannte, von dem die Mvn° tirossi die Fahrkarte erhalten. Gr kam ihm bekannt vor. Er wußte jetzt genau, die Gestalt kannte er von der Pension Lotos her. Es war bestimmt einer der Herren, die er dort kennenlernte. Er ließ sie blitzschnell im Geist an sich vorbeidefilieren: Den rumänischen Lebemann, den Russen, den österreichischen Grafen und die anderen, aber keiner von ihnen hatte diese etwas plumpe Figur. Die Montirossi war schon durch die Sverre und nun sah er, der Herr trug eine ziemlich große Handtasche. Er schien also auch zu verreisen. Schien mitzureisen mit der schönen, eleganten Frau. Schon war auch der Herr durch die Sperre, ein paar Rachkömmlinge drängten und die Sperre schloß sich. Primo Duero sah, wie sich da vorn am Bahnsteig die Montirossi und der Herr zusammensan- den und im schnellsten Tempo den Zug entlangrannten. Es mußte Abfahrtszeit fein. Die letzten Reifenden rannten alle, ein Herr ward nicht mehr durch die Sperre gelassen. Ietzt war der Bahnsteig leer, der Zug setzte sich in Bewegung. Und in diesem Augenblick war sich Primo Duero darüber klar, wer der Herr gewesen, dessen Gesicht er nicht gesehen hatte. Deutlich stand die plumpe Gestalt Mynheer van Muylens vor ihm. Er war es gewesen, der hier am Bahnhof auf die Montirossi gewartet, der ihr vor der Schranke der Gepäckabfertigung die Fahrkarte gegeben und nun mit ihr im gleichen Zuge abreifte. Merkwürdig war das! Wohin aber reiften die beiden, die in der Pension Lotos die Komödie ausgeführt hatten? Eben klappte das Schild mit Angabe von Fahrtrichtung und Zeit herunter, aber blihgeschwind erhaschte Primo Duero doch noch die Worte Frankfurt a. M.—Köln—Amsterdam. Roch minutenlang verharrte er auf demselben Fleck und blickte dorthin, wo noch vor kurzem der Zug gestanden. O hätte er doch vorhin nicht so lange gezögert, hätte er diese Prinzessin, auf die durch gemeinsame Abreise mit van Muylen ein sehr eigentümliches Licht fiel, doch angehalten! Die alte Spielerin hatte gespöttelt: „Uebrigens bezweifle ich, daß ihr Titel echter ist als ihr hellblondes Haar!" Mit einem Male schien ihm nicht nur die Montirossi, sondern auch der Holländer äußerst verdächtig. Die Szene in der Pension war von ihnen aufgeführt worden, um sofort verschwinden zu können. Und zum Verschwinden mußten sie triftige Gründe gehabt haben. Langsam stieg er die Treppe hinunter, und er wußte nicht einmal, daß er sich im Anhalter Bahnhof befand. Es war ja auch gleich, wie der Bahnhof hieß, er wußte ja, wohin der Zug fuhr, mit dem das verdächtige Paar die Stadt verlassen. In der Pension fand er noch alle Gäste beisammen, das Ereignis des heutigen Abends besprechend. Die junge Witwe aus Luxemburg schoß auf ihn zu und kokettierte mit ihm in den verschiedensten Abstufungen. „Was sagen Sie nur zu dem Skandal? Der Holländer ist es sicher nicht gewohnt, mit Damen, wie die Prinzessin, umzugehen, nicht wahr?" Er zuckte die Achseln und sagte, er wäre sehr müde. Sie fand ihn ungeschliffen, und ihre Augen suchten ein anderes Opfer. „Ich möchte noch ein bißchen Nachtbetrieb mit- machen. Wer begleitet mich?" Der österreichische Graf meldete sich. Diesmal sagte die lustige Witwe nicht, er wäre ihr zu abgestanden. Die alte Spielerin zog sich zurück. Sie meinte zu Primo Duero: „Ich soll die Schuld an dem Skandälchen tragen. Meinetwegen! In ein Giehen von nur 4Prozent. Stellt man aber noch die Ausgaben für Anschaffungen, Steuern, kulturelle Bedürfnisse, Genußmitbel, Schulgeld, Lehrmittel, soziale Abgaben, Versicherung in Rechnung, so ergibt sich daß in der gesamten Lebenshaltung eine Senkung nicht eingetreten ist. So sieht die Theorie und Praxis aus! Solange die Kaufkraft nicht gesunken war, hatte der Einzelhandel eine Senkung der Preise nicht besonders angestrebt, und unter Herabminderung der fixen Kosten wird meistens Gehaltsabbau verstanden, der in Gießen inzwischen ohnedies von einer Reihe von Firmen unter der Hand um 10 bis 20 Prozent vorgenommen worden ist! Die Lebenshaltungskosten bedingen die Höhe der Löhne und Gehälter. Eine Senkung der Lebenshaltungskosten hat der bisherige Abbau der Preise praktisch nicht gebracht infolge Erhöhung der Massensteuern, sozialen Beiträge usw. Die Ernährungskosten sind in Deutschland um etwa 30 Prozent hoher a ls auf dem Weltmärkte. Diese stellen aber den wichtigsten Bestandteil der Lebenshaltungskosten bar! Trotzdem verfolgt die Regienmg^die Tendenz, die Agrarzölle weiter zu erhöhen und andere landwirtschaftliche Maßnahmen einzuleiten, die die Wirkung haben werden, die Er- nährungskosten noch mehr zu steigern. Insofern sind die Preissenkungsaktionen ein Wi der- spruch in sich selb st. Zollerhöhungen für Agrarprodukte — siehe Roggen — sollen diese an die Industrieprodukte anpassen. Die Industrieprodukte wiederum sind durch Zölle geschuht; Abmachungen zur Abhaltung der ausländischen Konkurrenz (Konkurrenzfrieden) halten die Shn- dikatspreise hoch. Der Leidtragende ist der Käufer und Verbraucher, dessen Einkommen deshalb nicht ausreicht und trotzdem noch weiter beschnitten wird. Diese ungleiche Belastung schlägt ihren eigenen Herrn durch Absahmangel. Aber auch die Preisbindung im Einzelhandel, der heute gleichfalls weitgehend kartelliert ist — Einkaufs- konzerne u. dgl., Markenartikel, von denen bisher fast nur Waschmittel und Malzkaffee herunter» gegangen sino — läßt den Preisabbau nicht zur Wirkung kommen. Es bedeutet z. B. bei Persil die großpropagierte Preisherabsäzung von 45 auf 40 bzw. 85 auf 75 Pf. pro Paket nichts Besonderes, wenn man die Herstellungskosten bewertet. Unter dem Druck Hes Absatzrückganges infolge wachsender Arbeitslosigkeit und sinkender Kaufkraft haben die Preise sich nur langsam gesenkt. Die Preise werden nicht allein durch Löhne, Gehälter, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, sondern ebenso stark durch Kartelle, Monopole, Zölle usw. beeinflußt. Die Gerechtigkeit erfordert, daß das tragfähigere Desiheinkommen relativ ebenso stark herangezogen wird und die Kartell- und Monopolpreise, sowie Zölle usw. gesenkt werden. Die Berechtigung der Forderung des Preisabbaus wird Wohl von niemand mehr bestritten. Man sollte aber den Tatsachen nüchtern ins Auge sehen, älrsache und Wirkung richtig werten und jede Einseitigkeit zu vermeiden suchen. Hierzu beiautragen, möge die Derbraucherschaft und gesamte Oeffentlichkeit sich angelegen sein lassen. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ortsgruppe Gießen, hat an die Stadtverwaltung ein Schreiben gerichtet, in dem ersucht wird, die Preissenkung auch in Gießen energisch zu betreiben und zu diesem Zwecke alsbald eine Desprechung zwischen den in Betracht kommenden wirtschaftlichen Vereinigungen und öffentlichen Körperschaften anzusetzen. Daten für Mittwoch, 3. Dezember. 1830: der englische Maler und Bildhauer Frederick Leighton geboren; — 1857: der Bildhauer Christian Daniel Rauch in Dresden gestorben; — 1888: der Unioersitätsmechaniker Karl Zeiß in Jena gestorben. paar Tagen reife ich ab. Ich habe Berlin satt, ich reise nach Paris, dort vergeht die Zeit schneller, bis ich wieder nach Monte fahren kann." Primo Duero sah dann in seinem Zimmer und grübelte unaufhörlich über das Erlebnis des heutigen Abends nach. Wenn er sich nur mit Eva Hirtberg hätte darüber aussprechen dürfen, aber erst übermorgen würde er sie treffen. Viel Zeit ging damit verloren. Er wäre gern der Montirossi und dem Holländer nachgereist. Aber es schien ihm eine Unmöglichkeit, Berlin zu verlassen, ohne Eva Hirtberg nochmals zu sehen, ilnb dann erwartete er auch von einem Bureau, bet dem er gewesen, Auskunft über die Prinzessin. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als abzuwarten. Die Tage schienen von nun an mindestens achtundvierzig Stunden zu haben, und Primo Duero blieb in der Pension Lotos, weil es ja schließlich gleich war, wo er wohnte. Aber die anderen! Gäste sahen ihn kaum. Er nahm, trotzdem er sie bezahlte, nicht an den Mahlzeiten teil, und fieberte dem Wiedersehen mit Eva Hirtberg entgegen. Er sann, wie eigen das doch war. Mehr als zwei Iahre lang hatte er kaum an das blonde Mädchen gedacht, wenigstens nicht anders, als daß es selbstverständlich war, daß sie wieder aus seinem Geben verschwand, obwohl sie ihm gefallen und es ihm leid tat. Ietzt aber quälte es ihn, sich vorzustellen, er würde sie aller Voraussicht nach, außer diesem kurzen verabredeten Treffen, niemals, im ganzen Leben niemals mehr Wiedersehen. Ülndenkbar schien es ihm. Er würde darunter leiden müssen wie unter einer schweren Krankheit. 12. Ehe Primo Duero, wie verabredet, Eva Hirt- berg in der Rähe des Goldenerschen Iuwelier- geschäftes erwartete, suchte er das Bureau in der Potsdamer Straße auf, das er schon vor Tagen mit der Einziehung von Auskunft über die Prinzessin Montirossi betraute. Er hatte schnelle Auskunft gewünscht und hatte sich zur Bezahlung von Telegraphenspesen bereit erklärt und dafür einen gediegenen Vorschuß hinterlegt. Er hatte seinen Gang auch nicht umsonst gemacht. Der Chef der Detektei, Herr Weigert, sprach tadellos französisch, so gab es für Primo Duero kein Falschversiehen und Falschbegreifen. „Die Prinzessin Montirossi ist, wie ich selbst herausbrachte, von Amsterdam nach Berlin gekommen. Also habe ich mich mit meinem Geschäftsfreund dort in Verbindung gesetzt und folgendes gehört", begann er, nachdem sich Primo Duero des angebotenen Stuhls bedient. Er selbst saß am Schreibtisch und hatte mehrere Telegramme vor sich, in denen er spielerisch blätterte. (Fortsetzung folgt) Oberheffen. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, l. Dez. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung der heutigen Gemeinderat s s i h u n 9 war der Vortrag der für die engere Wahl eines Derufsbürgermeisters zugelassenen Bewerber. Für die heutig« Sitzung waren drei Bewerber eingeladen worden. Es sprachen vor dem versammelten Gemeinderat und einer zahlreichen Zuhörerschar die Bewerber: Diplomvolkswirt Dr. Karl Schmidt (Gießen) und Ingenieur und stud. jur. et rer. pol. Ernst Scheid (Butzbach) in je etwa einhalbstündigen Ausführungen. Der dritte Bewerber, Oberstadtsekretär Heinrich Scheich (Frankfurt a. M.- Gricsheim), war nicht erschienen; aus den Mitteilungen des Beigeordneten und eines Ge- meindcratsmitgliedes lieh sich entnehmen, daß er feine Bewerbung zurückgezogen hat. Eine weitere Sitzung wird nun den Dortrag der drei anderen Bewerber: Diplom-Dolkswirt Walter Köhler (Ortenberg), Dr. rer. pol. Beinhold Weiher (Alsfeld) und Derwaltungsbeamter Karl Dagel (Gießen) bringen. Mit Zustimmung des Gemeinderotes soll in dieser Sitzung als weiterer Bewerber für die engere Wahl noch Dr. jur.'Kurt Mildner (Offenbach) sprechen dürfen. Außerdem wurden in der Sitzung noch die Sähe für die Hundesteuer festgelegt: 1. Hund 10 Ml., 2. Hund 16 Mk., 3. Hund 20 Mk.: das find die gleichen Sähe wie früher. Gemeinderat in Büdingen. II Büdingen, 1. Dez. Der Gemeinde- rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit einer Reihe lleinerer Angelegenheiten. Dem Antrag des Häutehändlers A. um LIebeclassung von Baugelände zum Preis« von 60 Pf. pro Qua- dratmeter konnte nicht stattgegeben werden, die Gemeinde muh vielmehr an Preise von 1 Mark für den Quadratmeter sesthalten. Dir Gemeindevertretung genehmigte die Umwandlung eines für die Feldbereinigung aufgenommenen Zwischrn- kredites in Höh« von 32 000 Mark in ein langfristiges Darlehen von 24700 Mk. Die Taukommis^ion wurde mit dec Prüfung der Frage einer regelrechten Durchführung de rM ü l l- abfuhr beauftragt. Für die Ausgestaltung des Schulhausvorplatzes sollen neue Dorschläge angefordert werden. Der Entwurf eines Dachtrages zum Ortsbaustatut der der Erhaltung der historischen Schönheit der Stadt dienen soll, wurde genehmigt. Die Kaufanträge für das städt. Doppelwohnhaus wurden als nicht entsprechend abgelehnt, und die öffenlliche Dersteigerung beschloßen. r*anvkrcis (tficücn. ck. Heuchelheim, 1. Dez. Heute mittag v e r- u n g l ü ck t e der bei der Sinna Rinn & Cloos beschäftigte Arbeiter Otto Trevenaso aus Gleiberg beim Derladen von Gütern auf dem Bahnhof Abendstern dadurch schwer, daß er beim Ankuppeln des Anhängers vom Lastwagen gegen den Anhänger gedrückt wurde. Der bedauernswerte junge Monn erlitt einen Schlüsselbeinbruch, sowie Quetschungen der Brust. Der Verunglück!« wurde in die Klinik nach Gießen verbracht. CO Klein-Linden, 1. Dez. Eine Orts- s a m m l u n g für den Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Londes-Verband Hessen, ergab den Betrag von 30,20 Mark. Q Lollar, 1. Dez. Große Entrüstung hat in weiten Kreisen unserer Einwohnerschaft, nicht zuletzt .auch bei den Angehörigen unserer im Weltkrieg Ge- fallenen, derBeschlußderMehrheitin der letzten Gemeinderatssitzung über die Form der Einweihung des Gefalle- nendcnkmals auf dem Friedhöfe ausgelöst. Wenn schon die Uebergehung des Totensonntages als des für die Weihe geeigneten Tages Erstaunen hervorgerufen hat, da das Denkmal schon acht Tage vorher fertiggeftellt war, so bedeutet für einen großen Teil der Bürgerschaft die bewußte Ausschaltung eines G e i st l i ch e n bei der Feier die gröbliche Verletzung religiöser Gefühle. Dem Drängen aus Mitgliederkreisen und dem lebhaften Wunsche der tiefgckränkten Bürgerschaft zufolge entschloß sich der Veteranen - und Kriegerverein Lollar in einer Mitgliederversammlung, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Die sehr starke Teilnahme an der Versammlung, wie auch die Aussprache zeigten, daß starke Empörung über den Beschluß der Gemeinderatsmehrheit vorhanden ist. Nachdem übereinstimmend das Bedauern zum Ausdruck gekommen war, daß es leider notwendig ist. eine solche Sache zum Gegenstand öffentlicher Stellungnahme zu machen, fand eine Entschließung einstimmige Annähme, in der dem Gemeinderat und Ortsvorstond das große Befremden über den Mehrheitsbeschluß ausgesprochen und in der erklärt wird, daß es den Mitgliedern und deren Angehörigen nicht möglich ist, an der geplanten einseitigen Feier teilzunehmen. Diefe Entschließung soll dem Gemeinderat überreicht werden. is. Steinbach, l.Dez. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete einen ülnterhal- tungsabend im Gasthaus „Hessischer Hof", der gut besucht war. Kam. Karl Kratz aus Freienseen sprach über sein« Erlebnisse bei der Marine, insbesondere von seinen Kriegsfahrten auf 11.35 in den verschiedenen Meeren. Der humorvolle Dortrag wurde vervollständigt durch eine große Anzahl Lichtbilder. Anschließend überreichte Dezirkolchiehwart Albin Klein, Gießen, den beim Vergleichs- und Preisschieben in Gießen von einer Sch eßab.eil ni i c, Ve.eins crrun^e en 2. Preis, eine Fahnenschleife. Ferner erhielten das Abzeichen für 50jährige Mitgliedschaft Gemeinderechner Nikolaus: für 40jährige H. W a l b I., K. D i k o l a u s IV.. H. Gerhard VI., Fr. HaasI. und I. Haas III.: für 25jährige H. Hahn IN., F. Herbert, K. HaasV., P. W a l l b o t t und H. K. 2 e ck e r. ♦ Leihgestern, 1. Dez. In einer sehr gut besuchten Versammlung der Landwirtschaft- lichen Bezugs- und A b s a tz g e n o s s e n- fchastLeihgestern sprach Rechtsanwalt Z i m . m e r (Gießen) über das Thema „Haftung des Tierhalters". Der Vortragende legte im einzelnen unter Verwendung einer Reihe von Beispielen den Begriff des „Tierhalters" dar und ging auf die Fragen der Tierhaftung, im besonderen auf die für Landwirte wichtige Möglichkeit der Befreiung von der Haftung ein. 3n einer regen Aussprache beantwortete der Redner eine Anzahl aus der Versammlung gestellter Fragen. Den Dank der Versammlung, der sich schon in reichem Beifall geäußert hatte, sprach in einem Schlußwort der Leiter der Versammlung, Landwirt Heinrich Dem, aus. Kreis Fricvbcrg. WSD. Friedberg. 1. Dez. Die Gemeinde Obermörlen übernahm mit einer eindrucksvollen Feier gestern ein Kriegerehrenmal, das zu den schönsten des Kreises gerechnet werden darf. Der Erbauer des Ehrenmals ist Baurat Braun von hier. Das Denkmal sand seinen Platz zwischen ll,a-2rüde und Schloß und besteht aus sechs Säulen, die im Halbkreis ausgestellt sind. An den Seiten der Säulen sind die Damen der Gefallenen des Dorfes eingemeißelt. Auf einer siebenten Säule befindet sich der Reichsadler mit gesenkten Flügeln. § Kirchgöns, 1. Dez. In einer gutbesuchten Versammlung hielt hier der Landwirt und Heimatschriftsteller Reuter von Dornholzhausen im Saale des Gasthauses Eckhardt einen Vortrag über das Thema: „Die Schlachtfelder und die Kriegerfriedhöfe in Frankreich". Der Redner, der während des Krieges an der Westfront stand, fand mit feinen lebendigen Ausführungen die lebhafte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Rach dem Vortrag wurde eine Sammlung für die würdige Ausgestaltung der deutschen Kriegergräber in Frankreich durchgeführt. Kreis Büdingen. Q Büdingen, 1. Dez. Bürgermeister S p e n g- l e r von Bisses ist im Alter von 52 Jahren infolge eines Schlaganfalles gestorben. Er war Bürgermeister der Gemeinde Bisses seit 31. Juli 1914 und hat sein Amt mit großer Pflichttreue und regem Fleiß bekleidet. — Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl in Lindheim wurden insgesamt 350 Stimmen abgegeben. Davon find 19 ungültig. 166 Stimmen erhielt der Kandidat Carl Bähr, 165 Stimmen erhielt Kandidat Wilhelm Velten. Mit Anfechtung der Wahl wird gerechnet. Krcis 2lls?cld * Ermenrod, 2. Dez. Bei dem gestern gemeldeten E i n b r u ch s d i e b ft a h l in das hiesige Pfarrhaus wurden lediglich einige Lebensrnittel aus dem Keller entwendet. Der Tat verdächtig ist ein Handwerksburfche. ‘ Oppenheims bürgerliche Stadirats- miiglieder zurückgezogen. WSD. Oppenheim. l.Dez. Zwischen der sozialdemokratischen Stadtratsfraktion. die hier die Mehrheit besitzt, und den bürgerlichen Vertretern ist es infolge verschiedener Vorkommnisse zu einem schweren Konflikt gekommen. In einer gemeinsamen Besprechung der bürgerlichen Parteien (Devtlch-Demokratische, Zentrums- und Deutsche Dolkspartei) wurde beschlossen, die bürger- lichenDertreter so lange aus demEtadtrat zurückzuziehen, bis der Konflikt beigelegt ist. Gleichzeitig wurde an den hessischen Minister des Innern eine Deschwerdeschrist abgesandt, in der ein Eingreifen des Ministers ge- fordert wird. Die Zurückziehung der bürgerlichen EtadtratSmitglieder wird mit den willkürlichen und ungesetzlichen Maßnahmen der sozialdemokratischen Mehrheit begründet. Vier Schwerverletzte bei dem Autounglück bei Isenburg. WSD Frankfurt a. M., 1. Dez. Don den zehn bei dem gestrigen Unfall einer kommunistischen Marschkolonne als verletzt in das Krankenhaus gekommenen Personen konnten noch im Laufe des Abends sechs nach Anlegung von Derbänden aus dem Krankenhaus entlassen werden. Dier Personen haben schwere Verletzungen erlitten und befinden fich noch in Krankenhaus- bchandlung, doch hat sich ihr Befinden so gebessert, daß keine Komplikationen zu besürchten sind. Das Auto, das in die Kolonne hineinfuhr, stammt aus der Pfalz Der Fahrer hatte die Blendlaternen nicht abgestellt. ______________ Lprcanlunvcn ot r . 88,25 — 88,5 — Oberdeilen Provinz • Anleide mH Anrloi.-Rechten 50 — — — Deuilche flomm. Sammelab! Anleihe Serie 1 49 — 49,6 — 8% hnv.-Bant Aoidvie Xlll imlünDbar bk 1934 98,5 _ — — 7% Frankl hrw -Bank «oldvle uniünDbat bk 1938 92,5 __ — 4K% Rheinische Hvp.-Vank Stau. Aoidpse. 86 _ _ _ 8% Pr. Lande4vlandbrtesan8alt, Psandbricle R. i 9 i00 — 100 _ 8% Pr VanbC6rian2briffanftaU. Komm.-Lbl. R. 20. 97 _ 97 _ 7% Pr Vnnbetv* an obttefanfialt, Psandbriefe tR 2) 97 _ 97 a.E.G abg. «or.neg--Obligatto neu. rüdtablbar 1932 94 — 4% Oetterretchn-tie Goldrente • • 26,5 _ 26,5 4,20% Oekerretchtlche SUderrenlr 2,4 — 2,5 4% Oefterretchilche Einheitliche Rente 1,45 _ 1,5 _ 4% Ungarildir Soldrente - - - - 22.6 22,3 22,8 22,6 4% Ungarifcbe Slaakrente v. 1910 17,75 — 17,9 4%% Wfil.Don 1913 18,75 —— — —— 4% Ungariicbf nronenrente 1,45 —— 1,5 — 4% Türkische Zollanlethe von 1911 2,9 — — —— 4% lürtildK Bagdadbahn-Aul Serie 1 3,1 — _ _ 4% brtgl. Serie II 3,1 — — —— 6% Rumantsche vereinh. Rente von 1903 — _ 7,9 Rumänische vereinh. Rente voo 1913 ........ _ _ 12,25 4% Rumänische vereinh. Rente . 6,3 — 6,4 — frranffurt a. 2) Berlin Schlup-' tu re t-Uhr- Kurs Echluß- lurt , Anlang- Rurs Datum 1. 12 | 2 12 1.12.| 2 12 tvamburn-tflmertla Pate« . . < 71 70,25 71,25 71.25 Hamburg-Sudam. Damvlichill 8 — — 157,5 159,75 Hanta Damvtlchis! - - • 10 — — 127 127 Rorddeuticher Ltoud .... 8 72,75 72,25 72,4 72,75 98,75 Allgemeine DeutscheLrebitanN. 10 — — 98,75 Parmer Banlverein . 10 — 101,5 101,5 101,5 Berliner Handeteaeiellschaft 12 — — 126,75 126,75 Commerz- und Privat-Banl 11 112,75 112,75 112,75 112.75 Darmstädter und Nattoturtöanl 12 153,75 — 154,25 154,5 Deutsche Boni unv 111,5 Disconto-Gesellichast, . . 10 111.75 111,5 111,5 Dresdner Bant...... 10 112,5 111.5 112 112 Reichsbani...... • 12 225 227 225,5 227 ti.li®........... 0 107,5 107,25 108 108,25 Bergmann........ ti — 127 — Llektr Lteierungrgeselllchaft. 10 — — 114,5 113,13 Licht unv Statt...... 10 122,5 122 123, 122,75 seitens Guilleaume . . - IV, — 93 93 93,6 Seseüichait tut Elekkrilche 116 116,75 116,75 Unternehmungen .... 10 117,5 Homburger ElettnzttätS-Werke 10 — — 107 106.9 Rdeinijche Eielin.jtiLt . . . . 9 — — 117 — Schictitche Sieirrizttät. . . . 10 — — 113,75 113,5 Schütten & Co. . . . e e . 11 — — 125.5 126,5 Siemen« & Hotrke..... 16 166 167 166.75 — Transradto ....... . t — — 124,25 vabmeuet & Ce...... . 1< 127 — 126,5 123 . 5 52 — — 52,25 Deutsche ........... . 6 — 63/25 63,75 64 Giiener Stein ko hie . • • • • Gelsenkirchener...... Hoeich Eiten. ..••••• Iise Bergbau ...•••• . 8 . 8 . 0 6V, 10 . 7 7,4 82 70,5 88,5 82,75 87,5 83,5 73.5 162 71,25 88,25 83.9 73 165 71,4 . V — —1 81 Mannesmann-Rödren . • • • < 70,25 — 70,75 70,9 39^5 Mansselder Bergbau ... • « — — 38,75 Obe richtet Eijenbevart . . . . 5 — — 38.25 Obe richtet floleroerte ... — — 70,75 Pdonir Bergbau .... 6V, o2,75 63,25 63,13 63,13 Rheinische Braunkohle« • • kijeinftabl ...... 10 . 6 160 76,5 75,5 I61,25 77 164 75,75 Riebed Sotto ...... •u — Frankfurt a. M | SerNn Gch.uß«^ luri i l-Ubr- « re Schluß- Iur4 । Anfang- Rur« Datum 1.12 2 12 1. 12 2 12 vereinigte Stahlwerke Ltav! Minen 18'/, 66,25 — 66.25 35 65,5 35,4 Rallroerle Aschersleben 10 155,5 — 155,5 156 kaliwerle Westeregeln . K 158,75 — 157,5 158.75 Kaliwerke Salzdetfurth . 15 239,5 241 240 | 242 5,. (B. Uarden-In duftete ■ . n 135,4 135,4 136,13 136,13 . . 6 - — _ — Echetdeanstalt.... ■ . . 9 — 129,25 — — Noldlchmtet .... . . 6 42,5 44,25 42,5 44 RlttgcrSwerle .... . . 6 47 46,6 47,5 47,5 Metaltgelellschafi. . . • . . 8 83,5 83,25 84 — Philwv Holzmann . . • • ’l 75 75,13 77,75 — Zementwerk Heivelberz • . 10 — — — — Lemcntwerk flarlftabt. e . 10 — — — — Bao6 & Tireotag . . e 46,5 47,5 46,75 — Schulthets Pa»enho|er . 15 — — 176,5 177 Lktwerke...... e . 12 — — 140 — Alu ...... . 18 66 66.75 66,75 66,9 Bemberg...... . 14 67,5 — 68,5 68.5 Zellitoss Waldhos . . ■ 18'/. '06.5 — 106,25 106 ^enftoll Alchafsenburg Cbarlottenburger Walle . 12 74 — 74,13 — . . . 8 — — 83 83 TrHauer . . 9 — — 112 112.9 • . o — — 25,75 25,5 Deutsche Lmoleum . e e e . 107 —— 106,5 108 Maichinenbau 3L-®. . • . . 0 — — 33 33 Rat. Automobil . . . . o — — — — Crenftetn S Koppel . e . . 6 —— —— 46,5 46,5 Leonhard Ttey . . • e . 10 — — 115,25 115,5 SvenSka - • — — 273,5 277,5 ilranksuner Malchin« • _ 11 10,5 I - Srikner - - - e . . 28 — 25,13 Iungbans . . . . . . . . 28 — 28,5 Ä Lechwerle. . . . . . . t 79 — — — Mainlrattwerke HSchS a. M .. . 63,5 — — «tag - • . . IC — 62 — ®ebt. Roeder . . . . IC 83 — — Voigt & Haefiner . . . . 150 150 — tzüddeut'che Zurla . • . IC 135 ! — 135 . — vanknolen. Berlin, 1. O zember Meld Srlei Amenkannche Roten..... 4,18 4,20 Belgische Noten ....... 58.23 58,47 Dänische Noten ....... 111,83 112,27 Lng'ische Noten . ....... 20,322 20.402 firänaüilldie Noten ....... 16,437 16.497 Holländische Noten....... 168,36 169,04 Italienische Noten........ •21,86 21,94 Norwegische Noten....... 111,78 112,22 DeuNch-Oesterretch, t 100 Schilling 58,82 59.06 Rumäiiische Noten....... 2.47 2.49 Schwediiche Noten....... 112,18 112,62 Schweiler Noten........ 31,17 81,49 Spanische Noten...... . 46.91 47,09 Tschechoslowakische Noten..... 12,385 12,445 Ungarische Noten ... 73,07 73,35 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU 1 Otzemdet 2 Oezrmde, «Mtiich Geld 'io"enine iVti amu ch> Geld «oocruni. Lru ämft.Wott. 168.61 168.95 168,54 168,88 Bu-u.-Aires 1,434 1,443 1,434 1,438 Brss.-Äntw- 58.415 58,535 58,415 58,535 Christiania 112,03 112,25 111,99 112,21 tfop.'nbagen 112,07 119,29 112,94 112,26 Stockholm . 112,43 112,65 112,42 112,64 HetttnatorS- 10,543 10,563 10,54 10,56 (Halten . • 21,93 21,97 21,945 21,985 London. . . 20.346 20,386 20,338 20,378 Neunork . . 4,1910 4,1990 4,1895 4,1975 Paris. • . . 16.458 16,498 16,454 16,498 Schweiz . . 81,17 81,33 81,18 81,34 Sva 'ten • 47,05 47,15 47,10 47,20 Japan - - . 2,076 2,080 2,076 2,080 Klo de Jan Wien in T-- 0,400 0,402 0,415 0,417 Ceft adgeft 58,98 59,10 58,97 59.09 Prag ■ • 12.43 12,45 12,425 12,445 Bekirad . 7,410 7,424 7.411 7,425 Dudavrii. 73,25 73,39 73,25 73,39 Buk arten 3,037 3,043 3,037 3,043 Lissabon 18,81 18,85 18,81 18,85 Taniig. . Ronfi ntht 81,32 81,48 81,35 81,51 1.784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,426 5,436 5,425 5,435 (Sanaba 4,192 4,209 4.189 4,197 U rn naD - 3.257 3,263 3.257 3.263 Cairo 20,87 20,91 20,86 20,90 SJL-^fpoit Vier 1900er erhalten die „30-Besten"-Nadel der DGB. Die dieser Tage von der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik veröffentlichte offizielle Rangliste des Jahres 1930 für die dreißig Besten des Reichs in den einzelnen Disziplinen registriert auch eine innerhalb der Leichtathletik-Abteilung der Spieloer- einigung 1900 erzielte Leistung. Wie im Borjahre, so ist cs auch diesmal die in der 4X1500-Meter- Staftel erzielte Zeit — sie beträgt 18:06,4 Min. und rangiert an 25. Stelle —, die den Mannschaftsmitgliedern P. Gerhard, R. Bepperling, R. Paul und j). Peters die hohe Auszeichnung eingebracht hat. Bepperling und Peters waren übrigens auch im Vorjahre unter den Ausgezeichneten. Beachtenswert ist, daß 1900 noch vor bekannten Vereinen, wie Hammer Spielverein, Hamburg-Eimsbüttel, Arminia Hannover, Heffen-Preußen Kassel und VfB. Stuttgart steht. In der analogen Rangliste des Westdeutschen Spieloerbandes, die allerdings nur für die zwanzig Besten aufgestellt ist, nimmt die vorerwähnte Stasfcl natürlich einen weit besseren, nämlich den 8. Platz ein. Auch einige von Spielvereinigungsleuten erzielte Einzelle'stungen sind in der WSV.-Liste enthalten. Am besten schneidet H. Jung mit seiner zweimal in Stabhochsprung erzielten Leistung von 3,30 Meter ab, die ihm die 5. Stelle eingebracht hat. Dann folgen E. Schäfer als 10. im Kugelstoßen (12,99 Meter) und P. Gerhard im 5000-Meter-Lauf als 14. (16:32 Mm ). — Auch die Frauen-Abteilung sah ihre Bemühungen belohnt. Ihre 4X100-Meter- Staffel hat die 14. Stelle inne, und zwar ausschließlich hinter westdeutschen Großvereinen. Spiere des VfB. VfB. Gießen Liga — „Hessen" Hersfeld Liga 3:1. Etwa 500 Zuschauer waren am Sonntag auf dem BfB.-Platz Zeugen eines überaus spannenden, zum Teil sehr dramatischen Kampfes. Der VfB. konnte das Spiel für sich entscheiden auf Grund eines besseren Kombinationsvermögens, einer leichten Lleberlegenheit im Feldspiel, schließlich aber auf Grund einer zuverlässigen Verteidigung. Die Gäste verfügten ebenfalls über achtbares Können, waren schnell am Ball, schufen auch manche kritische Situation vor dem Tor des Plahbesihers, kamen jedoch nicht zum entscheidenden Schlag. Torgelegenheiten wurden auf beiden Seiten ausgelassen, der VfB.-Sturm konnte bei seinen reichlichen Torchancen und bei etwas mehr Entschlossenheit im Sturm ein höheres Ergebnis erzielen. v,u Beginn des Spiels drängte der VfB. energisch, setzte sich unmittelbar vor das Tor des Gastes, kam jedoch trotz vielversprechender Chancen zu keinem Erfolg. Vielmehr gelang den Gästen nach einem flotten Durchbruch und einem kurzen Geplänkel vor dem Tor der VfB.er der Führungstreffer. Der Plahbesiher lieh sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen, und machte alle Anstrengungen, den Ausgleich herbeizuführen, ein Tlnternehmen, dem trotz ständiger leichter Feldüberlegenheit der Erfolg versagt blieb. Mit 1:0 für „Hessen" Hersfeld wurden die Seiten gewechselt. Während der zweiten Halbzeit gingen die Gäste etwas energischer ins Zeug und konnten die zweite Spielhälfte fast durchweg etwas offener halten. Das Spiel nahm sehr lebhafte Formen an. Sn der 22. Minute wurde den VfB.ern ein Etfmeterball zugesprochen, den zu verwandeln erst im Vachschuh gelang. Sn der 35. Minute schob der Mittelstürmer der Hiesigen als Abschluß einer flüssigen Kombination, vom Gegner hart bedrängt, das zweite Tor. Schließlich aber gelang es K l e i n k e nach einem sehr eindrucksvollen Alleingang, der dem 38jährigen Sportler alle Ehre machte, einen dritten Erfolg für seine Farben zu buchen und damit den Sieg sicher zu stellen. Die restlichen Minuten brachten dem Spiel eine etwas härtere Note. Der Schiedsrichter, Hörner, Kassel, war dem Spiel ein gerechter Leiter. Die Ligäreserve sollte im fälligen Verbands-Rückspiel die 1. Mannschaft Niederweisels auf eigenem Platze zum Gegner haben. Nicderweisel trat jedoch nicht an, so daß dem VfB. die Punkte kampflos zufielen. Die 3. Mannschaft war spielfrei. Das Pflicht- spiel der ^.-1-Jugendmannschaft gegen die gleiche des VfR. Lich endete mit einem l:0-Sieg der VfBer. Diese zeigten im Feldspiel sehr ansprechende Leistungen und waren den Gästen während des ganzen Treffens an Ballbehandlung und Stellungsspiel überlegen. Lich war nur mit neun Spielern auf dem Felde und beschränkte sich fast ausschließlich auf Verteidigung. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 bereitete ihren Anhängern eine gewaltige Enttäuschung, indem sie sich im Verbandsspiel in Breidenbach (Kreis Biedenkopf) mit 6:1 schlagen ließ. (Halbzeit 1:0.) Wie immer fanden sich die Gießener auf dem nassen morastischen Boden nicht zurecht, dazu kam, daß die Läuferreihe und der Sturm einen sehr schwachen Tag hatten. Bis zpr Pause hielt sich die Blauweiße-Elf noch ganz ausgezeichnet, obwohl sie bergauf und gegen den Wind spielen mußte. Der einzige Treffer 4 Minuten vor dem Seitenwechsel hätte sogar noch verhindert werden können. Beiderseits wurden bis dahin ganz glänzende Torchancen ausgelassen. Allgemein rechnete man nach dem Seitenwechsel mit einer größeren Ueberlegen- heit der Gießener und es gab wohl niemand unter den Zuschauern, der deren Sieg in Frage gestellt hätte. Aber gleich nach Wiederbeginn machte sich bemerkbar, daß die heftigen Anstrengungen beim Spiel bergauf der Mannschaft stark die Kräfte genommen hatten, die Läufer (mittel und rechts) konnten nicht mehr so richtig mit, und innerhalb 3 Minuten war der Spielstand 3:0 für Breidenbach. Die Gäste wurden dadurch übernervös, fingen an umzustellen, gestalteten das Spiel dadurch auch etwas flüssiger, konnten indessen nicht verhindern, daß der Platzbesitzer auf 6 Tore erhöhte, während den 1900ern lediglich das Ehrentor aus einem Foulelfmeter vergönnt war. Breidenbach war die bedeutend schnellere Mannschaft, hat auf Grund ihrer gewaltigen Energieentwicklung in der zweiten Spielhälfte das Spiel verdient gewonnen. Das Spiel war fair. Es gab trotz der mißlichen Platzverhältniffe fast kaum Entgleisungen. Die Spielleitung durch Schiedsrichter En gelter, Dreihausen, war recht befriedigend. Don den unteren Mannschaften ist nur Erfreuliches zu berichten. Die Ligäreserve fertigte einen ihrer schärfsten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft, die Sportabteilung des Turnvereins Lollar mit 2:0 Toren (Halbzeit 2:0) ab. Das Spiel fand auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe statt und zeigte die Mannschaft des Platzbesitzers in bester Spiellaune. Die dritte Mannschaft besiegte Garbenteichs zweite Elf erwartungsgemäß mit 7:0 Treffern, obwohl der Halbzeitftand schon 6:0 lautete und es nur ein Spiel auf ein Tor war, wurde nach der Pause nur noch ein Tor erzielt, da der Gegner mit allen Mannen verteidigte. Einen glänzenden Erfolg errana die vierte Mann- chaft, indem sie Garbenteichs erste Elf ein Unent- chieden (3:3) abrang und damit der dritten Mann- chast Schrittmacherdienste leistete, da Garbenteich either noch ein ernster Bewerber um die Gruppenmeisterschaft war. Handball der Sp.-Vg. 1900. VfL. wehlar I — 1900 II 5:5. VfL. wehlar II — 1900 I 0:2. Zu den fälligen Verbandsrückspielen weilten am Sonntag 1900s erste und zweite Elf in Wetzlar. Gegner der ersten Garnitur war Wetzlars zweite, während die zweite Mannschaft der ersten des VfL. gegenüberzutreten hatte. Beide Treffen kamen jedoch nicht als Punktspiele zum Austrag, da die Wetzlarer Mannschaften nicht rechtzeitig zur Stelle waren. — Das Resultat, das 1900s erste Vertretung gegen die VfL.-Reseroen herausholte, erscheint etwas mager, wird aber verständlich unter Berücksichtigung der Tatsache, daß, bis auf den Mittelstürmer, die gesamte Stürmerreihe ersetzt werden mußte. Das von der zweiten Mannschaft herausgeholte Unentschieden ist eine ausgezeichnete Leistung, allerdings machte sich das Mitwirken einiger Spieler der ersten Elf stark bemerkbar. Handball im Gau Hessen (O.T.) Tv. Alsfeld I — 2TUo. Gießen I 0:1 (0:1). Am vergangenen Sonntag trug die 1. Mannschaft des hiesigen Männerturnvereins in Alsfeld das fällige Derbandsrückspiel gegen die gleiche Mannschaft des dortigen Turnvereins aus. Zu diesem Spiel konnten die Mtoer infolge verschiedener unglücklicher Zufälle nur mit 8 Mann antreten. Trotzdem der Platz in wenig guter Verfassung mar, wurde das Spiel jederzeit fair durchgeführt. Die erste Halbzeit stand im Zeichen der Ausgeglichenheit, die im Halbzeitresultat von 0:0 zum Ausdruck kam. In der zweiten Halbzeit waren die Mtoer etwas überlegen, ohne Positives zu erreichen. Erst in der Mitte der zweiten Halbzeit endete ein schnell vorgetragener Angriff der Gießener mit dem einzigen und fieg- bringenöen Tor des Tages. To. Grohen-Linden I — 2Nto. Gießen II 14:5. Die 2. Mannschaft mußte in Großen-Linden, wie schon vorausgesagt, eine Niederlage, die zwar in dieser Höhe nicht ganz verdient war, entgegennehmen. To. wehlar 1. 3gb. — wto. Gießen 1. 3gb. 4:3. Auf dem Mtv.-Platz am Schiffenberger Weg trugen die beiden ersten Jugendmannschaften des Turnvereins Wetzlar und des Männerturnvereins Gießen ihr letztes Derbandsfpiel aus. Die Gastgeber waren in der ersten Halbzeit stark überlegen und konnten das Halbzeitresultat nur auf 2:1 stellen. Da die Gäste in der zweiten Halbzeit eine sehr massive Spielweise zeigten, wurden die körperlich unterlegenen Einheimischen eingeschüchtert und mußten sich Ausgleich und noch ein weiteres Tor gefallen lassen. To. Lankerdach I — Tv. v. 1846 I 1:3 (0:2). Das Spiel litt sehr unter den schlechten Platzverhältnissen. Unter den bestehenden Umständen war deshalb der 3:1-Sieg doppelt hoch zu werten. Von Anfang bis zu Ende machte sich eine Überlegenheit der Gießener bemerkbar. Die Lauterbacher spielten sehr eifrig, waren aber dem Stellungsspiel der 1846ct nicht gewachsen. Mit diesem Kampfe wurde die Ver» bandsrunde beendet. 1846 liegt mit fünf gewonnenen Spielen und 10 Punkten hinter Nauheim und Buseck, die mit sechs gewonnenen Spielen und zwölf Punkten Tabellenführer sind und unter sich den Bezirksmeister auszutragen haben werden. FechtenimTurngauHefsen(D.T.) Unter Leitung von Gausechtwart Kühn (Friedberg) veranstaltete die Fechterschaft des GaueS Hessen in Bad-Nauheim ihren Herb st lehrgang. der aus allen Fechterriegen des GaueS gut beschickt war und wertvolle Anregungen für die Winterarbeit in den Vereinen bot. Der Vormittag begann mit einer Stunde Freifechten. Anschließend brachte die Ausbildungsarbeit einen reichhaltigen Aebungsstofs zur theoretischen und praktischen Belehrung. Der Nachmittag galt in der Hauptsache der Kampfrichterausbildung. Die damit verbundenen praktischen Uebungen boten sehr lehrreiche Fechthandlungen. Bei einer sich anschließenden Besprechung der Fechtwarte stand der Arbeitsplanfür!931 zur Beratung. Es seien daraus die wichtigsten Veranstaltungen genannt: 25. Ikkpu»c: Anfänger- Prüfung und Gaufechtertag in Gießen; 8. Februar: Uebungsfechten für Altmannen (Fechter und Fechterinnen) in Butzbach; 29. März: Altmannen-Ausscheidung der Fechterinnen in Gießen; 26. April: Altmannen-Ausscheidung für Fechter in Florett und leichtem Säbel in Bad-Nauheim; 6. und 7. Juni: Kreismeisterschaften in Florett und leichtem Sä- bei in Bad Homburg; 9. August: Lehrgang und Fechtertreffen in Gießen; 6. September: Ansängerprüfung und Lehrgang in Butzbach; 4. Oktober: Mannschaftskampf in Friedberg; 1. November: Jungmannen-Ausscheidung in Wetzlar. Cambridge schlägt Oxford im Staffelkampf. Die Universitätsmannschaften von Oxford und Cambridge trugen zum 11. Male ihre üblichen Wett- kämpfe in den Staffelläufen aus. Cambridge entschied fünf Rennen für sich und blieb damit überlegener Sieger, da Oxford nur zwei Erfolge zu verzeichnen hatte. 100 Kilometer in der Westfalenhalle. Die Dortmunder Westwlenhalle veranstaltet am 7. Dezember ein 100-Kilometer-Mannschaftsfahren, das von insgesamt zwölf Paaren bestritten werden soll. Als sichere Starter gelten bereits folgende acht Mannschaften: Rausch-Hürtgen, Krüger- Funda, Kilian-Pützfeld, Oszmella-Frankenstein, Eh- mer-Tietz, Jocksch-Benninghoff, Stübecke-Schneck und Manthey-Maczinfki. Kurze Sportnotizen. Ein Fußball-Länderspiel zwischen! Spanien und Portugal endete in Lissabon nur knapp 1:0 zugunsten der Spanier. • Dederichs (Köln), der bekannte Dauerfahrer, ging in Marseille an den Start und wurde von Paillard, Constant und Prieto geschlagen. Körnig gewann beim Fest der Breslauer Sportpresse einen Sprinterdreikampf gegen Lam- mers und Duckol (Breslau). • Das ideale Abführ-Konfekl Parlophon-Musikapparate und -Platten werden bereitwilligst ohne jede Kaufverpflichtung in allen guten Fachgeschäften vorgeführt AAUSI KAP PAR.ATE AUCH AUF TEILZAHLUNG- Die vollständigen Opern In Besetzung der Mailänder Scala Butterfly / Tosco / Boheme | Aida / Traviata Cavalleria Rusticana / Lucia von Lcmmermoor Barbier van Sevilla In Or/glnalbesetzung der Bayreuther Festspiele Tristan und Isolde / Tannhäuser Alle Platten sind auch einzeln erhältlich BARNABAS VON GtCZY UND SEIN ORCHESTER spielen täglich im Hotel Esplanade B 12319 Was kann der Sigismund dafür Jedes Viertelstündchen mit dir CLAIRE WALDOFF B 12333 Die Laubenkolonie Mein Schorsche mit der Forsdie PAUL ORAETZ B 12334 Am Rundfunk, Radiohörspiel Achtung! Hausfrauen! Nur 3 Tage Nur 3 Tage s Joidner Das schönste und prakltschste Weihnachtsgeschenk ist und bleibt für Sie der Otlglnol WM-WWomM wird Ihnen derselbe in einem Probe-Wäschen aw Mittwoch, Donnerstag und Freitag, nachmittags pünktlich 4 Ubr, tm EafH Ebel, Eießen, Burggrabcn „ m ,, vraknfch vorgeführt. (Sletn Waschlrichier, feine Waschmalchine, kein Apparat In den Kessel au setzen, kein Messing, kein Aluminium, rein LtonbeAug.» Vielfach nachgeabmt, in feinen Lci- «n - , üunnen jedoch nie erreicht. Wir wa.chen und ipiilen mit Saug- und Preßluft rore Waiche kostenlos. 150 Siarkekragen, 40 Hand- tuiyei ober 12 Oberhemden tn 5Minuten, und Awar unter gronrer Schonung der Wäsche, ohne Einweichen, ohne kein Waschbrett, keine Bürste nöng. 12 Fahren wäscht in einer Stunde mehr als eine Waichsrau in ein m Tag! 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