Donnerstag, 2. Moder 1950 180. Zahrgang Kl 250 Erstes Blatt Oie Durchführung -es Ganierungsprogramms :: lösen, Leidenschaften." Der ^eichsfinanzminister erläutert den Reformplan der ^eichsregierung des ter und und von des Hindenburg Don Robert Hohlbaum Du bist ein Bild, von Dürer gemalt, Durch deine Tat rauscht Schillers Gedicht, Doch deinen würdigen Scheitel umstrahlt Weiser Meister Iohannislicht. Glück der Nähe und Glanz der Ferne, lieber dir gewaltige Sterne, Doch in der Brust demütige Pflicht. — Immer warst du, wo Deutschland war. Immer warst du, wo Starkes geschah. Noch in deinem erblichenen Haar Weht der Glutwind von Saint-Privat. — Sei's im Triumph- oder Todesgang. Und wir können im Hellen und Bösen Nicht mehr dein Sein von dem unseren Du bist in uns, und wir sind in dir. Durch dein Wort braust das Lied der Maschinen, Aehrenglanz leuchtet aus deinen Mienen, Deine Schlachten in glühenden Tagen Haben wir alle mitgeschlagen, Deine kühl erwogenen Taten wird das Ganze durch den Finanzaus- alcich. der am 1. Llpril 1932 in Kraft treten soll und die Relation zwischen Real- und Sin- kommensteuem wieder in vernünftige Formen bringt; endlich dadurch, dah der erzwungene Rot- clat des letzten Jahres gewissermaßen zum Ror- maletat erhoben wird, indem für Reich, Länder und Gemeinden in den nächsten drei Jahren keine Ctatserhöhungen vorgenommen werden dürfen, dagegen aber höhere Steuereingänge zur Steuersenkung benutzt werden müssen. Ein Programm also, daß, wenn es durchführbar ist und durchgeführt wird, das Ende aller finanziellen Schwierigkeiten in Aussicht {teilt Rur dah bis zu Diesem Ziel noch grvhe Wider st ände zu überwinden sind. Es gehört ein starker Optimismus dazu, an die Möglichkeit zu glauben, dieses Programm mit dem Reichstag zu bewältigen. Die Regierung scheint dieses Vertrauen zu haben. Wir fürchten aber, dah sie in wenigen Tagen, wenn erst einmal die Verhandlungen mit den Parteien begonnen haben, eines Bessern belehrt sein wird. Und dann e r st steht sie vor der entscheidenden Frage. Haben wir alle mitberaten, Was du denkst und schaffst, smd wir! — Deutschland versan?. In dir erstand es. Deutschland zerfiel. Dein Wille band es. Heute ruht es in deiner Hand, Unser Aermstes und unser Größtes, Unser Freies und Unerlöstes, Unsere Ströme und unsere Firne, Unsere Fäuste und unsere Hirne! Wenn wir heute zu deinen Füßen Kränze breiten, um dich zu grüßen, Wissen wir nur ein Wort zu sagen Das dich und uns durch das Dunkel getragen: Vaterland! DemReichspräfidenten! Zum 83. Geburtstage, am 2. Oktober Erschein' lügl'ch,außer sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Neichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummem infolge höherer Gewalt. HernfprechanschlSffe unterSQmmelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten, potzscheckkonto: Sranffurtdln Main 11686. Immer warst du, wo Deutschland war. Stürmt' es den Himmel, du trugst die Standarte, aber in neffter Nacht und Gefahr Standest du hoch auf warnender Warte, Klar und still und doch wunderbar Wie ein Standbild aus ewigem Erz, 2Ib?r in ihm ein herrliches Herz. Unseres Schicksals rauschende Mühlen Werden in dir zu großem Gesang, Unser Sinnen und unser Fühlen Will sich in dir entflammen und kühlen, Deine Getreuen wollen wir sein, Oie Glückwünsche der presse. „Der Erste im Krieg, der Erste im Frieden, der Erste im Herzen seiner Mitbürger." Berlin, 2. DU. (CNB.) Der 83. Geburtstag des Reichspräsidenten v. Hindenburg gibt der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" (Volksp.) Veranlassung, daran zu erinnern, wie der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Shurmann, das Wort, das die Amerikaner für ihren Nationalheros Washington prägten, auch auf den deutschen Reichspräsidenten anwandte: „Der Erste im Kriege, der Erste im Frieden, der Erste im Herzen seiner Mitbürger." Es gebe feinen lebenden Deutschen in irgendeinem politischen Lager, der das gleiche Vertrauen ge- nieße. — Aehnlich äußert sich auch die „Börsen- zeitung" Kons.), die Hindenburg das Symbol der nationalen Idee für die Welt nennt. Er sei Hüter bester Ueberlicferung deutscher Art, der Fels, an dem sich die Wogen alles innerpolitischen Haders brächen. — Der „lag" (Hugenberg) schreibt: An seinem Ehrentage gehört der Marschall und Reichspräsident allen Deutschen; es wäre ein Frevel, ihn heute für vergängliche staatliche Formen oder für Kreise in Anspruch zu nehmen, deren Beziehungen zu ihm sich im Funktionellen seines Präsidentenamtes erschöpften. Hindenburg reicht von Königsgrätz bis Tannenberg, von Compiegne bis zum 14. September 1930; sein Leben hielt Schritt mit dem Auf und Ab unseres Volkes. Daß der greife Marschall noch die erste Morgenröte deutscher Freiheit erblicken möge, das ist unser Geburtstagswunsch. — Der „Lokalan» Zeiger" (Hugenberg) nennt die Pflichttreue und Lauterkeit des Reichspräsidenten ein hohes Gut nach innen, wo der wütendste Parteikampf vor der Person dieses einen Mannes respektvoll Halt zu machen pflege, und ein hohes Gut nach außen, wo die simple Tatsache, daß Deutschland diesen Mann an seiner Spitze hat, ihm ungeheuer viel an Achtung in der Welt zurückerobert hat. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» dlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennltz, Platzvorschrift 20“ „ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. telastung des Tabaks aufzubringen wären. ES sei übrigens gerechtfertigt, auf Entspannungen für den Etat des kommenden Jahres zu hoffen. Die grundlegende Idee des Planes der Regierung gehe davon aus, daß eine Minderung der Arbeitslosigkeit nur durch Belebung der Wirtschaft möglich sei. Diese Belebung erfordere geordnete Finanzen und Sicherheit dagegen, daß während eines Ansteigens der Koniunktur die Entwicklung nach oben nicht alsbald wieder durch Ausgaben der öffentlichen Hand erdrosselt werde. Der kommende Etat lege für drei Jahre die Höhe der Ausgaben nach oben fest. Ein besonders wichtiges und interessantes Kapitel sei die Frage der Vereinfachung des S t e u e r s Y st e m s. Weder der einfache Mann noch der geschulte Fachmann habe sich auß den komplizierten Zusammenhängen von Gesehen und Anordnungen des alten Systems noch heraussiirden können. Die Landwirtschaft erhalte eine Einheitssteuer an Stelle der Einkommen-, Vermögens- und Grundvermögenssteuern; die Kleingewerbetreibenden zahlen eine nach Klassen abgestufte Einheitssteuer. Die kleineren Vermögen bis 20 000 Mark würden künftig vermögenssteuerfrei und damit die Zahl der Vermögenssteuerpflichtigen, die zur Zeit 1 708 000 sei, auf die Hälfte, nämlich 854 000, reduziert. Zur Reuregelung der Wohnungswirtschaft wurde der Anstoß dadurch gegeben, daß sich in steigendem Maße herausstellte, daß die neuen Drei- und Vierzimmerwohnungen schwer zu vermieten sind und daß es darauf ankäme, Zwei- und Einzimmerwohnungen zu bauen. Die Regierung beabsichtige nicht. fen und glauben. Dann wird es werden: trotzdem! „ _ , Das sei unser Gelöbnis zum 2. Oktober 1930, dem 83. Geburtstage des Mannes, der uns immerdar, im Krieg und Frieden, Beispiel und Vorbild war und bleibt! Oer Glückwunsch der Reichsregierung. Berlin, 2. Okt. (TU.) Der Reichskanz- l e r hat in nachstehendem Schreiben dem Herrn Reichspräsidenten die Glückwünsche der Reichsregierung zu seinem heutigen83.Geburtstage übermittelt: Hochverehrter Herr Reichspräsident! Durch die Gnade des Himmels ist es Ihnen vergönnt, heute das 83. Lebensjahr zu vollenden. Ich beehre mich als Reichskanzler und zugleich namens der Reichsregierung, Ihnen zu dem Ehrentage die aufrichtigsten Glückwünsche darzubringen. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß dem deutschen Volke in Ihnen das Vorbild Ihrer unermüdlichen Pflichttreue noch lange erhalten bleiben möge. Ich darf am heutigen Tage der großen Verehr ung gedenken, die Sie, Herr Reichspräsident, bei der gesamten Bevölkerung unseres Vaterlandes genießen und die gelegentlich Ihrer Anwesenheit bei den Feiern der endgültigen Befreiung des Rheins und der Pfalz sich ganz besonders zeigte. Ihr diesjähriger Geburtstag fällt leider in eine Zeit besonders schwieriger politischer und wirtschaftlicher Verhältnisse Deutschlands. Mit mir vertraut aber Volk und Regierung darauf, dah es unter Ihrer obersten Kchrung dennoch gelingen wird, die Schwierigkeiten zu überwinden. Mit verehrungsvollsten Empfehlungen verbleibe ich, hochverehrter Herr Reichspräsident, Ihr stets sehr ergebener gez. Dr. Brüning. Berlin, 1. Ort. (WTB.) Vizekanzler und Reichsfinanzminister Dr. Dietrich sprach im Rundfunk über den Wirtschafts- und Finanzplan. Dr. Dietrich wandte sich zunächst gegen den Vorwurf, daß die Reichsregierung zu lange mit der Herausgabe ihrer Pläne gezögert habe. Zwei Wochen seien seit den Wahlen vergangen, und in diesen zwei Wochen sei eine respektable Arbeit geleistet worden. Es handle sich um eine völlige Neuordnung der Finanzpolitik im Reich, in den Ländern und Gemeinden, und ein solches Werk lasse sich nicht aus dem Handgelenk heraus fertigstellen. Die Ausgaben des Haushaltes für 1931 seien um eine Milliarde gesenkt. Der Finanzausgleich sei einer späteren Zeit, nämlich für den 1. AprU 1932, vorbehalten. Der Grund dafür läge darin, daß zunächst das Steuervereinheitlichungsgesetz erledigt werden müsse. Es wird mit einer Steigerung der Arbeitslosenziffer gerechnet, deren Höhepunkt irn Februar mit 2,6 Millionen Hauptunterstützungsempfängern erreicht werden könnte, während die Krisenunterstützung dann bereits 800 000 Köpfe umfassen würde. Für das nächste Jahr sei hier eine Reform in Aussicht genommen. _ Der Plan sei aufgestellt in der Annahme, daß die gegenwärtige Wirtschaftsdepression auch das ganze Etatjahr 1931 hindurch, also bis 1. April 1932, anhalten werde. Auf dieser Annahme seien auch die Steuerschähungen aufgebaut. Wenn es gelungen sei, einen Haushaltsentwurf für 1931/32 aufzustellen, der ausgeglichen ist, so war das nur burch Sparmaßnahmen und Reformen möglich. 3nsgefamt seien rund 800 Millionen aus dem Llat verschwunden. Rechnungsmäßig fehlten dann immer noch 167 Millionen Mark, die durch mäßige Steuermehr- Ganze Arbeit. Das Reichskabinett hat jetzt das Programm, an dem es über eine Woche buchstäblich Tag und Rächt gearbeitet hat, ins volle Licht der Oeffent- lichkeit gerückt. Wenn man es durchsieht, versteht man nachträglich, daß so viel Zeit dazu gebraucht wurde. Denn tatsächlich ist hier der ernsthafte Versuch gemacht, ganze Arbeit zu leisten und dafür zu sorgen, daß in künftigen ähnlich krisenhaften Zeiten ein Zusammenbruch der Reichssinanzen, wie wir ihn jetzt mit seinen ganzen schweren Folgeerscheinungen auch alsVer- trauenslrisis erlebt haben, unmöglich gemacht wird. Vielleicht ist es auch richtig, daß der Finanzminister darauf verzichtet, das Loch, das sich im laufenden Etat ergibt, organisch au schließen. Er beschränkt sich darauf, die Arbeitslosenbeiträge um zwei Prozent zu erhöhen, will aber im übrigen das Gesamtdefizit auf Anleihen übernehmen, aus der äleberzeugung heraus, dah bei der starken Anspannung aller Steuern und der Arbeitslosigkeit irgendwelche steuerlichen Reubelastungen nicht mehr möglich sind. Allerdings soll die Verschuldung, die dadurch vorübergehend unvermeidlich wird, in einem Zeitraum von drei Iahren ab ged eckt werden, intern in die Etats der nächsten Iahre allmonatlich ein Schuldentilgungsfonds vvn dreißig Millionen eingestellt wird, so daß dann nach Ablauf dieser Frist sämtliche kurzfristigen Verpflichtungen ab- gedeckt wären. , . Der Vater aller Schwierigkeiten ist ja tei den letzten Etats immer die Arbeitslosenversicherung gewesen. Wenn man bedenkt, daß trotz ter dauernden Erhöhungen der Beiträge im Laufe des letzten Iahres aus Reichsmitteln über eine Milliarde zur Verfügung gestellt wurden, um der Versicherungsanstalt die Auszahlung zu ermöglichen, ist es verständlich, daß der Finanzminister sich weigert, künftig noch einen Etat aufzustellen, wenn er gerade hier nicht mit festen Zahlen rechnen kann. Deshalb sollen die Beiträge des Reiches zur Versicherung von 1931 ab auf 420 Millionen jährlich beschränkt werden. 'Der getarnte Rest sol' dch Beiträge -i^if - gebracht werden. Das würde unter Beibehaltung des vom 6. Oktober einzuführenden Satzes von 6,5 Prozent eine Gesamtsumme von 2110 Millionen bedeuten, gegenüber einem geschätzten Aufwand ter Arbeitslosenversicherung im laufenden Ctatsjahr von 2175 Millionen. Dabei ist in Rechnung gestellt, daß im Februar die Zahl ter Arbeitslosen um eine Million höher ist als jetzt. Es gehört in der Tat ein starker Pessimismus dazu, um zu glauben, daß die wirtschaftliche Entwicklung noch über diese Katastrophenzahlen hinausgehen könnte. Menschlicher Voraussicht nach wird jedenfalls um diese Summe der Bedarf ter Arbeitslosenversicherung gedeckt sein. Das Reich muß im nächsten Iahr mit einer Milliarde Mindererträgen an Steuern rechnen. Schon aus diesem Grunde ist es erforderlich, eine durchgreifende Senkung D € r ö ff e n t - lichen Lasten vorzunehmen. Deshalb ft>uen insgesamt 300 Millionen Mark am Haushalt abgestrichen werden, während rund 785 Mil- Honen Mark weniger ausgegeben werden sollen, intern Die Hebertoeifungen an die Länder gekürzt werden. Außerdem will das Reich noch etwa 170 Millionen Mark mehr aus dein T a - b a k herausholen und einige kleine Zollerhöhungen eintreten lassen. Die Senkung Der Reichs- Im Ringen um solche »Läuter u n g e n stehen wir auch heute wieder. Wo Brüter Den Bruder anbleckt, und viele Menschen in Deutschland meinen, daß nichts wichtiger sei, als den letzten i-Tipfel eines Programms oder, was noch schlimmer ist, einer Phrase zu verteidigen 3a, wo die Phrase ein Mas enausverkaufsarrikel geworden ist, Der Die UnmünD.gen und Kindlern, und leider nicht nur Diel, anlockt und übertönt. Wo ernste, harte Arbeit im Zwang des Tages wenig geachtet wird, iwD leichte Luftschlösser vor den Steingrund gesetzt sind, in Dem wir mühsam um karge Lebeiu.-möglich'e.t ringen. Etwas fürchten und hoffen und sorgen muß der Mensch für Den kommenden Morgen. Sicher! Und Hindenburg selber sagt es in feinen Erinnerungen, daß „Deutschland das Aufnahme- und Ausstrahlungszentrum so vieler unerschöpflicher Werte menschlicher Zivilisation und Kultur, solange nicht zu Grunde gehen wird als es den Glauben behält an seine große weltgeschichtliche Sendung." .. 2£ber: es gilt auch, den Boten für Die neue Sendung vorzubereiten; es gilt: B e st ellung und Aussaat, auf daß einmal Ernte werden kann. Bei dieser Bestellung und Aussaat sind wir. Unter den denkbar ungünstigsten Wetterumständen und Arbe.t/Möglichkeiten. Ater das Werk muß getan werten im Glauben an die Ernte, daß einmal aller Rebel Verblasen ist der heute unseren Blick trübt und unseren Mut oft schlaff macht. Und daß dann neue Sonnen über einem neuen Reich eines neuen Glücks leuchten werten. Rie jedoch wird solch Werk werden, wenn nicht vor dem Glauben die nüchterne Erkenntnis der Forderung tes Tages steht: seine Pflicht zu t u n. In Hindenburgs Geist. Wieviel Wenn und Aber den Tag umstricken. Und Gleichgültigkeit obenan steht Denn Gleichgültigkeit wirkt wie „Untätigkeit"', sagt der Marschall. Und die durchsäuert den Boden für Unzufriedenheit. Darum, noch einmal: anpacken,mitschaf- Keine Rotzeit in Deutschland während Krieges und nach Dem Kriege, in ter nicht Raine Hindenburg Glaube, Hoffnung Zuversicht gewesen wäre. Seelenstarkung Willensaufrichtung. Wie nach dem Wunder Tannenberg und Dem Eintritt in das Amt Generalstabschefs des Feldheeres in Der schier hoffnungslosesten Epoche des gewaltigen Ringens, als nach Italien auch Rumänien in den Ring unserer Gegner getreten war und vor Verdun unsere beste Manneskraft dahinsiechte, so nach dem Zusammenbruch, als er bei feinen Soldaten und seinem Volke blieb und nach ter Uebernahme ter Reichspräsitentschaft, Die Den Ruhebedürftigen aufs neue an Die Front rief. Immer war er bereit zu d ie nendlich an das Ganze hinzugeben und für die Idee Deutschland sich aufzuopfern. Immer kam das ariöcre d i e Pflicht, zuerst, blieb sie Stern feines Lebens und Schaffens und immer wieder stand er mit seinen Wünschen und Bedürfnissen im Schatten seines Ich«, das Vorbild und Beispiel war. Bis auf diesen .Lag! „Ich habe das Heldenringen meines Vaterlandes gesehen." bekennt er in den Erinnerungen „Aus meinem Leben", „und glaube nie und nimmer- mehr, daß es fein Totesringen gewesen ist. Denn, „ter alte deutsche Geist wird sich wieter durchsetzen, wenn auch erst nach den schwersten Läuterungen in dem Glutofen von Leiden und ausgaben soll zum Teil durch die geplante Herabsetzung der Beamtengehälter erfolgen, die ja wrh! das Kernstück Der Regierungsmaßnahmen darsteUen. Sie toirD in der nächsten Zeit leidenschaftlich umstritten werden, zumal die Länder, Gemeinden und öffentlichen Körperschaften durch Gesetz verpflichtet werden sollen, sich Dem Vorgehen Des Reiches anzuschließen. Zu diesen Einsparungen tritt nun ein F i - n a n z p l a n , der eine Revolutionierung unserer ganzen Ctatswirtschaft bedeutet. Die Regierung will das Steuersystem vereinheitlichen dadurch, daß in Landwirtschaft und Gewerbe alle Werte unter achttausend Mark nur zu einer Ein - heitssteuer herangezogen werden, während gleichzeitig die Vermögenssteuer erst von 20000 Mark erhoben wird. Das bedeutet eine so starke Entlastung Der Steuer- verwaltung, Daß an überflüssiger Arbeit vermutlich mehr gespart wird als an Steueraussall verloren geht, ganz abgesehen von ter Hülle von Verärgerung, die damit aus dem täglichen Leben verschwindet. Für Den Abbau Der Wohnungszwangswirtschaft ist ein Zeitraum von fünf Iahren vorgesehen. Die Beträge, Die hier frei werten, sollen zu einer Senkung Der Real steuern benutzt werten. Gekrönt GkheimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruü und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Stetnöruderei 8. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulsttahe 7. Wohnungen zu bauen, bic bie Wohnungsuchenden nicht bezahlen Vnnten. E, sei vorgesehen, den öffentlichen Wohnungsbau in steigendem Matze durch den privaten zu erfehen. Damit billige Wohnungen geschaffen werden, dazu seien allerdings Zuschüsse nötig, jedoch sei zu erwarten, datz der Bedarf an kleinen Wohnungen nach fünf Jahren gedeckt fei und die öffentliche Bauwirffchaft mehr oder weniger eingeschränkt werden könne, wichtig seien ferner Schaffung und Förderung von Siedlungen und Erbauung von Eigenheimen. 3n Verfolg des Gesamtplanes würde es gelingen .in wenigen Jahren die Mietzinssteuer zu beseitigen. Bei dieser Regelung der Dinge würde zunächst ein Teil der Hauszinsstcuer frei und für Senkung anderer Steuern verwendet werden. 3um Schluß seiner Ausführungen sprach der Minister über die Llrsachen, die den Zusammenbruch aller Preise der Rohstoffe und landwirtschaftlichen Produkte bewirkten. Hierauf müsse nicht nur die Wirtschaftspolitik, sondern auch die Ausgabenpolitik von Reich, Ländern und Gemeinden eingestellt werden. Wir seien in den vergangenen Jahren getäuscht worden durch den Zustrom ausländischen Kapitals aut dem Anleihewege und hätten über unsere Verhältnisse gelebt, das deutsche Volk habe in den vergangenen sechzehn Jahren aber so Unerhörtes geleistet, daß man ihm zutrauen dürfe, es werde auch die gegenwärtigen Schwierigkeiten überwinden. Zeit und Mittel seieg vorhanden: nur sei dies lediglich eine Willensfrage, bei der man allerdings von der Erkenntnis ausgehen müsse, daß wir in unseren Entschließungen nicht frei seien. Die Regierung habe den Weg gezeigt. Es sei am deutschen Volke, diesen Weg zu gehen. Nie Lage. Die Reichsregierung wird auf beschleunigte Beratung dringen Berlin, 1.Oft. Wie wir erfahren, wird die Reichsregierung darauf dringen, daß die Beratung des Reformprogrammes im neuen Reichstag schnell vonstatten geht. Die Meldung der Deutschen Allgemeinen Zeitung, daß der Reichstag schon zum 6. Oktober zusammenberufen werden soll, entspricht, wie wir von zuständiger Stelle hören, nicht den Tatsachen. Es bleibt vielmehr bei dem ursprünglichen Term in des 13. Oktober, da eine frühere Zusammenberufung des neuen Parlamentes schon aus technischen Gründen kaum möglich erscheint. Die Aufnahme, die das neue Reaierungsprvgramm in der Presse gefunden hat, läßt darauf schließen, daß die Wider st ände im Reichstag sehr erheblich sein werden. Die Sozialdemokratie tut, als ob wir noch mitten im Wahlkampf seien, sie behauptet, daß das neue Regierungs- Programm allen Bevölkerungsschichten Opfer zumute, nur nicht den Besitzenden. Auch auf der rechten Seite der politischen Front ist der Widerspruch stark, die nationalsozialistische Presse geht sogar so weit, mit der Möglichkeit der Zitierung des 'Reichspräsidenten vor den Staatsgerichtshof zu spielen, falls das Kabinett Brüning sich diktatorische Befugnisse anmahen sollte. Die Frage, ob und in welcher Form das Kabinett nach dem Zusammentreten dos Reichstages umgebildet wird, steht einstweilen noch im Hintergrund des pvlittschen Interesses, sie wird aber sehr bald akut werden, wenn es sich darum handelt, dem Kabinett ein stärkeres politisches Relief zu geben. Brüning beginnt mit Verhandlungen. UmdieUnterstützungPrcutzensimReichsrat Berlin, 1. Oft. (TLl.) Zu dem gestrigen Ernp- fang des Reichskanzlers beim Reichspräsidenten verlautet von unterrichteter Seite, daß der Reichspräsident nach dem Vortrag Dr. Brünings die Absichten des Reichskanzlers im vollen Umfange gebilligt hat. Sicherem Vernehmen nach hat auch Dr. Brüning sich in seinem Vortrage nicht nur darauf beschränkt, die Grundzüge des Wirtschasts- und Finanz- Plans zu entwickeln, sondern er hat auch seine politischen Absichten zur Verwirklichung dieses Programms dargelegt. Die Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem Preußischen Ministerpräsidenten, die bekanntlich gleichfalls am Dienstag stattfand, hat, der gleichen Quelle nach, ergeben, daß Dr. Braun dem Reichskanzler die Unterstützung der Preußischen Staatsregierung im Reichsrat bei der Behandlung der einzelnen Gesetzentwürfe z u g e s a g t hat. Ein formeller Beschluß der Preußischen Regierung hierzu liegt noch nicht vor. Da aber der preußische Finanzminister Dr. Höp- k e r - A s ch o f f ständig an den Beratungen des Reichskabinetts teilgenommen hat, ohne daß er zu dem Gesamtplan Einwendungen erhoben hätte, rechnet man in der Reichskanzlei mit der Unterstützung Preußens. Ueber die weitere Behandlung des Gesamtplanes sind noch keine näheren DiSposittonen getroffen worden. Man nimmt an, daß der Kanzler im Laufe der nächsten Tage Verhandlungen mit den Führern aller in Betracht kommenden Parteien aufnehmen wird. Eine Unterredung, die er am Dienstagabend noch mit den Vertretern der Sozialdemokratie, Hermann M ü l l e r-Franken und Wels gehabt hat, ist durchaus inoffizieller Ratur gewesen und hat lediglich zur Unterrichtung der beiden Sozialdemokraten gedient. Der erste offizielle Empfang der SPD.-Dertreter ist für Donnerstag vorgesehen. Von den Rationalsozialisten sollen für die Verhandlungen mit dem Reichskanzler angeblich der thüringische Innenminister Dr. Frick und Rechtsanwalt Dr. Frank ausersehen worden sein. Der Reichskanzler wird am Donnerstagvormittag zunächst den Grafen Westarp von der Konservativen Volkspartei im Beisein des Ministers Schiele empfangen, darauf von den Sozialdemokraten die Abgeordneten Wels und Hermann Müller: die Reihenfolge der übrigen Parteiführerempfänge steht noch nicht fest. Oie Gorgen der Städte. Berlin, 1. Oft. (TU.) Im Anschluß an die Hauptversammlungen des Deutschen und Preußischen Städtetages wurde eine Abordnung des Vorstandes des Deutschen Städtetages vom Reichskanzler Dr. Brüning in Gegenwart der Minister Dr. Dietrich und Dr. Sieger- wald empfangen. Die städtischen Vertreter legten insbesondere das Problem der Wohlfahrtserwerbslosen und die Rotwendigkeit der Reuregelung der Krisenfürsorge dar. Die Aussprache gab Uebereinstimmung, daß die erforderlichen Reformmahnahmen m i t größter Beschleunigung durch geführt werden müssen. Die Rotlage der Gemeinden erfordert nach Auffassung der Gemeindevertreter eine sofortige Abhilfe durch Ausdehnung der Krisenfürsorge, die seitens des Reiches in den nächsten Wochen grundsätzlich umgestaltet werden soll. Arbeitsminister Stegerwald über die Sparmaßnahmen. Berlin, 1. Oft. (Tel.-Un.) In einer Unterredung erklärte der Reichsarbeitsminister Dr. Stege r tu a l b u. a., daß heute in allen Kreisen Uebereinstimmung darüber herrsche, daß der 1927 mit der Neuordnung der Beamtenbesoldung beschrittene Weg falsch gewesen sei und daß nun- mehr weitgehend zum Ausgangspunkt von 1 9 2 7 zurückgekehrt werden müsse. Das deutsche Preisniveau siehe gegenwärtig mit an der Spitze von allen Ländern und dieses Preisniveau müsse baldigst herunter, wenn Deutschlands wirtschaftliche Lage sich nicht versteifen und damit die Arbeitslosigkeit verewigt werden solle. Die Gestehungskosten -der deutschen Wirtschaft müßten herabgedrückt werden. Die deutsche Wirtschaft habe an Lohn- und Gehaltsabgaben sowie für Abgaben an die öffentliche Hand 65 Milliarden Mark aufzubringen, hiervon gingen über 27 Milliarden an Reich, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung. Da von diesen 27 Milliarden die Landwirtschaft aber nur zwei Milliarden aufbringe, sei der Rest von 25 Milliarden aus Industrie, Gewerbe, Handel, Verkehr, freie Berufe, Beamte, Angestellte und Arbeiter abgewälzt worden. Diese gewaltigen Beträge lähmten und bedrückten die gewerbliche und industrielle Wirtschaft. In der gegemvärtiaen Wirtschaftskrise verringerten sich trotz Erhöhung der Steuersätze die Steuereingänge und vermehrten die Arbeitslosigkeit. Vom Januar bis Ende September 1930, also in neun Monaten, seien Volk und Wirtschaft in Deutschland mit 3,4 Milliarden neu belüftet worden, also um mehr als vor dem Kriege der gesamte Haushalt des Reiches betragen habe. In solcher Lage seien Steuererhöhungen nicht mehr möglich. Seien infolge ver- stärkter Arbeitslosigkeit erhöhte Ausgaben unver- meidbar, müßten diese durch Einsparungen an anderer Stelle aufgebracht werden. In diesem Zusammenhang müsse man die in Aussicht genommene Gehaltskürzung der Beamten und auch die sozial unangenehmen Abstriche am Haushalt 1930'31 ansehen. Keine Reichsregierung, keine Lau- desregierung und keine größere Gemeinde komme in den nächsten Jahren um Gehaltskürzungen herum. Das liege in der Macht der Tatsachen und nicht etwa an irgendwelcher Mißgunst gegenüber den Beamten. Es gehe in der nächsten Zeit um mehr als Wirtschafts, Finanz- und sozialpolitische Einzelfragen. Es gehe darum, ob Staat, Demokratie und Wirtschaft gerettet werden sollten ober ob Deutschland in den Abgrund treiben solle. Konstituierung der Landvottpartei. Die Partei fordert Regierungsumbildung mit Kurs nach rechts Berlin, l.Ott. (TU.) Unter dem Vorsitz des Parteiführers Höfer, St.Bernhard, traten Parteivorstand und Reichstagsfraktion der Ehristlich-Rationalen Dauern- und Landvolkpartei zusammen. Die Fraktion wählte den Abgeordneten D ö b r i ch einstimmig zum Fraktionsvorsitzenden und wird im Reichstag unter dem Hamen „Deutsches Landvolk (Christlich-Rationale Bauern- und Landvolkpartei)" auftreten. In einer Entschließung zur pvlittschen Lage heißt es, daß die Stellung der Partei zur Reichsregierung auch jetzt völlig frei sei. Der bei der Wahl zutagegetretene Vowswille verlange eine entschieden nationale Politik und eine stärkere Berücksichtigung d er rechtsgerichteten Kreise auch in der Regierung. Diese Regierung müsse ein Kabinett der nationalen Führung sein. Es wird deshalb eine Hmbil&ung der Reichsregierung auch unter Heranziehung der RSDAP. gefordert, sofern diese zur verantwortungsbewußten Mitarbeit bereit fei. Eine Regierung, die marxistisch beeinflußt sei, oder auch nur von marxistischen Parteien geduldet werde, wird ab» gelehnt. Die Mehrheit des deutschen Volkes verlange eine Abkehr von den bisherigen Wegen der deutschen Außenpolitik und den Kampf um die Befreiung von den Tributlasten. Das Regierungsprogramm enthalte davon kein Wort. Die Pläne zur Rettung der deutschen Landwirtschaft hätten sich trotz aufopferndster Tättgkeit ihres Vertrauensmannes in der bisherigen Reichsregierung nicht in dem erhofften Maß durchsetzen lassen. Weiter wird eine grundsätzliche Abkehr von dem bisherigen System der Handelspolitik gefordert. „Rur eine Regierung, die zu durchgreifenden Maßnahmen nicht nur auf den Gebieten der Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik, sondern auch auf denen der Außenpolitik und der notwendigen (Berfa ff u n g 6 r e f o r m entschlossen ist, kann auf Unterstützung der Partei rechnen." Oie Stellung der Nationalsozialisten. „Untragbar" sagt derBölkischeBcobachter. München, 1. Oft. (TU.) Zum Finanzprogramm der Reichsregierung schreibt der »Völkische Beobachter" u. a.: „Was wir hier als Sanierungsprogramm vorserviert erhalten, ist eine furchtbare Volksbelastung, derart furchtbar, daß endlich wohl auch den locarno- tollsten Wählern Hören und Sehen vergehen wird. Auch die deutschen Beamten können jetzt gemeinsam mit allem Volk zusehen, daß die Börse und Großbanken ebenso wie Großwarenhäuser ungeschoren davonkommen, die schaffende Ration aber die Folgen der zwölfjährigen verbrecherischen Politik zu tragen hat. Wir begrüßen allerdings die Gehaltskürzung des Reichspräsidenten, der Minister und der Diäten der Abgeordneten. Während der ganzen Jahre ist es weder den Marxisten, nc^h den Bürgern eingefallen, hier etwas vvrzunehmen. Erst als die RSDAP. sich als die Stimme des gequälten Volkes meldete und Abbau von oben forderte, und als schließlich der 14. September zeigte, was die Glocke geschlagen hatte, da bequemten sich endlich die Herren, auch bei sich etwas zu kürzen." Schließlich kommt das Blatt zu dem Ergebnis, daß das Programm der Brüning-Richtregierung untragbar sei, denn es tue nichts anderes, als die Voung-Sklaverei zu stabilisieren und es fordere vom deutschen Volk die Anerkennung, ein versklavtes Volk zu sein und es bleiben zu wollen. Rothermere und seine Kritiker London, 2. Oft. (WTB. Funkspruch.) Lord Rothermere ycröffentlicht heute in der „Daily Mail" einen Aufsatz „Mein Artikel und seine Krittker", bt dem er den Idealismus der Raxtz- kriegsjugend lobt und seinen Kritikern, die et als eine Bande törichter alter Politiker bezeichnet, vorwirft, daß sie unfähig seien, zu begreifen, wie unzeitgemäß ihre Ansichten geworden sind. Er fordert die Siegerstaaten auf, den gefährlichen Druck, den sie auf Deutschland ausübten, durch Eröffnung direkter Besprechungen mit Deutschland zu erleichtern. Hitler gibt et den Rat, sich Mussolini zum Vorbild zu nehmen, womit er Deutschland einen großen Dienst erweisen würde. Ferner ermahnt er die Rationalsozialisten, nach dem Vorbilde des Gründers des Faschismus den Antisemitismus als ein törichtes Ueberbleibsel mittelalterlichen Vorurteils aus ihrem Programm weg- z u l a s s e n. Die öunberiWfeier her berliner Museen. Oie Festrede von Generaldirektor Prof. Or. Waeholdt. Berlin, 1. Oft. (WTB.) In der Alten Aula der Berliner Universität fand heute mittag der Festakt anläßlich der Hundertjahrfeier der Berliner Museen statt, wozu sich zahlreiche Museumsleiter und Kunstfreunde des Auslands eingefunden haben. Rach einer musikalischen Einleitung ergriff der Generaldirektor der staatlichen Museen, Professor Dr. W a e h o l d t, das Wort. Er begrüßte zunächst die Ehrengäste, insbesondere die Vertreter der Reichsregierung, des Reichstages und des Reichsrates, der preußischen Staatsregierung, des Preußischen Landtages und des Staatsrates sowie der Stadt Berlin. Schon in der Vorgeschichte der Museen, so sagte Generaldirektor Waetzoldt, prägen sich als Zielsetzung aus die pädagogische und die wissenschaftliche Absicht. Die preußischen Schlösser waren bereits unter Friedrich dem Großen bis zu einem gewissen Grade museumsartig zugänglich. Zum wahren geistigen Ahnherrn der Berliner Museen ist Humboldt geworden. Die Berliner Museen sind Staatsinstitute. Der Staat erblickt in ihnen eine der vornehmsten Formen der Repräsentation staatlicher Kulturpolitik. Der Erbbesih der Hohenzvllern an Kunstwerken ersten Ranges war nicht mit den alten Kunstschähen der Wittelsbacher, Wettiner oder gar der Habsburger zu vergleichen Hier muhten fachmännisches Wissen *inb historischer Sinn den neuen Sammlungen eine eigene Physiognomie geben. Bei der Eröffnung des Alten Museums 1830 konnte die Gemäldegalerie bereits als eine stattliche Sammlung in die Erscheinung treten. Das Stammhaus der Berliner Museumsfamilie ist das Alte Museum am Lustgarten Schon nach einem Jahrzehnt faßte Friedrich Wilhelm IV. den Entschluß, die ganze Spreeinsel hinter dem Museum zu einet Freistätte für Kunst und Wissenschaft umzuschaffen In dieser Feierstunde sehen wir die musealen Dinge in festlicher Beleuchtung. Freude und Sorge Hingen heute zusammen. Die berechtigten Klagen einzelner Abteilungen sollen von der Iubiläums- rethorik nicht übertönt werden. Preußen ist stets ein armer Staat gewesen, Preußens- Volk ist aber in seiner Armut immer wieder schöpferisch geworden. Eine weitere Ansprache beim Festakt hielt der preußische Kultusminister (Stimme; Reichsinnenminister Dr. Wirth verlas folgendes Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten. Sehr geehrter Herr Generaldirektor! Zur heutigen Feier des 100jährigen Bestehen« der preußischen staatlichen Museen spreche ich meine herzlichen Glückwünsche aus. Entstanden in schwerer Zeit, begehen die staatlichen Museen nach glänzender Entwicklung wiederum in schweren Tagen ihre Jahrhundertfeier mit der Eröffnung dreier bedeutender Neubauten. Möge der zähe kulturelle Lebenswille, der sich in der Durchführung der durch Zeitlage und Hemmnisse besonderer Art erschwerten baulichen und inhaltlichen Erweiterung der Museen bekundet, unserem Vaterlande erhalten bleiben und auch in Zukunft reiche Früchte tragen. Mit freundlichem Gruß (gez.) von Hindenburg. Oie Plädoyers gegen die Ulmer Reichswehroffiziere. Oer Reichsanwatt beantragt je zwei Jahre sechs Monate Festungshaft gegen alle drei Angeklagte. Das Plädoyer des Reichsanwalts Leipzig, 1. Oft. (WTB.) Am 7. Verhandlungstage beginnt Reichsanwalt Dr. Ragel sein Plädoyers Von vornherein spreche ich aus, daß ich die Angeklagten der Vorbereitung des Hochverrats im Sinne der Anklage für schul- d i g halte. Die Angeklagten wollen freilich als Programm für das Heer die Durchführung des Befreiungskampfes haben. Dabei muh ich mich wundern, daß sie gar nie bemerkt haben, daß die Reichsregierung im Zusammenwirken mit den Regierungen der deutschen Länder diesen Befreiungskampf schon seit vielen Jahren führt. Die Reichsregierung hat gekämpft für die Befreiung des widerrechtlich besetzten Ruhrgebietes, die Befreiung der sogenannten Sanktionsgebiete, die zweite Kölner Zone, sowie für die Befreiung des ganzen Rheinlandes, und fie führt ihren Kampf weiter um die Wiedereinverleibung des Saarlandes. Auch die Angeklagten werden kaum bestreiten können, daß Erfolge doch gewiß schon erzielt worden sind, gewiß nicht solche Erfolge, wie wir sie alle selbst wünschen möchten, jedoch muß um jede einzelne kleine Frucht eines Erfolges lange Zeit hart gerungen und gekämpft werden. Es ist von Oberst Beck erklärt worden, daß dieselben schweren Probleme, die die Offiziere bedrückt haben, auch bei den höheren Kommandostellen empfunden wurden. Daher hatten die Angeklagten keinen Anhalt dafür, daß etwa die Ansichten im Reichswchrministerium durchaus anders wären, vor allem keinen Anhalt dafür, daß das Reichswehrministerium das Heer entmannen wollte. Wenn die Angeklagten das angenommen haben, sv konnten sie nur von einer grenzenlosen Selbstüberhebung beseelt gewesen sein. Die Angeklagten wollten damals, was sie wirklich beseelte, nicht zur Kenntnis ihrer Vorgesetzten bringe^ sondern es sollte vorläufig vor den Vorgesetzten geheimgehalten werden. Daß sie ihptz Pläne geheimhalten wollten, wird erklärlich, weil sie aus ihrer Unzufriedenheit heraus ein aktives Eingreifen des Heeres in die Politik herbeiführen wollten. Dabei hofften sie auf Rückhalt und Unterstützung in München. Was damals im einzelnen in München besprochen worden ist, hat sich nicht voll aufklären lassen. Vielleicht haben die Eindrücke, die die Angeklagten bei ihrem Mün- chener Besuch von der Organisation der NSDAP, erhalten haben, besonders auf sie eingewirkk. Sie werden aus ihrer Einstellung gegenüber der Reichswehr der Meinung gewesen sein, daß die nationalsozialistischen Sturmabteilungen nicht nur eine Polizeitruppe sein sollten, dazu bestimmt, die natio- nalsozialistische Propaganda und Parteitätigkeit zu schützen.-Sie werden der Meinung gewesen sein daß es der NSDAP, nicht genüge, langsam von Wahl zu Wahl schrittweise oorzubereiten, und lediglich auf legalem Wege die von der gegenwärtigen Verfassung geschlagenen Fesseln zu lösen. Die Aus- sage des obersten Parteiführers, daß er sich für die Durchsetzung seiner Ziele nur legaler Mittel bedienen wolle, lag damals noch nicht vor. In den nationalsozialistischen Schriften war auch davon die Rede, daß Kopfe in den Sand rollen sollten, aber nicht gefagt, daß es sich bann um die V o l lst r e ck u n g vonUrteilen eines legalen Staats g'erichtshofes handeln sollte. Die Angeklagten haben das Unternehmen mit Bewußtsein und Vorsatz ausgeführt und auch gemeinschaftlich gehandelt. Hiernach sind sie wegen Vorbereitung des Hochverrats zu be- strafen. Der Reichsanwalt stellte sodann den bereits gemeldeten Strafantrag auf je 2 Jahre 6 Monate Festungshaft unter Anrechnung der vollen Untersuchungshaft gegen alle drei Angeklagten und Dienstentlassung gegen Ludin und Scheringer. Die Verteidiger Als erster Verteidiger nimmt sodann Rechtsanwalt Dr. Frank II. aus München für den Angeklagten Oberleutnant von Wendt das Wort. Es wandte sich zunächst dagegen, daß der Reichsanwalt es unterlassen habe, die rechtlichen Möglichkeiten der Beurteilung des Verhaltens der Angellagten vom rein menschlichen Standpunkt aus zu betrachten. Wendt und die beiden anderen Angellagten mühten freigesprochen werden, weil sie unschuldig seien, unschuldig deshalb, weil nur ein einfaches Politisieren, eine explosive Gedankenäuße- rung junger idealer Menschen vor- liege. Der Vorsitzende der RSDAP. Hlller habe unter Eid ausgesagt, daß seine Partei lediglich auf legalem Wege ihre Ziele zu erreichen suche, im Gegensatz zu der Kommunistischen Partei, die den Umsturz mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln erstrebe. Die Angeklagten hätten nicht einmal parteipolitisch gedacht. Der Zweck ihrer ganzen Rede sei eine Zusammenfassung aller national Denkenden in der Reichswehr gegen das Unternehmertum der Straße gewesen. Auf Ihr Urteil, meine hohen Herren, so schloß der Verteidiger, schaut die ganze Welt, weil aus diesem Urteil die Kenntnis kommen soll, ob es wirklich notwendig ist, den nationalen Gedanken im Wegie eines Hochverratsverfahrens vorwärts zu tragen oder ob es nicht doch möglich ist, daß als Lehre dieses Prozesses hervorgeht: Hütet euch, die Reichswehr anzutasten! Der Wille des Reichsheeres besteht darin, im Dienste der Gesamtheit zu stehen, aber nicht im Dienste einzelner politischer Parteien. Rechtsanwalt K a rn e ck e - Berlin, der Verteidiger des Leutnants Ludin stellt fest, baß der Konflikt der jungen Offiziere letzten Endes in dem Satz wurzelt: Die Reichswehr ist das Instrument der Reichsregierung. Da die Reichsregierung des Vertrauens des Parlaments bedürfe, so könne man Reichsregierung gleichsetzen mit parlamentarischer Mehrheit. Sei eine solche parlamentarische Mehrheit pazifistisch eingestellt, so sei der Geist der Regierung den Aufgaben der Wehrmacht diametral entgegengesetzt. Von seilen der Reichsregierung sei nichts geschehen, den Ehrgeiz zu stärken ober auch nur bie Angehörigen ber Wehrmacht vor ben Angriffen von links zu schützen. Demgegenüber hätten die jungen Offiziere die Aufgabe vor sich gesehen, eine Annäherung ans Volk wieder herbeizuführen. Es fei nicht verwunderlich, wenn die Offiziere aufs ernste sich mit dem Gewissenskonflikt auseinandergesetzt haben, unter Umständen auf ihre Volksgenossen von rechts oder von links schießen zu müssen: denn der Soldat sei keine bloße Maschine, sondern ein Mensch von Fleisch und BlUt. Die An» 'derum In ich« flit rr V.. “tn der sich in & 8- und j)emmnif|e wichen und inhfl([. bekundet, unferem >d auch in Zukunft ÖWs? Dil- n Xäe?in,ef b ■SÄ£ Zss Tort ,** ii.lt kr ‘tiben itttltn, aldirektor! ihrigen Besteh», 'pkeche ich 2 P rtu« rr,.. 11111 ISS 'N bie 2. AXI. rrL Wtn’ff- Sittl n uiit Ä« Hindenburg. das Unternehmen orsah ausgeiührt gehandelt, hiernach Hochverrats zu be- m den beteil» ge- uf je 2 Jahre ifl unter Amech- 'gshajt gegen alle iffentlaffung gegen liiert. kstimgchast ,mt sodann Aechts- Wnchen für den i Dendt das Dort, en, daß der Reichste rechtlichen Wog" es Verhaltens der i menschlichen -achten. Dendt und iten muhten sreige- nschuldig feien, un- in einfaches Nih* Kedankenauhe- Denschen vor- 5W S'tler habe ine Partei ledig- i N M zu er- u der Kmmump- mit allen iut ■®er' rftrebe. Die. * al parMpo^ «US» j$sfi Verteidiger, schall Sem Urteil die - wirklich nototnN n im Mge e ss S-S- die Wfofönne n w't P ,x parla» ei «AL? it'f^Tt* nAufSabe" «Bon cflen8e tlfhen, den nichts 8^horigen ^^non gM.^Offiz'^ fnAÄ- •/ja»* geklagten hätten nur eine Sehnsucht gehabt, die sich verkörpere in den Worten. Mein Volk! Und sie seren beseelt gewesen von dem heißen Bestreben, das Volk wieder frei zu machen und ihm seine alte Geltung zu verschaffen. Man müsse doch auch berücksichtigen, daß die Gespräche alle von j u r i st i s ch nicht vorgebildeten Offizieren geführt worden sind. Alle Zeugen hätten unter Gib versichert, daß weder von einem demnächstigen Putsch, noch von einem solchen in ferner Sicht die Rede gewesen sei. Ludin .hab« auch niemals für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei g e w o rch e n. Nach der ständigen Rechtssprechung des Reichsgerichts fei eine revolutionäre Propaganda an sich noch nicht strafbar: sie werde es erst in dem Augenblick, in dem sich diese Propaganda einseße für «in Unternehmen, das hochverräterische Ziele verfolge. Davon könne aber nach den unter Eid erfolgten Aussagen Hitlers jedenfalls bezüglich der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei kein« Rede sein. Was übrig bleibe, sei nichts Strafrechtliches mehr, sondern könne lediglich disziplina- risch geahndet werden. Oer militärische Verteidiger Hauptmann und RegimentsadjutantQHeinbel legte als militärischer Verteidiger dar, daß es kaum einen freudigeren, ernster denkenden und sich selbst mehr in den Hintergrund stellenden Offizier als Ludin gebe, der von seinen Mannschaften Blumen und Kartengrüße sowie ander« Liebesbeweise in die Gesangener.zelle bekommn hat. Auch Scheringer erfreute sich trotz seiner etwas rauheren Art gleichfalls der größten Wertschätzung. Man müsse zu einer Verneinung der militärischen Delikte des Llngehorsams, der Aufwiegelung und der Erregung von Mißvergnügen gelangen, weil die Angeklagten nicht eine der Disziplin abträgliche Haltung in die Truppe ,hineingetragen hätten, sondern überall Gefühle der gleichen Art, wie sie bei ihnen vorhanden waren, vorfanden. Der morgige Tag soll das Plädoyer des letzten Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Sack, die Replik irt2 Reichsanwalts und die Schlußworte der Angeklagten bringen. Wie der Vorsitzende betonte, muß der Rest des morgigen Tages sowie der Freitag der Beratung des Urteils Vorbehalten bleiben, das voraussichtlich am Samstagvormittag gegen 10 Uhr verkündet werden wird. Vs- Urteil gegen den berliner Oberbürgermeister Vöß. Berlin, 1.Oft. (IDIB. Funkspruch.) Amtlich. In bet Angelegenheit des Oberbürgermeisters Böß hat das Oberverwaltungsgericht folgen- des Urteil gefällt: Die Entscheidung des B e- zirksausschu sses Berlin, Abt. I, vom 20. Mai 1930 wird dahin abgeänbert, daß der An- geschuldigte mit einer Geldbuße in höhe seines derzeitigen einmonatigen Diensteinfommens bestraft wird Die baren Auslagen der Berufungsinstanz fallen dem An- gefchuldigten zur Last, wie die „Berliner Zeitung" meldet, wird Oberbürgermeister Böß zunächst dem Magistrat ein Urlau bsgesuch einreichen. Selbstverständlich wird dieses Gesuch genehmigt werden. Dann wird sich Oberbürgermeister Böß auf eine Reise begeben und während seiner Urlaubszeit ein Pensionierungsgesuch einreichen. An eine Rückkehr des Oberbürgermeisters in sein Amt wird von feiner Seite mehr gedacht. * Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes wurde von dem Vorsitzenden des Spruchsenates damit begründet, daß in allen zur Verhandlung stehenden Punkten ein Dienstvergehen des Oberbürgermeisters nicht als vorliegend erachtet worden sei. Auch in der Pelz- angelegenheit, heißt es in der Begründung, sei der Kauf der Pelzjacke bei der Firma Sklaref an sich nicht bedenklich. Eine unehrenhafte Handlung des Oberbürgermeisters habe hier keineswegs Vorgelegen, denn bei seiner Stellung und bei seiner ganzen Vergangenheit habe er nicht auf den Gedanken kommen können, daß er bei dieser Angelegenheit bestochen werden sollte. Zu beanstanden sei aber d i e Art und Weise, wie Böß diesen Kauf reguliert habe. Besonders werde ihm zum Vorwurf gemacht, daß er sich nicht hinreichend darum gekümmert habe, ob die von ihm gewünschte Regelung auch konsequent durchge- führt worden sei. 3n Verbindung damit wurde ihm auch das Telegramm aus San Franzisko vorgehalten, dessen Inhalt sich als objektiv nicht richtig erwiesen habe. Dieser Verstoß , sei aber keineswegs mit Dienstentlassung, sondern lediglich mit einer Ordnungsstrafe zu ahnden gewesen. Oie britische Reichskonferenz eröffnet. Landon, ..Oft (TU.) Die britische Reichskonferenz rourle am Mittwochvormittag im Lo- carnofaal des Foreign Office feierlich eröffnet. An der Eröffnungssitzung nahmen teil die Mitglieder des englischen Kabinetts, sowie die Vertreter der sechs Dominions und Indiens. Macdonald führte den Vorsitz. Er begrüßte die Vertreter, vorauf als erster der Ministerpräsident von Kanada, Benett, antwortete. Dann sprachen der Reihe nach die Ministerpräsidenten der Dominions und der Staatsekretär von Indien, Wedgewood Benn. Es wird zunächst eine Reihe von Ausschüssen eingesetzt, die sich mit den Einzelfragen zu befchäf- tigen haben, so daß die Arbeit sofort beginnen kann. Eine große Menschenmenge hatte sich an dem Eingang der Downing Street versammelt, um der Anfahrt beizuwohnen. Die Verhandlungen werden unter Ausschluß der Oefsentlichkeit geführt. Schwenkung in Frankreich? Ende mit dem Briandkurs — Rückkehr Poincarös? London, 2. Oft. (WTD. Funkspruch.' Anknüpfend an einen Besuch Tardieus bei Poincarö berichtet der Pariser Korrespon- bent der „Times" - Es ist anzunehmen, daß Poincarös offizielles Inkognito bald ein Ende finden wird. Die französische Politik ist allen Vorgängen in Deutschland gegenüber äußerst empfindsam. Auf den Ausbruch des Rationalismus in Deutschland folgt eine ähnliche Bewegung in Frankreich mit der gleichen Unvermeidlichkeit wie die Rächt dem Tage. Das große Zugeständnis, das Tardieu unter Hintansetzung von Parteirücksichten dem nationalen und internationalen Empfinden machte, besteht darin, daß er das Außenministerium in den Händen Driands lieh. Die führende Rolle, die Driand in Europa bei der Förderung der Versöhnung und der Ab- rüstung spielte, war zu einer Einrichtung geworden^ an der im allgemeinen Einverständnis nicht gerüttelt werden Dürfte. Es machen sich jetzt Zeichen einer Veränderung bemerkbar. In Kreisen, die Tardieu nahestehen, wird jetzt erwartet, daß der Bruch mit dem „Brian- dismus" nicht mehr fern ist. Oie neue Regierung in Braunschweig. Amtsgerichtsrat. Dr. Franzen, Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, wird in der neuen braunschweigischen Regierung das Innen- und Shtltusminifterium übernehmen. * Braunschweig, 1. Oft. (WTB.) Im Landtag wurde die Wahl der neuen braunschweigischen Landesregierung vorgenommen, Oberregie- nmgSrat Dr. Küchenihal erhielt 20 Stimmen, der bisherige sozialistische Minister Dr. 3a f b ar 17 Stimmen, drei Zettel waren ungültig. Im zweiten Wahlgang erhielt der nationalsozialistische Amtsgerichtsrat Dr. Franzen. Kiel, 20 Stimmen, Dr. Iaspar 17 Stimmen, 2 Stimmen waren ungültig. Dr. Küchenthal und Dr. Franzen sind somit gewählt. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Verordnung über den ‘Beitrag zur Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die bestimmt, daß der ‘Beitrag zur ReichSanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ab 6. Oktober bis auf weiteres für das Reichsgebiet einheitlich 6,5 v. H. des maßgebenden Arbeitsentgelts beträgt. • Gegenüber anderslautenden Mitteilungen in der Presse wird darauf hingewiesen, daß auch die Bezüge der Reichswehr und der Polizei den gleichen Kürzungsbestimmungen unterliegen wie die Bezüge der Beamten. Kürzungsfrei bleiben allgemein die Bezüge bis zu 1500 Mark jährlich. ♦ Zu Ehren des Reichspräsidenten sand am Vorabend seines 83. Geburtstages auf dem Flughafen Tempelhof ein Reichsweh r- massenkonzert mit großem Feuerwerk statt. Es wirkte mit die gesamte Reichswehrmusik und das Trompeterkorps von Groß-Berlin und Potsdam (acht Kapellen mit 250 Mann) unter Leitung deS Heeresmusikinspizienten Schmidt. Da das Konzert nicht, wie sonst üblich, mit dem Deutschland-Lied beendet wurde, protestierte das Publikum lebhaft und stimmte spontan die Rationalhymne an. Der Heeresmusikinspizient lieh darauf die inzwischen abgetretenen Kapellen noch einmal antreten und das Deutschland-Lied spielen. • Die von dem Herrn Reichspräsidenten geschaffene Stiftung .Hindenburgspende" schüttete am Geburtstage ihres Schöpfers 425 000 Mark aus. Rund 2200 besonders notleidende Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Veteranen wurden mit Beträgen von durchweg je 200 Mark bedacht. » Wie der Reichsbund der höheren Beamten mitteilt, ist Minister Külz von der Leitung deS Bundes zurückgetreten. Die Leitung liegt in Händen deS stellvertretenden Vorsitzenden, Oberbaurat Echternach. Reichsaußenminister Dr. E u r t i u s wird mit einem Teil der deutschen Abordnung am Donnerstagabend Genf verlassen und sich nach Berlin zurückbegcben. Am Freitag, 3. Oktober, dem Todestage Dr. Stresemanns, sindet auf Veranlassung der deutschen Abordnung in der beut- schen Kolonie in Genf in der evangelischen Kirche eine Totenfeier zu Ehren Dr. Stresemanns statt. Der bisherige deutsche Dottchaster in London Dr. Sthainer und Frau Stbamer sprachen im Buckingham-Palace vor, um sich vom König zu verabschieden. Sie wurden von dem König und der Königin in den Privatgemächern empfangen und später zur Frühstückstafel geladen. * Der neue polnische Sender in Gdingen ist bereits fertiggcftdlt. Die ersten Versuche sollen glänzend ausgefallen sein. Ein polnische» Blatt schreibt: „Dieser Sender, der ganz Pomerel- len zu bedienen hat und am 10. Oktober in Betrieb gesetzt wird, wird hauptsächlich die Aus», gäbe haben, die Königsberger und Berlin«! Sender unschädlich zu machen." (Schloß de» redaktionellen Idle.) Ozonil, das vorzügliche selbsttättge Waschmittel, gibt durch nur ViftünbigeS Kochen eine herrlich weiße Wäsche, zumal, wenn bereits am Vorabend die Wäsche in Dr. Thompsons Seifenpulver, Marke Schwan, eingeweicht wurde. Denn durch das Einweichen mit Schwanpulver wird der Schmutz schon fast vollkommen gelöst. 4229V Der gute Rus der bekannten Waldflora- Produkte hat schon längst die deutschen Grenzen überschritten. Die Herstellerfirma Georg Rtch. Pflug & Co., Gera, erhielt außer den Auszeichnungen in Paris und Florenz neuerding» auch in Rizza für hervorragende Leistung da» Ehrenkreuz mit Ehrendiplom und Goldener Medaille. 583V Korpulenz macht alt Korpulente und »um Starkwerben Veranlagte nehmen früh, mittaaS und abends 2-3 Toluba- Kerne, ötc in Apotheheken zu haben sind. Sklaven einer unnatürlichen Zeit: in ! die Cigarette. Das Goldmundstück Kleider eingeschnürt — verkrampft . . . ; war guter Ton. Und 1930? So sachlich j das waren die Frauen und Männer von j wie möglich! Sogar die Cigarette — Anno 1900. Alles überladen. 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Oktober, um 3 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof ftatt — Beileidsbefuche dankend verbeten. für Hotels. Restaurants. Krankenhäuser. Sanatorien, Villen usw. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Becker Ferdinand Becker und Kinder Philipp Becker Witwe und Sohn Familie Heinrich Peter VII. Familie Wilhelm Becker. Reiskirchen, Barmen, Göbelnrod, den 2. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Oktober, nachm. 2 Uhr, statt. 67110 Eisenwerk Weserilütte A.-ti. Bad Oeynhansen. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Drufchke Familie Wacker Familie M. Schietzel. Gießen, den 1. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister: 1.23.: Dr. Rosenberg. Stellenangebote| Bestemvsohlenes gewandtes Stadttheater Freitag, 3. Okt., von 19% ix 22*/, Mir 1. Zreilog-Aüou. vrsl. 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Balser heute morgen 5 Uhr ganz plötzlich und unerwartet an einem Herzschlag im Alter von 29 Jahren verstorben ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Karl Schmidt und Kind Familie Philipp Balser Familie Philipp Schmidt nebst allen Angehörigen. Grofien-Linden, den 1. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Oktober, nachmittags 2*/2 Uhr, vom Trauerhause, Frohnhotstrafie 7, aus statt 06069 Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl, SchulstraOe 7 kauterweg: Grabstücke, Flur XIII, am Schiffenberger Weg, links: Grabstücke, Flur XIII, am Schiffenberger Weg, rechts, bei der früheren Pfaffschen Sandgrube; Grabstücke, Flur XIII, am Schiffenberger Weg, hinter den Gärten; Aecker, Flur XIII und XV, links am Schiffenberger Weg; Aecker, Flur XVI, am Altenfeldsweg; Acker, Flur XIV, Ecke Schiffenberger Weg und Straße nach Steinberg; Grabstücke, Flur XII, am Erdkauterweg, bei der Heyligen. staedtschen Fabrik; Aecker, Flur XII, am Ohlebergsweg, hinter dem Säge» werk; Aecker, Flur XII, am Wartweg; Grabstücke, Flur V und VII, bei der „Schönen Aussicht"; Grabstücke, Flur VII, in der Nähe der „Schönen Aussicht", am Aulweg. Todesanzeige. Am 1. Oktober, morgens 11% Uhr, entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Grofivater und Urgroßvater Herr Jakob Becker II. im Alter von 81 Jahren. Garten, Flur XXXVIII, hinter dem Elektrizitätswerke; Grabstücke, Flur XXXVIII, hinter dem Elektrizitätswerke; Garten, Flur XXXVIII, am Hohleichweg beim Schlacht- Grabstücke, Flur XXXVIII, auf der Hohleich, hinter dem Schlachthof: Aecker, Flur XXXVIII, daselbst: Aecker, Flur XXXV, auf der Hardt, über der Kropbach; Wiesen, Flur XXIX, am Alten Krofdorfer Weg; Acker, Flur XXIX, daselbst: Aecker, Flur XXIX, zwischen Lahn und Altem Krof- Vermietungen | Geräumige 4-M-lBolin. IN ruhiger Lage für 15. Oktober ». oerm. Schnsil. Angeb. unt. 67120 a.d. Gieß. Anz. Möbl. Zimmer mit 1 ob. 2 Betien el. 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Wir haben den „Schinderhannes" vor über zwei Iahren, anläßlich der Frankfurter Aufführung, eingehend besprochen; wir haben ihn inzwischen noch einmal geles-n und finden keinen Grund, unser damals ausgesprochenes Urteil zu ändern. Wir halten das Schauspiel vom Hunsrücker Räuberhauptmann Iohann Dückler auch heute noch weitaus für das stärkste unter Zuckmahers Dramen, — die neuesten Stücke. „Straßburg" und den „Hauptmann von Köpenick" kennen wir noch nicht — neben den Gedichten und den Rovellen für das künstlerisch Reifste, was der Racken- heimer bisher überhaupt geschaffen hat. * Lind man darf heute — gerade nachdem wir in jüngster Zeit mit dem Kleistpreisträger Lernet- Holenia so ungemein peinliche Lleberraschungen erlebt haben — wiederholen, worauf wir schon in der damaligen Besprechung hinwiesen: der Doktor Paul Fechter hat einen glücklichen Griff getan, als er vor Iahren den „Fröhlichen Weinberg" mit der gewichtigen und verpflichtenden Auszeichnung bedachte; er hat recht behalten und keine Enttäuschung zu erleben brauchen. Zuckmaher ist seitdem immer besser geworden und längst über das Glückslustspiel innerlich hinousge- wachsen, das ihn mit einem Schlag in ganz Deutschland berühmt gemacht hat. * Wie aber dieser Kleistpreis seinerzeit ausdrücklich den entscheidenden Durchbruch aus der ^Literatur" zu einer neuen Wirklichkeit bestätigen und anerkennen sollte.... mehr die im Stück sich kundgebende Entwicklung seines Schöpfers als das mit mancherlei Mängeln behaftete Werk selbst. — so ist im „Schinderhannes" wieder ein bedeutsamer Schritt nach vorwärts getan: von jenem, auf den ersten Blick verblüffenden und bezaubernden Realismus im „Fröhlichen Weinberg" zu einer inneren Wirklichkeit, die man nicht beweisen und nicht am lebenden Modell nachprüfen kann, — die man spüren und sich vom Gefühl bestätigen lassen muh. „Das ist der Schinderhannes, Der Lumpenhund, der Galgenstrick, Der Schrecken jedes Mannes. älnd auch der Weiber stück!" — In Dänkelsang und Moritatentext, in Volks- anekdoten, Spinnstubengesprächen und längst verstaubten Aktenbündeln (die Curt Elwenspoek kürzlich wieder ausgegraben und zugänglich gemacht hat) geht der Schatten einer romantisch zerlumpten Gestalt um, das Gespenst des Schinderhannes. der als Bauernsrcund und Kinderschreck zur Rapoleonszeit am Rhein und im Hunsrück sein räuberisches Wesen trieb und schließlich auf dem Schaffott zu Mainz ein blutiges Ende fand. * „Im Schneppenbacher Forste. Da geht der Teufel rumdibum. De Hals voll schwarzer Dorste, älnd bringt die arme Kaufleut um!“ — So ein Kerl war das. Zuckmaher hat die schon legendäre Gestalt mit festem, sicheren Griff zu neuem Leben und einer strotzenden Leibhaftigkeit erweckt: zerlumpt, verwegen und nertoettert, so steht er breitspurig da. gefährlich, gefürchtet und auch geliebt, mit gesundem Humor und mitfühlendem Herzen für „die arme Leut", eine abenteuerliche Kreuzung aus Volksheros und Heckenreiter. aus Eulenspiegel und Florian Geher * „Fünftausend Gulden rheinische Währung auf den Kopf des Johannes Dückler, gen. Schinderhannes. tot oder lebendig, am Leib ober vom Rumpf getrennt, —" bas war ber Preis, ben ber Kommandant von Mainz ausgesetzt hatte; so beginnt ber Steckbrief, den der Dückler selbst im „Grünen Daum" vor seinen Leuten an die Wand klatscht als eine Sturmfahne ober Kriegserklärung. Wie es dazu kommt, und wie es zu Ende geht, wird von Zuckmaher einfach, sachlich, historisch bargestellt. Historisch heißt hier: ber Dichter schiebt seinem Helden keine nachträglichen Motive unter, macht ihn nicht hinterher zum Träger einer „Idee" (wie etwa der Schil- lersche Räuberhauptmann Moor zuletzt zur Anerkennung eines sittlichen Weltregimentes gelangt) — er setzt ihm keine Maske auf und hängt ihm kein Mäntelchen .um;_ er „verherrlicht" ihn auch nicht —, dazu wäre der Bück- lerjohann kaum das geeignete Objekt; sondern er läßt ihn, wie er war, und stellt ihn sich und uns vor: mit einer schöpferischen, sprühenden Phantasie und so. daß man dem Dichter recht gibt, obwohl keiner von uns, zu seinem Glück, dem Dückler je begegnet ist und weiß, wie der Kerl ausgefchaut hat; innerlich. Unb wenn nun das Schauspiel mit seinen vielen Gestalten, mit seinen zahllosen Stimmen und bunten Farben, mit seinem Geschrei und Lärm und Gelächter und auch mit seinen sehr zarten und innigen Worten ber Liebe, des Beisammenseins unb Auseinanbermüsfens sich vor uns begibt — bann hat man ben Einbruck: wer weiß, ob bas alles so zugegangen ist bamals,... aber e s könnte so gewesen sein, so unb nicht anders, Unb das gilt mehr als das „Historische" im strengen Sinne, und darin bewährt sich jene innere Wirklichkeit, von der wir oben sprachen. „Ieh is e Iahr, daß ich bei dir bin. — un reut mich fein halbe Tag! Un folg dir. wohin de willst! Un wie 's auch geht, un sollst kein Laut höre, wenn 's hart kommt —", mit solchen Worten stellt sich das Iulchen dem Bückler an die Seite, als Kameradin unb Geliebte unb Mutter seines Kindes. — ein junges, frisches Geschöpf aus dem Volk, helläugig und gesund; sie bekennt sich zu ihrem starken und unverfälschten Gefühl, wirft alles hinter sich, was vorher war. geht zum Bückler und bleibt bei ihm, wie die Marei beim schwarzen Geyer, im Guten wie im Bösen bis ganz zuletzt. „Säukerl, soll ich dich an deine Schlappohm über die Haustür nagele wie en totgeschlagene Uhu?! Soll ich dir den Bauchnabel in ranzig Oel backe?! Mistkäfer! Du stehst vorm Schinderhannes!" Mit diesen unmißverständlichen Worten rückt einer aus der Bande dem Ochsen- mehger Christian Zoppi Von Bingen auf ben Hals. Das ist ungeheuer deutlich unb von er» srischenber Wirkung im Theater. Zuckmaher hat in feinen Stücken nie ein Blatt vor ben Mund genommen. Aber dergleichen ist nicht entscheidend für die Bewertung des Stückes, Die Kraftmeierei des Wortes (und der ganze blühende und wuchernde Dialekt) sind ein Stilmerkmal — weiter nichts. Die jungen Poeten der Geniezeit haben Aehnliches und Aergeres geleistet; aber nur wer außer dem Stimmaufwand und der ausladenden Gebärde auch das Genietum des Herzens und die innere Kraft der Gestaltung besaß und erwies, gilt noch heute als Dichter. Was Zuckmaher betrifft: um ihn richtig zu schätzen, darf man nicht die vielen Äraftftellen, Derbheiten und Deutlichkeiten zusammentragen, sondern muß auf die füllen, verhaltenen, von inner, kommenden Worte horchen, etwa im zweiten Bild, wo das Iulchen zum Hannes überläuft, unb bann spater im Kornfeld und zuletzt im Holz türm zu Mainz,... wo Iulchen und Dückler gefangen sitzen, und jeder von ihnen weiß, es geht aufs Letzte, unb einer will vor bem anbem verbergen, bah er es weiß... und wenn sie sich bann in Augen schauen bei ber Henkersmahlzeit unb nicht lügen können vor- einanber: bas ist von einer tiefen unb ans Herz gehenden Menschlichkeit. — Intendant Dr. Prasch hat die neue Saison mit einer eigenen Aufführung eröffnet, die bas Schauspiel mit gesundem Temperament, mit Frische unb Farbigkeit auf die Dühne brachte. Die Inszenierung war zugleich eine große unb teilweise schwierig zu bewerkstelligende Parade des neuen Ensembles, das bereits recht erfreulich zusammenspielt. Insbesondere war auf die Mas- fenauftritte und breiten Volksszenen ersichtlich viel Arbeit und Sorgfalt verwendet worden; allerdings könnte hier, besonders im vierten Bild, einiges gedämpft unb gemilbert werden, was bet Verständlichkeit des Textes und ber Vorgänge (zumal bei ben bestehenden Dialektunsicherheiten) zugute käme. Am stärksten und reinsten wirkten.die stilleren Szenen, die auch im Buch schon den Eindruck des Stückes entscheidend bestimmen: am Dollbach, im Kornfeld und zuletzt im Turm. Hier war die Auf- sührung vortrefflich. — Die Kasernenhofszene hingegen mit allerlei volkstümlichen Drückern war ein wenig zu sehr aufs Parkett berechnet. Die kleineren und größeren Streichungen (vorletztes Bild ganz) sind durchaus zu billigen. Die malerischen Bühnenbilder (Löffler) und verhältnismäßig sehr schnelle Verwandlungen unterstützten die Aufführung wesentlich. — * Im Mittelpunkt des vielstimmigen Ensembles: Iochen Hauer als Dückler; er spielt den Schinderhannes aus dem Vollen, breitspurig, mit Humor unb stellenweise fast mit Gemüt; er bringt bie Gestalt wohl aus einem wienerischen Temperament heraus, das überall sympathisch wirkt, aber nicht immer ganz überzeugend die Wildheit unb Brutalität burchbrechen läßt, die auch in das Räuberporträt hineingehören. Als Iulchen stellte sich Elisabeth Wielander vor; anfangs ein wenig forciert, auch im Dialekt offenbar nicht recht warm werdend; aber sie wuchs allmählich in die Rolle hinein und wurde gegen Ende — 6., 8. und 9. Bild — immer besser. Aus bem Riesenpersonal, das eine doppelte und dreifache Beanspruchung der kleineren Chargen erforderte, fönnen hier natürlich nur einzelne Ramen herausgegriffen werden. Recht gut waren Wesener (Benedum) und Beatrice Doering als Margaret; im Dialekt am einheitlichsten: Hub (Raab; Mauschka), Linkmann (Fuhrmann; alter Dückler; Denzel) unb Dolck (Wirt; Solbatenwerber); Bäuerle, Fassott, Schubert-JünglingunbDruck seien noch genannt. — Es gab starken Beifall; zuletzt erschien mit ben Spielern der Intendant. hth« Nachdruck verboten ■ 28. Fortsetzung. Helene Chlodwigs Schuld und Sühne. Vornan von L. Schne»der-Foerstl. Urheber-Rechtfchuy durch Vertag Oskar Meister, Werdau i. Sa. sich. Wie einen solch ein Lachen ans aller Fassung bringen konnte: „Seien Sie nicht böse. Schwe- ter, ich bin noch etwas aufgeregt. Soll ich bitten, bah man drüben etwas mehr Ruhe hält?" fragte die Schwester zuvorkommend. „Um Gottes willen! Rein! Es stört mich nicht, wirklich nicht, Schwester. — Es hat mich nur an jemanden erinnert." Es war längst stille geworden nebenan, aber immer noch hörte Helene das sieghaft Perlende Lachen in sich nachklingen. Den Abendtisch sieh ie unlustig über sich ergehen. Ganz leise nur kam ab und zu der Bruchteil eines verirrten Tones der Musikkapelle, die unten im Speisesaal konzertierte, nach ihrem Zimmer herauf. Der rote Seidenschirm der Ampel warf ein blütenhaftes Licht über den behaglichen Raum und tauchte die Gegenstände in einen rosenfarbenen Schimmer. Sie sah noch angekleidet in ihrem Stuhle, die Decke war zu Boden geglitten, ohne daß sie es bemerkt hatte. Zweimal war die Schwester schon hier gewesen und hatte gebeten, sie möchte sich jetzt zur Ruy« begeben. Aber immer wieder hatte sie verneint. Die Rächte waren so fürchterlich lang in ihrer Schweigsamkeit. . Nebenan drehte sich jetzt em Schlussel. Sie hörte das leise Knacken des Lichtschalters, dann eine Stimme, die kosend zärtlich eine „Gute Rächt" wünschte. Und dann eine andere — eine andere! — -- Helenes Arme fielen herab. Schweiß brach ihr aus allen Poren und stand in kalten Tropfen auf der weihen Stirne, hinter der wahnsinniger Schrecken und unerhörte Angst hämmerte. Sie stemmte sich an den Seitenlehnen deS Stuhles hoch und hielt sich taumelnd auf den Fähen. Bom Sessel nach dem Tisch von dort den Heizkörper entlang und die Wand hinunter- taftcn». erreicht fic die Türe Der Korridor lag im matten Lichte des milchglasfarbenen Beleuchtungskörpers. , . , Es waren nur fünf Schritte von ihrer zu lener anderen Tür hinüber. Aber das Herz tobte, als ob es seit Stunden gehetzt und durch alle Not der Schrecken gegangen wäre. Ihr Knöchel klopfte leicht gegen die gelbweihe Füllung. Roch ehe der Schritt, der drinnen hörbar wurde, näherkam. hatten'ihre zitternden Finger bereits geöffnet. „Sie haben sich in der Rümmer geirrt', sagte eine Männerstimme ungehalten. . Dann hinter dieser Stimme ein Aufschrei: „Mama!" — Graf Donnerswoda fühlte sich zur Seite gerissen. Zwei Arme umfaßten Helene, die sich mit letzter Kraft aufrechtzuerhalten suchte. „Mama! — Hhlmar — um Gottes willen, hilf mir doch!" , _ Das farblose Gesicht des Grafen erwachte aus seiner Betäubung. Leben kam in seinen schreckgelähmten Körper. Er brachte einen Stuhl herbet und sah Hella neben der halb ohnmächtigen Frau in die Knie gleiten. Ihr blonder Kopf lag gegen die Brust der Mutter, deren Hande sie mit Küssen bedeckte. Dazwischen flehte ihr Mund in angstvoll heiserer Bitte: »Mama! — Liebe, liebe Mama!" (Fortsetzung folgt.) Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf „Bielleicht ein Rest ihrer sogenannten Liebe", sagte er verächtlich. „Sie willigt in eine Scheidung und versichert dich ihrer eigenen Treue. Liest du da nichts zwischen den Zeilen?" „3a!“ stieß er heraus. „Sie hat das Zeug zur Komödie. Sechzehn Jahre hat sie sich darin geübt und jetzt, wo sie sich nicht mehr von mir erreichbar weiß, führt sie den Schlag,« den sie schon längst überlegt und geplant hatte." Die Geheimrätin getraute sich keinen weiteren Einwand mehr zu machen. 3eder Besuch, die Schwiegertochter zu entlasten, war in dieser Minute vergeblich. Auf ihre Frage, ob sie ihm einen Bissen Essen heraufbringen dürfte, verneinte er barsch. „Aber die Mädchen schickst du nach einer Stunde zu mir." „Laß erst noch eine Woche vorübergehen, Iust, oder zwei", sagte sie bittend, und als er nichts erwiderte, mahnte sie ernsthaft: „Cs handelt sich um ihre Mutter, 3ust! Bin ich dir nicht auch immer der Inbegriff alles Heiligen gewesen?'' „Du hast mich auch nie feig im Stich gelassen. „Helene hat für ihre Kinder in jeder Weise gesorgt und will für den kleinen Iust allmonatlich schicken." Da fuhr er auf, dah das Tintenfaß kippte und die schwarze Flut unter Heften und Büchern den Weg nach dem Boden suchte. Erschrocken riß die Geheimrätin ihr Taschentuch heraus und hielt das Rinnsal mit der schneeigen Weihe des Leinens auf. Franke rührte keine Hand. Was lag an dem allen? „Laß!" sagte er, wurde noch einen Schatten bleicher und rih Helenes Brief weg, der ganz in die nasse, schwarze Schicht eingetaucht lag. Rur hier und dort war noch ein Wörtchen leserlich. Es schien, als wäre der Brief das Bahrtuch, das über dem Katafalk seines begrabenen Glückes lag. * . * Lieber Firne und Gletscher, über die Schatten der Täler hinweg, hinauf in die Höhen, die kein Adler mehr suchte, wuchtete die „Iungfrau in das violette Licht des Abends. Die Sonne verschwendete Pfeile von glühenden Strahlen, die sie wie eine rubinene Krone umzitterten. Sie rannen als tropfendes Gold an ihrer vereisten Brust herab. Keiner erwärmte sie, keiner drang bis zum Herzen dieser schweigend Vereinsamten. „Sie hat ein Herz wie du, Madonna von della Travestare." Helene sah an dem breiten Fenster ihres Absteigequartiers in Interlaken und sah zu den vereisten Hängen hinauf, um die sich die Schatten graublauen Dämmers legten. Vom Fieber geschüttelt, von seelischer Rot gepeinigt und wilder Verzweiflung gepackt, war sie aus Italien geflohen und hatte nur den einen Wunsch gehabt, so weit zu kommen, daß kein welscher Laut mehr an ihr Ohr drang. Sie hatte gehofft, womöglich noch deutschen Boden zu erreichen, aber hier in Interlaken war sie zusammengebrochen. Tage und Wochen schwebte Bewußtlosigkeit wie unsichtbarer Flügelschlag über ihr. Erst seit achtundvierzig Stunden war sie aus häßlich wirren Träumen erwacht und hatte das Gesicht einer Pflegerin über sich geneigt gesehen. Hinter ihr öffnete sich geräuschlos eine Türe und klinkte sachte wieder ein. Sie wandte kaum das Gesicht, denn sie kannte den Schritt, der so lautlos über den Teppich kam und neben ihr »alt machte: „Schon wieder in Träumen, gnädige Frau?" „Aber in wachen Traumen, lieber Doktor! "Es ist eines so schlimm wie das andere und für Ihre Genesung ein großes Hindernis." Der Arzt setzte sich auf einen Stuhl' ihr gegenüber und ließ die graublauen Augen über seine schöne Patientin hingehen. Langsam griffen seine weißen Finger nach ihrer linken Hand und fuh> ten das rasche Schlagen des Pulses: „Es ist noch immer nicht so, wie ich es wünsche." Er klappte den Deckel der Llhr zu und ließ diese in die Westentasche gleiten. „Wenn Sie aber in den nächsten Tagen eine Spazierfahrt machen wollen, kann ich das schon erlauben." „Wie weit?" , „ . . Er sah sie lächelnd an: „Eine halbe Stunde! — Unter Llmständen eine ganze. — Wie weit man eben da kommt." , „Ich will aber fort! Ganz fort!' rief sie etregt. „Hm! — — Vorläufig geht es nicht. Sie müssen sich gedulden, Gnädigste. Ein Rückschlag wirft Sie um Wochen zurück.' Was ist es denn eigentlich, daS mich so lächerlich schwach und müde macht?" klagte sie. „Fieber!" sagte er ruhig. „Sonst nichts?"-- r „Lind ein schwerer -Nervenzusammenbruch. Man trennt sich eben doch nicht so ganz ohne seelische Erschütterung von Mann und Kindern." Aus staunend geweiteten Augen sah sie ihn an. „Wer hat Ihnen davon gesprochen?" „Niemand! — — Ich habe mir daS aus Ihren Fieberreden zusammengereimt. Er ruckte ihr die Decke, welche langsam zu Boden gleiten wollte, wieder zurecht und rang mit einem Entschluß, ließ die Schultern, welche er gestrafft hatte, wieder nach vorne fallen und erhob sich. Ich wünsche Ihnen eine recht gesegnete, frred- farne Nacht! Verscheuchen Sie alle schweren Gedanken, gnädige Frau!" Sie nickte und sah ihm nach, wie er unschlüssig aus dem Zimmer ging. Was verschwieg er ihr? — Seinem Schritte horchend, der sich draußen nach der Treppe hin verlor, lauschte sie auf das Lachen, das aus einem Zimmer nebenan an ihr Ohr klang. Sie wurde bis in die Lippen fahl und schüttelte ungläubig den Kopf. Da flog dieses Lachen wiederum auf. Gleich einer Perlenschnur reihten sich die Töne aneinander. Ihre Hand rih an der Klingel, die neben chrem Stuhle herabhing. Die Schwester kam eilig: „Gnädige Frau? — Helene rang nach Atem: „Wer wohnt neben mir?" . Die Pflegerin hob erleichtert die Brust und gab Bescheid. „ r Die Blässe des schönen Frauengesichtes verlor ßen am vorigen Sonntag wird uns berichtigend gemeldet, daß Stadtratsmitglied Schwie- d e r bei der geselligen Feier im Gasthaus Hindenburg auf Ersuchen des Oberbürgermeisters die Stadtverwaltung und den Stadtrat vertrat und in dieser Eigenschaft zu den Gästen gesprochen hat. Bei dieser Gelegenheit hat er als Vorsitzender des Verkehrs- und _ Verschone- rungsvereins gleichzeitig dessen Grüße an die Gäste übermittelt. *• Folgenschwer er Motorrad - Unfall. Gestern nach 21 Llhr verunglückte hinter Klein-Linden ein Motorradfahrer so schwer, daß er mit einer Schädelverletzung besinnungslos in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Der Verunglückte heißt Faber: über seinen Wohnort sowie über sein augenblickliches Befinden konnte noch nichts ermittelt werden. •• Vereitelter Morphiumschwindel. Der Polizeibericht teilt mit: Dieser Tage versuchte der 46jährige wohnungslofe Elektromonteur Ernst Laas aus Näviges, bei einem hiesigen Arzt durch Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Besitz von Morphium zu kommen. Laos, der anscheinend starker Morphinist ist, war im Besitze einer Spritze und eines Fläschchens mit Morphium, das er vermutlich in Essen auf betrüge- rische Weise erlangt hat. Kurz nach seiner Festnahme brachte er sich mit feinem Messer verschiedene Schnittwunden auf der Brust bei, die seine Einlieferung in die Klinik notwendig machten. ** Verhaftung eine« Schwindlers. Ein angeblicher Dr. Dorberg-Schürmann aus illm bestellte vor einigen Wochen bei einem Das leise Weinen der Geheimrätin klang wie eine Totenklage durch den Raum. „Das ist ja acht möglich, Iust! — Das kann sie doch nicht >ei klarer Besinnung geschrieben haben! Vielleicht n einer Stunde fürchterlichster Depression und lngeheurer Gemütserregung." Er sagte nichts. Rur sein Blick sprach von er Maßlosigkeit der Qual, die hinter seiner un- ^eimlichen Ruhe schrie. „Willst du nicht zu ihr fahren?" Sie sah nach em Datum und dem Orte der Aufgabe. Aber eides fehlte. „Sag, Iust, ist es nicht das einzig ichtige, wenn du, ehe du alles Hoffen aufgibst, ^ich noch einmal mit ihr aussprichst?" „Rein!" Cs war das erste Wort, das aus ' zinem verschobenen Munde kam. Hart, mit großer 2eberwindung, war es herausgestoßen. „Ihre Zeilen sind sicher aus bitterster Rot und 'Zerzweiflung heraus geschrieben." Sie sah das jittern seiner farblosen Lippen, erschrak über den alten Ausdruck, der seine Züge hart und ver- nssen machte und legte etwas scheu ihre Hand iber die seine, die auf der Schreibtischkante uhte. „War sie dir nicht immer eine zärtliche Stau? — Hättest du dir für deine Kinder eine andere Mutter gewünscht?" Heber sie hinweg ging sein Blick nach den Scheiteln der Berge, die in satter Ruhe in die Mittagsstille hingegossen lagen. Verspätete Schwalben schossen mit hellem Geschrei an den Fenstern vorüber. Eine Hummel irrte flugmüde über das Sims und rastete auf dem weißen Rahmen. Die Stimme der Geheimrätin schlug eine Dresche in das unheimliche Schweigen. „Den Kindern darfst du es nicht zu wissen tun. Iust. Es Würde ihre Iugend vergiften." Die Lider sielen ihm schlafmüde über die durchwachten Augen. „Just! — Mein lieber, alter Iunge, sie hat dir alles überlassen und nichts für sich behalten. — Gibt dir das nicht zu denken?" Es war kaum verständlich, was er antwortete: Die Kinder sind ihr hinderlich! Am meisten aber ich selbst! — Ich Narr, der ich sechzehn Iahre nichts von ihren wahren Gefühlen ahnte und mich ihres Besitzes vollständig sicher glaubte. Ich vermeinte jeden ihrer Gedanken zu kennen und wußte nicht, daß sie solche in ihrem Herzen erwog. — — Darum überkommt es mich letzt l°Noch^Anmal wagte die Geheimrätin für die Schwiegertochter einzutreten und sie in Schuh zu nehmen. „Iust, wenn du k^n Brief nüt Ruhe liest, muht du doch fühlen, daß er unter unsäg- sichern Leid geschrieben ist.' tober konnte ferner der Schlofsermeister Georg (Euler, Hammstraße 1, auf das 25iahriae Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. Der Jubilar hat seinen Betrieb aus kleinen Anfängen zu der heutigen Höhe und Leistungsfähigkeit entwickelt. "Städtische Grund st ücksverpach- tun gen finden am Montag, dem 6. und Dienstag, dem 7. Oktober, statt. Näheres siehe Amtliche Bekanntmachung. »♦ Eine Fordkarawane mit den neuesten landwirtschaftlichen Maschinen, besonders Traktoren weilt zu einer Vorführung am morgigen Tage von 10 bis 14 ilhr auf dem Gelände des SSoktutcd Faber in Gießen an der Straße nach Wieseck und führt dort alle Maschinen unverbindlich vor. Man beachte die heutige Anzeige. ♦♦ Zum Taunidenbesuch in Gießen. Zu unserem gestrigen Bericht über den Besuch der Mitglieder des Frankfurter Taunusklubs in Gie- hiesigen Optiker ein Fernglas zum Preise von • 140 Mark. Als nach Lieferung des Glases der Kaufpreis nicht einging und alle Zuschriften unbestellbar an den Geschädigten zurückkamen, stand für diesen fest, daß er einem Schwindler in die Hände gefallen war. Einige Zeit später wurde bei dem Geschädigten wieder ein Glas durch einen Dr. S t e v e n s aus Diberach-Riß bestellt. Der Geschädigte erstattete Anzeige. An Hand der Korrespondenz beider Besteller konnte von der Kriminalpolizei einwandfrei festgestellt werden, dah es sich um ein und dieselbe Person handelte. Auf telephonisches Ersuchen an die Kriminalpolizei Diberach-Rih konnte der angebliche Dr. Stevens in der Person des von der Staatsanwaltschaft illm wegen Betrugs gesuchten 23er- treters Friedrich Vorberg aus Lüttringshausen festgenommen werden, ilm bei seinen Opfern allen Argwohn wegzutäuschen, benutzte Dorberg zu seinen Bestellungen Briefbogen mit der aufgedruckten Adresse: Dr. Stevens, Handelsvertreter, Diberach-Rih. Haftbefehl wurde gegen Dorberg erlassen. . . „ Fe st genommen wurden auf Grund eines Haftbefehls ein hier wohnhafter Kaufmann und auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Plauen der Buchbinder Gerhard B ö r tz aus Bochum. " Gestohlene Schreibmaschine. Wie der Polizeibericht meldet, wurde hier eine Reiseschreibmaschine, Marke „Erika", mit der Fabriknummer 104 742 gestohlen. Mitteilungen über deren Verbleib werden an die Polizei erbeten. ** Fahrraddieb st ähle im September. Vom Polizeiamt wird uns mitgeteilt: Im September wurden folgende Fahrräder gestohlen: Damenrad, Marke „Lehrmann": Herrenrad, Marke „Miele ? Fabriknummer 60056; Herrenrad, Marke „Misa", Fabriknummer unbekannt; Herrenrad Marke „NSU.", Fabriknummer unbekannt; Herrenrad, Marke „Corona", Fabriknummer 529570. ** Sichergestellte Fahrräder. Bei der Polizei wurden sichergestellt: Herrenrad, Marke .Alemannia"; Herrenrad Marke „Brentano"; Her- renrad, Marke „C.Leich"; Herrenrad, Marke „Tor- pedo"; Herrenrad, Marke „Miele"; Herrenrad, Marke .Germania"; zwei Herrenräder, Marke unbekannt; Herrenrad, Marke „Goldrad". Aus dem Dad-7!auheimer Musikleben. WSN. Bad-Nauheim, l.Okt. Nachdem in den letzten Iahren wiederholt erhebliche ilm- stellungen im Kurorchester vorgenommen worden waren, dürften mit Ende der diesjährigen Saison auch die Mitglieder des sog. Meininger Orchesters nicht mehr wiederkehren. Sie werden im kommenden Sommer durch das Städtische Orchester in Mainz erseht. Die Leitung der Kurkapelle verbleibt in den Händen von Generalmusikdirektor Heinz B o n - gartz. Dieser wird im kommenden Winter in einer Reihe von Symphoniekonzerten in Mainz tätig sein. Das nunmehr aufgelöste Kurorchester brach te im vergangenen Sommer sechs Symphoniekonzerte zur Aufführung; eS fcmd weiter bei 5 Opern- und 6 Operettenvorstellungen Verwendung. Nebenher liefen noch die üblichen Kurkonzerte. Unter der Leitung von Bongartz erreichte das Orchester eine bedeutende künstlerische Höhe, die im besonderen in den Symphoniekonzerten stark zum Ausdruck kam. Wiedersehensfeier der alten Laubacher Gymnasiasten. Laub ach, 30. Sept. Am SamStag und Sonntag fand hier eine WiedersehenS- feier der ehemaligen Lehrer und Schüler des hiesigen (früheren) Gymnasiums Fride- meisteramt Groß-Rechtenbach angeregte Frage der Einführung von Rückfahrkarten auf der Kraftpost Gießen—Hochelheim mxhmals eingehend geprüft. Da bei der rückläufigen Entwicklung der Einnahmen vieler Kraftposten als Folge der ungünstigen Wirtschaftslage — besondere Vorsicht bei der Festsetzung der Fahrpreise auch im Interesse der Garantiegemeinden geboten ist, hat die Oberpostdirektion die Einführung von Rückfahrkarten zu einem ermäßigten Preis vorläufig zurückstellen müssen. ** Fremdenvorstellung i m Stadttheater. Man schreibt uns: Als Fremdenvorftel- lung bringt das Gießener Stadttheater am nächsten Sonntag. 5. Oktober, zum letztenmal einen der er- solgreichsten Schwänke der letzten Spielzeit: „Weekend im Paradies" von Arnold und Bach. Die Spielleitung von Heinrich Hub mit seiner Darstellerschar holt aus der zwergfellerschütterndea Handlung das Möglichste an Situationskomik heraus, so daß alle, die gerne lachen möchten, aus vollem Herzen zustimmen werden. Beginn der Vorstellung 18 Uhr, Ende 20.15 Uhr. Es sei nochmals darauf hingewie- scn, daß diese Aufführung die einzige Wiederholung des Schwankes ist. •* Aus dem Gießener Standesamt s- r c g i ft c r. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. September: 17. Peter Iakob, Fuhrmann, 61 Iahre, Weidengasfe 7. 18.WU- helm Bechtold, Geschäftsführer, 49 Iahre Marburger Straße 40. 20. Luise Theodore Baulke. geb. Einolf, 63 Iahre, Wolfstraße 21. 20. Dr. Franz Gerhard, Obergewerberat, 67 Iahre, Bahnhofstraße 66. 20. Ludwig Wiedmeyer, Schuhmachermeister, 76 Iahre, Kirchenplatz 6. 22. Christine Zörb, geb. Mehl, Witwe, 76 Iahre, Mäusburg 9. 23. Konrad Rau, Arbeitsinvalide, 65 Iahre, Sandgasse 18. 24. Elisabeth Mulch, ohne Beruf, 89 Iahre, Walltorftraße 67. 25. August Pick, Gärtner, 38 Iahre, Schottstr. 13. 29. Katharine Hedderich, geb. Schomber, 61 Iahre, Kaplansgasse 19. ** Die Aussteuer einer Tochter, auf Die diese einen Rechtsanspruch hat, soweit sie flerers einen größeren Betrag ein, quittierte darüber . und behielt das Geld für sich. Er wurde zur Anzeige ; gebracht. Zur Zeit ist die Staatsanwaltschaft mit > der Sache beschäftigt. ____________ AZ ^vbei er ' 451 ant K; M '»ktz „6en > n gedacht ?* im 'S. auf eine Auf. durde. Den ? Ä an dir ' Bubach * Wohl, 'ö ^4 lange Mainzer imf. luntreuung »t'sich, mit cch ein verheirateter i Reicherer- . )hne hierzu te= uheit eines Kas> uittwrtt barübet irbe zur Anzewe anwaltschast mit Bundes. Dieser Tage Selfi. Qui unserem und oeleiM [ nB ^s. Robert einer Degrit. Schieß, brachte fol. m. Gruppe A, Gruppe 8, 209 aPPe C. 209 VeA. 20b Tf V Gruppe A, d. S, Gruppe l. Gruppe A, dpe 8, ni x; l. 167 Ringe', ige. Der Dan- enau, das ihn esitz hat, auch 3m Anschluß endbundcs fand Rodheim statt. i8 aller Fassung )t böse, Echwe- ittgl“ ben etwas mehr ! zuvorkommend, stört mich nicht, i hat mich nur nebenan, aber eghast perlende Abendtrsch M az leise nut kam Dehnten Tones Hpelsesaal ton* »aus. Lnpel ttxrtl etn .haglichen Raum i einen rosmsar* ck- si° °°"L j feig M chr» t e#W-®e Kch eine .®ute M 6er hämmerte. Seitenlehnen g umelndaulg Z> »n iS«°L'"ls inS»« routbe'.?5lnet bereits k le M ge'ttt' . in Lusschrci: ne g..e zur oda 1^ Selene, Ä Sott" w ■af» °^schr«!' -xHs L- ELEG.M8NTEL VELOUOMANTEl • •HIN MANTEL Herbst- und Jubiläums Verkauf Jahr Kaufhaus 6652 A HANSA Gießen Trotz unserer bekannt billigen Preise — leisten wir für Verarbeitung und Tragfähigkeit vollste Garantie Praktische Berufskittel weiß und farbig, mit langem Arm...................... Haus-Kleider u. -Blusen ausgutem Flanell,m.langem Arm ...................... 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