Nr. 102 Erstes Blatt Zreltag, 2. Mal 1950 180. Jahrgang vnick und Verlag: vrühl'sche UnwerfilStt-Buch- und Stelnörnderei L Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Negierungsrat, ^L^heidc-nde Rolle ■g ^halb erwarten . hör \.N Schutz des Waldes Bestrebungen, eie ngste Unterstützung Üanderverkehrs im ' >ie Heranwachsende che an Bedeutung, m Unterricht oder Jugend den Schutz trmeibung von un-- es Steifes. fi'uftus und Sil' en zur Kenntnis spielen. wir auch von den deutschen zu rentablen Preisen absetzen. Wird die dahin- zielende Entwicklung durch politische Anleihe- manöner der Art. wie sie von den französischen Finanziers jetzt betrieben werden, durchkreuzt, dann wird man sich auch in den Gläubigerländern künftig nicht allzuviel von der deutschen Zahlungskraft versprechen dürfen. mousschlag. 930 liegen aus dem » duseck ’bruar 1930, 3'11-3 VStz dünkt kommt, an dem die gesamte Revarations- schuld Deutschlands neu festgesetzt und in anderer Form als heute kapitalisiert wird, dann werden die Bedingungen, zu denen die Mobilifierungs- enleihe bis dahin ausgegeben worden ist. eine MAS 1*16 Öen versehen ein- nach dem Rahmengesetz die Reichsregierung einen R e i ch s k o m m i s s a r für die Osthilfe ernennen. Das Ostpreuhengeseh vom 28. Mai 1929 wird aufgehoben. Die Reichsregierung hat entsprechende ^leberleitungsbestimmungen zu erlassen. Schließlich folgt die-Aufzählung der acht Einzelgesetze des Osthilfsprogramms. 1. Das Gesetz über die Erleichterung der Beleihung landwirtschaftlicher Grundstücke gibt der Reichsregierung die Ermächtigung, Bürgschaften bis zu 200 Millionen Mark für die Ablösung der Zwischenkredile für die ländliche Siedlung zu übernehmen. Weiter kann das Reich bis zum Deiraze von 300 Mill. Mark Bürgschaften für Lli..,chuldungsdarlehen übernehmen. Für die Llmschuldungsdarlehen ist unter Aenderung der geltenden Bestimmungen die Ausgabe von Znhaberpapieren mit Prämie >es Kreiser. s von der Sjogel- 'chtdruck hin, den hen Lyrikers des Wnalgrofj und !t Reichsdrucke ist Genf. 1. Mai. (WTB.) Heute vormittag wurde im Sicherheitskomitee des Völkerbundes die Beratung über die einzelnen Artikel der geplanten Kriegsverhütungskonvention bei Artikel III fortgesetzt. Es handelt sich um den deutschen Vorschlag, daß selbst nach dem Beginn der Feindseligkeiten die streitenden Parteien auf Aufforderung des Völkerbundsrates v rpf.ichtet werden sollen, die Feindseligkeiten einzustellen und ihre Streitkräfte aus dem fremden Gebiet zurückzuziehen. Cs entspann sich eine sehr ausgedehnte Dis.us.ion über einzeme Wendungen dieses für die ganze Konvention grundlegenden Artikels. Sokal-Poen verteidigte seine ablehnende Haltung m’.t der Befürchtung. daß die Konvention einen Rückschritt und eine Verringerung der durch den Völkerbunds- Pakt und Artikel 13 gegebenen Sicherheiten bedeute. Rachdem Lord Ceeil dieser Auffassung entschieden entgegengetreten war, wandte sich der Ausschuß dem deutschen Antrag auf Festsetzung einer Demark ationslinie zu. Die Aussprache über diese ganze Frage ist noch nicht abgeschlossen. England und Frankreich vertreten jedoch die Meinung, daß von der Aufzählung be-onderer Maßnahmen oder Konventionen abgesehen und ihre Bestimmung in jedem einzelnen Falle dem Dockerbundsrat überlassen werden soll. Die Gegensätze, die innerhalb des Völkerbundes in der Frage der Sicherheit seit Jahren bestehen und die insbesondere auch die Debatten über die allgemeine Rüstungsbeschränkung maßgebend beeinflussen, kamen heule in der Rachmlttags- sihung des Sicherheitskomitees wieder zum Ausdruck-. Die weitere Beratung der Kriegsverhütungskonven- lion ergab bei Artikel 4, daß in der Kontrollfrage die Meinungen nach wie vor weit ausein- andergehen. Während der Entwurf nur in einer sehr allgemein gehaltenen Form von der Kontrolle spricht, die der Völkerbundsrat zur Ueberwachung der von ihm getroffenen Kriegsverhütungsmahnah ° men veranlassen kann, hat Polen einen vor zwei Jahren abgelehnten Antrag wieder aufgegriffen, es ist auch fraglich, ob dies geschehen wird. Der Zuhörerraum war schwach beseht. An den Pressetischen waren nur Posener und Brorn- berger Journalisten anwesend. Rach Feststellung der Personalien wurde der militärische Sachverständige, ein hoher Offizier aus Thorn, vereidigt. Rach dem Gerichtsbeschluß auf Ausschluß der Oeffentlichkeit wurden Saal und Tribünen geräumt, auch die Pressevertreter) mußten den Saal verlassen. Das Urteil. Bromberg. 2. 2Hai (WTB. Funkspruch.) heute in den Morgenstunden hat das Bromberger Bezirksgericht im sog. Pfadfinderprozeh bas 21 r - teil gefällt. Dr. Walter Burchhardt wurde auf Grund des Art. 5 8 1 des Spionagegefehes zu einem Jahr Gefängnis, wegen § 128 (Geheimbündelei) zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt; die Strafe wird zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefäng- n i s zusammengezogen. Mielke wurde auf Grund des § 128 zu drei Monaten Gefängnis und zu 1200 Zloty Geldstrafe wegen zweimaligen un- rechlmähigen Grenzüberlritls, Preuß wegen § 128 zu drei Monaten Gefängnis und zu 800 Zloty Geldstrafe wegen einmaligen unrechtmäßigen Grenzübertritts verurteilt. Burow wurde frei* gesprochen. Die Verteidiger haben gegen dieses Urteil sofort Berufung eingelegt. Da die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen ftaft- sanden, sind die Strafanträge des Staatsanwaltes nicht bekannt, ebensowenig kann sich die Oeffentlichkeit ein Urteil darüber bilden, wie der ganze Prozeh verlaufen ist. IWjW 20.$ 16,455 168,71 22,01 112-11 59.7 2.« 112.« 81.« 52. 12.0 73.25 CL HL NM 1,616 58,405 ii.5 1'2-S 112'0 10.5« H 2,067 0,437 58,995 Ü 18- 81,3» IÜ & «.H 33 ,70 515 3’5 1,03 1,93 1,68 8,93 2,46 2,20 02 1,90 2,37 2,95 SJ Plane nebft W Kontrollfrage und Völkerbund Oie alten G gensätze. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen politische Anleihemanöver. Die von der D. 3. Z. einberufene Dan- kierkonferenz ist gestern in Brüssel zusammengetreten. Es wurden die allgemeinen Bedingungen geprüft, unter denen die Emission des Aktienkapitals der Dank erfolgen soll. Die Defprechungen. die einige Tage in Anspruch nehmen dürften, haben nur vorbereitenden Charakter. Die Reichsbank ist durch Reichsbankdirektor Fuchs, die B. 3. Z. durch Fraser und Qües° nah vertreten. Die Dankierkonferenz, die vom Der- waltungsrat der Dank für Internationalen Zahlungsausgleich auf den 1. Mai nach Brüssel cinberufen wurde, soll Klarheit über die Ro- minalverzinsung, den Auflegungskurs und den Anteil der einzelnen an der Zeichnung beteiligten Länder schaffen. Die Besprechungen über diese Fragen sind zwar schon seit vielen Wochen, längst bevor die Reparativnsbank gegründet werden konnte, von den interefsierten Kreisen in Gang gebracht worden, und es war vor allem Frankreich, das diesen internationalen Erörterungen immer w eder neue Ra^rung gab. Schließlich ist man ja in Paris auch am meisten an der Mobilisierung eines Teils der ungeschützten deutschen Zahlungen interessiert, ja, man hat sogar die Stirn gehabt, hiervon die endgültige Räumung des Rheinlandes abhängig zu machen, obwohl der klare Wortlaut und Sinn des Voung- planes darüber nichts besagt. Trotz aller dieser endlosen Präliminarien liegt die Vermutung nahe, dah die Dankierkonferenz ihre Entscheidung über die Ausstattungsfrage für die Dounganleihe nicht allzu schnell treffen wird. Die Interessen der an der Zeichnung teilnehmenden Gläubigernationen gehen zwar ziemlich generell dahin, eine möglichst hohe Essel- tivverzinsung herauszuholen. Das wird ein^eit- lich mit der internationalen Lage der Kapitalmärkte begründet, obwohl diese Begründung von keinem wirklichen Wirtschaftskenner angesichts der sowohl in den Vereinigten Staaten, wie in Frankreich immer noch vorhandenen starken Geldflüssigkeit als stichhaltig anerkannt werden kann. Seine eigentliche Ursache dürfte der Wunsch nach hoher C fektivverzinsung vielmehr in der Erwägung Haden, dah die orte Tranche der Mobilisierungsanleihe für absehbare Zeit den Rormaltyp dar- stelle, zu dem Deutschland lang'r stige Ausland- gelder be'ommen könne. Man will sich also nicht so sehr für das jetzige Geschäft, als vielmehr für alle künftigen Geldverleihun^en großen Stils nach Deutschland eine möglichst hohe Gewinnspanne sichern. Hier aber fangen die Dinge an, ein politisches Besicht zu bekommen. Denn wenn den namentlich aus Frankreich laut werdenden Wünschen nach hoher Esfektivv^rzinsung — man spricht von mindestens 6' \ Prozent ausschließlich Til- gungsquote — und schlechten Konvertierungsmog- kichkeiten entsprochen wird, bann sind nicht nur für jede weitere Mobi'isi^rungsan^eihe vomd ut- fchen Standpunkt aus schlechte Vorausfehungen geschaffen, dann bürdct man nicht nur der Reichsbahn und der Reichsvost. die ja bekanntlich mit einigen hundert Millionen an dem Ertrag dieser ersten Tranche betei'igt werden sollen, ungebührlich hohe Lasten auf, sondern dann schafft man auch für jede künftige Revision der Roung-Abmachungen außerordent ich schlechte Bedingungen. Denn es ist ja nur formal richtig, laß Deutschland infolge der Konstruktion des Poung.Plans. der ihm für seine ganze Laufzeit feste 3ahreszaßlungen aufcrlegt. an den Ausstattungsbedingungen der Moli i'ierungs- onleihe nicht interessiert sei. Wenn nämlich in kürzerer oder fernerer Frist einmal der Zeit- Erschetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Tie Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Blld Die Scholle DlonatsBejugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- fcheinen einzelnerRummern Infolge höherer Gewalt. HernfprechanschlÜfse anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: firanlfurtam Main 11686. Deutschtum zu erhalten versuchten. Dadurch machten sic sich bei den polnischen Nationalisten verhaßt, die ja auch sehr bald einen Staatsanwalt fanden, der sich bereit fand, Anklage wegen Spionage und Ge- heimbündelei zu erheben. Rach dem Aufruf der Angeklagten entstand sofort eine starke Erregung, denn der jugendliche Staatsanwalt Dr. K u z i e l. der aus dem Deutschtumsbundprozeß bekannt ist, stellte denAn- trag, die Oeffentlichkeit vollständig auszuschließen. da die Staatssicherheit bedroht sei. Das Gericht, das unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor R a d l o w s k i tagte, (gleichfalls aus dem Deutfchtumsbundprozeh bekannt). 'verkündete nach dreiviertelstündiger Beratung den vollständigen Ausschluß der Oeffentlichkeit bis zur älrteilsfällung. Die Verteidiger beantragten Zulassung von Vertrauensleuten, das Gericht lehnte aber diesen Antrag ab. Auf der Anklagebank saßen der Reihefolge nach Dr. Durchard (Posen), Mielke (Brom- berg), ferner die Pfadfinder Preuß iBrorn- berg) und Durow (Kolrnar). Preuß. der gerade beim polnischen Militär seine Militärzeit absolviert, erschien in der Uniform eines polnischen 3nfanterieregimentes. Sämtliche Angeklagten machten einen sehr zuversichtlichen und gefaßten Eindruck. Die Verteidigung von Dr. Durchardt hat Rechtsanwalt Grzegorzewski (Posen) übernommen. Die übrigen Angeklagten werden von Dr. Spitzer verteidigt. Auf der Zeugenbank saßen sechs jugendliche Pfadfinder. Der Hauptbelastungszeuge war der Posener Oberkommissar Cdikowski. Don feiten der Verteidigung war der bekannte englische Pfadfinderführer Kolingridge aus London geladen worden, der über die unmilitärische Einstellung der deutschen Pfadfinder aus- fagto soll. Gr wurde bisher nicht oernvmmen, '• itctem auf der Drüsseler Dankierkonferenz. daß sie sich nach Kräften den politischen An- leihemanovern Frankreichs widersehen. Sie sind dazu nicht nur formal wegen des starken 3nter- "ng d s Ge'eb s für d e Olkhi'fe keiueaswegs so schnell rn"gttch ist, w'e in vnlerschäbung der Schwierigkeit der Probleme bisher vielfach geglaubt w-rde. In politischen ßrei'en wird b-ckont. dah Kefe Verzögerung ganz natürlich fei, dah sie aber nichts an W festen Ab- fi' f der Heicfrreoierung ändere, dem Offen mit allen verfügbaren Kräften z u helfen. G—ade roril die Hilfe so stark wie nur nralith sein soll, beanspruche ihre Vorbereitung entsprechende Zeit. Oie e n-el en Gesetze Berlin, 2. Mai. (TU. Funkspruch.) Wie der ..Volksdeutsche Dienst" eräljrt, la^ei den Beratungen des Reichskabinetts am Donnerstag die nachstehend umrissenen neuen Vorlagen zugrunde: Das Rahmengesetz gibt der Reichsregierung die Ermächtigung, im Sinne des Zweckes der Osthilfe die örtliche Begrenzung des Geltungsbereichs festzulegen. Weiter kann 'Heiles, suchen n 2ümerüloer= r 1930 ein QJiai- °om 10. bis &L ^>'>ags (NerN Wen erwachsener, ftanit beitimmkr 'n der Kaser bc iine Veränderung. Reichskabine« und Osthilfe. Oie Vorbereitung braucht längere Zeit. — Nächste Woche Weiterberatung. — Das Bündel der Gesetze. . die Beteiligten für wollen, sinkt Don- Ihr, aus dem Amts- iien angeben welche jnbftiirfe zusammen- tie Zusammenlegung eingereicht werden, ,er »i- W * 3cr Zeit vom 3. »w worin die Festlegung eines „wirksamen Jtoni t r 0 l l s y st e m s" c. fordert w rd. Frankreich fordert gleicl.s.rlls diese Festlegung. Der italieni« s ch e Vertreter äußerte starke Bedenken gegen jede Kontrolle. Lord Robert Cecil erklärte, in der Beurteilung dieser Frage in weitem Maße mit dem Vertreter Italiens übereinzustimmen. Auch in der Frage. 00 Die streitenden Parteien bei der lußsassung des Vö kerbunds- rats mititimmen formen, zeigten sich Gegensätze. Rach dem vorliegenden Entwurf Haden die streiten'en Parteien kein Stimmrecht, wenn der Rat nach A 'sdruch voy Feind,eligkecken Maßnahmen zu treffen hat. Dagegen haben sie Mitstimm- recht, solange Feindseligkeiten nicht vorhanden sind, aber der Konflikt vor den Rat gebracht ist und dieser erst einstweilige Verfügungen zur Verhütung der Konfliktsverschärsung trifft. Norwegen und 3talien beantragten, daß auch in diesem Falle die streitenden Parteien kein S t i m m r e ch t haben sollen. Lord Cecil erklärte, daß er an der Bestimmung des vorliegenden Entwurfs festhalten müsse, während Deutschland und Belgien ihre Haltung von der endgültigen Gestaltung des Der trägste xtes abhängig machen, da erst dieser erlauben werde, sich übet die Tragweite der einzugehenden Verpflichtungen ein genaues Bild zu machen. Rach der heutigen grundsätzlichen Aussprache über die Hauptartikel der Konvention wurde ein zwolfgliedriges Re d a k t i on s k0- mitee eingesetzt, dem auch der deutsche Gesandte z. D. G ö p p e r t angehort. Das Redaktionskomitee hat den Auftrag zur Umarbeitung des Modellvertrages in einen allgemeinen kriegsverhülungspakl übernommen. Die artikelweise Beratung wird morgen vormittag mit der Aussprache über die Bestimmungen zur Ratifizierung und 3nkraftsetzung abgeschlossen. Hier verlangt Deutschland, dah die Inkraftsetzung der Konvention von der Ratifizierung einer möglichst großen Zahl von geographisch zu s a m mengehörende n Ländern abhängig gemacht werde, da nur so ihre eigentliche Bedeutung und friedenserhaltende Auswirkung erlangt werden könne. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 2O°/n mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. bis zum 31. März 1933 zugelassen. Bei der Umschuldung übernimmt das Reich ersorderlichen- falls die Sicherung dafür, daß die Zinsen bis zum 31. Januar 1940 die Höhe von 1 v. H. nicht übersteigen. 2. Das Gesetz über die Sicherung der Fortführung in ihrem Bestand gefährdeter landwirtschaftlicher Betriebe sieht die Hergabe von Mitteln als Darlehen oder als verlorene Zuschüsse vor, wobei in jedem einzelnen Fall nach Lage der Verhältnisse und die in der Person des Betriebsführers liegende Gewähr zu prüfen ist. 3. Für die Durch uhrung der Osthilfe ist weiter das Ee'eh über die Errichtung einer Deutschen Ablösungsbank von besonderer Bedeutung. Die Ausga -e der Bank soll vor allem die Beschaffung und Gewährung zweit- 1,626 58,525 112-5 112-23 112'g 4,1« 2,07' 0> 59,117 419 Ä !!; ls 20,*' Köst: ■eydi&ord' .hörjt JhorshaVhFt^r- ’funn. Oslo Aberdeen- 4uWto» .a^orunaj —* t«/jän Mayen Baumwo -Tageslc !W: „2ie t 2-2 U - Li M nie mehr M„Das Geh ?j,i6e der ®eü -Der Ta tiam Sams Acholischen Q Kyi fiamera, Mimen fini W\ " Der 1. D 1. M saM einer tommimf mal von einen- sich durch die am Sormillag den Kommun, gehalten, die 3m übrigen unserer Stabt Abend fanl) t ^ammümg i Jj 6oyj Mi ^§ald ist 21 * D-Zie Fe>! <-rüb 3j pUiDer6u ligcirodn; ffiW >um6 Sin. S” ‘ fl** 1 ttWA Oe unter * J|en. « . .'Oers bei * £l Slinune ' K nM S- , rfcffl stud m | jtien und zu6 I Mchen von- i -gen he'stt l Übereilung El W verboten W verbot \ | | ‘a Soserne - gtijen, kann i O oder eine Wde Kiesg' Msehen sem. 5i unsere 3uge' ttanb lonunt, h Klagen mit Niemals fei jtennenöe c lnHenl Vwmi sang an, dann M Dam g Mer haben s stellen. M tu! Obeneg Zeßolprache I uciRl betlau' Ewiger Seit MschensäNen "dnung gelt °ch in dies« iatt, das zah ! tersammelt h, Z ?* Mol 1 ™ abenb ^Port Don w*m Kreisj mit de ! /Msdvit wir ■^•jöftin&er jjffltt), tväh. stelliger Hypotheken sein. Die Bank arbeitet unter Reichsaufsicht. Die Dank kann Schahanweisungen (Ablösungsscheine) unter Reichsgarantie ausgeben. Die Abgabe soll nur im Wege der Ämschuldung an die bisherigen Gläubiger erfolgen. Sonstige Schuldverschreibungen sind bis zum zehnfachen Betrage des Stammkapitals zulässig. 4. Das dritte Abänderungsgeseh zum Gesetz über die Errichtung der Rentenbankkredilanstalt regelt die Beseitigung der bisherigen Beschränkung des P e r s o n a l k r e d i t- geschäfts der Rentenba n k kreditanstatt, gibt ihr die Möglichkeit zur Beteiligung an der Preußenkasse und die Möglichkeit zur Aufnahme auf Schuldverschreibungen. 5. Das Gesetz über die L a st e n s e n k u n g gibt der Aeichsregierung die Möglichkeit, in den Iahren 1930 bis 1934 einen Teil der Kommunalzuschläge zur Grundvermögenssteuer und zur Gewerbesteuer auf das Reich zu übernehmen. 6. Rach dem Gesetz zur Förderung besonderer wirtschaftlicher sowie gesund h »i t l ich e r , sozialer und sonstiger Zwecke sind für das Ostgebiet zu gewährende Frachterleichterungen aus Reichsmitteln zu übernehmen. Für den Landarbeiterwohnungsbau und die Instandsetzung verfallender Altwohnungen in Stadt und Land sollen besondere Haushaltsmittel eingesetzt werden. 7. Rach dem Gesetz über die D e r b e s j e - rung der Verkehrswege sollen 1930 bis 1939 aus dem Haushalt oder aus besonderen Anleihen auf Grund eines besonderen Gesches Mittel für den Straßenbau, den Wasserstraßenbau, den Kleinbahnbau und den Bau bzw. Ausbau von Häfen bereitgestellt werden. 8. Das Gesetz über den Bau von Eisen- bahnen behandelt nach Maßgabe der bereits in dem ordentlichen Etattitel vorgesehenen Einzelheiten nicht nur den Bau von Dahnen im Osten, sondern auch im westlichen Grenzgebiet. Das Reich gibt an die Reichsbahngesellschaft ein Darlehen von 130 Millionen Mark. Dafür sollen in Ostpreußen zwei Strecken, in Oberschlesien zwei Strecken, in Riederschlesien zwei Strecken, in der Grenzmark Posen-Westpreußen und Ostbran- denburg drei Strecken und im westlichen Grenzgebiet zwei Strecken gebaut werden. 9. Das letzte der in dem Rahmengesetz zu- sammengefaßten Einzelgesetze behandelt die De» schaffung besonderer Mittel. Zum Teil sind die erforderlichen Mittel in den Haushaltsplänen vorzusehen. Außerdem soll der reichseigene Grundbesitz im besetzten Gebiet veräußert werden. Dazu kommen die Rechtsmittel der Dank für Industrieobligationen. Aus der Aufbringungsumlage sind 1931 mindestens 50 Millionen, dann bis 1935 höhere, jährlich anwachsende Beträge für die Landwirtschaftliche Ämschuldung ^zur Verfügung zu stellen. Zu diesen neun Entwürfen kommt noch die Vorlage über ein Moratorium. Cs handelt sich nicht um ein Generalmoratorium, auch nicht, wie es ursprünglich beabsichtigt war, um eine allgemeine Stundung der öffentlichen Abgaben, sondern lediglich um ein zeitlich und sachlich eng begrenztes Moratorium. Bei einer Befristung auf drei Monate würde im wesentlichen die Möglichkeit der Durchführung von Zwangsmaßnahmen während des Vierteljahres unterbunden. Die Amtsgerichte hätten also gegebenenfalls an die in den Ausführungsbestimmungen - näher zu bestimmenden Stellen Mitteilung zu machen, damit zum Ablauf der Moratoriumsfrist ein Vergleich, notfalls zwangsweise, herbeigeführt werden kann. Die Sitzung des Wests p- Flügels. Berlin, 1. Mai. ERD. Heute abend fand in einem Raum des Restaurants Mitscher die Zusammenkunft statt, zu der Graf Westarp die Mitglieder der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Dolkspartei eingeladen hat, die bei der letzten Reichstagsabstimmung für die Vorlagen des Kabinetts Brüning gestimmt hatten. Die Besprechung, an der 25 Abgeordnete teil- nahmen, begann um 20 Ähr und dauerte bis nach 24 Ähr. Sie endete mit dem Beschluß, ein Schreiben an den Parteiführer und den Frak- tionsvorsihenden zu richten, in dem die Äeber- zeugung dieser Mitglieder der deutschncrtionalen Reichstagsfraktion niedergelegt ist. Ls kann kein Zweifel darüber sein, daß Graf Westarp als Linberufer der Aussprache das ernsthafteste Bestreben hat, olles zu vermelden, was die Situation innerhalb der Deutschnationalen Dolkspartei verschärfen könnte. Deshalb wird der Inhalt des Schreibens nicht eher bekanntgegeben werden, als es in den Händen der Adressaten ist. Man kann aber Wohl annehmen, daß der Brief das Recht auf die Gewissensfreiheit und damit zugleich die Gewissenspflicht des Abgeordneten unterstrichen wird. Er wird weiter darauf Hinweisen, daß namentlich die beiden letzten Sätze der Entschließung, die der deutschnationale Parteivorstand am Sonntag vor acht Tagen gefaßt hat, zu diesen Grundrechten und -Pflichten des Abgeordneten in Gegensatz stehen. Wenn dieses Schreiben am heutigen Freitag der Parteiführung überreicht wird, so würde die Entscheidung über die Weiterentwicklung innerhalb der deutschnationalen Reichstagsfraktion bei der Führung liegen. Schober in London. London, 1. Mai. Der österreichische Bundeskanzler Schober ist heute nachmittag 3.30 Ähr hier eingetroffen. Er wurde vom österreichischen Gesandten, den Mitgliedern der Gesandtschaft und einem Vertreter des Foreign Office begrüßt. Der englische Außenminister gab zu Ehren des österreichischen Dundeskanzlers Dr. Schober heute abend un Foreign Office ein Essen, an dem u.a der Premierminister und die übrigen Mitglieder der Regierung, sowie Lord Cecil, der Lordmayor von London und der G o u - D / ne u r der Dank von England teilnahmen. Morgen wird Dr. Schober mit dem Premierminister frühstücken, und am Samstag wird er vom König empfangen werden. Vereinbarungen in Paris. Paris, 1. Mai. (WTB.) In einer Unterredung, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober wahrend seines hiesigen Aufenthaltes mit dem Ar- beitsminister Laval hatte, sind die Grundlagen für ein Ein-undAuswanderungsab Ruhiger Verlauf der Maifeiern S ch o b e r in Paris und schreibt, dieser Besuch habe die Atmosphäre in Mitteleuropa entspannt und die Oeffentlichkeit in Frankreich und Oesterreich aufgeklärt. Man erkenne jetzt, daß nicht alle einflußreichen kreise in Oesterreich für den Anschluß an Deutschland gewesen seien. In Oesterreich sei man vielfach nur für kleine Linzelanschlüfse, aber Oesterreich an sich habe keine Lust, von der Landkarte in Europa zu verschwinden und seine Eigenart in der Geschichte der europäischen Kultur aufzugeben. Bundeskanzler Schober sei nach Paris und London gereist, um zu zeigen, daß er die Unabhängigkeit Oesterreichs aufrechterhalten wolle. Oesterreich habe aufden Anschluß ver- z i ch t e t, weil die Gegenwart für Oesterreich er- träglich geworden sei und weil seine Zukunft nicht mehr so düster erscheine. Aus alter Welt. Aufstieg des „Graf Zeppelin" zur Schweizer Fahrt. Friedrichshafen, 2.Mai. (WTD. Funkspruch.) Heute vormittag um 8.02 Ähr stieg das Luftschiff „Graf Zeppelin" bei herrlichem Sonnenschein zu seiner Sonderfahrt in die Sch weiz auf. An Bord befinden sich 35 Fahrgäste. Die Führung liegt in den Händen des Lustschiffkapitäns v. Schiller. Die Rückkehr dürfte zwischen 16 und 17 Ähr zu erwarten sein. Berlin Berlin, 1. Mai. (WTB.) Während des Aufmarsches der Kommunisten, die sich an verschiedenen Plätzen Groß-Berlins zusammenfanden, um dann gemeinsam den Marsch nach dem Lustgarten anzutreten, ist es an einigen Stellen zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, die aber ohne besondere Folgen geblieben sind. Die für %11 Uhr angesetzte Feier der Kommunisten im Lustgarten verzögerte sich sehr stark, da noch gegen 12 Uhr lange Kolonnen der aufmarschierenden Kommunisten dem Lustgarten zustrebten. Die Zugangsstraßen zum Lustgarten und zum Schloßplatz waren um 12 Uhr völlig verstopft. Die Umgebung des Domes, des Alten Museums und die Schloßrampe waren abgesperrt. Im übrigen hielt sich die Polizei sehr zurück und war kaum zu sehen. Eine große Anzahl von Tafeln und roten Fahnen ragte über die Köpfe der Massen empor. Nach dem Gesang der International« sprachen die Abgeordneten Thälmann, Neumann und Pieck, sowie führende Arbeiterfunktionäre der Berliner Großbetriebe und der Revolutionären Gewerkschaftsopposition. Um 12 Uhr wurde ein großer Teil der noch anmarschierenden Demonstrationszüge nach Neu-Kölln und nach dem Wedding umgeleitet. An der Demonstration hatten ungefähr 50 OOÖ Menschen teilgenommen, während nur 32 000 der Polizei angesagt worden waren; der Rest bestand aus einzelnen Mitläufern aus allen Stadtteilen. Beim Abmarsch der Demonstranten wurden Rot-Front-Rufe laut. Vor dem Alten Museum brachte die Menge ein dreifach ^Pfui Deibel" auf Zörgiebel und die Schupo aus. Das Programm der kommunistischen Maifeier sah im Anschluß an die Kundgebung im Lustgarten einen Demonstrationsmarsch nach dem Schauplatz der Zusammenstöße des Vorjahres, der Kosliner und der Wiesenstraße im Rorden Berlins vor. Die Anwohner hatten rote Fahnen, Transparente und zwei riesige, mit roten Rosen besteckte Totenkränze aus Lorbeer an den Häusern angebracht. Die Demonstranten marschierten unter dem Auf: ^Rache für die Toten vom Mai 1929!“ Zu Zwischenfällen ist es nach den vorliegenden Berichten, obwohl sich große Men- schenmassen^in dem verhältnismäßig engen Viertel konzentrierten, beim Anmarsch wie bei der Auflösung der Züge nicht gekommen. Der Aufmarsch der sozialdemokratischen Organisationen zur Maifeier im Lustgarten erfolgte in den ersten Stunden des Rachmittags gemäß dem vorher vereinbarten Programm, das eine möglichst weitgehende Tren- nung der kommunistischen und der sozialdemokratischen Kundgebung vorsah. Die Polizei beschränkte sich auf den Ordnungsdienst vor öffentlichen Gebäuden und Monumenten und die Regelung des Verkehrs, die auf dem belebten Schloh- plah nicht unerhebliche Schwierigkeiten bot. Von der Rednertribüne vor dem Alten Museum aus sprach der Dundesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Reichstagsabgeordnete Peter G r a ß m a n n, der gegen das Kabinett polemisierend, u. a. eine Verkürzung der Arbeitszeit sowie den Ausbau der Arbeitslosenversicherung als notwendige Forderung bezeichnete. Der gesamte An- und Abmarsch, der mehrere Stunden in Anspruch nahm, verlief bis auf kleinere Zwischenfälle reibungslos. Kurz nach 13 Ähr muhte am Bülow-Platz die Polizei gegen kommunistische Gruppen vorgehen, die einen sozialdemokratischen Demonstrationszug belästigten, Im Anschluß an die Kundgebung im Lustgarten veranstaltete die Sozialdemokratische Partei Abendfeiern in zahlreichen großen Sälen Berlins. Oer Verlauf im Reiche. Berlin, 1. Mai. (TÄ. Funkspruch.) Der l.Mai ist im Reich, soweit sich bisher übersehen läßt, ruhig verlaufen. In Leipzig versuchten sich in den frühen Morgenstunden trotz des polizeilichen Verbotes an verschiedenen Stellen kleine Trupps von Kommunisten zu sammeln. Sie wurden jedoch von der Polizei sofort, teilweise unter Anwendung des Gummiknüppels, zerstreut. Die Ruhe wurde dann nicht mehr gestört. In Halle beschlagnahmte die Polizei mehrere in dem kommunistischen Demonstrationszug mitgeführte Plakate, deren Inschriften gegen die Strafbestimmungen verstießen. Religionsfeindliche Darstellungen auf Lastkraftwagen wurden auf polizeiliche Anordnung widerspruchslos entfernt. An dem Ämzug der Gewerkschaften in D e s - s a u beteiligte sich auch der anhaltinische Ministerpräsident Deis. Die Meldungen aus dem Osten der Provinz Sachsen, sowie aus dem Zeitz- Weißenfelser Revier und dem Mansfelder Revier besagen, daß sich auch dort keine Zwischenfälle ereignet haben. Bei dem von den Kommunisten in Hannover veranstalteten Ämzug mußte die Schutzpolizei einschreiten, da hinter der Kapelle eine kommen zwischen Oesterreich und Frankreich erörtert worden. Desgleichen wurde über die Anwendung der französischen Sozialversicherungsgesetzgebung auf österreichische Arbeiter durch ein Gegenseitigkeitsabkommen verhandelt. Außerdem wurde beschlossen, ein Abkommen zu treffen, das die Zulassung junger Leute aus Frankreich bzw. Oesterreich zur Erweiterung ihrer beruflichen und sprachlichen Kenntnisse regelt. Es wurde vereinbart, daß Verhandlungen über diese Abkommen sehr bald in Wien ausgenommen werden. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober hat an den Ministerpräsidenten Tardieu ein Telegramm gerichtet, in welchem er seinen Dank für die Gastfreundschaft, die ihm in Paris zuteil wurde, zum Ausdruck bringt. Zum Schluß gibt er dem Wunsche Ausdruck, daß fein Aufenthalt in Paris dazu beitragen möge, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Oesterreich noch enger zu gestalten. Hierauf antwortete Ministerpräsident T a r d i e u: Die französische Regierung werde seinen Besuch in Paris gern in Erinnerung behalten, und er dürfe versichert sein, daß der Besuch in hohem Maße dazu beitragen werde, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Frankreich noch enger zu knüpfen. Auf den Anschluß verzichtet. Paris, 2.Mai. (WTB. Funkspruch.) Heute be- schästigt sich der Außenpolitiker des „Matt n" mit dem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Gruppe in der Uniform des verbotenen Rotfrontkämpferbundes marschierte. Sie wurde von der Polizei aus dem Zuge geholt und zur Vernehmung auf das Polizeipräsidium gebracht, von wo sie später wieder entlassen wurde. Rach einer Meldung aus Weimar ist der 1. Mai auch in Thüringen im großen und ganzen ruhig verlaufen. Auch aus dem oberschlesis ch en Industriegebiet werden keinerlei Zwischenfälle gemeldet. Die Beteiligung an den Ämzügen in Gleiwitz, Hindenburg und Beuthen entsprach etwa der der Vorjahre. In fast allen Betrieben wurde ganz oder teilweise gearbeitet. In Stettin marschierten Kommunisten und Sozialdemokraten an verschiedenen Plätzen unter Vorantritt von Musikkapellen auf. Ein großes Polizeiaufgebot sorgte für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung. Der 1. Mai ist in Köln ruhig verlausen. Die Kommunisten veranstalteten in der Altstadt einen Umzug. Die Sozialdemokraten marschierten zur großen Messehalle, wo der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Reichstagsabgeordneter Wels, sprach. Nach einer Meldung aus Essen sind auch im rheinisch-westfälischen Industriegebiet Kundgebungen der Kommunisten und Sozialdemokraten ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Beteiligung war im allgemeinen nicht sehr stark. Von den insgesamt rund 165 000 Bergleuten, die in den einzelnen Revieren des Ruhrgebietes in der Morgenschicht einfahren sollten, haben wegen der Maifeier nur rund 20 000, also 12 v. H. gefeiert Die Maifeiern sind in Frankfurt ruhig und in Ordnung verlaufen. Die Kommunistische Partei veranstaltete um 10 Uhr auf dem Opernplatz eine Massenkundgebung, die von schätzungsweise 8000 Menschen besucht war. Die Sozialdemokraten hatten für 11 Uhr eine Massenkundgebung im Schumann- Theater einberufen. Nach Musik- und Gesangvor- trägen hielt Reichstagsabgeordneter Aufhä ufer (Berlin) die Rede. Zu Zwischenfällen ist es bei den Versammlungen und Demonstrationszügen nicht gekommen. Auch Karlsruhe meldet ruhigen Verlauf der Maifeiern in den großen badischen Städten. Ledig- lich in Pforzheim versuchten die Kommunisten das Umzugs- und Versammlungsverbot zu übertreten. Sie wurden von der Polizei zerstreut und 11 Mann verhaftet. Im hamburgischen Staatsgebiet, wo der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag gilt verlief der Tag gleichfalls ohne Zwischenfälle. Auch in Altona und den sonstigen größeren Städten Schleswig-Holsteins blieb alles ruhig. Wie aus M ü n ch e n gemeldet wird, ist die sozialdemokratische Maikundgebung nach polizeilicher Mit- teilung ohne jede Störung verlaufen. Etwa 120 Kommunisten, die trotz des polizeilichen Verbotes einen Umzug veranstalten wollten, wurden an der Theresienhöhe durch berittene Schutzmannschaft zerstreut. Auch im Bezirk München-Land gab es keine ernstlichen Störungen. Der kommunistische Land- tagsabgeordnete Dresse! ist festgenommen worden. Kommun stische Ausschreitungen in Trier. Trier, 2. Mai. (TU. Funkspruch.) Am Donnerstag kam es inTrierzu schweren Ausschreitungen der Kommuni st en, die nach einer Versammlung auf dem Viehmarktplatz sich zu einem Demonstrationszug formierten. Als ein Polizeikom- missar ein Transparent, das eine aufreizende In- fchrift trug, beschlagnahmen wollte, wurde er von der Menge tätlich angegriffen und zu Boden geworfen. Durch herbeieilende Polizeioerstärkungen konnte die Menge zerstreut und in die anliegenden Nebenstraßen gedrängt werden. Hierbei kam es noch Zu wiederholten Ausschreitungen gegen die Polizei, in deren Verlauf aus der Menge ein Schuß fiel. Ein Kommunist wurde verhaftet, aber nach Feststellung der Personalien wieder entlassen. Am Spätabend fand die sozialdemokratische Maifeier im Saale der Brauerei Schiefer statt, die von den Kommunisten gleich zu Anfang gestört wurde. Bei dem schon im Saale entstehenden Handgemenge zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, das sich auf dem Hofe fortsetzte, wurde einer der Beteiligten durch Messerstiche verletzt. Der Verlaus im Ausland. Nach den Meldungen aus Paris, Brüssel, London und Madrid ist es in den Ländern dieser Hauptstädte am gestrigen Tage nirgends zu Zwischen- fällen von wesentlicher Bedeutung gekommen. Die Maifeiern verliefen überall in ruhiger Weise. Dagegen hat es in Wien und in Warschau einige Zusammenstöße gegeben, bei denen aber die Sicherheitsorgane die Ordnung bald wieder Herstellen konnten. In Schweden und Norwegen war gleich- falls alles ruhig, aus Moskau wird über die Maiseier als das gewohnte große Staatsfest berichtet. Raketenflugzeug abgestürzt. — Espenlaub leicht verletzt. Wesermünde, 1. Mai (WTB.) Am nächsten Sonntag sollte in Bremerhaven eine Raketen- s l u g s a h r t, veranstaltet von der Studiengesellschaft für Raketen e. V., Frankfurt a. M. und vom Luftfahrtoerein Unterweser, ftattftnben, deren Höhepunkt der Start und das Fliegen eines Raketen- ftugzeuges ohne Motor, nur durch die Kraft der Raketen angetrieben, bilden sollt«. Heute vormittag fand nun auf dem Bremerhavener Flugplatz die örtliche Abnahme des schwanzlosen Raketenflugzeuges des bekannten Fliegers Espenlaub statt. Die Abnahme ging reibungslos vor sich, aber bei dem anschließenden Einfliegen stürzte die Maschine aus bisher unbekannten Gründen ab und kam habet z u Bruch. Espenlaub wurde mit Fleischverletzungen in das St. Joseph-Hospital gebvachL Der Flugtag wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Zu dem Unfall wird noch gemeldet: Um zunächst einige Anfangsgeschwindigkeiten zu bekommen, wurde das Raketenflugzeug durch ein Gummitau nach Art der Segelflüg« in Bewegung gesetzt. Espenlaub, bef selbst am Steuer saß, zündet« dann die schwächste Rakete an. Das Flugzeug stieg sehr schön und gleichmäßig auf. Die zweite Rakete beschleunigte den Flug. Bei Der dritten Rakete gab es einen Knall. Anscheinend ist Espenlaub hierbei etwas nervös geworden und hat das Flugzeug, das eine Höhe von etwa 10 Meter hatte, zu sehr gedrückt, wodurch es hart auf den Boden aufsetzte. Die Kabine ist dabei zet> drückt worden. Espenlaub selbst ist leicht verletzt. Er konnte sich noch selbst zum Auto begeben, das ihn zum St. Joseph-Hospital brachte. Dort wurde er sofort von einem Chirurgen verbunden, der eine Reihe von Kopfwunden feststellte. Es sind Nase, Augen und Hinterkopf verletzt. Espenlaub wird in einigen Tagen das Krankenhaus wieder verlassen können. Aufstand in Brasilien. — 50 Polizisten getötet. Buenos Aires, 1.Mai. (WTB.) Nach Meldungen aus Brasilien sollen bei einem rein örtlichen Aufstand in der Nähe von P r i n c e z a (?) 4 0 Polizisten in einen Hinterhalt geraten und getötet worden fein. Ferner seien in den letzten Tagen insgesamt 10 P o l i z i st e n in der Umgebung von Princeza ermordet worden. Großfeuer auf Rügen. Stralsund, 1. Mai. (WTB.) Die Insel Rügen ist heute wieder der Schauplatz eines verheerenden Brandunglücks geworden. Gegen 13 Uhr brach auf dem Rittergut Dumsewitz bei Bergen in einer langen st rohgedeckten Scheune Feuer aus. Infolge des starken Ostwindes gerieten nacheinander drei große gefüllte Scheunen, der Kuhstall, Pferde- und Schweinestall in Brand. Die ungeheuere Hitze machte Rettungsarbeiten unmöglich. Von dem ganzen Gut sind nur das Herrenhaus und eine Feldscheune verschont geblieben. Alle sechs Gebäude sind innerhalb kurzer Zeit vernich- t e t worden. Der Schaden ist noch nicht zu übersetzen. 5 0 Kühe, der größte Teil des Pferde- und des Schweinebestandes, ein Teil der landwirtschaftlichen Maschinen, viel Getreide- und Strohvorräte sind verbrannt. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß einige Jungen, die hinter der Scheune rauchten, achtlos mit dem Feuer umgingen. Unwellerschäden in Frankreich. Paris, l.Mai. (WTB.) Starke Gewitterregen haben das Departement Eber heimgesucht und großen Schaden angerichtet. Zwei Flüsse bei Dailly traten über die Äser und setzten die niedrig gelegenen Häuser der Ortschaft unter Wasser. Mehr als fünfzig Gärten wurden durch die eindringenden Wassermassen verwüste' , eine zwanzig Meter lange 11m- fassungsmauer wurde fortgeschwemmt. Eine Menge Kleinvieh ist ertrunken. Die Wetterlage. G wolkenlos (3 netter. Q naiv bedeckt. ® wolkig, O gedeckt. • Kegeo^ * Schnee ä Graupe,ti «Nebel KGewitvr.(§)Wlndstllle.ei einem rein ort. > Princeza (?) ehalt geraten und 'ien in -en lenken en in -er Ilm« ■ t worben. M. •) Dir Nähen nesvrrhrrrrn. eben. Gegen 13 Uhr Witz bei Bergen in i Scheune Feuer nbes gerieten noch, eunen, der AuM, Brond. Dit ungt- arbeiten unmöglich. ms Herrenhaus und lieben. We lecher Zeit vernich. nach nicht zu über. Leit des Plerde- »es, ein teil der Maschinen, fiel träte sind ver- ich entstoi.den, datz Scheune rauchten, 1. anfreid). Stark Trtvit« tputamt fcbet aben angerichtet, über die Ufer und Hauser der Ort' als fünszig Gärten .den Dallemo'len Meter langt W geschwemmt, fet trunken. ’ÄW ben, berenVu? äää; Mi >Wi lt0JArt d„ ’ ^penloub, der "L* W und gleich. ’[e.un>0le benö «lnen Knall.-2n. ff 5? 8effior‘ ÄDOn tliM .®°M es bart ' ' 'st. dabei "er. 'st leicht oer. S,?u*° begehn, dachte. Dort wurde der eine E Es sind Nose, Espenlaub wird in raum sofort beziehbar. Wo? sagt die Ge- schästsstelle des Gießener Anzeig. 3431 d Zuckerkranke 1231V Wie Sie obncHungcrn zuckerfrei werden, sagt Jedem unentgeltlich _______Ph.Harflort,Wioa>ail9a, RUckertatr.169 EtW Morler leptoeiii Flasche ohne Glas Mk. 0.45 Adolf Plack, Neuen Bäue 17 Stofflagen des Unterbaues für den SICHERHEITS-REIFEN Neuzeitliche Gardinen ßz gehören in Ihr Heim! Äachdruck. Haus der Handarbeit Seltersweg 81 Gicßd! 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Auch der Simonbericht wird Zugeständnisse umwälzender Art nicht bringen und weder zu der Einführung des Dominien st atus, noch zu der Gewährung völliger Unabhängigkeit für Indien führen. Der Dominienstatus war Indien bereits 1917 in Aussicht gestellt worden, und er wird dem Land Ende 1930 wiederum als schließliches Ziel vor Augen gehalten werden. Der Fortschritt in dreizehn Jahren ift danach nicht sonderlich groß, denn weder 1917 noch 1930 ist ein Datum für die Einführung des Dominienstatus genannt. England behält sich das Recht vor. zu einem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt sein Versprechen einzulösen, und dieser Zeitpunkt wird, darin besteht bis auf eine kleine Gruppe völlige Einigkeit in allen englischen Kreisen, nicht vor fünfzig, vielleich t erst in hundert Jahren gekommen sein. Gandhi auf der anderen Seite will England zwingen, innerhalb einer ganz kurzen Frist von wenigen Jahren diesen Dominienstatus einzuführen. Er erklärt heute zwar, daß ihm die völlige Unabhängigkeit Indiens vorschwebe und der Dominienstatus nicht mehr genügt, aber es ist noch nicht sehr lange her, als cs nicht von ihm, sondern von dem englischen Dizckönig abhing, ob man sich beiderseitig auf ein nahes Datum für die Einführung des Dominienstatus einigen konnte. Gandhi hat sein Ziel erst weiter gesteckt, als man auf englischer Seite nach einem vorübergehenden und sehr schädlichen Schwanken seine Forderungen endgültig abgclchnt hatte und nachdem man vor allem ohne viel Aufsehen am 31. Dezember v. 2. über sein Ultimatum hinweggegangen war. Diese Tatsachen muß man sich vergegenwärtigen, um auf das wirkliche Problem zu kommen. Es ist nichts anderes als eine Frage des Tempos. Daraus erklärt sich, daß beide Seiten ihre Taktik daraus richten, mehr zu versprechen, als man zu geben entschlossen ist. beziehungsweise mehr zu fordern, als tatsächlich verlangt wird. Ob ein Ausgleich zwischen diesen Gegensätzen im Herbst noch möglich sein wird, nachdem der Gandhische Feldzug fast ein Jahr lang im Gange ist, bleibt abzuwarten. Mit einiger S cherheit läßt sich aber voraussehen, daß die britische Verwaltung nur dieses Standpunktes geführt, obwohl der Dize- könig sich gezwungen say, die Strafbestimmungen in Bengalen zu verschärfen und auch sonstige einmaßen totläuft durch mangelndes oder ungenügendes Interesse des Landes. Vorläufig ist weder zu übersehen, ob die Engländer ihre Absichten durchführen können, noch ob Gandhis Wünsche sich erfüllen. *2lur eins ist sicher, daß beide Teile sich zunächst durch lokale Ereignisse von der Grundlinie ihres Kampfes nicht abbringen lassen. Die Unbequemlichkeiten für die englische Herrschaft haben sich naturgemäß seit Beginn der Gandhischen Bewegung sehr bedeutend vermehrt. Auch die wirtschaftlichen Schäd en find nicht zu unterschätzen. Die Politik, die in Indien getrieben wird, ist aber auf lange Sicht berechnet und wird nicht entscheidend beeinflußt durch vorübergehende Störungen, auch wenn diese ernster Ratur sind. England hat seit der großen Reform jede- gewaltsame Vorgehen gegen Gandhi ihre Schwierigkeiten nur vermehren und die allgemeine Unrast erhöhen würde. Auch die letzten blutigen Zusammenstöße haben noch nicht zu einer Aufgabe Sie zweite Phase des Kampfes in Wien Ist die britische Herrschaft gefährdet? Don unserem ständigen E. E.-Berichterstatter. die Zugeständnisse macht, die sie im Interesse der Stabilisierung ihrer Herrschaft machen zu können glaubt. Der Gandhische Feldzug wird auf die Form dieser Zugeständnisse wahrscheinlich nicht ganz ohne Einfluß bleiben, auch wenn man das auf englischer Seite nicht zugibt. Bereits jetzt hat sich gezeigt, daß der Simonbericht über alles Erwarten verzögert wird. Das erklärt sich doch nur daraus, daß der Bericht unter der Einwirkung der Vorgänge in den letzten Monaten nachträglich überarbeitet und abge- ändert wird. Es ist nicht anzunehmen, daß diese Abänderungen zum Rachteil Indiens sind, aber es ist ebenso unwahrscheinlich, daß Furcht vor der weiteren Entwicklung neue Zugeständnisse veranlaßt Der Ausgleich wird schließlich auf einer mittleren Linie gefunden werden müssen, wobei Gandhi mit oder gegen seinen Willen der Tatsache Rechnung tragen muh, daß er der Schwächere ist.' Bei Beurteilung des gegenwärtigen Kampfes darf nicht außer acht gelassen werden, daß Gandhi weder das ganze indische Volk, noch eine griffen, während Gandhi selbst ziemlich unbehelligt bleibt. Seit Beginn des Feldzuges haben die britischen Behörden daran fcftgefjalten, daß Gandhi in Freiheit zu lassen und bewaffnete Zusammenstöße mit seinen Anhängern zu beschränken. Gandhis Interessen liegen aber darin, durch ein gewaltsames Vorgehen britischer Truppen einen stärkeren moralischen Rückhalt für feine Bewegung zu gewinnen Er muß bestrebt sein, zu verhindern, daß sich die Bewegung getoiffer- Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, Ende April. Die Rachrichten aus Indstm lauten in den letzten Tagen recht ernst. An verschiedenen Punk- tcn ist es zu schweren Zusammenstößen getom- men, die auch auf britischer Seite eine Reihe von Toten forderten. Die drei wichtigsten indischen Zentren, Kalkutta. Bombay, und Karachi sind von der ilnrubebetoegung erfaßt worden und die britische Verwaltung hat sich genötigt gesehen, zu ungewöhnlichen Sicherheitsmaßnahmen zu greifen. Das ernsteste' Zeichen ist. die Gehorsamsverweigerung eines indischen Truppenteils. Wirklich große Aktionen mit Rückwirkungen auf das ganze Land aber konnten bisher vermieden werden. Die Frage ist jedoch, wie weit sich auch für die Zukunft lln- ruhebewegungen lokalisieren lassen und ob eine tatsächliche Gefahr für einen allgemeinen An- griff auf die britische Macht besteht. Die englischen Berichte aus Indien geben naturgemäß ein nicht in jeder Hinsicht zuverlässiges Bild, und vieles, was über Gandhis Bewegung wie über die bewaffneten Auf stände berichtet wird, ist sicherlich tendenziöser Art. Einige wenige Blätter, unter ihnen in erster Linie die „Times", berichten aber in einer durchaus glaubwürdig erscheinenden Weise über die Gesamtlage in Indien. Dabei ist auffallend und gleichzeitig bezeichnend, daß nicht der geringste Versuch gemacht wird, die Lage zu beschönigen oder die Gesahr kleiner erscheinen zu lassen. 3m Gegenteil! In der „Times" wird seit etwa acht Tagen fast täglich darauf hingewiesen, daß die Gandhische Bewegung ernst zu nehmen ist und die britische Verwaltung sich heute nicht mehr in der Lage befindet, mit leichtem Achselzucken über lokale Unruhen hinweg gehen zu können. Offen bleibt hierbei, ob sie aus taktischen Gründen nicht übertreibt, um im Hinblick aus gewisse innerpolitische Hemmungen in England eine einheitliche Stimmung für etwa kommende schärfere Vorstöße der britischen Verwaltung zu schaffen. Es war von vornherein damit zu rechnen, daß der Feldzug Gandhis nach und nach zu Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten führen mußte. Die bisher vorgekommenen llebcrgriffe sind zwar nicht direkt mit der Bewegung Gandhis verbunden, aber ohne die durch den Gandhischen Feldzug hervorgerufene allgemeine Unrast schwer denkbar. Gandhi lehnt, wahrscheinlich mit einem gewissen Recht, jede Verantwortung für die Gewalttätigkeiten ab, da er selbst ja sich peinlich davor hütet, es zu einem offenen Kampf kommen zu lassen. Auf englischer Seite trägt man dieser Haltung Rechnung und beschränkt sich in Bengalen zu verschärfen und auch sonstige einschneidende Maßregeln zu treffen. Englands Absicht geht ganz klar dahin, bis zur Veröffentlichung des Sunonberichtes und wenn irgend- möglich bis zum Herbst, dem Zeitpunkt des Zusammentritts der englisch-indischen Konferenz, geschlossene geographische Einheit hinter sich hat. Sein Kamps gilt nur Vritisch-Indien. Die großen Gebiete aber, die unter der Herrschaft der indischen Fürsten stehen, sind seinem Einfluß weitgehend entzogen. England hat diesen indischen Fürsten sehr weitgehende Selbständigkeit gelassen und in ihnen wichtige und zuverlässige Bundesgenossen gefunden. Die Mittel, mit denen diese Freundschaft aufrechterhalten wird, find nicht immer ganz einwandfrei und gehen nicht selten auf Kosten der regierten indischen Volksteile; aber das ändert nichts an der Tatsache, daß die unter der Herrschaft der indischen Fürsten stehenden Gebiete der britischen Verwaltung keine Sorge bereiten, da nicht sie, sondern die Fürsten dafür sorgen, daß Gandhis Bewegung in ihren Gebieten nicht Fuß fassen kann. In Vritisch-Indien selbst stehen sich Hindus und Mohammedaner als bittere Feinde gegenüber. Die Zusammenstöße zwischen beiden Religionsgemeinschaften find vielleicht nicht immer das Ergebnis tatsächlicher Feindseligkeiten, sondern das einer künstlichen Agitation; aber auch hier bleibt zunächst zu beachten, daß die Mohammedaner Gandhi die Gefolgschaft verweigern. Sein Wirkungsbereich wird schließlich durch einen dritten, wichtigen Faktor geschmälert, nämlich die ihm ungünstige Haltung der Führer von sechzig Millionen P a - rias. Innerhalb der führenden Kreise der Hindus gibt es natürlich auch lauwarme Elemente, die zwischen der Unterstützung Gandhis, die immerhin peinliche Opfer fordern kann, und bet weniger gefährlichen und einträglicheren Zusammenarbeit mit den Engländern keine Entscheidung finden. All das schließt nicht aus, daß Gandhi in einzelnen Teilen des Landes mit seiner Bewegung Erfolg haben kann, da ja die religiöse Verteilung, die wirtschaftliche Gliederung und zahlreiche andere für die künftige Entwicklung entscheidende Faktoren ganz verschieden gelagert sind. Aber von einer ernstlichen Gefährdung der britischen H c r r s ch a f t i n I n - dien kann nicht bic Rede f e i n. Selbst für den Fall, daß Gandhi im Verlaufe der nächsten Monate größere Erfolge verzeichnen könnte, oder daß sich bic Zusammenstöße mit britischen Truppen mehren sollten, würde das an der Lage nicht viel ändern. Wenn man sich fragt, ob bic britische Verwaltung gesährbet ist, bann muß man auch gleichzeitig daran denken, daß Groß-Britannien Dis zum letzten Mann um seine Herrschaft in Indien kämpfen würde. Was das heißt, lehrt ein ganz flüchtiger Blick auf bic englische Kolonialgeschichtc. England zieht es vor, und es hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht, feine überseeischen Besitzungen nach und nach wirtschaftlich zu durchdringen. Auch im Falle Indiens ist das nicht anders, und die Einführung des Dominienstatus ist für den Augenblick in Aussicht genommen, an dem London die Ucberzeugung haben kann, daß es ebenso wie die anderen sich sclbstoerwaltendcii britischen Dominien aus eigenem Interesse und freiwillig innerhalb der Gemeinschaft britischer Nationen verbleibt. Käme es aber in Indien anders so könnte das Ergebnis nur in einem furchtbaren Blutbad bestehen, denn niemand, der englische Derwaltungsmethoden und englische Mentalität kennt, wird glauben, daß England in einem Kampf hart auf hart auch nur die leiseste Rücksicht nehmen würde. --------------- I Daten für Lamstag, 3. Mai. Sonnenaufgang 4.30 Uhr, Sonnenuntergang 19.24 Uhr. — Mondaufgang 7.20 Uhr, Monduntergang 0.33 Uhr 1469: der italienische Staatsmann und Geschichtsschreiber Niccolo Machiaoelli in Florenz geboren; — 1849: der ehemalige Reichskanzler Fürst Bülow in Klein-Flottbek geboren. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgcmeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage) Samstag, den 3. Mai. Vorabend: 7.30 Uhr; morgens 8.30 Uhr; abends 8 und 8.40 Uhr Sauerbruch und seine Schüler. Anekdoten, mitgeteilt von Hermann pörzgen. Mit Recht gefürchtet sind Sauerbruchs, des berühmten Mediziners, Prüfungen. Ein Münchner Kandidat erschien zur vorgeschriebenkn Zeit in der Klinik, als Sauerbruch plötzlich zu einer dringenden Operation nach auswärts gerufen wurde „Kommen Sie mit!“ rief er dem Verdutzten zu und stieg ins Auto. Er prüfte im Fahren. Rach einer Viertelstunde hielt er, weit vor den Toren Münchens, den Wagen an. „6ic steigen letzt aus!“ raunzte er. „Sie find durchgefallen I“ und ließ den Aermsten auf der offenen Landstraße stehen. * Ein andermal hatte gleichfalls ein Prüfling Pech „Kommen Sie in sechs Monaten wieder!" Darauf der Prüfling. „Das wird nicht möglich sein, Herr Geheimrat; ich habe kein Geld, noch ein halbes Jahr zu studieren. Entweder ich bestehe jetzt ober nie?' Sauerbruch: „Bloß weil Sie kein Geld haben, soll ich Sie durchkommen lassen? Gibt's nicht! Hier haben Sie fünfhundert Mark! ilnb daß Sie mit ja wiederkommen 1" • Vier Kandidaten im Prüfungszimmer Ein Patient wird hereingefahren, völlig mit weihen Leinentüchern bedeckt. „Was fehlt dem Patienten?“ Verlegenes Schweigen. Man zerbricht sich den Kopf Man weih, der Geheimrat stellt manchmal i o seltsame Fragen. Schliehlich tritt einer vor: „Herr Geheimrat, man müßte den Kranken vielleicht erst einmal untersuchen?!" ,,Ausgezeichnet,“ sagt Sauerbruch, „Sie haben bestanden. Die anderen Herren bitte morgen noch einmal.“ Lind eilt davon. Einen Kandidaten bestellte sich Sauerbruch zum Examen in seine Wohnung. Er prüfte lange und schwierig. Als das Examen zu Ende ging, öffnete sich plötzlich die Zimmertür und Sauerbruchs großer Wolfshund pirschte herein. Freudig beschnüffelte er auch den Gast. „Als letzte Frage,“ lieh Sauerbruch hören, „was fällt Ihnen an dem Hund Besonderes auf?" Der Kandidat betrachtet sich den Hund. Er war groß, etwas struppig, aber im ganzen normal. „Er wedelt mit dem Schwanz, Herr Geheimrat", stotterte der Kandidat in Verlegenheit. „Aber warum. Herr Kollege, darauf kommt es mir an!" Der Kandidat wußte es nicht. „Ra, sehen Sie denn nicht?" erklärte schließlich Sauerbruch, „der freut sich, weil Sie bestanden haben!" Ein anderer wiederum machte während der Prüfung schlapp. Sauerbruch ruft eine Kranken» schweflet. „Bringen Sie ihm mal ein Butterbrot!“ Rasch hat der Kandidat wieder frische Kräfte gesammelt. Da sagt Sauerbruch: „Jetzt, Herr Kollege, kann ich es Ihnen ja sagen. Sie haben es nicht geschafft.“ Einmal aber erlebte Sauerbruch einen Rein- fall Ihm wurde ein Kind vorgeführt mit einer kranken Hand. Aeuherlich zeigte die Hand keine Veränderungen. Roch ehe sie untersucht werden konnte, fragte Sauerbruch seine Studenten: „Welche Hand ist die kranke, und woran sehen Eie das?" Keine Antwort! „Sehr einfach", sprach Sauerbruch, „die saubere Hand ist die kranke, weil das Kind sie ja wegen der Schmerzen nicht zum Spielen gebraucht hat!" Allgemein schmunzelnder Beifall. Die Untersuchung ergab jedoch etwas anderes. Die schmutzige Hand war die kranke. Wegen der Schmerzen war sie nämlich ungewaschen geblieben. Aus irgendeinem Anlaß kommt cs vor der Münchener Universität zu Zusammenstößen zwischen Studenten und Polizei. Sauerbruch, der zu beschwichtigen sucht, wird nicht erkannt und erhält einen Kolbenhieb auf die Schulter. Seine Hornbrille geht ihm dabei verloren. Diese jedoch wird erkannt. Sie wird ihm am nächsten Morgen aufs Katheder gelegt. Und als Sauerbruch ins Kolleg kommt, mit lebhaftem Trampeln von seinen Studenten begrüßt, findet er seine Brille. „Ra, meine Jungens," sprach er. „jetzt hab ich sogar für Sie Haue gekriegt," Kleinigkeiten Nacherzählt von Sigismund v. Radecki. Mein Onkel, der wegen feiner geradezu peinlichen Höflichkeit bekannt war, besah einen Affen und einen Papagei. Der Papagei konnte bloß zwei Worte sprechen und wiederholte dementsprechend sehr oft: „Scharmanter Abend! Scharmanter Abend!..." Was den Affen anlangt, so konnte er überhaupt nicht reden. Eines Abends war mein Onkel eingeladen und beging die Unvorsichtigkeit, die beiden exotischen Tiere in einem Zimmer allein zu lassen. Als er nach Mitternacht heimkam, fand er folgende Situation vor: der Affe hatte sich aus den Federn des Papageis einen giftbunten Kopfschmuck jufammengeftellt, und schnitt damit vor bem Spiegel die haarsträubendsten Grimassen. Der Papagei aber hatte sich, halb ausgerupft, auf die höchste Gardinenstange geflüchtet, und sagte ununterbrochen mit matter Stimme: ..Scharmanter Abend ... Scharmanter Abend • Scharmanter Abend ...“ • Ein Mann kam ins Western-Union-Telegraphen-Bureau, um eine Depesche aufzugeben, und erkundigte sich nach dem Tarif. Der Beamte am Schulter sagte ihm, daß er für den Text soundsoviel pro Wort zahlen müsse, daß aber der Harne frei gehe. Rach einem Sekundenbruchteil erklärte der Mann in breitestem schottischen Akzent: „Sie werden lachen, aber ich bin nämlich ein Sioux-Indianer und heiße mit Hamen: Komme erst Freitag früh zurück.“ Lange Zeit war die kleine Maus zu furchtsam, um aus dem Loche hervorzukriechen — wegen der fürchterlichen großen Katze Eines Rachts aber traute sie sich doch ein klein wenig heraus und fand eine Kognakflasche, die jemand auf den Kellerfliesen zerbrochen hatte. Die Maus nippte ein wenig und schlüpfte in das Loch zurück, um nachzudenken. Dann kam sie wieder hervor und trank etwas länger. Dann kam sie ein drittes Mal und trank noch mehr Und bann sprang sie auf die Stuhllehne, schlug eine Pirouette auf dem linken Hinterfuß und brüllte: ..Jetzt bringt sie doch mal heraus, eure verdammte Katze!“ Vorsitzer oder Vorsitzender? Gegen den Vorsitzenden ist an sich kaum etwas cinzuwenben. Der Deutsche Sprachverein hatte früher einen Vorsitzenden, und in den Wissenschaftlichen Beiheften (IX S. 141) wird es sogar als Unfug bezeichnet, für gute deutsche Ausdrücke andre einzufetzen, nur weil sie z. B etwas kürzer seien Uebereifrigen Sprachfreunden bereitet der Vorsitzende aber so heftige Schmerzen, daß sie ihm alsbald den Garaus machen möchten. Sie sollten ihn doch ruhig eines natürlichen Todes sterben lassen, denn er liegt ja bereits in den letzten Zügen Bei seiner Bestattung können sie dann Leichenträger sein und brauchen deshalb doch nicht zu den Leidtragenden gehören, selbst wenn er ein Hervorrager war. Manche werben dabei lachen, manche greinen ober weinen, es wird aber jedoch nur Greiner und Lacher, niemals aber Weiner geben. Wer durch einen Äachrus oder sonst etwas zu seiner Verherrlichung beitragen, ihn etwa als einen ausgezeichneten Dorträger (oder Vortrager) rühmen will, mag sich (wie einst die Bremer Bei träger) auch als Deiträger bezeichnen. Wer ihm beitreten will, wird sich gewiß nicht Deitreter nennen. Wer eine Forderung abtritt, ist kein Abtreter. Darunter begreift man gemeiniglich einen Gegenstand, der zur Reinigung der Stiefel bient Wer auftritt ober (von der Bühne) abtritt, ist kein Auf- ober Abtreter. Es gibt Gewerbtreibende und Dieh- treiber, bagegen kaum Diehtreibenbe und Gewerb- treiber. Wir Loollen die Sache, hier nicht noch mehr breittreten, keine Breittreter fein, auch keine Schulmeisterer, die daraus reifen und doch keine Reiser sind, ebensowenig wie die Hand- lungsreisenben. In diesen Dingen ist der gute Sprachgebrauch alles, er hat bie letzte Entschei- bung, und er bevorzugt heute zweifellos den Vorsitzer, auch mit Recht. Wir haben ja sonst nur Altsitzer, Beisitzer, Vorsteher, Anlieger, Einwohner, Vorturner usw. Warum also nicht auch Vorsitzer? Goethe läßt im „Egmont" das Todesurteil von bem „Vorsitzer bes Gerichts der Zwölfe“ (flämisch Doorzitter) unterzeichnen Die Form „Vorsitzer" gebrauchten auch Wieland und E. M. Arndt. Sie erleichtert zudem die Bildung von Zusammensetzungen wie Dorsitzerwahl, Vorsitzer- geschäste, die mit „Vorsitzender" nicht gut möglich sind. So hat auch der Deutsche Sprachverein feit geraumer Zeit einen Vorsitzer, ebenso viele seiner Zweigvereine. A. P. Turnen, Sport und Spiel halt solcher Vorführungen eine befriedigende Ab» grenzung durch Punktbewertung nicht verträgt: allerdings sollen die Kampfrichter zwischen dem Grad der Ausführung und dem Wert des Inhalts unterscheiden und dadurch richtunggebend auf dem Gebiet der Neuerscheinungen Mitwirken. Zum Schluß gaben die seitherigen Erfahrungen wertvolle Anregungen für das bevorstehende Gauwetturnen in Lauterbach, und Frl. Luise Schwarz erläuterte an Hand einfacher und kleidsamer Modelle die Herrichtung des Turnanzugs und des Wander- und Tanzkleides. Spielvereinigung 1900 Gießen. Der Rhein-Nlain-Kreismeisler Sportclub „Opel" Rüsselsheim in Gießen. ö. Mit einem ausgewählten Programm tritt die Spielvereinigung 1900 am kommenden Sonntag an die Oeffentlichkeit. Für Liga- und Ligareservemann- schäft sind Ligamannschaften mit beachtlicher Spielstarke als Gegner verpflichtet worden, so daß mit interessantem Sport gerechnet werden kann, zumal die Gießener beide Treffen in stärkster Aufstellung bestreiten. Der Sportclub „Opel" , früher „Borussia", Rüsselsheim ist seit Jahren eine Spitzenmannschaft der Main-Hessischen Kreisliga. Nachdem die hervorragende Elf vergangenes Jahr im Kampf um die Meisterschaft- nur Zweiter wurde, ist ihr in diesem Jahr der große Wurf gelungen, den stolzen Titel eines Meisters nach Hause zu führen, und zwar aegen ganz vorzügliche Mannschaften der Mainz- Wiesbadener Gegend. Bei den demnächst beginnen- den Aufstiegspielen zur höchsten Spielklasse Süd- dcutschlands gibt man den daran teilnehmenden Rüsselsheimern die günstigsten Chancen. In der Gästeelf dominiert vor allem die glänzende Spielweise des Angriffes, während hinten eine überragende Verteidigung kaum Erfolge zuläßt. Die Mannschaft beherrscht den bekannten süddeutschen Flachpaß und ist sehr schnell. Der Sportclub „Opel" wird in den kompletten 1900ern auf einen (Senner treffen, der erst überwunden sein will, vorausgesetzt, daß bei den Hiesigen alles in bester Verfassung ist. Rein gefühlsmäßig muß man den Leuten vom Main ein kleines Plus zurechnen, das hinreichen sollte, Rüsselsheim als knappen Sieger zu sehen. Die Ligareserve hat in der Ligamannschaft des Sportvereins Ehringshausen, Kreis Wetzlar, einen Gegner mit recht solidem Können verpflichtet. Die Gäste sind Tabellenzweiter der zweiten Bezirksklasse int Gau Gießen-Wetzlar. Das Borspiel in Ehringshausen verlor 1900s Reserve nach anfänglicher 2:0- Führung am Schlüsse 5:2. Der Ausgang in Gießen ist vollständig offen. Vorher begegnen sich 1900 3 Mannschaft und Ehringshausens 2. Elf, wobei der eigene Platz den Gießenern zum Vorteil gereichen sollte. Jugendspiele: Die 1. Jugend empfängt die gleiche vom V. f. B. Friedberg. Die Leistungen der Blauweißen müssen viel einheitlicher als seither werden, wenn es zu Erfolgen reichen soll. Die 3. Jugend hat Leuns 1. Jugend im Rückspiel und sollte ihren Vorspielsieg wiederholen. Die 1. Schülerelf tritt in Weilburg den dortigen Schülern entgegen. B. f. B „Union“ Riederrad am Samstag aus dem waldsportplah. Am kommenden Samstagabend findet wieder ein Fußballgesellschaftsspiel auf dem Waldsportplatz statt. Als Gegner der Ligamannschaft ist kein geringerer als die Liga des F. C. „Union“ Frankfurt a. M.-Niederrad verpflichtet worden. „Union" steht seit etwa Jahresfrist unter der Leitung des bekanntesten aller Trainer, des Engländers Townley, dessen jahrzehntelange Tätigkeit und fruchtbares Wirken als Fußballlehrer in Süddeutschland richtunggebend für die Entwicklung und Spielweise war. Die als typisch süddeutsch bezeichnete engmaschige Flachkombination ist das Produkt der Townleyschen Schule. Niederrad ist, was Spielkultur, also Technik, Zu- und Stellungsspiel usw. anbelangt, weit über die Gäste des vergangenen Samstags, „Alemannia" Worms, zu stellen. Am Schluß der Derbandsspiele stand die Mannschaft mit Fuß- ballsportverein an dritter Stelle und verlor gegen diesen das Entscheidungsspiel nur ganz knapp. Ihr Sturm ist als schuhgewaltig bekannt und erzielte in den Punktkämpfen die meisten Tore. Die Gäste kommen in ihrer zur Zeit stärksten Aufstellung, also auch mit Leichter, dem besten Mittelstürmer des Maingebiets, der als junges Talent mit Erfolg an den Auswahlspielen des D. F. B. tellnahm. Auch in seinen Gesellschaftsspielen der letzten Zeit hat „Union“ sehr gut abgeschnitten. Es ist sehr zu begrüßen, daß derartig spielstarke Mannschaften nach hier verpflichtet werden, nicht zuletzt zum Vorteil der D. f. D.-Mannschaft, die in diesen Spielen sehr viel lernen kann. Sie muh auch diesmal wieder mit einer Niederlage rechnen. Sonntags folgt die Ligamannschaft einer Einladung der zum Bezirke Siegen gehörenden „Germania“ Mudersbach. Der Gastgeber gehörte bisher der obersten Spielklasse an, aus der er jedoch nun absteigen muß. Seine Gesellschaftsspiele und deren Resultate lassen aber erkennen, daß die Mannschaft wieder im Kommen ist. In welcher Aufstellung die B. f. D.-Elf fährt, steht noch nicht fest. Die Spielleitung wird jedoch gut tun, die stärkstmögliche Vertretung zu entsenden, da sonst auf dem fremden Platz eine Niederlage unvermeidlich sein wird. * Das Mittwoch-Abendspiel der Fußballmannschaft des Reichswehrbataillons und der aus Liga und Ligareserve kombinierten V.f.B.-Elf endete mit einem 5:0-Sieg der Platzmannschaft. Es war ein flotter unö. abwechslungsreicher Kampf, der durchaus nicht so einseitig war wie das Resultat es vermuten läßt. Besonders in der ersten Halbzeit zeigten sich die Soldaten den V. f. B.ern völlig gewachsen. Nach dem Wechsel fand sich allerdings die kombinierte Mannschaft des Plahvereins besser zusammen, ihr Zuspiel wurde genauer und ließ sie über die Gäste, die wohl recht gute Einzelleistungen boten, bei denen aber verständlicherweise das richtige Zusammenarbeiten oft fehlte, überlegen werden. V. f. D. schloß nach der Pause noch vier seiner tadellosen Kombinationsangriffe erfolgreich ab, ohne daß die Militärmannschaft zum verdienten Ehrentor gekommen wäre. Beiderseits wurde forsch, aber fair gekämpft. V. f. B. Leichtathletik. Erste leichlathletische Frauenwettkämpse auf dem waldsporlplah. Am nächsten Sonntag veranstaltet der V. f. B. erstmals Frauenwettkämpfe im größeren Rahmen, die von jetzt ab alljährlich regelmäßig zum Sommerprogramm seiner aufstrebenden Leichtathketik- abteilung gehören werden. Die Veranstaltung ist außer den im Gebiet des Westdeutschen Spieloerbandes stattfindenden Verbands-Frauenwettkämpfen in dieser Saison die einzige ihrer Art. Die überaus zahlreichen Meldungen gewährleisten eine erstklassige Besetzung. Eine bedeutsame und erfreuliche Tatsache ist die Meldung des Männerturnvereins Gießen, der nach der neugeschlossenen Arbeitsgemeinschaft zwischen der D.T., D.S.B. und D.F.B. schon bei der ersten sich bietenden Gelegenheit im Geist der für alle Teile förderlichen Zusammenarbeit handelt und auf die Einladung des V.f.B. seine Frauenabteilung teilnehmen läßt, damit sich zweifellos ein großes Verdienst um die gemeinsame Sache erwerbend. Außer dem Mtv. haben noch folgende Vereine gemeldet: „Eintracht" Frankfurt, K.B.C. Köln, Sportvereinigung Engers a. Rh., Griesheim „Elektron", V. f. B. Diez, 23. f. B. Wetzlar und Spielvereinigung 1900, mit zusammen rund 110 Teilnehmerinnen. Im Mittelpunkt der Kämpfe wird in erster Linie die 4X100-Meter°Staffel stehen, zu der die bei den letzten Deutschen Meisterschaften im Endlaus gewesenen Sp.V. Griesheim „Elektron", Mtv., Sp.Vgg. 1900 und V.f.L. Wetzlar bestimmt, wahrscheinlich auch die Weltrekord- und Meisterschaftsstaffel der „Eintracht" Frankfurt und die Westdeutsche Meisterschaftsstaffel des K.B.C. Köln an den Start gehen. Neben dem 100-Meter-Lauf, bei dem Frl. Nickel (Sp.Vgg. 1900) ein Wort mitzureden haben wird, sollte der Hochsprung die interessanteste Einzelkonkurrenz werden, da man sehr gespannt ist, wie sich hier Frl. B i ck e l h a u p t (Mtv.), die bei den letzten D.T.-Meisterschaften den 2. Platz belegte und Frl. N i ch t b e r g (Sp.Vgg. 1900) sich gegen die starke Mittelrheinkreis der O. T. 87. Kreisturniag in Bad-Nauheim. = Am Samstag und Sonntag tagt in Bad- Nauheim der 8 7. Kreisturntag des Mittclrheinkreises der D.T. Etwa 400 Abgeordnete aus allen Teilen des großen Kreisgebiets nehmen aus 23 Gauen an den wichtigen Beratungen teil; fast die Hälfte der Abgeordneten kommt aus dem besetzten Gebiet und von der Saar. Unser Heimatgau Hessen entsendet 24 stimmberechtigte Abgeordnete. Am Samstag hat der aus etwa 70 Köpfen bestehende Kreisausschuh wichtige Vorarbeit für den eigentlichen Turntag zu leisten, der am Sonntagvormittag in der Turnhalle des Tv. 1860 beginnt und eine sehr umfangreiche Tagesordnung zu erledigen hat. U. a. sind dis ergänzten Satzungen und die Kreisspielordnung zu genehmigen. Dann werden die Wahlen lebhaftem Interesse begegnen. Nicht weniger als zehn Anträge liegen dem Turntag vor. Cs ist als ein Ausdruck wirtschaftlicher Not und Sorge zu werten, daß die Hälfte dieser Anträge sich mit finanziellen Lasten der Gaue und Vereine befaßt. Durch das Entgegenkommen der Bad- und Kurverwaltung sind den Besuchern des Turn- tags, auch den Nichtabgeordneten und Turner- angehörigen, Vergünstigungen für den Besuch der Konzerte gewährt worden. Außerdem finden am Samstag und Sonntag verschiedene Führungen durch die interessanten technischen Betriebe des Bades statt. Frauenturnen im GauHeffen D.T. —o— Die Frauenabteilungen hatten ihre Gau- übungSstunde am vorigen Sonntag in der Turnhalle des Tv. 1846 zu Gießen zahlreich beschickt; nahezu 100 Turnerinnen mit ihren Abteilungsleitern und -leiterinnen traten unter der Leitung des Gauwartes Rudolf Paul (Gießen) auf dem Turnboden an, um zunächst die für die großen Veranstaltungen im Gau und Kreis vor- geschricbenen allgemeinen Freiübungen eingehend zu behandeln und in den Rhythmus ihrer Musikbegleitung einzugliedern. Darstellungen im Keulenschwingen wechselten dann mit solchen der Pflichtübungen zu den Wettkämpfen im Geräte turnen, und bei der Unterweisung in formreichen Volkstänzen tarnen rhythmische Anmut und Frohsinn zu ihrem Recht. Eine Erweiterung des Stoffplans wurde eingeleitet durch die Einführung in die Technik des Handballweitwurfs und in die Grundformen gymnastischer Sprünge. Gau-Oberturnwart Wilhelm Will (Gießen! nahm regen Anteil, besonders auch bei den anschließenden Besprechungen. Bei der fortschreitenden technischen Ausgestaltung und zahlenmäßigen Entwicklung des Frauenturnens wurde erneut als Pflicht der Abteilungsleiter herausgestellt, neben der geistigen Mitarbeit insbesondere die eigene Tumfertigkeit zu erhalten und erhöhen, ferner wurde in Ausführung eines Beschlusses des letzten Gauturntags auch für das Frauenturnen ein Unterausschuß für den Gau gebildet, dem außer dem Gauwart die Abteilungsleiter Heinrich Schneider, Tv. Wetzlar, und Frl. Luise Schwarz. Tgde. Friedberg, angehören, und schließlich wird die Eingliederung des Frauenturnens auch in die volkstümlichen Bezirksturnfeste allgemein geregelt. Für dieses Iahr ist ein Vierkampf vorgesehen aus Weitsprung, einer Freiübung, Lauf über 75 Meter und statt Kugelstoßen der Handballweitwurf, über dessen Bewertung nach der Seite der Ueber- punkte demnächst der Gau-Tumausschuh entscheiden wird, da noch keine Erfahrungen Über die Abgrenzung der Durchschnittsleistungen vorliegen. Die am Kreisturnfest zu Hanau sich beteiligenden Frauenabteilungen sollen nicht getrennt zu verschiedenen Sondervorführungen antreten, sondern zu einer einzigen Sondervorführung des Gaues Hessen in Stabübungen zusammengefaßt werden. Nach einer sehr lebhaften Aussprache über die Wertungs- wcise von Sondervorführungen bei Gau- und Bezirksveranstaltungen kam man zu dem Ergebnis, es bei der bisherigen Art der Notenbezeichnung zu belassen, da der ästhetische und entwicklungsreiche In- 9ie gefieberte SdMiflt. Vornan von Edgar Wallace. 39 Forlit^ung Nackd'mck verboten. Er ließ heimlich durch seinen Freund die Pläne dafür zeichnen, als sich die entsetzliche Tragödie ereignete, die William Lane ins Gefängnis brachte. Auf seinen Streifzügen kam er mit einem gewissen Lewston in Verbindung, der sich später Leicester Crewe nannte. Er lernte auch dessen verheiratete Schwester Ella Lewston oder Farm- ster kennen. Sie war die Frau eines Mannes, der früher unter dem Namen Farmster verurteilt wurde und zu jener Zeit eine Gastwirtschaft in ^ital Basin unter dem Namen Farmer betrieb. Er lebte aber nicht mit seiner Frau zusammen, weil sie sich nicht besonders gut vertrugen, und weil Lewston, den ich Crewe nennen will, es für belfer hielt, daß sie sich in der Oeffentlichkeit nidjt kannten. Denn Ioe Farmer hatte zu jener Zeit den ehrgeizigen Plan, französische Tausend- sranknoten zu fälschen. Er legte sein ganzes Geld in Maschinen und Betrrebsmatcrial an, die in sein Haus in der- fdben Straße eingeschmuggelt wurden, in der Ioe Farmers Kneipe lag. Nach einigen Schwierigkeiten war Lewston mit Paula Ricks, der Tocb- ter des bekannten Geldfälschers, in Verbindung gekommen, die eine traurige Zeit in einer kleinen sranzösischen Provinzstadt verlebt hatte. Er brachte sie nach England, damit sie die Platten gravieren sollte, und das „Geschäft" hatte in kleinem Maßstab begonnen, als Gregory Beale mit dem Bruder und der Schwester bekannt wurde. Crewe gab vor, ein kleiner Agent zu fein. Er lebte nicht in großen, aber doch behaglichen und achtbaren Verhältnissen. Beale hatteschein- bar einen günstigen Eindruck von ihm. Crewe wußte ihn bald zu nehmen, und als er entdeckt hatte, welche Art Lebensgeschichte dieser sonderbare Mann gern hörte, erzählte er ihm Fabeln von seinen Kämpfen, seinen Versuchungen und seinen kleinen Verbrechen. Aus Beales Interesse wurde allmählich Freundschaft. Er hatte die Gewohnheit, Crewe abends zu besuchen, und fühlte sich besonders in der Gesellschaft feiner Schwester sehr wohl. Wenn die Liebe einen Mann in mittleren Iahren packt, geht sie gewöhnlich sehr tief, und Ella Creed, deren Anklage wir weder erwarten noch fürchten, war in den Augen dieses verliebten Mannes das schönste Geschöpf auf Gottes Erde. Sie war eine vollendete Schauspielerin, fühlte sich in feine Ideen ein und spielte ihre Rolle ausgezeichnet. Warum sich Beale im Osten Londons aufhielt, konnten sie nicht ergründen, und er sagte ihnen auch nicht, daß er der unbekannte Menschenfreund war. Sie vermuteten, daß er ein kleines Vermögen besaß, und Ella Creed erzählte mir in der vergangenen Nacht, daß sie dazu entschlossen waren, ihn auszubeuten. „Wir dachten,“ sagte sie, „daß er der Sündenbock sein könne, wenn die Dinge einmal schief gingen." Sie ließen sich nicht träumen, daß er ein Millionär war, sondern betrachteten ihn als ein großes „Kind", das man vorschieben könnte, wenn Entdeckung und Bestrafung drohte. Sie waren schon tief in Ioe Farmers verbrecherische Taten verwickelt. Er war ein gewissenloser Hehler und benutzte seine Wirtschaft hauptsächlich zu diesem Zweck. Eigentum im Wert von vielen Tausenden ist über seinen Ladentisch gegangen. Iuwelendiebe aus dem Westen und Opiumschmuggler waren die Geschäftsfreunde Ioe Farmers, der zu jener Zeit einen Gehilfen, Harry Merstham, hatte. Bekannter war dieser als „Harry, der Barmann". Wahrscheinlich war er in Farmers nichtswürdige Pläne eingeweiht. Harry hatte Mr. Beale unter einem seiner angenommenen Namen kennengelernt und erhielt von ihm Unterstützungen. Da Gregory Beale aber Gastwirtschaften nicht betrat, muß man anneh- men, daß Harry ihn nur bei wenig wichtigen Anlässen gesehen hat. Der Plan des Falschdrucks französischer Banknoten konnte nun in die Wirklichkeit umgeseht werden. Paula Ricks war in England angenommen und hatte schon eine oder zwei sehr gute Platten graviert. Die Druckpresse war in einem kleinen Hause eingerichtet, und die erste Partie Banknoten war hergestellt, aber noch nicht in Umlauf gesetzt worden. BealcL Besuche bei Crewe und seiner Schwester wurden häufiger, und als er eines Abends mit Ella allein war, erklärte er ihr seine Liebe und fragte sie, ob sie ihn heiraten wolle. Sie war nicht sehr erstaunt, schien aber erfreut und erzählte ihm, daß sie erst ihren Bruder fragen müsse. Dann erbat sie sich vierundzwanzig Stunden Bedenkzeit. Heirat war natürlich unmöglich, da sie ja schon mit Farmer verheiratet war; aber Crewe hielt es für sehr gut, daß sie ihren exzentrischen Liebhaber fest in der Hand hatte. „Billy sagte, er könnte sehr nützlich sein, und es sev jetzt nicht der geeignete Zeitpunkt, ihn laufen zu lassen, und >o stimmte ich denn zu. Er erzählte dauernd davon, daß wir unser Leben den Armen widmen sollten, und ich pflichtete ihm natürlich in allem bei. Ich dachte niemals, daß er etwas Besonderes damit meinte, obwohl ich sicher war, daß er über bedeutend mehr Geld verfügte, als mein Bruder ahnte." Das Sonderbarste war, daß er niemals seinen richtigen Namen Gregory Beale nannte, sondern stets sein Pseudonym William Lane aufrecht erhielt. Eines Abends erzählte er Ella, als sie allein in dem kleinen Salon saßen, daß er in diesem Stadtteil einen großen, mustergültigen Bau von Arbeiterwohnungen errichten wollte. Sie behandelte das als törichten Wahnsinn, und sogar als er ihr sagte, daß er das Geld dazu habe, glaubte sie, daß es weiter nichts als Prahlerei mit seinem vielen Gelds sei. Crewe, der in Farmers Druckerei gewesen war, kam in diesem Augenblick herein und wurde in das Geheimnis eingeweiht. Zu Ellas Erstaunen schien die Sache großen Eindruck auf ihn zu machen. „Ich dachte, er wollte mich bluffen", erzählte mir Ella. „Aber nachdem Lane gegangen war, sagte mein Bruder mir, daß viel Wahres an seinen Worten sei, und daß dieser Mann der mysteriöse Millionär fein könnte, der im Osten Londons arbeitete, und über den jedermann sprach. Er bat mich, noch weitere Einzelheiten aus Lane herauszuholen, und ich sagte es zu. Als Lane am nächsten Abend wiederkam, erzählte ich ihm, daß ich bereit sei, ihn zu heiraten. Er war überglücklich und versprach mir wundervolle Flitterwochen auf dem Kontinent, bevor wir zu unserer Arbeit für die Armen nach London zurückkehren würden. Ich dachte, er sei ein wenig auswärtige Konkurrenz, zu der auch Frl. Eich« Horn vom V.f.L. Wetzlar gehört, zu behaupten vermögen. In den Wurfkonkurrenzen haben u. U. Frl. Luh und Frl. Stammel vom Platzverein einige 1 Chancen. Die Veranstaltung ist vom Platzverein wohloorbereitet. Recht interessant versprechen auch die Kämpfe der Jugendklassen A und B zu werden, in denen sich V.f.L. Wetzlar, Sp.Vgg. 1900, Mtv. und V.f.B. gegenüberstehen und besonders in der 4X50-Meter-Stafsel ein starkes Rennen liefern werden. Der Spiel -und Sportklub 1921 Burg veranstaltet am Sonntag leichtathletische Wettkämpfe. 23om V.f.B. werden sich M o h l und Ia b am Kugel- | stoßen und Dreikampf, Büttner anT 400- und ' Henns und Heise am 1500-Meter-Lauf beteiligen. Wenn die drei Letztgenannten sich mit den Bahnoerhältnissen abfinden, sollten sie sich durchsetzen können. Von Mohl und Jakob kann man bestimmt ein gutes Abschneiden erwarten. Leichtathletik im Männer-Turnverein. Die Leichtathletikabteilung des hiesigen Männer turnvereins besucht am nächsten Sonntag zwei Sportfeste. Die Turnerinnen beteiligen sich an den auf dem Waldspvrtplah stattfindenden nationalen Frauenwettkämpfen des VfB. Gießen; da seit dem l.Mai 1930 zum ersten Male die Mitglieder der Deutschen Turnerschaft und der deutschen Sportbehörde für Leichtatlethik zusammentreffen, muß man auf das Abschneiden der Mtv.erinnen gespannt sein. Insgesamt beteiligt sich der Männertumverein mit zehn Damen und zwei Staffeln an diesem Sportfest. Außerdem wird der Mtv. Gießen durch drei Tümer bet den für den Mittelrheinkreis offenen Wettkämpfen der Tumgemeinde Frankfurt a. M.-Rödelheim vertreten sein. Da auch bei diesem Sportfest erstmalig die deutsche Sportbehörde für Leichtathletik teilnehmen wird, werden die Gießener, die erst kaum 14 Tage trainieren konnten, auf sehr starke Konkurrenz stoßen; doch ist sicher, daß sowohl die Turnerinnen als auch die Turner, wie in den vergangenen Iahren, ihre Schuldigkeit tun werden. Lehrgang für Sommerspiele im Gau Hessen O. T. Die diesjährige Sommerspielzeit eröffnet die Spielleitung des Gaues Hessen mit einem Lehrgang, verbunden mit Schiedsrichterprüfung. Infolge der raschen Zunahme besonders an Faustballmannschaften ist eine Ausbildung der Neulinge unbedingt nötig; hat doch Faustball in den letzten Iahren eine Entwicklung zum Kampfspiel durchgemacht, die Anfängern das schnelle Dor- wärtskorymen sehr erschwert. So wird der Lehrgang in erster Linie in die feine, ausgeklügelte Spielweife des Faustball einführen, zum anderen soll aber auch das andere Turnspiel, der Schleuderball, nicht zu kurz kommen. Schlcuder- ball, beide bei uns zu wenig bekannt, dürfte für den Handballer eine vollwertige Ergänzung seiner Tätigkeit im Sommer sein. In dem Lehrgang soll versucht werden, auch für dieses Spiel Freunde zu werben. Die Teilnahme können alle mitwirkenden Turner mit einer Schiedsrichter- Prüfung abschließen. Bom Faustballspiel. In einer Zeitung stand einmal als Überschrift eines Spielaufsahes „Meister, die nicht von sich reden machen." Hierin war in feiner Weise die stille Uebungsarbeit des derzeitigen deutschen Meisters in Faustball „Licht-Luft Frankfurt" gewürdigt worden. Mit viel weniger Tamtam als bei den großen Kampfspielen geht es im Lager der Faustballer zu, dafür aber, das darf man wohl behaupten, mit einem um so größeren Fleiß und Ausdauer in den Uebungsstunden. Wer heute Meister im Faustball werden will, darf nicht zu den betreffenden Spielen beliebig fünf Leute zusammenstellen, sondern eine Mannschaft muß sich hier in jahrelangem Ueben zu- fammenfinben, wenn sie bei dem heutigen hohen Stand des Spieles bestehen will. Da heute Faustball immer mehr unter den Spielen beliebt wird, und feine Anhängerschaft von Iahr zu Iahr zunimmt, folge für den Uneingeweihten eine kurze Besprechung des Spielgedankens. verrückt. Dann redete er über das Gebäude und sagte, daß er siebenhunderttausend Dollars in dem Fetter Lane Safe Deposit liegen hätte. Gr zeigte mir den Schlüssel und sagte mir auch das Erkennungswort." Ella machte sich zum Schein darüber lustig und zweifelte daran. Und da tat Deale das Wahnsinnige, er schrieb auf ein Stück Papier: „Gestatten Sie dem Ueberbringer, jederzeit zu meinem Safe Nr. 741 zu gehen." Ella ging hin, sah das Geld und berichtete es ihrem Bruder. Ioe Farmer wurde zu Rate gezogen, und zwischen diesen dreien wurde nun der teuflischste Plan ausgeheckt, den jemals menschliche Phantasie erdenken konnte. Paula Ricks hatte schwere Bedenken und wollte sich von dem Unternehmen zurückziehen. Sie fürchtete, daß ihre Anwesenheit in London bekannt würde. Außerdem war sie mit den gedruckten Banknoten nicht zufrieden und wünschte die Zuziehung zweier Franzosen.' Die drei planten, Lane in die Fälschungen der Banknoten zu verwickeln, fein Geld abzuheben und zu fliehen — Lane mochte dann sehen, wie er vor Gericht mit der Anklage fertig wurde. Um seine Verurteilung sicherzustellen, überredete ihn Crewe, in Farmers Wirtschaft zu gehen und eine Fünfpfundnote wechseln zu lassen. Beale hatte eine große Abneigung, Gastwirtschaften zu betreten, aber die Gründe, die Crewe vorbrachte, waren so einleuchtend, daß er die Banknote zu dem Barmann trug, der das Geld wechselte. Als die andern aber entdeckten, daß 2ane mit Harry, dem Barmann, bekannt war, gerieten sie in große Bestürzung. Harry, der Barmann, hätte ja bezeugen können, daß die zum Wechseln gegebene Fünspsundnote echt war. Farmer schob dann eine gefälschte Banknote unter und zeigte die Sache der Polizei an. S«ro hatte schon vorher versucht, Farmer um ein Darlehen zu bitten, weil er nach Südamerika reifen wollte. So fand man die er- Gelegenheit, ihn loszuwerden. Harry schiffte sich an dem Tage ein, an dem sich Lane mit Ella verheiratete. Die Trauung wurde in einem Standesamt in Cast Ham vollzogen, und der Bräutigam gab sonderbarerweise seinen richtigen Namen an, obwohl niemand diese Tatsache zu beachten schien. .(Schluß folgt.). , 2uf einem Spielfeld, das in zwei Hälften geteilt ist, stehen zwei Mannschaften von je süpf Spielern einander gegenüber. Aufgabe beider ist es. einen Ball durch Schlagen mit Faust Dt>cr Arm über eine 2 Meter hohe Leine zum Gegner zu befördern, ohne diese zu berühren. Dabei ist jede Mannschaft bemüht, den Ball so schlagen, das) dem Gegner der Rückschlag möglichst erschwert toitf). Hierbei ist zu beachten, hah der Rückschlag spätestens beim dritten Schlag Erfolgt, wobei jeder Spieler höchstens einmal schlagen, und der Ball von Schlag zu Schlag nur einmal den Roden innerhalb dcS Spielfeldes berühren darf. Jeder hierbei gemachte Fehler beendet einen Spiclgang und zählt als Vorteil für den Gegner mit einem Punkt. Der Dall muh nun von neuem angegeben werden, und zwar von der Mannschaft, die den Fehler machte. Gewonnen hat die Mannschaft, die nach zweimal 15 Minuten Spielzeit die meisten Punkte erreicht hat. An der Zahl der erreichten Punkte, läßt sich leicht das Können abschätzen, macht doch eine Miistcrmannschaft heute höchsten- 15 bis 25 Fehler, während Anfänger es auf 60 und mehr Fehler bringen. Faustball ist heute aus dem Stadium des sogenannten Alteherrcn-Spiels herctusgetreten und macht Anspruch auf Einreihung unter die Kampf- spicle. Mit vollem Recht, denn bei einer Runde fünf und mehr Spiele hintereinander durch- fpiclen, fordert einen ausdauernden, gewandten Spieler. Hierin, liegt auch die große Beliebtheit, deren sich das Spiel in den letzten Fahren erfreut. So ist zu hoffen, daß das Faustballspiel immer weitere Kreise der Sporttreibenden zu seinen Freunden gewinnt. Wilo. Handball der Stadimannschast. Die Stadtmannschaft ist kommenden Sonntag Gast beim S. C. Rot-Weih Frankfurt, um ein Rückspiel auszutragen. Da das im Vorspiel erzielte 3:3 vollkommen gerechtfertigt war, darf man auch dldsmal auf ein günstiges Abschneiden der Städteelf hoffen. Handball im T. V. Großen-Linden. Kommenden Sonntag einpfangen die erste und Fugendmannschaft des Tv. Grohen-Linden die gleichen Mannschaften des Tv. 1860 Lich. Während man das Spiel der Fugendmannschaft offenlassen muh, sollte die erste Mannschaft des Tv. Grohen- Linden, wenn sie die Leistung vom vergangenen Sonntag aufbringt, als Sieger hervorgehen. Handball im Tv. Treis a. d. Lda. (O.T.) Für nächsten Sonntag hat die Handball-Elf des Tv. Treis den vorjährigen Handballmeister des Turngaue- Hessen, Tv. Großen-Duseck, zu einem Werbespiel verpflichtet. Die Spieler des Tv. Großen-Buseck, die über grohes Können verfügen, werden hoffentlich in Treis ein schönes technisches Spiel vorführen. Treis, das keinerlei Sicgesousfichten Hot, wird sich anstrengen müssen, um eine hohe Riederlage zu vermeiden. Handball im T. B. Ironhausen (O. T.) Am kommenden Sonntag trägt Fronhausens erste Mannschaft das dritte Entscheidungsspiel inn die B-Klassen-Meisterschast gegen Cölbes zweite Mannschaft aus. Das Vorspiel in Cölbe konnte Fronhausen nach durchweg überlegenem Spiel mit 5:0 für sich entscheiden. Auch in diesem Spiel erwartet man Fronhausen als Sieger. Die erste Fugendmannschaft trägt voraussichtlich ein Spiel gegen RiederwalgernS erste Fugendmannschaft in Riederwalgern aus. Lieber den Sieger läht sich im voraus nichts sagen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Am kommenden Sonntag hat die erste Handballmannschaft Lollars die gleiche vom Turnverein Wieseck zu Gast. Die junge Lollarer Elf wird alles aufbieten müssen, wenn sie gegen die spielerfahrene Gästemannschaft ein einigermaßen ehrenvolle- Resultat erzielen will. Vorher treffen sich die Fugendmannschaften beider Vereine: obwohl einige Fugendliche Lollars in der ersten Mannschaft Mitwirken müssen, sollte die Lollarer Fugend das Feld als Sieger verlassen. Am kommenden Sonntag empfängt die Handballelf des Turnvereins Garbenteich diejenige des Turnvereins Beuern zu ihrem schon lange fälligen Verbandsrückspiel. Garbenteich wird mit drei Mann Ersatz antreten und wird sich anstrengen müssen, um als Sieger aus diesem Kampfe hervorzugehen. Garbenteich I — Rodheim a. d. B. 9:4 (5:2). Am letzten Sonntag trugen die obengenannten Mannschaften das fällige Rückspiel aus. Rodheim trat mit 10 Leuten an. Es wurde ein scharfes Spiel vorgeführt, bei dem Garbenteich fast stets die Führung hatte. Der Garbenteicher Sturm arbeitet« gut zusammen, und nur dem tüchtigen Torwart der Rodheimer ist es zu verdanken, daß der Sieg des Gaumeisters nicht noch höher war. Wegen Regens mußte das Spiel 6 Minuten vor Schluß abgebrochen werden. Radsport. Am kommenden Sonntag hält der Gau 73 Lahn im B.D.R. seine 50-Kilometcr-Zuver- lässigkeitsfahrt, mit Start und Ziel Marburg-Süd, ab. Die Strecke führt über die Rehbrücke, Wolfshausen, Sichertshausen, Lollar nach Gießen, Wendepunkt Karlsruhe, und zurück. Gefahren wird in zwei Klassen A und B mit Einzelstart. Fn der A-Klasse sollte der Gießener Heinrich Preis, Germania, in Abwesenheit des noch nicht ganz genesenen August Deibel, einen sicheren Sieg über seine Gegner herausfahren. 2n der B-Klasse, in der die Beteiligung weit größer ist, wird es zwischen den Fahrern aus Alsfeld, Marburg, Wetzlar und Gießen einen harten Kampf um den Sieg geben. Schocker, Marburg, und Muhl, 1885 Gießen, sind hier die Aussichtsreichsten. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Der kommende Sonntag bringt folgende Spiele: G i e ß e n lb hat am Vormittag die erste Mannschaft W i e s e ck s im Serienspiel zum Gegner. Wohl darf man den Gästen ein Plus zusprcchen, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß die Plah- besitzer eine Lleberraschung bringen. H e u ch e l h e i m I hat auf eigenem Platze W e tz l a r I zum Gegner. Zeigen die Einheimischen keine bessere Leistung als am vergangenen Sonntag, dürfte ihnen ein Sieg schwerfallen. Rodheiml hat Raunheimlb zum Gegner. Obwohl Rodheün auf eigenem Platze schwer zu schlagen ist, wir Meine Elf gegen Raunheim eine Riederlage hinnehmen müssen. Lollar ist in Oppenrod zu Gast und wird wohl einen sicheren Sieg mit nach Haus« nehmen. Auch die erste Mannschaft Raunheim-, die in Daubringen zu Gast ist, wird, obwohl die Einheimischen auf eigenem Platze einen gefährlichen Gegner abgeben, einen Sieg mit nach Hause nehmen. Burkhardsfelden ist in Grohen- Linden zu Gast. Hier werden sich zwei gleichschlagen ist, wird seine Elf gegen Raunheim eine man den Einheimischen ein kleines Plus zusprechen kann. 2n der zweiten Bezirksklasse kommen folgende Spiele zum Austrag: Klein-Linden hat B e i l st e i n zu Gast und wird den Vorteil seines eigenen Platzes auszunutzen wissen und knapper Sieger bleiben. Heuchelheim II hat Dachl zum Gegner. Auch in diesem Spiel dürften die Einheimischen den Sieg behalten. Waldgirmes! und W e tz l a r II treffen sich in Waldgirmes. Den Ausgang des Spieles wollen wir offen lassen. Watzenborn wird in Grünberg zu Gast sein. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier um die Punkte ringen. Saasen wird in Lich eine Riederlage hinnehmen müssen. Hungen und Birklar werden sich in Hungen ein scharfes Spiel liefern, dessen Ausgang offen zu lassen ist. Odenhausen ist in Fronhausen zu Gast und wird sich anstrengen müssen, wenn es nicht unterliegen will. Londorf hat Staufenberg zu Gast. Hier werden die Gäste die besseren sein und den Sieg wohl mit nach Hause nehmen. Gießen II hat auf dem Trieb die 1. Mannschaft Treis zum Gegner. Auch in diesem Spiel dürften die Gäste Sieg und Punkte erringen. 2n der 2ugendklasse stehen sich Wieseck 1. 2gd. — Wetzlar 2gd., Grohen-Linden 1. 2gd. — Gießen 2gd., Raunheim 1. Fad. — Leun Fgd., Rödgen 1. Fgd. — Watzenborn Fgd., Treis 1. Fgd. — Lollar Fgd., Beuern 1. Fgd. — Staufenberg Fgd. jeweils auf dem Platze des zuerst genannten Vereins gegenüber. Länderspiel Deutschland—Oesterreich. Am Samstagabend findet in Frankfurt a. M. im Stadion zwischen den beiden führenden Ländern im Arbeiter-Fuhballsport, Deutschland und Oesterreich, ein Länderspiel statt. Bis jetzt fanden sechs solcher Treffen statt. Bisher konnte Oesterreich dreimal, Deutschland zweimal Sieger sein, während das vorletzte Treffen unentschieden 2:2 ausging. Die deutsche Länderelf hat eine Zusammenstellung erfahren, die die Voraussetzung für ein gutes Spiel erfüllt. Jußball in Treis a. d. Lda. Am Sonntag wurde in Treis a. d. Lumda der Rivalenkampf der beiden Spihenführer der B- Kiafse im 3. Bezirk der Freien Turnerschaft zwischen Hachborn I und Treis i ausgetragen. Schon in der 5. Minute des Spiels führte Hachborn 2:0. Man glaubt fast an einen Klassen- unterschied, da sich da- ganze Spiel vor dem Treiscr Tor abspielt. Mit dem Stand 3:0 für Hachborn ging c- in die Halbzeit. Rach Halbzeit brachte ein Elfmeter für Tret- da- Ehrentor. Hachborn konnte noch dreimal erfolgreich fein; mit dem Stand 6:1 für Hachborn endete da- fair durchgeführte Spiel. (Schluß de» redaktionellen Teils.) kein Kleidungsstück ist so sehr dem Verschleiß ausgesetzt, wie gerade der blaue Arbeitsanzug, da er täglich getragen wird und fast wöchentlich gewaschen werden muß. Gute blaue Arbeitskleidung muß daher stark und dicht sein, um die Unterkleidung vor Schmutz zu schützen, und soll sich dennoch gut waschen lassen. 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VerschöneranfisvBrein Gießen Einladung zur ordentlichen Generalversammlung für Mittwoch, den 7. Hai 1930, abends 8.30 Uhr im Hessischen Hof zu Gieben Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Jacken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte tinlversal-HeUsalbe ,,6entarüP\ Wirkung überraschend. Preis 1.50 u. 2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Haupt Niederlage: Engelapoth. Gießen. 230V Kataloge und Prospekte liefert die BrühPsche Druckerei Tapetenhaus Ferd. Nennstiel PlockstraBe 14. __________________________ 2688A JAHRZEHNTE BEWÄHRT ÜBERRASCHEND SCHNELLE WIRKUNG OHM HtRZKLOPKN-OHNi MAGENBEKHWtRKM ---IN PULVER-UND O6LATENPACKUNG--- Der billige Bodenbelag Mk. 2.10 per qm. CITROVANILLE GEGEN SCHMERZ RANE Gesangverein Staufenberg Sonntag, den 4. 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Nach den bisherigeir Ermittlungen sind die Täter durch den Keller in den Dureauraum eingedrungen, nachdem sie die Tür mit einem Stemmeisen aufgebrochen hatten. 3m Dureauraum selbst wurden von ihnen zunächst sämtliche Telephonleitungen durchschnitten: darauf versuchten die Täter — es handelt sich vermutlich um zwei Einbrecher — einen Schrank aufzubrechen, wurden jedoch gestört und ergriffen die Flucht. An Geld oder Geldeswert ist den Einbrechern nichts in die Hände gefallen: sie haben außer einigen postalischen Formularen, deren Wert gering ist nichts erbeutet: ein von ihnen aufgebrochenes Wertpaket enthielt nichts, was ihnen mitnehntenSwert erschien. Die Ermittlungen wurden heute in den frühesten Morgenstunden von Beamten der Gießener Kriminalpolizei und der Gendarmerie in Rockenberg ausgenommen und find zur Zeit noch im Gange. Einige Fingerabdrücke wurden sichergestellt, sonst ist eine greifbare Spur von den Tätern bisher nicht festzustellen gewesen. Landkreis Giesren. t Treis a. d. Lumda , 30. April. Der älteste Mann unserer Gemeinde, der Landwirt Georg A m e n d I., vollendete heute sein 8 6. Lebensjahr. Die älteste hiesige Frau, Elisabethe A m e n d Üitwe steht bereits im 91. Jahre ihres Lebens. Kreis Schotten. § Schotten, 1. Mai. Am vergangenen Sonn- 1 ag hielt der Kreisrinderzuchtverein Scholten für Vogelsberger Vieh seine diesjährige Generalversammlung im Hessischen Haus ab. Der Vorsitzende Gutsbesitzer Fischer (Hof Zwiefalten), begrüßte die zahlreich Erschienenen. Oekonomierat Dr. Wagner als Vertreter des Landwirtschaftskammerausschusses von Oberhessen, Regierungsrat Schwan vom Kreisamt Schotten und Bürgermeister Mengel als Vertreter der Stadt. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Zuchtverein sich sehr gut entwickelt hat. Die Vogelsberger Viehzucht gewinnt immer mehr an Boden und hatte im vergangenen 3ahr wieder gute Erfolge aufzuweisen. Es wurde besonders auf den Wert der alljährlich statt- findenden Dullenauktionen in Gießen, Wetzlar und Frankenberg hingewiesen und den Gemeinden nahegelegt, ihren Bedarf an Bullen dort zu decken, an einer Stelle, wo nur gutes Zucht- material angeliefert wird. Es wird erstrebt, daß auf den Auktionen nur Dullen zugelassen werden, deren Mütter unter Milchleistungsprüfung stehen. ■Heber die Verkaufsbedingungen der Dullen, die zu leistenden Garantien wurde gesprochen, über die Preiszuerkennung auf den verschiedenen Prämiierungsmärkten, die in Oberhessen abgehalten werden, eingehend verhandelt. Aus den Kreisen der Landwirte war darüber geklagt worden, daß auf diesen verschiedenen Märkten meist immer dieselben Landwirte, die ihr — allerdings erstklassiges — Vieh dort vorführen, eine Pränrie erhielten. Es war angeregt worden, daß solche Viehhalter nicht mehr als einen, höchstens zwei Preise im 3ahr erhalten könnten. Man war sich über die Schwierigkeit einer solchen Regelung klar und will eS bei dem seitherigen Verfahren belassen wissen. — 3m 3uli L 3. soll in Ober-Mockstadt eine Tierschau von Vogelsberger Dich stattfinden. Eine Kommission wurde gewählt, die die näheren Vorbereitungen dafür treffen soll. Für die Ausstellung der Deutschen Landwirtschastsgesellschaft in Köln im laufenden Oer Sternhimmel im Mai. Sonnenaufgang von 4.30 bis 3.50 Uhr, Sonnenuntergang von 19.25 bis 20.10 Uhr. — Lichtgeftal- ten des Mondes: 1. Viertel am 5. um 18 Uhr Vollmond am 12. um 18 Uhr, letztes Viertel am 20. um 17 Uhr. Den ganzen Winter über und noch bis in den Mai hinein hat uns der Jupiter durch seinen Hellen Glanz erfreut. Da müssen wir es hinnehmen, wenn mit der Venus als Abendstern in diesem Frühjahr nicht so viel Staat zu machen ist wie sonst tiefen Gegenden des Tierkreises steht, nicht sehr hoch über den Horizont. Gegen Ende des Monats haben wir, zumal im nördlichen Teil unseres Vaterlandes, keine völlig dunklen Nächte mehr, so daß die schwächeren Sterne überhaupt nicht sichtbar werden. Trotzdem werden wir auch am Fixsternhimmel manche hübsche Beob- achtung machen können. Da ist z. B. das Sternbild des Schwans, auch wohl „nördliches Kreuz" genannt, das nun im Nordosten und Osten empor» W;PN?ILD£P: 10, STABEN Merkur 22, W Mars ($) Jupiter <&>Saturn nVM 1=6,^ Sterne: Kleine Buch- < staben Sonne Mond: J)1.Viertel (t) Vollmond d letztes Viertel Der di4 24 Stundenzahlen von Mitternacht bis Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelfiuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der cingczeichneto Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmiete. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die su dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil Vs Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. wohl. Vorläufig steht sie der Sonne noch zu nahe, und wenn sie später weiter von ihr entfernt fein wird, dann werden die übrigen Verhältnisse ungünstig für ihre Sichtbarkeit liegen. Immerhin ist sie im Mai über eine Stunde, zuletzt etwa eindrei- viertel Stunden als Abendstern sichtbar. Sie nähert sich immer weiter dein Jupiter und holt ihn am 17. ein. Freilich findet die Annäherung dieser beiden hellsten Himmelslichter schon in ziemlicher Nähe des Horizontes statt, was natürlich den Eindruck etwas schmälert. Etwa eine Woche später ist es mit Iu» viters Sichtbarkeit vorbei. Schon vom 11. ab ist der Merkur verschwunden, der gleichfalls in den ersten Tagen des Monats sichtbar war. Hingegen verschiebt sich der Saturn langsam vom Morgen, auf den Abendhimmel. Freilich erhebt er sich, da er in steigt. Seine Hauptlinie fällt mit der Richtung der Milchstraße zusammen, und sie trennt das unter ihr stehende Sternbild des Adlers von der über ihr stehenden Wega. Auf den alten bildlichen Darstellungen bedeutet der hellste Stern des Sternbildes, nämlich Denneb, den schwänz des fliegenden Vogels, dessen Schnabel der ihm gegenüberliegende Stern Albireo, ein Doppelstern, bezeichnet. Von den beiden hellsten Sommersternen überwiegt der Arctur noch immer die Wega. Das halbkreisförmige Sternbild der Krone mit dem Edelstein Gemma auf der geradlinigen Verbindungslinie zwischen ihnen hat zwar nur schwache Sterne, erfreut aber immer wieder durch seine hübsche, halbkreisförmige Gestalt. K ü ft e r m a n n. 3ahr werden sieben allerbeste Vogelsberger Biere ausgesucht werden. Preußen. Kreis Wetzlar. c5 Krofdorf, I.Mai. Gemeindeförster Möl- l e r, hier, konnte heute fein 25jähriges Amts- jubiläum begehen. Seine im April 1905 erfolgte Wahl wurde von der Regierung am 1. Mai 1905 bestätigt: seitdem hat Förster Möller die Waldungen der Gemeinden Krofdorf-Gleiberg und Launsbach stets treu verwaltet. Die Vertretungen der beiden Ge- meinden haben in Anerkennung der Verdienste des Jubilars um die Waldwirtschaft ihm ein Diplom überreichen lassen. Z Kinzenbach, 1. Mai. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde ist von der Gemsindever- tretung in Einnahme und Ausgabe auf 50 300 Mk. festgesetzt worden. An Gemeinde-Umlagen werden erhoben: 350 o. H. der staatlichen Grundvennögens- ftcuer 400 v. H. der Gewerbeertragssteuer und 800 v. H. der Gewerbelohnsummensteuer. Z Launsbach, I.Mai. In unserer Gemeinde kommen für das Rechnungsjahr 1930 350 Prozent der staatlichen Grundvermögenssteuer und 350 Prozent der Gewerbesteuer vom Ertrag und vom Kapital als G e m e i n d e u m l a g e zur Erhebung. Das Siresemann-Denkmal in Mainz. WER. Mainz, I.Mai. 3n seiner gestrigen Sitzung hat der Dauausschuß grundsätzlich zugestimmt, daß der Fischtorplah für die Errichtung eines Strese mann- Denkmal- zur Verfügung gestellt wird. 3c nachdem der endgültige Entwurf für dieses Denkmal aussehen wird, soll auch gegen die Beseitigung der Äabonniere nichts eingewendet werden. Der Stadtrat wird zu dem Projekt und insbesondere zur Platz- fragc noch Stellung nehmen. Kunst und Wiffenschafi. Deutsche Kunstausstellung in Rom. 3n der Deutschen Akademie in Rom, die feit 1928 ihre Tätigkeit wieder aufgenommen hat, wurde am 1. Mai die erste Ausstellung von Werken deutscher Künstler, die in der Akademie als Stipendiaten und Studiengäste gearbeitet haben, eröffnet. Der Eröffnungs- akt, an dem Vertreter deutscher und ausländi- discher wissenschaftlicher und künstlerischer Institute, sowie zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie tcilnaomen, wohnten auch der italienische Königs der HnterrichtSminister und Vertreter der Regierungsbehörden und der Stadt Rom bei. Der König, der durch den deutschen Botschafter von R e u r a t h und den Direktor der Akademie, Professor G e r i ck e , empfangen wurde, besichtigte die ausgestellten Werke und ließ sich die Künstler Dorft eilen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schulgesundheitspflege??? Diejenigen Eltern, welche vor zwei Tagen ihre Töchter in die S ch i l l e r s ch u l e zur Einschulung brachten, konnten zu dem Kapitel „Schulgesundheitspflege" sehr eigenartige Studien machen. Dor dem Haupteingang des genannten Schul- hauses liegt im Hofe noch sämtlicher Bauschutt, der vom Umbau während des vorigen Sommers herstammt. Da die Verantwortung für diesen tiefbedauerlichen Mißstand da- städtische Dau- amt trifft, so fragt man sich kopfschüttelnd, ob denn das städtische Bauamt keinen Wagen und keine Arbeitskräfte auf treiben konnte, um den Müll zu entfernen und den Hof mit sauberem Kies zu beschüttenl Staunend und zornig stand ich an zwei Morgen davor, sah, wie der Bauschutt, in den Pausen, zermalmt von Hundertcw hurtiger Kinderfüße, in dichten Wolken sich über den Hof wälzte, dachte: dies ist die „Erholung" deiner Kinder, all dieser Kinder, und der bedauernswerten Lehrerschaft, die dieser Sünde an der Gesundheit der ihr anvertrauten Kinder machtlos gegenübersteht, alle müssen sie den ekligen Mulm einatmen. Hnb der srische Frühlingswind wirbelte ihn meterhoch empor in den Eingang und die geöffneten Fenster hinein, so daß, wenn Lehrer und Kinder dem Staubmeer des Hofes entronnen find, sie ihn im Klassenzimmer auf Tischen und Bänken wiederfinden. — Meine Kinder hatte ich vorher ermahnt, durch die Anlage zu gehen, des Staubes wegen die 3nnenstadt zu meiden, aber der Schulhof der Schillerschule übertrifft an Staub die belebteste Autostraße. — Was gedenkt die Elternschaft zum Schuhe ihrer Kinder zu tun? Eine besorgte Mutter. Berliner Börse. Berlin, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die internationalen Diskontermäßigunaen weckten naturgemäß Hoffnungen auf eine baldige Senkung des Reichsbankdiskonts und ließen im heutigen Frühverkehr die Stimmung zumindest recht freund- uch bleiben. Orders lagen zwar bei den Banken noch nicht vor, und das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen. Konstanze. Vornan von Karl Heinz iOoigf. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 1. Fortsetzung. Nachdruckverboten. Er rückte ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her. „3ft cS sehr wichtig?“ „Heber au«.“ Er warf einen flüchtigen Blick auf die Schriftstücke vor sich und wandte sich dann wieder mit erwartungsvollem Blick an Konstanze. Sie straffte ihre Gestalt, sah ihm fest ins Auge und antwortete mit einer Stimme, aus der alle Entschlußkraft und alle Festigkeit sprach, deren ein Weib fähig ist: „Ich muß die eheliche Gemeinschaft mit dir losen." — „Run ist das Wort gefallen," dachte sie, und eS gab dabei einen Riß in ihrem 3nnern. Gr starrte sie an, als sähe er ein Gespenst vor sich. Dann trat etwas Seltsames ein. Etwas, das Konstanze nie erwartet hatte, das ihr fast das Blut erstarren ließ und das sie beinahe ihrer Fassung beraubt hätte. Er lachte. Er lachte aus vollem Halse, so daß er ganz rot im Gesicht wurde. „Konstanze, du bist ja originell! 3ch habe -gar nicht gewußt, daß du so — na, ich will sagen — dumme Scherze machen kannst. So etwas sollte denn doch eine zu heilige Sache sein, als daß man darüber Witze reiht." „Es ist mein voller Emst." „Dann habe ich wohl nicht ganz richtig verstünden?“ Er legte die Hand hinter die Ohrmuschel. „Wie, bitte?" „3ch wiederhole es dir, es ist mein heiliger Ernst, Lothar. 3ch muß die eheliche Gemeinschaft mit dir losen.“ Lothar Emmerstorff stemmte beide Arme auf die Lehne des Sessels und beugte sich seiner Frau entgegen. Seine Augen hatten einen forschenden Ausdruck. Er schien immer noch nicht ganz zu begreifen. „Weißt du denn überhaupt, was du da redest, Konstanze?“ „Vollkommen!“ „3a — willst — willst du mir das nicht erklären, bitte schon," stammelte er, aufs höchste bestürzt. Aus Konstanzes Antlitz war jeder Blutstropfen gewichen. Selbst die Lippen erschienen weiß. Aber sie fühlte jetzt eine innere Stärke, fühlte, daß sie nun diesen Kampf bis zum letzten siegreich ausfechten müsse. „Es gibt dabei nicht viel zu erflären," flüsterte sie. .Mein Gefühl sagt mir, daß eine Ehe, wie wir sie führen, eine glatte Unmöglichkeit ist." Sie sprach jetzt rasch hintereinander. 3hm blieb keine Zeit zu einer Zwischenrede. 3hre Worte überstürzten sich, klangen wie gejagt. „Eine Unmöglichkeit,“ wiederholte sie, „und nicht zuletzt sogar eine Hnsittlichkeit. Meine Seele lechzt nach Liebe, ein wenig Liebe nur. Aber während unserer dreijährigen Ehe ging meine Seele leer aus. Meine Zuneigung zu dir, Lothar, kann ich nicht Liebe nennen. — Ich gestehe es offen. — 3ch weiß, ich konnte dich wahr und echt lieben, wenn unsere Seelen harmonierten, wenn du mir nur etwas von dem gäbest, wonach mein Innerstes verlangt. Man kann die Durchführbarkeit einer Ehe doch auf keine Formel bringen. Das ist alles individuell. Ohne diese gleichgestimmten inneren Akkorde kann ich nun einmal nicht leben, Lothar. 3ch verdurste. Ich gehe elend zugrunde." „Wie kommst du denn gerade jetzt auf so unsinnige Einfälle?" „Weil mir vorhin bei Martina ganz klar wurde, wie eine Ehe fein muß. Unserem Zusammenleben fehlt das Allernotwendigste: Die innere Verbundenheit." Er zwang sich mühsam, feine Fassung zu bewahren. Aus seinem Stammeln formte sich schließlich die Frage: „3a, habe ich dir denn nicht alles gewährt, was ein Mann seiner Frau nur gewähren kann? Habe ich dir nicht fast alle deine Wünsche von den Augen gelesen?" „3a, Lothar, ja und nochmals ja. Das gebe ich alles zu. An irdischen Gütern bin ich reich, sehr reich sogar, es fehlt mir an nichts. Das Gegenteil zu behaupten, wäre undankbar gegen dich und gegen das Geschick. Viele meiner Ge- schlechtsgenossinnen an meiner Stelle würden wahrscheinlich ihr Los überglücklich preisen. Hier drinnen,“ sie legte die Hand auf die Brust, „da fehlt mir etwas, das ist mit allem Golde der Welt nicht zu erkaufen.“ Er schüttelte den Kops. Worte schienen ihm in dieser Minute zu fehlen. 3n Konstanze regte sich Mitleid mit diesem Mann. Dieses Mitleid konnte ihr gefährlich werden, deshalb wehrte sie sich innerlich gegen dieses Gefühl. „3ch verstehe dich nicht," sagte Lothar leise und sah ihr jetzt forschend ins Gesicht. Er gewahrte in dieser Minute ihre grenzenlose herbe Schönheit und eine lächerliche Furcht, sie zu verlieren, packte ihn mit kalter Hand im Genick. Sie folgte feinen Worten: „3a, das ist es eben, du verstehst mich nicht, Lothar." 3eht ging eine urplötzliche Wandlung mit ihm vor. Heber fein Gesicht lief eine rote Welle. Zorn funkelte aus feinen Augen. „Tu spielst also die unverstandene Frau? Wie man es in üblen Romanen liest." „3ch spiele überhaupt nicht," sagte Konstanze mit einem Unterton der Verächtlichkeit in der Stimme. .Mein Entschluß steht fest. Keine Macht der Welt kann mich mehr von ihm abbringen." „Du willst mein Haus verlassen?" „3al" „Und warum?" „Das habe ich dir eben erklärt, Lothar. Eine Ehe wie die unsere, ist keine Ehe vor Gott und den Menschen. Es ist ein Zusammenleben, weiter nichts. — Ich bin deine Gefährtin, allenfalls deine Geliebte. Ich kann aber nicht nur deine Gesellschafterin und deine Geliebte fein, Lothar." „Du bist mein angetrautes Weib." „Ich teilt deine Seelenkameradin fein, Lothar. Unser Innerstes muß harmonieren, verstehst du denn das nicht?" „Rein." „Das kann man doch nicht mit Worten aus- drücken, das muß man fühlen, fühlen, Lothar. Gefühl ist alles." Er machte eine wegteerfende Handbeteeaung. „Jetzt merke ich zum ersten Male, daß du hysterisch bist." Sie erhob sich jäh: „Dann haben wir uns wohl nichts mehr zu sagen." Sie streckte ihm die Hand hin. Er übersah das absichtlich. Auch er erhob sich nun. Sie standen sich beide gegenüber. Sie war nur um ein geringes kleiner als er. Wieder sah er ihre ganze Schönheit in deutlicher Klarheit vor sich. „Es ist die letzte Rächt in deinem Hause, Lothar. Zürne mir nicht, ich kann und darf nicht mehr bleiben.“ Dun packte ihn jählings die blinde Wut. „Bist du denn verrückt, Konstanze!?" schrie er. „Denkst du denn, ich liehe mir das so ohne tocite» res gefallen, daß du mir einfach davonläufft?" Er fuchtelte aufgeregt mit den Armen vor ihrem Gesicht herum. „Es gibt Gott sei Dank noch Gesetze — verstehst du?" „Ich verstehe alles, bitte schreie nicht so. Es ist doch wahrhaftig nicht nötig, daß das Mädchen Zeuge dieser , Szene wird." „Das ist mir ganz einerlei!" rief er, „und überhaupt — wer ist denn Schuld an dieser Szene, he? Wer denn?" — Er redete sich immer mehr in Wut. „Glaubst du vielleicht, ich liehe dich einfach fort, wie?" Konstanze muhte ein Lächeln unterdrücken. Er wirkte jetzt beinahe komisch in feiner Wut. „Du wirft schon noch zur Vernunft kommen,“ brüllte er, nahm einen Stuhl, hob ihn ein Stück und stieß ihn bann mit Heftigkeit auf feinen Platz zurück. „Bitte, sprich leiser." Er dämpfte nun feine Stimme, aber jetzt klangen seine Worte nur noch eindringlicher und saft boshaft. „Wo willst du denn überhaupt hin, he?" „Das weiß ich nicht!" Seine Augen weiteten sich: „Wie?“ »Das ist ja ganz einerlei I“ Konstanze erstaunte mit einem Male, daß sie selbst noch nicht ernst darüber nachgedacht hatte, wo sie eigentlich hin wollte. „Du weiht das nicht?" — Er lachte kurz auf. „Das ist echte Frauenlogik. Du wirst eS dir noch sehr überlegen, meine Liebe." „Es gibt nichts mehr zu überlegen. Ich weih genau, was ich will, Lothar." „So!" „Ja!" „Ich glaube wahrhaftig, Konstanze, du hast den Verstand verloren." „Mein Gefühl sagt mir, was ich zu tun habe. Gute Rächt, Lothar , sagte Konstanze und wandte sich zur Tür. „Wir wollen doch mal vernünftig reden, Konstanze." Sie kehrte sich um und blieb stehen, ihre Augen brannten, sie fühlte sich sehr elend. „Ich rede stets vernünftig, Lothar." „Es ist also dein letztes Wort?" „Mein letztes Wort." „Du verlangst doch nicht etwa, daß ich dich bitten soll?" „Ich verlange nichts mehr von dir, Lothar. Hcbcrdics würde auch dos Bitten dir nicht- nützen. Ich kann nicht mehr bleiben.“ Sie betonte das „kann". „Das sind Launen!" Plötzlich aber bekam sein Gesicht einen verstehenden Ausdruck. Er stieß einen letzten Pfiff aus. „Oder ist es etwa ... irgendein ... irgendein Jemand, der dahinter steckt?" Konstanze wich einen Schritt zurück. Ihre Augen weiteten sich. Sie sühlte einen bitteren Geschmack aus der Zunge. Gegen den Mann, der von diesem Moment an nicht mehr ihr Gatte war, empfand sie jetzt plötzlich etwas wie Hah. Sie wollte reden, doch er ließ sie nicht zu Worte kommen. „Also, heraus mit der Sprache... wer ist es? — Renne mir den Ramen, du!" Er trat ganz nahe an sie heran. Seine Augen funkelten böse. „Jetzt wird er mich schlagen," dachte sie einen Moment lang, und schloß erschauernd die Augen. — Aber Lothar war wieder zurückgetreten. Seine Stimme klang drohend und scharf. „Das ist es, ganz allein das... Gib es nur zu, Konstanze ... ich bin doch nicht so dumm, dah ich mir Bären aufbinden lasse von „Seelenharmonie' oder anderen schonen Sachen. Rein, nein, meine Liebe, dazu stehe ich zu sehr mitten im Leben... Aber die Dolle des Hahnrei will ich nicht spielen, meine Liebe. Der altbekannte Ehemann mit Hornern, der immer zuletzt erst etwas erfährt von den Tändeleien seiner Frau, wenn der öffentliche Skandal schon fertig ist, will ich nicht fein... Glaube nur ja nicht, daß ich mich etwa von dir scheiden lasse. Den Gefallen tue ich dir nicht. Also bitte..." (Fortsetzung folgt) 4t • 0 3 cie g'=- c® ^,55 njtfl 4h® •“hg «. NP5 MH 8c^*9 4,-s~c 3 “ ’ 55§*S5X •r tfl ö T 2 = L”k”2 t y^oteiC, PK i5cX ,«Z’ .s u 0 t 3S“ u $ K^r ’ltahli «»xigtS^p 5<.®'6 5 4t ., * EX tA ?®- t"'S-~Ci 15 4,5? |E '*S3^=c Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. M. Äerlln Schluß-j l«llhr« Schluß-, Anfang« kure | Kur« Iure | Kur4 Datum 1. 5 2. 5 1. 5 | 2. 5- 6% Deutsche RetchSanleihe von 1927 1% Deutlche Reichsanleihe 87,4 - 87,8 — von 1929 Deurtche AnI..Dblös^Schuld mit 101,3 — 102 - AuSlos.-Rechten . . 58,8 59 59 Srtfll. ohne Auslos^Rechte . <1.4 11,4 11,4 lU 6% Hei!. Volksstaat von 1929 (rüchahlb. 102%) . . . 63,9 — 94,25 _ Oberhessen Provinz - Anleihe mit Üutlos.-Rechten . . . Deutlche Komm. Sammelabl. 55 - - - Anleche Serie 1 56,13 _ 56,25 8% Franks Hyp.-Bank Goldvke. XIII unkündbar bis 1934 99,5 7% Rranlf Pov.-Bank Doldpfe. unkündbar bis 1932 93,4 i¥x.% Rheinische Hhp^Bank Lchu. fflolDpfe. 86,13 _ 8% Pr. LandeSvfandbrtefanstalt. Pfandbriefe R. 17 8% u» **— 3 y 2^=52 8 - c~ e c“ L'.c*32 ^-ZZsrZLL «- — Ä .C- 5 -e %*t» <*5 24 'S3 -Z^Z t/> Z e « S °£ 1 cy d .3t: B ® E '*— c E 2 A 3 B 2 £ H K 2 B 6 2 e s 51 E 3-^ 2« g 2 £3 - IBS s 2 o E iE — C tc s ■“•5-0 4s = 2 ••2 = 2 E 51 n O 3 g 4-4 *&£ >§ g 55 Sy.O 3 2^ ,S> Lo IN E ZZ ZZ4 — E 2 •a EP oP =2 ZA H SÄfe Eg3*. 3 ««P ßSl 5itZ « 2 © 5*5 = o E 4* C7 «2 öS p LP 1 2 r •es* r-Kg 3 L L- L = T? 3 EL 4 Jt jgS E s BZ4ZL 3 ““'S E fH 3SS4»5 2 = E © = 25 o£ 51 4tz gtinlü* 7 M © E a. 55 E CCi r1—2 o cy LZ- ,3t g 0 2 A 2 ?äQ W S ÄJgtf8* ZHN- E~4 A ’S. P- R s F ;1 st ZK s - 3 E& £2 E 3 2 E--e &- © d-K 3 -*■ 2 § i 4 5? <5 Ein -. (—j A-, “ Ito *- o -> P .0 J5 a ■E ö* O E E s £ LHI ;@ä: E © 8-’ 3 = S 51 E S E o H B E E c, H gStoc'.b ßeL^ ö -e . e e = 19 S 2 e € 1 E s B € E <2 © "".0 3 E ."= 2 dca 8 © 5 mb bie Dev« mit bet Mittel* rod) vvr« 51 L' 22" 5^- § 2 E £ = 2 19 0 2 Hz •fii '_ se Eli £ c 4 B E N- 19 »f V C3 e, i--4- d 8 4. „•c1 ££■ 3 C 3 C -E C U E r-^ c» ZZN° 5 .5^ t£ P o E 2 E 2 s 'S 2 o 5 S ioE£ =^s CÄ i e: e ■« 4 3 P c£-i e-1 L 5e-2.0 3 S e-g . Z .i “ jttnutfjJL - T^ui E^±o»^° : ätiffjoj; j c s ä4x©A-i E N 3©® S” Z^EZ-ß LS 2 5Ä 5 = ■?e 4 2 LN 2 2 c 2 i lC E o ^® E.L 3 A cv p O — o Z^r EiMsj E 2~ §re 4^-2 Ä <4» O ZWS LZS wt« Äo i! S-® 3*« oS-eS ~ 168.J 1.5 58,3? 11b»5 112- i;2,^ 534 21-9 20,34 4,1845 16,4] 81,2 5 i ,67 4 0,498 e^ö L§^ 3 y •=> 2 «u ,33 ,70 ,31 395 ,11 ,93 ,68 ,88 ,46 ,20 ,04 ,75 1,37 ',95 Ato ’§ E . «> -*2S |S §cci GLZ^Z t-E »it: I3 B o 5 E S5 i ® 'S? = ^S E Be -tf " 4S? ^>e ■£^<3 S+o 6? "5 M fc. «D ■ E « £ Ä SS.Z 12. 7,408 73,15 s :!Z $846 20,86 -L t: u® 3 . g±s 8<| E c4 59.il 12,418 7,422 M rl i:^ 3,8^ roF >-'do'S -LZ S ■ * ' t- s Q s^eL 2 "c fc .2 '- S..X o >5 H r o:3 . E £ *- E 5 = E = - L'i e(9 3.g §ZZ 1,5» 58,ti 112-8 Ilf'S 1'2-8 10,55* 21,*! m.31 ’s 16,455 81-2 51,92 2,072 0> AZZ =®ggs MIO =«■ ®* 5-E £ *.2. A I = .5 :g£ st 5± «© Se€ 5ZZ Jc-S g: Z 3 »4 T©- cy 2;*° — o 3 1.38 Sä ES SgSE 2>cy e «•e« h‘S£ c = ^r- s I© 3-.« £ö e=Ä a "a ■ — s *£ E> . o . S^-S-E 58,57 112.14 20,3» 16.4« 168,79 Z,O1 112-12 59.12 2.48 112.64 81,36 51.95 12.43 73,25 |E H-C'-ee* ZZZs4Z-§ZK°LLSZM .ħtl 2 •* E ' i je”© E ’S" £*c g ®-s S ° -L-^ V Z — »vo 3 “ K"K aJi=s :Q . «5 e0 ® ®® ? x 4 3 50 E B ol ■Ä S 3 D-Z23 t O JÖ3Ä 2- _.' «€6 «?_ c£§' - 2 . 3 - 4Eh- B _ «Ä o 4-^ ‘w4j«u8K o£Äx O o »Ä&‘ 5:1» egr-E - a - 5 -3 ■ S 0 .3 Sfe1 L.A. e o “ *E-c § - *=’ ä c±^ ct o ’S £ 57 E ■E’ä' °to E=j2 ® _oySe ■ e-t~a± '3 2X8 5 ■iezg e 4Tg-S ’ SSgx*: 3 L. 4*3 (9 SS C O 2'S i-3 « §l9 i"B© CC^. SfdO C -€S~' * ZBL = *2£; c- E-e o a o ss° i- 3 Q iS® e a L?-eK ä4£cC .0 3 Uh - E*.£.S « 3 2 § 2- Es © ‘^©e a e 2-etD = £ eM: -LSZ^ZE ' dO . = E ±g 5 = H,- qE = s4 2" ,192- er. . c _ 5 g-ES-ä-e s«|iZLL 3 =e = » o=S E E o 2. ä-S- 2 7-24 4IDI-ZE 3 .r-in a -3.S " — — — o S o - o E€ a e °o4i.- 3 3 aas g Ä « t* - - e£*£ 5r i - 45 s"l9 E 2» . a o e c- E* e-4 L 8>K ®=t KZ5Z t E •- l- ?ih Sfts ie"N6ie. •»» »Ul SÄfh winbang bchreib^ "lugen .e °on vorn. ■k\als ob di« rn9 S9et . .cn* -uch wir ueivorslands-Sr. eine ,le Btüalng " Jtatn,; '"ne werden mit e Ealichliehung, Mlen ]u müfim Haltung jU ben ihmen der Le- 1 von der Ge. ängig fein. Wir :taUion auf iche Politik eiben kann. Wil wir auch mli J“ sein, deren Jeuligen Schrei. 7ge?-«x? 3&* atr-JS-eg — “ ts„ I £.27 3 c 5j Ito 3 3 “ w- X* O> e ' ' c e'S EdS^^i ■•= o-€fifs °=s S« w«§> •f _ "E. in T7 3 =^-äH B | e »-ZZ-E^DZ "C "TO 3T- St ,- -r E “ ro r: —! 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