Mittwoch, 2. April MO 180. Jahrgang Nr. 78 Erstes Matt Wie werden die Deuischnaiivnaien stimmen? Der agrarische Flügel gegen die Unterstützung eines MßtrauensantraqS. Der Bürgerkrieg in China Plünderungen und Gewalltätigkeiten roter Truppen en der Streitkräfte Ven! <7 Berlin, 1. April. (OB.) Die deutschnationale Reichslagssraklion war heule vormillag zusammen- getreten. Da von den beiden Linksparteien und auch von den Nationalsozialisten strikte Opposition ange- kündigt wird, liegt es bei ihnen, ob die Regierung ein Mißtrauensvotum erhält oder nicht. Die Anhänger Schieles, die in der Fraktion verblieben sind, arbeiten, so berichtet der „Börfen- Courler“, dem Stur, der Regierung entgegen und nehmen. was unser Volk zum gemeinsamen Denken und handeln, zur Zusammengehörigkeit, zwingt, wird im Mittelpunkt unseres wirkens stehen. Der Blick muh auf die gemeinsame Not und die gemeinsam zu beschließende Abhilfe und nicht auch am Oberlauf des Iangtfe außerordentlich tätig, und ihre Zahl wächst ständig in den Außenbezirken von Hankau und Schanghai 2ßie die „Times" über die Lage in China berichtet, sind der Vorstoß der Armee Fenggyuh- ~ " |, die Hauptstadt von Hv- zu einem neuen Aufflackern des Bürgerkrieges führen, was schreckliche wirtschaftliche Folgen haben und die Hoffnung auf endliches Eintreten von Ruhe und Ordnung schwer enttäuschen würden Annahme van Anzelae« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig, für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Relchspfennis, Platzvorschrift 20° „ mehr. Ehefredakteur: Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teck Ernst Diumschein und für den Anzeigenteck Max Fister, sämtlich tu Gießen. aus das Trennende gerichtet sein. Alle infolge der langjährigen Verhandlungen über den Boungplan noch nicht erledigten sinanzlellen und wirtschaftlichen Maßnahmen mästen sofort durchgeführt werden. Sanierung der Ilnanz- und Kastenlage, Unterstühung der Länder und Gemeinden in ihrer schwierigen finanziellen Lage ist das Dringendste. Ohne eine schnelle Ordnung der Kassen- und Finanzlage sehlt die Gewähr der dringend notwendigen Entlastung der wirtschaft und der Milderung der Arbeitslosigkeit. Durch Uebernahme des von dem jetzigen Reichsfinanzminister aufgestellten E n t w u r f s einesRetchshaushaltsgesehesfür das schotternde Berichte eingetroffen, in denen die --- • *" ‘ uen tf chou haben zu verstehen gegeben, daß sie gegen ein wurden. Ls Mißtrauensvotum stimmen wurde folgende Lösung vorgeschlagen.- Die Deutsch- oaHonalen sollten tinen Antrag einbdngen, der da- hin geht, daß der Reichstag die Erklärung der Regierung zur Kenntnis nimmt und über alle anderen Anträge hinweg zur Ta- Rechnungsjahr 1930 tonnen die Arbeiten des Reichsrates in den festgesetzten Fristen durch- geführt werden. Die Reichsregierung übernimmt das zu diesem Haushaltsplan gehörende Deckungsprogramm. Diese Deckungsvorla» gen sind in der Form des letzten BermittlungS- vorschlages der bisherigen Regierungsparteien mit der finanziellen Sicherung der Arbeitslosenversicherung (Ruf bei den Kommunisten: Abbau!), der gesetzlichen Festlegung der Steuersenkung und der Ausgabenersparnis ein einheit- liches Ganzes. Reue Steuerlasten zur Sattie- rung der Kassenlage sind nur tragbar, wenn sie im Rahmen eines auf weite Sicht gestellten, Schritt für Schritt durchzuführenden Gesamtpro» grammS stehen. Eingehende Sparvorfchläge auf Das Kabinett Brüning vor dem Reichstag. Ein Programm sachlicher Arbeit. — Oer Reichskanzler droht mit dem Auslösungsdekret. — Am Donnerstag die entscheidende Abstimmung. Lricheini täglich,autz« Sonntags und Feiertags Beilegen; Dte Illustriert« Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle IRonati-Bt,ugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Relchspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüste anterSammelnummer225I. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Gieße». peßscheckkonto: granffert am Main 11686. fiangä gegen Kaifeng nan, und das Einrücke. - .. schans in Rordschantung ohne Kampf geglückt, die Regierungstruppen sind entweder zu den Truppen des Rordens übergegangen oder haben sich ohne Kampf zurückgezogen. Die Führer des Rordens erklären, sie allein verkörperten den wahren Geist der nationalistischen Partei und zögerten infolgedessen als gute Patrioten, den ersten Schlag zu tun. Ranking seinerseits treibt das gleiche Spiel und wartet darauf, angegriffen zu werden. Zivile Mitglieder in der Ranking- regierung sind der Herrschaft der militärischen ©lique müde und wünschen, sich Tschiangkei- scheks zu entledigen. Andererseits herrscht auch bei den Führern des Rordens keine wahrv Interessengemeinschaft. Die von ihnen geleitete Bewegung eröffnet keine günstigen Aussichten. Sie wird entweder im Sande verlaufen oder die roten Truppen dauerte drei Tage. Die Einwohner wurden terrorisiert. Mitglieder der Stadtbehörden sollen in siedendes O e l geworfen und andere angesehene Bürger ebenfalls in rohester Weise e r in or det worden sein, darunter der Leit.'r der höheren Schule und das chinesische Oberhaupt der Inlandmission. Biele Ladeninhaber und eine Reche anderer Bürger sind gefoltert und sechs Ausländer, unter ihnen einige Missionare, gefangengenommen worden. Drei von ihnen ist es gelungen zu entkommen. Die Lage in der Provinz Kiangsi wird täglich schlimmer. Das Räuberunwesen nimmt überhand. Zehntausend Mann roter Truppen verwüsten Kiangsi, Kwantung und Sofien bereits seit zwei Fahren. Sie verüben entsetzliche Gewalttaten, ziehen plündernd durchs Land und Haven Regierungsgebäude, Missionsanstalten und sonstiges fremdes Eigentum zerstört. Die ausländerfeindliche Bewegung ist seit 1927 niemals so schlimm gewesen wie gegenwärtig. Die Banditen sind 8. April einberufen und mit seinem Rücktritt gedroht habe, salls etwa die Mehrheit der Fraktion sich gegen seine Politik aussprechen sollte, heute vormittag tritt die Biindesoertretung. heute nachmittag der Bundesvorstand des Reichslandbundes zusammen. Auch von den Beratungen dieser Instanzen wird ein großer Einfluß aus die Haltung der Deutschnationalen erwartet. — Das „B. T." weih zu melden, daß die pommersche Can- desorganisalion der Deutschnationalen gegen die Politik hugenbergs Stellung genommen hat. Bedingungen der Demokraten Berlin, 1. April. (ERB.) In einer Be- trachtung über die Erklärung der Reichsregierung schreibt der Demokratische 3citung8bienft u.a.; Die demokratische Reichstagssraktion wird die neue Regierung nur nach ihren Taten beurteilen. Die demokratische Reichstagsfraktion steht der Regierung mit erheblichen Bedenken gegenüber. Die Demokraten fühlen aber hie Verantwortung, wenn irgendmoglich, aus staatspolilischen und wirtschaftspolitischen Gründen eine Krisis mit unabsehbarem Ende zu vermeiden. Wenn die Demokraten diese Regierung jetzt arbeiten taffen, so ist das allerdings an ganz bestimmte Voraussetzungen gebunden, u. a. an die Voraussetzung, daß kein Mißbrauch mit dem Artikel 48 getrieben wird. Wenn überhaupt, so darf dieser Artikel nur streng im Sinne der Verfassung angewendet werden, nämlich nur zur Beseitigung unmittelbarer Rotstände. Sodann zählt der Demokratische Zeitungsdienst eine Anzahl Forderungen an die Reich Regierung auf. So z. B. ttnror repuklila sicher Kurs in Thüringen, Fortführung der bisherigen Außenpolitik, insbesondere auch der Außenhandelspolitik, schleunigste Verabschiedung des deutsch- polnischen Hande ls Vertrages, in der Wirtschafts- und Steuerpolitik wirksame Ausgabensenkung, Vorbereitung des Niederganges zur Großen Koalition, oder wenn möglich, zur größten Koalition, nämlich zum Einschluß aller Elemente, die staatspolitisch am republikanischen Ausbau Mitarbeiten wollen. GietzeimAuzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vrvck und Verlag: vrühl'sche Untverfilälr-Vuch- und Steinörndcrel H. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7. Das Damoklesschwert. Don unserer Berliner Redaktion. Die Regierungskrise hat tatsächlich dazu geführt, wieder etwas Interesse sür die Vorgänge im Reichstag wachzurufen. Während man in den letzten Monaten daran gewohnt war, die „großen Tage" nur durch ein starkes Schuhmannsaufgebot um den Reichstag herum markiert zu sehen, bedeutet die Antrittsvorstellung deSKabinettsDrünin.g wirklich so etwas wie eine Sensation, die zur Ueberfüllung aller Tribünen geführt hat. Auch die Diplomatenloge ist stark beseht, allerdings die Botschafter selbst lassen sich durch ihre Räte vertreten. Auffallend und für das starke Interesse des Reichspräsidenten kennzeichnend ist, daß der Staatssekretär des Reichspräsidenten, Dr.Meißner, auf der Ministerbank den Verhandlungen beiwohnt, ein Vorgang, der in den Annalen des Reichstags noch nicht verzeichnet wurde. Auch das Haus selbst ist ausgezeichnet besucht, kein Wunder, da inzwischen wohl allen klar geworden ist, daß der große Redekampf, der jetzt ein» sehen soll, über d ie Existenz des Reichstags entscheidet. Herr Dr. Brüning ist, obwohl er doch nun schon seit Monaten die Leitung der Zentrumsfraktion in Händen hat, noch ein unbekannter Mann. Er hat selten gesprochen, und wenn er sprach, war es schwer, einen menschlichen Eindruck von ihm zck gewinnen. Deshalb muß et jetzt, wo er zum ersten Male als Kanzler ans Rednerpult tritt, die Spießruten der Kritik durchlaufen. Aber es ist nicht leicht, aus ihm klug zu werden. Er ist von einer großen Verschlossenheit, zurückhaltend, dem äußeren Eindruck nach mehr Gedankenmensch als Willens» mensch, fast ein Gelehrtenkopf. Indessen es fehlt ihm doch auch nicht an der nötigen De- ftimmtyeit, und der ganze Aufbau der Regierungserklärung dient lediglich dem Zweck, volle Klarheit über den Gang der nächsten Tage zu schaffen. Man hat aus deutschnationalen Kreisen mancherlei darüber gemunkelt, daß es in den Kabinettssihungen, die der Vorbereitung Öen Regierungserklärung galten, nicht möglich gewesen sei, zwischen den Ministern eine völlige Einigung zu erzielen. Wer die Regierungserklärung anhört, könnte das bestätigt finden, weil der Kanzler in der Tat sehr viel mit Allgemein- begriffen operiert. Indessen, das ist wahrscheinlich Absicht. Der neue Kurs sollte am ersten Tage nicht allzu viel mit Einzelheiten belastet werden. Es kam Herrn Dr. Brüning wohl nur darauf an, die entscheidenden Fragen herauszustellen. Deshalb hat in den verschiedenen Entwürfen der Rotstift sehr stark gearbeitet und die Regierungserklärung auf eine wohltuende Kürze zusammengestrichen. Rur die politischen Grundlinien sind bestehen geblieben, damit jeder weiß, woran er ist und was die wichtigsten Ziele der nächsten 3ulunft sind. Finanzreform, Agrarreform und Ostprvgramm, das sind die drei Punkte, auf die si das Kabinett festlegt und so sestlegt, daß hier ein Rückzug nicht mehr möglich ist. Zweimal winkt Herr Dr. Brüning mit dem Zaunpfahl. Er spricht von dem „letzten Versuch". die lebensnotwendigen Aufgaben des Reiches mit diesem Reichstag durchzuführen, er spricht davon, daß die Reichsregierung sich stark genug fühlt, um mit den Mitteln, die von der Weimarer Verfassung zur Verfügung gestellt sind, allen gefahrvollen Bedrohungen entgegenzuwirken, und er erklärt schließlich, daß die Reichsregierung gewillt und in der Lage ist, alle verfassungsmäßigen Mittel einzusetzen. Gewillt und in der Lage, das heißt, falls der Reichstag Schwierigkeiten machen sollte, wird die Regierung dem Reichspräsidenten die A u f l ö s u n g des Reichstags Vorschlägen, und sie hat von Herrn von Hindenburg die Zusage, daß er diesem Anträge entsprechen wird. Das entscheidende Wort ist damit gesprochen, das Damoklesschwert der Auflösung hängt über dem Reichstag. Die Parteien werden innerhalb der nächsten achtundvierzig Stunden sich schlüssig zu werden haben, ob sie es darauf ankommen lassen wollen, daß die Regierung ihre Drohung wahrmacht. Den Ausschlag geben die Flügelparteien, Sozialdemokraten und Deut sch- nationale haben das Schicksal nicht der Regierung, wohl aber des Reichstags in der Hand. Es würde aber dem Sinn dieser ganzen Politik widersprechen, wenn die Regierung sich in die Abhängigkeit der wohlwollenden Reutralität der Sozialdemokratie begäbe. Die Sozialdemokratie fühlt das auch. Sie hat bereits die Parole der Opposition ausgegeben, wobei es nur fraglich fein kann, inwieweit sie es mit dieser Drohung ernst meint und ob sie nicht doch im letzten Augenblick einige Stimmen abkommandiert, um die Annahme ihres Mißtrauensvotums zu verhindern: oder gar mit einem motivierten Mißtrauens- antrag hervortritt, der die Zustimmung der übrigen Oppositionsparteien ni^.t finden kann. Aehnlich ist die Lage auch bei den Deuts ch - nationalen, nur daß sie hier wieder fompli*- ziert wird durch den allen Gegensatz Hugenberg Westarp. der jetzt in neuer Form auflebt. Politisch möchte Herr Hugenberg die Auslösung, um alle unsicheren Elemente aus seiner Fraktion zu ent- fernen. Sachlich aber verlangt Graf Westarp, daß der Regierung Gelegenheit gegeben werde, zu zeigen, was sie leisten kann und vor allem auch das Agrarprogramm durchzusetzen. Wer innerhalb der deutschnationalen Fraktion in diesem Ringen Sieger bleiben wird, das ist zur Stunde | noch schwer zu sagen. Die Reichsregierung selbst ist von einem großen Optimismus. Sie rechnet mit Sicherheit darauf, daß alle Mißtrauensanträge, wie sie auch aussehen mögen, abgelehnt werden, so daß bann noch Ende dieser Woche die sachliche Arbeit beginnen könnte. Aber Herr Dr. Brüning ist auch klug genug, um sich gleichzeitig für den andern Fall einzurichten und alle Vorberatungen zu treffen, um seine Drohung der Auslösung wahrmachen zu können in dem Augenblick, wo die Ent- cheidung der Mehrheit gegen ihn sollen sollte. Sitzungsbericht. Berlin, 1. April. (VDZ.) Die Tribünen des Reichstags sind überfüllt, der Saal ist voll besetzt, als die Mitglieder des neuen Kabinetts mit dem Reichskanzler Dr. Brüning an der Svihe ihre Plätze am Regierungstisch einnehmen. Gut besucht ist auch die Diplomatenloge. Präsident Lobe eröffnet die Sitzung mit der offiziellen Mitteilung von der Manöatsnie- derlegung der Abgeordneten Dr. Wunderlich (DDP.) und Schiele (Dn.). Der Präsident verliest dann die Mitteilung des Reichspräsidenten von der Ernennung des neuen Kabinetts. Bon den Kommunisten wird gerufen: „Das Kabinett des Ausbeuterblocks!" Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Der Präsident erteilt dem Reichskanzler Dr. Brüning das Wort. Die Kommunisten rufen: „Der Kanzler Klöckners, der Hungerkanzler!" Reichskanzler Or. Brüning: Igesordnung schrelle l. Damit wären bann 3* habe die Ehre Ihnen die neue Reichs» alle Mißtrauensanträge erledigt. Zur Begründung regierung vorzustellen' in der Zusammensetzung, des Antrages foU in der Debatte ausdruck ich er- wie sie Ihnen soeben der Herr Präsident des klärt werden, daß er kein vertrauens. Reichstages bekanntgegeben hat. Dabei ergreife volum irgendwelcher Art für das Kabinett be- ich die Gelegenheit, um dem scheidenden I beutet, sondern daß man der Regierung nur d 1 e Herrn Reichskanzler für seine hingebende, Möglichkeit geben wolle, zu arbeiten, von ernster Sachlichkeit getragene Arbeit im allem aus agrarpolitischem Gebiet, und daß man Dienst- des DaterlnndeS öic ausrtcht'g- Hoch- (e|n(, Bedenken habe. Minister Schiele diese huupl- n^u^Deichlkablnet^^st''"e7Uspr^chen^l^^dem mit -ufgabe der deutschen p°lM, m Augriss nehm-n vom Herrn Reichspräsidenten erteilten Austrag zu lassen. Gelingt es den Anhängern Schieles mch, an keine Koalition gebunden. Doch I die deuischnalionale Fraktion zu dieser Losung zu konnten selbstverständlich die politischen Kräfte bewegen, so soll der Antrag, über alle Anträge hin- dieses hohen Hauses bei seiner Gestaltung nicht roeg jut Tagesordnung zu schreiten, vondenRc- unbeachtet bleiben. Das Kabinett ist gebildet gjerungsparteien eingebracht und mit dem Zweck, öie nach allgemeiner , Deutschnationalen unter st üht Auffassung für das Reich lebens not- . Vsi^n“’9 ln 8Cf Auch einet Mitteilung »et „VAZ." |oU »ersucht jtift ju i d i e n. _ .. werden die befristete Erfüllung bestimmter Es wird der letzte Versuch> sem, d.e Losung m.t ^/.d'erungen von der Regierung zu erlangen, biefem Reichstag durchzufuh . zin der Regierungserklärung werde eine unge- Einen Aufschub der lebensnotwendigen Arbeiten nb(, Präzision und die Fassung des außcnpotl- kann niemand verantworten. Die Stunde fordert bemängelt. Nach der Gesamtheit des Ä?« Ä ÜS Betuig-Ptugtum^ .»ltte mun Cem heute nicht ausführliche Erklärungen über die men, daß die Deutschnationalen diesem Kabinett beabsichtigten Maßnahmen im einzelnen. Die mindestens zunächst das Arbeiten ermog- neue Regierung wird Deutschlands Lebensinter- {i dj e n. Das Blatt bringt eine Verlautbarung „von essen in organischer Weiterentwicklung der bis- anderer Seite", daß der Parteiführer. Geheimrat herigen Außenpolitik aktiv vertreten. Rationales fiugenberg. die Parteioertretung für den Selbstbewuhtsein, Vertrauen in die innere Kraft 1 des Volkes, lind die Grundlagen, ebenso wie die Erkenntnis, daß der Wiederaufstieg Deutschlands nur in friedlichem Zusammenwirken mit allen Volkern erreichbar ist. Alsbaldige Rückgliederung des Saar- g e b i e t e s zur Vollendung des besonnenen Be- freiunaswerkes ist das Ziel der von der Reichs- , _r regierung tatkräftig zu fördernden Verhandlun- Peking I. April (Reuter.) Aus dem au- gen Innenpolitisch gibt unsere Lage angesichts ßersten Westen der Provinz Kiangsi sind erbe?" sozialen und wirtschaftlichen Rotstände und f~“ .......... der mit ihnen verbundenen radikalen Stro » I PI u n b e r u n g d er ... . mungen Anlaß zu besonderer Wachsamkeit, eingehend geschildert wird. Zwei britische und Diesen Strömungen läßt sich nicht nur mit dem ein amerikanischer Missionar wurden von den Einsatz staatlicher Mittel begegnen, sie müssen Plünderern verschleppt. Die Plünderung durch in erster Linie durch wirtschaftliche Aus- ' hT<>’ ®me bauarbeit behoben werden. Die Reichsregierung fühlt sich stark genug, mit den Mitteln, welche das Grundgesetz unserer staatlichen Ordnung, die Weimarer Verfassung, der Deutschen Republik zur Verfügung stellt, allen gefahrvollen Bedrohungen entgegenzuwirken. (Beifall.) Wil tiefem Ernst nimmt die Reichsregierung öie Mahnung zur nationalen Einigung auf, die ber Herr R e i ch s v r ä s i d e n t in feiner Kundgebung vorn 13. März an das deutsche Vclk gerichtet hat. (Beifall.) Erbitterte Kampfe um außenpolitische Fragen haben das deutsche Volk zerrissen. Rach der Entscheidung dieser Kämpfe wollen wir das Werk der Versöhnung in Angriff allen Gebieten des öffentlichen Lebens werden tn kürzester Frist seitens der Reichsregierung den zuständigen Körperschaften unterbreitet werden. Diese Sparmaßnahmen sollen nicht von einem antisozialen Geist getragen sein. Sie haben lediglich den Zweck, ihrerseits zur Senkung der Steuern, zur Hebung der Produktivität der Wirtschaft, zur Stärkung der Kreditwürdigkeit Deutschlands beizutragen. (Beifall.) Sie sollen Raum schaffen für die Senkung der auf dem Handwerk und den, gesamten städtischen und ländlichen Mittelstand besonders schwer lastenden Realsteuern. Die Regierung ist von ernster Sorge erfüllt über die Rotlage des gewerblichen Mittelstandes; sie wird alle Kräfte einsehen, dem Artikel 164 der Reichsverfossung entsprechend den gewerblichen Mittelstand in Landwirtschaft, handel und Gewerbe zu fördern, vor Ueberlastung und Aussaugung zu schützen. Die Rotwendigkeit einer planmäßigen, auf Wirtschaftlichkeit und Ersparnisse gerichteten Vereinfachung auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung schafft die Garantie und die Voraussetzung für die IDeiterverfolgung der Sozialpolitik, die als eine staatliche Rolwendig- keit von der neuen Reichsregierung unbedingt anerkannt wird. Finanzielle, soziale und wirtschaftliche Aufgaben müssen von einheitlichen Gesichtspunkten aus angefaßt werden. Gerade von diesem Standpunkt aus ist das Rettungswerk unserer in schwerstem Ringen um die Existenz kämpfenden Landwirtschaft vordringlich. Die Agrarkrise hat in besonders bedrohten Landesteilen den Charakter einer allgemeinen Bolks- und Staatskrisis angenommen. Die Land- wirtschaft hat, wie jeder andere Stand, der unverschuldet ins Elend und in Lebensgefahr geraten ist, das Recht auf d i e Hilfe des Staates. Stützung und Wiederbelebung der ländlichen Wirtschaft ist das wirksamste Mittel zur Drosselung der Landflucht, zur Schaffung neuer Absatz- und Arbeitsmöglichkeiten für Gewerbe und Arbeiterschaft. (Sehr richtig! im Zentrum.) Von hier aus muß der Druck auf den Arbeitsmarkt und die ständige' Bedrohung der Lebenshaltung des deutschen Volkes beseitigt werden. (Sehr wahr! im Zentrum) Deshalb ist die Regierung entschlossen, in Fortführung und Erweiterung der von dem bisherigen Reichsernährungsminister bis in die letzten Tage getroffenen Maßnahmen ein umfassendes und durchgreifendes Hilfsprogramm für die Landwirtschaft schleunigst zu verwirklichen. Sie scheut dabei ange- sichte der ernsten Lage nicht vor außergewöhnlichen Mitteln zurück. Die Reichsregierung ist davon überzeugt, daß nur auf diesem Wege der drohende Zusammenbruch der Landwirtschaft aufzuhalten, eine wesentliche Besserung der gegenwärtigen Krise und dadurch eine Wendung der Lage dieses Berufsstandes herbeizuführen ift So wird auch den deutschen Bauern der Mut zu ständigem Schaffen aus eigener Kraft wieder erwachsen. Die Regierung hat ve- reite mit der Ausarbeitung der notwendigen Gesetzesvorlagen begonnen. Diese Maßnahmen schaffen allein nicht die Gewähr, das deutsche Volkstum in der Ostmark wieder fester mit seiner Heimat und seiner Scholle zu verbinden. Durch' greifende und umfassende Osthilfe, Zug um Zug mit dem allgemeinen Agrarprogramm, ist hier eine besondere Notwendigkeit. Festigung und Erhaltung der bestehenden wirtschaftlichen Betriebe schaffen erst die Möglichkeit einer zielbewußten Bauern- und Arbeitersiedlung. Zur Deckung dieser notwendig werdenden Ausgaben wird die Reichsregierung, ohne den Steuerzahler neu zu belasten, eine besondere Vorlage unterbreiten. In Uebereinstimmung mit dem Herrn Reichspräsidenten hat sich die Reichs- kegierung ^u diesem Vorgehen entschlossen. Gesun- iving der östlichen Landwirtschaft ist die Grundlage nationaler und volkspolitischer Rettung des deutschen Ostens. Die Reichsregierung wird an diesen Vorschlägen und an ihrer schnellsten Durchführung unter allen Umständen fefttjalten. Sie ist gewillt und in der Lage, alle verfassungsmäßigen Mittel hierfür ein- Zvsehen. Das Werk des versöhnenden Ausgleichs zwischen den einzelnen Berufsständen unb Schichten der Bevölkerung verträgt keinen Verzug. Diesen Gedanken muh auch der Reichstag in seiner Stellungnahme zur neuen Reichsregierung Rechnung tragen. Partecholitische Erwägungen müssen in dieser Stunde in den Hintergrund treten. Sachliche Einstellung zu diesem Programm des Kabinetts allein sichert die Zukunft des deutschen Volkes. (Beifall und Händeklatschen bei den Regierungsparteien. — Pfuirufe bei den Kommunisten.) Präsident Löbe teilt mit, daß von den Abgg. Stoecker (Komm.) u. Gen. der Antrag eingegangen ist: Die Reichsregierung besitzt nicht dos Vertrauen des Reichstags. — Rächste Sitzung Mittwochvormittag 12 Ähr. Echo der presse. künftiger Eindruck der Regierungserklärung. Berlin, 2.April. (ERB.) Die Regierungserklärung des Kabinetts Brüning findet in der Berliner Presse im allgemeinen eine recht freundliche Aufnahme. Nur die Organe des rechten Flügels der Deutschnationalen Volkspartei sowie die sozialdemokratische und die kommunistische Presse verhalten sich ablehnend, Die „Germania" (Zentr.) erklärt u. a.: Der Wille zur Arbeit und Leistung unter allen Umständen war das Leitmotiv der Regierungserklärung. Es handelt sich um die Frage, ob fetzt endlich, wo es fast zu spät wird, die Arbeit an der finanziellen und wirtschaftlichen Gesundung des Reiches mit aller Kraft in Angriff genommen wird. Die Reichsregierung wird ihre Pflicht tun und in Erfüllung unaufschiebbarer Notstandsaufgaben im Interesse des Volkes und Staates vor feinen Schwierigkeiten zurückweichen. — Die „D A Z." (Volkspartei) sagt: Gleich, wie die parlamentarische Entscheidung fällt, wenn das neue Kabinett an seinen guten Zielen festhält, wird es sich zum Nutzen des Landes durchsetzen. Die „Voss. Ztg." (Ullstein) stellt fest, daß bk Programmrebe Dr. Brünings keinen ungünstigen Eindruck gemacht hat. Sie biete nur geringe Angriffsflächen. Alles komme darauf art, wie bte Verheißungen in die Tat umgesetzt werden. — Das „B. T." (Wosse) spricht von einem Feldzugsplan Brünings mit dem Ziel der Zerschlagung der Partei Hugenbergs: Erhält Brüning bei der Abstimmung deutschnationalen Zuzug, der Um das Schicksal des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Darmstadt, 1. April. (WHP.) In einer ausgedehnten Sitzung befähle sich der Finanz- a u s s ch u h des Hessischen Landtags mit dem Haushalt des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Der Haushalt, der 2 601 070 Mk. Einnahmen und 8 824 460 Mk. Ausgaben ousweist, benötigt also einen Zuschuh von 6 223 390 Mark. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft K o r e l l legte die unbedingte Rotwen- digkeit der A u f r e ch t e r h a l t u n g des Ministeriums dar. Die V o l k s p a r t e i beantragte mit Rücksicht auf die Finanzlage des Landes das Ministerium aufzuheben und den Aufgabenbereich wieder dem Innenministerium zu übertragen. Lediglich die Dodenverbesserung und die Wasserversorgung sollen dem Finanzministerium unterstellt werden. Das Badener Beispiel und die Auffassung des Reichssparkommissars, der ebenfalls die Aufhebung des Ministeriums verlange, beweise, dah eine Verminderung der Ministerien in Hessen wohl mög- l i ch sei. (Bekanntlich hat die Volkspartei auch die Aufhebung des Justizministeriums beantragt.) Es handele sich hier nicht um einen Antrag, der gegen die Person des Ministers gerichtet sei, sondern um einen durchaus sachlich begründeten Antrag. In verschiedener Hinsicht bestünden heute Doppel st eilen in der Zentrale. — Der Landound beantragte einen allgemeinen Stellenabbau in der Zentrale, wonach etwa 25 Prozent aller Stellen vom Ministerialdirektor bis zum Amtsgehilfen auf den Inhaber gesetzt werden sollen. Minister K o r e 11 erklärte, dah die Begründung, die Zahl der Ministerien in anderen deutschen Ländern rechtfertige eine Aufhebung des hessischen Arbeits- und Wirtschaftsministeriums, fei nicht zutreffend. Württemberg besitze fünf Ministerien und einen Minister ohne Portefeuille, Baden vier Ministerien (drei Minister und einen Minister ohne Portefeuille), Thüringen, von derselben Gröhe wie Hessen, fünf Ministerien (drei Minister und fünf Minister ohne Portefeuille), Braunschweig, halb so groß wie Hessen, sechs Ministerien (drei Minister), Oldenburg drei Ministerien (drei Minister), Mecklenburg-Schwerin fünf Ministerien (drei Minister), obwohl es nur halb so groh wie Hessen sei. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft sei heute das Ministerium der Rot, nicht nur der finanziellen Rot sondern auch der Wohnungs- und Wirtschaftsnot. Als Barometer für die Rotlage braußen im Lande könne es gelten, dah dgs Ministerium im vergangenen Jahre 60 000 Einläufe hatte (das Ministerium des Innern mit der Gesundheitsabteilung zusammen 63 000) und 875 persönliche Gesuche erledigen muhte. Beim Stellenabbau sei vom Ministerium bereits alles Mögliche durchgeführt. Insgesamt wurden 15 Akademikerstellen auf den Inhaber gesetzt, von Richtakademikern 17 bzw. 47. wenn der Vorschlag der Aufhebung des Landesgestüts angenommen wird. Der Antrag des Landbundes auf Stelleneinsparungen laufe in seinem Endziel auf die Aushebung des Ministeriums hinaus. Von sozialdemokratischer Seite wurde die Aufhebung des Ministeriums abgelehnt, da dadurch keine wesentlichen Einsparungen zu erzielen seien. Das Vermessungswesen könne dem Finanzministerium übertragen werden. Das letzte Wort über den Abbau in der Zentrale sei für die Sozialdemokratie noch nicht gesprochen!. Auch das Zentrum wandte sich gegen den Antrag der Volkspartei, das Ministerium aufzuheben. Zu den Einsparungen in der Zentrale werde auch die Zentrumsfraktion noch Stellung nehmen. ihn vor dem Sturz sichert, so ist Hugenbergs Autorität gebrochen. Bleibt Hugenberg im Parlament erfolgreich, so unterliegt der Sieger bestimmt im Wahlkampf für den die deutschnationale Parole dann sehr schwer zu finden sein wird. Ob die Spaltung der Hu^enberg-Partei gelingt, wird sich vermutlich schon in diesen Tagen zeigen. Diesen Teil des Programms zu vereiteln, liegt nicht im republikanischen Interesse. Die „Deutsche Tageszeitung", das Blatt des Reichs andbundes, betont: Forderung der Stunde scheint für uns alle Verantwortungsbewußten zu fein, dem neuen Kabinett, das in einem bisher noch nicht erlebten Maße getragen ift von der Autorität des Reichspräsidenten, die Gelegenheit zu geben, seinen Ankündigungen Taten folgen zu lassen. — Der „Lokalang." (Hugenberg) drückt sich sehr vorsichtig aus: Dieses Kabinett so heterogener Elemente weih, dah es von der Zustimmung der Deutschnationalen abhängt: also muhte der Punkt „Landwirtschaft" groh aufgemacht werden. Was die Deutschnationalen davon halten, werden die Abstimmungen zeigen. — Die „Deutsche Z t g." (Al'deutscher Verband) schreibt: Die Kompromitz- erklärung Brünings hat die Minderheitsfront der Regierungsparteien weder nach links noch nach rechts verbreitern können. — Im „Vorwärts" (Soz.) heiht es: Diese Regierung, deren Erklärung in sozialer, wie in verfassungsrechtlicher Beziehung von gefährlicher Zweideutigkeit ist, kann unser Vertrauen nicht finden. Sie in der Llbstimmung des Reichstags oder draußen im Wahlkampf zu stürzen, wird unsere nächste Ausgabe sein. Die Tarifpläne der Reichsbahn. Erklärungen Generaldirek or Dorpmüllers Berlin, 1. April. (Eigene Meldung.) In Düsseldorf machte der Generaldirektor der Reichsbahn-Gesellschaft, Dr. Dorpmüller, bemerkenswerte Ausführungen über die von der Reichsbahn beantragte Tariferhöhung. Der zu deckende Bedarf von 134 Millionen Mark jährlich soll auf den Personen- und Güterverkehr verteilt werden. Da sich beim Personenverkehr alle zuschlagpflichtigen Züge bezahlt machen, müssen die eigentlichen Personenzüge herangezogen werden, und zwar in erster Lime die Monats- und Arbeiter- Wochenkarten, die 43 Prozent des Verkehrs ausmachen, und die bei der letzten Tariferhöhung verschont worden sind. Es sei undenkbar, daß dieser Massenverkehr, an den sich kein Auto wegen der Unrentabilität heranwaae, auf Kosten anderer Fahrgäste bezahlt werde. Auch nach der Erhöhung würden die Einnahmen aus diesem Verkehr hinter den Selb st ko st en der Reichsbahn zurück- bleiben, aber die Tarife im Personenverkehr müßten so niedrig wie möglich gehalten werden, weshalb der übrige Personenverkehr, der bei der letzten Tariferhöhung bereits erfaßt worden ist, nicht weiter belastet werden solle. Die Gütertarife sollen nicht prozentual gleichmäßig heraufgesetzt werden, sondern die Erhöhung soll nach Klassen abgestuft werden. Dabei sollen die Wagenladungsklassen A und B, deren Güter dem Wettbewerb des Kraftwagens ganz besonders ausgesetzt sind, überhaupt geschont werdNi. Bei den übrigen Klassen sollen die Erhöhungen 2 bis 9 Prozent betragen. Für die Stückgut- t a r i f e ist eine Reuordnung vorgesehen, um die Frachtberechnung zu rationalisieren. Die Ausnahmetarife sollen so behandelt werden wie die Rormalklassen, auf denen sie aufgebaut sind. Bei der Beurteilung der Tarifpolitik der Reichsbahn dürfe man nicht vergessen, dah in allen Tarifen d i e Deförderungssteuer mit eingerechnet ist. Dorpmüller wies besonders auf den Einfluß des Kraftwagens für die Tarifgestaltung der Reichsbahn hin. Wachsende Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten. Reuhork, 4. April. (WT2.) Die Arbeits- läge in den Vereinigten Staaten von Rord- amerila schilderte Präsident Green von der American Federation of Labour vor dem mit der Untersuchung der Arbeitslosigkeit beauftragten Senatsausschuh s e h r p e s s i m i st i s ch. Rach den Schätzungen Greens waren im Februar rund 3 700 000 Lohnempfänger arbeitslos: der Lohnverlust überstieg 400 Millionen Dollar. Green sagt, die Regierung müsse für die Arbeitslosen sorgen, sonst habe sie die Revolution auf dem Halse. Sie müsse entweder vermehrte Arbeitsgelegenheiten schassen oder größere Unterstützungen zahlen. Seit Oktober sei die Arbeitslosigkeit infolge der schlechten Geschäftslage von 11 auf 22 Prozent gestiegen. Im Februar 1930 seien sogar etwa 25 Prozent arbeitslos gewesen. Green befürwortete den Vorschlag des Senators Wagner, eine Kommission zu schaffen, die den Plan studieren solle, langfristig öffentliche Bauarbeiten in Angriff zu nehmen. Englisch-französische Einigung auf der Flottenkonferenz? London, 2. April. (DTR. Funkspruch.) „Daily heralb" meldet: Bei den Erörterungen zwischen Henderson und B r i a n b ist eine Formet gefunden worden, die geeignet zu sein scheint, Frankreich die von ihm gewünschte Sicherheit zu geben und ihm zu ermöglichen, einem Fünf- Mächte - Pakt beizutreten. Es verlautet, dah 3 t a l i«en angesichts dieser neuen Lage bereit ist, das umstrittene Wort Parität aus den Erörterungen wegzulassen. Die Aussichten auf ein erfolgreiches Ergebnis der Londoner Flottenkonfe- renz sind jetzt viel besser. — Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" dagegen äußerl lebhafte sie Besorgrtis über die Wendung der Dinge. Lr fürchtet, dah es Brianb unb Henderson gelungen fei, 2Hacbonalb für bie französische Auslegung bes Artikels 16 ber Aölkerbunbssahung zu gewinnen. Das würbe eine ernste Wenbung in der britischen Außenpolitik bedeuten. Der Artikel 16 handelt be- kannllich von der Skrasexekution des Völkerbundes gegen bundesbrüchige Staaten. 14'/r Millionen Pfund Fehlbetrag im englischen Haushalt. London, 1. April. (Tel.-Un.) Das am 31. März abgelaufene englische Finanzjahr schließt mit einem Fehlbetrag von 14 523 263 Pfund Sterling ab. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 814 970 280 Pfund, während die Ausgaben 829 493 543 Pfund Sterling betragen. Der konservative Schatzkanzler Churchill hatte vor einem Jahr für das nun abgelaufene Finanzjahr einen Ueberschuß von 4096000 Pfund angesetzt, bei einer ordentlichen Einnahme von 746 060 000 Pfund Sterling, während nun der sozialistische Kanzler Snowden gezwungen ist, einen Fehlbetrag von rund 14% Millionen Pfund Sterling (also 290 Millionen Mark) zu decken. Der Haushalt entspricht im wesentlichen den Berechnungen, nachdem seit langem kein Zweifel mehr darüber bestand, daß Snowden im Hinblick auf sehr wesentliche Erhöhungen der sozialen Aufwendungen mit einem beträchtlichen Fehlbetrag zu rechnen hatte. Aus aller Wett. Abreise ber beutschen Grönland-Expedition von Kopenhagen. Die deutsche Grönlandexpedition unter der Leitung Prof. Wegeners reifte mit dem dänischen Dampfer „Disko" ab. Die große Wenge, die sich am Quai versammelt hatte, bewies von neuem die Popularität, die Wegener und seine Kameraden in Dänemark, das die Forschungen auf seiner Kolonie Grönland tatkräftig unterstützt, genießen. Die Abreise erfolgte bei strahlendem Frühlingswetter. Bekannte Polar- und Grönlandforscher, wie Peter Freuchen, Lauge, Koch, Einar Mikkel- sen und Gustav Holm, hatten sich xur Verabschiedung der Expedition eingefunden. Auch die Reise- kameraden Professor Wegeners von der Dänemark-Expedition 1906 waren anwesend. Es war nicht einfach gewesen, die Ausrüstung der Ex- Pension an Bord unterzubringen. Die beiden großen Propellerschlitten, die die Expedition mitnimmt, mußten in Kisten im Zwischendeck verstaut werden. Die 25 Pferde, die mit- geführt werden, wurden in engen Ständen, meist zu viert, eingepfercht. Die Expedition hat auch eine Anzahl empfindlicher Wissenschaf t- licher Apparate sowie Dynamit, Benzin und andere Stoffe der Art auf die Reise mitgenommen. Der Dampfer „Disko" wird zunächst Reykjavik anlaufen, wo noch drei Isländer sowie Pferde an Bord genommen werden sollen. Von Reykjavik wird der Dampfer auf den Hafen Um anal in Dänisch-Aordwest-Grönland Kurs nehmen. Dieser Hafen ist als Bestimmungsort für die Wegenersche Expedition gedacht. 250 Jahre Weibmannsche Buchhandlung. In Berlin würbe bas 250jährige Bestehen ber Weibmannschen Buchhandlung durch eine eindrucks- volle Feier in den Räumen des Verlages festlich begangen. 1680 von Moritz Weidmann in Frank- f u r t a. M. gegründet, hat sich die Firma durch zwei Familien fortgeerbt. 1681 wurde das Geschäft nach Leipzig verlegt. 1822 ging es an die Familie Reimer über. Seit 1854 ist der Sitz der Buchhandlung Berlin. Zu dem Namen, die mit der Geschichte des Verlages eng verbunden sind, gehören aus der klassischen ßiierafur u. a. Gellert, Lessing, Wieland, Lavater, Ernst Moritz Arndt an. Die spätere Zeit gab dem Unternehmen bewußt das Gepräge eines wissenschaftlichen Verlages. Hier sind zu nennen Namen wie Jakob und Wilhelm Grimm, Th. Mommsen, Wilamowitz-Moellen- borff unb Konrab Bürbach. Bei ber Feier überbrachte Geheimrat Thiersch die VllkMwünsche ber Göttingschen Gelehrten-Gesellschaft. Professor F r a e n f e l promovierte den Inhaber Hans Reimer zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Georg-Äugust-Universität Göttingen. Geheimrat von B o r s i g überreichte die Goldene Medaille ber Jnbustrie- und Handelskammer Berlin und viele Verbände und Vereine brachten ihre Glückwünsche bar. Im Namen ber Autoren, bie eine Marmorbüste von Georg Anbreas Reimer überreichten, sprach Exz. v. Wilamowih-Moellenborff. Das zehnte Tobesopfer der Trichinose. Am Dienstagabend ist der Inhaber bes Restaurants ,^önigshof" in Stuttgart, Albert Seeger, an den Folgen ber Trichinose gestorben. Es ist bies ber zehnte Tobesfall, ber feine Ursache in bem Genuß bes trichinösen Bärenfleisches hak. In dem von Seeger geleiteten „Königshof" ist bas trichinöse Bärenfleisch verabreicht worben. Lin englischer Schiffskapilan vermacht deutschen kriegsinvaliden 200 000 Mark. Der kürzlich im Alter von 84 Jahren verstorbene Handelsschiffskapitän Otway Robinson hat in seinem Testament bestimmt, daß über 10 000 Pfund Sterling, b. h. ber größte Teil seines Vermögens, der deutschen Regierung zur Verfügung gestellt werde, die das Geld deutschen Kriegsinvaliden zugute kommen lassen soll. Eine Schmugglerbande. In Köln ist es der Polizei gelungen, einer Schmugglerbande auf die Spur zu kommen und mehrere ihrer Mitglieder zu verhaften. Am letzten Samstag fiel einem Polizisten ein betrunkener Chauffeur auf, der mit seinem Wagen den Verkehr zum Stocken gebracht hatte. Bei der Llntersuchung des Wagens entdeckte die Polizei, dah das Auto offenbar zum Schmuggeln verwendet wurde. Die weiteren Ermittlungen führten zur Entdeckung von zwei Lagern, die Tausende von belgischen Zigaretten enthielten. Es wurde weiter festgestellt, daß man es bei diesem Zigarettenschmuggel mit einer mehrköpfigen Bande zu tun hatte. Vier ihrer Mitglieder sind bereits verhaftet worden. Es handelt sich durchweg um schwer vorbestrafte Derussschmugg- l e r, die bei jeder Fahrt 100 070 Zigaretten über die Grenze gebracht hatten. Die überaus schlechte Ware ist von Mittelspersonen der Schmuggler abgeseht worden, und zwar fast ausschließlich an Arbeitsnachweisstellen. Doch ist das Schmuggelgut auch in anderen Städten, z. B. in Frankfurt a. M., vertrieben worden. Oie Wetterlage. (onms Sei 33 avi rm fordöy. !$lo O Dienstau, d.1. April. 1930. 7" abds. ___ r—< ° O ry ^Vlagent 'j'ßPariS O O ) L ' o Clermont O -------------Inj OenhiÄ Wien v(D O cj ©wontenlos o neue/. 3 naro oeaecKt.» wolkto. • Gedeckt «Reoe^ * Schnee graupeln ® Nehel K Grwit'zr,(§)Wlnd5tllle. •O' sehr leichte» O$i £ nassioe» Südsüdwest q stürmische« tordWesl Ole Piene Niesen mit dem winde. Die oei den Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Oie Limen verbinden Orte mn gleichem ml Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Verschiebung der Luftdruckgegensätze schreitet nur langsam vorwärts. Hoher Druck lagert weiter im Südosten, und im Westen und Nordwesten tiefer Druck. An der Südseite des Tiefs greifen Bewölkung und Niederschläge auf das Festland vor. Unser Gebiet dürste davon gestreift werden, so daß mit zeitweiser stärkerer Bewölkung und einzelnen Niederschlägen zu rechnen ist. Die Temperaturen erfahren vorläufig noch keine wesentliche Aenderung. Wettervoraussage für Donnerstag: Bewölkt mit Aufheiterung, vereinzelte Niederschläge, mild. Witterungsaussichten für Freitag: Temperaturen noch wenig verändert, wolkig, auch dunstig unb aufheiternd, meist trocken. Lufttemperaturen am 1. April: mittags 15,8 Grad Celsius, abends 9,5 Grad; am 2. April: morgens 7,2 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 3,2 Grad. — Erdtemoeraturen in 10 cm Tiefe am 1. April: abends 12,4 Grad: am 2. April: morgen« 7,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer M Stunden« Äfef. KsK >4 eh?* d„ LrK 'Hamel ?& ber L7'Lr SW BlU z«Lr M°rm7, ÄftHS der Irld)iuo|e Ää erstorben. L ij SS UW' *n dem ®« Jat. 3n bem j°i 'ft bas hid)inö|e listapifan litten 200000 matt verstorbene ■Jobmlon hat in ’6 über 10000 Pfund eines Vermögens, ber ugung gestellt werbe, negsinvaliben xbaabe. M gelungen, einer pur zu lammen und 1 verhaften. Arn Ich- Polizisten ein bc« aus, der mit seinem locken gebracht hatte. Sagend entdeckte die offenbar zum e t wurde. Die mei» zur Entdeckung van nde van belgi- Hielten. Es wurde cs bei diesem Ziga« mehrkpfigen Lande itglicdcr sind bereits lt sich durchweg um zerufsSchmuys« )O2O Zigaretten übet Sie überaus schlechte men der Schmugglet ir fast ausfchliehlich Sach ist das Schmug« dien, z. 2. in Frank- irden. rlage. .in< 0 iflt ?4r6O W' ffe* 4 0 H Y< ) o 0 Off* X(T&, M Wien ltlSsagk- geilet bet 2rud Sen E Knb N^ÄBewol' M-r iil SsS' ’crcl3 itatf «*Ä . ur» Aus der provmzialbauptstadt Gießen, den 2. April 1930. Kind und Tierwelt. Wer von dem Glauben erfüllt ist, auch in den niedrigsten Tieren Gottes Geschöpfe zu sehen, wer auch daS kleinste Tierchen al« ein fühlende« Wesen alles Lebenden erkennt, der wird kaum anders als ein guter Mensch sein können. Darum gehört zu den Zielen der Erziehung auch Er. weckung und Pflege der tiefen Siebe zur Aatur, besonders zur Tierwelt. Das ist der große Vorteil einer auf dem Lande, im Dorfe verlebten Kindheit, daß das Kind 'im steten Zusammensein mit den Tieren, im fröhlichen Herumspr'.ngen mit Hund und Katze, Ziege und Lämmchen von klein auf nicht nur ein untergeordnetes Geschöpf, sondern ein gleich- berechtigtes erblickt. Und war ihm so zu Spiel- geführten der schönen Iugendtage wird, ist ihm später der treue Arbeitsgenofse. Ss ist klar, daß es gar kein besseres Mittel geben kann, Kinder zur Liebe und zu Mitleid gegenüber den Tieren zu erziehen, als wenn wir den Buben und Mädels Gelegenheit zur Beobachtung und vor allem zur Pflege der Tiere geben. Am letzteren lernen sie dann auch gleichzeitig Pflichtgefühl, Verantwortungsgefühl gegen andere. Etwas, waS fie in ihrem späteren Leben so gut gebrauchen können und notwendig haben müssen. Ueberhaupt würden die Plagereien von Arbeitstiere^ durch ihre »Herren' , die man trotz aller Tierfchuhbestrebungen und dergleichen immer noch oft genug zu sehen bekommt, wohl einmal völlig verschwinden, wenn eben jene Menschen von Kind auf gelehrt würden, daß das Tier nicht etwa nur auf der Welt ist, um für den Menschen zu arbeiten, daß es auch seine rechte Hand ist, daß es nie mehr leisten kann, als seine Kräfte hergeben. Dann wollen wir auch eine 3 nicht vergessen: daß es gar kein lieblicheres Bild geben kann, al« ein Kind, daß feine kleinen Pflegebefohlenen betreut und umsorgt. Soweit es möglich ist, sollten alle Eltern ihren Kindern durch Schenken eine« Tierchen« zum ersten Versuche in der Liebe zu allem, was mit uns lebt, Gelegenheit geben. Automobile aus der Eisenbahn. Clne versuchsweise Neuerung der Reichsbahn. Um Automobilreisenden, die gelegentlich Teil ft reden mit der Eisenbahn fahren wollen, cntgegenzukommen, wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft vom 1. April ab auf der Strecke fjamburg — und Bremen — Basel versuchsweise dtevereinfachteAbfertigung von Kraftwagen zu halben Gepäck- frachtsätzen einführen. Für diesen Verkehr sind die Bahnhofe Bremerhaven, Wesermünde, Bremen, Hannover, Hamburg, Kreiensen, Göttingen, Kastel, Marburg, Bad-Nauheim, Frankfurt a. M., Darmstadt, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg und Basel zugelassen. Die Beförderungsgebühr, die nach halben Gevackfracht- sähen und nach dem Eigengewicht der Wagen beredend wird, ist mindestens für 200 Tarifkilometer zu zahlen. Die Aufgabe des Kraftwagens erfolgt nur in Verbindung mit der Lösung einer Fahrkarte. Die Kraftwagen werden mit günstig liegenden Eilgüterzügen befördert, deren Fahrgcschwittdig- Feit nur wenig hinter den beschleunigten Personen- zügen liegt. Beispielsweise braucht ein Eilgüterzug für die Strecke von Basel nach Hamburg nur 3 OStunben. Damit der Wagen auch mit dem in Aussicht genommenen Zuge befördert wird, ist die rechtzeitige Auflieferung, im allgemeinen anderthalb Stunden vor Abgang des Zuges, geboten. • Anmerkung der Redaktion. Dtach ber vorstehenden Mitteilung ist die oberhessische Provinzialhauptstadt Gießen als Abfertigungsbahn. Hof bei dieser Derkehrsmaßnahme von der Reichs- bahnoerwallung nicht vorgesehen. Warum? Meint die Reichsbahnoerwaltung, die Universität»- und Provinzialhauptstadt Gießen, die auch Knotenpunkt von mehr als einem halben Dutzend Reichsbahnlinien und einer Anzahl Landstraßen ist, sei für den Verkehr und damit auch für die Reichsbahninteressen weniger bedeutsam, als die viel kleineren Städte Marburg und Bad-Nauheim? Wir wollen gelten lassen, daß Dad-Nauheim als Weltbad einen starken Automobiloerkehr hat, aber der gleiche Verkehrsumfang im Krasiwagenwesen ist unbedingt auch von Gießen zu behaupten. Die Gießener Stadtverwaltung, der !Ber« kehrsoerein. die Industrie- und Handelskammer Gießen und nicht zuletzt auch die Leitung des Gießener Bahnhofs selbst sollten sofort gegen diese Zurücksetzung unserer Stadt bei der Reichsbahnhauptoerwaltung vorstellig werden und die offenbar über die hiesigen Verhältnisse unzureichend unterrichtete Reichsbahnstelle darüber auf klären, daß es auch im Interesse der Reichsbahn gelegen ist, wenn sie bei dieser an sich zweckmäßigen und aussichtsreichen Verkehrs- neuordnung einen so bedeutsamen Platz wie Gießen nicht ausschaltet. Dar Arb Itsprogramm des Piovlnz altags Dem Provinzialtag ber Provinz Oberhessen, ber — wie am vorigen Montag schon kurz berichtet — am Samstag, 12. April, in Gießen zu seiner diesjährigen orbentlichen Tagung zusammentritt, liegt folgenbe Tagesordnung zur Erledigung vor: 1. Diensteinweisung und Verpflichtung der n e u in den Provinzialtag berufenen Mitglieder. 2. Verwaltungsbericht des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen über den Stand der Provinzialverbandsangelegenhciten und Rech, nung über die Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rj. 1928. 3. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben ber Provinz Oberhessen im Rj. 1930. 4. Rechenschaftsbericht bes Provinzialausschustes über die Verwaltung bes Wasserwerks Inheiden und Rechnung über die Einnahmen und Aus- gaben des Wasserwerks Inheiden im Rj. 1928. 5. Betriebsvoranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Wasterwerks Inheiden für Rj 1930. 6. Rechnungsabschluß über die Verwaltung des Ucberlandwerks Oberhessen für das Rj. 1928. 7. Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Ueberlandwerks Oberhessen im Rj. 1930. R. Antrag des Provinzialausschustes betreffend Gasfernversorgung. Daten für Donnerstag. 3. April. Sonnenaufgang 5.33 Uhr, Sonnenuntergang 18.35 Uhr. — Mondaufgang 7.05 Uhr, Monduntergang 0 Uhr. 1603: Königin Elisabeth von England gestorben (geboren 1533); — 1682: ber spanische Maler Bartoloms Estsban Murillo in Sevilla gestorben; — 1838: ber Staatsmann Üson Michael Gambetta in Lahors geboren (gestorben 1882); — 1862: der Seefahrer Sir James Clarke Roh in Ailesdury geworben; — 1897: der Komponist Johannes Brahms in Wien gestorben (geboren 1833). Vornotizcn. — TageskalenderfürMittwoch Stabt, theater: „Woyzeck" und „ßeonce unb Lena", 19.30 Uhr. — Hubertus: Vortrag über „Tierstimmen, Balz- unb Brustlaute", 20 Uhr, Hotel Hindenburg.— Lichtspielhaus, Bahnhofstrahe: „Donauwalzer". — Aus bem Stabttbeaterbureau wirb uns geschrieben: Die heutige Auffü' ung „Woyzeck" und „ßeonce und ßena" beginnt um 19.30 Uhr. — Freitag, 4. April, zum letztenmal „Der letzte ßord" — Am Sonntag, 6. April, 4. Tag des Kammerspieb Zyklus" „Der Tor und ber Tob' von Hugo von Hof- mannslhal. Spielleitung unb Gcbenkworle Dr. Kart Ritter. — Oeffentltcher L i ch t b l l d e r v v r - trag. Man schreibt unÄ: Die jetzige Passion-- zeit regt dazu an, die Gedanken auf die Grundwahrheiten des Christentums, auf Tod und Auf- crstehen, zu richten. Wie diese Wahrheit in den urchristlichen Jahrhunderten gelebt und wie fie sich einen Ausdruck geschaffen hat in den Katakomben. den urchristlichen Grabstätten, wird in einem Vortrag auf Einladung der Bewegung für religiöse Erneuerung von L i c. R o b e r t Goebel am kommenden Freitag, 4. April, — Oeffcntliche Bücherhalle. 5 m März wurden 1375 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 952, Zeitschriften 61, Iugendschrstten 85, Gedichte und Dramen 6. Länder- und Völkerkunde 78, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 102, Kunstgeschichte 11, Naturwissenschaft und Technologie 44. Heer- und Seewesen 3, HauS» und Landwirtschaft 3, Gesundheitslehre 5. Religion Helft bem deutschen Sauern: Eßt Roggenbrot! Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder In der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf 20 .15 älhr behandelt werden. Es fo2 diese Welt durch Lichtbilder zur Anschauung gebracht werden. Der Vortrag findet statt: Oberrcal'chule (Eingang Bismarckstraße). Sing'aal. Das Thema lautet: „Die Welt der Katakomben und der Geist des älrchristentums". (Siehe heutige Anzeige.) •• Keine Umsatz steuerpflicht für Zinsen auf Vorschüsse. 3n den von Bücherrevisor und Stcuersyndikus Herrn. Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuersragen" (Rundschreiben Rr. 7) lesen wir: Ein Auftragnehmer halte sich vom Auftraggeber, um einen größeren Auftrag ausführen zu können, einen Vorschuß auf den künftigen Rechnungsbetrag geben lassen, den er bis zur Fälligkeit der Zahlung verzinsen mußte. Der Auftraggeber kürzte bei Erledigung der Arbeit das Entgelt um die aufgelaufenen Zinsen für den Vorschuß. Der Auftragnehmer versteuerte zur älmsahsteuer nur das Entgelt abzüglich der Zinsen. Dies erkannte das Finanzamt nicht an. Der Reichsfinanzhof (29. Rovember 1929 — VA 691 29) hat aber dem Steuerpflichtigen Recht gegeben. Die Umsatzsteuer werde nicht berechnet von dem vereinbarten Preis, sondern lediglich von dem tatsächlich vereinnahmten Entgelt. ee Gefchäftsjubiläum. Die Firma Friedrich Heyd & Sohn im Seltersweg kann heute auf ihr 60jährigcs Bestehen zurückblicken. Das Geschäft wurde im Jahre 1870 in Butzbach durch Friedrich Heyd sen. und dessen Sohn Christoph eröffnet. 3m Jahre 1919 siedelte die Firma nach Gießen in das jetzige Geschäftshaus im Seltersweg (das frühere Gasthaus „Zum Hirschen", Besitzer Becker, sog. Hirsch-Becker) über, das seit 1866 im Besitze der Familie des jetzigen Inhabers ist und in dem über vier Iahrzehnte lang ein gleicher Geschäftsbetrieb unter der Firma A. Kröll bestanden hat. Der gegenwärtige Geschäftsinhaber, Kaufmann Friedrich Iacob Heyd, ist seit 1898 Inhaber der Firma. Das Stammhaus in Butzbach besteht seit 1920 unter der veränderten Firma Heinrich Wenzel norm. Friedrich Heyd & Sohn weiter. und Philosophie 6, Etaatswissenschaft 12, Sport 1, Fremdsprachliches 3 Bande. Rach auswärts kamen 4 Bände. + Der Provinzialverband bc c oberhessischen ländlichen Reit- unb Fahrvereine plant für Sonntag, 18. Mai, einen großen Stern- und Stafettenritt nach Grünberg. In diesem Iahre sind 25 Iah re verflossen, seitdem in Berlin als Zentrale der »Reichs verband für Zucht und Prüfung des deutschen Warmbluts" besteht. Dieser Verband plant für 1930, .dem Iahre des Pferdes", in ganz Deutschland Veranstaltungen, die der bcut- Icben Pferdezucht Förderung und Aufschwung verleihen sollen. Der Stern- und ©tafettenritt durch Oberhessen soll als Endziel Grünberg haben, während die Ausgangspunkte in den Städten Friedberg, Büdingen, Marburg und Fulda liegen. Damit möglichst viele Orte in Ober Hessen berührt und balclöft für das Pferd geworben wird, sollen zwischen den einzelnen Linien der Stafetten Querverbindungen von je vier bis fünf Mann unter Führung von ehemaligen gedienten Reitern hergestellt werden. Etwa um die Mittagsstunde sollen die Stafetten ihr Ziel erreichen, um die gleiche Zeit sollen auch die Abteilungen der näheren Umgebung (etwa bis 20 Kilometer Entfernung) in möglichst voller Stärke in Grünberg einrücken. Die Stafetten werden Urkunden überbringen, eine Begrüßung durch die Stadt Grünberg wird auf dem Marktplatz erfolgen. Platzkonzert, Dorsührrmg von Gespannen, woran auch Richtmitglieder sich beteiligen können, sowie eine Feier in der Turnhalle sollen den Abschluß des Tages bilden. Neuer Höhenrekord Nehrings Darmstadt, 1.April. (MSN.) Der bekannte Segelflieger Hermann Rehring flieg heute nachmittag mit bem Leichtflugzeug der Akademischen Jliegergruppe D. 18 zu einem Höhenflug auf. Unter Benutzung eines Sauerstoffapparate- gelang es ihm, eine höhe von 8050 Metern zu erreichen und damit den Höhenrekord für einsitzige Leichtflugzeuge, den bisher Bäumer mit 7600 Metern gehalten hatte, erheb- lich zu verbesseren. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Qi t. 2 4 vom 1. April enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Die Schlachthausanlage des Metzgers Karl Dolkmann zu Lollar. — Fleischbeschau. — Das Landgestüt. — Backordnung der Gemeinden Climbach unb Lauter. — Dienstnachrichten. ß • k Zum Schuh VI I l^und Erhöllungy ie neuen BMW-Preise BMW der wirls:hft!:^sfe Wagen der Welt, nunmehr auch der preiswerteste deutsche Kleinwagen o Zweisitzer . Limousine . Kabriolett . RM 2075- „ 2475.. . 2625- Berücksichtigen Sie bitte bei diesen Preisen, dal) der Wagen komplett mit Winkern, Bosch-Stoßdämpfern und 5facher Bereifung geliefert wird, was nicht bei allen Kleinwagen üblich ist. Die hinteren Federn sind wie bei den teuersten Wagen in Gummi gebettet. Die serienmäßig eingebauten Michelin-Hering-Halbflachfelgen erleichtern die Reifenmontage wesentlich und machen ein Herausspringen der Reifen unmöglich, daher größte Fahrsicherheit Phaeton, 3 sißig.....RM. 2175. Sonnenschein-Limousine . . n 2625. Eil-Lieferwagen ..... „ HOO. Kein andererWagen bietet Gleichwertiges zu diesen Preisen Der überlegt handelnde Käufer wählt BMW BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT ■ ZWEIGNIEDERLASSUNG EISENACH 2630V Verkauf In Eleven durch; Otto Faber, Kraftfahrzeuge - Reparatur, MühletraBe 22 Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L. Bernard Gießen, den 31. März 1930. 02236 ‘2687 D Gießen, den 2. April 1930. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise wohltuender Teilnahme bei dem Heimgänge ihres lieben Entschlafenen danken herzlich die trauernden Hinterbliebenen: I. 'c 7 W Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 2*i VA Kalk Graj-und Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 3639. 176D ösämmiöiiiüi iraaüWoer Konferoenfaötlt sucht in Detailgeschästen und bei Großverbrauchern eingeführten, tüchtigen Vertreter Schriftliche Angeb. erbeten unter 2695V an den Gieß. Anzeiger. Qssaiioiiiiiini l-Mm.-Mll. beschlaanahmesrel. tm ©üboietiel, mtt Zentralheizung, au ver» reten. Schriitl. Angeb. unter 02251 an den Gtefl. 9ttu. Ur. 2-Zim-loi™. mit Badezimmer u. 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Immer größere und segensreichere Möglichkeiten eröffnen sich und wird dieser Vortrag Aufklärung bringen über die Grundlagen der aufsehenerregenden Heilerfolge selbst in verzweifelten Fällen von Gicht, Rheuma. Iwchlaw. Awthrna. Verven- und nervösen Leiden. Lähmungen. Ilurnkrankhelten, Frauenkrankheiten. Krampfadern uww. Regelmäßiger direkter Passagierdampferdienst nach CANADA Auskunft für Reisende und 8 Auswanderer d u r di NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN und seine samtlidien in- und ausländischen Vertretungen InGiefoen:TheodorLoos,Kirchenpl.l3 In Wetzlar: Dornbusch dc Binder, Lahnstrahe 12 14 NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN jMi, a/llvijirti ^4» ^rfp) i L> rgrhfH^M®^&tfkeiis 4V> d° Unne ochladte, ohne >—WWM. JL«k*Jw» Jl, JL£9 j ™ €ar*e) De 7 Ha,^etten ' 6=ht Unri °essins ' Se. P^Wne>ti6r( / Br