Nr. 281 Erster Blatt 180. Jahrgang Montag, 1. Dezember 1050 Eriche,«, «üglich.cwtze, Sonntags und Feiertag» Beilegte: Vie Illustrierte Siebene, FamwenblLtte, Heimat hn Bild Die Schalle ■mats-BejngipreU: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» schein« einzelner Rümmer« infolge höhere, (Bemalt Kenisprechanschlüffe «nterSammebmnnner225L Anschnst für Drahtnachrichten: Anzeiger Siebte, postfchtckfonto: grenffurtam Main 11688. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnick vnd Verlag: VrW'sche UniversiLülr-vuch- und Stetnöruderei R. Lange in Lietzen. SchrifUeitung und Geschäftsstelle: 5chlllstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzoorfchrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, fämtlich in (Biefjen. Vor Erlaß der neuen Notverordnungen. Das Ergebnis der Parieiführerbesprechungen. — Der Rückgriff auf Artikel 48. — Abänderungen der Zuli-Rotverordnungen. Durchführung des Ganierungsprogramms auf dem Verordnungswege. — Keine Mehrheit gegen den Reichskanzler. Die letzten Besprechungen des Kanzlers. Berlin, 30. Rov. (ERB.) Reichskanzler Dr. Brüning führte am Samstag Besprechungen mit einer größeren Zahl von Parlamentariern, unter ihnen den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Breitscheid, Aufhäuser, Dr. Hertz und Frau Schroeder, mit dem B o l k s - parteiler Dr. Eremer, den Zentrumsab- geordneten Dr. Perlitius, Riesener, Decker (Arnsberg), den Dertrctern der Bayer ischen D o l k S p a r t e i Leicht und Dr. Bayersdörfer. Den Besprechungen über den sozialpolitischen Teil der alten Rotverordnung wohnte auch Reichs- arbeitSminister Dr. Stegerwald bei. Später felgte eine Unterredung mit dem Führer der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags, Abgeordneten Heß. Sodann empfing der Kanzler verschiedene Gesandte der deutschen Länder. Wie wir hören, hat der Reichskanzler bei diesen Besprechungen die Absicht der Regierung mitge- teUt, die Finanzreform durch Rotverord- n u n a in Kraft zu sehen. Die Rotverordnung wird alle Dorlagen umfassen mit Ausnahme derjenigen. die ve rf a s s ung sä n de rn de n Charakter tragen. Es handelt sich dabei um das Pensionskürzungsgeseh und das Personal» Mlswandsgeseh, das die Te oldungssperre enthält. Dagegen I oll das Ausgabenbegrenzung s- ?eseh so umgestaltet werden, daß hier der Veras s u n g s ä n de r n de Charakter beseitigt wird. Die beiden versa.sungsändernden Gesetze sollen dem Reichstag zur parlamentarischen Erledigung zugeleitet werden. Der Plan, diese Fragen auf dem Wege einer beschleunigten Ländergesetzgebung zu regeln, ist also fallen gelassen worden. Am Mittwoch würde das Reichstagsplenum sich dann mit den Anträgen zu beschäftigen haben, die zweifellos von einigen Oppositionsparteien auf Auf Hebung der neuen Rotverordnung gestellt werden dürsten. Auf diese Weise würde in der nächsten Woche das Gesamtprogramm der Regierung zu einer ausführlichen Besprechung kommen, an deren Schluß mit der Abstimmung über die Aufhebung oder Bestätigung der Rotverordnung die Entscheidung über die politische Schicksalsfrage der Regierung und des Reichstages steht. Troy der Abkehr der Wirtschastspartei von der Regierung werden Brünings Aussichten für die parlamentarische Entscheidungsschlacht in parlamentarischen Kreisen als nicht ungünstig angesehen. Es wird damit gerechnet, daß unter dem Druck der letzten Besprechungen die sozialdemokratische Fraktion der Regierung eine Mehrheit gegen Aushebungs- und Mih- trauensanträge verschaffen wird. 3ft die Rotverordnung erst bestätigt, dann ist auch eine qualifizierte Mehrheit für die v er- tassungsändernden Gesetze zu erwarten. Der Reichstag könnte dann auf der Basis sanierter Finanzen in die Etatsberatung eintreten, und gleich nach der Weihnachtspause würden danndie einzelnen Etats vom Haushalts- ausschuh in Arbeit genommen werden können. Brüning berichtet dem Reichspräsidenten. Berlin, 30. Roo. Amtlich. 3n einer am heutigen Sonntag stattgehabten lUinifterbefpre- d)ung, die sich bis in die Nachtstunden ausdehnte, berichtete Reichskanzler Dr. Brüning über die politischen Besprechungen der letzten Woche, die Erledigung des Wirtschaft», und Finanzplanes im Reichsrat und den Stand der Verhandlungen des Hovshattsausfchuffes des Reichstages über die Notverordnung vorn 26. 3ull d. 3. lieber die aufgrund eingehender Beratungen, an denen auch der Reichs- bankpräsidenl Dr. Luther teilnahm, gefaßten Entschließungen wird im Lause des Montags Reichskanzler Dr. Brüning dem Herrn Reichspräsidenten Bericht erstatten, weitere Mitteilungen werden im Anschluß an diesen Vortrag erfolgen. Reichskanzler Dr. Brüning hat die Minister- Präsidenten der Länder zu einer Besprechung am Montag nach Berlin gebeten. Der vermutliche Inhalt der Notverordnungen. Berlin, 30 Roo. (ERB.) Die erste Roloer- orbnung wird voraussichtlich Montag veröffentlicht werden. Sie enthält die Abänderungen der 3uli - Verordnung. 3m einzelnen dürfte die Rotaerordnung ungefähr folgende Punkte enthalten: Die 50- Pf. -Gebühr für den Krankenschein wird den Ausgesteuerten und den fünf'untersten Klassen der Erwerbslosen sowie für bestimmte Krankheitsfälle erlassen. Ferner soll das Unlerstühnngsrecht der jugendlicher! Erwerbslosen, die dem elterlichen haushalt angehören, erweitert werden. Bisher waren 3ugendtiche bis zu 17 3ahren davon ausgenommen. 3etzt soll die Grenze bei 16 3ahren liegen, so daß also ein 3ahrgang mehr unter die Arbeitslosenunterstützung fällt. Das erfordert schätzungsweise einen Mehrbetrag von 5 Millionen Mark. Außerdem wird die Schankoerzehr- steuer fallen, und in den Gemeinden, in denen sie bereits eingesührl ist, wird sie auf den 1. April 1932 begrenzt. Das Bier wird aber auf alle Fälle ausgenommen, da es bereits stark belastet ist. Dazu tritt dann noch eine Aenderung der Bürger st euer. 3n unterrichteten Kreisen rechnet man mit einer geringeren Unterstufe und einer stärkeren Staffelung in der Mitte. Wieweil noch andere Einzelheiten in dieser Rotverordnung geregelt werden, bleibt abzuwarten. Die zweite Rotaerordnung umfaßt das J i - nanz. und Wirtschaftsprogramm mit Ausnahme des Steuervereinfachungsgesehes, das vom Reichsrat noch nicht verabschiedet ist. Mit der Veröffentlichung dieser Verordnung Ist für Montag abend oder Dienstag zu rechnen. Die schwierigsten Fragen liegen in den Entwürfen, die o e r f a f - sungsändernden Charakter haben. Man will deshalb einen inneren Umbau vornehmen, der den verfassungsändernden Charakter beseitigt. So soll z.B. die Gehaltskürzung der Länder- und (Bemeinbebeamten In eine Steuer umgewandelt werden. Da» Aus- gabensperrgeseh wird der Kanzler wohl noch einmal mit den Ländern besprechen. Da» Penslonskürzungs-Geseh soll zunächst f orts allen, um vielleicht später dem Reichstag öorgelegt zu werden. Beim Tabakzv11 ist eine Herabsetzung vorgesehen. 3n politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß es den Bemühungen des Kanzlers gelungen ist, die Gefahr einer Aufhebung der Rotverordnung durch den Reichstag zu beseitigen. Dingeldey einstimmig zum Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei gewählt. Berlin, 30. Rov. (WTB.) Rachdein am Sonntagmorgen der Reichsausschuh der Deutschen Dolkspartei zusammengetreten war, um abschließend au dem neuen Organisationsstatut der Partei Stellung zu nehmen, versammelte sich am Rachmittag der Zentralvorstand im Preußischen Landtag. Der stellvertretende Parteivorsitzende Dingeldey eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die schwierige politische Loge. Das Schicksal der Partei sei unvermutet aufs schwerste noch dadurch berührt worden, daß Dr.Scholz sich entschlossen habe, die bis dahin von ihm geleiteten Aemter als Dorsihender der Partei und der Reichstagsfraktion niederzulegen. Es sei das historische Verdienst des Ministers a D. Dr. Scholz, daß er unter größten Schwierigkeiten, unter Opfern seiner persönlichen Lieberzeugung, auch seiner persönlichen Stellung, in entscheidungsvollen Augenblicken sich selbst und die Reichstagssraktion dem großen Führer der deutschen Außenpolitik zur Beendigung seines Werkes zur Verfügung gestellt habe. Dr. Scholz habe, und das müsse allen gegenteiligen Behauptungen Mgenüber festgestellt werden, diePolitik Dr. Stresemanns stets loyal unterstützt. Der Parteivorstand hohe beschlossen, Herrn Dr. Scholz den Ehrenvorsitz der Partei amu- tragen. Dieser Vorschlag wurde unter lauter Zustimmung einmütig angenommen. Regierungsrat Sauerborn als Vorsitzender des Organisationsausschusses erklärte zu den neuen Organisationsstatuten: Der Grundgedanke der neuen Satzung besteht in einer schärferen Zusammenfassung der Kräfte durch Stärkung der Defugniste des Parteivorstandes. Der bisherige geschäftsführende Ausschuß ist aufgehoben; seine Aufgaben gehen aus den Reichsausschuh über, der auch in Zukunft die Zufammenfassung der Wahlkreis- und Landesverbandsvorsitzeirden, der Wahlkreisgeschäftsführer und der Fraktionen des Reiches und der Länder ist. Sahungsgemäh sind alle Sicherungen eingeschaltet, daß in sämtlichen Gliederungen der Partei die junge Generation, die Frauen, und die wichtigsten Berufsstände ihrer Bedeutung entsprechend vertreten sind. Dem Führer ged anken ist dadurch entsprochen, daß die Stellung des Parteiführer- bzsonders herau-geh oben ist. — Der Zentralvorstand nahm da- neue Organisationsstatut an. Unter dem Dorsitz des Seniors der Partei, Geheimrat Professor Dr. Kahl, erfolgte dann die Wahl des neuen Parteiführers. Geheimrat Kahl schlug zur Wahl den 2lbg. Dingeldey vor, der feit anderthalb Jahren Mitglied der Reichstagsfraktion der Deutschen Dolkspartei sei und es in überraschender Weise verstanden habe, das 3er- trauen feiner politischen Freunde zu erwerben, sich Achtung und Ansehen in der ganzen Partei zu verschaffen. Der Zentralvorstand wählte darauf e i n ft i m m t g durch Zuruf den Abg. Rechtsanwalt Dingeldey zum 1. Borfitzenden der Partei. Geheimrat Dr. Kahl stellte ausdrücklich fest, daß weder Gegenvorschläge gemacht worden seien, noch irgendein Widerspruch erfolgt fei. Der neue Parteiführer übernehme fein Amt in selten schwieriger Lage. Für die Partei ständen jedoch nicht die eigenen Sorgen und Interessen im Vordergründe, sondern die Rot des Vaterlandes. Unter den erneut einsetzenden Beifallskundgebungen wiederholte dann Kahl feinen Glückwunsch an den neuen Parteiführer. Dingeldey dankte in bewegten Worten für das bewiesene Vertrauen, das ihn mit Stolz erfülle. Sein erstes Gedenken gelte dem großen Gründer der Partei, Strefemann, an dessen Stelle er heute stehe. Zn seinem Geiste wolle er arbeiten und kämpfen, und er hoffe, daß die Partei sich im Geiste kameradschaftlicher Gemeinschaft zusammenschließe. Die neuen (Steuern in Hessen. Ablehnender Standpunkt der Opposition. - Zustimmung des Finanzausschusses zu den Steuererhöhungen. WHP. Darmstadt, 29. Rov. 3n der sehr lebhaften Aussprache des Finanzausschusses am Samstag eröffnete die Dolkspartei die Aussprache über die vom Finanzminister eingebrachten Eteuervorlagen und Aenderungen des Besoldungsgesetzes und des Stellenplanes. Abg. Haug (DVP.) gab solgende Erklärung ab: Die Deutsche Dolkspartei ist mit dem Finanzminister der Meinung, daß e i n ausgeglichener Etat das Gebot der S t u n d e sei. Wenn aber nunmehr ü b e r R a ch t vom Finanzausschuß die Zustimmung zu ungeheuer weitgehenden Regierungsvorlagen erwartet wird, auf die sich vermutlich die Regierungsparteien längst in der Stille geeinigt haben so erklärt die DVP. dazu folgendes: Wir haben seit Zähren einen weitgehenden Abbau in der Zentrale mit Derringerung der Zahl der Minister und Dezentralisation der Derwaltung verlangt, ohne Gehör zu finden; wir haben vergebens darauf hingewiesen, daß eine Gesundung der Finanzen nicht so sehr durch kleinliche Abstriche bei den lokalen Aem- tern und Beschneidung der Bezüge überalterter Anwärter erzielt werden kann, als durch Abstoßung aller derjenigen Aufgaben, mit denen sich der Staat seit 1919 über seine Leistungsfähigkeit hinaus belastet hat, und durch Einschränkung der "Beamt ener- nennungen auf solche Stellen, die staatliche Hoheitsrechte auszuüben haben. Wir haben vergebens betont, daß eine Regierung nicht in demselben Augenblick eine allgemeine Deförderungs- sperre verhängen darf, in dem sie hohe Staatsämter aus parteipolitischen Rücksichtenmit Außenseiternbesetzt, ja dafür unter Umftänben sogar neue Stellen schafft, und daß es völlig nutzlos ist, dieselben Stellen kurz n a ch der Reubesetzung auf den Inhaber zu bewilligen. Wenn wir aus diesen Gründen dem Teil der Regierungsvorlage unsere Zustimmung versagen müssen, der einen großen Teil der hessischen Beamten und alle Anwärter überdieReichs- richtlinien hinaus in ihren Rechten und Bezügen verkürzt, so müfkn wir anderseits auch eine Erhöhung der Grundsteuer und Svndersteuer a b l e h n e n. Die Reichsregierung hat erkannt, daß die gesamte steuerliche Belastung zu hoch ist, und daß nureineEenkungderöfsent- lichen La st en den Zusammenbruch unserer Wirtschaft verhindern kann. Wenn daher von Reichswegeu ein Anfang mit der Entlastung des Steuerzahlers gemacht wird, so darf ein einzelnes Land nicht durch Gegenmahregel diese bcgrüfjenÄ- werten Absichten unwirksam machen. Die Begründung der Regierungsvorlage, daß die Steuerbelastung in Hessen unter dem Reichsdurchschnitt liege und daher diesem sehr wohl angenähert werden dürfe, können wir uns um so weniger zu eigen machen, als die besondere Rot unseres Grenzlandes ja gerade von der hessischen Regierung bei jeder Gelegenheit mit Recht betont wird. — Wcts schließlich die Pläne der Regierung bezüglich Aufhebung aller möglichen lokalen Aemter anlangt, die von den Sihgemeinden al- lebenswichtig betrachtet werden, so verweisen wir auch hierbei aus unsere frühere Einstellung, die dahin geht, daß wir dem Abbau von Kreisämtern, Amtsgerichten, Forst- undVer- messungSämtern und Schulen aller Art nur dann zustimmen werden, wenn der Gewinn für das Land nachweisbar größer ist als der Schaden sür die Bevölkerung deS benachteiligten Bezirks. Abg. Dr. Leuchtgens (Ldb.) erklärte, daß er in noch schärferer Weise dieser Erklärung z u- stimmen müsse. Der Landbund sei stets sührend in der Anregung von Ersparnismaßnahmen gewesen. Don sozialdemokratischer Seite wurde betont, man nehme diese Erklärungen zur Kenntnis. Die heutige Haltung der Sozialdemokratie als der stärksten Regierungspartei sei nur eine Konsequenz der bereits früher verfolgten Politik. Daraus wurde in die Ginzelberatung ein» getreten. Das Sondergebäudesteuergesetz wurde mit neun gegen drei Stimmen der Volks- Partei. des Landbundes und der Volksrechtspartei angenommen. — der Gesetzentwurf über die Erhöhung der Grundsteuer wurde mit sechs gegen vier Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Annahme fand ein Antrag der Kocllitivnsparteien, der bestimmt: .Der Drund- steuerzuschlag von 12 auf 36 Pf. ermäßigt sich a) auf 10 Pf. (Gesamtsteuersah 22 Pf.) von je 100 Mk. Steuerwert, wenn der Grundsteuerwert des -uschlagspflichtigen Vermögens für einen Pflichtigen zusammen 7000 Mk. nicht übersteigt; b) auf 15 Pf. (Gesamtsteuersatz 27 Pf.) von je 100 Mk. Steuerwert, wenn der Grundsteuerwert deS zuschlagspflichtigen Vermögens für einen Pflichtigen zusammen 10 000 Mk. nicht übersteigt." Von oolksparteilicher Seite wurde dabei dar- jelegt, daß nicht immer die höher bewerteten Grund- tücke auch die jetzt am besten rentierenden Objekte eien. Wenn der Finanzminister die Grund- teuersätze der verschiedenen Länder vergleiche, möge er doch auch die Bewertungsgrund- lagen der einzelnen Länder angeben. In Preußen mit seinem etwas höheren Steuersatz ergebe sich im Endeffekt eine andere Belastung, weil die Besteuerung aufgrund älterer Wertfestsetzung erfolge, während in Hessen dagegen neue Wertfestsetzungen maßgebend seien. In Preußen seien ja auch die Mieten entsprechend gesteigert. Minister Kirnberger verwahrte sich dann gegen den Vorwurf, er habe Sparoorschläge der Parteien nicht beachtet. Er habe jederzeit Anregungen entgegcngenommen und geprüft; undurchführbare aber ablehnen müssen. Der L a n d b u n d - Redner verwies erneut auf seine Sparvorschläge, deren Durchführung das Defizit beseitigen, ohne daß man die Steuern zu erhöhen brauche. Die Aenderung des Stellenplanes wurde unter Ablehnung eines Landbund«Antrages gegen fünf Stimmen angenommen. Der Ausschuß begann dann noch die Beratung der Aenderung des Besoldungsgesetzes, brach aber die Beratung ab, als neue Abänderungswünsche des Zentrums laut wurden, worauf von den Sozialdemokraten neue fraktionelle Besprechungen gefordert wurden. — Der Ausschuß wird seine Beratungen während der Plenarberatungen fortführen. Tanfsenkungen bei der Reichsbahn. Berlin, 29. Roo. (TU) Amtlich. In den Preissenkungsverhandlungen zwischen der Reichsregierung und dem Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist Uebereinstimmung über eine Ermäßigung wichtiger Eisenbahn- tarife, die auf die Lebenshaltung von wesentlichem Einfluß sind, erzielt worden. Zur Verbilligung der Lebenshaltung weiter Kreise der werktätigen Bevölkerung werden die Preise der Arbeiterwochenkarten, Kurzarbeiter- Wochenkarten, Monats, und Teilmonatskarten sowie Schülermonats- karten gesenkt. Der Vorortsoerkehr fällt, soweit für ihn schon ermäßigte Sätze bestehen, nicht hierunter. Im Güterverkehr wird die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Lebensmitteln frachtlich erleichtert. Für Kartoffeln werden, nachdem die Reichsbahn im Interesse der Kleinbezieher schon die Stückgutfrachten gesenkt hat, auch die Sätze für Wagenladungen ermäßigt. Sie werden damit auch bei mittleren Entfernungen unter Frie- denssägen liegen. Frachtsenkung für Getreide. Mehl und Qualitätseier soll die Preissenkung auch dieser wichtigen Lebensmittel fühlbar beeinflußen. Entsprechend seiner großen Bedeutung für die Fleischversorgung der Bevölkerung wird auch der Tiertarif gesenkt, und zwar in höherem Maße, als bei feiner vor dem Abschluß stehenden Umarbeitung vorgesehen war. Für alle bereits g Mandat. Stimmen letzten aus fol- 6 in Vergleich gegenüber den Reichstagswahlen ergibt sich genfer Zusammenstellung: Kreistags- und Stadtverordnetenwahlen (Grvß- Dieleseld-Stadt und Land): Soz. 42 946 (letzte Reichstagswahl Bielefeld-Stadt und Land 48 056) Stimmen: Deutsche Volkspartei 7498 (9817) Stimmen; Wirtschaftspartei 7886 (7352) Stimmen: Deutschnationale 6698 (6844) Stimmen: Zentrum 4060 (4148) Stimmen: Deutsche Staatsmen 3 Mandate. Kommunisten 1379 Stimmen 1 Rationalsvzialisten 6403 5 Mandate. im Nottarif enthaltenen Lebens mittel wird, um Wünschen der kleineren Verfrachter entgegenzukommen, eine Ermäßigung für fünf und zehn Tonnenladungen gewährt. Zur Senkung der landwirtschaftlichen Produktionskosten wird auch eine Reihe von Düngemitteln in die Frachtsenkung einbezogen. Im Kohlen versand werden für bestimmte Gmpfangsgebicte Ermäßigungen durchgeführt, die dazu dienen sollen, durch Hebung des Gesamtabsatzes den Arbeitsmarkt zu beleben und dadurch der Wirtschaft neuen Antrieb zu geben. Die Erleichterungen für Kohlen gelten ab 1. Dezember. Die übrigen Ermäßigungen werden in kürzester Frist inkraft gesetzt, sobald die mit ihrer Einführung verbundenen Arbeiten abgeschlossen sind. Kür eine Gebührensenkung bei der Reichspost. Berlin, 29.Nov. (WTB.) Der Postausschuß des Deutschen Industrie - und Handels- tages faßte zur Gebührensenkung bei der Reichspost im Rahmen des allgemeinen Preisabbaues einstimmig folgenden Beschluß: Der Postausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages ist der Ansicht, daß es aus gleichen Erwägungen, aus denen die Reichsregierung von der Privatwirtschaft eine allgemeine Preissenkung verlangt, unabweisbare Pflicht der Reichspostoer- roaltung ist, mit einer sichtbaren und wir- kungsvollen Senkung ihrer Tarife nicht mehr zurückzuhalten. Eine Derabsäumung die- ser Pflicht gerade seitens dieses großen Wirtschaftsunternehmens des Reiches müßte die Gesamt- aktion der R e i ch s r e g i e r u n g aufs schwer st e schädigen und die von der Privatwirtschaft gebrachten und noch zu erwartenden Opfer ihrer Wirkung weitgehend berauben. Die durch die Gehaltskürzungen eintretenden Ersparnisse sind dabei im vollen Umfange für die Gebührenermäßigung mit zur Verfügung zu stellen. Oie Wahlen in Bremen. D rem en, 30. Rov. (WTD.) Die heutigen Wahlen zur bremischen Bürgerschaft sind im ganzen bremischen Staatsgebiet ohne besondere Zwischenfälle verlausen. Auch aus Dremer» haven wird ein völlig ruhiger Wahlverlauf ge- meldet. Die Wahlbeteiligung wird auf 80 Prozent geschätzt. Eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent ist für Bremen bereits seit langem Tradition, und häufig hat gerade die Deteili- gung bei den Bürgerschaftswahlen die bei den Reichstagswahlen übertroffen. Das amtliche Endergebnis der Wahl im gesamten Bremer Staatsgebiet ist folgendes: Sozialdemokraten 62 555 Stimmen 40 Sitze: Deutschnationale 9641 Stimmen 5 Sitze: Zentrum 4238 Stimmen 2 Sitze: Kommuni st en 21 679 Stimmen 12 Sitze: Deutsche Bolkspartei 25 271 Stimmen 15 Sitze: Deutsche S taatspartei 7216 Stimmen 4 Sitze, Wirtschaftspartei 3362 Stimmen 2 Sitze: Haus-und Grundbesitzer 8730 Stimmen 5 Sitze: Rationalsvzialisten 51 324 Stimmen 32 Sitze: Konservative Dolkspartei 1894Stim- men 1 Sitz; Christlich-Sozialer Dolksdienst 1389 Stimmen kein Sitz: Rationale Einheitsliste 1820 Stimmen 1 Sitz. Seit den Wahlen vom 13. Rovember 1927 setzte sich die Bremer Bürgerschaft folgendermaßen zusammen: Soz. 50; Bremer Arbeitsgemeinschaft 36, Demotr. 12, Kommunisten 10, Haus- und Grundbesitz 9, Zentrum 2, Haus und Scholle 1. Stadtverordneten- und Kreistagswahlen in Bielefeld. Bielefeld, 1.Dez. (WTB.) Nach Durchfüh- rung des Bielefelder Eingemeindungsgesetzes fanden am gestrigen Sonntag die Kreistags- und Stadtverordnetenwahlen statt. Die Wahlhandlung vollzog sich reibungslos. Die Wahlbeteiligung betrug 84,5 Prozent. Das Fazit ist ein Stirn» menverluft bei sämtlichen Parteien mit Ausnahme der Nationalsozialisten, die gegen die letzte Reichstagswahl, bei der sie 16 641 Stimmen erhielten, mit 22 131 Stimmen einen Gewinn zu buchen haben. Ergebnis der Sladtverordneteuwahlen: Sozialdemokraten 29371 Stimmen, 22 Mandate (1929: 18 025 Stimmen, 19 Mandate). Deutsche Volkspartei 4291 (9050) Stimmen, 3 (9) Mandate. Wirtschaftspartei 5840 (5045) Stimmen, 4 (5) Mandate. Deutschnationale 3154 (2987) Stimmen, 2 (3) Mandate. Zentrum 3122 (2822) Stimmen, 2 (2) Mandate. Deutsche Staatspartei 1192 (2593) Stimmen, 0 (2) Mandate. Evangelischer Dolksdienst 3758 (2543) Stimmen, 2 (2) Mandate. Kommunisten 4068 (2533) Stimmen, 3 (2) Mandate. Nationalsozialisten 15 936 (2244) Stimmen, 12 (2) Mandate. Stadtwächterpartei 976 Stimmen, kein Mandat. Insgesamt 50 Sitze gegen früher 46. Ergebnis der Kreistagswahlen: Sozialdemokraten 13757 Stimmen 12 Mandate. Deutsche Bolkspartei 2046 Stimmen 1 Mandat. Wirtschaftspartei 938 Stimmen kein Mandat. Deutschnationale 3307 Stimmen 3 Mandate. Zentrum 674 Stimmen kein Mandat. Staatspartei 334 Stimmen kein Mandat. EvangelischerVolksdienst 3544 Stim- Oie Wetterlage. . "" Tao hessischer Üi Wissenschaft, k auka su s haben nur die Sowjetwirtschaften 96 Prozent des Plans abgeliefert, während die Kollektivwirtschaften nur bis 74 Prozent, die Privatbauern sogar nur bis auf 61 Prozent gekommen sind. 3m Wolgagebiet ist der Ablieserungsplan zu 80 Prozent erfüllt worden. Der amtliche Bericht hebt hervor, daß in verschiedenen Gegenden durch den Liefer- streik der Bauern eine drohende Lage entstanden sei. Man versucht wiederum die Großbauern für den Mißerfolg verantwortlich zu machen. Die Lage ist um so kritischer, als auch das Rovember-Programm in den ersten 25 Tagen des Monats nur bis zu 4 3,8 Prozent durchgeführt wurde. *«st Ä-E rilßC'1 » ft* sie VMM ein Archt. Ucrftet Aaihiruhe nicht voll KrÄ! Hoch vor ■ Ml 2 Geile, Van aus, y bis Es zum Ml Lebensweise erste Ermüd viL ist. Der, pflegen soll, turlehren w Äachtlchlal vollen, A ruhe wohl Man ha ötimWt Stunden e verbreitete nicht zutris Aachtruhc Gesundheit tige ist, Mi vöse von abends Tun gib! abends vor Einige Re, ten, sonder warmen Ob fen, nicht zu einer b dem festen zum Echla 2ett gehen «danlen a konzentrier! einige Hilf Schlasengei tief ein- auch zur hn Bett । leichtern i Meistens nicht einsci aufstehen i der, daß d schlafen un schlafen. Ai daß es ein der Körpei entspannt scheiden ei schlaf, die Störung di men, die, Heilungen len und Diese M hmg, fall chen zu h ist all die ©Wolkenlos.® neuer ® naiD oeoetKL ®wolkig, eoedten eRegen * Schnee graupeln «Hebei K Gewitter.(^Windstille.«O. seh» leichter Ost y massiger Suosugwest *) sturmischti «ordwesl Ole Piene fliegen mit dem winde Oie beiden Stationen stenenden Zart- len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck LLcllcruvruussagc. Der allgemeine Luftdrucksanstieg hat zur Entwicklung eines Hochdruckgebietes geführt, dessen Kern über Deutschland liegt. In ihm herrscht vorwiegend nebliges und diesiges Wetter, ein charakteristisches Zeichen für herbstliche Hochdruckgebiete. Die Temperaturen haben bereits mit dem Sinken begonnen, und der Rückgang wird vorerst weiter anhalten, zumal die absinkenden Luftmassen im Hoch zur Auflösung der Nebel- und Wolkendecke führen dürfte, so daß Aufklaren eintritt und. somit die Ausstrahlung stärker zur Geltung kommt. Die Standhaftigkeit des Hochs scheint aber nicht von allzulanger Dauer zu fein, zumal im Nordwesten wieder Abbauzeichen zu erkennen sind. Aussichten für Dienstag; Neblig mit Ausklaren, trocken, Nachtfrostgefahr. Aus aller Welt. Brand an Bord des Do X. Nach Mitteilung des an Bord des Flugschiffes Do X befindlichen Sonderberichterstatters des Woiff- schen Telegraphenbureaus ist am Samstag um 14.30 Uhr an Bord des in Lissabon ankernden Riesenflugboots ein Brand ausgebrochen. Der Brand entstand VVrch- Funkenflug aus dem Auspuff an der Boje. Funken flogen auf die obere Tragfläche und setzten die Stoffbespannung des Backbordflügels in Brand. Es gelang, die gefüllten Benzinbehälter in der Flügelnase und die Motoren selbst vor Feuerschaden zu sichern. Beschädigt wurde lediglich die Haut des Backbordflügels. Keiner der Hauptkonstruktionsteile des Flügels wurde in Mitleidenschaft gezogen, die drei Holme sind vollständig intakt geblieben, ebenso das Triebwerk und die Flügelnase. Die Instandsetzung des Flügels kann in kurzer Frist erfolgen. Von Friedrichshafen und Altenrhein wurden f o - fort Ersatzteile an gefordert, ebenso die nötigen Mannschaften. Bei guten Transportoerhält» Nissen können diese in zehn Tagen hier sein, so daß der DoX in drei bis vier Wochen wieder f l u g k l a r sein wird. Die Besatzung bleibt in Lissabon, die Passagiere reisen ab. Sofort nach der Instandsetzung wird das Flugschiff den Flug f o r t s e tz e n. Die Güte der Konstruktion hat sich bei diesem Brande erwiesen. Die Löschung des Brandes erfolgte ausschließlich mit Bordmitteln und allein durch die Besatzung. Als die Feuerwehr und die Marine anrückten, war der Brand bereits gelöscht. Erwerbslosenkrawalle in Berlin. Etwa hundert Erwerbslose, denen sich eine große Menschenmenge angeschlossen hatte, veranstalteten Samstag nachmittag einen Demonstrationszug durch Neukölln. Als die Polizei sie zerstreuen wollte, leisteten sie Widerstand, so daß die Beamten vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußten. Einzelne Trupps des aufgelösten Zuges strömten nach den Nachbarstraßen ab. Zwölf junge Burschen stürmten eine Bäckerei und raubten dort neun Brote. In zwei weiteren Lebensmittelgeschäften wurden zusammen etwa 15 Würste gestohlen. Infolge di'eser Vorfälle schlossen die Geschäftsleute in der Gegend und ließen die Rolläden herab. Das Ueberfallkommando und Beamte der Polizeireviere stellten die Ordnung mit dem Gummiknüppel wieder ber Den Rädelsführern war es inzwischen gelungen, sich durch die Flucht der Festnahme zu entziehen. Da sich die Plünderungen an drei verschiedenen Stellen gleichzeitig ereigneten, wird angenommen, daß die Erwerbslosen nach einer einheitlichen Parole handelten. Die Plünderer hatten sich in den Läden zunächst unauffällig benommen, so daß das Bedienungspersonal sie für Käufer hielt. Blitzschnell griffen sie dann nach den Waren und verschwanden damit. Etwa eine Stunde später zogen rund fünfzig Erwerbslose in geschlossenem Zuge durch die Friedrich st raße und stießen Niederrufe gegen die Reichsreaierung aus. Aus Angst vor Plünderungen schloffen die Kaufleute in der Friedrichstraße ihre Läden. Als die Erwerbslosen in die Straße Unter den Linden einbiegen wollten, stellte sich ihnen ein starkes Polizeiaufgebot entgegen. Partei 1526 (3977) Stimmen: Evangelischer Volks- dienst 5137 (7279) Stimmen: Kommunisten 4742 (6684) Stimmen: Rationalsozialisten 22132 (16 641) Stimmen: Stadtwächterpartei 976 (0) Stimmen. Von insgesamt 124 694 Stimmberechtigten haben 103 808 Wähler ihre Stimme abgegeben. Meine politische Nachrichten. Auf ausdrückliches Verlangen des Kopenhagener Polizeipräsidenten hat der Kopenhagener Etudentenverein dem natl.-soz. Reichstagsabg. Dr. Goebbels, der in fern Verein einen Vortrag halten sollte, telegraphisch abgesagt, da die Polizei offenbar befürchtet, daß der Vortrag zu kommunistischen Unruhen Veranlassung geben würde. Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen hat auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik di« Zeitung „Die Schwarze Fahne" in Königsberg wegen eines Artikels, der eine Herabwürdigung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staatsform und grobe Beschimpfungen von Mitgliedern der preußischen Landesregierung enthalte, auf die Dauer von drei Monaten verboten. Die „Schwarze Fahne" ist das Organ der ostpreuhischen Dauern- Rotbewegung. Der amerikanische Film „Im Westennickts R e u e s", der nach Ansicht der Sachverständigen des Reichswehrministeriums das Ansehen der deutschen Wehrmacht und des Reiches schädigt, ist von der Filmprüfstelle trotz des Einspruches des Reichswehrministeriums in Deutschland zügel a s s e n worden. Der Film wird am 4. Dezember in Berlin zur Uraufführung kommen. llebergabe der deuWeliOberschlesienAole in Gens Genf, 29. Rov. (121.) Die heute dem Generalsekretär des Völkerbundes übermittelte deutsche Rote besteht aus folgenden vier Teilen: 1. eine kurze Mantelnote, in der der Reichs- außenminister Dr. Lurtius beantragt, den Inhalt der deutschen Rote aus die Tagesordnung der kommenden Ratstagung am 19. 3 a- nuar zu sehen; 2. eine eingehende Darstellung der Vorgänge in Oberschlesien auf Grund des vorliegenden Tatsachenmaterials; 3. Stellungnahme der deutschen Regierung zu diesen Vorgängen; 4. ein umfangreiches dokumentarisches Material. Zwischen dem Generalkonsul und dem Generalsekretär des Völkerbundes ist vereinbart worden, daß die deutsche Rote in Genf am Mittwoch veröffentlicht werden wird. Der Generalsekretär des Völkerbundes wird nunmehr unverzüglich die Vorgänge in Oberschlesien auf die Tagesordnung der Januar-Tagung des Rates sehen. Die Rote ist in einem deutschen Text übergeben worden, das Völkerbundssekretariat wird die Rote in Französisch und Englisch übersehen lassen. Die Rote stützt sich auf Artikel 72 des ober- schlesischen Abkommens und nicht auf Artikel 11 des Völkerbundspaktes. Besorgnisse bei der deutschen Minderheit. Die Polnische Presse frohlockt über die Verzögerung des deutschen Protests. Kattowih, 29. Rov. (TU.) Die polnischen Regierungsblätter, vor allem die Kattowitzer „Polska Zachodnia" und der Krakauer »Kurzer Codziennh", nehmen mit zynischen Bemerkungen davon Kenntnis, daß die Reichsregierung sich nicht entschlossen hat, die Einberufung einer außerordentlichen Ratstagung wegen der Vorgänge in Ostoberschlesien zu beantragen. Der »Kurjer Codziennh" schreibt u. a., der erfte Ansturm dieser Aktion sei auf der ganzen Linie zusammengebrochen. Ein Schritt der deutschen Regierung in Warschau sei nicht erfolgt. Die deutsche Regierung habe sich also offensichtlich davon überzeugt, daß eine derartige Einmischung mit der gebührenden Antwort abgefertigt worden wäre. Zum Schluß heißt es, es unterliege keinem Zweifel, daß das Tatsachenmaterial, mit dem die polnische Regierung in der Angelegenheit der deutschen Klage aufwarten würfe, den Völkerbundsrat überzeugen werde, daß auch diesmal der deutsche Alarm völlig grundlos gewesen sei. Es läßt sich im übrigen nicht verhehlen, daß auch in der deutschen Minderheit einiges Erstaunen darüber herrscht, daß die deutsche Beschwerde er st auf derJanuar- Tagung des Völkerbundsrates verhandelt werden soll. Man befürchtet, daß bis dahin wie- der andere Ereignisse auftreten, die die europäische Oeffentlichkeit so stark beschäftigen, daß die Beschwerde gegen den polnischen Terror nur eine Frage zweiter Ordnung fein werde. So ift bas Gefühl der Schutzlosigkeit, das sich seit langem in der deutschen Minderheit bemerkbar macht, heute stärker als je. Wenn man auch überzeugt ist, daß die Reichsregierung im Januar die Interessen der deutschen Minderheit mit der nötigen Tatkraft vertreten wird, so glaubt man doch Grund zu der Befürchtung zu haben, daß alle Schritte infolge der Verspätung kaum noch die notwendige Wirkung erzielen können. Die Einheitsfront inOberschlesien Die Besprechungen Minister LLirths mit Parteien und Berbänden. Berlin, 30. Rov. (ERB.) Reichsminister des Innern Dr. Wirth, der in den letzten Tagen gemeinsam mit fern preußischen Staatssekretär Abegg in Deutsch-Oberlchlesien weilte, hat Besprechungen mit Vertretern sämtlicher Parteien und führenden Verbänden gehabt. Reben Cinzel- besprechungen sand auch eine große Zusam- kunst aller Organisationen und Parteien statt, in der Dr. Wirth über die Maßnahmen der Reichsregierung zum Schutze der deutschen Minderheit berichtete. An dieser-Besprechung nahmen u.a. tell: Vertreter der Sozialdemokraten, der Deutschnationalen, des Zentrums, der Dolkspartei, der Staatspartei, der Rationalsozia- listen und des Christlichen Dolksdienstes, ferner die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Landwirtschaftstammer, sämtliche Gewerkschaften, das Reichsbanner, der Stahlhelm, die Kriegerverbände und die Verbände heimattreuer Oberschlesier. Oer Moskauer Gchädtingsprozeß. Oie Angeklagten bekennen sich schuldig. - Oie erpreßten Aussagen. Moskau, 29. Rov. (WTD.) Rach dem Bericht der Telegraphenagentur der Sowjetunion über den weiteren Verlauf der Verhandlung im Prozeß gegen die Angehörigen der sog. Industrie- partei äußerte sich der Angellagte Professor Ramsin im Kreuzverhör über seinen Lebenslauf. Schon während der Oktoberrevolution 1917 nahm er eine bolschewistenfeindliche Haltung ein. Er hat etwa 150 wissenschaftlichen ArbÄten drucken Professor Ramsin, der Hauptangeklagte in dem Prozeß gegen die angeblichen „Industrie-Saboteure". lassen. Der „Ingenieur Zentrum" genannten Sabotageorganisation ist er im Frühjahr 1927 beigetreten. Auf eine Frage des Verteidigers erklärte der Angeklagte, daß er keineswegs zu sämtlichen Maßnahmen der Sowjetregierung eine negative Stellung eingenommen habe. Auf dem Gebiete der Erdöl- und Kohlenindustrie habe er eine rationelle Wirtschaftsführung beim Privat- besih für unmöglich gehalten. Der zweite Angeklagte Sng. Laritscheff ist 1919 in der Kohlenindustrieverwaltung des Donez-Deckens tätig gewesen. Von 1925 bis zu seiner Verhaftung war er Vorsitzender der Heizmaterialsektion derStaats- plankommission. Der Angeklagte K a l i n n i k o f f war seit 1917 Professor an der Technischen Hochschule. Während deS Krieges hat er in der Organisation der Kriegslieferungsarbeiten mitgewirkt. Von 1924 bis zum Tage seiner Verhaftung war er Professor an der Marineakademie, von 1928 ab auch an der Bergakademie. Seine ersten Schädlingshandlungen erfolgten bei der Aufstellung.der Konzessionsverteilungspläne. Ein zweiter bedeutender Schädlingsakt wurde bei der Aufstellung des Projekts des Fünfjahrplanes begangen. Kalinnikoff bestätigte, daß eine ausländische Intervention und eine Militärdiktatur, wie sie von den Mitgliedern der Industriepartei angestrebt wurden, unvermeidlich fen grausamsten Terror gegenüber allem, was die Sowjetregierung schuf, und gegenüber allem, was die Sowjetregierung unterstützte, hätte nach sich ziehen müssen. Der Angeklagte Professor Tscharnowski übernahm im Herbst 1929 die Leitung der Schädlingstätigkeit in der Metallindustrie. Er hat nach dem Bericht mit Ramsin und fern französischen Agenten R. in Moskau Maßnahmen zur Stillegung solcher Kraftwerke erörtert, denen die Stromversorgung der Kriegsindustrie obliegt. Der Angeklagte Kuprianoff arbeitete während der ersten Jahre der Sowjetregierung in der Provinz, ging im Jahre 1922 zum Obersten Dolkswirtschaftsrat über und wurde 1924 Leiter der Baumwollindustrie. Er begann im Jahre 1925 in der Textilindustrie die Schädlingstätigkeit zu benterten, Ende des gleichen Jahres fing er an, sich selbst an der Schädlingsarbeit zu beteiligen. Geld erhielt er vom Schädlingszentrum der Textilindustrie seit dem Jahre 1926. Neue Verhaftung durch die GpLl. K o w n o, 29. Nov. (TU.) Wie aus Moskau berichtet wird, wurde in Zusammenhang mit dem Prozeß gegen Ramsin der Vorsitzende der russischen Ingenieur- und Technikervereinigung, Professor Schein, verhaftet. Er wird beschuldigt, mit der Organisation Ramsins in Verbindung gestanden zu haben, obwohl er stets betont hat, daß er mit Ramsin und den anderen Angeklagten nichts zu tun habe. Oer Lieferstreik -er russischen Bauern. Kowno, 29.Rov. ($11.) Wie aus Moskau gemeldet wird, geben die Behörden, nachdem die landwirtschaftlichen Arbeiten int wesentlichen abgeschlossen find die ersten Ergebnisse der Getreifeversorgung bekannt. Danach haben einzelne Gebiete den behördlichen ALÜeferungsplan zwar überschritten, andere dagegen die Anforderungen des Staates nicht einmal bis zu 50 Prozent erfüllt. Im Rvrd- 'feilt. ■nlDm™' ste t ®l06- Ir lich M \Qti OUd) 13'8 Pro, ^dtsL. n8'*iQb°n an. p.ausge, L£*lwj *ttS ! I'^rn. 3(, de- »atfborb, tionsteife b« °n die drei f ebenjo das Jnftanbleöung ift erfolgen, wurden |o- l- ebenso die ^partoerholt. =T W Io daß ^nmieber ,unß bleibt in sofort nach btt ' den Flug E°» 'M Ich Eichung des orimiheln und Ute die Feuer- ar der Brand Berlin. s"h eine große veranstalteten nstrations- Polizei sie zer- mh, |o daß die brauch machen gelösten Huges b. Zwölf junge rei unb taub« Men Ledens-' twa 15 Würfle hlofsen die und ließen die nanbo unb Be- e Ordnung mit i Rädelsführern mrd) die Flucht ich die Plünde- en Stellen lenommen, daß itlichen Parole in ben Laben bah bas Benell. Blihfchnell ib verfchwanden jen rund fünfzig je durch die Sieberrufe gegen gft vor WM- r Friebrichstraße in bie Straße Iten, stellte sich ntgegen. SS""“ K M H ’l,ieten begann^' 1 H &,!' K ES „i «**61 r. Aus dem Gießener Gtadtrat Deutschen StaatSpartei" und „Dründuug des OrtsdereinS der Deutschen Staatspartei". (Diehe Anzeige vom SamStag.) — LlnterhaltungSstunde für jedermann. Man schreibt uns: Interessenten seien darauf hrnoewiesen, daß vor Weihnachten noch vier LInterhaltungsstunden vorgesehen find, die letzte findet am 12. Dezember statt. Das nähere Programm ist im heutigen Anzeigenteil ersichtlich. Die Wiederaufnahme der Llnterhaltungsftunden nach Neujahr wird ebenfalls durch Anzeige be- kanntgegeben. — Der Kaufmännische Verein und Ortsgewerbeverein veranstalten am Mittwoch, 3. Dezember, in der Neuen Aula der Universität einen Vortragsabend mit Lichtbildern über das Thema .Gluck und Tragik der Vererbung". Der Redner, Herr E. Müylhäu- ser, wird nach dem Vortrag Fragen beantworten. . — Das Deutsche Sv z i a l h y g i en i sche Institut veranstaltet am Mittwochabend im Saale des früheren Hotel „Einhorn" eine Ausführung deS Theaterstückes „Blaue Jungens als einmaliges Gastspiel. Die Vorstellung dient der volkstümlichen Aufklärung über die Gefahren der Tuberkulose. Der Eintritt ist fixt. (Rahe. reS in der heutigen Anzeige.) • •• Wichtig für die Ladeninhaber und Gastwirte. Von der Polizei wird unS geschrieben: Vach der Gewerbeordnung sind Gewerbetreibende, die einen offenen Laden haben, oder Gast- oder Echankwirtschaft betreiben, ^verpflichtet, ihren Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen an der Außenseite oder am Eingänge des Ladens oder der Wirtschaft in deutlich lesbarer Schrift anzubringen. • • E in Meteor ging, wie uns aus dem Leserkreise mitgeteilt wird, heute, Sonntag nacht. 0.25 Uhr, am nordwestlichen Himmel nieder, wie eine Leuchtkugel, zuerst von weih-gelber Farbe, die in Bläulich-grün und zuletzt in Rot überging. • • Eine Achtzigjährige. Am 2. Dezember feiert Fräulein Anna Sommer ihren 80 Geburtstag. Die Jubilarin war ununterbrochen 37 Jahre lang als Stütze bei der Familie Pros. Dr. Deukert tätig und erfreut sich im Kreis« der Familie Deukert und bei ihren Bekannten der größten Wertschätzung. • * Der Aliceverein vom Roten Kreuz und der Allgemeine Deutsche Frauen« verein (Ortsgruppe Gießen) wenden sich mit einem Ausruf an die Hausfrauen unserer Stadt und bitten, für bedürftige Einwohner gebrauchsfähige Winter« kleidung und Bettwäsche, soweit fie entbehrlich sind, zu spenden. (Näheres in der Anzeige in der Sams« tagnummer.) ' Vier Einbrüche tn einer V ach t. >3n der Nacht zum Sonntag wurden hier vier Einbrüche verübt, deren Täter bisher noch nicht festgestellt werden konnten. Einer der Diebesbesuche galt dem Kaufmännischen Vereinshaus, wo ein Grammophon mit 80 großen und kleinen Schall- platten, 300 Zigaretten, 50 Zigarren und 12 Mk. Wechselgeld gestohlen wurden. Ein anderer ungebetener Besuch erfolgte in dem Schreibwarengeschäft von Balser in den Kolonnaden am Bahnhof, wo den Dieben 60 Füllfederhalter der verschiedensten Marken und 10 Mk. Wechselgeld in die Hände fielen. Ferner drangen die Diebe in das Autobedarfsgeschäst von Wagner in den Kolonnaden am Bahnhof ein und stahlen dort eine Pistole (Deutsche Werke) und 20 Mk. Wechselgeld. Bei dem letzten Einbruch in dem Daimler-Benz-Autogeschäft, Inhaber Schirmer, in den Kolonnaden am Bahnhof wurde nach den bisherigen Feststellungen nichts gestohlen. Die Täter sind durch Zertrümmern von Fensterscheiben in die Räume eingedrungen. •• Einbruch in ein Pfarrhaus. In der letzten Nacht drangen Diebe in das Pfarrhaus von Ermenrod (Kreis Alsfeld) ein. Der Vorfall wurde heute früh der Landeskriminalpvlizeistelle in Gießen gemeldet, die sofort die Ermittlungen ausnahm. Näheres über das Ereignis ist hier noch nicht bekannt. •• Falsche Kontrolleure. Aus ®ro- ßen- Linden wird uns folgender Vorfall berichtet: Am Freitagnachmittag erschienen in dem Laden einer hiesigen Ko-onialwarenhandlung zwei Männer mit der Angabe, sie seien Kontrollbeamte und hätten vom Zollamt den Auftrag, di« Bestände an Tabakwaren (Zigarren, Zigaretten usw.) festzustellen. Ausweise wurden nicht vorgezeigt. Der eine Mann war etwa 50 Jahre alt und hatte ein volles, dickes Gesicht, der andere könnte Mitte der zwanziger Jahre sein und hatte ein blasses, schmales Gesicht. Sie ließen sich einige Sachen zeigen, einer versuchte auch hinter den Ladentisch zu kommen, da er die auf Lager befindlichen Waren prüfen wolle. Dies wurde ihm jedoch nicht gestattet, man erklärte, ihm bi« Gegenstände herzuholen, womit er sich zufrieden gab. Während der ganzen Zeit waren die Ehefrau des Geschäftsinhabers und deren zwanzigjährige Tochter im Laden anwesend und konnten die angeblichen Zollbeamten fortgesetzt scharf beobachten, die sich dann unverrichteter Sache empfahlen. Bei dem Hauptzollamt in Gießen wurde durch Anfrage festgestellt, daß von dort keine Beamten mit einem Kontrollauftrag nach Großen- Linden entsandt waren, außerdem hätten Zoll- ■ beamte die Pflicht, sofort ihren Ausweis vorzw- i zeigen. Partei: Generalversammlung, 20 Uhr, Im Aquarium. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die vom Rummelplatz", auf der Bühne: Vorstellung des Kunstpfeifers Joe. — Astoria-Lichtspiele: „Sensation im Diamanten-Club". — Aus dem S tadttheater bureau wird uns geschrieben: Am morgigen Dienstag gastiert die Cxl-Bühne, deren ständiger Sitz das Raimund-Theater in Wien ist, mit einer Komödie Schönherrs: „Erde" in Gießen. Ziel der Exl- Bühne ist die Wiedergabe von Werken der bedeutendsten österreichischen Dramatiker der Gegenwart. Sie wollen österreichische Dühnenkunst zur Anerkennung bringen. Exl-Leute dürften auch in Gießen sicherlich viel« Freunde ihrer Kunst an» treffen. — D i e Deutsche Demokratische Partei hält heute abend im „Aquarium" eine außerordentliche Generalversammlung ab. Die Tagesordnung sieht folgende Punkte vor: „Auflösung des Ortsvcreins". Vortrag von LandtagZabgeord- neten Reiber über „Ziele und Aufgaben der Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 1. Dezember 1930. Von Schlaf und Schlaflosigkeit. Don Dr. meb. (Sauer. Das ganz« Leben ist auf einen Wechsel zwischen Arbeit und Ruhe ausgebaut. 3m Pflanzen- und Tierreich folgt der Lebensbetätigung regek mäßig ein Ruhezustand, im Winter „schläft" Die Natur. Der Mensch arbeitet am Tage, nachts soll et ruhen und in einem gesunden Schlaf neue Kräfte für den folgenden Tag sammeln. Fana- tcker haben versucht, ohne Schlaf auszulommen, sie mußten aber bald erkennen, bah der Schlaf sein Recht verlangt. Der Mensch kann, selbst mit äußerster Willensanstrengung, kaum eine einzige Dachtruhe entbehren, er ist am anderen 2/ige nicht voll arbeitsfähig, sondern müße und abgespannt. Schlas vor Mitternacht zahlt doppelt. Wir alle haben es an uns empfunden nach Fest- lichkeiten, die bis zum anderen Morgen dauerten. Noch vor Mitternacht wird eS in der Gesellschaft merklich ruhig, die Stimmung läßt nach, ein Gähnen wird mehr oder weniger unterdrückt, der Schlaf macht sich bemerkbar. So dauert es eine Weile, dann flackert die alte Stimmung wieder auf, die erste Ermüdungswelle ist überwunden, bis gegen Morgen eine zweite Ermüdungswelle zum Schlaf zwingt. Do erscheint bei unserer Lebensweise allabendlich vor Mitternacht die erste Ermüdungswelle, die dem Menschen zeigen willl, daß jetzt die Zeit des Schlafens gekommen ist. Der Mensch, der die Gesundheit hüten und pfbegen soll, darf nicht immer gegen solche Naturlehren verstoßen. Auch die Gewohnheit, den Nachtschlas durch einen Mittagsschlaf ersehen zu wollen, ist falsch, während eine kurze Mittags- ruhe wohl zu empfehlen ist. Man hat vielfach versucht, eine bestimmte Stundenzahl für den Schlaf festzusehen. Sechs Stunden Schlaf genügen, ist eine im Volke viel- verbreitete Ansicht, die für die meisten Menschen nicht zulrifft. Ich habe immer gefunden, daß eine Nachtruhe von acht bis zehn Stunden für die Gesundheit, Lebendigkeit und Frische das Richtige ist, zumal für unsere heutige abgehetzte nervöse Wett. Die beste Schlafenszeit ist ungefähr von abends zehn bis morgens sechs. Nun gibt es viele Menschen, die behaupten, abends vor 12 Llhr nicht einschlasen zu können. Einige Regeln sind zu beachten: keine geheiz- ten, sondern frischgelüstete Schlafzimmer, keine warmen Oberbetten, aber auch nicht zu kalt schlafen, nicht viel trinken, früh abendessen, täglich zu einer bestimmten Zeit ins Bett gehen mit Dem festen Willen, schlafen zu wollen. Der Wille zum Schlafen fehlt vielen: ich empfehle: ins Bett gehen, die Augen schließen, alle Tages- gebanfen auSschalten und mit festem Willen sich wnzentriert auf den Schlaf einstellen. Auch sind einige Hilfsmittel erlaubt; regelmäßig vor dem Schlafengehen einen Spaziergang machen, habet Her ein- und ausatmen, einen Apfel essen — auch zur Mundreinigung sehr zu empfehlen — im Bett etwas lesen bei gutem Licht usw. erleichtern das Einschlchen. Meistens sind es nervöse Menschen, bie abends nicht einschlafen können; für diese ist das Frühaufstehen ein Heilmittel. Man findet immer wieder, daß die Morgenarbeiter abends schnell ein- schlafen und auch die ganze Nacht gut durchschlafen. Auch müssen nervöse Menschen wissen, daß es eine absolute Schlaflosigkeit nicht gibt; der Körper ruht immerhin, wenn der Mensch entspannt und ausgestreckt liegt. Wir unterscheiden einen Körperschlaf und einen Gehirnschlaf, die meistens beide zusammenklingen, bei Störung des letzteren kommt es vielfach zu Träumen, die, wenn sie mit Angst- und Schreckvorstellungen einhergehen, oft äußerst störend wirken und keine genügende Nachtruhe zulassen. Dies« Menschen gehören in ärztliche Behandlung, falsch ist es jedenfalls, auf alle Mittelchen zu hören, die empfohlen werden, der Arzt ist all dieser Menschen bester Helfer. Bornotizen. — Tageskalenderfür Montag. Ober« hessischer Kunstverein und Gesellschaft der Gießener Kunstfreude: Vortrag mit Lichtbildern „Mittelalter und Antike", 20.15 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaft!. Instituts. — Deutsche Demokratische um 3000 Mark erweitert, er soll durch entsprechende Mehreinnahmen gedeckt werden. Für die Erneuerung des Feuerversicherungsbuches der Stadt Gießen und der damit verbundenen Arbeiten wird ein Kredit von 2500 Mark bereitgestellt. Die Erweiterung bzw. Verbesserung der Straßenbeleuchtung in dem verlängerten Asterweg, in der Körnerstraße, Uhland- strahe, neue Straße von der Wilhelmstraße ab- zweigend, Straße Hinter der Kaserne, Plockstraße und Friedrichstraße wird genehmigt Die erforderlichen Mittel in Höhe von 10 000 Mark sollen aus dem Reservefonds bereitgestellt werden. — Zahlreiche Wünsche für weitere Straßen, von verschiedenen Mitgliedern des Stadtrates vorgebracht, sollen zunächst den Betriebsausschuß beschäftigen. Der Anschaffung eines Ajag-Wagens, der zu Straßenbauzwecken verwendet werden soll, wird zugestimmt. Die Verrechnung der Kosten in Höhe von 4500 Mark hat in der Vermögensrechnung für 1930 zu erfolgen. Tchankkonzessionsgesuche. Ein Gesuch von Fritz Bieler um Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein in festverfchlos- fenen Flaschen im Hause Bahnhofstraße 92 (Laden- geschäst) wird befürwortet Ebenfalls befürwortet wird ein Gesuch des Deutschnationalen Handlungsgehil- fen-Verbandes, Geschäftsstelle Gießen, um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb mit Branntweinausschank (beschränkt auf den Kreis der Mitglieder und deren Gäste) im Hause Lonystraße 18. Der GießenerStudentenhilfe wird eine sog. beschränkte Konzession zum Schankwirtschaftsbetrieb im neu errichteten Studentenhaus am Lcihgesterner Weg befürwortet Dies fetzt voraus, daß das Studentenheim keinen öffentlichen Charakter trägt. Der Ausschank darf nur an die Studentenschaft, die Mitglieder des Lehrkörpers der Universität, sowie deren Gäste erfolgen. Das Studentenheim darf nicht als Gastwirtschaft betrieben werden oder einen Charakter annehmen, der über den Begriff eines ,Heims" hinausgeht — Die Stadtratsmitglieder Loeber (Arbgem. d. Mitte) und Schmidt (Wirtsch. Vgg.) machen starke Bedenken gegen diese Konzession gel- tend, da sie befürchten, daß aus dem beschränkten Schankbetrieb gar bald ein regelrechter Gasthaus- öder Hotelbetrieb entstehe zum Nachteil des ortsansässigen und mit Steuern und Abgaben schwer belasteten Gewerbes. Nachdem Frau Schudt (Arbgem. d. Mitte) auf Grund von Erklärungen des Vorsitzenden der Studentenhilfe, Prof. Dr. Eger, ferner Beigeordneter Dr. Hamm gegen diese Bedenken gesprochen haben, wird die Befürwortung des Gesuches erteilt. Ein Gesuch von Aloys Janson um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb mit Branntweinaus- fchank im Haufe Frankfurter Straße 7 (Hessischer Hof) wird befürwortet. A b g e l e h n t wird ein Gesuch von Theodor Karl, Sicher Straße 29, an die Kommission zurückverwiesen wird ein Gesuch von Fritz Strasser, Frankfurter Straße 36. Der Gießener Stadtrat beschäftigte sich in seiner Sitzung vom Freitag, über deren wichtigste Ergebnisse wir am Samstag schon berichteten, noch mit folgenden Vorlagen: Diverses. Der Entwurf einer Ortssatzung über di e Rechte und Pflichten der städtischen Beamten wird genehmigt. Für dringende Reparatur - und Instand- setzungsarbeiten im Gebäude des Realgymnasiums wird ein Kredit von 1200 Mark zur Verfügung gestellt. Zugestimmt wird einem Baugesuch von E r n st Wagner zur Errichtung eines Nebengebäudes auf dem Grundstücke Bergstraße 3. Die Baufluchtlinie in der Straße Am Steg wird für die Lange des geplanten Anbaues, der Deterinärklinik an dem Bau Ecke Frankfurter Straße und der Straße Am Steg mit der Strahen- fluchtlinie zusammengelegt. Mit der Lieferung von Wasser in die Gemeinde Klein-Linden erklärt man sich ein- verstanden, genehmigt den Vertragsentwurf und bewilligt für die Kosten der Wasserzuführungsleitung von Gießen nach Klein-Linden einschl. der Wassermesseranlage einen Kredit von 15 500 Mark. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Die Betonarbeiten zur Herrichtung der Kellerfuhböden im Marktlaubenae- bäude werden der Firma H.W.Rinn zum Angebotspreis von 9925,83 Mark übertragen. Die Glaserarbeiten im Marktlaubengebäude werden der Gießener Glasermeister- Vereinigung zum Angebotspreis von 6871,50 Mark zugesprochen, die inneren Weißbinder- und An st reicherarbeiten erhalten eine ganze Anzahl hiesiger Firmen zum Angebotspreis von 3048 Mark. Der Beschaffung eines dritten Müllwagens mit 8 cbm Fassungsvermögen wird zugestimmt. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 36 400 Mark werden aus den Rücklagen aus dem Kapital für die beiden vorhandenen Müllwaaen wie folgt entnommen: am 1. Januar 1931: 7280 Mk.; am 1. April 1931: 155 Mark; am 1. Januar 1933: 28 9&5 Mark. Der Müllwagen wird bei der Firma Keller & Knappich, Maschinenfabrik in Augsburg, so frühzeitig beschafft, daß die Indienststellung mit Beginn des neuen Rechnungsjahres erfolgen kann. Die Maurer- und Betonarbeiten zur Herstellung des Massivdaches zur Kuttelei am Schlacht Hof werden an den Bauunternehmer Ernst Wagner, Gießen, zu dessen Angebotspreis vergeben. Kosten etwa 7800 Mark. Pf la st erarbeiten inderLicher Straße zwischen dem Alten Steinbacher Weg und der Straße An der Kaserne werden an die Firma Gebrüder P a u s ch in Gießen zum Angebotspreis von 4969,20 Mark übertragen. Kreditbewilligungen. Der im Voranschlag des Gaswerks für 1930 für Werbetätigkeit vorgesehene Kredit wird PERFEKT 5< »MWM- 1 JR Ä /I .WM r jh MM. F WM wie™® Mit den MAKEDON-Marken bieten wir unseren Rauchern Zigaretten von so köstlichem Genuß, daß sie in ihrer Preislage unerreicht bleiben. 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Dez., naebm. 2'/- Uhr, vom Sterbebaus, Braubausstraße 13. aus statt. 8 89D maschine, ein Bild. 2. voraussichtlich bestimmt.- ein Bild mit Goldrahmen. Hebbel 2. Prärie-Hyänen (Das Geheimnis des goldenen Gürtels). Ein Wildwest-Drama mit atemraubendem Tempo Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. SchulstraOe 7 | Verschiedenes | Hühneraugen War^en-Hornballen. befettiflt restlos auch in den hartnäckigst Müllen todsicher mit. Gar. innerb. 5—6Tg. Hühneraugen-Rapid Erbälll. nur: Löwen- Drogerie W. Kilblnqer Nach!., Seltersweg 79 a, Dienstag, den 2. Dezember 4930, nachmittags 2 Llhr, ver steigere ich im Löwen, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung 1. zwei Flurgarderoben, fünf Büfetts, fünf Sofas, zwei Tische, einen Kleiderschrank, vier Steppdecken einen Läufer, ein Grammophon, eine Schärfmaschine, einen Eiskonservator, eine Kaffee-Maschine, zwei Sessel, drei Teppiche, zwei Nähmaschinen, einen Küchenschrank, vier Kredenzen, drei Warenschränke, eine Schreibmaschine, drei Diwane, drei Vertikos, drei Chaiselongues, drei Klaviere, eine Schreibladenkasse, eine Ladentheke, drei Bücherschränke eine Registrierkasse, sechs Schreibtische, zwei Bettücher, zwei Bettbezüge, vier Kopfbezüge, zwei Ausziehtische, eine Standuhr, zwei vollständige Fremdenzimmer, sechs Stühle, einen Sekretär, einen Gasherd, zwei Spiegel, eine Bohner- Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 8090V Am 13. November 1930: a) die Firma Ludwig Schneider in Heuchelheim. Gesellschafter sind: Ludwig Schneider II., Bauunternehmer, Ludwig Schneider III., Bauunternehmer, und Artur Schneider, Kaufmann, alle in Heuchelheim. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juli 1930 begonnen. b) Die Firma Früh & 3ung in Klein- Linden. Gesellschafter sind: Karl Früh, Kaufmann, uno Wilhelm Jung, Mecha- nikermeifter, beide in Klein-Linden. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. April 1930 begonnen. Am 15. November 1930 bei der Firma Wilhelm Wallenfels Sohn in Gießen: Die Firma ist in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Dieselbe hat am 1. Januar 1930 begonnen. Es sind zwei Komman- ditisten vorhanden. Die Prokura der August Balzer Ehefrau, Luise geborene Leun, in Gießen ist erloschen. 8090V Am 22. November 1930: a) bei der Firma A. 3oerges in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Dieselbe hat am 1. Januar 1930 begonnen. Die Firma ist geändert in A. Joerges & Co. Der Kaufmann Michael Klein in Frankfurt a. M. ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Es sind drei Kommanditisten vorhanden. Georg Klein ist allein zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Kaspar Klein ist durch Tod ausgeschieden. b) Bei der Firma Carl fielt in Gießen: Die Prokura der Karl Ludwig Keil Ehefrau, Elisabeth geb. Dönges, in Gießen ist erloschen. Der zweiten Ehefrau des Karl Ludwig Keil, Käthe geborene Vogt, in Gießen ist Prokura erteilt. Am 24. November 1930 bei der Firma Dusch's wusikhaus Friß Busch, Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 25. November 1930 bei der Firma ififfen & Co.» Gießen: Die Firma ist erloschen. v Am 27. November 1930: die Firma her- bert fiaß in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Herbert Katz in Gießen. Der Julius Katz Wwe., Emma geborene Birnbaum, in Gießen ist Prokura erteilt Gießen, den 28. November 1930. hessisches Amtsgericht. Laden in bester Geschäfts- (aae Gießens, indem sich schon 40 Jabre ein gutgehendes Zi- aarrengeichäft befand, so ori au vermieten. 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X er"S 1 :^8?8m3f^a §.i55-i«2. S^-S3 CfiGics’E 3 - * r’'at S-g® 3 2C3 SH« 2 ra 6^°ea^t 3 =-tf 2 iS Z-8 9 a o 9: E 9' — 2. 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Don Or. Gustav Erenyi. Der Aufsatz behandelt die Probleme, die bei dem Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Dethlen im Mittelpunkt der Diskussion gestanden haben. Budapest, im November. Seit Kriegsabschluß gärt es unablässig in den Donauländern, — die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Krisen lösen einander förmlich ab. Doch trugen bisher sämtliche Derwick- lungen im Endergebnis dazu bei, die wirtschaftspolitisch so mannigfach zusammengehörende Ge- bietsmosse diffuser zu gestalten. Das gegenwärtige Liebel, das schwerer noch als alle vorhergehenden auf den Bolkern des Südostens lastet, drängt nun nach langer Zeit z^m ersten Male wieder zu einer Verständigung zwischen den feindlich getrennten Staaten. Es handelt sich um die Agrarkrise, die derzeit die ganze Welt erschüttert, in diesen Ländern ober besonders schicksalsschwere Formen annimmt. Seit 1894 haben die Preise der Drot- früchte keinen derartigen Tiefstand erreicht. Damals handelte es sich jedoch um ein rasch vorübergehendes Detailproblem, das keineswegs die Existenzinteressen breiter Erwerbsschichten erschüttern konnte. Heute tragen die beispiellose Spannung zwischen Roh st off- und Kleinhandelspreisen, die Schwierigkeiten der Kreditbeschaffung und die Widersprüche zwischen privater Rot und dem erhöhten Steuerbedarf des Staates zur unheilvollen Versteifung der Lage bei. Der Leidtragende dieses Zustandes ist in erster Reihe nicht der Großgrundbesitz, sondern die bescheiden installierte und über keine Kapitalreserven verfügende Bauernschaft, die durch die fortfahrende Deroute der Getreidepreise selbst in reich tragenden Gegenden völlig verarmt und in eine seelische Verfassung verseht ist, die für Umstürze aller Art eine geeignete Unterlage bildete. Der Agrarkrise gegenüber befinden sichIug o- slawien, Rumänien und U n g a r n so ziemlich in der gleichen Situation. Alle drei Länder haben einen ausgeprägten Agrar- ch a r a k t e r, sind in vorherrschendem Maße weizenproduziercnde Staaten, hinsichtlich welcher Frucht sich die Folgen der amerikanischen Ueberproduktion bekanntlich besonders stark auswirken. Die Krise nahm besonders scharfe Formen durch den Umstand an, daß sie das Gros der Landwirte, das sich bei den noch vor zwei Jahren bestandenen verhältnismäßig hohen Preisen auf Cinlagerungs- manöver und Terminspekulationen einließ, ziemlich unvorbereitet traf. Das Bestreben nach wirtschaftlicher Autarkie, von dem heute, im Zustande mannigfacher grenzpolitischer Isolierungen, fast jeder mitteleuropäische Staat erfaßt ist, verschlimmerte noch die Verlegenheit des Agrarstandes. Besonders in Ungarn machte sich in den letzten Jahren ein starker Hang zur industriellen Entwicklung geltend, welchem Ziele man in der Hauptsache durch ein recht gewaltsames Hochschraubcn der Schutzzölle für heimatliche Industrieprodukte näherzukommen trachtete. Natürlich war in Anbetracht der nicht minder starken Agrarschuhbewegungen, die heute in Deutschland herrschen, eine wirtschaftliche Verständigung zwischen diesen beiden Staaten sehr erschwert, und hierin ist der Grund zu suchen, daß zwischen Deutschland und Ungarn bis auf heute kein definitiver Handels- vertrag erzielt werden konnte. Den Landwirten ist freilich eine solche Politik, die — ohne von heute auf morgen eine lebensfähige Industrie schaffen zu können — die Deschaffungs- und Absatzkrise im Agrarbereiche nur noch erhöht, nicht weniger als recht. Der unter den mißlichen Verhältnissen von heute so viel erörterte Ueber- gang zu anderen landwirtschaftlichen Produktionszweigen scheiterte bislang an organisatorischen Schwierigkeiten. Das natürliche Streben, aus der gemeinsamen Not einen gemeinsamen Ausweg zu finden, führten seit der heute bereits halb vergessenen, noch vor der Gründung der Kleinen Entente stattgefundenen Konferenz von Portorose, in der sämtliche Oststaaten vereint den Anlauf zu einer Politik wirtschaftlicher Gemeinsamkeit genommen hatten, diesmal wieder zu den ersten, ernst zu nehmenden Versuchen, die wirtschastliche Tren- nungskluft zwischen den politischen Antagonistenstaaten im Südosten zu überbrücken. Im Zeichen der Agrarkrise reihte sich Konferenz an Konferenz. Nach Bukarest, Sinaia und Warschau wurde das gleiche Thema auch von der Balkan- konferenz und mit ziemlicher Eindringlichkeit auch im Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes angeschnitten. Cs beteiligten sich an diesen Beratungen zum Teil auch Staaten, die sich in einer gewissen Entfernung von dem eigentlichen Erregungsherd befinden, aber es stand außer Zweifel, daß die erwähnten drei Staaten durch die Krise am ärgsten zu leiden haben. Indes gelang es bisher trotz der mannigfachsten Projekte nicht, über gemeinsame Abwehrmaß- nahmen einig zu werden. Es wurde erwogen, die Preisgestaltung der Agrarprodukte künstlich durch eine Kontingentierung der amerikanischen Getreideeinfuhr oder durch ein Präferenzzollsystem innerhalb der interessierten Agrarstaaten zu beeinflussen. Aber beide Vorhaben scheiterten entweder an politischen Bedenken im Verbände der Agrarstaaten selbst oder an dem Veto der Industriestaaten, die eine Verstimmung von seiten Amerikas befürchteten. Bezeichnend für diese Beratungen war das zögernde Verhalten, das .Ungarn ihnen gegenüber einnahm. Man schwankte hier osfensichtlich 3tri chen w r.schastlichrm Ab e inun^bn ürfnis und der Angst, durch ein solches in eine politische Linie gedrängt zu werden, die den proitalienischen Auhenkurs gefährden könnte. Namentlich schien man die Furcht zu hegen, daß hinter den Agrarstaaten Rumänien und Iugoslawien sich irgendwie auch die nicht ausgesprochen landwirtschaftlich orientierte Tschechoslowakei verbergen und durch den von rumänischer Seite ausgedehnten Alarmruf zur Bildung einer gemeinsamen Agrarfront in Wirklichkeit auf Umwegen der Versuch unternommen werden könnte, den Ostlocarnoplan des tschechischen Außenministers B e n e s ch zu verwirklichen. Wieder einmal befehdeten sich die wirtschaftlichen und die politischen Gesichtspunkte und es scheint einstweilen, als ob immer noch die letzteren stärker wären. Ungarn versucht vorerst den Abwehrkampf gegen die Agrarkrise vermittels einer eigenen Roßkur, indem es die „B o l l e t t e" erfand. Es ist dies ein Preiszuschlag von drei Pengö für einen Meterzentner Weizen oder Roggen, den der Händler dem Hrprodu- Renten in der Form eines Scheines zu erstatten hat. Dieser Schein kann für Steuerzahlungen verwendet werden, und die Regierung erhoffte von seiner Einführung eine sofortige Besserung der landwirtschaftlichen Rot. In Wirklichkeit sanken jedoch seit der Einführung der Doltette die Getreidepreise fortgesetzt, und wenn man heute daran denkt, den dem Landwirt zustehenden Preiszuschlag auf das Doppelte zu erhöhen, so wäre dies mit einer gänzlichen Lahmlegung des Getreidehandels und der Mühlenindustrie gleichbedeutend, eine Entwicklung, über die sich zu freuen der Oekonom am allerwenigsten Grund hätte. In solche Verquickungen spielt der in den süd- osteuropäischen Zonen bereits seit Iahren entfesselte Wettstreit zwischen Paris und Rom verschärfend mit hinein. Von französischer Seite ist man fieberhaft um die Schaffung einer Einheitsfront im Südosten bemüht, um dieserart Oberhessischer Kunstverein. Weihnachts-Ausstellung Hünstlcrhilfc 1930. Wie alljährlich findet auch Heuer wenige Wochen vor Weihnachten wieder eine Verkaufsausstellung der Künstlerhilfe in den Räumen des O b e r h e s - fischen Kun st Vereins im Turmhaus am Brandplatz statt. Es sind im ganzen zwanzia hessische Künstler vertreten; man findet hier Arbeiten von Barnas, Barthel, Buff, Eimer, Fries, Geist, -Klingelhöfer, Klipstein, Kranz, Küchel, List, Lortz, Blaus, Rieger, Rohrbach, Scheid, Stegmayer, Steinbach, Stephan und Will. Es kann sich in dieser Besprechung weniger um die eingehende Wertung einzelner Künstler und Ausstellungsstücke handeln als vielmehr um einen Ueberblict über das Dargebotene, um eine Empfehlung und Anregung zur Besichtigung und, womöglich, auch zur Erwerbung des einen oder andern Werkes. * Aus einem Rundgang durch die Ausstellung möchten wir, ohne etwa auf eine restlose Auszählung (die sich schon aus räumlichen Gründen verbieten würde) Gewicht zu legen, eine Anzahl von Arbeiten heroorheben, die uns stofflich oder künstlerisch besonders bemerkenswert erscheinen. So dürfte etwa von Rohrbach ein Blick in den Schiffenberghof interessieren; von Klingelhöfer sei ein Stilleben mit Krug erwähnt; die Darmstädterin Stegmayer ist u. a. mit einigen Motiven aus Paris vertreten, daneben sollte ein Aquarell aus Dinkelsbühl nicht übersehen werden. Don den zahlreichen Arbeiten Mills empfehlen wir ein kräftiges Bild von der Bleiche an der Lahn; auch ein Porträtkopf wäre zu beachten. Ein paar feine Radierungen sieht man von Felix Klipstein in Laubach, Alpenlandschaften (Aquarell) von Buff. Stephan bringt seine landschaftlichen Federzeichnungen, die vorwiegend heimatliche Motive behandeln (Schlitz, Gleiberg usw.). Lortz ist mit einem hübschen Blumenstück zu nennen, ähnliche Motive zeigt Kranz, Architekturstücke und Landschaftliches findet man von Barthel. Von Rieger dürfte ein Blick auf die Gießener Stadtkirche hier Beachtung verdienen. Küchel stellt, wie in früheren Jahren, kunstgewerbliche Schmuckstücke aus. Ferner: drei tüchtige Aquarelle von Maus, der übrigens auch ein sehr gutes, hier überraschend modernes Selbstbildnis vorführt. Mit Vergnügen bemerkt man wieder die beweglichen, locker gemalten Pferde- und Reiterbilder von Scheid in Darmstadt. Der häufig hier ausstellende Drtenberger Carl Fries und Geist (Wimpfen) zeigen heimatliche Landschaften; Rieger hat etliche keramische Arbeiten beigesteuert. Dem eben erwähnten Porträt von Maus stehen die Malereien von Steinbach stilistisch am nächsten, obwohl die diesmal vorgeführten Arbeiten malerisch erheblich gemäßigter wirken als die früheren Proben; besonders zu empfehlen: die „Vesper". Von List, nebenan, sieht man Landschaftsaquarelle und ein dekoratives Blumenstück. Eine freundliche oberhessische Landschaft von Eimer; Vogelsberg-Bilder von Barnas. Radierungen gibt es noch von Kranz, Will (Gießener Straßenbilder) und Eimer. * Die Ausstellung bringt Oelgemälde, Aquarelle, Handzeichnungen, Graphik und Kunstgewerbe und dürfte also in ihrer Zusammensetzung allen Wün- schen des hoffentlich kauflustigen Publikums Rechnung tragen; zumal die Preise allenthalben den gegenwärtigen schwierigen Zeitverhältnissen ange- paßt sind. Es ist sehr zu wünschen, daß die gestern mit einer Ansprache des Vorsitzenden. Landgerichtsdirektors a. D. Bücking, eröffnete Ausstellung ein befriedigendes Ergebnis zeitigen werde — zum Besten der unter der wirtschaftlichen Rot leidenden hessischen Künstlerschaft. — Gießener Staditheater. „Meine Lchwester und ich." Das war ein sehr hübscher und lustiger Theaterabend: großer und verdienter Erfolg einer modernen Operette. „Meine Schwester und ich" ist ein musikalisches Lustspiel in zwei Akten mit Vorspiel und Nachspiel nach Derr und Derneuil, deutsch von Robert Blum. Musik und Gesangstexte von Ralph Benatzky. Hier finden sich endlich einmal erfreuliche Ansätze, in Partitur und Libretto über das ausgetretene, flach: und konventionelle Schema hinaus zu einem neuen und lebensfähigen Operettenstil zu gelangen. Die Handlung ist (ohne Heberspanntheit und Verstiegenheit) ganz einfach und anspruchslos; sie beruht auf einem Liebes-, Derwandlungs- und Derwechslungsmotiv; aber sie hat Einfälle, Witz und gelegentlich eine ausgelassen - parodistische Kabarettnuance, und die Autoren haben den begrüßenswerten Wut aufgebracht, einmal das ver- die österreichischen Anschluhgelüste zu konterkarieren und den ungarischen Widerstand zu brechen. Diesem Zweck diente die Rundreise Loucheurs durch sämtliche Südoststaaten im vorigen Sommer, — und in den letzten Wochen ein gleiches Hntemehmen des Handelsministers Flandin. Er wurde namentlich in Budapest auffallend lau empfangen, und wenige Tage später fuhr der ungarische Ministerpräsident Graf Dethlen nach der Türkei, um die Freundschaft mit Kemal-Pascha weiter auszubauen, und merkwürdigerweise fiel sein Aufenthalt in Angora in dieselbe Zeit, in der auch Denizelos dort weilte, um die auf Iahr- hunderte zurückreichende türkisch-griechische Rivalität durch einen Freundschastsvertrag zwischen den beiden Staaten abzuschließen. Das sind zusammen mit den neugeknüpften Hei rat s banden zwischen dem bulgarischen und italienischen Herrscherhause offenkundige Erfolge der faschistischen Außenpolitik. Man ist in gewissen ungarischen Kreisen geneigt, im Hinblick auf die letzten Wahlen in Deutschland und Oesterreich und den Besuch des Grasen Dethlen in Berlin zu glauben, daß sich diese Erfolge zu einer italienisch • deutsch - österreichisch - ungarisch- bulgarisch-griechisch-türkischen Front ausbauen ließen. Für Leute, die sich in so weitreichenden politischen Zukunstsillusionen wiegen, war die kritische und reservierte Aufnahme der jüngsten scharf gegen Frankreich zugespihten Mussolini-Rede in Deutschland — trotz der in ihr enthaltenen Verheißungen im Hinblick auf die Friedensrevisionen — eine empfindliche Abkühlung. Sie zeigte, daß sich das offizielle Deutschland nach wie vor nidjt aus seiner behutsamen außenpolitischen Richtung locken und in ein fragliches Abenteuer hineinzerren lasse. Doch eben dieser Geist nüchterner Heberlegung prädestiniert Deutschland in den Augen realer Wirtschaftspolitiker des Südostens, an dem Schicksal der Donaustaaten, von dem es durch keinen Außenstehenden für die Dauer losgelöst werden kann, wieder entscheidenden Anteil zu nehmen. Wenn es erst Ordnung im eigenen Hause geschaffen und wenn sich die rivalisierenden Mittclmeerstaaten in diesem undurchdringlichen Termin endgültig festgelaufen haben. Hessische Vereinigung für Volkskunde. Zahresiagung in Schotten. Von unserem Sonderberichterstatter. * Schotten, 30. Noo. Die Hessische Vereinigung für Volkskunde hielt gestern hier ihre sehr gut besuchte Jahrestagung ab, die von Kreisschulrat Hasenzahl (Schotten) sorgfältig vorbereitet war. Oberstudiendirektor Dr. F a - ber (Friedberg), der Vorsitzende der Vereinigung, eröffnete die Versammlung mit herzlicher Begrüßung, die vor allem auch den Vertretern der staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden (Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen) galt. Mit trefflichen Worten über die Bedeutung der Volkskunde erwiderten Schulrat Hasenzahl im Auftrage der Regierung und Bürgermeister Menge! namens der Stadt den Willkomm. Oie Borträge. Universitäts-Professor Dr. Maurer (Gießen) hielt einen instruktiven Lichtbildervortrag über den Deutschen volkskundeatlas. Er stellte einleitend die Volkskundeforschung in Parallele zur Mundartforschung und zeigte, wie beide von der beschreibenden über die geschichtliche zur geographischen Arbeitsweise gekommen sind. Als Grundlage für die volkskundlichen geographischen Untersuchungen ist der Volkskundeatlas notwendig. Dieser soll die gegenwärtigen Volks- überliefcrungen im ganzen zusammenhängenden deutschsprachigen Kulturgebiet Europas zu erfassen uchcn. Es ist deshalb nicht nur in Deutschland, andern auch in Oesterreich und in der Tschecho- lowakei eine großzügige Organisation mit der Zentrale Berlin und zahlreichen Landesstellen angelegt worden. Die hessische Landes st eile ist beim Südhessischen Wörterbuch in Gießen untergebracht und wird von Professor Dr. Maurer geleitet. Die Aufnahmen erfolgen in indirektem Verfahren durch Fragebogen, für deren Bearbeitung sich, wie bei früheren ähnlichen Unternehmungen, vor allem wieder die Lehrerschaft zur Verfügung gestellt hat. Durch Auswertung der bereits versandten Probefragebogen konnte der Redner an einigen hessischen Beispielen überzeugend zeigen, wie interessant die Zusammenhänge sind, die zwischen politischer Geographie und Sprach- und Dolks- kundegeographie bestehen. Aus der Erfahrung eines reichgesegneten Landlehrerlebens behandelte Lehrer Würz (Eichelsdorf) das Thema „Die Volkskunde als Helferin in der heimatfchule". Auf Pestalozzischen Erziehungsgrundsätzen fußend, fordert der Redner nur die Behandlung solcher Stoffe der wissenschaftlichen Heimat- und Volkskunde, die lebensnah, kindesgemäß und bildend find, brauchte Klischee der unvermeidlichen drei Akte zu verbannen, von denen der letzte notorisch miserabel und musikalisch meist vollkommen erschöpft war. Sie wählten eine Zweiteilung, die sich ganz zwanglos aus der Handlung ableiten läßt; und durch das korrespondierende Vor- und Nachspiel erhält das heitere Werbchrn eine wohltuende Rundung und Geschlossenheit, indem die Vorgänge bildhaft in den Ablauf einer Gerichtsverhandlung eingespannt werden. Ebenso erweist sich die Partitur des für dieses Genre ungemein talentierten Benatzky als eine überraschend originelle und selbständige Arbeit; er schrieb eine Musik, die bei aller gebotenen Leichtigkeit und Heiterkeit Niveau und Eigenart aufweist, die dem modernen Gehör angepaßt ist, die aber trotzdem ausgesprochen melodiös, sangbar und tanzgerecht erscheint, — mit einer vielfach sehr markanten rhythmischen Linienführung. Die Aufführung unter Dr. Rolf Prasch verwirklichte den alten Lieblingsgedanken des Intendanten, eine bodenständige Operette mit eigenen Mitteln und eigenen Kräften herauszubringen, und der entschiedene Erfolg dieses Versuches hat ihm erneut recht gegeben; man sah eine einfallsreiche und witzige, mit viel Liebe, Sorgfalt und einer Fülle hübscher Einzelmotive ausgestattete Inszenierung. Die Regie wurde durch die exakte, schmissige Orchesterleitung von Fritz 6u j e und durch die eleganten, apart getonten Dekorationen von Löffler vorzüglich unterstützt, während in der Arrangierung der Tänze die gefällig ordnende und führende Hand B ä u l k e s, der die Einrichtung überwachte, deutlich zu spüren war. Die Besetzung erwies die stellenweise erstaunliche Eignung unseres Schauspiel-Ensembles für musikalische Aufführungen noch entschiedener als die früheren Versuche auf diesem Spezialgebiet. Insbesondere Herr Hub, der zweifellos einen besonders guten Tag hatte, fand in der Rolle des Dr. Roger Fleuriot eine brillante Gelegenheit, seine große und sympathische Operettenbegabung ins beste Licht zu stellen. Sein schönes, tragfähiges Organ und ein von ungezwungenem Humor und natürlicher Liebenswürdigkeit getragenes Spiel machten seine Darstellung zur besten Leistung innerhalb des Ensembles. zur gegenwärtigen Kultur in Beziehung stehen und als arbeitendes Wissen immer wieder Verwendung finden können. Die Volkskunde bestimmt die Form der Bildungsarbeit in der Heimatschule, die über die Heimat- zur Volksverbundenheit führen muß. Heber die D.arbeitung des von der Hessischen Vereinigung für Volkskunde gemeinsam mit der Biologischen Fachgruppe der heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft bearbeiteten volksbotanischen Fragebogens, der bereits ins Land hinausgegangen ist, berichtete anschaulich Lehrer Ostwald (Bad-Nauheim). Der Redner zeigte an Deispiesim, wie notwendig die Sammlung des volksbo tarn schen Volksgutes unserer engeren Heimat ist, und forderte zu reger Mitarbeit auf bei der Aufzeichnung der volkstümlichen Pflanzennamen und sämtlicher Gebräuche, Meinungen und Derwen- dungsweisen. wie sie im Volke inbezug auf die Pflanzenwelt bestehen. Schwieriger ist, weil fast noch kein Forschungsmaterial vorliegt, die Behandlung eines anderen Zweiges volkskundlich-naturwissenschaftlicher Arbeit, der Volkszoologie. Deshalb war es zu begrüßen, daß Oberstudiendirektor Dr. Faber in einem gründlichen Referat in dieses Gebiet erstmals einführte und zur Sammlung volkszvologischer Heberlieferung anregte. Wie die Fragen, welche Tiere das Volk kennt und welche Stellung das Tier in Sitte, Brauch, Aberglauben, Seelenglauben und in der Volksdichtung einnimmt, zu bearbeiten sind, zeigte der Redner in einem Fragebogen-Entwurf, der der geplanten volkszoologisehen Durchforschung Hessens zugrundegelegt werden soll. Beispiele für die Beantwortung wurden aus der Literatur gegeben. In einem weiteren Vortrag verbreitete sich Oberstudiendirektor Dr. Faber über die volkskundliche Sammelarbeil. Der Redner gab vor allem der Lehrerschaft wertvolle Winke für die Bearbeitung des volkskundlichen Fragebogens, der für die heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften vom hessischen Kultusministerium ausgegeben worden ist. Cs wurde zunächst zu den Quellen geführt, aus denen das volkskundliche Material fließt (Schrifttum und ileberfieferung), dann die Notwendigkeit des Sammelns in einer Zeit, da alle Ehrfurcht vor dem Alten schwindet, begründet, und schließlich an einigen Beispielen, besonders an dem des Dolks- Lonh L e u t h o l f (als Dolly Fleuriot) zeigte ebenfalls eine schätzenswerte Eignung für das musikalische Fach; sie fang, spielte und tanzte ihre Partie geschickt, angenehm geläufig und ohne die früher zu monierenden, störenden Heber- treibungen. Einen Sondererfolg leistete sich im zweiten Akt das ganz auf grotesken Humor eingestellte Terzett Linkmann, Bruck, Iahn. Allerdings sollte sich Linkmann, der stellenweise wirklich witzig war, vor billigen Spekulationen auf die Galerie hüten, während Druck gesanglich und darstellerisch ein wenig lockerer werden und Frl. Iahn stimmlich mehr aus sich herausgehen dürfte. In kleineren Aufgaben: Ritter und Zingel. — Das Publikum war in bester Stimmung und ging angeregt mit. Es gab mehrere Wiederholungen. Zuletzt erschien der Intendant mit den Hauptdarstellern. Das Stück dürfte zahlreiche Aufführungen erleben. hth. Marathonlauf der Kellner. Die Pariser Kellner sind stolz auf ihre Beweglichkeit und Behendigkeit, und zur Psiege dieser Eigenschaften wird alljährlich ein „Marathonlauf" der Kellner in Paris veranstaltet, der von der Spitze des Montmartre nach der Rue Doudeau- ville über eine Strecke von 3,5 Kilometer aus- gefüfjrt wird. Es waren diesmal 200 Wettbewerber, die sich an dem Preiskampf der Kellner beteiligten. Ein Durstiger, der den langen Zug der „Gartons“ beobachtete, hätte die Qualen des Tantalus ertragen müssen, denn jeder Kellner trug ein Tablett, das mit einer Likörflasche und vier Gläsern beseht war. An vier Punkten der Laufbahn muhten sie grade so lange stillstehen, um immer eins der Gläser zu füllen und bann mit den gefüllten Gläsern weitermarschieren. Ein eigentliches Laufen ist bei diesem Wettbewerb nicht gestattet, sondern nur ein möglichst schnelles Gehen. Wer rennt, muß aufgeben, und natürlich auch jeder, der die Flasche oder eins ber Gläser zerbricht. So balancierten sie denn eilfertig im Geschwindtempo dahin und boten ein Schauspiel, das eine große Zuschauerschar anlockte. Die Kellner haben übrigens eine Anzahl der besten französischen Läufer gestellt, die sich in diesem Sport ausgezeichnet haben. liedS, gezeigt, wie die Sammelarbeit öurchzu- führen ist. Zu Beginn der anschließend folgenden eigentlichen Hauptversammlung gedachte der Vorsitzende in ehrendem Vachruf der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitglieder, von denen u. a. genannt seien: Geheimrat Prof. Dr. Behrens (Gießen), Geheimrat Dr. Hensell (Gießen). Studienrat Dr. Lenz (Gießen), Prof. Dr. Roschen (Laubach). Forstmeister Dr.Weber (Konradsdorf). Der Jahresbericht bedauert den Rückgang der Mitgliederzahl auf 620 und erkennt dankbar die Unterstützung an, die der hessische Staat, der Kreis Gießen, die Rotgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft und Dr. Müller in Flix (Spanien) für die von Prof. Dr. Hepding (Gießen) in aufopfernder Mühewaltung besorgte Herausgabe der »Hessische Blätter für Volkskunde" geleistet haben. Gute Fortschritte hat die Flurnamen-Forschung gemacht. Die Flurnamen von Dessungen sind im Druck er- schienen. Druckfertig sind die Sammlungen von Darmstadt, Grohen-Linden (gesammelt von Pfarrer Schulte) und Homberg a. d. O. (gesammelt von Lehrer 3 mmel). Lebhaften Dank der Versammlung erntete Studienrat R. O h w ald (Friedberg) für die ge- wissenhafte Führung der Rechnung. Einstimmig erfolgten die Ergänzu ngswa- len zum Vorstand und zum Erweiterten Ausschuß. 3n den Vorstand treten neu ein Prof. Dr. Maurer (Gießen) und Lehrer O h w a l d (Dad- Rauheim), in den Ausschuß Dr. W a l l b r a ch (Gießen), Ministerialrat Hofmann (Darmstadt), Schulrat Has sing er (Darmstadt), Lehrer Bernhard (Heimertshausen). 3m nächsten Jahre kann die Vereinigung auf ein 30jähriges segensreiches Wirken zurückblicken 3n Verbindimg mit der Hauptversammlung soll aus diesem Grunde anfangs Rovember 1931 in Gießen eine größere Volkskundetagung stattftndcn Den würdigen Abschluß gab der wohlgelungenen Tagung ein öffentlicher Lichtbildervortrag von Prof. Keller (Friedberg) über »Hessische Volkskunst". Die fesselnden Ausführungen zeigten, daß Volkskunst im Wesen nichts anderes ist als hohe Kunst. Es war von besonderem Reiz, an Bildern aus allen Teilen Hessens zu sehen, wie der Geist der Heimat, das Empfinden des hessischen Dauern im Vogelsberg, in der Wetterau, im Odenwald, in RhÄnhessen nach seiner Eigenart in den schlichten Werken der Volkskunst sich offenbart. Oberheffen. Landkreis (Rieften. £ Wieseck, 30. Rov. 3n der jüngsten Gemein d er atssitzung standen wiederum die Kanalgebühren zur Besprechung. Auf Antrag der Kommission wurde die Angelegenheit nochmals der Wasscrkommission zur Bearbeitung überwiesen, da eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Ein Antrag, wonach von jeder angeschlossenen Haushaltung 5 Mk. erhoben werden sollen, wurde abgelehnt, da auf diese Art nur etwa 2500 Mk. eingingen, wogegen 7500 Mk. erforderlich sind zur Tilgung und Unterhaltung der Kanalanlage. Fünftausend Mark müßten infolgedessen in die Gesamtumlage und teilweise von Ortsbürgern getragen werden, welche überhaupt nicht an das Kanalnetz angeschlossen sind. Don bürgerlicher Seite wurde an dem von Gemeinderat Seibert gestellten Urantrag festgehalten. Hiernach sollen pro Quadratmeter bebaute Fläche 1 Pf. und pro 1000 Mk. Steuerwert der Gebäude 50 Pf. von dem Hausbesitzer erhoben werden. Die Mieter sollen 5 Mk. jährlich zu I Oer Dreizehnte. Roman von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Bechthold Braunschweig 16 Fortsetzung Nachdruck verboten Die Baronin Wesierska stellte den Anwesenden den neuen Gast vor. Die Witwe aus Luxemburg mit dem reellen Hintergrund der Kohlengruben kokettierte ihn mit geradezu verblüffender Selbstverständlichkeit an. Ein Spanier war einmal etwas anderes. Sie dachte in seiner Rahe an Toreros und an Ständchen zur Gitarre, an glutrote Liebe unter Orangenbäumen und an Duelle mit Messern. Sie aber, um derentwegen Priino Duero sein vornehmes Hotelleben mit dem bunten Durcheinander hier vertauscht hatte, befand sich nicht unter den Gästen. Wenn die Ramen auch halb unverständlich an ihm vorbeischwirrten, befand sich doch keine Dame hier am Tisch, auf die Eva Hirtbergs Beschreibung der Prinzessin auch nur einigermaßen paßte. Wenn die Prinzessin Mvn- terossi selbst irgendwie mit dem Raub und Mord in -Zusammenhang stand, kannte sie ihn wahrscheinlich. und es war zu erwarten, daß sie sich, falls sie ihn nun gesehen, davongemacht, noch ehe er seinen Koffer hatte auspacken können. Es war wirklich unüberlegt von ihm gewesen, hierher zu kommen. Er hätte das einem Detektiv übertragen sollen, der unter einem beliebigen Deckmantel rascher ans -Ziel gelangt wäre als er. Die Pensionsinhaberin saß auf der einen Seite neben ihm, auf der anderen der österreichische Graf. Gegenüber die Luxemburgerin mit den Kohlengruben. Baronin Wesierska war stark gepudert und sie war die thpisch zurechtgemachte Fünfzigerin, die sich einvildet, an schlechten Tagen wie fünfunddreihig auszusehen und an guten wie achtundzwanzig. Sie glaubte ihre Gäste mit dem Lächeln dev großen Dame zu beglücken, und es war doch nur das vielgeübte Lächeln der Pensionsmutter, die einen ständigen Existenzkampf führt und nachts von durchgebrannten Pensionären träumt. Sie sah Primv an und meinte: „Heute sind wir nicht völlzählig versammelt, die schöne Prinzessin Montirossi ist heute bei Freunden eingeladen. Auch fehlt Mynheer van Muylen." Was kümmerte ihn Mynheer van Muylen. die Hauptsache war, sie wohnte noch in der Pension, die Frau, von der die blauen Brillanten verkauft wurden, daran das Blut seines Vaters klebte. Rach dem Essen saß man in dem Salon dev Pension zusammen und die heimatlose Spielerin stellte ihm auf ihre Art alle, die sich unter dem Dach der Wesierska zusammengefunden, vor. Bürgersteuer und Biersteuer. Landkreis Gießen. D L i ch, 29. Rov. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, zu der eine ganze Anzahl Zuhörer erschienen war, beschäftigte man sich mit der Frage der Einführung der Gemeinde- Biersteuer oder der Bürgersteuer in Lich. Das Ergebnis einer der beiden Steuern soll zur Deckung der außerordentlich hohen Wohlfahrtslasten für Wohlfahrtserwerbslose Verwendung finden. Rach lebhaftem Meinungsaustausch entschloß sich der Gemeinderat, unter dem Zwang der Verhältnisse, zur Einführung der Bürg er steuer für das 3ahr 1930. Die Steuer soll nach dem Landessatz erhoben werden. Ferner wurde beschlossen, die Hundesteuer in der Höhe von 1930 auch für daS Kalenderjahr 1931 zu erheben. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 29. Rov. 3n der gestrigen Stadtra tss itzung kam es durch die Kommunisten zu stürmischen Szenen, die den Vorsitzenden nötigten, die Sitzung für eine Viertelstunde zu unterbrechen. Bürger- und erhöhte Bier st euer wurden mit allen gegen die Stimme des Vorsitzenden abgelehnt. Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten auf Weihnachtsbeihilfen wurden vertagt, bis die Beschlüsse des Landtags in dieser Angelegenheit bekannt sind. Kreis Marburg. WSR. Marburg, 29. Rov. Die Stadtverordneten beschlossen, die Bürger- steuer, welche anfänglich vom 1.Oktober 1930 ab erhoben werden sollte, bereits ab 1. April 1 9 3 0 zu erheben. Man hofft dadurch den Etat 1930 balanzieren zu können, denn, wie Oberbürgermeister Müller mitteilte, rechnet man mit einem Steuerminderertrag von 120 000 Mk. Dillkreis. WSR. Dillenburg, 29. Rov. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich vorgestern mit der Deckung des Defizits von 31 500 Mk. zu befassen. Die vorn Magistrat vor- geschlagene Bürger st euer und erhöhte Bier st euer wurden abgelehnt. WSR. H a i g e r, 30. Rov. Die Stadtverordneten beschäftigten sich am Freitag mit der Deckung des Fehlbetrages in Höhe von 22 000 Mark. Rach dem Beschluß der Finanzkommission, die sich für Einführung der Bürger st euer entschieden hatte, beschloß das Kollegium mit überwiegender Mehrheit die Erhebung der Steuer, nachdem es diese vor drei Wochen abgelehnt hatte. Kreis Limburg. WSR. Limburg, 29. Rov. Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern mit allen gegen zwei Stimmen bei einer Stimmenthaltung die Einführung der Bürger st euer beschlvs- sen. Die Erhebung dieser ©teuer erweist sich als notwendig, weil Mittel zur Ausbringung einer Rachtragsumlage des Kreises beschafft werden müssen. Dazu wird aber voraussichtlich der Ertrag der Bürgersteuer bei weitem nicht aus- reichen. Es ist daher auch mit der Einführung der Diersteuer in Limburg zu rechnen. Starkenburg. WSR. O f f e n b a ch, 29. Rov. 3n der gestrigen Stadtratssitzung wurden etwa 900000 Ml. Mehrausgaben für das Wohlfahrtsamt gegenüber den Ansätzen im Haushaltsplan 1930 ohne weitere Debatte bewilligt. — Dann kam es zu einer langen und erregten Aussprache über den Antrag des Oberbürgermeisters auf Erhebung einer Gemeindebier-, Gemeindegetränke- und Bürger st euer. 3m Ausschuß hatte sich keine Mehrheit für diese neuen Steuern gefunden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch zur Sprache gebracht, daß die Stadt Offenbach durch den Verkauf des Gaswerkes an die Stadt Frankfurt einen Verlust von 1,2 Millionen Mark erlitten habe. Schließlich wurden die Steuern abgelehnt. Man will jetzt auch versuchsweise die Strahenbahnfahrt verbilligen. zahlen haben. Es würde hierdurch erstens eine gerechte Verteilung erreicht und zweitens eine Erhöhung der Gesamtumlage vermieden, da sich auf diese Art die Anlage in sich trägt. — Der Einspruch des K. Becker gegen die Besetzung der Schuldienerstelle durch Losentscheio wurde vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und zum Ausdruck gebracht, daß angesichts der großen Zahl von Bewerbern diese Art der Regelung der gangbarste Weg war, so daß dem Einspruch nicht stattgegeben werden konnte .— Außerhalb der Tagesordnung wurde von Ge- meinderat Denner vorgeschlagen, zugunsten der Winterbeihilfe eine Sammlung freiwilliger Gaben im Orte zu veranstalten, und zwar mit Rücksicht auf hie schlechte Kassenlage der Gemeinde. Gemeinderat Seibert betrachtet die Gewährung einer Winterbeihilfe als selbstverständliche Pflicht der Gemeinde und lehnte eine Sammlung freiwilliger Gaben als unzweckmäßig ab. Die Angelegenheit wurde dem Für- sorgeausschuh überwiesen. * Wieseck, 30. Nov. Die hiesige Volkshochschule eröffnete ihre diesjährige Winter- arbeit mit einer Vortragsreihe von Rektor Petri über die deutsche Reichsoerfassung. In einem einführenden Vortrag gab er in großen Linien einen Ueberblick über das geschichtliche Werden unseres Staates und unserer Staatsform, um bann an den beiden folgenden Abenden über die Grundtatsache der Reichsverfassung zu sprechen. Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners. + Grünberg, 30. Rov. Der hiesige Volksbildungsverein hielt dieser Tage seine Hauptversammlung ab. Der Verein, der Sie sprach ein geläufiges, wunderreines Französisch. und ihr Spott unterstrich Besonderes. Sie zog über alle her in fein mokanter Weise und schonte sich selbst nicht. »Ein weiblicher Ahasverus bin ich", lächelte sie, »ich Hetze mich ein paar Monate durch solche Heime wie dieses, um mich zu sammeln für Monte. Ich bin eine von den alten Pagoden mit Wackelkopf, wie sie zu Dutzenden dort an den Spieltischen hocken und auf das große Glück warten. Meine Verwandten bieten mir ein Heim, aber wissen Sie, ich habe keine Qualitäten für die Großmama oder Großtante. 3ch bin eine alte Spielerin geworden, es ist meine Bestimmung. 3m übrigen alles, was hier haust, ist meist Abenteurerblut. Einen Schuß davon haben alle. Pardon, Sie nicht, Monsieur. Lind darum erzähle ich Ihnen das, Sie passen nicht in den Rahmen, so interessant auch Ihre spanische Rationalität unser kunterbuntes Bild vervollständigt." Er mußte lächeln. »Wie ist die Prinzessin, von der ich sprechen hörte? So ein hoher Titel verbürgt natürlich eine gewisse Solidität der Existenz, meine ich." Die alte Dame zog die kohlschwarzen Brauen, die unter dem weißen, noch stark nachgepuderten Haar wie kleine ausgespannte Flügel standen, zusammen. »Sind Sie wirklich noch so naiv oder tun Sie nur so? Ein hoher Titel verbürgt gar nichts, aber auch gar nichts. Mnb heutzutage weniger als je. Die Prinzessin ^Nontirossi ist sehr hübsch, vielleicht sogar schön, bestimmt aber interessant. 3m übrigen bezweifle ich daß ihr Titel echter ist als ihr hellblondes Haar." Primo Duero durchfuhr es wie ein Schlag. Was die alte Dame so leicht hinspöttelte, war für ihn unendlich wichtig. War die Verkäuferin der blauen Brillanten eine Abenteuerin, die sich den Rang einer Prinzessin durch eigene Gnade und Huld verliehen, dann verschob sich das ganze Bild. Rur um etwas zu sagen, meinte er: „3ch bin neugierig, die Dame kennenzulernen." 3n ein kurzes Schweigen hinein klang die Stimme der Witwe aus Luxemburg, die eben auf französisch zu dem Oesterreicher sagte: „Vergeuden Sie keine Zeit damit, mir den Hof zu machen, ein für allemal, Sie sind mir zu abgestanden, Gras." Primo Duero erhob sich, der Ton hier entsprach nicht seinem Geschmack. Er fuhr am Rachmittag nach Potsdam, wanderte durch den schönen Park von Sanssouci und dachte an Eva Hirtberg. Roch einmal würde er sie Wiedersehen, dann wohl nie mehr. Er begriff nicht, weshalb er in den mehr als zwei Jahren, seit sie Barcelona verlassen, gar feinen Versuch gemacht hatte, sich nach ihr zu erkundigen. 3hm war eS jetzt, als hätte er sie schon seine Hauptaufgabe in der Erhaltung und dem Ausbau der Volksbücherei sieht, konnte die Feststellung _ machen, daß die Bücherei 1250 Bücher enthält und im Laufe des 3ahres durch 52 Bücher erweitert werden konnte. Die Bücherei wurde von 125 Lesern in Anspruch genommen, 2323 Bücher wurden ausgeliehen. Die Lesegeldcr und Mitgliedsbeiträge erbrachten einen Betrag von 303 Mark, der in der Hauptsache für Reuanschaffungen Verwendung fand. Der Verein will in Verbindung mit der Volkshochschule wieder eine Reihe von Vortragsabenden veranstalten, für die die folgenden Redner und Themen festgesetzt wurden: Dr. phil- Reumann (Gießen) „Erziehungsfragen", Professor Hüter (Gießen) „Schillers 2’ben und Werke", Fräulein Hilde H o b o h m (Marburg) „Die Mode", Berufsschullehrer Schmidt (Grünberg) „Die Entstehung des Vogelsberges" und Oberamtsrichter Andrae (Ortenberg) oder Amtsgerichtsrat Schneider (Bad-Rauheim) „Rechtsfragen des täglichen LebenS". s. Utphe, 29. Rov. Gestern verunglückte der Bergmann Heinrich Bornmann von hier in Wölfersheim, wo er über Tag beschäftigt ist. Ein Drahtseil traf ihn so vor die Brust, daß er bewußtlos in ein mit Schlamm gefülltes Loch flog. Er wurde im Auto nach Hause gebracht. Anscheinend hat er innere Verletz ungen davongetragen. Kreis Schotten. S Stumpertenrod, 30. Nov. Vom Landesverein für Innere Mission in Darmstadt wurde hier und in Köddingen der Film „Wnüber der damals sehr geliebt, und als hätte er ihr Bild immer in seinem Herzen getragen. Vielleicht wäre sie die Seine geworden, wenn er früher gekommen wäre! 3hm war es fast, als sähen ihn ihre Augen zuweilen so eigen an. Aber das war natürlich nur Einbildung. Sie liebte den Freund aus Kindertagen, und ihr war es nur darum zu tun, ihm, da ihr ein Zufall die blauen Brillanten in den Weg geführt, dabei behilflich zu sein, den Mörder seines Vaters aufzuspüren. Dafür mußte er ihr dankbar sein, aber mehr durfte er hinter ihrer Freundlichkeit nicht suchen. Der Herbst schritt durch den Park von Sanssouci, und wo sein Fuß hintrat, ward alles müde und welk. Primo Duero zwang sich, an das zu denken, was ihn nach Berlin geführt. Dor allem an die Prinzessin Montirossi. Er überlegte, was er tun mußte, um von dieser Frau zu erfahren, wie die Edelsteine in ihrer Besitz kamen. Doch er entschloß sich bald, da. >m Augenblick zu überlassen. Er dachte lieber tu.ver an Eva Hirtberg. 3hm war es, als wandere sie an seiner Seite durch die gepflegten Wege und steige neben ihm w dem Schlosse empor, in dem einst der große König gelebt. 11. Auch am Abend sah Primo Duero die Prinzessin nicht bei Tisch, dafür aber nahm der andere Pensionär, der mittags gefehlt hatte, Mynheer Pieter van Muylen, am Essen teil. Er sprach ein schlechtes Deutsch und machte einen brutalen, unangenehmen Eindruck, trotz seine- >hr eleganten Kleidung, fand Primo Duero, der von ihm kaum beachtet wurde. „Wo ist denn die Prinzessin heute?" fragte van Muylen und die Daronin Wesierska erklärte, „sie sei zu Freunden und würde wohl erst spät wiederkommen." Er verzog den brutalen Mund: „Mir schmeckt es besser, wenn die Frau nicht am Tisch sitzt." „Was haben Sie nur gegen die reizende Prinzessin, Herr van Muylen?" fragte die Wesierska. Er zuckte die Achseln und brummte: „Sie ist eine zu große Dame, für die man nicht mehr ist, wie ein Lakei. Das vertrage ich nicht." „Das bilden Sie sich nur ein“, erwiderte die Pensionsinhaberin, „die Prinzessin ist die Liebenswürdigkeit selbst." Eben öffnete sich die Tür und eine weiche Altstimme sagte: „Ich danke herzlich für das Kompliment, denn ich nehme an, mit der Prinzessin bin ich gemeint.“ Also das war die Prinzessin Montirossi! Primv Duero blickte interessiert auf die schlanke Frau an der Tür, die in einem dunkelvioletten hochgeschlossenen Samtkleid eine schöne und auffallende Erscheinung war. Schöpfung" vorgeführt. Die Welt Der Sterne im All wurde durch prächtige Bilder und erläuterndes Wort dem Auge und dem Verständnis nahe gebracht. Der Reinertrag des Filmabends dient zum Bau des neuen Krüppelheims in Nieder-Ramstadt. — Die Ausstattung unseres Kirchleins, das zu den künstlerisch wertvollsten und schönsten Fachwerkbauten Hessens gehört, erfährt jetzt dadurch eine wesentliche Bereicherung, daß die Orgel anläßlich einer dringend nötigen Reparatur noch mit drei neuen Registern und einem modernen Gebläse mit Motorantrieb ausaestattet wird. Die Kosten dafür sind durch einen gesparten Ueberschuß und freiwillige Spenden der Einwohner in der Hauptsache gedeckt. Kreis Alsfeld. mr. Grebenau, 30. Rov. Eine Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ergab in unserem Orte den (Betrag von 23 Mark. Das Ergebnis steht um einiges hinter dem des Vorjahres zurück. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 29. Rov. Hier wurden von der Gendarmerie ein Mann aus Bad^Orb und zwei junge Leute unter 20 Fahren verhaftet, bie eine Reihe von Ortschaften im Vogelsberg aufsuchten und dort Einbrüche verübten. 11. a. stahlen sie in 3lbeshausen eine größere Geldsumme, ferner Drangen sie in mehreren Ortschaften in Schulhäuser ein, ebenso wird ihnen ein Einbruchs Diebstahl in H erchenh ain «aus Das Konto gesetzt. Als ihnen im oberem! Vogelsberg Der Doden unter den Fußen zu heiß geworden war, wollten sie Lauterbach mit ihrem Besuch und ihrer Tätigkeit begtücEen, tourDem aber unterwegs von der benachrichtigten Gendarmerie festgenommen und in Haft gebracht. Der Mann aus Bad Orb, der offenbar der Anführer Der Gesellschaft war, hat schon wiederholt wegen Diebstahls mit Strafanstalten Bekanntschaft gemacht. Preußen. Kreis Wetzlar. 5 Krofdorf, 30. Nov. Vor Eintritt in die Tagesordnung der jüngsten Gemeindever- tretersitzung Krofdorf-Gleiberg führte Der Ge« meinDevorsteher Den neueingetretenen Verordneten Ludwig Schupp in sein AM ein. — Zur Erweiterung Der engen Wegkuroe an Der im Bau befindlichen Gleibachbrücke soll Gelände zum Preise von 1 Mark pro Quadratmeter erworben wer- den. Die Sportplatzangelegenheit wurde vertagt, ebenso Die Beschlußfassung über Die Gewährung einer Winterbeihilfe, Da Die Gemeinde Vertretung vorerst Den Stand Der GemeinDefinanzen erfahren will. Weiter beschloß Die Versammlung, Die Bürger st euer nicht einzuführen. Zur Abhaltung von Vorträgen für erwerbsloseIugend- liche soll nach Der Feri stellung Das Rathaus zur Verfügung gestellt werden. ' Lützellinden, 1. Dez. Zu dem in Rr. 279 des „Gieß. Anz." veröffentlichten Ergebnis einer hiesigen Treibjagd wird uns berichtigend mitgeteilt, das lediglich 25 Hasen, jedoch kein Reh geschossen wurde. -5- Lützellinden, 30. Rov. Der hiesige Turnverein hat wieder die Durchführung eines Unterhaltungsprogramms für die kommenden Wintermonate eingeleitet. Von der Bildstelle des Kreisjugendamtes in Wetzlar werden dem Verein Bildserien allgemeinbelehrenden 3nhalts unentgeltlich überlassen. Die Wiedergabe der Bilder erfolgt durch ein der hiesigen Schule gehöriges Lichtbild-Epidiaskop. 80. Geburtstag von Geheimrat Zalk. WSN. Mainz, 30. Nov. Heute vollendete Der Ehrenvorsitzende derHessischen Handwerkskammer, Geheimer Gewerberat Falk, fein 8 0. Lebensjahr. Geheimrat Falk leitete Die Die alte Spielerin mischte sich ein. „Mynheer von Muylen meinte, Sie wären eine zu große Dame, für Die man nicht mehr als einl Lakei ist, und das vertrage er nicht.“ „Das ist auch wahr", brummte Mühlen, und dann wandte er sich an die alte Dame. „Klatschen ist unfein, gnädige Frau." Die treue Besucherin Monte Carlos lachte. „3ch nehme 3hre gegenseitige Abneigung nicht sehr ernst, Herr van Muylen." „Ich verbitte es mir, gnädige Frau, mich mit diesem Mann in einem Atemzug zu nennen“, empörte sich Die blonde elegante Frau, und ihre Augen streiften den Holländer verächtlich. Der erhob sich breit und wuchtig. „3ch lasse mich nicht beleidigen, auch von keiner Prinzessin. 3ch bin Pieter van Muylen und kein Kuli, und morgen ziehe ich aus, verstehen Sie, damit wir beide nicht mehr zusammentreffen." Das war grob. Die Pensionsinhaberin sprang auf und lief zu dem aufgeregten Holländer. „Herr van Muylen, Sie brauchen doch nicht so empfindlich zu sein. Ich bitte Sie, zu bleiben." Sie lächelte die Italienerin fast flehend an. „Richt wahr, teuerste Prinzessin, Sie wollen doch Herrn van Muylen nicht aus Der Pension vertreiben?" „Behüte!" kam es scharf zurück. „Mag er hier wohnen bleiben bis zum Jüngsten Tage, die Hauptsache ist es für mich, ihn nicht mehr sehen zu brauchrn. Also werde ich Die Pension verlassen." Die arme Wesierska, die einmal Elise Bauer geheißen, verlor Die Fassung. Da war sie ja vom Regen in Die Traufe gekommen! Sie lief nun Der Prinzessin nach, die energisch das Zimmer verlassen hatte. Pieter van Muylen stand da, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. „Weiber, Weiber!" brummte er vor sich hin. „Ich ziehe in ein Hotel, wo nur Herren wohnen. Wenn ich die Prinzessin ansehe, dreht sich schon mein Magen herum." Auch er verließ das Speisezimmer. Run war man ganz unter sich und konnte sich ungeniert über die eben ftattgefunDene Szene unterhalten. Wenn Primo Duero auch nicht so viel Deutsch verstand, um Wort für Wort zu verstehen, so hatte er doch vollkommen begriffen, daß es zwischen der Prinzessin und dem plumpen Holländer einen Streit gegeben, der wahrscheinlich beide auS diesem Hause trieb. Er überlegte, was er tun sollte. Wenn die Prinzessin aus der Pension wegzog, hatte es doch gar keinen Sinn für ihn, hier zu bleiben. Er war verstimmt. Diese Dumme Zänkerei verdarb ihm seinen ganzen Plan hier. Die Wesierska erschien. Sie hatte Tränen in den Augen. (Fortsetzung folgt) Geschicke der Hessischen Handwerkskammer als Vorsitzender seit deren Gründung im Jahre 1900 bis zum Jahre 1923 Weit über Hessen hinaus im ge- samten deutschen Handwerk ist das Wirken des Ehrenvorsitzenden der Hessischen Handwerkskammer bekannt und geachtet. Auto fährt in eine Marschkolonne. WSR. Frankfurt a. M.. 30. Rov. Heute fand im benachbarten Reu-Isenburg eine kommunistische Veranstaltung statt, die einen ruhigen Verlauf nahm. Als die Frankfurter Teilnehmer gegen xJj6 IHjr auf dem Rückmarsch begriffen waren, fuhr auf der Darmstadter Land- strahe kurz vor dem Dtadtwald ein Personenkraftwagen beim wiederholen eines Motorrades in die Marschkolonne hinein und rih eine Anzahl Personen zu Doden. Zehn Verletzte wurden durch die Rettungswache und vorübersahrende Privatwagen in die verschiedenen Frankfurter Krankenhäuser gebracht. Eine Anzahl Personen kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Führer des Personenkraftwagens ist festgestellt worden. Talen für Tienötag, 2. Dezember. Sonnenaufgang 7.43 Uhr, Sonnenuntergang 15.55 Uhr. — Mondaufgang 14.03 Uhr, Monduntergang 3.23 Uhr. 1547: Fernandez Cortez, der Eroberer Mexikos, gestorben; — 1805: Sieg Napoleons I. über die Russen und Oesterreicher bei Austerlitz; — 1924: der Astronom Hugo von Seeliger in München gestorben. Wirtschaft. Stillegung einer Tabakfabrik. Marburg, 29. Rov. (WTD.) Die Tabakfabrik Stephan Riderehe L Sohn in Marburg will ihren Betrieb am 1. Januar 19 31 schließen und begründet diesen Schritt mit den beabsichtigten Zoll- und Steuererhöhungen für Tabak. Die Fabrik beschäftigt zur Zeit zirka 200 Arbeiter und Angestellte. * Die Lebenshaltungsindexziffer. Tie Reich?indexziffer für Ne Lebenshaltungskosten (Ernährung, Mo nung, H z ng, Tcleuch ung, Bekleidung uno „sonstiger Vedarf 's beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischrn ReichSamles für den Durchschnitt des Monats Rovernber auf 143,5 gegenüber 145,4 ün Vormonat. Sie ist somit um 1,3 »urückgegangen. An dem Rückgang sind alle Bedarfsgruppen außer der Wohnung beteiligt, und zwar sind zurückgegangen die 3n- dexzifser für Ernährung um 1,4 v. H. auf 137,5, für Heizung und Beleuchtung um 0,7 v. H. auf 152,4, für Bekleidung um 2,5 v. H. auf 154,6, für „sonstigen Bedarf" um 1,6 v. H auf 189,7. Die Indexziffer für Wohnung ist mit 130,7 unverändert geblieben. Don den Untergruppen der Ernährung haben nur die Eier im Preise — saison- mäßig — angezogen. • Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 26. Rovernber berechneie Grohhan- delsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 119,5 gegenüber der Vorwoche (120,1) um 0,5 Proz. zurückgcgangen. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 111,2 (Rückgang 0,5 Proz.), Kolonialwaren (— 0,3 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 112,7 (—0,5 Prozent) und industrielle Fertigwaren 144,1 (-0,3 Proz.). • Starker Rückgang des deutschen Motorradabsahes. Auf Grund der jetzt vorliegenden Verkaufsziffern läßt sich der deutsche Gesamtabsatz von Motorrädern im Iahre 1930 mit einiger Sicherheit berechnen. Rachdem er im vorigen Iahre die außerordentliche Höhe von etwa 186 000 Einheiten erreicht hatte, dürfte der Umsatz der Fabriken und Montagewerkstätten im Iahre 1930 nur etwa 105 000 Räder betragen. Das entspricht einem Absahruckgang um etwa 81 000 Stück gegenüber dem Vorjahr und etwa 41 000 Stück gegenüber dem Iahre 1928. • Anleihe der Stadt Frankfurt a. M. Der Hauptausschuh der Franlfurtec Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Vorschlag des Kämmerers zu, bei der Rassauischrn Landesbank eine Anleihe in Höhe von 1,5 Mill. Mk. zu 7,25 Prozent (Ausgabckurs 931 3 Proz.) aufzunehmen. Die Mittel sollen zur Llmwandlung kurzfristiger Kredite in langfristige dienen. • Sprechstunden für den Handelsverkehr mit der Tschechoslowakei. Der Handelssachverständige der Deutschen Gesandtschaft in Prag, Dr. Fischel, hält am Dienstag, 16. Dezember, bei der AuhenhandeWtelle für das Rhein-Maingebiet in Frankfurt a. M. Sprechstunden über den Handelsverkehr mit der Tschechoslowakei ab. Firmen, die an den Sprechstunden teilnehmen wollen, werden gebeten, dies der Außenhandelsstelle für das Rhein-Maingebiet, Frankfurt a. M., Börstz (Telephon: 20 361) bis zum 10. Dezember mitzuteilen, damit eine Verteilung der Besucher auf die zur Verfügung stehende Zeit stattfinden kann. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., l.Drz. Tendenz: uneinheitlich — Die Börse war zu Beginn der neuen Woche im Vormittagsverkehr eher schwächer gestimmt, da der Ausgang der Wahlen in Bremen und eine Bankinsolvenz in Stuttgart verstimmten. Don der festeren Reuyorker Däne ging fast keine Stütze aus. Die Kurse waren gegen gestern Schluß um etwa 1 bis 1,5 Proz. niedriger. Zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich jedoch eine leichte Erholung geltend. D.e Spekulation nahm auf einigen Gebieten kleine Käufe vor, da auch von Dankseite etwas interveniert worden sein soll. Der Ge chä^tsumfang war jedoch äußerst klein. Lieber die inr.erpolitischen Dorgänge war man günstigerer Ansicht. Die Kursentwicklung zu den ersten Kursen '->ar nicht ganz einheitlich. Die Besserungen und Verluste hielten sich die Waage. Rach Festsetzung der Kurse bestand jedoch größeres Interesse für Spezialwerte, die ihre vorbörslichen Abschläge wieder voll zuruckgewannen. Die Stimmung wurde allgemein etwas fester. Eine Belebung des Geschäftes auf dem Gesamtmark.e war aber nicht eingetreten. Am Chemiemarkt eröffneten Farben,Rüt- gerswerke u. Metallge^cllschaft b.s zu 1 P oz. nied- r-iger, Scheideanstalt und Deutsche Erd^l konnten bis 1 Prvz. anziehen. Interes.e bestand am Elektromarkt für Siemens, die 2 Prozent fester lagen. Schuckert plus 1 Prozent, AEG., Felten waren behauptet. Am Montanmarkt konnten Har- pener von dem englischen Teilstreik im Bergbau 1 Prozent profitieren, mit einem Gewinn von 2,5 Prozent. Phönix zogen 1 Prozent an, während die übrigen Werte bis zu 15 Prozent verloren. Dankwerte waren uneinheitlich. Reichsbank konnten auf Arbitragekäufe der Berliner Arbitrage 7 Prozent gewinnen, sonst waren dir Besserungen an diesem Markte nicht erheblich. Am Bauunternehmungsmarkt war die Llmsah- tätigkeit ebenfalls sehr gering, bei wenig veränderten Kursen. Am Anleihemarkt waren deutsche Anleihen meist behauptet. Don fremden Werten lagen Ungarische Rente eher etwas niedriger. Pfandbriefe still, bei behaupteten Kursen. 3m Verlaufe wurden weiter kleineDeckun- gen vorgenommen, wobei Spezialwerte erneut bis 1,5 Prozent anzogen. Die Llmsahtätigkeit war etwas lebhafter, wurde aber später wieder recht klein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 Prozent noch gesucht. Am Devisenmarkt war auch heute kein lebhafter Verkehr. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1950, gegen Pfund 20,3670, London gegen Kabel 4,8548, gegen Paris 123,59, gegen Mailand 92,79, gegen Madrid mit 43,10 etwas schwächer, gegen Schweiz 25,07, gegen Holland 12,0670. Berliner Börse. Berlin, 1. Dez. Nach einem unsicheren Vor- mittagsoerkehr, wobei Umsätze von der Spekulation aber vermieden wurden, eröffnete die heutige Montagsbörse in nicht einheitlicher und eher schwächerer Haltung. Neben der Seeuriusangelegenheit verstimmte die aus Stuttgart gemeldete Insolvenz der Bankfirma Adolf Schwarz. Auch trug die Meldung, daß im englischen Bergbau nur ein Teilstreik in Schottland eingetreten sei, zur Zurückhaltung bei. Anderseits gaben das feste Neuyork vom Samstag und der Entschluß der Regierung zur Notverordnung eine gewisse Stütze. Bei sehr st illem Geschäft und wenig Orders gingen die Kursveränderungen gegen den Samstagmittagschluh im allgemeinen nur selten über 1,5 o. H. hinaus. Papiere wie Ilse Bergbau, Salzdetfurch, Brown-Boveri und Svenska waren schwächer. Etwas stärker gedrückt waren eigentlich nur Farben mit minus 1,60 o. H. und Kanada-Zertifikate mit minus 1,75 v. H. Wie schon gemeldet, wurde die Notiz für zwölf Papiere des variablen Marktes eingestellt. Deutsche Anleihen waren behauptet. Bon Ausländern neigten Türken zur Schwäche. Türken eröffneten zunächst mit Mmus-Minus-Zeichen. Der Pfandbriefmarkt war still, im allgemeinen gehalten. Reichsschuldbuchsorde- rungen etwas leichter. Der Geldmarkt war kaum ver. ändert. Tagesgeld nannte man mit 6 bis 8 v. H.; Monatsgeld von 6,5 bis 8 v. H., doch lagen die Umsätze hierin, da es diesmal über den Jahresultimo geht, mehr nach 8 v. H. Warenwechsel stellten sich auf etwa 5,5 v. H. Nach den ersten Kursen wurde es allgemein etwas fester. Das Geschäft hielt sich aber zunächst in engen Grenzen. Später machte sich größere Geschäftstätigkeit bemerkbar, wobei man nicht genau unterscheiden konnte, ob es sich um Groß, bankstützungen oder um Publikumseinzelkäufe handelte. Arbitragekäufe bewirkten aber, daß in den meisten Fällen Besserungen um 1 bis 2 v. H., bei Spezialwerten wie Farben, Siemens, Reichsbank, Danatbank, Salzdetfurth, Schultheis, Polyphon, RWE. usw. um 3 bis 6 v. H. überwogen. Am Mon> tanmartt wollte man rheinische Käufe beobachten. Das Geschäft war an den Hauptmärkten ziemlich lebhaft, zumal die Spekulation v e r ft ä r 11 Deckungen vornahm, wobei die bessere Beurteilung der innerpolitischen Situation ausschlaggebend gewesen fein dürfte. Frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Dez. Auftrieb 1222 Rinder, darunter 251 Ochsen, 105 Bullen, 468 Kübe, 390 Färsen; 487 Kälber, 86 Schafe, 5422 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 53 bis 56 Mark, ältere 48 bis 52, sonstige vollflcischige, jüngere 42 bis 47; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 54, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 49; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 45, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 35 bis 39, fleischige 30 bis 34, gering genährte 25 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht. Werts 53 bis 56, vollfleischige 48 bis 52, fleischige 42 bis 47. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 64 bis 68, mittlere Mast- und Saugkälber 58 bis 63, geringe Kälber 48 bis 57. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 60 bis 62, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund 61 bis 63, von zirka 200 bis 240 Pfund 62 bis 64, von zirka 160 bis 200 Pfund 61 bis 63, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund 58 bis 60 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu aus» verkauft; Kälber und Schafe ruhig, ausoerkauft; Schweine ruhig, geringer Ueberftanb. Frankfurtc. Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 1. Dez. Am Produttenmarkt war auch in dieser Woche keine Geschäfts- belebung festzustellen. Die Händler blieben zurückhaltend. Das Angebot von Inlandware war nicht umfangreich. Rur einzelne Getreidesorten traten etwas mehr hervor. Weizen gab im Preise geringfügig nach. Roggen blieb behauptet. Lediglich Futtermittel traten mehr in den Vordergrund. Sommergerste zog bis 5 Mark an. Auch für Weizen- und Roggenkleie bestand weiter Interesse. Der Mehlmarlt war still, die Preise gedrückt. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Rassau) Hekdolitergewicht von 74 Kilogramm 265; Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Rassau und ilnterfranfen) 167,50 bis 170; Sommergerste für Drauzwecke 205 bis 215; Hafer, inländischer 152,50 bis 157,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 40,75 bis 42; Roggen mehl 26,25 bis 27; Weizenkleie 8,40 bis 8,50; Roggenkleie 8,25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 28 bis 35; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 60; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 6 bis 6,50; Weizen- uni) Roggenstroh, drahtgepreßt 2,75 bis 3,00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 2,50 bis 2,75; Treber, getrocknet 10 bis 10,25. — Tendenz: ruhig. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 29. Rov. Die Tendenz am hiesigen Markt ist sehr ruhig. Der Absatz erstreckte sich in der Hauptsache auf billige Ware, während gute Qualitäten stark vernachlässigt waren. In Kühlhauseiem war die Rachfrage sehr groß, da das Angebot merklich zurückgegangen ist. Die Preise lagen meist etwas niedriger. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt: Bulgaren 14—14,50, Iugoslaven 14,50—15, Rumänen 13,75—14,00, Polen 13,00—13,50, Chinesen 9,50—11,50, Holländer 13,50—17,00, Belgier 13,50 bis 16,50, Norddeutsche 13—15. Kühlhauseier: Bulgaren 13,50, Holländer 14,50, Rumänen 13 Pf. Bücheriisch. — „Das Bild der Erde" heißt der neue, 100 farbenprächtige Kartenfeiten umfassende Atlas, den Beihagen & Klasing in Leipzig soeben zum Preise von 45 Mark auf den Büchermarkt bringen. (535.) — Es ist ein nach ganz zeitgemäßen Anforderungen aufgebautes Kartenwerk mit überaus zahlreichen, wichtigen statistischen Angaben und einem alphabetischen Namenverzeichnis von etwa 135 000 Namen. Dieses neue „Bild der Erde" leistet unschätzbare Dienste, wenn es sich darum handelt, die genauen Ortslagen, die Ausdehnung eines Landes, feine Grenzen, die Verkehrswege, eine staats- und bevölkerungskundlichen und wirt- chaftlichen Grundlagen zu erfahren. Unendlich viel rofitioe Kenntniffe vermittelt der handliche Band einem täglichen Benutzer — der ganze Segen aber, den er stiftet, wird sich für das praktische Leben ergeben, wo immer cs darauf ankommt, gründliches Wissen und allgemeine Bildung zu beweisen. Mit seinen Texten, Tabellen, Diagrammen zur Wirtschaft und Politik der einzelnen Länder auf der Rückseite der außerordentlich sorgfältig und schön ausgeführten Kartenblätter stellt er eine eigenartig schöpferische Leistung dar. Das prächtige Werk wird gerade auch wegen dieser neuartigen Verbindung von Text und Karte sich bald eine große Leser- gemeinde verschaffen. — Albert Londres: Der ewige Iude am Ziel. Phaidon-Derlag Wien IV. Preis in Ganzleinen 7,50 Mk. (435) — In diesem Buch erzählt „der König der Reporter", Albert Londres, seine Reise zu den Iuden. Ec beteiligt sich nicht an den landläufigen Erörterungen der Iu- denfrage — er hat ein Buch erlebter Tatsachen geschaffen. Sein Weg führt durch Londons Whitechapel und die jüdischen Karpathenhütten, durch die Iudenviertel Warschaus, Lembergs und anderer Orte Polens, Rumäniens und der Ukraine, und endlich zu den Iuden Palästinas. Packend rollt sich Bild nach Bild auf; das Iudenproblern wird zu etwas lebendig Geschautem, denn wir sehen es mit den Augen derer, die es betrifft: der gemeine Mann spricht zu uns und der Führer, der religiöse und der nationale Iude. Mit Augen und Ohren läßt uns Londres am jüdischen Alltag in der ganzen Welt teilnehmen. Und die Konsequenzen, die er zieht, erwachsen aus dieser Detail- kenntnis des jüdischen Lebens. — Spurschnee. Don Hans Stephainsky. (Derlag Rich. E ck st e i n Rachs., Leipzig. Geb. 5,40 Mk. 275) — Der Verfasser nennt sein interessant geschriebenes und mit zahlreichen Bildern geschmücktes Werk „ein Buch von der Schriftsprache der Tiere". Für jeden Tierfreund, besonders aber für den Weidmann, ist dieses Buch von großem Reiz, zugleich auch eine schöne Gabe unter dem Weihnachtsbaum. Die wertvolle Arbeit des Autors und des Verlags verdient weite Verbreitung. — In der „Reuen Elternbücherei", herausgegeben von Dr. Ioh. Prüfer, Leipzig, Verlag von B. G Teubner, Leipzig und Berlin 1930, erschienen: Heft 1: Erziehung der Iüngsten. (1. bis 3. Lebensjahr.) Praktische Eltern-Erfahrungen. Gesammelt und herausgegeben von Dr. Iohannes Prüfer. Kartoniert 2 Mk. (362/363.) — Das vorliegende Heft zeigt, wie zahlreiche erfahrene Eltern in den verschiedensten (Situationen ihre Kinder mit gutem Erfolg erzogen haben. Es werden z. B. behandelt: Eigensinn. Ungehorsam, erste Unwahrheiten, Daumenlutschen, Rägellauen, Raschhaftigkeit, Furchterscheinungen usw. — Heft2:DasDack- f i s ch a l t e r. Erziehungsnöte und -Hilfen. Don Therese Roth. Kart. 2 Mk. — Die „Backfischzeit" bietet zahllose Crziehungsschwierigkeiten. Die Derfasserin hat unter Benutzung der einschlägigen Literatur sowie auf Grund eigener psychologischer Erhebungen und aus ihrer langjährigen Erziehungsarbeit heraus alles Wesentliche behandelt, waS Eltern moderner Backfische wissen möchten. — Funktechnisches Arbeitsbuch. Demonstrationsversuche und praktische Hebungen zur Hochfrequenztechnik. Don Etudienrat W. Möller. Mit 74 Figuren i. T. IV u. 89 S. Kart. 2.80 Mk. B. G. Teubner Derlag. Leipzig C 1. (379) — Das Heft führt an der Hand einfachst Grundversuche in die Physik der Funktechnik ein und leitet zur unterrichtlichen Auswertung des weitverzweigten Gebietes der drahtlosen Technik wie auch zur eigenen Belehrung und Betätigung an. 74 Figuren, Schaltskizzen usw. sind für die Veranschaulichung von besonderem Wert. SprccNftunvcn u.r ... tton 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbonkdiskont 5 o H., Lombardzinsfuß 6 o H Banknoten. «Berlin jranffun a Schluß-! t-Uhr- Schluß-! Anfang« lur« I Nur« tvr« \ Nur« 1. 12 Datum 12 29 11 29 11 70 70 71,25 100,5 134,75 134 134,65 111,25 129,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. zn. 106,5 115 10 126 26,25 26,5 22,6 1,45 68,25 3 7,75 8 6,25 angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. 3,1 3,1 22,5 17,6 12,75 6,25 10 1¥i 111,5 120 89 52,5 61,5 87 78,5 110,5 224 110 110,5 221 133 63,25 41,75 45,5 82,75 10 10 12 1 7 7 5 109 109,5 217 110 110,5 219,5 69,25 155 126,5 70,5 99,5 100,6 125,5 111,5 150,25 12 fi v 6 6 8 10 11 16 , t . 6 . 6 . 8 . 8 . 0 6Vi 10 6¥, io . 6 7,2 70,13 154 124 71,5 97,5 100,25 125,25 111,5 149,5 123,25 164 162,5 68 71,5 97,5 100,25 125 110,5 148,5 45,25 83 5d)lcu>d)e Elektrizität. Schulten L Co. . . , Siemen« L Halske . . Traneradw . . . . < l'Qbmroer L To.. . . 12,4 6,4 60,5 156 73,5 26,25 2,6 1,5 3 g. ®. Farden-Jnvuftrle Tvnamtt Nobel . . . Scheide an st all ...» Soldlchmidt .... Rütger«werke .... MetallgeselilLatt. . . fl.ö.®.............. Bergmann.........9 Elektr. Lielerungrgeselllchast. 10 Allgemeine TeutlcheCreditanss. Barmer Bankverein . . Berliner HandelSgeleUlchast . Commerz, und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalbank Deutsche Bank und Tieconto-GeseUschast, . . . Dresdner Bank...... Rcichsbanl........ 128,75 42,5 45,65 83,5 22,8 18 18,9 1,5 3 18,75 1,5 Hamburger SlelirriitätS-Werke 10 Rbemtsche Elektrizität .... 9 Buderus...... Deutsche ErdSI . . • Stiener Steinkohle . . Gelsenkirchener . . • Hänfner . . • • Hoclch Siien. . . . • y>se Brrgbau ...» Klölkncrwerke . • • Köln-Ncucssen.... Mannermunn-Röhre» ManSseldcr Bergbau . Cbrtldild Eisenbedars Oberschlcs Kokswerle Phönix Bergbau Rbeinische Braunkohle« -theinstahl ... KLebed Mont» . . . 4% CefteneWldK Soldrent« . . 4,20% ceNerreichische Silberrente 4% Oetterreichilche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente . . . - 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4yt% de«gl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente 4% Türkische ZoUonIcibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I 4% DeSfll. Serie n....... 6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ,-Rechten • ■ De-gl. ohne AuSlos.-Rechte . 8% Hess. Bollzstoal von 1929 (tüdiablb. 102%)..... Obrrhesscn Provinz - Anleihe mit Auslol.-Rechien..... Deutsche Komm, Sammeiabi. Anleihe Serie 1 . . 8% Franks. Hhv.-Bank Soldvke XIII unkündbar bi» 1934 7% Franks. Hrw.-Dank «oldpse unkündbar 614 1932 4%% Rheinische Hyp.-Bank Liou. Soldple. .... 8% Pr. LandeSptondbrielanikal Ptandbrieie R. 19 8% Pr Landeor'anrbriesanstat Komm.-Lbl. R. 20 . . . 7% Pr. Lande'andbriesanskalt, Pfandbriefe R. 81 - - - - «EG abg. BoiMegö-Obllgatio- nen. rückzahlbar 1932 • ■ 86,5 98,4 52,1 6,1 88,25 50 49,75 98,5 92,5 86 100 97 97 95 o, 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 86,75 98,9 52,1 6,05 88,5 49,5 100 97 97 | | £«» | | | | 1 1 | | 1 | Frankfurt a. Dl Serkin Gchmß-i kur« | t-Uhr- K> r« Schluß- fur« Anfang- Kur« Datum 29 11 1. 12 29 11 1 12 Bereinigte Stahlwerke . . . . . 64 — 64,65 64,5 Olavi Minen .... 16'/, 32,5 — 33,13 33,5 Kaliwerke Aschersleben ... 10 153 — 152 152 Kaliwerke Westeregeln ... 10 155 — 154,25 154,25 Kaliwerke Salzdetfurth . . . Iß 232 231 230 232 106,25 106,9 105,6 PMvv Ho!zmann......7 74 75 75 29 November 1 Oezemdei — 124 — Zementwerk Heidelberg . . 10 75,5 76 — — Aminch Mo' erung ■ämiiiihi — 112,25 — Eemenlwerk Karlstadt. ... 10 — — «elv | Geld 1204 119,5 Wayß & ffrevlag .....8 46 45,5 I 45,5 89 flmft-Mott. 168,60 168,94 168,61 168.95 124 166 114,5 105,25 110,75 122,65 164,5 122.5 125,25 113,75 105,5 117 110 123 164,5 Echultdet« Patzenhoser ... Iß Lstwerke.........12 atu...........18 Bemberg...... H Zellstoff Daldhok .... 13'/. Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 Charlottenburger Wasser ... 8 63,5 65,5 104,75 74,5 3 1 1 1 1 1 172,25 137,5 65 65 104,5 75,13 81,5 172 63,75 65.6 103,75 74.25 81,5 Burn.>AireS Brss-Amw. Christiania. Kovendagen Stockholm . HeMngiorS. Italien. . . Bonbon. . . 1,439 58,425 112,02 112,06 112,45 10,543 21,92 20,344 1,442 58,545 112,24 112,28 112,67 10,563 21,96 20,384 1,434 58,415 112,03 112,07 112,43 10,543 21,93 20,346 1,443 58,535 112,25 119,29 112,65 10,563 21,97 20,386 — — Dessauer CAai ...... 9 Daimler Motoren ...... 0 24 24,5 110,75 24,75 109,5 25 Neunork . . 4,1905 16,457 4,1985 16,497 4,1910 16.458 4,1990 16,498 51 _ Deutsche Linoleum ...... 103,5 — 104,5 — Schwei; .. 81,135 81,295 81,17 81,33 62 61,75 61,25 Maschinenbau 2L-®. . • • • • 0 — — 32,25 — Svanir» . 46,62 46,72 47,05 47,15 Rat. Automobil ...... 0 — — Japan . . . -riio bt Jan- Dien in D-- 2,076 2,080 2,076 2,080 85,75 81 8541 81,5 85,5 82 CTenfltin & Koppel ..... 6 113 — 44,5 113 43,25 113 0,398 0,400 0,400 0,402 72,25 71,5 Evensko ....... 270 — 270 273,5 CefL abgest 58,98 59,10 58,98 59,10 159 161 Prag . . . . 12,428 12,448 12,43 12,45 — 69,25 69 ssrankfurter Maschinen .... 4 11 — 10,5 - Bcl i rab . . 7,410 7,424 7,410 7,424 _ 79 79,5 28 — 34 — Bobaprst. . Bulgarien 73,25 73,39 73,25 73,39 69,25 69,25 Hevtigenttaedt ....... O — — — 3,038 3,044 3,037 3.043 —— 38 38,25 Jung Han« ........ 6 28 28 26 — Lissabon 18,80 18,84 18,81 18,85 _ 37 Lechwerte. ........8 78,5 — — — Tan;ig - - 81,38 81,54 81,32 81,48 _ 69,5 68,75 Mainkrastwerke HSchg a.M.. . 8 64,25 _ — — Konst nttn. 1,784 1,789 1,784 1,789 61,25 61,5 61,25 M'ag ......10 — — 62 — Atben. . 5,426 5,436 5,426 5,436 157,75 157 »ebr. Roeder.......10 82 —- — — Canada 4,192 4.200 4,192 4,209 73 73,5 73,13 Böig, & Haeffner ...... 9 150 — 150 e* Lira uay - 3,257 20,87 3,263 3,257 3,263 Süddeutsche Suda • • • • 10 135 — 135 — Cairo . . 20,91 20,87 20,91 Buntes Allerlei. Die Bonbonmacherinnen der Königinnen. In Windsor sind innerhalb weniger Tage zwei alte Fräuleins Cameron gestorben und unter großen Feierlichkeiten beerdigt worden. Die beiden waren äußerlich und für den Fremden einfach zwei alte Mädchen, die sich mit ihrem Zuckerladen schlecht und recht durchschlugen. Aber in Windsor wußte man, daß sie eine ganz besondere Vertrauensstellung bei der englischen Königsfamilie einnahmen. Sie machten nämlich die Bonbons für das Königshaus. Früher, vor langen, langen Jahren waren sie im Dienst der Prinzessin Christian in Cumberland Lodge. Als die Prinzessin starb, kauft« die königliche Familie den beiden Fräuleins Cameron den Bonbonladen in Windsor und machte sie zu den Süßig- keitslieferantinnen für den direkten Gebrauch der Königin. Von den Pralinen bis zu den Ostereiern entstand alles, was mit Näschereien zusammenhing und für das Königshaus bestimmt war, unter den geschickten Händen dieser beiden alten Damen. Nun starb zuerst, ganz unerwartet Caroline Cameron. Und ihre Schwester konnte das Hinscheiden nicht verwinden und starb drei Tage später auch. Der Königin haben sie die Bonbonrezepte vermacht. Und nun ist man auf der Suche nach einer neuen kleinen Spezialfabrik für die Näschereien der englischen Königinnen. Flucht aus der Fremdenlegion. Ein Oesterreicher, dem die Flucht aus der französischen Fremdenlegion in Syrien gelungen ist, erzählt seine aufregenden Abenteuer in einem StamLmler Blatt. Zweimal hatte er vergeblich versucht fortzula,ufen, und war deswegen in eine Strafkompanie gesteckt worden, die mit Wege- bauten zwischen Latakije und Antiochia beschäftigt war. Die Hitze war unerträglich, die Behandlung grausam, und so machte er einen dritten Fluchtversuch, der glückte. In einem Karren verborgen erreichte er Aleppo und wurde dort von der Militärpolizci aufgehalten. Er wußte sich ckber herauszureden, indem er angab, er sei eben aus dem Lazarett entlassen worden und warte auf einen Transport, der ihn zu seiner Abteilung zurückbringen würde. Den gangen Tag irrte er durch die Stadt und suchte nach einer Gelegenheit, weiterzukommen. Schließlich fand er einen armenischen Kraftwagenführer, der sich bereit erklärte, ihn während der Aacht zur tür- kisichen Grenze zu bringen, aber er verlangte Vorausbezahlung, um Benzin zu kaufen. Der Flüchtling gab ihm sein letztes Geld, doch als der Abend kam, blieb der Chauffeur aus. und er mußte sich allein auf den Weg machen. Die Entfernung bis zur Grenze betrug fast 150 Kilometer. Als er in Muselmije anlangte, sah er auf der Bahnstation einen Güterzug zur Abfahrt bereit und verbarg sich in einem Wagen. Als der Tag anbrach, sprang er während der Fahrt hinaus und wanderte nun stundenlang durch die Berge. Schließlich stieß er auf einen syrischen Kohlenbrenner, der ihn zur türkischen Grenze brachte. Er erreichte sein Ziel im Zustand vollständiger Erschöpfung. Das bärtige Rußland. Wenn man die Witzblätter des heutigen Rußland durchsieht, so findet man, daß sich der Spott vielfach gegen die Bärte richtet, die augenscheinlich jetzt unter dem Sowjet-Stern ein besonders reiches Wachstum entwickeln. Während die Mode des glatten Gesichtes und die Herrschaft der Rasierklinge eine Zeitlang auch im russischen Reich große Fortschritte machte, kehrt man jetzt zu jener Bollbehaarung zurück, die bereits Peter dem Großen ein „Dorn im Auge" war, so daß er seine Hofleute aum Rasieren zwang. Die langen Bärte haben nach den Anspielungen der Witzblätter viele Vorteile: man braucht keinen Schlips zu tragen, der im heutigen Rußland nicht leicht zu beschaffen ist: man verbirgt darunter auch mit einer schützenden Decke etwaigen Schmutz, und außerdem wärmt der Bart die Brust und schützt sie vor Erkältungen. Aber der wichtigste Grund für die Bartfreudigteit des modernen Russen doch wohl der, daß man in dem glatten Gesicht den Ausdruck einer „bourgeoisen Gesinnung" sieht und sich dadurch verdächtig macht. Rur die Rothaarigen überwinden alle Vorurteile und beseitigen nach Möglichkeit allen Haarwuchs weil ja der alte Volksaberglaube von der Bösartigkeit dieses Menschenschlages noch immer in Rußland tief eingewurzelt ist. Ein weiterer nicht minder wichtiger Grund für die Herrschaft der Bärte ist die große Schwierigkeit, sich mit den nötigen Rasierwerkzeugen zu versorgen. Zwei Dutzend Rasierklingen sind mit einem Zoll von nicht weniger als 300 Mark belegt. Für einen Rasierapparat beträgt der Zoll 100 Mark, und für zwei Pfund Rasierseife werden gar 600 Mark gefordert. Unter solchen Umständen ist es begreiflich, daß sich nur die wenigen Krösusse den Luxus eines glattrasierten Kinns leisten können. SJLtfpoit Fußball her Gießener Mannschaften. Auf dem VfD.-Platz standen sich am Sonntag die Ligamannschaft des VfB. und die Mannschaft von „Hessen" Hersfeld gegenüber. Die Gießener konnten das Treffen nach einem außerordentlich anregenden Kampfe mit 3:1 für sich entscheiden. Die Ligareserve konnte das angesehte Derbandsspiel nicht aus tragen, da der Gegner, Riederweisel, nicht erschien Die 1. Jugend gewann gegen Lich knapp mit 1:0. Die Spielvereinigung 1900 hatte fünf Mannschaften im Feld. Die Ligamannschaft verlor gegen Breidenbach Liga überraschend hoch mit 1:6. Die 2. Mannschaft gewann gegen die Sportabteilung des Tv. Lollar 2:0. die 3. Mannschaft schlug Garbenteichs II. hoch mit 7:0, die 4. Mannschaft spielte gegen Sie 1. Mannschaft von Garbenteich unentschiedei- 3:3. Die Schüler verloren gegen Garbenteich Schüler 1:0. Fußball in Hessen-Hannover. Ueberraschungen in der Südgruppe. Der erste Spiclsonntag der zweiten Serie in Hessen-Hannover brachte auf der ganzen Linie Ueberraschungen. Sport Kassel schlug den Spihenmeister der Südgruppe KurhefsenMar- burg mit 5:1. Da auch Hessen Hersfeld mit 3:1 in Gießen gegen den BfB. verlor, rückt Sport Kassel auf Grund seines besseren Torverhältnisses auf den dritten Tabellenplatz vor. In der Rordgruppe kam es in Groh-All- merode zu einem hartnäckigen Kampfe zwischen dem FC. Groh-Allmerode und Hessen 09 Kassel, den die Platzbesiher glücklich mit 4:3 für sich entscheiden konnten. Dadurch steht Groß-Allmerode vorerst mit dem SC. 03 punktgleich an der Spitze der Tabelle. Der Tabellenletzte, FC. Grone konnte in Einbeck ein Linentschieden von 1:1 Toren herausholen. Eintracht Frankfurt wieher Meister. Sie Derbandsspiele in der Grupp« Main. Der süddeutsche Meister Eintracht Frankfurt gewann am Sonntag sein Spiel in Offenbach gegen die Kickers überraschend glatt 3:0 (1:0), und damit holte er sich auch den Punkt, dec ihm zum erneuten Gewinn der Mainmeisterschaft noch fehlte. Die Kickers, die vor wenigen Wochen noch eine klare Meisterschaftschance hatten, sind mehr und mehr zurückgefallen, und im Moment ist es sogar zweifelhaft, ob sie überhaupt noch auf einen Platz kommen werden. Die beste Chance auf den zweiten Platz hat Rot-Weiß Frankfurt, das am Sonntag Union Riederrad 3:2 (1:0) besiegte. Union und Offenbach dürsten den dritten Platz unter sich ausmachen. — Der FSV. schlug in einem überlegen geführten Spiel den Tabellenletzten Fechenheim dank der Unfähigkeit seines Innentrios nur 2:0. Hanau 93 und Bieber trennten sich mit einem Unentschieden von 2:2. Oie Punktekämpfe in Hessen. In der Gruppe Hessen gab es am Sonntag einige Entscheidungen. Der VfL. Reu-Isenburg konnte sich durch einen überraschend hohen 4:1- Sieg über den Hessenmeister Wormatia Worms an die dritte Stelle der Tabelle setzen, von der Alemannia Worms, das auf eigenem Platz gegen den SV. Wiesbaden mit 1:0 unterlag, verdrängt wurde. SV. 98 Darmstadt besiegelte durch ein Unentschieden von 2:2 gegen Viktoria Urberach seinen Abstieg, da der 1. FC. Langen ebenso gegen FSV. Mainz 05 unentschieden 1:1 spielte und somit seinen Vorsprung von drei Punkten gegenüber Darmstadt behauptete. Fußball-Tagung in Münster. Wichtige Beschlüsse. Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes hielt am Sonntag in Münster eine Arbeitstagung ab, die sich in erster Linie mit dem Profistatut befaßte. Das schon in der am 7. Rovember stattgefundenen Sitzung in seinen Grundzügen ausgezeichnete Statut wird nunmehr der Gesamtvorstandssitzung am 13. und 14. Dezember in Hannover zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt werden. Die Sitzung befaßte sich ferner mit den durch die Entschluh- faffung verschiedener Finanzämter im Reiche aktuell gewordenen Steuerfrage. Man kam überein, daß ein Appell für die Rotwendigkeit des Sports, insonderheit Fußball, an das Innenministerium unbedingt erforderlich fei, um eine tatsächliche Besteuerung der Fußballspiele rechtzeitig zu unterbinden. Das Ziel des Bundes ist nach wie vor allein die Förderung des Amateursportes. Eine Erhöhung der in Dresden festgelegten Spesensätze wurde grundsätzlich abgelehnt. Es wurde nochmals betont, daß es sich um Höchstsätze handelt, die nur erseht werden dürfen, wenn der Rachweis der tatsächlichen Verauslagung vorliegt. Es wurden folgende neuen Spieltermine festgelegt: 11. Januar: Bundespokal- Zwischenrunde. Es spielen Süddeutschland gegen Westdeutschland in Mannheim und Südostdeutschland gegen Mitteldeutschland in Deuthen. 10. Mai: Vorrunde der Deutschen Fußball- Meisterschaft. 17. Mai: Zwischenrunde der Deutschen Fußball-Meisterschaft. 14. Juni: Endspiel der Deutschen Fußball-Meisterschaft. flohfporfpremiere in her Frankfurter Festhalle. Die Frankfurter Festhalle feierte am Sonntag nach einer zweijährigen Pause ihre Wiedereröffnung mit einem vielversprechenden Radsport- Programm. Obwohl die Durchführung von Radrennen an einem Sonntage für das fußball- freudige Frankfurt fein besonders geeigneter Termin ist, fanden sich über 5000 Zuschauer ein, die den Ereignissen im Oval bald mit größtem Interesse und lebhaftester Anteilnahme folgten. Die Begeisterung wuchs, als der Frankfurter Lokalmatador Willi Christmann in ganz famoser Manier seine großen Konkurrenten Weltmeister Sa- wall und Möller im Omnium-Match niet)errang. Den Höhepunkt der Deranstaltung bildete dann das Stunden-Mannschaftsrennen, das eine einzige Jagd war. Die Ergebnisse: Omnium-Match.Gesamtergebnis: 1. Christmann 12, 2. Sawall 7,5, 3. Möller 4,5 Punkte. Flieger-Hauptfahren: 1. van Hout, 2. Pühfeld 3/4 2g., 3. Walthvur 1 2g., 4. Mouton. 60-Runden-Punktefahren: i. Schön 18, 2. Kroll 15, 3. Funda 9, 4. Reisiger 6 Punkte. Stunden-Mannschaftsrennen: 1. Preuh/Resiger 30 Punkte, 44,480 Kilometer, 2. Krüger/Funda 21 P., 3. Schön/Mouton 16 P., — eine Runde zurück: 4. Kilian/Pützfeld 16 P. 5. Etübecke/Göbel 7 P. — vier Runden zurück: 6. Geyer/Koch 12 P. — fünf Runden zurück: 7. van Hout/van der Heyden 15 P., 8. Kroll- MietHe 0 IP., 9. Walthour/Horder 0 P., 10. Car- pus/Schäfer 0 P. VI. Hallensportfest in Hannover. Am 25. Januar bringt der Kreis Hannover des Norddeutschen Sportverbandes in der Ausstellungshalle sein 6. Nationales Hallensportfest zur Durch- führung. Wie in den Vorjahren bilden drei Einladungswettbewerbe, und zwar ein Sprinter-Dreikampf über 60, 70 und 80 Meter, ein 800-Meter- und ein 3000-Meter-Lauf die Hauptzugstücke der Veranstaltung, zu der wieder hervorragende Leichtathleten aus dem Reiche eingeladen werden. Ferner enthält das Programm noch einige offene Konkurrenzen und auch wieder die beliebten Rundenstaffeln. Hier treffen die ^-Vereine über zehnmal zwei Runden um den Magistrats-Wanderpreis, den der DSV. 1878 Hannover zu verteidigen hat, aufeinander. Den Abschluß bildet ein Handballspiel, das zum erstenmal zum Austrag kommt. Kurze Sportnotizen. Im Hvckey-2änderkampf der Damen zwischen Deutschland und Australien trugen in Köln die deutschen Damen mit einem 3:2- (0:1-) Sieg einen sehr schönen Erfolg davon. * Der 1. F C. Nürnberg, der am Sonntag überraschend von Würzburg 04 2:1 geschlagen wurde, trägt am 14. Dezember in 2eipzig gegen Fortuna ein Freundschaftsspiel aus. * Im Kölner Sechstagerennen lagen nach 43 Stunden (Sonntag um 17 Uhr, die Mannschaften Rieger/Kroschel und Damm/Schvrn mit Rundenvorsprung an der Spitze. * Bor dem Spiel in Köln schlugen Australiens Hockey-Damen in Brüssel am Samstag Belgiens Damen-Au^wahlelf mit 4:1 Treffern. Die DP.Vg. Fürth schlug am Sonntag irt Magdeburg vor 5000 Zuschauern eine Auswahlmannschaft des Gaues Mittelelbe überlegen mit 3:0 Treffern. * Primo Camera brachte am Sonntag in Barcelona vor über 100 000 Zuschauern das Kunststück fertig, den spanischen Schwergewichtler Pavlino über 15 Runden klar nach Punkten zu schlagen. * I n Stuttgart tritt am nächsten Samstag und Sonntag der Vorstand des Süddeutschen Fußball- und 2eichtathletik°Verbandes zusammen, um sich in erster Linie mit den Fragen der Spesen-Zahlungen an die Spieler und des Spiel- shstems zu befassen. Um die Südwe st deutsche Handball - Hochschulmei st erschaff trafen sich Technische Hochschule Darmstadt und Universität Marburg mit 10:3. Aus her Geuossenschastöarbeit. Am 12. und 13. Dez. findet an der Landesuniver- fitöt Gießen der 4. Kursus über-Landwirtschaftliches Genossensch aftswesen statt. Vorgesehen sind folgende Vorträge: „Dilanzaufbau und Bilanz-- prüsung" (Pros. Dr. Auler, Gichen); „Die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Dienste der Getreidewirtschaft" (Direktor Strasburger, Darmstadt): „Die gegenwärtige 2age und Zukunft des deutschen Obst-, Gemüse- und Gartenbaues" (Generaldirektor Oekorwmierat Dr. Hamann, Darmstadt): „Genossenschaftliche Kreditpolitik" (Oberfinanzrat Prof. Dr. Hillring- haus, Berlin). Im Anschluß an die Vorträge findet jeweils eine Aussprache statt. Im Zusammenhang mit diesem Kursus werden einige Besichtigungen durchgeführt. Vorgesehen sind die Besichtigung des Forstinstituts der LandeS- universität in der Draugasse (Führung: Prof. Dr. Borgmann und Prof. Vanselow): der Städtischen Abwässer- und Kläranlage (Führung: Prof. Dr. Kleberger): und des Städtischen Schlachthofes. Rundfunkprogramm. Freilag, 5. Dezember. 7.30: Frühkonzert. 12.20: Schallplattenkonzert. 15: „Die Reifeprüfung für Richtschüler nach dem 2ehrplan der deutschen Oberschule. — Grundsätzliches und Tatsächliches", Vortrag von Studiendirektor Dr. Schramm. 15.25: „Ueberschau über das neuere Schrifttum zur Landschule", vorgetragen von Regierungs- und Schulrat Eckhardt, Koblenz. 16 (von Wiesbaden): Konzert desStädt. Kurorchesters. 17.55: Buch und Film. 18.20: Eine Viertelstunde Deutsch. 18.35: Dr. Oskar Schürer liest aus seinem Werk „Prag". 19.05: Aerzte- vortrag: „Ueber die Behandlung lockerer Zähne". 19.30: Im Foyer des Theaters. 20 (aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart): Konzert deS Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.15: Briefe und Schriften von Schauspielern. 23.15: Unterhaltungsmusik. Samstag. 6. Dezember. 7.30 (von Gießen): Militär-Konzert des Musikkorps des 1. Hess. Grenadier-Bataillons 15. Inf.- Rgts. Gießen. 1020 (aus der Schwanthalerschule): Schulfunk. 12.20: Schallplattenkonzert: Alte und neue Tanzmusik. 14.30: Stunde der Jugend. 15.15 (von Oxford): Oxford Greyhounds gegen Sportklub 1880 Frankfurt a. M. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 16.30 (aus dem Landes- theater Karlsruhe): Uebertragung einer Probe zu 2ortzings „Zar und Zimmermann". 17.15: Tanztee. 18.05 (von Kassel): „Fünfzig Jahre im Dienste für deutsche Waisenkinder", Vortrag von Oberinspektor Reinecke des Reichsverbandes für Waisenfürsorge, Kassel. 18.35: „Die Gewerkschaftsbewegung der Dalkanstaaten", Vortrag von F. I. Furtwängler, Berlin. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Stammtisch der Theaterleute. 20.15: Klavierkonzert. 21.30: Der Rarr mit der Hacke. Ein Hörspiel nach japanischen Motiven von Eduard Reinacher. 22.20: Tanzmusik. Berliner Börse. Berlin, 1. Dez. (WTB. Funkspruch.) Zu Beginn der neuen Woche war im Frühverkehr, bisher wenigstens, noch kein Geschäftsbelebungssymptom zu verzeichnen. Man nannte noch keine Sturfe, so daß es schwer war, sich ein Bild von der herrschenden Stimmung zu machen. Dem Ausgang der gestrigen Bremer Wahlen, die eine weitere Stärkung der Nationalsozialisten brachte, stand ein fester Schluß der Neuyorker Samstagbörse gegenüber. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,60, London gegen Mailand 92,75 zu 92,77, London gegen Spanien 43,25, London gegen Kabel 4,8550 zu 4,8554, London gegen Berlin 20,3675, Kabel gegen Berlin 4,1950. Was tun Sie, wenn Sie Schmerzen fühlen? Cie gehen zum Arzt. Gut! Aber nicht immer ist ein Arzt sofort erreichbar; bei leichten Erkrankungen, ). B. Erkältungen, Kopfschmerzen und was sonst den Menschen öfters heimsucht, kann und will man auch nicht gleich zum Arzt laufen. Was soll man in solchen Fällen tun? Aus den kleinen Schmerzen des Alltags können sich bald ernste Leiden ent- wickeln, aus dem unbedeutenden Schnupfen können Entzündungen und Vereiterungen der Stirnhöhle werden, die dann sehr schwer zu heilen sind; eine sogenannte Erkältung kann Rheumatismus, der oft wochenlang arbeitsunfähig macht, zur Folge haben. Kopfschmerzen .rauben alle Arbeitslust. Daher sollte jeder in seinem eigenen Jnteresie bewährte Hausmittel zur Hand haben, die einfach in der Anwendung und ohne Gefahr auch für den Laien sind Solche Hausmittel rechtzeitig bei Beginn der Schmerzen angewandt, werden viele Leiden verhüten. Vorbeugen ist stets besier und leichter als heilen. Was verlangt man von einem Hausmittel? Daß es hilft, daß es leicht und jederzeit anzuwenden ist, daß es wohlfeil ist, und daß auch längerer Gebrauch keinen Schaden für die Gesundheit bringt. Alle diese Anforderungen erfüllt aufs beste das millionenfach erprobte antiseptisch und schmerzstillend wirkende Carmol. Carmol lindert Schmerzen, oft hilft schon einmalige Anwendung. Die Vielseitigkeit seiner'Verwendung ist so groß, daß Carmol die ideale Haus- und Reiseapotheke darstellt. Bei schmerzhaften Erkältungskrankheiten, wie HalS- muskelschmcrzen (steifem HalS und Genick), Rheumatismus, Hexenschuß, Gliederschmerzen, bei Gicht, Wadenkrampf usw. reibe man die schmerzenden Stellen mit Carmol ein, das bringt rasch Linderung. Bei Kopfschmerzen oder Migräne wirkt Carmol unübertrefflich, man hot nur nötig, einige Tropfen auf Stirn und Nacken zu verreiben und den Duft einzuatmen. Bei einfacher Ohnmacht verwendet man es als Riech- und Erfrischungsmittel. Zahnschmerzen werden prompt gelindert durch einige Tropfen Carmol auf Watte in den hohlen Zahn gegeben. Gegen Schnupfen, Hustenreiz und Katarrh empfiehlt es sich, etwas Carmol zwischen den Händen zu verreiben und den Duft ein^uatmcn, ferner mit verdünntem Carmol (ein halber Teelöffel Carmol tn ein Glas Wasser) öfters zu gurgeln. Bei Hautjucken, Quetschungen, übermäßiger Schweißsekretion (Schweiß- süßen), Wundlaufen wird ebenfalls Carmol mit Erfolg angewendet. Mit Wasser verdünnt ist Cacmol als Gurgel- und Zohnwasier für den täglichen Gebrauch sehr beliebt. Wer nach Strapazen, langen Wanderungen ober im Sommer bei drückender Hitze Carmolduft einatmet und Car mol auf Stirn und Nacken verreibt, fühlt sich wundervoll erfrischt und neubelebt. Um zu verhüten, daß kleine Wunden eitern, reinigt man sie zweckmäßig durch mit Carmol getränkte Watte, bevor man verbindet. Auch Insektenstiche benetzt man mit Carmol, damit sie nicht jucken und anschwellcn. Es wird kaum ein Hausmittel geben, das so vielseitig mit wirklichem Erfolg verwandt werden kann als Car mol. Zu- dem ist es völlig ungefährlich, Schaden kann damit nicht angerichtet werden. . . Trotz seiner vielen Vorzüge ist Carmol auch noch billig. Eine Flasche kostet nur RM. 1,50. Wer jemals die Qualen einer schlaflosen Nacht, durch plötzlich auftretende Schmerzen verursacht, kennengelernt hat, wird gern die kleine Ausgabe für ein seit Jahrzehnten millionenfach erprobtes Hausmittel wie Carmol anwenden. Carmol gibt es schon über 25 Jahre, täglich eingehende Nachbestellungen sind ein Beweis dafür, daß die Käufer damit zufrieden waren, und es in Bekanntenkreisen weiter empfehlen. Aber man verlange in Apotheken und Drogerien stets das echte Carmol der Carmol - Fabrik Rheinsberg, denn Carmol hilft. Carmol tut wohl! tn» ii d- 8ehen Sie immer, wenn Sie Ihre I-/1 VgäHl Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Jfarw™ nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefe-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider .Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig aus geführt 8093 A Kauf männ.Verein / Ortsgewerbe-Verein III. VORTRAG Mittwoch, 3. Dezember, 8 Uhr, Neue Aula Glück und Tragik der Vererbung mit Lichtbilder Herr Ernst Mühlbach, Hamburg, naturw. Schriftsteller Eintritt für unsere Mitglieder nebst zwei weiteren Angehörigen frei, Kontrollabschnitt 3 Ist am Saaleingang abzugeben. 8083D Die Deutsche Sozial-hygien. Bühne in Berlin gibt am Mittwoch, dem 3. Dezember 1930 abends 8 Uhr, im Saale des früheren Hotels „Einhorn“, Kirchenplatz, ein einmaliges Gastspiel, betitelt stmn „Blauejungen“ Schauspiel in 9 Szenen von LeoHerzog. Diese Theateraufführung dient der volkstümlichen Aufklärung über die Gefahren der Tuberkulose. Die Vorführung wird von den Krankenkassen der Stadt und des Kreises Gießen für ihre Mitglieder veranstaltet. — Der Eintritt ist frei. Einlaßkarten sind bei den Krankenkassen erhältlich. Verband der Krankenkassen für Stadt und Kreis Gießen.