Nr. »78 Liftes Blatt 180. Jahrgang 8reitag, 1. August 1950 Erschein» läglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famisienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richterscheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüße anterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger »ießen. poßscheckfonto: Sranffnrt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Dnid pnb Derlag: vrühl'sche Universitülr-Vuch' und Steinörnderei 8. Lange in Siehrn. Schristlettung und Seschäftrftelle: SchulMahe 7. Annahme von Anzeiae, für die Tagesnummer vt» zum Rachmittag vorher. Preis für | mm HSHe für Anzeiqrn von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfrnnig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfenntg, Playvorfchnft 20' , mehr. dt)tfTatte die Marinestation der Rordsee und der Ostsee Vertreter der Presse geladen, um einen Einblick in das manövermähige Zusammenarbeiten der leichten Seestreitkräfte, insbesondere des Tor- pedoschießens mit den Linienschiffen, zu bekommen. Von den Linienschiffen nahmen an diesen Hebungen teil »Schleswig-Holstein", „Schlesien", „Hannover" und „Hesse n , von den Kreuzern die beiden neuen „Königsberg" und „Köln" und die erste und die zweite Torpedoflottille mit dem Führerschiff „Königsberg" und dem Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte (B. d. A.), Konteradmiral G l a d i s ch, an Bord. Der Reichs- wehrministerDr. Groener hatte sich ebenfalls zur Teilnahme an den Torpedoschießübungen mit dem Flottentender „Heia" von Travemünde am Dienstag an Bord des Kreuzers „Königsberg" begeben, um von hier die Schießübungen der leichten Streitkräfte zu besichtigen. Die Hebungen, die sehr gut durchgeführt wurden, rigten, dah trotz der vorhandenen mä- t gen K ampfmittel unserer Marinestreitkräfte ernste Arbeit in den. verschiedenen Verbänden und auf den einzelnen Schiffen geleistet wird. Dank der hessischen Wirtschaft an Langwerth von Simmern. Die Industrie- und Handelskammer Mainz hat als Vorort des Hessischen Industrie- und Han- delskammertags folgendes Schreiben an den Herrn Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete gerichtet: „Rachdem nunmehr die letzten .Desahungstruppen den Rhein verlassen haben, "ift es uns ein Bedürfnis, Euer Exzellenz im Ramen der Wirtschaft des ehemals besetzten Hessenlandes herzlichst zu danken für das rege Interesse, das Sie während Ihrer jahrelangen Tätigkeit als Vertreter des Reiches bei der Rheinlandkommifsion allen Wirtschaftsfragen entgegengebracht haben. Stets waren Sie bereit, die von uns vorgetragenen Wünsche, sei es bei 'ber Reichsregierung oder bei den in Frage kommenden Stellen der Besatzung, zu unterstützen und zu vertreten. Die Wirtschaft hat dieser Ihrer Tätigkeit manche Erleichterung in den schweren Jahren der Desahungs- zeit zu verdanken. Wir sprechen die Hoffnung aus, dah Sie, Herr Reichskommissar, auch den Fragen des Wiederaufbaues der rheinischen Wirtschaft Ihre Aufmerksamkeit schenken werden." Neuwahlen in Braunschweig. Braunschweig, 31. Juli. (WTB.) Der Braunschweigische Landtag nahm die von der Sozialdemokratie und der Deutschen Volkspartei gestellten Anträge an, wonach der Landtag am 13. September aufgelöst und die Reuwahl gleichzeitig mit den Reichstagswahlen am 14. September vorgenommen wird. Ferner wurde beschlossen, das Wahlgesetz dahin abzuändern, dah eine Verbindung von Wahl Vorschlägen in Zukunft nicht mehr sta^tfindet. Die für die Einreichung eines Wahlvorschlages notwendige Zahl von Unter« schriften wurde auf 100 herabgesetzt, und die Gebühr zur Einreichung von Wahlvor- schlagen gestrichen. Polens Grenzverletzungen. Verhandlungen mit Warschau. _ S** deutsch-polnischen Grenzzwischenfälle der letzten Wochen sind, soweit das möglich war, in Verhandlungen zwischen Ber- Un und Warschau in einer uns befriedigenden ai V c b i g t worden. Dagegen schweben noch Verhandlungen über die fortgesetzten Grenz- verletzun gen durch polnische Flieger. Soweit wir unterrichtet sind, scheint die War» ^ouer Regierung bereit zu sein, nun endlich ernftbaft gegen bte Flieger vorzugehen, die trotz wiederholter Verwarnungen und Mahnungen immer wieder über deutsches Gebiet Hinwegfliegen. Wahrend im vorigen Jahr unausgesetzt Grenzverletzungen zu registrieren waren, und man sich des Eindrucks nicht erwehren konnte als ob bet den Polen eine gewisse Absicht vorherrschte. immer wieder die Grenzen zu über- fliegen, ist in diesem Jahre die Zahl der Verfehlungen wesentlich geringer. Sie bleibt aber doch immer noch hoch genug, wenn man hort dah allein im Juli nicht weniger als sechs polnische Militärflieger einwandfrei über deutschem Hoheitsgebiet erkannt wurden. Da unser Grenzschutz nicht darauf ein- Oie Angestelltenkündigungen in der Berliner Metallindustrie. Berlin, 1. Aug. (ERB.) Die angekündigte Abbauaktion in der Berliner Metallindustrie hat gestern in großem Hmfange eingesetzt. Rach den bis gestern abend vorliegenden Meldungen sind 3000 Angestellte von der Kündigung betroffen worden. Ein großer Teil der Äünbigungen ist mit vierwöchiger Frist ausgesprochen worden. Einen Heberblick über den völligen Hrnfang der Kündigungen zu gewinnen, wird erst im Laufe des heutigen Tages möglich fein. Bei der AEG. sind zehn Prozent der Angestellten gekündigt worden. Bei Siemens sollen sich die Kündigungen in ähnlicher Höhe bewegen. Die Automobilfabrik Chrhs - l e r hat 25 Prozent der Angestellten gekündigt. Bei der Firma Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG. hat man den Angestellten erklärt, Kündigungen nicht aus- sprechen zu wollen, wenn sie sich damit einverstanden erklären, daß die Arbeitszeit um zehn Prozent gekürzt wird. Die Firma Stock in Marienfelde hat sogar 45 Prozent gekündigt. Wie von der Hauptverwaltung der Siemens» betriebe mitgeteilt wird, handelt es sich darum, die Zahl der Angestellten wieder in ein normales Verhältnis zu dem Arbeiterbestand zu bringen. In den Großberliner Betrieben des Siemenskonzerns sei binnen Jahresfrist die Arbeiterbelegschaft um ein Drittel verringert worden. Demgegenüber habe sich die Zahl der Angestellten bisher um weniger als 5 v. H. ermäßigt. Die Folge sei, daß, während der Zeit der Normalbeschäftigung der Betriebe auf einen Angestellten 2,8 Arbeiter kamen, das Verhältnis heute 1:1,7 sei. Dieses Verhältnis müsse folgerichtig zu dem Gegenteil dessen führen, was heute in aller Munde sei, nämlich Unkostenabbau und da» mit Preisabbau. Dies erhelle ohne weiteres aus folgenden Ziffern: In den Produkten der Siemensbetriebe steckten 47 v. H. Materialkosten und produktive Arbeitslöhne, 53 o. H. Unkostenlöhne, Gehälter und allgemeine Unkosten, wobei nur die normalen Abschreibungen berücksichtigt seien. B e i Rückgang der Produktion sanken nun wohl entsprechend Materialkosten und produktive Arbeitslöhne; die 53 v. H. seien aber im großen und ganzen feste Kosten. Entsprechend müsse sich also das Produkt, wenn nicht der Versuch gemacht wird, auch die festen Kosten in ein gesundes Verhältnis zu dem Beschäftigungsgrad zu bringen, verteuern. Die bisherige Schonung der Angestellten habe dazu geführt, daß, während noch im Oktober die Gehälter 94 v. H. der Summe der Söhne ausmachten, sie im Juni auf 126 v. H. der Loynsumme gestiegen seien. Zu berücksichtigen sei noch, daß naturgemäß die Lage der abgebauten Arbeiter viel schlechter sei als die der Angestellten. Während bei ersteren der Abbau sich kurzfristig vollziehe, genössen die Angestellten längere Kündigungsfristen, teilweise neun bis zwölf Monate, ab- gesehen davon, daß ein gewisser Teil mit Pensionsberechtigung entlassen werde. Die Reichstagsauflösung habe insofern eine verschärfende Wirkung gehabt, als sich wegen der Beunruhigung, die die Neuwahlen mit sich bringen, die Aussichten auf eine baldige Besserung der Wirtschaftslage wesentlich verschlechtert hätten. OerKommumstenaufstand in Ehina Oie Zerstörung Tschangtschas. — Furchtbare Schreckensszenen in der brennenden Stadt. — Oie Europäer flüchten nach Hankau. H a n k a u, 1. Aug. (WTB. Funkspruch. Reuter.) Die Einnahme von Tschangtscha durch die Kommunisten am vorigen Sonntag tarn völlig überraschend, da erst am Samstagmittag bekannt wurde, daß eine starke Kolonne Kommunisten in Anmarsch sei. Die Regierungstruppen sollen den Kommunisten Vorräte an Gewehren und Munition ausgeliefert haben. Die auf den Schiffen in Sicherheit gebrachten Ausländer beobachteten am Montagabend zahlreiche Brände, die sich während der Nacht und während des Dienstags immer mehr ausbreiteten, bis d i e ganze Stadt in Flammen stand. Es wird gemeldet, daß das kommunistische Hauptauar- tier in Schanghai einen allgemeinen Auf- st a n d der Kommunisten in Hupeh, Hunan und Kiangsi angeordnet habe, um morgen H a n f a u nehmen zu können. Die Eisenbahnlinie Pei- p i n g — S) a n t a u ist 30 bis 40 Kilometer nördlich von Hankau von den Kommunisten zerstört worden. In Zentralchina sollen 60 000 Kommunisten stehen, die über 45 000 Gewehre, eine Anzahl Feldgeschütze, Flugzeuge und drahtlose Stationen verfügten. In Schanghai sind, wie cs heißt, seit einiger Zeit mehrere hervorragende Sowjetagenten eingetroffen. 92 japanische Flüchtlinge aus dem Auf- ftanösgebiet sind Mittwoch früh bereits in Hankau eingetroffen. Ein weiteres amerikanisches und ein italienisches Kanonenboot sind nach Tschangtschau unterwegs. Nach den letzten in Schanghai oorliegen- den Berichten sind in Tschangtscha sämtliche öffentliche und Missionsgebäude mit alleiniger Ausnahme des Postamtes und des Missionskrankenhauses zerstört worden. Die Straßen von Tschanatscha sind mit Leichen übersät. Eine große Anzahl von führenden Chinesen ist verschleppt worden. Sie ärmere Bevölkerung flieht nach dem Norden. Die Schreckensherrschaft der Kommunisten in Tschangtscha hat hie Autorität der Nankingregierung weiter stark erschüttert. Mittelchina befindet sich gegenwärtig in einem Zustand, wie er seit 1912 nicht mehr zu verzeichnen war. Ein japanischer Bericht aus Tsingtau besagt, daß Abteilungen der mandschurischen Flotte in Tsingtau an Land gesetzt wurden zum Schutze gegen etwaige Zerstörungen durch zurückflutende Teile der Regierungstruppen. Der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte auf dem yangtfe ift von Tokio angewiesen worden, alle ihm notwendig erscheinenden Maßnahmen zum Schutze japanischen Lebens und Eigentums zu ergreifen. Das britische Kanonenboot „Aphis" ist in Hankau mit 49 Flüchtlingen eingetroffen, und zwar mit fünf Kindern, 17 Frauen und 26 Männern. Davon sind 14 Deutsche, 12 Engländer, 9 Franzosen, 6 Amerikaner, 6 Italiener und 2 Norweger, lieber Hankau ift das Kriegsrecht verhängt worden. Sechs Kommunisten wurden in Wutfchang verhaftet und hingerichtet. Die Japaner haben zur Vorsicht ihre Konzession mit Stacheldraht umgeben. 200 Ausländer, die sich gegenwärtig in der Sommerstation Kuling im südlichen Kiukiang befinden, werden unverzüglich abtransportiert werden. gerichtet ist. fremde Flieger herunterzuholen, wenn es nötig ist. bleibt uns eben nichts anderes übrig, als immer wieder den Verhandlungsweg zu beschreiten und in Warschau Proteste einzulegen. Wir werden jetzt noch einmal abwarten und festzustellen versuchen, ob auf polnischer Seite wirklich der ehrliche Wille vorhanden ist, unsere Grenzen zu respektieren. Tauchen auch weiterhin polnische Militärflieger diesseits der Grenze auf. dann geht daraus eben einwandfrei hervor, dah die Warschauer Regierung nichts getan hat, um ihre Versprechungen zu erfüllen. Wir werden uns in diesem Fall an den Völkerbund wenden und verlangen müssen, daß Genf sich der ganzen Angelegenheit annimmt und Polen zur Ordnung ruft. Luftangriff auf Lyon. Paris, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) In Lyon hat vor einigen Tagen ein Manöver ftattgefun» den mit dem Ziel, die Angriffsmöglichkeit du r ch F l u g z e u ge auf eine Stadt und die A b - wehrmaßnahmen zu studieren. In einer unter Leitung des Generals Serigny ftattgefunbenen Besprechung wurde als Ergebnis des Manövers fest- gestellt, daß die Flug^eugadwehr in ihrer gegenwärtigen Form nicht ausreicht, um eine Stadt wirklich gegen einen Flugzeugmassenangriff zu schützen, daß man im Ernstfälle den größten Teil der Bevölkerung zumVerlassen derHäuser veranlassen müsse, da es unmöglich sei, sie mit Gasmasken und Gasschutzkleidung zu versehen, die die Personen tragen müßten, die in der angegriffenen Stadt verbleiben würden. Aus aller Welt. Das Luftschiff R 100 hat den Ozean überquert. Montreal, 1.Aug. (MTV. Funkspruch.) Das Luftschiff R. 100 ist um 7.30 Ahr früh MLZ. über dem Flugplatz St. Hubert eingetroffen. — Wie das Luftfahrtministerium mitteilt, hat das Luftschiff eine Beschädigung der hülle einer der Steuerflächen erlitten. Gestern abend um 10 Ahr MEZ. meldete das Luftschiff, dah der Schaden provisorisch ausgebessert worden sei, und dah seine Geschwindigkeit, die zeitweilig auf weniger als 20 Kilometer in der Stunde herabgesetzt worden war, jetzt wieder 37 Kilometer betrage. Das Luftschiff war zu dieser Zeit noch un- gefähr 220 Kilometer von Montreal entfernt Clne weitere Meldung besagt, dah R. 100 die Stadt Quebeck passiert hat * Es schien ursprünglich so, als ob es sich bei dem englischen Luftschiff R. 100 um eine Fehlkonstruktion handelt. Verschiedene Versuchsfahrten verliefen unbefriedigend. Der Grund hierfür ist aber wohl in den gering en Erfahrungen der englischen Luftschiffer zu suchen, die noch niemals Großluftschiffe geführt haben. Jetzt hat nun also auch R. 100 eine Ozeanüberquerung hinter sich, die sehr gut verlaufen ist. Wir haben es hier genau so wie bei den Ozeanflügen des „Graf Zeppelin" mit einer anzuerkennenden technischen und fliegerischen Leistung zu tun. Für Deutschland ist der Flug von R. 100 aber noch insofern bedeutungsvoll, weil das Luftschiff selbst eine Nachbildung des Zeppelin darstellt und weil bei feinem Bau deutsche Erfahrungen berücksichtigt wurden. Außerdem hat während und nach dem Bau ein ständiger Gedankenaustausch zwischen englischen und deutschen Luftschiffern stattgefunden. Auch die Vorbereitung des Ozeanflugs ist in engster Zusammenarbeit mit Friedrichshafen erfolgt. Deswegen besteht auch für Deutschland aller Anlaß, die Engländer zu dem glücklichen Flug von R. 100 zu be- glückwünschen. Macdonald besucht Oberammergau. Der englische Premierminister Macdonald wird Freitagfrüh in München mit seinen beiden Töchtern eintreffen. Bei dem vom Ministerpräsidenten Dr. H e l d zu Ehren des Gastes gegebenen Essen am Freitagabend werden mehrere Staatsminister, der Reichsgesandte von Haniel, Landtagspräsident Stang, der englische Generalkonsul in München Gaisford und andere prominente Persönlichkeiten anwesend sein. Macdonald wird am Sonntag die Oberammergauer Passionsspiele besuchen und am Montag Wieden: über München zurückkehren. Die Bayreuther Festspiele. Der erste Ring-Zyklus nahm am Donnerstag mit einer von dem Münchener Staatstheater- kapellmeister Elmendorf dirigierten und von Siegfried Wagner inszenierten Götterdämmerung- aufführung feinen Abschluß. Im Mittelpunkt stand die Brünhilde Nanni Larsen - Todsens. Der zweite Akt wurde durch die Künstlerin zu einem selbst in Bayreuth selten erlebten Gipfelpunkt mufikdramatischer Bühnenkunst. Den Siegfried hatte an Stelle Melchiors Gunnar G r a a r u d übernommen. Die ausverkaufte Vorstellung schloß in großartiger Weise den ersten Teil der diesjährigen Festspiele ab, die erneut Bayreuths Bedeutung dar- legten. Weitere Ergebnisse des Deutschen Bundesschießens. Am Donnerstag wurde die Deutsche Dundes- meisterschaft auf dem 19. Deutschen Dundesschießen wieder zweimal errungen. Eduard Dietrich aus Starnberg in Bayern schoß 936 Punkte und bleibt damit um nur einen Punkt knapp hinter der bisherigen Höchstleistung von Hammerer aus Egg in Oesterreich zurück. Außerdem wurde M. M o r i h (Chemnitz) Bundesmeister mit 908 Ringen. Der erste Sieger im Deteranenschießen ist der 61jährige Emil Wolf an aus Oelmütz mit 301 Ringen bei 20 Schuß. Ihm folgen Stehr (München) mit 291, Hirth (Heidelberg), Müller (Wesermünde), Wagenhuber (Bamberg), die letzten drei mit je 283 Ringen. Die besten Veteranenschützen im Tiefschuß sind T h o m a aus Lindau. Steffen aus Frankenstein in Schlesien und D r e h l e r aus Berlin-Weißensee. Bei einer Beteiligung von 150 Veteranen konnten 58 silberne Decher verteilt werden. Außerdem wurden im Laufe des Tages 60 goldene, 84 silberne und 77 grüne Kränze errungen. Auffindung eines neuen Koblenzer Opfers. In Oberwinter wurde der feit dem Tage des Koblenzer Einsturzunglücks vermißte 22 Jahre alte Zahntechniker Richard Krämer aus Reu- wied als Leiche geländet. Krämer war zur Zeit des Hnglücks auf der Brücke und muh, obgleich er ein guter Schwimmer war, von dem Menschenknäuel ins Wasser gezogen und ertrunken sein. Seine Leiche wurde dann in den Rhein abgetrieben. Damit erhöht sich die Zahl der Opfer der Koblenzer Drückenkatastrophe auf 38. 3m Dschungel umgekommen. Rach einer Meldung aus Rangoon (Dirma, Hmterindien) ist die Leiche des England - u st ralienfliegers Hook, der^Fiit seinen Gefährten seit dem 3. Juli vermißt wurde, durch eine Expedition im Dschungel auf- gefunden worden. Der andere Flieger hatte bekanntlich seinen erschöpften Gefährten im Stich lassen müssen, um Hilfe anzufordern. Die Leiche Hooks ist von Raubtieren arg zugerichtet worden. Feuerkampf mit Kaffeeschmugglern. Donnerstagnacht versuchte ein Schmuggler aus Aachen 23 Ztr. Kaffee auf einem Lastkraftwagen von Holland über die Grenze zu schmuggeln. Als ein Beamter den Wagen anhalten wollte, gab der Führer Vollgas und feuerte in voller Fahrt direkt auf den Beamten los, wodurch er diesen und einen des Weges kommenden Bergarbeiter in Lebensgefahr brachte. Der Beamte gab nunmehr Feuer, wodurch auch feine Kollegen auf der Landstraße alarmiert wurden. Der Wagen fuhr trotzdem in voller Fahrt weiter. Erft als der Wagenführer durch einen tödlichen Schuß getroffen wurde, stürzte der Wagen an der Böschung des Weges um. Der Beifahrer blieb unverletzt. Er wurde festgenommen und die Wagenladung von 23 Zentnern Kaffee beschlag- nahmt. IahresverfanMung der katholischen Studentenverbindungen. In Koblenz nahmen die Beratungen der 60. Kartelloerbandsversammlung (Kartellverband Katholischer Deutscher Studentenverbindungen) ihren Anfang. Vorher fand in der Jesuiten-Kirche eine Messe statt. Vorortsvertreter, Referendar Köhler, von der Vorortsverbindung „Bavaria" Bonn, begrüßte die Vertreter sämtlicher 121 Verbindungen des CV. aus dem Deutschen Reiche, insbesondere aber die aus Danzig, Oesterreich, dem Sudetenlande, Rumänien und der Schweiz. Neu aufgenommen wurde in den Verband eine Innsbrucker und eine neu gegründete Münchener Verbindung. Die Einführung eigener Schulungswochen wurde beschlaf- fen. Im Laufe der Tagung gingen Glückwunsch- tclegramme u. a. ein von Nuntius Orsenigo, dem Reichskanzler Dr. Brüning, dem Reichskanzler a. D. Dr. Marr dem Bundeskanzler a. D. Dr. Seipel. An den Reichspräsidenten wurde ein Be- grüßungstelegramm gesandt. Oie Wetterlage. Ni ’Loi una~ 7AL Stot" — TZy Gerntor. ^0 ^2 Mr* ——im © wotxenlos; © neue», anro oeaetn » wonag. • ctdeott • Regen * Schnee a Graupein e Neoei K Gewitter.@wmdHiue.-O' seh# leichter Ost y massiger Südsüdwest Q Stürmischer «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem wmdt Oie oeioen Stationen dienenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gieicnce eu< neercsniifeau umgerechnetea Lultdrucfc Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich jetzt ganz nach dem Festlande verlagert und liegt mit seinem Kern über dem Rheingebiet, so daß auch unser Bezirk noch mit in seinen Bereich kommt. Der Hoch., druckeinsluß hat sich bei uns bereits durchgesetzt und vollkommen heiteres Wetter verursacht. Da- mit tritt tagsüber ziemlich starke Erwärmung ein. Jedoch wird die Schönwetterlage nicht von allzu langer Dauer sein, zumal vom Ozean her ziemlich schnell ein Fallgebiet heranrückt. Es führt an keiner Vorderseite ein Regengebiet mit sich, das sich heute morgen bereits über Irland bis nach England hin ausgebveitet hat. Mit dem weiteren Vordringen der Störung baut sich der hohe Druck wieder ab und Hebergang zu erneut schlechterem Wetter steht in Aussicht. Aussichten für Samstag: Zunächst meist heiter und kräftige Erwärmung, dann wieder aufkommende Bewölkung mit erneut einsetzender Riederschlagstätigkeit. Aussichten für Sonntag: Wechselndes Wetter und regnerisch. Reisewellerdienst. Garmisch-Partenkirchen: 10 Grad, kühle Rächt, Südwestwind, heiter bis halb bedeckt. Westerland auf Sylt: 15 Grad, Rorb- dnnd, halb bis ganz bedeckt. Trakl (t 1914). Franz QBcrfel, her bcbeutenbfte Lyriker. Drama: 1. Lyrisch-patbettsche« Drama. MchSbeihilfe zum Gießener Viehhosbau Dritter Gießener Ferienkurs Gegen Kopfschuppen und Haarausfall 4007 V verwenden Sie nicht dieses oder jenes, sondern vertan• gen Sie ein Mittel, das wis- senschaftlich erprobt ist und seit 50 Jahren unvergleichliche Erfolge zu verzeichnen hat: hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 Mk. ausgeletzt. *• Straßensperrungen. Wie da- Polizeiamt mitteilt, ist die Schanzenstrah« wegen Kanalanschluharbeiten auf etwa 10 Tage für jeglichen Fuhrwcrlsverkehr gesperrt. — Ferner wird die an dem Grundstück der Firma Hermann Hetz entlangführende Zufahrtstraste zu den Lagerplätzen an der Margaretenhütte wegen St raßen- erneuerungSarbcitcn von heute ab auf 14 Tage gesperrt. wird dergestalt, daß die Stadt selbst für das Kapital von 350 000 Mark nur 3 v. h. Zinsen zu tragen haben wird, während der übrige Teil des Zin- fendienstes für das Kapital von 350 000 Mark aus der zinsoerbilligenden Reichshilfe Deckung findet. Bei den Diehhof-Bauarbeiten sollen in erster Linie Wohlfahrtserwerbslose. soweit solche vorhanden sind, verwendet werden. Mie wir hören, soll mit den Bauarbeiten in Kürze begonnen werden. Orlg'inalfluche RM 2.40 Doppelfluche RM 4.20 Auf das Ersuchen der Stadtverwaltung an die hessische Regierung wegen Gewährung von zlnr- verbilligenden Mitteln aus der Reichshilfe zur Arbeitsbeschaffung zum Bau des Gießener Viehhofes mit Zufahrtftrahe. Gleis- und Rompenanlage ist gestern von der Regierung bei unserer Stadtverwaltung die Mitteilung eingegangen, dah für diesen Zweck für ein Kapital von 350000 Mark der zlnsverbilllgende Zuschuh gewährt ger vollenden. Den Staat geht der einzelne nur als moralisches Wesen an; das Unbestimmbare, das beim einzelnen als „Ich" hinzukommt, ist Nährboden zugleich und Widerpart der sittlichen Bildung; von da aus wird auch die Willensäußerung der Ganzheit immer wieder zugleich verdunkelt und der Anlaß zur Willensbildung neu gegeben. Der Gemeinwille stellt sich unvermerkt und beinahe unbeachtet ein, er waltet im Fortschreiten sowohl, wie in den Hemmnissen der politischen Bewegung. Der einzelne als moralisches Wesen und der Staat bedingen einander. Daraus erfolgt die Aufsicht des Staates über die Wirtschaft: er darf nicht dulden, daß der Mensch in eine Rechnung der Sachen mit einbezogen werde. Die Bereinigungen, Verbände und Bunde dürfen di« unmittelbare Beziehung des einzelnen zum Staate nicht verbauen. Wer das Selbst ohne Selbstsucht in sich erarbeitet, dem mag sich auch die Erscheinung des demokratischen Staates befestigen und klaren. Pros.Dr.Victor (Giehen) sprach über das Thema: Der deutsche Expressionismus. Seine Darlegungen sind wie folgt zusammenzufassen: Die seelischen und geistigen Grundlagen. Eine Bewegung der deutschen Kriegsgeneration, der zwischen 1880 und 1895 Geborenen. Stimmung des Aufbruchs und Zusammenbruchs. Bruch mit der Tradition und der Vätergeneration. Neues religiöses Fühlen, neues Ethos der Gemeinschaft und der sozialen Verpflichtung. Ueberwindung der entarteten, mechanisierten Gegenwart (Zivilisation) durch ein neue- Schöpfertum: der Seele, des Geistes, der Liebe. Revolte der Innern, schöpferischen Machte gegen den Determinismus des materialistischen Zeitalters. Verwandte Philosophie: Bergson, die Phaeno- menologie (vor allem Max Scheler). Verhältnis zu Nietzsche. Zwei Hauptrichtungen: 1. Gefühlsdichtung, Ausdrucksdichtung. 2. Aktivistische Literatur, Ten- denzliteratur. Wendung zum Politischen. Der Zusammenbruch von 1918. Zusammenhänge mit der Literatur von heute. Der expressionistische Stil. Heber« realistisches Zstrrmideal. Meine Illusion dinglicher Wirklichkeit mehr, sondern Ausdruck des Innern Lebens mit souverän verändertem Material der Wirklichkeit. Man will nicht Welt darstellen, sondern Ich ausdrücken. Oder nicht das Sein der Dinge nachbilden, sondern ihr visionär erschautes Wesen mitteilen. Daher ist jede Abweichung von der Wirklichkeit erlaubt, wenn sie dem Ausdruck des Gefühls oder der Mitteilung des Wesens der Dinge dient. Der gestaltende Künstler gibt den Dingen, indem er sie darstellt, erst einen Sinn, Radikale Entnaturalisierung der natürlichen Er- scheinungsformen. Pathetischer, gefühlsgeschwellter Stil. Nicht sinnliche Treue, sondern Gefühls- Wahrheit und Echtheit der Gesinnung als Maßstab der Dichtung. Die Form wird gesprengt. Drama der lockeren Bilderfolge, hymnische oder visionäre Lyrik. Zwei Sprachstile: sachlicher Geiststil und pathetischer, stammelnder Gefühlsstil. Verwandtschaft mit dem Barockstil. Vorbilder. Expressionistische Dichter. Früh- expresnonisten (Lyriker): Theodor Däubler, Georg besonderen Genuß. Biele Menschen fühlen sich im Sommer am wohlsten. Das hangt vielleicht nicht nur mit der schönen Jahreszeit zusammen, mit der sonne und dem Sport, sondern auch mit der gesunden Speisekarte, die sich jedes Jahr von neuem darbietet. Gictzencr Woch Marktpreise SS kosteten auf dem gestrigen Wvchenmarkt: Butter 160 biS 180, Matte 30 bis 35. Wirsing 10 biS 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bild, gelbe Rüben und rote Rüben 8 biS 10. Spinat 25 bis 30. Römischkohl 8 bi- 10. grüne Dohnen 20 bi- 25, gelbe Dohnen 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 10 bis 12, Erbsen 20 biS 25, Tomaten 30 bl« 40, Zwiebeln 10 bis 15. Pilze 30 bi« 35, Kartoffeln 6 bi» 7, Frühäpfel 20 bi« 25. Falläpfel 5 bis 6. Birnen 20 bi« 33. Dörr- obst 30 biS 35, Sauerkirschen 40 bis 45. Heidelbeeren 30 bl« 35, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 20 bi« 25, Himbeeren 40 bi« 45, Brombeeren 45 bi« 50, Aprikosen 50 bi« 55, Pfirsiche 60 bl« 80, Pflaumen 30 bis 35, Mirabellen 40 biS 45, Reineclauden 50 bis 60, Nüsse 60 bi« 70, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bi« 130, Suppenhühner 100 bis 120 Ps. das Psd.; Käs« (10 Stück) 60 bl« 140 Pf.; Tauben 70 bis 80, Eier 11 bl« 12, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 biS 20. Salatgurken 15 bis 40, Sinmachgurken 2 bi« 5, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 8 bi« 10, Rettich 10 bis 15 Pf. daS Stück; Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; Kartoffeln (neue) 5,50 bis 6 Mark der Zentner. Äornotizen. — Tageskalender für Freitag. Siebener Ferienkurse: Dortrag von Geheimrat Walze! (Bonn): „Der deutsche Roman der Gegenwart", 17 bis 19 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Fundvogel" und „Sei gegrüßt du mein schönes Sorrent!" — Attoria- Lichtspiele: „Menschen-Arfenal" und „Eins und eins - Drei". ** Falsche Reicbsbanknoten. Falscbe Reichsbanknoten über 20 Reichsmark der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 werden in neuester Zeit in Frankfurt und in der Umgegend in den Verkehr gebracht. Sie sind an dem groben verwischten weiblichen Gesamtbildnis zu erkennen. Gleichfalls find falsche Reichsbanknoten über 10 Reichsmark der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 im Verkehr. Das Papier ist schmutzig-weiß, in der Stärke ähnlich dem Dortragsabend von Professor G. Freylag. Am Montag fand im Rahmen der Gießener Ferienkurse ein Vortragsabend statt, bei dem der Münchener Dortragskünstler Professor G. F r e y t a g au-gewählt« Stücke moderner deutscher Lyrik rezitierte. Beginnend mit Gedichten aus dem Stepan-George-Kreis. deren seierlich« Pathetik und Anklage gegen die entgöttlichte Zeit eine wundervoll eindringliche, machtvoll strömende Wiedergabe fand, führte der Künstler, der die Subjektivität seiner Auswahl ausdrücklich betonte, bi« zu Gedichten jüngster deutscher Lyriker. Hervorgehoben seien besonders seine Wiedergabe ernster Morgensterngedichte, ferner das in seiner Tiefe an Mörikes Nachtlied gemahnende Brunnengedicht von Hans Carossa, einige schlichte, im Dolksliedton ergreifende Gedichte aus der Kriegslhrik, wobei die Schalkhaftigkeit eines Frühlingsliedes von Walter Flex von besonderem Reiz war, höchst eindrucksvoll auch die Rezitation des .Todspi«ler" von B. von Münchhausen, dessen melodramatische Eigenart Indessen sich von der nein lyrischen Sphäre des Abends am deutlichsten abhob. Aus dem Kreis expressiv- nisttscher Dichter waren ,Amsterdam" und »Der Kaiser von China" von stärkster Wirkung. Auch die jüngste Gegenwart in ihrer Naturnähe, Erdverbundenheit und gläubigen Gottsuche fand eine eindrucksvolle Darstellung. Ms Gesamteindruck überzeugte des Künstlers hohe Dermittlungskrast besonders darin, dah es ihr gelang, ohne Anwendung unnötiger mimischer Unterstreichungen allein aus dem dichterischen Wort heraus Eigenart und Absicht der gesprochenen Gedichte zur stärksten Wirkung zu entfalten. Im weiteren Verlaufe des Dritten Giehener Ferienkurses sprach Professor Dr. Robert Fritzsche (Gießen) über das Thema: Der einzelne und sein Dolk tm neuen Staat. Gr sagt« u. a.: Die Schwierigkeit unserer Lage seit der durch den AuLgang des Krieges verursachten Annahme einer neuen Staatsform offenbart sich vor allem darin, dah der einzelne weder die Ganzheit klar und einhellig sieht, noch in sich selbst eine Einheit verspürt. Die Ganzheit ist etwas anderes, als die Summe der Einzelwesen. Staat und einzelner treten als zwei Unendlich- keiten zu einander ins Verhältnis. Bevor wir aber den Staat betrachten, müssen wir zunächst vom Volke reden. „Volk" ist so wenig ein faßbarer Begriff wie das Ich, es ist vielmehr eine tragende Empfindung und eine fordernde Vorstellung. Auch im Volksstaat decken sich Staat und Dolk niemals. Deshalb bedarf es wiederkehrender Wahlen und des beweglichen Elementes der öffentlichen Meinung. — Das Rechtsempfinden des Volkes gibt kein Gesetz, mahnt aber, die gültigen Gesetze stetig nachzuprüfen und fortzubilden und streng, doch nicht starr anzuwenden. Das Volkstum überflutet di« Grenzen des Staates. Die Verbindung mit den Volksgenossen im Auslande darf nicht allein auf äleoerliefe- rung beruhen. Nur wenn wir als Volkstum menschheitlich zunehmen, können die deutschen Minderheiten erhalten bleiben. Die moderne Gesellschaft unterscheidet sich von aller antiken durch die Ablehnung der Sklaverei und durch das Zusammenfällen des Menschenrechts mit dem Bürgerrecht. In der Demotratte soll sich die Erhebung des Menschen zum Bür- Aus der provinzialbauptstadt Gießen, den 1. August 1930. Oie gesunde Speisekarte des Gommers Don Dr. meb W. i- chweisheimer In der jetzigen Sommerzeit lassen sich zahlreiche Gerichte In rohem, ungekochtem Zustand genießen. Dies« Rohkost wird auch von wissenschaftlicher Seite immer mehr alS daS erkannt, wa« die Volksmedizin schon lange behauptete: als unentbehrlich für die Gesundheit. ES ist der Hauptvorteil der sommerliq^n Speisekarte, daß sie uns eine Reihe wohlschmeckender Gemüse. Salate und Obstarten in rohem Zustand zur Verfügung stellt. In ungekochten Nahrungsmitteln sind lebenswichtige Stosse enthalten, die in der Hitze beim Kochen und Braten ihre Wirkung verlieren, oder an Wirkung sehr herabaemlndert werden. Sin Teil der Vitamine wird durch daS Kochen zerstört. Rohkostbestandteile in der Nahruna sind vor allem geeignet, eine gewohnheitsmäßige Darmträgheit günstig zu beeinflussen. Die heilsame Einwirkung solcher Smährun^sart bei Gicht hängt wohl mit dem Basenreichtum der Rohkost zusammen, der einer übermäßigen Hamsäurebilduna vvr- beugt. Aehnliche Gesichtspunkte kommen bei der Zuckerkrankheit in Betracht Die Nieren werden durch ihren geringen Gehalt an Eiweiß in erwünschter Weise entlastet. Mit der verhältnismäßigen Elweiharmut der Rohkost wird eS auch Zusammenhängen, daß ein übermäßig hoher Blut- orutf unter ihrem Einfluß oft erheblich vermindert wird. Aus der Speisekarte der warmen Jahreszeit stehen von rohen Nahrungsmitteln vor allem alle Obstarten der betreffenden Monate. Von einem Teil der Rohkostanhänger werden auch gedünstete, grüne Gemüse. Obstkuchen usw. anerkannt, während die strengen Rohköstler Gemüse nur gerieben oder sein gehackt essen, unter Zusatz von Zwiebeln, Oel, Zitronensaft, auch Rahm. Auch der Salat wird nur mit Oel und Zitronensaft angemacht, nicht mit Essig, der al« zu scharfes Gewürz gilt. Weiter werden zur Würzung der rohen Gemüsekost verwandt Schnitt- lau, Dill, Fenchel, Bohnenkraut. Kerbel, Petersilie, Kresse. Tomaten, Nüsse, zu den Salaten kommen al« Geschmackswürzen hinzu Rettich und Meerretttch. Knoblauch, Kapern, Oliven, Salz- gurten, Nelken. Der Geschmack und Dust auch der gekochten jungen Gemüse ist anders, als wenn sie älter geworden sind. Es soll nicht au« diesem Grunde behauptet werden, daß die jungen Gemüse gesünder sind, aber anders sind sie zweifellos, als die älteren Gemüse, und drum müssen sie auch ander« aus den Körper einwirken. Es gibt viele Menschen, die sich im allgemeinen au« Gemüse wenig machen, die aber mit einer wahren Leidenschaft da« Kommen der jungen Gemüse der verschiedensten Sorten erwarten. Dahinter steckt nicht nur Leckerei, sondern vermutlich steckt in den jungen Gemüsen ein Bestandteil, der dem Körper besonders zuträglich und angemessen ist. Beim Umsatz der Mineralstoffe im Körper werden Säuren und Basen erzeugt. Beide Gruppen dienen zum Aufbau des Eiweiß. Bei der Verdauung bilden sich stets saure Salze. Nach der Dasenlehre sind sie im liebermafo schädlich; genügende Mengen von unorganischen Basen neutralisieren sie und nehmen ihnen die Gefährlichkeit. So kommt die Dasenlehre zu der Forderung, es müsse ein genügender Ueberschuß von unorganischen Dasen in der Nahrung enthalten fein. Tierisches Eiweiß, Fleisch, Eier, Drot, Mehl ergeben einen Ueberschuß an Säure, Kartoffeln, Milch, Gemüse und Obst einen Ueberschuß an Basen. Reichlich« Pflanzenkost läßt hinreichend Dasenbestandtelle in den Körper gelangen. Dor allem die Blattgemüse, wie Spinat, bringen hier den notwendigen Ausgleich. D b ft ist eine Art von Rohkost, die sich besonders leicht durchsetzt. Das frisch gepflückte Obst von Sommer und Herbst enthält am meisten von den angenehmen Duftstoffen, allmählich verflüchtigen sie sich. Die Fruchtsäurcn (Apfel-, Zitronen-, Weinsäure usw.) erfrischen, wirken desinfizierend auf die Schleimhäute der Mundhöhle und anregend auf den Darm. Vitamine und Mineralstoffe sind im Obst reichlich enthalten. Eine richtige Durchspülung des Körpers ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit. Der Körper gleicht, als Ganzes betrachtet, einem großen Kanalsystem. Mit der Nahrung und bei der Verdauung kommen giftige, nicht verwertbare Stoffe in den Körper, sie finden sich in ollen Zellen und Saften. Je bester der Flüssigkeitszustrom arbeitet, um so rascher werden alle unnötigen und giftigen Stoffe aus dem Blut (hauptsächlich in Form von Harn durch die Nieren) entfernt, um so jünger und leistungsfähiger fühlt sich der Körper. Obst besteht größtenteils aus Master; die mit ihm eingeführte Flüssigkeitsmenge dient ganz ebenso wie reines Wasser zur Durchspülung und Durchschwemmung des Gewebes. Bei Krankheiten, bei denen eine solche Durchspülung besonders nötig ist, also bei bestimmten Nierenkrankheiten, Gicht. Arteriosklerose, bildet Obst- gennß einen Teil der ärztlichen Vorschriften. Der treffliche Geschmack und Geruch der frischen Früchte im Sommer veranlaßt dazu, mehr Obst zu genießen, und so werden auch die alten Schlacken der Wintermonate bei dem kräftigen Flüssigkeitswechsel mit aus dem Körper gespült. Im gleichen Sinn wirkt der dar m anregende Einfluß des Obstgenusses. Der Darm ist das große Abfuhrsystem für die festen Rückstände des Stoffwechsels. Bleiben solche Reste zu lange im Darm liegen, so wirken sie als Vergiftungsherde. Die Giftstoffe bringen durch die Darmwand ins Blut und kommen mit ihm zu allen Organen. So werden sie Ursache von Kopssivmerzen, Arbeitsunlust, Herz- beschwerden, Schlaflosigkeit. Alles, was den Darm rasch von den giftigen Reststoffen befreit, wirkt daher entlastend und verjüngend. Obst, roh und gekocht, regt durch seinen Fasergehalt den Darm an und beschleunigt die notwendige Abft.hr. Die Sitte der angelsächsischen Länder, morgens nüchtern als erstes Obst zu genießen, verdient auch bei uns Nachahmung, besonders bei Personen mit trägem Darm. An eine solche Sitte kann man sich im Sommer mit seiner Uebcrfüflc von verlockenden Fruchten am leichtesten gewöhnen. Ein Extrem in der Ernährung ist nie gut. weder reine Fleischnahrung, noch ausschließlich Rohkost Eine abwechslungsreiche Gemischt kost ist dem Körper am zuträglichsten. Mit Fleisch, Milchspeisen, Eiern wird man das Eiweißbedürfnis des Körpers befriedigen, mit Gemüsen (gekochten und ungekoch ten), Salaten und Früchten den Bedarf an Mineral- salzen decken. Im Sommer wird man freilich den Teil der Speisekarte bevorzugen, auf dem Gemüse, Salate und Früchte stehen; denn sie bieten neben der gesundheitlichen Wirkung in dieser Zeit auch ganz “ Rundflüge über Gießen mit einem Kabinenflugzeug der Fokker-Wolf Werke finden am Samstag und Sonntag vom hiesigen Flughafen aus statt. Veranstalter ist die Mittelrheinische Luftfahrt G. m. b. S) in Wiesbaden, der das Gießener Flughafengelände für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde. Man beachte die heutige Anzeige. •• Die Heimatvereinigung Schiffen- berg hielt gestern abend unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Forstrat Nicolaus, im Gasthaus „Hindenburg" eine Ausschußsitzung ab, in deren Mit- telpuntt die Rechnungsablage über die Schiffenberg- Jubiläumsfeier stand. Der Vorsitzende des Finanz- ausschuffes für dieses Fest konnte in eingehender zahlenmäßiger Darlegung einen erfreulichen Abschluß der Festrechnung mitteilen. Dank der mit Beifall anerkannten Opferfreudigkeit zahlreicher Mitbürger in Stadt und Land und dank des guten Wetters mit dem entsprechend starken Besuch des Fettes war es möglich, die Rechnung mit einem Ueberschuß abzuschließen. Im Hinblick auf dieses günstige Ergebnis beschloß der Ausschuß einstimmig, den betrag von 100 RM. zum Besten der bei dem Grubenunglück in Neurode (Oberschlesien) Hinterbliebenen zu stiften, um dadurch an seinem Teil beizutragen zur Linderung der Not. die dort unter den Witwen und Waisen der in ihrem schweren Berufe verunglückten Bergleute einaezogen ist. Allgemein wurde in der Sitzung mit Anerkennung hervorgehoben, daß diese Iubiläums-Heirnatfeier in allen Teilen gut verlaufen ist und dadurch zu einem Markstein in unserer Hei- matgeschichte wurde. Allen Mithelfern und Förderern bei diesem Fest wurde herzlich gedankt. Im übrigen besprach man noch verschiedene Vorschläge und Gedanken, die für die weitere Tätigkeit der Heimatvereinigung Schiffenberg zum Besten unseres Schift fenberges künftig als Aufgabengebiet beoorstehen. Reinhard Sorge (t 1916), Walter Hasenclever. Paul Kornfeld. Fritz von Unruh. 2. Satirisch- sachlicheS Drama. Earl Sternheim, Georg Kaiser. Pros. Dr. Stein büche l (Gießen) sprach über daS Thema: Strömungen im deutschen Kathvllzi-mu- der Gegenwart. Der Vortragende führte in seinen Grundgedanken aus: Der heutige deutsche Katholizi-mu« ist vor allem gekennzeichnet durch eine erneute und vertiefte WesenSersassung, die sich in seiner gegenwärtigen Theologie zeigt und die gleichzeitig, den geschichtlich gewordenen Verhältnissen entsprechend. einer ernsten, würdigen und sachlichen Auseinandersetzung mit den Strömungen im heutigen deutschen Protestantismus zugute kommt. 'Ser Katholizismus siebt sich, seinem Kirchenbegriff gemäß, als Siicheit in Mannigfaltigkeit, al« UniversaliSmuS, in dem da« Individuell-Besondere der Persönlichkeiten, der DolkScharaktere und Geisteshaltungen Raum und Leben findet. In Gegensätzen und Ergänzungen erweist sich erst da« Leben. Diese« Leben offenbart sich heute vorab in der liturgischen Bewegung mit ihrer Vertiefung der am altchristlichen Gut und an der urchristlichen GemeinschafISidee orientierlen Frömmigkeit; in der Jugendbewegung mit ihrer ausgeprägten persönlichen Verantwortlichkeit für die konkrete Zeitsituation und ihrer von der liturgischen Dewegung stark beindruckten religiösen Haltung; in der erneuten Stellungnahme au den sozialen Problemen, die aus gröfterer religiöser Tiefe gesehen werden wollen; in den religionsphilosopischen und theologischen Strömungen, die erneut um die WesenSbesttmmung katholischen Seins heute ringen. Bei alledem herrscht im heutigen Katholizismus das Bewußtsein vor, daß Katholizität ein Ideal und damit eine stete Aufgabe ist. die. nie vollendet, unermüdliche Bereitschaft für daS Reich Gottes ist, das nicht aus Menschenkraft, sondern auS Gotte- Höhe kommt, so dah Erwartung und Aktivität, Gnade und verantwortliche Tat den katholischen Menschtyp bezeichnet. Der Frankfurter Schriftsteller und Theater- krittker Werner Deubel sprach über das Thema: „Da« moderne Theater". Der Vortragende sagte u. a.: Der Weltkrieg offenbarte das Wesen der Zivilisation als ..entfesselte Mordsucht" (Klages). Aus neuem Schicksalserleben (daß es Mächtigeres gebe als dawollende und erkennende Ich) brach der Expressionismus. die Revolte der Seele gegen das in- tellektualistische Fortschrittsweltbild der Väter. Soweit sie das Theater ergriff, wurde sie schöpferisch zumal in der Regie, die gegen die „Sach- wertpsychose", die Seelenpräparate, die „Kennerund Kammerkunst" des Naturalismus wieder den dichterischen Rhythmus, den feierlich ausdrucksvollen Raum, die Sprachmelodie, den tänzerisch bewegten Spieler zur Geltung brachte. Ihre Klassikerausführungen (sie entdeckte gleichsam neu Kleist. Hölderlin, Ealderon, Eichendorfs) waren Höchstleistungen. — Aber sie scheiterte am Literatentum der expressionistischen Dichter, das statt der Seele nur gewollte, gemachte Seele (Hysterie) zu bieten hatte und Pathos mit Pathologie (Strindberg), Leidenschaft mit bizarrem Lärm (Unruh), Ekstase mit Exzeß (Bronnen) verwechselte. Aus der Revolte der Seele gegen die Fortschritts-Mechanisierung und -Intellektualisierung wurden eine Revolte deS selbstherrlichen Ichs gegen die gewachsenen Formen der kreatürlichen Welt und es entstand, nicht wie man meinte aus zu viel, sondern aus zu wenig Seele die „Anarchie" — und nicht nur — im Drama! Die Folgen für die Regie waren verwüstend. Die russische Invasion der Tairoff und Meyerhold setzte ein, die Verhöhnung und Entwürdigung des dichterischen Wortes zum bloßen Vorwand für ein akrobatisch-maschinelles „entfesseltes" Theater. Nach dem Verebben des expressionistischen Schwindels folgte eine kurz« Epoche wahllosen! Stoffhungers (Zuckmaycr, Wallace) und endlich ein neuer Schlagwort-Spuk: Sachlichkeit. Zeittheater, Politisches Theater, der Rückschlag der unbeseelten Maschinen- und Fortschrittswelt, da« unglaubwürdig« Zurücksinken in den Naturalismus in seiner minderwertigsten (tendenziösen) Gestalt. Die Zeittheaterideologie stellt sich um eine neue Wesensdeutung des Theater- bemüht, erstrebt aber nichts andres als die (politische) Aktivierung des Publikums. Eindeutig ist da- Ziel, das Theater in den Dienst der politischen Propaganda zu stellen. Berlin hat in der PiS- kator-Dühn« ein nahezu offiziell bolschewisttsche- Theater. Damit sind alle Errungenschaften der expressionistischen Regie wieder verloren; in den kleineren Städten halten sie sich noch am längsten. Die „Dachwertpshchose" des technischen Ausstat- tungsschwindels nistet sich wieder ein. Die Dichter degradieren sich zu Äonjunfturfflaben, — schlimmer: sie blenden sich durch Politik gegen echte Tragödienstoffe ab (Unruh „Bonaparte", $ re- ti atoto .Brüll« China", Wolf .Chankali"). Das deutsche Theater steht innerlich und äußerlich vor dem Ruin. Aber die deutsche Entwicklung war immer ruckartig, nicht stetig. Ja, es scheint, als brauche, wie Faust den Mejchisto, die deutsche Seele den Widergeist, um sich erst ganz zu fin- den, nachdem sie sich an ihn verraten und ver- kaust hatte. Schon seit Jahren sieht man — freilich abseits vom offiziellen Kunftbetrieb — Neues aufblühn aus der Besinnung auf daS Wesen des Dramas, das Wesen des echten Theaters. Ob eS in der giftigen Atmosphäre der abendländischen Zivilisation zur Frucht reifen kann, bleibt eine offene Frage. Verantwortlich für das Feuilleton L D.: Dr. Fr. W. Lang e. echten. Der Absatz der Folschscheine erfolgt scheinbar i Hehm (f 1912), Emst Stadler (t 1914), Georg durch reisende Verbreiter. Für die Aufdeckung der ‘s'rnn /+ 10111 ■« Falschmünzerwertstatt oder dahinführende Angaben 10 Schlafzimmer: 5378 A zu Schleuderpreisen! Kpttpn.Rar. klpkpn '!a“e® baren Schönheitsfehlern, jedoch In Form, Qualität und Aussehen ganz erstklassig! 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DaS Schlubverzetchnis d. zu berücksichtigenden Forderungen liegt aus der Geschäftsstelle deS Amtsgerichts ©leben. (weaD ©leben, 3l. Juli 1930. D. Althoff. Konkursverwalter. Samstag, 2. August, 22/, übr HlOBßtS' Di BerfumnUüno Hessischer Hof. Gesunde Füße durch Gerladis Gehwol- Präservativ-Krem. Geh- wol verhütet Wund-, Blasenlaufen. beseitigt Schweißfuß. Dose 0.5C. 0.70. 1 — •'ubaben:BIed.-DroB. Haus Hindenburg, H. Elies, Viktoria- Drogerie E. Guth, Löwen-Drogerie W. Kllblnger Nach!, ««v MlUlHMM In dem Konkurse der Firma Eikmeler & Loeb in Gießen soll die nunmehr gerichtlich genehmigte Schlubverteilung erfolgen, wozu nach Deckung aller vor- gehenden Ansprüche Mk. 3537.26 zur Ver- fllgung sind. Zu berücksichtigen find nur Gläubiger mtl Mang aus § 61,2 KO- in Höhe von Mk. 9814.28 ob. 36°/ ^Das Schlug- Verzeichnis liegt auf der Geschäftsstelle d. AmlsgertchtSGieben zur Einsicht aus und ist etwaiger Widerspruch innerhalb 14 Tagen bei Gericht vorzubringen. «sD Giebeii.3l.Juli 1930. L. Althoff, Konkursverwalter. UfttMn u. Futterkartoffcln zu verk. Schr.Ang. u. 04776 a. d. ©leb- Anz. Am Sonnlag. Z.Mgulk von Punkt 10 Uhr vormittags ab: Wigs-SiMell v.achmiltagS: Sönlgs-Prodamatioa mit Familien - Zusammenkunft aus d. Wald-Srhtenständen Anzug. Schützenrock. Konzert 6383 D PreiSichiehe». Gäste willkommen! Insgesamt |||r zirka lUUU Will. undzwar Intelligenter junger Kaufmann für sofort gesucht. Stenographie mit Maschinenschreiben Bedingung. Ausführliche schriftl. Angebote m.Referenzen u.Gehaltöanfvr.unt. 53750 a.d.Gleb. Anz. e V., 19 7 Serren-AuSflug donntag, ö. a.liugufl, nach Weilburg. Abfahrt 804 lSonntagskarle). Nachzügler »Weilburger Hof". Rege Beteiligung erwünscht. 1533 ll) SttslungSfefi am 6 Aug.(Mittwoch) im „Pottkellcr" 20 Uhr. Der Vorstand. 3 Zimmer und Küche im Neubau, rn. elektr. Vicht, Zeniralheizg. ii. ©arten, i. d. Nähe StebenS, Bahnftai., alsbald z. vermieten. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gien. Anz. 5391D Marie Römheld Emil Lenz. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die Kranz- und Blumenspenden, die trostreichen Worte des HerrnPfarrer Hartmann und die freundliche Hilfe der Schwestern danken wir herzlichst. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Döll Wwe. Famhie Heinrich Arend. Alten-Buaeck, Gießen, den 1. August 1930. 01805 Mädchen «nicht unter 17 Ich aus ordentl. Fam. für tagsüber, evtl, f. ganz gesucht .4704 Moltkettrahe 22. Gesucht zum 1. Aug. ein braves 153031) MW für Haus-od.Küchen- orbetr. Persönl Vorstellung erwünscht. Johanniter- Krankenhaus Nieder - Weisel bei Butzbach. Solid., äli. Blödelten aus guter 3anulte zu alleinsteh. Dame ron vorm.8 bis nach dem Spülen f. Ende August ges. Vorzusl. v. 4-6 U. Wo? sagt d. Geschst.d.G.Anz.s,»», Junges, flelbtges Mädchen für sofort in gute Stellung gesucht. I. Gündcrotb, Gastwirt. ^78i Heuchelheim. Prima Heilbutt Nr. 178 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) Hreitag, August 1950 Lin vergessenes deutsches Herzogtum. 3ur Svo-Iahsfeier der «Sottschee. - Eine deutsche Sprachinsel im Südosten. Don Frih Heinz Xeimefd). biS 1. April als Handelsleute durch Mitteleuropa 3n der alten Donaumonarchie gab «S Wohl kein noch so kleines Nestchen, wohin der Hausierer mit Südfruchten und Zuckerwerk nicht hingekommen wäre. ES war zumeist der »Dottscheeber , ein Mann mit einem grünsamtenen Hut, und ^lnem mächtigen Korb vor dem Bauche, der freundlich grüstend von WirtShauSttsch zu WirtShauSttsch pilgerte und den Gästen mit einem kleinen Ledersäckchen, in dem etwaS beinerne- klapperte, ver- heistunaSvoll zuwinkte. Sin harmloses Glücksspiel, bei dem niemand viel verlieren, noch viel gewinnen konnte, durfte durch die -.Gvttscheeber" betrieben werden. Diese Dvttfcheeber sprachen einen absonderlichen, altertümlich klingenden deutschen Dialekt, und fragte man sie, woher sie seien, dann leuchteten ihre Augen, und stolz erklärten sie .aus dem Herzogtum Gottschee". Nun, das sagte freilich nicht viel, denn selbst im Reiche des Doppeladlers gabS nicht allzu- viele Menschen, die sich unter diesem Herzogtum etwa- vorstellen konnten. Suchte man auf der Landkarte danach, so fand man es zwischen Ost alpen, Karst und Adria, hoch über dem Tal der Kulpa und durch eine Flügelbahn mit Laibach, der Hauptstadt Krains verbunden. Die DolkStumskarte zeigte dem Wiß» begierigen, dast dies Herzogtum eine deutsche Sprachinsel inmitten von Slowenen und Kroaten sei. Da im August 600 Zahrc vergangen sind, dast Deutsche in die- abgelegene Gebiet einwanderten, sei einige- über diese Menschen erzählt. Einem der mächtigsten deutschen Dynastengeschlechter der Ostalpen, den Ortenburger Grafen, die in Rauffnitz in der Krain eineS ihrer Kolonisationszentren hatten, gehörte das weite Urwald- und Karstgebiet jenseits des Schweinberges bis an die Kulpa. Dies Land — an 900 Quadratkilometer groß — war völlig unbewohnt, denn weder die Kelten, noch die Römer, geschweige denn die Slowenen hatten sich in den düsteren und wasserarmen Urwald hineingetraut. Die Ortenburger wollten das Land nutzbar machen und riesen bayerische und schwäbische Siedler, zu denen 50 Jahre später auch noch dreihundert thüringische Familien hinzukamen. Der Mittelpunkt dieser deutschen Sprachinsel wurde der Ort Gottschee, dessen Raine von den Goten hergeleitet wird. Die Sage dieser Sprachinseldeutschen meldet, dast die nach der Schlacht am Desuv nordwärts abziehenden Goten in diesem unwegsamen Waldland, gleich dem weidwunden Wild einen Unterschlupf gefunden hätten. Die Forschung erklärt, dast dem nicht so sei und führt den Ramen Gottschee auf das slawische Won „Kocevje". das heiht Siedlung zurück und sie sagt, dast die umwohnenden Slawen eben diese Ansiedlung der Deutschen schlechthin „Siedlung" genannt hätten. Die Ortenburger und auch di« späteren Besitzer haben an dieser Kolonie eigentlich keine rechte Freude gehabt, denn der Boden erwies sich als sehr wenig fruchtbar und wenn auch 171 Dörfer und Weiler gegründet wurden, so brachten es die Siedler nie zu Wohlstand. Schon im 15. Jahrhundert waren die kleinen fruchtbaren Mulden oder Böden übervölkert und 1471 muhte Kaiser Friedrich III., um der Rot zu steuern, den Gottscheern ein Hausierpatent verleihen, das ihnen den freien Wanderhandel für ewige Zeiten im Deutschen Reich gestattete, wodurch die Möglichkeit geboten war, dast Hunderte. oft Lausende von Mannern vom 1. Oktober ^"ben den RahrungSsorgen waren es aber I auch die ständigen Kämpfe, die die Gottscheer wirtschasllich nicht vorwärts brachten, die Kämpfe mit dem reihenden Getier deS LIrwaldeS — Wolf und Bär bedrohen auch heute noch den Biehstand — und mit den wilden Räubern auS dem kroatischen älskokenlande, sowie den stets einbrechenden Türken. Die deutschen Siedlungen im Tal der Kulpa, die sich noch am ehesten hätten zu Wohlstand ausschwingen können. da sie verkehrspolitisch günstig auf der Ctraste nach Fiume lagen, wurden sehr bald von den Türken zerstört und nie mehr ausgebaut. — Di« Waldbauern wehrten sich ihrer Haut und blieben in all ihrer wirtschaftlichen Kümmerlichkeit Deutsche. 3m 3ahre 1808 schlug für die Gottscheer di« heroische Stunde. Rapoleons Generale hatten auch dies abgelegene Waldland beseht und es zu einem Teil Zllyriens gemacht — ohne mit den Gottscheern zu rechnen. Don Weiler zu Weiler wurde das alte KriegSzeichen getragen und ehe die Franzosen auch nur daran dachten, wurden sie | überfallen und ihrer mehr als 600 in einer Schlacht aufgerieben. ES kam bann zu einem monatelang dauernden Kleinkrieg, in dem die Gottscheer ebensowenig unterstützt wurden, wie im nächsten 3ahr die Tiroler. Die paar Tausend Deutschen konnten sich natürlich nicht halten und wurden von den Regimentern des Generals Baragnah de Hillers und des Generals Souchy schliestlich besiegt und ihre Führer an der Friedhofsmauer von Gottschee standrechtlich erschossen. — Kein Heldenlied meldet die Taten dieser Männer, die vor Andreas Hofer, vor Schill und Lühow zu den Waffen griffen, um ihre Freiheit als Deutsche zu verteidigen. Seit Maria Theresiens Zeit sind Die Fürsten Auersperg die Herzöge des Landes, die sich eifrig bemüht haben, dem Land« zu nützen. Sie betrieben den Bahnoau nach dem zum Städtchen angewachsenen Mittelpunkt Gottschee, sie legten Strahen an, kultivierten den Urwald, so dast Hunderte Arbeit und Brot erhielten, das deutsche Schulwesen wurde von ihnen wirksam unterstützt und auch politisch machte sich der letzte Herzog verdient, da er als Abgeordneter seines Landes im ReichSrat sah. 3n den letzten Zahrzehnten zogen viele Tausend« nach Rordamerika, wo sie sich zu Vereinen zusammenschlossen und treu an der Helmat hingen. Es ist typisch für die Gottscheer, dast sie USA. nicht als bleibende Stätte ansehen, sondern nach Möglichkeit trachten, mit dem verdienten Vermögen wieder in die Heimat zurückzukehren, wo sie als Rentner ihren Lebensabend beschließen. Mehr als die Hälfte der Gottscheer, an 25 000, leben aber heute noch in Amerika. BiS zum Zusammenbruch der Donaumonarchie haben die Gottscheer verhältnismästig wenig unter den Rationalitärenkämpfen zu leiden gehabt, da sie in einem geschlossenen Gebiet lebten, in dem es keine Slawen gab. 3hr deutsches Schulwesen war gut entwickelt. Mit Hilfe deS Schulvereins wurde ein Vollgymnasium mit Schülerheim errichtet, ein« Holzgewerbeschule sorgte für fachliche Ausbildung. Zahlreiche Gottscheer fanden als mittlere und höhere Beamte ihr Brot und sie waren ihrer Arbeitslust und Gewissenhaftigkeit willen sehr geschätzt. 3m Jahre 1918 kamen die Gottschee unter I südslawische Herrschaft. Anfänglich | schien es so, als ob die Südslawen die Minderheitenrechte der Gottscheer achten wollten. AlS aber in der Südsteiermark die Deutschen völlig entrechtet waren, da begann man auch in der Gottschee mit der iln’erbrüdung. Gymnasium. Schülerheim und Fachschule wurden slowenisiert, aber auch die Vereine wurden aufgelöst, die Sparkasse enteignet und die Volksschulen zweisprachig gemacht, so dast das nationale Leben der Gottscheer schwer beeinträchtigt wurde. Da die Gottscheer in ihren Geistlichen und einigen Aerzten und Rechtsanwälten aber eine national geschulte Führerschast besitzen, so können lie sich energisch gegen die Slawisierungsversuch: schützen. Wirtschaftlich geht es ihnen jedoch schlecht. Die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten ist so gut wie unmöglich, der Hausierhandel lahm- gelegt «wenn auch Deutschösterreich und auch das Reich ihn gestatten, so nicht die Tschechoslowakei. Ungarn und Rumänien) und die Arbeit in den Wäldern kann eben nur einen kleinen Teil der Menschen ernähren. Um sich auf eine intensive Wirtschaftsweise umzustellen, fehlen Kapital und Absatzmöglichkeiten. Wenn die Gottscheer am 1. August die Feier ihrer Einwanderung begehen, so deshalb, um aller Welt zu zeigen, dast man trotz aller Kümmernisse und Sorgen, bei aller Loyalität dem Staate gegenüber, treu zum angestammten Volkstum hält. Um dieser Treue willen verdienen die Gottscheer, dast allüberall, wo Deutsche leben, ihrer am 1. August gedacht wird. Das Sch cksal des MmellandeS. Die Kownoer Polittker wissen den Fall Wolde m a r a s nach der Seite der Sensation hin glänzend auszuschlachten. Was wird für ein Tamtam aus diesem Mann gemacht, geheimnisvolle Fluchtversuche werden erfunden, nur damit die Weltpresse sich mit ihnen beschäftigt: vor allem, damit die Aufmerksamkeit der deutschen Presse abgelenkt wird von dem, w a s eigentlich in Litauen zur Zeit gespielt wird. Das darf aber nicht gelingen, Herr Woldemaras ist für uns längst unaktuell geworden, aktuell aber bleibt für uns trotz der eigenen Sorgen das Schicksal deS Memel lande s, und wir denken nicht daran, den Litauern den Gefallen zu tun, unsere Aufmerksamkeit von diesem entscheidenden Punkt ablenken zu lassen. Es ist deshalb auch keineswegs übersehen worden, dast in Kowno ein rundes Dutzend Gesetzentwürfe vorbereitet sind, die alle das eine Ziel verfolgen, der international festgelegten Memelkonvention einen 3nhalt unterzuschieben, der einer endgültigen Vergewaltigung des Deutschtums keinerlei Hindernisse mehr in den Weg legen kann, indem er die Befugnisse des litauischen Gouverneurs ins Ungemessene erweitert. Der Gouverneur würde praktisch dadurch Diktator des Memelgebietes, die Deutschen hätten sich allen seinen Anordnungen zu fügen, und die ganze Konventton wäre nicht mehr als ein Blatt Papier. Ein sehr hübscher Plan, nur dast er eben zu Unrecht die unbegrenzte Langmut Deutschlands und der deutschen Politik zur Voraussetzung hat. Zugegeben, daß die Litauer oft genug mit Recht auf die Unsicherheit der deutschen Politik spekulieren konnten, von dem Tage an, wo sie mit verlleibeten Freischärlern das Land besetzten und ihrem Staate einverleibten. Oft genug hat die deutsche Regierung sich mit lahmen Protesten begnügt, wo es nützlicher gewesen wäre, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen. Aber die letzte Rede, die Dr. C u r t i u s in Genf gehalten hat, sollte doch eigentlich die Litauer zur Vorsicht gemahnt haben. Sie muhten wissen, dast unser Auswärtiges Amt, nachdem der Ballast der Rheinlandbesetzung verschwunden ist, eine aktiv« Minderheitenpolitik treiben will, und dast wir deshalb nicht daran benfen, ruhig zuzusehen, wie die letzten Reste des Deutschtum» Im Memel land vergewaltigt werden. SS ist deshalb auch selbstverständlich, dast die deutsch« Regierung gegen die neuen Terrorakte geharnischten Einspruch einlegt. Aber damit bars sie sich nicht begnügen. Da« Schicksal derartiger Rechtsverwahrungen kennen wir ja zur Genüge. Sie werden irgendwo $u den Akten versenkt. Was jetzt notwendig wird, ist die A u f r o l - lung der ganzen Memelfrage vor dem Völkerbund, eine gute Gelegenheit für uns, dos Minberheitenprobtem einmal von bet grundsätzlichen Seite anzupacken, und es würde eine gewisse Genugtuung sein, wenn die Litauer als ein Teil von jener Kraft, die stets da- Döse will und stets das Gute fchasft, durch ihre Gewaltpolitik den Anlah gäben, baß bet Völkerbund sich fehr gründlich mit der Memels rag« beschäftigt und dafür sorgt, dast künftighin di« Rechte der deutfchen Bevölkerung nicht angctaflet werden dürfen. Oie Ausstellung des Welfenschahes eröffnet. WSR. Frankfurt a.M., 31.3uli. 3m 6tä- delschen Äunftinftitut ist heute nachmittag die Ausstellung deS WelfenfchatzeS eröffnet worden. Damit ist der wertvoll« Kirchenschah, der zu dem größten gehört. waS uns aus dem Mittelalter überkommen ist. zum erstenmal der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht. Rur wenig Menschen haben ben Weifenschatz bisher gesehen. Dast er jetzt in dem bedeutenden Frankfurter Kunstinstitut eine vorübergehende Statte gefunden hat, ist den heutigen Eigentümern des Schatzes, den Frankfurter Firmen Goldschmidt, Hackenbroich und Rosenbaum, zu danken. Bei der Grösfnung der Ausstellung schilderte der Generaldirektor der Frankfurter Museen, Prosessor Swarzenski. den einzigartigen Wert diese« Kunstwerks vom Standpunkt des Kunsthistoriker-. Er bezeichnete den Welsenschah, den ursprünglichen Schatz deS Braunschweiger Domes, der von Heinrich dem Löwen und seinen Vorfahren gesammelt wurde, als Werke, die nicht nur zu den schönsten und bedeutendsten Vertretern einer Gattung gehören, sondern einfach beispiellos und unvergleichlich sind. Unter den heutigen Kirchenschätzen sei der Welfen- schatz der bedeutendste in 3ndividualität und Diel- gestalttgkeit. lieber die Z u k u n f t d e S W e l f e n- schatzes erklärte Professor Swarzenski: Ss ist in der Oesfentlichkeit öfter darauf hingewiesen worden, dast die jetzige Ausstellung nach menschlichem Ermessen für uns nicht nur die erste, sondern auch die letzte Gelegenheit ist, den Welfen- schatz zu sehen. Es ist bekannt, dah ernsthaft« Verhandlungen geführt wurden, um den Schatz bzw. wesentliche Bestandteile desselben für daS Reich zu erwerben und ihn so dem deutschen Volke zu erhalten. Die Verhandlungen hoben aus naheliegenden finanziellen Gründen bisher zu keinem Ergebnis geführt. Es ist aber trotzdem zu hoffen und zu wünschen, dah sie weitergeführt werden. Riemond darf bestreiten oder sich darüber Hinwegtäuschen, dah unsere finanzielle Lage schlecht ist. Es handelt sich aber nicht in erster Linie um eine finanzielle Frage, eS handelt sich nicht einmal um eine künstlerische Frage, sondern es handelt sich um eine Frage der Würde und der Haltung. Befände sich der Schah in Frankreich oder England, so hätte er längst im Louvre bzw. im Britischen Museum Platz gefunden. Professor Swarzenski schloß mit dem Wunsche, dah die Ausstellung wenigstens dazu beitragen möchte, das Gefühl der Verantwortung inDeutschland und im Deutschen zu wecken. Das erste Taschengeld. Don Earl Ewald. 3m hohen Familienrat ist beschlossen worden' Mein kleiner 3unge bekommt eine wöchentliche Apanage von fünf Pfennig. 3eben Sonntagmorgen wird ihm diese Summe ohne Abzug an der Finanzhauptkasse ausgezahlt und er darf uneingeschränkt darüber verfügen. Mein 3ungc nimmt diese Eröffnung mit schöner Fassung entgegen, fiht eine Weile und denkt nach. „3eben Sonntag?" fragte er dann. „3eden Sonntag." „Dis zu den 6ommerfericn?“ „Dis zu den Sommerferien." Zu den Sommerferien soll er nämlich aufs Land zu seiner Patin, in deren Haus er vor fünf 3ahren das Licht der Welt erblickt hat. Die Sommerferien find daher die vorläufige Grcmze seiner Zeitrechnung. Was nach den Sommerferien kommt, ist einstweilen Rirwana. Mit Hilfe eines Kalenders stellen wir fest, dah bis zu den Sommerferien noch fünfzehn Sonntage find. Dann richten wir uns in einer Schublade fünfzehn Fächer ein und tun in jedes Fach ein Fünfpfennigstück. So wissen wir genau, wieviel wir besitzen und können zu jeder Zell unseren Status übersehen. Angesichts dieses Reichtums füllt sich die Brust meines Zungen mit unbändiger Freude. Er dünkt sich ein Krösus und baut glänzende Luftschlösser, wieviel schöne Sachen er sich für fein Geld kaufen wird. Besonders Begünstigte dürfen sogar seine Schätze in Augenschein nehmen. Der erste Sonntag verläuft programmgemäß. Die fünf Pfennig werden erhoben und mit fast übernatürlicher Geschwindigkeit in eine Tasel Schokolade umgesetzt. Das Ganze ist das Werk weniger Minuten, bann ist die Schokolade verschwunden. Don der verflossenen Herrlichkett zeugen nur noch einige braune Kleckse in den Mundwinkeln, die ich unbarmherzig abwische, und «in Fleck auf dem Kragen, über den Mutter sehr böse ist. Mein kleiner 3unge sitzt in meinem Zimmer neben mir, macht ein leicht enttäuschtes Gesicht und schlenkert mit den Deinen. 3ch ziehe die Schublade auf und betrachte das leere Fach und die noch übrigen vierzehn Geldstücke. „Das waren die ersten fünf Pfennig", sage ich 3n meiner Stimme liegt eine leichte Melancholie, die eine verwandte Saite in seiner Brust anschlägt, wenn er sich auch hütet, ihr direkten Ausdruck zu geben. „Dater, ist noch lange bis zum nächsten Sonntag?" „Roch sehr lange, mein 3ungc. Diele Tage...“ Eine Weile sitzen wir stumm, jeder in seine eigenen Gedanken versunken, dann sage ich tiefsinnig: „Wenn du dir für diese fünf Pfennig einen Kreisel gekauft hättest, würdest du vielleicht mehr Dergnügen davon gehabt ßaben. Drüben im Spielwarenladen sah ich gestern einen hübschen Kreisel. Rot mit grünem Ring. 3ch müßte mich sehr täuschen, wenn der Kaufmann ihn nicht für fünf Pfennig hergibt, älnb ein« Peitsche hast du ja!" Wir gehen hinüber und sehen uns den Kreisel im Schaufenster an. Er ist wirklich prächtig. „Der Laden ist zu!" sagt mein kleiner 3ungc mißmutig. ____ . „Was kümmert das uns? Wir können den Kreisel ja doch nicht vor nächsten Sonntag kaufen. Du hast ja deine fünf Pfennig in Schokolade angelegt. Gib mal dein Taschentuch her, da sitzt noch etwas auf deiner Rase ...“ Gegen meine Argumente läßt sich nichts sagen. Riedergeschlagen und traurig gehen wir wieder nach Hause. Lange sitzen wir in der Speisestube am Fenster, von wo wir ben Spielwarenlaben sehen können. 3m Lauf ber Woche schauen wir unS den Kreisel täglich an: der Kreisel erscheint uns von Tag zu Tag begehrenswerter. Wir gehen hinein und versichern uns, baß fein Preis wirklich unseren Dermögensverhältnissen entspricht. Wir nehmen bem Kaufmann einen feierlichen Eid ab, baß er uns ben Kreisel bis Sonntagmorgen reservieren wirb, selbst wenn jemand kommen und ihm noch mehr als fünf Pfennig dafür bieten sollte. Am Sonntagmorgen vor neun älhr sind wir wieder da und erwerben mit zitternden Händen den Schatz. Wir lassen ihn ben ganzen Tag schnurren, schlafen sogar mit ihm, — am Montag verschwindet er auf rätselhafte Weise und kommt nicht mehr zum Dorschein. Als die nächsten fünf Pfennig fällig sind, geschieht etwas Außerordentliches. Auf unserem Hof spielt ein 3unge, der einen Tuschkasten hat, mein Sohn will also auch einen Tuschkasten sein eigen nennen. Das hat aber seine Schwierigkeiten. Sorgfältige älntersuchungen haben nämlich ergeben, baß ein Tuschkasten, wie ihn ber Zunge auf bem Hof hat, in keinem Geschäft weniger als fünfunbzwanzig Pfennig kostet. Schon am Samstag ist die Sache zur Sprache I gekommen. . „Die Geschichte ist ja sehr einfach", erkläre ich. I .Du nimmst morgen deine fünf Pfennig nicht. Rächsten Sonntag machst du es ebenso und den dritten und vierten Sonntag auch. Am Sonntag, der bann kommt, hast du auf diese Weise fünfundzwanzig Pfennig gespart und kannst dir den Tuschkasten kaufen." „Wann bekomme ich also den Tuschkasten?" „Rach fünf Sonntagen." Mein kleiner Zunge sagt kein Wort, aber ich sehe, baß er meine Zbee nicht besonders genial findet. 3m Lauf deS Tages schöpft er aus mir unbekannten Quellen einige Finanzwissenschaft, die er mir am Samstagmorgen ohne weitere Umschweife mit folgenden Worten serviert: „Dater.. du sollst mir fünfundzwanzig Pfennig zum Tuschkasten borgen. Wenn du mir fünfundzwanzig Pfennig zum Tuschkasten borgst, bekommst du das Doppelte von mir wieder .. Wit feuerrotem Kopf und ganz aufgeregt geht er mir scharf zu Leibe. 3ch sehe deutlich: wenn ich die vorgeschlagene Transaktion kurzerhand zurückweise, wird er sich mit Wucherern einlassen. „Solche Geschäfte mache ich nicht, mein Freundchen", sage ich. „Hnb du solltest dich lieber auch nicht damit befassen!" Er bricht zusammen, wie jemand, bem die letzte Hoffnung geraubt ist. „Ra, wir wollen mal sehen!" ermutige ich ihn. Wir ziehen unsere Schublade auf und blicken lange und tiefsinnig hinein. „Dann wollen wir die Sache schon lieber so machen: 3ch gebe dir jetzt fünfundzwanzig Pfennig aus meiner Tasche. Dafür bekomme ich deine fünf Pfennig von heute und die von ben nächsten vier Sonntagen ..." Er unterbricht mich mit einem lauten 3ubelruf. 3ch zieh« meine Börse, gebe ihm fünfundzwanzig Pfennig und nehme fünf Pfennig aus der Schublade. „Das wird nächsten Sonntag nicht schön werden" sage ich, „und nächsten und nächsten und nächsten ntxß weniger!" Aber ber leichtsinnige junge Mensch ist schon fort. Natürlich vollziehen sich die Abschlagszahlungen auf seine Schuld mit der größten Feierlichkeit. Er ist stets zur Stelle, wenn die Schublade her- ausgezogen wird, und sieht zu, wenn die fälligen fünf Pfennig erhoben werben und in meine Tasche wandern statt in seine. Beim erstenmal geht das ziemlich leicht. Es sieht auch so hübsch aus, wenn ich das Geld nehme, und der Tuschkasten mitsamt ben Qualen, die seiner Anschaffung vorausgegangen find, ist auch noch so neu! Am nächsten Sonntag ist die Sache schon nicht mehr so interessant, und am übernächsten Termin ist das Gesicht meines kleinen 3ungen sehr finster. „Hat dir jemand waS getan?" erkundig« ich mich teilnehmend. „3ch möchte so gern eine Tafel Schokolab» haben", antwortete er ohne mich anzublicken. „Weiter nichts? Die kannst du dir ja In zwei Wochen sehr gut kaufen. Dann hast du den Tuschkasten bezahlt, und die fünf Pfennig gehören dir!" „3ch möchte die Tafel Schokolade aber so gern jetzt haben!" Zch versichere ihn meine» aufrichtigen Mitgefühls. aber ich kann nicht helfen — fort ist fort! An diesem Sonntagmorgen trennen wir unS in ziemlich gespannter Stimmung. 3m Lause des Tages sehe ich ihn öfter« mit hochgezogenen Augenbrauen und nachdenklichen Mienen vor ber Schublabe stehen. 3ch setze mich still hin und warte. 3ch brauche nicht lange zu warten, um zu erfahren, baß sich feine Entwicklung zum Nationalökonom durchaus normal vollzieht. „Dater ... wenn wir jetzt die fünf Pfennig vom nächsten Sonntag in das Fach von heute legen ... und ich nehme die und kaufe mir dafür eine Tafel Schokolade ..." „Dann hast du ja nächsten Sonntag wieder keine fünf Pfennig?!" „Das ist mir ganz egal, Dater!" Wir sprechen noch eine Weile darüber, und dann machen wir es so. Selbstverständlich befinden wir unS jetzt mitten im wildesten Finanzschwindel. Schon das nächste Mal ist mein kleiner 3unge schlau genug, die fünf Pfennig vom allerletzten Sonntag, dem Sonntag unmittelbar vor ben Sommerferien, zu nehmen. Sorglos treibt er weiter auf ber Bahn be« Lasters, bis ihn zuletzt fein Geschick ereilt: zwei lange Sonntag« ohne bie geringste Möglichkeit, fünf Pfennig erheben zu können! Wo wollten sie auch Herkommen? Besessen hatten wir sie — das wußten wir. 3eht waren sie weg — wir hatten sie ja selbst ausgegebenI An diesen grauen, trüben Tagen sitzen wir jeden Morgen vor der leeren Schublade unk» sprechen lange und tiefsinnig über da« peinlich« Phänomen, daS doch so einfach und leicht vev- ständlich ist, und mit dem wir unS abzufinden suchen müssen. Rur die Hoffnung tröstet unS, hält uns aufrecht, daß die gemachten Erfahrungen unS zugute kommen werden, wenn wir nach den 6ommer* ferien mit einer neuen Schublade voll Füns^ Pfennigstücken als Taschengeld beginnen. Oberheffen. Gemeinderat in Schotten. V S ch o t l e n, 30. Juli. Aus dem Gemeinde- r-a t: Durch die ausgesteuerten Erwerbslosen soll ein größeres Stück Weg im Stadtwald chauffiert werden. Ebenso sollen an verschiedene Plätze zirka 200 Kubikmeter Steine angefahren werden, die durch die Erwerbslosen geklopft werden »ollen. Die Höllwiesen, die z. T. etwas versumpft sind, sollen entwässert werden, auch eine Drainage darin wird vorgenommen. Auch hier sollen möglichst Erwerbslose bei der Herstellung der Gräben verwendet werden. — Mit dem Turn- und Sportverein ist eine Einigung über die Benutzung des Sportplatzes auf dem Bockzahl erzielt worden. Der aufgestellte Vertrag wird genehmigt. Die Stadt gibt alljährlich 200 Mark, die beiden Vereine je 100 Mark Mit diesen Mitteln wird die Herstellung und Instandhaltung des Platzes bestritten. — Ein Stellenplan für die Gemeindebeamten, wie er nach dem neuen Gemeindebeamtengesetz vorgeschrieben ist, wird aufgestellt und genehmigt. Darnach werden lt. Beschluß des Gemeinderats nur drei Gemeindebeamte angestellt, Stadtrechner, Stadtsekretär und städtischer Schutzmann. Alle übrigen Bediensteten der Stadt sind nicht als Gemeindebeamte anzusehen. Seimalkundliche Dortrüge in Leihgestern 'S- Leihgestern, 30. Juli. Am vorigen Freitag fand in Leihgestern im Saale der alten Schule eine Sitzung des Staatswissenschaftlichen Seminars von Prof. Lenz von der Universität Gießen statt. Als Gäste waren geladen Bürgermeister Heß, der Beigeordnete W a l d s ch in i d t, die Lehrerschaft, als Vertreter der landwirtschaftlichen Genossenschaft K. Faber und Heinrich Dern, sowie der ober- hessische Dialektdichter Georg Heß. Bürgermeister Heß begrüßte die etwa 40 Erschienenen und dankte dem Seminar, daß es Leihgestern als Objekt seiner Untersuchungen gewählt habe. Gegenstand der Besprechungen war eine Tlntersuchung des Dorfes Leihgestern, seiner Geschichte, seiner wirtschaftlichen und sozialen Gliederung und seines Polkstums. Bon Mitgliedern des Seminars wurden drei Borträge gehalten. Der erste behandelte die geschichtliche Entwicklung des Dorfes. Ausgehend von der ethymologischen Deutung des Namens Leihgestern wurde die Entwicklung des Dorfes von seiner Frühzeit bis zur Gegenwart behandelt. Das zweite Referat unterzog die wirtschaftliche und soziale Gliederung einer näheren Tlntersuchung. Die Ausführungen ergaben, daß auch in unserem Dorfe die Zahl derer, die nur vom Ertrag ihrer Scholle leben, verhältnismäßig im Schwinden begriffen ist, während anderseits in der Arbeiterschicht fast, jeder ein kleineres oder größeres Stückchen Land und ein Wohnhaus sein eigen nennt. Interessante Aufschlüsse gab die Erörterung über die politische Gliederung unserer Einwohnerschaft: dabei zeigte sich, daß die Stimmenverhältnisse zur Gemeinderats- oder zur Landtags- oder Reichstagswahl jeweils große Verschiebungen erfuhren. Im dritten Vortrag wurde dargelegt, daß ein Dorf nicht allein vom Wirtschaftlichen und Politi- schen sein Gepräge erhält, sondern daß Volkstum, überlieferte Sitten und Gebräuche auch in der heutigen Zeit noch von wesentlichem Einfluß sind. Unser Dorf gehört zur Kulturgemeinschaft des Hüttenbergs: die drei typischen Merkmalen Dialekt, Tracht und Bauform lassen diese Zugehörigkeit noch heute deutlich erkennen. Die Vorträge wurden durch Vorführung von Lichtbildern ergänzt. Anschließend trug der als Gast anwesende Heimatdichter Georg Heß sein Gedicht „Mir aus'm Hütteberk" vor. ?. Für die geladenen Gäste aus Leihgestern ergab sich in den Vorträgen manches Wissenswerte, und es darf deshalb diese Arbeit des Seminars als ein Stück echter Volkskunde bezeichnet werden. Da sich noch viele Leihgesterner für den Inhalt dieser Vorträge interessieren dürften, wäre wohl zu empfehlen, daß gelegentlich der Volkshochschulabende im nächsten Winter vor einem größeren Kreis unserer Leihgesterner Bürger über diese Themata gesprochen würde. Auf der Rindsmühle schloß sich an die Vortragsstunden ein gemütliches Beisammensein an, das die Teilnehmer in angeregter Unterhaltung noch lange vereinte. Georg Heß gab durch den Vortrag einiger seiner Gedichte den Seminaristen den unverfälschten Dialekt des Hüttenbergs zu hören und einen tiefen Einblick in die Volksseele des Hüttenberger Bauern. Landkreis Gietzen. lß Lollar, 30. Iuli. Aus der jüngsten Ge - m e i n d e r a t s s i h u n g ist als bemerkenswert zu berichten: Die Festsetzung der endgültigen Gemeindeumlagensähefür 1 92 9 bringt eine Ermäßigung der Sähe gegenüber den vorläufigen Sähen, so daß den Steuerpflichtigen eine Rückzahlung bzw. Gutschrift zuteil wird. Die Sähe werden wie folgt festgesetzt (die Zahlen der vorläufigen Veranschlagung sind in Klammern beigefügt): Grundsteuer: auf 100 Mark Steuerwerk für Gebäude und Bauplätze 8 (12) Pf., für land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz 16 (24) Pf.. Gewerbesteuer: auf 100 Mark Steuerwert für gewerbliche Anlagen und Betriebskapital 36 (40) Pf., für Gewerbeertrag 150 (150) Pf., Sondergebäudesteuer: bei Gebäuden mit einein Steuerwert bis 7000 Mark 45,75 (45,75) Pf., bei einem Steuerwert über 7000 Mark 39,93 (39,93) Pf. von 1 Mark staatlicher Sondergebäudesteuer. — Die vorläufigen Aus- schlagssähe für 1 9 3 0 bleiben die gleichen wie die vorläufigen des Rj. 1929. — Die Rech» nung für 19 30 schließt ab: für den Betrieb mit 164 624 Mk., für das Vermögen mit 32 216 Mark, insgesamt 196 840 Mk. — Mr die Weiß- Kinderarbeiten am Gemeindehaus in der Hauptstraße (ehem. Schule) liegen vier An- gebote vor. Der Voranschlag beziffert sich auf 1100 Mk. Den Zuschlag erhält Fr. R i n g l e b mit 711 Mk. Für Arbeiten am Gemeindehaus in derKirchstraße ergibt sich folgendes: Weißbinderarbeiten: Voranschlag 396 Mk Zuschlag L. He t tch e mit 288 Mk.: Schreinerarbeiten: Voranschlag 81 Mk., Zuschlag W. Ewald 78,10 Mk.; Maurerarbeiten, veranschlagt zu 142 Mk., erhält H.Deibel mit 132,70 Mk., Dachdeckerarbeiten zum Angebotspreis von 40 Mark bei gleichem Voranschlagsbetrag L. Rie - derböfer. — Die Kanalisation der Bahnhofstraße die nur auf eine Entfernung von 50 Meter durchführbar wäre, soll vorläufig nicht erfolgen. Ö Holzheim, 30. Iuli. Am Sonntag fand hier das Preisschießen des Hassia- bezirkes Butzbach - Dad-Rauheim, Gruppe !, statt. Zu dieser gehören außer Holzheim noch sieben umliegende Dörfer. Geschossen wurde nur von „Hassia"-Kameraden und Mitgliedern von Kleinkaliberschützenvereinen mit deren Büchsen. Von den Einheimischen war Glasermeister Ernst Gg. Hartm. Zeih mit 51 Ringen (6 Schutz, schwere Bedingungen) der beste Schütze. Die Beteiligung war größer als bei Gruppe h und 111. Die Preisverteilung erfolgt später für den ganzen Bezirk gemeinsam. I Aus dem südlichen Kreise Gießen, 31. Iuli. Das kühle Wetter hat die Ernte» arbeiten ungemein gefördert. Von früh bis spät können die Landwirte Getreide schneiden, das bei sengender Sonne kaum möglich gewesen wäre, da dann die Halme abbrechen. Weil fast alle Frucht lag, mußte die Arbeit ohne Maschine gemacht werden. Rur hier und da hörte man auf einzelnen Aeckern ihr Geklapper. Roggen und Gerste sind geschnitten und stehen auf Haufen, der Weizen wird wohl in dieser Woche noch erledigt werden. Der Hafer ist inzwischen auch reif geworden. Wenn nicht Regenwetter eintritt, dürfte die Ernte Anfang nächster Woche überall beendet sein. Die Befürchtungen, daß ein großer Teil des Getreides ausgewachsen sei, haben sich glücklicherweise nicht bestätigt, hier und da ist lagernder Roggen und vor dem Regen geschnittene Gerste etwas angekcimt. Im allgemeinen ist der Gesamtertrag aber als ein mäßiger zu bezeichnen. Bei Weizen wird vielfach angegeben, daß die Körnermenge 50 Prozent geringer sei als 1929. Die ergiebigen Regen der vorletzten Wochen haben auf den Wiesen Wunder gewirkt. Reben der reichen Heuernte wird nun auch die Grummeternte vorzüglich sein. Das Ausmachen der Frühkartoffeln hat sich infolge der Erntearbeiten etwas verzögert. Durch die Trockenheit im Iuni sind die ganz frühen Sorten nicht besonders gut ausgefallen. Das gilt vor allem für die Sorte „Iuliniere". Dagegen ist der Ertrag der „blauen Odenwälder", die in diesen Tagen geerntet werden, sehr gut. Der Preis für den Zentner beträgt zur Zeit 4,50 bis 5 Mark. Die Dickwurz und Spätkartoffeln stehen ausgezeichnet. Beim Gemüse wird allgemein über sog. „falsche Herzen" geklagt. Das Innere der Pflanzen fault und stirbt ab. Ein Insekt als älebeltäter kommt kaum in Frage, auch nicht Kohlhernie, da Wurzelhals und die Wurzeln selbst ohne Anschwellungen sind, lieber die Ursache dieser Krankheit ist man noch nicht im klaren. Kreis Friedberg. — Bad-Rauheim. 30. Iuli. Der neugegründete Verkehrsverein sieht eine seiner Hauptaufgaben im Heranziehen von größeren Kongressen, da diese nicht nur der Geschäftswelt zugute kommen, sondern auch als Werbefaktor für das Bad und seine Quellen von Bedeutung sind/Der Plan scheitert aber an der Saalfrage, da die Bad- und Kurverwaltung nur für ganz bestimmte Tagungen (Presse und Aerzte) die großen Säle des Kurhauses zur Verfügung stellt. Der Verkehrsverein beschloß deshalb in seiner gestrigen Sitzung, beim Finanzministerium um Freigabe des Kurhauses auch für wirtschaftliche und wissenschaftliche Kongresse vorstellig zu werden. Preußen. Kreis Wetzlar. Q Groß-Rechtenbach. 31. Juli. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der Haushaltsplan für 1 9 3 0 beraten und in Einnahme und Ausgabe auf 55 000 Mk. festgesetzt. Zur Bestreitung der hohen Kosten infolge der Zusammenlegung der Grundstücke, der Kanalanlage und Wasserleitung beschloß der Gemeinderat, den Zuschlag auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen, sowie auf die Gewerbekapital- und Gewerbeertragssteuer von 200 auf 400 Prozent zu erhöhen. Zur Bestreitung und Verzinsung der für den Kanalbau aufgewandten Kosten, sowie der laufenden Unterhaltung derselben sollen mit Wirkung vom 1. Dezember v. I. ab Kanalgebühren von den Anliegern erhoben werden. Die restlichen Baukosten für die Kanalanlage und die Umlegung der Grundstücke sollen durch die Aufnahme einer Anleihe von 10000 Mk. bei der Landesbank der Rheinprovinz gedeckt werden. Für den Gemeindewegebau wurden 1500 Mark bereitgestellt. Zwecks Einsparung von Ausgaben beschloß der Gemeinderat, die Aemter des Flurhüters und der beiden Rachtwächter zu- sammenzulegen und das neue Amt in der Go- meinde öffentlich auszuschreiben. Die Errichtung einer Badeanstalt und einer Kleinkinderschule wurde zurückgestellt. Kreis Biedenkopf T Waldgirmes, 30. Iuli. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung, den abgeholzten Distrikt „Pfingstweide" zur Fett- Viehweide anzulegen. Die Stöcke sollen maschinell gehoben werden. Kreis und Staat geben einen Zuschuß von 3000 Mk. Der Forstbehörl^ wird ein geeigneteres Gelände „am Platz" zur Bepflanzung überlassen. Die „Au" unterhalb des Dorfes wird drainiert. Es ist dafür ein Zuschuß von 5000 Mk. zugesichert. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 29. Iuli. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde ein erst 24jähriger Melker, der troy feiner Iugend sehr häufig, insbesondere wegen Diebstahls vorbestraft ist. Wegen Rück - falldiebstahls hatte ihn das hiesige Schöfsen- gericht zu einem Iahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Er hatte einem anderen armen Arbeiter dessen Fahrrad gestohlen. Auch jetzt bestreitet der Angeklagte den Diebstahl und behauptet, daß das Fahrrad, mit dem er in der fraglichen Rocht gesehen wurde, einem Freunde von ihm gehöre, den er zufällig unterwegs getroffen habe. Dieser angebliche Freund war aber nicht zu ermitteln. Dagegen stimmte das von dem Angeklagten benutzte Fahrrad nach der Beschreibung von Zeugen genau mit dem gestohlenen Fahrrad überein. Das Berufungsgericht hielt den Angeklagten gleichfalls des Fahrraddiebstahls für überführt und bestätigte unter Verwerfung der Berufung das erstinstanzliche Urteil. Im Oktober v. I. wurden in einer Rächt in Deckenbach und in Ruddingshausen mehrere Einbruchsdiebstähle begangen. Da die Diebe es in der Hauptsache auf Geld abgesehen hatten, suchten sie zu ihren Opfern Gastwirte und Metzger aus, bei denen sie Geld vermuteten, was sich auch in allen Fällen als richtig erwies. Reben größeren Geldbeträgen hießen sie auch sonstige Sachen mitgehen, die ihnen zum Teil zum Verräter werden sollten. Als nämlich in Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redakllon bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des „(Siebener Anzeigers" Problem Nr. 271. Von M. Barulin, Moskau. „Sadatschy y Etjudi“ 1929. Schwarz. 3 2 8 6 5 4 7 a a b b c d d e f ß g h h 8 7 6 4 3 2 Weitz. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 11 Steine. Ke2; Db3; Tfl, 18; Le5, e6; 513, Bb4, g2, g3, g7. Schwarz: 11 Steine. Ke4; Da4; Td8, h4; La7, h3; Sd2; Ba3; b5, e3, h5. Partie Nr. 198. Im Meisterschaststurnier zu Bad Ems Pfingsten 1930 gespielt, 7. Runde. Damenindisch. Weiß: Dleutgen, Mainz. Schwarz: Denkner, Frankfurt a.M. 1. d2-d4 2. Sgl-13 3. Sbl-d2 4. e2-e3 5. Lfl —d3 6. Ddl-e2 7. c2-c3 8. S13-e5 9. 12-14 10. 0-0 11. Sd2-f3 12. Lcl-d2 13. Ld3 - c2 14. b2-b3 15. Sf3xe5 16. Se5xd7 17. 14-15 18. 15xe6 19. De2-g4 20. Tal -el 21. e3-e4 22. Dg4-h3 23. e4xd5 24. Tel —e6 25. Tfl -el 1. Sg8-f6 2. e7-e6 3. b7 —bö 4. Lc8-b7 5. d7-d5 6. c7 —c5 7. Sb8-d7 8. L18-e7 9. Dd8 - c7 10. H7-h6 11. Th8 —18 12. c5 —c4 13. 0-0-0 14. Sd7xe5 15. S16-d7 16. Td8xd7 17. Le7 —16 18. 17xe6 19. Dc7-c6 20. T17-h8? 21. H6-h5 22. Kc8-b8 23. e6xd5 24. Dc6-c8 25. a7-a6 26. Lc2 —15 27. L15xg6 28. Te6-e8 29. Te8xc8+ 30. Ld2-f44- 31. Dh3-13 26. g7-g6 27. Td7-g7 28. Tg7xg6 29. Lb7xc8 30. Kb8-b7 31. Kb7-c6 32. b3xc4 32. Kc6-b7 33. D13xd5+ 33. Kb7-a7 34. Dd5-17+ 34. Lc8-'b7 35. D17xgö und Schwarz gab auf. Eine vom Rachziehenden recht schwach gespielte Partte. Partie Nr. 199. 3n der 4. Runde des Hauptturniers zu Bad Ems gespielt. Englische Eröffnung. Weiß: Drescher, Hanau. Schwarz: Präger, Frankfurt a.M. 1. c2 —c4 1. c7-c5 2. Sbl -c3 2. Sg8-f6 3. Sgl-f3 3. d7-d5 4. c4xd5 4. Sf6xd5 5. g2-g3 5. Sd5xc3 6. b2xc3 6. Sb8 —c6 7. LH-g2 7. e7-e5 8. Ddl-a4 8. Lc8-d7 9. Tal -bl 9 Ta8-b8 10. 0-0 10. Lf8-d6 11. Tfl-dl 11. Sc6 - d4 12. Da4 — c4 12. b7—b5 13. Dc4-d3 13 c5-c4 14. Dd3-e3 14 Sd4xf34- 15. De3xf3 ' 15. 0-0 16. d2-d3 16. Dd8-.c7 17. d3xc4 17 b5xc4 18. TblxbS 18. Tf8xB8 — 19. Df3-d5 19. Tb8-b! 20. Lg2-e4 20. Tbl-al 21. Kgl-g2 21 Ld6-f8 22. Dd5xd7 22. Dc7xd7 23. Tdlxd? 23. Talxcl 24. Le4 -d5 24. g7-g6 25. Td7xf7 25. Lf8-h6 26. Tf7xa7+ 26. Kg8-h8 27. Ld5xc4 27. Tclxc3 28. Lc4-d5 28. Lh6-d2 29. a2-a4 29. Tc3-a3 30. h2-h4 30. H7-H6 31. e2-e3 31. g6 —g5 32. h4-h5 32. Ld2-el 33. Ta7-a84- 33. Kh8-g7 34. Ta8-g8+ 34. Kg7-h7 35. Tg8 — a8 35. Kh7-g7 36. Kg2-f3 36. Ta3 —al 37. Ta8 —a6 37. Tal — a3 38 Ta6-g6+ 38. Kg7-h7 39. 40. Ld5-e4 Tg6-g4+ 39. 40. g5-g4-j- Kh7-h8 41. Tg4 —g6 41. Ta3Xa4 42. Tg6xh6+ 42. Kh8-g7 43. Th6-g6-j- 43. Kg7-n8 44. g3-g4 44t Ta4-a2 45. Tg6 — g8-f-! Schwarz gab auf, eine von dem Teilsieger iml Hauptturnier stark gespielte Partie. * Richtige Lösungen zu den Problemen Rr. 265 und 266 sandte ein Herr S. Austerlitz, Gießen. Lösung des Problems Nr. 268. Don N. Kubbel. 1. Dg6-bl! (Mit der Drohung 2. Lc4-f- usw.) 1. . . ., Kd5xe6 2. Lfl — c4+ usw. 1. ..Sg7xe6 2. Dbl — f5+ usw. 1.....Ld7xe6 2. Dbl-b4! usw. 1. ..Sei — d3 2. Dbl-b3+ usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Okkasion. Meine Frau bietet mir in meinem Arbeitszimmer verschiedentlich und recht intensiv ein Stück Kuchen an, das ich zum Schluß mit den Worten ablehne: „Quäl mich doch nicht!" Da ruft Dorettchen aus dem Nebenzimmer: „Mutti, quäl mich!" Größenwahn. Ein Spatz hüpfte um ein Kleinauto herum. „Was bist du denn eigentlich für ein Ding7" fragte der Spatz. „Ich bin ein Auto." „Haha!" lachte da der Spatz und schlug mit den Flügeln, „und ich bin ein Verkehrsflugzeug...!" (Lust. Bl.) früher Morgenstunde des nächsten Tages von einer Gendarmeriestreife drei Handwerksburschen, die auf unbeleuchteten Fahrrädern fuhren, die Papiere nachgesehen wurden, fiel einem von diesen eine größere Zahl von Briefmarken zu acht Pfennig aus der Tasche, was den Gendar- meriebeamten sofort auffiel, weil die drei Wanderburschen angegeben batten, sie seien arbeitslos und befänden sich auf der Suche nach Arbeit. Ein anderer von ihnen hatte eine Aktentasche bei sich. Einige Stunden später wurde bereits von Deckenbach gemeldet, daß dort den Dieben eine Aktentasche und eine größere, Zahl von Achtpfennigbriefmarken außer anderem in die Hände gefallen fei. Kurze Zeit später konnte in Ruddingshausen festgestellt werden, daß unmittelbar bis zu den Tatorten drei frische Fahrradspuren führten. Wegen Einbruchsdiebstahls wurden die drei Wandergenossen, die alle wegen Diebstahls vorbestraft sind, durch das hiesige Erweiterte Schöffengericht zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt. Die gegen dieses Urteil von ihnen verfolgte Berufung hatte keinen Erfolg. Auch das Berufungsgericht hielt den gegen die drei Angeklagten geführten Indizienbeweis für lückenlos und verurteilte unter Verwerfung ber Berufung jeden der Angeklagten zu zwei Iah- ren Gefängnis. Daten für Samstag, 2. August. Sonnenaufgang 4.24 Uhr; Sonnenuntergang 19.47 Uhr. — Mondaufgang 14.29 Uhr: Monduntergang 22.51 Uhr. 1815: der Dichter und Literaturhistoriker Adolf Friedrich Graf v. Schack in Schwerin geboren: — 1914: Ultimatum Deutschlands an Belgien. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) D). 2TL, (5. Die Organisation „Februar-Klub" unter Führung von Dr. Josef Windschutz wurde u. W im Februar 1929 in Köln von einer Gruppe junger Volksparteiler ins Leben gerufen und fand dann in der etwa zu gleicher Zeit in Berlin von Freiherr RocbusoonRheinbaben gegründeten „Front 1929^ gewissermaßen ein Seitenstück. Berliner Börse. Berlin 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei der großen Geschäftsstille, die in der augenblicklichen Zeit selbst innerhalb der Börsenstunden herrscht, ist im Frühverkehr kaum noch eine Tendenz zu erkennen, auch heute haben Umsätze noch nicht stattgefunden. Es bleibt abzuwarten, ob die gestern oorgenommen^n Depotentlastungen der Großbanken für die vor einigen Tagen gestürzte mittlere Berliner Bankfirma ihren Fortgang nehmen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,80, London gegen Mailand 93, London gegen Spanien 42,95, London gegen Kabel 4,8718, London gegen Berlin 20,3790, Kabel gegen Berlin 4,1830, London gegen Buenos 40,40. Aus aller Welt. 3m Gebirge tödlich verunglückt. Nach einer Meldung des „Vorarlberger Tagblattes" aus Au wurden gestern auf dem Weg zur Biberach-Hütie der Apotheker Theodor Bauer aus Eßlingen und Amalie Lutz aus Heidelberg durch Stein schlag getötet. Verhaftung eines oberbadifchen Industriellen. Der Gründer und derzeitige geschäftsführende Leiter der bekannten Eisenkonstruktionsfirma Honeff-Werke AG. in Lahr-Dinglin- gen, Hermann Honeff, sowie dessen Sohn Heinz Honeff, der gleichfalls im Betriebe, wenn auch nicht verantwortlich tätig ist, sind unter dem Verdacht der Untreue, bzw. der Unterschlagung verhaftet worden. Von einer Stuttgarter Firma war an die Honeff-Werke für 200 000 Mark Eisen geliefert worden, von dem für 30 000 Mark verschwunden ist. Die Verhafteten, die zunächst einen Angestellten beschuldigten, das Eisen verschoben zu haben, wurden im Lause der Untersuchung so stark belastet, daß sie wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis in Lahr eingeliefert wurden. Der neue deutsche Bundes Jffet im Schießen. Am Mittwoch, dem 5. Schiehtag des 19. Deutschen Bundesschießens in Köln, wurde die deutsche Bundesmeisterschaft von dem Schützen Walter Di ttmann aus Hamburg mit 903 Punkten errungen. Ferner wurden im Laufe des Tages 53 goldene, 107 silberne und 83 grüne Kränze errungen. SHELL AUTOOELE Sie, wollen sparen? JankenSicAUTOOELauidemSHELLKABINEHi Jladjörud oerboten 10 gortlehunft bitte mxh mal her", bat die etwas ungeduldig zu ihr. 70 Pfg. /«***«« fern merfprCfsen 690 1090 1Q90 890 Unsere sprichwörtl. Auswahl der Vorteil unserer Kunden Unsere Ausverkäufe seit Jahren ein Ereignis das meinte. , Kommen Die Trolteur-Spangenschuhe, echön and zweckmäßig, in modernen Firb- zuiim men Stellungen. Eine selten vorteil- hifte Gelegenheit Hochelegante ein- u. zwelfarb. Spangenschuhe, wett über 20 Mod. in dieser Preislage, wundervolle Farb- Kombinationen, auch mit Trotteor-Absatz Lack- u. braune H.-Halbachuhe beste Paßformen, mit weiß gen. 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Schwester", sagte ContiuS svcundlich, berat sie tat ihm leid. .Nein, nein!" rief sie ängstlich: .Das könnte ganz falsch gedeutet werden, Herr CotttiuS!" .Wieso?" fragte Reginald erstaunt. Er hatte tatsächlich nicht begriffen, wie die Schwester Reginald trat „ __ Ach ja", seufzte sie. .man ist doch verraten Rest- und Einzelpaare vielfach unter der Hälfte ihres Wertesl 13*7 A und verkauft, wenn man in einem fremden Hause ist, vollkommen schutzlos, ilnb besonders, wenn einem eine körperliche Schwäch? ankommt. Fünf Minuten mxh, Herr Eontius. Sie wirken so beruhigend. Ich habe mich sofort wieder erholL" Er sah sie mitleidig cm. Leicht war ihre Stelle auch wahrlich nicht, eie ergriff seine Hand und legte sie auf ihre Stirn. .Das tut gut", flüsterte sie. Ihm war diese Angelegercheit höchst peinlich. Unten wartete der Wagen. Hier oben lag die Schwester. .Ich will Ihnen doch die Jose heraufschicken, sie kann Ihnen besser helfen als ich", meinte er. »Bitte, bitte nicht, Herr Contius", sagte sie flehentlich. .Wie sieht das aus! Verstehen Sie AdreßbuchSiadlplan und Einwohner- und Geschäfisverzelchnlffen von r Städten und 74 OrtSgemeinben mit etwa 1OOOOO Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schaff-- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / Preis 10Reichsmark dberhesflscher Adreßbuchverlag, Gießen, Echulflr. 7 Lack- u. braune Spangenschuhe Lederausführung, schöne Formen, fabelhaft billig, weit unter Preis Wirble ins Leben! Roman von Anna Zink. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Weister. Werdau. S.-A Unten fuhr schon der Wagen vor. ReyinaldS beeilte sich, sich fertigzumachen. Er ging hinunter zu Bernhard Much. ,, , »So, lieber Freund, meine besten Wünsche begleiten Sie. Benachrichtigen Eie mich sofort telegraphisch, wie die Dinge stehen. Und setzen Eie alle Hebel in Bewegung, koste es, waS es wolle! Wenn Sie mehr (Seid benötigen, telegrafieren Sie sofort. Versprechen Sie es mir. Leben Sie wohl!" „ Much drückte Reginald die Hand. .Sie können versichert fein, dost ich alleS tun werde, was in meinen Kräften steht, um Barbara aufzusinden", sagte Reginald bewegt. .Ich weih, ich weist, keim. Worte weiter. Barbara steht ja auch Ihnen nahe, tocrai auch in anderer Weise als mir. Was ich noch fragen wollte: Haben Sie einen Revolver bei sich? Ich stelle Ihnen sonst einen von mir zur Verfügung", sagte Much. »Ich habe wohL einen", war Reginalds Antwort. .aber er liegt noch oben in meinem Zimmer." »Nehmen Sie die Waffe auf jeden Fall mit. Gs ist» schon spät geworden Eie kommen in die Nacht hinein. Man must sich auf alle Fälle schützen", drängte Much. .Sie haben recht", sagte Eontius nachdenklich. .Dann also auf ein Wiedersehen, daS hoffentlich froher ist als der Abschied jetzt." Die beiden TZänner drückten sich die Hand. Reginald ging. Auf der Treppe traf er die Schwester. »Sie reifen, Herr Eontius?" fragte sie überrascht und blieb vor ihm stehen. .Ja", sagte er kurz. Muhte ihm die Schwester denn immer dann In den Weg laufen, wenn eS ihm am wenigsten pahte, und ihn ausfrayen? Er wollte sich auf keinen Fall in ein Gespräch mit ihr einlassen, denn er raufite nicht, wie tocit Much die Schwester über die Angelegenheit Barbara aufzuklären wünschte. .Ich möchte mich dann von ihnen verabschie- Lack-, schwarze und braune Spangenschuhe, reine Lederausführung, helles Lederfutter, wirklich erprobte Qualitäten, selten günstig In den ersten 10 Jahren nur die milde, reine, nach Ärztlicher Vorschrift für die zarte Haut der Kleinen besonders hergesteilte NIVEA KINDERSEIFE Schonend dringt ihr seidenweicher Schaum in die Hautporen ein und •nacht sie frei für eine gesunde, kräftige Hautatmung. Und wasdai bedeutet, merken wir Erwachsenen an uns selbst: Wohlbefinden und Gesundheit hängen von ihr ab.^ wzyx Zwei Stunden dauerte nun schon die Fahrt. Es war eine dunkle Nacht, denn schwarze Wolken standen vor dem Mond. Der Chauffeur fuhr mit Umsicht und Gewandtheit, dabei mit äuher- ster Geschwindigkeit. Zu einer andern Zeit hätte sich Reginald darüber gefreut, wie er immer an gutem Fahren auf einem wertvollen Markenwogen grofien Genust empfand. Heut nacht liest ihn das kalt. Die Sorge um Barbara, die ihm im Herzen fast, daS unerquick- Sonnengebräunte, gesunde Haut erhalten Sie, wenn Sie Ihren Körper vor Luft- und Sonnenbädern mit NIVEA-CBEME einreiben, — auch bei bedecktem Himmel, denn auch Wind und Luft bräunen den Köroer. Aber flocken muss Dir Körper sein bei direkter Sonnenbestrahlung. Und gut mit Nivea-Creme vorher einreiben! Das vermindert die Gefahr des schmerzhaften Sonnenbrandes. 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WaS mochte die wohl auS Schmerz angestellt haben? Reginald ContiuS war ausrichiig bekümmert und verzweifelt über das, waS er angerichtet hatte. Zwei Stunden waren sie schon gefahren, bergauf, bergab, und immer hatten sie den kleinen Ort noch nicht erreicht, von dem auS daS lln- glückstelcgramm aufgegeben worden war. .Sind wir denn immer noch nicht da?" fragte er durch daS Sprachrohr den Fahrenden. »Nein, Herr ConttuS!" war die Antwort. »Meiner Schatzung nach mutz der Ort noch etwa hundert Kilometer entfernt liegen." Reginald versank wieder in dumpfes Brüten. Das gleichmätzige Schaukeln deS Wagens wirkte beruhigend und einschläfernd auf seine erregten Nerven. Er befand sich in jenem seltsamen Zustand, wo man weder fest schläft, noch richtig wach ist. Auf einmal — träumte er, oder war daS Wirklichkeit? — glaubte er Barbaras Gesicht vor sich zu sehen. Ja. nicht nur ihr Gesicht, sogar ihre ganze Gestalt. Die Wand des AuioS schien zu verschwinden, er sah mit greifbaren Deutlichkeit einen Raum vor sich, und zwar mufile es allem Anschein nach in einem Gefängnis fein. Das kleine Fenster war mit schwerem Stäben vergittert und liest nur wenig Licht herein. Eine ärmliche Pritsche mit einer Matratze stellte das Beit dar. Auf diesem säst Barbara, blatz und elend, die grofien blauen Augen voller Tränen, den Mund schmerzlich verzogen und die Hände im Echofi zusammengepretzt. Ihre ganze Haltung drückte so viel Kummer und Verzweis- lung auS, datz Reginald entsetzt ausschrie: .Barbara!" (Fortsetzung folgt.) gegen, datz seine Sinne wie ein Raubtier auf- sprangen. dessen Dasein man vergessen hat. Cr war eine Minute wie bewutztlos und erwiderte ihre Küsse. — .Du bist doch ein Kind. Bi- du merkst, worum eS sich handelt", flüsterte sie an seinem Ohr und wollte ihn wieder küssen. Nun kam mit einem Male die Ernüchterung. Ihm wurde geradezu schlecht. Mit aller Kraft ftiefi er die Schwester hinweg und erhob sich. »Pfui Teufel!' sagte er erbittert. .Ich will Ihnen lieber nicht sagen, was Sie find." Gr verbeugte sich eisig und eilte die Treppe hinunter. .Kann s losgehen. Herr'?' fragte der.Chauffeur unten auS dem Wagen heraus und öffnete die Tür des AutoS. .Nur zu, nur fort! ilnb fahren Sie, was der Wagen hergibt", besohl Reginald mit heiserer Stimme, indem cr sich erschöpft in die Polster fallen lictz. Der fa;a>cre Wagen fuhr langsam an und war bald in der Nacht verschwunden. Schwester Irene hatte sich, nachdem ContiuS verschwunden war, sofort vom Diwan erhoben. .Mein lieber Junge, so geht man nicht mit einer Frau um", dachte sie bei sich und kräuselte spöttisch die Lippen. »Du wirst deinen Denkzettel dafür beziehen. Sei ohne Sorge." Sie fuhr sich mit einem kleinen Kamm sora- fältig durch ihr dunkles Haar, rückte das Häubchen zurecht und spülte sich da- heitze Gesicht mit etwas kaltem Wasser ab. Dann zog sie ein Puderbüch schen aus der Tasche, bedeckte sorgfältig und unauffällig ihre noch geröteten Wangen mit Puder, so datz ihr nichts von dem Dorhergegangenen anzumerken war. All das geschah mit soviel Geschicklichkeit innerhalb von drei Minuten, bafi man auf eine grofie ilebung schlichen konnte. Eine Melodie leise vor sich hinträllemb, kam Schwester Irene geräuschlos die Treppe hinunter unb trat unhörbar in MuchS Krankenzimmer. reinste Junge I" Reginalb ContiuS begann es zu hämmern, wie da-gemeint war, unb er bekam einen roten Kopf. Aber noch ehe er sich aus seiner gebückten Stellung aufrichten konnte, schlangen sich zwei weiche Arme um seinen Hals und zogen ihn herunter. Er fühlte unter sich eine volle weiche Brust, ein heificr Mund suchte seine Lippen, unb aus dem Körper der Frau schlug ihm eine solche Glut ent- Zum Monats - Anfang ganz besonders günstige Angebote In Strümpfen Socken MSlWlWl! «Saaterbsen (Senffaat 5321 a Siovvelvüben Zneavnatklee (selbeftei) wkntee-Rübsen empfiehlt zuverlässig und preiswert SMOm W. SM BotintiofftrnBe / leleption 3403.__ werden auch in bartnäckiaen Iallen sofort nebletcht und unsichtbar durch Cehofln-Sommerforoflenrieme. Dole 2.50 Pickel. Pusteln u. and. Hautunretnigkeiien beseitigt los. daS Hauioerschönerungsmittel GehoHü-Ielommner. Bofluna 2.50 Erhältlich: Apolbek. Gulh, Viktoria-Drog^ E. Karn, Central-Drogerie, Schulstrane, Hans Noll. Drogerie, Noonstr^ Emil Koch & Sohn, Friseur-Salon, SeUeröweg, Kilbinger, Löwen-Drogerie, SelterSweg. Vornehm I Geschmackvoll! Persönlich! 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Juli 1930, vormittags 8 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der seitherige Nachloßverwalter, Kaufmann Louis Althoff sen., in Gießen, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 21. August 1930 bei dem Gerichte anzu- melden. 5392V Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder bie Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- lchusfes und eintretendenfalls über die In § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 23. August 1930, vormittags 9 Uhr. vor dem unterzeichneten Gerichte, Saal 204, 2. Obergeschoß, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 21. August 1930 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Vom 1. bis 15. August gebe aut Kinderwagen Marke Brennabor 10 Prozent Rabatt! Ang. Kilbinger Nacht I. G. Hölle Oifenbücher Lederwaren- and Relsearükel-Fabrik Seltersweg 79. 5385D 3682 V Hühneraugen-LebewohlundLebewohi-Bnilen« scheiben, Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl« Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Sicncr zu haben: Madlz.-Drog. Haut Hindenburg, Seltersweg 68a; LCwen-Drog. W. Kilbinger Hfl., Soltersweg 79a; H. Noll, Ludwigsplatz« Drog. u. 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Außerdem kommen Sonderkämpfe tn Stabhoch und Weitsvrung, mehrere Stösseln und Hanl^- und Faustbollwetttpiele -um Austrag. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. 6. Seit dem Weggang EldracherS entfenbet die Spielvereinigung 1900 in diesem Jahre erstmalig wieder einen Vertreter zu den deutschen Leichtathletikmeisterschaften. Diese kommen am nächsten Sonntag in Berlin zum Austrag. Don den 1900ern ist es Paul Gerhardt, der sich um den Meistertitel bewirbt, and zwar bestreitet er den Marathonlauf. Gerhardt, der sich erst in dieser Saison den 1900cm angeschlossen hat, ist In dieser größten aller leichtathletischen Dauerprüfungen kein Anfänger mehr, war er doch für diese Disziplin mit der Dertretung der deutschen Farben bei den letzten Olympischen Spielen in Amsterdam betraut. Wie er am kommenden Sonntag mit den 42,2 Kilometer fertig wird, hängt von der Disposition ab. Lind so ist ei' wohl auch mit den übrigen Gemeldeten, 44 an der Zahl. Sine Voraussage ist daher ganz und gar unmöglich. Um übrigen ruht der Wettkampfbetrieb, eS sei denn, daß PeterS I. und Schwab noch zu den Wettkämpfen des Sportclubs Köln- Marienburg entsandt werden. Peters bestreitet dann die 1500 Meter, während sich Schwab über 100 Meter Kl. II und III versuchen wird. B. f. 33. Leichtathletik. Siner Einladung des Sport-Clubs 190 4 Reuwie d folgend, entsendet der D. s. B. zu den III.R hein-Wied - Kampfspielen (Rheinland-Befreiungswettkämpfe) in Reuwied leinen bekannten Werfer Moyl. Mohl, der im Kugelstoßen, Diskuswerfen, Dreikampf und Fünfkampf gemeldet ist, stößt auf starke Konkurrenz auS allen Teilen des .Reiches. Er muß in guter Form sein, um siegen zu können. Handball im Männerturnverein (D.T). Am vorigen Sonntag kam auf dem Mtv.-Plah ein FreundschastS-Rückspiel zwischen der I. Schülermannschaft des Tv. Grohen-Duseck und der gleichen Mannschaft des Gießener Männertum- vereinS zum Austrag. Die Mtver konnten die in dem Vorspiel erlittene Riederlage wieder aut- machen und die Dusecker mit einer 15:3-Rieder- lage heimschicken. Handball im Turnverein 1860 Lich. Rach langer Pause tritt die 1. Mannschaft des Tv. 1860 Lich wieder in Tätigkeit. Sie hat die 1. Mannschaft vom Tv. Großen-Linden zu Gast. Dem Vorspiel nach werden die Licher nicht um eine Riederlage herumkommen, besonders da sie mit Ersah antreten müssen. Vorher spielen die ersten Jugendmannschaften derselben Vereine. Hier wird ein knappes Resultat zustande kommen. Südwestdeutscher Turn-Verband. Lahn-Dünsberg-Gau. Sein 4. Gauwettschwlmmen bringt am kommenden Sonntag der Lahn-Dünsberg-Gau in Launs- bach zum Austrag. Die Veranstaltung, die eine große Anzahl Turner an den Start bringt, wird in drei Klassen ausgetragen Männer: 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust; Jugend: 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust: Aeltere 50 Meter Freistil; ferner kommt in der Männerund Jugendklasse eine 4X50-Meter-Freistil-Staffel zum Austrag. Auf einen Sieger in den einzelnen Klassen im voraus zu tippen, wäre verfehlt, da bei solchen Veranstaltungen stets Lleber- raschungen eintreten. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Zu einem weiteren rückständigen Serienspiel wird Großen-Linden am kommenden Sonntag Gast der ersten Mannschaft Raunheims in Raunheim sein. Wenn die Gäste zu diesem Spiel den Geist vom Dorsonntag mitbringen, darf man auf den Ausgang des Spieles gespannt sein. Anderseits wird Raunheim alles hergeben, um die Spitzenführung der Gruppe Ost zu behalten. Lollar hat am kommenden Sonntag die erste Mannschaft W i e s e ck s in einem Freundschaftsspiel zum Gegner. Wenn die Gäste keinen starken Siegeswillen mitbringen, wird wohl Lollar auf eigenem Platze sich den Sieg nicht nehmen lassen. Die lb-Mannschaft Wiesecks erledigt in Saubringen ein fälliges Rückspiel. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier ihre Kräfte messen, von denen der Glücklichere Sieger bleiben wird. W i e s e ck s erste Jugend hat die Jugend Gießens zu Gast. Beide Mannschaften haben sich schon immer spannende Spiele geliefert. Vorher wird die dritte Jugend Wiesecks die erste Mannschaft von Odenhausen zum Gegner haben und ihrem guten Abschneiden im Vorspiel einen abermaligen Sieg anfügen. Treis Ju gend hat die zweite Jugend W i e s e ck s in einem Freundschaftsspiel zum Gegner. Die Schiedsrichter des Bezirkes treffen sich am Sonntagvormittag zu einem Lehr- kursus unter Leitung des Kreisschiedsrichter- Obmannes in Gießen. Kinderturnen in Fronhaufen. Am kommenden Sonntag findet in Fronhaufen das diesjährige Dezirkskinderturnen des 3. Bezirkes statt. Lieber 400 Kinder werden am Vormittag in je zwei Klassen, für Schüler und Schülerinnen, ihre Kräfte tn einem Drei« und Siebenkampf messen. Rachmittags wird ein Llmzug der Kinder durch den Ort die Oesfentlich- keit auf die Veranstaltung Hinweisen. Rach Eintreffen auf dem Sportplätze werden die Freiübungen, Volkstänze, Reck- und Singspiele den Rachmittag aussüllen, dem am Schluß die Siegerverkündigung folgt. Oer Europa-Hundflug. Rur ein Europaflieger traf am Donnerstag auf dem Flughafen Tempelhof ein, und zwar der auS Königsberg gestartete Junkers-Pilot G o t h e. Damit hat sich die Zahl der glücklich in Berlin Gelandeten auf 34 erhöht. Sieben Maschinen befinden sich noch auf der Strecke und im Wettbewerb, können aber nicht mehr alle rechtzeitig biS zu dem verlängerten Kontrvll- schluß am Ziel eintreffen. Für die in Lyon abgestürzten deutschen Flieger Erich O f f c r m a n n und seinen Begleiter Jerze m b s k i fand am Mittwoch in Lyon vor Lleberführung der Leichen in die Heimat eine würdige Trauerfeier statt, an der der deutsche Konsul und die deutsche Kolonie, sowie die Vertreter der französischen Behörden teilnahmen. Nie Weltmeisterschaften der Studenten. Das Darmstädter Stadion, in dem vom 1. bis 10. August unter starker Beteiligung die 4. Internationalen Hochschulmeisterschaften ausgetragen werden. Aus kleinen Anfängen, die nicht einmal weit Aurü«fliegen, hat sich die körperliche Betätigung der deutschen Studenten dergestalt entwickelt, daß der Weltverband der Studenten (Con- f Iteration Internationale des Etudiants) dem Tum- und Sportamt der deutschen Studenten die Durchführung der 4. Studenten-Welt- meisterschaften übertragen konnte. Damit hat Deutschland das bedeutendste sportliche Ereignis des Jahres 1930 zugeteilt erhalten, denn diese Weltmeisterschaften der Studenten dürfen getrost als Olympische Spiele der Studenten bezeichnet werden. Rehmen doch nicht weniger als 33 Rationen aus allen Erdteilen mit weit über 1000 Athleten teil, werden die Meisterschaften doch in fast allen bekannten Sportarten: Fußball, Rugby, Handball, Leichtathletik, Rüdem. , Tennis, Schwimmen und Fechten ausgetragen, sind doch die zehn Tage vom 1. vis 10. August mit den Wettbewerben vollauf ausgefüllt, derart, daß die prachtvolle Sportanlage der Technischen Hochschule Darmstadt nicht einmal ausreicht, um alle Disziplinen unterzubringen. In der Vergebung der Weltmeisterschaften an Deutschland liegt eine so schmeichelhafte Anerkennung des deutschen Hochschulsports, daß davon allein ein weiterer Auftrieb erwartet werden darf. Besonderen Dank schuldet der-deutsche Hochschulsport hierfür der Technischen Hochschule Darmstadt, die ihren Sportbetrieb geradezu mustergültig aufgezogen hat und die auch die Vorarbeiten zu den Weltmeisterschaften in einer Art erledigte, die man nur mit größter Anerkennung erwähnen darf. Den Darmstädter Studenten ist es nicht zuletzt zu verdanken, wenn sich 33 Rationen an den Weltmeisterschaften beteiligen und wenn diese Beteiligung zahlenmäßig so stark ausgefallen ist, daß man von einem akademischen Olympia sprechen darf. Daß die hessische Hauptstadt der Schauplatz der Weltmeisterschaften wurde, ist der selbstverständliche Dank für das, was Darmstadt auf dem Gebiete des akademischen Sports in so vorbildlicher Weise geleistet hat. Sind von 2700 eingeschriebenen Studenten doch nicht weniger als 2000 in irgendeiner Form sportlich aktiv, hat sich die Technische Hochschule Darmstadt doch ein eigenes Sportgelände von rund 80 ODO Quadratmeter geschaffen, dessen Hauptkampfbahn 10 000 Zuschauer aufzunehmen vermag, dessen Schwimmbahn mit 7-Meter-Turm ebenfalls 1600 Zuschauer fast. Drei Llebungsfel- der, sechs Tennisplätze, Llmkleideräume, die alles Rotwendige enthalten, Wohnräume, Verwaltungsgebäude, eine große, ganz modern eingerichtete Gymnastikhalle, eine eigene Skihütte im Allgäu und die im Bau begriffene Bootshaus- anlage am Rhein bezeugen den guten Geist der Darmstädter Hochschüler. Täglich 600 Liebende unter Leitung des bekannten Diplom-Tum- und Sportlehrers S ö l l i n g e r , dem zwei Hilfslehrer, ein Fechtmeister und ein Reitlehrer assistieren, ein Schwimm-Trainer und selbstverständlich eine ärztliche Beratungsstelle runden das Bild ab, rücken die Technische Hochschule Darmstadt in eine Linie mit den großen amerikanischen Hochschulen, nur mit dem Llnterschiede. daß diesen ungeheure Mittel zur Verfügung stehen, während die Darmstädter Studenten fast alles aus Eigenem schaffen muhten. Dabei beträgt der Beitrag für die körperliche Ausbildung pro Semester nur 6 Mark, von denen 2 Mark für Dautilgung und 1,50 Mark für Sportreisen verwandt werden. Daß eine so musterhaft geleitete Hochschule große Erfolge haben mußte, ist eigentlich naturnolwen- dig, und Darmstadt stellt in der Tat alljährlich eine ganze Reihe von Hochschulmeistem, ist Titel- infcaber der verschiedensten Mannschafts-Meisterschaften. Wenn also Darmstadt zum Schauplatz der Weltmeisterschaften wurde, dann ist das wohlbegründet. 3m Zeichen der Studentenolympiade. WSR. Darmstadt, 31. Juli. Darmstadts Straßen tragen bereits heute reiche» .Flaggenschmuck zu Ehren der morgen beginnenden 4. Weltmeisterschaften der Studenten. Die meisten Teilnehmer der 3 3 Rationen, die ihre besten Athleten entsenden, sind bereits eingetroffen und haben in Darmstadt oder an der Bergstraße Quartier genommen. Die italienische Abordnung traf bereits am Montag und Dienstag ein, die französische, die ebenfalls über 100 Teilnehmer umfaßt, erschien am Dienstag. Auf den verschiedenen Trainingsplätzen und den Schwimmanlagen herrscht lebhafter Betrieb der Wettkämpfer, um sich mit den Bahnen verttaut zu machen. Der Kartenverkauf, insbesondere zu dem Fußballspiel Deutschland gegen Italien, daS am Sonntag zum Austrag kommt, ist durchaus befriedigend verlaufen. Eröffnung am Samstagnachmittag. Obwohl die eigentlichen Wettkämpfe bereits am Freitagvormittag mit den Tennisspie- l e n auf den Plätzen des Tennis- und Eisklubs Darmstadt beginnen, findet die feierliche Eröffnung erst am Samstagnachmittag statt. Freilich sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Rationen mit sämtlichen Teilnehmern zur Stelle, da sich die Wettkämpse in den einzelnen Konkurrenzen und Disziplinen auf verschiedene Tage verteilen, doch am Einmarsch der Rationen nehmen immerhin die meisten von den nunmehr insgesamt 33 Rationen teil. Die Aufstellung der wohl über 1000 Wettkämpfer erfolgt auf dem Stadion des Sportvereins 98 Darmstadt. Linier Vorantritt der Fahnenträger marschiert dann diese stattliche Schar durch das große Einzugstor des Hochschulstadions vom Süden ein mit anschließender Gruppierung auf dem Hauptkampfseld des Hoch- schulstadions. Danach werden die 4. Internationalen Meisterschaften der Studenten' 1930 in Darmstadt mit der Rede des Vertreters des Reiches und einem Böllerschuß eröffnet und gleichzeitig starten über 2600 Brieftauben mit der Rachricht in aller Herren Länder, daß die Weltmeisterschaften in Darmstadt eröffnet sind. Deutsche Hochschulregatta. Die deutsche Hochschul-Regatta in Frankfurt a. M. am Mittwoch wurde durch Organisationsmangel unb ungünstige Witterungsund Wasserverhältnisse zu einer ziemlich verpfuschten Angelegenheit. Starke Gegenwinde, Regen und hoher Wellengang zwangen 'mehrere aussichtsreiche Mannschaften infolge vollgeschlagener Boote zur Ausgabe, dazu machte sich noch die Flußschifsahrt störend bemerkbar. In den schwach besetzten Ausscheidungsrennen für die Wettspiele in Darmstadt siegten im Vierer o. St. Llniversität Frankfurt in 8: 25 vor der TH. Dresden (8: 41), im Vierer ging der Akad. RC Berlin in 9: 19 vor der Llniversität Frankfurt (10: 30,2) siegreich hervor, den Einer entschied der Düsseldorfer RV. 80 (Weimar) in 9. 48,4 vor dem Heidelberger RC. (Frisch) in 10:30,2 zu seinen ©unften, und im Achter blieb der Akad. RC Rhenus Bonn in 7:24 vor dem Akad. RC. Berlin (7:28,8), Llniversität Breslau (7:34,2) und der Llniversität Frankfurt (7:48,4) erfolgreich. Studentinnen-Meisterschasten. An den Studentinnenmeifterschaf- ten der deutschen Hochschulen in Dresden am 26. und 27. Juli, die im Rahmen der Internationalen Hygiene-Ausstellung ftattfanben, beteiligte sich die Llniversität Gießen mit einer 4x50-Meter-Druststafsel. Den Gießener Studentinnen, Fräulein cand. med. Drill, Fräulein cand- phil. Leonhard, Fräulein stud. med. Heid, Fräulein stud. med. P l o ch, gelang es im schärfsten Kampf, hinter der Llniversität Hamburg, vor Berlin und Dresden den 2. Platz zu erringen in der Zeit von 3:21,4 Minuten. Schießsport der Studenten. Mit der Sniführung der Kleinkaliber-Büchs« hat der Schießsport in Deutschland, genau wie in England, Amerika, Schweiz. Dänemark usw., einen ungeahnten Aufschwung genommen. So ist e» kein Wunder, daß auch unsere Gießener akademische Jugend sich diesem Sport widmet, bat doch auch das Institut für Leibesübungen ibt einen Stand direkt auf dem Sportplatz der Llniversität erbaut. Richt verschwiegen soll aber werden, daß eS leider der Zahl nach noch viel zu wenig Studenten sind, die sich in dem wichtigen Sport vervollkommnen, oder ihn überhaupt erlernen wollen. Auch daS jetzt zu Ende gehende Sommersemester hat wieder gezeigt, daß die Freude am Schießsport z. T. noch wach ist. Wenn auch zah- lenmäßig in diesem Sommer durch Ausfall sonst stets schießender Verbindungen ein kleiner Rückgang zu verzeichnen ist, so wurde aber in diesem Semester In der Durchbildung deS einzelnen eine Höhe erreicht, wie nie zuvor^ Richt nur im Schießen der vom ReichSverband Deutscher Klein-Kaliber-Schützenverbände gestellten Bedingungen wurden Fortschritte erzielt, die Gießener Studenten haben auch keine Gelegenheit verpaßt, sich mit anderen Llniversitäten zu messen. Erwähnt seien hier nur das Schießen in Heidelberg und in Frankfurt, bei welch letzterem die Gießener Germanen im MannschaftSschießen sich den ersten Preis deutscher Burschenschaften holten. Weiter beteiligten sich Gießener Schützen an einem von der Llniversität Rostock ausgeschriebenen Postwettkampf. Die Bedingung war hier 10 Schuß lgd. srh." hintereinander ohne anzeigen. Die Ergebnisse waren: Kuba (Germania) 110 Rg., Iancke (Silvania) 110 Rge., Pier (Germania) 103 Rge., Koch (Freist.) und K l e i b ö m c r (Silvania) 101 Rge. Der Rest lag zwischen 80 und 90 Ringen. Auch innerhalb der Llniversität selbst wurde jede Gelegenheit wahrgenommen, sich mit anderen Schützen zu messen. So fand zum ersten Male gelegentlich des Llniversitäts-Stiftungs-' festes ein PreiSschießen statt. Bedingung: 9 Schuh (je 3 lgd. knd. steh, frh.) hintereinander ohne anzeigen. Die Ergebnisse des Mannschaf tSkampses waren (4 Sch.): Akad. Schützengruppe I 290 Rge., Akad. Schützengruppe II 287 Rge., Korps Hafsia 269 Rge., Bursch. Germania 247 Rge., KorpS Silvania 242 Rge. Im Einzelkampf, in dem ja auch die Mitglieder der Mannschaften immer stehen, siegte überlegen Wolf, Korps Hafsia, mit 96 R., ihm folgte Kuba, Bursch. Germania mit 88 Rg. und H e n - deS und Sch wieder (Korps Hassia) mit 79 Rg. Den Abschluß jedes Schießjahres bildet stets das LandeSschiehen. Dieses teilt sich in den Kamps um die Llniwersitätsmeister- schäft und in den Schluhkampf um die Akademische DerbandS-Mei st erschaff, Während ersterer in Gießen ausgetragen wird, wird letzterer gegen Marburg ausgefochten und dementsprechend abwechselnd in Marburg und tn Gießen. Lim die Llniversitäts-Meister- schast können sich alle Schützen bewerben, die sich dem Schießleiter regelmäßig zur Verfügung gestellt und eine bestimmte Anzahl der vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt haben. Am Schießen um die Akad. Verbandsmeister- schaft dagegen dürfen sich nur von jeder Llniversität die drei besten Mannschaften und die sechs besten Einzelschützen beteiligen. Die Preise für den ersten Kampf stellt hier Seine Magnifizenz der Rektor für die beste Mannschaft, wä Irrend der Preis für den besten Cinzelschühen von einer Anzahl Atter Herren verschiedener Verbindungen gestiftet wurde. Beide Preise sind Wanderpreise und gehen erst nach zweimaligem Erschießen in den Besitz über. Das Llniversitäts-Meisterschafts-Schießen (Bedingung,: 9 Schuh, je 3 lgd. knd. steh. frh. hintereinander ohne anzeigen) hatte folgende Ergebnisse: Mannschaftsschiehen: Bursch. Germania 296 Rge., Akad. Schützengruppe l 272 Rge., Korps Silvania 235 Rge. Einzel - schießen: Böhm (Huberiia) 82 Rge., Pier (Germania) 77 Rge., Petri (Germania) 76Rge., Kuba (Germania) 74 Rge., Janke (Silvania) 74 Rge., B e ck e r (Freistd.) 70 Rge. Das waren die Schützen, welche gegen Marburg um die Akademische Derbandsmeisterschaft zu kämpten hatten. Ihnen standen auf feiten Marburgs folgende Mannschaften gegenüber: Akad. Schützengruppe 276 Rge., 21. T. D. Marburg 267 Rge., Freischütz 248 Rge. Der beste Marburger Einzelschütze war Frhr. v. Breidenbach mit 93 Rgn. Die Bedingung war: 15 Schuß, je 5 lgd. knd. sich, frh. hintereinander ohne anzeigen. So ging man dieser Tage nach Marburg auf den unbekannten und wegen der Lichtverhätt- nisse nicht sehr geschätzten Stand. Die Ergebnisse waren: Mannschaftsschießen: Korps Silvania 485 Rge., Burschenschaft Germania 485 Rge., Akad. Schützengruppe 483 Rge. Die beste Marburger Mannschaft, Akad. Schützengruppe, schoß 474 Rge., während Freischütz 435 und A. T. V. Marburg 423 Rge. errangen. Einzelkampf: Kuba (Germania, Gießen) 151 Rge., Paffrath (Akad. Schützengruppe Marburg) 138 Rge., Janke (Silvania Gießen) 132 Rge. W. Lindenau. Sportfest des A. T. V. Hheinfranken. Das Sportfest der Akad. Turnverbindung Rheinfranken gelegentlich ihres 27. Stiftungsfestes fand am vorigen Samstag auf dem Llniversitätssportplatz statt. Der Erfolg entsprach durchaus den ®rtoartungen, die man auf Grund des guten Meldeergebnisses hegte. Hauptsächlich die Staffeln und Läufe wurden von den zahlreichen Zuschauern mit großem Interesse verfolgt, boten sie doch zum Seil äußerst spannend« Endkämpfe. Aber auch in den Ein-elkämpfen waren sehr schöne Leistungen zu sehen. Hervor- zuheben ist wohl besonders der Schleuderballwurf von 56,40 Meter und das Kugelstoßen mit einet Leistung von 12,51 Meter, beides von Mohl, D. f. D. Gießen. In der 4xl00-Meter-Staffel gewann Mw. Gießen in der beachtlichen Zeit von 46,8 Minuten. Als Abschluß fand noch ein Faustballspiel der Akad. Turnverbindung Rheinfrankeu gegen den TV. 1846 «Ziehen statt, das der Tv. 1846 erwartungsgemäß gewann. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Becker, Mtv., 11,6 «Sek.; 2. Guyot, 1900, 11,7 Sek.; 3. Saarn, 21. T. D. Mar- bürg, 11,9 «Lek. Hochsprung: 1. Pfeffer, A. T. B. Rheinfranken, 1,65 Meter; 2. Steines, Mtv., 1,60 Meter; 3. Hopfenmüller, 1900, 1,55 Meter. Dreisprung: 1. Jung, 1900, 12,03 Meter; 2.. Linck, Ä. T. B. Rheinfranken, 11,62 Meter; 3. Hehmann, 1900, 11,55 Meter. Kugelstoßen: 1. Mohl, B. f. B., 12,51 Me- ter; 2. Rothermel, Mtv., 11,03 Meter; 3. Gugel, Mtv., 10,71 Meter. Schleuderball: 1. Mohl, B. f.D., 56,40 Meter; 2. 2lrndt, Mtv., 48,90 Meter; 3. «Seib, 1900, 48,80 Meter. Speerwerfen: 1. Hopfenmüller, 1900, 42,90 Meter; 2. Rothermel, Mtv., 40,80 Meter; 3. Dachmann, 1900, 40,00 Meter. 4xl00-Meter-Staffel: 1. Mäünerturn- verein Gießen 46,8 Sek.; 2. Akad. Turnverbindung Marburg. Schweden staffel: 1. Männerturnverein Gießen. 3x!000-Meter-Staffel: 1. 2lkad. Turnverb. Kurhessen Marburg; 2. Spielvereinig. 1900 Gießen. Faustballspiel: Rheinfranken gegen Tv. 1846 Gießen 54:42. Wirtschaft. OiepfälzischenMühlenwerkestillgelegi. Mannheim. 31. Suli. (WTB.) Die Pfälzische Mühlenwerke 21G., Ludwigshafen, hat im Dersolg des bekannten Stillegungsantrags der südwestdeutschen Großmühlen nunmehr ihren Betrieb völlig eingestellt und die zuletzt noch beschäftigten zirka 140 Arbeiter entlassen. Auch bei den anderen Mannheimer und Ludwigshafener Mühlenbetrieben werden die Ar- beitcrentlasfungen demnächst erfolgen. Nachdem die Pfälzische Mühlenwerke AG. ihren Betrieb eingestellt hat und der gesamten Belegschaft gekündigt wurde, hat jetzt die Rheinische Mühlen- und die Hildebrandt & Sohn AG. Komm. Gef. den Beschluß gefaßt, zum 1. August ihren Betrieb zu schließen. Rach einer weiteren Mitteilung schloß sich die Herrenmühle vormals C. Genz dieser Maßnahme an. • * Die Buderusschen Eisenwerke, Wetzlar, haben sich infolge der wirtschaftlichen Lage veranlaßt gesehen, auf ihrer Main-Weser- Hütte in Lollar rund 800 Mann zum 15. August zu kündigen. Mit der alsdann verbleibenden Belegschaft, die dem ungefähren Vorkriegsstände entspricht, beabsichtigt man den Betrieb während der Herbst, und Wintermonate durchzuhalten. Aus dem gleichen Anlaß sind auf den Gruben Abendstern und Atzenhain (Oberhessen) von Anfang dieses Monats an wöchentlich zwei Feierschichten vorgesehen. Die Belegschaft dieser beiden Gruben beträgt zur Zeit 160 Mann. * Die Reichsindexziffer für d i e Lebenshaltungskosten im Juli. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats 3uli auf 149,3 gegenüber 147,6 im Dormonat. Sie ist somit um 1,2 Prozent gestiegen. Diese Steigerung ist auf eine zum größten Teil jahreszeitlich bedingte Erhöhung der Ernährungsausgaben zurückzuführen. Bei den Kartoffeln ist eine Erhöhung der Ausgaben infolge der Einbeziehung von Kartoffeln neuer Ernte eingetreten; außerdem haben auch die Preise für Milch, Butter und Eier angezogen. Dagegen weisen die Preise für Schweinefleisch einen Rückgang auf. Auch die Preise für Kleidung -haben weiter nachgegeben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 — 100): Für Ernährung 145,9, für Wohnung 130, für Heizung und Beleuchtung 150,1, für Bekleidung 165,5, für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 193,6. * Weitere Arbeiterentlassungen 6$ i den Adlerwerken. Die Adlerwerke vormals Heinrich Kleher in Frankfurt a. M. haben bei den zuständigen Stellen den Antrag auf Genehmigung der Entlassung weiterer 500 Arbeiter gestellt. Die Derwaltung begründet diese Maßnahme damit, die Produktion den heutigen 2lbsatzverhältnissen anzupassen und damit das Ansammeln eines großen Lagers zu vermeiden. Das Werk beschäftigt jetzt rund 2800 Arbeiter, die einer Verkürzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche unter entsprechender Lohnreduzierung zuaestimmt haben. * Stillegung der Weisenauer Zementwerke. Am 9. August sollen die Zementwerke in Weisenau bei Mainz stillgelegt werden. Als Grund werden schlechter Geschäftsgang und geringer Absatz angegeben. Betroffen werden Durch die Stillegung 520 Arbeiter und etwa 40 Beamte. Etwa 100 Arbeiter und Angestellte sollen weiterbeschäftigt werden. * Weitere Bergarbeiterentlassun- geninGelsenkirchen-Buer. Wie WTD.- Handelsdienst erfährt, wollen bei den zur Deutschen Erdöl gehörenden vier Bismarck-Schächten in Buer zum 15. August 500 Bergarbeiter und Angestellte zur Entlassung kommen. Diese Anzeige der Gesellschaft ist vorsorglich getroffen, da die Schächte trotz Einlegung von Feierschichten bereits 40 000 Tonnen Kohlen und 60 000 Tonnen Kots aufgespeichert haben, wodurch die Lagermöglichkeit nahezu erschöpft ist. Sollte eine Besserung der Absatzlage eintreten, so werden die Entlassungen nicht in voller Höhe erfolgen. * Aufhebung der Kapitalertrags- steuer. Wie der Berliner Dörsenvorstand, Abteilung Wertpapiere, mitteilt, kommt bei der Stückzinsenberechnung für diejenigen festverzinslichen Werte, deren Zinsscheine nach dem 2. Januar 1931 fällig werden, ab 1. August 1930 der zehnprozentige Abzug der Kapitalertragssteuer in Fortfall. Der Dörsenvorstand hat diese Meldung herausgegeben, ohne daß bisher eine amtliche Verlautbarung darüber erfolgt ist. Daß der Dörsenvorstand aber die Bekanntmachung erlassen hat, läßt darauf schließen, daß die Regierung auf diesem oder jenem Wege entschlossen ist, die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vorgesehene Qkrortmung über die Aufhebung der Kapitalertragssteuer in Kraft zu setzen und dies dem Dörsenvorstand zu wissen gab. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. August. Tendenz: etwas freundlicher. — Die Stimmung an der heutigen Börse war wieder etwas freundlicher, nachdem sich bei der Lieberwindung des Llltimos keine Schwierigkeiten ergeben haben. Wirtschaftliche Anregungen fehlten aber, so daß das Geschäft klein blieb. Der Ordereingang war wiederum sehr minimal, und die Kulisse war im wesentlichen auf sich selbst angewiesen; doch erhielt sie durch Stützungskäufe von Bankseite einen Ansporn. Die innerpolitische Lage wird wesentlich beruhigter beurteilt. Die zum Schluß fester gewordene Reuyorker Börse trug zur Besserung der Börsensituation bei. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich in Spezialwerten Kursgewinne bis zu 2 Proz. Etwas mehr Interesse bestand am Elektromarkt für Siemens und «Schuckert, die bis zu 2 Proz. fester eröffneten. 21®®. gewannen 1 Prozent. Am Chemiemarkt ergaben sich Erholungen bis zu 1,25 Proz., Zellstoffwerte blieben behauptet. Am Montanmarkt bestand für Mannesmann und Klöckner bei Besserungen bis zu 1,5 Prozent etwas mehr Interesse. Zellstoffwerte lagen nur knapp behauptet. 2L-®. für Verkehrswesen mit minus 2 Proz. angeboten. Auch in Banken konnten sich teilweise etwas größere Gewinne ergeben. Reichsbank waren wieder etwas gefragter und 2,5 Proz. fester. Rur Barmer Dank 1 Prozent schwächer. Kunstseideaktien nach der anfänglichen Abschwächung wieder leicht gebessert. Am Rentenmarkt konnten sich Reubesitz auf etwas zunehmende Rachfrage weiter leicht erholen. Alt- besitz knapp gehalten. Auf Abgaben in Kunstseideaktien, angeblich von holländischer Seite, sowie unter dem Druck der Geschäftsstille neigte die Tendenz eher zur «Schwache. 2lku wurden etwa 4 Proz. niedriger taxiert. Im übrigen ergaben sich Abbröckelungen bis zu 1,5 Proz. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Proz. weiter versteift. Am Devisenmarkt lag das Pfund fest. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1835; gegen Pfund 20,3790; London gegen Kabel 4,8715. Berliner Börse. Berlin, 1. Aug. Die letzte Börse dieser Woche brachte einige Deckungen der Spekulation zum Wochenschluß. Die Rachrichten aus der Wirtschaft in der hiesigen Morgenprcsse lauteten nicht besonders günstig. Die Arbeiter- und Angestelltenentlassungen hatten die Krisenstimmung noch verstärkt, ebenso die Schwierigkeiten in der Metallindustrie. Die rückläufige Kohlenförderung im Ruhrbergbau und im Osten (Deutsch-Ober- fchlesien) ist ebenfalls als retardierendes Moment zu erwähnen. Anderseits ging von dem Abbau der Kapitalertragssteuer (Stückzinsenwerden auf Beschluß des Börsenvorstandes schon ab heute ohne den bisherigen lOprozentigen Abschlag gerechnet) und den anscheinend doch glatten Verlauf des Zahltags und dem festeren Schluß der gestrigen Reuyorker Börse eine Anregung aus. Ohne daß das Geschäft wesentlich an Umfang zunahm, lagen die ersten Rotierungen überwiegend fester, lieber 1 Proz. hinaus konnten Julius Berger, Schles. Zement, Mannesmann, Köln-Reuessen, Salzdetfurth, AEG., Siemens und Schlesische Gas um 2 bis 3 Proz. anziehen. Auch Oberkoks lagen 1,60 Proz. höher. Etwas schwächer eröffneten AG. für Verkehrswesen, Mansfelder, Zellstoffwerte und Polyphon. Deutsche Anleihen waren behauptet. Reubesih im Verlaufe etwas anziehend. Von Ausländern konnten Mexikaner leichte Erholungen aufweisen. Am Pfandbriefmarkt gab natürlich die Aufhebung der Kapitalertragssteuer eine Anregung. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 5 bis 7 Proz.; Monatsgeld 4.25 bis 5.50 Proz.; Warenwechsel 3,75 Proz. Auch im Verlaufe war das Geschäft ruhig; nachdem die Deckungen und kleinen Käufe zu den ersten Kursen zur Ausführung gekommen waren, wurde die Tendenz späterhin wieder unsicher. Als dann am Kunstseidemarkt Abgaben (angeblich holländische) einsehten, wobei Verluste von 2 bis 2,5 Proz. eintraten, und als Mansfelder ohne erkennbaren Grund plötzlich auf ein Angebot von wenigen Mill um 3,25 Proz. zurückgingen, überwog auch an den übrigen Markten die Abgabeneigung und, das Kursniveau ging ziemlich einheitlich um 1 bis 2 Proz. zurück. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 31.Juli. Die flauen «Schluhmeldun- gen von den überseeischen Terminmärkten blieben hier völlig ohne Eindruck, da infolge des weiterhin unbeständigen Wetters das Jnlandangebot gering bleibt und vereinzelt bereits Qualitätsbefürchtungen laut werden. Im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft setzten die Julisichten von Roggen und Hafer unter Realisationen zwar 3 bzw. 7,50 Mark niedriger ein, im allgemeinen war die Grundstimmung jedoch fest. Weizen konnte 1 bis 2 Mark gewinnen, Roggen in den späteren Sichten stetig. Jnlandweizen zur sofortigen Lieferung ist kaum offeriert und die Erfüllung der bisher getätigten Abschlüsse von kurzfristiger Ware begegnet «Schwierigkeiten. Roggen zur prompten Verladung war auch nur mäßig angeboten und wurde von den Mühlen und Reporteuren zu etwa 1 Mark höheren Preisen ausgenommen. Weizen- und Roggenmehle haben laufendes Konsumgeschäft zu unveränderten Preisen. Umsätze auf Herbstlieferung kommen trotz leichter Belebung der Rachfrage nur vereinzelt zustande. Hafer bei kleinem Angebot von besserer Kauflust fester. Don Gersten kommen in letzter Zeit, mehrfach geringere Qualitäten zum Angebot, die schwer abzusehen sind. Feine Sorten sind im Preise behauptet. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, Juli 295 bis 296 (fest), Sept. 260 bis 262 bis 261, Oft. 262 bis 262,50 (Geld), Dez. 270 bis 271; Roggen, märkischer, 158 bis 161 (befestigt), Juli 174, Sept. 175,50 bis 176,50, Oft. 180 bis 181,50 bis 181, Dez. 186 bis 189; Gerste 174 bis 197 (stetig); Hafer, märkischer, 180 bis 188 (unregelmäßig), Juli 182 (Geld), Sept. 186, Oft. 191 bis 189,50, Dez. 194 bis 193,50 (Brief); (100 Kilo): Weizenmehl 31,75 bis 39; Roggenmehl 22,50 bis 25,25 (behauptet); Weizenkleie 9,75 bis 10,40 (ruhig); Roggenkleie 9,75 bis 10,50, Fingierter Raubüberfall in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M., 31. Juli. Rach den kriminalpolizeilichen Feststellungen hat der Bezirksvorsteher S u r e k den Raubüberfall offenbar vorgetäuscht und sich den Brust- schuß selbst beigebracht. Der Revolver, mit dem die Tat ausgeführt worden ist, ist im Ausguß des Klosetts der Surekschen Wohnung gefunden worden. Die Waffe gehört jedenfalls dem Surek. Er bestreitet vorerst noch, die Tat selbst ausgeführt zu haben, gibt aber zu, die Waffe, die der angebliche unbekannte Täter auf dem «Schreibtisch liegenaelassen hätte, ins Klosett geworfen zu haben, nachdem er vorher vergeblich versucht hätte, sie mit einem Hammer zu zerkleinern. Es ist von Wichtigkeit, zu erfahren, tvo daS abhandengekommene Geld, 5500 Mark, verblieben ist. Surek hat es am Dienstag, 29. Juli, um 9.30 Uhr, vom Geldbriefträger ausgehändigt bekommen. Die Tat wurde am selben Tage gegen 17 Uhr verübt. Die Kriminalpolizei (Zimmer 366 des Polizeipräsidiums) bittet dringend, daß sich Personen umgehend melden, die angeben können, wo sich Surek am 29. d. M. in der Zeit von 9Vs bis 17 Uhr aufgehalten hat, und denen er Zahlungen geleistet hat. Insbesondere liegt es im eigensten Interesse derjenigen Personen, die von Surek Geld erhalten haben, sich umgehend bei der Kriminalpolizei einzufinden. Akademische Ehrungen in Darmstadt. WSN. 2) a r m ft a b t, 31. Juli. Rektor und Senat der Technischen Hochschule Darmstadt haben Dr. Aug. Dyckerhoff in Wiesbaden-Biebrich, Geschäfts- führer der Portlandzementfabrik Dyckerhoff Lc Söhne G. m. b. H. die Würde des D r.- I n g. e h r e n h a l - der verliehen in Anerkenung feiner hervorragenden technisch-wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiete der Zementerzeugung und der damit verbundenen Förderung der Industrie des Hessenlandes. Herr Otto Dyckerhoff in Wiesbaden-BieLrich, Geschäftsführer der Portlandzementfabrik Dyckerhoff & Söhne G. m. b. H. wurde in Anerkenung seiner Verdienste um die Einführung neuzeitlicher wirtschaftlicher Methoden der Zementfabrikation zum Ehrensenator der Technischen Hochschule ernannt. Büchertisch. — In der Entwicklung des Deutschen Reiches schon Jahrzehnte vor 1870 spielt die Gestalt des späteren Prinzregenten Luitpold von Bayern eine Rolle, die sowohl in der Öffentlichkeit wie in der Geschichtsschreibung noch wenig bekannt undi gewürdigt ist. Von besonderem Interesse ist deshalb das neueste Heft der Süddeutschem Monatshefte München, „Prinzregent Luitpold von Bayern", welches die Gestalt dieses! Herrschers zum erstenmal umfassend auch im allgemein deutschen Rahmen behandelt. Ihre besondere Bedeutung erhält die Schrift durch eine Reihe bisher unveröffentlichter Dokumente zur Lebensgeschichte des Regenten und zur Entmündigung König Ludwigs II. aus dem Geheimen Hausarchiv. Die innere Geschichte der Regentschaft schildert Dr. E. v. Aretin und es wird so recht bewußt, unter welchen ungeheuren Schwierigkeiten der schon 65jährige Prinz Luitpold die Regierung übernehmen muhte. Und trotzdem gelang es dem Regenten in überraschend kurzer Zeit, aller «Schwierigkeiten Herr zu werden unöi auch Bayerns Verhältnis zum Reich immer besser zu gestalten, trotz mancher Hindernisse, welche nicht zuletzt in der Person Wilhelms II. lagen. Bayern selbst erlebte unter Luitpold seine glücklichsten Jahrzehnte. In vielen Einrichtungen war Bayern vorbildlich für das Reich. Trotz der gebotenen Sparsamkeit des Staates wurde München damals die künstlerisch lebendigste und produktivste Stadt Deutschlands. Wenn Luitpold selbst vielleicht kein sehr kritisches Kunstverständnis besaß, so war er gleichwohl einer der persönlich bezauberndsten Mäzene seiner Zeit und hat durch persönliche Förderung außerordentlich viel für die Kunst und Wissenschaft getan. Dies bezeugen im gleichen Heft die sehr interessanten Erinnerungen von Ferdinand v. Miller, Max Slevogt, Oscar v. Miller u. a. Köhlers Taschenliederbuch für das deutscheDolk (Wilhelm Köhler Verlag,Minden i. W.)., enthält auf 305 Seiten 550 der beliebtesten Volkslieder, Wanderlieder, Studenten-, Trink-, Turner- und Soldatenlieder. Trotz seines inhaltlichen Umfangs ist es kein unförmiger Band, sondern ein kleines, handliches Buch, bequem in der Tasche zu tragen. Es kostet 90 Pfennige, in biegsamem Ganzleinenband 1,60 Mark. Die vorliegende Reuauflage ist um fünfzig Lieder vermehrt worden. (164.) Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgerneinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 2. August. Vorabend 7.30 Uhr; morgens 8.30 Uhr; abends 8.20 und 9 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 2. August. Freitag abend 7.30 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9. — Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdisfont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Jranlfurt a. Dl. | Berlin Schluß»! kur- | 1 «Uhr- Kurs Schluß- kurs Anfang- Kur- Datum 3b ,. 1. 8. 31. /. 1. 8. 6% Deuuche uteiajeatueUje von 1927 ....... 7% Deutsche Reichsanleihe 88 — 88,25 — von 1929 ........ 101,75 _ 102,1 Deutsche Anl.»Abi öf.> Schuld mit 69,8 7,9 59,65 8,13 59,7 7.9 59,9 8 Desgl. ohne AuSIo,.-Rechte . . 8% He«. BolHftaal von 1929 (tüdiablb 102%)...... 96 96,75 Lberhefsen Provinz - Anleihe mit AuSioj.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. 58,75 — — — Anleihe Serie 1...... 8% Franks. Hhp^Bank Soldpse XIII unkündbar bis 193-1 . . . 7% Franks. Hhp^Bank (Soldpse 59,1 — 59 — 101,5 — _ 96 Rheinische Hyp^BauI £tqu. «Soldpse........ 8% Pr. Landespfandbriesanstalt. 87,9 — — — Pfandbriefe R. !7...... 101,25 101,25 8% Pr. Landespfanvbriefanstalt, — Äomm^Cbl. 8t. 20...... 98 98 7% Pr. LandeOpsandbriesanstalt, Psandbriese S. 10...... A.E.B. adg. Bortriegi-Obligatio. 97 — 97 — neu, rückzahlbar 1932 ... — — — — <% Oesterreichlsche Goldrrnte . 26,4 26,6 3,25 4,20% Oesterreichlsche Silberrente 3,25 _ 4% Oesterreichische Einheitliche Rente ....... 2,05 —— 2.1 ♦% Ungarische «Soldrente .... 23,65 23,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — 20,25 4y,% deich, von 1918 . . . 20,5 2,175 — 20,8 4% Ungarische Kronenrente . . — 2,15 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bogdadbahn-Anl 4,9 5,1 1.95 — Serie 1........... 4,9 — 1,95 5,1 4% dergl. Serie ll . .... - ■ 6% Rumänische Verein». Renke 4,9 9,45 — 4,95 von 1903 ......... — 9,3 _ 4%% Rumänische vereinh. Rente 15,2 Von 1913 .......... —— 15,6 15,9 4% Rumänische vereinh. Renke 7.45 — 7.4 Frankfurt a. Hl. Berlin Schluß« fünf | 1-Uhr. Kurs Echluß- lurs Anfang« Kur- Datum 31. /. 1. 8 31- /- 1. 8 üamburg-wmerita ‘Datei • • 91,25 91 91,4 90,9 Hamburg-Südam. Dampfschiss . 8 — 151,25 Hansa Dampsschiss..... 10 — — 126 — Norddeutscher Lloyd .... . 8 — — 91,25 91 Allgemeine Deutsche Creditansk. 10 107,25 — 107,75 107,75 8armer Bankverein . . . 10 115,5 114,5 115 114,5 Berliner Handelsgesellschaft 12 146,5 — «46,5 147 Commerz- und Privat-Bank . 11 132 132,5 132 132,5 Darmstädter und Nationalbank 12 185,5 — 185 186 Deutsche Bank und Disconto^Sesellschast,. . . 10 126,75 126,5 126,25 Dresdner Bank ...... 10 126,75 126,75 126,25 126,25 Reichsbank ........ 12 — 246,25 244 A.E.G........... . 8 140 141 «39,13 141,5 Bergmann........ . 9 — — 172,5 172,5 Sleltr. Lieferungsgesellschaft. 10 128 — 128 129 Licht und Straft...... 10 137 — 137 137,5 Felten & Guilleaume . . . 9,5 — 99 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 137 _ 137,5 138,5 Hamburger Elektrizitäts-Werke Rheinische Elektrizität . . . 10 — — 130,5 130,75 . 9 — — Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 131 133 Schuckert & Co....... 11 155 152,75 154,5 Siemens & Halske ..... 16 «90,5 192,5 190,5 193 Transrabio ..••••• . 8 — Lahmeyer L Co.. ..... 10 155 — 154,9 154 Buderus ........ . o 61,75 — 62,5 _ Deutsche Erdöl ...... Essener Steinkohle ..... . 6 — — 73 73,75 . 8 — — — Gelsenkirchener...... . 8 «08,5 — 108,4 108 Harpener..... • • • . 0 100 100 100 100,5 Harsch Eisen. ...... SK — — 85 87 Ilse Bergbau ....... 10 — 223 223 Klöcknerwerke ....... e < 84 84 83 83 . 7 — 82 84 Mannesrnann-Röhreu ... . 7 4,75 86,25 14,5 86,5 Mansfelder Bergbau .... Oberschles. Eisenbedars . . . . 7 59,5 58,25 . 6 — _— 51 51 Oberschles. KokSwerke.... -7 — 16,9 8,5 Phönix Bergbau...... 6V? 78 — 78 77.9 Rheinische Braunkohlen . • 10 215 — 215 216 Rheinstahl........ . 6 91 - ■ 91,5 91,5 Riebeck Montan ...... 7,2 '— 95,79 96,13 Frankfurt a. 2)1. Berlin Schluß« fürs k-Uyr« Kur- Schluß« kur- Anfang- Kur- Datum 31. /■ 1. 8. 31. 7. 1. 8. bereinigte Stahlwerke Otavi Minen .... 78 — 78 78 • • 167. - 40,25 39,9 Kaliwerke Aschersleben • 10 187 — 186,75 186 Kaliwerke Westeregeln • 10 195 195 194 Kaliwerke Salzdetfurth • • 16 319 — 319,5 323 5s. G. kiarben.Industrie Dynamit Nobel . . . - 12 150,13 151,4 150,13 151,6 • . 6 — 72,25 Scheideanstalt.... . 9 138,25 — Goldschmidt .... . 6 57 — 56,9 56,75 Rütgerswerke .... . 6 50,75 51,75 50,4 51,75 Metallgefellschast. . . • • . 8 105.25 105.75 Philipp Holzmann . . . 7 76,5 102 — 76 75,75 Zementwerk Heidelberg . 10 — Gementroerf Karlstadt. • • 10 125 — — — Wayß & Freyiag . . . 8 70 70 70 — Schultheis Patzenhofer 16 — 263 264 Cftrocrfe...... 12 — — 212 214 Aku........ 18 0,5 91,25 )0,25 90,75 Bemberg...... 14 90 90,5 91,26 92,5 flellftoff Waldhos . . • • 3'/. — — 130 130,25 Zellstoff Aschaffenburg • • 12 ^7,5 97,25 100 95,75 Charlottenburger Wasser • . 8 — — 4.13 94 Dessauer Gas .... . V — — 130 130,75 Daimler Motoren . . • 0 28 — 27,75 27,6 Deutsche Linoleum . 185 — 184 184,5 —> _ «0,65 41 Nat. Automobll . . e e . 0 — — 11 11,25 Crenfleln & Kappel . . 6 — — 60,5 10 130 —— 131,5 131,4 SvenSka .... — — 102,5 303 Frankfurter Maschine» . 4 21,5 31 —— 22 —- G ri sm er...... . 6 — 32 — Heyligenüaedt . . . e . 0 — — 5 © ifi *-> Q E 3 3 w o ö> E S ,o Ä z ’«48 E e c Z g » sSI z §y °Z 3 2 * js^l s sZ « 2 g LH s-e- E 5 g-~ ?Äc a M-U e^V §£2 = 8 E 9= -^ - coc s® Z z E 4 i^-S.2 AH~® H X =85 -|e :?;e=4 = = =-&£ c = = Z KZ Se 2 sJe2i z = £* _T Ä V S = c S ’« ~ ‘2 u 2iM-g . 2. " Q U) E^ :4 A / s W E - Z5Z E “ * ° X a *2. =*6K * iz S-SfH? i = i = -— a _ o ■="—v = = A -.e X CQ G =5£ S_ .5 — 2 A — G^> v-8 2 *“ HZ er-1u = ^ LZZZE *"* M « Z5 o u C E'gjS-8 1=S r°K ®K * = •; = A = Z 2 21 2 «-0(5^7 S = *2^ * .z<5 d ^, = e . A - 2."" g t- ff* £ c cZi= >Ä-X 15=^2 ^Z=xL 5f 5o = ^cäl^Zh' ,8 c“ e 2 - «“ ^ZZLy^S-S * _ = * ■6‘za-, «os 52 £.5? ID o> 5 g =3 L7Zs S = zz ß = .4 uS 1 2 o a c 3X-="x pg^# * E L2N - 2 _ E k-5 = 23 -ß ^Sa8 = = BZ isSä * ö o £y *— = §..-2 .-= «fl? 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