Wif^en olizeiamt, He F: 3.SL 2 6t bt. = 3,61 fm, - ? St. = 4,52 fm. SL 3 6t. = 0,88fm; im; QütelWt N; St. = 3,02 fm. - 12 St. = 8,61 fm, RI. 16t. = 0,38 im. A. 6 St. = 2,63 fm, im. Kl- 5 61 - 0,58 fm, 5 fm, 2a=fil. 2-5 £t 29 St. = 23,95 fm, ,92 fm, 3ML 3 61 St. = 2,46 fm, 5.SL ütetLF: 2s-Kl. 8 St. St.-4.93fm,3E -Kl 2 St. -1,04 fm, I fm. Kl 2 St. - 0,35 fm, 14 fm, 2E. 3 St. St. = 1,33 fm, 3b-.U ütekl F: 2s-Kl 1 St. Utifltrutig. ?'■ ”?n oormiilan, franliurtec ho,- ’ "freien fjombero S ®ont«sl)QU[en steigert: l:5öf. = 0,88fm, Ä 3.S( 21 et- = 8,75 Im, > Im. 6 si -) c. Kl 3 St. - 0,55 fm, 11 fm, 2a-SL 315t A §/. - 25,74 fm, 6 fm, ML 7 54 4 St. - 8,04 fm, n; Mrst.F: IbM N. 3 St. -- 3,50 Im, > fm. ifie N: ls-KI. 17 St St. = 1,21 fm, 2a=SL {fangen. i. und 2. Kl - inberg 4a). 33860 as Hoh M der Ler« gen, da spatere 6m* berücksichtigt werden. i»d ab Attllag-A affung der Schreib- ml erhältlich. Mjj zuständigen Herren erzeichnete 21mt den29.2lpril 1930. lamtNM^ I.MfM nach- oersleigere ich im eg, dahier, Mgs- ihlung: in, Aegistrierkaße, MS ELÄ "«isÄ'"1 3,bif)0 Kokosbesen, ft 1027 fßaflr > MS ^aarj)erren339iD chen- tönf Blatt pparßt 1 genfsk- 028» *! 'S gchen, eine” fSS*’*« r Nr. 101 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 1. Mal 1930 Erschein' »ügl'ch, anher Sonntags und Ieienc>E Beilagen: The Dnuftrierte Gießener Familien blätter Heimat >m Bild Die Scholle Monat,-vezugrprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsorechanschlüfie anterSamme(nummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. poftfcherNonto: Kranksuri om Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Untverfitülr-Vuch- und §te!ndruckerei H Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschaftrftelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeige« für die Tagernummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, ‘Platjoorfdjrift 20“ , mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tyyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Um die Saar. Don Adolf Kranke, Köln. Der Verfasser hat an den entscheidenden Kämpfen der Saarbevölkerung als führender politischer Journalist teilgenommen. Die Befreiung des Saargebiets von dem landesverräterischen saarländischen Mitglied der Regierungskommission Dr. Hector hat Franke durch einen seinem Gegner ausgezwungenen Beleidigungs- prozeß erreicht. Anfang Mai beginnen neue Eaarverhandlungen, bei denen das Warndtproblem im Mittelpunkt steht. D. Red. Die Saarfrage wäre vielleicht einer der possenhaftesten und törichtsten Witze der Weltgeschichte, wenn eS sich nicht dabei um die Q3er- schacherung von Menschen handelte. Unwahrheiten schon in Tardieus Denkschrift über das Saargebiet (so die reine Erfindung eines Empfangs der französischen Truppen in Saarlouis und eines begeisterten Telegramms der Stadt an den Präsidenten der französischen Republik), grotesker Schwindel Elemenceaus (die 150 000 Saarfranzosen), Lloyd George sekundiert, aus Gründen, die mit der Sache nichts zu tun haben (wenn Entgegenkommen für Deutschland notwendig, dann möge England seine Wünsche reduzieren, sagten die Franzosen), Wilson läßt sich übertölpeln, — es entsteht eine , Frage", die Niemals eine Frage gewesen ist. Eine üble Mih- geburt erblickt das Licht der Welt: das Saarstat u t. Die Saarverhandlungen kommen nicht vorwärts. Warum? Frankreich fan n sich nicht befreien von — der Lüge! Wer Frankreich unvoreingenommen besucht, der ist bezaubert von diesen liebenswürdigen, höflichen Menschen. Friedlich sicherlich, aber auch sehr national. Mischt man das richtig, dann ist eben doch das Pulverfaß da, in das man nur ein Fünkchen zu werfen braucht, dann geht die Flamme hoch. Die Leute werden wild nationalistisch - um ihren Frieden zu schützen. Ludwig XlV. Hot diesen Frieden geschützt; ja, nach der Auffassung maßgebender Franzosen, Historiker und anderer (Foch), hat Rapoleon nichts anderes getan, als diesen Frieden zu schützen gesucht. Wir glauben allerdings Rapoleon selber mehr: daß eine Art europäischen Föderalismus sein Ziel war, unter seinem Kaisertum und dem seiner Dynastie und darum unter Frankreichs Dorherrschaft. Immerhin durchaus ein Bündnissystem, also auch nicht etwa nach Form und Inhalt „nur“ ein größeres Frankreich; so armselig klein dachte er auch nicht. Die falsche napoleonische Idee führte nach dem alliierten Siege zu dem Versuch, Rheinland und Eaargebiet von Deutschland abzutrennen und in irgendeiner Form Frankreich anzugliedern. Falls die französischen Rationalisten wirklich eine andere Auffassung über die Geschichte des Saargebiets als wir Deutschen hatten, dann hätte sie schon die Zeit der militärischen Besetzung während des Waffenstillstandes bekehren müssen. Riemand wird sogen dürfen, daß die Eaarbevölkerung trotz allen Druckes damals auch nur im allergeringsten Anlaß gegeben hätte, an ihrem Deutschtum zu zweifeln, obwohl sie sich der Macht fügen mußte und fügte. Das Bild war klar. Wer cs nicht verstand — wollte es nicht verstehen. Oder er war in seiner Eitelkeit blind. Alles einsetzend, heldenhaft und furchtlos hat sich die Saarbevölkerung gewehrt und hat ihr Teil dazu beigetragen, daß heute innerhalb des Völkerbundes und in der ganzen Welt bei allen, die politisch denken können, keinerlei falsche Auffassung mehr besteht über die absolute Deutschheit der Menschen im Saar- gebiet. Es soll hier auf diesen gigantischen Abwehrkampf nicht näher eingegangen werden. Obwohl man im allgemeinen draußen von ihm weniger weiß als vom Angriff. Angriff mit allen Mitteln: Gewalt, Trug, Lockung, Verführung. 3a, Frankreich ist vor der niedrigsten Maulwurfsarbeit innerhalb der Bevölkerung nicht zurückgescheut. Vor einer Moulwurfsarbeit im wahrsten Sinne des Wortes. Wir sprechen hier von der Ausbeutung saarländischer -Kohle von französischem Boden aus, dem Angriff auf das Warndt- gebiet Die Sache liegt sehr klar. Wollte die Saarregierung ihre Pflicht als Verwalterin des Saargebietes und Vertreterin des Treuhänders Völkerbund (!) erfüllen, dann durfte sie, falls die reichen Warndtflöze abgebaut werden sollten, nur eine Erschließung im Warndt- gebiet selber zulassen. Daß sie die Ausbeutung durch französische Firmen von lothringischem Gebiet aus genehmigte, ist, rein wirtschaftlich betrachtet, schon eine schwere Versündigung am Saargebiet. Denn diese Ausbeutung schwächt das Gebiet nicht nur außerordentlich, sondern bringt es auch um den entsprechenden Kohlen» t>erlauf nach Lothringen. Uni) das eben durch regelrechten Diebstahl am Saargebiet, obwohl sogar in Lothringen selber noch reichste Kohlen- schähe der Hebung harren. Aber die bewahrt man auf. Das ist ja auch das bereits unverhohlen ausgesprochene Ziel Frankreichs, durch Einbeziehung des Warndtgebiets „eine Art Grenzderichtigung" vorzunehmen. Lies Lothringen, da das Saargebiet leider doch zurückgegeben werden muß, von dem Bezug saarländischer Kohle unabhängig zu machen. Die Lothringer Ausbeuter zahlen dem Saargebiet nicht einmal Steuern. Politisch gesehen ist aber diese Pflichtverletzung der Regierung Rault ein Derbrechen an Schluß der Auslandskontrolle bei der Reichsbank. Eine 2Reöc Luthers an die scheidenden ausländischen Generalratsmitglieder. Berlin, 30. April. (WTB.) 3m Anschluß an die heutige Generalratssihung der Reichsbank hatte Reichsbankpräsident Dr. Luther die Mitglieder des Generalrates zu einer kleinen Abschiedsfeier in der Reichsbank ein geladen, an der neben Mitgliedern des Reichsbankdirektoriums auch der Reichskanzler teilnahm. Der dieser Gelegenheit hielt Dr. Luther eine Ansprache, in der er u. a. darlegte, von wie großer Bedeutung das Vertrauen ist, daß dem Geldwesen eines Landes entgegengebracht wird. Weiter führte Dr. Luther aus: Für ein Land in der Lage Deutschlands mit seiner Reparationslast haben die Beziehungen nach außen eine vervielfachte Bedeutung. Das vertrauen, das die Arbeit des Generalrates erfüllt hat, hat einstmals feinen Einzug in die Reichsbank durch das Tor des Mißtrauens gehalten. Bei den Erörterungen, die zu dem später sog. Dawes-Plan geführt haben, hat vorübergehend sogar die Gefahr bestanden, daß ein ganzes Gebäude des Mißtrauens errichtet würde, das zu groß, zu wuchtig war, als daß das zarte Pflänzlein jungen Vertrauens neben ihm hätte gedeihen können. Wer die damaligen Erwägungen beobachtet hat — ich war in jener Zeit Reichsfinanzminister — weih, daß sogar der Gedanke ausgetaucht ist, die Emissionsab- teilung der neu zu gründenden Rotenbank im Auslande zu errichten und daß das Sachverständigenkomitee dem Generalrat die Möglichkeit überlassen wollte, den Metallbestand der Bank und die Rotendruckstelle in das neutrale Ausland zu verlegen. Daß das dann eingesetzte Organisationskomitee sich entschlossen hat, die neue Dank als eine Fortsetzung der alten Reichsbank ins Leben zu rufen, war solchen Plänen gegenüber ein Zeichen beginnenden Vertrauens. Ich gedenke gern in diesem Zusammenhang des einzigen ausländischen Mitgliedes des damaligen Organisationskomitees, Sir Robert Kindersley, der der Entwicklung verständnisvolle Förderung entgegengebracht hat. Besonderer Dank gebührt hier aber meinem um die Reichsbank und den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft so hochverdienten Amtsvorgänger Herrn Dr. Hjalmar Schacht, der als deutsches Mitglied des Organisationskomitees mit voller Einsetzung seiner Persönlichkeit dafür gesorgt hat, daß das Deutsche Reich fein ihm eigentümliches Währungssyslem, feine Reichsbank, als Träger auch der neuen Währung behielt. Unter den Früchten, die diese Arbeit getragen hat, erwies sich als wahrlich nicht die geringste, daß von den ersten Tagungen an die ausländischen Mitglieder des Generalrates und an ihrer Spitze der Kommissar der Reichsbank ungeachtet der besonderen Ausgaben, die ihnen als ausländischen Persönlichkeiten innerhalb der Reichsbank oblagen, mit Deutlichkeit ihre Verantwortung gerade gegenüber der Reichsbank gefühlt und betätigt haben. Es ist mir angenehme Pflicht, das Wirken dieses Kommissars bei der Reichsbank des Herrn Prof. Dr. B r u i n S besonders hervorzuheben. Wenn wir in Erwartung der bevorstehenden Ratifikation des Boungplans durch die erforderliche Anzahl von vertragschließenden Staaten uns heute von Ihnen, meine sehr verehrten Herren, verabschieden, so wollen wir nicht gleichzeitig von der aufbauenden Kraft des Vertrauens Abschied nehmen, die sie uns geschenkt haben. wir Deutschen empfinden es als eine Erlösung von schwerer Last, daß durch die Annahme des Doungplanes die ausländischen Kontrollbefugnisse wegfallen. Wir geben uns sogar der Hoffnung hin, daß Sie, nachdem Sie durch Ihre Tätigkeit in der Reichsbank so manches Jahr mit dem deutschen Volke mitgelebt haben, auch dieses Befreiungsgefühl des deutschen Volkes innerlich miterleben. Ich möchte wünschen, daß, nachdem aus dem Mißtrauen des Dawesplanes einstmals das Vertrauen geboren worden ist, nun aus dem Vertrauen des Voungplanes auch Ihr Vertrauen auf Deutschlands Zukunft einen neuen Antrieb erfährt, die durch die tatsächliche Entwicklung gerechtfertigt werden möge. Wenn da- Körperliche des alten Generalrats in wenigen Tagen verschwindet, so möge, dies ist mein Wunsch, das Geistige des Generalrates den Körper überleben und sich in der Freiheit neu entfalten. Auch die mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich verbundenen Absichten einer wachsenden Zusammenarbeit der Rotenbanken und Bewältigung großer Probleme der Weltwirtschaft durch Zusammenarbeit haben einen Teil ihres Ursprungs ohne Zweifel in den Erfahrungen des Generalrates. Es ist sicher für alle Mitglieder des Generalrates eine besondere Freude, daß unser sehr verehrtes Mitglied Herr Mac G a r r a h, sich entschlossen hat, das Präsidium der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich anzunehmen, und auch Sir Charles Addis darf ich in seiner besonderen Rolle als Dice-Chairman der genannten Dank warm bewillkommnen. Wenn der Geldstrom heute wieder mit einiger Leichtigkeit über die Erde fließt, so ist der Kapitalstrom an Schober gibt -en Anschluß preis. Keine politische Union mit Deutschland. Oa!ür 1OO Millionen-Anleihe. London, 30. April. (wTv.) Dr. Sdjobei teilte dem Pariser Korrespondenten des Reuter- bureaus mit, alles fei für die Ausschreibung einer österreichischen Anleihe innerhalb bet nächsten zwei Monate vorbereitet. Die Ausgabe werde in den Händen der Firma 3. P. M o r g a n & Eo. liegen und der Betrag werde 10 0 Millionen nicht überschreiten. Der (Ertrag werde ausschließlich für die Erfordernisse der P o st und für den Ausbau der Eisenbahn verwandt werden. Schober sagte weiter, das erste, was et in London tun werde, fei, der britischen Regierung für alle Anterstühung, die sie Oefterreidj Ira Haag zuteil werden lieh, erneut feinen Dank auszusprechen. Bezüglich der Anschlußfrage entwickelte sich folgende Unterhaltung: Frage: Ls wird berichtet, daß Sie die Haltung Oesterreichs gegenüber Deutschland als „eine Ration, zwei Staaten“ definiert haben; stimmt dies? Antwort Schobers: Ich habe dies stets aufrechterhalten. Frage: Line p o 1111 s ch e Union kommt demnach nicht in Jrage? Antwort Schobers: Rein. Das Großkreuz der Ehrenlegion Paris, 30. April. (WB.) Der Präsident der Re> publik hat heute nachmittag den österreichischen Dundeskanzler Dr. Schober empfangen und ihm bei dieser Gelegenheit die Abzeichen des Großkreuzes der Ehrenlegion überreicht. Im Anschluß an seinen Besuch im Elys^e wurde Dr. Schober von Ministerpräsident T a r d i e u empfangen. der Saarbevölkerung. Durch eine Aufschließung der Flöze an Ort und Stelle hätten die Warndtbewohner Arbeit im eigenen Lande gefunden. Das war aber gerade Sinn und Zweck der Hebung, es dahin zu bringen, daß die Warndt- bewohner ihrem Ledenserwerb auf scheinbar unabsehbare Zeit über der Grenze nachgehen müssen Das ist politisch des Pudels Kern. Denn gleichzeitig hat Frankreich eine intensive politische Propaganda unter den Warndtbewohnern veranstÄtet, unter Gründung eines französischen Propagandaverbandes für Bergleute Wie deutsch müssen diese Leute in Warndt sein, daß sie trotz allem nicht daraus eingingen I Auch der Völkerbundsrat hat seine Pslicht verletzt, weil er dieses Vorgehen gegen das Saargebiet und die Saarbevölkerung nicht unterband. Trotz der Proteste der saarländischen Volksvertretung, des Landesrats Die Behandlung der Angelegenheit in öffentlicher Völkerbundsversammlung wird notwendig sein. Wir Saardeutschen wissen die ungeheure Leistung der Stresemannschen Politik zu schätzen, die zur Ausnahme Deutschlands als gleichberechtigte Großmacht in den Völkerbund führte. Denn wir haben die Zeiten in Genf miterlebt, da der Dölkerbundsrat über deutsche Einsprüche gegen die Vergewaltigung der Saarbevölkerung kurzerhand zur Tagesordnung überging. Was von Deutschland kam. war versehmt. Die Saarbevölkerung hat sich aber in entscheidender Zeit soweit selbst zu Helsen verstanden, daß sie die Stellung schützte, hielt und uneinnehmbar machte, bis das Vaterland wiederkam. Sie unterschätzt auch nicht, was das Vaterland seitdem, seit seiner Völkerbundsmitgliedschaft für sie tat Sie darf sich aber trotzdem erinnern, daß sie selbst vorher schon um des reinen Dölkerbundsgedankens willen internationale Freunde erworben hatte: was haben allein Lord Robert Cecil, Dranting, Aansen für sie getan! Heute haben auch bre wahren Völkerbundssreunde dem berufenen Vertreter, Deutschland, das Eintreten für das Saargebiet überlassen. Die Beauftragten Deutschlands können dessen sicher sein, daß sie in ihrer Abwehr französischer Anmaßung an der Saar die moralische Unterstützung der Welt hinter sich haben, und die gilt schon etwas. Rach den französischen Zusicherungen hatten sich manche Deutsche in der Illusion gewiegt, die Saarverhandlungen würden schnell und ziemlich reibungslos vor sich gehen. Daß das nicht der Fall war, haben sie selbst erlebt. Die Fran- ä.osen verlangten zunächst eine Internationalisierung der Saargruben und die Aufrechter h al t un g der Warndtkonzessionen neben zollpolitischen Vorteilen. Das liefe nicht nur auf eine bleibende wirtschaftliche Abhängigkeit der SaarbeDoltcrung von Frankreich hinaus, man weih auch, was die Aufrechterhaltung der Warndtkonzessionen bedeutet. And da tritt etwas in die Erscheinung, was nicht außer acht gelassen werden darf. Während Frankreich und Deutschland über die Rückgabe des Saargebiets verhandeln, entfaltet Frankreich im Gebiete selbst eine neue Tätigkeit Soweit ihm Möglichkeiten geblieben sind. Mit Staunen hörte man, daß die Saar» und Mosel-Dergwerksgesellschaft eine neue Konzession im Warndtgebiet erhalten solle, Abtretung saarländischen Waldgeländes zur Gewinnung von Versatz für ihre Raub grübe Reumaux auf Lothringer Grenzboden. Dort ist die Erde zu schade! Unfaßbar unferm Anstandsgefühl ist es auch, daß in diesen Tagen die französische Grubenverwaltung, also unmittelbar der französische Staat, der Grubenbesitzer, eine neue, unerhörte Pro^ paganda für den Besuch der französischen Gru» benschulen unter den Saar berg teuten betreibt Mit den Mitteln der Bedrohung, Gewalt und Verführung. Entgegen den schon im Saarstatut festgelegten Rechten der Bevölkerung, entgegen allen Zusagen an den Völkerbundsrat und entgegen sogar einer Bekanntmachung des einstigen Präsidenten Rault (auf Genfer „Anregung"), in der den Bergleuten Schutz gegen ein solches Dor gehen der Grubenverwaltung versprochen Was soll' das bedeuten? Es bedeutet, daß Frankreich nicht die Fähigkeit aufbringt, einen Irrtum, den die ganze Welt kennt, zuzugeben. Es bedeutet wohl, daß * Frankreich angesichts des augenblicklich wieder so eklatanten deutschen Parteihaders auf deutsche Schwäche zählt. Also Angriff von zwei Fronten. Daß es politisch nichts mehr im Saargebiet gewinnen kann, darüber ist es sich wohl klar. Was beste seiner Manner unter gänzlich anderen Verhältnissen als den heutigen nicht zu erreichen vermochten, das wird dritter oder vierter Garnitur bei auf* gewachter internationaler Moral sicher nicht gelingen. Dennoch soll die Lüge bleiben. Sie wird zwar variiert. So meinte kürzlich der Generalsekretär der „französisch-saarländischen" Handelskammer, D r o u a r ö : „Das Saarland hat uns (wirtschaftlich) notwendiger, als wir umgekehrt das Saarland notwendig haben." Herr Drou- ard sollte die Sorge, wieweit die Saarbevölkerung Frankreich braucht, ruhig der Saarbevölkerung selber überlassen. Es ist notwendig, daß das deutsche Gewissen und über das hinaus das Gewissen der Welt wieder einmal darauf aufmerksam gemacht wird, daß es in Wirklichkeit gar keine Saar f rag e gibt und nie eine gegeben hat. ilnb wenn manche Franzosen mit dem „Intransigeant" gar meinen, daß der „Knoten der Saarfrage im Warndt" liege, so ist darauf zu antworten, daß die Warndtange- legen h eit überhaupt nicht in deutsch-franzö- stsche Verhandlungen gehört, sondern vor den Völkerbundsrat, oder vor ein internationales Gericht. Mill Frankreich weiter den Harmlosen spielen, dann weih Deutschland, was es zu tun hat. Im Saargebiet läßt sich heute leben. Wenn neue Drangsalierungen kommen sollten, dann wird die Saarbevölkerung wieder zusammenstehen wie ein Mann und sich ihr Recht zu verschaffen wissen. Wem aber in diesem Falle das „Einhalten der Verträge", worauf Frankreich immer fo sehr pocht, zum Schaden gereichen wird, das dürfte keine Frcuie lein. manchen Stellen noch aufgestaut, und andere Flachen entbehren deshalb der Befruchtung durch jenen Wunderwirtenden Rilschlamrn, den im Wirtschaftsleben das für produktive Zwecke und zu * günstigen Bedingungen geliehene Kapital dar- stellt. Dah Deutschland dieses Ril - schlammes besonders bedarf, brauche ich vor Ihnen, meine Herren, die Sie alle genaue Kenner der deutschen wirtschaftlichen Wirklichkeiten und Möglichkeiten geworden sind, nicht näher zu erläutern. Daß hier im Vordergründe die Umwandlung des kurzfristigen Kredits in langfristigen Kredit steht, ist Ihnen genau so bekannt, wie mir. Sie, meine sehr verehrten Herren, die Sie uns stets willig die Hand geboten haben, um Deutschlands Wiederaufbau zu erleichtern, können diese Ihre Arbeit aufs fruchtbringendste fortsetzen, wenn Sie weiter dahin wirken, auch In der breiten Masse der Kapitalisten des Auslandes das Zutrauen zum deutschen Volke und feiner Wirtschaft zu festigen und zu erhöhen. Wenn erst einmal die äußeren und inneren Schranken niedergelegt sind, die der Derteilong des Kapitals über alle Länder nach den Grundsätzen vernunftgemäßer Wirtschaftsgestaltung im Wege stehen, so wird damit ein großer Schritt voran getan sein, um auch den Austausch der Waren und wirtschaftlichen Leistungen zwischen den nationalen Wirtschaftskörpern zu erleichtern. Dann wird sich zeigen, dah freier Geld- und freier Kapitalverkehr die Vorläufer eines wirtschaftlichen Zusammenlebens der Menschheit sind, das die größte Wohlfahrt für alle bedeutet. Immer wird Ihnen, meine sehr verehrten Herren, die Sie aus dem Organismus der Reichsbank ausscheiden, das deutsche Land mit seinen großen sozialen und wirtschaftlichen Problemen lebendig im Gedächtnis bleiben. Sie werden sicher nicht vergessen, daß Deutschland unter dem Druck einer sehr großen Arbeitslosigkei t steht. Sie werden nicht vergessen, daß Deutschland seinen Weg finden muß zwischen der Notwendigkeit auf der einen Seite, die eigenen produktiven Kräfte nach Möglichkeit zu entfalten, und dadurch seine Einfuhr herabzusetzen, und der Notwendigkeit auf der anderen Seite, seine Ausfuhr fortge- s e tz t zu st e i g e rn. Gerade Sie, meine Herren, wissen auf das genaueste, daß auf die Dauer das deutsche Wirtschaftsleben und damit die Fähigkeit Deutschlands, fefne internationalen Verpflichtungen zu erfüllen, von nichts mehr abhangt, als von der Bereitwilligkeit der ausländischen Märkte, deutsche Waren und Leistungen aufzunehmen. Sie haben, sehr verehrte Herren, wie ich mit Bestimmtheit hoffe, erkannt, wie aufrichtig und fest der Wille des deutschen Volkes ist, Deutschland wiederaufzubauen und die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Meine Abschiedsbitte an Sic sei bie, dah Sie die Lieberzeugung von diesem festen Willen Deutschlands erhalten. Ich lade Sie ein, die Beziehungen nicht nur mit uns Reichs- bankleuten, sondern überhaupt mit deutschen Menschen und mit deutschen Dingen weiter zu pflegen. Sie werden uns jederzeit liebe und willkommene Gäste fein, und wir werden, wie • wir es in der Vergangenheit getan haben, auch in Zukunft mit ganzer Offenheit zu Ihnen über r Deutschlands Lage und die Voraussetzungen seines nationalwirtschaftlichen und sozialen Lebens sprechen. Zentrums-Opposition gegen Panzerkreuzer B. Berlin, 30.April. (Eigene CÄB.-Meldung.) Laut „Germania" hat der Reich sju gend- ausschuh der Deutschen Zentrums- Partei in einem Schreiben an die Reichstagsfraktion es als politisch untragbar bezeichnet, daß in den Reichshaushaltsplan für 1930 Mittel für den Bau des Panzerkreuzers^ eingesetzt, oder aus ihm dafür verwandt werden. Hochzeit tm Hause Mussolini. Von Dr. Gustav W. Eberlein. Rom, Ende April. Nach dem Kronprinzen die „Kronprinzessin". Drei Monate nach dem Erstgeborenen des Königs, nach dem Pomp des Ouirinals die Erstgeborene des Duce im Brautkleid der Villa Torlonia. Nun heiratet seine Tochter also, an der Wiege ist es ihr gewiß nicht gesungen worden, einen Grafen. Und so muß ihre Mutter tun, ma sie, bisher vermied: in- die Gesellschaft gehen. Revolution im Hause Mussolini — das bedeutet diese Hochzeit. Es hat eine Zeit gegeben, wo er halbverhungert unter Brückenbogen nächtigte, elfmal im Gefängnis saß und am liebsten die Ge- selllchaft erwürgt hätte, in der nun sein Blut und Erbe wurzelt. Gärende Zeit, in der wir leben. Das Brautpaar wird Lächeln und Frühling sein, wie jedes andere. Wie aber wird sich Mussolini geben? In welcher Rolle auftreten? Und — unter so viel Aristokraten und Exzellenzen — Donna Rachels? * Sßenn die snobistische Schicht unter der vornehmen römischen Gesellschaft sich etwa ein pikantes Schauspiel, das einen Bernard Shaw kitzeln könnte, erwartete, so muß sie bitter enttäuscht sein. Schon der große Empfang in der Villa Torlonia am Vorabend, oder vielmehr am Spätnachmittag vor der Trauung strafte die gerümpften Nasen Lügen. Es war wie sonst beim Tee im Hause Musso- lmi, wenn mehr Gäste kommen als gewöhnlich. Im Park stand eine Reihe kleiner Tische und hinter den Palmen, dieser einzigartigen Oase in der steinernen Wüste, ging brennendrot, in lodernder Sommer» Verheißung, die Sonne unter. Mussolini empfing seine Gäste nicht als Duce, sondern als Brautvater, lächelnd und würdig. Eddas JJcutter man kann nicht anders sagen, sie war ergreifend in ihrer Schlichtheit. Nichts von Frau Neure.ch. Eine unauffällige Frau in ruhigem Pa- stellkleid, mit gescheiteltem Blondhaar, im Bench. m6«!0 natür[idk wie in der Kleidung. "3ch bin strahlend vor Glück", so hatte Signorina Edda einer englischen Zeitung geantwortet, die sofort nach dem Bekanntwerden der Verlobung von London aus die Villa Torlonia anklingelte unauf* * fällig die Tochter des Hauses ans Telefon 'bat und sie unauffällig ausfragte, bevor sie Papa verständigen konnte. Neues kann sie infolged?fsen heute kaum mehr erzählen und es genügt ja auch, in ihre ftrab- enbenJlngen zu sehen. Rosa Chiffon fließt um ihre Gestalt, gewohnter als der Blumenstrauß fmd ihr Volant und Steigbügel. Schon als Backfisch Der Kurs der Deuischen Volkspariei. Eine Rede des Parteiführers. Königsberg, 30. April. (WTD.) Auf einem von der Deutschen Dolkspartei veranstalteten staatspolitifchen Abend hielt der Parteivorsitzende Dr. Scholz eine Rede zur politischen Lage, in der er u. a. ausführte: In den vergangenen Monaten feit dem Tode unseres unvergeßlichen Stresemann ergaben sich für die aktive Politik der Deutschen Dolkspartei große Aufgaben, zumal die Fortführung der Außenpolitik Stresemanns bis zum vorläufigen Abschluß der Annahme der Voung-Gesetze und der darnkt verbundenen Erreichung der Befreiung des besetzten Gebietes zum 30. Juni. Das führte zur einheitlichen Stellungnahme der Fraktion und der Partei für die Annahme der Tribut- gesehe trotz lebhafter Bedenken, führte auch zur Annahme der Liquidationsabkommen. Die Deutsche Dolkspartei war bereit, diese großen Aufgaben mit der Sozialdemokratie zu lösen und hat bis zur Preisgabe wirtschaftlicher Grundanschauungen die Hand zum Kompromiß geboten. Die Sozialdemokratie hat dieses Kompromiß, das die von ihr selbst geführte Regierung sich zu eigen machte, abgelehnt und damit die Krise herbeigesührl. Die Entschlußkraft Hindenburgs schuf binnen weniger Tage das Kabinett Brüning, das die volle Unterstützung der Deutschen Volkspartei genießt, das sich in schweren parlamentarischen Kämpfen behauptete und die Grundlage des Haushalts für 1930 durch Annahme einer Reihe indirekter Steuern, ferner die Agrarreform geschaffen hat. Die nächste politische Arbeit unserer Fraktion im Reichstag wird der Erfüllung des versprechens der fühlbaren Senkung der direkten Steuern (Heal- und Einkommensteuer) von 1931, einer damit untrennbar verbundenen starken Sparsamkeitsaktion auf allen Gebieten des Haushaltes, einem vernünftigen Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden und dem großen Problem der Reichsreform zu gelten haben. Line durchgrei- fende Hilfe für den Osten im Sinne des Hindenburg-Programms wird ihre Unterstützung finden, damit der deutsche Osten ein festes Bollwerk sei und bleibe gegen das zerfetzende Element des Bolschewismus. Die alten nationalen und liberalen Ideen der Deutschen Dolkspartei sind noch immer lebendig und lebenskräftig. Gleiche Ideen haben vor 120 Jahren das niedergeschlagene Preußen wieder groß gemacht, und die alte Nationalliberale Partei wurde mit dem Ehrennamen „Partei der Reichsgründung" bedacht. Möge die Deutsche Volkspartei dereinst die „Par- tei der Reichserneuerung" genannt werden! Kundgebung des Reichslandbundes. Dank und Mahnung. Berlin, 30. April. (WTD.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen: Der Reichslandbund spricht allen, die durch ihre Haltung in den politischen Auseinandersetzungen der lezten Zeit sich für die Rettung der deutschen Landwirtschaft eingesetzt haben, seinen Dank aus. Sie haben durch Annahme der Agrar- und Finanzgesehe die ersten Voraussetzungen für das von Minister Schiele begonnene Rettungswerk geschaffen. Bis jetzt ist jedoch nur der Grund gelegt. Ein umfassendes und durchgreifendes Ost Programm für die bedrohten Gebiete zur Rettung des Ostens, zur Gesundung der Landwirtschaft muh die selbstverständliche Fortsetzung sein. Der endgültige Erfolg hängt entscheidend von der Art der Durchführung des Agrar- und Ost Programmes ab. Dieses erfordert umfassende Sachkenntnis, Energie und größte Beschleunigung. Deshalb muh das Steuer der Agrarpolitik in der Hand des Vertrauensmannes der Landwirtschaft gesichert bleiben. Der Reichslandbund geht dabei von der Aleßer- zeugung aus, dah mit einer derartigen Politik der inneren Festlegung unseres gesamten Wirtschaftslebens auch die Grundlage für eine wahrhaft nationale Defreiungspolitik geschaffen wird. Die -eutschnaiionale Mehrheits-Opposition. Berlin, 1. Mai. ERD. (Eigene Meldung.) Zu der heute abend stattfindenden Sonder- versammlung der deutsch-nationalen Fraktionsmehrheit hat Graf Westarp Einladungen an folgende Abgeordnete ergehen lassen: Dachmann, Bazille, Dingler, Domsch, v. Dryander, Fromm, Gerns, Gotthei- ner, Haag, Hampe, Hartmann, Haßlocher, Hemeter, Hergt, Iandrey, Kleiner, Koch, Leopold, v. Lettow-Dorbeck, Lind, Mentzel, Ohler, Philipp, Preyer, Rademacher, Reichert, Frhr. v. Richthofen, Sachs, Schmidt (Stettin), Schröter (Liegnitz), Schultz (Bromberg), Staffehl, Strathmann, Vogt, Walraff. In dem Brief des Grafen Westarp heiht es dem „Bert. Tageblatt" zufolge: „Gegen den in der Anlage beigefügten Beschluh des Parteivorstandes vom 25. d. M. habe ich lebhaften Einspruch erhoben. Mit mir haben 15 Herren dagegen gestimmt. Ich habe vor und nach Annahme des Beschlusses folgende Vorbehalte erklärt: Entgegen der Kritik an der Abstimmung der Fraktionsmehrheit vom 12. und 14. d. M. müsse ich mir Vorbehalten, meinen S tandpunkt auch weiterhin in der Oes f en t li ch k e i t zu vertreten. Ferner müsse ich mir Vorbehalten, mich gegebenenfalls der in den beiden letzten Sätzen des gestrigen Parteivorstandsbeschlusses vorgesehenen Entscheidung des Herrn parteioorsihenden nicht zu fügen. Ich habe außerdem erkennen lassen, daß meiner Lieberzeugung nach die gleichen Vorbehalte auch von anderen Mitgliedern der Fraktion gemacht werden. Dabei habe ich zur Begründung u. a. ausgeführt, daß in den beiden letzten Sähen des Parteivorstandsbe- schlufses ein nach meiner Auffassung unzulässiger Eingriff in die Abstimmungsfreiheit des einzelnen Abgeordneten liege." Kem Nachgeben Hugenbergs Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz." Berlin, 1. Mai. Wie wir Horen, hat Hu- g e n b e r g seinen vertrauten Parteifreunden und Anhängern angesichts des drohenden Bruchs in der Partei erneut erklärt, dah er keinesfalls vor den Wahlen vom Parteivorstand zurücktreten wolle, selbst dann nicht, wenn die Gruppe der ihm getreuen Abgeordneten auf 25 Mitglieder in der Fraktion heruntersinken sollte. Augenscheinlich glaubt Hu- genberg bei Wahlen, mit denen man in parlamentarischen Kreisen jetzt allgemein zum Herbst rechnet, bei einer Politik des unbedingten Festhaltens an seinem bisherigen Kurs gegenüber anderen Rechtsgruppierungen gute Chancen zu haben. Rach dieser Aeußerung Hugenbergs, die wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, wäre also mit einer Beilegung des Konfliktes durch seinen Rücktritt vom Amt des Parteivorsitzenden nicht zu rechnen. hat sie die Rettungsmedaille erhalten, ihre starken Arme entrissen der Adria ein Opfer. Der Bräutigam, der junge Graf Galeazzo Ciano, der Sohn des Verkehrsministers, ist der Typ des jungen Diplomaten. Gegenwärtig schult er sich als Attache bei der italienischen Botschaft beim Vatikan für die. subtilsten Rechtsfragen, steht aber mit beiden Beinen im Leben. Um seine Laufbahn soll der Schwiegersohn Mussolinis nicht besorgt sein, doch wäre er auch ohne diese Konstellation ein sympathischer Mann. Vater Mussolini ist zu solchen Stunden ein ganz anderer, als der, den die Photographien zeigen und revolutionäre Hände an die Wand malen. Blieb er während der achttägigen, prunkvollen Hoffestlichkeiten der „fauste nozze", der kronprinzlichen Hochzeit, der einzige wahre Demokrat, der überlegen lächelnd hinter siebenmal sieben Kronen marschierte und während des grandiosen Empfangs auf dem Kapitol lieber auf die Straße ging, um seinen Kindern das Feuerwerk zu zeigen, so will er nun erst recht nichts anderes, als zuhause sein, im Schoße seiner Familie. Es kam eine ungarische Dame, Gräfin Ambrosy- Migazzi, um ein Hochzeitsgeschenk zu überbringen, den Brautschleier, an dem Damen der ungarischen Gesellschaft Tag und Nacht gearbeitet hatten. Sie mar befangen, als sie dem meistgenannten Manne unserer Zeit gegenüberstand, aber als die heimfrohe Güte, so erzählte sie dann, aus seinen Augen glänzte, fühlte sie sich selber wie zu Hause. Hamlet in Frack? Cäsar in Hemdärmeln! * Am Morgen des 24. April, es war sommerlich warm, mußte der Verkehr einen großen Bogen um die Via Nomentana schlagen, wo die Villa Torlonia und in der Nähe eine kleine St. Josefskirche liegt, denn die Römer wollten ihre Edda sehen, wie sie als Signorina Mussolini über die Schwelle schritt und als Signora Contessa Ciano herauskam. Auffahrt der Behörden, des gesamten diplomati- schen Korps in strotzenden Uniformen, der vornehmen Geladenen — ein richtiges Volksfest. Größer kann die Spannung auch bei Fürstlichkeiten nicht fein. Mütter heben ihre Kinder hoch, die Bogenlampen wundern sich über die unerwarteten Turner, die Fensterrahmen stöhnen. Endlich — endlich — Viva il Duce! Evviva gli Sposi! Edda! Edda!! Man müßte so eine Volksbegeisterung mit der Zeitlupe aufnehmen. Ah, Lui! Im Cut. Sie — ein Engel In Schnee und Lilien. Robust und bewußt Vittorio und Bruno, die Brüder. Donna Rachels am Arme Seiner Ex- zellenz des Schwiegervaters. Die Schwester Mussolinis, Donna Edoige. Die Trauzeugenr Minister G r a n d i und Graf de V e c ch i, Arnaldo Mussolini und Fürst Torlonia. Und der Duce führt zum letztenmal seine Tochter. Seine Leibwache, die schwarzen Musketiere, in zwei Reihen: ein trockenes Kommando, die Dolche fliegen aus der Scheide und die Braut schreitet unter dem blitzenden Triumphbogen aus Stahl hindurch. Diese jungen Männer würden besinnungslos ihr Leben für sie neben wie für ihren Abgott. Dann umfängt der Friede des Tempels das junge Paar, es kniet vor dem Altar, es nimmt die gesegneten Ringe und es unterschreibt nach der Neuerung der Lateranoerträge an Ort und Stelle den gewichtigen Vertrag. Himmelsstimmen fallen ein. Ein Ave Ma- ria, ein Adagio ... und wie sie nuy heraustreten wollen, spannen Forlivesen, Landsleute aus Forli und Predappio, der Heimat Mussolinis, ein seidenes Band: „Wenn du dein Mädchen nach Haus tragen willst, so wirf Zuckerstücke aus!" Unter dem einfallenden Chor muß sich die junge Frau eine Schere besorgen und das Band zerschneiden. Eine weitere Sitte will, der Duce hält sehr auf Beibehaltung der alten Volksbräuche, daß Mann und Frau nach Sankt Peter wallfahrten. Natürlich ist der Petersplatz voll Menschen. Die Fremden haben sich Feldstühlchen und Thermosflaschen mitgebracht. Edda Mussolini schreitet wie eine Königin durch ein dichtes Spalier. Und die Eltern haben sie auch hierher begleitet. Sie küssen mit ihr den schon rund abgeschliffenen Bronzefuß des Apostelfürsten, sie knien vor dem heiligen Altar der Christenheit. Und dann — dann wirft sich das junge Paar in ein ganz modernes Auto und rast nach Napoli. Der Duce fährt noch vierzig Kilometer nebenher, wendet, das Lächeln verschwindet auf seinen Zügen, fährt in den Palazzo Venezia und arbeitet wie alle Tage bis in die Nacht hinein. Hochschnlnachn'chien. Llniversitätsprofessor Dr. Adolf Jarisch in Innsbruck hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Pharmakologie an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf angenommen und bereits seine Ernennung zum Ordinarius in Düsseldorf erHalten. — Mit der Vertretung des beurlaubten Professors für öffentliches Recht und Kirchenrecht an der Llniver- fität Bonn Dr. Johannes Heckel sind der Privatdozent Dr. Karl Maria H e 11T a g e in Köln und der a. o. Professor Dr. Karl H e h - land In Gießen beauftragt worden. — Oer Verireier des Reichs in Weimar. Das Ergebnis der Besprechungen. Berlin, 30. April. (WTB.) Staatssekretär ^weigert hat die zwischen dem Reich und Thüringen bestehenden Meinungsverschiedenheiten heute in einer eingehenden Konferenz mit dem Vorsitzenden und den beteiligten Mitgliedern des thüringischen Staatsministeriums besprochen. Gegenstand der Aussprache bildete zunächst die Meinungsverschiedenheit über die Frage, ob der §3 Absatz 1 des thüringischen Ermächti - gungsgesetzes mit Artikel 129 der Reichsver- faffung, wonach die wohlerworbenen Rechte der Beamten unverletzlich sind, vereinbar ist. Die Rechtsfrage wurde nochmals durchgesprochen. Eine Einigung wurde n i d) f*er$ielt. Die Frage soll deshalb, wie schon früher in Aussicht genommen war, gemäß Artikel 13 Absatz 2 der Reichsoerfassung zur Entscheidung des Reichsgerichtes gebracht werden. Die Auffassungen des Reiches und der thüringischen Regierung wurden in der Form, wie sie dem Reichsgericht unterbreitet werden sollen, im einzelnen endgültig festgelegt. Der gemeinfame Antrag des Reiches und Thüringens, über die Meinungsverschiedenheit zu entscheiden, wird dem Reichsgericht sofort zugehen. Eine Entscheidung ist in Kürze zu erwarten, da beiderseits auf Abgabe weiterer Erklärungen und auf mündliche Verhandlung verzichtet ist. Bis zur Entscheidung des Reichsgerichts, die in diesem Falle Gesetzeskraft hat, verbleibt es bei der Zusage der thüringischen Regierung, solche Versetzungen in den Wartestand, die ihre Stütze nur in dem § 3 Absatz 1 des Ermächtigungsgesetzes finden, nicht vorzunehmen. Ferner brachte Staatssekretär Z w e i g e r t eine Reihe von Mitteilungen zur Sprache, die dem Reichsminister des Innern von verschiedenen Seiten, insbesondere auch aus der Presse, be-, kanntgeworden sind, und die sich in der Hauptsache auf politische Strömungen in der Landespolizei Thüringens beziehen. Die einzelnen Fälle wurden erörtert. Soweit eine Aufklärung noch nicht möglich war, hat die thüringische Regierung zugesagt, die Fälle nachzuprüfen und dann dem Reichsminister des Innern weitere Mitteilung zu machen. Was insbesondere die Nachricht über Veränderung! gen in der thüringischen Schutzpolizei betrifft, so hat die thüringische Regierung nochmals auf ihre dem Herrn Reichsminister Dr. Wirth abgegebene Erklärung verwiesen, daß seit dem Dienstantritt des Herrn Ministers Frick irgendwelche Reueinstellungen oder Entlassungen von Polizeibeamten nicht vorgenommen worden seien mit Ausnahme derjenigen, die schon vor dem Amtsantritt des Herrn Ministers Frick in Aussicht genommen waren. Heber die Einzelheiten der Besprechung wird Staatssekretär Z w e i g e r t dem Herrn Deichsminister Dr. Wirth alsbald Bericht erstatten. Deutscher Einspruch gegen die polenfliige Wer Ostpreußen. Berlin, 30. April. (Eigene CÄB.-Meldung.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird die deutsche Regierung den Gesandten in Warschau anweisen, mit allem Rachdruck gegen die verschiedenen Grenzverletzungen durch polnische Militärflugzeuge P r o t e st zu führen und darauf hinzuweisen, daß die deutsche Regierung es auf keinen Fall dulden könne, daß eine Wiederholung systematischer Flüge in ostpreuhisches Gebiet durch polnische Militärflugzeuge etwa i^ie im Vorjahr auch in diesem Jahre stattfinde. Die Polnische Regierung wird gebeten, die Schuldigen zu bestrafen und es sicherzustellen, daß eine Wiederholung solcher Grenzverletzungen nicht vorkomme. Die polnische Regierung hatte im vorigen Jahre erklärt, daß sie eine ernsthafte Erinnerung gegen das Lieberfliegen der deutschen Grenze an ihre Militärflieger richten werde. Seitdem sind die Lieberfliegungen bis zur letzten Zeit unterblieben. Asta Nielsen erzählt von einer Erbschaft. Die große Filmschauspielerin, deren Weltruhm in Deutschland entstanden ist, veröffentlicht anziehende Erinnerungen in dem soeben erschienenen vielseitig interessierenden Maiheft von V e l - Hagen & Klasings Monatsheften. Wie gewöhnlich bei außerordentlichen Schicksalswegen sind auch hier die Anfänge überraschend, und wir lesen mit Rührung, welche Hoffnungen die Eltern Asta Rielsens auf eine Erbschaft gesetzt hatten. Die Künstlerin schreibt: „Da mein Vater oft ohne Verdienst und krank war, mußte meine Mutter, um die kleine Familie zu erhalten, bei Herrschaften Waschstellen annehmen. Oft ging sie nachts waschen, da sie am Tage ihren kranken Mann und ihr kleines Kind zu Pflegen hatte. Die letzten Monate vor meiner Geburt waren besonders elend, Vater war bettlägerig, und meine Mutter war gezwungen, jede Rächt zu arbeiten, sogar die Rächt vor meiner Geburt stand sie gebeugt am Waschfaß, um die zwei Kronen zu verdienen, die an den zehn Kronen Taxe für die Hebamme noch fehlten. In der Rächt zum 11. September 1885 kam ich zur Welt in einer kleinen Mansarde in Kopenhagen. Linker diesen Verhältnissen fing mein Leben an, und es sollte während meiner ganzen Kindheit nicht viel besser werden. Als ich neun Jahre alt war, starb der Bruder meines Vaters. Wir Kinder hatten ihn nie gesehen, er wohnte in Dänemark, eine Tagereise von uns. Man wußte, daß er eine Brauerei besaß, und da die Mitteilung von seinem Tode uns erreichte mit der Aufforderung an meinen Vater, sich als einziger Erbe sofort zu melden, schweifte unsere Phantasie ins Märchenhafte. Während mein Vater verreist war, um den Bruder zu beerdigen und die Erbschaft anzutreten, erwog unsere Mutter mit uns Kindern allerhand Zukunftspläne. Eins stand fest: Mutters Lieblingstraum sollte verwirklicht werden: meine Schwester sollte Klavier spielen lernen und ich Violine. LInsere Pläne und Träume fanden jedoch ein plötzliches Ende. Mein Vater kehrte ohne einen einzigen Pfennig zurück. Die Brauerei scheint keinen Wert gehabt zu haben, nichts war da für meinen Vater aicher einem Schreibtisch auf vier hohen Deinen, einem Hausen Bücher und einem Dutzend Einmachgläser mit Schlangen und anderem Gekribbel in Spiritus. Die Schlangen hat mein Vater auf der Stelle verschenkt, der Schreibtisch dagegen war unterwegs mit den Schubladen voll Büchern. Diese Bücher waren vielleicht überhaupt die Llrsache meiner später so glücklichen LqusbahlU^ '^uag-u. inU6fÄtr*8t nun ui!“-"050«!- N unb be'nyenb?n jtlÄ die chen k*^t§3 -l 129 tfjjjtl. D°tbe ' VT’1 ’ pnb< Dereinled)tt Ms bu,*„ =bar ill LZZ: SÄ' rbteibt LT »°nn, KW Zr«r en in den Warte. r^M3$lb|Q61be3 "'cht oorzunchinen. arZweigerteine n iur Sprache, die m üon verschiedenen u? der Presse, be- in der Haupt» vlnungenin der engens beziehen, 'n erörtert. Soweit [ nwglich war, hat zugesagt, die M Aeichsmimster bei zu machen. DaL erDeränderun« Schutzpolizei betrat, ierunz nochmals auf Wei Di. Dich ab» lesen, daß seit dem nisters gttd irgend» en oder Entlass ibeamten nicht seien mit Ausnahme dem Amtsantritt des Aussicht genommen er Besprechung wird dem Herrn Deichs» ald Bericht erstatten, ch gegen die Wenßen. ine CM'Metdung.s Seite erfahren, tnirb r ben&elanbtcn nt allem AcchbruL nzverlrtzuntzen W len, daß die deutsche en Fall dulden ng sh st em a tisch er Jebiet durch polnische im Vorjahr auch m e polnische Regierung ,en zu bestrafen und > Wiederholung nicht vorkvMe. dfcim vorigen Jahre rite Erinnerung gegen scheu Grenze an i ig >e. Seitdem fmb bie itenjgit unterblieben- »neinerErbschast. „in, deren Deltruhm ist, veröffentlicht ».M M- töten dran« iS«t. leoe ^„t vor meiner ntl deN o ’ q- pet 5/*},?•» 885 kam wj" «niet n Aopenhag unÜ mein 2&eit n^t ^Lalt.tT neun/^ir Amder Vaters- srgy, Later Eins r" tpet* flsSs !.*'6ä ' ?EiMN^Spiri^ 1 fSU«1" Meutereien in Indien. London, 1.IHal (IDI23. Funkspruch.) Der Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph- in Bombay meldet: Ich höre, daß alle europäischen 3 tauen und Kinder in der Südwestprovinz, in Pundschab und in den vereinigten Provinzen, wo allgemein Unruhe herrscht, Weisung erhalten haben, sich bereitzumachen, ihre Häuser zu verlosten und Oie sächsische Regierungskrise Unpolitisches Beamtenkabinett? Dresden, 30. April. (WTB.) Der Vorsitzende der demokratischen Landtagsfraktion, Minister a. D. Dr. Dehne, hat unter dem heutigen Datum ein Schreiben an den Führer der volks- parteilichen Fraktion, Oberbürgermeister Dr. B l ü h e r , gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß die wochenlangen Verhandlungen die Unmöglichkeit der Bildung einer wie immer gearteten politischen Koalitionsregierung ergeben hätten. Er habe die feste Heber- Zeugung, daß auch eine Landtagswahl, die als letzter Ausweg vorgeschlagen werde, die gewünschte Klärung nicht bringen werde, und daß beim Zusammentritt des neuen ^Landtags die- selben Schwierigkeiten vorliegen würden. Bei dieser Sachlage schlage er vor, die gegenwärtige Krise durch Bildung eines unpolitischen Beamtenkabinetts zu lösen, etwa unter Führung eines der bisherigen Beamtenminister Dr. Richter ober Dr. Mannsfeld. Zum Schluß richtete Dr. Dehne an Oberbürgermeister Dr. Blüher die Bitte, diesen Vorschlag den in Frage kommenden Parteien zu unterbreiten. Verhaftungen wegen Leipzig. Leipzig, 30. April. (WTB ) Wegen der Vor- kommniste an den Osterfeiertagen in Leipzig wurde auf Ersuchen der Leipziger Staatsanwaltschaft der Arbeiter Mathey in Berlin, der eine Schußver- lcgung erhalten hatte, unter dem dringenden Ver- dacht der Beteiligung an dem Beamtenmord nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus verhaftet. Er wird der Leipziger Staatsanwaltschaft zugeführt werden. Weiter wurde ein Arbeiter aus Düsseldorf, der sich an der Demonstration in Leipzig beteiligt und Verletzten- gen erlitten hatte, in Braunschweig verhaftet. Er wird ebenfalls nach Leipzig übergeführt werden. Auch gegen einen jungen Kommunisten aus A n n a- b e rg in Sachsen ist das Strafverfahren wegen aktiver Beteiligung an einer Menschenzusammenrottung eingeleitet worden. Die Arbeiter Präto- r iu 3 und Bahrs aus Burg, die am Samstag verhaftet wurden, sind jetzt der Staatsanwaltschaft in Leipzig zugeführt und bereits vernommen worden. Sie leugnen, an der Mordtat beteiligt gewesen zu sein, geben aber zu, sich in unmittelbarer Nähe der Vorkommnisse befunden zu haben. In der letzten Woche sind aber wiederholt Heber» fliegungen der deutschen Grenze erfolgt. Es war natürlich äußerst schwierig, festzustellen, ob eS sich um Heberfliegungen durch polnische Flug- zeuge, unb zwar Militärflugzeuge, gehandelt hat. Die Zeugenvernehmungen darüber waren äußerst langwierig. Don unterrichteter Seite wird darauf hingewiesen, daß bei einer Reihe von Ländern Verordnungen bestehen, die gewisse Maßnahmen für den Zoll eines unberechtigten Heberfliegens vor- sehen. 3n Deutschland besteht eine Verordnung vom 11. Dezember 1924, deren Inhalt ist, daß die Polizei Luftfahrzeuge, die die Grenze verletzt haben, zum sofortigen Landen durch Signalschüsse mit Rauchentwicklung veranlassen kann. Sie ist berechtigt, falls ihrer Aufforderung nicht Folge geleistet wird, das Riedergehen solcher Flugzeuge zu erzwingen. Die Schwierigkeit besteht übrigens nicht nur für Deutschland, sondern ganz allgemein. Das Auswärtige Amt hat bei sämtlichen dafür ift Be- tracht kommenden Staaten feststellen lassen, wie die anderen Staaten zu dieser Sache stehen und was ihre Verordnungen besagen. Dabei hat sich herausgestellt, daß überall diese Frage unbestimmt behandelt ist und daß man überall große Vorsicht walten läßt hinsichtlich ihrer De- ftimmung über das Abschieben. Was die Flugzeuge mit der Heberfliegung bezwecken, ist nie bekannt. Die polnische Regierung hat Deutschland gegenüber im vorigen Jahr erklärt, daß die Flugzeuge sich nur verirrt hätten. Ob wirklich Auskundschaftsabsichten Vorlagen, ist nicht so genau zu beurteilen. Natürlich kann es Vorkommen, daß sich ein Flugzeug verirrt. Wenn sich aber die Fälle so stark wiederholen, wie im Vorjahr, dann scheint die Möglichkeit von Verirrungen nicht gegeben. Die deutsche Regierung nimmt also an, daß andere Gründe für die Grenzverletzungen vorliegen. sich nach den befefiigken Plätzen zurück. ; u z i e h e n, falls die Behörden einen solchen Schritt für notwendig erklären. Ls liegen Berichte über die llnznverlässigkeil von Sikh- b a l a i l l o n s vor. Der Bericht besagt noch, die beiden Züge von Garhwalschühen, die au» Pefcha- war entfernt worden find, hätten sich geweigert, bei den dortigen Unruhen auf die Menge zu feuern. Ans aller Wett. Neuschnee Im Riesengebirge. Hirschberg, 30. April. (WTB.) Im Riesengebirge ist die Temperatur seit gestern stark gesunken. Das Thermometer steht in den höheren Lagen des Gebirges unter OluIL Es schneit biS etwa 800 Meter. Dei der Kirche Wang (885 Meter) liegen heute vormittag vier bis fünf Zentimeter, auf dem Kamm 10 bis 12 Zentimeter Reuschnee. ES schneit weiter. 42 blinde Passagiere an Bord eine» deutschen Dampfers. Rom, 1. Mai. (WTD. Funkspruch.) Der deutsche Dampfer „Arnacis" meldete bei seiner Einfahrt in Messina, daß sich sieben blinde Passagiere an Vord befänden, die versuchen wollten, ausländische Häfen zu erreichen. Bei einer Hntersuchung des Schiffes wurden weitere 35 Personen, die sich an Vord versteckt hielten, gefunden. Alle 42 Personen wurden verhaftet. Erdbeben in Japan. Reuhvrk, l.Mai. (WTD. Funkspruch.) Ein Telegramm der Associated Preß aus Tokio meldet, daß dort kurz nach Mitternacht ein Erdbeben von ungewöhnlicher Stärke und Dauer verspürt worden ist. Sieben spanische Fischer ertrunken. Madrid, 30. April. Wie aus La Cvruna gemeldet wird, ist ein mit sieben Personen besetztes Fischerboot gesunken. Alle sieben Insassen sind ums Leben gekommen. Oie Wetterlage. ttittv/och, ■Bar 51 16 8 Soll 'ans Wien LT t- Aoerde« S / £jan Mayen. riamöQ^ ____afr-1 .....'Kost G wolkenlos e neue/. Q naiv Gedeckt. 9 wolkig. • Gedeckt. • Rege^ * Schnee »Graupeln w Menet K Gtwit»rr.(g) windstille. •O' sehr •eichte» Ost £ -nissige» Südsüdwest q stürmische- Mordwest Oie Piene fliegen mit dem winde Pie oeiden Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Urnen verbinden Orte m-t.gleichet!» «ui ntcresmveau umoerrchnetzo Luitdruck Wettervoraussage. Mit der Abflachung und dem Abzug der Strörung im Südosten setzt über Deutschland wieder Barometeranstieg ein. Das Hoch über dem Norbmeer Hat sich weiter gekräftigt und etwas südwärts ausgebreitet. Somit dürfte durch den Einfluß Hohen Druckes die Bewölkung wieder zurückgehen und vielfach aufheiterndes und trockenes Wetter Herr- schen. Da gleichzeitig die Kaltluftzufuhr langsam abflaut, dürften die Temperaturen allmählich etwas ansteigen, was tagsüber in Erscheinung tritt. Wettervoraussage s ür Freitag. Wieder mehr Dewölkungsabnahme und aufheiternd, trocken, tagsüber etwas wärmer. W i t t er u n g s a u s s ich t e n für Samstag. Weitere Desserung und wärmeres Wetter wahrscheinlich. Aus ver provmzi'alhaupistadt. Gießen, den 1. Mai 1930. Oie Aufgeregten. .Ich weih nicht, wie das kommt, ich kann beginnen, was ich will, mir gelingt nichts." So hört man den einen klagen. Hnd der andere sagt: .Ich setze mich nicht durch, wieviel ich mich auch bemühe. Andere, die viel weniger können als ich, sind obenauf, ich werde immer wieder zurückgeworfen." Pechvögel also, kann man denken, wie sie ja selbst auch davon überzeugt sind, daß sie kein Glück haben. Prüft man die Dinge jedoch etwas genauer, sieht schärfer hin, so findet man manche Fehler, die diese Pechvögel begehen, die sie gar nicht merken, die aber doch die Hrsache dafür sind, daß ihnen das Leben nicht nach Wunsch gerät Heberall finden sie Schwierigkeiten, Hemmungen, Hngunft. DaS beste Wollen legen sie in ihre Taten, aber der Erfolg bleibt aus. Es sind Menschen, die etwas können, die klug sind und einen Anspruch hätten, an eine bevorzugte Stellung zu gelangen. Aber diese kleinen Fehlgriffe hindern sie daran, werfen ihnen alles üter den Haufen, was sie klug begonnen haben. Alle diese Fehlgriffe haben eine Wurzel, eine einzige Hrsache. Hnd die wäre? Ihre Aufgeregtheit. Sie besitzen nicht die Fähigkeit, sich im entscheidenden Augenblick tzusammenzureißen, die Vernunft und klare Heberlegung und nur sie walten zu lassen. Eine kleine Mihhelligkeit bringt sie aus dem Häuschen, sie rennen offene Türen ein, wollen mit dem Kopf durch die Wand, und bei ruhiger Heberlegung und, geleitet von klarer Vernunft, könnten sie, wenn sie das Haupttor verschlossen finden, durch das Hinterpförtchen nicht nur in den Empfangsraum gelangen, sondern vielleicht sogar in das Doudoir. Solche schädliche Aufgeregtheit muh sich nicht immer in Gebrüll äußern. Sie kann auch ganz fein vibrierend unter wohlgesehten Worten schwingen, und sie ist auch in solchem Falle nicht viel besser, denn sie bleibt, was sie ist. Findet sich ein beherrschter, kühler Gegenspieler — und er findet sich meist —, so ist nichts gebessert, sondern alles genau so verloren. Der Hn- beherrschte redet auch sonst viel zu viel. Dort, wo er schweigen sollte, schnurrt es nur so aus ihm heraus. Kein Wunder, daß sich manche finden, die diese unbedachten Worte nützen. Am schlimmsten ist aber der Aufgeregte dann daran, wenn er einen ironisch lächelnden Heberlegenen findet, der kein Hehl daraus macht, daß ihm die Aufgeregtheit des andern nicht nur unnötig, sondern auch töricht vorkommt. Darm ist es meist ganz vorbei mit der Deherrschung, und es wird oft mit einer Handbewegung oder einem Wort alles verdorben. Die Hrsache hat natürlich auch wieder eine Hrsache. Hnd die ist? Nichts Geringeres als ein Mangel an Erziehung und Selbsterziehung. Manchmal mag Krankheit eine Rolle spielen. Aber auch nicht ganz taktfeste Rerven lassen sich beim guten Willen zur Selbstbemeisterung einigermaßen zügeln. Hnd wenn das nicht hilft, so die rechtzeitige Heberlegung ganz gewiß, daß meist der Fa-ll, der zur Aufregung Anlaß gibt, den Aufwand gar nicht lohnt. Meist find es Kleinigkeiten, die einen in Harnisch bringen, über die man mit einem gleichgültigen Achselzucken hinweggehen könnte. Die Erde dreht sich weiter, auch wenn einmal die Suppe anbrennt. Das ist ganz gewiß: bei wirklich großen Schlägen des Schicksals sind wir von Aufgeregtheit frei: sie lassen uns still, vielleicht kleinmütig werden, aber wir werden niemals mit geschwollenem Kopf Herumrennen, wenn uns wirklich einmal das Schicksal hart anfaßt. Rur bei den kleinen RaDelstichen des Lebens Hüpfen wir oft genug aufgeregt umher und yeben noch dazu für die andern humoristische Figuren ab. 8. Daten für Freitag, 2. Mai. Sonnenaufgang 4.32 Uhr, Sonnenuntergang 19.23 Uhr, — Mondaufgang 6.21 Uhr, Monduntergang 0 Uhr. 1519: Leonardo da Vinci in Clos Lucs gestorben; — 1772: der Dichter Novalis in Oberwiederstedt geboren; — 1864: der Komponist Giacomo Meyer- beer in Paris gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tonfilm „3d) glaub’ nie mehr an eine Frau" (mit Richard Tauber): — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis der Höllenschlucht" und „Am Rande der Welt" (u. a. mit Brigitte Helm). — Ga st spiel der Berliner Kammeroper. Man schreibt uns: Die Vorstellung der Berliner Kammeroper, „Die Gärtnerin aus Liebe", am 2. Mai steht unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor/Hans Knap- stein, der die Mozartsche Musik für verstärktes Kammerorchester instrumentierte und zusammen mit dem Regisseur 3ohn Gottowt (Berlin) eine Reubearbeitung des Werkes schuf. Der Entwurf der Bühnenbilder und Kostüme stammt von dem Berliner Bühnenbildner Tannenberg. Die bisherigen Aufführungen in Limburg, Offenbach, Fulda wurden von Publikum und Poesie begeistert ausgenommen. Das Gießener Theaterpublikum darf sich freuen, daß zum vorläufigen Abschluß der jetzigen Spielzeit nochmals eine Opernvorstellung für Gießen gewonnen wurde. Unser neuer Roman. 3n der heutigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" beginnen wir, noch vor dem Abschluß der gegenwärtig lausenden Kriminalerzählung „Die gefiederte Schlange" von Edgar Wallace, mit der Veröffentlichung eines neuen großen Gesellschaftsromans, der seinem Thema und seiner Darstellung nach durchaus einem seit langer Zeit erprobten und in breiten Publilumsschichten beliebt gewordenen Genre deS Zeitungsroman» entspricht. „Konstanze" von Karl Heinz Doigt ist das Werk eines jungen, schnell zu Erfolg und Ansehen gelangten Autors, welcher mit seinem ersten Roman, „Das Herz des Giganten", sogleich die lebhafte Anteilnahme eines großen Leserkreises zu wecken und festzuhalten verstand. Der Roman vereinigt in s ich alle Qualitäten, die jenem ersten zum durchschlagenden Erfolg verhalfen haben: er verfügt über eine frische Erfindungsgabe, eine dem Leben abgelaufchte, treffende Milieuschilderung, eine dramatisch verwickelte und gesteigerte Handlung und eine biS zur letzten Forsiehung ausgehattene, natürliche Spannung. Die großangelegte Erzählung schildert den Leidensweg und die Liebesschicksale einer schönen und stolzen Frau, ihre Schuld, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen in der nüchternen Alltäglichkeit einer sehr unromantischen Gegenwart und endlich, nach mancherlei Wechselfällen und Schicksalsschlägen, das Glück der Wiedervereinigung mit dem geliebten Mann. Die hier nur flüchtig angedeutete, überaus packende Handlung und das routinierte Erzählertalent des Autors werden den neuen Roman, wie wir zuversichtlich hoffen, zu einem besonderen Genuß für unsere Leserinnen und Leser machen. * "DerdrifteHochbehälterfürunsere Wasserleitung. Seit etwa drei Wochen sind im Walde in der Nähe der Ganseburg bei Kilometer 6,6 die Ausschachfungsarbeiten zu dem Bau des dritten Hochbehälters für unsere Wasserleitung im Gange. Das Baugrundstück in der Größe von 4250 Quadratmeter tauschte die Stabt Gießen von der Gemeinde Annerod ein. Zunächst werden 2100 Kubikmeter Mutterboden ausgeschachtöt, womit eine Anzahl Arbeiter der Firma Abermann zur Zeit beschäftigt ist; dieser Teil der Arbeiten bürste bis Ende dieser Woche fertiggestellt sein. Hierauf folgt die Aushebung von etwa 1850 Kubikmeter Basalt, der an Ort und Stelle zur Herstellung des Betons für den Bau des Hochbehälters, der 5000 Kubikmeter Fassungsvermögen erhält, verarbeitet werden wirb. Die Ausschachtung, bei der man den Erdaushub auf einem laufenden Band mit verblüffender Schnelligkeit und Einfachheit von der Ausschachtungsstelle hinweg zur Seite schasst und dort so lagert, daß er bequem zur Aufschichtung auf den künftigen Hoch- behälter kommen kann, erfolgt auf der östlichen Seite des Baues etwa 2 Meter tief, auf der westlichen Seite in dem etwas abfallenden Gelände auf VA Meter Tiefe. Unmittelbar anschließend an die Aus- fchachtungsarbeiten wirb bann mit den Betonarbeiten begonnen, wobei über 2000 Kubikmeter Eisen- unb Stampfbeton herzustellen sinb. Der an Ort unb Stelle gewonnene Basalt wirb burch eine Steinzer- kleinerungsmaschine hergerichtet unb badurch, aber auch infolge Ersparnis von Fuhrkosten usw., der Bau wesentlich verbilligt. Der neue Hochbehälter, über dessen Einrichtung wir vor einigen Wochen schon ausführlicher berichteten, soll im Lause des Monats August in Betrieb genommen werden. •• Gießener Wasser nach Heuchelheim. Rachbem die Wasserleitungsarbeiten in Heuchelheim im Laufe der letzten Wochen weiter fortgeschritten sind, ist nunmehr auch mit dem Legen der Wasserleitungsrohre von Gießen aus entlang der Rodheimer Straße in Richtung Heuchelheim begonnen worden. Es ist damit zu rechnen, daß unsere westliche Vorortgemeinde noch im Laufe des Sommers von der Gießener Wasserleitung aus versorgt werden kann. •* Dienstjubiläum. Heute, am 1. Mai, kann der Tapezierer und Dekorateur Ernst ÜRoß hier, Rodheimer Straße 42, bei der Firma Carl Stückrath, Möbelfabrik, auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. weitere Lokaknachrlchken Im 2. Blatt Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein. 10 UTEH *1 tlMER HEISSES WASSEB IMI ei EIMER 3Kanche_. freie 'Stunde, verschafft Ihnen O! Wenn Sie © zum Geschirrspülen, zum Aufwaschen und Reinigen nehmen, haben Sie es viel leichter und sind viel schneller fertig. © rückt allem Schmutz und Fett energisch zu Leibe. 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Gegen Belohnung abzngeben auf dem Polizeiamt. 34271) Vsreine | Kaulmännischer Verein 1.1 V. 1873 Hauptversammlung Mittwoch, den 14 Mai 1930 abends 8V- Uhr, im vereinshaur. Tagesordnung: Jahresbericht Rechnungsablage, Vorstandswahl» Wahl der Rech« nungsvrüfer. Verschiedenes. Wir bitten um rege Beteiltgung. 3402D Der Vorstand. M.T.V. Sonntag, 4. Mair Turngang nach Kloster Arnsburg. Abmarsch 7Uhr Univ.Btbl. l3416O I 2. V. BUhrBer. t____Jn III. anschl. Berat. QTnglfl. Lw<, Stadttheater Freitag, 2. Mai, von 19Vi b. 22 Uhr 30. Vorstellung im Mittwoch [ Abonn. Einmalig. Gastspiel der Berliner Kammeroper MrlneraaiisUetie Over tn 3 Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Nr. 101 Zweite Blatt Gießener Anzeiger (General-Xnzeiger für Gberhefsen) Donnerstag, Mai 1930 Lhile—ein zweites Kalifornien? Don unserem E. ^.»Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Santiago, April 1930. Die große Wirtschaftskrise, die durch die ganze Welt geht, hat in Südamerika ganz besondere Schärfe angenommen. Sind doch die südamerikanischen Länder alle auf ihren Export angewiesen und müssen durch den starken Preisrückgang in allen Rohstoffen empfindlich getroffen werden. In Brasilien ist cs der Kaffee, in Argentinien der Weizen, in Bolivien das Zinn, in Chile ist es der Salpeter und das Kupfer. In den großen Minen werden die Arbeiter entlassen, die Werke stillgelegt, aber auch die Landwirtschaft im Süden leidet unter den schlechten Weltmarkt» preisey. Da ist es verständlich, daß sich alle Augen auf eine neue Exportmöglichkeit richten, die sich durch die ganz besonderen Bedingungen Chile- ergeben, nämlich die Früchteausfuhr. Erst die Eröffnung des Panama- k a n a l s hat die Voraussetzungen dafür geschaffen. daß Chile einmal ein großer Frucht- oarten für die Welt werden wird. Denn solange die Früchte durch die Magallanstrahe verschifft werden mußten und somit Wochen unterwegs waren, bis sie nach Deutschland oder England. den großen Abnehmerzentralen, kamen, so- . lange war ja an eine großzügige Obstkultur nicht zu denken. Heute fahren die großen Dampfer i n sechzehn Tagen von Valparaiso nach Reuhork, wo für Obst ein unbegrenzter Markt sich eröffnet. Run ist Chile durch die Ratur in ungewöhnlichem Maße begünstigt, so daß man fast von einem besonderen Fruchtgarten sprechen kann. Die Ausdehnung des Landes von den Tropen bis hinab zum kalten und feuchten Rebelgebiet des Feuerlandes lassen in ihm fast jede Art von Obst gedeihen. Dazu kommt die wunderbare Sonne, die mehr als acht Monate im mittleren Längstal vom blauen Himmel herab leuchtet und alle Früchte, vor allem aber den Wein und die Pfirsiche, zu besonderer Süße heranreifen läßt. Damit aber das Wasser, nicht fehle, schmilzt unter dieser gelben Sonne oben im Hochgebirge der in den Wintermonaten gefallene Schnee und bewässert in unzähligen Kanälen die Obstfelder der Taler. Bis diese Eis- und Echneevorräte geschmolzen und erschöpft sind, ist der lange und heiße Sommer herum, und cs fällt von neuem oben in den Anden der Schnee. And während in den Tälern der Winter die großen Regengüsse bringt, verhindert er durch seine Kälte in den Bergen das Schmelzen und damit die Zufuhr von Hochgebirgswasser. Aber noch etwas anderes läßt Chiles Lage unvergleichlich erscheinen. Zunächst einmal die Möglichkeit, von jeder Stelle aus leicht das Meer zu erreichen, eben weil das Land so schmal und langgestreckt ist. Viel wichtiger ist aber die Lage auf der südlichen Halbkugel, die cs bewirkt, daß der Winter auf die Monate Juni bis August also gerade umgekehrt wie daheim in Deutschland. So kommen dann im Oktober die Erdbeeren als die ersten Früchte des neuen Erntejahres, und dann kommt in unendlicher Fülle eine Obstart nach der anderen. Feigen, Pfirsiche, Kirschen. Aepfel. Trauben, aber auch ganz unbekannte, köstliche Früchte, wie die Chirimoyas, die Pallas, die Risperos: aber was soll ich Ramen nennen, bei denen dem Kenner wohl das Wasser im Munde zusammenläuft, die aber dem Fremdling eben nur Ramen sind. Alle diese Früchte können nun in Reuhork ausgerechnet in einer Zeit frisch auf den Markt gebracht werden, wo dort Winter herrscht, wo der Rordamcrikaner selbst kein frisches Obst außerhalb des Treibhauses ziehen kann, wo auch das warme Kalifornien kein frisches Obst liefert. Das ist natürlich ein Dorteil, der gar nicht hoch genug eingeschäht werden kann. Die chilenische Regierung, die ja mit großer Umsicht alle wirtschaftlichen Möglichkeiten ihres Landes zu entwickeln bestrebt ist. Hot ihr ganz be'onderes Augenmerk auf den Ausbau der Obstkultur gerichtet. Sic will im großen mittleren Längstal eine eifrige Siedlungspolitik treiben und aus den großen, meist extensiv und wenig produktiv bewirtschafteten Großgrundbesitzen Bauernland schaffen, auf dem europäische Siedler die Gartenkultur einführen, sollen. Besonders erfreulich ist cS, daß Chile dabei vor allem an deutsche Einwanderer denkt und diese, wenn irgend möglich, bevorzugt. Anfang Februar kamen die ersten deutschen Kolonistenfamilien an. die in der Rahe bexf Hauptstadt Santiago auf besonders für sie bereitgestelltem Gebiete angesiedelt wurden. Es sind Oberbayern, die in der Rähe von München zu Hause waren, aber bei den Preisen, die sie in Deutschland für ihre Kartoffeln und ihr Gemüse bekommen haben, sagen sie, konnten sie nicht mehr auskommen. Jetzt haben sie wieder Hoffnung und Mut. daß es wieder Zweck hat, zu arbeiten und sich zu mühen. Von feiten der Chilenen werden ihnen alle Erleichterungen zuteil, was sie gerne anerkennen. Sie mußten 2000 Mark anzahlen, und jetzt fehlt es ihnen zum Anfang an Gerät und an Vieh. Aber die Regierung streckt ihnen Geld vor und ist ihnen beim Erwerb von allem behilflich. Will fie doch, daß diesen ersten Familien bald mehr folgen und so die ungeheuren Möglichkeiten des wundervollen Landes entwickeln. Was Chile von deutschen Einwanderern erhoffen darf, weih es aus dem Beispiel der deutschen Einwanderung im Süden, in Valdivia, Osorno. Puerto Montt in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wo dort früher Ar- wälder und bodenlose Moräste sich dehnten, dort blüht heute die landwirtschaftlich reichste Provinz der ganzen Republik. Don den neuen Ankömmlingen wird keine so harte Pionierarbeit verlangt wie damals von den deutschen Einwanderern. Sie sollen heute nicht Dresche schlagen in die Arwälder eines unerforschten und unbesiedelten Gebietes, sie sollen aus einem viel zu wenig ausgcnühten Boden in der unmittelbaren Rahe der Hauptstadt des Landes das schaffen, was diesem gesegneten Gebiet die Ratur eigentlich zugedacht hatte zu werden: ein kleines Paradies der Früchte. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. D a r m st a d t, 30. April. (WHP.) In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses des Hes> fischen Landtags war ein neuer Antrag des Zentrums und der Sozialdemokraten eingegangen, der eine Neuregelung der Kinderzu- schlage für Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahr Vorsicht, mit einer Ersparnis von rund 350—400 000 Mark für die Staatskasse. Danach sollen die Kinder- Zuschläge für Kinder bis zum 16. Lebensjahr be- stehen bleiben; bei Kindern über 16 Jahren soll das Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. Es stand für Konstanze unumstößlich fest, daß sie die eheliche Gemeinschaft mit ihrem Manne lösen müsse. Seit heute. Der Entschluß war wohl schon lange in den geheimsten Kammern ihres inneren gewesen während ihrer nun dreijährigen <3f)e. Es mußte wohl so gewesen fein, denn erst jetzt, erst an diesem Rachmittage, hatte sich Konstanze entschieden. Ein stetes Drängen ihrer Seele verlangte diese Tat. Dor ihren Mann hin- zutrctcn und ihm zu sagen: „Es geht nicht länger, es darf nicht länger fein.“ Ten letzten Anstoß zu diesem Entschluß hatte Konstanze soeben bei Martina, ihrer Freundin, empfangen. Konstanzc schaute zum Fenster hinaus, lieh ihre 27 ■lv. über die mattglänzenden kahlen Bäume des Tiergartens gleiten, der in dieser Dämmer- slunoe einem geheimnisvollen finsteren Tore zu gleichen schien. Sie sah nur wie durch einen Rebeischleier die Straße unten, auf der die erften erleuchteten Automobile vorüberglitten. Stetig und unaufhaltsam stürzte die Dunkelheit über Berlin. Dor Konstanzcs innerem Auge tauchten Bilder 9?'> c. bor einer Viertelstunde noch ge- Dmrlina, ein Jahr lang verheiratet, eine giudftraplcnbc junge Mutter. Als sie dann von iyrem Gatten erzählte, hatten ihre Augen ge» glanzt so voll Liebe, so voll Glück und so voller Konstanze hatte gefühlt, hier wohnte das Glück. Da war sie still davonge- fchlichcn. Konstanze kehrte sich ab vom Fenster. Hohe Stehuhr schlug sechsmal. Jetzt mutzte Lothar bald kommen. Sie lauschte. Es lwren ihr, als ginge draußen jemand über den war wohl Marie? Ach, Konstanze sich so grenzenlos verlassen. Sie machte «^..Dewcgung. Sollte sie das Mädchen rufen? oute sie es irgend etwas fragen, irgendeine ■ceianglo igteit reden, nur um auf kurze Zeit ^er entsetzlichen Einsamkeit zu entgehen? Oi^^^-wpen draußen auf der Straße warfen ihr tcyt bis in das düstere Zimmer, in dem Kon- r.an8e noch immer regungslos harrte und auf ote Antwort ihres Herzens lauschte. »>1st es nicht seltsam,“ dachte fie, da stehe ich ™,n regungslos, ohne etwas anderes zu denken, als doz eine: Du mußt es ihm sagen. Heute. Wieich wenn er kommt!" Eine große Traurigkeit siel über sie. Wie würde es Lothar aufnehmen? war vielleicht gar nicht einmal direkt schuld an ihrem Anglück. Vielleicht liebte er fie sogar auf seine Weise. Aber wenn das Liebe war, so konnte fie es nicht ertragen. Sie fühlte, fie mußte zugrunde gehen an dieser Ehe. Deshalb mußte ein Ende fein, so oder so. War das Egoismus? Es war vielleicht am meisten Stolz und verletztes Gefühl. Einerlei! Ihre Seele konnte diesen Zustand ohne gegenteilige tiefste Liebe, die aus dem Innersten kam, nicht mehr ertragen. Er bedeutete eine dauernde Demütigung. Die Psyche einer Frau ist zarter, als die eines Mannes, hatte sie einmal gelesen. Dieser Satz ging ihr jetzt wieder durch den Kopf. Gab es überhaupt ganz harmonische Ehen? Die meisten Frauen freilich stellen weniger Ansprüche an ihre Seele, als an ihren Leib und an alle Äußerlichkeiten ihres Lebens. Heute hast du gefühlt, wie eine Ehe fein muh. Dein Gefühl aber täuscht dich nie. Konstanze. fchrie eine innere Stimme. Sie fuhr jäh empor aus ihrer Versunkenheit. Die Tür war gegangen. Marie trat ein und knipste das Licht an. Das Mädchen erschrak, als es die Herrin sah. Konstanze lächelte und vermied es, das Mädchen anzublicken. »Sie wundern sich, Marie, daß ich im Dunkeln bin? Die Dunkelheit ist gut für Menschen, die manches zu bedenken haben.“ Sie schüttelte den Kopf. Ihre Worte waren Torheit vor dem Mädchen. — Marie machte verwunderte Augen und verschwand. Konstanze ging zu dem Tisch in der Mitte des großen Zimmers, setzte sich und stützte den Kopf in die Hand. So saß sie und sann. Das schöne Antlitz war wie eine edelgeschnittene Gemme. Rur etwas zu blaß erschien es jetzt. Vielleicht war auch das tiefschwarze Haar schuld, daß das Antlitz so überaus weiß wirkte. Ihre schmale Rechte lag auf dem Tisch. Dort glänzte der Trauring. Ein herber Zug grub sich um Kon- stanzens Mund... Alles stand deutlich wieder vor ihrer Seele: Lothar als Bräutigam. Ein schöner Mann, eine hohe, stolze Figur... Oh, sie war damals viel beneidet worden. Sie lächelte bitter. Warum auch nicht? Er war schön und, was die Hauptsache war, er war reich. Die Hauptsache für all die anderen, besonders für ihre Verwandten. Was kümmerte die alles andere? Sie hörte 7wch ihres Vaters eindringliche Stimme: »Du bist nicht auf Rosen gebettet, meine Tochter. Auf einen Grafen oder Prinzen kannst du nicht warten. Lothar Emmerstorff ist ein sehr reicher Mann aus angesehener Familie, Großindustrieller, er paßt in unseren Kreis. Die »von Heistritz" sind immer bestrebt gewesen, eine standesgemäße Heirat einzugehen, und du, meine Tochter, wirst hierin keine Ausnahme machen.“ — O, Konstanze hatte ganz genau gewußt, was ihr Vater, der alte Oberst Waldemar von Hei- strih, mit diesen Worten gemeint. Er hatte ein für allemal ihrer Schwärmerei für Peter Ahl- erste keinen Zuschlag erhalten, das zweite die Hälfte und das dritte den vollen seitherigen Betrag. Da sich aus der Formulierung Unklarheiten ergaben, wurde die Beratung und Abstimmung auf Freitag verschoben. Der Landbundantrag auf Erhöhung der Altersgrenze verfiel der Ablehnung, ebenso auch der Eoentualantraa der gleichen Fraktion, die Altersgrenze von 65 auf 66 Jahre zu erhöhen. Der von der Regierung oorgeschlagene Abstrich eines Drittels der Bauunterhaltungsko- st e n mit 750 000 Mark wurde mit 9 gegen 3 Stimmen genehmigt, da sich bei der ersten Lesung des Staatsvoranschlags keine anderweitigen Ersparnismöglichkeiten ergeben haben, um hier weniger abzufetzen. Von volksparteilicher Seite wurde nochmals auf die schwer schädigende Wirkung dieser Maßnahme auf das mittelständische Gewerbe hingewiesen, das gerade durch Land und Gemeinden besonders stark besteuert werde. Der Finanzminister erklärte, daß er mit dem im Etat eingestellten Betrog in diesem Jahre auskommen könne, ohne bafc da- durch die befürchtete Schädigung der Baulichkeiten eintrete. Die Regierung legte dem Ausschuß die geforderte Zusammenstellung sämtlicher Aus- Hilfs- und Stallvertretungskosten bei den Ressorts vor. Es ergibt sich eine Gesamtsumme von 785 000 Mk., an der noch der Erklärung der Regierung nichts mehr gestrichen werden kann. Die Sozialdemokraten zogen darauf ihren Antrag, 10 Prozent zu streichen, zurück. Ein gleicher Antrag des LandbundcS verfiel der Ablehnung. Der Ausschuß bestätigte mit 6 gegen 5 Stimmen bei einer Enthaltung, daß die Vergütung an die Amtsvorstcher, die gleichzeitig di« Landessiedlung betreuen, auf 600 Mk. (seither 900 Mk.) herabgesetzt wird. Angenommen wurde ein Zentrumsantrag, fämt* liche Ministerialrats st eilen in Besold dungsklasse 1b auf den Inhaber zu bcwiUigen und bei Freiwerden durch Oberratsstcllen zu ersetzen. Auch der früher abgelchntc volkspartei- liche Antrag, die Staatsrats st elfen auf den Inhaber zu bewilligen, wenn der Ministerialdirektorposten noch besetzt ist, wurde in sozialdemokratischer Fassung ohne die letztere De* dingung einstimmig angenommen. Da übersehen wurde, im Haushaltsplan wieder einen Betrag für die Aeberwachung der Dei- fpielswirtschaften im hohen Vogelsberg cinzustellen. beantragte der Wirtschaft--, Minister die nachträgliche Einstellung eine- Betrages von 1200 (seither 2000) Mk. Der Ausschuß setzt seine Beratungen am Freitag fort. Das neue Turnlehrerinnenseminar des Aliceschulverems. Oie feierliche Eröffnung. Gestern nachmittag fand im Kollegiengebäude der LandeSuniverfität die feierliche Eröffnung des neu eingerichteten Turnlehrerinnenseminars des Alice-Schul- verein statt. Das Seminar steht unter Leitung des Aniversitätssportlehrcrs Dr. Möckelmann und ist mit dem Institut für Leibesübungen an der LandeSuniverfität verbunden. Als akademische Turnlehrerin wirkt Fräulein Gisela Lüder aus Berlin an dem neuerrichteten Seminar. Bei der Eröffnungsfeierlichkeit sprach zunächst Frau Professor Kramer als stellvertretende Vorsitzende des Vereins Aliceschule. Sie führte noch einer kurzen Begrüßung der erschienenen Gäste und Schülerinnen u. a. folgendes aus: Das Turnlehrerinnenfeminar war feit langer Zeit der Wunsch und Plan der Aliceschule. Bereits im Jahre 1921 wurden von dem Ehrenvorsitzenden des Vereins, Geheimrat Fromme, Verhandlungen in dieser Hinsicht geführt, die später fortgesetzt wurden, aber jahrelang nicht zum Ziele führten, weil die ungünstigen Zeit- Verhältnisse eine Verwirklichung nicht zuliehen. Das Bedürfnis eines Turnseminars ist aber immer dringender geworden, da eine große Zahl der bei uns ausgebildeten technischen Lehrerinnen zur Verbesserung ihrer Aussichten eine Turn aus bild ung wünschten. Sie konnte seither nur auf preußischen Seminaren erreicht werden, die aber infolge des starken Andranges preußischer Schülerinnen unseren Zöglingen mehr oder minder verschlossen waren. Es ist dankbar zu begrüßen, daß das Institut für Leibesübungen an der Landesuniverfität an uns mit dem Vorschlag herangetreten ist, ein Turnlehrerinnenfeminar in Fühlung hüt diesem Institut zu errichten. Erfreulicherweise ließen sich die Verhandlungen mit dem Landesbildungsamt unseren Wünschen entsprechend gestalten. Das Turnlehrerinnenseminar ist nicht nur durch den Herrn städt, den armen Maler, wie der Oberst ihn zu nennen pflegte, die Spitze abbrechen wollen. Sie war also Lothar Emmerstorff- Frau geworden. Mit ihren achtundzwanzig Jahren hatte sie damals noch geglaubt, es werde wohl das beste fein, was die Eltern und die übrige Verwandtschaft wünschten. Aber wenn sie jetzt zurückdachte an diese kurze Verlobungszeit, dann wußte sie auch, daß damals schon eine leise, leise Flüsterstimme in ihrem Innersten ihr gesagt hatte, daß hier etwas fehlte. Die Seele fehlte. Die konnte ihr Lothar nicht geben. — — Konstanze erhob sich. Sie schritt mit ihrem elastischen Gang durch das weitläufige Zimmer. Ihr Tritt wurde gedämpft durch die schweren Teppiche, die Lothar so liebte. Alles war wunderbar und geschmackvoll in diesem Hause. — Auf und ab schritt Konstanze, immer auf und ab. Warum kam er nicht? — Zuweilen blieb fie stehen, dann sah es aus. als rage eine steinerne Figur empor mitten aus dem Boden des fchweig- famen Zimmers. Wieder ging Konstanze auf und ab. Ihr Schatten huschte an den Wänden entlang, wurde durch hcrvorstehendcs Mobiliar des Zimmers unterbrochen, floß zusammen, folgte ihr und verschwand, sobald sie in den Lichtkegel der Lampe trat. Ski dem Hin- und Hergehen hatte Konstanze ihre weißen Hände ineinandergeflochten, als bäte sie das Schicksal um Gnade. — Mochte kommen, toaS da wollte, sie würde alles tapfer tragen. Aichts, so dünkte ihr, konnte schwerer sein, als dieses schmähliche Gefühl einer lieblosen Che. Zufrieden wollte sie sein, hatte sie nur erst die Genugtuung, daß nichts fie mehr band an dieses Haus, in dem ihre Seele verschmachtet war. Da klangen Schritte in dem Dorraum. — Lothar kam wohl? Sie fühlte chr Herz bis zum Halse schlagen. Anbeweglich stand sie und starrte auf Die Tür, durch die er eintreten mußte. Ewigkeiten vergingen. Sie beobachtete mechanisch, wie sich die Tür öffnete, fah verschwommen ihren Mann cintreten und gewahrte wie im Traum, daß er auf fie zukam. — Er küßte fie flüchtig auf die Stirn. -Es ist später geworden heute, Konstanze. Die Konferenzen mit dem Vertreter von Ruland & Co. nahmen mich stark in Anspruch." Konstanze war bei seinem Kuh erschauert. Sie spürte ein kaltes Gefühl an der Stirn, wo sie seine Lippen gestreift hatten. Sie wollte etwas entgegnen. Da merkte Konstanze, daß sie allein war. Sie hörte ihn in seinem Zimmer. Einer Somnambulen gleich gab Konstanze dem Mädchen einige Anordnungen. Schweigsam wie stets, saß fie Lothar dann bei Tisch gegenüber. Er berichtete einiges von feinen Geschäften. Konstanze hörte es nicht. — Während er mit Appetit ah, starrte sie ihn an. Sie beobachtete ganz mechanisch feine Bewegungen. Es' fiel Kultusminister genehmigt worden, dieser hat auch entgegenkommenderweise die Verhandlungen mit der preußischen Regierung wegen Anerkennung der Prüfungszeugnlsse geführt. Rachdem die staatliche Anerkennung des Turnlchre- rinnenseminars sowohl von Hessen, wie auch von Preußen vorllcgt, dürfen wir hoffen, daß das! neue Unternehmen, wie alle unsere Anstalten, eine erfreuliche Entwicklung nehmen wird. Besonderer Dank gebührt auch Sr. Magnifizenz dem Rektor der Landesuniverfität Professor Dr. Drüggemann, sowie den Herren Dozenten, die den theoretischen Teil der Ausbildung übernommen haben. Auch die Stadtverwaltung wird gewiß unserer Reueinrichtung wohlwollend gegenüberstehen, zumal der Dezernent für daS Schulwesen, Bürgermeister Dr. Seid, die Belange der Jugenderziehung mit weit ausschauen- dem Blick zu fördern bestrebt ist. Besonderer Dank gebührt Herrn Aniversitätssportlehrer Dr. Möckelmann, der mit jugendlicher Energie die umfangreichen OrganifationSarbeiten übernommen und zu einem glücklichen Ende geführt hat. Unter seiner Leitung wird Frl. Lüders am Donnerstag mit dem Unterricht beginnen, zu dem sich bereits über zwanzig Schülerinnen gemeldet haben. Mögen alle Kräfte davon erfüllt fein, das gesteckte Ziel zu erreichen, zur Ehre unseres Aliceschulvereins, zum Segen unserer Frauenwelt. Hierauf sprach der Leiter des Seminars, Uni* versitätssportlehrer Dr. Möckelmann, der u. a. sagte: Wir sind heute bis weit in unsere Lehrerund Erzieherkreise hinein noch nicht über den Standpunkt hinausgekommen, der in dem Turnlehrer der Schule den reinen Fachlehrer, ich möchte sagen, den Techniker sah, dessen Obliegenheit es war, die Schüler zu einer lehrplan- mäßigen Fertigkeit in körperlichen Dingen zu führen. Mit dieser Auffassung ist das Schicksal des Turnunterrichts an Schule und Hochschule bezeichnet, ja, besiegelt als ein technisches Fach, das aus dem Rahmen des Erziehungswesens Her- Lothar nicht auf, daß Konstanze keinen Dissen anrührte. »Entschuldige,“ sagte Emmerstorff, indem ec sich erhob, »ich habe heute noch manches zu erledigen. Du gehst wohl bald zu Bett? Ich werde nicht vor zwei Stunden zur Ruhe kommen." Er nickte ihr zu. Die flachen, glattrasierten Lippen deuteten ein flüchtiges Lächeln an. Ihre Blicke kreuzten sich sekundenlang. »Cs ist meine letzte Rächt in seinem Haufe,“ dachte Konstanze. Alles war still in der großen Wohnung. Draußen verbrandeten die Rachtgeräusche Berlins in einem dumpfen Grollen. — Konstanze trat in das Arbeitszimmer ihres Mannes. — Lothar gewahrte fie erst, als fie kurz vor ihm stand. Er wandte rasch den Kopf nach ihr. »Was denn, Konstanze?" Schweigen. — Sie fühlte sekundenlang schwankenden Boden unter ihren Füßen. Rur jetzt mutig fein! Rur in dieser Sekunde nicht schwach werden! — Lothar Emmerstorff nahm von einem großen Stoß Papier das oberste Blatt fort und überflog es mit raschem Blick. -Wir stehen vor großen Taten, Konstanze. Wir haben die Herstellung eines Farbstoffes übernommen, von der ich mir großen Gewinn verspreche, zumal wir die einzige chemische Fabrik sind, die —“ Er brach mitten im Sah ab und starrte Konstanze einigermaßen bestürzt an. -Wie siehst du denn aus, Konstanze? — Bist du krank?" Cie machte eine jähe Kopfbewegung. Lothar verstand sie nicht zu deuten. Sie setzte sich langsam ihm gegenüber. Ihre Bewegungen hatten wirklich etwas von einer Kranken. Er fragte nochmals: »Du stehst so verändert aus, Konstanze. Fühlst du dich nicht wohl?" .Rein!" .Wie?“ »Ich fühle mich in der Tat nicht wohl, Lothar.“ »Es wird besser werden, gehe zu (Bett Morgen srüh schicke ich dir Dr. Laring." .Mir kann kein Arzt helfen." »Ja, was ist denn? Du sprichst in Rätseln. Was ist denn geschehen?" Die Frage klang ungeduldig. .Geschehen?" — Sie schien aufzutauchen au8 einem Meer der Versunkenheit. Ihre großen Augen, in denen stets ein kindlicher Glanz lag, wie man ihn ganz selten bei Frauen in diesem Alter findet und der eine unwiderstehliche Gc- toalt über Männer auszuüben vermag, ruhten still auf feinem überarbeiteten Gesicht. »Geschehen ist nichts — nichts!“ Er atmete auf. -Aber es muh etwas geschehen. Ich habe mit dir »u reden.“ (Fortsetzung folgt.) Mieternot und Bodenreform .< ■ •/" Teil der Pflichtstunden befreit und im Herbst Utacbbrucf verboten. 38 Fortsetzung Örtern' ■ '•A .^Fortsetzung folgt.) Jl7 S'l dereinncchmen gegenüber 1929 zu erwarten: so verzeichnet die Rubrik „Wald" 48 343 Mk. Einnahme gegenüber 62 226 Mk. in 1929, und die Rubrik „Reichssteueranteile" 22 910 Mk. (25 460 Mark in 1929). Der Voranschlag wurde nach längerer Beratung einstimmig genehmigt. alten Sprachen Hebräisch, Griechisch und Lateinisch gründlich ein, sondern beschäftigte sich auch erfolgreich mit den romanischen Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, außerdem mit Germanistik und Geschichte. Von der Ludoviciana im Jähre 1857 „magna cum laude" zum Doktor promoviert, wurde er Mitarbeiter an Pierers Lexikon und schrieb viele Rezensionen und Aufsätze für wissenschaftliche Zeitschriften, so besonders für das Zentralorgan für die Interessen des Realschulwesens. Von ihm stammt eine vortreffliche Biographie des Gießener Germanisten Weigand. Er war auch Mitglied des hauptsächlich aus Llniversitätsdvzenten und Offizieren der Garnison sich zusammensetzenden Kränzchens „La Brigatella itahana“, das sich das Studium und den Gebrauch der italienischen Sprache zur Aufgabe gemacht hatte, und führte als solches in humorvoller Liebersetzung seines Ramens die Bezeichnung: „Cardinale Ligabosco“. Aus all dieser Tätigkeit erwuchs ihm eine stattliche Sannnlung von Büchern. Ihren Inhalt machte er sich, von seinem vortrefflichen Gedächtnis unterstützt, durch eifriges Studium zu eigen. Der weitaus größte Teil seiner Berufstätigkeit verknüpfte Dindewald mit unserer Stadt Gießen, die ihm zur zweiten Heimat wurde. Hier wirkte er vom April 1857 an der Realschule und an dem aus ihr hervorgegangenen Realgymnasium. Biele Jahrgänge unterrichtete er, namenilich in den Oberklassen in Latein, Deutsch, Geschichte und Religion, und er erlebte ein halbes Dutzend Direktoren: Weigand, Stein, Soldan, Rodnagel, Weihrich und Rausch. In den letzten Dienstjahren wurde seine Arbeit beeinträchtigt durch ein Augenleiden, das er sich wohl durch Lesen und Studieren in den Nachtstunden zu- Qlm Dienstagabend sprach auf Veranlassung des Bundes deutscher Bodenreformer, Ortsgruppe Gießen, sowie des Mietervereins Dr. Wagcn- 6ad), Berlin, im „Postkeller" über das Thema „Mieternot und Bodcnreform". Rach einer kurzen Einleitung von Studienrat Dr. Heu sei schilderte der Vorsitzende zunächst seine Eindrücke von der kürzlich in Würzburg stattgehabten Tagung des Bundes deutscher Dodenreformer. Er betonte ferner, daß leider teilweise noch zu wenig Verständnis für die Lebensfragen unseres deutschen Volkes vorhanden sei. Die Sehnsucht nach einem Stückchen Eigentum sei groß, die Bodenreform wolle diesem Streben den Weg bereiten. Die soziale Rot finde ihre besondere Auswirkung in der Woh- nungs- und Bodennot. Diese bedenkliche Rot habe ihren Llrsprung in der Umwandlung des Agrarstaates zum Industriestaat. Die Bodenspekulation auf dem Lande habe die Menschen in die Großstadt getrieben, wo durch den starken Zuzug dem Bodenwucher Vorschub geleistet worden sei. Die Mietskaserne sei eine Folge dieser Zustände gewesen, sie nehme keine Rücksicht auf die sozialen Verhältnisse, sondern hier sei der Gedanke der günstigen Verwertung vorherrschend. Trotz der vielen Mietskasernen bestehe noch große Wohnungsnot. In Deutschland hätten nur etwa 10 Prozent der Arbeiterschaft ein eigenes Heim, während in dieser Hinsicht in Amerika 50 Prozent in Betracht kämen. Eine Besserung sei nur durch Schaffung neuer bodenrechtlicher Gesetze zu erwarten. Die Wohnungsverhältnisse auf dem Lande müßten derartig sein, daß die Menschen sich dort wohlfühlen und bleiben. Der Zuzug nach der Großstadt müsse mit geeigneten Mitteln unterbunden werden. Die Zukunft hänge nicht von der Großstadt ab, daher sei eine weitgehende Förderung der Siedlungen am Platze. Auch auf eine menschenwürdige Gestaltung der Großstadtwohnungen müsse hingewirkt werden. Billiger Boden sei die Voraussetzung für die Beseitigung der Mietskasernen^ Der Redner kam dann auf den Geburtenrückgang zu sprechen, der sich in Berlin am stärksten zeige und dessen Ursache teilweise auch in der Wohnungsnot zu suchen sei. Weiter behandelte er kurz die Kriegerheimstättenbewegung, verwies in diesem Zusammenhang auf die Errichtung von Wirtschaftsheimstätten, bezüglich deren Bayern vorbildlich arbeitete, während Preußen und Hessen heute noch keine Ausführungsbestimmungen erlassen hätten. Er streifte weiter das Reichsheimstättengeseh, zu dessen Durchführung billiger Boden Vorbedingung sei. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen beschäftigte sich der Redner eingehend mit dem Entwurf zum Wohnheimstättengeseh, sowie mit dem Baulandgesetzentwurf. Er forderte in diesem Zusammenhang eine großzügige Doden- vorratswirtschaft, entsprechende Ordnung im Städtebild, Ausbau der Cnteignungsbestim- mungen, insbesondere Regelung der Frage der Entschädigung des enteigneten Landes, sowie Beschleunigung des Enteignungsverfahrens. Die Bodenspekulation müsse auch den Gemeinden unmöglich gemacht werden. Die Wohnungsnot könne nur durch weitausschauende Vorbereitungen gesetzgeberischer Art beseitigt werden. Der Dau von Eigenheimen sei der beste Damm, gegen die bolschewistische Flut. Auch könne die Arbeitslosigkeit dadurch gemildert werden, daß die Frau, durch ein eigenes Heim zu ihren eigentlichen Aufgaben als Hausfrau gedrängt, sich von der Fabrikarbeit mehr und mehr zurückziehe. Jedes Volk müsse seinen eigenen Weg gehen, der ihm von der Geschichte vorgeschrieben sei. Erst die kommende Generation werde erkennen, welche Bedeutung der Kampf um den Boden für die Gesundung unseres Volkes habe. In der anschließenden Aussprache wies zunächst Reallehrer Hebermehl auf die Mietegefahr hin, die nur durch intensives Bauen beseitigt werden könne. Er sprach von der in Darmstadt und Mainz durchgeführten Umlegung von öffentlichen Abgaben in Form von Zuschlägen auf die Miete und gab der Befürchtung Ausdruck, daß derartige Methoden unter Umständen in sämtlichen hessischen Kommunen zur Durchführung kämen. Eine derartige Regelung könne die Mieterschaft nicht zugeben, well durch die Art der Berechnung eine Benachteiligung der Mieter eintrete. Ein weiterer Redner besprach die Auswirkung der Sonder- steuer und wandte sich gegen die Bodenspekulation, während von anderer Seite dem Bund deutscher Bodenreformer eine stärkere Betonung seiner Forderungen empfohlen wurde. In einem kurzen Schlußwort ging der Redner auf die Ausführungen der einzelnen Diskussionsredner entsprechend ein. famW e. V. 08 (, Walds, fhrttieln Sonnta; EnlelM Fraueni unter Te eine un 1 'entgehe lortimpti: Entscheids Nachmittag der ßartem der-Fuflba aus Zürich Rimdfunltha SIEM Vom 29. M. Erholu Bäder Doranschlagsberatung in Grünberg + ©rünberg,29. April. Der Gerne inde- r g t war heute vollzählig erschienen, außerdem war Stadtrechner Gehringer anwesend. Zunächst wurde die Gebühr für die fünf Tankstellen auf städtischem Gelände, für die seither eine jährliche Anerkennungsgebühr von 2 0 Mark entrichtet wurde, nach dem Beispiel anderer Städte auf 200 Mark festgesetzt. Hierauf legte der Rechner den Voranschlag für 1 930/ 31 vor, der in Einnahme und Ausgabe mit 215 538,30 Mk. abschließt (in 1929: 219 010,55 Mk.). An Umlagen, zu denen auch die Ausmärker beizutragen haben, sind 63 200 Mark vorgesehen, der gleiche Betrag wir im Vorjahre. Bei zwei Rubrllen sind beträchtliche Min- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 1. Mai 1930. Otto Bindewald Zum 100. Geburtstag eines Gießener LehrerS. 1896 in den Ruhestand versehk, unter Verleihung des Verdienstordens Philipp des Großmütigen 1. Klasse. Damals sagte ein Amtsgenosse bei der Abschiedsfeier: „Run wird uns das Lehrern ratszinuner ohne Professor Bindewald vor^ kommen wie eine Bibliothek, in der das Koni versationslexikon fehlt." Sicherlich war in ihm unvergleichlich mehr Einzelwissen aufgespeichert, als in jedem seiner damaligen Amtsgenossen, die nach dem kurz vorher erfolgten Ausscheiden von Prof. Dr. O. Buchn er fast alle das Schwabenalter noch nicht erreicht hatten. Seine Erholung suchte Dindewald im Kreise seiner zahlreichen Familie oder am „viereckig runden Tisch". Denn als Stammgast befolgte er willig das Schlußwort des Derrina im Fiesko: „Ich gehe zum Andreas". Dort wurde er bei strittigen Fragen, die sein weitverzweigtes Wissensgebiet betrafen, gern als höchste Autori-, tat angerufen. Seine letzten LebenZjcrhve wurden durch Krankheit und Sorgen getrübt. Er erlitt im September 1903 einen Schlaganfall, der ihn lähmte, aber seine geistigen Kräfte unangetastet lief). Rach dem Tobe der Gattin von den Töchtern sorglich gepflegt, von treuen Freunden oft aufgesucht und erheitert, lebte er noch einige Jahre, bis ihn am Weihnachtsfest 1906 der Tod abrief. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Dutter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Spargel 50 bis 100, Grünkohl 10 bis 15, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4,5 bis 5. Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 25, Salatgurkenj 75 bis 80, Ober-Kohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Rettich (neue) 30 bis 50, Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. der Zentner, Erinnerungen aus der Jugendzeit pflegen treulich im Gedächtnis der Erwachsenen zu haften. So taucht noch nach vielen Jahren gelegentlich die Gestalt eines längst verstorbenen Lehrers vor bem geistigen Auge vieler Gießener auf. Ein solches Gedenken gilt auch dem Heimgegangenen Prof. Dr. Otto Dindewald, der vor 100 Jahren, am 8. Mai 1 830, zu Altenschlirf das Licht der Welt erblickte. Er entstammte einer oberhessischen Pfarrerfamilie, die ihren Stammbaum, ausschließlich Theologen, bis 1630 zurückverfolgen kann. Sein Vater, zuletzt Pfarrer in Freiensteinau, lieh den besonders für Sprachen begabten Knaben das Gymnasium zu Düdingen besuchen. Die Anstalt stand damals unter der Leitung des tüchtigen Altphilologen T h u d i ch u m, der als Ueberseher der Sophokleischen Dramen auch weiteren Kreisen bekannt wurde. Otto Dindewald, ein Bruder des Volksschriftstellers Theodor Dindewald, spannte als Student wie im Derussleben den Rahmen seiner ——- ------- . - Studien sehr weit. Er war zugleich Theologe gezogen batte.^ Er wurde zunächst^ von mnem und Philologe, drang nicht nur in den Geist der I T." " "*Ni Die gesiedelte Schlange Roman von Edgar Wallace. ausfällt, als etwas Anorganisches im Aufbau des Erziehungswesens. In früherer Zeit war das Schulturnen mehr eine Vorschule für die spätere Militärzeit, es war deshalb auch verständlich, wenn der Turnunterricht des weiblichen Geschlechts ganz stiefmütterlich behandelt wurde. Wir wollen hier nicht behandeln, was war und wurde, wir wollen sehen was wird. Und da können wir die erfreuliche Feststellung machen, daß mehr und mehr in der modernen Pädagogik sich die Anschauung durchsetzt, daß es der Mensch als psychisch-physische Einheit ist, der erzogen werden soll. Und wenn wir heute von körperlicher Erziehung reden, so wollen wir damit nicht ausdrucken, daß wir das Pendel, das doch offenbar in der Beziehung häufig zu weit nach der rein intellektuellen Seite ausgcschwungen war, reaktiv auf die körperliche drängen wollen. Wir wollen keine Propheten reiner Körperlichkeit sein. Für uns, deren Aufgabe es ist, als Leibeserzieher in der Kultur wirksam zu fein, ist hier nur ein bisher ungeöffnetes, übersehenes Zugangstor, von wo aus wir den lebendigen Menschen formen und gestalten wollen. Ja, wir haben die Pflicht, dies Tor zu verbreitern, denn wir wissen, daß so mancher Lehrer, der vielleicht vortrefflich ist im Unterricht, erzieherisch wenig auf die Jugend wirken kann, weil ihm die innere Verbindung zur Jugend fehlt. Wir haben die Jugend nicht nur vor uns auf den Danken, wir haben nicht nur schwarz auf weiß die Riederschläge ihrer geistigen Tätigkeit in papierenen Heften, wir haben sie vor uns wie sie leibt und lebt, den ganzen Menschen. Und wen wir nicht überzeugen können, den möchten wir wohl mitnehmen auf unsere Wanderungen, Ruder- und Skifahrten. Hier bietet sich die Möglichkeit. Einblick zu gewinnen in die jugendliche Seele, hier sammeln wir Erfahrungen, welche dem ältesten Lehrer zeitlebens verborgen bleiben. So ist es keine Ueberhebung, wir sind Erzieher im betonten Sinn, aber auch in vollem Sinne. Wir wollen versuchen, die Jugend von ihrem ganzen Lebens» rhthmus aus zu packen. Wir sind weit mehr Lebemeister als Lehrmeister. Als dritter Redner sprach Stadtschulrat F i - scher namens des beurlaubten Oberbürgermeister, des Dezernenten für das Schulwesen und des Stadtschulamtes. Er betonte, daß mit der Errichtung des Tumlehrerinnenseminars eine bedeutsame Einrichtung ins 2e6en gerufen worden sei. Die Rotwendigkeit der Schaffung einer derartigen Einrichtung in der Zeit wirtschaftlicher Depression werde nicht überall erkannt. Wenn man trotzdem, wahrscheinlich unter Ueber- windung vieler Schwierigkeiten, eine derartige Einrichtung geschaffen habe, so forme man dies um so mehr vertreten, als die Gesundung und Erziehung unserer Jugend für unser Volk von ausschlaggebender Bedeutung fei. Man dürfe sich dabei auf unsere Vorfahren vor 100 Jahren berufen, deren richtige Erkenntnis an dem damaligen Wiederaufstieg hervorragend beteiligt war. Erfreulicherweise zeige sich auch auf dem Lande größeres Interesse für Turnen und Sport in den Schulen, in einer Anzahl von Schulen auf dem Lande fei sogar der Turnunterricht für Mädchen eingeführt. Diese Bestrebungen könnten am besten durch Ausbildung geeigneter Lehrkräfte gefördert werden. Die Stadt begrüße es mit besonderer Freude, wenn neue Einrichtungen in Verbindung .mit der Uniberfität geschaffen würden, denn dadurch würde die Gefahr einer Verlegung oder -Aufhebung der Uniberfität gemildert. Mit einem kurzen Schlußwort bon Frau . Prof. Kramer, wobei diese den beiden Vorrednern dankte, fand die eindrucksboll verlaufene Eröffnungsfeier ihr Ende. rädern wahrnehmen. Er fuhr diesen Spuren nach. Es konnte sein, daß sie an dem Haus schon vorbei waren, denn es lag hinter einer großen Baumgruppe verborgen. Aber Peter verfolgte mit dem Scheinwerfer genau die Spuren des Autos, das vor ihnen hier gefahren war, und sah, daß sie links vom Wege in das Gehölz abbogen. Als er vorsichtig und langsam nach- suhr, tauchte kurz darauf im Schein der Wagenlampen ein niedriges, rohgebautes Haus auf, das nur ein Stockwerk hatte. Offensichtlich war es ganz aus Detonblöcken hergestellt. Die Maurer hatten nicht einmal die Haufen des übriggebliebenen Zementmörtels und den Bauschutt weggeräumt. Es standen noch ein paar Schubkarren umher, und ein kleiner Stapel verwitterten Holzes lag vor dem Hause. Aus dem Gebäude drang kein Licht. Peter lieh den Wagen halten, sprang ab und ging bis zu der Haustür, die unter einer rohgeputzten Unterfahrt lag. Er konnte keine elektrische Klingel entdecken, nur ein kleiner Klopfer war vorhanden. Er wollte ihn eben in Bewegung setzten, als er fühlte, daß die Tür unter seinem leichten Druck nachgab. Sie stand offen. Sollte das eine Falle fein? Peter wurde sehr vorsichtig. Aus feiner Hüfttasche zog er eine Browningpistole und nahm sie aus dem fieber* etui. Dann ließ er seine Taschenlampe aufleuchten und ging den Gang entlang, bis er zu einem zweiten Korridor kam, auf den der erste im rechten Winkel stieß. Er erinnerte sich noch genau an Daphnes Erzählung. Hier hielt er an und horchte. Aber es rührte sich nichts. Er tastete sich vorsichtig nach links weiter, bis er auf eine schwarze Tür stieß, die in eine Wand eingelassen war. Rach Daphnes Beschreibung entdeckte er auch das kleine Guckloch. Gr schob den Deckel zurück und schaute durch. Der Raum drinnen lag im Dunkeln. Mit seiner Taschenlampe leuchtete er die ganze Tür ab und sah an einem Ragel, der offenbar in aller Eile in den Holzrahmen getrieben war, einen Schlüssel hängen, an dem ein Anhängeschild befestigt war, wie man es für Gepäckstücke benützt. Er nahm den Schlüssel herunter und las: „Ella ßetoflon, verurteilt zu fünf Jahren Zuchthaus, aber durch besondere Umstände vorläufig freigegeben.“ ** Reichsbahnpersonallen. Ernannt wurden zum Reichsbahnobersekretär: außerplam müßiger Reichsbahnobersekretär Ke l p in Stockheim, zum Reichsbahnlokomotivführer Reservelokomotiv- führer R u l l m a n n in Gießen, zum Reichsbahn- assistenten außerplanmäßiger Reichsbahnassistent Henneberg in Burg- und Rieder-Gemunden, zum Reseroelokomotivführer Oberlokomotivheizer Kreutcr in Gießen. Versetzt: Reichsbahnobersekretär Otto Müller von Gießen nach Stockheim, Kempf von Stockheim nach Gießen, Wilhelm L u h von Gießen nach Frankfurt a. M., Reichsbahnbetriebsassistent Kreuter von Friedberg nach Bad- Nauheim, S a l z m a n n von Pfahlgraben nach Lich. ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Heute kann der Reichsbahnsekretär Wilhelm Luh beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Klein- Linden, auf eine 40jährige Dienstzell und Reichs- bahnassistent August Loos beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Gießen, auf eine 25jährige Dienstzell bei der Reichsbahn zurückblicken. Der Leiter des Bahnhofs Gießen, Reichsbahnamtmann Dörr, beglückwünschte die beiden Iubilare in warmen Worten und sprach ihnen herzlichen Dank für ihre treue und zufriedenstellende Dienstleistung aus. Dem Reichsbahnsekretär Luh überreid)te Amtmann Dörrje ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten, der Reichsbahnhauptverwaltung und der Reichsbahndirektion. ** Der Gewerkschaftsbund der Angestellten, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Samstag, 3. d. M., einen Festabend mit musikalischen Darbietungen und Vorträgen, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag der Gaufrauenführerin, Frl. Reumann, Frankfurt a. M., steht. — Am kommenden Sonntag, 4. d. M., hält der Bezirk Oberhessen-Lahngau-Dillkreis im Hotel Hopfeld seine diesjährige Bezirkstagung ab. (Vgl. die Anzeige in der Mittwochausgabe.) ** Reuerungen im Rundsunkwesen. Mit dem 1. Mai treten auf Anregung des Reichspostministeriums eine Reihe Reuerungen in Aktion, die vor allem darauf hinzielen, auch den wirtschaftlich Schwächsten in den Genuß der Rundfunkbarbietungen zu setzen. Der Kreis der Personen, denen wegen körperlicher und wirtschaftlicher Rot die Rundfunkgebühren erlassen werden können, wird wesentlich erweitert wer- 14 * TäüA {'n ’lnachi v6neJ nachWa Riva ?>Mdo ,$a'da Raiie.A°,Bell6 •W: „Meinen Sie im Ernst, daß Mr. Deale den Mann ermordet hat?" fragte Sweeney ungläubig. „Das ist doch eine etwas starke Vermutung — warum sollte er es denn gewesen sein?" „Ich weih nicht ganz genau, warum er es war, ich weiß nur, daß er es war. Und wenn Sie jetzt die Polizei in Devonshire anrufen, um Gregory Deale sestzunehmen und verhaften zu lassen, so können Sie sich die Mühe ersparen. Er ist längst aus dem Lande, und ich möchte fast sagen, daß ich in einer Beziehung darüber traurig bin — er ist der einzige vollkommene Verbrecher, dem ich in meinem Leben begegnet bin!" 22. Peter verabredete noch mit den beiden Beamten, sie in Scotland Vard zu besuchen, und nahm bann ein Auto, das ihn in rascher Fahrt durch Hollowah und Wood Green zur Epping Road brachte, Es war jetzt noch nicht nötig, ‘iiatf)* forschungen anzustellen. Daphne Olroyd hatte praktisch die Lage des Hauses ausfindig gemacht, als man sie dorthin brachte. Durch die vereisten Fenster des Autos hatte sie hohe Telegraphenmasten gesehen, ein Umstand, an den ihre Entführer nicht gedacht hatten. Vielleicht waren sie auch zu sicher, daß sie nichts erzählen würde. Der Wagen fuhr durch das stille Dorf und verlangsamte allmählich das Tempo, während Peter mit Hilfe eines kleinen drehbaren Scheinwerfers die Hecke nach der Durchfahrt absuchte. „Hier ist esl" sagte er schließlich. Das Auto bog in einen schmalen Weg ein. Als sie zu einer Stelle tarnen, an der sich die enge Straße teilte, entstand eine Verzögerung. Peter sprang schnell aus dem Wagen und untersuchte den Boden, der von den hellen Strahlen der Lampe genügend beleuchtet wurde. Die meiften Spuren, die offensichtlich von Dauernwagen herrührten, führten nach rechts. Links konnte er aber deutliche Eindrücke von Gummi- @6 V* W'u W' Men beE Heiwl StUjMUNg KW Sy 1« tzondel^ oo Wi und L3 ^r5ßefflni( Lüden beMeum sie haben den 0 üonsspiel Jadeorten und 0 £n Meran, W Locarno, Lugano am Mtelimr, nach Dalmatien Außerdem be reht WÄ, litn bis Neapel sahrten zu verbi Anzeige.) Große & ' Sieben, < aus Sichen hat Rantine auf bei W Zigaretten i W lie in fr mOegen und gmWN. Seg nateTefäng fengeriihts hatte gelegt. Ne Eil Ht auf den ver Veiten Liebes) Monate ® Degen verl Richter war ei ter zu 1 M o n den. Er nahm Bedauern als fick zur Zahlu und llebernahn 5in Reisende Mn Dorf a. F« ausgegcd R füi diesen < Peter erinnerte sich wieder an Daphnes Bericht und suchte nach dem Lichtschalter, der die Zelle erleuchtete. Ein kleines Stückchen den Gang entlang fand er ein großes Schaltbrett, und eine Sekunde später war das ganze Haus erhellt. Anscheinend war es auch in der Zelle hell geworden, denn er hörte ein Stuhlrücken, als er den Schlüssel in das Schloß steckte. Dann schrie jemand etwas Unverständliches. Er riß die Tür auf. Ella Creed stand hinter dem Tisch und blickte ihn in wildem Entsetzen an. Sie trug ein rohes Leinenkleid, ihr Haar hing lose über ihre Schultern, und er brauchte nur in ihr verzerrtes Gesicht zu sehen, um die Qualen zu erkennen, die sie durchlebt hatte. Es dauerte lange, bis er sie soweit beruhigen konnte, daß sie ihm ihre Geschichte erzählte. Sie zog in ihrer Todesangst den letzten Schleier von bem Geheimnis der gefiederten Schlange. Der Artikel des „Postkurier, in bem dieser rätselhafte Fall restlos geklärt wurde, elektrisierte ganz London. Er wird im Folgenden auszugsweise wiedergegeben. 23. Die Geschichte der Gefiederten Schlange. Don Peter Dewin. „...Die oben beschriebenen Vorgänge fordern die Enthüllung eines eigenartigen Dramas, das die Well in den letzten Tagen in atemloser Spannung hielt. Es ist meine Aufgabe, in chronologischer Ordnung die sonderbaren und tragischen Umstände zu erzählen, die zu dem Mord zweier scheinbar ehrenhafter Bürger, der Entführung einer bekannten Schauspielerin Londons und schließlich dazu führten, daß Gregory Deale, ein Menschenfreund, ein Gelehrter, ein Soziologe und Forscher, jetzt ein flüchtiger Mann ist, nach dem die Polizei der ganzen Welt fahndet. Vor zwölf Jahren kannte London Gregory Deale als einen Mann, der sich leidenschaftlich für das Leben der Armen interessierte und den ungeheuren Reichtum, den er von feinem Vater geerbt hatte, nur dazu verwandte, das Los bedrückter Menschen zu erleichtern; er toar ein. glänzender Redner und schrieb begeisternd über bie Probleme, die das fieben der Armen am nächsten angehen. „„ , „ Gregory Deale war ein Idealist, ein Mann, i der glaubte» daß man mit menschenfreundlicher 1 Gesinnung und Geldgeben die schrecklichen Schäden der Gesellschaft bessern und ihre Wunden heilen könne. Er war am glücklichsten, wenn er unter dem einen oder anderen angenommenen Ramen im Sumpf leben und unerkannt feinen armen Rachbarn helfen konnte. Er versuchte, das verworrene Problem der Armut zu losen. ES scheint unglaublich, aber es ist zweifellos wcchr, daß Mr. Deale ungeheure Summen ausgab, ohne: daß fein Rame als Wohltäter genannt wurde. In Verbindung mit Mr. Walber, einem bekannten Architekten, erricheie er Vereinshäuser für junge Knaben und Mädchen, Genesungsheime und versuchsweise einen kleinen Dlock von Arbeiterwohnungen. Er beabsichtigte, ein großes Grundstück bannt zu bebauen, als ein schreckliches Schicksal über ihn hereinbrach. Man konnte nicht erwarten, daß die Anwesenheit eines solchen Harun al Raschid im Osten Londons und die beständigen Wohltaten eines unbekannten Millionärs der Aufmerksamkeit der Presse und der Leute entgingen. Die Zeitungen machten in ihrer Sensationsgier alle Anstrengungen, den unbekannten Menschenfreund zu identifizieren, aber ihre Rachforschungen führten zu keinem Ergebnis, da Mr. Deale seine Stiftungen in barem Gelbe gab. Es war seine Art, große Summen von der Dank abzuheben und das Geld in seinem Safe zu deponieren. Wie der Leser wahrscheinlich weiß, wird man zu der Stahlkammer einer Bank nur zugelassen, wenn man den Schlüssel vorzeigt und das Erkennungswort wiederholt. Mr. Deale wählte das Wort Gucumatz — das heißt „Die gefiederte Schlange". Er hatte sich sehr für die frühe aztekische Kultur interessiert, und die gefiederte Schlange war für ihn das Symbol der Schöpfung, des Wohlwollens und liebender Güte. Er mietete einen Safe in dem Fetter Lane Safe DeposiA — als William Lane — er liebte es, diesen Ramen zu gebrauchen. In dem Safe waren amerikanische Danknoten in Höhe von fieben* hunderttausend Dollar deponiert. Damit beabsichtigte er, den für London ungeheueren Dlock von Arbeiterwohnungen zu bauen. Gr wollte seine eigene Persönlichkeit hinter einem mythischen amerikanischen Millionär verbergen. . , Nti Ni Vh Agespeich^ W Mafien* * M> un $rei, - am „S!e MbS «rta un > &**«& Ä5““ «1ifgs I”«. 6cr$ *Tt‘ Sw« HÄ S»‘ 11 iy06 der Job schreist. Amtlich 50 big ig 40 ls 70, le (10' J Mwnartt: 18 A Deihkaut 9ell>e Juden 10 . _____ 60 10, Blumen- Salatguxlcrt 1 30, Lauch 5 big s Stück, Rettich ) bis 15 Ds. das der Zentner lien. (Ernnnnf etär: außerplan- ->P in Tiockheim, IchivMoMtw' M Mchrdahn. Reichsdahnasjisient 5liebcr=@emunben, Iberlokomotivhiizer : Reichsbahnober- len nach Stockheim, ßcn, Wilhelm L u h . M., Reichsbahn- iriebberg nach Lab- ahlgrabennach Lich. i ber Reichs- hnsekrctär Wilhelm oohnhast in Klein- nstzeit unb Reichs- n Bahnhof Gießen, 25jährige Dienstzeit n. Der Leiter des tmann Dörr, be- n warmen Worten it für ifre treue tuttfl aus. Dem Mr W® cherrn Reichs ^Verwaltung unb Hund der An- ießen, veranstaltet habend mitrnuiu- orträgen, m dessen Tauftauensuhrenn, ! A, steht- - 2m hält der 2Mk m Hotel Hopseld Jg ab. (N- d'e °ndfunkwesem us Anregung des Zeihe Neuerungen in den Genuß g M Der Kreis a’E.Z; onb wirt' «n 25 feinem «SÄ'' Ä %3%- 'w®ä dAn'ch^ SaschL E eines iSSS*" bchrer ^İÄen' uÄ1^ ÄaW" aber 6a Dr. iu lich ,E»G, K.K HK- % < U S* n S von ' -^ab' । Sännt M Oie Lag- im Mai. „Der Mar ist gekommen", unb in frischem Grün prangen Wald unb Felb. Dirke unb Erle, Linde unb Buche unb zuletzt bie Eiche schmücken sich mit jungem Laub, auf bem Waldboden buftet bie Maiblume, blühen Sauerklee unb Wald- meister. unb bes Schaumkrautes Dlütenschleier hüllt bie Wiesen ein, burchbrochcn vom Gelb bes Hahnenfußes. Wenn ber Weibmann bor Tau unb Tag hinauszieht, bie treue Büchse unb ben treuesten Freunb, seinen Hund, als Begleiter, bann trägt er Festtagsstimmung im Herzen. Hub auf leisen Sohlen burchpirscht er sein Revier, au- bem ihm ber Bogel vielstimmiger Sang entgegen- klingt, wo ber Tauber heult unb ber Kuckuck ruft. Diese Maimorgenstimmung wirb ber Hall ber Büchse nur zerreißen, wenn es gilt, bas Wilb vor einem seiner Feinbe zu schützen. Denn schuhbebürftig ist es jetzt wie selten, wo Forst unb Flur sich in eine große Kinberstube ver- wanbeln. wo bas Haarwilb seht unb bas Feber- wilb brütet. Indes ber Rothirsch sein neues Geweih schiebt, hat bas Mutterwilb ungestörte Revier- tcile ausgesucht, um dort zu sehen. 3m tiefen Forst frischt die Bache. 3m Mittelpunkt des jagdlichen 3nteresses aber steht das Rehwild. Die Zeit der „Maiböcke" ist zwar in den meisten deutschen Ländern vorüber, wo man mit Rücksicht auf die Erhaltung der Wildstände den 2lbschußbeginn auf den 1.Sunt oder noch später festgesetzt hat. Das Wild verfärbt noch und sieht im Haarwechsel oft recht ruppig aus. Den roten Bock aber, der seine brave Krone gut gefegt hat, aus die Decke zu legen, ist des Weidmanns 3deal. Der Mai bietet die beste Gelegenheit, die Böcke zu bestätigen und zu entscheiden, wer in diesem 3ahre fallen und wer noch einmal vom Abschuß verschont bleiben soll. Der echte 3ägcr sucht seinen Stolz darin, seinen Wildstand tatsächlich zu kennen und seinen Abschuß nach bestimmtem Plan durchzuführen. Der Bockabschuh beginnt von diesem 3ahre ab in Hessen regelmäßig erst am 1.3uni. Für die benachbarten preußischen Bezirke haben die Bezirksausschüsse folgende Zeiten festgesetzt: Bezirk Koblenz Beginn am 28. Mai, Bezirk Wiesbaden Beginn am 30. Mai. — Die Ricke wird nun bald des 3ägers Auge mit ihrem Kitz erfreuen. Genügender 3agdschuh ist dann unbedingt notwendig. Richts fällt leichter jagenden Hunden und auch zweibeinigen Räubern zum Opfer als das Kitz, das die Gefahren noch nicht kennt, oder sich ihnen noch nicht zu entziehen vermag. Das Federwild brütet. Die Feldhühner scheinen in diesem milden, schneearmen Winter wenig unter Verlusten durch Witterung und Raubzeug gelitten zu haben. Denn man hört von vielen Paarhühnern. Voraussetzung für ein gutes Hühnerjahr aber ist das Kurzhalten jeglichen Raubzeugs wie Krähe, Elster. Wiesel, 3ltis. Katze unb Hund. Wenn möglich, versuche man einzelne Gelege ausfindig zu machen und durch unauffälliges Markieren unb Verstänbigung mit dem Grundbesitzer vor dem Vermähcn zu schützen. Auch dürften sich ausgeschriebene Belohnungen für den Schutz solcher Gelege empfehlen. Der Stand der Kleefelder läßt leider mit der Wahrscheinlichkeit stärkeren Vermähens rechnen. Dasselbe gilt für Fasanengelegc. Hasen sieht man in allen Größen. 3bnen sind das günstige Frühjahr unb der milde Winter zustatten gekommen. 3m Fuchsbau sind 3unge, die Zeit, in der der Fuchs am meisten ber 3agd zu schaden pflegt. Auch im Dachsbau ist junges Leben. Die Schonzeit des Dachses geht am 15. Mai in Hessen zu Ende. 3n dankenswerter Weise hat der Hessische Minister des 3nnern unterm 2. April 1930 erneut auf die überhandnehmende Hunde- plage hingewiesen und das Gendarmerie- und Feldschuhpersonal anweisen lassen, energisch dagegen vorzugehen. Gegenüber ber meist völligen Verständnislosigkeit der Hundebesitzer muh seitens der 3äger mit allen Mitteln gegen diese zur Zeit größte Gefahr für unsere Wildbestände vorgegangen werden. Hubertus. tzen. Dies kommt vor allem Blinden, Schwer- Klegsbeschädigten, Personen, die wegen körperlicher Leiden keine öffentlichen Veranstaltungen besuchen können sowie auch Krankenhäusern. Heilanstalten, Heimen usw. zugute, soweit sie kein Geld zur Bezahlung der Gebühren besitzen. Auch vie Abstimmungen über den Anschluß von an- teten Wohnungen an eine Empfangsanlage erfahren ab 1. Mai eine neue Regelung. Ebenso treten ab 1. Mai neue Vorschriften über die Kündigung und 3nbetriebnahme eines Rund- sunkanschlusses in Kraft, die den Bedürfnissen der Rundfunkhörer in weitestgehendem Maße Rechnung tragen. •• Vorsicht beim Priemelnpflücken! Ins Krankenhaus in Kassel wurde eine Hausangestellte eingeliefert, bie sich oeim Priemelnpflücken infuiert hatte. Sie hatte sich mit der Hand über das Gesicht gestrichen, woraus bald eine starke Schwellung des ganzen Kopfes eintrat. Der Vorfall mahnt zur Vorsicht beim Botanisieren und Blumen pflücken. •• Sonderzüge nach dem Süden.' Am 29. Mai und 1. Juni werden auf Antrag der 23er- kehrsgesellschaft Siemer & Co., München, nach dem Süden beschleunigte und verbilligte Züge verkehren; sie haben den Zweck, Besucher preiswert zum Passionsspiel nach Oberammergau, nach bedeutenden Badeorten und Sommerfrischen der Alpen, wie Bozen, Meran, Riva, Gardone, Torbole, Brunnen, Locarno, Lugano und Bellagio, sowie zu 23abeorten am Mittelmeer, Venedig—Lido mit Anschlußreise nach Dalmatien und nach Rapallo zu befördern. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Anschluß an die Züge Reisen durch Oberitalien sowie durch Italien bis Neapel und Sizilien mit den Sonderzugs- fahrten zu verbinden. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 29. April. Mehrere junge Leute aus Gießen hatten Mitte Dezember 1929 eine Kantine auf bem Diehhof erbrochen unb etwa 800 Zigaretten gestohlen. Etwa 14 Tage später waren sie in bas Kontor einer Zigarrenfabrik eingestiegen unb hatten etwa 35 Zigarren mitgenommen. Gegen das auf 1 3ahr 6 Monate Gefängnis lautende Urteil besSchöffengerichts hatte einer ber Täter Berufung eingelegt. Die Strafkammer ermäßigte mit Rücksicht auf ben verhältnismäßig geringen Wert ber »weiten Diebesbeute die Strafe auf 1 3ahr 2 Monate Gefängnis. Wegen verleumderischer Beleidigung zweier Richter war ein auswärtiger DerwaltungSbeam- ter zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden. Er nahm heute seine Behauptungen unter Bedauern als unwahr zurück und verpflichtete sich zur Zahlung einer erheblichen Buße und llebernahme aller Kosten. Ein Reisender aus Frankfurt hatte sich auf einem Dorf als der Generalvertreter seiner Firma ausgegeben, unberechtigterweise eine Zahlung für diesen angenommen und mit dessen Ra- men quittiert; das Geld hatte er für sich behalten. Mit Rücksicht auf ähnliche Vorstrafen hatte das Schöffengericht wegen Betrugs und älrkundenfälschung auf 5 Monate Gefängnis erkannt. Die Berufung des Reisenden war ohne Erfolg. Kleine Strafkammer Gießen. 'Gießen, 29. April. Der Geschäftsführer eines hiesigen Lokals war mit 50 Mk. bestraft worden, weil er Mitte Dezember 1929 Gäste bis etwa 2.45 älhr nachts geduldet hatte, obwohl die Polizeistunde auf 1 Uhr festgesetzt ist. Mit Rücksicht auf seine bisherige Unbestrafthcit ermäßigte die Strafkammer die Strafe aus 10 Mark. Ein hiesiger Kaufmann hatte am 15. Dezember 1929 einen Feuermelder eingeschlagen und war deshalb zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er nahm vor der Verhandlung seine Berufung zurück. Ein Hausierer aus der Friedberger Gegend hatte einen Strafbefehl über 30 Mk. erhalten, weil er einem Lieferanten Ware unterschlagen hatte. Er legte Berufung ein, erschien aber zur Hauptverhandlung nicht, so daß der Einspruch verworfen werben muhte. Auch in ber heuttgest Sitzung fehlte er. wurde aber durch seine Frau als krank entschuldigt. Die Sache wurde auSaesetzt. Die Frau, der die Aussichtslosigkeit ber Berufung klar gemacht wurde, will ihren Mann veranlassen. das Rechtsmittel zurückzunehmen. 3n dem Fragefalle ist nämlich eine sachliche Rachprüfung gesetzlich nicht möglich. Das Berufungsgericht hat nur zu entscheiden, ob daS Amtsgericht zufolge Richterscheinens des Angeklagten seinen Einspruch mit Recht verworfen hat. DaS ist aber ber Fall. Rheinhessens Provinzialvoranschlag. WSR. Mainz, 29. April. ProvinzialdirettoL Dr. Wehner hat den Provinzialtagsmitgliebern für Rheinhessen den Haushaltsvoranschlag für 1 930 nebst Rechnung für 1928 übersandt. Der Voranschlag der Provinzialkasse für 1930 schließt mit einer Einnahme unb Ausgabe von 3 076 367 Mk. für den Betrieb und mit 612 382 Mk. für das Vermögen, im ganzen also mit 3 688 749 Mk. ab. Von den Einnahmen entfallen auf allgemeine Verwaltung 3520 Mk.. Bauwesen 1 190 000 Mk., Anstalten und Einrichtungen 356 844 Mk. und auf Finanz- und Steuerwesen 1 526 003 Mk. Von den Ausgaben entfallen auf allgemeine Verwaltung 58 200 Mark, Kunst und Wissenschaft 3000 Mk., Bauwesen 2 340 900 Mk., allgemeine Förderung der Wirtschaft 6000 Mk.. Wohlfahrtspflege unb Gesundheitswesen (soziale Fürsorge) 13 500 Mk.. Anstalten und Einrichtungen 390 144 Mk. unb Finanz- und Steuerwesen 264 623 Mk. Das Vermögen der Provinz Rheinhessen betrug am 1. April d. 3. 612 382,70 Mk. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt R r. 3 2 vom 29. April enthält: Die RSDAP.. Ortsgruppe Frankfurt a. M. — Religionslehrerkonferenz zu Ridda. — Der 1. Mai. — Polizeiverordnung über die Sperrung des Verbindungswegs Villingen—Langd. — Feldbereinigung Harbach. Berliner Börse. Berlin, l.Wai. (WTD. Funkspruch.) Auch der heutige Frühverkeyr zeigte ein geschäftsloses Aussehen, wenn man die Stimmung auch nicht als unfreundlich bezeichnen konnte. Eine gewisse Anregung bot die überraschende Dividenden- erhöhung von 11 auf 12 vom Hundert bei Schuckert. Man taxierte sie auf 186,5 nach 185,25, und nannte Siemens mit 242, Farben mit 177 ebenfalls etwas höher. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionvgescllschafl. Sabbatfeier ben 3. Mai. Freitag abend 7.15 Uhr; Samstag normst- tag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.40. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 7 Uhr. Verein für Bewegungsspiele e. V. 08 Gießen. Waldsportplatz (Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik) Sonntag, den 4. Mal 1930. Erste leichtathletische Frauen wettkttmpfe unter Teilnahme namhafter Vereine und Vertreterinnen der 1 eutschen Turnerschaft Vorkämpfe: 930 Uhr vorm. Entscheidungen: 2.30 Uhr nachm. Nachmittags vor dem Vereinshelm und In der Gartenwirtschaft Uebertragung des Länder- Fullballkampfes Deutschland-Schweiz aus Zürich durch Lautsprecher-Anlage des Rur.dfunkhatises Hans Kögel hier. 3426D Der Vorstand. SIEMER-REISEN Vom 29. Mal/1. Juni bis 13. 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Auf Grund der RVO. sollen die erforderlichen Planierungs-, Chaussierungs- u. Pflasterarbeiten, sowie Lieferung der Pflastersteine und Randsteine zur Neubefestigung der „Untere lange Gaste" in Laubach vergeben werden. Angebotsvordrucke sind, solange der Vorrat reicht, bei der hiesigen Bürgermeisterei erhälllich. Angebotseröffnung daselbst am Montag, dem 12. Mai 1930, nachmittags 5 Uhr. Zuschlagsfrist 8 Tage. Vergebung in Losen oorbehallen. 3412D Laubach, den 29. April 1930. Silß, Architekt. RUHR/OHLE Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bellersheim für das Rj. 1930 liegt vorn Samstag, dem 3. Mal 1930, ab eine Wache auf der Bürgermeisterei offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen hiergegen vorgebracht werden. 3424D Es ist die Erhebung einer Umlage be- schlossen, wozu auch die Ausmärker bei» zufragen haben. Bellersheim, den 28. April 1930. 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Mai im Tormhans am Standplatz: Graphische Bild-Ausstellung der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin unter Förderung seitens der Gesellschaft Gießener Kunstfreunde, des Goethebundes, des Kaufmännischen Vereins, des Gewerbevereins, des Lehrervereins. Die Ausstellung wird eröffnet: Sonntag, 4. Mal, vorm. 11 Uhr mit einer Einführung durch Herrn Professor Ur. Ranch und ist zugänglich Sonntags von 11-13 und von 15-19 Uhr. Montags, Mittwochs u. Freitags von 17—19 Uhr. Kollektivbesuche kennen nach vorheriger Anmeldung bei derGeschäftsführerin rrau Martha Jahn, an der Kasse, sowie Liebigstraße 70 auch zu anderen Zeiten erfolgen. Führungen durch Künstler: Sonntags vormittags, Mittwochs und freitags nachmittags. Eintritt für die Mitgl. der obengenannten Vereine und deren Angehörige (Legitimation d. Mitgliedskarte! sowie für Schulklassen frei, andere Besucher 30 Pf., Studierende die Hälfte. Donnerslag, den 8. Mal. 20 Uhr. Im Knnalwissenschattl. Institut der Universität, Lndwlgstraße 34: Vortrag mit Lichtbildern durch Herrn Professor Dr. Rauch: Die Geheimnisse der Schwarz-Weiß-Kunst ein Besuch in der Werkstatt eines Künstlers ^iRAriDtc f?.F Mitglieder der Vereine und deren Angehörige je oO PL für alle anderen Besucher 75 Pf. mit Berechtigung . zu einmaligem Besuch der Ausstellung. 3413U Eintrittskarten im Ausstellungsraum u. abends an der Kasse. Cape-Mäntel ganz gefüttert, aus fesch gemustertem Stoff englischer Art Frühjahrs-Mäntel AÖ00 aus Woll-Georgette oder Fleut de laine, ganz gefütt-, elegant verarbeitet, 78.00, OC) 7,081,632 497,418 34,182,135 5,533,830,068 Oelgemlde ml len boulte A * fei; ,@u/'3iel'." an Aersrvd. mensein biM # Grünt wurden in uti 7 5 Knaben Zahl der Ec ie Gesamtsch ichule auMO! Ms',gen Sch, Locher Ausl 2-r D2Npt veilen danb i W ,^r Schüler U Aodhe ?eser Tage b >nes Ortes bl Passiva Aktienkapital Allgemeine Reserve Besondere Reserve. Geschäftsverlegung! Meinen Geschäftsfreunden teile ich hierdurch mit, daß ich ab heute mein Lack-und Farben-Spezialgefchäft von Bahnhofstraße 17 nach Mühl strafee 3 (im Hause der Lederhandlung Plank) verlegt habe. Ich bitte weiterhin um geneigten Zuspruch. Handlange-Unkosten Steuern and Abgaben Wohifahrtseinricn langen, Pensionen and Abfindungen sowie Versicherungsbeiträge für die Beamten Abschreibung auf Mobilien Zur Verteilung verbleibender ÜberachuB _______RM Kammersänger Richard Tauber Gläubiger in laufender Rechnung Akzepte 6»le Dollar-Darlehn, fällig 1.9.1932 " Unerhobene Dividende Dr. Georg von Siemens-Wohlfahrtsfond 3,782,820.— David Hansemann-Wohlfahrtsfond 8,000,000.— Sonstige Wohlfahrtsstiftungen 298,812.03 Übergengsposten der eigenen Stellen untereinander Zur Verteilung verbleibender ÜberachuB rr Braun Boxcalf '<• Mahagoni Boxcalf Schuhhaus Bär ■ Giefeen 3399 A ACHTEN SIE AUF DEN SOHLENSTEMPEL Mod 343 RM. 16.60 Aas unserer breit- amerikanischen Serie Mod. 336 RM. 16.60 Mod. 335 RM 16.60 / Hellbraun Boxcalf Der Herrenschuh zu 16.60 für höchste Ansprüche Original Coodyear-Welt Nr. W Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Donnerstag, 1. Mai (930 Die Eröffnung der größten Schleuse der Well. Las Moiouchiß „JoOan van Olbenvarneoeldl" mu Ron.gin Wlihetmlne an Bord, fahr« als erstes in die neue Schleuse von Dmuiben ein. 3m Vordergrund ein sich öffnendes Tor. Jedes dieser Tore hat ein Gewicht von 1184 Tonnen und wird nicht aufgeklappt, sondern in neuartiger Weife ein» und ausgeschoben. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 30.April. Mit Beginn des neuen Schuljahres verlieh Lehrer Gernandt, der einige Jahre an unserer Volksschule als Schul- Verwalter tätig war. unsere Gemeinde, um eine Leh- rcrstelle in Burkhardsfelden zu übernehmen. 2Tn seine Stelle wurde Schuloerwalter Röhrig, seither m Nidda, als Verwalter der hiesigen Lehrerstelle ernannt. In die Unterklasse der hiesigen Volks- schule wurden 31 Kinder, 10 Knaben und 21 Mädchen, ausgenommen. 00 Klein-Linden, 30. April. Nach monatelanger Arbeit der Elektromonteure konnte in diesen Tagen die Umstellung unseres elektrischen Ortsnetzes von 110 auf 220 Volt Spannung beendet werden. Sie verursachte für alle Haushaltungen arößere Kosten durch die Neuanschaffung von elektrischen Birnen. Für viele Haushaltungen waren -die Kosten zum Teil sehr hoch, da in vielen Häusern die gesamte elektrische Leitung wegen Ver- Wendung schlechten Materials (Kriegsleitungen) erneuert werden mußte Elektrische Haushaltungsgegen- stände, wie Bügeleisen, Kocher und Herde, wurden vom Elektrizitätswerk Gießen kostenlos umgearbeitet. ♦ Wiefeck. 30. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden 51 Abcschützen in die hiesige Schule ausgenommen, Lehrer Esch en - brennet übernimmt die schwierige Ausgabe, die große Schar zu betreuen. Den wissenschaftlichen Unterricht an der hiesigen Mädchenfortbildungsschule, der seither von Lehrer Schneider erteilt wurde, übernimmt nunmehr Frl Stroh (Gießen) Lehrer Schneider versieht den Unterricht des 4. Schuljahres - Der Bestand unserer Bolks» und Schülerbücherei hat sich durch Beihilfe der Volkshochschule und der Gemeinde wesentlich vermehrt, die Bücherausgabe findet jeden Freitagnachmittag von 5 bis 7 Uhr in der „Voten Schule" statt. - Frl Leherzaps verläßt unsere Schule, um eine Stelle an der Schule in Heuchelheim aiuutreten Die Gemeinde sieht sie nur ungern scheiden, hat sie es doch verstanden, sich in den sechs Jahren ihrer hiesigen Tätigkeit durch ihr liebevolles Wesen die Herzen der Kleinen zu erobern In der Gemeinde lernte manche Familie die scheidende Lehrerin als stille, selbstlose Helserin kennen, dem Frauenverein wußte sie durch ihre Mitwirkung manchen Abend zu einer Feierstunde zu gestalten An ihren neuen Wirkungsort begleiten sie die besten Wünsche der Gemeinde. * Der sr o d, 30. April. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Kleinkaliber- Schühenverein im Vereinslokal eine Ab- schiedsseier zu Ehren des von hier scheidenden Schriftführers Lehrer Keller, der ab 1. Mai eine neue Stelle in Odenhausen antritt. Der Vorsitzende Roll hielt eine Ansprache, dankte dem Scheidenden für seine rührige Tätigkeit im Verein und überreichte ihm zur bleibenden Erinnerung an seinen alten Wirkungskreis ein Oelgemälde mit Widmung Mit bewegten Wor» ten dankte Lehrer Keller für diese Ehrung und schloß seine Worte mit einem dreifachen „Gut-Ziell" auf den Kleinkaliber-Schühenverein Bersrod. Ein harmonisches geselliges Beisammensein bildete den Abschluß der Feier # Grüningen, 30 April Letzten Sonntag wurden in unserer Kirche die Konfirmanden — 5 Knaben und 5 Mädchen — eingesegnet Die Zahl der S ch u l r e k r u t e n beträgt 14, so daß die Gesamtschülerzahl unserer zweiklassigen Volksschule auf 109 steigt — Der Sparbetrieb bei der hiesigen Schulsparkasse ist weiterhin in erfreulicher Aufwärtsentwicklung begriffen Im letzten Jahr verdoppelten sich die Einlagen nahezu und weisen Stand von rund 1600 Mark auf. Drei Viertel der Schüler sind eifrige Sparer. U Rodheirn a. d. Horloff, 28. April Dieser Tage beging eine über die Grenzen unseres Ortes bekannte Persönlichkeit, der Landwirt Karl Uhl, den 7 0. Geburtstag. Dem praktischen Sinn und zielsicheren Weitblick des alten Herrn ist es mit zu verdanken, daß unser Dors landwirtschaftlich einen Aufschwung erfuhr. Die bei uns, im Vergleich mit anderen Gemeinden, sehr frühzeitig durchgeführte Feld- bereinigung ist mit fein Werk. Als Mitglied des Aufsichtsrates der Molkereigenossenschaft Hungen und der hiesigen Spar- und Darlehenskasse, deren Mitbegründer er ist, leistete er Ersprießliches Sein leutseliges hilfbereites Wesen erwarb ihm die Sympathie der Dorfgenossen An seinem Geburtstagsabend brachte der hiesige Gesangverein dem Jubilar ein Ständchen, dem sich eine schöne Dereinsfeier anschloh. Kreis Büdingen. nd. R i b d a, 30. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres sind in die hiesige Reals ch u l e 64 Schüler neu eingetreten, 58 Kinder wurden in die Sexta und 6 in höhere Klassen ausgenommen. Die meisten Schüler kommen von auswärts aus dem Riddertal und der Wetterau. Die Schülerzahl beträgt zur Zeit 137. Es ist dies der höchste, seit Bestehen der Anstalt erreichte Stand. Für die abgebaute Schulverwalterin Kredel aus Schwalheim ist die Schulverwalterin Schmidt von Ober-Ramstadt hierher versetzt worden. Sie war bereits einige Zeit an der Höheren Bürgerschule in Hungen verwendet * Echzell, 30. April. Der hiesige Gef lüge l z u ch t v e r e i n, der älteste und stärkste der Wetterau, kann in diesem Jahre auf sein 2 5jäh° riges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß findet am 2. Rovember hier eine große Geflügelausstellung statt, zu der Beschickungen aus allen Teilen des Reiches erwartet werden. Der Geflügelzuchtverein verfügt über erstklassiges Material und konnte auf der Rationalen Geflügelschau in Frankfurt mit 60 ausgestellten Tieren allein 12 Ehrenpreise und 40 erste Preise erringen. Die meisten Züchter treiben Cpezialzüchtungen und blicken auf eine mehr als 20jährige Erfahrung zurück. Kreis Schotten. 8 Schotten. 30. April. Aus dem Gemein berat: In einer gemeinsamen Sitzung mit der Hutweidekommission wurde die neue Satzung für die Gemeindejungviehweide durchgesprochen. Die Mustersatzung wurde mit einem Zusatz angenommen. Eine Kommission für die Verwaltung und Bewirtschaftung der Weide, bestehend aus den Landwirten C e l - larius, Meiski. Schlörb, wurde gewählt - In der Straße nach Laubach errichtet die Reparaturwerkstätte A. I ä g l e einen Reu- bau Die Zuführung der Wasserleitung wurde genehmigt, die Arbeiten entsprechend den eingelaufenen Offerten an die Wenigstnehmenden vergeben. Der Prämiierungsmarkt an Pfingsten, verbunden mit Verlosung, Prämiierung und Volksfest am dritten Feiertag, wird im Umfang der früheren Jahre abgehalten werden. - An der alten Frankfurter Straße wird ein Grund st ück, das zur Erweiterung der aus- münbenben Straße notwenbig ist, angekauft. - Der heutige Walpurgismarkt war sehr stark besucht. An Schweinen waren 550 Stück aufgetrieben. An Preisen wurden gezahlt: für Ferkel bis zu 6 Wochen 30 Mk., von 6 bis 8 Wochen 35 bis 52 Mk., 8 bis 12 Wochen 52 bis 65 Mk.. für Einleger und Springer 60 bis 80 Mk. Sehr viele Landwirte besuchten den Markt, so bah bie Schweine sämtlich abgeseht wurden. - Am Montag sanden die Neuaufnahmen in bie hiesigen Schulen statt. Ein neuer Jahrgang von 20 Försterschülern würbe eingestellt. In bie Sexta der hiesigen Realschule wurden 38 Schüler ausgenommen, in bie Volksschule traten 45 Kinder ein. V Gedern, 30. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden 48 Schülerinnen und Schüler in die Unterklasse der hiesigen Volksschule ausgenommen, so daß diese nunmehr eine Stärke von 92 Köpfen aufzuweisen hat. Die Gesamtschülerzahl der hiesigen Volksschule beträgt im neuen Schuljahre 253 und verteilt sich auf fünf Klassen. ch Lardenbach, 30. April. Am Montagabend versammelten sich im hiesigen Schulsaal der Schulvorstand und die Gemeinderäte von Lardenbach und Klein-Eichen, um zur Schulhausfrage Stellung zu nehmen Der alte Plan, in der ehemaligen Rienoroschen Molkerei einen Notraum für die zweite Klasse zu errichten, wurde einstimmig fallengelasfen. Hierauf griff man den Plan von 1914 auf, ließ^ aber auch ihn fallen, da der Bau eines doppelten Schul- Hauses wohl das Ideal wäre, aber wegen der anderen großen Aufgabe (Lardenbach steht eben mitten in der Feldbereinigung) jetzt nicht durchführbar :ft. Man faßte hierauf einstimmig den Beschluß, einen Schulsaal mit einer Lehrerwohnung neu zu errichten derart, daß man jederzeit einen zweiten Saal mit Wohnung anbauen kann Der Vorsitzende des Schulvorstandes dankte mit herzlichen Worten für diesen einmütigen Beschluß, der sicher ein schönes Zeugnis von starker Zukunftshossnung und wirklicher Schulfreundlichkeit ist. Interessant ist die Tatsache, daß der Beschluß, ein Schulhaus zu bauen, ohne den üblichen behördlichen Druck ganz aus freien Stücken gefaßt wurde. Ober-Schmitten, 30. April. Der Schulabbau brachte vielerorts einen starken Wechsel des Lehrpersonals. Als Nachfolger der vom Abbau betroffenen Schulverwalterin A. Friedmann wurde der Schulverwalter Sommerlob, seither in Gonterskirchen, hierher versetzt. In dem benachbarten E i ch e l s d o r f wurde die Schuloer- walterin E Walldorf durch den Schulverwalter Reitz, seither in Eschenrod, ersetzt Die dorstge zweite Lehrerstelle ging ein. Schulverwalter Reinheimer (Schotten) wurde nach Großen-Lin- den, Schuloerwalter Reuel (Eichelsachsen) nach Schotten beordert, wo er bereits früher dienstlich verwendet war. £ Ober-Lais, 30. April. Unser langjähriger Ortsgeistlicher, Pfarrer Weidner, wirb uns am 18. Mai verlassen. Ihm ist burch bie Kirchenregierung eine Pfarrstelle in Osthofen nach einmütiger Wahl des Kirchenvorstanbes daselbst übertragen worden. Unser Pfarrer ist ein Vogelsberger Kind: seine Wiege steht in Herchenhain. Im Jahre 1915 kam er von Affolterbach im Odenwald an das Kirchspiel Obcr- Lais-Glashütten, vom Jahre 1916 ab bis zum Kriegs-mbe wirkte er als Lazarettpfarrer in Mainz. Rach dem großen Kriege widmete sich Herr Weidner mit großem Erfolge der Jugendpflege. Auch der Politik wandte er sich zu. Weit über bie Grenzen bes engeren Vaterlanbes ist er bekannt geworben als der Degrünber ber beutschcn evangelischen Volksgemeinschaft, bie sich über bas ganze Reich verbreitet hat. Sein Kirchspiel war ein mustergültiges. Auch in sozialen Fragen befunbete er stete Hilfsbereitschaft Die ganze Gemeinbe sieht Herrn Pfarrer W e i b - ner ungern scheiben, hat er boch burch sein offenes, leutseliges Wesen den Weg zu ben Herzen seiner Gemeinbeglieber gefunben. Kreis Alsfeld. • !• Ruppertenrob, 30. April. Heute fand ber diesjährige Frühjahrsmarkt hier statt. Cs waren bloß 108 Stück Ferkel auf getrieben, eine Zahl, bie als sehr gering bezeichnet werben muh Entsprechen!) diesem knappen Angebot war die Rachfrage sehr lebhaft. Die Ferkelpreise scheinen tatsächlich ihren Höhepunkt noch nicht erreicht zu haben. Es wurden Preise bezahlt, die wohl noch kaum da waren. Die geringste Sorte ging für 50 bis 60 Mark ab. Bessere brachten es auf 70 und bie stärksten auf 80 Mark. Das sind Preise, die ben Zentner Lebendgewicht übertreffen. Der Krämermarkt bleibt noch immer mittelmäßig, obwohl der Markttag heute mehr als vor dem Kriege von der Einwohnerschaft als Feiertag behandelt wird. Es erschienen heute zum erstenmal nach langer Zeit auf unserem Markte Karussell, Schießbude und Zirkus. - Cs wurden hier 13 Schüler in das erste Schuljahr ausgenommen, sieben Knaben und sechs Mädchen. Das Register des Standesamtes weist 16 Kinder auf. Zwei davon sind gestorben und ein Mädchen ist fortgezögen. 3m vorigen 3ahre traten 21 Clernentarschüler ein. Diese hohe Zahl dürfte kaum wieder erreicht werben. 3n ben nächsten 3ähren beträgt der Durchschnitt 12 bis 15 Schüler. Ereignisreicher Abend. Bon Gabriele Eckehard. Stephan hielt Punkt elf Uhr mit dem Wagen vor Fribas Haus, obgleich sie sich nachmittags am Telephon gezankt hatten, benn es war gar nicht vorstellbar, bah Friba bockte und nicht kam, bas pahte nicht zu ihr. meinte er, unb sie würbe inzwischen ja auch eingesehen haben, bah es ihm auch keinen Späh machte, ben wichtigen Ge- schäftssrcunb noch zum Abenbessen unb bann auf bie Bahn zu begleiten. 3n ber Straße war cs ziemlich dunkel, Weber Wagen noch Passanten kamen vorbei, zudem war es gehörig kalt. Stephan steckte bie Hänbc in bie Manteltaschen und zog den Kopf in den Kragen. Gr hatte wohl etwas gedöst, denn er schrak hoch, als er plötzlich angesprochen wurde. Eine Dame stand neben dem Wagen, sie hatte die Hand auf den Fensterrahmen gelegt — er hatte vorhin die Scheibe heruntergedreht, um Frida sofort die Hand entgegenstrecken zu können — und blickte ihn prüfend und etwas ängstlich an. ..Was wünschen Sie?" fragte Stephan unb bemühte sich, bie Dame zu erkennen, konnte aber nichts feststellen als einen schwarzen Mantel, einen knappen schwarzen Hut unb ein im Dunkeln bell schimmernbes Gesicht, besten Augen ihn unsicher ansahen. „Ich meine,“ antwortete bie Dame, ich hätte Sie gern einen Augenblick gesprochen." „3a. was wünschen Sie benn?“ fragte Stephan noch einmal unb wurde immer erstaunter. ..Sind Sie nicht ber Herr von .Kosmos'?“ fragte bie Dame weiter. ^..Kosmos? Rein! Ich heiße West, Stephan „Ra ja," sagte bie Dame hörbar unbefriebigt, ..so heißen Sie, aber sinb Sie nicht von .Kosmos'?" „Wieso?" fragte nun seinerseits Stephan. ..Ich verstehe ja," sagte bie Dame, „natürlich wollen Sie es mir nicht zugeben, aber das macht auch nichts. Ich möchte Sie nur um etwas bitten es hängt boch von Ihnen ab, ob Sie etwas gesehen haben ober nicht, nicht wahr? Also, nicht wahr? Eie haben nichts gesehen!“ Damit streckte sie ihre Hand in ben Wagen hinein unb schob Stephan etwas in bie Manteltasche, das er in dem matten Licht für einen- Zettel hielt. Dann sagte sie „Ra, nun können Sie wohl nach Hause fahren, wie? Fahren Sie bitte ab, ja?“ Stephan wußte nicht, was er sagen sollte. „Gute Rächt!" fügte bie Dame hinzu, „hoffentlich nicht aus Wiebersehen!" Damit verschwand sie hinter dem Wagen. . Stephan hatte noch nicht Zeit gehabt, den Zettel herauszuziehen unb ihn zu inspizieren, als er sich abermals angerufen hörte. „'n Abenb," sagte ein gut aussehenber Herr, ber neben dem Wagen auftauchte, „was ist benn nun noch? Auf was warten Sie benn?“ „Ra hören Sie mal,“ sagte Stephan gereizt, „was geht bas benn Sie an?“ Der Herr fixierte ihn in unangenehmer Weise unb fragte ironisch: „Roch nicht genug?“ Da würbe Stephan wütend unb schrie: „Kümmern Sie sich gefälligst um sich selbst, verstehen Sie? Ich kann hier warten solange ich will, unb ob und wann ich genug habe, ist meine Sache!“ Damit drehte er die Scheibe hoch unb kroch schild- krötenhast in leinen Mantelkragen zurück. Da hörte er bie Stimme der Dame von vorhin „Ach Gott' Herbert, jetzt hast du ihn verärgert, jetzt ist alles vorbei!" „Donnerwetter noch mal, Anita!" schrie der also Angeredete, „ich lasse mich nicht neppen! Hast du dem Ker! benn nicht ben Schein gegeben?" „Doch!" antwortete bie anbere Stimme weinerlich „Aha!" schrie toieber der Herr, „bas scheint mir ja ein regelrechter Erpresser zu sein. Ra, ich notiere mir jebenfalls die Wagennummer!" „Ach Gott, Herbert!" flehte bie Dame, „fange boch hier nicht noch Krawall an! Der Rechtsanwalt hat boch gesagt, wenn ich mich von bir nach Hause bringen lasse unb vis-a-vis steht ein Auto, bann ist das ein Zeichen, daß Adolf mich beobachten läßt - Adolf hat immer bie Detektei Kosmos fürs Geschäft —: bann soll ich dem Detektiv Gelb geben, bamit er nichts meldet! Er hat es boch genommen, aber vielleicht war s ihm nicht genug - bu bist immer so knauserig!" „Ich bin knauserigI" schrie Herbert gekränkt, „bas ist ja ausgezeichnet!" Stephan rappelte sich nun boch auf seinem Sitz hoch unb zog ben Zettel aus ber Tasche — es war ein Hunbertmarkschein. Er wurde plötzlich ganz wach und stieg aus, aber bie beiben waren wohl Unterbetten in irgenbein Haus gegangen unb bie Straße war toieber ganz menschenleer. Seine Uhr belehrte ihn, bah es schon halb zwölf vorüber war, also setzte er sich toieber in ben Wagen unb fuhr verstimmt nach Hause. Als er im Entree bie Handschuhe in die Manteltasche steckte, kam ihm der Hundertmarkschein wieder in die Finger, und er hielt ihn eine kleine Weile ratlos in der Hand. Dann machte er eine Verbindung mit Frida, aber ehe er noch ein Wort Hatte sagen können» rief sie mit einer Stimme voller Zorn und Verachtung: „Du wagst es noch, mich anzurufen! Ich gutmütiges Wesen lasse mich mitten in der Rächt von bir fortlocken, unb wie ich herunterkomme, steht eine Dame bei bir eam Wagen unb bu schäkerst mit ihr, unb wie intensiv! Ich bin fertig mit birl“ Unb sie hängte ab. Stephan versuchte noch einmal bei ihr anzurufen, aber sie meldete sich nicht mehr. Darauf ging Stephan betrübt zu Bett unb grübelte unb beschloß nach einiger Zeit, bah er bie Detektei „Kosmos" beauftragen würbe, Herbert unb Anita ausfinbig zu machen, um ihnen ihr Gelb zurückzugeben — ober sollte er das lieber lassen, um Anita keine Unannehmlichkeiten zu machen? Unb was sollte er unternehmen, um Friba zu versöhnen? Herr im Himmel! da hetzt man sich ben ganzen Tag für anbere Leute ab unb hat weder Zeit noch Heroen für ein Privatleben! Schließlich konnte er boch die hundert Mark keinesfalls behalten. Ach, nichts als Aerger und Scherereien hatte er — daran war aber bloß Frida schuld. Wenn sie an den Wagen herangekommen wäre, wie jeder vernünftige Mensch, hätte sich nichts von alldem ereignet. Als feine Gedanken dahin gelangt waren, daß er seinerseits ärgerlich auf Frida fein konnte, schlief er befriedigt ein, denn nichts beruhigt jeden Mann so sehr, wie bie Ueberzeugung, daß jemanb anberes an einem feiner Malheure schulb ist. Das Honorar. Zu dem Pariser Bildhauer Carpeaux tarn ein schwerreicher Bankier, der für seinen Geiz bekannt war, und bestellte bei ihm eine Marmorgruppe: Polyphem zerschmettert den Akis. Carpeaux forderte 90 000 Franks, doch der Bankier begann' obwohl die Summe nicht viel für ihn bedeutete, gewohnheitsmäßig zu handeln und ruhte nicht eyer, bis der Künstler, dem dieses Feilschen in der Seele zuwider war, sich schließlich mit einem Preis von 57 000 Franks einverstanden erklärte Wenige Wochen später schleppten starke Männer einen riesigen Marmorblock in des Bankiers Garten und stellten ihn. dort auf, doch der Käufer wartete vergeblich, daß Carpeaux erscheine unb die beiden Figuren herausmeißele 2luf einen entrüsteten Brief des Bankiers hin, sich endlich zur Arbeit einzufindsn ober aber das bereits erhaltene Geld zurückzusenden, erschien Carpeaux in der Villa und wurde von dem Bankier mit Vorwürfen empfangen ,Zch weiß gar nicht was Sie wollen?" sagte der Bildhauer unbekümmert. Das Werk ist doch fertig." „Was benn? Dieser Block soll bie Szene barstellen, bie ich bei Ihnen in Auftrag gab?" „Gewiß " „So! Unb wo ist Akis?" „Der liegt unter dem Felsen, er ist völlig zerschmettert." „Unb Polyphem?" „Der ist fortgelaufen, well er fürchtete, von ber Polizei verhaftet zu werben." Da lachte der Bankier unb schrieb einen Scheck auf bie adgehanbelten 33 000 Franks aus. Seitdem ist Carpeaux fleißig bei ber Arbeit. Die geplagte Witwe. Man wirb sich noch an bie Geschichte jenes Mannes erinnern, ber verschiedene Betrügereien verübt hatte, aus sechs Ländern ausgewiesen worben war unb nun brei Monate lang auf bem Ozean herurngonbelte, weil er nirgenbs an Land gehen durfte. Diel schlimmer erging es aber einer Holländerin, die nach dem Tode ihres Mannes nach Antwerpen zog unb dort eine Wirtschaft aufmachte. Eines Abenbs benahm sich ein Gast berart rabiat, bah sie mit bem Revolver nach ihm schoß, jeboch ohne ihn zu verletzen. Dor Gericht wurde sie wegen Rotwehr freigesprochen, aber als Ausländerin des Landes verwiesen, weil sie ohne Waffenschein mit einem Revolver hantiert hatte So zog sie nach Amsterdam und wollte dort eine Wirtschaft aufmachen, was man ihr nicht gestattete, weil sie in Antwerpen nicht abgemeldet war unb sich in Am sterb am nicht an- melben konnte. Also suhr sie nach Antwerpen, um sich abzmnelben. Kaurn aber hatte sie bie Grenze überschritten, als man ihr erklärte, baß sie Lanbes verwiesen sei unb deshalb nach Holland zurückkehren müsse. Run konnte sie weder vor noch zurück, konnte kein Geschäft übernehmen und mußte sich dazu entschließen, die Strafe von vier Wochen Gefängnis in Antwerpen abzusitzen. Daraufhin wurde sie in Antwerpen abgemeldet, in Amsterdam aber nicht angemeldet, weil aus Antwerpen die Rachrichi kam, sie habe noch rückständige Steuern zu bezahlen. Also fuhr sie toieber nach Anttoerpen, wurde an ben Grenze zum zweitenmal verhaftet, weil sie immer noch Lanbes verwiesen sei. Dann brummte man ihr 3 Wochen Gefängnis wegen verbotener Rückkehr auf, die sie absaß, jetzt endlich erlaubte man ihr, die rückständigen Steuern zu bezahlen, worauf sie sich in Antwerpen anmelben durfte. Seitdem leitet sie einen Gasthof und erzählt jedem Fremden diese Geschichte, über bie sie heute ebenso« oft lacht, wie sie damals darüber geweint Hai. Preußen. Kreis Biedenkopf. ch Bischoffen. 27. April. Gestern nachmittag wollte ein hiesiger Schreinertzeselle mit seinem Rad zwischen zwei aneinander vorbeifahrenden Fuhrwerken hindurchfahren. Dabei kam er zu Fall und unter den einen Wagen zu liegen, der über ihn hinwegfuhr. Der bedauernswerte Mann muhte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Maingau. Frankfurt a.M.. 30. April. (WSN.) Der Präsident des Landesfinanzamts in Kassel teilt mit: Die Nachricht, daß ein Obevzollinspektor beim Zollamt des Frankfurter Eilgüterbahnhofs größere ll n t e r s ch l e i f e begangen habe, entspricht nicht in allen Teilen den Tatsachen und hat leider dazu geführt, daß ein bestimmter, völlig unbeteiligter und in weiteren Kreisen der Frankfurter Geschäftswelt bekannter Beamter in unbegründeten Verdacht geraten ist. Es ist eine Untersuchung dar- über eingeleitet, ob ein Oberzollsekretär des Zollamts Hauptgüterbahnhof in Frankfurt a. M. einem Privatmann Beihilfe zu erheblicheren Zollhinterziehungen geleistet hat. Die Beteiligung eines Oberzollinspektors kommt nicht in Frage. Gießener Jugendgericht. In der letzten Sitzung des Iugendgerichts wirkten als Schöffen mit Dahnassistent Wilhelm Conrad und Oberwerkmeister Heinrich Ley beide von Gießen. Eine jugendliche Hausangestellte hat gegen einen amtÄgerichtlichen Strafbefehl Einspruch eingelegt, durch den sie wegen nächtlicher Ruhestörung in eine Geldstrafe genommen worden war. Eine FuhballspielergeseUschaft war, von Heuchelheim kommend, laut singend in Gießen eingerüdt. Das Mädchen wurde freigesprochen, weil ihr die Teilnahme an der Ruhestörung nicht nachzuweisen war, wenn sie sich auch andern Tages durch einige Aeußerungen verdächtig gemacht hatte. Eine Ladenangestellte, bisher unbestraft, hat die Llhr einer 15jährigen Zeugin getragen, wie sie das mit deren Erlaubnis auch schon früher getan hatte. Trotz etlicher Derdachtsgründe wurde die Angeklagte f r e i g e s p r o ch e n, da sie die Diebstahlsubsicht bestritt und das Gericht nicht in der Lage war, auf Grund der Angaben einer 15jährigen unbeeidigten Belastungszeugin auf ein Schuldig zu erkennen, dieses um so weniger als zwischen den beiderseitigen Familienangehörigen seit etlicher Zeit ein gespanntes Verhältnis besteht. Meerrcttichdiebstähle, die auf Grundstüden ausgeführt werden, die außerhalb der Stadt liegen, kommen immer wieder vor. Die Geschädigten sind fast durchweg sog. kleine Leute. Während vor einiger Zeit deshalb ein älterer Mann eine längere Gefängnisstrafe erhielt, mußte sich diesmal ein bisher unbestrafter junger Mensch wegen Entwendung von Meerrettich verantworten. Da er seine Tat bereut und einen ordentlichen Ein- drud macht — er ist bisher auch mit den Strafgesetzen noch nicht in Konflikt geraten — erhielt er eine Gefängnis st rafe von zweiTa- g 8 n unter Strafaufschub bei vierjähriger Bewährungsfrist. Da er aus einer ordentlichen Arbeiterfamilie stammt, sah das Gericht auch von Erziehungsmaßregeln ab. Ein Iugendlicher, der im Jahre 1928 wegen zahlreicher Delikte, insbesondere auch wegen zahlreicher Einbruchdiebstähle in Gartenhütten in eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, die er zur Zeit verbüßt, hat nach seiner früheren Verurteilung alle Mahnungen in den Wind geschlagen, und insbesondere den Verkehr mit seinen früheren Komplizen nicht abgebrochen. Im Rovember v. I. erbrachen diese nach vorheriger Verabredung die Kantine des Diehmarktplatzes in der Hamm- strahe, während der Angeklagte Schmiere stand. Den Dieben fielen Zigaretten im Werte von etwas über vierzig Mark in die Hände, so daß die Kantineninhaberin nicht unerheblich geschädigt worden ist. Während die z. T. erheblich vorbestraften älteren Teilnehmer an dem Raubzug bereits mit empfindlich langen Freiheitsstrafen vom Schöffengericht Gießen belegt worden sind, erhielt der hier Angeklagte eine Z u s a h g e - fängnisstrafe von einem Monat. Hiermit sind noch nicht sämtliche Straftaten des hier in Frage kommenden Personenkreises abgeurteilt, dessen Verbrechen die Polizei und die Gerichte noch mehrfach beschäftigen wird. Wirtschaft. Oie Deutsche Reichsbahngesellschast im Zahre 1929. Die Deutsche R e i ch s b a h n g e s e l l- schäft legt ihren Geschäftsbericht für 1929 vor, der vom Verwaltungsrat am 26. d. M. genehmigt worden ist. Das Iahr 1929 begann unter ungünstigen Verhältnissen. Der R ü d - gang im Güterverkehr, der Ende 1928 als Folge des Lohnkampfes in der westlichen Eisenindustrie eingesetzt hatte, verschärfte sich in den ersten Monaten des Berichtsjahres, weil infolge des ungemein harten Winters viele industrielle Anlagen ihren Betrieb einschränken oder stilleaen muhten. Im März belebte sich das Frachtgeschäft wesentlich und blieb auch während der folgenden Monate so. Gegen Ende des Iahres führte aber die Verschlechterung der deutschen Wirtschaftslage erneut zu einem Ver- kehrsrüdgang und einer Minderung der Frachteinnahmen. Der Personenverkehr war mit Ausnahme der Sommermonate etwas schlechter als 1928. Die aus ihm fliehenden Einnahmen haben daher die erwartete Höhe nicht erreicht. Im Gesamtergebnis hat die Iahresein- nähme nahezu den Erwartungen entsprochen. Auf der Ausgabenseite verursachte der starke Frost namhafte Mehraufwendungen. Höhere und bleibende Ausgaben wurden dem Geschäftsbericht zufolge der Gesellschaft durch den Lohnschiedsspruch vom Mai auferlegt, für den keine Einnahmededung vorgesehen war. So konnte das Geschäftsjahr nur dadurch ohne Fehlbetrag abschliehen, daß die Sachausgaben nicht in dem an sich erforderlichen Umfang ausgesührt, sondern weiterhin gedrosselt wurden. Die Einnahmen der Betriebsrechnung betrugen 5354 Mill. Mk. (t.03. 5159 Mill. Mk.); ihnen stehen an Ausgaben für Betriebs-, Unterhaltung und Erneuerung 4494 (4294) Mill. Mk. gegenüber. Das Verhältnis der Betriebsausgaben zu den Betriebseinnahmen, die Betriebszahl, betrug 83.93 (83.24). Die Reparationszahlungen sind pünktlich geleistet worden. An Deförde- rungssteuer wurden im ganzen 325 Mill. Mark an die Reichsfinanzverwaltung abgeführt, wovon 290 Mill. Mk. an den Reparationsagenten weitergezahlt wurden, so daß dem Reich noch 35 Mill. Mk. verblieben. Infolge der ungeklärten Lage der Reichsbahn während der Dauer der Reparationsverhandlungen konnte der Geldmarkt nicht in dem erforderlichen Umfange in Anspruch genommen werden. Reue Vorzugsaktien wurden 1929 nicht begeben. Rur zwei Kredite mit dreijähriger Laufzeit (100 Mill. Mk. für Beschaffung von Wagen und 10 Mill. Mk. für Brüden) sind hereingekommen. Die Ausgaben für Anlagenzuwachs muhten infolge der Schwierigkeiten der Finanzierung stark eingeschränkt werden, sie betrugen 100 Mill. Mk. weniger als im Vorjahre. Mit der Reichsregierung ist nunmehr ein Abkommen zu 8 8 des Reichsbahngesehes betreffend Tilgung der aufgenommenen Kredite innerhalb einer Frist von 60 Iahren abgeschlossen worden. Danach erklärt sich die Reichsregierung bereit, unter bestimmten Umständen die über den 1. Ianuar 1965 sich erstredenden Lasten bei Ablauf des Detriebsrechtes zu übernehmen. Ueber das neue Geschäftsjahr wurde bei der Besprechung des Berichtes mitgeteilt, daß die schlechte Geschäftslage eine Entlastung unbedingt notwendig mache. Besonders betont wurde außerdem, daß für die erforderliche Behebung von Kriegs- und Rachkriegsschäden bisher immer noch nicht genug geschehen konnte. Die Rotwendigkeit, der Reichsbahn finanzielle Erleichterungen zu schaffen, sei unabwendbar. Die Reichsbahnverwaltung wäre froh, wenn sie ohne Tariferhöhung möglich wäre, hege aber wenig Hoffnung, daß ihr auf einem anderen Wege geholfen werden könnte. * * Veränderung des P r i v a t d i s kon- tes. Der Privatdiskont ist für beide Sichten um je Vs Prozent auf 4> \ Prozent ermäßigt worden. * Diskonter Mäßigung in Belgien. Die Nationalbank von Belgien hat den Wechseldiskont von 3% auf 3 v. H. herabgesetzt. * D i e Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im April. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats April auf 147,4 gegenüber 148,7 im Vormonat. Sie ist somit um 0,9 v. H. zurüdgegangen. Dieser Rüd- gang ist im wesentlichen durch eine weitere Senkung der Ernährungsausgaben bedingt. Daneben haben auch die Preise für Bekleidung ihre rüdläufige Bewegung fortgesetzt. Bei der Gruppe Heizung und Beleuchtung haben die Preise für Briketts nachgegeben. Die Ausgaben für die Wohnung sind durch die Erhöhung der Umlagen und dergleichen in mehreren Städten um 0,6 v. H. gestiegen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 gleich 100): für Ernährung 142,8, für Wohnung 127,5, für Heizung und Beleuchtung 152,2, für Bekleidung 167,6, für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 193,4. * Zwangsverlängerung des Ruhrkohlensyndikats. Durch Verordnung des Reichswirtschaftsministers ist das mit dem 30. April 1930 ablaufende Syndikat im Ruhrbergbau um einen Monat verlängert worden. Die vor dem 1. April geltende freiwillige Regelung der Syndikatsverhältnisse ist damit für Mai aufreckterhalten. * Ber gw erksgesellschaft Hivernia, Herne i. W. Von dem Betriebsgewinn von 8,669 (5,395) Mill. Mk. sollen 5,164 (5,105) Mill. Mk. für Abschreibungen verwendet, 200 000 (—) Mk. der Reserve überwiesen, 5 (0) v. H. Dividende auf das eingezahlte Stammkapital von 54 Mill. Mk. verteilt, 4X» v. H. auf die Vorzugsaktien von 8 Mill. Mk. ausgeschüttet und 244 295 (290 147) Mk. vorgetragen werden. * Mansfeld beantragt Stillegung des Kupferschieferbaus. Die Mansfeld A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb hat, nachdem die Vertreter der Gewerkschaften den Versuch einer gütlichen Einigung in der Frage der notwendig gewordenen Lohnsenkung zurückgewiesen haben, angesichts der Dringlichkeit der durch die Preisrückgänge am Metallmarkt erforderlichen Herabminderung der Selbstkosten den Beschluß gefaßt, unver- zllglich die Stillegung des gesamten Kupferschieferbaues zu beantragen. Dieser Entschluß stellt zunächst eine vorsorgliche Maßnahme dar. Die Mans- feld A.°G. will bemüht bleiben, nachdem jetzt das Lohnabkommen mit Wirkung per 31. Mai d. I. gekündigt und ein Schlichtungsverfahren in die Wege geleitet wird, auch weiterhin kein Mittel unversucht zu lassen, mit den noch offenen Möglichkeiten die unvermeidlich gewordene Lohnreduktion im Ausmaße von wenigstens zirka 15 v. H. herbeizuführen. * Elektrizitäts - Aktiengesellschaft norm. Schuckert & Co., Nürnberg. In der Aufsichtsratssitzung wurde der Abschluß per 31. März 1930 vorgelegt. Der Geschäftsgewinn des Jahres 1929/30 beträgt 7 664 200 Mk., der sich durch den Gewinnvortrag aus 1928 von 357 656 Mk. auf insgesamt 8 021 856 Mk. erhöht (i. V. 7 948 676 Mk.). Nach Bestreitung von 1227 972 Mk. für allgemeine Verwaltung, Steuern, Zinsen, Unkosten und Abschreibungen auf Gebäude ergibt sich ein Reingewinn von 6 793 884 (6 523 479) Mark. Der gesetzlichen Rücklage wurden im Vorjahr zwecks Auf- runduna auf 5 Mill. Mk. 274 836 Mk. zugewiesen, so daß sich für dieses Jahr eine Zuweisung erübrigt. Der auf den 21. Mai einzuberufenden H.-V. soll vorgeschlagen werden, 12 (i. D. 11) v. H. Dividende auf die dividendeberechtigten Stammaktien und 6 (6) v. H. für Zinsen und Tilgung auf die Genuß- rechte für den Altbesitz an Markanleihen der Schuckert- Gesellschaft und der mit ihr fusionierten Kontinentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen zu verteilen. Zum Vortrag gelangen 366 305 Mark. * Inlandanleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.Die anfangs April zum freihändigen Verkauf aufgelegte 8prozentige Deutsche Kommunal-Gold- anleihe von 1929, Ausgabe III, im Betrage von 10 Millionen Mk. jst ausverkauft. Der Erlös dieser Anleihe fand, wie bei der vorhergehenden zweiten Ausgabe, fast ausschließlich Verwendung zur Konsolidierung kurzfristiger Kommunalkredite. Zur weiteren Förderung der Um- schuldungsaktion legt die Deutsche Girozentrale nunmehr den Restbetrag der bereits früher in Höhe von 50. Mill. Mk. genehmigten Inhaberanleihe zum freihändigen Verkauf auf. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 1. Mai. Tendenz: fester. — Auf die neue Diskontsenkung der Bank von England war die Stimmung an der heutigen DörfS freundlich und zuversichtlicher. Dazu kam die Befriedigung über die ziemlich unerwartet gekommene Dividendeerhöhung bei Schuckert. Eine nennenswerte Belebung des Geschäfts konnte sich jedoch wieder nicht durchsetzen, da der Ordereingangnach wie vor gering blieb. Rur in einigen Spezialwerten wurden etwas größere Käufe vorgenommen. Zu der freundlicheren Haltung trugen die Ausführungen auf der Generalversammlung der Dedibank, der Iahresbericht der Reichsbahngesellschaft und die Nachricht, wonach die Stidstoff- verhandlungen nur unterbrochen seien, bei, während der Antrag von Mansfeld auf Stillegung des gesamten Kupferschieferbaues ohne erheblichen Einfluß blieb. Auf die erhöhte Schuckert- dividende standen Elektrowerte naturgemäß im Vordergründe. Schuckert konnten 5,75 Prozent, Siemens 3 Prozent und A. E. G. 2,25 Prozent anziehen. Außerdem traten Reichsbaukanteile mit plus 3,25 Prozent wieder stärker hekbor, die übrigen Bankaktien waren nur behauptet. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 1,5 Proz. höher. Montanwerte waren vernachlässigt uno wenig verändert. Zellstoff Waldhof lagen 1,4 Prozent, Süddeutsche Zucker 1 Prozent fester. Kunstseideaktien blieben behauptet. Deutsche Anleihen waren bei stillem Geschäft gehalten. Am Markte der Auslandrenten zogen Türken stärker an. Im Verlaufe blieben die Kurse auf dem erhöhten Kursniveau meist gehalten. Schuckert zogen weiter etwas an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Proz. wieder etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1890, gegen Pfund 20,3625, London gegen Kabel 4,8618 zirka, gegen Paris 123,81 zirka, gegen Mailand 92,75 zirka, gegen Madrid 39,15 zirka, gegen Holland 12,0775. Berliner Börse. Berlin, 1. Mai. Zwei ^leberraschungen beeinflußten die Tendenz der heutigen Döbe entscheidend. Schon vormittags war man auf die höhere Dividendenausschüttung der Schuckert, A.G. (12 nach 11 Prozent) allgemein freundlicher gestimmt und hatte höhere Kurse taxiert. Diese wurden aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs noch übertroffen, als bekannt wurde, daß die Dank von England unerwartet ihren Diskontsatz von 3,5 auf 3 Prozent gesenkt hatte. Allerdings litten die ersten Rotierungen unter einem geringen Besuch der Börse, da zahlreiche Interessenten infolge der Absperrungen für die Maidemonstrationen nicht rechtzeitig eingetroffen waren. Man konnte auf fast allen Märkten kleine Deckungen und Rückkäufe beobachten. Allerdings fehlten Anregungen aus London und Basel, deren Börsen heute geschlossen sind. Ziemlich günstig wurde der Geschäftsbericht der Reichsbahngesellschaft beurteilt, und auch die Erklärung von Siemens, daß die Entlassungsgerüchte unzutreffend seien, fanden Beachtung. Demgegenüber verstimmte etwas die Unklarheit hinsichtlich der Akudividende, und Kunstseideaktien lagen in der Tat etwas angeboten und schwächer. Im allgemeinen konnte man Erholungen von 1 bis 3 Proz. feststellen. Schuckert gewannen 5,6, Siemens 3,25, Salzdetfurth 4,5, Rhein. Braunkohlen 4 und Lorenz sogar 6,5 Prozent. Bei letzterem sprach man im Zusammenhang mit dem bekannten Patentstreit von Auslandinteresse, das anscheinend auf Materialmangel stößt. Gesfürel notierten heute nach Berücksichtigung des Dividendenabschlages 2 Proz. höher. Deutsche Anleihen ebenfalls freundlicher. Ausländer ruhig. Pfandbriefe weiter anziehend und gefragt. Der Geldmarkt zeigte trotz unveränderter Sähe bereits geringe Erleichterung. Im Verlaufe war das Geschäft weiter lebhafter, als an den Vortagen. Gegen die ersten Rotierungen traten zwar vorübergehend auf Gewinnmitnahmen der Spekulation leichte Abbröckelungen ein, später setzten sich aber doch wieder ein» bis zweiprozentige Besserungen durch, da man damit rechnet, daß andere internationale Rotenbanken dem Lon-- doner Beispiel bald folgen werden. Schiffahrtsaktien lagen etwas mehr beachtet, und Lorenz und Schuckert setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Auch Reichsbahnvorzugsaktien holten weitere Teile ihres Dividendeabschlages wieder ein. Frankfurter Schlachtvieh«". ?t. Frankfurt a. M., 1. Mai. Auftrieb: Rinder 92 Stück: Kälber 878, Schafe 97, Schweine 727 Stück. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80—82, mittlere Mastrind Saugkälber 74—79, geringe Kälber 65—73. Marktverlauf: Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine schleppend, lleberstand. Schweine von der Preiskommission nicht notiert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. Dl. Berlin Frankfurt a. Dl. I Berlin Schluß- hir« 1«llhr» flure Schluß» kur- Anfang« Kur- Gchluß- kurs 1-tlhr. Kurs Schluß»! kur« 1 Anfang- KurS Datum 30- ». 1. 5 30 4. 1. 5. Datum 30 • 1. 5. 30 «• 1. 5. 6% Deutsche Reicheanleihe Hamburg-Amerika Patel - - 7 108,5 - 108,75 109,25 von 1927 . . 87.13 — 87,75 — Hamburg-Südam. Dampfschtss 8 —- — — 7% Deutlche Retchscmleihe Hansa Dampfschtsl . • 10 — — 158.5 158,25 von 1929 - - 101,6 — 102,4 — Norddeutscher Lloyd .... 8 108,75 109,5 108,75 109,25 Deutsche Anl.-Dblöl.. Schuld mH Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 115,5 — 115,25 115.5 AuLloi.-Rechteu . - .8,5 — 58,5 58,6 Barmer Bankverein 10 126.75 127 126.65 126.75 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . 11.3 11,4 11,4 11,5 Berliner Handelsgesellschaft 12 175 - 175.25 176 6% Hesi. BoiMaat von 1929 ttüchahlb. 102%) Commerz- und Privat-Bank . 11 151,5 >51,5 151,5 151,5 92 — 93,75 — Darmstädter und Nationalbank 12 227,5 — 226,75 227,5 Oberhessen Provinz • Anleihe mil Deutsche Bank und Ausloi.-Rechten 54,75 — — — Disconto-Kelellschaft, . . . 10 151 — 151 151 Deutsche komm. Sammelabl. Dresdner Bank...... 10 144,25 144 144 144 Anleihe Serie 1 8% Franks Hyp^Bank Goldpse 55,75 — 55,9 —- Meichsbank . - .... 12 294,25 297.5 172.25 294,25 296.5 XIII unkündbar bis 1934 99,5 — • — A.E.G........... 8 170 170.25 172,75 7% Frankl Hyp.-Bank Goldpse unkündbar 613 1932 Bergmann........ . 9 — 186 185,25 185,5 93,25 — • — Elekrr. LieserungSgesellschast 10 — — — 159 <’/»% Rheinische Hyp.-Bank Licht und Krall ..... 10 — 167,5 167 168 Liqu. Goldpse. . . . 86,13 — — — Felten & Guilleaume . 7 % 125,25 — 124,75 125 8% Br. Landerpsandbriefanstalt, Gesellschaft für Elektrische Psandbriese R. 17 100 — 100 —- Unternehmungen .... 10 176,5 —- 175,5 168,5 136.9 8% Pr LandeSpsandbries an stall, Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 — — 137,25 Komm^Lbl. R. 18 95,5 — 95,5 — Rheinische Elektrizität . . . . 9 — — 14/ 145,5 7% Pr. Landeepsandbriesanstalt, Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 162,5 — Psandbriese R. 10 A.E.G abg. Borkriegs-Obligatio. 92.25 — 92,25 - Schuckert & Co..... . 11 191 185,25 190,9 Siemens & Halske . • • • • 16 — 244,5 241,5 244,75 nen. rückzahlbar 1932 . . . — — 1 - Tranüradio..... • • . 8 — — 128 127,5 10 167,5 168,75 —— 4% Oesterrelchilche Goldrenu . . 4,20% Oeslerreichische Sllberrenle 4% OeHerreichilche Einheitliche 26,5 4.13 — 26,4 4,25 4,25 Buderus...... • • • Deutsche Erdbl ..•••• . t> . 6 . 8 71 101,5 101 142,5 138,5 125 70,25 101,5 141,5 Rente ... 4% Ungarische Soldrente . . . . 24,4 — 2,4 24,4 24,6 Geilenkirchener ..•••• . 8 . 0 138 125,5 — 138,5 125 4% Ungarische Staats reute v. 1910 21,25 — 21,25 6Vi — 108 107,9 4«/,% deögl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente . . 2,45 — 22,1 2,35 2,35 gtse Bergbau ..••••• Klücknerwerke . ..•••• 10 . 7 100,5 — 100,25 — 4% Türkische gollanleihe von 1911 7 —— 7,1 . 7 — >05 105,75 4% Türkische Vagdadbahn-Anl 7,13 Mannesmann-Röhreu . • • . 7 104,75 . 104,9 104,5 104,75 Serie 1 7 7,15 7,2 Manslelver Bergbau . . • • Oberfchlel Eisenbedarf . . . . 7 — . — 70,5 70,6 4% vrsgl Serie II . ■ • 7 '.05 • . 6 — — — 70 6% Rumänisch» vereinh. Rente 10 Oberschlcs. Kokswerke ... . 1 — — 108 108,5 von 1903 — IC Phönix Bergbau .... 6% 104,5 105,13 104,6 tVi% Rumänische vereinh. Rente 16,55 Rheinische Braunkohlen . . 10 224 — 227 von 1913 ......... — 16,65 — Rheinftahl..... • . . 6 — 114,75 114,9 4% Rumänisch« vereinh. Rente 8,15 — 8,1 1 — Riebeck Moata» ...... 7.2 — — — Frankfurt a. Dl. 1 Berlin Schluß» kUt- l»llhr» 1 Kur« | Schluß» kur« Anfang- Kur« Datum 30. 4. 1. 5. 30 4- 1. 5. Bereinigte Stahlwerke . . . 96 — 96 13 96,13 Olavi Minen......16'/» — — 49 48,5 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 227 —— 226,5 228,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 230 — 229,5 — Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 398 398,5 396,5 401 I. G. Farben-Invustrte . . . 12 176,4 178 176,13 177,5 Dynamit Nobel ...... C — — — — ti — — — — Goldschmidt ....... . 5 70,5 —— 70,5 70,5 NülgerSwerke ....... . 6 69,5 — 69 — Metallgesellschafk. ..... . 8 108 — 107,75 — Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg . . Üementwerk Karlstadt. . . • . 7 110,5 — 110,5 110,25 10 —— ■— 1 — —— 10 143 —— — Wavb ä Freytag..... . 8 91 — 90 Schulthet» Patzenhofer . . . 15 - — 303 305,6 Ostwerke......... 12 — —— 257,25 259,5 .............. 18 112 112 113,25 111,5 Bcmberg......... 14 144 — 143 142,5 gellstofs Waldhof . . . . 8'/. — 183,9 182,5 185,4 Zellstoff Aschaffenburg . . . Charlottenburger Wasser . . 12 . 8 142 — 142,75 103,75 104 Dessauer GaS ....... . 9 — — 167,75 168,13 Daimler Motoren ..... . 0 40 — 40,25 40,9 Deutsche Linoleum .... e - 241 — 242 243,5 52,25 Maschinenbau A.-G. .... . 0 — — 51,5 Nat. Automobil . • • • • . 0 — — — — Orenslein & Koppel .... . 6 — — 78,5 78,75 Leonhard Tietz ..•••• SvenSka ........ 10 - 150 348 348 Frankfurter Malchiner . • . . 4 36 — 35,75 — Gritzner......... . c 38 — 38,25 — Heyligenstaedt ..•••• YunghanS........ . 0 . 40,25 — 41 — Lechwerle......... . t — — Mainkraftwerke Höchst o. M.. — — • — Miag ........ 1C 132 — 131,25 130,5 Gebr. Roeder . i . . . . . 1C 104,5 — — — Voigt & Haefsner . • . . . Süddeutsche Zuck« • . . . . r V. — — 161 159,75 - Vanknoten. Berlin, 30. April__ Geld —2Ü2L, Amerikanische Noten ..... 4,164 58,33 4,184 58,57 Dänische Noten........ 111,70 20,315 16,395 168,03 21,93 112,14 20,395 16,455 168,71 22,01 Französische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr.,L100 Kronen 111,68 112,12 58,93 59,17 Rumänische Noten...... 2,46 2,48 Schwedische Noten ...... 112,20 112,64 Schweizer Noten....... 81,02 81,34 spanische Noten ....... 51,90 52,10 12,43 Tschechoslowakische Notm . . 12,37 Ungarische Noten....... 72,95 73,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 30. April I.Dlai Amtliche Geld | Notierung Äries Amtliche Geld Notierung Skief Amst.» Rott- 168.38 168,72 168,41 168,75 Buen.-AireS 1,600 1,604 1,616 1,620 Brff.-Antw. 58,42 58,54 58,405 58,525 Christian ta. 111,97 112,19 111,98 112,20 Kopenhagen 112,00 112,22 1'2,01 112,23 Stockholm ■ 112,44 112,76 112.44 112.66 Helsingfors. 10,533 10,553 10,533 10,553 Italien. . . 21,92 21,96 21,92 21.96 London. . . 20,34 20,38 20,343 20.383 Neuhork . . 4,184 4,192 4,184 4,192 Paris.... 16,415 16,450 16,41 16,45 Schweiz .. 81,115 81,275 81,105 81,265 Spanien - . 51,92 52,02 51,77 51.85 Japan . . . 2,066 2,070 2,067 2,071 Rio de Jan. 0.497 0,499 0,497 0,499 Wien in D-- Deft. abgest. 59,005 59,125 58,995 59,117 Prag .... 12,399 12,419 12.399 12,419 Helzrad .. 7,400 7,414 7,405 7,419 Budapest. . 73,13 73,27 73,15 73,29 Bulgarien. 3,036 3,042 3,036 3,042 Lissabon ■ . 18,78 18,82 18,78 18,92 Danzig. . . 81,11 81,27 81,38 81,54 Konstantia. 1,785 1,789 1,784 1,788 Athen. . . 5,43 5,44 5,445 5,455 Canada . . 4,180 4,188 4,180 4,188 llnnuat). . 3.856 3,864 3,856 3,860 Cairo « »• 20,86 20,90 20,86 20,90